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Nr. 9 / 25. Februar 2013 / CHF 4.90

PRINZ HARRY Verliebt in Verbier!

DARIO COLOGNA

DERRETTER der Ski-Nation!

zerland» it w S f o e ic o V e «Th

rgleich e -V I S n e s s o r g im Die 12 Finalisten


56

GAUDI Wintersport

in Andermatt UR. Mit Ex-Rennvelofahrer Bruno Risi und seiner Familie auf der Piste.

Inhalt Heft 9 3 25. Februar 201 Titel

16 Dario Cologna Historisches Gold! So schöpft der erste Langlauf-Weltmeister der Schweiz Kraft aus seiner Familie. Exklusivbilder aus dem Val di Fiemme

Leute

26

VERLIEBT Sorgt zur

Abwechslung für positive Schlagzeilen: Prinz Harry fährt mit seiner neuen Flamme Ski – im Unterwallis.

5 Editorial von Stefan Regez 7 Menschen Andreas Küttel, Sascha Ruefer, Alina Buchschacher, Florian Inhauser, Rolf Brem, Maria Höfl-Riesch, Jean-Claude Biver, Sepp Blatter, Victor Tognola, This Jenny, Doris Fiala, Dieter Meier, Andreas Homoki, Duo Lapsus, Estelle von Schweden, Michelle Obama

Politik

20 Christophe Darbellay Hausbesuch beim CVP-Präsidenten und seiner Familie. Das ganz private Interview

Royals

26 Prinz Harry So verliebt turtelt und schmust er mit seiner neuen Freundin Cressida Bonas im Unterwallis

Wirtschaft

32 Daniel Vasella Sein Leben, seine Karriere. Abschied vom Novartis-Chef

Gesellschaft

44

EIGEN Er macht auch

erotische Kunst. Modezar Karl Lagerfeld stellt seine Werke in St. Moritz aus. Sein Auftritt war exzentrisch.

38 Guido Baumgartner Rösseler und Pferdemetzger in Rebstein SG 55 Moritz Kälin Hauptdarsteller am Einsiedler Welttheater

Kunst

44 Karl Lagerfeld Zwei Stunden mit dem King of Style in St. Moritz

Abo-Service 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Unterhaltung

46 «The Voice of Switzerland» Die zwölf Talente im Porträt – und eine Einschätzung, wer gewinnen könnte

Familie im Schnee

32

KANN ICH GEHEN?

Für Präsident Daniel Vasella die letzte NovartisGeneralversammlung. Die Reportage.

56 Bruno Risi Ein Familienwochenende mit dem Ex-Rennvelofahrer 60 Top 5 Attraktive Familiendestinationen in der Zentralschweiz

Tourismus

62 Thomas Stirnimann Der CEO von Hotelplan im Interview

Shopping

67 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

75 Malaria Fälle in Griechenland 76 Migräne Jugendliche leiden daran

Die Besten

46

STIMMIG Wer hat «The

Voice of Switzerland»? Wir stellen alle Talente vor. Und unser Experte sagt, wer Chancen hat.

79 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

85 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party

97 Filmpremiere Nachtzug nach Lissabon

66 88 92 98

Und …

Notabene von Peter Bichsel Impressum Horoskop Leserbriefe

Auch auf dem iPad Die Schweizer Illustrierte digital: mehr Stars, mehr Schweiz. Jede Woche aktuell.

Titel Hervé Le Cunff, Fabienne Bühler (kl. Fotos); Inhalt Kurt Reichenbach (2), Keystone (2), Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff

20

HERZIG Justine ist da!

Nach fünf Fehlgeburten sind Christophe Darbellay und seine Frau Florence überglücklich.

Tägliche News online Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 3


Editorial 3 25. Februar 201

Stefan Regez, Chefredaktor

Talentiert, erfolgreich, verliebt Voice Auch wenn seit Wochen keine TV-Quoten ver-

fügbar sind – eine Unprofessionalität sondergleichen –, lässt sich eines sagen: «The Voice of Switzerland» ist ein Erfolg. Endlich hat das Schweizer Fernsehen eine Unterhaltungsshow kreiert, die bei Publikum und Kritikern gleichermassen auf Anklang stösst. Okay, es wurde einfach das in vielen Ländern erprobte Erfolgsformat adaptiert. Doch das ist gelungen! «Auch im Vergleich mit ‹The Voice of Germany› wirkt die Schweizer Ausgabe gut und professionell», sagt SI-Redaktorin Ramona Thommen, die das Format schon seit Längerem verfolgt. Sie rühmt die Qualität der Schweizer Kandidatinnen und Kandidaten – «es können wirklich alle singen» – und die Professionalität unserer Coaches, die sich auf Augenhöhe mit den Talenten unterhalten. Wir präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die zwölf Finalisten von «The Voice of Switzerland». Und haben den renommierten Musik-Journalisten H. Elias Fröhlich um ein strenges Urteil im Namen der Schweizer Illustrierten gebeten. «Wer hat ‹The Voice›?» – ab Seite 46.

Titel «König der Abzocker» erarbeitet. Und als müsste er den für alle Ewigkeit zementieren, wollte er sich ein sechsjähriges Konkurrenzverbot mit 72 Millionen Franken abgelten lassen. Darauf hat er schliesslich verzichtet und an der Novartis-GV auch Fehler eingestanden. SI-Wirtschaftschefin Nina Siegrist hat seine Karriere bis zum vergangenen Freitag nachgezeichnet: «Sein kühler Abgang» – ab Seite 32.

Verbier statt Klosters. Für einmal ist ein Teil des

britischen Königshauses ins Unterwallis gereist. Der mondäne Skiort passt auch besser zum vergnügungssüchtigen Prinz Harry als ein Bündner Feriendorf, das die Enthaltsamkeit schon im Namen trägt. Und Harry enttäuscht uns nicht – frisch verliebt präsentiert er sich in Verbier. «Prinz Harrys Schneehäsli» – ab Seite 26. Viel Spass mit der Schweizer Illustrierten!

Foto Marcus Gyger

Vasella Was wurde in den letzten Wochen nicht al-

les über den Novartis-Präsidenten geschrieben. Niemanden liess er kalt. Im wohlwollendsten Fall können wir sagen, dass sein Abgang in uns gemischte Gefühle ausgelöst hat. Da ist einerseits Vasellas unbestrittene Leistung als Manager. Siebzehn Jahre lang dirigiert er den zweitgrössten Pharmakonzern der Welt. Erfolgreich, darf man sagen. In dieser Zeitspanne wechselt der stabile FC Basel siebenmal den Trainer. Und da ist andererseits Vasellas Geldgier. Der König von Novartis hat sich über die Jahre ebenso erfolgreich auch den

Rösseler und Pferdemetzger: Guido Baumgartner mit seinem Wallach Wento und SI-Redaktor Marcel Huwyler (r.). Ab Seite 38. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 5


Menschen

Brennende Muskeln: Sprunglehrer Andreas Küttel zeigt Sascha Ruefer (l.) im italienischen Predazzo die korrekte Anlaufposition. Der SRF-Mann leidet – und nennt Küttel einen «Experten-Glücksfall».

ANDREAS KÜTTEL & SASCHA RUEFER

Foto Hervé Le Cunff

Traumpaar hebt ab Ihre Sprüche: locker. Ihr Teamwork: topseriös. Beim WM-Skispringen der Frauen gibt Andreas Küttel, 33, vergangenen Freitag sein Debüt als SRF-Fachexperte an der Seite von Sascha Ruefer, 41. Der Weltmeister von 2009 reist mit seiner Frau Dorota und Sohn Oliver, 3, aus seiner Wahlheimat Dänemark nach Predazzo (I) an. Küttel, der mit einem

Sport-Forschungsprojekt an der Uni Odense (DK) an seiner Dissertation arbeitet, vermisst den Schanzen-Stallgeruch kaum: «Ich war vergangenen Sommer zweimal mit Simi Ammann zum Springen in Einsiedeln. Das reicht.» Kollege Ruefer genügt sogar das Moderieren vollauf. Er sprang vor sieben Jahren in Kandersteg als Mutprobe über eine

kleine Schanze: «Nie wieder! Meine gefühlten 75 Meter waren in Wahrheit 14,5 Meter. Es reichte, um die Springer für mich endgültig zu Helden zu machen.» Am Donnerstag (16.45 Uhr, SRF zwei) wird das neue Traumduo beim Springen von der grossen Schanze weitere verbale Höhenflüge hinlegen. IN SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 7


Menschen Haben schon mal Platz genommen am «Tavolo»: Doris Fiala, Andreas Homoki und Dieter Meier (v. l.). Die diesjährigen GastgeberHotels: Eden au Lac, Baur au Lac, Widder, The Dolder Grand, Storchen und Park Hyatt.

DUO LAPSUS

Mit dem Bagger in der Wohnung

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Jede andere Frau würde die Hände verwerfen, wenn ihr Mann mit einem Bagger ins Haus fahren würde. Nicht bei Christian Höhener, 43. In seinem privaten Reich in Dietikon ZH steht das Baufahrzeug, das zum Bühnenprogramm gehört, mitten im Atelier der Wohnung. Die Kinder Valentin, 5, und Julian, 2, freuts, dürfen sie doch auf dem Gefährt herumturnen. Höhener und sein Partner Peter Winkler, 44, baggern ab dieser Woche beim Comedy Club in Das Zelt die Lachmuskeln der Besucher an. Zusammen mit den Komikerkollegen Rob Spence, Helga Schneider und Karim Slama. Wobei noch gar nicht sicher ist, ob die Bühne das tonnenschwere Jetzt baggert das Duo Gerät trägt, wie Höhener verrät. RH Lapsus Das Zelt an: Christian Höhener (l.) und Peter Winkler. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


DORIS FIALA, ANDREAS HOMOKI, DIETER MEIER

Cervelat kommt gleich! Chinakohl, Zitronen und Zucchetti: Futtert der Dieter Meier, 67, neuerdings nur noch Grünzeugs? Nein, er macht Werbung für Il Tavolo. Bei der zweiten Austragung des Zürcher Food Festivals (27. bis 30. Juni) ist auch das Restaurant Bärengasse dabei, das der Elektropop-König mit feinstem Beef von seiner Farm in Argentinien beliefert. Gekostet, gespeist, geschlemmt: Opernhaus-Intendant Andreas Homoki, 53, und Doris Fiala, 56, sind Fan vom Event, der Zürich als Genuss-Stadt noch bekannter macht. Die FDP-Nationalrätin experimentiert an der Tafel gerne, bis zu einem gewissen Punkt: «Hirn mag ich echt nicht sehr … und Froschschenkel würde ich aus Tierschutzgründen verweigern.» Herr Ober! Frau Fiala wünscht die Zucchetti gerne grilliert. Und Herr Meier präferiert einen Cervelat mit Metzgersenf. «Ganz ehrlich, der darf bei keinem Festessen fehlen.» YZ Tickets gibts ab dem 15. März via www.il-tavolo.ch

BIVER & HÖFL-RIESCH

Das wird die Schwyzer Skirennfahrerin gern hören. «Wendy Holdener traue ich eine ganz grosse Karriere zu», sagt Maria HöflRiesch, 28. Die deutsche Doppel-Olympiasiegerin und Gewinnerin der WM-SuperKombi von Schladming blinzelt in die Bündner Bergwelt. «Ich bin immer gern in der Schweiz, ich liebe den Charme der Leute hier.» Nach Samnaun gekommen ist sie auf Einladung von Hublot-Präsident JeanClaude Biver, 63 – um dessen neue JeansUhrenkollektion vorzustellen. Das schönste Schweizer Skigebiet? «St. Moritz. Da will ich nach meiner Karriere öfter Skiferien machen.» Erst einmal freut sie sich auf das WeltcupFinale Mitte März in Lenzerheide GR. TK

Fotos Handout, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff

Lob von der Weltmeisterin

Skistar Maria Höfl-Riesch mit Hublot-Präsident Jean-Claude Biver in Samnaun GR. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 9


Rose Nils Mani

ALINA BUCHSCHACHER

Schöner Pfau!

Aiaiai! Wer ist denn das? Inmitten des vielleicht leidenschaftlichsten Karnevals der Welt: unsere Miss Schweiz Alina Buchschacher, 21. Die Bernerin tanzte zum ersten Mal in ihrer zweiten Heimat Trinidad und Tobago am Karnevalsumzug mit. In einem Kostüm aus fast gar nichts – ausser ein paar Fäden und Federn. Kein Problem für das Karibik-Girl: «Am Karneval ist bei allen alles sehr knapp. Da schaut niemand blöd.» Mit ihrer zehn Tage älteren Cousine Yia führte sie in der Hauptstadt Port of Spain eine Sektion der Band Trini Revellers an. Von frühmorgens bis abends spät tanzte, feierte und schwitzte Alina mit ihrer Familie in der Masse. «Es war fantastisch. Doch jetzt bräuchte ich Ferien von den Ferien!» Zurück in der Schweiz, sollte Alina auf jeden Fall zuerst die Federn mit einer Daunenjacke tauschen. AURELIA FORRER

ROLF BREM

Gold in der Abfahrt für die Schweiz. Welch Erlösung! Nach der Schlappe von Schladming hat der 20-jährige Diemtigtaler Nils Mani an der Junioren-WM in Québec Gold und uns aus dem Jammertal geholt. Mani wandert auf den Spuren von Skiass Beat Feuz (dreifacher Junioren-Weltmeister 2007). Und er hat einen prominenten Trainingspartner, büffelt Kondition mit Schwingerkönig Kilian Wenger. Von ihm hat er bestimmt auch den richtigen Schwung gelernt, um ganz oben auf dem Podest zu landen. Wir gratulieren, Kurz-Lätz, mit einer Rose.

Kaktus Manuel Dähler

Seit Anfang Jahr gibt es in der Schweiz keine aktuellen TV-Zuschauerzahlen mehr: wegen Problemen mit der neuen Erhebungsmethode. Verantwortlich dafür ist die Firma Mediapulse mit Direktor Manuel Dähler an der Spitze. Dabei wird das System bereits in über dreissig Ländern erfolgreich eingesetzt. Nur in der Schweiz klappts nicht. Deshalb müssen jetzt internationale Experten der Firma Mediapulse auf Druck der Kunden auf die Zahlen helfen. Für diesen Mega-Flop gibts von uns einen Minikaktus, aber mit garantiert richtigen Stacheln!

Erotischer Kunstgenuss

Rolf Brem mit Freundin Lily Fischer im «Barbatti» in Luzern. 10

Er strahlt wie ein kleiner Junge, obwohl er am 12. Februar seinen 87. Geburtstag feierte. Das schönste Geschenk für den Innerschweizer Bildhauer Rolf Brem: Das wieder eröffnete Traditionsrestaurant Barbatti in Luzern ist nun ihm gewidmet. Über fünfzig Skulpturen sind ausgestellt. Besitzer Rudolf Bindella ist ein leidenschaftlicher Brem-Sammler. Auch im «Amalfi» und im «Terrasse» in Zürich springen die verspielt-erotischen Bronzeskulpturen des Künstlers ins Auge. Brem gerührt: «Ich bin begeistert! Das ‹Barbatti› hat für mich eine ähnliche Bedeutung wie die Einladung 1992 an die Weltausstellung in Sevilla.» CH

DSDS hat mich in erster Linie sehr erwachsen gemacht LUCA HÄNNI

Fotos Fabian Biasio, Thomas Buchwalder, Manuel Zingg/ex-press, Keystone (5), Cinetext, Action Press/Dukas

Spass am Karneval in Trinidad: Alina Buchschacher mit Cousine Yia (l.) und ihren Eltern Ulrich und Farina (oben).


Menschen Ein Tag mit …

This Jenny: «Das Internet meide ich»

06:30 Uhr Es ist ein täglicher Kampf. Ich quäle mich aus dem Bett. Der Morgen ist definitiv nicht meine Tageszeit.

07:30 Uhr Pech. Wer mir im Büro als Erster über den Weg läuft,

muss mit mir Kaffee trinken. Am liebsten einen Latte macchiato. Dann erledige ich die Post und lese die Tageszeitungen diagonal durch. Das Internet meide ich – aber ich habe ein iPhone und schreibe SMS.

12:00 Uhr Mittagessen in Gesellschaft. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal alleine Zmittag gegessen habe. Am liebsten habe ich gutbürgerliche Küche, da bin ich ein einfaches Gemüt. Wein mag ich nicht. Den trinke ich nur, wenn ich muss.

13:00 Uhr Streicheleinheiten. Jetzt besuche ich die grossen

Baustellen, auf denen wir tätig sind. In meinem Wagen liegen immer gute Schuhe, eine dicke Jacke und mein Bauhelm parat. Hier löse ich Probleme und mache Seelenmassagen für die, die es brauchen.

16:00 Uhr Auslauf. Mit Schäferhündin Ona mache ich einen

40-minütigen Spaziergang. Jeden Tag. Das tut dem Hund und mir gut. Hier hänge ich meinen Gedanken nach und sammle mich. Nachher gehts wieder zurück ins Büro.

21:00 Uhr Ritual. Nachdem ich Basketball gespielt habe oder mit dem Bike unterwegs war, esse eine Kleinigkeit. Ich nenne es «Menü 1». Ein Schoggi-Joghurt und ein paar Kägi Fret. Dann telefoniere ich wie jeden Abend mit meiner Lebenspartnerin. Das brauche ich. Schliesslich sehen wir uns nur zwei-, dreimal pro Woche.

This Jenny, 60, ist Glarner SVPStänderat und Bauunternehmer. Und er mag Schoggi-Joghurt und Kägi Fret.

23:30 Uhr Nachtruhe. Ich gehöre nicht zu denen, die sich in

den Schlaf lesen müssen oder ein Gebet sprechen. Ich habe kein schlechtes Gewissen und pfuse schnell und tief.

Meine fünf …

FLORIAN INHAUSER, «TAGESSCHAU»-MODERATOR

Meine fünf Comic-Helden

Tim & Struppi Haddock «Meine journalistische Erweckung. Tim bereist die Welt und verhilft dem Guten zum Sieg. Immer an seiner Seite: ein treuer und cleverer Hund. Was will man mehr?»

«Was kann der Mann herrlich fluchen! Er verschaffte mir meine erste Begegnung mit Fremdwörtern: Ikonoklasten! Anthropophage! Alle jaulenden Höllenhunde, was für ein Kerl!»

Schulze & Schultze

«Gewissenhaft und regeltreu, bis der Arzt kommt. Verlässlich unzuverlässig. Starrsinnig begriffsstutzig. Zufallsdetektive. Und immer, immer am falschen Ort zur rechten Zeit.»

Charlie Brown Donald Duck «Der Pin-up-Boy aller Pessimisten! Der klügste aller altklugen Buben. Von allen Charlie Browns der Welt der Charlie Brownste, wie er selber sagt. Lässt sich von Hund Snoopy über den Tisch ziehen.»

«Der Antiheld der Herzen. Die personifizierte Erfolglosigkeit. Aber immer unverzagt und unverdrossen. Ein Optimist der allerfeinsten Sorte. Die liebenswerteste Ente der Welt.»

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Menschen

Facebook & Twitter

Auf Ballhöhe: Hannes Schmidhauser (unten r.) glänzt in einer Doppelrolle. Regisseur Tognola und Fifa-Präsident Blatter (r.) bei der FilmPremiere.

FELIX GUTZWILLER

Ständerat auf Tauchstation

«Keine Angst, ich tauche wieder auf», postete FDP-Ständerat Felix Gutzwiller an seinem 65. Geburtstag (22. Februar). Wo er feiert, verrät der Zürcher nicht. Dafür wissen wir jetzt, was Gutzwiller beim Strandurlaub trägt: härzige FischliBadehosen.

SEPP BLATTER UND VICTOR TOGNOLA

Die beflügelte Miss

empfangen. «Geh doch melchen, Uli», riefen ihm die YB-Fans im Wankdorf zu. Dreizehn Jahre nach Schmidhausers Tod hat Regisseur Victor Tognola, 69, das bewegte Leben des kickenden Schauspielers in einem Dokumentarfilm nachgezeichnet. Auf schweizerische Verhältnisse bezogen, vergleicht er seinen Hauptdarsteller mit Gary Cooper, Clark Gable und Humphrey Bogart. Fifa-Präsident Sepp

Blatter, 76, lud zur Vorpremiere ins Auditorium am Hauptsitz des Weltfussballverbands. «Schmidhauser hat gleichzeitig die Bühne des Fussballs und die Bühne des Films belebt. Heute kann man sich eine ähnliche Doppelrolle kaum mehr vorstellen.» Blatter weiss genau, wovon er spricht: Schauspielernde Fussballer kennen im 21. Jahrhundert meistens nur eine Rolle – den sterbenden Schwan. THOMAS RENGGLI

LUKAS HOBI

In Chippendale-Manier

Bekannt von der A-cappella-Gruppe Bliss, jetzt als Moses im Einsatz: Lukas Hobi. 12 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Für die Weltpremiere des Musicals «Moses – Die 10 Gebote» greift das Theater St. Gallen tief in die Trickkiste. Schliesslich muss sich die Schlange in einen Wanderstock verwandeln, das Meer will geteilt und die Steintafeln von Moses wollen über dem Knie zerschlagen werden. Aber auch in die Kostümkiste: Hauptdarsteller Lukas Hobi, 29, aus Zürich wechselt allein in der ersten halben Stunde fünfmal seine Kleidung. Das ist nur mit dem «Mehrschichtentrick» möglich: Nach jeder Szene reisst ihm jemand von der Maske die oberste Kleiderschicht vom Leib. «Ich komme mir vor wie ein Chippendale!», sagt Hobi. «Ich hoffe, die schränzen mir nie zu viel weg. Zu Moses’ Zeit trug man noch keine Unterhosen.» HÜ

Christa Rigozzi zeigt auf Facebook ihr neu beflügeltes linkes Handgelenk. Nach Sternchen am Fuss, chinesischen Schriftzeichen am Rücken und «Love» am rechten Arm hat sich die Tessinerin wieder unter die Nadel gelegt. Langsam wirds eng auf der Miss Schweiz von 2006.

KURT AESCHBACHER

Spass hatte hier nur einer

Kurt Aeschbacher wandelt auf Nik Hartmanns Spuren: «Hund und Herr im Schnee», postet Aeschbacher ganz im Stil von «Über Stock und Stein». Unterschied: Hartmanns legendäre Jabba (†) hatten die Auftritte auch Spass gemacht.

Fotos Fabienne Bühler, Keystone, Raja Läubli, Handout

Uli der Fussballer

Schauspieler, Fussballer, Frauenschwarm. Der Tessiner Hannes Schmidhauser avancierte in den 1950erJahren mit den GotthelfVerfilmungen als Uli zur nationalen Ikone. In der Fussball-Nationalmannschaft trug er die Captain-Binde. Auf die WM 1954 musste er wegen Dreharbeiten zu «Uli der Knecht» aber verzichten. In den Schweizer Stadien wurde der Grasshopper nicht immer mit offenen Armen

CHRISTA RIGOZZI


Toller Auftritt Urs Stämpfli (l.) mit Maria Furtwängler und Pasquale Aleardi auf der Bühne.

Grosses Theater um schöne Maria Urs Stämpfli in seiner Berliner Theatergarderobe (Bild oben), in der U-Bahn (Mitte) und vor dem Brandenburger Tor.

Es ist ein Highlight in seiner Karriere: Der Krienser Schauspieler URS STÄMPFLI steht mit «Tatort»Kommissarin Maria Furtwängler auf der Bühne.

D

iesmal ermittelt die «Tatort»Kommissarin nicht. «Gegen mich schon gar nicht», sagt Urs Stämpfli, 34, beim gemütlichen Stadtbummel durch Berlin schmunzelnd. Maria Furtwängler, 46, Ärztin, Schauspielerin, Gattin von Verleger Hubert Burda, 73, spielt bei ihrer Bühnenpremiere in der Komödie «Gerüchte … Gerüchte …» im Kurfürstendamm-Theater ein naives Oberschicht-Blondinchen. «Genial, wie sie diese Rolle interpretiert», schwärmt der in Berlin wohnhafte Stämpfli vor dem Brandenburger Tor. «Zudem verstehen wir uns alle blendend mit ihr. Sie ist ein sehr herzlicher, humorvoller Mensch.»

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Auch das Publikum zeigt sich begeistert. In einer Dialogpassage auf der Bühne sagt Furtwängler zu Stämpfli: «Du hättest Schauspieler werden müssen!» Wer Stämpfli kennt, der weiss: Das war in der Tat ein früher Traum des Luzerners. «Schon als Teenager», sagt Stämpfli, der seine berufliche Tätigkeit in der bekannten Stadtluzerner Buchhandlung Raeber begann. «Mit 21 Jahren wurde dieser Traum dann mit dem Eintritt in die Schauspielschule in Zürich Wirklichkeit.» Auch seine Gattin Marion Tour, 34, fasst in der Branche Fuss: Letzten Sommer war sie Regisseurin eines Kurzfilmes – im Luzerner Eigenthal mit ihrem Mann und dem Bündner Schauspieler Andrea Zogg, 55,

vor der Spielfilm-Linse! «Ich bin sehr stolz auf meine Frau», schwärmt Stämpfli. Doch zurück nach Berlin. Mit auf der Kurfürstendamm-Bühne ist ebenfalls ein zweiter Schweizer, der in Zürich geborene Pasquale Aleardi, 41, mit dem Stämpfli auch im soeben ausgestrahlten ZDF-Film «Wer liebt, lässt los» vor der Kamera stand. «Vor drei Jahren haben wir uns alle an einem Schauspiel-Workshop kennengelernt», erzählt Stämpfli im U-BahnGeratter. «Dort entstand auch die Idee, die Komödie einmal aufzuführen.» Eine gute Idee: Die Erfolgskomödie, die noch bis Ende Monat läuft, ist restlos ausverkauft. Und Urs Stämpfli restlos glücklich: Er ist soeben zum zweiten Mal Vater geworden. In der Garderobe, kurz vor dem Auftritt, bringt er es auf den Punkt: «Vaterfreuden sind die schönsten, die es gibt!» TEXT UND FOTOS ANDRÉ HÄFLIGER


Menschen Happy Birthday, Estelle! Schwedens kleine Prinzessin feiert ihren 1. Geburtstag mit Torte, Schleife – und in Mamas Kleidchen.

VICTORIA & DAVID BECKHAM

Mürrisch am Bahnsteig

Nicht gerade amüsiert bahnt sich Victoria Beckham ihren Weg durch die Massen am Pariser Eurostar-Bahnhof. Hinter ihr Gatte David mit Tochter Harper auf dem Arm und Sohn Cruz an der Hand. Zur Erinnerung: Victoria rief 2009 schon einmal die Bahnpolizei, weil der Pöbel ihr zu nahe rückte.

ESTELLE VON SCHWEDEN

Süsses für Schwedens süsse Prinzessin Was für ein Anblick! Schwedens MiniPrinzessin Estelle pustet die rosafarbene Kerze auf ihrer ersten Geburtstagstorte aus. Mama Victoria, 35, und Papa Daniel, 39, schmückten den Kuchen für ihr «Tüpfelchen» – so rufen sie ihre Tochter mit Kosenamen – mit kleinen Tierfiguren. Gefeiert wurde vergangenen Samstag ohne öffentliches Tamtam im engsten Familienkreis. Mit Opa König Carl Gustaf, Oma Königin

Silvia und den Eltern von Papa Daniel. Tante Madeleine, Victorias Schwester, gratulierte via Facebook. Zur Feier des Tages trug die Kleine das blau-weiss gestreifte Kleid, das Victoria 1978 an ihrem ersten Geburtstag anhatte. Als Geschenk gabs ein goldenes Armband mit einer Kornblume – und eben besagte Torte. Die ass Estelle zunächst brav mit dem Löffel, um kurz darauf beherzt mit ihren Händchen zuzulangen. RH

MÁXIMA & WILLEM-ALEXANDER

Fröhlich im Zug

Der Kluge reist im Zuge, sagt der Volksmund. Inzwischen beherzigen das aber auch schon Royals. Darum dampft Hollands künftiges Königspaar Máxima und WillemAlexander mit ihren Kindern aus den Skiferien im österreichischen Lech per Eisenbahn nach Hause nach Amsterdam. PRINZ CHARLES

Begabtes Schneiderlein

MICHELLE OBAMA

Fotos Kungahuset.se, Reuters, hgm-press, Dukas (2)

Pony statt Bungee-Sprung

Jetzt hat Michelle Obama, 49, in einem Interview erstmals klargestellt, warum sie seit Januar mit Stirnfransen und PonyFrisur herumläuft. Amerikas First Lady steckt in der Midlife-Crisis. Das verriet sie zumindest in der TV-Show von Rachel Ray. «Ich konnte keinen Sportwagen kriegen. Sie erlauben mir keinen BungeeSprung. Also habe ich mir einen Pony schneiden lassen», erzählte Obama. Ihrem Mann, US-Präsident Barack Obama, 51, gefällts. Modezar Karl Lagerfeld dagegen motzte, die Präsidentengattin sehe aus wie «eine typische Nachrichtensprecherin». Michelle pfeift auf dessen Kritik. Und lächelt auf ihrem neusten offiziellen Foto mit Bob und Pony in die Kamera. RH

Bleibt ihrem Pony trotz Kritik treu: US-Präsidentengattin Michelle Obama.

Der adrett gekleidete Arbeiter ist kein Geringerer als Prinz Charles. Der englische Thronfolger liess es sich bei einer Besichtigung seines Lieblings-ShirtHerstellers Turnbull & Asser nicht nehmen, seine Fähigkeiten an der Nähmaschine unter Beweis zu stellen. Firmeninhaberin Kath Cope lobte Charles’ Arbeit: «Ich würde ihm sieben von zehn Punkten geben.» SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 15


Weltmeister! Mit dem SkiathlonSieg im Val di Fiemme gewinnt DARIO COLOGNA historisches Gold. F端r diesen Erfolg haben die Eltern sogar ihr Haus geopfert und auf Ferien verzichtet.

Seine Familie gib


NEUE ENERGIE

Im Hotel Alla Rosa in Predazzo gรถnnt sich Dario Cologna weltmeisterliche Spaghetti. An der WM hat er Appetit auf noch mehr Medaillen.

ibt ihm Kraft SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 17


TEXT ISO NIEDERMANN FOTOS HERVÉ LE CUNFF

E

s heisst, Dario Cologna setze sich gerne mal an den Pokertisch. Er wills nicht bestätigen. Wie so einiges, was man sich über den Privatmenschen Cologna erzählt. Aber man hat wenig Grund, daran zu zweifeln. Von irgendwoher muss er das Talent haben, sich nie in die Karten blicken zu lassen. Er beweist es auch während dieser ersten WM-Woche im Trentino. «Druck?», entgegnet der 26-Jährige auf die entsprechenden Journalistenfragen. «Ich spüre keinen speziellen Druck, nur weil man von mir erwartet, dass ich die Medaillen hole, die die Alpinen nicht erreicht haben. Ich laufe ja nur für mich.» Doch jetzt ist er entlarvt. Kaum je hat er seine Erleichterung und Siegesfreude so laut herausgeschrien wie nach dem triumphalen Zieleinlauf beim WMSkiathlon vom Samstag. Man kann es förmlich mit Händen greifen, das Gewicht, das da von seinen Schultern fällt. 24 Stunden, eine eher geruhsame Feier im Teamhotel und bereits wieder eine Trainingseinheit später steht er auch verbal zu seinen wahren Gefühlen: «Als ich vor dem Rennen sagte, ich wolle unbedingt eine Medaille, egal welcher Farbe, stimmte das nicht ganz. Ich wäre nicht zufrieden gewesen mit Silber oder Bronze. Ich wollte Gold.» Und auch dass er sehr wohl den Druck einer ganzen Skination gespürt hat, räumt der weltbeste Langläufer hinterher offen ein: «Es war zum Teil schon etwas mühsam, dass man so selbstverständlich davon ausging, ich würde mit einem WM-Sieg im Val di Fiemme die mageren Leistungen unserer Alpinen in Schladming vergessen lassen. Klar, gewinne ich zuerst einmal nur für mich. Doch im Hinterkopf hatte ich durchaus diese hohen Erwartungen der Schweiz an mich. Das machte es nicht gerade leichter.» Dario Cologna hat die Prüfung bestanden – und wie! Nämlich genau so, wie man es in seiner Heimat erwartet hatte: Unwiderstehlich, unbeirrt auch vom Sturzpech zu Rennbeginn und von den taktischen

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FAMILIENSUPPORT

Oben: Freundin Laura Bucher (l.) und Mutter Christine bei der Siegerehrung im Zielgelände. Links: Küsse von der Mama – Christine Cologna fällt ihrem Dario um den Hals. Rechts: Goldene Emotionen – Vater Remo und Mutter Christine jubeln über den WMSieg ihres Sohnes.

Mit Silber oder Bronze wäre ich nicht zufrieden gewesen. Ich wollte Gold DARIO COLOGNA

Ränkespielen der zahlenmässig überlegenen Norweger. Schon als er ins Zielgelände einläuft, reissen auf der Tribüne die Eltern, Christine, 51, und Remo Cologna, 63, die Arme hoch. Freundin Laura, 22, sprintet mit Tränen in den Augen und rot-weissem Herzchen auf der Wange von ihrem Standort an der Strecke ins Zielgelände, wo ihr Darios Schwester Andrea, 28, um den Hals fällt. Alle sind sie da, seine Liebsten. Nur Gianluca Cologna, 22, muss den ersten WM-Triumph seines Bruders in Deutschland am TV verfolgen. Er ist dort im Europacup engagiert. Erst zwei Tage vorher aber hat er beim Sprintrennen selbst am WM-Start gestanden – und mit seiner starken Viertelfinalqualifikation wohl Northug und Co. nervös werden lassen: Noch so ein Cologna, der ihnen da

droht! «Darios kleiner Bruder zu sein, ist für mich keine Bürde, sondern ein Riesenansporn. Und ich bin stolz auf ihn.» Es ist diese Sportlerfamilie, die Dario den Weg an die Langlauf-Weltspitze ebnet. Die Eltern – obwohl selbst kaum sportlich aktiv – verzichten auf vieles, um ihren Kindern den Sport zu ermöglichen. Jahrelang kennen sie Ferien nur vom Hörensagen, das Haus in Müstair GR tauschen sie gegen eine Mietwohnung in Tschierv weiter oben im Münstertal ein. Wer möchte es ihnen missgönnen, dass sie an diesem Samstag die stolzesten Eltern im Val di Fiemme sind und selbst wie Stars vor die TV-Mikrofone gebeten werden? Schwester Andrea gibt eine hoffnungsvolle Badminton-Karriere auf, als ihr im Engadin die valablen Gegnerin-


nen ausgehen. Aber selbst als Personalchefin des rennomierten Hotels Eden Roc in Ascona lässt sie es sich nicht nehmen, zweimal viereinhalb Stunden lang Auto zu fahren, um ihren grossen kleinen Bruder an der Strecke zu unterstützen. Dario nimmt sehr wohl wahr, wenn ihn im Renneinsatz an der Loipe die Menschen unterstützen, die ihm am wichtigsten sind. «Laura, die Familie, meine engen Freunde – ich sehe beim Einlaufen jeweils schon, wo sie stehen. Und zu wissen, dass sie da sind, gibt mir unterwegs Kraft.» Dass er im Ziel des WM-Geländes von Lago di Tesero dann aber kaum dazu kommt, die Gratulationen dieser Personen entgegenzunehmen, kränkt niemanden. Laura, die mit Kolleginnen aus der Schweiz angereist ist, gelangt gar nicht zu ihrem Schatz. «Macht nichts», sagt sie, «ich bin nur wahnsinnig stolz auf ihn. Er hat dieses Gold so verdient. Und ich habe auch nie gezweifelt. Man kann sich auf Dario verlassen, wenns darauf ankommt.»

DIE COLOGNA-BANDE

Die Eltern Remo und Christine Cologna mit ihren Söhnen Dario (l.) und Gianluca. Dario selbst gewinnt seine gewohnte Ruhe bald wieder zurück. Als ihm auf dem Weg zur Pressekonferenz Mama Christine vor laufenden TV-Kameras endlich um den Hals fallen kann, raunt er ihr zu: «Ez muesch aber nid übertriibe.» Geht allerdings in seinem Fall fast nicht. Nur Superlative genügen noch, um dem Schweizer des Jahres 2012 gerecht zu werden. «Er ist ein Glücksfall für einen Vermarkter, besser geht es nicht», sagt Marc Biver, sein Manager, strahlend. «Dario steht imagemässig längst auf einer Stufe mit einem Pirmin Zurbriggen. Ich denke, mit den Verträgen, die man jetzt mit ihm abschliessen kann, hat er ausge-

sorgt.» Dario ist jetzt schon der bestverdienende Langläufer der Geschichte. Einem Dario Cologna genügt das nicht. «Ich habe jetzt alle grossen Titel zumindest einmal gewonnen.» Die Betonung liegt auf «einmal». Er strebt noch weitere Erfolge an. Zum Beispiel in den verbleibenden Rennen dieser WM im Val di Fiemme. Oder den erneuten Gewinn des Gesamtweltcups. Und weiteres Olympiagold in Sotschi. Oder einmal den Sieg in einem 50-Kilometer-Lauf. Wie leicht muss es dem besten Langläufer der Welt erst fallen, wenn er künftig ohne die Last einer ganzen Nation auf den Schultern läuft?  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 19


Happy End! Nach fünf Fehlgeburten freuen sich CHRISTOPHE DARBELLAY und seine Frau Florence über ihre kleine Justine. Der CVP-Präsident über seine Vaterrolle und die Abstimmungen vom 3. März.

Darbellays Sonn e


SONNENSCHEIN DER FAMILIE

Christophe Darbellay mit seiner Frau Florence und Tochter Justine zu Hause in Martigny-Croix. Der dreieinhalb Jahre alte Sohn Alex ist gerade in der Krippe.

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INTERVIEW ALEJANDRO VELERT FOTOS HERVÉ LE CUNFF

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art gesottener Parteipräsident? Von wegen! CVP-Chef Christophe Darbellay, 41, sitzt zu Hause in MartignyCroix VS mit Töchterchen Justine auf dem Sofa, schneidet Grimassen und sagt: «Gugus, gugus.» Bis Justine ihn mit einem breiten Lächeln belohnt. Den Besuch der Schweizer Illustrierten scheint er gar nicht mehr wahrzunehmen. Darauf angesprochen lacht er und sagt: «Es ist verrückt, was Kinder mit einem anstellen.»

Christophe Darbellay, Ihre Tochter Justine kam am 12. 12. 12 zur Welt. Haben Sie nachgeholfen? Nein, sonst hätte ich dafür gesorgt, dass sie zwei Stunden später zur Welt kommt, um 12.12 Uhr (lacht)! Aber im Ernst: Ich war an jenem Abend in Bern, weil Session war, und kam erst um 1.30 Uhr ins Bett. Zwei Stunden später rief mich Florence an, die Wehen hatten eingesetzt. Also setzte ich mich gleich ins Auto und fuhr ins Wallis. Waren Sie schon bei der Geburt Ihres ersten Kindes dabei? Selbstverständlich, es ist ein grossartiges Erlebnis. Aber dieses Mal war unsere Anspannung sehr gross. Zwischen der Geburt von Alex und Justine erlitt meine Frau fünf Fehlgeburten. Während der Schwangerschaft von Justine war eine gewisse Nervosität fast ein Dauerzustand, bei jeder Untersuchung, in jedem Moment. Umso grösser dann die Erleichterung, als Justine gesund zur Welt kam. Und wie. Aber ich brauchte Zeit, bis ich es wirklich glauben konnte, dass Justine jetzt gesund bei uns ist. Es kommen inzwischen viele Paare auf mich zu und  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 21


STOLZER PAPA

Christophe Darbellay packt im Alltag mit an. «Wickeln, baden, anziehen, was auch immer gerade ansteht.»

erzählen von ähnlichen Erlebnissen. Das passiert aber nur, wenn man selber offen darüber spricht. In der Regel erfährt man ja nur vom Happy End. Planen Sie noch weitere Kinder? Wir wollten immer drei Kinder haben. Aber meine Frau wird bald 40, ich selber 42. Und ich sehe die Fehlgeburten irgendwie auch als Zeichen. Wir haben uns noch nicht definitiv entschieden. Was hat das Vater-Sein bei Ihnen ausgelöst? Ich war ja der älteste von fünf Buben und hatte Kinder schon immer sehr gerne. Von meinem ersten Geld, das ich als Schüler verdiente, kaufte ich meinem kleinsten Bruder einen Spielzeug-Traktor und danach Ski. Aber die

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Liebe, die man für die eigenen Kinder empfindet, ist einmalig, das Grösste. Interessant ist, dass man es als Kind selber nicht so empfindet. Dabei haben mich meine Eltern sicher genauso bedingungslos geliebt wie ich meine Kinder. Das ist wohl eine Frage der Rolle. Welche Rolle übernehmen Sie im Alltag? Bei Justine das ganze Programm. Wickeln, baden, anziehen, was auch immer ansteht. Und in der Nacht höre ich sie meist als Erster und bringe sie zu Florence, wenn sie Hunger hat. Mit Alex, der jetzt dreieinhalb ist, gehe ich gerne Ski fahren, er braucht viel Bewegung und frische Luft. Ich gehe auch einkaufen und koche sehr gerne. Das tönt so, als wären Sie Hausmann.

(Lacht.) Davon bin ich weit entfernt. Ich versuche, einen Tag unter der Woche zu Hause zu sein, meist am Donnerstag. Aber als Parteipräsident ist man ständig unterwegs, 70- bis 80-Stunden-Wochen sind die Regel. Immerhin, ich brauche wenig Schlaf, das macht die Tage länger. Der Familienartikel, über den die Schweiz am 3. März abstimmt, soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Das tönt zwar gut, aber … … es ist auch gut! Das Durchschnittsalter der Menschen in der Schweiz steigt an. Wer soll denn eines Tages arbeiten, wenn nicht unsere Kinder? Wir haben ein Problem, das wir mit Familienpolitik oder mit Migration lösen können.


LÄCHELN BITTE

Christophe Darbellay und seine Frau Florence versuchen, der kleinen Justine ein Lachen zu entlocken – mit Erfolg.

Die Liebe, die man für die eigenen Kinder empfindet, ist einmalig, einfach das Grösste CHRISTOPHE DARBELLAY

Die Kantone sollen für ein bedarfsgerechtes Angebot an familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen sorgen. Was bedeutet das konkret? Bei drei Vierteln der Paare in der Schweiz arbeiten beide Partner, zumindest Teilzeit. Einige, weil sie wollen. Viele, weil sie müssen. Wir wollen dafür sorgen, dass jede Familie eine freie und faire Wahl hat. In gewissen Städten muss man sich schon bei einer Krippe anmelden, bevor man einen Partner kennengelernt hat (lacht). Der Text des Beschlusses ist derart allgemein formuliert, dass unzählige Begehrlichkeiten geweckt werden. Das kann am Ende Milliarden kosten! Das ist Schwarzmalerei. Jeder konkre-

te Beschluss müsste ja zuerst vom Parlament angenommen werden und wäre dem Referendum unterstellt. Die SVP verankerte mit der Minarett-Initiative ein kommunales Baureglement in der Bundesverfassung. Und nun wehrt sie sich dagegen, dass das Wichtigste in unserer Gesellschaft überhaupt, nämlich die Familie, in die Verfassung kommt. Und die Lösung ist, dass man die Kinderbetreuung an den Staat delegiert? Ich besuchte, wie die meisten Kinder in der Schweiz, die öffentliche Schule. Bin ich deswegen ein Staatskind? Nein! Krippen und Tagesstrukturen sind ergänzend, sie ersetzen niemals die Familie. Wir fordern ja auch nicht ein flächendeckendes, sondern ein bedarfs-

gerechtes Angebot. Und eigentlich ist der Familienartikel ein Wirtschaftsartikel. Denn diese Massnahmen kosten uns nichts, sondern unter dem Strich profitieren alle davon. Wie soll das bitte gehen? Die Arbeit des Mittelstands bringt dem Land enorm viel. Der Verbleib der Frauen im Beruf wird auch gefördert, was bei einer Scheidungsrate von 50 Prozent keine dumme Idee ist. Wir brauchen Frauen auch in der Wirtschaft. Soll meine Frau Florence, die Jus studiert hat und selbstständige Anwältin ist, etwa alles liegen und stehen lassen? Diesen Verlust an Wissen kann sich keine Gesellschaft leisten. Wie organisieren Sie eigentlich die Betreuung Ihrer Kinder? Florence arbeitet 50 bis 60 Prozent auswärts. Alex geht einen Tag pro Woche in die Krippe. Und wir haben ein tolles familiäres Umfeld. Und ansonsten hat das Wallis genau das, was wir fordern: ein bedarfsgerechtes Angebot. In unserem Kanton würde sich deshalb durch die Annahme des Familienartikels kaum etwas ändern. Für heisse Köpfe sorgt im Wallis auch das Raumplanungsgesetz. Und ausgerechnet Ihre Bundesrätin, Doris Leuthard, kämpft an vorderster Front dafür. Deshalb halte ich mich in dieser Frage grösstenteils zurück. Aber wenn Doris Leuthard sagt, Sparen für die Enkelkinder sei reine Spekulation, dann macht sie sich im Wallis wenig Freunde. Hier denken wir als Familienpartei. Zum Skifahren wäre die Bundesrätin im Wallis aber noch willkommen? Toll, wenn Sie unsere Natur und Skipisten schätzt. Ich würde mich freuen. Aber … Hier kocht die Volksseele. Sie war im Wallis eine Heldin. Aber im Moment ist die Stimmung nach der Zweitwohnungsinitiative und mit der Raumplanungsdiskussion angeheizt. Wieso sind Sie dagegen, dass der Zersiedelung Einhalt geboten wird? Zubetoniert hat man doch vor allem das Mittelland. Überall stehen riesige «flache» Einkaufszentren. Aber von uns  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 23


erwartet man ein Reservat ohne grosse Wirtschaftsperspektive. Im Übrigen hatten wir mit der Gesetzgebung über Fruchtfolgeflächen ein Instrument für den Schutz der Landwirtschaftsfläche. Was haben Bund und Kanton damit gemacht? Leider nicht sehr viel … Die Bauland-Reserven im Wallis stehen in keinem Verhältnis zum Bedarf in den nächsten fünfzehn Jahren. Wenn wir das Element Tourismus einbeziehen, hat das Wallis einen Bodenverbrauch pro Kopf unter dem Schweizer Durchschnitt. Deshalb kann man doch nicht einfach Leute ohne Entschädigung enteignen, die investiert oder Bauland als Bankgarantie für ein Haus hinterlegt haben. Der Boden, nicht die Börse ist das Sparheft vieler mittelständischer Familien. Diese Leute denken für ihre Kinder und Enkel. Wie bei der Zweitwohnungsinitiative: Das Wallis gegen den Rest der Schweiz. Nein, denn immer mehr Leute merken, dass es keine Walliser Frage ist, sondern das ganze Land betrifft. Deshalb sind beispielsweise auch der Schweizer Gewerbeverband, die FDP, die SVP und viele CVP-Sektionen dagegen. Dieses Raumplanungsgesetz ist ein Angriff auf den Föderalismus und ist kostentreibend. 

GLÜCKSKIND

Am 12. 12. 12 kam Justine zur Welt. Darbellay fuhr für die Geburt mitten in der Nacht von Bern ins Wallis. Aber das Wallis tobt besonders laut. Weil bereits die Annahme der Zweitwohnungsinitiative ein harter Schlag für unseren Kanton war. Sogar das Staatssekretariat für Wirtschaft in Bern erwartet einen Verlust von 9000 bis 15 000 Arbeitsplätzen im Alpenraum. Und warten Sie nur ab. Irgendwann werden auch die Städter reagieren, wenn die Häuser immer mehr in die Höhe schiessen und die Mieten immer weiter steigen.

Das Wallis bringt oft streitbare Köpfe hervor: Christian Varone, der trotz SteinAffäre für den Staatsrat kandidiert, Sepp Blatter, Peter Bodenmann oder Christian Constantin. Wie erklären Sie sich das? Wir sind Kämpfer. Leute, die Überzeugungen haben und dafür auch den Kopf hinhalten. Vielleicht ist es wegen der Berge und der rauen Landschaft so. Eigentlich ist es ein ewiger Kampf hier, auch wenn man politisiert. Man bekämpft sich fast bis auf Blut. Das fördert die Selektion von harten Köpfen. Aber gegen aussen treten die Walliser dann wieder als Einheit auf. Ja, wenn wir ausserhalb unseres Kantons sind, ist der Zusammenhalt enorm. Das ist bei den Bündnern oder Tessinern zwar auch so, aber wahrscheinlich sind wir hier noch etwas militanter. Sie bleiben noch bis 2015 CVP-Präsident. Was kommt danach? Ein Exekutivamt ist meine erste Priorität. Im Wallis oder in Bern? Es ist ja nicht so, dass man eine Karriere einfach so planen kann. Wir werden sehen, was sich ergibt. Was ist der höhere Posten: Staatsrat im Wallis oder Bundesrat in Bern? Beides sind schöne Posten. Aber im Wallis ists immer ein bisschen schöner (lacht). 


Prinz Harry s

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ZWEI BLAUBLÜTER IM SCHNEE

Da nützt auch das komplette Skioutfit nichts. Trotz Helm, Ski- und Sonnenbrille wird Harry Windsor erkannt, und die Bilder vom Prinzen und seiner angeblich neuen Freundin, Cressida Bonas, im Schnee von Verbier gehen um die Welt.

Königlich verliebt in Verbier! Für einmal sorgt PRINZ HARRY nicht mit Nacktbildern oder Kriegsparolen für Schlagzeilen. Sondern mit Knuddelküssen. Und alle wollen wissen: Ist Cressida Bonas nun Chelsys Nachfolgerin?

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Ab auf die Piste Selbst Royals tragen ihre Ski selber: Harry (hinten) zusammen mit Cressida (l.) und Ex-Tante Fergie (r.).

Stemmbogen royal Ob sich Prinz Harry wohl als Skilehrer versucht oder die nächtlichen Feierlichkeiten nachwehen?

Gib mal Pfötchen Eugenie Windsor, ihr Freund Jack Brooksbank und Cressida buhlen um die Gunst des Bernhardiners.

Sparsam Harry logiert im Hotel Farinet (EZ ab CHF 190.–) und fliegt mit Easy Jet.

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TEXT ANDY ENGLERT

in Zimmer im Hotel Farinet in Verbier kostet derzeit mindestens 190 Franken. Nicht viel, wenn man bedenkt, dass dazu royales Entertainment serviert wird – von der Nummer 4 der britischen Thronfolge höchstpersönlich: Prinz Harry, 28, der vorigen Sommer noch im Partyleben von Las Vegas die «Nackte Kanone» gegeben hat und nach seiner Rückkehr aus Afghanistan als eine Art verbaler «Rambo» von sich reden machte, trat in den Walliser Alpen, gut 1500 Meter über Meer, auf einmal als Harry, der Knutscher, auf. Wie üblich bei ihm vor Publikum: Und nachdem eine fröhliche britische Gästeschar den 53. Geburtstag seines

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Onkels Prinz Andrew mit reichlich Champagner-Cocktails, Steaks und Königskrabben im Hotelrestaurant gefeiert hatte, fand sich auf Harrys Schoss auf einmal eine blonde Schönheit. Die beiden schmusten ausgiebig. Nicht einmal die Anwesenheit anderer Gäste störte – einschliesslich der von Onkel Andrew, seiner Cousinen Beatrice und Eugenie plus Boyfriend Jack Brooksbank sowie Ex-Tante Fergie, die ihre Töchter nur schwer einmal abschütteln können. Immerhin gabs davon mal keine In-flagranti-Fotos. Diese entstanden erst, als sich Harry und seine Flamme tags drauf auf der Skipiste umarmten. Immerhin mal eine gute Nachricht: Die junge Dame auf seinem Schoss ist Cressida Bonas, 24, eine

Schönheit, die sich seit Jahren im Umfeld der jungen Royal-Generation bewegt, und auch nach Windsor-Massstäben absolut gesellschaftsfähig ist. Dem Prinzen scheint es ernst mit ihr zu sein, und es wäre durchaus möglich, dass Cressida Bonas in Harrys Liste der

Die Nacktbilder sind ein klassisches Beispiel dafür, dass ich wahrscheinlich zu sehr Soldat und zu wenig Prinz bin PRINZ HARRY


Wer ist Cressida Bonas? Cressida ist eines von fünf Kindern, die ihre Mutter Lady Mary Gaye Gurzon, 66, (grosses Bild links) ein It-Girl der Londoner 60er-Jahre, von drei verschiedenen Ex-Ehemännern hat. Sie wurde für eine Jahresgebühr von rund 40 000 Franken auf der noblen Privatschule Stowe in Buckingham erzogen, studierte an der Universität Leeds – und wurde von der britischen Society-Bibel «Tatler» immerhin auf Platz 27 der Wichtigen-Liste gesetzt. Ihre Halbschwester ist Isabella Anstruther-Gough-Calthorpe, die vor Jahren mit Harrys Bruder, Prinz William, 30, ausging – und als Ex-Freunde von Cressida stehen Kaliber wie Arthur Landon, Erbe eines Vermögens von knapp 300 Millionen Franken, und Harry Wentworth-Stanley, Stiefsohn des Marquess von Milford Haven, der wiederum ein Cousin der Queen ist.

Fotos Sportingphoto/sportingphoto@verbier.com, Dukas (3), Dominic O’Neill

Blonde Schönheit Ob als Tochter, Model oder Partygirl – Cressida Bonas macht immer eine gute Figur. Kennengelernt haben sich Prinz Harry und Cressida vergangenen Mai.

festen Freundinnen auf die Juristin und Millionärstochter Chelsy Davy aus Simbabwe folgt. Wie Chelsy ist auch Cressida blond, und zufälligerweise besucht auch sie die Universität in Leeds. Und es könnte noch eine Gemeinsamkeit geben, so vertraut das Paar wirkt. Im Kollegenkreis wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt, dass auch diesmal der Prinz mehr an einer ernsten Beziehung interessiert sein könnte als Cressida. Immerhin: Mit Harry kann man im Ausgang richtig Party machen – selbst am Knutschabend in Verbier feierten beide bis knapp vier Uhr morgens kräftig auf der Tanzfläche und in der Bar im Hotel-Nightclub Farinet weiter, berichten andere Gäste. Obwohl das nach Harrys Standards keine wilde Nacht

war – keiner war nackt oder trug ein Nazi-Kostüm. Schon im vergangenen Mai hatte Cressida als Harrys Favoritin gegolten, sie wurden zusammen in angesagten Londoner Clubs gesichtet – allerdings muss Cressida ausgesprochen sauer reagiert haben, als dann in der Weltpresse die Fotos des splitternackten Harry erschienen sind. Harry, der mit seinen Freunden vom Militär und einer zufallsbekannten Mädchengruppe, die zu einem Junggesellinnen-Abschied in die Spieler- und Neonlicht-Metropole Las Vegas gekommen war, dort gemeinsam Poolparty machte und ziemlich nackte Tatsachen schuf. Später soll Harry, immerhin für fast fünf Monate als Offizier im Einsatz in Afghanistan, durch regelmässige Anrufe aus dem

Hindukusch Cressidas Herz wieder erweicht haben. Bei der Verwandtschaft in London dürften Harrys neue Schlagzeilen eher für Erleichterung sorgen: Noch Anfang der Woche war über eine Affäre des Prinzen mit Ashley Roberts, ehemalige Sängerin der Pussycat Dolls, spekuliert worden. Zuvor galten das Model Florence Brudenell-Bruce oder immer wieder einmal Pop-Sängerin Natalie Imbruglia («Torn») als mögliche royale Flammen. Da hört man hinter PalastTüren schon lieber den Namen von Cressida Bonas. Und man wird vielleicht grosszügig darüber hinwegsehen, dass sich Harry in der Öffentlichkeit mit Tante Fergie zeigt, die aufgrund ihrer merkwürdigen Bekanntschaften, Geldgeschäfte und wiederkehrenden  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 29


Einer fürs Volk Egal, ob an Eröffnungen von Gedenkstätten (Bild links) oder an Jubiläumsfeierlichkeiten (Bild unten) – die Briten lieben die Auftritte ihres «Dirty Harry». Dem Windsorspross würden sie alles verzeihen.

Prinz Party Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas! Nicht bei Harry: Die Bilder von ihm im Pool mit Bikini-Beautys und sein Auftritt beim Strip-Billard sorgen für Wirbel.

Schuldenberge für das Königshaus bei den Royals so angesehen ist wie Griechenland in den anderen Euro-Ländern und dementsprechend grossräumig gemieden wird. Harry in Love wird vielleicht die Boulevardpresse versöhnen – an anderen Stellen ist der Ärger über seinen Auftritt nach der Rückkehr aus Afghanistan längst nicht vergessen. In Uniform hatte Offizier Harry vor laufenden TV-Kameras mitgeteilt, dass er erstmals im Einsatz einen Gegner getötet habe, überdies seine Fähigkeiten als Schütze am Joystick seiner Spielkonsole trainiert hatte. Es mag sein, dass viele Briten bei solch martialischen Kommentaren etwas weniger sensibel sind als die meisten anderen Europäer – dennoch ist dem Prinzen offenbar nicht bewusst,

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dass er als Soldat nicht England gegen eine Invasion militärischer Gegner verteidigen muss, sondern an einer internationalen Mission beteiligt ist, die Frieden und Demokratie nach Afghanistan bringen soll. Britische Militärs und Vertreter anderer am Einsatz beteiligter Nationen verkniffen sich zwar offizielle Kommentare – der Sicherheit aller Soldaten im Lande hat er damit sicher nicht genützt. Die Rechnung für Harrys verbalen Kraftmeiereien geht auch an die Familie und die britischen Steuerzahler. Zwar wirkt es herzig, wenn der Onkel in spe mitteilt, wie er sich auf das Kind von Bruder William und Schwägerin Kate freut – doch die gestiegene Gefahr möglicher Terroranschläge, die aufgrund von Harrys Sprüchen auch der

ganzen königlichen Familie plus ihren zahlreichen Schlössern und sonstigen Besitzungen drohen könnten, ist zumindest den Sicherheitsexperten bei Scotland Yard, Personenschützern und Geheimdiensten bewusst. Die Folge: So unauffällig wie möglich wurden die Schutzmassnahmen erhöht, gerade auch für William und Kate. Die Mehrkosten dafür könnten schon innert

William und ich wünschen uns oft, dass wir einfach komplett normal wären PRINZ HARRY


Die On-off-Beziehung mit Ex-Freundin Chelsy Chelsy Davy hatte sich vom Prinzen getrennt, offiziell, weil sie keine Lust auf ein royales Leben hatte. Auch politisch gesehen stand die Beziehung zwischen dem Prinzen und der Millionärstochter unter einem schlechten Stern: Weder Harrys Vater Charles noch die britischen Medien hätten sich über eine Prinzessin gefreut, deren Vater Millionen mit dubiosen Grosswildjagden verdiente und Minister des Diktators Robert Mugabe als Geschäftspartner hatte.

Fotos Dukas (4), Keystone, Reuters (2)

Captain Wales Dem Nacktauftritt in Las Vegas folgt der Einsatz im Kampfanzug: Als KampfhelikopterPilot steht Harry als Offizier der britischen Luftwaffe im AfghanistanKrieg im Einsatz.

eines Jahres in die Millionen gehen, schätzen Experten. Kaum zu glauben, dass Harry das vom seinem Wehrsold (um die 85 000 Franken im Jahr) oder aus seinem Erbe von rund 30 Millionen Franken (von Mutter Prinzessin Diana und Urgrosi Queen Mum) bezahlt. Selbst wenn er scheinbar schon begonnen hat, eisern zu sparen: In die Winterferien nach Verbier reiste er im Billigflieger von Easy Jet. Zu Harrys Ehrenrettung sei allerdings gesagt: Sein Leben als Prinz Wartestand, dessen Aufgabe in erster Linie darin besteht, einzuspringen, wenn etwas Unerwartetes geschieht, ist nicht leicht. Gleich einem viele Millionen Franken teuren Fussballstar, der sich dann auf einmal beim FC Barcelona oder bei Bayern München auf der Re-

servebank wiederfindet, ist er zu einem Dasein als royaler Edelreservist verdammt. Das lebende Beispiel, nur eine Generation früher, hatte er aktuell in Verbier vor Augen und am Restauranttisch: Onkel Prinz Andrew. Auch der durfte sich als Offizier im Kriegseinsatz (bei ihm wars 1982 im Falkland-Krieg) beweisen, danach bekam er diverse Beschäftigungsprogramme wie aktuell der eines «Botschafters der britischen Wirtschaft» aufgebrummt. In anderen Monarchien wird die Rolle der jüngeren Brüder und Schwestern längst entspannter gesehen, sie dürfen studieren, Jobs ergreifen und weitgehend ihr privates Leben führen – doch in Grossbritannien ist immer noch die jüngere Geschichte präsent, als der beliebte König Edward VIII. im Jahr 1937 wegen seiner

Liebesferien Harry und Chelsy fanden immer wieder zueinander, hier in Sambia.

Beziehung zu der geschiedenen USAmerikanerin Wallis Simpson auf den Thron verzichtete und dessen jüngerer Bruder Bertie, danach bekannt als König George VI. und Williams Urgrossvater, völlig unerwartet Thron, Krone und alle zugehörigen Verpflichtungen übernehmen musste. Diese Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte – die von Prinz Andrew, selbst mit viel Wohlwollen, kaum. Harry hat es zumindest in der Hand, eine erfolgreichere Ehe zu führen als sein Onkel. Ob das nun mit Cressida sein wird oder einer anderen Auserwählten: Zumindest richtet er bei seinen Liebesspielen bedeutend weniger Schaden an als bei seinen Killerspielen.  ----------

Andreas C. Englert ist Royal-Experte und stv. Chefredaktor der deutschen Illustrierten «Frau im Spiegel» und «Royal».

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Sein kühler Abgang

Novartis-Präsident DANIEL VASELLA ist nicht nur einer der erfolgreichsten Manager der Schweizer Geschichte, sondern gilt auch als König der Abzocker. Er hat mehr erreicht, als ihm lieb war.

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TEXT NINA SIEGRIST

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die Fasnachtszeit. Ein «Live-Krimi», spannend wie «Derrick», amüsant wie eine «Schnitzelbangg». Hauptdarsteller: Daniel Vasella. Er verkörpert den schamlosen Abzocker, der unter dem Druck der Öffentlichkeit zuerst versichert, seine 72 Millionen Abgangsentschädigung zu spenden – und dann, als der Sturm der Entrüstung dennoch nicht abflaut, ganz darauf verzichtet. Jetzt, sagen die drei Kleinaktionäre, sei eine Entschuldigung fällig. Die Hände aufs Rednerpult gestützt, eröffnet Daniel Vasella, 59, kurz 

ABGEKLÄRT

Vom Management geliebt, von der Öffentlichkeit geschmäht und von beidem unbeeindruckt: Daniel Vasella vergangenen Freitag bei der Novartis-GV in Basel.

Fotos Marc Wetli/13photo, Heiner H. Schmitt

s wäre ein unverschämt guter Abgang gewesen: Generalversammlung, Schlussapplaus, der Vorhang fällt – und dann, als kleine Zugabe hinter den Kulissen, noch ein sogenanntes Konkurrenzverbot, von dem niemand so genau zu wissen braucht, dass es Daniel Vasella weitere 72 Millionen Franken ins ohnehin schon dicke Portemonnaie spült. In der Vorstellung der Novartis-Entscheidungsträger war alles klar: Der Rücktritt von «Mister Novartis» sollte würdig und ohne allzu grosses Aufsehen über die Bühne gehen. Dass am Ende nicht seine zweifelsohne grossartige unternehmerische Leistung, sondern der finanzielle Grössenwahn im Rampenlicht steht, war so nicht geplant. Aber wenn ein König abtritt, geschieht das eben selten leise. Vor der Basler St. Jakobshalle haben sich am Freitagmorgen Dutzende von Kleinaktionären versammelt, die meisten davon längst ergraut. Sie warten auf den Beginn der Novartis-Generalversammlung. Und, fast noch wichtiger, auf die Eröffnung des Frühstücksbuffets. Das bevorstehende Spektakel, sagen drei ältere Herren, passe prima in


m채chtig

CEO, Verwaltungsratspr채sident, Alleinherrscher. Daniel Vasella 2009 in seinem B체ro und auf dem Zenit seiner Macht.


BERUFEN Der gelernte Arzt besucht in

Tansania eine Leprastation. Vasella unterstützt mehrere Gesundheitsprojekte.

Die heftigen Vorwürfe, die mir gemacht wurden, sind keineswegs spurlos an mir vorübergegangen  nach 10 Uhr vor rund 2700 Aktionären die Generalversammlung. Er erklärt das Abstimmungsprozedere, seine Stimme ist sanft und kontrolliert, seine Worte wirken salbungsvoll. Und wie so oft, wenn man Vasella begegnet, hat man das Gefühl, das hier ein Arzt spricht, der seine Patienten beruhigen will. Als mit Abstand jüngstes von vier Kindern erkrankt er achtjährig an Tuberkulose. Er verbringt Monate in den Bündner Bergen, kuriert seine Atemwegserkrankungen aus, getrennt von den Eltern und Geschwistern, die zwar Bündner Wurzeln haben, mittlerweile aber in Freiburg leben. Die eine Schwester stirbt noch im Teenageralter an Krebs. Die andere später bei einem Unfall. Sein Vater, ein Geschichtsprofessor, erliegt einem ärztlichen Kunstfehler. Und der junge Daniel Vasella weiss plötzlich, was seine Berufung ist: helfen, heilen, Medizin studieren. Mit 34 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

31 Jahren wird er der jüngste Oberarzt am Berner Inselspital. Doch ein Daniel Vasella strebt stets nach mehr. Da ist es ja, sein «Mea culpa»: Kurz nach 10.15 Uhr, zwei-, dreimal hat er vorher leer geschluckt, gesteht Daniel Vasella in der St. Jakobshalle Fehler ein. Es sei falsch gewesen, das Konkurrenzverbot auszuhandeln. Ebenso, zu glauben, dass sein Versprechen, die 72 Millionen zu spenden, positiv aufgenommen würde. Er sei in den letzten Tagen zum Wahlhelfer der Minder-Initiative erklärt worden – unfreiwillig. Und: Die Vorwürfe, die ihm gemacht wurden, seien keineswegs spurlos an ihm vorbeigegangen. Ungewohnte Worte von einem, der seine Position (und seinen Lohn) ungeachtet jeglicher Proteste zuweilen so hartnäckig und unbeeindruckt vertritt, dass ihm der Übername «Teflon-Dan» verliehen wurde. Vasella ist durchaus ein Mann mit Emotionen. Im Jahr 1978 heiratet er

seine grosse Liebe, Anne Laurence, die Nichte des späteren Sandoz-Präsidenten Marc Moret. So kommt es, dass der junge Arzt und bald schon dreifache Vater ins Pharma-Business einsteigt. Im Schnellzugstempo arbeitet er sich bei Sandoz hoch. Und als es 1996 zur Megafusion von Ciba-Geigy und Sandoz kommt, ist schnell klar, wer die neu geformte Novartis führen soll: Daniel Vasella, der Halbgott zum Anfassen. An der Generalversammlung wird Vasella gewürdigt: «Wir werden ihn vermissen – aber sein Erbe wird weiterleben», sagt CEO Joe Jimenez pathetisch. Und Verwaltungsrat Ulrich Lehner erklärt: «Alle Verdienste von Daniel Vasella vollumfänglich zu loben, würde den Rahmen dieser Veranstaltung sprengen.» Tatsächlich gibt es in der Schweiz kaum einen Manager vom Format Vasella. Er hat die Megafusion von Ciba-Geigy und Sandoz erfolgreich implementiert, mit der Übernahme des Augenheilmittelherstellers Alcon den grössten Deal der Schweizer Wirtschaftsgeschichte aufgegleist. Novartis wuchs unter seiner Regie beständig, ebenso der Standort Basel mit seinem pompösen Campus. 

Foto Frank Rumpenhorst/Pool/DDP Images/DAPD, Marcel Nöcker, Ennio Leanza/Keystone

VERNETZT Daniel Vasella verhandelte mit den Mächtigen der Welt auf Augenhöhe. Hier weiht er mit Kanzlerin Angela Merkel und Roland Koch eine Anlage für Grippeimpfstoffe ein.

VERLETZLICH 2009 brannte Vasellas Jagdhaus in Tirol nieder. Eine Woche zuvor wurde das Familiengrab geschändet.


NATÜRLICH Es sind rare Momente, in denen der Konzernchef zum Privatmann wird. Hier 2002 mit seinem Rottweiler.

FAMILIÄR Daniel und Anne Laurence

Vasella sind seit 34 Jahren verheiratet. Sie treten selten öffentlich auf.

FREIHEITSLIEBEND Vasella lenkte

nicht nur einen Konzern, sondern auch eine BMW-Strassenmaschine mit 130 PS.

Während Banken fünfmal den Chef, Fussballvereine zehnmal den Trainer wechselten, hielt sich Vasella 17 Jahre lang an der Novartis-Spitze und etablierte sich international als Leaderfigur. In der Basler St. Jakobshalle treten nun verschiedene Aktionäre ans Rednerpult. Man solle dem Verwaltungsrat einheizen, hat kurz zuvor ein TrämliChauffeur die anreisenden Aktionäre durchs Mikrofon aufgefordert. Nun aber geben sich die Votanten erstaunlich zahm. Ethos-Geschäftsführer Dominique Biedermann schlägt vor, dass man Vasella nicht zum Ehrenpräsidenten ernennt und die Konditionen eines allfälligen Beratungsmandates offenlegt. Eine welsche Aktionärin überreicht dem scheidenden Novartis-Boss ein goldenes Kalb («das ist der einzige Gott, zu dem sie beten»). Die meisten aber beschäftigen ganz andere Dinge: Ein Aktionär klönt, man müsse hier hungrig und durstig nach Hause gehen. Ein anderer will wissen, ob sein Freund Willi aus Tokio recht habe, der behaupte, es kursiere dort das Gerücht, dass ein PharmaMulti Vasella einen Antrittsbonus von 150 Millionen bietet. «Richten Sie Ihrem

Foto Thorsten Futh/ Laif, Kurt Reichenbach

Der Rücktritt als CEO bedeutete für mich einen Identitätswechsel. Das erforderte Trauerarbeit Freund Willi einen Gruss aus», sagt Vasella, «man darf nicht alle Gerüchte glauben – so wie man auch nicht alles glauben sollte, was in der Presse steht.» Schlagzeilen macht Daniel Vasella vor allem 2003, als im Zuge des Skandals um die Abfindung von ABB-Boss Percy Barnevik die Transparenzvorschriften erhöht und die CEO-Löhne erstmals offengelegt werden. 20,2 Millionen beträgt sein Salär gemäss Steuerwert. Das Volk ist empört. Und immer lauter wird auch die Kritik an Vasellas Machtfülle – er ist CEO und VR-Präsident zugleich, hat Einfluss auf sein eigenes Vergütungssystem. 2009 wird er auch noch zur Hassfigur militanter Tierschützer, sein Ferienhaus in Tirol wird in Brand gesetzt, das Familiengrab in Chur verunstaltet. Ein Jahr später tritt Vasella schliesslich als CEO zurück. Gegenüber der Schweizer Illustrierten spricht er von «Trauerarbeit». Der Rückzug fällt ihm nicht leicht.

Die Hürden der Generalversammlung sind geschafft: Die Entlastung des Verwaltungsrates wurde problemlos erteilt, das Vergütungssystem gutgeheissen. Der abtretende Präsident lächelt immer häufiger, macht auch mal ein Witzchen. Thomas Minder, Vater der Abzocker-Initiative, hofft, er werde sich künftig für junge Talente und Startups engagieren – mit Energie, Knowhow und Geld. Vasella selbst wird Novartis als Berater zur Verfügung stehen, plant tatsächlich eine «Coaching-Tätigkeit». Er will Italienisch lernen und sein Romanisch auffrischen. Um 14 Uhr schliesst er die Generalversammlung, verlässt nach einem kurzen, kühlen Applaus die Bühne – und geht. Der Abtritt des Königs. Manchmal ist er eben doch unerwartet leise.  Mitarbeit: Silvan Grütter, Alejandro Velert SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 37


Huf und Huft Der Pferdefleisch-Skandal hält ganz Europa auf Trab. GUIDO und BEATRICE BAUMGARTNER aus Rebstein SG betreiben seit 25 Jahren eine PFERDEMETZGEREI. Und sind selber Rösseler. Sie schlachten ihre eigenen Reitpferde, essen sie aber nicht.

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TEXT MARCEL HUWYLER FOTOS MARCUS GYGER

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eit 25 Jahren macht er das. Und hat doch jedes Mal Mühe. Wenn Pferdemetzger Guido Baumgartner ein Ross zur Schlachtbank führt, hat er «einen Klumpen im Magen und Brot im Sack». Mit dem Brot lenkt er das Tier ab, sodass es bedächtig ins Schlachthaus trottet, sich hinstellt, still hält, «und man es ruhig schiessen kann». Es gehe darum, ein Ross in Ruhe, mit Würde und Anstand zu metz-

gen, sagt Baumgartner. «Ein rechter Metzger ist ein Tierfreund.» 78 Pferdemetzgereien gibt es laut Telefonbuch in der Schweiz. Metzger wie Kunden kauen derzeit am «Pferdefleisch-Skandal» herum, der eigentlich «Deklarations-Skandal» heissen müsste. Überall in Europa entdeckt man in Rindfleischprodukten (wie etwa FertigLasagne) undeklarierte Pferdefleischspuren. Wäre die Aufregung ebenso gross, wenn statt Pferdefleisch Huhn, Kalb oder Lamm reingepanscht worden wäre? Pferd zu essen, ist für viele Men-


Mögen Pferde Links: Beatrice und Guido Baumgartner posieren mit Knoblipantli und einem Stück Rossfleisch in ihrer Pferdemetzgerei in Rebstein SG. Oben: Familie Baumgartner mit ihrem zehnjährigen Wallach namens Wento, mit dem sie regelmässig ausreiten.

schen unvorstellbar. Emotional schwer zu verdauen, gesellschaftlich unbedingt zu verdammen. Ross in der RindfleischLasagne – die Kulinarik-Version des Trojanischen Pferdes. Guido Baumgartner metzgt pro Woche ein Pferd. «Ein schönes Ross ist ein feines Ross», weiss er aus Erfahrung. Seit 25 Jahren führen er und seine Frau Beatrice die Pferdemetzgerei Rheintal in Rebstein SG und das dazugehörende Restaurant Kreuz (Tageshit: Salat, Fohlensteak 220 g mit Kroketten für Fr. 29.50). Baumgartner, 63-jährig,

«Metzger mit Leib und Seele», trägt einen Hosengurt im Appenzeller Stil, aber mit Rössli statt Chüeli drauf, dazu eine Jacke mit der Aufschrift «KavallerieVerein Oberrheintal». Das Ehepaar Baumgartner mag Pferde. Sie metzgen, essen – und reiten sie. Früher besassen Baumgartners bis zu sechs Reitpferde. In ihrem Stall steht derzeit Wento, ein Wallach, zehnjährig, schlau sei er, gelehrig, ein feines Tier – wie auch immer die Baumgartners das meinen. Und tatsächlich: Wento wird, wie seine Vorgänger, wenn er alt ist,

wenn es sein muss, von Baumgartner geschlachtet. Aber nicht gegessen. In dem Punkt sind die Rösseler heikel: «Man isst kein Ross, das man kennt», betonen Baumgartners. Letzthin tagte der hiesige Reitverein im «Kreuz», man orderte Ross vom heissen Stein; nur ein Mitglied verzichtete, weil Baumgartner eben erst dessen Reittier gemetzgt hatte. «Das Risiko, seinen Pedro zu verspeisen, war dem Mann zu gross», erzählt Beatrice Baumgartner. Die 50-Jährige führt das «Kreuz». Gaststube, Säli, viel helles Holz, ein Hufeisen als Deko, ein Aquarium fürs Gemüt, und auf dem Stammtisch liegen «Der Rheintaler», «Tierwelt», «Pferdewoche» und «Gastronomie-Zeitung». Beatrice lacht oft. Sie ist der Typ Frau zum Ross-Stehlen. Pferdefleisch geniesst sie am liebsten blutig gebraten, und um den Hals trägt sie ein Kettchen mit Anhänger – einem goldenen Pferd. «Rossfleisch wird zu Unrecht verschmäht», klagt sie. «Oder haben Sie daheim Kochbücher mit RossfleischRezepten? Eben!» Dabei sei Pferdefleisch von allerbester Qualität, mager, praktisch fettfrei, sehr zart, sehr gesund, sehr geeignet übrigens für Menschen mit Gicht oder Diabetes. Guido Baumgartner kauft nur Pferde zum Metzgen, die er kennt. Nur solche aus der Schweiz von privaten  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 39


Feines Handwerk Guido Baumgartner beim Ausparieren eines frisch gemetzgten Fohlens.

Hochzeitsfoto Einen Sch immel und fünf Begleitpferde hat Baum gartner später gemetzgt.

Dank dem PferdefleischSkandal kommen sogar noch mehr gwundrige Neukunden in unseren Laden PFERDEMETZGER GUIDO BAUMGARTNER

Haltern, gesund, gut gefüttert. Jedes Ross wird vom Tierarzt geprüft. Zwischen 700 und 1000 Franken zahlt Baumgartner für ein Tier. Von einem 600 Kilo schweren Pferd lassen sich 200 Kilo verwerten. Zum Töten und Zerlegen führt er das Ross zu einem befreundeten Schlachter in der Nachbarschaft; die grossen Teile verarbeitet er anschliessend in seiner eigenen Metzgerei. Eben schneidet er an einem Stück Schweizer Fohlen herum (ausparieren heisst das im Metzgerdeutsch), zweijährig, vom Buchserberg stammend, das er zuvor drei Wochen lang in seinem Stall hegte und pflegte und das zusammen mit Wallach Wento auf der Weide herumtoben durfte. «Manchmal», gibt Beatrice Baumgartner zu, «manchmal muss 

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ich schon leer schlucken, wenn wir ein Tier metzgen», aber das sei halt nun mal so, sei Beruf, sei Geschäft und Auskommen. Diesen Oktober feiert die Pferdemetzgerei Rheintal ihr 25-Jahr-Jubiläum. Vier Söhne haben die Baumgartners, keiner will Vaters Metzg übernehmen. Berühmt ist Guido für seine Pferdemostbröckli. Und die Würste: Knoblipantli, Bauernschüblig, Rosslandjäger. Zwar verkauft man im Laden auch anderes Fleisch wie Schweinswädli, Cervelats, Kalbs-, ja gar Käswürstli – Pferdespezialitäten aber sind ganz klar der Renner. Schadet Ihnen der aktuelle Pferdefleisch-Skandal, Herr Baumgartner? Im Gegenteil, argumentiert der Metzger, zusätzlich zur treuen Stammkundschaft kämen nun noch Leute in

seinen Laden und ins Restaurant, die, gwundrig geworden, jetzt endlich auch mal Rossfleisch kosten wollen. An der Wand im «Kreuz» hängt das Hochzeitsfoto der Baumgartners: Das Brautpaar in einer Kutsche, gezogen von vier Schimmeln, dahinter ein gutes Dutzend Reitklub-Kollegen hoch zu Ross. Guido erzählt von jenem Festtag. Und von den Pferden auf dem Bild. Und was aus denen geworden ist: Er deutet auf einen der Schimmel und auf fünf der Begleitpferde. Diese sechs, sagt der Bräutigam von damals, seien nicht mehr am Leben. Pferdemetzger Baumgartner hat sie – als meuchelte man seine eigenen Brautjungfern – zu Filets, Knoblipantli und Rosslandjägern verarbeitet. 


Kaiser Karl hält Hof Er gehört zu den meistfotografierten Menschen der Welt: KARL LAGERFELD revolutionierte die Mode. Jetzt präsentierte der King of Style erotische Fotokunst in St. Moritz.

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TEXT CAROLINE MICAELA HAUGER FOTOS KURT REICHENBACH

W

arten auf einen Exzentriker. Der bekannteste Desigern der Welt hat Verspätung. Karl Lagerfeld sollte mit seinem Privatflieger längst aus Mailand eingetroffen sein. Ist er aber nicht. Und so werden in der Galerie Gmurzynska in St. Moritz erst mal Häppchen und Champagner serviert und nebenbei meterhohe Kunstwerke bestaunt. Die spärlich bekleideten Musen hat der Meister

höchstpersönlich mit seiner Kamera ins rechte Licht gerückt. Und die Fotografien mit Feuer und Säure auf Glasplatten ätzen lassen – ein Verfahren, das er nun erstmals vorstellt. Ein Mann, ein Look, ein Kosmos. Über niemanden wird so viel geschrieben wie über die Chanel- und FendiLegende. So soll sich Lagerfeld täglich mit der teuersten Körpercreme von La Prairie eincremen, sogar zwischen den Zehen. Er besitzt 300 000 Bücher, die er alle gelesen haben will. Und die verwöhnteste Katze der Welt, Choupette. Lagerfeld: «Sie kommt eigentlich über-


Erotische Visionen mit Patina Karl Lagerfeld beim Betrachten einer nachbearbeiteten Fotoserie aus den 90er-Jahren. Begleiter mit Stil und Sonnenbrille Lagerfeld mit seinem diskreten Begleiter und Bodyguard Sebastien Jondeau.

allhin mit. Sie hat eine eigene Kammerzofe und einen extra angefertigten Reisekoffer. Für die Bürstchen, Fressnäpfe und Spielsachen gibt es ein spezielles Fach.» Die Nachricht von seiner Ankunft zaubert ein Lächeln in die Gesichter der Gastgeber Christina Gmurzynska und Mathias Rastorfer. Dann steht Karl Lagerfeld plötzlich da, souverän wie ein Renaissance-Fürst – längst selber zum lebenden Kunstwerk geworden. Schneeweisser Haarzopf, schwarze Sonnenbrille, Lederhandschuhe, gestärktes Hemd: Mit seiner charismatischen Aura erfüllt er den Raum. Obwohl er umlagert

wird wie ein Popstar, bleibt er die Ruhe selbst. Nur eines bringt ihn in Rage: die Frage nach seinem Alter. Sein Geburtsjahr gibt er offiziell mit 1938 an. Doch Taufregister und Schuldokumente belegen: Der Sohn eines Kondensmilchfabrikanten aus Hamburg wird diesen September achtzig. Mit dem Verhältnis zu seinen Eltern hält er nicht hinter dem Berg, wenn er gefragt wird. «Mit Erziehung wurde ich nicht belästigt. Ich habe mich selber erzogen. Meine Muter war eine kühle, aber sehr amüsante Frau. Körperliche Nähe war ihr zuwider. Muttermilch hat es nie gegeben, ich wurde aus der Dose ernährt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich Milch hasse, besonders warme mit Haut. Ich werde ohnmächtig, wenn ich nur daran denke.» Sein Deutsch ist makellos, präzise, akzentuiert. Die Antworten sind fast schonungslos ehrlich. Was ihm viele Freunde, aber auch erbitterte Feinde beschert. Zu den Besitzern der Galerie Gmurzynska, deren Hauptsitz sich am Zürcher Paradeplatz befindet, pflegt

Lagerfeld seit zwanzig Jahren eine kreative Freundschaft. Und so sind in der aktuellen Ausstellung, «Fire Etchings», nicht nur Porträts der Models Freja Beha Erichsen, Aymeline Valade und des Zeitgeist-Rappers Theophilus London zu sehen, sondern auch Arbeiten aus den 90er-Jahren, die leise daherkommen. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei. Ein Mann mit gelben Brillengläsern (es ist Karls Begleiter Sebastien Jondeau, Bodyguard, Muse, Model) bringt ihn nach draussen. Lagerfeld muss nach Paris, um die Herbst/WinterKollektion für Chanel zu präsentieren. Sein eigener Look ist bei den Jungen Kult. In einem «Stern»-Interview verrät er, warum. «Die Alten sind es, die mich hassen. Weil sie bei meinem Anblick glauben, sie müssen sich jetzt auch Mühe mit ihren Bierbäuchen geben. Wenn man aber sein Leben lang gesoffen hat, dann ist der nur ganz schwer wegzubekommen.»  ----------

«Fire Etchings», Galerie Gmurzynska St. Moritz, bis 23. März 2013 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 45


ZWÖLF STIMMEN FÜR DIE SCHWEIZ Diese Kandidaten stehen in

den Liveshows. Hinterste Reihe v. l.: Angie Ott, Iris Moné, Nicole Bernegger, Simona Lüthi, Tanja Zimmermann. Mittlere Reihe v. l.: Gabriela Grossenbacher, Valon Muhadri, Leslie Philbert, Gisel de Marco, Ricardo Sanz, Deborah Bough. Vorne liegend: Sarah Quartetto.

Sie haben es geschafft und kämpfen um den Titel THE VOICE OF SWITZERLAND. Ab jetzt entscheiden nicht mehr die Coaches über ihr Weiterkommen, sondern die Fernsehzuschauer. Die Schweizer Illustrierte schätzt die Siegeschancen der zwölf Talente ein. TEXT RAMONA THOMMEN SI-URTEIL H. ELIAS FRÖHLICH FOTOS FABIENNE BÜHLER

Wer hat «The 46 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


e Voice»?


Sarah Quartetto, Simona Lüthi und Tanja Zimmermann (v. l.) sind die Schützlinge von Sänger Marc Sway.

Team Stress Die Soul-Diven Name Nicole Bernegger, 35 Name Leslie Philbert, 25 Beruf Mutter und Sängerin Beruf Kaufmännische Angestellte Wohnort Birsfelden BL Wohnort Zürich

Name Deborah Bough, 29 Beruf Studentin Wohnort Rivera TI

Nicole ist ein Tausendsassa: Unter der Woche kümmert sie sich um ihre beiden Söhne (zweieinhalb- und vierjährig) und den Haushalt. Am Wochenende rockt sie als Frontfrau ihrer neunköpfigen Sixties-Band The Kitchenettes die Bühne. Seit sechs Jahren ist Nicole mit dem Lebensmittelingenieur Daniel, 43, verheiratet. Das dritte Kind der beiden kommt im Mai zur Welt. Mittlerweile zieht «The Voice» ihre ganze Familie in ihren Bann. Vor Ort wird sie ebenso unterstützt wie von zu Hause aus: «Mein Gotti kann mich leider nicht live sehen, sie hütet daheim die Kinder.»

Leslie feiert an zwei Tagen Geburtstag. Denn mit ihrem Geburtsdatum ist das so eine Sache. Gemäss Urkunde ist sie am 31. Juli zur Welt gekommen. Allerdings wegen eines Fehlers der Krankenschwester! Eigentlich wurde sie am 1. August um 0.12 Uhr geboren: «Das in all meinen Unterlagen zu ändern, wäre ein zu grosser Aufwand!» Nun will die unerfahrenste Kandidatin von allen – Leslie begann erst vor neun Jahren zu singen – mit der Hilfe von Stress die Nummer-1-Stimme der Schweiz werden: «Er sagt mir immer: ‹Du musst die Bühne einnehmen, nicht umgekehrt!›»

Unter ihrem zweiten Vornamen Orpheline ist sie einigen bereits bekannt: «Shy Boy» hiess ihre erste Single. 2011 sollte sie für das Tessin in der SRF-Entscheidungsshow für den Eurovision Song Contest antreten. Doch sie zog ihre Teilnahme zurück. Deborah musizierte bereits in Frankreich und in den USA – unter anderem mit Wyclef Jean. Vor zwei Jahren kehrte sie wegen des plötzlichen Todes ihres Vaters, er war ein berühmter Basketballspieler, zurück in die Schweiz. In Lugano studiert sie an der Universität Kommunikation, und hier will sie mit ihrer Musik auch wieder Erfolge feiern.

-Urteil Ein stimmliches Erdbeben! Nicole singt sich die Seele aus dem Leib. Das ist Gefühl und viel Soul. Wer will sie schlagen?

-Urteil Auch mit geschlossenen Augen höre ich ihren schwarzen Groove nicht. Bei wem sonst als bei ihr müsste man Soul spüren?

-Urteil Ihre Stimme haut nicht auf Anhieb um. Sie ist sexy, macht das Publikum an. Kein Wunder: Deborah ist bereits Halb-Profi.

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Team Marc Die Jüngsten Name Sarah Quartetto, 20 Beruf Gesangslehrerin Wohnort Collombey VS

Name Simona Lüthi, 21 Beruf Fachangestellte Gesundheit Wohnort Hittnau ZH

Name Tanja Zimmermann, 18 Beruf Gymnasiastin Wohnort Visperterminen VS

Schon einmal wurde Sarahs musikalisches Talent entdeckt: Mit dreizehn Jahren war sie Teil von Phil Collins’ Little Dreams Foundation. Mit der dazugehörigen Little Dreams Band stand sie bereits einige Male in der Welschschweiz auf der Bühne. Nun will sie auch den deutschsprachigen Landesteil erobern – mit selbst geschriebenen und selbst komponierten Songs. Sarah wohnt bei ihren Eltern, beide professionelle Musiker. Sie bewundert Christina Aguilera und hat den grössten Respekt vor ihrer Mitstreiterin Deborah Bough aus dem Team von Stress.

Eigentlich schlägt Simonas Herz für die Blasmusik: Seit zwölf Jahren spielt sie Kornett, mittlerweile leitet sie in ihrer Freizeit Bläser-Workshops. Nur als «Engelsstimme» (so bezeichnen sie alle Coaches) auf der Bühne zu stehen, ist neu für sie. Ohne ihren Glücksbringer geht daher – fast – nichts: Die Kette mit einer selbst gegossenen Note und einem Notenschlüssel trägt Simona immer um dem Hals – ausser bei ihrem «Battle»-Auftritt! Simona hat sie vergessen, weitergekommen ist sie trotzdem. «Damit ist mein Traum bereits mehr als erfüllt», sagt sie. «Das gibt mir Selbstvertrauen.»

Tanja weiss schon jetzt: Vor ihrem ersten Live-Auftritt wird sie viel Pfefferminztee trinken, das ist ihr Zaubermittel gegen die Nervosität. Denn das Nervenflattern ist ihr sicher, immerhin reisen für sie mehr als sechzig Walliser Fans mit dem Car ins SRF-Studio. Dass Tanja vor Publikum auftreten darf, hätte sie vor einigen Jahren nicht zu glauben gewagt. Damals sang sie so häufig, dass ihre Stimme darunter litt. Die Beschwerden sind weg, die Angst ist geblieben – bis jetzt. Coach Marc Sway hat Tanja gelehrt, sich nicht mehr um die Stimme zu sorgen: «Er hat meine Blockade durchbrochen.»

-Urteil Singen kann sie gut. Aber an der Bühnenpräsenz muss sie noch hart arbeiten. Sarah braucht mehr Energie und Power.

-Urteil Feine angeraute Stimme, gut für Balladen. Bei schwierigen Songs sind ihr Grenzen gesetzt – das reicht wohl nicht.

-Urteil Sie zeigte bereits, wie breit ihr Stimm-Spektrum ist. Sie variiert perfekt, Timbre und Feeling stimmen. Das kann etwas werden.

Rapper Stress kümmert sich um Nicole Bernegger , Leslie Philbert und Deborah Bough (v. l.).


Team Stefanie Die Schüchternen Name Gabriela Grossenbacher, 19 Beruf Maturandin Wohnort Bern

Name Angie Ott, 23 Beruf Coiffeuse Wohnort Cernier NE

Name Valon Muhadri, 32 Beruf SBB-Wagen-Manager Wohnort Erlinsbach SO

Bereits als Gymnasiastin liess Gabriela die Emmentaler Heimat hinter sich und zog alleine nach Bern, weil das tägliche Pendeln mehr als vier Stunden in Anspruch nahm. Mittlerweile hat sie ihre Matura in der Tasche und gönnt sich ein Zwischenjahr, bevor sie Medizin studieren will. Oder Musik. Auch kann sie sich vorstellen, ein zweites Zwischenjahr anzuhängen, falls sie zu «The Voice» gewählt wird. Obwohl Gabriela mit Volksmusik aufgewachsen ist – ihre Mutter jodelt, sie selber spielte Klarinette –, zählt sie heute Freddie Mercury zu ihren Vorbildern und singt am liebsten R ’n’ B.

Angie weiss, wie sie vor einem Auftritt die Nervosität vergessen kann: indem sie sich Videos anschaut, die sie zum Lachen bringen, etwa von Babys. Es war ihr Papa, der ihre Leidenschaft für die Musik geweckt hat. Wenn der professionelle Pianist Klavier spielte, forderte er Angie zum Singen auf. Heute könnte sie nicht mehr ohne. Durch den Arbeitsaufenthalt in einem Waisenhaus in Indien weiss sie, dass ein gutes Leben nicht selbstverständlich ist. Deshalb hat sie sich den Namen des Instituts Anchal Chaya seitlich am Bauch tätowieren lassen – ihr Glücksbringer für «TVOS».

Weil er bei der Bahn Schicht arbeitet, bleibt Valon tagsüber viel Zeit für seine Tochter. Oft geht er mit Alea, 3, auf den Spielplatz: «Diese Vater-Tochter-Zeit ist sehr wertvoll für mich.» Der gebürtige Kosovare ist seit mehr als fünf Jahren mit Qendresa, 28, verheiratet. Die Musik von Oasis hat ihn dazu bewogen, als Teenager eine eigene Band zu gründen. Mit der aktuellen, Seldom, tritt er immer wieder in kleineren Clubs auf. An das grosse Publikum bei «The Voice» muss er sich noch gewöhnen: «Weil das Musizieren für mich sehr intim ist.»

-Urteil O nein! Wie kann so jemand weiterkommen? Sie hat weder eine grosse Stimme noch genug Ausstrahlung.

-Urteil Sie spielt beim Singen Piano. Pluspunkt! Dazu ist sie ein stimmliches Kraftpaket mit viel Soul. Siegeschancen intakt.

Blues-Musiker Philipp Fankhauser geht mit Iris Moné, Ricardo Sanz und Gisel de Marco (v. l.) ins Rennen.

-Urteil Valon ist ein guter Amateursänger mit gefühlvoller Stimme. Die geht unter die Haut. Es reicht aber nicht, weil er hölzern wirkt.


Gabriela Grossenbacher, Angie Ott und Valon Muhadri (v. l.) sind die Talente von Sängerin Stefanie Heinzmann.

Team Philipp Die Erfahrenen Name Iris Moné, 37 Beruf Gesangslehrerin Wohnort Minusio TI

Name Ricardo Sanz, 44 Beruf Verkaufsleiter Wohnort Luzern

Name Gisel de Marco, 31 Beruf Assistentin Wohnort Oberwil bei Zug

Für Iris ist es ein ganz neues Gefühl, endlich eine Runde weiterzukommen: Bei der italienischen Castingshow «X Factor» schied sie als eine der letzten 70 von 22 000 Kandidaten aus. Auch die Vorsingen für Musicals und den Cirque du Soleil endeten für sie mit einem «Leider nein». Die Freude über ihr Weiterkommen bei «The Voice» ist grenzenlos. Auch bei ihrem Freund Aad, 46, und seiner holländischen Familie: Sie reist eigens für die Liveshows in die Schweiz. Ob das Iris beim Weiterkommen hilft? Ihre grösste Angstgegnerin ist Nicole Bernegger aus dem Team von Stress.

Seine Eltern sprachen mit ihm Spanisch und Deutsch, zudem lernte Ricardo Italienisch, Französisch und Englisch. So multilingual er sich verständigen kann, so international ist auch sein Leben: Ricardos Freundin Grace, 26, ist während seiner ganzen «The Voice»-Zeit in ihrer Heimat Brasilien. Via Skype hält er sie über das Geschehen auf dem Laufenden. Ricardo hat bereits eine Ehe hinter sich. Und einige Auftritte auf grossen Showbühnen: Bei DJ Bobo war er Backgroundsänger, mit Bligg schrieb und sang er dessen Hit «Single» – und trat auch im dazugehörigen Videoclip auf.

In der ersten Liveshow singt Gisel für zwei ganz besondere Menschen: ihre Eltern Norma, 58, und Cesar, 66, die sie dafür aus Argentinien einfliegen lässt. Die studierte Anwältin hat in ihrer Heimat bereits Karriere in der Musik gemacht: Zwei Castingshows hat sie dort bereits gewonnen, wodurch sie ein eigenes Album aufnehmen konnte. In ihrer Wahlheimat steht sie noch vor dem Nichts: Jetzt will sie auch der Schweiz zeigen, wie gut sie singen kann. Denn: «Vor drei Jahren verliebte ich mich während meinen Ferien in die Schweiz.» Seither lebt sie hier.

-Urteil Ihr Glück, dass Powerstimme Marina ihr im «Battle» unterlag. Für den Sieg wird es Iris dennoch nicht reichen.

-Urteil Experten bezeichnen Andrea Bocelli als durchschnittlichen Tenor. Ricardo ist höchstens ein Bocelli für Arme. Sorry!

-Urteil Eine schöne Frau mit einer toller Stimme! Aber was nützt es, wenn Ausstrahlung und Charisma fehlen? Das ist nicht genug.

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D

ass mit Brandy Butler eine derart gewaltige Stimme so früh ausscheidet, schmerzt Nicole Bernegger. Dass sie schuld daran ist, bricht ihr das Herz. Im letzten «Battle» am vergangenen Samstag tritt die Baselbieter Halbfinalistin gegen ihre Team-Kollegin an – und beendet deren Traum vom Titel «The Voice of Switzerland». «Es zerriss mich fast», sagt Nicole. «Wir sangen Adeles ‹Someone Like You› als Duett und wussten: Der letzte Ton ist das Aus für eine von uns.» Ihr Coach Stress entscheidet. Nicole ist weiter, Brandy raus. Stress sagt: «Es war der schönste ‹Battle›, den wir meiner Meinung nach hatten.» Doch wieso hat er ausgerechnet zwei seiner stärksten Stimmen gegeneinander antreten lassen? Ist doch mit seinem Entscheid klar, dass er eine

davon verlieren wird. Die Kandidaten sollen einen fairen und schönen Auftritt haben, erklärt Coach-Kollege Philipp Fankhauser die Entscheidung von Stress. Schwach gegen stark sei taktisch – ausserdem ungerecht. Und das würde das Fernsehpublikum bemerken. «The Voice of Switzerland» kommt an und polarisiert. Obschon die Einschaltquoten noch nicht bekannt sind, ist sich TV-Produzent Max Sieber sicher: «‹The Voice of Switzerland› wird viele Zuschauer haben.» Das zeichnet sich auch in den sozialen Medien ab. Bis zu 1000 Twitter-Nachrichten gehen während einer Sendung ein. Die Zuschauerkommentare überschlagen sich. 3000 Facebook-Fans wurden bis zum Finale hin angestrebt, aktuell sind es über 10 000. Max Sieber sagt, es sei zweifellos das beste Castingshowkonzept fürs Fernsehen. Weil es nicht nur die Coaches seien, die ent-

DIE COACHES Philip p Fankhauser, Stefanie Heinzmann, Stress und Ma rc Sway (v. l.).

scheiden, sondern auch die Kandidaten: «Es gibt von Runde zu Runde eine Umverteilung der Macht.» Auf die sechs «Blind Auditions», in denen insgesamt 140 Kandidaten vorsingen, folgen drei «Battle»-Sendungen. Jeder Coach lässt zehn auserwählte Talente in Gesangsduellen gegeneinander antreten. In die drei bevorstehenden Liveshows ziehen Marc Sway, Stress, Stefanie Heinzmann und Philipp Fankhauser mit ihren drei besten «Battle»-Kandidaten ein. Pro Sendung wird einer pro Team abgewählt.


«The Voice of Switzerland» wird viele Zuschauer haben, weil es immer wieder eine Umverteilung der Macht gibt MAX SIEBER, TV-PRODUZENT

Ein Castingshowkonzept, das selbst den erfahrenen Musiker und Bandleader Pepe Lienhard begeistert. Es zähle die Qualität. Und nur die Stimme – nicht, «dass man gut aussieht und sich bewegen kann. Alle Stimmen ‹verhebed›», findet er. In den kommenden drei Liveshows ist es das Fernsehpublikum, das via Televoting entscheidet, wer «The Voice» – die Stimme der Schweiz – hat und wer in sein altes Leben zurückkehren muss. Kann da die Qualität aufrechterhalten werden, zumal bisher

Profi-Musiker über das Weiterkommen der Kandidaten bestimmt haben? Er hoffe es, sagt Coach Fankhauser. «Dass ich die Wahl den Zuschauern überlassen muss, fällt mir schwer.» Durch die wochenlange Arbeit mit seinen Talenten wisse er genau, wo sie stünden. Doch es sind auch ebendiese Zuschauer, die nach der Show entscheiden, ob und wie schnell der Sieger von «The Voice of Switzerland» wieder in der Versenkung verschwindet. CDs müssen gekauft, Konzerte besucht werden. Die Experten sind sich einig:

Nach der Show ist vor der Karriere. «Der Sieger muss den Weg vom Sänger zum Künstler machen», sagt Coach Marc Sway. Musikproduzent Roman Camenzind, der Hits von Baschi, Bligg und der Heilsarmee schreibt, erklärt: «In der Sendung singen die Talente die bekanntesten Poptitel. Mit eigenen Liedern Erfolg zu haben, ist eine grössere Herausforderung.» Denn diese Songs müssten sich erst zu Ohrwürmern entwickeln, die das Publikum mag. Die Voraussetzungen sind gegeben. Der Sieger wird von der Plattenfirma Universal unter Vertrag genommen – für mindestens ein Album. Stefanie Heinzmann, selbst Castingshow-Gewinnerin, sagt: «Der Sieg allein ist nicht der Garant für Erfolg.» Aber ein einmaliges Sprungbrett.  ---------Exklusiv! Hinter den Kulissen mit den zwölf «TVOS»-Talenten www.schweizer-illustrierte.ch


Moritz Kälin, 62, probt seine Rolle vor dem Kloster Einsiedeln SZ. Irma GabrielSchönbächler, 83, hört gerne zu.

Bühne frei für ein neues Welttheater! Die Proben laufen: Im Juni hat das 16. Einsiedler Welttheater Premiere, mit MORITZ KÄLIN in der Rolle des Penners. IRMA GABRIEL spielte früher – und erinnert sich.

M

oritz Kälin bleibt cool. Er weiss: Als einer der elf Hauptdarsteller im Einsiedler Welttheater gilt man in der Region als etwas Besonderes. Das bedeute ihm nicht so viel, sagt der Einheimische, von Beruf Buchhalter. Seit 35 Jahren spielt Kälin Theater, beim Welttheater 2013 gibt er den Penner. Das Wichtigste und Schönste: «Dass wir diese Kiste gemeinsam stemmen.» Neben ihm steht Irma Gabriel. Sie nickt – aus Erfahrung. Die Kiste, das ist «Das grosse Welttheater», ein Mysterienspiel des spanischen Dichters Pedro Calderón de la Barca (1600–1681). Seit 1924 wird es auf dem Klosterplatz Einsiedeln aufgeführt. In unregelmässigen Abständen, als «Einsiedler Welttheater». 500 Einheimische machen dieses Jahr mit, darunter 300 Laien-Schauspieler. Für die diesjährige Inszenierung zeichnet Tim Krohn verantwortlich, Regisseur ist Beat Fäh. Thema:

Wie weit darf der Mensch in die Schöpfung eingreifen? Zu den vierzig Aufführungen werden 70 000 Zuschauer aus der ganzen Schweiz erwartet, Premiere ist am 21. Juni. Letzte Woche begannen die Proben, die dazugehörige Ausstellung im Museum Fram läuft: Sie setzt Calderón, die 1000-jährige Einsiedler Theatertradition und die bisherigen 15 Aufführungen im Klosterdorf attraktiv ins Szene. Irma Gabriel kennt das Fieber, das die Einsiedler in den Welttheater-Jahren erfasst. Zehnmal spielte sie mit, meist im Chor der Bettler, erstmals 1935. «Früher machte von jeder Familie mindestens jemand mit.» Nach etlichen Aufführungen habe sie bei sich zu Hause Theaterleute mit Hafechabis, Ofeturrli (KartoffelKäse-Speise) und Kafi Schnaps verköstigt. Moritz Kälin spielte schon zweimal mit. Unter den Auftretenden habe es viele Neuzuzüger. «Und es gibt Paare, die

e die ganze Familie In diesen Kostümen macht er 1950 mit. Irma: 3. v. r. Schönbächler am Welttheat

Kälin und Gabriel besuchen im Einsiedler Museum Fram die Ausstellung über das Welttheater. sich durchs Welttheater kennengelernt haben.» Die Lehrer übrigens sind tolerant: Die fünfzig mitspielenden Kinder müssen nach den Endproben erst um 9 Uhr in der Schule sein. Einsiedeln – eine Region im Ausnahmezustand. THOMAS KUTSCHERA

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Info/Vorverkauf Theater: www.welttheater.ch Ausstellung Museum Fram: www.fram-einsiedeln.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 55


Familien im Schnee

Seit BRUNO RISI das Rennvelo an den Nagel geh채ngt hat, geht bei seiner Familie die Wintersport-Post ab. In Andermatt sind die Risis Stammg채ste. Und machen nicht nur die Skipisten unsicher.

Urner Hochgef체h

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Foto perretfoto.ch

Skigebiet Andermatt

Gleich zwei Skigebiete sind vom Andermatter Dorfzentrum aus zu erreichen: das familiäre Gebiet Nätschen/ Gütsch (2344 m ü. M.) und das sportlich anspruchsvolle Gemsstock-Gebiet (2963 m ü. M.). Zusammen mit den Sedruner Anlagen bringen 20 Bahnen und Lifte die Gäste auf 125 km Pisten in der Skiarena Gotthard Oberalp.

VOR DER SCHUSSFAHRT

Sandra, Corsin, Bruno, Shellyann und Gian-Nico Risi (v. l.) sind am Nätschen bereit für die Abfahrt hinunter nach Andermatt.


TEXT ISO NIEDERMANN FOTOS KURT REICHENBACH

G

anz klar, Corsin, 11, ist hier im Skigebiet Gemsstock in Andermatt UR der Chef auf der Piste. Mit Tempo fährt der Fünftklässler auf den Kicker im Funpark unter der Mittelstation Gurschen zu, hebt ab und landet nach einer sauberen Rotation um den eigenen Körper sicher im Schnee. «Super gmacht, Corsin!», ruft Bruno Risi, um einen Moment später seinen Jüngsten, Gian-Nico, 7, zu warnen: «He, kein Blödsinn mache!» Denn der nimmt ebenfalls Anlauf und fährt in Richtung des Jumpers. Rechtzeitig bremst er noch ab. Doch der Erstgix stellt unmissverständlich klar: «Ich möchte auch mal so gut Ski fahren können wie Corsin und ein Freestyler sein!» Mama Sandra, 40, und Zweitklässlerin Shellyann, 8, fahren lieber an den Hindernissen vorbei – aber kaum weniger zügig als die Männer der Familie. Die Risis sind Sportfreaks durch und durch. Kein Wunder bei diesem Erbgut. Papa Bruno, 44, war viele Jahre lang der beste Bahn-Radfahrer der Welt, gewann 61 Sechstage-Rennen, zahllose WMTitel und olympisches Silber in Athen. Seit dem Rücktritt vor drei Jahren ist der Urner aus Altdorf für die Skifirma Völkl im Aussendienst tätig. Winter- statt Radsport – weshalb dieser Spartenwechsel? «Ich fuhr Ski, ehe ich erstmals aufs Velo stieg. Ich habe auch zum Skisport einen sehr engen Bezug. Und fand den Umstieg in ein ganz anderes Metier spannend.» Die neue berufliche Tätigkeit bringt es mit sich, dass Risi nun öfter am Wochenende Zeit hat, mit seinen Liebsten die Freizeit zu verbringen. Und im Winter bedeutet das wenn immer möglich: Ski und Schlitten ins Auto packen und ab nach Andermatt! «Das ist unser Skigebiet», sagt Sandra Risi. «Wir sind mit dem Auto in einer halben Stunde von unserem Wohnort Bürglen hier. Deshalb kommen wir fast jedes Wochenende und ich mit den Kindern oft auch am Mittwochnachmittag.»

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EINTAUCHEN INS VERGNÜGEN

Die Risis fahren im Winter fast jedes Wochenende von Bürglen UR nach Andermatt. Sie haben hier Saisonkarten.

Die Risis besitzen Saisonkarten der Skiarena Gotthard Oberalp. Damit können sie alle Anlagen der beiden Andermatter Gebiete Gemsstock und Nätschen/Gütsch benützen, aber auch jene von Sedrun ennet dem Oberalppass. Und Shellyann Risi rückt noch eine weitere Attraktion des Gebiets in den Vordergrund: «Wenns mal nicht so schön ist zum Skifahren, dann gehen

TÊTE-À-TÊTE Sandra und Bruno Risi gönnen sich nach einem aktiven Tag im Restaurant Sonne ein Glas Roten.

wir schlitteln. Das ist auch läss hier!» Tatsächlich hat Andermatt in dieser Hinsicht einen echten Trumpf zu bieten: Wo sonst kann man schon zwischen zwei Schlittenabfahrten auf geschlossenen Hochalpen-Pässen wie Furka und Oberalp wählen? Freizeit-Alternativen für den Schlechtwetter-Fall bietet Andermatt ansonsten nicht im Übermass. Auch


KRAFT TANKEN In der «Gadäbar»

im Gemsstock-Gebiet gibts Kaloriennachschub. Sport macht hungrig.

NEUE ER

FA HRUNG Papa Bruno bietet Shellyann Hilfestel lung bei den ersten Versuchen mit de m Eisstock.

wenn die Risi-Kids sich köstlich amüsieren bei ihren ersten Versuchen mit den Eisstöcken auf dem Natureis-Platz. Doch auch das könnte sich ändern, wenn das Jahrhundert-Projekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris erst einmal richtig angelaufen ist. Der Golfplatz ist spielbereit, und das gewaltige Luxushotel Chedi kontrastiert jetzt schon mit dem beschaulichen Dorfkern, an dessen Rand es gebaut wird. Wenn alle Luxus-Appartements und Chalets in Andermatt stehen, soll auch ein Sportzentrum mit Hallenbad dazukommen. «Ich finde das grundsätzlich gut für Andermatt», stellt sich Bruno Risi hinter das Sawiris-Projekt. «Der Tourismus hier hat tatsächlich den ‹letzten Zwick an der Geisel›.» Wichtig sei, dass auch die Dorfbevölkerung mithelfe, den heimeligen Charme des

Orts zu erhalten, den die fröhliche Familie auch beim Abendessen in der rustikalen «Sonne» zu spüren bekommt. Noch aber genügen den Risis die sportlich vielfältigen Skimöglichkeiten ihrer «Wintersport-Heimat». Sandra und Bruno Risi fahren «am liebsten auf den Hammerpisten des Gletschers beim Gemsstock», wo sich auch Freerider aus aller Welt tummeln. Die Jungs mö-

gen den Funpark. Und Shellyanns Favorit ist das Nätschen-Gebiet. «Dort muss man gar nie von den Ski steigen bei den Bahnen», stellt sie ganz praktisch fest. Viele Gründe für die Familie Risi, ihr Andermatt heiss zu lieben.  ----------

Die Top 5 Alles für Kinder und Familien in der Zentralschweiz! Ab Seite 52. Nächste Woche Mit Michel Gammenthaler und seiner Familie auf der Riederalp VS.

Das kosteten die zwei Tage von Familie Risi  Eisstockschiessen Miete Eisplatz und  

Spielmaterial für 1 Stunde: CHF 50.– Schlitteln Bergfahrt zum Nätschen mit der Matterhorn Gotthard Bahn: CHF 18.50 Abendessen «Sonne» Andermatt 4 gemischte Salate, 1 Suppe, 2 ChickenNuggets, 1 Portion Pommes, 1 PferdeEntrecôte, 1 Hirsch-Entrecôte, 4 Kugeln Glace, 1 Traubensaft, 1 l Citro,

1 Mineral, 1 Flasche Wein: CHF 226.90

 Übernachtung 1 Doppelzimmer und  

ein Dreibettzimmer im Hotel MonopolMetropol Andermatt: CHF 405.– Familien-Tageskarte Gotthard Oberalp Arena: CHF 179.– Zmittag in der «Gadäbar» 4 grüne Salate, 1 Älplermakkronen, 2 Hüttenrösti, 2 Zürigschnetzlets, 3 Rivella, 1 Wasser, 1 Sprite: CHF 162.40 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 59


Familien im Schnee

Die Top 5 Zentralschweiz für E

Sandkastenspiele im Winter. Aus den Skischuhen direkt in die Badeschlappen schlüpfen. Alles Käse? Von wegen! In der Zentralschweiz ist einiges möglich. SOGAR ZAUBERTEPPICHE LOCKEN HIER! Kein Wunder, macht auch Globi hier Ferien.

ROMANTISCH

Mit Pferd und Schlitten Runterschalten auf zwei PS und sich gemächlich über die Königin der Berge ziehen lassen. Im Haflingergespann gehts durch die winterliche Rigi-Märchenwelt. Und wer will, kanns sogar mit einem Fondueplausch verbinden. ---------www.rigi.ch

Über wilde Schluchten, rasante Schlittelpisten und kleine Töffpiloten Schwindelfrei sollte schon sein, wer sich über die Fussgänger-Hängebrücke Raiffeisen Skywalk auf dem Mostelberg wagt. In 58 Metern Höhe gehts übers wildromantische Lauitobel. Wer die Mut-

probe bestanden hat, kann sich auch die längste Schlittelbahn der Zentralschweiz hinunterstürzen. Ein Acht-Kilometer-Ritt vom Feinsten. Und die Kleinsten üben derweil schon mal Schneemobil fahren.

Früh übt sich, wer mal ein Grosser werden will. ----------

Rasant Acht Kilometer lang ist der Schlittelweg von Melchsee-Frutt zur Stöcklialp.

Gewagt Europas längste Fussgänger-Hängebrücke führt 374 Meter übers Lauitobel.

Gekonnt Selbstständig drehen schon die Kleinsten auf dem Schneetöff ihre Runden.

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www.melchsee-frutt.ch www.sattel-hochstuckli.ch www.skiliftbrunni.ch


r Eltern und Kinder So ein Käse – zum Zuschauen und Staunen «EDELWEISS», ENGELBERG

Hier wohnt auch Globi Neben Familienappartements wartet das «Edelweiss» für seine kleinen Gäste mit vier Spielzimmern auf. Da gibts sogar eine Eisenbahn, die aufgebaut werden kann, und hin und wieder hilft dabei sogar Globi höchstpersönlich. Da leuchten Kinderaugen! ---------www.edelweissengelberg.ch

Gläserner Käser In der Schaukäserei Kloster Engelberg bekommt der Begriff vom «gläsernen Menschen» eine besondere Bedeutung. Schaukäsereien gibts viele, im Kloster aber nur eine: die in Engelberg. Der Käsehandel geht hier zurück bis ins 17. Jahrhundert, und es war vor allem der Engelberger Abt Joachim Albini, der die Käseexporte intensivierte. Über den Gotthard wurden die Märkte in Lugano, Varese und Mai-

land beliefert. Heute erleben Besucher im ehemaligen Magazin des Klosters live, wie aus Milch der legendäre Engelberger Klosterglocke entsteht. In vier grossen Wannen wird Tag für Tag diese Köstlichkeit produziert. Alles in Handarbeit. Und für Gross und Klein zum Zuschauen

– und natürlich auch zum Probieren. Der Eintritt ist übrigens frei, und im dazugehörigen Laden können sich Käse-Fans nicht nur mit selbigem eindecken, sondern finden auch jede Menge andere Köstlichkeiten aus Milch. ---------www.myswitzerland.ch

REKA-DORF MORSCHACH

Von der Piste ins Bad Wo kann man das sonst? Aus den Skistiefeln in die Badeschlappen schlüpfen und sich nach einem Tag im Schnee in Thermen aufwärmen. Der Swiss Holiday Park gehört zum Reka-Feriendorf Morschach. Die traumhafte Panoramaaussicht gibts übrigens gratis. ---------www.reka.ch/morschach

FÜR KNIRPSE

Da wirds magisch

Ein eigenes Kinderkarussell lockt die Kleinsten ins Kinderskiland. Das liegt bei der Talstation der Sesselbahn Fronalpstock. Wer hier seine ersten Schritte oder Rutscher auf Ski probieren will, der darf auf den Zauberteppich hoffen. Nicht, dass mit Hokuspokus aus Knirpsen kleine Didier Cuches werden, aber der magische Teppich hilft, das leidige Liftfahren zu meistern: Er ist ein 63 Meter langes, komplett überdachtes Förderband. Da macht Ski- oder Snowboardfahren lernen selbst bei Mistwetter Spass. ---------www.stoos.ch

REKA-DORF SÖRENBERG

Sandkasten im Haus Kinderherzen schlagen hier ganz hoch. Denn statt im kalten Schnee können sie hier im warmen Sand spielen – und das auch im Winter. Möglich machts der grosse Indoor-Sandkasten. Nicht weniger aufregend ist der Wasserspielplatz und das Erlebnishallenbad. ---------www.reka.ch/soerenberg

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Das ist die neue Hotelplan-Airline Wie und wohin fliegen Herr und Frau Schweizer am liebsten in die Ferien? THOMAS STIRNIMANN, neuer CEO von Hotelplan Group, über Traumdestinationen und seinen neuen Airline-Partner.

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INTERVIEW ZENO VAN ESSEL FOTOS BRUNO VOSER

D

er 22. Oktober 2012 war für Thomas Stirnimann, CEO von Hotelplan Group, ein stressiger Tag: Mitten in der Nacht erhielt er die Information, Hello, seine wichtigste Partner-Fluggesellschaft, sei pleite. Sehr schnell musste eine fliegerische Alternative her. Zusammen mit seinem langjährigen Mitstreiter Walter

Brüllhardt von Hotelplan Suisse hat Thomas Stirnimann eine neue Airline gefunden, die Hotelplan-Gästen nicht nur höchste Zuverlässigkeit und besten Komfort bietet, sondern auch direkte Flugverbindungen an die schönsten Feriendestinationen ab Zürich und ab Genf. Herr Stirnimann, wie stehts um die Reiselust von Herrn und Frau Schweizer. Hat sie zu- oder abgenommen? Thomas Stirnimann: Schweizerinnen


Wohlfühlmoment Freundliche FlightAttendants und ein topmodernes Flugzeug bieten dem Gast erstklassigen Komfort. Links: Starke Partner Hotelplan-GroupCEO Thomas Stirnimann wird von der Crew von Travel Service Airlines begrüsst.

und Schweizer sind nach wie vor sehr reisefreudig. Aber tendenziell wird sehr kurzfristig gebucht. Warum? Sind Last-Minute-Angebote wirklich billiger? Ja. Aber sehr beschränkt. Darum offerieren wir auch sehr attraktive Frühbucherangebote. Wie funktionieren die? Wer bis April bucht, kann bei uns je nach Destination und Datum von Rabatten zwischen 50 und 200 Franken, in

einzelnen Fällen sogar von bis zu 500 Franken profitieren. Und wie siehts generell mit der Preisentwicklung im Reisegeschäft aus? Stabil. Im Durchschnitt bewegen sich die Preise für die Sommersaison 2013 auf dem Niveau des Vorjahres. Braucht es im Zeitalter von Internet überhaupt noch Reisebüros? Nur bei einfachen und einfachsten Produkten gewinnt das Internet an Terrain. Guter Service und hervorragendes Know-how sichern dem Fachhandel seine Zukunft. Es ist zudem auch schneller und bequemer, im Reisebüro zu buchen. Welches sind die Top-Destinationen bei Hotelplan? Bei Kurz- und Mittelstrecken: die griechischen Inseln, die Türkei, Grossbritannien und Island. Und wie fliegen Sie dorthin? Mit unserem neuen Airline-Partner: der privaten tschechischen Fluggesellschaft Travel Service Airlines. War es einfach, Ersatz für Hello zu finden, die Ende letzten Jahres pleiteging? Alles andere als das! Der Zeitdruck war enorm, die Anforderungen hoch. Aber wir haben eine optimale Lösung gefunden. Wie sind Sie dabei vorgegangen? Zum Glück hatte ich schon ein wenig Erfahrung mit dem Airline-Business: Zusammen mit Walter Brüllhardt von Hotelplan Suisse habe ich vor siebzehn Jahren bei Kuoni Edelweiss Air ins Leben gerufen. Wir fühlten uns wieder

in die Pionierzeit zurückversetzt: Walter ist mehrere Wochen quer durch Europa geflogen, hat verschiedenste Fluggesellschaften getestet und so die besten eruiert. Am Schluss hatten wir vier bis fünf gute Lösungen auf dem Tisch, aus denen wir dann die tschechischen Travel Service Airlines wählten. Was war dabei die grösste Herausforderung? Ziel war, für den Passagier und den Handel eine möglichst hohe Kontinuität zu wahren. Die Flugpläne waren ja schon gemacht und die Kataloge gedruckt. Darum ist vielerorts noch der Hello-Flieger abgebildet. Müssen die Kunden jetzt draufzahlen? Nein. Denn wir haben darauf geachtet, dass wir unsere vorher kalkulierten Preise halten können. Was waren die wichtigsten Entscheidungskriterien für Ihre Wahl der neuen Airline? Die Qualität des Fluggeräts, des Services und des Unternehmens. Der Esprit und die Professionalität von Travel Service Airlines, die in Prag zu Hause, aber in ganz Europa vertreten sind, begeisterten uns dabei ganz besonders. Und ganz wichtig: Die Fluggesellschaft war bereit, ein Flugzeug für uns fix in Zürich zu positionieren. Warum keine Schweizer Airline? Weil es in der Schweiz einfach keine praktikable Lösung gab. Es wäre ein furchtbares Flickwerk geworden, wenn wir unsere Flugpläne mit einzelnen Schweizer Flügen hätten zusammenschustern müssen. Kommt hinzu, dass es ja genau genommen gar nicht so viele Schweizer Airlines mehr gibt. Darum mussten wir in Europa nach Alternativen suchen. Werden Travel Service Airlines Schweizer Qualitätsansprüchen gerecht? Absolut. Gute Qualität findet man in der Welt immer mehr. Wir Schweizer müssen aufpassen: Auf Qualität haben wir kein Exklusivrecht. Sehr viele andere Leute machen ebenfalls einen sehr guten Job. Darum müssen wir weltoffen  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 63


Ferien-Macher Hotelplan-CEO Thomas Stirnimann (r.) und Badeferien-Chef Walter Brüllhardt in der neuen Boeing.

Check Thomas Stirnima nn unterhält sich mit Fir st Officer Martin Hrabak üb er neue Cockpit-Technik .

Das Catering stammt von der Zürcher Gategourmet. Es gibt an Bord auch ZüriGschnätzlets und Rösti THOMAS STIRNIMANN

 sein wie unsere Kunden. Die kennen sich aus, denn es sind Menschen, die reisen, die entdeckungsfreudig sind und ihre Augen offen haben. Wie sieht es mit der Verpflegung an Bord aus? Ich freue mich sehr, dass wir unseren Gästen beste Schweizer Küche vom erstklassigen Zürcher Caterer Gategourmet anbieten können. Es wird auch Züri-Gschnätzlets mit Rösti geben. Bleibt nur die Sprachbarriere. Nein. Auch da kann ich sagen, dass auf den allermeisten Flügen alle Ansagen auf Deutsch sind. Zudem werden von Travel Service Airlines möglichst Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter eingesetzt, die Deutsch sprechen. Die Löhne im Osten sind ja bekanntlich 64 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

viel tiefer als in der Schweiz. Kann das Engagement in Tschechien dazu führen, dass Hotelplan auch andere Jobs nach Osten verlagert? Nein, das hat überhaupt keinen Einfluss. In der Fliegerei spielen die Löhne eine untergeordnete Rolle. Die grossen Kostenfaktoren sind das Flugzeug, das Kerosin, die Wartung und die Flughafentaxen. Für Hotelplan ist die Zusammenarbeit mit Travel Service Airlines also ein längerfristiges Engagement? Das ist das Ziel. Es ist mit viel Aufwand verbunden, eine solche Partnerschaft aufzubauen, denn die Abläufe sind komplex. Aber eine gute Zusammenarbeit setzt auch Energie frei und bringt Stabilität. Vor allem auch für die Passagiere. 

Facts & Figures Hotelplan Suisse fliegt mit den Reisemarken Travelhouse, Hotelplan, Migros Ferien und Denner Reisen während der Sommersaison 2013 mit der Charterfluggesellschaft Travel Service Airlines von Zürich und Genf mit 35 Rotationen an 13 Feriendestinationen. Travel Service Airlines wurden im Jahr 1997 vom tschechischen Unternehmer Roman Vik gegründet. Sie fliegen über 250 Flughäfen an und transportieren pro Jahr 4 Millionen Passagiere. Die Flotte besteht aus 38 Maschinen mit verschiedenen Flugzeugtypen.

Farbrikneu Die Boeing 737-800 von Travel Service Airlines hat Baujahr 2012.


Notabene Peter Bichsel

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enn ich mich richtig erinnere, hiess er Pusterla. Sollte es der richtige Name sein, dann wäre es der Name eines damals jungen Leichtathleten, der anlässlich eines Meetings im Tessin die 100 Meter in einer Zeit um die 10 Sekunden lief – ein Talent, das aus dem Nichts auftauchte. Die Nation hatte ein Talent und die Aussicht auf Medaillen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Die Presse feierte. Aus diesem Mann hätte man ein Jahrhunderttalent formen können. Aber der Mann wollte nicht. Er sagte, dass er gern laufe und dass ihm das Spass mache, aber richtig trainieren mit richtigen Trainern, das wolle er nicht. Er entzog sich der Nation, er stellte sich der Nation nicht zur Verfügung. Das beeindruckte mich. Ja, auch ich habe die Rennen der Skiweltmeisterschaft am Fernsehen angeschaut, auch ich habe mich gefreut über die Silbermedaille der Lara Gut, auch ich habe gewünscht, dass weitere Schweizer und Schweizerinnen Wunder vollbringen, dass der Zufall uns gnädig sei. Auch ich habe mir Gedanken gemacht, was hier schiefläuft – der Präsident Lehmann, der Cheftrainer Inglin – und dabei vergessen, dass ich nichts, gar nichts davon verstehe. Und jetzt, hinterher, bin ich nicht mehr so sicher, ob mich das alles überhaupt interessiert. Ich möchte die Charakterstärke jenes Herrn Pusterla haben und mich freundlich davon verabschieden, sagen können: «Entschuldigung, es interessiert mich nicht.» Aber ich werde bestimmt weiter zuschauen, ich werde weiterhin den Fahrstil des Besten nicht vom Fahrstil des Schlechtesten unterscheiden können, und das Einzige, was mir bleibt, sind die Zwischenzeiten

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Das Gesicht von Carlo Janka, das sich – ob Sieg oder Niederlage – kaum verändert und die Endzeit – das ist ja schon ein bisschen wenig. Wer oder was zwingt mich dazu? Die Aktualität? Die Aktualität ist ein verdammtes Gift, hinterlässt mitunter einen Kater, aber verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist. Warum hat mich der Rücktritt des Papstes und die nächste Papstwahl zu interessieren? Ich bin reformiert, Protestant. Warum habe ich mich zu ereifern über einen konservativen Papst? Und warum fällt er mir ein im Zusammenhang mit Sport? Wohl weil ich live dabei bin. Im Fernsehen ist alles ein Jetzt. Als die Zeitungen noch das wichtigste Informationsmittel waren, war alles, was neu war, ein Gestern. Und ein Gestern kann man erzählen, ein Jetzt aber nicht. Und das Erzählen macht das Schnelle langsam. Und das Erzählen mag ich. Das Erzählen von Fussballspielen anderentags in der Kneipe. Ein Fussballspiel ist im Grunde genommen immer dasselbe. Wenn man es beschreiben will, dann

hilft nur das Erzählen, das Erzählen des Gestern. Und die Gesichter der Sieger und der Verlierer am Fernsehen erzählen. Das Gesicht von Carlo Janka, das sich – ob Sieg oder Niederlage – kaum verändert, wie wenn es auf der Suche wäre, wie wenn auch der Sieg bereits die Enttäuschung in sich hätte. Das erinnert mich an einen guten Freund, der Karriere machte, eine glänzende Karriere, und die Nation liebte ihn. Er begann in der Kindergruppe, kam dann zu den Junioren, hatte schon bald seine ersten Erfolge, hatte das Talent und das Charisma und wurde zur Hoffnung, stieg auf ins B-Kader und später im A-Kader an die oberste Stelle. Er erfüllte seine Rolle tadellos, und er wusste zu strahlen, und die Nation strahlte zurück. Aber er gehörte ihr jetzt auch mit Haut und Haar. Und er veränderte sich und verlor sich selbst nach und nach und wurde zu genau dem Menschen, den er für seine Rolle zu sein hatte, zu jenem Menschen, von dem in den Zeitung berichtet wurde. Er wurde zwar nicht zu einem ganz anderen, aber nur noch zu einem ähnlichen. Und wir wussten es beide, und wenn wir allein waren, bekam sein Blick dieses Suchende. Er war auf der Suche nach sich selbst, der Erfolgreiche. Sein Erfolg, den er liebte, war seine Niederlage. Nein, mein Freund war nicht Sportler, er war Politiker. Und das ist selbstverständlich etwas ganz anderes, ausser eben, dass sich beide mit Haut und Haar der Nation zur Verfügung zu stellen haben. «Oh, mein Gott, die werden mich umbringen», hat Marcel Hirscher vor einer möglichen Niederlage und vor seinem grandiosen Sieg gedacht. ----------

Peter Bichsel, 77, Schriftsteller und Publizist

Foto Kurt Reichenbach

Und sich im Siegen verlieren


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TOP TEN der Woche

Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars, Model Melissa @ Scout Models

Büro mal anders Was zieht man ins Büro an? Immer passend – aber seien wir ehrlich, auch ein wenig langweilig – ist der klassische schwarze oder graue Anzug mit weisser Bluse. Moderne BusinessLadys wollen auch modisch sein. Zum smarten Büro-Outfit gehört immer ein Farbtupfer: zum Beispiel zur schwarzen Hose ein buntes Jackett oder umgekehrt. Genauso wichtig sind Schnitte (elegant und nicht sexy) und Materialien (Wollstoffe, Seide, Baumwolle und keine glänzenden Stoffe). Abwechslung bringen knielange Etui- oder A-Linien-Kleider mit passender Cardigan-Jacke. Bei den Schuhen gilt dezent: Ballerinas, geschnürte Lederschuhe, Ankleboots oder Pumps (5 Zentimeter) in Schwarz, Grau oder Nude-Tönen. Wer noch Tipps braucht, lässt sich z. B. bei der Fashion-Hotline von Modissa beraten.

Stark verhandelt Jacke und Bluse Boss, Boss-Store CHF 649.–, 299.–, Hose Alexander Wang, G Point CHF 330.–, Tasche Anya Hindmarch und Schuhe Tory Burch, beides Brunello, Zürich CHF 1950.–, 379.–

REDAKTION URSULA BORER FOTOS GERI BORN STYLING MELANIE ALBISSER SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 67


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Frisch zum Vorstellungsgespräch Jacke Joop, Globus CHF 479.–, Bluse Gerald Darel, Modissa CHF 479.–, Hose Mantu, Eclectic, Zürich CHF 520.–, LaptopTasche Marc by Marc Jacobs, G Point CHF 160.– Chic vor dem Bildschirm Brille Boss Orange by Safilo, www.safilo.com CHF 145.–, Bluse und Hose Claudie Pierlot je CHF 319.–, iPadCase und Schuhe Chloé, Grieder CHF 320.–, 870.–

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Im PräsentationsModus Kleid Marella, Modissa CHF 279.–, iPad www.apple.com ab CHF 379.– Elegant zum Business-Lunch Bluse See by Chloé, G Point CHF 395.–, Hose Max & Co., Globus CHF 159.–, Tasche Marc by Marc Jacobs, Vestibule CHF 640.–


Smart ans Meeting Sonnenbrille Alexander McQueen by Safilo AMQ 4214/S, www.safilo.com CHF 335.–, Top und Hose Akris Punto, Modissa CHF 369.–, 398.–, Tasche Cosmo Paris, Manor CHF 219.–, Sofasessel Link, www.fly.ch CHF 929.– SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 69


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LAUFSTEG

FRÜHLINGS-FRISCHE

Her mit dem neuen Anstrich!

aussieht wie eine fliegende Untertasse von einem andern Planeten. Die frechen zitronengelben Sneakers mit Glanz von Dosenbach. Oder die kleine, schmucke Tasche von Missoni. Und wer die Welt einmal durch die neue neongrüne Sonnenbrille von Cerjo betrachtet, fühlt sich gleich ein bisschen frühlingsfrischer! BEATRICE SCHÖNHAUS

Witziges Teilchen Neongrünes Vogelfutterhaus Pi:p von Koziol. Gibts in drei Farben. Bestellen über www.geschenkidee.ch. CHF 59.90

Die schrillen Neuen Himmelblau und mintgrün sind sie, die schönsten Lacke der Saison: Pure Color Shadow Paint, diverse Farben, Estée Lauder. Fachhandel. Je CHF 34.–

Will ich haben! Kompakte Tasche in Mint und Himmelblau von Missoni. Fachhandel und über www.zalando.ch. CHF 492.–

Freches Schuhwerk Sneaker Venice, entdeckt bei Dosenbach. Ein Must-have für dieses Frühjahr. www.dosenbach.ch. CHF 39.90

Schau mir in die Augen, Kleiner! Trendy Brille in Neongrün von Cerjo. Ab März im Fachhandel. www.cerjo.ch. CHF 29.90

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Rot-weisse Frische Jil Sander wagt sich in ihrer ComebackKollektion für Frühjahr/Sommer an starke Farben heran.

Sie trägt den Namen «Reset to Zero» – «Zurück auf null». Es ist ihre grosse Comeback-Show. Eine der erfolgreichsten Modedesignerinnen Deutschlands, die gebürtige Heidemarie Jiline Sander, mittlerweile 69, kehrt nach acht Jahren zu dem Label zurück, das sie einst gegründet hatte: Jil Sander. Die Königin des Minimalismus will, so scheint es, nochmals ganz neu beginnen. Und sie drückt dies anhand ihrer Mode aus. Die fast skulptural anmutenden Entwürfe verströmen nicht nur puristische Makellosigkeit, sondern auch Leichtigkeit und Frische. Wir freuen uns über diese optimistisch stimmende Kollektion und ganz besonders auch für Jil.

Kristina Köhler, Redaktorin SI Shopping, weilt gerade in Jils Welt.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, iMaxtree, HO

Genug der Beige-Töne und Neutrals. Farben mit viel Leuchtkraft müssen her im Frühling. Um unsere Laune zu heben und die Welt etwas bunter zu machen. Wir haben ein paar der besten Stücke zusammengetragen: sogenannte Trophy-Pieces. Teile, die man sich ganz schnell beschaffen muss – sonst tuts nämlich ein anderer. Highlights: das futuristische Vogelfutterhaus für den Garten, das

Zurück auf null


Highlights des Diesel-Stores

Leichtes Sein Bra. CHF 59.–, Slip. CHF 39.–

Alles für Diesel-Herzen Der neue dreistöckige Diesel-FlagshipStore an der Bahnhofstrasse 84 in Zürich. Tel. 043 497 22 80.

Frühjahrsgefühl Gelbe Windjacke G-Pelagia mit Kapuze. CHF 299.–

DIESEL-STORE, ZÜRICH

Renzo Rossos neuester Streich

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, HO

Es ist ein wirklich stolzer Flagship-Store, geradezu ein Fashionista-Pilgerort, den sich Diesel-Gründer Renzo Rosso da in Zürich hat erbauen lassen. Die Diesel-Fangemeinde findet jetzt auf drei Etagen ein noch grösseres Angebot als beim alten BahnhofstrassenStandort: Neu erhältlich sind nämlich auch die gefragte Casual-Luxury-Linie Diesel Black Gold oder auch Diesel Kids. Daneben gibts wie gewohnt innovative und kreative junge Fashion, Denim, Beachwear, Accessoires, Uhren, Schmuck, Helme und sogar ein paar Möbel. Und es ist ein Vergnügen, hier ein-

Blütezeit Beuteltasche mit abstrakten Blumenprints. CHF 249.–

zukaufen, denn besonders hochwertig ist der Umbau des ehemaligen Fein-Kaller-Geschäftes ausgefallen. Architektonisches Herzstück bildet dabei die spektakuläre Treppe, die sich über drei Stockwerke erstreckt. KRISTINA KÖHLER

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Öffnungszeiten Montag bis Freitag 9.30 bis 20 Uhr, Samstag 9.30 bis 18 Uhr

Weitere Shops im Shopping-Guide www.schweizer-illustrierte.ch

Klassisch Schlichtes Modell mit hellem Rahmen von Fielmann, www.fielmann.de. CHF 22.50

Glitzernd Zartes Model von Miu Miu mit Glitzerpartikeln im Rahmen, www.miumiu.com. CHF 345.–

Hoch hinaus! Originelle hohe Wedges aus Denimstoff. CHF 229.–

Knallig Sonnenbrille von Marc Jacobs, erhältlich in verschiedenen Farben, www.marcjacobs.com. CHF 300.–

1 TREND – 3 VARIANTEN

Eine runde Sache

Sonnenbrillen sollten diesen Sommer vor allem eines sein – rund. Während der letzten Fashion-Weeks zeigte sich der Trend auf, aber auch neben dem Laufsteg. Die Modeszene setzte ihre Outfits gekonnt ins richtige Licht und schützte sich vor neugierigen Blicken mit einer passenden Sonnenbrille; bevorzugt in runder John-Lennon-Optik. Ein Trend für jedes Budget, denn Designerund Highstreet-Labels bieten eine grosse Auswahl an Farben in jeder Preisklasse an. NL

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shopping

objekt der begierde

Die Touch-Technologie von tissot ist noch lange nicht ausgereizt. Immer wieder ergänzt der Uhrenhersteller aus Le Locle diese Uhrenkollektion mit Neuheiten. Jetzt mit der t-race touch. Sie ist die perfekte Verbindung der Modelle T-Race und Racing-Touch. Und vereint die spannendsten Qualitäten von zwei Sportuhren in sich. Sie misst mit ihren Chronografen-Funktionen (Add/Split/Lap) Zeiten ebenso wie Runden und zeigt, welche Entfernung noch gemeistert werden muss. Gleichzeitig hält ihre Logbuch-Funktion den bereits zurückgelegten Weg fest. Und das Schönste: Der integrierte Kompass weist in jedem Fall den Weg zum Ziel. Mit den Fingerspitzen können zudem elf weitere Funktionen abgerufen werden. sArAh rieder / beAtrice schönhAus

ultimative sportuhr Die neue Tissot T-Race Touch kombiniert Stil mit Sportlichkeit, Edelstahlgehäuse, Quarzwerk, www.tissot.ch. chF 495.–

online-tipp

www.zalando.ch Der Frühling, die beliebteste Hochzeitssaison, naht. Deshalb hat sich der erfolgreiche Online-Shop Zalando aufs Neue mit dem Berliner Luxus-Label Kaviar Gauche zusammengetan. Ab März gibts unter dem Namen kaviar gauche for zalando collection feminine Kleidungsstücke für Hochzeitsfeste zu erstehen. Die 20-teilige

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Kollektion wird neben Ready-to-wear-Stücken auch zwei romantische Hochzeitskleider umfassen. Die Preisspanne reicht von 120 Franken für eine Bluse bis zu 840 Franken für das lange Brautkleid. kk Mehr online-tipps www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, HO

Frisch, spritzig und sehr sportlich


an It-Model Löwenmähne, gesehen Justder bei ne ing Cara Delev Cavalli-Show F/S 2013.

Argan-Öl gegen geschädigtes Haar Tägliches Öl-Elixier von Gliss Kur gibts bei Coop City. CHF 11.70

Amaranth repariert Amaranth Repair Serum von Rausch, Manor, Coop City. 30 ml CHF 18.90

Babassu-Öl gegen Trockenheit Guhl Feuchtigkeitsaufbau für trockenes und sprödes Haar, Manor. CHF 11.90

HAARPFLEGE OHNE AUSSPÜLEN

Jetzt wirds haarig

Wer träumt nicht von langem, glänzendem Haar mit viel Volumen? Genau, wir alle. Aber gerade trockene Heizungsluft und Kälte machen das Haar widerspenstig, spröde und stumpf. Eine Portion Extrapflege in Form von smarten Helfern ohne Ausspülen kommt da wie gerufen. Einfach als sogenanntes Beauty-Finish entweder auf handtuchtrockenem oder trockenem Haar einmassieren und drinlassen. Die neuen Beauty-Öle setzen auf Inhaltsstoffe wie Arganöl (Gliss Kur, Syoss, Garnier Fructis). Das sogenannte marokkanische Gold wird traditionell von Berberfrauen

angebaut und für die Körperpflege, gegen brüchige Nägel, und um die Haare geschmeidig zu machen, verwendet. Während Mais lockiges Haar gleichmässig in Schwung bringt (Aveda), versorgt Babassu-Öl aus der Amazonas-Region ausreichend mit Feuchtigkeit. Das antike Getreide Amaranth (Griechisch für unsterblich) ist nicht nur eine gesunde Alternative zu klassischen Frühstücksflocken. Als Haarpflege reduziert es Spliss an den Haarspitzen (Rausch Repair Serum) – perfekt für die glamouröse Löwenmähne.

Gegen trockene Spitzen mit ArganÖl Syoss Beauty Elixir Absolute Oil, Manor. 100 ml CHF 11.70

Geschmeidig dank Argan-Öl Miraculous Oil von Garnier Fructis, bei Coop City. 150 ml CHF 12.90

STAR-GEFLÜSTER

Gute Gene

Wenn der Papa ein Popstar (Simon Le Bon von Duran Duran) und Mama Yasmin ein Topmodel ist, wunderts nicht, wenn die Tochter Amber, 23, von Plakatwänden lächelt, aktuell in der Karen-Millen-Kampagne.

URSULA BORER

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Imaxtree, HO

Mais bringt Locken in Schwung Be Curly Enhancing Hair Spray von Aveda, www.pure aveda.ch. CHF 32.–

Immortal Moringa baut Struktur auf Elixir Ultime für strukturgeschädigtes Haar von Kérastase, www.kerastase.ch. CHF 49.–


Shopping Fröhlich Die Models Shu Pei Qin und Ava Smith bei der F/S-Show von Michael Kors.

KOLUMNE Alexandra Kruse, 33, Stylistin, erlebt Turbulenzen.

Stilbruch

Klein und knallig Backstage bei Michael Kors zeigten die Models, welches Accessoire für die kommende Saison in keinem Kleiderschrank fehlen darf: Handtaschen in knalligen Farben. Diese passen perfekt zum Sommeroutfit mit kurzen Jeanshosen und einer ärmellosen Bluse oder zum luftigen Leinenkleid und PlateauSandalen. Die farbenfrohen Taschen sind Multitalente, die abends nicht im Schrank verschwinden müssen: Zum klassischen Smoking

oder eleganten Cocktailkleid setzen sie ein Highlight in Farbe und ziehen die Blicke auf sich. An die Kombination mit bunten Schuhen und Kleidern wagen sich vorerst nur Modeprofis mit sicherer Hand für Farben. Alle anderen setzen auf den grossen Trend dieses Sommers: Schwarz-Weiss. Oder peppen bestehende Outfits aus dem Kleiderschrank mit einem farbenfrohen Eyecatcher auf. NINA LIENHARD

Produkte zum Look

Klassisch Schultertasche mit verstellbarem Riemen von Mango, shop.mango.com. CHF 44.95 74 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Knallig Neonfarbene Tasche in Box-Form von H&M, www.hm.com. CHF 19.90

Kompakt Schultertasche von Pierre Hardy, über www. mytheresa.com. CHF 649.–

Das windelgeprüfte und breigeplagte Vater-Ego freut sich natürlich über so viel weibliche Aufmerksamkeit. Ich serviere ihm statt Frühstück einen (ich gebs ja zu, hysterischen und in keinster Weise neutralen und fairen) Monolog über E-MailEtikette, Groupies und die Bedeutung des Valentinstags im Allgemeinen und im Speziellen. Was würden Sie tun? Ich liess mir in aller Ruhe die Haare föhnen, die Nägel neu machen und ging zu Chanel. Ich konnte nichts dafür, die Tür war offen. Das Umherschleichen in Luxus-Boutiquen ist für mich persönlich in etwa so beruhigend wie drei Gläser Schnaps. Der Aufruhr in meinem Herzen legte sich, die Schnappatmung verlangsamte sich, und der Zorn verrauchte. Wenn Sie jetzt sagen, das war eine Übersprungshandlung, haben Sie ganz recht. Aus allerfeinstem Nappaleder. Geeignet für die ganz grossen Gesten, die einem mit den richtigen Handschuhen doppelt so perfekt gelingen.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Imaxtree, HO

STYLING-TIPP

Stellen Sie sich vor, es ist Valentinstag. Sie kommen an einem sonnigen Morgen fröhlich in ihre Küche, früh für Ihre Verhältnisse. Sie möchten Ihrem Herzkumpel ausnahmsweise mal Frühstück machen, denn normalerweise ist es ja umgekehrt. Ihr trüber Blick fällt auf ein paar MigrosTulpen in Cellophan, die wohl als Ihre Valentins-Überraschung gedacht sind, daran vorbei und – direkt auf den Computer! Dort leuchtet eine Mail auf, deren Inhalt so explizit ist, dass sogar ein amerikanisches Rap-Video rot werden würde. Sie werden sehr schnell wach. Der Absender ist ein Groupie. Nicht von Ihnen, nein, von Ihrem Mann. Der zufällig neben seiner Hauptberufstätigkeit als Herzkumpel und viel beklatschter Ganztagsvater DJ einer in der Schweiz nicht ganz unbekannten Band ist.


Check-up Weniger Lust beim Sex

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Krank wegen Klimawandel? Malaria – die Krankheit gilt in Griechenland seit knapp vierzig Jahren als ausgestorben. Und doch wurden wieder vermehrt Fälle registriert: Wird die Tropenkrankheit in Europa wieder heimisch? TEXT ANDREA VOGEL

Fotos iStock, HO

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ls hätten sie nicht schon genug Probleme. Dem krisengeschüttelten Griechenland droht eine weitere Plage: Malaria. Zwar gilt die Krankheit seit knapp vierzig Jahren als ausgestorben, in den letzten Jahren wurden jedoch wieder vermehrt Fälle registriert. Die Parasiten wurden vermutlich durch Migranten eingeschleppt. Ist wegen der Klimaveränderung auch in der Schweiz mit einer Zunahme von neu auftretenden Infektionskrankheiten wie eben Malaria zu rechnen? «Inwieweit der Klimawandel neue Krankheiten mit sich bringt, ist derzeit reine Spekulation. Er ist nur ein Faktor von vielen», sagt Dr. Pie Müller, Entomologe am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel. «Auch hier haben wir Mücken, die fähig sind, Malaria zu übertragen. Viel relevanter ist darum die Frage, wie häufig Parasiten eingeschleppt und von den Mücken effektiv von Mensch zu Mensch übertragen werden.» Laut WHO ist derzeit das Infektionsrisiko in Griechenland gering: Es gab in den letzten zwei Jahren keine Fälle bei Touristen. Dennoch rät das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC)

Reisenden nach Griechenland sogar zur medikamentösen Malariaprophylaxe. «Diese Vorsichtsmassnahme gilt nur für ganz spezifische tropische Regionen», sagt Dr. Müller. Ein Ausbruch von Malaria in der Schweiz sei unwahrscheinlich, da wir ein funktionierendes Gesundheitssystem haben. «Die Übertragung der Malaria wird nicht durch das Vorkommen der Mücken bestimmt. Umwelt-, soziale und ökonomische Faktoren bestimmen das Risiko der Übertragung.» Und genau hier hapert es in Griechenland: Die Verhinderung infektiöser Stiche sollte in dem Land, das jährlich von 16 Millionen ausländischen Touristen besucht wird, eine wirtschaftliche Notwendigkeit sein. Die Touristen werden deshalb angehalten, sich speziell in den Sommermonaten gut mit entsprechenden Mitteln gegen Mückenstiche zu schützen.

Gent Mit der Vorhaut geht auch der Spass verloren: Belgische Forscher fanden heraus, dass beschnittene Männer beim Sex mehr Schmerzen und weniger intensive Orgasmen empfinden als Unbeschnittene. Die Unterschiede seien zwar klein, aber signifikant. www.aerzteblatt.de

Bessere Luft für Schwangere

Hasselt Die Einführung von Rauchverboten hat in Belgien zu einem signifikanten Rückgang der Frühgeburtenrate geführt. Eine Studie konstatiert, dass seit 2007 auf 1000 Geburten 6 Frühgeburten weniger kommen, weil die Luftqualität sich gebessert hat. www.bmj.com

Sonnencreme auch im Auto

Stony Brook Zahlreiche Autofahrer wissen nicht um die Gefahr der UV-Strahlen während der Fahrt, wie eine Studie der State University of New York ergab. Denn unbehandelte Fenster lassen immer noch 60 bis 80 Prozent der UV-A-Strahlung durch. www.aerztezeitung.de

Dr. Pie Müller, Entomologe am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel. www.swisstph.ch

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check-up spannungsKopfschmerz und migräne

migräne – jedes zehnte Kind l Hartnäckige Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitsproblemen bei Schülern. Es gibt eindeutige Hinweise, dass Jugendliche durch den Leidensdruck einer Migräne empfänglicher für Drogenmissbrauch werden. TexT dr. med. samuel stutz

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die elektrische nervenstimulation sendet sanfte Impulse zu den Nervenbahnen unter der Haut und bringt damit Linderung bei Kopfschmerzen.

zunehmen. Die Konsultation eines Arztes empfiehlt sich auch, wenn sich bestehende Kopfschmerzen markant verändern, ausge­ prägte oder ungewöhnliche Begleitsymp­ tome auftreten oder sich die Beschwerden selbst mit gängigen Medikamenten nicht bes­ sern. In solchen Fällen heisst es, lieber einmal übervorsichtig reagieren als etwas Wichtiges verpassen. eine sorgfältige Befragung beim Arzt und eine neurologische Untersuchung sind unabdingbar. Weitere apparative Ab­ klärungen sind nicht nötig, wenn die klinische Untersuchung unauffällig ist und die Befunde zu Spannungskopfschmerzen oder Migräne passen. risikofaktoren für Kopfweh sind vor allem im modernen Lebensstil zu suchen. elektronische und mediale Reizüberflutung, zu wenig Schlaf, hoher erfolgsdruck in der Schule, Konflikte in der Familie, Bewegungs­ mangel, Rauchen, Flüssigkeitsmangel, Aus­ lassen von Mahlzeiten, zu hoher Kaffee­ und Alkoholkonsum. Die Korrektur all dieser

Verhaltensfehler sowie entspannungsverfah­ ren stehen deshalb im Vordergrund der Pro­ phylaxe. Sehr geeignet ist auch Biofeedback. Dabei wird zum Beispiel die Anspannung der Stirn­ und Schläfenmuskulatur per elektrode registriert und dem Kind via Computer op­ tisch oder akustisch zurückgemeldet. Solche Methoden machen den Kindern Spass, und sie finden heraus, wie sie diese Signale selber beeinflussen können. hilfreich sind auch sogenannte Fan­ tasiereisen. Die kleinen Patienten lernen, sich Bilder und Situationen vorzustellen, die ihnen guttun. ein Beispiel ist etwa, in kritischen Situationen in Gedanken einen Regenschirm aufzuspannen, um sich darunterzusetzen. Mit solchen Massnahmen lernen die Kinder, sich gegen Belastungsfaktoren sozusagen zu immunisieren. Die Schmerzattacken selber lassen sich durch Ruhe in einem abgedunkelten Raum und Zuwendung stoppen. Bei kleinen Kindern helfen oft wenige Stunden Schlaf oder eine

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uch Kinder und Jugendliche leiden unter Kopfschmerzen: Bereits jedes dritte Kind im Alter von drei und vier Jahren berichtet über Kopfweh. Bei den Fünfjährigen sind es bereits 40 Prozent. Und unter Migräne leidet schon jedes zehnte Kind. Vielfach sind die Beschwerden sogar chronisch. Kopfschmerzen sind die häufigs­ ten Gesundheitsstörungen in der Schule. In einer repräsentativen Befragung stellte sich heraus, dass zwischen 20 und 50 Prozent der Schüler Kopfschmerzen als wichtiges und hartnäckiges Gesundheitsproblem angeben. Aus dieser Befragung ergaben sich auch ein­ deutige Hinweise dafür, dass Kopfschmerzen ein wesentlicher Grund für die entstehung von Suchtverhalten und Drogenmissbrauch sind. Durch den Leidensdruck, den die Kopf­ schmerzen verursachen, können Kinder für Drogen empfänglich werden und versuchen, auf diesem Weg eine Besserung zu erzielen. nicht immer sind Kopfschmerzen bei Kindern ohne Weiteres erkennbar. es fällt ihnen zum Teil schwer, ihre Beschwerden mitzuteilen. Oft ist das Kind nur mürrisch, zieht sich zurück oder klagt über Unwohlsein oder Bauchschmerzen. Häufig haben die Kinder in der Schule Mühe und bringen schlechte Noten nach Hause. Leiden Kinder unter Migräne, verpassen sie im Schnitt zehn Schultage im Jahr. So kann ein Teufelskreis entstehen. Die Leistungen sacken ab, die Kinder sind gestresst und stehen unter noch mehr Leistungsdruck, was die Beschwerden weiter verschlimmert. Verständlich, dass sich die eltern Sorgen machen, ihr Kind könnte an einer entzündung oder sogar an einem Tumor leiden. Zum Glück ist das nur selten der Fall. Nicht zögern sollten eltern, den Kopfschmerz ihres Kindes abzuklären, wenn sich Kopfschmerzen zum ersten Mal manifestieren oder besonders heftig ausfallen, ausschliesslich nachts auf­ treten, am Hinterkopf lokalisiert sind oder


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d leidet daran vorgezogene Nachtruhe. Ein kaltes Tuch auf der Stirn und Pfefferminzöl, das an Schläfe, Scheitel und Nacken sanft eingerieben wird, können Kopfschmerzen lindern. Regelrechte Wunder bei Spannungskopfschmerzen und Migräne kann die Behandlung mit einem sogenannten TENSGerät (transkutane elektrische Nervenstimulation) bringen. Seine Wirkung beruht auf der Behandlung der Nackenmuskulatur mit einem sanften Reizstrom, der körpereigene schmerzunterdrückende Systeme aktiviert. Bei der TENS-Behandlung werden zwei grosse Elektroden auf der Nackenmuskulatur befestigt. Das Gerät sendet dann sanfte Impulse zu den Nervenbahnen unter der Haut. Das hat zur Folge, dass die körpereigenen schmerzhemmenden Systeme aktiviert werden. Die Therapie kann schon ab dem sechsten Lebensjahr eingesetzt werden. Auch bei schmerzhaften Muskelverspannungen, rheumatischen Erkrankungen, Neuralgien, Hexenschuss, Sehnenentzündungen, Schmerzen nach Verletzungen und Operationen und Menstruationsbeschwerden hilft der Reizstrom von TENS. Mit Medikamenten ist sorgsam und erst in zweiter Instanz umzugehen. Eltern sollten ihr Kind niemals selbst mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln ohne ärztliche Kontrolle behandeln. Schon Kinder können einen medika-

mentenbedingten Dauerkopfschmerz entwickeln, wenn sie zu häufig Schmerzmittel nehmen. Zudem ist längst nicht jedes Schmerzmedikament für Kinder geeignet. Zur Akuttherapie eignen sich Paracetamol oder Ibuprofen. Sie sollten nicht häufiger als zehn Tage im Monat gegeben werden. Auch Migräne-spezifische Mittel können vom Arzt eingesetzt werden. Zur Vorbeugung der Schmerzattacken haben sich Entspannungsverfahren als wirksamer erwiesen als Medikamente. Ob bestimmte Nahrungsmittel Migräneattacken auslösen können, ist nicht gesichert. Völlig kontraproduktiv sind strenge Diäten, weil sie Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen zur Folge haben. Unbehandelte Kopfschmerzen können der Anfang eines von Schmerz bestimmten Lebens sein. Solche Kinder haben als Erwachsene ein erhöhtes Risiko, unter Kopfschmerzen zu leiden. Je früher die Kinder behandelt werden, desto grösser ist die Chance, dass die Schmerzen eines Tages nicht chronisch werden. Spätestens nach drei Monaten sollten die Eltern mit dem Kind zum Arzt, wenn der Kopfschmerz häufig und belastend ist.  ---------Mehr Informationen über die TENSBehandlung von Kopfschmerzen und Migräne: www.doktorstutz.ch

K CHEC üssen Das mssen Sie wi Bei welchen Kopfschmerzen muss man sofort zum Arzt?  Wenn der Schmerz plötz-

lich und heftig einsetzt.  Wenn das Kind zusätzlich hohes Fieber hat.  Wenn das Kind den Kopf nicht beugen kann.  Wenn das Kind ungewohnt stark erbricht.  Bei starker Benommenheit.  Wenn erstmalig ein Krampfanfall auftritt.  Bei erstmaligem Auftreten von Symptomen wie Sehund Sprachstörungen, Schwäche in Armen und Beinen oder einer Gangunsicherheit, die länger als eine Stunde dauern.

«Lebendige Frauen» dank genügend Eisen! Das Buch des bekannten Eisen-Experten Dr. med. Beat Schaub beschreibt den Zustand von Patientinnen, die unter Eisenmangel leiden, und gibt ihnen neue Hoffnung. Millionen von Frauen im Menstruationsalter leiden in Europa an einem nicht diagnostizierten Eisenmangelsyndrom. Weltweit sind es über zwei Milliarden. Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen und weitere Symptome bei Frauen werden von der offiziellen Schulmedizin in der Regel als psychosomatische Krankheiten definiert, obwohl die Eisenspeicher der Mehrheit der Betroffenen leer sind. Die Folge: Verschreibung von Psychopharmaka und Schlaf-

mitteln statt Ersatz des fehlenden Eisens. Nach mehrjähriger Forschung gelang es erstmals, das Krankheitsbild zu definieren und mit einem tiefen Eisengehalt des Körpers in Verbindung zu bringen. Nach diesen Erkenntnissen drängt es sich auf, den betroffenen Frauen Eisen zu geben. Dafür stehen zwei Arten zur Verfügung: einerseits Eisentabletten, die in vielen Fällen allerdings nur ungenügend wirksam und oft schlecht verträglich sind. Auf der anderen Seite Eiseninfusionen mit sehr guten Erfolgsquoten und einer ausgezeichneten Verträglichkeit. Schon innerhalb von vier Wochen kann sich der Gesundheitszustand der Frauen mit Eisenmangel wesentlich verbessern oder sogar normalisieren.

Das Buch «Lebendige Frauen» von Dr. med. Beat Schaub ist im Buchhandel erhältlich unter ISBN-13: 978-3-9523367-0-0 und kostet CHF 19.–.

Eisenmangel ist weitverbreitet. Oft werden die Symptome falsch gedeutet und dementsprechend falsch behandelt.

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Check-up DeR FALL

Wenn das Gedankenkarussell rast Dr. phil. Daniel Brunner, Spezialist für Schlafmedizin am Zentrum für Schlaf­ medizin Hirslanden. www.sleepmed.ch

Die Unfähigkeit, nachts die Gedanken abzuschalten, kann durch eine akute emotionale Belastung, eine mentale Anspannung oder eine Überreizung verursacht sein. Der Begriff Semisomnie – also Halbschlaf – beschreibt das subjektive Erleben in der Nacht, das einem Schlafzustand entspricht, in welchem das Gehirn Wachfunktionen weiterführt, Informationen verarbeitet und verstärkt wachsam bleibt. Der pausenlose Informationsinput über das Smartphone und

das damit verbundene Multitasking im Alltag ist zu einem wichtigen Faktor für die Entwicklung von Schlafstörungen und Erschöpfungssymptomen geworden. In der Einteilung der Schlaf-Wach-Störungen verwendet die Schlafmedizin nicht den Begriff Semisomnie, sondern diagnostiziert die verhaltensbedingte Form des nicht erholsamen Schlafs als ungesunde Schlafgewohnheiten oder schlechte Schlafhygiene. Um eine gesunde Schlafhygiene aufrecht zu erhalten, ist nicht die Abschaffung der elektronischen Geräte nötig, sondern eine Anpassung unserer Gewohnheiten im Umgang mit denselben und mit unserem Regenerationsbedarf. Abendliche Erschöpfung und Reizüberflutung kann man durch folgende Massnahmen vermindern: Zum einen sollten Sie regelmässige Kurzpausen, Auszeiten und echte Ruhezeiten von wenigen Minuten

in den Tagesablauf einführen. Dazu eignen sich die Wartezeiten im Alltag, die klassische Mittags- und Feierabendruhe sowie die Kaffeepausen. Eine echte Ruhe und Regeneration ist aber nur bei einer Input-Pause möglich, am besten bei geschlossenen Augen und Verwendung des Smartphones ausschliesslich als Timer. Um sich dem Reizinput in einer betriebsamen Umgebung zu entziehen, können Augenbinden und Ohrenpfropfen helfen. Zum anderen versuchen Sie, sämtliche Telekommunikationsgeräte ab einer bestimmten Abendzeit – optimal circa 90 Minuten vor der geplanten Bettgehzeit – abzuschalten. Wer den Computer oder das iPhone 24 Stunden am Tag für unverzichtbar glaubt, sollte sich grundsätzliche Fragen zum Leben stellen. Und dies nicht erst, wenn ein Burnout dazu zwingt.

Foto Oscar Alessio/ SRF

«Ich kann nachts nicht schlafen. Meine Gedanken rasen ununterbrochen. Ich habe gehört, dass man das SemiSomnie nennt. Was kann ich dagegen tun? Auf Computer und iPhone kann ich nicht verzichten!»


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

BRUCE SPRINGSTEEN

Foto Camera Press

The Boss is back! Seine Konzerte sind legendär: Über drei Stunden rockt Bruce Springsteen, 63, mit seiner E-Street Band die Hallen und Stadien rund um den Globus. Ohne aufwendiges Bühnenspektakel zieht die Rocklegende aus New Jersey das Publikum seit Jahrzehnten in seinen Bann. In den USA hat er mehr als 60 Millionen Alben verkauft, weltweit sind es mittlerweile wohl über 130 Millionen. Nachdem «The Boss» letztes Jahr im Zürcher Hallenstadion aufgetreten ist, kommt er nun Anfang Juli nach Genf. Ja wohl keine Distanz für einen wahren Bruce-Springsteen-Fan. REA ---------Stade de Genève 3. 7., 19 Uhr, Tickets bei Ticketcorner, Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch

Maximale Show Bruce Springsteen rockt die Bühne.


Die Besten

Auffallende Kleider La Lupa zieht an, was ihr gefällt. Die goldenen Schuhe hat sie in Venedig gekauft.

Fotos Willy Spiller, Barbara Graf Horka, Röbi Bösch, Brigitte Lattmann, HO (2)

«colori – i cAnti Del MonDo»: neues progrAMM von lA lupA

tessiner paradiesvogel «Colori» heisst das neue Programm der in Zürich lebenden Künstlerin und Performerin La Lupa: ein heiter–tiefsinniger Mix aus Musik und Texten.

D

as feuerrote Haar, die necki­ schen Hüte, die bunten, wallen­ den Kleider: Kaum jemand zieht in den Strassen Zürichs mehr Aufmerksamkeit auf sich als La Lupa, 66. Die Tessinerin aus dem Onsernonetal weiss sich gekonnt in Szene zu setzen. Auch auf der Bühne, wo sie mit Körpereinsatz und einer gewaltigen Stimme das Publikum schnell für sich einnimmt. «Colori – I canti del mondo» oder «Farben – Gesänge der Welt» heisst das neue Pro­ gramm, das auf «Mater» folgt. Es ist das

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24. in über 35 Jahren Bühnenpräsenz. «Keine schnelle Produktion», sagt die Künst­ lerin und lacht aus voller Kehle. «Für die Tex­ te habe ich über dreissig Bücher konsultiert, mich in Farbtheorien vertieft, Zitate auf­ gegriffen, Gedichte durchstöbert, nach Mu­ sikstücken und passenden Liedern gesucht.» Mit «Colori» setzt sich La Lupa alias Maryli Herz­Marconi erneut hohe Massstäbe. Wochen und Monate vergehen, bis das Puzzle aus Werken von Kandinsky, Goethe, Neruda, Ingeborg Bachmann, Eugenio Montale und Fabio Pusterla steht. Dazu Lieder, vorwiegend

aus dem italienischen Sprachraum, und Neukompositionen von Querflötist hieronymus schädler. Das Verweben der unter­ schiedlichsten italienischen und deutschen Texte wie auch der musikalischen Einlagen ist seit fünfzehn Jahren Aufgabe des polnischen Regisseurs Michal ratynski, der eine Zeit lang am Theater Neumarkt in Zürich tä­ tig war. «Er ist ein Magier», schwärmt La Lupa. «Er weiss immer ganz genau, wie wir die ein­ zelnen Teile zu einem Ganzen fügen können.» Dass sich nun La Lupa – ein Paradiesvogel, der kein schwarzes Kleidungsstück besitzt –


DIESE WOCHE IN MUSEEN UND GALERIEN

Grafik. Märchen. Grautöne

Schlichte Linienführung

Michael Craig-Martin, 71, gehört zu den führenden Vertretern der britischen Konzeptkunst. Die streng grafischen Zeichnungen verblüffen durch schlichte Linienführung, die Malerei durch intensive Farbigkeit. Seine Sujets sind unscheinbare Gebrauchsgegenstände wie Glühbirnen, Schirme, Stühle, Werkzeuge oder Schubladen, die er isoliert oder ineinander verschachtelt abbildet. Die Schau zeigt Zeichnungen, Malerei und Drucke aus den letzten vier Jahrzehnten. REA ---------Galerie Andres Thalmann Zürich. Bis 16. 3. Mo–Fr 11–18.30, Sa 11–16 Uhr, Tel. 044 210 20 01, www.andresthalmann.com

Farbe und Fantasie Gesang mit Querflöte La Lupa mit Bühnenpartner Hieronymus Schädler.

Die Bilder von Otmar Alt, 72, sind getragen von einer heiteren, verspielten Note. Die unverwechselbare Bildsprache aus kräftigen formalen Elementen wird von einer lebendigen Farbgebung unterstützt. (Bild: «Eva», 2012). Ganz anders die Arbeiten von Zoppe Voskuhl, 62. Die Werke des Ostfriesen erinnern an Illustrationen alter Märchenbücher. Seine thematische Leitfigur «Rüdi» führt den Betrachter durch fantasievolle Bildergeschichten. REA ---------Galerie Hilt Basel. Bis 9. 3. Di–Fr 11–18, Sa 11–17 Uhr, Tel. 061 272 09 22, www.galeriehilt.ch

Sammelausstellung Grau hat keinen guten Ruf. Zwischen den Nichtfarben Schwarz und Weiss gelegen, steht es steht für Farblosigkeit, Tristesse oder Langeweile. Das Aargauer Kunsthaus verweist mit der Sammelausstellung «Was ist Grau genau» auf den gezielten Einsatz von Grau in der Schweizer Kunst von 1950 bis heute. Gezeigt werden u. a. Werke von Helmut Federle, Markus Raetz, Silvia Bächli, Marianne Kuhn oder Maia Aeschbach (Bild: «Archivfächer» von 2001). REA ---------Aargauer Kunsthaus Aarau. Bis 28. 4. Di–So 10–17, Do 10–20 Uhr, Tel. 062 835 23 30, www.aargauerkunsthaus.ch

Farbenfroh Das Kostüm ist von Adam Brody, der Kopfschmuck von Sonja Rieser.

für ein Programm rund um Farben entschieden hat, erstaunt nicht. Als Inspiration diente ihr der Regenbogen. Wie dort beginnt die Performerin mit Rot und hört mit Violett auf. «Alle Farben besitzen eine positive und eine negative Seite. So ist Rot die Farbe der Leidenschaft, aber auch die des Blutes.» KATI MOSER

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Theater Stok Zürich. Uraufführung 6. 3., weitere Daten bis 30. 3., Tel. 044 251 22 80, Vorverkauf Jecklin, Tel. 044 253 76 76, www.theater-stok.ch, www.la-lupa.ch

VORTRAG MIT ROBERT BÖSCH

Wenn der Berg ruft Als Bergführer und passionierter Kletterer erklomm der Zürcher Robert Bösch, 59, schon unzählige Gipfel rund um den Globus. Der freischaffende Fotograf (u. a. «Geo», «Spiegel», Schweizer Illustrierte) dokumentierte viele der Extremtouren von Ueli Steck und war bei der Besteigung des Mount Everest von Evelyne Binsack im Jahre 2001 dabei. Auf seiner Vortragstournee «Passion für Berge» erzählt Bösch von seinen Erfahrungen am Berg und als Abenteuer-Fotograf. REA ---------Diverse Orte Basel, 26. 2., Aarau, 28. 2., Nottwil 4. 3., Cham 5. 3., weitere Daten und Orte: www.explora.ch

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Die Besten 5 FRAGEN AN EIN BUCH

«NACHTZUG NACH LISSABON» (P/CH)

Liebe in Zeiten des Widerstands Die Geschichte Auf dem Weg zur Arbeit rettet der Lateinlehrer Raimund Gregorius einer jungen Portugiesin das Leben, die sich von der Berner Kirchenfeldbrücke stürzen will. Kurz darauf verschwindet die Frau spurlos. Sie hinterlässt ihren Mantel, in dem sich ein Zugbillett nach Lissabon und ein Buch befindet, das Gregorius’ Leben schlagartig verändert. Der portugiesische Autor Amadeu de Prado schreibt darin genau über die Themen, die Gregorius seit Jahren umtreiben: Einsamkeit, die eigene Endlichkeit, Freundschaft, Liebe, Loyalität. Beherzt steigt er in den Nachtzug, um in Lissabon mehr über diesen Schriftsteller zu erfahren. Seine Nachforschungen führen in ein dunkles Kapitel portugiesischer Vergangenheit und zu einer tragischen Dreiecksgeschichte. Die Stars Mit dem Briten Jeremy Irons, der Deutschen Martina Gedeck und dem Schwei82 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

zer Bruno Ganz sind drei Grössen der europäischen Schauspielriege vertreten. Die bleibende Frage Wenn es so ist, dass wir nur einen Teil von dem leben können, was in uns ist, was passiert mit dem Rest? Der Hintergrund Dem Berner Philosophieprofessor Peter Bieri, 69, alias Pascal Mercier gelang mit dem gleichnamigen Buch 2004 ein Weltbestseller, der in 32 Sprachen übersetzt wurde. Das Fazit Regisseur Bille August ist die Verfilmung des philosophischen Stoffes gut gelungen. Trotzdem – die Vielschichtigkeit und Tiefe des Originals erreicht er nicht. Es lohnt sich also, das Buch zu lesen. ANINA RETHER  Länge 110 Min. Regie Bille August. Kinostart 7. 3.

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Premiere-Party zum Film – Seite 97

Qual im Paradies Worum geht es? Als sich Cheryl Strayed, 26, aufmacht, allein drei Monate auf dem Pacific Crest Trail ihren Sinn des Lebens zu suchen, hat sie gerade ihre Mutter beerdigt, eine Ehe hinter und noch einige Drogen in sich. Ihre Seelenmedizin: 4284 Kilometer Wildnispfad an der US-Westküste, ein Rucksack, ein Zelt, kein Handy. Wer ist die Autorin? Die Schriftstellerin und Kolumnistin des in 26 Sprachen übersetzten Bestsellers lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Portland (USA). Das autobiografische Buch stützt sich auf ihre Tagebucheinträge. Der «Jetzt nicht lachen»-Satz? «Mein Rucksack kam mir vor wie ein VWKäfer – ein VW-Käfer, der auf meinem Rücken geparkt war.» Für wen? Wanderer. Wildnisfreunde. Erkenntnisdurch-Selbsterfahrung-Leute mit Galgenhumor – denn wo ist das Problem, wenn ein Bär vor einem steht und man in der Pause gerade seinen Wanderschuh in eine Schlucht hat fallen lassen? Nach der Lektüre? Ein hinreissender Schmöker ohne Esoterik-Anstrich und mit der lebensbejahenden, Zwischen-denZeilen-Endlosbotschaft: Glaub an dich! STEPHANIE RINGEL

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Cheryl Strayed Der grosse Trip (Kailash-Verlag)

Fotos HO, Paul Seewer

Schicksalhafte Begegnung Der Lehrer Raimund Gregorius bewahrt eine junge Frau vor dem Selbstmord. Dabei entdeckt er ein Buch, das sein Leben verändert.


Erfolgskombination The Ten Tenors bringen Opern- und Rockhits locker unter einen Hut.

DEMNÄCHST

Akustik-Festival. Dance. Soul

So klingt die Naturstimme Stimmen und Stimmung, akustisch und à discrétion – das gibts auch am heurigen «ewz unplugged». Dabei ist etwa die Koreanerin Youn Sun Nah (Bild). Nicht verpassen: Max Lässer und Tinu Heiniger! HV ---------ewz unplugged 2013 EWZ-Unterwerk Selnau, Zürich, 3.–6. 4., www.allblues.ch

THE TEN TENORS AUF «DOUBLE PLATINUM TOUR»

Perfekt gemixt

CD-TIPP JAZZ

Waynes Sternstunde Tänzeln und zugleich zielstrebig schreiten? Der fast 80-jährige Saxofonist und seine Band schaffen das scheinbar Unmögliche. Dabei ist der Titel des Albums Programm: Ein Sicherheitsnetz hat hier niemand mehr nötig. HANSPETER VETSCH ---------The Wayne Shorter Quartet Without a Net (Blue Note)

innert sich Bill Lenehan, damaliger Boss von Network Ten: «Die zehn Jungs sahen eher aus wie eine Rockband als wie eine Gruppe von Opernsängern. Ich dachte: ‹Oh nein! Worauf habe ich mich da bloss eingelassen?›» Mittlerweile ist klar, dass Mr. Lenehan gar nicht so unrecht hatte: Die Ten Tenors kleiden sich zwar in der Öffentlichkeit so seriös, als wären sie für ein Casting von «Downton Abbey» aufgeboten. Aber sie touren, längst nicht mehr in Originalbesetzung, wie eine Rockband um die Welt und absolvieren jährlich 250 Shows. Und: Sie kombinieren stimmgewaltig und von einer Band angetrieben das Populärste aus der Welt des Belcanto mit Hits wie Leonard Cohens «Hallelujah», Aerosmiths «Don’t Want to Miss a Thing» und «Hey Jude» von den Beatles. So dreimal das Kongresshaus Zürich füllen? Das ist garantiert keine Schnapsidee. HANSPETER VETSCH ---------The Ten Tenors Kongresshaus Zürich 28.–30. 3. jeweils um 20 Uhr, www.musical.ch

Tickets für die besten Events!

So tanzt die Strasse Wir werden nie erfahren, was Pjotr Iljitsch Tschaikowsky davon hält. So oder so, sein Klassiker «Schwanensee» wird als Streetdance-Spektakel inszeniert. Nach Stockholm soll es die Schweiz begeistern. HV ---------Swan Lake Reloaded Maag Music Hall 23.4.–12.5., www.maageventhall.ch

So spricht die Seele Tja, irgendwann genügt es seinen Fans nicht mehr, wenn er in «The Voice of Switzerland» fragt: «Wär bisch du?» (Unter anderem) deshalb präsentiert er sein Album «Soul Circus» jetzt live. Soulfood! HV ---------Marc Sway & Band Tour 2013, diverse Daten, z. B. Pratteln 19. 4., Zürich 4. 5., www.marcsway.ch

Fotos HO

Nüchtern betrachtet wars eine Schnapsidee: 1995 kam den Verantwortlichen des australischen Fernsehsenders Network Ten der wenig originelle Gedanke, zum 30-JahrJubiläum irgendetwas mit der Zahl 10 zu inszenieren. «Wir lassen zehn Tenöre auftreten», meinte jemand. Doch in der Gegend von Brisbane gibt es zwar ziemlich viele Kängurus, aber Tenöre sind eher dünn gesät. Also engagierte man an der lokalen Universität zehn Gesangsstudenten – The Ten Tenors waren geboren. Mit Schaudern er-


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Opera di Verona Amphitheater aus dem ersten Jahrhundert, das drittgrösste der Welt. Die Arena fasst 13 500 Zuschauer! 100 JAHRE ARENA DI VERONA

Aida in der Arena D

Eine sichere Bank «Aida» zum Jubiläum.

ie Arena di Verona feiert: Seit 100 Jahren werden im Amphitheater Opern aufgeführt, Weltstars wie Luciano Pavarotti, Plácido Domingo und auch Maria Callas haben hier ihre Karrieren gestartet. Zum Jubiläum wird zwei Wochen länger gespielt als üblich (14. Juni bis 8. September). Aufgeführt wird alles, was die Arena mit ihren 13 500 Plätzen füllt: «Aida», «Nabucco», «La Traviata», «Il Trovatore», «Rigoletto», «Romeo & Julia». Einmalig: Die

oft sehr leidenschaftlichen Zuschauer sitzen in Jeans auf den Picknick-Decken der Ränge. Oder in der Abendrobe im Parkett. Tickets in jeder Preisklasse für die meist opulenten Inszenierungen gibts über die Hotline +39 045 800 51 51 oder auf www.arena.it. Aus Zürich ist die Anreise einfach wie noch nie zuvor: Direktflug mit Air Dolomiti nach Verona (ab 150 Euro)! HE ---------Info www.arena.it SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 85


En Guete

Sonne für den Gaumen Asiatische Küche Schweinsgeschnetzeltes mit Früchten und Gemüse.

Schweinefleisch sweet and sour ZUTATEN (für 4 Personen)

500 g geschnetzeltes Schweinefleisch, 1 Esslöffel Mehl zum Bestäuben, Bratbutter zum Anbraten, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Zwiebel, in feinen Schnitzen, 1/2 rote Peperoni, in feinen Streifen, 2 dl Ananassaft, 3 Esslöffel Ketchup, 2 Esslöffel Apfelessig, 1 Esslöffel dunkle (dark) Sojasauce, 2 Esslöffel Wasser, 1 Esslöffel Maizena, 4 Scheiben Ananas, in Stücken Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Fleisch portionenweise beigeben, mit Mehl bestäuben und je ca. 2 Min. anbraten, herausnehmen. Hitze reduzieren, Fleisch mit

Salz und Pfeffer würzen. Bratfett auftupfen, evtl. wenig Bratbutter beigeben. Zwiebel und Peperoni andämpfen. Ananassaft, Ketchup, Apfelessig und Sojasauce beigeben, verrühren, aufkochen. Maizena mit Wasser anrühren, unter Rühren beigeben, Fleisch wieder beigeben, aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 15 Min. köcheln. Ananas daruntermischen, nur noch heiss werden lassen. ---------Tipp Statt Schweinefleisch Pouletfleisch verwenden, ca. 4 Min. braten, zugedeckt beiseitestellen. Mit der Ananas beigeben, nur noch heiss werden lassen.

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Dazu passt Basmati- oder Parfümreis.

TIPP

So bleibt die schöne Farbe Damit das Hackfleisch oder das Geschnetzelte nicht grau wird beim Anbraten muss die Hitze des Bratfetts relativ hoch sein. Das Fleisch sollte Raumtemperatur haben. Nicht zu viel Fleisch auf einmal in die Pfanne gegeben, damit das Bratfett nicht zu stark abkühlt. Nur Portionen von 150–200 g auf einmal anbraten.

Jetzt wirds heiss: GSCHNETZLETS und GHACKETS gibts auch auf die scharfe oder süsse Art. Machen Sie kulinarische Ferien!

Chili con Pollo ZUTATEN (für 4 Personen)

Öl zum Anbraten, 600 g geschnetzeltes Pouletfleisch, 1/2 Esslöffel Chilipulver, 3/4 Teelöffel Salz, 1 grüne Peperoni, in ca. 2 cm grossen Stücken, 1 grüner Chili, halbiert, entkernt, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, in feinen Scheiben, 2 Esslöffel Mehl, 4 dl Hühnerbouillon, 1 Dose BorlottiBohnen (ca. 410 g), abgespült, abgetropft Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Öl im Brattopf heiss werden lassen. Pouletfleisch portionenweise je ca. 2 Min. anbraten, herausnehmen. Hitze reduzieren, Pouletfleisch würzen. Bratfett auftupfen, evtl. wenig Öl beigeben. Peperoni, Chili und Knoblauch andämpfen, Pouletfleisch wieder beigeben. Mehl darüberstäuben, mischen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 10 Min.  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 87


En Guete u köcheln. Bohnen beigeben, mischen, nur noch heiss werden lassen. ----------

Tipp • Für mehr Schärfe 1 Esslöffel Chilipulver und/oder 2–3 grüne Chili beigeben. • 2 Esslöffel Koriander, grob geschnitten, darüberstreuen.

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Dazu passen Tortilla-Chips, Brot.

Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Fleisch portionenweise je ca. 2 Min. braten, herausnehmen, würzen, zugedeckt beiseitestellen. Butter in einer Pfanne warm werden lassen, Mehl beigeben, unter Rühren mit dem Schwingbesen dünsten, das Mehl darf dabei keine Farbe annehmen. Rosmarin und Knoblauch beigeben, Pfanne von der Platte nehmen, Bouillon, Rahm und Aceto balsamico dazugiessen, unter Rühren aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 10 Min. köcheln. würzen, Fleisch wieder beigeben, nur noch heiss werden lassen. ---------Dazu passen Knöpfli, Polenta, Reis.

Rindfleisch an Rosmarinsauce ZuTaTEn (für 4 Personen)

Bratbutter zum Braten, 600 g geschnetzeltes Rindfleisch (à la minute), 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 2 Esslöffel Butter, 1 Esslöffel Mehl, 1 Esslöffel Rosmarin, sehr fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 2 dl Fleischbouillon, 1 dl Rahm, 1 dl Aceto balsamico, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 25 Min.

500 g Hackfleisch (Schwein), 1 kleiner Lauch, längs geviertelt, in Streifchen, 1 Bio-Zitrone, nur 1/2 abgeriebene Schale 3 Esslöffel Meerrettich, aus dem Glas, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Backen ca. 30 Min. Alle Zutaten mischen, gut kneten, bis sie sich zu einer kompakten Masse verbinden, die nicht mehr an den Händen klebt. Masse zu 4 Kugeln formen, in die vorbereiteten Tassen füllen, auf ein Blech stellen. Backen ca. 30 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. ----------

TassenHackbraten ZuTaTEn (für 4 Personen,

Hinweis Zum Backen eignen sich eher dickwandige Tassen. Grossmutters filigranes Geschirr mit Goldrand und Malereien oder asiatische Tassen nicht verwenden. Als Alternative können die Hackbraten in gefetteten Muffinsformen gebacken werden.

für 4 Tassen von je ca. 2 dl, siehe Hinweis, gefettet) 6 Scheiben Toastbrot, in wenig Wasser eingeweicht, ausgedrückt, zerzupft,

Impressum Nr. 9, 102. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte auflage 198 660 Exemplare ISSN 0036-7362 abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo–Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Einzelverkauf einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 259 63 63, Fax 044 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez Stv. Chefredaktor Ueli Walther art Director Patrick Brun unterhaltungschefin Bettina Bono nachrichtenchef Ueli Walther Wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef a. i. Ulli Glantz Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel nachrichten Marcel Huwyler (stv. Nachrichtenchef), Thomas Kutschera, Alejandro Velert unterhaltung Sandra Casalini (stv. Unterhaltungschefin), Aurelia Forrer, René Haenig, André Häfliger (Chefreporter), Christa Hürlimann Sport Christian Bürge, Thomas Renggli Menschen Silvan Grütter & Yvonne Zurbrügg (Co-Leitung) Kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Lisa Merz (Leitung), Verena Thurner Kulinarik / al dente Isabel Notari Bildredaktion Roger Hofstetter, Fabienne Hubler, Regula Revellado Fotografen David Biedert, Adrian Bretscher, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser Layout / Produktion Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Martina Mayer, Fabienne Rodel, Nigel Simmonds (Infografiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Stefan Bührer, Irène Müller Bildbearbeitung Ringier Redaktions-Services Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier, Andrea Vogel SI online Katja Fischer (Leitung Desk), Nadine Bauer, Anouk Haimoff, Ramona Schweizer, Ramona Thommen, Javier Vázquez (Web-Engineer) iPad Samuel Bosshard, Ueli Johner Sekretariat Sara Schrepfer (Assistentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33 1 42 60 34 61, Fax +33 1 42 60 54 69 Büro uSa SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1 203 637 6866, Fax +1 203 637 8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 11, Fax 044 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen anzeigenleiterin Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel Produktionsleiter Roland Winkler anzeigenverkauf International Tel. +41 44 259 65 11, sales@ringier.ch Syndication und nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 60, Fax 044 259 86 69 Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 787 30 00 Vertrieb im ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex, Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Telefonnummer für ausland-abonnenten +41 62 746 40 84 auslands-abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: AIO Group AG, cash zweiplus ag, Energy Schweiz Holding AG, Energy Bern AG, Energy Zürich AG, ER Publishing SA, Geschenkidee.ch GmbH, Goodshine AG, Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG, Investhaus AG, jobs.ch holding ag, JRP Ringier Kunstverlag AG, 2R MEDIA SA, Previon AG, Presse TV AG, Qualipet Digital AG, Ringier Africa AG, Ringier Digital AG, Ringier Studios AG, Sat.1 (Schweiz) AG, SMD Schweizer Mediendatenbank AG, The Classical Company AG, Ticketcorner Holding AG, Ringier Axel Springer Media AG, Ringier France SA (Frankreich), Ringier Publishing GmbH (Deutschland), Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland), Ringier (Nederland) B.V. (Niederlande), Ringier Kiadó Kft. (Ungarn), Népszabadság Zrt. (Ungarn), Ringier Pacific Limited (Hongkong), Ringier China (China), Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam), Get Sold Corporation (Philippinen) Der nachdruck sämtlicher artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.


GaultMillau

Bären Restaurant & Rooms Gotthardstrasse 137 6490 Andermatt Tel. +41 (0)41 887 03 03 Montag geschlossen Alle Kreditkarten Maestro Card und Postcard www.baeren-andermatt.ch «A family affair» Papa Guerino Coldesina und sein Sohn Francesco bringen Andermatt mit einer frechen Küche auf die GaultMillauLandkarte.

Murmeltier, Schnepfen, Kalbshirn «BÄREN», ANDERMATT UR Noch sind «Sawiris-Country» und das Vorzeigehotel The Chedi nicht eröffnet, und trotzdem zieht es uns nach Andermatt. Der «Bären» mitten im Dorf lockt. Mit sympathischer TESSINER KÜCHE und sehr freundlichem Service. Wir hatten einen Bärenhunger. Da kam der «Bären» gerade recht. Die Portionen NEU GETESTET in Andermatts bestem Restaurant sind riesig. Die Gäste, die da etwas gar gedrängt an den kleinen Tischchen sitzen, putzen lustvoll alles weg. Nicht verwunderlich: Die Tessiner Küche ist vergnüglich, die Atmosphäre im verblüffend gestylten Restaurant (Steinboden, schwarzes Holz, weisse Stühle, Kaminfeuer) ausgezeichnet. Der «Bären» ist in guter Hand: Die Familie Coldesina aus Mezzovico («Palazzina») führt ihn – 120 Jahre Tradition, in der siebten Generation. Ist der Chef ausser Haus (wie bei

unserem Besuch), ist zwar nicht alles perfekt; zufrieden ist man trotzdem. Signor Coldesina muss ein wilder Hund sein. Auf seiner Speisekarte: Schnecken, Murmeltier, Waldschnepfen (als Terrine), Kalbshirn («La cervella», paniert) und weitere «Exoten». Wer um solche Gerichte eher einen grösseren Bogen macht, wird auf der Karte trotzdem fündig. Wir starteten mit einem Artischockensalat: Parmesansplitter, Zitronenemulsion, Olivenöl (nicht zu knapp). Dann die Gnocchi: Butter und Salbei. Aber nachlässig gewürzt und deshalb ziemlich langweilig. Schliesslich die Taglierini: Die Küche holte sich mit dem Klassiker «olio, aglio, peperoncino» viel Applaus, und auch

die Variante mit einer Art MurmeltierBolognese war okay. Die Geschichte mit dem Kalbshirn liessen wir mal bleiben. Das «Mignon» vom Kalb an kräftiger Morchelsauce war eine hervorragende Alternative. Die freundlichen, elegant gekleideten Jungs im Service erfüllten uns auch auf den Nebenschauplätzen jeden Wunsch. Einfache, aber gute Desserts (Crème bûlée mit Orange, eine leichte Mousse au Chocolat), kleine, aber korrekte Weinkarte (Sassi Grossi aus dem Tessin und Guidalberto aus der Toskana zu Tiefpreisen). Die Jungs blieben auch ganz cool, als die letzten Gäste spätabends noch mit den Ski unter den Armen ins gestylte Restaurant stolperten! 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung JNote für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität INote für beste Qualität und hohe FESehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Konstanz Hoher Grad an Kochkunst und Qualität

HG

TIPP

Fotos Bruno Voser

Cabernet Sauvignon – günstig und gut

Es gibt sie schon auch, diese Weine, die weniger als zehn Franken kosten und gut ankommen. Süditalien und Südfrankreich bieten diese Weine zwar auch an, aber sie sind leichter bei den Flaschen aus der Neuen Welt zu finden. Etwa der Cabernet Sauvignon

La Palma 2011 (13,5 %) der chilenischen Kellerei Viña La Rosa. Schon die Website der Kellerei macht klar, dass unkomplizierter Weingenuss zelebriert wird (www.larosa.cl). Der Cabernet leuchtet dunkel und verführerisch. Kaum ist er im Glas, riecht es nach

Cassis, Walderdbeeren und schwarzen Kirschen – und mit Vanille beträufelter Schokolade. Im Gaumen modern und exotisch fruchtig. Interessante Tannine, die ihm ein gutes Gerüst verleihen. Passt zu Grilladen und exotischer Küche.

Volg Laden www.volg.ch Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 15 bis 16 Grad. CHF 8.90

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Auto Optional jugendlicher Neu gibt es erstmals die E-Klasse optional mit dem schon von der C-Klasse bekannten frischen Gesicht mit dem Stern im Grill statt auf der Haube – hier am T-Modell (Kombi).

SCHON GEFAHREN: MERCEDES-BENZ E-KLASSE

Der Klang des Geldes Der Nestor der OBERKLASSE besinnt sich auf seine traditionellen Tugenden: Ab April kleidet sich die rundum überarbeitete Mercedes E-Klasse wieder eleganter – und wird zum wahren Sicherheitsapostel.

M

anchmal entscheidet halt ein «Flump»: Wer in der rundum gelifteten E-Klasse das Handschuhfach schliesst, hört kein billiges «Kläng» und kein profanes «Klack» – sondern dieses satte «Flump». Nach schwächeren Jahren hat Mercedes längst zur alten Form zurückgefunden, verströmt wieder festungsartige Qualität – und das Kleid wieder den Eindruck, ebenfalls für die Ewigkeit geschneidert zu sein. Als der aktuelle E 2009 erschien, waren machohafte Muskeln der letzte Schrei. Nur passt Fashion so zur Traditionsbaureihe des Hauses wie ein Rap-Song in die Oper. Nun trägt der E also wieder feines Tuch, ja gar LED-Nadelstreifen als Tagfahrund Rücklichter. «Zeitloser und eleganter», resümiert der aus Zug stammende E-Klasse-

90 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Designer Michael Frei. Doch ein kleiner Tabubruch darf sein. Den leistet sich die E-Klasse, indem sie, wie bereits die C-Klasse, künftig ebenfalls optional mit dem jugendlichen Stern im Grill statt dem klassischen auf der Haube

Noblesse oblige Bis auf teils umständliche Multimediamenüs ist im jetzt noch edleren Cockpit (hier in einem AMG) alles perfekt.

anrollt. Das Spiel auf der Absatzorgel soll das so anheizen wie sieben Antriebsvarianten mit 4Matic (Allrad), wobei neu erstmals AMGModelle damit verfügbar sind. Im Powerkombi E 63 AMG S 4Matic T-Modell galoppieren die 585 Pferde auf der Testfahrt ohne verzweifeltes Scharren der Hufe, aber brachial los. Neu auch der dezent-rasante E 400 mit einem 333 PS starken V6-Biturbo. Unser Geheimtipp bleiben der Alltagsdiesel E 250 CDI und der Genussdiesel E 350 BlueTec mit 204 bzw. 252 PS. Zumal man hier wie dort wie auf Daunen schwebt, in exzellenten Sesseln residiert – und in Hightech badet. Nur zwei der elf neuen Assistenzsysteme: Der Radar-Tempomat übernimmt neu zu Bremse und Gas auch Lenken im Morgenstau. Bis 55 km/h bremst der E alleine für Fussgänger. Aber eben: Manchmal zählen vermeintliche Kleinigkeiten. Wie seit eh und je gibt es im T-Modell (Kombi) optional eine dritte Sitzreihe im Laderaum. Wie die beim Zusammenklappen tönt? «Flump!» TIMOTHY PFANNKUCHEN


VW BEETLE CABRIOLET

Frischluft nach Käferart

Gut ein Jahr nach der zweiten Auflage des Käfer-Erben Beetle schickt VW nun pünktlich zum Frühjahr die offene Variante los. Über vier Insassen spannt sich ein klassisches Stoffverdeck, das sich in zehn Sekunden elektrisch öffnen lässt. Erhältlich sind ab März drei Benziner und zwei Diesel mit 105 bis 200 PS zu Preisen ab CHF 28 400.–.

KIA PRO-CEE’D GT

Power nach Coupéart

Mit dem Golf-Konkurrenten Cee’d hat Kia ein heisses Eisen im Verkaufsfeuer. Nun wird die zweite Generation auch motorisch heiss. Der GT trägt sportlichen Look und hat 204 Turbo-PS. Er startet im Sommer nicht nur als bereits bekannter Fünftürer, sondern neu auch als dreitüriges Coupé namens Pro-Cee’d GT (Bild). Der Preis ist noch offen.

Mercedes E-Klasse Lieber klassisch? Das traditionelle Gesicht mit dem Haubenstern, hier an einer E-Klasse Limousine.

 Motoren Benzin 184 bis 585, Diesel 136 bis 252, Diesel-E-Hybrid 231 PS

 0 bis 100 km/h 3,6 bis 10,9 s  Spitze 203 bis 250 km/h  Verbrauch 4,1 bis 10,3 l/100 km  CO2-Ausstoss 107 bis 242 g/km  Energieeffizienz A bis G  Verkauf ab April 2013  Preise CHF 55 700.– bis 161 700.–  Konkurrenten Audi A6, BMW 5er,

Cadillac CTS, Jaguar XF, Lexus GS,

Infiniti M, Volvo V70, VW CC u. a.  Unser Urteil Ob als Limousine oder Kombi (das Lifting von Coupé und Cabrio folgt bald), die E-Klasse ist unverändert der Komfort- und als Kombi Raummeister der Oberklasse. Im Edelaroma legt sie zu, tritt endlich wieder elegant auf – und setzt sich bei der Sicherheit an die Spitze. Nur hat all das eben seinen zwar gesenkten, aber dennoch gewohnt stolzen Preis.

ALFA ROMEO 4C

Styling nach Gourmetart Wenn der atemberaubende 4C am Genfer Salon Anfang März Premiere feiert, gibt er auch den Startschuss zur Rückkehr von Alfa auf den US-Markt. Auch bei uns dürfte der Sportler mit Karbonchassis und 300-PS-Vierzylinder Enthusiasten begeistern. Der Preis soll zum Start Ende Jahr voraussichtlich runde CHF 66 000.– betragen.

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Horoskop WOCHE VOM 2. BIS 8. MÄRZ 2013

«Diese Woche wird heiss geflirtet»

WIDDER 21.–30. 3. Sie stehen am

Exzellent für den Beginn grösserer Vorhaben, speziell für alle, die zwischen dem 28. und 2. in den Zeichen Steinbock, Fische, Stier, Krebs, Jungfrau und Skorpion geboren sind. Oft sind diese tiefgehenden Veränderungen eine Folge vom Frühjahr 2012, eine nächste Phase ist im kommenden November zu erwarten.

STIER 21.–30. 4. Sie fühlen sich wohl,

ZWILLINGE 21.–31. 5. Sie haben

4. im Mittelpunkt. Schwieriger wird der 6. (Komplikationen mit Kollegen?). Zwischen dem 27. und 30. Geborene können einen CÉLINE Volltreffer landen (am 8.): mehr Geld, posiDION 30. 3. 1968 tiver Bescheid? 31. 3.–9. 4. Sie kommen gut über die Runden, sind am 4. und 5. gut inspiriert, lediglich am 7. ziemlich lustlos oder schlechter Laune. 10.–20. 4. Sie habensicheinekleinePauseverdient.Am5.freuenSiesich über eine gute Nachricht und sollten sich mehr um Ihre eigene Person kümmern (z. B. eine Massage, Besuch im Beauty-Salon usw.). Hektisch der 7.

können Venus unvergessliche Momente verdanken (2., 3.). Falls Sie noch solo sind, kann es zu einer spannenden Begegnung NILS kommen. Bestehende Beziehungen sind ALTHAUS 10. 5. 1981 im Hoch. Am 6. gute Laune, am 8. Sind Sie ungeduldig.1.–10.5.SietreffeneineklugeEntscheidungund knüpfen wertvolle neue Kontakte (2., 4., 6.). Günstig für Projekte (Reise?), schriftliche Arbeiten usw. Grössere Umwälzungen(Partner?)fürvordem3.Geborene.11.–20.5.Sie sinddankMarsinSuperform,idealfürsportlicheAktivitäten (3., 7.). Freunde könnten eine wichtige Rolle spielen.

derzeit nicht den richtigen Durchblick, und einige machen sich Illusionen (z. B. am 2.). Oder Sie neigen zu Exzessen (Drinks?), SINA schlagen über die Stränge? Nach dem 26. 28. 5. 1966 Geborene haben weiterhin das Glück auf Ihrer Seite und gehen neue Wege. 1.–10. 6. Merkur nervt mitVerzögerungen:VorsichtaufReisenoderbeiVerträgen und Abmachungen, speziell am 4. und 7.! 11.–21. 6. Sie lassensichzuunüberlegtenGestenverleiten(z.B.imVerkehr, im Sport usw.), speziell am 2. oder 5. Ausserdem sind Sie gesundheitlichetwasanfälliger(Schultern,Arme,Lungen).

KREBS 22. 6.–1. 7. Sie lassen Ihren Gefühlen freien Lauf. Schöne Stunden zu zweit, aufregende Begegnungen lassen so manche Herzenschnellerschlagen(am2.,3.).Umden DJ 24./25.GeboreneschwebeninhöherenSphäANTOINE 23. 6. 1975 ren, kommen ihren Idealen näher. 2.–12. 7. Sie haben alles unter Kontrolle, sind redegewandt und kontaktfreudig. Exzellent für Examen, Reisen, schriftliche Arbeiten (Bewerbungen,Ansuchen)etc.,speziellam2.und4.Nachdem 5.versprichtVenusunvergesslicheMomente(7.).13.–22.7.Ihre physische Verfassung ist exzellent, man kann kaum mit Ihnen Schritt halten (am 3.). Ideal für Sport und Hobbys.

LÖWE 23. 7.–1. 8. Routinewoche. Am 2. sind Sie nicht sehr tolerant. Nach dem 29. Geborene sind auf Erfolgskurs, können z. B. mit neuen Methoden punkten (8.). MONIKA Oder eine positive Veränderung treibt Ihre FASNACHT 6. 8. 1964 Karriere an? 2.–12. 8. Gute Laune am 4., anschliessendziemlichneutral.Am2./3.Geborenemachen Ordnung in ihrem Leben. Oder sie müssen Konzessionen machen? 13.–23. 8. Sie sollten recht gut über die Hürden kommen.Am3.sindSienichtsehrtolerantundlegenjedes Wort auf die Waagschale, am 5. aber sind Sie der Mittelpunkt des Geschehens, charmant und spontan.

JUNGFRAU 24. 8.–2. 9. Sie schweben in höheren Sphären, sehen vieles durch eine rosarote Brille. Am Wochenende kann manIhremCharmenurschwerwiderstehen, JÖRG ABDERvor dem 28. Geborene idealisieren jemanHALDEN 28. 8. 1979 den zu sehr. Vorsicht bei Verträgen (am 4. oder 7.)! 3.–12. 9. Diskussionen mit dem Partner könnten am 4. oder 7. explosiv sein, Sie sollten auf ihn hören, da er die Lage objektiver einschätzt! Besser läuft es am 2. und 6. 13.–23. 9. Mars in Opposition verleitet Sie zu exzessiven Reaktionen, am 2. und 5. könnten Sie Dinge sagen, die Sie später bereuen. Besser für eine Aussprache ist der 3.

WAAGE 24. 9.–3. 10. Sie ziehen sich einwenigzurück.Am4.sindSiegesprächig und können ein altes Missverständnis aufklären. Die Stimmung zu Hause ist am 6. HEIDI MARIA angespannt, aber am 8. verziehen sich die GLÖSSNER 20. 10. 1943 Wolken. Um den 1. Geborene haben starken Rückenwind. 4.–13. 10. Überwiegend Routine. Gute Laune (Besuch?) am 4., Komplikationen (Angehörige, Wohnung?) am 7. 14.–23. 10. Sie können sich auf Ihren Lorbeerenausruhen.GünstigfüreineAussprache,einTreffenusw.wäreder5.,währendSieam7.mitdemlinkenFuss aufstehen oder mit einer spitzen Bemerkung anecken.

SKORPION 24. 10.–2. 11. Neue Be-

ziehungen bahnen sich an, Abwechslung und gute Laune am Wochenende! Venus signalisiert schöne Stunden, Ihr Charme CHRIS bezaubert. Am 26./27. Geborene erleben VON ROHR 24. 10. 1951 Sternstunden, entdecken neue Interessen. 3.–12. 11. Sie agieren clever und gehen taktisch klug vor. Exzellent für schriftliche Arbeiten, eine Reise, wichtige Verhandlungen (2., 4.). Am 7. feiern Sie die Feste, wie sie fallen, und sind unwiderstehlich. 13.–22. 11. Mars spornt SiezuGlanzleistungenan.IdealfürSportoderHobbys(3.). Chancen auf schnelle Besserung bei Krankheit.

SCHÜTZE 23. 11.–2. 12. Sie sollten derzeit auf der Hut sein und die Lage möglichst objektiv einschätzen. Am 4. könnte Ihnen ein Fehler unterlaufen, am 8. können SANDRA Sie dies wieder ausbügeln. Um den 25./26. BONER 25. 11. 1974 Geborene könnten sich Illusionen machen, jemanden zu sehr idealisieren. 3.–12. 12. Es kommt zu Missverständnissen oder Verzögerungen (z. B. am 4. und 5.). Probleme bezüglich der Wohnung (Panne)? Ärger mit Angehörigen? 13.–21. 12. Sie sollten sich körperlich mehr schonen, Exzesse (Ernährung?) möglichst vermeiden! Speziell am 5. könnten einige zu weit gehen.

STEINBOCK 22.–31. 12. Traumwo-

WASSERMANN 21.–30. 1. Sie

FISCHE 20. 2.–1. 3. Venus verdoppelt

che! Ihr Charme wirkt, und man liegt Ihnen zuFüssen(Wochenende!).Am6.solltenSie auf Ihre innere Stimme hören! Um den ANATOLE 25./26. Geborene können ihr Wirkungsfeld TAUBMAN 23. 12. 1970 erweitern,entdeckenneueHorizonte,neue (künstlerische) Talente. 1.–10. 1. Sie zeigen sich redegewandt und kontaktfreudig. Günstig für wichtige Termine, Ansuchen,eineReiseusw.(4.,7.).Nachdem5.sorgtVenus für unbeschwerte Stunden. 11.–20. 1. Ihr Motto lautet derzeit: Gesagt, getan. Neue Projekte (mit Freunden?) haben Rückenwind (3.). Sie sind körperlich fit, kaum zu bremsen.

haben sich eine Ruhepause verdient. Am 4. melden sich Freunde unverhofft, am 8. können Sie nur schwer Ihre Gefühle verberTANJA gen. Am 2. sind Sie kurz angebunden. AusFRIEDEN 6. 2. 1976 nahme: Nach dem 27. Geborene sind auf Glückskurs(3.,8.).31.1.–9.2.Routinewoche.Am2.sindSie nervös und leicht reizbar, am 4. gut gelaunt und unternehmungslustig. Am 31. und 1. Geborene können ein Problem der letzten Wochen lösen (8.). 10.–19. 2. Sie sind in einer Warteschleife, müssen (am 3.) mehr Geduld aufbringen. Der 5. wäre exzellent für ein Treffen mit Freunden.

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IhrenCharme,undSiefeiernnachHerzenslust (2., 3.), schlagen aber am 4. über die Stränge. Besonders um den 22./23. GeboMASSIMO rene erweitern ihren Horizont, entdecken ROCCHI 11. 3. 1957 neue Interessen, sind aber nicht immer objektiv. 2.–10. 3. Sie denken schnell und sind geistreich, exzellent für schriftliche Arbeiten, eine Reise, Examen usw. Am 4. und 7. könnte Ihre Intuition aussergewöhnlich sein, neue Projekte kommen gut voran. 11.–20. 3. Mars stimuliert Sie zu Höchstleistungen. Exzellent der 3., aber am 5. könnten Sie zu weit gehen und sollten auf der Hut sein!

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Fotos RDB (7), ddp images, SRF, Getty, tilllate.com (2); bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

DR. ELIZABETH TEISSIER

Eine Woche mit fast durchgehend positiven Aspekten, ganz im Zeichen heisser Flirts, unbeschwerter Stunden zu zweit oder im Freundeskreis. Am 8. kommt es zu einer harmonischen Phase im Zyklus Saturn–Pluto (60-Grad-Winkel), die eine grössere Umstellung, wichtige Reformen in Politik und Wirtschaft verspricht.


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 95 schweizer


Party Filmlegende Christopher Lee kam mit seiner Gattin Birgit.

Der britische Oscar-Preisträger Jeremy Irons im Berner Blitzlichtgewitter.

htzug c a N « e r ie m e r P nach Lissabon»

Das Buch, der Film – und Emil! Es ist bitterkalt in Bern. Trotzdem lächelt Oscar-Gewinner Jeremy Irons auf dem fast schäbig kleinen roten Teppich vor dem Bubenberg-Kino geduldig in ANDRÉ HÄFLIGER (r.) die Kameras. Es ist mit CHRISTOPHER Schweizer Premiere von «Nachtzug nach LissaLEE in Bern. bon», dem Filmhit zum Buch des Berner Autors Peter Bieri (alias Pascal Mercier). «Bern ist eine wunderschöne Stadt», schwärmt Irons drinnen in der Wärme. «Nachdem wir hier einen Teil des Films gedreht haben, fühle ich mich schon wie zu Hause.» Susi Fehr-Baerlocher, Gattin von Nationalrat Hans-Jürg Fehr, ist ganz stolz: «Ich habe alle vier Mercier-Bücher verschlungen!» Autor Bieri spricht nach der Premiere im «Bellevue Palace» schon von seinem nächsten Knüller: «Triest steht diesmal im Mittelpunkt.» Da witzelt Schauspieler-Legende Christopher Lee («Herr der Ringe») plötzlich dazwischen, sagt: «Lissabon ist doch ein Vorort von Bonn. Das sagt Mister Emil. Ein herrliches Wortspiel! Er muss ein grandioser Komiker sein.» Wo Lee recht hat, da hat er recht. ----------

Schauspielerin Sarah Spale-Bühlmann, Gatte Philipp.

Max Hubacher, Star im Imboden-Hit «Der Verdingbub».

SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr mit Ehefrau Susi.

SVP-Nationalrat Maximilian Reimann, Gattin Susi.

Ein LeeAutogramm £auf dem Rücken von Filmproduzent Peter Reichenbach.

Regisseur Markus Imboden mit Partnerin, Schauspielerin Martina Gedeck.

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät mit Sohn Christoph.

Alt Bundesrat Moritz Leuenberger mit Grossbritannien-Botschafterin Sarah Gillett.

Fotos Bruno Voser

Filmbesprechung Seite 82

PARTY-RATING

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Toller Film! Man sollte mal wieder ins Kino – ganz ohne roten Teppich

US-Botschafter Donald S. Beyer und seine charmante Frau Megan.

Berns Gemeinderätin Franziska Teuscher mit ihrer Tochter Selina.

SRG-Generaldirektor Roger de Weck und seine Ehefrau Claudia. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 97


Leser schreiben Lara Gut im «House of Switzerland» in Schladming.

Lara ist ein Wirbelwind sondergleichen

«Ich bin kein Ski-Schätzchen». Das Interview mit Lara Gut, SI 07/2013 Das Interview mit Lara Gut war ein Leckerbissen der besonderen Art. Die junge Tessinerin ist ein Wirbelwind sondergleichen und brilliert mit ihrer Natürlichkeit. Als ehemaliger nordischer Kombinierer weiss ich ihre exzellent herausgefahrene Silbermedaille zu würdigen. Ich bin überzeugt, dass Lara Gut eine glorreiche sportliche Zukunft vor sich hat. Alexander Herrmann, Tuttwil TG

Der Bär, der Ärger und Olympia Wir sind Olympia, SI 07/2013 Als ich im Radio hörte, dass der Bär aus dem Winterschlaf erwacht ist, dachte ich mir schon: Achtung, jetzt lebt er nicht mehr lange. Und bald danach kam die Meldung: Er ist tot! Bitter, bitter, es heisst immer, die Schweiz sei zu klein für solche Tiere – aber wie sieht es denn aus mit Olympia 2022? Ist für ein solches Vorhaben die Schweiz nicht auch zu klein? Deshalb ganz klar: Nein zu Graubünden 2022, die Graubündner sollen sich auf den nächsten Bären

konzentrieren und Land und Flora verteidigen und ja immer schön die Grenzen schliessen vor neuen Bären! Doris Riesen, Bern Danke für die Super-Ausgabe über Olympia in Graubünden. Vermisst habe ich unter den 100 Schweizerinnen und Schweizern die Schweizerin des Jahres und Bündner Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Will sie den Linken, die sie zur Bundesrätin gemacht haben, nicht in den Rücken fallen? Hugo Jvo Rütimann, St. Moritz GR Für die vielen Menschen in grosser Sorge um die unabsehbaren Konsequenzen einer Olympiade in einer bereits so belasteten Gegend wie dem Oberengadin und der Landschaft Davos ist Ihre einseitige Olympia-Propaganda ein Schlag ins Gesicht. Annina Pinggera, La Punt-Chamues-ch GR

«Chapeau, Annina!» Zu Besuch bei Annina Frey, SI 08/2013 Die Homestory über Annina Frey hat mir sehr gut gefallen. Als ehemaliger Radiomoderator verpasse ich keine «glanz & gloria»Sendung. Ich hoffe, dass sie noch lange am Bildschirm zu bewundern ist. Ich finde es immer wieder beeindruckend, mit welcher Selbstsicherheit Annina Frey auftritt. Chapeau, Annina! Thomas Keller, Sirnach TG

Willi

«Hast du diesen Sprung in der Schüssel gemacht? Ja, das ist mein legendärer Tellsprung!»

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