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26 Sibylle Berg über Fussballstar Cristiano Ronaldo Christa Rigozzi auf den Spuren von Commissario Brunetti in Venedig

Adolf Ogi

Beliebt wie nie! Die Hommage zum 70. Geburtstag

t r e b l A & e n è l r CShoalebt sie als Fürstin von Monaco

25. Juni 2012 CHF 4.50


Inhalt 22 u ein

HEFT 26, MONTAG, 25. Juni 2012

Titel Titelfoto Kurt Reichenbach; Inhaltsfoto Christopher Furlong/WireImage

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Fall für die Fürstin Seit einem Jahr sind Albert und Charlène verheiratet. Monaco wartet nur auf eines: das Bébé. Den Druck, bald einen Thronfolger gebären zu müssen, lächelt die Fürstin tapfer weg.

Adolf Ogi Die Hommage zum Siebzigsten. «Mein inneres Feuer brennt wieder»

Leute 7 8

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Editorial von Stefan Regez Leute Brad Pitt, Demi Moore & Co., Ursula Andress, Simone Kuhn & Nadine Zumkehr, Marianne Barthelmy Fürst Albert & Charlène Erster Hochzeitstag: Darum kann sie wieder lachen Cristiano Ronaldo Sexsymbol: Autorin Sibylle Berg über den Fussballgott Christa Rigozzi Auf Brunettis Spuren in Venedig: die Ex-Miss als Commissaria Stefan Roth Der neue Stapi von Luzern zeigt, wie er lebt und wen er liebt schweizer illustrierte

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Inhalt Olympia 36

Dominik Meichtry Im Wasser zu Hause: Der Sonnyboy ist nicht nur im Freistil top

Gesellschaft 40 42

Mister Schweiz Die Reportage aus dem Camp der schönsten Schweizer Simona Scarpaleggia Die Ikea-SchweizChefin am «Familientisch». Teil 5

Comedy

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Jasmin Clamor Ganz schön eitel. Als Gessler-Zwilling Lotti Stäubli kann sie die Arbeit kaum vom Privatleben trennen

Shopping 53

u Ein Fall für Christa Rigozzi Bei Mord kennt sie sich aus. Die Tessiner Frohnatur verrät vor der Seufzerbrücke in Venedig: «Ich bin gut im Spionieren.» Darum folgt Commissaria Christa jetzt den Spuren von Donna Leons Brunetti.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 61 62 64

Doping im Alltag Finger weg von Medikamenten zur Leistungssteigerung! Diabetes-Trainer So haben Sie Ihren Blutzuckerspiegel immer unter Kontrolle Rosacea Rote Gesichtsflecken: Was hilft gegen die «Akne der reifen Haut»?

Die Besten 65

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach, Pixathlon

Weekend

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Und … 96 98

u Ein Fall für Stefan Roth u Ein Fall für CR7 Cristiano Ronaldo kickt die Portugiesen ins Glück. Und 92 Der neue Luzerner Stapi liebt Gattin Ursi, 96 seine Stadt und Schlagerstar Helene Fischer. drippelt sich in die Herzen der Damen.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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Notabene von Chris von Rohr Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Horoskop Leserbriefe/Impressum

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editorial

Ogi hat mich politisiert Vom Primarschüler …

Prost! Alt Bundesrat Adolf Ogi mit SI-Chefredaktor Stefan Regez (r.) Ende Mai im Restaurant Waldhaus im Gasterntal BE.

Es war im Spätherbst 1987. Die SVP hatte Adolf Ogi soeben als offiziellen Bundesratskandidaten nominiert. Den Nationalrat aus Kander­ steg, der im ganzen Land wegen Sapporo 1972 ein Begriff war: «Ogis Leute siegen heute!» Aber Ogi als Bundesrat? Ein Primarschüler unter Akade­ mikern? Die Debatte erreichte damals auch uns im Gymnasium Interlaken. Einige Mitschüler, frisch eingeschworen auf den akademisch-intellektuellen Weg, sprachen dem «Skilehrer Ogi» schlichtweg das Format ab: «Ein Primarschüler kann das nicht.» Ich war wütend. Erstens war Ogi einer von uns – es grenzte für mich an «Landesverrat», wenn Berner Oberländer ihre «Landsleute» nicht unterstützten. Zweitens war auch ich ein begeisterter Skifahrer und Sportfan. Und drittens hatte ich schon damals Mühe mit akademischem Dünkel. So hat mich Adolf Ogi politisiert. Persönlich kennengelernt habe ich ihn erst 1999, anlässlich der Freestyle Ski-WM in Meiringen-Hasliberg. Es war eine flüchtige Begegnung, er Sportminister, ich einfaches OKMitglied. Jahre später traf ich ihn an einem Anlass in Spiez wieder. Er Sonderberater von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, ich Chefredaktor der «Jungfrau Zeitung». «Grüess ech, Herr Regez. Wie geits öich? Wie loufts im Hasli mit em Tourismus?», will Ogi wissen. Ich war perplex. Eine einzige kurze Begegnung – und Dölf Ogi kann sich Name und Herkunft merken und auch nach langer Zeit noch abrufen.

… zum Staatsmann Adolf Ogis politi­

schen Leistungsausweis finde ich grossartig: Er war nicht nur ein Bundesrat, sondern ein Staatsmann von internationalem Format. Er war nicht nur ein Departementschef, sondern ein Leader mit Weitsicht. Adolf Ogi politisierte immer lustvoll, heimatverbunden, weltoffen. Auf jeden Fall hat er die (tiefen) Erwartungen massiv übertroffen. «Im Rückblick ist es auch besser, dass mir viele das Amt nicht zugetraut haben», sagt Ogi. «Lieber die Erwartungen übertreffen als umgekehrt – als in der Sänfte in den Bundesrat hereingetragen werden und enttäuschen.»

Fotos Kurt Reichenbach, Iso Niederman, Marcel Nöcker

Nasses Shooting Fotograf Christian Grund (l.) setzte Schwimmstar Dominik Meichtry unter Wasser ins Szene. Ab Seite 38

Familientisch Redaktorin Sandra Casalini (r.) bei Ikea-SchweizChefin Simona Scarpaleggia und ihren Kindern. Seite 44

PS:

In den 70er-Jahren sagte der damalige Skiverbands-­ direktor Adolf Ogi einmal im Spass zu seiner Schwiegermutter Greti Marti, die mit strenger Hand in Fraubrunnen einen Bauernhof und den Landgasthof Löwen führte: «Du, Mutter, ich kann ja gut umgehen mit Leuten, ich könnte doch den ‹Löwen› übernehmen.» Ihre Antwort, klipp und klar: «Dölfi, du bist zwar fähig, eines Tages Bundesrat zu werden, aber meinen ‹Leuen› kannst du nicht führen.» Diese und viele andere Anekdoten finden Sie, liebe Leserin­ nen und Leser, im neuen, sehr empfehlenswerten Buch der beiden Journalisten Georges Wüthrich und André Häfliger «Dölf Ogi. So wa(h)r es!». Und in unserer Hommage zum 70. Geburts­ tag von Adolf Ogi. «Dölf braucht Wärme» – ab Seite 14 Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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leute

116 weltstars feiern

Die Jahrhundert-Party

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Tommy Chong Billy Bob Thornton Dana Carvey Patton Oswalt Josh Brolin Frances Fisher Felicity Jones Karl Urban Anton Yelchin Richard Gere Bruce Greenwood Mike White Garry Marshall Billy Dee Williams Ernest Borgnine Julianne Moore Ed Harris George Takei John Cho George Clooney

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Dakota Fanning Amy Heckerling James Caan Molly Ringwald Adam Sandler Bruce Dern Rosie Huntington-Whiteley Andy Garcia Simon Pegg Jon Cryer Marlee Matlin Chris Rock Robert De Niro Kirk Douglas Zachary Quinto Zoë Saldana Peter Bogdanovich Emile Hirsch Julianne Hough Don Cheadle

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Shirley MacLaine Robert Evans Chris Pine Kate Hudson Glenn Close Charlize Theron Oliver Stone Dustin Hoffman Eva Marie Saint Harrison Ford Patrick Stewart Steven Spielberg Sumner Redstone Sir Ben Kingsley Jennifer Beals Sacha Baron Cohen Jack Nicholson Ryan O’Neal Natalie Portman Meryl Streep

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Jerry Lewis 81 Cameron Diaz Ali MacGraw 82 Nick Nolte Claire Danes 83 Mickey Rooney Brad Grey 84 Ivan Reitman Martin Scorsese 85 David Chase Mark Wahlberg 86 Bud Cort Eddie Murphy 87 Michael York Jason Reitman 88 Jamie Bell Brad Bird 89 Johnny Knoxville Brad Pitt 90 Shia LaBeouf Sean Penn 91 Morgan Freeman Philippe Dauman 92 Elle Fanning William Shatner 93 Justin Bieber David Fincher 94 Jane Fonda Leonardo DiCaprio 95 Davis Guggenheim Tom Cruise 96 Barbra Streisand J. J. Abrams 97 John Travolta Kevin Costner 98 Anna Kendrick Alejandro González Iñárritu 99 Robert Downey Jr. John Landis 100 Christopher Lloyd

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Tyrese Gibson Olivia Newton-John Jon Favreau Demi Moore Tony Scott Antonio Banderas Melanie Griffith Paula Patton Gore Verbinski Megan Fox Scott Glenn Katie Featherston Jamie Lee Curtis Paul Rudd Jack Black David Lynch

Photo by Art Streiber, courtesy of Paramount Pictures and Vanity Fair, 2012

Kleid zu gratulieren? Das Fest ist leider schon Geschichte. Das Erinnerungsfoto zeigt die 116 Weltstars, die das 100-JahrJubiläum der Paramount-Filmstudios feierten. Turteln Sie ruhig jetzt mit Ihrem Liebling. Nur zu, keine Hemmungen. Hey, das ist die Traumfabrik! yvonne zurbrügg

u Das letzte Hemd? Die ganze Schuhsammlung? Was hätten Sie hergegeben für eine Einladung zu dieser Party? Um zwischen Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Sean Penn im Dreieck zu flirten, Justin Bieber einen Schmatzer auf­zudrücken und Demi Moore zu ihrem wunderbaren


leute

Sophie Solena sprach Ian Anderson an einem Konzert spontan an – und tritt nun bald mit ihrem Vorbild auf.

Sophie Solena & Ian Anderson

«Er findet meine Haare cool»

ichen: Jethro Tulls Markenze n mit rso de Frontmann Ian An der Querflöte.

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u Den Mutigen gehört die Welt – etwa Sabrina Sauder, 27, aus St. Gallen. Nach dem Konzert von Jethro Tull in Zürich nimmt sie ihren Mut zusammen und spricht Frontmann Ian Anderson, 64, an. Sie will mit ihm Rockquer­flöte spielen. Er verlangt ihre Kontaktdaten. Schreibt ihr ein E-Mail. Ein zweites, drittes, viertes, lädt sie zum Workshop am Montreux Jazz Festival ein. Nun muss sie erneut Mut beweisen: Am 2. Juli steht sie als Sophie Solena – so nennt sich die Sängerin, wenn sie als Rockquerflötistin auftritt – ab 15 Uhr auf der Bühne des «Petit Palais», mit ihrem «Brieffreund» Ian Anderson. Christa Hürlimann

Rose

kaktus

Jakob Kellenberger Präsident IKRK u Ende dieses Monats tritt er von seinem Amt zurück. Zwölf Jahre lang war Jakob Kellenberger an der Spitze des Internationalen Komitees des Roten Kreu­ zes. Mit aller Kraft hat der Berufsdiplomat die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des IKRK verteidigt. Seine Motivation: «Ich lehne mich sehr auf gegen Personen, die anderen Leid antun und deren Würde verletzen, nicht nur im Krieg.» Das, so der 67-Jährige, treibt ihn an in seiner humani­ tären Tätigkeit. Wir bedanken uns für Ihre grossartige Arbeit, Herr Kellenberger, und schicken eine rote Rose ans Rote Kreuz.

balz hösly Präsident «Greater Zurich Area» u Wenn es nach den Standortvermarktern von «Greater Zurich Area» ginge, wäre die Schweiz bald einerlei – und zwar Zürich, vom Bodensee bis zum Rösti­ graben. Im Ausland, so der Plan, soll die gesamte Deutschschweiz nur noch unter einem Namen vermarktet werden: Zürich. Dass die Idee bei Baslern, Bernern oder St. Gallern nicht so gut ankommt, versteht Hösly nicht. «Es wäre gut, wenn man lernen würde, mit und nicht gegen Zürich zu arbeiten», sagte er. Die Welt, lieber Herr Hösly, ist aber nicht nur blau-weiss. Sondern manchmal halt auch kaktusgrün.

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nachgefragt bei

Frau Andress, wie finden Sie die Rose «Ursula»? Sie ist eine ganz Schöne. Und ich empfinde diese Widmung als eine Ehre. Das ist nett. Ich muss unbedingt für meinen Garten ein paar Stöcke mit nach Rom nehmen. Sie lieben das Gärtnern? Ja, ich bin jetzt nicht mehr für die Arbeit, sondern für die Natur da. Wir haben so viel kaputtgemacht und verdorben. Ich lernte die Welt kennen, als noch jedes Land seine Tradition, seine Kultur hatte. Ich möchte merken, dass ich in der Schweiz, in Spanien oder in Italien bin. Das Einheitliche mag ich nicht. Ich bin klar gegen die Globalisierung. Für die Rosentaufe sind Sie zu Besuch in Ostermundigen. Ist es noch wie früher? Meine Schule ist gleich um die Ecke. Ostermundigen bleibt mein Zuhause, hier bin ich geboren. Ich komme immer «hei». Rose «Ursula» hat Dornen, Sie auch? Ich zeige meine Stacheln, wenn jemand mich betrübt, belügt und nur profitieren möchte, dann werde ich böse, uiuiui! Ich bin heute lieber allein. Mit meinem Garten bin ich im Frieden, zum Glück kommt im Alter die Serenität. Sie empfinden also gelassene Heiterkeit? Ja, aber nicht beim Alter, das macht mich nervös. Alles ist abgenützt, selbst mein Auto muss stets in die Reparatur. Leider bin ich kein Auto und kann nicht einfach Teile auswechseln. Ich bin es nicht gewohnt, krank zu sein, und will weiterhin alles selbst erledigen. Ich möchte niemanden, der auf mich aufpassen muss, ich will allein sein. Und plötzlich kommen diese komischen Überraschungen im Alter, die habe ich gar nicht gern. (lacht) Wie haben Sie gelernt, das zu akzeptieren? Das ist ein bisschen schwierig. Da kommt «s Berner Grindli» hervor, das verwöhnt ist und gewohnt, dass alles gut geht. Die Energie habe ich noch, nur der Körper kommt nicht immer mit. ursula andress

Einfach rosig

u «Ja, salü, ja, salü!», begrüsst Ursula

Andress, 75, den fünf Wochen alten Welpen Elena und kniet zu ihm nieder. «Berner Sennenhunde sind meine Lieblingsschweizer.» Sie stammt ja selbst aus Bern, genauer: aus Ostermundigen. «Ich komme jedes Jahr an meinen Geburtsort zurück.» Doch dieses Mal besucht die Wahl-Römerin ihre Heimat aus besonderem Anlass. Das Gartenhaus Wyss in Ostermundigen BE widmet ihr fünfzig Jahre nach ihrem Durchbruch als Bond-Girl Honey Ryder die nach ihr benannte Rose «Ursula». Dass Blumen super sind, findet auch Welpe Elena und verdrückt gleich ein paar Blätter. aurelia forrer

«Ursula», so heisst die Rose zu Ehren von Ursula Andress. «Schon mein Grossvater liebte Rosen. Er zeigte mir, wie sie gepflegt werden.» schweizer illustrierte

Fotos Hervé Le Cunff, Dick Vredenbregt, Thomas Bartilla/akg-images, EQ Images, Keystone, Philipp Zinniker

Ursula Andress

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leute

Simone Kuhn & Nadine Zumkehr

Feinschliff für Olympia u Ihre Träume verwirklichen sie im Sand. Aber ihr Erfolg ist nicht auf Sand gebaut. Das Beachvolley-Duo Simone Kuhn, 31, und Nadine Zumkehr, 27, hat sich für Olympia qualifiziert. «Hier will ich stehen, also auf dem Original», sagt die gebürtige Toggenburgerin Simone Kuhn beim Anblick der Londoner Tower Bridge. Skulpturenkünstler Urs Koller hat sie für die beiden geschaffen. In gut einem Monat reisen sie in die englische Metropole und wollen bei den Olympischen Spielen einen Coup schaffen – Sightseeing soll nur das Zückerchen sein. Seit dem Sieg beim GrandSlam-Turnier vergangene Woche in Rom gehören sie zum erweiterten Kreis der Medaillenfavoriten. Nadine flirtet zumindest mit dem Gedanken: «Wer weiss, plötzlich geht eine Tür auf.» Glücksbringer nehmen sie zwar keine mit, aber im Koffer wird legales Schweizer Doping geschmuggelt – Bündnerfleisch und Schoggi. Christian Bürge

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Marianne und Patrick Barthelmy mit ihrem Sohn Jérémy Noah daheim in Fribourg.


wer liebt wen

Schmetterlinge und Sorgen u Erlaubte Liebe auf

dem Set der ARD-­ Serie «Verbotene Liebe»: Die Schweizer Darstellerin Renée Weibel, 25, und ihr deutscher Kollege Dirk Moritz, 33, sind nun auch im echten Leben ein Paar. Kurz vor Ostern hat er sie zum Textlernen eingeladen. «Beim Abschied gab er mir dann den ersten richtigen Kuss. Ich war hin und weg.»

Teamwork: Simone Kuhn und Nadine Zumkehr (r.) legen in Goldach SG an der Tower Bridge Hand an.

u Sechs der zwölf MisterSchweiz-Kandidaten sind Single. Seit vergan­gener Woche sind es gar sieben. Mike De Groote, 24, wurde von seiner Freundin Cléa kurz vor dem Einzug ins Mister-Camp in Davos verlassen. «Alleine zu Hause zu sein, wäre jetzt schlimm.»

Schweizerin des Jahres 2010

Ihr Spross ohne Bohnen u Er heisst Jérémy – wie die Stadt auf Haiti, hundert Kilometer östlich vom Spital, in dem sich seine Eltern gefunden haben. Eine Liebesgeschichte, die die ganze Schweiz kennt. Es ist die von Marianne Kaufmann, 28, und Patrick Barthelmy, 32, der Krankenschwester aus Bern und des einheimischen Spitalmitarbeiters, die sich nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti im grössten Chaos und Leid um Tausende von Verletzten kümmerten. 2010 wurde sie für ihren Einsatz zur Schweizerin des Jahres gewählt. Seit zwei Monaten nun sind die zwei, mittlerweile verheiratet und in Fribourg daheim, Mutter und Vater. «Patrick möchte Jérémy am liebsten jetzt schon mit Reis und Bohnensauce füttern», sagt sie. Die ersten sechs Monate bekommt er aber nur Milch. Bis Jérémy Ende Jahr erstmals seine Tanten und Onkel auf Haiti besucht, wird er die karibische Spezialität jedoch schon lieben. yvonne zurbrügg

Fotos Adrian Bretscher, Dukas (2), Hervé Le Cunff, Handout; Sandskulptur von Urs Koller/ urskoller.ch

u 14 Jahre lang waren sie ein Paar. Jetzt ist alles aus: Schauspieler Johnny Depp, 49, und Vanessa Paradis, 39, haben sich getrennt. Verheiratet waren sie nie. Depp soll nun aber bereit sein, der Mutter seiner zwei Kinder Lily-Rose, 13, und Jack, 10, um­gerechnet 150 Millionen Franken zu überlassen, um einen Rosenkrieg zu verhindern.


40 Jahre verheiratet Katrin und Adolf Ogi im Gasterntal. «Es ist bis heute eine Ehe geblieben, die auf Achtung, Respekt, Toleranz und Vertrauen gebaut ist», sagt Katrin Ogi.

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«Dölf brau

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titel

70 Jahre adolf ogi! Der aussergewöhnliche Mensch und Staatsmann ist populärer denn je. Die Schweizer Illustrierte würdigt ihn mit einem Buch – und dieser Hommage.

cht Wärme»


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Text stefan regez Fotos kurt reichenbach

S

onntag, 11 Uhr. Besammlung vor dem Hotel Victoria in Kander­ steg. Fast 200 Personen, die einen in Wanderschuhen, die anderen in Sandalen, sind da – am Tag nach dem Hochzeitsfest von Caroline Ogi und Sylvain Stefanazzi. Ein halbstündiger Fussmarsch ins Gasterntal steht bevor. Nur ganz wenige, Sandalen hin oder her, fahren mit dem Auto hoch. Wer mit der Familie Ogi befreundet oder gar verwandt ist, muss sportlich sein. Oben im Gasterntal, im Wald, gabelt sich der Wanderweg. Adolf Ogi wählt den rechten Pfad, alle anderen ge­ hen links. «Ihr müsst schon lernen, dem Führer zu folgen. Das ist der richtige Weg», brummt Ogi und beschleunigt sei­ nen Schritt. Der Altbundesrat hat es gar nicht gern, wenn sein Führungsanspruch ignoriert wird. «Ich bin nicht zum Ver­ walter geboren, ich will vorausgehen und die Leute mitnehmen. Das Führen habe ich im Militär gelernt.» Wenige hundert Meter weiter, beim Restaurant Waldhaus, kommen die Wege wieder zusammen. Die Hochzeitsgäste sind vor Ogi da. Eine gefühlte Niederlage für ei­ nen, der für gewöhnlich gewinnt. Schon mit 21 Jahren Leiter des Verkehrs­ vereins Meiringen-Haslital. Mit 27 Tech­ nischer Direktor des Schweizerischen Skiverbandes und als solcher der Bau­ meister der goldenen Tage von Sap­poro 1972. Drei Jahre später Skiverbands­ direktor. 1979 Wahl in den Nationalrat. 1981 Generaldirektor von Intersport. u

Extrovertierte Netzwerkerin «Caroline ist wie ich», sagt Vater Dölf über seine Tochter, die in Zermatt mit Ehemann Sylvain den «Walliserhof» führt. Se in Vo rb ild , se in St olz Dölf Ogi 1995 mit Vater Adolf sen. und Sohn Mathias auf dem heimischen Balkon.

«Jetzt ist Mathias weg. Hat keine Adresse hinter­ lassen, keine Telefonnummer» adolf ogi

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Nachdenklich Am 18. Februar 2009 erliegt Sohn Mathias im Alter von 35 Jahren einem Krebsleiden. Er bleibt omnipräsent – auch am Tag nach Carolines Hochzeit im Gasterntal. «Wir suchen, aber wir finden nicht», sagt Ogi.

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Kurz nach Sapporo Katrin und Dölf Ogi heiraten am 12. Mai 1972 in Kandersteg. Ihre Hochzeitsreise führt sie nach Kenia. Legendär Ogis Neujahrs­ ansprache 2000 vor dem LötschbergTunnel. Sie hat Kultstatus. Ogis Leute siegen heute Marie-Theres Nadig holt in Sapporo 1972 zweimal Gold.

«Ich wollte Skirennfahrer wer­ den» Dölf Ogi mit dem Walliser Skiakrobat und Hotelier Art Furrer.

1987 Wahl in den Bundesrat (zuerst Verkehrs-, dann Verteidigungsminister, 1993 und 2000 Bundespräsident). 2001 bis 2007 Uno-Untergeneralsekretär für Sport im Dienst für Entwicklung und Frieden. Eine beispiellose Karriere. Dabei hat Ogi, der Bergler aus Kandersteg, doch «nur» die Primarschule besucht, ist trotz guter Noten durch die Aufnahmeprüfung in die Sekundarschule Frutigen gerasselt. Von seinem Handelsdiplom in La Neuveville schrieb nach der Kür zum offiziellen SVP-Bundesratskandidaten niemand. Dafür kommentierte damals die NZZ: «Das gute Resultat kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die verbreiteten Bedenken, ob er über das nötige geistige Format für das höchst anspruchsvolle Amt verfügt, nicht ausgeräumt sind.» «Der Artikel hat mich ‹erhuddlet›», sagt Ogi heute. Er sei halt empfindlich.

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«Adolf Ogi ist ein kluger Mann, wirklich ein kluger Mann» Gerhard schröder Krebs im Sternzeichen. «Jetzt kokettiere ich mit der Schulbildung. Aber ich habe lange gelitten.» Das bleibt der Familie nicht verborgen. «Papi hat alles versucht, sich nichts anmerken zu lassen, aber wir haben schon gespürt, dass es nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist, wenn ihn Otto Stich wieder einmal geplagt hat», sagt Tochter Caroline, 37. Damals fragte Ogi seinen Vater, zeitlebens sein grosses Vorbild, um Rat. «Döfi», sagte der ihm, «du bist intelli-

gent, das ist keine Frage, aber noch wichtiger ist es, dass du weise bist. Solltest du in den Bundesrat gewählt werden, wünsche ich dir vor allem Weisheit.» Wie so viele andere Male hat ihm Adolf Ogi senior, der einfache Förster, Bergführer und Skilehrer, den Weg gewiesen. Nach dreizehn Jahren in der Regierung und sechs Jahren bei der Uno zweifelt niemand mehr am Format und an der Weisheit von Adolf Ogi, seit 2005 Ehrendoktor der Universität Bern. «Dölf hat die Klasse eines Staatsmannes», sagt der Berner Bauunternehmer Bruno Marazzi. Für Altkanzler Gerhard Schröder ist Adolf Ogi «mehr Mensch als Amtsträger, ein kluger Mann, wirklich ein kluger Mann». Und der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel drückt es so aus: «Seit ich mich erinnern kann, gab es zwei Bundes­ räte, die sich von ihren Kollegen abhoben:

Fotos HO (2), Keystone (4), Urs Möckli, Kurt Reichenbach (2), Dölf Preisig, Philippe Krauer / L’illustré / RDB

Kristall und Friedens­ taube Frankreichs Präsident François ­Mitterrand besucht Ogi 1993.


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Hoch hinaus Bundespräsident Adolf Ogi 1993, beim Aufstieg auf den 4545 Meter hohen Dom.

Freunde im Bundesrat Ruth Dreifuss (SP) und Dölf Ogi (SVP) mögen einander sehr. Primarschule Kandersteg Adolf Ogi besucht 1992 sein ehemaliges Klassenzimmer. Heute kokettiert er mit seiner Schulbildung.

Weltpolitik Empfang 1999 bei Hillary und US-Präsident Bill Clinton im Weissen Haus.

Gotthard-Durchbruch Verkehrsminister Moritz Leuenberger freut sich im Oktober 2010 mit seinem Vorgänger Adolf Ogi. Willi Ritschard und Adolf Ogi. Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Männern. Einfache Herkunft, eine Sprache, die man versteht, vor allem aber ein offener Zugang zu Menschen.» Das ist Ogis herausragendste Eigen‑ schaft. «MMMM ‑ man muss Menschen

mögen» sein Spruch. Er kann es mit al‑ len. Mit den Bauern im Emmental genau‑ so wie mit den Staatschefs aus aller Welt. «Ich habe halt andere Methoden ange‑ wandt. Zwar hat man mich deswegen hin und wieder belächelt. Aber sie haben sich als erfolgreich herausgestellt.» So ent‑

Wanderung im Gasterntal Uno-General­ sekretär Kofi Annan ist im August 2000 zu Besuch. «Hier hat er mich getestet», glaubt Ogi.

standen gute Kontakte, ja Freundschaf‑ ten mit Kofi Annan, François Mitterrand, Helmut Kohl, Tony Blair, Bill Clinton. Viele Anekdoten erzählen jetzt die beiden Journalisten Georges Wüthrich und André Häfliger im Buch der Schweizer Illustrierten: «Dölf Ogi. So wa(h)r es!» Etwa die vom 2. November 2000, beim Besuch von Prinz Charles in der Schweiz. Ogi verursacht beinahe eine Massenkarambolage, weil er die Staats‑ karosse im Kandertal unvermittelt an‑ halten lässt: Er will dem britischen Thronfolger spontan einen einheimi‑ schen Bauern vorstellen, den Berner Alt‑ nationalrat Fritz Hari. Obwohl es die ganze Zeit regnet, sagt Prinz Charles beim Abschied: «Das war die schönste Reise, die ich je machen durfte – ausser‑ halb des Vereinigten Königreichs.» «Sein wahres Vermögen ist, dass er irgendwie nicht in diese Welt passt», u schweizer illustrierte

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«Das hat mich ‹erhuddlet›. Ich bin halt empfindlich. Krebs im Sternzeichen» Adolf ogi

«Dr Döfi isch ä Guetä» Bergführer und Natursteinhauer Ruedi Ogi (l.) über seinen sieben Jahre älteren Bruder. sagt Peter Maurer, ab 1. Juli neuer IKRK-Präsident. Skistar Pirmin Zurbriggen bewundert Ogis «fast unheimliche Fähigkeit, Menschen, mit denen er einmal zusammengetroffen ist, wiederzu­ erkennen und mit passenden Worten zu begrüssen». Und Ruth Dreifuss, seine beste Freundin im Bundesrat: «Sein Charisma ist gleichzeitig seine Schwäche. Er fühlt sich nur in einer Atmo­ sphäre wohl, die er als warm empfindet. Wenn es kalt wird, leidet er. Dölf erträgt keine Kälte, er braucht Wärme.» Die erhält er mehr denn je. Ogi spürt heute eine grössere Anerkennung als je zuvor. Pro Tag erhält er 20, 30 E-Mails – mit Anfragen für Referate, Vorworte, Interviews, Geburtstagsbesuche, Auskünfte bei Matura- und Bachelor-Arbeiten. Auf der Strasse wird er oft angesprochen. Nicht nur im Berner Oberland. In der ganzen Deutschschweiz. Und in der Romandie noch mehr. «Ist es wegen der NEAT? Wegen des Gotthard-Durchstichs?», fragt sich Ogi, der sich über die Anerkennung freut. Oder wegen seines Engagements für die Uno, für den Sport, für die Entwicklung, für die Kinder? Diese Tätigkeit hat ihn erfüllt. «Es war der berufliche Höhepunkt in meinem Leben.» Oder erfährt er so viel Sympathie wegen des Krebstodes seines Sohnes?

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Starke Familienbande Adolf und Katrin Ogi mit Tochter Caroline und Schwiegersohn Sylvain. «Sylvain ist der ruhende Pol für Caroline», sagt Ogi.

Am 18. Februar 2009 starb Mathias. Für Adolf, Katrin und Caroline Ogi bleibt er omnipräsent. Auch an Carolines Hochzeit Ende Mai in Kandersteg. «Wir suchen, aber wir finden nicht», sagt Ogi in seiner Rede, an der er, der Perfektionist, so lange feilt wie an einer Ansprache als Bundespräsident. Gründe für Mathias’ Tod wird die Familie Ogi nie finden. «Es ist ein furchtbares Schicksal. Man kann lernen, damit umzugehen, aber ganz werde ich es nie verkraften. Ich leide unsagbar, Trauer und Schmerz bleiben», sagt Mutter Katrin, 66. Auch der Vater braucht lange, bis er sich wieder einigermassen fassen kann. Erst jetzt, in jüngerer Zeit, sei das alte innere Feuer wieder aufgeflammt. Trotzdem kommt er im Gespräch immer wieder auf seinen Sohn zurück. «Das chasch jetz ned mache», habe Mathias, der Ruhige, ganz die Mutter, jeweils gesagt, wenn Caroline, die Draufgängerische, mehr der Vater, etwas Verrücktes unternehmen wollte. «Mathias war immer Carolines Berater. Jetzt ist er weg. Hat keine Adresse hinterlassen. Keine Telefonnummer. Das ist ganz schwer», sagt Ogi. Jedes Mal wenn er nach Kandersteg kommt, geht er an sein Grab und zündet eine Kerze an. Vor dem eigenen Tod hat Ogi keine Angst. «Ich akzeptiere den Tod,

meinen Tod.» Er werde nicht gries­ grämig sterben, sondern als unver­ besserlicher Optimist. Am 18. Juli wird Adolf Ogi 70 Jahre alt. Nun will er es ruhiger angehen. «Ich nehme nichts Neues mehr an, lasse Bestehendes auslaufen.» Sonntagnachmittag, inzwischen regnet es im Gasterntal. Die Hochzeits­gäste verabschieden sich von Caroline und Sylvain, von Katrin und Dölf. «Ihr chööd nech ned verloofe», sagt Ogi, umarmt sie und gibt allen ein gutes Wort, ein persönliches Kompliment mit auf den Weg. Dann sagt er zu Caroline und Katrin, die ebenfalls langsam aufbrechen möchten: «So, einen Kaffee nehmen wir noch! Jetzt befehle ich einmal.» – «Du befiehlst immer», meint Caroline prompt. Der Führungsanspruch ist wiederhergestellt. Mit Zitaten aus: 

Dölf Ogi. So wa(h)r es! Verfasst von Georges Wüthrich und André Häfliger, herausgegeben von Weltbild und der Schweizer Illustrierten. Ab 25. Juni im Buchhandel.


Endlich lächelt sie! Monate nach der Hochzeit am 2. Juli 2011 strahlt Charlène wieder an der Seite ihres Mannes Fürst Albert.

Ihr Leben 22

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Monaco

Seit einem Jahr Mann und Frau: Charlène ist kein einziger Fehler unterlaufen. Und die einst traurige Braut zeigt sich an der Seite von Fürst Albert plötzlich glücklich und engagiert. Doch die Monegassen warten nur auf eines: das Baby!

als Fürstin

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Zä rtl ich Anfang Jahr verbringen Fürst Albert und Charlène Ferien auf der Karibik­ insel Antigua. So innig hat man das Paar vorher nie gesehen.

Der Druck steigt: Ein legitimes Fürstenkind fehlt Monaco noch – ein Thronfolger. 24

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Monaco

Text andreas c. Englert

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Spassig Für seine Gattin macht sich der Fürst zum Affen beziehungs­ weise zum Muskelprotz. Charlène hält die Pose fest.

urz vor ihrem ersten Hochzeits­ tag sahen die Monegassen ­Fürs­tin Charlène inmitten einer Gruppe strahlender junger Menschen, alle in Blau gekleidet: Die Landesherrin hatte den Abgängern der Monaco International School zuvor ihre Zeugnisse überreicht. Einer der Termine, bei denen Charlène sehr gelöst wirkte. Und das ­wenige Tage vor einem Datum, zu dem selbst Exper­ ten und Insider sich kaum ein Urteil bil­ den können: Welches Zwischenzeugnis hat sich die Fürstin selbst verdient? Klar ist: Fehler hat sich Char­lène nicht erlaubt. Ein Makel mag es für manche sein, dass die erlösende Neuig­ keit eines bevorstehenden Kindersegens noch nicht verkündet wurde. Das ist das erste Klassenziel, das vor allem aus­ländische Medien der jungen Fürstin gesetzt haben. Weniger wegen Char­ lènes Alter von 34 Jahren – aber Fürst Albert II., ihr Mann seit dem 2. Juli 2011, ist immerhin schon 54 Jahre alt. Und ein legitimes Kind von ihm fehlt dem Fürstentum noch. Während in England die 30-jährige Prinzessin Catherine, ebenfalls vor ei­ nem Jahr königliche Braut, praktisch überhaupt nicht mit Fragen nach dem ersten Kind traktiert wird, scheint bei Charlène diese Frage Thema Nummer eins zu sein. Besonders für französische und einige deutsche Medien. Kaum trägt sie ein wallendes Kleid, eine etwas wei­ ter geschnittene Bluse, blühen wieder die Spekulationen. Wie ernst Charlène die Medienberichte auch immer nimmt: So wird Druck aufgebaut, der selbst die Fürstin nicht kaltlassen wird. Dazu kommt die Tatsache, dass Charlène bereits durch ihre Heirat die Frau des amtierenden Regenten wurde. Und nicht wie gleichaltrige Prinzessinnen sich in Ruhe darauf vorbereiten kann, dass ihr Mann vielleicht in zehn, zwanzig oder mehr Jahren auf den Thron muss. Char­ lène ist die Fürstin und weiss das auch. Was bei einer Kate als liebenswürdige Unerfahrenheit einer jungen Prinzessin ausgelegt würde, wäre bei ihr proto­ kollarisch der Fauxpas einer Fürstin. ­Charlène ist sich dessen bewusst – und mag auch aus diesem Grund manchmal etwas zu zurückhaltend wirken. Leicht war ihr Einstieg ins offi­ zielle Palastleben ohnehin nicht: Bilder und Berichte von der Traumhochzeit wur­ den überschattet von Gerüchten, eine an­ dere, bis heute ungenannte Frau sei von Albert schwanger. Und Charlène hätte u schweizer illustrierte

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Monaco

En famille ­Mit Alberts Schwestern Caroline (l.) und Stéphanie (r.) erscheint das Fürstenpaar am 63. RotKreuz-Ball in Monte Carlo. Von Charlène sprechen die Schwägerinnen nur positiv.

Auf Augenhöhe Charlène trifft am 18. Mai auf die britische Prinzessin Catherine. Ein Herz für Kids Als Schirmherrin trifft sie den Nachwuchs des Rugby-Clubs von Monaco.

Weiss, was sich am Hof ziemt: Charlène stellt öffentliche Auftritte und Stellungnahmen absolut in den Dienst ihres Mannes. kurz vor der Trauung noch einen Versuch unternommen, zurück in ihre Heimat Südafrika zu fliehen. Diese Speku­ lationen hat der Palast zwar nie bestätigt, aber auch nicht offiziell dementiert. Trotz­ dem dürfte Charlène aus dieser Ouver­türe nicht unbedingt grenzenloses Selbstver­ trauen geschöpft haben. Bei öffentlichen Auftritten ver­ körpert sie die perfekte Dame. Stets makellos gekleidet, freundlich lächelnd. Die aus einer südafrikanischen bürger­ lichen Mittelklassefamilie mit deutschen Wurzeln stammende Ex-Leistungs­ schwimmerin besitzt königliche Diszip­ lin. Viele andere Prinzessinnen mögen Charlène beneiden: Während die krisen­ gebeutelten Briten bei jedem Kleidungs­ stück von Kate penibel auf das Preis­ schild schauen und vielen Skandinaviern Luxus und Eleganz – selbst bei ihren Royals – nicht wichtig sind, braucht sie keine Sparsamkeit an den Tag zu legen. Das tut Charlène auch nicht: Ihr Lieb­ lingslabel ist die St. Galler Edel­marke Akris, die zum wichtigsten Hof­lieferanten in Sache Mode aufgestiegen zu sein scheint. Akris steht für höchste Qualität, beste Stoffe, aber auch nobles Under­ statement. Eine kluge Wahl der Fürstin – auch, weil allzu auffällig-provokante Mode gerade das Markenzeichen neu­ reicher Wahl-Monegassen ist. Auch die Juwelen, die Charlène zu öffentlichen

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Anlässen trägt, sind von erlesener Qualität – und, soweit Kenner bisher fest­gestellt haben, auch kein rezyklier­ ter Familienschmuck ihrer 1982 tödlich verunglückten Schwiegermutter, Fürs­ tin Gracia Patricia. Glamour war immer ein Markenzeichen der Grimaldis – Char­ lène knüpft hier an; Nachfolgerin einer der grössten Hollywoodstars zu sein, ist natürlich schwer. Und die junge Fürstin will von Anfang an das Zeichen setzen, Gracia nicht kopieren zu wollen. Ein klu­ ger Entscheid. Manch andere Prinzessin der neuen Generation mag Charlène darum beneiden, dass sie «nur» Fürstin eines Landes mit der Bevölkerungszahl einer Kleinstadt und der Fläche eines Dorfes ist. Die meisten Wahl-Monegassen zog weniger das gesellschaftliche Leben in den Zwergstaat als die Empfehlung ihrer Steuerberater. Die rund 4000 «echten» Monegassen sind nur ein kleiner Kreis – dazu sind die wichtigsten Patronagen längst unter Albert und seinen Schwes­ tern Caroline und Stéphanie aufgeteilt. Noble Zurückhaltung musste Charlène nicht erst erlernen – sie ist eine der fürstlichen Qualitäten, die sie schon von Natur aus besitzt. Entsprechend ist auch ihr Kontakt zu Alberts Schwestern, die öffentlich nur gute Worte und Lob für ihre neue Schwägerin zu Protokoll ge­ geben haben. Dennoch: Charlène müsse

sich Aufgaben suchen, wird ihr empfoh­ len. Zunächst wurde über eine neue ­Modewoche im Fürstentum nach­ gedacht, die dann quasi Sache der Fürs­ tin wäre. Doch letztlich bleibt doch die Hauptforderung nach Thronfolgerin oder Thronfolger. Klar ist auch: Charlène stellt öffent­ liche Auftritte und Stellungnahmen abso­ lut in den Dienst ihres Mannes Albert. Der bemüht sich, von der internationalen Öffentlichkeit oft unbemerkt, um sehr ernsthafte Ziele. Er engagiert sich etwa für den Umweltschutz, besonders den Schutz der Meere. Er versucht, die in den vergangenen Jahren rarer gewordenen Touristen wieder ins Land zu holen. Und auf politischem Parkett das Image von Monaco zu verbessern, das in den Augen vieler Politiker und Finanzbehörden in aller Welt zu einem Steuerparadies mit oft fragwürdiger Klientel verkommen ist. Ein Jahr als Fürstin mag Charlènes erstes Jubiläum sein. Doch für ein Zwi­ schenzeugnis scheint es noch zu früh, auch wenn sie alles richtig gemacht hat. Am Ende ist wohl die einzig relevante Frage die nach dem ersten Baby. Das soll­ te im 21. Jahr­hundert eigentlich der Ver­ gangenheit angehören. Doch Charlène ist nicht Prinzessin in Schweden oder Gross­ britannien, sondern Fürstin von Monaco. Das war schon immer eine besondere Rolle im euro­päischen Hochadel. Und vor allem in einer Hinsicht schwierig: Char­ lène kann sich bei den Prinzessinnen in an­ deren Ländern nicht viel abschauen. Sie muss ihren eigenen Weg gehen, so schwie­ rig die Schritte auch sein werden.   Andreas C. Englert ist Royal-Experte und stv. Chefredaktor der deutschen Illustrierten «Frau im Spiegel» schweizer illustrierte

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Euro 2012

Sein Haargel gibt so viel zu reden wie seine Tore. Cristiano Ronaldo ist Allein­ unterhalter – auf dem Platz und im trauten Heim. Schriftstellerin Sibylle Berg über den Fussballgott.

«Viel Spass mit Text Sibylle Berg

Die gebürtige Deutsche Sibylle Berg schreibt Bücher, Theaterstücke und Kolumnen. Sie liebt die Schweiz, lebt in Zürich, schaut Fussball am TV und weiss um die Gemeinsam­ keiten von Fussball und Sex.

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Ronaldo, der Träger der Ehren­ medaille des Ordens unserer lieben Frau, Ronaldo, im Internet zur defini­ tiven Schwulen-Ikone gewählt, das Armani-Modell, der Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, 1985 in Funchal, Madeira, geboren, streckt seine Beine in der Luft aus, hundert Prozent Muskeln, an denen er befindlich ist, nett frisierter Panter, trifft den Ball, schiesst ihn ins Tor. Das machen andere auch, aber selten sieht man es in einer solchen per­fekten Kombination aus Kraft und Eleganz. Wie bei der Europameister­ schaft, die erfreulicherweise dieses Mal

nicht in der Schweiz stattfindet. Im Fernsehen entfallen der Urin- und der Biergeruch, die überfüllten Städte, im Fernsehen sieht man nur Ronal­dos Akro­ batik und die jubelnde Masse. Falls es jemand noch nicht wusste, wissenschaftlich wurde nun bestätigt, dass die Erregung der Fussballzuschau­ er eine völlig sexuelle ist. Die gleichen Zentren im Hirn, die gleichen Hormone, das erklärt einiges. Den Tor-Orgasmus­ schrei, die unendliche Niedergeschla­ genheit, wenn der Sex nicht stattfand, ein Koitus interruptus, das Spiel ver­ loren. Und es erklärt die Faszination für Spieler. Cristiano Ronaldo! Er ist schnell, gebräunt, drahtig, gepflegt. Er schwitzt


Ein Bild von einem Mann. Cristiano Ronaldo erfreut das Auge. Und seine Fans: An der Euro 2012 schoss er Portugal ins Glück und ins Viertelfinale.

Foto Charlie Gray für Armani, Gabriel Bouys/AFP Photo, People Picture

Crissi» genau in dem richtigen Mass, dass man sich vorstellen kann, er röche nicht unangenehm, das Gesicht schön sym­ metrisch. Die Augen verraten die Art Intelligenz, die es einem Menschen er­ möglicht, auch wenn die Verhältnisse nicht brillant sind, unbeschadet durchs Leben zu kommen. Obwohl diese Fähig­ keit bei Ronaldo nicht mehr gefragt ist. Er steht nach dem teuersten Transfer der Fussballgeschichte seit Sommer 2009 bei Real Mad­rid unter Vertrag und ist Kapitän der portugiesischen Natio­ nalmannschaft. Er war einmal Welt­ fussballer, er hat sicher so viel Geld wie Blocher, und er sieht besser aus. Zudem umgibt ihn eine unbestimmte Traurig­

keit, die den Betrachter zu Hochleistun­ gen der Fantasie anspornt. Cristianos Vater starb vor einigen Jahren an seiner Alkoholkrankheit, Ro­ naldo trinkt nicht. Er kennt das Leben. Er hat ein uneheliches Kind und zwei Modeboutiquen, ja, was braucht es mehr, um sich das Bild eines interessanten Mannes auszudenken, der trotz seiner Schönheit erreichbar scheint, denn ein wenig wirkt er doch wie ein gut aus­ sehender Schweizer. Und das macht uns dann völlig verrückt. Denn nun können wir ihn in unser Leben einbauen. Cris­ tiano betritt im Bademantel das Wohn­ zimmer in einer Etagenwohnung in Wald, Kanton Zürich. Seine sehr schö­

nen braunen Füsse stehen auf dem grauen geheizten Schiefer. Unter dem weis­sen Manor-Bademantel ist dieses getönte, glatte Brustfleisch zu sehen, im Gesicht, ein wenig verschlafen, hat er immer irgendwelche Brillantgeschich­ ten, ich weiss nur gerade nicht, wo. Cris­ si, wie wir ihn nennen, setzt sich, er ist so einer, der sich breitbeinig, verkehrt herum auf Stühle setzt, und der Bade­ mantel … Man kann viel Spass haben mit Ronaldo, dem verrückten Stuhlsitzer. Aber da ist auch immer diese Trau­ rigkeit. Der tote Vater, die schlimme Kindheit und die Angst vor dem Versa­ gen, denn es heisst, Ronaldo sei in den ganz wichtigen Spielen kein Führer, und die Nerven versagen ihm beim Elf­ meterschiessen. Die Angst vor der Nie­ derlage … und nur wir können trösten. Sagen, es ist doch nur Fussball, na, komm schon, Crissi, wenn das Spielfeld um die Hälfte verkleinert und das Tor doppelt so gross wäre, dann wäre es doch einfacher für alle. Crissi würde la­ chen, mit diesen unglaublich weissen Zähnen, und uns durch die Etagen­ wohnung tragen, die vollverspiegelt wäre, damit wir dieses Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Perfektion betrachten können. Am 4. Juli 2010 gab Ronaldo via Facebook und Twitter be­ kannt, Vater eines Sohnes geworden zu sein und für ihn die alleinige Vormund­ schaft übernommen zu haben. Er hat ein Buch über sein Leben geschrieben. Möchte noch jemand wissen, was Frau­ en und Männer denken, wenn sie an Ronaldo denken?» Ronaldos Welt: siehe nächste Seite

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Verführerisch DessousModel Irina Shayk, seit 2010 die Frau an Ronaldos Seite.

Cristiano Ronaldo zeigt sich nur mit den attraktivsten Frauen. Paris Hilton, Maria Sharapova oder Kim Kardashian sind nur einige seiner Eroberungen für kurze oder längere Zeit. Seit 2010 ist der Beau fest vergeben: Das russische Dessous-Model Irina Shayk, 26, ist mittlerweile Ronaldos Verlobte. Die Hochzeit, im nächsten Monat auf Madeira angesetzt, ist inzwischen allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben.

GALERIE DER SCHÖNSTEN

Seine Schusstechnik: einzigartig. Seine Frauen: wunderschön. Seine Lebensart: extravagant. CRISTIANO RONALDO ist eine Stil-Ikone. Und Portugals grosser Held.

Cristiano Ronaldos Welt

Ronaldo wächst in Funchal / Madeira in ärmlichen Verhältnissen auf. Mutter Dolores muss die vier Kinder Hugo, Cristiano, Elma und Katia allein grossziehen, als ihr Mann 2005 an den Folgen seiner Alkoholkrankheit stirbt. Cristiano wünscht sich immer eine eigene Familie. Trotzdem ist die Überraschung gross, als er 2010 auf Facebook die Geburt seines Sohnes Cristiano Ronaldo junior bekannt gibt. Die Mutter ist bis heute unbekannt. CR7 soll eine britische Studentin als Leihmutter engagiert und ihr dann das Sorgerecht für eine zweistellige Millionensumme abgekauft haben. Ronaldo junior aber wächst in der Obhut seiner Tante Katia auf.

VATER AUF DISTANZ

Familiäre Babysitter Cristiano junior – am 17. Juni zweijährig geworden – lebt bei Ronaldos Mutter Dolores (l.) sowie Schwester Katia und deren Mann Paulo Costa im portugiesischen Vilamoura.


Fotos Pixathlon (4), Dukas (4), Carlos Manuel Martins/ Global Imagens, MrPaparazzi.com, Charlie Gray für Armani

Geboren in Funchal auf Madeira (Por) am 5. 2. 1985. Spitzname: CR7 (nach seiner Trikotnummer)  KLUBS Junior bei Andorinha und Funchal, 1997 Wechsel zu Sporting Lissabon, Profi bei Sporting ab 2001, ab 2003 Manchester United, seit 2009 Real Madrid  ERFOLGE 3 × englischer und 1 × spanischer Meister, Weltfussballer 2008, Europas bester Torschütze 2008/11, ChampionsLeague-Sieger 2008 mit Manchester, vergangene Saison 65 Tore in 61 Pflichtspielen, Vize-Europameister 2004.  TRANSFERWERT 2003 für 17,5 Mio. Euro von Lissabon zu Manchester, 2009 für 94 Mio. Euro von Manchester zu Real Madrid (teuerster Transfer der Geschichte). Fixierte Transfersumme bei Real Madrid: 1 Milliarde Euro. Geschätzter Jahresverdienst: 38,5 Mio. Euro.

MILLIARDEN-MANN

Trophäensammler Den goldenen Schuh für Europas besten Torschützen erhielt Ronaldo zwei Mal.

Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro lautet der volle Name des kleinen Buben, der bei CF Andorinha auf Madeira (Por) das Fussballspielen lernt. Den zweiten Vornamen Ronaldo haben ihm seine Eltern wegen ihrer Begeisterung für den früheren USPräsidenten Ronald Reagan verliehen.

PRÄSIDIALES VORBILD

So berühmt wie für Tore und Bauchmuskeln ist Cristiano Ronaldo für seinen extravaganten Lebensstil. Die Luxusuhren wechselt er fast täglich. In seiner Garage stehen Dutzende von Edelkarossen. Neuste Errungenschaft: Ein Lamborghini Aventador, den er sich zum 27. Geburtstag geschenkt hat. Karbonkarosserie, 700 PS, Kaufpreis 380 000 Franken.

BLING-BLING-STAR

Werbe-Ikone von Emporio Armani, in den Pausen der EM-Spiele jeweils neu frisiert, ölglänzendes Muskelpaket von 84 Kilo Gewicht auf 1,84 m Grösse – Cristiano Ronaldo ist der Inbegriff eines Schönlings. Aber nicht nur: Das Sixpack soll er mit bis zu 3000 Sit-ups täglich formen. Und die einzigartig kraftvolle Schusstechnik eignet er sich ebenfalls mit Fleiss an. Selbst nach härtesten Trainings sieht man CR7 noch Hunderte von Bällen aufs Tor knallen.

MIT VIEL FLEISS ZUM SEX-APPEAL


Fernsehen


Commissaria Christa Moderation und Mord – ein Fall für Christa Rigozzi. Sie stellt in einer TV-Serie die Krimis von Donna Leon vor. Privat ist die Miss Schweiz 2006 oft selbst eine Detektivin. Text aurelia forrer Fotos thomas buchwalder

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it dem Motorboot «Banzai» fährt Christa Rigozzi, 29, durch die Kanäle von Venedig. Der Wind lässt ihre blonden Haare fliegen. Hier, in der Lagunenstadt, spielen die Kriminalromane von Autorin Donna Leon, 69. Hier löst Commissario Guido Brunetti seine Mordfälle. Und hier hält sich Christa Rigozzi auf, um die Orte, wo all die Delikte stattfinden, zu erkunden. Im Sommer strahlt das Schweizer Fernsehen sieben Brunetti-Verfilmungen aus. Christa Rigozzi wird die Krimis an- und abmoderieren, indem sie die Filmgeschichte, die Stadt Venedig und deren Einwohner vorstellt. Moderationen und Mordfälle – die perfekte Mischung für Christa Ri­

gozzi. Die Miss Schweiz 2006 wollte selber «ursprünglich Detektivin werden». Zwei Brunetti-Bücher hat sie gelesen, und sie findet es spannend, dass darin nicht nur Mordfälle, sondern auch Menschen mit ihren Geschichten eine Hauptrolle spielen. Schon als Kind schaute sie gemeinsam mit ihrem Grossvater Ido im Fernsehen «Il Commissario Kress» – in der Deutschschweiz bekannt als «Der Alte». Sie versuchte, die Lösung zu finden und zu verstehen, weshalb jemand ein Delikt begeht. «Diese Welt hat mich immer fasziniert.» Christa hat Kriminologie und Strafrecht im grossen Nebenfach an der Universität Bern studiert. Während des Studiums wurden Fälle nachkonstruiert, und sogar bei einer Obduktion war sie dabei. «Das liess mich zwar nicht kalt», sagt sie, «aber ich vertrage solche Din-

Unterwegs in Venedig Hier spielen die Mordfälle in Donna Leons Krimi­ nalromanen um Commis­ sario Brunetti. Seit ihrer Kindheit ist Christa Rigozzi fasziniert von Detektiven.

ge. Auch vor Blut habe ich keine Angst.» Ihr Bachelor-Studium hat sie erfolgreich abgeschlossen. Detektivin ist sie dennoch nicht geworden, da die Möglichkeiten dazu in der Schweiz beschränkt sind. Nach «Commissario Kress» interessieren sie heute US-Serien wie «Navy CIS», «Criminal Minds» oder «CSI» an den Schauplätzen Las Vegas, Miami und New York. «Ich träume von einer Arbeit, wie sie in diesen Serien gezeigt wird. Aber das entspricht nun mal nicht der Wahrheit», sagt sie. «Zudem hat sich mein ­Leben anders entwickelt; ich habe einen anderen Beruf gefunden, der mir sehr gefällt.» Christa steigt aus dem Motorboot und spaziert jetzt in Richtung Markusplatz. «Sind sie nicht Frau Rigozzi?», sprechen sie zwei Schweizer an und bitten um ein Foto. Die Tessinerin posiert, unterhält sich kurz und lacht. Ob Christa auch eine düstere Seite hat? «Keine düstere oder mysteriöse, aber eine melancholische Seite. Nur sieht man die in der Öffentlichkeit nicht.» Zu ihrem Job als Moderatorin oder Jury­ mitglied in einer Unterhaltungsshow passe dies einfach nicht. In den sechs Jahren seit ihrer Wahl zur Miss Schweiz hat sie viele Leute kennengelernt. Die Psyche der Menschen interessiert sie. Sie will Gedanken lesen können. Versteht sie jemanden mal nicht, nervt es sie, nicht zu wissen, was die Person denkt. «Ich habe gerne die Kontrolle», sagt sie. «Im Beruf, im Privatleben, in allen Situationen.» Sie weiss, was um sie herum geschieht. Was gerade wo passiert. «Alles unter Kontrolle zu haben, ist natürlich anstrengend. Aber ich beobachte sehr oft. Und bin wirklich sehr gut im Spionieren. Manchmal habe u ich fast Angst vor mir.» schweizer illustrierte

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Fernsehen

«Ich bin gut im Spionieren. Manchmal habe ich fast Angst vor mir» christa rigozzi

Nachdenklich «Ich habe eine melancholische Seite.» Im Hintergrund die Kirche Santa Maria della Salute.

Aufmerksam «Ich habe gerne alles unter Kontrolle.»

Fröhlich Christa Rigozzi auf der Piazza San Marco mit ihrer Basilica.


verraten viel, das Verhalten verändert sich. Und meist sind lügende Menschen nervös.» Giovanni weiss um Christas Fähigkeit und versuchts gar nicht erst. Und sie wiederum würde ihn nie aus­ spionieren oder an sein Handy gehen. Die Bootsfahrt führt jetzt hinaus aufs offene Wasser. Meer und Himmel treffen aufeinander. Ob Christa Angst vor dem Tod hat? «Ja, aber nicht vor meinem eigenen.» Sie hat Angst vor den seelischen Schmerzen, wenn einer ihrer Liebsten stürbe. Wie damals am 24. Ja­ nuar 2007, als Nonno Ido an Krebs starb. «Das hat mich kaputtgemacht.» In den vergangenen Tagen in Venedig hat sie oft an ihn gedacht. Vielleicht, weil sie früher gemeinsam «Il Commissario Kress» schauten. Sie hat versucht, sich an seine Stimme zu erinnern. «Doch es ist mir nicht gelungen», sagt sie. «Ich habe seine Stimme vergessen.» Tränen stei­ gen in ihren Augen auf. Da ist sie, ihre melancholische Seite. Sie beginnt vom Nonno zu erzählen. Wie sie als Kind mit ihm in den Zirkus Knie ging, die Gross­ mutter ihnen Sandwiches mit auf den Weg gab. «Das war schön, sehr schön.»  Und ihr Lachen kehrt zurück.

Starautorin Donna Leon In Venedig daheim Seit 1981 lebt die Amerikanerin Donna Leon, 69, in der Lagunenstadt. u karriere Seit 1992 veröffentlicht

Donna Leon ihre Kriminalromane um Commissario Brunetti jährlich im Zürcher Diogenes Verlag. Alles Best­ seller. Der neuste Wurf, «Reiches Erbe», ist bereits Brunettis 20. Fall. u TV-Serie Während sieben Wochen zeigt das Schweizer Fernsehen jeden Dienstag um 20.05 Uhr auf SF 1 die Krimiverfilmungen: 3. Juli: «Endstation Venedig», 10. Juli: «Das Gesetz der Lagune», 17. Juli: «Die dunkle Stunde der Serenissima», 24. Juli: «Blutige Steine», 31. Juli: «Wie durch ein dunkles Glas», 7. August: «Lasset die Kinder zu mir kommen», 14. August: «Verschwiegene Kanäle»

Foto Getty Images

Vor gut einem Monat hat sie sogar einen Fall in ihrer Heimat in Monte Carasso TI gelöst: Als sie nach Hause kam, war die Polizei bei der Nachbarin. Deren hölzerne Madonnastatue war aus der Kapelle geklaut worden. Einzig einen Zettel mit der Botschaft «Ich bin sofort zurück» hatten die Diebe hinter­ lassen. Christa Rigozzi erinnert sich, wie sie nur vier Stunden zuvor ihren Abfall­ sack einen Kilometer entfernt entsorgt hat. Dass zwischen den orangen Abfall­ säcken etwas Grosses, Hölzernes im Container lag und sie sich über diese willkürliche Entsorgung ärgerte. Die Polizei fährt hin und kehrt zehn Minuten später mit der Madonnastatue zurück. In der Dorfzeitung steht dann, eine Frau habe die Statue gefunden. «Seither ziehen mich meine Freunde auf und behaupten, allerlei Schmuck zu ver­ missen.» «Commissario», so nennt sie denn auch ihr Mann Giovanni Marchese, 34: Er findet, dass sie überall einen Radar habe. Ob Christa ihre Spionagekünste auch in der Beziehung anwendet? «Nein, nein, ich merke einfach, wenn etwas nicht stimmt, jemand lügt. Die Augen

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Olympiaserie

Im Wasser zu Hause

Geboren ist er in der Schweiz, gelebt hat er bisher aber fast nur im Ausland. Und heimisch fühlt sich Dominik Meichtry in allen Gewässern der Welt. Weil er zwischen Schwimmbecken und «Baywatch»-Traum sein Glück gefunden hat.

Text iso niedermann Fotos christian grund

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an kann es sich bestens vorstellen: Der Mann räkelt sich cool auf dem Hochsitz am Sandstrand, braungebrannt, die Sonnenbrille auf der Nase, ein paar dralle Blondinen im roten Badeeinteiler zu seinen Füssen. California Dreaming. Sonnyboy geniesst das Leben. Dominik Meichtry lacht sein charmantestes Lächeln, zeigt eine Reihe makellos weisser Zähne. Er kann mit dem Klischee gut leben: «Als unsere Familie in den 90er-Jahren nach Los Angeles zog, besuchte ich das KinderRettungsschwimmer-Programm. Die TVSerie ‹Baywatch› liebte ich, David Hasselhoff war mein Vorbild.» Strand, Sonne, heisse Girls − das fand er «sehr cool». Doch der 27-Jährige ist viel mehr als ein Fernsehschönling. Seit drei Jahren In-

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haber eines Bachelors in Psychologie und Soziologie, der beste Schweizer Schwimmer und Halter mehrerer nationaler Rekorde, 2008 in Peking Gewinner eines olympischen Diploms. Und auch die «Pam Anderson» in Meichtrys Leben hat mehr zu bieten als ihr TV-Pendant: Blond und hübsch ist Dominiks Verlobte Jessica Hardy, 25, zwar ebenfalls. Doch die Amerikanerin aus Long Beach, Kalifornien, ist «nebenbei» Weltmeisterin und mehrfache Schwimm-Weltrekordhalterin. Das Paar wohnt in L. A. in einer Wohnung, wenige Blocks vom Meer entfernt. Weit weg vom Wasser mag Meichtry nie sein. Das ist so, seit er als Zweijähriger in Kinshasa (Zaire, heute Demokratische Republik Kongo) schwimmen lernte. «Meine Eltern wollten es. Sie hatten Angst, ich könnte in den hauseigenen Pool fallen.» Es waren viele Pools, an denen die Familie Halt machte. Kurz nach Dominiks u


Sonnyboy mit Stil Dominik Meichtry posiert im Business­anzug im 50-Meter-­Becken des Freibades von Arbon TG. Wassertemperatur: 19 Grad. «Zu kalt für mich!»


Geburt in St. Gallen zogen die Meichtrys nach Athen. Der Beruf des Vaters als Station Manager bei der Swissair liess die Familie zu Weltenbummlern werden. Nach Griechenland und Zaire hiessen die weiteren Stationen Los Angeles, Hongkong und Johannesburg. «Das machte mich zu einem sehr offenen Menschen und weckte wohl auch mein Interesse an der Soziologie», sagt «Dom», wie er gerufen wird, rückblickend. In Berkeley bei San Francisco erhielt Meichtry als Schwimmer mit Perspektiven ein Uni-Stipendium. Und hier entwickelte sich der Schweizer, der noch nie wirklich in der Heimat gelebt hat, zum besten Schwimmer seines Landes. Die Olympischen Spiele in London sind bereits die dritten, an denen er teilnimmt. In Peking liess er in seiner Topdisziplin, 200 Meter Freistil, als Vorlaufschnellster gar den grossen Michael Phelps hinter sich. Und auch wenn im Finale die Kräfte für den Coup fehlten, ist Rang 6 sein bislang grösster Erfolg. Dabei ist es schon ein kleines medizi­ nisches Wunder, dass Dominik Meich­try überhaupt auf diesem Niveau schwimmen kann. Als er sich mit 14 Jahren beim Skifahren in Verbier die linke Hüfte brach, eröffneten ihm die Ärzte, den Spitzensport könne er vergessen. Und als es Kompli­ kationen gab, wollten sie dem Teenager gar ein künstliches Hüftgelenk einsetzen. Doch die Meichtrys suchten nach anderen Lösungen. Im appenzellischen Heiden sties­ sen sie auf einen Arzt, der Dominik das Kugelgelenk durchschnitt und gedreht wieder einsetzte. «Das hat mich fürs Leben gestärkt. Wenn heute jemand zu mir sagt: ‹Das kannst du nicht›, dann arbeite ich nur umso intensiver, bis ich es schaffe.» Der Wille, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen, kam Meichtry auch in der wohl dunkelsten Zeit seines Privatlebens zugute. Damals, 2008, als seine Freundin Jessica, die er an der WM 2005 kennengelernt hatte und mit der er seit Februar 2006 zusammen ist, positiv auf Doping getestet wurde. Statt als Olympiafavoritin die gemeinsame Reise mit ihrem Freund nach Peking trat sie eine zweijährige Sperre an. Im Nach­ hinein wurde die auf das Minimum reduziert, als sich herausstellte, dass sie die verbotene Substanz über einen Nahrungszusatz eingenommen hatte, mit dem eine ganze Produktlinie konta­ miniert war. «Doch ihr Name war fürs Leben beschädigt. Ich wusste immer,

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Nichts als Muskeln Meichtry zeigt sein Sixpack. Auf Tattoos steht er nicht. Ausnahme: die Olympiaringe hinten an der Schulter.

dass sie keine Schuld trägt. Wir standen das zusammen durch.» Für Meichtry ist umso wichtiger, dass er im Anti-Dopingprogramm «Cleanwater» von Swiss Swimming regelmässig kontrolliert wird: Gegen Generalverdacht ist keiner gefeit. «Ich nehme auch in Kauf, dass ich teils demütigende Kontrollen zu unmöglichen Zeiten über mich ergehen lassen muss.» Dass Dominik und Jessica in L. A. gemeinsam bei Dave Salo trai­ nieren, macht alles einfacher. «Jessicas

Weltklasse macht auch mich noch stärker.» Zu Hause blenden sie das Thema Schwimmen bewusst aus, so gut es geht. Lieber diskutieren sie über Bücher oder gehen spazieren mit ihrem Hund Stevie, einer Mischung aus Mops und Beagle. Zudem teilen sie die Leidenschaft für Wassersport in jeder Form. Meichtry surft seit einem Jahr, und zu Weihnachten hat ihm Jessica einen Tauchkurs geschenkt. Das Brevet will er nach Olympia machen.


dominik meichtry Geboren am 18. 11. 1984 in St. Gallen. Wohnt in Los Angeles (USA). u Erfolge Silber 200 m Freistil (Meichtrys Spezialdisziplin) an der Kurzbahn-EM 2008; Rang 6 in 200 m Freistil bei Olympia 2008; Inhaber der CH-Rekorde in 100, 200 und 400 m Freistil sowie 100 m Delfinschwimmen; erster Schweizer mit weniger als 50 Sekunden in 100 m Freistil. Schwimmt für den SC Uster-Wallisellen u privates Seit 2006 liiert und inzwischen verlobt mit der US-amerikanischen Spitzenschwimmerin Jessica Hardy.

Bei den Eltern in Rorschacherberg SG Yvonne und Richard Meichtry freuen sich über Dominiks Besuche. «Seine Jessica lieben wir heiss.»

Das meint der experte u seine stärken

Dominik ist ein begnadeter «Floater», hat eine Wasserlage, wie0 ich sie 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 noch selten gesehen habe. Zudem ist er in der Lage, perfekt auf einen Wettkampf zu fokus­ Remo Lütolf, 32, sieren, ohne sich des­ nahm zweimal bei Olympia teil. 2000 wegen zu verkrampfen. u seine schwächen 0 10 20 30 40 erreichte 50 60 70 er 80 in 90 100 Sydney das Finale Da fällt mir spontan über 100 m Brust nichts ein. Ich sehe keinen Bereich, in dem er mit CH-Rekord, der heute noch gilt. sich technisch noch gross verbessern könnte. Allenfalls muss er noch 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 am Stehvermögen arbeiten, damit er nicht auf den letzten 50 Metern entscheidend zurückfällt. Deshalb trainiert er nun auch vermehrt über die längere 400-m-Distanz. u erfolgsrezept Er darf sich nicht von den olympischen Ringen verrückt machen lassen. Es ist ein 0 Rennen 10 20 30 wie 40 50jedes 60 70 andere 80 90 100 auf diesem Niveau – gleiche Bahnen, gleiche Gegner, auch wenn die Dimensionen des Anlasses und der Rummel mit nichts zu vergleichen sind. Schwimmt er seine Bestzeit über 200 m Freistil, ist ein Finalplatz realistisch, 0 10 20 und 30 40dann 50 60kann 70 80alles 90 100 passieren: Hier, wo die Weltklasse so dicht besetzt ist wie nirgends sonst, gehört Dom zu den Schnellsten der Welt.

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«Jessica ist die Frau meines Lebens. Ihre Weltklasse macht auch mich noch stärker» dominik meichtry Auch für Reisen zu Mutter Yvonne und Vater Richard nach Rorschacherberg SG oder zu Bruder Pascal, 25, der in Zürich bei der Kantonspolizei arbeitet, finden sie immer wieder Zeit. Dominiks Eltern haben ihre Schwiegertochter in spe längst «ganz fest ins Herz geschlossen». Die Heirat ist fürs nächste Jahr geplant. Im Hinblick darauf wird Dominik aus pragmatischen Gründen wohl auch die US-Staatsbürgerschaft annehmen. Doch vorerst reicht die Pla-

nung eigentlich nur mal bis London. Dort wollen «Hasselhoff» und seine «Pam» als Verlobte nachholen, was ihnen als Verliebte in Peking verwehrt blieb.  BEREITS ERSCHIENEN Fabian Kauter, Fechten; Yvonne Leuthold, Handball; Nicole Büchler, Stabhochsprung NÄCHSTE FOLGE Mike Kurt, Kanu

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Foto Hervé Le Cunff

Durch dick und dünn Dominik und Jessica Hardy rückten in der Zeit ihrer Sperre noch enger zusammen. Nächstes Jahr wird Hochzeit gefeiert.

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Rosenkavaliere im Wer wird Mister Schweiz? Im Trainingscamp in Davos bereiten sich zwölf junge Männer auf die Wahl vor. Wer es am besten macht, wissen wir am 25. August. Text Sandra Casalini Fotos Fabienne Bühler

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icht jeder ist zum Rosenkavalier geboren. Adrian Pfister und Fabian Süess geben sich zwar Mühe – aber irgendwie klappt es einfach nicht. Ihre erste Aufgabe erwartet die zwölf Mister-Kandidaten bereits auf dem Weg ins Trainingscamp. Auf den Stras­ sen von Chur muss jeder zehn Rosen verkaufen und dabei möglichst viel Geld verdienen. Adrian versucht sich ver­ zweifelt an den Tischchen eines Strassen­

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cafés, diskutiert, gestikuliert – vergebens. Kaum zehn Franken Münz klimpern schliesslich in seiner Tasche. Auch sein Kollege Fabian Süess schafft etwa so viel. Ganz anders Dario Hold. Locker und charmant bringt er seine Rosen unter die Leute. Und verkauft alle zehn für insgesamt 70 Franken. Sein Trick? Dem Standardsatz «Zahlen Sie, so viel Sie möchten» fügt er «Aber bitte möglichst viel!» an. Das gesamte Geld spendet die Mister-Schweiz-Organisation übrigens der Krebshilfe. Auch wenn sich nicht alle jungen Männer so gut geschlagen haben

wie Dario – ihre Laune lassen sie sich nicht verderben. Laut und fröhlich ist die Ankunft im Sheraton-Hotel Waldhuus in Davos. Immer vorn dabei, wenns ums Sprüche­ reissen geht: Patrick Luder, Philipp Wyss, Sandro Cavegn und Ayosha St. Maarten. Patrick findet, als einziger Berner müsse er ja irgendwie auf sich aufmerksam machen. Und Philipp gehört als Schauspielschüler grundsätzlich nicht zu den Scheuen. Mit seinem Body scheint er allerdings nicht hundertprozentig zufrieden. «Keinen Härdöpfelstock zum Fisch», bittet er beim Abendessen. «Ich verzichte auf Kohlenhydrate.» Und beisst kurz darauf herzhaft in ein Brötchen zum Salat – zur gros­ sen Erheiterung seiner Kollegen. Dann geht lautstark das Geplänkel los, die Jungs


mister Schweiz

Wer wird auf Rosen gebettet werden? Adrian Pfister, Sydney Schera, Patrick Luder, Steven Epprecht, Philipp Wyss und Dario Hold (v. l.) punkten mit Charme und flotten Sprüchen.

EM-Fieber Zeit für Fussball und Bier muss sein: Mike De Groote, Fabian Süess, Philipp Wyss, Ronny Lnenicka, Dario Hold, Sydney Schera, Lavdrim Sylejmani, Sandro Cavegn und Steven Epprecht (v. l.).

Test nehmen sich gegenseitig hoch und erzäh­ len Anekdoten von ihren Promotions­ auftritten an den Wochenenden. «Wie war das mit dem sehr jungen Mädchen, das dich fragte: ‹Sie, haben Sie eigentlich eine Freundin?›», fragt Steven Epprecht. Philipp grinst. Ja, die Fans seien zum Teil recht jung, meint er schulterzuckend. Alle brechen in Gelächter aus. Nur Mike De Groote ist nicht zum Lachen zu Mute. Er gibt sich still und nachdenklich. Kein Wunder: Der West­ schweizer wurde zwei Tage vor dem Camp von seiner Freundin Cléa verlassen. Sie sei bereits aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, erzählt er traurig. «Unsere Zukunftspläne haben nicht mehr zusammengepasst.» Umso dankbarer ist er für die Ablenkung im Camp. Auch wenn

Im Schuss Adrian Pfister (l.) und Sydney Schera machen sich schön, Patrick Luder und Ayosha St. Maarten (r.) packen ihre Siebensachen. Ein Mister Schweiz in spe muss an vieles denken. es hier sprachlich nicht immer ganz ein­ fach ist. Mike kämpft noch immer etwas mit der deutschen Sprache, während sein Tessiner Kollege Lavdrim Sylejmani sich schon ganz gut schlägt. Zum Glück kön­ nen die meisten der Finalisten ein paar Brocken Französisch, zur Not weicht man auf Englisch aus, und wenn gar nichts mehr geht, amtet Sandro als Übersetzer. Einheitlich ist hingegen das Te­ nue. Sogar Unterhosen und Socken gibts vom Sponsor. Das gehe gar nicht, findet Ayosha. Er ist begeisterter Socken­ sammler und trägt nie ein einfarbiges Modell. «Das ist mein Markenzeichen.» So stecken in seinen gesponserten Schu­ hen geringelte Socken mit einem Anker drauf. Überhaupt ist es so eine Sache mit den Klamotten: Der eine findet sei­

ne Badehose nicht, der Zweite hat eine falsche Jeans im Schrank, der Dritte hat seine Sneakers irgendwo liegen lassen. Je zwei der Jungs teilen sich ein Zimmer. Konkurrenz? Natürlich nicht! Oder doch ein bisschen? Die Abwahl von Mattia Ceraudo und David Böhni ist immer noch ein grosses Thema. Sie hat den Kandidaten bewusst gemacht: Auch wenn sie gute Freunde geworden sind – Mister Schweiz wird nur einer. Und zwar der, der am meisten überzeugt. Wie viele Rosen er verkauft hat, wird dabei zum Glück keine grosse Rolle spielen. 

Mehr zum Thema:

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n e i l i m Fa ch tis Teil 5

Fixpunkt im ame Abendessen ist ein Ita lia ni tà Das gemeins hrend der Woche sind sie zu dritt. Hause Scarpaleggia. Wä

Internet, Facebook, Smartphones – für Ikea-SchweizChefin simona scarpaleggia ist es oft nicht einfach, die Welt von francesca und stefano zu verstehen. «Sie gehen viel natürlicher damit um als ich.»

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Vor dem Billy-Regal Simona Scarpaleggia und Tochter Francesca lieben Bücher. Sohn Stefano bevorzugt den Computer.

«Ich vertraue m schweizer illustrierte


einen KindernÂť schweizer illustrierte

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familientisch

Text sandra casalini Fotos marcel nöcker

T

eenager wissen meist besser Bescheid über den Umgang mit elektronischen Medien als ihre Eltern. Das ist auch bei Ikea-SchweizChefin Simona Scarpaleggia, 51, so. Die Römerin lebt seit gut zwei Jahren mit ihren Kindern Francesca, 18, und Stefano, 14, am Zürichsee. Die älteste Tochter Cecilia, 20, studiert in Mailand. Dort wohnt und arbeitet auch Simona Scarpaleggias Ehemann Enrico während der Woche. «Francesca und Stefano sind in einem Alter, in dem sie nicht mehr ständig kontrolliert werden müssen», sagt die Managerin. «Wenn ich nicht zu Hause bin, gehe ich einfach davon aus, dass sie vernünftig mit dem Computer umgehen. Ich vertraue ihnen.» Haben Sie ein Facebook-Profil, Frau Scarpaleggia? Simona Scarpaleggia: Ja, aber ich benutze es selten. Ich kommuniziere in der Regel per E-Mail. Das Profil habe ich aus reiner Neugier angelegt. Stefano: Francesca und ich mussten dir dabei helfen. Simona Scarpaleggia: (lacht) Stimmt, allein hätte ich das nicht geschafft. Wozu nutzt ihr zwei denn euer FacebookKonto, Francesca und Stefano? Francesca: Hauptsächlich, um mit Freunden zu kommunizieren. Stefano: Wir sind beide in der Inter­ nationalen Schule, da kommt es sehr oft vor, dass Freunde wegziehen. Facebook ist die einfachste Art, mit allen in Kontakt zu bleiben. Überlegt ihr euch, was ihr auf Facebook schreibt, welche Fotos ihr auf euer Profil stellt und wer die sieht? Francesca: Auf jeden Fall. Ich bin mir auch bewusst, dass irgendwann zum Beispiel ein potenzieller Arbeitgeber mein Facebook-Profil interessant finden könnte. Bilder von wilden Partys oder blöde Kommentare, wie sie viele in meinem Alter auf ihr Profil stellen, kommen für mich nicht in Frage. Stefano: Ich stelle nie Fotos von mir auf Facebook. Es kommt aber vor, dass Freunde eines hochladen und mich dann taggen, also anschreiben. Simona Scarpaleggia: Worüber schreiben denn deine Freunde und du so auf Facebook? Stefano: Meist diskutieren wir über Sport, geben etwa unsere Kommentare zu Fussballspielen ab. Oder wir tauschen uns über die Schule aus, Stundenpläne, Hausaufgaben und so weiter.

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Familie Ikea Natürlich stammen auch die Gartenmöbel im Hause Scarpaleggia am Zürichsee vom schwedischen Möbelhaus.

«Wir werden in der Schule über die Gefahren von Facebook aufgeklärt» stefano scarpaleggia

Haben Sie sich miteinander abge­ sprochen, als Ihre Kinder ein eigenes Facebook-Profil wollten? Simona Scarpaleggia: Ja, natürlich. Man kann das den Kindern heutzutage nicht verbieten. Ich bin da zwar tendenziell viel vorsichtiger als meine Kinder, finde aber, dass Facebook sehr nützlich sein kann. Ich traue meinen Kindern zu, die Plattform so zu nutzen, dass es ihnen nicht schadet. Stefano: Wir werden in der Schule über die Gefahren von Facebook aufgeklärt. Klar, vereinfacht das Netzwerk gewisse Dinge – beispielsweise wenn irgendwelche Idioten sich verabreden wollen,


um Krawall zu machen. Aber das würden die vielleicht auch sonst tun. Ein grosses Problem ist Mobbing über Facebook … Francesca: Ja, auch darüber wurden wir in der Schule aufgeklärt. Bei uns mussten mal zwei Schüler zum Rektor, weil sie fiese Kommentare über jemanden veröffentlicht hatten. Die Schule kontrolliert eure FacebookEinträge? Francesca: Nicht direkt. Wir dürfen in den Pausen Computer und Internet nutzen, und da werden wir kontrolliert. Ich denke aber, wenn man Themen wie Mobbing über Facebook in der Schule

anspricht, getrauen sich Betroffene auch eher, mit jemandem darüber zu reden. Twittert ihr auch? Francesca: Ich liebe Twitter! Warum? Francesca: Weil man seine Gedanken mit der Welt in kurzer und knapper Form teilen und die von anderen mitverfolgen kann. Simona Scarpaleggia: Mit wem redest du denn via Twitter? Francesca: Man redet nicht mit jemand Spezifischem. Man teilt das, was man sagen will, sozusagen der ganzen Welt mit.

Frau Scarpaleggia, kontrollieren Sie die Akivitäten Ihrer Kinder im Internet? Ich versuche im Griff zu haben, wie viel Zeit sie am Computer verbringen. Das ist nicht ganz einfach, da sie teilweise ihre Hausaufgaben am Bildschirm erledigen und ich ihnen nicht im Nacken sitze und kontrolliere, ob sie nun lernen oder im Netz surfen. Wie viel Zeit verbringt ihr denn vor dem Computer? Francesca: Wenn ich lernen muss, können es schon drei, vier Stunden täglich sein. Ich drucke mir die Sachen allerdings immer aus; ich kann nicht ab Bildschirm lernen. u schweizer illustrierte

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familientisch

Scarpaleggia: Ich finde, abgesehen vom Lernen genügt pro Tag eine Stunde am Computer. Welche anderen Internetseiten nutzt ihr? Francesca: Ich lese regelmässig Blogs über Themen, sie mich interessieren: Fotografie, Architektur, Mode, Reisen. Stefano: Ich schaue Videos auf Youtube oder spiele. Simona Scarpaleggia: Was schaust du denn für Videos? Stefano: Es gibt da so Leute, die stellen täglich ein Video rein, machen Witze und reden … Simona Scarpaleggia: Worüber? Stefano: Über Fussball. Und was für Spiele sind angesagt? Simona Scarpaleggia: Darüber hatten wir kürzlich eine Diskussion, erinnerst du dich, Stefano? Ich fand eines seiner Spiele zu gewaltlastig. Kriegsspiele, in denen man fürs Töten Punkte kriegt, finde ich nicht so toll. Haben Sie ihm das Spiel verboten? Nein, ich finde, das bringt nichts. Ich habe ihm meinen Standpunkt erklärt, und wir haben darüber diskutiert. Stefano: Ich spiele es jetzt nicht mehr

u Simona

«Für eine italienische Familie sind wir sehr untypisch: Wir haben nur einen Fernseher» simona scarpaleggia so oft. Eigentlich spiele ich sowieso lieber Fussball- oder Basketballspiele. Ab welchem Alter haben Ihre Kinder regelmässig einen Computer benutzt? Francesca hat ihn erst mit etwa vierzehn benutzt, vorher interessierte sie sich nicht dafür. Stefano spielt am Computer, seit er etwa acht ist. Shoppt ihr online? Francesca: Nur Bücher. Stefano: Die Mädchen in meiner Klasse machen das oft. Immer wenn ich einen Blick auf ihre Smartphones erhasche, sehe ich Kleider, Schuhe, Taschen … Hast du auch ein Smartphone? Nein, ich habe ein normales Handy. Ich wünsche mir aber ein Smartphone zum Geburtstag. Bezahlt ihr eure Handyrechnung selbst? Francesca: Nein, aber meine Rechnung ist meist nicht so hoch.

Gibt es medienfreie Zeiten in Ihrem Haushalt? Simona Scarpaleggia: Beim gemeinsamen Abendessen gilt: keine Handys, kein TV. Apropos TV: Für eine italienische Familie haben Sie erstaunlich wenige Fernseher! (lacht) Stimmt, da sind wir sehr un­typisch. Wir hatten immer nur einen Fernseher, und der bleibt oft ausgeschaltet. Wir sind keine TV-Freaks. Francesca: Ich gehe lieber ins Kino. Oder schaue einen Film am Computer. Habt ihr eigene Computer? Francesca: Wir haben Laptops, die wir auch mit zur Schule nehmen. Gibt es auch Aktivitäten am Computer, die Sie alle zusammen unternehmen? Simona Scarpaleggia: Ja, wir skypen mit meiner ältesten Tochter Cecilia, nach Mailand. Das ist grossartig. Diese Dinge haben die Welt wirklich ein Stück kleiner gemacht. 


wie umgehen mit handys, internet & co.? Marc goldoni, medienexperte von pro juventute, gibt Tipps u Ab welchem alter sollen

kinder ein handy haben dürfen? ab wann zugang zum internet, zum beispiel via smartphone? Im Allgemeinen sollten Kinder frühestens nach dem neunten Geburtstag ein Handy erhalten. Wichtig ist, dass Eltern ihr Kind beim Eintritt in die Welt der Handys und des Internets begleiten. Es empfiehlt sich nicht, Kindern schon zu Beginn unkon­trollierten Zugang zum Internet zu gewähren. Eine erwachsene Person sollte das Kind aktiv begleiten. u wie lange dürfen kinder

und teenager maximal vor dem computer sitzen? Die Dauer ist weniger entscheidend als die Art, wie Kinder Medien nutzen und wie diese in den Alltag eingebettet sind. Wird der Alltagsrhythmus von den Tätigkeiten im Internet dominiert, ist Vorsicht ge­ boten. Es gibt aber Richtwerte für soge­ nannte Bildschirmzeiten. Für sechs- bis

neunjährige Kinder sind es maximal fünf Stunden pro Woche. Je älter und erfahre­ ner sie sind, desto höher die Nutzungszeit. u worin sehen sie die gefahren

von netzwerken wie facebook? Neben der bekannten Möglichkeit, dass ein potenzieller Lehrmeister unpassende Fotos von Bewerbern finden könnte, gibt es auch Schwerwiegendes wie Cybermobbing, also das bewusste und systematische Schika­ nieren einer Person via digitale Kanäle. u welche anderen gefahren lauern im internet auf die kids? Es gibt Inhalte, die zwar gesetzlich nicht verboten, aber für Kinder ungeeignet sind.

Die Informationsvielfalt kann mit techni­ schen Filtern eingeschränkt werden, trotzdem müssen die Kinder selbst einen Weg finden, mit ungeeigneten Inhalten umzugehen, wenn sie auf solche stossen. u was können eltern tun,

um die aktivitäten ihrer kinder im netz zu kontrollieren? Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder begleiten, statt sie zu kontrollieren. Eine vertrauensvolle Haltung nützt meist mehr als technisches Werkzeug, das umgangen werden kann. Gut sind gemeinsam de­finierte Regeln und realis­tische Konsequenzen, wenn diese nicht eingehalten werden.

Antworten und Hilfe für Eltern u 24 Stunden, 7 Tage die Woche bietet der Eltern Club Schweiz von Pro Juventute unter der Hotline 058 - 261 61 61 Beratung oder Soforthilfe an. Zudem stehen E-Mail-Beratung, diverse Fachartikel und Services wie die Notfall-Nanny-Vermittlung zur Verfügung: www.elternclubschweiz.ch


Mamas Stolz Der elfjährige Leonard aus erster Ehe lebt bei Jasmin Clamor. Sein Idol: Rüpel­ rapper Sido.

Eitelkeit zu jeder Als Gessler-Zwilling Lotti Stäubli sorgt sie mit klein­kariertem Charme und glamouröser Biederkeit für Lacher. Zum ersten Mal zeigt Jasmin Clamor, dass sie die Arbeit kaum vom Privatleben trennen kann.

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Text ramona schweizer Fotos marcel nöcker

S

eit mehr als fünfzehn Jahren machen Jasmin Clamor, 42, und Susanne «Fritz» Bisenz, 48, Kabarett. Einst als Acapickels, jetzt als Gessler-Zwillinge. Schrill, bieder und rosa. Im Takt und wortgewandt. «Es ist wie eine Krankheit. Das Ventil, Friede, Freude, Eierkuchen Die Gessler-Zwillinge um nicht zu implodieren», sagt Bisenz. sind ab September wieder in der Schweiz unterwegs. Bei jedem Spruch der einen setzt die an-


kabarett

Fideles Duo Nach dem Ende der Acapickels mimen Jasmin Clamor und «Fritz» Bisenz die Gessler-Zwillinge.

Foto HO

Tageszeit dere noch einen drauf. Bei so viel Stress gibts umso mehr «Strass». Dann kommt es vor, dass sie beim Arbeiten Tränen lachen. Und wenn Clamors Mann anruft, heissts: «Ja, mir händs uh-sträng!» Das Quartier Gotzenwil liegt am Rande der Stadt Winterthur, die Hühner des benachbarten Bauern gackern auf der Strasse. Im ortseigenen Schulhaus werden nur zwei Klassen unterrichtet. Die Doppelhaushälfte bewohnt Jasmin Clamor mit ihrer Familie seit gut zwei

Jahren. «Eigentlich mögen wirs da, wo es brummt.» Das wäre für sie Zürich. Als Clamor ihren Sohn Leonard, 11, zur Welt brachte, wohnte sie wie Susanne «Fritz» Bisenz in der Limmatstadt, sogar im selben Haus, in der Nähe des berüchtigten «Chreis Cheib». «Mir war es nicht wohl beim Gedanken, dass mein Sohn neben Dealern aufwächst.» Gearbeitet wird noch immer in der Stadt. Mit dem Programm «Friede, Freude, Eierkuchen» stehen die Gessler-

Zwillinge bis Ende Jahr auf den Schweizer Bühnen. Aber auch über die Grenzen hinaus gibts die satirische Version der Kessler-Zwillinge: Es gilt, die Comedy-verwöhnten Deutschen mit «wunderschönem» schwäbischem Dialekt, rosa Karo-Glitter-Kleidern und putzigen Plüschhündchen-Handtaschen zu überzeugen. Die Eitelkeit der Gessler-Zwillinge ist nicht nur Show. «Meine Mutter schminkt sich täglich gefühlte fünf Stunden lang», sagt Leonard. Drei Bade­ zimmer befinden sich im Haus. Und der Traum jeder modebewussten Frau: ein begehbarer Kleiderschrank. Im Sommer tauscht sie King-Size-Bett gegen Moskitonetz ein. Mit ihrem zweiten Ehemann, Christoph Rohrer, 46, der gemeinsamen Tochter Lucy, 4, und Leonard reist sie fünf Wochen lang durch das australische Outback. «Das Make-up lasse ich zu Hause.» Im hohen Alter wollen die beiden Frauen eine Weiber-Wohngemeinschaft gründen. Wieder da, wo das Leben brummt. «Gut möglich, dass ich meinen Mann an Australien verliere», sagt Jasmin Clamor. Der gebürtige Schweizer mit australischem Pass möchte irgendwann nach Down Under auswandern. Für Jasmin Clamor ist das keine Option: «Die Gessler-Zwillinge werden so lange auftreten, bis sie von den Stöckelschuhen fallen.» Erst dann soll Tochter Lucy die Rolle der Lotti Stäubli erben. Für die kinderlose «Fritz» Bisenz müsste eine neue Barbara Hutzenlaub gecastet werden. Das Duo sprudelt vor Ideen. Das färbt auf Leonard ab. «Er ist der Klassenclown», sagt Clamor. Demnächst wird er bei einem ihrer Auftritte in der ersten Reihe sitzen. Schliesslich gibts Gratis­ tickets, wenn die Mutter ein GesslerZwiling ist.  schweizer illustrierte

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Der neu gewählte Stapi von Luzern ist Stefan Roth. Seine Liebe: Ehefrau Ursi. Seine Leidenschaft: «Lozärn!» Sein grosses Hobby: Schlagermusik hören – und singen.

Luzerns neuste Text thomas Kutschera Fotos Kurt ReichenBach

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ratulation!» – «Bravo!» Auf Schritt und Tritt wird Stefan Roth angesprochen. Samstag vergangener Woche: Mit Frau Ursi, 54, ist Roth auf dem Wochenmarkt am Luzerner Rathausquai unterwegs. Am Wochenende zuvor ist der 51-Jährige zum Präsidenten der siebtgrössten Schweizer Stadt gewählt worden. Ein Bekannter klopft ihm auf die Schulter: «Hätt ich nicht gedacht, dass du gern Schlager hörst!» In einem Interview hatte sich Roth als Schlagerfan geoutet – in Luzern

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ist das seither Stadtgespräch. Roth nickt. Er ist ein grosser Bewunderer von Helene Fischer, der bekannten deutschen Schlagersängerin. «Sie sieht gut aus, hat eine umwerfende Stimme.» Ursi nickt. Auch sie liebt Schlagermusik, hat ihren Mann schon an mehrere Helene-FischerKonzerte begleitet. Roth blinzelt. «Auch Ursi ist eine Wucht.» Ein gebürtiger Littauer als Stadtpräsident, und erst noch einer von der CVP – für die Stadt Luzern zwei Premieren. Vor seiner Politkarriere absolvierte Roth erst das KV bei der Luzerner Kantonalbank, dann arbeitete er in der Privat­

wirtschaft, studierte Betriebsökonomie. 1993 begann seine steile Politkarriere, beim Besuch eines Matchs des FC Littau. Ein CVP-Gemeinderat kam auf Roths Frau zu, meinte, ihr Mann sei doch öfters am Abend daheim; sie bräuchten noch einen Kandidaten fürs Schulpflegeprä­ sidium. Stefan Roth winkte ab, doch im Jahr darauf kandidierte er fürs örtliche Parlament, wurde gewählt. Ab 2004 war er Littauer Gemeindeammann, Anfang 2010 fusionierte seine Gemeinde mit ­Luzern, und er wurde in die Stadtregierung gewählt. Dort leitet er seither die Finanzdirektion. «Seine Voten sind sach-


politik

«I fröi mi rüüdig uf mis nöie Amt!» Stefan Roth am Reussufer, nach seinem Einkauf am Luzerner Wochenmarkt. «Radieschen lieb ich über alles.»

r Schlager lich, souverän und nachvollziehbar», so SP-Fraktionschef Dominik Durrer. Oft wirke er etwas trocken. Doch Roth kann auch anders. «Der Saal tobte vor Lachen, als Roth ­seine Rede hielt», erinnert sich Bruno Spörri, ehemaliger Wey-Zunftmeister und Mitglied des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK). Ende Januar war Roth zu Gast beim LFK-Herrenabend. An diesen legendären Anlässen treffen sich jeweils 120 handverlesene Luzerner Persönlichkeiten. «Der städtische Finanzoffizier in Russenuniform brachte saftige Interna aus dem Stadthaus mit. Als exzellenter

Rhetoriker nahm er sich auch selbst auf die Schippe.» Als er dann noch mit einer Gruppe adretter Damen, den Lucerne Cash Dollys (ehemalige Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung Littau), ein Schlager-Medley anstimmte und das Tanzbein schwang, kannte das Gejohle keine Grenzen mehr. «Die beste Nummer seit Jahren», sagt Spörri. Einen der Schlager hatte Roth seiner SP-Ratskollegin und Konkurrentin bei der Präsidiumswahl, Ursula Stämmer, gewidmet. Titel des Howard-Carpendale-Lieds: «Dann geh doch». Es sei nicht von Nachteil, wenn einer im Fasnachtskomitee

beliebt sei, so Spörri. «Der Auftritt verhalf ihm zur Wahl.» Stefan Roth sitzt am Stubentisch seines Hauses im Stadtteil Littau, auch seine Familie ist da: Ursi, gelernte Modeverkäuferin, Sohn Dario, 18, Logistik-Lehrling, und Tochter Laura, 18, die Kommunikationswissenschaft studiert. Stefan Roth: «Politik ist vergänglich. Wenn du aufhörst, klopft dir keiner mehr auf die Schultern.» Deshalb seien ihm Familie und Freunde wichtig. «Der Sonntag ist mir heilig, der gehört meiner Familie.» Dann sind alle vier daheim, es wird diskutiert, gemeinsam Znacht ge- u schweizer illustrierte

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politik

Gratulation In der Stube von Roths Elternhaus beantworten Laura, Dario, Stefan und Ursi Roth Glückwunschschreiben aus der ganzen Schweiz. Eine Karte kam von Bundesrätin Doris Leuthard.

«Mein Luzern»

«Das Töffbillett machte ich vor 30 Jahren.» Roth auf der Vespa von Sohn Darios Freundin. u Lieblingsort auf der Museggmauer. Roth: «Dorthin spaziere ich oft. Reine Entspannung, prächtiger Blick auf Stadt und See.» u lIEBLINgSBEIZ: Gasthaus Ochsen, Cheer­ strasse 2, Stadtteil Littau. «Da kenne ich alle, alle kennen mich. Exzellente Küche. Spezia­ lität: Feuerwehr-Toast.» u lIEBLINGSBAR La Barca, Unter der Egg 8, an der Reuss. «Ein Glas Prosecco mit Freunden, hervorragende Antipasti – ein Genuss!» u liEBLINGSGESCHÄFT Pompidou, Interieur & Accessoires, Kornmarktgasse 7. «Da liess Ursi schon manchen Franken liegen und richtete nachher unsere Wohnung ein.» Davinci, Innenarchitektur / Wohnen, Haupt­ strassse 40. «Siehe Pompidou.» u liEBLINGSAUSFLUG Felsenweg, auf dem Bürgenstock. «Wunderbarer Spaziergang mit Sicht auf die schönste Stadt der Welt. In der Nähe die Kapelle St. Jost ob Ennetbürgen: Dort haben Ursi und ich vor 23 Jahren geheiratet.»

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u gessen.

Dario: «In der Küche steht die Mutter. Würde Paps kochen, ginge ich in den ‹Ochsen› nebenan.» Laura und er stehen nicht so auf Schlagermusik. Die Tochter: «Eine Viertelstunde lang lassen wir ihn jeweils laut hören.» Mit seinem Sohn macht Roth seit Jahren Männer­ ferien, schon zweimal zelteten sie in ­Tirol. Der Vater, früher Jungwächtler und Oberst der Luftwaffe: «Ich bin ein leidenschaftlicher Camper.» Jeden Dienstag trifft sich Roth mit seinen ehemaligen Handballkollegen vom BSV Borba zum Fussball oder Uni­ hockey. Diese Woche lädt er die Clique in den Garten ein. «Was gibts Besseres als ein Stück Fleisch vom Grill und ein kühles Bier?» Doch «überhöckelt» wird nicht. Roth steht jeden Werktag um­ 5 Uhr morgens auf, ohne Wecker. Liest auf dem iPad die NLZ, Ursi macht ihm seinen Zmorge: Naturjoghurt mit fri­ schen Früchten, Vollkornbrot. Um 6.15 Uhr gehts zur Arbeit. Kantonsrat, Finanzdirektor und nun noch Stadtpräsident − auf ihn wartet bald noch mehr Arbeit. Durchschnittlich an vier Abenden in der Woche ist der noch amtierende Stapi Urs W. Studer wegen Verpflichtungen nicht daheim, dazu kommen zahlreiche Wochenend­ termine. Ursi: «Stefan geht gern auf ­Leute zu, redet mit ihnen. Wir sind stolz auf ihn.» Doch wer Roth ein Anliegen un­ terbreiten will, fasst sich vorteilshalber

Stimmung! In der Bar im Keller seines Hauses legt Roth bei einem Abend unter Freunden Schlager-CDs auf. «Dann wird geschunkelt.» kurz. «Eine meiner Macken: Ich bin un­ geduldig.» Auf die zahlreichen Re­ präsentationsauftritte freut er sich. «Im Gegensatz zu Alexander Tschäppät in Bern werde ich nicht für jeden Spass zu haben sein.» Er wolle ein Stadtpräsident für alle sein. Das sei für ihn eine Herzensangele­ genheit. Seine Schwerpunkte: Schaffen von neuem Wohnraum, Entwicklung des Bildungsstandorts, Lösung der Finanz­ probleme. «Ich will, dass Luzern eine le­ benswerte und herzliche Stadt bleibt.» Vor dem Amtsantritt gehts mit Ursi für zwei Wochen nach Ägypten, zum Schnorcheln. Und noch einen anderen Termin hat sich Roth rot angestrichen: 31. Oktober, Helene Fischer im Hallen­ stadion! Mit Ursi besuche er auch Kon­ zerte im KKL. Doch Helene Fischer … Roth schliesst die Augen, summt selig einen ihrer Hits: «Und morgen früh küss ich dich wach.»  


Shopping

top ten der Woche

Hair & Make-up Angela Käser mit Produkten von Kevin Murphy, Model Siri @ Modelwerk

Mode im Orient-Express u Inspiriert von Art déco und dem Film «Der grosse Gatsby», haben uns Gucci, Ralph Lauren und Etro einen glamourösen Blick zurück in die goldenen Zwanzigerjahre geschenkt. Der emanzipierte Look (ohne Korsett, dafür mit Bubikopf und Zigarettenhalter) setzt auf Kleider in knielanger A-Line, lange weite Hosen im Marlene-Dietrich-Stil und Maxi-Plisseeröcke, wie sie die junge Coco Chanel im französischen Strandbad Deauville trug. Wir haben den Look im SBB Historic Depot Olten fotografiert. Die historischen Züge kann man übrigens für Ausflüge mieten: www.sbbhistoric.ch

Redaktion ursula borer Fotos janette gloor Styling melanie albisser

Charleston-Engel Stirnband Rada, Eclectic, Zürich. u CHF 80.– Zigarettenspitze Naegeli Tabakfass, Zürich. u ­ CHF 9.80 Kleid M by Malene Birger, G Point. u CHF 440.– Uhren American Apparel. u CHF 92.–/200.– Strümpfe Sundot Tights Wolford. u CHF 49.– schweizer illustrierte

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Der kleine Gatsby Jacke Pepe Jeans, Manor. u CHF 139.– Bluse Maje. u CHF 299.– Krawatte American Apparel. u CHF 46.– Hose Sonia Rykiel, Grieder. u CHF 820.– Handschuhe Roeckl, Manor. u CHF 109.–

Marlene im Anzug Fliege American Apparel. u CHF 33.– Jacke Maje. u CHF 539.– Top und Body American Apparel. u CHF 53.–/ 59.– Hose Sonia Rykiel, Grieder. u CHF 980.– Tasche Rebecca Minkoff, G Point. u CHF 290.– Hutkoffer Vintage Luggage Inn, Zürich. u CHF 480.– Schuhe Rose’s Roses, Eclectic, Zürich. u CHF 490.–

Die junge Coco Seidenfoulard Codello, Coop City. u CHF 139.– Kette und Top Avant Première, Manor. u je CHF 39.90 Jacke Ralph Lauren, Globus. u CHF 249.– Jupe American Apparel. u CHF 76.– Schuhe Triver Flight, Grieder. u CHF 220.–

In Diva-Laune Federboa Tansini, Zürich. u CHF 38.– Ketten Yes or No, Manor. u je CHF 12.90 Handschuhe Zoro, Zürich. u CHF 150.– Ring Eclectic, Zürich. u CHF 780.– Kleid Paradis des Innocent, Zürich. u CHF 989.– Felldecke Colombo la Famiglia. u CHF 1480.–

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«Der grosse Gatsby» lässt grüssen Die Lady ist ein Vamp Seidenfoulard Big, Zürich. u CHF 39.80 Kette Maria Calderara, Eclectic, Zürich. u CHF 490.– Pulli Maje. u CHF 539.– Hose Mango. u CHF 49.90 Tasche Fendi, Grieder. u CHF 1430.– Koffer Vintage Luggage Inn, Zürich. u CHF 780.– schweizer illustrierte

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In strandlaune

Reif für die Insel

Strandnixe Bikini mit Ethno-Print und Fransen, von Censored, gefunden bei New Yorker. u CHF 22.95/16.95

Laufsteg

Sommer-Elfe

u Genug von Hektik, warmen Kleidern und Regenschirm: Wir sind reif für die Insel! Ob Ibiza, Kuba oder Thailand – es ist höchste Zeit, auszusteigen, wenn auch nur für ein paar Wochen. Wer sein Ticket auf die Insel noch nicht gebucht hat, setzt vorerst auf sommer­ liche Accessoires im Insel-Look. Sei es die EM-Bar, die Barbecue-Party im Garten oder ein Nachmittag in der Badi: Mit bunten Ethno-Mustern fühlt man sich auch daheim wie ein Muschel­sucher. Wem Maxikleider, Flip-Flops, farben­froher Perlenschmuck und Strohhüte noch nicht genug sind, lässt sich ganz in Hippie-Manier Zöpfe à la Bo Derek flechten und gönnt sich einen erfrischenden Hugo-Drink: Eiswürfel, Limette, Minze, Holunder­ blütensirup und White Secco.

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Gemusterter Sommernachtstraum von Peter Pilotto bei der F/S-Show.

Kubanische Coolness Geflochtener Trilby mit farbenfrohem Band, gibts bei C&A. u CHF 15.–

Schickes Mandala Bedruckte Beuteltasche, gesehen bei Ochsner Shoes. u CHF 69.90

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Glamouröser Muschelsucher Flip-Flop Advice von Geox, erhältlich in zwei Farben. u CHF 99.–

Hippie-Prinzessin Maxikleid mit Perlenapplikationen, entdeckt bei Charles Vögele. u CHF 25.–

u Wem es Muster angetan haben, der kommt diese Saison nicht am Label Peter Pilotto vorbei. Neben Mary Katrantzou und Rodarte präsentieren die beiden Designer Peter Pilotto und Christopher de Vos (beide haben ihren Abschluss an der Royal Academy of Fine Arts in Ant­ werpen gemacht) die wahrscheinlich interessantesten Drucke. Inspiriert von Indonesien, ist ein moderner Mix aus Blütenprints und aquatischen Elementen wie Muscheln und Fischschuppen entstanden. Beson­ ders schön: Die weiblichen Sanduhr-­ Silhouetten oder nostalgischen Petticoat-Kleider machen aus jeder Frau eine Sommer-Elfe.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Imaxtree, HO

Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, geniesst den Sommer in Mustern.


Lieblinge der redaktion

Glamourös Der vergoldete Ring von Imperial Family lässt Fashionista-Herzen höherschlagen. u CHF 89.–

Klein, aber oho! Die Webergasse 20 in Schaffhausen ist ein Geheimtipp für Schuh-Fans. Tel. 052 – 624 04 20 Shoes and more, schaffhausen

Schuh-Bijou am Rhein

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt, HO

u Neben Rheinfall und Munot hat die Region Schaffhausen ein weiteres Highlight zu bieten. Mit ihrem Laden Shoes and more hat Priska Frei auf kleinstem Raum ein wahres Schuhpara­ dies geschaffen. Hübsch platziert in der romantischen Altstadt von Schaffhausen, ist der Shop auf jeden Fall einen Ab­ stecher wert. Wer es trotzdem nicht schafft, kann seine Favoriten auch per Telefon bestellen. In jeder Saison werden neue heisse Labels zusammengestellt. So findet man hier eine Auswahl, wie man sie sonst nur aus Grossstädten kennt − von Swedish Hasbeens Zoccoli

und Flip-Flops von Tkees über glamou­ röse Sandaletten von CafèNoir und Sara Summer bis zu Modellen von Vic Matié und Ballerinas von Pretty Ballerinas. Nicht zu vergessen: die tollen Accessoires und Nagellacke von Ciaté. ursula borer

Romantisch Die Nagellacke der englischen Marke Ciaté (auf dem Bild: Nr. 056 Apple and Custard) sind noch ein gut gehütetes Geheimnis. u CHF 15.90

Keck Ballerina-Fans kommen am Label Pretty Ballerinas nicht vorbei – besonders nicht am Modell Leo Arena. u CHF 239.–

Öffnungszeiten Do bis Fr 9.30–12 Uhr und 13.30–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr www.shoesandmore.ch weitere shops im shopping-guide:

Sommerlich Auch dieser Sommer steht im Zeichen der Römersandalen: Modell von Stylesnob. u CHF 139.–

www.schweizer-illustrierte.ch

Design-Objekt

Allzeit bereit Cooles Teil Uhr R-Class Excalibur von Home. Beach Mountain, www.whereishome.com u ca. CHF 450.–

u Das Unternehmen Home hat eine sympathische Entstehungsgeschichte: Die Brüder Jak und Eddy Dousse gründeten das Unternehmen zusam­ men mit Freund Steve Harris aus Kanada. «Wir waren kaum 20 und wollten uns mit Freunden zusammen eine Art virtuelles zweites Zuhause

schaffen. Alles hat in einem Skate-­ Laden beim Chillen seinen Anfang genommen», erzählen sie. Die Uhr R-Class Excalibur steht für diesen Spirit. Sie hat ein Schweizer Quarz­ werk, ist wasserdicht bis 50 Meter Tiefe und macht jede Reise und jedes Aben­ teuer stilvoll mit. beatrice Schönhaus

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objekt der begierde

Gestrickt und zugenäht u Pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen lanciert Nike den Flyknit Racer. Der limonengrüne Laufschuh verfügt über gestricktes Obermaterial, das für pass­ genauen Sitz sorgt und sich wie eine zweite Haut an den Fuss schmiegt. Ein weiterer Vorteil ist das federleichte Gewicht von gerade mal 160 Gramm bei Schuhgrösse 43. Neben dem Racer (deutsch: Renner), der die Marathonläufer zu Bestleistungen beflügeln soll, gibt es auch den Flyknit Trainer für schnelle Trainingsläufe oder Sprints zur nächsten Bushaltestelle. Eins ist sicher: Der erste gestrickte Rennschuh hat nicht nur Lauf-, sondern mit seinem knalligen Look auch viel Lifestyle-Potenzial.

Stephan Gubler

Fliegengewicht Der ultraleichte Nike Flyknit Racer sitzt dank gestricktem Obermaterial wie angegossen. www.nike.com u CHF 240.–

www.frenchconnection.com u 1972 von Stephen Marks gegründet, sorgte French Connection United Kingdom gleich mit der ersten Kam­ pagne für breite Empörung − da die Buchstaben der Abkürzung FCUK bei schnellem Hinschauen auch als «fuck» gelesen werden können. Mittlerweile macht das Label aber mit toller Mode in

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guter Qualität von sich reden. Einzelne Modelle kann man z. B. bei Jelmoli kaufen. Und wer das ganze Sortiment sehen möchte, klickt sich am besten durch den Online-Shop. URSULA BORER mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, HO

online-tipp


Vibrierende Blüte Daisy Eau So Fresh von Marc Jacobs riecht nach Sommer. Fach­ handel, 20 ml u CHF 65.–

Sommerliches Duo Pivoine Délicate von L’Occitane besteht aus Gloss und Duft. Fachhandel. u CHF 31.–

Blütenessenz Das Serum Aromessence Ylang Ylang ist ein SommerMust-have. Globus, Fachhandel. u CHF 79.90

Sofort-Erfrischer Das Shower Gel Eau des Jardins von Clarins duftet nach Garten. Fachhandel. u CHF 32.–

Rosenzauber Body­ lotion aus der Linie Rose fraîche von Yves Rocher. u CHF 17.90

Pfingstrosenduft aus der limitierten London Blooms Collection von Jo Malone. Jelmoli. u ca. CHF 130.-

Sorbet mit Duft Special Edition des Duschgels Himbeere von Fanjo. Migros. 200 ml u CHF 3.80

Blütenrot Lippenstift von Lollipop Paris. Exklusiv bei Marionnaud. u ca. CHF 20.–

sCHÖNHEIT WIE AUS DEM paradies

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, HO

Jenseits von Eden u Ein duftender Strauss aus dem Garten oder dem Blumengeschäft, ein lauer Sommerwind: Verströmen Beauty­ produkte ein solches Parfum, ist das einfach wie aus dem Garten Eden. Es lässt uns träumen von fernen Gärten und spannenden Geschichten. Zum Beispiel von jener über Pfingstrosen. Die üppigen Blumen mit den unzähligen zarten Blütenblättern gabs schon vor über 2000 Jahren. Man setzte sie ein gegen Magenschmerzen oder schlechte Träume. Aus ihren Blüten braute man Tee, im Mittelalter setzte man sie wieder

vermehrt zur Linderung von Krankheiten ein. Wir mögen sie, weil sie in ihrer Anmutung etwas Couture-Ähnliches haben; ihr Parfum ist frisch, sinnlich und diskret zugleich. Die Special Edition aus der London Blooms Collection von Jo Malone verzaubert: Hier wurden Pfingstrosen (engl. Peonies) mit Moos gepaart – einfach toll! Wer mag, kann sich diesen Sommer durch das Paradies schnuppern: Unter den neuen Schön­ machern finden sich auch Rosen, Himbeeren, Ylang Ylang, Frangipani und Limonen. beatrice schönhaus

Star-Geflüster

Mutiges Girl

u Model Charlotte Free, die immer wieder durch ihren mutigen Stil auffällt, ist das neue Gesicht von Maybelline New York. Ein richtiges It-Girl, das uns Freude macht!

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, über Sicherheit.

interview mit Britta Steffen

«Mein Ring ist mein Talisman» Britta Steffen, als Spitzenschwimmerin gehen Sie immer wieder an Ihre Grenzen. Besitzen Sie einen Mut spendenden Glücksbringer? Mein ewiger Talisman ist ein Ring. Darin sind die Namen meiner zwei Brüder eingraviert. Auch die beiden tragen je einen, der uns eint. Der Beruf Profischwimmerin zehrt bestimmt an der Haut. Wie tun Sie ihr Gutes? Mir ist wichtig, Haut und Haar nach dem Training vom Chlor zu befreien. Danach benutze ich eine reichhal­ tige Pflege und einen Conditioner, den ich vor dem Schlafengehen ins Haar kämme. Und die Sauna hilft mir und meiner Haut beim Entschlacken. Sie reisen viel. Was brauchen Sie unterwegs fürs Schönsein? Lippenstift, wasserfeste Mascara, meinen Epilierer, eine Sonnenbrille und Wasser. Bei Anlässen sieht man Sie oft in tollen Abendroben. Welches Kleid ist unvergessen?

Das war eine Massanfertigung aus Armani-Seide, die super sass und in der ich mich sehr schön fand ... Sie sind Bio-Patin. Leben Sie auch privat umweltbewusst? Ich verwende gute Putzmittel, kaufe weitestgehend Bio und saisonales Gemüse und regionale Produkte. Ich fahre in Berlin Rad, benutze die öffentlichen Verkehrs­ mittel und gehe viel zu Fuss. Daneben versuche ich, nicht mehr als zweimal pro Woche Fleisch zu essen und wenig Müll zu produzieren. Und: Ich mag wiederverwendbare Boxen. Sie engagieren sich für Jugendliche. Was geben Sie ihnen mit auf den Weg? Ich will junge Leute stärken, ihnen vermitteln, dass auch erfolgreiche Menschen Niederlagen durchgestanden haben. Das Leben bietet so viel, und jeder ist in irgendeiner Sache gut. Man muss nur den eigenen Weg finden. Interview Kristina Köhler

Brittas lieblinge

Immer dabei Sonnenbrille, etwa von Burberry, Fachhandel, www.impressionen.ch u CHF 328.–

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Schön glatt Epilierer Silk-épil 7 Dual 7891 Wet & Dry von Braun, im Fachhandel. u CHF 235.–

Natürlich aufbewahrt Korb aus Palmholz, Changemaker, www. changemaker.ch u CHF 229.–

Art Basel rockt! Die Zeiten ändern sich. Oder man ändert sich mit den Zeiten. Vor wenigen Jahren, gefühlten Wochen, habe ich mir immer ein Art-Basel-Outfit gegönnt. Irgendetwas Besonderes. Das Gestörteste − äh, Besonderste − war eine Art Faden von Maison Martin Margiela (der unglaublich tolle nächste H&M-Kooperationspartner!). Die Kreation hing also in losen Fetzen an meinem Körper. Entgegen allen Gerüchten passen mir übrigens 50 Prozent meiner Garderobe heute nicht mehr. Das habe ich bei der Auswahl meines diesjährigen Art-­ Basel-Outfits fest­gestellt. Unter Gekreische und Getöse. Selbst Herzkumpel und Mini-me (das Baby) waren entsetzt. Sie überliessen mich meiner Hysterie und gingen spazieren. Ich entschied mich für einen engen Hervé-Léger-Rock mit Reissverschluss vorne und eine weisse Bluse. Der Rock muss mit einem Fluch behaftet sein. Wie sonst liesse sich erklären, dass er sich beim ersten Glas Champagner auf dem VIP-Opening in Wohlgefallen auflöste? Und zwar in Zeitlupe! Der Reissverschluss öffnete sich und zog mich einfach langsam aus. Das anwesende Kunstpublikum schaute mich durch grosse runde Brillen an und hielt mich wohl für eine Performance-Künstlerin. Meine Freundinnen formierten in Sekunden einen Rettungsring. Das Malheur liess sich nur mit einem Schal kaschieren. Die Suche nach einer Sicherheitsnadel begann. Plötzlich war die Kunstmesse ein undurchdringlicher Heuhaufen. Kurz vor Hallenschluss traf ich Connie, die Grossartige. Sie trug Sicherheitsnadeln in allen Grössen am Gürtel. «Warum?», fragte ich. «Sicherheit kann man immer gebrauchen.» Wie wahr!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer (Stills), Klaus Lange

Schöne Kämpferin Die deutsche Schwimmerin Britta Steffen, 28, ist das neue Gesicht von Braun.


Check-up Auslöser für Migräne

ft f i r i ka t e b d te Mem en

Vorsicht: Doping im Alltag! Experten stellen einen neuen Trend fest: Gesunde Personen, die ihre Leistung steigern möchten, greifen immer öfter zu Medi­ kamenten. Aber Achtung: Die Nebenwirkungen können schaden. Text Lisa merz

Foto HO

S

chneller, besser, länger – das scheint das Ideal unserer Gesellschaft zu sein, egal ob bei der ­Arbeit oder in der Freizeit. Ein Griff ins Medizinschränkchen ist in diesem Fall verlockend. Vor allem, wenn man sich von dem Medikament eine Leistungssteigerung verspricht. «Fachleute bemerken diese Tendenz immer häufiger», sagt Irene Abderhalden, Vizedirektorin und Leiterin der Präventionsabteilung bei Sucht Schweiz. In einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft aus dem Jahr 2010 gaben etwa vier Prozent der Befragten an, trotz guter Gesundheit Mittel einzunehmen, um die Leistung zu steigern. «Aber auch Beruhigungsund angstlösende Substanzen sind gefragt», sagt Irene Abderhalden. Am häufigsten werden Psycho­ pharmaka aus der Gruppe der Antidepres­ siva, Antidementiva (Mittel gegen Demenzerkrankungen), Stimulantien oder Betablocker eingenommen. So glauben manche etwa, dass das Medikament Ritalin, das normalerweise zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) eingesetzt wird,

bei Gesunden die Erinnerungsfähigkeit steigere. Auch Tabak oder illegale Sub­ stanzen wie Anabolika, Amphetamine, Cannabis oder Kokain werden zur Leistungssteigerung eingenommen. Die vielfach erhoffte Wirkung bleibt aber oft aus und ist auch nicht belegt. Dafür sind die Nebenwirkungen kaum abschätzbar. «Bezüglich einiger Substanzen gibt es zwar Hinweise, dass sie in bestimmten Bereichen die Leistung, etwa die Konzentrationsfähigkeit, punktuell verbessern. Gleichzeitig kann sich aber beispielsweise das kreative Denken verschlechtern», erklärt Irene Abderhalden. «Wer auf Nummer sicher gehen und seine Gesundheit nicht beeinträchtigen will, sollte besser auf solche Mittel verzichten.» www.suchtschweiz.ch

Irene Abderhalden Vizedirektorin und Leiterin der Präventionsabteilung bei Sucht Schweiz.

u London Kopfschmerzen und Übelkeit: Bisher wusste man nur wenig über die Ursachen von Migräne. Jetzt hat ein internatio­nales Forscherteam vier Gene entdeckt, die für die häufigste Form der Krankheit (ohne Sehstörungen) verantwortlich sind. www.spiegel.de

Fischöl wird überschätzt u Philadelphia Tägliche Nah-

rungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren schützt nicht, wie bisher angenommen, vor Herzinfarkt. Dafür senkt Fischöl das Blutfett. Das hat eine über sechs Jahre dauernde US-Studie mit 12 500 Probanden ergeben. www.aerztezeitung.de

Gratis-Yoga im Grünen

u Basel Entspannen Sie sich im Hund und kräftigen Sie sich in der Kobra: Der Verein «Gsünder Basel» bietet im Sommer gratis Yogakurse im Freien an. Immer bei schönem Wetter wittwochs von 19 bis 20 Uhr auf der Piazetta-Wiese in Birsfelden. www.gsuenderbasel.ch

tipp

Vergessen Sie bei Last-MinuteFerien nicht den Impfschutz! Einige Impfungen machen sogar noch am Abreisetag Sinn.

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Check-up Diabetes Typ 2

So behalten Sie die Kontrolle!

Die Blutzuckermessung ist für Diabetiker die Grundlage, um die Krankheit im Griff zu haben. Doch oft passieren dabei Fehler. Nur wer seine Werte kennt, kann Schäden vorbeugen. Der Diabetes-Trainer hilft dabei. Text Dr. Samuel Stutz

M

ehr und mehr Schweizer leiden im Verlaufe ihres Lebens an Diabetes Typ 2. Und die Patienten werden immer jünger. Zusammen mit dem Arzt und der Diabetesberatung müssen sie versuchen, ihre Blutzuckerwerte mit Medikamenten oder Insulin im grünen Bereich zu halten. Vor der Behandlung steht in jedem Fall das Blutzuckermessen. Es ist das A und O für ein funktionierendes Diabetes-Management. Nur wer diszipliniert

Dr. Benno Weissenberger, Diabetologe und Endokrinologe in Basel.

ist und seine Werte mehrmals pro Tag selber misst, kann Korrekturen einleiten und nachhaltige Verbesserungen er­zielen. Wer aber seinen Blutzucker schlittern lässt, muss mit Langzeitschäden rechnen, weil er die Gefässe ruiniert. Offene Beine, Fussamputationen und Erblindung sind irreversible Folgen eines schlecht eingestellten Blutzuckers. Lassen Sie sich rechtzeitig trainieren! Zusammen mit Bayer Diabetes Care und dem Diabetologen Dr. Benno Weissenberger möchte die Schweizer Illus­trierte allen Diabetikern helfen, Ihre Krankheit so gut in den Griff zu bekommen, dass Spätschäden keine Chance haben. Vielleicht ist Ihnen gar nicht bewusst, dass Ihre Einstellung ungenügend ist und Sie mit wenigen Massnahmen richtig gute Werte erzielen können. Im Folgenden drei typische Probleme bei der Diabetes-Therapie.

Fall 1 Zucker steigt am Tag

Fall 2 Zucker steigt

u Die Patientin ist 64 Jahre alt, Typ-2-

u Der Patient ist 56 Jahre alt, Typ-2-

SiGrafik

4,2 1,4

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0 Uhr 2

Blutzucker in mmol/l

6,9

Blutzucker in mmol/l

9,7

Frühstück, die tagsüber viel zu hoch bleiben. u Lösung: Durch körperliche Bewegung und angepasste Ernährung kann die 16,3Patientin ihre Werte selbst beeinflussen. 12,2 14,2 10,2 Jeweils ein einstündiger Spaziergang 12,5 am Morgen und am Nachmittag hilft, 10,8 den Blutzuckerspiegel nach dem Essen 9,2 9,7 zu senken. Bei der Ernährung sind die Menge und die Qualität der 7,2 Kohlen­­­6,9 5,2 hy­drate sowie eine 7,0geschickte Zusam6,0 mensetzung der Mahlzeiten (Kohlen­ 4,2hydrate, Eiweiss und Fett) zu beachten. Dazu braucht die Patientin eine 1,4Ernährungs­beratung. Falls die selber 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 0 Uhr 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 eingeleiteten Massnahmen nicht genügen, muss mit zusätzlichen Nach dem Frühstück steigen die Werte der Patientin und bleiben den ganzen Tag über hoch. Medikamenten nachgeholfen werden.

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Diabetiker mit BMI 32 (also über­ gewichtig). Er wird mit Metformin und Sulfonylharnstoff behandelt. u Problem: Trotz medikamentöser Be16,3 12,5 handlung steigen12,2 die Blutzuckerwerte in14,1 10,2 der Nacht an. Am Morgen 12,2 sind die Werte 12,5 viel 9,7 zu hoch. Erst im Verlaufe des Tages pendeln sie sich im Zielbereich ein, um 9,2 9,7 nach dem Abendessen wieder massiv 6,9 anzusteigen. Der Diabetes ist abends 7,2 6,9 5,2 und in der Nacht ungenügend behandelt. 6,2 u Lösung: Der Patient kann durch sein 4,2 4,5 4,2 Essverhalten mithelfen, den Blutzucker zu senken. Mithilfe eines Ernährungs­ 1,41,4 protokolls sollte er die Aufnahme von 0 Uhr0 Uhr 2 2 4 4 6 6 8 8 10 10 12 12 14 14 16 16 18 18 20 20 22 22 Kohlenhydraten am Abend einschränken. Zusätzlich kann ein Abendspaziergang zu besseren Resultaten führen. Falls es auf Blutzucker in mmol/l Blutzucker in mmol/l

u Problem: Ansteigende Werte nach dem

Diabetikerin und hat einen BMI von 33 (Übergewicht). Sie wird mit Metformin behandelt.

12,5

Messkurven einschicken! Sind Sie unsicher, ob Sie alles richtig machen bei Ihrer Diabetes-Therapie? Schicken Sie uns Ihre Messprotokolle. Der Diabetes-Trainer sagt Ihnen, wo und wie Sie sich verbessern können. So gehts: Blutzuckermesskurve ausdrucken und zusammen mit den nötigen Angaben zu Ihrer Person inklusive medikamentöser Behandlung und frankiertem Couvert einsenden an: Schweizer Illustrierte, «Der DiabetesTrainer», Postfach, 8099 Zürich


Selbstkontrolle Wer zu hohe oder zu tiefe Blutzuckerwerte misst, sollte seine Therapie ändern.

k n c e h c llt e o s s Da w is sen Sie Leitfaden zur Blutzuckerauswertung:   

Muster im Tagesverlauf erkennen.  lutzuckerwerte vor und nach dem Essen B getrennt beurteilen. Stufenweises Vorgehen bei der Veränderung des Bewegungsverhaltens, der Ernährung und der medikamentösen Therapie. Messungen jeweils während dreier Tage vor und 1,5 Stunden nach den Mahlzeiten. Alles dokumentieren und einzeln interpretieren.

Kein erhöhtes Risiko!

diesem Weg nicht gelingt, den Blutzucker zu normalisieren, braucht es medikamen­ töse Hilfe durch Verabreichung eines lang wirksamen Insulins um 22 Uhr.

12,5 9,7 9,7 6,9 6,9 4,2 4,2

Blutzucker in mmol/l

12,5 16,3

1,4 1,4 0 Uhr

sogar das Fortschreiten von Prädiabetes signifikant senken. Die Vergleichsgruppe erhielt nur die Standardtherapie. Die Resultate der ORIGIN-Studie wurden am Kongress der American Diabetes Association in Philadelphia vorgestellt und im «New England Journal of Medicine» publiziert.

Fall 3 Hohe und tiefe Werte u Die Patientin ist 49 Jahre alt, Typ-2-

Diabetikerin und hat einen BMI von 31 (Übergewicht). Sie wird mit Glitazon und Sulfonylharnstoff behandelt. u Problem: Die Blutzuckerwerte sind nach 16,3 dem Essen sehr hoch. Zudem besteht 12,214,2 14,1 14,2 10,2 tagsüber die Gefahr von Unter­ z uckerung, 12,2 12,5 10,8 weil der Blutzuckerspiegel stark sinkt.10,8 Die Patientin leidet unter dem Auf und Ab 9,2 9,7 zwischen zu hohen und zu tiefen Werten. 7,2 u Lösung: Der Gefahr von 7,2 Unterzuckerung 7,2 6,9 kann mit Kohlenhydratzufuhr 5,27,0 am Mittag 6,2 7,0 6,0 6,0 begegnet werden. Die zu hohen Blut­ 4,2 zuckerwerte müssen jedoch mit4,5 Medi­ kamenten behandelt werden. Wenn die 1,4 Bauchspeicheldrüse der Patientin noch 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 0 Uhr 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 18 20 22 ausreichend Insulin produziert, sollte die22 Patientin die Behandlung mit Sulfonyl­ Trotz Medikamenten sind die Blutzucker­ werte in der Nacht stark erhöht. harnstoff beenden und stattdessen Met­

formin und ein GLP-1-Analogon nehmen. Dadurch wird die Insulin-Aufnahme durch den Körper erhöht und der Blutzucker­ anstieg nach dem Essen verringert. 16,3 12,5 9,7 6,9 4,2

14,1 12,2

Blutzucker in mmol/l

in der Nacht

Schlaganfall etc.) und auf Krebs hat. Das lang wirksame Insulin wurde der Hälfte der Patienten zusätzlich zur Standardtherapie wie Ernährung, Bewegung, Einnahme von Metformin oder eines anderen oralen Antidiabetikums gespritzt. Das vor einigen Jahren in die Kritik geratene Insulin-Analogon soll laut der Studie

Blutzucker in mmol/l

Fotos HO (2)

Entwarnung: Die ORIGIN-Studie, die sechs Jahre dauerte und an der 12 500 an Prädiabetes und Diabetes erkrankte Personen aus 40 Ländern teilnahmen, ist zum Schluss gekommen, dass das Medikament Lantus ® mit dem Wirkstoff Insulin glargin keinen Einfluss auf ein kardiovaskuläres Risiko (Herzinfarkt,

7,2

6,2 4,5

1,4 0 Uhr 2

4

6

8

10

12

14

16

18

20

22

Nach dem Essen steigen die Blutzucker­ werte. Entweder sind sie zu hoch oder zu tief.

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Check-up Die roten Flecken können in jedem Alter auftreten, meist an Nase, Wangen, Stirn und Kinn.

Der Fall Rosacea Rosacea ist eine relativ häufig vorkommende Erkrankung, vor allem bei hellhäutigen Menschen. Man nennt sie auch ‹Akne der reifen Haut›. Geradezu typisch ist sie bei Frauen in der Menopause, durch die hormonale Instabilität. Grundsätzlich können die Symptome aber in jedem Alter auftreten, auch bei Männern. Von der Erkrankung am meisten betroffen sind Nase, Wangen, Stirn und Kinn. Der Verlauf ist meist chronisch, über Monate und Jahre. Eine erbliche Disposition liegt gelegentlich vor. Früher vermutete man einen Zusammenhang mit Magen-Darm-Störungen, doch dafür gibt es keine Anhaltspunkte. In den aktuellen Theorien zur Ursache von Rosacea steht eine Fehlregula­ tion der angeborenen Immunität im Vordergrund. Erste, oft nicht erkannte Symptome können flüchtige, später immer wieder auftretende Rötungen der Nase und der zentralen Wangenpartien sein. Die Hautgefässe erweitern

sich. Später kommt es zur Entzündung im Bereich der Talgdrüsen; es bilden sich Papeln und Pusteln wie bei einer Akne. Wird die Entzündung chronisch, speziell im Bereich der Nase, ruft dies eine Ver­ änderung des Bindegewebes hervor. Charakteristisch fürs Rosacea-Spätstadium ist die Bildung einer Knollennase. Nicht nur Stressfaktoren, auch heisse Getränke, Tee, Kaffee, Alkohol und scharf gewürzte Speisen können den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Leichte Stadien werden äusserlich, chronische innerlich behandelt. Die Produkte zur lokalen Behandlung enthalten Metronidazol, Azelainsäure oder auch Antibiotika. Letztere kommen auch bei inneren Behandlungen zum Einsatz. Die tägliche Dosis muss nicht hoch sein, dafür ausreichend lange eingenommen werden. Bei besonders ausgeprägten Formen eignet sich die Einnahme von Tretinoin am besten. ­Rosacea wird nicht selten durch ungeeignete, nicht dem Hauttyp angepasste PflegeDr. Michael produkte begünstigt. Deshalb Gütling sollte jede Behandlung mit Facharzt für einer kompetenten Beratung Dermatologie und Venerologie, zu geeigneter HautWinterthur. www. pflege abgeschlosdermacentrum.ch sen werden.

Fotos iStockphoto, Dick Vredenbregt

«Ich bin 58 Jahre alt und leide unter roten Flecken im Gesicht. Könnte das Rosacea sein?»


Die Besten 10 Kulturund Eventtipps

Traumbild Jennifer Lopez kommt erstmals in die Schweiz.

Jennifer Lopez in Zürich

Foto Ethan Miller / Getty Images

J-Lo auf Welttournee u Jennifer Lopez, 42, steht wahrlich auf der Sonnenseite des Lebens: mit dem angeblich knackigsten Po der Welt gesegnet, zählt sie auch zu den schönsten, reichsten, begehrtesten Frauen. Sie tanzt, singt, schauspielert, designt und

ist Mutter von Zwillingen. Zwar läuft die Scheidung von Marc Anthony, doch angeblich lässt sie sich zurzeit von einem Tänzer aus dem Video zu ihrem Song «Dance Again» trösten. Wer die begehrte New Yorkerin live erleben möchte: J-Lo

ist auf Welttournee und kommt im Oktober erstmals in die Schweiz. rea Hallenstadion Zürich, 10. 10., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) oder www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Verschlungen Anina Schenker inmitten ihrer Installation «Schwärmen». Anina Schenker in der Galerie Bob Gysin

Gedankenspielerei

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Bob Gysin will Anina Schenker Gedanken und Erinnerungen sichtbar machen. Mit Videos, Zeichnungen und einer raumfüllenden Installation. u Wie kleine Männchen ohne Kopf schrauben sich seltsame, weisse Gebilde in einer riesigen Spirale bis unter die Decke der Galerie. Alle drehen sich in eine Richtung, keines «schwimmt» gegen den Strom. «Schwärmen» heisst die imposante Installation, die aus 600 aus Polyurethan gegossenen Hyppocampi besteht. Der Hyppo­ campus trans­portiert den Gedächtnisinhalt aus dem Kurzzeit- in das Langzeit­gedächtnis – und lässt ihn so zu Erinnerungen werden. «Diese Arbeit symbolisiert unser kollek­

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tives Gedächtnis», sagt Anina Schenker, 40. In der Ausstellung «Stampede» (unkontrolliertes Verhalten eines Schwarms) zeigt die Zürcher Künstlerin Werke, in denen sie sich mit Identität, Gedanken und Erinnerungen auseinandersetzt. Ein Klassiker: das Tagebuch. Ungewöhnlich sind Anina Schenkers tägliche Aufzeichnungen in «… yesterday … today … tomorrow …». An 250 Tagen rekapitulierte sie ihren Alltag und reduzierte ihre Erinnerungen radikal: zu einer Art Strichcode. «Bei jedem Pinselstrich habe ich inten-

siv an das Erlebte gedacht.» So unterscheiden sich die einzelnen Blätter in Dichte, Leerstellen und Kontinuität; das Gesamtbild ist heterogen. Genau wie das Leben. Mit ihren Videos spürt Anina Schenker der Langsamkeit nach. Dank einer Highspeed-Kamera, die statt 24 Bilder pro Sekunde 3000 liefert, lösen sich Begriffe wie Zeit oder Bewegung auf. Unsichtbares wird sichtbar. Wie in der preisgekrönten Arbeit ­«Pirouette», in der die Künstlerin sich einmal um sich selbst dreht und durch die Highspeed-Aufnahme sichtbar


diese woche in museen und galerien

Teppiche. Zeichnungen. Malerei erobertes gut

Sichtbare Kommunikation «Parole», 2010, Highspeed-Video.

u Im 15. Jahrhundert erlebte Bern einen Boom: Prächtige Bauten entstanden, darunter auch das grosse Münster. Als 1476 die Eidgenossen den burgundischen Herzog Karl den Kühnen besiegten, fiel ihnen eine der reichsten Kriegsbeuten in die Hände. Zu den Spitzenstücken zählen die flämischen Tapisserien aus dem 15. Jahrhundert. Neu: Museumsbesucher können Textilkonservatorinnen durch ein Schaufenster bei der Arbeit an den Cäsartapisserien (r.) zuschauen. km

historisches Museum Bern. Dauerausstellung «Erobertes Gut – Höfische Kunst in Bern (1250–1520)». Di–So 10–17 Uhr, Tel. 031 - 350 77 11, www.bhm.ch

zeichnerisches schaffen

Strichcode «… yesterday … today … tomorrow …», 2005/2012, Tagebuch von Anina Schenker.

u Wie ein Porträt mutet die Zeichnung «Poivrons» von 1915 an: zarte Striche, feine Konturen, gekonnt gesetztes Hell und Dunkel. Félix Vallotton (1865–1925) mass seinen Zeichnungen einen höheren Wert bei als seinen Bildern; Landschaften, Stillleben, Akte nahmen dabei einen besonderen Platz ein. Die Ausstellung in Solothurn – und später in Winterthur – widmet sich ausschliesslich den Kohle-, Kreide-, Tusche- und Bleistiftzeichnungen des grossen Künstlers. km

kunstmuseum Solothurn. Bis 12. 8., Di–Fr 11–17 Uhr, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 032 - 624 40 00, www.kunstmuseum-so.ch

moderne durchgangsorte

u Die Werke von Anja Ganster, 43, sind menschenleer, obwohl die deutsche Künstlerin mit Vorliebe Passagen abbildet: Durchgangs­ hallen, Lounges, Foyers, Shopping-Malls. Ganster malt die Orte, die sie meist auch selber fotografiert, in fliessenden Farbflächen. Dabei möchte sie den schmalen Grat zwischen der Abbildung einer realen Situation und dem subjektiven Blick nach innen ausloten. «Wandelhalle» nennt sich die Ausstellung mit über 30 Gemälden. km

kunsthalle ziegelhütte Appenzell AI. Bis 29. 7., Di–Fr 10–12 Uhr und 14–17 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr, www.kunsthalleziegelhuette.ch; Katalog CHF 39.–

verbier festival

Foto Willy Spiller, zvg. Stefan Rebsamen

Fragile Träume Werk aus der Serie «Schaum der Tage», 2004/2012 macht, was für kurios-furchterregende Dinge dabei mit der Mimik passieren. ­ In «Parole» stehen sich zwei Frauen gegenüber. Öffnen sie den Mund, kommen statt in Worte gefasste Gedanken Wasserfontänen heraus. Durch die schier endlose Dehnung der Zeit bewegen sich die Wasserströme in bizarrer Form aufeinander zu, bis sie in der Mitte aufeinanderprallen. Sehenswert! anina rether Galerie Bob gysin Zürich. Bis 14. 7., Di–Fr 13–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 044 - 278 40 60 www.gbg-galerie.ch

Verbier lockt zum Träumen u Alpenluft,

ein Kranz von Bergen und Musik vom Feinsten: Das Verbier Festival findet heuer zum 19. Mal statt und ist beliebter denn je. An 17 Festivaltagen stehen rund 50 Konzerte auf dem Programm (im Bild: Gautier Capuçon). Zu den Highlights zählen die konzertanten Aufführungen der Opern «Le Nozze di Figaro» und «Pelléas et Mélisande», das von Daniel Hope zusammengestellte Programm «Theresienstadt» und die drei «Rencontres inédites» mit bis zu elf Weltklassekünstlern. Martha Argerich und Rolando Villazón, aber auch Angélique Kidjo sind mit dabei.km verbier festival Verbier VS, 20. 7. bis 5. 8., Tickets 0848 771 882, www.verbierfestival.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Sie will, sie will nicht, sie will … Achille (François Cluzet) mit seiner kapriziösen Nachbarin.

Ursula Fricker

Leben – oder doch sterben? Worum geht es? Auf einem Ausflug ändert sich das Leben eines Archi­ tektenehepaars auf einen Schlag – Sebastian erleidet eine Hirnblutung und ist fortan schwer behindert, ein Pflegefall. Aufopfernd kümmert sich Katja um ihn. Die Liebe gibt ihr Kraft. Trotzdem verzweifelt sie immer wieder an der Situation. Und sie fällt eine einsame Entscheidung … Wer ist die Autorin? Ursula Fricker wurde 1965 in Schaffhausen geboren und lebt heute in Brandenburg.

Liebesnöte auf Französisch Isabelle (Julie Depardieu) ist Single und hatte seit mehreren Monaten keinen Sex, was ihre Freundin Zoé (Pascale Arbillot) für einen unhaltbaren Zustand hält. Deshalb bietet sie ihr ihren eigenen Mann für gewisse Stun­ den an. Amélie (Judith Godrèche), eine alte Bekannte von Isabelle, hat gerade eine Liebeserklärung von ihrem besten Freund Boris (Laurent Stocker) er­ halten. Zum Liebestreffen schickt sie aber Isabelle. Achille (François Cluzet), der charmante Playboy, muss viel Geduld aufbringen, um seine launen­ hafte Nachbarin (Frédérique Bel) zu erobern … Amüsant, teils kompliziert − Liebesneurosen à la Woody Allen, aber auf Französisch. u Die Stars François Cluzet feiert gerade seinen Grosserfolg als gelähmter u Die Story

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Philippe in «Intouchables». Auch als sensibler und charmanter Playboy Achille macht er eine gute Figur. Julie Depardieu (Tochter des grossen Gérard Depardieu) überzeugt in der Rolle der Isabelle, die sich nach Liebe sehnt. u Der Regisseur Emmanuel Mouret, 42, erntete 2007 grossen Erfolg mit seiner romantischen Komödie «Un baiser s’il vous plaît». Nun landet er mit «L’art d’aimer» wieder einen Hit. u Was lernt man daraus? In Liebesdingen darf man durchaus entscheidungs­ freudiger sein. u Fazit Eine leichtfüssige Komödie − genau das Richtige für heisse Sommer­ abende. kati moser 8 8 8 8 8 Länge: 85 Min. Regie: Emmanuel Mouret. Im Kino.

Was macht das Buch lesenswert? Geschickt verbindet die Autorin Gegenwart und Rückblenden, sodass ein packender Liebesroman entsteht. Die Sprache ist schwungvoll, ver­ ändert sich mit den Phasen, die Katja mitmacht, wird hart, verbittert. Was löst das Buch aus? Eine Konfrontation mit der Fragilität des Lebens. Denn auch wenn es keiner wahrhaben will: Es kann jeden treffen − von einer Sekunde auf die andere. Nach der Lektüre? Jeder sollte in gesunden Zeiten darüber nachden­ ken: Was wäre, wenn …? Und seine Wünsche den Nächsten anvertrauen. Isabel Notari

Ursula Fricker Ausser sich (Rotpunktverlag)

Fotos Geri Born, HO (3)

«l’art d’aimer» (F)


Die Besten event demnächst

Talentreigen. Rock. Soul

10-mal swiss sounds

uMan nehme zehn Abende, zehn Schweizer

Klangfreunde Slädu tritt mit wechselnden Gaststars auf – darunter auch Bligg.

Bands, den Chapeau «Summer Sounds» und das Label «Kaufleuten» – umrühren, fertig. Wetten, dass es auch heuer viel Hörens­ wertes von sentimental bis brachial gibt?hv summer sounds Kaufleuten Zürich. 9.–29. 8., www.kaufleuten.ch

Slädu & Friends auf «Zelt»-Tournee

Die Nummer 2 wird zum Star

Klassik-Tipp

Reife trifft jugend u Pierre Boulez, 87, Doyen der Moderne, dirigiert das Gustav-Mahler-Jugend­ orchester: eine Symbiose voller Glück. Reife Weisheit in Wagners Tristan-Vorspiel, wuchtige Lyrik in Schönbergs «Pelléas und Mélisande». Hans uli von erlach

PIERRE BOULEZ dirigiert Wagner und Schönberg (DGG)

zufügen: «Aber alles hat durch meine Handschrift als Musiker und Produzent einen Bogen und einen Faden.» Tatsächlich hat es Slädu geschafft, sich vom ewigen Begleiter anderer Künstler – wen wunderts: es waren einige seiner Friends – zum eigenständigen Leader zu eman­zipieren. Geholfen haben ihm dabei nebst Talent vor allem Fleiss, Fleiss und nochmals Fleiss. Er absolvierte eine Gitarrenschule in Los Angeles und übt, obwohl er längst mit fast schon provokativer Leichtigkeit hals­ brecherische Soli spielt, täglich acht Stunden oder mehr. Vorderhand allerdings ist er auf Schweizer Tournee, mit einer Show, die Abend für Abend anders ist: Die Friends, die mit Slädu auf der Bühne stehen, wechseln sich ab. So wird jedes Konzert zum Unikat. Vielleicht ein Grund, sich gleich alle acht Gigs anzuhören. HANSPETER VETSCH SLÄDU & FRIENDS Diverse Daten, www.daszelt.ch tickets für die besten events!

2-mal altmeister u17

Alben produziert, über 30 Millionen Tonträger verkauft, 6 Grammys abgeholt: Toto (Bild) sind ein Stück Rockgeschichte. Wenn dann noch Brit-Metaller wie Saxon & Co. mittun, gibts wohl eine «Magic Night». hv magic night of rock Stadthalle Sursee. 4. 8., 18 Uhr, www.magicnightofrock.ch

1-mal soul-potpourri

u Ray Charles, James Brown, Aretha Franklin, Ike & Tina Turner, Stevie Wonder, The Temptations u. a.: Ihnen erweist die klingende Reise «down Funky Street» Referenz. Kurz­um: Soul, so viel das Herz begehrt. hv

sweet soul MUSIC revue Kirchplatz Zofingen. 23. 8., 20 Uhr, www.sweetsoulmusicrevue.com schweizer illustrierte

Fotos Adrian Bretscher, HO (4)

u Gölä und Carlos Leal und Bligg und Philipp Fankhauser und … Auf «Slädu», dem in diesem Frühjahr erschienenen Debüt­album von Zlatko Perica, mischen prominente Gäste mit. Er nennt sie «Friends» − seine Freunde nennen ihn, den aus Kroatien stammenden Gitarristen mit dem wunderbar breiten Berndeutsch, Slädu. So viele musikalisch so unterschiedliche Freunde legen den Verdacht nahe, dass Slädu auf Beliebigkeit setzt. Tatsächlich sagt er: «Wir haben Hip-Hop, wir haben Blues, wir haben Rock.» Um dann hinzu-

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wallis-extra

Tanja Gutmanns «Alpe Kindheitserinnerungen verbinden die TV-Moderatorin und Schauspielerin Tanja Gutmann mit dem Walliser Ort Grächen. Am Grächnersee geniesst sie Ruhe und lokale Spezialitäten, und beim Planschen im Wasser wird sie ganz übermütig. «In den Bergen fühle ich mich zu Hause.»

Z

uerst kommt ein lautes «Wow!». Tanja Gutmann, Miss Schweiz 1997, kann sich an der grünen Natur rund um den idyllischen Grächnersee hoch über dem Dorf kaum sattsehen. Und da spürt sie es wieder, dieses Gefühl – sie nennt es «Alpengefühl» –, und bekennt: «Ich bin sehr gerne am Meer. Aber noch


walliser Raclette Sternau Williner vom Restaurant zum See bewirtet Tanja Gutmann.

Ruhe und frische bergluft Tanja legt sich wohlig in die duftende Wiese.

ngefühl» lieber bin ich in den Bergen, da fühle ich mich zu Hause.» Stimmt. Tanja Gutmann hat die Bergwelt, und ganz speziell diejenige in Grächen, sehr früh kennengelernt. Allerdings nur im Winter. «Mit sechs Jahren war ich zum ersten Mal hier», erinnert sie sich. Danach gings zur Skisaison regelmässig auf die Sonnen-

Füsse kühlen Tanja Gutmann wird am Grächnersee ganz übermütig. Schon als Kind kam sie nach Grächen in die Ferien.

terrasse im Mattertal. «Ich kenne den Grächnersee nur gefroren und die Landschaft um ihn herum ganz in Weiss», sagt sie. «So wie heute habe ich ihn noch nie gesehen.» Die Wasseroberfläche glänzt smaragdgrün. Auf den Bergwiesen blühen unzählige Alpenblumen, der Lärchenwald steht in kräftigem Grün, und im Hintergrund

präsentieren sich Brunegg- und Weisshorn tief verschneit vor dem azurblauen Himmel. Tanja zieht die würzige Bergluft ein, und ihre blauen Augen leuchten, als sie sagt: «Der Sommer macht dem Winter echt Konkurrenz. Die Blumen, die Wiesen, die Ruhe – es ist einfach wunderschön.» Das romantische Gebiet um den Grächnersee hoch über dem Dorf gilt als besonders beliebtes Wandergebiet. Von hier aus erreicht man innert weniger Minuten die bekannten Grächner Suonenwege. Und es ist Ausgangspunkt für Hochtouren oder für eine gemütliche Wanderung auf die Hannigalp. Eine Kneipp-Anlage im Rande des Sees bringt müde Beine wieder in Schwung, und wer auf Verpflegung aus dem Rucksack verzichten will, kann sich auf der grossen Sonnenterrasse des Restaurants zum See verwöhnen lassen – zum Beispiel mit einer frischen Forelle aus dem See oder einem Raclette. Apropos Forelle: Einmal in der Woche ist der See zum Angeln freigegeben. «Fischen ist nicht mein Ding. Ich beobachte sie lieber», meint Tanja fröhlich. u Ausflüge und Ferien im Wallis

Alle Naturschönheiten: www.wallis.ch Grächen: www.graechen.ch


wallis-extra

Pionierleistung am Berg

200 Jahre ist es her, seit das Finsteraarhorn erstmals bestiegen wurde. Während vier Wochen wird dieser Pionierleistung gedacht. OK-Präsident Karl Imhasly ist überzeugt: «Diese Alpinisten haben den Bergregionen den Tourismus gebracht.»


Berghütten – abenteuer und geschichte

Hier spüren Gäste die ganze Kraft der Berge u britannia-hütte Eine Grande

Dame feiert am 24. Juni 2012 ihren 100. Geburtstag: die BritanniaHütte. Sie ist die meistbesuchte SAC-Berghütte der Alpen und Ausgangspunkt der legendären Haute Route. Eine moderne Berghütte mit fast 10 000 Übernachtungen jährlich. Die Vereinigung britischer Mitglieder des SAC kam vor 100 Jahren für die Finanzierung der Baukosten auf. Weg über Saas-Fee, Bergbahn

nach Felskinn, 75 Min. Fussmarsch. www.britannia.ch u hörnlihütte (Berghaus Matterhorn). Das Berghaus liegt am Fuss des Matterhorns. Zuerst mit dem Matterhorn-Express bis Schwarzsee, von da führt ein Bergweg hinauf; rund 2 Std. Fussmarsch. www.matterhorn-group.ch u Anenhütte Ab Fafleralp über gut markierte Wanderwege. Abstieg über Grundsee: 1 Std.; Abstieg über

Guggisee: 2 Std. Empfehlung: Über den einen Weg hinauf, über den anderen hinab – so sieht und geniesst man die eindrückliche Bergwelt am besten. www.anenhuette.ch u Monte-Rosa-Hütte Die neue Monte-Rosa-Hütte: eine Hütte mit Vorbildcharakter im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz. Ab Zermatt über Stockhorn und Gornergletscher. Achtung, Gletscher! www.section-monte-rosa.ch

legendär und meistbesucht Die Britannia-Hütte (l.) feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. modern und stylish Die Anenhütte (oben) ist auch Seminarort.

Der Berg ruft Karl Imhasly vor dem Finsteraarhorn. Bis 17. August wird gefeiert!

E

s sollen unterhaltsame, stimmungsvolle, würdige und unvergessliche Feiern werden. So unvergesslich wie die alpinistische Pioniertat vor 200 Jahren. Am 16. August 1812 standen erstmals drei Bergsteiger auf dem 4274 Meter hohen Gipfel des Finsteraarhorns. Die beiden Walliser Alois Volken und Hans Joseph Bortis aus Fieschertal sowie Arnold Abbühl aus Guttannen schafften den

Gipfel, der Initiant des Unternehmens, der Aarauer Fabrikant Dr. Rudolf Meyer, musste unterhalb des Gipfels erschöpft aufgeben. Die Erstbesteigung des Finsteraarhorns fand im goldenen Zeitalter des Alpinismus statt: «Was die Bergsteiger damals leisteten, ist noch heute von unschätzbarem Wert. Sie haben den Bergregionen den Tourismus gebracht, von dem in den Tourismusregionen heute direkt oder indirekt rund 70 Prozent der Bevölkerung leben», betont OK-Präsident Karl Imhasly. Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten in Fiesch VS: Vielfalt und Abwechslung am Berg. «Die Jubiläumsfeier soll keine Eintagsfliege sein. Im Gegenteil: Wir wollen damit die damalige Leistung würdigen und die Erinnerungen an die alpinistischen Pioniertaten an die Nachwelt weitergeben», sagt Karl Imhasly. «Die ganze Bevölkerung ist integriert, und alle ziehen am gleichen Strick. So wie die Alpinisten vor 200 Jahren am selben Seil eine schier übermenschliche Leistung vollbracht haben.» Bei allen Feierlichkeiten sollen die Inschrift am Gipfelkreuz auf dem Finsteraarhorn, «Soli Deo Honor» («Gott allein die Ehre»), sowie Respekt und Achtung gegenüber den Erstbesteigern im Vordergrund stehen. So gibt es unter anderem ein Sommernachtsfest am

Berg, einen Ringkuhkampf, eine Ausstellung zur Erstbesteigung und Literatur am Berg. Neben dem Finsteraarhorn feiern weitere Bergregionen im Wallis Erstbesteigungen von 4000ern: Dent Blanche (4357 m), 18. Juli, 150 Jahre; Stecknadelhorn (4242 m), 8. August, 125 Jahre. u Programm der 200-Jahr-Feiern

www.finsteraarhorn1812.ch

Weiteres Bergjubiläum

Täsch: Gipfelkreuz wird neu eingesegnet u Pyramidenberg Nebst dem Finsteraarhorn

steht im Wallis ein weiterer 4000er im Mittelpunkt einer Jubiläumsfeierlichkeit: das Täschhorn – eine drei­seitige Pyramide und damit die stolzeste, für Alpinisten jedoch technisch schwierigste Zacke der Mischabel-Gruppe, des zweithöchsten Gebirgsmassivs der Schweiz. Am 31. Juli 1862 standen drei Walliser und zwei Engländer erstmals auf dem 4491 Meter hohen Gipfel. Täsch, das Dorf zuhinterst im Nikolaital und Tor zur Gebirgswelt um Zermatt, gedenkt der damaligen alpinistischen Meisterleistung. Das Gipfelkreuz wird neu eingesegnet. www.taesch.ch


wallis-extra

Ein stolzes Erbe – die Suonen i Das Wallis hat viele Eigenheiten. Dazu zählen auch die Suonen. Sie sind wichtiger Bestandteil der Walliser Geschichte und galten als Lebensversicherung der Bauern. Einige werden heute noch genutzt.

S

uonen gibt es auch in anderen Re-­ gionen, aber nirgends gibt es so viele und so gut erhaltene «Bisses» – wie sie auf Französich heissen – wie im Wallis. «Bei uns sind heute noch rund hundert bekannte Suonen in Betrieb», erklärt Armand Dussex, Präsident des Vereins des Walliser Museums der Suonen (VWMS) in Ayent. «Nicht wenige sind

mehrere hundert Jahre alt!» Aus Urkunden weiss man, dass die nachweislich ältesten Datierungen aus dem 12. Jahrhundert stammen. Die hölzernen Kännel wurden teils unter Lebensgefahr an senkrechten und schroffen Felswänden entlang talwärts gezogen. Die bewohnten Gebiete im Wallis zählen zu den sonnenreichsten Orten der Schweiz. Der Boden dort ist entsprechend

trocken und lechzt mitunter nach Wasser. In den Bergen regnet es häufiger, und es hat auch Gletscher, die als grosse Wasserspeicher dienen. Daraus entwickeln sich wasserreiche Wildbäche, die aber meistens­ in Gräben verlaufen. Damit man die Äcker und Wiesen trotzdem bewirtschaften kann, wird das kostbare Nass aus eben diesen Wildbächen auf teilweise abenteuerliche Weise über die Suonen auf die trockenen Weiden, Äcker, Rebberge oder Obstplan­ tagen geführt. «Die Suonen waren und sind noch heute ein unersetzliches Mittel zur Bewässerung. Um ihre Bedeutung hervorzuheben und auch um ihre Erhaltung zu sichern, strebt der Kanton Wallis die Aufnahme ins Ver-


MurmelTIERE, Hasen und Sagen

Wanderwege, auf denen es nie langweilig ist

m Wallis zeichnis der Unesco als Kulturerbe an», sagt Urs Zenhäusern, Direktor von Wallis Tourismus. Die Wasserleitungen sind wertvoll für die Landwirtschaft, sie werden aber auch von den Touristen geschätzt. Denn Wanderungen entlang der Suonen sind nicht nur bei Abenteurern, sondern vor allem auch bei Familien äusserst beliebt. Dem Wasserlauf zu folgen, heisst, die Bergwelt mit all ihren Facetten zu erleben und zu geniessen. Natur pur eben. Dass man dabei auch noch etwas für die körperliche Fitness tut, merkt man oft erst am Ende des Wegs. u wege und Museum www.suone.ch;

www.musee-des-bisses.ch/de/

Lebensnerv und Attraktion Der Suonenweg oberhalb von Sion ist nur einer von vielen.

u das murmeltier charlotte Die Gemeinde Orsières bei Verbier und das regionale Zentrum für die Bergbevölkerung stellen mit Charlotte dem Murmeltier eine kleine Abenteurerin vor. Auf dem spe­ziell für Kinder entwickelten Lehrpfad kann man auf Charlottes Spuren wandeln und durch Fragen, die am Pfad entlang gestellt werden, die Geschichte des kleinen Ferienorts, seine natürlichen Sehenswürdigkeiten und ihre Fauna kennenlernen. Wer mitmachen möchte, holt sich beim Tourismusbüro die Faltbroschüre mit Charlottes Geschichte, die Karte zum Lehrpfad und die Fragen. Ein Posten mit den Ant­ worten steht am Ende des Lehrpfads, in der Nähe des Spielplatzes. Der Weg ist mit Wegweisern markiert. www.verbier.ch u wandern mit bella und waldi Diesen Sommer wird in Bellwald der neue Märchenweg «Hasenliebe» eröffnet. Auf neun interaktiven Stationen wird die Geschichte von Bella, die Waldi besucht, erzählt. Die Geschichte soll vermitteln, wie wichtig Nächstenliebe ist. Die verschiedenen Stationen sind in die Geschichte eingebunden und inhaltlich mit der Tierund Pflanzenwelt und mit den Aktivitäten in Bellwald verknüpft. Bei allen Stationen können die Besucher durch Spiele und Aktivitäten selber aktiv werden. www.bellwald.ch u Lötschentaler Höhen- und sagenweg Das Lötschental ist ein magisches Tal, reich an spannenden Sagen, aussergewöhnlichen Traditionen und Brauchtümern. Es bietet ein einzigartiges Panorama und den schönsten Talabschluss der Alpen. Die Lötschentaler sind entsprechend stolz auf ihre herr­ liche Landschaft. Dazu zählen auch der Höhen- und der Sagenweg. Der Höhenweg ist für (fast) jeden Bergwanderer ein Muss. Innert rund fünf Stunden gelangt man von der Fafleralp zur Faldumalp und erlebt dabei reine Natur. Das Teilstück von der Lauchern­alp zur Fafleralp (zwei Stunden) ist vor allem für Familien sehr geeignet. Hier befindet man sich auf dem eigentlichen Sagenweg. Wer ihn geht, wird an zehn Stellen in die Welt der Mythen und Sagen des magischen Tals eingeführt. Der Sagenschatz stammt aus umfangreichen, meist mündlichen Überlieferungen. www.loetschental.ch

Bergseen – die Wunder der Natur

Blau leuchtend oder unterirdisch kühl u azurblaues wunder Das Wallis ist bekannt für

seine Bergseen in wildromantischer Landschaft. Naturereignis, Rastplatz und Fotosujet in einem ist der Lac Bleu von Arolla im Val d’Hérens, Heimat der einstigen Skikanone Chantal Bournissen. Ein Weg führt vom Dorf durch Wald und karge Landschaft zum See. u Der Unterirdische Zwischen Sion und Sierre liegt der See von St-Léonard. 300 Meter Länge und 20 Meter Breite machen ihn zum grössten natürlichen unterirdischen See Europas. Eine halbe Stunde dauert die Bootsfahrt auf dem magischen Gewässer. Alle Seen: www.wallis.ch

Blauer als die CÔte D’azur Der Lac Bleu von Arolla ist nur einer von vielen Seen mit dem Namen Blau.


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Wildes Kanada Lila ist die Farbe der Tundra – die Eisbären fühlen sich sichtlich wohl.

TIERBEOBACHTER ZIEHTS NACH KANADA

Eisbären im Sommer D Für Tierbeobachter Die Seal River Heritage Lodge.

as gibts so eindrücklich fast nur im Nordosten der kanadischen Provinz Manitiba: Majestätische Eisbären ziehen statt über Schnee und Eis durch ein lilafarbenes Blumenmeer. Sie lassen sich von der Sonne wärmen, suchen nach geeigneten Jagdplätzen. Draussen in der Hudson Bay tummeln sich im Juli und August 3500 neugierige Belugawale. Tierbeobachter kommen ihnen mit Zodiac-Booten verblüffend

nahe. Auch Schneehasen, Schneefüchse, Seehunde und zahlreiche Vogelarten sind hier beheimatet. «Knecht Reisen» organisiert einen siebentägigen Trip ab Winnipeg zu Wal und Bär – Ausgangspunkt für Wanderungen, Bootstrips und Tundra-Expeditionen ist die sympathische Seal River Heritage Lodge. HE INFO ab/bis Winnipeg CHF 8365.– www.knecht-reisen.ch schweizer illustrierte

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Reisen Disneyland Paris

Megaspektakel Zum 20-JahrJubiläum präsentiert sich das Disneyland Paris von seiner feurigen Seite.

Feiern mit Hotelplan

Hotel Newport Bay **** u 3 Nächte ab CHF 917.– p. P., DZ mit Frühstück, Eintrittskarten Parks, TGV und RER-Transfer. Kinder bis 6 Jahre reisen mit zwei voll zahlenden Personen zum Festpreis von CHF 122.– mit; Kinder von 7 bis 11 Jahren reisen mit einer voll zahlenden Person zum Festpreis von CHF 316.– mit. www.hotelplan.ch

Hotel New York ***** u Hotelplan bietet 3 Nächte ab CHF 986.– p. P., DZ mit Frühstück, Eintrittskarten Parks, TGV und RER-Transfer. Kinder bis 6 Jahre reisen mit zwei Personen zum Festpreis von CHF 122.– mit; Kinder von 7 bis 11 Jahren reisen mit einer Person zum Festpreis von CHF 316.– mit. www.hotelplan.ch

Disneyland Paris: Ein Feuerwerk für die ganze Familie

Nervenkitzel im Das rosarote Märchenschloss im Disneyland Paris feiert seinen 20. Geburtstag. Damit der Jubiläumstrip zu Micky, Minnie & Co. unvergessen bleibt − die besten Tipps für gestresste Eltern.

D Hotel Cheyenne ** u 3 Nächte ab CHF 771.– p. P., DZ mit Frühstück, Eintrittskarten Parks, TGV und RER-Transfer. Kinder bis 6 Jahre reisen mit zwei voll zahlenden Personen zum Festpreis von CHF 122.– mit; Kinder von 7 bis 11 Jahren reisen mit einer voll zahlenden Person zum Festpreis von CHF 316.– mit. www.hotelplan.ch

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as Disneyland Paris verzauberte 2011 rund 15,6 Millionen Gäste (zum Vergleich: Der Eiffelturm wurde «nur» von 6,6 Millionen Touristen besucht). Cinderella Castle und Main Street sind das Herzstück des Parks; von hier starten die Paraden. Einen eigenen Eingang haben die Walt Disney Studios. Im Disney Village (Eintritt frei) befinden sich Kinos, Shoppingmeile und Restaurants. Eine Gratis-App informiert über Shows, Wartezeiten an den Bahnen und Reservierungen. u Schneller zum Looping Wer in einem der 16 Disney-Hotels logiert, darf zahlreiche Highlights schon ab

acht Uhr besuchen (die Liste wird beim Check-in überreicht). Mit Fastpass wird Anstehen leicht gemacht. Die Spezial­ tickets sind gratis (solange Vorrat) und bieten ein Zeitfenster. Sie werden an den Fastpass-Maschinen bei der jeweiligen Attraktion gelöst und bringen einen echten Zeitgewinn bei den Topbahnen (Indiana Jones, Space Mountain, Big Thunder Mountain oder der ultracoole Rock ’n’ Roller Coaster Starring Aero­ smith). Fastpass Premium ist kostenpflichtig, dafür un­begrenzt gültig. u Bon Appétit mit «Ratatouille»! Schlemmen in Gesellschaft von DisneyFiguren: für Kids ein Muss (vorher reser-


Tägliche Parade In der Main Street sind die A- und B-Hörnchen los.

Big Thunder Mountain Nervenkitzel auf der Insel-Achterbahn.

Für die Kleinen Mad Hatter’s Tea Cups im Fantasieland.

Minutentakt vieren, sonst langes Anstehen). Möglich ist dies mit «Ratatouille», wo Ratte Remy mit in den Teller guckt. Goofy, Donald Duck und Mickey sorgen im Café Micky, in der Auberge de Cendrillon oder im Cowboy Cookout Barbecue für Blitzlichtgewitter. Richtige Cowboys treiben Büffel in der Wild West Dinner Show durch die Manege (Erwachsene ab 59 Euro, Kids ab 46.70 Euro). Es gibt Kar­toffeln und Fleisch aus der Pfanne – und zur Erinnerung einen Cowboyhut. u Zu Fuss im Park Das Disney Hotel New York bietet Pool und üppiges Buffet (Erwachsene 27 Euro, ­­Kids 15 Euro) und ist nur 500 Meter vom Haupteingang entfernt − ideal für Familien, die wenig Zeit haben. Das Hotel Newport Bay Club am Pedalo-See vermittelt JachtclubAtmosphäre (Room Service, Spielhalle, Pool, Shuttle).

Zug zum Ziel Mit dem TGV ist man innert knapp vier Stunden ab Zürich, Basel oder Bern in Paris. In der ersten Klasse gibts Frühstück, Zeitungen und Ladestationen für Nintendo-Spiele. Metrolinie A bringt Sie vom Gare de Lyon nach Marne-la-Vallée ins Disneyland u Der

(35 Minuten Fahrzeit). Busse bedienen die Hotels und den Park, wo 14 500 Angestellte Magie Wirklichkeit werden lassen. Ganz im Sinne von Walt Disney (1901–1966), dem Erfinder der beliebtesten Trickfilmfiguren aller Zeiten. caroline micaela hauger

Check-in u Anreise

Täglich drei Verbindungen mit dem TGV ab Zürich, Bern, Basel. Hin und zurück ab CHF 278.– p. P. (2. Klasse, Halbtax), für Kinder von 2 bis 11 Jahren 50 Prozent Ermässigung. u Agenda Vom 7. Juli bis 2. September nächtliches Lichtspektakel («Disney Dreams»), neue Tarzan-Show, Jubiläumsparade. Vom 1. Oktober bis 4. November sind Mickey und seine Freunde im Halloween-Fieber. u Infos www.hotelplan.ch

Die Mäuse sind los! In allen Hotels gibts für Kids Fototermine mit Disney­ Figuren.

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En Guete

Exotisch Ananasdrink – mit oder ohne Alkohol.

Coole Drinks für heisse Stunden Sie sind fruchtig, farbenfroh und frisch, sie kühlen die Kehle und sorgen für gute Laune. Überraschen auch Sie Ihre Gäste mit einem feinen Sommergetränk.

TIPP

Im Sommer sind eisgekühlte Getränke der Hit! Überraschen Sie jetzt Ihre kleinen Gäste mit einem eisgekühlten Drink. Je einen Esslöffel Sirup, z. B. Himbeer-, Holunder-, Zitronenoder Orangensirup, mit einem Deziliter Wasser verrühren. Separat in Eiswürfelbehälter geben, gefrieren lassen. Je zwei Eiswürfel pro Glas Wasser ergeben einen herrlichen Sommersirup.

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AnanasDrink

Zutaten (für 6 Personen, ergeben ca. 1 Liter) 6 dl Ananassaft, 1 Limette, nur Saft, 3 Esslöffel Rohzucker, 1/2 Teelöffel Angostura (Bitterbranntwein; siehe Hinweis), 3 dl Mineralwasser, 1 BabyAnanas (ca. 500 g), geschält, in Würfeli, 100 g Himbeeren, evtl. Eiswürfel

Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Kühl stellen ca. 2 Std. u Ananassaft und alle Zutaten bis und mit Angostura gut verrühren, zugedeckt ca. 2 Std. kühl stellen. Mineralwasser dazugiessen, Ananaswürfeli und Himbeeren daruntermischen. Evtl. mit Eis­ würfeln in Gläsern anrichten. u Hinweis Angostura ist im Wein­ fachhandel erhältlich. Statt Ango­ stura 2 Esslöffel trockenen weissen Wermut (z. B. Noilly Prat) oder − für eine alkoholfreie Variante − eini­ ge Tropfen Rumaroma verwenden.

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En Guete

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Margarita

Zutaten (für 4 Gläser von je ca. 21/2 dl) 1 Bio-Zitrone, 4 Scheiben für die Verzierung beiseitegelegt, Saft der restlichen Zitrone, 1 Esslöffel Zucker, 400 g Erdbeeren, 4 Stück für die Verzierung beiseitegelegt, 4 Esslöffel Tequila, 2 Esslöffel Orangenlikör, 21/2 Esslöffel Erdbeer­sirup, 15 Eiswürfel, grob zerstossen Vor- und zubereiten ca. 10 Min. u Glasränder in Zitronensaft, dann in Zucker tauchen, trocknen lassen. Restlichen Zitronensaft mit restlichen Zutaten pürieren, in die Gläser verteilen, mit den beiseitegelegten Erdbeeren und Zitronenscheiben verzieren.

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LindenblütenEistee

Zutaten (ergeben ca. 1 Liter) 1 Handvoll Lindenblüten, 1 Liter Wasser, siedend, 1 Galia-Melone (ca. 700 g), halbiert, entkernt, in Stücken, wenig Zitronensaft Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Kühl stellen ca. 2 Std.

u Lindenblüten mit Wasser übergiessen, 5–10 Min. ziehen lassen, absieben, Tee auskühlen lassen. Melone mit Tee und Zitronensaft pürieren, durch ein Sieb streichen, zugedeckt ca. 2 Std. kühl stellen.

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u Gin und alle Zutaten bis und mit Eiswürfel in einen Shaker geben, kräftig schütteln, in Gläser verteilen. TonicWater dazugiessen, verzieren, servieren.

PfirsichMelonen-Mix

Zutaten (ergeben ca. 8 dI) 3 Pfirsiche, halbiert, entsteint, 250 g Wassermelone, entkernt, geschält, in Stücken, 1 Esslöffel Zitronensaft, 2 dl Mineralwasser, evtl. wenig Zucker, 4 kleine Schnitze Wassermelone mit der Schale, zum Verzieren Vor- und zubereiten ca. 10 Min.

u Früchte mit Zitronensaft und Mineralwasser pürieren. Evtl. Zucker beigeben. Sofort in Gläser giessen, verzieren, servieren.

5

ganzer Saft, 2 Esslöffel Zucker, 1 Esslöffel Grenadinesirup, 8 Eis­würfel, 2 dl Tonic Water (z. B. Schweppes) Vor- und zubereiten ca. 5 Min.

Pink Lemon

Zutaten (für 4 Gläser von je ca. 11/2 dl) 1 dl Gin, 2 Bio-Zitronen, 4 dünn abgeschälte Schalenstreifen, für die Verzierung beiseitegelegt,

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Caipirinha

Zutaten (für 1 Person) 1 Limette, heiss abgespült, in Vierteln, 2 Teelöffel Rohzucker, ca. 5 Eiswürfel, grob zerstossen, 5 cl Cachaça (Zuckerrohrbranntwein; siehe Hinweis) oder weisser Rum (z. B. Bacardi) Vor- und zubereiten ca. 5 Min.

u Limette und Zucker in ein Whisky­glas geben, mit einer Gabel oder einem Holzlöffel mischen und so den Saft der Limetten auspressen. Bis knapp unter den Rand mit Eis auffüllen, Cachaça darübergiessen, mit einem Löffel umrühren. Mit Trinkhalm servieren und beim Trinken von Zeit zu Zeit umrühren. u Hinweis Cachaça wird aus dem Saft des frischen grünen Zuckerrohrs destilliert und ist in grösseren CoopSupermärkten erhältlich.


party

Starköche: Dieter Müller (eigenes Restau­ rant auf der MS Europa), Léa Linster.

Starker Auftritt: «Koch des Jahres» Franz Wiget begeisterte auch Kapitän Friedrich Jan Akkermann.

Gefürchtet: Dougkas Ward testet Kreuzfahrt­ schiffe. Sein Favorit? Die MS Europa!

Fachsimpeln auf Deck: Olivenöl-­ Experte Heinrich Zehetner, Silvio Nickol («Coburg», Wien), Dieter Koschina (Vila Joya, Portugal) (v. l.).

Geeiste Entenleber! Rolf Fliegauf («Giar­ dino», l.), MS-Europa-Chef Stefan Wilke.

Ein Turbot für Käpt’n Akkermann «Koch des Jahres» Franz Wiget gastierte auf der MS Europa

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efangen hatte man den Turbot im kalten Wasser der Bre­tagne. Serviert wurde er in Antwerpen. Franz Wiget, GaultMillaus «Koch des Jahres», bereitete ihn gewohnt meisterhaft zu – mit Fregola Sarda und Estragon. Wiget war einer unter einem Dutzend Köche, die nach Belgien fuhren, um auf der «schönsten Jacht der Welt», der MS Europa, abzufeiern. «Europas Beste» heisst die legendäre Party; sie ist ein Meisterwerk der Logistik und an Grosszügigkeit (Champagner, Kaviar mit dem ganz grossen Löffel, Feuerwerk) kaum zu toppen. Schiffskoch Stefan Wilke holte sich hochdekorierte Chefs aus ganz Europa an Bord; jeder kochte auf dem «Lido-Deck» seinen besten Gang. Franz ­Wiget vom «Adelboden» in Steinen SZ: «Ich führe mein Restaurant seit 23 Jahren und habe erst dreimal gefehlt. Für die «Europa» musste ich eine Ausnahme machen – ein eindrückliches Erlebnis!» Sprachs, packte seine sieben Sachen und fuhr noch in der gleichen Nacht 800 Kilometer weit zurück in die Innerschweiz; der nächste Auftrag wartete. Auch Käpt’n Friedrich Jan Akkermann hatte eine kurze Nacht. Um 2.00 Uhr befahl er «Leinen los» und Weiterfahrt nach Amsterdam (288 Seemeilen). Um 9.00 Uhr erwartete ihn der Bordgeistliche Volker Keller zur Morgenandacht. Fotos: Lutz Jäkel

«Kempinski St. Moritz»-Power an Bord: Chef Mattias Roock (l.) und Maître Adriano Feraco mit Käsepapst Bernard Antony (r.). schweizer illustrierte

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Auto

schon gefahren Toyota Yaris Hybrid

Kleiner Saubermann Für den Yaris hat Toyota die bewährte Vollhybridtechnik schrumpfen lassen. So gibts jetzt auch das Einstiegsmodell mit der Antriebskombination aus Benzin- und Elektromotor.

D

ie Entwicklung dauerte fünf Jahre», verrät Toyota-Chefingenieur Kiyoshi Hashikabe. Und verdeutlicht damit, dass es nicht einfach war, die bewährte Vollhybridtechnik so kompakt hinzubringen, dass sie auch in den Kleinwagen Yaris passt. «Während der 1,5-Liter-Benziner und der Elektromotor unter der Fronthaube Platz finden, haben wir den von 168 auf 120 Zellen abgespeckten Nickel-Metall­ hydrid-Akku unter der Rückbank verstaut», erklärt Hashikabe. «Nun passt der um 42 Kilo leichtere Antrieb – was für uns ganz wichtig ist – ohne Platz­ verlust in den Yaris.» Daher bietet der kleine Toyota wie seine herkömmlich motorisierten Brüder selbst im Fond genügend Platz und 286 bis 786 Liter

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Gepäckraum. Optisch hebt sich die Hybridversion dagegen klar ab und glänzt mit einem dynamischeren Auftritt. LED-Tagfahrlichter, neue Frontschürze und LED-Rückleuchten sorgen für mehr Pfiff. Trotz netten Details wie

Übersichtlich Im Innern bietet der Yaris viel Platz und Komfort, aber leider auch nicht ganz so hochwertig wirkendes Plastik.

blauen Ziernähten, blau illuminierten Anzeigen und grossem Informations­ display wirkt das Interieur durch die vielen Plastiksorten jedoch nicht ganz so hochwertig. Schade, denn ansonsten kann der kleine Saubermann restlos überzeugen. Rein elektrisch fährt er rund zwei Kilometer weit, danach springt der Benziner wieder helfend ein. Dank einer Systemleistung von 100 PS und 169 Nm ist der Yaris im Stadtverkehr flott unterwegs. Den Sprint auf ­ 50 km/h meistert er innert vier Sekunden. Per Knopfdruck kann der Fahrer zudem selber zwischen den beiden Fahrmodi EV (rein elektrisch) oder Eco (besonders sparsam) wählen. So begnügt sich der Toyota mit 3,5 l/100 km. Einziger kleiner Wermutstropfen: Die ausgereifte und aufwendige Spartechnik hat ihren Preis; CHF 27 500.– sind für einen Kleinwagen trotz üppiger Ausstattung nicht ganz günstig.Jürg A. Stettler


News

Ford Focus ST Kräftig nachgeschärft u Ford hat die Sportversion seines Kompaktmodells, den Focus ST, kräftig nachgeschärft: 10 Prozent mehr Leistung stehen 20 Prozent weniger Verbrauch gegenüber. Möglich macht es ein Zweiliterbenziner mit 250 PS und 360 Nm. Auch wenn die geballte Kraft für den Fronttriebler manchmal fast etwas zu viel des Guten ist, sprintet er in 6,5 s von null auf 100 km/h. Und da der Turbomotor auch über einen EcoModus verfügt, soll er sich, niedertourig gefahren, mit 7,2 l/100 km begnügen. Weil die meisten ST-Kunden ihren Sportler im Alltag benutzen, ist er nicht zu extrem ausgefallen und wird auch erstmals als Kombi angeboten. Erhältlich ist der Focus ST ab CHF 39 990.–. Der Kombi kostet CHF 1000.– mehr.

Frech Eine neu gestaltete Frontschürze und LED-Tagfahrlichter verhelfen der Hybrid­ variante des Toyota Yaris zu einer deutlich dynamischeren Optik.

Toyota Yaris Hybrid Keck Neue Front und LED-Rückleuchten garantieren den eigenständigen Auftritt. u Motoren Benzin 74 PS und

Elektro 61 PS; Systemleistung 100 PS u 0 bis 100 km/h 11,8 s u Spitze 165 km/h u Verbrauch 3,5 l/100 km u CO2-Ausstoss 79 g/km u Energieeffizienz-Kategorie A u Verkauf ab Juli 2012 u Preis ab CHF 27 500.– u Konkurrent Honda Jazz Hybrid u Unser Urteil Auch als Hybrid ist der

Toyota Yaris ein praktischer Klein­ wagen mit gutem Raumangebot, viel Komfort und gutem Fahrverhalten. Doch der tiefe Verbrauch von nur 3,5 l/100 km/h und der CO2-Ausstoss von nur 79 g/km müssen dem Fahrer beim Kauf einen Aufpreis wert sein. Denn für ein Auto mit Vollhybridtechnik ist der Yaris zwar günstig, aber im Vergleich zu konventionell angetriebenen Kleinwagen dennoch recht teuer.

Volvo V60 Plug-in Hybrid Spass am Sparen u Flüsterleise wie ein Stromer rollt der Volvo V60 Plug-in Hybrid los. Im reinen Elektrobetrieb beschleunigt er auf 80 km/h. Ist mehr Kraft gefragt, schaltet sich fast unmerklich ein 215PS-Diesel zu und leistet zusätzliche 440 Nm. Ein cleveres System, das den Volvo dank klassischem Vorderradantrieb, kombiniert mit dem 70-PS-Elek­tro­ motor an der Hinterachse, zum Teil­ zeitallradler macht. Sein Akku wird nicht nur vom Hybridsystem geladen, sondern auch via Steckdose. Rein elektrisch fährt der Schwede bis zu ­50 Kilometer weit. Nachteil des komplexen Systems: Es bringt 250 Kilo mehr Gewicht mit sich, und der Kofferraum ist von 430 auf 304 Liter geschrumpft. Preis des luxu­ riösen Volvo: ab CHF 78 600.–. schweizer illustrierte

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Gut gegen Böse Wilhelm Tell (Fabian Egli, l.) und sein Gegenspieler Hermann Gessler (Bruno Grassini) auf der Freilichtbühne direkt am Walensee.

Fotos Hervé Le Cunff

Eine Geschichte von Intrigen, Unterdrückung und einem mutigen Mann, der für die Freiheit kämpft. Auf der Walensee-bühne wird aus Schillers «Wilhelm Tell» ein packendes Musical.

«Tell – Das Musical»


Weltpremiere in Walenstadt Wilhelm Tell erobert die Musical-Bü Mit emotionalen Melodien, 26 Musical-Darstellern und der wohl schönsten Freilichtbühne der Schweiz wird «Tell – das Musical» zu einem unvergesslichen Erlebnis.

E

in Held oder nur ein bescheidener Mann und Vater, der für seine Freiheit einstand? Auf der WalenseeBühne nimmt man sich dem Mythos Wilhelm Tell an. «Tell – Das Musical» ist ein berührendes und ergreifendes Bühnenerlebnis. Bereits die erfolgreichen

Heidi-Produktionen begeisterten hier auf der Walensee-Bühne das Publikum. Vor zwei Jahren wählte man das anspruchs­ volle Stück «Die Schwarzen Brüder» über Verdingbuben im Tessin. Die Lage der Freilichtbühne, direkt am Walensee mit Blick zu den Churfirsten, ist einzigartig. Genau das

richtige Ambiente, um ein weiteres Stück Schweizer Geschichte zu inszenieren! Tell – das Musical bedient sich der Grundlage des Dramas von Friedrich Schiller. Es erzählt, wie das Volk der Waldstätte am Vierwaldstättersee von den Habsburgern unterdrückt wird. Als die Tyrannei immer brutaler wird, rufen die Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden zum Aufstand auf und treffen sich auf dem Rütli, um ihren alten Bund zu erneuern. Auch Tells Schwiegervater Walther Fürst ist dabei und versucht, Tell für seine Sache zu gewinnen. Dieser lehnt ab und will auf seine Art


Familie Tell Hedwig (Pia Lustenberger), Tell (Fabian Egli) und Walterli (Annette Huber) auf der WalenseeBühne (v. l.).

5 fragen an Andreas Felber

Wenn der Rütlischwur zum Ohrwurm wird Andreas Felber, Musikalischer Leiter, ist in Luzern aufgewachsen und hat schon als Kind die Hohle Gasse und die Rütliwiese erwandert. u Wie klingt «Tell» als Musical? Sehr frisch, lebendig und eingängig. Die Musik von Marc Schubring enthält viele Ohrwürmer. Schon nach den ersten Proben hörte man, wie alle die Melodien vor sich hin pfiffen … Besonders der Rütlischwur hat sich zu meinem absoluten Lieblingsstück entwickelt.

Eindrücklich Wilhelm Tell (oben) und Walterli mit dem durchschossenen Apfel vor der Naturkulisse am Walensee.

u Musik für einen Helden stellt man sich pathetisch vor.

Natürlich wird es Momente mit viel Pathos geben. Unser Tell-Darsteller Fabian Egli fühlt sich sowohl im klassischen Gesang wie auch im Musical heimisch. Er verleiht der Rolle das nötige Gewicht und die notwendige Ernsthaftigkeit.

u Gibt es Instrumente im Orchester, die besonders hervorstechen? Wenn man sich Tell musikalisch vorstellt, dann sehen viele ein Horn. Die beiden Hörner im zwölf­ köpfigen Orchester sind demnach auch sehr wichtig. u Was erwartet die Zuschauer beim Gesang? Gesungen wird auf Schriftdeutsch. Die Sprache wurde leicht modernisiert, soll aber trotzdem zur damaligen Zeit passen. Die bekanntesten SchillerZitate wird man auch im Musical wiederfinden. u Was bietet das Musical, was Schillers Drama «Wilhelm Tell» nicht bieten kann? Gesang und Musik wecken immer sehr viel mehr Emotionen, als dies ein gesprochenes Stück vermag. In «Tell» geht es natürlich um ein ernsthaftes und trauriges Thema, aber es gibt auch leichtere Szenen – sei es ein höfischer Tanz in der Burg oder eine Marktszene. Da darf die Stimmung auch mal ausgelassen sein.

hne Mut und Unabhängigkeit zeigen. Als Tell sich weigert, einen Hut der Obrigkeit zu grüs­sen, zwingt Gessler ihn, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schiessen. Das Autorenteam, bestehend aus Hans Dieter Schreeb (Textbuch), Wolfgang Adenberg (Liedtexte) und Marc Schubring (Komposition) haben das Musical neu geschrieben und neu komponiert. Tell – der Mensch wird in der Inszenierung von Regisseur Nico Rabenald auf der Walensee-Bühne im Zentrum stehen. Wilhelm Tell wurde nicht als Held geboren: Er war ein einfacher Mann und Vater. Erst

die Umstände der damaligen Zeit, die Ex­tremsituation, in die er durch die grässliche Strafe Gesslers gedrängt wurde, machten Tell zum Helden – eine Rolle, die er nicht gesucht hatte. Tell setzte sich bloss für sich, seine Nächsten und seine Freiheit ein. Vielleicht machte ihn gerade dies zum Symbol? Tell – die Darsteller des 26-köpfigen Ensembles bestehen aus vielen bekannten und beliebten Musical-Interpreten aus der Schweiz. Man kann sich auf ein Wieder­ sehen mit Christoph Wettstein, Florian Schneider oder Patric Scott freuen. Für die

Hauptrolle des Tell konnte der junge Zürcher Bariton Fabian Egli gewonnen werden. Das zwölfköpfige Live-Orchester unter der Leitung von Andreas Felber sorgt für ein musikalisches Feuerwerk nach klassischer Musical-Tradition. Songtitel wie «Mehr verlange ich nicht», «Ein einfacher Mann» oder «Wenn nicht du, wer dann?» machen klar: Die Geschichte rund um Tell ist mehr als nur Apfelschuss, Armbrust und Hohle Gasse. u 18. Juli bis 25. August 2012 Walensee-Bühne, Walenstadt www.walenseebuehne.ch/tell-musical


Die Stars von «Tell – Das Musical» «Eine Geschichte berührt, wenn die Figuren für ihre Ideale kämpfen» u Pia Lustenberger steht Wilhelm Tell als Ehefrau Hedwig zur Seite. «Für Hedwig zählt ihre Familie; sie will sich, ihren Mann und ihr Kind nicht in Gefahr bringen.» Pia Lustenberger wuchs im Kanton Zug auf und besuchte die Swiss Musical Academy in Bern. Nach einer Weiterbildung in Paris erhielt sie dort ihre ersten Engagements. In den Folies Bergère trat sie im Musical «Cabaret» als Lulu auf. Letzten Sommer spielte sie in Thun die Bethi im Musical «Gotthelf».

«Je schärfer ich Gessler spiele, desto stärker und wichtiger ist Tells Sieg» u Bruno Grassini spielt Reichsvogt Hermann Gessler, Tells Gegenspieler. «Je gefährlicher ich ihn interpretiere, umso grösser ist Tells Erfolg.» Bruno Grassini stammt aus Italien. In Triest studierte er Deutsch und Englisch und nahm Gesangsstunden. Seine erste Hauptrolle war der Mörder Luigi Lucheni im Musical «Elisabeth». Diese Rolle spielte er wiederholt auf der ganzen Welt. Es folgten Engagements in den Musicals «Herr der Ringe» oder «La Cage aux Folles». In Wien spielte er unter der Leitung von Roman Polanski den Alfred in «Tanz der Vampire». Mit «Tell – Das Musical» tritt er zum ersten Mal in der Schweiz auf.

«Herzog von Schwaben wird für viel Intrigen und Streit sorgen» u patric scott übernimmt die Rolle des intriganten Herzogs Johann von Schwaben: «Er will Macht, und das nur für sich!» Patric Scott kennt man auf der WalenseeBühne: Er spielte Peter in den Heidi-Produktionen und Anselmo in «Die Schwarzen Brüder – Das Musical». Scott wuchs in Gams auf, liess sich an der Stage School of Music, Dance & Drama ausbilden und lebt heute in Berlin. Mit Fabienne Louves trat er 2011 in der Entscheidungsshow für den Eurovision Song Contest an.

«Walenstadt ist für mich ein heiss­ geliebtes Stück Heimat geworden» u Christoph Wettstein verkörpert den Bauernführer Walther Fürst. «Die Herausforderung meiner Rolle wird sein, meinen eigensinnigen Schwiegersohn Tell zu verstehen.» Christoph Wettstein besuchte die Zürcher Schauspielakademie. Seine Engagements reichen von Theaterstücken und Musicals bis zu TV-Serien und Filmen. Im Schweizer Hit «Ewigi Liebi» rockte er über 750-mal den Dänu. Auch in Walenstadt kennt man Wettstein: Er war in den Heidi-Produktionen und in «Die Schwarzen Brüder – Das Musical» zu sehen.

«Ich bin für jede Rolle auf der Suche nach Echtheit und Glaubwürdigkeit» u Florian schneider ist Freiherr Werner von Attinghausen, der einflussreiche, aber todkranke 80-jährige Urner Führer. «Das wird für mich als 52-Jährigen eine Herausforderung.» Florian Schneider wurde in Basel geboren, er liess sich dort und in Zürich zum Opern­ sänger ausbilden. Von 1995 bis 1997 stand er in der ­Titelrolle von Webbers «The Phantom of the Opera» auf der Bühne des Musical Theater Basel. Heute ist er als Schauspieler und Regisseur tätig. «Tell – Das Musical» ist sein sechstes Engagement in Walenstadt.

Facts & Figures

«Tell – Das Musical»: Alle Infos zum Sommer-Event 2012 in Walenstadt

u Anreise Mit dem Auto ist Walenstadt innert rund

einer Stunde von Zürich, von der Zentralschweiz und vom Bodensee her erreichbar. Die Parkplätze befinden sich in Gehdistanz zum Gelände. Pro Auto CHF 5.–. Neu stehen nach den Abendvorstellungen auch Zugverbindungen zur Verfügung (siehe Box). u Gastronomie Catering Services Migros verwöhnt Sie vor und nach der Vorstellung: entweder auf dem ge-

deckten «Marktplatz» (Grillspezialitäten, Magronen, Chässchnitten oder Pizza), im Restaurant Tellsplatte (Buffet mit Schweizer Spezialitäten, Reservation erforderlich) oder an der Musical Bar. Ebenfalls erhältlich ist ein reichhaltiger «Picknickkorb» (Reservation). u Spielzeit Premiere 18. Juli 2012. Das Musical läuft bis 25. August, jeweils Mittwoch bis Samstag, 19.45 Uhr. Zusätzlich: 22. Juli und 12. August, 13.30 Uhr, und 19. August, 19.15. Uhr. Dauer ca. 2,5 Stunden (inkl. Pause). Das Gelände öffnet zwei Stunden vor Spielbeginn. u wetter Bühne und Zuschauerraum sind nicht gedeckt – warme, wetterfeste Kleidung wird empfohlen. Die Veranstalterin ist bemüht, die Vorstellung auch bei Regen durchzuführen. Für Vorstellungen, die vorgängig abgesagt oder während der ersten 60 Spielminuten abgebrochen werden, finden Ersatzvorstellungen an einem Sonntag, Montag oder Dienstag statt.

u Tickets online unter www.walenseebuehne.ch/ tell-musical oder telefonisch unter 0900 313 313 (CHF 1.19/Min., Schweizer Festnetz). Weitere Ticketpartner (zzgl. 10 % Vorverkaufsgebühren): Ticketportal an jedem Bahnhof, in grösseren Manor- und Coop-City-Warenhäusern und bei der Post. www.ticketportal.com. u Informationen www.walenseebuehne.ch/tell-musical u Mit dem Zug zu Tell Nach den Abendvorstellungen stehen folgende Zugverbindungen zur Verfügung: nach Ziegelbrücke (23.45 Uhr), nach Zürich (22.46 Uhr, Extrahalt), nach Sargans/St. Gallen (23.21 Uhr) und nach Chur (23.21/ 00.13 Uhr). Ab Bahnhof Walenstadt ist die Walensee-Bühne zu Fuss innert ca. 15 Minuten erreichbar. SBB RailAway Kombiticket am Bahnschalter erhältlich. Infos: www.sbb.ch/tellmusical


«Tell als Menschen ergründen» Mit keiner geringeren Rolle als der des Schweizer Nationalhelden Tell debütiert Fabian Egli auf der Walensee-Bühne. Der 31-jährige Bariton stellt sich der Herausforderung mit lässiger Lockerheit. Tell ganz privat Fabian Egli vor dem Ritterhaus in Bubikon ZH.

u Fabian Egli debütiert mit der Haupt-

rolle des Tell in Walenstadt. Er wuchs in Bubikon im Zürcher Oberland auf, besuchte die Musikhochschule Luzern und die Opernschule in Stuttgart. Egli tritt in Opern und Musicals auf. Seine Baritonstimme leihte er Argante in «Rinaldo» oder Che in «Evita». Vom Mecklen­bur­gischen Landestheater wechselt Egli nun als Solist zur Oper Leipzig.

Foto Marcel Nöcker

W

ilhelm Tell – da denkt man als Erstes an einen Mann mit Bart. Bei Ihnen ist alles glatt … Im Musical «Evita» musste ich als Che eben noch gut rasiert auftreten. Darum begebe ich mich für den Tell vertrauensvoll in die Hände der Maskenbildner. Die kriegen das schon hin. Neben dem Bart erwarten viele Zuschauer wohl auch einen älteren Mann. Das ist wohl so. Aber wenn man die Gegebenheiten überdenkt, kann Tell gar nicht

viel älter als Mitte dreissig gewesen sein. Zu seiner Zeit war die Lebenserwartung nicht so hoch. Der Mann hatte zwei kleine Kinder, krakelte im Gebirge herum und schoss Böcke. Da kommt nur ein jüngerer Mann in Frage. Trotzdem: Spüren Sie eine gewisse Angst vor den Erwartungen der Zuschauer? Angst nicht, eher eine gewisse Nervosität. Es ist lustig zu hören, was die Leute über die Figur Tell so wissen und was nicht. Mir ist es ja genauso gegangen. Auch ich

hatte das Bild von einem Mann mit grauem Haar. Ich kannte den Apfelschuss und die Hohle Gasse und musste merken, dass ich nichts wusste. In der Zwischenzeit habe ich natürlich Schiller und Frisch gelesen, habe ich mir einen alten «Tell»-Film angeschaut. Wie interpretieren Sie «Ihren» Tell? Es wird kein muskelbepackter, übermenschlicher Held sein, der bei Sonnenuntergang auf dem Alpenfirn erscheint und mit seiner Armbrust das Land befreit. Sondern ein ganz normaler, boden­stän­diger Familienvater und Ehemann. Er geht für seine Werte sehr weit, mordet dafür sogar. Was dabei im Menschen Tell vorgeht, möchte ich ergründen. Können Sie mit der Armbrust schiessen? Ich hatte vor den Proben noch nie im Leben eine Armbrust in der Hand, kannte sie nur aus dem Museum. Wie wir das auf der Bühne lösen, möchte ich aber noch nicht verraten. Sie sind eigentlich Opernsänger. Was reizt Sie am Musical? Als Zuschauer habe ich das Genre schon immer geliebt. Während meiner klassischen Ausbildung trat ich nebenbei in Musicals auf. Dort geht man ganz direkt auf die Zuschauer zu, hat auch keine Angst vor Klischees. Das mag ich. Wie halten Sie es mit dem Tanzen? Ich habe privat Tanzunterricht genommen, um beim Einüben von Choreografien schneller zu sein. Ich bin weiss Gott nicht der grosse Tänzer – aber es macht Spass. Sind Sie Open-Air-erprobt? Sehr – ich stand schon bei fast 40 Grad in einer kompletten Lederuniform auf einer gelben Bühne. Sollte es mal etwas kühler sein, habe ich nichts dagegen. Führen Sie ein Ritual aus, bevor Sie auf die Bühne treten? Ich bin gerne sehr früh vor der Vorstellung dort. Ich mag diese leicht nervöse Stimmung, wenn alles bereit ist. Werden Sie dann nicht total aufgeregt, weil Sie wissen, dass in Walenstadt viele Bekannte im Publikum sitzen werden? Nein, gar nicht! Es gibt zwei Sorten von Sängern: Die einen sterben fast, wenn sie wissen, dass Freunde zuschauen werden. Die anderen drehen erst recht auf. Und zu denen gehöre ich.


Horoskop

Erst harzt es, dann kommen die Highlights

Liebe auf den ersten Blick. Organisieren Sie ein Fest, ein Dinner, gehen Sie aus! Singles könnten einen Partner finden, bestehende Beziehungen sind unbeschwert, vor allem für die in der 1. Dekade der Feuer- und Luftzeichen (Widder, Löwe, Schütze und Zwillinge, Waage, Wassermann) Geborenen.

widder 21.–30. 3. Traumwoche! Niemand kann Ihnen widerstehen, Sie erleben Sternstunden (4., 5.)! Private Highlights? Neue Liebe? Berufliche Erfolge? Was Sie jetzt beginnen, bringt in den letzten Wochen des Jahres schöne Resultate. 31. 3.–9. 4. Ruhige Woche: gute Laune oder eine gute Nachricht am 1. oder 2., Nervosität am 3. (Vollmond). 10.–20. 4. Der Mond im Schützen sorgt am 2. für gute Laune, neue Horizonte. Am 4. ­jedoch sind Sie enttäuscht, ärgern sich über eine Bemerkung. Die um den 13. Geborenen müssen nachgeben.

stier 21.–30. 4. Ihre Kontakte sind nicht grad optimal, ein Problem bereitet Kopfzerbrechen, speziell am 2. oder 5. Am 3. hingegen fällt eine Idee auf frucht­ baren Boden. Oder gibt eine Nachricht Auftrieb? 1.–10. 5. Der Vollmond am 3. ist exzellent, Sie fühlen sich wohl, sind optimistisch. Günstig für eine Reise. Nur am 6. sind Sie etwas zugeknöpft. 11.–20. 5. Sie sind aktiv und dyna­ misch, gewinnen am 30. einen Vorsprung. Am 4. handeln Sie instinktiv richtig und erweitern Ihr Wirkungsfeld. Sie sind offen für neue Ideen. Etwas hektisch wird der 6.

zwillinge 21.–31. 5. Eine Romanze oder eine wichtige Entscheidung auf dem Gefühlssektor kommt wieder zur Sprache, einige sind im siebten Himmel (4., 5.). Jupiter bringt tolle Chancen, einen Gewinn oder eine positive Wende. 1.–10. 6. Am 1. sind Sie nicht immer auf der glei­ chen Wellenlänge, Diskussionen (mit dem Partner?) dürften explosiv sein. Ab dem 5. läufts besser, die Wolken verziehen sich. 11.–21. 6. Sie sind am 2. unter Druck, sollten Schritt für Schritt vorgehen, nichts überstürzen. Danach (6.)haben Sie die Lage wieder unter Kontrolle .

krebs 22. 6.–1. 7. Sie dürfen sich auf Ihren Lor­ beeren ausruhen. Nur am 3. kommt es anders als er­ wartet, Sie müssen improvisieren. Vor dem 26. Geborene sind gut inspiriert, manche beweisen einen sechsten Sinn (5.). 2.–12. 7. Nach dem ruhigen Weekend geht es nach dem Vollmond am 3. bergauf, am 4. landen Sie mit dem Partner oder im Team einen Treffer. 13.–22. 7. Sie amüsieren sich am 30. blendend. Am 4. sind Sie nicht auf der gleichen Linie wie Ihr Partner. Vor allem die vor dem 17. Geborenen müssen Konzessionen machen.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie gehören zu den Favoriten, können sich bestens entfalten. Ihr Charme wirkt, Sie stehen im Mittelpunkt. Am 4. und 5. erleben einige eine Sternstunde: schicksalhafte Begegnung? Versöhnung? Alle Hoffnungen sind erlaubt. 2.–12. 8. Sie verbreiten am 1. gute Laune. Am 6. sollten Sie auf die Wünsche Ihres Partners eingehen, mehr Verständnis zeigen. 13.–23. 8. Sie haben die Lage gut unter Kontrolle, machen Nägel mit Köpfen. Nach (kleinen) Missverständnissen am 30. klären Sie am 2. ein Problem und stellen die Weichen.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie könnten Ihr Budget über­ ziehen. Auch ein Problem von April (Gefühlssektor) dürfte wieder aktuell werden (am 1. oder 4.). Halten Sie sich aus Intrigen am Arbeitsplatz heraus! 3.–12. 9. Ex­ zellente Woche: Sie können sich auf Ihre Freunde ver­ lassen, der Vollmond am 3. ist positiv für neue Projekte. Am 4. ist Ihre Intuition erstaunlich. Am 2. müssen Sie nachgeben. 13.–23. 9. Nach einigen Komplikationen zu Hause am 2. (Angehörige?) läuft es wieder besser. Am 4. amüsieren Sie sich im Kreise Ihrer Liebsten.

waage 24. 9.–3. 10. Sie gehören zu den Gewin­ nern, manche landen beruflich oder privat einen schö­ nen Treffer. Am 4. und 5. kommt es zu einer grossen Überraschung: Neubeginn? Super Angebot? Beförde­ rung? Oder ein Liebeshoch? 4.–13. 10. Sie müssen mit Komplikationen rechnen, speziell ab dem 3. (Vollmond). Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht zwischen zwei Stühle setzen! Am 5. und 6. läufts wieder besser. 14.–23. 10. Sie sind am 2. sehr kontaktfreudig, können ein Missverständnis klären. Etwas hektisch ist der 4.

skorpion 24. 10.–2. 11. Ihre Kommunikation gerät etwas ins Stocken. Auf Reisen, bei wichtigen Terminen oder Verträgen sollten Sie kein Detail ausser Acht lassen (speziell am 2. und 5.)! Am 3. gehts besser, Ihre Argu­ mente fallen auf fruchtbaren Boden. 3.–12. 11. Exzellen­ ter Vollmond am 3. verspricht eine gute Nachricht, neue Sympathien (auf Reisen). Am 4. sind Sie schlagfertig, am 6. hingegen nervös und reizbar. 13.–22. 11. Routine, Routine. Günstig für ein Treffen, eine offene Aussprache wird der 4., während Sie am 30. und 6. zu sensibel sind.

schütze 23. 11.–2. 12. Am 1. sind Sie etwas ent­ täuscht, doch am 5. klappt es ganz nach Wunsch. Hören Sie in Gelddingen auf Ihren Partner! Die nach dem 28. Ge­ borenen können mit einer tollen Überraschung rechnen (4., 5.): Neuanfang? Schicksalhafte Begegnung? 3.–12. 12. Hören Sie am 1. und 2. auf Ihre innere Stimme. Günstig für eine Reise, ein Treffen, einen Besuch sind der 5. und 6. 13.–21. 12. Sie haben freie Bahn und ge­winnen einen Vor­ sprung. Langfristige Vorhaben gelingen, neue Freund­ schaften sind sehr solide (2., 6.).

steinbock 22.–31. 12. Die exzellente Phase der vor dem 26. Geborenen dauert an, speziell für künstlerische Projekte oder Disziplinen (Yoga, Meditation etc.). Alle anderen werden mit einer neuen Situation konfrontiert, die Ihre Planung stört (30. oder 6.). 1.–10. 1. Sie kommen gut über die Runden. Nur am 3. sind einige übersensibel und legen jedes Wort auf die Goldwaage. 11.–20. 1. Sie stehen am 30. im Mittelpunkt des Geschehens, freuen sich über die Geste von Freunden. Am 1. erwarten Sie sich zu viel, am 3. entscheiden Sie instinktiv richtig.

wassermann 21.–30. 1. Traumwoche! Niemand kann Ihrem spontanen Charme widerstehen, manche treffen voll ins Schwarze! Nutzen Sie diese Phase, um Ihre Ziele zu erreichen, beruflich oder privat. Was Sie jetzt (am 1., 4. und 5.) beginnen, bringt bis Jahresende gute Resultate! 31. 1.–9. 2. Sie sammeln Pluspunkte, speziell am 1. (oft dank einem Freund). Am 5. und 6. sind Sie gut inspiriert. 10.–19. 2. Abgesehen von (kleinen) Kom­ plikationen am 30. eine exzellente Woche. Ein grösseres Vor­haben bringt die ersten guten Resultate (2., 6.).

fische 20. 2.–1. 3. Sie schlagen derzeit ganz schön über die Stränge und überziehen Ihr Budget. Oder sind die Unkosten für Ihre Wohnung höher als erwartet? Am 1. und 4. kommt es anders als erwartet (auch privat). 2.–10. 3. Sie sammeln Punkte, sind sehr effizient. Der Vollmond am 3. ist günstig, Sie fühlen sich wohl und geborgen im Kreise Ihrer Liebsten. Einige haben auch Glück im Spiel. 11.–20. 3. Vorwiegend neutral. Am 30. stehen Sie im Mittelpunkt, am 4. könnten sich unver­ hofft Freunde melden. Am 2. sind Sie leicht reizbar.

ihr tages-horoskop 92

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woche vom 30. Juni bis 6. Juli 2012 Nach dem hektischen Weekend wirds ab Vollmond am 3. besser. Merkur wirkt am 4. günstig: erfolgreiche Verhandlungen, gute diplomatische Ergebnisse. Am 5. bildet Venus einen harmonischen Winkel zu Uranus: kulturelle Highlights, aufregende Begegnungen, gar

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die sechsten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Aendern, 2. Brigade, 3. Elegant, 4. Nervoes, 5. Doerfer, 6. Rebhuhn, 7. Exempel, 8. Deutsch, 9. Einband, 10. Utensil, 11. Natacha, 12. Delikat, 13. Maessig, 14. Obstbau, 15. Rentsch, 16. Goesgen, 17. Elmiger, 18. Namhaft, 19. Rhombus, 20. Eskorte, 21. Dressur Lösungssatz: Abendrede und Morgenrede kommen selten ueberein. Lösung: KNETEN

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notabene

Der Image-Terror Chris von Rohr

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schweizer illustrierte

Foto Daniel Rihs

D

er Mensch ist ein Her­ spiessig. Unsere Betrachtungsweise war: dentier. Wir sind so­ziale Wer Luxusobjekte und Statussymbole Wesen und passen uns nötig hat, muss ein geistiger Pfosten sein. Philosophieren war sexy. Sprüche an. Trotzdem ist für wie «Wir sind die Kinder, vor denen un­ mich gerade die Einma­ sere Eltern uns gewarnt haben» räumten ligkeit des Mitmenschen ab. Die heutigen Jugendlichen ticken das wahre Wunder un­ andersrum. Viele wollen einer Mehrheit serer Existenz. Jeden Erdenbürger gibt angehören. Alles, was neu und massen­ es lediglich einmal in seiner speziellen Ausführung. Diese Einmaligkeit authen­ tauglich auf den Markt kommt, wird rasch tisch zu leben, scheint aber in der Welt für unverzichtbar gehalten. der Marken und Trends nicht einfach. Warum dieser Wandel? Vielleicht Auf Schritt und Tritt wird unsereins mit hängt es damit zusammen, dass jedes Anregungen gespeist, wie wir und unse­ Pendel zurückschlägt. Irgendwann re Entourage zeitgemäss in Erscheinung war alles möglich. Man hatte selbst mit einem Irokesenschnitt und mit Büro­ zu treten haben, egal ob es uns dabei klammern im Gesicht die Möglichkeit, wohl ist oder nicht. Manche Menschen eine Schule zu besuchen; in der öffent­ haben die Substanz, dagegen Resis­ lichen Badi durfte zumindest obenrum tenzen zu entwickeln, andere geraten in «Wir waren ein Zugzwang und tappen im schlimmsten verschworener Haufen «geblüttlet» werden, und wo früher ein Fall in die Armutsfalle. einziges, staatlich-patriarchalisches Gerade jüngere Menschen leiden Zottelfreaks gegen Unisex-Radio trällerte, entstanden ver­ schiedene Kanäle für unterschiedliche unter der Furcht, im Offside zu landen, die grauen Igelbrüder» wenn sie nicht den angesagtesten Labels Bedürfnisse. Wie müssig ist es da, und Trends huldigen und unterwürfig die schrägsten Pflicht­ noch auffallen zu wollen … Also schaue ich, dass ich dabei bin eskapaden mitmachen. Wer seinen Haushalt mit Kindern teilt, − und dafür dann gleich ganz vorne. Das Mittelfeld ist für die ächzt unter den diesbezüglichen Diskussionen am Mittagstisch. Schlaffen. Man gewinnt den Eindruck, die Schule werde für Trendflüch­ Als höchstes Gut durch alle Gesinnungs- und Mode­ tige spätestens mit der Pubertät zum Folterplatz. strömungen hindurch ziehen sich die Werte Toleranz und Frei­ Meine Tochter besucht eine Rudolf-Steiner-Schule. Da heit. Ich stelle mir spontan eine Szene vor, in der Yuppies und hält sich das noch in gesunden Grenzen. Ein eigenes Handy, Hippies, Jodler und Rapper, Herrgottsschnitzer, Hebammen, Smartphone oder iPad besitzt sie mit elf Jahren noch nicht. Harley-Hengste, Flyer-Touris und Veganer friedlich mitein­ Zwischendurch lasse ich sie meine Geräte benutzen. Dann und ander bei Sparerips, Linsensalat, Guinness oder Holunder­sirup wann spüre ich aber auch bei ihr einen gewissen Drang nach den Feierabend verbringen: Imagine! … mehr oder eine Sehnsucht, sich der Klasse anzupassen. Öfters Wer einen Mangel an Privatjachten und Kreditkarten fragt sie nach Gameboys oder sonst was – offensichtlich bloss, beklagt, soll getröstet sein: Es gibt viel Grossartiges und Ein­ weil andere diese Dinge haben. Ich verstehe das. Wer dazuge­ maliges gratis, und man muss sich nicht fürchten, dass es einem hört, lebt mit dem guten Gefühl, okay, akzeptiert und normal geneidet oder gestohlen wird. Wir brauchen bloss Augen, Oh­ zu sein. Wer anders ist, gerät gern in Erklärungsnotstand. Den­ ren und Riechkanäle zu öffnen. Lindenblütenduft, Vogelgesang, noch habe ich als Vater eigene Ansichten darüber, was die Kids die Glut der untergehenden Sonne, das frisch gemähte Gras und brauchen, was nährt und längerfristig zufrieden macht. Mitläu­ die umwerfenden Blüten in ihren vielfältigen Farben und For­ fertum ist wirklich alles andere als stärkend, persönlichkeits­ men: Diese immer wiederkehrenden Wunder sind wohltuende Erscheinungen jenseits aller Mode-Hypes. Gehen Sie hinaus – bildend und sicher nicht die optimale Überlebensstrategie. Was es heisst, nicht dabei zu sein, habe ich in den um die Öffnungszeiten brauchen Sie sich nicht zu scheren. Auch wenns nicht immer einfach ist, langfristig lohnt es Sechzigern am eigenen Leib erfahren. Mit meinen langen Haa­ ren galt ich als «verweichlichter, schwuler Dreckskerl» und sich, sich selbst treu zu bleiben, seinen eigenen Weg zu finden. wurde auf der Strasse sogar angespuckt, je nachdem, wo ich An jeder Hausecke die gleichen Bierzelt-Laferisprüche – ich auftauchte. Das hatte auf unseresgleichen zwar eine verbin­ bin mir sicher: Ihre Gedanken würden mich tausendmal mehr dende Wirkung – wir waren ein verschworener Haufen Zottel­ interessieren!  freaks gegen die grauen Igelbrüder – aber es war auch aus­ grenzend. Das ging so weit, dass einem gewisse Jobs oder Buchtipp zum Thema: «Demian» von Hermann Hesse Dienstleistungen wegen der Haartracht verweigert wurden.  Der Unterschied zu heute? Wir waren damals Rebellen gegen den Mainstream. Was alle hatten oder wollten, fanden wir Chris von Rohr, 60, Musiker, Produzent und Autor


leser

«Da hat die Schweiz ein neues Traumpaar» u Hochzeit Roman Kilchsperger

und Viola Tami, SI 25/2012 «Die Hochzeit von Roman Kilchsperger und seiner Viola ist wunderschön. Da hat die Schweiz ein richtiges neues Traumpaar bekommen, beide sehen gut aus, haben Charme und Witz und bewegen sich in der Öffentlich­ keit sehr sicher und galant. Schade nur: Ich hätte auf den Fotos gern noch die Kinder der beiden gesehen.» Maria Brunner, per E-Mail

«Die Heirat von Viola Tami und Roman Kilchsperger ist für mich die Hochzeit des Jahres in der Schweiz. Wann hat man zuletzt ein so schönes Paar gesehen? Viola ist eine wirklich wunderschöne Braut, ihr Kleid ist ein Traum. Ich schaue immer Fernsehen, wenn Kilchsperger moderiert, mir gefällt sein frischer und frecher Humor. Und Viola Tami habe ich schon auf der Bühne gesehen, in der ‹kleinen Niederdorf­

oper›. Für mich sind die beiden ein Vor­ zeigeehepaar, und das Foto, wie sie sich innig küssen, sagt doch einfach alles. Dem frisch getrauten Ehepaar und seinen Söhnen Niccolo und Leandro wünsche ich alles Gute.» Zota Heggli, per E-Mail Ein Schwinger Mit Geschmack u Zu Hause bei Nöldi Forrer, SI 25/2012 «Danke für den sehr schönen Bericht über Nöldi Forrer. Er ist und bleibt mein absolu­ ter Lieblingsschwinger. Ein toller Sportler und ein leutseliger Kerl mit viel Charme und Toggenburger Witz. Dass Nöldi so ein

super Haus hat, wusste ich gar nicht. Die Aussicht ist phänomenal, und die Möbel und die Inneneinrichtung würden mir also auch noch gefallen. Der Mann hat Geschmack, als Frau würde ich hier sofort einziehen. Bei so einem Baum von einem Mann sowieso, aber Nöldi hat ja schon eine Freundin. Viel Glück in dieser Saison, Nöldi!» K. Zuberbühler, per E-Mail Falsches Schiff u al dente, SI 25/2012 «Das abgebildete Dampfschiff Blümlisalp fährt auf dem Thunersee und nicht auf dem Brienzersee. Das Dampf­ schiff, das auf dem Brienzersee fährt, heisst Lötschberg!» Daniel Handschin, per E-Mail

(SI-Leser Daniel Handschin hat recht. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen! Die Redaktion)

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

willi

«Zum Schies­sen und Autofahren ist Ihre Sehkraft zu schwach. Aber Fussballschiedsrichter würde noch drinliegen.»

impressum Nr. 26, 101. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Monique Ryser Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über die Verachtung der Urlauber für ihre Gastgeber

Kein Wunder: Die Problematik, unter der Europa zu zerbrechen droht, ist ja in den südlichen Mitgliedsländern entstanden. Die Pauschalisierung «Der Süden» aber trifft das Problem natürlich nicht. Sondern? Die Nationen, die Sie aufzählen, haben ganz unterschied­ liche Probleme. Nur zwei Beispiele: Spanien leidet unter einer Immobilienblase, ganz ähnlich wie 2007 und 2008 die Amerikaner; trotzdem liegt in Spanien die Privatver­ schuldung niedriger als in der Schweiz. Zweites Beispiel: Italien ist immer noch Nettozahler der EU; seine Wirtschaft ist nach wie vor wettbewerbsfähig. Aber lassen wir die Ökonomie für einen Augenblick beiseite. Reden wir über die kulturelle Dimension des Problems: über die Verachtung, die dem Süden entgegenschlägt. Nicht zuletzt in den Medien. Wo sehen Sie Anzeichen dafür? Es empört mich, wenn ich in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom «orientierungslosen Lamentieren» des «Euro-Südens» lesen muss. Es macht mich wütend, wenn das deutsche Blatt «Die Welt» von «Südeuropas Plärren» schreibt und wenn dieselbe Zeitung den Süden «die Kühle spüren lassen will, die Angela Merkel nachgesagt wird». Die nämlich wirke «erfrischend für aufgeheizte Köpfe». Da wird mit Wörtern und Wörtchen und Sätzen und Sätzchen die Wahrnehmung des Südens durch den Norden vergiftet. Basis dieser Kritik ist die desaströse Lage dieser Länder. Noch vor zehn Jahren galt die wirtschaftliche Lage von Deutschland als desaströs. Spanien dagegen wurde wegen

seines Booms, der eben leider nur ein Immobilienboom war, über den grünen Klee gelobt. Und Irland, eine doch sehr nördliche Nation, galt in Anspielung an die südostasia­tischen Tigerstaaten als «Tiger Europas», als Heldennation der neoliberalen Dagobert-Duck-Ideologie. Inzwischen ist der Tiger zum Bettvorleger geworden: ökonomisch am Boden, hochverschuldet, deprimiert. Stabil ist auf der grünen Insel nur noch die Wahrscheinlichkeit von Regenfällen. Sie verharmlosen die Probleme. Oder andersrum: Sie reden sich den Süden schön. Genau, lieber Marc Walder! Ich mache, was Abermillionen Urlauber bisher Jahr für Jahr machten: Ich singe Hymnen auf den Süden, auf Rhodos und Sizilien, auf die Algarve und die Toskana, auf die Costa Brava, auf Mallorca und Ibiza. Seit Generationen schwärmen Nordeuropäer vom Dolcefarniente an den Gestaden des Mittelmeers. Und? Und heute reduzieren wir die freundlichen Menschen, deren Hotels und Pensionen wir früher so gern aufgesucht haben, die Menschen, bei denen wir nächtelang zu Tische sassen – in der Trattoria, in den Bars und Tavernen –, auf dieses Farniente, das Nichtstun, und machen es ihnen zum Vorwurf. Dabei war das Farniente vor allem unser Farniente. Wir flogen in die Sonne, um dort nichts zu tun – und liessen uns von den fleissigen Südländern verwöhnen. Sie sind ein unverbesserlicher Romantiker! Ich rede von der Wirklichkeit – ich rede von gestern und heute: Früher projizierten wir unsere Sehnsüchte auf den Süden. Heute projizieren wir auf die Menschen Italiens, Portugals, Griechenlands und Spaniens unsere Überheblich­ keit, unsere Ressentiments, ja, unsere Verachtung.  MARC Walder, 46, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

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Trinken Sie Ihren Espresso in Rom? Oder New York? Oder auf den Malediven?

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, Sie sind ja bekennender Euro­ päer: Haben nicht sogar Sie manchmal Angst, dass Griechenland, Spanien, Portugal und Italien Europa in den Abgrund reissen? Sie sagen Griechenland, Portugal, Spanien und Italien – und meinen den Süden. «Der Süden», das ist der Begriff, über den neuerdings vor allem im deutschsprachigen Norden ungehemmt gelästert wird, auch in der Schweiz.



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