Issuu on Google+

12

19. M채rz 2012 CHF 4.50

Amy Amy

Luc

Emma

Emily

Nicolas

Roma

Kevin

Michiel

Emma

Joren

Ilana

Eline

Cor

Bart

Jennifer

Gestorben am 13. M채rz 2012

Die Schweiz trauert mit Belgien


Inhalt HEFT 12, MONTAG, 19. März 2012

Titel 12

Das Car-Drama Unfassbar. Reportagen aus Belgien und aus dem Wallis. 22 Seiten

Leute 5 6

Editorial von Stefan Regez Leute Christa Rigozzi & Co., Susanne Kunz, Jeremy Irons, Abt Martin Werlen 10 Eliane Müller Das grösste Talent – privat 36 Angela Rosengart Picassos Muse 96 Kuno Lauener Der Züri-West-Frontmann über Töchterchen Lucy. Und seine neue CD 98 Didier Cuche & Beat Feuz Stabübergabe 105 Karl Meli Abschied vom Schwinger-Helden

98

Party 102 Udo Jürgens Hallenstadion Zürich Schweizer Filmpreis KKL Luzern

u Chapeau! Der eine geht, der andere ist gross im Kommen. Didier Cuche und Beat Feuz (r.) sorgen in Schladming für ein Schweizer Skifest. Trotz Ösi-Heimsieg.

Schöne Schweiz 42 46

Mike von Grünigen Der RiesenslalomStar trainiert seine Söhne auf der Piste Top Ten in Gstaad Kids-Day, FashionParadies, neues 5-Sterne-Hotel, Gästebuch

Die Besten 53

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Shopping

Titelfotos HO; Inhalt Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker

59

10

36

u Geschafft! Das grösste Schweizer

u Generös! Vor zehn Jahren hat Angela

Talent Eliane Müller verschnauft mit Freund Raphael zu Hause in Hochdorf LU.

Rosengart ihre Schätze an alle Kunst­ liebhaber verschenkt. Ein Grund zum Feiern.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Wer hat was mit wem? Im Promi-Flash gibt’s den neuesten Klatsch und Tratsch. Und: Sehen Sie sich zu Hause eMagazin bei Jeremy Irons um.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 75 76

Verdauung Wie Sport und Nahrung helfen Vorgeburtliche Chirurgie Prof. Martin Meuli zeigt, was heute bereits möglich ist

Weekend 79

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 52 Notabene von Peter Scholl-Latour 106 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 86 Impressum 92 Horoskop 104 Leserbriefe schweizer illustrierte

3


editorial

Wir trauern und danken! Tod im Tunnel

Stefan Regez, Chefredaktor

Schmerzvoller Abschied SI-Redaktorin Nina Siegrist vor der Gedenkstätte in Lommel. 15 der 22 verunglückten Kinder gingen hier zur Schule.

«Es ist das Schlimmste, was ich je erleben musste», sagt Günther Willisch, seit 18 Jahren Rettungssanitäter bei Air Zermatt, zu SI-Reporterin Aurelia Forrer. «Die Gesichter der Kinder und der Retter haben gezeigt, dass sie aus der Hölle kamen», sagt Dr. Daniel Fishman, NotfallChef im Spital von Sitten, zu SI-Reporter Thomas Kutschera. «Ihr in der Schweiz habt wirklich alles getan, um unseren Kindern zu helfen», sagt ein Mann in Lommel (B) zu SI-Reporterin Nina Siegrist. Und Chris von Rohr bringt es in seinem Essay auf den Punkt: «Es starb die Zukunft.» Was am Abend des 13. März 2012 beim Busunglück im Wallis passiert, ist unfassbar: 28 Menschen sterben, darunter 22 Kinder im Alter von elf und zwölf Jahren. 24 Kinder werden verletzt. Die ganze Schweiz trauert mit Belgien, mit den Eltern und Angehörigen, mit den Überlebenden und Freunden. Das Skilager in St-Luc hätte für diese Kinder ein schönes, gemeinsames Erlebnis werden sollen (so, wie wir uns gerne an unsere Skilager erinnern). Jetzt ist es der Inbegriff für eine Tragödie geworden. Über 200 Rettungskräfte stehen ab Dienstagnacht im Einsatz. Im Spital von Sitten kümmern sich 150 Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeitende um die verletzten Kinder. Sie alle leisten grossartige Arbeit! Bei anderen Katastrophen hapert es oft mit der professionellen Hilfe. Die Retter im Wallis haben unter unvorstellbaren Bedingungen alles richtig gemacht. Und sich so den grossen Dank der Angehörigen in Belgien und von uns allen verdient! Liebe Leserinnen, liebe Leser, auf dem Titel zeigen wir die 15 verunglückten Kinder aus der belgischen Kleinstadt Lommel. Genau diese Bilder sind dort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden – im Rathaus, wo sich die Bevölkerung zur Trauer versammelt hat. Auch wir in der Schweiz gedenken dieser Kinder – und behalten ihre fröhlichen Gesichter in Erinnerung. «Unfassbar!» – ab Seite 12 Ich wünsche Ihnen eine ruhige Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

SI intern Fotos Geri Born, Marcel Nöcker

Liebe Leserin, lieber Leser Den neuen Chefredaktor der Schweizer Illustrierten kennen Sie bereits: Der Meiringer Stefan Regez, 40, führte die Redaktion inter­i­mistisch seit letztem September. Er hat in dieser Zeit erst das Team, dann seine Vor­

gesetzten überzeugt. Wir gratulieren ihm herzlich zur definitiven Berufung. Verstärkung gibts auch: Ueli Walther, 52, wird stellvertretender Chefredaktor, Monique Ryser, 49, Mitglied der Chefredaktion. Willkommen an Bord!

Urs Heller, Geschäftsführer Ringier Zeitschriften schweizer illustrierte

5


leute

Romantisch: (v. l.) Bianca Sissing (Miss Schweiz 2003), Linda Fäh (2009), Jennifer Ann Gerber (2001), Christa Rigozzi (2006) und Karina Berger (1988) präsentieren Abendroben von Lisbeth Egli und Schmuck von Bucherer.

Susanne Kunz

Nicht ohne ihr Sackmesser u Die Moderatorin von «1 gegen 100» gibt in der «SI GRUEN» Überraschendes preis. Susanne Kunz, 33, überlegt sich vor den Sendungen nie genau, was den Leuten gefallen könnte. «Ich mache es ein­ fach. Von innen heraus.» Trotzdem schlüpft sie auch gerne in eine Rolle – das kann sie auf der Bühne aus­ leben: Obwohl Susanne Kunz einst durch die Aufnahme­prüfung einer Schauspielschule gefallen ist, tingelt sie heute als gestresste Hausfrau Elsbeth Schneider mit ihrem «Schlagzeugsolo» durchs Land. Nächste Woche erfahren Sie in der «SI GRUEN» übrigens auch, wie Susanne Kunz zur Umwelt Sorge trägt, warum das Mags spontan: Susanne Poulet bei ihr nur ganz auf den Tisch kommt und wieso Kunz überlegt sich nicht dauernd, ob sie allen gefällt. sie immer ein Sackmesser bei sich hat. HÜ

50 Jahre knies Kinderzoo

christa rigozzi & co.

Familiäres Treffen d er Schönsten u Fünf

6

Rose

kaktus

David Bröckelmann Parodist und neuer Kasperli u Tri, tra, trallala, de Chaschperli isch wieder do, de Chaschperli isch ... neu! Siebzehn Jahre nach der letzten Kasperli-Folge leiht David Bröckelmann der legendären, frechen Zipfelmützen-Figur seine Stimme. Nicht ganz einfach: Denn fast dreissig Jahre und 22 Hörspiele lang war Schauspieler Jörg Schneider die unverwechsel­ bare Kasperli-Kult-Stimme. Und jetzt also – Potz Holzöpfel und Zipfelchappe – kaspert bald Bröckelmann in den Kinderzimmern: Sind er alli da? Ja! Gut, dann erzähle ich euch heute das Stück «De Chasperli und d Rose vo de Schwiizer Illustrierte».

ancillo canepa Präsident FC Zürich u 22 Monate lang sonnte sich der FCZ-Boss in den Erfolgen, die ihm sein Chefangestellter Urs Fischer als Trainer des Super-League-Teams bescherte. Nun hat er das Zürcher Urgestein Fischer schnöde entlassen. Ohne Not. Und dies, nachdem er ihm im Winter die besten Spieler des Teams gleich reihenweise vor der Nase wegverkauft hatte. Zu den satten Transfer-Einnahmen gibts als Dreingabe von uns einen Kaktus. Und bekommt das stachlige Präsent mal zu wenig Licht in Ihrem präsidialen Büro, dann wissen Sie ja, was zu tun ist: Einfach vor die Tür stellen.

schweizer illustrierte

Missen an einer Modenschau: Das gibt es nur, wenn Designerin Lisbeth Egli, 65, ihre neuen Mode-Inspirationen im Hotel Palace in Luzern vorstellt. «Es ist jeweils wie bei einem Familientreffen», sagt Jennifer Ann Gerber, 30. Karina Berger, 43, Mitinhaberin der Miss-Schweiz-Organisation, und ihre ehemaligen Schützlinge bringen sich bei dieser Gelegenheit auf den neuesten Stand. Linda Fäh, 24, berichtet von ihren Ferien in den USA, Christa Rigozzi, 28, erzählt, dass sich der Bau ihres Hauses verzögerte, und Bianca Sissing, 33, zeigt sich nervös wegen ihrer baldigen Lehr­abschluss-Prüfung zur Floristin. Ob sie besteht? Spätestens bei der nächsten Modeschau wirds erzählt. aurelia forrer

Werbestar Katarina mit ihrem Papa Frank, den Knies und Elefant Patma.

u Kamele füttern, auf dem Pony reiten und Seelöwen bestaunen: Seit 50 Jahren ist Knies Kinderzoo in Rappers­ wil ein Paradies für die Kleinen. Zum grossen Jubiläum läuft jetzt ein Fernsehspot. In diesem spielen Katarina Seelig, 6, und ihr Vater Frank, 49, die Hauptrolle – zusam­ men mit Elefantendame Patma, 52. «Uu herzig!», findet die kleine Kata­ rina die 4-Tonnen-Lady. Auch Chris Rui, 5, hat überhaupt keine Angst vor dem dicken Trampler. Schliess­ lich zeigt er dem grauen Riesen in der Manege regelmässig, wer der Meister ist – zusammen mit Papa Franco Knie jr., 33, und Mama Linna, 32. Auch Katarina würde gerne einmal beim Zirkus arbeiten. «Vielleicht als Dompteuse», schlägt Papa Frank vor. «Schliesslich ge­ horche auch ich ihr aufs Wort.» EBU

schweizer illustrierte

Fotos Thomas Buchwalder, HO, Hervé Le Cunff, Kurt Reichenbach, RDB

Herzige Elefantenrunde

7


leute

Hollywood in Bern: Weltstar Jeremy Irons, 63, vergangene Woche bei Dreharbeiten.

nachgefragt bei

Jeremy Irons In «Nachtzug nach Lissabon» spielen Sie den Berner Lehrer Raimund Gregorius. Wie ist es, einen Schweizer zu spielen, Herr Irons? Ich bin selbst ein bisschen wie ein Schweizer, sehr organisiert. Die Schweizer sind nicht komplizierter als Italiener oder Amerikaner. Einfach etwas anders. Haben Sie den Schweizer Charakter vorher studiert? Ich beobachte die Menschen jeden Tag, die ganze Zeit. Das gehört zu meinem Beruf als Schauspieler. Können Sie sich vorstellen, wie Raimund Gregorius Ihr Leben von einer Sekunde zur anderen zu ändern? Nein. Mein Leben ähnelt seinem nicht. Es ist nicht monoton, ich reise viel, interessiere mich für Orte und ­Menschen. Daher bin ich in einer ganz anderen Situation als er. Wie erlebten Sie den Dreh in Bern? Als sehr schnell und effizient. Wie ich das von einer Schweizer Crew erwartet habe. Sie hatten einen hohen Gast zu Besuch:

«Nachtzug nach Lissabon» nach dem Roman von Pascal Mercier kommt 2013 in die Kinos. Bundesrat Alain Berset … Ja, er kam am Set vorbei. Regisseur Bille August hat aber nur einen Mantel am Haken gefilmt, als er da war. Das war etwas langweilig für ihn (lacht). Wie gefällt Ihnen Bern? Sehr gut. Die Stadt ist von Wasser umgeben, ich mag die Brücken und die Architektur. Ein sehr angenehmer Ort. Vor allem um in der Sonne zu sitzen und zu rauchen. Ausserdem kann man gut shoppen. Die Schoggi für Ostern habe ich bereits gekauft.

Wo haben Sie überall gefilmt? Auf der Kirchenfeldbrücke, im ­Kirchenfeld-Gymnasium, in einer Wohnung, einem Buchladen, in der Kramgasse und natürlich am Bahnhof Bern, wo die Reise in Gregorius’ neues Leben startet. Könnten Sie sich vorstellen, hier zu leben? Eigentlich mag ich das Meer lieber als die Berge. Aber man kann nie wissen. Ich hoffe auf jeden Fall, bald wieder in die Schweiz zu kommen. Interview esther meyer

Abt Martin Werlen

Fotos Claudio Meier, Qwer Jorns, Nicole Bökhaus

Er kann wieder lachen!

u Auf den ersten Blick ist er wie immer: redegewandt und humorvoll. Doch Abt Martin Werlen, 49, sagt: «Ich habe jetzt eine Behinderung. Ich muss mehr nach Worten suchen und spreche viel langsamer.» Beim Badminton-Spiel stürzte der Vorsteher des Klosters Einsiedeln am Freitag, 13. Januar 2012, und erlitt dabei eine Gehirnblutung. Danach hat er Mühe zu sprechen und kann nicht mehr lesen. In der Reha­ klinik Valens SG muss er beides neu lernen. Dort habe er gemerkt, wie wichtig Zusammenhalt und Vertrauen sind. Martin Werlen, Abt von Kloster Ein- «Ich habe jetzt viel mehr Verständnis für Menschen, die siedeln, in seinem solche Verletzungen haben. In der Patientengemeinschaft Empfangszimmer. fühlt man sich nicht allein.» Stephanie Ringel

schweizer illustrierte

9


Schweizer Talent

Drei-Mädchen-Haus Eliane (M.) mit ihren Schwestern Noemi (l.), Schülerin, und Lorena, Sportstudentin, zu Hause in Hochdorf LU.

Fröhliche Familie Am Zmorgetisch (v. l.): Cousine Elin, Mutter Edith, Vater Franz, Freund Raphael, Eliane, Cousin Laurin, Schwester Noemi, Schwester Lorena und deren Freund Rafael.

«Rüüdig» stolz au f Eliane Vergangenen Samstag wurde eliane müller zum «Grössten Schweizer Talent» gewählt. Dabei war sie anfangs gar nicht begeistert, als ihre Familie sie anmeldete. Text sandra casalini Fotos remo nägeli

Foto Samuel Trümpy/SRF

S

10

Emotional Eliane Müller am Samstagabend nach ihrem Sieg bei «DGST».

onntagmorgen, 10 Uhr: Im nor­ malerweise eher ruhigen Ein­ familienhaus der Familie Müller in Hochdorf LU ist das Chaos ausgebro­ chen. Am Tag nach Elianes Sieg bei der SF-Castingshow «Die grössten Schwei­ zer Talente» geben sich Journalisten und Kamerateams die Klinke in die Hand. Tags zuvor ist ein Grossteil der Familie angereist, teilweise aus dem Ausland. Langsam kommen sie aus den Zimmern, reiben sich verschlafen die Augen. Für

gut drei Stunden Schlaf habe es gereicht, berichtet Eliane, 21. Immer wieder kommen Nachbarn und Dorfbewohner vorbei, um zu gratulieren. Vier Mitglie­ der des Gemeinderates bringen einen riesigen Blumenstrauss. «Unglaublich. So was habe ich noch nie erlebt», sagt Edith Müller, 50, lachend. Angefangen hat alles mit Noemi. Es ist die 16-jährige Noemi, die ihre gros­ se Schwester heimlich bei «DGST» an­ meldet. Mit Hilfe der ältesten Schwester Lorena, 23, füllt sie das Formular aus. Als dann die Einladung zum Casting kommt, ist Eliane alles andere als begeis­ tert – und verdächtigt erst mal den Papi, Franz Müller, 54. «Aber dann dachte ich: ‹Warum eigentlich nicht?›.» Mit Pianoversionen des LeonaLewis-Hits «Run» im Halbfinale und dem

Metallica-Song «Nothing Else Matters» im Finale rührt sie Jury, Publikum und TV-Zuschauer zu Tränen. Allen voran ihre kleine Schwester, die während jeder Sendung vor laufender Kamera hem­ mungslos weint. «Klar, werde ich von Mitschülern und Lehrern dauernd darauf angesprochen», sagt Noemi. «Für mich ist es halt so emotional, wenn ich Eliane singen höre. Seit sie für ihr Studium ins Tessin gezogen ist, ver­misse ich ihren Gesang zu Hause.» Dabei waren die Schwestern nicht immer ein Herz und eine Seele. «Ich war sechs, als Noemi zur Welt kam und mir den Platz als jüngste Prinzessin streitig machte», erzählt Eliane. «Ich war eifersüchtig, aber das ist wohl normal so. Als ich vor gut drei Jahren auszog, merkten wir, dass wir einander

Selten zu zweit Unter der Woche wohnt sie im Tessin, er in Luzern. Eliane: «Jetzt muss Raphael halt öfter an meine Konzerte kommen.»

vermissen. Seither ist unsere Beziehung tiefer als je zuvor.» Und die ganze Familie freut sich auf die Wochenenden, wenn Eliane nach Hause kommt. Künftig wird sie ihre Zeit noch besser einteilen müssen. Ein bisschen davon beansprucht nämlich auch ihr Freund, Hochbauzeichner Raphael, 27. Seit vier Jahren sind die beiden ein Paar. Er war anfangs gar nicht begeistert von ihrer Teilnahme bei «DGST»: «Ich dachte, sie werde da mit Sprüchen à la Dieter Bohlen fertiggemacht. Wenn sie wirklich auf die Bühne will, schafft sie das auch ohne Castingshow.» In­ zwischen ist aber auch er begeistert. «Ich bin ‹rüüdig› stolz auf Eliane. Auch wenn ich etwas Respekt vor dem habe, was jetzt auf uns zukommt. Richtig ein­ schätzen kann man das ja noch nicht.»

Für Eliane ist klar: Auch mit dem Sieg und den 100 000 Franken Preisgeld in der Tasche steht erst mal ihr Studium im Vordergrund. Sie möchte im Sommer unbedingt ihren Bachelor in Kom­ munikationswissenschaften machen. «Danach sehen wir weiter.» Die Luft der richtig grossen Bühne darf Eliane im Vorprogramm von «DGST»-Juror DJ Bobo schnuppern – vor 12 000 Zuschauern im Hallenstadion Zürich. Sie wird mit derselben Inbrunst singen wie bisher. Nicht in erster Linie für ihre Karriere, sondern für ihren Freund und ihre Familie. «Und für mei­ nen Götti.» Eliane war zwölf, als er beim Bäumefällen von einer Tanne erschlagen wurde. «In Gedanken ist er immer bei mir.» Und mit Sicherheit so stolz auf Eliane wie der Rest der Familie.  schweizer illustrierte

11


Tod im Tunnel Das Mädchen trauert um seinen Bruder Angehörige der Reisebus-Opfer, mit Blumen in den Händen, in Sierre VS. Sie werden gleich in einer Kapelle die aufgebahrten Körper ihrer Liebsten besuchen – und Abschied nehmen.

12

schweizer illustrierte

Foto Jeff J Mitchell / Getty Images

Unfassbar

Ein belgischer Reisebus verunglückt im Wallis. 28 Menschen sterben, 22 davon sind Kinder. Ihre Briefe und Kartengrüsse aus dem Skilager erreichen die Eltern einen Tag nach dem Unglück. Wo Antworten fehlen, helfen kleine Gesten. schweizer illustrierte

13


Tod im Tunnel

Foto Laurent Gilliéron / Keystone

Riesige Rettungsaktion Um 21.33 Uhr geht bei der Walliser Ambulanz ein Notruf ein. Acht Stunden lang stehen über 200 Retter im Einsatz. Ambulanzen bringen Verletzte aus dem Tunnel zum Westportal, wo Helikopter bereitstehen, um sie in die Spitäler zu fliegen.

Schock für die Helfer So viel Tod. Selbst erfahrene Retter kommen an ihre Grenzen 14

schweizer illustrierte

schweizer illustrierte

15


Tod im Tunnel

Erinnerung Vergnügt posieren 22 junge Menschen für ein Gruppenfoto vor dem Hôtel du Cervin in St-Luc im Val d’ Anniviers VS. Wenige Tage später sitzen die gleichen Kinder im Unglücksbus. Seit 30 Jahren machen belgische Jugendliche aus bescheidenen Verhältnissen in diesem Haus Ferien.

16

schweizer illustrierte

Foto Handout

Und plötzlich ist alles anders Das Skilagerfoto wird zum Andenken schweizer illustrierte

17


28 Särge – 28 Mahnmale Die weissen für die Kinder, die braunen für die Erwachsenen 18

schweizer illustrierte

Grabesstille auf dem Flugplatz Freitag, 16. März. Die Särge der 28 Opfer stehen in einem Hangar des Brüsseler Militärflugplatzes Melsbroek in Belgien. Zwei Soldaten halten Wache. Später werden die Särge in einem ­Leichenwagenkonvoi in die Wohngemeinden der Toten überführt. schweizer illustrierte

Foto Jurgen Braekevelt / Belgian Defence / Pool / Reuters

Tod im Tunnel

19


Tod im Tunnel

Ein ganz normales Skilager «Wetter herrlich, Essen super. Bald sind wir wieder bei euch daheim!», schreiben die Kinder nach Hause. Am Dienstagabend, nach zehn Ferientagen, verlassen sie ihr Lagerhaus im Walliser Ort St-Luc.

Der Unfall im 2,45 Kilometer langen Tunnel der Autobahn A9 bei Sierre, Fahrtrichtung Sitten, Dienstag, 13. März. Gegen 21.15 Uhr touchiert der belgische Reisecar den rechten Bordstein (ca. 30 Meter vor der Rettungsnische). Einige Meter weiter vorne schrammt der Bus die Wand – und prallt schliesslich frontal in das Ende der Rettungsnische.

CransMontana

A9

Sierre

A9

Unfallstelle Autobahntunnel

Va l d' An

Das Wrack Man ahnt, wie gross die Wucht des Aufpralls war. Die Strasse war trocken, der Chauffeur fuhr nicht zu schnell. Was also ist passiert?

ni v ier s

WALLIS

St-Luc

1 km

Chronik einer Tragödie u Dienstag, 13. 3. 12, Gegen 20.45 Uhr Drei belgische Busse mit Ferienkindern verlassen St-Luc. Den hintersten Bus steuern Paul Van De Velde, 52, und Geert Michiels (am Samstag wäre er 35-jährig geworden). 21.15 Der hinterste der drei Cars verunfallt. Die zwei vorderen Buschauffeure merken davon nichts, fahren weiter. 21.33 Ein Notruf erreicht die Ambulanz Wallis. 21.40 Die ersten Retter erreichen den Unfallort. u Mittwoch, 14. 3. 2.00 Jan Luyks, der belgische Botschafter in der Schweiz, ist am Unfallort. ab 3.30 Die ersten An­-

20

schweizer illustrierte

gehörigen in Belgien werden informiert. 4.15 Die letzte Leiche wird geborgen. 5.00 Die Walliser Kantons­ polizei informiert die Medien. 10.56 Die anderen zwei Busse erreichen Belgien. 14.35 Militärflughafen Melsbroek, Brüssel, Belgien: Ein Airbus mit 116 Angehörigen an Bord startet in Richtung Schweiz. 16.14 Landung in Genf – die Angehörigen werden ins Wallis transportiert. u Freitag, 16. 3. kurz nach 10.00 Auf dem Militärflughafen Melsbroek landen drei HerculesC-130-Militärtransporter mit 28 Särgen an Bord.

u Opfer Von den 52 Businsassen stammen 41 aus Belgien, 10 aus den Niederlanden und je eine Person aus Deutschland und Polen. 22 Kinder und alle 6 Erwachsenen sterben, 24 Kinder werden verletzt. u Unfallursache Zwischenergebnisse der Autopsie der Leiche des Chauffeurs Geert Michiels zeigen keine Hinweise auf Herzprobleme, Schwächeanfall oder Alkoholkonsum. Der äusserst erfahrene Chauffeur war auch nicht zu schnell unterwegs. Weitere mögliche Unfallursachen werden abgeklärt: technisches Problem am Fahrzeug, menschliches Versagen.

Die Bergung Der Reisebus ist massiv zusammengestaucht, tote und verletzte Kinder sind eingeklemmt, Rettungsspezialisten müssen das Wrack aufschneiden. Die ganze Rettungsaktion mit über 200 Helfern dauert acht Stunden.

Der Car mit dem Nummernschild GWU-329 ist ein Modell der Marke Van Hool, Typ T916 Altano, Baujahr 2002. Er wurde erst vor fünf Monaten überprüft. Besitzerin ist die Busgesellschaft Toptours mit Sitz in Aarschot, Belgien. schweizer illustrierte

Illustration © Ringier Infographics / Mathias Bader, Fotos Photonews via Getty Images, HO, Kurt Reichenbach (2), Police Cantonale du Valais / HO / Reuters

Die letzte Fahrt In St-Luc logieren die Kinder im Hôtel du Cervin (oben rechts). Die Fahrt (ca. 17 Kilometer) bis zum Unfallort dauert rund 25 Minuten. Unten rechts: Auf der Autobrücke am Westportal des Sierre-Tunnels werden Blumen niedergelegt.

21


Tod im Tunnel

Belgien trauert

Schmerzvoller Abschied In Trauer­ gottesdiensten gedenken Familien und Freunde ihrer Liebsten. Alle sind erschüttert: «Wij leven meet» – wir leiden mit. schweizer illustrierte

Foto Olivier Polet / Sipa / Dukas

Ein Land weint um seine Kinder. Die Stadt Lommel hat beim Busunglück 15 Kinder und 2 Erwachsene verloren. Die Tage danach. Ein Ort im Schock. Die Reportage.

23


Tod im Tunnel Text Nina Siegrist Fotos Marcel Nöcker

D

ie Tür der St.-Joseph-Kirche in Lommel bleibt in so einer Nacht offen, sperrangelweit offen – niemand, der Trost sucht, soll vor verschlossenen Türen stehen. Drinnen ist es hell, draussen ist es finster, noch sind es wenige Kerzen, die zehn Schritte von der Kirche entfernt etwas Licht spenden, vor dem Gittertor einer Schule, zwischen Blumen und Zeichnungen von Bussen, in denen Schüler sitzen und weinen. Eine Mutter steht mit ihrem Sohn davor, die Hand um ihn geschlungen. Der Teenager windet sich aus der Umarmung, er scheint hin- und hergerissen: weinen oder weglaufen? Er habe mit einem der Opfer Handball gespielt, erklärt die Mutter, während ihr Sohn die Baseballkappe noch etwas tiefer ins Gesicht zieht. Sie zündet eine Kerze an. ’t Stekske – auf Deutsch Streichholz – heisst das Schulhaus, dessen Tor sich über Nacht in eine Gedenkstätte verwandelt hat. Es ist das Schulhaus, das vor zehn Tagen 22 Kinder für Fe­ rien in die Schweiz geschickt hat. Heute, am 14. März, heisst es im Glaskasten mit den Schulterminen, hätte die «Schneeklasse» zurückkommen sollen, um 9.15 Uhr, mit dem Reisebus. Skilager StLuc, erster Eintrag von Lehrer Raymond im OnlineTagebuch für die Eltern: «Worauf alle so lange gewartet haben, ist endlich in Reichweite: Die Koffer werden verladen, ein Luxuscar wartet – was für ein Service! Jeder darf sein Plätzchen suchen für die lange Reise. Tütüüt, tönt es. Und weg sind wir.» Als am Donnerstag, zwei Tage nach dem Unglück, vor der Schule die Sonne aufgeht, ist ausser dem Vogel­ gezwitscher nur ein monotones Brummen zu hören. Es stammt von den Generatoren in den Satelliten-Über­ tragungswagen: Zahlreiche TV-Sta­tionen senden live, als die Schülerinnen und Schüler um 8.30 Uhr zum Unterricht eintreffen. Ihr Alltag solle so normal wie möglich gestaltet werden, sagt eine Rotkreuzmitarbeiterin, es gebe einen

«Jetzt erst mal

«Worauf alle so lange gewartet haben, ist endlich in Reichweite: Die Koffer werden verladen, ein Luxuscar wartet. Tütüüt, tönt es. Und weg sind wir»

24

schweizer illustrierte

len Erholungsparks und künstlichen Seen. Hier sei sonst wirklich etwas los. Jetzt aber stehen auf der Leuchttafel unweit des Touristeninformationsbüros – da, wo normalerweise Konzerte und Stadtfeste angekündigt werden – nur die Öffnungszeiten des «Rouwregister», des Kondolenzbuchs, das im Rathaus aufliegt. Dafür wurde extra ein Raum eingerichtet. Neben einem Tisch mit zwei dicken Büchern steht in einem abgedunkelten Glaswürfel-Büro eine Kommode, darauf die gerahmten Porträts der 15 verstorbenen Kinder und, auf je einer Seite, fast schützend, jene ihrer zwei toten Begleiter Raymond und Veerle. Neben jedem Foto brennt eine Kerze. Vor dem Kondolenzraum hat sich eine lange, stille Menschenschlange gebildet. Ein älterer Herr wischt sich mit einem Stofftaschentuch das Gesicht und flüstert, der Sohn seiner Nachbarn sei unter den Toten, gestern seien die Eltern in die Schweiz gereist, er habe gefragt, ob er helfen könne, aber sie hätten nur den Kopf geschüttelt. Später, nachdem er sich im Kondolenzbuch eingetragen und mit kleinen, andächtigen Schritten der Kommode entlanggegangen ist, erzählt er, dass er in der Zeitung Fotos der vielen Rettungshelikopter gesehen habe: «Ihr in der Schweiz habt wirklich alles getan, um unseren Kindern zu helfen.» Skilager St-Luc, Tag fünf und sechs: Lehrer Raymond schreibt über Postenläufe, Fackelumzüge und Casinoabende, darüber, dass manch ein Herzlein schon schneller schlage («es zirkulieren Liebesbrieflein»). Und er berichtet von einem Geburtstagsfest mit vielen Geschenken, auch von den Eltern – das Geburtstagskind ist eines der Opfer. Kurz vor Mittag lädt der stellvertretende Bürgermeister von Lommel zur Pressekonferenz im Rathaus. Sein Chef ist in der Schweiz bei den Angehörigen; er hält hier durchnächtigt die Stellung. Im Saal, wo sonst die Stadträte debattieren, blicken nun erschöpfte Vertreter von Care-Teams, Polizei und Behörden ins Leere, warten auf die Fragen der u

Foto Jorick Jansens / AFP

Wie leergefegt Lommel, eine 33 000-Einwohner-Stadt mit Dorfcharakter. Hier kennt fast jeder jemanden, der beim Unglück in Sierre Ange­ hörige verloren hat.

Ein Herz für die «Gspänli» Freitag, 16. März, Schulkinder aus Lommel halten eine Schweigeminute ab.

Raum der Stille und einen zum Zeichnen. Zwei Buben spielen lieber «Wandab», ballern einen Fussball mit ganzer Wucht gegen die Betonmauer des Schulhofs. Ein Grossvater begleitet seinen Enkel, legt einen Strauss weisser Tulpen vor der Schule nieder. Er kenne keines der Opfer direkt, sagt er, aber hier in Kolonie, einem beschaulichen Aussenquartier von Lommel, in dem fast jeder in einem Verein, einem Sportclub ist, hier kenne jeder jemanden, der vom Unglück betroffen sei. Und seit gestern, er sucht nach dem englischen Wort für «schaudern», seit gestern, er macht es pantomimisch vor, «schüttle» es ihn immer und immer wieder. Skilager St-Luc, Tag drei und vier: Lehrer Ray-

mond schreibt von der ersten Erkundungstour durchs malerische St-Luc, von der herrlichen Bergsonne, der Anprobe der Skischuhe («ein Kampf – es sind halt keine Tanzschuhe») und vom Skifahren («die fahren mir alle um die Ohren, Herr Lehrer wird älter»). Donnerstag, 10 Uhr in Lommel. Im Touristenort mit 33 000 Einwohnern und vielen kleinen Ziegelsteinbauten ist es ruhiger als sonst. Seit Monaten habe es keinen so sonnigen Tag mehr gegeben, sagt eine ältere Frau mit Einkaufstaschen und schüttelt dabei mit gerunzelter Stirn den Kopf. Sonne. Ausgerechnet jetzt. Der Lehrling bei der Touristen­ informationsstelle sagt, Lommel sei «eigentlich» ein schöner Ort, mit vie-

«Und so geht der erste Tag in StLuc vorbei, die Atmosphäre ist wie das Wetter: Strahlend! Schlaft gut und bis morgen»

duschen. Stinken ist nicht förderlich für die Pärchenbildung. Ja, manches Herzlein schlägt schon etwas schneller, und es zirkulieren Liebesbrieflein»

schweizer illustrierte

25


Tod im Tunnel

Plötzlich ein Anruf: Luca lebt! Nur 7 der 22 Sechstklässler aus Lommel haben überlebt. Luca ist einer von ihnen. Seine Tante Lilian bereitet alles für seine Heimkehr vor. Und ist glücklich und traurig zugleich.

A

«Ein ganzer Berg Post ist unterwegs zu euch Eltern. Ich wünsche euch schon jetzt viel Freude beim Lesen»

26

schweizer illustrierte

Wir vermissen euch! Mitschüler legen vor der Schule ’t Stekske in Lommel Blumen und Zeichnungen nieder. Skilager auf: vom Fackelumzug, vom Stemmbogenfahren, vom Casinoabend, von Tanzaufführungen und Partys. Zwei jüngere und eine ältere Frau zeigen immer wieder auf ein blondes Mädchen: «Schau, hier, sie sieht so hübsch aus», scheinen sie auf Flämisch zu sagen, lachend und weinend zugleich, während der Rotkreuzmitarbeiter die KlinexSchachteln auswechselt. Dann entdecken sie Tagebucheinträge des blonden Mädchens: Die Schweiz, das Skifahren, das Essen und das Wetter, alles sei «supertof» – einfach genial! Freitagmorgen, 11 Uhr. Belgien steht für eine Minute still. Der heim­ gekehrte Bürgermeister hat mit seinen 100 Mit­ arbeitern vor dem Rathaus eine Kette gebildet, schweigend hält er seine rechte Hand aufs Herz, den Blick starr auf den Marmorboden gerichtet. Auch der sonst so geschäftige Kellner im nahen «Tuincafe» zapft für

einmal kein Bier, in der Kerkstraat, Lommels Einkaufsstrasse, geht nichts über den Ladentisch, viele Geschäfte sind geschlossen, auf Transparenten im Schaufenster steht «Wij leven mee» – wir leiden mit. Vor dem Schulhaus ’t Stekske salutieren die Polizisten, während drinnen, im Schulhof, Kinder aus verschiedenen Schulen im Schneidersitz um ein mit Kreide gemaltes Herz sitzen; kurz darauf steigen sie in einen Car und fahren weg. Schulkinder im Car – ein Bild, das in diesem Moment absurd wirkt. Am Gittertor steht schon seit zehn Minuten eine Mutter mit zwei kleinen Mädchen, die langsam ungeduldig werden. Ob es schön sei da, bei uns in der Schweiz, will sie wissen. Es sei irgendwie tröstlich, dass die Kinder von Lommel zuletzt an einem so schönen Ort waren, in den Bergen, zwischen Sonne und Schnee.

«Morgen sitzen wir wieder im Bus. Ja, liebe Daheimgebliebenen: Wir sind schon bald am Ende angekommen»

Kurz nach 15 Uhr fährt in Lommel ein Konvoi von Leichenwagen entlang einer von Bäumen gesäumten Allee. An einer Kreuzung, unweit des Schul­ hauses, teilen sich ihre Wege, einige Limousinen biegen nach links ab, die anderen nach rechts. Und überall das gleiche Bild: Passanten bleiben stehen, halten sich die Hand vor den Mund, senken den Kopf. Skilager St-Luc, letzter Tagebucheintrag: «Morgen sitzen wir wieder im Bus. Ja, liebe Daheimgebliebenen: Wir sind schon bald am Ende ange­ kommen. Mehr Fotos und Berichte folgen – sobald wir wieder zu Hause sind.» Die Zitate im Text stammen aus dem Ski­ lagertagebuch von Lehrer Raymond. Er ist ebenfalls in Sierre gestorben, hinterlässt zwei Kinder.

ls der Reisebus zu schleudern beginnt, rollt Luca sich zusammen, macht sich ganz klein wie vor einem Sturz. Er sei ein sportlicher Kerl, sagt seine Tante Lilian, vielleicht sei er deshalb noch am Leben. Im roten Backsteinhaus von Lucas Eltern in Lommel putzt und schrubbt sie am Freitagmorgen die Küche – wenn die Familie in wenigen Tagen aus der Schweiz zurückkehrt, soll alles glänzen und blitzen: «Das ist das Einzige, was ich tun kann.» In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, kurz nach drei Uhr, habe ihr Bruder Stefan den schrecklichen Anruf bekommen: Der Bus der Schüler sei verunglückt, es gebe Tote, mehr wisse man nicht. Die Eltern sollten zur Schule kommen. Tante Lilian wird informiert, passt auf Lucas drei­jährigen Bruder Liam auf. Der schläft, während seine Eltern verzweifelt ein paar Sachen packen. Sie gehen vom Schlimms­ ten aus. «Mein Bruder ist sonst immer ruhig und besonnen», sagt Lilian, «so habe ich ihn noch nie gesehen.» Gemeinsam mit anderen Angehörigen werden Lucas Eltern am Morgen zum Militärflugplatz Mels­broek gefahren.

Dann, kurz vor dem Abflug, klingelt das Handy: Luca lebt! Er liegt schwer verletzt in einem Schweizer Spital. Noch traut sich ­niemand, aufzuatmen. «Hallo, Tante Lilian, es geht mir gut», sagt Luca am Tag darauf durchs Telefon. Seine Eltern halten ihm den Hörer hin, er hat bereits zwei Operationen hinter sich, mehrere Brüche an Beinen, Armen und im Gesicht. Lilian glaubt es erst in diesem Moment so richtig: Ihr Neffe lebt. Mit dem kleinen Liam kehrt sie ins Haus ihres Bruders zurück, macht sich ans Werk, räumt auf, putzt, hört in den Nachrichten die Namen von Lucas toten Klassen­ kameraden. Sie ist traurig und glücklich zugleich. «Mein Bruder fühlt sich schuldig, dass sein Sohn überlebt hat und all die anderen Kinder nicht», erzählt sie. Er sei im selben Hotel wie die Eltern der Verstorbenen – es müsse die Hölle sein. Lilian will dem kleinen Liam nun erklären, warum sein Bruder bald in Gips und Bandagen heimkommt – «bis jetzt habe ich ihm nichts erzählt». Sie werde Liam sagen, dass der Gips, die Bandagen, dass dies alles bald weg sei. «Der Rest», sagt Lilian, «wird sich zeigen.» NS

Vier beste Freundinnen Sie waren unzertrennlich: Emma M., ihre Cousine Emily, Eline und Emma R. «Leb­hafte Mädchen», erzählt Emmas Vater, Johan M., in Lommel drei Tage nach dem Busunglück. Seine Frau ist eben aus der Schweiz zurückgekehrt, sie mag nicht reden, sagt nur: «Ich muss jetzt Entscheidungen treffen, die ich nie habe treffen wollen.» Die vier Freundinnen haben oft Pyjama-Partys gefeiert, und auch im Ski­lager in St-Luc teilten sie sich ein Zimmer. Zwei Tage nach dem Unglück erhält Papa Johan Post aus der Schweiz. Aus glücklichen Tagen Emma M., Emily, Ein Brief von Emma. Sie schreibt: «Es ist Eline und Emma R. aus Lommel (von links). wunderschön hier.» schweizer illustrierte

Fotos Marcel Nöcker, Sébastien Féval / AFP, HO

Journalisten, die sie sachlich und nett beantworten. Natürlich habe man solche Szenarien durchgespielt, sagt der Stellvertreter des Bürgermeisters, den mittlerweile alle Journalisten nur «Kris» nennen. Ganz nach Plan habe er zu­ sammen mit seinem Chef und einem Krisenteam mitten in der Nacht auf Donnerstag die Angehörigen angerufen und informiert – aber wenn aus Theo­rien plötzlich Kindergesichter werden und Eltern, die hoffen und bangen und unendlich lange in Ungewissheit gelassen werden, dann sei jedes Notfall­szenario nur noch lächerliche Theorie. Er verabschiedet sich, im Rathaus ist viel Post ein­ getroffen, Beileidsbriefe und E-Mails aus aller Welt, Trost in Form von Schokolade und Bonbons. Skilager St-Luc, Aktion «Grüsse an die Familie»: Der Briefträger von Lommel, schreibt Lehrer Raymond, werde eine Menge Arbeit haben: «Ein ganzer Berg Post ist unterwegs zu euch Eltern. Ich wünsche euch schon jetzt viel Freude beim Lesen.» Die Briefe und Karten treffen am Tag nach dem Unglück ein. Wieder steht die Tür der St.-Joseph-Kirche in Lommel weit offen, diesmal wurden auf dem Platz davor Plastikstühle aufgereiht, Lautsprecher und eine Leinwand aufgestellt. Es ist Donnerstagabend, über 2500 Menschen wollen in einem Trauergottesdienst wachen und beten in Verbundenheit. Als um 19 Uhr die Glocken läuten, halten sich viele an den Händen. Eine Katechetin verliest die Namen der Opfer, zündet für jedes ein Lichtlein an, wartet dazwischen immer wieder, bis ihre Stimme zu zittern aufhört. Der Bischof übernimmt. So kurzfristig habe man noch nie eine so grosse Messe organisieren müssen, wird sein Sekretär, Bruder Dominic, später sagen. Er arbeite seit 20 Jahren hier im Bistum Hasselt, habe im Mai die ver­ unglückten Kinder gefirmt. Ein Rezept gegen Trauer, sagt er, gebe es nicht. Vielen helfe das Reden und Sicherinnern. Im Gemeindehaus neben der Kirche versammeln sich nach dem Trauer­ gottesdienst die Angehörigen. In einem Raum wird starker Kaffee ausgeschenkt, im anderen, man hört beruhigende Panflötenmusik, liegen Fotos aus dem

u

27


Tod im Tunnel

Zum Dank we isse Rosen 23 der 24 verletzten Kinder wurden im Spital von Sitten behandelt. Für ­Notfall-Chef Daniel fishman und sein Team eine belastende Arbeit. Umso dank­barer sind sie für den Besuch der belgischen Eltern.

«Wir waren am Anschlag» Ein Teil des Teams von Internist Daniel Fishman (3. v. l.) im Schockraum der Notfall-Station des Spitals Sitten. Hier drin behandelten sie die schwer verletzten Kinder. Deren Eltern bedankten sich mit Blumen.

Text Thomas Kutschera Fotos Pierre-Antoine Grisoni / Strates

U

m 21.45 Uhr geht der Alarm im Spital Sitten ein, dreissig Minuten nach dem Unglück: Car-Unfall, über fünfzig Personen, viele Tote, viele Verletzte. Sofort werden Dutzende Ärzte, Krankenschwestern und weiteres Personal von daheim aufgeboten – 150  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Fachrichtungen, darunter auch Psychologen und Übersetzer, kümmern sich in den folgenden Stunden im grössten Walliser Spital um 23 junge Verletzte. Das erste Kind bringt die Ambulanz um 22.08 Uhr in die Notfall-Station. Es wird direkt in den Operationssaal gebracht. «Mit unzähligen Frakturen», sagt Dr. Daniel Fishman, der an diesem Abend als Notfall-Chef im Dienst ist. Jedes der 23 verletzten Kinder hat mehrfache Knochenbrüche, vor allem an Beinen, Becken, Armen und Brustkorb. Die meisten waren im Bus eingeklemmt, die Wucht des Aufpralls hat viele Sitze aus ihrer Halterung gerissen und nach vorn geschleudert. Fishmans Stimme wird leise. «Die Gesichter der Kinder und der ­Retter zeigten, dass sie aus der Hölle ­kamen.» Die meisten der verletzten ­Jugendlichen haben mitbekommen, wie Gschpänli tot aus dem Bus getragen wurden. Im Verlauf der Stunden beginnen die weniger stark verletzten Kinder zu erzählen. Zum Beispiel, wie bei den Rettungsarbeiten im Tunnel lange Zeit bleierne Stille herrschte. Dr. Fishman, 51, Vater von vier Kindern, das jüngste zwölfjährig – so alt wie die Jugendlichen aus Belgien: «Wir waren die ganze Nacht da, um zuzuhören, Hände zu halten, Weinende zu trösten. Fragen stellten wir keine.» Am Tag nach dem Unfall bekommen die Verletzten Besuch: Ihre Eltern sind eingetroffen – ein willkommener Lichtblick! Einen Tag später erhellen sich die Gesichter der Jugendlichen erneut. Diesmal kommen die sechs am wenigsten verletzten Gschpänli vorbei. Sie haben das Spital Visp VS verlassen können, sind auf dem Heimweg. Florence Renggli, Medienbeauftragte der Walliser Spitäler: «Es war ihr ausdrücklicher Wunsch, die Kameraden zu besuchen, die noch im Spital waren. Das Treffen war sehr emotional. Die Kinder freuten sich, ein­ u schweizer illustrierte

29


Tod im Tunnel

«Erst im Tunnel merkte ich: Die Kinder sind ein­geklemmt» Im Aufenthaltsraum der Basis von Air Zermatt sprechen Rettungssanitäter Günther Willisch (l.) und Pilot Dani Aufdenblatten (r.) über das Erlebte vor und im Tunnel. «Das hilft mehr als jeder Psychologe.»

Souveräne Arbeit Dr. Daniel Fishman leitete die NotfallEquipe. «Die körperlichen Wunden verheilen schneller als die seelischen.» ander wiederzusehen. Doch ­viele weinten, weil nicht mehr alle von ihnen da sind.» Die Trauer und das Mitgefühl für die Unfall-Opfer und deren Angehörige sei riesengross, sagt Florence Renggli. Hunderte Telefonanrufe, E-Mails, Faxe und Briefe sind bei ihr und den Walliser Behörden eingegangen. Vor allem aus dem Wallis und aus Belgien, aber auch der übrigen Schweiz. Menschen, die sich meldeten, um Blut zu spenden, den angereisten Opferangehörigen Wohnung und Auto zur Verfügung zu stellen, Übersetzungsdienste anzubieten. Und um zu danken. Eine Belgierin schreibt an die Retter: «Herzlichen Dank, dass Sie sich so um diese Kinder gekümmert haben, als wären es Ihre eigenen.» Auch die Eltern der Kinder im Bus schreiben einen Brief, in dem sie den beteiligten Rettungskräften Merci sagen. «Dank Ihrer Hilfe konnten wir uns auf die Trauer konzentrieren.» Um Mitternacht wird der letzte Verletzte eingeliefert. Das Team von Daniel Fishman arbeitet souverän und konzentriert, in aller Ruhe, neun Stunden lang. «Unsere Aufgabe ist es, Leben zu retten.» Der erfahrene Arzt gibt zu: «Wir waren am Anschlag. Dieses Unglück mit so vielen verletzten Kindern nimmt ­jeden von uns extrem mit.» In den ­folgenden Tagen wird ein ausführliches Debriefing durchgeführt. Von den 24 Patienten sind am vergangenen Wochenende noch drei Schwerverletzte in Schweizer Spital­ pflege; die andern konnten heimreisen, einige mit der Rega. Fishman: «Zum Glück erholen sich die Seelen von Jugendlichen besser von einem solchen Trauma als Seelen von Erwachsenen.» Am Freitagmorgen, zweieinhalb Tage nach dem Unfall, erhalten Fishman und sein Team Besuch. Ein paar belgische Eltern haben ihre Liebsten auf der Kinderabteilung abgeholt, ein Bub ist im Rollstuhl. Nun kommen die Familien, um Adieu zu sagen, als Geschenk bringen sie Rosen mit. Fishman: «Es fielen nicht viele Worte. Wir hielten uns in den Armen, alle hatten Tränen in den Augen.»

u

schweizer illustrierte

Notruf Heli-Pilot Dani Aufdenblatten und Rettungssanitäter Günther Willisch sind in Sierre für air zermatt im Einsatz. Die Retter sehen viel, tun können sie wenig. Text aurelia forrer Fotos kurt reichenbach

D

ie Sonne scheint in den Aufenthaltsraum der Air-Zermatt-Basis. Der Blick aufs Matterhorn ist frei. Dani Aufdenblatten, 36, bereitet zwei Kaffee zu, für sich und Günther Willisch, 38. Vor drei Tagen sind sie als Rettungsteam beim Car-Unglück im Autobahn-Tunnel bei ­Sierre im Einsatz gewesen. «Mit Günther rede ich viel darüber.» Aufdenblatten sagts und bricht plötzlich in Tränen aus. Seine Hände zittern. «Kein Psychologe kann mir da etwas erzählen.» Lieber spricht er mit Arbeitskollegen, die wissen, was er und Günther erlebt haben.

Am Dienstag, dem 13. März, um 21.35 Uhr erfährt Rettungssanitäter Willisch anhand einer Pager-Nachricht die groben Informationen: «Grossereignis, Verkehrsunfall, Tote und Verletzte.» Sofort nimmt der Leiter Rettungsdienst von Air Zermatt mit seinen Leuten Kontakt auf. Helikopter-Pilot Aufdenblatten erhält zu Hause einen Anruf. Der zweifache Familienvater erfährt, dass vor allem Kinder betroffen sind. Eine halbe Stunde später sind Aufdenblatten und Willisch in der Luft. Zusammen mit drei weiteren Teams ihres Unternehmens. Der Anflug zum Tunnel ist schwierig. Der Eurocopter AS 350, genannt

Gemeinsam in der Not «Wir handeln immer im I­ nteresse des Patienten, ohne Diskussion.» Dani Aufdenblatten (im Helikopter) und Günther Willisch beim Einsatz in der Dienstagnacht am Westportal.

Ecureuil (dt. Eichhörnchen), verfügt weder über ein Nachtsichtgerät noch einen Scheinwerfer. Aufdenblatten fliegt den Dorflichtern entlang. Es herrscht viel Funkverkehr. Im Heli schweigen sie, konzentrieren sich auf die Funkmeldungen und auf allfällige Hindernisse. Nach zwanzig Minuten bei einer Geschwindigkeit von 220 km/h landen sie beim Westportal des Tunnels. Aufdenblatten reiht seinen Heli zu den anderen sechs Maschinen von Air Glacier und Air Zermatt, die da bereits stehen. Die Rega kommt kurz darauf. Es ist etwa 22.30 Uhr, und die «Chaos-Phase» ist vorbei. Der Einsatz­ leiter hat bereits die Triage gemacht. Die Opfer eingeteilt in die Prioritätsstufen eins (werden als Erste transportiert), zwei (Transport später, eventuell per Ambulanz), drei (Leichtverletzte) und «tot».

«Für die Einstufung hat man bei einem Grossereignis pro Person 30 Sekunden Zeit», erklärt Willisch. Auf dem Patientenleitsystem-Zettel wird die Priorität angekreuzt und dem Patienten umgehängt. Dani Aufdenblatten und Günther Willisch warten auf Patienten. Warten, dass die Ambulanzen Verletzte bringen. Als mehrere Minuten nichts geschieht, entscheidet Willisch, in den Tunnel zur Unfallstelle zu gehen. Er will dort sagen, dass sie draussen bereitstehen. Eine Ambulanz fährt ihn mit Material einen Kilometer in den Tunnel hinein. Scheinwerfer beleuchten die Szenerie. Er hört die Kompressoren und Schneidemaschinen. Aber keine Schreie. Er realisiert, weshalb sie vergebens auf Patienten warten. «Einige waren noch eingeklemmt – doch mehrheitlich waren sie tot.» Etwa vier schwer u

Foto Denis Balibouse / Reuters

30

«Geh da blo ss nicht rein»

schweizer illustrierte

31


Tod im Tunnel 3

4

5

6 7 1 Das medizinische Material für den Notfall

2 Die Retter aus der Luft Dani Aufdenblatten und Günther Willisch erklären die Notfall-Ausrüstung, die sie am Dienstag, dem 13. März, dabeihatten. verletzte Kinder sind zu diesem Zeitpunkt bereits von anderen Helikoptern abtransportiert worden. Willisch fühlt sich hilflos, es gibt nichts, worauf er sich konzentrieren kann wie sonst bei Einsätzen. Fatal. «So nahm ich alle Eindrücke sehr bewusst auf. Ich sah all die Leichen, die eingeklemmten Kinder.» Dabei glaubte er doch, seit dem Glacier-Express-Unglück im Juli 2010 mit «allen Wassern gewaschen» zu sein. Pilot Aufdenblatten wartet währenddessen vor dem Tunnel. Und wundert sich, wieso ein anderes Air-Zermatt-Team bereits nach zwanzig Minuten wieder zurückkehrt. «Als mein Kollege mich um Hilfe bat, war mir klar, dass das Kind im Heli verstorben ist.» Er packt es in einen der grünen Leichensäcke und platziert es in einer Tunnelnische auf der linken Seite. «Das war wie Roboter-Arbeit.» Willisch weiss, von welchem Kind Aufdenblatten spricht. «Ich sah es beim Abtransport, kurz bevor ich in den Tunnel ging. Ein Mädchen mit langen braunen Haaren.» Sanitäter Willisch sieht drinnen auch einen eingeklemmten Jungen. Er lebt. Da die Bergung noch zehn bis fünfzehn Minuten andauert, geht er vor, um alles für den Start vorzubereiten. «Als Günther zurückkam, sah ich das Ausmass sofort in seinem Gesicht», sagt Aufdenblatten. «Er sah aus wie ‹en gschlagna Hund› und sagte zu mir: ‹Geh da bloss nicht rein.›» Auf den Jungen warten sie vergebens. Gegen ein Uhr fliegen sie zurück zu ihrer Basis. «Dass wir nicht wirklich hel-

u

fen konnten, ist schlimm», sagt Aufdenblatten. Willisch nickt. «Wir wissen, dass wir im Helikopter nie einen Patienten heilen können.» Als Rettungssanitäter kann Willisch aber wie ein Arzt reanimieren, intubieren, Infusionen setzen. Gegen drei Uhr sind sie daheim. An ihre eigenen Kinder haben die Familienväter während des Einsatzes nicht gedacht. Willisch hat eine Tochter im Alter der verunfallten Schüler, die zwölfjährige Jennifer. Aufdenblattens Töchter Julia und Sarah Eva sind zweieinhalb und ein Jahr alt. «Die eigenen Vatergefühle sind erst zu Hause hochgekommen», sagt er. Normalerweise bringen sie ihre Einsätze nicht mit der eigenen Familie in Ver­bindung, weil sie dann jeden Tag weinen müssten. «Das macht dich kaputt, und spätestens nach einem Jahr hörst du mit dem Job auf.» Daran denken beide nicht. Vielmehr haben sie akzeptiert, dass solche Tragödien Teil ihres Berufes sind. Beide Rettungshelfer finden in der Unfallnacht keine Ruhe. «Am Morgen, als ich Frau und Kinder sah, kippte mein Zustand», sagt Aufdenblatten. Erneut steigen Tränen in seine Augen. Kollege Willisch ist seit achtzehn Jahren bei Air Zermatt und weint nicht mehr – ausser dieses Mal. «Es ist das Schlimmste, was ich je erleben musste.» Mit seiner Freundin redet er nicht über seine Einsätze, sie stellt keine Fragen, ist aber bereit, wenn er ­reden möchte. Tochter Jennifer fragt

1 Bergungs-sack Darin wird der Patient verpackt. Der Sack ist vakuumier­ bar, wodurch der Patient eine stabile Lage erhält 2 Trage 3 monitor Herzschlag, Blutdruck, Sauerstoffsättigung werden u. a. angezeigt. Das Gerät dient auch als Defibrillator 4 beatmungs­ gerät 5 beatmungs-schläuche 6 notfall-tasche mit Medikamenten, einer Infusion und Verbandsmaterial 7 notfall-rucksack hat den gleichen Inhalt wie die Tasche, aber in mehr­facher Ausführung sowie ein Sättigungsgerät und Sauerstoff nur am Freitagmorgen: «Papa, bist du auch dort gewesen?» – «Ja. Wieso, ist es in der Schule ein Thema?» – «Eigentlich nicht.» Damit hat sich das Thema erledigt. Was, wenn Jennifer eines Tages mehr wissen möchte? «Dann werde ich von vielen Scherben und Beinbrüchen erzählen.» Mitleid haben Günther Willisch und Dani Aufdenblatten mit den Feuerwehrleuten, die hauptberuflich einer anderen Tätigkeit nachgehen und solche Einsätze nicht gewohnt sind. «Sie sahen als Erste das Elend. Sie hatten den Geruch von Blut in der Nase», sagt Willisch. Die zwei Kaffeetassen sind leer. Eineinhalb Stunden haben Dani Aufdenblatten und Günther Willisch geredet. In der vergangenen Nacht haben beide gut geschlafen. Vergessen werden sie das Erlebte nie. «Aber wir haben es überwunden», sagen sie. Keine Albträume in der Nacht, keine Gedankenblitze am Tag. Und wenn doch, bitten sie einander erneut um ein Gespräch. Mitarbeit Eva bünter, Lisa Merz, Marcel Huwyler, Ramona Schweizer schweizer illustrierte

33


Tod im Tunnel

Chris von Rohr, 60. Der Musiker, Produzent und Autor ist ­«Notabene»-Kolumnist der Schweizer Illustrierten. Er hat eine elfjährige Tochter.

W

enn man Kinder hat, bekommt der Tod eine andere Dimension. Er hat mehr Bedeutung und Gewicht. Man verliert eine gewisse Unbeschwert­ heit, wird vorsichtiger und nachdenklicher. Nur der Tod ist todsicher und überrascht trotzdem jeden. Genau dieser Tag könnte mein letzter sein, wer weiss es? Wir alle meinen, wir hätten viel Zeit, und leben auch so, Tag für Tag. Doch plötzlich wird die Lebenskerze ausgeblasen, und der Film reisst. Der Tod ist der einzige Termin, der nicht in unseren Organizern steht. Ich erlebe es immer öfter – vielleicht hat es mit meinem Alter zu tun –, dass ich an ihn denke. Der Tod ist ein Teil des Lebens, auch wenn diese Tatsache bitter schmeckt. Wir müssen lernen, uns mit ihm zu arrangieren. Nächs­ ten Freitag werde ich ohne meine elf­ jährige Tochter für zwei Wochen ver­ reisen, das macht mir Gedanken. Ich möchte sie auf keinen Fall allein zu­ rücklassen, falls etwas passiert. Wie würde sie diesen Einschnitt in ihr noch junges Leben verkraften? Das möchte ich ihr unbedingt ersparen. Vor vierzehn Tagen war ein Skiausflug ins Wallis geplant – eben­ falls mit einem Reisebus. Als ich das vorab vernahm, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Auf unseren Strassen wird es immer hektischer. Zu viele Autos, zu viele Baustellen und entnervte, gestresste Fahrer. Die Folgen davon verunzieren fast täglich unsere Zeitungen. Es macht mir wirklich keine Freude mehr, auf vier Rädern unterwegs zu sein – ausser ich fahre nachts. Auch meine Tochter war erstaunlicherweise nicht begeis­ tert von diesem Ausflug und zeigte keinerlei Vorfreude. In mei­ nem Kopf spielt sich dann ab, was sich eigentlich bei jeder Reise, die wir getrennt voneinander unternehmen, abspielt. Kommt das gut? Was spricht dafür, was dagegen? Wollen wir das überhaupt oder doch lieber nicht? Was bringt es? Es ist so eine Art «gspüri­ ges» Hinterfragen. Ich habe keinen verlässlichen Instinkt, der schwerwiegende Ereignisse vorhersehen kann, aber ich nehme meine Gedanken und Bedenken ernst und thematisiere sie mit der Kindsmutter. Sie ist da ähnlich wie ich. Nicht ängstlich, aber wach- und sorgsam. Für einige Minuten sprachen wir diesmal auch über Carreisen, Autobahnen und darüber, dass wir den Zug eindeutig bevorzugen würden. Aber wer ruft schon in der Schu­ le an und sagt: Freunde, wechselt doch bitte auf die Schiene, das

34

schweizer illustrierte

ist klüger? Also ermunterten wir unser Kind, sich darauf einzu­ lassen. Sie begab sich auf diesen Skitrip, kam heil zurück und war anschliessend eine Woche lang krank. Damit lässt sich leben. Es gibt wohl absolut nichts Schlimmeres für Eltern, als ihre eigenen Kinder beerdigen zu müssen. Noch schlimmer ist die Vorstellung, dass sie allein, ohne die beschützende, trös­ tende Anwesenheit ihrer Eltern, sterben müssten. Der schreck­ lichste Albtraum überhaupt. Würde es meine Tochter treffen, könnte ich es mir nie verzeihen, sie nicht besser beschützt zu haben. Auch wenn es absurd ist, ich hätte es doch besser wissen müssen. Mein Leben wäre ruiniert, wertlos. Ich kann und will es mir gar nicht vorstellen, was da abgehen würde. Für ein Kind, dessen Eltern sterben, stirbt die Ver­ gangenheit. Für einen Vater, dessen Kind stirbt, stirbt die Zukunft. Denkt man über diese Tragödie im Walliser Tunnel nach, bleiben uns die Worte im Hals stecken – man ist sprachlos. Es hat keinen tieferen Sinn, es muss ein Irrtum sein, das Schicksal muss sich getäuscht ha­ ben. Auch wenn wir es gerne anders hätten: Es waren keine höheren gött­ lichen Wesen zur Stelle, als diese Kinder sterben mussten. Menschen, die erst am Anfang ihres Lebens standen und vielleicht zum ers­ ten Mal ohne Eltern ins Ausland verreist waren. Es macht trau­ rig und raubt uns auf brutalste Weise jegliche Illusion von allge­ genwärtigen Schutzengeln und zweiten Chancen. Letzthin fragte man den Schauspieler und Oscarpreisträger Jeremy Irons nach dem Sinn des Lebens. Er sagte: «Das Leben hat nicht wirklich einen Sinn, aber man sollte es nicht vergeuden und hoffentlich zum Wohlbefinden anderer beitragen.» Mir hat in meinem Leben niemand so viel Freude ge­ macht wie meine Tochter, und ich glaube, viele Eltern und Gross­ eltern erleben dasselbe wie ich. Kinder sind das, was wir nicht mehr sind und nie mehr sein werden – vieles fällt ihnen leichter, läuft spielerischer, unverkrampfter, leichtfüssiger und reiner. Sie sind nicht im Gestern hängen geblieben und fixieren sich nicht auf morgen. Kinder leben den Moment – alles andere dürfen sie noch für eine Weile uns überlassen. Ich hoffe, dass das Gehen dieser Kinder sich so schnell zugetragen hat, dass sie uns auch den ganzen Schmerz zurück­ lassen konnten. Dieser Gedanke ist für mich der einzige, winzig kleine Trost.

Fotos Muriel Hilti / tilllate.com, Jeff J Mitchell / Getty Images

Es starb die Zukunft


kunst

Kunst als Energiequelle Vor zehn Jahren machte Angela Rosengart ihre Sammlung in Luzern öffentlich. Einmalig: Picassos fulminantes Spätwerk wie die Skulptur «La Femme au Chapeau».

Zehn Jahre Sammlung Rosengart: Die Mäzenin wirkt sanft, ist aber eine brillante Geschäftsfrau. Das Museum von ­Angela Rosengart in Luzern birgt 300 Schätze von Klee bis Miró. Vor allem den feurigen Blick von Picasso vergisst sie nie.

36

schweizer illustrierte

Picassos Muse feiert

Meisterhaft Angela Rosengart traf Picasso 50 Mal bei ihm zu Hause.

schweizer illustrierte

37


kunst

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Marcel Nöcker

A

ngela Rosengart ist sechzehn Jahre alt und das erste Mal verliebt. Ihre Leidenschaft gilt einem Wesen mit grossen Augen und kecker Haarschleife. Wegen des verschlungenen Körpers tauft Paul Klee die Zeichnung «X-chen». Für das Werk, das 1948 in der Galerie ihres Vaters Siegfried hängt, geht Angelas gesamter Lehrlingslohn drauf: 50 Franken. Ein Jahr später liebäugelt sie mit dem zweiten Klee. Und wieder steht eine Entscheidung an: die Zeichnung oder ein Ballkleid. Die Gala-Robe lässt sie im Laden hängen. Der Klee ist bis heute Teil ihrer Seele. Mit der frühen Leidenschaft für die Kunst legt Angela Rosengart den Grundstein für eine spektakuläre Privatsammlung. Jahrzehnte lang hängen 300 Werke von 23 Künstlern der klassischen Moderne in ihrer Stadtwohnung. Ihr Schlafzimmer ist eine einzige KleeWand. Diskret geniesst Angela Rosengart ihr stilles Glück. Das Staunen ist riesig, als sie im März 2002 ihren gesam-

2. Oktober 1958 Picasso fertigt in seiner Villa in Cannes eine Zeichnung von Angela Rosengart an.

«Picassos Blick traf mich wie ein Dolchstoss, es war unheimlich» Angela Rosengart

12. März 2012 Für Angela Rosengart sind die PicassoPorträts von ihr mit vielen Erinnerungen verknüpft. ten Bilderschatz der Öffentlichkeit und somit allen Kunstliebhabern schenkt. Sie behält keines für sich. Dreizehn Millionen kostet das neo-klassizistische Baudenkmal in der ehemaligen Nationalbank, dessen Ankauf sie aus ihrer privaten Schatulle finanziert. «Ich er­innere mich noch gut, als ich zum ersten Mal die Tresorräume besichtigte, wo heute 125 Klee-Werke hängen. Den Wänden entlang stapelten sich Berge von Bank-

noten-Bündeln.» Seit einem Jahr ist die Hypothek abbezahlt. Beim Betreten der Sammlung sind Zurückhaltung, ein Hauch Bescheidenheit und höchste Qualitätsansprüche spürbar. Die 79-jährige Mäzenin und Leiterin des Museums erscheint mit akkurat zurückgekämmtem Haar und einem Lächeln im Gesicht. Sie beweist Mut zur Farbe: Der violette Pullover samt Seidenschal und passender Perlenkette

steht ihr gut. Ihr liegen die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 10-Jahr-Jubi­ läum auf dem Magen. «Ich bleibe lieber im Hintergrund. Meine Bilder sind die Stars.» Angela Rosengart nimmt im Erdgeschoss ihres Museums vor «La Femme au Chapeau» Platz, einer raffiniert gefalteten Eisenblechskulptur, die auf einem Sockel thront. Weltweit gibt es davon nur vier Stück. 1970 begegnet sie diesem Werk in Picassos Villa Mas Notre Dame

de Vie in Mougins zum ersten Mal. Stolz und auch ein wenig verlegen lässt sich die junge Frau damals mit dem Meister fotografieren. Mit jedem Werk von Cézanne, Chagall, Matisse oder Braque verbindet Angela Rosengart eine persönliche Geschichte. Doch keine Begegnung ist so intensiv wie die mit Picasso. Das Heim des feurigen Spaniers ist wie ein Heiligtum. Der Maler gilt als Genie, aber auch als schwieriger Mensch. Kunsthändler Siegfried Rosengart kann es gut mit ihm. Und der Meister findet dessen Tochter «entzückend». Es sind die ersten Komplimente, die Angela Rosengart von einem Mann erhält. Sie, die einen Kopf grösser ist als Picasso. Die Annäherung beginnt Strich um Strich. 1958 setzt der Maler sie in den Schaukelstuhl. Es entsteht ein romantisch-melancholisches Bild einer Frau mit Chignon im Blumenkleid. Anders die Wahrnehmung von Angela Rosengart. «Seine Augen brannten wie Dolche. Er ass mich mit seinem Blick förmlich auf. Nach einer Stunde war ich so erschöpft, dass ich mich ausruhen musste.» Jeder Besuch ist wie eine Wundertüte – nie weiss man, was einen er- u


kunst

«Ich arbeite sieben Tage die Woche – ohne Ausnahme» Angela Rosengart wartet. An einem Herbsttag wird sie mit Laub bekränzt, ein anderes Mal leiht er sich ihren Gürtelanhänger, um ihn «verderben» zu können und daraus ein Kunstwerk zu machen. Insgesamt fertigt Picasso fünf Porträts von Angela Rosengart an. «Er war immer liebevoll, fast keusch und nie aggressiv.» Seine Gefährtinnen und seine Kinder porträtiert er, Aussenstehende fast nie. Das verleiht der Serie von ­Angela Rosengart, die heute im ersten Stock ihres Museums zu bewundern ist, einen besonderen Charme. «Hätte ich ihn gedrängt, wäre ich vor der Türe gelandet.» 1972 macht er für sie eine letzte kleine Zeichnung. Setzt einen Engel hin und signiert mit «Ihr Freund Picasso». Im Jahr darauf stirbt er 92-jährig. Das Kunstgenie hinterlässt gebrochene Frauenherzen und ein Œuvre von unschätzbarem Wert. Es ist das Verdienst der Rosengarts, dass viele seiner Spätwerke heute öffentlich zu sehen sind und nicht im Tresor lagern.

u

Als Angela Rosengart mit 25 Jahren Teilhaberin im Geschäft ihres Vaters wird, suchen beide potenzielle Käufer. Sie haben nicht viel Geld, aber sie erwerben ein Bild, später noch eines – der Beginn einer

Teamworkerin Angela Rosengart, Kuratorin Martina Kral und Sicherheitschef Ernst Guntern mit einer Picasso-Fotografie von David Douglas Duncan.

Herrlich altmodisch Diese Kiste ersetzt Angela Rosengart den Computer. Ihre Bürofenster in der alten Nationalbank sind vergittert.

Sucht. «Mein Vater erkannte das Talent vieler Künstler und baute ­lebenslange Freundschaften auf.» Picassos Spätwerk verstehen viele nicht. Auch in der Rosengart-Galerie an der Haldenstrasse stehen die Leute verständnislos davor. Seine Bilder sind zum «Schnäppchenpreis» von 400 000 Franken zu haben. Die unverkauften Ladenhüter werden zu privaten Trouvaillen. Eine Trotzreaktion, die Vater und Tochter reich und glücklich macht. Sieben Tage pro Woche ist das Museum in Luzern geöffnet. Sieben Tage ist Angela Rosengart in ihrem Büro anzutreffen. Ein schlichter Holztisch. Dar­auf ein Kistchen mit Schreibzeug und Pendenzen. Einen Computer hat sie nicht. Erst kürzlich machte die unverheiratete Mäzenin endlich wieder Ferien. Nicht in der Südsee, sondern in Arosa. In einem Aparthotel mit Koch­nische. Nach zwei Wochen vermisst sie ihre Bilder. Dann kehrt Angela Rosengart zu ihren Kindern zurück, von denen sie will, dass auch andere sie lieben.   «10 Jahre Sammlung Rosengart» wird mit der Publikation «Am Anfang war das X-chen» gefeiert. www.rosengart.ch


Mike von Grünigen

e 10. Folg

n in z Ferieh weris c S r e d it den Ski-Sta M

iste auf die P taad s Heute: G

Foto Keystone

u gestern Von 1995 bis 2003

dominiert er den Riesenslalom fast nach Belieben. 23 Mal steht der Berner Oberländer zuoberst auf dem Weltcup­ podest. Zweimal wird er als Weltmeister gefeiert, 1998 in Nagano holt er sich OlympiaBronze u Heute Nachwuchs­ trainer, Berater und Rennsport­ koordinator der Skimarke Fischer. Mit Frau Anna und den Söhnen Noel, Elio und Lian wohnt er in Schönried BE

Das Carven im Blut Riesenslalom-Crack Michael von Grünigen mit Frau Anna und den Söhnen Lian und Elio (r.) hoch über Gstaad BE.

Sein Hausberg heisst seit vierzig Jahren gleich: Riesen­ slalom-Crack Mike von Grünigen trainiert heute mit seinen Söhnen am Rellerli hoch über Gstaad.

42

schweizer illustrierte

Die Car ving-Family


Text yvonne zurbrügg Fotos kurt Reichenbach

N

oel stösst sich kräftig aus dem Start. Das Flopflopflop der Kippstangen klingt, als ob im Wald nebenan die Spechte das Berner Oberland wecken möchten. Mit ruhiger Hand filmt Mike von Grünigen, 42, die Fahrt seines ältesten Sohnes. Wenn die Zeit reicht, trainiert er gern auch mit seinen drei Buben. Geübt wird an diesem Vormittag am Hausberg ob Schönried BE, am Rellerli. Den Slalom hat der Vater am steilsten Hang ausgesteckt. Es ist mittlerweile neun Jahre her, seit MvG zum letzten Mal über die Ziellinie eines Weltcuprennens gefahren ist. Noel, 17, kann sich noch gut an die Triumphe seines Vaters erinnern, Elio, 14, eher an das Spiel, bei dem sich die Buben vergnügten, während Papi ennet der Abschrankung um Hundertstelsekunden kämpfte. «Wir haben Bobbahnen gebaut und darin PET-Fläschchen runtersausen lassen», erzählt Elio. Der Kleinste, Lian, 11, kennt diese Zeit höchstens von Videos aus dem Familienarchiv. Pirmin Zurbriggen, Bruno Kernen, Maria Walliser, Peter Lüscher, Martin Hangl: frühere Teamkollegen von Mike von Grünigen. Heute treten die Kinder der ehemaligen Cracks gegeneinander an. Die Faszination fürs Skifahren färbt ab. Oft sogar das Faible für die Disziplin. «Ich bin vor allem im Riesenslalom gut», sagt Noel, «der ist am allerschönsten zum Fahren.» Folgt man Familie von Grünigen auf der Piste, fällt auf: Das ­Carving-Gen scheint sich tatsächlich zu vererben. Dieses Gefühl für die Kurve und das Gespür, darin zu beschleunigen. Keiner der drei Söhne will Abfahrer ­werden: «Ou, nei danke!» Noel und Lian wollen Skiprofis werden – Elio ist sich da noch nicht ganz sicher. Die grösste Motivation fürs Skifahren war für Mike immer das Skifahren selbst. Er tut es bis heute so gerne, dass er mindestens fünf Tage die Woche Skischuhe trägt. Nicht nur als Trainer seiner Kinder, sondern auch als Coach für das Regionale Leistungszentrum Gstaad und die JO Schönried – das heisst für die einheimische ambitionierte Jugend. Ausserdem ist er für die Skimarke Fischer Be­ rater und Rennsportkoordinator. Und für Sponsor Audi kommen weitere Skitage mit Kunden dazu. An skifreien Tagen vertreibt er für die amerikanische Firma Skiers Edge Trainingsgeräte, auf denen Skifahren simuliert wird. Trotz allem ist für Mike von Grünigen klar: «Skifahren ist mir noch nie verleidet.»

44

schweizer illustrierte

«Gut bin ich vor allem im Riesenslalom. Das ist die allerschönste Disziplin» Noel von Grünigen, 17

Für die Videoanalyse auf dem Sofa Mike von Grünigen filmt seinen ältesten Sohn Noel beim Slalomtraining am Hausberg. «Das schönste Skigebiet der Welt» Vom Rellerli fahren Mike und Anna von Grünigen direkt zu ihrem Chalet in Schönried BE.

Exklusiv auf dem iPad: Wir zeigen Pisten und sonnige Plätze im 360°-Panorama. Und machen Ihnen mit Videos und Link-Empfehlungen Lust auf mehr.

Noel macht im Sommer bereits die Matur. Wie er Schule und die vielen Trainings unter einen Hut bringt, lässt seine Eltern manchmal staunen. «Er trainiert heute sogar im Sommer so oft wie ich damals im Weltcup», sagt Mike. Es braucht im Skirennsport jedes Jahr mehr, um vorne mit dabei sein zu können. Eine Entwicklung, die der Vater

Wer wird Jass-König? Damit Anna gegen ihre Männerrunde überhaupt eine Chance hat, lässt sie sich von Elio in die Karten schauen.

manchmal auch mit etwas Sorge beobachtet. «Wie weit darf der Körper im Wachstum überhaupt belastet werden?» Gleichzeitig will er, der mit neun Jahren Vollwaise wurde, für seine Söhne da sein. Und ihren Träumen nicht im Weg stehen. Noel will in den Weltcup. Saison für Saison kommt aus, wie viel näher er seinem Ziel kommt. «Bis jetzt macht

es mir Freude», sagt er. Im August möchte er eine Zimmermannslehre beginnen – «ich bin nun genug in der Schule ge­sessen», darum komme für ihn die Uni im Moment nicht infrage. Bei so vielen Absenzen ist es allerdings eine Herausforderung, eine geeignete Lehrstelle zu finden. Bei Mike, er lernte Landmaschinen­mechaniker, war es damals nicht anders: «Der Lehrmeister muss zugleich der grösste Fan sein, nur so ist es möglich.» Als Bub ist Mike von Grünigen fast ausschliesslich auf dem Rellerli Ski gefahren. Er geniesst es noch heute, am Ende direkt zum Haus fahren zu können. «Jetzt bin ich viel öfter im ganzen Gebiet unterwegs. Bis nach St. Stephan oder Rougemont.» Und auf dem Gletscher von Les Diablerets kann man bis im Mai Ski fahren. Die phänomenale Fernsicht auf die Jurakette, den Schwarzwald und alle 4000er im Wallis inklusive. Einen Skitag zu fünft gibts bei von Grünigens nur noch selten. Noel fährt Fis-Rennen, Elio und Lian JO-Rennen. Immer ist ein Auto oder ein Fahrer

zu wenig zur Hand – Anna nennt den Organisationsmarathon schlicht «meinen Fulltime-Job». Inzwischen hat Familie von Grünigen den Berg gewechselt. Mit einem ganz genauen Ziel: dem Zmittag am Hornberg. Wirt Hansueli Kübli schwenkt seine legendäre Rösti im Schweinefett. Eigentlich nur im Sommer – aber für von Grünigens, die sonst vor allem auf Biketouren vorbeischauen, macht er im Winter auch mal eine Ausnahme. Per Telefon wird Noel am Tisch informiert, dass er am Wochenende nicht in Thusis GR, sondern in Wengen BE an den Start geht. Lage- und Organisations­ besprechung zwischen Rösti mit und

ohne Spiegelei. Anna ­findet immer einen Weg. Und Mike wird am Telefon auch den besten Wachs empfehlen, wenn Noel am Vorabend nicht genau weiss, zu was er greifen soll. «Ihn nicht zu fragen, wäre doch verschenkt, nicht?» Am Sonntagabend haben von ­Grünigens ein Ritual. Es findet nach dem Znacht auf dem Sofa zu Hause in Schönried statt. Videoanalyse von Mikes Aufnahmen. Sie schütten ihr Herz aus, wenn es mal nicht so gut gelaufen ist. Und suchen nach der Ideallinie. Top Ten in Gstaad: schickes Shoppen, neues Fünfsternehotel, Gästebuch u

Schöne Schweiz

Mit den Ski-Stars auf die Piste – das war die Serie

• Roland Colombin: Verbier • Pirmin Zurbriggen: Zermatt • Vreni Schneider: Elm • Ariane Ehrat: St. Moritz • Ueli Kestenholz: Grindelwald

• Maria Walliser: Toggenburg • Silvano Beltrametti: Lenzerheide • Franz Heinzer: Stoos • Karin Roten: Leukerbad • Michael von Grünigen: Gstaad schweizer illustrierte

45


Top Ten

Jetzt buchen!

Destination Gstaad

Leben wie die Eskimos Lagerfeuer­ romantik vor dem Schlafen­gehen mit Blick auf die Gummfluh.

Nach der Piste ab ins Bad! Wir haben für Sie eine Auswahl an Hotels zu­sammengestellt.

Kids-Day

Ein Herz für die ganze Familie u iglu-bauen Sich einmal dem Nordpol

ganz nah fühlen? Dann ab ins Iglu! Beim Schneespass für die ganze Familie kann auf Wunsch auch im Schneehaus übernachtet werden. www.experience.ch u ziegen- und lama-trekking Die Erlebnistour mit Ziegen oder Lamas startet oberhalb Grubenwald auf 1450 m ü. M. Die Wanderungen werden je nach Kondition der Teilnehmer gestaltet. www.lama-und-co.ch u Kutschenfahrten Eine wärmende Decke über die Knie, und ab gehts durch verschneite Winterlandschaften. www.gstaad.ch u Schlittenhunde-tour Bei der Erlebnistour mit einem Rudel Huskys oder Grönlandhunden kommen

Märchenhaft Flanieren im autofreien Dorfkern. Darüber thront das Luxushotel Palace. Facts, Figures, Fun-faktor

Skispass bis Anfang Mai Auf einer der Dorf­ terrassen einen Cappuccino schlürfen und erraten, welche Stars sich hinter grossen Sonnenbrillen verstecken: In keinem Schweizer Ort macht PromiWatching so viel Spass wie hier. Madonna, Valentino, Pippa Middleton, Sean Connery: Sie alle flanieren durch Gstaad

u Auf der Pirsch.

Bad im Luxus Das Spa im Grand Hotel Park Gstaad.

46

– und decken sich bei Pernet mit ­Delikatessen ein und kaufen ihren Brunch beim Early Beck. u Nicht nur mondän. Im Dezember 2012 eröffnet mit dem «Alpina Gstaad» das fünfte Fünfsternehotel im Saanenland. Die Grand Dame der Luxushotels in der Region ist und bleibt jedoch das ­«Palace». Gstaad hat neben den Palästen aber auch ganz viel für Familien zu bieten. Besonders attraktiv: Das neue 3-Generationen-Package mit Ermässigung für Übernachtung, Bergbahn und Fondue-Plausch (siehe «Die Preise»). Kinder fühlen sich übrigens im Hotel Arc-en-ciel besonders wohl. u Skispass im Frühling: Dank Glacier 3000, dem einzigen Gletscherskigebiet im Berner Oberland, können Ski­ begeisterte bis Anfang Mai wunderbare Kurven in den Schnee ziehen. Das ganze Gebiet von Gstaad Mountain Rides bietet 220 Pistenkilometer, 60 Prozent davon werden technisch beschneit.

u Wellness – wow! Alle, die ihre Ski bereits in den Keller gestellt haben, erwartet Gstaad mit wunderbaren Wanderwegen. Nachmittags im LuxusSpa des Grand Hotel Park die Seele baumeln lassen. Wunderschön aufgefrischt: der Wellness-Bereich vom «Ermitage» in Schönried. yvonne zurbrügg

Die Preise

62.– u Tageskarte Erwachsene CHF 62.–, Kinder bis

9 Jahre gratis, Kinder (2001–1996) CHF 31.–, Jugendliche (1995–1992) CHF 56.– u 7 Tage Erwachsene CHF 363.–, Kinder CHF 182.–, Jugendliche CHF 324.– u Schlittelspass Tageskarte Erwachsene und Jugendliche CHF 40.–, Kinder (2001 bis 1996) CHF 20.– u 3-GenerationenPackage Vom 21. März bis 21. Juni gilt: Eltern bezahlen 100 %, Grosseltern 50 % und Kinder bis 16 Jahre nichts

Wellness deluxe u Golfhotel

les Hauts de Gstaad Viersternehaus mit tausend Quadratmetern Spa-Bereich in Saanenmöser. Zwei Nächte mit Frühstück, 5-Gang-Menü (inkl. Wein) und Fondue chinoise sowie Spa-Eintritt belaufen sich auf CHF 380.– pro Person im DZ. Gültig bis 30. 4. 2012. Webcode x42380

Ski fahren leicht gemacht Auf den Anfängerpisten macht das Üben Spass.

300-Millionen-Projekt Im Dezember 2012 eröffnet «The Alpina Gstaad».

Fotos Ingolf Pompe / Look-foto, Gstaad Saanenland Tourismus, HO (6)

Hier sind nicht nur VIPs die Stars: Gstaad nennt sich zu Recht auch Fami­ lienparadies, Sportarena und Wellness-Oase.

nicht nur Hundefans auf ihre Kosten. www.gstaad.ch u skifahren Spezielle Familienberge schaffen Anreiz für grosse und kleine Skifans. Insgesamt elf Kinderskilifte befördern die Kleinsten nach oben – nach unten kommen sie dann (fast) von allein. www.gstaad.ch

The Place to be

Der neue Fünfsternepalast u Gstaad

ist der Inbegriff für Luxus. Und der hat künftig eine weitere Adresse: Im mondänen Quartier Oberdorf entfaltet sich auf einem 20 000 Quadratmeter grossen Parkgrundstück mit Panoramablick das «Alpina Gstaad». Holzhandwerk und Bergkräutergarten zum Ankommen, feinste japanische Küche, ein von Havanna inspirierter Cigar-Room und ein Sechs-Sinne-Spa zum Abheben. 56 Zimmer & suiten Eröffnung im Dezember 2012. www.thealpinagstaad.ch

Designhotel

u Hotel Alpine lodge Von aussen ist das Dreisternehaus in Saanen ein für die ­Region typisches Chalet, innen dominiert ­jedoch das Moderne. Eine Nacht im DZ inklusive Frühstücksbuffet, gratis Internet und Nutzung des Wellness-Bereiches ab CHF 250.– pro Zimmer. Webcode 74803

heimelig

u Hotel landhaus Eine Nacht im Doppel-

zimmer des Saaner Dreisternehauses inklusive Frühstück ab CHF 230.– pro Zimmer. Gäste dürfen im Schwesterhotel Alpine Lodge den Schwimm- und Saunabereich gratis ­nutzen. Webcode 74804 Angebote buchen mit Webcode auf www.myswitzerland.com schweizer illustrierte

47


Shopping in Gstaad

Fashion-Paradies in den Bergen u Strick-Chic Der Ralph-Lauren-Store an

der Promenade 23 (Tel. 033 - 748 65 50) im Herzen von Gstaad bietet Mann und Frau eine tolle Auswahl an Strickwaren, Winteraccessoires wie Stiefel, Skibrillen oder Schals und hübsche Ski-Outfits. www.ralphlauren.com u Leder-Accessoires Die «kleinste LouisVuitton-Boutique der Welt» befindet sich im geschichtsträchtigen Grand Hotel Park. Tel. 033 - 748 16 90. u Für Kids Juicy Couture, Armani Junior und Hello Kitty – bei Les Petits Anges im Chalet Lunaria sind die Kleinen die Grössten. www.lespetitsanges.ch

Stilvoll Lederstiefel mit 9-cm-Absatz, Ralph Lauren. u ca. CHF 1080.–

Schlicht Kaschmir-Pullover, Ralph Lauren Black Label. u ca. CHF 450.–

events 24. März An der Swiss Folklore Show sorgen Oesch’s die Dritten im Hotel Landhaus in Saanen für Stimmung. 31. märz Die Brass Band Harmonie Saanen spielt ihr Jahreskonzert im Landhaus in Saanen. Beginn 20.15 Uhr, Eintritt CHF 15.–, Kinder dürfen gratis zuhören. 31. März und 1. april Die 6. Freeridedays.ch finden im Gletscherskigebiet Glacier 3000 statt: Die besten Pro-Rider Europas und Berg­ führer entführen die Teilnehmer in die Welt des Freeridens. 9. april Im Snowpark Vanillaz Playground in Saanenmöser steigt die «Derniere Neige» mit BBQ und Rail-Jam. 11. und 12. mai «Rock the Village»: Das Musik-Open-Air findet auf dem Flugplatz Saanen statt.

Fotos Dukas, Getty Images (2), Keystone (3), HO (3)

Elegante Winteroutfits findet man im RalphLaurenShop in Gstaad.

Johnny Hallyday, 68, französischer Sänger und Schauspieler.

Roman Polanski, 68, polnischer Film­ regisseur.

Madonna, 53, Pop-Ikone aus den USA.

Bernie Ecclestone, 81, Sean Connery, 81, Formel-1-Milliardär Oscar-Preisträger aus England. aus Schottland.

John Travolta, 58, US-amerikanischer Filmstar.

Er ist das ganze Jahr im Ort anzutreffen. Dass er Gstaader geworden ist, nehmen ihm die Franzosen ziemlich übel. Hallyday geniesst die Berge und die Steuerpauschale.

Er isst gerne im «Bernerhof» und lädt regelmässig prominente Freunde in sein Chalet Milky Way. Hier verbrachte er auch seinen Hausarrest wegen eines Verfahrens in den USA.

Im Dezember 2011 lieh sie sich den Skilehrer von Modezar Valentino aus. Ernest Marmet zeigte der Diva den Kurzschwung. Abends turtelte sie mit Freund Brahim.

Sein prächtiges Chalet mit Hallenbad heisst Lion. Die Liebe zu Gstaad hat ihn auch zum Hote­ lier gemacht: Er ist beteiligt am Traditionshaus «Olden» mitten im Dorf.

Der Traumtänzer aus «Saturday Night Fever» ging in Gstaad auf die Knie. «Ich habe Kelly hier den Antrag gemacht.» Das Glück mit Kollegin Kelly Preston hält bereits zwanzig Jahre.

Er geniesst von seinem Feriensitz in Saanenmöser aus den Blick übers Saanenland und lässt sich nebenan im Golfhotel bekochen oder schlägt ein paar Bälle auf dem Golfplatz.


Sonnenparadies Adelboden liegt auf 1350 m ü. M. im Berner Oberland.

gaumenschmaus & Night-Life

Höhenflüge für Tanzbären u Die bekannteste Gourmet-Adresse heisst seit Jahren «Chesery». Robert Speth und seine Gattin Susanne verwöhnen ihre Gäste auf höchstem Niveau (18 GaultMillau-Punkte). Nik und Simon Buchs, Gastgeber im Bergrestaurant Wasserngrat, haben neuerdings ein zweites Lokal. Ihr «16 Bar-Restaurant» in einer ehemaligen Glockengiesserei in Saanen vereint gastronomische Kreativität mit künstlerischem Ambiente. Die schönsten Nächte klingen im «GreenGo» aus, dem legendären Nachtclub vom «Gstaad Palace». Wers zu später Stunde ruhiger mag, fühlt sich im «Smoking» im «Bernerhof» wohl.

Ausschweifende Partys Die Schönen und Reichen feiern im «GreenGo».

Der weniger mondäne nachbar

Adelboden-Lenk, dänk! meter Pisten warten auf die Gäste – so gut präpariert wie kaum wo sonst! Der mehrfach ausgezeichnete «Lenkerhof» (www.lenkerhof.ch) bietet attraktive Winter- & Wellness-Specials. Für Familien mit abenteuerlustigen Kindern empfiehlt sich der «Simmenhof» (www.­simmen­hof.ch). Ein schöner Frühlings-Skitag endet in Adelboden am allerschönsten im Aussenpool vom Hotel The Cambrian (www.thecambrianadelboden.com). www.adelboden-lenk.ch

Ehemalige Glocken­ giesserei Gediegenes Ambiente im «16 BarRestaurant» in Saanen.

Unser Saanenland isabelle von siebenthal & hans schenker

Schauspieler, Hoteliers («Wildhorn», Lauenen)

Fotos Hervé Le Cunff / RDB, HO (3)

u Gleich nebenan, total sympathisch und eigentlich ein unterschätztes Juwel: das Skigebiet von Adelboden-Lenk. Die Bergbahnen, die die beiden Berner Oberländer Destinationen verbinden, fahren bis 15. April. Die Tageskarte kostet für Erwachsene CHF 60.–, Kinder (6–15 Jahre) CHF 33.–, Jugendliche (16–19 Jahre) CHF 51.– und für Senioren CHF 55.–. Familien erhalten Ermässigung beim gleichzeitigen Kauf von mindestens zwei Skipässen. Über 200 Kilo­

Seit fast einem Jahr wohnen wir nun schon im Saanenland und können uns immer noch nicht sattsehen an dieser paradiesischen Landschaft. Ob man durchs Simmental, aus Châteaud’Œx oder über den Col du Pillon anreist, ab Saanen­ möser, Gsteig oder Rougemont beginnt das gelobte Land: Die Täler weiten sich, der Himmel dehnt sich aus, das Licht flutet über die Wiesen, und die Berge treten aus ihrer bedroh­ lichen Nähe zurück. «S Oberland, ja s Oberland, s Bärner Oberland isch schööön!» Am Anfang war es schwer, diese Überdosis an Postkartenidylle zu ertragen, aber Gott sei Dank gibt es ja die Menschen, die hier leben, mit ihrem Menschlichen und Allzumenschlichen! Sie sorgen dafür, dass die Idylle der Wirklichkeit Platz macht und man erleichtert feststellt: «S isch wie überall, nume e chli schöner.» Und was gehört nicht alles zu dieser Schönheit: eine Panoramawanderung auf der Wispile etwa oder ein Blick vom Wassern­­grat – gern mit einem Glas Cham­pagner in der Hand. Eine Zigarre im Fumoir bei Thomas Frei im «Bernerhof». Eine Abfahrt vom Eggli. Eine Besteigung des Wildhorns mit Bergführer Köbi Reichen und der Flug mit dem Heli von der Spitze hinunter nach Saanen. Eine Pferdeschlittenfahrt mit dem Kutscher Ueli Reichenbach um den Lauenensee bei Vollmond. Ein Gespräch mit Pfarrer Fritz Ehrensperger über Kraft­orte im Saanenland. Und die Erfahrung, dass diese Energie tatsächlich spürbar ist: natürlich auf der Terrasse unseres Hotels Wildhorn! Was gibt es Schöneres, als an diesem Ort Gast­geber zu sein und Freunde und ­Fremde aus der ganzen Welt im eigenen Hotel willkommen zu heissen. In dieser wunderbaren Umgebung laden wir immer wieder unsere Batterien auf. Mens sana in Saanenland sano! Oder – wie wir gern sagen: «Born to be Wildhorn!» 


notabene

Der wiedergewählte Zar Peter Scholl-Latour

52

schweizer illustrierte

Foto Fabienne Bühler

W

ladimir Putin sei ein einer längst fälligen Modernisierung zu brin­ «lupenreiner Demo­ gen. Die erstrebenswerte Meinungsfreiheit der Bevölkerung mag dann wohl noch ein krat», hatte seiner­ wenig auf sich warten lassen. zeit der frühere deutsche Bundes­ Wer waren denn schon die Rivalen, kanzler Gerhard die Wladimir Putin entgegentraten? Am bes­ Schröder behauptet ten hatte der Altkommunist Sjuganow mit 17 Prozent der Stimmen abgeschnitten, und damit einen Sturm der Belustigung aus­ gelöst. Die Freundschaft zwischen den bei­ aber dieser ehrbare Dinosaurier des den Männern wurde zusätzlich ins Zwielicht Marxismus-Leninismus entbehrt jeder gerückt, als Schröder nach seinem Ausschei­ charismatischen Ausstrahlung. Da tauchte den aus dem Amt des Regierungschefs eine auch ein vielfacher Milliardär namens prominente Position im allmächtigen russi­ Prochorow auf, dessen ungeheures Ver­ schen Energiekonzern Gasprom übernahm. mögen kaum auf ­ehrliche Weise zustande gekommen sein dürfte. Geradezu grotesk Seit der letzten Präsidentschaftswahl in wirkte die Figur des ultra-nationalistischen Russland, die Putin mit 64 Prozent gewon­ Tribuns Schirinowski, der es auf kümmer­ nen hat, werden die westlichen Kanzleien liche 6 Prozent brachte. Was nun den in bür­ und Kommentatoren nicht müde, auf den gerlichen ­Kreisen hoch geschätzten Libera­ flagranten Wahlbetrug zu verweisen, der ein len Grigori Jawlinski betrifft, so findet er im solches Ergebnis angeblich ermöglicht habe. Ausland mehr Zustimmung als bei seinen In Washington, London und Berlin hat man «Den Europäern Lands­leuten. wohl vergessen, dass in diversen Ländern des islamischen Orients groteske Erfolgs­ stände es gut an, Die Präsidentschaftswahl in Russ­ meldungen der dortigen Diktatoren, die an wenn sie sich ihrer land in diesem Jahr war der Auftakt zu einer 100 Prozent heranreichen, mit resigniertem ganzen Reihe von Volksbefragungen die Achselzucken akzeptiert werden, soweit die Bedeutungslosigkeit weltweit in Frankreich, in den USA, in diver­ dortigen Machthaber sich den Wünschen bewusst würden» sen deutschen Ländern und sogar innerhalb und Forderungen der westlichen Allianz der widerstrebenden Fraktionen der kom­ gefügig zeigten. munistischen Einheitspartei Chinas bevor­ Ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist zwischen stehen. Sehr rühmlich erscheinen diese Auseinandersetzungen Kaliningrad und Wladiwostok mag dahingestellt bleiben, aber wer nicht. Ein Blick auf die jämmerliche Kandidaten-Riege der re­die breite Stimmung der russischen Bevölkerung auf dem Land und pu­blikanischen Partei in den USA wirkt vollends ernüchternd und in den Provinzstädten kennt, kommt zum Schluss, dass die Mani­ bestätigt jene Kritiker, die ein Abgleiten der amerikanischen pulation sich in Grenzen gehalten hat. Die Protestkundgebungen, Demokratie in eine krasse Form der Plutokratie beanstanden. Auch die in Moskau stattfanden, erinnern in mancher Beziehung in diversen Unionsstaaten des riesigen indischen Subkontinents doch allzu sehr an die redliche, aber dilettantische Facebook- werden in diesem Jahr die Gegensätze zwischen Kongress-Partei Revolution, die sich auf dem Tahrir-Platz von Kairo abspielte. und hinduistischen Ultra-Nationalisten ausgetragen, aber wer die Als es dann wirklich zu freien Wahlen im Niltal kam, erwiesen sich dortige zum Himmel schreiende Misere der Massen und die diese Schwärmer für Freiheit und Demokratie als eine führungs- unerbittliche Diskriminierung des Kastensystems zur Kenntnis und programmlose ­Minderheit, die den islamistischen Massen­ nimmt, kann es nur als Hohn empfinden, wenn Indien in den bewegungen eine er­drückende Mehrheit im Parlament überlassen westlichen Medien immer wieder als die «grösste Demokratie der musste. Welt» gefeiert wird. Mit den westlichen Vorstellungen politischer Gestaltung Der Wahlsieg Wladimir Putins dürfte der riesigen Land­ ist in Russland nicht viel Staat zu machen. Die Sowjetunion ist ja masse zwischen Polen und Japan zumindest eine gewisse Stabilität vor zwanzig Jahren am überstürzten Versuch Gorbatschows zer­ verleihen, die weite Teile der übrigen Welt – man denke an die Ent­ brochen, unter den Losungen von Perestroika und Glasnost einen gleisung des sogenannten «arabischen Frühlings» – schmerzlich radikalen Reformkurs einzuschlagen. Die russische Bevölkerung vermissen. Eines ist sicher: Der neu bestätigte Kremlchef wird mit wurde damals in unsagbares Elend gestürzt, während eine kleine allen Mitteln versuchen, Russland wieder den Rang einer Gross­ Ausbeutergruppe von Oligarchen sich auf unglaubliche Weise macht zu verleihen. Im Verbund mit China wird Moskau dem ame­ bereicherte. Bei der Mehrzahl der Russen dürfte die eiserne Dis­ rikanischen Hegemonial-Anspruch resolut entgegentreten und ihn ziplin, die Wladimir Putin seinem Volk auferlegt, nach diesem in seine Schranken weisen. Den Europäern stände es gut an, wenn Experiment wie eine Wohltat erscheinen. In Zukunft wird es für sie ihre anmassende Rolle als demokratische Moralapostel reduzie­ den wiedergewählten Zaren darum gehen, die Missstände in Wirt­ ren und sich der Bedeutungslosigkeit bewusst würden, die ihnen schaft und Infrastruktur, die Russland weiterhin belasten, mithilfe innerhalb der neuen globalen Mächtekonstellation droht.   seines immensen Reichtums an Rohstoffen und in Zusammen­arbeit mit den hoch technisierten Staaten Westeuropas auf den Weg Peter Scholl-Latour, 87, Nahost-Experte und Buchautor


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Hardrock vom feinsten: guns n’ roses

Laut und rockig

Foto Getty Images

Legendär Der Bandleader von Guns n’ Roses, Axl Rose, in Action.

u Wilde Jungs mit langen Haaren, hautengen Jeans, wirrem Blick und schrummenden Gitarrenriffs – klingelts? Oder besser: dröhnts? Hardrock, genau! Und zwar von der besten Sorte. Die US-Hardrockband Guns N’ Roses zählt zu den erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Mit über 100 Millionen verkauften Platten reicht ihnen so schnell niemand das Wasser. Ihre Hymnen wie «Paradise City», «November Rain» und «Sweet Child of Mine» haben eine ganze Generation geprägt. Dieses Jahr wird die legendäre Band mit Leader Axl Rose endlich auch in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. rea

ST. Jakobshalle Basel 27. 6., 19 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch

schweizer illustrierte

53


Die Besten kultur Internationales comic festival luzern

Aktuelle Comicszene Am Fumetto zeigen neben internationalen Grössen auch Schweizer Comiczeichner ihr Können. Das diesjährige Thema des Wettbewerbs: In Bewegung. u Vom klassischen Comic bis hin zu avantgardistischen Formen des Mediums Zeichnen – am Fumetto sind alle Sparten der neunten Kunstform vertreten. Mit dem Amerikaner Raymond Pettibon kommt heuer einer der wichtigsten zeitgenössischen Zeichner ans Luzerner Festival (Kunstmuseum Luzern bis 22. 7.). Ein weiteres Highlight ist die erste, umfassende Retrospektive des Franzosen Yves Chaland, der den klassischen Ligne-claire-Stil in den 80er-Jahren modernisiert hat. Wie auch Serge Clerc – dies­ jähriger Artist-in-Residence – zeichnete er für das berühmte Comic­ magazin «Spirou». Tom Tirabosco und Nicolas Robel vertreten die Genfer Szene, Letzterer zeigt seine Werke in der Kunsthalle Luzern (bis 16. 3.). Der Luzernerin Anja Wicki wird dank dem Förderpreis ­Fumetto-Schleuder eine Erstpublikation und Erstausstellung ermöglicht. Zusätzlich gibts auch ein vielseitiges Rahmenprogramm: Signierstunden, Zeichnerduelle, Künstlergespräche. anina rether

Internationales Comicfestival Fumetto Luzern 24. 3.–1. 4., täglich 10–20 Uhr, www.fumetto.ch

diese woche in galerien und museen

Inventar. Golden Days. Holzskulpturen Panorama Kolumbien Bild: «Ozelote».

Unbekanntes Comicland Kolumbien Bild: «Boliviana baja».

formschön

u Die Glasschale ist zerbrochen, trotzdem setzt sie Werner Bommer, 63,

in den Mittelpunkt seines Gemäldes: eine Würdigung an die schöne Form? Ein Hinweis auf Vergänglichkeit? Der Künstler malt mit Vor­ liebe Stillleben oder ganze Architektur-Ensembles, oft nur angedeutet. Auf Leinwand, Holz oder Pavatex. Stellenweise mischt Bommer – er ist seit über drei Jahrzehnten auch als Galerist tätig – der Farbe Sand bei. Oder fixiert Collagen auf der Leinwand.  km galerie carla renggli Zug. Bis 7. 4. Di–Fr 14–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 041 - 711 95 68, www.galerie-carlarenggli.ch

grafisch

Tom Tirabosco (CH) aus Genf: Sein Star: eine kleine Ente. Bild: «La seconde».

u Der Thuner Dominik Stauch, 49, arbeitet mit Malerei, ComputerAnimationen und Installationen. Er benutzt auch gefundene Bilder und Gegenstände aus der Alltagswelt (r.). Ebenso wie der in Lausanne lebende Francis Baudevin, 47. In der Thuner Ausstellung «Golden Days» treten die beiden Künstler zum ersten Mal zusammen auf. Als gemeinsame Referenz wird die Arbeit «Golden Years» des Niederländers Daan van Golden gezeigt.  Km

kunstmuseum Thun BE. Bis 9. 4. Di–So 10–17 Uhr, Tel. 033 - 225 84 20, www.kunstmuseumthun.ch

Hölzern

u Der Mann macht eine ernste Miene. Ein Fuss am Boden, der ande­ re in der Luft. Er rennt vor etwas davon. Peter Kröning serviert uns mit dem Namen des Werkes auch gleich die Antwort: «Das wirst du nie wieder los» (r.). Der Bildhauer versteht die Skulptur als erzäh­ lerisches Werkzeug, seine Holzfiguren sind vom Comic inspiriert. Anfangs mit der Motorsäge, später mit immer feinerem Werkzeug schält er die Figuren meist aus Linde und Obsthölzern heraus.  km

andrea robbi museum Sils Maria GR. Bis 15. 4. Di–So 16–18 Uhr, Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch/andrea-robbi

internationales Filmfestival freiburg

Serge Clerc (F) Zeichnete bei «Spirou». Bild: «Bahamas meet Sam».

Yves Chaland (F) Sein klarer, ein­ facher Stil prägt die Szene bis heute. Bild: «Entdecker».

54

schweizer illustrierte

Mysteriös Jennifer West: «Filmstill».

Am Schnittpunkt der Kulturen

Nicolas Robel (CH) aus Genf bemalt Skate­ board-Platten.

u Ein Hauch Glamour wird sich auch dieses Jahr über Freiburg legen, wenn das 26. In­ ternationale Filmfestival seinen Anfang nimmt. Die beliebte Veranstaltung hat das Ziel, mit der Förderung qualitativ hoch­ stehender Filme zur Bewahrung der film­ künstlerischen und kulturellen Vielfalt in der Schweiz und in Europa beizutragen. So

Minimalistisch François Olislaeger: «Portrait».

werden hauptsächlich Werke aus Asien, ­Afrika und Lateinamerika gezeigt. Zwölf hochkarätige Filme buhlen im internatio­ nalen Wettbewerb um den Regard d’Or. km internationales filmfestival Freiburg 24. 3.–31. 3., Tel. 026 - 347 42 00, www.fiff.ch


Die Besten

Die Besten

kultur

event demnächst

5 Fragen an ein buch

O’Connor. Metal. Lilibiggs

Dorfschönheit Wie ihr Vorbild Marilyn Monroe räkelt sich Candice gerne im Schein­ werferlicht.

Gefühls-woge

uMit «Nothing Compares 2 U» gab die irische

Sängerin 1990 ein Statement ab. Seither singt sie über Liebe und Verlust, Hoffnung und Schmerz. Auch auf ihrer neuen CD. hv Andrea Camilleri

Pionier Tiziano Ferro ist der Star einer neuen Generation von Italo-Songwritern.

Mörderische Raffinesse

Tiziano Ferro im hallenstadion zürich

Italo-Lover, einmal anders

Worum geht es? In einem Plastiksack wird eine zerstückelte Leiche ge­ funden. Commissario Montalbano muss den makabren Mord aufklären. Die Hintergründe sind jedoch verwor­rener, als es zunächst scheint.

Marilyn eisgekühlt Seit vier Jahren kämpft der Krimiautor David Rousseau (Jean-Paul Rouve) mit einem Schreibstau. Auf der Suche nach neuem Stoff reist er ins jurassische Niemandsland nahe der Schweizer Grenze und trifft dort unverhofft auf eine Leiche. Die Dorfschönheit Candice Lecœur (Sophie Quinton) liegt tot im Schnee: Verdacht auf Selbstmord mit Schlaftabletten. David ist tief beeindruckt von der jungen Frau, die Marilyn Monroe so ähnlich sieht, und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Je mehr er über sie erfährt, umso mehr zweifelt er an der Selbstmordtheorie der Dorfpolizei. u Die Stars Die «Marilyn» von Sophie Quinton («Peau de vache») ist so ­bezaubernd, dass sie die Herzen im Nu erobert. Jean-Paul Rouve («Zwei u Die Story

56

schweizer illustrierte

­ ngleiche Freunde») überzeugt als u ­mürrischer Krimiautor. u Der Regisseur Die Zusammenarbeit zwischen Gérald Hustache-Mathieu («La chatte andalouse») und Sophie Quinton war stets so perfekt, dass die Französin in allen Streifen des Theaterund Filmregisseurs die Hauptrolle spielt. «Poupoupidou» ist ihr vierter gemeinsamer Film. u Der Satz «Eine Geschichte beginnt immer dann, wenn sie zu Ende ge­ gangen ist.» u Das Fazit Der irrwitzige Film kommt leichtfüssig daher – mit einem tollen Soundtrack. Und ist auch noch ­spannend. kati moser 8 8 8 8 8 Länge: 92 Min. Regie: Gérald Hustache-Mathieu. Kinostart 22. 3.

Wer ist der Autor? Andrea Camilleri, 86, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller, Drehbuchautoren, Theaterund Filmregisseure Italiens. Berühmt geworden ist der Sizilianer mit seinem Commissario Montalbano. Bis heute sind achtzehn Folgen der beliebten Kriminalromane er­schienen, zahlreiche von ihnen wurden ins Deutsche übersetzt. Die TV-Verfilmungen laufen seit 2001.

u Die

Liebe? Nun, dazu gibt es (mindestens) so viele Meinungen wie Liebende. Eine ganz und gar überraschende: «Die Liebe ist eine einfache Angelegenheit.» Die Aussage wirkt ziemlich eigenwillig, zumal sie vom italienischen SingerSongwriter Tiziano Ferro stammt. In einem Interview mit dem Magazin «Vanity Fair» outete er sich als Homosexuellen und erzählte frei­ mütig von seinem inneren Konflikt um seine sexuelle Neigung. Seine Gefühle, sagte er vor Jahresfrist, habe er lange als «Krankheit» empfunden und deshalb

Welcher Satz ist bezeichnend? «Na klar! Eine unwegsame, gottverlassene Gegend voller Geröllfelder und Gestrüpp, wo eine Leiche heimisch werden konnte, ohne jemals entdeckt zu werden.»

cd-Tipp klassik

RUSSISCHE AVANTGARDE

Wer liest es gern? Alle, die ein Flair für Italianità haben, mit allem, was dazugehört: Essen, Politik, Bildung. Nach der Lektüre? Am liebsten ­«Enzo’s Trattoria» aufsuchen und eine Portion Pasta mit Seeigeln verschlingen. Kati moser andrea camilleri Das Ritual der Rache (Lübbe)

u Mit virtuoser Energie und

Fotos HO (3), Paul Seewer

«poupoupidou» (F)

sinead o’connor Volkshaus Zürich 23. 4. um 20 Uhr, www.topact.ch

Präzision spielt der junge Russe Alexander Melnikov Schostakowitschs zwei Klavierkonzerte – voller Leben und Gefühl. Ausdrucksstarker Kontrast dazu: die ernste Violinsonate mit Isabelle Faust. HANS ULI VON ERLACH SCHOSTAKOWITSCH Klavierkonzerte, Alexander Melnikov (Harmonia Mundi)

viele Jahre seines Lebens weggeworfen. Ein Doppelleben habe er nicht führen wollen. «Dazu bin ich nicht fähig.» Trotzdem hat er sein neues Album «L’Amore è una cosa semplice» betitelt – und es in der Schweiz direkt auf Platz 5 der Hitparade geschafft. Damit reiht es sich nahtlos in die Erfolgsserie der vier Vorgänger ein, die 2001 mit der HitSingle «Perdono» begann und bisher im Album «Nessuno è solo» gipfelte, das über hundert Wochen die italienischen Charts aufmischte und weltweit mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft wurde. Mit seinem jüngsten Werk hat der smarte Mann aus Latina, der nach einem Ab­stecher nach London wieder in seiner Heimat lebt, beste Chancen, sich selbst zu überbieten. Das Image, ein Klon von Eros Ramazzotti zu sein, hat er jedenfalls längst abgestreift. hanspeter vetsch

tiziano ferro Hallenstadion Zürich 23. 5. um 20 Uhr, www.goodnews.ch tickets für die besten events!

Power-lawine

u Metallica, Slayer, Motörhead, Mastadon: Die dritte Schweizer Ausgabe des Soni­ sphere-Festivals wird selbst hartgesottene Heavymetal-Fans zum Glühen bringen. hv

sonisphere Yverdon-les-Bains 30. 5. um 15.45 Uhr, www.sonispherefestivals.com

Vergnügungs-Welle

uIn der ganzen Schweiz zeigen die Lilibiggs-

Kinderkonzerte ihr neues Programm. Ver­ sprochen wird «ein Stelldichein der grossen Stars der Schweizer Kinderzimmer». hv Lilibiggs kinderkonzerte Daten ab dem 1. 4., www.kinderkonzerte.ch kORRIGENDA Das in der SI 11/2012 angekündigte Konzert von Chris de Burgh findet erst in einem Jahr, am 12. 4. 2013, statt. schweizer illustrierte

57


Shopping

top ten der Woche

Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars, Model Valeria @ Visage

Charmante Biederkeit u Die 50er-Jahre stehen für Rock ’n’ Roll-Rebellion, Glamour à la Marilyn Monroe und Grace Kelly, aber auch für häusliche Biederkeit. Für Designer wie Interims-Designer Bill Gaytten bei Dior, Miuccia Prada oder Marc Jacobs für Louis Vuitton ein Grund, aus dem Vollen zu schöpfen. Seien es die Schnitte (knielange Petticoat- und Plissee-Röcke), Farben (Pastelltöne) oder die witzigen Muster, inspiriert von Sofas, Vorhängen und Tapeten. Wer Berührungsängste hat, fängt ganz alltagstauglich an und trägt zum Cardigan eine Bluse mit Kragen und 3/4-Chinos mit Pumps, Ballerinas oder Schnürschuhen.

Redaktion Ursula borer Fotos geri born Styling melanie albisser

Schatz, lass uns tanzen! Ohrringe und Armband, Sence, Einzelstück, Zürich. u CHF 59.–, 119.– Cardigan, Darling, Glam.in, Zürich. u CHF 139.– Jupe, Lena Hoscheck, Maison Julie, Zürich. u CHF 560.– Clutch, Martine Wester, Glam.in, Zürich. u CHF 89.– Pumps, Pura Lopez, Grieder. u CHF 280.– schweizer illustrierte

59


Shopping top ten he der Woc

«Ein Cardigan gehört zum Look»

Elvis lässt grüssen Jacke, Clockhouse, C & A. u CHF 39.– Cardigan, Darling, Glam.in, Zürich. u CHF 139.– Seidenfoulard (als Gürtel), Codello, Globus. u CHF 99.90 Hose, Athé Vanessa Bruno, GPoint Grieder. u CHF 360.– Armband, Maddison, Manor. u CHF 24.90 Tasche Longchamp. u CHF 640.– Schuhe, Repetto, Maison Julie, Zürich. u CHF 290.– Hocker Freistil 185, Pfister. u CHF 854.–

Pin-up-Schönheit Haarreif, Glam.in, Zürich. u CHF 25.– Bluse, Claudie Pierlot, Zürich. u CHF 219.– Kette, Komplementair, Zürich. u CHF 549.– Cardigan, Sofie D’Hoore, Apartment, Zürich. u CHF 398.– Panty, Tory Burch, GPoint Grieder. u CHF 280.– Armreif, Woche 11, H & M. u CHF 7.90 Clutch, Maddison, Manor. u CHF 19.90 Schuhe, Oxmox, Ochsner Shoes. u CHF 129.90

Tanz-Tee-Prinzessin Brille Holly, Mykita. www.mykita.com u CHF 539.– Kette New Yorker. u CHF 9.95 Kleid, Annex, Zürich. u CHF 490.– Clutch, Fenn Wright Manson, Glam.in, Zürich. u CHF 149.–

Gib Gas, ich will Spass! Foulard (Haare), Codello, Globus. u CHF 44.90 Kette, MT, Glam.in, Zürich. u CHF 179.– Kleid, Amisu, New Yorker. u CHF 49.95 Bangle und Tasche, gelb, Woche 11, H & M. u CHF 7.90, 29.90 Herz-Tasche, Marc by Marc Jacobs, Vestibule, Zürich. u CHF 80.– Socken, Evabella, Coop City. u CHF 8.90 Pumps, Bon Genie, Grieder. u CHF 230.–

Trautes Heim, Glück allein Sonnenbrille, Mafalda, Mykita, Zürich. u CHF 382.– Kette, Woche 15, H & M. u CHF 12.90 Twin Set, Fabiana Filippi, Laredo, Zürich. u CHF 740.– Jupe, Avant Première, Manor. u CHF 49.90 Tasche, Guess, Globus. u CHF 199.– Schuhe, Cube, Max Shoes. u CHF 39.90 Bettsofa Hannah und Teppich Foxy, Pfister. u CHF 1590.–, 195.–

60

schweizer illustrierte

schweizer illustrierte

61


Shopping top ten he der Woc

objekt der begierde

Das muss Liebe sein u Die Brüder Alexandre, Laurent und Raphaël Elicha haben mit ihrem 2008 gegründeten Label The Kooples den Nerv der Zeit getroffen. Der Neo-Dandy-Stil ist ganz nach dem Motto «Paris trifft London» ein gelungener Mix aus Rock-Chic und Biedermann-Look. Der Clou des Konzepts ist der schicke Partner-Look. In Paris, der Stadt der Liebe, werden die Outfits immer im Duo entworfen, in London erhalten sie bei den SavileRow-Schneidern Norton & Sons den passgenauen Schliff. Auch in der Werbekampagne setzt man auf wahre Liebe. Darin posieren echte Paare, die an Ikonen wie Mick Jagger und Marianne Faithfull, Jane Birkin und Serge Gainsbourg oder Marylin Monroe und Arthur Miller erinnern. Die stylischen Looks gibts exklusiv bei Globus Zürich – auch für Singles!

ursula borer

online-Tipp

www.chiccham.com u «Wohnen mit Herz und Stil» könnte das Motto von Chic Cham sein. Ihre Liebe zu natürlichen Materialien, Dekoration und Kunsthandwerk verbindet Anna­ belle Dentan und Pauline Martinet schon seit zehn Jahren. Mit ihrem Online-Shop haben sich die Architektin und die Künstlerin einen Traum verwirklicht. Ob

62

schweizer illustrierte

Kissen, Teppiche, Vorhänge, Bade­tücher oder Plaids: Zweimal pro Jahr entwerfen sie neue Kollektionen und lassen ihre Kreationen in Indien von Hand herstellen. ursula borer mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer, HO

Mit dem gewissen Etwas Seidenjupe in Puder-Rosa von The Kooples gibts ab sofort exklusiv bei Globus. u CHF 220.–


Shopping top ten he der Woc

Mit Kamille Milde Pflegedusche Sensitive Balance von Nivea. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 3.60

Mit Langzeiteffekt Ohne Parabene: Körper-Fluid Nutriextra von Vichy. Apotheken, Drogerien. u CHF 24.–

Mit Vogel Portemonnaie/ Schlüsselanhänger mit Frühlingsmotiv von H & M. Solange Vorrat. u CHF 5.90

Mit Früchtekernen Körperpeeling mit Vanille aus Madagaskar von Decléor. Fachhandel. u CHF 47.–

Mit Honig Die pflegende Körper­ creme Nutricia Intense von Payot macht den Körper frühlingsfrisch. Fachhandel. u CHF 34.–

Mit Gerste Moisturizing Body Butter von Rausch. Apotheken, Drogerien, Warenhäuser. u CHF 18.90

Mit Sanddorn Reich­haltige Lotion Sanddorn für trockene Haut von Weleda. Coop City, Reformhäuser. u CHF 22.–

Frühlingsgefühle u Vogelgezwitscher, die ersten warmen Sonnenstrahlen, ein neues Frühlings­ kleid: Das ist der Moment, wo man Lust auf Körperpflege hat. Lust darauf, sich aus den Schichten von Winterklei­ dern rauszuschälen, die raue, trockene Haut am Körper zu erneuern, um sich dann in ganzer Frische zu zeigen und wohlzufühlen. Sozusagen wie Phönix aus der Asche zu steigen. Dieses Ritual beginnt man am besten mit einem Peeling, zum Beispiel mit den duften­ den Früchtekernen und ätherischen Ölen aus fernen Ländern von Decléor.

64

schweizer illustrierte

Dann alles mit einer sanften Pflege­ dusche runterspülen und einen Moment entspannen. Nun kommt der genüss­ liche Teil am Ganzen: den Körper vom Hals bis zu den Zehen sanft eincremen, sich in einen kuschligen Frottee-Mantel einhüllen und einen Kräutertee trinken. Wer mag, macht vor dem Peeling eine Trockenbürsten-Massage. So werden trockene Hautschüppchen entfernt, und die Haut wird wieder babyzart. Streichelreif, gewissermassen. Der Liebste wird sich freuen. beatrice Schönhaus

Star-geflüster

Tex-Mex-Chic u Die USSchauspielerin und Sängerin Selena Gomez, 19, bringt bald ihren ersten Duft heraus. Bekannt wurde sie mit «Die Zauberer vom Waverly Place», der DisneyChannel-Serie.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Getty Images, www.gettyimages.com

Körper-Pflege


PUBLIREPORTAGE

TOP TEN che der Wo

lt empfieh

EVEN BETTER CLINICAL DARK SPOT CORRECTOR

Gegen Pigmentflecken. Für eine ebenmässige Haut. Entdecken Sie das Nr.1 Produkt gegen Pigmentflecken in Europa*. Dermatologisch entwickelt für beste Verträglichkeit. Erste Resultate sehen Sie bereits nach 2 Wochen. Nach 4 Wochen wirkt Ihre Haut strahlender und gleichmässiger. Nach 12 Wochen erscheinen Pigment- und Altersflecken um 58%** reduziert. Even Better Clinical ist sicher – sogar für empfindliche Haut, die vergleichbare Behandlungen nicht verträgt. Zweimal täglich anwenden. Lichtschutz nicht vergessen.

Ihr Geschenk Bei Kauf eines Even Better Clinical Dark Spot Corrector Serums erhalten Sie die attraktive Clinique Citytasche mit praktischem Reissverschluss und eine Clinique 7 Day Scrub Cream im Wert von CHF 15.– (UVP). 7 Day Scrub ist ein leichtes, wasserlösliches Creme-Peeling, welches überschüssige Hautschüppchen entfernt und für eine glatte, samtig weiche und feine Haut sorgt. Erhältlich in allen autorisierten Clinique Verkaufsstellen. Ein Geschenk pro Kunde. Solange Vorrat.

* Gemessen an Verkaufszahlen in den grössten europäischen Märkten für Prestige-Kosmetik **Doppelblindtest-Studie, basierend auf 40 Frauen, ausgesucht durch ein Zufallsverfahren

Weitere Tipps für ebenmässige, strahlende Haut finden Sie unter www.gegen-pigmentflecken.ch


Shopping top ten he der Woc

Der Stil von Queen Elizabeth II.

Nicht zu grell & viel Pastell

Laufsteg

Christas Look

u Sie

Zum 60-Jahr-Thronjubiläum Der Band «Elizabeth II.», Elisabeth Sandmann. Buchhandel. www.buch.ch u CHF 28.50

soll ihrer Schwiegertochter Catherine (Kate) zwar unlängst Vorwürfe wegen deren hoher Styling-Ausgaben gemacht haben, selber aber geniesst sie die Mode in vollen Zügen: Königin Elizabeth II. von England liebt vor allem zarte Pastelltöne wie Flieder, Himmelblau, Teerosengelb, Ecru und Rosé. Wunderbar zu sehen im neu erschienenen Band «Elizabeth II.» bei Elisabeth Sandmann mit vielen Fotos. Das Buch erscheint zum 60-JahrThronjubiläum als Hommage an ihren Stil. Wo Kate einen cleanen, klaren Look gewählt hat, setzt die Königin eher auf eine Prise Romantik und VintageCharme. So etwa bei ihrem Schmuck (sie liebt Broschen in allen Variationen!) und ihren Hüten. Wir finden, sie (oder ihre Stilberater) wählen gut und klar. Zudem schmeicheln Pastelltöne – und sind im Moment sowieso im Trend. beatrice schönhaus

66

Einmal Königin sein Strass-Diadem von Claire’s. www.claires.com u CHF 19.90

Im royalen Stil Reps-Armband Regency mit Steinen in Pastell, Swarovski. www.swarovski.com u CHF 220.–

Zum Afternoon-Tea Krug von Dunoon Diamond Jubilee. www.ambiente-tavola.ch u CHF 90.–

Wie ein Kronjuwel Ring aus der limitierten Serie Marina Divina von Beyer. u ab CHF 2630.– (ohne Brillanten)

schweizer illustrierte

u Das Modelabel s. Oliver wirbt in der Kampagne für die Frühling/ Sommer-Kollektion zum ersten Mal in der Geschichte des Labels schweizweit mit einem nationalen Testimonial. Moderatorin Christa Rigozzi zeigt auf den Plakaten sommerliche Looks unter dem Motto «Take me away / Festival of Colours». Die 28-jährige Tessinerin verleiht der Kampagne mit «Christa’s Favourites» einen persönlichen Touch und stellt ihre Lieblingslooks für den Sommer gleich selber vor: ein buntes Kleid, aufgepeppt mit Jeansjacke; grüne Skinny Jeans zum Streifentop oder khakifarbene Shorts, kombiniert zur Blümchen-Bluse. nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills). Ingo Peters, HO

Charmant s. Oliver setzt schweizweit auf Moderatorin Christa Rigozzi.


Login

TV-Koch Beat Caduff und sein Ozaka-iPhoneMusikverstärker von geschenkidee.ch.

«Menu Surprise» im Garten

u Woche für Woche kocht Beat Caduff spontan auf Sat.1. Sein Konzept: Schweizer Persönlichkeiten bringen ihre Einkaufstasche mit, aus deren Inhalt der 15-GaultMillau-Punkte-Koch dann ein Menü kreiert. Privat ist der passionierte Jäger genauso unkompliziert wie in seiner Kochsendung. Für einen gemütlichen Grillabend setzt er auf frische Zutaten, einen edlen Pinot noir des Bündner Weinguts Gantenbein und auf einen wild-gepflegten Garten. Für Stimmung sorgt beim praktisch veranlagten Gastronomen übrigens keine grosse Musikanlage. Wenn überhaupt Musik im Garten erklingen soll, dann vom iPhone aus. Um die Gäste zu unterhalten, würde er gerne seine Katze auf dem Robo-Mäher herumdüsen lassen. Doch Roboter-Rasenmäher mit integrierter Katzendecke gebe es leider noch nicht. Bei der Gartenpflege legt Caduff am liebsten

Programmierbare Gartenpflege

Fotos Geri Born, HO (3)

u Was sind die digitalen Gartentrends

für den Sommer? Das Praktische steht im Vordergrund. Geräte, die sich programmieren lassen, die automatisch und zuverlässig die Arbeit erledigen. Vor allem dann, wenn man übers Wochenende weg ist oder in die Ferien geht. u Ein elektronischer Privat-Gärtner also? Nicht ganz – grosse Nachfrage haben wir für Bewässerungsanlagen. Solche, die via Spritzanlage Wasser abgeben, wie jene Systeme, die man auf dem Golfplatz sieht, oder solche, die tropfenweise das Wasser direkt in den Boden leiten. So wie

selber Hand an. Vor allem den Kräuter­ garten giesst er persönlich. Und dennoch ist eine Bewässerungsanlage eine Über­ legung wert: «Wenn sich die Anlage vom Ausland via iPhone ansteuern liesse, wäre das schon sehr praktisch für mich.» YH

Die Gardena C 2030 duo plus Computersteuerung bewässert individuell. Infos im Fachhandel oder bei brack.ch. CHF 169.–

Evoke-1S von Pure bietet DAB- und UKW-Radio mit Anschlussmöglichkeit für iPod & Co. Erhältlich bei brack.ch. CHF 169.–

Dominik Wirth Teamleiter Do-it bei Brack Electroncis. es die Tomaten am liebsten mögen. Kleincomputer mit der nötigen Steuerung für solche Systeme sind schon ab 79 Franken erhältlich. u Was ist mit Roboter-Rasenmähern, die mit Katzen spielen? Auch hier ist die Tendenz stark steigend. Roboter-Rasenmäher werden immer beliebter. Sie sind leise, vergleichbar mit einem TV-Gerät. Der Roboter-Rasenmäher macht sich erst akustisch bemerkbar, wenn sich die integrierte Diebstahl-Alarmanlage meldet. Dennoch bezweifle ich, dass sich Herrn Caduffs Katze mit dem Roboter-Rasenmäher anfreunden wird.


Shopping top ten he der Woc

Lieblinge Der Redaktion

Heels Sandalen aus tomatenrotem und viola Nubuk-Leder. u CHF 379.–

Viel Raum für Schönheiten Der neue Lele-Pyp-Flagship-Store an der Kuttelgasse 3 in der Zürcher Innenstadt. Tel. 044 - 253 20 00.

Ballerinas Gelbe Ballerinas aus biologischem Lachsleder. u CHF 449.–

Lele Pyp, Zürich

Drei Geschwister im Höhenflug Modelle aus pflanzlich gegerbtem BioLachsleder, einem Nebenprodukt aus der Lachsindustrie. Alle Modelle sind in limitierter Stückzahl und in den Grössen 35 bis 41 erhältlich. Kristina Köhler Öffnungszeiten Mo 11–18.30 Uhr, Di–Fr 10–18.30 Uhr, Sa 10–17 Uhr, www.lelepyp.com weitere shops im shopping-guide:

Sandalen Braune LederSandalen mit geflochtenen Riemchen. u CHF 329.–

www.schweizer-illustrierte.ch

Must-have

Farbe her! Sommer­ begleiter Mini-Tasche von Tom Tailor. Fachhandel. www.beheim.de u ca. CHF 50.–

68

schweizer illustrierte

u Sie ist klitzeklein, kompakt und angenehm zum Anfassen: die Mini-Beuteltasche Lecca in Lederoptik aus der neuen Kollektion von Tom Taylor (18 × 10 × 20 cm). Jetzt im Frühling liegt sie genau richtig: Denn ihre Farbe ist einfach toll. Erinnert an Himbeeren und sündige Süssigkeiten. Passt perfekt zum Flatterkleid oder einfach zu Jeans. Hat zudem eine aufgesetzte Tasche mit Kontrastnähten. Mehr Infos im Fachhandel oder über www.beheim.de.

beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Paul Seewer (Stills), HO, Lele Pyp

u Die Geschwister Stephanie, 28, ­ amantha, 30, und Bernardo, 32, Müller S Knab gehen ein weiteres SchuhAbenteuer ein: die Eröffnung ihres Lele-Pyp-Flagship-Stores an der Kuttelgasse, gleich an der Zürcher Bahnhof­strasse. Es ist ihr zweites Geschäft (nach dem Shop an der Stadelhoferstrasse 42) und lässt auf seinen 45 Quadratmetern Fläche viel Raum für die hochwertigen und originellen Krea­ tionen von Schwester Stephanie. Die Besonderheit der Kollektion: farbenfrohe

Pumps Rosa Pumps aus pflanzlich gegerbtem Lachsleder. u CHF 449.–


Shopping top ten he der Woc

Das Schweizer Model Ronja Furrer, 20, ist in der Frühling/ Sommer-Kam­ pagne von Ralph Lauren zu sehen.

kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, lüftet das Geheimnis.

interview mit ronja furrer, schweizer model

«Ich liebe den Food in New York» Ronja Furrer, Sie leben zurzeit in Man­hattan. Welche Orte muss man bei einem Trip in den Big Apple besuchen? Ich mag die schönen Parks am Hudson River, etwa High Line, oder den ­Tompkins Park im East Village. Zum Shoppen gehe ich am liebsten an die Bedford Avenue in Brooklyn, ich liebe diese Ecke. Im Quartier Soho an der Prince und Spring Street sowie am West Broadway gibt es viele hippe Shops, wo ich immer neue Labels entdecke. Geben Sie viel Geld für Mode aus? Nicht extrem viel. Ich habe viel Geld für mein Pferd ausgegeben, aber das habe ich immer gerne gemacht. In New York geht mein Geld eher fürs Essen drauf! Es gibt so viele gute Restau­ rants, dass ich darum nur selten in meinem Apartment in Chelsea koche. Dann sind wir gespannt auf Ihre Tipps!

Das «Hudson Clearwater» im West Village ist am Aufkommen (www. hudsonclearwater.com). Sonst gehe ich gerne ins «Miss Lily’s» oder auch ins «Esquina» an der Lafayette Street. Gibt es etwas, wofür Sie Ihre Model-­Gagen sparen? Ja, für mein Leben nach dem Modeln, zurück in der Schweiz. Das klingt ja richtig vernünftig. Keine Chanel-Tasche auf der Wunschliste? Die hab ich doch schon (lacht). Ver­ nünftig bin ich definitiv nicht, aber ich weiss, dass ich irgendwann zurück­ komme, und dann möchte ich mir in der Schweiz ein Leben aufbauen. Ein Haus haben, Pferde und vielleicht einen Mann – irgendwann einmal. Zurzeit konzentriere ich mich in New York 100 Prozent aufs Modeln, um keine Chance zu verpassen und alles geben zu können. Interview nina lienhard

ronjas lieblinge

Beauty-Secret eines Models Gesichtscreme von La Mer, bei Marionnaud. 30 ml u CHF 195.–

70

schweizer illustrierte

Immer dabei Mit Musik auf ihrem iPod Classic von Apple ent­spannt sie. u ab CHF 329.–

Klassiker Den Ice Tea von Migros trinkt Ronja bei Besuchen in der Schweiz. u CHF 0.45

Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob ich ein Kind will, hätte ich vermutlich eine Augenbraue hinter der VictoriaBeckham-Sonnenbrille hoch­ gezogen, ein bisschen Rauch aus der Nase geblasen und noch einen Schluck aus meinem Glas Champagner genommen. Oder so was gesagt wie: Entschuldigung, aber ich brauch meine Brüste noch für was ganz anderes! Ja, das war, bevor ich wusste, dass Agent Provocateur auch Still-BH verkauft. Das man edle Hermès-Tücher auch als SchnullerTücher verwenden kann. Und dass es das Label Baby Chloé gibt. Und dass Kinder das wertvollste Geschenk der Welt sind. Auch wenn ich mich angesichts der Geburtsstrapazen ernsthaft frage (keine Sorge, ich erspar Ihnen blutige Details. Nur so viel: Hollywood ist hier zu Ende!), wie es die menschliche Rasse ge­ schafft hat zu überleben. Überhaupt erscheint es mir als eine Art Wunder, dass jeder einzelne Mensch mal geboren wurde. Von einer liebenden Mutter, im Idealfall. Die Belohnung für so eine Geburt jedenfalls ist gross. Beziehungsweise ziemlich klein. Und da ist es also, mein Baby! Mein Liebster und ich haben es Kosmo genannt. Was auf Griechisch so viel bedeutet wie: Universum, Ordnung oder schlicht «die Welt». Passender könnte der Name nicht sein. Stellt es doch mit seinem kleinen Stimmchen unsere ganze Welt auf den Kopf. Bringt alles in (Un-)Ordnung und bedeutet uns mindestens das Universum. Gibt es eigentlich auch Goldmedaillen von Louis Vuitton? So eine hätt ich jetzt gern. Und noch ein paar Milliarden dazu. Für jede Mutter auf der Erde nämlich!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer (Stills), Option Models

Babynews!


Check-up Achtung, Herzstörung!

ft f i r rte t e b es t ö ng G auu d Ver

u hamilton Vorhofflimmern kann

Ein gutes Bauchgefühl

Verdauungsbeschwerden sind ein häufiges Problem von Frauen. Zwei von drei Schweizerinnen leiden laut einer Umfrage darunter. Die Lösung: ausgewogene Ernährung und Sport. Text VERENA THURNER

W

enn Sie an Ihrem Körper etwas verändern könnten, was wäre das? Dies die letzte ­Frage einer Isopublic-Umfrage zu Verdauungsbeschwerden. Ein Gesicht wie «Pretty Woman» Julia Roberts? Ein ­knackiger Po wie Penélope Cruz? Beine wie «The Body» Elle Macpherson oder Brüste wie Dolly Parton? Die Antwort erstaunt: Die Hälfte aller befragten Frauen gaben an, dass sie von einem flachen Bauch träumen. Und zwar nicht nur junge Frauen. Bei den 65- bis 74-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte, die sich über ihren Bauch ärgern. Das Thema der repräsentativen Umfrage waren Verdauungsbeschwerden mit Blähbauch, Verstopfung oder Durchfall. Zwei von drei Schweizerinnen sind davon betroffen, fühlen sich dadurch in ihrem Alltag eingeschränkt: null Bock auf Sex oder sonstige sportliche Aktivitäten. Einige vernachlässigen deswegen sogar ihren Job. Am häufigsten leiden Frauen unter Blähungen. Bei den 25- bis 45-Jährigen sind es sogar mehr als die Hälfte, und das regelmässig. Knapp ein Drittel der über 55-Jährigen geben an,

dass sie sogar mehrmals pro Woche von einem geblähten Bauch betroffen sind. Der Leidensdruck ist allerdings bei den jungen Frauen grösser, lässt sich der gewölbte Bauch doch schlecht unter engen Jeans verbergen. Verstopfungen sind das zweit­ häufigste Problem. Die Hälfte der Frauen zwischen 25 und 54 leidet mindestens einmal pro Monat darunter. Mit zu­ nehmendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Von Durchfall sind eher jüngere Frauen betroffen. Das Problem nimmt mit dem Alter ab. Auch der Leidensdruck scheint hier weniger hoch zu sein als beim Blähbauch. Dass die Ernährung einen Einfluss auf die Verdauung hat, ist sich fast die Hälfte aller Frauen bewusst. Auch der Rat von Fachleuten geht in diese Richtung. Dazu PD Dr. Rémy Meier, Gastroenterologe an der Universitätsklinik in Liestal BL: «Die Ernährung ist ein entscheidender Faktor für eine gesunde Verdauung. Probiotika, wie sie in bestimmten Milchfrischprodukten vor­ kommen, können positive Effekte auf den Magen-Darm-Trakt ausüben.»

zu Demenz führen. Auch die Wahrscheinlichkeit für eine Pflegeheimeinweisung wird durch die Herzrhythmusstörung erhöht. Das zeigt eine Auswertung von zwei grossen US-Studien mit über 30 000 Pa­ tienten. www.aerztezeitung.de

Rüebli statt Make-up u Fife Wer täglich drei Portionen

gelbe und rote Früchte oder Gemüse isst, wird mit einem strahlenden Teint belohnt. Schottische Forscher fanden auch heraus, dass Rüebli den gelblichen Anteil der Haut verstärken und Tomaten den rötlichen. www.gesundheit.ch

Infos zu Burnout

u basel Wer an einem Burnout leidet, ist körperlich und emotional ausgebrannt. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Arbeitsbelastung. Der neue Ratgeber «Besser informiert über Burnout» hilft Betroffenen. Kostenlos zu bestellen unter www.mepha.ch

tipp

Wer alle zwanzig Minuten aufsteht und für zwei Minuten herumgeht, senkt seinen erhöhten Blutzuckerspiegel um einen Viertel.

schweizer illustrierte

75


Check-up Vorgeburtliche Eingriffe

Lebensrettung im Bauch der Mutter!

Spina bifida Normalerweise formt sich die flache Rückenmarkplatte im ersten Monat der Schwangerschaft zum Neuralrohr. Darum herum bildet sich die schützende Wirbelsäule. Wird dieser Schritt an einer Stelle aus­ gelassen, liegt das Rückenmark blank an der Oberfläche und wird unheilbar geschädigt. Folgen: eine Art Querschnittslähmung, fehlende Kontrolle von Darm und Blase. 90 Prozent haben zudem einen Wasserkopf. Eine US-Studie zeigte letztes Jahr, dass eine vorge­burtliche Operation diese Folgen vermindern kann. Allerdings können nur Föten zwischen der 20. und 25. Schwangerschaftswoche operiert werden. «Vorher ist das Gewebe zu fragil, und danach ist der Schaden schon zu gross», erklärt Prof. Martin Meuli. Hinzu kommt, dass die Schwangerschaft ab der 25. Woche schon so weit fortgeschritten ist, dass ein Eingriff Wehen auslösen könnte. Folge: eine extreme Frühgeburt. Eine Operation kommt nur dann infrage, wenn keine weiteren Krankheiten vorliegen. Der Eingriff erfolgt gleich wie der­jenige nach der Geburt: Der Chirurg entfernt den Zystensack, der sich um das frei­ liegende Rückenmark gebildet hat. Dadurch senkt sich das Rückenmark an den ursprünglichen Platz im Wirbelkanal. Danach wird die Stelle von mehreren Gewebelappen bedeckt und die Haut zugenäht. u Vorkommen 40 bis 45 Fälle im Jahr in der Schweiz. u Heilungschance Ist von allen pränatalen Operationen die risikoärmste – praktisch alle Föten überleben den Eingriff. Nach der Geburt hat nur noch die Hälfte aller Kinder einen Wasserkopf.

Die pränatale Chirurgie wird immer besser. Prof. Martin Meuli erklärt, ­welche Eingriffe möglich sind und wo die Risiken liegen.

Text Lisa merz

H

76

schweizer illustrierte

Zwerchfellhernie Das Zwerchfell trennt die Brust- von der Bauchhöhle. Bei der angeborenen Zwerchfellhernie hat es sich während der Entwicklung des Kindes nicht vollständig geschlossen. Durch das Loch können Bauchorgane wie Magen, Darm, Leber und Milz in den Brustkorb des Fötus gelangen und dort die Lungen am Wachsen hindern. In ausgeprägten Fällen sind die Lungen so klein, dass das Kind nach der Geburt nicht atmen kann und erstickt (während der Geburt atmet die Mutter für das Kind). Eine offene Operation bringt in diesem Fall nichts. Aber man hat herausgefunden, dass die ­Lungen wachsen, wenn man die Luftröhre endoskopisch mit einem kleinen Ballon für ein paar Wochen verschliesst. Der Grund dafür ist noch unklar, im Moment laufen dazu aber Studien. u Vorkommen 20 bis 25 Fälle pro Jahr in der Schweiz. u Heilungschance «Die Prognose ist sehr unterschiedlich und hängt von der Grösse der fötalen Lungen ab. In unserem Zentrum überleben rund drei Viertel aller betroffenen Kinder», sagt Prof. Martin Meuli.

Lungentumor Chirurgie im Bauch Bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche kann man beim Fötus einen offenen Rücken operieren. rien bei Mutter und Kind erfüllt sind. «Eine Operation am Fötus kommt nur dann infrage, wenn sich dadurch sein Tod oder schwere Behinderungen verhindern lassen», sagt der Zürcher Kinderchirurg. Am Schluss aber müssen die Eltern die schwere Entscheidung fällen, ob sie einer Operation zustimmen oder nicht.

Prof. Dr. med. Martin Meuli, Direktor der chirurgischen Klinik am Kinderspital Zürich.

Fotos Dick Vredenbregt , Keystone

auptsache, es kommt gesund auf die Welt! Das ist wohl der häufigste Wunsch von Eltern. Was aber, wenn das Kind schon im Mutterleib operiert werden muss? Die fötale Chirurgie machts möglich. Es gibt Krankheiten, bei denen ein vorgeburtlicher Eingriff die Heilungschancen vergrössert. So zeigte eine US-Studie, die letztes Jahr veröffentlicht wurde, dass Kinder mit Spina bifida (offener Rücken), die schon im Bauch der Mutter offen chirurgisch operiert wurden, sich später besser entwickeln. «Dabei öffnen wir den Bauch und die Gebärmutter, operieren den Fötus und verschliessen danach wieder alles», erklärt Prof. Martin Meuli, Direktor der chirurgischen Klinik am Kinderspital Zürich. Er und sein Team haben diese vorgeburtliche Operation bereits zweimal in Zürich durchgeführt. Sie gehören damit zu den Ersten, die offene fötale Chi­rurgie ­ausserhalb der USA durchführt haben. Bei anderen Krankheiten kann eine vorgeburtliche Operation das Leben des Kindes sogar retten. Neben Spina bifida zählen Zwerchfellhernien, Lungentumore und Steissbeintumore zu den häufigsten Diagnosen, die man schon vor der Geburt operieren kann. Eine Komplikation, die danach oft auftritt, ist die Frühgeburt. Weitere Kom­p­likationen betreffen nicht den Fötus selbst, sondern die Gebärmutter. Als Folge können zu früh einsetzende Wehen, eine Infektion oder ein Fruchtblasensprung auftreten. Das schlimmste Szenario ist, wenn der Fötus während der Operation stirbt. Um diese Risiken so klein wie möglich zu halten, operieren Prof. Meuli und sein Team erst, wenn bestimmte Krite­

Fötale Tumore sind sehr selten. Häufig wachsen Lungentumore und Zysten bei Föten bis ins letzte Viertel der Schwangerschaft und bleiben dann in der Grösse konstant. Deshalb wird im Normalfall das Kind spontan zur Welt gebracht und braucht auch keine sofortigen Therapien. In seltenen Fällen benötigt das Kind nach der Geburt Hilfe beim Atmen. Bei den schwersten Fällen muss man abklären, ob sich eine vorgeburtliche Operation lohnt. Denn ein Lungentumor kann im schlimmsten Fall so gross werden, dass er das Herz des Fötus zusammendrückt, und zwar so stark, dass der Blutfluss erschwert wird – das kann zu Herzversagen führen. u Vorkommen Acht bis zwölf Fälle pro Jahr in der Schweiz. u Heilungschance In zwei von drei Fällen gelingt die Entfernung des Tumorgewebes, die Kinder können ein normales Leben führen.


Check-up Steissbeintumor Beim Steiss-Teratom handelt es sich um einen gutartigen Tumor, der von der Steissbeinspitze ausgeht und unter Umständen während der Schwangerschaft schon so gross wird, dass er das gleiche Gewicht wie der Fötus hat. Folge: Er braucht zu viel Blut – die zusätzliche Pumpleistung bringt das Herz zum Versagen. Die einzige Therapiemöglich-

keit: eine vorgeburtliche Entfernung des Tumors. «Dieser Eingriff ist sehr kompliziert und bringt uns Mediziner an die Grenzen», sagt Prof. Martin Meuli. u Vorkommen Fünf bis sieben Fälle im Jahr in der Schweiz. u Heilungschance Dieser Eingriff bedeutet ein grosses Risiko – eines von drei Kindern überlebt ihn.

Zwillingstransfusionsproblem Wenn sich Zwillinge einen Mutterkuchen teilen (was bei eineiigen Zwillingen oft vorkommt), können Komplikationen auftreten. Ein Risiko ist, dass sich die beiden Nabelschnüre durch Gefässe verbinden und somit die Blutzufuhr falsch verteilt wird. Folge: Ein Fötus bekommt zu viel Blut, der andere zu wenig. Die Lösung: Der Kinderchirurg trennt die Gefässverbindungen endoskopisch mit einem Laser.

TV-Tipp

uVorkommen Vier- bis sechsmal im Jahr am Universitätsspital Zürich. uHeilungschance Die Wahrscheinlichkeit für das Überleben mindestens eines Zwillings liegt nach der Lasertherapie bei 80 bis 90 Prozent. Je nach Schweregrad der Erkrankung, der Plazentaverteilung und dem OP-Verlauf kann bei der Hälfte aller Fälle mit dem Überleben beider Kinder gerechnet werden.

Samstag, 24. März, 18.10 Uhr

Schlafstörungen Am Morgen klingeln zwölf Wecker, und trotzdem fällt das Aufstehen schwer. Der Grund: Schlafstörungen. Ein Experte erläutert, wie es dazu kommt und was man dagegen tun kann. Zum Beispiel mit einem Lichtwecker wecken lassen. www.gesundheitsprechstunde.ch

k n ch ec te l l o s Da s w is sen Sie Ethik steht im Vordergrund Das Leben und die Gesundheit des Kindes zu erhalten, ist eine wichtige Aufgabe. In ausgewählten Fällen kann es aber auch sinnvoll sein, ein Kind mit unheilbaren Problemen in Würde sterben zu lassen. Wichtig ist, dass betroffene Eltern sich von Fachpersonen professionell aufklären und betreuen lassen.  Am Zentrum für Fetale Diagnostik und Therapie in Zürich arbeiten Fachleute aus allen Richtungen. ­Modernste Behandlungsmethoden und Ethik stehen im Vordergrund.  Mehr Infos unter www.swissfetus.ch 


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

SIEBEN KREUZFAHRTSCHIFFE & EIN VOLKSFEST

Cruise Days in Hamburg W

«Queen Mary 2»: die Grösste auf der Elbe.

er die Seefahrt mag, merkt sich das Wochenende vom 17. bis 19. August vor: ­Hamburg Cruise Days! Gleich sieben Kreuzfahrt-Riesen schippern über die Elbe in die stolze Stadt: «AIDAluna», «AIDAmar», «Deutschland», «Astor», «Columbus 2», «MSC Lirica» und «Queen Mary 2». Im Hafen kreuzen Hunderte von kleinen Schiffen, am Ufer feiern Hunderttausende ein Volksfest

Volksfest! Vom 17. bis 19. August feiern die Hanseaten ihre Liebe zum Meer und zu grossen Schiffen: Hamburg Cruise Days! – und staunen über Lichtkünstler Michael Batz, der den Hafen in einen «Blue Port» verwandeln will. Hamburg ist ohnehin eine Reise wert: Die um­ strittene Elbphilharmonie wächst, der Lifestyle-Faktor ist hoch, KinderThemenwelten locken. – «Hamburg Cruise Days»-Pauschalen mit zwei Übernachtungen gibts ab EUR 279.–. UH INFO www.hamburgcruisedays.de/ schweizer illustrierte

79


LESERREISE DER SCHWEIZER ILLUSTRIERTEn

Mit Röbi Koller durch Peru und Bolivien

Grafik Nigel Simmonds, Fotos HO

H

errliche Landschaften, atemberaubende Städte und eine untergegangene Hochkultur: Röbi Koller zeigt Ihnen die Schönheiten von Peru und Bolivien. Sie reisen vom kolonialen Lima nach Cusco, entlang dem ­Inka-Trail zum sagenumwobenen Machu Picchu, weiter zum legendären Titicacasee und nach La Paz bis in die unwirk­liche Mondlandschaft des grössten Salzsees der Welt. Mit Röbi Koller und DRS-Korrespondent Ulrich Achermann erleben Sie unter anderem, wie man auf 4000 Metern Höhe mit Solarenergie ein Lama schert. ¡Bienvenidos a Sud­ américa! u Die Highlights dieser Reise Inka-Trail: Auf den Spuren einer ­untergegangenen Hochkultur zum Juwel der Inka-Baukunst – dem ­legendären Machu Picchu. Nostalgische Zugfahrt: Mit dem Vista-

dom durch das tropische ­Urubamba-Tal nach Cusco. La Paz: Entdecken Sie die atemberaubende Stadt auf 3200 bis 4100 Metern Höhe. Salar de Uyuni: Der grösste Salzsee der Welt (12 000 Quadratkilometer), durchzogen von Inseln voller Riesenkakteen. Laguna Colorada: rosa Flamingos, ein rot schimmernder See – Natur pur a la boliviana! u Kosten/Leistungen Reisedaten: 17. August bis 4. September 2012. Preis: CHF 8600.– (inkl. Flugtaxen CHF 100.–, Stand Januar 2012). Einzelzimmer­ zuschlag: CHF 970.–. Durch­geführt wird die Reise von der auf ­Korrespondentenreisen spezialisier­ten Reiseagentur Cotravel in Allschwil (www.cotravel.ch, Tel. 061 - 308 33 00). Detailprogramm/Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch

Nur noch wenige! Plätze

Peru Lima

Leserreise

Die Reiseroute Flug Zürich–Lima. Mit dem Zug durch das UrubambaTal zum legendären Machu Picchu. Weiter zum Titicacasee und nach Zürich La Paz. Salar de Uyuni, Laguna Colorada, zurück nach La Paz. Rückflug via Lima nach Machu Picchu Zürich. Aguas Calientes Cusco Puno Titicacasee La Paz

Bolivien

Uyuni Laguna Colorada 200 km

Ulrich Achermann Der DRS-SüdamerikaKorrespondent zeigt Ihnen die Schönheiten seiner Wahlheimat.

Röbi Koller Der SF-Radio- und Fernsehmoderator nimmt Sie mit zu seinen Lieblingsdestinationen.

SIgrafik: Nigel Simmonds

anmeldung/bestellung detailprogramm ± Bitte reservieren Sie mir ____ Platz/Plätze. Ich habe das Detailprogramm im Internet gelesen. ± Senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur Leserreise «Peru & Bolivien» an folgende Adresse:

Sagenumwoben Machu Picchu ist eine der ­grössten Touristen-Attraktionen in Südamerika. Die Inka-Stadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Name Vorname

Tel.

Adresse

PLZ Ort

Datum

Unterschrift 

Einsenden an: SI-Leserreisen, c/o Cotravel, Baslerstrasse 364, Postfach, 4123 Allschwil


publireportage STARPOTENZIAL Wer das Publikum überzeugt, fährt ein Jahr lang den sportlichsten Beetle aller Zeiten.

Und so gehts

Vier Schritte zum VW Shooting Star u Registrieren Melde Dich jetzt gleich oder

bis spätestens 12. April 2012 mit einem tollen Foto von Dir auf www.vw-shootingstar.ch an.

u Shooting VW wählt gemeinsam mit dem Star­ fotografen Thomas Buchwalder aus allen Einsendungen die sechs besten Kandidatinnen und Kandidaten aus. Diese dürfen exklusiv an einem profes­ sionellen Fotoshooting mit dem up! oder Beetle am Wochenende am 28./29. April 2012 teilnehmen.

Shooting Star werden und ein J ahr VW Beetle fahren Der VW Beetle erobert als sportlicher Trendsetter die Strassen des 21. Jahrhunderts. Du hast die Chance, den neusten Nachfahren des legendären VW Käfers ein Jahr lang gratis zu fahren. Jetzt anmelden, VW Shooting Star werden und gewinnen!

D

er neue VW Beetle meistert den Spagat zwischen Nostalgie und Moderne souverän. In der zweiten Generation ist er erwachsen geworden und erfüllt mit sparsamen Motoren, moderner Sicherheitstechnologie und vielseitigem Infotainment-System alle Anforderungen an die heutige Mobilität. Ohne dabei aber den legendären Urahn, den VW Käfer, in Vergessenheit geraten zu lassen. Mit dem neuen VW Beetle lässt sich Fahrspass pur erleben. Gegenüber dem Vorgänger ist er etwas flacher und breiter, seine harmonischen Rundungen wirken

gleichsam dynamisch und markant. Er ist sportlich abgestimmt, dank modernen Motoren mit einem Leistungsspektrum von 105 bis 200 PS aber dennoch erfreulich sparsam. Und eignet sich mit dem perfekten Fahrwerk prima für längere Strecken. Zugleich macht das schicke Innenraumdesign jede Fahrt auch optisch zum Erlebnis. Die lackierte Armaturentafel, die legendären Halteschlaufen an den B-Säulen sowie das Retro-Handschuhfach sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch praktisch. Ob auf grosser Reise oder nur schnell auf dem Weg in die Stadt: Das FenderSoundsystem findet mit Sicherheit den

richtigen Ton, während es sich bis zu vier Erwachsene in den Sitzen bequem machen können – inklusive leichten Gepäcks. Und selbst den Grosseinkauf steckt der Krabbler weg, denn bei umgelegter Rückbank passen mehr als 900 Liter in den BeetleKofferraum! Seine legendäre Form macht den neuen Beetle auf all seinen Wegen zum Hingucker und Objekt der Begierde. Wenn auch Du den neuen VW Beetle fahren möchtest, dann melde Dich jetzt bei unserer Chal­ lenge an: Mach mit, sei mit etwas Glück bei einem exklusiven Fotoshooting dabei und als neuer VW Shooting Star ein Jahr lang Besitzer des neuen VW Beetle. Oder hast Du eher ein Auge auf den neuen Klein­wagen VW up! geworfen, der mit genügsamen Motoren, Spritzigkeit und kleinem Wendekreis der ideale Begleiter in der Stadt ist? In zwei Wochen erfährst Du hier mehr zum Star Shooting mit dem VW up!. Viel Glück!

u Publikumswahl Die schönsten und besten B­ ilder des Fotoshootings werden anschliessend auf der Website www.vw-shootingstar.ch veröffentlicht. Das Publikum entscheidet per Internet-Voting, ­wer von den sechs Finalistinnen und Finalisten ­ VW Shooting Star wird. u Gewinnen Wer das Publikum überzeugen kann, darf ein Jahr lang pures Fahrvergnügen mit einem VW Beetle oder einem VW up! erleben!

Technische Daten VW Beetle u Benzin 105, 160, 200 PS u Diesel 105 PS, 140 PS u 0–100 km/h 7,5 bis 11,5 s u Spitze 180 bis 223 km/h u Verbrauch 4,5 bis 7,7 l/100 km

u CO2-Ausstoss 119 bis 179 g/km u Dimensionen Länge 4,28 m,

Breite 1,81 m, Höhe 1,49 m

u Kofferraum 310 bis 905 l u Preis ab CHF 23 900.–

HOCHWERTIG Ledersitze, Farbakzente und Dreispeichenlenkrad laden ins Cockpit ein.

AUF UND DAVON Das sportliche Fahrwerk hält, was der dynamische Spoiler am Heck des Beetle verspricht.

ALTBEWÄHRT Die kompakt platzierten zen­tralen Rundinstrumente zitieren den Käfer.


En Guete

Würzig Die Schärfe weckt die Sinne.

So schön wie Ferien

Koriander, Kurkuma & Kokos: Fernöstliche Spezialitäten versetzen uns im Nu in Ferienlaune. Gut möglich, dass Sie danach das Reisefieber packt.

1

Scharf gewürztes Poulet

Zutaten (für 4 Personen) Sauce 1 Esslöffel Maizena, 1 Esslöffel Zucker, 1/2 Teelöffel Sambal Oelek, 3 Esslöffel dunkle (dark) Sojasauce, 1/2 Teelöffel Fischsauce, 1 Esslöffel heller Reisessig, 2 Esslöffel dunkler Reiswein Gemüse 50 g Bambussprossen, 2 Bundzwiebeln, mit dem Grün, halbiert, 2 rote Peperoncini, 1 cm Ingwer, 4 Knoblauchzehen Fleisch 500 g Pouletbrüstli, 1 Teelöffel Maizena, 1 Esslöffel dunkler Reiswein, Öl zum Rührbraten Vor- und zubereiten ca. 40 Min. u Für die Sauce Maizena und alle Zutaten bis und mit Reiswein in einer Schüssel gut verrühren, beiseitestellen.

TIPP

Für das Gemüse Bambussprossen und Bundzwiebeln in feine Streifen schnei­ den. Peperoncini halbieren, entkernen, in feine Streifen, Ingwer und Knoblauch in feine Scheiben schneiden, beiseitestellen. Für das Fleisch Pouletbrüstli mit Haus­ haltpapier trocken tupfen, in ca. 3 mm breite Streifen schneiden. Maizena und Reiswein verrühren, mit dem Fleisch mischen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 10 Min. marinieren. Öl im Wok oder einer grossen Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch portionenweise je ca. 2 Min. rührbraten, herausnehmen. Gemüse beigeben, kurz rührbraten, Fleisch zugeben, Sauce darunter­ mischen, nur noch heiss werden lassen, sofort servieren. Dazu passt Basmatireis.

Zitronengras ist sehr beliebt in der asiatischen Küche. Meist sind nur mehrere Stängel erhältlich. Wohin mit dem Rest, wenn nicht alle benötigt werden? Zitronengrasstängel können tiefgekühlt werden, oder es können daraus dekorative Zimmerpflanzen gezogen werden! Stängel in Wasser stellen, bis sich Wurzeln bilden, danach in einen Topf mit Erde pflanzen.

2

Geschmortes Rindfleisch

Zutaten (für 4 Personen) Öl zum Rührbraten, 800 g Rindsvoressen, z. B. Huft, in ca. 2 cm grossen Würfeln, 1 grosse Zwiebel, grob gehackt, 3 Knoblauchzehen, gepresst, 1 Teelöffel Korianderpulver, 1 Teelöffel Kreuzkümmel, 1/2 Teelöffel Kurkuma, 3 Teelöffel Palmzucker, 1 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Sambal Oelek, 1/2 Teelöffel Maizena, 1 Esslöffel Wasser, 4 dl Kokosmilch, 1 Esslöffel Tamarindenpaste Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Schmoren ca. 11/2 Std.

u Öl im Wok oder in einer grossen Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch portionenweise je ca. 3 Min. rührbraten, herausnehmen. Zwiebel und Knoblauch beigeben, ca. 1 Min. weiter rührbraten, Fleisch beigeben. Korianderpulver und alle Gewürze bis und mit Sambal Oelek

schweizer illustrierte

85


En Guete beigeben, ca. 1 Min. weiter rührbraten. Maizena, Wasser, Kokosmilch und Tamarindenpaste verrühren, beigeben, aufkochen, zugedeckt bei kleinster Hitze ca. 11/2 Std. schmoren. Dazu passen Süsskartoffeln.

3

Gemüsecurry

Zutaten (für 4 Personen) Würzpaste 1 Teelöffel Korianderpulver, 1/2 Teelöffel Kreuzkümmel, 1/2 Esslöffel Ingwer, fein gehackt, 1 Stängel ­Zitronengras, Inneres fein gehackt, 3 Knoblauchzehen, fein gehackt Gemüse Öl zum Rührbraten, 3 Schalotten, fein gehackt, 150 g tiefgekühlte Bohnen, aufgetaut, je 1 rote, grüne und gelbe Peperoni, in ca. 3 cm grossen Stücken, 250 g weisse Auberginen, geviertelt, 200 g Blumenkohl, in Röschen, 1 Teelöffel Kurkuma, 2 dl Kokosmilch, 150 g Chinakohl, Blattrippen flach geschnitten, in feinen Streifen, 1 Teelöffel Sambal Oelek, 1 Esslöffel dunkle (dark) Sojasauce, Salz, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 40 Min. u Für die Würzpaste Korianderpulver und alle Zutaten bis und mit Knoblauch in einem Mörser fein zerstossen, bei­ seitestellen.

Für das Gemüse Öl im Wok oder in einer grossen Bratpfanne heiss werden ­lassen, Schalotten kurz rührbraten, Bohnen beigeben, ca. 5 Min. weiter rührbraten, Peperoni, Auberginen und Blumenkohl beigeben, ca. 3 Min. weiter rührbraten. Kurkuma und Kokosmilch mit der Würzpaste beigeben, verrühren, zugedeckt ca. 10 Min. köcheln, China­ kohl, Sambal Oelek und Sojasauce daruntermischen, nach Bedarf salzen, kurz weiterköcheln, anrichten. Dazu passt Parfümreis.

4

Pikanter Papaya-Salat

Zutaten (für 4 Personen) 2 Knoblauchzehen, fein gehackt, 2 rote Chilis, halbiert, entkernt, fein gehackt, 3 Esslöffel ungesalzene Erdnüsse, geröstet, grob gehackt, 1–2 Esslöffel Palmzucker, 1 Esslöffel Fischsauce, 1 Teelöffel Zitronensaft, 1 Tomate, entkernt, in Würfeli, 1 grüne Papaya, 1 Rüebli Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Knoblauch und Chilis im Mörser fein zerstossen, in eine Schüssel geben. Erdnüsse und alle Zutaten bis und mit Tomaten daruntermischen. Papaya und Rüebli schälen, mit einem Sparschäler längs feine Streifen abschälen, unter die Sauce mischen.

impressum Nr. 12, 101. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.


GaultMillau Rialto Bistro Bar Promenade 3780 Gstaad Tel. 033 - 744 34 74 9. 4. bis 11. 5. Betriebsferien In der Zwischensaison am Montag geschlossen Visa und Mastercard EC-Direct und Postcard www.rialto-gstaad.ch

Brasserie-Küche! Yvan Letzter und Küchenchef Manuel Stadelmann sind die neuen Gastgeber. Pfiffige Gerichte, tolle Weine und People-Watching an Gstaads Promenade.

Ossobuco an der Schickeria-Meile

«Rialto», Gstaad BE Die Adresse ist erstklassig: Promenade, die Einkaufsstrasse der noblen Gstaader Gäste. Die Küche ist es auch: Yvan Letzter und Manuel Stadelmann sind die Gastgeber.

Shoppen bei Chopard, Cartier und Lorenz Bach NEU kann ganz schön hungrig getestet machen. Da kommt das «Rialto» gerade recht: TopSommelier Yvan Letzter, jahrzehntelang bei Robert Speth im «Chesery», ist neuer Gastgeber. Und der Elsässer Manuel Stadelmann, früher bei Spitzenköchen und Millionären am Herd, der Küchenchef. Das Konzept? Brasserie-Gerichte, serviert auf der Sonnen­ terrasse. Eine gute Alternative zur High-End-Gastronomie in den Gstaader Fünfsternehotels. Typisch für den neuen Küchenstil: ein «Salade niçoise» der gepflegten Art. Eine Lauch-Quiche, direkt aus dem

Ofen. Moules marinière. Natürlich blitzt der Ehrgeiz und das «Vorleben» der beiden Patrons immer wieder mal durch: Bei der dreischichtigen Entenleber verblüffte uns der überragende SauternesGelee. Beim tiefgelben Risotto stimmte alles: die Körnigkeit des Reises. Und der «Knackpunkt» bei den sautierten Crevetten. Ein vermeintlich simples Gericht hat uns dank perfekter Ausführung ganz besonders beeindruckt: «Les sot l’y laisse», die besten Stücke vom Poulet, exzellent gebraten, mit Balsamico auf­ gewertet und unter einem frischen Nüsslisalat serviert. Hauptgang? Erstklassige Fischgerichte (frittierter Tintenfisch, Kabeljau

auf asiatischem Gemüse, Rotbrasse aus dem Ofen) oder ein gewaltiges Rinds­ kotelett für zwei Personen stehen zur Wahl. Wir orientierten uns an der eleganten schwarzen Schiefertafel, wählten ein Ossobuco, das im Gusseisenpfännchen sorgfältig geschmort an den Tisch kam, und waren mit unserer Wahl sehr zu­ frieden. Yvan Letzter ist einer der besten Weinkenner im Land. Kein Wunder also, dass die Karte in allen Disziplinen beeindruckend ist. Auf der ersten Seite werden zehn Flaschen zum Schnäppchenpreis angeboten – was immer man an Gstaads teuerster Meile darunter ver­ stehen mag. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Dick Vredenbregt

Wein-Tipp Chianti zum Lagern Für den mittelschweren Chianti Classico wurden die Traubensorten Sangiovese, Canaiolo, Malvasia Nera und Merlot assembliert. Der Castello di Ama 2007 (13,5 %) ist der Basiswein des gleich­ namigen toskanischen ­Spitzenweingutes und ein

sicherer Wert zu italienischen Küchenklassikern. Da 2007 ein Topjahrgang war, lohnt es sich, einige Flaschen im Keller zu lagern. Castello di Ama wurde 1972 gegründet und liegt auf einer Anhöhe südwestlich von Gaiole im Chianti-Gebiet. Bekannt ist das Gut auch für die

eindrucksvollen Kunst­ installationen. Denn die Gutsbesitzer Lorenza Sebasti und Marco Pallanti laden jedes Jahr einen Künstler auf das Anwesen ein, um ein neues Kunstwerk zu realisieren. Louise Bourgeois, Michelangelo Pistoletto oder Anish Kapoor waren schon da.

Martel, St. Gallen Tel. 071 - 226 94 00 www.martel.ch Bis 2015 geniessen. Trinktemperatur: 16 bis 17 Grad. u CHF 35.–

schweizer illustrierte

87


Foto Paul Seewer

PUBLIREPORTAGE

flagsize 2 (80 mm) CMYK 300 dpi: for offset

Chefköche für ein Bouillon-Töpfli?

der als z.B. sterilisierte Fertig-Menus. Ausserdem können Knorrsuppen prima mit frischen Zutaten kombiniert werden. REMO WALDER: Was wir in unseren Beutelsuppen haben, ist im Vergleich zu frisch nur getrocknet. Diese Produkte sollen frische Produkte ja nicht ersetzen. Zudem können nun mal nicht alle Leute kochen. In diesen Fällen können wir optimal helfen. Wie redet man sich bei einem Gourmet elegant heraus, wenn man beim Kochen ein Bouillon Töpfli gebraucht hat? GEORG SCHMÜCKER: Indem man es ihm zeigt und darauf verweist, dass diese gelierte Bouillon so gut wie selbstgemacht ist. Knorr hat die Bouillon schon konzentriert eingekocht – wie im Gault-Millau-Restaurant oder wie bei Grossmutter. REMO WALDER: Die Bouillon Töpfli sind wie eine selbstgemachte Bouillon, nur viel schneller. Mal ehrlich: So ein ausgewogener Geschmack ist doch in der Industrieküche ohne künstliche Inhaltsstoffe

Georg Schmücker und Remo Walder entwickeln als Chefköche für Knorr Produkte wie das Bouillon Töpfli. Warum braucht es für so ein einfaches Töpfli so viel Know-how? Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit als Chefkoch bei Knorr von jener in einem Restaurant? GEORG SCHMÜCKER: Im Restaurant koche ich für ein paar Dutzend Gäste, als Chefkoch bei Knorr für Millionen. Bei Knorr muss ich zudem etwas von Technologie verstehen. Im weltweiten Chefkochteam von Knorr fühle ich mich wie in einem grossen internationalen Restaurant. REMO WALDER: Der Unterschied ist gar nicht so gross – ausser dass ich wissen muss, wie meine frisch zubereiteten Rezepte in schmackhafte Produkte wie z.B. das Bouillon Töpfli umgesetzt werden. Dazu muss man verstehen, wie die Produktion funktioniert. Wie wissen Sie, was den Leuten schmeckt? GEORG SCHMÜCKER: Ich bekomme viele Kommentare und Verbesserungsvorschläge von Familie, Freunden und Kollegen. Zudem schaue ich im Supermarkt immer in die Einkaufswagen der Leute. Und wir fragen die Verbraucher auch direkt, was sie mögen und was nicht. REMO WALDER: Meine langjährige Erfahrung gibt mir eine gute Intuition. Dazu ist es sehr hilfreich, dass unsere Produkte auch regelmässig in der Konsumentenforschung getestet werden. Hand aufs Herz: Wie viele Beutelsuppen findet man in Ihrem privaten Vorratsschrank? GEORG SCHMÜCKER: Mindestens vier bis sechs Beutel. Immer eine Tomatensuppe, die man so wunderbar mit Rahm, Zwiebeln und frischen Kräutern verfeinern kann. Und dann natürlich die Bündner Gerstensuppe, die ideale Mahlzeit, wenns mal schnell gehen muss. REMO WALDER: Drei bis vier Beutelsuppen für den schnellen Gebrauch sind immer zur

Hand. Dazu ist meine Tochter ein grosser Fan unserer Quick Suppen. Killen Bouillon Töpfli und Saucenpulver nicht die Kreativität in der Küche? GEORG SCHMÜCKER: Nein. Sie erfordern in der Entwicklung ihrer Anwendungsrezepte mindestens genau so viel Kreativität. Und sie sind eine tolle Basis für Tausende von verschiedenen Eigenkreationen. REMO WALDER: Im Gegenteil, die Zeitersparnis ermöglicht mehr Zeit für das Kreative! Fördert das Bouillon Töpfli die FastFood-Gewohnheit? GEORG SCHMÜCKER: Nein, das Töpfli ist

gar nicht möglich. Was will uns Knorr da verheimlichen? GEORG SCHMÜCKER: Gar nichts, wir haben im Töpfli eine konzentrierte Bouillon, die fast genau so hergestellt wird, wie in der Gourmet-Küche und sogar geliert ist wie eine gute Bouillon in der Küche. Der Geschmack kommt von ausgewogener Würzung und schonendem Konzentrieren. REMO WALDER: Wir haben keine Geheimnisse vor unseren Kunden. Was drin ist, sagen wir auch. Künstliche Inhaltsstoffe benötigen und verwenden wir aber nicht. Wie oft haben Sie sich versalzen, bis Sie das Rezept für das Bouillon Töpfli hatten? GEORG SCHMÜCKER: Bei allen Varietäten – Rind, Huhn, Gemüse – brauchte es schon mehrere hundert Probierschritte, bis das Rezept den Erwartungen entsprach. Die Bouillon im Töpfli wirkt so wabbelig. Ist sie fetter als ein Bouillon-Würfel? GEORG SCHMÜCKER: Nein, sie ist sogar fettärmer, ähnlich wie eine Consommé, und das Wabbelige ist ein hohes Qualitätszeichen. Es zeigt, dass hochwertige, kollagenreiche Eiweissrohstoffe verwendet wurden. REMO WALDER: Der wabbelige Zustand hat mit Fett nichts zu tun. Die fertig zubereitete Bouillon ist sogar fettarm. Würden Sie Ihrer Schwiegermutter ein Bouillon Töpfli zum Muttertag schenken? GEORG SCHMÜCKER: Nicht nur eins, sondern alle drei Sorten, aber natürlich mit einem Rezeptbuch, eingepackt in roter Schleife. REMO WALDER: Ich bringe meiner Schwiegermutter immer wieder Knorr-Produkte vorbei, weil sie ihr viel Arbeit ersparen.

KOCHEN MIT DEN KNORR-CHEFKÖCHEN IM 4 STERN-SUPERIOR-HOTEL ADULA, FLIMS! eine konzentrierte, fettarme Bouillon, welche durch die Art ihrer Anwendung eher zu frischem Gemüse, gesundem Fisch und Fleisch führt. Es unterstützt und verfeinert den natürlichen Eigengeschmack der frischen Zutaten. REMO WALDER: Das Töpfli hat mit Fast Food nichts zu tun! Eher fördert es den Trend zum gemeinsamen Kochen in der Familie mit frischen Zutaten, weil es eine ideale Basis ist. Geht die Beutelsuppe nicht gegen den Trend: mehr Frisch auf den Tisch? GEORG SCHMÜCKER: Die ernährunsphysiologische Zusammensetzung einer Beutelsuppe sieht gar nicht schlecht aus. Sie ist gesün-

WETTBEWERB Wollen Sie einmal den Knorr-Köchen beim Kochen über die Schulter schauen und von ihnen in die Geheimnisse des Kochens mit Knorr eingeweiht werden? Dann machen Sie mit an unserem Wettbewerb! Zu gewinnen gibts 5 x ein Gourmet- & Wellness-Weekend für 2 Personen vom 13. bis 15. April im Hotel Adula in Flims, inkl. einem Kochkurs mit den Chefköchen Georg Schmücker und Remo Walder. Beantworten Sie die untenstehende Frage und senden Sie den Talon vollständig ausgefüllt an: Schweizer Illustrierte, «Knorr – Echte Köche», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet an unter www.schweizer-illustrierte.ch

DIE KNORR-CHEFKÖCHE Georg Schmücker (l.) und Remo Walder nehmen klar Stellung – auch zu kritischen Fragen.

WELLNESS WEEKEND im Hotel Adula zu gewinnen! www.adula.ch Wie heisst die neuste Produktentwicklung von den Knorr-Chefköchen? Name: Vorname: Strasse: PLZ: Ort: Tel. : E-Mail: Teilnahmebedingungen: Einsendeschluss ist der 30. März 2012. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Die Übernachtung im Hotel Adula in Flims ist nur vom 13. bis 15. April gültig. Barauszahlung ausgeschlossen. Mitarbeitende von Ringier AG und Unilever Schweiz GmbH und deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Die Gewinner werden in den Ringier-Medien mit Bild porträtiert. Das Los entscheidet über Gewinn.


Auto News

Effizient Dank revolutionärem Diesel-Hybrid-Antrieb mit insgesamt 200 PS Systemleistung schafft der Peugeot 508 RXH den Spagat zwischen sportlichem und sparsamem Fahren.

Mercedes A-Klasse Klar progressiver u Mercedes verabschiedet sich bei der neuen A-Klasse von der SandwichBauweise und geht mit einem progressiveren und eleganteren Design auf direkte Konfrontation mit Audi A3 und BMW 1er. «Die A-Klasse ist ein radikal neuer Ansatz bei den Premium-Kompakten. Im Prinzip ein Smartphone auf Rädern», schwärmt Mercedes-Chef Dieter ­Zetsche von seinem neuen Baby. Der 4,29 Meter lange Fronttriebler ist ­flacher, breiter und emotionaler, aber auch sparsamer geworden (ab 4,3 l/100 km). Die Motorenpalette bietet ein Leistungsspektrum von 109 bis 211 PS. Stopp-Start-Automatik ist Serie. Die Preise für die im September bei uns startende neue A-Klasse stehen zurzeit noch nicht fest. schon gefahren Peugeot 508 RXH

Auf zu neuen Ufern Mit einem Diesel-Hybrid-Allrounder geht Peugeot neue Wege. Und genau diese erschliessen die Franzosen mit dem 508 RXH dank 4 × 4 und mehr Bodenfreiheit auf komfortable Weise.

D

er Hybridmarkt hat sich in der Schweiz in den letzten fünf Jahren verdreifacht, und auch Kombis sowie 4 × 4-Fahrzeuge sind extrem beliebt», erklärt Fridolin Hefti, Direktor von Peugeot (Suisse) SA. «Unser neuer 508 RXH bietet alles in einem und überzeugt erst noch durch sein Design. Es übernimmt SUV-­ Elemente, wirkt aber nicht aggressiv», freut sich Hefti über seinen neuen Diesel-Hybrid-Allrounder. Beim Geländekombi stechen sofort die vertikalen LED-Tagfahrleuchten, die mattgrauen Plastikbeplankungen sowie der Unterbodenschutz ins Auge. Der Allrounder mit 18,4 Zentimeter Bodenfreiheit glänzt auch durch hohen Reisekomfort, obwohl er in Kurven seinen höheren

90

schweizer illustrierte

Schwerpunkt nicht ganz verleugnen kann. Da Peugeot mit dem RXH nicht zuletzt anspruchsvolle Kunden ge­ winnen will, verwöhnt der Franzose im Innern mit viel Platz (Kofferraum: 423 bis 1439 Liter) sowie komfortablen

Edel Das elegante Cockpit überzeugt durch gute Verarbeitung und bietet angenehme Details wie ein farbiges Head-up-Display.

Details wie elektrischer Heckklappe, Fernlichtassistent, farbigem Head-upDisplay oder riesigem Panoramadach. Das Sahnestück des Kombis versteckt sich freilich unter der Haube: Ein DieselHybrid-Antrieb, der einen Verbrauch von 4,1 l/100 km ermöglichen soll. Über einen Drehknopf im Cockpit kann der Fahrer dabei zwischen unterschied­ lichen Antriebsarten wählen. So genügt ein Dreh, und der doch 1770 Kilogramm schwere Allrad-Kombi gleitet rund drei bis vier Kilometer rein elektrisch dahin. Ein weiterer Dreh auf «Sport» – und schon wird aus dem flüsterleisen 508 RXH dank total 200-PS-System­ leistung ein agiler Sprinter. Bemerkenswert: Das Wechselspiel der zwei ­mechanisch nicht verbundenen An­triebs­ ein­hei­ten (163-PS-Diesel an der Vor­ derachse, 37-PS-E-Motor an der Hinter­ achse) erfolgt automatisch und für den Fahrer kaum spürbar. Jürg A. Stettler

Peugeot 508 RXH Markant Vertikale LED-Tag­fahr­leuch­ ten, mehr Bo­denfrei­heit und ein hübsches Heck. u Motoren vorne Diesel (163 PS),

hinten Elektro (37 PS), total 200 PS u 0 bis 100 km/h 8,8 s u Spitze 213 km/h u Verbrauch 4,1 l/100 km u CO2-Ausstoss 107 g/km u Energieeffizienz-Kategorie A u Verkauf ab Juni u Preis ab CHF 59 900.– u Konkurrenten Audi A4 Allroad, Seat Altea Freetrack, Volvo XC70, Volvo XC60,

VW Passat Alltrack u. a. u Unser Urteil Mit dem neuen 508 RXH

lanciert Peugeot einen Kombi, der dank seinem cleveren Antrieb nicht nur hohe Effizienz, sondern auch 4 x 4 bietet. Dank fünf Zentimetern mehr Boden­freiheit fühlt er sich zudem auf Asphalt und im leichten Gelände wohl. Gegenüber der Konkurrenz punktet der Peugeot mit weniger Verbrauch und üppiger Aus­ stattung zu einem fairen Preis.

Volvo V40 Mit Fussgänger-Airbag u Der Volvo V40 setzt neue Massstäbe in Sachen Fahrdynamik, aber auch Sicherheit. So verfügt er als erstes Fahrzeug überhaupt über einen Airbag, der sich bei einem Fussgänger-Crash blitzschnell aus der Motorhaube faltet und so den Aufprall abfedert. Der kompakte, 4,37 Meter lange Fünftürer gefällt mit attraktivem Styling, ist aber trotz dem V in der Bezeichnung kein Kombi. Das Ladevolumen beträgt durch die stark abfallende Dachlinie 335 Liter, lässt sich aber dank umklappbarer Rücksitze ordentlich erweitern. Je drei Benziner (150 bis 254 PS) und Diesel (115 bis 177 PS) sorgen für sportlichen und verbrauchseffizienten Vortrieb. Die Produktion startet im Mai, die Preise beginnen bei CHF 34 950.–. schweizer illustrierte

91


Horoskop

Aufgepasst, vieles kommt anders als geplant!

wirkt Jupiter positiv, er bildet einen harmonischen Aspekt zu Pluto! Das lässt hoffen, dass sich Lösungen anbieten und die richtigen politischen Entscheidungen getroffen werden. Nur so wird es möglich, eine grössere (wirtschaftliche) Krise und kriegerische Auseinandersetzungen zu verhindern.

widder 21.–30. 3. Sie müssen sich an eine neue Situa­tion anpassen und improvisieren (speziell am Wo­ chenende). Am 27., 28. sehen Sie die Lage zuversicht­ lich, am 30. hängt oft der Haussegen schief. 31. 3.–9. 4. Finanziell sollten Sie vorsichtiger sein, Ihr Budget nicht zu sehr überziehen (am 26. oder 29.)! Der 28. ist güns­ tig für ein Gesuch, einen wichtigen Termin. Am 30. kön­ nen häusliche Probleme nerven. 10.–20. 4. Sie legen am 24. jedes Wort auf die Waagschale, sind sehr dickköpfig. Eine gute Nachricht sorgt am 29. für gute Laune.

stier 21.–30. 4. Mars stimuliert und stärkt Ihre Widerstandskraft. Exzellent für Sport (25.,30.). Die um den 22./23. Geborenen entdecken neue (kulturelle) Interessen, erleben eine innere Bereicherung. 1.–10. 5. Exzellente Woche. Speziell am 26. haben Sie die richtige Nase, treffen voll ins Schwarze. Vor allem die vor dem 5. Geborenen sind auf Glückskurs (25., 28.). Angebot? Schicksalhafte Begegnung? 11.–20. 5. Venus verspricht Frühlingsgefühle, Harmonie und unbeschwerte Stunden, denkwürdige Begegnungen. Unvergesslich: der 26. und 29.

zwillinge 21.–31. 5. Ein Ereignis könnte Ihr Leben in völlig neue Bahnen lenken (am 24. und 27.). Einige gewinnen neue Freunde. Oder ein Tapetenwechsel, eine unverhoffte Begegnung? Körperlich sollten Sie sich mehr schonen! 1.–10. 6. Routine, Routine. Am 28. sollten Sie Ihrer Eingebung folgen, nicht lange zögern! 11.–21. 6. Sie sind ziemlich vergesslich und zerstreut, speziell am 25. oder 26.: Termine werden verschoben, es kommt zu Missverständnissen. Am 29. können Sie mit Charme einen Fehler (von Anfang März?) wieder ausbügeln.

krebs 22. 6.–1. 7. Ihre Einsatzfreude hilft, mit einer unerwarteten Panne (Absage?) relativ gut fertig zu werden. Am 24., 25. oder 30. müssen Sie improvisieren. Folgen Sie Ihrer Intuition! 2.–12. 7. Sie halten Ihren Vor­ sprung. Besonders die vor dem 6. Geborenen verdanken Jupiter starken Rückenwind (am 25., 28.). Beförderung? Aufstieg? Gar Heirat oder Nachwuchs? 13.–22. 7. Sie agieren klug, knüpfen wertvolle Kontakte (24., 27.). Venus verdoppelt Ihren Charme, sorgt für unvergess­liche Stunden zu zweit, neue Freunde, eine Versöhnung.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie nützen ein unerwartetes ­Ereignis geschickt aus, gehen neue Wege (24., 25., 27.). Projekte mit dem Ausland? Reise, neue Interessen oder Weiterbildung? Am 30. wird Ihre Haltung falsch ausge­ legt. 2.–12. 8. Sie kommen gut über die Runden. Nur am 26. könnten Sie sich zwischen zwei Stühle setzen. Vor dem 6. Geborene ärgern sich über Papierkram oder ad­ ministrative Probleme. 13.–23. 8. Sie sind am 24. und 29. auf der richtigen Wellenlänge, sollten Ihrer Intuition fol­ gen. Halten Sie sich am 26. und 27. aus Klatsch heraus.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Mars in Ihrer Dekade stimuliert Sie. Am 25. und 30. sind Sie sehr effizient. Am 27. aber schiessen Sie weit übers Ziel hinaus: Achten Sie auf Ihre Gesundheit (Magen, Gelenke). 3.–12. 9. Dank Rücken­ wind können Sie Ihren Vorsprung ausbauen (26., 28.). Vor allem die vor dem 6. Geborenen haben das Glück (Jupiter) auf ihrer Seite, beruflich oder privat. Ideal für grössere Vorhaben. 13.–23. 9. Bei Diskussionen (mit Partner?) sollten Sie mehr Verständnis zeigen (am 25. oder 29.). Am 26. und 27. bietet sich eine Lösung an.

waage 24. 9.–3. 10. Eine Nachricht könnte Ihre Planung durcheinanderbringen, Sie müssen improvi­ sieren (am 24., 25.). Am 27. werden Ihre Anstrengungen unterstützt, Sie kommen einen Schritt weiter. Doch am 30. sind Sie zu ungeduldig. 4.–13. 10. Sie können sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen, sich eine Pause gönnen. Am 28. sind Sie ein Herz und eine Seele. 14.–23. 10. Am Wochenende dürfte kaum Langeweile aufkommen: Sie amüsieren sich und stehen im Mittelpunkt. Danach wirds ruhig. Am 29. freuen sich einige über eine Nachricht.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind am 25. nicht auf der richtigen Wellenlänge, können aber am 30. einen Fehler ausbügeln. Physisch gut in Schuss erleben manche positive Umwälzungen und verändern sich sehr vor­ teilhaft. 3.–12. 11. Sie sollten sich derzeit nicht mit Vor­ gesetzten oder Ämtern anlegen. Am 26. oder 29. werden einige zur Kasse gebeten. 13.–22. 11. Sie knüpfen inter­ essante neue Kontakte, sind sehr redegewandt. Am 24. und 26. stehen Sie im Mittelpunkt und sind in Flirtlaune. Schöne Stunden zu zweit? Denkwürdige Begegnungen?

schütze 23. 11.–2. 12. Sie schalten den Turbo ein, sammeln Punkte (24., 25.). Auch kündigt sich eine grös­ sere Umstellung an. Aber am 27. und 28. lassen Sie sich zu voreiligen Reaktionen verleiten, sollten kürzertreten! 3.–12. 12. Routine. Nur am 28. sind Sie ungeduldig und ecken mit ungeschickten Bemerkungen (beim Partner?) an. 13.–21. 12. Am Wochenende sind Sie charmant und amüsieren sich blendend. Danach kann es zu Verzöge­ rungen oder Missverständnissen kommen (26., 29.). Dank Ihrer Ausdauer meistern Sie aber Ihre Probleme.

steinbock 22.–31. 12. Unerwartete Ereignisse (eine Panne, Begegnung?) bringen Ihre Planung durcheinan­ der (am 24., 25.). Mars verleiht Ihnen Kräfte, Sie finden eine Lösung (am 30.). 1.–10. 1. Dank exzellenten Karten können manche ein Vorhaben starten. Vor allem die vor dem 6. Geborenen verdanken Jupiter eine Glückssträhne (25., 28.). 11.–20. 1. Sie sind strahlender Mittelpunkt, Ihr Charme ist unwiderstehlich. Aufregende Begegnungen für Singles, harmonische Beziehungen (24., 26., 29.). Exzellent auch für Reisen, Verhandlungen, Gesuche.

wassermann 21.–30. 1. Günstig für Kontakte, eine Aussprache, Verhandlungen (24., 27.). Projekte oder Angebote (vom letzten Sommer?) versprechen Erfolg, eine positive Wende, einen Neuanfang. Komplikationen hingegen am 25. 31. 1.–9. 2. Nach Hindernissen am 26. verziehen sich die Wolken, Sie haben freie Bahn. Juristi­ sche Fragen bereiten Kopfzerbrechen, wenn Sie vor dem 4. geboren sind. 10.–19. 2. Sie freuen sich (am Wochen­ ende) über eine Nachricht oder sprechen sich offen aus. Am 26./27. schlagen Sie ein wenig über die Stränge.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sehen die Lage nicht grad objektiv (am 24., 27.). Oder kommt es zu hitzigen De­ batten? Am 25. klären Sie ein Missverständnis. 2.–10. 3. Ihre Erfolgsserie dauert an (am 26. und 30.). Vor dem 5. Geborene verdanken Jupiter schöne Chancen, ein Wunschtraum (beruflich oder privat) kann in Erfüllung gehen. 11.–20. 3. Sie amüsieren sich blendend, sind charmanter denn je. Venus verspricht Herzklopfen, neue Freunde, Momente voller Romantik (26., 29.). Gehen Sie aus (Konzert, ein Fest)! Oder melden sich alte Freunde?

ihr tages-horoskop 92

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

0901 - 59 89 01

u zum persönlichen Astro-Code

0901 - 59 89 02

u Zugang mit persönlichem Astro-Code

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 24. bis 30. März 2011 Erste Vorzeichen für den Zyklus Pluto–Uranus – am 24. bildet die Sonne eine Konjunktion mit Uranus, am 29. einen 90-Grad-Winkel zu ­Pluto: Kritische Situationen spitzen sich zu, wirtschaftliche und Energieprobleme dürften verstärkt für Schlagzeilen ­sorgen. Noch aber

Dr. Elizabeth Teissier


Gesamtwert: ca. 2355 Franken!

KREUZWORTRÄTSEL

Gewinnen Sie 3 × einen Abenteueraufenthalt im Europa-Park, inkl. Übernachtung und einer Gutscheinkarte «emotions», im Wert von je ca. 785 Franken*! Gewinnen Sie einen Abenteueraufenthalt im Europa-Park, inkl. Übernachtung und Frühstück im Camp Resort und 2 Tagen Parkeintritt für 4 Personen sowie eine Gutscheinkarte «emotions». Mit der Gutscheinkarte, welche mit einem Guthaben von 250 Euro geladen ist, können Sie überall im Park und in den Hotels bargeldlos bezahlen! www.europapark.com

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 119 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SI, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SI SONNE an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24521 (gratis übers Handynetz)

* Wert: 660 Euro

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 25. März 2012

93


ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN

SUDOKU

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort.

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

ZAHLENSCHLÜSSEL

Gewinnen Sie 10 × ein smart cabrio Weekend, offeriert vom smart Center Zürich, im Wert von je 150 Franken! Lassen Sie sich den Wind um die Haare streicheln und gewinnen Sie eines von 10 smart cabrio Weekends! Es gelten die Mietbedingungen gemäss www.smartvermietung.ch. Ein Weekend umfasst: Freitag, 12 Uhr, bis Montag, 9 Uhr, inkl. 300 km und Tankfüllung. Herzlich willkommen im smart Center in Zürich, Bern, Zug, Luzern und Ebikon. www.smartcenter.ch

Gesamtwert: 1500 Franken!

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 101 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZAHLEN, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZAHLEN REGEN an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24522 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 25. März 2012

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 25. März 2012

LÖSUNGSWORT

94

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

8 9

4 1

5

5 2 6

8 1 2 6 3

3

2

7 6 9 5 4

9 5 4 Conceptis Puzzles

1

Gewinnen Sie 5 × einen Gutschein von weekend4two im Wert von je 200 Franken!

4

Gutscheine von weekend4two sind die ideale Geschenkidee zum Geburtstag oder einfach so. weekend4two bietet über 180 einmalige Kurzurlaube für Verliebte und Freunde, für welche Ihr Gutschein einlösbar ist! Mehr Infos unter:

Gesamtwert: 1000 Franken! Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

www.weekend4two.com

7 2

Teilnahmeschluss Sonntag, 25. März 2012

06010014130

schwer

Wert: 1000 Franken!

Gewinnen Sie 1 × einen Gutschein von Teakland.ch im Wert von 1000 Franken!

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT-CHAOS

mittel

Wählen Sie aus dem schönsten Lounge- und Gartenmöbelsortiment der Schweiz. Besuchen Sie die riesige Ausstellung in Pfäffikon SZ oder den Online-Shop: www.teakland.ch

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24528 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 25. März 2012

3 8

6 3 2

4

2 9 7 4

1

9

2

8 1 4

5

7

3

5 3 6

4

Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Dagegen, 2. Antoine, 3. Widmung, 4. Ominoes, 5. Saentis, 6. Ziffern, 7. Unruhig, 8. Woelfli, 9. Etikett, 10. Inhuman, 11. Taeuber, 12. Grimsel, 13. Estrade, 14. Huefter, 15. Torelli, 16. Fischer, 17. Althaus, 18. Egalite, 19. Nonstop Lösungssatz: Da, wos zu weit geht, faengt die Freiheit erst an.

REBUS

Lösung: GEIST

Lösung: 743

WURST WAAGE BILD URWALD

6 9 3 2 1 7 4 5 8

1 8 4 3 6 5 9 7 2

2 1 6 9 7 8 5 3 4

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 900 Franken!

Lösung: INNENSTADT

Gewinnen Sie 4 × eine Oral-B Pulsonic SmartSeries mit SmartGuide im Wert von je 225 Franken!

schwer 3 7 9 5 4 1 2 8 6

8 4 5 6 3 2 7 1 9

06010014425

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 7 5 2 4 8 9 1 6 3

1

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 11

1 2 3 =

9

9 6 7 1 2 3 8 4 5

4 2 1 8 5 6 3 9 7

5 3 8 7 9 4 6 2 1

06010014129

7 2 6 4 8 8 1 9 7 5 5 3 4 9 2 3 8 2 6 1 1 9 7 8 4 4 6 5 3 7 2 7 1 5 3 2 6 9 4 3 685 Lösung: 6 5 8 1 9

Lösung: 921

3 6 1 9 5 2 4 8 7

5 3 8 4 6 1 9 7 2

1 4 6 7 2 9 8 5 3

9 2 7 5 3 8 6 1 4

06010014424

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

Die Oral-B Pulsonic SmartSeries mit SmartGuide ist die Premium-Schallzahnbürste von Oral-B. Ihr kabelloses Display gibt Feedback beim Putzen und fördert damit bessere Putzgewohnheiten. www.oral-b.ch

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24525 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 25. März 2012

95


Interview

«Windeln wechseln? Easy!»

Foto Annette Boutellier

«Züri West»-Frontmann kuno lauener hat gleich zwei wichtige «Produktionen» am Start: das neue Album «Göteborg» und Töchterchen Lucy. Erstmals spricht er über beide.

Das ist eine Coverversion von Jarvis Cockers Song «I Will Kill Again». Das hat mit mir nichts zu tun, ich bin über­ haupt kein gewalttätiger Mensch! Aber ganz ehrlich: In Gedanken habe ich schon sehr viele Leute umgebracht. Text sandra casalini Die «Schiisluun» ist manchmal zu Gast bei mir, ohne dass ich weiss, warum. Ich Sie haben schon öfter über normale Bünzli «Sie het im ne Plattelade gschaffet … bin ab und zu ein bisschen gries­grämig. geschrieben, die plötzlich durchdrehen. Das scheint Sie zu faszinieren. dert han i mini liebschte Bänds gleert Wie erträgt Ihre Partnerin das? kenne, eifach sie när leider nid» Ich glaube, dass es in unserer Gesell­ Sie hat schon Mühe mit meinen («Rain Dogs Learning to Crawl») schaft manchmal gar nicht so viel Stimmungsschwankungen. Aber sie Kuno Lauener, was ist wichtiger in kennt mich lange genug, um zu wissen, braucht, um plötzlich einen Fuss auf der falschen Seite zu haben. Ich habe das Ihrem Leben, Frauen oder Musik? dass das vorbeigeht. Glück, dass ich solche Gedanken und Im Moment steht beides auf derselben Sie sind nach wie vor nicht verheiratet. Gefühle in meinen Songs ausleben kann. Stufe. Wenn man eine neue Platte Wir hatten keine Zeit, es standen zwei ver­öffentlicht, ist das musikalisch Fragen Sie sich, in was für eine Welt wichtige Produktionen an (lacht). gesehen natürlich eine intensive Zeit. Sie haben die Schwangerschaft lange nicht Sie jetzt ein Kind gesetzt haben? Sie wurden kürzlich Vater, Ihre Tochter Diese «schlechte» Welt war jahrelang bestätigt, obwohl spekuliert wurde … Lucy ist drei Monate alt. Wie lebt es sich In meinem Leben ist so vieles öffentlich. meine Begründung dafür, keine Kinder mit zwei Frauen im Haus? zu wollen. Aber in dem Moment, als Wenn ein Kind unterwegs ist, ist man meine Freundin mir sagte, sie sei unsicher. Ich habe nicht damit gerech­ Bis jetzt kann ich sagen: Wir drei er­ schwanger, wusste ich: Das ist genau net, dass das so hohe Wellen wirft. gänzen einander nicht schlecht. Aber richtig so! Als ich zur Welt kam, war die Vielleicht bin ich ja etwas naiv. eben, ich bin ja neu in diesem Geschäft Welt nicht besser, als sie es heute ist. Sie schliessen eine Heirat nicht aus? und sehr gespannt, was noch auf mich Mit fünfzig war für Sie also genau Nein. Inzwischen weiss ich, dass die zukommt. Ich versuche, zu vermeiden, der richtige Zeitpunkt, um erstmals Vater Welt wohl erfahren wird, wenn es so jetzt schon Wünsche und Vorstellungen zu werden? weit ist. Momentan ist nichts geplant. auf mein Baby zu projizieren. Ich bin Nein, gar nicht. Da gabs kein Konzept Es stört Sie nicht, dass Ihre Tochter gerade noch in der rosaroten Phase, in dafür, es hat sich einfach so ergeben. der ich jedes Lächeln persönlich nehme. nicht Ihren Nachnamen trägt? Das ist vermutlich gar nicht so schlecht Ich habe mir jetzt halt vorgenommen, Auf «Göteborg» findet sich kein Song mindestens achtzig zu werden! für sie. für Lucy. Haben sich Ihre «Arbeitszeiten» ver­ändert, Ich singe lieber privat für sie, sitze an «Momou, das isch ne, Ruedi Schmocker ihrem Bettchen, klimpere auf der Gitarre jetzt, wo Sie eine Familie haben? Nein. Ich verzichte auf das eine oder oder Schmid … wieso grüesst jitz dä und dichte etwas zusammen. Sie mag andere Feierabendbier. Statt mit den mi nid» («Schmocker oder Schmid») es, wenn ich Melodien spiele, wenn ich Jungs um die Häuser zu ziehen, möchte Passiert es tatsächlich, dass alte Freunde Akkorde drücke, gähnt sie. ich lieber heim zu meinen Mädels. Sie nicht mehr grüssen? Und wechseln da Windeln? Nein. Der Song handelt von meiner «Mi Schatz u mini Chliini chöme hei Ja natürlich. Das ist easy. eigenen Vergesslichkeit. vo Göteborg» («Göteborg») Haben Sie denn noch Zeit, Freund­schaften Warum ausgerechnet Göteborg? zu pflegen? Meine Partnerin ist halb Schwedin, «D Sunneungergäng … die schöni Es gibt schon einige, die ich vernach­ ein Teil ihrer Verwandtschaft lebt Schtimmig u die schöne Farbe vom in Göteborg. Im Song fahre ich zum Chef persönlech komponiert» («3027») lässigt habe, seit wir mit Züri West so erfolgreich sind. Flughafen, um sie abzuholen. Da Glauben Sie an Gott? Gibts auch Neid in Ihrem Umfeld? küsst mich die Muse, und ich habe Ich habe schon meinen spirituellen Das kommt vor. Aber ehrlich: Worauf ist gerade gar keine Zeit … Chef, als Gesprächspartner. man da eigentlich neidisch? Auf einen, … und empfehlen ihr dann andere ­Musiker: Gibt es ein Leben nach dem Tod? der mit fünfzig noch auf einer Bühne den Huber, Hofer oder Flückiger. Eigentlich finde ich die Vorstellung, «umegumpet» und immer noch kein Welches Verhältnis haben Sie zu Büne, dass irgendwann alles fertig ist, recht geregeltes Einkommen hat? Polo und Endo Anaconda? beruhigend. Vielleicht ändert sich Wie erklären Sie später Ihrer Tochter, Ein sehr gutes. Diese Zeilen sind über­ das noch. Das hat damit zu tun, was wie Sie Ihr Geld verdienen? haupt nicht als Kollegenschelte ge­ man hier auf der Erde zurücklässt. dacht. Ich hoffe, sie haben das nicht Insofern hat sich meine Situation in Sie kann ja meine CDs hören. Und denkt schlecht aufgefasst und kommen auch den letzten Monaten geändert. vermutlich: «Huere komische Sound!» weiterhin noch mit mir einen trinken. Und wenn andere Eltern auf dem Spielplatz tuscheln und Lucy fragt, warum? «Mir längt a haubi Chance, när Dann hoffe ich, dass mir der richtige bring i wieder öpper um» «He hallo, Schiisluun, wo bisch de du Spruch einfällt. Da mache ich mir («När bring i wieder öpper um») jitz gsii» («Hallo, Schiisluun») keine Sorgen.  Was verdirbt Ihnen so richtig die Laune? Sie haben offenbar eine dunkle Seite …

96

schweizer illustrierte

Gewinnen Sie die neue CD von Züri West: www.schweizerillustrierte.ch

Unterwegs Seit er Vater ist, bleibt Kuno Lauener, 51, allerdings lieber daheim in Bern.


Weltcup-Final

Nach alter Väter Sitte Didier Cuche bestreitet in Schladming den Riesenslalom zum Abschied aus dem Weltcup im Retro-Look. Gar nicht einfach, auf Holzski die ­eisige Piste zu meistern. Das Publikum ist begeistert.

Vertraute Kollegen Cuche und Feuz (l.) am rennfreien Tag in Schladming. «Ich bewundere fast alles an Didier», sagt Feuz.

Schweizer Skifest zum Saison­ abschluss. Auch wenn beat feuz den Sprung auf den Thron im letzten Moment verpasst. Gefeiert wird der finale WeltcupAuftritt von Didier cuche. Und dass mit Feuz ein Nachfolger bereitsteht, der ähnlich tickt.

In der Spur de s Champs schweizer illustrierte

99


Weltcup-Final

Text thomas renggli Fotos hervé le cunff

D

er Speaker in Schladming (Ö) leidet weder an fehlendem Mitteilungsbedürfnis noch an reduziertem Stimmvolumen: «Super-Finale», «Mega-Krimi», «Marcel Hirscher – Superstar» brüllt er im Crescendo ins Ski­ stadion. 16 000 Zuschauer stimmen bei T-Shirt-Wetter und Skihüttenstimmung in die nationale Glückseligkeit ein – und im Schnee läuft es nach Drehbuch. Mit dem Riesenslalom steht Marcel Hirscher als Gewinner des Gesamtweltcups fest. Sein grosser Rivale, der Emmentaler Beat Feuz, verneigt sich: «Ich habe gekämpft und alles versucht – Marcel war besser und hat verdient gewonnen.» Das letzte Wochenende des Skiwinters markiert aber nicht nur die Geburt des neuen österreichischen National­ helden. Es wird auch zum umjubelten Epilog einer der erfolgreichsten Karrieren der letzten zwanzig Jahre. Fünf ­Monate vor seinem 38. Geburtstag verabschiedet sich Didier Cuche auf der Planai von der grossen Bühne: «Es ist ein emotionaler Moment für mich – schliesslich war der Spitzensport während über zwanzig Jahren mein Lebensinhalt. Aber ich gehe mit zwei lachenden Augen.» Der zweite Riesenslalomlauf wird für Cuche zu seiner persönlichen Ehrenrunde. Im Retro-Look und auf Holzski bewältigt er die WM-Piste. Auf den kantenlosen Latten rutscht er wie ein holländischer Tourist durch die Tore. Im Ziel wird er gefeiert wie ein Sieger. «Merci, merci, merci – Didier» steht auf einem Transparent. Die Konkurrenten ehren «Speedier», indem sie die Ski nach Cuche-Manier wegkicken. Doch nur Beat Feuz gelingt die «Cuche-Pirouette» einigermassen. Es ist gleichsam sym­ bolisch: Feuz ist dazu ausersehen, von Cuche das Zepter des Schweizer SkiRegenten zu übernehmen. Auch wenn ihm in Schladming der letzte Schritt auf den Thron noch nicht ganz gelingt. Selbst der Speaker blendet für einen Moment den patriotischen Rausch­zustand aus: «Wir verabschieden uns von einem grossen Sportler und grossen Menschen.» Das Publikum erhebt sich zu einer Standing Ovation. Österreich feiert einen Schweizer. Das ist, als würde England über einen Sieg der deutschen Fussballer jubeln ��� eigentlich undenkbar. 21 Weltcupsiege. 67 Podestplätze. Eine Olympiamedaille. Viermal WM-Edelmetall, davon Gold 2009 im Super-G. Sechs kleine Kristallkugeln für die Jahreswertungen in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom. Doch Zahlen allein werden dem Phäno-

100

schweizer illustrierte

Thronfolge Beat Feuz (r.) hat das Zeug, die Nachfolge von Cuche als Schweizer Teamleader und Publikumsliebling anzutreten.

men Cuche nicht gerecht. Mit dem Jurassier tritt eine Persönlichkeit zurück, deren Popularität weit über die Grenzen des Sports hinausgeht. Cuche wird für seinen trockenen Humor und den spröden Charme ebenso geliebt wie für die sportlichen Leistungen. Die Wahl zum Schweizer des Jahres im Januar macht das deutlich. Dabei hat er den grossen Durchbruch erst in einem Alter geschafft, in dem viele Kollegen schon an Rücktritt denken. Spätestens mit seinem fünften Triumph in Kitzbühel schreibt er in diesem Winter Sportgeschichte. Zwei Tage nach der Ankündigung des Rücktritts. «Hätte ich den Entscheid damals nicht kommu­ niziert, wäre mir dieser Erfolg kaum gelungen. Ich fühlte mich extrem befreit.» Befreit sind auch die Eltern ­Françis und Marlise Cuche von der ­Sorge um ihren Sohn. «Ich hatte immer etwas Angst um ihn – das Risiko im Skisport ist hoch», sagt seine Mutter, die ihren ­Didier als «sehr kräftigen, aber auch ­sensiblen und verletzlichen Typen» bezeichnet. Mit den Eltern sind die älteren Brüder Bernard und Alain nach Schladming gereist. Auf ihren Spuren wagte ­Didier einst die ersten Versuche auf Ski: «Ich wollte einfach das Gleiche machen wie meine Brüder», erzählt er.

Osi Inglin, Cheftrainer der Schweizer Männer, verliert nun seinen wichtigsten Leader: «Die Lücke, die Didier hinterlässt, ist nicht zu schliessen. Mit seiner Pro­ fessionalität hat er für alle den Massstab gesetzt.» Was Cuche von sich fordert, verlangt er auch von seinen Mannschaftskollegen. Beat Feuz bekommt es im vergangenen Sommer zu spüren. Als er in Überziehhosen zu einer Trainingsfahrt antritt und damit keine echten Vergleichswerte zulässt, wird er vom Routinier lautstark gemassregelt. «Da hat mich Didier wirklich zusammen­gestaucht», erzählt der Emmentaler lachend. An Cuche bewundert Feuz «praktisch alles, vor allem seinen Willen und das Detailbewusstsein und das unvergleichliche Gespür für die Linienwahl». Nun wird Cuche die richtige Linie neben der Piste finden. «Ski-Pensionär tönt ein bisschen komisch. Aber ich werde mich daran gewöhnen», sagt er. Als Botschafter diverser Sponsoren und als Fachmann für die Skifirma Head wird er dem Skizirkus erhalten bleiben. Daneben hat er noch einen anderen wichtigen Plan – die Verbesserung seines Golfhandicaps von aktuell 11. Es wird wohl gelingen. Denn leere Versprechen und unerreichte Ziele passen nicht zu diesem grossartigen Sportler.  

Erleichtert Maman Marlise und Papa Françis Cuche sind froh, müssen sie nicht mehr um Didier bangen. Bruder Alain (u. l.) sowie seine ehe­maligen Weggefährten Michael Walch­hofer (mit Mikrofon) und Marco Büchel nehmen Didiers Abgang lockerer.

schweizer illustrierte

101


Aber bitte mit Bademantel: Das letzte Lied spielt Udo ­Jürgens ohne das Pepe Lienhard Orchester. Zum Abschied gibts wie immer Blumen und Geschenke von Fans.

small talk mit

Udo Jürgens Kürzlich versetzten Sie Ihre Fans in Angst und Schrecken … Alles halb so wild. Ich musste zu Beginn meiner Tournee wegen einer Erkältung vier Konzerte absagen. Aber in der Zwischenzeit habe ich gegen dreissig Konzerte hinter mir und werde diese Woche die verpassten Auftritte nachholen. Also alles in bester Ordnung. Sie sind jetzt 77 … … natürlich ist man mit 77 nicht mehr 22. Etwas anderes zu behaupten, wäre schlicht dumm. Kommen Sie nicht langsam an Ihre Grenzen? Konzerte sind für mich nicht die grosse physische Strapaze, wie das viele Leute meinen. Und solange ich noch Spass habe und mich die Leute sehen wollen, gibt es keinen Grund aufzuhören. Was sind Ihre nächsten Projekte? Am 28. Oktober komme ich aufgrund der grossen Nachfrage nochmals ins Zürcher Hallenstadion. Ebenfalls ab Herbst wird mein Musical «Ich war noch niemals in New York» in Zürich gespielt. Das freut mich sehr. Daneben schreibe ich an einem neuen Buch mit Kurzgeschichten. Sie sehen also, die Arbeit geht mir nicht aus.

77 und kein bisschen m üde Udo Jürgens begeistert im Zürcher Hallenstadion

D

ieser Mann ist eine Wucht! Leichtfüssig tänzelt Udo Jürgens über die Bühne, dreht sich lässig um die ei­ gene Achse und bringt mit seinen 77 Lenzen noch immer das Blut der weiblichen Fans in Wallung. Sollte mit 66 Jahren das Leben tatsächlich erst anfangen? Jura-Chef Emanuel Probst, 54, sieht keinen Anlass, dieser Frage auf den Grund zu gehen. «Dazu bin ich schlichtweg noch zu jung.» Sängerin Nubya, 38, ist der festen Überzeugung, es sei nie zu spät, um nochmals durchzustarten: «Besonders ältere Leute sollten sich das ein für alle Mal hinter die Ohren schreiben!» Snowboard-Weltmeisterin Manuela Pesko, 33, hofft nicht, dass sie erst im Rentenalter so richtig Spass hat: «Sonst habe ich etwas Grundlegendes falsch gemacht.» Sowieso sei 66 kein Alter, findet Moderator Beni Thurnheer, 62. Nicht bei der heutigen Lebenserwartung. Hier­ für ist nebst Udo Jürgens Art Furrer das beste Beispiel: Der 75-jährige Hotelier blieb ­bislang von den Zipperlein des Alters verschont: «Ich spüre ­jedoch, dass die Kraft etwas nachlässt. Besonders beim ­Riesenslalom.» Das Walliser Original hat abge­ sehen von der körperlichen Fitness eine weitere Gemeinsamkeit mit dem grossen Entertainer: die Liebe zur Alpenrepublik. «Meine Frau Gerlinde kommt ebenfalls aus Österreich. Selbst­ redend also, ist da eine gewisse Grundsympathie für Udo Jürgens vorhanden.» Text Nadine Bauer, Fotos dick vredenbregt

102

schweizer illustrierte

Moderator Beni Thurnheer mit dem Hotelier Art Furrer (r.).

Snowboard-Star Manuela Pesko mit Partner Remo Stoffel, dem neuen Besitzer der Therme Vals.

Travestie-Künstler Georg Preusse alias Mary.

Udo Jürgens’ Klangkörper: Bandleader Pepe Lienhard mit seiner Frau Christine.

Manor-CEO Bertrand Jungo mit seiner Gattin Doris.

Rausch-Chef Marco ­Baumann, Jura-CEO Emanuel Probst, Ochsner-Marketingleiter Steve Schennach (v. l.).

party

Die besten Darsteller: Max Hubacher und Carla Juri.

Rolf Lyssy (Ehrenpreis) und Rolando Colla (Bester Spielfilm).

Nacht der Sommerspiele Schweizer Filmpreis, die Gala im KKL Luzern

E

igentlich heisst das Duell am Samstag­ abend «Verdingbub» gegen «Dällebach Kari». Beide Filme sind in je sechs Kate­ gorien für den Schweizer Filmpreis nominiert. Doch ein strahlender Dritter schnappt ihnen den Quartz als «Bester Spielfilm» weg: «Summer Games» von Rolando Colla siegt in drei Katego­ rien und verwandelt die Filmnacht in «Sommer­ spiele». Der Quartz für die besten Darsteller geht dann doch zu gleichen Teilen an die Duellfilme: Carla Juri («Dällebach») und Max Hubacher («Verdingbub») bedanken sich denn auch mit denselben ersten Worten: «Merci villmal!» Auf dem lilafarbenen Teppich wetteifert Schauspieler Leonardo Nigro mit seiner schwangeren Freundin Mayumi darum, «wer den grösseren Bauch hat». Regisseur Dani Levy macht spiele­ risch auf die Geldknappheit des Schweizer Films aufmerksam: Er erscheint mit eigenem Proviant. Für die SP-Politiker Matthias Aebischer und Cédric Wermuth ist klar, dass man beim Film nicht noch mehr sparen sollte. «Wir müssen den Wert erkennen, den die Kultur für unsere Gesell­ schaft hat.» Text aurelia forrer, Fotos bruno voser

SP-Nationalrat Cédric Wermuth mit Freundin Anja.

Walter Roderer mit SVP-Nationalrätin Yvette Estermann.

Bald zu dritt: Leonardo Nigro und Mayumi Steiner.

«Dällebach»Macher: Xavier Koller, Felix von Muralt (r.).

Musik-Manager Freddy Burger mit Partnerin Carmen Schiltknecht.

Sängerin Nubya mit Stefan Regez, Chefredaktor Schweizer Illustrierte.

Marie Leuenber- Seraina Rohger: Das Kleid rer, Direktorin hat Schwester der SolothurLeonie kreiert. ner Filmtage.

Schöne Actrices: Sabina Schneebeli (in Strenesse) und Heidi Maria Glössner (r.).

Ivo Kummer, Filmchef beim BAK, und Schauspielerin Tonia Maria Zindel.

Extra aus Berlin angereist: Schauspieler Beat Marti und Gattin Delia (in Saena).

schweizer illustrierte

103


leser

«Benis WG stelle ich mir spannend vor» u Papa National: Beni

Thurnheer, SI 11/2012 «Ich habe mich köstlich amüsiert über den Beitrag zu Beni Thurnheer. Ich wusste gar nicht, dass er zwei Söhne hat. Thomas sieht dem Papa schon ähnlich, während Peter ein ganz anderer Typ ist. Witzig sind alle drei, das merkt man beim Lesen des Textes. Schön, wenn Väter und Söhne es so gut haben zusammen. Wunderbar finde ich, dass Beni und Sohn Peter in einer Männer-WG zusammenleben. Das stelle ich mir sehr spannend und wohl auch etwas chaotisch vor. Wäre das nicht mal eine Reportage wert? Und, lieber Beni: Deine ‹Benissimo›Sendung werden wir sehr vermissen.» Raheha Hartmann, per E-Mail

ein Ehrenplatz für das stachlige geschenk u Kaktus der Woche, SI 11/2012 «So unerfreulich der Anlass ist, so schön ist

doch die Pflanze. Der Fehler beim Rechnungsversand hat uns selber sehr ge­ärgert. Denn unser Bestreben – Steuern bezahlen im Kanton Zürich geht einfach, in angenehmer Atmosphäre – verfolgen wir mit grossem Einsatz und vielfältigen Massnahmen. Leider kommt es gleichwohl zu solchen Fehlern wie beim Rechnungsversand. Der Kaktus bekommt einen Ehrenplatz. Er soll uns immer daran er­innern, dass Fehler im Steuerablauf rasch einmal Tausende treffen und wir uns Tag für Tag weiter verbessern müssen.» Adrian Hug, Chef Kantonales Steueramt Zürich

Erinnerungen an das liechtensteiner skiteam u Speed im Blut: Liechtensteins neuer Skistar Tina Weirather, SI 8/2012 «Endlich ein Beitrag über Tina Weirather. Ich habe mich sehr darüber gefreut, war ich doch früher ein Fan des Liechten-

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@ schweizerillustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

steiner Skiteams, das aus Hanni Wenzel, Andreas Wenzel und Willi Frommelt bestand. Ich war oft an den Rennen, die in der Schweiz stattfanden, dabei und fieberte mit. Ich wünsche Tina Weirather für die Zukunft viel Erfolg und gute Gesundheit.» Susanne Luginbühl, Ipsach BE

«Chris, Wir mögen deine Art. Schreib Weiter so!» u Notabene von Chris von Rohr, SI allgemein «Hallo Chris. Mein Mann und ich lesen Deine Berichte immer sehr gerne und müssen jeweils sagen: Der hat wirklich recht, genau so ist es. Weiter so Chris, wir mögen Deine Art und wie Du kommunizierst. Eben frisch von der Leber weg – so wie in der letzten Kolumne zum Thema Geld und Erfolg im Leben. Leider gibt es zu viele Menschen, die nur profitieren wollen von dem, was unsere Vorfahren erarbeitet haben. Viele wissen nicht, woher das Geld kommt, nur wie und wo man es ausgeben kann. Mein Mann hat sich vor ein paar Jahren selbstständig gemacht. Es war und ist nicht immer nur lustig. Und dennoch ist es eine grosse Herausforderung, und es schweisst auch zusammen. Man muss nur wollen. Selber bin ich auch in einer Familie aufgewachsen, in der beide Elternteile selbstständig waren. Wir mussten mit­ helfen, oft mussten mein Bruder und ich zurücktreten, verzichten, und man verstand es nicht immer, wenn man daheim mithelfen musste und die Kollegen auf die Gasse durften. Heute bin ich dankbar dafür. Ein Kollege, der mehr Freizeit hatte, ist in die Drogen abgerutscht, und sein Leben ist heute verpfuscht. Darum ist es genau, wie Du schreibst: Der Mensch braucht eine Aufgabe und eine Beschäftigung.» Jolanda und Kobi Gobeli, Boltigen BE

willi

«In unserer neuen MehrzweckSchiessanlage wird nur noch am Samstag geschossen. In der übrigen Zeit sind es Sexboxen.»


abschied

Der Sägemehl-Gigant Er gilt als bösester Schwinger der Geschichte. Doch karl meli war auch ein herzensguter und grosszügiger Mensch. Am Montag vergangener Woche verabschiedete er sich mit 73 Jahren in die Ewigkeit.

Fotos Keystone, Geri Born

H

ände wie die Stolz Karl Meli mit dem SiegerPranken ei­ muni beim Eidgenössischen nes Bären, 1964 in Aarau. 188 cm Kör­ perlänge, 130 Kilo Gewicht. Karl Meli war ein Riese im Sägemehl – und ein Gigant des eidgenössi­ schen Nationalspiels. Dank technischem Geschick und unerschütterlichem An­ griffsgeist schwang er wäh­ rend 22 Jahren obenauf – von 1956 bis zum Rücktritt 1978 im Alter von 40 Jahren. 61 Kranzfestsiege. 110 wei­ tere Festsiege. Sagenhafte neun eidgenössische Krän­ ze. Zwei Königstitel (1961, 1964), als Einziger zweimal Sie­ ger am Kilchberger. Dazu holte er sieben eidgenössische Kränze als Nationalturner. Marken für die Ewigkeit. Meli war der Superstar seiner Zeit. Selbst Rüedu Huns­ perger, der dreifache König, der Meli im dramatischen Schlussgang des Eidgenössischen 1966 bodigte, verneigt sich vor seinem grossen Rivalen: «Für mich ist und bleibt Karl Meli der grösste Schwinger aller Zeiten. Niemand war über eine so lange Zeit permanent auf der Höhe.» Meli selber relativierte seine phänomenale Bilanz stets mit königlicher Bescheidenheit: «Ich hatte auch viel Glück. Irgendwie ist es immer aufgegangen.» Der Winterthurer stand aber auch für den Geist und die Ehrenhaftigkeit im Schwingen. «Im Sägemehl sind wir Geg­ ner, daneben Freunde», pflegte er zu sagen. Bis zuletzt leg­ te er jährlich rund 20 000 Kilometer im Auto zurück – be­ suchte seine Kollegen und nahm als Zuschauer an Schwingfesten und Trainings teil. Ein Erlebnis machte ihm aber noch immer zu schaffen: Im Schlussgang des Brünig­ schwingets 1960 verletzte sich sein Gegner, Beat Thöni, so schwer, dass er für immer an den Rollstuhl gefesselt blieb. Trotzdem (oder deshalb) wurden die beiden gute Freunde. Den Brünigschwinget bestritt Meli aber nie mehr. Fast täglich war er im familieneigenen Restaurant, dem «Sternen» in Winterthur-Veltheim, anzutreffen. Zusammen mit seiner Gattin Heidy bewohnte er die oberste Etage. Als Wirtin übernahm seine Tochter, Irène Bodenmann, die Nachfolge. Sie ist es auch, die im ersten Stock des Gebäu­ des das «Schwinger-Museum» unterhält – eine liebevoll zu­ sammengetragene Sammlung von Erinnerungsstücken aus über hundert Jahren des Schwingens. «Mein Vater war sehr glücklich, dass er die Eröffnung noch erleben durfte», sagt

Irène Bodenmann. Ihren Vater beschreibt sie als «friedlich, korrekt, fadegrad und nie wankelmütig». Kernstück der Muse­ ums-Ausstellung sind einige der unzähligen Naturalprei­ se, die Meli gewonnen hat – 66 imposante Kuhglocken, Bauerntruhen, antike Bil­ der, Silberbesteck, ein Alp­ horn, Einrichtungsgegen­ stände für ein ganzes Bauernhaus – und eine Ur­ kunde, die Meli als «Profes­ sor des Schwingens» ehrt. Nur die Hauptpreise – ins­ gesamt 30 Muni – haben es nicht bis hierher geschafft. Die verkaufte der Seriensieger – wie die meisten Schwinger – jeweils noch auf dem Schwingplatz an den Meistbietenden. Mit Stolz erinnerte er sich an den ersten gewonnenen Jungstier Ende der 1950erJahre: «Den konnte ich für 2500 Franken verkaufen. Das war eine Menge Geld. Als Waldarbeiter hab ich damals vier Franken pro Stunde verdient.» In seinem Beruf holte sich Meli auch die physische Grundlage für den Sport. «Als Waldarbeiter und Zügelmann machte ich ganz automatisch Krafttraining», sagte er. Doch auch im Schwingkeller trai­ nierte er intensiver und härter als die Konkurrenz. Ernährungstechnisch ging er unübliche Wege. Während der Feste setzte er jeweils auf einen «Geheimtrunk», von dem er nach jedem Gang einen Schluck nahm. Viel später verriet er dessen Zusammensetzung: einen halben Liter Weisswein, sechs Eier, Zucker sowie 40 Gramm Schnaps. Am Gedenkschwinget in Murten 1976 schien aber auch das nicht mehr zu helfen. Nach zwei gestellten Gängen am Sonntagmorgen waren seine Erfolgsaussichten im Keller. In der Mittagspause setzte sich Meli konsterniert in die Festwirtschaft – und gönnte sich einen Halben Roten. Am Nachmittag legte Meli alle aufs Kreuz – und gewann seinen letzten eidgenössischen Titel.

Thomas Renggli, 39, ist Sport­redaktor bei der Schweizer Illustrierten und als Autor des Schwing-Buches «Die Bösen – Ein Schweizer Phänomen» ein profunder Kenner der Schwingerszene.

schweizer illustrierte

105


Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Banken, Geldspenden und Demokratie Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, zwei Banken, die Credit Suisse und die Raiffeisen, wollen die Parteien mit Beiträgen unterstützen – aufgeschlüsselt nach Sitzen in den Kantonsparlamenten und in der Bundesversammlung. Was halten Sie davon? Sehr viel.

und wirtschaftlichen Interessen von Christoph Blocher. Er ist der Herr der Partei, für die er sehr, sehr viel Geld zu zahlen bereit ist. Dagegen wäre auch gar nichts einzuwenden. Doch die Finanzströme müssen offenliegen. Damit dem Wähler jede mögliche Nebenwirkung seiner Wahl klar ist. Parteien brauchen einen Beipackzettel wie Medikamente!

Sehr viel? Bisher waren Spenden der Wirtschaft, vor allem der Banken, immer am politischen Nutzen orientiert: Sie gingen ausschliesslich an Parteien, die den Interessen der Spender dienten. Jetzt wenden sich Credit Suisse und Raiffeisen der Demokratie zu. Indem sie die Parteien unabhängig von deren Ausrichtung unterstützen, also ausschliesslich nach Stärke in den Parlamenten, engagieren sie sich für die Demokratie, nicht mehr für sich selbst.

Die SVP hat offenbar Bargeld in Millionenhöhe erhalten … In Deutschland, aber auch in manchen anderen europäischen Demokratien wäre aufgrund einer solchen Enthüllung die Staatsanwaltschaft tätig geworden. Man muss sich das einmal vorstellen: Da tragen Geldboten Riesensummen in Bank­noten zur Parteizentrale. Was steckt dahinter? Anonymität für Spender, wird behauptet. Überzeugend ist das nicht. Doch die Schweiz verfügt leider über kein Gesetz, das die Finanzierung der Parteien demokratieverträglich regelt.

Bei den linken Parteien, auch den Grünen, herrscht Misstrauen. Sie fühlen sich «gekauft», wenn sie Geld aus Bankensafes annehmen … Die Gegner dieser Spenden, auch die Skeptiker, denken zu kurz. Wenn alle Parteien nach ihrer Stärke mit Spenden bedacht werden, steckt hinter den Spenden keine Absicht, die Parteien, besonders linke und grüne, auf die Interessen der Spender zu verpflichten. Das Geld wird neutral. Allerdings kann man diese Neutralität noch deutlicher machen.

Haben Sie schon einmal einer Partei Geld gespendet? Als Journalist spende ich nicht für Parteien.

Wie wichtig ist es, dass der Wähler weiss, wer welcher Partei wie viel Geld gespendet hat? Der Bürger muss wissen, was er wählt. Heute wählt er beispielsweise beim Freisinn auch die Interessen der ­Banken. Bei der SVP wählt er vor allem die politischen

MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

clever suchen. clever buchen.

Trinken Sie Ihren Espresso in Rom? Oder New York? Oder auf den Malediven?

Foto Thomas Buchwalder

Wie das? Mit einer Stiftung, in die das Geld fliesst, bevor es an die Parteien weitergeleitet wird. Diese Stiftung wäre natürlich auch anderen Spendern aus der Wirtschaft offen, denen die Demokratie näher ist als der politische Eigennutz.

Die Spenden aus der Wirtschaft sind wichtig für die Parteien … Ohne die Millionen-Spenden von Christoph Blocher wäre die SVP nie so stark wie heute. Ohne sein Geld, ohne sein ge­waltiges Vermögen, das er politisch ebenso gezielt wie grosszügig einsetzt, wäre Christoph Blocher ein Politiker vom Format des James Schwarzenbach, der einst die ­äussere Rechte anführte. Allerdings will ich James Schwarzen­bach nicht abwerten, denn er war immerhin ein sehr gebildeter und kultivierter Mensch – ein Politiker mit Stil. Nicht nur die SVP, auch der Freisinn wäre ohne Spenden aus der Wirtschaft in Finanznöten. Wenn Wirtschaftsspenden jetzt politisch neutral fliessen, ist das für die Parteien eine Befreiung. Was Raiffeisen und Credit Suisse angekündigt haben, ist für die Demokratie ein Segen. 



SI_2012_12