Page 1

Autosalon Genf Trends, Stars & Premieren

Beni Thurnheer

Papa National

Skicross-Drama in Grindelwald Olympiasieger Mike Schmid über den Tod seines Freundes

Die Söhne Thomas und Peter über ihren berühmten Vater. Und was der TV-Star nach Benissimo vorhat

11

12. März 2012 CHF 4.50

Cameron Diaz Blitz-Besuch in der Schweiz


Inhalt HEFT 11, MONTAG, 12. März 2012

Titel 24

Beni Thurnheer Seine Söhne, sein Leben nach «Benissimo». Der TV-Star privat

Leute 7 8

Titelfotos Marcel Nöcker, Johann Sauty; Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

32 62 64

Editorial von Stefan Regez Leute Shaqiri, Dickenmann & Xhaka, Stephanie Heinzmann, Nino Schurter Yann Sommer Der Vollblut-Goalie in Basel. Umwege haben ihn stark gemacht Tim Wielandt Sein Glück mit Nina, Malou und Filiz: vom Mister zum Familienvater Dechen Shak-Dagsay Zu den grössten Fans der Schweizerin gehören Tina Turner, Lou Reed und der Dalai Lama

Party 10

Baselworld Uhren- und Schmuckmesse in Basel; Opernball Zürich

Autosalon Genf 18

Alina Buchschacher & Co. Viel Glamour, grüne Trends und glitzernde Premieren

44

u Gute Freunde Der Weltmeister und der Unternehmer. Was Michael Schumacher & Philippe Gaydoul aneinander bewundern. Und was ihnen wirklich wichtig ist.

schweizer illustrierte

3


Inhalt

Leute 30 38 42 44

Mike Schmid Der Olympiasieger trauert um seinen Ski-Cross-Freund Andy Tschümperlin So lebt der neue SP-Fraktionschef daheim in Schwyz Duo Yingling Mit viel Können zaubern sie sich ins grosse Finale der TV-Talent-Show Michael Schumacher, Philippe Gaydoul Ein Gespräch über Männerfreundschaft

Schöne Schweiz 50 54

12

Karin Roten Die Heimweh-Walliserin ist frisch verliebt und glücklich Top Ten in Leukerbad Thermen, Kids-Day, Hotels, Christa Rigozzi, Adolf Ogi & Co.

Abenteuer 58

u Tschüss,

Zürich. Es hat Spass gemacht Er hat das Opernhaus in eine goldene Ära geführt. Am 12. Opernball sagen Alexander Pereira und Gattin Daniela Adieu. Eine glamouröse Gala mit Gesang, Walzer und ganz viel Prominenz.

Elisabeth Fahrni Warum die Schweizerin den Dschungel von Bangladesch erforscht

Shopping 69

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 81 82

Fluglärm Attacke auf Herz-Kreislauf Schönheit Das kann die medizinische Kosmetik. Und so viel kosten die Eingriffe

Die Besten 85

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach, rp-press / HO

91

50

u Verliebt Skistar Karin Roten geht seit Kurzem nicht nur wegen des tollen Schnees so gern nach Leukerbad.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

64

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und …

79 Notabene von Helmut Hubacher 106 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder u Hit Wie Tibet-Schweizerin Dechen 96 Impressum Shak-Dagsay mit Pop-Ikone Tina 100 Horoskop Turner & Regula Curti Herzen berührt. 104 Leserbriefe

Exklusiv auf dem ipad Wer hat was mit wem? Im PromiFlash gibts den neuesten Klatsch und Tratsch. Und: Sehen Sie sich eMagazin zu Hause bei Adele um.

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

schweizer illustrierte

5


editorial

Ganz de Bappe! Beni Thurnheer Alle kennen ihn – den

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

Schnuri der Nation, den Sportreporter, den «Benissimo»-Moderator. Er ist unser Beni National. Seine Söhne Thomas und Peter hingegen halten sich lieber im Hintergrund. Denn: Wegen ihres berühmten Vaters werden sie öfter «angezündet». Für die Schweizer Illustrierte machen die beiden erstmals eine Ausnahme und posieren mit ihrem «Paps». Peter Thurnheer wählt dabei die Flucht nach vorn. Der Materialtechniker an der ETH Zürich muss sich regelmässig die Sprüche dreier Kollegen anhören. Er kontert: «Wenn ich mich in der Schweizer Illustrierten präsentiere, dann sollen diese drei das mit mir tun!» Und lässt sich ihre Konterfeis als Comicfiguren in einem VBZ-Bus auf ein T-Shirt drucken, das er zum Fototermin trägt. Das beweist Humor. Eben, ganz de Bappe! «Trio Thurnheer» – ab Seite 24

Andy Tschümperlin

Auch beim Papierbündeln ein Teamplayer SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin (l.) mit SI-Nachrichtenchef Marcel Huwyler in Schwyz.

Fotos Kurt Reichenbach, Fabian Biasio

Grosse Schweizer(-chinesische) Talente SI-Volontärin Ramona Schweizer (l.) zu Besuch beim Duo Yingling, Chenying Lu und Junlin Zhang, und bei Chenyings Mutter ­Peiyuan (v. r.) in Langenthal. Ab Seite 42.

Als vor drei Wochen die SP-Fraktion den Schwyzer Nationalrat zu ihrem Chef kürt, brechen alle medialen Dämme: «Jacqueline Fehr gedemütigt!» – nur weil sie, die Gegenkandidatin und Favoritin, nicht gewählt wird. Auch die SP-Frauen und die Jusos wittern einen Skandal. Mit Verlaub: Ich habe immer gedacht, dass bei einer Wahl mit zwei Kandidierenden auch die eine oder der andere gewählt werden dürfen. Offenbar geht einigen Kommentatoren und Politikerinnen dieses demokratische Verständnis ab. Und es zeugt von Respektlosigkeit, wie unmittelbar nach der Wahl der neue SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin links (und das meine ich nicht politisch) liegen gelassen und auf ihm herumgehackt wird. Dabei ist Tschümperlin die perfekte Besetzung: Als Frak­ tionschef muss er Brücken bauen – zu den anderen Parteien und, mindestens so anspruchsvoll, innerhalb seiner eigenen Partei. «Das kann er!», sagt SI-Nachrichtenchef Marcel Huwyler, der Andy Tschümperlin und dessen Grossfamilie in Schwyz besucht hat. «Wer in einem bürgerlichen Kanton wie Schwyz aufwächst, darf nicht dogmatisch politisieren. Im Kreis 4 in Zürich ist es sicher einfacher, Sozialdemokrat zu sein.» «Hackbraten à la SP» – ab Seite 38 Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

al dente. 84 Seiten für Geniesser. Zürich Die Feinschmecker-Adressen. Betty-Bossi-rezepte Lust auf Frühling. Interview mit Spitzen­koch Philippe Rochat. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

7


bild der woche

cameron diaz

Foto Johann Sauty

«Guten Tag!»

8

u Diese Uhr und diese Frau: Partnervermittler nennen so was einen «Perfect Match». Das teure Stück heisst TAG Heuer, die Diva Cameron Diaz, 39 (in Dior und Fendi). Und die Liebe geht offenbar über den überaus passenden Nachnamen (spanisch für Tag) hinaus. Drei Stunden besuchte die Blondine mit Modelmassen vergangene Woche die Manufaktur in La Chaux-de-Fonds NE. Dabei flirtete der Hollywood-Star nicht nur mit diesen Uhrmachern, sondern auch mit Westschweizer Köstlichkeiten. Erst hat sich Diaz in den Wein verliebt, dann ihr erstes Fondue probiert. Und es offenbar auch aufge­ gessen: «Das Angebrannte zum Schluss hat mir am allerbesten geschmeckt!» Von wem sie sich am Abend schliesslich ausführen liess? Das erfahren Sie auf der folgenden Seite. yvonne zurbrügg

schweizer illustrierte


party

Strahlemänner: Arnold Schwarzenegger bei Sascha Moeri, CEO der Luzerner Carl F. Bucherer (l.).

Hollywood glänzt in Basel Eröffnung der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld

Nick Hayek zieht Johann Schneider-Ammann die neuste Swatch-Kreation an, «Occupy your wrist». Schwester Nayla und ihr Sohn Marc (Chef Blancpain und Breguet, l.) schauen zu. Kleines Bild: der Bundesrat mit Swatch und seiner Omega Speedmaster.

A

m Vorabend dinierte sie mit TAG-Heuer-CEO ­Jean-Christophe Babin im Jura. Und war beeindruckt: «Uhrmacher arbeiten am Wertvollsten, was es gibt: Zeit.» Und auch bei ihrem Besuch der grössten Schweizer Messe in Basel zeigt sich Hollywood-Star Cameron Diaz mit makellosem Lächeln. Im Zug angereist ist ein weiterer VIP: Arnold Schwarzenegger. Am Vormittag noch am Genfer Autosalon, hat der 64-jährige Terminator keine Zeit, den Anzug zu wechseln. «Servus!» Gut gelaunt beehrt er Sascha Moeri bei Carl F. Bucherer. Dieser organisiert gleich Arnies ­kubanische Lieblingszigarre Partagas D4 – und freut sich, dass sein Besucher eine 42 500-fränkige TravelTec aus Rotgold (Bild oben) bestellt. Eine giftgrüne «Occupy»-Swatch bekommt Bundesrat Johann Schneider-Ammann von SwatchGroup-CEO Nick Hayek. Auch dessen Schwester Nayla, Präsidentin des weltweit grössten Uhrenkonzerns (19 Marken, 28 000 Mitarbeiter, 7,1 Mia. Franken Umsatz, 500 neue Stellen in der Schweiz 2012), begrüsst den Minister und vormaligen Verwaltungsrat herzlich mit Kuss. Der revanchiert sich: «Ich habe ein paar Swatch daheim, ihr Lifestyle-Design fasziniert mich.» Ebenfalls im Schuss: Carl Elsener. Stolz zeigt der Victorinox-Chef den vielen chinesischen Kunden sein rotes Sackmesser. «Das habe ich immer im Hosensack. Sonst wär ich nicht richtig angezogen.» Text Thomas Kutschera, Fotos Alexandra Pauli

10

schweizer illustrierte

Der quirlige Longines-Lenker Walter von Känel beim Drehen eines Werbespots.

Victorinox-Patron Carl Elsener jr. und Ehefrau Veronika.

Patrik Hoffmann, CEO Ulysse Nardin: eben eine Filiale in der Mongolei eröffnet. Adrian Bosshard, Präsident Certina. Ökologisches Engagement: ­die Brüder André (l.) und Ronald Bernheim beim U-Boot an ihrem Luminox-Stand. Von der Manufaktur auf den roten Teppich: Schauspielerin Cameron Diaz («Verrückt nach Mary»), Botschafterin der Schweizer Traditionsmarke TAG Heuer.

Elegant wie immer: Karl-Friedrich Scheufele und Schwester Caroline Gruosi-Scheufele, Co-Präsidenten Chopard.

Boss & sein Botschafter: Stephen Urquhart, Omega.

Hahn im Korb: Präsident François Thiébaud, umgeben von charmanten Hostessen seines Tissot-Stands.

Sprüht vor Energie: Hublot-Mastermind Jean-Claude Biver.

schweizer illustrierte

11


party

Rock-Lady trifft Walzerkönig: Stadtpräsidentin Corine Mauch, Vorvorgänger Josef Estermann. Banker mit Flair für Musik: UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler und Gattin Sandra (l.), Ex-UBS-CEO Peter Wuffli und Ehefrau Susanne. Die Herren sind im Opernhaus-Verwaltungsrat.

Begehrte Tanz­ partner: Moderator Marco Fritsche und Sänger Michael von der Heide (r.).

Vier, die sich verstehen: Annette und Christian Unger, Ringier-CEO (l.), sitzen am gleichen Tisch wie Fussballlegende Günter Netzer und seine Elvira.

Unvergesslicher Abend in Zürich: Noch-Opernhaus-Direktor Alexander Pereira mit seiner Daniela – in edler Robe von Roberto Cavalli.

Tanzen, bis der Vorhang fällt

Zurich-Film-Festival-Geschäftsführerin Nadja Schildknecht in einem Kleid von Gross Couture, Unter­nehmerin Carolina Müller-Möhl in Dolce & Gabbana.

Von Berufes wegen gut angezogen: PKZ-Chef Olivier Burger mit Hilda Burger-Calderon.

Pereiras letzter Opernball

F

Zeigen sich im Gleichschritt von ihrer Schokoladenseite: Lindt-&-Sprüngli-CEO Ernst Tanner und seine Renate.

12

schweizer illustrierte

ür einmal gehört die Bühne ganz allein ihm: Alexander Pereira ist ein letztes Mal Gastgeber am Zürcher Opernball, im Juli sagt er «Tschüss, Zürich» – ein bisschen wehmütig sei er schon. Gattin Daniela hat sich für diesen speziellen Abend zweieinhalb Stunden lang von einem Stylisten verschönern lassen, und Nachfolger Andreas Homoki bleibt dem Anlass sogar grosszügig fern – um das Scheinwerferlicht dem Grandseigneur zu überlassen. Der serviert wie stets Opernhäppchen, während seine Gäste froh sind, dass sie nicht selbst auftreten müssen: «Wenn ich mein Geld mit Singen verdienen müsste, wäre ich ein armer Mensch», sagt Schoggi-Baron Ernst Tanner. Anders Unternehmerin Carolina Müller-Möhl: Sie trällert Freunden gerne ein persönliches Geburtstagsständchen. Und auch UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler gibt öfter mal «den Sinatra». «Kaum ein Mikrofon ist vor ihm sicher», verrät Gattin Sandra. Später eröffnen die Debütanten den Tanz, darunter – bewundert von den stolzen Eltern – Peter Wufflis Sohn Daniel und Karina Bergers Tochter Noemi. Fussballlegende Günter Netzer outet sich als Bewegungsmuffel: «Ich habe noch nie getanzt, und das wird sich garantiert nicht ändern.» Hotel­ königin Ljuba Manz hingegen spürt ihren dritten Frühling und schwebt mit ihrem 30 Jahre jüngeren Lover übers Parkett: «Ich wurde in High Heels geboren!» Text Nina Siegrist, Nadine Bauer Fotos Alexandra Pauli, ThOmas Buchwalder

Tuschelthema des Abends: Jungunternehmer Patrick Liotard-Vogt kommt mit Liliana Matthäus (Lothars Ex).

Eine Frau mit Grösse: Trotz Ballerinas überragt Barbara Frey ihren Gatten Walter, Auto-Importeur.

FCB-Fan: Zurich-CEO Martin Senn mit Gattin Guen Soo checkt zwischendurch Spielresultate auf dem Handy.

«Heute übertrumpfen wir alle im Nichttanzen»: Karin Keller-Sutter (Ständerätin SG) mit Ehemann Morten.

Bei so vielen netten Gesprächen sieht selbst der IWC-Chef kaum auf die Uhr: Georges und Monika Kern. schweizer illustrierte

13


leute

Rätsel der Tierwelt: Mit weissem Fell und blauen Augen sind die Jaguarbabys eine Besonderheit.

wer liebt wen Noch haben die Jaguarbabys keine Namen. Mutter Polly ist schwarz (es ist ihr achter Wurf), Vater Mescal gefleckt. Sensation auf vier Pfoten

Weiss – wer weiss, warum

u Da ist die Laune der Natur aber besonders launig: Im deutschen Zoo Aschersleben sind Mitte Januar zwei Jaguarbabys zur Welt gekommen. Das Besondere und europaweit Einmalige an den Geschwistern: Sie haben weisses Fell. Dabei sind die Eltern der noch namenlosen Raubkätzchen ganz normale Jaguare: Vater Mescal, 17, ist goldgelb und gefleckt, Mutter Polly, 13, samtschwarz, bedingt durch eine bei Jaguaren nicht unübliche Mutation. Bei der Geburt waren die zwei 500-Gramm-Faucherchen schwanenweiss; mittlerweile haben sie zwar etwas Farbe bekommen, sind aber noch immer heller als Artgenossen im gleichen Alter. HWY

14

schweizer illustrierte

Fotos Trax / Action Press / Dukas (3), HO, David Biedert / tilllate.com (2), Christian Lanz, AP / Keystone

Xherdan Shaqiri, Lara Dickenmann und Granit Xhaka (r.) bei der Eröffnung des Nike-Shops im Jelmoli.

u Sie kicken so erfolgreich, als wären sie mit Stollenschuhen geboren. Lara ­Dickenmann, 26, ist Champions-LeagueSiegerin, Xherdan Shaqiri, 20, wechselt vom FCB zu Bayern München, und Granit Xhaka, 19, übernimmt nun die Starrolle in Basel. Die drei haben noch etwas gemeinsam: den Sponsor. So eröffneten sie vergangene Woche den neuen Nike-Shop im Jelmoli in Zürich. «Bist du Modell gestanden für die Schaufensterpuppen?», fragt Xhaka seinen Noch-Teamkollegen. Die Muskelpakete scheinen tatsächlich ähnlich verteilt – Shaqiri findets mässig lustig und sagt trocken: «Dann hätten nicht zwei nebeneinander Platz.» Lara Dickenmann sucht die Kinderkollektion: «Am allerliebsten verschenke ich die süssen Turnschühchen.» yvonne zurbrügg

u Bei frühlings­ haften 20 Grad heiratete Pius Schwizer, 49, seine langjährige Freun­ din Nicole Scheller, 32, am 2. März in Cham ZG. Dem Top-Springreiter und seiner Angetrauten bleibt aber wegen des vollen Terminplans kaum Zeit, das junge Glück zu geniessen. «Wir haben uns so kennengelernt. Die Pferde kamen bei Pius immer an erster Stelle», sagt sie gelassen. u Auch bei Eva Nidecker, 31, geraten die Gefühle bei den milden Temperaturen in Wal­ lung. Heftig turtelnd wird die Radio-Energy-Programmleiterin an den Swiss Music Awards auf dem Schoss von Marc Schippert, 41, gesichtet. Trotz dieser und anderen eindeutigen Gesten will die Baslerin die Liaison mit dem Regisseur («The Ring Thing») noch nicht bestätigen. u Wohl etwas verzweifelt in den Frühling startet Eva Longoria, 37. Der «Desperate Housewives»-Star hat sich nach einem Jahr von Eduardo Cruz, 27, dem Bruder von Penelope Cruz, 37, getrennt. u Bei Schauspielerin

Shaqiri, Dickenmann, Xhaka

Xherdan ist keine Puppe

Es liegt was in der Luft …

Stefanie Heinzmann muss packen: Ihr neues Album sorgt für viele Reisen.

stefanie heinzmann

Unterwegs nach oben

u Sie muss wieder Koffer packen. Dabei dachte Stefanie Heinzmann, 23, dass nach vier Jahren der grosse Hype um sie vorbei ist. Falsch! Mit ihrer neuen Single «Diggin’ in the Dirt» stieg sie in der Schweiz direkt in die Top 10, in Deutschland in die Top 20 der Charts ein. «Ich bin selbst überrascht», sagt die Sängerin. Am 16. März erscheint ihr drittes Album, «Stefanie Heinzmann». Für Interviews und Fernsehauftritte pendelt die Walliserin zurzeit ständig zwischen Eyholz VS, Österreich und Deutschland hin und her. «Der Koffer geht mir schon ein wenig auf den Nerv», sagt sie. Im Moment reist sie mit Ersatz, «mein Koffer musste schon in die Werkstatt». afo

Veronica Ferres, 46, und Multi-Unterneh­ mer Carsten Maschmeyer, 52, herrscht seit drei Jahren Dauerfrühling. Jetzt wollen die beiden Deutschen ihr Glück vor dem Traualtar besiegeln. Ein genauer Termin für die Eheschliessung steht aber noch aus.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Evelyne Binsack u Ronja Furrer u Ivo Adam u Alina Buchschacher u Simon Enzler schweizer illustrierte

15


leute

u Wolkenlos. 30 Grad. Das meteoro­ logische Bulletin aus Stellenbosch kann in der Schweiz als Provokation wahrgenommen werden. Nino Schurter, 25, befindet sich aber nicht ferienhalber hier. Der Bündner Mountainbike-Crack nimmt am Kap der guten Hoffnung Anlauf auf die Olympischen Spiele. Bereits zum dreizehnten Mal ist er in Südafrika unterwegs – und kennt auch exotische Hindernisse. Etwa Giftschlangen. «Die haben aber mehr Angst vor uns als wir vor ihnen.» Während sechs Monaten pro Jahr ist Schurter auf Achse – und von seiner Freundin Nina Candrian, 25, getrennt. «Unser Verhältnis wird dadurch aber bereichert, weil wir uns immer aufeinander freuen», sagt er. Das könnte vor allem für kommenden August gelten – wenn er olympisches Edelmetall heimbringt. TRE

Kurz in St. Gallen zu Hause: Ex-Killer-Queen Brigitte Oelke.

Fotos Daniel Ammann, Dirk Schmidt / dsphotos.de, HO, Keystone

Brigitte Oelke

Die Platzhirschin u Nach sieben Jahren als Killer Queen in «We Will Rock You» markiert Brigitte Oelke erneut die Chefin: Sie spielt Mama Morton im Musical «Chicago» am Theater St. Gallen. Obwohl hier aufgewachsen, ist es für die Wahl-Berlinerin das erste Engagement in der Stadt seit ihren Auftritten im Kinderchor. Hier mutiert die Wohnung ihrer Schwester zur Künstlerkommune mit Fondueabenden und Jam-Sessions. Neben der Bühne ist Brigitte Oelke aber zahmer. «Als ich mich auf einem Video sah, war ich schockiert!» Das Publikum jedoch liebt die Power der alterslosen Rot­ haarigen. Zu geniessen in «Chicago» – und bald auf dem ersten Album der feurigen Rockröhre! christa hürlimann

Nino Schurter

Kap der Olympia-H offnung

Schurter & Co. im Trainingslager in Süd­ afrika – lesen Sie mehr in der grossen Reportage im neuen SI-SPORT-Magazin kommende Woche.

Rose Barbara Artmann Schuhproduzentin u Die magischen 5! Schuhe der Schweizer Firma Künzli haben fünf Streifen. Damit ist jetzt Schluss. Eine US-Firma hat das Markenrecht für das Logo, international und halt auch für Deutschland, einen von Künzlis besten Märkten. Alles vorbei? Nicht mit Künzli-Chefin Barbara Artmann. Die clevere Geschäftsfrau hat die fünf Streifen flugs durch fünf Klötzli ersetzt. Genial! Und falls man Ihnen, liebe Frau Artmann, auch dieses Logo streitig macht, dann verzieren Sie jeden Schuh halt mit fünf stilisierten Rosen.

kaktus Adrian Hug Chef Kantonales Steueramt Zürich u Auf seiner Homepage schreibt Zürichs Steuerchef: «Wir sorgen dafür, dass am Schluss alle sagen können: Steuern bezahlen im Kanton Zürich geht einfach, in angenehmer Atmosphäre (…).» Jetzt haben 14 000 Zürcher die Rechnung über die direkte Bundessteuer 2010 zweimal erhalten. Grund: Störung der Kuvertiermaschine. Niemand mag es, wenn er Unangenehmes (und Steuerrechnungen sind unangenehm) doppelt bekommt. Wir schicken Ihnen, Herr Hug, ja auch nicht zwei Kakteen.


autosalon genf

Gut betucht: die Fiat-Erben Lapo Elkann (r.) und Bruder John, der als Präsident amtet. Beide gelten als Trendsetter und Stilikonen.

Arnold Schwarzenegger gibt im Grünen Salon Vollgas. Mit dem Zug gehts danach weiter an die Uhrenmesse Basel. Zwei Ladys im Rampenlicht: Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf begrüsst Miss Schweiz Alina Buchschacher am Lancia-Stand.

Der Terminator surft am Weltfrauentag auf der grünen Welle. Zwei charmante First Ladys stehlen ihm fast die Show.

A

Charmante Power -Frauen

ls Terminator fuhr Arnold Schwarzenegger, 64, Tausende Autos zu Schrott. Am 82. Automobilsalon in Genf zeigt sich der Riese aus Hollywood von seiner sanften Seite. Als Präsident der Umweltschutzorganisation R20 plädiert er vor Medienvertretern aus aller Welt im Grünen Pavillon für ökologische Mobilität. «Wir lieben Autos. Aber wir lieben auch unsere Umwelt. Das müssen wir in Zukunft unter einen Hut bringen», so der Ex-Gouverneur aus Kalifornien. 8. März, internationaler Tag der Frau. Machos müssen in die zweite Reihe, wenn Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf die grösste Autoshow Europas eröffnet. Bei Lancia begrüsst sie Miss Schweiz Alina Buchschacher. Eine Gemeinsamkeit ist schnell gefunden. «Wir sind beide keine Heldinnen im Rückwärtsparkieren», verrät die schönste Schweizerin. Nicht zu übersehen: die Schwinger-Könige Christian Stucki, Daniel u schweizer illustrierte

19


autosalon genf

nachgefragt bei

Kimi Räikkönen

DJ-Ikone David Guetta präsentiert bei Renault mit seiner Frau Cathy das neuste Musikvideo.

«Ich reise immer mit Übergepäck», sagt Komiker Massimo Rocchi. «Im VW Cross Coupé hats genug Platz für mich.»

Komiker Andreas Thiel hat den Land Rover letztes Jahr auf Island auf Herz und Nieren geprüft. «Er war schier unverzichtbar.» Mitglieder des Volvo-E-Teams: Alain Juon, Arnaud Perroulaz, Laure Lalande, Andreas Wahlen (v. l.). VolvoGeneraldirektorin Anouk Poelmann mit dem innovativen C30 Electric.

Bösch, Kilian Wenger. «Ich habe meine Schulter operiert und bin wieder voll im Saft», sagt der 145-Kilo-Koloss Christian Stucki am Stand von Skoda. Vom Krankenhaus an den Auto­ salon kommt Schlagzeuger Hena Habegger von Gotthard. «Meine zweite Diskushernie-Operation hat mich ganz schön mitgenommen. Aber bis zur Tournee bin ich wieder fit.» «Firebirth» heisst das neue Album mit dem neuen Frontmann Nic Maeder. Am 12. Mai starten die Hardrocker in Buenos Aires in die neue Ära. Aufbruchstimmung auch bei Satiriker und Land-Rover-Fan Andreas Thiel. Er hat seine Wahlheimat Island verlassen («meiner Frau Bettina wurde es dort zu kalt»). Jetzt ist das Paar für unbestimmt Zeit ins indische Pondicherry über­siedelt: «Ich studiere hier philosophische Schriften. Ein Hobby, das mich seit Jahren fasziniert.» 800 000 Besucher lassen sich in zehn Tagen auf 100 000 Qua­drat­ metern Ausstellungsfläche von 140 Welt- und Europa­premieren begeistern. Die Branche ist zuversichtlich, dank dem ÖkoBoom. Der Opel Ampera, letzten Herbst von einer Fachjury und den Lesern der Schweizer Illustrierten bereits zum Auto des Jahres gewählt, wurde am Salon gar als «Weltauto des ­Jahres» ausgezeichnet. Neu im Klub der Schweizer Autobosse: BMW-Chef Philippe Dehennin. Und Fiat-Markenchef Eric u

Comeback Der finnische Formel-1-Star will diese Saison im neuen Lotus E20 in die Poleposition.

Starke Leistung: Schwinger und SkodaFahrer Christian Stucki trägt die Sängerinnen Sina (l.) und Melanie Oesch auf Händen.

u

20

schweizer illustrierte

Trendfarbe Weiss: Suzuki-Schweiz-Generaldirek- Komiker Marco Rima wird im Mai zum vierten tor Hanspeter Bachmann zeigt das grosszügige Mal Papi – ein Bübchen! Im Audi A6 Allroad Raumkonzept im «offenen» Swift S-Concept. Quattro hats genug Platz für eine Grossfamilie.

Eine Klasse für sich: Marathon-Superstar Viktor Röthlin (l.) und Springreiter Martin Fuchs im Traum-Cabriolet von Mercedes.

Zwei Dandys mit Stil: TV-Talker Kurt Aeschbacher (l.) Filmreif: Miss Schweiz Alina Buchschacher und und Blues-König Philipp Fankhauser fühlen sich im Fiat-Markenchef Eric Laforge enthüllen das legendäre Lancia Flavia Cabrio, natürlich in Weiss. jungfräulichen Jaguar XF pudelwohl.

Wie sind Sie zum Autosalon angereist? Mit meinem Lotus, aus Zürich. Rennfahrer-Ehrenwort: Wie lange haben Sie gebraucht? Knappe drei Stunden – ein kleiner Stau vor Genf inbegriffen. Laufen Sie nie Gefahr, geblitzt zu werden? Nein. Wenn ich privat unterwegs bin, fahre ich sehr relaxt und entspannt. Welches ist Ihre häufigste Route in der Schweiz? Von meinem Haus in Baar Richtung Flug­ hafen. Diese Strecke kenne ich auswendig. Wie viele Autos besitzen Sie? Vier Sportwagen. In der Garage hätte es noch Platz für einen fünften. Freuen Sie sich auf Ihr Comeback in der Formel 1? Es ist cool, dass ich wieder im LotusTeam mit den gleichen Farben wie früher Gas geben darf. Wie hoch ist der Erfolgsdruck? Er lastet auf uns allen. Ich bin nicht zurückgekehrt, weil ich gewinnen muss, sondern weil ich will. Solange ich das Gefühl habe, dass ich 100 Prozent geben kann, bin ich zufrieden. Ihr erster Eindruck vom E20, Ihrem neuen Boliden? Ich hatte bei Testfahrten mit anderen Rennwagen schon schlechtere Eindrücke. Diesmal ist das erste Gefühl gut – und es trügt mich selten. Sie machten einen Abstecher als Rallye- und Nascar-Fahrer. Der Unterschied zur Formel 1? Bei Rallyes sind die Nächte kürzer, weil du oft schon um sechs Uhr morgens für die ersten Sonderprüfungen aufstehen musst. In der Formel 1 klingelt der Wecker nicht vor halb acht. Das gefällt mir. schweizer illustrierte

21


autosalon genf

Formel-1-Legende René Arnoud, dessen Rennen mit Gilles Villeneuve ein Youtube-Hit ist, poliert den Mazda Minagi Concept Car auf Hochglanz.

Fussball-Experte Gilbert Gress (r.) kam mit seinem Sohn Franck zum Autosalon und zeigt ihm sein neues Hyundai Genesis Coupé.

Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal tankt bei Renault Strom statt Benzin: «Faszinierend, wie stark die Autoindustrie auf Umweltschutz setzt.»

Rennfahrer Neel Jani tankt den Volvo V60 Plug-in Hybrid, Schauspielerin Melanie Winiger würde mit der Weltpremiere am liebsten davonbrausen.

Katzenfan und Country-Lady Suzanne Klee macht Ganz der Papa: Formel-1-Guru Peter Sauber (l.) mit Trainerlegende Köbi Kuhn Werbung für den stellte seinen Sohn Alex auf Wunsch von CEO flippigen Kia Trackster Concept Car. Monisha Kaltenborn in seiner Firma ein. In seinem Lexus RX 450h hat Musiker Seven eine Dreamteam beim Seat Ibiza: «Dank Mark-Levinson-Soundanlage eingebaut. «Damit unserem Botschafter-Job sind wir höre ich die Songs, die ich gerade produziere.» Freunde geworden», sagt Schauspieler Anatol Taubman zu Christa Rigozzi.

Botschafter-Duo beim Armdrücken: Bernhard Russi (l.) und DJ Bobo sind seit vielen Jahren Subaru-Fans. «Die Autos sind ultrasportlich und halten uns jung.» Laforge. Die einzige Frau am Steuer eines Autokonzerns: Volvo-Generaldirektorin Anouk Poelmann. In einem grossen Wettbewerb wurden Testfahrer für den Volvo C30 Electric gesucht – 2000 Interessierte machten mit. Jetzt steht das E-Team fest: Alain Juon, Arnaud Perroulaz, Laure Lalande und Andreas Wahlen heissen die mobilen Trendsetter. Eine Nase für Trends und Ästhetik hat TV-Talker Kurt Aeschbacher. «Ein Auto ist immer ein Statussymbol. Der Jaguar XF Sport­ brake ist mein Lieblingsauto und mein fahrendes Büro.» Jaguar-Kollege und Blueser Philipp Fankhauser ist ein echter ­Tempomätler. «Ich finde, dass man die Handschaltung ver­bieten sollte. Dann gäbe es weniger Machos auf der Strasse.» Die nächste Generation von Autofans steht schon in den Start­ löchern: Im Mai wird Komiker Marco Rima, dessen Programm «Humor Sapiens» letzte Woche Premiere feierte, zum vierten Mal Papi. «Es wird ein Junge», verrät der Audi-Botschafter. ­Vaterfreuden auch bei Marathon-Champion und Mercedes-­ Fahrer Viktor Röthlin: Seine Luna ist drei Wochen alt. Hochseilartist Freddy Nock bringt sein fünf Monate altes Söhnchen Leo sogar mit an den Salon. «Man merkt, dass ihm der Auto­zirkus schon riesigen Spass macht.» Text Caroline Micaela

BMW Schweiz-CEO Philippe Dehennin (r.), MarketingChef Mark Backé (M.) und Motorradrennfahrer Tom Lüthi mit dem matt lackierten 6er Gran Coupé. Marc Lynn, Nic Maeder, Hena Habegger und Freddy Scherer (v. l.) von Gotthard in Rockerpose auf dem VW-Pickup. Nur Leo Leoni fehlt: Er tüftelt im Studio an der neuen CD. Wie ein Wiesel hüpft Formel-1-Legende Jo Vonlanthen (l.) in den Actyon Sports von SsangYong. Hockeyaner Kunstturne- Kent Ruhnke und Hostess Barbara staunen. rin Giulia Steingruber trainiert für party-facts Olympia. Den Führerschein Palexpo-Gastgeber Salonhat sie noch Präsident Maurice Turrettini nicht. Das für ca. 800 000 Besucher E-Bike von Herzig Bundespräsidentin Opel darf sie Eveline Widmer-Schlumpf aber fahren.

u

­Hauger, Zeno van essel, Fotos HervÉ le cunff, mARCEL nÖCKER

22

schweizer illustrierte

Keiner zu klein, Artist zu sein: Hochseil-Crack Freddy Nock mit Söhnchen Leo und seiner Verlobten Ximena auf dem stabilen Ford Ranger Wildtrak.

Botschafter für Öko-Energie: André Borschberg (l.) und Bertrand Piccard wollen Autos zukünftig mit Sonnenenergie tanken.

erhält bei Ford einen Bobbycar für ihren Enkel Curdin Attraktion Testfahrten mit Elektroautos in einem Parcours im Salon Vert Treffpunkt Auto-Bosse und VIPs schätzen die lockere Atmosphäre im «Blick»-Café Rekord 12 000 Journalisten schauen vorbei – so viel wie noch nie!

Party-Rating

«Genf ist zwei Wochen lang AutoNabel der Welt»



schweizer illustrierte

23


Titel

Drei Männer, ein Name Beni Thurnheer mit seinen Söhnen Thomas (l.) und Peter. «Jeder ist mir auf seine Weise ähnlich.»

Am 24. März moderiert beni thurnheer zum 100. Mal «Benissimo». Ende Jahr ist Schluss damit. Kein Grund zum Trübsalblasen. Für «Beni National» bedeutet das mehr Zeit für sich und seine Söhne thomas und peter.

24

schweizer illustrierte

Trio Thurnheer schweizer illustrierte

25


Titel

Text sandra casalini Fotos marcel nöcker

D

ie Frage stellt eigentlich jeder. Wenn Thomas Thurnheer, 29, oder sein Bruder Peter, 26, jemanden kennenlernen und sich mit komplettem Namen vorstellen, kommt sie unweigerlich: «Du bist nicht etwa verwandt mit Beni?» – «Das ist für mich immer noch komisch», sagt Peter Thurnheer. Der Materialtechniker doktoriert gerade an der ETH Zürich. «Ich bin damit aufgewachsen, dass mein Vater am Bildschirm zu sehen ist. Das ist kein Ereignis für mich.» Das Verrückte sei, dass man mit seinem Nachnamen nie ganz neutral sei, ergänzt Thomas Thurnheer, Lokomotivführer. «Sei es bei der Jobsuche, einer Wohnungsbesichtigung oder was auch immer. Mein Name ist entweder ein Vor- oder ein Nachteil. Je nachdem, ob man meinen Vater gut findet oder eben nicht.» Das ganze Land kennt Beni Thurnheer. Seit über 35 Jahren moderiert der studierte Jurist beim Schweizer Fernsehen. 1980 wagt der Sportmoderator mit der Quizsendung «Tell Star» einen «Seitensprung» in die Unterhaltung. Er dauert mittlerweile 32 Jahre. Und gipfelt 1992 damit, dass ihm mit «Benissimo» die grösste Schweizer Samstagabendshow auf den Leib geschrieben wird. Damit ist der 62-Jährige der grösste Schweizer TV-Star seit Kurt Felix. Dass die Leute die Köpfe zusammenstecken und tuscheln, wenn er vorbeigeht, bemerkt er schon gar nicht mehr. Dabei ist Beni Thurnheers Erfolgsrezept genau das, dass er eigentlich «totaler Schweizer Durchschnitt» ist. «Ich habe ein ­Einfamilienhaus, zwei Kinder, eine Katze und bin geschieden. Durchschnittlicher gehts kaum.» Und: Beni ist echt. «Er ist privat der Gleiche wie am Bildschirm», sagt «Benissimo»-Regisseur Max Sieber. «Schlagfertig, spontan – und mutig. Welcher andere Moderator geht schon das Risiko ein, dass über ihn gelacht wird, wenn er live am TV mit jemandem auf Italienisch telefoniert, obwohl er die Sprache gar nicht richtig kann.» Der

Gemeinsame Leidenschaften Thomas (l.) und sein Vater teilen die Liebe zur Musik, Peter und Beni die Begeisterung für Sport.

26

schweizer illustrierte

«Paps und ich führen eine Männer-WG. Da gibts nichts schönzureden» peter thurnheer Spitzname «Schnuri der Nation» ist durchaus als Kompliment zu werten: Er sagt, was er denkt, und zwar so, dass das Publikum ihn versteht. Privilegien? Beni Thurnheer winkt ab. «Wenn ich ein Fussballspiel kommentiere, brauche ich keinen Parkplatz direkt neben dem Stadion. Ich gehe gern zu Fuss.» Beni ist eben Beni. Egal, ob vor der Kamera oder daheim. Das Einfamilienhaus in der Nähe von Winterthur teilt er mit seinem Sohn Peter. Nach dem Auszug seines älteren Sohnes und seiner Ex-Frau Daniella seien sie «die Übrig­ gebliebenen». Wie es aussieht in dem Haus? «Nun ja, es ist eine Männer-WG – da gibts nichts schönzureden», meint Peter Thurnheer grinsend. In Tat und Wahrheit gibts eine Putzperle, die für die Sauberkeit zuständig ist, und beide Herren seien ganz passable Köche. Das Zusammenleben funktioniert wunderbar. Sein Paps, so Peter, sei «richtig cool. Ein lebensfroher Scherzkeks, der extrem viel weiss.» Der jüngste Thurnheer spielt Fussball und ist genauso sport­begeistert wie sein Vater. Thomas hingegen liest in der Zeitung «alles, nur nicht den Sportteil». «Seine aktive Sportkarriere als Eishockeyspieler beendete er im Alter von sieben Jahren», erzählt Beni lachend. Dafür war er einmal drauf und dran, beruflich in die Fussstapfen seines Vaters zu treten – als auffällig talentierter ­Radiomoderator. «Aber ich merkte, dass ich nicht so eine Rampensau bin. Ich passe besser zur Eisenbahn als hinters Mikrofon.» An ihre Kindheit denken Benis «Buben» gern zurück – auch wenn der Papi jedes Wochenende arbeitete. «Wir haben trotzdem viel unternommen, sind verreist und haben im Garten gekickt, bis vom Rasen nur

Stolzer Vater «Wir drei sind auf einer Wellenlänge», sagt Beni. «Uneinig sind wir uns nur manchmal, wenns um Politik geht.»


Titel

«Für mich ist er nicht der Mann im Fernsehen, sondern einfach Paps»

benis schönste «benissimo»-momente

thomas thurnheer

u künstler und kunst-liebhaber

Hans Erni war mehr als einmal bei «Benissimo». Für Kunst-Fan Beni eine grosse Freude. Ein besonderes Highlight: «Erni entwarf das Bühnenbild für einen ‹Benissimo›-Auftritt von Gotthard.»

noch braune Erde übrig war», erzählt Peter. Etwas mehr Zeit. Zum ersten Mal, sagt Beni Thurnheer, sei das ein realistisches Ziel. Ende Jahr wird «Benissimo» abgesetzt. «Ich hätte die Show gern weiter moderiert», gibt er zu. «Nicht wegen des Ruhms oder des Geldes. Sondern weil es mir Spass macht.» Ein Weltuntergang sei das «Benissimo»-Ende nicht für ihn. «Es ist ja unglaublich, dass die Sendung über so lange Zeit so gute Quoten hatte. Ich wusste immer, dass sie irgendwann fertig sein wird. Und ich trete lieber jetzt ab als dann, wenn man mich nicht mehr sehen möchte.» Ob damit sein «Ausflug» in die Unterhaltung de­finitiv zu Ende ist? Da will sich Beni Thurnheer nicht fest­ legen. «Sag niemals nie. Aber es müsste etwas sein, das zu mir – und zu meinem Alter – passt. Und auf jeden Fall live!» Konkrete Pläne gibt es keine. Vorerst bleibt Beni also dem Sport treu und freut sich

über seine neue Rubrik «Retro» in der «Sport-Lounge». Auch falls beim Graben nach alten Trouvaillen ab und zu eigene Peinlichkeiten auftauchen sollten. «Mein schlimmster Fauxpas war, dass ich beim Kommentieren eines Skirennens Maite Nadig über lange Zeit als Führende sah – dabei war sie längst ausgeschieden!» Die Zeit, die er jetzt noch in ­«Benissimo» investiert, möchte Beni Thurnheer künftig für die Familie nutzen. Und für seine Hobbys. Er liebt es, in der Zürcher Galerie seines Bekannten Alexander Räber nach Werken von Rolf Ziegler zu stöbern, dessen Bilder er sammelt. Benis grösste Leidenschaft aber ist das Reisen. Gerade war er in der Karibik, sein liebstes Ziel ist die Südsee. Früher tingelte er mit der Familie durch die Lande, danach mit seinem besten Freund aus Kindertagen. Seit dieser starb, ist er öfter allein unterwegs. 78 Länder hat Beni bereits bereist –

Fotos SRF/Handout

Enge Bindung Beni Thurnheer: «Ich habe nichts verpasst in der Kindheit meiner Söhne, auch wenn ich oft beruflich unterwegs war.»

«und in jedem davon Schweizer getroffen. Ich merke es daran, dass sie zusammenzucken, wenn sie mich sehen.» Ein eindrückliches ­Erlebnis: Beni wurde in Südafrika von einem Japaner erkannt, der mal in der Schweiz war. Da dachte ich: «Ich muss wirklich bekannt sein.» Dabei weiss Beni längst: «Es ist nicht wichtig, erkannt zu werden.» Was für ihn wirklich zählt: Im Leben weiterkommen, das Zusammenleben mit anderen, jeden Tag etwas Sinnvolles tun. Mit der Öffentlichkeit hat Beni Thurnheer gelernt zu leben. Auch wenn das heisst, dass er die privatesten Momente in den Medien breitgetreten sieht – zum Beispiel, als er sich vor gut vier Jahren nach 28 Jahren Ehe von Daniella trennte. «Damit musste ich rechnen, das gehört halt irgendwie dazu.» Viel mehr ärgert er sich darüber, wenn ihm in der Öffentlichkeit das Wort im Mund umgedreht wird, ohne dass er sich wehren kann. «Lustiger­

weise gehe ich mit dem Alter nicht gelassener mit ungerechtfertigter Kritik um.» Das bestätigt sein Freund Max Sieber: «Beni ist in höchstem Masse harmoniesüchtig. Wenns Lämpen gibt, haut er ab in die Fernsehkantine!» Da tut er bestimmt gut daran, nicht immer alles zu lesen, was über ihn geschrieben wird. Seine Söhne hingegen kommentieren Schlagzeilen über ihren Vater mit einem Schulterzucken. «Das Verhältnis zu ihm spielt sich im privaten Bereich ab», sagt Thomas Thurnheer. «Für mich ist er nicht der Mann in der Zeitung oder im Fernsehen, sondern einfach Paps.» Was die Zukunft bringt für «Beni National»? Er überlegt eine Weile. «In drei Jahren habe ich offiziell das Pen­ sionsalter erreicht. Ich merke schon, dass ich öfter als früher mal eine Pause brauche. Aber gar nicht mehr arbeiten? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!» 

u Moderator, Popstar und Hund

Als grösster Star in dieser Runde entpuppte sich «Jack Nicholson», Phil Collins’ JackRussell-Terrier. «Er jaulte ‹Happy Birthday›. Ich kann mich nicht daran erinnern, wer Geburtstag hatte. Vermutlich der Hund selbst.»

u TV-Star und Mega-Star

Robbie Williams trat mehrmals bei «Benissimo» auf. «Vor der Sendung wechselt man nur zwei, drei Worte miteinander. Auf der Bühne sagte er plötzlich: ‹Hug me!› und umarmte mich. Ich war ziemlich verblüfft.» schweizer illustrierte

29


Schicksal

Da kommt jede Hilfe zu spät Der Kanadier Nick Zoricic, 29, fährt im Achtelfinale den Zielsprung in Grindelwald zu schräg an (oben). Er kracht ins Fangnetz (Mitte) und bleibt bewusstlos liegen (unten).

«Das ist einfach nur schlimm, schlimm, schlimm» Drama im Skicross: Der Kanadier Nick Zoricic verunfallt am Weltcup in Grindelwald tödlich. Olympiasieger Mike Schmid erlebt den Sturz als Zuschauer vor Ort und ist «völlig geschockt». Text Thomas Renggli

D

ie Skicrosser gelten als die jungen Wilden des Wintersports. Ihre Rennen werden als «Ringen auf Ski» bezeichnet – sind knallharte Duelle mit Massenstart und dem erbitterten Kampf um jeden Zentimeter Schnee. Spektakuläre Sprünge gehören ebenso zum Geschäft wie harte Landungen.

30

schweizer illustrierte

Doch auch der Spassfaktor steht weit vorne. Im Ziel geben sich selbst die härtesten Konkurrenten die Hand – und spätestens an der abendlichen Party ist die Rivalität Schnee von gestern. Seit vergangenem Samstag steht der Trendsport unter Schock. Im Achtelfinal-Rennen des Weltcups in Grindelwald kommt es nach dem Zielsprung zum fatalen Zwischenfall: Der 29-jährige Kanadier

Nick Zoricic driftet im Flug – ohne gegnerischen Einfluss – über den rechten Pistenrand ab, landet mitten in den Fang­ netzen, wird mit voller Wucht nach vorne ­katapultiert. Regungslos bleibt er liegen. Fahrer und Zuschauer sind sich der Schwere des Sturzes sofort bewusst: «Die Wucht des Aufpralls liess das Schlimmste befürchten», sagt Jürg Klopfenstein, der Manager von Mike Schmid. Der Olympiasieger selber ringt nach Worten: «Ich bin fassungslos. Das ist einfach nur schlimm, schlimm, schlimm.» Den 28-jährigen Berner verbindet eine langjährige Freundschaft mit Zoricic. Vor zwei Jah-

Fotos Kurt Reichenbach, Ernst Kehrl/Reuters, Copyright by SRF (3)

In Gedanken bei seinem verunglückten Ski-Cross-Kollegen Nick. Mike Schmid in seinem neuen Motorhome, mit dem er und seine Freundin auf grosse Fahrt wollen.

ren in Grindelwald lachten die beiden beim gleichen Anlass noch gemeinsam vom Podest – Schmid als Sieger, Zoricic als Dritter. Nun kämpfen die Ärzte um das ­Leben des Kanadiers. Eine Stunde lang versuchen sie, ihn im Zielraum zu reanimieren. Dann wird der Verunfallte per Helikopter ins Spital Interlaken geflogen. Alle Bemühungen sind umsonst. Zoricic stirbt um 12.35 Uhr. Die Rede ist von einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. «Mit einem Schlag wird aus einem Skifest eine Tra­ gödie», sagt Klopfenstein. «Die Athleten ­haben geweint.»

Mike Schmid, der Mann mit der ­ ostur eines Schwergewichtsboxers P (193 cm, 100 kg), macht sich konsterniert auf den Heimweg: «Klar fährt das Risiko mit. Aber mit so was rechnet niemand.» Grundsätzlich infrage stellen will er seinen Sport aber nicht: «Ich vermute, eine Verkettung von unglücklichen Zufällen hat zu diesem Drama geführt.» Schmid hat die Gefahren im Skicross ebenfalls schon am eigenen Leib erfahren müssen – wenn auch auf vergleichsweise harmlosem Niveau. Wegen zwei Kreuzbandrissen fällt er zwei komplette Saisons aus – erst Ende Februar kehrt er erfolgreich in den Weltcup zurück. Doch schon eine Woche später verliert er beim Zielsprung im schwedischen Branäs die Kontrolle – und verdreht sein geschundenes Knie. Obwohl die Ärzte nur eine Zerrung des Kreuzband-Implantats diagnostizieren, verzichtet er vorsichtshalber auf die Teilnahme in Grindelwald: «Aber dar­ über will ich jetzt gar nicht mehr reden. Was ist schon ein Kreuzbandriss im Vergleich zum fatalen Unfall von Nick?» Eigentlich ist der Olympiasieger nach Grindelwald gereist, um die für ihn verkorkste Saison mit einem positiven

Gefühl abzuschliessen, Freunde zu treffen, Motivation für die kommenden Grossanlässe zu tanken – die WM in Voss, Norwegen, 2013 und das olympische «Repeat» in Sotschi 2014. Nun ist es ein Ereignis geworden, das die ganze Szene erschüttert, alle Fahrer wohl für immer beschäftigt. Dabei hat Mike Schmid privat momentan viel zu lachen. Mit seiner Freundin Joëlle Lehmann will er im neuen Wohnmobil verreisen – wohin, lässt er offen: «Wir entscheiden uns kurzfristig und fahren, wohin es uns treibt.» Das Prinzip der rollenden Planung gilt aber nur in den Ferien. Beruflich muss Schmid wieder hart anpacken – von seiner 50-Prozent-Anstellung als Zeitsoldat kann er kaum leben – und die Sponsorensituation ist nicht mehr so gut wie direkt nach seinem olympischen Husarenritt: «Die lange Pause hat sich auch finanziell ne­ gativ ausgewirkt. Weil die vertraglich vereinbarten Leistungsprämien wegfallen.» So wird er während der Wettkampfpause in seinen Beruf als Strassenbauer zurückkehren, «zu 20 bis 30 Prozent». Doch vorerst steht das weit im Hintergrund. Schmids Gedanken gehören jetzt seinem verstorbenen Freund Nick Zoricic – zu 100 Prozent.  schweizer illustrierte

31


Fussball

Vollblut-Goalie Yann Sommer hat beim FCB einen Vertrag bis 2015. Schon sein Vater (1. Liga) und sein Onkel waren Torhüter.

Text Ilona Scherer Fotos Kurt Reichenbach

S

SommerMärchen

Sensationelle Leistung in der Champions League, auf Meisterkurs in der Super League: Goalie Yann Sommer ist mit 23 der grosse Rückhalt des FC Basel. Dafür hat er viele Umwege in Kauf genommen.

32

schweizer illustrierte

onnenschein in Basel, aber frostige Temperaturen – und Yann Sommer kommt braun gebrannt um die Ecke. Solarium? «Nein», entgegnet der Torhüter, «ich habe von Natur aus einen dunklen Teint, nehme die Farbe schnell an, und sie hält auch lange.» Sommer lebt zurzeit auf der Sonnenseite des Lebens. Seit einem halben Jahr durchlebt er ein richtiges Fussballmärchen: Der FC Basel ist auf Meisterkurs und eilt in der Champions League von Sensation zu Sensation. Der «kleine Schweizer Klub» steht kurz davor, nach Manchester United im Dezember auch den deutschen Rekordmeister FC Bayern ­München zu eliminieren. Den entscheidenden Treffer beim 1:0 im AchtelfinalHinspiel schoss zwar Joker Valentin Stocker. Doch der Held war der, der die Tore magistral verhinderte: Sommer. Die Experten sind sich einig: Der VizeEuropameister 2011 ist der Schweizer Torhüter der Zukunft. Nun holt der FCB am Dienstag im Rückspiel in München zum K.-o.-Schlag aus. Allein beim Gedanken an die Champions-LeagueHymne vor dem Anpfiff kriegt Sommer Gänsehaut: «Die könnte jeder Fuss­ baller Tag und Nacht hören. Das ist Fussball, so lebt man den Fussball!» Yann Sommer, haben Sie ein Ritual vor dem Match? Nein, davon halte ich nichts, denn wenn man es einmal nicht macht oder machen kann, hängt man total durch. Was ich aber vor jedem Match tue, ob Super League oder Länderspiel: Ich gehe in Gedanken jede einzelne Station meiner Karriere durch. So führe ich mir den Weg vor Augen, den ich ­gegangen bin – und die Dinge, die ich erreicht habe. Eine Technik, die Ihnen Mentaltrainer Christian vermittelt hat? Ich rede viel mit ihm. Wir bereiten uns auf Ziele vor, wie etwa den EM-Final letztes Jahr oder eben die Champions League. Er war mein Trainer der U12Regionalauswahl Nordostschweiz. Als ich später hörte, dass er sich in Psychologie ausgebildet und sich auf u schweizer illustrierte

33


Fussball

Wasserpause «Ich kann sehr gut abschalten»: Sommer geht gern ins Kino. Seit zwei Jahren nimmt er auch Gitarren-Unterricht.

Vor jedem Match gehe ich in Gedanken alle Stationen meiner Karriere durch» yann Sommer Sportlerbetreuung spezialisiert hat, habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen. Wie bereiten Sie sich konkret mit ihm auf den Bayern-Match vor? Wir sprechen darüber, wie die Atmosphäre im Stadion sein wird. Oder: Wie ich es schaffe, auch bei einem Gegentor im Spiel zu bleiben, nicht abzuschalten. Weil es eben sofort weitergeht. Und andere Dinge. Aber die sind zu persönlich. Der FCB ist auf Meisterkurs. Bei Gegner Bayern hängt hingegen seit Wochen der Haussegen schief. Spieler beschimpfen sich, die Resultate bleiben aus. Das darf man nicht zu ernst nehmen. Die Spieler wissen wie damit umgehen – sie kennen solche Situationen nur zu gut. Und sie wissen genau, dass ein Ausscheiden in der Champions League finanziell eine Riesen-Katastrophe für den Verein wäre. Es wird ein schweres Spiel. Aber wir haben nichts zu ver­ lieren, und das macht uns gefährlich. Was ist anders, wenn statt Mayuka oder Schneuwly plötzlich ein Ribéry oder Gomez vor Ihnen auftaucht? Das blende ich im Spiel total aus. Ich habe Respekt vor jedem Gegenspieler, egal, wie er heisst. Wichtig ist nur, dass er kein Tor schiessen kann. Im Hinspiel haben Sie bei einem Ren­ contre mit Stürmer Thomas Müller den Finger ausgerenkt. Haben Sie weitere

u

«Souvenirs» in Ihrer Karriere gesammelt? Ganz ehrlich: Das war die erste Handverletzung meiner Karriere! Für einen Goalie hatte ich bisher echt Glück. Nur zwei Nasenbrüche. (Er klopft auf den Holztisch und sagt: «Holz alange!») Und viele gestauchte Finger – aber die sind für einen Goalie Peanuts … Ist Ihr Marktwert danach in die Höhe geschnellt? Das interessiert mich nicht. Ich denke, der Wert aller Spieler steigt, wenn man als Schweizer Verein solche Gegner eliminiert. Beobachter europäischer Topklubs sitzen immer auf der Tribüne. Ihr Teamkollege Xherdan Shaqiri wechselt im Sommer nach München, auch andere wandern ab. Wann erliegen Sie den

Verlockungen des Auslands? Diese Frage höre ich oft. Aber hey, ich bin gerade ein halbes Jahr die Nummer 1 im Tor des FCB. Ich wollte unbedingt hierhin, habe lange darauf hingearbeitet und viele Umwege dafür in Kauf genommen. Ans Ausland verschwende ich keinen Gedanken! Für dieses Ziel gingen Sie 2007 sogar in die Challenge League zum FC Vaduz … Ich habe meine Karriere immer Schritt für Schritt geplant. Bei Basel gab es einfach kein Vorbeikommen, zuerst an Pascal Zuberbühler, dann an Franco Costanzo. Vaduz war für mich damals super. Ich zog aus von daheim. ­Niemand kannte mich, ich musste mich beweisen. Das hat mich weiter­ gebracht. Der Aufstieg in die Super League war der Schlüssel: Von da an wusste ich, dass jetzt alles möglich ist. Und mit Heinz Hermann hatten Sie einen Trainer, der viel von Ihnen hält und Sie aus Basel mitnahm. Es war sehr wichtig, das Vertrauen des «wichtigsten» Mannes zu haben. Es zieht sich durch meine Karriere, dass ich wichtigen Leuten im richtigen Moment begegnet bin. In Basel hat Thorsten Fink Sie im Sommer zur Nummer 1 gemacht. Mit seinem ­damaligen Assistenten Heiko Vogel geht das Fussballmärchen weiter. Was hat sich geändert? Fink bin ich enorm dankbar für sein Vertrauen. Vogel ist ein FussballVerrückter, und es macht grossen Spass, mit ihm zu arbeiten. Wurde er strenger, seit er befördert wurde?

Heiko hat sich nicht verändert. Oft sind die Assistenztrainer ja eher Kumpel­ typen, es ist eine andere Beziehung als zum Chefcoach. Viele fragten sich, wie er damit umgeht. Entzieht er uns etwa das Du? Aber er hat es wirklich super gelöst. Alle Spieler haben sehr grossen Respekt vor ihm. Der einzige Unterschied ist, dass er jetzt im Anzug an der Linie steht, statt im Trainer auf der Bank zu sitzen. Sie wirken so ruhig. Goalies sind doch immer ein wenig verrückt?! Die Zeiten sind vorbei. Oliver Kahn bei Bayern war noch so einer. Aber die jetzige Generation ist eher ruhig. Dafür kompletter im Spiel. Wie etwa Münchens aktueller Goalie Manuel Neuer. Wie begegneten Sie sich beim Hinspiel? Man begrüsste sich per Handschlag, das war aber auch alles. Nachher geht man getrennte Wege. Mein Ziel ist es, ein Tor weniger als er zu kassieren. Was halten Sie von ihm? Ich weiss wohl viel mehr über ihn als er über mich. Er ist ein Torhüter der neuen Generation. Kein typisch deutscher Goalie, die eher gross und relativ unbeweglich sind. Neuer ist ein kompletter Torhüter. Obwohl er sehr jung ist, hat er schon sehr viel erreicht. Für wen schwärmten Sie früher? Gianluigi Buffon! Ich stand einmal als Ballbub im Joggeli hinter ihm, als Basel gegen Juventus Turin spielte. Vor Kurzem bekam ich endlich seine Handschuhe: Ein Bekannter hatte sie mir besorgt. Ich habe sie eingerahmt und bei mir zu Hause aufgehängt. 


Politik

Zmittag im Elternhaus

Tschümperlin in Schwyz. Vorne: am Tischeck Cornelia und Andy Tschümperlin. Weiter im Uhrzeigersinn: Tochter Angelina, 14, Andys Bruder Mathias, SchreinerLehrling Thierry Lüscher, Amelie (Tochter einer befreundeten Familie), Andys Kinder Raphaela, 22, und Jonas, 20, sowie die Grosseltern Franz und AnneMarie, beide 75.

Egal, ob Familie oder SP-Parlamentarier – er bringt sie alle an einen Tisch. Der Schwyzer Nationalrat Andy Tschümperlin ist neuer Fraktionschef der SP. Der 50-Jährige über seine Talente als Politiker, Fasnächtler und Rockstar.

38

Hackbraten à la SP schweizer illustrierte

schweizer illustrierte

39


«Als Sozialdemokrat ist man in Schwyz immer ein politischer Aussenseiter»

Fasnächtler, Fussballer & Musiker

Andy tschümperlin

Foto Paolo Foschini, Sabine Wunderlin / Sobli / RDB, HO

Politik

Grosser Name Andy Tschümperlin auf dem Dach des Einrichtungsgeschäfts, das sein Vater gegründet hat, rechts das Elternhaus.

Vielseitig gesellig Andy Tschümperlin ist an der Schwyzer Fasnacht als «Blätz»

unterwegs (links), spielt Fussball im FC Nationalrat (oben rechts mit SVP-Chef Toni Brunner) und ist Mitglied der Status-Quo-Coverband Stets ä Soo (2. v. l.).

Text Marcel Huwyler Fotos kurt reichenbach

D

ie Adresse klingt wie eine Ver­ heissung und weckt Heiss­ hunger. Käskuchengasse 3. Und dann ist man erst noch zum Zmittag ein­ geladen, im grossen Haus, am grossen Esstisch bei der Grossfamilie. Das Grosi, so heisst es, koche für alle, jeden Tag, guet und gnueg, Punkt zwölf Uhr bitte. Das Haus, mitten in Schwyz, ist unmög­ lich zu verfehlen: ein alter Sichtziegel­ bau mit angebauter Schreinerei und einem Wohnform-Laden für Möbel und Innenausbau, an dem das Firmenschild «Tschümperlin» prangt. Leider nein, dämpft Andy Tschüm­ perlin die von der Adresse genährten Er­ wartungen, es gebe keinen Käskuchen.

40

schweizer illustrierte

Und bittet ins Haus, sein Elternhaus, hier hat er auch sein Büro. Das Grosi, seine Mutter Anne-Marie, 75, hat heute Deftigeres auf dem Herd: Hackbraten. Passt irgendwie ja auch besser zum Grund unseres Besuchs. Es wurde drum ziemlich auf Andy Tschümperlin herumgehackt. Mit­ te ­Februar wählten die 56 SP-Bundes­ parlamentarier den Schwyzer National­ rat zum neuen Fraktionschef – mit zwei Stimmen Vorsprung auf Favoritin Jacqueline Fehr. Eine Riesenüberra­ schung. Auch für die Medien, die nicht etwa Schlagzeilen à la «Tschümperlin gewählt» fabrizierten, sondern «Fehr übergangen» titelten. Auch er sei ob der Wahl «ziemlich verchlüpft», sagt Tschüm­ perlin und beschreibt die «minuten­lange Stille im Saal nach meiner Wahl». Den

positiven Schreck hat der Schwyzer Ge­ nosse verdaut – apropos: Jetzt wird erst mal Grosis Zmittag genossen. Jeden Tag kocht Grossmutter An­ ne-Marie für drei Generationen Tschüm­ perlin und wer sonst noch grad da ist und Hunger hat. Heute sitzen am Tisch: Grossvater Franz (Gründer von Wohn­ form Tschümperlin), Andy und Cornelia mit drei ihrer vier Kinder (die Familie wohnt im Nachbarsort Rickenbach), zu­ dem Andys Bruder Mathias, Thierry, Lehrling aus der hauseigenen Schreine­ rei, sowie die kleine Amelie, das Kind ei­ ner befreundeten Familie. Neuneinhalb hungrige Mäuler – das Grosi ist in seinem Element. Mit ihrer liebenswert-wirbligen Art, dem soziroten Pullover und der porzellanweissen Schürze gäbe sie eine famose TV-Spot-Oma ab, die für Back­

mischungen wirbt. In Schwyz wird sie nur «de Strubel» genannt, Frisur und Charakter seien schon als Kind unzähm­ bar gewesen, sagt sie. Das Unzähmbare hat sie zweifellos weitervererbt … «Als Sozialdemokrat ist man in Schwyz immer ein politischer Aussensei­ ter», sagt ihr Sohn Andy. Hier habe er ge­ lernt, wie man gegen Mehrheiten kämpft, denn wer im bürgerlichen Schwyz SPPolitik macht, brauche Biss und Gleich­ mut, betont der 50-Jährige, der von ­Einheimischen schon mal als «extremer Linker», ja gar als «Kommunist» betitelt wird. Das mit dem Linken sehen die (für einmal erstaunlich unsozialen) Jungso­ zialisten etwa anders: «Wir sind irritiert und enttäuscht», zeterte die Juso, die SP-Fraktion habe sich gegen Fehr und für Tschümperlin entschieden, weil «ihr

keine starke linke Führung wünscht, um euch weniger der Partei und mehr euren eigenen Interessen widmen zu können.» Tschümperlin, ein führungsschwacher Linker am rechten Parteirand? Er grinst und kaut und schluckt. Und kontert mit dem Besteck als Gestikulierhilfe. Als ehemaliger Reallehrer und Schulleiter verfügt der Berufspolitiker sehr wohl über Führungsstärke. Er sei aber kein «Alle mir nach!»-Chef, sondern überzeuge durch Integrationskraft, «ich moderiere und vermittle». SP-Stände­ rätin Pascale Bruderer schätzt an ihrem Parteikollegen, dass er «offen und un­ voreingenommen auf andere Menschen sowie Ideen zugeht». In Schwyz bleibt Tschümperlin auch gar nichts anderes übrig. Er sagt: «Wer hier als Sozial­ demokrat Erfolg haben will, darf nicht dogmatisch politisieren.» Dass ihm das gelingt, bestätigt Kantonskollegin, FDPNationalrätin Petra Gössi: «Inhaltlich sind wir zwar so gut wie nie der gleichen ­Meinung, aber mit Andy kann man nach jeder politischen Auseinandersetzung ohne Streit ‹eins trinken gehen›.» Stimmt, das Gesellige sei ihm wichtig, das erde ihn, behalte ihn auf dem ­Boden, sagt Tschümperlin, schöpft sich noch eine Scheibe Hackbraten und einen Klacks Polenta. Er tschuttet im FC Nationalrat, ist Mitglied der Status-

Quo-­Coverband Stets ä Soo (da wird «The Wanderer» schon mal mit dem Schwyzerörgeli gerockt) und angefresse­ ner Fasnächtler. Die Fasnacht sei ein gu­ ter Gradmesser für Politiker. «Mir wurde jedenfalls noch nie so viel auf die Schul­ ter geklopft wie an dieser Fasnacht.» Seit bald einem Monat ist der SPFraktionschef im Amt. Die Sanierung der Sozialwerke bezeichnet er als gröss­ te Herausforderung in dieser Legislatur. Und die Migrationsfragen seien wirklich schwierig. Tschümperlin wird sein gan­ zes Vermittlungs- und Moderations­ geschick einsetzen müssen – das ist sein Erfolgsrezept. Und Rezepte der Familie Tschümperlin haben schliesslich noch jeden überzeugt – das weiss niemand besser als das Grosi: Der Hackbraten ist unverschämt fein. Ihr Geheimnis, verrät «Strubel» erst beim Adieu-Sagen, seien die gehackten Essiggürklistückli und das sämige Brät, das alles zusammenhalte. So gesehen ist ihr Sohn Andy das Brät in der SP-Bundeshausfraktion. Satt und matt und glücklich ver­ lässt die Grossfamilie den Zmittagstisch. Tschüss, Grosi, dein Hackbraten – wow, super, wie immer! Wer weiss, vielleicht bekommt das Tschümperlin-Haus in ei­ nigen Jahrzehnten gar eine neue Adres­ se und steht dann – Grosis Kochkunst sei Dank – an der Hackbratengasse 3. schweizer illustrierte

41


Schweizer Talent

Zweites Zuhause Chenying Lu (unten) und Junlin Zhang sind oft zu Besuch bei Mutter und Ersatz-Mama Peiyuan in Langenthal BE.

Zwei wie Gummi Mit fernöstlicher Akrobatik schafft es das Duo Yingling in den Final von «Die grössten Schweizer Talente». Noch lieber sind sie mit dem Zirkus auf Tournee. Text ramona schweizer Fotos fabian biasio

S

chlangenmenschartige Verrenkungen, rotierende Tücher und anmutige Bewegungen: Chenying Lu, 26, und Junlin Zhang, 26, eroberten die Herzen des Schweizer TV-Publikums mit Grazie. Das Duo Yingling gehört zu den Kandidatinnen, welche die allermeisten Fan-Anrufe bekamen. So schafften es

42

schweizer illustrierte

die beiden biegsamen ­Chinesinnen ins «DGST»-Final am nächsten Samstag. Bei Chenyings Mutter Peiyuan in Bützberg bei Langenthal BE treffen sie sich, um ihre Auftritte zu planen und gemeinsam zu kochen. Es gibt Frühlingsrollen, Fisch, Suppe, Tofu und Gemüse. Das hat Tradition: «Eine kocht, die anderen machen den Abwasch.» Bis vor einem Jahr wohnten die drei zusammen. Dann zog Junlin zu ihrem Freund nach

Freiburg (D), begann mit einem Marketing-Fernstudium und fährt jetzt für ihr Training regel­mässig nach Basel. Chenying büffelt in Zürich für die Erwachsenen-Matura. Mit vierzehn Jahren ziehen die Mädchen gemeinsam von der 23-MillionenEinwohner-Stadt Schanghai in die Schweiz. Zu Chenyings Mutter, die aus Liebe in den Zürcher Vorort Zumikon ausgewandert war. Zu diesem Zeitpunkt kennen sie sich schon seit sechs Jahren: Sie sind acht, als sie sich in einer chinesischen Zirkusschule erstmals sehen. Die darauffolgenden Jahre trainieren sie

Küche Das Frauen-Trio liebt die Schweiz, will aber auf chinesisches Essen nicht verzichten.

gemeinsam. «Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, dass wir uns wie Schwestern fühlen», sagt Junlin. Mit viel Disziplin und Talent erkämpfen sie sich eine Karriere in Europa. Das erste Engagement können sie beim kleinen Schweizer Circus Stey ergattern. Drei Jahre lang ziehen sie mit dem Wohnwagen durchs Land. «Diesem Zirkus verdanken wir es, dass wir heute so erfolgreich sind.» Darauf folgen Fernsehauftritte in Frankreich und Deutschland und Galas in Österreich. Heute sind sie gut gebucht, bis Ende des Jahres ist ihr Terminkalender rappelvoll. In der Sommersaison ziehen sie mit dem Circus Maximum durch Schweden, reisen dann nach Japan an ein Festival und treten zum Schluss in einer Variete-Show auf – wieder in Skandinavien. Trotz steiler Karriere träumen die zwei davon, die Schweizer Talentshow zu gewinnen. So viele Zuschauer zu verblüffen, ermutigt sie, neue Wege einzuschlagen. Die 100 000 Franken würden sie in einen Akrobatik-Verein für Kinder investieren. «Es gibt so viele Angebote für Ballett-Unterricht und Karate. Wir sind überzeugt, dass Kinder genauso gerne Akrobatik machen.» Diesen Plan werden Junlin und Chenying aber frühstens in fünf Jahren verwirklichen. So lange möchten sie noch als Duo Yingling durch die Welt reisen. Irgendwann zwischen dem Ende der Karriere und der Gründung des Vereins wünschen sie sich eine Familie. Junlin reichen zwei Kinder, bei Chenying sollen es drei sein. Darüber freut sich die Grossmutter in spe am meisten: «Ich hätte so gerne mehr als nur ein Kind bekommen. Jetzt freue ich mich auf Enkelkinder.» In China galt die Ein-KindRegelung, als Chenying zur Welt kam. In der Schweiz sind die jungen Frauen frei in ihrer Entscheidung. Auch sonst können sich die zwei Chinesinnen ein Leben in ihrem Heimatland nicht mehr vor­stellen. «Ich vermisse China nicht. Nur meine Familie», sagt Junlin. Ungefähr einmal pro Jahr, im Frühling, fliegen sie nach Schanghai, essen «richtig» chinesisch – zum Bespiel exotisches Schlangenfleisch – und besuchen Verwandte. Jedes Mal freuen sie sich, nach Hause zurückzukehren: in die Schweiz. Was sie hier lieben? «Die Landschaft, unsere Freunde, Fondue und den geregelten Verkehr», sagt Chenying. Und die Arbeit. Wer weiss, vielleicht wird diese ja am 17. März mit dem Sieg für das Duo Yingling belohnt. Den Titel «Die grös­sten chinesisch-schweizerischen Talente» haben sie auf jeden Fall schon.  schweizer illustrierte

43


Männer-Freundschaft

Wettrennen Philippe Gaydoul (r.) eine Nasenlänge vor Michael Schumacher. Die Momentaufnahme täuscht. Auf seiner eigenen Kartbahn in Kerpen (D) lässt Schumi seinem Schweizer Freund keine Chance.

Aus Geschäftspartnern werden Freunde. michael schumacher zeigt philippe gaydoul, wo er aufgewachsen ist – auf der Kartbahn! Der F1-Weltmeister und der Unternehmer über Freundschaft, gemeinsame Werte. Und warum sie kaum über Fussball, Formel 1 und Frauen reden.

44

Zwei Kart-Kumpel schweizer illustrierte

schweizer illustrierte

45


männer-Freundschaft

Humor als gemeinsame Basis Michael Schumacher und Philippe Gaydoul (r.) lachen gerne und viel. «Gestritten haben wir noch nie.» Zurück zu den Wurzeln «Die Kartbahn war für mich der schönste Platz, um meine Freizeit zu ver­ bringen», sagt Schumacher über seine Jugend.

«Ich habe grossen Respekt vor seinen unternehmerischen Leistungen. Für mich ist er ein Vorbild» schumacher über gaydoul

Text stefan regez Fotos thomas buchwalder

D

iese Woche schliesst Philippe Gaydoul, 40, das Kapitel Denner definitiv ab. 2007 hat der Unternehmer den Discounter an die Migros verkauft, nun tritt er auch als VR-Präsident zurück. Das verschafft ihm mehr Zeit für seine eigenen Firmen. Und für seine Freunde. Vor drei Jahren hat er den siebenfachen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher, 43, kennengelernt und ihn als Markenbotschafter für Navyboot und Jet Set engagiert. Aus der Geschäftsbeziehung entwickelt sich eine Freundschaft. «Wir merkten rasch: Da ist ein gemeinsamer Nenner, wir ticken in vielen Dingen gleich», sagt Schumacher. Auf der Kartbahn gross geworden, will

46

schweizer illustrierte

der deutsche F1-Star dem Zürcher seine Wurzeln zeigen: im Michael Schumacher Kart-Center in Kerpen bei Köln. Ein paar Stunden Zeit, zwischen einer Modemesse in Düsseldorf und dem Formel-1Saisonstart am 18. März in Melbourne, für ein Wett­rennen auf der Kartbahn, gegenseitige Neckereien und ein Gespräch unter Freunden. Herr Schumacher, in der Liebe sind es die Gegensätze, die sich anziehen. Sind es in der Freundschaft die Gemeinsamkeiten? Ja, da geht es eher um die gleichen Interessen und Ansichten. Gaydoul: Das kann ich nur bestätigen. Doch bei guten Freundschaften können auch unterschiedliche Interessen bereichernd sein. Bei uns gibt es ­jedoch viele Parallelen.

Ja? Gaydoul: Wir befinden uns quasi beide im zweiten Berufsleben. Michael hat seine Aktivkarriere schon mal beendet. Ich meine auch. Er ist wieder zurückgekommen, ich bin auch nicht ­untätig geblieben. Schumacher: Wir leben beide für die Herausforderung, für den Wettbewerb. Unsere Ziele sind dieselben. Nämlich? In die Nummer-1-Position zu kommen. Etwas zu erreichen. Das verbindet uns. Spielt dieser Wettbewerb auch zwischen Ihnen und Philippe? Schumacher: Nein, wir sehen uns nicht gegenseitig als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Wir beide können voneinander lernen. Gaydoul: So gibt es immer wieder

Momente, in denen man einen Hänger hat. Da ist es wichtig, wenn einen Freunde wieder antreiben. Bei Michael weiss ich, wovon er spricht. Sprechen Sie von einem Hänger im Job … Schumacher: Es kann auch ein ­Hangover sein (lacht). … oder im Privatleben? Gaydoul: Freunde sind in jeder ­Lebenssituation wichtig. Ich habe das Glück, einige gute Freunde zu haben, die auch zuhören können. Freunde hat man in guten wie in schlechten Zeiten. Schumacher: Unsere Freundschaft wächst – und damit auch ihre Inten­ sität. Natürlich sprechen wir über viele Dinge. Wenn immer es die knappe Zeit zulässt. Umso wertvoller sind die Momente, die wir miteinander ver­bringen.

Gaydoul: Wir sind in eine geschäftliche Zusammenarbeit gestartet – daraus entwickelt sich nun immer mehr eine Freundschaft. Es ist mit Geschäfts­ beziehungen und Freundschaften wie im sozialen Bereich: Man kann Geld spenden, aber man kann sich auch engagieren. Wenn ich etwas mache, versuche ich es richtig und mit Herzblut zu tun. Sonst lasse ich es lieber sein. Schumacher: Das merkt man bei Philippe in jeder Beziehung. Vor allem auch in Momenten, wenn es weniger gut läuft wie in den letzten zwei ­Jahren ab und an bei mir. Da kommt immer mal wieder ein aufmunterndes SMS: «Geht schon. Weiter so! Du kriegst es hin!» Und das machen Sie bei Philippe auch? Vielleicht nicht ganz so oft, wie ich es machen sollte. Mir liegt das persönliche Gespräch mehr als der elektronische Weg. Aber mich muntern solche SMS extrem auf. Worüber reden Sie sonst? Wie alle Männer über Fussball, Formel 1 und Frauen? Schumacher: Ich versuche gerade ein anderes Konzept aufzustellen. Mit anderen Anfangsbuchstaben (lacht). Gaydoul: Das ist nur ein Klischee! Also über Formel 1 sprechen Sie sicher! Schumacher: Ja, über Formel 1 schon. Fussball spielen wir zusammen. Und das dritte F steht für Familie. So ge­ sehen, ist das nicht ganz verkehrt. Aber es ist schon vereinfacht dargestellt.

Gaydoul: Ich möchte festhalten: Wir sprechen über so viele Dinge. Über das Geschäft, die Wirtschaft, Politik. Formel 1, ja klar, auch. Aber wissen Sie, das ist sein Job. Da muss ich als Freund nicht auch noch dauernd dreinreden. Herr Gaydoul, waren Sie schon SchumiFan, bevor Sie ihn kennengelernt haben? Ja, ich war immer ein grosser Fan von Michael. Nicht nur seiner Leistung wegen. Sondern auch, wie er das alles gemacht hat. Wie er nach oben gekommen ist. Wie er immer weitergekämpft hat. Er hat auch polarisiert. Solche Figuren trifft man im Sport immer seltener. Heute ist alles geschliffener und runder. Schumi ist auch mal aus­ geflippt und hat Herzblut gezeigt. Das gefällt mir. Auch jetzt: Wenn man so viel Erfolg hatte, müsste ein solches Comeback nicht sein. Aber es kann andere anspornen. Das verbindet uns. Wir wollen beide etwas bewegen. Und es gibt genug zu bewegen. Schumacher: Auf jeden Fall. Da er­gänzen wir uns sehr. Wir haben mit unserer geschäftlichen Zusammenarbeit für Navyboot und Jet Set gemeinsam eine Pflanze gesät, die nun gedeiht. Gaydoul: Auf gleicher Augenhöhe und Wellenlänge passt man einfach besser zusammen. Auch mit dem gleichen Lebensstandard? Gaydoul: Ich habe zum Beispiel keine Freunde, die selber keine Ambitionen u schweizer illustrierte

47


männer-Freundschaft

Man hat nur wenige wirkliche Freunde … Schumacher: Ja, auch wenn sich die Facebook-Generation an der Menge der Freunde misst. Aber was sind das für Freunde? Es geht doch um die Qualität und nicht um Quantität. Gaydoul: Heute erscheint mir vieles oberflächlicher als früher. Dabei müssen Freundschaften gepflegt werden. Man muss sich Zeit für sie nehmen. Voltaire sagte, Freundschaft sei die Verbindung der Seelen. Gaydoul: Mit solchen Zitaten kann ich nichts anfangen. Schumacher: Ich auch nicht. Wir ticken eben wirklich ähnlich. Wie definieren Sie denn Freundschaft? Gaydoul: Freundschaft möchte ich leben, nicht definieren. Schumacher: Gewisse Dinge kann und muss man nicht in Worte fassen. Ich spreche von einem Freund, wenn ich mit ihm gerne in die Ferien fahren würde. Gaydoul: Und ich frage mich, wenn ich morgens um zwei mit dem Auto in einem Strassengraben landen würde: Wer holt mich da raus? Die richtigen Freunde tun es. Ich würde es auch tun für meine Freunde. Egal, wo sie sind.

«Was ich sehr bewundere: Michael ist ein fantastischer Familienmensch» gaydoul über schumacher

Botschafter und Besitzer Schumacher wirbt für Gaydouls Luxus-Marken Jet Set (Kleider) und Navyboot (Schuhe).

Herr Gaydoul, was bewundern Sie an Michael? Schumacher: Soll ich rausgehen? Gaydoul: Da bin ich schnell durch (lacht). Den Menschen Schumacher als Ganzes. Was er geleistet hat. Wie er sich da durchgebissen hat. Sein Wille, seine Professionalität, seine Menschlichkeit, seine Bescheidenheit. Und was ich auch sehr bewundere: Michael ist ein fantastischer Familienmensch. Und Sie, Herr Schumacher, was ­bewundern Sie an Philippe? Vieles. Ich weiss nicht, wie lange Ihr Gerät aufzeichnen kann … Ich habe grossen Respekt vor seinen unternehmerischen Leistungen. Diese Motiva­ tion, dieses Durchhaltevermögen, diese Nachhaltigkeit – darin sehe ich für mich ein Vorbild. Da steckt viel Power, Qualität und Menschlichkeit dahinter. Ist es anspruchsvoller, Unternehmer zu sein oder Spitzensportler?

Schumacher: Unternehmer! Weil dies auch mit mehr Abhängigkeiten ver­bunden ist. Eine aktive Sportlerzeit ist beschränkt, eine aktive Unternehmerzeit praktisch uneingeschränkt. Wenn ich meine aktive Karriere ein zweites Mal und dann definitiv beende, werde ich auch eine neue Herausforderung suchen. Gaydoul: Da finden wir schon was für dich. Sie sehen also eine langfristige ­geschäftliche Partnerschaft? Gaydoul: Unsere Zusammenarbeit war sowieso langfristig angedacht. Nun entwickelt sich eine Freundschaft daraus. Erst recht werden wir noch vieles gemeinsam anreissen und machen. Michael kann sich schon darauf freuen, wenn er mal nicht mehr fahren muss. Schumacher: Aber im Moment fühle ich mich in der Formel 1 noch gut aufgehoben. Und ich bin stolz darauf, mit 43 noch in der Weltspitze mit­fahren zu können. 

Styling/Haare und Make Up Julia Grunz; Kleidung Jet Set, Schuhe Navyboot, Strick Manor

u haben, nicht motiviert sind, nur pro­fitieren möchten. Es geht um die Werte und um die Wertvorstellungen. Schumacher: Ja, es ist nicht eine materielle Frage, sondern eine Frage der gemeinsamen Werte, einer ähn­lichen Lebenseinstellung. Gaydoul: Das Geld spielt keine Rolle. Die Ausbildung auch nicht. Die Er­ziehung ist entscheidend. Welche Werte sind denn für Sie wichtig? Gaydoul: Loyalität, Ehrlichkeit, Authentizität. Auch wenn ich privilegiert lebe, ist mir Bescheidenheit wichtig. Schumacher: Und man darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen. Gaydoul: Nicht weil es darum geht, das eigene Vermögen zu mehren, sondern darum, etwas zu bewegen. Gibt es auch Werte, die Sie von Ihren Freunden erwarten? Gaydoul: Nicht erwarten. Von Freunden erwartet man nichts. Aber ich finde es umso schöner, wenn man das Glück hat, auf einen Menschen wie Michael zu treffen, der die eigenen Wertvorstellungen teilt. Schumacher: Das haben wir auch nicht planen können. Das ist ein Geschenk.


Auf der Rot en Piste

Foto Keystone

Für Karin Roten ist klar: «Im Wallis ists am schönsten!» Mit ihren Buben Jonathan und Ivan verbringt die HeimwehWalliserin die Wochenenden immer in Leukerbad. Und jetzt hat Karin einen weiteren Grund für die Fahrt in die Heimat: Sie ist glücklich verliebt – natürlich in einen Walliser.

schweizer illustrierte

n in z Ferieh ei w c S r de den Skistars Mit iste auf die P erbad euk Heute: L

Karin Roten u gestern Im Weltcup zwei Siege (Slalom) und

vier Podestplätze, drei WM-Medaillen: zweimal Silber im Riesenslalom 1996 und 1997, Bronze im Slalom 1997 u Heute Arbeitet im internationalen Verkauf bei der Ski-Bekleidungsfirma Kjus, liiert, zwei Söhne, Jonathan, 12, und Ivan, 10

50

9. Folge

Achtung, fertig, Sprung! Die Weite stimmt, beim Stil gibts noch ein paar Abzüge. Karin Roten mit ihren Buben Jonathan (l.) und Ivan im Fun-Park von Leukerbad. schweizer illustrierte

51


Text Alejandro Velert Fotos kurt Reichenbach

G

ehts endlich los? Johanthan, 12, und Ivan, 10, die beiden Buben von Karin Roten, 36, zappeln und stochern ungeduldig mit den Ski­ stöcken im Schnee. Sie brennen darauf, endlich loszufahren. Kein Wunder: Auf 2610 Metern, dem höchsten Punkt des Skigebietes von Leukerbad, lacht die Sonne vom Himmel auf die Walliser Alpen, der Schnee ist flockiger Puder, ein frisch präparierter weisser Teppich liegt Jonathan und Ivan zu Füssen. Doch Karin muss noch schnell die Skibrille richten. «Einen Moment, Jona­ than und Iv…». Zu spät. Die beiden Bu­ ben düsen bereits los und rufen so laut «Yipiie», dass es selbst die Bergziegen auf dem Torrenthorn hören müssen. Die Jungs brettern mit horrendem Tempo den Hang runter. Jahrelang stand Karin Roten nur noch selten auf den Ski. «Nach meiner Profi-Karriere hatte ich so etwas wie eine Überdosis. Ich ging nur wegen der Kinder oder bei schönem Wetter auf die Piste.» Skifahren habe früher für sie Arbeit und Stress bedeutet. Ausserdem hatte Karin, ausgerechnet sie, die als Ski-Profi jeden Tag Stunden in den Ski­ schuhen steckte, immer kalte Füsse! Karin folgt ihren Buben – und wie! Die ehemalige Weltcup-Siegerin und ­Vize-Weltmeisterin – immer mit Renn­ schuhen unterwegs – setzt alle paar Meter einen perfekten Schwung auf die Piste, beschleunigt im Kurvenausgang wie zu besten Profi-Zeiten. Als sie nach einem eleganten Bremsschwung zum Stillstand kommt, strahlt sie übers gan­ ze Gesicht. «Noch nie hatte ich auf den Ski so viel Spass wie in diesem Winter.» Sie habe gelernt, einen Skitag so zu geniessen, wie das jeder normale Mensch tue, sagt Karin: «Ich fahre mit Spass, gönne mir einen feinen Zmittag und trin­ ke an der Schneebar einen Drink.» Aus­ serdem fühle sie sich topfit und – «Holz aalänge» – habe überhaupt keine Pro­ bleme mit Gelenken und Knochen. Die Talabfahrt nach Leukerbad führt am stillgelegten Skilift des Mares­ sen-Hangs vorbei. Links und rechts der Pistenschneise ragen mächtige Tannen empor. Karin seufzt. «Ein Jammer, gibts den Sessellift nicht mehr. Hier habe ich mit meinem Vater und meinen drei ­Brüdern Skifahren gelernt.» Zmittag im idyllischen «Weidstübli». Gastgeberin Graziella wünscht «än Güete», Jonathan und Ivan stürzen sich mit Bärenhunger auf ihre Pommes frites

52

schweizer illustrierte

«Vom Skifahren ins Bad, dann ein Fondue mit Fendant – und man schläft wie ein Engel» En Guete Im «Weid­stübli» gibts für Johanthan (r.) und Ivan ihr «Trennkost»-Menü.

Entspannung total bei 36 Grad Der Skitag endet im Thermalbad der Lindner Hotels.

Exklusiv auf dem iPad: Wir zeigen Pisten und sonnige Plätze im 360°-Panorama. Und machen Ihnen mit Videos und Link-Empfehlungen Lust auf mehr.

und Chicken-Nuggets. «Aber mit Sys­ tem», sagen sie, «wir machen nämlich wie Trennkost.» Das geht dann so: Zuerst essen sie alle Pommes, und zwar immer einzeln, erst dann vertilgen sie die Nuggets. Im Fernsehen läuft gerade die Übertragung eines Super-G der Frauen.

«Wir schauen lieber die Rennen der Herren», sagen die Buben. Cuche, Feuz, Janka, alle Schweizer würden sie unterstützen. Und bei den Frauen? «Alle Schweizerinnen, ausser die Geiss!» Und wer ist bitte sehr die Geiss? Jonathan lächelt verschmitzt und möch­ te gerade zur Antwort ansetzen, doch

Pulver gut «Noch nie hatte ich auf der Piste so viel Spass wie in diesem Winter», sagt Karin Roten.

Karin funkt geschickt dazwischen: «Bitte, Jonathan, man spricht nicht mit vollem Mund.» Eine extreme Heimweh-Walliserin sei sie, sagt Karin Roten. Die Berge, die schöne Natur, der blaue Himmel, all das fehle ihr im Mittelland im Winter. Deshalb fährt sie praktisch jedes Wo­ chenende nach Leukerbad. Und seit dem vergangenen Sommer hat sie einen Grund mehr, um ins Wallis zu fahren. Ka­ rin hat sich verliebt und ist glücklich wie lange nicht mehr. Ihr neuer Freund ist der Winzer Jörg Seewer, ihm und seinem Bruder gehört die Kellerei Leukersonne. «Wir sind praktisch jedes Wochenende bei ihm», sagt Karin. Lust, wieder ins Wallis zu ziehen? «Sofort! Aber ich möchte die Kinder nicht aus ihrem Umfeld reissen. Ich weiss, was es heisst, entwurzelt zu sein.» Ab in die Therme der Lindner Hotels. Insgesamt dreissig Thermal­ pools gibt es in Leukerbad, nirgendwo in Europa sprudelt mehr Thermalwasser als als hier. 3,9 Millionen Liter täglich! Auch Karin glaubt an deren heilende

Wirkung. «Wenn ich als Sportlerin ein Bobo hatte, hüpfte ich immer ins Ther­ malbad.» Eigentlich sei sie aber vor allem ober­ halb von Leukerbad anzutreffen, sagt Karin. Auf Torrent fährt sie Ski, auf dem gegenüberliegenden Gemmipass be­ treibt sie Langlauf, und beide Gebiete eignen sich auch für HochgebirgsTouren. Und im Sommer geht die ehe­ malige Ski-Rennfahrerin auch gerne klettern. «Ich war lange Zeit ein unruhi­ ger und ‹haspliger› Mensch, doch beim

Klettern bin ich plötzlich die Ruhe in Person.» Das entspannende Bad bei 36 Grad Wassertemperatur bildet für ­Karin den perfekten Abschluss eines ab­ wechslungsreichen Tages. «Deshalb liebe ich meine Heimat so. Ski fahren, dann ein Bad, am Abend ein Fondue und etwas Fendant – und man schläft garantiert wie ein Engel.» Die Top Ten von Leukerbad: Thermalu bäder, Hotels, Kulinarik. 4 Seiten

Nächste Woche

Mit Mike von Grünigen in Gstaad/Saanenland

• Der Berner Oberländer zeigt,

wie er seine drei Söhne trainiert

• Top Ten: beste Rösti, neues Fünfsternehotel, Shopping

• Gästebuch: Madonna, Johnny

Hallyday, Isabelle von Siebenthal schweizer illustrierte

53


Top Ten

Jetzt buchen!

Heimelig, familiär, luxuriös Drei Top-Angebote in der Region Leukerbad.

Destination Leukerbad

Atemberaubender Ausblick Das Restaurant Rinderhütte auf Torrent mit Blick aufs Rhonetal und die Walliser Bergwelt.

Makellos Morgenstimmung im Aussenbad der Lindner Alpentherme. Gesundheit!

Eintauchen und entspannen

Facts, Figures, Fun-faktor

Sprudeln im Schnee Ein- und abtauchen Ob Sportfreaks, WellnessLiebhaber, Wasserratten oder Familien: In Leukerbad kommen alle auf ihre Kosten.

u Pisten für jeden Geschmack Auf Torrent gibts 50 Kilometer Skipisten von 1411 bis 2610 m ü. M., davon 7 km blau (leicht), 25 km rot (mittel) und 16 km schwarz (schwer), sowie einen Fun-Park mit drei Kickern, vier Rails, einer Box und weiteren Hindernissen. Tipp für NichtSkifahrer: der ­Panorama-Winterwanderweg von der Rinderhütte bis zur Torrentalp hoch über dem Rhonetal. Auf dem gegenüberliegenden Gemmipass warten 17 Kilometer Langlaufloipen, Winterwanderwege, Schlittelpisten und Schneeschuhpfade. u Anreise Das sonnenverwöhnte Leuker-

WinterSpass Die Schneeschuhpfade sind stets aus­ gesteckt.

54

schweizer illustrierte

Skip für einen Tag In der Sport­ arena kann man Curling erlernen. bad liegt zentral im Kanton Wallis und ist mit dem öffentlichen Verkehr oder Auto zu erreichen. Dank dem Lötschberg­ tunnel ist man etwas zügiger im Wallis als früher. Von den meisten Schweizer Städten dauert die Anreise dennoch zwei bis drei Stunden. u Wellness-Paradies Im Thermal-Kurort wählen die Gäste zwischen 300 (!) verschiedenen Wellness-Möglichkeiten aus – von Kräuter-Packungen über Ayurveda bin hin zu fernöstlichen Anwendungen. u Kinder erwünscht Ludothek, Anima­ tionsprogramme und Kinderbetreuung sorgen für (ent-)spannende Ferien. Für

Bad, Walliser Saunadorf und breitem Angebot an Beauty und Wellness. www.alpentherme.ch u Volksheilbad Die Therme wird täglich mit naturreinem, unfiltriertem Thermalwasser von 38 Grad gespiesen. www.volksheilbad.ch

Die Preise

u Tageskarte

Erwachsene CHF 52.–, Jugendliche/Senioren CHF 42.–, Kinder ab 8 Jahren CHF 32.– u halbtags ab 12 Uhr: Erwachsene CHF 46.–, Jugendliche/Senioren CHF 37.–, Kinder CHF 28.– u Wochenkarte für sieben Tage: Erwachsene CHF 285.–, Jugendliche/Senioren CHF 227.–, Kinder CHF 171.– u Schnee- und badespass Kombiticket für Pisten und Thermen ab CHF 41.–. Infos unter www.leukerbad.ch

Kids-Day

Perfektes SchlechtWetterProgramm Kinderfreundliche IndoorBoulderWand in der Sportarena.

Abwechslung total! u Im

Walliserhof*** WandererHotel im Walliser Chalet-Stil, familiäre und gemütliche Atmosphäre. Special: 3 Nächte (Do–So), Frühstücksbuffet, eine Fahrt mit der Gemmibahn, 2 Eintritte à 3 Std. ins Thermalbad, ab CHF 700.– pro DZ. Gültig bis 9. 4. 2012. Webcode x41984

Familienfreundlich Die Burgertherme.

Kids bis acht Jahre sind Thermalbäder, Bergbahnen und Sportarena gratis. u Gaumenfreuden Walliser Teller, Raclette oder Fondue und dazu ein edler Tropfen Pfyfoltru aus Varen – Geniesser kommen im Wallis voll auf ihre Kosten. Den Tag ausklingen lässt man gemütlich an der Piano-Bar in den Lindner Hotels oder – zu etwas lauteren Klängen – im «Courage Club». alejandro Velert

52.–

u Hotel

Skigebiet Erli können Kinder von zweieinhalb bis sechs Jahren ihre ersten Ski-Versuche machen. Highlights: Die wöchentliche Fackelabfahrt und das Kinder-Skirennen. Grosse Sprünge (bis zu 9 Meter!) machen Kinder (angeseilt) ab drei Jahren auf dem Salto Trampolino. Ein Spiel-­Eldorado ist die Sportarena: Hier finden sich Boulder-Raum, Eisfeld, Tennisplätze, eine Mehrzweck-Turnhalle oder die Curling-Bahn. Kinder bis acht Jahre haben in Leukerbad immer kostenlosen Zugang zu den Bahnen (ausser Erli), Thermalbädern und der Sportarena.

Kinderfreundlich u Hotel

Dala*** Familienhotel im Zen­ trum, inklusive Sauna, Dampfbad und Solarium. Abends Live-Musik in der Dancing Bar. Kinderecke, Waschsalon und Nagel­ studio. Eine Nacht im Doppelzimmer mit Frühstücksbuffet ab CHF 155.– pro DZ. Webcode 74802

Verwöhnprogramm

u Lindner Hotels & Alpentherme****

Wellness-, Mountain- und EntertainmentHotel. Special: 2 Nächte, Vital-Frühstücksbuffet, 2 Tageseintritte in die Alpentherme, 1 Eintritt ins Saunadorf oder eine Fahrt auf die Gemmi, ab CHF 245.– pro Person. Gültig bis 30. 4. 2012. Webcode x41532 Angebot buchen mit Webcode auf www.myswitzerland.com schweizer illustrierte

Fotos Christian Pfamatter (5), Leukerbad Tourismus, HO (2)

Leukerbad betrieb schon Wellness, als es den Begriff noch gar nicht gab. Seit Jahrhunderten wissen die Besucher von der heilenden Wirkung des Thermal­ wassers von Leukerbad. 3,9 Millionen Liter sprudeln täglich aus den Quellen und speisen dreissig Thermalpools. u Burgerbad therme Zehn Bäder mit diversen Wasserattraktionen und eine Grotte mit 43 Grad heissem Wasser laden zum Entspannen. Für Kinder gibts ein Kinderspielbecken und zwei Wasserrutschbahnen – 106 und 126 Meter lang! www.burgerbad.ch u Lindner alpentherme Europas höchstgelegenes Medizinalbad mit Innenund Aussenbecken, irisch-römischem

Gemütliches Ambiente

55


events

Alpiner Charme Marc O’Polo, Tuft­strasse 1, Tel. 027 - 470 40 40. Shopping in leukerbad

Chalet-Chic-Atmosphäre u Mit dem alten Dorfkern unter dem Gemmi-

Massiv lädt Leukerbad zum Flanieren ein. Wer nach einem Tag auf der Piste oder in der Therme noch Lust auf eine Shopping-Tour hat, kommt auch nicht zu kurz. Vom Strickpullover im alpinen Stil bis zu angesagten bunten Jeans-Hosen: Im Marc-O’Polo-Shop (Tuftstrasse 1) finden Frauen und Männer schöne Qualitätsstücke zu fairen Preisen – die passen genauso in die idyllische Walliser Bergwelt wie in die Stadt. Für ein jüngeres Publikum ist Tom Tailor mit seinem Preppy Chic die richtige Adresse (Rathausstrasse 4). Wer auf der Piste zu viel Sonne abbekommen hat, wird in der AT Parfumerie am Dorfplatz 1 fündig. Zu den Highlights zählen die Pflegeprodukte von L’Occitane. Ob Trockenfleisch aus dem Spycher oder ein guter Tropfen aus der Region: Ein Mitbringsel aus dem Vinum Waldhaus, www.vinum-waldhaus.ch, kommt zu Hause bestimmt gut an.

17. März Traditioneller Ring-Kuhkampf zwischen Walliser Ehringer Kühen im Schnee! In Flaschen bei Albinen an der Talstation der Gondelbahn. Eintritt frei. www.torrent.ch/events 22. März Eine Entdeckungsreise rund um das Leukerbadner Thermalwasser am internationalen Tag des Wassers. www.leukerbad.ch/events

Alpine Chic Herrenstrickpullover mit raffiniertem Kragen, Marc O’Polo. u CHF 169.–

31. März BIS 9. April Das Walliser Dorf Albinen verwandelt sich für zwei Wochen in eine Märchenwelt. Märlischloss, Traumhöhle, Globipost und viele weitere Märchenhäuschen ergänzen das traditionelle Dorfbild. www.leukerbad.ch/märchendorf

Farbtupfer Farbige Jeans gehören diese Saison in den Männerschrank. Marc O’Polo. u CHF 169.–

6. BIS 8. April Verbessern Sie im 3-tägigen Camp in Leukerbad Ihren Stil und Ihre SkiTechnik – ein Top-Team um Karin Roten zeigt, wie. www.torrent.ch/events

Einkehren und geniessen Bei der ­Talabfahrt wartet das «Weidstübli». Restaurants

«Än Güete» in Leukerbad Ramba­ zamba Der «Courage Club» ist der In-Treff von Leukerbad.

u La Malvoisie Das 15-GaultMillau-­ Punkte-Restaurant im Hotel Les Sources des Alpes ist elegant, das Ambiente aber sehr entspannt. Den Gast erwartet vom Mittelmeerraum inspirierte gesunde und leichte Küche. www.sourcesdesalpes.ch

u Weidstübli Im gemütlichen ChaletRestaurant gibts beste Walliser Kost – gleich neben der Skipiste. Nicht-Ski­ fahrer erreichen das Restaurant nach einem 30-minütigen Spaziergang durch den Lärchenwald. www.weidstuebli.ch u Choucas Ich bin auch ein … Das «Choucas» ist Pizzeria, Steak-House und Kinder-Paradies in einem. Die Kids erwartet der grösste Indoor-Spielplatz der Region! Tipp: das argentinische Steak. www.choucas.ch u Courage Club Das Angebot nach Mitternacht ist in Leukerbad eher knapp. Nachteulen treffen sich im «Courage Club», wo die besten und lautesten Partys gefeiert werden. www.toms-saloon.ch

Der nachbar

Exklusives Crans-Montana

56

Adolf Ogi, 69, alt Bundesrat.

Steve Morabito, 29, Iwan Ricken­ Radrennfahrer beim bacher, 68, Team BMC. Polit-Experte.

Jean Ziegler, 78, Soziologe und Buchautor.

Thomas Kleiber, 41, Meteorologe und Moderator.

Jean-Pierre Egger, 68, «Konditions-Guru».

Nach seiner Rückenoperation 2010 ging der alt Bundesrat in Leukerbad in die Rehabilitation. «Ich war drei Wochen lang bestens betreut!»

Der Walliser Radprofi be­reitet auf der Gemmi jeweils die Saison vor. Während Wochen lebt und trainiert er dafür auf 2300 Metern Höhe.

Mit der ganzen Familie weilt der Ex-Nationalrat jeweils im Hotel Escher. «Und nach dem Ski­fahren gehts immer ins Thermalbad.»

«Ich wandere gerne auf den umliegenden Bergen, und gelegentlich erlaube ich mir den Spass des DaubenhornKlettersteiges.»

Der neunfache Schweizer ­Meister im Kugel­ stossen und Ex-Trainer von Kugel-Werni Günthör macht in Leukerbad Sport-Stars fit.

schweizer illustrierte

Der frühere Generalsekretär der CVP verbringt seine Ferien seit fast zwanzig Jahren in Leukerbad. «Erholung pur ist das für mich.»

u Das sonnenverwöhnte Crans-Montana verfügt über ein internationales Publikum, das gerne shoppt, bummelt und feiert. Richtig urig ist der mondäne Wintersportort nicht. Doch das einmalige Panorama mit Matterhorn, Montblanc und anderen Walliser Gipfeln schafft viel Atmosphäre. 140 Kilometer Pisten mit 27 Liften und Bahnen bringen die Skifahrer auf 1500 bis 3000 Meter. Der Fun-Park Crans Cry d’Err gilt als einer der schönsten der Alpen. Abwechslung

neben der Piste? Kein Problem. Kaum ein Sport, der in Crans-Montana nicht ausgeübt werden kann. Und abends sorgen das Casino, Discos, Galerien und Spitzengastronomie (drei GaultMillau-­Restaurants) für Unterhaltung. www.crans-montana.ch

Sonnige Lage Crans-Montana liegt auf einem Hochplateau auf fast 1500 Metern Höhe.

Mein Leukerbad Christa Rigozzi, 28

Miss Schweiz 2006 und Moderatorin. Sie ist Botschafterin von Leukerbad. Leukerbad fühlt sich für mich an wie ein zweites Zuhause. Als Kind fuhren meine Eltern, mein Bruder Christian und ich jeden Winter in die Skiferien. Stets an einen anderen Ort – bis wir Leukerbad entdeckten. Das war vor 22 Jahren. Seither bin ich unzählige Male hier gewesen, oft auch im Sommer. Die Kombination von Skigebiet und Kurort mit ­Thermen war schon als Kind perfekt – und sie ist es heute noch. Trotz den vielen Besuchern hat es Leukerbad geschafft, seinen dörflichen Charakter zu bewahren. Wenn mein Mann Giovanni und ich eine Wohnung mieten, steht zuerst der Grosseinkauf an: Als Erstes gehts zu Cyrill Grichting, dem besten Metzger, den ich kenne – schweizweit! Leckeres Brot gibt es in der Galleria, und den Wein besorgen wir im Badner Keller. Die wohlverdiente Pause mache ich im Café La Bohème, wo die besten Gipfeli serviert werden. Klar, es gibt grössere Skigebiete als Torrent ob Leukerbad, aber lang­ weilig wirds mir hier trotzdem nie. Weil ich auch auf den Ski eine temperamentvolle Person bin, fahre ich am liebsten auf der Rinderhalde, einer der schwarzen Pisten. Bei der «Rinderhütte» findet sich auch eine coole Schneebar, Après-Ski gehört schliesslich dazu. Toll ist, dass man mit den Ski bis ins Dorf fahren kann. Unten angekommen gehts natürlich gleich ins Thermalbad. Früher eher in die Burgerbad Therme, die vor allem für Familien geeignet ist, heute meist in die Lindner Alpentherme, dort ist es ruhiger. Schon Tradition hat bei uns ein Besuch im Restaurant Sternen, wo die Familie Steiner-Imboden das beste Käse-­Fondue anbietet – ich kann mich kaum sattessen. Zum Glück hilft der Petite-ArvineWeisswein bei der Verdauung …

schweizer illustrierte

Fotos Geri Born, Sedrik Nemeth, Christian Pfammatter, RDB (3), EQ, Ex-Press, HO (3)

16. März Lustspiel «Oh Gott iischi Famili» im Zen­ trum Paleten in Varen. Preise: CHF 20.– für Erwachsene, CHF 10.– für Kinder.

57


Ohne Strom und fliessendes Wasser Elisabeth Fahrni Mansur mit Mann Rubaiyat und Sohn Dylan auf ihrem Hausboot. Mit diesem erforschen sie die Sundarbans, das Sumpfgebiet an der südwest­lichen Grenze zu Indien.

Primarlehrerin und Tochter aus gutem Hause. ­ Vor vierzehn Jahren sagt Elisabeth Fahrni dem Thurgau Adieu. Heute erforscht sie in ­Bangladesch den Mangrovendschungel, zusammen mit Ehemann Rubaiyat und Söhnchen Dylan.

Im Sumpf daheim

abenteuer

Text Nina Siegrist Fotos Monika Flückiger

E

ndlich – zu Hause! Die Haare tanzen im Fahrtwind, die Kleider flattern. Elisabeth Fahrni Mansur steht barfuss und mit einer Kaffeetasse in der Hand auf dem Deck ihres Hausbootes «Emma», das sich mit ganzer Kraft den braunen Fluss hochpflügt. Die ganze Nacht ist die 38-jährige Thurgauerin mit Ehemann Rubaiyat, 35, und ihrem 15-monatigen Sohn Dylan im rüttelnden und schüttelnden Bus von Dhaka hinunter in den Süden Bangladeschs gefahren. Jetzt, an Bord der «Emma», verschwinden der Hafen, die geschäftigen Märkte und die kleinen Hüttchen von Khulna langsam aus dem Blickfeld. Der Mangrovenwald beginnt. Und die drei sind endlich da, wo sie am liebsten sind: in den Sundarbans, einem 10 000 Quadratkilometer grossen Dschungel aus lauter kleinen, von Flussarmen getrennten Inseln. Es sei einer der letzten Naturschätze dieser Erde, kaum entdeckt auch, weil der hier ansässige bengalische Tiger sein Revier kompromisslos gegen ungebetene Besucher verteidige, erzählt Elisabeth. Sie knotet sich – die Sonne wird stärker – mit wenigen Griffen ein Tuch um den Kopf. Rubaiyat setzt den kleinen Dylan auf die mit Eis gefüllte Vorratstruhe, seinen Hochsitz, direkt beim Schiffskapitän. Und «Emma», die alte Dame, stampft tapfer weiter den Fluss hinauf, tiefer und tiefer hinein ins sumpfige Inselmosaik. Vor vierzehn Jahren entdeckt Elisabeth Fahrni ihre Liebe zu Bangladesch. Die Tochter des einstigen SulzerKonzernchefs Fritz Fahrni und der ehemaligen Thurgauer Kantonsrätin Anita Fahrni ist gerade dabei, ihre ­Ausbildung zur Primarlehrerin abzuschliessen, als sie in einem Ferienlager das Zimmer mit einer jungen Frau aus Bangladesch teilt. Diese erzählt viel von ihrer wunderschönen Heimat, einem ­armen Land, das die meisten nur von ­Katastrophen-Berichten im TV kennen. Elisabeth Fahrni ist fasziniert. Und beschliesst kurzerhand, die neu gewonnene Freundin zu besuchen. Sie fliegt nach Bangladesch. Hier will sie auch­ die noch kaum bekannten Sundarbans erkunden. Ihre Gastgeberin engagiert einen befreundeten Führer, der sie begleiten soll: Es ist der junge Rubaiyat Man­ sur. Keiner kennt den Urwald und seine Tiere so gut wie er. Seine Freunde nennen ihn deshalb Mowgli – heute steht dieser Name sogar in seinem Pass. Seine Naturverbundenheit, sein Wissen und u schweizer illustrierte

59


abenteuer

seine fröhliche, einnehmende Art imponieren der jungen Schweizerin. Elisabeth Fahrni verliebt sich. In Rubaiyat. Und in seine Heimat. Plötzlich herrscht Aufregung an Deck der «Emma»: Ein Shushuk, ein Flussdelfin, ist direkt neben dem Boot aufgetaucht. Der Kapitän drosselt die Geschwindigkeit. Elisabeth und Rubai­ yat zücken Fotoapparate mit riesigen Teleobjektiven: Die beiden haben sich dem Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Delfine verschrieben. Sie fotografieren sie, schreiben Forschungs­ berichte und entwickeln für die Naturund Tierschutzorganisation Wildlife Conserva­tion Society Schutzpläne. Hier, hinter einer grossen Flussmündung, sichten sie oft Flussdelfine: Und tatsächlich – auch der kleine Dylan hüpft begeistert von einem Fuss auf den anderen –, nun tauchen erst zwei, dann drei, dann vier Shushuks mit flachen, regenbogenförmigen Sprüngen aus dem Wasser auf. «Wunderschön!», ruft Elisabeth. Ihre Kamera klickt und klackt. Rubaiyat schöpft eine Handvoll braunes Flusswasser, schlürft es, kaut es wie einen edlen Wein, spuckt es aus und macht eine Notiz: Die Delfin-Art, erklärt er, variiere je nach Salzgehalt des Flusses. Am Nachmittag steuert der Kapitän ein nahes Dschungel-Dorf mit zwei Dutzend Palmblätter-Hütten an. Elisabeth und Rubaiyat wollen die Bewohner befragen – und dabei herausfinden, ob sich diese noch an ihr Aufklärungs- und Ausstellungsboot erinnern. Ob sie wissen, dass Delfine intelligente Säugetiere sind, die man nicht töten, sondern aus Fischernetzen befreien sollte. «Ein kaputtes Netz kann man flicken, einen toten Delfin nicht.» Schnell hat sich die ganze Dorfgemeinschaft am Ufer versammelt: Elisabeth, die Weisse, ist zusammen mit dem kleinen Dylan eine Attraktion. Denn diese «Fremde» ist nicht nur weiss, sie spricht auch «wie wir, genauso wie wir!», sagt eine Dorfbewohnerin, das Gesicht faltig wie ihr zerschlissener Sari. Bangla, die Landessprache, lernt Elisabeth Fahrni sehr schnell. Vier Jahre lang arbeitet sie Ende der 90erJahre noch als Primarlehrerin in Weinfelden TG, führt eine Fernbeziehung, verbringt den Grossteil ihrer Ferien in Bangladesch. 2002 zieht sie schliesslich ganz nach Dhaka, zu Rubaiyat und seiner Familie. Zwei Jahre später heiraten sie. ­Elisabeth führt mittlerweile Touristengruppen durch den Mangrovendschungel, leitet später das Reisebüro von Rubaiyats Eltern. Dieser führt immer

Alle unter einem Dach Rubaiyats Cousine, seine Eltern und die Hausan­gestellten mit Sohn (v. l.).

u

60

schweizer illustrierte

Grossstadt Mehr als die Hälfte des Jahres wohnen die Mansurs in Dhaka, in einer mit Schweizer Accessoires dekorierten Wohnung.

häufiger Tierfotografen, Filmemacher und Biologen durch die Sundarbans, entdeckt seine Leidenschaft für die Wissenschaft, etabliert sich in der internationalen Delfinforschung. 2009 entscheidet sich auch Elisabeth, den Bürojob an den Nagel zu hängen und sich ganz der Erforschung und Erhaltung der Delfine zu widmen. Die eine Hälfte ihres Lebens verbringt die Familie seither auf dem Wasser. Die andere im Moloch Dhaka. Hier haben die Fahrni Mansurs eine grosse Wohnung mit integriertem Büro in einem Mehr­ generationenhaus, in dem alle überall ein und aus gehen. Und das, erklärt Elisabeth, habe Vorteile – vor allem seit Nummer drei im Bunde auf der Welt ist: Shanto Dylan. Oder, wie sein Name über-

Ferien in der Schweiz Jedes zweite Jahr gehts ins familieneigene Maiensäss im Berner Simmental.

setzt heisst, «der friedliche Sohn der Meere». Als der Ruf des Muezzins erklingt, das Dschungel-Dorf langsam in Dunkelheit versinkt, legt «Emma» ab und gleitet davon. Dylan ist müde, an Land hat er Ziegen und Kühe gestreichelt. Nun schläft er unter seinem kleinen Moskitonetz unter Deck sofort ein. Seine Eltern genies­sen es, ihm für einmal nicht hinterher­laufen zu müssen. Sie sitzen bei der Schiffsküche, wo an einer Schnur noch immer die Zucchini baumelt, die Elisabeth mit ein paar Messerschnitten in ein SpielzeugMännchen für ihren Sohn verwandelt hat. In Bangladesch, sagt die Schweizerin, müsse man erfinderisch sein. Armut, Dreck, kein Strom, kein flies­sendes Wasser – das alles erleichtert das Familien-

«Wer in Bangladesch lebt, lernt, das Leben mit Gelassenheit und Demut anzunehmen» leben nicht. «Wer hier lebt, lernt, das Leben mit Gelassenheit und ­Demut an­ zunehmen und kleine, in der Schweiz selbstverständliche Dinge zu schätzen.» Andächtig wickeln sie und Rubaiyat Fisch und geröstetes Gemüse in das Fladenbrot, das ihnen der Schiffskoch bereitgestellt hat. Himbeeren oder auch Haselnüsse, sagt die Thurgauerin, solche Dinge vermisse sie manchmal. Die lässt sie sich dann bringen, schliesslich kommt oft Besuch aus der Schweiz. Elisabeth

ist eine beliebte Gastgeberin. Heimweh, sagt sie, als sich ein wunderbares Sternenzelt über «Emma» ausbreitet, habe sie eigentlich nie. Sie könne sich auch nicht vorstellen, zurück in die Schweiz zu gehen – schliesslich gebe es hier, in den Sundarbans, noch so viel zu erforschen. Noch eine ganze Weile schaut sie in den Sternenhimmel. Dann lassen sie und Rubaiyat sich, Dylan in ihrer Mitte, von «Emma» in den Schlaf wiegen. Endlich – zu Hause! 

ein leben für tiere Bedroht Nur noch etwa 250 Fluss­ delfine gibt es in den Sundarbans.

Elisabeth Fahrni Mansur und Rubaiyat Mansur Mowgli haben Naturführer für die Sundarbans, den Fotobildband «Living with Tides and Tigers» und Kinderbücher über die Wale und Delfine von Bangladesch publiziert. Weitere Informationen über ihre Projekte: www.mowgliz.com, www.shushuk.org

61


Familienglück

Drei Frauen für Tim

Welcher Mann hat täglich drei Frauen im Bett? Ex-MisterSchweiz tim wielandt! Bei einem gemütlichen Wochenende geniesst er die Zeit mit seiner Frau und den beiden Töchtern.

Text joëlle weil Fotos katja lehner-grossi

D

a macht die fünf Monate alte ­Filiz grosse Augen: Ihre zweieinhalbjährige Schwester Malou sitzt auf dem Lavabo im Hotel Villa Honegg in Ennetbürgen NW und strampelt mit den Füssen im Wasser, dass es so richtig spritzt. Filiz guckt eine Weile, dann beginnt sie zu «gigelen». Und wenn das Lachen der kleinen Dame durchs Zimmer hallt, steckt es die ganze Familie an. Tim Wielandt, 37, geniesst seine Rolle als Papi zweier Mädchen. «Welcher Mann kann schon von sich behaupten, dass er täglich drei Frauen im Bett hat», sagt der Mister Schweiz von 2007 lachend. Beide Töchter schlafen noch bei Mami und Papi. Es sei ein herzerwärmender Anblick, wenn seine Frau Nina, 32, und die Mädchen auf der Matratze schlummern. «Extrem herzig», sagt er. Die Umstellung nach dem zweiten Kind sei bedeutend kleiner gewesen als beim ersten, sagt Nina Wielandt. «Nach Malou haben wir unser Leben bereits auf Kinder eingestellt. Was sich nun zusätzlich verändert hat, ist das Tempo: Zwei Kinder für den Spielplatz anzuziehen, braucht seine Zeit.» Nina ist momentan Vollzeit-Mami, da sie Filiz noch stillt. Tim ist als Redaktor und Moderator der Immobiliensendung «HomegateTV» tätig. Abends, wenn er zu Hause ist, geniesst

62

schweizer illustrierte

Nasses Vergnügen Die grosse Malou planscht, und die kleine Filiz lacht. «Malou ist verrückt nach Wasser», sagt Tim Wielandt. Zeit zu viert Tim und Nina Wielandt geniessen ein Familien­ wochenende in der «Villa Honegg» in Ennetbürgen NW mit ihren Töchtern Malou und Filiz (r.).

die Familie die gemeinsame Zeit gerne bei einem Bad. «Malou ist verrückt nach Wasser», sagt Tim. «Sie könnte stundenlang in der Badewanne sitzen.» Dass sie nicht mehr allein im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, habe seine «Grosse» gut weggesteckt. Sie geht in ihrer neuen Rolle sogar richtig auf. Tränen fliessen nur, wenn Malou beim Schmusen zu fest zupackt. «Ihr ist nicht bewusst, wie fein Filiz noch ist. Beim Kuscheln wird sie schnell übermütig», sagt Tim. Es sei witzig, zu be­ obachten, wie Filiz auf ihre Schwester

reagiert. «Lacht Malou, lacht sie automatisch mit.» Damit die Ehebeziehung nicht zu kurz kommt, passen die Grosseltern oder das Gotti einmal im Monat auf die beiden Mädchen auf. «Es ist wichtig, dass wir auch Zeit für uns haben», sagt Nina. «Ich geniesse meine Mutterrolle. Aber es tut gut, auch mal ohne Kinder auszugehen. Sei das mit Tim allein oder zusammen mit Freunden.» Zum Übernachten könne man die Kleine noch nicht weggeben. Filiz schläft nicht durch, sie will nachts noch gestillt werden. Opa

und Oma freuen sich aber jetzt schon über den ersten Übernachtungsbesuch. Mit zwei Kindern ist die Familien­ planung bei den Wielandts vorerst abgeschlossen: «Wir haben keinen weiteren Nachwuchs geplant», sagt er. Und fügt augenzwinkernd an: «Aber in Stein gemeisselt ist das noch nicht.»  

Mehr zum Thema:

www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

63


Porträt

Tibetisches Neujahr Dechen Shak-Dagsay hat im Wohn­ zimmer einen buddhistischen Altar aufgebaut. Opfergaben wie Süssig­keiten, Früchte oder Gebäck drücken ihre Dankbarkeit aus. Auch Butter aus dem Coop fehlt nicht. Täglich füllt die Sängerin die sieben Schalen auf dem Sims mit Wasser.

Mit gesungenen Mantras berührt Dechen Shak-Dagsay die Seele. Von der Schweizerin mit tibetischen Wurzeln sind auch der Dalai Lama, Tina Turner und Lou Reed begeistert.

64

schweizer illustrierte

Mantras fürs Herz


Porträt

Ihre Fröhlichkeit macht sie stark Dechen und ihre Schwestern Dolkar (l.) und Dega ( M.) führen das karitative Engagement ihrer Eltern in Tibet weiter.

Heilige Fan­gemeinde Dechen ShakDagsay und der Dalai Lama sind seit Jahren befreundet. «Er ist mein Vorbild in Weisheit und Güte.»

M

anche bekommen Hühnerhaut, andere sind zu Tränen gerührt. Mal sanft, mal kraftvoll lässt Dechen Shak-Dagsay 2500 Jahre alte Mantras erklingen. Die buddhistischen Gebete setzen spirituelle Energien frei und schützen den Geist vor negativen Schwingungen. Die zierliche Schweizerin mit tibetischen Wurzeln trägt das Geheimnis der heilenden Klänge bereits in sich. Ihr Name bedeutet «grosse Glückseligkeit». Ihre Stimme erinnert an Schnee, der auf süsse Pfirsiche fällt. Schon in Ber­ nardo Bertoluccis Film «Little Buddha» sorgte sie 1993 für Glücksmomente. Im Februar stand Dechen Shak-Dagsay mit

66

schweizer illustrierte

dem Jewel Ensemble in der Carnegie Hall in New York auf der Bühne. Rocklegende Lou Reed, sonst für seine Brummigkeit bekannt, zeigte sich von Dechens Charme verzaubert. Das zweite Album mit Tina Turner und Regula Curti, «Children Beyond», ist zum Grosserfolg geworden. Und im Tournee-Theater Das Zelt hat sie mit kontemplativen Klängen den Eröffnungsabend ­bereichert. Eine bunte, faszinierende Welt verbirgt sich hinter der Fassade eines Neubaus in Samstagern ZH. Im Wohnzimmer hat die Tochter eines Lamas ihren Altar aufgebaut. Er ist Mittelpunkt des tibetischen Neujahrsfestes Losar. Die Frauen tragen traditionelle Kostüme und flechten sich bunte Bänder in die Haare. Aus silbernen Gefässen trinkt

man Buttertee mit Salz. Die Schalen sind mit Opfergaben gefüllt: Gebäck, Früchte und Süssigkeiten symbolisieren die materielle und geistige Dankbarkeit und Grosszügigkeit Buddhas. «Wer den Altar nutzt und pflegt, gewöhnt sich daran, eine gebende Haltung einzunehmen und grosszügig zu anderen Menschen zu sein», sagt Dechen. In einer Vitrine stehen unzählige Buddha-Statuen. Jeden Morgen füllt sie die sieben Schalen über dem Altar mit frischem Wasser, das durch die Zugabe von Safran goldgelb schimmert. Am Handgelenk trägt sie die Mala ihrer verstorbenen Mutter, eine Kette aus weissen Tierknochen. Eine Mala hat 108 Perlen, jede steht für ein Mantra. Mehrmals am Tag und je nach Stimmung

spricht Dechen die 108 Gebete. So schult sie ihre Achtsamkeit. «Im Buddhismus ist man überzeugt, dass die Handlung jedes Einzelnen von der Qualität der Gedanken und diese wiederum von der Qualität des Geistes abhängen. Nur so schützen wir uns vor eigenen Fehlern. Und vor Schaden, den wir anderen zufügen.» Der Weg zur Erleuchtung ist beschwerlich und in diesem Leben nicht zu schaffen. Mit ihren Seelenklängen trägt Dechen Shak-Dagsay die buddhistische Botschaft in die Welt hinaus. 1959 wird sie in Kathmandu im Exil geboren. Der Vater Rinpoche siedelt mit der Familie in die Schweiz über. Ihre Schwestern Dolkar («kraftvolle weisse Schutzgöttin») und Dega («Gesundheit

den Alltag im Tibet und den Überlebenskampf ihrer Landsleute nur aus Erzählungen. Ihre Eltern stammen aus dem Dorf Chokri. Dort haben sie 1999 ein Spital gegründet. Mit ihren Schwestern führt Dechen dieses Hilfsprojekt weiter. «Zusätzlich haben wir für Mädchen und Frauen die Nähschule Tehor Chokri und für Jungs eine Autowerkstatt eröffnet.» Dechens Stimme ist leise. Ihre hübsches, faltenfreies Gesicht strahlt eine starke innere Ruhe aus. Mit ihrer Mantra-Musik hat sie bereits die Hitparade erobert. Intensiv und prickelnd wiederholt sie die weisen Worte, die wie ein Zauber klingen. «Om mani peme hum» – «Das ewige Juwel leuchtet in deinem Lotus-Herzen». «Om tare tuttare ture soha» – «Der weibliche Buddha schützt vor Ängsten und Gefahren». Das eigene Lebensmotto des Beatles-Fans ist weniger mystisch: «Erkenne die Kostbarkeit des Lebens und gehe mit Leichtigkeit und Fröhlichkeit durchs Leben.»  

Klang-Juwelen

Stars in New York Dechen mit dem Jewel Ensemble zu Gast in der Carnegie Hall.

u Dechen Shak-Dagsay und das Jewel Ensemble treten am 16. April im TourneeTheater Das Zelt in Zürich auf. Konzerte in Basel, Langenthal, Winterthur und Aarau folgen. Mit ihr im Rampenlicht stehen Produzent und Pianist Helge van Dyk, Jürg Fuyûzui Zurmühle (Shakuhachi und Flöte), Cellist Daniel Pezzotti und Dieter Dyk am Schlagzeug (v. l.). www.dechen-shak.com

schweizer illustrierte

Fotos HO (2)

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Marcel Nöcker

und Freude») kommen hier zur Welt. Für Dechen sind die ersten Jahre in ­Ebnat-Kappel SG fremd und aufregend. «Meine Eltern achteten sehr drauf, dass ich beide Kulturen schätzen und lieben lernte.» Sie macht eine Lehre als kaufmännische Angestellte, singt und meditiert in der Freizeit. 1999 erscheint ihr erstes Album, «Dewa Che». Neun weitere folgen. Auf ihrer aktuellen CD, «Jewel», kombiniert sie tibetische Mantras, japanische Shakuhachi oder indische Sitars mit dem elektronischen Sound des 21. Jahrhunderts. Seit dreissig Jahren ist sie glücklich mit dem Naturheilpraktiker Kalsang Shak verheiratet. Der Arzt hält sich im Hintergrund. Das Paar hat zwei erwachsene Töchter. Wenn Dechen nicht mit ihrer Band auf Tour ist, gibt sie TaiChi-Unterricht. Mit dem langjährigen geistigen Oberhaupt der Tibeter, dem im Exil lebenden Dalai Lama, verbindet sie eine innige Freundschaft. Dechen kennt

67


Shopping

top ten der Woche

Hair & Make-up Angela Kaeser mit Produkten von Kevin Murphy, Model Tereza von Visage Zürich

Wasserwelten

u Schimmernde Aqua-Töne, Pailletten wie eine Fischhaut, Muschel- und Korallen-Motive: Die Meereswelt unter Wasser ist wunderschön und schützenswert. Wie eine Hommage mutet deshalb der Trend Wasserwelten an. Emanuel Ungaro, Rodarte, Versace und Chanel nahmen die poetischen Motive auf, Victoire de Castellane hat für Dior Schmuckstücke entworfen (Infos im neuen Band «Dior Joaillerie», RizzoliVerlag). Spielen wir also etwas kleine Meerjungfrau, glitzern in Pailletten, mit Fisch-Anhängern, Korallen-Ketten oder speziellen Prints. Auch Make-up und Frisur dürfen davon inspiriert sein, mit Perlmutter-Glanz und Aqua-Farben!

Redaktion Beatrice Schönhaus Fotos Geri Born Styling Melanie Albisser Exklusiv auf dem iPad: Wir lassen für Sie wieder die Models tanzen!

Koralle Die Farbe verschönert den Frühling: Top & Rock H & M (Woche 10). u je CHF 69.90 Tasche G Point. u CHF 230.– Ring Mango. u CHF 34.95 Kette Frech. u CHF 6600.– Haarreif New Yorker. u CHF 3.95 schweizer illustrierte

69


Shopping top ten he der Woc

Wie eine Meerjungfrau Pailletten­kleid, Ambre Babzoe bei G Point. u CHF 560.– Tasche H & M. u CHF 29.90 Fisch-Ketten Thomas Sabo. www.thomassabo.ch u ab CHF 259.– Armband Femi9. u CHF 15.–

Fisch-Fantasie Kleid Femi9. www.femi9.com u CHF 129.– Tasche, Hindmarch bei Brunello. u CHF 1998.– Korall-Schuhe, Maison Julie, Zürich. u CHF 360.– Kette Mango. u CHF 16.95 Armreif Glam in. u CHF 199.–

Korallen-Print Kleid, Miriam Ocariz bei Glam in. u CHF 790.– Taschen von G Point. u je CHF 59.– Kette, Gelbgold/Türkise, Kurz. www.kurzschmuckuhren.ch u CHF 1150.–

Meerestiefen Print-Jupe Zara. u CHF 49.90 Blazer New Yorker. u CHF 69.95 Schluppenbluse, Sandro, auch bei Globus. u CHF 229.– Schuhe, Guess, Globus. u CHF 249.– Tasche Grieder. u 20.–

«UnterwasserPrints mit Fisch-Motiven sind eine Hommage ans Meer» Unterwasser-Welt Kleid im Meeresprint, Manoush bei Big. u CHF 479.– Schuhe, Jimmy Choo bei Grieder. u CHF 1125.– Haarband G Point. u CHF 52.– Armreif, Silber, vergoldet, gesehen bei Kurz. u CHF 480.–

70

schweizer illustrierte

schweizer illustrierte

71


objekt der begierde

Klein, schön & scharf u Die ersten Frühlingstage, ein lauschiger Platz am Fluss oder See, ein Picknick mit Brot, Käse, Champagner, Früchten – und einem der neuen Sackmesser von Victorinox. In limitierter Auflage, vielseitig einsetzbar, witzig gestylt und so bildschön, dass es in jeden It-Bag einer Lady gehört. Zu haben in verschiedenen Mustern, grafisch-verspielt oder strenger, je nach Stimmung und Geschmack. Und mit eingebautem Zusatznutzen: Das schicke Teil lässt sich nämlich auch als Schlüsselanhänger einsetzen. Wer mag, kauft gleich alle Sujets der Victorinox Classic Limited Edition. Denn der Sommer wird lang, und so kann man immer wieder abwechseln.

beatrice schönhaus

Event-Tipp

Blickfang 2012 Basel u Bereits zum dritten Mal findet die internationale Designmesse Blickfang in Basel statt, vom 23. bis 25. März in der Kleinbasler E-Halle. 110 Aussteller aus den Bereichen Möbel, Wohnaccessoires, Leuchten, Mode und Schmuck zeigen ihre neusten Werke und laden zum Entdecken ein. So auch das junge

72

schweizer illustrierte

deutsche Label Rejon (Bild links). Die innovativsten Konzepte werden am Eröffnungsabend von einer Fachjury ausgezeichnet. Weitere Infos unter www.blickfang.com. nina lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, HO

Ganz schön scharf Beispiel aus der SackmesserLinie Classic Limited Edition von Victorinox, Fachhandel. www.victorinox.ch u CHF 19.–


Shopping top ten der Woc he

Kopfhörer

Laufsteg

Unermüdlich

Immer ein Hingucker Alexa Chung bei einer BurberryProrsum-Show in London.

Musikalische Gesellschaft

u Musik kann man heutzutage immer und überall geniessen – zu Hause, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport. Für jede dieser Gelegenheiten gibt es auch spezielle Kopfhörer. Während im Flieger Modelle mit Rauschunter­ drückung ideal sind, suchen Jogger extrem leichte, wasserresistente Ausführungen. Als echte Trendsetter haben sich Discjockeys entpuppt: Ihre grossen, geschlossenen Kopfhörer haben es auf die Ohren der iPod-Generation geschafft. Die trendigsten Modelle sollten auch perfekt zum Kleidungsstil passen, darum gibt es inzwischen eine riesige Auswahl an Formen und Farben. Eines ist geblieben: Gute Kopfhörer kosten gerne mehrere Hundert Franken. Dafür bieten sie mehr Soundqualität statt ohrenbetäubende und -schädigende Quantität. Stephan Gubler

Futuristisch Die Monster-Vektr-Kopfhörer können gefaltet werden. www.monstercable.com u CHF 249.–

Retro Sennheiser erinnert mit dem Amperior an einen DJ-Kopfhörer. www.sennheiser.com u CHF 390.–

Zwei in einem Der Bose OE2i dient auch als iPhone-Freisprechset. www.bose.ch u CHF 239.–

Mit Farbakzent Kopfhörer Ting Tings Aviator von Skullcandy. www.skullcandy.com u CHF 239.–

Für anspruchsvolle Ohren Hi-Fi-Kopfhörer Fidelio L1 von Philips. www.philips.ch u CHF 449.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Burberry

Kristina Köhler, Redaktorin SI Shopping, zählt sich zur Fangemeinde. u Sie ist Model, Moderatorin, DJane, Designerin, Stil-Vorbild, professioneller Partygast und – so scheint es – im Dauereinsatz: Alexa Chung, 28. Man kann sich kaum sattsehen an der viel fotografierten Engländerin mit dem Botticelli-Engelsgesicht. Denn Chung kombiniert ihren ganz eigenen Modestil mit einer grossen Portion «Mädchen von nebenan»Nonchalance. Ihre Fangemeinde wächst unermüdlich, mit dabei: Modezar Karl Lagerfeld und die britische Traditionsmarke Mulberry, die gleich eine Handtasche («Alexa») nach ihr benannt hat. Täglich neue Foto-Updates gibts auf dem Fan-Blog http://alexachungblog.tumblr.com.

schweizer illustrierte

73


Minimiert The Porefessional, ein die Poren minimierender Balsam. Benefit. Globus, Manor. u CHF 52.– Auch Topmodels sehen ungeschminkt unscheinbar aus: Miranda Kerr, 28.

Reinigung, Maske, Peeling NormadermReinigung Tri-Activ 3 in 1 von Vichy. u CHF 21.–

Geklärt Klärende Reinigungsmaske In Balance, Farfalla. www. farfalla.ch u CHF 29.80

Hemmt Ölglanz: Tagespflege Ultra Facial Oil-Free Lotion von Kiehl’s. u CHF 39.90

Allrounder Pflegende, beruhigende Make-upReinigungs-Lotion, Nars. Jelmoli. u CHF 45.–

Idealer pH-Wert Reinigungsfluid für Gesicht, Augen. La Roche-Posay. u CHF 21.50

Beauty-News

Eine klare Sache u Durch die tägliche Gesichts­ reinigung werden häufig der Säureschutzmantel und die natürliche Bakterien­flora der Haut belastet. Besonders ungünstig wirken Reinigungsprodukte mit hohem pH-Wert wie zum Beispiel alkalische Seifen. Neue Produkte wie etwa das physiologische Reinigungsfluid für Gesicht, Augen und Lippen von La Roche-Posay sind auf den Haut-pH-Wert abgestimmt und deshalb sanft in der Reinigungswirkung. Wer Lust hat, selbst milde Reinigungsprodukte herzustellen, findet im Buch

74

schweizer illustrierte

«Naturkosmetik selber machen: Das Handbuch» von Heike Käser viele natürliche und einfache Rezepturen. Dies ist ein duftendes Rezept für ein Rosen-Orangenblüten-Tonic mit pflegendem Effekt: 100 ml Rosenwasser mit 20 ml Orangenblütenwasser, 15 ml Aloe-vera-Saft, 15 Tropfen Provi­ tamin F (aus der Apotheke), 15 Tropfen Grüntee und 2,5 ml D-Pan­thenol (Drogerie) vermengen und mit ab­ gekochtem, erkaltetem Wasser auf maximal 150 ml auffüllen. Das Tonic hält etwa einen Monat. Kristina Köhler

Star-GEflüster

Revlon-Lady

u Die

irisch-US-amerikanische Schauspielerin Olivia Wilde («Dr. House»), 28, hat einen Vertrag mit Revlon ergattert. Die Kosmetik-Kampagne soll dieses Frühjahr lanciert werden.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Imaxtree, Richie Buxo/Splash News, www.splashnews.com

Weggewischt! 3-in-1Peeling-Reinigungs­ tücher mit zwei Reinigungs-Seiten. Nivea. 30 Stück u CHF 7.40


Shopping

Wandeln im Licht Der Changemaker-Shop an der Kramgasse 9 in Luzern, Tel. 041 - 440 66 20.

top ten der Woc he

LIeblinge der Redaktion

Romantische Tortenplatte Das massive Buchenholz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Von Cocobohème. u CHF 49.–

Natürliche Hülle Das iDryad-4/4siPhone-Cover wird in einer Schweizer Behinderten-Werkstätte verpackt. Aus Kirschholz. u CHF 89.–

Changemaker, Luzern

Einkaufen und Karma aufbessern

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Changemaker

u Sie sind fair produziert, kontrolliert, biologisch und organisch, handgemacht, umweltfreundlich, energiesparend, aus recycelten Materialien oder Swiss Made: die Produkte bei Changemaker. Und: Es sind meist Kleinode, die man sich sofort selbst gönnen oder verschenken will. Die Erfolgsgeschichte des Schweizer Unternehmens (ChangemakerShops gibt es bereits in Bern, Thun und Zürich sowie ab Mitte März auch in Basel an der Marktgasse 16!) geht mit dem Geschäft in der Luzerner Innenstadt in eine nächste Runde. Seit

November 2010 bereichert Change­ maker die Schweiz mit seinem neu­ artigen Konzept für bewussteres und sinnliches Einkaufen – übrigens auch über seinen Online-Shop www.changemaker.ch. Kristina Köhler Öffnungszeiten Mo–Fr 10–18.30 Uhr, Do 10–21 Uhr, Sa 9–16 Uhr, www.changemaker.ch weitere shops im shopping-guide:

Poetische Kissen Aus Hanf, gefüllt mit Daunenfedern. Verschiedene Sujets von K Studio. u CHF 189.–

Gute Intention Die erste Naturkosmetik-Linie, die zum Wassersparen aufruft: Stop the water while using me! u ab CHF 19.–

www.schweizer-illustrierte.ch

CH-Design

Es riecht nach Frühling u Zeitgleich

Erfrischend Duftkerze von Calming Park. Erhältlich unter www.calmingpark.com. u CHF 69.–

mit den ersten Frühlingsboten bringt Calming Park eine limitierte Duftkerze auf den Markt, die nach weissem Tee und Vetiver (ein tropisches Süssgras aus Asien) riecht. Hergestellt aus Palmen-Wachs in der französischen Parfum-Hauptstadt ­Grasse, duftet die Kerze mit Inhaltsstoffen wie Zitrone, Verveine, Thymian, weissem Tee, Vetiver und Vanille herrlich erfrischend, und das bei einer Brenndauer von über 40 Stunden. nina lienhard

schweizer illustrierte

75


Shopping top ten he der Woc

kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, ist Mama geworden.

Frühlingserwachen Model Lindsey Wixson mit Leucht-Teint und rosigen Wangen, backstage bei Anna Suis Frühjahrsshow. styling-tipp

Geschummelte Instant-Frische u Kleine Handlung mit grossem Effekt: Das Auftragen von Rouge muntert im Nu müde Bleichgesichter auf – und das mit ansteckender Wirkung. Denn die Farben Rot, Pink oder Orange wirken – auch wenn zart aufgetragen – farbtherapeutisch vitalisierend und stimmungsaufhellend. Creme-Rouge lässt sich mit den Fingern einfach auf der Haut verteilen und hinterlässt einen samtenen Glanz. Dabei

mit wenig Material beginnen und je nach gewünschter Intensität nochmals eine kleine Schicht darüber auftragen. Die Gesichtshaut kann zuvor in eine leichte, pflegende Foundation gehüllt und mit einem Concealer perfektioniert werden. Eine makellose Haut lässt dem Rouge den grossen Auftritt. Ideal zu frischen Wangen: Die Lippenstiftfarbe sowie den Lidschatten in einem ähn­ lichen Farbton wählen. Kristina Köhler

produkte-Tipps

Erröten! Creme-Blush Cremeblend Blush in Optimistic Orange, Mac. u CHF 32.–

76

schweizer illustrierte

Aufwachen! Lässt die Haut strahlen und hellt auf: der Skinflash Primer, Dior. u CHF 63.–

Schummeln! Make-up mit Leuchtkraft: Lumi Magique Foundation, L’Oréal. u CHF 24.90

In dieser Saison musste ich aus familiären Gründen auf meine geliebten Fashion Weeks verzichten. Die letzten Tage auf ein Baby zu warten, ist die auf­regendste, schönste und gleichzeitig mühsamste Sache der Welt. Man traut sich nicht mehr aus dem Haus, aus Angst, die Frucht­ blase könnte in aller Öffentlichkeit platzen; oder man könnte umfallen, auf dem Rücken liegen bleiben wie ein Käfer! Ist einer meiner Freundinnen passiert: Sie war allein zu Hause, hochschwanger, und hatte die Idee, auf einem dieser Fat-Boy-Sitzsäcke Platz zu nehmen. Dann kam sie nicht mehr hoch. Und musste sitzen bleiben, bis ihr Mann abends nach Hause kam und sie aus der misslichen Lage befreite. Horror. Jedenfalls: Wenn ich also nicht zur Mode gehen kann, muss sie zu mir kommen. Danke an dieser Stelle für Internet und Online-Shops. Und an meine Kreditkarte dafür, dass sie all meine hormon­gesteuerten Fehlkäufe ohne mora­lischen Zeige­ finger auch wieder zurückbucht. Oder können Sie mir erklären, wie der Paillettenrock in Grösse XS hier gelandet ist? Ach, und trotzdem ist es nicht dasselbe, so einzukaufen. Und so bin ich dankbar, dass H & M pünktlich zur Mailänder Modewoche eine Kollektion mit meinem Lieblingslabel Marni rausbringt (ab 8. 3.). Vor dem Sommer, mit wunderbaren PostBaby-Schnitten und in tollen Farben. Sodass ich mich kaum entscheiden kann, was ich kaufen soll. Hoffentlich bin ich dann schon wieder auf den Beinen, kann meinen Kinderwagen pünktlich auf die Bahnhofstrasse fahren und mir da meine Sommer­ garderobe erkämpfen. Drücken Sie mir die Daumen!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, Imaxtree

SommerGarderobe


notabene

Bischof Gnadenlos Helmut Hubacher

Foto Heiner H. Schmitt

B

ischof Huonder in Chur wundert es, dass immer mehr Gläubige an ihrer Kirche verzweifeln. Bischof ermuntert mich zum Huonder gehört zu jenen Dogmatikern, Rückblick. In eine Zeit, die für eine strafende Kirche predigen. die ganz nach seinem Geschmack ist. Und an Papst Benedikt war als Kardinal der er festhält. Als SBBVorsitzender der Glaubenskongregation. Lehrling bin ich auf verAlso Chefideologe des Vatikans. 1983 schiedene Lehrstationen versetzt worverfügte er gegen Leonardo Boff ein Redeverbot. Wer ist das? Leonardo Boff ist den. Auch nach Entlebuch. Auffällig dort Mitbegründer der Befreiungstheologie war der Viehhändler und Metzger Limafür die Länder in Süd- und Mittelamericher. Jeden Morgen betete er um 6 Uhr ka. Sie waren das Armenhaus der USA. in der Kirche. Und haute nachher die Bauern beim Viehhandel übers Ohr. Denn Washington unterstützte jahrzehnAuf der Station tauchte ein Ver­ telang Diktatoren gegen Demokraten. treter mit dem Buch auf: «Vom Jüngling Gegen diese Unterdrückung und Bevorzum Mann». 500 Seiten im Grossformat. mundung sind die Befreiungstheologen angetreten. Für 52 Franken. Das wären heute Leonardo Boff ist für uns hier in 180 Franken. Für einen Lehrling ganz «Es herrschte eine schön teuer. Europa zur Symbolfigur für diese BefreiIch wollte endlich wissen, was man verlogene Moral. Das ungsbewegung geworden. Ihr Ziel ist mir daheim und in der Schule verschwiesimpel: mehr soziale Gerechtigkeit, Freigen hatte. Über Aufklärung sprach man war die Zeit, als die heit statt Unterdrückung. Boff dazu: nicht. Es herrschte eine verlogene Luft noch rein und der «Wie verhält sich die Armut zum Reichtum der Oberschicht? Wie kann von der Moral. Das war die Zeit, als die Luft noch Sex schmutzig war» Liebe Gottes angesichts des Elends der rein und der Sex schmutzig war. Armen gesprochen werden?» «Vom Jüngling zum Mann» erwies sich als eine einzige Enttäuschung. Der Autor verschrieb Katholische Priester und Ordensleute arbeiten zu die Doktrin des Vatikans. Für den Jüngling blieb alles ver­ Zehntausenden in den Elendsvierteln. Diese barmherzigen boten. Selbst das Küssen vor der Ehe. Dem Mann befahl der Samariter sind für den Vatikan unerwünschte Gottesmänner. Moralist absolute Keuschheit. In der Ehe ­tolerierte er Sex nur Leonardo Boff und seine Leute lassen sich nicht irritieren. Sie zwecks Zeugung eines Kindes. Sonst diktierte er Enthaltsam- machen weiter. Boff genügt Rotkreuzarbeit allein nicht. Es keit. Wer sich nicht daran hielt, beging selbstverständlich brauche eine neue politische Kultur, sagt er. Und freut sich, schwere Sünden. dass heute in Brasilien die Arbeiterpartei regiert. Nach dem Seither sind fast siebzig Jahre vergangen. Viel geändert hat legendären Lula ist jetzt seine Nachfolgerin Dilma Rousseff sich in der Kirche des Vatikans nicht. Wie Bischof Huonder be- Staatspräsidentin. Um den grossen Plan gegen den Hunger weist. Den Kirchenmann plagen geschiedene Ehen. Zur Fas- systematisch umzusetzen. Das alles gegen den Willen des Vatikans. Boff: «Ratzinger tenzeit verschickte er seinen Hirtenbrief. Der am 11. März bei allen Gottesdienstlern hätte verlesen werden sollen. Beim wird in die Geschichte eingehen als Kardinal und Papst, der kirch­lichen Bodenpersonal hat es tapfere Abweichler, die den ein Feind der Intelligenz der Armen war.» Auch Amnesty International (AI) wird vom Vatikan geäch­Hirtenbrief als Zumutung in der Schublade abgelegt haben. Der Hirtenbrief trägt den Jahrgang Mittelalter. Geschie- tet. Diese Organisation kämpft weltweit für die Menschenrechdene dürfen keine zweite Ehe eingehen. Das ist die bischöf­ te. Frauen, die in Kriegs- und Elendsländern leben und ver­ liche Botschaft. Geraten wird ihnen, weiterhin zusammenzu- gewaltigt wurden, sollen gemäss AI das Recht auf Abtreibung leben. Allerdings enthaltsam, wie «Bruder und Schwester». haben. Genau deswegen ist AI im Vatikan in Ungnade Wer wieder heiratet, begeht nach Huonders Dekret eine gefallen. «schwere Sünde». Und wird von den Sakramenten der kathoDieser Papst toleriert lieber die reaktionären Piusbrüder lischen Kirche ausgeschlossen. Von der Gnade Gottes also. als Befreiungstheologen und AI. Da fällt Huonder als Bischof Das lebenslänglich. Gnadenlos nicht aus dem Rahmen.  Was da der bischöfliche Hirte verlangt, ist mehr als nur weltfremd. Das ist menschenverachtend. Der Bischof verwei- Helmut Hubacher, 85, ehemaliger SP-Präsident gert Geschiedenen eine zweite Chance in ihrem Leben. Wen und Buchautor schweizer illustrierte

79


Check-up ADHS: Oft Fehldiagnose

ft f i r erzt e b H auf l s i e Kr

u Vancouver Bei Kindern, die zu

Fluglärm macht krank!

Die Fluglärmdebatte ist in vollem Gange. Sie erhitzt nicht nur die Gemüter, auch Gesundheitsexperten sind alarmiert. Denn neuste Studien bestätigen: Fluglärm ist ungesund. Text Christoph Baumgartner

Foto HO

S

ie schlagen einsam einen gemeinsamen Kampf. Menschen, die dort wohnen, wo Flugzeuge über ihren Köpfen starten und landen. Das Wort Lärm stammt vom italienischen «all’arme» (zu den Waffen!). Ein ­militärischer Begriff, der heute ohne kriegerische Absicht zu Depressionen, Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Das ­bestätigen neuste Studien der Mainzer Universitätsklinik erneut. Nach Angaben von Medizinern be­ lastet Fluglärm auch dann, wenn er im Schlaf nicht bewusst wahrgenommen wird. Wenn Wohnhäuser nachts von einem Flugzeug überflogen werden, steige der Blutdruck der Bewohner deutlich an. Fluglärm ab 50 Dezibel, das entspricht ungefähr dem Geräusch einer Geschirrwaschmaschine, hemme Kinder in ihrer kognitiven Leistung, wie beispielsweise ihrer Lesefähigkeit. Resultate, die Prof. Martin Röösli, Studienleiter einer schweizweiten Fluglärm-Studie von 2010, wenig überraschen: «Unsere Auswertungen zeigten: Wer täglich Flug-

lärm ab 60 Dezibel ausgesetzt ist, hat ein rund 30 Prozent höheres Herzinfarkt-­ Risiko als der Durchschnittsschweizer.» Auch Politiker sorgen sich um die Gesundheit der Bevölkerung: Die Regierungen der Kantone Aargau, Schaff­ hausen, St. Gallen, Thurgau, Zug und Zürich lehnen zurzeit die Absichtser­ klärung zum An- und Abflugregime des Flug­hafens Zürich rundweg ab, das von Bundesrätin Leuthard und dem deutschen Verkehrsminister Ramsauer ausgehandelt wurde. Helfen also nur höhere Lärm-Abgaben für laute Flugzeuge, strengere Lärmvorschriften und ein uneingeschränktes Nachtflugverbot von mindestens sieben Stunden? Prof. Röösli: «Aus medizinischer Sicht wäre dies sicherlich mehr als wünschenswert.»

Prof. Martin Röösli, Leiter des Bereichs Umwelt & Gesundheit am Schweizerischen Tropenund Public Health-Institut der Universität Basel.

früh eingeschult werden, diagnostizieren Ärzte oft zu Unrecht die Aufmerksamkeitsstörung ADHS. Im Vergleich zu Klassenkameraden fallen jüngere Kinder eher auf. Für die Studie wurden fast eine Million Kinder untersucht. www.spiegel.de

Gesundes Rauchverbot u Glasgow In Schottland ist das

Anti-Rauch-Gesetz seit 2006 in Kraft. Das hat auch Auswirkungen auf Schwangere und ihre Un­ geborenen: Eine Studie zeigt jetzt, dass die Zahl der Frühgeburten seit der Einführung um 10 Prozent ­zurückgegangen ist. www.focus.de

Skeptische Schweizer

u Zürich Eine Meinungsumfrage

mit 502 Teilnehmern ergab, dass 57 Prozent der Schweizer Bevölkerung denkt, dass Kinder die Kinderkrankheiten durchmachen sollten. Diese Meinung widerspricht den Impfempfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit. www.pfizer.ch

tipp

Sie schaffen es am Morgen kaum aus dem Bett? Heiss-kaltes Wechselduschen weckt selbst den grössten Morgenmuffel.

schweizer illustrierte

81


Check-up MEDIZINISCHE kOSMETIK

Schönheit hat ihren Preis!

Dank der breiten Palette an nicht invasiven Methoden, über die der Dermatologe in der medizinischen Kosmetik heute verfügt, wird viel weniger zum Skalpell gegriffen als noch vor zwanzig Jahren. Dadurch sind Schönheitsbehandlungen auch risikoärmer geworden.

Anästhesie. Die Ausfallzeit dauert zwei bis drei Wochen. Die Patientin muss sich danach drei Monate mit einem hohen Schutzfaktor vor der Sonne schützen. Diese invasive Methode hat ein relativ hohes Risikopotenzial. Es kann zu Vernarbungen kommen, wenn die Behandlung zu tief durchgeführt wird, PigmentUnregelmäs­sigkeiten sind möglich. Von der Wirkung her ist diese Behandlung allerdings der «Gold-Standard», an dem die anderen Methoden gemessen werden. uAb CHF 450.–

Text VERENA THURNER

M

it fünfzig aussehen wie zwanzig, das ist heute nicht mehr gefragt. Der Trend geht in Richtung Frische und Harmonie. «Müde, fahle Gesichtskonturen durch jugend­ liche Frische ersetzen, unnötige Falten und Asymmetrien mildern, das ist der Schönheitstrend der Zukunft», erklärt Dermatologe Dr. Michael Gütling. Im Folgenden stellen wir die verschiedenen Methoden vor.

Hyaluronsäure Reine Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Haut. Zur Anwendung kommt hochgereinigte, quer vernetzte Hyaluronsäure. Geeignet ist die Substanz zur Milderung tiefer Falten wie der Nasolabialfalte oder zur Modellierung der Mundwinkel. Mit der nicht vernetzten ­Hyaluronsäure können auch feine Fältchen an der Oberlippe und um die Augen behandelt werden. Sehr gut eignet sich Hyaluronsäure auch für Volumenaufbau und Konturierung der Lippen. Die Wirkung ist limitiert, ähnlich wie bei Botox. uAb CHF 300.– Mesotherapie Hyaluronsäure zur Rehydratation und für Volumen sowie Aktivatoren (Amino-

82

schweizer illustrierte

Fraxel-Laser Mit dem Fraxel erzeugt der Dermatologe eine Vielzahl von kaum sichtbaren, zwei bis drei Millimeter tiefen Mikrokanälen in der Haut. Die Wirkung ist ähnlich wie mit dem CO2-Laser. Der Straffungseffekt ist sehr gut. Oberflächliche Falten entziehen sich dem Fraxel , dafür ist der Heilungsprozess sehr viel schneller als mit dem CO2-Laser. Der KollagenAufbau ist mit dieser Methode aber sehr gut. Rötungen oder Probleme mit der Pigmentierung sind selten. Das Resultat ist gut, aber nicht so effektiv wie mit dem CO2-Laser. Mit dem Fraxel können so- u

CHF 190.-

CHF 1500. -

CHF 300.

k ch ec sen s ü m Da s w is sen! Sie

CHF 2000.-

wAS IST MIT NEBENWIRKUNGEN UND SCHMERZEN?

Ob Falten, Volumenverlust oder Pigmentflecken: Die medizinische Kosmetik hat Lösungen. säuren, Vitamine, Koenzym-Faktoren, Nu­kleinsäure oder Magnesium) werden durch Mikroinjektionen schachbrettartig unter die Haut eingebracht. Dadurch werden Bindegewebszellen aktiviert, die eine Neubildung von Kollagen bewirken. Geeignet ist Mesotherapie für grössere Areale wie Wangen, Augenbereich, Hals und Décolleté. Die Wirkung der Akti­v­atoren entfaltet sich erst nach einigen

Wochen. Der Volumenaufbau mit Hyaluronsäure ist sofort sichtbar. uAb CHF 190.– CO2-Laser Mit dem CO2-Laser wird die oberste Hautschicht abgetragen. Im Rahmen des Heilungsprozesses kommt es zu einer ­optimalen Hautstraffung und Faltenglättung. Für die Behandlung bedarf es einer

Foto Thibault Breton / Le Figaro / Dukas

Botox Geeignet gegen Falten, die durch eine ­hyperaktive mimische Muskulatur verursacht werden. Durch den Wirkstoff entspannen sich die Muskeln. Entscheidend bei Botox ist, dass der Dermatologe sich nicht nur auf die einzelnen Falten ­konzentriert, sondern dass die gesamte mimische Muskulatur eine neue Balance findet. Das heisst, dass durch die Elimination der einen Falte nicht andere akzentuiert werden. Ideal gegen Zornesfalten, Krähenfüsse, zur Modellierung der Mundwinkel und für die längs verlaufenden Stränge am Hals. Das Resultat hält sechs bis zwölf Monate, bei einzelnen ­Patienten sogar bis zwei Jahre. uAb CHF 350.–

CHF 350.

Bei Unterspritzungen kann es zu Rötungen an der Einstichstelle kommen. u Mit dem CO2-Laser kann es zu Vernarbungen oder Pigment-Unregelmässigkeiten kommen, wenn die Behandlung nicht korrekt durchgeführt wird. u Bei den Methoden mit Strom ist die homogene Verteilung der Energie ein Problem. u


Check-up

Subdermale Infrarot-Therapie Mit dem Infrarot wird das Bindegewebe in einer Tiefe von zwei bis drei Milli­ metern erwärmt. Die Bindegewebszellen werden aktiviert. Es kommt zur Neu­ bildung von Kollagen und zu einer Neuorientierung der Bindegewebs­ fasern. Die Haut wird dadurch verfestigt und gestrafft. Die Wirkung ist gegen­über dem CO2-Laser geringer. Um einen maximalen Straffungseffekt zu erzielen, muss die Behandlung dreibis viermal wiederholt werden. Geeignet ist diese Methode für grössere Areale wie Wangen, Hals, Doppelkinn, aber auch für den Bauch nach schwanger-

Dr. Michael Gütling, Facharzt für Hautkrankheiten und Leiter von DermaCare, Institut für medizinische Kosmetik, in Winterthur. www.dermacentrum.ch www.dermacare.ch

TV-Tipp

schaftsbedingter Gewebserschlaffung. u Ab CHF 450.– Fokussierter Ultraschall Ähnlich wie mit dem Infrarot bringt diese Methode Energie ins Gewebe, allerdings in eine tiefere Schicht von vier bis fünf Millimetern. Es kommt zur Aktivierung der Bindegewebszellen. Die einmalige Behandlung eignet sich für abgesunkene Wangen, einen erschlafften Hals sowie für den Bereich des Unterkinns. Das optimale Resultat ist ab sechs Monaten sichtbar. uAb CHF 1500.– Thermage Durch feinste Elektroden wird hochfrequenter Strom unter die Haut geführt. Der Effekt ist ähnlich wie beim Infrarot oder fokussierten Ultraschall. Die Bindegewebszellen werden aktiviert, die Haut wirkt straffer, Fältchen werden geglättet. Es kann zu Unebenheiten kommen, sodass der Straffungsprozess nicht immer ganz homogen ist. Zudem ist die Behandlung eher schmerzhaft. Thermage eignet sich gut bei leicht hängenden Wangen und Doppelkinn. Mit der Methode kann die gesamte Kinnlinie definiert

Samstag, 17. März, 18.10 Uhr

Lebensmittel-Allergien Es gibt Menschen, denen Erdnüsschen, Crevetten und bestimmte andere Lebensmittel gefährlich werden können. Die Symptome sind Juckreiz, Schwellungen, Atemnot oder sogar ein Kreislaufschock. Experten erklären, was dahintersteckt. www.gesundheitsprechstunde.ch

und konturiert werden. Neue Alternativen zur Thermage sind Methoden, bei denen die Elektroden direkt in die Haut eingeführt werden. Auch hier ist die Gewährleistung der homogenen Verteilung der Energie allerdings das Problem. uAb CHF 2000.– Face-Styling/Remodelage Dabei wird der alters- oder hormonal bedingte Volumenverlust ausgeglichen. Diese Methode eignet sich besonders für wichtige Stellen wie Wangen und Wangenknochen, Schläfen, Kinn und Mundwinkelbereich. Um das Gewebe zu schonen, wird mit einer stumpfen Kanüle Hyaluronsäure direkt auf die Muskulatur oder am Knochen platziert. Man nennt diese Methode auch «Liquid Lifting». u Ab CHF 800.– Verbesserung der Hautoberfläche Entfernen von Couperose durch LaserFotokoagulation, Abtragen von Pigmentflecken mit Neodym-YAG-Laser oder depigmentierende Peelings, Verbesserung der Hauttextur durch exfolierende Peelings, Jet-Peels oder Microabrasionen. u Ab CHF 250.–

MS die Stirn bieten u Neue Broschüre Die Diagnose

multiple Sklerose löst Angst aus. Niemand weiss besser, wie man damit umgehen kann, als langjährige Be­ troffene. Zusammen mit Neurologen geben sie in der Broschüre «Tag 0» Tipps, wie man wieder in die Normalität findet. Gratisexemplar bestellen mit frankiertem und adressiertem Couvert bei Sprechstunde Doktor Stutz, Tag 0, Postfach, 6614 Brissago.

Foto Dick Vredenbregt

wohl gezielt Areale wie Augenbereich, Oberlippen oder Wangen als auch das ganze Gesicht behandelt werden. u Ab CHF 450.– u


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps Vollendete Schönheit Shen Yun Performing Arts.

Foto Shen Yun Performing Arts Foundation

Shen Yun performing arts

Berauschende Tänze

u Wo sie auftreten, werden sie frenetisch bejubelt. Zu Recht. Denn das TanzEnsemble Shen Yun Performing Arts mit Sitz in New York ist das Beste, was man weltweit von einem klassischen chinesischen Tanz-Ensemble zu sehen bekommt. Der Rausch der Farben, die

Anmut der Tänzerinnen, die ästhetischen Kulissen und das Live-­Orchester sind nicht zu überbieten. Shen Yun hat sich zur Aufgabe gemacht, die 5000 Jahre alte göttliche Kultur wieder aufleben zu lassen. «Um wahre Kunst zu kreieren, müssen erst innere Schönheit

und Reinheit da sein.» Diese Botschaft kommt beim Publikum an. kati moser kongresshaus Zürich Premiere 23. 3., Vorstellungen bis 26. 3., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

85


Die Besten kultur diese woche in den galerien

Blondie für ein CD-Cover fotografierte sie Willy ­Spiller auf der Brooklyn Bridge in N. Y.

Die letzte Rose Willy Spiller fotografierte Jean Tinguely zwei Wochen vor dessen Tod 1991.

Gruppenschau. Unterwegs. Körperwelten Die Collage

u Collagen haben die Funktion eines Türöffners, durch den Partikel des Alltags – ein Stück Tapete, Zeitungsschnipsel, Fotos – Einzug in die zeitgenössische Kunst halten. So entsteht ein Brückenschlag zwischen Kunst und Leben. Die Schau «The Bellevue Bridge» vereint Collagen und Arbeiten auf Papier u. a. von John Baldessari, Dieter Roth, Daniel Spörri, Judit Villiger und dem Zürcher Brüderpaar Huber. Huber (Bild: aus Zyklus «Mikrouniversum», 2008).  rea

Zürcher Unruhen Eindrücklich: Spillers Dokumentar­ aufnahmen der 68er-Unruhen.

Galerie Römerapotheke Zürich. Bis 31. 3. Mi–Fr 14–18.30 Uhr, Tel. 043 - 317 17 80, www.roemerapotheke.ch

Die Mobilität

u Monica Ursina Jägers architektonische Gebäude wirken wie nicht von dieser Welt (Bild: «hideout 30’»). Ihre Werke scheinen von gescheiterten, extraterrestrischen Utopien zu erzählen. Pat Noser, 52, gibt mit ihren Porträts aus Tschernobyl den Menschen am Rande des Abgrundes Würde und Gesicht. Und Arlette Ochsner hat sich mit ihrem Projekt «The Line» nichts Geringeres vorgenommen, als die 12 732 Kilometer des Erddurchmessers zeichnerisch zu erfassen.  rea

Kunstraum Baden AG. Bis 25. 3. Mi–Fr 14–17, Sa/So 12–17 Uhr, Tel. 056 - 221 66 12, www.kunstraum.baden.ch

Der Körper u Die

Fotograf Willy spiller: «Stromschnellen der Freiheit»

Aus Spass am Hier und J etzt

Magisch «Cima dal Largh» und «Piz Bacun», Engadin, aus der (noch unvollendeten) «Mondlicht»-Serie.

Foto Tina Schiess

Der Zürcher Fotograf Willy Spiller blickt lieber nach vorn als zurück. Für seine erste umfassende Einzelpräsentation in einer öffentlichen Institution tauchte er tief in die Vergangenheit ein.

Vaterglück Willy Spiller mit den Töchtern Ambra, 12 ( l.), und Camille, 14.

86

schweizer illustrierte

u Willy Spiller, 64, ist Vollblut-Fotograf. Seit 45 Jahren. Wie ein Seismograf bewegt sich der Zürcher durchs Leben, empfänglich für die kleinsten Reize. Mal als Reporter für namhafte Titel, mal als Porträtist von Künstlern und Dichtern. Paul Nizon, 82, Schriftsteller und Freund, hat ihn einst treffend charakterisiert: «Ich habe mich oft gefragt, was Willy Spillers Fotografie so unverblümt und lebensfrisch, so packend erscheinen lässt, noch aus langjährigem Abstand. Ich glaube, es ist ein Gemisch aus schamloser Neugier und schurkischer Komplizität, aber auch brüderlicher Kompassion.» Willy Spiller, der sich nie um eine grosse Ausstellung gekümmert hat – er mochte «lieber den Wind der Welt um die

Ohren» –, findet plötzlich Freude am Durchstöbern seines Archivs: die Zürcher Unruhen (1968), weltweite Reportagen, Aktionen des Künstlerduos Fischli/Weiss oder jene von Roman Signer, Porträts von Sylvie Fleury, Mario Botta, Jean Tinguely. Für den grossen Maler und Plastiker aus Fribourg sollte Spiller das Atelier in Soisy-sur-l’Ecole (F) fotografieren. Beim Verlassen des Ateliers schnitt Tinguely seiner Frau Niki de Saint Phalle ein paar Rosen. Zwei Wochen später war Tinguely tot – und diese bewegende Aufnahme die letzte vom grossen Meister. Seit einiger Zeit verkleinert Spiller seinen Bewegungsradius und widmet sich wieder dem lokalen Geschehen.

Vielfalt des menschlichen Körpers thematisiert die Schau «Mit Haut und Haar». Das Grafische Kabinett zeigt selten ausgestellte Blätter von Künstlern, die sich der Darstellung des Körpers verschrieben haben, ob als Forscher, als Beobachter oder durch die Augen der Liebe. Erotik schwingt bei vielen mit. Ergänzt werden die grafischen Arbeiten durch eine kleine Auswahl von Skulpturen und Ölbildern. Die Schau ist der Auftakt zu Félix Vallottons Zeichnungen.  rea Kunstmuseum Solothurn. Bis 22. 4. Di–Fr 11–17, Sa 12–16 Uhr, Tel. 032 - 624 40 00, www.kunstmuseum-so.ch

theater STock Seine zwei Teenager-Töchter bewahren den Fotografen vor dem Abheben und inspirieren ihn täglich für sein neuestes Langzeit-Projekt: Hier und Jetzt. Willy Spiller, der unter anderem auch für die Schweizer Illustrierte tätig ist, foto­grafiert täglich. Vermehrt mit dem Handy, das er auch zum Filmen einsetzt. «Das ermöglicht spontaneres Arbeiten, ich bin wieder dort, wo ich als junger Mensch angefangen habe.» In «Stromschnellen der Freiheit» werden nebst gross- und kleinformatigen Bildern auch Kurzfilme gezeigt. kati moser haus für kunst URI Altdorf UR. Bis 20. 5., Do/Fr 14–18, Sa/So 11–17 Uhr, Tel. 041 - 870 29 29, www.hausfuerkunsturi.ch

Klein und fein: Die Kammeroper u Der Handwerker Vanesio träumt davon, durch Heirat mit einem adligen Fräulein in der Gesellschaft aufzusteigen. Von der Kammerzofe Larinda hinters Licht geführt, sieht er sich um seine Chancen betrogen. Die Kammeroper Schweiz bringt «Der Handwerker als Edelmann» von Johann A. Hasse (1699–1783) zur Aufführung. Auf der Bühne stehen Nachwuchstalente, im Orchestergraben ­sitzen Profis. Leitung: Arthur H. Lilienthal. rea

theater stock Zürich Premiere 15. 3., weitere Vorstellungen 16., 17., 19.–22., 24. 3. um 20 Uhr, 25. 3. um 14 Uhr. Kongresshaus Winterthur 30. 3., 20 Uhr. -Tel. 044 - 422 73 94 , www.kammeroperschweiz.ch

schweizer illustrierte

87


Die Besten

Die Besten

Glanzrolle Als Travestiekünstler Zaza vereint Erich Vock Spass und eine Prise Melancholie.

kultur

event demnächst

5 Fragen an ein buch

Gag. De Burgh. Reggae-Pop

kabarett zum essen

uNachts sind sie da, die zwielichtigen Figu-

ren – bis Hansueli Schlussmann (Hanspeter Müller-Drossaart) nicht mehr weiss, wer er selber ist. Also beschliesst er, sie zu bekochen. Und das kann heiter werden. hv

Hélène Grémillon

Starkes Debüt Worum geht es? Die Mutter von Camille kommt bei einem Autounfall ums Leben. Unter den Kondolenz­ schreiben befindet sich ein Brief von einem Unbekannten, der seine Liebe zu einer Annie beschreibt. Es treffen immer weitere Briefe ein. Sie erzäh­ len von der Malerin Annie, die sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs mit einer wohlhabenden Pariserin an­ freundet und für sie aus Dankbarkeit ein Kind austrägt. Für Camille ver­ dichtet sich der Verdacht, dass die Geschichte auch mit ihr zu tun hat.

Die Fülle des Lebens u Darum gehts Alle haben sich mit mehr oder weniger Blessuren durchs Leben geschlagen – und jetzt? Wohin mit der vielen Zeit, der Langeweile, der Ein­ samkeit? Evelyn, Graham, das Ehepaar Douglas und Jean, Muriel, Norman und Madge beschliessen, dem Alter zu trotzen und brechen auf nach Indien. Das Best Exotic Marigold Hotel in Jaipur verspricht, den ausländischen Gästen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Tatsächlich funktioniert bei der Ankunft weder Strom, Telefon noch Wasser. Was den jungen, enthusiasti­ schen Hotelbesitzer Sonny nicht daran hindert, seinen Gästen das Blaue vom Himmel zu versprechen. Ein komisches, romantisches und berührendes Aben­ teuer beginnt. u Die Schauspieler Judi Dench als ver­

88

schweizer illustrierte

witwete Evelyn ist gewohnt stark. Auch Tom Wilkinson als desillusionier­ ter Anwalt und Maggie Smith als bär­ beissige Muriel überzeugen. u Die Hammerszene Wie Evelyn den indischen Telefonistinnen zeigt, dass sie am anderen Ende der Leitung nicht nur potenzielle Kunden, sondern Menschen mit Gefühlen erreichen. u Der Regisseur John Maddens «Shakes­ peare in Love» erhielt sieben Oscars. u Der Schlüsselsatz «Am Ende wird alles gut. Ist es nicht gut, dann ist es noch nicht das Ende.» u Das Fazit Mit viel Humor und Augen­ zwinkern zeigt der Film die herrliche Fülle des Lebens. anina rether 8 8 8 8 8 Länge: 124 Min. Regie: John Madden. Kinostart 15. 3.

Rollen-Spielerei u Die Kritiken nach der Premiere von «La Cage aux Folles» im Zürcher Bern­ hard Theater sind einhellig: «Der Narrenkäfig begeistert Zürich» («glanz & gloria»), «rasanter Narrenschwank» («Tages-Anzeiger»), «Der Theaterknül­ ler begeistert» («Blick») … Dabei hätte es auch ganz anders kommen können. Denn das Musical, das 1983 erstmals am New Yorker Broadway aufgeführt wurde und inzwischen zehn Tony Awards – die höchste Auszeichnung für musikalische Produktionen – einge­ heimst hat, wurde eingeschweizert: Der

Was macht das Buch zum Bestseller? Die kunstvoll, spannend komponierte Geschichte vom Kampf zweier Frau­ en um ihr Liebstes. Und das Thema der Leihmutterschaft. Sehr aktuell! Wem gefällt das Buch? Allen, die nie genug von Liebesgeschichten be­kommen können. Was bleibt nach dem letzten Satz? Geht es um die Liebe, scheint es keine moralischen Grenzen zu geben. Wer ist die Autorin? Hélène Grémil­ lon, 34, ist in Poitou (F) geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, lebt heute mit Sänger Julien Clerc und Sohn in Paris. Es ist ihr erster Roman. Isabel Notari HÉlÈne grÉmillon Das geheime Prinzip der Liebe (Hoffmann und Campe)

cd-Tipp jazz

Griechische magie

Fotos HO (3), Paul Seewer

«The best exotic marigold hotel» (GB)

Musical «la cage aux folles»

u Der epochale amerikanische Saxofonist/Flötist und die grosse griechische Sängerin tauchen ab in die Tiefen überlieferter Melodien und Harmonien der Ägäis. Was sie dabei entdecken, ist Mystik von traumtänzerischer Schönheit. hanspeter vetsch

charles lloyd & maria farantouri Athens Concert (ECM)

schillernde Travestie-Star Zaza (jenseits der Bühne der alternde Albin) lebt an der Zürcher Goldküste, es wird Mundart geredet und gesungen. Und zudem sind Zaza/Albin (Erich Vock) und Georges (Hubert Spiess), der Besitzer des Travestie-Clubs «La Cage aux Folles», nicht nur auf der Bühne, sondern auch im richtigen Leben ein Paar. Das Risiko hat sich gelohnt. Die zeitlose und herrlich komische Geschichte über die Werte der Fami­ lie, bedingungslose Liebe und die Not­ wendigkeit, Zivilcourage zu zeigen, funktioniert in der Fassung von Erich Vock und Domenico Blass bestens. Das wohl auch, weil es ihr nicht nur gelingt, sture gesellschaftliche Konventionen der Lachhaftigkeit preiszugeben. ­Sondern auch, weil die schöne Liebes­ geschichte von Mann zu Mann echt wirkt – und ist. hanspeter vetsch la cage aux folles Bernhard Theater Zürich bis 29. 4., www.la-cage.ch tickets für die besten events!

emotionen zum hören uSongs

wie «Lady in Red», «Don’t Pay the Ferryman» oder «High on Emotion» sind genauso Klassiker, wie es längst auch deren Schöpfer Chris de Burgh ist. Live gibt er noch immer den Mann der grossen Gefühle. hv chris de burgh Hallenstadion Zürich 12. 4. um 20 Uhr, www.goodnews.ch

sound zum tanzen

uGregory Isaacs und Massive Attack, Sade und Aretha Franklin (!) sind seine musikalischen Paten, Mattafix ist die Band, die ihn bekannt gemacht hat. Jetzt will es der Singer-Songwriter als Leader wissen. hv

marlon roudette Kaufleuten Zürich 28. 4. um 20.30 Uhr, www.kaufleuten.ch schweizer illustrierte

Fotos HO (4), Philipp Jeker

Farbenprächtig Evelyn (Judi Dench) findet sich schnell zurecht im pulsierenden Wirrwarr des indischen Alltags.

«Menu 3» Aarau 3. 5., Dietikon 4. 5., jeweils 20 Uhr, www.menu3.ch

89


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

La Dolce Vita! Wer auf Sizilien im Mietwagen unterwegs ist, entdeckt malerische Dörfer und hübsche Strände.

SIZILIEN, IRLAND, ANDALUSIEN IM MIETWAGEN

Auto buchen – Sizilien entdecken E Naturparadies Unterwegs in Südirland.

insteigen, losfahren! Abwechslungsreiche Rundreisen im eigenen Mietwagen werden immer beliebter. Weil man morgens losfahren kann, wann man will. Weil spontane kleine Abstecher immer möglich sind. Migros Reisen bietet Roundtrips für Andalusien, Irland, Madeira, Schottland und Sizilien an. Gemeinsamer Nenner: attraktive Preise! Sieben Nächte in Mittelklasse-

Hotels auf Sizilien (Ätna, Ausgrabungen in Segesta, Keramik-Produzenten, Strände) sind ab CHF 995.– zu haben, Flug und Mietwagen inklusive. Zum gleichen Tarif fliegt man auch nach Shannon: Auf einer achttägigen Rundreis lässt sich das Naturparadies Südirland entdecken (Küstenstadt Galway, Kristallfabrik von Waterford, Ring of Kerry, Küste). UH INFO www.migros-ferien.ch schweizer illustrierte

91


Reisen Traveldesk

DomRep: Boutique-Hotel, Golf bei Jack Nicklaus u Neue Top-Adresse an der Ostspitze der Dominikanischen Republik: «Eden Roc at Cap Cana». Mit Suiten und Strandbungalows in tropischer Vegeta­tion. Attrak­ tion: ein 18-Loch-Platz (Punta Espada) von Jack Nicklaus. Leading Hotel of the World. Info www.lhwgolf.com

Zelten wie Hemingway am Kilimandscharo u Zwei neue Lodges für Tierbeobach­ tungen am Kilimandscharo: Aus den ehemaligen Wohnhäusern von Hardy Krüger ist «Hatari» am Mt. Meru entstanden. In Hemingway-Zelten lebt man im «Shu’mata Camp». Edelweiss Air fliegt hin. INFO www.hatarilodge.com

Grossartiges Comeback! Der «Schweizerhof» in Bern in neuem Glanz.

Die Marmor-Lobby! Das Herzstück des Hotels lockt auch die Berner ins Haus.

«Jack’s Brasserie»! Ein Stück Bern. Das Wiener Schnitzel ist der Renner.

Design Maria Vafiadis 99 grosszügige Zimmer, mit viel Geschmack eingerichtet.

Smoker’s Paradise Stammgäste haben für ihre Zigarren ein Schliessfach.

Fitness im Haus Lionel Messi und das US-Davis-Cup-Team waren auch schon da.

150 JAHRE GESCHICHTE – UND EINE GROSSE ZUKUNFT!

«Schweizerhof» – das Wunder von Bern Bern hat seinen «Schweizerhof» wieder. Die Tradition bleibt gewahrt. Aber das neue Jahrtausend hält Einzug: mit modernem Design, Hightech und fröhlichen Managern. Gut für die internationalen Gäste. Gut für die Einheimischen.

D «Whale Watching» und Ayurveda in Sri Lanka u In Sri Lanka hat die Walsaison begonnen. Noch bis Ende April lassen sich die mächtigen Tiere (Blauwale!) auf Boots­ trips bewundern. FTI-Homebase? Zum Beispiel das «Jetwing Lighthouse*****» (Ayurveda). 2 Wochen inkl. Flug ab CHF 2389.–. INFO www.fti.ch

92

schweizer illustrierte

ie letzten der 150 «Schweizerhof»Jahre waren nicht die glanzvollsten. Komische Besitzerwechsel, Unklarheit über die Zukunft, fehlende Konzepte. Aber Bern kämpfte um seinen Hotel-Palast, und die Scheichs aus Katar machten die Millionen locker. Auf stilvolle Art und Weise: Was man im «Schweizerhof» fühlt und sieht, stimmt zuversichtlich für das weit grössere Projekt der QDHP-Gruppe auf dem Bürgenstock. u Design by Maria Vafiadis. Der «Schweizerhof» verleugnet seine Wurzeln nicht. Die Vergangenheit (mit

Ursula Andress, Grace Kelly und Liz Taylor als Stammgäste) wird verehrt, der legendäre Ballsaal Trianon wirkt auf den ersten Blick unverändert, und an den Wänden hängen Reproduktionen eines alten ­Berners: Paul Klee. Aber das ehrwürdige Haus mutiert dennoch zu einem Design-Hotel: Maria Vafiadis vom Londoner ­Studio MKV hat mit gefühlvollen Farben, klaren Entscheidungen und MuranoGlas sehr gut gearbeitet. Das Hotel ist modern, und trotzdem ist die Atmosphäre sehr warm. In den nur 99 Zimmern (mit wunderbaren Kronleuchtern, Regenwald­

dusche, japanischen Wannen), in den Hallen, Bars und im Restaurant. u Hereinspaziert! Ein Meisterwerk ist die Lobby. Sie ist so konzipiert, dass sie nicht nur eine verwöhnte internationale Clientèle überzeugt, sondern auch «tout Berne» ins Haus holt. In die LobbyLounge, wo der japanische Meister Hironori Takahashi seine Sushi und Sashimi serviert. In die Library, die die Berner Buchhandlung Stauffaucher regelmässig mit neusten Büchern alimentiert; in der Bibliothek sichtet man auch mal unsere Bundesräte bei Kaffee und Kuchen. Die grossartige Cigar Lounge hat Magnetwirkung. Ein weiterer Hotspot kommt hinzu, sobald die Berner Beamten grünes Licht geben: eine tolle Open-Air-Lounge im Dachgeschoss, mit freier Sicht auf die Bundeshaus-Kuppel.

im «Jack’s». Typisch für das von Michael Thomann souverän ­geführte Hotel: Küchenchef Silvan Durrer hätte zwar das Zeug zum Gourmet-Koch. Aber er wahrt in «Jack’s Brasserie» in e­rs­ ter Linie die Traditionen. Das gewaltige uSchnitzel

Wiener Schnitzel ist noch immer der Bestseller, Meergetier wird aufgetürmt, der Schinken an der Berkel-Maschine fein geschnitten. Bern dankts: Das «Jack’s» mit seiner ­wunderbaren, aber unkomplizierten Küche ist regelmässig ausgebucht.  Urs Heller

Check-in uDas Hotel Schweizerhof, Bern. 99 Zimmer und Suiten, elegant eingerichtet, technisch auf dem neuesten Stand. DZ ab CHF 450.– uRestaurant Jack’s Brasserie. Lobby-Bar mit japanischen Häppchen. General Manager Michael Thomann ist ein profunder Weinkenner – das macht sich auf der Karte bereits bemerkbar uSpa Klein, aber fein. Chillen inmitten von Eichenholz. US-Davis-Cup-Spieler im Gym uCigar Lounge Die besten Whiskys, Rum und Zigarren, dazu ein kleiner Snack. Erstklassig! uInfo www.schweizerhof-bern.ch

Meerfrüchte-Turm! In «Jack’s Brasserie» einer der vielen Klassiker.

schweizer illustrierte

93


En Guete

Appetitlich Gefüllte ­Gnocchi.

Kreative Vegiküche

Damit überzeugen Sie auch Liebhaber eines feinen Filets: Fleischlos essen fördert die Fantasie. Und freut nicht nur Ihr Portemonnaie.

1

GorgonzolaGnocchi

Zutaten (für eine Vorspeise für 4 Personen; ergibt ca. 24 Stück) Gnocchi-Teig 370 g Gschwellti (mehligkochende Sorte), frisch gekocht, heiss geschält, in Stücken, 100 g Mehl, 25 g Parmesan, fein gerieben, wenig Muskat, 3/4 Teelöffel Salz Füllung 60 g Mascarpone-Gorgonzola, mit einer Gabel zerdrückt, Salzwasser, siedend, 30 g Butter, 2 kleinköpfige Artischocken, längs fein gehobelt Vor- und zubereiten ca. 11/4 Std. u Kartoffeln durch das Passevite in eine Schüssel treiben, etwas abkühlen. Mehl, Parmesan, Muskat und Salz mit dem Kartoffelschnee mischen, evtl. noch etwas Mehl beigeben. Der Teig sollte noch feucht sein, aber nicht mehr an den Händen kleben. Gnocchi formen Gnocchi-Teig auf wenig Mehl zu zwei Rollen von je ca. 2 cm ∅ formen. Rollen in ca. 3 cm lange Stücke

schneiden, diese evtl. mit leicht angefeuchteten Händen zu Kugeln formen. Gnocchi füllen (siehe Tipp). Ofen auf 60 Grad vorheizen, Schüssel und Teller vorwärmen. Gnocchi in zwei Portionen je ca. 6 Min. im knapp siedenden Salzwasser ziehen lassen, mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen, warm stellen. Butter in einer beschichteten Bratpfanne warm werden lassen, Artischocken beigeben, erwärmen, bis die Butter schäumt, es nussig riecht und die Artischocken knusprig sind. Auf den Gnocchi verteilen.

2

Kräuter-Fotzelschnitten

Zutaten (für 4 Personen) 200 g Tessinerbrot, vom Vortag,

Tipp Kugeln in der Handfläche flach drücken, eine haselnussgrosse Portion Gorgonzola-Masse in die Mitte geben, Öffnung durch Zusammendrücken des Teigs verschliessen, zu einer Kugel drehen. Die Zinken einer Gabel auf den Gnocchi abrollen, sodass ein Rillenmuster entsteht.

4 Esslöffel Milch, 5 frische Eier, 1 Bundzwiebel mit dem Grün, in feinen Ringen, 1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten, 4 Esslöffel glatt­ blättrige Petersilie, fein geschnitten, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Brat­ butter zum Braten Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Ofen auf 60 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen. Brot in 12 Scheiben schneiden, quer halbieren. Milch und Eier in einer kleinen Schüssel gut verrühren. Bundzwiebel und Kräuter beigeben, würzen. Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne warm werden lassen. Brotscheiben portionenweise in der Eimasse wenden und beidseitig goldbraun backen, warm stellen.

3

Spaghetti mit Rucola-Sauce

Zutaten (für 4 Personen) Rucola-Sauce 2 Esslöffel Butter, 3 Esslöffel Mehl, 3 dl Milch, 1 dl Vollrahm, wenig Muskat, 1/3 Teelöffel Salz, schweizer illustrierte

95


En Guete 100 g Rucola, grobe Stiele entfernt, gehackt 500 g Spaghetti, Salzwasser, siedend Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für die Rucola-Sauce Butter warm werden lassen, Mehl beigeben, unter Rühren mit dem Schwingbesen düns­ ten; das Mehl darf keine Farbe annehmen. Pfanne von der Platte nehmen, Milch und Rahm auf einmal dazugiessen, unter Rühren aufkochen, Hitze reduzieren, würzen. Unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. köcheln, bis die Sauce sämig ist. Löffeltest: Die Sauce hat die richtige Konsistenz, wenn sie einen Löffelrücken gleichmässig überzieht. Pfanne von der Platte nehmen. Rucola beigeben, mit dem Mixstab fein pürieren. Spaghetti im siedenden Salzwasser knapp al dente kochen. Ca. 2 dl Kochflüssigkeit beiseitestellen. Spaghetti abtropfen, in die Pfanne zurückgeben. Beiseitegestellte Kochflüssigkeit und Rucola-Sauce beigeben, alles gut mischen, nur noch heiss werden lassen.

4

Erbsli-Kissen mit Balsamico-Sauce

Zutaten (ergibt 8 Stück) Erbsli-Kissen 1 rund ausgewallter Blätterteig (ca. 32 cm ∅), 170 g tief­ gekühlte Erbsli, aufgetaut (siehe Tipp), 2 Esslöffel beiseitegestellt, 70 g Halbfettquark, 25 g Parmesan, fein gerieben, 1 Ei, verklopft, 1/2 Teelöffel Senf, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle Balsamico-Sauce 1 Esslöffel Butter, 1 Schalotte, fein gehackt, 1/2 dl Weisswein, 1 dl Gemüsebouillon, 1 dl Aceto balsamico, 1 dl Rahm, 40 g Butter, in Stücken, kalt Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Backen ca. 15 Min. u Für die Erbsli-Kissen aus dem Teig 8 Kreise von je ca. 9 cm ∅ ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit einem Messer einen ca. 1 cm

impressum

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr. 11, 101. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor a. i. Stefan Regez International Tel. +41-44-259 65 11, sales@ringier.ch MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter creative Director Jean-Robert Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Schaffter Unter­h altungschefin Bettina Portmann Nachrichtenchef a. i. Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Marcel Huwyler Politikchef vakant wirtschaftschefin Nina Siegrist Fax 044 - 259 86 69 Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Thomas Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Eva Bünter (Volontärin), Alejandro Velert Unter­ Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz haltung Sandra Casalini (stv. Unter­haltungs­chefin), Nadine Bauer, Aurelia Forrer, Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Christa Hürlimann, Esther Meyer (Volontärin), Ramona Schweizer (Volontärin), Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Yvonne Zurbrügg (People) Sport Thomas Renggli kunst Caroline Micaela Hauger Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Shopp­ing Beatrice Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Verena Thurner, Lisa Merz kulinarik / a l dente Isabel Notari Bildredaktion Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Ulli Glantz (stv. Bildchef), Geraldine Haas, Fabienne Hubler, Regula Revellado Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; Layout / Pro­duk­tion Patrick Brun (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Fabienne Rodel, Nigel Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Ständige Mit­a rbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier si online Barbara Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Lanz (Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Katja Fischer, Anouk Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Haimoff, Ramona Thommen, Joëlle Weil iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Renée Sylvia Schauecker Sekreta­riat Sara Schrepfer Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors), ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni

breiten Rand einritzen. Nur den Boden (nicht den Rand) mit einer Gabel dicht einstechen, zugedeckt kühl stellen. Erbsli mit allen Zutaten bis und mit Pfeffer pürieren. Masse so auf die Teigstücke verteilen, dass der Rand frei bleibt, beiseitegestellte Erbsli darauf verteilen. Backen ca. 15 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Für die Balsamico-Sauce Butter warm werden lassen. Schalotte andämpfen. Wein, Bouillon und Aceto dazugiessen, aufkochen, auf ca. 1 dl einkochen, Reduktion in eine kleine Pfanne absieben. Rahm beigeben, Pfanne von der Platte nehmen. Butter portionenweise mit dem Schwingbesen darunterrühren. Dabei die Pfanne hin und wieder auf die Platte stellen, um die Sauce nur leicht zu erwärmen; sie darf nicht kochen. Sauce mit dem Mixstab aufschäumen. Etwas Sauce auf die Erbsli-Kissen träufeln, restliche Sauce dazuservieren. Tipp Erbsli sind im Nu aufgetaut, wenn sie in einem Sieb mit lauwarmem ­Wasser überbraust werden.

Jetzt im App Store! CHF 4.– pro Ausgabe

Abonnementspreise (inkl. 2,5 % MwSt.) u Jahresabo CHF 193.– (Schweizer Illustrierte, al dente, Shopping,

Miss Schweiz Magazin, Schweizer Illustrierte Auto, GOAL, SI GRUEN) u H albjahresabo CHF 101.– u V ierteljahresabo CHF 54.– u G old-Jahresabo CHF 215.– (Schweizer Illustrierte und SI Style)

Profitieren Sie jetzt von dieser Power-Kombi inklusive oben erwähnter Sonderhefte u G old-Halbjahresabo CHF 111.– u S chnupperabo CHF 20.– (10 × Schweizer Illustrierte und 1 × SI Style)

In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.


GaultMillau Gasthaus Schupfen Steinerstrasse 8253 Diessenhofen Tel. 052 - 657 10 42 Montag und Dienstag geschlossen Visa und Mastercard www.schupfen.ch

Vielversprechend Gastgeberpaar Heidi Boos und Sebastian Diegmann (Küchenchef).

Subtiles Spiel mit Saucen und Aromen «Schupfen», Diessenhofen TG Der «Neue» hat sich – nach diskretem Start – gut eingelebt. Küchenchef Sebastian Diegmann verblüfft mit Seeteufel, Entenleber und kräftigen Essenzen.

Die Besitzer des wunderschönen Restaurants am NEU Rhein (Architekt Joachim getestet Marx, Schloss-MammernChefärztin Annemarie Fleisch Marx) waren nicht zu beneiden. Erst wanderte Küchenchef Christian Kuchler mit allen Auszeichnungen und der halben Brigade ab, dann legte sein Nachfolger Sebastian Diegmann einen eher diskreten Start hin. Tempi passati: Diegmann hat in der 1336 (!) erstmals urkundlich erwähnten Liegenschaft spürbar Tritt gefasst und den GaultMillau bei einem zweiten Besuch beeindruckt. Mit seiner Leidenschaft, dem Fleiss und mit seinem Talent für Saucen mit Tiefgang.

Bereits die zwei Grüsse aus der Küche zeigten die Ambitionen des ehemaligen «Prix Taittinger»-Gewinners und setzten die Messlatte für das folgende Menü hoch an. Als Erstes schickte uns Diegmann ein hauchdünn geschnittenes Seeteufelcarpaccio mit einem Paprikachutney, danach überraschte er mit einem Trüffelravioli in der Selleriesuppe. Ein köstlicher Start. Der erste Gang, eine Entenlebervariation (Biscuittörtchen, Crème brûlée und Terrine in Sauternes-Gelee), überzeugte durch die herrliche Frische sowie die subtilen Aromenspiele. Die klare Ochsenschwanzsuppe mit Ravioli und die Essenz vom Hummer schmeckten vorzüglich. Keine Kritik

auch bei den perfekt glasig sautierten Jakobs­muscheln auf gebratenem Sellerie und dem getrüffelten KartoffelMillefeuille. Es folgten ein schön rosa gebratener Rehrücken im Brotmantel mit Rotkraut und einem Wirsing-Praliné. Der Wildfond hatte ein herrlich intensives Aroma. Sehr gelungen der aufwendigsüsse Abschluss. Ein luftig leichtes Mocca-Mousse im Biscuitmantel, eine Lebkuchenglace und konfierte Kumquats, die mit ihrem leicht bittersüssen Aroma das Dessert perfekt abrundeten. An gleicher Adresse: empfehlenswertes Bistro mit einfacher, günstigerer Küche. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Dick Vredenbergt

Wein-Tipp Kräftiger Genfer Die meisten Schweizer Rot­ weine haben von Natur aus eine etwas hellere Farbe. Abgesehen von einzelnen Traubensorten wie Walliser Syrah oder Bündner Spitzen-Pinotnoir und Genfer Gamaret. Die daraus vinifizierten Weine sind

äusserst dunkel, wenn nicht gar schwarz, und die Aromatik präsentiert sich konzentriert, leicht erdig und saftig. So auch der Gamaret 2009 (13,5 %) der Genfer Domaine des Charmes. Er leuchtet dunkelviolett und duftet nach schwarzen Kirschen und Zimt. Im Gaumen ist er

feurig, intensiv und festlich. Seine Jugend ist markant, wobei die Tannine eine schöne Reife zeigen. Dieser preis­ gekrönte Rotwein geht in die Kategorie der schweren Weine und passt sehr gut zu Fleisch oder Gerichten mit einer kräftigen Sauce.

Domaine des Charmes, Satigny Tel. 022 - 753 22 16 www.domainedes charmes.ch u CHF 19.–

schweizer illustrierte

97


PUBLIREPORTAGE

flagsize 2 (80 mm) CMYK 300 dpi: for offset

«Biken ist so lustvoll wie das Kochen»

REIFE LEISTUNG Ein wunderschöner Ausblick über das Schaffhauserland ist die Belohnung für den steilen Aufstieg.

QUERFELDEIN In der hügeligen Umgebung von Thayngen bewältigt Remo Walder steile Steigungen sogar «offroad».

ZWISCHENVERPFLEGUNG Auf dem Tisch mag es Remo Walder am liebsten urchig und frisch – wie in der eigenen Küche.

D

ie tägliche Herausforderung beginnt für Remo Walder jeden Tag bei Knorr – und manchmal auch hinter Knorr. Denn die Strasse, die vom Knorr-Hauptsitz in Thayngen bei Schaffhausen hinauf in die umliegenden Hügel führt, ist eine der liebsten Mountainbike-Strecken des Chefkochs. «Kochen und Biken haben für mich eines gemeinsam», sagt Walder. «Beides bereitet mir Lust und Spass und weckt in mir die Leidenschaft, immer neue Ziele zu erobern.» Beim Mountainbiken ist dies für den sportbegeisterten 53-jährigen ein ehrgeiziges Zeitlimit, an

dem er sich orientiert: «Wenn die Tour de Suisse diese Strecke vom Zentralschulhaus nach Opfertshofen hochfährt, brauchen die knapp 4 Minuten. Ich schaffs an guten Tagen in 11 Minuten.» Doch das ist noch nicht einmal das sportliche Hors’ d’Oeuvre des passionierten Zweiradfahrers. «Manchmal», so Walder, «fahre ich auf dem Bike von Laax bis nach Hause nach Thayngen. Das sind fast 200 Kilometer und etwa acht Stunden kräftig pedalen!» Auch beim Kochen verfolgt Remo Walder hohe Ziele. In der Entwickler-Küche von Knorr ist er Chefkoch und dafür zuständig,

mit seinem Team immer wieder neue Produkte zu entwerfen, die dem engagierten Hobby-Koch zu Hause das Leben leichter machen. Zum Beispiel die Kürbissuppe mit Ingwer oder das Bratensaucen Töpfli. «Zwei Produkte, die höchsten kulinarischen Ansprüchen gerecht werden und nach authentischen Rezepten kreiert wurden», sagt Remo Walder. Er muss es wissen. Denn die vielen Jahre in der Spitzengastronomie machen aus ihm einen fundierten Kenner hochwertiger Qualität und besten Geschmacks. Angefangen im Hotel Flüela in Davos, kochte er sich über den Laaxerhof

Fotos Remo Nägeli

Remo Walder gibt alles, um das nächste Ziel zu erreichen. Nicht nur auf dem Bike, sondern auch beim Kochen. Der CHEFKOCH VON KNORR entwickelt voller Leidenschaft feine Produkte wie die Kürbissuppe mit Ingwer, die viele Feinschmecker begeistert.

in die oberste Liga der Schweizer Gastronomie. Dann reizte ihn der Job, für ein noch viel grösseres Publikum das Beste auf den Tisch zu zaubern, und er wurde Chefkoch bei Knorr. Vier bis fünf neue Produkte entwickelt er pro Jahr, von der Beutelsuppe über die Streuwürze bis zu den praktischen Töpfli-Produkten, die zum Renner in der Knorr-Familie wurden. «Mit ihnen ist uns eine echte Innovation gelungen, die das Kochen zu Hause im Handumdrehen noch näher an die Haute Cuisine heranführt», erklärt Walder. «Denn als Ingredienzien werden nur die hochwertigsten und frischesten Zutaten verwendet. Echte Schweizer Qualität eben!» Ob er zu Hause auch einmal zum Knorr-Töpfli greift? «Aber sicher!», sagt Remo Walder. «Vor allem, wenn ich von einer Velotour zurückkomme, tut eine einfache Bouillon aus dem Töpfli einfach gut.»

KOCHEN MIT CHEFKOCH REMO WALDER IM 4 STERN-SUPERIOR-HOTEL ADULA, FLIMS! WETTBEWERB Wollen Sie einmal den Knorr-Köchen beim Kochen über die Schulter schauen und von ihnen in die Geheimnisse des Kochens mit Knorr eingeweiht werden? Dann machen Sie mit an unserem Wettbewerb! Zu gewinnen gibts 5 x ein Gourmet- & Wellness-Weekend für 2 Personen vom 13. bis 15. April im Hotel Adula in Flims, inkl. einem Kochkurs mit den Chefköchen Georg Schmücker und Remo Walder. Beantworten Sie die untenstehende Frage und senden Sie den Talon vollständig ausgefüllt an: Schweizer Illustrierte, «Knorr – Echte Köche», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet an unter www.schweizer-illustrierte.ch

WELLNESS WEEKEND im Hotel Adula zu gewinnen! www.adula.ch Wie heisst die neuste Produktentwicklung von Knorr-Chefkoch Remo Walder? Name: Vorname: Strasse: PLZ: Ort: Tel. : E-Mail: Teilnahmebedingungen: Einsendeschluss ist der 30. März 2012. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt. Die Übernachtung im Hotel Adula in Flims ist nur vom 13. bis 15. April gültig. Barauszahlung ausgeschlossen. Mitarbeitende von Ringier AG und Unilever Schweiz GmbH und deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Die Gewinner werden in den Ringier-Medien mit Bild porträtiert. Das Los entscheidet über Gewinn.


Horoskop

Der Frühling stimuliert. Und überrascht viele!

Dies weist auf Friedensbemühungen und humanitäre Ein­ sätze. Ab dem Neumond dürfte sich die Lage zuspitzen, und bereits schwelende Krisen könnten akut werden. Hoffen wir, dass der positive Zyklus Jupiter–Pluto noch einige Zeit wirkt und dass Politiker die richtigen Weichen stellen.

widder 21.–30. 3. Merkur–Uranus–Sonne in Ihrer Dekade symbolisiert eine überraschende Wende, ein un­ erwartetes Angebot, eine denkwürdige Begegnung. Am 18. kommt man Ihnen sehr entgegen. Nur am 22. (Neu­ mond) sind Sie ziemlich nervös. 31. 3.–9. 4. Alte Freunde melden sich wieder (am 18.), Sie sind gut gelaunt. Da­ nach ziemlich neutral. Nur am 23. missfällt Ihnen eine Bemerkung. 10.–20. 4. Sie sind am 17. nicht gerade in einer Hochphase, doch am 19. ist die Stimmung sehr ausgeglichen, und Sie fühlen sich wohl im engsten Kreis.

stier 21.–30. 4. Sie sind physisch in Form, ver­ danken Mars zusätzliche Energie (20.). Die um den 21./22. Geborenen schweben in höheren Sphären, ­entdecken neue Interessen (künstlerisch, humanitär). Einige erleben eine grosse innere Bereicherung. 1.–10. 5. Venus ver­ spricht Herzklopfen. Am 21. verbringen Sie unvergessliche Momente, gewinnen neue Freunde. Hektisch dürfte der 18. werden. 11.–20. 5. Sie amüsieren sich am 17. und 22. blendend und sind auf der richtigen Wellenlänge. Am 19. hingegen harzt es in Ihrer Kommunikation.

zwillinge 21.–31. 5. Sie stürzen sich kopfüber ins Ge­ schehen, entscheiden blitzschnell (am 18.). Gut möglich, kommt es zu einer überraschenden Wende. Sie gehen neue Wege, z. B. am 22. (Neumond). Meiden Sie über­ stürzte Gesten am 20.! 1.–10. 6. Ruhige Woche. Eine Nachricht sorgt am 18. für gute Laune, doch am 21. ist die Stimmung etwas angespannt. 11.–21. 6. Nach einigen Hindernissen am Wochenende verziehen sich am 19. die Wolken, und Sie können ein Missverständnis klären. Am 22. wird Ihre Geduld auf eine harte Probe gestellt.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie sind körperlich gut in Schuss, finden sich aber nur schwer in einer chaotischen Situation zurecht (am 18.). Beruflich oder privat zeichnet sich eine radikale Veränderung ab. 2.–12. 7. Sie erleben unvergessliche Stunden: Treffen mit Freunden? Diner zu zweit? Versöhnung? Am 21. signalisiert Venus ein High­ light. Die vor dem 3. Geborenen haben das Glück auf ihrer Seite. 13.–22. 7. Vorwiegend Routine. Nur am 17./18. kann es zu Missverständnissen (mit Partner?) kommen. Die nach dem 19. Geborenen müssen nachgeben.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie zeigen sich redegewandt und kreativ. Neue Ideen könnten zu einer positiven Wende führen, beruflich oder privat. Exzellent: der 18. sowie der Neumond am 22. 2.–12. 8. Sie amüsieren sich glänzend, dürften aber ganz schön über die Stränge schlagen. Viel­ leicht sollten Sie Ihre Leber schonen, einen Gang zurück­ schalten? Ärger mit Behörden oder Ihrem Boss am 22.? 13.–23. 8. Sie bleiben am Ball, lassen sich nicht von Ihrem Ziel ablenken. Fleiss und Ausdauer machen sich bezahlt, einigen winkt eine verdiente Anerkennung (19.).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind nur schwer zu bremsen (am 20.). Allerdings sollten Sie auf der Hut sein und auf Ihre Gesundheit achten! Die um den 1./2. September Geborenen entscheiden einen Machtkampf für sich. 3.–12. 9. Traumwoche! Venus signalisiert zärtliche Liebesbeweise, Sie sind im Zentrum des Geschehens. Harmonische Beziehungen sowie glückliche Begegnungen von Alleinstehenden (am 21.). 13.–23. 9. Sie ruhen sich auf Lorbeeren aus, fühlen sich wohl im engsten Kreis (17., 21.). Vielleicht sollten Sie mehr auf Ihren Partner hören?

waage 24. 9.–3. 10. Durch hitzige Diskussionen, speziell am 18., 21. und 22. (Neumond), könnte bei man­ chen der Haussegen schief hängen. Ein unerwartetes Er­ eignis führt zu einer einschneidenden Wende – Sie müssen improvisieren. 4.–13. 10. Sie sind am 18. auf der richtigen Wellenlänge, amüsieren sich blendend. Einige haben im Spiel ein glückliches Händchen. Am 22. sollten Sie mehr Verständnis zeigen. 14.–23. 10. Sie haben ein starkes Bedürfnis, Ordnung in Ihr Leben zu bringen. Am 19. ­werfen Sie unnötigen Ballast ab, fühlen sich erleichtert.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie setzen Ihre Vorstellungen durch und punkten mit einem neuen Vorhaben. Mars sti­ muliert Sie. Vor allem die um den 1. Geborenen erreichen ein hochgestecktes Ziel (20.). Am 18. sollten Sie Rück­ sicht nehmen (Angehörige?). 3.–12. 11. Sie sind in Flirt­ laune, feiern die Feste, wie sie fallen. Mit Charme ent­ schärfen Sie am 21. eine heikle Situation. 13.–22. 11. Sie sind am Wochenende der Hahn im Korb und sollten sich eine kleine Pause gönnen. Am 19. ist die Stimmung an­ gespannt, doch ab dem 21. bessert sich die Lage wieder.

schütze 23. 11.–2. 12. Ein überraschendes Ereignis öffnet Ihnen die Augen (am 18. und 21.). Oder sorgen ein unerwartetes Angebot, eine Begegnung, eine Versöh­ nung für gute Laune? Dies könnte sehr positiv für Ihre Karriere oder Ihr Privatleben sein. 3.–12. 12. Sie kommen gut über die Runden, sind (am 18.) auf der richtigen Wellenlänge. Günstig für Treffen oder Besprechung. Am 21. sind Sie ungeduldig. 13.–21. 12. Am Wochenende kommt es anders als erwartet. Am 19. entscheiden Sie klug und können sich gleichzeitig langfristig absichern.

steinbock 22.–31. 12. Sie sollten sich um Ihre Ge­ sundheit kümmern, den positiven Mars-Einfluss nützen (20.)! Mehr Bewegung, gesündere Ernährung helfen gegen chronische Probleme. Am 22. (Neumond) sind Sie nervös und dickköpfig. 1.–10. 1. Venus verwöhnt Sie mit Streicheleinheiten. Gehen Sie aus (Konzert, Diner zu zweit), organisieren Sie ein Treffen (am 21.). Am 23. kommt es anders als erwartet. 11.–20. 1. Das Weekend ist exzellent für eine Reise, einen Besuch. Sie treffen den richtigen Ton und können sich offen aussprechen.

wassermann 21.–30. 1. Sie haben freie Bahn und alle Trümpfe in der Hand, um ganz neue Wege zu gehen (am 18. und 21.). Beruflich oder privat kündigt sich eine äusserst positive Veränderung an, verbunden mit mehr Freiheit. 31. 1.–9. 2. Sie haben nicht immer den richtigen Durchblick (am 18.) und neigen dazu, über die Stränge zu schlagen (21). Am 23. sollte es wieder besser laufen. 10.–19. 2. Sie kommen gut über die Hürden. Vor allem die nach dem 16. Geborenen bauen auf einer soliden Basis auf und können langfristig die Weichen stellen.

fische 20. 2.–1. 3. Mars in Opposition verleitet Sie zu voreiligen Reaktionen. Diskussionen arten leicht aus (am 20.). Die Geburtstage vom Beginn entdecken neue Interessen (Kunst, Religion), erleben eine grosse innere Bereicherung (21.). 2.–10. 3. Venus verspricht unbe­ schwerte Stunden, aufregende Begegnungen. Am 21. sind Sie im siebten Himmel, niemand kann Ihrem Charme wider­stehen. Am 23. winkt eine Überraschung. 11.–20. 3. Am Wochenende sind Sie glänzender Laune, haben die Lage gut unter Kontrolle. Ab dem 20. wird es ziemlich ruhig.

ihr tages-horoskop 100

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

0901 - 59 89 01

u zum persönlichen Astro-Code

0901 - 59 89 02

u Zugang mit persönlichem Astro-Code

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 17. bis 23. März 2011 Am 20. um 6.14 Uhr wandert die Sonne ins Sternzeichen Widder: Damit beginnt der Frühling, Tag und Nacht sind gleich lang. Die Konstella­ tion Anfang Woche ist eher neutral, bis zum Neumond (am 22.) bildet Neptun harmonische Winkel (zu Sonne und Merkur).

Dr. Elizabeth Teissier


KREUZWORTRÄTSEL

Wert: 3120 Franken!

Gewinnen Sie 1 × ein Aqua Dynamic-Wasserbett im Wert von 3120 Franken! Aqua Dynamic Schweizer Qualitäts-Wasserbetten, die Nummer 1 seit 1982, zeichnen sich aus durch ideales Bettklima sowie unübertroffene Körperanpassung ohne Druckstellen. Es ist erwiesen, dass man sich in diesen Komfort-Wasserbetten bis zu 2 ⁄ 3 weniger dreht und wendet und somit morgens erholter aufsteht. www.wasserbett.ch

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 119 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SI, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SI SONNE an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24521 (gratis übers Handynetz)

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 18. März 2012

101


ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN

SUDOKU

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort.

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

ZAHLENSCHLÜSSEL

Gewinnen Sie 5 × eine De’Longhi Druckdampf-Bügelstation VVX1660 DualVap im Wert von je 290 Franken! Die neue professionelle Druckdampf-Bügelstation mit DualVap-System und Dual-Sohle für professionelle Ergebnisse: Dank Kombination von Keramik und Edelstahl in der Sohle wird eine hervorragende Gleitfähigkeit sowie eine gleichmässige Verteilung der Wärme gewährleistet. www.delonghi.ch

Gesamtwert: 1450 Franken! Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 101 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZAHLEN, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZAHLEN REGEN an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24522 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 18. März 2012

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 18. März 2012

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

102

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

mittel

6

1 6 2 3 9

3 4 5 6 1 8

7 5 8 5 3 6 8

2 3 6 7 2 1 7

5

Conceptis Puzzles

Gesamtwert: 1050 Franken!

Gewinnen Sie 3 × einen Classic Teakholz Sonnenschirm von Teakland.ch im Wert von je 350 Franken!

4

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

Eine überaus sinnvolle Investition in Qualität, Design und kühlen Schatten: Der Classic Sonnenschirm aus echtem Teakholz, bespannt mit beigem Stoff. Jeder Schirm wird in echter Handarbeit mit viel Liebe hergestellt. www.teakland.ch

Teilnahmeschluss Sonntag, 18. März 2012

06010014129

Gewinnen Sie 3 × einen Braun Multiquick SCHNURLOS, inkl. Kompakt-Küchenmaschinenaufsatz, im Wert von je 325 Franken!

schwer

Gesamtwert: 975 Franken! Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24528 (gratis übers Handynetz)

Die praktische «Alles-in-einem-Küchenmaschine», ausgestattet mit einem Schneid- und Raspelwerk und einem kraftvollen Knethaken, eignet sich für gesunde Salate, frische Früchteteller und leckere Pizzateige. www.braun.com

1 3

Und so nehmen Sie teil:

Teilnahmeschluss Sonntag, 18. März 2012

1 7 4

7 5 6 2 6 5 3

4

9 4 2 1

2 6 8 Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Ahndung, 2. Muendig, 3. Tabelle, 4. Elritze, 5. Aletsch, 6. Roderer, 7. Ehrgeiz, 8. Gaehnen, 9. Taverne, 10. Hostess, 11. Canapes, 12. Uniform, 13. Lindern, 14. Fuessli, 15. Hutpilz, 16. Catchen, 17. Ruinoes, 18. Urmeter, 19. Dennoch Lösungssatz: Durch Flucht geraet man mitten ins Verderben.

REBUS

Lösung: MEISEN

Lösung: 213

HAUS K (S) I R C H E TOR AUSSICHT

2 7 3 8 4 1 9 5 6

9 6 4 7 5 3 2 8 1

4 2 8 5 9 7 1 6 3

5 1 9 6 3 4 7 2 8

6 3 7 1 8 2 5 9 4

7 9 2 4 1 8 6 3 5

8 5 06010014424

3 4 6 9 7 5 8 1 2

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 720 Franken!

SUDOKU mittel 8 5 1 2 6 9 3 4 7

3

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 10

1 2 3 =

4 6

1 8 5 3 2 6 4 7 9

06010014128

Lösung: ERWACHSENER

Gewinnen Sie 8 × ein Norton Internet Security 2012 von Symantec im Wert von je 90 Franken!

schwer

Die Sicherheitssuite schützt Ihren PC effektiv und liefert wirkungsvollen Schutz gegen Viren, Online-Identitätsdiebstahl und andere Cybergefahren. www.norton.ch

9 1 8 2 3 7 4 2 5 9 3 6 5 4 1 2 3 6 1 7 1 9 7 8 4 8 5 4 3 6 4 2 1 9 5 7 2 6 8 9 685 Lösung: 5 7 3 6 8

Lösung: 617

7 6 8 9 5 2 3 4 1

6 3 9 8 2 1 7 5 4

5 8 7 4 3 9 6 1 2

4 1 2 5 6 7 8 3 9

06010014423

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24525 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 18. März 2012

103


leser

Oesch’s die Badenden Kevin (l.), Melanie und Mike beim Wellnessen im Pool des Hotels Beatus am Thunersee.

«Das Trio ist einfach ein glatter Haufen» u Melanie ist der Boss,

Oesch’s zu dritt, SI 10/2012 «Was für ein witziger Bericht über Oesch’s die Dritten. Das Geschwister-Trio ist einfach ein glatter Haufen. Man merkt, dass es die drei gut zusammen haben und für manchen ‹Seich› zu haben sind. Wahrscheinlich ist genau das ihr Erfolgsgeheimnis. Weil sie so unverkrampft und bodenständig sind, mögen die Leute ihre Art und ihre Musik. Ich freue mich auf neue Hits und Konzerte der Oesch’s.» Magnus Loher, per E-Mail

Foto Kurt Reichenbach

«Danke für den tollen Bericht über die Oesch-Kinder. Ich staune immer wieder, wie so junge Menschen den Weg in diese Musik finden. Die Familie Oesch ist eine

Bereicherung in der Branche. Und trotz dem Erfolg sind sie alle ganz bescheiden geblieben. Sie sind ein gutes Vorbild für alle Schweizer.» Monika Lauber, per E-Mail Guetnachtgschichtli u Rose der Woche, SI 10/2012 «Für die Rose, die Sie mir für die Wiederaufnahme des ‹Guetnachtgschichtli› überreicht haben, herzlichen Dank! Auch viele Zuschauerreaktionen zeigen, dass die Wiederaufnahme eine Entscheidung war, die Freude macht. Wie immer war eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen daran beteiligt, diesen Klassiker des TV-Programms wiederzubeleben. Wir alle freuen uns an der Rose.» Rudolf Matter, Direktor

Die falsche katastrophe u Japan – ein Jahr danach, SI 10/2012 «Ich bin schockiert, wie sich der Fokus von Medien und Öffentlichkeit seit bald einem Jahr einzig und allein auf den Reaktor­ unfall richtet. Dafür bezeichnend ist, dass alle Welt von der ‹Fukushima›- und nicht von der ‹Tohoku›-Katastrophe redet. Wie wenn die Katastrophe vom Kernkraftwerk ausgelöst worden wäre! Ja, der Reaktor­ unfall soll zum Anlass genommen werden, über unsere Energieversorgung nach­ zudenken. Das sollte Japan selbstredend und im eigenen Interesse auch tun. Doch als Mann einer Japanerin und im Namen ihrer Landsleute bitte ich darum, zuallererst der rund 20 000 Menschen zu gedenken, die das Erdbeben und der Tsunami in den Tot gerissen haben, sowie der Hunderttausenden, die Angehörige und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. DAS ist die eigentliche Katastrophe! Doch dies verschweigt uns der mediale Mainstream. Eine wohltuende Ausnahme bildet das differenzierte Editorial von Stefan Regez. Herzlichen Dank dafür.» David Müller, per E-Mail

willi

Schweizer Radio und Fernsehen

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Da läuft noch einer als Tell verkleidet herum! Dabei ist doch die Fasnacht bei uns längst vorbei.»


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch Nic Maeder Gotthard

Im Interview spricht der neue LeadSänger über seine Freundin und sagt, warum die Tour für ihn zum Trainingscamp wird.

«DSDS» Luca & Jesse

Die beiden Schweizer begeistern mit ihren Auftritten ganz Deutschland. SI online erzählen sie von ihrem aufregenden Leben als «DSDS»-Lieblinge. AURORA HUNZIKER Ihre Wurzeln liegen dank Mami Michelle in der Schweiz. Wir zeigen, welche Star-Kids sonst noch helvetisches Blut in den Adern haben.

Bestellen Sie jetzt Ihr Jahresund Halbjahresabo nJ  A, ich bestelle ein Jahresabo der Schweizer Illustrierten (inkl. Sonderhefte) und bezahle jährlich CHF 193.–. Ich spare CHF 41.– gegenüber dem Einzelverkauf. nJ  A, ich bestelle ein Halbjahresabo der Schweizer Illustrierten (inkl. Sonderhefte) und bezahle CHF 101.–. Ich spare CHF 16.– gegenüber dem Einzelverkauf. Name

Machtmensch oder Heulsuse? Wer ist Wladimir Putin? Alles über seinen Charakter, seine Familie, die Affären, sein Vermögen und seine Hobbys.

Bitte Coupon einsenden an: Schweizer Illustrierte, Leserservice, Postfach, 4801 Zofingen. Angebot gilt nur für Neu­ abonnenten in der Schweiz. Preis inkl. 2.5 % MwSt. und Versandkosten. www.schweizer-illustrierte.ch und www.online-kiosk.ch Tel. 0800 820 920 (gratis)

C

Fotos Splash News, Katja Lehner-Grossi, RTL

iPad

Vorname Strasse PLZ Ort Telefon E-Mail SJa, ich bin damit einverstanden, dass Ringier AG mich künftig via E-Mail über weitere interessante Angebote informiert (gegebenenfalls bitte streichen).

60005231


Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Männermacht und Schöpfungsmacht Das müssen Sie mir erklären. Es geht um das seit Jahrhunderten ungeschriebene Gesetz, dass Männer die Welt beherrschen. Also auch die demo­kratische Gesellschaft – und natürlich die Wirtschaft. Die Männer-Quote muss abgeschafft werden. Die generelle Meinung, nicht nur unter Männern, lautet doch: Gute Frauen setzen sich auch ohne Quote durch. Das ist albernes Männergeschwätz. Ich kann es nicht mehr hören. Der Satz beinhaltet erstens die Anmassung, dass sich in der männerbeherrschten Wirtschaftswelt stets die fähigsten Männer durchsetzen. Zweitens besagt der Satz, dass Frauen nur dann an die Spitze von Unter­ nehmen gehören, wenn sie über herausragende Qualitäten verfügen. Mit Gleichberechtigung hat dies nichts zu tun. Denn Gleich­berechtigung ist erst dann gegeben, wenn ebenso viele mittelmässige und unfähige und dumme Frauen an die Spitze der Wirtschaft gelangen wie Männer. Frauen müssen nicht besser sein als Männer. Und sie sind es auch nicht. Ernst Tanner, Chef von Lindt & Sprüngli, behauptet, um bei uns voranzukommen, müsse man «mobil und flexibel» sein. Frauen mit Kindern seien «nicht mehr mobil genug» und kämen für Top-Positionen oft nicht infrage. Ernst Tanner ist Schokoladen-König, nicht Philosophen-­ König. Darum hat er nicht genügend nachgedacht. Die Lebenswirklichkeit der Frauen als Argument gegen Frauen in Spitzenpositionen anzuführen, gehört zu den ältesten Männertricks. Vor allem in der Wirtschaft will man alles

Menschlich-Emotionale ausschliessen: Der Faktor Mensch stört den Faktor Produzent. Da stört natürlich eine Frau, die zu Hause Kinder erzieht, sich also ums Wirkliche kümmert – nicht nur um Kirschstängeli oder Schokoladen­ hasen mit einem Glöckchen um den Hals. Aber damit entkräftigen Sie das Argument von Ernst Tanner noch nicht. Doch. Eine Frau, die Kinder erzieht – und im Normalfall auch noch ihren Gatten –, bringt Erfahrungen in die ­Führungsetage, die dem Mann völlig abgehen. Sie gehen heute sehr weit. Überhaupt nicht, lieber Marc Walder. Haben wir beide denn Kinder geboren? Sehen Sie! Diese Erfahrung fehlt uns. Sie macht die Frauen erwachsen. Uns fehlt diese absolute schöpferische Kraft. Im Gegensatz zu Frauen werden wir nie ganz erwachsen. Wir kompensieren diesen Mangel seit Jahrhunderten durch Männermacht, mit der wir die Frauen kleinhalten, abwerten. Die Schöpfungsmacht der Frauen macht uns Männern Angst. Mit Fontane sage ich Ihnen, lieber Frank A. Meyer: Dies ist ein weites Feld. Richtig. «Quote» ist ein zu kurzes Wort für ein derart tiefes kulturelles Problem. Die Abschaffung der Männer-Quote in dieser Welt, auch in den Kulturen, die weniger weit sind als unsere christlich-abendländische, wäre die grösste Revolution der Geschichte. 

MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

clever suchen. clever buchen.

Trinken Sie Ihren Espresso in Rom? Oder New York? Oder auf den Malediven?

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, sind Sie für oder gegen die ­Frauen-Quote? Ich bin gegen die Männer-Quote.


SI_2012_11  

People- und Lifestyle-Magazin

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you