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Nr. 16 / 15. April 2013 / CHF 4.90

MICHELLE HUNZIKER

«Es ist ein Wunschkind» Tomaso Trussardi macht ihr Leben perfekt

n e t t i r t s m u d n u Erfolbgallrsetaircüh ine Fehler e s , re ie rr a K e in e ber s Zukunft

Alex Frei

Der Fuss

und seine


19

UNZERTRENNLICH

Den Mann weitergeben oder ausspannen: Sylvie van der Vaart und Sabia Boulahrouz spielen mit der Liebe.

46

DEMÜTIG Im Kloster

gebe es viele Formen von Zärtlichkeiten, sagt Abt Martin Werlen.

Inhalt Heft 16 15. April 2013 Titel

20 Michelle Hunziker Schwanger und überglücklich! Dazu: Wer ist der Trussardi-Clan?

Leute

5 Editorial von Stefan Regez 7 Daniel Bösch Der Schwinger bringt seine Fans zum Tanzen 8 Menschen Dalai Lama, Djoa Strassburg, Roman und Marco Bürki, Beat und Urs Marti, Nina Burri, Charles Lewinsky, Adrian Küpfer 15 Kurt Aeschbacher Warum der TV-Star niemals nackt wandern würde

Fussball

26 Alex Frei Der Fussballstar startet ein neues Leben. Grosses Interview

Politik

34 Philipp Müller Als FDP-Präsident gibt er viel zu reden. Was steckt dahinter?

Gesellschaft

40 Nina Ardizzone Sie ist schön und kann weit mehr als «nur» modeln 42 Mathieu Jaton Der neue Leiter des Montreux Jazz Festival ganz privat

Grosses Interview

58

KUNSTVOLL Eröffnen die

Bromer Art Collection: Christian Herren (r.) und René Brogli. Hier mit der Fotoarbeit «Monte Rosa» von Nicolas Faure.

46 Abt Martin Werlen Bald wird er als einfacher Mönch leben. Kann er das? Was bringt ihn aus der Fassung?

Kino

50 DCM Hipper geht es kaum: Vier Zürcher Jugendfreunde produzieren Filme – und erobern jetzt Hollywood

Abo-Service 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Schicksal

54 Lea Knecht Körperlich behindert und kleinwüchsig: Wie die Zehnjährige auf ihre vierjährige Schwester zählen kann

50

ERFOLGREICH Die vier

Zürcher von DMC produzieren einen Hollywood-Film. Dahinter steckt Freundschaft, Leidenschaft, Geld.

Kunst

58 Christian Herren Was für ein Talent! Mit 21 Jahren der jüngste Museumsdirektor der Schweiz.

Shopping

71 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

81 Hörverlust kann einsam machen 82 Schmerz-Therapie Serie, Teil 3: Selber dem Leiden den Kampf ansagen

Die Besten

85 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

40

SCHLAU Das Model aus

Eschenbach SG ist international gebucht: Nina Ardizzone eröffnet die diesjährige Energy Fashion Night.

Weekend

97 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party

110 Verleihung der Medienpreise Bern

Und …

69 Notabene von Peter Scholl-Latour 114 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 102 Impressum 106 Horoskop 112 Leserbriefe

34

GESCHÄFTIG Rund um

die Uhr für die FDP im Einsatz: Präsident Philipp Müller machts trotzdem nicht allen recht.

Auch auf dem iPad Die Schweizer Illustrierte digital: mehr Stars, mehr Schweiz. Jede Woche aktuell.

Titel Giovanni Gastel, Bruno Voser (kl. Foto); Inhalt Keystone, Dirk Schmidt, Adrian Bretscher, Hervé Le Cunff, Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker

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Editorial 15. April 2013

Stefan Regez, Chefredaktor

Hommage an Alex Frei Umstritten

Einfach hat es Alex Frei den Fussballfans und Journalisten nie gemacht. Meistens war er eine Spur zu angespannt, zu provokativ, zu misstrauisch. Ein vom Ehrgeiz Getriebener, der nie ganz verstand, warum man ihn – ausserhalb von Basel – nicht so richtig mochte. Doch in diesen Tagen ist das vergessen. Einerseits freuen wir uns über die grossartige Halbfinal-Qualifikation des FC Basel in der Europa League. Andererseits hat Alex Frei zum Abschluss seiner grossartigen Karriere eine Hommage mehr als verdient.

Erfolgreich Die Zahlen: mit 42 Toren in 84 Län-

derspielen Rekordtorschütze, vier EM- und WM-Teilnahmen, drei Meistertitel mit dem FCB, drei Cup-Pokale mit Basel und Servette, Torschützenkönig in Frankreich und der Schweiz, Vize-Torschützenkönig in der Bundesliga. (In Rennes und Dortmund übrigens war Frei immer beliebt.) Alex Frei hatte weniger Talent als andere Fussballer – aber er machte am meisten daraus. Umso erstaunlicher, dass er nie unser Publikumsliebling wurde. Denn keiner verkörpert die Schweizer Tugenden – fleissig, zuverlässig, verantwortungsvoll, bescheiden – besser als Alex Frei, der seine Ferien seit dreissig Jahren in Grächen VS verbringt. Mazda fährt. Und als neuer Sportchef des FCL meistens im Zug nach Luzern pendeln wird. «Das ist angenehmer.»

vergangenen Donnerstag ausgiebig feierten, ging Frei heim – zu Frau und Kind. «Ich mache alles für meine Tochter.»

Verantwortungsvoll Am Sonntag

noch Stürmer und Captain des FCB, am Montag schon Sportchef beim FCL – Freis ungewöhnliche Karriere erfährt nun auch einen ungewöhnlichen Wechsel. Im Alter von nur 33 Jahren übernimmt der Baselbieter gleich einen der schwierigsten Jobs im Schweizer Fussball. Doch die Rechnung könnte aufgehen: Alex Frei ist der richtige Mann für Luzern. Er versteht das Fussball-Handwerk. Ist ehrgeizig, erfolgsorientiert, intelligent. Und, ich wiederhole mich, fleissig, zuverlässig, verantwortungsvoll, bescheiden. «Geld war nie mein Antrieb» – ab Seite 26. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

Foto Bruno Voser

Gelassen Überraschend angenehm war Frei nun

auch im Interview mit der Schweizer Illustrierten. Ist es das Karrierenende, das ihn gelassen macht? Oder der Erfolg des FCB? Ich denke, es sind Gattin Nina und Töchterchen Lia. Während seine Teamkollegen den Sieg gegen Tottenham

«Ehrlich und direkt zu sein, ist das Wichtigste», sagt Alex Frei (r.) im Gespräch mit SI-Chefredaktor Stefan Regez. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 5


Menschen DANIEL BÖSCH

DJ mit Schwung

Foto Raja Läubli

Rundes ist sich Daniel Bösch, 25, gewohnt. Zumindest grosses Rundes mit Sägemehl drin. Doch dieser hier ist klein, dreht sich und heisst Plattenteller. Zum ersten Mal steht der Schwinger am Mischpult und versucht als DJ Bösch den Leuten im Nachtclub Villa Wahnsinn in St. Gallen einzuheizen. Unterstützung erhält der Unspunnen-Sieger 2011 von DJ Mario, der für ihn die Technik bedient. «Ich selber drücke lieber nicht an den Knöpfen herum», sagt Bösch. «Dafür

sage ich Mario, was er aufl egen auflegen soll.» Die wichtigsten Kriterien für die ideale Party-Musik: «Songs, zu denen man mitsingen und es lustig haben kann.» Die Besucher des Schwing- & Älplerfäscht lässt er deshalb zu Hits von Gölä und Bligg tanzen – und bewegt sich selber dazu. «Ein Schwinger soll auch tanzen können. Und Disco-Fox geht zu fast allem.» So dreht Bösch in dieser Nacht zwar nicht an den Plattentellern, dafür dreht er sich selber im Kreis. AURELIA FORRER

Disco anstatt Schwingfest: Daniel Bösch «greift» für einmal den Plattenspieler und legt als DJ Bösch in der «Villa Wahnsinn» in St. Gallen auf. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 7


Menschen

ROMAN KILCHSPERGER & PROMINENTE JASS-FREUNDE

Einer brauchte eine Schnellbleiche Stöck, Wyys, Stich! Es wird wieder heftig auf den Jasstisch geklopft im Schweizer Fernsehen. Rorschach SG war am letzten Samstag aus dem Häuschen, als Moderator Roman Kilchsperger, 43, seine grosse Jass-Show aufzeichnete. Mit viel Prominenz auf dem 1000 Tonnen schweren Motorschiff «Sonnenkönigin». Dabei hatte Teenie-Schwarm Luca Hänni, 18, zuvor noch gar nie Karten in der Hand, blieb aber ganz cool: «Meine 8 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Mutter hat mir am Morgen noch einen Schnellkurs gegeben.» SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, 36, ist erst seit einem Jahr Jasserin. Ex-Skistar Maria Walliser, 49, begann schon als Kind: «Jassen haben mir mein Mami und mein Papi in die Wiege gelegt.» Welches Prominenten-Team im Kartenwettkampf siegt, ist kommenden Samstag ab 20.10 Uhr auf SRF1 zu sehen. ANDRÉ HÄFLIGER


DJOA STRASSBURG

Da brennt kein Stand-by-Lämpchen. Wenn Djoa Strassburg, 20, die WG in Zürich verlässt, ist der Strom ganz ab. «Da ist sie mega pingelig», sagt ihr Freund Georg. Als frisch gekürte Miss Earth Schweiz setzt sich die Architektur-Praktikantin künftig offiziell für

Jasskönige auf der MS «Sonnenkönigin»: Lokalmatadorin Maria Walliser, SVP-Frau Natalie Rickli, Gastgeber Roman Kilchsperger und Novize Luca Hänni (v. l.). Auch die Moderatorinnen Monika Fasnacht und Christine Maier sowie Schlagersängerin Francine Jordi (kl. Bild, v. l.) sind im Jass-Fieber.

eine bessere Welt ein. Besonders viel Geld sammeln will sie für das Hilfsprojekt «Because I am a Girl» von Plan Schweiz. «Mädchen in Entwicklungsländern haben bis heute weniger Recht auf Bildung, Essen, Lohn, ja sogar Leben.» Die erste Reise führt sie nach Nepal, wo Mädchen bis heute versklavt werden. Eine weitere vielleicht sogar nach Angola. «Meine Mutter musste mit sieben Jahren flüchten. Jetzt ist sie bald so weit, mir ihre Heimat zu zeigen.» 45 000 Franken konnte ihre Vorgängerin am Ende des Amtsjahres spenden. «Eine tolle Motivation für mich!», sagt Djoa Strassburg. Ihre erste Sammelaktion wird vielleicht in der Longstreet-Bar in Zürich stattfinden. Da verdient sie sich etwas dazu. Barkeeper Georg hat sie bereits im Gymi kennengelernt. «Ich hatte es sehr bequem», erinnert er sich an seine Eroberungsaktion vor vier Jahren. YZ

Ihr Name stammt aus dem Afrikanischen und bedeutet «Schmuckstück»: Djoa Strassburg in ihrem WG-Zimmer und mit Freund Georg.

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Fotos Thomas Buchwalder, Hervé Le Cunff (2)

Weder Liebe noch Lampe auf Stand-by


Menschen Rose Franz Marty

Frenetisch empfangen in Freiburg (kl. Bild). Vor dem Vortrag zieht der Dalai Lama die Schuhe aus.

70 Jahre ist sie alt, die Schweizer Berghilfe. Und noch nie konnte sie so viel helfen wie 2012, wie aus dem neuen Jahresbericht hervorgeht. 25,7 Millionen Spenden-Franken kamen zusammen, 562 Projekte wurden unterstützt. «Damit können die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen im Berggebiet verbessert werden», freut sich Stiftungsrats-Präsident Franz Marty. Weiter so mit dieser wichtigen Arbeit! Wir helfen schon mal nach – und schicken dem Berghilfe-Chef die Rose. Im Wissen, dass auch alle Spender sie verdient haben!

DALAI LAMA

«Grüezi, Eure Heiligkeit» Nationalratspräsidentin Maya Graf will Seine Heiligkeit empfangen. Ein anstrengendes Programm für den Mönch: «Sie denken vielleicht, ich sähe noch jung aus, aber das täuscht, ich werde bald 78», sagt der Dalai Lama. Kichert und schnürt seine Schuhe wieder zu. MH ----------

Die Reportage über den Dalai-Lama-Besuch mit Bildern seines Leibfotografen Manuel Bauer: in der nächsten Ausgabe der Schweizer Illustrierten.

Gezielte Provokationen sind sein Markenzeichen. Doch was der Juso-Präsident zur britischen Ex-Premierministerin Margaret Thatcher auf Facebook absonderte, geht gar nicht. Auch wenn ein Sozi die «Eiserne Lady» durchaus kritisch würdigen darf. «Ich glaube, es ist nicht zynisch, heute ein Bier auf Maggies besten Tag zu trinken», schrieb er auf Facebook am Todestag Thatchers. Doch, Herr Roth, das ist zynisch! Für diese Kakofonie gibts von uns einen Kaktus. Es ist ja nicht Ihr erster, deshalb legen wir auch keine Pflegeanleitung bei.

BEAT & URS MARTI

Ungleiche Brüder

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Beat Marti (l.) kam direkt vom Dreh nach Chur GR, um im Rathaus seinen Bruder Urs zu treffen.

Der eine ist nur noch selten zu Besuch in Chur. Der andere neuer FDP-Stadtpräsident. Wenn sie dann zusammen durch die Stadt gehen, werden Beat Marti, 40, und Bruder Urs, 45, oft angesprochen. Beat lebt schon seit 1998 in Berlin. Diese Tage weilt er zum Dreh des SRF-Films «Stern am Mittagshimmel» wieder mal im Land und nutzt den freien Tag für einen Besuch in der Heimat. Beat: «Als Buben stritten wir uns oft, heute verstehen wir uns prima.» Schauspielerei wäre nichts für ihn, so Urs, «ich wäre, wenn schon, lieber Regisseur». Und Beat: «Als Politiker würde mir das diplomatische Geschick fehlen.» Vor der Rückkehr nach Berlin steht noch ein Einkauf im Coop an: Cailler-Branchli und Mohrenköpfe. «Meine Frau und ich lieben Schweizer Schoggi über alles.» TK

Fotos Reuters, Keystone (2), Marcel Nöcker, Yannick Andrea / Schweizer Berghilfe

Der Dalai Lama besucht die Schweiz. Und niemand weiss besser als er: Wer Weises sagen will, muss sich entspannen. Bei seinem Vortrag am vergangenen Wochenende in Freiburg zieht das geistige Oberhaupt der Tibeter die Schuhe aus und schwärmt von diesem «wunderschönen Bergland, das für mich wie eine zweite Heimat ist». Fünf Tage reist er durch die Schweiz, begleitet von seinem Hof-Fotografen, dem Winterthurer Manuel Bauer. Auch

Kaktus David Roth


Ein Tag mit …

Nina Burri: Auf Biegen und Brechen

8.00 Uhr Gesunder Zmorge Nach dem Aufstehen brutzle

ich mir ein Rührei. Dazu gibts Früchte. Käse und Brot sind tabu, sonst wirds schwierig mit dem Verbiegen. Die Platzverhältnisse im Wohnwagen sind nicht neu für mich: In China und Paris hatte ich in einer Schuhschachtel gewohnt. Mein jetziges Zuhause ist da schon grosszügiger – und es ist sogar fahrbar.

wollte ich einen von Alessios Papageien necken. Ich zog dann meine Hand lieber wieder zurück. Man weiss ja nie, ob die verspielten Luftakrobaten meinen Finger mit einer Belohnung verwechseln.

22.30 Uhr Gute Nacht, mein Liebster Wenn wir nicht zu weit weg sind, fahr ich auch mal heim zu Stefan. Sonst telefonieren wir.

9.00 Uhr Was tut die Welt?

Ich lese die News und beantworte Mails. Vor dem Abwasch koche ich den Znacht vor. 17 Jahre lang war ich Vegetarierin, mit der momentanen Belastung kann ich aber nicht auf Fleisch verzichten.

12.00 Uhr Langsam gehts los Schmin-

ken tue ich mich selbst. Bis auch die Haare richtig sitzen, vergeht schon mal eine Stunde.

13.00 Uhr Alles da? Im Zelt kontrolliere ich meine Requisiten. Dann beginne ich im Garderobenwagen mit Lockerungsübungen. Bis der Körper bereit ist für den Auftritt, bin ich zwei Stunden am Dehnen. In meinen sechs Minuten in der Manege gehe ich dann ans Limit. 18.00 Uhr Zweite Vorstellung An den Sonntagen ist

das Programm so dicht, da bleibt höchstens Zeit, etwas Kleines zu essen.

22.00 Uhr Znacht aufwärmen Ich bin so hungrig, dass ich noch vor dem Duschen esse. Wir sind erst seit dem 21. März auf Tournee. Zeit, mich mit Artisten und Tieren anzufreunden, hatte ich noch kaum. Einmal Schlangenfrau Nina Burri, 35, tourt zurzeit mit dem Circus Knie durchs Land.

CHARLES LEWINSKY, SCHRIFTSTELLER

Meine fünf liebsten Buchautoren

Gustave Flaubert

«‹Madame Bovary› ist in der neuen, gerade erschienenen Übersetzung von Elisabeth Edl ein noch grösserer Lesegenuss.»

Thomas Mann

«Jedes Mal, wenn ich die ‹Buddenbrooks› wieder zur Hand nehme, haben sie sich verwandelt und sind ganz neu.»

Kurt Tucholsky

«Sein Gesamtwerk ist ein Feuerwerk brillanter Formulierungen und Ideen – zum Lesen, Wiederlesen und zum Dritten-Mal-Lesen.»

Hilary Mantel

«Die ersten beiden Bände einer Trilogie über Oliver Cromwell wurden beide zu Recht mit dem Booker Prize ausgezeichnet.»

P. G. Wodehouse «Die JeevesRomane sind ein absolutes Muss für alle Freunde des höheren und höchsten Blödsinns.»

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Fotos Keystone (6), Pixsil

Meine fünf …


Menschen

Facebook & Twitter ANNA MAIER

Genug gezittert – der Frühling kommt

Moderatorin Anna Maier kann es selber kaum glauben: «Woher das grelle Licht dahinter kommt. Tatsächlich Sonne?», kommentiert sie ihr Twitterbild, auf dem sie ihren Frühlingszweig zeigt. Und dieser bekommt auch endlich erste Blüten.

MATTHIAS AEBISCHER

Borstige Stoppeln statt Vollbart

Anlässlich des vierten Playoff-Spiels zwischen dem SC Bern und dem HC FribourgGottéron twittert der Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer aus der Postfinance Arena: «Das ist meiner», und meint damit seinen PlayoffBart. Aber welchen?

MATTHIAS SEMPACH

Fotos Thomas Buchwalder (2), Action Press/ Dukas, Handout

Früh übt sich, wer Spitzenschwinger werden will Beim Gedanken an den Saisonstart kommen bei Schwinger Matthias Sempach Kindheitserinnerungen auf. Auf dem Twitterbild aus alten Zeiten zeigt er mit Bruder Stefan, ebenfalls Spitzenschwinger, stolz die gewonnenen Kränze und Trophäen.

Super-LeagueFamilientreffen: Karin, Roman, Marco und Martin Bürki (v. l.) im elterlichen Wohnzimmer in Münsingen BE. ROMAN & MARCO BÜRKI

Duell der Kicker-Brüder

Zwei Brüder. Zwei Fussballprofis. Zwei unterschiedliche Gefühlslagen. Bei GC-Goalie Roman Bürki, 22, läufts rund. Anders bei seinem Bruder Marco, 19: Er und seine Teamkollegen von den Berner Young Boys sind im Formtief. Lob, aufmunternde Worte oder konstruktive Kritik gibt es von den Eltern Karin, 47, und Martin, 49, in Münsingen BE, wo Marco noch wohnt und Roman wöchentlich zu Besuch ist. Die beiden Brüder haben wegen des Altersunterschieds noch nie in der gleichen Mannschaft gespielt. Dafür stehen sie nun als Konkurrenten auf dem Rasen. Mama Karin ist stolz auf ihre erfolgreichen Söhne, obwohl die Situation nicht einfach ist. «Es ist ein spezielles Gefühl, wenn die beiden gegeneinander spielen. Ich hoffe einfach,

dass sie ihren Teams mit guten Leistungen helfen können.» Laufen Roman und Marco sogar einmal als Teamkollegen auf den Platz? Roman: «Toll wärs, aber vorderhand haben wir andere Ziele.» Noch muss Mama ihre KlubSympathien weiter aufteilen. SARAH MEIER

Ich habe rund zwölf Kilo verloren. Mein Babyspeck gehört der Vergangenheit an DSDS-KANDIDATIN BEATRICE EGLI SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 13


Menschen Wonneproppen! Bei seiner Geburt am 18. Februar war Lenn Julian 48 Zentimeter lang und 3560 Gramm schwer. «Nun hat er schon richtig Babyspeck!»

ADRIAN KÜPFER

Lenn erhöht die Trefferquote Nicht, dass er beim Windelnwechseln je eine Panne erlebt hätte. «Das ist ja nicht so schwer!» Dennoch: SRF-1-Moderator Adrian Küpfer, 39, will seinen Erstgeborenen so rasch wie möglich trocken kriegen. «Unsere Hebamme empfiehlt, Babys nach dem Wickeln kurz über die Toilette zu halten.» Nützts

nichts, so schadets nichts – also probieren Adrian und seine Partnerin Martina Ryser, 40, den Tipp aus. «Es ist sogar schon mal was in der Schüssel gelandet!» Auch sonst macht der kleine Lenn Julian, 2 Monate, seinen Eltern das Leben leicht. «Er ist ein zufriedenes Kind und lacht viel. Nur in der Nacht hält

örte Adrian Küpfer (2. v. l.) geh atello. Bag pe rup -G ella app A-c zur

er mich auf Trab», sagt die Hausmoderatorin des Schweizerischen Fussballverbands. Nach dem Mutterschaftsurlaub wird sie wieder berufstätig sein. Der Ex-Bagatello-Sänger gibt den Teilzeit-Hausmann. «Lenn ist ein absolutes Wunschkind. Nun will ich meine Vaterrolle auch richtig geniessen.» SYLVIE KEMPA

Ist es doch Liebe?

Schon ist alles aus!

Baby ist hier Trump(f )!

Vor einem Jahr erklärte er ihr, dass er eine andere liebt. Bergsteigerin Evelyne Binsack, 45, hoffte, dass die «Restliebe» von Architekt Marcel Guinand, 53, (l.) eines Tages zu einem Neustart reicht. Vielleicht ist es schon so weit: Zurzeit begleitet er die Extremsportlerin auf einer Himalaja-Expedition.

Zuerst riss er Witze über ihre Verlobung mit Boris Becker. Kaum lernte der deutsche Komiker Oliver Pocher, 35, Sandy MeyerWölden, 30, kennen, verlobte er sich mit ihr. Heirat, Schwangerschaften, Euphorie und nun das Ende: Die Eltern von Nayla, 3, und ihren Zwillingsbrüdern, 1, sind getrennt.

Alle zwei Jahre kann Unternehmerin Ivanka Trump, 31, feiern. 2009 heiratete die Tochter von Immobilien-Mogul Donald Trump, 66, den Geschäftsmann Jared Kushner, 32. Zwei Jahre später kommt Tochter Arabella Rose, 21 Monate, zur Welt. 2013 ist nun bereits das zweite Baby unterwegs!

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Fotos Myriam Cibolini, HO (2), Dukas (2)

Wer liebt wen


20 Fragen an …

Kurt Aeschbacher

Warum zieht er das «Dschungelcamp» dem «Literaturclub» vor? Der TV-Star verrät, warum seine Putzfrau Gold wert ist und er niemals nackt wandern würde. Und: Was er seinem Labrador ins Ohr flüstert.

 Südfrankreich  Norddeutschland  Mein Steinhaufen dort ist mir so was wie eine zweite Heimat geworden.  Ursi Andress  Michelle Hunziker   Sowohl als auch. Ich liebe Ursis Mutterwitz und Michelles Unbeschwertheit.  Facebook  Twitter  Facebook reicht. Dauernd am Drücker sein zu müssen, ist mir zu viel des Guten. 

Kitschroman  Krimi Noch lieber tolle Romane. Gerade entdecke ich die Klassiker aus der Gymizeit wieder.

 «Sitz!»  «Platz!»   «Sitz!» im Lift, «Platz!» im Tram. Aber beides nur geflüstert.  Jeans  Anzug   Das eine zu Hause, das andere im Studio. 

 Klassik 

 Strandferien

Nackt wandern  Angezogen Gassi gehen Lieber Zwoteres. Alles andere wäre eine Zumutung für unbescholtene Spaziergänger. Schlager Eindeutig Klassik.

Städtereise Am liebsten Gartenferien.

 Putzfrau  Privatkoch  Putzfrau, ganz klar. Sie räumt mit stoischer Ruhe mein Chaos nach dem Kochen auf.

TV-Moderator Kurt Aeschbacher, 64, lebt mit Labrador-Rüde Bombay in Zürich. Seit 2001 ist er Single.

 Naturfarbe  Haartönung  Die Gratis-Blondtönung besorgt jeweils die Sommersonne.  Grüner Daumen  Gärtner   Der Gärtner fürs Grobe, der grüne Daumen für alle Versuche, der Natur immer wieder was Besonderes abzuläschelen.

 Marilyn Monroe  Dita Von Teese  Der Mythos geht vor: Marilyn natürlich. 

 salzig 

 Zürcher  Berner im Zürcher Asyl.

 Berner 

 Alles mit seiner Zeit 

Fotos RDB / SI / Thomas Buchwalder, iStock (2), Keystone, RTL, HO

Botox  Antifaltencreme Nach dem Prinzip, dass Glauben selig macht, stehe ich auf Schmieren und Salben.

Süss Je salziger, je lieber!

Liebe auf den ersten Blick Nur die Zeit wird es weisen …

 «Dschungelcamp»  «Literaturclub»  Der abgedrehte Trashfaktor beim «Dschungelcamp» unterhält mich besser.  Altbau  Neubau  Altbau: Da gibts in der Regel mehr Wände, um Bilder aufzuhängen. 

Nachtclub Weder noch! Pantoffelkino.

 Bar SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 15


Menschen

RON WOOD

Ein «Stone» macht Kunst

Brachte ihrem Tiger anfangs kein Glück: Lindsey Vonn an den US-Masters in Augusta. Woods entging knapp der Disqualifikation.

Manchmal tauscht Ron Wood die Gitarre mit dem Pinsel. Der Rolling Stone widmet sich von Kindesbeinen an der bildenden Kunst. Eine Galerie in London stellt aktuell Werke von ihm aus. Darauf kombiniert er Gitarre und Bandkollegen mit Pferden. Komisch? Nein, bildende Kunst eben.

KARL LAGERFELD

Modezar ist oben ohne

LINDSEY VONN & TIGER WOODS

Fotos Getty Images (2), Dukas / Splash News (2), Dukas / News Pictures, WENN

Lindsey tigert dem Tiger nach

Es ist der erste grosse Auftritt nach dem Liebesgeständnis: An dem 77. US-Masters in Augusta folgt Lindsey Vonn ihrem Tiger Woods auf Schritt und Tritt über den Golfplatz. Mit Schlapphut und überlangem Kleid, das die Beinschiene versteckt, die sie nach ihrer Knieverletzung immer noch tragen muss. Viel Glück

schien Lindsey der Nummer 1 der Weltrangliste anfangs nicht zu bringen. Nach einem Regelverstoss entging der Superstar nur knapp der Disqualifikation. Aber vielleicht war das ja ein gutes Omen – für die Beziehung. Wie doch jedes Kind weiss: Pech im Spiel, Glück in der Liebe. SG

Lederhandschuhe, hochgeschlossenes Hemd und die Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, aber keine schwarze Sonnenbrille! Karl Lagerfeld zeigte sich im Edelrestaurant Dal Bolognese in Rom für einmal oben ohne. Und da sieht seine Welt doch plötzlich blendend aus.

KERR, AMBROSIO, SWANEPOEL

Supermodels in Festlaune Es ist das Musikfestival der Superlative: das Coachella Valley Music and Arts Festival im kalifornischen Indio. Die bekanntesten Bands, die angesagtesten Newcomer, die coolsten Fans. Dresscode am dreitägigen Superevent: Hippie-Style. Und was bei den Supermodels Miranda Kerr, Alessandra Ambrosio und Candice Swanepoel nach supersexy Hotpants aussieht, ist in Tat und Wahrheit viel Stoff auf ihrer Haut. Schliesslich tragen sie als Engel von Victoria’s Secret sonst nicht mehr als ein Bikini. SG

CHARLIE SHEEN & LINDSAY LOHAN

Schreck, lass nach

Was für eine unheimliche Kombination: Skandal-Schauspieler Charlie Sheen küsst Skandal-Schauspielerin Lindsay Lohan. Immerhin passt die Szene zur Premiere von «Scary Movie 5» in Los Angeles. Und nach Drogen, Gefängnis und Entzug ist der Auftritt mal eine positive Schlagzeile für beide. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 17


Menschen Da haben sich noch alle lieb: Rafael van der Vaart mit Ehefrau Sylvie (l.) und deren bester Freundin Sabia Boulahrouz.

Lässt sich seit Längerem von einem Franzosen trösten: Sylvie mit Guillaume Zarka.

Wechselt eine alte Bekannte als neue Frau an seiner Seite ein: Rafael mit Sabia Boulahrouz.

Falsches Lächeln und echte Liebe

Es ist ein übles Spiel zwischen SYLVIE und RAFAEL VAN DER VAART: Hiebe, Liebe, Lügen. Er wechselt ihre beste Freundin ein. Sie tröstet sich vergnügt mit einem reichen Franzosen.

Fotos Henning Scheffen / BILD-Zeitung, VI-Images / Getty Images, HO (2)

V

orspiel: An Silvester stürzt Sylvie van der Vaart, 35, nach einer Tätlichkeit von Ehemann Rafael, 30, in der Wohnung im Hamburger Nobelquartier Eppendorf. Er entschuldigt sich zwar bei ihr, verkündet jedoch gleichzeitig das Liebes-Aus. Erste Halbzeit: Sylvie lässt die Öffentlichkeit kurz danach über eine Zeitschrift wissen, dass sie es mit Gatte Rafael noch mal versuchen will – nur um Stunden später das Ganze per «Bild»-Zeitung wieder zu dementieren. Zweite Halbzeit: Anfang vergangener Woche outet Rafael van der Vaart eine Neue an seiner Seite. Sabia Boulahrouz, 35. Die Neue ist eine Altbe-

kannte, die beste Freundin seiner Ex, ausgerechnet! «Arme Sylvie!» titeln die Blätter landauf, landab. Doch die so Gedemütigte nimmt die Einwechslung ihres Noch-auf-dem-Papier-Gatten sportlich, wünscht den beiden gar alles Gute. Die Welt staunt ob dieser tapferen, grossmütigen Frau.

Nachspiel: Sylvie wird Ende Woche in Paris, der Stadt der Liebe, frisch verliebt ertappt. Der Mann an ihrer Seite: Guillaume Zarka, 33, ein äusserst attraktiver französischer Millionär. Er tröstet die Holländerin schon seit Monaten über «Liebesschuft» Rafael hinweg. In diesem Schauspiel erwarten die Zuschauer sicher gespannt den nächsten und sicherlich noch nicht letzten Akt. Traurig stimmt einzig und allein die Besetzung einer Nebenrolle – die des siebenjährigen Damian. Der Sohn von Rafael und Sylvie van der Vaart findet das Liebeskarussell wohl eher nicht zum Lachen. RENÉ HAENIG

Lächeln für die Kamera. Rafael und Sylvie van der Vaart mit ihrem inzwischen siebenjährigen Sohn Damian.

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AMORE

Liebe. Lange musste Michelle Hunziker auf sie warten. Seit November 2011 ist sie mit Tomaso Trussardi liiert.

Fotos Giovanni Gastel

Wochenlang wurde spekuliert. Jetzt die Bestätigung: MICHELLE HUNZIKER erwartet ein Baby von TOMASO TRUSSARDI. «Ein absolutes Wunschkind», sagt die Bernerin.

Ein «Trussardi 20 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


GIOIA

Freude. Die werdenden Eltern strahlen. Wird jetzt geheiratet? Michelle: «Wenn Tomaso mich fragt …»

dino» SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 21


usgerechnet Eros Ramazzotti. In einem Interview bestätigt der italienische Superstar als Erster die Schwangerschaft seiner Ex-Frau. «Ich freue mich für sie, sehr sogar», sagt er vergangenen Mittwoch zur «Vanity Fair». «Sie hat es sich so gewünscht.» Hoppla. Hat er sich verplappert? Kaum. Eros ist seit dreissig Jahren im Showbusiness. Da sagt man in Interviews nichts aus Versehen. Michelle Hunziker, 36, war elf Jahre mit ihm verheiratet, wurde an seiner Seite selber zum Star. Als die News in der «Vanity Fair» erscheint, weilt Michelle Hunziker mit ihrem Liebsten, Tomaso Trussardi, 30, in den Ferien. Tags darauf meldet sie sich zu Wort. «Das Baby wird im Oktober auf die Welt kommen», verrät sie der deutschen «Bild»-Zeitung. Wenn man also rechnet, kommt La Hunziker bald in den vierten Monat, wenn sie es nicht schon ist. Der ideale Moment, eine Schwangerschaft bekannt zu geben. Ihren Wunsch nach einem Geschwister für ihre Tochter Aurora, 16, hatte die Bernerin nie verheimlicht. «Ich hätte vor fünfzehn Jahren gleich drei machen sollen», sagt sie, bereits bevor sie mit Tomaso Trussardi zusammenkam. Mit dem Generaldirektor des gleichnamigen Modekonzerns ist sie seit gut eineinhalb Jahren liiert. Sie beschreibt ihn als romantisch, attraktiv und elegant. «Er hat alles, was man sich wünschen kann.» Deshalb seien sie relativ schnell zusammengezogen. Auch Aurora versteht sich blendend mit Tomaso. In Italien hat man Michelles zweitem Baby bereits einen Übernamen verpasst: «Trussardino» – «Trussardinchen». Erste Babygerüchte gibts bereits im Februar, als Michelle Hunziker die Schweizer Tour ihres Bühnenprogramms «Mi scappa da ridere» absagt. Anfang März sagt sie auch ihre Auftritte in Italien ab, offiziell wegen eines 22 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Heute ist mir alles viel bewusster. Mit neunzehn habe ich gar nicht gross darüber nachgedacht MICHELLE HUNZIKER

NOVEMBER 2012

Tomasos Geste sorgt für Gerüchte. Michelle ist aber noch nicht schwanger.

APRIL 2013

Jetzt ists raus: Stolz zeigt Michelle Hunziker ihr Babybäuchlein.

Bandscheibenvorfalls. Das glaubt ihr niemand. Fast jede italienische Zeitschrift behauptet: «Michelle ist schwanger!» Eine Bestätigung gibts damals keine. Ein Dementi auch nicht. Die Paparazzi vor Michelles Haustür erwischen sie nie beim Frauenarzt-Besuch oder beim Babysachen-Shoppen. Dafür tauchen Bilder von einem WellnessWochenende im Bündner Kurort Arosa auf, die eine äusserst magere Michelle im Bikini zeigen. Ihr Umfeld hält dicht. «Ich weiss nicht, wovon Sie reden», sagt Michelles Mutter Ineke damals auf telefonische Nachfrage. Und dann ists ausgerechnet Eros, der die Gerüchte bestätigt. Michelles Ex-Mann, den sie jahrelang als einzige grosse Liebe in ihrem Leben bezeichnet. Der Mann, den sie mit zehn Jahren auf dem Fernsehbildschirm zu Hause in Zuchwil SO sieht und weiss: «Den will ich mal heiraten!» Der Mann, der ihr alle Mädchenträume von einem Märchen erfüllt. Der Mann, der sie schliesslich erkennen lässt: «Das Leben ist kein Märchen.» Gerade mal vier Jahre nach der Hochzeit trennen sich Michelle und Eros. Die gemeinsame Tochter Aurora Sophie ist damals sechs Jahre alt. «Wegen ihr stehen wir uns noch nahe», sagt Eros Ramazzotti. Aurora bedeutet Morgenrot. Michelle Hunziker ist neunzehn, als ihre Tochter am 5. Dezember 1996 zur Welt kommt. Sie sagt: «Ich fühle mich als Mamma, seit ich auf der Welt bin.» Jetzt ist sie 36. «Heute ist mir alles viel bewusster. Mit neunzehn habe ich gar nicht gross darüber nachgedacht», erzählt sie. Ihr liebevolles Verhältnis zu ihrer Tochter lässt Michelle in Anekdoten durchblicken, die sie in ihrem Bühnenprogramm erzählt. Zum Beispiel als sie der fünfjährigen Aurora ihr erstes Haustier kauft, einen Hamster. Obwohl sie Angst vor Mäusen hat – «Maus bleibt Maus, auch wenn man sie Hamster nennt». Der Nager stirbt während der Ferien in einem Tierheim, und Mi- 

Fotos Giovanni Gastel, Dukas, Canio Romaniello/ Olycom, Gnoni-Press

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TEXT SANDRA CASALINI


TRUSSARDI VERLIEBT

Das Baby kann je nach Wunsch der Eltern Hunziker oder Trussardi heissen. Auch wenn Michelle und Tomaso nicht heiraten.

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 23


24 schweizer illustrierte

wenn ich ein Päckchen zigaretten von Aurora finde, schmeisse ich es weg michelle hunziker

lächelt sie zusammen mit ihren Eltern von Titelseiten. Die Paparazzi vor der Haustür kennt sie. Ihnen entgeht nichts. Keine Kippe in der Hand, kein neuer Freund, kein Liebeskummer. Das süsse Geheimnis ihrer Mamma macht nicht zuletzt deshalb bereits so früh die Runde, weil Auri es begeistert ihren Freundinnen erzählt – und da wohl noch andere Ohren mithören. Auroras kleinem Geschwister wird es gleich ergehen. Auch wenn sein

Vater kein Popstar ist. Aber der Name Trussardi gehört quasi zum italienischen Nationalgut. Egal, welchen Nachnamen das Kind von Michelle und Tomaso trägt – Italien wird sich um Neuigkeiten und Bilder des «Trussardinchens» reissen. Seinen Eltern stehen vor einem Drahtseilakt: ihr Kind schützen, und dabei trotzdem einigermassen locker mit ihrer Öffentlichkeit umgehen. Ihre Karriere wird Michelle nur ganz kurz unterbrechen, bereits im Dezember will sie wieder zurück auf den Bildschirm. Schliesslich hat sie hart darum gekämpft, nicht auf ewig die Ex von Eros zu bleiben. «Michelle musste sich für ihre Karriere richtig engagieren und Situationen überwinden, an denen andere zerbrochen wären», sagt ihr Entdecker Antonio Ricci, 62, mit dem Michelle seit 2004 für die TV-Show «Striscia la Notizia» vor der Kamera steht. Er kann

Foto Splash News/ Dukas, Olycom/ ddp-images, Canio Romaniello/Olycom, Gnoni-Press

chelle muss ihrer Auri erklären, warum sie ihn tiefgefroren zurückbringt. Aurora ist inzwischen ein Teenager. Sie hat einen Facebook- und einen Twitter-Account und seit Kurzem einen Freund. Sie ist ein Fan der englischen Boyband One Direction. Und sie raucht. «Wenn ich ein Päckchen Zigaretten finde, schmeisse ich es weg», sagt ihre Mutter. «Aber verbieten bringt nichts.» Und: «Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr abends zu Hause in Unterhosen schnell ins Zimmer eurer Tochter geht, um Gute Nacht zu sagen, und fünf Teenager, die per Skype zugeschaltet sind, applaudieren dir?» Dafür, dass Aurora die Tochter eines TV-Stars und eines Sängers mit über fünfzig Millionen verkauften Platten ist, bleibt sie bestechend normal und unbekümmert. Aurora Sophie Ramazzotti wächst im Rampenlicht auf. Seit dem Baby-Alter

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DIE TRUSSARDIS

Luxus, Glamour und Fluch

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SARÀ, SARÀ L’AURORA

Links: Aurora Ramazzotti vergangenen März mit Mamma Michelle und Tomaso in Mailand. «Sie ist superhappy und wird eine stolze Schwester sein», sagt ihre Mutter. Oben: Ein inniger Mutter-Tochter-Moment im April 2012 mit Hündchen Lilli in einem Mailänder Park. Auroras erster Liebeskummer?

auch erklären, warum Italien dermassen den Narren an der Bernerin gefressen hat: «Sie ist glaubhaft und natürlich. Die italienischen Frauen sehen sie nicht als Konkurrenz, sondern als Familienfreundin.» Auch das erklärt die Paparazzi vor der Haustür. Von einer Freundin will man schliesslich wissen, ob sie schwanger ist. Wann das Baby zur Welt kommt. Und wo. Trussardis werden traditionellerweise in Mailand oder Bergamo geboren. Aurora kam – wie ihre Mamma – im Tessin zur Welt. Man wartet also gespannt auf die ersten Fotos. Und darauf, wer das Baby nach der Geburt zuerst bestaunt. Papa Tomaso natürlich, Aurora, und die Nonna, Ineke Hunziker. Oder vielleicht auch Eros Ramazzotti. Ausgerechnet.  ----------

Mitarbeit Birgit Sonsalla, René Haenig

in Trussardi liebt Luxus, schöne Frauen, schnelle Autos. Kurz: Er führt ein Leben auf der Überholspur. Das endet mitunter abrupt tödlich, in einer Kurve oder einem Lichtmast. Das mussten schon zwei Männer aus dem legendären Mailänder Familienclan erfahren. Im April 1999 rast der 56-jährige Nicola Trussardi mit seinem Mercedes Coupé in einer Autobahnausfahrt ungebremst in eine Leitplanke. Die Feuerwehr braucht 90 Minuten, um ihn aus dem Wrack zu schneiden. Der TrussardiBoss liegt zwei Tage mit schwersten Hirnverletzungen im Koma, bevor er stirbt. Welchen Stellenwert «la famiglia Trussardi» geniesst, zeigt, dass Italiens Ministerpräsident Massimo D’Alema, gerade auf Dienstreise, noch von Brüssel aus der Familie kondoliert. Trussardis Witwe Maria Luisa bleiben die Töchter Gaia und Beatrice sowie die Söhne Tomaso und Francesco. Gegründet hat das Unternehmen Dante Trussardi 1911 in der Nähe von

Bergamo, zunächst unter dem Namen Sosir. Die edlen Lederhandschuhe avancieren international rasch zum Statussymbol. Anfang der 1970er-Jahre übernimmt Nicola das Unternehmen des Grossvaters und baut es zum globalen Luxusmode-Konzern aus. Nach Nicolas tödlichem Autounfall übernimmt der 25 Jahre alte Francesco die Firma, wobei ihn seine Schwester Beatrice unterstützt. Gemeinsam steigern sie den Jahresumsatz der Produkte mit dem Windhund als Erkennungsmerkmal auf 150 Millionen Franken. Francesco hat jedoch nicht nur den Geschäftssinn des Vaters geerbt, sondern auch dessen Vorliebe für schnelle Autos. Im Januar 2003 donnert er in seinem Ferrari 360 Modena gegen eine Strassenlaterne und stirbt. Nur etwa 30 Kilometer entfernt von dem Ort, an dem vier Jahre zuvor sein Vater verunglückte. Tomaso ist nun der einzige Mann im Trussardi-Clan. Vielleicht schenkt Michelle Schwiegermama Maria Luisa ja einen Enkelsohn. RENÉ HAENIG

DER TRUSSARDI-CLAN

Die Familie: Der verstorbene Firmenpatron Nicola (v. l.) mit seinen Töchtern Gaia und Beatrice, den Söhnen Tomaso und Francesco (†) sowie Ehefrau Maria Luisa im August 1996 in Mailand. Die Schwiegermutter: Tomaso stellt Michelle seiner Mutter Maria Luisa im März 2012 vor. Laut Glamour-Magazin «Diva» ist sie wenig begeistert vom blonden TV-Star an der Seite ihres Sohnes. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 25


«Geld war nie mein A Er war der erfolgreichste Fussballer der Schweiz. Aber auch umstritten, undiplomatisch, ungeduldig: Eben spielte er noch für den FCB, seit Montag ist er Sportchef in Luzern. ALEX FREI über Karriere, Klischees und Kindererziehung. 26 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

INTERVIEW STEFAN REGEZ FOTOS BRUNO VOSER

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s wäre die perfekte KarriereKrönung gewesen. In der 112. Minute eingewechselt, hat Alex Frei nur Sekunden später das 3:2 im EuropaLeague-Viertelfinal gegen Tottenham auf dem Fuss. Doch sein Schuss wird abgewehrt. Das Happy End für den FC Basel – und für Alex Frei – folgt erst im Penaltyschiessen.


Oben: Alex Frei wird im EuropaLeague-Viertelfinal gegen Tottenham in der 112. Minute eingewechselt. Und hat teil am grössten Erfolg des FC Basel auf internationaler Bühne.

n Antrieb» Alex Frei, der FC Basel hat sich sensationell für die Halbfinals in der Europa League qualifiziert. Ging da für Sie noch ein letzter Traum in Erfüllung? Nein, das ist kein Traum. Aber ein sehr schönes Gefühl zum Schluss meiner Karriere. Doch die Lorbeeren sollen nun andere ernten. Wie haben Sie diesen Erfolg gefeiert? Ich habe selber nicht gefeiert, sondern bin nach Hause zu meiner Frau Nina und zu Tochter Lia gegangen.

Links: Signor Frei vergangene Woche im Restaurant 5 Signori in Basel. Er empfindet keine Wehmutsgefühle, dass er nun den FCB und den Aktivfussball verlässt.

Haben Sie keine Wehmutsgefühle, dass es nun fertig ist? Nein, eigentlich nicht. Es geht mir gut. Sie sind erst 33. Zwei, drei Jahre hätten Sie locker anhängen können. Was heisst locker? In meinem Alter fällt es schwerer, jeden dritten Tag einen Match zu spielen. Aber was ich mir als kleiner Bube und auch am Anfang meiner Profi-Karriere erträumt habe, konnte ich weitaus übertreffen. Weil Sie so ehrgeizig waren?

Ja. Und vielleicht, weil ich Glück hatte. Oder besser: Weil ich das Glück provoziert habe. Und weil ich die richtigen Leute treffen durfte. Welches sind Ihre Highlights? Stolz bin ich, dass es mir gelungen ist, mich im Ausland durchzusetzen. Nationalspieler zu werden. An WM und Euro zu spielen. Meister zu werden. Und auch, dass ich in jedem Klub immer im Guten gegangen bin. Gibt es auch Enttäuschungen? Selbstverständlich! Zum Beispiel mit der Nationalmannschaft. Ich hätte früher zurücktreten sollen. Früher? Ja, gleich nach dem Wales-Match (Anm. der Red.: Beim 4:1-Sieg der Schweiz am 12. Oktober 2010 wurde Captain Alex Frei in der 79. Minute ausgewechselt und vom Heimpublikum ausgepfiffen). Ich hätte nicht noch abwarten sollen. Ich bereue, dass ich in dieser Situation nicht auf meinen Bauch gehört habe. Eine andere Enttäuschung war die Euro 2004 in Portugal. Die Spuckaffäre. Jawohl, eine Dummheit von mir! Dafür muss ich ein Leben lang geradestehen. Das mache ich auch, aber nur für den Akt selber, nicht für das, was danach passiert ist. Sie waren immer direkt und offen. Etwas ungewohnt für Schweizer Verhältnisse, vielleicht auch für den Fussball!  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 27

Foto Daniela Frutiger/ freshfocus

LETZTER GROSSER AUFTRITT


Völlig losgelöst 11. April 2013, der Moment, als im St. Jakobstadion alle Dämme brechen: Gerade hat Marcelo Diaz im Penaltyschiessen gegen Tottenham London für Basel den entscheidenden Schuss versenkt. Der FCB eliminiert den Spitzenklub aus der höchsten englischen Spielklasse und steht im Halbfinal der Europa League – als erste Schweizer Mannschaft seit 35 Jahren. Marco Streller, Markus Steinhöfer, Mohamed Elneny, Fabian Frei und Park Joo-ho (v. l.) stürmen in Richtung Diaz. Die Qualifikation für die Runde der letzten vier ist der grösste Erfolg für den Schweizer Klubfussball seit Jahrzehnten. Zur Belohnung bekommt Murat Yakins Mannschaft gleich nochmals Weltstars aus London vorgesetzt: Am 25. April und 2. Mai heisst der Gegner im Halbfinal Chelsea. Mit Sicherheit wird es auch dann heissen: Die ganze Schweiz ist Basel!

28 schweizer illustrierte


(Pause.) Ich denke, dass das der richtige Weg ist. Nicht nur im Fussball, auch in der Gesellschaft. Und ich lernte viele Menschen kennen, die diese Direktheit schätzen. Trotzdem fühlten Sie sich oft unverstanden. Und litten darunter. Ja (Pause). Sie sind der erfolgreichste Fussballer der Schweiz … … das weiss ich nicht … … und waren dennoch nie richtig beliebt. Wie erklären Sie sich das? Das hat verschiedene Gründe. Der FCB ist ein Verein, der in der Schweiz nicht allen passt. Und manchmal war ich wohl zu forsch in meinen Aussagen. Sie hätten diplomatischer, gelassener sein sollen! Ich war immer ehrlich. Vielleicht hätte ich es diplomatischer sagen können. 

Dieser Erfolg ist ein schönes Gefühl. Doch die Lorbeeren sollen nun andere ernten

GROSSER TRIUMPH ZUM ABSCHLUSS

Der FCB qualifiziert sich für die Halbfinals in der Europa League. Für Alex Frei «kein Traum, aber ein schönes Gefühl».

Aber ich weiss nicht, ob das zu mir gepasst hätte. Für einen Fussballer sind Sie sehr intelligent. Das nehme ich als Kompliment, danke! Vielleicht passen Sie deshalb gar nicht in dieses System. Diejenigen Spieler, die Tore schiessen, finden immer ihre Nische und ihren Markt. Aber was meinen Sie genau? Dass Sie über den Spielfeldrand hinausdenken. Man tut den Fussballern oft etwas unrecht. Ich kenne das Klischee schon … … dass Fussballer nur Fussball, Frauen, Autos und Geld im Kopf haben. Manchmal wird dieses Klischee auch bestätigt. Aber ein Fussballer erhält  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 29

Foto Daniela Frutiger/ Freshfocus

ALEX FREI


KARRIERE-START

Der junge Alex Frei beim FCB (1995–1998).

FCL ZUM ERSTEN In

Luzern (1999/2000) etabliert sich Frei in der NLA.

ERSTER TITEL Servette-Stürmer Alex Frei nach seinem 3:0 im Cupfinal gegen Yverdon (2001).

ERFOLGREICH IN FRANKREICH

Bei Stade Rennes (2003–2006) wird Alex Frei Vize- und Torschützenkönig.

SEIN SCHÖNSTER TAG

Alex Frei heiratet am 18. Juni 2011 seine Nina in der Paulus-Kirche in Basel. Dreieinhalb Jahre zuvor haben sie sich kennengelernt.

GROSSER STAR IN DORTMUND

Alex Frei schiesst von 2006 bis 2009 in 74 Spielen 34 Tore für die Borussia. Hier im Revierderby gegen den damaligen Leader Schalke (2007). 30 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

STOLZE ELTERN

Alex Frei mit Mutter Susanne und Vater Paul an seinem Hochzeitstag in Basel (Juni 2011): «Sie sind mein Vorbild.»

SEINE LIEBSTEN

Bruder Fabian, 25, Schwester Andrea, 17, Gattin Nina, 28, und Alex Frei (v. l.) bei der Vernissage seiner Biografie (November 2012).


IMAGESCHADEN

ENTTÄUSCHUNG PUR

An der Heim-Euro 08 verletzt sich Alex Frei im Startspiel gegen Tschechien. Und weint.

GUTE FREUNDE

Nati-Coach Köbi Kuhn war Freis Lieblingstrainer – und Alex Frei Kuhns Lieblingsspieler. Hier nach dem 3:2-Sieg gegen Albanien (2003).

REKORDTORSCHÜTZE

42 Tore in 84 Länderspielen. Gegen Lettland (2009) bejubelt Frei sein 40. Tor.

oft gar keine Chance, eine andere Seite zu zeigen. Ich habe in Hunderten von Interviews auch immer das Gleiche beantworten müssen. Du bist fast zur Phrasendrescherei gezwungen. Die Fussballer sind ja nicht nur von den Medien gemacht. Unsere Generation musste sich mehr anstrengen, um sich durchzusetzen. Wir hatten damals in der U21 alle einen Lehrabschluss. Heute ist für junge Fussballer mit all den Leistungszentren der Erfolgsweg klarer vorgespurt. Es lässt sich leichter sagen, ich werde Fussballprofi. Welchen Weg halten Sie für besser? Es ist nicht so wichtig, ob du bereits mit 17 oder 19 Stammspieler bist. Aber es ist wichtig, dass du es mit 21 bist. Und bis dann solltest du dir auch ein anderes Standbein aufbauen kön

Ich war immer ehrlich. Vielleicht hätte ich es diplomatischer sagen können ALEX FREI

nen. Damit du nicht mit leeren Händen dastehst, wenn du es nicht packst. Da sehe ich die Fussballvereine und die Eltern in der Verantwortung. Wie erleben Sie die jungen Fussballer? Gerade beim FCB als selbstbewusst, dominant, aber immer anständig, zuvorkommend und respektvoll. Xherdan Shaqiri zum Beispiel. Oder Granit Xhaka. Sie haben früh gesagt, ich will Fussballprofi werden und ins Ausland gehen. Doch schaffen tun es nur wenige, es gibt nicht viele Xhakas und Shaqiris. Als Sportchef können Sie nun diese Verantwortung auch übernehmen! Richtig, aber nicht nur ich. Das ist keine One-Man-Show beim FCL. Das habe ich den Investoren auch gesagt. Was möchten Sie denn ändern? Einiges! Vor allem aber muss der FCL wieder demütiger werden.  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 31

Fotos Bruno Voser (3), Keystone (4), Blicksport/ RDB (3), Firo

Im Match gegen England an der Euro 04 in Portugal spuckt Alex Frei Steven Gerrard in den Nacken. Der überforderte Fussballverband sorgt anschliessend für einen kommunikativen Super-GAU.


FC LUZERN ZUM ZWEITEN

Alex Frei wird am 19. März 2013 überraschend neuer Sportchef in Luzern – und der Pilatus sein Hausberg.

Ich will einiges ändern. Vor allem muss der FCL wieder demütiger werden ALEX FREI

Das ist in Luzern nicht einfach. Das ist mir bewusst. Aber ich sehe hier eine unglaubliche Chance, bei diesem Verein mit diesem Potenzial. Woher bringen Sie das Handwerk mit, das von einem Sportchef verlangt wird? Das Fussball-Handwerk, das darf ich selbstbewusst sagen, verstehe ich! Ich kenne viele Vereine, war in Frankreich, in Deutschland. Ich habe gesehen, was es braucht, um Erfolg zu haben. Aber natürlich brauche ich Unterstützung vom Team. Sportchef ist eine Führungsaufgabe. Was ist Ihnen da wichtig? Es braucht eine Strategie. Eine Vision. Menschenkenntnis. Durchsetzungsvermögen. Das Wichtigste ist aber, ehrlich und direkt zu sein. Für mich ist in Führungsfragen mein Vater ein Vorbild. Wie ist das bei Ihnen? Auch, aber ich würde es nicht nur darauf reduzieren. Mein Vater ist in allen Lebensbereichen mein Vorbild. Gerade auch in Familie und Kindererziehung. Wir drei Kinder sind, so glaube ich, gut herausgekommen (lacht). 

Seit neun Monaten sind Sie Vater von Lia. Was hat sich da geändert? Vieles. Das Verantwortungsbewusstsein vor allem. Jetzt bist du zu dritt daheim. Du musst deine Bedürfnisse hinten anstellen, weil Lia Vortritt hat. Helfen Sie zu Hause mit? Selbstverständlich. Wickeln, in der Nacht aufstehen, baden. Ich gebe ihr den Schoppen. Ich mache alles für meine Tochter! Als Sportchef werden Sie für viele andere alles machen müssen. Kein Problem! Ich habe mein ganzes Leben mit Menschen verbracht. In Rennes hatten wir zwölf verschiedene Nationalitäten in der Kabine. Das erleben andere Fussballer auch. Aber nicht jeder wird Sportchef. Das ist richtig. Es hängt davon ab, was für eine Persönlichkeit man ist. Sind Sie entscheidungsfreudig? Klar! Auch bei unangenehmen Entscheiden? Bei einer Trainerentlassung? Die fällt man nicht alleine. Wer hat sich denn für Carlos Bernegger


In Basel (2009–2013) holt Alex Frei drei Meistertitel und zwei Cupsiege. Hier an der Meisterfeier 2011 auf dem Barfüsserplatz.

als FCL-Trainer entschieden? Alex Frei? Das war nicht mein Entscheid alleine. Warum ist Bernegger der richtige Mann? Er ist unverbraucht. Fussballversessen. Leidenschaftlich. Er kommt von der Basis und kann mit jungen Fussballern arbeiten. Warum wollten Sie nicht Trainer werden? Ich hätte mir durchaus vorstellen können, im Jugendbereich als Trainer zu arbeiten. Aber wenn man die Chance hat, Sportchef zu werden, muss man das packen. Ich habe es auch mit meiner Frau besprochen. Und wenn Nina nicht gesagt hätte: «Alex, mach das!», hätte ich es nicht gemacht. Als Sportchef bei Luzern verdienen Sie deutlich weniger als beim FCB. Wer mich kennt, weiss, dass Geld nie mein Antrieb war. Ich habe auch auf viel Geld verzichtet, als ich von Dortmund nach Basel gewechselt habe. Aber ich wusste immer, wie viel ich wert bin. 

Fotos Keystone

FÜNF TITEL MIT DEM FC BASEL


Einpeitscher de Seit einem Jahr ist PHILIPP MÜLLER Präsident der Liberalen. Um die Partei auf Vordermann zu bringen, reist er unermüdlich durchs Land. Und wenn nötig, chlöpft er auch mal mit der Schafgeissel.

Knalliges Hobby FDP-Präsident Philipp Müller schwingt im Garten seines Hauses in Reinach AG die Schafgeissel.


der fdP TexT AlejAndro Velert FoTos herVé le cunff

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ienstagvormittag, oberhalb von Reinach AG. Dort, wo Philipp Müllers Haus steht, knallt es mal wieder. Die Einwohner des Dorfes sind es sich inzwischen gewohnt. Das passiert immer dann, wenn der FDP-Präsident einem Besucher mit seiner Schafgeissel das neue ParteiMotto präsentiert: «FDP, d’Partei, wo’s chlöpfe laat.» Geschickt schwingt Müller in seinem Garten die Geissel über den Kopf und lässt es mehrmals laut knallen. Als er fertig ist, lächelt er spitzbübisch. «Als Kind hatte ich keine Lust, beim Chlausjagen in Küssnacht am Rigi die schweren Treicheln zu schleppen. Also lernte ich, die Geissel zu schwingen. Das macht wenigstens Spass.» Zufrieden kehrt Philipp Müller, 60, zurück in sein grosses ovales Büro. «Das ist eigentlich der einzige Raum, den ich im Haus regelmässig benutze.» Auf seinem mächtigen Pult stapelt sich die Post. Darunter auch ein Brief der Kantonspolizei Zürich. Es ist eine 60-Franken-Busse wegen einer Geschwindigkeitsübertretung. «Man hat mir gesagt, ich solle mich etwas gewählter ausdrücken. Deshalb sage ich, dass eine solche Busse ein, äh, ein Seich ist.» Vor einem Jahr wählte die FDP den gelernten Gipser zu ihrem neuen Präsidenten. Der erste Nicht-Akademiker auf diesem Posten soll den jahrelangen Abwärtstrend des einst stolzen Freisinns stoppen. Seither ist Müller auf Mission. Hemdsärmelig, unermüdlich, ständig auf Sendung. Der geschiedene Vater von drei Töchtern reist in alle u schweizer illustrierte 35


Mitbewohnerin Philipp Müller mit seiner Schnurli. «Katzen sind quasi urliberal.» Bild unten: Der FDP-Chef hat stets eine Dose Aromat im Sack.

 Ecken des Landes, um die lokalen und

regionalen Sektionen zu mobilisieren. An die 200 Auftritte habe er als Präsident schon absolviert. Entdeckt hat Müller dabei (früher fuhr er leidenschaftlich Autorennen) seine Liebe zur Bahn. «Ich rase mit 8000 PS durchs Land und bin immer pünktlich, geil.» Vergangene Nacht hat Müller bis vier Uhr morgens gearbeitet, in der zuvor bis halb drei. «Ich gehöre aber nicht zu jenen Helden, die sagen, sie bräuchten nur vier Stunden Schlaf. Ich arbeite nachts einfach besser.» An die hundert Mails von Bürgern und Bürgerinnen erhält er täglich, innert 48 Stunden antworte er. Selbst jenen, die jeglichen Anstand vermissen lassen. «Früher gab ich jeweils volle Pulle zurück. Inzwischen schreibe ich sehr bestimmt, aber anständig zurück.» Und siehe da: Die meisten seien dann völlig überrascht, dass der Präsident persönlich zurückschreibe. «Die meinen wohl, ein Parteipräsident sitze auf einem goldenen Thron.» Mittwochabend, Lokaltermin im Restaurant Rössli in Dagmersellen bei

Im Zug rase ich mit 8000 PS durchs Land und bin immer pünktlich, geil PHILIPP MÜLLER

der Luzerner FDP. Neun Monate habe es gedauert, um Müller zu bekommen, sagt Ortspräsident Anton Wyss. Jetzt ist der Saal gut gefüllt. «Besucherrekord. Wie überall, wo er auftritt», sagt Wyss. Müllers One-Man-Show beginnt. Als Erstes schiebt er das Rednerpult zur Seite. «Ich brauche Platz.» Dann beginnt er mit seiner halbstündigen Rede. Müller ist nicht nur ein geübter Rhetoriker, er geniesst den Auftritt auch. Drohend warnt er vor den Initiativen aus der «linken Giftküche» (1 zu 12, Mindestlohn), erzählt, wie er Bundesrätin Sommaruga beim Thema Migration bearbeite («Simonetta, du musst bloss unser Grundsatzpapier umsetzen»), oder wettert gegen exorbitante Managerlöhne.

Zwischen einem Schwall von Fakten und Zahlen sorgt er mit einem Witz für gute Stimmung («früher hiess es, die FDP-Parlamentarier kommen spät, gehen früh und dazwischen stimmen sie falsch ab»). Und weil er nicht verbergen kann (oder will), dass er 15 Jahre auf dem Bau gearbeitet hat, rutschen ihm auch immer wieder ein paar Schimpfwörter über die Lippen. Doch Müllers Elan steckt an, das Publikum scheint begeistert. Populär wolle er sein, nicht populistisch, sagt er nach seinem Auftritt. Zuweilen ist Philipp Müller wohl beides. Doch Müllers Stil kommt selbst bei der «alten» FDP-Garde an. Die alt Bundesräte Rudolf Friedrich und Elisabeth Kopp attestieren ihm viel Volksnähe und setzen grosse Hoffnungen  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 37


Nachtschicht Bis in alle Nacht beantwortet Philipp Müller Bürger-Mails. Bild unten: Der FDP-Präsident bei der Versammlung der Kantonalsektion Luzern.

Das ImageProblem nervt. Dabei haben wir nicht einen Banker in der Fraktion PHILIPP MÜLLER  auf ihn. Friedrich: «Er spricht kein Polit-Chinesisch. Und als erfolgreicher Gewerbler weiss er, dass das Geld nicht vom Himmel fällt. Das macht ihn gegenüber der Wirtschaft glaubwürdig.» Kopp: «Ich mag es, dass er so frisch und spontan ist, denn bei ihm ist es authentisch.» Müllers persönliche Bilanz nach einem Jahr im Präsidium fällt mehrheitlich positiv aus: Bei der GripenAnschaffung werfen ihm politische Gegner zwar einen Zickzackkurs vor, doch er selber hält den FDP-Kurs für konsequent. «Wir sind nur dafür, wenn das Milliarden-Geschäft gut aufgegleist ist. Bisher ist das nicht der Fall.» Die einstigen Pfui-Themen Asylwesen und Migration bewirtschafte die 38 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

FDP inzwischen sehr erfolgreich, und in Wirtschaftsfragen gebe der Freisinn den Ton an. Seine politischen Gegner sehen das naturgemäss etwas anders. SP-Präsident Christian Levrat: «Ich erkenne die liberale Grundhaltung einer Wirtschaftspartei immer weniger, stattdessen agiert die FDP als verlängerter Arm der Grossunternehmen oder als JuniorPartner der SVP.» Und CVP-Präsident Christophe Darbellay meint, die FDPPositionen beim Familienartikel seien einer zukunftsgerichteten Partei unwürdig gewesen. «Und das Bahnhofstrassen-Image kann die FDP auch mit Müller nicht ablegen.» Es gibt kaum einen Vorwurf, den Müller mehr ärgert. «Läck, das nervt!

Wir haben ein Dutzend Gewerbler, aber nicht einen Banker in der Fraktion. Und trotzdem haftet uns dieses Image immer noch an. Was müssen wir denn noch tun?» Kritik musste Müller auch einstecken, weil der Zwist zwischen FDP-Frauen und Mutterpartei rund um den Familienartikel eskalierte. «Den Vorwurf lasse ich gelten, da haben wir keine gute Falle gemacht.» Beim Verein Freunde der FDP ist man mit Müllers Arbeit trotzdem zufrieden. Deren Präsident, der Chef der Schweizer Börse, Peter Gomez, bewundert Müllers Dossierkenntnisse und sieht in seinem Wirken eine grosse Chance für die Entwicklung der Partei. Und der VR-Präsident von Swiss Life, Rolf Dörig, wünscht sich gar mehr Philipp Müllers für die Schweiz. Ob Freunde oder Kritiker, man anerkennt, dass der Chrampfer aus dem Aargau seine Partei bewegt und medial sehr präsent ist. Ob das auch reichen wird, um bei den Wahlen 2015 zuzulegen? Zumindest in Reinach weiss und hört man es bereits: Mit Müller ist die FDP «d’Partei, wo’s chlöpfe laat». 


SWISSCOM TV Live bewegt am meisten Träumen erlaubt! Schirinzis Vertrag endet 2015, dann will er ins Ausland – «irgendwann!».

Carmen Schäfer, Curling-Weltmeisterin 2012

Familiär infiziert mit Fussballvirus

ENRICO SCHIRINZI, FC THUN

«Ich weiss nicht, ob jedem Profi bewusst ist, wie privilegiert er ist» AUF DER SONNENSEITE Vor drei Jahren war er noch arbeitslos, nun glänzt Enrico Schirinzi, 28, beim FC Thun mit TOPLEISTUNGEN UND TOREN. Der Aussenverteidiger über seine schwerste Zeit. Enrico Schirinzi, im Sommer 2010 wurde Ihr Vertrag in Wohlen nicht verlängert, erst im November kamen Sie dann beim FC Thun unter. Welche Erinnerungen haben Sie an jene Zeit? Die Ungewissheit war schon belastend. Aber ich verlor den Glauben nicht, trainierte täglich und zog mein Programm durch – obwohl es keinen Spass macht, allein Kondition zu büffeln. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Ich bin dem FC Thun und dem damaligen Trainer Murat Yakin sehr dankbar. So eine Chance zu bekommen, ist jedoch das eine. Man muss sie auch nutzen. Darum bin ich auch stolz auf mich, dass ich es gepackt habe. Welche Lehren haben Sie gezogen? Es gibt schlimmere Dinge als Niederlagen

Fotos Freshfocus, Malu Barben

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oder schlechte Leistungen. Nach kleinen Rückschlägen falle ich nicht gleich in ein Loch. Man geht den Tag ganz anders an, man schätzt alles mehr. Kein anderer Job lässt einem so viel Freizeit, bereitet gleichzeitig Spass, und man wird erst noch gut dafür entlöhnt! Es gibt Menschen, die von 6 bis 22 Uhr ackern und dennoch viel weniger verdienen. Ich weiss nicht, ob wirklich jedem Fussballprofi bewusst ist, wie privilegiert er ist. Nach einer schlechten Vorrunde läuft es Ihnen und dem Team nun besser. Welche Rolle spielt da der Trainerwechsel von Bernard Challandes zu Urs Fischer? Ein neuer Trainer bringt immer Veränderungen mit sich. Ein Ruck geht durch die Mannschaft, jeder muss sich neu beweisen, man kämpft um die Stammplätze. Der Konkurrenzkampf macht alle besser. Und wenn der Trainer einem vertraut, kommt man in so eine positive Spirale rein. Dann macht man Dinge, die man im Nachhinein nicht erklären kann. Noch eine andere Frage: Sind Sie eigentlich verwandt mit BeachsoccerNaticoach Angelo Schirinzi? Über ein paar Ecken ganz weit entfernt. Aber eigentlich sind wir viel mehr Kollegen als Verwandte. Ich wurde auch schon an ein Sommerturnier eingeladen. Beachsoccer ist jedoch einfach nicht mein Ding …

Von Fussballfieber wurde ich schon früh angesteckt. Kein Wunder: Meine Familie ist total fussballbegeistert. Einzig meine Mutter tanzt da etwas aus der Reihe. Mein Vater spielte früher selber Fussball, später war er Trainer. So war es fast klar, dass mein Bruder, meine Schwester und ich auch irgendwann einmal in seine Fussstapfen treten und auch auf dem Rasen stehen würden. Wir spielten beim FC Schlieren, wo mein Bruder heute noch spielt. Als wir noch klein waren, besuchten wir an den Wochenenden oft die Spiele der Grasshoppers. So kam ich auf den Geschmack und war besonders in meinen Teenagerjahren totaler GC-Fan! International ist Juventus Turin mein Lieblingsklub, aber auch da verfolgte ich das Geschehen der Mannschaft vor allem in meiner Teeniezeit. Selber spielte ich jeweils im Sommer Fussball und im Winter Curling. Es wurde aber zunehmend schwieriger alles unter einen Hut zu bringen. So musste ich mich dann mit etwa 20 Jahren für das ein oder andere entscheiden. Meine Leidenschaft ist eindeutig das Curlingspielen. Darum fiel mir die Entscheidung damals nicht schwer. Heute schaue ich mir noch oft Spiele der Champions League oder der Schweizer Nationalmannschaft im Fernsehen an. Ich zeige auch mal Flagge und trage ein Schweizer Fan-Shirt! Generell bin ich heute aber nicht mehr so fussballverrückt wie früher. Nur wenn mein Lieblingsspieler, der Spanier Fernando Torres, spielt, schaue ich immer gerne zu – und das nicht nur wegen seiner spielerischen Qualitäten …

Alle Tore live! Mit Teleclub auf Swisscom TV 28. Runde FC ZÜRICH – SERVETTE LAUSANNE – FC ST. GALLEN FC LUZERN – GC FC THUN – FC BASEL FC SION – YOUNG BOYS

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Gelassene Schönhe i Sie sieht aus wie von einem anderen Stern und spricht eine Sprache, die niemand versteht. NINA ARDIZZONE ist die Überfliegerin in der Model-Szene und eröffnet diese Woche die Energy Fashion Night.

Mit Mama und «kleinem» Bruder Nina Ardizzone zu Hause in Eschenbach SG. Vater Nino und der grosse Bruder Paulo drücken sich lieber vor dem Foto.

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TEXT YVONNE ZURBRÜGG FOTOS ADRIAN BRETSCHER

A

m Freitag bewundern sie 5000 Leute im Zürcher Hallenstadion. Nina Ardi zzone, 21, eröffnet Ardizzone, die diesjährige Energy

Fashion Night. Jetzt verlängert das Model ihre Bahamas-Bräune gerade zu Hause in Eschenbach SG. Hier ist sie aufgewachsen mit ihren Brüdern Paulo, 23, und Diego, 19. Dass sie mit ihrem Aussehen Geld verdient, ist für die Brüder ganz normal. Vor Kurzem hat sie im Männermagazin magazin «Maxim» auf acht Seiten viel Haut und ein wenig Dessous gezeigt. «Da haben sie dann schon gesagt, sie hätten sich im Hockey Sprüche anhören anhören müssen.» Das Heft liegt inzwischen auf einem Altpapierstapel. Für sie war es ein Job wie viele andere zuvor. Höchstens mit etwas mehr Bammel als sonst – weil da wirklich nicht viel da war, das ihren Körper bedeckte. Zu ihrem Beruf hat die Publizistik-Studentin eine ganz pragmatische Einstellung: «Ich sammle Erfahrungen, komme herum. Aber das macht man nicht ewig. Ein zweites Standbein ist unbedingt nötig.» 180 Zentimeter gross, die Masse 82-62-91: Nina Ardizzone bringt alles mit, was im Modelbusiness zählt. 2007 gewann

sie den Nachwuchswettbewerb Nachwuchswettbewerb Elite Weltfinale Model Look in Zürich. Beim Weltfinale in Prag zählte sie zu den 15 Schönsten, was ihr einen Zweijahresvertrag mit Elite-Agenturen auf der ganzen Welt einbrachte. Sie lief für Dior, Strenesse, La Perla. Modelte für Céline, Alexander McQueen, Missoni. Aber Illusionen machte sie sich keine: «Es sind so viele Mädchen, die schön sind. Und so wenige, die wirklich gut verdienen.» Deshalb machte sie die Matura, bevor sie nach Mailand, Paris, London und Tokio zog. Vater Nino konnte zuerst gar nicht glauben, für was sich seine Tochter plötzlich interessierte. Kleider, Handtaschen, Handtaschen, High Heels! «Dabei hat sie als Mädchen nie gebäbelet!» Im ganzen Quartier gabs eigentlich nur Buben, da war Räuber und

Im Sommer drei Jahre zusammen Nina und der Unternehmer Philippe Haussener.

Poli angesagt, Versteckis, Strassenhockey. Nina immer mittendrin und nie gebodigt von den Jungs: «Ich war ja zum Glück sehr früh schon so gross.» Und die Ardizzone-Kids waren eh ein starkes Trio. Sie hatten ihre Geheimsprache, die weit und breit niemand verstand. Und erst noch richtig cool klingt. Mama Anu kommt nämlich aus Finnland. «Finnisch ist bis heute praktisch, um kurz was zu sagen, das sonst niemand mitkriegen soll», sagt Nina und lacht mit ihrer Mutter. Italienisch versteht sie wegen ihres Vaters auch bestens. Zusammen sprechen sie aber Schweizerdeutsch. Anu tischt Kuchen auf. Nina verzichtet. So kurz vor der Energy Fashion Night gibts nichts Süsses mehr. «Der 50 Meter lange Laufsteg und dazu die tollen Live-Bands: Das ist einzigartig!» Im Juli wird sie 22. Aufhören mit dem Modeln will und muss sie noch lange nicht. «‹Ungeschminkt siehst du noch immer aus wie ein kleines Mädchen›, sagen mir die Visagisten immer.» Auf eins hätte sie Lust, und zwar noch vor dem Uni-Abschluss. «Ich möchte mal als Moderatorin arbeiten.» Eins noch an die Hockey-Kumpels von Paulo und Diego: Die «hübsche Schwester» ist übrigens in festen Händen. Das schon seit bald drei Jahren. Und zwar mit dem Zürcher Gastro-Unternehmer Philippe Haussener, 34. 

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Foto Muriel Hilti / tilllate.com

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Der Vielseitige Mathieu Jaton hat ein Händchen für Innenarchitektur und musikalische Hundeerziehung: Labrador-Hündin Pepita steht auf Radiohead. Links: In seinem Vorgänger Claude Nobs sah Jaton einen «väterlichen Freund».

TEXT SYLVIE KEMPA FOTOS KURT REICHENBACH

Foto Peter Gerber / Sonntagsblick / RDB

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ein Zuhause spiegelt seinen Musikgeschmack. Mathieu Jaton, 37, bewohnt ein tausendjähriges Bauernhaus oberhalb von Vevey. Hier wuchs er auf. Statt auszuziehen, baute er die Scheune um: Sichtbalken und antikes Mauerwerk bilden eine Symbiose mit modernen Glas- und Stahlelementen. Ähnlich sieht die Vinyl-Sammlung aus: Da steht Leonard Cohen neben Radiohead. Klassischer Jazz neben elektronischer Musik. Die Sammlung erinnert an das bunte Programm des Montreux Jazz Festival, dessen Line-up Mathieu Jaton diesen Donnerstag vorstellen wird. Zum ersten Mal als Leiter des Grossanlasses. Jatons Wahl im Januar war einstimmig. Und kam nicht unerwartet. Claude Nobs sah in ihm schon lange seinen Nachfolger, nahm ihn mit auf Reisen, vermachte ihm sein Kontaktnetz und übertrug ihm Entscheidungen. Nur der Zeitpunkt überrascht. Noch vor ein paar Monaten haben Jaton und Nobs bei einem Glas Johnny Walker Visionen für das Festival besprochen. Dann der Skiunfall am Weihnachtstag 2012, an dessen Folgen der 76-Jährige starb. «Bei unserem letzten Gespräch verriet er mir, warum er gerade mir sein Vertrauen schenkte: weil wir uns  ergänzten.»

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In der Musikbranche ist MATHIEU JATON der Mann der Stunde: Er leitet neu das Montreux Jazz Festival. Ob er Claude Nobs’ Fussstapfen ausfüllen kann? «Ich probiers gar nicht erst!»

Der «funk y


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Jaton ist ein ruhiger, gelassener Typ. Diskret mit randloser Brille, ConverseSneakers und tadelloser Frisur. «Funky Claude», wie ihn Deep Purple im Hit «Smoke on the Water» betitelte, war ungestüm, getrieben, immer für eine Überraschung gut. «Claude handelte intuitiv, Mathieu überlegt rationaler», bestätigt Michaela Maiterth, die 25 Jahre an der Seite von Nobs als Bookerin tätig war und nun eng mit Jaton zusammenarbeitet. Was nicht heissen soll, sie seien sich nicht ähnlich: In Sachen Spontaneität steht Jaton seinem Vorgänger in nichts nach. Dem Künstler Oscar Oiwa, der das diesjährige Festivalplakat gestaltete, erteilte er morgens um drei in einer japanischen Hotelbar den Auftrag. «Per SMS, nachdem ein Freund mir seine Bilder auf dem iPhone gezeigt hatte.» Auch der unkonventionelle Werdegang vereint Mentor und Schützling. Beide haben die Hotelfachschule in

Erfrischend! Jaton behält als Festivalleiter Oberwasser – auch ohne seinen Mentor.


Ich nannte ihn immer Claude «Nichts ist unmöglich» Nobs. Diesen Spirit will ich beibehalten MATHIEU JATON

Begnadeter Koch Wie Claude Nobs wird auch Mathieu Jaton die prominenten Festivalgäste selber bekochen.

Lausanne absolviert. Jaton ist, wie Nobs es war, ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Seine Spezialität: Filet mignon de Porc an Sauce Vin cuit. Er stellt die Essenz dazu selber her, aus Obst, das er mit seiner Tochter Mathilde, 5, im elterlichen Garten sammelt. Hier hat alles begonnen. Als Dreijähriger schläft Jaton zu den Klavierübungen seines Vaters unter dem Piano ein. Mit fünf erhält er seine erste Gitarre. Und als Gitarrist der Rockband Silky Ways begegnet er Claude Nobs mit 18 zum ersten Mal. «Wir wollten in Montreux auftreten, also schickte ich Claude ein Demotape.» Zum Gig kommt es nicht. Doch der Kontakt steht. Der junge Hotel-

fachschüler darf bei der Bewirtung der prominenten Festivalgäste helfen. Nach Feierabend lädt Nobs ihn auf das erste gemeinsame Glas Whisky ein. Eine Freundschaft beginnt. Privat und beruflich. Seit 1999 ist Jaton für das Festival tätig, erst als Generalsekretär, dann in der operativen Leitung. Nun stemmt er den 15-tägigen Event (5. bis 20. Juli) mit 18 Bühnen, 1000 Künstlern, 1200 Helfern und 250 000 Zuschauern zum ersten Mal alleine. Und die Medien warten gespannt: Wird er dem Erbe gerecht? Nobs’ Fussstapfen auszufüllen, wolle er gar nicht versuchen, sagt Jaton. Er will einen eigenen Weg gehen, dabei jedoch nie vergessen, was sein Mentor ihn gelehrt hat: Nichts ist unmöglich! Nun ist es Mathilde, die ihn mit einem naiven «Pourquoi pas, Papa?» daran erinnert, an seiner schier undenkbaren Vision festzuhalten: «Ich will David Bowie zurück nach Montreux holen.» 


Das grosse Interview

«Man muss loslassen können» Abt MARTIN WERLEN tritt bald zurück. Schon jetzt übt er sein neues Leben als einfacher Mönch. Der Klostervorsteher über sein Handy, seine Hoffnung und Liebe im Kloster. KLOSTER FAHR; EINSIEDELN, ABTWOHNUNG / DIENSTAG, 9. 4. 2013 / 8.30–9.30 UHR

TEXT STEPHANIE RINGEL FOTOS MARCEL NÖCKER

A

bt Martin zelebriert zuerst, wie jeden Dienstagmorgen, die Frühmesse im BenediktinerinnenKloster Fahr bei Zürich, das mit Einsiedeln ein einzigartiges Doppelkloster bildet. Danach frühstückt er kurz mit einigen Gästen im Besuchszimmer. Bevor er den Weg entlang der Limmat zur Bushaltestelle in Oberengstringen eilt, von wo aus er zum S-Bahnhof Schlieren fahren wird. Am Weg ein Bauernhof, bunte Zwerghühner gackern, doch der Abt hat keinen Blick für sie. In Gedanken scheint Martin Werlen längst in Einsiedeln am Schreibtisch. Tatsächlich, kaum sitzt er im Zug, holt er sein Handy aus der Brusttasche seiner Mönchskutte. Es steckt in einer braunen Lederhülle, die an ein Buch erinnert. Schon bespricht er mit seiner Sekretärin wichtige Termine. Am Tag 46 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

zuvor hatte sein Smartphone im Zug den Geist aufgegeben. Das war ein Problem, über das der Mönch sagt: «Es passieren manchmal Dinge, die einen durcheinanderbringen. Aber ich weiss, auch wenn alles danebengeht, wirds trotzdem gut.» Abt Martin, was war da los? Ihr Telefon geht kaputt, und Sie verlieren die Fassung? Martin Werlen: Ich habe zum Geburtstag ein iPhone geschenkt bekommen. Letzte Woche haben wir es eingerichtet, damit ich im Zug arbeiten kann. Auf dem Weg nach St. Gallen musste ich dringend telefonieren. Plötzlich war das Gerät blockiert. Meistens hilft dann … … ausschalten, einschalten? Nur diesmal musste ich eine SIM-Nummer eintippen, die ich natürlich nicht hatte. Also suchte ich im Bahnhof Zürich eine Telefonzelle, rief meine Sekretärin an und sagte ihr, wo diese

Nummer in meinem Büro liegen könnte. Sie sollte diese in St. Gallen hinterlegen. Als ich ankam, hiess es: Sofort Sekretärin anrufen! Es folgten noch mindestens drei Telefonate, bis ich irgendwann, während meines Vortrags eine Nummer auf einem Zettel zugesteckt bekam. Ich tippte sie ein – und tatsächlich, das Telefon funktionierte wieder. Das ist die Situation, in der man merkt: Nichts geht mehr, alles ist blockiert? Ich hatte verschiedenen Menschen meinen Anruf versprochen. Aber es ging beim besten Willen nicht. Glaube zeigt sich im Loslassen-Können. Zuversichtlich sein, dass es einen Weg gibt. Je weniger Vertrauen wir haben, umso mehr müssen wir alles kontrollieren und haben die Hände nicht mehr frei. So wie Sie jetzt die Tischkanten umklammern? Ja. Sich beschenken lassen kann nur, wer auch loslassen kann. Glaube ist keine fromme Ecke, sondern er wird 


»

ZWEITES DAHEIM

Jeden Montag übernachtet Abt Martin, der Leiter des Klosters Einsiedeln, hier im Kloster Fahr.

Übrigens: Die meisten Menschen, die Grosses bewegen, sind nie in den Medien ABT MARTIN


im Alltag lebendig. Gott spielt uns so betreffen. Mich freut es, wenn das, was Man hat gefordert, dass ich vorab mein viele Bälle zu, und wir merken nicht ich sage, auch wahrgenommen wird. Referat abgebe. Ich habe entgegnet, mal, dass wir uns zu oft an Sachen fest- Was ich tue, versuche ich gut zu tun. dass ich das nicht tue. Falls sie drauf klammern und so die Bälle nicht auffan- Übrigens: Die meisten Menschen, bestehen, würde ich nicht kommen. gen können. die Grosses bewegen, sind nie in den Und dann? Medien. Gleisarbeiter zum Beispiel. Sie Habe ich mich durchgesetzt. Das TagesSie plädieren fürs Loslassen-Können? Ja, man muss loslassen können. Wichti- unterhalten die Bahn-Infrastruktur, programm war detailliert auf drei Seiten ger ist aber Vertrauen. Das vorgeschrieben. Ich fragte: Was soll die Veranstaltung? Loslassen-Können ist eine Konsequenz daraus. VertrauAlles ist kontrolliert, schuben schenkt Freiheit und Freiladisiert, festgesetzt. Das heit Leben. Wenn etwas einzige Ziel scheint, dass nicht so läuft, wie ich es die Mitarbeitenden selbst mir vorgestellt habe, ist das hier noch auf Profit getrimmt statt motiviert werkeine Katastrophe, sondern eine neue Situation. Der stelden! Die Menschen haben le ich mich. Und mit dieser so viel mehr zu geben, als nur Regeln zu befolgen. Am Haltung vertraue ich übriSchluss unserer gemeingens auch darauf, dass es mir in meiner neuen Aufgabe samen Stunde haben die als Mönch gut gehen wird. Leute eine Dynamik ausgeWann treten Sie als Abt strahlt, die sie den Rest des denn eigentlich zurück? Tages positiv verwirrt hat. Ich habe mein RücktrittsSchulen Sie in dem Sinn auch LETZTE TAGE Bald schickt Abt Martin einen Brief an Papst gesuch noch nicht geschriedie gut verdienenden Chefs? Franziskus in Rom. Darin wird er den Heiligen Vater persönlich um ben. Das mache ich nächsMorgen halte ich für das seinen Rücktritt bitten – nach zwölf Jahren als Klostervorsteher. tens und schicke es an Kader eines grossen deutPapst Franziskus. Darin erkläre ich, machen das oft nachts, und nie spricht schen Unternehmens in Köln ein Referat. Die werden erschrecken, weil dass meine Amtszeit auf zwölf Jahre jemand über sie. befristet ist, und bitte ihn um Annahme Dann kommt das Beste von Mönch Mar- ein Mönch kommt. Denn das weiss nur meines Rücktritts. Der neue Abt wird tin erst noch? Vielleicht als Buchautor? der Organisator. Ich denke, dort kann danach gewählt, wahrscheinlich im Ich freue mich, wenn ich auch in ich aus der benediktinischen Tradition Spätherbst. Zukunft Impulse geben kann in den Auf- Impulse geben, die bewegen. Haben Sie einen Favoriten als Nach- gaben, die mir anvertraut werden. Ist das Leben dieser Manager nicht vor folger? Und den Zeitgeist wahrnehmen, um die allem durch Gewinn definiert? Nein. Es kommen einige aus der Reihe Menschen unserer Zeit zu beraten? Viele Kaderleute leiden darunter, dass der 60 Mönche infrage. Die Gemein- Ja, den Menschen in unserer Zeit wahr- sie nur übers Geld definiert werden. Die schaft wird analysieren und entschei- nehmen. Nehmen Sie die Diskussion Regel des heiligen Benedikt fängt so an: den. Ich nehme an der Wahl nicht teil. um Gier und Geld in der Finanzkrise. «Höre, neige das Ohr deines Herzens.» Der neue Abt wird mir meine zukünfti- Hier könnte die Kirche eine viel stärke- Der Aufruf, mit offenen Augen und aufgeschreckten Ohren durchs Leben ge Aufgabe zuweisen. re Stimme sein. zu gehen, weitet das Herz. Und diese Sie thematisieren in der Öffentlichkeit Wie könnte Kritik klingen? wie kein anderer in der Schweiz regel- Es geht nicht ums Kritisieren oder Weite möchte ich weitergeben. Wenn mässig das Verhältnis zwischen Kirche Anprangern. Aber: Nicht der Profit im Menschen nach einem Referat sagen: und Gesellschaft. Wie wollen Sie zukünf- Unternehmen ist zentral, sondern die So habe ich meine Arbeit und Kollegen tig aus der zweiten Reihe heraus etwas Mitarbeitenden sind es. Sehr oft ist es noch nie wahrgenommen, dann wird bewegen? nicht schlecht, was wir machen. Aber eine innere Flamme neu entzündet. Das In der Schweizer Bischofskonferenz oft kommt Wichtiges zu kurz! ist für die Firma positiv, für die Mittrage ich die Verantwortung für das De- Das haben viele Firmen heute vergessen? arbeitenden, deren Familien und Freunpartement «Kirche und Gesellschaft». Kürzlich war ich bei einem grossen de. So entsteht eine ganz neue DynaDas sind Themen, die die Öffentlichkeit Schweizer Unternehmen eingeladen. mik, jenseits von Geld. 

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Könnte coaching ihr neues Berufsfeld Ich habe nicht einen, sondern einen sein? so wie der deutsche Pater Anselm kleinen Kreis von Menschen, die mir Grün ein berühmter impulsgeber und sehr vertraut sind. Gottfried Locher, Buchautor geworden ist? Präsident des Schweizerischen Evange­ Ich nehme an, was mir der Abt anver­ lischen Kirchenbundes, ist einer dieser traut. Freunde. Wir diskutieren über unsere Apropos Firmengewinne und Boni. ha- Berufung. Bei anderen Themen tausche ich mich mit anderen Menschen aus, ben sie eigentlich ein eigenes Konto? Nein. Wir haben eine Klosterkasse. mit Frauen und Männern. Auch wenn Daraus nehme ich, was ich brauche. ich wochenlang nichts von den Men­ Und was ich bekomme, gebe ich dort schen höre, mit denen ich befreundet hinein. Letzte Woche war ich in Österreich. Ich hatte alles in allem 5.80 Euro im Portemonnaie. An einem Tag haben alle Seminar­ teilnehmer einen Ausflug gemacht. Ich hingegen woll­ te etwas ruhen. Als ich am Abend ins Stüberl ging, um eine Kleinigkeit zu ABt MArtiN essen, reichte mein Geld gerade für Himbeersoda und ein Stück bin – ich kann sie anrufen und es ist, Kuchen. als ob wir jeden Tag reden würden. Das hat auch etwas mit Loslassen zu tun. Das machte ungefähr 5 euro? 5.20 Euro. Ich wurde auch mit wenig Man muss nicht verklettet sein. Wann Geld satt. immer wir uns treffen oder sprechen, ihre Klostergemeinschaft erinnert an ist das gemeinsamer Boden, auf dem das leben in einer Familie. wie lebt man wir miteinander wachsen können. gut miteinander? sie leben im september seit 30 Jahren Indem man sich hilft – und das gilt ganz im Kloster einsiedeln. Nervt sie das allgemein. Wenn ein junger Mensch Miteinander manchmal? einem alten Menschen hilft, in den Klar! Es gibt immer wieder Schwierig­ Zug einzusteigen. Da zeigt sich für mich keiten. Also versuche ich mit auf­ Gottes Liebe. Wenn ich im Zug mit ei­ geschreckten Ohren durchs Leben nem fremden Menschen ins Gespräch zu gehen und immer neu das Beste da­ komme. Wenn Menschen bereit sind, raus zu machen. Ausserdem versuche von ihrem Geld abzugeben und mit ich, offen und ehrlich zu besprechen, Notleidenden zu teilen. Ein Ausdruck was mich beschäftigt. von Liebe ist auch, dass ältere Men­ was entgegen sie denjenigen, die über schen, die nicht mehr arbeiten, sich homosexuelle Partnerschaften in Klösweiterbilden oder reisen können. tern spotten? Das Gegenteil von Liebe ist erstarren Mit Spotten wird man keinem Men­ und dann auch noch klagen. schen gerecht. Die Frage für mich ist wo zeigt sich liebe bei ihnen? wen nicht, ob jemand heterosexuell oder umarmen sie? homosexuell orientiert ist. Wichtig ist, Für mich gibt es viele Formen der Zärt­ dass jemand seine Berufung als Mönch lichkeit: zulächeln, einen Witz machen, erkennt und sie aus ganzem Herzen zu jemanden hochnehmen, auf die Schul­ leben versucht. ter klopfen, ermutigen. wie hart ist es, das Versprechen im Allund ihr bester Freund im Alltag? tag einzuhalten?

Ich habe mich entschieden, im Kloster als Mönch zu leben. Selbstverständlich gibt es immer wieder Momente, in de­ nen ich besonders herausgefordert bin. Wichtig ist, dass ich merke oder dass mich jemand aufmerksam macht, wenn ich mich von meiner Berufung entferne. Das gilt für alle Bereiche: Arbeit, Um­ gang mit anderen Menschen, Sexualität und so weiter. Gefährlich und nicht tolerierbar sind Doppelleben. Das dient niemandem und zerreisst die betroffenen Menschen. Darum bin ich als Verant­ wortlicher des Klosters herausgefordert, in solchen Fällen einen Mitbruder zu konfrontieren. was tun sie, um ihren lebensweg nicht aus den Augen zu verlieren? Ich pflege die Gemeinschaft mit Gott im Gebet, im Gottesdienst, im Austausch mit verschiedenen Men­ schen und im Gespräch mit dem geist­ lichen Begleiter. Vertrauen ist wichtig, gegenseitige Hilfe. Aber ganz ehrlich – es bleibt ein ständiges Ringen, wie in jeder Beziehung. 

es gibt für mich viele Formen der zärtlichkeit: zulächeln, einen witz machen, ermutigen, auf die schulter klopfen

Martin werlen Geburtstag 28. März 1962 sternzeichen Widder Geburtsort Obergesteln VS wohnort Kloster Einsiedeln Karriere Martin Werlen ist der 58. Abt des Klosters Einsiedeln. Ende 2013 endet seine Amtszeit nach zwölf Jahren. Er tritt zurück in die Mönchsgemeinschaft als Ordenspriester. hobbys Badminton twitter Unter der Adresse @AbtMartin twittert der Mönch regelmässig. Sein Motto auf seiner Twitteradresse heisst: «Höre und du wirst ankommen!» Provokation Zum «Jahr des Glaubens 2012/2013» schrieb er ein Büchlein mit 15 Kapiteln unter dem Titel «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken». Darin macht er Reformvorschläge für die katholische Kirche. hilferuf Kloster Fahr muss saniert werden. Das kostet 20 Millionen Franken. Wer helfen will: Credit Suisse, Konto: CH68 0483 5051 4256 71009, Stiftung Pro Kloster Einsiedeln, Projekt Kloster Fahr. schweizer illustrierte 49


Die Himm e


Über den Dächern von Berlin Die Filmproduzenten Dario Suter, Christoph Daniel, Marc Schmidheiny und Joel Brandeis (v. l.) realisierten ihren ersten HollywoodStreifen, «Quartet», mit Dustin Hoffman als Regisseur (Premiere in Berlin, Bild rechts). TEXT ANDREA VOGEL FOTOS DIRK SCHMIDT

Ganz grosses Kino! Vier Zürcher Jugendfreunde gingen nach Berlin, um Filme zu produzieren. Drei Jahre und eine OSCAR-NOMINATION später sind DCM drauf und dran, Hollywood zu erobern.

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Foto Brauer Photos

D

iese Geschichte hätte ein Drehbuchautor nicht besser erfinden können. Alle Zutaten für eine gute Story sind da: Freundschaft, Leidenschaft, Geld. Die Hauptdarsteller: vier Freunde aus Zürich. Das Einzige, was man der Story vorwerfen könnte? Es geht nur nach oben. Rückschläge gibt es keine. 1. Akt: die Freundschaft. Christoph Daniel und Marc Schmidheiny, beide 28, besuchen das Freie Gymnasium im Zürcher Seefeld. Die Filmfreaks entdecken ihre Leidenschaft fürs Kino. Mittagspausen verbringen sie, zusammen mit dem zwei Jahre jüngeren Schulkollegen Joel Brandeis, vorwiegend im Lunch-Kino am Stadelhoferplatz. Nach der Matur studiert Christoph Daniel in Berlin Musikwissenschaften. Der Zufall will es, dass sein älterer Cousin Dario Suter, 34, ebenfalls in Deutschland arbeitet. HSG-Absolvent Suter hat StudiVZ mitbegründet: die deutsche Antwort auf Facebook. 2007 verkaufen er und seine Partner das Start-up für knapp 130 Millionen Franken an den Holtzbrinck-Verlag. Kein schlechter Start für einen Jungunternehmer. 2. Akt: das Geld. Das Startkapital für die Produktionsfirma DCM (der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Namen Dario, Christoph und Marc zusammen) ist gegeben. Brandeis, mittlerweile Anwalt, wird 2010 als vierter Partner an Bord geholt. «Als langjährige Freunde ist unser Vertrauensverhältnis untereinander nicht zu 


Haben den Dreh raus Christoph Daniel, sein Cousin Dario Suter, Marc Schmidheiny und Joel Brandeis (v. l.) in ihrem Büro in Berlin. Unten: Stilsicher Die Juristen Suter und Brandeis sichern die Finanzierung.

 toppen»,

sagt Dario Suter. «Aber für uns war immer klar, dass unsere persönliche Freundschaft immer über unsere Geschäftsbeziehung gestellt wird», ergänzt Marc Schmidheiny bei MatchaTee in ihrem Office in Berlin Mitte. Das Setting sieht aus, wie sich ein Setdesigner ein erfolgreiches Startup-Unternehmen vorstellt: ehemalige Seifenfabrik – brüchige Patina, moderner Ausbau. Die Luft flirrt förmlich von einer «Alles ist möglich»-Attitüde. Die 29 Mitarbeiter sind vorwiegend in der Hipster-Uniform gekleidet: enge Jeans, Strickpulli, Parka. Frische Früchte und Nüsse stehen als Brainfood bereit. Hier wird mit unglaublicher Lässigkeit Big Business gemacht. Die vier Freunde verheimlichen nicht, dass sie aus betuchten Familien stammen – allen voran Marc Schmidheiny, Sohn des milliardenschweren Unternehmers Thomas Schmidheiny (Holcim). «Sicher hatten wir eine privilegierte Ausgangslage», sagt Christoph Daniel, «darum möchten wir einen umso besseren Job machen.» Und den machen sie! Der Erfolg ihrer Arbeit spricht für DCM. 3. Akt: die Leidenschaft! Der norwegische Abenteuerfilm «Kon-Tiki», den sie co-produziert haben, wurde 52 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Unsere persönliche Freundschaft wird immer über die Geschäftsbeziehung gestellt MARC SCHMIDHEINY

dieses Jahr für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Ihr neuester Streich: «A Long Way Down», eine Nick-Hornby-Verfilmung mit Pierce Brosnan in der Hauptrolle. Und fünf weitere Drehbücher stecken derzeit in Entwicklung. Bereits spruchreif ist ein Film mit Regisseur Harmony Korine, der derzeit mit «Spring Breakers» Furore macht. Ein weiteres Projekt, das konkret Gestalt annimmt, ist die Verfilmung des Mädchen-Idols Bibi Blocksberg. Für das Treffen mit dem Regisseur Detlev Buck radeln Marc und Christoph, die kreativen Masterminds des Quartetts, kurzerhand mit dem Velo in den exklusiven Privatclub Soho House bei der Prenzlauer Allee. Dario und Joel, vor allem für die betriebswirtschaftlichen und juristischen Abläufe der Firma zuständig, stemmen

währenddessen weitere Projekte. Neben der Filmproduktion bespielen DCM noch zwei weitere Geschäftsfelder. Vor drei Jahren haben sie den konkursiten Filmverleih Delphi aufgekauft, erfolgreich saniert und ebenfalls in DCM umbenannt. Daneben verstehen sie sich – ganz der Start-up-Tradition verpflichtet – als Business-Angel im Internet. Dario Suter erklärt: «Überall dort, wo es Synergien gibt, schaffen wir die Verbindung zwischen Film und Internet.» Abspann. Diese Story ist noch nicht fertig geschrieben. «Unser Traum ist, dass wir einst die Geschichten produzieren können, die uns schon seit dem Gymi im Kopf herumschwirren», sagt Christoph Daniel. Und die sind bestimmt bald auf der grossen Leinwand zu sehen. Fortsetzung folgt. 

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«Kon-Tiki», das Oscar-nominierte Abenteuer-Epos über die legendäre Expedition des Norwegers Thor Heyerdahl, startet am 18. April in den Schweizer Kinos.


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UNSER PERFEKTER TAG

ela 10.00 Uhr: Pam

Ein Fotoshooting als schöne Erinnerung

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(l.) und Fabien

14.00 Uhr: Das Styling für Fabienne.

Wenn die beste Freundin nach London zieht – dann werden gemeinsame Momente sehr kostbar. Um ihre Freundschaft zu verewigen, wünschten sich Pamela Liechti und Fabienne Miglio von NIVEA ein Fotoshooting.

Gepflegt Vertraute Pflege in neuem Design Die NIVEA BodyFlaschen haben ab sofort ein neues Design und eine noch bessere Formulierung.

Die Freundinnen kennen sich seit der Schulzeit. Beide haben sich seitdem in ganz verschiedene Richtungen entwickelt. Pamela lebt in Zürich und arbeitet als Köchin. Fabienne lebt (noch) in Basel und ist Eventmanagerin – im Juni zieht sie dann nach London zu ihrem Freund. Vor dem Termin im Fotostudio frühstücken die Freundinnen im Café Felix am Bellevue in Zürich und haben Zeit zu plaudern. Gemütlich geht es danach in der Maske weiter, beide werden frisiert und geschminkt. Hair & Make-up Artist Brigitte ist mit mehreren Koffern voller Schminkutensilien, Bürsten und Haarteilen angereist. Bis alles sitzt, vergehen locker zwei Stunden. Vom Resultat sind beide Freundinnen überwältigt. «Mega toll», sagt Fabienne und fotografiert schon mal Pamela mit dem Handy. Dann gehts vor die Kamera, ins Scheinwerferlicht. «Ein bisschen seitlich drehen … einstützen … locker lächeln … », tönt es von Fotograf Geri Born. Posieren ist gar nicht so einfach! Doch Fabienne und Pamela kriegen das perfekt hin, und die anschliessende Bildauswahl am Bildschirm überwältigt sie. Schöner kann eine Freundschaft nicht festgehalten werden! ----------

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15.30 Uhr: Pamela ist auch bald fertig frisiert.

16.00 Uhr: Das Shooting beginnt.

18.00 Uhr: «Wow!» Fotos auswählen. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 53

Fotos Geri Born, Fabienne Büheler

«Das Schlimmste nehme ich gleich vorweg», schrieb Pamela Liechti in ihrem Mail. «Meine beste Freundin, Fabienne Miglio, wird noch in diesem Sommer nach London auswandern, und das ist für mich Grund genug, um mit ihr einen perfekten Tag zu verbringen.» Pamela Liechti war eine der vielen Bewerberinnen, die beim Wettbewerb von NIVEA mitmachten. In der Schweizer Illustrierten wurden die Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, ihrer liebsten Person einen perfekten Tag zu wünschen. Pamela hatte die tolle Idee, zusammen mit Fabienne ein Fotoshooting zu machen, um ihre Freundschaft zu verewigen.


Teamwork Lea, 10 (r.), ist in ihrem Zimmer am Malen. Beim Öffnen der Filzstifte hilft ihr Schwester Mara, 4.

Unzertrennlich! Sie ist körperlich behindert und kleinwüchsig. Doch LEA KNECHT aus Tegerfelden AG kann auf Schwester MARA zählen. Und umgekehrt.

Grosses Herz für die klei TEXT THOMAS KUTSCHERA FOTOS MARCEL NÖCKER

Noch zu dritt Im Mai 2005 porträtierte die Schweizer Illustrierte die zweijährige Lea. Damals war Schwester Mara noch nicht auf der Welt. 54 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

E

s passierte vor Kurzem, beim Einkaufen. Lea, 10, sitzt im Rollstuhl. Ihre vierjährige Schwester Mara berät mit der Mutter, welche Joghurts sie nehmen soll. Ein fremdes Kind will vorbei, doch beim Rollstuhl bleibt es stehen – und starrt Lea an. Verwundert, entgeistert. Sekundenlang. Mara atmet tief durch. Baut sich vor dem Buben auf, blickt ihm in die Augen, ruft: «Glotz


Plausch Familie Knecht daheim in Tegerfelden am Spielen: Eltern Ursula und Marco mit ihren Kindern Mara und Lea (r.). Das Greifen macht Lea Mühe.

eine Lea nicht so! Das ist meine Schwester!» Die Mutter ist baff, der Bub rennt davon. Lea schaut zu Mara hoch: «Danke!» Lea Knecht aus Tegerfelden ist körperlich behindert. Sie kam mit dem Baller-Gerold-Syndrom zur Welt, einem äusserst seltenen Gendefekt. In den Familien der Eltern Marco, 42, und Ursula Knecht, 40, hatte bisher niemand diese Krankheit. Lea ist kleinwüchsig, hat Klumphände und Klumpfüsse, keine Daumen. Verschiedene Gelenke wie das linke Knie und die Finger kann sie

nur unvollständig bewegen. Regelmässig besucht sie Physio- und Ergotherapie. Ohne Hörgerät könnte sie fast nichts hören. Dazu plagen sie Knochenschmerzen. Die Muskulatur ist schwach: Nach zehnminütigem Gehen ist Lea trotz Beinschienen oft erschöpft, muss in den Rollstuhl zurück. Ihre Knochen sind dünn und zerbrechlich. Lea: «Bei einem Räbeliechtli-Umzug fiel ich zum Rollstuhl raus, brach meinen linken Arm.» Lea sitzt auf dem Tripp-Trapp-Stuhl daheim am Stubentisch. Mara öffnet ihr einen Joghurtbecher. Die Mutter schaut ihren zwei Kindern zu, erzählt, was Leas Behinderung mit sich bringt. «Das Kinderspital Zürich kenne ich in- und auswendig.» Ehemann Marco: «Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft Lea schon unters Messer kam.» Seine Frau: «Mehr als 30 Mal.» Nach der Geburt wurden bei Lea die zu schnell zusammengewachsenen Schädelknochen und die Gaumenspalte operiert. Schon dreimal war die rechte Klumphand dran, der gebrochene linke Unterschenkel zweimal. Lea hört interessiert zu. Als die Mutter sagt, das linke Knie müsse wahrscheinlich nochmals operiert werden, reagiert sie unwirsch: «Ich habe genug!» Die Mutter runzelt

die Stirn. Es töne komisch – doch zu Leas liebsten Fernsehsendungen gehören Spitalserien. Und: Eine Reportage über ein kleinwüchsiges Mädchen schaute sie sich viermal an. Lea sei ein mitfühlender Mensch. Als der Opa starb, fragte sie dauernd: «Wie können wir dem Grosi helfen? Sie ist so traurig.» Oft leide Lea mehr für andere – wenn Gschpänli im Spital sind, zum Beispiel. So, genug geredet! «Ich gehe malen», sagt Lea und steigt vom TrippTrapp. Mara fährt den Rollstuhl an den Tisch, Lea klettert rein – saust Richtung Kinderzimmer. Mara hinterher. Lea braucht oft Hilfe: beim Duschen, Baden, auf der Toilette. Türen öffnen, Reissverschluss ziehen, Fleisch schneiden – dafür fehlt ihr die Feinmotorik und die Kraft. Doch wenn immer sie kann, ist Schwester Mara zur Stelle. So auch jetzt, beim Öffnen der Filzstifte. Lea malt fürs Leben gern. Ihr anderes grosses Hobby: Singen! Lieblingssong: «I Will Always Love You» in der Version ihres Idols, des britischen Teenie-Stars Connie Talbot. Vater Marco ist Lastwagen-Mechaniker, seine Frau arbeitet als Teilzeit-Serviceangestellte. Einmal wöchentlich  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 55


Warum kann Mara Spängeli ins Haar klemmen und ich nicht? Lea KnecHt, 10

fährt sie ihre ältere Tochter zu den Proben des Jugendchors Surbtal. Vor Kurzem sang Lea bei einem Musical mit. «Lea arbeitet stark an ihrem Selbst­ vertrauen.» Die Hauptrolle der kleinen Fee wollte sie dann aber doch nicht. Lea ist einen Meter gross, sie wiegt 13 Kilo. Schwester Mara ist sechs Jahre jünger, über einen Kopf grösser, 18 Kilo, kerngesund. Im Grossen und Ganzen ist Lea ein zufriedenes Kind – auch wenn sie manchmal mit ihrem Schicksal ha­ dert. Lea spürt, wie eingeschränkt sie ist. Täglich sieht sie, was Mara alles kann, obwohl sie so viel jünger ist: Mara kann die Milch aus dem Kühlschrank holen, Knetfiguren formen, Ski fahren.

u

Wasser ins Glas einschenken, Spängeli ins Haar klemmen. Es gibt Phasen, da fragt Lea die Eltern unablässig: «Warum kann Mara das und ich nicht?!» Dann ist sie still und traurig. Doch Mara hat ein gutes Gespür, ihre Schwester zu trös­ ten. Sie nimmt Lea in den Arm, gibt ihr Küsschen. Lea: «Meist lachen wir bald wieder zusammen.» Über Leas Bett hat die Mutter einen Zettel aufgehängt. Dort steht drauf: «Ich, Lea, liebe und akzeptiere mich, so wie ich bin.» Und: «Ich kann körperlich nicht alles machen, aber mein Kopf weiss sehr viel.» Lea werde oft unterschätzt, weil sie so klein ist, sagt ihre Mutter. «Doch sie macht


Lea ist für Mara da Die ältere Schwester liest der jüngeren vor. Mara ist für Lea da Die jüngere Schwester bringt der älteren den Rollstuhl an den Stubentisch. Die Eltern haben in der Küche zu tun.

grosse Fortschritte auf ihrem Weg.» Lea sei wissbegierig und eine Kämpferin, so Vater Marco. Und sie habe einen «harten Grind». Lea: «Ich will einmal richtig gehen und schwimmen können.» Dabei hat Lea ihrer jüngeren Schwester manches voraus. Lesen zum Beispiel. Im Zentrum für körperbehinderte Kinder in Baden-Dättwil AG besucht Lea den normalen Schulunterricht. Mara: «Von Lea lasse ich mir am liebsten vorlesen.» Lea hat dieselbe Lebenserwartung wie andere Menschen. «Ich werde Serviertochter», sagt sie. «Oder, noch lieber: Krankenschwester.» Sie wolle einmal selbstständig sein. Für die nächste Zeit hat Lea jedoch einen anderen Traum: einmal im Rega-Heli ins Spital fliegen – ohne zu krank zu sein. Dort einen Tag verbringen, «um alles anzusehen, alles zu fragen». Und, ganz klar: nur mit Mara! 


LIEBLINGSWERKE

von Pablo Picasso bis Pipilotti Rist: Christian Herren in seiner Berner Wohnung. Mit zwölf kaufte er das erste Bild: eine Zeichnung des flämischen Meisters Anthonis van Dyck – für 200 Franken.

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Traumjob! Der Berner CHRISTIAN HERREN ist mit 21 Jahren der jĂźngste Museumsdirektor der Schweiz. Diese Woche erĂśffnet das Multitalent die Bromer Art Collection in Roggwil BE. Schwerpunkt der Sammlung: Bergmalerei und Gegenwartskunst.

Herr der Kunst


GANZHEITLICHES ERLEBNIS

Ziehen am selben Strick Kurator Christian Herren (l.) und Initiant René Brogli mit einem Bild von Johann Gottfried Steffan («Klöntalersee im Abendlicht», 1854). Die Sammlung des Besitzers umfasst rund 1500 Werke aus fünf Jahrhunderten. Lichtdurchflutet In der Bromer Art Collection werden auf 1500 Quadratmetern Fläche Alpenmalerei und zeitgenössische Kunst ins rechte Licht gerückt. So entsteht ein interessantes Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Moderne.

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TEXT CAROLINE MICAELA HAUGER FOTOS KURT REICHENBACH

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eine Hobbys waren immer ungewöhnlich. Während die Freunde Fussball spielten oder Baumhütten bauten, stöberte Christian Herren im Familienarchiv seiner Grossmutter. Dass in den vergilbten Dokumenten immer auch ein Stück Geschichte über ihn selber steckte, fand der damals Elfjährige «total verrückt». Ein Jahr später kaufte er für 200 Franken seine erste Zeichnung. Ein Porträt aus Tusche, für welches er wochenlang Bärlauch verkaufte. Als Herren das Bild zu Hause aus dem Rahmen löste, war die Überraschung riesig: Die Signatur des Barockmalers Anthonis van Dyck kam zum Vorschein. Dieses Erlebnis entflammte seine Leidenschaft für Geschichte und Kulturen endgültig. Zehn Jahre später: Christian Herren ist der jüngste Museumsdirektor der Schweiz im jüngsten Museum der Schweiz. Seit 2012 verantwortet das Multitalent die kreative Leitung der Bromer Art Collection in Roggwil BE. Am Sams-

Ich bin zwar jung. Bringe aber die nötige Erfahrung und die Liebe zur Kunst mit! CHRISTIAN HERREN

tag öffnet das Haus seine Türen. Mit einem rauschenden Fest inmitten erlesener Kunst aus fünf Jahrzehnten. Serviert wird ein Dinner aus «Weissen Speisen», das Kochkünstler Roc Greisler nach einer Idee von Konzeptkünstlerin Sophie Calle kreiert. Gegessen wird innerhalb einer monumentalen Videoinstallation von Ragnar Kjartansson. Initiant ist Unternehmer René Brogli. Der Neubau, an dessen Stelle einst der abgebrannte Gasthof Kaltenherberge stand, wurde von der Münchner Archi-

tektin Marie Aigner und dem Besitzer selber entworfen. Das urbane Gebäude aus Stahl, Glas und Beton ist umgeben von Bauernhäusern, Linden und einem frisch angelegten Park mit Seerosenteich. Pinkfarbene Fahnen an der Strasse zwischen Langenthal und Olten signalisieren: Hier lohnt es sich, anzuhalten und einen Blick ins Innere zu werfen. Bergmalerei und zeitgenössische Kunst bilden die Schwerpunkte der Bromer Art Collection. Wie viele Millionen René Brogli, 55, in Liegenschaft und Kunstsammlung steckte, bleibt das Geheimnis des gelernten Schreiners und erfolgreichen Immobilienhändlers. 1500 Werke dürfen er und seine Frau Rita Merkhofer («Bromer» setzt sich aus den jeweils ersten drei Buchstaben ihres Nachnamens zusammen) ihr Eigen nennen. Darunter finden sich Jahrhundertkünstler wie Ferdinand Hodler, Cuno Amiet oder Giovanni Segantini. Aber auch Schlüsselwerke von Ex-Bundesanwalt Valentin Roschacher. Dieser malte fürs Museum in 6500 Arbeitsstunden ein vier mal zwei Meter grosses Alpenpanorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Ergänzt wird die Sammlung mit Werken internationaler Zeitgenossen. Wie skulpturale Arbeiten des englischen Land-Art-Pioniers Richard Long oder die frühen Druckgrafiken von Damien Hirst. Seit Hunderten von Jahren üben die Naturgiganten der Alpen auf Künstler eine mystische Faszination aus. Die Romantik, aber auch die Bedeutung des Berges als Metapher für Erhabenheit, Unerreichbarkeit, Weitsichtigkeit haben es René Brogli angetan. Trotz dem imposanten Kunstschatz ist er ein bodenständiger, bescheidener «Chrampfer» geblieben. Er ist sich nicht zu schade, im eigenen Museum eine Leiter zu tragen oder einen Nagel einzuschlagen. Mit verschmitztem Lächeln, verwuschelten Haaren und in schwarzen Socken erscheint er zum Fototermin. Die Schuhe hat er im Foyer stehen lassen: «Ist bequemer so. Ich bin den ganzen Tag auf den Beinen, da tun  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 61


UNBEKANNTE BEKANNTE

Fotoarbeit von Berclaz de Sierre. Die Porträtierten im Hintergrund tragen berühmte Namen: Max Bill, Albert Anker, Alberto Giacometti, Cuno Amiet, Ferdinand Hodler (v. l.).

Das Gesamtpaket des Museums stimmt. Moderne Kunst und Alpenmalerei ergänzen sich perfekt RENÉ BROGLI mir manchmal die Füsse weh.» Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Er habe sein ganzes Leben lang hart gearbeitet. Und das Glück gehabt, immer die gleiche Frau an seiner Seite zu haben. Selbst während der zivilen Trauung trug er Arbeitshosen unter dem Anzug. «Nach der Zeremonie eilte ich zurück in die Werkstatt, weil ein wichtiger Auftrag fertig gestellt werden musste.» Kunstvermittler Christian Herren ist ebenfalls für seinen Spürsinn, seine Besessenheit und ungewöhnlichen Visionen bekannt. Diese Einstellung faszinierte René Brogli. Er holte das 21-jährige Jungtalent mit ins Boot. Herren, von charmantem Auftreten und adrett gekleidet wie ein englischer Lord, hat die Sammlung erfolgreich mit neuen Kunstformen wie Videoarbeiten, Fotografien, Assemblagen von Objekten bis hin zu Performances neu definiert. Brogli lässt ihm freie Hand bei der Verjüngung der Bromer Art Collection.

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Der Gründer der Berner Galerie Eletto erwarb schon als Jugendlicher Werke internationale Künstler. «Viele lernte ich persönlich kennen», so Herren. Die Wohnung, die der Single mit einem WG-Partner teilt, ist ein Mini-Museum: Trouvaillen von Salvador Dalí, Joseph Beuys, Tauba Auerbach oder Hans Krüsi zieren die Wände. Auch archäologische Fundstücke sind zu bewundern. Zum Beispiel die altägyptische Totenmaske

BAC: Quelle der Inspiration Nach zweijähriger Bauzeit lädt die Bromer Art Collection in Roggwil BE ab dem 21. April (öffentliche Vernissage ab 17 Uhr) mit «Lovin’it» zur Eröffnungsausstellung mit Werken von Nicolas Faure («Gornergrat» 1989, r.), Roman Signer, Walter Niedermayr u. a. Auf Wunsch sind Führungen möglich. Zum Museum gehört ein Restaurant, in welchem Küchenchef Roc Greisler (früher 14 GaultMillauPunkte) einfarbige Menüs zaubert. www.bromerartcollection.com

eines Kindes. Auf einen Lieblingskünstler in seinem privaten Kosmos lässt sich Christian Herren nicht festnageln: «Mich interessieren viele Epochen und Richtungen.» Der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne in der Bromer Art Collection ist geglückt. Manches gibt aber auch Rätsel auf. So besteht die Installation des Briten Walead Beshty aus mehreren drei Meter langen Glasstäben, die auf FedEx-Kartons liegen. «Auf diesen Kunstkauf wäre ich nie gekommen», sagt René Brogli zu seinem Kurator und nickt zufrieden. «Auch wenn es dafür ein schönes Auto gegeben hätte.» 


PUBLIREPORTAGE

25 Jahre

schöne Aussichten für alle

Xenia Tchoumitcheva ist Kundin von Visilab. Zudem engagiert sich das Schweizer Topmodel als Botschafterin für das Schweizer Familienunternehmen.

Xenia mag’s scharf

Sie sieht nicht nur scharf aus. Dank ihrer Brille von VISILAB sieht Xenia Tchoumitcheva auch wirklich scharf. Eine schöne Botschafterin für 25 Jahre Erfolg. GESCHICHTE Von der guten Idee zum Marktführer

InTERVIEW cEO Daniel Mori über Visionen und Ziele

TOP-BRILLEn Die coolsten Modelle für den Sommer


Ich wünsche Visilab weitere 25 Jahre auf der Erfolgswelle

Visilab überzeugt durch Qualität, Professionalität und Freundlichkeit

STAnISLAS WAWRInKA, TEnnIS-CRACK

XEnIA TCHOUMITCHEVA, TOPMODEL

Von der Idee zum Marktführer AM AnFAnG war eine innovative Idee und mutiger Unternehmergeist. Nach 25 Jahren können JeanPhilippe de Toledo und Daniel Mori, die Gründer von VISILAB, auf eine erstaunliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Sie setzten dabei das Werk ihrer Grossväter fort und führten es in eine moderne Zukunft.

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s war im Sommer 1986. Jean-Philippe de Toledo und Daniel Mori, zwei junge Studenten aus Genf, hatten in Los Angeles und Denver gerade ihren Master of Business Administration abgeschlossen und schauten sich neugierig und voller Unternehmungslust im Land der unbegrenzten Möglichkeiten um, was das Business Neues zu bieten hat. Die beiden kannten sich schon lange. Schon ihre Grossväter waren Cousins und Geschäftspartner: Sie hatten vor 74 Jahren in Genf die Pharmacie Principale gegründet, eine Apotheke, die sich schon sehr früh auf die Bereiche Schönheit und Wohlbefinden

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und insbesondere auf die medizinische Optik spezialisiert hatte. Sie wurde von diplomierten Optikern geleitet, stellte in ihrer Werkstatt eigene Korrekturgläser her und setzte damit in der Schweiz schon früh neue Massstäbe für Qualität zu besten Preisen. Von den Amerikanern lernen Jean-Philippe de Toledo und Daniel Mori entdecken auf ihrer Erkundungstour in Miami die Firma LensCrafters, eine Optikkette, die eine echte Innovation anbietet: Sie stellt Korrekturgläser direkt im Geschäft innerhalb von einer Stunde her. «Ein Konzept, das wir wie für

die Schweiz geschaffen fanden», erinnert sich Daniel Mori. «Darum baten wir den damaligen Leiter der Optikabteilung der Pharmacie Principale, Gabriel Cheton, diesen Service zu testen. Er war begeistert und erkannte sofort das enorme Potenzial.» Die beiden jungen MBA-Absolventen beschlossen, mit dieser Innovation den traditionellen Familienbetrieb in Genf zu erweitern – und fanden auch gleich einen trendigen Namen für ihr Unternehmen: Visilab. «Die Einführung des neuen Konzepts war nicht einfach», erinnert sich Jean-Philippe Toledo. «Wir mussten eine völlig neue Aufgabe erler-

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PUBLIREPORTAGE

Treuer Begleiter Blindenhunde ermöglichen sehbehindeten Menschen mehr Mobilität und Unabhängigkeit.

Ich wünsche Visilab auch weiterhin einen klaren Blick auf lange Sicht BERnHARD RUSSI, SKI-LEGEnDE

Früher Die Pharmacie Principale war in Genf schon früh eine gute Adresse.

Heute Visilab empfängt die Kunden in einem modernen, freundlichen Ambiente.

nen. Zudem entsprachen die aus Arkansas importierten Maschinen nicht den schweizerischen Normen.» Doch er und sein Businesspartner schafften es, die Produktion schnell zu optimieren und eigene Labors einzurichten, die höchsten Ansprüchen genügten. Und der Erfolg bei den Genfer Kundinnen und Kunden gab ihnen recht. 1988 wurde die Visilab SA gegründet, in welche die Optikabteilung der Pharmacie Principale integriert wurde.

Daniel Mori wurde zum Geschäftsführer des Unternehmens ernannt und schaffte es, Visilab mit klugen Visionen, cleveren Managementstrategien und sicherem Gespür für Trends zum Leader im Schweizer Optikmarkt auszubauen. «Qualität, Professionalität und ein immer ausgereifterer Kundenservice standen dabei von Anfang an im Zentrum», so Daniel Mori. «Und wir setzen alles daran, das täglich weiter zu verbessern.»

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Jubiläumsaktion: Zwei Franken pro Brille an die Blindenhundeschule! Soziales Engagement gehört zu den Grundwerten von Visilab. Darum unterstützt das Unternehmen immer wieder humanitäre Projekte für Sehbehinderte im In- und Ausland. Zu seinem 25-Jahr-Jubiläum hat sich Visilab eine besondere Aktion einfallen lassen: Bis zum 30. Juni spendet Visilab für jede verkaufte Korrekturbrille zwei Franken an die Stiftung Schweizerische Schule für Blindenführhunde in Allschwil BL. Das Ziel ist, einen aktiven Beitrag zu leisten an die Ausbildungskosten von Hunden, die für viele sehbehinderte Menschen zu einem unverzichtbaren Partner und treuen Freund im Alltag werden und ihnen mehr Mobilität und Unabhängigkeit ermöglichen. Die Betreuung eines Führhundes von der Geburt bis zu seinem Ruhestand nach etwa acht Jahren kostet rund 60’000 Franken. Obwohl die Invalidenversicherung einen monatlichen Betrag von 350 Franken pro Hund übernimmt, bleibt ein ungedeckter Betrag von ca. 26’000 Franken, der durch Spenden gedeckt werden muss.

---------Schweizerische Schule für Blindenführhunde www.blindenhundeschule.ch

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Daniel Mori Der Mitbegründer von Visilab steht seit 25 Jahren an der Spitze des Unternehmens.

DER CEO VOn VISILAB IM InTERVIEW

«Wir wollen weiter wachsen und Neues aufbauen» MAchEn gehört zu den Leidenschaften des engagierten Genfer Unternehmers DAnIEL MORI. In 25 Jahren hat er Visilab zu einer Firma mit 830 Mitarbeitenden und 207 Millionen Franken Umsatz gemacht. Bernhard Russi, Xenia Tchoumitcheva und Stanislas Wawrinka sind drei prominente Botschafter für Visilab. Wie haben Sie sie ausgesucht? Wir wählten drei Persönlichkeiten, welche die Schweiz in verschiedenen Bereichen repräsentieren: Bernhard steht für Authentizität. Mit Xenia haben wir eine der schönsten und trendigsten Schweizerinnen an Bord, und Stan ist ein Topsportler, der Spass am modernen Lifestyle hat. Sie alle zeigen die breite Vielfalt unseres grossen Sortiments. Es ist nicht üblich, dass sich berühmte Menschen gerne mit Brille zeigen. Wie waren die Reaktionen auf Ihre Anfrage?

Sehr positiv. Xenia und Bernhard stehen offen dazu, dass sie Korrekturbrillen oder Kontaktlinsen tragen. Und für Stan ist die Sonnenbrille ein Modeaccessoire. Die Zeiten sind vorbei, in denen Brillentragen out war. Im Gegenteil: Es ist ein Trend. Brillen haben sich enorm entwickelt in den letzten 20 Jahren. Es soll ja Leute geben, die Brillen ohne Korrekturgläser tragen. Sind solche Kunden bei Ihnen auch willkommen? Selbstverständlich! Ich habe vor kurzem ein Interview mit einem jungen Musikproduzenten gelesen, der nur aus Stilgründen eine Brille trägt. Ich kann mir das vorstellen. Schliesslich verändert eine Brille das Gesicht.

Haben die Mitarbeitenden von Visilab das Know-how für eine Stilberatung? Ja, denn sie haben es gelernt. Zur Ausbildung des Optikers gehören auch die Grundlagen des Visagisten-Berufs. Da bei Visilab nur qualifizierte Optiker arbeiten, können sie sowohl optisch wie vom Look her eine fundierte Beratung anbieten. Zudem bilden wir unsere Mitarbeitenden in internen Kursen ständig weiter, sodass sie stets am Puls der Zeit sind. Kann man bei Ihnen Brillen auch einfach nur einmal probieren? Ja, klar. Aber neu haben wir auf unserer Website www.visilab.ch ein Tool eingerichtet, mit dem man sein eigenes Foto hochladen und mit ein paar Klicks verschiedene Brillenmodelle elektronisch anprobieren kann. Am Anfang unterschied sich Visilab von der Konkurrenz, weil ein schneller optischer Service angeboten wurde. Hat sich das heute, nach 25 Jahren, verändert? Die ursprüngliche Dienstleistung, eine optische Brille innerhalb einer Stunde anzufertigen, bieten wir selbstverständlich immer noch an. Hinzugekommen sind aber viele zusätzliche Services. Zum Beispiel die unbegrenzte


Zwei Familien – eine Erfolgsstory

Gründer der Pharmacie Principale Victor, henri und Albert de Toledo und Sam Mori. Spezialisten In den modernen Laboren von Visilab arbeiten nur ausgebildete Optiker.

kostenlose Pflege aller Brillen, die bei uns gekauft wurden – vom Nachjustieren des Gestells bis hin zur kompletten Reinigung der Brille mit einem speziellen Ultraschallgerät. Und natürlich auch das grosse Angebot an Markenbrillen, das je nach Geschäft zwischen

«Wir müssen die Bedürfnisse der Kunden erkennen» 1500 und 3000 verschiedene Modelle umfasst und für das wir immer auf dem letzten Stand der aktuellen Mode sein müssen. Wie sieht es mit Ihrer Preispolitik aus? Wir wollen nicht die billigsten sein, aber das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Daher kann man bei uns aus verschiedenen Kategorien wählen: von der sehr günstigen Brille bis hin zu den ausgefeilten Luxusmodellen. Allen gemeinsam ist aber der gute Kundenservice, der unsere Unternehmenskultur bestimmt. Wie wichtig sind Sonnenbrillen für Ihr Geschäft? Sehr! Weniger für unser Kerngeschäft, die Optik, aber mehr für das Image des Unternehmens. Unser äusserst aktuelles Angebot an Designersonnenbrillen strahlt Modernität Der Werdegang: Daniel Mori wurde am 9. April 1955 in Genf geboren. Er ist der Enkel von Sam Mori, einem der Mitbegründer der renommierten Genfer Pharmacie Principale. Daniel Mori studierte in Genf Wirtschaft und gründete 1988 zusammen mit Jean-Philippe Toledo die Firma Visilab SA. Mori ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

und Lifestyle aus. Wie ernst es uns ist, in der Mode topaktuell zu sein, zeigt, dass wir in der Schweiz das einzige Optikgeschäft sind, das zwei Mal pro Jahr einen grossen Ausverkauf macht, um das Sortiment zu erneuern. 25 Jahre Visilab. Was bedeutet das für Sie und für das Unternehmen? Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht. Visilab ist gefestigt und Marktführer. Wir haben neue Produkte eingeführt, haben Arbeitsplätze geschaffen konnten mit den Entwicklungen in der Schweiz Schritt halten. Zudem bilden wir zurzeit 152 Lernende aus. Das ist ein Erfolg. Wie sehen die nächsten 25 Jahre aus? Wir müssen dafür sorgen, dass wir auch weiterhin die Fähigkeit bewahren, die Kundenbedürfnisse und die Marktentwicklungen zu erkennen und darauf schnell und innovativ zu reagieren. Wir wollen Leader bleiben. Spüren Sie den Druck der ausländischen Konkurrenz? Ja, klar. Das ist nicht immer einfach. Andererseits ist es auch eine gute Motivation, noch besser zu werden und uns als Schweizer Unternehmen noch deutlicher zu positionieren. Was sind die neuen Ziele für Visilab? Ich möchte innovativ bleiben, weiter Neues aufbauen. Zum Beispiel indem wir in der Deutschschweiz weiter wachsen. Zudem wollen wir auch im Internet unsere Präsenz verstärken. Klar ist aber auch, dass wir unsere Kerndienstleistung, hochwertige optische Beratung, nur von unseren Filialen aus anbieten können. In Ihrem Jubiläumsjahr unterstützen Sie die Schweizerische Schule für Blindenführhunde in Allschwil. Warum? Unsere Hauptaufgabe ist es, Menschen zu besserem Sehen zu verhelfen. Deshalb halte ich es auch für extrem wichtig, sehbehinderten Menschen den Alltag zu erleichtern. So kamen wir auf die Idee, die Schule für Blindenführhunde zu unterstützen. Hoffentlich wird’s ein grosser Erfolg!

Visilab erobert die Schweiz. Am Anfang stand ein traditionsreiches Genfer Familienunternehmen, das bereits über mehr als 60 Jahre Erfahrung im Bereich medizinischer Optik verfügte: die Pharmacie Principale. 1988 wurde seine Optikabteilung in das Startup Visilab überführt. Nach der erfolgreichen Lancierung 1988 expandiert Visilab vorerst im Raum Genf – strategisch klug in Einkaufs- und Stadtzentren. 1994 wird Visilab mit 12 Geschäften Marktführer in der Westschweiz und eröffnet das

Die goldenen 50er Die Optikabteilung der Pharmacie Principale in Genf.

erste Geschäft in der Deutschschweiz im Zürcher Hauptbahnhof. 1999 wird die Kochoptik-Kette mit 16 Geschäften an bester Lage übernommen. 2007 ermöglicht die Partnerschaft mit GrandVision den Ausbau des Fililialnetzes auf 79 Geschäfte. Aktuell verfügt Visilab in der Schweiz über 87 Geschäfte – und die Entwicklung der Visilab-Gruppe geht weiter.

Pionierzeit Daniel Mori und Gabriel cheton 1988 beim Start von Visilab.


PUBLIREPORTAGE DIE TOP-STARS AUS DER AKTUELLEn VISILAB-KOLLEKTIOn

Besser sehen mit einem trendigen Look SEhEn in einen ästhetischen und modischen Zusammenhang mit AUSSEhEn zu bringen, das ist die Spezialität der Fachleute von Visilab. Sie verfügen über eine breite Palette von trendigen Markenbrillen.

Understatement Die Etnia Palermo BK/GRA

Schick Die Gucci 4225-S X5M-cc

Cool für den Pool Die carrera 6000 2R3Z9

Top-Trendy Die Anna Sui AS879 008

Klassiker Die carrera 57 DL5-Ic

Elegant Die Anna Sui AS180 125. Retrolook Die Ted Baker Firefly 2204 001

25% Rabatt auf Ihre Fassung und Ihre Sonnenbrille* Markant Die Pepe Jeans 73 PJ73 2111 504

*aus einer grossen Markenauswahl. Angebot nur gültig für die Fassung, beim Kauf einer Korrekturbrille (Fassung und Gläser) oder einer Sonnenbrille. Siehe Konditionen im Geschäft. Gültig bis 30. Juni 2013. Nicht kumulierbar mit anderen Vergünstigungen.

Welche Brille? Online selbst testen! Innovation im Internet. Öfter mal was Neues wagen. Das ist gerade bei Brillenträgern voll im Trend. Ein praktisches Stilberatungs-Tool auf der Visilab-Website ermöglicht es, den neuen Look auf spielerische Art schnell und einfach zu testen: Einfach Geschlecht, Gesichtsform und Farbtyp eingeben und ein Portraitfoto auf die Site laden. Und schon kann man sehen, wie die aktuellsten Brillenmodelle auf dem eigenen Gesicht wirken, und den passendsten Look in

Ruhe selbst bestimmen. So ist es möglich, bereits eine Vorauswahl zu treffen, bevor man eine Visilab-Filiale besucht, um die Brille live zu testen. «Natürlich ersetzt dieser kleine Test nicht die kompetente und individuelle Beratung, die unser Fachpersonal anbietet», sagt Visilab-CEO Daniel Mori. «Aber gerade für Menschen, die noch nie eine Brille getragen haben, kann dieses praktische Tool im Internet eventuell die vorhandene Hemmschwelle abbauen.»

Style-Check Auf der Website von Visilab kann man Brillenmodelle testen.

---------Info www.visilab.ch


Notabene tour Peter Scholl-La

Apokalypse aus Versehen?

Foto Fabienne Bühler

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ie martialischen Auftritte des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un, seine exzessiven Drohgebärden gegen die USA würden nicht der Komik entbehren, wenn das hier angezettelte Spektakel nicht so ausserordentlich gefährlich wäre. Zwar trauen weder Washington, Peking noch Moskau dem feisten jungen Mann wirklich zu, dass er eine nukleare Apokalypse auslöst, die für Nordkorea kollektivem Selbstmord gleichkäme. Doch die Kriegsinstrumente, mit denen der unberechenbare Tyrann spielt, könnten durch eine tragische Fehlspekulation oder einen falsch interpretierten Einsatzbefehl eine grauenhafte Katastrophe auslösen. Die koreanische Halbinsel befindet sich im Schnittpunkt von vier hochindustrialisierten, über beachtliche Machtmittel verfügenden Staaten: USA, China, Russland und Japan. US-Präsident Obama beabsichtigte ohnehin, den Schwerpunkt seiner Diplomatie vom Atlantik weg Richtung Pazifik zu verlagern. Die Welt fragt sich, wie gross das wirkliche militärische Potenzial Kim Jong Uns ist, der gemessen an seinem Grössenwahn sogar seinen tückisch wirkenden Vater Kim Jong Il einigermassen berechenbar erscheinen lässt. Kim Jong Il inszenierte Krisen, um von Südkoreas Regime, dessen Armee sich auf die Allianz mit Amerika stützt, wirtschaftliche Konzessionen zu erpressen. Damit konnte er die fürchterliche Not der Bevölkerung Nordkoreas etwas lindern. So entstand nördlich der Demarkationslinie in der Stadt Kaesong eine Sonderzone, wo südkoreanische Unternehmer mithilfe von erbärmlich entlohnten nordkoreanischen Arbeitern, für beide Seiten erspriessliche Produktionsstädten aufbauten. Nachfolger Kim Jong Un, der eine gewisse

Die Nordkoreaner, das ist nun gewiss, verfügen über die Atombombe Zeit in Bern zur Schule gegangen ist und von dem man hoffte, dass er so auch das westliche Denken kennengelernt hätte, hat dieses für beide Seiten nützliche Experiment von Kaesong jetzt abgebrochen. Die Nordkoreaner, das ist nunmehr gewiss, verfügen über die Atombombe, und diese nukleare Abschreckung erlaubt ihnen, die immer noch grösste Weltmacht USA herauszufordern. Nordkorea besitzt ebenfalls relativ perfektionierte Raketen, deren letzte Entwicklung, Taepodong-2 genannt, über eine Reichweite von 4000 bis 6000 Kilometern verfügen soll. Damit könnte man zur Not die amerikanische Flottenbasis Guam im Pazifik oder den westlichen Zipfel von Alaska erreichen. Es ist jedoch höchst zweifelhaft, ob diese Trägerwaffen präzise Ziele anvisieren können und ob die Nuklearwaffen ausreichend miniaturisiert sind, um damit transportiert werden zu können. In Peking hat man das Säbelrasseln von Kim Jong Un mit wachsender Irritation beobachtet. Wenn das kommunistische Nordkorea im Krieg, der 1950

begann, überleben konnte, so war das fast ausschliesslich der ungestümen Gegenoffensive einer Million chinesischer «Freiwilliger» zu verdanken. Unter grauenhaften Verlusten drängten diese die bis zur chinesischen Grenze am Jalu vorgerückte US-Armee in den Süden – bis zur derzeitigen Demarkationslinie – zurück und erwirkten so das heutige strategische Patt. Um zu überleben, ist das Regime Kim Jong Uns auf die Lieferung von Nahrungsmitteln, Energie und Maschinen aus Peking angewiesen. China liefert, obwohl die Sympathie zwischen diesen beiden ostasiatischen Völkern sehr gering ist. Für China geht es vor allem darum, dass die kommunistische Nordhälfte nicht durch extreme Not oder durch Aufruhr plötzlich ins Chaos stürzt. Das würde nämlich eine Massenflucht aus Nordkorea in Richtung Mandschurei auslösen. Die chinesische Volksbefreiungsarmee sähe sich gezwungen, südlich des Jalu einzugreifen und zu verhindern, dass ein Regimewechsel in Pjöngjang eine radikale politische Kehrtwende zur Folge hätte, die am Ende den USA zugutekäme. Die Präsenz von US-Truppen am Jalu wäre für Peking heute ebenso unerträglich wie zu Zeiten des Korea-Krieges von 1950 bis 1953. Russland, das mit seiner äussersten Fernost-Provinz an nordkoreanisches Territorium heranreicht, bemüht sich zwar offiziell um Solidarität mit dem roten Reich der Mitte, bleibt jedoch beim innerkoreanischen Konflikt auf Distanz. Gänzlich ohne Einfluss sind die Europäer in dieser Konfrontation. Sie können bloss beobachten, welche Manöver dort erprobt werden und wie weit man sich in Fernost auf den «Cyber-War» der Zukunft vorbereitet hat. ---------Peter Scholl-Latour, 89, Nahost-Experte und Buchautor

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TOP TEN der Woche

Assistenz Haar & Make-up Yvonne Aeschbach, www.yvonneaeschbach.com, Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars

Hello, Sunshine! Wir sehnen uns so sehr nach ihm, dem sonnigen Gute-Laune-Wetter. Doch ist die Sonnen-Exposition vermehrt mit Vorsicht und nur mit einem guten UVSchutz zu geniessen. Denn auch im letzten Jahr hielt die Schweiz den «Rekord» als das Land mit der höchsten Hautkrebsrate Europas. Die Dermatologische Klinik des Universitätsspitals Zürich bietet in Zusammenarbeit mit La Roche-Posay seit fünf Jahren einen kostenlosen Erstcheck für Muttermale an. Die Bilanz: Von den 5933 durchgeführten Checks waren 1615 auffällig. Der Check findet dieses Jahr vom 1. bis 31. Mai statt. Mehr Infos – auch zum richtigen Umgang mit der Sonne – gibts über www.myskincheck.ch.

REDAKTION/STYLING KRISTINA KÖHLER FOTOS GERI BORN HAAR & MAKE-UP BRIGITTE AESCHBACH

Sonne in Sicht! Schöne Haut plus UV-Schutz: BB Cream Miracle Skin Perfector SPF 15, Garnier, ca. CHF 15.–, Sonnenbrille, Dita, Burri Optik. Kleid, Alessandra Rich, Modestrom, www.modestrom.com SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 71


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7 1. Sonnen-Stick SPF 30 für sensible Hautzonen, wasserfeste Formel, in getönter oder farbloser Version, Sisley CHF 105.–, 2. UV-Gesichtscreme Capital Soleil SPF 50+ mit hautperfektionierender Wirkung, Vichy, ab Mai in Apotheken CHF 30.–, 3. UV-Schutz-Lotion mit befeuchtender Wirkung und ohne Parabene, Piz Buin CHF 24.–, 4. Anthelios XL-Sonnen72 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Gelcreme SPF 50+ mit stark mattierendem Effekt, La Roche-Posay CHF 29.–, 5. Getöntes Bio-Sonnenfluid SPF 50+, 100 % mineralisch mit feinem VanilleKokos-Duft, Kibio, etwa bei Coop City CHF 24.–, 6. Ambre-Solaire-Sonnenmilch mit SPF 50+ für sonnenempfindliche Haut, wasserfest, Garnier, ca. CHF 20.–, 7. Wasserfester, kühlender Sonnen-

schutz in Sprayform Protect & Refresh SPF 20, Nivea Sun, Migros CHF 15.30, 8. UV-Schutz-BB-Creme mit SPF 50 und Vitamin C von Kiehl’s CHF 39.–, 9. Sonnencreme SPF 50 für sensible Gesichtshaut mit den Vitaminen A, B5, E, Yonka CHF 62 .–, 10. Duftende Feuchtigkeits-Sonnenmilch Terracotta Sun Blondes SPF 30 mit integriertem Bräunungsbooster, Guerlain CHF 62.–


Sonnenkönigin Goldlidschatten Hypnose Palette (5 Farben) in Star Eyes Brun Adoré, Lancôme CHF 75.–, Nagellack Le Vernis in Taboo, Nr. 583, Chanel CHF 35.–. Badeanzug Gloria V, American Apparel. Armreif, Ela Stone, bei Grieder SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 73


LAUFSTEG

Museale Liebe

OUTDOOR-ZEIT

Wir wollen raus!

Balkonlektüre Schöner Erfahrungsbericht zum Gärtnern von Sabine Reber: «Meine Gärten zum Glück», Callwey Verlag. CHF 28.50

wie eine Strandbar auf Ko Samui. Damits richtig gemütlich wird, investiert man in farbenfrohe Gartenmöbel. Damit Balkonien zur persönlichen Oase wird, greift man zusätzlich zur Gartenerde und pflanzt seine Lieblingsblumen. Wer noch an einem grünen Daumen arbeitet, lässt sich vom liebevollen Erfahrungsbericht «Meine Gärten zum Glück – Eine Liebeserklärung» von Sabine Reber inspirieren. URSULA BORER

Hoch die Tassen Mit dem Becher Feeling von Pfister stösst man mit selbst gemachtem Eistee an. CHF 4.90

Durstlöscher Für den Softdrink-Klassiker CapriSonne Multi-Vitamin ist man nie zu alt. Gibts bei Coop. 10 × 20 cl CHF 4.70

Als die Mailänder Designerin Veronica Etro, 39, 2012 im Museum Reina Sofia in Madrid vor einer Gruppe orientalischer Gemälde steht, hat sie ihre Inspiration für die Etro-Frühling/Sommer-Kollektion 2013 gefunden. Jetzt geben ihre sinnlichen Entwürfe wieder, was sie damals gesehen haben mag: zauberhafte Blüten, Paradiesvögel, Schmetterlinge und wohl auch märchenhaft schöne Frauen in Kimonos mit strengen Frisuren. Statt dem berühmten EtroPaisley-Muster gibts für den Sommer japanische Prints für elegante und sehr feminine Bohemian-Outfits aus Seide und Viskose. Eine wahrlich produktive italienisch-japanische Affäre.

Stimmungsmacher Die Solarhängeleuchte Solvinden funktioniert mittels Sonnenlicht. Gesehen bei Ikea. CHF 14.95

Design-Klassiker Spaghetti-Sessel Daytona gibts auch in der Farbe Türkis. Entdeckt bei Micasa. CHF 129.–

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Viel Japan in Italien Etro kombiniert für Frühling/Sommer japanische Muster und Schnitte mit italienischer Eleganz.

Entspannt der Sonne entgegen Kunsstoff-Sessel Haven, entdeckt bei Fly. Gibts in drei Farben. CHF 29.90

Kristina Köhler, Redaktorin SI Shopping, träumt vom luxuriösen Bohemian-Leben …

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, Immaxtree

Der Winter war lang genug! Jetzt wollen wir endlich raus: Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 einreiben, Sonnenbrille aufsetzen und ab in den Garten, auf den Balkon oder in den Park. Zu Hause sorgt hübsche Deko fürs richtige Outdoor-Feeling, wie zum Beispiel die Solarhängeleuchten von Ikea. Der Clou dabei: Sie brauchen keinen Strom, sondern speichern Sonnenenergie und geben sie bei Bedarf ab. So leuchtet der City-Balkon


Š Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, Immaxtree


Shopping Highlights von Esprit

Ganz relaxed Der neu gestaltete EspritStore bietet auf vier Etagen viel luftigen Raum fürs Shopping. Wo? Bahnhofstrasse 69 a in Zürich, Tel. 043 443 80 00. ESPRIT, ZÜRICH

Kalifornisches Easy Living

Blumen-Kind Baumwoll-Short mit Blütenprint. CHF 79.90

Die wenigsten wissen, dass die Modemarke Esprit ursprünglich aus Amerika stammt. Geboren wurde Esprit 1968 in Kalifornien, als das Ehepaar Susie und Douglas Thompkins mit einem VW-Campingbus durch Kalifornien pilgerte und selbst genähte Kleidungsstücke verkaufte. Schon damals ging es auch darum, ein positives Lebensgefühl zu vermitteln. Der umgebaute XL-Esprit-Store an der

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Western-Style Langärmliges Jeans-Hemd. CHF 79.90


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DESIGN-OBJEKT

Frische Wäsche Weisse ärmellose Baumwoll-Bluse, CHF 79.90

Schuhe mit Kult-Faktor Sie hatten in den 70ern Kult-Status: die Boots von Clarks. Jetzt sind sie wieder da. Zum Beispiel die Sonderserie von Eley Kishimoto. Leider nur in ausgewählten Boutiquen erhältlich. Doch Varianten davon kann man auch bei uns kaufen: bequem, preiswert, cool. Infos unter www.clarksoriginals.com, www.clarks.ch, Clarks-Boutique Werdmühleplatz 4. BS

L. A.-Girl Stretch-Jeans mit Blumenprints. CHF 129.90

Bahnhofstrasse in Zürich will jetzt dieses sonnige kalifornische Lebensgefühl einfangen. Mit warmen Farben, natürlichen Materialien und viel Liebe zum Detail. In dieser heiteren Atmosphäre lässt es sich auf den vier Etagen doppelt so gerne shoppen. KRISTINA KÖHLER ---------Öffnungszeiten Montag bis Samstag 9.00 Uhr bis 20.00 Uhr, www.espritshop.ch

Geometrie ziert Wüstenschuhe Desert-Boots von Clarks, hier in der Ausführung der Limited Edition von Eley Kishimoto. Ca. CHF 170.–


Shopping

OBJEKT DER BEGIERDE

Neues aus dem Norden Die Stockholm-Kollektion von Ikea ist da. Wie es der Name und die Herkunft von Ikea schon verraten, ist diese Kollektion vom skandinavischen Design inspiriert und erinnert an Design-Stücke aus den 50er- und 60erJahren. Die Designer von Ikea wählten sinnliche Materialien wie Samt, Narbenleder oder Nussbaum, welche Wärme ausstrahlen und trotzdem solide sind. Das Tolle an diesen Materialien ist ihre Langlebigkeit: Mit den Jahren werden diese Stücke durch den täglichen Gebrauch noch schöner und erzählen eine Geschichte, die man dann auch an die nächste Generation übergibt. Stockholm-Kollektion Drehsessel mit Samtbezug, Vase, Satztisch (im 2er-Set) und Teppich, www.ikea.ch. CHF 399.–, 34.95, 199.–, 199.–

ONLINE-TIPP

www.avinasjewelry.com Die Schmuckstücke von Avinas Jewelry verbreiten Frühlingsgefühle: Ein Fingerring mit kleinem Kleeblatt-Symbol, farbige Armketten und Halsketten mit kleinem Stern-Anhänger passen zu (fast)jedem Outfit. Seit mehr als einem Jahr setzt Fabienne Fryba bei www.avinasjewelry.com auf hohe Qualität bei ihrem Schmuck: Jedes Stück ist nickelfrei, aus 925-Silber gefertigt und

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einzelne Stücke mit 18-Karat-Gold veredelt. Die zarten Stücke können alleine getragen oder miteinander kombiniert werden – dank dem fairen Preis (ab CHF 39.–) kann man sich auch mehrere Stücke aus der Kollektion leisten. NL Mehr Online-Tipps www.schweizer-illustrierte.ch

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NINA LIENHARD


Feinporig Die neuen Reinigungs-Produkte sind schonend und doch effi zient, effizient, z. B. Mousse nettoyante von Avène.

Gründlich Abschmink-Gel von Garnier. Fachhandel, Warenhäuser. Ca. CHF 9.–

Entgiftend Wirkt über Nacht: Botanical D-Tox von Sisley, Douglas, Fachhandel. CHF 199.–

Seifenfrei Die neue Mousse nettoyante von Avène. Apotheken, Fachhandel. CHF 19.90

Seidig Cleansing Balm Sensai von Kanebo. Fachhandel. CHF 74.–

Antibakteriell Hyaluspot aus der Linie Normaderm von Vichy. Apotheken. CHF 20.45

GROSSES REINEMACHEN FÜR DIE HAUT

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Alles wieder sauber Unsere Haut braucht im Frühling eine gründliche Reinigung, so wie die Wohnung jeweils den Frühlingsputz nötig hat. Die neuen Beauty-Produkte kommen da genau richtig. Sie reinigen sanft, teilweise auf Schaumbasis, ohne klassische Seife zu enthalten. Highlight: der pflegende Öl-Schaum von Carita. Duftet zart, reinigt gründlich, hinterlässt das perfekte Frischegefühl. Ebenfalls interessant: Botanical D-Tox von Sisley. Wirkt über Nacht, reinigt nachhaltig, ist aber nicht ganz billig. Wem jetzt das Reinemachen mit Kosmetikprodukten von aussen noch zu wenig ist,

der sollte es mal mit einer Saftkur probieren. Zum Beispiel von Biotta. Die Kur gibts fertig in der Box in Apotheken für 59 Franken. Inklusive Wochenration mit verschiedenen Säften, Kräutertee und Leinsamen. Nur den Durchhaltewillen muss man selber mitbringen. Wers noch bequemer mag, schaut sich auf der Homepage des momentan hippsten Lieferanten für Detox-Kuren um: www. detox-delight.ch. Hier werden die frisch gepressten, köstlichen Säfte auf Wunsch gleich angeliefert – allerdings hat auch das dann seinen Preis. BEATRICE SCHÖNHAUS

Pflegend Huile-en-Mousse nettoyante Jeunesse, Carita. Fachhandel, Warenhäuser. CHF 65.–

Reinigend Foaming Facial Wash: Sensai von Kanebo. Fachhandel. CHF 74.–

Organisch Nettoyant radieux von l’Occitane. Fachhandel. CHF 44.–

STAR-GEFLÜSTER

Die neue Kate Verglichen wird sie bereits mit SuperModel Kate Moss und ist soeben Model des Jahres geworden: Cara Delevingne, 20. Nun posiert das Glückskind auch noch für die kultige britische Denim-Marke Pepe Jeans. Und wie! BS

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Shopping Glamourös Bei Alexander McQueen schwebten die Models als Bienenköniginnen über den Laufsteg.

KOLUMNE Alexandra Kruse, 33, Stylistin, liess sich verzaubern.

Zauberlatschen

TREND HONIG

Schön wie eine Bienenkönigin Mit ihrer opulenten Show für Alexander McQueen setzte Sarah Burton auf Bienenköniginnen und sorgte für Aufsehen. In der Kosmetik gilt der Bienennektar Honig wegen seiner heilenden und nährenden Wirkung schon lange als Geheimtipp, insbesondere für sensible und trockene Haut. In Ägypten tragen Frauen seit jeher lauwarmen Honig als Feuchtigkeitsspender auf das Gesicht auf. Auch auf spröden Lippen wirkt der Insekten-

nektar Wunder. Honig enthält 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Zudem hat jede Sorte eine spezifische Wirkung: So wirkt Akazienhonig reinigend, Orangenblütenhonig reparierend und Thymianhonig entzündungshemmend (Apicosma von Melvita). Das kostbare Gelée royale (Burt’s Bee) ist reich an Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen, die die Hautzellerneuerung unterstützen und Fältchen vorbeugen. URSULA BORER

Produktetipps

Schön gepflegt Bio-Creme Apicosma von Melvita, www.melvita.ch. CHF 24.50 80 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Schön eingepackt KaritéHonig-Körpercreme von L’Occitane. CHF 31.–

Schön sauber Body Wash Radiance von Burt’s Bee, www.nu3.ch. CHF 15.90

Die Krönung allerdings sollte ein Paar allerfeinste Lackloafer von Gucci sein, so schön, dass mich sogar Jackie Kennedy beneidet hätte. Die Farbe machte die Schuhe so chic und unspiessig und royal – ich wollte ihnen sogar ein Gedicht widmen. Liebe auf den ersten Blick. «Loafer müssen passen wie ein Handschuh», sagte der niedliche Verkäufer weise, blinkte mich mit haselnussbraunen Riesen-Rehaugen an, erzählte von seiner Jugend als Diplomatenkind im Kongo, sprach ein paar französische Laute, die wie der lobende Gesang eines sehr schönen Vogels klangen und zauberte mir lackrosa-korallenpinke Strahlemänner an die Füsse, die für sofortigen Sonnenschein in meinem Herzen sorgten. Ohne lange zu überlegen, zahlte ich den Preis einer LKW-Ladung Hibiskusblüten und lief mit rosa Brille auf Wolke sieben davon. Bis mich blutige Blasen an meine guten alten Turnschuhe erinnerten. Wie es passieren konnte, dass ich ernsthaft ein Vermögen für Schuhe in gleich zwei Nummern zu klein ausgeben konnte? Fragen Sie mich nicht. Ich glaube fast, es war Voodoo-Zauber.

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Die grössten Freuden macht man sich ja in der Regel selber, was auch naheliegt. Immerhin kennt man sich selbst und seine Wünsche ja am besten. Ich weiss nicht, woher es kommt, aber ich bin auf dem orange-pinken Farbstrahl unterwegs. Mir gefallen alle Dinge in diesen Tönen. So habe ich meine Nägel matt pink-korallig streichen lassen, eine sehr grosse Topfpflanze mit HibiskusBlüten angeschafft (ruinierte meine Ökobilanz, das Ding ist ein AfrikaImport und hat nach drei Tagen alle Blüten abgeworfen), eine leuchtend orange Jogging-Hose gekauft und eine Strickjacke mit pink-orangem Farbverlauf.


Check-up Der Brain Bus fährt wieder

FFT I R BET verlust Hör

Nicht mehr hören macht einsam! Die Lebensqualität von Menschen mit Hörschwierigkeiten ist deutlich schlechter als die von gut Hörenden. Eine nationale Studie zeigt auf, wie der Alltag von Schwerhörigen verbessert werden kann. TEXT VERENA THURNER

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eckt Sie das Zwitschern der Vögel am frühen Morgen? Hören Sie das Ticken Ihres Weckers? Und wie ist es mit der Mücke, die Ihnen nachts mit ihrem Summen den Schlaf raubt und deren Stich Sie am folgenden Morgen juckt? Hören Sie sie? Wenn Sie diese Fragen mit einem Nein beantworten, gehören Sie zu den rund 12 Prozent der Schweizer Bevölkerung, die unter einer Hörschwäche leiden. Nicht hören können erschwert die Kommunikation, macht einsam. Ein Schwerhöriger zieht sich zurück, das soziale Leben zieht an ihm vorbei. Immanuel Kant, der deutsche Philosoph der Aufklärung, sagte treffend: «Nicht sehen trennt von den Dingen. Nicht hören trennt von den Menschen.» Die erschwerte Kommunikation wird denn auch in einer nationalen Hörstudie an erster Stelle für sinkende Lebensqualität angegeben. An der bisher grössten Untersuchung dieser Art wurden von September 2012 bis Januar 2013 über tausend Personen mit einer Hörbeeinträchtigung befragt. Unterstützt wurde die Umfrage von den beiden Hörakustikspezialisten Amplifon und Phonak.

Die Mehrheit der untersuchten Personen hatte Hörschwierigkeiten in beiden Ohren, rund ein Viertel litt an einem permanenten Tinnitus. Viele beurteilten ihre Hörbehinderung als nicht gravierend. Trotzdem war gerade diese Gruppe positiv überrascht von der Hörqualität, die sie nach dem Test mit einem Hörgerät hatte. Das Fazit der Studie: Dreiviertel der Befragten gaben an, dass sich bereits nach kurzer Zeit ihre Kommunikationsfähigkeit – sei es mit Freunden, an Konferenzen oder zu Hause – durch das Tragen eines Hörgerätes massiv verbesserte. Die Hälfte freute sich zudem über die gesteigerte Lebensqualität, und für zwei Drittel waren Fernsehen oder Radiohören wieder ein Vergnügen. Viele Menschen sind sich allerdings gar nicht bewusst, dass sie nicht mehr gut hören. Ein Test könnte hier Abhilfe schaffen. Umso mehr, als einige Störungen des Gehörs bei frühzeitiger Diagnose entweder erfolgreich behandelt oder mit einer Hörhilfe ausgeglichen werden können. Einen «rollenden» Gratis-Hörtest bietet der Hörakustikspezialist Amplifon mit seinem Bus an. Die AmpliBus-Standorte und -Daten können abgerufen werden unter www.amplibus.ch.

Zürich Seit Anfang April tourt der Brain Bus durch 40 Schweizer Städte. Die mobile Ausstellung rund ums Gehirn befasst sich mit Themen wie Alzheimer, Demenz, MS oder Depressionen – und bringt Licht in die tiefen Windungen unseres Denkapparates. www.brainbus.ch

App für unterwegs

Zürich Laktoseintoleranz ist weit verbreitet – rund 20 Prozent der europäischen Bevölkerung leidet darunter. Für Betroffene gibt es nun eine hilfreiche App. Wie viel Laktose ist in den Milchprodukten enthalten? Der Laktose-Rechner für unterwegs weiss es. www.lakto-app.ch

So trainieren Sie Ihr Herz

Bern Sport wirkt sich günstig auf unsere Lebensdauer aus. Eine MetaStudie mit 1,3 Millionen Teilnehmern der Uni Bern und Wien kommt zum Schluss, dass eine Mindestaktivität von 150 Minuten Bewegung pro Woche das Gesamtsterberisiko wesentlich senkt. www.swissheart.ch

TIPP

Leiden Sie immer noch unter lästigem Husten? Trinken Sie Tee von der pfefferscharfen BOCKSWURZEL. Sie ist schleimlösend.

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Check-up TEIL 3: AKTIVE SCHMERZTHERAPIE TENS

So lindern Sie selbst den Sch m Der wichtigste Experte im Kampf gegen chronische Schmerzen ist immer der PATIENT SELBER! Niemand kennt seine Peiniger besser. Dank der effektiven und einfachen Schmerztherapie TENS können Sie nun selbst den Schmerzen den Kampf ansagen. TEXT DR. MED. SAMUEL STUTZ

Eine Person mit chronischen Schmerzen lebt in ENDLICH jedem dritten Haushalt in WENIGER der Schweiz. Viele BetrofSCHMERZEN fene werden nicht ernst genommen und mit ihren Beschwerden allein gelassen. Nicht nur sie selber geraten in den Sog von Schmerz, Inaktivität und oftmals auch sozialem Abstieg, das ganze Umfeld leidet zunehmend darunter. Zusammen mit dem Schmerz Zentrum Zofingen, das führend ist in der ambulanten Behandlung von chronischen Schmerzen, zeigen wir Ihnen in einer dreiteiligen Serie auf, was Sie selber gegen Ihre Schmerzen tun können. Im ersten Teil verhalfen wir Ihnen mit acht einfachen Lektionen zu einem ganz anderen Umgang mit chronischen Schmerzen. Im zweiten Teil sagten wir Ihnen, was sie über

NEUE SERIE

«Geben Sie den Schmerzen keinen Raum!» Dr. Ulf Klostermann vom Schmerz Zentrum Zofingen.

Schmerzmedikamente wissen müssen. Und im jetzigen dritten Teil stellen wir Ihnen eine einfache, aber sehr effektive Schmerztherapie vor, die Sie selber zu Hause ohne jegliche Nebenwirkungen durchführen können, die transkutane Nervenstimulation, abgekürzt TENS. TENS ist im Grunde genommen ein einfaches, aber geniales Verfahren, das in den 1970er-Jahren entwickelt wurde. Es arbeitet mit einem für jedermann verträglichen Reizstrom. Bei der TENS-Behandlung werden zwei Elektroden auf die schmerzenden oder verspannten Körperstellen geheftet, gemäss der «Davos»-Methode: «Da, wos» wehtut. Die Elektroden können aber auch auf Triggeroder Akupunkturpunkten platziert werden. Das kleine, einfach zu bedienende Gerät sendet sanfte Impulse zu den Nervenbahnen unter der Haut. Das hat zur Folge, dass die Schmerzweiterleitung zum Gehirn verringert oder sogar blockiert wird, und auf der anderen Seite die körpereigenen, schmerzhemmenden Systeme aktiviert werden. Dadurch wird die Schmerzschwelle markant heraufgesetzt. Die Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von der Gate-Control-Theorie. Sie geht von der Exis-

Aktive Schmerzbewält Die Art und Weise, wie man mit chronischen Schmerzen umgeht, wirkt sich direkt auf die Stärke der Schmerzen und das Leidensgefühl aus. Sie sind deshalb nicht einfach das hilflose Opfer Ihrer Schmerzen, sondern können sie selber beeinflussen! Folgende Tipps sollen Ihnen dabei helfen. Der wichtigste Experte im Kampf gegen Ihre Schmerzen ist nicht eine aussenstehende Person, sondern sind Sie selber! Niemand kennt Sie und Ihre Schmerzen besser. Machen Sie sich das immer wieder bewusst. Geben Sie Ihren Schmerzen in irgendeiner Form Ausdruck. Führen Sie zum Beispiel ein Schmerztagebuch. Oder schreiben Sie Ihren Schmerzen täglich einen Brief. Dadurch werden Ihre Schmerzen und die Zusammenhänge verstehbar und fassbar. Und Sie gewinnen einen entscheidenden Einfluss auf Ihre Schmerzen. Verschieben Sie Ihre Träume und Lebensziele nicht auf den Sankt Nimmer-


Fotos iStockphoto, Hervé Le Cunff

h merz!

K CHEC üssen Das mssen Sie wi Diese Schmerzzustände sprechen auf die TENSBehandlung an

tenz von «Schmerz-Toren» aus, welche Schmerzempfindungen zum Gehirn weiterleiten, aber auch blockieren können. Gemäss dieser Theorie hat die TENS-Behandlung salopp gesagt folgenden Effekt: Tor zu, Schmerz draussen! Durch wiederholte Anwendung kommt es zu einer Wirkungsverstärkung, sodass Schmerzmittel eingespart werden können. Immer mehr engagierte Menschen nutzen die TENS-Methode auch zur Entspannung einer verhärteten Muskulatur, sei es haltungsbedingt bei vorwiegend sitzender Tätigkeit oder nach sportlicher Betätigung. In den letzten Jahren erfährt die TENSBehandlung einen regelrechten Boom. Führende Schmerzexperten gehen davon aus, dass mittlerweile rund 50 000 Schmerzpatienten in der Schweiz diese Selbstbehandlung zu Hause mit grossem Erfolg durchführen. Zwei bis drei kurze Behandlungen pro Tag genügen, um die Schmerzen lindern zu können.  ----------

 Schmerzen von Rücken,

Schultern und Nacken  Reizungen und Entzündungen von Muskeln und Gelenken  Arthrose, Neuralgien, Hexenschuss  Zerrungen, Muskelschmerzen  Sehnenentzündungen, Tennisellbogen  Migräne  Restless Legs  Nervenschmerzen bei Diabetes  Gürtelrose  Menstruationsbeschwerden

Mehr Infos über die Schmerzbehandlung mit TENS: www.doktorstutz.ch

wältigung: Was heisst das? leinstag, auf dann nämlich, wenn Sie endlich frei von Schmerzen sind. Setzen Sie sich ab sofort nur noch Etappenziele. Zum Beispiel im Verlauf der nächsten Woche wieder eine halbe Stunde am Stück zu laufen und einmal ins Kino zu gehen. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie scheinbar nicht ganz so leistungsfähig sind wie Menschen ohne Schmerzen! Leben und arbeiten Sie mit Ihrem eigenen Rhythmus. Machen Sie nur eine Sache nach der anderen, und planen Sie Pausen ein, die Sie bewusst gestalten. Nutzen Sie die Macht der Gedanken. Negative Gedanken wie «Das halte ich nicht mehr aus!» verschlimmern die Schmerzen. Gedanken hingegen wie «Auch das geht wieder vorbei» oder «Das habe ich auch schon einmal durchgestanden» durchbrechen den Teufelskreis. Verzichten Sie wegen chronischer Schmerzen niemals auf Bewegung. Jegliches Schonverhalten, sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit, verstärkt die Abwärts-

spirale und erhöht die Schmerzempfindlichkeit. Wählen Sie eine Form der körperlichen Aktivität, die Sie fordert, aber nicht überfordert und die Ihnen Freude bereitet. Rückzug und Einsamkeit sind ganz schlechte Verbündete im Kampf gegen chronische Schmerzen. Lassen Sie sich davon nicht aus dem Leben drängen, sondern suchen Sie den Kontakt zu Menschen. Geben Sie den Schmerzen dabei ja nicht zu viel Raum, reden Sie nicht ständig über Ihre Schmerzen. Sie dürfen nicht zum Mittelpunkt Ihres Lebens werden. Verschwenden Sie im Kampf gegen Ihre Schmerzen ja nicht zu viel Energie. Es ist besser, sie als Teil des Lebens zu akzeptieren, mindestens vorübergehend, anstatt sich jeden Morgen zu sagen: «Ich will diese Schmerzen nicht mehr!» Mit dieser inneren Einstellung ist die Chance gross, dass Sie zwar noch immer Schmerzen haben, dass diese aber längst nicht mehr so fest wehtun.


Check-up Zellalterung

Schönheit kommt von innen

Wer heute jung und schön bleiben will, muss SChluCken! Nutrikosmetik wie Innéov machts vor.

Tagtäglich streichen wir uns Cremes aller inflammatorischen Stress gelegt. Ausgelöst Couleurs und Inhaltsstoffe auf die Haut – in der werden diese Mikro-Entzündungen im Hoffnung, die Haut möge etwas weniger früh Körper durch Schlafmangel, Übergewicht von ihrer Strahlkraft verlieren. Tut sie aber. Un- oder Umwelteinflüsse. Mit einem gesunden weigerlich. Schuld daran sind freie Radikale. Lebensstil kann man die vom oxidativen Stress Diese kurzlebigen Molekülfragmente solausgehende Zellaltelen unter anderem rung zwar verlangsamen, nicht jedoch die Ursache für den Alterungsprozess den inflammatorisein. Leider wird unschen Stress aufhalser Körper jeden Tag ten. Und da kommt Umwelteinflüssen ausjetzt der Anti-Age-Zellgesetzt, die freie Radikaschutz von Innéov ins le generieren: UV-StrahSpiel. lung, Zigarettenrauch oder Das Nutrikosmetik-Jointunausgewogene Ernährung. Venture der beiden Giganten L’Oréal und Nestlé setzt auf Dieser oxidative Stress galt bis den Wirkstoff Hesperidin. Das vor einiger Zeit als Hauptgrund für die frühzeitige Zellalterung. Jugendlichkeit ist von ist ein organisches Molekül, das aus Pflanzen gewonnen wird. Doch in neuester Zeit wurde das kurzer Dauer, ab 30 Augenmerk auf den sogenannten beginnt die Zellalterung. Hesperidin schützt zum Beispiel

die Früchte vor Umweltbelastungen. Und soll beim Menschen den inflammatorischen Stress reduzieren. Die Wirksamkeit von Hesperidin wurde in einer klinischen Studie mit 66 Frauen getestet. Laut Innéov soll ihr Wundermittel nach einer sechsmonatigen Kur die Haut um sechs Jahre jünger erscheinen lassen. Leider haben amerikanische Forscher jedoch jüngst immer noch unmissverständlich festgehalten: «Es gibt wenige oder gar keine wissenschaftlichen Belege für die Behauptung, Altersprozesse liessen sich aufhalten oder gar umkehren.» Aufhalten zwar nicht, aber etwas verjüngen ist ja auch nicht schlecht.  Innéov Anti-AgeZellschutz aus der Nestlé- und L’Oréal-Forschung ist seit April im Handel erhältlich.


Die Besten 10 Kultur- und eventtipps

softie mit Biss Der amerikanische Superstar Josh Groban.

Josh groBan im hallenstaDion

Foto Warner Music Group

Vibrato und grosse gefühle Josh Groban – das ist Schmuseblick, samtweiche Stimme mit ordentlich Vibrato und eine Mischung aus Pop und Klassik. Damit begeistert der 32-jährige, charismatische Amerikaner sein Publikum. Mit über 25 Millionen verkauften Alben und DVDs, weltweit ausverkauften Tourneen und vielfachen Platinauszeichnungen gehört Josh Groban zu den grossen Sängern unserer Zeit. Der klassisch ausgebildete Bariton aus Los Angeles hat eben sein neustes Album, «all that echoes», auf den Markt gebracht. Der Bariton-Maestro, der seine Musik ernster nimmt als sich selbst, freut sich auf seine Tournee: «Die neuen Songs sind live der Wahnsinn!» rea ---------hallenstadion Zürich 31. 5. um 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte 85


Die Besten

Durchblick Peter Gysi hinter «Constantin», seiner Hommage an den rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi. PETER GYSI IM KUNSTHAUS GRENCHEN

Mut zur Lücke

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b Metall, Papier, Glas, Stein, Plastik oder Draht, die Materialien, aus denen Peter Gysi, 58, seine Werke schafft, könnten nicht unterschiedlicher sein. Was sie verbindet, ist Gysis Vorliebe für geometrische Formen. Der Künstler zieht Linien, stanzt Kreise, setzt Punkte, legt gerade Winkel, baut schiefe Ebenen. Sein spielerischer Umgang mit Material, Raum und Fläche zeigt sich gleich zu Beginn der aktuellen Schau im Kunsthaus Grenchen. In «Schichtung 1» liegen 58 Metallringe über-

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einander. Wie bei einem Baum steht jeder Ring für eines von Peter Gysis Lebensjahren. Was das Loch in der Mitte symbolisiert, überlässt der Künstler der Fantasie des Betrachters. Seine Arbeiten leben (auch) vom Zwischenraum: «Die Leere ist ebenso wichtig wie das Materielle.» Besonders deutlich wird dieser Ansatz in der Arbeit «Licht». An der Wand reihen sich 21 – vermeintlich – leere Postkartenhalter aneinander. Der Boden darunter ist von Glasscherben übersät: Es sind die Überreste der aus den Haltern herausgefallenen Glasplatten. Erst auf den zweiten

Blick entdeckt man in der Lücke, die das Glas hinterlassen hat, das Wort Licht. Weniger metaphysisch: seine vielteiligen Metallarbeiten, die er, Bausätzen gleich, immer wieder neu zusammensetzt. Mal legt er die Platten aufeinander, mal bildet er damit eine Spirale. «Die Ästhetik des Provisorischen gefällt mir.» Das gilt auch für «Hütten, Häuser und Paläste». Hunderte Postkarten liegen akkurat neben und übereinander in einem Holzgestell. Der leidenschaftliche Sammler von Ansichtskarten (60 000 Stück sollen es sein) baut die Arbeit laufend aus.

Foto Willy Spiller

Das Gesamtwerk des Burgdorfer Künstlers PETER GYSI ist nun in einer grossen Werkschau im Kunsthaus Grenchen zu sehen.


DIESE WOCHE IN MUSEEN UND GALERIEN

Grabkunst. Serielles. Lichtinstallationen

Abstrakte Endlichkeit 3. Himmlische Melodie Einzelblatt der Arbeit «Lied», 1997.

Tom Holmes, 37, beschreibt sein Werk humorvoll als «Einladung zur flüchtigen Reflexion des Unausweichlichen». Tatsächlich gehören die Arbeiten des Texaners in die Kategorie der stilisierten Grabkunst: Totenhemden (Bild: «Shroud»), Leichentücher, Grabsteine, Reliquien, sogar ein Friedhof findet sich in den Ausstellungsräumen. «Temporary Monument» in der Kunsthalle Bern ist die erste institutionelle monografische Ausstellung des Texaners. REA ---------Kunsthalle Bern. Bis 26. 5. Di–Fr 11–18, Sa/So 10–18 Uhr, Tel. 031 350 00 40, www.kunsthalle-bern.ch

Serielle Gruppenschau

Blinder Fleck Ausgestanzte Postkarten in «Schnee», 2008.

Iryna Pryval, 26, aus München sucht nach der Ästhetik im Alltag und spielt gerne mit Materialverfremdung. Wie bei ihrer Serie «Faltenformationen» (Bild), Kunststoffobjekte, die aussehen, als ob sie gerade aus der Tube geflossen wären. Die Zürcherin Lucia Coray, 56, stellt das menschliche Anlitz in allen Variationen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Und der Amerikaner Kevin Finklea, 55, recycelt seine eigenen Kunstprojekte und setzt sie neu zusammen. REA ---------Art Forum Ute Barth Zürich. Bis 4. 5. Di–Fr 11–18, Sa 11–15 Uhr, Tel. 044 380 27 11, www.utebarth.com

Farbenfrohe Lichtkunst Warum weiss, wenns auch bunt geht? Rot, blau, grün, gelb oder orange leuchten die Lichtinstallationen des US-amerikanischen Künstlers Dan Flavin (1933–1996). Seine beeindruckenden Licht- und Farbräume sind nun in der Schweiz erstmals in einem repräsentativen Überblick zu sehen. Die rund dreissig Werke zeigen die Entwicklung vom bild- zum lichtbezogenen Werk und spannen den Bogen von zentralen Einzelwerken bis zu den späten, raumgreifenden Arbeiten. REA ---------Kunstmuseum St. Gallen. Bis 18. 8. Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Tel. 071 242 06 71, Publikation CHF 48.–, www.kunstmuseumsg.ch

Bitte nicht setzen «Stuhl», 2012 von Peter Gysi.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Zeichnungen. Beherrscht von schwarz-weissen Linien, Kreisen und ausgesparten Stellen wirken sie wie Bildstörungen, Schaltkreise oder Entwürfe für Stoffdesign. Das letzte Werk der Schau, «Lied», ist zugleich das mit der meisten Poesie. Durch das Hinzufügen von Notenlinien wirkt die Sternenkarte wie die Partitur einer Himmelsmelodie. ANINA RETHER ---------Kunsthaus Grenchen, SO Bis 12. 5., Mi–Sa 14–17, So 11–17 Uhr, Tel. 032 652 50 22, www.kunsthausgrenchen.ch

LICHTPERFORMANCE MIT TANZ UND MUSIK

Ausgetrickste Schwerkraft Der Tanzboden ist um 90 Grad gekippt, die Akteure bewegen sich mittels Kletterausrüstung auf dieser Ebene. «Possibilities in Free Fall» untersucht die Ausdrucksmöglichkeiten, die den Tänzern in der Vertikalen bleiben. Die Schwyzer Choreografin Claudine Ulrich verbrachte zehn Jahre in Schweden. Mit dem Künstlerkollektiv Sardine Sauvage bestreitet sie ihren ersten Schweizer Auftritt. In einem ungewöhnlichen Auftrittsort: der St. Johanneskirche in Luzern. KM ---------St. Johanneskirche Luzern Aufführungen: 26. und 27. 4. um 20 Uhr, www.sardinesauvage.se

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Die Besten 5 FRAGEN AN EIN BUCH

Tagträume

Viel Action auf der zerstörten Erde Für Sci-Fi-Fans ist «Oblivion» ein pures Vergnügen. Die Akteure machen auch Spass: Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko.

Worum geht es? In einem heruntergekommenen Palazzo in Cagliari wohnt zwischen der Signora von unten und dem Signore von oben eine junge Schriftstellerin, die noch studiert. In der Ich-Form erzählt sie vom lebhaften Quartier rund um das Haus, von der keimenden Liebe zwischen der Signora von unten, die als Putzfrau bei mehreren Herrschaften arbeitet, und dem Signore von oben, einem amerikanischen Musiker in den Siebzigern. Und träumt dabei selbst von der ganz grossen Liebe.

Noch ist die Erde nicht verloren Die Story Jack Harper (Tom Cruise) lebt zusammen mit Victoria (Andrea Riseborough) hoch über den Wolken, in einem Turm aus Glas. Sie bilden ein perfektes Team: Er repariert defekte Drohnen auf der Erde, sie unterstützt ihn technisch von zu Hause aus. Man schreibt das Jahr 2077. Der Planet Erde wurde nach einer beinahe vollständigen Zerstörung durch Aliens evakuiert. Jack, der hoch spezialisierte Techniker, ist einer der wenigen Menschen, die dort noch stationiert sind. Kurz bevor er abberufen wird, entdeckt Jack in einem abgestürzten Raumschiff eine Überlebende (Olga Kurylenko). Gibt es weitere Lebewesen, die ihm bislang verborgen geblieben sind? Die Schauspieler Es bereitet Vergnügen, Tom Cruise («Geboren am 4. Juli») während seiner halsbrecherischen Flugmanöver zu88 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

zuschauen. Noch mehr Spass muss er selber gehabt haben, denn im Privatleben ist Cruise ein leidenschaftlicher Hobbypilot. Unter den Schauspielern: der charismatische Morgan Freeman («Million Dollar Baby») . Der Regisseur Joseph Kosinski («Tron: Legacy») hat sich mit seinem kompromisslosen visuellen Stil einen Namen gemacht. Mit «Oblivion» zementiert der US-Amerikaner seinen Ruf. Der Satz Victoria: «Unser Job ist, uns nicht zu erinnern.» Das Fazit Atemberaubende Action-Szenen, spannende Story mit einer Prise Romantik. Grosses Sehvergnügen, auch für Nicht-SciFi-Fans. KATI MOSER --------- Länge 125 Min. Regie Joseph Kosinski. Im Kino.

Der wichtigste Satz? «Allein wenn sie wüssten, wie ruhmsüchtig ich in meinen geheimsten Träumen bin. Nicht einmal meine Eltern ahnten es, weder mein Vater, bevor er starb, noch meine Mutter, bevor sie verrückt wurde.» Für wen? Für alle, die Liebesgeschichten mögen, auch wenn die vorliegende leicht verschroben ist. Nach der Lektüre? Man ist berührt von der Menschlichkeit, die die Geschichte vermittelt. KATI MOSER ---------Milena Agus Die Welt auf dem Kopf (dtv)

Fotos Paul Seewer, HO (3)

«OBLIVION» (USA)

Wer ist die Autorin? Die in Cagliari lebende Sardin Milena Agus hat sich mit ihrem zweiten Buch «Die Frau im Mond» international einen Namen gemacht. Auch «Die Welt auf dem Kopf» hat das Potenzial zu einem Renner.


stimmgewaltig Der Soul-Pop von Lisa Stansfield ist nach wie vor hitverdächtig.

demnächst

pop-comedy. Basler Benefits

akzent-parcours Es gibt zwar (noch) keine solche Castingshow, doch der Titel «Explosivster Muslimbruder der Schweiz» wäre ihm gewiss. Denn das Chültürprogramm des Integrationswunders isch voll krass, Mann! hv ---------müslüm Z7 Konzertfabrik Pratteln 11.5. um 20 Uhr, weitere Auftritte in Planung, www.muesluem.ch

lisa stansField auF comeBacK-tour

noch bei stimme

cd-tipp KlassiK

wagner vom Feinsten So träumte sich Wagner seine Helden: blond, jung und etwas melancholisch. Mit einer Stimme so hell und strahlend wie ein Stern, männlich und doch jungenhaft. Wie Klaus Florian Vogt eben, eine ganze Wagner-CD lang!

platzieren konnte, stellt die neuen Starlets und die meisten europäischen Stars des Genres nach wie vor in den Schatten. Umso erstaun­ licher, dass die seit «Swing» (1999) auch als Schauspielerin erfolgsverwöhnte Frau nach ihrem 2004 veröffentlichten Album «The Moment» buchstäblich sang­ und klanglos in der Versenkung verschwand. Vielleicht war es kein Zufall, dass sie 1992 auf dem Soundtrack zum Film­Hit «Bodyguard» «Someday (I’m Coming Back)» sang. Dieses Jahr jedenfalls meldet sie sich mit einem neuen Album und dem Film «Northern Soul» zurück. Nach eini­ gen Konzerten in Londoner Clubs und ihrer Heimat Manchester hat sie sich für eine Tour warm gesungen. Durchaus möglich, dass einige der «The Voice of Switzerland»­Fina­ listinnen beim Besuch von Lisa Stansfields Auftritt im «Kaufleuten» ziemlich ins Schlot­ tern kämen. hanspeter vetsch ---------lisa stansfield Kaufleuten Zürich, 23. Mai um 20 Uhr, www.goodnews.ch

hans uli von erlach

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Klaus Florian vogt Wagner (Sony)

tickets für die besten events!

lach-parade Damit Spitalclowns Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern können, braucht es auch Geld. Das wird gesammelt, indem Comedy-Künstler wie Michel Gammenthaler Erwachsene lachen machen. hv ---------die nacht des lachens 2013 Musical Theater Basel 16. 5. um 21 Uhr, www.theodora.ch

tanz-potpourri Zwei Stunden Rock ’n’ Roll, Hip-Hop und Tanzakrobatik aus der Schweiz, dazu eine Portion USA. Ziel ist neben Vergnügen eine Spende an die Krebsliga beider Basel und die Make-A-Wish Foundation. hv ---------dancing 4 children Hotel Engel Liestal 4. 5. um 19.30 Uhr, www.dancingforchildren.ch schweizer illustrierte 89

Fotos Brauer Photos, inzane.ch, HO (2)

Wir erinnern uns gern: Stefanie Heinzmann, Stress, Marc «Verrat ois din Name» Sway und (nach gebührendem Zögern) selbst Herr Fankhauser drücken alle ihren Buzzer. Und wir stellen uns vor, dass sich niemand um­ gedreht hätte, wenn Lisa Stansfield mit «All Around the World» aufgetreten wäre – weil diese Stimme die Jury von «The Voice of Switzerland» sprachlos gemacht hätte. Denn die britische Queen des Soul­Pop, die sich 1989 mit ebendiesem Song als erste weisse sängerin in den US­Billboard­R&B­Charts


Uhren Extra Ein Magazin der Schweizer Illustrierten, im Auftrag von Tasari Atelier, Bern

CARL F. BUCHERER

Klein und fein D

ie Uhren von Carl F. Bucherer stehen für die Verbindung von Uhrmacherhandwerk mit Juwelierskunst. Ganz besonders gilt dies für die Damenuhren der Alacria-Familie. Der neuste Zuwachs, die Alacria TwoTone: eine Uhr, die als Schmuckstück getragen wird. Auffallend sind die silbernen und rotgoldenen Farbkontraste. Das rechteckige Gehäuse – mit einer Abmessung von 21 mal 30 Millimetern – hat konvexe Flanken und ein ebenfalls gewölbtes Saphirglas. Diese Details sind es, die diese Uhr so weiblich machen. Je nach Wunsch wählt man das Modell mit oder ohne Diamanten, in kleinerer oder grösserer Ausführung. Mit dem hochpräzisen Quarzwerk CFB 1850 ausgestattet, überzeugt der schmucke Zeitmesser auch mit inneren Werten. Das Armband ist aus Edelstahl und 18-Karat-Rotgold gefertigt und schmückt so geschmeidig das weibliche Handgelenk. ----------

Foto Michael Schär, www.michaelschaer.ch

Alacria Mini TwoTone mit Brillanten CHF 7800.–, Tel. 041 369 70 70 www.carl-f-bucherer.com

Zweifarbig Rotgolden und silberfarben, ergänzt mit Brillanten – die Alacria TwoTone.

Baselworld An der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld stellen die Besten ihres Fachs vom 25. April bis am 2. Mai 2013 die neusten Kreationen aus. Damit wird gleichzeitig die neue Messehalle eröffnet. www.baselworld.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 91


Uhren Extra M-WATCH

Frühlingserwachen Welche Farbe darfs denn sein? Die neuen Maxi-Modelle von M-Watch in KNALLFARBEN sind so günstig, dass man sich auch ein zweites leisten kann.

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ein Grund mehr, schlechte Laune zu haben, wenn man sich eine leuchtfarbene Uhr ans Handgelenk schnallen kann. M-Watch liegt diesen Frühling einmal mehr voll im Trend, der Neonfarben zum absoluten Must-have gemacht hat. Orange, Grün oder Lila? Bei 49 Franken pro Stück kann man sich da gerne die passende Uhr zum Outfit oder zur Stimmung kaufen. Die sportlich-geradlinige Gestaltung ist praktisch und modern, und das klare Design sorgt dafür, dass nichts von der Uhrzeit ablenkt. M-Watch wurde als Volksuhr erfunden. Genau 30 Jahre ist das nun her. «Gute Schweizer Qualität zu einem guten Preis, war das Motto meines Vaters», sagt André Bernheim, CEO und Sohn des Firmengründers. Werte, die heute noch gelebt werden. In den letzten 30 Jahren verkaufte die Mondaine Group rund sieben Millionen M-Watches. Die Palette ist stetig gewachsen und reicht von klassisch bis trendig. ---------Maxi CHF 49.–, Tel. 058 666 88 80 www.m-watch.ch

MONDAINE

Heimat am Handgelenk

Die unverkennbare Bahnhofsuhr kann ganz schön gross sein. Zum Glück gibts kleinere Modelle fürs Handgelenk – jetzt mit einer LIMITED EDITION mit transparentem Gehäuseboden.

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Fröhlich M-Watch überrascht immer wieder mit trendigen Modellen, die erlauben, die Uhr als Accessoire einzusetzen.


CHARRIOL

Blickfang Kabelarmband, Perlmutt und ein Bracelet – das ist die Linie ST-TROPEZ der Genfer Uhrenmarke Charriol.

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Glamourös Die typischen geflochtenen Bänder und das Bracelet machen die St-Tropez so speziell.

D Vintage Immer neu und trotzdem unverkennbar: Bahnhofsuhr.

ie Mondaine-Uhren im Bahnhofsuhr-Design schaffen, was nur wenigen Objekten gelingt: Sie werden seit 1986 stets leicht modernisiert und bleiben trotzdem unverkennbar. Diese Saison überrascht die Firma mit der neuen Vintage Automatic, die auf weltweit 500 Stück limitiert ist. Mit einem Durchmesser von 41 Millimetern und einem nur 8,8 Millimeter hohen Gehäuse passt die Uhr sowohl an Frauen- wie an Männerhandgelenke. Speziell: Erstmals sieht man durch den transparenten Gehäuseboden ins Innere der kultigen Uhr. Dort tickt das automatische Uhrwerk ETA 2892-2. Das Design der Vintage Automatic wurde bewusst den ersten Modellen nach-

ls Alchimisten bezeichnet sich Firmengründer Philippe Charriol. Er vereint die Kunst der Kelten mit modernem Design. Typisch die geflochtenen Kabelbändern, die immer wieder auftauchen. Bei der Uhr der Linie St-Tropez als Armband in Edelstahl und Titan. Die Idee dazu hatte Charriol nach einem Besuch im British Museum. Raffiniert auch der Verschluss: ein Bracelet mit Karabinerhaken, das die hinten offene Uhr sicher am Handgelenk verschliesst. Das Zifferblatt ist aus schimmerndem Perlmutt und wird durch ein auffälliges Sonnenstrahlmotiv geschmückt. Auf der Quarzuhr zeigen vier römische Ziffern und acht Diamanten die Uhrzeit an. Mit dieser Uhr scheint die Sonne immer, und zusätzlicher Schmuck ist ganz einfach nicht mehr nötig. ---------St-Tropez Diamonds CHF 2290.–, Tel. 022 789 43 00 www.charriol.com

empfunden. Der bei der SBB angestellte Ingenieur Hans Hilfiker hat die Bahnhofsuhr designt und die Mondaine-Uhr vom Perron ans Handgelenk gebracht und damit auch gleich die Official Swiss Railway Watch der SBB geschaffen. Seither hat sich die Kollektion stark erweitert und neben runden oder eckigen Damen- und Herrenuhren gibt es auch grosse Wanduhren, Taschenuhren oder Wecker. Unverkennbar bei jedem Modell: die rote Sekundenkelle und das klare Zifferblatt, das ein einfaches Ablesen erlaubt. ---------Vintage Automatic Limited Edition CHF 950.–, Tel. 058 666 88 33 www.mondaine.com

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Uhren Extra JAGUAR

Wildkatze mit Innenleben Seit über 70 Jahren gibts die Swiss-Made-Uhr der Marke Jaguar. Die neuen Werke der Kollektion J-MOTION werden vollständig in der Schweiz hergestellt.

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Auf dem Sprung Das neue Werk Twin-Motion hier im Modell J657/3, mit retrograder Anzeige.

FESTINA

Uhr des Bergflohs Er war der Liebling der Zuschauer und erklomm die Berge wie kein anderer: Richard Virenque ist das Gesicht für die KERAMIKUHR von Festina.

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estina ist seit 21 Jahren offizieller Zeitnehmer der Tour de France und sieht sich dem Radsport verbunden. Folgerichtig hat die spanische Marke den ehemaligen Bergfloh und heutigen Eurosport-

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it der J-Motion ist eine neue Kollektion an Chronografen auf dem Markt, die mit dem retrograden Uhrwerk durch technologische Inhouse-Innovation glänzen. Die Modelle sind ein Mix aus trendigem Design und Eleganz – wie es sich für die Marke Jaguar gehört. Die normale Zeitanzeige wird durch einen AM/PM-Indikator ergänzt, und beim Drücken der Krone wird diese zu einem Zehntel-Sekunden-Chronografen. Alle Zeiger haben eine retrograde Funktion, was dem Zifferblatt sein beeindruckendes Äusseres verleiht. Das Armband besteht aus Kautschuk und ist angenehm zu tragen. Das Gehäuse ist in Edelstahl gehalten. Stark, kraftvoll und elegant – so wollte Gründer Peter Haas die Jaguar-Uhren haben. Dem wird auch heute noch nachgelebt. Die Uhrenmarke gehört zur spanischen Festina Group. ---------J657/3 CHF 699.–, Tel. 032 344 28 78 www.festinagroup.com


LUMINOX

Immer auf Zack Ob im Wald oder in der Grossstadt – mit der neuen Recon Nav Spc von Luminox findet man immer den RICHTIGEN WEG.

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ine gute Orientierung ist wichtig, egal, ob in der Natur oder im hektischen Alltag. Die neue Recon Navigation Specialist der 8830 Series von Luminox ist das perfekt Hilfsmittel dazu. Das 46-Millimeter-Gehäuse aus schwarzem Polykarbonat umschliesst das schwarze Zifferblatt, in das ein Tachymeter für Gehgeschwindigkeit integriert ist. Mit dieser Funktion kann jederzeit abgelesen werden, wie schnell man gerade unterwegs ist. Die Distanzen werden in Kilometern pro Stunde angegeben. Falls man nicht weiss, ob man in die richtige Richtung geht, zieht man den Kompass zurate, der im Armband befestigt ist und herausgelöst werden kann. Auf dem Armband ist zusätzlich ein Messband eingraviert, das beim Kartenlesen hilft. Klar, dass dank einer GMT-Funktion auch eine zweite Zeitzone eingestellt werden kann. Und ja, durch die Luminox Light Technology leuchten Ziffern und Zeiger während 25 Jahren ununterbrochen unter dem Saphirglas hervor. Und das alles Swiss Made. ----------

Mehrwert Zeit, Geschwindigkeit, Distanz und Ortung – alles in einer Uhr.

8831 Recon Navigation Specialist CHF 440.–, Tel. 058 666 88 33 www.luminox.com

Schneweiss statt gepunktet Keiner trug das rot gepunktete Bergtrikot der Tour häufiger als Richard Virenque.

Rad-Reporter Richard Virenque zum neuen Botschafter verpflichtet. Er posiert mit einem Modell der neuen Herren-KeramikLinie, das es in Weiss und Schwarz gibt. Die Multifunktionsuhr, bei der sowohl Gehäuse als auch Armband aus Keramik sind, ist ganz in der Tradition der modernen Sportuhr für jeden Tag designt. Auch für Damen, die sich immer häufiger ebenfalls für grössere Modelle entscheiden, gibt es interessante neue Modelle. Durch das Material Keramik sowie die optimale Passform legt sich dieser Zeitmesser perfekt um jedes Handgelenk. ---------F16639/2 CHF 349.–, Tel. 032 344 28 78 www.festina.com

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

«Constance Lémuria» auf Praslin Der schönste Golfplatz der Seychellen liegt gleich neben dem Hotel.

LEADING HOTELS OF THE WORLD

Traumhotels am Indischen Ozean D Happy Hours «Prince Maurice», Mauritius.

ie Vereinigung ist exklusiv, elegant, eher teuer und garantiert Qualität: «The Leading Hotels of the World». Wer rein will ins Buch der weltbesten Hotels, muss anonyme Tests überstehen (und jährlich einen saftigen Mitgliederbeitrag bezahlen). Die Inspektoren wurden diesmal vor allem am Indischen Ozean fündig. Das rundum erneuerte «Prince Maurice» mit 89 Suiten, Villen und spektakulären Restaurants ist die erste Adresse auf Mauritius. Das «Lémuria»

auf der Insel Praslin ist mit seinen raffinierten Villen am Meer ein Juwel der Seychellen. Beide Häuser gehören zur aufstrebenden Constance-Gruppe, beide sind «umzingelt» von fantastischen Golfplätzen. Den «Leading»-Neuling in Marrakesch kennen wir bereits aus dem Kino: Im «Taj Palace» (161 Zimmer und Suiten, Spa, Yoga-Tempel) wurde der Film «Sex and the City 2» gedreht. HE ---------Info www.lhw.com

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MALEDIVEN Stiller Ozean und endlose Sandstrände? Eine von über 50 Traumdestinationen von Edelweiss. Marc Sway, Musiker und Sänger

«Edelweiss fliegt ans Ziel meiner Träume» Worauf achten Sie besonders beim Buchen eines Ferienfluges? Da ich mit Familie reise, ist für mich eine vernünftige Abflugzeit wichtig. Zudem fliege ich am liebsten ab Zürich und wenns geht mit einer Schweizer Airline. Zum Beispiel mit Edelweiss? Am liebsten! Denn dort wird man noch mit einem «Grüezi» begrüsst. Zudem fliegt Edelweiss ans Ferienziel meiner Träume: die Malediven. Wann waren Sie erstmals dort? Gleich nach meiner Lehre. Ich musste mich entscheiden, ob ich mein Erspartes für ein Auto oder für Ferien auf den Malediven ausgebe. Ich entschied mit fürs Zweite – und es wurden meine schönsten Ferien! Was tun Sie am liebsten in einem Flugzeug? Ich geniesse einen Drink, den ich sonst nie trinke: einen Bloody Mary.

Wo man aus der die beobachten kann. Malediven jeden Freitag nonstop ab Zürich

flyedelweiss.com

märchenhaft Die Seebrücke von Sellin auf der Insel Rügen ist beinahe 400 Meter lang. KurzurlauB in mecKlenBurg-Vorpommern (d)

Weisses Bäderparad i Helvetic Airways bringt uns die Hansestadt StralSund und die Ostseeinsel rügen näher. Es locken Backsteingotik im Städtchen, Bäderarchitektur am Meer und urtümliche Landschaften.

W

ie ein Kleinod liegt die Seebrücke vor dem Ostseebad Sellin: der längere Brückenkopf weit vorne in den Wellen der Ostsee, der kürzere gut verankert am Strand. Dazwischen das schöne Restaurant mit Palmenhaus auf zwei Etagen. Seit dem Wiederaufbau der Seebrücke vor fünfzehn Jahren werden im eleganten Restaurant im Stil der Bäderarchitektur um 1906 berauschende Feste gefeiert, Lesungen durchgeführt oder ganz einfach köstliche fangfrische Fische ge-

gessen. Die Kulisse ist so einmalig, dass die Seebrücke, mit 400 Metern die drittlängste in Deutschland, zusammen mit dem Kreidefels Königsstuhl zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Insel Rügen zählt. romantische Bäderarchitektur Die grösste Insel Deutschlands lockt mit einer vielfältigen Landschaft, feinsandigen Stränden und einer Bäderarchitektur, die so nur an der Ostsee zu finden ist. Das Städtchen Binz ist ein Vorzeigeobjekt: Über hundert Häuser aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts – meist weiss gestrichen, mit Veranden und


romantischer anblick Villen in Binz auf Rügen: Die Bäderarchitektur erlebte ihren Höhepunkt im späten 19. Jahrhundert.

Postkarten-Blick Die Hansestadt Stralsund punktet mit ihren prächtigen Backsteinbauten. Links: die Marienkirche.

Prächtiger ausblick Caspar David Friedrich hat 1818 womöglich von hier aus sein berühmtes Bild «Kreidefelsen auf Rügen» gemalt.

Foto bopicture, Willi Rolfes, HO (2)

d ies an der Ostsee Fachwerk, Holzverzierungen und Jugendstilelementen – lassen sich auf einem Spaziergang bewundern. Im September, während des «Monats der Bäderarchitektur», kann man einige Villen besichtigen. Die lange Strandpromenade lädt zum Joggen und Spazieren ein, die Strandkörbe am Meer versprechen erholsame Momente. Wer Wellness sucht: Bäder im weissen Rügener Kalk sorgen für Entschlackung sowie Linderung bei Rheuma. Kreidefels und viel romantik Der Faszination des über 800 Jahre alten Buchenwaldes im Nationalpark Jasmund kann sich kaum jemand entziehen. Ebenso dem Kreidefelsen. Der markanteste Punkt der weissen Pracht ist der 118 Meter hohe Königsstuhl. Fünfhundert Stufen führen hinunter zur Küste. Im lokalen Informationszentrum erfährt man alles über

den Nationalpark (Unesco-Weltnaturerbe) und erhält Tipps für Wanderungen. Pinguine und Gotik in stralsund Die Marienkirche in der Hansestadt gehörte im 14. und 15. Jahrhundert zu den höchsten Gebäuden Europas. Wie durch ein Wunder wurde der imposante Backsteinbau im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Seit 2002 ist das 60 000 Einwohner starke Stralsund an der Ostsee – zusammen mit Wismar – Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Museen gibt es hier wie Sand am Meer. Nicht verpassen: das Ozeaneum. Die Rolltreppe im Innern des modernen Gebäudes misst 34 Meter, ungefähr die Länge eines Blauwals (www. ozeaneum.de). In einem Aussenbecken auf dem Dach tummeln sich zehn Humboldt-Pinguine bei prächtigem Ausblick. Kati mOser

check-in anreise Flug mit Helvetic Airways (Do/So, bis 25. 10.) Zürich–Rostock, weiter mit Bahn oder Mietauto nach Stralsund oder Rügen (www.helvetic. com) Besonderes angebot stralsund ****Hotel Scheelehof, 2 Übernachtungen im DZ mit Frühstück, EUR 219.– vom 1. 5.–30. 6./1. 9.–30. 9. (www. hotel-stralsund-scheelehof.de) hotel in Binz ****Hotel Am Meer & Spa, DZ, Frühstück, p. P. ab EUR 75.– (www.hotel-am-meer.de) ausflüge Putbus–Binz–Göhren mit dem «Rasenden Roland», einer historischen Schmalspurbahn info www.ruegen.de

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en Guete unwiderstehlich Vogelnestli aus dem eigenen Ofen bleiben nicht lange liegen.

süsse Freude

Normalerweise kauft man solche Dessert-Guetsli in der konditorei. Selber gemacht, schmecken sie noch besser.

Vogelnestli zutaten (ergibt 8 stück)

1 ausgewallter Mürbeteig (ca. 32 cm ∅), 3 frische Eiweisse, 1 Prise Salz, 100 g Zucker, 250 g gemahlene Haselnüsse, 1 Teelöffel Zitronensaft, 3 Esslöffel Vierfruchtkonfitüre Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Backen ca. 20 Min.

Mit einem gewellten Ausstecher (ca. 9 cm ∅) 8 Rondellen ausstechen. Auf ein mit Back­ papier belegtes Blech legen. Ca. 15 Min. kühl stellen. Eiweisse mit dem Salz sehr steif schla­ gen. Die Hälfte des Zuckers beigeben, kurz

weiterschlagen, bis der Eischnee glänzt. Rest­ lichen Zucker, Nüsse und Zitronensaft sorg­ fältig daruntermischen. Masse in einen Spritz­ sack mit gezackter Tülle (ca. 1 cm ∅) geben. Je ein Kränzchen auf die Teigrondellen spritzen, dabei ringsum einen Rand von ca. 5 mm frei lassen. Konfitüre glatt rühren, je ca. 1 1/2 Tee­ löffel in die Mitte der Kränzchen geben. Backen ca. 20 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen. ---------haltbarkeit In einer Dose gut verschlossen, kühl und trocken ca. 5 Tage.

tipp

heissluft-Backofen

Die meisten Backöfen bieten heute die Möglichkeit, mit Heissluft zu backen. Dabei wird die Luft durch einen Ventilator angesaugt, erwärmt und in den Ofen geblasen. Das hat vor allem zwei grosse Vorteile: Das Aufheizen dauert viel weniger lang, und die Wärme wird gleichmässig im Ofen verteilt. So lassen sich bis zu drei Bleche gleichzeitig backen – bei Guetsli oder anderem Kleingebäck, das man in grossen Mengen zubereitet, kann man so viel Zeit und Energie sparen. Wer beim Backen mit Heissluft mehr als nur heisse Luft produzieren will, muss allerdings die Temperatur ca. 20 Grad tiefer einstellen als beim Backen mit Ober- und Unterhitze. Die Angaben in unseren Rezepten beziehen sich, sofern nicht ausdrücklich erwähnt, immer auf Ober- und Unterhitze. Beim Backen mit Heissluft also immer auch daran denken, die Temperatur zurückzudrehen.

amaretti al cioccolato zutaten (ergibt ca. 35 stück)

200 g geschälte Mandeln, 50 g Cailler Cuisine Noir 64 %, zerbröckelt, 2 frische Eiweisse, 1 Prise Salz, 100 g Zucker, 1 1/2 Teelöffel Vanillezucker, 1/4 Teelöffel Bittermandelaroma, Schokoladepulver zum Bestäuben Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 10 Min. Mandeln und Schokolade mit dem Cutter fein mahlen, in eine Schüssel geben. Eiweisse mit dem Salz steif schlagen, die Hälfte des Zuckers beigeben, weiterschlagen, bis der Eischnee glänzt, restlichen Zucker, Vanille­ zucker und Bittermandelaroma beigeben, kurz weiterschlagen. Eischnee zur Mandel­ Schokolade­Mischung geben, sorgfältig da­ runterziehen. Mit zwei Teelöffeln Häufchen von je ca. 2 cm ∅ mit genügend Abstand auf zwei mit Backpapier belegte Bleche legen. Backen ca. 10 Min. im auf 150 Grad vor­ geheizten Ofen (Heissluft). Herausnehmen, noch warm mit den Fingern etwas zusam­ u schweizer illustrierte 101


En Guete u mendrücken. Auf einem Gitter auskühlen. Mit Schokoladepulver bestäuben. ----------

Haltbarkeit In einer Dose gut verschlossen, kühl und trocken ca. 2 Wochen.

Kokos-Makrönli

unter den Eischnee ziehen. Masse in einen Spritzsack mit gezackter Tülle (ca. 1 cm ∅) geben. Ca. 8 Makrönli mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. Backen/trocknen ca. 65 Min. in der unteren Hälfte des auf 100 Grad vorgeheizten Ofens, dabei die Ofentür mit einem Kellenstiel einen Spaltbreit offen halten. Herausnehmen, mit dem Backpapier auf ein Gitter ziehen, auskühlen. ---------Haltbarkeit In einer Dose gut verschlossen, kühl und trocken ca. 1 Woche.

ZutatEn (ergibt ca. 8 Stück)

3 Esslöffel Wasser, 175 g Zucker, 2 frische Eiweisse, 1 Prise Salz, 1 1/2 Esslöffel Zucker, 175 g Kokosraspel, 2 Esslöffel Maizena Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen/trocknen ca. 65 Min. Wasser und Zucker in einer kleinen Pfanne unter Rühren aufkochen. Eiweisse mit dem Salz sehr steif schlagen. Zucker beigeben, kurz weiterschlagen, bis der Eischnee glänzt. Heisses Zuckerwasser unter Rühren langsam dazugiessen. Kokosraspel und Maizena mischen, sorgfältig mit einem Gummischaber

Weisse Florentinerli ZutatEn (ergibt ca. 42 Stück)

250 g Backmarzipan (siehe Hinweis) Belag 30 g Butter, 1 dl Rahm, 80 g Zucker, 120 g Mandelblättchen, 100 g Zitronat, fein gehackt, 2 Esslöffel Mehl Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 3 Min.

Marzipan zwischen einem aufgeschnittenen Plastikbeutel ca. 2 mm dick auswallen, mit einem Spachtel von der Arbeitsfläche lösen. Rondellen (ca. 5 cm ∅) ausstechen, auf zwei Backpapiere verteilen. Alle Zutaten für den Belag in einer weiten Pfanne bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem sorgfältigem Rühren ca. 2 Min. köcheln, bis die Masse dicklich ist, Pfanne von der Platte nehmen. Formen Masse sofort auf den Marzipanrondellen verteilen. Backen ca. 3 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens (Heissluft). Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen. ---------Hinweis Backmarzipan wird häufig auch als Mandelmasse bezeichnet. Er besteht aus mind. 40 % Mandeln und ist dadurch backfest. Backmarzipan ist in vielen Coop-Verkaufsstellen erhältlich. Haltbarkeit In einer Dose gut verschlossen, kühl und trocken ca. 2 Wochen.

Impressum Nr. 16, 102. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte auflage 198 660 Exemplare ISSN 0036-7362 abonnements-Dienst (telefon gratis) 0800 820 920 Mo–Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Einzelverkauf einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 259 63 63, Fax 044 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez Stv. Chefredaktor Ueli Walther art Director Patrick Brun unterhaltungschef Silvan Grütter nachrichtenchef Ueli Walther Wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef a. i. Ulli Glantz textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel nachrichten Marcel Huwyler (stv. Nachrichtenchef), Thomas Kutschera, Alejandro Velert unterhaltung Sandra Casalini (stv. Unterhaltungschefin), Yvonne Zurbrügg (stv. Unterhaltungschefin, Leitung Menschen), Aurelia Forrer, René Haenig, André Häfliger (Chefreporter), Christa Hürlimann Sport Christian Bürge, Thomas Renggli Kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Lisa Merz (Leitung), Verena Thurner Kulinarik / al dente Isabel Notari Bildredaktion Roger Hofstetter, Fabienne Hubler, Regula Revellado Fotografen David Biedert, Adrian Bretscher, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser Layout / Produktion Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Martina Mayer, Fabienne Rodel, Nigel Simmonds (Infografiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Stefan Bührer, Irène Müller Bildbearbeitung Ringier Redaktions-Services Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier, Andrea Vogel SI online Katja Fischer (Leitung Desk), Nadine Bauer, Anouk Haimoff, Ramona Schweizer, Ramona Thommen, Javier Vázquez (Web-Engineer) iPad Samuel Bosshard, Ueli Johner Sekretariat Sara Schrepfer (Assistentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni

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präsentiert

GaultMillau Restaurant des Monats

Frühling in Teller und Glas Maestro Antonio variiert mit den ersten Spargeln der Saison.

Neue Adresse, neues Glück Antonio Colaianni kocht jetzt im «Mesa». Neu für 17 Punkte!

Das «Mesa» in Zürich Guter Style, hervorragende Küche, täglich ein tolles Vegi-Menü.

Kochen mit Herzblut. Auch für Vegetarier! «MESA», ZÜRICH Neuer «Tatort», neues Glück: ANTONIO COLAIANNI kocht jetzt im «Mesa». Dort liegen zwei verführerische Karten auf: eine «normale». Und eine für Vegetarier! Signor Antonio klettert auf 17 Punkte. Er ist GaultMillaus «Koch des Monats» im April.

A

auch wenn es die grössere Herausforderung ist als die Zusammenstellung eines normalen Menüs.» Eine von sieben Offerten haben wir unverzüglich angenommen: «Osternest»! Wir kriegten ein nach der Onsen-Methode zubereitetes wachsweiches «Stundenei», dazu Mönchsbart, Cipolotti, Trüffel und eine perfekte Beurre blanc. Hervorragend! Der kulinarische Parcours für NichtVegis? Zur Begrüssung ein geheimnisvoller gelber Peperonischaum mit «Sot l’y laisse», den wunderbar saftigen Pouletstücken. Dann eine sehr edle Bouillabaisse (mit etwas braver Rouille). Im Teller: Calamares, Rouget, Steinbutt – und liebevoll drapierte Schwertmuscheln. Wer Colaianni heisst, mags (trotz Konversation in breitem Berndüütsch) italienisch. Also gibts Ravioli, klein und fein, gefüllt mit Gitzi, dazu wilden Spargel, Eigelb und Parmesan. Auch das

«Kalb all’italiana» passt zu Koch und Haus: ein kleiner Ossobucco, eine Mini-Piccata, eine sauber gebratene Milke, Peperoni und Artischocken. Wir orderten auch den «signature dish»: Ormalinger Schwein! Bereits die Beilage war saugut: ein Kartoffelespuma mit einem Ragout vom Schwein. Daneben die abgeflämmte butterzarte Brust. Spätestens jetzt war klar: Da kocht sich einer in die 17-Punkte-Liga! Restaurant Mesa Weinbergstrasse 75 8006 Zürich 043 321 75 75 Sonntag und Montag Ruhetag Alle Kreditkarten Maestro Card, keine Postcard www.mesa-restaurant.ch

NE

Fotos Raja Läubli (2), Restaurant Mesa in Zürich

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ntonio Colaianni arbeitete zuletzt im «Clouds». Für einen Tisch in Zürichs Hochhaus-Restaurant warteten die Gäste monatelang. Aber der Chef da oben, hoch über den Wolken, war todunglücklich. Tempi passati: Colaianni heuerte als Nachfolger von Marcus G. Lindner im «Mesa» an und gibt jetzt, nach kurzem «warm-up», so richtig Vollgas. Er kann sich ganz auf seine anspruchsvolle Rolle am Herd konzentrieren. Vorne im modernen Restaurant kümmern sich Maître Reinhard Mayrböck und Sommelier Alexander Szabo ganz hervorragend um die Gäste. Erster Blick in die Karte, erste Überraschung: Es gibt zwei grosse Menüs; für Vegetarier gilt in diesem Haus «Gleichberechtigung»! Der Chef bietet einen fleischfreien Siebengänger an: «Das gehört zu meinem Konzept,

Endlich ein Jogurt ohne Kleingedrucktes. Nur 3 Zutaten – Jogurt, Früchte, Zucker. Sonst nichts.

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Auto Gelungen Nicht futuristisch, sondern mit allgemein verträglich elegantem Design und umweltschonendem Elektroantrieb fährt der Renault Zoe vor.

SCHON GEFAHREN: RENAULT ZOE

Elektrisierender Franzose Mit dem praktischen Elektro-Kleinwagen Zoe will Renault die Massen elektrisieren. Der KLEINE STROMER ist bereits das vierte reine Elektrofahrzeug der Franzosen. Und er überzeugt im Alltag.

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ür mich ist der Zoe mehr als nur ein Auto. Er ist der moderne und verantwortungsbewusste Inbegriff des automobilen Fortschritts», erklärt Emmanuel Bouvier, Marketingdirektor E-Mobilität bei Renault, stolz. «Schon 1900 wurde rund ein Drittel der Autos mit Elektropower angetrieben. E-Mobile sind also nicht neu, doch erst jetzt ist die Zeit reif für diesen Antrieb», ist er überzeugt. Und Bouvier könnte recht haben. Schon mit dem skurrilen Zweiplätzer Twizy traf Renault den Puls der Zeit – gerade bei uns. Mit 550 Verkäufen ist die Schweiz der viertgrösste TwizyMarkt weltweit. An diesen Erfolg soll ab Juni der kompakte Zoe – im Prinzip als ElektroBruder des Volumenmodells Clio – anschliessen. Mit seinem fliessenden Design kaschiert

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er seinen innovativen Antrieb elegant. Auch im Innenraum besticht der Fünfplätzer mit seiner Schlichtheit und dem übersichtlichen Cockpit. Keine Tastenflut oder komplizierte Bedienung – einfach reinsitzen, Startknopf

Schlicht Das Cockpit ist übersichtlich, die Stoffsitze verfügen über eine Wasser und Schmutz abweisende Teflonschicht.

drücken, Erkennungsmelodie und «Ready»Anzeige im hübsch gemachten Display abwarten, Ganghebel auf «Drive» – und schon flitzt der Zoe los. Der 88 PS starke Elektromotor hat dank 220 Nm Drehmoment keine Mühe, das doch rund 1,5 Tonnen schwere Fahrzeug flott voranzubringen – bis Tempo 50 geht es gar in nur vier Sekunden. Theoretisch sollte der Franzose mit einer Batterieladung bis zu 210 Kilometer schaffen, realistischer sind aber wohl eher Werte um gut 150 Kilometer. Beim Fahren positiv: Dank der im Fahrzeugboden untergebrachten LithiumIonen-Batterie hat der Zoe einen tieferen Schwerpunkt als der Clio, was sich positiv aufs Fahrverhalten und auch nicht negativ aufs Kofferraumvolumen auswirkt. Im Gegenteil: Der Zoe übertrifft den Clio mit 338 bis 1225 Liter gar leicht. Und praktische Details wie ein Duftspender oder die Wasser und Schmutz abweisende Teflonbeschichtung der Stoffsitze sorgen für zusätzlichen Pfiff im kleinen Stromer. JÜRG A. STETTLER


BENTLEY FLYING SPUR

Luxus im Überfluss

Weiche, aber dennoch markant-bullige Designlinien – vor allem am Heck – zeichnen Bentleys neue Edellimousine aus. Für den standesgemässen Vortrieb sorgt ein 6,0-Liter-W12 mit 625 PS unter der langen Haube. Der Biturbo katapultiert den Allrad-Briten in nur 4,6 s auf 100 km/h und macht die Luxuslimousine bis zu 322 km/h schnell.

KIA CARENS

Eleganter Allrounder

Im Sommer rollt die dritte Generation von Kias Kompaktvan Carens in die Schweiz. Der Siebenplätzer gefällt durch seine Funktionalität und Variabilität und bietet 103 bis 1694 Liter Gepäckraum. Die Motorenpalette umfasst zwei Diesel (115, 136 PS) und zwei Benziner (135, 166 PS). Die Preise für den Koreaner sind noch nicht bekannt.

Renault Zoe

Dezent Nur wenige Details in Blau verraten beim Zoe den Elektroantrieb unter der Haube.

 Motor Elektro 88 PS, 220 Nm  0 bis 100 km/h 13,5 s  Spitze 135 km/h  Verbrauch 14,6 kWh/100 km  CO2-Ausstoss 0 g/km  Energieeffizienz-Kategorie A  Reichweite 210 km  Verkauf ab Juni 2013  Preis ab CHF 24 100.– plus mind. CHF 95.– Batteriemiete/Monat

 Konkurrenten Citroën C-Zero,

Mitsubishi i-MiEV, Nissan Leaf, Peugeot iOn, Renault Fluence, Smart ED u. a.  Unser Urteil Nur das fehlende Motorengeräusch macht klar, dass man in einem Stromer sitzt. Sonst bietet der Zoe alles, was man auch bei einem Kleinwagen erhält. Dank Batteriemiete stimmt auch der Preis. Vorerst kann er zwar nicht an einer Haushaltssteckdose geladen werden, dafür ist ein Ladegerät/Wallbox im Preis inbegriffen.

HYUNDAI I30

Mit sportlicher Note

Die Koreaner ergänzen ihre i30-Reihe nach Kombi und Fünftürer um eine schicke, dreitürige Variante. Mattschwarze Details und Kühlergrill sorgen zusammen mit LED-Tagfahrlicht für einen sportlichen Auftritt. Angetrieben wird der Koreaner von Benzinern (1,4-Liter mit 100 PS, 1,6-Liter mit 135 PS). Preis ab CHF 18 590.–.

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 105


Horoskop WOCHE VOM 20. BIS 26. APRIL 2013

Der Vollmond bringt positive Aspekte begleitet: Am 24. bildet die Sonne einen harmonischen Winkel zu Neptun, Merkur zu Jupiter und Venus zu Pluto. Gute Vorzeichen für schicksalhafte Begegnungen, künstlerische Erfolge, kulturelle Höhepunkte. Besonders die 1. Dekaden Stier, Jungfrau, Steinbock, Krebs, Skorpion und Fische sind im 7. Himmel.

WIDDER 21.–30. 3. Sie geben mit

vollen Händen Ihr Geld aus, sollten besser Ihre Kreditkarte einsperren! Am 23. sind Sie einem Flirt nicht abgeneigt, Ihr Partner ist VIOLA nichtgeradebegeistert.31.3.–9.4.SieagieTAMI 10. 4. 1981 ren clever, sind kontaktfreudig und schlagfertig (am 20. und 24.). Jupiter verspricht schöne Erfolge, tolle Angebote, speziell für zwischen dem 24. und 28. Geborene.ManchmalauchprivateHöhepunkte.10.–20.4.Sie können eine verdiente Pause einlegen. Gehen Sie aus (z. B. am 20.!), nehmen Sie Einladungen an! Am 24./25. stehen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner im Mittelpunkt.

STIER 21.–30. 4. Sonne, Mars und VenuswanderndurchIhreDekade,Sieschweben in höheren Sphären, sind charmanter denn je und gleichzeitig physisch in BestSERGIO form (21.). Am 25. (Vollmond) sind Sie geERMOTTI 11. 5. 1960 reizt und dickköpfig. 1.–10. 5. Ruhig bis 23., anschliessend glänzende Laune und unvergessliche Stunden (zu zweit, im Freundeskreis?). Am 24. ist Ihr Charme unwiderstehlich, in einigen Beziehungen kommt es zu positiven Veränderungen. Am 26. sind Sie etwas übermütig. 11.–20. 5. Routinewoche. Spannungen in den eigenen vier Wänden am 20., aber Harmonie und Gleichklang am 22.

ZWILLINGE 21.–31. 5. Sie können

einen Gang zurückschalten, eine kleine Pause machen. Am 23. sind Sie kreativ und fühlen sich wohl im engsten Kreis. Nur am NADJA 21. könnte die Stimmung etwas gedrückt SIEGER 22. 5. 1968 sein. 1.–10. 6. Sie können wertvolle neue Kontakte knüpfen, Ihre Projekte kommen gut voran, speziell am 20. und 24. Besonders nach dem 4. Geborene sindaufGlückskurs,erntenschöneResultate(vonAugust/ September?). Manchmal auch Beförderung oder ein privates Highlight. 11.–21. 6. Vorwiegend neutral. Am 20. und 23. stehen Sie im Mittelpunkt und fühlen sich wohl.

KREBS 22. 6.–1. 7. Mars verleiht Ihnen

LÖWE 23.7.–1.8.HektischeWoche!Sie

JUNGFRAU 24. 8.–2. 9. Traum-

Power, und Venus signalisiert Frühlingsgefühle und Herzklopfen. Am 24. sind Sie im7.Himmel,derVollmondam25.istebenCARLOS falls exzellent. Singles können eine schickLEAL 9. 7. 1969 salhafte Begegnung machen. 2.–12. 7. Sie können langfristig die Weichen stellen. Nach dem 22. sind Sie charmanter denn je, und man liegt Ihnen zu Füssen (26.).Nuram24.nervenProbleme(Angehörige?),undam 21. sind Sie zerstreut. 13.–22. 7. Es wird wieder ruhiger. Am 22. können Sie in einem offenen Gespräch ein Missverständnis aufklären, am 25. sind Sie ungeduldig und nervös.

sind gereizt und sollten sich gesundheitlich schonen (Kreislauf, Rücken?). Oder berufliche Probleme (Kollegin?) nerven, speziell MADONNA am 22. und 25. (Vollmond). Vielleicht sind 16. 8. 1958 Sie von jemandem enttäuscht? 2.–12. 8. Sie treffen kluge Entscheidungen und sind erfolgreich bei Verhandlungen, Examen, Besprechungen. Nur am 21. und 26. sollten Sie nicht alles auf eine Karte setzen! 13.–23. 8. Vorwiegend neutral. Nur am 20. sind Sie unter Druck und sollten auf Ihre innere Stimme hören. Am 24./25. verbreiten Sie gute Laune und fühlen sich wohl im engsten Kreis.

woche! Sie sind körperlich in Bestform und ausserdem sehr widerstandsfähig. Exzellent für langfristige Vorhaben. Venus DIEGO symbolisierteinLiebeshoch,z.B.am22.und BENAGLIO 8. 9. 1983 25.(Vollmond).SchicksalhafteBegegnung? Versöhnung?3.–12.9.Siestartenam22.richtigdurch,kommen schnell voran. Ausserdem erleben Sie wunderschöne Momente (zu zweit?), und niemand kann Ihrem Charme widerstehen (24., 26.). 13.–23. 9. Überwiegend neutrale Einflüsse. Am 22. und 23. sind Sie überempfindlich und bekommen eine Bemerkung in den falschen Hals.

WAAGE 24. 9.–3. 10. Sie kommen gut über die Runden, und nach einigen Aufregungen in den letzten Wochen haben Sie wieder freie Bahn. Ein finanzielles Problem MARTINA von November/Dezember könnte eine HINGIS 30. 9. 1980 Lösung finden (23.). 4.–13. 10. Ein Projekt, das Sie gemeinsam mit dem Partner planen, könnte Fortschritte machen. Befolgen Sie seine Ratschläge, er sieht die Dinge objektiver (21.)! Am 24. könnten einige einen Volltreffer landen. 14.–23. 10. Sie sind mit Routinearbeiten beschäftigt. Am 20. sollten Sie ein Treffen mit Freunden organisieren. Am 24. haben Sie eine gute Nase.

SKORPION 24. 10.–2. 11. Sie sind

SCHÜTZE 23. 11.–2. 12. Sie haben

STEINBOCK 22.–31. 12. Nach

schwierigen Einflüssen verziehen sich nun die Wolken: Sie sind in Bestform, vital und effizient (Mars positiv). Venus bringt schöEMIL STEINBERGER neMomenteundleidenschaftlicheStunden 6. 1. 1933 (22., 24.), Singles finden Anschluss. 1.–10. 1. Eine Woche zum Ausspannen. Nach dem 22. sind Sie unwiderstehlich, am 24. kündigt sich für einige ein Neubeginn an. Am 26. melden sich Freunde, und Sie sind glänzenderLaune.11.–20.1.DerMondwirktam22./23.positiv. Sie fühlen sich wohl und geborgen, entdecken neue Interessen. Am 25. stehen einige mit dem linken Fuss auf.

vital und dynamisch, sollten sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Hitzige Diskussionen sind an der Tagesordnung. KURT AESCHVordem28.Geborenehabeneinen6.Sinn, BACHER 24. 10. 1948 entdecken neue Horizonte. Oder es kommt zu einer speziellen Begegnung (24.). 3.–12. 11. Ruhige Woche. Günstig für ein Treffen oder Projekt mit Freunden wird der 22. Am 26. sind Sie übersensibel, legen jede Bemerkung auf die Goldwaage. 13.–22. 11. Vielleicht sollten SieeinenGangzurückschalten?Am22.amüsierenSiesich glänzend, am 20. sind Sie nicht sehr tolerant.

nichtimmerdenrichtigenDurchblick,sollten am 21. oder 26. auf der Hut sein! Um den 27./28. Geborene könnten in eine Falle tapMELANIE pen. Alle anderen stehen am 23. im MittelOESCH 14. 12. 1987 punkt, sind am 21. aber zurückhaltend. 3.–12. 12. Exzellente Woche für Reisen, wichtige Termine, Studien etc. Sie manövrieren geschickt (z. B. am 20., 24.), Ihre Ideen fallen auf fruchtbaren Boden. Um den 8./9. Geborene könnten zur Kasse gebeten werden (21., 25.). 13.–21. 12. Glänzende Laune am 20., 24., 25., da Sie genau auf der richtigen Wellenlänge sind. Gegenwind aber am 22.

WASSERMANN 21.–30. 1. HektischeWoche:MarsverleitetSiezuvoreiligen Gesten, nichts übertreiben (z. B. beim Sport)! Am 21. schlagen Sie über die StränMICHELLE ge, am 25. (Neumond) sind Sie gereizt und HUNZIKER 24. 1. 1977 nervös.Am23.kommteineguteNachricht. 31. 1.–9. 2. Sie knüpfen interessant Kontakte, zeigen sich sehr clever bei Diskussionen. Günstig für eine offene Aussprache, ein Examen, Ansuchen usw. (24.). Die um den6./7.GeborenensindaufErfolgskurs.Am26.hingegen sind einige im Stress. 10.–19. 2. Ziemlich ruhig. Glänzende Laune am 24./25., neue Kontakte, gute Nachrichten.

FISCHE 20. 2.–1. 3. Sie haben alle

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Trümpfe in der Hand, können Ihren Bereich ausweiten, entdecken neue Horizonte. Sie sind körperlich fit, Venus bringt Stunden POLO voller Romantik, am 24. einen Neuanfang. HOFER 16. 3. 1945 Der Vollmond am 25. ist exzellent. 2.–10. 3. Nach einem ruhigen Weekend meint es Venus ab dem 22. gut mit Ihnen: Sie sind der strahlende Mittelpunkt, gewinnenalleSympathien(24.,26.).Umden15./16.GeborenekönntenunerwartetzurKassegebetenwerden.11.–20.3. Neutrale Einflüsse lassen eine ruhige Woche erwarten. Interessante Kontakte und Diskussionen am 22. und 23.

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Fotos RDB (8), SRF, Getty, Tilllate (2); bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

DR. ELIZABETH TEISSIER

Das Wochenende könnte explosiv werden (Abbruch von Verhandlungen, Streiks, Unfälle im Transportwesen etc.), man sollte z. B. auf Reisen oder bei Verhandlungen und Verträgen auf der Hut sein. Ab dem 23. verziehen sich die Wolken, der Vollmond am 25. in der 1. Dekade Skorpion/Stier wird von mehreren positiven Aspekten


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SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 109 schweizer


Party

Schauspieler Anatole Tau bman mit Gastgeberin Christine von Graffenried (l.) und EBUTV-Chefin Ingrid Deltenre . Punkt Mitternacht: Berns Stapi Alexander Tschäppät küsst Schauspielerin Heidi Maria Glössner.

Verleihung der Medienpreise

Diamanten, Küsse und Zahnschmerzen Er verehrt sie, er küsst sie. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät kann sich bei Schauspielerin Heidi Maria ANDRÉ HÄFLIGER MITTENDRIN! Glössner nicht zurückhalten. Es ist gerade Geisterstunde, und wir sind an der grossen Sause nach der Verleihung der Schweizer Medienpreise letzten Freitag im Berner Hotel Bellevue Palace. «Sie ist meine Lieblingsschauspielerin», schwärmt Tschäppät. So wie zuvor Arnold Hottinger auf der Stadttheater-Bühne gute alte Journalisten-Zeiten hochhielt. «Kam ich an einen neuen Ort, lebte ich mich erst einmal acht Tage ein, ohne einen Buchstaben zu schreiben», erzählte der legendäre Auslandkorrespondent. Die NZZ-Ikone wurde von TV-Legende Erich Gysling im Namen der Fondation Reinhardt von Graffenried für ihr Lebenswerk geehrt. 110 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Zurück im 100-jährigen «Bellevue», zeigt Satiriker Patrick Frey, der mit Mireille Jaton die Gala witzig moderierte, seine neue Rundglas-Brille. Und Tele-BärnChefredaktor Werner De Schepper seine neue Partnerin, Grünen-Vizepräsidentin Irène Kälin. TV-Lady Silvia Affolter ist schon weiter, träumt von einer zweiten Hochzeit. Ingrid Deltenre, Europas höchste TV-Chefin, findet es gut, «immer glücklich unverheiratet» gewesen zu sein. Die lange Nacht endet in heller Aufregung. Schauspieler Anatole Taubman verliert ein Zahn-Implantat, muss zum Notfall-Arzt. Auch ein notorischer Film-Bösewicht muss eben mal aufgeben! FOTOS BRUNO VOSER PARTY-RATING

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Tolles Line-up, guter Groove und ein Diamant für ein Medien-Edelstein Häfliger bloggt! Lesen Sie, wie er Christine Albrecht bekochte. www.schweizer-illustrierte.ch

Nationalratspräsidentin Maya Graf, Ständeratspräsident Filippo Lombardi.

ARD LIFETIME-AW ENDE G LE ZZ N FÜ R

r Arnold Hottinge r ne ei it m wurde Diamant-Trophäe geehrt. Weitere Hauptsieger: Laurent Gilliéron, i, Rico Czerwinsk r, se Lo Philipp , Simon Corthay Corinne Eisenring.

S A

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Sänger Peter Reber und seine charmante Frau Livia.

NEUES PA AR

nenDas erste Bild: Grü lin Kä Vizechefin Irène s os -B rn und Tele-Bä er pp he Sc De Werner sind seit zweieinhalb en. Monaten zusamm

ZAHN-ALARM

Sonja und Heinz Karrer, Axpo-Holding-Chef.

Prosit! FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, Globetrotter-Chef André Lüthi.

Schoggi-König Daniel Bloch (l.), Ehefrau Esther und GalaModerator Patrick Frey.

Regula und Paul Gutjahr, FIA-Rennkommissär.

SRG-Präsident Raymond Loretan (l.), Claudia und Roger de Weck, SRG-Generaldirektor.

TV-Unternehmerin Silvia Affolter, Partner Ronald Sauser.

Ex-Politstars: Gerold Bührer, Gattin Elisabeth Zölch.

Gastgeberin Franziska von Weissenfluh (l.), Ehemann und NZZ-CEO Albert Stäheli, Tochter Vera. Publigroupe-Präsident Hans-Peter Rohner, Partnerin Véronique Rouaud.

Filmemacher Mario Cortesi (l.), TV-Legende Erich Gysling.

Martin Bachofner (l., Gstaad Tourismus), Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel.

Mobiliar-Präsident Urs Berger, Ehefrau Hildegard.

Cablecom-CEO Eric Tveter mit Ehefrau Terry.

Baukönig Bruno Marazzi mit Gattin Elisabeth. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 111

Foto Keystone

Nach Mitternacht hielt es Taubman vor Schmerzen nicht mehr aus: An der Réception suchte er einen Notfall-Zahnarzt.


Leser schreiben

Supergirl Christa Rigozzi ist gefragter denn je.

Forza Christa, SI 15/2013 Man mag von den Schweizer Missen halten, was man will, aber eines ist sicher: Christa Rigozzi hat wohl das Optimum aus ihrem Titel von 2006 herausgeholt, obwohl sie bestimmt nicht «Miss Perfect» ist. Was mir bei ihr aber besonders gefällt, ist, wie fröhlich und sympathisch die junge Frau bei ihren Auftritten am TV und auf der Bühne wirkt. Und sie hat ein sehr ansteckendes Lachen. Franziska Müller, per E-Mail Frau Rigozzi hat ihren Erfolg verdient, denn offenbar arbeitet sie dafür sehr hart, wie ich dem Bericht in der SI entnehme. Allerdings höre ich auch, sie verdiene mit ihrer Tätigkeit zu viel Geld. Wer das findet, sollte bedenken, dass ihre Schönheit vergänglich ist. Ewig wird die Frau nicht Werbung machen können. Hans Küffer, per E-Mail Acht Seiten zu Christa Rigozzi plus die Titelseite: Das ist mir zu viel des Guten. Gibt es denn keine anderen Menschen für Porträts in der Schweizer Illustrierten, welche für die grosse Masse interessanter wären? Rita Bass, per E-Mail

Eine junge Frau mit ansteckendem Lachen Fadengrad und lebensnah

Notabene von Chris von Rohr, SI 14/2013 Als Leser der Schweizer Illustrierten freue ich mich stets auf die fandengraden, lebensnahen Kolumnen von Chris von Rohr. Ich bin beeindruckt von seiner genauen Beobachtungsgabe und seiner Fähigkeit, das Menschenleben in einer Gesamtschau zu verstehen. Für mich ist sein Fazit, dass man auf seinem Lebensweg nicht alles gleichzeitig haben muss, tatsächlich eine grosse Kernbotschaft. Georg With, per E-Mail

Ein ganz grosses Merci Sudoku, SI 11/2013 Liebe Glücksfee, für Ihr gutes Händchen bei der Ziehung des Sudoku-Gewinners danke ich Ihnen herzlich. Natürlich freuen sich mein Mann und ich mächtig über den Preis,

einen «Gebirgs-Ausflug» nach Ovronnaz. Erika Zimmerli, Rüdtligen BE Ich war überrascht, beim Kreuzworträtsel gewonnen zu haben, und freue mich über den Preis. Gerne tauche ich auf Schusters Rappen in eine uns noch unbekannte Natur ein. Cili Holzherr, per E-Mail SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

Willi

Die 20 liebsten TV-Stars, SI 14/2013 Zu den 20 liebsten TV-Stars können wir 10 Hatha-Yoga-Frauen vom Montag bloss sagen: Unser Traum-Moderator ist Thomas Kleiber vom Meteodach. Schreiben Sie doch mal über ihn, denn leider kennen wir ihn privat nicht. Katja Zaugg, Luzern

«Das ist sicher dieser Aufstand der Autofahrer gegen teurere Autobahn-Vignetten, gell, Vater.»

Foto Thomas Buchwalder

Unser Traum-Moderator ist nicht dabei


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch

Geklaut?

Liebes-Wirrwarr Sylvie van der Vaarts ehemals beste Freundin Sabia Boulahrouz ist die neue Liebe von Rafael van der Vaart. Wir haben die Details.

Zurück! Was macht ... … «Footloose»Schauspieler Kevin Bacon? Er begeistert mit einer neuen TV-Serie. Die Stationen seiner Karriere – auf SI online.

Entzückend Die Aargauerin Chelsea überzeugt in «The Voice Kids». Mit uns sprach sie über ihr Gesangstalent – und die Leidenschaft fürs Tennisspielen.

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Auf einen Espresso mit FRANK A. MEYER UND MARC WALDER

Über Südeuropas neuen Hass auf Deutschland

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Sie erwecken bei ihrem Publikum den Eindruck, jenseits der Alpen könne man weder lesen noch schreiben – und schon gar nicht rechnen. Sie sagten, dass die DeutschlandFeindlichkeit teilweise ungerechtfertigt sei. Können Sie auch das präzisieren? Wer so gigantische Strukturprobleme zu verantworten hat wie Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal, sollte Verständnis dafür haben, dass auch Deutschland Fehler macht. Vor allem ist es absurd, den Deutschen ihren wirtschaftlichen Erfolg und die daraus entstandene politische Kraft vorzuwerfen. In vielen Fällen wäre es sicher ratsam, vom deutschen Beispiel zu lernen. Es ist doch so: Wer aus dem Süden nach Norden blickt, sieht, dass es Deutschland dank der Europäischen Union bestens geht. Viele haben da den Eindruck, für den deutschen Erfolg zu bezahlen. Sicher hat Deutschland jahrelang seine Exporte durch extreme Lohnzurückhaltung verbilligt – und damit eine Art Abwertung des deutschen Euro herbeigeführt. Ebenso sicher hat das die Exportwirtschaft anderer Länder in Bedrängnis gebracht, die ihren Produktivitätsfortschritt an die Lohnempfänger weitergaben. Aber, lieber Marc Walder, lassen Sie uns doch einmal von etwas anderem reden als der wirtschaftlichen Oberfläche, nämlich von den kulturellen Grundlagen des deutschen Erfolges. Bitte.

Deutschland ist geprägt durch Tugenden und Gebote, die auf das Erbe von Luthers Reformation zurückgehen: Fleiss, Verantwortung, Disziplin, Idealismus, auch Liberalismus sind Kraftfelder seiner Geschichte. Übrigens nicht nur der deutschen Geschichte. Wir erleben gerade den Erfolg des protestantisch geprägten Europa: von der Schweiz über Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Dänemark und Schweden bis nach Finnland. Die politische Kultur dieser Länder kollidiert plötzlich mit den katholisch und orthodox geprägten Demokratien. Das heisst? Europäisch denken bedeutet eben nicht nur ökonomisch denken. Europa ist im wahrsten und im tiefsten Sinne des Wortes ein multi-kulturelles Gebilde – kein Rechenexempel. Aber ohne Rechnen, ohne Ordnung, ohne Reformen, um die Finanzhaushalte in den Griff zu bekommen, werden diese Länder innerhalb der Eurozone nicht bestehen können. Sie verwenden da bereits den zentralen Begriff: Reform. Man müsste eigentlich sogar sagen Reformation! Denn ohne Reform im Geiste der Reformation, ohne Rückgriff auf protestantische Ethik geht es nicht. ---------Marc Walder, 47, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, in vielen Ländern Südeuropas wächst der Hass auf Berlin. Sie leben nun seit sechs Jahren in der deutschen Hauptstadt. Wie empfinden Sie diese neue Feindseligkeit? Einerseits als verständlich, andererseits als ungerechtfertigt. Beginnen wir mit Ihrem Verständnis. Europa durchlebt gegenwärtig einen gewaltigen wirtschaftlichen Umbruch, der sich vor allem im Süden des Kontinents als existenzbedrohende Finanzkrise niederschlägt. Die Antwort aus dem Norden, vor allem aus Deutschland, lautet: Sparen, sparen, sparen! In Griechenland, Italien, Spanien und Portugal herrscht bedrückende Arbeitslosigkeit; vor allem die junge Generation sieht keine Zukunft. Menschen neigen nun mal dazu, für ihr Elend einen Schuldigen zu suchen. Auch für viele Politiker in Südeuropa ist Deutschland dieser Schuldige. Zu Recht? Natürlich hat Deutschland im Umgang mit dem Süden nicht immer die notwendige Sensibilität gezeigt. Was genau hat Berlin falsch gemacht? Lange Zeit stand auf Merkels Merkblatt für die Krisenländer nur ein einziges Wort: Sparen. Obwohl führende deutsche Ökonomen auch zum Investieren raten. Schrill klingt ja nicht nur die Kritik des Südens am Norden: Deutsche Medien berichten immer wieder voller Verachtung über den Schlendrian in Südeuropa. Sie spotten, lästern und hetzen, oft mit rassistischem Unterton.



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