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Nr. 46 / 12. November 2012 / CHF 4.50

MICHELLE OBAMA

Der Zauber der First Lady Wie sie den US-Präsidenten zum Sieger machte. Und ihren Töchtern eine liebevolle Mutter ist

Klimawandel

t l ü p s e g g e w d r i w Ein Dottarfnnen BE: Familien müssen ihre Gu

Häuser räumen


40

GANZ PRIVAT Aus dem

Aargau! Anja Leuenberger zählt zu den jungen Schweizer Topmodels, die in der Welt für Furore sorgen.

54

DUO LAPSUS Witzig!

Wie und wo Christian Höhener und Peter Winkler ihr Comedy-Programm entwickelten.

Inhalt Heft 46 12 0 12. November 2 Titel

28 Michelle Obama Die Macht der Liebe. Was Barack Obama seiner First Lady alles verdankt

Leute

5 Editorial von Stefan Regez 7 Gölä Im Hallenstadion entpuppte sich sein Mami als sein grösster Fan 11 Menschen Adi Wichser, Sandra Studer Sabrina Guilloud, Daniel Reinhard, Melanie Winiger, Michael von der Heide, Carlo Brunner, Alessandro Della Bella, Angela Rosengart, Christa Rigozzi, Ursula Wyss, Ottmar Hitzfeld, Sophia Loren, Justin Bieber, Gabriela Manser, Moritz Leuenberger, Monika Schärer, Anna Kaenzig, Brian Ngo 47 Pegasus Das Bieler Dreamteam macht von Kindesbeinen an gemeinsam Musik

Party 20 24 25 27

Mercedes Fashion Days Zürich Internationale Sportnacht Davos Micarna Goodwill Team Wildhaus Pro Juventute Die 100-Jahr-Gala

Gesellschaft

40 Ronja Furrer & Co. So erobern unsere Models die Welt. Und so leben sie

Reportage

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SHOOTINGSTAR Cool! Galerist Jean-Claude Freymond-Guth, 33, vor dem neuen Kunsttempel Löwenbräu in Zürich West.

48 Guttannen Ein Dorf in Gefahr! Und schuld ist das warme Klima

Comedy

54 Duo Lapsus Alles geklaut! Doch ihr Humor ist typisch Christian Höhener und Peter Winkler. Ein Hausbesuch

Abo-Service 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Politik

56 Thomas Minder Ein schräger Vogel. Mit dem Vater der Abzockerinitiative auf der Pirsch am Ägelsee im Thurgau

Kunst

28

CHARISMA Warum

Barack Obama seiner Michelle nach der Wahl gestand: «Ich liebe dich mehr als je zuvor.»

60 Jean-Claude Freymond-Guth Er bringt die jungen Wilden gross raus

Sport

87 Laureus Charity Night Mark Spitz, Nadia Comaneci & Co. in Dübendorf

Shopping

65 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

81 Zysten-Niere Achtung, Dialyse und Operation! Ein Mittel beugt vor 82 Schlafprobleme lösen Serie, Teil 5 Sorgen haben im Bett nichts zu suchen Was tun, um abschalten zu können?

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IM DESSOUS-HIMMEL

Heiss! Topmodels zeigten in New York beim Kult-Label Victoria’s Secret nackte Haut und feine Spitzen.

Die Besten

99 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

115 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und …

128 Notabene von Chris von Rohr 130 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 120 Impressum 124 Horoskop 129 Leserbriefe

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GANZ SANFT Vögel

beringen! Die geheime Leidenschaft des Schaffhauser Ständerates Thomas Minder.

Tägliche News online Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

Titelfoto © Peggy Sirota / Trunk Archive, Bruno Petroni / Berner Oberländer (kl. Foto); Inhaltfotos Juan Naharro Gimenez, Robyn Beck / AFP, Thomas Buchwalder, Scott McDermott / Corbis, Willy Spiller, Kurt Reichenbach

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SIEGER-BÉBÉ Die SI-Leser haben entschieden: Juri Egger aus Degersheim SG ist das süsseste Baby 2012. Wir gratulieren den Eltern! Homestory folgt.

Auch sein Haus wird wohl bald weichen müssen: Der Guttanner Peter von Bergen (r.) erklärt SI-Redaktor Marcel Huwyler, woher die Bedrohung kommt.

Editorial 012 12. November 2

«Ganz Amerika hat sich in dich verliebt»

Fotos Fabienne Bühler, Marcus Gyger

Michelle Obama

Es ist die Liebeserklärung des Jahres: «Michelle, ich habe dich noch nie so sehr geliebt wie jetzt. Ich bin stolz auf dich. Ich habe gesehen, wie sich ganz Amerika in dich, die First Lady, verliebt hat», sagte US-Präsident Barack Obama unmittelbar nach seiner Wiederwahl. Und Autorin Astrid Doerner schreibt in ihrer Reportage für die Schweizer Illustrierte: «Selbst hartgesottene Republikaner gestehen in schwachen Momenten ein, dass Michelle eine herausragende Präsidentengattin ist.» Mit anderen Worten: Die First Lady hat den Unterschied gemacht. Als Obamas beste Wahlkämpferin. Als fürsorgliche, aber auch strenge Mutter. Und als smarte, selbstbewusste, sportliche Stilikone. Michelle Obama kämpft gegen die Fettleibigkeit der Amerikaner und für die Familien von Kriegsveteranen. Die 48-jährige Powerfrau ist volksverbunden und bodenständig. Und hat so die Herzen vieler Amerikanerinnen und Amerikaner erobert.

Während der US-Präsident für seine zweite Amtszeit noch seine neue Rolle suchen muss, hat sie Michelle Obama als First Lady längst gefunden. «Die perfekte First Lady» – ab Seite 28. «Auf einen Espresso» – Seite 130.

Guttannen Kaum jemand

behauptet noch, dass die Klimaerwärmung eine Erfindung grüner Alarmisten sei. Schmelzende Gletscher, milde Winter, neue Temperaturrekorde. Auch wenn wir extreme Wetterereignisse oft etwas vorschnell auf den Klimawandel zurückführen, ihre Häufung ist signifikant. Doch in der Regel finden sie im Ausland statt, Hurrikan Sandy zum Beispiel. In Guttannen, einem idyllischen Dorf im östlichen Berner Oberland, wirkt sich nun die Klimaerwärmung ganz direkt aus. Weil der Permafrost am Ritzlihorn, dem Hausberg Guttannens, schmilzt, wird der Ortsteil Boden von Murgängen bedroht. Zwei Wohnhäuser mussten schon geräumt werden, weitere folgen. Die Guttanner tun sich schwer damit, zu

Stefan Regez, Chefredaktor akzeptieren, dass tatsächlich der Klimawandel schuld ist an den Gerölllawinen. Andere Naturgefahren würde man ja noch hinnehmen, mit Schneelawinen beispielsweise lebt man seit Jahrhunderten. Aber die Klimaerwärmung ist ein derart abstraktes und globales Thema, dass man es im Dorf fast nicht glauben will, dass es ausgerechnet Guttannen trifft. SI-Redaktor Marcel Huwyler war vor Ort bei den Menschen, die jetzt ein neues Daheim suchen müssen. «Ein Dorf verschwindet» – ab Seite 48. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! Mit der Ausgabe vom 19. November verbreiten wir Festtagsstimmung! Unsere ShoppingRedaktion präsentiert Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, im SIWeihnachtsmagazin 100 Geschenk-Tipps.

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Fotos Adrian Bretscher (3)

Menschen

So lacht nur eine stolze Mutter. Rosmarie Pfeuti, 69, hatte vergangenen Freitag gleich doppelt Grund dazu. Erstens begeisterte ihr Sohn Marco, besser bekannt als Gölä, 44, bei seinem einzigen Konzert dieses Jahres im ausverkauften Zürcher Hallenstadion. Zweitens trat ihr Enkel Mike, 15, als Special Guest seines Vaters auf. Und machte seine Sache so gut, dass er mit seinem Mundart-Rap sogar eingefleischte Rocker zum Grooven brachte. «Ich habe gedacht, ich spiele mal mit der Family statt mit fremden Fötzeln», witzelte Gölä. Sein Junior nahm den Auftritt vor 13 000 Leuten gelassener als der Paps. Der war vor dem Konzert richtig nervös. Kein Wunder, schliesslich war nicht nur seine Mutter im Publikum, sondern erstmals auch seine schwangere Freundin Heidi, 24. Bei so viel Talent in der Familie darf man auf den jüngsten Zuwachs Anfang nächstes Jahr gespannt sein. So weit denkt Gölä noch nicht: «Wir wissen ja noch nicht mal, obs ein Bub oder ein Mädchen wird.» SANDRA CASALINI

GÖLÄ

Mamas ganzer Stolz

Konzert als Familiensache: Gölä mit seiner Mutter Rosmarie und mit Sohn Mike. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 7


Menschen

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Sabrina Guilloud schwelgt im Mutterglück. Ihre Stella kam mit 2700 Gramm und 49 Zentimetern zur Welt.

ADRIAN WICHSER

HockeyJockey

Von der Bieridee zum seriösen Projekt. Eishockeystar Adrian Wichser, 32, trank ein paar Guinness mit Pferdetrainer Thomas von Ballmoos und ist heute Mitbesitzer von mehreren Rennpferden. «Mit Rössern ist es wie mit Eishockey-

Ob mit Stock oder Shakalaka (r.): Wichser hat die Zügel in der Hand. spielern. Nur wer auf ihren Charakter eingeht, kommt zum Erfolg», sagt der Stürmer von RapperswilJona. Sein bestes Pferd ist Shakalaka, ein siebenjähriger Irländer. Zuletzt sorgte er in Frauenfeld für Aufsehen – mit dem Weltklasse-Jockey

Kieren Fallon im Sattel. Selber reiten? Kommt nicht infrage: «Ich bin auch so genug verletzt.» Im Eishockey erlebt er nach drei Niederlagen, was er seinen Pferden höchst ungern zumutet: einen Trainer, der mit der Peitsche knallt. TR

Sternlein mein

Bei Vollmond war es so weit – die ersten Wehen setzten ein, und am 30. Oktober um 18.45 Uhr ist sie da: die kleine Stella! Sabrina Guilloud, 25, und ihr Mann Kai Engelhardt, 32, werden zum ersten Mal Eltern. Das Töchterchen der Vize-Miss-Schweiz 2010 nimmts gelassen: Erst vier Tage nach dem errechneten Termin kommt sie zur Welt, und nachts muss Sabrina immer den Wecker stellen, «sonst würde Stella das Essen verschlafen». Das Näschen habe «Sternlein» von ihr, sonst sehe sie aus wie Papa. Sabrina: «Kai ist so verliebt in Stella. Ich existiere fast nicht mehr.» Trotzdem ist sie sich sicher: «Ich wünsche mir drei Kinder.» Und weil für sie Mamasein das Schönste ist, empfiehlt sie allen: «Macht schnell ein Baby!» BB

Vollblutmusiker: Carlo Brunner mit seiner Lebenspartnerin Erika Grab zu Hause in Schindellegi SZ. CARLO BRUNNER

Der Schlüssel zum Erfolg Er spielt Klavier, Klarinette, Saxofon, Akkordeon und Bassgeige. Er komponiert und produziert. Er tourte dreimal durch die USA, trat in Brasilien und Bali auf. Jetzt wird Carlo Brunner, 57, für sein Lebenswerk geehrt. Am 17. November erhält er den «Goldenen Violinschlüssel», die höchste Auszeichnung für einen Volksmusiker. «Ich bin sehr stolz, auch wenn so ein Preis

wohl bedeutet, dass ich nicht mehr der Jüngste bin», sagt er lachend. Seinem grössten Fan, Lebenspartnerin Erika Grab, 56, ist das egal. Und seinem kleinsten auch: «Mein Enkel Luca ist einjährig und wippt mit, wenn er meine Musik hört.» Bald kann er dem Nonno auf der Bühne zujubeln: Am 28. November startet die sechste Ausgabe des «Lachner Wiehnachtszaubers». SC SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 9

Fotos Privat / HO (2), Thomas Buchwalder, foto-net, Hervé Le Cunff

SABRINA GUILLOUD


Menschen Rose n Simon Amman

Die Stars des Abends: Melanie Winiger, Top-Fotograf Francesco Carrozzini und der bemalte Volvo.

WINIGER & CARROZZINI

Stürmische Melanie

Fotos Adrian Bretscher (2), Bruno Voser, HO, Fabienne Bühler (2)

Das ging aber husch, husch! Eben noch bestätigte Melanie Winiger, 33, ihre Liebe zum schwedischen Model Magnus Berger, 39. Und jetzt küsst sie schon fremd! Passiert vergangene Woche in Zürich. Der Glückliche: Francesco Carrozzini, 30. Und der ist kein Unbekannter. Die Modewelt kennt Carrozzini als herausragenden Fotografen («Vogue», «Rolling Stone», «New York Magazine»). Melanie kennt ihn von der gemeinsamen Arbeit für Volvo. Im Juni verwandelte Winiger zusammen mit chinesischen Künst-

Der vierfache Olympiasieger im Skispringen geht unter die Investoren. Er wird Verwaltungsrat bei der Toggenburg Bergbahnen AG und beteiligt sich als Hauptaktionär an der neuen Bergstation auf dem Chäserrugg, dem Berg ob seinem Heimatort Unterwasser. Für den Bau zeichnen die Basler Star-Architekten Herzog & de Meuron verantwortlich. Ammann: «Ich will meiner Heimat etwas zurückgeben.» Bravo, Simi, das ehrt dich! Wir sind sicher: Sein Engagement verleiht dem Tourismus im Toggenburg neue Flügel.

Kaktus ann Gerald Tippelm lern einen Wagen in ein fahrendes Kunstwerk (kleines Bild). Mit dabei: Francesco Carrozzini, der die Arbeit fotografisch festgehalten hat und jetzt einen Bildband darüber herausgibt. Für Melanie Winiger eine gute Gelegenheit, ihre stürmische Wahlheimat New York kurz zu verlassen. Hurrikan Sandy hatte sie zusammen mit ihrem Sohn – ohne Strom – daheim verbracht. «Wir haben zum Glück alles gut überstanden und konnten sogar Halloween feiern.» Und der Kuss? Natürlich eine rein professionelle Angelegenheit! SG

Alkohol macht die Birne hohl. Das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Trotzdem musste Hochseil-Artist Freddy Nock bei der letzten «Puls»-Sendung betrunken übers Seil laufen – mit sechs Schnäpsen intus! «Puls»-Redaktionsleiter Gerald Tippelmann wollte in der Sendung demonstrieren, wo die Grenze des unbedenklichen Alkoholgenusses liegt. Nun, Herr Tippelmann, die Grenze der pädagogischen Relevanz haben Sie definitiv überschritten. Dafür gibt es von uns etwas Stacheliges. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie daraus Kaktusschnaps gewinnen.

MICHAEL VON DER HEIDE

Der Teufel trägt Anzug

Teuflisch gut: Michael von der Heide im Stück «The Dark Rider» in Basel.

Sonst singt er von Goldregen und Donnerstagsliebe. Jetzt spielt Michael von der Heide, 41, den Leibhaftigen im Theater Basel. Zwar ohne Hörner und Krallen, aber: «Die Perfidesten unter uns sind doch die, die gegen aussen immer so nett sind.» So streift von der Heide in seiner ersten Hauptrolle auch nur ganz kurz sein teuflisches teuflisches Gesicht über. «The Dark Rider» feiert am 15. November Premiere. Von der Heide singt darin Songs von Tom Waits – und eben: von Blut statt Gold. YZ SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 11


ALESSANDRO DELLA BELLA

Smarter Sterngucker 1,2 Millionen Mal wurde Alessandro Della Bellas Kurzfilm im Internet angeschaut. 250 000 Mal allein letzte Woche. Die Fanpost reicht von Korea bis Brasilien – «ich wurde total überrollt». Für das Zeitraffer-Projekt harrte der Keystone-Fotograf nächtelang auf Berggipfeln aus (wie am 4. März 2011 auf dem Pilatus, oben), schleppte kiloweise Material mit sich, übernachtete im Schlafsack oder in unbeheizten Nothütten. «Helvetia’s Dream»

ist eine improvisierte, unverfälschte Liebeserklärung an die Schweiz – ein kleines Meisterwerk voller Kraft, Schönheit und Magie. Der Gipfelstürmer ist in Arosa aufgewachsen und lebt in Zürich. «Die Dunkelheit und Stille in der Natur sind für mich der wahre Luxus.» CH ----------

Spektakulär «Helvetia’s Dream», zu sehen auf www.dellabella.ch. Mehr über Fotograf und Werk in der neuen «LandLiebe», ab 15. November am Kiosk.

SANDRA STUDER

Keine Angst vor dem bösen Wolf

«Ihre Musiker gehorchen besser als meine Kinder.» Studer (r.) und Wüstendörfer. 12 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Orchesterinstrumente können zwitschern, rufen, poltern, klagen. Hört man genau hin, ist die Querflöte ein Vogel, die Oboe eine Ente, das Horn ein Wolf und die Geige ein kleiner Junge. Die Kindersinfonie «Peter und der Wolf» fasziniert auch die Moderatorin und vierfache Mutter Sandra Studer, 43, und Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer, 29. Zusammen inszenieren sie das musikalische Märchen am 18. November in der Zürcher Tonhalle. Studer erzählt, Wüstendörfer dirigiert und erklärt (unter anderem mit einem Gartenschlauch). AF

Landete mit «Helvetia’s Dream» den Youtube-Hit des Jahres: Alessandro Della Bella.

Wenn das Publikum tobt, fliessen bei uns Musikern Tränen der Rührung MELANIE OESCH


Mkenschen

Faceboo & Twitter

HARTMANN & REHMANN

Der scheinheilige Eisheilige

Fotos (Seite links) Alessandro Della Bella / Keystone, Thomas Buchwalder (2), Keystone; (Seite rechts) Adrian Bretscher, Dany Schulthess, HO

TV-Liebling Nik Hartmann, 40, schleppte vergangene Woche Radio-Gschpänli Robin Rehmann, 31, aufs Glatteis. Und zeigte in der Garderobe sein wahres Gesicht – mit bösem Blick. Wie das Spiel ausgegangen ist, schreibt Hartmann nicht. Aber es war sicher hart, Mann. Roter Teppich für Christa Rigozzi und die Tänzer Yannyna Alvarez und Jan Denli. CHRISTA RIGOZZI

Karriere-Sprung Sie sucht keine Eintagsfliege – sondern eine fleissige Biene mit Starpotenzial. «Ein Massimo Rocchi oder ein Marco Rima sollte es schon sein», sagt Christa Rigozzi, 29. Weil Talente aber nicht vom Himmel fallen, muss Christa jetzt selber ran: Die Miss Schweiz von 2006 bekommt eine eigene Castingshow. Bewerben kann man sich ab sofort auf

www.swisstalentaward.ch. Zwei ihrer liebsten Talente im Land rollt sie schon mal den roten Teppich aus: den Boogie-Woogie-Tänzern Yannyna Alvarez, 13, und Jan Denli, 14. Die beiden hat sie als Jurorin bei «Die Grössten Schweizer Talente» kennengelernt. «Seid ihr ein Liebespäärli?», fragte Christa damals mit breitestem Tessiner Dialekt. Nein, sind

LINDA GWERDER

sie nicht. Aber sie sind ein Tanzpaar mit viel Potenzial. Deshalb hat Christa die Zürcher zu sich in die Show eingeladen. Das Finale des Swiss Talent Award findet im Januar 2014 statt. «Ich möchte Tänzer, Komiker, Sänger und Akrobaten sehen. Der Sieger darf ein Jahr lang mit ‹Das Zelt› auf Tournee gehen.» Dann mal ran an den Honigtopf! YZ

Lieber Frosch auf dem Kopf als Frosch im Hals

«Heute friert der Frosch am Morgen bei –1 Grad», postet Wettermoderatorin Linda Gwerder, 27, zum Bild mit KermitKappe und zittrigen Frosch-Schenkeli. Bei Gwerders Moderationsjob für Radio und Fernsehen darf der Frosch überall hocken: Nur nicht im Hals.

ANGELA ROSENGART

Picassos Muse lädt zum Tanz

Schwebt mit Luzerns alt Stapi Franz Kurzmeyer übers Parkett: Angela Rosengart.

Eins, zwei, drei – wer hier dabei war, bewies Taktgefühl. Zum 10-Jahr-Jubiläum liess sich Museumsgründerin Angela Rosengart für ihr Picasso-Museum in Luzern etwas Besonderes einfallen. In den Räumen der ehemaligen Nationalbank spielte das Orchester Churchmice auf (Buffet vom «Wilden Mann», Weine von Toni Ottiger, Rosenau). Die Picassos und Klees wurden beim ersten Live-Tanzabend zur farbenprächtigen und unbezahlbaren Kulisse. «Ich bin selber keine grosse Tänzerin», meint die zurückhaltende Mäzenin, wagte sich aber mit alt Stadtpräsident Franz Kurzmeyer aufs Parkett. Ein voller Erfolg: Die letzten Gäste verliessen die Kunst-Oase nach Mitternacht. CH

MARCO FRITSCHE

Der Appenzeller mit dem goldenen Colt TV-Moderator Marco Fritsche, 36 («Bauer, ledig, sucht …»), tauschte das Sennenkutteli mit dem Smoking. Zum Bild postete der Goldfinger aus dem Appenzell: «Finde das Bond-Girl!» Ob die tödliche Mission erfolgreich war, lässt er offen. Bleibt die Frage: Was will er eigentlich mit einer Octotussi?

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Menschen Ein Tag mit …

Ursula Wyss: Nachtleben mit Schoppen

06:00 Uhr Bei einem Kaffee blättere ich «Berner Zeitung», «Bund» und NZZ durch. Noch eine Stunde, dann verlangt mein 14 Monate alter Sohn Lyonel seinen Schoppen. Dann kommt wie jeden Dienstag meine Schwester Therese, um ihn zu betreuen. 08:15 Uhr Sitzung der Aussenpolitischen Kommission im Bun-

deshaus. Die schwierige Beziehung der Schweiz zu Europa ist einmal mehr Thema. Meine Schwester schickt mir ein MMS. Lyonel sitzt glücklich auf dem Dreirad und lässt sich durch die Gegend schieben.

12:15 Uhr Ich habe Hunger und gönne mir das vegetarische Menü der Bundeshausküche, Gnocchi mit Blattspinat. Das reicht, um auch die Nachmittagssitzung gut zu überstehen. 17:30 Uhr Feierabend? Bei Weitem nicht. Schliesslich bin ich mitten im Wahlkampf um einen Sitz im Berner Gemeinderat. DRS 1 befragt mich zum Berner Nachtleben. Meines findet zwischen Küche und Lyonels Schlafzimmer statt, geht mir durch den Kopf. 20:00 Uhr Zum Glück komme ich nicht jeden Abend so spät nach Hause. Jetzt gibts Nachtessen und ein Glas Rotwein. Am Tisch diskutieren mein Partner Thomas Christen und ich mit meinem 14-jährigen Sohn Julian, der sich im Gymi durch die Probezeit kämpft. Lyonel schnappt derweil nach allem, was in seiner Reichweite liegt. Höchste Zeit, ihn ins Bett zu bringen! Das Singen der Gute-NachtLieder übernimmt Thomas, da bin ich talentfrei.

Mitten im Wahlkampf: SP-Nationalrätin Ursula Wyss, 39, kandidiert für den Berner Gemeinderat.

21:30 Uhr Endlich haben Thomas und ich einen Moment

für uns alleine. Jeder erzählt von seinem Tag, im TV schauen wir schnell auf die Schlagzeilen von «10 vor 10». Spätestens um Mitternacht gehe ich ins Bett und schlafe sofort ein.

Fotos Béatrice Devènes, Marcel Nöcker, Keystone (2), Imago, Reuters (2)

Meine fünf …

OTTMAR HITZFELD, FUSSBALLTRAINER

Die grössten Sportler aller Zeiten

Muhammad Ali

«Um ihn kämpfen zu sehen, bin ich öfter frühmorgens aufgestanden. Spektakel. Show. Business. Bei Ali war alles dabei.»

Roger Federer

«Ich bewundere seine Konstanz und sein Charisma. So lange an der Weltspitze zu sein, ist einfach gross. Ein echtes Vorbild.»

Pelé

«Der weltbeste Fussballer aller Zeiten und trotzdem bescheiden geblieben. Und er freute sich bei jedem Tor wie ein kleiner Bub.»

Michael Michael Schumacher Jordan «Schumi ist akribisch in der Vorbereitung und leidenschaftlich in der Umsetzung. Er opfert sich für seinen Sport total auf.»

«Der Perfektionist. Und das über Jahre. Sein Geheimnis: Egal, wie hoch der Druck war – er erbrachte Topleistungen.»

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Menschen

PINK

Sie sind mit dem Radl da

Sophia Loren mit ihren Söhnen Carlo Jr. (o. l.) und Edoardo (o. r.) sowie dessen Frau Sacha Alexander. Und mit Boris Collardi, CEO der Julius Bär Gruppe (l.) und Multimilliardär Carlos Slim.

Los Angeles, Venice Beach, ein milder Herbsttag. Perfektes Wetter für eine kleine Velotour mit der ganzen Familie. Sängerin Pink, 33, machts vor: Kindersitz, Hut, Sonnenbrille montiert und mit Tochter Willow, 1, losgestrampelt. Auch Papi Carey Hart, 37, – sonst Motocross-Biker – gibt sich familiär.

Unsterbliche Diva in Genf Grosse Ehrung, grosser Bahnhof: Die Bank Julius Bär lud zum 100. Geburtstag des legendären italienischen Filmproduzenten Carlo Ponti («Dr. Schiwago», «La Strada») zur Party ins ehemalige Genfer Wasserkraftwerk Forces Motrices – und alle kamen: Sophia Loren, 78, als 16-Jährige von Ponti entdeckt und bis zu seinem Tod vor fünf

Jahren mit ihm verheiratet, hatte ihre Söhne Carlo Jr., 45, und Edoardo, 39, mitgebracht. Sie gestalteten den Abend zu Ehren ihres Vaters mit: Carlo Jr. dirigierte das Verbier Festival Orchestra, und Edoardo las Texte seines Vaters. Topshot: Carlos Slim, 72, mit 69 Milliarden Dollar auf dem Konto der reichste Mann der Welt!

ELTON JOHN

Wieder schwanger

Elton John, 65, und Partner David Furnish, 50, adoptierten von einer Leihmutter in Kalifornien ihren ersten Sohn Zachary Jackson Levon, 2. Jetzt ist Baby zwei unterwegs. «Wir wollen nicht, dass Zachary als Einzelkind aufwächst», so der Popstar. «Darum freuen wir uns sehr!»

BROOKLYN BECKHAM

Nicht «ganz de Bappe»

Papi David Beckham, 37, ziert als Unterhosen-Model die Plakate von H&M. Mami Victoria, 38, ist als gefragte Designerin ständig topmodisch unterwegs. Wie schön, dass Sohn Brooklyn, 13, mit schwarzem T-Shirt und hellbraunen Jeans ganz ungestylt daherkommt! Bei einer Shoppingtour durch die Universal City in Los Angeles trug er seine 15 Monate alte Schwester Harper auf dem Arm. Eine kleine Prinzessin: Sie gilt zurzeit als das bestgekleidete Kleinkind Hollywoods. ZE 16 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

GÉRARD DEPARDIEU

Gut gemeint, Pech gehabt

Paris, 2. Arrondissement. Das Herz von Frankreichs Metropole. Autofahren nervt, Parkplätze sind rar. Darum nahm Gérard Depardieu, 63, den Roller zur Verleihung des Prix Goncourt im Restaurant Drouant. Pech: Er wurde erkannt und verursachte in der Innenstadt noch mehr Stau als üblich.

Fotos (Seite links) Pascal Potier, Steph / Visual Press Agency / Dukas (3), Ginsburg-Spaly, Larry Busacca / Getty Images, Fameflynet, Dukas, H&M / Rex; (Seite rechts) Amanda Schwab / Startraks / Dukas (4), BEImages, Scott Mc Dermott / Corbis

SOPHIA LOREN


Nie war Mode so schön: grosses Finale bei der Dessous-Show des Jahres von Victoria’s Secret.

Engel im Dessous-Himmel

An diese Nacht wird sich JUSTIN BIEBER noch lange erinnern. Halb nackte Engel, wohin das Auge reicht. Als Stargast bei New Yorks aufregendster Dessous-Show verging ihm Hören und Sehen.

Leicht überfordert: Justin Bieber mit den Models Candice Sw anepoel (l.) und Lindsay Ellingson.

S

o viel Show für so wenig Stoff! Beim New Yorker Kultlabel Victoria’s Secret zeigten die schönsten Top-Models der Welt die teuersten Dessous der Welt. Unter ihnen drei frischgebackene Mamis: Adriana Lima, 31, zeigte sich nur acht Wochen nach der Geburt ihrer zweiten Tochter in Topform: «Jeden Tag zweimal 90 Minuten Sport und Diät!» Lily Aldridge, 26, bekam vor fünf Monaten ihr Baby. Und Alessandra Ambrosio, 31, seit sechs Monaten zweifache Mutter, durfte das teuerste Teil zeigen: den mit echten Diamanten bestickten «Fantasy Bra» im Wert von 2,5 Millionen Dollar! Etwas verwirrt inmitten von so viel nackter Haut: Pop-Schnucki Justin Bieber, 18, der mit Rihanna, 24, und Bruno Mars, 27, fürs musikalische Geleit sorgte. Gar nicht happy mit den Bildern, die nach der reizvollen Nacht von ihrem Schatz um die Welt twitterten, war Biebers Freundin Selena Gomez, 20: Sie machte Schluss! ZENO VAN ESSEL

Vier der TopModels, die bei der Show von Victoria’s Secret in New York für Furore sorgten: Adriana Lima (o. r.), Miranda Kerr (M.), Karlie Kloss (r.) und Magdalena Frackowiak (u. l.). SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 17


Menschen

Schmeckts? Moritz Leuenberger, Monika Schärer und Gabriela Manser (r.) bewerten an der «Kitchen Battle» das Essen. MORITZ LEUENBERGER, MONIKA SCHÄRER, GABRIELA MANSER

Kritische Schleckmäuler Zwar liegen Degustationslöffel bereit. Doch Moritz Leuenberger, 66, steckt lieber seinen Finger in den Topf mit der Tomatensauce. «Keine Sorge, meine Hände sind sauber.» Zusammen mit TV-Moderatorin Monika Schärer, 44, und Flauder-Erfinderin Gabriela Manser, 50, sitzt der alt Bundesrat in der Jury der «Kitchen Battle» in der Roten Fabrik in Zürich. Mehrere Restaurant-Teams

Den muss man kennen

kochen vergangene Woche gegeneinander, Gäste und Jury küren den Sieger. Der Erlös der Veranstaltung geht an den Verein Cuisine sans frontières. Sachkundig genug sind die drei Juroren allemal. Gabriela Manser: «Ein geschulter Gaumen gehört zu meinem Job.» Leuenberger verrät, dass er jahrelang GaultMillau-Tester war. Und Monika Schärer? «Ich kam schon verfressen zur Welt.» AV

BRIAN NGO

Süss: Der Berner Brian Ngo in «Supertalent» auf RTL.

Von Bern-Bümpliz in die Herzen von Millionen! Brian Ngo, 12, ist der Star in der RTL-Sendung «Supertalent». Der Berner mit vietnamesischen Wurzeln überzeugte bei seinem ersten Auftritt sogar Jury-Motzer Dieter Bohlen: «Das war ein fantastischer Auftritt.» Traurig: Brian, der mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern lebt, vermisst seinen Papa – der hatte die Familie nach Brians Geburt verlassen. «Wenn ich traurig bin, singe ich einfach. Dann geht es mir wieder besser», sagt Brian. Am 24. November entscheidet sich, ob es Brian in die Finalsendungen der Show schafft. In die Herzen der Zuschauer hat er sich jetzt schon gesungen. SG

Lichtgestalt der Schweizer Musikszene: Anna Kaenzig – mit Vespa. ANNA KAENZIG

Hier knisterts gewaltig «Was ist denn das?», werden sich die Youngsters fragen. Antwort: Vinyl! Die Zürcher Sängerin Anna Kaenzig, 28, verkürzt ihren Fans die Wartezeit auf das nächste Album (erscheint im Februar) mit einer guten alten Schallplatte. Einer Single, die noch richtig knistert beim Abspielen. Darauf zu hören: der Ohrwurm «Vespa». «Die Melodie dazu entstand bei einer Sommerfahrt auf der Vespa», so Kaenzig. Abgehört hat sie die eigene Scheibe noch nicht – weil sie keinen Plattenspieler hat. Gott sei Dank gibt es «Vespa» aber auch bei iTunes. Allerdings ganz ohne Knistern. SG

Fotos Hervé Le Cunff, Maurice Haas / 13 Photo, RTL

Das Supertalentchen


Party

SWISS MADE

Fashion Days Zürich

Anja Leuenberger, Lejla Hodzic, Ronja Furrer und Larissa Kirchhofer (v. l.) geniessen ihr Heimspiel. ----------

20 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

HDAY, K A ZU

!

Unsere erfolgreichsten Models Seite 40

Mode, Models und Mercedes Wenns um Mode geht, scheiden sich bei vielen Paaren die Geister. Nicht so bei den Mercedes-Benz Fashion Days in Zürich. Dank dem neuen Sponsor besuchen auch Männer gerne die vier Tage im Zeichen der Mode. Jürg Marquard, Alain Sutter, Roman Camenzind, Roger Köppel – alle begleiten sie ihre Frauen in den Zürcher Schiffbau. Der «Weltwoche»-Chef wurde gar einmal vom Männermagazin «GQ» Deutschland zum bestangezogenen Chefredaktor Deutschlands gewählt, wie Köppel stolz erzählt. «Da warst du bestimmt vorher bei mir einkaufen», scherzt Boutiquebesitzer Olivier Burger. Ein Mann, der sich von Berufs wegen für Mode interessiert, ist Topmodel Marcus Schenkenberg. Er hat sogar eine eigene Unterwäsche- und Schmucklinie. Kerstin Cook ist beeindruckt. Er ebenfalls: «Ihr Schweizerinnen trägt alle diese süssen Pferdeschwänze.» Kerstin wird

H A PPY BIRT

von Komplimenten überhäuft. «So vielen, dass ich etwas rot wurde!» Dennoch kneift sie dem schwedischen Model keck in den Oberarm. «So muskulös, so gross, so knackig – kein Wunder, ist er eines der erfolgreichsten Männermodels.» Shoppen würde sie trotzdem lieber allein. «Männer haben dafür zu wenig Geduld.» Nicht so der Freund von Linda Fäh: «Marco interessiert sich immer mehr für Mode, wird mutiger und mag auch farbige Sachen an mir.» Gar einen direkten Zusammenhang zwischen Männern und Schönheit sieht Stargast Lauren Hutton. Gefragt nach ihrem Schönheitsrezept, sagt das ehemalige Model knapp: «Ein guter Mann!» TEXT

ten lektion zum zehn Zeigte ihre Kol in n nu d kio un Geburtstag in To u Huggler mit az K rin ne ig es ). Zürich: D y Bachmann (l. nn Je el od m gs Lieblin

«So gross, so knackig»: Kerstin Cook testet Marcus Schenkenbergs Bizeps.

CHRISTA HÜRLIMANN & YVONNE ZURBRÜGG FOTOS DAVID BIEDERT & ADRIAN BRETSCHER

PARTY-RATING



Schöne Autos, schöne Models – für die Männer! Mode – für die Frauen!

«Weltwoche»-Chef Roger Köppel & Gattin BichTien, Boutique-Besitzer Olivier & Hilda Burger.


Witz: Verzaubert mit (Mitte) n to ut Lauren H quard (l.) ar M l ue mit Raq knecht. und Sandra Bau

Elite Model Look Gewinnerin Manuela Frey, GNTM-Stars Luisa Hartema und Rebecca Mir (v. l.).

Modelfreundinnen Laura Zurbriggen und Rahel Wa lte

rt (r.).

PA RTNERLO

OK

ne Seele – Ein Herz und ei per Stress ap R und ein Style! ndin, Model mit seiner Freu Ronja Furrer.

Interessieren sich beide für Mode: Alain Sutter mit seiner Ehefrau Melanie.

Gastgeber Marcel Guerry, CEO Mercedes-Benz, mit Moderatorin Claudia Lässer.

Immer ein Hingucker: Löwenmähnen Mahara McKay, Freund Jonas Brändli. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 21

Fotos tilllate.com (2), Getty Images for IMG (1)

Modische Missen: Alina Buchschacher (l.) und Linda Fäh mögen es bunt.


Party SUPERSTAR

Jewgeni Pluschenko im nigelnagelneuen Anzug. Seine schwangere Gattin Jana blieb auf dem Zimmer.

Z W EI SPA SS

Internationale Sportnacht

Gian im Korb: Snowboarder Simmen mit Tanja Frieden und Skicrosserin Sanna Lüdi (r.).

VÖG EL

die SportSie moderierten : esshaus Davos nacht im Kongr . zi oz ig R hrista Jann Billeter, C

Weltklasse-Libero Franco Baresi mit Gattin Maura.

Im Reise- & Babyfieber

Drei Fussballstars, fast drei Generationen: Hakan Yakin, Uli Stielike, Andi Egli (v. l.). 24 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Hernán Crespo und Fussballlegende Franco Baresi. Dieser rauchte im Zimmer noch heimlich eine Zigarette und löste damit im schicken Hotel Grischa einen Feueralarm aus. Eine kurze Anfahrt hatte der Bündner Freeskier Elias Ambühl. In seinem Ferrari F430? «Nein, den habe ich verkauft. Jetzt fahre ich einen Audi R8.» Mehr Baby- als Autofan ist Surfer Björn Dunkerbeck. Er flog am Samstag nach Gran Canaria zurück, wo Gattin Maria in diesen Tagen ihr viertes Kind erwartet. Bei Pluschenko ist es im Januar so weit: sein zweites Kind – mit seiner zweiten Ehefrau. TEXT STEFAN

Kinderfreier Abend: OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder mit Gatte Matthias.

Stolze Eltern: Judoka Sergei und Sonja Aschwanden mit Mailys (11 Monate).

REGEZ, FOTOS BRUNO VOSER

PARTY-RATING

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«La Carretta»-Wirt Antonio Sellitto ist ein begnadeter Networker.

Ski-Legende Kristian Ghedina, Partnerin Patrizia Auer, Gastgeber Antonio Sellitto (r.).

a: Nino Check-in im Hotel Grisch ndrian. Ca a Nin in und Fre Schurter,

Schön und schnell: Freeskier Elias Ambühl mit Freundin Sarah Pedrett.

Foto (o.r.) Kurt Schorrer / foto-net / HO

Jewgeni Pluschenko war am Freitagabend rechtzeitig in Davos. Sein Gepäck nicht. Das blieb auf dem Weg von St. Petersburg nach Kloten am Flughafen Frankfurt stecken. «Deshalb kaufte ich mir an der Zürcher Bahnhofstrasse noch rasch Anzug und Halbschuhe.» Der russische Eiskunstlauf-Star war nicht der Einzige mit Reise-Turbulenzen: Mountainbike-Weltmeister Nino Schurter sass nach drei Wochen USA-Ferien mehrere Stunden am Flughafen in New York fest – wegen Wintersturm Athena. Direkt aus dem sommerlichen Katar reiste Fussball-Trainer Uli Stielike an. Sie alle wurden an der 10. Internationalen Sportnacht ausgezeichnet – zusammen mit Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig, OL-Weltmeisterin Simone Niggli, Rennfahrer Marcel Fässler, Stürmerstar


Micarna Goodwill Team

Die weltbeste Mannschaft Radcracks: Michael Albasini (l.), MTB-Weltmeister Ralph Näf.

: das «Wie ein Familientreffen»

*

Micarna Goodwill Team.

Fotos Fabienne Bühler (4), HO

Giulia Steingruber (l.), MTBWeltmeisterin Jolanda Neff.

Königskräfte: Schwinger Nöldi Forrer trägt leicht an Linda Züblin.

London-Heroes Marcel Hug, Nicola Spirig, Sandra Graf (v. l.).

Olympia- und Paralympics-Gold, fünf WM-Titel, EM-Medaillen: Erfolgreicher als das Micarna Goodwill Team ist keine andere polysportive Gruppe. 22 Schweizer Topathletinnen und -athleten aus 16 Sportarten, die vom Fleischproduzenten unterstützt werden, sind in einem Team vereint, das von Sportjournalist Urs Huwyler 2005 gegründet wurde. Beim jüngsten Teamtreff in Wildhaus SG gibts einen Bike-OL. Ausgesteckt von Weltmeister Daniel Hubmann. Sieger? Schwer zu sagen – König Forrer Nöldi «korrigiert» unterwegs einige Posten leicht. Auch Triathlon-Queen Nicola Spirig lässt sich den Event trotz vollgestopfter Agenda nicht entgehen. «Es ist immer wie ein Familientreffen.» Am meisten Ehrgeiz weckt die abschliessende Schneeballschlacht. Ralph Näf ist auch da weltmeisterlich. Ein wirklich lustiger Goodwill-Haufen! IN

*Das Micarna Goodwill Team (auf dem Gruppenbild v. l.) Daniel Hubmann (OL), Nöldi Forrer (Schwingen), Linda Züblin (7-Kampf), Reto Hollenstein (Rad), Chantal Abgottspon (Kanu), Sandra Graf (Rollstuhlsport), Yves Walz (Mod. 5-Kampf), Nicola Spirig (Triathlon), Reto Hug (Triathlon), Marcel Hug (Rollstuhlsport), Marco Grigoli (Skispringen), Lilian Hollenstein-Huwyler (MTB), Tobias Hollenstein (MTB), Michael Albasini (Rad), Ralph Näf (MTB); Nicht im Bild: Marcel Bürge (Schiessen), Joel Gisler (Freeski), Beat Hefti (Bob), Urs Kolly (Behindertensport), Giulia Steingruber (Turnen), Jolanda Neff (MTB), Alex Baumann (Bob).


Party KINDERFA N

it Ueli Maurer m n ne tin drei Artis us irk rz de in vom K er D n. so in ob R Bundesrat ist ter sechsfacher Va em rz ku it und se auch Opa.

Die Gastgeber: Stiftungsratspräsident Josef Felder (l.) und Direktor Stephan Oetiker.

Das Verleger-Ehepaar Ellen und Michael Ringier. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat.

100 Jahre Pro Juventute

Ueli Maurer: «Lasst die Kinder Kinder sein» Auch mit 100 Jahren zeigt sich Pro Juventute am vergangenen Samstag im «Giardino Verde» in Uitikon Waldegg ZH noch spitzbübisch: Stiftungsratspräsident Josef Felder (Ex-CEO Flughafen Zürich) überreicht Ehrengast und Redner Ueli Maurer als Geschenk sieben Mitgliedschaften für den Elternclub: «Rufen Sie jederzeit an, wenn Sie im Bundesrat innerfamiliäre Probleme haben», witzelt er. Für einmal haben sämtliche Gäste einer Gala eine gemeinsame Kindheitserinnerung – das Verkaufen von Pro-Juventute-Briefmarken. Maurer: «Bei uns in der Schule gehörte man dann zu den Grossen.» Weniger gut sind die Andenken von Ex-Fussballprofi Boris Smiljanic: «Ich schämte mich, bei fremden Menschen zu läuten, weil ich so schüch-

tern war.» Ganz anders Moderatorin Anna Maier: «Mich luden die Leute immer wieder zu einem Stück Kuchen ein.» Guetsli-Produzent Werner Hug liess als Kind einmal sämtliche Briefmarken für den Familienbetrieb im Schnee liegen. «Die waren nachher alle verklebt, das gab richtig Ärger.» Juristin und Verlegersgattin Ellen Ringier ist Pro Juventute treu geblieben und engagiert sich heute im Stiftungsrat. Ihr Gatte Michael Ringier sagt hingegen trocken: «Also, ich fühle mich bald mal alt genug für Pro Senectute.» TEXT ALEJANDRO

Sorgen für die Unterhaltun g an der Gala: Comedian Michael Elsene r, Moderatorin Anna Maier und Musikeri n Steff la Cheffe (r.).

Immer noch solo unterwegs: «Bachelor» Lorenzo Leutenegger.

Ex-Natispieler Boris Smiljanic mit Gattin Rahel: «Auch wir verkauften Marken.»

VELERT, FOTOS FABIENNE BÜHLER

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PARTY-RATING Auch mit 100 Jahren

ist Pro Juventute noch topfit

Für eine süsse Kindheit: Die GuetsliKönige Werner und Andreas Hug (r.). SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 27


Sie ist klug, stolz und selbstbewusst. Die Amerikaner lieben MICHELLE OBAMA. Mit Charisma und ihrer herzlichen Art verhalf sie ihrem Mann BARACK zur zweiten Amtszeit als US-Pr채sident. TEXT UELI WALTHER

Die perfekte F 28 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


Fürsorglich rückt Michelle Obama ihrem Gatten im privaten Teil des Weissen Hauses die Krawatte zurecht.

Foto © Ben Baker 2012 / Redux / laif

e First Lady SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 29


stolze Mutter Michelle Obama strahlt. Sie ist die First Lady mit dem grossen Herzen, die Mutter der Nation. Sie ist stolz auf ihren Mann. Und auf ihre beiden Kinder Malia, 14, und Sasha, 11. Die zwei kommen bei ihr an erster Stelle. Sie spornt sie an, in Schule und Sport über sich hinauszuwachsen, den Mut zu haben, Neues auszuprobieren. Malia spielt Tennis, Sasha Basketball. Michelle ist streng: Die Kinder lernen, Danke zu sagen, höflich zu sein. Sie müssen im Haushalt helfen, Malia muss gar ihre Wäsche selber machen. Sie neckt die Kids aber auch gerne. Zu merken, dass sie sich selbst nicht so ernst nehme, entspanne die beiden. Stolz sagt die Mama: «Meine Kinder sind zum Glück nicht kompliziert, keine Typen, die ständig die Augen verdrehen.»

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Auf der B체hne in Chicago mit dem alten, neuen USPr채sidenten Barack Obama: Malia, Michelle und Sasha mit freudig gl채nzenden Augen.

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Foto Larry Downing / Reuters

grosser Auftritt


erfolgreiche ehefrau

Foto © Annie Leibovitz / Contact Press Images, originally photographed for VOGUE

Relaxed – aber konzentriert an der Arbeit. Das ist typisch für Dr. iur. Michelle Obama. Sie verdiente als Spitalmanagerin mehr Geld als ihr Mann. Doch seit er Präsident ist, hat sie ihre Karriere hintangestellt. Im Kampf gegen Mitt Romney erwies sie sich dank Glaubwürdigkeit, Fleiss und Eloquenz als Wunderwaffe für den US-Präsidenten. Sie ist es auch, welche die Familie zusammenhält. Mit Ritualen wie dem gemeinsamen Znacht um 18.30 Uhr, bei dem zuerst eine halbe Stunde mit den Kindern und dann in trauter Zweisamkeit alles Wichtige besprochen wird. Barack dankt es ihr, indem er bei Michelle – die meist zwischen 21 und 22 Uhr ins Bett geht – das Licht löscht und sie liebevoll zudeckt.

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Michelle Obama durch die Kamera von Annie Leibovitz: Die StarFotografin setzte die First Lady für «Vogue» in Szene.

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Michelle Obama mit Hund Bo, einem Geschenk an die Kinder nach der ersten Wahl.

Michelle Obama mit Frances Buccelli, Verwandte eines Kriegsopfers.

Bodenständig Die First Lady hat viele Facetten. Sie stählt ihren Körper im täglichen Training, sagt selbstbewusst: «Ich bin besser in Form als Barack.» Im Weissen Haus hat sie einen 100 Quadratmeter grossen Gemüsegarten angelegt, setzt sich dafür ein, dass sich Kinder gesund ernähren und viel bewegen. Mit ihrer Charity-Organisation hilft sie Familien von Kriegsopfern. Dabei gibt sie sich bodenständig und natürlich, geht offen und herzlich auf die Menschen zu. Bei offiziellen Auftritten glänzt sie mit ihren Roben, gilt als «Nachfolgerin» von Jackie Kennedy als Stil-Ikone. Kein Wunder, ist sie als starke, moderne Frau beliebter als ihr Mann: 67 Prozent der US-Bürger finden sie sympathisch. 34 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Die First Lady lacht und kreischt im Autoscooter in Des Moines, Iowa.


Herzliches Hallo für die Kinder der US-Schwimmerin Summer Sanders.

Fotos © Quentin Bacon Photography, Chuck Kennedy / Official White House Photo (2), Alex Wong / Getty Images, Pete Souza / Official White House Photo, Sonja N. Hebert / Polaris / Dukas, Joseph Sohm / Prisma

Beim Seilziehen mit Jimmy Fallon bei dessen «Late Night Show» im Diplomatic Reception Room des Weissen Hauses.

Mit ihrem «Let’s Move»-Programm begeistert sie Kinder für Bewegung. und Sport.

Bestechender Auftritt beim Staatsbesuch von David Cameron in Washington.


Runde zwei für Familie Oba m Erst der Wahlsieg, dann die Party, nun beginnen die nächsten vier Jahre. Präsident Obama ist im Volk zwar kein ROCKSTAR mehr, aber noch immer sehr beliebt. Auch dank seiner Frau Michelle und den beiden Töchtern. Stimmen und Stimmungen aus Washington.

J

erry ist wie im Rausch. «Four more years! Four more years», grölt der zwei Meter grosse Afroamerikaner auf dem Weg zum Weissen Haus. «Ich bin so glücklich», sagt er. «Es war eine Richtungswahl, und jetzt ist klar, dass unser Land auf dem richtigen Weg ist.» Die ganze Stadt ist eine Party. Es ist schon nach Mitternacht, doch das sonst so spiessige Washington ist wie verwandelt: Autokorsos fahren hupend durch die Strassen. Aus den Autoradios ertönt Hip-Hop-Musik, meist ist es die von Beyoncé und Jay Z, den Lieblingsmusikern von Barack Obama.

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Erleichterung macht sich breit. Vor Washingtons erster Adresse versammeln sich alle Wählergruppen, um die der Präsident so hart gekämpft hat: Latinos, Schwule, Gewerkschafter, Studenten, Frauen, Afroamerikaner. Sie feiern ihren schwarzen Präsidenten, der weiter in dem Haus wohnen wird, das vor über 200 Jahren von Sklaven gebaut wurde. Die spontane Party erinnert ein bisschen an die Stimmung nach Obamas historischem Wahlsieg im Jahre 2008. Obama ist zwar längst nicht mehr der Star, der vor vier Jahren ins Weisse Haus eingezogen ist. Die schwierigen

Astrid Doerner ist US-Korrespondentin für das «Handelsblatt». Sie berichtet für die Schweizer Illustrierte aus Washington. Jahre an der Macht – angefangen bei der Finanzkrise über den Streit zum Abbau der Staatsschulden bis hin zu den Konflikten im Iran und in Syrien – haben den Präsidenten gezeichnet. «Was für ein Präsident wird er in seiner zweiten Amtszeit sein?», fragt das einfluss-


Fotos Win McNamee / Getty Images, HO

a ma reiche «Wall Street Journal», das lieber Mitt Romney als Präsidenten gesehen hätte. Doch in dieser Nacht wird klar: Obama ist vielleicht kein Rockstar mehr, doch er ist nach wie vor beliebt. Sein deutlicher Wahlsieg zeigt, dass er in seiner zweiten Amtszeit auf die Unterstützung von grossen Teilen des Volkes bauen kann. Obama hat gewonnen, weil er sich als ein Kandidat präsentiert hat, der die Sorgen der kleinen Leute versteht. Er weiss, was es heisst, harte Zeiten zu durchleben. Er kann nachvollziehen, was Millionen von Amerikanern gerade durchmachen – anders als der Multimillionär Romney, der im Wohlstand geboren wurde und mit seiner Politik vor allem die Reichen bevorzugen will. Doch Obama hat auch gewonnen, weil die starke und zugleich charmante Frau an seiner Seite im Sturm die Herzen der Amerikaner erobert hat. Das u

Eine öffentliche Familie Chicago, 6. November. Der eben wieder­ gewählte Präsident Barack Obama, mit Ehefrau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia, lässt sich von der Menge feiern.


räumt selbst der Präsident ein. «Lassen Sie mich das ruhig in aller Öffentlichkeit sagen: Michelle, ich liebe dich mehr als je zuvor. Und ich bin so stolz darauf, zu sehen, wie der Rest von Amerika sich auch in dich ver­ liebt, in die First Lady unseres Landes», hauchte Obama ihr zum Beginn seiner Siegesrede in Chicago zu. Selbst hart­ gesottene Republikaner gestehen in schwachen Momenten ein, dass Michelle eine herausragende Präsiden­ tengattin ist. Sie ist diejenige, die die Familie zusammenhält und ihren Mann in sei­ nem schweren Amt unterstützt, berät, motiviert. Und in den vergangenen Mo­ naten hat sie sich auch noch als Wun­ derwaffe im Wahlkampf erwiesen. «Sie ist die beliebteste Person in der ganzen Obama­Regierung», sagt Camille Johns­ ton, die früher als Pressechefin der First Lady eng mit ihr zusammengearbeitet u

hat. «Mit ihrer patenten Art kommt sie bei vielen Leuten gut an: Sie spricht als Mutter und als Karrierefrau. Und sie ist sich nicht zu schade, mit Kindern vor dem Weissen Haus Hula­Hoop­Reifen zu schwingen.» Die First Lady kennt sich bestens aus in beiden Welten und weiss ihre Fähigkeiten einzusetzen, um ihrem Mann zu helfen. Die Juristin mit einem Abschluss der Elite­Universität Harvard hat einst mehr Geld verdient als er. Heute punktet sie mit Initiativen gegen Fettleibigkeit und organisiert Hilfen für die Familien von Kriegsveteranen. «Michelle war noch nie ein Mauerblüm­ chen», sagt Christoph von Marschall, Autor der Biografie «Michelle Obama – ein amerikanischer Traum». «Geschickt wirbt sie mit ihren Initiativen für die Politik ihres Mannes, ohne sich direkt zu aktuellen politischen Fragen zu äussern.»

Nur ein Thema ist tabu: die Liebe der Töchter. Ob Malia einen Verehrer hat oder verliebt ist, bleibt ein ObamaInternum Doch nichts ist der First Lady so wichtig wie ihre Aufgabe als Mutter. Für die Töchter Sasha, 11, und Malia, 14, be­ deutet der Wahlsieg ihres Vaters, dass sie einen wichtigen Teil ihrer Entwick­ lung im Weissen Haus verbringen wer­ den – umgeben von den Sicherheits­ leuten des Secret Service und unter genauer Beobachtung der Weltöffent­ lichkeit. Im Internet gibt es Fanclubs für die beiden Obama­Töchter. Bevor die


zweite Amtszeit vorbei ist, wird Sasha ein Teenager sein und Malia eine College-Studentin. Die Mädchen werden weitgehend verschont von öffentlichen Auftritten, was jedoch nicht heisst, dass die Eltern nicht im Fernsehen und in Zeitungsinterviews über ihre Töchter sprechen. Nur ein Thema ist tabu: die Liebe. Ob Malia einen Verehrer hat, verliebt ist oder mit Liebeskummer kämpft, bleibt ein Obama-Internum. Gleiches gilt in ein paar Jahren für Sasha, wenn auch sie anfangen wird, sich für Jungs zu interessieren. «Frau Obama setzt alles daran, ihren Töchtern ein so normales Leben zu ermöglichen, wie es irgendwie geht», sagt ihre ehemalige Pressechefin Johnston. Obwohl sie und ihr Mann durch das Land und durch die Welt jetten, trifft sich die Familie so oft wie möglich zum gemeinsamen Abendessen um 18.30 Uhr. Die First Lady hat dem

Personal im Weissen Haus untersagt, die Betten der Kinder zu machen. Malia muss nun sogar ihre Wäsche selbst waschen. «Sie will, dass die Kinder vorbereitet sind auf ein Leben nach dem Weissen Haus», sagt Johnston. Bei der Bevölkerung kommt das gut an. Beobachter spekulieren nun, ob Malia in zwei Jahren, wie viele 16-Jährige in den USA, ihren Führerschein machen darf. Die Obamas reisen meist in Fahrzeugkolonnen oder in der Air Force One. Alles andere wäre ein Sicherheitsrisiko. Nach dem langen und harten Wahlkampf kehrt Washington nun zur Normalität zurück. Im berühmten Souvenir-Shop gleich neben dem Weissen Haus hat das Ausmisten begonnen. Tassen, Schnapsgläser, Schlüsselanhänger und T-Shirts, auf denen Mitt Romney zu sehen ist, gibt es im Sonderangebot – so wie Weihnachtsmänner nach Weihnach-

ten, solange der Vorrat reicht. Danach ist Romney Geschichte. Die neue Ware ist schon eingetroffen: T-Shirts, Pullis und Tassen, auf denen «Inauguration 2013» steht, verziert mit den Unterschriften von Barack Obama und seinem Vizepräsidenten Joe Biden, sind gleich am Eingang gut sichtbar aufgebaut. Am 21. Januar 2013 beginnt offiziell Obamas zweite und letzte Amtszeit. Vor ihm liegen schwierige Aufgaben: Er muss gemeinsam mit den Republikanern ausarbeiten, wie er die billionenschweren Staatsschulden reduzieren will. Die hispanischen Wähler warten auf eine umfassende Reform des Einwanderungsrechtes. Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor zu hoch. Als Obama vor vier Jahren ins Weisse Haus eingezogen ist, hat er viele Hoffnungen geweckt. Es bleibt noch einiges zu tun. 


Ganz schön erfolgreich Sie machen von sich reden: fünf schweizer Models erzählen von ihrem ganz normalen Leben in der Modewelt. Ihr Beruf bringt viele Reisen, aber auch Entbehrungen mit sich.

Kater-Kuscheln Anja Leuenberger ernährt sich vegetarisch. Nicht der Figur zuliebe, sondern weil sie Tiere liebt.


Alleskönnerin Anja zierte bereits die «Cosmopolitan» und lief für Nina Ricci. ANJA LEUENBERGER

«Ich hatte 60 Jobs in 90 Tagen»

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Fotos Nicole Bökhaus, HO (2)

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ie befindet sich auf der Überholspur! Anja Leuenberger, 19, wurde als Schülerin auf der Strasse von einem Scout der Agentur Fotogen entdeckt und legte dieses Jahr einen fulminanten internationalen Karrierestart hin: 60 Jobs in 90 Tagen! Es läuft so gut, dass die Durchstarterin ihre kaufmännische Lehre bis auf Weiteres unterbrochen hat, um voll auf ihre Schönheit zu setzen. Neben ihrer Körpergrösse von 1,78 Meter, den Modelmassen 84-61-90 und den Grübchen beim Lachen zeichnet die junge Aargauerin allerdings ein Wert besonders aus: ihre Selbstsicherheit. Anja gibt erfrischend offen zu, sich schön zu finden. Ihre Füsse klammert sie aus. Die haben sich durchs viele Stöckeln verformt, deswegen trägt sie beim Fotoshooting in ihrem Daheim in Fislisbach AG auch immer Schuhe. Aber ansonsten ist sie mit ihrem Körper zufrieden. Sie macht Yoga, Kickboxen und Jogging – dafür isst sie, was ihr gefällt. Neidische Blicke oder Zickenkrieg unter Models können ihr nichts anhaben. «Ich finde das super, es zeigt, dass man als Konkurrenz ernst genommen wird.» Ihr Aussehen und ihre offene Art kommen vor allem in Asien gut an. Sie fliegt 2013 bereits zum zweiten Mal als eine der Bestbezahlten für zwei Monate nach Tokio. Wie viel sie dabei verdient, darüber schweigt die Halbitalienerin – ganz schweizerisch! SK


LARISSA KIRCHHOFER

«Es ist eine Lebensschule»

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arissa Kirchhofer, 17, befindet sich noch in der Model-Lehre. Erst vor einem Jahr gewinnt die Solothurnerin das Schweizer Finale des Elite Model Look. Ganz neu in der Branche, reist sie nach Paris und Mailand. In den fremden Städten, fern von zu Hause, hat sie gelernt, mit widersprüchlicher Kritik an ihrem Aussehen umzugehen. Mal ist sie den Agenturen zu dick, mal zu dünn. «Das muss dir egal sein, sonst gehst du daran kaputt.» Auch ihre Grösse von 1,81 Meter ist nicht immer ein Vorteil. Es kommt vor, dass ihr die Kleider und Hosen zu kurz sind. Frustrierend können auch die Castings mit Hunderten von Mädchen sein. Vor allem dann, wenn sie fünf Stunden wartet, um schliesslich zu hören, dass eine Blondine gesucht wird. «Model zu sein, ist zwar hart, aber auch spannend. Es ist eine Lebensschule, die

ich nicht bereue.» Die Modemetropole New York spart sie sich dennoch auf. «Sie nehmen keine Anfänger. Wenn du es dort versaust, kriegst du keine zweite Chance», ist sich Larissa sicher. Sie möchte erst weitere grosse Aufträge für ihr Modelbuch sammeln – solche wie die private Haute-Couture-Show von Dolce & Gabbana, wo Larissa vor «Vogue»-Chefin Anna Wintour und Hollywood-Star Scarlett Johansson laufen durfte. Und vielleicht klappts auch mal mit ihrem grössten Traum: einmal die Show der Dessous-Marke Victoria’s Secret live sehen oder gar mitlaufen. AF

NOREEN CARMODY

Reisepause Nach mehreren Wochen in Mailand geniesst Larissa Kirchhofer ihre Auszeit daheim in Hochwald SO.

Erste Erfolge Ihre Grösse macht sie zu einem begehrten Laufstegmodel. Ausserdem arbeitet sie fleissig an ihrem Look-Book.

M

it ihren 24 Jahren gehört Noreen Carmody zu den «Alten», wie sie sagt. Vor sieben Jahren gewinnt die Aargauerin den Schweizer Elite Model Look und macht Modeln zu ihrem Beruf. Wer jedoch denkt, Modeln ist leicht verdientes Geld, der irrt. Während eines Shootings in Kolumbien fing sich Noreen Quallenstiche ein, und für das US-Magazin «Glamour»

Fotos Franco P. Tettamanti, Remo Nägeli, HO (4)

«Mein Beauty-Tip


Angekommen Aus dem Aargau nach Paris: Hier wohnt Noreen Carmody zusammen mit ihrem Freund Will.

Fotos Franco P. Tettamanti, Remo Nägeli, HO (4)

Tipp? Viel Wasser und Liebe!» liess sie sich von einer Kuppe abseilen. Bis zu 15 Wochen im Jahr reist Noreen um die Welt. Vor zwei Jahren ergatterte sie ihren grössten Auftrag: Werbegesicht des Edel-Parfums Nina Ricci. Dank ihrer Erfahrung wird sie heute für TV-Spots gebucht und kann auf die von ihr ungeliebten Catwalks verzichten. Zu den Älteren zu gehören, hat einen Nachteil. Mittlerweile muss

Noreen Sport treiben, um ihre Figur (Masse 88-60-88) zu behalten. «Mein Beauty-Tipp? Viel Wasser und Liebe!» Letztere hat sie in Freund Will gefunden. Ihn überragt sie mit ihren 1,80 Metern. «Dafür ist sein Herz umso grösser.» Gemeinsam wohnen sie in Paris. Dass sie hier leben wird, wusste Noreen schon als Zwölfjährige – als sie das erste Mal in die Stadt der Liebe reiste. AF

Beliebtes Gesicht Noreen zierte das italienische «Vogue»-Cover (o.) und warb für Marie-Jo-Lingerie. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 43


RONJA FURRER

N Grosser Coup Vorne und weltweit dabei: Ronja posiert für die RalphLauren-Kampagne und ist die Markenbotschafterin für Maison Mollerus. 44 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

ach sechs Jahren im Modelbusiness packt Ronja Furrer, 20, das an, wofür sie bislang mental nicht bereit war: die New York Fashion Week! «Ein Model wie ich, das Busen und Po besitzt, hats dort sehr schwer», sagt sie. Wer an den Shows laufen möchte, muss vor allem eines sein – sehr dünn. «Jetzt gilt es wortwörtlich, den Hintern abzutrainieren.» Dafür plant sie, sich von Personal Trainer Roody in New York bis kurz vor den Wahnsinn trainie-

ren zu lassen. In New York besass Ronja bis vor Kurzem eine Wohnung. Leider hätte sie sich für drei weitere Jahre verpflichten müssen. Bei ihrem unregelmässigen Einkommen und den hohen Mieten lohnt sich das für sie nicht. Ronja lebt gut von ihren Aufträgen, sie arbeitet an Orten, an denen andere Ferien machen. Nur eines sei traurig: «Du hast den schönsten Bungalow, kannst ihn aber mit niemandem teilen.» Seit Kurzem ist sie mit Rapper

Fotos Nicole Bökhaus, Adrian Bretscher, HO (4)

«Jetzt gilt es, den Hintern abzu t


Natürlichkeit Privat mag sich Ronja Furrer ungeschminkt. In Lüterkofen SO findet sie Ruhe vom Modelleben.

u trainieren» Stress liiert und wohnt, wenn sie in der Schweiz ist, mit ihren jüngeren Geschwistern und ihrer Mutter in Lüterkofen SO. Drogen, der Horror aller Eltern, wurden Ronja schon oft angeboten, aber nie während der Arbeit. «Das geschieht im Ausgang und hat nichts mit Modeln zu tun.» Drogen, nein, Genuss, ja! Ronja ist ein Model, das Pasta isst und auch mal Alkohol trinkt. Ihr Rezept zum Erfolg: «Lachen, Freude zeigen und sich selber sein.» AF

LEJLA HODZIC

«In Milano bin ich das ‹Baby›»

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angsam reift Lejla Hodzic, 17, vom Mädchen zur Frau heran – und liebt es! «Dabei ist erwachsen werden als Model eigentlich verboten», sagt sie. Mit Yoga, Pilates, Zumba und gesunder Ernährung behält sie ihre Masse 83-62-87 im Griff. «Girls, die nichts essen, um dünn zu sein, wählen bloss den einfacheren Weg.» Als die Thurgauerin im Alter von 15 Jahren den Schweizer Elite Model Look gewinnt, trägt sie kurze Haare und wirkt androgyn. Ihr burschikoser Typ kommt an, und besonders in Mailand

Aufträge Lejla ist seit Beginn ihrer Karriere bei der Agentur Option unter Vertrag und lief schon für Vivienne Westwood (Bild oben).

Rückzug Lejla Hodzic lebt mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Frasnacht TG. «Hier finde ich zurück in die Normalität. Das brauche ich.»

nennen alle das junge Model «Baby». Schnell verdient Lejla genug, um von ihren Aufträgen einigermassen leben zu können. Sie ziert die Titelseite des italienischen Magazins «Grazia», posiert für die Akris-Kampagne und läuft unter anderem für Designerin Vivienne Westwood über den Laufsteg. Einmal auf dem «Vogue»-Cover oder das Gesicht einer Beauty-Werbung zu sein, das sind ihre Model-Träume, die sie in den nächsten Jahren realisieren möchte. Falls es nicht klappen sollte, will Lejla Hodzic später, nach einer abgeschlossenen Ausbildung, dennoch der Branche treu bleiben und im Beautyoder Mode-Bereich arbeiten. Am liebsten freiberuflich, wie sie es heute ist. «Wer einmal als Model gearbeitet und in einer WG mit elf anderen Mädchen gelebt hat, den kann eh nichts mehr schockieren.» 17 Jahre jung, aber sie spricht wie eine erwachsene Frau. AF


Die Topscorer von Biel Ihre Karriere gleicht einem Langstreckenlauf. Doch heute sind die vier Jungs von PEGASUS auf Platinkurs. Nur im Fussball reichts den Hobby-Kickern für Trostpreise.

Fotos Adrian Bretscher

D

ie Ballkünste und Resultate des FC Traktor sind bescheiden. Die Rangliste der Berner Alternativ-Liga «Foul» – Fussball ohne unsere Liebsten – führt der Klub oft von hinten an. Selbst die drei Mitspieler der Band Pegasus verleihen keine Flügel. «Erst wenn wir schlecht sind, beginnen wir zu zaubern», sagt Sänger Noah Veraguth, 25. Mit zwei seiner Bandkumpel, Gabriel Spahni, 23, und Simon Spahr, 24, versucht er die Bieler Ehre im Fussball zu verteidigen. Zum Fairplay-Pokal hats schon gereicht. Neben dem Platz sind Pegasus mit Schlagzeuger Stefan Brenner, 24, zu viert und eher Langstreckenläufer. Zumindest was ihre Musikkarriere betrifft. Nach 15 Jahren schaffen die Jugendfreunde dieses Jahr den Durchbruch. Ihr Song «Skyline» wird die offizielle Schweizer Hymne für London 2012 und landet auf Platz 1 der Hitparade. Seit Gotthard im Jahr 2001 hat das keine Schweizer Band mehr geschafft. Der Weg an die Spitze der Charts war hart. Angefangen hat alles auf dem Quartierplatz – mit einer Schläge-

rei zwischen den Kindern Noah und Simon. Bei der Versöhnung entdecken sie ihre Liebe zur Musik und gründen mit Gabriel, der in derselben Strasse wohnt, und Stefan eine Band. Für die vier ist klar: Sie werden Musiker. Sie lehnen sich gegen Schule, Eltern und Lehrbetrieb auf. «Wir wollten uns von allen Konventionen lösen», sagt Noah. Keiner absolviert eine Ausbildung, alles wird auf eine Karte gesetzt. «Wenn ein Hintertürli offen steht, gehen 20 Prozent der Energie verloren. Das wollten wir nicht.» Die Jungs zahlen Lehrgeld. Der Dokumentarfilm «Hope Music» zeigt, wie sich die Teenager über ihren ersten Plattenvertrag freuen, stets vertröstet werden und schliesslich immer wieder scheitern. «Wir mussten ‹unedure›. Es war eine ganz eigene Lehre», sagt Stefan. Mit Nebenjobs im Altersheim, in einer Umzugsfirma oder als Traktorfahrer auf dem Bauernhof schlagen sie sich durch. Zu ihren Auftritten fahren die Minderjährigen mit dem Zug. Ihr Bühnenmaterial packen sie in Migros-Wägeli und stossen es so bis zur

Dreamteam Seit 15 Jahren machen Pegasus gemeinsam Musik (grosses Bild, v. l.): Stefan Brenner, Noah Veraguth, Simon Spahr und Gabriel Spahni. Für den FC Traktor kicken alle ausser Schlagzeuger Brenner. Bühne. «Die Leute fanden das immer herzig. Doch wir kamen nass geschwitzt vor Anstrengung an», sagt Gabriel. Ihr Einsatz zahlt sich aus. Seit vier Jahren leben sie von der Musik, haben den Swiss Music Award gewonnen und sind als Vorgruppe von Coldplay im Stade de Suisse aufgetreten. Ihr drittes Album, «Human Technology», befindet sich seit einem Jahr in den Charts und ist auf Platinkurs. Am 23. November gehören Pegasus zu den Topacts am «Energy Stars For Free». «Jetzt greift unsere Musik», sagt Noah. Aus den Jungs, die früher in kurzen Hosen und Zipfelkappe – ja manchmal gar im Pyjama – performten, sind Männer in schwarzen Anzügen geworden. AURELIA FORRER SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 47


Erstmals in der Schweiz ist wegen des Klimawandels ein Dorf in Gefahr. Weil das ewige Eis auf den Bergen schmilzt, wird GUTTANNEN BE von Murg채ngen bedroht. Zwei H채user sind schon weg. Die n채chsten folgen bestimmt. 30 Menschen suchen ein neues Daheim.

Ein Dorf verschw


Oben: Die Häuser im Guttanner Ortsteil Boden sind von Murgängen bedroht. Links: Peter von Bergen steht auf dem 20 Meter hohen Schuttkegel. Auf dem Foto, das er zeigt, sieht man das Geburtshaus seiner Mutter, das genau hier stand und 2011 abgebrochen wurde.

TEXT MARCEL HUWYLER FOTOS MARCUS GYGER

D

er Hasli-Adler jedenfalls, der steht schon mal auf Halbmast. Im Guttanner Dorfteil Boden, wo die Aare noch Bach ist, wo wettergrau melierte Holzhäuser stehen, eine Steinbrücke, ein Schuelhüsli und wo 50 Menschen wohnen, da trieft die gelbe Fahne mit dem Haslitaler Adler so schwer vom Regen der letzten Tage, dass sie an der Stange herunterrutscht. Und auf Halbmast klebt. Was Trauerbeflaggung bedeutet. Zwar ist das nur eine Folge der widrigen Witterung, Schabernack der Natur und wirkt doch auch wie ein böser Wink: Die Menschen hier wissen, dass die Zukunft nichts Gutes bringt, weil es für sie hier keine Zukunft gibt. Sie müssen weg. Der Berg kommt. Das Ritzlihorn ist Guttannens Hausberg, 3282 Meter hoch, GrimselGranit; seit Jahrhunderten hält er sich still. 2009 beobachtet man am Ritzli erste kleinere Murgänge, Ströme aus Schlamm und Gestein. 2010 und 2011, nach starken Niederschlägen, stürzen gewaltige Murgänge zu Tal, Ferienchalet-grosse Brocken wälzen sich ins  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 49

Landschaftsfoto Bruno Petroni / Berner Oberländer

hwindet

KLIMAERWÄRMUNG IM HASLITAL


IHRE HÄUSER SIND BEDROHT

Bild oben und links: Peter von Bergen geht auf der vom Murgang zerstörten Strasse nach Hause, wo er mit seiner Frau Lisa wohnt. Auch das Ehepaar muss sein Heim wohl bald verlassen und abbrechen. Bild rechts: Andrea von Bergen lebt mit ihrer Familie (hier mit Sämi) im hintersten Haus. Sie hat bereits Ersatzwohnungen im Unterland besichtigt, «falls wir hier schnell wegmüssen». Im vorderen Haus wohnen die Nachbarn Peter und Lisa.  Aare-Bett,

schütten das Ufergebiet 20 Meter hoch zu und kommen dem Dorfteil Boden bedrohlich nahe. Der Permafrost am Ritzlihorn taut auf, das ewige Eis, welches das Gestein am Berg wie Kitt zusammenhält, schmilzt. Auslöser ist – die Klimaerwärmung. Ein globales Wort, das in der Schweiz bisher bloss lauwarmes Zukunftszenario war, und wenn überhaupt, so dachte man, weit weg, an exotischeren Orten, stattfindet, in Grönland etwa, wo das Eis dünner wird, oder in Kiribati, wo die Südseeinsulaner vom ansteigenden Pazifik vertrieben werden. Aber doch nicht Guttannen. Erstmals in der Schweiz ist ein Dorf vom Klimawandel bedroht. Die Häuser im Ortsteil Boden, drei Kilometer ausserhalb von Guttannen, werden vom Geröll allmählich verschüttet. Von den

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50 Bewohnern müssen 30 in den nächsten zwei bis zehn Jahren ihr Heim verlassen. Der erste Hof wurde bereits abgerissen. Peter von Bergen, 57, mit blauer Regenjacke und weissem Haarkranz, stakst auf der Geröllhalde herum. Hier stand letztes Jahr noch das Geburtshaus seiner Mutter. Er zeigt ein Foto, zeigt was einst war, «s Hohfluhhaus», Baujahr 1749, dazu ein Stall, am Rande des Ortsteils Boden gelegen. «Jahrhunderte ist hier nie etwas passiert», sagt von Bergen, doch in den letzten zwei Jahren seis immer ärger geworden, die Murgänge kamen näher, 650 000 Kubikmeter Geröll liegen hier, 20 Meter hoch, das Volumen von 8000 Postautos. Von allen Häusern in Boden lagen das Hohfluhhaus und sein Stall am nächsten

zum Ritzlihorn. Beide mussten weg. Nutzungsverbot, schrieben die Behörden, dann Abbruchverfügung. Wenn wir das Haus schon zerstören müssen, machen wir das selber, sagten sich die von Bergens. Trotz und Stolz im Schmerz. Im Frühling 2011 brechen sie das 262 Jahre alte Hohfluhhaus ab. Der Berg hält nicht still, will noch mehr, weitere Häuser sind gefährdet. Und wieder trifft es Familie von Bergen. «Mitkommen», gebietet Peter von Bergen, zu ihm heim, das bald nicht mehr sein Heim sein soll. Ein paar Hundert Meter talabwärts, ebenfalls im Ortsteil Boden, steht sein Haus, vor 22 Jahren gebaut, mit Garten, in dem besagter Hasli-Adler auf Halbmast schlenkert. Die Fussmatte vor der Haustür grüsst «Willkommen», ein Büsi umschmeichelt alle neuen


Beine, und Peters Frau, Lisa von Bergen, 59, schenkt erst mal Kaffee ein, bevor sie von ihrem Kummer berichtet. Auch das Ehepaar muss hier weg, in zwei, drei, «mit etwas Glück erst in fünf Jahren». Die Ungewissheit sei zermürbend, sagt die Frau. Ihr Mann erwähnt das Gartenhäuschen, das ein neues Dach, und das WC, das eine Renovation bräuchte. «Ob sich das noch lohnt?» Wohin sie gehen, wenn es so weit ist, darüber will das Ehepaar nicht nachdenken. «Wir sind optimistisch», beteuern sie. Ein Satz, der mehr nach Verdrängung denn nach Zuversicht klingt. Auch zwei ihrer Söhne möchten in Boden bleiben, wollen hier gar ein Haus bauen, die Frage ist nur, wo. Denn ausgerechnet da, wo es möglich wäre, wo

so ein Murgang schaut aus wie ein brauner tsunami. Das Geröll kommt immer näher. wir müssen weg AnDreA von BerGen

man vor den Murgängen sicher ist, droht eine andere Gefahr: Lawinen. Hans Abplanalp, Gemeindepräsident von Guttannen, beugt sich über die Gefahren-Karten des Ortsteils Boden. Aggressive Farben verdeutlichen, wo Lawinen- und wo Murgang-Zonen sind. Die Menschen hier, sagt der 61-Jährige, lebten seit Jahrhunderten mit den

Schneelawinen und seien sich gewohnt, im Winter tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten zu sein. «Aber diese gigantischen Murgänge jetzt, die sind neu und unberechenbar», Abplanalp zupft sich am Schnauz, spricht von einer «gschponnegi Situation». Immer wieder schielt er auf sein Handy. Seit zwei Tagen regnet es ohne Unterlass. Im Gefahrengebiet sind Signaldrähte gespannt, bewegt sich der Berg, wird automatisch die Hauptstrasse, die zum Grimselpass führt, gesperrt, und Abplanalp bekommt ein Warn-SMS aufs Handy. 320 Einwohner hat Guttannen, 30 Menschen in Boden sollen wegen der Murgänge ihre Häuser aufgeben. «Wir müssen also zehn Prozent unserer Bevölkerung umsiedeln», rechnet Abplanalp vor. Ein Grossteil der Kosten u schweizer illustrierte 51


GUTTANNEN UND SEINE GEFAHREN

Oben: Mit ihrem Handy fotografierte Lisa von Bergen den gewaltigen Murgang vor ihrem Haus im Oktober 2011. Links: Guttannens Gemeindepräsident Hans Abplanalp zeigt Lawinen- und Murgang-Zonen (violett) im Ortsteil Boden.  übernimmt die Gebäudeversicherung,

man versuche den Vertriebenen eine Alternative im Dorf anzubieten, sagt der Gemeindepräsident, «wir wollen doch niemanden verlieren». Andrea und Andreas von Bergen (es gibt verwirrend viele von Bergens im Ortsteil Boden) haben sich bereits Häuser im Unterland angeschaut. «Man weiss nie, wie schnell wir hier fortmüssen», sagt Andrea von Bergen, 38, Mutter zweier Buben. Diesen Frühling überlegte sie, ob sich ein Frühlingsputz überhaupt noch lohne. Im erst zwölfjährigen Haus duftet es würzig nach Arve, Ehemann Andreas hat das Holz eigenhändig geschlagen. In der Stube spielt der fünfjährige Sämi mit seiner Post-

30 Menschen in Boden müssen fort, das sind zehn Prozent unserer Bevölkerung GEMEINDEPRÄSIDENT HANS ABPLANALP

auto-Flotte, Bus-Chauffeur will er mal werden. So ein «Gutsch», ein Murgang, schaue aus wie ein Tsunami, erzählt Andrea von Bergen, «dazu ein höllisches Poltern und Donnern, es macht schon Angst.» Die Mineralien-Sammlung ihres Mannes hat sie vorsorglich in Kisten

verpackt. «Manchmal habe ich Hoffnung, dass wir bleiben können, dann wieder bin ich verzweifelt und denke, es geht alles unter.» Im Flur hängt ein altes Poster – es zeigt die «Titanic». Guttannen und sein schmelzender Permafrost gilt bei Geologen mittlerweile als Modellfall in den Alpen. In diesem Jahr, resümiert Gemeindepräsident Abplanalp, habe man hier keine Murgänge registriert. Er kontrolliert erneut sein Handy, blickt aus dem Fenster, hinaus in die Regensuppe, hinauf zum Ritzlihorn. Ja, doch, ein ruhiges und darum gutes 2012 sei das gewesen. Bisher. Fahrig nestelt er am Schnauz, äugt wieder hinaus, hinauf, bergauf. Das Jahr ist noch nicht zu Ende. 


Alles nur geklaut Seit 1995 stehen CHRISTIAN HÖHENER und PETER WINKLER gemeinsam auf der Bühne. Nach all den Jahren gehen dem DUO LAPSUS schon mal die Ideen aus. Fürs neue Programm hat es deshalb bei anderen «klaut» – und das war ihre Idee. INTERVIEW AURELIA FORRER FOTOS THOMAS BUCHWALDER

W

ie Diebe sehen Christian Höhener und Peter Winkler vom Duo Lapsus definitiv nicht aus. Ihre Bühnenfiguren Bruno Gschwind und Theo Hitzig auch nicht. Der eine macht am liebsten Pause, der andere stolpert ständig über seinen Arbeitseifer. Im neuen Programm «klaut» versuchen sie sich dennoch als Langfinger.

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Höhener und Winkler sitzen am langen Holztisch und lachen über eine Passage im Drehbuch. Hier in Höheners Zuhause in Dietikon ZH, das gleichzeitig ihr Arbeitsplatz ist, haben sie fremdes Gedankengut gesammelt und damit eigenes Material ausgeheckt. Die Idee entstand vor eineinhalb Jahren, sie haben sie bei Karl-Theodor zu Guttenberg abgekupfert. Das geben sie offen zu. Wenn selbst der frühere deutsche Bundesverteidigungsminister sich fremder Zitate bedienen kann, wieso nicht auch Bruno und

Theo? So versucht das Duo Lapsus auf der Bühne synchron zu sprechen wie Ursus & Nadeschkin, es macht Kaffee wie bei «Giacobbo/Müller» oder hinkt wie TV-Arzt «Dr. House». Alles bewusst schlecht kopiert. «Die besten Ideen haben ja immer noch wir», begründet Höhener. «Effektiv ist nur der Titel ‹klaut›.» Die Balkontür geht auf. Valentin, 5, stürmt herein, um den Hals den orangen Chindsgibändel. Christian Höhener, 43, nimmt seinem Sohn die Jacke ab. «Hallo, Kurzer», grüsst Peter Winkler, 43,


Auf Augenhöhe Christian Höhener (l., alias der langsame Kleine – 1,68 Meter) und Peter Winkler (alias der schnelle Lange – 1,91 Meter) entwickeln die Nummern gemeinsam.

Viel Platz Mit seiner Familie lebt Christian Höhener in einer umgebauten Schreinerei. Genug Raum für die zwei Kinder und Möbel wie die Apotheker-Kommode.

Arbeit zu Hause Peter Winkler (l.) ist täglich bei Christian Höhener in Dietikon ZH zu Besuch. Hier heckt das Duo Lapsus die neuen Sketche aus.

seinen Göttibub. Peters Anwesenheit sind sich Christians Frau Carla, 38, und die Kinder Valentin und Julian, 2, gewohnt. Immerhin besitzt er einen Schlüssel und ist täglich hier. Oft essen beim Zmittag noch andere mit. Zwei Räume hat Höhener an «Chlütteri» Stefan Heuss, bekannt aus «Giacobbo/Müller», und Autor und Musiker Roman Riklin vom «Ewigi Liebi»-Musical vermietet. Eine antike Apotheker-Kommode, Gemälde von Carla oder cooles Holzspielzeug – auch bei Lapsus gäbe es einiges zu stehlen. Im Atelier stehen sogar eine Kamera und eine Green Box, mit der sie ihre Bühnenfiguren klonen. Lapsus ist für sein multimediales Programm

bekannt – und das wurde nirgends abgeschaut. Seit Höhener und Winkler sich an der Scuola Teatro Dimitri in Verscio getroffen haben, können sie von ihren gemeinsamen Auftritten leben. 17 intensive Jahre, bislang ohne Paartherapie. Einander Sorge tragen und nicht immer alles zusammen erledigen, so lautet ihr Rezept. «Vielleicht ist es auch Zufall, dass es bei uns funktioniert», sagt Winkler. Ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen haben sie akzeptiert. Während Winkler lieber zuerst nachdenkt und dann kommuniziert, «sprudelt Christian nur so vor Ideen, aber nicht alles ist gut». «Ich bin eben wie das Internet. Es hat viel Müll drin», erwidert Höhener. Sie

ergänzen sich und sind aufeinander angewiesen. Eine grosse Rückversicherung, falls jemand einmal verletzt sein sollte, haben sie nicht. «Wenn das Duo Lapsus hopsgeht, gehen wirklich wir hops», so Höhener. Immerhin wissen sie jetzt, wie man im Notfall «klaut».  ----------

Duo Lapsus, Bruno Gschwind (l., Christian Höhener) und Theo Hitzig (Peter Winkler) sind mit dem Programm «klaut» auf Tour.


Im Ständerat ist thomas minder manchen zu laut und zu direkt. In seiner Freizeit sucht der Vater der AbzockerInitiative vor allem seine Ruhe. Er findet sie beim Beringen von Zugvögeln. TexT alejandro Velert FoTos Kurt reichenbach

m

it militärgrünen Gummistiefeln und Feldstecher um den Hals schreitet Thomas Minder, 51, das schlammige Ufer des Ägelsees bei Frauenfeld TG ab. Es ist sechs Uhr früh, jeden seiner Schritte begleitet ein matschiger Laut. «Ich stehe morgens gerne auf, bin kein Nachtvogel», sagt der Hobby-Ornithologe und Schaffhauser Ständerat. An der Beringungsstation Ägelsee kontrolliert er, ob sich in einem der aufgespannten Nylonnetze ein Vogel verfangen hat. Er entdeckt das erste Tier. «Eine Rohrammer, wahnsinnig lieblich. Sieht man aber nur noch selten.» Behutsam befreit er das Vögelchen, steckt es in einen kleinen Stoffsack und macht sich schnellen Schrittes auf die Suche nach weiteren Tieren. Thomas Minder, parteiloser NeoStänderat, Inhaber der Trybol AG (Hersteller von Körperpflege-Produkten) und Initiator der Abzocker-Initiative: Vielen gilt er als schräger Vogel, zumindest in Bundesbern. Für seine Anhänger ist er ein Winkelried oder Robin Hood, Gegner bezeichnen ihn als Provokateur und Posauner. «Ich bin nur ein Bürger, der eine Initiative lanciert hat, das kann jeder andere auch.» Aber ob Minder möchte oder nicht, er fällt auf, eckt an. Seinen Einstand in den Ständerat gab er zunächst mit einer netten Geste: Er legte allen Ratskollegen Schaffhauserzungen aufs Pult. Die Sympathien verspielte er jedoch schnell, weil er nicht – wie in der klei- u

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ein schräg e


g er Vogel

«wahnsinnig lieblich»

Gerade hat Thomas Minder am Ägelsee im Thurgau einen Teichrohrsänger aus dem Nylonnetz befreit. «Die Faszination für Vögel packte mich schon als Kind.»

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VoGelperspektiVe

Er habe das Auge, um Vögel zu ent­ decken, sagt Thomas Minder. Aber im Vergleich zu früher sei der Himmel oftmals leer. «Kein Wunder, so wie wir in der Schweiz alles zubetonieren.»

nen Kammer üblich – als Neuling drei Wochen wartete, bevor er zum ersten Mal das Wort ergriff. «Wie soll ich den Schaffhausern erklären, dass ich in Bern täglich 425 Franken erhalte und nur die Klappe halte?» Überhaupt, er sei nicht der Einzige gewesen. «Aber wahr­ scheinlich war ich mal wieder etwas energischer und lauter als andere.» Inzwischen ist die Sonne aufge­ gangen, über dem Ägelsee liegt ein feiner Morgendunst. Minder läuft zu einem alten Baustellenwagen, dem Büro der Beringungsstation, und öffnet seine Säckchen, in denen er noch mehr Vögel gefangen hat. Gekonnt nimmt er eine Amsel (er benutzt die Fachbezeichung Turdus Merula) zwischen seine Finger, bläst auf den Bauch des Vogels und beurteilt so dessen Fettdepot. Er und Walter Schmid, der Leiter der Station, wägen, vermessen und bestimmen die Art der Vögel, dann bekommen sie einen

u

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Ring um das Fussgelenk. Die beiden ar­ beiten schnell, damit die Vögel möglichst wenig gestresst werden. Minders blaue Augen leuchten, wenn er einen Vogel aus einem Stoffsack nimmt. «Diese Faszi­ nation packte mich schon als Kind.» Beim Grounding der Swissair 2001 verliert Minders Trybol einen Auftrag über eine halbe Million Franken. Minder attackiert Swissair­Chef Mario Corti öffentlich, weil dieser einen Lohn von 12,5 Millionen Franken bezieht. «Da platzte mir der Kragen.» Endgültig ins Rampenlicht tritt er im Jahr 2006, als er mit der Unterschriftensammlung für die Abzocker­Initiative beginnt. Sie verpasst ihm das Image des unerschrockenen Einzelkämpfers, der das Establishment herausfordert. «Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass diese kran­ ken Vergütungssysteme zum Absturz führen.» Am 3. März 2013 wird das Volk über seine Initiative abstimmen. Fünf

wenn man beim Beobachten der Vögel etwas lernen kann, dann Geduld thomas minder

Jahre habe man im Parlament mit Tricks und Ränkespielen versucht, ihn ins Lee­ re laufen zu lassen, so Minder. «Aber ich lasse mich nicht weichklopfen.» Im Bauwagen flucht Minder kurz auf. Die Amsel hat ihm in die Hand ge­ pickt. «Saucheib, das war heftig. Mir fehlt wohl ein wenig die Übung.» In jun­ gen Jahren war er oft in der Magadino­ ebene im Tessin als Beringer tätig. Die Daten, die die Hobby­Ornithologen er­ fassen, seien für die Wissenschaft enorm wichtig. «Nur so lernt man die


MINDERS BERINGER-EINSATZ

Im Netz: Ein Trauerschnäpper hat sich verfangen. Thomas Minder und Stationsleiter Walter Schmid bringen das Tier zum Bauwagen. Dort wird es gewogen, vermessen und beringt. Interessant ist (oben links) unter anderem die Länge der dritten Handschwinge. Minder: «Faszinierend. Diese ist bei Vögeln aus Skandinavien länger, weil sie einen weiteren Weg in den Süden fliegen müssen.»

Zugvogelrouten und ihre Futtergebiete kennen. Nur so kann man auch effektiv etwas für ihren Schutz tun.» Er selber beschränkt sich inzwischen vor allem aufs Beobachten. «Ich jage keine Raritäten, sondern gehe lieber um vier Uhr morgens in den Schwarzwald und finde in der Natur Ruhe.» Einmal jährlich geht Minder alleine nach Spanien in die Extremadura. «Dort finde ich all die Vögel, die bei uns praktisch verschwunden sind.» Was bei der Zersiedelung der Schweiz auch nicht weiter erstaunlich sei. «Da muss dringend etwas unternommen werden.» Ein typischer Minder-Satz. Seine politischen Vorstösse und Einstellungen orientieren sich nicht an einem Parteibuch, sondern an eigenen Erfahrungen und Überzeugungen. Als NaturLiebhaber setzt er sich für den Umweltschutz ein, als Unternehmer für eine liberale Wirtschaftsordnung, als Patriot

für eine restriktive Migrationspolitik. Im Parlament gilt er darum als ein etwas undiplomatischer Überzeugungstäter, der seine Anliegen mit missionarischem Eifer verfolgt und deshalb auch geringeren Einfluss hat. SVP-Ratskollege This Jenny: «Man darf anderen nicht stets den Spiegel vorhalten. Man muss Mehrheiten für seine Anliegen schaffen.» Minder sei ein Einzelkämpfer und werde das bleiben. CVP-Ständerat Urs Schwaller urteilt weniger hart: «Er ist von seinen eigenen Ideen zwar kaum abzubringen, aber in den Kommissionen arbeitet er eifrig mit.» Die Kritik an seinem Polit-Stil lässt Thomas Minder kalt: «Die Schaffhauser wählten mich nicht trotz, sondern wegen meines Stils.» Eine halbe Million Franken investierte Minder, der sich selber einige Tausend Franken Lohn auszahlt, bis anhin in seine Abzocker-Initiative, weitere 200 000 Franken

wird er für den Abstimmungskampf aufwenden. «Als ich mit der Unterschriftensammlung begann, hätte ich nie gedacht, dass es so ein Theater gibt.» Die Umfragen sagen derzeit eine grosse Zustimmung für die Abzocker-Initiative voraus. Minder selber sieht vor allem viel Arbeit auf sich zukommen. Sein Komitee besteht nur aus Familienmitgliedern und Freunden, er selbst ist das Gesicht und der Kopf der Initiative, muss entsprechend oft auftreten und Interviews geben. Zum Ausgang der Abstimmung sagt er: «Das Schweizer Volk ist klug genug, um die richtige Entscheidung zu treffen.» Er selber habe beim jahrelangen Kampf mehr Geduld und Durchhaltewillen bewiesen, als ihm die Gegner wohl zugetraut hätten. «Wahrscheinlich wussten sie nicht, dass ich Hobby-Ornithologe bin.» Denn wenn man beim Beobachten von Vögeln etwas lernen könne, dann sei es Geduld.  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 59


RICHTIGER RIECHER Galerist Jean-Claude

Freymond-Guth mit Billie auf dem Arm. Im Hintergrund Werke aus dem Nachlass von Objektk端nstlerin Heidi Bucher.


Jung-star mit stil

Mutig, erfolgreich, Single: der Basler JeAN-clAude FreYMONd-Guth ist der Überflieger unter den Galeristen. Im Zürcher Löwenbräu gibt der 33-Jährige mit Hund Billie den Ton an.

TexT cArOliNe MicAelA hAuGer FoTos willY sPiller

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ier wird nicht gebrüllt, sondern gebellt. Löwenbräu-Maskottchen Billie wurde nach Jazz-Diva Billie Holiday benannt. Der Vierbeiner war ein Geschenk der Künstlerin Tanja Roscic an ihren Galeristen. Billie war ihr zugelaufen. Weil Jean-Claude Freymond-Guth seine Freizeit gerne in der Natur verbringt und für seine neue Galerie einen Wachhund gut gebrauchen konnte, behielt er den kleinen Löwen. Seither sind die beiden ein Herz und eine Seele. Jean-Claude Freymond-Guth wirkt erstaunlich entspannt. Auch Billie döst, ohne mit den Ohren zu wackeln, im Körbchen. Dabei wird in den Räumen der Galerie Freymond-Guth Fine Arts im Zürcher Kreis 5 seit Stunden gehämmert. Vom Schweissen riecht es penetrant nach Metall. Handwerker zwängen sich mit Schläuchen zwischen Bürotischen durch. Eine spontane

Kunst-Performance? Nein – an der Limmatstrasse im Löwenbräu herrscht Aufbruchstimmung. 1986 rollte hier das letzte Bierfass vom Stapel. Jetzt wird nach dem zweijährigen Umbau hinter 100-jährigen Mauern ein neuer Kultur-Cocktail gebraut. 65 Millionen Franken wurden in den hippen Backsteintempel gesteckt. Sahnehäubchen ist das ZuckergussDach des dynamischen ArchitektenDuos Gigon/Guyer auf dem denkmalgeschützten Fabrikbau. Bereits wird das an der Limmat gelegene LöwenbräuAreal von der Kunstwelt als «kleine Schwester» der an der Themse ansässigen Modern Tate in London gefeiert. Das Migros Museum für Gegenwartskunst, die Kunsthalle Zürich, Galerien und Verlage bieten Zeitgenössisches vom Feinsten. Die Frage, ob das, was museal geadelt wird, nebenan zu Geld gemacht werden darf, hat sich hier überholt. Wer als Galerist eine der vor Kraft strotzenden heiligen Betonhallen bespielt, steht im Rampenlicht. Seit u schweizer illustrierte 61


der Wiedereröffnung Ende August gehört auch Jean-Claude FreymondGuth zu diesem erlauchten Kreis. Es kommt vor, dass der Shootingstar auf der Strasse gefragt wird, ob er Schauspieler sei. «Vielleicht wegen meinem Schnauz?», meint der «Cary Grant der Galeristen». Den liess er sich vor Jahren für eine Cowboy-Party wachsen. Freymond-Guth war früher selber Künstler. Die letzten zehn Jahre prägte er als Kurator das Geschehen in Zürichs alternativer Szene. Zum Beispiel in seinen Off-Space-Projekträumen Perla-Mode und Les Complices. Was der Basler in seiner 170 Quadratmeter grossen Galerie im ersten Stock des Löwenbräu zeigt, hat Zukunft. Und ist im Vergleich zu den etablierten Positionen prominenter Nachbarn wie Hauser & Wirth oder der Galerie Eva Presenhuber preislich attraktiv, obwohl sich der Mietzins im Vergleich zu früher verdreifacht hat. Wie hat das 33-jährige Jungtalent den Sprung in die Top-Liga geschafft? Jean-Claude Freymond-Guth sagt mit dem Lächeln eines Buddhas: «Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Ich bin tatsächlich ein grosses Risiko eingegangen. Als Galerist ist es wichtig, dass man ein Statement setzt, in welchem Umfeld man seine Künstler wahrgenommen haben will.» Galeristen scheitern aus ganz unterschiedlichen Gründen. Weil sie sich übernehmen oder zu wenig wagen. Weil sie Inhalte vernachlässigen oder zu sehr auf den roten Punkt setzen. Freymond-Guths Erfolgsformel: «Viele erzielen rasch Achtungserfolge. Was wirklich Bestand hat, ist ein konstantes, gemeinsames Wachsen mit den Künstlern.» Wer sind die Stars und Talente von morgen? Sara Masüger ist ein Geheimtipp des Hausherrn. «Die Zürcherin stösst mit ihren Skulpturen überall auf Begeisterung. Ihr Werk nimmt Körperformen zum Ausgangspunkt, die sie ins Absurde treibt.» Den Basler Konzept-Künstler Tobias Kaspar, der in u

Zwischen Zwei welten

Keller-Loft in Zürich: Freymond-Guth setzt privat auf Möbel und Objekte im Retro-Look. Hingucker aus Wachs und Beton: Der Galerist mit einer Skulptur der Zürcher Newcomerin Loredana Sperini (unten).

Den schnauz liess ich mir für eine cowboy-Party wachsen Jean-clauDe FreymonD-Guth


Hamburg lebt, verfolgt er seit Jahren. Spannend: die Arbeiten des Italieners Nicola Martini, der in Paris wohnt und sich mit Alchemie und chemischen Zersetzungsmethoden auseinandersetzt. Loredana Sperini hat es bereits in sein Programm geschafft. Freymond-Guth: «Ihre Objekte sprühen vor Vitalität.» Wie die Skulptur aus Wachs und Zement, aus der eine violette Hand ragt. Der Preis? Verhandlungssache. Das Werk mit dem Titel «Untitled» kostet zwischen 10 000 und 15 000 Franken – «ein Schnäppchen», wie der Galerist schelmisch anmerkt. In der Ruhe liegt die Kraft. Vor allem, wenn man wie JeanClaude Freymond-Guth ständig unterwegs ist. Istanbul findet er magisch, die Begeisterung der Sammler ansteckend.

Nächstes Jahr wird er einen Monat in Los Angeles leben, weil die Stadt «cool ist und nicht die europäische Nostalgie wie New York zelebriert». Ein Hauch Nostalgie weht durch die private Loft des attraktiven Single-Mannes. Der nonchalante Mix zwischen Fund- und Erbstücken sowie Must-haves wirkt erfrischend natürlich. Zum Schluss lüftet Jean-Claude Freymond-Guth noch das Geheimnis seiner Herkunft: «Mein Vater ist Norweger, meine Mutter Schwedin.» Das ist natürlich gelogen. «Ich habe von meinem Vater philippinisches, spanisches und chinesisches Blut und mütterlicherseits jüdische und Schweizer Wurzeln», verrät er – und grinst dabei so charmant wie Cary Grant. 

Kunst-Mekka Löwenbräu Wer an der Zürcher Limmatstrasse im Kreis 5 vertreten ist, spielt international in der TopLiga. Seit dem Umbau des Areals präsentieren sich die Galerien Hauser & Wirth, Eva Presenhuber, Gregor Staiger, Bob van Orsouw, Francesca Pia und FreymondGuth Fine Arts in neuen Räumen. Ebenso das Migros Museum für Gegenwartskunst, die renommierte Kunsthalle sowie zahlreiche Kunst- und Buchverlage (JRP Ringier, Parkett Verlag, Edition Patrick Frey, Luma). www.loewenbraeukunst.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 63


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der Woche

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scheinen «reloaded». Will heissen: neu kombiniert, entweder Ton in Ton oder zu rockigem Schwarz, keinesfalls aber zu Naturfarben. Besonders effektvoll wirkt die Farbe als Kopfbedeckung, da sie helle Winterhaut strahlen lässt. Wer mag, nimmt Gloss oder Lippenstift in einem dieser dunklen Rottöne dazu. So sieht auch der Mantel vom letzten Jahr wieder toll aus. BEATRICE SCHÖNHAUS

Mädchenhaft Pompon-Mütze mit Zopfmuster von Pepe Jeans. Fachhandel und www.zalando.ch. CHF 40.–

Hommage an den New Look Für seine letzte Kollektion bei Dior konzentrierte sich Designer Bill Gaytten auf die Essenz des Modehauses.

Eins rechts, eins links Modische Mütze mit Plüsch-Bommel aus Wolle von French Connection. Fachhandel und www.zalando.ch. CHF 42.–

Ein bisschen Pariser Chic Berets im französischen Stil und in sehr weicher Qualität. C&A. www.c-and-a.com. Je CHF 9.–

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Wie überbrückt man die Lücke zwischen dem Genie John Galliano und einem Ausnahmetalent wie Raf Simons (bisher Jil Sander)? Man setzt auf Bewährtes. Mit dem «New Look» begründete Christian Dior mit seinen Sanduhrsilhouetten am 12. Februrar 1947 den Mythos des legendären Modehauses. Für seine letzte Kollektion greift jetzt Interims-Designer Bill Gaytten auf diese sicheren Zutaten zurück und erweist dem Gründer damit die Ehre. Traumhafte Stoffe, feminine Taille, Pastellfarben und eine Prise Ballerina: Gerade in unwirtlichen Zeiten erleichtert es das Träumen. Die Modeszene rümpft zwar die Nase, die Umsatzzahlen geben ihm aber recht.

Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, lässt sich verzaubern.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, iMaxtree, HO

Ein bisschen erinnert die Farbe Ochsenblut ja an die 40er-Jahre, an Polstermöbel und Deko-Objekte in dieser raffinierten Farbe. Sie wird auch in Schweden gern als Aussenfarbe für die schmucken Häuschen verwendet. Und hat dabei eine romantische, filmreife Ausstrahlung. Für Herbst/Winter wurden Ochsenblutrot und verwandte Töne nun für Kleider und Accessoires wiederentdeckt, er-

Nostalgie pur


Highlights, entdeckt bei Burger Luxuriös Paoloni-Veston aus Schurwolle und Mohair mit Ellbogen-Patches. CHF 798.–

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Dieses Jahr feiert Burger sein 10-Jahr-Jubiläum. Hier an der Bahnhofstrasse, also im Herzen von Zürich, an allerbester Shopping-Lage findet man stilsicher ausgewählte Casual und Designer-Wear von Labels wie Diesel über G-Star Raw bis Tommy Hilfiger. Auf rund 800 Quadratmetern finden junge und reife Modemenschen in urbanem und angenehmem Ambiente die neusten Trends aus Mailand, New York, Paris und London. Neben Bekleidung hat es für Männer und Frauen Accessoires wie Schuhe, Taschen und luxuriöse Lifestyle-Bücher. Wer zwischendurch mal eine Pause vom Shopping

braucht, begibt sich in die zum Haus gehörende Manta-Bar, wos einen der besten Espressos der Stadt und die allerleckersten, frisch zubereiteten Sandwiches gibt. Alles mit einem Touch Italianità und hohem Genussfaktor.

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OBJEKT DER BEGIERDE

Der grosse Gatsby lässt grüssen

«The Great Gatsby» ist ein Klassiker der Literatur (geschrieben 1925 von F. Scott Fitzgerald) und der Filmgeschichte (Verfilmung von 1974 mit Robert Redford und Mia Farrow). Jetzt hat der Regisseur Baz Luhrmann zusammen mit Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan ein glamouröses Remake abgedreht, das kurz vor Weihnachten Premiere feiert (Schweizer Filmstart Mai 2013). Auch der Schweizer Strumpfhersteller Fogal spielt im 20er-Jahre-Drama eine Star-Rolle: Alle Strümpfe im Film wurden zusammen mit der Kostümdesignerin Catherine Martin entwickelt. Schön für uns: Ab November gibt es eine zauberhafte Sonderkollektion mit den fünf verschiedenen Modellen: Charleston, Charleston Lace, Chou Chou, Ballroom Bijoux in allen Fogal-Boutiquen. URSULA BORER

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Blickfang 2012, Zürich Das Designweekend der Blickfang steht bevor. Vom 23. bis 25. November dreht sich im Kongresshaus in Zürich alles um Mode. Nachwuchstalente präsentieren ihre Kollektionen, Experten aus dem Design- und Lifestylebereich halten Vorträge, und Ateliers bieten Einblicke in ihre Arbeit. Neben dem Blickfang-Designpreis verleiht auch die

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«Bolero»-Leserschaft gemeinsam mit einer Jury zum zweiten Mal den Bolero’s Choice Award. Tageskarten kosten CHF 17.–, der Mehrtagespass CHF 35.–. Weitere Infos unter www.blickfang.ch. NL Mehr Online-Tipps www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer, HO

Let’s swing Ab November gibts die limitierte «The Great Gatsby Collection» in allen FogalBoutiquen. Ab CHF 35.– bis 99.–


Mit Sheabutter BB-Tagescreme mit SPF 15 für die reifere Haut von Zoé Revital, Migros. CHF 14.50

Frische-Kick Dream Fresh BB 8-in-1 mit aufhellendem Effekt von Maybelline New York. CHF 14.90

Kompakt-Edition Prep & Prime BB BeautyBalm Compact, SPF 30, Mac. Ab Dez. CHF 42.–

24-Stunden BB-Cream All-inone mit Fair-TradeMarula-Öl, The Body Shop. CHF 34.90

Flexible Deckkraft BB-Cream 5-in-1 mit SPF 20 von Deborah. CHF 12.90

Für Mischhaut BB-Cream mit Anti-Glanz und Unreinheiten-Formel und SPF 20 von Garnier. CHF 14.90

BEAUTY-NEWS

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Imaxtree

Das BB-Geheimnis Sie erobern gerade sämtliche Kosmetikabteilungen: die BB-Creams. BB-Cream (engl. für beauty balm: Schönheitsbalm) ist ein multifunktionales Beauty-Produkt und eine Kombination aus Feuchtigkeitspflege, Primer, Sonnenschutz und einer leicht abdeckenden Foundation. Das BB-Cream-Konzept wurde ursprünglich in den 50er-Jahren in Deutschland von einem Hautarzt entwickelt, der seinen Klienten nach Hauteingriffen etwas für die Nachpflege mit auf den Weg geben wollte. Die BB-Creme-Idee wurde dann in den 80ern in Korea zu einem Riesen-

erfolg, da es die vielzähligen Pflegeschritte, die in Korea Tradition sind, vereinfachte. Von Asien gelangte der BB-Hype wieder nach Europa und Nordamerika. Seither wird das eigentliche Konzept der Creme stetig ausgebaut. So gibt es sie mit Anti-Age- und AntiUnreinheiten-Benefits, in diversen Texturen, in unterschiedlichen Abdeckungsstärken und mehreren Farbnuancen. Und: Natürlich gibts die Cremes auch in verschiedenen Preisklassen. Wer seine perfekte BB-Creme finden möchte, hat mittlerweile die kleine Qual der grossen Wahl. KRISTINA KÖHLER

Anti-AgeWirkung BB Venom Skin Tint SPF 15 von Rodial, Marionnaud. CHF 60.–

Kompaktpuder BB-Kompaktpuder Nude Magique von L’Oréal Paris. CHF 23.90

STAR-GEFLÜSTER

Sie ist zurück!

Die Oskar-gekrönte US-Schauspielerin Jennifer Connelly, 41, wird nach über zwanzig Jahren wieder Shiseido-Botschafterin. Connelly modelte damals für die Make-upLinie des japanischen Kosmetikkonzerns.

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Gute-LauneEngel Die niederländische Moderatorin Sylvie van der Vaart, 34, leuchtet nach ihrer Krebsheilung noch heller.

KOLUMNE Alexandra Kruse, 33, Stylistin, über Musik und Kaffee

INTERVIEW MIT SYLVIE VAN DER VAART

«Was man gibt, erhält man zurück» Sylvie van der Vaart, wann finden Sie sich selbst schön? Wenn ich glücklich und ausgeschlafen bin (lacht). Was gab Ihnen in schwierigen Lebensmomenten Kraft und Vertrauen? Positives Denken und viel Lachen. Sich in eine gute Laune zu versetzen – auch wenn es nicht einfach ist –, hilft enorm. Was schenkt Ihnen Selbstbewusstsein? Zu lächeln. Ich sehe, dass die Interaktion zwischen Menschen über die Augen und ein Lächeln stattfindet. Was man gibt, erhält man letztlich wieder zurück. Was sind Ihre liebsten Orte in Ihren zwei Wahlheimaten Hamburg und London ? In London liebe ich den Hyde Park. Zudem finde ich das Restaurant Nobu und das Hotel Dorchester toll. In Hamburg fahre ich gerne von Eppendorf über die Alster, und ich gehe oft ins Restaurant Tarantella essen.

Sie sind bekennender OnlineShopping-Fan. Welches sind Ihre Favoriten? Oh ja, ich bestelle oft etwas bei Net-a-porter, Luisaviaroma oder Mytheresa. Ihre fünf wichtigsten SchönheitsUtensilien? Da ich oft trockene Augen habe, trage ich immer Augentropfen bei mir. Ich benütze eine Foundation von Giorgio Armani und die Doll-Eyes-Wimperntusche von Lancôme, die grosse Augen macht. Für meine Haare verwende ich die Pflegeprodukte von Inoa (beim Coiffeur), und natürlich muss auch meine Philips-Sonicare-Zahnbürste immer mit dabei sein. Welche Musik ist derzeit der Soundtrack zu Ihrem Leben? Ich bin ein KylieMinogue-Fan. Aber im Moment höre ich besonders gerne und oft Lou Rose und Diana Krall. INTERVIEW STEPHAN GUBLER

Sylvies Lieblinge Breites Lachen Elektro-Zahnbürste Philips Air Floss, auch Puppen-Augen Mascara für ZahnzwiHypnôse Doll Eyes in Schwarz schenräume. CHF 149.90 von Lancôme. CHF 44.– 72 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Profi-Coloration von Inoa, www.lorealprofessionnel.com, Preis je nach Service.

Es geschah an diesem ausgedachten Kürbis-Feiertag und fing wie immer harmlos mit ein bisschen Nebel über der Stadt und dem Fluss an. Ich trank den wirklich besten Kaffee der Stadt. Mit Genuss. Nachdem ich wochenlang erfolglos versucht hatte, meinen Kaffeekonsum wegen Stimmungsschwankungen einzuschränken, trinke ich nur noch sehr selektiven, dafür guten Kaffee (für Kenner: La-MarzoccoMaschine, Angel-Maria-Piñeros-Bohne) wie eben den im «Grande» am Limmatquai, diesem besonderen Ort, wo gut frisierte Omas ihren Kaffee Creme ebenso geniessen wie Taxifahrer, die lautstark in ihrer Muttersprache parlieren. Während draussen Horden asiatischer Touristen mit Mundschutz hinter Regenschirmen herlaufen. Wahlweise Menschen in Pandabären-Kostümen, immerhin ist ja Halloween. Ich sass mit Sweetheart Nina vertieft in Gespräche über Jungs, Obama, die Rattenplage im PostSandy-New-York und Klamotten, bis ich vollkommen überraschend einen hysterischen Anfall bekam. Die Musik! Meine Nerven! Statt sanfter Töne, die sich diskret im Hintergrund halten, wurde mein Trommelfell von quietschenden Saxofonen strapaziert. Meine Jazz-Allergie war innerhalb von Sekunden reaktiviert. Dem sehr wohlgekleideten Barista entging das nicht. Während er lautlos ein Stück Schoggikuchen zur Instant-Beruhigung servierte, fragte er: «Gefällt dir die Musik nicht?» Ich: «Nein, ich hasse Jazz!» Er: «Aber du hast doch ein Kind!» Ich: «Ja, aber das spielt kein Saxofon.» Er legte brav eine neue, ruhigere Platte auf. Dann gingen wir ein Haus weiter zu Claire’s und verkleideten uns wie ausgeflippte Teenager als Hexen. Kosmo bekam ein Bienenkostüm. Vielleicht sollte ich in Zukunft doch öfter Tee als Kaffee trinken. Oder mich verkleiden.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte, Geri Born, Paul Seewer, Brauer Photos

Hello, Happyween


Check-up K

Mozart senkt Blutdruck

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Erstes Mittel gegen Zysten? Nach jahrelanger Forschung ist es Wissenschaftern gelungen, das Wachstum von Zystennieren zu bremsen. Dies könnte in Zukunft vielen Patienten die Dialyse oder eine Transplantation ersparen. TEXT LISA MERZ

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twa 10 000 Menschen leiden in der Schweiz unter Zystennieren. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten Erbkrankheiten: Beide Nieren werden immer grösser, weil sie von stetig wachsenden Zysten befallen sind. Das kann so weit gehen, dass Zystennieren sogar sieben Kilo wiegen (das normale Gewicht von Nieren beträgt 150 bis 250 Gramm). Die meisten Patienten brauchen ab etwa 50 Jahren eine Dialyse oder eine Nierentransplantation. Denn im schlimmsten Fall droht ein Nierenversagen. Das Heimtückische an der Krankheit: Man spürt lange keine Beschwerden. Erst ab dem 30. bis 40. Lebensjahr kann es zu Schmerzen in der Nierengegend, Harnwegsinfektionen oder Blut im Urin kommen. Später können die Nieren ihre Funktion als Entgifter nicht mehr erfüllen. Obwohl die Krankheit schon seit mehr als einem Jahrhundert bekannt ist, gab es bisher keine wirksame Behandlung. Das könnte jetzt anders werden: Forschern der Universität Zürich ist es zusammen mit Kollegen gelungen, bei Menschen das Wachstum der Zysten zu bremsen. «Die Ergebnisse der Studie sind sehr befriedigend», sagt Prof. Olivier Devuyst

vom Physiologischen Institut der Universität Zürich. Er ist massgeblich an der Forschung beteiligt, die fünfzehn Jahre dauerte. Dazu wurden weltweit mehr als 1400 Patienten über drei Jahre lang die Substanz Tolvaptan verabreicht. Der Wirkstoff blockiert die Ausscheidung des Hormons Vasopressin. So regten die Forscher die Harnausscheidung an. Folge: Das Nierenzystenvolumen wird kleiner. Damit verringern sich auch die Schmerzen, und die Funktionsfähigkeit der Nieren bleibt länger erhalten. «Die Nebenwirkungsrate in der Tolvaptan- und der Placebo-Gruppe waren ähnlich. Unter Tolvaptan hatten die Patienten mehr Durst und vermehrte Harnausscheidung während des Tags und der Nacht. Die Placebogruppe litt eher unter den üblichen Nebenwirkungen der Krankheit wie Nierenschmerzen oder Harnwegsinfektionen», erklärt Prof. Devuyst. Wenn die neue Therapie von den Behörden zugelassen wird, könnte es die erste medikamentöse Behandlung für Patienten mit Zystennieren sein. Mehr Infos zum Thema Zystennieren unter www.swisspkd.ch

Piacenza Wer unter zu hohem Blutdruck leidet, sollte öfter Mozart hören – das senkt ihn. Rockmusik hingegen lässt den Blutdruck in die Höhe schnellen. Das berichteten italienische Forscher am USHypertoniekongress in New York. www.medinfo-verlag.ch

Kinder halten gesund

Pittsburgh Eltern sind weniger erkältet als Kinderlose. Und je grösser die Zahl der Kinder, desto weniger treten Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsweh auf. Das zeigt eine neue US-Studie mit 795 Probanden im Alter von 18 bis 55 Jahren. www.netdoktor.de

Risikotest für COPD

Bern Die Lungenkrankheit COPD ist weltweit die vierthäufigste Todesursache. Auf der Site www. copd-test.ch kann man deshalb einen Online-Risikotest machen. Zudem kann man bis zum 30. November einem Lungenfacharzt alle Fragen zum Thema stellen.

TIPP

Sind Sie schlecht gelaunt? Dann hilft SPORT. US-Forscher zeigten, dass die persönliche Zufriedenheit mit der täglichen Aktivität zusammenhängt.


Check-up SERIE: LERNEN SIE WIEDER SCHLAFEN – TEIL 5

Sorgen haben im Bett nichts v Wir werden ständig mit Informationen bombardiert. Irgendwann wird das für Kopf und Körper zu viel. Die Folge: BURNOUT, DEPRESSIONEN, SCHLAFSTÖRUNGEN. Dr. Stutz sagt, was hilft. TEXT DR. SAMUEL STUTZ

Der moderne Mensch ist ständig einer Fülle von InSERIE formationen ausgesetzt, ENDLICH ERHOLSAME welche unsere Vorfahren nie NÄCHTE gekannt haben. Berechnungen besagen, dass ein Mensch heute an einem einzigen Tag so viele Informationen zu verarbeiten hat wie ein Mensch früher in einem ganzen Jahr. Verständlich, dass immer mehr Mühe haben, auf Kommando abzuschalten und einzuschlafen. Wie sollte das dem Gehirn auch gelingen, wenn es vorher den ganzen Tag bis spät in den Abend hinein pausenlos mit Tausenden von Eindrücken und Informationen bombardiert wurde. Ein paar Jahre lang mag der informative Overkill gut gehen. Doch irgendwann kommt der Punkt, wo es für den Kopf und den Körper zu viel wird. Die einen laufen in ein Burnout, die anderen in eine Depression oder eben in eine Schlafstörung. Oder alles zusammen. Wieder andere spülen den Stress mit Alkohol hinunter, rauchen oder greifen zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Ein weiterer,

wenn auch meist unbewusster Selbstschutzmechanismus oder Selbstheilungsversuch ist, zu viel zu essen. Diese Ursache von Übergewicht geht meistens vergessen. Was ist zu tun? Von allem etwas weniger und sich bestimmten Trends ganz widersetzen. Sozialen Netzwerken verweigere ich mich zum Beispiel konsequent. Auf den permanenten Austausch von Banalitäten verzichte ich gern. Mein Zeitbudget und mein Schlaf danken es mir. Auch den Fernseh- und Internetkonsum kritisch zu überdenken, lohnt sich. Bringen uns die vielen Stunden, die wir jeden Tag vor irgendeinem Bildschirm verbringen, wirklich das, was wir suchen? Weniger angesagt ist auch Alkohol. Einigen Menschen hilft er zwar beim Einschlafen, erschwert aber das Durchschlafen. Schon relativ geringe Mengen führen zu einer deutlichen Verschlechterung der Schlafarchitektur. Wie steht es mit Kaffee? Koffein baut sich im Körper verhältnismässig langsam ab. Die Hälfte des Koffeins einer Tasse Kaffee, die um 19 Uhr getrunken wurde, befindet sich um 23 Uhr noch immer im Organismus. Wie Alkohol fragmentiert auch Koffein den

Schlaf. Achtung: Auch schwarzer und grüner Tee sowie Cola enthalten Koffein. Und Nikotin? Raucher und Raucherinnen klagen öfter als Nichtraucher über unruhigen oder gar schlechten Schlaf. Sie brauchen länger zum Einschlafen und wachen nachts häufiger auf. Untersuchungen zeigen, dass Nikotin die Einschlafzeit verlängert und zur Abnahme des Tiefschlafes führt. Auf Alkohol und Nikotin zu verzichten, wird viel leichter fallen, wenn sich jemand wieder mehr bewegt. Kommt dazu, dass Müdigkeit nach körperlicher Betätigung den Schlafdruck stark erhöht, was sehr erwünscht ist. Nach der Entkrampfung im Umgang mit einem Schlafproblem, der Korrektur von falschen Vorstellungen über den Schlaf und der vorübergehenden massiven Verkürzung der Bettzeit befassen wir uns in der letzten Lektion noch damit, wie wir einen Weg finden, uns ganz bewusst mit negativen Gedanken und Ängsten auseinanderzusetzen. Dann holen sie uns in der Nacht auch nicht mehr ein. 

Dr. med. Samuel Stutz


s verloren! LEKTION 5

Sie können nachts nicht abschalten? Sorgen nimmt man sehr leicht mit ins Bett. Nur, wie will der Körper in einem solchen Fall abschalten? Zu einem Ergebnis führt die nächtliche Auseinandersetzung sehr selten. Im Gegenteil: Neue Sorgen treten hinzu und verschlimmern die Situation. Geben Sie den Sorgen jeden Tag einen Termin, zum Beispiel eine halbe Stunde am Morgen oder Nachmittag. Wenn bestimmte Gedanken Sie in der Nacht nicht in Ruhe lassen, können Sie diese stichwortartig aufschreiben. Und sagen Sie Ihren Sorgen laut, dass Sie jetzt keine Zeit hätten. Sich negativen Gefühlen zu stellen, ist tausendmal besser, als zu versuchen, sie mit Pillen abzuwürgen. Die meisten Schlaf- und Beruhigungsmittel müssen in ihrer Dosis gesteigert werden und machen abhängig. Zudem verursachen viele von ihnen am nächsten Morgen einen Hangover, stören den Gleichgewichtssinn und die Koordination der Muskeln, was die Sturzgefahr erhöht, oder bewirken paradoxe Reaktionen wie krankhafte Unruhe oder Verwirrtheit. Ganz zu schweigen von der gefühlsmässigen Abstumpfung, die jahrelanger Missbrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zwangsläufig mit sich bringt.

CHECK Das müssen Sie wissen  Der Schlaf gehorcht keinem Kommando.

Zwischendurch mal abschalten muss man auch tagsüber können.  Gefühle von Unlust, Ärger oder Langeweile gehören zum Leben. Besser ist, sich ihnen zu stellen, anstatt sie zu verdrängen. Sonst holen sie uns nur nachts wieder ein. Die ganze fünfteilige Schlafserie finden Sie unter www.doktorstutz.ch.


Check-up

rezepte für diabetiker

Geniessen trotz Zöliakie

eine ausgewogene ernährung ist gerade für Diabetiker wichtig. Zu Beginn der Erkrankung ist die Umstellung besonders schwer, für stundenlanges Kochen haben die meisten keine Zeit. Der Ratgeber «15-Minuten-Gerichte für Diabetiker. Die schnelle Küche für jeden Tag. Viele neue leckere Rezepte» von Elisabeth Lange, liefert die Lösung. Wie wärs mit Nusscreme, Frischkäsenocken oder Pfefferlachs? Die Blitzrezepte schmecken und machen Diabetespatienten und ihren Familien das Leben mit der Krankheit einfacher. Mehr infos unter wwww.schluetersche.de

Bauchschmerzen, Übelkeit und Blähungen sind einige Symptome bei Zöliake. Wer Gluten nicht verträgt, sollte seine Ernährung umstellen. Trotzdem muss man deswegen nicht auf gutes Essen verzichten. Der Ratgeber «Zöliakie. Das erfolgreiche Behandlungskonzept bei Glutenunverträglichkeit» der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e. V. liefert allgemeine Informationen zur Krankheit, einen Test zur Einschätzung des persönlichen Zöliakie-Risikos, viele Rezepte und ein nützliches Ernährungs- und Symptomprotokoll. Mehr infos unter www.gu.de

tv-tipp

hirnschlag

schnelle Küche Verlag Schlütersche, ISBN 978-3-89993630-8, CHF 32.90.

Guter ratgeber Verlag Gräfe und Unzer, ISBN 978-38338-2394-7, CHF 19.50.

Gesundheit spreChstunde samstag, 17. november, 18.10 uhr

Rund ein Drittel der Schlaganfall-Patienten bleibt für den Rest des Lebens pflegebedürftig. Der Grad der Behinderung hängt wesentlich davon ab, wie schnell ein Betroffener in Notfall-Behandlung kommt. Symptome und die richtigen Massnahmen erläutert ein leitender Neurologe des Universitätsspitals Zürich. www.gesundheitsprechstunde.ch


Die ehemalige Kunstturn-Queen Nadia Comaneci und die SchwimmIkone Mark Spitz an der Laureus Charity Night in D端bendorf ZH.

Sport-Superstars, Wirtschaftsgr旦ssen und K端nstler vereinen sich an der Charity Night der LAUREUS FOUNDATION SWITZERLAND erfolgreich f端r benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Foto Adrian Bretscher

Legenden mit grossem Herz


Boris Becker flog mit seiner Frau Lilly direkt von London zum Charity-Anlass nach Dübendorf.

Gala-Nacht der grosszügigen Helfer Laureus ruft zur Charity Night, und Hunderte kommen aus dem In- und Ausland nach Dübendorf ZH. Am Gala-Abend erfreuen sich spendable Gäste, am REKORDERLÖS Tausende benachteiligter Kids. Wenn das kein optimales Verhältnis ist: 600 Gäste feiern miteinander ein CharityFest, tragen 444 000 Franken zusammen und stellen damit sicher, dass auch im kommenden Jahr wieder Tausende von Kindern und Jugendlichen Zugang zum Sport finden. Kinder, die es nicht so gut haben. «Rund 10 000 junge Menschen in der Schweiz konnten sich dieses Jahr an den verschiedenen Projekten der Laureus Foundation Switzerland beteiligen», sagt Stiftungsratspräsident Rolf Theiler im festlich herausgeputzten Hangar 9 des Fliegermuseums Dübendorf. «Und wir wollen, dass es noch viel mehr werden.» Wie wichtig die Anschubhilfe durch andere Menschen im Leben ist, wissen die Anwesenden aus eigener Erfahrung. Schwimmlegende Mark Spitz erinnert sich: «Mein Coach im College, James Counselman, war meine wichtigste Hilfe. Er erkannte als Erster das Talent, das in mir schlummerte.» Das heutige Laureus Academy Member trug der Support zu sa88 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

genhaften neun Olympia-Goldmedaillen. Bei vorerst einer solchen steht Triathletin Nicola Spirig. Auf dem Weg dahin war die Familie die grösste Hilfe der Laureus-Botschafterin: «Sie zwangen mich zu nichts, gaben mir aber alle Möglichkeiten.» Kollegin Denise Biellmann dankt rückblickend «der Migros, die mich schon als Neunjährige unterstützte, und meiner Lehrerin, die mir für den Sport freigab und mir Privatunterricht erteilte». Ed Moses, zweifacher Olympiaheld und Vorsitzender der Laureus World Sports Academy, erinnert sich dankbar an die unentgeltliche Gemeinde-Sportbetreuung während seiner Jugendzeit in Ohio (USA): «Damals wurde meine Lust auf die Leichtathletik erst geweckt. Hätten wir es bezahlen müssen, wäre ich nicht Sportler geworden.» SkiQueen Hanni Weirather-Wenzel (zwei Olympia-Siege) nennt den früheren Präsidenten des Liechtensteinischen Skiverbandes, Rudolf Schädler, als besonderen För- 

Degenfechter Fabian Kauter mit Freundin Joséphine.

Kauters Fechtkollege Max Heinzer mit Freundin Michelle.

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Nadia Comaneci, 51, fünffache OlympiaSiegerin im Kunstturnen und Laureus Academy Member.

«Ich war ein kleiner Kristall» Ed Moses mit Frau Michelle sowie Stiftungsratspräsident Rolf Theiler und dessen Gattin Gloria.

Eisprinzessin Sarah Meier und Marcel Guerry, CEO MercedesBenz Schweiz.

Joachim Strähle, CEO der Bank Sarasin, Botschafterin Edith Wolf-Hunkeler.

Moderator Rainer Maria Salzgeber mit Frau Chantal und frechem Schuhwerk.

Die schwangere Manuela Pesko mit Eric G. Sarasin, Bank Sarasin.

Laureus-Stiftungsrat Urs Lehmann mit Laureus-Botschafterin Denise Biellmann.

AcademyMember Marcel Desailly (r.) mit Claude Nobs.

Sie gewannen bei Olympia fünf Goldmedaillen, sind eine der grössten Kunstturnerinnen der Geschichte. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie den Sportlerinnen von heute zuschauen? Die Arbeit, die getan werden muss, ist dieselbe wie vor 35 Jahren. Damals dachten bei mir alle, dass «dieser kleine Kristall brechen könnte». Aber ich brach nicht. Wenn ich den Athletinnen heute zuschaue, bin ich begeistert, wie sich der Sport entwickelt hat. Man konnte sich früher nicht vorstellen, was sich jetzt alles anstellen lässt. Aber das geht wohl allen ehemaligen Athleten in allen Sportarten so. Welche Sportarten verfolgen Sie? Da ich in Oklahoma wohne, schaue ich gerne den Basketballern von Oklahoma City Thunder zu. Aber ich liebe auch die Leichtathletik und Usain Bolt. Im Winter kann ich mich sehr für Eiskunstlauf begeistern. Wie helfen Sie jungen Sportlern heute? Ich reise viel für Laureus und habe gerade Projekte in Rio de Janeiro und Buenos Aires am Laufen. Ich bin auch wieder oft in Rumänien und habe dort ein Kunstturnexperiment für ganz kleine Kinder aufgebaut. Aber es basiert auf viel mehr Spass und weniger Zwang als früher bei uns.

Ständerätin Pascale Bruderer Wyss mit Radstar Fabian Cancellara.


Aus voller Kehle für Laureus: der musikalische Stargast Lisa Stansfield.

Ringier-CEO Marc Walder mit seiner Frau Susanne.

Ochsner-Marketingchef Steve Schennach mit Ehefrau Nina.

Franz Steinegger und Partnerin Ruth Wipfli.

Ski-Prominenz: Hanni Wenzel mit ihrem Mann Harti Weirather.

Machen eine gute Figur: Unternehmer Beat Curti mit seiner Frau Regula.

 derer. «Er schuf die Bedingungen, damit ich

gut trainieren konnte.» Georges Kern dagegen, Laureus-Stiftungsrat und CEO des Sponsors IWC, sagt, dass er «mehrere Male in meinem Leben die Hilfe anderer beanspruchen durfte». Etwa von Nico Issenmann, dem ehemaligen CEO von Jacobs Suchard. «Er holte mich als Studenten zu sich. Das war ein Riesenschritt.» Claude Nobs, «Monsieur Montreux Jazzfestival» und ebenfalls im Stiftungsrat, erinnert sich an hand- oder vielmehr fussfeste Anschubhilfe durch seinen Vater: «Der gab mir einen Tritt in den Hintern, als ich 17 war, und den Auftrag, eine Lehre zu machen. Als ich alleine nach Basel umgezogen war, um dort den Beruf des Kochs zu lernen, wusste ich: Ich muss es schaffen.» Manuela Pesko benötigt trotz beachtlichem Schwangerschaftsbauch noch keine Hilfe im festlichen Apérogedränge: «Mir gehts sehr gut. Unser zweites Kind kommt im Januar. Aber ich freue mich jetzt schon auf das erste

Girls Winter Camp im Februar in Lenzerheide.» Durchaus etwas Hilfe gebrauchen kann Sarah Meier, um gehört zu werden. «Ich war am Vorabend an einem Event in Davos, und auf dem Weg dorthin habe ich wieder einmal meine Stimme verloren», erklärt sie im Flüsterton. Solche Probleme hat Ständerätin Pascale Bruderer nicht. Gut hörbar im Festrummel erzählt sie: «Ich spielte einst auf hohem Niveau Handball. Und das war nur möglich, weil mir meine Eltern alle Freiheiten gaben.» Nur Nati-Coach Ottmar Hitzfeld will seine Karriere nicht an die Hilfe einer bestimmten Person knüpfen: «Ich bewarb mich damals selbst bei Basel-Trainer Benthaus telefonisch für ein Probetraining.» Doch auch er ist froh, gibt es heute Laureus: «Gerade das Streetsoccer-Projekt ist eine grosse Hilfe, nicht zuletzt bei der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.» TEXT ISO NIEDERMANN, CHRISTIAN BÜRGE; FOTOS ADRIAN BRETSCHER , BRUNO VOSER

Unternehmer Claudio Cisullo mit seiner Partnerin Tamara.

Günter Netzer (r.) mit Frau Elvira, Tochter Alana und deren Freund Maximo.

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld mit seiner Gattin Beatrix. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 91


Sarah macht müde Mädchen munter

Ein Leben für den Sport Sarah Meier hat seit dem Rücktritt rund 70 Shows bestritten. Und engagiert sich nun auch für Laureus.

Seit 2012 ist SARAH MEIER Laureus-Botschafterin. Die EiskunstlaufEuropameisterin möchte die Bewegungsarmut gerade bei Mädchen im Pubertätsalter bekämpfen. «Über Laureus kann ich da viel bewirken.» Die Konkurrenz durch Fernsehen, Internet oder Handy ist sehr gross. Da besteht die Gefahr, dass sie sich in und nach der Pubertät, wo sich sowieso vieles am Körper verändert, vom Sport abwenden. Viele können heute kaum noch eine Sprossenwand hochklettern. Und weshalb gerade Laureus? Weil die Organisation extrem professionell und effizient ist. Man weiss genau, wie die Mittel eingesetzt werden, und sie erreichen sehr viele Jugendliche. Es gibt tolle Projekte, die mich ansprechen. Mir sind aus den oben genannten Gründen vor allem die Girls Camps ein Anliegen. Es war mir eine Ehre, als ich von Laureus angefragt wurde. Haben Sie denn überhaupt Zeit dafür? Vorerst sind es etwa fünf Tage im Jahr, an denen ich für Laureus im Einsatz bin. Ich leite Kurse, bin als Botschafterin bei Events dabei. Das liegt problemlos drin. Ich habe viel Spass daran. Vorerst mache ich aber noch immer viele Shows, rund 60 bis 70 seit meinem Rücktritt. Und ich habe eine SportmanagementAusbildung mit Praktika gemacht. Ich möchte dem Sport beruflich verbunden bleiben.

«GIRLS IN SPORT»-CAMPS

Aktiv-Ferien dank Laureus

Noch oben! Sarah Meier mit einer Lagerteilnehmerin in Filzbach an der Kletterwand. 92 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Frauenpower Sportferien für alle Jugendlichen? Schön wärs. Viele Familien können sich das nicht leisten. Bei Mädchen kommt oft das Motivationsproblem dazu (siehe Interview oben). Auch hier hilft Laureus. In drei «Girls in Sport»-Camps in der deutschen, französischen und italienischen Schweiz durften sich 2012 insgesamt 100 Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren in Disziplinen wie Zumba, Klettern oder Hip-Hop versuchen. Auch Workshops zu sozialen oder gesundheitlichen Themen standen auf dem Programm. Die Mädchen stammen grösstenteils aus sozial schwachen Verhältnissen, und erstmals waren auch Girls mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen integriert. Höhepunkt der Lagerwoche in Filzbach GL: der Besuch und die Teilnahme der Laureus-Botschafterinnen Sarah Meier und Denise Biellmann.

«Blindspot Metro»: Weekend-Action Inspiration Blindspot, die nationale Förderorganisation für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung, hat ein einzigartiges Konzept entwickelt. In Zusammenarbeit mit regionalen Vereinen und Sportämtern bietet «Blindspot Metro» ein polysportives Samstagsangebot mit Workshops in verschiedenen Schweizer Städten an. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche Seite an Seite neue Sportangebote kennenlernen. Am 24. November kann man in Winterthur zum Beispiel in Hip-Hop, Zumba, Parkour, Reiten oder Skaten reinschnuppern. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.blindspot.ch.

Fotos Matthias Willi/ Keystone, HO (3)

Sarah Meier, gabs für Sie als Kind eigentlich noch anderes als Eislaufen? Vieles! Ich ging gerne und mit Fleiss zur Schule. Und auch nebst dem Eiskunstlauf betrieb ich Sport in allen Variationen: Tennis, Fussball, Abenteuerspiele mit den anderen Kindern im Quartier. Wir waren fast immer draussen. Kein Druck auf dem Weg zur kommenden Eisprinzessin? Nein, ich musste mir die Liebe meines Umfelds nie durch Erfolge im Sport erkämpfen. Mit zwei Jahren stand ich erstmals auf Schlittschuhen, mit vier besuchte ich den ersten Kurs. Klar, meine Familie opferte viel für mich. Wir wohnten in Bülach relativ weit weg von der Eishalle. Meine Eltern oder meine Tante fuhren mich, mein Grosi hütete manchmal deren Kinder, wenn sie mit mir trainierte. Aber niemand setzte mich je unter Druck. Ein perfektes Umfeld als Motivation, sich nun bei Laureus zu engagieren? Auch, ja. Ich möchte, dass möglichst viele Kinder Zugang zum Sport erhalten. Besonders bei Mädchen stelle ich fest, dass sie sich viel weniger bewegen, als wir das früher taten.


Evelyn Fankhauser, National Foundation Manager Laureus Stiftung Schweiz

Halt für 10 000 Kinder pro Jahr

SOUND-WORKSHOP

Popstar Baschi zum Anfassen Laut und leise «Sport und Musik» heisst ein Album der Berner Mundartkönige von Züri West. «Blindspot Metro» setzt dieses Konzept in die Tat um. Beim Blindstop-Halt in Basel gibt es neben dem sportlichen Angebot einen Sound-Workshop mit LaureusBotschafter Baschi. Nebst Kindern ohne

Musik spüren Baschi hat mit den Kindern in Basel sichtlich Spass.

Behinderung musizieren auch solche mit Hörschädigung, Blindheit, Geh- und Körperbehinderung, geistiger Behinderung und sozialen Auffälligkeiten mit dem Baselbieter Popstar. «Der Integrationsgedanke von Blindspot ist toll!», sagt Baschi. «Es ist interessant, zu sehen, mit welchen Sinnen die Kinder mit den unterschiedlichen Behinderungen die Musik aufnehmen und wie sie damit umgehen. Die gemeinsamen Erlebnisse mit den Kindern sind wertvolle Erfahrungen.»

«Laureus hilft jungen Menschen in der Schweiz, sich auf die immer schneller steigenden Anforderungen der modernen Gesellschaft vorzubereiten. Die Stiftung sieht den Sport als ideales Instrument, um neue Lebensperspektiven aufzuzeigen. Der Fokus liegt auf der Förderung von sozialer Integration, Bewegung und Persönlichkeitsentwicklung von behinderten sowie wirtschaftlich und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen. In vier sozialen Sportprojekten bietet Laureus Halt und Orientierung. An ihnen nehmen Kinder und Jugendliche teil, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Defiziten, schwierigen sozialen oder wirtschaftlichen Familienverhältnissen, Missbrauch oder anderen Einschränkungen einen schweren Stand haben. Ziel ist es, diesen jungen Menschen mittels Sport ein starkes Lebensfundament zu geben. Sport fördert das Selbstvertrauen und die soziale Kompetenz – zwei wichtige Faktoren, die wir jährlich über 10 000 Projektkindern mit auf den Weg geben dürfen. Es liegt uns am Herzen, die soziale und gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu manifestieren. Unterstützt wird Laureus dabei von einer ausgesuchten Botschafter-Gruppe, bestehend aus aktiven und ehemaligen Sportlern sowie Persönlichkeiten aus dem Kultur- und Wirtschaftsleben. Sie alle haben als Vorbilder für die Jugend eines gemeinsam: das Wissen, dass Sport die Kraft hat, ein Leben zu verändern. Unsere langjährigen Partner IWC, Mercedes-Benz, Bank Sarasin und Roland Berger unterstützen Laureus nicht nur finanziell, sondern auch mit Taten. Sie ermutigen ihre Mitarbeiter zu einem ehrenamtlichen Engagement, denn besonders Kinder und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Einschränkungen brauchen mehr Unterstützung, um Sport treiben zu können. So wird die Integration von Behinderten noch mehr gefördert und zu einem selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft.»

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Hoch zu Ross Martin Fuchs und CEO Mercedes-Benz Schweiz Marcel Guerry vermitteln den Spass am Reiten.

LAUREUS CAVALLO

Reiten fürs Selbstvertrauen Stargast Kaum etwas fasziniert Kinder – und im Speziellen Mädchen – so sehr wie Pferde. Dank Laureus Cavallo können nun auch Kinder aus sozial schwierigen oder wirtschaftlich schwachen Verhältnissen nicht nur das Reiten lernen, sondern auch im Umgang mit Pferden ihre körperlichen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten fördern. Im Sommerferien-Camp in der Reitschule Isliker in

Winterthur, ermöglicht durch die MercedesBenz Schweiz AG, kommt Shooting-Star Martin Fuchs zu Besuch. Der ist begeistert: «Es ist schön, zu sehen, was die Pferde bewirken können. Sie geben den Kindern Selbstvertrauen fürs gesamte Leben. Zudem wirkt die Reitschule Isliker mit diesem Projekt auch dem elitären Charakter des Reitens entgegen.»

GENUSS UND EHRGEIZ

Sportplausch mit Ochsner Sport Spass für alle Im Frühling und Herbst 2013 findet zum ersten Mal der Laureus Sportplausch in Zusammenarbeit mit Ochsner Sport statt. Das Clubhotel Giverola im spanischen Tossa de Mar ist der ideale Ort für alle Sportler. Es wird ein individuelles und vielseitiges Sportprogramm angeboten. Von Genuss bis zu ehrgeizigem Training. Das Besondere daran: Bei jeder Sportplauschwoche werden verschiedene prominente Botschafter der Laureus Stiftung anwesend sein. Und von jeder gebuchten Reise fliesst ein Betrag an die Laureus Stiftung. Aussergewöhnlich daran ist auch, dass Ochsner Sport zu all den Aktivitäten Top-Testmaterial zur Verfügung stellt. Ein Spass für alle – und erst noch für einen guten Zweck. PEDALEN-CHARITY

Schurter-Start an der Tortour

FAMILY DAY

Fotos Markus Mallaun/ Keystone, HO (2)

Mut beweisen mit Dr. Stahlhammer Box-Ikone Weltmeister Wladimir Klitschko hat sich schon stärkere Gegner im Ring ausgesucht, könnte man meinen. Dr. Stahlhammer – wie er auch genannt wird – ist beim Laureus Family Day in Bern für einmal aber ganz zahm. In einer Sport- und Spiel-Erlebniswelt lanciert Klitschko ein neues Projekt für das «Girls in Sport»Programm, und er beweist damit, dass er sein Herz auf dem richtigen Fleck hat. «Neben der physischen Fitness fördert das Boxen das Selbstbewusstsein, die Willenskraft, den Mut, die Fairness und den Respekt untereinander», sagt Klitschko. Das Projekt unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung von Mädchen mittels Camps, die den Teil-

nehmerinnen eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst, ihrem Körper und ihrer Umgebung bieten. Ein Volltreffer für alle! Ganz stark Wladimir Klitschko macht die Mädchen fit.

Top-Team Nino Schurter (r.) mit Georges Kern, CEO IWC Schaffhausen (M.).

Schwitzen Als ob es bei Olympia für den Mountainbike-Silbermedaillengewinner Nino Schurter nicht streng genug gewesen wäre: Nur wenige Tage nach seiner Rückkehr von den Spielen in London fährt er den Prolog an der Tortour und unterstützt die Laureus Stiftung Schweiz als offiziellen Charity-Partner der Tortour. Dabei ist er in bester Gesellschaft. Im Team Laureus 2 sind seine Mannschaftskollegen Georges Kern, CEO der IWC Schaffhausen und Laureus-Stiftungsrat, Spitzentriathlet Ronnie Schildknecht, Duathlet Andy Stutz sowie Marcel Bartholet und Wei Koh. Den Weltklasse-Mountainbiker kostet die Ausfahrt selbst im steilen Anstieg nur ein Lächeln. Das Zeichen, das er dabei setzt, ist aber so viel wert wie Gold, Silber und Bronze zusammen. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 95


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch

Heisses Shooting So sexy sah man die Miss Zürich noch nie! Sandra Marjanovic stand in der Wüste der USA vor der Kamera – wir zeigen die Bilder.

Tanja La Croix

Lesen Sie das volle Leben!

Funkelndes Kleid Die DJane will bei ihren Auftritten nicht nur musikalisch glänzen und hat ein «Flashing Lights»-Outfit mit LED-Lämpchen konzipiert.

Jahres-Abo: 52 Ausgaben Schweizer Illustrierte inkl. Sonderhefte für nur CHF 198.– statt CHF 234.–. ICH SPARE CHF 36.–*.

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«Der Bachelor»

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Fotos HO (3)

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Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

CIRQUE DU SOLEIL: «MICHAEL JACKSON – THE IMMORTAL»

Akrobatik trifft auf Pop Fotos HO (2)

E Formvollendet Ballett in luftiger Höhe.

s lebe der King of Pop! «Michael Jackson – The Immortal World Tour» entführt Fans wie Zuhörer in die magische Welt des Cirque du Soleil und zur unvergesslichen Musik des vor drei Jahren verstorbenen Michael Jackson. Das Zusammentreffen dieser beiden Kräfte garantiert erstklassige Unterhaltung. Die Mischung aus Akrobatik und Showeinlagen ist atemberaubend, die Kostüme der Tänzer sind fantastisch («Bats Threatened», Bild oben). Und die

Songs erst! Zu «Thriller» tanzen und hüpfen als Mumien verkleidete Artisten zwischen den Grabsteinen eines Friedhofs, bei «They Don’t Care About Us» starten sie in Roboterkleidung mit LED-Lampen zu einem powervollen Tanz. Grosses Spektakel. KATI MOSER ---------Hallenstadion Zürich 13. und 14. 2. 2013 um 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 99


Berühmter Pate Carmen Perrin vor ihrem Werk «Fossile, Un buisson», das sich an das weltbekannte Werk «Der Garten der Lüste» von Hieronymus Bosch anlehnt.

carMen Perrin, Malerin, Bildhauerin, OBJeKtKÜnstlerin

Kunst mit tiefenwirkung Die Genferin Carmen Perrin zeigt in Basel faszinierende Arbeiten. Farben, Löcher und Objekte spielen dabei die Hauptrolle.

Foto Willy Spiller

c

armen Perrin, 59, ist Bildhauerin, Objektkünstlerin. Die Genferin mit bolivianischen Wurzeln kam im Alter von sieben Jahren in die Schweiz, die Heimat ihres Vaters. Seit 35 Jahren kehrt sie immer wieder nach Bolivien zurück, wo sie auch auf einem Weihnachtsmarkt die Inspiration zu ihrer jüngsten Arbeit, «fossile, les envahisseurs», fand. Mangels Geld werden den Kin­ dern dort zum Fest der Liebe Abziehbilder geschenkt, mit den Konterfeis von Mickey Mouse, Jesus, Muttergottes oder Batman.

100 schweizer illustrierte

Diese Figuren, die sich längst durch Wer­ bung, Bücher und Filme in unseren Alltag ein­ geschlichen haben, fügt Carmen Perrin zu einer collage zusammen, die sie dreissig Mal auf Plastikblätter drucken lässt. Diese werden später aufeinandergelegt. Doch zu­ vor stanzt die Künstlerin in jedes Blatt ver­ schieden grosse Löcher: Beim ersten sind es 6 cm, beim zweiten 5,8 cm, beim dritten noch kleiner und so weiter bis zum hintersten Blatt. Im letzten Schritt legt sie alle dreissig Plastik­ blätter übereinander, so entstehen unzählige, konische Vertiefungen. Die ursprüngliche

Collage ist als Ganzes nicht mehr identi­ fizierbar. Neu entstanden ist dafür ein farb­ intensives, abstraktes Wandobjekt, bei dem einzelne Fragmente ins Auge springen, während die vielen Löcher scheinbar ins Unendliche führen. Die Wandinstallation «Entrer dehors, sortir dedans» entstand als Hommage an den Architekten Bruno Taut und ist in der gleichen Stanztechnik entstanden. Dank einem atelierstipendium von landis & Gyr ver­ brachte Carmen Perrin Anfang Jahr sechs Monate in Berlin. «Acht Wochen lang bin ich


Die Besten DIESE WOCHE IN MUSEEN UND GALERIEN

Konzeptkunst. Surrealismus. Text und Bild

Fantastische Träume

Der Amerikaner Jim Shaw, 60, kreiert neue Welten und komplexe Pseudorealitäten. Dabei pendelt der Konzeptkünstler souverän zwischen Populär- und Hochkultur. Shaw lockt die Betrachter mit vertrauten Elementen, konfrontiert sie aber ständig mit unerwarteten Bezügen (Bild: Dream Object «By the garage was a big Ganesha statue», 2001). In der aktuellen Schau zeigt der Künstler Zeichnungen und Objekte, in denen er seine Träume visualisiert. REA ---------Verschlungene Wege «La marche et les obstacles», Berlin 2012, von Carmen Perrin. Grauer Stift und Perforierungen.

Blondeau Fine Art Services Genf. Bis 22. 12. Do/Fr 14–18.30, Sa 11–17 Uhr, Tel. 022 544 95 95, www.bfasblondeau.com

Geheimnisvolle Welt Die Werke von Jürg Matthys, 53, bewegen sich im Surrealistischen. Der Zürcher spielt gern mit Gegensätzen. So platziert er in vertraut wirkenden Landschaften gern Figuren in unmöglichen oder absurden Situationen. Die aktuelle Schau des Zürcher Künstlers heisst «Sanfte Töne» und spielt u. a. auf die zarten Pastellfarben seiner Werke an. Ergänzt wird die Ausstellung durch Skulpturen aus Metallgewebe und Streckmetall von Elias Deger (Bild: «Lauschen»). REA ---------Kulturparkett Rapperswil SG. 16.–25. 11. Vernissage 15. 11., 18 Uhr, Fr 18–21, Sa 15–19, So 13–17 Uhr, Tel. 055 214 44 88, www.kulturparkett.ch

Sprachgewaltige Bilder

Abstraktion mit Referenzen «Fossile, Les envahisseurs», mit Aufklebern von Jesus, Mickey Mouse und Batman.

Der Ausstellungstitel «Work for Words» klingt wie eine Hommage an das Wort. So spielt Pavel Büchler, 60, auch mit den vielfältigen Verbindungen von Kunst und Literatur, von Schrift und Bild. Die gezeigten Arbeiten des gebürtigen Tschechen basieren einerseits auf Text, andererseits sind es Fotografien. Dadurch wirft der Künstler einen überraschenden Blick auf kunstimmanente Fragen, aber auch gesellschaftlich relevante Themen. REA ---------Annex14, Raum für aktuelle Kunst Bern. Bis 1. 12. Mi–Fr 14–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 031 311 97 04, www.annex14.com

MYSTERY-SPIEL

Das Rätselhaus zehn Stunden pro Tag nur herumgelaufen», erinnert sich die Künstlerin. Dabei sei sie auf die bunte Architektur des Deutschen gestossen, der in den 1920er- und 1930er-Jahren mit Sozialbausiedlungen wie der Hufeisensiedlung Berlin-Britz Aufsehen erregte. Besonders interessant: Die «Stanzabfälle» dieses Werkes hat sie zu weiteren kleineren Objekten verarbeitet. KATI MOSER ---------Galerie Gisèle Linder Basel. Bis 15. 12. Di–Fr 14–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 061 272 83 77, www.galerielinder.ch

Mit viel Sinn für Humor und einem untrüglichen Gespür für sein Publikum erfindet der Berner Recycling-Künstler Babu Wälti immer wieder neue Konstruktionen. Oder Spiele wie das «Mystodrom – As times goes by …». Der witzige Rätselparcours führt durch die alten Fabrikhallen der ehemaligen Schoggi-Fabrik Tobler. Alle sieben Minuten werden vier Personen auf eine Zeitreise durch die 15 Hallen geschickt. Fantasie, Geschicklichkeit und gar etwas Mut gehören dazu. KM ---------Mystodrom Bern Bis Ende November; Mi/Fr/Sa ab 18.30, So ab 16 Uhr, Start alle 7 Min., Tel. 079 747 62 88, www.fatamorgana.ch/mystery/

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 101


Die Besten 5 FRAGEN AN EIN BUCH

Zerstörung, wo sie hinkommen Nach der Verhaftung ihrer Eltern flüchtet Lore (Saskia Rosendahl) mit ihren Geschwistern quer durchs versehrte Deutschland.

Rollenspiele Worum geht es? Der pubertierende William wächst im Provinznest First Sister auf. Schnell merkt er, dass seine sexuelle Neigung anders ist, da er für die «Falschen» – Bibliothekarin Miss Frost, Ringer Kittredge und Stiefvater Richard – schwärmt. Sein Anderssein lässt ihn erkennen, dass seine Liebsten nicht nur auf der Laienbühne Rollen spielen. Wer ist der Autor? John Irving, 70, lebt in Vermont, USA. 2000 erhielt er für die Drehbuchadaption seines verfilmten Romans «Gottes Werk und Teufels Beitrag» einen Oscar.

Flucht durch verbranntes Land Die Geschichte Deutschland, Frühjahr 1945: Lore und ihre vier kleinen Geschwister wohnen mit ihrer Mutter abgeschottet in einer Hütte im Schwarzwald. Als der Krieg verloren ist, werden Lores Eltern, beide treue Anhänger des Führers, verhaftet. Die Nachbarn wollen mit der «Hitlerbrut» nichts zu tun haben. So packt das 14-jährige Mädchen alle sieben Sachen und flieht mit ihren Brüdern, der Schwester und dem Baby quer durchs Land zur Grossmutter. Unterwegs treffen sie den stillen Thomas, der sich ihnen anschliesst. Lore mag den schüchternen Jungen, kämpft aber gegen ihre Gefühle an. Denn ihre auf Rassenreinheit und Judenhass basierende Erziehung lässt die aufkeimende Liebe zu dem jüdischen Thomas nicht zu. Die Schauspieler Saskia Rosendahl verleiht dem Mädchen Lore ein Gesicht, das man 102 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

nicht mehr vergisst. Ihrem verzweifelten Kampf zwischen der anerzogenen Herrenmenschen-Ideologie und der unübersehbar konträren Realität wird im Film viel Raum gegeben – die junge Schauspielerin füllt ihn mühelos. Die Regisseurin Cate Shortland, 44, ist eine australische Autorin und Regisseurin. Ihr erster Spielfilm, «Somersault» (2004), wurde mehrfach preisgekrönt. Für «Lore» erhielt sie diesen Sommer bereits den Publikumspreis am Internationalen Filmfestival von Locarno. Das Fazit Ein starkes, bildgewaltiges, beklemmendes Drama, das Kinder im Krieg (endlich!) die Hauptrolle spielen lässt. Beeindruckend. ANINA RETHER --------- Länge 108 Min. Regie Cate Shortland. Kinostart 15. 11.

Der wichtigste Satz? «Selbstredend hatte mir niemand erzählt, dass Miss Frost ein Mann war; schliesslich war in meiner Familie mangelnde Offenheit die Regel.» Für wen? Irving verwebt die Werke von Shakespeare, Dickens und Ibsen in die Handlung und beschreibt Sexuelles direkt und detailliert – nicht jedermanns Sache. Was bleibt nach der Lektüre? Plädoyer für Toleranz gegenüber sexuellen Abweichungen. Ob Amerika um 1960 wirklich so tolerant gegenüber homo-, biund transsexuellen Menschen war, wie von Irving dargestellt, daran lässt sich zweifeln. AURELIA FORRER

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John Irving In einer Person (Diogenes)

Foto Paul Seewer

«LORE» (A, D, GB)


singer-songwriter Dieter «Yello» Meier weiss sich auch in einer neuen Rolle zu inszenieren.

DeMnächst

show. pop-rock. comedy

Kubanische hitzewelle Über 250 000 Besucher in mehr als 150 Shows in über 25 Ländern: Über mangeln­ den Erfolg kann sich die Kuba­Show nicht beklagen. Das Publikum wird mit Rhyth­ men, Tanz und Melodien verzaubert. hv ---------pasión de Buena vista 2013 Neues Theater Spirgarten Zürich, 20. 1. 2013, www.actnews.ch

Dieter Meier präsentiert Out Of chaOs

Jetzt singt Meier

cD-tipp KlassiK

Bartok ertasten Viel zu wenig bekannt, dieser Bartok! Das Duo Adrienne Soos und Ivo Haag lässt ihn mit Werken für zwei Klaviere aufleben: brillant, poetisch, rhythmisch, expressionis­ tisch. Eine absolut lohende Ent­ deckung. hans uli vOn erlach ---------Bela BartOK Werke für Klavierduo (Telos)

Investor, Familienvater, Philosoph, Biobauer, Regisseur, Dieter Meier hat in seinem Leben schon ziemlich vieles gemacht (und mindestens so viel erreicht) – sei es unter eigenem Namen oder mit Yello und mehr als zwölf Millionen verkauften CDs. Bloss in der Disziplin Gesang hat er sich noch nie im eigentlichen Sinn versucht. Zwar ist er auf vielen YelloTiteln zu hören, etwa im 1987 veröffentlichten Welthit «Oh Yeah». Aber sein kellertiefes «Oh yeah» – die einzige, ewig wiederkehrende Textzeile des Songs – ist gegrunzt, geraunzt oder sonst etwas, keinesfalls aber gesungen. Zeit also für Out Of Chaos und Meier als singer-songwriter. Das heisst: poppige Songs, eine Handvoll grosse Schweizer Instrumentaltalente, das Ganze unplugged – und Meier ohne Netz und doppelten Boden am Mikrofon! Obs dem Publikum gefällt? Oh yeah! hanspeter vetsch ---------Dieter Meier Out Of chaos Moods Zürich, 16. 12. um 19 Uhr, www.moods.ch

tickets für die besten events!

irisches soundpaket Einst waren neben Insidern U2 und Paul McCartney ihre Fans, mittlerweile zählen The Script zu den Grossen auf den gros­ sen Bühnen. In Zürich sind die Dubliner in einem intimeren Rahmen zu erleben. hv ---------the script Volkshaus Zürich, 30. 1. 2013 um 20 Uhr, www.starclick.ch

Britische lachnummer Manche behaupten, in Zürich werde fast nur noch Hochdeutsch gesprochen. Nun, für einmal sollte man Englisch verstehen, um mit einem der besten Stand­up­Komi­ ker der Welt lachen zu können. hv ---------eddie izzard Hallenstadion Zürich, 27. 4. 2013 um 20 Uhr, www.internationalcomedyclub.ch schweizer illustrierte 103

Fotos Fabienne Bühler, HO (5)

Der Vorstandsvorsitzende des VolkswagenKonzerns weiss garantiert, was Dieter Meier unter dem Begriff «Golf» nicht versteht. Trotzdem hat er den weltgewandten Konzeptkünstler, dessen Habitus absolut nichts mit dem gleichnamigen Automobil verbindet, und seinen Komplizen Boris Blank angeheuert, mit ihrem Elektropop-Duo Yello am 4. September dieses Jahres in Berlin den Soundtrack zur Weltpräsentation des Modells Golf VII zu liefern. Das Beispiel ist bezeichnend: Ob als Aktionskünstler, Zocker, Autor,


PUBlIrePOrTage

So sehen die Gewinner aus: Fünf Schweizer Vereine mit Stil Das Schweizer Modehaus Charles Vögele rief zur Aktion «Wir beraten Sie mit Stil», und 121 Vereine haben sich gemeldet. Fünf Kandidaten machten das Rennen und sind jetzt die Stars der neuen Werbekampagne.

N

ormalerweise sind sie in den wunder­ schönen kleinen Kirchen des Berner Oberlands zu Hause und erheitern mit ihren jungen Stimmen die Herzen der Messebesucher. Oder sie treten an Volks­ festen, Weihnachtsfeiern und gerne auch in Altersheimen oder Spitälern auf und jodeln fröhliche Volkslieder. Eines ist gewiss: Im und ums Haslital sind sie «weltberühmt»: die Mädchen und Buben des Kinderjodelchörli Haslital­Oberer Brienzersee. Jetzt sind sie bekannt in der ganzen Schweiz. Denn bei der Aktion «Wir bringen die Schweiz in Mode» von Charles Vögele wurden sie als einer von fünf Gewinner­Vereinen auserkoren, die zu den Stars der neuen Werbekampagne des Schweizer Modehauses werden. Die jungen Sängerinnen und Sänger sind mit ihren sym­ pathischen Gesichtern in Werbespots am Fernsehen zu sehen. Und: Sie wurden für die­ sen prominenten Auftritt von Charles Vögele komplett neu gestylt und eingekleidet! Ein Riesengaudi für die Kinder. Erstaunlich, wie sich Berner Kinder in einfachen hellblauen Bauernhemden plötzlich in eine bunte Teenie­ Truppe verwandeln können! hollywood im haslital Doch das war erst der Anfang. Damit die Ber­ ner Oberländer Kinder am Fernsehbildschirm und auf Inseraten in Magazinen und Zeitungen mit den internationalen Top­Models in der Werbung konkurrieren können, wurden sie von den erfahrensten Profis der Werbebranche ge­ konnt in Szene gesetzt. Dafür war kein Auf­ wand zu gross: Am Badesee Hasliberg wurde ein Filmset aufgebaut, wie man ihn sonst nur von grossen Hollywood­Produktionen kennt: eine riesige Lichtwand, Scheinwerfer, eine rie­ sige Filmkamera auf Schienen und Stylisten und Make­up­Artisten, die den staunenden Model­Amateuren trendige Looks verpassten. Im Zentrum ein chromblitzender alter Wohn­ wagen, der als Umkleidekabine diente – und in den Werbespots zur Zauberkammer wurde: Die Kinder stürmen in ihrem Alltags­Outfit hinein und erscheinen wieder verwandelt in der neusten Trendmode der Herbst/Winter­ u Kollektion von Charles Vögele.

104 schweizer illustrierte

Vorher Die sängerinnen und sänger des Kinderjodelchörli haslital-Oberer Brienzersee in ihrem «normalen» Outfit: Bluejeans und hellblaue Bauernhemden.

Beraterteam charles Vögele Meiringen ruth abgothspon und Margrith ghirlanda.

wie im Film Für die Werbeaufnahmen war kein technischer aufwand zu gross.

Kinderjodelchörli Haslital­Oberer Brienzersee Das Kinderjodelchörli Haslital­Oberer Brienzersee wurde vor 11 Jahren von Erich Abegglen gegründet und hatte seinen ersten Auftritt am 29. April 2001 an der Gewerbeausstellung in Brienz. Schnell wurden die jungen Sängerinnen und Sänger bekannt. Grosses Highlight war ihr

Auftritt am Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken, wo sie mit dem Lied «Bluescht­ fahrt» von Stefan Haldemann die Jury überzeugten. Das Chörli hat gleich acht «Götti»: die drei Bienzer Jodlerclubs sowie die Jodlerclubs Iseltwald, Oberried, Meiringen, Innertkirchen und Hasliberg.


Nachher Die jungen Jodlerinnen und Jodler im trendigen Vรถgele-Styling. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 105


PUBLIREPORTAGE

Choreografie Die Schritte vor der Kamera müssen zuerst auf dem Set geübt werden.

Coole Typen Mit den Pompieri di Biasca will man so gerne auch mal in den Ausgang.

Beraterteam Charles Vögele Biasca mit Danila Marsadi und Tiziana Gomes de Oliviera.

Corpo Civici Pompieri Biasca

Einsatz-Tenue In ihrer Schutzkleidung wirken die Männer wie Astronauten.

106 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Die Feuerwehrleute des Corpo Civici Pompieri Biasca sind in ihrem Dorf geachtet wie Helden. Denn nicht nur wenns brennt, sind sie immer schnell zur Stelle. Auch bei anderen grösseren und kleineren Notfällen in der Region rücken sie unerschrocken aus. Sei es am Berg, oder sei es auch bei Überflutungen oder Erdrutschen. Denn die Natur im Tessin kann manchmal ganz schön rau sein. Im Gegensatz zu den Pompieri: Sie sind zwar alle stramme Männer, haben aber ein freundschaftliches, liebenswürdiges und fröhliches Tessiner Herz.


Perfekte Inszenierung Die Pompieri in der neuen Kollektion von Charles Vögele .

Feuerwehrhelden als Dressmen Der Charles Vögele Wohnwagen machte auch im Tessiner Dorf Biasca halt. Dort hatten sich die tapferen Männer des Corpo Civici Pompieri Biasca für die Charles Vögele Aktion beworben – und kamen prompt in die Kränze. Das Charles Vögele Team der Filiale Biasca hatte die zündende Idee: Es produzierte einen spannenden Kurzfilm, der schon fast Werbespot-Qualität hatte. Doch mit den Profis des Charles Vögele Teams wurde der Dreh noch besser: Am Sonntag, dem

16. September, wurde die Tunnelbaustelle bei der Unterführung von Intragna zum Drehort. Mit Rauchmaschine und Blaulicht entstand eine täuschend echte Grossbrand-Szene, und die Make-up-Artisten sorgten bei den Mannen für Theaterruss-geschwärzte Gesichter. Das war der eine Teil des Drehs. Im anderen posierten die sympathischen Pompieri-Kumpel im stilvollen Freizeit-Outfit von Charles Vögele vor ihrem Drehleiter-Lastwagen. What a look: Mit diesen heissen Typen möchte man gerne auch mal in den Ausgang!

Nachtdreh bei minus fünf Grad Celsius Etwas kühler gings im Club Patineur des jurassischen Dorfes Moutier zu und her. Allerdings nur, was die Temperaturen betraf. Bei minus fünf Grad Celsius wurde die Eishalle zum Filmstudio. Und da die Eishalle sowohl beim lokalen Hockeyclub wie bei anderen Interessenten enorm begehrt ist, mussten die Dreharbeiten auf die Nacht verschoben werden. Ein faszinierendes Abenteuer für die Eisprinzessinnen – und das mitten in einer Arbeits- und Schulwoche. Es entstanden  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 107


Mode-Märchen Perfekte Choreografie in kuscheligen Winter-Outfits von Vögele.

 wunderschöne Modeaufnahmen, bei denen die Galax’Ice-Girls in kuscheligen Winterjacken von Charles Vögele ihre Choreografien aufs Eis zauberten.

Schiffsteg zum Laufsteg Nach gefrorenem Wasser war echtes Nass vom Zürichsee angesagt: Die Charles Vögele Filiale Zürich Sihlstrasse konnte den traditionsreichen Seeclub Richterswil dazu bewegen, sich für einmal statt in sportliche Ruderdresses in schicke Abendgarderobe zu 108 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

stürzen. Von frühmorgens bis Mitternacht wurde am und auf dem Wasser geshootet, wobei der Schiffsteg zum Laufsteg und das Bootshaus zum Make-up-Studio wurden. Und obwohl – oder vielleicht sogar gerade weil – am Abend Regenwolken aufzogen, gelangen äusserst idylische Aufnahmen, die sogar die Ruderer überraschten. «Ich hätte nie gedacht, dass sich unser Verein so stark verwandeln kann», meinte am Schluss Adi Schmid, der Trainer des über 100-jährigen Seeclubs Richterswil.

Starke Appenzellerinnen Die Stilreise von Charles Vögele durch die Schweiz ging weiter Richtung Appenzell. In Gonten wurde von den Mitarbeitenden der Filiale Appenzell der Seilziehclub Gonten ausfindig gemacht. Das Besondere an diesem Verein: Es sind junge und starke Frauen, die sich mächtig ins Zeug legen. Mode-Chichi ist nicht gerade ihr Ding. Dennoch fanden sie es spannend, an der aussergewöhnlichen Aktion von Charles Vögele teilzunehmen. Das Vögele Fashion Mobil wurde diesmal zum Restau- 


PUBLIREPORTAGE

Wandlung Die Eisläuferinnen verschwinden im Wagen – und erscheinen gestylt wieder.

Fashion on Ice Die Eishalle von Moutier verwandelt sich in ein Filmstudio.

Das Beraterteam Charles Vögele Moutier meldete den Club Galax’Ice an.

Club Galax’Ice, Moutier Die Synchron-Eiskunstläuferinnen Galax’Ice des Club Patineur aus dem jurassischen Moutier beherrschen ihre Kunst: Sie sind schon zweimal Schweizer Meisterinnen geworden! Jetzt werden sie noch in einer anderen Kategorie zu Aushängeschildern ihres Heimatdorfes: In einem Werbespot von Charles Vögele zeigen sie Wintermode in märchenhafter Eleganz. «Es war unglaublich spannend und motivierend, unter so professionellen Bedingungen unsere Choreografien zu inszenieren», meinten die Trainerinnen Lorena Russo und Amélie Rossé.

Modisch synchron Die Eisprinzessinnen im normalen Trainings-Dress. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 109


Nachtdreh Die Jugendherberge Richterswil wurde zu einer Partypalast-Kulisse.

Und Action! Die Ruderinnen des Seeclubs Richterswil stürzen sich in die Riemen.

Das Beraterteam Charles Vögele Zürich Sihlstrasse meldete den Seeclub an.

Seeclub Richterswil

Ruderparade Die Mitglieder des Seeclubs Richterswil grüssen mit Vereinslogo. 110 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Er gehört zu den traditionsreichsten Ruderclubs der Schweiz und hat schon zu vielen Höhepunkten und Erfolgen an nationalen und internationalen Regatten sowie Meisterschaftstiteln und OlympiaAuszeichnungen beigetragen. Denn das Fördern junger Ruderer hat beim Seeclub Richterswil seit vielen Jahren eine hohe Priorität. Aber auch Freizeitruderer und andere Unterstützer sind bei diesem aktiven und im Dorf fest verankerten Verein willkommen. Mit Veranstaltungen und Events werden Mittel für die Jugendförderung generiert.


PUBLIREPORTAGE

Rudolf Scheben, Vice President Marketing beim Modehaus Charles Vögele

So viele tolle Inszenierungen!

Seeclub in Gala Elegant und stylisch in Abendgarderobe von Charles Vögele.

 rant Leimensteig in Haslen/Schlatt AI gefahren, wo die Ladys ihre stahlverstärkten Seilzieher-Schuhe, schwupps, mit eleganten Stiefeletten aus der Charles Vögele Kollektion tauschten. Auch betreffend Kleidung schufen die Stylisten für die fröhlichen Appenzellerinnen eine neue Welt: Mit modisch geschnittenen Pullis und coolen Stolas in warmen Herbsttönen strahlten die Seilzieherinnen über ihre Verwandlung zu kosmopolitischer Eleganz.

Ein grosser Erfolg für Charles Vögele 121 Schweizer Vereine, die mitgemacht haben, fünf Schweizer Vereine, die mit der Unterstützung von Charles Vögele völlig neu eingekleidet und zu nationalen WerbeIkonen wurden, viel Medienpräsenz – und nicht zuletzt eine Menge Kreativität und Spass im ganzen Charles Vögele Team. Die Aktion «Wir beraten Sie mit Stil» war aussergewöhnlich – und in jeder Hinsicht ein grosser Erfolg! 

Warum haben Sie sich für die Kampagne für Vereine entschieden? Wir haben nach einer Idee gesucht, die einerseits zu Charles Vögele – ein traditionelles Schweizer Unternehmen – passt und uns andererseits die Möglichkeit gibt, unsere Filialen mit einzubinden. Vereine sind typisch für die Schweiz und zeigen die Vielfältigkeit des Landes auf. Ausserdem wollten wir eine möglichst authentische und volksnahe Kampagne entwickeln. So kamen wir auf die Idee, Vereine von unseren Filialmitarbeitenden einkleiden zu lassen Warum Amateure statt Superstars? Wir wollten die Nähe von Charles Vögele zu den Kundinnen und Kunden in der Schweiz unterstreichen. Was sonst noch wollen Sie mit dieser Aktion erreichen? Wir konnten die Beratungs- und Modekompetenz unserer Mitarbeitenden zeigen. Die Kampagne soll zeigen, dass man sich auf Charles Vögele verlassen kann. Wie waren die Reaktionen bei Ihren Mitarbeitenden auf diese Aktion? Sie waren begeistert von der Idee. Von rund 170 Charles Vögele Filialen in der Schweiz haben 121 Filialen eine Bewerbung für die Kampagne eingereicht. Das Engagement war beeindruckend. Was war der lustigste Moment? Der Drehtag mit dem Kinderjodelchörli Haslital-Oberer Brienzersee. Wir haben von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends gearbeitet. Nach dem Dreh waren alle Beteiligten fix und fertig – nur die Kinder nicht.

Die Jury Wie bei einer Talentshow wurden die fünf besten der 121 Vereine ausgewählt. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 111


Country-Style Die schicken Damen des Seilziehclubs Gonten in modischen Herbsttรถnen.

121 SCHWEIZER VEREINE MACHTEN MIT!

ES SIND ZU VIELE, UM ALLE ZU ZEIGEN. ABER EIN GROSSES DANKESCHร–N ALLEN, DIE BEI DIESER AKTION MIT DABEI WAREN!


PUBLIREPORTAGE

Zugkräftig Die Seilzieherinnen aus Gonten wurden dieses Jahr Schweizer Meister.

Seilziehclub Gonten Auf seine wackere Damenmannschaft ist der Seilziehclub im appenzellischen Gonten besonders stolz. Sie sind die Schweizer Meisterinnen 2012. Den Sommer über trainieren sie im Freien, wo auch die Wettkämpfe stattfinden. Seilziehen ist nichts für schwache Mädchen. Anpacken und Teamgeist sind gefragt, und die acht Frauen auf einer Seite müssen insgesamt 500 Kilogramm schwer sein. Jede tut zusätzlich viel für ihre Fitness, sei es joggen, schwimmen oder wandern, denn sie sind im Appenzell täglich von einem Bergparadies umgeben, mit dem sie sich von Herzen verbunden fühlen.

Das Echo auf die Aktion «Wir beraten Sie mit Stil» war riesig: 121 Vereine und Gruppierungen aus der ganzen Schweiz liessen sich von den Beratungsteams ihrer lokalen Charles Vögele Filialen für einmal in ein ganz anderes

Outfit stecken. Dabei war so mancher überrascht, wie mit wenigen Tricks ein trendiger Style erzeugt werden kann. Die Aktion war nicht nur ein grosser Erfolg für Charles Vögele, sondern auch eine unvergessliche

Stemmen Auf den Hügeln in Appenzell wurde Seilziehen flimreif inszeniert.

Beraterteam Charles Vögele Appenzell Ilona Frei, Tamara Giger und Kolleginnen.

Erfahrung für alle Mitarbeitenden. «Es ist toll, so mit den Kundinnen und Kunden ins Gespräch zu kommen und mit ihnen ein gemeinsames Projekt zu realisieren», meinte Ilona Frei vom Beratungsteam Appenzell.


weekend reisen, geniessen, rätseln!

schanghai von oben Im «Holiday Inn» schwimmen die Gäste im 24. Stock im «hängenden» Glasboden-Pool.

«hOliDAY iNN», schANGhAi

schwimmen am himmel w

er in «booming Shanghai» auf­ fallen will, muss sich etwas ein­ fallen lassen. Das «Holiday Inn» im neuen Stadtteil Pudong (Wirtschafts­ und Hightech­Zentrum) ist zwar nicht erste Hotel­ adresse in der Stadt, bestimmt aber eine der spektakulärsten. Die Attraktion des Hauses hängt buch­ stäblich in der Luft: Aus der 24. Etage ragt ein «holiday inn» Riesenhotel im Stadtteil Pudong. Swimmingpool, 30 Meter lang, mit Glas­

boden und faszinierender Aussicht. Schwim­ men am Himmel ist angesagt, allerdings nur für Gäste ohne Höhenangst. Der Blick 24 Etagen runter aufs Trottoir ist schwindel­ erregend. Alternative für alle «Angsthasen»: Natürlich gibts in diesem riesigen «Holiday Inn» auch einen konventionellen Indoor­Pool. DZ ab ca. CHF 100.–. he ---------info www.holidayinn.com schweizer illustrierte 115


Reisen

«PARK HYATT», MALDIVES

Neuer Airport im Atoll

Der noch wenig erschlossene Süden der Malediven rückt näher: Der Flughafen Kooddoo im Gaafu-Alifu-Atoll ist eröffnet. Das neue «Park Hyatt Maldives Hadahaa» mit seinen 50 Villen etwa ist jetzt ab der Hauptstadt Malé in einer Stunde erreichbar. ---------www.maldives.hadahaa.park.hyatt.com

LADAKH (INDIEN)

Zu den Ladakhis

Indien boomt. Travelhouse bietet einen 13-tägigen privaten Trip ab Delhi zur mondlanschaftsähnlichen Hochebene von Ladakh an. Brauchtum und Buddhismus, Tso-Moriri-See inmitten von 6000 Meter hohen Bergen. Ab CHF 2095.–, inklusive eigenem Koch. ---------www.travelhouse.ch

Glas & Lüster Bei Lobmeyr in der Kärtner Strasse kommt man so richtig schön ins Schwelgen. WEIHNACHTS-SHOPPING IN WIEN (A)

Christkindl im Desig n Den berühmten Wiener Christkindlmarkt kennt jeder. Wer Formschönes und das BESONDERE sucht, kommt in den Design-Märkten der österreichischen Hauptstadt voll auf seine Rechnung.

25 HOURS HOTEL ZÜRICH WEST

Häberlis Hotel

Nach Hamburg, Frankfurt und Wien eröffnet 25 Hours Hotel jetzt in Zürich West. Und wenn es um Designhotels geht, muss auch ein Designer her: Alfredo Häberli stand Pate, liefert auch den Besuchern die Insidertipps. 126 Zimmer, ab CHF 190.–. ---------www.designhotels.com

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V

on Mitte November bis Weihnachten glitzert und funkelt es auf den schönsten Plätzen der Wiener Innenstadt. Der süsse Duft von Punsch liegt in der kalten Luft, Weihnachtsmänner und Engel buhlen um die Kleinen, an den Verkaufsständen gibts Keramik, Gestricktes und Selbstgebackenes. Sucht man jedoch nach Alternativen, wird man auf den immer zahlreicher werdenden Design-Märkten fündig. Design zum Schenken Seit einigen Jahren setzt Wien stark auf Design. So konnte man

kürzlich beim Design-Wettbewerb European Home Run, der von sechs europäischen Designern bestritten wurde, online über das schönste Wien-Souvenir abstimmen (erhältlich ab 2013). Als Sieger gekürt wurde ein Kartenspiel des italienischen Teams. Zum Sofortkauf bestimmt sind hingegen die originellen und individuellen Kreationen von 55 vorwiegend österreichischen Designern, die während der Vorweihnachtszeit im denkmalgeschützten Looshaus aus der Zeit um 1900 angeboten werden (7. bis 23. 12, immer von Freitag bis Sonntag, www.designschenken.at).


Glanz & Gloria Ob in der Bar oder im Restaurant: Das «Sofitel Vienna Stephansdom» punktet immer.

Design & Zirkus Das 25 Hours Hotel Wien verbindet Design mit der Welt der Manege.

Fotos HO (3)

g n-Fieber

Bemerkenswert: Die Schmuckstücke von Andrea Auer, die ihre «Rohstoffe» aus den Dingen des Alltags bezieht. Design im Museums-Quartier Am ersten Adventswochenende stellen auf 1000 Quadratmetern 100 Designer aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Ungarn und Tschechien aus. Der Mix ist spannend, das Angebot ebenfalls (30. 11. bis 2. 12., www.weihnachts quartier.at). Und: Die Veranstaltung findet in beheizten Räumen statt. Im Innenhof des MQ locken Punsch-Stände und Eisstockschiessen. Dasselbe Vergnügen – doch um einiges glamouröser – findet auch auf dem Rathausplatz und im angrenzenden Park statt, wo sogar die Bäume in einem Lichtermeer erstrahlen. Design zum Anschauen Für DesignFreaks ist der Besuch im Museum für

Angewandte Kunst (MAK) ein Muss. Nebst Produkten der Wiener Werkstätte zeigt das Museum Möbel, Glas, Porzellan, Silber und Textilien, die vom Mittelalter bis heute geschaffen wurden (www.mak.at). Wiener Glas zum Kaufen gibt es bei Lobmeyr in der Kärtner Strasse, dem Traditionsunternehmen in der sechsten Generation (www. lobmeyr.at). Design zum Erleben Nicht nur die besondere Lage beim Stephansdom, auch die Architektur von Jean Nouvel und die bunten Deckeneinlagen von Pipilotti Rist machen aus dem Hotel Sofitel Vienna Stephansdom ein Juwel. Das Restaurant Le Loft im 18. Stock bietet Erlesenes für den Gaumen und einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt. KATI MOSER

Check-in Anreise Swiss fliegt mehrmals täglich nach Wien (www.swiss.com) Attraktives Angebot «Sofitel Vienna Stephansdom»: Vom 15. 11. bis 5. 1. 2013 ist die dritte Nacht bei Buchung von drei Nächten gratis (www.sofitel.com) Hotel 25 Hours Hotel im Museumsquartier, DZ ab EUR 130.– (www.25hours-hotels. com/wien) Restaurants «Huth», klasse Wiener Schnitzel (www.zum-huth.at); «Palmenhaus», österreichische und mediterrane Küche (www.palmenhaus.at) Würstelstand am Hohen Markt, offen bis in die Morgenstunden Info www. wien.info

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 117


En Guete

Zart schmelzend Mit Schoggi-LimettenPralinés lässt es sich trefflich grüssen – ganz ohne Worte.

Süsses Glück

Als Cake, Creme oder Mousse: SCHOKOLADE bringt uns auf 1001 Art zum Schmelzen. Und kann uns ganz einfach verführen, betören, verzaubern und trösten.

SchokoladeLimetten-Pralinés ZUTATEN (ergibt ca. 64 Stück)

250 g weisse Schokolade, in Stücken, 130 g Crème fraîche, 65 g Butter, weich, 2 Limetten, dünn abgeriebene Schale, 64 Schokolade-Hohlformen (hell und dunkel gemischt; siehe Hinweis), 2 Beutel weisse Kuchenglasur (ca. 125 g), geschmolzen Vor- und zubereiten ca. 50 Min. Kühl stellen ca. 2 Std. Schokolade in eine dünnwandige Schüssel geben, über das nur leicht siedende Wasserbad hängen, sie darf das Wasser nicht berühren. Schokolade schmelzen, glatt rühren, etwas abkühlen, Crème fraîche, Butter und Limettenschale darunterrühren. Limetten-

masse in einen Einwegspritzsack füllen. Spitze abschneiden, Masse in Hohlformen spritzen. Ca. 2 Std. im Kühlschrank fest werden lassen. Einen Beutel Schokoladeglasur in eine Tasse giessen. Die Pralinés mit der Öffnung nach unten bis zur Hälfte hineintauchen, etwas abtropfen, auf einem Backpapier trocknen. Vom zweiten Beutel Schokoladeglasur eine kleine Spitze abschneiden, Glasur in feinen Streifen über die Pralinés laufen lassen. Haltbarkeit In einer Dose gut verschlossen im Kühlschrank ca. 3 Tage oder ca. 3 Wochen im Tiefkühler. Hinweis Schokolade-Hohlkugeln sind während der Weihnachtszeit teilweise bei Grossverteilern oder in Confiserien erhältlich.

TIPP

Schokolade macht schön!

Mit der richtigen Verzierung lässt sich selbst aus einfachen Desserts viel Wirkung herausholen, zum Beispiel mit dekorativen Schokoladespänen. Einfach auf der flachen Seite einer Schokoladetafel mit einem grossen Messer hauchdünne Späne abhobeln und über das Dessert streuen.

Schokolade-Cake ZUTATEN (für eine Cakeform von

ca. 30 cm mit Backpapier ausgelegt) 200 g dunkle Schokolade, zerbröckelt, Wasser, siedend, 125 g Butter, weich, 150 g Zucker, 1 Prise Salz, 4 Eier, 200 g gemahlene Mandeln, 4 Esslöffel Maizena Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen ca. 55 Min.

Schokolade in einer grossen Schüssel mit Wasser übergiessen, ca. 5 Min. stehen lassen. Wasser sorgfältig abgiessen, Schokolade glatt rühren. Butter und alle Zutaten bis und mit Eiern beigeben, mit den Schwingbesen des Handrührgeräts ca. 5 Min. schaumig rühren. Mandeln und Maizena daruntermischen. Teig in die vorbereitete Form füllen. Backen ca. 55 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, etwas abkühlen, aus der Form nehmen, auf einem Gitter auskühlen. Haltbarkeit Gut verpackt ca. 1 Woche. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 119


En Guete Marmorierte Schoggicreme

SchoggiRindsfilet-Möckli

Schokolademousse

ZutatEn (für 4 Personen)

ZutatEn (für apéro, ergibt 4 Portionen)

ZutatEn (für 4 Portionen)

4 dl Milch, 3 Esslöffel Zucker, 1 frisches Ei, 3 frische Eigelbe, 100 g dunkle Schokolade (74 % Kakao), fein gehackt, 2 dl Rahm, Zuckerveilchen zum Verzieren Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Kühl stellen ca. 2 Std.

Bratbutter zum Braten, 1 Rindsmedaillon (ca. 120 g), in Vierteln, wenig Pfeffer aus der Mühle, 1/2 Teelöffel Rosensalz (z. B. Fine Food), 2–4 dunkle Schokoladeplättchen (z. B. Fine Food), zerbröckelt Vor- und zubereiten ca. 10 Min.

4 dl Vollrahm, 200 g dunkle Schokolade (z. B. Crémant 64 %), fein gehackt Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Kühl stellen ca. 6 Std. oder über Nacht

Milch unter Rühren aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen. Zucker, Ei und Eigelbe in einer Schüssel rühren, bis die Masse heller ist. Heisse Milch unter Rühren dazugiessen, in die Pfanne zurückgiessen, unter ständigem Rüh­ ren bei mittlerer Hitze bis vors Kochen brin­ gen. Creme durch ein Sieb in eine Schüssel giessen, ca. 5 Min. abkühlen. Schokolade da­ runterrühren, bis sie vollständig geschmolzen ist, auskühlen, zugedeckt ca. 2 Std. kühl stel­ len. Rahm steif schlagen, nur leicht unter die Creme ziehen, mit Zuckerveilchen verzieren.

Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Fleisch würzen, beidseitig je ca. 11/2 Min. braten, auf vorge­ wärmten kleinen Tellern anrichten. Rosensalz darüberstreuen, Schokolade darauf verteilen.

Rahm warm werden lassen, er darf nicht kochen, Pfanne von der Platte nehmen, Schokolade beigeben, rühren, bis sie ge­ schmolzen ist, auskühlen. Zugedeckt ca. 6 Std. oder über Nacht kühl stellen. Scho­ koladerahm mit den Schwingbesen des Handrührgeräts luftig schlagen, bis sich Rührspuren abzeichnen. Servieren Mit 2 Löffeln Mousse zu ovalen Klösschen formen, auf Tellern anrichten. Nach Belieben mit Schokolade­ spänen, frischen Früchten oder Chilifäden verzieren.

Impressum Nr. 46, 101. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte auflage 198 660 Exemplare ISSN 0036­7362 abonnements-Dienst (telefon gratis) 0800 820 920 Mo–Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Einzelverkauf einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 259 63 63, Fax 044 259 86 22, info@schweizer­illustrierte.ch Internet www.schweizer­illustrierte.ch, www.online­kiosk.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez Stv. Chefredaktor Ueli Walther Mitglied der Chefredaktion Monique Ryser art Director Patrick Brun unterhaltungschefin Bettina Bono nachrichtenchef Ueli Walther Wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel nachrichten Marcel Huwyler (stv. Nachrichtenchef), Thomas Kutschera, Alejandro Velert unterhaltung Sandra Casalini (stv. Unter­ haltungschefin), Aurelia Forrer, Christa Hürlimann Sport Christian Bürge, Thomas Renggli Menschen Silvan Grütter & Yvonne Zurbrügg (Co­Leitung) Kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Lisa Merz (Leitung), Verena Thurner Kulinarik / al dente Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Roger Hofstetter, Fabienne Hubler, Regula Revellado Fotografen Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser Layout / Produktion Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Martina Mayer, Fabienne Rodel, Nigel Simmonds (Infografiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Stefan Bührer, Irène Müller Bildbearbeitung Ringier Redaktions­Services Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl­Latour, Elizabeth Teissier SI online Katja Fischer (Leitung Desk), Nadine Bauer, Anouk Haimoff, Ramona Schweizer, Ramona Thommen, Javier Vázquez (Web­ Engineer) iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Renée Sylvia Schauecker Sekretariat Sara Schrepfer (Assistentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F­75005 Paris, Tel. +33 1 42 60 34 61, Fax +33 1 42 60 54 69 Büro uSa SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1 203 637 6866, Fax +1 203 637 8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 11, Fax 044 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen anzeigenleiterin Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel Produktionsleiter Roland Winkler anzeigenverkauf International Tel. +41 44 259 65 11, sales@ringier.ch Syndication und nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 60, Fax 044 259 86 69 Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 787 30 00 Vertrieb im ausland Ringier SA, BP 228, F­68306 St­Louis Cedex; Illustrierte­Zeitschriften­Vertriebs­GmbH, Turmstrasse 4, D­78467 Konstanz telefonnummer für ausland-abonnenten +41 62 746 40 84 auslands-abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: AIO Group AG; Betty Bossi AG; cash zweiplus ag; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; EVENTIM CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Goodshine AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Digital AG; Ringier Studios AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen) Der nachdruck sämtlicher artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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GaultMillau

Restaurant Martin Hauptstrasse 94 4112 Flüh Tel. 061 731 10 02 Sonntag und Montag Ruhetag Alle Kreditkarten Maestro-Card und Postcard www.restaurant-martin.ch

Seit 45 Jahren am Herd, noch immer in Form: Werner Martin Erstklassige Wildküche vor den Toren Basels.

Fasan, Rebhuhn & Dessertwagen RESTAURANT MARTIN, FLÜH SO Im Herbst ist der umtriebige WERNER MARTIN eine Klasse für sich. Seine Gäste geniessen Reh, Fasan und Rebhuhn und fahren dann im Tram zurück nach Basel. Gastgeberin Evelyne Martin, eine gefürchtete Schützin, war auf der Jagd. Also kümmerte NEU GETESTET sich Werner Martin um beides: um die Küche. Und um die beiden gemütlichen Stuben. Gut für ihn: So bekam er gleich live mit, wie glücklich seine genussfreudige Clientèle auch heute mit seiner Leistung war. Das «Martin» in Flüh SO, von Basel-City per «Drämmli» erreichbar, ist ein wunderbares Restaurant. Im Herbst ohnehin. Gehts um Wild, hat der Patron, der bereits seit 45 Jahren (!) am Herd steht, wenig Konkurrenz. Wir mochten es klassisch heute. Also freuten wir uns über die deftig-heftige Varia-

tion von der Blutwurst (!); Apfelschnitzchen lagen mit auf dem Teller. Alternative: Eine mit Mumm scharf angebratene Entenleber von ausgezeichneter Qualität. Das Elsass ist hier nahe, also kommen auch die zarten Froschschenkel mit grösster Selbstverständlichkeit auf den Teller. Martin serviert sie vorzugsweise «provençale», mit Kräutern. Von höchster Eleganz eine bemerkenswerte Jakobsmuschel-Kreation: Der Chef schneidet die Coquille zu Lamellen, schiebt schwarzen Trüffel dazwischen. Und serviert dazu, ausser Programm, ein exquisites Hummersüppchen. Gefüllter Fasan? Rebhuhn? Wir entschieden uns für das Hühnchen, das uns sauber gebraten auf Sauerkraut erreichte. Das Beste

lag daneben: ein grossartiger Jus, aus den Karkassen und mit Trüffeln angereichert. Auch hier fehlte das «gewisse Extra» nicht: eine Tranche Entenleber. Es muss nicht immer Wild sein. Einen Klassiker des Hauses ordern wir immer wieder: zwei «Petits Cordons bleus»! Maître Rolf Beeler steuert den Gruyère bei, die tüchtige Brigade eine saubere Panade. Glücklicherweise waren die Cordons bleus tatsächlich «petit», so hatte der wunderbare Dessertwagen eine echte Chance. Was sich da türmt an Kleinem, Feinem, Süssem und Erfrischendem ist schon beeindruckend. Freundliche Weinpreise. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung JNote für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität INote für beste Qualität und hohe FESehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Konstanz Hoher Grad an Kochkunst und Qualität

HG

WEINTIPP

Foto Bruno Voser

Roter Chilene, der mit Wild harmoniert

Carmenère ist eine der wichtigsten Signaturtrauben Chiles. Reif geerntet, schmeckt sie nach Blaubeeren, Pflaumen und scharfen Gewürzen. Der Wein ist rund, fleischig mit samtigen Tanninen. Im Abgang sind Aromen von grilliertem Fleisch, Scho-

kolade und Kaffee auszumachen. Der aromatisch süssliche Charakter der Traube passt wunderbar zur exotischen Küche, aber auch bestens zu Wild. Der Carmenère 2010 (14,5 %) von Montes Alpha ist ein Paradebeispiel. Er ist kräftig im Geschmack

und perfekt ausbalanciert. Ein Vollblutwein, der selbst Chile-Skeptiker überzeugen wird. Gutsbesitzer Aurelio Montes hat mit seinen Weinen viel dazu beigetragen, dass Chile heute weltweit als wichtiges Weinland wahrgenommen wird.

Haecky Drink & Wine, Reinach Tel. 061 716 82 60 haecky-wineshop.ch Bis 2015 geniessen. Trinktemperatur: 16 bis 17 Grad. CHF 24.90

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Auto dynamik pur Mit seinen fliessenden Linien ist der Mazda 6 einer der elegantesten Kombis auf dem Markt – und bietet trotzdem hohe Alltagstauglichkeit.

schON GeFAhreN MAzdA 6

Auf leichtem Fuss Dank Leichtbau, effizienten Motoren, harmonischem Design und leichtfüssigen Fahreigenschaften überholt der MAzdA 6 als Limousine und Kombi ganz unspektakulär einen Grossteil der Konkurrenz.

s

chon die Konzeptstudie Shinari begeisterte das Publikum. Dass Mazda so viel vom gelungenen Design ins Serienmodell integrieren konnte, freut darum umso mehr. «Die natürliche Bewegung von Menschen oder Tieren soll sich in unserem Kodo-Design widerspiegeln», erklärt Chefdesigner Akira Tamatani die Philosophie der Japaner. Das ist beim Mazda 6 in beiden Karosserie-Varianten exzellent gelungen: muskulöse Flanken, fliessende Linien und eine markante Front. Die Limousine ist grosszügig ausgelegt und bietet mit 489 Litern einen beachtlichen Kofferraum. Der speziell für Europa gebaute Kombi ist erstaunlicherweise ein paar Zentimeter kürzer, bietet aber trotzdem 522 bis 1664 Liter Platz im Gepäckraum. Damit schafft er

122 schweizer illustrierte

den Spagat zwischen Lifestyle und uneingeschränkter Alltagstauglichkeit. Innen wagten die Japaner weniger – sie machten aber auch nichts falsch. Das zweifarbige Lederinterieur ist durchaus chic, die Verarbeitungsqualität

zweifarbig Der Innenraum ist deutlich weniger spektakulär als das Exterieur, aber dank Hell-Dunkel-Kontrast durchaus chic.

stimmt, und die Bedienung ist durchdacht. Aber nicht nur ins Design, sondern auch in die Technik hat Mazda viel investiert. Und das ist spürbar. Dank Leichtbau wiegen Limousine und Kombi nur rund 1,4 Tonnen. Wenig Gewicht, ein dynamisches Fahrwerk und eine knackige Schaltung – so eilt der Mazda 6 leichtfüssig um Kurven. Mit der Automatik werden zwar die sportlichen Höhenflüge etwas eingebremst, dafür fällt dann komfortables Gleiten einfacher. Die Motoren haben eine erfreuliche Gemeinsamkeit: Egal, ob Benziner mit 145, 165 oder 192 PS oder Diesel mit 150 oder 175 PS, egal, ob Handschaltung, Automatik, und egal, ob Limousine oder Kombi – nie liegt der CO2-Ausstoss über 150 g/km. Der sparsamste, durchaus spritzige Diesel begnügt sich laut Mazda mit nur 3,9 l/100 km. Beim Sparen hilft unter anderem i-Eloop; ein System, das Bremsenergie zurückgewinnt und in Kondensatoren speichert. Ganz schön clever – wie auch der restliche Mazda 6. lOreNz Keller


ASTON MARTIN DB9

Wuchtiger Sportler

Elegant und mit leicht verändertem Design rollt der neue DB9 zu uns. Ein Gentleman, der seine Manieren auch ablegen kann. Etwa wenn man den 6-Liter-V12 mit 517 PS seine Kräfte entfalten lässt. Dann sprintet der Brite in nur 4,6 s von 0 auf 100 km/h. Die Preise für Coupé und Volante: ab CHF 203 971.– bzw. ab CHF 221 344.–.

PORSCHE CAYENNE S DIESEL

Bärenkräfte dank Diesel

Porsche rüstet seinen SUV mit einem noch stärkeren Diesel-Motor aus. Der V8 leistet 382 PS und 850 Nm und beschleunigt den immerhin 2,2 Tonnen schweren Cayenne in 5,7 s von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch laut Werk: nur 8,3 l/100 km. So viel Power hat aber ihren Preis: der Cayenne S Diesel startet ab CHF 105 200.–.

Mazda 6 Sedan Die Limousine ist mindestens so hübsch wie der Kombi – und einige Zentimeter länger.

 Motoren Benziner 145, 165 und 192 PS, Diesel 150 und 175 PS

 0 bis 100 km/h 7,8 bis 10,2 s  Spitze 202 bis 223 km/h  Verbrauch 3,9 bis 6,4 l/100 km  CO2-Ausstoss 104 bis 150 g/km  Energieeffizienz-Kategorien A–D  Verkauf Einige Varianten ab sofort, andere ab Anfang 2013

 Preis ab CHF 35 100.–  Konkurrenten Alfa 159, Audi A4,

Citroën C5, Ford Mondeo, Honda Accord, Hyundai i40, Opel Insignia, Peugeot 508, Renault Laguna, Seat Exeo, Skoda Superb, Toyota Avensis, Volvo S60/V60, VW Passat  Unser Urteil Keine Frage, der neue Mazda 6 sieht richtig gut aus. Doch auch unter dem Blech steckt viel Innovation. Da lässt es sich verschmerzen, dass die Japaner das Interieur nur zurückhaltend modernisiert haben.

KIA SORENTO

SUV wird effizienter

Ab sofort steht der erneuerte Kia Sorento bei den Schweizer Händlern. Die Koreaner haben dabei den SUV rundum überarbeitet. Aussen genauso wie innen. Zudem erhält der Sorento einen neuen Motor, einen 2,4-LiterBenziner mit 192 PS. Optional sind neu diverse Assistenzsysteme erhältlich. Die Preise starten bei CHF 36 950.–.

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Horoskop WOCHE VOM 17. BIS 23. NOVEMBER 2012

Mit guter Laune durch die hektische Zeit spätungen. Nutzen Sie die positiven Venus-Aspekte am 22. für eine Einladung oder dafür, um selbst ein Dinner zu organisieren. Die Zeit ist günstig für humanitäre Aktionen, kulturelle Ereignisse. Oder Sie finden Ihren Traumpartner, wenn Sie noch solo sind. Andernfalls erleben Sie schöne Momente mit Ihrem Partner.

WIDDER 21.–30. 3. Sie lassen sich zu

STIER 21.–30. 4. Mars stimuliert Sie zu Glanzleistungen, Sie gewinnen einen Vorsprung (am 17. und 20.). Am 21. haben Sie eine gute Nase und handeln instinktiv richNILS tig, am 18. sind Sie ziemlich aggressiv. Die ALTHAUS 10. 5. 1981 vor dem 23. Geborenen schweben in höheren Sphären. 1.–10. 5. Routine, Routine. Eine Nachricht sorgt am 17. oder 21. für gute Laune, doch am 19. ärgert Sie eine Bemerkung (von Vorgesetzten?). 11.–20. 5. Sie sollten Ihrem Partner die Zügel überlassen. Am 18. und 22. finden SiedanngenaudenrichtigenTon,wohingegenam20.und 23. Ihre Haltung falsch ausgelegt werden könnte.

IhrPensumwiegeplant,agierenam18.und 23.clever.Nur am21.stocktIhre Kommunikation,Siemüssensichanstrengen.1.–10.6. SINA Am 19. entdecken Sie neue Horizonte, am 28. 5. 1966 21. sind Sie unter Druck. Die um den 3./4. Geborenen verdanken Jupiter schöne Angebote, manchmalgareinenGewinn(z.B.am19.und23.).Am20.neigen Sie zu Exzessen (Vorsicht bei Investitionen!). 11.–21. 6. VenussorgtfürschöneMomenteundlässtsomancheHerzen schneller schlagen (am 18. und 20.). Eine Romanze? Versöhnung?HarmonieundGleichklangmitdemPartner?

KREBS 22. 6.–1. 7. Diskussionen (mit

LÖWE 23. 7.–1. 8. Komplikationen (mit Angehörigen?) bereiten Kopfzerbrechen. Am 18. oder 22. wird Ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt. Am 21. und 23. bietet MONIKA sich die Gelegenheit für eine befriedigende FASNACHT 6. 8. 1964 Lösung.2.–12.8.HörenSieaufdieRatschläge Ihres Partners (am 19.). Die um den 5./6. Geborenen sind weiterhin auf Erfolgskurs, ernten die Früchte ihrer bisherigenAnstrengungen.13.–23.8.Venussignalisiertunbeschwerte Stunden, Sie stehen im Mittelpunkt (20.). Ihre Kommunikation hingegen gestaltet sich nicht einfach, es kommt zu Verspätungen und Missverständnissen (17., 19.).

JUNGFRAU 24. 8.–2. 9. Ihre Vitalität ist beneidenswert: Mars stimuliert Sie, stärkt IhrImmunsystem.Siesindwiderstandsfähig und gehen den Dingen auf den Grund (am JÖRG ABDER17., 20.). Nur am 21. und 22. gehen manche HALDEN 28. 8. 1979 zu weit. 3.–12. 9. Sie amüsieren sich am 17. glänzend und verbreiten gute Laune. Sonst eine eher ruhige Woche. Nur die vor dem 7. Geborenen vergessen ihre sprichwörtlicheVernunft,z.B.am20.,gebenmitvollenHänden ihr Geld aus. 13.–23. 9. Sie knüpfen wertvolle Kontakte, überzeugen mit Ihren Vorschlägen. Günstig für Termine, Reisen, Studien, schriftliche Arbeiten usw. (17., 18., 22.).

WAAGE 24. 9.–3. 10. Die Stimmung in den eigenen vier Wänden dürfte angespannt sein (19., 23.). Meiden Sie riskante Manöver (im Strassenverkehr), gönnen Sie HEIDI MARIA sich eine Pause! Am 18. finden Sie die richGLÖSSNER 20. 10. 1943 tigen Worte. 4.–13. 10. Abgesehen von einigen Komplikationen (Wohnung?) am 17. eine ruhige Woche.Dievordem7.GeborenenkönnenweiterePluspunkte sammeln: Projekte von Ende Juli bringen jetzt gute Resultate. 14.–23. 10. Venus in Ihrer Dekade verdoppelt Ihren Charme, man liegt Ihnen zu Füssen. Am 20. und 22. sind Sie im siebten Himmel, erleben unvergessliche Momente.

SKORPION 24. 10.–2. 11. Sie sind

SCHÜTZE 23. 11.–2. 12. Ein überraschendes Ereignis öffnet Ihnen die Augen: Sie sehen mit einem Schlag klarer (am 18?). Allerdings sollten Sie die Lage am 21. mögSANDRA lichst ruhig analysieren. Ein Lichtblick am BONER 25. 11. 1974 23.? 3.–12. 12. Sie sollten recht gut über die Hürdenkommen.Am19.treffenSiedenrichtigenTonund sindsehrkontaktfreudig.Gegenwindhingegenam21.,und besonders die um den 5./6. Geborenen könnten zur Kasse gebeten werden. 13.–21. 12. Venus verspricht Herzklopfen (am 20., 22.), Sie sprühen nur so vor Charme. Für Liierte ein Liebeshoch, für Singles denkwürdige Begegnungen.

WASSERMANN 21.–30. 1. Sie fühlen sich in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, müssen Konzessionen machen (z. B. am 18. oder 22.). Am 21. aber ziehen TANJA Sie sich recht gut aus der Affäre. 31. 1.–9. 2. FRIEDEN 6. 2. 1976 Ruhige Woche. Nur am 19. sind Sie nervös undreizbar.Dievordem5.GeborenenhabenweiterhinRückenwind, verdanken Jupiter einen Gewinn oder ein schönes Angebot (19., 23.). 10.–19. 2. Verspätungen oder Missverständnisse bringen Ihre Planung durcheinander, Ihre Kommunikation ist stockend (20., 23.). Mit Charme meistern Sie alle Situationen, Ihre gute Laune ist ansteckend!

FISCHE 20. 2.–1. 3. Sie reagieren über-

unüberlegtenReaktionenverleitenundsolltensichgesundheitlichschonen(speziellam 19. und 23.)! Besser läufts am 18. (Hilfe von CÉLINE Freunden?).31.3.–9.4.Am17.stehenSiemit DION 30. 3. 1968 demlinkenFussauf.GuteLaune(Nachricht von Freunden?) hingegen am 19. Die um den 2./3. Geborenen verbuchen ein schönes Plus. Projekte von Juli bringen gute Resultate, gar einen schönen Gewinn. 10.–20. 4. Die Anstrengungen der letzten Wochen machen sich bezahlt, Sie ruhen sich auf Ihren Lorbeeren aus. (Alte) Freunde melden sich am 20., nur am 18. sind Sie ungeduldig. Partner?) arten leicht aus, speziell am 19. oder 23. Zeigen Sie mehr Toleranz! Am 21. sindSiekonstruktiv,undam22.kommtman DJ Ihnen einen Schritt entgegen. 2.–12. 7. Eher ANTOINE 23. 6. 1975 ruhige Woche. Am 17. sind Sie nicht auf der gleichenWellenlängewieIhreUmgebung,docham21.bügeln Sie einen Fehler wieder aus und verbreiten gute Laune. 13.–22. 7. Sie agieren clever, zeigen sich redegewandt. Günstig für schriftliche Arbeiten wie Gesuche, Bewerbungen usw. sowie Examen, eine Reise (18., 22.). Allerdings sollten Sie dabei Ihr Gefühlsleben nicht vernachlässigen.

STEINBOCK 22.–31. 12. Sie haben

gute Karten, um langfristig die Weichen zu stellen, sind vital und dynamisch. Was Sie jetztbeginnen,bringtimkommendenSomANATOLE mer gute Resultate, manchmal eine verTAUBMAN 23. 12. 1971 diente Anerkennung (17., 21.). 1.–10. 1. Sie sindderzeitineinerWarteschleifeundmüssenGeduldzeigen. Am 17. sollten Sie nichts überstürzen, am 21. kommt man Ihnen entgegen. 11.–20. 1. Abgesehen von Komplikationen (mit Kollegin?) kommen Sie gut voran: Am 18. treffen Sie intuitiv die richtige Entscheidung, am 22. klären Sie ein Missverständnis. Günstig auch für ein Treffen.

physisch in Bestform, kaum zu bremsen. Günstig, um etwas gegen chronische Problemezuunternehmen(am17.,21.).GleichCHRIS zeitig haben viele das Bedürfnis, Bilanz zu VON ROHR 24. 10. 1951 ziehen, und eliminieren alles Überflüssige aus ihrem Leben. 3.–12. 11. Meist neutrale Einflüsse. Der Mond begünstigt am 17. ein offenes Gespräch. Am 19. hingegen legen Sie jedes Wort in die Waagschale und sind ziemlich einsilbig. 13.–22. 11. Ihre konstruktive Kritik wird nicht immer richtig verstanden (am 19. oder 20.). Günstig für Verhandlungen, Ansuchen, Examen etc. wäre der 22.

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ZWILLINGE 21.–31. 5. Sie erledigen

empfindlich, sind manchmal ziemlich aggressiv(am19.,23.).AusserdemsindSiegesundheitlichanfälliger(Entzündungen).Die MASSIMO vordem25.Geborenenhingegenbeweisen ROCCHI 11. 3. 1957 Widerstandskraft und Ausdauer. 2.–10. 3. Routinewoche.Der17.istgünstigfüreinTreffenmitFreunden, ein gemeinsames Projekt. Die vor dem 6. Geborenen sollten Finanzfragen gut überdenken, nicht alles auf eine Kartesetzen!11.–20.3.SiebekommengrünesLichtfürIhre Ideen, gehen taktisch klug vor. Gute Phase für Kontakte, Studien, Bewerbungen, Gesuche und Reisen (17., 18., 22.).

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Fotos RDB (7), ddp images, SRF, Getty, tilllate.com (2); bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

DR. ELIZABETH TEISSIER

Meist positive Aspekte versprechen ein angenehmes Wochenende: Merkur in Harmonie mit Venus signalisiert interessante Begegnungen, einen Besuch oder ein Treffen mit Freunden. Ab dem 19. nehmen die Spannungen zu, ein dissonanter Merkur weist auf schwierige Diskussionen, den Bruch von Verhandlungen, Ver-


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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

2 schweizer SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 126

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Sudoku Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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Teilnahmeschluss Sonntag, 18. November 2012

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1

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8 3 2 3 4 6 9 7

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Rebus

AUFLÖSUNG AUS HEFT 45

Lösung: ENTEN

schwer

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KREUZWORT-CHAOS

KREUZWORTRÄTSEL

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

REBUS

1 2 3 =

HENNE KORB AST HERBST

LÖSUNGSWORT

Lösung: SALAMANDER

SUDOKU mittel 7 9 4 6 2 5 8 3 1

1 2 5 4 8 3 7 9 6

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schwer 3 4 2 8 1 6 5 7 9

Lösung: 913

9 5 1 7 3 4 2 6 8

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5 6 7 2 4 1 9 8 3

4 9 6 3 2 1 5 3 6 9 2 7 8 5 4 3 8 2 1 7 7 1 5 8 6 9 6 4 2 5 8 2 1 4 3 7 1 6 3 9 685 Lösung: 5 4 7 9 8

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8 2 3 6 4 7 9 5 1

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Lösung: 253

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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I

Traumberuf Musiker

n den Sechzigern eröffnete ich meinen Eltern, dass ich auf jeden Fall Musiker werden wollte. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. «Da kannste ja gleich zum Zirkus.» Ganz falsch lagen sie nicht. Finanziell ist der Musiker sicher näher am Trapezartisten als am Juristen. Damals war eine ganze Industrie erst im Aufbau, alles unsicher und undurchschaubar. Hyänen und Blender hatten Hochkonjunktur. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, steht der Beruf des Musikschaffenden auch heute wieder auf eher wackligen Beinen, obwohl mehr Musik denn je gehört und produziert wird. Was ist also das Problem? Man muss sich das mal vorstellen. Du arbeitest zwei Jahre an einem Album, steckst alles rein, fightest um jeden Ton, jedes Song-Arrangement, jeden Mix und jede Farbnuance des Umschlags – und am selben Tag, wo das Teil endlich geboren ist und auf den Markt kommt, kannst du es bereits gratis vom Netz runterladen. Das ist, wie wenn einem Winzer, der seine Reben liebevoll hegt und pflegt, sodass schliesslich nach langen Mühen und Zweifeln vielleicht ein guter Tropfen entsteht, die Fässer mit dem Endprodukt geklaut werden. Klar, es wäre schön, wenn es die «Alles-for-free-Welt» geben würde. Viele Musiker würden sicher gerne gratis arbeiten, doch leider kommen, wenn sie www.pizza eingeben, keine Pizzas aus ihren Laptops, und ihre Rechnungen lösen sich auch nicht einfach auf. Die Plattenbosse reiben sich nach den fetten Jahren verwundert die Augen. Sie haben es verpasst, ihre Künstler, die sie reich machten, zu schützen und ein Gegenmodell zum Internet als freies Transportmittel von Klängen zu entwickeln. Schliesslich diktierte ein Computerhersteller der ganzen Branche die neue Marschroute. Selbst schuld, ist man geneigt zu sagen, doch leider hilft das den Musikern nicht –

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Piraten haben mir schon immer gefallen und Robin Hood erst recht sie stehen vor einem Scherbenhaufen. Es gibt keinen funktionierenden Markt mehr, und mit Gratisangeboten kann niemand konkurrieren. Dass jene Verbraucher, die eh immer knapp bei Kasse sind, dieser kostenlosen Verführung nicht widerstehen können, ist zu verstehen. Die einheimische Politik macht wie oft ihr gut bezahltes Mittagsschläfchen, und die verantwortliche Bundesrätin meint: Sie wolle niemanden kriminalisieren. Das versteht sie wohl unter Konsumentenschutz. Im europäischen Ausland und in den USA ist das Downloaden von illegal zur Verfügung gestellten Inhalten strikt verboten und wird scharf geahndet. Man probiert, die Künstler und ihr geistiges Eigentum, so gut es geht, zu schützen. Hierzulande passiert vorerst nicht viel, und die Musiker dürfen sich noch billige Sprüche anhören wie: «Ihr habts halt verpennt und müsst neue Geschäftsmodelle suchen. Das Internet ist eine grosse Chance für euch!» Mit Verlaub: Das ist schlicht Unsinn. Beat the system! Ja, Piraten haben mir schon immer gefallen und Robin Hood erst recht – aber die nahmen nicht von denen, die eh nur von Brosamen

leben mussten. In einer digitalen Welt liegt es auf der Hand, dass immaterielle Güter sehr einfach verschoben und kopiert werden können. Wenn wir dem nicht Einhalt gebieten, dürfte es für die Schweiz auch noch in ein paar anderen Branchen schwierig werden. Oder wir stossen doch noch auf ein paar Bodenschätze, auf Gold oder Öl unter dem Sarnersee … Nein, den durch Datenklau entstehenden Schaden können die Musikschaffenden, vor allem die weniger Bekannten, nicht durch Konzerte oder Fanartikel kompensieren, und aus den Werbeeinnahmen der Onlineportale gibts auch nix. Streaming-Dienste wie Napster bezahlen gerade mal 0,002 Rappen pro Download an die Autoren – viele Interpreten wollen auf diesen Sites gar nicht mehr auftauchen. Nun, Pandoras Box wurde geöffnet, und auch ich habe hierzu keine Patentlösung. Ändert sich jedoch nichts, geraten Musiker zunehmend in die Subventionsmühle, und da will nun wirklich niemand hin. Wie erfolgreich die Schweizer Eidgenossenschaft unter Führung der Kulturfunktionäre Subventionsfilme produziert, wissen wir ja. Fast immer machen Subventionen zeitgenössische Kunst eher unerfinderisch, leblos und mittelmässig. An alle Nachwuchskünstler mit der grossen Erwartungshaltung: Bleibt dran! Musik ist eine Berufung und eine launische Geliebte. Wenn du es wegen des Erfolgs und des Geldes machst – vergiss es. Gute Musik ist etwas Heiliges, etwas Zerbrechliches. Sie verlangt dir vieles ab. Aber sie ist auch ein Tröster, ein Heiler und eine enorme Bereicherung. Diese Welt braucht das mehr denn je, und irgendwann werden die Botschafter der Töne auch wieder fairer entlöhnt. ---------Chris von Rohr, 61, Musiker, Produzent und Autor

Foto Daniel Rihs

Notabene Chris von Rohr


Leser schreiben

Notstand Hurrikan Sandy setzte Teile von New York unter Wasser.

New-York-Bilder haben mich zu Tränen gerührt

Die verwundete Stadt, SI 45/2012 Besten Dank für den Bericht aus New York. Ich war vor einem Jahr in dieser Stadt und habe mir damals einen Traum verwirklicht. Deshalb haben mich die Bilder der Verwüstung sehr beeindruckt. Tränen sind geflossen. Jens Korte stellt die richtige Frage: Was erträgt diese Stadt noch alles? Kein Land, keine Stadt hat so ein Unglück verdient. Aber gegen die Natur ist man einfach machtlos. Ich hoffe, New York erstrahlt bald wieder in neuem Glanz. Ursi Christen, per E-Mail Foto Bloomberg via Getty Images

Der Sockel ist nicht minderwertig Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer, SI 45/2012 Beim Lesen dieses Gesprächs über Elite und Sockel kam mir die Ernährungspyramide in den Sinn. Dort sind die wichtigsten Nahrungsmittel unten im Sockel, und an der Spitze ist Genussvolles, das sparsam zu verzehren ist. Könnte man dies nicht auch auf Handwerk und Elite übertragen. Ich habe keine Vorurteile gegenüber Akademikern, aber ich finde den Sockel, das Handwerk, auch wichtig – und keinesfalls minderwertig. Rosmarie Bürge, per E-Mail

Willi

«Nein, diese Schläger kann man nirgends kaufen, mein Vater hat sie selber gemacht.»

Ganz grosse Klasse Sportmagazin, SI 45/2012 Das Ski-Sportheft als Zugabe ist ganz grosse Klasse. Es hat sehr viele schöne Berichte drin. Als Skiweltcup-Fan erfahre ich Spannendes über meine Lieblingsstars. Aufgefallen sind mir die vielen witzigen Fotos und die Berichte über Beat Feuz, Tina Weirather und Dario Cologna. Dass das Sportheft auch Nostalgie bringt, schätze ich sehr. Den Bericht über Erika Hess liest man gern. Schön wäre es, wenn auch das normale Heft so vielfältig wäre. Xavier Wernli, per E-Mail SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.


Auf einen Espresso mit FRANK A. MEYER UND MARC WALDER

Über Obama, unsere Sehnsucht und den Sieg des Sozialen

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auch Hoffnungen, die er gar nicht erfüllen konnte, weil er damit an den politischen und wirtschaftlichen Realitäten scheiterte. Das führte zu einer gewissen Enttäuschung: Zum ersten Mal gewählt wurde er als aussergewöhnlicher Präsident, der dann leider gewöhnliche Politik machen musste; wiedergewählt haben die Amerikaner jetzt einen normalen Präsidenten, der das Ausserordentliche wagen kann, weil er nicht ein drittes Mal gewählt werden muss. Was macht denn Präsident Obama jenseits seiner faszinierenden Persönlichkeit aus? Sie beobachten Politik seit vierzig Jahren – ist er ein grosser Politiker? Er ist, ich wiederhole mich, ein sehr wichtiger Politiker. Warum? Er verkörpert die Rückkehr der gesellschaftlichen Solidarität in den USA. Nach dreissig Jahren Marktideologie, die mit Präsident Ronald Reagan triumphierte, gelten wieder soziale Werte. Obama hat die obligatorische Krankenversicherung eingeführt – ein Jahrhundertwerk. Er betrieb Industriepolitik, zum Beispiel in Detroit, wo er die Automobilindustrie gerettet hat – General Motors macht wieder Profite. Er sieht den Staat in der Pflicht, den jungen Menschen Bildungs- und Aufstiegschancen zu garantieren – eine Revolution im Land des intellektuellen Niedergangs. Für Obama ist die Armut ein gesellschaftliches Problem, das der Staat zu lösen hat – eine gewaltiges Vorhaben in einer Nation der Suppenküchen für Abermillionen Menschen. Mitt Romney wäre beinahe neuer Prä-

sident geworden. Hätte er dies alles nicht ebenso angepackt? Mit Sicherheit nicht! Die Wahl zwischen Obama und Romney war die Wahl zwischen zwei Vorstellungen von Gesellschaft: Romney ist als Chef einer PrivateEquity-Firma hundertfacher Millionär geworden, indem er mit Unternehmen spekulierte. Er ist ein tief überzeugter Marktradikaler, selbst wenn er als Gouverneur von Massachusetts gelegentlich gezwungen war, pragmatisch zu handeln. Mit ihm hätte das Prinzip gewonnen: Jeder ist seines Glückes Schmied, also ist auch jeder seines Unglückes Schmied – wer arm ist, wer sozial schwach ist, wer bedürftig ist, hat versagt, ist selber schuld. Romney hat dieses menschenverachtende Denken brutal zum Ausdruck gebracht, als er 47 Prozent der Amerikaner zu Staatsschmarotzern erklärte – die Hälfte der Bevölkerung, die nicht im Wohlstand lebt. Für Sie steht diese Wahl also für die Wahl zwischen zwei Weltanschauungen? Ganz genau. Wir erleben spätestens seit der Finanzkrise ein historisches Ringen zwischen dem Prinzip des sozialen Staates und dem Prinzip der radikalen Gewinnmaximierung. Obama verkörpert als bedeutendster Politiker der Welt das soziale Prinzip. Verändert sich Amerika, verändert sich die Welt. ---------Marc Walder, 47, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, sind Sie zufrieden, dass Barack Obama weitere vier Jahre Präsident der USA ist? Selbstverständlich bin ich zufrieden. Finden Sie, Obama war in den ersten vier Jahren ein guter Präsident? Er war ein wichtiger Präsident. Inwiefern? Er war der erste Schwarze, der zum Präsidenten der Weltmacht USA gewählt wurde. Das war die Sensation. Dann lenkte er diese Weltmacht in den ersten vier Jahren in ruhigeres Fahrwasser, eine beachtliche Leistung nach den wirren acht Jahren Bush. Was bedeutet vor diesem Hintergrund die Wiederwahl Obamas? Die Wiederwahl des schwarzen Präsidenten ist noch wichtiger als die Wahl 2008: Stellen Sie sich vor, der Farbige im Weissen Haus wäre jetzt abgewählt worden – Bush zwei Legislaturperioden, Obama nur eine – und damit gescheitert. Das wäre doch die fatale Aussage, für Amerika, für die ganze Welt: Ein Schwarzer ist nicht geeignet, der mächtigste Mann der Welt zu sein. Darum erleben wir erst mit dieser Wiederwahl die neue amerikanische Normalität: Auch Obama ist einfach ein Präsident und nicht ein Lottotreffer der US-Demokratie. Das ist die historische Dimension der Wahl vom 6. November 2012. Betrachten wir Obama als Präsidenten anders, weil er kein Weisser ist? Vor vier Jahren war das der Fall. Obama erfüllte die Sehnsucht der Europäer nach dem Ende des Rassismus in ihrem Sehnsuchtsland. Allerdings weckte er


SI_2012_46  

People- und Lifestyle-Magazin

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