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Das Grosse Sommer-horoskop von Elizabeth Teissier

29 Wimbledon, Final 2012 Mirka Federer mit ihren Zwillingen Myla & Charlene.

Mirka Federer

Rogers gute Fee

Sie macht das Tennis-Märchen mÜglich Schwiegermutter Lynette Federer und Freundin Anna Wintour sagen, wie Mirka ihren Roger antreibt

16. Juli 2012 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 29, MONTAG, 16. juli 2012

Titel Jürgen Hasenkopf / Rex Features / Dukas, Paul Zimmer / foto-net; Inhalt Kurt Reichenbach

Titel 18

Mirka Federer Was wäre Roger Federer ohne seine Frau? Sie macht seine sagenhafte Tennis-Karriere erst möglich

Leute 7 8

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Editorial von Stefan Regez Leute Rolling Stones, Stars am Strand, Fedorow, Kamenski & Jenni, Patric Scott, Schtärneföifi, Annina Campell Leon Schlumpf Abschied in Chur Kurt Koch Hilft jetzt nur noch beten? Der Kardinal über den Verrat im Vatikan Carlos Leal Hausbesuch: Welche Rolle spielt der Schweizer Star in Hollywood? Dr. Beat Richner Gibt es in Kambodscha eine neue «Kinder-Killer-Krankheit»? David Syz Ungewöhnlich: Der CS-Banker dreht einen Film über Hunger in Afrika

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u Diplomat im namen des herrn Machtkämpfe, Korruption und Intrigen im Vatikan? Kardinal Kurt Koch, der treue Schweizer an der Seite des Papsts, nimmt im grossen Interview Stellung zu den gestohlenen geheimen Dokumenten.

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Inhalt Party 14 «Titanic» auf dem Thunersee 42 Moon and Stars in Ascona und Locarno 88 Davidoff Saveurs in Gstaad

Interview 26

Bruno Jelk Der Zermatter Rettungschef über den Outdoor-Boom und die Bergtoten

Olympiaserie

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Michael Albasini Radeln für den Leader: ein Leben für das Team und die Familie

Horoskop 46

u leal ganz real In der Schweiz hat der Musiker und Schauspieler alles erreicht. Jetzt möchte Carlos Leal in Hollywood Fuss fassen. Seine Frau Jo und sein Sohn Elvis geniessen mit ihm das neue Leben im sonnigen Kalifornien.

Elizabeth Teissier Wie wird Ihr Sommer? Grosses Horoskop für jedes Sternzeichen

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

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Krebs Neue Methode zur Früherkennung Reizdarm Sind Sie betroffen? Alle Infos! Diabetes Sind weite Reisen gefährlich?

Die Besten

Fotos Jonas Mohr, Hervé Le Cunff, Fabienne Bühler

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u stärkung Wie Radprofi Michael Albasini bei seiner Frau Corinne und den zwei Kindern Kraft tankt – für London.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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u horoskop Was in den Sternen steht: Star-Astrologin Elizabeth Teissier hat den Sommer analysiert.

Exklusiv auf dem ipad Wer hat was mit wem? Im PromiFlash gibts den neuesten Klatsch und Tratsch. Und: Sehen Sie sich eMagazin zu Hause bei Céline Dion um.

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

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Notabene von Peter Bichsel Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Impressum Horoskop Leserbriefe

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editorial

Die starke Frau an Rogers Seite Mirka Federer

Stefan Regez, Chefredaktor

«Die Krönung von Roger Federer» – «Mit dem Sieg über Murray verwandelt sich Federer in den Allergrössten» – «Zu Ihren Füssen, Sir Roger!» Das Lob in der internationalen Presse nach dem siebten Sieg in Wimbledon kennt keine Grenzen. Roger Federer ist der Superstar! Doch was ist mit seiner Frau Mirka Federer? Seit sechs Jahren meidet sie alle Mikrofone und lässt Roger in den Medien den Vortritt. «Sie ist der Motor hinter seinem Erfolg», sagt SI-Sport­ redaktor Christian Bürge. Ein Jahrzehnt lang reiste er für den «Blick» mit dem Tenniszirkus um die Welt. Seit 14 Jahren kennt er Roger Federer. Und mit der Thurgauerin Mirka Vavrinec – im Alter von zwei Jahren aus der Slowakei in die Schweiz eingewandert – hat der St. Galler schon Geschichten gemacht, als sonst noch kaum jemand sie kannte. «Mirka ist die meistunterschätzte Frau in der Tenniswelt», sagt Bürge. Er hat sich bei Familie und Freunden umgehört und zeichnet ein überraschendes Porträt dieser starken Frau an Rogers Seite. «Mirka – der stille Star» – ab Seite 18.

Kurt Koch Frei nach Shakespeare lässt sich sagen:

Verrat im Vatikan? Vertraut im Vatikan! Kardinal Kurt Koch im Gespräch mit Stephanie Ringel über die Intrigen im Kirchenstaat.

Etwas ist faul im Staate Vatikan. Wobei das noch eine Verharmlosung ist. Denn man spricht auch vom «Verrat im Vatikan», von «Vatileaks» und von einem «heiligen Krieg». Hintergrund der Affäre: Der Kammerdiener Paolo Gabriele hat geheime Dokumente des Papstes gestohlen und an den Journalisten Gianluigi Nuzzi weitergegeben. Daraufhin hat dieser das Buch «Seine Heiligkeit. Die Geheimdokumente von Benedikt XVI.» geschrieben. Es enthüllt Intrigen, Geldwäsche und Mafia-Verbindungen. Seit zwei Jahren ist der Luzerner Kurt Koch an der Seite von Papst Benedikt XVI. tätig. Als eine Art kirchlicher Diplomat reist der Kardinal – ein kluger, bescheidener, hochgebildeter Kirchenmann, dem der Papst vertraut – um die Welt. SI-Autorin Stephanie Ringel und Fotograf Kurt Reichenbach haben Koch in Rom besucht. «Intrigen habe ich auch in der Kirche in der Schweiz erlebt, dazu muss ich nicht in den Vatikan», sagt dieser im Interview ziemlich gelassen. «Verrat im Vatikan» – ab Seite 28.

Fotos Kurt Reichenbach

Beat Richner

Internationale TV-Sender, Nachrichtendienste und Zeitungen berichteten in den vergangenen Tagen immer wieder von einer «mysteriösen Killer-Krankheit in Kambodscha», der Dutzende von Kindern zum Opfer fallen. Im Zentrum des Geschehens: Kinderarzt Beat Richner. Er hält die Panik rund um die «Killer-Krankheit» für übertrieben. Besorgniserregender sind derzeit die Patientenzahlen in seinen Spitälern. Das Dengue-Fieber grassiert stärker denn je, im Juni wurde mit 16 517 schwerkranken Kindern ein trauriger Rekord verzeichnet. Wir haben Dr. Richner um eine «Bestandesaufnahme» gebeten. Seinen Brief aus Kambodscha lesen Sie – auf Seite 45.

«Die Demut vor dem Berg ist verloren gegangen», sagt der Zermatter Rettungschef Bruno Jelk (r.) im Interview mit SI-Redaktor Silvan Grütter. Ab Seite 26

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Foto Š Rankin, 2012 / HO / Reuters


bild der woche

the rolling stones

Veteranen-Club

u In diesen Gemäuern kamen am 12. Juli 1962 die berühmtesten Steine der Musikgeschichte ins Rollen. Im Marquee Club an der Oxford Street in London traten die Rolling Stones vor 50 Jahren zum ersten Mal unter diesem Namen auf. Inzwischen machte es das Konzertlokal wie die Band auch – es kam ziemlich herum. Nach vier Umzügen wird seit 2008 auf die Ankündigung der Wiedereröffnung gewar-

tet. Doch noch mehr wird den Terminen der Jubiläums-Tour der Stones entgegengefiebert. Die vier Unverwüstlichen: Mick Jagger, 68, Keith Richards, 68, Ronnie Wood, 65, und Charlie Watts, 71 (v. l.). Die beiden Letzteren waren bei der Geburtsstunde übrigens nicht anwesend, trugen aber trotzdem zum einen oder anderen Skandal der legen­dären Rockband bei. oliver schmuki


leute

Im Film «Diana» schlüpft Naomi Watts in die Rolle von Lady Diana und spielt die legendäre Szene auf der Jacht nach (Bild links). Fernab der Dreh­ arbeiten ist sie ganz Mutter und kümmert sich um Sohn Sammy (oben).

stars am strand

Zwei Beautys bringen auf Ibiza Italiens Deutschlands Sami Khedira widmet sich in Miami Fussballstar Mario Balotelli in Fahrt. voll und ganz seiner Verlobten Lena Gercke.

Deshalb ist Spanien Europameister: Statt mit Models rumzuturteln, spielt Cesc Fabregas in den Ferien auf Sardinien Ball mit dem Sohn seiner Freundin Daniella.

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u Sie haben Geld, Ruhm und stehen offenbar immer auf der Sonnenseite des Lebens. Und jetzt de­ monstrieren sie uns ihr Glück noch mit schönen Fotos aus ihren Traumferien. Eine Frechheit! Doch Stars wie Schauspielerin Naomi Watts, 43, oder Moderatorin Sylvie van der Vaart, 34, zeigen sich in ihren Badeferien als Otto Normal­ verbraucher. So «bädelet» Hollywood-Star Jessica Alba, 31, mit ihrer Tochter in einem italienischen Pool, Spaniens Fussballstar Cesc Fabregas, 25, «bällelet» mit seinem Stiefsohn in spe auf Sardinien, Mario Balotelli, 22, frönt seinem Lieblingssport und guckt sexy StrandSchönheiten hinterher. Und der deutsche National­ spieler Sami Khedira, 25, ist einmal nicht mit dem Sportschlitten, sondern mit «em Velo da». Obwohl: So einige skurrile Tätigkeiten kommen dennoch zum Vorschein. So versucht sich Kronprinz Haakon, 38, als Turmspringer, Tennisprofi Rafael Nadal, 26, «geht» als Jesus über Wasser. Und Supermodel Elle Macpherson, 49, kombiniert Bikini zu schwar­ zen Handschuhen und isst Seeigel frisch aus dem Meer. Stars – sie sind zwar normal und doch einen Tick anders. aurelia forrer

Fotos Splash (2), Dukas (5), WENN, HO (6)

Schöne Ferien!


Tennis-Jesus: Rafael Nadal geht über Wasser und taucht danach ab.

Model-Ernährung: Elle Macpherson fischt auf Ibiza Seeigel aus dem Meer, öffnet sie mit der Zange und verzehrt die Delikatesse.

Schauspielerin Jessica Alba planscht mit Tochter Honor Marie fernab von Hollywood in Amalfi, Italien.

Moderatorin Sylvie van der Vaart spielt Strandnixe (grosses Bild rechts) und geniesst in Marbella zärtliche Stunden mit ihrem Gatten, dem Fussballprofi Rafael (o.).

Königliche Action auf Korsika: Kronprinz wie ­Haakon von Norwegen fotografiert stolz, Marius mit einem Rückwärts-Salto von der Jacht springt. Haakon selbst wagt einen r weit unspektakuläreren Sprung. Dann liebe gemütlich mit Gattin Mette-Marit und den ­Kindern Ingrid und Sverre Kanu fahren.

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Zwei Russen und der Kloten-Sputnik: Kamenski, Fedorow und Marcel Jenni (v. l.).

Fedorow, Kamenski & Jenni

Sputniks in Kloten u Sie haben Eishockeygeschichte geschrieben,

stapelweise Goldmedaillen gewonnen und den sportlichen Ruhm der Sowjetunion in den Westen getragen: Sergei Fedorow, 42, und Valeri Kamenski, 46. Am 4. August adeln sie das Eis der Klotener Kolping-Arena im Gedenken an die bei einem Flugzeugabsturz verunglückte Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl. «Es ist Ehren­ sache, dabei zu sein», sagt Kamenski, der während des NHL-Lockouts 1994 für Ambri-Piotta gespielt hat. «Die schönste Zeit meiner Karriere.» Mit der Schweiz verbindet auch Fedorow beste Erinnerung. «Hier haben wir mit der UdSSR 1990 die WM gewonnen.» Im selben Jahr verabschiedete er sich aus der Sowjet-Auswahl. Anderthalb Jahre später existierte das Land nicht mehr: Die Weltgeschichte war noch schneller als das Kombinationsspiel der Eis-Sputniks. Thomas Renggli

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patric scott

Heimspiel als Bösewicht u Für Patric Scott, 26, ist die Walenseebühne, wo er ab dem 18. Juli im Musical «Tell» auftritt, fast schon sein Zuhause. Schliesslich ist er auf Schloss Sargans aufgewachsen, das seine Eltern gepachtet haben. Heute lebt der Musiker und Schauspieler in Berlin, 2013 wird er in einem deutschen Kinofilm zu sehen sein. Jetzt freut er sich, den Sommer bei seiner Familie verbringen zu können. Die Rolle des Johann von Schwaben ist für den erfahrenen Musical-Darsteller allerdings eine Premiere: «Ich spiele zum ersten Mal ein richtiges Ekel.» CH


leute Schtärneföifi

Eine «Ragete» für Kinder u Schtärneföifi geht ab wie eine Rakete. Jean Zuber, 43, Adrian Fiechter, 54 (hinten), Boni Koller, 50, Sibylle Aeberli, 50, und Thomas Haldimann, 53, (v. l.) haben ihr achtes Kinderlieder-Album, «Ragete», teils im Jura aufgenommen. Bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad! Der Bandbus ist abge­ legen und die Heizung ausgestiegen – da konnte sich die Band nur mit «Musigen» warm halten. So ist die «Ragete» etwas rockiger als frühere Alben, aber wie immer vielfältig mit Salsa bis Tango angereichert. Hü

Annina Campell pendelt zwischen Zürich und Engadin. Am Samstag, dem 21. Juli, ist sie als «SF bi de Lüt»-Aussenreporterin in Freiburg.

Annina Campell

Engadinerin «bi de Lüt» Cinuos-chel GR in die Schweizer Stuben: Annina Campell, 27, ist das neue Gesicht an der Seite von Nik Hartmann, 40. Als Aussenreporterin unterstützt sie den Moderator während der «SF bi de Lüt – Live»-Shows in Schweizer Städten. Sie selber kommt aus den Bergen. «Wir Engadiner sind easy, gelassene Leute.» Nervös war sie vor der ersten Sendung dennoch. «Ich fragte mich: Was mache ich hier? Es ist eine Samstagabend-Kiste – und dann noch live!» Ihre zwei bisherigen Einsätze sind geglückt: nicht gestottert, nicht geflucht, nicht in einer anderen Sprache geredet (sie spricht sieben Sprachen, ihre Muttersprache ist Romanisch). Und sonst weiss sich Annina Campell zu beruhigen: «Wir machen ja Fernsehen, keine Opera­tion am offenen Herzen.» Easy – so sind die Engadiner eben. aurelia forrer

Rose

kaktus

SIMONE NIGGLI-LUDER Orientierungsläuferin u Ins Ziel lief sie mit dem strahlendsten Lachen. Und als Siegerin! Zum Auftakt der OL-Weltmeisterschaft in Lausanne holte sich Simone Niggli-Luder ihr 18. WM-Gold seit 2001. Schon vor diesem Sieg über die Sprintdistanz galt die 34-Jährige aus Münsingen BE als beste Orientierungsläuferin aller Zeiten. Letzten Herbst ist sie mit Zwillingen zum dritten Mal Mutter geworden, diese Woche startet sie an der WM in drei weiteren Kategorien. Unsere Rose hat sie schon jetzt verdient. Liebe Frau Niggli-Luder: Wir drücken die Daumen – und möchten Ihr schönes Siegerlachen noch dreimal sehen!

Jürg Stahl Nationalrat SVP u Die SVP hat neue Ideen zum Gesundheitswesen vorgestellt. Dabei setzte sich auch Nationalrat Jürg Stahl in Szene. Die SVP will den Selbstbehalt auf 1400 Franken verdoppeln und verlangt deutlich höhere Prämien für ältere Menschen. Damit wird die Entsolidarisierung zwischen den Generationen gefördert. Dreist daran ist: Als Angestellter der Groupe Mutuel betet der SVP-Volks­ vertreter einfach alte Vorschläge seines Chefs, Group-MutuelCEO Pierre-Marcel Revaz, nach. Lieber Herr Stahl, für so wenig poli­tische Unabhängigkeit von der Lohntüte gibts unseren Kaktus! schweizer illustrierte

Fotos Malu Barben, Nicole Bökhaus, Adrian Bretscher, Thomas Buchwalder, Sabine Papilloud / Le Matin, Christian Lanz / RDB

u Von

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party

Vor hundert Jahren sank die echte «Titanic» im Nordatlantik. Als 17 Meter hohe Kulisse ragt sie hier aus dem Thunersee.

Musical-Fans: Moderator Dani Fohrler in Begleitung von Musiker Marc Dietrich (r.) und dessen Ehefrau Trix.

Miss Handicap Stefanie Dettling, mit Michelle Zimmermann und Ex-Miss-Earth Irina De Giorgi (r.).

Sind noch nie per Schiff Comedy-Star Rob Spence (l.) mit seiner gereist: Rollstuhlsportler Tochter Jasmin (2. v. l.) und Magier Peter Heinz Frei und seine Rita. Marvey mit Partnerin Viviane Vega.

Hochseespiele mit Unte Premiere des Musicals «Titanic» auf dem Thunersee

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on der Zuschauertribüne aus gesehen, ragt der Rumpf der Titanic exakt gleich hoch in den Himmel wie der Niesen. Schon das beeindruckt die Premierengäste der Thunerseespiele am vergangenen Mittwoch. Doch die Frage des Abends lautet: Wie wird Regisseur Max Sieber diese Kulisse versenken? Grossillusionist Peter Marvey wüsste da einen Trick, will ihn aber nicht verraten. Kabarettist Emil Steinberger und seine Niccel vermuten, dass Petrus mit etwas Regen nachhelfen wird, und erscheinen mit einer Strandtasche voller Open-Air-Überlebensausrüstung: «Etwas zu knabbern, Sitzkissen und Regenschutz.» Moderatorin Nicole Berchtold hat die Pelerine zu Hause bei Ehemann Lars Leuenberger und dem fünf Monate alten Luis gelassen. «Wenn ich schon mal ausgehe, bin ich auch optimistisch.» Sie behält recht, bis auf einzelne Augen bleibt ­alles trocken. Dafür wirds frisch. Pünktlich zur Kollision mit dem Eisberg setzt Rollstuhlsportler Heinz Frei die Wollmütze auf, «Titanic»-Gastschauspielerin Julia ­Saner (Auftritt vom 18. bis 21. Juli) und Miss Schweiz Alina Buchschacher knöpfen ihre Jacken zu. Und als das Orchester «Näher mein Gott zu dir» anstimmt, versinkt das Schiff tatsächlich im See – mittels Lichtprojektion. Jörg Schneider hats gefallen: «Eindrücklich!» Text Sylvie Kempa, Fotos Kurt Reichenbach

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Sportliches Ehepaar: YB-Goalie Marco Wölfli mit seiner Frau Manuela.

Zwei Macher: «Titanic»Regisseur Max Sieber und Darstellerin Kiki Maeder.

Turteltauben: Mister Schweiz 09 André Reithebuch mit seiner Simone.

Im Doppel: Ski-Legende Mike von Grünigen mit Ehefrau Anna.

Modisches Duo: Model Julia Saner und Star-­Figaro Pino Zinna.

Zwei Späte: Das Uhrenmacherpaar Michel und Ki Jordi kamen als Letzte.


Optimistisch ohne Regenschutz: «g & g»-­ Moderatorin Nicole Berchtold mit ihrem Mami Elisabeth. «Kalt wars!» Miss Schweiz Alina Buchschacher (r.), Freundin Mirjam Studer. Gespannt auf den Untergang: BKW-Präsident und BDP-Nationalrat Urs Gasche mit Gattin Isabelle.

rgang

Mögen keine Schiffsreisen: Regenjacke umsonst mitgenommen: BDP-Ständerat Werner Lug- Urs Kliby mit seiner Ehefrau Ruth und inbühl und seine Barbara. deren Bruder Roland Dubach (l.).

party-facts Traurige Untergangsszene: Und ­trotzdem gibts ein Happy End.

Feiert mit seiner Romy 50 Jahre Liebe: Volksschauspieler Jörg Schneider.

Aus dem Emmental angereist: alt Nationalrat Simon Schenk mit Frau Susanna.

Gastgeber Thunerseespiele AG Tatort Seebühne beim Strandbad in Thun BE Most wanted 1.-KlasseEintrittskarte zur Premierenparty Hoppla Der neue Thuner Stadt­ präsident Raphael Lanz verpasste seine ersten Seespiele – er sei im Urlaub «Titanic» in Zahlen Die Kulisse: 28 Meter breit, 17 Meter hoch. 100 Darsteller wirken in der 10-Millionen-Franken-Produktion mit. Party-Rating

Experte: Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart (r.) erzählt Kollegin Heidi Maria Glössner und Emil Steinberger, dass sein Boot schon mal gekentert ist.

 Familienausflug: Mummenschanz-Pensionär Bernie Schürch hat jetzt mehr Zeit für Ehefrau Rica und die ­Kinder Diego, Basil und Zora (v. l.).

«Gute Musik und feine Häppchen, fast wie auf der echten ‹Titanic›!»

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abschied

Alt Bundesrat Adolf Ogi trauert um seinen damaligen Amtsvorgänger: «Er war ein hochanständiger Mensch.»

Ein letzter Gruss: Blumenkränze und ein Bild erinnern in der Churer Martinskirche an den verstorbenen Leon Schlumpf.

Nationalratspräsident Hansjörg Walter überbringt das Beileid der Bundesversammlung. «Eine schmerzliche Ehre.»

«Leon war ein Visionär» Abdankungsfeier für alt Bundesrat Leon Schlumpf in Chur

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ie Martinskirche in Chur mit ihren bunten Fenstern von Augusto Giacometti ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Familie, Freunde, Weggefährten und Politiker erweisen dem verstorbenen alt Bundesrat Leon Schlumpf die letzte Ehre. Am Kircheneingang empfängt seine Tochter, Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, die Trauergäste. Diese bekunden ihr Mitgefühl mit herzlichen Gesten, innigen Um­armungen und tröstenden Worten. Allgegenwärtig ist der grosse Respekt vor den Leistungen des verstorbenen Magistraten. ­Nationalratspräsident Hansjörg Walter: «Er war ein Visionär und der Vater der kombi­ nierten Verkehrspolitik und der Bahn 2000.» Alt Bundesrat Samuel Schmid pflegte mit Leon Schlumpf bis zuletzt regel­ mässigen Austausch. «Nicht nur über Politik, auch über Persönli­ ches.» Sein ehemaliger Amtskollege Pascal Couchepin erinnert sich, dass Schlumpf ein leidenschaftlicher Politiker war. VBS-Chef Ueli Maurer, der für die Trauerfeier die Norwegen-Ferien unter­ brochen hat, zitiert in seiner Rede Gottfried Keller: «Alles Gute und Edle ist von einfacher Art.» Das treffe auch auf den Verstorbenen zu. Leon Schlumpfs Enkelin Giannina, die Tochter von Eveline Widmer-Schlumpf, hält in der Kirche Rückschau auf das Leben ihres «Neni» und erinnert auch an sein musikalisches Schaffen: «Hier kamen seine Lebensfreude und seine Zuversicht zum Ausdruck.» Berührend: Ihr Bruder Ursin spielt mit Freunden eines der Lieblings­lieder seines Grossvaters: «Zum Abschied reiche ich dir die Hände». Text Alejandro Velert, Fotos Hervé Le Cunff

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SVP-Männer in stillem Gedenken: der Bündner Nationalrat Heinz Brand (l.), Bundesrat Ueli Maurer und Fraktionschef Adrian Amstutz.

Herzliche Begegnung: Bundesrat Didier Burkhalter und seine Frau Friedrun Sabine sprechen lange mit alt Bundesrat Samuel Schmid.


Die früheren Parlamentarierinnen Monika Weber (l.) und Judith Stamm.

Auch Armeechef André Blattmann erweist Leon Schlumpf die letzte Ehre.

Die Freiburger Staatsrätin Isabelle Chassot mit SP-Mann Jean Studer, dem Präsidenten des Bankrates der National­ bank.

Pascal Couchepin (l.) und SPStänderat Roberto Zanetti. Der alt Bundesrat erinnert sich: «Der Tod seiner Tochter traf Leon Schlumpf sehr hart.» Die Tochter des Verstorbenen, Bundespräsidentin Eveline WidmerSchlumpf, begrüsst mit ihrem Gatten Christoph die Trauergäste beim Eingang in die Martinskirche.

Marco Borradori, der Präsident des Tessiner Staatsrates.

Regierungsrätin Nuria Gorrite vertritt an der Trauerfeier den Kanton Waadt.

Eveline-Widmer Schlumpf und Gatte Christoph nach der Abdankungsfeier. Links ihre Tochter Giannina mit ihrem Freund. schweizer illustrierte

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titel

Perfektes Glück Nach Rogers WimbledonSieg dürfen auch Charlene (l.) und Myla zu Mirka – ihr Wunsch geht in Erfüllung.

Sie ist nicht das Schätzchen auf der Tribüne, sie ist der Motor hinter dem Star. Mirka federer macht die Karriere von Roger erst möglich, sagen Lynette Federer, Manager Tony Godsick und «Vogue»Chefredaktorin Anna Wintour.

Mirka – de 18

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Foto Toby Melville / Reuters

r stille Star


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Text christian bürge

M

irka existiert für die meisten Menschen nur von der Hüfte an aufwärts. So viel gibt die Spielerbox preis. Sie ist der Pausen­füller zwischen den Games. Dann, wenn der Vorhang aufgeht für 90 Sekunden Celebrity-Theater. Die Damenwelt taxiert in dieser Zeitspanne die Prada-Hand­ tasche, zählt die Brillanten am Ringfinger, schaut, wie lange die beiden Daumen über die Blackberry-Tastatur fliegen. Und – falls am Ende auch der Nachwuchs mitklatschen darf – ob sie den Zwillingen die richtigen Haarbändchen

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in die Locken gezwirbelt hat. Die glo­bale Jury vergisst dabei aber eines: Die 17 Grand-Slam-Titel ihres Mannes haben mehr mit der 34-Jährigen zu tun als mit irgendeinem anderen Menschen in der Reisegruppe des Weltstars. Mirka ist nicht das Schätzchen auf der Tribüne, sie ist der Motor hinter dem Star. «Es ist kein Zufall, dass er nie ein Turnier gewann, bevor sie sich kennenlernten», sagt Federers Manager Tony Godsick. «Und schauen Sie, wo er jetzt ist.» Sie bringe so viele praktische Erfahrungen und Ideen mit. Sie schaue auf seine Balance. «Sie hat so viel ge­ opfert, damit er Erfolg haben kann.»

1045 Einzel hat Federer in 14 Jahren bestritten. An die 900 Spiele hat Mirka, die selbst einst die Nummer 76 war, miterlebt. «So viel Tennis würde keine andere Frau ertragen. Tennis ist in unserem Leben allgegenwärtig. Jeden Tag, jede Minute», sagte sie einst. Würde sie heute noch reden, stünden die Welt­medien Schlange. Aber seit rund sechs Jahren schweigt die Frau eisern. Mirka organisiere sein Leben, sagt Roger. Das bedeute viel Arbeit. «Darum beschütze ich sie vor den Medien. Ich rede für beide.» Ihr medialer Stummfilm ist ein Verlust, wenn man weiss, wie erfrischend sie in Interviews sein kann. Wie damals u

Fotos Paul Zimmer / foto-net, Olga Bermejo / Splash News

«Es ist kein Zufall, dass er nie ein Turnier gewann, bevor sie sich kennenlernten» Manager Tony Godsick


Belohnung Mirka mit Roger am Champions Dinner in Wimbledon, nach einem seiner bedeutendsten Erfolge.

Blickfang Tritt Mirka in Aktion, ist sie sofort im Fokus der Kameras – erst recht beim Turnier in Wimbledon.


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Erinnerungen Die eigenen Bilder, die eigene Perspektive: Mirka hält die Momente auch für ihre Kinder fest.

Unzertrennlich Rogers Mutter Lynette Federer weiss, wie wichtig Mirka für das Leben ihres Sohnes ist.

«Sie liebt dieses Leben. Und sie macht Rogers Karriere erst möglich»

Fashion-Queen Die «Vogue»Chefredaktorin Anna Wintour gehört seit Jahren zum engen Freundeskreis der Federers.

Fotos Jean Catuffe / Reflex, Corinne Dubreuil / Abaca / Dukas, Elizabeth Sullivan / Splash News

Anna Wintour u im Sommer 2005. Während Federer trainiert, redet sie auf einer Bank im Aorangi Park von Wimbledon über das Leben an der Seite der Nummer 1, über ihren Freund, der bereits vier GrandSlam-Pokale ­besitzt und in den nächsten 14 Monaten mit fünf weiteren grossen Titeln zur erfolgreichsten Zeit seiner ganzen Karriere ansetzen wird. Mirka schwärmt von der neuen Welt, von Fotoshootings mit «Vogue», die 150 000 Franken teuer sind. «Mit Assistenten, welche die Socken richten. Unglaublich.» Sie spricht über «Rotschi», der «in gesundem Masse eitel ist», über die Lawine von Interview-Anfragen. Über die Zeit, die immer knapp ist, «die ich stehlen muss, um ihn zum Coiffeur zu schleppen». Sie koche im Haus. 27 Kilo Essen habe sie mitgenommen. «Suppe, Salatsauce, Schoggi, Guetsli, Aromat.» Es sind Details, die den Millionär dem Büezer sympathisch machen. Es wird eines ihrer letzten Interviews. Was folgt,

ist Federers Transformation vom Tennisstar zu einem globalen Helden. Mirka tritt in den Hintergrund. Die Pressearbeit ist der falsche Job für sie. Weil sie hart sein muss und hart ist, weil sie eine Horde von Unzufriedenen zurücklässt, sie nicht mehr das Tennis spielende Schätzchen aus dem Thurgau ist, sondern die zunehmend Unnahbare. Er redet fortan über Erfolg, später über die Ehe, die Zwillinge. Sie wird die Managerin seines Lebens. Immer wieder bedankt er sich bei ihr. Wie am MastersCup in Schanghai, als er sagt: «Alle sagen, ich sei der Beste. Aber ich bin nur der Beste mit dir an der Seite.» Federer ist so vernarrt in sie, dass er zugibt: «Allein sein heisst für mich mit Mirka sein. Ich kann 20 Minuten im Auto allein sein. Aber ich bin lieber mit ihr zusammen.» Kinder, Agenda, Flüge, Hotels – als ob das nicht genug wäre, schaltet sie sich entscheidend in seine Karriere ein. 2011 wird Federer nach der Viertelfinal-Nie-

derlage in Wimbledon gegen Jo-Wilfried Tsonga und dem Halbfinal-Out in New York gegen Novak Djokovic kritisiert. Auch Mirka drängt zu einer schonungslosen Analyse. «Sie war überzeugt, dass es nicht sein konnte, dass ich all diese Matches so knapp verlor, dass da etwas sein musste», erklärt Federer. «Sie sagte: ‹Vielleicht ist bei dir etwas falsch. Wir müssen das besprechen.› Sie hatte ihre Ansichten. Ich dachte, einige waren falsch, andere richtig.» Fakt ist, dass Federer danach die Titel in Basel, Paris und bei den World Tour Finals in London gewinnt und zuletzt das Undenkbare schafft. Den Wimbledon-Sieg und die Rückkehr zur Weltnummer 1 haben ihm wenige zugetraut. Lynette Federer schwärmt von ihrer Schwiegertochter: «Sie sorgt für Harmonie, hat Geduld und Ausdauer. Andererseits ist sie dezidiert und zielstrebig und hat gleichzeitig ein feines Einfühlungsvermögen. Was Mirka im u schweizer illustrierte

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komplexen Alltag von Roger leistet und wie sie ihm stets den Rücken frei hält, ist bewundernswert.» Nie stelle sie sich in den Mittelpunkt. «Sie ist rund um die Uhr für ihren Schatz da. Dazu ist sie eine engagierte Mutter von Myla und Char­ lene. Ich bin glücklich, dass Mirka Teil unserer Familie ist.» Für sie ist Mirka aus Fleisch und Blut. Mit allen Ecken und Kanten. Für die breite Masse bleibt sie nicht fassbar. Sie hat keine Stimme, kein Lachen. Nie­ mand weiss, wie ihr Lieblingswitz geht. Sie bleibt Projektionsfläche für alle mög­ lichen Dinge. Doch die Federers können gut damit leben. Im Kabinengang wirkt sie zufrieden, grüsst auch nach Nieder­ lagen freundlich. Die ehrgeizige Arbeite­ rin von früher hat die Ruhe. Eine Pleite heisst eine neue Destination, eine neue Chance, neues Glück. «Sie ist eine so leidenschaftliche Per­ son» sagt Janine Händel, CEO der Fede­ rer-Foundation. «Wenn ihr als Stiftungs­ rätin etwas am Herzen liegt, setzt sie sich ein – das gefällt mir.» Warum aber opfert sich die Frau derart auf? «Weil sie

Roger liebt», sagt «Vogue»-Chefredakto­ rin Anna Wintour, eine enge Freundin der Federers. «Wobei ich nicht von Op­ fer reden würde. Sie liebt dieses Leben. Sie freut sich, die Häuser einzurichten, auf die Zwillinge aufzupassen und viel­ leicht noch mehr Kinder zu haben. Und sie weiss auch: Sie macht diese Karriere erst möglich.» Besonders angetan ist die Mode-Queen seit einem Mailand-Trip. «Ich hab ihr all die bekannten Designer vorgestellt. Und sie, die schon die Queen traf, war sehr bescheiden. Wissen Sie aber, was mich wirklich beeindruckte? Am Abend kannte sie nicht nur die Vor­ namen der Designer, sondern behielt auch den des Fahrers im Kopf.» Die kleinen Dinge hält Mirka fest. Auch mit ihrer kleinen Kamera auf dem Centre-Court. Dort gibt sie dem Leben, dass die Familie mit der ganzen Welt teilt, eine eigene Perspektive, einen pri­ vaten Dreh. Und wann revanchiert sich ihr Roger dafür? «Meine Zeit kommt noch. Nach dem Tennis», sagte sie schon vor langer Zeit. «Das haben wir so abgemacht.» 

die people-Expertin über

Weltberüh Eva Kohlrusch ist «Bunte»-­Kolum­nistin und eine der profi­lier­testen SocietyJournalistinnen. Text eva kohlrusch

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uhm narkotisiert. Fühlt sich an wie Glück, wenn er sich einstellt, macht atemlos, wenn er mit grossem Gong noch einmal gesteigert wird. Da braucht es jemanden, der von Herzen mitjubelt und danach regel­ mässig die Gefühle am Boden hält. Gut, wenn dieser Jemand der liebende Partner ist, denn die Psyche gerät in Turbulenzen angesichts anschwellender


ein leben im fokus

mt im Ausnahmezustand öffentlicher Aufmerksamkeit. Selbst ein so bedachtsam eleganter Sieger wie Roger Federer wird hin- und hergeworfen sein zwischen dem Staunen, wieso denn alles so gekommen ist in seinem Leben, und der Unruhe, ob er in alle Ewigkeiten fürs Heldenpodest tauge. Selbstzweifel wird es geben. Auch Selbstüberschätzung. Mal siegt die Freude, gefeiert zu werden. Mal der Zorn, wenn kein Rückzug mehr möglich scheint, keine Sekunde am Tag, nirgends. «Wenn du den Job machst, erträgst du, dass alle Blicke dich ver­ folgen», sagte Boris Becker, «wenn du privat sein willst, ist es schwer, die Aufmerksamkeit zu ertragen.» Die Ehefrau eines Idols gerät fast automatisch mit in den Blickpunkt. «Im Schatten meines Mannes und trotzdem in der Sonne», wollte Barbara Becker

ihren Platz finden. So kam es nicht. Weltberühmt zu sein, bedeutet, im Ausnahmezustand zu leben – jederzeit erkannt, beäugt, bewertet. Dazu unablässig in Hotels unterwegs als Luxustramps, heute in London, morgen in Dubai, New York, Schanghai. Gefrässig, wie Publikum und Kritiker sind, wird von Helden verlangt, dass sie sich in jeder Situation wie Helden verhalten. Da bedarf es schon eines braven Mannes wie Roger Federer und einer Frau wie Mirka Federer, die mit sicherer Hand nicht nur das Privatleben, sondern auch die organisatorischen Fäden hält. Zu meistern ist da viel. Sieger ziehen Mitläufer in ihren Bann – Bewunderer, Neider, Nutzniesser. Und alle wollen beachtet sein. Boris Becker klagte, er sei «Jahre damit beschäftigt gewesen, herauszufinden, ob man an meiner Person interessiert war

oder an meinem Ruhm». Obwohl auch Barbara Becker resolut die Aussenwelt abblockte und Freunde auf Verschwiegenheit einschwor, blieben manche Erfahrungen nicht gut. «Auf einmal misstraut man allen, die man kennt, und überlegt, wer da wohl wem was gesagt haben könnte.» Eine Entscheidung scheint ein guter Schlüssel zu sein, weder vom Tenniszirkus noch vom Ruhm gefressen zu werden. Paare, die mit der ganzen Familie herumziehen wie die Federers und wie es früher Steffi Graf und Andre Agassi taten, erleben täglich neu, wie sich im Blick der Kinder alles relativiert. Papa soll ein Rekordbrecher sein, ein Jahrhundertheld? Wichtig ist, dass er zum Anfassen nah zur Tribüne kommt und hinterher ein Eis spendiert. Und sowieso ist Mama genauso toll.


Bereit für den Ernstfall Rettungschef Bruno Jelk in voller Ausrüstung auf der Helibasis in Zermatt.

w Intervoiceh e W r e d mit lk Bruno Je

«Der Bergtod ist kein schöner Tod»

Neun Tote am Mont Blanc. Fünf Tote am Lagginhorn. Zwei Tote am Eiger. Bergretter bruno Jelk weiss, warum der Tod in den Bergen in diesen Tagen so häufig zuschlägt. Text silvan grütter Fotos kurt reichenbach

Z

ermatt VS vergangene Woche. Das Matterhorn liegt hinter dichten Wolken verborgen. Kein gutes Bergwetter. Einen Tag zuvor sind am Mont Blanc neun Bergsteiger tödlich verunglückt. Der Stimmung hier tut das keinen Abbruch. Die Schar der Bergsteiger und Wanderer will nur eins: hoch hinaus. Bruno Jelk, 68, Rettungs­ chef der Air Zermatt, geht stumm an ihnen vorbei. Er weiss: Mahnende Worte wollen die Alpinisten nicht hören. Herr Jelk, haben Sie eine Erklärung dafür, was sich am Mont Blanc abgespielt hat?

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schweizer illustrierte

Es ist ein ganz tragischer Unfall. Es hatte kurz zuvor noch stark geschneit, und vom Winter her liegt noch eine dicke Schneedecke. Dann ist die Ge­ fahr gross, dass sich ein Schneebrett löst. Da muss jeder Alpinist seine eigene Einschätzung machen. Am Mont Blanc haben sie die Situation als nicht gefährlich eingeschätzt. Offenbar eine Fehleinschätzung? Da muss man aufpassen. Ich schliesse nicht aus, dass sich oben am Hang ein grosses Stück Eis gelöst hat. Das ist unberechenbar. Wenn so ein Eisblock in einen Hang einschlägt, dann kann er eine Lawine auslösen. Und so wie es für mich aussieht, könnte genau das passiert sein. Die Unglücksfälle in den Bergen scheinen in diesen Tagen nicht abzureissen. Trügt das Gefühl, dass es sich um eine eigent­ liche Unglücksserie handelt? Der Eindruck trügt leider nicht, es ist tatsächlich so. Es liegt am Wetter und an der Jahreszeit. Im Hochgebirge herr­

schen momentan bei verschiedenen Routen und Bergen schlechte Verhält­ nisse. Es liegt immer noch unglaublich viel Schnee, und dazu kommt das schlechte Wetter mit starken Gewittern und sogar neuem Schnee. Und jetzt, Ende Juni und im Juli, kommen die Touristen. Sie kommen von weit her, haben gebucht und wollen auf die Gipfel. Die lassen sich von den schlech­ ten Bedingungen nicht abschrecken und brechen trotz Warnungen auf. Bei guten Verhältnissen würde vielleicht noch alles gut gehen – aber so halt nicht. Besonders an bekannten Bergen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Warum? Es gibt halt einen richtigen Run auf diese Modeberge. Es ist einfach prestigeträchtiger, wenn man sagen kann, dass man auf dem Mont Blanc oder dem Matterhorn war, als wenn man einen unbekannten Gipfel be­ stiegen hat.


In der Schweiz gab es im vergangenen Jahr 22 Prozent mehr Bergtote, 151 Alpinisten starben. Braucht es in den Bergen ähnliche Anstrengungen wie im Strassenverkehr, um die Unfallzahlen zu senken? Nein. Das liegt letztlich in der Eigen­ verantwortung jedes Einzelnen. Wie sollte man das auch machen? In Zer­ matt gab es mal Bestrebungen, den Zugang zum Matterhorn nur noch mit Bewilligung oder mit einem Bergführer zu gestatten. Aber wer soll das kontrol­ lieren, wer steht am Morgen am Berg und sagt, du gehst und du gehst nicht? Heute gibt es gute Ausbildungen und Websites mit vielen nützlichen Infor­ mationen. Zudem kann man jeden Hüttenwart über die aktuellen Verhält­ nisse befragen. Wenn die Leute diese Angebote nutzten oder einen Bergfüh­ rer nehmen würden, liessen sich viele Unfälle verhindern. Wie viele? 30 Prozent, würde ich sagen. Aber es gibt Unfälle, die passieren einfach. Wenn einer am Matterhorn an der falschen Stelle abstürzt, dann ist er einfach tot. Wenn man in den Bergen sieht, wie die Leute so unterwegs sind, wundert man sich, dass nicht mehr passiert. Macht es Sie als Retter wütend, wenn Sie Leute retten müssen, die sich fahr­lässig in Gefahr gebracht haben? Überhaupt nicht. Ich übe den Beruf ja freiwillig aus. Wenn es mich wütend machen würde, dann müsste ich etwas anderes machen. Aber die Leute bringen unter Umständen ja auch die Retter in Gefahr. Einmal habe ich schon zu einem ge­ sagt, dass das so nicht gehe. Wir be­ kamen einen Anruf von zwei Baslern, die in Schwierigkeiten steckten. Nichts Dramatisches. Weil es stark geregnet hatte, sagte ich ihnen, dass sie warten müssten. Eine Stunde später ging die Meldung ein, dass jetzt einer der ­beiden am Seil hinge und dringend Hilfe benötige. Als wir sie erreichten, stellte sich heraus, dass sie brandschwarz gelogen hatten. Es hing gar keiner am Seil, sie wollten bloss schneller wegkommen. Denen hab ich dann schon die Meinung gesagt. Wird die Zahl der Bergtoten weiter ­zunehmen? Ich befürchte, ja. Die Anziehungskraft der ganz hohen Berge ist ungebrochen. Auch die schwierigen Berge sind immer einfacher mit dem Auto oder mit Bahnen zu erreichen. Und die Werbung und der Outdoor-Boom tun

tage des todes in den bergen

Keine Chance Für neun Bergsteiger am Mont Blanc kommt jede Hilfe zu spät.

Retter im Einsatz Ein Opfer des Unglücks am Mont Blanc wird umgeladen. u mont blanc Neun Bergsteiger, darunter ein Schweizer, sterben am 12. Juli beim Aufstieg auf den höchsten Berg der Alpen (4810 Meter). Unfall­ ursache: Lawine. u Lagginhorn Fünf Deutsche, darunter eine 14-Jährige und drei Jugendliche, stürzen am 3. Juli in den Tod. Sie stiegen ohne Bergführer auf den 4010 Meter hohen Gipfel. Unfall­ursache: nicht restlos geklärt. u eiger Zwei spanische Bergsteiger klettern am 5. Juli in der Westflanke des Eigers (3970 Meter). Beide stürzen tödlich ab. Unfallursache: unbekannt. u Nadelhorn und Dent blanche Ein Engländer und ein Holländer sterben an diesen Walliser Viertausen­ dern. Unfallursache: unbekannt.

das Übrige. Die Leute sehen diese tollen und bekannten Bergsteiger. Dann gehen sie in den Laden, kaufen sich eine Ausrüstung und wollen das Gleiche machen. Die Demut vor dem Berg ist verloren gegangen. Ist der Bergtod ein schöner Tod? Oh, nein. Da gibt es Leute, die stürzen Hunderte Meter über Geröllfelder und sterben erst ganz am Schluss. Oder andere stecken zwei bis drei Tage lang in einer Gletscherspalte, bevor sie sterben. Nein, der Bergtod ist kein schöner Tod. Da gibt es bestimmt schönere Tode.  schweizer illustrierte

Fotos AFP, AP / Keystone

Wie gross ist da der Druck auf die Bergführer? Lassen die sich zu riskanten Touren überreden? Das kommt letztlich auf den Charakter des Bergführers an. Aber ich glaube nicht, dass sich jemand absichtlich in Gefahr bringt. Schliesslich trägt der Bergführer auch die ganze Verantwor­ tung, wenn etwas passiert. Jetzt zum Beispiel geht kein einziger Bergführer auf das Matterhorn, weil es einfach zu gefährlich ist. Da können die Gäste noch so viel Druck machen. Ist die Risikobereitschaft der Alpinisten grösser geworden? Das Gefühl habe ich schon, ja. Das Handy spielt dabei eine grosse Rolle. Früher kam ein Hilferuf aus den Bergen oft Stunden oder sogar erst Tage später. Die Leute mussten zuerst absteigen und jemanden informieren. Das hat abgeschreckt. Heute kann der Notruf sofort nach dem Unglück ab­ gesetzt werden. Dadurch wiegen sich viele Alpinisten in falscher Sicherheit und gehen einfach mal los. Und wenn es dann Abend wird oder ein Gewitter aufzieht, dann rufen sie einfach an und sagen, dass man sie abholen solle. Das hat stark zugenommen in den letzten Jahren. Sie fordern ihr Schicksal regel­ recht heraus. Das Handy hat für ein Rettungsteam aber auch sehr gute Seiten. Der Alarm kommt schnell, und man weiss, was wo passiert ist. Mit Rückfragen kann der Einsatz von Beginn an sehr gut koordiniert werden. Es fällt auf, dass bei den tödlichen Un­fällen auf Hochtouren in der Schweiz 88 Prozent der Opfer Ausländer waren. Gibt es Nationalitäten, die mehr Risiken eingehen als andere? Mit den Bergsteigern aus den Oststaa­ ten war es brutal. Die waren miserabel ausgerüstet und hatten kein Geld für Bergführer und benützten auch keine Hütte zum Übernachten. Die sind sogar vom Tal her zu Fuss nach Zermatt gekommen, damit sie sich das Bahn­ billett sparen konnten. Und die haben dann auch einen schweren Unfall nach dem anderen gebaut. Heute kommen sie besser bis sehr gut ausgerüstet. Jetzt sind es laut Statistik Alpinisten aus Deutschland, die am meisten verunfallen. Aber die sind hier halt auch am meisten unterwegs. Aber es gibt schon Gruppierungen, die alle guten Ratschläge in den Wind schla­ gen. Ich sage denen schon gar nichts mehr, weil man sonst nur angepöbelt wird. Aber wenn mich jemand anruft und etwas wissen will, dann gebe ich gerne Auskunft.

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Vatikan

Sorgenvoller Blick Kardinal Kurt Koch, 62, steht auf der Dachterrasse seiner Residenz im Palazzo del Sant’Uffizio. Im Hintergrund der Petersdom.


Verrat im Vatikan Er ist der treue Schweizer an der Seite von ­Benedikt XVI.: Kardinal kurt Koch. In seiner Residenz in Rom spricht der Luzerner offen über den Diebstahl geheimer Papst-Dokumente und seine Arbeit als Diplomat im Namen des Herrn.

Gutes Team Papst Benedikt XVI. und Kardinal Koch. schweizer illustrierte

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Vatikan

Haferguetsli auf dem Schreibtisch Und als Mauspad ein Motiv aus der Sixtinischen Kapelle. Text stephanie Ringel Fotos Kurt Reichenbach

W

enn Kardinal Kurt Koch abschalten will von Bespre­ chungen, Bürokram und den Diskussionen über den Diebstahl ge­ heimer Dokumente durch den Kammer­ diener des Papstes, steigt er die eiserne Treppe vor seiner Wohnung im 4. Stock des Palazzo del Sant’Uffizio hoch und geht auf dem Dach langsam im Kreis. «Hier kann ich einfach mal sein», sagt er, über ihm ist dann nur noch der Himmel. Der Renaissance-Palast Sant’Uffizio grenzt an die vatikanische Mauer und an den Petersdom. Ein Seitenausgang führt direkt aufs Hoheitsgebiet des kleinsten Staates der Welt. Früher arbeitete hier Kardinal Joseph Ratzinger, bevor er als Papst Benedikt XVI. in die Gemächer des Heiligen Vaters umzog. Und noch früher wüteten im Keller die Richter der Glaubenskon­gregation – umgangs­ sprachlich als Inquisition bekannt. Vor zwei Jahren holte der Papst den Schweizer nach Rom und setzte ihn ein als Präsident des Rats zur Förderung der Einheit der Christen. Seitdem reist Koch als kirchlicher Diplomat um die Welt. Eminenz, der Kammerdiener des Papstes hat vertrauliche Dokumente gestohlen, die der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi gerade in einem Buch veröffentlicht hat. Darin schildert er Machtkämpfe und Korruption im Vatikan. Überrascht Sie das Ausmass des Skandals? Man muss unterscheiden zwischen dem, was wirklich geschehen ist, und den

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vielen Geschichten, die in den Medien daraus gemacht werden. Die Untersu­ chung dazu ist noch nicht abgeschlos­ sen, deshalb kann ich mich auch nicht in sinnvoller Weise dazu äussern. Haben Sie das Buch «Seine Heiligkeit. Die Geheimdokumente von Benedikt XVI.» gelesen? Ja. Ich habe eine Meinung dazu, aber die behalte ich für mich, solange ich nicht weiss, wie das Buch zustande kam. Der Journalist will dokumentieren, dass die katholische Kirche im Vatikan, also in ihrem Herzen, zersplittert ist. Wer davon ausgeht, dass in der katholi­ schen Kirche alle stromlinienförmig dasselbe denken, der geht von falschen Voraussetzungen aus. In der Kirche und in der Kurie, also in den Leitungs- und Verwaltungsorganen des Heiligen Stuhls, gibt es verschiedene Meinungen. Diese auch auszudrücken, ist das Normalste der Welt. Ich weiss nicht, weshalb man daraus eine Sensation machen sollte. Herr Nuzzi deckt Bevorteilung bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen auf, die den Vatikan Millionen gekostet haben. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht bestätigen. Schlimm ist der Vertrauens­ bruch, den der Heilige Vater erleben muss. Es wird auch schwierig, wenn ich nicht mehr die Gewissheit haben kann, dass ein persönlicher Brief von mir an den Papst vertraulich bleibt, sondern in einer Zeitung erscheint. Der Papst hat erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche einen Kommunikationsberater ernannt: Greg Burke; der Amerikaner ist Journalist. Das ist völlig normal.

Leben mit Büchern In seinem Wohn-Ess-Zimmer empfängt Kardinal Koch oft Gäste. Vom Fenster aus sieht er den Papstpalast.

Schwester Lines, 38, vom Orden Medical Sisters of St. Joseph kocht für den Kardinal. Wie bitte? Sogar in der Diskussion um die Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater auf einen offiziellen Berater verzichtet. Wir haben intern immer Berater ge­ habt. Dass nun auch eine spezifische Person von aussen zugezogen wird, ist gewiss gut. Wie sind Sie in die Aufklärung des Falls eingebunden? In dem Sinne, dass es mich beschäftigt. Aber nicht mit einer spezifischen Aufgabe. Wie intrigant ist der Vatikan? Ich habe bislang keine Intrigen erlebt. Wie in jeder anderen Organisation gibt


«Auch in der Kirche gibt es verdecktes oder bösartiges Gegeneinander» es auch in der Kirche Mangel an Zu­ sammenarbeit oder auch verdecktes oder manchmal bösartiges Gegeneinan­ der. Wo Menschen zusammenleben, kann dies – leider – vorkommen. Und Bischöfe und Kardinäle sind nun mal Menschen. Aber dass man deshalb von Palastrevolution redet, halte ich für unangemessen. Intrigen habe ich auch in der Kirche in der Schweiz erlebt, dazu muss ich nicht in den Vatikan. Sie leben seit zwei Jahren in Rom. Was ist Ihre Aufgabe als Präsident des Rats zur Förderung der Einheit der Christen? Dieser Rat ist 1960 gegründet worden von Papst Johannes XXIII. Er wollte, dass seine beiden Hauptanliegen – die Erneuerung der katholischen Kirche und die Wiederherstellung der Einheit der Christen – im Konzil zum Thema werden. Es gibt zwei Typen von Spaltung: die­ jenige zwischen Ost und West und diejenige in der Westkirche zwischen Katholizismus und den aus der Reforma­ tion hervorgegangenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. In der Abteilung Ost haben wir zwei grosse Dialoge: mit allen orthodoxen Kirchen,

die sich national identifizieren – wie russisch-orthodox, griechisch-orthodox oder serbisch-orthodox. Und dann mit den orientalisch-orthodoxen Kirchen. Die waren zuletzt durch die Krisen im Mittleren Orient im Gespräch. Genau, das sind Syrer, Kopten, Arme­nier, Äthiopier, Malagaren, Malankaren. Und in der Abteilung West sprechen Sie mit wem? Mit allen aus der Reformation hervorge­ gangenen Kirchen, also mit Lutheranern, Reformierten, Methodisten, Baptisten, Mennoniten. Es sind insgesamt sechzehn sogenannte «Dialoge». Zugeordnet ist noch die Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum. Sie wollen mit all diesen Gläubigen in Kontakt sein und die Einheit der Kirche wiederherstellen – wie soll das gehen? Erstens mit ungeheuer viel Geduld. Zweitens mit sehr viel Liebe. Indem man aufeinander zugeht, im Gespräch ist und den Weg sucht, wie man das, was zerbro­ chen ist, wieder heilen kann. Dieses Jahr zum Beispiel war ich eine Woche lang in Äthiopien, dann zehn Tage in Brasilien,

in Israel, Irland, England. Ich begleite im September den Papst in den Libanon und reise später nach Armenien. Ihre Aufgabe scheint unlösbar. Wo ­nehmen Sie die Kraft dafür her? Ich werde die Einheit nicht schaffen, auch mein Nachfolger nicht. Wer dann? Die Einheit kann uns nur von Gott geschenkt werden. Der Grund der Ökumene liegt bei Jesus selbst und in seinem hohepriesterlichen Gebet. Und schon bei ihm fällt auf: Jesus befiehlt die Einheit nicht, sondern er betet für sie. Und das ist auch die Form, an der alle Christen beteiligt sein können. Weltlich gefragt: Dann geht es dem Rat um Frieden und Völkerverständigung? Ja. Es gibt keinen äusseren Frieden ohne den inneren. Und die Religion kümmert sich immer um das Innere. Ein Mensch, der nicht im Reinen ist mit sich selbst, kann auch nicht im Reinen mit anderen leben. Dann sind Sie Friedensstifter und ­Diplomat im Namen des Herrn? Wir unterscheiden in der Ökumene zwei Formen: In der Ökumene u schweizer illustrierte

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Vatikan

«Wohin ich in die ­Ferien reise? Ich mag das Meer. Es ist sehr beruhigend»

Heiliger Platz Täglich geht Koch auf dem Weg in sein Büro über den Petersplatz. Oft kommt er erst spätabends nach Hause.

Beten für die Einheit Als ÖkumeneMinister des Papstes kämpft Koch für die Wiederherstellung der Einheit der Christen. u der

Wahrheit geht es um theologische Fragen. Die Ökumene der Liebe hin­ gegen will, dass wir versuchen, in Freundschaft miteinander zu leben, dass wir uns gegenseitig anerkennen und uns so annehmen, wie wir sind. Ein Dialog von gleich zu gleich? In der Ökumene ist sehr viel Diplomatie gefragt. Die Art und Weise, wie man Dialoge führt, ist manchmal wichtiger als der Inhalt. Oder wie der Schweizer Dichter Max Frisch in seinem Tagebuch geschrieben hat: «Ich darf die Wahrheit dem anderen nicht wie einen Waschlap­ pen um die Ohren schlagen, sondern ich muss sie ihm als Mantel hinhalten, damit er reinschlüpfen kann.» Ich stelle mir Ihre Aufgabe schwer vor: viel Arbeit, wenig sichtbare Resultate. Ich würde nie sagen: Da ist mir etwas gelungen. Eher: Da ist etwas gelungen. Am letzten Freitag war das Hochfest Peter und Paul, das Fest der Kirche in

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Rom. Da ist es üblich, dass eine hohe Delegation des Patriarchen von Kon­ stantinopel … … dem heutigen Istanbul … … nach Rom kommt und mit uns feiert. Ich selber gehe am 30. November, am Fest des heiligen Andreas, nach Kon­ stantinopel und feiere dort mit den Orthodoxen. Eine lange Tradition, die Beziehung und Freundschaft unter­ einander stärkt. Wie gut sind Sie mit dem Papst befreundet? Es heisst, Sie sehen ihn wöchentlich. Ich sehe ihn viel. Wenn wir Gäste aus der Ökumene haben, begleite ich sie zur Audienz beim Papst. Dann ist immer Zeit, mit dem Heiligen Vater zu sprechen. Er schenkt einem ganz grosses Vertrauen, von Anfang an, nach dem Motto: «Ich glaube schon, dass Sie ungefähr wissen, was zu tun ist.» Der Papst ist 85 Jahre alt. Sorgen Sie sich um ihn?

Ich sorge mich, weil er sich mit so vielen Dingen abgeben muss, die nicht seinen Prioritäten entsprechen. Er möchte das Evangelium in den Mittel­ punkt stellen, und er möchte eine innere Erneuerung der Kirche. Stattdessen kämpft er gegen Verrat? Ja, das finde ich schade. Doch ob ein Mensch Herausforderungen bestehen kann oder nicht, hängt in erster Linie von seiner inneren Kraft ab. Weiss Benedikt XVI., was er will? Sehr genau. Im Unterschied zu vielen, die behaupten, dass er keine Ahnung habe, wie die Kirche geführt werden sollte. Er macht es mit Liebe und Geduld. Der Papst ist seit dem 3. Juli in Castel Gandolfo in den Ferien. Wohin reisen Sie? Ich mag das Meer, es ist sehr beruhi­ gend. Aber ehrlich gesagt: Ich würde gerne mal wieder etwas schreiben. Sie haben schon 60 Bücher geschrieben! Büchlein. Ich würde gerne schreiben über die Bedeutung Gottes in der heu­ tigen Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die Religion derart aus der Öffentlichkeit verbannt, wird inter­religiös nicht dialog­ fähig sein. Das Religiöse muss auch ein öffentliches Thema sein und darf nicht verdrängt werden. Verdrängt wohin? Nur in die Abteilung von Vatileaks und anderen Skandalen. Dies wird der Religion nicht gerecht. 


Swisscom TV Live bewegt am meisten Blickfang Claudia Lässer bringt weib­ liche Intuition in die Männer-Domäne Fussball. Sie mag Barcelona und den Walliser Dialekt.

Claudia Lässer

«Fussball ist meine Leidenschaft» Premiere Sie ist das neue Gesicht der Super League auf Teleclub: TV-Lady Claudia Lässer verbindet Fachkompetenz mit Charme.

Fotos Rene Ruis / Keystone, Bruno Voser

Eine Frau in der Fussball-Machowelt: Was reizt Sie besonders an Ihrem Job? Das Thema Fussball ist für mich spannend, weil es meine Leidenschaft ist. Es macht mir Spass, mich beruflich in diesem Business zu bewegen. Schon während meiner Ausbildung im Lehrerseminar gehörte Fussball zu den Pflichtfächern. Zudem treibe ich selber vier- bis fünfmal pro Woche Sport – meine Freunde sagen oft, ich sei ein wenig sportverrückt! Welcher Spieler der Super League hat am meisten Sex-Appeal? Raphael Wicky hat Sex-Appeal, weil er

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ein charismatischer Typ ist und viel zu erzählen hat. Seine Persönlichkeit macht ihn spannend, nicht nur sein Aussehen. Und: Sein Walliser Dialekt ist sexy. Was zeigt uns Teleclub live am Bildschirm, was wir im Stadion nicht mitbekommen? Wir sind mit unserem Studio da, wo es passiert, und bieten dank spannenden Studiogästen in Ergänzung zum Livespiel zusätzliche Hintergrundinforma­ tionen und News. Teleclub zeigt via Swisscom TV alle Spiele (180) der Raiffeisen Super League sowie die spannendsten Begegnungen des europäischen Spitzenfussballs und fasst jeweils auch alle Tore am Wochenende für den Zuschauer zusammen. Verraten Sie uns, für welchen Klub Ihr Fussballherz schlägt? International für den FC Barcelona, das Mass aller Dinge. In der Super League bin ich neutral. Sportlich sowie wirtschaftlich beeindruckend finde ich den FC Basel. Es ist wichtig für den Schweizer Fussball, dass es in unserer Liga einen so gut geführten Klub gibt, der auch international mithalten kann.

«EM-Final im Spanien-Trikot» Carlos Lima Handball-Trainer, Laureus-Botschafter Ich bin ein Fussball-Fan. Nicht nur während der WM und EM. Als spanisch-schweizerischer Doppelbürger bin ich im Moment aber besonders stolz auf Spanien. Für den EM-Final hatte ich zu Hause die Spanien-Fahne aufgehängt und mir das spanische Trikot angezogen – und die Kinder waren natürlich geschminkt. Den spanischen Fussball verfolge ich während der ganzen Saison, vor allem via Internet. Daneben interessiert mich die Deutsche Bundesliga sehr. Meine Gattin ist Deutsche, das «aktuelle sportstudio» am Samstagabend und die «Sportschau» am Sonntag sind uns «heilig» – sofern wir zu Hause sind. Es ist bei uns durchaus so, dass nicht ich zum Einschalten des TVGeräts dränge, sondern oftmals meine Frau auf die Uhr schaut und meint, es wäre jetzt wieder Bundesliga-Zeit. Einen eigentlichen Lieblingsklub habe ich nicht. Meine Mutter ist Madrilenin, insofern müsste ich eigentlich Real Madrid die Daumen drücken. Über den Handballsport habe ich aber gute Beziehungen nach Barcelona … Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass es vorab darum geht, dass guter und schöner Fussball gespielt wird. In der Bundesliga finde ich Bayern München faszinierend – nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern vor allem aus wirtschaft­ licher. Was Uli Hoeness als Manager aus diesem Verein gemacht hat, ist beein­ druckend. Als Luzerner drücke ich in der Super League natürlich dem FCL die Daumen, schliesslich habe ich auch einige Freunde in diesem Verein.

Alle Tore live! Mit Teleclub auf Swisscom TV 2. Runde fc basel – FC Luzern Sa 19:45 Lausanne – FC St. Gallen SA 19:45 YB – GC So 13:45 FC Sion – Servette SO 13:45 FC Zürich – FC Thun SO 16:00

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homestory

In Europa hat carlos leal als Schauspieler und Musiker viel erreicht. Jetzt ist Amerika dran. Zusammen mit seiner Frau jo und Sohn Elvis will er das Land erobern. Text marlène von arx Fotos jonas mohr

M

aman, darf ich beim Kochen helfen?» Elvis, 4, ist ganz aufgeregt. Noch bevor seine Mutter etwas sagen kann, steht der Kleine einsatzbereit auf dem Sockel vor der Küchenablage. Mit Daumen und Zeigefinger drückt er eine Cherry-Tomate fest aufs Schneidebrett und säbelt sie durch – so wie es ihn die Mama gelehrt hat. Bei den Leals ist heute ein Pasta-Dinner angesagt. Ein Dutzend Freunde kommt zu Besuch. «Wir haben es gerne gesellig und haben schon in Paris und Madrid, wo wir vorher lebten, regelmässig solche Dinners organisiert», erklärt Carlos. Nun finden die lockeren Partys mitten in Hollywood statt, wo der Schauspieler und Rapper der Westschweizer Formation Sens Unik seit zwei Jahren lebt. Zusammen mit seiner Frau Joelle, 39, und Sohn Elvis bewohnt er ein schmuckes Dreizimmerhaus in der Nähe der berühmten Melrose Avenue. Mit Hauptrollen in Filmen wie «Sennentuntschi» und «Verso» gehört der Romand mit spanischen Wurzeln in der Schweiz zu den Top-Stars. Wer nicht ins Kino geht, kennt ihn von den UPC-Cablecom-Spots oder als Gesicht von Piaget und Caritas. Ab dieser Woche ist Leal in einer «eher kleinen, aber wichtigen Rolle» im deutschen Film «Escape from Tibet» an der Seite von Hannah Herzsprung in den Kinos zu ­sehen. Das Flüchtlingsdrama ist sein ­erster Film mit politischer Botschaft. u

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Bienvenue à schweizer illustrierte


Superheld im Schoggi-Himmel Der kleine Elvis backt mit Papi Carlos Leal und Mami Jo Kelly in der Familienk端che in Hollywood einen Kuchen.

Hollywood

schweizer illustrierte

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«Oliver Stone wollte wissen, ob ich einen mexikanischen Akzent beherrsche» carlos leal «Wir drehten im indischen Ladakh, aber wir sagten den Behörden, dass es sich um einen Liebesfilm handelt, um keinen Ärger zu bekommen.» Ob in deutschen, französischen («Intersection», produziert von Luc Besson) oder spanischen Filmen, Carlos Leal ist in Europa etabliert. Aber der Lausanner, der als Croupier im Bond-Streifen ­«Casino Royale» bereits etwas Hollywood-Luft schnupperte, möchte sich auch in der US-Filmmetropole einen Namen machen. «Eine einzige Rolle unter der Regie eines Star-Regisseurs kann das ganze Leben verändern», so der 43-Jährige. Dank seinem langen Résumé darf er tatsächlich bei berühmten Regisseuren wie David Fincher, Ridley Scott und Oliver Stone vorsprechen. Letzterer wollte von ihm wissen, ob er einen mexikanischen Akzent beherrsche. «Natürlich würde ich den für Stone hinkriegen!», meint Leal – schliesslich kriegte er die Rolle in «Savages» leider nicht. Dafür klappte es mit einer Gastrolle als französischer Ermittler in der Krimi-Serie «Chaos». «Ich wünschte, es ginge alles etwas schneller», gibt Leal zu. «Ich bin happy, aber grundsätzlich bin ich ein Mensch, der nie ganz zufrieden ist. Manchmal sehne ich mich nach einem normalen Leben, wie es meine Eltern hatten!» Für Heiterkeit im Hause Leal sorgt in solchen Momenten Carlos’ belgisch-irische Frau Joelle Kelly, genannt Jo. Die beiden Schauspieler haben sich vor zehn Jahren in Paris an einer Party verliebt und 2008 auf dem Pier am Venice Beach geheiratet. Vor Kurzem schrieb und inszenierte Jo den Kurzfilm «Grace» mit Carlos als geistig Behindertem in der Hauptrolle. «Unser Arbeitsprozess ist sehr unterschiedlich, was es schwierig macht zusammenzuarbeiten. Carlos muss sehr fokussiert sein, ich hingegen mags lockerer», sagt sie. «Aber die Leidenschaft für den Film ist die gleiche, so haben wir das inzwischen gut im Griff.» Abseits vom Set dreht sich bei den Leals alles um Elvis. «Vater sein


homestory

«Meine Freizeit gehört der Familie», sagt der Schauspieler und Rapper. «Girls in Miniröcken und schnelle Autos sagen mir nichts.»

Halbzeit in Hollywood Carlos: «Ich gebe mir noch zwei Jahre. Dann überlege ich, ob es Sinn macht, es weiterhin hier zu versuchen.»

Ideales Duo «Jo hilft mir beim Lernen für das Vorsprechen. Sie ist ein toller Coach.»

ist das Schönste, aber ich bin ängstlicher geworden», so der Daddy. «Ich hatte vor allem am Anfang immer wieder Albträume, sah Elvis ertrinken.» Der Bub, der in einen amerikanischen Kindergarten geht und perfekt Englisch, Französisch und etwas Spanisch spricht, hat andere Sorgen: Er möchte fliegen können. «Wie Superman oder Spider-Man!» Bis er eine entsprechende Maschine dafür erfunden hat, ist das Trio viel mit dem Velo unterwegs – ein seltenes Bild in der Autostadt Los Angeles. «Aber eben – andere Länder, andere Sitten», meint Carlos Leal. Für das neue Album von Gitarrist Slädu hat er vor Kurzem über seine

Schweizer Heimat reflektiert und den Song «Bien­venue en Suisse» geschrieben. «Eine Art Hass-Liebes-Lied, das in zwei Stunden aus mir herausfloss. Aus der Distanz liebe ich die Schweiz jetzt mehr, weiss aber auch, weshalb ich weggegangen bin.» Uns Schweizern fehle es an Selbstvertrauen. «Wir entschuldigen uns zuerst, wenn wir künstlerisch etwas auf die Beine stellen. Dabei können wir doch stolz auf unser Schaffen sein.» Das Werk in der Küche ist inzwischen auch vorangeschritten. Es entsteht gerade ein veganer Kuchen. Und Elvis «spienzlet» schon nach dem Schoggi­ löffel.  schweizer illustrierte

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Olympiaserie

Der Easy Rider


Daheim ist er der ruhende Pol, für sein Team eine ­routinierte Stütze. Aber wehe, Radrennfahrer Michael Albasini entwischt in einer Fluchtgruppe! Text Christa Hürlimann Fotos Hervé Le Cunff

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Born to be wild & mild Das leichte Velo im schweren Harley-Design passt zu Michael Albasinis Charakter. Auf der Radrennstrecke ist er ein angriffiger Schwerarbeiter – privat ein geduldiger Familienvater.

en Stoos hinunter, übers Toggen­ burg auf die Schwägalp und heim nach Gais AR. 100 Kilometer Vollgas in dreieinhalb Stunden. Und jetzt ein bisschen ausruhen und etwas Kühles trinken? Denkste. Wenn Michael Alba­ sini, 31, vom Training heimkommt, ist Radau angesagt. Der ältere Sohn Gioele, 4, «fräst» bereits mit dem Holzlaufrad durch die Stube, Gianin, 2, tollt auf dem Sofa herum. Doch das stört den Papa nicht. «Ich war früher auch alles andere als der ruhende Pol – inzwischen bringt mich nichts so schnell aus der Ruhe. Be­ sonders, wenn ich mal zu Hause bin.» Manchmal plagt ihn das Gewissen, wenn er tagelang unterwegs ist in Trai­ ningscamps oder wie jetzt an der Tour de France und demnächst in London an den Olympischen Spielen. Auch wenn er sei­ ner Familie im Gegenzug spezielle Erleb­ nisse wie Aufenthalte in Australien, der Heimat seines Teams Green Edge, bieten kann. Und auch wenn er sich auf die Un­ terstützung seiner Frau verlassen darf. «Meine Gewissensbisse sind definitiv grösser als Corinnes Unverständnis.» Mit wem sie es zu tun hat, weiss Corinne Albasini, 28, nämlich vom ers­ ten Augenblick an. Die beiden lernen sich auf dem Säntis kennen. Dort ist der Radrennfahrer im Trainingslager. Sie auch. Aber als Masseurin. Sie soll den Säntis als Höhentrainingsort promoten, mit Annehmlichkeiten wie Massagen. Das Projekt wird nicht längerfristig wei­ terverfolgt. «Doch für mich hat die Pro­ mo-Aktion Sinn und Zweck mehr als er­ füllt», sagt Michael Albasini lachend. Seit 2006 sind die beiden ein Paar, seit 2008 verheiratet. Und seit 2007 wohnen die Ausserrhoderin und der Thurgauer in Gais, seit eineinhalb Jahren in einer Ei­ gentumswohnung im Grünen. Mit riesi­ ger Fensterfront und fantastischer Aus­ u sicht auf den Alpstein. schweizer illustrierte

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Vorbei die Zeiten, als Michael Alba­ sini als Seminarist froh ist, wenn die WG-Kollegen den Kühlschrank wieder einmal auffüllen. Als er selbst von 500 Franken Spesenentschädigung und gelegentlichen Siegprämien lebt. «Im Win­ ter gab es keine Rennen, da habe ich wirk­ lich jeden Rappen zweimal umgedreht», erzählt er. Doch das klare Ziel vor Augen lässt ihn nie an seinem Weg zweifeln. Schon mit acht Jahren weiss Mi­ chael Albasini, dass er Profiradfahrer werden will. Damals dürfen er und seine ältere Schwester und die zwei jüngeren Brüder seinen Vater, Gründer des Rad­ vereins Bürglen, in die Velotrainings­ lager begleiten. Schnell fährt Michael ­allen davon. Und auch wenn er im Velo­ sattel fokussierter ist als im Schul­

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zimmer, schliesst er 2001 das Lehrer­ seminar mit Diplom ab. Hält sich mit Vertretungen über Wasser, bis er 2003 bei Phonak seinen ersten Profivertrag und damit einen fixen Lohn erhält. Fuchst ihn zu Beginn der Karriere manchmal, dass seine Rolle als «Wasser­ träger», also als Zudiener für die Team­ leader, in den Medien nicht erwähnt ­wird, steht er heute darüber. «Mittler­ weile weiss ich, was ich kann, muss es nicht erst in der Zeitung lesen. Viele ver­ stehen eben gar nicht, was im Team ge­ leistet wird. Es ist wie beim Fussball. Die ganze Mannschaft gewinnt den Match, nicht nur der Spieler, der die Tore schiesst.» Medial stärker im Mittelpunkt zu stehen, würde auch mehr Stress und Verantwortung mit sich bringen. Und

Sieg! Auch «Wasserträger» Michael Albasini kann Rennen gewinnen – «aber eben 5 statt 25». Hier bei der achten Etappe der Tour de Suisse 2012. diese Zeit nutzt «Alba» lieber mit Corin­ ne und den beiden Buben. Der Familienzuwachs hat den Rennfahrer positiv beeinflusst. Zwar sei er bei einer rasanten Abfahrt eher mal etwas vorsichtiger, seit Gioele und


Michael Albasini u Geboren am 20. Dezember 1980 u Aufgewachsen in Lanterswil TG u Wohnhaft in Gais AR u Familie verheiratet mit Corinne, 28, Söhne Gioele, 4, und Gianin, 2 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 u Beruf Radprofi, ausgebildeter Lehrer u Team Green Edge (Australien) u sportliche Erfolge 2012 Gesamtsieg Katalonien-Rundfahrt, 2010 Sieger Tour of Britain, 2009 Sieger Österreich-Rundfahrt, diverse Etappensiege

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Das meint der experte u stärken Seine

Endschnelligkeit und 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 seine offensive Fahr­ weise sind die Stärken von Michael Albasini. Er kann auch einen Sprint in einer grösseren Weltmeisterlich Gruppe gewinnen. 0 Früher 10 20 30 40 Oskar 50 60 70«Ösi» 80 90 100 u schwächen Camenzind war war Michi etwas zu von 1996 bis 2004 ungeduldig im Rennen, Radrennprofi. Sein aber er ist mit den Jahren grösster Erfolg war ruhiger geworden. 1998 der Sieg an u erfolgsrezept der Strassen-WM 0 10 die 20 30 40 im 50 niederländi60 70 80 90 100 Michi hat bis jetzt schen Valkenburg. beste Saison seiner Karriere abgeliefert und kann mit dem nötigen Selbstvertrauen und der nötigen Ruhe nach London. u Chance An einem Eintagesrennen kann alles passieren!0 Mit dem entsprechenden 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Rennglück ist für Michael Albasini in London alles möglich.

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Stubenrenner Gioele (l.) und Gianin fiebern schon mit, wenn sie mit Mama Corinne den Papa an ­Rennen begleiten.

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Die Chancen

Jubelfoto Tim De Waele / Corbis

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Gianin auf der Welt sind, gibt er zu. Aber dafür habe er durch seine Söhne gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Im aus­ tralischen Team Green Edge, für das er seit dieser Saison fährt, hat er von der Nebenrolle schnell zur Leaderrolle ge­ funden. Nicht unbedingt am Pausen­ tisch. «Ich bin nicht der, der das Ge­ spräch immer an sich reisst. Schon allein wegen der Sprache.» Jedoch im Velo­ sattel. «Ich bin weder ein Topsprinter noch ein Topbergfahrer – aber ich kann Sprinter bergauf abhängen und Berg­ fahrer absprinten; das kann in einem gemischten Parcours von Vorteil sein», erklärt Albasini. «Zwar gibt es viele sol­ che Fahrer, aber wenn sich eine Flucht­ gruppe vom grossen Fahrerfeld löst, habe ich in fast 100 Prozent der Fälle die

Nase vorn und kann auch Rennen gewin­ nen.» Dumm nur, dass dies mittlerweile auch anderen aufgefallen ist. «An der Tour de Suisse habe ich deutlich ge­ merkt, dass man mir auf die Finger schaut.» Schliesslich ist der 31-Jährige schon lange mit von der Partie. «Hoi, alter Mann», so habe ihn kürzlich ein ehema­ liger Teamkollege angesprochen. «Aber solange ich mich steigern kann, fahre ich weiter.» Nebenbei übt er jedoch bereits den Einstieg in ein anderes Business. Mit seinem Freund und Trainingskollegen, dem Mountainbiker Ralph Näf, hat er an­ gefangen, Kaffee zu vertreiben. «Auch nach 30 kann man viel lernen.» Doch das ist Kaffee von morgen. Heute steht Olympia an. Und dafür

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7,5% Edelmetall Kommt Fabian Cancellara ohne seine Helferdienste klar, könnte Nummer 2 Michael Albasini seine Chance packen! legt sich Michael Albasini mächtig ins Zeug. Jetzt gerade mit ein paar Rumpf­ beugen auf der Gymnastikmatte am Boden daheim in Gais. Doch das passt Gioele und Gianin gar nicht, sie wollen spielen, hüpfen auf ihrem Papa herum. «Das tun sie auch, wenn mich Corinne massieren will», sagt Michael Albasini. Macht nichts. Die Aktion Massage hat ihren Sinn und Zweck ja schon beim Kennenlernen auf dem Säntis erfüllt. schweizer illustrierte

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Herbert Grönemeyer fühlt sich in Locarno sichtlich wohl und rockt frisch drauflos.

Lenny rockt auf dem Balkon Moon and Stars: Hochform in Ascona und Locarno

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o etwas erlebt man nur in Locarno am Moon and Stars: Nach einem begeisternden Konzert springt Superstar Lenny Kravitz plötzlich von der Bühne runter, drängt sich durch die Menschenmenge zum nächsten Wohnhaus an der Piazza, wo Fans auf dem Balkon seinen Auftritt verfolgen – und erscheint dann selbst auf dem Balkon, von wo er vor der staunenden Menge seine Zugaben singt. Just über den Köpfen der VIPs, deren Tribüne sich gleich unter dem Balkon befindet. «Einmalig, so was habe ich noch nie gesehen!», schwärmte Pierin Vincenz, CEO der Raiffeisen Bank, der kräftig mitrockt. Begeistert ist u auch Mitgastgeber, Ringier-CEO Marc Walder:

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Francine Jordi kann wieder lachen: Bei den Liedern von Elton John tankt die Schlagersängerin Kraft nach ihrer Trennung von Florian Ast.

Superstar mit enormer Ausstrahlung: Lenny Kravitz bietet eine Power-Show!

Publicis-VR-Präsident Fredy Collioud (l.) und Hans Künzle, CEO Nationale Suisse.


VIP-Lounge

nachgefragt bei

Tom Sieber

«Wir lieben Top-Qualität – auch in der Musik!» Emanuel Probst, CEO von Jura, mit seiner Frau Marianne. Elton John zeigt, dass er auch mit 65 Jahren noch lange nicht im Pensionsalter ist. Tanja Frieden kam in Begleitung von ProfiKite-Surfer Marc Ram­ seier, da ihr Freund im Ausland unterwegs ist.

Stefan Nünlist, Kommunikationschef bei der SBB, mit seiner Partnerin Christine Schmid. Beatrice Stirnimann und Matthias Müller von der AVO Session Basel.

Urs Fischer, CEO von Mobilezone, mit seiner Frau Elsbeth.

Bundesrätin Doris Leuthard hat Hannes Thurnherr, den Sohn ihres Generalsekretärs, zum Elton-John-Konzert eingeladen.

Tom Sieber ist seit drei Jahren CEO beim Mobilkommunikations­anbieter Orange Schweiz und Sponsor von Moon and Stars. Herr Sieber, welches sind für Sie drei unvergessliche Augenblicke? Ein Highlight war sicher Lenny Kravitz mit seiner rockigen Art und fantastischen Bühnenpräsenz. Auch Elton Johns Auftritt war ein Leckerbissen. Es sind beides Ausnahme-Entertainer. Was gefällt Ihnen persönlich am Moon-and-Stars-Festival? Die einmalige Szenerie, eine un­ vergleichliche Atmosphäre, der Grossaufmarsch internationaler Musik-Superstars. Das macht Moon and Stars einzigartig. Was macht es für Orange interessant, Moon and Stars als Sponsor zu unterstützen? Die Nähe zu unseren Kunden und Partnern ist ein zentrales Element in unserer Strategie. Moon and Stars ist eine gute Plattform im Tessin, um die Beziehung mit unseren Kunden und Geschäftspartnern in einem ausser­ gewöhnlichen Rahmen zu pflegen. Welche anderen Veranstaltungen unterstützen Sie ferner noch? Orange Cinema ist sicher ein Flaggschiff-Sponsoring. Im Weiteren unterstützen wir Musikevents wie das Caprices Festival, Energy Stars For Free sowie jene aufgrund unserer Partnerschaften mit Good News und Opus One. Wäre es nicht sinnvoller, statt solcher Sponsorings die Tarife zu senken? Zu den bereits äusserst attraktiven Tarifen bieten wir unseren Kunden mit den Sponsorings ein grosses Plus. Das trägt dazu bei, Orange in ihrer Wahrnehmung einzigartig zu machen. Unsere Kunden schätzen die Sponsoring-Engagements ebenso wie die günstigen Tarife.

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Foto Keystone

Sonnige Aussichten: Sascha Moeri (l.), CEO Carl F. Bucherer und Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom.

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VIP-Lounge

Er sorgt für die VIP-Shuttles: Audi-Markenchef Ernesto Larghi und seine Frau Brigitte.

Pepe Lienhard und seine Frau Christine Köhli kommen von einer Loire-Reise.

Der Unternehmer und Investor Claudio Cisullo und seine Begleiterin Tamara Raich. u «Die

Atmosphäre am Moon and Stars verbindet die Menschen auf eine einzigartige Weise.» Direkt von einem Energie-Workshop in Russland kommt Bundesrätin Doris Leuthard auf die Piazza in Locarno angereist. In einem bezaubernden roten Kleid und begleitet von Hannes Thurnherr, dem Sohn ihres Generalsekretärs, lauscht sie den Hits von Elton John – ein guter Weg, die eigenen Batterien aufzuladen. Zuvor durfte sie den adligen Superstar sogar noch backstage treffen. Doch die Details dieses Tête-à-Tête bleiben Staatsgeheimnis. Text ZENO VAN ESSEL, Fotos BRUNO VOSER

Gastgeber und Moon-and-Stars-Sponsoring- und Medienpartner: RaiffeisenCEO Pierin Vincenz (l.) mit Frau Nadja Ceregato (2. v. l.), Orange-CEO Tom Sieber und Marc Walder (r.), CEO Ringier AG, mit seiner Frau Susanne.

John Molloy, General Manager L’Oréal DPL Switzerland, mit seiner Frau Clara.

«Eden Roc»-Direktor Daniel Schälli und seine Frau Sandra sorgen dafür, dass es an nichts fehlt. Ständerätin Pascale Bruderer Wyss in sommer­ licher Konzertlaune.

Steve Schennach, Marketingund Kommunikationschef Ochsner Sport, mit Gattin Nadja.

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Zum ersten Mal am Moon and Stars: Ralf Steinmetz, Marketing Director bei Estée Lauder, mit seiner Frau Christa.

Für einmal selber Gast: «Castello del Sole»-Starkoch Othmar Schlegel und seine Partnerin Rita Knöpfel.

Party-Facts von der Piazza Grande Gastgeber Marc Walder, CEO Ringier, und Urs Heller, Leiter Zeitschriften Ringier Schweiz tatort Hotel Eden Roc, Ascona, und Piazza Grande, Locarno Bühne 18 Meter hoch, 18 Meter tief, 26 Meter breit Power 800 Ampere Stromstärke, 16 km Stromkabel lautsprecher 68 000 Watt Special Effect 160 Quadratmeter Videowand

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brief aus kambodscha

Am 2. Juli gab die WHO über den Nach- drohliche innere Blutungen auslösen kann. Mein Personal richtendienst Reuters eine Erklärung stiess zuweilen an seine Leistungsgrenze, die Kosten sind heraus, die Panik auslöste: «New myste- enorm. Allein im Juni behandelten wir in unseren Polikliniken ry killer disease in Cambodia» – «Neue 75 799 kranke Kinder. Wir haben 16 517 schwer kranke Kinder mysteriöse Killer-Krankheit in Kambod- hospitalisiert. Das sind etwa 30 Prozent mehr als normal! scha», hiess es. Seither ist hier der Teufel Davon waren aber 5534 schwere Fälle des hämorrhagischen los. Journalisten von CNN, Al Jazeera, Dengue-Fiebers. Und nur gerade 34 Kinder mit diesem für Bloomberg und weiteren Agenturen uns neuen Krankheitsbild der sich zerstörenden Lungen. melden sich bei mir, der Medienrummel Am 1. Juli konnte das Institut Pasteur in einer MehrDr. Beat Richner ist enorm. Wie ist es dazu gekommen? zahl der Fälle das Enterovirus 71 nachweisen, das zum Beilebt und arbeitet seit 20 Jahren in Seit Ende April beobachten wir spiel auch die jetzt in China grassierende Mund-Fuss-KrankKambodscha. in unseren Kantha-Bopha-Spitälern, die heit bei Kindern verursachen kann. Das Virus verursacht bei Mit seinen fünf 85 Prozent aller kranken Kinder in Kam- all diesen Kindern die auch per MRI nachgewiesene HirnSpitälern rettet er bodscha behandeln, ein Krankheitsbild, stammentzündung. Was aber führt zur katastrophalen VeränHunderttausende dessen Uniformität sich dank unseren me- derung der Lungen? Wir vermuten einen Auslöser toxischer von Kindern. dizinischen Einrichtungen Anfang Mai Natur, verursacht durch falsche Behandlung in den unzäh­ligen klar definieren liess: Das Kind, meist zwischen zwei und privaten Kliniken. Das beobachten wir auch bei den Denguedrei Jahre alt, leidet an einer Hirnstammentzündung. Das ist Fällen. Kinder, selbst in lebensbedrohlichem Zustand, können weiter nichts Neues, wir haben wir retten – mit bis zu 14 Bluttäglich 70 Fälle von Hirnstammtransfusionen. Nur Kinder, die zuvor in privaten Kliniken falsch entzündungen hospitalisiert – behandelt wurden, sind unter 40 Prozent verursacht durch den wenigen, die am DengueTuberkulose, 30 Prozent durch Fieber sterben – ihre MedikaJapanische Enzephalitis, 10 Promentenvergiftung ist sicht- und zent durch Dengue-Fieber, messbar. 20 Prozent durch nicht weiter identifizierte Viren. Was neu ist: Die Erklärung der WHO In den letzten vier bis sechs hat uns viel Ungemach gebracht, Stunden vor ihrem Tod beobachmit all dem internationalen Meten wir eine Zerstörung der Lundienrummel. Letzterer bringt gen. Bislang sind in unseren fünf aber auch Positives mit sich: Spitälern 66 Kinder gestorben, Kantha Bopha ist nun mehr 4 haben überlebt. Alle 66 Kinder Menschen auf der ganzen Welt waren zuvor in sogenannten Pri- Lebensbedrohlich Die fünfjährige Pel Chenda wird im Dengue- bekannt. Die wissen nun, dass ohne Kantha Bopha monatlich vatkliniken behandelt worden, Schock in Dr. Richners Kantha-Bopha-Spital eingeliefert. Tausende von Kindern sterben die unkontrolliert sind. Da wird mit falschen Medikamenten, Injektionen und Infusionen be- würden. Und Kantha Bopha kann nur funktionieren dank handelt. Die Hälfte der 66 Kinder sind erst vier oder weniger Spenden. Stunden vor ihrem Tod in unsere Spitäler eingetreten. Heute erhielt ich einen Anruf vom GesundheitsminisSeit Anfang Mai werten wir die bei den Kindern gefun- ter persönlich. Die Frau des Premierministers, Rany Hun Sen, denen Viren in Zusammenarbeit mit dem Institut Pasteur aus. Präsidentin des Roten Kreuzes von Kambodscha, eine hier Wir vermuteten ein Enterovirus, also ein Virus, das alle mög- durch und durch politische Organisation, wird mir nächste lichen Symptome auslöst. Seit Anfang Mai bin ich in dieser Woche eine Million US-Dollar übergeben. So etwas hat es ­Sache im Gespräch mit dem Gesundheitsministerium, im Juni hierzulande noch nie gegeben! Man veranstaltet dazu eine habe ich den Gesundheitsminister persönlich informiert. Das Feier. Das ist ein klares Signal: Das politische Kambodscha Ministerium veranstaltete eine Konferenz, unsere Ärzte prä- beginnt die Bedeutung von Kantha Bopha mehr und mehr zu sentierten alle diese Fälle. Unglücklicherweise hat dann die erfassen. WHO – ihre Repräsentanten sind 40 Minuten zu spät an diese Eben wollte ich diesen Brief an die SI abschicken, da Konferenz gekommen – am 2. Juli eine Meldung an Reuters erhalte ich einen Anruf der Stiftung Bayon, präsidiert durch rausgegeben: «Neue mysteriöse Killer-Krankheit in Kambod- eine Tochter von Hun Sen: Sie wird mir morgen 300 000 Dolscha.» Diese Meldung enthielt viele Fehler und verbreitete lar übergeben. Dieser Freitag, der 13., hat definitiv sein ­Panik. Gutes! Vor allem aber steht die Anzahl dieser Fälle in keiIhr Beat Richner nem Verhältnis zur Anzahl der schwer kranken Kinder, die wir täglich hospitalisieren müssen, in keinem Verhältnis zu den schweren Fällen des Dengue-Fiebers, das hier zurzeit stärker Spenden für Kantha Bopha: PC 80-60699-1 denn je grassiert und bei Tausenden von Kindern lebensbe- Infos: www.beat-richner.ch schweizer illustrierte

Fotos Monika Flückiger

Liebe Leserinnen und Leser

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sommerhoroskop

«80 Prozent meiner Prognosen treffen zu» Keine liest den Himmel so wie sie: Seit Jahren veröffentlicht ­elizabeth teissier detaillierte Horoskope in der Schweizer Illustrierten. Ihre Sterndeutungen haben schon Leben gerettet. Text Sylvie Kempa Fotos Fabienne Bühler

S

ie steht immer wieder in der Kritik: Elizabeth Teissier, 73, ist es gewohnt, dass ihre astro­ logischen Prognosen mit Skepsis be­ trachtet werden. Auch weil sie für ihre Vorher­sagen stets den Konjunktiv verwendet. Traut die Meisterin ihren eigenen Worten nicht? Sie, die seit Jahrzehnten Könige, Präsidenten und Stars in wichtigen Entscheidungen berät? Im Gegenteil. «Nach einer kritischen Bilanz über Hunderte meiner Vorhersagen kann man feststellen, dass etwa 80 Prozent zutreffen», sagt sie. Und erklärt, die Astrologie sei keine exakte Wissenschaft, «sondern eine Kenntnis und zugleich eine Kunst, die auf Jahrtausende langen Beobach­ tungen aufbaut.» Elizabeth Teissier beherrscht diese Kunst wie keine andere. Und rettet damit manchmal sogar Leben. Die Erfahrung lehrte sie, dass schwierige Uranus-Aspekte besonders in Spannung zu Mars und Merkur auf Flugzeugabstürze hinweisen können. 1992 schrieb die Star-Astrologin deshalb im Wochenhoroskop der Schweizer Illus­trierten, dass es vermehrt zu Unfällen im Luftverkehr kommen könne. In der Woche darauf, am 20. Januar, stürzte ein Airbus A320 in Strassburg ab, 87 Menschen kamen

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schweizer illustrierte

ums Leben. Zwei Tage später erhielt Elisabeth Teissier einen Blumenstrauss mit einer Dankeskarte. «Eine Leserin hatte aufgrund meiner Worte ihren Mann angefleht, er solle an diesem Tag nicht fliegen. Zum Glück hat er nachgegeben und ist schliesslich mit dem Zug gefahren.» Auch der Sommer 2012 birgt Ge­ fahren. Eine der wichtigsten Konstella­ tionen ist die Dissonanz zwischen Pluto und Uranus, die sich in den kommenden drei Jahren sieben Mal wiederholt – was äusserst selten sei. «Von den dadurch zu erwartenden Umwälzungen sind vor allem die ersten Dekaden Steinbock, Widder, Krebs und Waage betroffen.» Die Astrologin rät zu besonderer Vor­ sicht, fürchten müsse sich jedoch niemand. «Veränderungen sind nicht immer negativer Natur. Manchmal ziehen sie sogar positive Konsequenzen nach sich.» Ausserdem können andere Faktoren, etwa die Position von Glücks­ planet Jupiter oder Liebesplanet Venus, die Horoskope gerade gegenteilig beeinflussen. Der Sommer 2012 steht ganz im Zeichen der Venus: Sie hat Anfang Juni eine besondere Position inne, liegt mit Erde und Sonne auf einer Linie. «Das kommt erst in hundert Jahren wieder vor.» Der Planet steht schon seit April in den Zwillingen und bleibt dort noch bis Anfang August. Ein gutes Omen für die Luft- und Feuer-Zeichen: Zwillinge,

Waage und Wassermann, Widder, Löwe und Schütze. Da Jupiter ebenfalls in die Zwillinge wechselt, sollte es für diese Sternzeichen ein wundervoller Sommer werden. Und danach, am 21. Dezember 2012, der Weltuntergang. Zumindest wenn es nach einer alten Vorhersage der Maya geht. Auch Elizabeth Teissier sieht Turbulenzen am Horizont, bleibt aber optimistisch. In ihrem neuesten Buch «2012–2016: Weltkrise und Neubeginn» nimmt sie ausführlich dazu Stellung. «Ich glaube, dass wir alle in nächster Zeit durch eine Zivilisationskrise ­müssen und dass es anschliessend zu einer Art Renaissance kommen wird mit neuen Wert-Massstäben.» Die Star-Astrologin selbst nutzt den letzten ruhigen Sommer vor der grossen Umwälzung, um ihr neues Heim in Südfrankreich zu beziehen. Sie und ihr Ehemann Gerhard Hynek, 67, haben eben den Wohnsitz von Paris an die Mittelmeer-Küste verlegt und residieren nun in der Nähe der Stadt Montpellier. Bald kommen Teissiers zwei Töchter mit den vier Enkelkindern zum ersten Mal zu Besuch. Darauf freut sich die Astrologin ganz besonders. «Sie sind zwischen 3 und 8 Jahre alt und werden bei mir Ferien machen. Das wird ein Fulltime-Job!» Die Aussichten für jedes Sternzeichen auf den folgenden Seiten.


Voller Zuversicht Elizabeth Teissier sieht auch turbulente Horoskope optimistisch: «Veränderungen können auch positiv sein!»


sommerhoroskop

Widder

Stier

21. 3.–20. 4. Beste Reiseperioden September Liebeshoch Juli und September

Fotos Dick Vredenbregt, Thomas Buchwalder, Joëlle Kercan

Sie gehören zu den grossen Favoriten! Dieser Sommer steht im Zeichen der Harmo­ nie und hält positive Über­ raschungen bereit. Ab Mitte Juni wandert Jupiter ins Zeichen der Zwillinge und symbolisiert bis Anfang September Entfaltung und Erfolg für März-Widder. Beruflich kann dies eine Beförderung, einen Gewinn und privat eine grosse Entscheidung (Baby, Hei­ rat?) bedeuten, mit Resul­ taten zwischen November und Februar. Für AprilWidder sieht es im Sep­ tember und Oktober gut aus. Venus wirkt seit Frühlings­ beginn günstig und ver­ spricht bis Anfang August Harmonie und Gleichklang. Der Juli ist einer der besten Monate seit Langem. Im August hingegen könnten einige Wolken aufziehen, und Sie kehren dem Trubel den Rücken zu. Im September signalisiert Venus wieder ein

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«Venus wirkt bereits seit Frühlingsbeginn günstig und sorgt für Harmonie»

Reise-Glück

Moderator Roman Kilchsperger (21. 3. 1970) könnte die auf 2013 geplanten Flitterwochen vorverschieben.

21. 4.–20. 5. Beste Reiseperioden Erste Septemberhälfte Liebeshoch August

Liebeshoch und neue Freundschaften. Dazu kommt für alle Widder ein exzellenter Merkur, der wertvolle neue Kontakte und neue Horizonte signalisiert oder für erfolgreiche Ver­ handlungen und interessante Reisen steht. Während ein Grossteil der März-Widder den ganzen Sommer hindurch wie auf Wolken schwebt, werden die um den 28./29. Geborenen mit einer radikalen Wende konfron­ tiert, beruflich oder privat. Und die Geburtstage nach dem 16. April sind im August und im September in einer Warteschleife oder tragen neue Verantwortung, oft als Konsequenz von einem Ereignis im Dezember 2011. Vielleicht findet auch ein Problem bezüglich des Partners nach vielen Mona­ ten endlich eine Lösung.

Für viele April-Stiere wird es ein Sommer der grossen Umwälzungen, manchmal mit einer wahren Wiedergeburt. Manchmal bedingt durch kollektive, etwa politische Einflüsse, die zu einer ganz neuen Situation führen dürften. Steht ein Umzug an? Ein Job-Wechsel? MaiStiere dagegen lassen es sich im Sommer gut gehen, Glücksbringer Jupiter steht schon seit einem Jahr auf ihrer Seite! Mars spornt Sie in der letzten Augustwoche und den ganzen September hindurch an. Eine günstige Periode, um mehr Sport zu treiben. Der Juli wird ziemlich neutral, und im August sorgt Venus für Herzklopfen. Es winken unvergessliche Momente zu zweit und neue Freund­ schaften. Ihr Charme wirkt, und man liegt Ihnen zu Füssen. Nutzen Sie diese schöne Phase, denn kommunikativ ist von Mitte Juli bis Ende August etwas Sand im Getriebe. Es kann

zu Ver­zögerungen kommen. Bei Reisen sollten Sie auf alle Details achten! Viel besser wird die erste Septemberhälfte: Sie knüp­ fen wertvolle Kontakte und stehen im Mittelpunkt. Zu den grossen Gewinnern gehören die zwischen dem 21. und dem 25. April Geborenen: Sie erleben einen Traumsommer! Der August wird ein Liebeshoch für alle. In der letzten August- und der ersten Septemberwoche sind sie körperlich in Best­ form. Die Periode vom 1. bis zum 17. September ist günstig für Verhandlungen und Unternehmungen. Hingegen kann es im Juli und August zu Missverständnissen kommen.

«Im August erleben StierGeborene ein Liebeshoch»

Sonnenschein

Baby-Pläne?

Sollte sich seine Frau Viola Tami (10. 4. 1981) noch ein Kind wünschen – die Sterne stehen genau richtig!

SF-Moderatorin Daniela Lager (14. 5. 1964) hat Erfolgsplanet Jupiter auf ihrer Seite.

Gut in Form

Mars gibt dem Shootingstar Bastien Baker (20. 5. 1991) ordentlich Energie für seine KonzertTournee.


Zwillinge

Krebs

21. 5.–21. 6. Beste Reiseperioden Ende Juni bis Anfang September Liebeshoch Mitte Juni bis Mitte August, September

«Für Zwillinge wird es wohl der beste Sommer seit Langem!»

Beste Freundin

Künstlerin Pipilotti Rist (21. 6. 1962) kann Beziehungen festigen.

könnte diesen Sommer ein Wunschtraum in Erfüllung gehen: Sie könnten eine äusserst positive Wende im Leben erfahren. Wartet ein echter Neubeginn oder Liebe auf den ersten Blick? Einziger Schatten: Die Mai-Zwillinge vom 22./23. haben durch Neptun manch­ mal Selbstzweifel. Oder Sie ärgern sich über eine Intrige und dummen Klatsch? Aber gleichzeitig sind Sie auch künstlerisch sehr empfäng­ lich und offen für neue Ideen. Für alle Zwillinge signalisiert der Herrscherplanet Merkur von Ende Juni bis Anfang September exzellente Voraussetzungen für wertvolle neue Kontakte, erfolgreiche Verhandlungen und Reisen. Bilanz: Freut Euch, liebe Zwillinge, es wird wohl der beste Sommer seit Langem!

Sie sind im August char­ manter denn je, und Ihr Charisma dürfte kaum seine Wirkung verfehlen. Allein­ stehende könnten schnell Anschluss finden, bestehen­ de Beziehungen sind harmonisch und anregend. Körperlich sind Sie in diesem Sommer etwas weniger gut in Schuss, besonders zwischen Mitte Juli und dem 24. August leidet Ihre Fitness. Sie sollten während dieser Wochen möglichst kein physisches Risiko eingehen und besonders im Strassen­ verkehr vorsichtig sein. Die erste Septemberhälfte wird ­günstig für Reisen, Examen und wichtige Termine. Etwas schwerer haben es im ­Sommer die Juli-Krebse, welche nach dem 16. geboren sind. Ein Saturn-Zyklus geht zu Ende, der oft eine Bilanz der letzten Jahre symbo­ lisiert. Für einige Probleme, die Ende 2011 auftaucht sind, zeichnet sich eine Lösung ab.

Sorgenkind

Leidet Herzchirurg Thierry Carrel (23. 5. 1960) wegen Neptun unter Selbstzweifeln?

Auch die Juni-Krebse könnten unter Druck ge­ raten: Pluto und Uranus in Dissonanz können eine radikale Wende in Ihrem Leben oder einen Neuanfang bedeuten. Es gibt aber auch grosse Favoriten: Die um den 23., 24. und 25. Juni Ge­ borenen werden von Neptun beflügelt, entdecken neue Interessen und kommen ihren Idealen näher. Im August könnte ein Wunsch­ traum in Erfüllung gehen, und Sie schweben in höheren Sphären. Die beste Periode für die Liebe liegt zwischen dem 8. August und dem 7. September. Vom 24. August bis zum 8. Oktober stimuliert Mars Ihre Fitness und Gesundheit. Kritisch ist die Zeitspanne vom 4. Juli bis zum 24. August: Da sind Sie nervös und reizbar.

«Im August könnte ein Wunschtraum in Erfüllung gehen»

SuperMama

«g & g»Mode­ratorin Nicole Berchtold (23. 6. 1978) ist eine Favoritin der Sterne.

Vorsicht!

Nati-Captain Gökan Inler (27. 6. 1984) muss für die Olympiade in London auf seine Fitness achten.

Fotos Fabian Biasio, Baggenstos Glückspost / RDB, Geri Born, tilllate.com

Venus, die schon seit Anfang April in Ihrem Sternzeichen ist und wochenlang in Ihrem Zeichen rückläufig bleibt, verspricht aufregende neue Bekanntschaften, Flirts und Harmonie in bestehenden Bindungen. Bis Anfang August sind Sie unwider­ stehlich und gewinnen neue Sympathien. Für die Juni-Zwillinge der 3. Dekade symbolisiert Saturn den ganzen Sommer hin­ durch Freundschaften von Dauer. Manchmal wird auch eine tiefere Bindung daraus. Ab Mitte Juni wandert Glücksbringer Jupiter nach zwölf Jahren erstmals wieder in Ihr Zeichen, und damit beginnt eine echte Erfolgs­ phase. Bis September sind die zwischen dem 21. Mai und dem 5. Juni Geborenen davon betroffen. Für sie

22. 6.–22. 7. Beste Reiseperioden Erste Septemberhälfte Liebeshoch August

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sommerhoroskop

Löwe

Jungfrau

23. 7.–23. 8. Beste Reiseperioden Ende Juni bis Anfang September Liebeshoch Juni bis Oktober Bravo! Sie gehören zu den grossen Gewinnern, denn die Glücksbringer Venus und Jupiter wirken in diesem Sommer positiv. Sie ver­ sprechen heisse Flirts und Harmonie in der Liebe. Auch Merkur meint es gut mit Ihnen, begünstigt Sie in beruflichen Dingen, bei Reisen und Examen. Dazu kommt auch noch Mars, der praktisch den ganzen Juli und August hindurch Ihre Power steigert. Die 3. Dekade kann dazu noch mit einem positiven Saturn rechnen, der eine Auszeichnung oder Anerkennung verspricht. Die Juli-Löwen und die in der ersten Augustwoche Gebore­ nen sind die grossen Favo­ riten, können Jupiter einen Gewinn, Aufstieg, neuen Job oder auch Nachwuchs und Heirat verdanken. Auch die

Fotos tilllate.com (2), Venturelli / WireImage, Kurt Reichenbach

«Sie haben Venus, Jupiter, Merkur, Mars und Saturn auf Ihrer Seite!»

zwischen dem 25. und 30. Juli Geborenen schnei­ den bestens ab und dürfen mit einer sehr positiven Wende rechnen: neuer Boss? Ortswechsel? Oder eine neue Partnerschaft? Dabei kom­ men die August-Löwen aber nicht zu kurz. Es wird für alle wohl der beste Sommer seit Jahren! Denn es gibt Glück bis in den Herbst hinein! Ein Liebeshoch winkt speziell von Mitte Juli bis zum 7. August und vom 7. September bis zum 4. Oktober. Günstig für Reisen ist die Phase von Juli bis zum 1. September. Und körperlich in Bestform bleiben Sie bis zum 24. Au­ gust. Einzig vom 25. August bis zum 8. Oktober sind Sie physisch etwas weniger gut in Schwung, lassen sich von Mars zu voreiligen Gesten verleiten und sollten mehr auf Ihre Gesundheit achten! Ansonsten: keine anderen Dissonanzen!

24. 8.–23. 9. Beste Reiseperioden Erste Septemberhälfte Liebeshoch August Sie sollten sich im Laufe dieses Sommers vor Ex­zessen hüten. Ausser­dem stehen Sie vor einer schwie­ rigen Wahl und müssen eine Entscheidung treffen. ­Jupiter, der seit einem Jahr vorwiegend positiv gewirkt hat, ist ins Zeichen der Zwillinge gewandert, und August-Jungfrauen wären gut beraten, administrative Angelegenheiten in Ordnung zu bringen und sich nicht mit den Behörden anzulegen. Ansonsten könnten Sie zur Kasse gebeten werden! Venus schmollt ebenfalls. Im Gefühlssektor gibt es im Juli einen Leerlauf. Und bis zum 7. August sind Sie etwas weniger gesellig. Exzellent hingegen sollten die Wochen danach werden: Venus verspricht schöne Momente. Zwischen dem 7. August und dem 6. September bezaubert Ihr Charme, und man liegt Ihnen zu Füssen. Nach einer

Royaler Star

Liebling der Venus

Verliert Didier Cuche (16. 8. 1974) diesen Sommer sein Herz?

ruhigeren Phase sorgt Mars zwischen dem 24. August und dem 8. Oktober für zusätzliche Power und stärkt Ihre Abwehrkräfte. Der September wäre deshalb ein idealer Monat, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Merkur, der Planet Ihres Zeichens, verspricht wert­ volle neue Kontakte in der ersten Septemberhälfte. ­Ausserdem ist dies die beste Periode für Reisen, Ver­ handlungen, Verträge und ­Examen. Zu den grossen Gewinnern gehören einige September-Jung­ frauen, die sich sehr vorteilhaft verändern. Zwischen dem 25. August und dem 8. Oktober sind Sie körperlich fit und vital.

«Einige Jungfrauen werden sich vorteilhaft verändern»

Alles im Griff?

«Buttermeitli» Sarina Arnold (12. 9. 1980) neigt die nächsten Monate zu Exzessen.

Monacos Prinzessin Charlotte Casiraghi (3. 8. 1986) kann ihren Ruhm ausbauen. Ego-Kick

Schauspieler Kacey Mottet Klein (20. 9. 1998) könnte im Sommer Kontakte nach Hollywood knüpfen.


Skorpion

24. 9.–23. 10. Beste Reiseperioden Juli und August Liebeshoch Juli und September Ein Supersommer! Sie gehören zu den grossen Favoriten, und für so manche Waage geht ein alter Wunschtraum in Erfüllung. Venus, der Planet Ihres Sternzeichens, sorgt schon seit Frühlingsbeginn für wunderschöne Momente voller Romantik, und dies geht noch bis Anfang August weiter. Niemand kann Ihrem sprichwörtlichen Charme widerstehen. Alleinstehende könnten den Traumpartner finden, bereits Liierte sind im vollen Einklang mit dem Partner. Dazu sorgt Jupiter von Ende Juni bis Ende September für eine Glückssträhne – diese betrifft vor allem September-­ Waagen und bis zum 7. Oktober Geborene. Gleichzeitig sind Sie auch physisch in Bestform: Mars in Ihrem

«Da geht was! Mars steht für einen aktiven Sommer»

Zeichen symbolisiert einen sehr aktiven Sommer, exzellent für einen Urlaub oder sportliche Hobbys. Aber auch leidenschaftliche Momente voller Sensualität. Dazu kommt noch der positive Einfluss von Merkur zwischen Ende Juni und Ende August sowie in der zweiten Septemberhälfte: ein Garant für interessante neue Kontakte. Optimal sollte speziell der Juli werden! Einige Oktober-Waagen können mit einer allgemeinen Stabilisierung rechnen. Saturn verspricht eine Festigung Ihrer Beziehungen, und Sie können Ihre Zukunft absichern. Einige ernten eine verdiente Anerkennung oder gute Resultate von Vor­haben, die auf Ende des letzten Jahres zurückgehen. Einziger kleiner Schatten: Die um den 1./2. Oktober Geborenen werden mit grösseren Umwälzungen konfrontiert, die ihnen manchmal nicht ins Konzept passen.

Hochgefühl

Schlager-Star Marianne Cathomen (23. 10. 1966) hat Liebes­ planet Venus auf ihrer Seite.

Hit-Wunder

Die Sterne sagen «DSDS»-Sieger Luca Hänni (8. 10. 1994) eine stabile Karriere voraus.

24. 10.–22. 11. Beste Reiseperioden Ende August bis Anfang Oktober Liebeshoch August Ein relativ ruhiger Sommer kündigt sich an, die kosmischen Einflüsse sind überwiegend neutral. Aus­genommen im August! Zwischen dem 7. August und 6. September signalisiert Venus unbeschwerte Stunden zu zweit. Wenn Sie noch Single sind, könnte es zu einer denkwürdigen Begegnung kommen, Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor. Und von Ende August bis Anfang Oktober wandert Mars durch Ihr Zeichen und spornt Sie zu Höchstleistungen an. Wie wärs mit einem Aktiv-Urlaub? Rad­ fahren, Schwimmen und grössere Wanderungen wären ideal. September dürfte ausserdem der beste Monat für Reisen, Kontakte und Studien sein. Speziell in der ersten Septemberhälfte

«Die kosmischen Einflüsse sind überwiegend neutral»

wirkt Merkur günstig, und Sie finden neue Freunde. Etwas schwieriger werden in dieser Hinsicht Juli und August: Sie sind vergesslich und zerstreut, und Ihre Haltung könnte falsch aus­gelegt werden. Vor allem auf Reisen oder bei Ver­ trägen sollten Sie vorsichtig sein – auch das Klein­ gedruckte lesen! Besonders gut schneiden in diesem Sommer die NovemberSkorpione vom Beginn des Monats und die um den 25./26. geborenen ­Oktober-Skorpione ab. Sie haben einen sechsten Sinn, sind kreativ und bestens inspiriert. Einige kommen ihren wahren Zielen und Idealen näher, ent­ decken neue Interessen und erleben eine grosse (innere) Bereicherung. Mitte August könnten Sie eine echte Sternstunde erleben!

«Miss Erfolg»

Komödiantin Stéphanie Berger (10. 11. 1977) wird mit ihrem lustigen Programm keinen Misserfolg ernten.

Weniger Dräck!

Die Sterne sehen für Chris von Rohr (24. 10. 1951) einen «sauberen» Sommer vor.

Fotos Adrian Bretscher, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, René Ruis / Keystone

Waage

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sommerhoroskop

Schütze

Steinbock

23. 11.–21. 12. Beste Reiseperioden Juli und August Liebeshoch Juli bis Anfang August

Fotos Sabine Wunderlin / SonntagsBlick / RDB (2), babirad picture, Christian Lanz / RDB

Sie sind fast den ganzen Sommer hindurch vital und dynamisch, ideal für Sport und Hobbys. Von Mitte Juli bis zum 24. August spornt Mars zu Bestleistungen an, und Ihre Projekte haben Rückenwind. Nutzen Sie diese günstige Konstellation, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun! Der positive Merkur zwischen Juli und Ende August verspricht erfolgreiche Reisen und Termine. Venus im Zeichen Zwillinge symbolisiert zwischen Juli bis Anfang August Romantik und Leidenschaft. Auch im September erleben Sie Sternstunden! Die NovemberSchützen könnten im Laufe des Sommers Glück durch den Partner haben. Jupiter, der Planet des Schützen, wandert Mitte Juni ins Zeichen Zwillinge, wo er bis Mitte 2013 bleibt.

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Gleichzeitig sollten Sie aber vorsichtig sein, finanzielle Entscheidungen gut überdenken. Es wäre ausserdem nicht sehr ratsam, wenn Sie sich mit Ämtern oder Ihren Vorgesetzten anlegen. Besonders gut schneiden in diesem Sommer die zwischen dem 27. November und dem 1. Dezember Geborenen ab. Uranus bringt eine unerwartete und positive Veränderung, und besonders Ende Juli und Anfang August winkt eine tolle Überraschung. Einige DezemberSchützen können lang­ fristig die Weichen stellen, ihre Zukunft absichern. Etwas schwerer haben es in diesem Sommer lediglich die zwischen dem 23. und dem 26. November Geborenen. Ihnen fehlt der richtige Durchblick. Halten Sie sich aus Klatsch und Intrigen heraus! Und lassen Sie sich nicht auf Illusionen ein.

22. 12.–20. 1. Beste Reiseperioden Erste Septemberhälfte Liebeshoch August Ein Traumsommer erwartet die Dezember-Stein­ böcke vom Beginn des Zeichens. Der seltene ­Neptun-Einfluss (nur etwa alle 40 Jahre!) symbolisiert neue Interessen und eine Erweiterung Ihres Horizonts. Sonst sind die Einflüsse nach den günstigen Jupiter-­ Aspekten in den letzten Monaten ab Mitte Juni ziemlich neutral. Körperlich sollten Sie einen Gang zurückschalten und mehr auf Ihre Gesundheit achten. Denn Mars verleitet Sie zwischen dem 5. Juli und dem 24. August zu unüberlegten Manövern. Ab dem 25. August wendet sich das Blatt, und bis Anfang Oktober sind Sie in Bestform. Exzellent für sportliche Aktivitäten oder um etwas für Ihre Gesundheit zu tun – etwa eine Diät. Im Sommer sind Sie gut in Schuss, sehr

dynamisch und vital. Pro­ bieren Sie bei chronischen Problemen doch eine neue Heilmethode aus. Die beste Periode für Reisen, Kontakte, Studien oder Verhandlungen wird die erste Septemberhälfte. Sie treffen kluge Entscheidungen und gewinnen neue Sympathien. Venus ist bis Anfang August vorwiegend neutral. Aber zwischen dem 7. August und dem 6. September sind Sie in Flirtlaune. Nur in den Tagen um den 20. August könnte es zu hitzigen Diskussionen kommen. Dabei kann auch mal Geschirr zu Bruch gehen. Einige Januar-Stein­ böcke könnten im Sommer unter Druck geraten oder müssen mit gewissen Res­ triktionen rechnen. Saturn zwingt Sie, Bilanz zu ziehen, und oft haben Entscheidungen von Ende 2011 im Sommer Konsequenzen.

Zirkusstar

«Im September erleben Sie wahre Sternstunden»

«Sie treffen kluge Entscheidungen und gewinnen Sympathien» Kosmisch! Die Jodlerin Melanie Oesch (14. 12. 1987) dürfte einen unauf­ geregten Sommer geniessen.

Blick voraus

Moderator Röbi Koller (28. 11. 1957) kann mithilfe der Sterne seine Zukunft planen.

Aktiv

Unternehmer Peter Spuhler (9. 1. 1959) könnte in einen Interes­ senkonflikt geraten.

Géraldine Knie (19. 1. 1973) hat kosmische Unter­ stützung bei der Planung der Tournee


Wassermann

Fische

Ein Traumsommer kündigt sich an, Wassermänner gehören zu den grossen Favoriten der Sterne! Venus steht Ihnen schon seit April zur Seite, und ihr positiver Einfluss dauert noch bis Anfang August. Diese Kon­ stellation, die durch Mars im Juli und August noch verstärkt wird, symbolisiert wunderschöne Momente voller Sensualität. Umso mehr, als auch Jupiter, der Glücksplanet, ab Mitte Juni günstig steht. Bis Ende September sind JanuarWassermänner und bis zum 6. Februar Geborene auf Glückskurs, beruflich wie privat. Für alle Wassermän­ ner werden die Wochen bis Anfang August traumhaft. Venus verspricht harmo­ nische Beziehungen, neue Freundschaften von Dauer, manchmal Liebe auf den

«Der Sommer 2012 wird traumhaft, liebe Wassermänner!»

20. 2.–20. 3. Beste Reiseperioden Ende August und Anfang Oktober Liebeshoch Anfang August bis Anfang September

ersten Blick. Körperlich in Bestform sind Sie zwischen Mitte Juli und dem 24. Au­ gust. Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an – bei Krankheit eine exzellente Phase für neue Heilmetho­ den. In der letzten August­ woche und im September hingegen sollten Sie vorsich­ tig sein. Günstig für Reisen, wichtige Termine und Weiterbildungen werden Juli und August sowie die zweite Septemberhälfte. Einige Februar-Wasser­ männer können mit der Unterstützung Saturns rechnen und ihre Position weiter ausbauen. Manchmal winkt eine verdiente An­ erkennung für Projekte von Ende 2011. Die um den 27./28. Januar Geborenen gehen ganz neue Wege und erleben eine unerwartete und positive Veränderung. Ledig­ lich Mars-Störfelder könnten Sie zwischen dem 25. August und dem 8. Oktober zu voreiligen Taten verleiten.

Klappts bei Snowboarderin Tanja Frieden (6. 2. 1976) bald mit dem Nachwuchs?

der Sommer für um den 22./23. Februar Geborene. Neptun wandert über ihre Sonne (zum ersten Mal seit der Entdeckung dieses Planeten im Jahre 1846!) und symbo­lisiert neue Interessen. Vielleicht beginnen Sie künstlerische Arbeiten? Aber Vorsicht: Je nach persön­ lichem Horoskop kann Neptun auch Selbstzweifel symbolisieren. Besonders gut schneiden die um den 26./27. Februar Geborenen ab: Sie erleben eine tief gehende und positive Um­ wandlung. Ein Liebeshoch erleben alle, auch die MärzFische, zwischen dem 8. August und dem 6. Sep­ tember. Zwischen Mitte Juni und Anfang August gehen die Gefühle auf Tauchstation. Durchhalten, es wird besser!

Leuen auf Lorbeeren

Dem höchsten Schweizer, Hansjörg Walter, (5. 2. 1951) sollte es gut gehen!

Babywunsch

Sie müssen sich ein wenig gedulden, denn die beste Phase dieses Sommers sollte der August werden. Zwi­ schen dem 8. August und dem 6. September sind Sie der strahlende Mittelpunkt, und Ihr Charme wirkt. Beson­ ders Mitte August gewinnen Sie neue Sympathien. Bis Anfang August sind Sie in einer Phase, in der Sie Probleme in Ihrer Partner­ schaft aufarbeiten. Oft geht dies auf April zurück, und es kann zu hitzigen Diskus­ sionen kommen. Anfang Juli sind Sie auch körperlich in einer weniger guten Ver­fassung. Schalten Sie einen Gang zurück! Jupiter ist seit Mitte Juni im Zeichen Zwillinge, und dies kann zusätz­lichen Papierkram oder administrative Kompli­ kationen bedeuten. Davon sind in den Sommermonaten mehrheitlich die Februar-­ Fische betroffen. Be­ sonders interessant wird

Sternen-Blues

Schreibt die Sängerin Stefanie Heinzmann (10. 3. 1989) dank Gefühlsflaute ein schönes Liebeslied?

Gring ache …

Züri-West-Front­mann Kuno Lauener (17. 3. 1961) kann sich auf August freuen.

«Haben Sie Geduld mit den Sternen, alles wird gut» Fotos Alexandra Pauli, Christian Lanz / RDB, tilllate.com, Severin Novacki / Dukas

21. 1.–19. 2. Beste Reiseperioden Der ganze Sommer Liebeshoch Juli und August

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Engagiert David Syz im ­Garten seiner Wohnung in Zollikon ZH. In der Stube ein Sessel von Team by Wellis. Seinen Hauptwohnsitz hat er mit Gattin Regula (sie ist Kunstmalerin) in Zumikon ZH.

«Hunger muss ni Ungewöhnliche Kombina­tion. Der Zürcher CS-Banker David Syz hat einen Film zum Thema Hunger gedreht. Nun wurde er dafür geehrt.

Plakat Vor Kurzem wurde der Film mit dem Katholischen Medienpreis 2012 der Schweizer Bischofskonferenz ausgezeichnet. Laudator: Pascal Couchepin.

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Text Thomas Kutschera Fotos Hervé LE CUNFF

Ü

ber zwanzig Jahre war er Mana­ ger namhafter Firmen, stand an der Spitze der Elektrowatt und der SIG. 1999 dann wurde er vom da­ maligen Bundesrat Pascal Couchepin zum Chef des Staatssekretariats für Wirt­ schaft (Seco) berufen. Wirtschaftsmis­ sionen in dreissig Ländern bis 2004. Seit­ her ist David Syz Verwaltungsrat der Credit Suisse und Präsident der Stiftung Klimarappen. Und Filmemacher. Drei Do­ kumentarfilme hat der 67-jährige Zürcher mit seiner Firma Ecodocs schon gedreht, «finanziert vom CS-Mandat». Als SecoDirektor habe er viel über wirtschaftliche

Zusammenhänge erfahren, erzählt Syz in der herrschaftlichen Villa in Zollikon, wo er Büro und Zweitwohnsitz hat. «Dieses Wissen will ich weitervermitteln.» 2004 besuchte der pensionierte Wirtschafts­ diplomat für sechs Monate die Film Aca­ demy in New York, lernte mit Zwanzig­ jährigen, Drehbücher zu schreiben. Ab und zu zog Syz wieder Veston und Kra­ watte an – und ging ein paar Blocks wei­ ter zur CS-Verwaltungsrats-Sitzung. Sein aktueller Film ­«Hunger – genug ist nicht genug», 76 Minuten, kostete Syz eine halbe Million Franken. Der Film erklärt verständlich, welche Zusammenhänge zu Hunger führen, zeigt Lösungen auf. Wei­ nende Kinder mit Hungerbäuchen sind nicht zu sehen. Syz drehte an der Waren­


GESELLSCHAFT

börse in Chicago, bei einem Grossfarmer in Illinois, ­bei einem Selbstversorgungs­ projekt in Äthiopien. Herr Syz, unsere Erde könnte zwölf Milliarden Menschen ernähren. Doch alle fünf Sekunden verhungert ein Kind. Was läuft falsch? Die Verteilung. Die Exportsubventio­ nen in der Landwirtschaft sind eine Katastrophe! Überflüssige Nahrungs­ mittel werden in arme Länder verfrach­ tet. Dort fragen sich die Leute: Warum sollen wir noch Reis anpflanzen? Ein weiteres Übel: die Korruption. Was kann die Schweiz tun? Wirtschaftsminister Schneider-Am­ mann habe ich auf seinen Wunsch eine DVD des Films geschickt. Hoffentlich nimmt er sich ihn zu Herzen. Die Schweiz kann in vielen internationalen Organisationen Einfluss nehmen. Kritik an den Banken gibts im Film nicht. Tadel müssen sich die Hedge-Funds mit ihren Exzessen gefallen lassen. Sehen Sie Hoffnung? Ja. Hunger muss nicht sein! Afrika hat das Potenzial, die Kornkammer der Welt zu werden. Dazu braucht es Knowhow-Transfer und direkte Investitionen.

cht sein»

Recherche In seinem Büro in Zollikon ZH bereitet sich Syz auf seinen vierten Film vor. Thema: Globalisierung.

Rund 10 000 Zuschauer haben den Film schon gesehen. In Kinos und an Open-Air-Kinofestivals. Aber auch in Firmen, an Hotelfachschulen und Universitäten. Bei solchen Anlässen diskutiert Syz mit dem Publikum. Am Gymnasium von Sitten trat er zweimal vor vollem Saal auf, mit Jean Ziegler. Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung kommt im Film zu Wort. Auch bei einem Meeting der CS-Geschäftsleitung zeigte Syz den Film. Die Reaktionen der Bankkollegen? Viele fanden es erst komisch, dass ich dieses Thema aufgreife. Doch nach der Projektion gabs gute Diskussionen. CEO Brady Dougan war sehr angetan. Brady hat eine grosse Ader für soziales Engagement, er ist kein böser Kapitalist. Mit dem Film möchten Sie vor allem Jugendliche ansprechen. Sie zeigen grosses Interesse und fragen am Schluss immer: «Was können wir tun?» Und? Es genügt nicht, sein schlechtes Ge­ wissen mit einem Einzahlungsschein zu beruhigen. Ich sage ihnen: Engagiert euch, bei nachhaltigen Hilfswerks­ projekten zum Beispiel! Macht ein Praktikum in Afrika! Ein Senegalese sagte mir: «Schickt uns kein Geld, helft uns, uns selbst zu helfen!»  schweizer illustrierte

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Shopping

top ten der Woche

Model Tamina/Modelwerk in Hamburg, Styling Terry Parrella, Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars

Sommerschön! u Das Verlangen ist da. Das Verlangen nach einem prallen Sommer, einer grossen täglichen Portion Sonne und nach diesem bestimmten SommerWohlgefühl. Und man hat Lust dabei, so richtig sommerlich toll auszu­sehen. Etwa dank BeautyProdukten, die nicht nur Haut und Haar vor UV-Licht schützen und sie intensiv pflegen, sondern auch nach SüdseeFerien duften (etwa der leckere MonoïTiaré-Blüten-Duft von Yves Rocher oder die 2-in-1-Haarpflege Monoï von Marlies Möller). Dazu passen zarte Make-upFarben in Bronze-Tönen (Teint/Lider) und knalligere Farben mit Gloss-Effekt für Lippen und Nägel. Jetzt kann der Sommer ruhig kommen!

Redaktion Kristina Köhler Fotos Geri Born Haar & Make-up Brigitte Aeschbach

Sommer, komm bald wieder! Visor, Starstyling, www.starstyling.net, Badekleid Eres, Lederjacke, Paul & Joe Sister, Grieder. Nur solange Vorrat. schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Auch BadeNixen wollen Glamour!»

Schicke Nixe Teint: Camera Ready, Smashbox. Creme-Blush: Terracotta, Guerlain. Augenbrauen: Brauenstift, Couleur Caramel. Gold-Lidschatten: Lush. Mascara: Mega Volume, Maybelline. Lippen: Rouge Pur Couture, Yves Saint Laurent. Badekleid, Eres.

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Geschütztes Glanz-Haar Shampoo und Conditioner in einem: Monoï de Tahiti, Marlies Möller. u ca. CHF 25.50 Reparierende Haar-Maske von Dercos by Vichy, in Apotheken. u CHF 26.– UV-Schutz-Haarspray ohne Sulfate aus der neuen Ever-Pure-Linie von L’Oréal. u CHF 13.90

Sommer-Teint Anti-Age-UV-Creme SPF 30, Louis Widmer. u CHF 26.50 Bronze-Puder Dream Terry Sun, Maybelline. u CHF 17.90 Getönte Tagescreme Camera Ready SPF 35, Smashbox, Marionnaud. u CHF 46.– Terracotta-Blush Sun Pink, Guerlain. u ca. CHF 59.– Steter Sommer-Begleiter: Wasserflasche, die daran erinnert, genug zu trinken.

Sinnliches Körpergefühl Tiaré-Blüten-Duft Monoï, Yves Rocher. u CHF 29.90 Transparent-UV-Spray SPF 50, Eucerin. u CHF 33.90 Pures Bio-Aloe-vera-Gel, Santaverde, Marionnaud. u CHF 29.90 Nagellack Forever Strong Pro, Maybelline. u CHF 10.90 Nagellack Rouge Pop Art, Yves Saint Laurent. u ca. CHF 37.–

Glut für Augen & Lippen Color-Riche-Lid-Palette und wasserfester Mascara Mega Volume Collagene 24h, L’Oréal. u CHF 21.90, CHF 32.90 Creme-Lidschatten Glück, Lush. u CHF 23.50 Lip-Balm Chubby Stick, Clinique. u CHF 29.– Lip-Balm, Le petit Marseillais, Coop City. u CHF 4.50 schweizer illustrierte

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objekt der begierde

236 ml Zitronenfrische u Zitronen aus Sizilien, Neroli aus Tunesien, Bergamotte, Mandarinen, Orangenblüten, Lavendel, Rosmarin und Amber: Die Zusammensetzung von Neroli Porto­fino, dem Private Blend von Tom Ford, klingt wie ein Urlaub an der italienischen Riviera. Man kann träumen von Strandspaziergängen, Relaxen im Liegestuhl und einem Dinner in Portofino (z. B. im «Spendido Mare»). Herrlich! Der Body-Splash des Luxuslabels ist unisex, wir finden aber, er passt besser zu coolen Jungs, die dazu Hemd, Sommer­hose und Slippers oder Sneakers tragen. Die azurblaue Glasflasche wirkt, als würde sich das Meer drin spiegeln. Typisch Tom Ford: der Flascheninhalt ist ungewöhnlich mit seiner Menge von genau 236 Millilitern Frische!

beatrice schönhaus

online-Tipp

www.lia-ne.ch u Nach zehn Jahren im Alleingang spannt die Schweizer Designerin Eliane Ceschi, 41, mit der etablierten BollagGuggenheim Fashion Group zusammen. Liane soll auch über die Schweizer Grenzen hinaus Fuss fassen. Darum gibts die Kollektion jetzt auch im Online-Shop zu kaufen. Ob luftige

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Seidenbluse oder klassische Baumwollhose, die tragbaren, nordisch-schlichten Stücke mit einer Prise Leichtigkeit lassen sich gut im Baukastensystem kombinieren. ursula borer mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, HO

Sommerfrische Eau Fraîche Body Splash Neroli Portofino von Tom Ford, ein richtiger Sofort-Erfrischer. Jelmoli, Fachhandel. 236 ml u CHF 160.–


uHREN-NEUHEITEN

Laufsteg

Gewagtes

u Mann muss nicht unbedingt tief tauchen, um eine der neuen Taucheruhren zu tragen. Ihr sportlicher Look und die gute Ablesbarkeit passen in den Alltag genauso gut wie beim Sport, zum Beispiel in den Ferien. Amateur-Taucher wählen am besten eine Uhr mit funktioneller, einseitig drehbarer Lünette, verschraubtem Gehäuseboden, Kronenschutz und einer garantierten Wasserdichtigkeit von mindestens 100 Metern. Profi-Taucher geben sich damit nicht zufrieden. Sie wählen Modelle mit 500, 1000 oder gar 5000 Metern. Zudem ist das Uhrengehäuse praktischerweise vielfach mit einem HeliumAuslass-Ventil versehen, um vor dem Auftauchen den Überdruck abzulassen.

Mutig Kreation Frühling/ Sommer 2012 von Julien Macdonald.

SaRAH rIEDER

Beatrice Schönhaus, Ressortleitung Shopping, mag Rebellisches.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, iMaxtree, HO

Abtauchen ist erlaubt

u Kanarienvogelgelb ist sie, die Kreation aus der Frühling/SommerKollektion des Briten Julien Macdonald. Sie verhüllt mehr als sie zeigt, ist eine Art Hommage an den weiblichen Körper. Das ist typisch für den Modedesigner, der nach dem Fashion-Textiles-Studium bei Karl Lagerfeld (Chanel) arbeitete. Später trat er in die Fussstapfen von Alexander McQueen als Chefdesigner bei Givenchy. Seine rebellische, man könnte fast sagen, dekonstruktivistische Art polarisiert, überzeugt aber durch Materialien und Schnitt-Technik. Dem kleinen Schwarzen hat er neues Leben eingehaucht. Man darf gespannt sein, was noch kommt.

Markant Automatikuhr DS Action Diver von Certina. www.certina.com u CHF 2150.–

Stilvoll Automatik-Stahluhr 441AN von 3H Italia. www. connaissheure.ch u CHF 650.–

Trendy AutomatikUhr Dive Master 500 von Victorinox Swiss Army. www.victorinox. com/ch u CHF 1295.–

Multifunktional AutomatikChrono Aquis Titan von Oris. www.oris.ch u CHF 3650.–

Maskulin Automatik-Chrono Primus Diver von Hanhart. www. hanhart.com u CHF 5950.–

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Die Highlights aus dem Sunrise-Center

Trendsetter Das Samsung Galaxy Note mit 5,3-Zoll-Display vereint Smartphone mit Tablet-PC per Stift­­ein­gabe. u CHF 649.–

Opulente Premiere Im ersten Concept-Store von Sunrise Samsung am Bahnhofplatz 4 in Zürich vernetzt man sich in gediegenem Ambiente. Tel. 0800 707 707.

Gefragt Das Samsung Galaxy S3 setzt den Massstab als momentan bestes Smarphone. u CHF 698.–

Sunrise-Center, zürich

Exklusives Multimedia-Mekka u Im neuen Sunrise-Center am Bahnhofplatz 4 in Zürich lohnt sich das Treppensteigen. Im oberen Stock hat der Telekommunikationsanbieter zusammen mit Samsung den ersten ConceptStore errichtet. In gediegener Atmosphäre lassen sich die fast grenzenlosen Vernetzungsmöglichkeiten von Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks komfortabel testen. Von der kompetenten Beratung lässt man sich die besten Abo-Angebote für Handy, Festnetz und

Grosszügig Das Samsung Galaxy Tab 10.1 eignet sich bestens zum Filme- und Fotos­ anschauen. u CHF 598.–

TV ermitteln oder geniesst eine Demonstration, wie man den Smart-TV als Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer einrichten kann. stephan gubler

Brillant Der erste Tablet-PC mit SuperAmoled-Plus-Bildschirm heisst Samsung Galaxy Tab 7.7. u ab CHF 449.–

Öffnungszeiten Mo 10–18.30 Uhr, Di, Mi, Fr 9–18.30 Uhr, Do 9–20 Uhr, Sa 9–17 Uhr, www.sunrise.ch weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Games

Gemischtes Doppel Spielkonsolen sind durch Smartphones in Zugzwang geraten. Doch Nintendo hat mit dem 3DS inklusive dreidimensionalem Bildschirm und kultigen Mario-Games gleich zwei Trümpfe im Ärmel. Sonys PS Vita brilliert mit einem hochauf­ lösenden Bildschirm. Beide Geräte ­bieten dank ihrer fürs Spielen aus­ gelegten Handlichkeit, gut platzierten Bedienelementen und tollen Games mehr Spielspass für unterwegs.

Dreidimensional Bis zu vier können mit Nintendo via Internet gegeneinander Mario Tennis Open spielen. www.nintendo.ch u CHF 59.–

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Realistisch Als Federer, Nadal und Co. kann man bei «Virtua Tennis 4: World Tour Edition» das Racket schwingen. www.sega.com u CHF 49.90

stephan gubler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, HO

u Portable


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Shiatsu-Massage Essential Drops Purifying Blend von Shu Uemura. 30 ml u CHF 52.–

Natürliches Volumen Pure Abundance Style-Prep von Aveda. 100 ml u CHF 39.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Option Model Agency, Alle Produkte sind im Coiffeurfachhandel erhältlich, iStock

Nachhaltiges Styling Molding Mud So Pure von Keune. 100 ml u CHF 36.–

Orientalische Pflege Mythic Oil Colour Glow Oil, L’Oréal Profes­ sionnel. 125 ml u CHF 29.50

XXL-Elixier Taming Elixir von Sebastian Professional. 500 ml u CHF 103.40

Schwerelose Fülle Full Again Thickening Lotion, Kevin Murphy. 150 ml u CHF 30.–

Glanz-Kur Glanz-Maske Chroma Captive Reflection von Kérastase. 200 ml u CHF 59.–

Verjüngungskur Infusion Therapy von Keratin Complex. 50 ml u ca. CHF 50.–

salon-beauty

Wie vom Coiffeur u Es ist immer so eine Sache: Kommt man frisch vom Coiffeur, sitzt die Frisur perfekt, die Haare sind wunderschön gezähmt und glänzen gesund – man fühlt sich fast wie eine Beauty aus der Werbung. Nach der ersten Haarwäsche zu Hause dann die Ernüchterung: Die Haare sind widerspenstig, stumpf und stehen in alle Richtungen ab. Das liegt vor allem an den Pflegeprodukten (aber natürlich auch an den geschickten Fingern des Figaros). Wer das CoiffeurFeeling auch zu Hause geniessen möchte, deckt sich beim nächsten Besuch

gleich damit ein. Denn die spezialisierte Salon-Beauty überzeugt durch raffinierte Texturen und hohe Konzentra­ tionen an Wirkstoffen. Darum ist die Profi-Pflege im Vergleich zu Produkten aus dem Warenhaus aber auch deutlich teurer. Um in Zukunft einen «Bad Hair Day» zu vermeiden, lässt man sich richtige Anwendung und Tricks vom Friseur seines Vertrauens erklären. Wichtig: Wegen der hohen Konzentration sollte man die Produkte sehr sparsam anwenden, sonst können die Wirkstoffe nicht mehr einziehen! ursula borer

star-geflÜster

Es ist Noreen!

u Ist sie es, oder ist sie es nicht? Doch, es ist Noreen Carmody, 22, die für die Kampagne des Unter­ wäsche-Herstellers Marie Jo wirbt. Unser Aargauer Elite-Model ist derzeit im Dauerhoch.

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, will einen Knackpo.

interview mit heike Makatsch

«Yoga verleiht mir Stärke» Heike Makatsch, was schenkt Ihnen Ihr Selbstvertrauen? Ich weiss nicht, ob das ein bewusster Vorgang ist. Und das ist ja das Fatale. Ein roter Teppich etwa bereitet mir keine Probleme. Aber im Leben funktioniert man nicht immer. Das muss man wohl akzeptieren. Selbstbewusstsein hat auch mit Körperlichkeit zu tun. Ich mache seit Jahren Ashtanga-Yoga. In den letzten drei Monaten kam ich aber nicht dazu, und das ist wirklich schlimm, weil es mir doch sehr viel gibt, auch innere Stärke. Sie sind letztes Jahr 40 geworden. Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um? Manchmal wache ich auf, schaue in den Spiegel und denke: «Das ist heftig.» Aber neben der Äusserlichkeit sehe ich, dass ich zwei Kinder habe, dass ich Dinge mache, die ich liebe, und dass ich schon viele Erfahrungen hinter mir gelassen habe. Drei Beauty-Secrets? Ich habe Schatten unter den Augen, und die decke ich

Starker blonder Engel Heike Makatsch, 40, deutsche Schauspielerin.

immer mit einem Concealer ab. Ausserdem benutze ich befeuchtende Augentropfen und die Revitalift BB Cream von L’Oréal Paris, eine Anti-Age-Pflege mit leichter Abdeckung für kleine Unebenheiten. Ihre Berlin-Tipps? Frühstücken gehe ich im «Galão». Das ist zwar unscheinbar, aber da isst man ganz tolle Toasties. Shoppen gehe ich etwa an der Mulackstrasse bei A.P.C., Sessún, Isabel Marant oder Schwarzhogerzeil. Und ich liebe das Essen beim Italiener «Papa e Ciccia» an der Schwedter Strasse. Tragen Sie einen Glücksbringer bei sich? Ich habe immer Fotos meiner Familie im Portemonnaie. Daneben gibts in meiner Handtasche auch kleine «kostbare» Bastel-Glitzersteine, die mir meine Tochter geschenkt hat. Interview Kristina Köhler

Das ganze Interview auf:

www.schweizer-illustrierte.ch

heikes lieblinge

Abgeschirmt Sonnenbrille, Dolce & Gabbana. Etwa über www.impressionen.ch u CHF 295.–

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Zart abgedeckt Anti-Age-BBCream Revitalift Total Repair, L’Oréal Paris. u CHF 19.90

Berührt Heike Makatsch in der Rolle der Hildegard Knef, Warner Brothers. u CHF 29.90

Kennen Sie den Easytone von Reebok? Das ist so eine Art Zauberschuh, der durch eine spezielle Technologie (Luftpolster, die für Instabilität sorgen) unsere Bein- und Gesässmuskeln straffen soll. Der Schuh – nicht eben der schönste – wirkt tatsächlich. Vor allem in Kombination mit einem Kinderwagen, das Ganze den Zürichberg hoch, glauben Sie mir, ein ziemlich knackiges, äh, gutes Workout. Der Schuh an sich ist schon toll, aber noch viel toller ist Miranda Kerr, die mit ihrem unbestritten ­wunderbaren Knackpo Werbung für diesen Schuh macht. Das Ganze so nonchalant und sexy, dass man schon beinahe Aggressionen kriegt. Ab­ gesehen davon, dass sie wahnsinnig sympathisch wirkt, sehr bei sich zu sein scheint und mit sich und der Welt im Reinen ist. Erwähnte ich schon, dass sie mit Orlando «Beau» Bloom verheiratet ist und in jedem dritten Satz sagt, wie schön und perfekt ihr Baby Flynn ist! Eben. Meine Freundin Nina hat die beiden mal im Yoga gesehen und erzählt, dass sie nicht nur echt sehr, sehr verliebt sind, nein, sie haben auch noch geleuchtet wie zwei Glühbirnen. Und ich spreche hier nicht von Energiesparlampen. Miranda ist also nicht nur nett, internationales Top-Model, wunderschön (sie isst 80 Prozent gesund und 20 Prozent auf was sie Lust hat) und mit einem Hollywood-Star verheiratet, sondern auch erleuchtet. Wie sonst liesse sich ihr kluges Buch («So kommst Du mit dem Leben klar») erklären. Ich gebe zu, ich hab nicht nur die Schuhe gekauft, sondern auch das Buch. Mir fiel dabei auf: Niemand wird als Victoria’s-Secret-Angel geboren, man wird es erst. Von mir aus in Easytones.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte und Geri Born (Porträt), Nela König / Roba Press

Oh, Miranda!


Check-up Kindersegen im Jahr 2011

ft f i r bet Krebsge r o s r Vo

u bern In der Schweiz kommen

Neue Methode macht Hoffnung Bei der Tomosynthese werden Einzelbilder der Brust aus ­verschiedenen Winkeln aufgenommen. Experte Ossi R. Köchli erklärt das neue Verfahren zur Brustkrebserkennung. Text Verena Thurner

Foto Dick Vredenbregt

D

ank neuer Technologie zehn Prozent mehr Brustkrebsfälle entdeckt! So das Fazit einer Studie schwedischer Wissenschafter zur Brusttomosynthese. Mit der neuen Technologie werden Einzelbilder der Brust aus verschiedenen Winkeln aufgenommen. Dazu Prof. Dr. Ossi R. Köchli vom Brust-Centrum Zürich Bethanien: «Zurzeit ist die Tomosynthese noch keine Standardmethode. Sie soll eine höhere Treff­sicherheit haben als die normale Mammografie, vor allem in dichtem Gewebe.» Kaum einen Vorteil bietet die Tomosynthese laut dem Brustspezialisten bei der Entdeckung von Verkalkungen. Die Brusttomosynthese wird die Mammografie und insbesondere den Ultraschall in naher Zukunft aber nicht ersetzen. Bisher wird das neue Verfahren als zusätzliche Untersuchung zur Mammografie angewendet. «In der Zukunft hat die Tomosynthese das Potenzial, eine echte Alternative zur herkömmlichen Mammografie zu werden», sagt Prof. Köchli. Der differenzierte Einsatz der drei Methoden werde für Spezialisten in den nächsten Jahren eine

grosse Herausforderung sein. Allerdings: Die neue Möglichkeit der Tomosynthese stellt Brustspezialisten vor die Aufgabe, die Strahlendosis, insbesondere bei kombinierter Anwendung, nicht zu erhöhen. Der Vorteil beim Ultraschall sei und bleibe die fehlende Strahlenbelastung. Im Brust-Centrum Zürich Bethanien ist man der Auffassung, mit Mammo­ grafie, Ultraschall und wenn nötig MRI eine hochstehende, qualitativ optimale und zuverlässige Diagnostik anbieten zu ­können. Im Verdachtsfall werden auch bildgesteuerte Probeentnahmen durchgeführt. «Unsere neuen digitalen Mammografie-Geräte können aber für die ­Tomosynthese sofort aufgerüstet werden, insbesondere die Biopsie-Einheit, die diesen Monat neu installiert wird», präzisiert Prof. Ossi R. Köchli.

Prof. Dr. Ossi R. Köchli, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, ärztlicher Leiter Brust-Centrum Zürich Bethanien.

wieder mehr Babys zur Welt. 2011 wurden laut dem Bundesamt für Statistik 80 800 Kinder geboren, das sind 500 mehr als im Vorjahr. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes erhöhte sich auf 30,4 Jahre.

Schädlicher Schnaps

u Kopenhagen Schnaps und andere starke Drinks erhöhen das Risiko für weissen Hautkrebs viel stärker als Wein. Bier hingegen senkt es. Das haben dänische Forscher anhand einer Studie mit über 50 000 Menschen heraus­ gefunden. www.aerztezeitung.de

Stress macht krank

u London Regelmässiger Stress erhöht nicht nur das Risiko für einen Herzinfarkt, sondern auch für einen Schlaganfall, und zwar dosisabhängig. Je höher der Stress, desto grösser das Risiko. Das ergab eine britische Studie mit 70 000 Teilnehmern. www.aerzteblatt.de

tipp

Weissdorn hilft bei einem schwachen Herz. Das zeigte eine neue Studie, die das Pflanzenextrakt von 700 Pa­tien­ten testen liess.

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Check-up Verdauungsbeschwerden

Reizdarm: Das sollten Sie Das Reizdarmsyndrom belastet Patienten und Ärzte. Denn die Krankheit hat unterschiedliche Symptome und ist schwer zu behandeln. Jetzt haben Experten des Schweizerischen Medizin­forums in einer grossen Übersichtsarbeit alle neue Fakten zum Thema zusammen­ getragen und zeigen auf, was am besten dagegen hilft.

Text Dr. Samuel Stutz

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eizdarm ist für unzählige Patien­ ten ein einziges Reizwort, weil das Krankheitsbild, obwohl weit verbreitet, schwer zu behandeln und der Umgang der Ärzte mit dem Syndrom oft sehr hilflos ist. Kommt dazu, dass die Betroffenen häufig auch an psychischen Problemen leiden, was Anlass zu Miss­ verständnis und Abwehrreaktionen ­bietet. Jetzt bringt eine ausführliche Übersichtsarbeit im Schweizerischen Medizinforum Licht ins Dunkel dieser komplexen Erkrankung, was deren Ver­ ständnis und Behandlung anbelangt. Das Reizdarmsyndrom ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen

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überhaupt. Gemäss Erhebungen aus Europa und den USA sind 5 bis 15 Pro­ zent der Bevölkerung betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Leidens­ druck, Beeinträchtigung der Lebens­ qualität und Arbeitsausfälle sind enorm. «Auch wenn Medikamente, in die man grosse Hoffnung gesetzt hatte, vom Markt wegen Nebenwirkungen zurück­ gezogen werden mussten, wurden in den letzten Jahren entscheidende Fort­ schritte erzielt», sagen die Autoren der Übersichtsarbeit. Über die Entstehung des Reiz­ darmsyndroms weiss man längst noch nicht alles. Klar ist, dass viele ver­ schiedene Faktoren beteiligt sind. Eines der Krankheitskonzepte ist die vis­

zerale Überempfindlichkeit. Das heisst: Schmerzen in inneren Organen werden übermässig wahrgenommen. So konnte man zeigen, dass ein Schmerzreiz, der im Magendarmtrakt mit einem aufblasbaren Ballon gesetzt wird, schon mit einem ge­ ringeren Druck erzeugt werden kann als bei Kontrollpersonen. Eines der neuen Konzepte im Verständnis des Reizdarmes ist das einer chronischen Entzündung der Darm­ schleimhaut. In der Schleimhaut von Reizdarmpatienten finden sich gehäuft Entzündungs- und Immunzellen. Als mögliche Ursache wird eine veränderte Mikroflora diskutiert, was Grundlage ist für den Einsatz von Antibiotika und Probiotika.

Foto iStock

Ständiges Bauchweh Ein Reizdarm hat viele Symptome: ­Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Bauchkrämpfe gehören dazu.


wissen!

40 bis 80 Prozent der Patienten, die ärztliche Hilfe suchen, leiden auch an Depressionen, Angst- und Panikstörungen. Auch Fibromyalgie und Migräne treten gehäuft auf. Weiter finden sich in der Krankengeschichte der Betroffenen oft schwerwiegende Lebensereignisse und chronische Belastungssituationen. «Offenbar führen solche Stressoren zu einer viszeralen Überempfindlichkeit. Es gibt stichhaltige Argumente dafür, dass es sich beim Reizdarm um eine stressabhängige Erkrankung handelt. Bei bestimmten Menschen kann anhaltender Stress offensichtlich zu einer erhöhten Empfänglichkeit für die Entwicklung eines Reizdarmsyndroms führen oder bei einer bestehenden Erkrankung die Symp­tome verstärken», führen die ­Autoren der Übersichtsarbeit aus. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle. Allerdings ist die Vererbung sehr komplex. Die grosse Mehrheit der Reizdarmpatienten geben eine Verschlechterung der Symptome nach Einnahme von gewissen Speisen an. Als häufige Auslöser werden Milch- und Weizenprodukte, Fruktose enthaltende Nahrungsmittel und Kaffee genannt. Allerdings leidet nur ein Bruchteil der Patienten unter einer echten Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die Diagnose wird vor allem mittels einer sorgfältigen Befragung gestellt. Die körperliche Untersuchung ist unauffällig. Bei fehlenden Warnsymptomen (siehe Check) braucht es nicht unbedingt weitere Abklärungen wie zum Beispiel eine Darmspiegelung. Mitentscheidend, wie viel Diagnostik betrieben wird, sei im Einzelfall der Leidensdruck und die Erwartungshaltung des Patienten. Noch wenig bekannt ist, dass seit Kurzem ein sogenannter Biomarker bei der Abklärung von Magen-Darm-Beschwerden zur Verfügung steht, der sich sehr bewährt hat, schnell durchführbar und kostengünstig ist. Er misst das Calprotectin im Stuhl. Dabei handelt es sich um ein Eiweiss, das in gewissen weis­sen Blutkörperchen gespeichert und bei deren Aktivierung freigesetzt wird. Ein erhöhter Wert im Stuhl ist Ausdruck einer Entzündung im MagenDarm-Trakt. Ein normales Calprotectin im Stuhl bei einem Patienten mit Reizdarmsymptomen ist eine sehr gute Möglichkeit, um eine organische Erkrankung

auszuschliessen. Bei typischen Symptomen und bei einem unauffälligen Calprotectin-Wert im Stuhl sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen nötig. Die Behandlung des Reizdarmsyndroms ist sehr vielschichtig. Sie reicht von Beratung durch den Hausarzt bis hin zu spezialärztlicher Betreuung. «Ein grosses Problem ist, dass die involvierten Fachleute oft nichts voneinander wissen und sich sogar widersprechen», geben die Autoren zu bedenken. «Entscheidend ist ein dem Leidensdruck ­angepasstes Vorgehen. Eine positive Arzt-Patienten-Beziehung ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Befragungen von Patienten haben gezeigt, dass eine patientengerechte Information besonders erwünscht ist. Klare Diagnose vermitteln, Vertrauen schaffen. Den Patienten nach seinen eigenen Vorstellungen über die Krankheit befragen. Befürchtungen und Ängste thematisieren. Das Behandlungskonzept erklären. Realistische Erwartungen an die Therapie knüpfen, nicht Heilung versprechen. Die medikamentöse Therapie ganz individuell gestalten. Regelmässige Kontrollen vorsehen.» Ungefähr 70 Prozent der Reizdarmpatienten glauben, dass bestimmte ­Nahrungsmittel ihre Beschwerden verursachen. Eine Befragung von 1200 Betroffenen hat ergeben, dass folgende Massnahmen die Symptome lindern: häufige, kleine Mahlzeiten, fettreiche Speisen meiden, Auslassen von Milchprodukten, Kohlenhydraten, Kaffee. Um diese Zusammenhänge zu evaluieren, kann ein Nahrungssymptom-Tagebuch hilfreich sein. Bemerkenswert ist, dass Patienten mit einem Reizdarmsyndrom auch ohne Zöliakie unter einer glutenfreien Diät eine Symptomlinderung erfahren. Steht beim Reizdarmsymptom Verstopfung im Vordergrund, können stimulierende pflanzliche Präparate wie Senna oder rezeptpflichtige Medikamente helfen. Bei Patienten, die vorwiegend unter Durchfall leiden, kommt der Wirkstoff Loperamid infrage. Mit Anti­ depressiva versucht man, die Schmerzwahrnehmung zu reduzieren. Auch der Einsatz von Antibiotika und Probiotika kann versucht werden. Gut belegt sind bei intensiven Beschwerden die Verhaltenstherapie und

die Hypnose. «Bewährt hat sich die Betreuung innerhalb eines Netzwerkes, das im Umgang mit dem Reizdarmsyndrom Erfahrung hat. Nur mit einem ganzheitlichen Konzept lassen sich unnötige ­Abklärungen vermeiden und Krisen­ situationen überbrücken», so die Schlussfolgerung. Quelle: N. K. Schaub, N. B. Schaub: Reizdarmsyndrom – Einblicke und Ausblicke 2012, Schweiz Med Forum 2012; 12(25):505–513, EMH-Verlag, Basel (www.medicalforum.ch)

k checSie Sindrof fen? be t Die wichtigsten Symptome des Reizdarmsyndroms sind:  Bauchschmerzen,

ver­ bunden mit Stuhlunregelmässigkeiten.  Die Bauchschmerzen können dumpf, krampf­ artig bis brennend sein.  Schmerzen können auch nachts auftreten.  Typisch ist immer dünner werdende Stuhlgang im Verlauf des Vormittags.  Beim Vorliegen von folgenden Warnsymp­ tomen braucht es weitere Abklärungen:  Zeichen einer Entzündung  Blutarmut  Alter über 50  Ungewollter Gewichts­ verlust  Blutverlust im Stuhl


Check-up Der Fall Mit

Diabetes in die Ferien

«Ich gehe in zwei Wochen in die USA in die Ferien und bin Diabetikerin. Was muss ich wegen der Zeitverschiebung beachten?»

1. Reisevorbereitung Zur Reisevorbereitung gehört eine frühzeitige Planung des Arztbesuches, damit er allfällige Bescheinigungen, Ausweise und weitere Dokumente ausstellen kann. Es wird empfohlen, eine ärztliche Bescheinigung über die Notwendigkeit des Mitführens von zum Beispiel Insulin, Insulinpumpe und Zubehör für die Grenzkontrolle bei sich zu haben. Ausserdem sollte ein Diabetikerausweis (in Englisch) mitgeführt werden. Insulin, Medikamente, BlutzuckerTeststreifen gehören ins Handgepäck. Am besten ist es, wenn man das ganze Material auf zwei Gepäckstücke aufteilt, so ist man auf der sicheren Seite, wenn das Gepäck verloren gehen sollte oder gestohlen wird. 2. Therapieanpassung bei Flug­ reisen und Zeitverschiebung Orale Antidiabetika können wie verord-

TV-Tipp

Samstag, 21. Juli, 18.10 Uhr

net nach der jeweiligen Ortszeit ein­ genommen werden. Sofern die Zeitverschiebung nicht mehr als drei bis vier Stunden beträgt, ist keine Insulinanpassung notwendig. Bei Flugreisen über sechs Stunden und grössere Zeitverschiebungen sind Anpassungen erforderlich. Flug nach Westen: (z. B. in die USA) Der Reisetag wird länger. Die Dosis des Basisinsulins muss voraussichtlich erhöht werden. Bei einer zusätzlichen Mahlzeit muss diese mit einer weiteren Gabe von kurzwirksamem Insulin ergänzt werden. Flug nach Osten: (z. B. Asien) Der Reisetag wird kürzer. Die Dosis des Basisinsulins sollte reduziert werden. Personen, die eine Insulinpumpe tragen, müssen keine Änderung der Basalrate vornehmen, sondern lediglich die Uhrzeit der Pumpe der aktuellen Ortszeit anpassen (eventuell auch schrittweise, täglich zwei bis drei Stunden bis zur vollständigen Korrektur). In jedem Fall sollte die Insulinanpassung mit dem behandelnden Arzt besprochen werden! 3. Tipps  Erkundigen Sie sich über die Verfügbarkeit von Insulin und BlutzuckerTeststreifen im Urlaubsland. Allenfalls entspricht die Konzentration des Insu-

lins nicht der im Heimatland (U 100 versus U 40 / U 80).  Schützen Sie Ihr Insulin und Ihre Blutzucker-Teststreifen vor Überwärmung und grosser Kälte (zum Beispiel in einer Isolierbox).  Nehmen Sie genügend Reservemate­ rial mit. Bei Bedarf Ferienpumpe an­ fordern.  Messen Sie regelmässig Ihren Blut­ zucker, besonders bei Verdacht auf Unter- und Überzuckerungen und bei Erkrankungen.  Vermeiden Sie Hypoglykämien aufgrund meist vermehrter körperlicher Aktivität im Urlaub. Nehmen Sie genügend Reserve-Kohlenhydrate mit (zum Beispiel Traubenzucker, Dörrfrüchte, Zwieback).  Verwenden Sie eine Urlaubscheck­liste. Sie ist in Diabeteszentren oder bei der Diabetesgesellschaft erhältlich. Schweizerische Diabetesgesellschaft: www.diabetesgesellschaft.ch Deutsche Diabetesgesellschaft: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de International Diabetes Federation: www.idf.org Amerikanische Diabetesgesellschaft: www.diabetes.org

Alzheimer Bin ich nur ein bisschen vergesslich, oder ist das bereits ein erstes Anzeichen für Alzheimer? Prof. Andreas Monsch, Leiter der Memory Clinic an der Uni Basel, klärt über Symptome auf und sagt, welche Abklärungen sinnvoll sind (Wiederholung). www.gesundheitsprechstunde.ch

Foto Hervé Le Cunff

Ruth Hirschmann, Leitung Diabetes­beratung am Universitätsspital Zürich. www. endokrinologie-dim.usz.ch


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Klassische Schönheit Die Geigerin Julia Fischer eröffnet das Festival in Gstaad.

julia fischer am Menuhin Festival in Gstaad BE

Fotos HO

Ein Hoch auf die Klassik Natur pur Im Zelt des Menuhin Festivals herrscht jeden Sommer eine besondere Atmosphäre.

u Umgeben von herrlichen Berggipfeln herrscht in Gstaad auch im Zelt ein wahres Gipfeltreffen: Am Menuhin Festival treten die Grössten der Grossen aus der Klassikszene auf die Bühne: Das Jahrhunderttalent Julia Fischer, 28, eröffnet den exquisiten Klangreigen. Ob ein Klavierrezital mit Andras Schiff (25.7.), das Streichtrio Kopatchinskaja – Gabetta – ­Buniatishvili (4. 8.), Roma und

­ itanos in Klassik und Volksmusik G (2. 9.) oder der Fusion-Geiger Nigel Kennedy, der Bach und Jazz einander gegenüberstellt (3. 8.), der Klassik­ sommer in Gstaad lässt musikalisch kaum Wünsche offen. rea Menuhin Festival Gstaad BE. 20. 7.–9. 8., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) oder www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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zweimal audrey hepburn in Morges VD

Zwischen Hollywood und Audrey Hepburn, Schauspielerin und Unicef-Botschafterin, hat in Tolochenaz bei Morges VD gewohnt. Das Städtchen am Genfersee widmet ihr gleich zwei Ausstellungen.

Fotos Collection de la Cinémathèque suisse, Paramount, Robert Wolders

u Man

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hat sie geliebt. Verehrt. Bewundert. Audrey Hepburn (1929–1993) hat mit ihren rehbraunen Augen, ihrer ange­ borenen Eleganz und ihrer Fragilität die ganze Welt erobert. Dabei fand sich die Engländerin am Anfang ihrer Karriere alles andere als hübsch. Und Selbst­ vertrauen besass sie auch keines. Nach ersten kleineren Filmen kam mit «Ein Herz und eine Krone» an der Seite von Gregory Peck der grosse Durchbruch. Morges VD ehrt nun die beliebte ­Schauspielerin, die in der benachbarten Gemeinde Tolochenaz mehr als dreissig Jahre gelebt hat, gleich mit zwei Aus­ stellungen. In der Fondation Bolle sind einerseits private Bilder zu sehen, etwa Audrey Hepburn mit ihrem ersten Mann Mel Ferrer und Baby Sean oder das Hochzeitsbild mit Ehemann Num­ mer zwei, dem italienischen Psychiater Andrea Mario Dotti (r.). Und immer wieder «La Paisible», das Anwesen in Tolochenaz, wohin die Schauspielerin sich gerne zurückzog. Daneben präsen­ tiert die Fondation auch wunderbare Por­träts und einen 25-minütigen Film, in dem sich Einwohner aus Morges über ihre berühmte Nachbarin äussern. Der Tenor: ein wunderbarer Mensch, ohne jegliche Star-Allüren. Ergreifende Auf­ nahmen von Audrey Hepburn als UnicefBotschafterin ergänzen die Schau. Im Musée Alexis Forel, einem histo­ rischen Gebäude aus dem 16. Jahrhun­ dert, ist ein ganzes Stockwerk für die Ausstellung «Rom, Paris, New York … die Reiseroute von einem Star» reser­ viert. Zu sehen sind zahlreiche Stills aus den berühmtesten Filmen von Audrey Hepburn sowie eine Kopie des Abend­ kleides von Givenchy aus «Frühstück bei Tiffany». kati moser Musée alexis forel Morges VD. Bis 25. 11. Mi–So 14–18 Uhr, www.foraudrey-morges.ch fondation Bolle Morges VD. Bis 26. 8. Mi–So 14–18 Uhr, www.fondationbolle.ch schweizer illustrierte

Liebevoll 1970 kam Luca Dotti, Audrey Hepburns zweiter Sohn, zur Welt (u. l.). Berührend Als Schwester Lukas in «Die Geschichte einer Nonne» (o. l.). Un­s terblich Audrey Hepburn in «Frühstück bei Tiffany».


Die Besten kultur

Morges Beschwingt Ein Traum ging in Erfüllung: In «Ein süsser Fratz» tanzte ­Audrey Hepburn an der Seite von Fred Astaire und sang Lieder von George Gershwin.

diese woche in den galerien

Lackbilder. Zeichnungen. Gemälde Lackskins

u Er gehört zu den vielseitigsten Schweizer Künstlern des 20. Jahrhun­ derts: André Thomkins (1930–1985). Der gebürtige Luzerner malte, zeichnete und dichtete. Zu seinen eigenwilligsten Erfindungen ge­ hören die Lackskins: Der Lack fällt als Tropfen oder fliesst als Faden auf Wasser und bildet eine Haut, die sich verändert und vom Künstler manipuliert werden kann. Legte er ein Papier auf das schwimmende Bild, entstand ein neues Werk (ähnlich der Marmorpapier-Technik). rea

BÜNDNER KUNSTMUSEUM Chur GR. Bis 26. 8. Di–So 10–17, Do 10–20 Uhr, Tel. 081 - 257 28 68, www.buendner-kunstmusem.ch

Grafisches Werk

u Seine Malerei leuchtet in satten Farben. Die Zeichnungen und Grafi­ ken von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) sind dezenter. Zwischen 1905 und 1938 entstanden über 20 000 Zeichnungen, die als vollstän­ dige Werke angesehen werden können. Bewegung, Tanz, aber auch Akte prägen die in der aktuellen Schau gezeigten Arbeiten des deutschen Künstlers. Der Mensch faszinierte Kirchner, der in wenigen Umrisslinien und Konturen das Gesehene verewigen konnte.  rea

Galerie Henze & Ketterer & Triebold Riehen BS. Bis 25. 8. Di–Fr 10–12, 14–18 Uhr, Tel. 061 - 641 77 77, www.henze-ketterer-triebold.ch

Stillleben

u Ihre Gemälde basieren auf dem reichen Erinnerungsschatz zahlreicher

Wieder eine Hochzeit Nach der Scheidung von Mel ­Ferrer heiratete Audrey Hepburn in Morges den italienischen Psychiater Andrea Mario Dotti.

Reisen nach Schottland, Frankreich und Griechenland. Dementspre­ chend zeigt Kathy Thys, 76, hauptsächlich Landschaften und Stillleben. Ob griechische Fischer im Hafen, die Weinberge am Genfersee, Sonnen­ blumenfelder oder Stillleben mit Früchten oder Blumen – die ­gebürtige Bernerin hat ein ausgesprochenes Gefühl für Ästhetik und Harmonie, die in ihren Bildern spürbar sind.  rea Galerie am paradeplatz Zürich. Bis 28. 7. Di–Fr 13–18 Uhr, Tel. 044 - 221 07 31, www.galerieparadeplatz.ch

freilichttheater auf dem gurten

Überleben auf dem Bauernhof u Um ihr Bauernhaus zu retten, brauchen Holzers inno­ vative Ideen. Daher beschliessen sie, sich bei der CastingShow des Fernsehens um die intakteste und traditionsge­ rechteste Bauernfamilie der Deutschschweiz anzumelden. Und prompt kommen sie eine Runde weiter. Zum 10-JahrJubiläum inszeniert Regisseurin Livia Anne Richard «Holzers Peepshow» von Markus Köbeli. Die Schauspie­ ler: Theo Schmid (Vater), Hanny Gerber (Mutter), Maud Koch (Tochter), Markus Maria Enggist (Sohn) und René Blum (Grossvater). Eine überaus amüsante Komödie.  km

Die grosse Aufgabe ihres Lebens Von 1988 bis 1992 amtet Audrey Hepburn als Unicef-Botschafterin.

theater gurten Gurten, Bern. Bis 25. 8., Tickets ­ Tel. 031 - 901 38 79, www.theatergurten.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Daniel Woodrell

Aug um Aug, Zahn um Zahn

Kurzes Glück Nathalie und François ist nicht viel Zeit gegönnt (o.). Ob Markus (r.) der Richtige ist?

Worum geht es? Der 13-jährige Shug pflegt mit seiner Mutter, einer Alkoholikerin, einen Friedhof in Missouri. Deren Freund Red benutzt Shug, um krumme Dinger zu drehen, ver­möbelt und demütigt Frau und Bub nach Lust und Laune. Dass das nicht lange gut geht, ist klar.

Der Kuss zu neuem Glück «Wenn sie einen Fruchtsaft bestellt, spreche ich sie an», nimmt sich François vor, als er die schöne Nathalie in einem Pariser Kaffee sitzen sieht. Tatsächlich wird aus ihrer ersten Begegnung eine grosse Liebe, die jedoch mit dem Unfalltod von François abrupt endet. Nathalie ist untröstlich und stürzt sich in die Arbeit. Eines Tages steht Markus, der unscheinbarste ihrer Mitarbeiter, in Nathalies Büro. Aus heiterem Himmel küsst sie ihn auf den Mund. Markus ist im siebten Himmel – Nathalie hingegen will davon nichts mehr wissen. Die beiden gehen sich aus dem Weg, bis Nathalie dämmert, dass der gross gewachsene, scheue Schwede auf leisen Sohlen ihr Herz bereits erobert hat. u Die Schauspieler Wer eignet sich besser für die zartbesaitete Nathalie als Rehauge u Darum gehts

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Der prägende Satz? Glenda zu ihrem Sohn Shug: «Wenn du in dieser Welt hier aufwachst, Sweet Mister, dann musst du hellwach sein.»

Audrey Tautou («Amélie de Montmar­ tre»)? Imposanter Gegenpart: François Damiens («Rien à déclarer») gibt den schüchternen Markus feinfühlig. u Der Hintergrund «Nathalie küsst», die Vorlage zum Film, wurde in Frankreich zu einem Bestseller und in 21 Sprachen übersetzt. Zusammen mit seinem ­Bruder Stéphane hat der Autor David Foenkinos das Buch nun verfilmt. u Die bleibende Szene Wer hätte nicht gerne eine Grossmutter wie die von Nathalie, die den Liebenden ein woh­ liges Nest macht und weise Sätze sagt. u Das Fazit Eine luftig-leichte, sehr französische Sommerkomödie. rea

Für wen? Nichts für zarte Gemüter. Ohnmacht, Gewalt, Armut und mangelnde Bildung prägen die Bücher von Woodrell. Trotzdem schafft es der Autor, den Leser zu fesseln und selbst für die üblen Gestalten ein gewisses Mitgefühl zu entwickeln.

8 8 8 8 8 Länge: 109 Min. Regie: David und Stéphane Foenkinos. Kinostart 19. 7.

Daniel Woodrell «Der Tod von Sweet Mister» (Liebeskind)

Nach der Lektüre? Von wegen American Way of Life: Längst nicht jeder US-Bürger erhält die Chance, etwas aus seinem Leben zu machen. rea

Fotos Geri Born, HO (3)

«La Delicatesse» (F)

Wer ist der Autor? Der US-Amerikaner Daniel Woodrell, 59, wurde für seine düsteren Romane schon mehrfach ausgezeichnet. «Wer mit dem Teufel reitet» und «Winters Knochen» wurden erfolgreich verfilmt, letztere Verfilmung war für vier Oscars nominiert.


Jazz oder Nojazz? Esperanza Spalding überwindet mit jazzigen Popsongs alte Stilschubladen.

Die Besten event demnächst

Circus. Chor. Comedy

Manegen-tradition

u Am 10. März 2012 startete der Circus Nock

zu seiner 152. (!) Tournee. Das Motto heisst «Faszination» und bietet beste Tradition. Dazu gehören die Clowns Gaston und Roli, die allein schon einen Besuch lohnen. hv circus nock Tournee 2012, diverse Orte, laufend Daten, www.nock.ch

jazznojazz mit star-reigen

Ohne Grenzen Graben war tief: Auf der einen Seite verteidigten die Jazz-Traditionalisten das Erbe der Bop-Ära, auf der anderen entwickelten junge Wilde stilistische Hybride zwischen Ambient, Hip-Hop und improvisierter Musik – alles war im Fluss, erkennbare Grenzen gab es nicht. Was war Jazz? Und was ­Nojazz. Johannes Vogel, profunder Kenner der Szene und Gründer der Konzertagentur All-Blues, sah den Graben als Chance und baute 1998 eine provozierende Brücke, indem er populäre, hergebrachte Spielformen des Jazz

cd-Tipp jazz

Vorzeige-Gitarre

u Miles Davis hatte ein untrügliches Ohr für Hypertalente. Eines von ihnen war Mike Stern, mittlerweile selber einer der Grossen zwischen Jazz und Rock. Auf seiner jüngsten CD gibt seiner unverkennbaren Gitarre ein Staraufgebot Schub. hanspeter vetsch

mike stern All Over the Place (Heads Up)

und jazzverwandte, neue Musiken unter dem Dach des Festivals Jazznojazz vereinte. Von der Provokation ist wenig geblieben, die musikalische Landkarte ist wieder übersichtlich. Doch das Festival hat nichts von seinem Reiz verloren, zumal das Aufgebot grosser Namen bemerkenswerte Dimensionen angenommen hat. So spielen heuer in der Gessnerallee, im EWZ-Unterwerk Selnau sowie im ZKB-Jazz-Club im Theater der Künste unter anderem der tunesische Oud-Meister Anouar Brahem, «Mahavishnu»-Legende John McLaughlin, Mr. Bassissimo Marcus Miller und Funk-&-Soul-Knaller wie Earth Wind & Fire, Incognito oder Lizz Wright. Be­ sondere Aufmerksamkeit wird wohl die Bassistin Esperanza Spalding geniessen. Sie mixt Jazztradition und radiotaug­ lichen Pop und versinnbildlicht so das Festival. Jazz? Nojazz? hanspeter vetsch

jazznojazz Gessnerallee und andere Orte, Zürich, 31. 10.–3. 11., www.jazznojazz.ch tickets für die besten events!

Kirchen-Musik

u Der Schweizer Roman Rutishauser hat für das grossartige Hilliard Ensemble und den Violinisten Paul Giger eine Komposi­tion geschrieben. Es wird pure Magie sein, wenn die Stimmen die Kirche erfüllen.  hv

tenebrae Schweizer Tournee ab 5. 9., www.hilliardensemble.demon.co.uk

carolin kebekus – pussy terror Basel 17. 10., Zürich 18. 10, www.actnews.ch

Fotos A163 / Gamma-Rapho / Getty Images (1), HO (4)

uDer

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Gossen-schnauze

u Blondine mit Rehaugen? Alles klar – bis man(n) Carolin Kebekus erlebt hat. Die Stand-up-Comedian hat ihre Wurzeln in der Kölner Bronx und macht keinen Hehl draus. Doch sie mags auch zartbitter. hv


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

«La Fontelina» Capris schönster Beachclub. Sonnenbaden, Pasta schlemmen.

SONNENBADEN AUF CAPRI

Geheimtipp «La Fontelina» C

«J. K. Place Capri» 180-Grad-Sicht aufs Meer.

apris exklusivsten Beachclub erreicht man nur nach einem kleinen Fussmarsch. Oder wie Milliardär und Chelsea-Besitzer Roman Abramovich mit der eigenen Jacht. La Fontelina heisst die geheimnisvolle Bucht. Sonnenbaden in den Felsen, unter blauen Schirmen! Im VIP-Club wird auch eine wunderbare Pasta serviert. Wohnen auf Capri? Im berühmten «J. K. Place Capri» mit 180-Grad-Blick

übers Meer, sofern der Preis keine grosse Rolle spielt (DZ ab 400 Euro); Fussballstars wie Bastian Schweinsteiger sind Stammgäste. Deutlich preiswerter, aber ebenfalls toll gelegenen: «Da Gelsomina» (DZ ab 120 Euro). Die berühmteste und beste Fischsuppe auf der Insel gibts im Ristorante Fontelina (Via Faraglioni). HE INFO www.fontelina-capri.com, www.jkcapri.com schweizer illustrierte

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Reisen Traveldesk

«Perle der Ostsee» wird Helsinki genannt. Der Dom überragt den Senatsplatz, den die Universität und das Parlament einrahmen.

Schottisches Schloss auf der Privatinsel u Ferien wie im Märchen? Das FünfsterneSchlosshotel Isle of Eriska liegt auf einer Privatinsel in der Nähe der schottischen Hafenstadt Oban. Drei romantische Tage im 1884 erbauten grosszügigen Haus mit eigenem Bauernhof gibts ab CHF 518.–. Info www.travelhouse.ch

«Wet ’n Wild»: Neuer Freizeitpark in Orlando u «Wet ’n Wild» heisst der neue, 4000 Quadratmeter grosse Freizeitpark bei Orlando. Attraktion: eine 18 Meter hohe Sandburg, umgeben von 15 Wasserrutschen, zwei Schwimmbecken, Wasserfällen, Düsen und Wasserkanonen! Ab EUR 29.–, über Internet buchen! Info www.attractionticketsdirect.de

helsinki, Welthauptstadt für Design 2012, Finnland

Wo die schönen Helsinki feiert sich dieses Jahr gleich doppelt: mit dem 200. Geburtstag und als offizielle Welt-Design-Hauptstadt 2012. Ein inspirierender Spaziergang – bis in die höchste Bar der Stadt.

Etappe für Romantiker in der Bretagne u Das Renaissance-Château Bois-Guy in Parigné bei Rennes bietet alles, was Romantiker mögen: renovierte historische Räume mit Designer-Möbeln, eigene Kapelle, Bibliothek, Restaurant mit Spitzenkoch, 18 Hektar Park mit Pferden, Golfplätze in der Nähe, zwei charmante Gastgeber: Michael Linhoff und Mathias Haefeli. DZ ab EUR 100.–. Info www.bois-guy.fr

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D

er Zauber der «weissen Nächte» strahlt über Finnlands Hauptstadt, rückt sie als Welt-DesignHauptstadt 2012 ins Licht und erinnert damit an eine lange Tradition innovativer Gestaltung: von Alvar Aaltos Vasen über die bunten Stoffe von Marimekko, den Kinderbuchklassiker «Die Mumins» bis zum Handyspiel Angry Birds. Weil noch bis im September die Sonne in Helsinki fast 24 Stunden scheint, können Besucher den nicht enden wollenden Tag mit dem vielfältigen Angebot füllen: 250 Projekte und Veranstaltungen in der

ganzen Stadt zeigen, wie gute Gestaltung in Finnland in den Alltag integriert wird und so Identität schafft. Helsinki erwacht am schönsten am Hafen. Der Ostseewind trägt das Geschrei der Möwen heran, während in den traditionellen Kaffeezelten Filterkaffee in grossen Bechern – natürlich von Iittala, dem nationalen Geschirrhersteller – an Fischer, Geschäftsleute und die ersten Touristen verkauft werden. Gestärkt schlendert man durch den beliebten Esplanade-Park Richtung Designdistrikt. (www.designdistrict.fi). Hier konzen­triert


Atemberaubende Architektur Das Kiasma-Museum zeigt moderne Kunst. Die aktuelle Schau thematisiert Design.

Chic schlafen Die Zimmer im Hotel Klaus K sind geräumig, individuell gestaltet, ruhig – trotz zentraler Lage.

Sommerfrische An warmen Tagen vergessen die Finnen ihre sprichwörtliche Schwermut – und feiern im Park.

Fotos Corbis (2), HO (2)

Dinge wohnen sich, was Helsinki unter guter ­Gestaltung für jedermann versteht. In Boutiquen stellen junge finnische Modedesigner ihre bezahlbaren Entwürfe vor. Galerien präsentieren in zauberhaften Hinterhöfen moderne Kunst, Restaurants finnische Spezialitäten wie Rentier-Tatar mit Austern. In diesem Viertel steht auch das 1875 gegründete finnische Designmuseum. Es ist das älteste seiner Art auf der ganzen Welt. Der Höhepunkt des Design­ jahres steht noch bevor. Während der Design Week vom 6. bis 16. September öffnen Gestalter ihre Studios, spielen Bands, gibt es Workshops, Modeschauen, Podiumsdiskussionen (www.helsinki designweek.com). Wer nach so viel Kultur seinen Durst löschen will, tut das am besten bei den Cocktailmixern der Atel-

jé Bar – übrigens eingerichtet von Alvar Aalto. Von der Dachterrasse des einzigen Hochhauses der Stadt, des Hotels Torni, geniesst man einen fabelhaften Blick

über Helsinki – auch um Mitternacht. Denn es ist noch immer taghell. (Design-)Sonnenbrille nicht vergessen!  Stephanie Ringel

Check-in u Anreise Direkt von Zürich nach Helsinki mit Finnair. Tipp:

Statt per Taxi mit dem Finnair-Bus bis ins Stadtzentrum (EUR 6.20) u Hotel «Klaus K»: familiengeführtes Designhotel mit individuellen Zimmern im Zentrum. DZ mit Frühstück ab EUR 145.–, Tel. +358 (0) 20 770 4700, www. klausk.com u Restaurant «Ateljé Finne», experimentelle Küche; berühmt sind Sapas, die man am besten geniesst in der Latva Wine Bar (Korkeavuorenkatu 25) Tipp: Lokale Biere probieren! u Besonderheit Font-Walks, ge­ führte Design-Spaziergänge. Kontakt über www.helsinki guides.fi, u Infos www.wdchelsinki2012.fi

Feine Häppchen Heringsmousse mit roten Zwiebeln – die finnische Version von Tapas heisst Sapas.

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En Guete

Das Basilikum rundet das Soufflé in Tomaten ab.

Frisch gewürzt

Machen Sommergerichte noch spezieller: Die Aromen aus dem Kräutergarten bereichern die Küche.

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Basilikum-­ Soufflé in ­Tomaten

Zutaten (für 4 Personen) 8 Tomaten (je ca. 140 g), 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Basilikum-Soufflé 1/2 Bund Basilikum, 100 g Halbfettquark, 1 Esslöffel Maizena, 75 g geriebener Gruyère, 2 frische Eigelbe, wenig Muskat, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 2 frische Eiweisse, 1 Prise Salz Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen ca. 30 Min. u Von

den Tomaten einen Deckel ab­ schneiden. Tomaten aushöhlen, innen würzen. Tomaten mit Deckeln in ein mit Backpapier belegtes Blech stellen. Basilikum mit Halbfettquark, Maizena, Käse und Eigelben pürieren, Masse ­würzen. Eiweisse mit dem Salz halbsteif schlagen. Sorgfältig unter die Quark­ masse ziehen, in die Tomaten füllen.

TIPP

Backen ca. 30 Min. auf der untersten Rille des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Ofen nie öffnen! Sofort servieren! Tipp Tomateninneres für Suppen oder Tomatensauce verwenden. Dazu passen Salat und Teigwaren.

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Roastbeef mit Kräuterfüllung

Zutaten (für 4 Personen) Kräuterfüllung Je 2 Esslöffel Rosmarin und Thymian, fein geschnitten, je 1/2 Bund glattblättrige Petersilie und Basilikum, fein geschnitten, 4 Salbei­ blätter, fein geschnitten, 2 Knoblauch­ zehen, gepresst, 4 Esslöffel Panier­

Petersilie auf Vorrat: Oft braucht man für ein Rezept keinen ganzen Bund, und mithilfe des Tiefkühlers lassen sich Reste sinnvoll verwerten. Die Kräuter kalt abspülen, grobe Stiele entfernen. ­Portionenweise in Tiefkühlbeutel verpacken und tiefkühlen. Sobald Petersilie benötigt wird, aus dem Tiefkühler nehmen und gefroren zerdrücken, so fällt das Hacken weg.

mehl, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 4 Esslöffel Olivenöl 1,2 kg Rindsentrecôte am Stück, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Ess­löffel Olivenöl Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Grillieren ca. 40 Min. u Für die Kräuterfüllung Rosmarin, Thymian und alle Zutaten bis und mit Olivenöl in einer Schüssel mischen. In das Fleisch mit einem spitzen Messer eine Tasche einschneiden, dabei das Fleisch nicht ganz durchschneiden. Die Öffnung mit einem Löffel etwas aus­ weiten. Kräuterfüllung mit einem Löffel einfüllen, gut andrücken. Salz, Pfeffer und Öl in einer kleinen Schüssel ver­ rühren, Fleisch damit bestreichen. Grillieren Holzkohle-/Gasgrill: ca. 40 Min. bei mittlerer Glut/Hitze rundum grillieren. Zubereitung im Backofen Das unge­ würzte Fleisch auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Garen ca. 2 Std. in der Mitte des auf 80 Grad vorgeheizten Ofens. Die Kern­ temperatur des Fleisches soll 45 bis 55 Grad betragen. Herausnehmen, Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen,

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En Guete Fleisch rundum ca. 6 Min. braten, würzen. Servieren Fleisch quer zur Faser in Tranchen schneiden. Lässt sich vorbereiten Fleisch ca. ½ Tag im Voraus füllen, zugedeckt im Kühl­ schrank aufbewahren. Ca. 1 Std. vor dem Grillieren aus dem Kühlschrank nehmen.

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Kräuterbutter

Zutaten (ergibt ca. 200 g) 100 g Butter, weich, 100 g Frischkäse (z. B. Philadelphia Balance), 2 Ess­ löffel Petersilie, fein geschnitten, 1 Esslöffel Estragon, fein geschnitten, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Kühl stellen ca. 30 Min. u Butter,

Frischkäse und alle Zutaten bis und mit Pfeffer in einer Schüssel mit den Schwingbesen des Handrührgerätes gut verrühren, in einem Glas ca. 30 Min. kühl stellen oder Masse in einen Spritz­

impressum

sack mit gezackter Tülle (ca. 10 mm ∅) geben. Einen Teller mit Klarsichtfolie belegen, ca. 12 Rosetten darauf ­spritzen, ca. 30 Min. kühl stellen Passt zu Baked Potatoes, Fisch, Teig­ waren.

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Schnitzel mit Kräutersauce

Zutaten (für 4 Personen) Kräutersauce 1/2 Bund Liebstöckel, je 1 Bund glattblättrige Petersilie und Schnittlauch, 1 dl Rapsöl, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Brat­ butter zum Braten, 4 Schweinsschnit­ zel (z. B. vom Stotzen; je ca. 150 g), 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Für die Kräutersauce Liebstöckel, Petersilie und alle Zutaten bis und mit Pfeffer pürieren. Wenig Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch beidseitig je ca. 11/2 Min. braten, würzen.

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr. 29, 101. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Beglaubigte Auflage 198 660 Exemplare Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez International Tel. +41-44-259 65 11, sales@ringier.ch stv. Chefredaktor Ueli Walther MITGLIED der Chef­redaktion Monique Ryser Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­h altungschefin Bettina Bono Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Nachrichtenchef Ueli Walther wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Fax 044 - 259 86 69 Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Marcel Huwyler Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; (stv. Nachrichtenchef), Silvan Grütter, Thomas Kutschera, Alejandro Velert, Eva Bünter Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz (Volontärin) Unter­h altung Sandra Casalini (stv. 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Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Müller Bildbearbeitung Ringier Redaktions-Services Ständige Mit­a rbeiter Urs Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier si online (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Katja Fischer (Leitung Desk), Nadine Bauer, Anouk Haimoff, Oliver Schmuki, Ramona Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Thommen, Joëlle Weil, Javier Vázquez (Web-Engineer) iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Renée Sylvia Schauecker Sekreta­riat Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen Verlags­direktors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Kalte Kräutersuppe Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 8 dl) 4 dl kräftige fettfreie Gemüsebouillon, kalt, 200 g Blanc battu, 1 Teelöffel Maizena, 50 g Jungspinat, grob geschnitten, 25 g Portulak, grob geschnitten, 3 Esslöffel Basilikum­ blätter, grob geschnitten, 1 Knoblauch­ zehe, gepresst, Salz, nach Bedarf, Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Kühl stellen ca. 2 Std.

u Für die Suppe Bouillon, Blanc battu und Maizena im Mixglas mischen. Jungspinat, Portulak, Basilikum und Knoblauch beigeben, fein pürieren. Würzen, zugedeckt ca. 2 Std. kühl stellen. Kurz vor dem Servieren mit dem Mixstab schaumig rühren, anrichten, sofort servieren. Lässt sich vorbereiten Suppe 1/2 Tag im Voraus zubereiten, zugedeckt kühl stellen.

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party

Käse-Experten: Maître Bernard Antony (l.), Saveurs-Chef Hans-Peter Reust.

«Sie isst alles»: Martin und Lorena Dalsass («Talvo»), Grosskind Ginevra.

Ein «Säuli-Gring» für M Davidoff Saveurs Gstaad: Die China-Nacht als Höhepunkt

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atürlich durfte es auch mal Kaviar sein («Oona», der neue von Coop aus Frutigen BE). Aber genauso spannend wurde es beim Davidoff Saveurs in Gstaad, wenn berühmte Köche etwas riskierten und kochten, was sonst nicht auf der Karte steht. Urs Gschwend und sein Gastchef Ivo Adam spiessten im gediegenen Garten des Grand Hotel Bellevue ein 22 Kilo schweres Spanferkel auf, marinierten es liebevoll mit Honig und Lavendel, drehten es sechs Stunden über dem Grill. Resultat: saftig, mit krosser Haut. Eher still wurde es unter den Gästen, als sich die junge und in ihrer chinesischen Heimat berühmte Schauspielerin Ming begeistert über den Kopf des Gstaader Alpsäuli hermachte. Andere Länder, andere Sitten. Ivo Adam steuerte zur Gartenparty einen Supergang bei: «Chäs, Brot ond Anke». Seine Inter-

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pretation: eine Suppe mit kleinen Kartoffeln von den Terreni alla Maggia, Hüttenkäse, Beurre Noisette, Trüffelglace. Chinas Travel Channel (500 Millionen Zuschauer!) drehte einen 25-minütigen Film über die Genusswoche im Saanenland – und brachte einen Star nach Gstaad: Xu Long, in Pekings «The Great Hall of the People – China» Chef von 200 Köchen und zuständig für alle Staatsbankette, lieferte sich im «Bernerhof» ein begeisterndes Duell mit dem Schaffhauser Spitzenkoch André Jaeger. Hummer, Poulet, Zander, Rind waren die Vorgaben für beide, beide drapierten ihre Version auf einen gemeinsamen Teller. Hervorragend Xu Longs Safran-Pouletsuppe, serviert in einer Kokosnuss, toll auch seine im Dampf gegarte und im Lotusblatt servierte Rindsrippe. Jaeger punktete mit Hummer an Vanille und Sichuan-Pfeffer

auf Thai-Mango mit einer Risottocremesuppe (!) und mit Zander im Reisblatt. Eine starke Performance! Davidoff-CEO Hans-Kristian Hoejsgaard: «Ein grosser Abend. Der nächste DavidoffSaveurs-Event findet in Peking statt!» Das chinesisch-schweizerische Koch­duell war spannend. Gegessen wurde reichlich. Und trotzdem hatte Martin Dalsass («Talvo», St. MoritzChampfèr) einen Riesenerfolg, als er weit nach Mitternacht Salami, Mortadella und Speck aus seiner Tessiner und Südtiroler Heimat aufschnitt. Nach wenigen Minuten war die riesige CharcuteriePlatte genauso weggeputzt wie die 15-Liter-Flasche Château Phélan Ségur, die die «Bernerhof»-Gastgeber Thomas Frei und Brigitte Glur als willkommene Alternative zum chinesischen Wein («Admiral’s Reserve 1421») entkorkt hatten. Fotos Marcus Giger


Die erfolgreichen «Lenkerhof»-Chefs: Heike Schmidt und Jan Stiller.

Wilder Abend: Werner Rothen kochte bei Isabelle von Siebenthal und Hans Schenker im «Wildhorn» Lauenen.

Fantastisches Menü! V. l.: Jan Leimbach («Lenkerhof»), Markus Arnold und Christian Grimm («Meridiano», Bern).

China zu Gast: Thomas Frei und Brigitte Glur vom Wanderhotel Bernerhof in Gstaad.

Fototermin unter der Sau. V. l.: Urs Gschwend, Ivo Adam, Hans-Peter Soltermann (schrieb jahrelang die SI-Kochrezepte).

iss Ming

Gross im Weingeschäft: der Tessiner Winzer Luigi Zanini, Zigarre für den Boss: Hans-Kristian Hoejs­gaard, CEO Oettinger Davidoff Group. Star-Sommelier Yvan Letzter mit Frau Patricia (v. l.).

party-facts Tatort Schicke Hotels, Parks und Alpweiden rund um Gstaad Höhepunkte Markus Arnold beim Eröffnungsdiner im «Lenkerhof». André Jaeger und Xu Long beim grossen Koch-Duell. Filet-Vergleichstest bei Robert Speth in der «Chesery»: Was schmeckt besser? Simmentaler Rind? Herford? Mongolisches Rind? Hoppla Veranstalter Reust: «Gstaad ist okay. Aber jetzt wollen wir eine Brücke nach China schlagen. Davidoff Saveurs plant eine Expansion nach Peking und Schanghai» Party-Rating

Grandioser China-Abend: Xu Long (Peking) und André Jaeger (Schaffhausen) kochten, DavidoffPräsident Andreas Schmid (M.) genoss.

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«Gstaader sind Geniesser. Die Stars kochen gerne im Simmental»

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Auto

schon gefahren Mercedes A-Klasse

Jugendlicher Stern Mit der neuen A-Klasse zielt Mercedes auf ein junges Publikum. Eine erste Probefahrt zeigt: Der sportliche Stern gefällt innen und aussen mit tollem Design sowie netten Details.

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ir haben uns von der bisherigen Plattform verabschiedet und beim Design einen radikalen Schnitt vollzogen», verrät Jörg Prigl, Vizepräsident Kompaktauto bei Mercedes. Dieser Schnitt ist bei der neuen, 4,29 Meter langen A-Klasse nicht zu übersehen. Da passt kein biederer Wackeldackel mehr auf die Hutablage, da müsste es schon eher eine Disco­ kugel sein. Die gedrungene Optik des Mercedes mit scharfen Leuchten samt integriertem LED-Tagfahrlicht und beim Sportmodell gar mit in der Sonne funkelndem «Diamantgrill» hat seinen Grund. «Kompaktautos im PremiumSegment müssen künftig klar sport­ licher sein», erläutert Prigl, «und ganz wichtig: Das dynamische Aussehen

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muss auch durch die Technik wieder­ gegeben werden.» Kein Problem für die A-Klasse: Mit im Heckspoiler versteckten Antennen, umfassender iPhoneIntegration oder auch Kollisions-WarnAssistent ist sie auch hier am Puls der

Gestylt Ob Sportsitze, Lüftungsdüsen wie beim SLS oder grosses Info-Display samt iPhone-Integration, das Cockpit gefällt.

Zeit. Im Innern bietet der Mercedes trotz kompakten Massen erstaunlich viel Platz (Kofferraum: 341 bis 1157 Liter) und vor allem ein hübsch gemachtes Cockpit. Ein grosses, frei stehendes Info-Display mit einem Trio von runden Lüftungsdüsen wie beim Supersportler SLS verleiht dem hochwertigen Interieur eine sportliche Note. Passend dazu bietet die A-Klasse auch ein dynamisches Fahrverhalten und eine sehr direkte Lenkung. Für den nötigen Schub sorgen drei Benziner (122 bis 211 PS) und zwei effiziente Diesel (109 und 136 PS). Denn nicht nur durch jugendlichen Pep, sondern auch mit einem Verbrauch von nur 3,8 l/100 km lässt die A-Klasse aufhorchen. «Und weil A für Angriff steht», ergänzt Prigl, «werden wir auch noch mit einer Coupé-Variante, einem kleinen SUV sowie einer weiteren Karosserievariante aufwarten.» Jürg A. Stettler


News

Chevrolet Cruze Station Wagon Klassischer Kombi u Ab August erhält Chevrolets CruzeFamilie Zuwachs: den Station Wagon mit einem bis auf 1478 Liter erweiter­ baren Kofferraumvolumen. Neben viel Platz bietet der Kombi auch eine harmonische Linienführung. Und für Smartphone-Besitzer gibts im Cockpit auf Wunsch das neue InfotainmentSystem MyLink. Für den Antrieb sorgt ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS. Er passt mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe gut zum nur rund 1450 Kilo schweren Kombi. Die bessere Variante – weil etwas dynamischer und vor allem einiges sparsamer (4,5 l/100 km) – ist wohl der 1,7-Liter-Turbodiesel mit 130 PS und 300 Nm. Zu kaufen ist der Chevrolet ab günstigen CHF 19 990.–.

Jungspund Die Mercedes A-Klasse bricht mit ihrem biederen Image und überzeugt neu mit klar sportlicherem Design.

Mercedes A-Klasse Auffällig Die A-Klasse setzt mit kecker Front und ungeteilten Rückleuchten Akzente. u Motoren Benzin 122, 156, 211 PS,

Diesel 109, 136 PS u 0 bis 100 km/h 6,6 bis 11,3 s u Spitze 190 bis 240 km/h u Verbrauch 3,8 bis 6,4 l/100 km u CO2-Ausstoss 98 bis 146 g/km u Energieeffizienz-Kategorien A bis C u Verkauf ab September 2012 u Preis ab CHF 29 900.– u Konkurrenten Audi A3, BMW 1er, Citroën DS3, Mazda3, Mini, Toyota

Auris, Volvo C30, VW Golf u. a. u Unser Urteil Mit der neuen A-Klasse

wird Mercedes die Kompaktklasse mächtig aufmischen. Das etwas an­ gestaubte Design ist einer frechen, sportlichen Optik gewichen. Geblieben ist die gewohnt hochwertige Verarbeitung und die überzeugende Technik. Die A-Klasse bietet ein spannendes Gesamtpaket zu einem für PremiumFahrzeuge durchaus fairen Preis.

Fiat 500L Eine neue Grösse u Mit dem 500L will Fiat ab Ende Oktober für ein völlig neues Raumgefühl beim Cinquecento sorgen. Im Vergleich zum aktuellen Fiat 500 bietet die 4,14 m lange L-Version 60 cm mehr Länge, 15 cm mehr Breite und 17 cm mehr Höhe. Sind alle fünf Sitzplätze besetzt, fasst der Kofferraum noch 400 Liter Gepäck. Ist man alleine unterwegs, schluckt der «kleine» Italiener knapp über 1300 Liter und dank faltbarem Beifahrersitz gar bis zu 2,40 m lange Gegenstände. Der 0,9 Liter kleine 2-Zylinder mit 105 PS ist auf dem Papier die leistungsstärkste Motorvariante für den 500L. Daneben gibts ihn aber auch mit einem 1,4-LiterBenziner (95 PS) sowie einem spar­ samen 1,3-Liter-Diesel (85 PS). Die Preise starten bei rund CHF 20 000.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

«Exzellente Woche, um Abmachungen zu treffen»

tische Treffen, Abmachungen, wissenschaftliche Entdeckungen. Vor allem die 1. Dekaden der Feuer- und Luft-Zeichen sind davon begünstigt und sollten dies nützen. Der schwierige Zyklus Jupiter–Saturn, der am 21. exakt ist und Probleme für die EU symbolisieren kann, wird dadurch etwas abgeschwächt.

widder 21.–30. 3. Superwoche! Sie agieren klug, gehen taktisch richtig vor: neue Kontakte, vorteilhafte Verträge und Angebote, exzellent auch für Reisen (22., 24., 25.). Nach dem 27. Geborene treffen ins Schwarze: Gewinn, Aufstieg, Liebeshoch? 31. 3.–9. 4. Sie erleben Sternstunden voller Leidenschaft, sind charmanter denn je (am 22., 25.). Physisch sind Sie ebenfalls in Bestform. 10.–20. 4. Sie gehen den Dingen auf den Grund, könnten privat eine Konsolidierung erleben. Spass und gute ­Laune am 21., Diskussionen mit Tiefgang am 25.

stier 21.–30. 4. Missverständnisse oder Verspä­ tungen sind nicht ausgeschlossen, speziell am 23. und 26. Achten Sie auf Details (auf Reisen, bei Verhandlun­ gen). Am 22. und 24. können Sie ein Problem lösen. 1.–10. 5. Am 22. sind Sie im vollen Einklang mit Ihrer Um­ gebung (gut für eine Diskussion mit dem Nachwuchs). Am 27. auf den Partner hören! 11.–20. 5. Abgesehen von (kleinen) Missverständnissen am 21. eine ruhige Woche. Günstig für ein Treffen, einen Besuch wird der 23. Der 27. wäre exzellent für eine Aussprache mit dem Partner.

zwillinge 21.–31. 5. Sie haben gute Karten für neue Projekte, müssen aber mit Verzögerungen rechnen. Am 24./25. finden Sie die richtigen Worte und können wert­ volle neue Kontakte knüpfen, am 21./22. sind Sie un­ geduldig. 1.–10. 6. Eine Woche im Zeichen der Liebe und Freundschaft. Venus und Mars treiben Ihren Hormon­ spiegel hoch. Ihre Lebensfreude wirkt ansteckend, ideal für Sport und Hobbys (24., 25.) 11.–21. 6. Eine bestehen­ de Bindung wird fester, Begegnungen (von Mai?) stellen sich als solide heraus. Am 23. mit Gegenwind rechnen.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie können (am 22. oder 25.) durch eine Aussprache ein Problem klären (Finanzen?). Vor allem um den 23./24. Geborene haben einen guten Riecher, manchmal auch Glück im Spiel. 2.–12. 7. Sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, nichts überstür­ zen (am 24., 25.). Und sich gesundheitlich schonen, auf die Ernährung achten (z. B. auf Reisen?). Am 22. sind Sie auf der richtigen Wellenlänge. 13.–22. 7. Machen Sie eine Pause, lassen Sie sich verwöhnen (am 23. und 27.). Am 25. sind einige vorübergehend nachdenklich.

löwe 23. 7.–1. 8. Exzellente Woche für neue ­Kontakte, wichtige Verhandlungen oder eine Reise. Sie taktieren richtig (22., 24. 25.). Ein tolles Angebot oder eine Überraschung winkt den am 29./30. Geborenen. 2.–12. 8. Sie amüsieren sich blendend, stehen im Mittel­ punkt, erleben unvergessliche Momente voller Leiden­ schaft, speziell am 25. Gleichzeitig sind Sie physisch in Superform, kaum zu bremsen. 13.–23. 8. Sie gewinnen Sympathien, neue Freunde. Beziehungen werden tiefer und fester, man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie mag.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie neigen zu exzessiven Reak­ tionen, sind nicht objektiv. Am 21. oder 25. könnte Ihnen ein Fehler unterlaufen, oder Sie ärgern sich über zusätz­ lichen Papierkram. Am 26. bietet sich eine Lösung an. 3.–12. 9. Sie sind weniger vernünftig als sonst, könnten (am 22.?) Ihr Budget überziehen. Das Verhältnis zu einer Kollegin könnte am 23. schwierig sein, am 27. kön­ nen Sie ein klärendes Gespräch führen. 13.–23. 9. Legen Sie eine Pause ein, kümmern sich mehr um sich. Am 23. sind Sie sensibel und leicht reizbar, am 27. bester Laune.

waage 24. 9.–3. 10. Sie machen das Beste aus ei­ ner neuen Situation, agieren clever. Exzellent für Reisen, Kontakte, Verträge usw. werden der 22., 24., 25. Nach dem 29. Geborene sind auf Erfolgskurs: Aufstieg, neuer Posten, mehr Prestige? 4.–13. 10. Venus verspricht aufregende Begegnungen, Momente voller ­Romantik (25.). Sie sind körperlich fit, ideal für aktive Ferien, neue Hobbys. 14.–23. 10. Ruhige Woche. Am 21. fühlen Sie sich wohl im Freundeskreis, am 25. feiern Sie die Feste, wie sie fallen. Oder alte Freunde melden sich unverhofft?

skorpion 24. 10.–2. 11. Vorsicht bei Verträgen oder auf Reisen (am 23.). Vor dem 27. Geborene schneiden viel besser ab, agieren instinktiv richtig und haben einen sechsten Sinn (am 26.). Manchmal auch Glück im Spiel. 3.–12. 11. Vorwiegend neutral. Der Mond wirkt am 22. günstig, Sie sind glänzender Laune, ideal für ein Treffen. Am 27. sind Sie übersensibel. 13.–22. 11. Sie sind am 21. weniger vital, oder Sie bekommen eine Bemerkung in den falschen Hals. Am 23. freuen Sie sich über die Hal­ tung eines Freundes, und ein Projekt hat Rückenwind.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie ziehen sich am Wochen­ ende zurück, aber am 24. stehen Sie gerne im Mittel­ punkt. Sie entdecken neue Horizonte, verhandeln geschickt. Gemeinsam mit dem Partner können Sie ei­ nen Erfolg verbuchen (25.). 3.–12. 12. Sie sind physisch in Bestform. Eine Begegnung von Mai könnte wieder ­aktuell werden. Sie erleben Romantik und Leidenschaft (25.). 13.–21. 12. Sie stehen am 21. im Mittelpunkt, ­freuen sich über eine Nachricht. Der 23. könnte hektisch werden, aber am 25. haben Sie die Lage unter Kontrolle.

steinbock 22.–31. 12. Es geht bergauf, und dank Ihrer Intuition können Sie einen schönen Treffer landen (am 22., 26.). Nur um den 30./31. Geborene sind durch eine Umstellung unter Druck (24.). 1.–10. 1. Sie lassen sich zu leichtsinnigen Gesten verleiten (am 21. oder 24.) und sollten sich körperlich mehr schonen! Am 22. und 27. kann man Ihnen nur schwer einen Wunsch abschlagen. 11.–20. 1. Nach hitzigen Diskussionen oder einer Enttäu­ schung am 21. sollten sich die Wolken verziehen. Am 23. und 27. zeigen sich Freunde von ihrer besten Seite.

wassermann 21.–30. 1. Ihr Partner unterstützt Sie bei einem Vorhaben, das exzellente Resultate gegen Jahresende verspricht. Eine Idee könnte einen Gewinn bringen (am 22., 24., 25.). Günstig für Verhandlungen, Reisen oder Weiterbildung. 31. 1.–9. 2. Sie schweben dank Amor auf Wolke sieben. Harmonie und Leidenschaft am 24. und 25., etwas nachdenklich am 27. 10.–19. 2. Am 21. kann es anders kommen als geplant, aber anschliessend haben Sie die Lage unter Kontrolle. Beziehungen werden tiefer und fester, Ihre Ausdauer wird belohnt (25.).

fische 20. 2.–1. 3. Sie sind kreativ, erledigen Ihr Pensum ohne grössere Anstrengungen. Am 22. sollten Sie anderen entgegenkommen, am 26. handeln Sie in­ stinktiv richtig. Nach dem 27. Geborene sollten vorsichtig sein (Finanzen, Behörden)! 2.–10. 3. Sie feiern die Feste, wie sie fallen, könnten (am 23. oder 26.) über das Ziel hinausschiessen. Oder Komplikationen mit einer Angehö­ rigen? Gute Nachrichten am 27. 11.–20. 3. Angenehme Wo­ che: Ein Missverständnis mit dem Partner (23.) können Sie klären, am 27. sind Sie der strahlende Mittelpunkt.

ihr tages-horoskop 92

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 21. bis 27. juli 2012 Positive MerkurAspekte (mit Mars am 22., Jupiter am 24. und Uranus am 25.) lassen eine interessante Woche erwarten, umso mehr als auch der Zyklus Jupiter–Uranus exakt wird (am 22. harmonisches Sextil). Eine exzellente Konstellation für wichtige diploma­

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die fünften Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Teilnahmeschluss Sonntag, 22. Juli 2012

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 22. Juli 2012

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

94

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

4

5 2 3 1 2 4 9 8 5 9 1 3

Gesamtwert: 1180 Franken!

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6 8

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2 3 9 1 9 6 4

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Teilnahmeschluss Sonntag, 22. Juli 2012

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Tonnage, 2. Haufler, 3. Cottbus, 4. Ethisch, 5. Richard, 6. Routine, 7. Egalite, 8. Ursache, 9. Fuessli, 10. Sondern, 11. Adapter, 12. Wemfall, 13. Toscana, 14. Eiszeit, 15. Neulich, 16. Almosen, 17. Metzler, 18. Nyltest, 19. Naefels, 20. Emaille, 21. Wohnung Lösungssatz: Wenn man etwas fuer recht haelt, muss man es auch tun. Lösung: NASE

REBUS

8 5 3 4 9 1 7 6 2

7 6 4 5 2 3 9 1 8

Lösung: 457

2

9

6

2

6 9

2

4

Conceptis Puzzles

4 6

7 5 8 7

06010014442

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 840 Franken!

SUDOKU mittel 6 8 9 2 1 7 3 4 5

1

2

1

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SONNE PILZ BAER SILBER

4 2 5 3 8 6 1 7 9

3

8

9

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 28

1 3 7 9 5 4 2 8 6

5

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1 2 3 =

schwer

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2 9 1 7 6 8 5 3 4

3 4 2 8 7 5 6 9 1

9 7 6 1 4 2 8 5 3

5 1 8 6 3 9 4 2 7

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8 6 1 2 4 3 9 4 1 5 7 2 5 8 6 6 1 3 9 7 5 7 9 4 2 2 4 8 6 3 4 5 6 3 9 5 1 9 8 7 685 Lösung: 1 3 2 7 8

Lösung: 978

3 7 9 8 1 5 2 6 4

5 8 3 4 6 7 1 2 9

7 2 1 5 3 9 8 4 6

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notabene

Einer erzählt mir zählend sein Leben Peter Bichsel

96

schweizer illustrierte

Foto Kurt Reichenbach

N

ein, der Gusti hatte und angenehme Menschen und auch kein gutes Leben, hin­ unauffällige ohne Eigenschaften –, eingeboren in eine und plötzlich einmal, nach Wochen oder Monaten, stellt man fest, dass man sie arme und grosse Fa­ schon lange nicht mehr gesehen hat – milie, Verdingbub und nein, man vermisst sie keineswegs, man später herumgescho­ stellt nur fest, dass sie nicht mehr da ben in der halben sind. Schweiz, von Arbeitsplatz zu Arbeits­ platz, meistens auf dem Bau, in einer «Vielleicht ist sie gestorben», Fabrik, in einem Sägewerk. Er erzählt sagt Gusti im selben Tonfall, wie er davon durch seinen struppigen Vollbart aufzählt und erzählt. Sollte sie gestorben hindurch, und man versteht ihn kaum, sein, mir würde das doch irgendwie leid­ wie wenn der Vollbart seine Stimme tun. Ihm wohl auch. dämpfen würde. Er hat einen schweren Mir aber fehlt sie nicht. Ihm fehlt Sprachfehler, der seinen Wörtern etwas sie. Gusti geht zählend durch die Klagendes gibt. Man muss sich einhören, kleine Stadt. Er weiss von den meisten, wo sie wohnen, wo sie wann wohin immer wieder, und ich tu das gern und gehen, er hat sie alle gezählt, und jetzt höre ihm gerne zu. fehlt eine. Er ist ein langsamer und ein «Weisst du wie viel Sternlein stehen karger Erzähler. Er zählt die Orte auf, «Er hatte kein gutes an dem grossen Himmelszelt», haben wo er war. Er zählt auf, was er arbeitete Leben, aber ein wir in der Sonntagsschule mit Inbrunst dort. Sein Erzählen ist ein wirkliches gesungen, «Gott allein hat sie gezählet, Zählen, und dieses Zählen ist von einem zufriedenes, ein dass ihm gar kein einz’ges fehlet.» Dem Lächeln begleitet. Es gibt viel zusam­ Leben, in dem viel Gusti aber fehlt eines in seiner Zählung, menzuzählen in seinem Leben, und er ist die eine Erzählung ist. Und seine Erzäh­ stolz darauf und zufrieden, dass es so drin war» lung ist eine Aufzählung, die emotions­ viel geworden ist – weder viel Geld noch viel Ehre, weder viel Erfolg noch viel Glück – aber immerhin lose Aufzählung von all den Dingen, die er weiss, die er sehr viel. Nein, er hatte kein gutes Leben, aber ein zufriede­ gesehen hat, die er gehört und gelebt hat. So wie der Reiche nes, ein Leben, in dem viel drin war. Man kennt ihn in der sein Geld zählt, so zählt der arme Gusti sein Leben und ist kleinen Stadt, er ist hier jemand. Nichts an ihm lässt Stolz mit der grossen Summe von Leben zufrieden, erschrickt aber vermuten, aber er ist stolz, und das ist er nur für sich selbst. wie der Reiche, wenn doch plötzlich etwas fehlt. Kein anderer braucht davon zu wissen. Gusti ist ein Einzelgänger, aber einsam ist er nicht, Und plötzlich unterbricht er seine Erzählung und fragt er lebt unter Menschen. Und er lebt zählend und erzäh­ mich: lend, sich selbst erzählend. Er kann sich sein Leben erzählen, «Hast du die Erna, aber vielleicht heisst sie gar nicht so, sein grosses Leben in einer kleinen Gegend. Und auch wenn vielleicht Vreni, kürzlich irgendwo gesehen?» er mir erzählt, erzählt er eigentlich nur sich selbst und lässt Ich frage, ob er sie beschreiben könne. mich als Gast an seinem Erzählen und Aufzählen teil­haben, er «Nein», sagt er, er kenne sie nicht, sie sei aber immer so in nimmt mich für ein paar Minuten hinein in seine Geschichte. der Stadt herumgegangen – vielleicht eine Polin oder so. Und er erzählt ohne Grammatik, nur mit Bezeichnungen und Und ich sehe eine Frau, die ich auch nicht kenne, und Namen, Ortschaften, wo er war, seine Dinge, seine Beizen. Ein von der ich auch nicht weiss, wer sie ist. «Meinst du die mit so grosses Inventar seines grossen Lebens. vielen Plastiksäcken, die überall, wo sie sitzt, geschäftig ihre Und ich frage mich auf dem Heimweg, wie viele Unordnung in den Säcken in eine neue Unordnung bringt?» Menschen ich wohl in meinem Leben gesehen habe, von «Ja», sagt er, «die habe ich schon lange nicht mehr ge­ Weitem und von Nahem, wie viele Dinge, Gläser, Tassen, sehen.» Zangen, Hämmer, wie viele Häuser, Strassen, Dörfer. Ich stel­ «Ja», sage ich, «ich auch nicht.» le mir vor, dass man das akribisch hätte aufschreiben können, Er habe sie nicht gemocht, sagt er. Ja, eine schwierige eine riesig lange Liste, ein Buch des Lebens. Aber damit Frau, sage ich. Und auch mir ist kürzlich eingefallen, zufällig, hätte man früh beginnen müssen, und dafür ist es jetzt zu dass ich sie schon lange nicht mehr gesehen habe. spät.   Menschen, die man immer wieder sieht, keine Ahnung hat, wer sie sind, wie sie heissen – schöne, hässliche Peter Bichsel, 77, Schriftsteller und Publizist


leser

Grandios! Roger Federer siegte in Wimbledon erneut. Es war sein 17. Grand-Slam-Erfolg und sein 7. Titel in Wimbledon. Damit egalisiert er den Rekord von Pete Sampras.

«Endlich ein Bild, das das Leben schrieb» u Wieder die Nummer 1 –

Roger im Glück, SI 28/2012 «Herzliche Gratulation zum Titelbild mit Roger Federer. Das ist endlich ein Bild, das das Leben schrieb! Für einmal kein aufgerissenes Maul, keine geballte Faust und vor allem keine geküss­ te Trophäe. Es ist so, als ob Roger Federer selber erst am Begreifen seines Erfolges wäre.» Toni Boss, per E-Mail «Ich bin ein sehr grosser Fan von Roger Federer und habe mich riesig gefreut, ihn und seine Familie auf der Titelseite zu sehen. Was er an diesem 8. Juli erneut geleistet hat, ist einfach genial. Er hat all jene bestraft, die ihn bereits abgeschrie­ ben haben. Roger Federer gehört noch lange nicht zum alten Eisen, er wird noch das eine oder andere Turnier gewinnen.

Davon bin ich überzeugt. Vorausgesetzt, er bleibt gesund.» Brigitte Nievergelt, Wädenswil ZH titelseite für mich? u Trennung von Francine Jordi und Florian Ast, SI 27/2012 «Ich bin Mundartsänger. Wenn ich meine Frau betrüge, komme ich dann auch auf die Titelseite?» Markus Brönnimann, per E-Mail SchrÄger Vergleich u Race Across America, SI 28/2012 «Der Vergleich zwischen dem Race Across America und der Tour de France hinkt ge­ waltig. Erst wenn die Langzeitfahrer in den USA dasselbe Durchschnittstempo fahren wie jene an der TdF, können Sie Vergleiche ziehen. Wo bleibt da der Realitätsjournalis­ mus? Auf der Strecke. Auf der Rad­ strecke.» Ralph Zuberbühler, per E-Mail

Foto Leon Neal / AFP Photo

willi

«Machen Sie auch Armbrustvergrösserungen?»

Solche Artikel sind Gift u Intimchirurgie, SI 27/2012 «Dieser Artikel hat mich als Ärztin, die auch viel mit jungen Frauen arbeitet, schockiert. Die darin beschriebenen Beschwerden sind bei den Frauen meist auf eine falsche Intimhygiene, sprich gereizte, trockene Vaginalschleimhaut, zurückzuführen. Mit vergrösserten Scham­ lippen haben sie nichts zu tun. Auch mögliche Infekte werden mit keinem Wort erwähnt. Mit einer guten Beratung in diesem Sinn kann meist geholfen werden. Da braucht es weder Narkose noch Chirurgie. Solche Artikel sind Gift für die Psyche von (jungen) Frauen. Sie sind schon genug verunsichert wegen ihres Aussehens. Und sie erschweren die Arbeit von guten Hausärzten und Gynäkologen.» Cordula Schläpfer, per E-Mail

PAsst nicht u Nina Langensand, SI 27/2012 «Seit Jahren lesen und schätzen wir die SI als interessante und vielseitige WochenLektüre, die wir auch gerne unsern Enkeln (13- und 17-jährig) weiterleiten. Das Por­ trät über die Schauspielerin Nina Langen­ sand hat uns erschreckt. Text und Bild passen nicht in die SI. Da wird festgestellt, dass sich in ihrem Film ‹Hard Stop› nahezu alles nur um Sex drehe. Und das zugehörige Bild ist geschmacklos!» Robert Furrer, per E-Mail

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@ schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.


Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Leon Schlumpf

Darf das denn sein, dass ein Journalist freundschaftlich mit einem Bundesrat verkehrt? Wenn der Journalismus eine Form des Lebens ist – und für mich ist er das –, dann muss er auch gelebt werden. In meinem Leben folge ich einer ganz einfachen Werte-Hierarchie: Zuerst kommt die Liebe, dann die Freundschaft, dann das Handwerk. Man darf sich als Journalist auch in eine Politikerin verlieben. Und natürlich darf man in der Politik Freunde finden – wo soll man es denn sonst tun, wenn man den Beruf des politischen Journalisten mit Leib und Seele lebt, Tag und Nacht?! Welche Bedeutung hatte Leon Schlumpf für unser Land? Er verkörperte Redlichkeit und Intelligenz und Klugheit. Er war auch schlau. Manchmal sogar subtil-raffiniert. Einmal sagte er zu mir: «Wenn ich etwas realisieren will, dann hüte ich mich davor, die Sache zu zerreden. Ich warte lieber, bis die anderen davon reden. Dann gebe ich die Antwort.» Wofür stand er, der Bundesrat aus Felsberg? Er repräsentierte eine politische Kultur, die sich ganz am öffentlichen Wohl orientierte. Im Interesse des öffentlichen Wohls wahrte er Distanz zur eigenen Partei. Leon Schlumpf war ein Bürger, ohne den Bürgern nach dem Mund zu reden. Genau das brachte ihm den Respekt der Bürger ein. Klingt, als sei Ihre Zeit als Bundshausjournalist noch eine ganz andere Zeit gewesen. Sie war wirklich anders. Es war die Zeit von Bundesräten wie Kurt Furgler, Hans Hürlimann, Willi Ritschard, Fritz Honegger, Georges-André Chevallaz, um nur einige zu nennen. Es war die Zeit einer Regierung, die – bei allem sachlichen Streit – einen gemeinsamen Willen ausstrahlte.

Wie war Leon Schlumpf? Er war ein liebenswerter Mensch, ein feiner Mensch. Er spielte Handorgel und komponierte Volksmusik. Unter dem Pseudonym Rätus Telena. Er erzählte mir einmal, wie ihm die Takte einfielen. Zwischen Bern und Olten ratterten die Räder der SBB «Tja-ta-tam», nach Olten «Tja-ta-tja-tatam-ta», und die rhätische Bahn holperte «Tja-ti-ta-tam-ta». Das wurde dann der «Jubiläums-Fox». Der Tod seiner Tochter Carmen hat ihm diese unbeschwerte Fröhlichkeit geraubt. Wie erlebten Sie ihn damals? In jenen Wochen, als Carmen im Koma lag, war er jeden Tag bei ihr im Spital, arbeitete aber auch jeden Tag weiter. Hinter seiner Freundlichkeit war er tieftraurig. Es kam höchstens einmal vor, dass ihm die Augen feucht wurden. Mehr gestattete er sich am Schreibtisch nicht. Leon Schlumpf war einer der Mitbegründer der SVP. Ja, er brachte die kleine Demokratische Partei in die SVP ein. Sie stand für sozialen Ausgleich, für Volksrechte, aber auch für einen starken Staat. Leon Schlumpf vertrat das Prinzip, dass die Wirtschaft, bei aller Freiheit, dem Gemeinwohl dienen muss. Davon ist er nie abgewichen. Nach Leon kam Dölf. Es war bereits eine andere, aber auch eine gute Zeit. Danach kam von der SVP nur noch Lärm. Sonst nichts. Sind die Zeiten von Konkordanz und Konsens endgültig vorbei? Nein, es macht mich hoffnungsfroh, dass der Name Schlumpf in der Regierung heute wieder für unaufgeregte, zielstrebige Arbeit steht. Es ist fast eine historische Pointe: Eveline Widmer-Schlumpf lebt die Konsens-Kultur ihres Vaters weiter, ohne ihn zu kopieren. Einfach so: als Bürgerin, die sich der öffentlichen Sache verpflichtet fühlt – ohne Aufhebens. MARC Walder, 46, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

clever suchen. clever buchen.

Trinken Sie Ihren Espresso in Rom? Oder New York? Oder auf den Malediven?

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, wie gut kannten Sie den ver­storbenen alt Bundesrat Leon Schlumpf? Ich glaube, sagen zu dürfen: sehr gut. Natürlich in seiner politischen Zeit, vor allem als Bundesrat. Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis.


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch

Sonnenschein

Mister

Ferien mit Stars

Abgestimmt

Familie van der Vaart schickt Twittergrüsse statt Postkarten aus den Ferien. Wir zeigen, welche Stars gerade wo sind.

Zwischenstand beim Voting zur Mister-SchweizWahl 2012: Kandidat Sandro Cavegn liegt aktuell vorne.

Unterwäschemodel «Superstar» Luca Hänni zeigt bei einem Werbeshooting sein Sixpack. SI online war dabei.

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Lesen Sie das volle Leben!

Gewünschtes Abo ankreuzen und einsenden an: Schweizer Illustrierte, Leser-Service, Postfach, 4801 Zofingen

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