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Michelle Hunziker Ihre Highlights aus «Wetten, dass …?» Tabu-Thema Suizid Grosser Report

Anna Rossinelli

Wieder da!

Der Eurovision-Flop machte ihre Liebe zu Georg stark. Jetzt startet sie mit ihrem ersten Album durch

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5. Dezember 2011 CHF 4.50


Inhalt 8

u Ende einer Epoche An der Seite von «Wetten, dass ...?»Star Thomas Gottschalk entzückte sie Millionen von TV-Zuschauern. Die Highlights von Michelle Hunziker.

HEFT 49, MONTAG, 5. Dezember 2011

Titel 24

Anna Rossinelli Das Comeback! Die Baslerin singt sich mit ihrem ­Debüt-Album in die Herzen der Fans

Leute 7 8

Titelfoto Fabienne Bühler; Inhaltsfoto Sven Simon

42 50 66

Editorial von Stefan Regez Leute Michelle Hunziker, Gian Simmen, Franco Knie, Marc Surer, Matthias Ott, Simon de Pury, Kathrin Hönegger Yann Sommer FCB-Goalie im Hoch. Ein Zürcher macht ganz Basel glücklich Oriane Piccard Papa Bertrands ganzer Stolz: Sie segelt in Paris übers Parkett! Julia Flückiger Die Vize-Miss über Körperkult, Geist und Schönheitswahn

Party 18

90 Jahre «l’illustré» Genf; Zibelemärit «Bellevue Palace», Bern; Manor Basel schweizer illustrierte

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Inhalt Politik 30

Bruno Zuppiger & Co. Poker? Karussell? Die Bundesratskandidaten der SVP

Gesellschaft 38 44 52

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Bébé Sans-Papier Geb. am 15. 10. 11: Die unglaubliche Geschichte der Maria Matter Bartabhauätä Rasur nach Älpler Art Suizid Wie Nadja Aschwanden zurück ins Leben fand. Die Gesellschaftsreportage Duo Full House Die Komiker von Salto Natale haben es auch privat ganz lustig

Sport 58

u Masein – das Monaco am Hinterrhein Wo er auftaucht, herrscht Temporausch. Freeski-Star Elias Ambühl, 19, verzückt seine Fans, im Slope Style genauso wie auf der Bergstrasse. «Mein F430 ist mein Baby.»

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Credit Suisse Sports Awards Wählen Sie die Sportler des Jahres! Elias Ambühl Der Alpen-Turbo ganz privat

Shopping 91

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 99 Rauchstopp Hilft die elektrische Zigarette? 100 Alzheimer Beschleunigen Psychopharmaka die Demenzerkrankung? Der Check

Die Besten 109 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Thomas Buchwalder

115

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u Gmögig Im Poker um den Bundesrat spielt die SVP jetzt ihre besten Karten: Bruno Zuppiger & Co. sollens richten.

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 89 Notabene von Peter Bichsel 130 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 124 Horoskop 128 Leserbriefe/Impressum

u Clever «Mich stört, dass Missen als intellektuelle Tiefflieger schubladisiert wer­den»: Hobby-Ballerina Julia Flückiger.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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editorial

Keine Ausreden mehr! Bruno Zuppiger

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

Die SVP hat es uns nicht einfach gemacht: Während sich die beiden SP-Favoriten Alain Berset und Pierre-Yves Maillard schon früh zu ihren Bundesrats­ ambitionen bekennen (SI 47), sagen bei der SVP die aussichtsreichen Kandidaten gleich reihenweise ab. Dann nominieren die Kantonalparteien bis vergangenen Dienstag sechs Anwärter, die wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe alle vorstellen. Und nur zwei Tage später entscheidet sich die SVP-Fraktion für Bruno Zuppiger und Jean-François Rime. Damit hat die SVP die Kurve doch noch gekriegt. Die wählerstärkste Partei präsentiert nämlich das bestmögliche Ticket mit zwei mehrheitsfähigen Kandidaten. Bekennt sich das Parlament nun nicht zu einem zweiten SVP-Bundesrat, kann es die Kon­kordanz begraben. Ausreden gibt es keine mehr! Von Bruno Zuppiger zeigt sich SI-Nachrichtenchef Marcel Huwyler beeindruckt: «Man müsste annehmen, dieser Mann sei nervös. Er ist aber ruhig, leutselig, umgänglich – und stark verankert in Hinwil, in der Partei, in seiner Familie.» Und ganz entscheidend: Auch wenn Zuppiger aussieht wie ein gmögiger Bär, man sollte ihn nicht unterschätzen: «Er ist ein schlauer Fuchs.» «Mit Herz und Biss» – ab Seite 30.

Familie Hüsler Keine Geschichte

Danke schön! Sophie und Heinrich Hüsler mit einem Teil der vielen Briefe und Päckli. Auch der Adventskranz ist ein Geschenk.

hat in diesem Jahr ein so grosses Echo und so viele Leserbriefe ausgelöst wie das Schicksal des Ehepaars Sophie, 83, und Heinrich Hüsler, 84, aus Kriens. Seit 55 Jahren pflegen sie ihre schwerbehinderte Tochter Christina daheim (SI 45). Alle sind beeindruckt von der Arbeit, die das Ehepaar jeden Tag leistet. Von der Liebe, die die Eltern ihrem Christeli schenken. Auch Sophie und Heinrich Hüsler bekamen viel Post: Dutzende von Briefen von meist fremden Menschen, vielen war ein Nötli beigeheftet. «Wir bewundern Sie!», stand in einem Brief. «Schön, dass es Menschen wie Sie gibt. Sie geben uns Mut», in einem andern. In vielen Päckli waren Heftli und Kassetten mit klassischer Musik für Christina, ­Bienenhonig, Wein, ein Adventskranz. «Wir möchten uns bei allen herzlich bedanken. Die Reaktionen tun uns gut, sie geben uns Kraft», sagt Sophie Hüsler zu SI-Redaktor Thomas ­Kutschera, der sie vergangene Woche nochmals daheim besucht hat. PS: Das Schweizer Fernsehen will übrigens über das be­rührende Schicksal der Familie Hüsler einen «Dok» realisieren.

Fotos Geri Born, Hervé Le Cunff, HO

100 Jahre SI In den letzten zehn

Ausgaben haben wir Ihnen 100 Jahre Schweizer Illustrierte auf 100 Seiten präsentiert. Mehrfach erreichte uns die Bitte, diese Serie in einem Sonderheft herauszugeben. Wir kommen diesem Wunsch nach – auf dem iPad: Sie erhalten dieses einzigartige «Geschichtsbuch» mit animierten Bildern, Videos und Audiodokumenten zum Sonderpreis von 2 Franken. Abonnenten können sich das 500 Megabyte starke Heft selbstverständlich gratis downloaden.

Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit der Schweizer Illustrierten!


Foto Felix Kaestle/dapd/ddp Images

leute

Abschied vom TV


nachgefragt bei

Gian Simmen Olympiasieger Gian Simmen, 34, trat auf seinem Snowboard in «Wetten, dass ...?» gegen einen Mountainbiker an.

u Es war der ultimative Liebesbeweis von Michelle

Hunziker, 34, für Thomas Gottschalk, 61: In seiner allerletzten «Wetten, dass ...?»-Sendung vergangenen Samstag dichtete sie für den KultModerator: «Wir rockten ab und teilten uns den Lockenstab.» Und weiter: «Die letzte Sendung, ich freu mich drauf, und sage trotzdem: Hör nicht auf!» Doch Gottschalk war nicht umzustimmen. Ob es auch für Michelle Hunziker die letzte Sendung war – darüber schweigt die Bernerin. Ihr Vertrag mit dem ZDF soll – noch? – nicht verlängert worden sein. So oder so: Die beiden Blondgelockten waren in den vergangenen zwei Jahren ein echtes TVTraumpaar. Und La Hunziker liess in ihrem letzten Einsatz als Wett-Schätzchen an Thommys Seite keinen Zweifel daran, dass ihr der Abschied schwerfiel. Gottschalk selbst war pragmatisch: «Wenns ein Abschied vom Scheinwerferlicht wäre, wärs bitter. Aber ich komme wieder!» Dasselbe gilt auch für La belle Michelle. Wetten, dass ...? sandra casalini / Esther meyer

TV-Liebling Michelle Hunziker – die Bilder auf der nächsten Doppelseite.

-Traumpaar

Gian Simmen, sind Sie enttäuscht? Warum? Weil ich die Wette gegen meinen Herausforderer Andreas Brewi verloren habe, oder weil es mit unserer Wette knapp nicht zum Wettkönig gereicht hat? Wegen beidem. Nein – auch wenn es natürlich toll gewesen wäre, bei der Wette von Gottschalks letztem Wettkönig mit von der Partie gewesen zu sein. Die Niederlage gegen einen Mountainbiker auf «Ihrem» Element ist also keine Verletzung der Snowboarder-Ehre? Nein. Ich gönne Andreas den Sieg. Er ist ­ein zäher Typ und hat es mir wirklich nicht leicht gemacht. Zudem habe ich ja sehr knapp und erst auf der Zielgeraden ver­loren. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, sich als Snowboard-Olympiasieger und -Weltmeister auf der Piste mit einem Velofahrer zu messen? Die Idee stammt ja nicht von mir. Andreas Brewi und ich haben einen gemeinsamen Freund, der in Österreich Snowparks baut. Der fand, das wäre ganz lustig. Andreas Brewi ist Landschaftsarchitektur-­ Student in Wien. Weshalb lassen Sie sich von einem Amateur überhaupt herausfordern? Ich fand die Wette cool. Fast eine ganze Woche lang habe ich mich in Ischgl darauf vorbereitet. Die Sprünge auf der 1,3 Kilo­ meter langen Strecke bedeuteten Nerven­ kitzel vom Start bis ins Ziel. Ging es Ihnen nur ums Adrenalin oder auch darum, in Thomas Gottschalks allerletztem «Wetten, dass ...?» dabei zu sein? Ehrlich gesagt habe ich zuerst leer geschluckt, als ich hörte, dass ich dabei bin. Ich fühlte mich natürlich geehrt, unter solchen Umständen mein Fahrkönnen­ zu beweisen. Durften Ihre kleinen Söhne aufbleiben und Papi am TV schauen? Ausnahmsweise. Meine Frau Petra war mit Niculin und Florin bei einer Geburtstags­party. Die Gastgeber haben extra eine Grossleinwand aufgebaut! Interview Ramona Schweizer schweizer illustrierte

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party

Ihr Ex-Mann 2010 ist Eros Ramazzotti zu Gast auf der Couch. Die beiden mögen sich noch immer.

Männerschwarm Selbst Robbie Williams kann 2009 ihrem Charme nur schwer widerstehen.

Patriotisch Als Badenixe löst sie 2009 in Mallorca ihre Wettschuld ein.

Gewagtes Décolleté 2006 sorgt sie als Gast für Furore. Tom Cruise schaut ihr brav in die Augen.

Unvergesslich: Zwei Jahre lang betört Michelle Hunziker in «Wett

Inniges Arbeitsverhältnis Das Moderatorenpaar harmoniert perfekt.

Schön, schöner ... Auch neben Hollywoodstars wie Jennifer Lopez (l.), Cameron Diaz (2. v. l.) und Topmodel Heidi Klum (2. v. r.) braucht sich Michelle nicht zu verstecken. Da hat Gottschalk gut lachen.

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schweizer illustrierte

Grosse Geste Michelle Hunziker geht vor Schauspielerin Sophia Loren in die Knie.


Fassungslos! Ihr Blick sagt alles: Nach einem Unfall bei seiner Wette am 4. Dezember 2010 ist Samuel Koch gelähmt.

Für jeden Spass zu haben Mit Komiker «Bully» Herbig (l.) liefert sich die Schöne ein Wetthüpfen.

en, dass ...?» Kandidaten, Gäste und Zuschauer gleichermassen 151 Outfits in 23 Jahren In der letzten Sendung überrascht Michelle «ihren» Thommy mit einem Foto-Kleid. Hautnah I Michelle als Gast mit US-Sänger Jon Bon Jovi in Düsseldorf 2002.

Hautnah II Mit US-Superstar Justin Timberlake in der vorletzten Sendung.

Herz am richtigen Fleck Michelle ist sich für keine Wettschuld zu schade. Zur Freude von Udo Jürgens.

Küss die Hand Deutsch-Rocker Udo Lindenberg erweist Michelle die Ehre. schweizer illustrierte

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Fotos AP / Keystone (2), Star Press, Eventpress, Breuel, Stephan Krudewig, Ullstein, ddp / dapd (2), Action Press / Dukas, Peter Bischoff, dpa / Picture Alliance / Keystone, Sven Simon, Brauer Photos, Sacha Baumann/Getty Images

ItalianitàAuch Oscar-Preisträger Roberto Benigni kommt bei ihr ins Schwärmen.


wer liebt wen

Filmreifer Antrag u «Kulturplatz»-Moderatorin Eva Wannenmacher, 40, ist unter der Haube. Nach acht Jahren Beziehung mit TV-Autor Stefan Zucker, 42, heirateten sie vor einem Monat heimlich in Zürich. Wannenmacher behält ihren Nachnamen, die gemeinsamen Töchter, Greta, 4, und Smilla, 1, heissen neuerdings Zucker. u Fiona Bollag, 28, Autorin von «Das Mädchen, das aus der Stille kam», ist ver­lobt. Ihr zukünftiger Ehemann heisst Ilja Gorelik, 29. Der Deutsche mit russischen Wurzeln machte der Zürcherin – wie in einem Hollywoodfilm – auf dem Dach des berühmten Rockefeller ­Buildings in New York City den Antrag.

Fotos Magali Koenig / Mondo Verlag (2), Jörg Glaescher / laif, SRF, HO (2), Himzo Hajdarevic/tilllate.com, Keystone

u Ex-Vize-Mister-Schweiz

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Stefan Tobler, 30, ist frisch verliebt! Die Glückliche heisst Selina Dermon, 25, und ist seine Bookerin. Jetzt koordiniert sie nicht nur seine beruflichen Termine, sondern auch die private Agenda. u Das amerikanische Reality-TV-Starlet

Kourtney Kardashian, 32, erwartet ihr zweites Kind von Freund Scott Disick, 28. Sohn Mason, 1, wurde vor laufender Kamera geboren. Ob Baby Nr. 2 dasselbe Schicksal blüht?

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Betty Legler u Calimeros u Katja Stauber und Florian Inhauser u Clown Pic schweizer illustrierte

franco Knie mit Nina & timothy

Die Kleinen packen u Er ist schon sein ganzes Leben lang auf Tournee, hat sein Zelt sprichwörtlich fast überall im Land aufgestellt. Jetzt gibt Franco Knie, 57, ein sehr privates Buch heraus. In «Die Schweiz des Franco Knie» verrät der Zirkusdirektor nicht nur seine liebsten Landschaften, Transportmittel, Restaurants und Hotels. Er erinnert sich auch an seine Jugend mit Riesenschild­ kröte Goliath und Elefant Fridolin und gibt Einblicke in sein Fotoalbum. Wie er einst entdecken heute seine Zwillinge Nina und Timothy ihre Liebe zum Zirkus. «Dauernd sind sie draussen, lachen und spielen mit anderen», sagt Franco Knie. Sie seien ganz normale, glückliche Kinder. Und er ein Vater, der sie natürlich nur zu gerne Wer wischt hier Sägemehl? Der kleine Timothy Knie mit Besen, Schwesterchen Nina dahinter. verwöhnt. yvonne zurbrügg


leute

Schauspielerin Jeanne Devos in ihrer Einzimmer­ wohnung in Weimar.

jeanne devos

Die Jeanne d’Arc von Weimar

mit an!

Die Elefanten dürfen in dieser Erziehung nicht fehlen: Franco Knie mit seinen zweijährigen Zwillingen Nina und Timothy (r.).

u Ein Mädchen aus Heiden AR will eigentlich Krankenschwester werden. 20 Jahre später ist Jeanne Devos, 27, Schauspielerin am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Dort steht sie seit anderthalb Jahren auf der Bühne, momentan für sechs Produktionen gleichzeitig! Tagsüber probt sie, abends spielt sie in Bertolt Brechts «Heiliger Johanna der Schlachthöfe» oder in «Gullivers Reisen». Die Appenzellerin ist nicht nur auf Theater spezialisiert. Dieses Jahr war sie neben Stephanie Glaser in «Alles eis Ding» zu sehen. «Die Zusammenarbeit mit ihr war toll!» Devos spielt auch gerne «Hosenrollen». Theater-Jargon für «Frauen in Männerkleidung». Ihr Traum: Hamlet. esther meyer

Rose

kaktus

Thomas Kern CEO Flughafen Zürich u Jedes Kind kennt das Fernweh, das aufkommt, wenn man am Flughafen abhebenden Fliegern nachschaut. Jetzt rückt die weite Welt am Flug­ hafen Zürich noch etwas näher. Bei der neuen Zuschauerterrasse haben sich die Verantwortlichen nämlich was einfallen lassen: Anzeigetafeln informieren über die Destinationen der Flieger, Kinder können in Mini-Flugzeuge mit nachgebauten Cockpits steigen, spezielle Ferngläser blenden zusätzliche Infos ein. Und wenn Sie, liebe Besucher, ganz genau hinschauen, sehen Sie im Büro von Herrn Kern unser Präsent – die Rose!

Daniel Luggen Kurdirektor Zermatt u «Drum bin ich z Zermatt, do hätts Schnee.» So wirbt Wettermoderator Jörg Kachelmann im TV-Werbespot für Zermatt. Und hinterlässt beim Fernsehzuschauer ein komisches Gefühl. Aus­gerechnet Kachelmann, der für allerlei Schlagzeilen sorgte. Kur­direktor Luggen wehrt sich, der Wettermann sei «medial bekannt und fachlich beschlagen». Ja schon – aber wenn es Ihnen, Herr Luggen, nur darum geht, um jeden Preis aufzufallen, haben wir einen besseren Vorschlag. Werben Sie doch mit unserem Kaktus, der sorgt für (fast) so viel Aufregung wie Kachelmann. schweizer illustrierte

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leute

Marc surer

Volle Fahrt ins Glück u Fast wäre das Fest geplatzt. Einen Tag vor der zivilen Trauung kommt aus: Marc Surer, 60, fehlt die Genehmigung, eine Argentinierin zu heiraten! 500 Kilometer fährt er mit seiner Ver­ lobten Silvia Arias, 48, von ihrer Heimatstadt Tres Arroyos zum zuständigen Ministerium der Provinz Buenos Aires. Dort sitzt zum Glück ein Formel-1-Fan, der für den ehemaligen Rennfahrer und die Journalistin sogleich in die Gänge kommt. Was sonst zwei Wochen dauert, ist glücklicherweise innert Stunden erledigt. Wieder zurück durch die Pampa. Nach einer kurzen Nacht dann doch noch die Feier im engsten Fami­ lienkreis: «Am Ende hat alles wie geplant geklappt», sagt Marc Surer glücklich. Seine dritte Ehe beginnt turbulent. Die Flitterwochen in den Anden sind redlich verdient. esther meyer

Reisregen nach der Hochzeit vergangenen Freitag in Tres Arroyos, Argentinien, dem Heimatort von Marc Surers Gattin Silvia. kathrin hönegger

Fotos Rodrigo Ferrari Ayarragaray (2), SRF

Die Spenden-WG u «Jeder Rappen zählt» geht in die nächste Runde. Gespendet wird dieses Mal für «Mütter in Not». Mit von der Partie sind in Luzern die DRS-3-Moderatoren Anic Lautenschlager, Nik Hartmann und Kathrin Hönegger, 28. Letztere war mit dem Hilfsprojekt im November in Mali. Dort hat die Moderatorin auch Frauen in einem Bordell besucht. Eine junge Mutter, kaum 14, kam mit ihrem Baby auf Kathrin Hönegger zu: «Sie fragte mich, ob ich sie heiraten wolle. Wissend, was ihr für eine Zukunft blüht.» In der Schweiz will die Radiofrau ab dem 12. Dezember so viel Geld wie möglich sammeln. Und kann den Einzug in die Glasbox kaum erwarten. «Das wird die beste WG meines Lebens.» esther meyer

DRS-3- und «Jeder Rap­ pen zählt»-Moderatorin Kathrin Hönegger im November in Mali. schweizer illustrierte

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leute

Kalb im Korb: Martin Ott, Mitpächter von Gut Rheinau in Rheinau ZH. Haiti (l.) sorgt in den nächsten Tagen für Nachwuchs.

Martin ott

Der Kuhflüsterer u Dieser Mann hat über 60 Verehrerinnen. Martin Ott, 56, ist überzeugt: «Die Kühe sind alle in den Bauer verliebt.» Der Grund ist ganz einfach: Beim Melken durchströmen Orgasmushormone das Tier. Zweimal am Tag sage sie zum Bau­ ern: «Du liebes, grosses, ewig hungriges

Kalb, bitte nimm!» Der bekannte Zürcher Biobauer beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Verhalten der grossen Milchspen­ der mit den langen Wimpern. Inzwischen ist er sogar von deren therapeutischen Wirkung überzeugt. Wer nie zufrieden ist mit dem, was er hat, soll Zeit bei einer

Kuh verbringen. «Sie frisst, was vor ihr liegt.» Der Präsident des Forschungs­ instituts für biologischen Landbau hält Vorträge im In- und Ausland. Erstmals hat er nun ein Buch geschrieben. «Kühe verstehen» erobert gerade die Bestseller­ listen. yvonne zurbrügg

Fotos Marcel Nöcker, David Prutting / BFA / Sipa / Dukas

Simon de Pury & Familie

Kunterbunter Wonneproppen

Bald ein Jahr alt: Diane Delphine mit Mama Michaela und Papa Simon de Pury.

u Sie ist der jüngste Kunstfan an der Art Basel Miami Beach. Diane Delphine, Tochter von Starauktionator Simon de Pury, 61, und seiner Frau Michaela, feiert am 1. Januar 2012 ihren ersten Geburtstag. Mit Schleifchen im Haar und kunterbuntem Pünktchenkleid war Delphine bei der Er­ öffnung strahlender Mittelpunkt. Für Simon de Pury ist die Kunstmesse in Florida ein Muss – «auf meine Familie ver­ zichten wollte ich trotzdem nicht». Seine Auktionswoche in New York (Gegenwartskunst) war ein Hammer-Erfolg. Bei milden 23 Grad konnte der fünffache Vater in Miami endlich ausspannen. Caroline Micaela Hauger

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Seit 43 Jahren verheiratet: SchauCharmant: Flugpionier Bertrand spieler Jean-Luc Bideau und Marcela. Piccard und seine Frau Michèle.

Ex-Armeechef Christophe Keckeis vor dem Bild des Romands des Jahrhunderts, General Guisan.

Freude herrscht: alt Bundesrätin Ruth Dreifuss und Astronaut Claude Nicollier.

Die Romands lieben Gen Grosse TV-Show von «L’illustré» und TSR in Genf

H

enri Guisan ist «Le Romand du Siècle». In einer Show ­ des Westschweizer Fernsehens TSR und der Zeitschrift «L’illustré» im Ariana-Museum in Genf küren die welschen TV-Zuschauer vergangenen Samstag ihre bedeutendste Persönlichkeit des letzten Jahrhunderts. Für Astronaut Claude Nicollier, selbst unter den zehn Finalisten der 90 Nominierten, hätte der 2010 verstorbene Swatch-Patron Nicolas Hayek die Ehrung am meisten verdient: «Wir haben ihn als Romand adoptiert.» Alt Bundesrätin Ruth Dreifuss tut sich dagegen schwer, einen Romand des Jahrhunderts zu nennen: «Es gibt so viele, die Gros­ ses geleistet haben.» Umso genauer weiss es Miss Schweiz 2008, Whitney Toyloy: «Als Kind war ich Fan von Henri Dès.» Als sie den Sänger wenige Minuten später unter den Gästen entdeckt, «gesteht» sie ihm ihre Schwärmerei von damals. Heute hält Toyloy Ski-Crack Didier Cuche für den bedeutendsten Romand, ­ ihre Mutter Véronique würde für Jean-Pascal Delamuraz, Jean Tinguely oder Claude Nobs stimmen. Für Judith Weber ist der Fall klar: Ihrem Mann, Umweltschützer Franz Weber, stünde die Auszeichnung zu. Der hingegen beweist sein untrügliches ­Gespür für Volkes Stimme: «Ich wünsche mir General Guisan.» Ganz familiär halten es Schauspieler Jean-Luc Bideau und seine Frau Marcela: «Mein Romand du Siècle? Jean-Luc natürlich, er ist ein aussergewöhnlicher Mann.» Offenbar, denn sie sind ­seit 43 Jahren verheiratet und schweben immer noch auf Wolke sieben. Text Stefan Regez, Fotos Kurt Reichenbach

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Gastgeber: «L’illustré»-Chef Michel Jeanneret mit Partnerin Sylvie Logean.

Die Schönste: Miss Schweiz 2008 Whitney Toyloy mit ihrer Mutter Véronique.

«L’Hebdo»-Chef Alain Jeannet (l.) mit Jacques Pilet – der Publizist setzte sich in der Jury für Lolita Morena ein.


party

Der neue SRG-Präsident Raymond Loretan, Erfolgreiche Romands: der mit seiner Tochter Sophie, interessiert sich Freeski-Star Dominique Perret für den technischen Ablauf der TV-Show. und Topmodel Alizée Gaillard.

eral Guisan Joseph Gorgoni, die Marie-Thérèse Porchet Sportlich: Rad-Olympiasieger aus dem Circus Knie, mit Titeuf-Zeichner Pascal Richard mit seiner Zep und dessen Partnerin Eliane Chappuis. Partnerin Keri-Anne.

Welsche Power: (v. l.) Ex-Armeechef Chris­ Fussball-Freunde: YB-Scout tophe Keckeis, Unternehmer Jean-Claude Stéphane Chapuisat (r.) und Biver und EPFL-Präsident Patrick Aebischer. Carlo Fazzi.

Einsatz für Natur und Tiere: Vera, Franz und Judith Weber (v. l.).

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party

Bunt: Cordelia Hagi von Pink Elefant und Mr. KMU HansUlrich Müller, CS.

Gemeinderätin Barbara Hayoz und alt Nationalrat Norbert Hochreutener.

SBB-VR-Präsident Ulrich Gygi mit Lebenspartnerin Barbara Schaerer.

Zibelechueche zum Zmorge Zibelemärit-Apéro im «Bellevue Palace», Bern

F

ernab vom «Gschtungg» und dem durch die Berner Gassen ziehenden Zwiebelduft trifft sich die Wirtschafts-, Kultur- und Politik-Prominenz zum jährlichen Zibelemärit-Apéro im Hotel Bellevue Palace. Ulrich Gygi, Werner ­Luginbühl, Schauspielerin Heidi Maria ­Glössner und Vielleicht-bald-Bundesrat Bruno Zuppiger suchen im gediegenen Ambiente Zuflucht vor den Konfettischlachten. Mr. Glückskette Roland Jeanneret ist bereits frühmorgens durch die 600 Marktstände spaziert und hat statt ­Zwiebelkränze einige Konfetti mitgetragen. Auch Globetrotter-CEO André Lüthi und Mandelbär-Bäcker Thomas Glatz gehörten zu den ersten feilschfreudigen Marktbesuchern. «Bereits um fünf Uhr hab ich mit meiner Tochter einen Zibele­chueche gegessen», so Glatz. Auch Alexander Tschäppät ist vor dem Morgengrauen aufgestanden und mischte sich – «zum 59. Mal!» – unter die Leute. «Der Zibelemärit ist besser als jede Umfrage», behauptet Berns Stadtpräsident. Plastikhammer-Schläge auf den «Gring» sind schlecht, Konfettiduschen super. Text Eva bünter, Fotos Kurt Reichenbach

Schoggi-König Rolf Bloch sucht Sohn Stéphane unter den tausend Gästen – vergeblich.

Schauspielerin Heidi Maria Glössner – einer der seltenen weiblichen Gäste.

Mobiliar-VR-Präsident Urs Berger (l.) diskutiert mit André Lüthi und Mandelbär-Bäcker Thomas Glatz (r.).

Stapi Alex T­ schäppät (l.) beugt sich vor BundesratsKandidat Bruno Zuppiger.

party-facts Gastgeber Mobiliar-Versicherung und das «Bellevue Palace» Tatort Hotel Bellevue Palace in Bern Hingucker Die festliche Weihnachtsdekoration im Saal und in der Hotellobby Food Statt Zibelechueche und Glühwein gabs u. a. Crevetten, Eclairs und Weisswein Party-Rating

SR Werner Luginbühl (l.), Film­ festival-Chef Marco Solari und Mobiliar-CEO Markus Hongler (r.).

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Christian Kauter (Affichage, l.), Regierungsrätin Beatrice Simon und Anwalt Beat Brechbühl.

«Festliche, zwiebelfreie Zone unweit vom Bundeshaus. Ein gut gelauntes Gedränge mit Berner Charme»

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party

An der Manor-Fassade verzaubern im Advent interaktive Installationen die Besucher. Eine davon stammt von der norwegischen Künstlerin Pia Myrvold.

Manor-Chef Bertrand Jungo (l.), Thomas Bretscher, Direktor Manor Basel.

Glanzvolles in der Dunkelheit Manor-Reouverture in Basel

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s ist ein Kindheitstraum: Nach Ladenschluss mit der Taschenlampe ein dunkles Warenhaus er­kunden. Für die 2500 geladenen Gäste der ­Manor-Wiedereröffnung in Basel wurde dieser Traum am vergangenen Donnerstag Wirklichkeit. Manor-Chef Bertrand Jungo eröffnete das von verschiedenen Chören untermalte Spektakel. Angst, dass in der Dunkelheit jemand lange Finger bekommen könnte, hatte WarenhausDirektor Thomas Bretscher nicht: «Dafür wird man zu gut unterhalten.» Valora-Präsident Rolando Benedick machte sich indessen einen Scherz daraus, mit einem «Psst, hier ist alles gratis» durch die Regale zu schleichen. Sabina Schneebeli erkundete mit ihrer Taschenlampe als Erstes die Damenmode-Abteilung («bei Kleidern sündige ich schon mal»), während Sängerin Nubya anders als die meisten nicht nach Weihnachtsgeschenken suchte: «Ich schenke lieber Zeit und Liebe!» Und Beiersdorf-CEO Erhard Schöpfer wagte in der Kosmetik­ abteilung gar den Blindtest: «Unsere Produkte erkenne ich am Duft!» Text Nina Siegrist, Fotos Hervé Le Cunff

Verantwortlich fürs Eröffnungsspektakel: Regisseur Tom Ryser (l.), Sänger Martin O. und Fabian Nichele (r.).

«Schön ists geworden!» Frauenabend: Schauspiele- Wirbt für die BeautyValora-Präsident Rolando rin Sabina Schneebeli (r.), Marke Kiehl’s: die Basler Benedick, Gattin Denise. Freundin Bernadette Egger. Sängerin Nubya.

party-facts Gastgeber Manor Tatort Basel, Greifengasse Most Wanted Taschenlampen und leuchtstarke Handys Food Apéro riche zwischen Spielzeug, Bettwaren und Lingerie Attraktion Memoryspielen auf der riesigen Fassaden-Videofläche Party-Rating

Wohnen praktisch nebenan: Ständerätin Anita Fetz, Gatte Fritz Jenny.

Die Taschenlampe griffbereit: Christoph Brutschin, Regierungsrat BS.

In Shoppinglaune: Basel-Tattoo-Chef Erik Julliard, Ehefrau Christine.

Manor-Marketingchef Roman Müller, Beiersdorf-CEO Erhard Schöpfer (r.).

«Eine Nacht im Warenhaus – mit Musik, Glanz und Glamour»

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Titel

Nach ihrer Niederlage beim Eurovision Song Contest ist es ruhig um Anna Rossinelli geworden. Jetzt singt sich die Baslerin mit ihrem Debüt-Album «Bon Voyage» zurück in die Herzen der Fans.

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Auf unbeirr schweizer illustrierte


Alle Augen auf Anna Die Sängerin ist der Mittelpunkt des Trios. Ihre Musiker nehmen das gelassen: «Es ist doch normal, dass bei einer Band jemand etwas mehr im Rampenlicht steht.»

ter Reise


Jugendliebe Anna und Georg haben den gleichen Humor. Er scherzt: «Unser verflixtes siebtes Jahr hat sich über die letzten acht Jahre verteilt.»


Titel

Annas Foto-album

Debüt-Album Die Hälfte der Lieder stammt aus Anna Rossinellis Feder.

«Meine Mama macht es stolz, wenn sie im Laden nach unserem Album fragen kann» anna rossinelli Text nadine bauer Fotos fabienne bühler

E

s brennt Licht in der kleinen ­Parterre-Wohnung im Basler Matthäusquartier. Es ist keine gewöhnliche Lampe, die das Zimmer zur Strasse hin in zartes Blau taucht. Das Zimmer ist Wohnzimmer und Proberaum zugleich, die Lichtquelle ein Globus. Genau hier in der Wohnung von Manuel Meisel, 28, und Georg Dillier, 29, begann auch die wundersame Reise von Anna Rossinelli, 24, und ihrer Band. Anna und ihre beiden Mitmusiker wurden auf der Strasse entdeckt und über Nacht berühmt. Doch nach dem ­kometenhaften Aufstieg kam der Rückschlag. Dabei hatte alles so vielversprechend angefangen. Bei der Vorausscheidung quali­ fizieren sich Anna Rossinelli und ihre Kumpel mit dem Lied «In Love for a ­While» und vertreten damit die Schweiz beim letztjährigen Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Erstmals nach sechs Jahren wieder eine Qualifikation für den ­Final! Doch Anna, Manuel und Georg kehren als Verlierer nach Hause. «Das war wie ein Schlag ins Gesicht», erzählt sie und zieht nachdenklich an ihrer ­Zigarette. «Unser Glück ist es, dass sich die Leute nur jeweils an den Erst- und Letztplatzierten erinnern.»

Für diese Erkenntnis ist es auf der Rückfahrt nach Basel aber noch zu früh. Anna und ihre Jungs sind übernächtigt, müde und traurig. Erst als im süddeutschen Freiburg ihre Eltern in den Zug steigen, kommen sie auf andere Ge­ danken. In Basel wartet dann noch eine Überraschung. Unter tosendem Applaus heisst Regierungspräsident Guy Morin sie willkommen und prophezeit aller Niederlage zum Trotz eine glanzvolle Karriere. «Es war genau dieser Moment, der uns unseren miesen Platz vergessen liess», erinnert sich Georg. Ein halbes Jahr später versammelt sich die Band um den Wohnzimmertisch. Hier fing es an, und hier beschlossen sie auch, dass es weitergehen soll. Die Band schaut sich alte Fotos an und lässt die turbulente Zeit Revue passieren. Auch wenn ihre Erfahrungen nicht immer gut sind, keine Sekunde ihrer bisherigen Reise wollen sie missen. Jede einzelne Station habe sie noch mehr zusammengeschweisst, heisst es unisono. Ausserdem liegt es nicht in Anna Rossinellis Naturell, Trübsal zu blasen. Die Reise soll schliesslich weitergehen. Sie haben noch so einige Etappen vor sich. Anna greift ins Regal. In der Hand hält sie eine CD. Ihre allererste, sie ist ab Freitag in den Läden erhältlich. Ihre Sponsoren bekommen sie als Erste. Ihre Eltern sollen sich eine kaufen: «Meine

Aus Freundschaft wird Liebe Anna hat in Georgs damaliger Rockband vorgesungen. Sie betörte ihn nicht nur mit ihrer Stimme.

Schönheit Anna Sie jobbt nebenbei als Model und finanziert sich so ihre Kunst.

Früh übt sich Als Kind singt Anna noch mit dem Rücken zum Publikum. Mit 14 Jahren gibt sie selbstbewusst das erste Konzert vor 600 Leuten.

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Titel

Reise in die Vergangenheit Anna, Manuel und Georg (v. l.) ist wieder zum Lachen zumute.

«Manuel und ich kennen uns viel zu gut. Zwischen uns wird nie was laufen» anna rossinelli Mama macht es stolz, wenn sie im Laden nach unserem Album fragen kann.» Auf dem Cover lächelt Anna siegessicher in die Kamera, eingerahmt von ihren Bandkollegen Manuel und Georg. Die beiden Jungs sind auf dem Foto unscharf. Im Mittelpunkt des Trios steht ganz klar die Sängerin. Anna aber stellt sich nicht ins Zentrum. Die Lieder schrieben sie schliesslich gemeinsam, und fürs Auge sei mit Georg und Manuel doch auch ­etwas dabei, sagt die Frontfrau schelmisch. Georg bleibt gelassen, wenn Anna Manuel in so viel Lob mit einbezieht. Seit acht Jahren sind Anna und Georg nun ein Paar. Sie vertrauen sich und wissen, dass sie zusammengehören, nicht nur musikalisch. Eifersucht wäre hier – und auf der Bühne – fehl am Platz. Manuel ist so was wie Annas grosser Bruder: «Wir kennen uns viel zu gut. Zwischen uns wird nie was laufen», sagt Anna. Manuel lebt in einer glücklichen Beziehung mit seiner Freundin Meret, 23. Die intime Verbindung seiner beiden Bandkollegen stört ihn nicht: «Ich sehe das sehr locker, schliesslich sind wir Team und Freunde zugleich. Ausserdem hat dieser Umstand in unserer vierjährigen Bandgeschichte noch nie für Unruhe gesorgt.» Auch wenn der bisherige Weg ihrer Karriere mit Stolpersteinen gepflastert war, mit ihrem Debüt-Album «Bon Voyage» befinden sie sich endlich auf der

Zielgeraden. Mit zwölf Liedern im ­Gepäck wollen sie den Alltag ein wenig bunter färben und den Zuhörer auf eine musikalische Reise mitnehmen. Ihrer Herkunft bleiben sie dabei treu. Auf der CD haben sie lediglich Instrumente eingesetzt, die sie auch auf der Strasse spielen können. Daher wurde das Klavier ganz bewusst durch ein Vibrafon ersetzt. Was Anna damit sagen will, ist klar: «Trotz der anstehenden Tournee im Januar sind und bleiben wir tief in unserem Herzen Strassenmusiker.» Ob in New York, Florenz oder Amsterdam – mittlerweile ist die ganze Welt ihre Bühne. Und in Basel haben sie auch noch Heimvorteil. Die jungen Fans grüssen sie auf der Strasse mit ��Ciao, Anna!», die älteren bleiben höflich beim Sie. Mit dem Nachnamen allerdings haben beide Genera­ tionen ihre Probleme: «Ich werde immer wieder mit Rossellini angesprochen», sagt die Sängerin. Kein Wunder. Mit der Schönheit der Schauspielerin Isabella kann sie es locker aufnehmen. Aufbruchsstimmung. Georg beugt sich über den Tisch zur Lampe und schaltet sie aus. Das Licht im Globus erlischt. Anna und ihre beiden Jungs verlassen das Haus, bereit für den nächsten Pressetermin. Ihre Erfahrung hat es gezeigt: Manchmal muss die Welt einfach stillstehen, um sich dann weiterdrehen zu können.  


politik

Die Konkordanz im Bundesrat mßsse wiederhergestellt werden, verlangt die SVP. Und greift mit einem Zweierticket an. Die zwei Favoriten – und vier, die auch gerne gewollt hätten.

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Mit Herz un schweizer illustrierte


d Biss

Foto Marcel Nöcker

Bär mit Hund Bruno Zuppiger spielt im Garten seines Hauses in Hinwil ZH mit seinem Berner Sennenhund Sämi.


politik

Skitag 2011 Zuppiger mit seinen Söhnen Marcel (l.) sowie Sandro und dessen Freundin Rebecca. Bruno Zuppiger, Zürich

«Ich wäre der schwer­ gewichtigste Bundesrat» u Für Menschen wie ihn wurden die Worte «gmögig» und «bhäbig» erfunden. Bruno Zuppiger sagt ja selber, er habe es «gern gesellig und gemütlich». Bundespolitiker jeglicher Färbung nennen ihn einen fairen, gut vernetzten, umgänglichen und konsensfähigen Mann – und darum wählbar in den Bundesrat. Zuppiger betont, er wolle einfach endlich Ruhe in das politische System bringen; solange die Konkordanz nicht wiederhergestellt sei, herrsche ewig ein Gezänk. Bruno Zuppiger aus Hinwil ZH, 59, seit zwölf Jahren SVP-Nationalrat, ausgebildeter Lehrer, heute Inhaber einer Firma für Wirtschafts- und Unternehmens­ beratung und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, ist nicht zu übersehen. Bruno bedeutet der Braune, also der Bär. Stimmt. Passt. Gross, stattlich, geerdet. Von so einem Kerl würde man meinen, dass er Probleme mit dem Zweihänder angeht, Zuppiger aber ist ein Meister der feinen Klinge, agiert mit taktischer Raffinesse, mit feinem Gespür, Instinkt, viel Sach- und noch mehr Menschenverstand. Und schlau ist der Bär wie ein Fuchs. Er kennt all die politischen Kniffe – und zwölf Gitarrengriffe, «das reicht, um Lieder zu begleiten!». Wenn immer über Zuppiger geschrieben wird, werden gern Anspielungen auf

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schweizer illustrierte

seine Postur gemacht. Er sei, heisst es dann etwa, «breit abgestützt», ein «politisches Schwergewicht». «Ja klar», sagt Zuppiger, «wahrscheinlich wäre ich der schwergewichtigste Bundesrat.» Er lacht und bebt und erklärt dann die Sache mit seiner Körpermasse. Bei der Rekrutenaushebung habe er als Handballer, Kugelstosser, Diskus- und Speerwerfer bereits 103 Kilo auf die Waage gebracht. Zugegeben, sagt er, damals sei die V-Form seines Körpers anmutiger gewesen. Heute wiegt der Bundesratskandidat 115 Kilo. Zuppiger hat grossen Respekt vor der Herausforderung, die auf ihn zukommen könnte. Er könne das nur, wenn er von Familie und Partei getragen werde. Die Familie – sie bedeutet ihm alles: Seine Frau Rösli und er haben fünf Kinder im Alter zwischen 16 und 37 Jahren und drei Enkelkinder. Und Sämi, den Berner Sennenhund. Der Berner Sämi … dieser Name … Es gibt Momente, da zeigt ­Zuppiger das Lachen eines ertappten Schlitzohrs. «Ja, Sämi. Natürlich ein absolut zufällig gewählter Name.» HWY

Entweder – oder u K ino

oder Oper? «Noch lieber Operette,

und zwar in Wien.» u B ratwurst

oder Cervelat? «Bratwurst

grilliert, Cervelat kalt.» u Bier oder Wein? «Wein.»

Ansteckender Politvirus Rimes Söhne Pierre (r.) und Jacques arbeiten im Betrieb mit und politisieren aktiv in der SVP.


Erfolgreicher Unternehmer Sein Sägewerk in Bulle FR setzt im Jahr 45 Millionen Franken um.

Jean-François rime, Freiburg

u Mit einem militärgrünen Range Rover fährt Jean-François Rime über sein Firmengelände in Bulle FR. Die CD «Die schönsten Jägerlieder» bleibt mal wieder im Handschuhfach liegen, er nutzt seine knappe Zeit, um über die Freisprech­ anlage ein paar Telefonate zu erledigen. «Beaucoup de travail, comme toujours», sagt er. Vor dem Hauptsitz muss sich selbst der Patron einen Parkplatz suchen. «Ich will keinen eigenen.» Bereits zum zweiten Mal kandidiert der Freiburger Nationalrat für den Bundes-

rat. 2010 unterlag er gegen SchneiderAmmann und Sommaruga erst im letzten Wahlgang. Sollte der 61-Jährige am 14. Dezember gewählt werden, hätte er dennoch keine Antrittsrede im Archiv: «2010 hatte ich bloss einen Zettel mit zwei, drei Sätzen im Hosensack, man ist als Unternehmer ja immer auch auf den Notfall vorbereitet.» Neben seiner Arbeit als Nationalrat führt Rime in Bulle eine Sägerei, ein Garten­bau- und ein Stras­sensicherheitsunter­ nehmen. Zeit für Hobbys bleibt da

wenig. Immerhin: «Am Wochenende gehe ich oft im Elsass auf die Wildschweinjagd.» Und wie geht die Jagd nach dem Bundesratssitz aus? «Die Konkordanz siegt.» ver

Entweder – oder u B ier

oder Wein? «Wein.» oder Meer? «Berge.» u R aclette oder Fondue? « Als Freiburger: u B erge

Fondue!» u A uto

oder ÖV? « Auto. Aber immerhin ist mein Range Rover grün lackiert.» schweizer illustrierte

Fotos Kurt Reichenbach (2), David Henderson

Patron ohne eigenen Parkplatz

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politik

Guy Parmelin, Waadt

Nett, aber stramm u «Non!» So lautete die Antwort von Guy Parmelin, als ihn seine Partei bestürmte, für die Nachfolge des Waadtländer SVP-Regierungsrats Jean-­Claude Mermoud zu kandidieren. «Nein. Bern hat Vorrang, hier will ich politisieren.» Seit 2003 ist Parmelin Nationalrat – nun hat sich der 52-Jährige aus dem Weinbauerndorf Bursins als Bundesratskandidat ins Spiel gebracht. Viel daheim sei er nicht gewesen in letzter Zeit, «fast jeden Tag war ich auf Wahlkampftour». Hier, nahe dem Genfersee, führt er mit Bruder Christophe einen Bauernbetrieb. 30 Hektaren Weizen, Mais und Raps, fünf Hektaren Reben, vor allem Weisswein der Appellation La Côte. Ehefrau Caroline, eine gebürtige Zürcherin, nickt. Sie mache zwar keine Politik, erzählt die 49-jährige Sekundarlehrerin, aber sie habe ihren Mann zu allen Wahlveranstaltungen chauffiert. «Dort gabs ja überall ein Glas Wein.» In Bern gilt

Santé! Guy und Caroline Parmelin daheim mit einem Tropfen aus den eigenen Rebbergen. Parmelin als geradliniger Politiker mit fun­dierter Dossierkenntnis. Freundlich, nie aggressiv im Ton. Doch in der Sache folgt er stramm der Parteilinie, gehört dem Initiativkomitee «Gegen Masseneinwanderung» an, tritt für Ordnung und Sicherheit ein. «Die Schweiz muss der EU die Zähne zeigen.» TKU

Entweder – oder u C ervelat

oder Saucisson? «Saucisson!» oder Wein? «Weisswein!» u A uto oder ÖV? «Halbe-halbe.» u B erge oder Meer? «Meer. Kürzlich machu B ier

ten wir Dolcefarniente in der Toskana.» oder Theater? «Dank Caroline bin ich zum Opernliebhaber geworden.»

u K ino

hannes Germann, Schaffhausen

«Mit einem grossen lachenden Auge»

Mag es transparent Hannes Germann im Wintergarten seines Hauses in Opfertshofen SH. u Wenigstens

im Fussball liefs für ihn dieses Jahr wie gewünscht. Von einer «super Saison» spricht Hannes Germann, 55, Ökonom, Schaffhauser SVPStänderat und Stürmer im FC Nationalrat. Wohl ein Dutzend Goals habe er

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schweizer illustrierte

Entweder – oder heuer beim «Tschüttele» für das Politteam erzielt. Im BundesratskandidatenCup hingegen ist er ausgeschieden, die SVP-Fraktion hat zwei seiner Parteikollegen nominiert. Nicht zum ersten Mal: Bereits vor drei Jahren, es ging um

u Wein u K ino

oder Bier? «Wein.» oder Oper? «Kino – am liebsten

schaue ich etwas Lockeres.» oder Meer? «Gern von beidem etwas: also Ferien am Bergsee.» u B ratwurst oder Cervelat? «Bratwurst.» u B erge

Fotos Philippe Dutoit, Katja Lehner-Grossi

Samuel Schmids Nachfolge, stellte sich Germann zur Verfügung, und auch damals schickte ihn die Fraktion nicht ins Finale. Enttäuscht? Germann spricht von einem weinenden und einem «gros­ sen lachenden Auge». Das Bundesrats­ amt sei kein Schleck, «der Preis ist hoch, ich sehe doch, wie Magistraten vor Amtsantritt ausschauen und wie danach». Nun hat er wieder mehr Zeit für seine Frau und die beiden, 12 und 15 Jahre alten, Kinder. Und für den Sport. Eben, «tschüttele» im FC Nationalrat und – wenns denn endlich schneien täte – Ski fahren. Und zwar gleich hinter seinem Haus im 140-Seelen-Dorf Opfertshofen; da steht der Stich, der nördlichste Skilift der Schweiz. HWY


politik

Jakob Stark, Thurgau

Sein erster Anlauf u Ein Schreibtisch, ein Sitzungstisch, ein Regal, ein Bild – das bescheidene Reich des Thurgauer Regierungsrats Jakob Stark, 53, im Verwaltungsgebäude in Frauenfeld. «Typisch Thurgauer, wir haben die zweittiefsten Staatsausgaben pro Kopf.» Auf das Rauchen im Büro verzichtet er, seit der Rauchmelder losheulte. So richtig durchlüftet wird seine Lunge beim Holzen im Wald oder beim Arbeiten im eigenen Weinberg. Und beim Joggen. Jedes Jahr startet Stark am Frauenfelder Militärwettmarsch. In der Ostschweiz kennt man «den Köbi». Schätzt die umgängliche Art des Bauernsohns. Aufgewachsen in Neukirch an der Thur, lebt er mit seiner Familie im Nachbardorf Buhwil. Nur fürs Studium in Zürich verliess er seine Heimat. Arbeitete danach als Journalist, wurde 1996 Gemeindeammann seines Wohnortes. Und wollte zehn Kinder! Zwei sinds geworden. Tochter Lisa ist

Heimatverbunden Er raucht, joggt, holzt, hegt Reben und liebt seine Heimat: Jakob Stark. geistig behindert und weilt unter der Woche im Heim, Sohn Martin studiert in Zürich. Wäre Jakob Stark für das Bundes­rats­ticket der SVP nominiert worden, hätte man ihn wohl auch nicht mehr so oft im Thurgau angetroffen. Aber beim Joggen erzielt man ja auch nicht schon beim ersten Lauf Bestzeit. HÜ

Entweder – oder

u S ee oder Berge? «Wandern in den ­Bergen.» u S üssmost

oder Wein? «Wein. Aber am liebsten habe ich sauren Most.»

u B ratwurst

oder Züri-Geschnetzeltes? «Bratwurst = Olma = Ostschweiz.» u A uto oder ÖV? «Auto mit tiefem Treibstoffverbrauch. Meins hat Energieetikette A.»

heinz Tännler, Zug

Grosser Erfolg des «Unbekannten»

Mit Blick auf den Zugersee Heinz Tännler im Treppenhaus der Zuger Baudirektion.

Entweder – oder u Der

Morgen danach. Am Vorabend hat sich die SVP-Fraktion für zwei andere Bundesratskandidaten entschieden. Nicht für ihn. Heinz Tännler ist trotzdem zufrieden, scherzt gar: Die Kuppel hier in der Zuger Baudirektion sei doch

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schweizer illustrierte

mindestens so schön wie die im Bundeshaus. Er sei gestern Abend «erhobenen Hauptes aus Bundesbern heimgereist», meint der 51-Jährige. Der Grund: Als «unbekannter» Regierungsrat und ohne gross zu lobbyieren, sei er zum grössten

u K ino

oder Oper? «Kino.» oder Meer? «Früher waren es eher

u B erge

die Berge, heute ist es das Meer.» oder Cervelat? «Bratwurst.»

u B ratwurst u Z uger

Kirschtorte oder Meringue?

(Schaut etwas vorwurfsvoll) «Natürlich Zuger Kirschtorte!»

Fotos Katja Lehner-Grossi, Hervé Le Cunff

Herausforderer von Favorit Bruno Zuppiger geworden. Tatsächlich – und das ist erstaunlich – erhielt Tännler im ersten Wahlgang der Fraktionssitzung noch am meisten Stimmen, bei der dritten und entscheidenden Abstimmung hiess es schliesslich 32 Stimmen für Zuppiger, 24 für Tännler. Er werte das, sagt der Zuger Baudirektor, als Zeichen grosser Wertschätzung: «Das zeigt, dass ich hier im Kanton einen tollen Job mache.» Und ja, gibt Tännler unumwunden zu, so eine Kandidatur müsse keine einmalige Sache sein. Er sei parat. Sollte der Zeitpunkt für eine Bundesratskandidatur dereinst erneut kommen, «dann sage ich sicher nicht Nein». HWY


Besorgte Eltern Monika und Martin Matter mit Töchterchen Maria. Was, wenn das sieben Wochen alte Baby plötzlich krank wird? «Wir wissen nicht einmal, ob Marias Krankenkasse zahlt, weil wir ja keine Papiere für sie haben!»

Bei ihrem Ausflug in die Toskana werden Monika und Martin Matter Eltern. Zu Hause in Appenzell ­Innerrhoden folgt die grosse Überraschung: Bis das Zivilstandsamt die kleine Maria registrieren wird, bekommt sie vielleicht längst die AHV.

Bébé Sans-Pa


Seldwyla im Appenzell

Marias Geburtsschein Mit diesem Attest aus Prato reist die frischgebackene Familie heim in die Schweiz. Doch in Oberegg AI wird das italienische Formular nicht akzeptiert. Bei jeder Behörde hören Matters dasselbe: «Wir sind nicht zuständig.»

Text yvonne zurbrügg Fotos fabienne bühler

S

pier

chriftart Comic. Das ComputerFilzstiftgekritzel, mit dem billige Restaurants ihre Menükarten tippen. 40-Jährige wählen die Schrift auch gerne für ihre Geburtstagsfeier – wirkt schliesslich lässig, jung, hip. Nur nicht ­seriös. Maria Matter hat das Pech, dass das Spital, in dem sie am 15. Oktober das Licht der Welt erblickte, ihren Geburtsschein in Comic-Lettern ausstellte. Dabei hätte sie dicke fette Beamtenbuchstaben nötig. Arial vielleicht. Denn in der Schweiz ist Maria inexistent. Identitätslos. Eine Sans-Papier mit Schweizer Eltern. Monika, 33, Marketingfachfrau, und Martin Matter, 41, Beratungsunternehmer. Verheiratet. Sportlich. Unternehmungslustig. Wären sie zu Hause geblieben, bekämen sie nun Kinderzulagen. Aber vorderhand können sie sich nicht mal als Eltern ihrer Tochter ausweisen. Es ist Donnerstag, der 13. Oktober 2011. Monika Matter kann die Geburt ihres ersten Kindes kaum erwarten. Sie ist so auf den Termin fixiert, dass ihr Mann sie etwas ablenken will: «Schatz, wenn das Baby jetzt nicht kommt, fahren wir nochmals in die Toskana.» Die beiden lieben die Sonne, das gute Essen. Die Hebamme sagt, es dauere sicher noch ein bis zwei Wochen. So fährt das Paar zu einem letzten Wochenende Zweisamkeit. Ein romantischer Znacht, ein Zimmer in u schweizer illustrierte

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Seldwyla im Appenzell

nachgefragt bei

Mario Massa Oberster Zivilstands­ beamter Mario Massa ist Vorsteher des Eidg. Amtes für das Zivilstandswesen, Rechtsanwalt, Notar und – schweizerisch-italienischer Doppelbürger.

Fotos Fabienne Bühler, HO

Ohne Papiere Das Mädchen heisst Maria Matter. Für die Behörden existiert das Bébé aber nicht. u einem schönen Agriturismo. Um Mitternacht setzen die Wehen ein. Zum Glück hat Martin Matter die Adresse des nächsten Spitals aufgeschrieben. Er fährt ­seine Frau in die Notaufnahme des Ospedale Misericordia e Dolce in Prato. Barmherzigkeit und Süsse: Zwei Stunden später ist die kleine Maria da. Ihre Mutter erlebt nach einer unkomplizierten Schwangerschaft eine leichte Geburt. Der stolze ­Vater dokumentiert alles mit seiner ­Digitalkamera. «Wir müssen Ihnen mitteilen, dass wir die Geburt Ihrer Tochter nur aufgrund einer offiziellen Geburtsurkunde in der Schweiz eintragen lassen können», schreibt der Kanton Aargau am 28. November. Die Schweizer Botschaft in Rom hat inzwischen eine Liste mit italienischen Anwälten geschickt, mit den Worten: «Leider ist nun die Angelegenheit schon auf einer Ebene, wo auch wir nicht mehr helfen können.» Über 60 Briefe und E-Mails hat das Ehepaar Matter schon verschickt. An die Wohngemeinde Oberegg, an den Wohnkanton Appenzell Innerrhoden, den Heimatort Kölliken, den Heimatkanton Aargau. Aber der Geburtsschein Schriftart Comic wird nirgends akzeptiert. Die Ärztin im Spital hatte noch gefragt: «Melden Sie das Kind selbst an?» Welche Formulare, wie viele Passkopien: Mit einer solchen Touristengeburt wisse man nicht so recht, wie umgehen. Matters sagten natürlich Ja. Weshalb auch ein italienisches Spital damit beauftragen, das eigene Kind zu Hause in Appenzell Innerrhoden anzumelden? 49 Zentimeter klein, 3170 Gramm leicht. Fünf Stunden nach der Geburt wird die kleine Maria aus dem Spital entlassen. Die Eltern bekommen ein Kleidchen und Windeln für sie geschenkt. Auf die Frage nach der Rechnung heisst es: Dies ist ein öffentliches Spital, Geburten sind kostenlos. Martin und Monika ­Matter kaufen Schokolade für das Pflegeteam

und ein Maxicosi für Maria. Am Freitag zu zweit in Prato angekommen, gehts am Samstag zu dritt in die Schweiz zurück. Am Montag will der Vater seine Tochter in Oberegg anmelden. Während eine Behörde nach der andern sagt, sie sei nicht zuständig, läuft in Prato eine wichtige Frist ab. Zehn Tage haben Eltern in Ita­ lien Zeit, ihr Kind auf dem Zivilstandsamt des Geburtsorts registrieren zu lassen. Nur so bekommen sie einen rechtsgültigen Geburtsschein. Aber wie jetzt um Himmels willen in die Toskana fahren? Maria hat keine Papiere. Monika stillt. Martin arbeitet. Inzwischen sind sieben Wochen vergangen. Die Staatsanwaltschaft hat das regionale Jugendschutzgericht eingeschaltet. Das haben Matters von der Schweizer Botschaft erfahren. Sie wollen noch keinen Anwalt einschalten. «Wir können zu wenig Italienisch, um ihm den Sachverhalt zu erklären. Wir hoffen noch immer auf ein Wunder.» Zurzeit wissen sie nicht einmal, ob ihr Fall bearbeitet wird oder vorerst auf einem Aktenberg ruht. Abhängig von der Arbeitsmoral eines italienischen Gerichts, haben Matters in ihrer Sorge um die Zukunft ihrer Tochter nun den Schweizer Behörden angeboten, mittels DNA-Test zu beweisen, dass sie und Maria eine Familie sind. Doch für den Gentest fehlt es an der nötigen Rechtsgrundlage (siehe Interview). Die nächsten Monate, wenn nicht Jahre, werden die Eltern dankbar sein, dass sie die Niederkunft so ambitioniert fotografiert haben. Die Fotos könnten helfen, dass die Aufsichtsbehörde des Kantons Aargau aus dem süssen Bébé Sans-Papier endlich eine provisorisch registrierte Schweizerin macht. Mit Recht auf Kinderzulagen, Krankenversicherung, Pass, Einschulung und AHV. So lange, bis das italienische Gericht das Papier in ComicSchrift amtlich beglaubigt. Am besten in Arial fett.  

Herr Massa, wie häufig ist der Fall von Maria? Einen solchen Fall mit Italien hat es unseres Wissens noch nie gegeben. Das bestätigt auch die Schweizer Botschaft in Rom. Was macht den Fall so schwierig? Auf der Geburtsbestätigung der Hebamme steht weder der Name des Babys noch derjenige des Vaters. Selbst die Identität der Mutter geht daraus nicht objektiv hervor. Die Eltern hätten die Geburt des Kindes vor Ort beim Zivilstandsamt anmelden müssen. In der Schweiz übernimmt dies das Spital. Richtig. In Italien geschieht dies aber nicht automatisch, das ist zu respektieren. Wir können Italien keinen Vorwurf machen. Weil die Anmeldefrist verstrichen ist, beschäftigt sich nun das italienische Gericht mit Maria. Gibt es keinen Ausweg für Familie Matter? Das Zivilstandsamt am Schweizer Heimatort kann eine zivilstandsamtliche Bestätigung ausstellen. Damit wäre in der Schweiz die Existenz und die behauptete Identität des Kindes wenigstens provisorisch dokumentiert. Jedoch ist diese zeitlich beschränkt und muss zweckgebunden, z. B. für Kinderzulagen, Krankenkasse, Pass oder AHV/IV, gesondert ausgestellt werden. Das ist Bürokratie pur! Dabei bieten doch die Eltern an, per DNA-Test zu beweisen, dass Maria ihr Kind ist! Dazu fehlt die Rechtsgrundlage. Und das Zivilstandsregister entspricht nicht in jedem Fall der biologischen Wahrheit. Das ist vom Gesetzgeber so gewollt – Stichwort: ­Kuckuckskind, Eispende oder Leihmutterschaft im Ausland. Aber bei Maria Matter ist doch die biologische Wahrheit unbestritten! Sehen Sie, Missbrauch kommt vor – mehr und mehr. Fortpflanzungsmedizin, Kinderhandel, Kindertransfer: Manchmal sind die rechtlichen oder biologischen Verhältnisse anders als behauptet. Die Behörden schauen genau hin. Es geht nicht darum, die Eltern zu bestrafen oder zu schikanieren, es geht vielmehr um die Interessen des Kindes. Sie sagen also, dieses ganze Prozedere ist im Sinne der kleinen Maria? Ja. Interview yvonne zurbrügg schweizer illustrierte

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Sonnyboy Im Messeturm liegt Yann Sommer ganz Basel zu Füssen: «In dieser Stadt riecht man den Fussball an jeder Ecke.»

Basler Held mit Z Den Basler Dialekt muss er noch lernen. Aber im FCB-Tor macht der Zürcher eine grossartige Figur. Am Mittwoch will Yann Sommer einen Fussball-Giganten bezwingen. Text thomas renggli Fotos hervé Le Cunff

D

er Alltag liegt weit unter ihm. Die Champions-League-Sterne sind zum Greifen nah. Yann Sommer sitzt in der Bar Rouge im 31. Stock des Messeturms, blickt aus dem Fenster und zeigt strahlend in Richtung St. JakobPark: «Basel ist meine Stadt. Beim FCB im Tor zu stehen, ist die Erfüllung eines Bubentraums.» Nur akustisch wollen die Worte nicht passen. Yann Sommer redet

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in astreinem «Züritüütsch» – und ärgert sich selber am meisten darüber. «Ich bringe den Akzent einfach nicht weg.» Seit dieser Saison ist das sprachliche «Defizit» kein Thema mehr. Sommer lässt Taten sprechen. Dank ihm kam der Meister nach einem zwiespältigen Saisonstart wieder auf die Füsse und steht mittlerweile an der Tabellenspitze. Auch in der Champions League legte er eine Talentprobe ab, lieferte die defensive Basis dafür, dass sein Klub am Mitt-

woch zum Abschluss der Gruppenphase gegen Manchester United eine grosse Chance hat, sich erstmals für die Achtelfinals zu qualifizieren. Dass Sommer einst beim FCB im Tor stehen würde, war zunächst nicht absehbar. Am 17. Dezember 1988 in Morges VD geboren, wuchs er an der Zürcher Goldküste auf. Die Karriere als Fussballer startete er bei den Junioren des FC Herrliberg. Sein Vater Daniel, früher selber ein Goalie, war Präsident des FC Küsnacht. Nach dem väterlichen Jobwechsel zügelte die Familie 1997 an den Rhein – und die sportliche Laufbahn des Sohnes kam in Schwung. Über Concordia Basel stiess Sommer 2003 zum


Foto Freshfocus

Champions League

Erfolgsgarant Yann Sommer steht mit dem FCB gegen Manchester United einen Schritt vor dem ganz grossen Coup.

ürischnure FCB. Schnell wurde er sich der gesellschaftlichen Bedeutung des Fussballs in seiner neuen Heimat bewusst: «In Basel riecht es an jeder Ecke nach Fussball. Die FCB-Stars sind allen ein Begriff. In Zürich dagegen kennt dich niemand.» Am Mittwoch kann Yann Sommer auch international für Aufsehen sorgen. In der Nationalmannschaft blieb ihm dies bisher vergönnt. Hinter Benaglio und Wölfli sitzt er in der zweiten Reihe. Doch davon lässt er sich nicht irritieren. Schon in Basel bewies er Geduld und Gelassenheit – war bereit, einen Schritt zurück zu machen. Als 17-Jähriger liess er sich nach Vaduz ausleihen. Mit den Liechtensteinern stieg er in die

Nationalliga A auf und sammelte hinter der löchrigsten Verteidigung der Liga wertvolle Erfahrung als «Blitzableiter». In Basel stand derweil der argentinische Publikumsliebling Franco Costanzo im Scheinwerferlicht. Sommer legte ein Lehrjahr bei GC ein. Trainer Ciriaco Sforza bezeichnete ihn als «Riesendiamant». Der FCB band das Talent bis 2015 an sich. Im vergangenen April kommunizierte er den Abgang des langjährigen Stammkeepers Franco Costanzo und machte den Weg frei für Sommer. Was zunächst als «Goalie-Roulette» wahrgenommen werden konnte, erwies sich als Volltreffer. Yann Sommer trat sofort aus dem Schatten

seines Vorgängers – ohne die Bodenhaftung zu verlieren: «Man wird Franco in Basel nie vergessen. Mein Ziel ist es, sein würdiger Nachfolger zu werden.» Gegen ManU bietet sich ihm eine sporthistorische Chance. In diese Sphären ist noch kein Schweizer Klub vorgestossen. Der FCB schaffte 2002 zwar den Sprung unter die letzten 16. Damals fand der Wettbewerb in dieser Phase aber nach anderem Modus statt. Nun steht der FCB wieder vor der europäischen Belle Etage – möglicherweise mit der Gunst der Fussballgötter. Manchester United machte zuletzt einen wenig stilsicheren Eindruck, verlor in der Premier League den Anschluss an Stadtrivale Manchester City und leistete sich im Liga-Cup gegen das unterklassige Crystal Palace eine peinliche Bauchlandung. Trainer Alex Ferguson entschuldigte sich konsterniert: «Das war ganz schwach. Ich bin sehr enttäuscht.» Verwundete Raubtiere sind die gefährlichsten. Sommer blickt dem Basler «Champions-League-Final» trotzdem furchtlos entgegen: «Dieses Spiel ist einer der Höhepunkte meiner Karriere – wohl nur der Final an der U21-EM in ­Dänemark ist damit zu vergleichen.» In der öffentlichen Wahrnehmung ist der FCB-Goalie schon jetzt ein Sieger. Die Kellnerin in der Bar Rouge bringt ein Mineralwasser – und begrüsst den FCBGoalie wie einen alten Bekannten: «Du hast das letzte Mal deine Jacke hier vergessen.» Die Stimmung über den Dächern von Basel ist wie das Wetter in den letzten Wochen – freundlich und heiter. Sommerzeit im Spätherbst.  schweizer illustrierte

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Brauchtum

Felix Bissig, 37, Attinghausen UR Von Mai bis September war der Urner auf der Alp Chüeplangg auf 1450 m ü. M. im Erst­ feldertal. Als Senn. «Wir hatten 193 Geissen, 19 Yaks und 2 Esel. Zwei Tonnen Geisskäse pro­ duzierten wir.» Den Bart liess sich Bissig letztmals vor einem Jahr schneiden, an der «Bartabhauätä» im Engelberger Restaurant Wasserfall. Eine Frau aus dem Publikum: «Der hat aber ‹g hübschet›!» Nun lässt Bissig den Bart wieder wachsen. «Ich brauche ihn gegen die Kälte.» Im Winter arbeitet er als Holzer. Bartgewicht: 6,474 Gramm.

Bartabhau

Thomas Hess, 45, Engelberg Früher ging auch er «z Alp», heute arbeitet der vierfache Familien­vater im Sommer als Schulhausabwart. Seit 25 Jahren habe er ein «Gschtrüpp im Gesicht». Den Bart letztmals geschnitten hat Hess vor sieben Monaten. Seine Frau und zwei seiner vier Buben waren bei der «Bartabhauätä» dabei – ein Sohn liess sich seine Bartpracht ebenfalls schneiden. Die beiden jüngeren Söhne kamen am folgenden Morgen früh zu Papi ins Bett, um sich von seinem nackten Kinn zu überzeugen. Hess: «Hoffentlich bekomme ich nun keine Lungenentzündung.» Bartgewicht: 10,165 Gramm.

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uätä

Sepp Bissig, 64, Grafenort OW Der ledige Landwirt chrampfte von Mitte Mai bis am 20. Sep­ tember auf der Alp Bannalp oberhalb seines Wohnorts. Allein versorg­ te er 25 Stück Vieh. Den Bart schnitt er letztmals Mitte Juni. «Ein Bart gehört einfach zu einem rechten Älpler! Das hat in unserer Familie Tradi­ tion.» Oben ohne fühlt er sich nun «füdliblutt». Im Winter lässt Bissig seinen Bart wieder spriessen – aber nicht zu lang. «Jeden Samstag werd ich ihn schneiden. Bevor ich in den Ausgang gehe.» Bartgewicht: 3,425 Gramm.

Auf einmal waren sie am Kinn «füdliblutt». Nach dem Alpabzug verloren in Engelberg OW stolze Mannen ihre Pracht.

Daniel Häcki, 39, ­E ngelberg Der gelernte Lastwagenchauffeur war nicht auf der Alp. Er arbeitete im Tal als Stras­senbauer. Den Bart liess er sich drei Monate wachsen. Von Amtes wegen: Häcki ist einer der ­Organisatoren der «Bartabhauätä». Im Sommer habe er das Gefühl gehabt, «dass der Bart fast ein wenig kühlt», erzählt der allein­ erziehende Vater. Ab nächstem Monat lässt er den Bart wieder wachsen – auf Wunsch seiner Tochter. Sie will an der Fasnacht nämlich als Pippi Langstrumpf auf­ treten. «Und wünscht sich den Vater als Papa Langstrumpf.» Bartgewicht: 4,091 Gramm. schweizer illustrierte

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Brauchtum

Thomas Hess, 41, Engelberg Als der Bart weg war, fiel ihm die Freundin um den Hals. «Zum ­Küssen ist es so viel angenehmer», flüsterte sie ihm ins Ohr. Der gelernte Maurer ist heute als Gemeindearbeiter tätig. Am letzten Silvester rasierte Hess den Bart das letzte Mal, seither hat er seine Pracht alle zwei Monate ein bisschen gestutzt. Nun wird er den Bart alle zwei, drei Tage schneiden. «Sonst hab ich Ärger!» Bartgewicht: 12,193 Gramm.

Thomas Scherer, 22, Flühli LU Für den jungen Luzerner wars das erste Mal, dass er den Bart wachsen liess. Fünf Monate lang. Die ersten zwei Wochen seien unangenehm gewesen, er habe sich dauernd kratzen müssen. Der gelernte Forstwart arbeitet unter der Woche im Engelbergertal. Ein einheimischer Kollege hatte sich an der letztjährigen «Bartabhauätä» von seinem Bart getrennt. «Beim Bier sagte er mir, ich soll doch auch mal mitmachen.» Scherrer liess sich überreden. «Zum Glück! Die Bartabhauätä ist ein ­Riesengaudi.» Bartgewicht: 5,606 Gramm.

«Die Freundin fiel mir um den Hals, als der Bart weg war. Zum Küssen sei es so viel angenehmer» thomas Hess

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Die Prozedur Thomas Scherer wird am «Galgen» geschoren. Die Haare fallen durch den Trichter in einen Sack. Dann werden sie gewogen.


Karl Hess, 46, Engelberg Jemand war gar nicht einverstanden, dass der Bart wegkommt. «Meine jüngste Tochter findet, dass ich mit schöner aus­ sehe», sagt der Landwirt. Seine Frau hingegen ist froh. «Nun küsst sie mich noch viel lieber.» Seinen Bart hat Hess Anfang Mai das letzte Mal richtig rasiert – bevor er mit seinem Vieh auf die Alp im Gebiet Gerschni ob Engelberg zog. Von nun an rasiert er sich. «Im Winter arbeite ich als Taxi-Unternehmer. Da will ich sauber sein.» Bartgewicht: 6,284 Gramm.

Erich Hess, 61, Engelberg 1971 absol­ vierte er die RS. «Bei der Ver­legung stahl mir einer die Rasierklinge. Seither habe ich mich nie mehr rasiert», erzählt der Obwaldner, der als Maschinist bei den TitlisBahnen tätig ist. Im Dorf kennen alle Erich nur mit Bart. Diesen Sommer ging er mit 118 Schafen im Gebiet Laub ob Engelberg z Alp. Junge Arbeitskolle­ gen animierten ihn, den Bart schneiden zu lassen. «Das sähe sicher cool aus.» Hess traute sich! Und kannte sich beim ersten Blick in den Spiegel fast nicht mehr. «Was wird wohl meine Frau dazu sagen?» Bartgewicht: 4,739 Gramm.

Text Thomas Kutschera Fotos HerVé Le CUNFF

Z

wei Dutzend gestandene Männer sind am Start. Alle mit dem Wunsch, sich ihren üppigen Bart abschneiden zu lassen. Über 300 Leute drängen sich ins Restaurant Wasserfall: Die Engelberger «Bartabhauätä» ist ein Volksfest mit

Ländlermusik und Kafi fertig. Landwirt und Älpler Karl Hess hat das Gaudi zum zweiten Mal organisiert. «Die meisten Sennen lassen auf der Alp ihren Bart wachsen. Für viele ist es eine Tradition, dass er nach dem Alpabzug wieder wegkommt.» Das Publikum johlt. Je zwei Bärtige stehen auf der Bühne, halten ihren Kopf durch

den «Galgen» – damit ihre Bärte von zwei Damen fein säuberlich geschoren werden können. Je nach Länge und Dichte der Haare dauert die Prozedur ein bis vier Minuten. In einem separaten Zimmer wird das Schnittgut aufs Tausendstelgramm gewogen. Sieger ist, wer am meisten Haare auf die Waage bringt. u schweizer illustrierte

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Brauchtum

«Doris kennt mich gar nicht ohne. Ich hab eine strenge Zeit vor mir» Andi Trütsch

Jetzt erst recht! Trütsch wird von Freundin Doris Friesen abgeknutscht. Andi Trütsch, 41, Unteriberg SZ Er ist der Sieger: Andi Trütschs Bart wiegt 21,949 Gramm. Der Forstwart und Bauer freut sich über den ­ersten Preis: ein Kalb. Noch glücklicher aber ist seine Freundin Doris Friesen. Die 35-jährige Deutsche arbeitet im Kanton Schwyz im Service. Die beiden lernten sich diesen Juni kennen, seine Bartpracht hat Trütsch schon seit Januar

wachsen lassen. Vom Mai bis Mitte Oktober war er mit 45 Stück Vieh auf Alp Wang ob Unteriberg. Doris Friesen kann es nicht fassen, dass der Bart endlich weg ist. Sie lässt ihre Hände nicht von den mehr oder weniger glatt rasierten Wangen. Und überhäuft ihren Schatz mit einem Bussi nach dem andern. Trütsch schmunzelt: «Das wird jetzt eine strenge Zeit!»

Verfolgen Sie auf dem iPad die wundersame Wandlung von neun gestandenen Männern an der Engelberger Bartabhauätä. Ein ganz besonderer Spass!


Gesellschaft

Papas ganzer Stolz!

Wer am prestigeträchtigen Pariser Bal des ­débutantes aufs Tanzparkett darf, trägt einen ­berühmten Namen. Dieses Jahr hats eine ­Schweizerin geschafft: oriane piccard.

Kein kleines Mädchen mehr Ballon­ fahrer-Pionier Bertrand Piccard führt seine Tochter Oriane über die Tanzfläche. Text laurent favre/l’illustré, sandra casalini

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o stolz kann nur ein Vater schauen! Seiner Oriane zuliebe stürzte sich Bertrand Piccard, 53, am 26. November in einen dunklen Anzug und ein weisses Hemd. Die 19-jährige Tochter des Abenteurers aus Lausanne erhielt eine der weltweit begehrtesten Einladungen der High Society: Als eine von 23 Debütantinnen wurde sie am Pariser Bal des débutantes in die Gesellschaft eingeführt. «Wir waren sehr überrascht, dass man uns dabeihaben wollte», sagt Orianes Mutter Michèle Piccard, 51. Selbstverständlich aber, dass man die Einladung zu einem solchen gesellschaftlichen Ereignis annimmt. «Das ist etwas, das

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ich nur ein einziges Mal erlebe», sagt Oriane, die zurzeit in Cambridge Englisch studiert. Bereits Ende Juli reiste sie mit ihrer Mutter zur Kleideranprobe nach Paris. Jede Debütantin repräsentiert einen Designer. Oriane durfte sich im Atelier von Anne Valérie Hash ein Kleid aussuchen. Sie entschied sich für eine beige Robe mit Spitze und schwarzer Verzierung auf der rechten Schulter. «Ein tolles Gefühl», so Oriane. «Denn sonst laufe ich vor allem in Jeans und T-Shirt herum.» Ob die mittlere von Bertrand Piccards drei Töchtern irgendwann in Papas Fussstapfen tritt? «Das fragt man mich oft», erzählt sie. «Das Wichtigste ist, dass ich zuerst meine Ausbildung abschliesse – wie mein Vater das auch getan hat. Dann sehen wir weiter.»

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«Es war sehr r­ ührend» Michèle Piccard (r.) mit Tochter Oriane bei der Kleideranprobe im Pariser Atelier der Designerin Anne Valérie Hash.

Galan mit g­ rossem Namen Victor Belmondo, der Enkel von Schauspiellegende Jean-Paul ­Belmondo, war Orianes Begleiter.

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Goldene Töchter 1 Tanyatup Chearavanont (in J. Mendel), thail. Unternehmerstochter 2 Marie-Sarah Carcassonne (in Balmain), franz. Intellektuellen-Dynastie 3 Atlanta de Cadenet-Taylor (in Chanel), Tochter des Bassisten von Duran Duran 4 Flora Collins (in Herrera), US-Autorentochter 5 Misha & 6 Theresa Horne (in House of Worth), Zwillingstöchter der J. Crew-Mitgründerin 7 Thallulah Willis (in Lanvin), Tochter von Bruce Willis 8 Gräfin Olimpia Emo Capodi­ lista Maldura (in Valentino), ital. Adlige 9 Margaret Qualley (in Elie Saab), Tochter von Andie MacDowell qP Guiomar Pérez de Guzmán y de León (in Franck Sorbier), span. Adlige qa Leana Mallya (in Dior), indische Unternehmerstochter qs Prinzessin Charlotte de Bourbon Parme (in Versace), franz. Adlige qd Lidia Buryak (in Stéphane

Rolland), russ. Unternehmerstochter qf Alexandra Spencer (in Maxime Simoens), brit. Politikertochter qg Shaiyra Devi (in Lecoanet Hernant), Urenkelin des Maharadscha von Kapurthala qh Eliza Fraser (in Julien Fournie), verwandt mit LiteraturNobelpreisträger Harold Pinter qj Remy Fisher (in Gaultier), Enkelin des Gründers von GAP qk Hikari Mori (in Mori), Enkelin des japan. Designers Hanae Mori qO Oriane Piccard (in Anne Valérie Hash), Tochter des Abenteurers Bertrand Piccard wP Elisabeth Woodward (in Vera Wang), US-Bankerfamilie wa Charlotte Dawnay (in Christophe Josse), Nichte des Londoner Bürger­ meisters ws Vivian Chou (in Yves Saint-Laurent), Vater besitzt u. a. Michael Kors wd Massara Ojjeh (in Zuhair Murad), libanesische Unter­ nehmerstochter schweizer illustrierte

Fotos Gorassini-Gouhier-Guignebourg-Guibbaud-Orban / Abaca / Dukas, Thierry Orban / Abaca / Dukas; Hinweise Le Bal, Hôtel de Crillon, Adler Jeweller, Make-up M.A.C. Haare Alexandre de Paris

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gesellschaft

Letzter Ausweg Suizid Text Thomas Kutschera, Alejandro Velert Fotos Lukas Mäder, marcel nöcker

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en Abschiedsbrief an ihre Grossmutter schreibt Nadja Aschwanden an einem regnerischen Augustsamstag: «Ich will sterben!» Dann fährt die 27-Jährige aus Erstfeld UR mit dem Auto Richtung Gotthard. Oberhalb von Wassen steigt sie aus, bei einem tosenden Wasserfall. Hier will sie in die Tiefe springen, sich das Leben nehmen. Eine Stunde lang steht die junge Frau am Abgrund, einen Schritt vom Tod entfernt. Böse Stimmen sagen ihr: «Spring!» Gute Stimmen sagen ihr: «Spring nicht! Gib nicht auf!» Noch immer ist es für viele ein Tabuthema, wenn sich jemand das Leben nimmt. Rund 1300 Menschen in der Schweiz wählen jedes Jahr den

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Freitod. Als letzten Ausweg. Umfragen zeigen: Jeder Zweite denkt im Lauf seines Lebens an Suizid, jeder Zehnte unternimmt einen Versuch. Im vergangenen Monat haben gleich drei Prominente ihrem Leben ein Ende gesetzt: Adrian Kohler, 53, Ricola-Chef. Martin B. Lehmann, 48, Zuger SP-Politiker. Gary Speed, 42, Coach der Fussball-Nationalmannschaft von Wales. Vorweihnachtszeit ist Selbstmordzeit – von wegen! «Das ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält», sagt Josef Sachs, leitender Arzt der forensischen Abteilung der psychiatrischen Klinik Königsfelden in Brugg AG. «Im November und vor allem in der Adventszeit sinkt die Häufigkeit der Suizide um 30 bis 40 Prozent.» Im Mai steige die Suizidzahl jeweils an. Man erklärt sich das damit, dass das Erwachen der Natur die depressiven Menschen ihre

Verzweiflung umso intensiver spüren lasse. Nie ist die Diskrepanz zwischen dem Inneren eines Menschen und der äusseren Welt so offensichtlich wie im späten Frühling. Dem Suizid liegt bei 90 Prozent der Fälle eine psychische Erkrankung zugrunde. Über die Hälfte kämpft mit Depressionen, andere leiden an einer Persönlichkeitsstörung oder Psychose, viele auch an einer Suchterkrankung. Josef Sachs: «Hinzu kommen oft Vereinsamung, schwere körperliche Krankheiten und Beziehungsprobleme.» Behandelbar im eigentlichen Sinn sei Suizid nicht, sagt Daniel Hell, einer der führenden Depressionsexperten der Schweiz: «Suizid ist keine Krankheit, sondern eine Handlung.» Dahinter stecke in der Regel eine Krankheit oder Lebensproblematik. «Dagegen kann sehr wohl etwas gemacht werden.»

Fotos Lukas Mäder / 13Photo

Rund 1300 Menschen setzen jährlich in der Schweiz ihrem Leben ein Ende. Das muss nicht sein. 90 Prozent der Verzweifelten leiden an einer psychischen Störung. Durch gute Beratung und Prävention können Suizide verhindert werden.


Trauriger Abschied Ein Freitod ist für Angehörige und Freunde oft nur schwer zu verkraften.

Im August letzten Jahres fühlt sich Nadja Aschwanden am Ende. An ihrer damaligen Arbeitsstelle «wurde ich gemobbt», ihr Freund hat sie verlassen. In ihrem Kopf dreht sich immer derselbe Gedanke: «Ich bin nichts wert.» Die Urnerin hat eine schwere Jugend hinter sich. Im Alter von fünf Jahren wird sie vom heroinabhängigen Freund ihrer Mutter misshandelt: Dieser drückt Zigaretten an ihr aus, am ganzen Körper, schlägt sie. Nadja wird apathisch, isst fast nichts mehr. Als sie zwölf ist, stirbt ihre Mutter, Nadja kommt in die Obhut ihrer Grossmutter. Sie fängt an, sich mit Rasierklingen in den rechten Unterarm zu ritzen. Für sie ist das Bestrafung. Denn sie hat das Gefühl, selber schuld zu sein an dem, was ihr widerfährt. Sie hasst sich selbst, nicht den Peiniger. Das Ritzen in die Arme gibt ihr aber auch einen Kick: Endlich spürt sie sich.

Die Suizidrate in der Schweiz ist seit den 80er-Jahren um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Hauptgrund: Heute sind Menschen weniger auf sich allein gestellt, sie suchen in Krisen vermehrt Hilfe. Zum Beispiel beim Sorgentelefon 143, einer Dienstleistung des Verbands «Die Dargebotene Hand». Deren Mit­ arbeiter versuchen, Krisensituationen aufzufangen und Kurzschlusshandlungen zu verhindern. «Die Probleme der Anrufer an Festtagen sind gross», sagt Rita Suppiger, Co-Geschäftsführerin der Dargebotenen Hand Bern. Aber auch über die Weihnachtszeit rufen viele Menschen an. «Sie sind enttäuscht. Die Festtage waren nicht so wie gewünscht. Bei vielen Hilfesuchenden kommt es daheim auch zu Gewalt.» Andere Menschen leiden, weil sie wenig Geld haben. Es gibt auch Situationen, «wo sich ein Anrufer kurz vor dem Suizid bei uns ver-

abschiedet. Meist können wir die Menschen zurückhalten. Doch wenn wir feststellen, dass jemand entschlossen ist, akzeptieren wir das.» Ein gespaltenes Verhältnis zum Thema Freitod hat die katholische Kirche. Bis ins frühe 19. Jahrhundert weigerte sie sich, Suizidopfern ein kirchliches Begräbnis und die Bestattung auf Friedhöfen zu gewähren. «Auch die Hinterbliebenen wurden lange Zeit im Stich gelassen», sagt Robert Knüsel. Der katholische Theologe ist Gemeindeleiter der Pfarrei Buchrain-Perlen LU. Am Welt-Suizid-Präventionstag gestal­ tete er 2011 in Luzern einen ökume­ nischen Gottesdienst zu diesem Thema. «Es ist wichtig, dass sich die Kirche offen damit auseinandersetzt und in der Seelsorge ein Gespür für den Umgang mit suizidalen Menschen u entwickelt.» schweizer illustrierte

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gesellschaft

0. nd hat die 2 We is s ru s s la

iz id ra te h ö c h s te S u 5 ,1 S u iz id e (3 lt e , der W E in w o h n e r) a u f 100 000 S ü d ko re a ge fo lg t v o n h w e iz li e g t (31). D ie S c 20. S te ll e . m it 17,5 a n

Im internationalen Vergleich ist die Suizidrate in unserem Land hoch. Psychiater Hell führt folgende Gründe an: Die Schweiz ist urban und hochent­ wickelt, und die sozialen und familiären Strukturen sind weniger ausgeprägt als anderswo. Zudem spiele der protestan­ tische Hintergrund eine Rolle. In katho­ lischen Kantonen wie dem Tessin gibt es deutlich weniger Suizide. Männer bringen sich dreimal häufiger um als Frauen. Das liegt vor allem an der Wahl der Methode. Profes­ sor Sachs: «Männer wählen meistens brutalere, ‹tödlichere› Suizidmethoden als Frauen. Dahinter steckt aber auch die Tendenz der Männer, bei Lebens­ schwierigkeiten später Hilfe zu suchen. Sie neigen eher dazu, Probleme in sich hineinzufressen oder sich mit Alkohol und Drogen so lange zu betäuben, bis jede Hilfe zu spät kommt.» Männer sind im Gebrauch mit Schuss­ waffen geübter, Frauen setzen häufiger Medikamente ein. Rund ein Viertel der Frauen, die sich 2009 in der Schweiz das Leben nahmen, vergifteten sich, bei den Männern war es ein Zehntel. 32 Prozent der Männer töten sich mit Schusswaffen, fast gleich viele erhängen sich. Die Verfügbarkeit von Waffen ein­ zuschränken, wäre eine wirksame Prä­ ventionsmassnahme. Denn bei Schuss­ waffenbesitzern ist die Suizidrate generell höher. Bei Jugendlichen ist der Freitod mit Schusswaffen stark rückläufig, bei Senioren kaum. Die Ar­ meereform hat dazu geführt, dass sich weniger junge Männer erschiessen. Suizidprävention ist ähnlich erfolg­ versprechend wie Unfallprävention: Die wenigsten, die einen Suizidversuch überlebt haben, sterben später an einem erneuten Versuch. Bei Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren ist Suizid die zweit­ häufigste Todesursache, bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 gar die häufigste. Junge Männer bringen sich achtmal häufiger um als junge gleichaltrige Frauen. Grundsätzlich liege das an der männlichen Rolle und der männlichen Rollenerwartung, sagt der Basler Soziologe und Männer­

Foto Marcel Nöcker

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Wendepunkt Die Innerschweizerin Nadja Aschwanden, 28, bei der Stelle zwischen Wassen und Göschenen UR, wo sie sich im August 2010 zu Tode stürzen wollte. Im Hintergrund eine Brücke der Gotthard-Autobahn.

forscher Walter Hollstein: «Buben lernen immer noch, dass es wichtig ist, leistungsstark, erfolgreich und hart zu sein und die eigenen Emo­tionen zu kontrollieren.» Hollstein weiter: «Jemand, der verzweifelt ist, aber nicht gelernt hat, sich mitzuteilen, der nicht einmal der eigenen Frau sagen kann, dass er in Not ist, bringt sich lieber um, als sich Hilfe zu holen. Die männliche Maske der Stärke darf für ihn unter keinen Umstän­ den fallen.» Bei der Beratung der Pro Juventute unter der Telefonnummer 147 geht jeden Tag mindestens ein Anruf von einem Jugendlichen ein, der sich umbringen will. Leiterin Christina Wehr­ lin: «Jugendliche mit Suizidgedanken wissen oft keinen anderen Weg mehr, um mit ihren Problemen umzugehen. Sie möchten eigentlich nicht sterben. Aber alles scheint düster und ausweg­ los.» Deshalb sei es wichtig, dass ein Jugendlicher mit Suizidgedanken ein­

Hier finden sie hilfe u in Notsituationen

Tel. 144 (Sanität) Tel. 143 (Die Dargebotene Hand) Tel. oder SMS 147 (Beratung und Hilfe für Jugendliche) u Suizidprävention Ipsilon, Initiative zur Suizidprävention: www.ipsilon.ch Suizidprävention der Schweiz: www.suizid-prävention.ch u hilfe für hinterbliebene Verein Refugium: www.verein-refugium.ch oder Tel. 0848 00 18 88 Verein Regenbogen: www.verein-regen bogen.ch oder Tel. 0848 085 085

fühlsame und professionelle Hilfe zur Verfügung habe. Jeder dritte Suizid betrifft einen Menschen über 65 Jahren. Dazu kommen die Fälle, die in keiner Statistik auftauchen: wenn Senioren aufhören, ihre lebenswichtigen Medi­ kamente einzunehmen, zu essen oder zu trinken. Neben Einsamkeit und körperlicher Krankheit gehören Depres­ sionen zu den Hauptursachen. Gemäss einer Studie suchen Senioren kaum freiwillig professionelle Hilfe auf. Und auch dem Hausarzt erzählen die wenigsten von ihren Selbsttötungs­ gedanken – meist aus Angst, in die Psychiatrie einge­wiesen zu werden. Mit dem Alter steigt auch die Zahl der Suizide, die Versuchsrate hingegen nimmt ab – denn der Freitod im hohen Alter ist selten eine Kurzschluss­ reaktion. Ältere Menschen planen ihr Ableben oft lange im Voraus, hinter­ lassen aufgeräumte Wohnungen, geord­ nete Papiere, ziehen noch ihre schöns­ ten Kleider an. «Die Suizidprävention auf Bun­ desebene ist Brachland», sagt Maja Ingold. Ende September hat die Zürcher EVP-Nationalrätin eine ent­ sprechende Motion eingereicht. «Wir brauchen ein nationales Präventions­ programm, mit dem die Menschen aufgeklärt werden.» Jährlich fliessen nur 150 000 Franken Bundesgelder in die Suizidprävention. «Das ist zu wenig», sagt auch Thomas Reisch von der Ini­ tiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz. «Selbstmord fordert in unserem Land jedes Jahr rund dreimal so viele Opfer wie Tod durch Verkehrs­ unfall.» Mit einer besseren Vorbeugung liesse sich viel Leid verhindern. «De­ u pressionen sind heilbar.» schweizer illustrierte

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«Suizidversuche sin Menschen mit Suizidabsichten ziehen sich in ihre eigene Welt zurück. Wie man ihnen helfen kann, erklärt Josef Sachs, leitender Arzt der forensischen Abteilung der Psychiatrischen Klinik Königsfelden.

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rofessor Sachs, gibt es so etwas wie ein Recht auf Suizid? Suizid ist in der Schweiz nicht verboten. Viele Menschen mit Suizidgedanken sind aber in ihrem Denken, Fühlen und Handeln derart eingeengt, dass sie zu keinem eigenverantwortlichen Entscheid mehr fähig sind. Wie oft sind Suizidversuche Appelle? Praktisch immer. Die verzweifelten Menschen denken nicht: «Ich will nicht mehr leben», sondern «So will ich nicht mehr leben». Daneben gibt es aber auch solche, die einfach eine Zeit lang

«abschalten» wollen und deshalb zu einer Überdosis Schlafmittel greifen. Wie spüren Angehörige oder Kollegen Anzeichen einer Suizidgefährdung? Menschen mit Suizidgedanken suchen im Vorfeld meist Hilfe, sei es bei Kollegen oder beim Hausarzt. Sie wagen es aber nicht, ihre Gedanken auszusprechen. Sie ziehen sich immer mehr zurück, sehen keinen Ausweg mehr. Viele sind innerlich unruhig, gereizt, klagen über Schlaflosigkeit und haben aggressive Durchbrüche. Wie kann man helfen?

Foto RDB

u Böse Stimmen sagen: «Spring!» Gute Stimmen sagen Nadja Aschwanden: «Spring nicht! Gib nicht auf!» Sie schaut in die Tiefe. Immer wieder kommt ihr die Grossmutter in den Sinn. «Da wurde mir bewusst, wie wichtig mein Grosi mir ist. Plötzlich wusste ich: Ich will leben!» Nadja springt nicht. Macht eine Therapie, um ihre posttraumatische Belastungsstörung zu überwinden. «Ich habe gekämpft, an mir gearbeitet. Und gelernt, nicht mir die Schuld daran zu geben, dass ich als Kind so geplagt wurde.» Schritt für Schritt gewinnt sie Selbstvertrauen, das erste Mal in ihrem Leben. Heute arbeitet sie als Arztsekretärin in einem Luzerner Spital. Nadja hat keine Wut mehr auf sich. Kann lachen, die Freuden des Lebens geniessen. Sie hat eine eigene Wohnung, besucht mit Kollegen Hockeyspiele von AmbriPiotta. Vor ein paar Monaten hat sie sich ein Tattoo in den rechten Unterarm stechen lassen: «Hope», Hoffnung. Sie ist froh, dass sie nicht gesprungen ist. Sie sagt: «Stell dich den Problemen! Je früher, umso besser.» 


d sehr oft auch Appelle» Zunächst ist es wichtig, für die Person da zu sein. Man sollte sich nicht scheuen, den Sterbewunsch direkt anzusprechen. Oft ist es zweckmässig, professionelle Hilfe zu vermitteln. Menschen mit ernsthaften Suizidgedanken sollten rund um die Uhr eine Ansprechstelle zur Verfügung haben, etwa die Telefon­ nummer der «Dargebotenen Hand» oder eines psychiatrischen Notfalldienstes. Gibt es einen Punkt, ab dem man den Suizidwunsch zu akzeptieren hat? Wir haben gar keine andere Wahl. Dennoch muss man mit diesen Menschen Wege suchen, um ihr Dasein wieder lebenswert zu machen. Gewisse Notfallsituationen erfordern auch besondere Mittel, zum Beispiel eine stationäre psychiatrische Behandlung. Warum gibt es in den einzelnen Kantonen grosse Unterschiede bei der Suizidrate? Am kleinsten ist die Suizidrate im

Tessin und in der Innerschweiz (15 pro 100 000 Einwohner), am grössten ist sie in Appenzell, Basel und Bern (25 pro 100 000 Einwohner). Städtische Gebiete sind stärker mit psychischen Krankheiten und auch Suiziden belastet. Städter sind eher dem Stress und der Isolationsgefahr ausgesetzt. Ausserdem ist bekannt, dass jede religiöse Bindung die Suizidgefahr senkt. Nicht gültig erklären kann ich die hohe Suizidalität in den beiden Appenzell. Welche Rolle spielt das Internet? Es kann Fluch und Segen zugleich sein. Für viele vereinsamte Menschen sind soziale Kontakte über das Internet überaus hilfreich. Dort können zudem Informationen, zum Beispiel Adressen von Beratungsstellen, abgerufen werden. Anderseits kann stundenlanges Verweilen im Internet auch schädlich

sein für reale Beziehungen. Eine zweifelhafte Rolle spielen aber sogenannte Suizidforen. In den Alterszentren der Stadt Luzern sollen künftig Sterbehilfeorganisationen Suizidwillige in den Tod begleiten dürfen. Ein positiver Ansatz? Ich verstehe und anerkenne die gute Absicht. Trotzdem verfolge ich diese Entwicklung mit zwiespältigen Gefühlen. Viele alte Menschen haben ein schlechtes Gewissen, weil sie den anderen zur Last fallen. Das kann dazu führen, dass sie sich unbewusst zum Sterben verpflichtet fühlen, weil die Möglichkeiten dazu ja so naheliegend sind. Zudem bleiben begleitete Suizide in Institutionen nicht ohne Auswirkungen auf das Klima unter den Bewohnern. Besonders die langfristigen Auswirkungen sind noch kaum erforscht. Interview Thomas Kutschera


Dario Cologna & Co. sind die Cracks im Schweizer Sport. An den credit suisse sports awards werden jetzt die Besten des Jahres gekürt. Auch Ihre Stimme zählt – am 11. Dezember!

Unsere Stars ga Wählen Sie die


Sportler des jahres u Die erste Goldmedaille nach vier Podestplätzen holte daniel hubmann, 28, bei der WM in Chambéry (F). Damit gehört der Thurgauer definitiv zu den Weltbesten im Orientierungslauf. Als «Dessert» gabs zudem den vierten Weltcup-Gesamtsieg. u Iouri Podladtchikov, 23, überspringt

sie alle. Der Snowboard-freestyler aus Zürich holte in der Halfpipe WM-Silber in La Molina (E). Zudem siegte «I-Pod» beim Weltcup-Final in Arosa. Mit seinen Tricks setzt er Massstäbe auf dem Board. u Auch ohne Grand-Slam-Turniersieg 2011 bewies roger federer, 30, dass er noch immer das Mass der Dinge im tennis ist. Der Basler Weltbürger holte Ende 2010 wie vor wenigen Tagen erneut den Masters-Titel und reihte auch sonst Rekord an Rekord. u Mit Bronze auf der Grossschanze «rette-

te» simon ammann, 30, die Schweizer Bilanz an der Nordisch-WM in Oslo. Der Toggenburger Vierfach-Olympiasieger im Skispringen gewann drei Weltcup-Events und beendete die Saison als Gesamtzweiter.

u dario cologna, 25, gewann im Januar zum zweiten Mal die Tour de Ski im langlauf. Damit legte der Bündner aus dem Münstertal die Basis für seinen überlegenen Sieg im GesamtWeltcup. Keiner ist vielseitiger auf Piste und Loipe als der Modellathlet.

anz stark: Besten!

u Den grössten Sieg der Saison errang carlo janka, 25, über sich selbst. Der Bündner Skirennfahrer stand nur eine Woche nach einer Operation am Herzen als Sieger auf dem Riesenslalom-Podest von Kranjska Gora. Und wurde Dritter im Weltcup! u didier cuche, 37, wird nicht müde. Der «grosse alte Mann» im alpinen skirennsport holte in Garmisch mit Abfahrts-­ Silber zum dritten Mal in Folge eine WM-Medaille. Den Gewinn von Abfahrtsund Super-G-Weltcup gabs als Zugabe. u nino schurter, 25, ist für Olympia im

mountainbike fast eine Medaillenbank. Der Bündner aus Tersnaus holte in Champéry VS WM-Silber im Cross-Country und wurde auch Weltcup-Gesamtzweiter. Der erste Schweizer mit dem Ticket für London! u Er ist mit seiner Dynamik, Technik, Unbekümmertheit und der unbändigen Spiellust schon fast ein fussball-Naturereignis. xherdan shaqiri aus Basel war die Triebfeder sowohl im Nationalteam als auch in der U21-Nati und beim FCB. Mit 19 Jahren!

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Fotos Thomas Buchwalder, Photopress, Geri Born, Reuters, Marcel Nöcker (2), Hervé Le Cunff (2), Fabienne Bühler (2)

u fabian cancellara, 30, fehlen 2011 zwar die grossen Siege in der Jahresbilanz. Doch dass er weiterhin einer der ganz Grossen im Radsport ist, bewies der Berner mit WM-Bronze im Zeitfahren sowie Podest­ rängen bei allen Frühjahres-Klassikern.

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Sportlerin des jahres u caroline steffen, 33, verpasste

beim Ironman Hawaii nach Platz 2 im Vorjahr zwar den Sieg. Doch mit dem Erfolg am Ironman von Frankfurt im Juli bewies die Wahl-Australierin aus Spiez, dass sie im triathlon die Nummer 1 Europas ist.

u Bei der EM in Berlin gewann sie Sprung-Bronze. Man wusste noch nicht, dass es die Abschiedsvorstellung von ariella kaeslin, 24, als kunstturnerin war. Im Juli beendete die Luzernerin ihre grosse Karriere. u 20 Jahre nach Julie Baumann schrieb

lisa urech, 22, Geschichte in der Schweizer leichtathletik. Die Emmentalerin verbesserte den UraltRekord im Hürdensprint. 12,62 s: Weltklasse! Dazu gabs an der U23-EM Silber. u fanny smith, 18, tauchte vergange-

nen Winter als Teenager an der Welt­ spitze im skicross auf. In Südtirol gabs den ersten Weltcup-Sieg, und auch bei den X-Games in Aspen (USA) stieg die Vaudoise aus Villars aufs Podest. u Kaum jemand wagte zu hoffen, dass nach Kaeslins Rücktritt rasch eine Nachfolgerin gefunden wird. Doch giulia steingruber, 17, aus Gossau SG schloss die Lücke im kunstturnen. Platz 5 im Pferdsprung-WM-Final in Tokio!

Foto Kurt Reichenbach, Fabienne Bühler (2), RDB, Bruno Voser, Marcel Nöcker, Keystone, Getty, Illustré, EQ

u Ihre WM-Silbermedaille in der Halfpipe

in La Molina (E) holte die Engadinerin ursina haller, 25, mit dem besten Run ihrer bisherigen Karriere im snowboard freestyle. Und das nach der Heilung vom Pfeiffer-Drüsenfieber! u tiffany géroudet, 25, holte in Sheffield (GB) als erste Schweizer fechterin überhaupt einen Europameistertitel. Die Degenspezialistin aus Sion VS besiegte im Final selbst die deutsche Olympiasiegerin Heidemann.

u lara dickenmann, 26, gelang, was bei den Männern noch kein Schweizer im fussball schaffte. Die Krienserin erzielte beim Champions-League-Sieg ihres französischen Klubs Olympique Lyon gegen Potsdam das entscheidende Tor. u Die erste Schweizer Weltmeisterin im

schwimmen kommt aus Genf und heisst swann oberson, 25. An der WM in Schanghai holte sie Gold über 5 km. Leider gibts diese Distanz nicht bei Olympia. Dort startet sie über 10 km.

u sarah meier, 27, schrieb das Schweizer Sportmärchen des Jahrzehnts. Nach 23 Jahren im eiskunstlauf erklärte die Bülacherin im Frühling 2011 ihren Rücktritt und die EM in Bern zu ihrem letzten Wettkampf. Und just bei diesem gewann sie EM-Gold, ihren ersten grossen Titel!

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Trainer des jahres u Beim Wechsel im Frühling von Swiss-Ski in die Privatwirtschaft gabs Neben­geräusche. Doch der Berner Oberländer martin rufener, 52, hat mit seiner Arbeit als Cheftrainer seit 2004 tiefe Spuren hinter­ lassen. Auch dank ihm ist die Schweiz im ski alpin wieder Weltklasse. u Er ist im schrillen fussball-Business eine ruhige Erscheinung. Aber eine mit grosser Kompetenz. pierluigi tami, 50, trainiert seit 2006 Schweizer Nachwuchs-Auswahlen. Doch richtig bekannt ist der Tessiner erst, seit er die U21-Nati zu EM-Silber führte.

u Ein Evergreen! Seit 15 Jahren steht

arno del curto, 55, an der Bande des HC Davos. In dieser Zeit hat er dem Traditionsklub im eishockey neues Leben eingehaucht. Der Titel 2010/11 war des Engadiners fünfter in zehn Jahren.

Fotos Toto Marti / Blick Sport / RDB, Hervé Le Cunff (2), Imago, arkive.ch, EQ Images

BehindertenSportler des jahres u Bereit für die Paralympics: jean-marc berset, 51, aus Bulle FR gewann an der WM im handbike in Dänemark sowohl im Zeitfahren als auch im Strassenrennen den Titel. Damit ist er 2012 in London in jener Rolle, die er bestens beherrscht: als Favorit.

u marcel hug ist

quasi der Youngster im rollstuhlsport. In einer Disziplin, wo die meisten ihre grossen Erfolge erst im reiferen Alter erzielen, holte der 25-Jährige aus Nottwil LU an der WM eine Gold- und vier Silbermedaillen.

u Er fährt und fährt und fährt von Erfolg zu Erfolg zu Erfolg. heinz frei ist auch mit 53 Jahren «l’homme à battre» im rollstuhlsport. Dieses Jahr gabs WM-Silber im Marathon. Gewänne er bei den Sports Awards, wäre es bereits das zehnte Mal!

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u Dass unsere u21-nati an der EM in Dänemark bis in den Final durchmarschierte

und erst dort gegen den Weltmeisternachwuchs aus Spanien verlor, hat Langzeitwirkung: Dank den Siegen gegen Dänemark, Island, Weissrussland und Tschechien darf die Schweiz erstmals seit 1928 wieder im fussball bei den Olympischen Spielen teilnehmen. Da wächst etwas Grosses heran.

u Letztmals war es 1972 in Sapporo, dass eine schweizer

staffel im langlauf international Aufsehen erregte. Damals gab es Olympia-Bronze. Nun war der Triumph von Toni Livers, Dario Cologna, Remo Fischer und Curdin Perl über 4 × 10 km in La Clusaz (F) über die lückenlos versammelte Weltelite der erste Sieg eines Schweizer Teams im Weltcup überhaupt.

u An sich wäre der 30. Schweizer Meistertitel des Rekordchampions im eishockey fast schon Routine. Hätte der hc davos dabei nicht eine Rekordmarke nach der anderen gebrochen. Die Bündner holten in der Qualifikation mehr Punkte als je ein Team zuvor, sie schossen mehr Tore und erhielten weniger als alle Konkurrenten, und sie gewannen dabei 18 Mal in Serie.

Fotos Keystone, Thomas Buchwalder, EQ Images

Mannschaft des jahres

credit suisse sports awards 2011 u wo? Studio SRF Zürich u wann? Sonntag, 11. Dezember 2011, ab 20.05 Uhr u im tv ab 20.05 Uhr live auf SF 1, TSR 2, RSI LA 2 und HD suisse. Ab 19.25 Uhr Countdown auf SF 2 u. a. mit Style-Check durch die «SI Style»-ModeExpertin Sabina Hanselmann-Diethelm u newcomerwahl Publikumswahl noch bis zum 7. Dezember über www.sports-awards.ch

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publireportage

top-favorit Gewinnt Didier Cuche 2012 erstmals den Klassiker von Wengen?

Mit Emmi als VIP ans Lauberhorn

Einmal Cuche, Innerhofer oder Kröll live in Wengen durchs Ziel-S rasen sehen – Emmi machts möglich. Voraussetzung: Beweisen Sie, dass Sie der Schweizer super-skifan sind!

K

unstvolle Fotocollagen, witzige Texte für Fansongs, liebevolle Bastelarbeiten oder originelle Zeichnungen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, seiner Be­geis­terung für das Schweizer Skiteam Ausdruck zu geben. Und jetzt lohnt es sich ganz besonders, sich ins Zeug zu legen. Beteiligen Sie sich mit einer spektakulären Eigenkreation am Emmi-Wettbewerb, und werden Sie zum «Super-Fan» der Schweizer Rennfahrerinnen und Rennfahrer! Emmi als führender Schweizer Lebensmittelkonzern der Milchwirtschaft und offizieller Partner von Swiss-Ski belohnt die beiden besten Wettbewerbsbeiträge mit einem einzigartigen Preis: Die beiden Gewinnerinnen oder Gewinner verbringen zusammen mit einer

Begleitperson als VIP-Gäste an der Lauberhorn-Abfahrt am 14. Januar 2012 im Berner Oberland einen unvergesslichen Skitag. Per Helikopter werden Sie von Lauterbrunnen ins Skigebiet ob Wengen geflogen, an der Rennstrecke oder auf der Haupttribüne im Zielraum sind Sie auf Tuchfühlung mit den Stars, verpflegen lassen Sie sich in der exklusiven Skylounge über dem Dach des Zielhauses, und am Abend runden Sie den Tag bei einem feinen Fondue gemütlich im Emmi-Chalet ab. Zur Emmi-Jury, die die beiden Sieger-­ Beiträge kürt, gehört auch der Emmi-Botschafter Daniel Albrecht. Überzeugen Sie den Walliser Swiss-Ski-Crack mit einer tollen Einsendung davon, dass Sie als Schweizer Super-Skifan an der LauberhornAbfahrt 2012 dabei sein müssen!

En Guete! Als kulinarischer Tagesabschluss wartet ein gemütlicher Fondue-Abend im Emmi-Chalet.

emmi-wettbewerb wengen

Ein unvergesslicher Tag! u der preis 2 mal ein VIP-Tag für 2 Personen bei der Lauberhornabfahrt am Samstag, dem 14. Januar 2012. An- und Rückreise bis/von Lauterbrunnen in­ dividuell, Helikopterflug ins Skigebiet, Verpflegung in der Skylounge, Fondue-Abend im Emmi-Chalet. u so sind sie dabei Senden Sie Texte, Bastel­ arbeiten, Fotos oder Zeichnungen per Post an: Schweizer Illustrierte, Emmi-Wettbewerb, Postfach, 8099 Zürich, oder laden Sie Ihre Beiträge auf www.schweizer-illustrierte.ch/emmi hoch. Einsendeschluss ist der 22. Dezember 2011. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz ­geführt. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind ­Mitarbeitende von Ringier AG und Emmi AG.


Interview

Miss Clever Schön, aber blöd? Ein Vorurteil, das Vize-Miss-Schweiz Julia Flückiger total gegen den Strich geht. Die Psychologiestudentin und Hobby-Ballerina hat eine klare Meinung zu Körper, Geist und Schönheitswahn. Text Christa Hürlimann Fotos Thomas Buchwalder

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ulia Flückiger, Sie betonen immer wieder, dass Sie nicht nur gut aussehen, sondern auch klug sind. Warum ist Ihnen das so wichtig? Ich will nicht schubladisiert werden. Viele Leute haben immer noch das Gefühl, wer an einer Misswahl mit­ mache, habe intellektuell nicht viel zu bieten. Dabei haben viele ehemalige Missen studiert! Warum finden Sie es wichtig, dass eine Miss klug ist? Ich bin nicht der Meinung, dass alle Missen Akademikerinnen sein sollten. Schliesslich hat nur etwa ein Drittel der Schweizer Bevölkerung einen Hoch­ schulabschluss, und die Miss sollte die ganze Schweiz repräsentieren. Aber es stört mich, dass man immer davon ausgeht, eine Miss sei dumm. Zudem sollte man Intelligenz und Schulbildung voneinander unterscheiden. Werden Sie auch im Alltag aufgrund Ihres Äusseren unterschätzt? Ja, das passiert mir immer wieder, wohl auch wegen meines Alters. Ich sehe das aber mittlerweile positiv. Besser, man kann mehr bieten, als erwartet wird, als umgekehrt. In der «NZZ am Sonntag» wehrten Sie sich in einem offenen Brief gegen Maya Onkens kritischen Beitrag zur MissSchweiz-Wahl, wo sie sagt, die Wahl sei ein «alter Schuh». Ich habe vor allem kritisiert, dass die Wahl vom Schweizer Fernsehen ab­gesetzt wurde. Schliesslich lag die Quote nur zwei Prozent unter der

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von ­«Benissimo»! Laut SRG-General­ direktor Roger de Weck ist die MissWahl «eines natürlichen Todes» gestor­ ben. Klar, es gibt eine Übersättigung an Miss-Wahlen. Aber die Miss Schweiz gehört für mich einfach ins Schweizer Fernsehen! Haben Sie keine Bedenken, dass die Frauen auf ihre Schönheit reduziert werden? Ich wünschte mir schon, dass bei den Porträts die Persönlichkeit stärker in den Fokus gerückt würde. Damit man merkt, wer auch rhetorisch was drauf­ hat. Maya Onken kritisiert, dass bei der Wahl Schönheit mit «jung und sexy» gleich­gesetzt wird. Irgendwo muss man halt die Altersgrenze ziehen, und die liegt bei der Miss-Schweiz-Wahl bei 25 Jahren. Was macht für Sie eine schöne Person aus? Ganz klar die Persönlichkeit und der Charakter. Gute Beispiele sind für mich zwei der erfolgreichsten Missen: ­Melanie Winiger mag man auch wegen ihrer Ecken und Kanten, Christa ­Rigozzi wegen ihres Humors. Sie wollen Ihre Bekanntheit als Vize-Miss für Ihr soziales Engagement nutzen. Passt eine Vertreterin des Glamour-Business überhaupt zu einer Organisation wie Amnesty International? Ja, das passt! Denn durch meinen Bekanntheitsgrad bekomme ich viel mehr Aufmerksamkeit. Ich erzähle etwa in Schulen von meinen Erfahrun­ gen mit Strassenkindern in Kolumbien


Geschmeidig Seit frühester Kindheit tanzt Julia Flückiger Ballett. «Zuerst war ich untalentiert und ‹gschtabig›.» Heute gleicht sie einer Primaballerina.

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Interview

Hair & Make-up Jana Mueller, Styling Yvonne Reichmuth. Alle Kleider H & M, Ballettschuhe privat

Einfallsreich Weil in der Schweiz nur rosa Ballett­ schuhe erhältlich sind, hat Julia Flückiger ihre alten kurzerhand schwarz eingefärbt – und die Farbe mit Spray aus dem Baumarkt fixiert.

und kann dadurch die Jugendlichen für solche Themen sensibilisieren. Wie können Sie hin- und herschalten zwischen sozialem Engagement und Studium und oberflächlichem Model­ business? Ich finde es super, beides zu haben, und geniesse das total! Ich brauche diese Vielseitigkeit. Ich gehe tagsüber an die Uni, ziehe mich dann in der Toilette um und gehe an einen Modeljob. Wie stylen Sie sich für die Uni? An Tagen ohne Modelaufträge bin ich bis zu zwölf Stunden an der Uni, da muss die Kleidung einfach nur bequem sein – und sonst gar nichts. Ich schminke mich nicht und trage eine Brille. Könnten Ihre zwei Laufbahnen einander dereinst in die Quere kommen? Das habe ich mir gründlich überlegt. Vielleicht findet nicht jeder potenzielle spätere Arbeitgeber meine Miss-Kandidatur gut. Das machte mir anfangs etwas Angst, denn das Internet vergisst nie. Aber bis jetzt kann ich alles, was ich gesagt und getan habe, verantworten, darauf bin ich auch ein bisschen stolz. Ich muss mich für nichts schämen, bin authentisch und mir selber treu geblieben. Die Miss-Schweiz-Wahl ist ein Teil von mir – wer mich des­wegen nicht will, will mich als Person nicht. Was mögen Sie am Modeln? Die Abwechslung. Die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen. Bei diesem

«Mich stört, dass Missen als intellektuelle Tiefflieger schubladisiert werden» Fototermin zum Beispiel habe ich das Ballett, mein grösstes Hobby, von einer ganz neuen Seite kennengelernt. Wie intensiv machen Sie noch Ballett? Während der Kanti-Zeit habe ich täglich trainiert. Heute schaffe ich es noch drei- bis viermal in der Woche, dazu kommt ein- bis zweimal Jazztanz. Ballett ist Fitness total, jede einzelne Muskelfaser wird beansprucht. Bestimmt haben Sie den Ballett-Film «Black Swan» gesehen. Können Sie die Entwicklung der ehrgeizigen Protagonistin nachvollziehen? Nicht in diesem extremen Ausmass, aber den Hang zum Perfektionismus kenne ich: Wenn der Körper nicht mehr kann, drängt ihn der Geist weiter. Mein Freund Ronny weiss mich dann zu bremsen. Von seiner Gelassenheit könnte ich mir ein Stück abschneiden. Wie ehrgeizig sind Sie selbst? Das Ballett hat mich früh geprägt, lehrte mich Disziplin und Ehrgeiz. Ohne das Training wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Dabei war ich die ersten zehn Jahre untalentiert, gross und «gschtabig». Ballett ist eine Lebens-

schule. Alle meine Ballettfreundinnen machen sieben Dinge gleichzeitig. Und unsere Lehrerin ist fünffaches Mami! Trotz intensivem Ballett-Training: Irgendwann wird Ihr Körper einmal nicht mehr so straff sein, die Haut nicht mehr so glatt. Könnten Sie sich vorstellen, diesbezüglich nachzuhelfen? Das muss grundsätzlich jeder für sich selbst entscheiden. Für mich kommt es unter keinen Umständen infrage, mich für die Schönheit unters Messer zu legen. Sobald ich einmal Kinder habe, werden sich meine Prioritäten ohnehin verschieben. Wenn ich mit meinen Kindern spazieren gehe, muss ich ja nicht die Schönste sein! Sind denn Kinder für Sie und Ihren Freund schon ein Thema? Ich will auf jeden Fall einmal Kinder bekommen, und wenn ich es mir mit Ronny nicht vorstellen könnte, wäre ich nicht mit ihm zusammen. Aber ich bin ja erst 23. Zuerst will ich meinen Bachelor machen, dann wollen Ronny und ich zusammen alle fünf Kontinente bereisen. Und danach schauen wir weiter .  schweizer illustrierte

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O du Fröhliche Frohe Weihnachten mit dem Ehepaar Camus! Das Duo Full House tritt als Gastkomiker im Salto Natale auf. Und lebt auch privat ganz lustig. Text sylvie Kempa Fotos fabienne bühler

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er Schein trügt. Henry, 44, und Gaby Camus, 42, diskutieren beim Nachmittagskaffee zwar auf dem Balkon, aber die Heizung müssen sie dabei aufdrehen. Es ist kalt

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geworden in Ascona TI. Das Familien­ kuscheln in der Hängematte ist nur noch mit dicken Socken geniessbar. «Bald hats wieder Schnee auf den Palmen!», prophezeit Viviana, 7, ihrem Bruder Dominic, 4. Dieses Jahr freut sich die Familie besonders auf den Winter: Die Eltern sind als Gastkomiker für den Advents­zirkus Salto Natale in Zürich Kloten gebucht. Das hat das Duo Full House auf seiner Internetsite mit drei Ausrufezeichen verkündet. «Noch nie von ihnen gehört», heisst es öfter. Dabei touren die Effretikerin und der New Yorker mit ihrer «sprach­ übergreifenden Action-Comedy» (ein

Mix aus Artistik, Musik und Slapstick) schon seit zwanzig Jahren durch die Welt. Sie führen ihr Programm in sechs Sprachen – inklusive Japanisch! – auf und traten sogar schon für den marok­ kanischen König auf. Das Haus der Komiker-Familie macht dem Namen des Duos alle Ehre. Es platzt schier aus den Nähten. Schlag­ zeug, Piano und Cello sind neben dem Esstisch untergebracht. Die Bühnenout­ fits hängen am Bücherregal. Daneben vollführen Elefant, Löwe, Schildkröte und Maus, von Kinderhand gezeichnet, eine Tier-Pyramide. Und überall liegt Spielzeug. Fürs Foto wird eilig auf­


Porträt

Humorkunstwerk Ihre «sprachübergreifende Action-Comedy» wurde mehrfach ausgezeichnet – etwa mit dem Prix Walo, am Arosa Humor Festival und mit der St. Ingberter Pfanne.

Lieblingsplatz Die Hängematte ist Familientreffpunkt Nummer 1. Hier kuscheln Viviana und Dominic mit ihren Eltern.

Familiensport Gaby und Henry Camus machen täglich Yoga. Sohn Dominic zuliebe wird der Sonnengruss schon mal frei interpretiert.

geräumt. «Jetzt tut so, als wären wir eine super happy Family!», ruft Henry. Die Kinder verstehen seinen sarkastischen Humor nicht immer, doch diesmal ­kugeln sie sich vor Lachen. Auch im Freundeskreis der Kleinen sind die Eltern für ihre clowneske Ader bekannt. Am coolsten findet es Dominic, wenn er seine Kumpel zum Essen einlädt und Papa erzählt, die Ravioli seien mit echtem Tigerfleisch gefüllt. Sowieso werde bei Tisch am meisten gelacht. «Kein Wunder, nimmt niemand die sieben Essensregeln ernst, die ich hier aufgehängt habe», beklagt sich Gaby. Alltag mit Witz – das ist auch das Geheimnis ihrer Liebe. Seit 22 Jahren sind sie zusammen. Geheiratet haben sie aber erst, als Viviana unterwegs war. Gaby: «Als Henry erfuhr, dass seine Tochter sonst Schmutz heisst, machte er mir den Antrag.» Kein Zweifel, dass die Ehe halten wird, denn die Komödianten sind überzeugt: «Humor ist in einer Beziehung das, was am wenigsten abhandenkommt.» Abhanden kommt dem Duo Full House mit dem Engagement im Salto Natale nun aber ihr Status als Geheimtipp. Schlimm? «Für uns wäre das ein schönes Weihnachtsgeschenk!» Und dafür sind sie auch bereit, fast alle Register zu ziehen. Henry: «Wer weiss, vielleicht lege ich ja irgendwann sogar einen kleinen Strip in der Manege hin.»   Das Duo Full House ist bis zum 1. Januar 2012 beim Wintercircus Salto Natale in Zürich Kloten zu sehen. Infos www.saltonatale.ch schweizer illustrierte

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Alpen-Turb


Sport

Offroader Elias Ambühl parkt seinen Ferrari im Gras: «Aber irgendwann will ich auf einer Rennstrecke testen, ob er wirklich 320 km/h fährt.» Warum der Freeskier auch AlpenTurbo genannt wird, sehen Sie im Action-Video bei uns auf dem iPad.

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Er lebt auf der Überholspur – und fliegt den Gegnern um die Ohren. Freeskier ElIAS Ambühl ist der Shootingstar im Schweizer Wintersport. In Sotschi 2014 will er sich in den Olymp katapultieren. schweizer illustrierte

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Sport

Bodenhaftung in der Dachwohnung Freundin Sarah Pedrett auf Besuch bei Elias: «Ich bin die Realistin.»

Text thomas renggli Fotos Hervé Le Cunff

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asein. Ein Restaurant. 409 Einwohner. Ein Bergbauer grüsst freundlich. Irgendwo rattert ein Traktor. Masein ist nicht Monaco. Es liegt im Bündner Bezirk Hinterrhein – nur knapp vor dem Mond. Elias Ambühl schlägt die Brücke zur grossen Welt. Seine Bühnen stehen in Budapest, Stockholm, London und Aspen. Ambühl fährt Ski. Und fliegt Ski. Und wie! Rückwärts. Kopfüber. Salto mortale. «Alles, was mir Spass macht – und das mit Vollgas.» Freeskiing ist die perfekte Mischung aus Snowboarden und Skiakrobatik. In der Halfpipe, auf der Big-Air-Schanze oder im Slope-­ Style-Parcours verdreht er den Fans den Kopf. Show und Sport verschmelzen, die Namen der Hauptdarsteller erinnern an Popstars: Bobby Brown, James Woods, PK Hunder. Ambühl überfliegt alle. «Double Cork 1440» heisst sein Erfolgsrezept. Das ist kein neuartiger Flaschenverschluss, ­sondern ein Sprung, der beim Normalskifahrer die Krankenkassenprämie zum Explodieren brächte – zwei Drehungen über Kopf mit vier Schrauben. «Ambühl not to stop», «Ambühl rocks Budapest», «Outstanding» – die internationalen Online-Portale überschlagen sich vor

«Wieso soll ich bis 25 warten, wenn ich mir schon mit 19 einen Ferrari leisten kann?» Begeisterung. Ende November wurde der fliegende Bündner in Stockholm zum «King of Style» gekürt. Wo Ambühl springt, rollt der Rubel. Aus Schweden brachte er einen Siegerscheck von 10 000 Dollar nach Hause. Die persönlichen Sponsoren (Red Bull, Atomic, Sweet, Yniq, Alpiq) machen ihn zu einem der Grossverdiener der Szene. Der Vergleich zum Snowboard-Star Gian Simmen, der durch seinen Olympia­ triumph in Nagano 1998 Verträge im ­Gesamtwert von einer halben Million Franken pro Jahr generierte, ist nicht übertrieben. PR-Fachmann Maurus Strobel, als Berater diverser Freestyle-Events seit Jahren eng verbunden mit der Szene, stuft Ambühls Potenzial noch höher ein: «Durch die mediale Globalisierung steigt der Wert eines Athleten für Sponsoren automatisch – und mit der Aufnahme von Freeski ins olympische Programm sind die Verdienstmöglichkeiten mittelfristig wohl noch besser als damals im Snowboard.» Beim Thema Olympia denkt Ambühl aber nicht zuerst an

­ ares: «Olympische Spiele sind das B Grösste – dort dabei zu sein, muss für ­jeden Sportler das Ziel sein.» Ambühl ist sich bewusst, dass ihm eine Olympia-Medaille die Türe zum konservativeren Publikum öffnen würde. Diesem Anspruch lebt er aber kaum in letzter Konsequenz nach. Sein Hobby entspricht nicht dem freundeidgenössischen Mittelmass. Ambühl hat auch ein Flair für schnelle Motoren: «Mit 13 besass ich 12 Mopeds. Später kamen ein paar 50cm3-Töffs dazu. Mit 18 kaufte ich mir einen Subaru Legacy mit 260 PS.» Damit war das Tempolimit aber noch nicht erreicht. Zu seinem 19. Geburtstag gönnte er sich einen Porsche 911 Turbo – um ein paar Monate später noch einen Gang höher zu schalten. Mittlerweile fährt Ambühl einen Ferrari F430 – 500 PS, 320 km/h Highspeed, in 3,8 s von 0 auf 100. Schneller, als die Polizei erlaubt. Playboy? Möchtegern? Blender? Ein wenig mehr Bescheidenheit würde weniger Angriffsflächen bieten. Paul ­Accola, der Alpin-Weltcup-Sieger aus schweizer illustrierte

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Sport

Davos, leistete sich zu seiner Aktivzeit als grössten Luxus einen Menzi Muck – und baggerte Dreck statt Moneten. Ambühl wischt die Einwände bezüglich seines fahrbaren Untersatzes mit einem charmanten Lächeln beiseite. «Ich liebe schöne Autos. Wieso soll ich bis 25 warten, wenn ich mir schon mit 19 einen Ferrari leisten kann?» Seine Eltern beobachten das hochtourige Treiben ihres Sohnes mit erstaunlicher Gelassenheit: «Ich sagte ihm, dass er besser in Immobilien investieren solle. Aber solange er es aus dem eigenen Portemonnaie finanziert, muss er selber wissen, was er macht», sagt sein Vater Werner, 54. Elias Ambühl scheint es zu wissen. «Ich wollte immer irgendetwas sehr gut können – egal, ob Klavier spielen oder Ski fahren.» Als Kind träumte er vom Beruf des Helikopterpiloten. Sportlich war er auf der Alpin-Schiene unterwegs – fuhr unter anderem beim nationalen Förderungswettbewerb GP Caran d’Ache (früher Ovo-Grand-Prix) aufs Podest. Auch auf dem Fussballplatz bewies er Talent – schaffte es als Torhüter des FC Thusis Cazis bis in die Bündner Kantonalauswahl. Trotzdem entschied er sich für den unkonventionellen Weg – inspiriert von Shows und Filmen der Freestyle-Helden, wollte er fliegend Geld verdienen – und nicht wie seine vier

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schweizer illustrierte

King of Style Elias präsentiert seinen Eltern Werner und Monika (mit Hund Gipsy) den neusten «Staubfänger». Wachsmeister Die väterliche Materialvorbereitung verleiht Flügel.

Geschwister Nina (Juristin), 28, Urs (Zimmermann), 25, sowie Jan, 30, und ­Andri, 23, (beide Elektriker) einem «gewöhn­lichen» Beruf nachgehen. Die Maurerlehre legte er auf Eis und eifert seinem grossen Vorbild Jon Olsson nach. Der Schwede brachte es als erster Freeskier zum Multimillionär. Er wohnt in Monaco und fährt Lamborghini. «Krass», sagt Ambühl. Werner Ambühl, stellvertretender Zentralchef im Elektrizitätskraftwerk Hinterrhein, stellt seinem Sohn den Strom nicht ab: «Wäre es mit dem Skifahren nicht aufgegangen, hätte er die Lehre später beginnen können.» Auch Mutter Monika, 55, nimmts locker: «Ich bin Automechanikerin. Als ich mich für diesen Beruf entschied, schüttelten alle den Kopf.» Elias wohnt in der ausgebauten Dachwohnung im Elternhaus und schätzt

den familiären Support: «Ohne Eltern wäre mein Traum nie wahr geworden.» Er weiss auch schon, wie er sich bedanken könnte: «Ich kaufe meiner Mutter einen Porsche.» Seit letztem Winter teilt Elias Ambühl seinen Traum mit Sarah Pedrett. «Wir kannten uns schon lange – waren beste Freude. Dann hat es gefunkt», erzählt er. Die 21-jährige Hochbauzeichnerin schaut, dass ihr Überflieger auf dem Boden bleibt. «Ich bin Realistin, das ergänzt sich perfekt mit Elias», sagt sie – und will etwas festgehalten haben: «Ich war vor dem Porsche da.» Realismus, Fantasie, Illusion. Bei Elias Ambühl verwischen sich die Grenzen. «Später will ich mal eine Riesen­ disco in Chur eröffnen!» Sagts, steigt strahlend in seinen Ferrari und drückt aufs Gas­pedal. Irgendwie liegt Masein doch ­näher bei Monaco, als man denkt.


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Wer turtelt mit wem? Wer sorgt für Peinlichkeiten? Und wer ist einfach nur in? Das zeigen wir Woche für Woche exklusiv in der iPad-Ausgabe.

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Sport 50 Jahre Ochsner Sport

Rekordleistungen und coole Aktionen zum Jubiläum: Ochsner Sport ist ein halbes Jahrhundert alt – und fitter denn je

dynamisch an die spitze


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50 Jahre Ochsner Sport

mit tollen Tricks zu rekordKräften Klimmzüge an Daniel Albrechts ausgestreckten Armen? Mit Carlo Janka im Rucksack den Berg hinauf? Moderne Technik und clevere Ideen machen die spektakulären Rekordspots von Ochsner Sport möglich. Und die Athleten haben Spass am Dreh.

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ie sind bereits Kult, die Werbefilme und Reklameplakate, mit denen Ochsner Sport im laufenden Jubi­ läumsjahr seine Kampagne «Das Jahr der Rekor­de» unterstützt. Wie Marc Gini als Schwimmer durchs Wasser crawlt und dabei Wakeboarder Carlo Janka hinter sich her über die Wellen zieht, wie Didier Défago mit einem riesigen Hinkelstein auf dem Rücken munter durchs Gelände spurtet, wie Janka von Daniel Albrecht im Rucksack den Berg hochgetragen wird oder wie er zusammen mit seiner Schwester Fabienne an Albrechts ausgestreckten Armen Klimmzüge macht, wie Défago und «Jänks» auf dem Velo einen Reisebus die Passstrasse emporziehen, das lässt schmunzeln – und staunen. Unseren Skiassen ist ja allerhand zuzutrauen, aber solche Herkules-Akte? Moderne Film- und Fototechnik sowie die Bildbearbeitung am Computer machen es möglich. Man lichte Marc Gini beim Schwimmen und einen Wakeboarder glei­ chenorts beim Ritt über die Wellen ab. Danach baue man die Sequenzen am Bild­ schirm zusammen und ersetze den Kopf des Wakeboarders durch jenen Jankas – fertig ist die Rekord-Nummer. Slalom-Künstler Gini hatte seinen Spass an der Herstellung: «Auf dem Set waren wir in einer ganz eige­ nen Welt. Dieser Einblick in die Tätigkeit der Kreativen war spannend. Und man musste wie beim Sport höchst konzentriert sein.»

Für das Klimmzüge-Motiv hangelten sich die Janka-Geschwister an gewöhnlichen Reckstangen in die Höhe, während Albrecht an seitlich ausgestreckten Armen Gewichte festhielt. Auch hier wurde das Ganze an­ schliessend am Computer zu einem einzi­ gen Sujet zusammengebaut. Den Bus «zog» das Radfahrer-Duo Jan­ ka-Défago an einem Metallgestell vorwärts, das hinterher aus dem Foto respektive dem Film wegretuschiert wurde. Ein raffinierter «Fake» war auch der Hinkelstein auf Défa­ gos Rücken. Er war aus Kunststoff gefertigt. «In Wirklichkeit hatte ich nur etwa drei Kilo zu tragen», räumt der Abfahrts-Olympia­ sieger ein. Défago fand Freude am Spiel mit der Illusion: «Um den Eindruck zu erwecken, ich würde schwitzen, wurde ich permanent mit Wasser besprüht. Und der Bus, den ­Carlo und ich ‹zogen›, fuhr selbst die Strasse hoch. Unglaublich, dass sich ein so gros­ses Gefährt derart langsam bergauf be­wegen lässt, ohne dabei die Kupplung zu ruinieren.» Besonders witzig war das Zusammen­ spiel von Dani Albrecht und Carlo Janka für das Rucksack-Motiv. Eigentlich stand ein Kran bereit, der Albrecht beim Tragen seines Kollegen behilflich sein sollte. Aber der Walliser Weltcup-Rückkehrer entschied sich spontan, Janka ohne Hilfe im Rucksack bergwärts zu buckeln. «Das machte richtig Spass, auch wenns anstrengend war. Ich

des rätsels lösung Albrecht wird fotografiert, wie er – reale – Gewichtssäcke seitlich in die Höhe hält …


«reckstange» albrecht Carlo Janka und Schwester Fabienne ziehen sich an Danis ausgestreckten Armen hoch. Unglaublich!

… während Carlo Janka sich für den Schweizer Fotografen Jonathan Heyer an einer Reckstange per Klimmzug in die Höhe hangelt …

… ebenso wie seine Schwester Fabienne. Der Fotoassistent eilt aus dem Bildbereich, damit die Fotomontage hinterher nicht gestört ist.


Crawl-Rakete Marc Gini zieht Wakeboarder Carlo Janka schwimmend über die Wellen. Ian Thorpe könnte nur noch staunen ...

ausgeleuchtet Um Marc Gini ins perfekte Licht zu rücken, wird die Sonneneinstrahlung im richtigen Winkel aufs Wasser gespiegelt.

jänks-Double So stilsicher bewegt sich Carlo Janka nur auf Schnee. Der Kopf seines Stellvertreters wird später am Computer ausgetauscht.


50 Jahre Ochsner Sport

Fester Halt Das Metallgestell, das Janka und Défago vor dem Bus im Gleichgewicht hält, wird nachträglich wegretouchiert.

profis Das Produktionsteam aus Mallorca ist ­routiniert. Der ganze Dreh dauert nur drei Tage.

musste insgesamt sicherlich 100 Kilo schleppen. Aber mit umgekehrten Rollen wäre Carlo wohl unter meinem Gewicht zusammengebrochen …» Janka bestätigt offensichtlich amüsiert: «Dani kam gerade aus den Ferien zurück und war ziemlich wohlgenährt. Jetzt wäre es kein Problem mehr, wenn ich ihn tragen müsste.» Den Skicracks Carlo und Fabienne ­Janka, Didier Défago, Marc Gini und Daniel ­Albrecht attestieren alle an der Herstellung Beteiligten, dass sie vor der Kamera äus­ serst geduldig und professionell agiert hätten. Was angesichts der oft zahllosen Wiederholungen, bis eine Szene im Kasten war, nicht selbstverständlich ist. Rekordverdächtig wie die ganze Kam­ pagne waren im Übrigen die Umstände, unter denen sie entstand: Wegen des ge­ drängten Terminkalenders der Skisportler standen nur gerade drei Produktionstage zur Verfügung. Deshalb war es extrem wich­ tig, dass auch alle Eventualitäten bezüglich des Wetters ausgeschlossen werden konn­ ten. Die Ferieninsel Mallorca bot dies­ bezüglich perfekte Voraussetzungen, und während der drei Drehtage im September 2010 arbei­teten die Athleten, die einheimi­ sche Produktionsfirma, das Team von Ochs­ ner Sport und die Werbeagentur buchstäb­ lich von Sonnenauf- bis -untergang. Einig sind sich alle beteiligten PartnerAthleten von Ochsner Sport: Die Herstel­

No tricks! Albrecht verzichtet auf die Hilfe des bereitgestellten Krans und trägt Janka im Rucksack effektiv mit Muskelkraft bergauf.

lung der Werbeaufnahmen war eine höchst willkommene Abwechslung und bot Gele­ genheit, sich einmal von ganz anderer, humo­ristischer Seite zu zeigen. Die vielen positiven Reaktionen aus der Öffentlichkeit auf die Geburtstagskampagne von Ochsner Sport belegen: Unsere Skistars sind nicht nur zwischen den Toren stil­sicher unterwegs, sie besitzen offensichtlich auch schauspielerisches Talent. IN

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vorneweg! Unter seiner Führung hat Ochsner Sport den Umsatz fast verdreifacht. Im Interview erklärt CEO Patrice Dupasquier, wie er das Unternehmen fit halten will. Herr Dupasquier, Sie sind seit 1998 CEO von Ochsner Sport und seit Oktober 2010 Vorsitzender der Geschäftsführung der Schuh- und Sporthandelskette Dosenbach-Ochsner AG. Es scheint, Sie haben nicht nur beim Joggen, sondern auch im Business Stehvermögen. Ja, stimmt. Und ich bin noch nicht müde, im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, ich hätte erst gestern angefangen. Unser Business ist sehr dynamisch, wir sind es. Mein Team von motivierten Mitarbeitenden hält mich fit. Muss man in Ihrem Beruf sportlich sein? Nein. Aber es ist sehr hilfreich. Vorher war ich im Möbel-Detailhandel tätig. Die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden war grösser, als sie merkten, dass ich Freude habe an Sport.

Dabei meine ich nicht Leistungssport, sondern Sport als Ausgleich und zur Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit. Trotzdem sind Sie auch leistungsorientiert. Sonst hätten Sie in zehn Jahren den Umsatz nicht von 150 auf über 400 Millionen Franken steigern können. Das war ich nicht allein, sondern es ist die Leistung eines ganzen Teams. Die Voraussetzungen waren auch ideal, als ich vor zwölf Jahren diesen Posten übernahm. Ochsner Sport war schon damals ein TopBrand, verfügte über hochqualifizierte, motivierte Mitarbeitende mit viel Know-how. War es vor 10 Jahren bereits die Strategie, die Anzahl von damals 25 Filialen auf heute über 90 zu steigern?

Wir hatten nie das konkrete Ziel, die Grössten zu werden. Wir wollen der beste Sporthändler für unsere Kunden sein. Weil wir damit erfolgreich waren, konnten wir in diesem Tempo wachsen. Der Schweizer Detailhandel hat es im ­Moment nicht leicht. Sportlich gesagt ­betreibt das Ausland mit dem tiefen ­Euro-Kurs Wettbewerbsdoping. Wie wehren Sie sich dagegen? Auch in schwierigen Zeiten müssen wir die Besten bleiben. Darum investieren wir gerade jetzt noch mehr in die Qualität und die Dienstleistungen. Preisvorteile, die wir durch kluge Beschaffung gewähren können, geben wir direkt an die Konsumenten weiter. Zudem sorgen wir dafür, dass die Stim-


zugpferd Patrice Dupasquier (vorne Mitte) geht mit Angehörigen des Führungsteams von Ochsner Sport regelmässig joggen, hier an der Limmat beim Firmensitz in Dietikon.

mung im Unternehmen positiv ist – auch wenn wirs momentan sehr streng haben. Sie sind bereits die Nummer eins im Schweizer Sportartikelhandel. Wie können Sie noch wachsen? Indem wir unser Dienstleistungsangebot noch weiter ausbauen. Zum Beispiel bei der Beratung und bei Unterhalt und Wartung der Sportgeräte. Dazu kommt, dass sich auch die Produkte ständig weiterentwickeln, zum Beispiel im Outdoor-Bereich. Gerade im Bereich Wandern und Spazieren sehe ich noch ein grosses Potenzial. Wie sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeitenden auf der Höhe sind bei den Entwicklungen und Trends im Markt? Indem wir sie weiterbilden und schulen. Für Mitarbeitende aus dem Verkauf offerieren wir pro Jahr bis zu 70 Schulungstage in verschiedensten Bereichen. So werden sie zu den besten Spezialisten.

50 Jahre Ochsner Sport Wie überzeugen Sie die Kunden, dass sie sich bei Ihnen nicht nur gut beraten lassen, sondern auch bei Ihnen kaufen? Indem wir die Kunden als Partner sehen und sie zum Beispiel im neuen Ochsner Sport Club zu spannenden Events und Sonder­ aktionen einladen. So entstehen langjährige Beziehungen, die auf Vertrauen basieren. Wer an Sport und Freizeit denkt, denkt dann automatisch an Ochsner Sport. Der Kauf wird so selbstverständliche Nebensache. Der Internet-Handel boomt. Ist es da noch zeitgemäss, so viele Filialen zu betreiben? Beides ist wichtig: vor Ort zu sein, wo die Sportaktivitäten stattfinden, und in den Internethandel zu investieren. In zehn Jahren werden wir sehen, wer das Rennen gemacht hat. Die Kunden entscheiden. Aber wie wissen Sie heute, was Ihre Kunden wollen? Indem ich möglichst oft vor Ort bin und die Kunden kennen lerne. Mehr als die Hälfte meiner Zeit verbringe ich damit, Filialen zu besuchen und mit den Verkäufern und Einkäufern unterwegs zu sein. So habe ich immer den Finger am Puls. Und mit unserer neuen Kundenkarte können wir noch besser einschätzen, welche spezifischen Bedürfnisse jeder einzelne Kunde hat. Zwei Drittel dieser Kunden sind Männer. Wie schaffen Sie es, mehr Frauen in Ihre Geschäfte zu locken? Das ist eine echte Herausforderung. Ich glaube, dass das sehr vom Standort abhängt. Ein spezieller Shop nur für Frauen an bester Lage in Zürich ist unser neuestes Projekt. Dieses wird bei uns auch von einem Frauenteam betreut. Zudem müssen wir unser Angebot noch stärker in Richtung Sportmode, Sports- und Lifestyle ausbauen. Verstärken lässt sich das weibliche Interesse sicherlich auch durch sympathische Markenbotschafter wie Didier Défago, Carlo Janka oder Dani Albrecht. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit diesen Stars? Das ist das Verdienst unserer Marketing­ spezialisten. Sie schaffen es, glaubwürdige und populäre Stars für unsere Marke zu begeistern. Manchmal geht das sogar über eine reine Businessbeziehung hinaus. Es wachsen daraus echte Freundschaften. Ochsner Sport wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Was ist gleich geblieben, und was ist die wichtigste Veränderung, die das Unternehmen im Lauf dieses halben Jahrhunderts erlebt hat? Ochsner Sport war von Anfang an ein Sportfachgeschäft mit einer hohen Qualität und Glaubwürdigkeit und ist dies bis heute geblieben. Eine grosse Veränderung war sicher die Übernahme von Ochsner Shoes und Ochsner Sport durch die Deichmann-Gruppe 1991. Das hat Ochsner Sport ganz neue Entwicklungsoptionen ermöglicht. Wir haben immer Wert auf gute Qualität, guten Service

und gute Standorte gelegt. Hinzu gekommen sind unsere sehr attraktiven Preise, die durch unsere gestiegenen Einkaufsmengen möglich geworden sind. Wie eigenständig ist Ochsner Sport als Teil der grossen Deichmann-Gruppe? Wir sind als Unternehmen DosenbachOchsner in der Schweiz sehr selbständig. Gleichzeitig profitieren wir stark von Syn­ ergien in Einkauf und Logistik sowie dem vielseitigen Know-how in der weltweit erfolgreich tätigen Deichmann-Gruppe. Das macht mir viel Spass. Allerdings ist die Beachtung von Ochsner Sport innerhalb der Deichmann-Gruppe dank unserem Erfolg in den letzten zehn Jahren enorm gewachsen. Man respektiert unsere Leistung. Wird es nicht laufend schwieriger, beim zunehmenden Preiskampf diesen hohen Status zu halten? Schon. Aber wir stellen uns dieser Herausforderung. Es bringt nichts zu jammern. Die momentane Wirtschaftslage ist auch eine Chance, unsere Arbeitsmodelle zu überdenken, neue Ideen zu kreieren. Protek­ tionismus hilft da nicht weiter. Wie sieht Ochsner Sport in 50 Jahren aus? Ich hoffe, dass ich dann schon lange pen­ sioniert bin. Ich bin überzeugt, dass das Internetgeschäft dann enorm gewachsen ist. Dazu wird Ochsner Sport ein noch wichtigerer Player im gesamten Bereich des Sportfachhandels sein. In der Schweiz – und vielleicht auch im benachbarten Ausland.  Interview: Zeno van Essel

zur person

patrice dupasquier Der 44-Jährige war von 1998 bis 2010 Spartenleiter von Ochsner Sport und ist seit Oktober 2010 Vorsitzender der Geschäftsführung der Schuh- und Sporthandelskette ­Dosenbach-Ochsner AG. Der Freiburger ist Vater von drei Kindern, die Familie sein grösstes Hobby. Sie ist stets dabei, wenn der ehemalige Alpin-Ski-Leistungssportler Ski fährt und Tennis oder Fussball spielt. Auch das tägliche Sporttreiben in Laufschuhen oder auf dem Mountainbike gehört bei ihm zur Life-Balance.

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50 Jahre Ochsner Sport

starkes auto, starker mann Didier Défago in einem der 50 Audi A1, die OchsnerSport-Mitarbeitende gewannen.

Kreativ auf kurs Sie beleben seit Juli die Strassen: 50 speziell beschriftete Audi A1 rollen ein Jahr lang durch die Schweiz. Kreative Angestellte von Ochsner Sport fahren sie.

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witzig Desirée Duss gehörte mit ihrem Papp­machéAudi zu den Gewinnerinnen. Dani Albrecht freut sich, dass er als Beifahrer abgebildet ist.

partner Patrik Pörtig, Marketingchef Ochsner Sport (l.), und Audi-Markenchef Ernesto Larghi im Amag-Auslieferungszentrum Birrfeld AG.

ine sportliche Geste: Von seinem 50-Jahre-Jubiläum wollte Ochsner Sport nicht nur die Kundschaft mit besonderen Aktionen profitieren lassen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sporthandelskette sollten zum runden Geburtstag des Unternehmens beschenkt werden. 50 Kleinwagen der Marke Audi A1 1.2 TFSI, gebrandet mit dem Jubiläumslogo und dem Bild Didier Défagos als Hinkelsteinträger, standen zur kostenlosen Nutzung während eines Jahres bereit. Das Geschenk für 50 Glückliche wollte indessen verdient sein: Mit der Einreichung einer möglichst originellen Arbeit zum Jubiläumsthema konnten die Mitarbeitenden sich ab dem Frühling um einen der Audi bewerben. Entsprechend zahlreich gingen die Beiträge ein. Bastelarbeiten, Bildcollagen, DVD-Filme oder Fotobände zeugen von der Lust des Personals von Ochsner Sport an der kreativen Freizeitbetätigung.

Anfang Juli durften die 50 Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs ihren brandneuen Jubiläums-Audi in Empfang nehmen. Im Amag-Auslieferungszentrum in Birrfeld AG überreichten die Vertreter von Ochsner Sport, Patrik Pörtig (Leiter Marketing und Kommunikation) und Michel Hager (Verkaufsleiter), sowie Audi-Markenchef ­Ernesto Larghi die Fahrzeugschlüssel. Ein besonderes Highlight für die glück­ lichen neuen Autobesitzer war überdies die Begegnung mit den Special Guests der Preisübergabe. Die Mitglieder des Ochsner Sport Racing Teams, Daniel Albrecht, Carlo Janka und Didier Défago, – allesamt selbst mit Autos von Swiss-Ski-Partner Audi unterwegs – gratulierten jeder Gewinnerin und jedem Gewinner persönlich zur originellen Leistung und standen für Autogramm- und Fotowünsche bereit. Didier Défago richtete dabei schmunzelnd einen «warnenden Appell» an die Gewinner: «Fahrt bitte anständig umher, schliesslich ist mein Gesicht auf euerem Auto abgebildet …» Der Olympiasieger von Vancouver kann beruhigt sein. Die Glücklichen werden ihrem einzigartigen, 86 PS starken Schmuckstück während der zwölf Monate ganz bestimmt Sorge tragen. IN


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50 Jahre Ochsner Sport

mit den stars auf die piste Ski fahren zusammen mit den Weltcup-Cracks des Ochsner Sport Racing Teams – ein Traum, der bald Realität werden könnte. Nehmen Sie teil am Wettbewerb, gewinnen Sie ein exklusives Vergnügen! 1. Daniel Albrecht und Carlo Janka treten gleich zweimal ­gemeinsam in der Marketingkampagne «Jahr der Rekorde» von Ochsner Sport auf. Es sind dies die Motive … H Wasserskifahren und Busziehen S Rucksacktragen und Klimmzüge an den Armen L Klimmzüge und Wasserskifahren 2. Zu seinem 50. Geburtstag ist das Vertriebsnetz von Ochsner Sport im Jahr 2011 weiter gewachsen und umfasst nun rund … E 50 Filialen A 75 Filialen N 95 Filialen 3. Didier Défago ist derzeit ungewöhnlich oft auf ­Schweizer Strassen anzutreffen. Und zwar als … i Marathonläufer im Ochsner Sport Club u Botschafter für die bfu-Ski-Vignette O Abbildung auf 50 Audi A1, die Ochsner-Sport Mitarbeiter ein Jahr lang als Wettbewerbsgewinn fahren 4. Ochsner Sport engagiert sich auch für den Schweizer Ski-Nachwuchs. Es sponsert … W den Swiss-Ski JO Cup B den Schweizer Skischulen-Verbund S die Bündner Bergbahnen

1. Preis

ein skitag mit den besten Zwei Personen erleben einen unvergesslichen Skitag zusammen mit verschiedenen Mit­ gliedern des Ochsner Sport Racing Teams inklusive Skipässen und Mittagessen

2.–11. Preis die mütze der besten 10 Glückliche tragen künftig eine Original-Strickmütze des Ochsner Sport Racing Teams

lösungswort – diese buchstaben gewinnen! So kommen Sie zu Ihrer Chance Übermitteln Sie die Lösung via Telefon 0901 559 059 (ohne Vorwahl). Der Anruf ab Festnetz kostet Sie CHF 1.–. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Skitag, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist Donnerstag, 29. Dezember 2011, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz

geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

Lösung 1

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notabene

Auf ein Bier mit meinem Marabu Peter Bichsel

Foto Kurt Reichenbach

N

ein, sie erinnern sich wir uns unterhalten. Sie machte dann nicht, die alten Män­ die Matura und ging nach Zürich zum Studieren. ner am Tisch, die nach dem Namen einer Dort traf ich sie zwei Jahre später auf Kneipe suchen, die es der Strasse – abgemagert, verwahrlost. Nein, nicht Drogen – sie hatte sich nur schon lange nicht aufgegeben, einfach aufgegeben, stu­ mehr gibt, sie erin­ dierte auch nicht mehr. Ich lud sie zum nern sich nicht, sie haben nichts zu Essen ein und musste sie lange dazu erzählen, sie wühlen nur in ihrem überreden. «Du musst jetzt etwas es­ Gedächtnis herum. Und wie er endlich sen.» Wir gingen in ein Restaurant, das gefunden ist, der Name, geht es um die Namen jener, die dort gewirtet haben – ich als einfach in Erinnerung hatte. Aber und wer vor wem war, und wer nach ihm. inzwischen war es offensichtlich ein ­etwas besseres Restaurant geworden: Namen, Namen, Namen, gespeichert im Tischtücher, Servietten, grosse Menü­ Hirn für nichts, aber eingebrannt für im­ karten. Sie wolle kein Tischtuch, sagte mer, und dies in jenem chaotischen Hirn, wo die Tomaten gleich neben dem Onkel sie zum Kellner, er solle das wegnehmen. Fritz liegen und die Orangen samt dem «Warum ich das Sie wolle ein Papierset und Papierser­ ­Namen der Frau von Fritz in einer ganz erzähle? Ein vietten. Sie machte Skandal, und mir war anderen Ecke. Und sobald man wühlt es peinlich, sehr peinlich, und sie woll­ in diesem Gedächtnis, vergrössert man untauglicher Versuch, ten uns wegweisen. Ich ging zur Theke und verhandelte mit dem Chef. Sie müs­ das Chaos, und lauter unpassende mein Hirn se jetzt etwas essen, sagte ich, und er Sachen kommen zum Vorschein, nur der Name der Frau von Fritz nicht – und aufzuräumen» hatte zu meiner Überraschung Verständ­ käme er zum ­Vorschein, er wäre für nis. Und so assen wir denn wie in einer nichts anderes zu gebrauchen als zur Genugtuung, dass Kneipe inmitten der Gäste im gepflegten Restaurant. Nein, sie man es noch weiss. war nicht freundlich und freute sich auch nicht, und ich konn­ Es gibt auch Wörter, auf die ich in meinem Hirn beim te wenigstens verhindern, dass sie begann, die Leute zu Suchen nach irgendetwas immer wieder gestossen bin, ein beschimpfen, und sie machte mich zum hilflosen reichen ­Leben lang fast wöchentlich: «Gauligletscher», ich weiss nicht Onkel. Immerhin, ihren Mut, das Tischtuch kategorisch zu mal, wo er liegt, aber da ist mal, kurz nach dem Krieg, ein ame­ verweigern, bewunderte ich. rikanisches Flugzeug abgestürzt. Ich gehe ins Internet, gebe Warum ich das erzähle? Ein untauglicher Versuch, Gauligletscher ein, und es bietet mir unter anderem «Gauli­ mein Hirn aufzuräumen. Wenn ich sie aus dem Hirn kriege, gletscher Dakota» an, da ist es bereits das Flugzeug. Ich erin­ geht der Marabu vielleicht mit. nere mich, wie ich damals als Kind ein schlecht gedrucktes Jahre später traf ich sie in Hamburg. Ich hatte da eine Foto Millimeter für Millimeter durchforstet habe auf der Veranstaltung, und hinterher kam eine Dame auf mich zu. Ich Suche nach einem Toten und irgendwo so etwas Ähnliches erkannte zu meiner Überraschung die kleine Meret in der gros­ wie einen Marabu entdeckte. Seither fürchte ich mich vor sen Dame gleich. Ich freute mich, sie zu sehen. Es ging ihr Marabus. ­offensichtlich gut. «Was machst du, wie geht es dir, und weisst Ich fürchte auch, dass dieser Gauligletscher gleich an du noch.» Ja, sie sei verheiratet mit einem australischen mehreren Stellen meines Hirns abgelagert ist – wohl die Präsidenten einer internationalen Institution oder so was, und Schuld des Marabus, und gleich neben dem Marabu liegt ­Meret sie wollte mich einladen zum Essen in ein hervorragendes in meinem Hirn, und ich bleibe an ihr hängen, und ich ver­suche Restaurant ganz in der Nähe. Ich lehnte mit einer Ausrede ab. Ich mag nämlich hervorragende Restaurants nicht besonders. mich an sie zu erinnern. Sie war ein Mädchen, als ich sie kennenlernte, nicht Und ihr ehemaliger Trotz und Mut, von dem sie inzwischen auffällig, sie machte eher einen schüchternen Eindruck, aber wohl nichts mehr wusste, fehlte mir – der Mut, Tischtücher sobald man mit ihr sprach, wurde sie trotzig und eigensinnig zu verweigern. Ich ging mit meinem Marabu im Hirn in eine  und übermütig auch. Sie kam aus einem guten Haus, aber aus schäbige Kneipe und trank allein und mit ihm ein Bier. einer zerrütteten Familie oder umgekehrt, ich erinnere mich nicht mehr genau. Sie war eine Leserin, und darüber haben Peter Bichsel, 76, Schriftsteller und Publizist schweizer illustrierte

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Shopping

top ten der Woche

Lina @ Mega Models, Hair & Make-up Angela Käser mit Produkten von Kevin Murphy. Herzlichen Dank an den weissen Papiersaal im Sihlcity, Zürich

Coole Wolle u Vergessen Sie altbacken und romantisch! ­ robstrick zeigt sich in dieser Saison von seiner G coolen Seite. Ob mit einer Metallic-Schicht über­ zogen, mit Metallfäden gestrickt oder kombiniert mit schimmernden Metallic-Teilen und Pailletten: Das rustikale Material erhält eine neue Portion Glamour. Wer aufs Budget schauen muss, greift ganz nach dem Motto «Do it yourself» mutig zur Stricknadel. Künstler wie Sarah Illenberger (www.exlibris.ch) oder Stars wie Sarah Jessica Parker lieben es. Ob rechts, rechts oder rechts, links: Anfänger starten am besten mit gut angeleiteten Sets wie z. B. von www.knit-kit.ch oder www.woolandthegang.com.

Süss verstrickt Poncho, G-Star Raw, Globus. u CHF 189.– Pulli, Etoile Isabelle Marant, Big Zürich. u CHF 339.– Mütze und Stulpen, Beck Sönder Gaard, G Point Grieder. u CHF 69.–, 59.– Tasche Max Shoes. u CHF 59.90 Hose American Apparel. u CHF 107.– Strümpfe Glacier 587/272, Fogal. u CHF 29.– Schuhe Mango. u CHF 129.90

Redaktion Ursula Borer Fotos Janette Gloor Styling Melanie Albisser schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Mit rechts, links ins Strick­fieber»

Do it yourself! Gilet und Hose, Michael Kors, Jelmoli. u CHF 669.–, 369.– Handstulpen, Nulu, Coop City. u CHF 34.90 Bein­ stulpen, Falke, Jelmoli. u CHF 26.– Strümpfe Fashion Tights, Falke, Jelmoli. u CHF 32.– Schuhe, Report, G Point Grieder. u CHF 295.– Wolle und Strick­ nadeln, Manor. u CHF 13.90, 8.90 Hocker Touffu, Fly. u CHF 69.–

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Extravagante Wolle Poncho Toja on her wild pony, Greenbug. www. greenbug.ch u CHF 325 .– Pulli, Sandro, Globus. u CHF 219.– Leggings, Nulu, Coop City. u CHF 29.90 Tasche, Whiling & Davis, G Point Grieder. u CHF 395.– Schuhe, Jeffrey Campell, Könix, Zürich. u CHF 350.–

Rock-Strick Jacke H & M. u CHF 99.– Minikleid, Michael Kors, Jelmoli. u CHF 369.– Kette American Apparel. u CHF 68.– Hose Mango. u CHF 96.90

Ladylike Masche Jacke, Suncoo, Big, Zürich. u CHF 79.– Kleid, Yessica, C & A. u CHF 69.– Tasche, Mexx, Max Shoes. u CHF 89.90

Cooler Zopf Weste, Aleksandra Wisniewska, Glam.in, Zürich. u CHF 450.– Pulli, Deby Debo, Big, Zürich. u CHF 89.– Strümpfe Arsenic, Falke, Jelmoli. u CHF 32.– Tasche, Whiling & Davis, G Point Grieder. u CHF 185.– Sneakers, Nike, Jelmoli. u CHF 149.90 schweizer illustrierte

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Objekt der Begierde

Schweizer Schuhe u Unter dem Motto «Musik trifft auf Mode» hat das Schweizer Schuh- und Accessoire-Label Navyboot mit Rapper Stress zusammengespannt. Das Er­gebnis: die Kollektion SBNB – Stress by Navyboot. Das Leitmotiv der Kollaboration ist die Schlacht bei Sempach 1386 und die Helden­ legende des Arnold von Winkelried. Das Sujet dieses Kampfes findet sich bei einigen Modellen auf der Sohle wie auch auf dem Cover von Stress’ aktuellem Album «Renaissance II». Die modische Kollektion besteht aus einem Rucksack und sechs Herren­ schuhmodellen, die in verschiedenen Ausführungen zwischen CHF 129.– und CHF 650.– ab Anfang Dezember exklusiv bei Navyboot erhältlich sind.

nina lienhard

online-tipp

www.thelook.com u Der Online-Shop The Look bietet ein sortimentübergreifendes Einkaufen bei Burger, PKZ, Feldpausch und Blue Dog. Der E-Store zeigt die Kleidungsstücke mit einer Zoom-Funktion, im Video am Model und in Kombination mit passenden Stücken. Artikel können entweder direkt online bestellt oder in

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der nächsten Filiale für drei Tage zum Anprobieren reserviert werden. Passt ein bestellter Artikel nicht, lässt er sich in jeder Filiale der PKZ-Gruppe umtauschen. nina lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Nina Lienhard, HO

Leider nur für Jungs Penny Loafer Sneaker aus Kalbsleder in Schwarz/Weiss aus der SBNBKollektion. www.navyboot.ch u CHF 379.–


Video-spiele

Laufsteg

Babuschka

Runter von der Couch! u Es kommt immer mehr Bewegung in die Welt der Videospiele. Einfach nur auf dem Sofa zu hocken, gehört definitiv der Vergangenheit an. Denn die neusten Games lassen sich nur mit eigenem Körpereinsatz steuern. Nintendos Wii, Sonys Playstation 3 und die Xbox 360 sind dafür bestens gerüstet. Statt mit dem Joypad lassen sich mittlerweile nicht nur Fitness- und Fun-Spiele mit speziellen Controllern oder via Kamera

Eingepackt Das russische Model Juju Ivanyuk auf dem Laufsteg von Matthew Williamson.

bedienen. Im Spiel Forza Motorsport 4 zum Beispiel lenkt man Autos ganz einfach mit den ausgestreckten Armen. 3-D-Fans kommen bei der portablen Spielkonsole Nintendo 3DS sogar ohne Brille aus! Ob Jung oder Alt, Familien oder Freunde: Spielefans haben die Qual der Wahl, was sie dem Weihnachtsmann auf den Wunschzettel schreiben sollen – die Auswahl an unterhaltsamen Games ist riesig! stephan gubler

Rasend Das Autorennspiel Forza Motorsport 4 für die Xbox 360 bietet viel Racing-Action. u CHF 79.90

Kultig Mario Kart 7 garantiert auf dem Nintendo 3DS dreidimensionalen Rennspielspass. u CHF 59.–

Futuristisch Das PC-Game Anno 2070 setzt sich mit ökologischen Problemen auseinander. u CHF 59.90

Tierisch In Eye Pet Adventures verspricht das virtuelle Haustier Spielspass auf der PSP. u CHF 49.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Porträt Geri Born, Imaxtree

Nina Lienhard, Junior Redaktorin SI Shopping, mag Kleider mit Prints. u Schauspielerin Sienna Miller zählt zu seinen ganz grossen Fans. Und spätestens seit der Zeit als Designer für Emilio Pucci (2006–2009) ist Matthew Williamson weltweit bekannt für seine farbenfrohen Designs. Für diese Saison liess er sich von russischer Kunst inspirieren: Bestickte Mini-Kleider, Fell-Westen, Mäntel im 70er-Patchwork-Look und bodenlange Kleider mit bunten geometrischen Prints bestimmen den sibirisch angehauchten Look. Erschwinglicher als die Laufsteg-Mode ist seine Zweitlinie MW Matthew Williamson. Ausgesuchte Teile der Kollektion sind in Zürich neu bei Glam.in erhältlich. nina lienhard

Abenteuerlich Die Move-Bewegungssteuerung für PS3 Legendär Nintendo Wii feiert mit The Legend of kommt in Medieval Moves voll zum Einsatz. u CHF 39.90 Zelda Skyward das 25-Jahr-Jubiläum. u CHF 59.– schweizer illustrierte

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Lieblinge der redaktion

Für die Vernissage Knautsch-Leder-Jacke von Nina Ricci, exklusiv bei Modestrom # 110 zu haben. u CHF 2239.–

Für Wintertage Wärmender Streifenschal für Fashionistas. Toller Begleiter für kalte Tage. u CHF 509.–

Wo die Mode wohnt Boutique Modestrom #110, Seefeldstr. 110, Zürich. Tel. 043 - 499 93 93. Modestrom #110, zÜRICH

Adresse für Stadtnomaden Schweizer Label Aéthérée und den schottischen Brand The Morning Room. Ein Ort, wo hochwertig Hergestelltes mit Couture-Appeal und einer Prise Ethno zu finden ist. beatrice schönhaus

Für den Ausgang Ledertasche mit raffinierten Zier­ nähten von Nina Ricci. Ein echtes Investitionsstück. u CHF 1390.–

Öffnungszeiten DI–Fr 11–14.30, 15.30– 18.30, Sa 11–16 Uhr, www.modestrom.com weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Prickelnd Die Geschenkbox zum Jubiläum von PerrierJouët ist (limitiert) bei Globus, Manor erhältlich. www.perrier-jouet.com u CHF 229.–

dESIGN-oBJEKT

Edler Tropfen, chic verpackt u Ein Grund zum Feiern: Anlässlich des 200-jährigen Bestehens lud das renommierte Champagner-Haus Perrier-Jouët den Jungkünstler Daniel Arsham ein, zwei ChampagnerGläser zu entwerfen. In Anlehnung an das Anemonen-Dekor der Flasche schuf er zwei elegante Gläser, die zusammen mit dem jüngsten Millésime des Hauses, dem PerrierJouët Belle Epoque 2004, limitiert erhältlich sind.

Nina lienhardhard

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt, HO

u Ein schlichtes Haus im Seefeld, Sichtbeton, viel Platz und etwas Kunst an der Wand. Das ist der Raum der neuen Boutique Modestrom #110, wo Mode die Hauptrolle spielt. Und was für Mode! Hier findet man spektakuläre Teile von Nina Riccis Designer Peter Copping, Kate Middletons Kleid von Issa, die dänische Linie By Malene Birger, die Topmodel Helena Christensen so mag, sowie Schmuck (z. B. von Beatrice Rossi) und Accessoires. Zu entdecken gibts das

Für Berg und Stadt Mütze mit Fellpompon von Mühlbauer: kultverdächtig! www.mühlbauer.at u CHF 279.–


Amerikaner Bio-Waschschaum von Yes to Carrots. Schminkbar, Zürich. u CHF 16.–

Bio Wind-und-Wetter-Creme, Grüne Erde. Über www. grueneerde.com u CHF 27.90

Babyface Feuchtigkeitscreme Avène Pédiatril für empfindlichste Haut. u CHF 12.80

Bambi Ein Duft für kleine Damen: kandierte Feigen. Von H & M. u CHF 7.90

Feenköpfchen Conditioner feines Haar, Little Green. info@pelosilabels.ch u ca. CHF 25.–

Kleiner Clown Angora-Pulli von Mini Rodini. Über www. babybababu.ch u CHF 78.–

Eule Bubo Wärmekissen von Grüne Erde. Zu bestellen über www.grueneerde.com. u CHF 48.90

Wölkchenbad Babyschaumbad, PonyHütchen. www.ponyhuetchen.com u ca. CHF 22.–

Welche Wonne! Bio-Massage-Öl Glücksgefühl von Bellybutton. Bei Coop City. u CHF 15.90

Kinder-beauty

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Getty Images

Dufte Zwerge u Die Bade-Ente und der samtene Maulwurf-Waschlappen warten schon. Auf wen? Auf die kleinen Besucher des hauseigenen «Pflege-Salons». Das Programm? Etwa beaufsichtigtes Planschen im warmen Wasser (bei etwa 37 Grad, fünf bis sieben Minuten), Haarwäsche (am besten mildes BabyShampoo auf einen Schwamm geben und sanft über das Köpfchen kreisen) sowie Pflege und Massage (etwa mit Bio-Baby-Creme oder Bio-Baby-Öl). Die Baby-Haut ist in den ersten Monaten des Lebens sehr empfindlich. Einmal

w��chentlich baden reicht deshalb aus. Am besten auch mit Badezusätzen sparsam umgehen und nur ganz milde Produkte verwenden. Bei kalten Temperaturen und Wind kann das Gesichtchen zudem mit einer Wind-und-WetterCreme geschützt werden. Bei Spaziergängen an der Sonne auch das Köpfchen schützen – etwa mit einer warmen Schirmmütze und einer Sonnencreme (z. B. in Bio-Qualität mit physikalischem UV-Schutz). So kommt jeder kleine Troll rundum gepflegt und geschützt durch den Winter. Kristina Köhler

Star-Geflüster

Engelshaar

u Schönes Haar, Frau Watts! Die britische Schauspielerin Naomi Watts, 43, ist das neue Gesicht für Pantene. Diese unterstützt in den USA die amerikanische Krebs-Liga.

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interview mit Inès de la Fressange

«Ich habe vor Angst geschlottert

Die Französin Inès de la Fressange begründete den Model-Kult der 80er, war über Jahre die Muse von Chanel und wurde zu einer der MarianneSkulpturen, der Nationalfigur der Französischen Republik. Heute ist sie Mutter zweier Töchter, Unternehmerin (Roger Vivier), Buchautorin («Pariser Chic»), Stil-Ikone und das Gesicht von L’Oréal Paris. Wir trafen sie in Paris. Inès de la Fressange, unlängst sind Sie nach 21 Jahren wieder für Chanel über den Laufsteg geschritten … und ich habe dabei vor Angst geschlottert! Sie waren das Model mit dem bezauberndsten Lächeln. Das Publikum hat mir echt geholfen. Die Menschen haben geklatscht, meinen Namen geschrien. Haben Sie sich dabei an Ihre erste Show erinnert? Ja. Damals lebten ja noch Dinosaurier in Frankreich (lacht). Meine erste Modeshow war für Thierry

Mugler, und ich war furchtbar aufgeregt. Zum Glück lief ich zusammen mit einem netten männlichen Model aus Argentinien. Er sprach mir die ganze Zeit auf Spanisch Mut zu, das half. Eine Model-Karriere verleiht nicht un­bedingt Selbstsicherheit? Wenn man jung ist, fühlt man sich doch immer irgendwie mangelhaft, auch als Model. Man hätte gern anderes Haar, bessere Kleider. Erst wenn man etwas älter ist, realisiert man, dass man nie perfekt sein wird. Und dann fällt die Last ab. Auf Weisheit folgt Entspannung? Du lernst deine Prioritäten kennen und beginnst auf dich achtzugeben, ohne dabei zu sehr an dir selbst zu haften. Gott sei Dank beschert uns das Leben nicht nur Schlechtes, und wenn du dabei etwas Weisheit anhäufst, ist das das Beste, was dir fürs Alter passieren kann. Interview Kristina Köhler

Inès de la Fressanges Lieblinge

Nährende Pflege Revitalift Perfect Repair 10, L’Oréal Paris. u CHF 19.90 Schwarze Sonnenbrille Etwa das Modell Black & White von Chanel. u CHF 380.–

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Paris Der Style-Guide von Inès: «Pariser Chic», Knesebeck-Verlag. u CHF 35.50

kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, wünscht sich was.

Jingle Bells Also, es ist ja so: Weihnachten versetzt mich in eine Art melancholisch-kitschige Grundstimmung. Sobald die Lichter in der Bahnhofstrasse leuchten, bin ich ein anderer Mensch. Beseelt von Zimtsternen und Baumschmuck. Eigentlich schon am Tag vorher, wenn das Luxus-Hotel Baur au Lac feierlich und mit Gebäck, Weihnachtsmann und Glühwein die Riesentanne im Park beleuchtet. Dank dem Christbaum strahlen damit in Zürich mehr Lichter (38 880 – ich hab natürlich nachgezählt) als am Baum vor dem Rockefeller Center in New York. Somit ist der Baum im «Baur au Lac» der mit den meisten Funkel-Lichtern der grossen, weiten Welt. Dazu gibt es kitschige Lieder, rote Nasen und glückliche Gesichter. Gott sei Dank ist es immer schon so dunkel, dass niemand meine Tränen der Über-Gerührtheit bemerkt. Nur der Kindsvater, aber der ist mein Tränenmeer ja mittlerweile gewohnt. Und überreicht mir Geschenke schon mal mit den Worten «Nanu, du weinst ja gar nicht?». Zur Strafe muss er täglich das «Abenteuer Alexan­dra» ertragen. Mit allen Folgen: schon mal eine indische Heilige umarmen, Late-Night-Snacks be­ sorgen und das Justin-Bieber-Album «Under the Mistletoe» anhören. Dieses Jahr gehen meine vorweihnachtlichen Zwangshandlungen noch weiter. Wenn man sich vor dem Globus unter dem Mistelzweig küssend fotografiert, kann man eine Übernachtung im Globus mit Einkaufsgutschein und Spa-Treatment gewinnen! Was den Mädchentraum «Eine Nacht allein im Warenhaus» wahr macht. Vergessen Sie also nicht, einen Wunschzettel zu schreiben. Und zu küssen natürlich!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Geri Born, HO

«La Parisienne» Inès de la Fressange, 54, in einem Ringelpulli ihres guten Freundes, Modemacher Jean Paul Gaultier, und in Roger-Vivier-Ballerinas.


Check-up ft f i r che t e b tris t t e EleZkigare

Lithium-Ionen-Akku Pumpe Leuchtdiode Sensor

Zerstäuber

Mundstück Flüssigkeits-Kartusche

So funktionierts Wird am Mundstück gesaugt, aktiviert die Pumpe den Zerstäuber. Dieser lässt die Flüssigkeit Propylenglycol verdampfen. Vorne glimmt eine rote Leuchtdiode.

Dampfen statt rauchen!

Sind elektrische Zigaretten unbedenklich? Eignen sie sich für einen Rauchstopp? Lungenspezialist Dr. Langloh erklärt, warum es schwierig ist, damit die Nikotinsucht zu besiegen. Text Lisa merz

Foto Dick Vredenbregt, Illustration DER SPIEGEL

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ampfen ist das neue Rauchen – und erst noch gesund! So preisen Hersteller von elektrischen Zigaretten ihr Produkt an. Das Prinzip ist einfach: Im Gegensatz zum herkömmlichen Glimmstängel wird kein Tabak verbrannt, sondern nur eine nikotinfreie Flüssigkeit verdampft. Um das Ganze so authentisch wie möglich aussehen zu lassen, leuchtet bei jedem Zug ein rotes Lämpchen anstelle der Glut. Doch eignen sich elektrische Zigaretten auch zum Aufhören? «Um die Sucht zu bekämpfen, ist das wohl der falsche Weg», erklärt Lungenspezialist Dr. Peter Langloh. «Starke Raucher sind vom Nikotin abhängig. Mit dieser Methode wird der Drang zu rauchen nicht verringert.» Trotzdem hat die elektrische Zigarette Vorteile: Wenn man denkt, man brauche dringend etwas zwischen den Fingern, kann sie helfen. Zudem senkt man damit sicher das Krebs- und COPD­Risiko. Welche Auswirkungen die bei­ gefügten Aromastoffe auf die Gesundheit haben, ist aber noch ungewiss. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, braucht vor allem eines: einen

starken Willen. Denn nur dann nützen auch Medikamente, Nikotinersatz­ präparate oder Akupunktur. Studien mit Medikamenten führten in bis zu 30 Prozent zum Erfolg. «Jeder Patient muss zusammen mit seinem Arzt herausfinden, welche Methode ihm am besten helfen könnte», sagt Dr. Langloh. Ein Patent­ rezept gibt es leider nicht. Für alle, die es geschafft haben, winkt aber eine gesunde Belohnung. Studien zeigen: Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt der erhöhte Herzschlag. Zwölf Stunden später erreicht das Kohlenmonoxid ein normales Niveau. Und nach einem Jahr hat sich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Krankheit bereits halbiert. www.krebsliga.ch

Dr. med. Peter Langloh, Lungenspezialist mit eigener Praxis in Zürich.

Vorsicht bei Dosensuppe!

u Boston Ein paar Dosensuppen reichen aus, um den Bisphenol-AWert im Körper zu erhöhen. Die Substanz wird zur Innenbeschichtung von Konserven verwendet. Studien zeigen: BPA stört die Fortpflanzung, verändert die DNS, löst Diabetes aus. www.spiegel.de

Impotent wegen Pillen

u Los Angeles Je mehr Medikamente Männer einnehmen, desto schwächer ist ihre Potenz. Das zeigte eine Studie von US-Urologen. Nicht nur die vorhandenen Krankheiten seien der Grund, sondern auch die vielen Nebenwirkungen. www.aerztezeitung.de

Zuckermedi gegen Krebs

u Seoul Südkoreanische Forscher

fanden heraus, dass ein Diabetesmedikament das Brustkrebsrisiko senken könnte. Offensichtlich hindert der Wirkstoff Metformin eine Reihe von Substanzen daran, das Brustkrebszellen-Wachstum zu fördern. www.aponet.de

tipp

Trinken Sie bei Frostfingern und Eisfüssen heisses Ingwerwasser oder Tee mit scharfen Gewürzen. Das wärmt von innen.

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Check-up ALZHEIMER-dEMENZ

Pillen der Gruppe der Benzodiazepine sind gegen spezifische Leiden für viele Patienten ein Segen. Der chronische Gebrauch kann sich aber verheerend auswirken. Das Risiko, dass dadurch Alzheimer beschleunigt wird, ist gross. Text VERENA THURNER

D

ie Nachricht schlug wie eine Bombe ein: Das Risiko an Alz­ heimer zu erkranken, sei bei der chronischen Einnahme von Benzodia­ zepinen um 50 Prozent erhöht. So die Resultate einer französischen Studie von Prof. Bernard Bégaud von der Univer­ sität Bordeaux. Die Zahlen wurden in der Oktober-Ausgabe der renommierten Zeitschrift «Science et Avenir» veröf­ fentlicht. Unter den genannten Medika­

Prof. Reto W. Kressig ist Chefarzt Akutgeriatrie am Universitätsspital Basel.

menten sind viele, die auch bei uns häu­ fig verabreicht werden: Benzodiazepine sind Arzneimittel mit angst- und krampf­ lösender, beruhigender und schlafför­ dernder Wirkung. Die Beobachtungen des Pharmakologen und Epidemiologen erstreckten sich über 20 Jahre. Unter­ sucht wurden gegen 4000 Personen im Alter von 65 Jahren und älter, die regel­ mässig während zwei bis zehn Jahren Benzodiazepine geschluckt hatten. Und offenbar steht Prof. Bernard Bégaud mit seinen Beobachtungen nicht allein: Neun frühere internationale Studien, die in «Science et Avenir» erwähnt sind, kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Für Prof. Reto W. Kressig, Chef­ arzt Akutgeriatrie am Universitätsspital Basel, sind die Studienresultate nicht überraschend. Ihm ist klar, dass poten­ zielle oder bereits verminderte Hirnre­

serven durch die chronische Einnahme von Benzodiazepinen und anderen psy­ chotropen Substanzen – auch Alkohol – zusätzlich vermindert werden. «Ich wür­ de nicht wagen, zu sagen, dass diese Medikamente die Krankheit auslösen. Wir wissen immer noch nicht, wie sie entsteht. Allerdings muss man davon ausgehen, dass diese Substanzen den Verlauf der Erkrankung beschleunigen könnten.» Lange war man der Meinung, dass Morbus Alzheimer eine Krankheit des Alters ist. Laut Prof. Kressig weiss man heute, dass sie bereits im Alter zwi­ schen 40 und 50 beginnt. Möglich mach­ te das die funktionelle Bildgebung am lebenden Menschen. «Vor noch nicht so langer Zeit konnte man Alzheimer nur post mortem feststellen.» Die Krankheit ist assoziiert mit pathologischen Pro­ teinablagerungen, Beta-Amyloiden, im Hirn. «Und diese können in aktuellen Forschungsprojekten mit spezifischen radioaktiven Liganden nachgewiesen werden», erklärt der Geriatrie-Profes­ sor. Bei künftigen Alzheimer-Patienten

einige der gebräuchlichsten Medikamente, die bei chronischem Gebrauch Alzheimer-Demenz fördern können

Valium

Temesta

Xanax

Lexotanil

u PSYCHOPHARMAKON Zur Behandlung von Angstzuständen. Beruhigt, wirkt muskelentspannend und anti-epileptisch.

u ANGSTLÖSEND Ein Benzodia-

u BERUHIGUNGSMITTEL Zur

u Tranquilizer Wirkt bei

zepin mit angstlösenden und beruhigenden Eigenschaften. Wird auch gegen Schlaf­ störungen angewendet.

kurzzeitigen Behandlung von Angst- und Panikstörungen. Wirkt beruhigend, entspannend, angstlösend.

Angst- und nervösen ­ pannungszuständen und S ängst­lichen Verstimmung bei ­Depressionen.

(Diazepam)

(Lorazepam)

(Alprazolam)

(Bromazepam)

Foto HO

Schattenseite der Medika


mente! 100 % 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 0

k n ch ec te l l o s Da s w is sen! Sie

Abnahme der Selbstständigkeit Memantine+ChEls

ZAHLEN, FAKTEN, sYMPTOME ZUR aLZHEIMER-dEMENZ

Memantine

Jahre 1

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kann so festgestellt werden, ob sie mehr Ablagerungen im Gehirn haben als ge­ sunde Personen. Wie muss man sich diese Ablagerun­ gen vorstellen, und welche Wirkung ha­ ben sie auf das Gehirn? Prof. Kressig hat dazu eine einfach zu verstehende Er­ klärung: «Im Hirn lagert Abfall, der nicht entsorgt wird, und der wird immer mehr. Die Folgen sind Gestank und Entzün­ dungen. Dadurch wird Hirngewebe u

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Mit der Medikamenten-Kombination (rot) ist ein Alzheimer-Patient nach über sechs Jahren noch immer zu 95 % selbstständig und wohnt zu Hause.

 Rund 30 Millionen Menschen leiden weltweit an der Alzheimer-Erkrankung.  Jeder dritte Mensch über 80 ist in der Schweiz von einer Demenz betroffen, viele in einem geringen Mass.  Subtile Gehstörungen zeigen sich oft, fünf Jahre bevor Gedächtnisstörungen auftreten.  Anhand der demografischen Veränderungen wird die Zahl von Demenz-Erkrankungen in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen.  Die Alzheimer-Erkrankung ist keine Krankheit des Alters. Die ersten Ablagerungen im Hirn zeigen sich bereits ab 40 Jahren.  In aktuellen Forschungsprojekten können heute beim lebenden Menschen die Ablagerungen, Beta-Amyloide, nachgewiesen werden.

Stilnox

Mogadon

Tranxilium

Seresta

u SchlaFMITTEL Kein eigentliches Benzodiazepin, wirkt aber ähnlich. Ist schwach beruhigend und muskel­ entspannend.

u SchlafMITTEL Wird gegen

u Tranquilizer Beruhigt, gegen Angst- und Panikattacken, wird auch als Mittel gegen Schlafstörungen eingesetzt.

u tranquilizer Das Medikament dient der symptomatischen Behandlung von Angst-, Er­regungs- und Spannungs­ zuständen.

(Zolpidem)

(Nitrazepam)

Schlafstörungen, Reizbarkeit, Überbeanspruchung, Angstund Spannungszustände ­angewendet.

(Clorazepat)

(Oxazepam)


Check-up zerstört.» Auch gesunde Menschen, die nie an Alzheimer-Demenz erkranken werden, haben Ablagerungen. Für die Forschung ist es wichtig, herauszu­ finden, wo die Schwelle von normalen zu krankhaften Ablagerungen ist. Es stellt sich auch die Frage, wie viel funktionstüchtiges Hirngewebe wir überhaupt haben. Auf die Welt kommen wir alle mit der gleichen Menge. «Je nachdem wie das Hirn gebraucht wird, umso mehr ist funktionell verfügbar. Drogen, Alkohol und Medikamente können Hirnreserven potenziell reduzieren. Die Medikamente, die in der französischen Studie vorkommen, sind alles ­Mittel, die das Hirn angreifen», gibt Prof. Kressig zu bedenken. Haben Protein-Ablagerungen als frühes Zeichen einer möglichen Alzheimer-Erkrankung bereits Hirngewebe u

TV-Tipp

Samstag, 10. Dezember, 18.10 Uhr

angegriffen, so kann das noch gesunde Gewebe den ausgefallenen Teil irgendwann nicht mehr kompensieren. Das ist der Moment, wo die Alzheimer-Erkrankung zur Alzheimer-Demenz wird mit den bekannten Symptomen. In der Behandlung der AlzheimerErkrankung gibt es durchaus Hoffnung. Die Impf-Studie, die in den 90er-Jahren wegen Nebenwirkungen abgebrochen wurde, hat neue Erkenntnisse gebracht. «Wir haben gemerkt, dass wir früher ansetzen müssen. Man kann nicht warten, bis ein Mensch bereits dement ist», erklärt Prof. Kressig. Das ist vergleichbar mit der Grippe-Impfung, die man auch nicht erst spritzt, wenn man schon Grippe hat. Geändert wurde der Impfstoff, der nun zu keiner so massiven Immunantwort führt. Kressig setzt grosse

Hoffnung auf die Impfung. Es gälte nur noch, den optimalen Zeitpunkt für die Impfung der Hochrisiko-Patienten herauszufinden. Aber auch bei der medikamentösen Therapie hat sich einiges getan. Die Kombination von Cholinesterase-Hemmern mit der neueren Substanz Memantine bringt eine Stabilisierung der Krankheit. Die Selbstständigkeit kann dank dieser Therapie sehr viel länger erhalten bleiben. Momentan kämpft Prof. Kressig darum, dass diese Medikamenten-Kombination auch in der Schweiz zugelassen wird. In den USA wird die Therapie mit sehr gutem Erfolg bereits seit zehn Jahren angewandt. Sein Fazit: Die Diagnose Alzheimer ist sehr schlimm; wird die Krankheit früh erkannt, kann man heute bereits sehr viel dagegen tun. 

Schwindel Wenn sich die Umwelt plötzlich dreht, wenn der Boden scheinbar schwankt – das sind typische Schwindel-Symptome. Ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist erklärt die verschiedenen Formen. Und er zeigt, was Patienten dagegen tun können. www.gesundheitsprechstunde.ch


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Allzeit bereit zum Kampf gegen das Böse: Batman rettet Gotham City.

«Batman Live»

Foto HO

Der Überflieger u In der Bühnenshow «Batman live» fliegt der Titelheld durch Grossstadt­ schluchten, fährt mit dem Lift in seine unterirdische Höhle und rast mit dem coolen Batmobil durch Gotham City. Wie gewohnt stellen sich ihm Joker & Co. in den Weg, doch bleiben alle

Bösewichte am Ende auf der Strecke. Bis es so weit ist, wird viel geboten: bezaubernde Tänzerinnen, Zirkus­ szenen mit Pferden, schwindelerregen­ de Akrobatik und jede Menge Kämpfe zwischen Held und Bösewichten. Der heimliche Star: eine riesige LED-

Leinwand mit Trickfilmanimation, wegen der sich die Zuschauer fühlen, als wären sie Teil eines Batman-Comics. Ein Spektakel für die ganze Familie. rea Hallenstadion Zürich 9.–12. 2. 2012, www.batmanlive.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Entzückend «Trachtenstudie zum Landsgemeindebild», 1910.

Kraftvoll Die Bewunderung der Natur auf Leinwand gebannt: «Felsenschlucht mit Bach», 1900.

Heimelig Es braucht nicht viel, um Gemütlichkeit zu vermitteln: «Grünes Interieur». Albert Welti – landschaft in pastell

Natur in Pastelltönen

Im Kabinett des Kunsthauses Zürich sind farbige Landschaftsbilder des Malers und Grafikers Albert Welti zu sehen. Sie thematisieren das Lebensgefühl um die Jahrhundertwende. u Er war eng mit Hermann Hesse befreundet, von Arnold Böcklin stark beeinflusst: der Zürcher Maler und Grafiker Albert Welti (1862–1912). Zeitlebens schöpfte er aus dem volkstümlichen Schatz von Märchen, Sagen und Legenden. Auch Träume und sogar Albträume erwiesen sich als Inspiration und unerschöpflicher Fundus. Nach einer abgebrochenen Fotografielehre bei seinem Onkel in Lausanne liess sich Welti an der Akademie in München zum Maler ausbilden. Bei dem

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hervorragenden Pastellmaler Ludwig von Löfftz, bei dem u. a. auch Lovis Corinth studierte, erhielt er seinen ersten Unterricht. Die zwei Jahre in Arnold Böcklins Atelier haben ihn stark geprägt. Doch nach und nach fand Albert Welti zu seinem ganz eigenen Stil. Einen wichtigen Beitrag dazu lieferte die schicksalhafte Be­gegnung mit dem ostpreussischen Gutsherrn Franz Friedrich Adolf Rose von Doehlau, der den Maler bis an dessen Lebensende unterstützte. Albert Welti erhielt mehrere nationale

Aufträge, darunter die Glasfenster des Treppenhauses im Bundeshaus, die Gestaltung einer 25-Rappen-Briefmarke und natürlich das Fresko «Lands­ gemeinde», das den Saal des Ständerates im Bundeshaus ziert. Albert Welti war alles Impressionistische verhasst. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, seine eigenen Pastelle auszustellen. Und doch gab er zu: «Die meisten meiner Naturskizzen sind in der Begeisterung für die Schönheit des Motivs geschaffen worden und können also nicht besser gemacht werden.» Im


diese woche in galerien und museen

Abstrakt. Quadratisch. Mystisch Bewegt

u Tomory Dodge, 37, gehört zur neuen Generation amerikanischer Maler, die sich mit der Erforschung und Weiterentwicklung abstrak­ ter Bildwelten beschäftigen. «Das Auftragen der Farbe, das anschlies­ sende Abschaben und der erneute Farbauftrag erzeugen am Ende eine Bildwirkung voller geisterhafter Erscheinungen und Fragmente.» Diese tauchen auch in «Sleepless» (2011, r.) auf, wo die Unruhe der Schlaflosen beinahe mit den Händen zu fassen ist. km

galerie monica De cardenas Zuoz GR. Bis 4. 2. Di–Sa 15–19 Uhr, ­Tel. 081 - 868 80 80, www.monicadecardenas.com

leuchtend

u Sein ganzes Leben lang befasste sich Josef Albers (1888–1976) mit

der Farbe. Der einstige Dozent am Bauhaus emigrierte 1933 mit sei­ ner Frau Anni in die USA, wo er seine Lehrtätigkeit wiederaufnahm. Zu seinen Schülern gehörten Donald Judd, Eva Hesse, Robert Rau­ schenberg oder Richard Serra. Von 1950 bis zu seinem Tod befasste sich Albers mit der Serie «Homage to the Square». Er erprobte die Farbe in allen ihren Variationen und feinsten Abstimmungen. km kunstmuseum Basel. Bis 29. 1. Di–So 10–18 Uhr, geschlossen 24. 12., Tel. 061 - 206 62 62 00, www.kunstmuseumbasel.ch

traumhaft

u Die beiden Frauen gleiten schweigend über das Wasser («La ­barca»,

1998, r.). Das Licht sickert spärlich durch den dichten Wald. Welche Tageszeit es wohl sein mag? Im Mittelpunkt der Werke von Simonetta Martini, 50, steht die menschliche Figur, die einen ­geheimnisvollen Dialog mit der Natur und dem Tierreich führt. In Mendrisio zeigt die Tessinerin zwanzig grössere Arbeiten und Zeichnungen, die in den km letzten zwei Jahrzehnten entstanden sind. 

Farbenpracht «Wiesenweg mit Herbstbäumen», um 1895.

museo d’arte Mendrisio TI. Bis 15. 1. Di–Fr 10–12/14–17, Sa/So 10–18 Uhr, Tel. 091 - 640 33 50, Katalog CHF 25.–, www.mendrisio.ch/museo

Fotos HO (7), © The Josef and Anni Albers Foundation 2011, Pro Litteris, Zürich

kinderoper

Zentrum der ersten monografischen Ausstellung zu den Pastellen von Albert Welti stehen 45 Landschaften, die ihm halfen, seinen eigenen künstlerischen Weg zu finden. Diese «Improvisationen», wie sie der Künstler nannte, sind in Wahrheit kleine Meisterwerke. In der übernatürlichen, intensiven Farbgebung und dem mystischen Unterton, der den Aquarellen anhaftet, tritt Albert Weltis Bewunderung für die Schönheit der Natur unverkennbar zutage. anina rether Kunsthaus Zürich, 16. 12.– 4. 3. 2012, Sa/So/Di 10–18, Mi–Fr 10–20 Uhr, www.kunsthaus.ch

Der Geist aus der Flasche u «Aladdin und die Wunderlampe» ist eine der

bekanntesten Erzählungen aus 1001 Nacht. Zu Musik von Nino Rota und Zwischen­ texten von Elke Heidenreich erwacht das Märchen jetzt zu neuem Leben. Professionel­ le Sänger und ein Orchester entführen die ­Zuhörer (ab fünf Jahren) in die farbige und geheimnisvolle Welt des Orients. Der böse Zauberer muss sich vor so einem aufmerk­ samen Publikum in Acht nehmen.  km Vorstellungen Volkshaus Zürich 16. bis 18. 12., Kurtheater Baden 15. 1., Tonhalle St. Gallen 21. 1., Tel. 0900 101 102 (CHF 1.19/Min., Anrufe ab Festnetz), www.ticketportal.com

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Anne Enright

Fremdgehen – und die Folgen Worum geht es? Gina lernt auf einem Gartenfest den Familienvater Seán kennen. Beide sind verheiratet. Sie treffen sich zufällig wieder, trinken zu viel – und landen im Bett. Mit jedem Rendezvous verfallen sie einander ein bisschen mehr. Eine jahrelange Affäre beginnt, die vor den Ehepartnern geheim gehalten wird.

Blossgestellt Die Eltern kämpfen mit weit unfaireren, unmoralischeren Methoden als ihre Kinder.

Geht die Story unter die Haut? Sie wühlt auf. Denn nach dem anfängli­ chen Höhenflug, den wohl jede neue Verliebtheit mit sich bringt, kommt der Alltag – die Tiefs, das Schweigen.

Die Ehe – ein Schlachtfeld u Darum gehts Brooklyn Park, New York. Ein Streit zwischen zwei Pubertieren­ den endet mit ausgeschlagenen Zähnen. Die Eltern des «Täters» machen einen Anstandsbesuch bei den Eltern des «Opfers» und entschuldigen sich in aller Form. Die Sache scheint vom Tisch. Doch als Nancy und Alan – schon auf dem Weg zum Lift – doch noch auf eine Tasse Kaffee eingeladen werden, ist es eine Rückkehr in die Höhle des Löwen. Was bisher hinter der Anstandsfassade verborgen blieb, bricht sich nun ungehindert Bahn. Längst haben die vier das Thema Kinder verlassen und befinden sich inmitten eines verbalen Gemetzels. Jeder versucht, den anderen blosszustellen und bemerkt dabei nicht, dass er/sie sich dabei selbst entlarvt.

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u Der Set Die Paare Jodie Forster / John C. Reilly und Kate Winslet / Christoph Waltz spielen sich gegenseitig an die Wand. Viermal Höchstleistung. u Der Hammersatz «John Wayne ist mein Vorbild. Er trug eine 45er – etwas, das den Raum leert …» u Der Hintergrund Nach der Urauffüh­ rung in Zürich 2006 avancierte «Der Gott des Gemetzels» von Yasmina Reza zu einem der weltweit meistgespielten zeitgenössischen Theaterstücke. u Das Fazit Wie sich die beiden Paare beim Apfelkuchen zerrupfen – ein pointenreiches Feuerwerk der Dialoge! Unterhaltung auf höchstem Niveau. Polanski at his best. anina rether

8 8 8 8 8 Länge: 79 Min. Regie: Roman Polanski. Kinostart 1. 12.

Was macht das Buch einzigartig? Schonungslos werden die Folgen einer Affäre aufgezeigt. Lügen, Verstrickungen, Gewissensbisse. Und die ewige Frage, ob man für eine neue Liebe das Seelenheil des Kindes opfern darf. Was bleibt? Leidenschaft wird wohl ewig ein Dilemma zwischen Herz und Kopf sein. Wer ist die Autorin? Die Irländerin Anne Enright, 53, ist bekannt für ihre strikte Art, Beziehungslügen auf­ zudecken. Für das Buch «Familien­ treffen» hat sie den renommierten Booker-Preis gewonnen. Isabel Notari

Anne Enright Anatomie einer Affäre (DVA)

Fotos Ascot Elite, Geri Born, HO (3)

«Carnage» (USA)


Die Besten event demnächst

Oper. Slädu. Weisse Rosen

Fülle von Liedern u Sie

Showtalent Stéphane Lambiel in Aktion bei Art on Ice.

beherrscht alle grossen Rollen des Standard-Repertoires. Ihre makellose Stimm­ technik ist auf jeder ihrer CDs zu hören. Doch die wirkliche Faszination der Grande Dame der Oper ist nur live zu erleben. hv montserrat caballé Stadtcasino Basel, 29. 1. 2012, 18 Uhr, www.topact.ch

Art On Ice mixt Stars aus Eiskunstlauf und Musik

Heisse Hits, coole Kufen

cd-Tipp jazz

klingende lyrik u Die Trompete von Enrico Rava zählt zum Schönsten, was die europäische Jazz­ geschichte hervorgebracht hat. Jetzt hat der alte Meister mit einem jungen Quintett eine CD einge­ spielt, die tief verwurzelt neue Horizonte erschliesst. Sie ist eine seiner berüh­ rendsten überhaupt. hanspeter vetsch

enrico rava quintet Tribe (ECM)

hat, ist jedenfalls nicht zu unterschät­ zen. Bleibt zu hoffen, dass die Eis­ maschinen gegen Hucknall bestehen, denn die Eiskunstlauf-Gala ist als aufwendig choreografiertes Spektakel an­gerichtet, das ein farbenfrohes Miteinander der besten Eiskunstläufer der Welt, Musikstars, Tänzer und Akro­ baten bietet. Auf dem Eis sind dabei die Besten der Welt zu sehen: Angeführt von Stéphane Lambiel laufen unter anderem Weltmeisterin Miki Ando, Europameisterin Sarah Meier und Europameister Florent Amodio. Das Paarlaufen zelebrieren die Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. Dazu gesellen sich klingende Alleskönner wie Dionne Bromfield, das Wunderkind Emily Bear und die Schweizer Ent­ deckung TinkaBelle. Das Tüpfelchen auf dem i: Die Moderation besorgen Oropax. hanspeter vetsch art On ice Hallenstadion Zürich, 2.–5. 2. 2012, www. artonice.ch tickets für die besten events!

Im Kreis der freunde

u Mal ist es Bligg, mal Göla, mal Stress: Sie und eine Reihe anderer illustrer Namen aus der Schweizer Musikszene gehören zu den «Friends» von Slädu und spielen abwech­ selnd mit ihm und seiner Band auf. hv

slädu and friends Das Zelt, diverse Orte, Tournee ab 3. 3. 2012., www.daszelt.ch

jubiläums-comeback

u Zwar gab Nana Mouskouri 2008 ihr Abschiedskonzert, doch jetzt kehrt die griechische Sängerin auf die Bühne zurück. Ihr Antrieb dazu: das 50-Jahr-Jubiläum ihres Hits «Weisse Rosen aus Athen». hv

nana mouskouri Kongresshaus Zürich, 22. 4. 2012, 20 Uhr, www.goodnews.ch schweizer illustrierte

Fotos HO (5)

u Es geschieht stets dasselbe: Kaum stehen der Sänger und Songwriter Mick Hucknall und seine Band Simply Red auf der Bühne, steigt die gefühlte Temperatur von warm auf wärmer – und dann wirds heiss. So gesehen ist es ziemlich widersinnig, den Schöpfer von «Holding Back the Years», «It’s Only Love» und «If You Don’t Know Me By Now» als Gaststar des diesjährigen Art on Ice zu verpflich­ ten. Die Gefahr, dass das Eis geschmolzen ist, noch bevor auch nur einer der Kufenkünstler zur Pirouette angesetzt

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Eindrücklich Das Nebelmeer auf 2502 Metern Höhe. Von der Schwägalp führt die Schwebebahn auf den Säntis. Säntis Schwägalp

Wärmstens empfohlen L

Schwägalp Hier geht einem ein Licht auf.

icht aus – Romantik an. Gleich zwei Laternenwege wärmen auf der Schwägalp AR das Herz. Sie laden auf 1352 Metern nach dem Eindunkeln zum Spazieren durch verschneite Wälder ein. Der Rundwanderweg ist zwei Kilometer lang, führt durch den Natur-Erlebnispark und ist von Donnerstag bis Samstag beleuchtet. Danach sollte man sich im Gasthaus Passhöhe oder im Berghotel Schwägalp

einen heissen Punsch oder ein Fondue gönnen. Das Winterangebot im Berg­ hotel kann sich sehen lassen. Drei Übernachtungen im DZ, ein Appenzeller Dreigänger und eine Fahrt mit der Schwebebahn auf den Säntis kosten CHF 250.– pro Person (Kinder 6 bis 12 Jahre CHF 170.–). Caroline M. hauger info www.saentisbahn.ch, www.winterpauschalen.com schweizer illustrierte

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Reisen Traveldesk

Romantische Nächte am Stazersee u Romantik pur: Schlafen und schlemmen im kleinen, aber feinen «Lej da Staz» vor den Toren von St. Moritz. Schneeschuhlaufen im Wald. Glühwein am Lagerfeuer. 350 Kilometer Pisten. Vier Trage / drei Nächte für CHF 614.–, inkl. Vier-GangMenü. INFO www.lejdastaz.ch

Geheiminisvoll: Riad mitten in Marrakesch u Lust auf ein «Hotel» der besonderen Art? Travelhouse schickt seine Gäste ins «Riad Dar Les Cigognes» inmitten der Altstadt von Marrakesch. Stille Innen­höfe, Gärten und Dachterrassen prägen die geheimnisvoll-orientalischen Riads. Ab CHF 178 .– pro Nacht. INFO www.travelhouse.ch/sierramar

Pulsierend Die Hauptstadt Port Louis ist sehr geschäftig. Besonders schön: Der Kontrast zwischen modernen und historischen Ge­bäuden. Zum Shoppen und Essen ist man am Caudan Waterfront bestens aufgehoben.

Die Zeit vergessen Mauritius bietet alles: Buchten, weisse Strände, Korallenriffe und bizarre Berge. DIE INSEL MAURITIUS IM INDISCHEN OZEAN

Zuckersüsse Trop Weisse Strände, türkisfarbenes Meer, sattgrüne Palmen und schöne Golfplätze locken Sonnenhungrige aus aller Welt nach Mauritius. Doch die Insel hat viel mehr zu bieten.

D Roman(t)isches Package im «La Val» Brigels u Die 1540 Franken sind gut investiert: Dafür gibts eine roman(t)ische Woche im Bergspa Hotel La Val in Brigels, inkl. Frühlingsbuffet, Kaffee und Kuchen. Als Höhepunkt geniesst man, eingehüllt in Renntierfelle, ein Trüffelfondue-Dinner auf der Terrasse. INFO www.laval.ch

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ie meisten Touristen zieht es in den Norden, wo Korallenriffe die anrollenden Wellen des Indi­ schen Ozeans brechen und das Baden im türkisblauen Meer erlauben. Zauber­ hafte Strände und schöne Hotelanlagen ergänzen das Angebot. u Der Süden ist rauer, unmittelbarer, es regnet auch öfter. Die Natur ist stärker spürbar. Hier befindet sich der einzige Nationalpark der Insel, der Black ­River Gorges, mit üppiger Flora und einzigartiger Fauna. Gute Wanderwege durchziehen das Gebiet, die Begleitung eines Führers ist trotzdem ratsam.

u Zartgrüne Zuckerrohrfelder sind fast auf der ganzen Tropeninsel anzu­ treffen. Nur neun der einst dreihundert Zuckerfabriken sind noch in Betrieb, mancherorts ragen Schornsteine in den Himmel. Zeichen in der Landschaft setzen auch bizarre Hügelformationen und dicht bewaldete Berge. Der vulka­ nische Ursprung von Mauritius ist allgegenwärtig. u Das «Shanti Maurice» liegt im Süd­ osten der Insel. Das Luxury Boutique Resort ist eingebettet in üppige Vegeta­ tion. Die 47 Suiten und 17 Villen haben alle Meerblick, das Spa verfügt über


Grosszügig Suite im «Shanti Maurice», dem Luxury Boutique Resort im Südosten von Mauritius. Ein Paradies für Ruhesuchende. Naturphänomen Die farbige Erde in ­Chamarel beruht auf der Oxidation von Mineralien.

Fotos HO (5)

eninsel 25  Behandlungsräume. In der Küche waltet der Österreicher Willibald Rhein­ bacher. Auf den Tisch kommt nur das Feinste vom Meer sowie Frisches aus dem eigenen Garten. Was noch fehlt, wird aus der Region geliefert. Überhaupt will man im «Shanti Maurice» eine Brücke zu Land und Leuten schlagen. So sind die Abende in «Grandma’s Kitchen» ein voller Erfolg: Zehn bis zwölf Hotelgäste werden einen Abend lang im Hause einer einheimischen Familie bewirtet. u Wer Fun und Sportmöglichkeiten sucht, ist im kürzlich eröffneten Long Beach Hotel im Osten gut aufgehoben. Fünf Restaurants stehen den Gästen zur Auswahl. Die Unterkünfte sind gross­ zügig verteilt, der feine Sandstrand ist ein Hit.

Landesinnere birgt zahlreiche Sehenswürdigkeiten: in Pamplemousses der botanische Garten mit 85 Palmen­ arten und eine stillgelegte Zuckerfabrik u Das

mit Museum. In Bois Chérie die Route du Thé und in Saint Aubin eine VanillePlantage. Und immer wieder lockt eine Rum-Degustation.  kati moser

Check-in u Anreise Bis Ende April Non-Stop-Flug Edelweiss Air Zü-

rich–Mauritius. Business-Class empfehlenswert (www. edelweissair.ch) u Attraktive Angebote «Shanti Maurice Luxury Resort», ab 15. 1., Flug, DZ, Frühstück, 1 Woche Juniorsuite, p. P. ab CHF 4812.– (www.kuoni.ch); «Long Beach», 5-Sterne-Hotel, DZ, HP, Flug, 6 Nächte, p. P. ab CHF 2926.– (Tel. 052 - 624 10 77, www.letsgo.ch) u Res­ taurants Kreolisch Auberge de St-Aubin, Rivière des ­Anguilles, www.saintaubin.mu Französisch Rhumerie de Chamarel, www.rhumeriedechamarel.com u Hotel Aubin u Infos Tel. 044 - 388 41 18, www.tourism-mauritius.mu

Kreolisch Afrikanische, ­indische und orientalische Einflüsse vermischen sich in der einheimischen Küche.

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Schmeckt Gross und Klein Lammvoressen.

En Guete

Kunst des Schmorens

Butterzart und aromatisch. Im eigenen Saft geschmort feiert Fleisch als Ragout, Haxe oder Braten gerade jetzt im Herbst ein feines Comeback.

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Lammragout

Zutaten (für 4 Personen) 800 g Lammragout, 2 Esslöffel Mehl, Öl zum Braten, ¾ Teelöffel Salz, ¼ Teelöffel Edelsüss-Paprika, 100 g Sellerie, in ca. 1½ cm grossen Würfeln, 3 grosse Rüebli, in ca. 1½ cm grossen Würfeln, 2 grosse Zwiebeln, in ca. 1½ cm grossen Würfeln, 2 Knoblauchzehen, halbiert, 2 Ess­löffel Rosinen, 4 dl Weisswein (z. B. Chardonnay), 1 Zwiebel, besteckt mit 1 Lorbeerblatt und 1 Nelke, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Schmoren ca. 1½ Std.

andämpfen. Wein dazugiessen, auf­ kochen, Fleisch und besteckte Zwiebel beigeben, Hitze reduzieren. Schmoren zugedeckt bei kleinster Hitze ca. 1½ Stunden, evtl. würzen, besteckte Zwiebel herausnehmen. Dazu passt Kartoffelstock.

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u Lammfleisch mit Mehl bestäuben (siehe «Gewusst wie»). Öl in einem Brattopf heiss werden lassen. Fleisch portionenweise rundum ca. 5 Min. anbraten, herausnehmen, würzen. Hitze reduzieren, Bratfett auftupfen. Evtl. wenig Öl beigeben. Sellerie, Rüebli, Zwiebeln, Knoblauch und Rosinen beigeben, bei mittlerer Hitze ca. 2 Min.

Kalbshaxen in Riesling

Zutaten (für 4 Personen) 4 Kalbshaxen (je ca. 200 g), 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, ½ Teelöffel Paprika, 3 Esslöffel Mehl, Öl zum Anbraten, 2 dl trockener Riesling, 1 dl Kalbsfond oder Fleischbouillon, 1–2 Zweiglein Estragon, 1 Rüebli, in Würfeli, 30 g Sellerie, in Würfeli, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Schmoren ca. 1¼ Std.

GEWUSST WIE Damit die Fleischstücke gleichmässig bemehlt werden, Fleischstücke in eine Schüssel geben, Mehl darüberstreuen. Durch kreisende Bewegung der Schüssel werden die Fleischstücke gleichmässig bemehlt, und das restliche Mehl bleibt auf dem Schüsselboden zurück.

u Die Haut der Haxen rundum etwas einschneiden, damit die Haxen sich beim Braten nicht biegen. Haxen mit Küchenschnur binden, damit sie beim Schmoren nicht auseinanderfallen. Fleisch beidseitig würzen. Im Mehl wenden, leicht andrücken, über­ schüssiges Mehl abschütteln. Öl im Brattopf heiss werden lassen. Haxen portionenweise beidseitig anbraten, herausnehmen, Hitze reduzieren. Bratfett mit Haushaltpapier auftupfen. Wein und Fond dazugiessen, aufkochen, Haxen wieder beigeben. Der Brattopf muss einen gut schliessenden Deckel haben, damit die Flüssigkeit nicht zu stark verdampft. Deshalb die Flüssig­ keitsmenge von Zeit zu Zeit kontrol­ lieren und evtl. wenig Fond dazu­ giessen. Die Haxen sollten immer zu ca. ¼ darin liegen. Estragon darauf­ legen. Hitze reduzieren. Auf dem Herd oder in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens zugedeckt ca. 1¼ Std. schmoren. Servieren Estragon entfernen, Haxen herausnehmen, Küchenschnur evtl. entfernen, Haxen auf einer vorge­ wärmten Platte warm stellen. Sauce absieben, in die Pfanne zurückgiessen. Gemüsewürfeli beigeben, Sauce auf ca. 2 dl einkochen, würzen, wenig über die Haxen giessen, Rest dazuservieren. Dazu passen Bratkartoffeln und Gemüse.

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En Guete

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Poulet mit Äpfeln und Mandeln

Zutaten (für 4 Personen) Öl zum Anbraten, 1 Poulet (ca. 1,2 kg), vom Metzger in 8 Stücke geteilt, ¾ Teelöffel Salz, 2 Schalotten, fein gehackt, 4 rotschalige Äpfel (ca. 500 g), in Schnitzen, 100 g gemahlene Mandeln, 3 dl Hühner­bouillon, 3 Esslöffel trockener Sherry, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Schmoren ca. 40 Min.

u Öl zum Anbraten im Brattopf heiss werden lassen, Poulet portionenweise ca. 5 Min. anbraten, herausnehmen, salzen. Hitze reduzieren, Bratfett auftupfen, evtl. wenig Öl beigeben, Schalotten andämpfen, Äpfel und Mandeln kurz mitdämpfen. Bouillon und Sherry dazugiessen, aufkochen, Poulet wieder beigeben, zugedeckt bei mittle­ rer Hitze ca. 40 Min. schmoren, würzen.

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Hackbraten mit Bergkäse

Zutaten (für 4 Personen) 100 g Weissbrot, ohne Rinde, zerzupft, 1¼ dl Milch, warm, 1 Esslöffel Butter, 1 Zwiebel, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 4 Esslöffel Petersilie, fein geschnitten, 1 Esslöffel Salbei, fein geschnitten, 400 g Hackfleisch (Rind, Kalb und Schwein), 100 g Kalbsbrät, 1 Ei, verklopft, 200 g Walliser Bergkäse, in 1 cm grossen Würfeli, 1 Teelöffel Senf, ¾ Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle, 4 Esslöffel Paniermehl, 1 Esslöffel Bratbutter, je 1 dl Weisswein und 1 dl Wasser, 1 Zweiglein Salbei, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Schmoren ca. 40 Min. u Brot ca. 30 Min. in der Milch ein­ weichen, gut ausdrücken, mit einer Gabel fein zerdrücken. Butter in einer

weiten Bratpfanne warm werden lassen. Zwiebel und Knoblauch andämpfen, Kräuter beigeben, ca. 2 Min. mit­ dämpfen, herausnehmen, in eine grosse Schüssel geben, etwas abkühlen. Brot, Fleisch und alle Zutaten bis und mit Pfeffer beigeben, Masse von Hand sehr gut kneten, Braten formen, im Paniermehl wenden. Bratbutter in derselben Bratpfanne heiss werden lassen. Braten bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. rundum anbraten. Weiss­ wein, Wasser und Salbei beigeben, aufkochen. Schmoren zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 40 Min., dabei Braten von Zeit zu Zeit mit der Sauce übergiessen. Braten herausnehmen, tranchieren. Salbei herausnehmen, Sauce mit dem Mixstab pürieren, dazuservieren.


GaultMillau Restaurant Bim Buume Bahnhofstrasse 44 4806 Wikon Tel. 062 - 751 03 13 Sonntag und Montag ­geschlossen Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard www.bahnhoefli-wikon.ch

Neu mit 16 Punkten! Chef am Herd und Gastgeber Hannes Baumann mit seiner Souschefin Corinne Köpfli.

Weisswein- und Curryschaumsuppe

Restaurant Bim Buume, Wikon LU Kochen. Jagen. Punkte sammeln. Der Chef tut alles mit Leidenschaft. Im «Bahnhöfli» von Hannes Baumann verblüfft nicht nur das Amuse-Bouche.

Mit fünfzig hat Hannes Baumann noch einmal Gas NEU gegeben und im legendärgetestet en «Bahnhöfli» das stilvolle, klassisch ­eingerichtete «Bim Buume» eröffnet. Auch die Karte ist neu gestaltet, eine Schnecke als Logo erinnert an Slow Food und charakterisiert Baumanns ­Küche: Auf den Teller kommt nur das Beste. Und Trouvaillen – wenn immer möglich aus der Region. Bei den Gästen ist der Relaunch gut angekommen – bei unserem Besuch war das Lokal jedenfalls ausgebucht. Uns begrüsste ein Amuse-Bouche der Spitzenklasse: eine Broccoli-Toma-

ten-Mousse mit ofenfrischem Bärlauchcake – ein toller Aromencocktail und Farbenmix. Mit einem Duo von Weisswein- und Curryschaumsuppe gings weiter: beide leicht und cremig, die eine angenehm säuerlich, die andere scharf. Der knapp gekochte Zander schmeckte sensationell, der Spinat wie eben gepflückt, und auch die leichte Butter­ sauce war spitze! Ausgezeichnet auch die Haupt­ gänge: Seeteufel mit aromatischen Wiiger Toscanella-Tomaten, knackigen Kefen und leichter Safransauce. Würzig und rosa kam der heimische Maibock auf den Tisch, begleitet wurde er von einer aromatischen Sauce mit schwarzem

Pfeffer; der leicht säuerliche Chinakohl und die Bratkartoffeln passten perfekt dazu. Fazit nach diesem von A bis Z tadellosen Essen: ein Punkt mehr. Auch für das Wohlfühl-Ambiente und den ruhigen, professionellen Service. Die Weinkarte ist im Offenausschank ebenfalls reich bestückt und die Terrasse im schönen Garten unter dem Kastanienbaum hübsch. PS: Besonders stolz ist der Gast­ geber auf sein Fumoir mit Jagd­trophäen an den Wänden, das an ein englisches Herrenzimmer erinnert (er ist nicht umsonst leidenschaftlicher Jäger).  

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Bruno Voser

Wein-Tipp Champagner in Rot Die Champagnerhäuser machens vor: Auch die Verpackung der Flasche ist wichtig, nicht nur der Inhalt. So hat das bekannte Haus Piper-Heidsieck aus Reims seine BrutAbfüllung in ein eng anliegendes rotes Gewand aus

Krokodil-Kunstleder gesteckt. Damit die Oberfläche wie echtes Leder aussieht, wurde die Haut eines Krokodils während zwölf Tagen gescannt. Die limitierte Flasche wurde Bodyguard (12 %) getauft, da die rote Hülle den Champagner wie ein persönlicher Leibwäch-

ter umgibt. Geschmacklich ist der Schaumwein frisch und kräftig mit Noten von Limetten, Gingersorbet und Minze. Die Mousse ist intensiv und fein zugleich. Die dekorative Flasche ist auf jedem festlich gedeckten Tisch ein attraktiver Blickfang.

Im Fachhandel erhältlich. Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 6 bis 8 Grad. u CHF 45.–

schweizer illustrierte

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Auto

schon gefahren BMW 3er

Ein fescher Bayer Der neue BMW 3er mit langer, nach vorn gesenkter Front und bis zur BMW-Niere gezogenen Scheinwerfern wirkt dynamisch. Und genauso fährt sich der Leichtathlet im Massanzug.

J

eder dritte verkaufte BMW ist heute ein Dreier», sagt FrankPeter Arndt. «An diesen Erfolg wollen wir mit der sechsten Generation aber nicht nur anknüpfen, sondern ihn gar übertreffen», erklärt der 55-jährige BMW-Produktionsvorstand die ambi­ tionierten Ziele. Für ihn entscheidend: «Zukunft braucht Herkunft. Nur so kann man neue Ufer erschliessen.» Dabei denkt Arndt natürlich vor allem an China, das nach den USA zum zweitwichtigsten Absatzmarkt werden soll. Aber auch bei uns hat der neue 3er mit seiner fescheren Optik und dem konsequenten Leichtbau viel Potenzial. Dank bis zu 45 Kilo weniger Gewicht ist der um 9,3 Zentimeter längere Bayer nun noch eine Spur agiler und dynamischer

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schweizer illustrierte

geworden. Und dies unabhängig davon, ob man mit einem der beiden Diesel­ motoren oder den Twinturbo-Benzinern unterwegs ist. Serienmässig sind alle Motoren mit manueller 6-Gang-Schaltung kombiniert. Optional gibts eine

Chic Je nach Ausstattungslinie «Sport», «Modern» oder «Luxury» unterscheiden sich Farben und Materialien im 3er-Cockpit.

feine 8-Gang-Automatik, die Fahrkomfort und -spass gleichermassen erhöhen. Clever auch der neue «Fahrerlebnisschalter» mit vier Fahrmodi. Ein Tastendruck genügt, um den 3er vom straffen Sportler in einen sparsamen Gleiter zu verwandeln. Dann zeigt das Display gar die Sparbemühungen mit dazugewonnenen Reichweiten­ kilometern an. Dies ist übrigens nicht die einzige nette Spielerei beim 3er. Auch der automatische Kofferraumöffner weiss zu gefallen: Eine Kickbewegung mit dem Fuss unters Heck, schon öffnet sich der Deckel zum auf 480 Liter angewachsenen Gepäckraum – praktisch, wenn man die Hände voller Einkaufstaschen hat. Zum Schluss verrät Arndt: «Neben Fünftürer, Coupé, Cabrio und Kombi wird es den 3er ab Herbst 2012 auch als Hybrid-Variante mit 340 PS und einem Verbrauch von 6,4 l/100 km geben.» Jürg A. Stettler


News

Opel Astra GTC Ein kecker Rücken u Wie schon beim Vorgänger betreibt Opel auch beim neuen Astra GTC viel Aufwand und kreiert beim Dreitürer bis zu Aussenspiegeln, Türgriffen und Antenne alles neu. Der Lohn ist eine scharfe Coupélinie und ein breites, toll aussehendes Heck. Positiv: Im Fond gibt es erstaunlich viel Platz und mit 370 bis 1235 Litern zusätzlich einen respektablen Kofferraum. Für gute Laune sorgt das Fahrwerk: Es trifft perfekt die Mitte aus Sportler und Gleiter. Angetrieben wird der GTC von vier Benzinern (100 bis 180 PS) sowie einem sparsamen Diesel (165 PS). Alle Motoren – bis auf den 180-PS-Benziner – sind serien­mässig mit Stopp-StartAutomatik kombiniert. Zu kaufen ist der Opel ab Dezember ab CHF 28 900.–.

Dynamisch Dank konsequentem Leichtbau ist der etwas gewachsene BMW 3er leichter geworden, was ihn noch agiler macht.

BMW 3er Front Bis zum Grill gezogene Scheinwerfer sorgen für einen markanten Auftritt. u Motoren Benzin 245, 306 PS,

Diesel 163, 184 PS u 0 bis 100 km/h 5,5 bis 8,1 s u Spitze 225 bis 250 km/h u Verbrauch 4,1 bis 7,9 l/100 km u CO2-Ausstoss 109 bis 186 g/km u Energieeffizienz-Kategorien k. A. u Verkauf ab Februar 2012 u Preis noch unbekannt u Konkurrenten Audi A4, Cadillac CTS, Citroën DS4, Lexus CT, Mercedes

C-Klasse, Volvo S60 u. a. u Unser Urteil Nicht nur optisch durch

die nach unten abtauchende Schnauze ist der BMW 3er dynamischer geworden. Dank Leichtbau ist er agiler und dank Fahrerlebnisschalter mit vier Fahrmodi deckt der neue 3er ein Spektrum vom sparsamen Gleiter bis zum Sportler ab. Mit einem fair kalkulierten Preis wird er sicherlich an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen.

Audi A4 An Effizienz gewonnen u Ab Februar 2012 rollt die achte Generation von Audis Mittelklassemodell A4 zu uns. Und zwar als Limousine, geräumiger Avant und als Allroad quattro mit zusätzlicher Bodenfreiheit. Optisch fallen die kräftiger gewölbte Motor­ haube, neue Stossfänger mit kantigen Lufteinlässen und flache Nebelscheinwerfer sofort ins Auge. Im Interieur wurde Wert auf Eleganz gelegt und das MMI-Bediensystem vereinfacht. Auch betreffend Effizienz konnte sich der Audi A4 steigern. Alle Motoren (sechs Diesel und vier Benziner) sind mit Stopp-Start- sowie Rekuperations­ system versehen. Das Resultat: Der sparsamste A4 mit 136-PS-Diesel kommt mit 4,2 l/100 km aus. Die Preise starten bei CHF 42 900.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

Bringen Sie jetzt Ihre Finanzen in Ordnung!

Lösung der gigantischen Probleme der Staatsschulden. In persön­lichen Horoskopen sind davon vor allem die Geburts­ tage vom Beginn der 1. Dekaden aller zwölf Sternzeichen betroffen. Sind Sie in den ersten zwei Tagen eines Zeichens geboren, sollten Sie diese Woche nutzen, um Ihre Finanzen zu ordnen.

widder 21.–30. 3. Sie verhandeln klug, klären ein früheres Missverständnis. Doch sollten Sie am 11. und 12. nicht jedes Wort in die Waagschale legen! Am 14. sind Sie glänzender Laune. 31. 3.–9. 4. Sie sind am 12. zu ­aggressiv und stossen eine Kollegin vor den Kopf. Am 15. bügeln Sie einen Fehler wieder aus. Der Rest der Woche? Routine. 10.–20. 4. Manche schmieden Reisepläne, ent­ decken neue Horizonte. Oder Sie freuen sich über eine Nachricht aus dem Ausland? Am 13. sind Ihre Kontakte schwierig, es kann zu hitzigen Diskussionen kommen.

stier 21.–30. 4. Man schätzt Ihre Ideen, speziell am 11. und 12. Vor dem 23. Geborene haben weiterhin alle Trümpfe in den Händen, einige landen einen Volltreffer. Super Angebot? Schicksalhafte Begegnung? 1.–10. 5. Mars stimuliert Sie zu Glanzleistungen. Am 12. holen Sie einen schönen Vorsprung heraus, und im Falle einer Krankheit kündigt sich eine Besserung an. Etwas hektisch hingegen der 15. 11.–20. 5. Venus verspricht un­ vergessliche Momente, niemand kann Ihnen derzeit wi­ derstehen. Am 13. und 14. erleben Sie eine Sternstunde.

zwillinge 21.–31. 5. Begegnungen von Anfang November bringen erste Resultate. Sie sehen klarer. Am 14. läufts besser als erwartet, eine positive Wende zeich­ net sich ab (neue Aufgaben?). 1.–10. 6. Sie neigen zu leichtsinnigen Reaktionen, sollten unnötige Risiken ver­ meiden, speziell am 16. und 17.! Achten Sie auf Ihre Ge­ sundheit, schalten Sie einen Gang zurück! 11.–21. 6. Ein Projekt (mit Partner?) oder Investitionen dürften erfolg­ reich sein, im kommenden Sommer erwarten Sie gute Re­ sultate. Am 11. und 15. schweben Sie in höheren Sphären.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie kommen gut über die Run­ den, sind am 11. und 12. aber zu sensibel. Am 16. landen Sie einen schönen Treffer. Vor allem die um den 22./23. Geborenen sind weiter auf Glückskurs. 2.–12. 7. Sie sind vital und dynamisch, kaum zu bremsen. Am 12. und 15. gewinnen Sie einen schönen Vorsprung, nur am 13. soll­ ten Sie etwas kürzertreten! 13.–22. 7. Sie lassen keine Gelegenheit für einen Flirt aus, sollten aber nicht zu weit gehen (am 12.). Die nach dem 27. Geborenen machen Zugeständnisse, kommen einer Angehörigen entgegen.

löwe 23. 7.–1. 8. Schlagfertig können Sie einen Fehler von November ausbügeln. Exzellent für Examen, Reisen, Verhandlungen (speziell am 14.). Am 12. sind Sie zerstreut. 2.–12. 8. Sie sollten sich finanziell nicht über­ nehmen, sind am 13. oder 17. zu grosszügig. Am 14. haben Sie eine gute Nase für Geschäfte, ein (kleiner) Gewinn sorgt für gute Laune. 13.–23. 8. Exzellente Woche! Ihr Charme wirkt, die Stimmung zu Hause ist exzellent (am 11. und 15.). Sie legen den Grundstein für ein langfristi­ ges Vorhaben, mit guten Aussichten bis Sommer 2012.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind weiter auf Erfolgskurs, setzen Ihre Ansichten durch. Allerdings könnte ein Pro­ jekt (von Mitte November) verzögert werden. Halten Sie sich an die Abmachungen. Etwas hektisch der 12. und 16. 3.–12. 9. Mars spornt Sie weiter zu Höchstleistungen an, am 12. und 15. bauen Sie Ihren Vorsprung aus. Am 13. und 17. hingegen sollten Sie einen Gang zurückschalten! 13.–23. 9. Venus verspricht unvergessliche Momente, Ihr Charme bezaubert (13., 14.). Sie sollten aber Ihre Fa­ milie nicht vernachlässigen (am 17.), auf Partner hören!

waage 24. 9.–3. 10. Ihre Argumente fallen auf fruchtbaren Boden. Exzellent für Ihre Projekte oder für wichtige Termine (14.). Am 12. sollten Sie nichts über­ stürzen und die Ratschläge eines Freundes befolgen. 4.–13. 10. Routine. Gönnen Sie sich eine kleine Pause (am 15.). Am 11. und 12. können Sie sich nur schwer ­konzentrieren, sind nicht grad gut gelaunt. 14.–23. 10. Exzellente Woche für Besuch oder Treffen. Sie freuen sich über eine Nachricht. Oder alte Freunde melden sich unverhofft (15.). Nur am 13. sind Sie ziemlich ungeduldig!

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie kommen gut über die ­Hürden, passen sich einer neuen Situation gut an. Am 11. und 12. sind Sie der Hahn im Korb. Nur am 14. verlieren Sie schnell die Geduld. 3.–12. 11. Sie sind auch diese Woche in Superform. Mars stimuliert, ein neues Vorhaben (mit Freunden?) hat Rückenwind. Besonders am 12. und 17. sammeln Sie Punkte. 13.–22. 11. Sie amüsieren sich blen­ dend und stehen im Mittelpunkt. Venus verwöhnt Sie. Niemand kann Ihnen widerstehen. Am 13. und 14. erleben manche eine Sternstunde: Begegnung? Versöhnung?

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sind kreativ, klären ein Missverständnis der letzten Wochen (am 14.). Günstig für Reisen, Schreibarbeiten, wichtige Termine. Hektisch aber dürfte der 16. werden. 3.–12. 12. Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand, sollten etwas kürzertreten. Be­ sonders am 13. und 17. könnten Sie leichtsinnig (z. B. im Strassenverkehr) einen Fehler machen. Besser wird der 15. 13.–21. 12. Happy Birthday! Sie stellen langfristig die Weichen und sichern Ihre Zukunft ab. Was Sie jetzt be­ ginnen, bringt im kommenden Sommer gute Resultate!

steinbock 22.–31. 12. Ruhige Woche. Am 11. und 12. knüpfen Sie neue Kontakte, am 16. flattert eine gute Nachricht ins Haus. Oder Sie schmieden Reisepläne? 1.–10. 1. Sie sind in Bestform, verdanken Mars zusätz­ liche Kräfte. Die Power-Phase dürfte noch andauern, im Falle einer Krankheit sind die Chancen auf Heilung bes­ tens (12., 17.). 11.–20. 1. Venus in Ihrer Dekade verspricht viel Spass und heisse Flirts. Singles machen eine aufre­ gende Begegnung, bereits Liierte erleben Romantik pur. Am 13. und 14. sind Sie der Mittelpunkt des Geschehens.

wassermann 21.–30. 1. Eine Woche im Zeichen der Freundschaft: neue Projekte gelingen, Sie bekommen Un­ terstützung zugesagt (am 14.). Begegnung von November kommt wieder zur Sprache! 31. 1.–9. 2. Routine. Sie haben alles im Griff, sollten aber am 14. oder 15. nicht den Über­ blick verlieren, sich auf Ihren Instinkt verlassen! Eine nette Geste sorgt am 11. für gute Laune. 10.–19. 2. Exzel­ lente Woche! Sie haben einen sechsten Sinn, und einige kommen ihren Idealen näher (am 11.). Sie machen Nägel mit Köpfen, ein grösseres Projekt verspricht Erfolg.

fische 20. 2.–1. 3. Verspätungen und Verzögerun­ gen nerven (Vorsicht, wenn Sie eine Reise planen!). Sie sollten am 12. nichts dem Zufall überlassen und am 14. entscheiden. 2.–10. 3. Mars in Opposition verleitet Sie zu leichtsinnigen Reaktionen, Sie sollten unnötige körper­ liche Risiken vermeiden und auf Ihre Gesundheit achten (speziell am 13. und 17.!). 11.–20. 3. Niemand kann Ihrem magischen Charme widerstehen. Am 13. und 14. erleben manche eine Sternstunde: vielleicht eine denkwürdige Begegnung? Flammt eine alte Leidenschaft wieder auf?

ihr tages-horoskop 124

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 11. bis 17. Dezember 2011 Diese Woche wird der harmonische Zyklus Jupiter–Uranus exakt, beide Planeten bilden einen 30-Grad-Winkel (ein Halb-Sextil): ein gutes Vorzeichen für Wirtschafts- und Finanzreformen. Das gibt Hoffnung für eine zumindest vorübergehend wirksame

Dr. Elizabeth Teissier


KREUZWORTRÄTSEL

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Gewinnen Sie 1 × 7 Nächte für 2 Personen in einem Schweizer Ferienverein-Hotel im Wert von 2500 Franken! Lassen Sie sich in einem der 4 Ferienverein-Hotels in den Traumdestinationen der Schweizer Alpen verwöhnen. Inkl. Halbpension und unbeschränktem Eintritt ins Solbad. Crans-Montana, Wengen, Arosa, Sils-Maria. Infos: www.ferienverein.ch

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die vierten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 11. Dezember 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

126

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

4 3

3 4 6 1

9 8

8

9

8 6 1 5 4 2 5

9

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Gewinnen Sie 2 × 2 Nächte für 2 Personen im Relais & Châteaux Hotel Walserhof **** Klosters im Wert von je 600 Franken!

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3 9 7

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06010014115

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1

3 6 7 4 2 5 1 3 8 4 7 5 4 8 9 7 9 5 4 8 1 2 6 Conceptis Puzzles

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 48 WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Windzug, 2. Ansicht, 3. Shizzoe, 4. Jecklin, 5. Urheber, 6. Cedille, 7. Klipper, 8. Thermen, 9. Elstner, 10. Staiger, 11. Drummer, 12. Italien, 13. Eingang, 14. Elixier, 15. Inhuman, 16. Carouge, 17. Hermann, 18. Element, 19. Weingut, 20. Embargo, 21. Notlage Lösungssatz: Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt. Lösung: AKTIEN

REBUS

1 2 3 =

LEINE K (G) A T Z E HUNDE LEGENDE

6 9 7 5 4 8 2 1 3

1 4 3 9 2 6 7 8 5

7 5 8 4 1 2 3 6 9

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 835 Franken!

Lösung: MIRABELLE

SUDOKU mittel 2 8 5 3 7 1 6 9 4

Gewinnen Sie 5 × ein Pflege-Set Pure Minerals von ARTDECO im Wert von je 167 Franken!

schwer 4 2 1 6 3 9 5 7 8

Lösung: 138

3 6 9 7 8 5 4 2 1

5 3 2 8 9 7 1 4 6

06010014410

9 7 6 1 5 4 8 3 2

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06010014114

3 2 1 6 9 9 7 4 1 8 8 6 5 4 2 7 1 3 5 6 4 9 8 7 3 2 5 6 8 4 6 3 7 2 1 9 7 5 8 2 685 Lösung: 1 4 9 3 5

Lösung: 562

5 3 7 2 1 9 4 6 8

7 2 1 9 5 3 8 4 6

8 5 3 4 6 7 9 1 2

4 6 9 8 2 1 5 3 7

06010014409

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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leser

Cuche auch diese Saison mein grosser Favorit, aber auch der junge Beat Feuz ist mir schon vor längerer Zeit aufgefallen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Sie ihm jetzt im Sonderheft einen grossen und schönen Bericht ­widmen. Ich bin sicher, dass man von Feuz noch viel hören wird. Nicht zu vergessen unsere Skiladys. Sieht man die Spitzen­ sportlerinnen mal nicht im Renndress, sondern im Badekleid, merkt man, was für attraktive Damen das sind. Wir können wirklich stolz sein auf unsere Skifahrer.»

Löst heftige Leserreaktionen aus Die Schweizer Illustrierte zeigt Fotos der mageren Prinzessin Letizia (hier mit Spaniens Kronprinz Felipe).

Timo Knecht, per E-Mail

«Sie hatten auch schon bessere Titelbilder» u Prinzessin Letizia, Die Krone

macht sie krank, SI 48/2011 «Die Bilder sind wirklich erschreckend. Die einst so schöne Letizia ist nur noch Haut und Knochen. Doch geben wir die Hoffnung noch nicht ganz auf! Ihre Lebensgeschich­ te ist halt ein Märchen: Die Journalistin verliebt sich in den Prinzen. Sie heiratet den Prinzen. Dann folgen die schweren Jahre, die Last der Krone drückt, die Öffentlichkeit ist bei jedem Schritt mit dabei, die Prinzessin wird kritisiert und taxiert. Aber wie bei jedem Märchen wird es auch hier ein Happy End geben. Ganz bestimmt. Denn die Liebe trägt Letizia über jedes Hindernis hinweg.»

herum, es scheint bei den jungen Frauen eine ganz üble und leider weit verbreitete Sache zu sein. Man muss diesen Frauen und den Angehörigen helfen. Darum ist es gut, wenn auch Sie jetzt mit dem Titelbild auf dieses Problem aufmerksam machen.»

Etwas vom besten u 10 Folgen – 100 Jahre Schweizer ­Illustrierte, SI Herbst 2011 «Ganz herzliche Gratulation. Ihre 100-JahreFolge finde ich etwas vom Besten, was Sie bringen. Schöne Festtage.» Anne-Marie Marti-Wild, Uster ZH

willi

L. Fischer, per E-Mail

«Adventszeit, frohe Zeit! Das Titelbild mit der kranken Prinzessin Letizia hat mich geärgert. Wo bleiben Anstand und Mit­gefühl?» Heidi Lüdi-Wirth, Flawil SG

«Es gibt Millionen schöne Frauen. Verschonen Sie uns deshalb mit diesem unappetitlichen Knochengestell. Sie hatten auch schon bessere Titelbilder!»

«Ich bin über das Titelbild geschockt und enttäuscht. Nicht über die magersüchtige Prinzessin Letizia, sondern über das Niveau der Schweizer Illustrierten. Ich finde das traurig und taktlos. Ich habe grosse Achtung vor dieser Frau und möchte nicht in ihrer Haut stecken. Ich hoffe, dass die Redaktion nie mehr so etwas auf der Titelseite veröffentlicht.»

impressum

Rudolf Schwab, Münchenbuchsee BE

Luzia Sigrist, Schwyz

Nr.49, 100. Jahrgang. Erscheint montags

Elsa Weber, per E-Mail

«Ei, Mami, schau, Vater hat sich einen neuen Wintermantel gekauft!»

Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362

«Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, zuerst war ich schockiert, als ich die brand­ magere Letizia auf dem Titelfoto sah. Das darf man doch nicht so zeigen und au­s­ stellen, war mein erster Gedanke. Jetzt bin ich anderer Meinung. Vielleicht ist es ganz gut, wenn Sie auch mal Stars zeigen, die Probleme haben. Zwei meiner ­Enkelinnen quälen sich ebenfalls mit Magersucht

Feuz, Cuche und Skiladys im Badekleid u Ski Extra, SI 48/2011 «Das Extraheft Ski der Schweizer Illus­trierten ist eine Wucht. Das wird bei mir den ganzen Skirennwinter lang neben der TV-Fernbedienung liegen. Unsere Schweizer Skifahrer werden auf spezielle, witzige und sympathische Weise präsentiert. Klar ist Superman Didier

Foto interTOPICS

schreiben sie uns ihre meinung

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Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. schweizer illustrierte

Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor a. i. Stefan Regez Mitglied der Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


Schweizerisches Rotes Kreuz

Bereit für den Ernstfall Linda Hornisberger und Sky haben soeben den Einsatztest bestanden.

Das Redog-Team Linda Hornisberger mit Border Collie Sky ist an vorderster Front dabei, wenn die Erde gebebt hat. Redog ist eine der fünf Rettungs­ organisationen des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK).

Linda und Sky – allzeit bereit G

erade hat er die Prüfung abge­ legt, Sky, der vierjährige Border Collie mit den schönen blauen Augen. Sky ist der vierte Hund, mit dem Tierärztin Linda Hor­ nisberger den Einsatztest der Schwei­ zerischen Such- und Rettungshunde­ organisation Redog bestanden hat. Zwei Tage und eine Nacht wurden die beiden hart geprüft. Sky musste an beiden Tagen fünf Mal 20 Minuten arbeiten, dazwischen gab es gerade mal 10 Minuten Pause. Ivo Cathomen, Mediensprecher von Redog: «Die Tests sind sehr anspruchsvoll. Nicht nur für die Hunde, sondern auch für die Hun­ deführerinnen und -führer.» Etwa eines von zehn Teams, das die Ausbil­ dung beginnt, wird schliesslich zertifi­ ziert. «Manchmal brauchen die Hunde­ führer etwas länger als die Hunde, um die Anforderungen zu erfüllen», fügt er mit einem Schmunzeln an. Das ist bei Linda Hornisberger nicht der Fall. Die Tierärztin wollte schon als Kind unbedingt einen Hund. Ihre Eltern gaben schliesslich nach. Sie ging mit ihrem Hund in die Hunde­

schule. «Zuerst fand ich das über­ haupt nicht toll, bis ich dann gemerkt habe, dass der Hund Freude am Arbei­ ten hat», sagt sie. Einmal hatte sie die Möglichkeit, Rettungshunde bei der Arbeit zu sehen. Dieses Erlebnis hat sie nie mehr losgelassen. Heute gehört sie zu den rund 40 einsatzfähigen Hundeteams für Katastropheneinsät­ ze im In- und Ausland. Dazu kommen 30 Teams für die Vermisstensuche und weitere Spezialisten. Alles Frei­ willige, die nicht nur allzeit auf Abruf bereitstehen müssen, sondern auch sonst einen Grossteil ihrer Freizeit für das lebensrettende Hobby aufwen­ den. Alle Redog-Mitglieder zusammen haben im letzten Jahr rund 130 000 Stunden an Freiwilligenarbeit aufge­ wendet. Bei 400 aktiven Hundeteams ergibt das über 300 Stunden jährlich pro Team. Redog hat einen exzellenten Ruf und setzt auch international für andere Hundestaffeln Standards. In der Schweiz ist Redog die einzige Organi­ sation, die Hundeteams für den Kata­ strophenfall ausbildet und einsetzt.

redog

HUNDENASE – RIECHER FÜR OPFER uWenn ein Erdbeben ganze Städte

zerstört oder eine Explosion ein Haus zum Einstürzen bringt, kann das Überleben der unter den Trümmern verschütteten Menschen davon abhängen, ob Katastro­ phenhunde eingesetzt werden. Die Hundenase ist auch heute noch das zuverlässigste Ortungsmittel, um menschliche Witterung unter Trüm­ mern und meterdickem Schutt zu lokalisieren. Redog bildet neben Kata­ strophenhundeteams auch sogenannte Geländesuchhundeteams aus, die in schwer begehbarem oder unübersichtlichem Gelände vermisste Personen zuverlässig auffinden. uRedog ist eine gemeinnützige humanitäre Freiwilligenorganisati­ on. Der Verein stellt dem Bund und den Kantonen rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr geprüfte Spezialistenteams für die Trümmer- und Ge­ ländesuche für Einsätze im In- und Ausland zur Verfügung. Als Mitglied der Rettungskette ist Redog eine von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) anerkannte Organisation und verfügt über Ein­ satzerfahrung bei humanitären Katastropheneinsätzen. Redog ist Mit­ glied des Schweizerischen Roten Kreuzes sowie Partnerorganisation der Rega und der Alpinen Rettung Schweiz. uMehr Informationen www.redog.ch uSpenden Postkonto 80-70388-0


Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über die Freuden des Wartens

Aber? Aber es ist zu früh. Es kommt mir vor, als würden schon seit einer Woche alle vier Kerzen auf dem Adventskranz ­brennen. Was mir fehlt, ist das Gefühl der Vorfreude – die Geduld, auf Weihnachten zu warten. Der Sinn des Advents, ja des ganzen Weihnachtsfestes, ist doch das Warten. Ich verstehe nicht … … das Warten auf das Wunder – beispielsweise das Öffnen der Fensterchen im Adventskalender, eines nach dem an­ dern. Ungeduldig reissen viele von uns sämtliche Fenster­ chen auf einmal auf – und bringen sich so um den Genuss des Wartens, der fröhlichen Spannung, die sich erst auf dem Höhepunkt des Festes am Heiligen Abend erfüllt: mit der Familie vor dem Weihnachtsbaum, mit den liebevoll eingepackten Geschenken unter den Ästen, mit dem Engels­ haar und den Kugeln und der glänzenden Spitze des geschmückten Baums – eines heidnischen Symbols, das vom Christentum so wunderbar adaptiert worden ist. Ich hätte nie gedacht, dass Ihnen so etwas gefällt! Es ist der vollendete Kitsch. Aber an diesem speziellen Tag ist es eben kein Kitsch. Kitsch ist nur die wochenlange Inszenierung des Weihnachtsfestes. Man kann es aber auch anders sehen, Frank A. Meyer: Die Schaufenster sind liebevoll dekoriert, die Weihnachtsmusik in den Läden … … ach ja, das habe ich noch vergessen: die Weihnachts­ beschallung in den Geschäften, vor der man nicht einmal im Lift sicher ist. Überall dudelt «O du fröhliche, o du selige»

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

und «Stille Nacht, heilige Nacht» – morgens, mittags und abends. Am Tag des Festes mag man die wundervollen Melodien und Texte nicht mehr hören. Und warum ist das Ihrer Meinung nach so? Weil es nicht mehr der christlichen Idee der Nächstenliebe dient – wie sie ja ursprünglich in den Geschenken zum Ausdruck kommen sollte –, sondern der Gier und dem Kaufrausch: Wir opfern das zentrale christliche Ritual dem Kommerz. Früher widmeten wir im Advent dem lieben Gott ein bisschen von unserer Zeit, entdeckten unsere Fähigkeit zur Geduld, zur kindlichen Vorfreude, vielleicht gelang es uns sogar, das Alltagstempo ein wenig zu drosseln, in den Himmel zu gucken statt in die Auslagen der Geschäfte. Und das ist heute alles anders? Heute würden die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland nicht mehr dem Stern von Bethlehem folgen, sondern dem Navigationsgerät ihrer Handys – und in einem Konsumtempel landen statt im Stall beim Christkind. Sie sehen das etwas gar düster! Nein, ich sehe es grell erleuchtet. Wäre Weihnachten nicht seit Jahrhunderten eine Zeit der Offenbarung, hätte die City-Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse dieses Fest er­funden – zusammen mit der AG City der Geschäftsleute von Ku’damm und Unter den Linden: als verkaufsfördernde Massnahme im umsatzschwachen Dezember. So ist die Adventszeit zur Ankunftszeit der Konsumentenmassen verkommen. Übrigens, lieber Marc Walder, bin ich selber ein Konsumidiot, lasse mich vom Weihnachtsrausch voll erfassen. Was ich beklage, betrifft mich selbst. Sie wohnen einem Akt der Selbstkritik bei. Und der vorweihnachtlichen Reue.  MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, diese vorweihnachtliche ­Stimmung: Geht die Ihnen auch so ans Herz? Ja, ich geniesse vor allem die Weihnachtsbeleuchtung am Ku’damm und Unter den Linden in Berlin. Ein schönerer Strassenschmuck ist mir nie begegnet. Die Bäume recken jeden einzelnen ihrer Äste glitzernd beleuchtet in den Abendhimmel. Und auf dem Ku’damm ist der Mittelstreifen mit hausgrossen Leuchtfiguren geschmückt. Wundervoll!



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