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Neu im Bundeshaus Cédric Wermuth & Co. ganz privat

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«Der Verdingbub» Max Hubacher auf dem Weg zum Filmstar

Renzo Blumenthal

Das ist Lena! Stolzer Vater Zu Besuch beim Biobauern und seiner Familie. Ihr grosses Glück nach einem schweren Jahr

31. Oktober 2011 CHF 4.50


Inhalt HEFT 44, MONTAG, 31. Oktober 2011

Titel 20

Renzo Blumenthal Zum zweiten Mal Vater: Sein Glück mit Töchterchen Lena

Leute

Titelbild Marcel Möcker; Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

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u Ihr privates Paradies Von der Ostschweiz nach Downtown Oerlikon. TV-Liebling Sara ­Hildebrand zeigt ihre Stadt-Oase. «Man könnte hier glatt die Zeit vergessen.»

Tagebuch von Stefan Regez Leute Roger Federer, Emil, Magali Di Marco Messmer, Erich Vock, Igor Ustinov

Party 16

Medienball «Dolder Grand», Zürich, Mamma mia! Zürich, AVO Session Basel

Schicksal 26

Claire-Lise Garzetta Sie war Hostess auf dem Todesflug Sata 730. Mit den Trümmern im Meer kommt jetzt alles wieder hoch

Jubiläum 63

100 Jahre Schweizer Illustrierte 6. Folge Ursi Andress, Picasso, John F. Kennedy, Paola Felix, Jo Siffert, Meta Antennen schweizer illustrierte

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Inhalt

Leute 44 46 52 54

Nino Niederreiter Shootingstar. So lebt der Eishockeyaner aus Chur in New York Manon Sie erfindet sich wieder mal neu: «Ich will mein eigenes Kunstwerk sein» William White Im Glück. Frutigen einfach! Sara Hildebrand Ganz schön praktisch. Wo die TV-Lady mit ihrem Liebsten wohnt

Politik 36

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Neu im Bundeshaus Bunt. So ticken sieben frisch gewählte Nationalräte

Gesellschaft 32 58

u Herr

Nationalrat Die wilde Zeit sei jetzt vorbei, sagt Cédric Wermuth nach seiner Wahl ins Bundeshaus. Der Che Guevara des Aargaus hat nicht damit ­gerechnet, dass es für ihn «so brutal gut kommt». Passt er sich jetzt allem ganz brav an?

Max Hubacher Der 18-Jährige verblüfft und glänzt im Kino als Verdingbub Michael Kuratli, Kai Glatt Die Unternehmer des Jahres «rokken» mit ihren Jeans

Shopping 75

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 87 88 90

Ess-Trend Die Diät der Neandertaler Yoga Die indische Bewegungslehre Verhütung Es geht auch ohne Östrogene

Die Besten 97

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Marcel Nöcker (2), Willy Spiller

105 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

46 u Diva «Im Herzen bin ich verletzlich und schüchtern wie ein Kind.» Das grosse Comeback von Fotokünstlerin Manon.

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Und … 73 Notabene von Peter Scholl-Latour 122 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 112 Impressum 116 Horoskop 120 Leserbriefe

u Cool Von Chur nach New York! Der jüngste Schweizer NHL-Profi, Nino Niederreiter, sorgt in den USA für Furore.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

schweizer illustrierte

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editorial

Angst vor dem Ruhm? Der Verdingbub

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

Der 18-jährige Schauspieler Max Hubacher kennt bis zum Casting den Begriff «Verdingbub» nicht. Die Hauptrolle in diesem berührenden Film von Regisseur Markus Imboden erhält er gleichwohl. Und erweist sich als die perfekte Besetzung: Max spielt den gleichnamigen Verdingbub brillant. Nun kann er seinen Kollegen erklären, was Verding­kinder sind und was sie in der Schweiz erleiden mussten. Auch wenn unsere junge Generation dieses dunkle Kapitel Schweizer Geschichte offenbar nicht mehr kennt – lange zurück liegt es nicht. Und bewältigt ist es schon gar nicht. Bis in die Nachkriegszeit haben die Behörden unter dem Titel «fürsorgerische Zwangsmassnahmen» Waisen- und Scheidungskinder fremdplatziert. Viele ehemalige Verdingkinder – 500 von ihnen waren zur Filmpremiere in Bern geladen – kämpfen bis heute mit psychischen Problemen. Wenigstens wurden in den letzten Jahren zahlreiche Opfer­ geschichten historisch aufgearbeitet. Und der Bundesrat will sich Anfang 2012 bei den Verdingkindern offiziell entschuldigen. Ob auch eine finanzielle Wiedergutmachung drinliegt, ist offen. Zurück zu Max Hubacher: Er scheint ein Faible für anspruchsvolle Rollen zu haben. Schon im Film «Stationspiraten» hat er einen krebskranken Jungen gespielt. In «Verdingbub» setzt er sich wieder mit einer Welt auseinander, die nicht die seine ist. Und zeigt, dass er auf dem Weg zum Filmstar ist. Obschon er das gar nicht will, wie er SI-Redaktorin Yvonne Zurbrügg verrät: «Ich will nicht berühmt werden. Ich habe Angst vor dem Ruhm.» «Er will nur ein Schüler sein» – ab Seite 32. «Ausgeliefert und ausgebeutet» – Seite 100.

Wermuth & Co.

Zurückhaltend und bescheiden «Verdingbub»-Hauptdarsteller Max Hubacher im Gespräch mit SI-Redaktorin Yvonne Zurbrügg.

Fotos Fabienne Bühler, Marcel Nöcker

Die Jazzmusiker FDP-Nationalrat Andrea Caroni (r.) und SI-Nachrichtenchef Marcel Huwyler zeigen sich vielseitig und musikalisch.

68 Nationalrätinnen und Nationalräte wurden am Sonntag vor einer Woche neu gewählt. Sieben davon stellen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe vor. Zum Beispiel Cédric Wermuth. Seine Wahl tut der SP und der Debatte im Parlament gut. Denn der junge Aargauer ist wohl das grösste Talent der Sozialdemokraten seit Peter Bodenmann. «Blitzgescheit, streitfreudig, lustvoll – und doch mit grossem Respekt dem neuen Amt gegenüber», sagt SI-Nachrichtenchef Marcel Huwyler. Andrea Caroni: Der 31-jährige Appenzeller wird schon einen Tag nach der Wahl als möglicher Parteipräsident der FDP ge­handelt. Auch wenn das etwas vermessen ist, hat er alleweil das Potenzial, seiner Partei neuen Schwung zu verleihen. Margrit Kessler: Früher bei der CVP (und in Wahlen jeweils gescheitert), wird die oberste Patientenschützerin für die Grün­ liberalen gewählt – exemplarisch für die Kräfteverschiebung in der politischen Mitte. «Eine hartnäckige Frau, die sich in Bern – in dieser Reihenfolge – für die Patienten und die Gesundheitspolitik engagieren wird», sagt SI-Redaktor Thomas Kutschera. Und Nadja Pieren, eine SVP-Frau auf der Überholspur: 2009 Stadträtin in Burgdorf, 2010 Berner Grossrätin und SVP-Vizepräsidentin, 2011 Nationalrätin. Beruflich hat sie ohne staatliche Hilfe eine Kinderkrippe (!) aufgebaut – und damit unternehmerisch und parteipolitisch Eigenständigkeit bewiesen. Gelingt ihr das auch als Nationalrätin? «Die Neuen» – ab Seite 36. Ich wünsche Ihnen viel Spass mit der Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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roger federer

Foto Dominik Plüss / freshfocus

Mit Zug zum Sieg

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u Er könnte sich ja problemlos eine eigene kaufen, wenn er wollte. Doch trotz seinem Vermögen, das die Wirtschaftszeitschrift «Forbes» auf mittlerweile über 300 Millionen Franken schätzt, begnügt sich Roger Federer, 30, damit, «Götti» einer SBBLokomotive zu sein. Diese wurde vergan­ genen Freitag im Basler Güterbahnhof vom Tennisstar auf seinen Namen getauft und rollt künftig mit Federers Konterfei auf ihren

schweizer illustrierte

Seitenwänden durch die Schweiz. Zur Taufe kam der Sportwagen-Fan als Beifahrer im Lok-Führerstand. Ein erfüllter Bubentraum? «Ich weiss gar nicht mehr so richtig», sagt Federer. «Ich glaube, ich habe eher davon geträumt, Pilot zu werden.» Bei den Swiss Indoors in seiner Heimatstadt kann Bähnler Roger diese Woche als Titelverteidiger beweisen, dass er noch immer viel Zug hat: auf dem Tennisschläger. iso niedermann


bild der woche


leute

lisa catena

Mit Biss und Heels u An der diesjährigen Olma in St. Gallen passierte es: Lisa ­Catena sang gerade ihren satirischen Song «Bundesrat», als sie ins Publikum blickte und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey entdeckte – mit einem Säuli auf dem Arm! «Ihrem Gesichtsausdruck nach fand sie das Lied aber ganz in Ordnung», sagt die 31-jährige Mundartsängerin. Momentan ist sie mit ihrer zweiten CD «Tippmamsell» auf Tournee. Ihr Programm: Chansons und Cabaret auf Berndeutsch. Der Name des Albums beschreibt den Büro-Nebenjob, welcher der Thunerin immer wieder Ideen liefert. Lisa Catenas Ziel ist es, im ausverkauften Casinotheater Winterthur aufzutreten. Mit bissigen Texten, augenzwinkernden Songs und ihrem Markenzeichen an den Füssen: rote High Heels. EM

Grünes Sofa, rote Schuhe: Lisa Catena in ihrem neuen Zuhause in Bern.

Fotos Philippe Pache für L’illustré, Raffael Waldner / 13 Photo, Es-Press / RDB, Blick / RDB, Daniel Rihs / Pixsil

magali di marco messmer

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Schön schwanger

Emil und ­Niccel Steinberger mit nierenkranken Kindern und Elefant Patma in Knies Kinderzoo in Rapperswil. Patma ist mit dem Logo von Kids Kidney Care bemalt. Emil und Niccel Steinberger

Emils «elefantöser» Einsatz u Elefantendame Patma posiert für einen guten Zweck. Im Kinderzoo ­Rapperswil SG wirbt der Dickhäuter zusammen mit Emil Steinberger, 78, und Ehefrau Niccel, 46, für Kids Kidney Care. Das Hilfswerk für nierenkranke Kinder wird 2012 im Kinderzoo über das Thema Nierenkrankheit informieren.

schweizer illustrierte

Emil und Niccel unterstützen Kids Kidney Care seit zehn Jahren. «Mir ist dieses Engagement unglaublich wichtig», sagt Emil. Angst vor dem Vier-TonnenKoloss hat der zirkuserprobte Kabarettist nicht: «Wenn ich in die kleinen Äuglein dieses Riesen schaue, fühle ich mich wie daheim.» EBU

u Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 holte Magali Di Marco Messmer Bronze im Triathlon. Vor einigen Jahren sattelte die Walliserin erfolgreich um, gewann vergangenes Jahr den ­Lausanne-Marathon. Dass sie jetzt mit ihrem zweiten Kind im siebten Monat schwanger ist, hindert sie nicht daran, weiterhin täglich Sport zu treiben. «Ich bin ja nicht krank, mir geht es super!» Und: «Die Nacktfotos habe ich als Erinnerung machen lassen», sagt die 40-Jährige. «Und um zu zeigen, dass man auch während der Schwangerschaft gut aussehen kann.» Dieser Meinung sind auch ihr Mann Gianni, mit dem Magali Di Marco Messmer seit zehn Jahren verheiratet ist, und Sohn Eliah, 10. Ihr nächstes Ziel nach der Geburt im Januar: Olympia 2012!

marc david, L’illustré/SC


wer liebt wen

Eine Hochzeit und drei Babys u Erst Ende September gaben sich Cécile Bähler, 30, und ihr Ver­lobter das Jawort. Seit vergangener Woche ist ihr Glück perfekt. Die ehe­malige Wetterfee hat einen Jungen geboren. «Wir sind überglücklich und freuen uns auf die gemeinsame Zeit als Familie.» Die Namen von Kind und Ehemann bleiben geheim. u Drei Hochzeiten, zwei Scheidungen: US-Schauspieler Robin Williams, 60, traut sich was. Aktuelle Ehefrau ist Susan Schneider, eine Grafik-Designerin aus Kalifornien, mit der er vergangene Woche vor den Altar trat. Für die Flitterwochen in Paris haben sie ins Fünf-Sterne-Hotel Lancaster eingecheckt. u Acht Jahre lang genossen sie die Zweisamkeit. Jetzt erwarten Adrian Stern, 36, und seine Partnerin Mylen Yang ihr erstes Kind. «Wir freuen uns wahn­sinnig», sagt der Aargauer Sänger. Mylen ist im vierten Monat schwanger. u Seit März 2009 ist Bruce Willis, 56, mit dem Model Emma Heming, 33, verheiratet. Jetzt erwarten sie Anfang Jahr ein Baby. Nach drei Töchtern mit Ex-Frau Demi Moore ist es für den US-Schauspieler das vierte, für seine Angetraute das erste Kind.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Julia Saner u Bo Katzman u Maya Wirz u Kurt Aeschbacher u Rolf Knie


leute

Hubert Spiess (l.) und Erich Vock mit Hundedame Urmel im Zürcher ­Theater am Hechtplatz. Erich vock & Hubert spiess

«Huberich im Wunderland»

Fotos Fabienne Bühler, Marcel Nöcker, Keystone

u Es war einmal ein achtjähriger Junge, der schrieb in seinem Aufsatz, dass er gerne Schauspieler werden und ein eige-­ nes Theater besitzen möchte. Der Lehrer gab ihm die Note –5. Über vierzig Jahre später ist Erich Vock, 49, gemeinsam mit seinem Mann Hubert Spiess, 47, so erfolgreich wie nie. Mit der «Kleinen

Niederdorfoper», die soeben auf DVD erschienen ist, landeten die Theaterschaffenden einen Gross­erfolg. Am vergangenen Samstag hatte ihr «Schneewittchen und die sieben Zwerge» im Theater am Hechtplatz Premiere, und mit der Zürcher Märchenbühne feiern sie heuer das 50-Jahr-Jubiläum. «Es ist toll.

Doch hinter all dem steckt viel Arbeit», sagt Erich Vock. Er und sein Mann wollen so lange wie möglich ihr gemeinsames Märchen «Huberich im Wunderland» weiterführen. «Das Feuer brennt noch», sagt Hubert Spiess. Heute würde der Lehrer Erich Vock für seinen Aufsatz Note 6 geben. aurelia forrer

Rose

kaktus

Herbert Bolliger Migros-Chef u Einkaufen in der Migros in Schönbühl BE wird nervenschonender. Im Shoppyland gibt es ab sofort bei zwei Kassen keine Süssigkeiten mehr – und somit auch keine quengelnden Kinder, die lautstark nach den Gummibärchen vor ihrer Nase verlangen. Obwohl der orange Riese mit dem Süssigkeiten-Stopp eine Umsatz­ einbusse in Kauf nimmt, werden elf weitere Läden die «Familienkasse» einführen. Die Eltern freuts. Lieber Herr Bolliger, auch wir finden das eine süsse Sache und wissen, womit Sie die nun leeren Regale bei Ihren Kassen füllen könnten: mit roten Rosen.

fRANÇois Marthaler Direktor Baudepartement VD u Peinlich, peinlich! Bis Montagmittag musste das ganze Land warten, bis die definitiven Ergebnisse der Nationalratswahlen vorlagen. Grund für die Verzögerung der Auszählung waren gravierende Informatikprobleme im Kanton Waadt. Noch 2009 hatte der zuständige Staatsrat François Marthaler (Grüne) alle Informatikdienste des Kantons zentralisiert und einen leistungsfähigen EDV-Service versprochen. Nun ging alles schief, was schiefgehen kann. Cher monsieur Marthaler: Nutzen Sie unseren Kaktus, um Ihre Informatiker endlich auf Trab zu bringen! schweizer illustrierte

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leute

Künstler Igor Ustinov zeigt seine Skulpturen bei der 8. Ausgabe von «Art in the Park». Den Schalk hat er von seinem Vater geerbt.

nachgefragt bei

Igor Ustinov

Foto Hervé Le Cunff

Der Sohn von Schauspieler Sir Peter Ustinov ist selbst ein Künstler. Seit vergangener Woche stellt Bildhauer Igor Ustinov, 55, im Garten des Zürcher «Baur au Lac» seine Werke aus. Herr Ustinov, sind Ihre Figuren wasserfest? Natürlich, sie sind ja aus Bronze gefertigt, einem sehr klassischen Material. Sie werden dem Wetter schon trotzen. Was kostet ein «echter» Ustinov? Die billigste Skulptur ist für 20 000 Franken zu haben, gegen oben gibt es keine Grenze. Mit 30 habe ich in Paris eine sehr grosse Skulptur gemacht. Die habe ich damals für 900 000 Franken verkauft. Das ist ziemlich viel. Zahlt man den Namen mit?

Ach wissen Sie, ich glaube nicht, dass man die Kaufentscheidung wegen eines Namens fällt. Als ich jung war, habe ich meine Figuren für wesentlich weniger Geld verkauft. Wie jeder andere Künstler auch, der gerade anfängt. Mittlerweile finde ich aber, dass meine Kunst ihren Preis wert ist. Man bekommt etwas für sein Geld und tätigt eine Investition. Die Leute sprechen Sie immer wieder auf Ihren Vater an. Stört Sie das? Nein, überhaupt nicht. Ich bin sehr stolz auf meinen Vater. Er hat mir viel von seiner Lebenseinstellung und seinem Humor mit auf den Weg gegeben. Er war sogar fast mehr Freund als Vater. Sie haben Ihrem Vater bei seinem Tod die Hand gehalten. Das war hart und trotzdem: In diesem Moment war es selbstverständlich für mich. Schliesslich hat er auch bei meiner

Geburt meine Hand gehalten. Ich sehe es als Privileg, in solch einem Moment bei einem geliebten Menschen zu sein. In Ihrer Familie gab es in zwei Generationen über 50 Künstler. Sind alle so erfolgreich? Es gibt sogar noch mehr. Auf einer Reise durch Australien ist mein Vater seinen entfernten Cousins begegnet. Auch die sind Künstler. Nur gehören sie nicht zu den glücklichen fünfzig, die Erfolg hatten und im Rampenlicht standen. Hat Ihre Tochter Ihr Talent geerbt? Ich glaube schon, aber sie hat sich für einen Master in Museumswissenschaft und Kulturmanagement entschieden und arbeitet in Paris für eine bekannte Galerie. Sie hat auch diese Ausstellung in Zürich für mich organisiert. Und für mich sind Menschen, die sich der Kunst verschrieben haben, alle eine Art Künstler. Interview nadine bauer schweizer illustrierte

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Die Musik von Abba für Generationen: Schauspieler Walter Roderer mit Schlager­ star Paloma Würth.

Bühne frei für Dancing Queens «Mamma Mia!» begeistert in Zürich

Gastronom Rolf Hiltl freut sich mit Tochter Céline auf einen mit­ reissenden Abend.

L

authals mitsingen, das war der Plan von Isabel Florido. Die Schauspielerin ist nur eine der prominenten Gäste, die am vergangenen Donnerstag vom Abba-Fieber ergriffen werden. Moderator Matthias Hüppi und Marianne Cathomen sind ebenfalls hingerissen von der Bühnen­dar­bietung. Die Schlagersängerin warf sich schon als Kind in Schlaghosen und ­kopierte so Abba-Bandmitglied Agnetha. Auch «MusicStar»-Gewinnerin Fabienne Louves wuchs mit der schwedischen Popgruppe auf. Mutter Silvia sang ihr als Baby «I Have a Dream» zum Einschlafen vor. Walter Roderer bedauert, nie Englisch gelernt zu haben. Der 91-jährige Schauspieler versteht zwar die Texte nicht, kennt aber alle Lieder. «In den 70er-Jahren spielten sie Abba im Radio rauf und runter. Somit war es auch mir unmöglich, mich ihrer Musik zu entziehen.» Text Nadine Bauer, Fotos Bruno voser

Sport­ moderator Matthias Hüppi und Gattin Cornelia lieben die zeitlose Musik von Abba.

Gastgeber Freddy Burger Management Tatort Theater 11 in Zürich Highlight Die wuchtige Jennie Dale als «Rosie» Emotionen «The Winner Takes It All» rührte Marianne Cathomen zu Tränen

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Chic! Ringier-Schweiz-CEO Keine Tanzmuffel: Marc Walder mit Gattin SVP-Frau Rita Fuhrer Susanne (in Gucci). mit Ehemann Fredy.

Wollte wie Agnetha sein: Sänge­ rin Marianne Cathomen mit Freundin Judith Klein (r.).

party-facts

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Rotkehlchen: Schau­ spielerin Isabel Florido trällert Abba am liebs­ ten beim Autofahren.

Kaum ist der Ball eröffnet, stehen ­Bundes­rätin Eveline WidmerSchlumpf und Gatte Chris­ toph auf der Tanzfläche.

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Party-Rating

«Herzerwärmend und mitreissend – durchaus auch etwas für ­Musical-Muffel»

Der deutsche TouristikHerzchirurg Thierry Unternehmer Karlheinz ­Carrel mit Gattin, TVKögler mit Gattin Dagmar. Frau Sabine Dahinden.


party

Hoher Glamour-Faktor: ­«Tagesschau»-Moderato Urs Gredig mit Frau Marion.

Vertreter des Gast-Kantons ­Wallis: Ski-Legende Pirmin ­Zurbriggen mit Ehefrau Moni.

Und hoch das Bein! Schillerndes Fest am Schweizer Medienball

Verlegerpaar: Hanspeter Lebrument und Myriam Engler.

B

undesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kanns nicht nur auf dem politischen ­Parkett: Eine Woche nach dem Wahlerfolg ihrer BDP fegt sie am 82. Medienball im Zürcher Luxushotel The Dolder Grand auch übers Tanzparkett. Sie eröffnet den Ball mit Hanspeter Lebrument, Präsident Verband Schweizer ­Medien, später tanzt sie mit ihrem Gatten C ­ hristoph. «Allerdings ist mein Mann auf diesem Parkett eindeutig talentierter als ich.» Den Sprung ins Bundeshaus verpasst hat hingegen Herzchirurg Thierry Carrel: «Ich bin ein wenig enttäuscht, aber mein Herz ist nicht gebrochen.» Ein Mal im Jahr, jeweils am Medienball, bricht auch Pepe Lienhard sein Motto «Musicians don’t dance» ­(Musiker tanzen nicht): «Na ja, aber höchstens für fünf Minuten», entgegnet Freundin Christine Köhli. Ski-Legende Pirmin Zurbriggen kommt mit seiner Frau Moni. Er gesteht, dass seine liebste Tanzpartnerin aber drei Jahre alt ist – Töchterchen Leonie: «Und zwar zu Hause, wenn uns der Sohn auf dem Klavier begleitet.» Als Letzte eilen Confiserie-SprüngliChef Tomas Prenosil und Gattin Alexandra über den roten Teppich: «Ach, es ist immer das Gleiche bei uns.» Text Alejandro Velert, Fotos bruno voser

Frisch vermählt! ConfiserieSprüngliChef Tomas Prenosil und Alexandra.

NZZ-CEO Albert P. Stäheli mit seiner Partnerin, Franziska von Weissenfluh.

party-facts Gastgeber Der Zürcher Presseverein Tatort The Dolder Grand Menü Gegrillte Dorade mit Kokosnuss und Curry Das Geständnis Ex-Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP): «Ich weiss nicht, von welchem Designer mein Kleid ist. Chef-Einkäufer für Abendkleider ist bei uns zu Hause mein Mann Fredy!» Party-Rating

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«Von wegen Krise im Medien-Business! Im ‹Dolder Grand› feiert die Branche glamourös»

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party

Ein Foto fürs Album von Anna Rossinelli (l.): Arm in Arm mit Liza Minnelli!

Showbiz von einem anderen Stern

Liza Minnelli live an der AVO Session Basel: Ein Hauch von New York und Las Vegas wehte durch den Saal.

Liza Minnelli verzauberte die AVO Session Basel

S

ie kam, sang und siegte. Liza Minnelli, die Grande Dame des amerikanischen Showbiz, ganz nah und ganz live an der AVO Session Basel. Ein Superstar mit Herz und Witz. Und trotz grossen Auf und Abs im Leben auch mit 65 Jahren noch so fit, dass sie 90 Minuten Top-Entertainment bieten kann – wenn auch mit einigen Verschnaufpausen, die sie charmant mit witzigen Anekdoten überbrückte. «Grosse alte Schule», meinte Pepe Lienhard tief beeindruckt. «Solche Originale gibts kaum mehr!» Und Schauspieler Roland «HD Läppli» Rasser, der mit Tochter Caroline kam, erinnerte sich: «1974 habe ich Liza Minnelli einmal im Tabourettli parodiert.» Tief beeindruckt auch die Schweizer Newcomerin Anna Rossinelli, die die Herzen der Basler mit ihren neuen Liedern, ihrer tollen Stimme und ihrem süssen Charme eroberte: «Es ist eine grosse Ehre, vor einem solchen Weltstar auftreten zu dürfen.» Die Überraschung kam am Schluss: Liza persönlich gratulierte Anna zu ihrem Debüt: «You really did a great job, darling! I wish you all the best!» Text Zeno van Essel, Fotos Bruno Voser

Swiss-Kommunikationschef Daniel Bärlocher mit Frau Veronika.

AVO-Session-Geschäftsführerin Beatrice Stirnimann, Unternehmer Moritz Suter.

Zwei Schauspieler-Generationen: Roland Rasser kam mit Tochter Caroline.

party-facts Gastgeber Präsident AVO Session Basel Matthias Müller und Ringier-Ver­lags­ direktor Urs Heller für 1500 Gäste Tatort Festsaal der Messe Basel Todschick die AVO-Session-Gastgeber in Outfits von Bongénie Grieder Highlight Liza Minnelli erhielt den Lifetime Achievement Award der AVO Session Basel! Party-Rating

«Weiss jemand, wie alt die Liza nun wirklich ist?»

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«Das war Showbiz von einem an­deren Stern!» Pepe Lienhard und seine Freundin Christine Köhli.

Begeistert: Davidoff-Verwaltungsratspräsident Ringier-Zeitschriften-Marketingchef Thomas Passen (l.), Andreas Schmid und seine Frau Françoise. Opel-Schweiz-Chef Adrian Brodbeck und Frau Sabina. schweizer illustrierte

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titel

Hurra, ein Mädchen!

Er kanns noch gar nicht fassen! Renzo ­blumenthal ist Papi eines Töchterchens. Dabei waren er und seine Frau Ladina überzeugt: Es wird nach Moreno wieder ein Bub! Ihr grosses Glück mit lena.

Die Blumenthals Renzo und ­Ladina mit Moreno und Lena daheim in Vella GR. Moreno hat sich von Anfang an über sein Schwesterchen gefreut. «Er war nie eifersüchtig», sagt seine Mutter. schweizer illustrierte

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«Ich hätte Lena gern im Wasser geboren. Aber in der Wanne schlief ich ein!» Ladina Blumenthal

Die kleinen Blumenthals Moreno liebt seine «Poppa» über alles. Er ist der Einzige, der Lena richtig zum Lachen bringt.

Text sandra casalini Fotos marcel nöcker

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ena darf ihren Nuggi noch ein Weilchen behalten – auch wenn sie ihn gar nicht besonders mag. Sie ist schliesslich noch klein, keine vier Monate alt. Moreno liebt seinen Schnuller. Aber er ist schon gross. Am 8. November feiert er seinen dritten Geburtstag. Und was machen grosse Buben mit ihrem Nuggi? Klar, sie geben ihn am 6. Dezember dem Samichlaus mit. «Für d Baby-Rentiarli», sagt der Kleine strahlend zum Besuch. Der Mann mit den vielen Taschen und den Fotoapparaten und die Frau, die alles aufschreibt, müssen wohl gekommen sein, um dem Mami im Garten zu helfen. Seit dem 3. Juli ist Moreno grosser Bruder. An jenem Sonntag kam sein Schwesterchen zur Welt. Lena. Sie brachte ihm ein Velo mit. Moreno zieht

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die Nase kraus und starrt auf den Bauch seiner Mutter Ladina Blumenthal, 29. Da passten ein Baby und ein Velo rein …? Er konnte ja nicht viel anfangen mit Mamis wachsendem Bauch. Seit ihm seine Eltern aber sagten, das «Poppi» bringe ihm dann ein kleines Geschenk mit, freute er sich auf dessen Kommen. Lenas Geburt verlief genauso schnell und unkompliziert wie die von Moreno vor fast drei Jahren. Da Ladina Blumenthal ihr Baby in ihrer Heimatstadt Chur zur Welt bringen will, eine gute halbe Autostunde entfernt von ihrem Wohnort Vella, machen sich ­Renzo Blumenthal, 34, und seine Frau beim Einsetzen der ersten Wehen auf den Weg. Sie bringen Moreno zu den Grosseltern und gehen ins Spital. «Ich hätte gern im Wasser geboren», erzählt ­Ladina Blumenthal. Aber sie sei in der Badewanne eingeschlafen. Genau

Die Küchenfee und ihre Gehilfen Die offene Küche ist das Herzstück im neuen Haus der Blumenthals. wie ihr Mann, der neben der Wanne sitzt. Also steigt die Gebärende wieder aus dem warmen Wasser. Danach geht alles ganz schnell. Das Baby ist gross und kräftig. Und – es ist ein Mädchen! Was für eine Überraschung für Renzo und Ladina ­Blumenthal, die das Geschlecht ihres zweiten Kindes im Voraus nicht wissen wollten. Sie rechneten beide eher mit einem Jungen. Bei den Blumenthals liegt das in der Familie. Renzo ist mit drei Brüdern aufgewachsen. «Ich dachte, du kannst nur Buben …», sagt seine Frau lachend. Falsch gedacht! Und: Das erste Töchterchen des Mister Schweiz von 2005 ist eine richtige kleine Schönheit. Die riesigen Augen und den Blick hat sie vom Papi, das Grübchen im Kinn vom Mami. Der erste Gedanke des jungen Mädchen-Papis? «Den Mann, den meine Tochter einmal heimbringt, schaue ich mir genau an!»


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Mutter und Tochter Ladina ­Blumenthal: «Mit einem Mädchen spricht man anders als mit einem Buben.»

Jetzt wird es spannend für Moreno. Der Besuch packt die Taschen aus. Gleicht gehts wohl in den Garten, Bäume pflanzen. Schliesslich hat er dafür heute extra seinen Mittagsschlaf sausen lassen. Aber – der Besuch packt keine Schaufeln aus, sondern Kameras und Stative. Das findet der Dreijährige auch ganz inter­ essant. Für Fotos lächeln, das kann er. Seit einem Jahr wohnt Familie Blumenthal im neuen Heim auf einem kleinen Hügel gleich neben dem familien­ eigenen Bauernhof. Acht Monate dauer­ te die Bauzeit, Biobauer Blumenthal war jeden Tag auf der Baustelle. Es hat sich gelohnt. Das gelb gestrichene Haus ist modern und gemütlich. Eine riesige Fensterfront erlaubt einen grandiosen Blick auf schneebedeckte Berge. Gebaut ist das Haus auf einem einzigen Stock­ werk. Eine Wand in der Küche ist orange gestrichen, eine im Eingangsbereich u schweizer illustrierte

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Vater und Sohn Renzo und Moreno Blumenthal pflanzen einen Baum für Lena. «Für meinen Sohn fühle ich mich mehr als Vorbild als für meine Tochter.»


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Hausbau, Hofübernahme, Weiterbildung, Schwangerschaft: Das vergangene Jahr war nicht einfach grün. Gegenüber steht an der weissen Wand: «Der grösste Lohn für unsere Be­ mühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir da­ durch werden.» Im vergangenen Jahr, sagt Ladina Blumenthal, hätten sie sich ziemlich viel zugemutet. Zusätzlich zum Hausbau übernahm Renzo Blumenthal den Bauernhof von seinem Vater, der nun bei ihm angestellt ist. Ladina Blu­ menthal absolvierte – zum Teil während ihrer zweiten Schwangerschaft – eine anspruchsvolle Weiterbildung zur Heil­ pädagogin, die sie diesen Sommer ab­ schloss. Nebst all dem blieb kaum Zeit für die Beziehung. Nicht einfach für die junge Familie. «Ich bin froh, dass wirs jetzt wieder ruhiger haben», sagt Ladina Blumenthal. Irgendwann möchte die Lehrerin gern wieder ein, zwei Tage pro Woche arbeiten. Aber jetzt geniesst sie es, bei den Kindern zu sein. «Ich will

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das Haus fertig einrichten. Und den Garten anlegen.» Apropos Garten … «I will usa!» Moreno reichts! Wenn der Besuch lieber knipst und krit­ zelt, statt sich um den Garten zu küm­ mern, muss er die Sache selbst in die Hand nehmen. Der Knirps zieht Gummi­ stiefel und Mütze an. Auch sein Vater macht sich parat. «Gosch go schaffa, Papa?», fragt er ihn. Um dem Besuch stolz – und vielleicht auch als kleinen Seitenhieb – zu erklären: «Dr Papa schafft mit Bluama!» In Wirklichkeit ist Morenos Vater ein Phänomen in der Schweizer Medien­ landschaft. Kein anderer Mister Schweiz hat es bisher geschafft, so lange nach dem Amtsjahr von seinem Titel zu pro­ fitieren. Sechs Jahre danach ist Renzo Blumenthal beliebt wie eh und je. Seine eigene Renzo-Linie mit Biobier, Würsten, Käse und Konfi verkauft sich

gut. Zwei bis drei Tage pro Woche ist er als Botschafter von diversen Firmen und Marken unterwegs. Sein neuster Kunde: die Firma Zai aus Disentis GR, Her­ stellerin von Luxus-Ski. «Renzo ist inno­ vativ und nimmt Herausforderungen an, genau wie wir», erklärt Zai-Chefent­wick­ ler Simon Jacomet die Wahl. Für MisterSchweiz-Geschäftsführer Urs Brülisauer liegt Renzo Blumenthals Erfolg vor allem darin, dass er sich selbst als Marke klar positioniert hat. «Er steht für den Bauern­ stand, Ökologie und eine heimatverbun­ dene Schweiz.» Und: «Renzo hat schnel­ ler als andere gelernt, wie die Medienwelt funktioniert.» Renzo Blumenthal selbst glaubt, dass die Leute ihn vor allem mögen, weil er authentisch und glaub­ würdig ist. «Und du liebst, was du tust», ergänzt seine Frau. Sei das im Kuhstall oder auf dem roten Teppich. Oder im Garten. Zusammen mit Mo­ reno hat Renzo Blumenthal ein Bäumchen für Lena gepflanzt. Der Besuch hat nicht mitgeholfen. Moreno lädt ihn trotzdem grosszügig ein, zum Znacht zu ­bleiben. «I mach Salatsossa.» Man will ja nicht so sein. Und fürs Lächeln auf den Fotos gabs ja schliesslich ein Geschenk. 


schicksal

Erinnerung und Glücksbringer Claire-Lise Garzetta zeigt ihren damaligen Hostessen-Ausweis, der nach dem Unglück an einen Strand gespült wurde. Seit 1978 trägt sie ihn immer bei sich.

Als 25-jährige Hostess stürzt Claire-­Lise garzetta mit der Sata-Caravelle ab – und überlebt. Jetzt, nach 34 Jahren, haben Taucher die Wrackteile vor der Küste Madeiras entdeckt. «Sie haben mir Linderung und Erleichterung verschafft.»

«Man denkt an und will überleb

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sich en!»

Fotos Raffael Waldner / 13 Photo, HO (3)

Todesflug Sata 730 Noch in der Nacht vom 18. Dezember 1977 retten Fischer vor Madeira Über­lebende der abgestürzten ­Caravelle aus der Schweiz (r.). Erst vor ein paar Tagen finden die beiden portugiesischen Taucher José Marques und Armando Ribeiro das Wrack. Nur eine Meile von der Küste Madeiras entfernt in 105 Metern Tiefe. Die Taucher entdeckten Kleider, Sitze und Schwimmwesten, aber keine menschlichen Überreste. Auch vom Cockpit fehlt jede Spur.


schicksal

Text aurelia forrer Fotos raffael waldner

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laire-Lise Etter ist 25 Jahre alt. Sie liebt das Reisen und will die Welt sehen. Seit zwei Jahren fliegt sie für die Schweizer Fluggesellschaft Sata als Hostess. Claire-Lise ­Etter, eine fröhliche, unbekümmerte und lustige Person, wie sie sagt. Bis zu der Nacht vom 18. Dezember 1977. An diesem Abend schlägt die Super Caravelle HB-ICK beim Anflug auf den Flughafen von Funchal (Madeira) vier Kilometer vor der Landebahn aufs Meer. Später heisst es, die Piloten hätten die Lichter der Landebahn aus den Augen verloren und zu früh zum Sinkflug an­ gesetzt. Aufgrund von Verständigungsproblemen achtet keiner auf den Höhenmesser. Die Piloten werden danach wegen fahrlässiger Tötung zu 20 und 18  Monaten verurteilt. Sie reichen Be­ rufung ein, der Fall verjährt. Vor einer Woche finden Taucher in 105 Metern Tiefe das Wrack. Beinahe unversehrt. Claire-Lise Garzetta, 59, wie sie seit ihrer Heirat ein paar Jahre nach dem Unglück heisst, reagiert erst geschockt

Sata-Hostess Claire-Lise Garzetta, damals noch Etter, flog nach dem Unglück eineinhalb Jahre weiter.


Fotos Raffael Waldner / 13 Photo, HO

Jetzt kommt der Albtraum wieder hoch In der Nacht vom 18. Dezember 1977 stürzt die Caravelle vier Kilometer vor der Küste Madeiras ab. Die Unglücks­ maschine HB-ICK füllt sich innerhalb von zwei Minuten mit Wasser und sinkt. Von den 57 Menschen an Bord überleben 21, darunter die beiden Piloten. Stunden­ lang müssen sie im 18 Grad kalten Was­ ser auf Hilfe warten. Von den 36 Toten wurden 17 nie ge­funden.

auf den Fund. Sie wusste überhaupt nicht, dass nach dem Wrack gesucht wurde. 34 Jahre lang glaubte sie an den Unfallbericht und daran, dass die Caravelle in 600 bis 1000 Metern Wassertiefe für immer verschwunden ist. Claire-Lise Garzetta sitzt am Esstisch ihres Lofts in St-Aubin FR. Ihre Hände mit den rot lackierten Nägeln, wie sie diese oft als Hostess hatte, sind gefaltet. Der Flug Sata 730 war ihr erster und letzter nach Madeira. Sie sitzt angeschnallt im vorderen Teil der Maschine, hinter dem Cockpit. Bereit für den Landeanflug. Als sie draussen keine Lichter bemerkt, realisiert sie, dass etwas nicht stimmt. Schon prallt das Flugzeug auf, Wasser, überall Wasser. Die Flugbegleiterin ist sicher, dass sie stirbt. Sie denkt an ihre Eltern, die Weihnachten ohne sie verbringen müssen. Dann sieht sie ein Loch im vorderen Teil des Rumpfs. Dahin, nur dahin! Hat sie als Hostess nicht an die Rettung der Passagiere gedacht? «Jeder Mensch denkt in so einer Situation an sich. Man will überleben.» Selbst wenn sie es gewollt hätte: Innert zwei Minuten, so heisst es in Berichten, füllte sich das Flugzeug mit Wasser. Trotzdem ver- u


sucht sie, vier Passagiere aus ihren Sitzen zu befreien. Vergebens, die Gurte lassen sich nicht öffnen. Ein Mangel, der im Untersuchungsbericht erwähnt wird. Eine Frau klammert sich an ihre Jacke. Garzetta muss sie zurücklassen. Endlich! Sie schafft es durch das Loch nach oben, sieht Lichter, aber kein Flugzeug. «Die Menschen haben geschrien.» Sie hat Angst – «vor Haien». So schnell wie möglich will sie zu den Lichtern an der Küste schwimmen. Hinter ihr ruft der Co-Pilot: «Komm zum Flugzeug.» Sie schreit zurück: «Da ist keins mehr.» Nach zehn Metern kehrt sie um. Die Wellen sind zu stark. Da sind noch andere, schwimmen, kämpfen um ihr Leben. Eine weitere Hostess, eine Frau, ihre zwei Kinder und ein Teenager-Junge. Sie rufen, ermuntern sich gegenseitig, immer weiter zu schwimmen. «Wir hatten kalt, alles war verschwommen, und es stank nach Kerosin. Das war fast das Schlimmste. Es brannte auf der Haut.» Claire-Lise Etter greift nach einem schwimmenden Gegenstand, um sich festzuhalten. Es ist ihr eigener Koffer. Ob sie es schaffen wird? Nach ein bis zwei Stunden, so genau erinnert sie sich heute nicht mehr, kommt ein Retu

Unvergessen Das Buch «Le goût du risque» des damaligen Sata-Chefs Charles Jacquat hat ClaireLise Garzetta oft gelesen. «Sata war wie eine Familie.»

«Es stank nach Kerosin. Das war fast das Schlimmste. Es brannte auf der Haut» Claire-Lise Garzetta


schicksal

tungsboot. Verletzt ist sie nicht, Kerosin verstopft ein Ohr. 21 der 57 Menschen, die an Bord waren, haben überlebt. Unter ihnen der Pilot, der Co-Pilot und eine weitere Hostess – sie alle werden nie wieder beruflich ein Flugzeug besteigen. Claire-Lise Etter will sofort wieder arbeiten, nur der Verlust ihrer Papiere verzögert das Vorhaben um einen Monat. Angst hat sie keine. «Aber meine Kollegen arbeiteten ungern mit mir, da ich ja das Unglück angezogen hatte.» Kraft schöpft sie aus ihrem Glauben. «Für mich war klar, dass dies meine Aufgabe ist.» Ein paar Monate nach dem Untergang der Caravelle wird ihr Arbeits­badge an einen Strand gespült. «Erst mein Koffer, der mich über Wasser hielt, dann dies», sagt sie heute. Seither trägt sie den Ausweis immer bei sich in ihrem schwarzen Portemonnaie. «Das bringt mir Glück und Kraft.» Seelischen Beistand bekam sie damals nicht. Einmal ging sie zu einer Psychologin. Die wollte mit ihr über ihre Kindheit sprechen. «Und ich über das Unglück.» Claire-Lise Etter ging nicht wieder hin. Sie habe ihren eigenen Weg gefunden, mit diesem Unglück umzuge-

hen. Sie öffnet ihre Hände, nimmt sie vor ihr Gesicht und formt eine Wand. Eineinhalb Jahre später, sie ist mittlerweile Flight-Attendant bei der Nachfolgegesellschaft der Sata, der CTA, beendet sie ihre Karriere. Ihr damaliger Lebenspartner stellt sie vor die Entscheidung: Familie oder Fliegen. Was sie nicht wusste: Ihre Arbeit hatte ihr geholfen, das Erlebte damals zu verdrängen. Nun kommt es wieder hoch. Zwanzig Jahre vergehen, bis sie wieder in ein Flugzeug steigt. Lange plagen Claire-Lise Garzetta Schuldgefühle. Wegen der Menschen, die sie nicht retten konnte. Immer wieder stellt sie sich die Frage, warum sie überlebt hat und andere sterben mussten. «Heute weiss ich, dass nicht ich diese Entscheidung getroffen habe.» In den vergangenen 34 Jahren ­kamen all die Bilder immer wieder in ihr hoch. Etwa wenn im Fernsehen von Unglücken berichtet wurde. Und dann quälten sie diese Albträume in der Nacht. Ihre zwei erwachsenen Kinder wissen, was sie durchgemacht hat. Viel darüber geredet hat sie mit ihnen nicht. Zu den anderen Überlebenden sucht sie keinen Kontakt mehr. «Ich höre immer wieder den Vorwurf, dass ich nicht darüber spreche», sagt

sie. «Aber warum muss ich?» Sie blickt von ihren Händen hoch. «Sie wissen jetzt mehr als meine Kinder.» Irgendwie tue es gut, mit neu­tralen Personen darüber zu reden. Jetzt, da das Wrack gefunden wurde, kann sie sich vorstellen, nach Madeira und an den Fundort zurückzukehren. «Ich würde gerne die Finder treffen. Sie haben mir Linderung und Erleichterung verschafft.» Die Bilder, die sie von dem Tauchgang und dem Wrack gesehen hat, empfindet sie als friedlich und schön. «Es hat so viele Fische. Das Wrack sollte dort bleiben, als Grab und ganz eigene Welt.» Bis heute wurden 19  Leichen der 36 verstor­ benen Menschen gefunden. Die zwei Taucher entdeckten zwar noch Kleider und Schwimmwesten, aber keine mensch­lichen Überreste. Auch das Cockpit und der Flugzeugschreiber fehlen. Hoffnung, dass diese noch auftauchen, hat Claire-Lise Garzetta keine. Die Wahrheit über den Absturz, die hätte sie schon gerne gewusst. Hat sie die Nacht vom 18. Dezember heute verarbeitet? «Ja, aber vergessen kann man es nie.» Vor allem fühlt sie, dass sie nicht die geworden ist, die sie hätte sein können. «Da kam das Unglück dazwischen.» 


Schweizer Film

Er will nur ein Schüler sein Diese Woche läuft «Der Verdingbub» im Kino an. Max hubacher spielt in diesem Drama über Schweizer Vergangenheit die Hauptrolle. Max spielt Max – eine Annäherung von zwei Welten. Text yvonne zurbrügg Fotos fabienne bühler

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uf Bösigers Hof in Trub. Bauer Bösiger säuft. Die Bäuerin muss jeden Rappen zweimal um­ drehen. Sohn Jakob ist so faul wie die Kartoffelernte. Die Familie nimmt zwei Kinder auf, um mit dem Pflegegeld vom Staat über die Runden zu kommen. Max ist Waise, Berteli wurde ihrer allein­ erziehenden Mutter entrissen. In Max’ dünner Suppe schwimmt normalerwei­ se eine einzige Bohne. Heute überlässt ihm Bauer Bösiger ausnahmsweise ein Stück Fleisch. Als ihn der neidische Jakob ­aufklärt, rennt er hinaus, übergibt sich. «Das isch mi Haas gsy, dä hani gfun­ de und pflegt!» Das einzige Lebewesen, das ihm Liebe schenkte; geschlachtet, gekocht, gegessen. Im neuen Film von Regisseur Markus Imboden heissen sie Max und Berteli – in der Realität waren sie lange namenlos, die über 100 000 Kinder, die in der Schweiz verdingt wurden. Ver­ dingt. Ein Begriff, der Max Hubacher bis zum Casting für den Film nichts gesagt hat. «Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, was früher in der Schweiz Schlim­ mes passiert ist.» Der 18-jährige Berner spielt die Hauptrolle im Drama, das die­ se Woche im Kino anläuft. «Der Verding­ bub» – von seinen Freunden verstand zuerst keiner den Filmtitel. Und das, obwohl dieses Kapitel Schweizer Ge­ schichte erst vor etwa 50 Jahren zu Ende ging. «Die grösste Schuld trug der Staat», sagt Max Hubacher. Weil er weggeschaut und ­toleriert hat, dass Kinder den Eltern durch Vormundschaftsbehörden will­ kürlich entrissen wurden.

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Ausgebeutet und geschlagen Für Bauer Bösiger muss Max von früh bis spät schuften. Im Suff schlägt der «Vater» sogar zu. Frühmorgens beginnt der Tag auf Bösigers Hof. Bevor Max und Berteli zur Schule können, muss der Stall gemistet und die Grossmutter frisch gebettet wer­ den. Immer barfuss – ihre Schuhe will Bäuerin Bösiger aufsparen. Im Klassen­ zimmer schläft Max oft vor Erschöpfung ein. Fröhlich wird er nur, wenn er auf ­seinem Örgeli spielen darf. Als er am Schwingfest damit auftreten kann, über­ kommt ihn sogar etwas Stolz. Aber sein Auftritt nimmt ein jähes Ende: Jakob, der ihn auf dem Hof immer schikaniert, geht der Lehrerin an den Rock. Max haut ihm eins. Worauf Jakob sein Örgeli an­ zündet. Das Einzige, was ihm von seiner Mutter geblieben ist, verbrannt, kaputt, weg für immer. Max spielt Max – und das beklem­ mend gut. Wenn Max Hubacher von sei­

ner Rolle spricht, klingt es, als erzähle er von einem Freund. Er fürchtet sich, ihm, dem Verdingbub, nicht gerecht zu wer­ den. Was halten die davon, die es tat­ sächlich erlebt haben? Die Frage be­ schäftigte ihn während des ganzen Drehs. «Ich bilde mir nicht ein, nun zu wissen, wie es diesen Menschen ergan­ gen ist, überhaupt nicht.» Er habe es nur nachzuempfinden versucht. Sich diese Gefühle vorgestellt. Vergangene Woche waren 500 ehemalige Verdingkinder zur Premiere in Bern geladen. «Ich war sehr nervös vor diesem Moment.» Max hat Komplimente bekommen. Und Dank. Berteli vermisst ihre Mutter und fürchtet sich vor Bauernsohn Bösiger, der ihr nachstellt. Max spielt ihr auf ­seinem Örgeli vor, wenn sie weint. Im Schweinestall planen sie die gemein­ u


Von der Schülerbühne ins Kino Max ­Hubacher aus Bern spielt seit der Primarschule Theater. Als «Verdingbub» glänzt er.


Foto David Biedert / tilllate.com

Schweizer Film

Bei der Premiere Max Hubacher mit seinen Schauspielkollegen Lisa Brand (Berteli), Katja ­Riemann, Stefan Kurt und ­Regisseur Markus Imboden (M.) same Flucht. Nach Argenti­ nien soll es gehen. Dorthin, wo es jeden Tag Fleisch gibt. Und dorthin, wo die schöne Örgelimusik herkommt, die Max aus dem Radio von der Lehrerin kennt. Max Hubacher fiel erst­ mals vor einem Jahr auf. Als krebskranker Junge Michi in «Stationspiraten». In seinem zweiten Kinofilm nun spielt er mit Schauspielgrössen wie Katja Riemann und Stefan Kurt (z Bösigers) zusammen. Immer wieder betont er: «Ich bin ein ganz normaler Schü­ ler.» Regisseur Markus Im­ boden sieht noch viel mehr in ihm – ein Schauspieltalent mit Ehrgeiz und Reife: «Er geht tief in sich und ver­ schliesst sich nicht vor den Gefühlen.» Mit 18 Jahren, sagt Imboden, sei er nicht so gewesen. Der Zeitvorsprung erlaube es dem jungen Ta­ lent, vor der Schauspiel­ schule sogar noch etwas an­ deres zu lernen, wenn er wolle. Im nächsten Sommer schliesst Max die Fachmittel­ schule ab. Das mit der Lehre hat er sich überlegt und in einer Restaurantküche und mehreren Kindertages­ stätten geschnuppert. Aber nichts hat ihm so gut gefallen wie das Spielen. In einem Jahr will mit dem Schauspiel­ studium beginnen, am aller­ liebsten in Berlin.

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Jakob schleicht näch­ tens in Bertelis Zimmer. Ein­ mal beobachtet Max ihn dabei. Aber es ist schon zu spät: Berteli, erst 15-jährig, ist schwanger. Bäuerin Bösi­ ger will ihr nicht glauben, nimmt ihren Sohn in Schutz und befiehlt dem Mädchen, das nicht weiss, wie ihm ge­ schieht, eine ganze Flasche Rizinusöl zu trinken. Abends brachte Max den Max manchmal nur schwer aus dem Kopf. Wenn er nach einem langen Drehtag im ­Hotelzimmer sass und auf die bestellte Pizza wartete, schien ihm dieser Unter­ schied zwischen Max und Max manchmal viel zu gross, um vor der Herausforderung bestehen zu können. Gleich­ zeitig wuchs ihm dieser Max ans Herz. So sehr, dass er bei den Interviews nun viel lieber über ihn spricht als über sein normales Schülerleben. Berteli verblutet bei Bäu­ erin Bösigers Versuch, ihr Kind abzutreiben. Max muss alleine fliehen. Wie er es sich in seinen Träumen ausgemalt hat, schafft er es aufs Schiff. Im Gepäck das neue Örgeli, das ihm die Lehrerin ge­ schenkt hat. Mit seiner Musik will er künftig Geld ver­dienen. Weit, weit am Horizont liegt es irgendwo – dieses Argen­ tinien.  Mehr zum Film auf S. 100


der Weg nach Bern

Nach der wahl Oktober 2011: Die Schweiz hat entschieden. So ticken neu gewählte Nationalräte.

Cédric Wermuth, SP aargau

Foto Marcel Nöcker

Herr statt Rebell

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u Und plötzlich wird er mit «Herr Nationalrat» angesprochen. Ausgerechnet er, der aufmüpfige Ex-JusoPräsident, der rebellische Sozi, der Che Guevara des Aargaus. Die wilde Zeit, sagt Cédric Wermuth, sei vorbei, er habe jetzt eine andere Rolle, «was nicht heisst, dass ich mich brav anpasse». Artig hat er dagegen seine restlichen WahlkampfProspekte bereits gebündelt und zum Altpapier gestellt. Nur ein paar Flyer eines SP-Nationalratskollegen liegen noch in Wermuths WG-Wohnung in Baden – sie dienen als Unterlage für den wackligen Küchentisch. Cédric Wermuth, 25, Student, Kommunikator bei einem Hilfswerk, hat nie damit gerechnet, dass es für ihn «so brutal gut kommt». Noch am Abend vor der Wahl riefen ihn wildfremde Leute an und fragten, wie sie den Wahlzettel ausfüllen müssten. Am Wahlsonntag um 17.31 Uhr schreibt, nein schreit, Wermuth «JJJJJJJJAAAAAAAA!!!» auf seine Facebook-Site und lädt zum «Freibier!». Die Rechnung, stöhnt er, habe er noch nicht angeschaut. Schon als Bub schaute er sich jede Bundesratswahl am Fernsehen an, nun freut er sich riesig, selber mit­ entscheiden zu dürfen. Wird er sich an den «Herrn Nationalrat» ge­ wöhnen? Dank dem Titel zweifle jetzt keiner mehr an seiner Legitimität, kontert Wermuth, «als Bundespolitiker darf ich mich nun zu wirklich allem äussern, von der Bundesratswahl bis zum Kreiselbau». hwy

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Will sich nicht «brav anpassen» SP-Nationalrat Cédric Wermuth in seiner WG-Wohnung in der Altstadt von Baden.

Sie sind neu und neugierig: Sieben Frisch gewählte nationalräte über Wahlkampf-Krämpfe, bierselige Siegesfeiern und das grosse Abenteuer Bundeshaus.

ie Neuen


Kämpferin Margrit Kessler mit Ehemann Wolfgang und Enkel Maximilian daheim in ihrem Haus in Altstätten SG.

Margrit Kessler, Grünliberale St. Gallen

u Bisher war ihr der Donnerstag heilig. An diesem Tag hütet Margrit Kessler mit ihrem Mann Wolfgang, 71, den zwei­ jährigen Enkel Maximilian. Doch in Zukunft liegt diese Aufgabe allein in den Händen ihres Mannes, eines pensionierten Chirurgen. Denn die 62-jährige Rheintalerin zieht mit elf andern Grünliberalen ins Bundesparlament. «Vom Alter her bin ich die Grossmutter unter dieser Schar», sagt Margrit Kessler. In der Stube läuft klassische Musik im Hintergrund. So dezent geht es bei der gelernten Pflegefachfrau nicht immer zu und her. «Ich bin bekannt als unbequeme Frau, die Dinge durchzieht.» Seit 1999 setzt sich Kessler als Präsidentin der Stiftung SPO Patien­

tenschutz für die Rechte von Patienten ein. «Pro Jahr betreuen wir 4000 Ratsuchende.» Bis sie ihre jetzige politische Heimat gefunden hatte, dauerte es länger. Von 1985 bis 1999 war die vierfache Mutter CVP-Mitglied, kandidierte zweimal für den Nationalrat – erfolglos. «Die CVP hat zu wenig Gehör für grüne Anliegen.» Der GLP trat sie Anfang 2011 bei, ihr Gatte doppelte am Tag des Wahlerfolgs nach. Die Neugewählte: «Ich werde für den Atomausstieg kämpfen!» Vorerst aber steht eine andere wichtige Frage an: Wer tritt die Nachfolge von Micheline CalmyRey an? «SP und SVP haben zwei Sitze zugut.» Und Eveline Widmer-Schlumpf? «Die bekommt meine Stimme.» TKU

Fotos Marcel Nöcker, Hervé Le Cunff (2)

«Ich bin eine unbequeme Frau»


Neu im Bundeshaus

Petra Gössi, FDP Schwyz

Einsatz mit viel «Schnuuf»

Stichfest Neu-Nationalrat Bernhard Guhl vor seinem Bienenwagen in Windisch AG. Bernhard Guhl, BDP Aargau

Bienenfleiss für Bern u Der Honig ist geerntet, die Bienen gönnen sich eine Winterpause. Für Hobby-Imker Bernhard Guhl, 39, aus Niederrohrdorf AG fängt die Arbeit erst richtig an. Der zweifache Vater ist einer von neun BDP-Nationalräten, die am 5. Dezember in Bern ihren Dienst an­treten. «Als Puurebueb kam ich früh mit Politik in Kontakt.» Ebenso mit der Imkerei: Bereits als Fünftklässler siedelte er auf dem Bauernhof drei Bienenvölker an. Man könne einiges von den Bienen lernen und im Bundeshaus anwenden, findet er. «Alle Bienen arbeiten für das Wohl des Volkes, und zwar gemeinsam und nicht gegen­ einander.» Elektroingenieur Guhl wird sich für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen. Und das mit vollem Engagement – das hat er von seinen Bienen gelernt: ohne Fleiss kein Preis. EBU

u Beim Politisieren, sagt Petra Gössi, sei es oft wie beim Tauchen: Plötzlich trübe Sicht, Strömungen zerren, und man muss sich entscheiden, ob man mit oder gegen diese schwimmen will, «damit einem der Schnuuf nicht ausgeht». Sie tunkt ihren Fuss in den Zugersee, 13 Grad, dazu Morgennebelschwaden – selbst für die Wahlkampf-gestählte Frau etwas gar herbe Bedingungen. Petra Gössi, 35 Jahre alt, ­Juristin und Hobbytaucherin aus Küssnacht am Rigi, zieht neu für die Schwyzer FDP in den Nationalrat ein. Das Gewinnen scheint bei den Gössis Tradition, schliesslich prangt schon auf dem Familienwappen die Zahl 1. Am Wahlsonntag selber ist

Tauchgang nach Bern Petra Gössi am Ufer des Zugersees bei Immensee SZ.

Petra Gössi enorm nervös; um sich abzulenken, verbringt sie den Morgen mit Wohnungsputz und dem Entkalken sämtlicher ­Wasserhähne. Am Nachmittag dann die Erlösung – und «en irsinnigi Fröid» über ihre Wahl nach Bern. Der schönste ­Moment? «Ich habe noch nie erlebt, dass die Feldmusik Küssnacht nur wegen mir aufspielt.» Wie geht es mit ihrer kriselnden Partei weiter? «Diä chlöpfäd mir schon wieder ufe.» Der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser kann die Schwyzer Nationalrätin nicht abschrecken, zumal sie sich noch stählen wird – am Chlausschwimmen in Merlischachen Ende November, «bei acht Grad Wassertemperatur». HWY


Neu im Bundeshaus

Andrea Caroni, FDP Appenzell Ausserrhoden

Nationalrat statt MusicStar u Missverständnisse gibt es in seinem Leben nur ganz wenige: Als Bub kritzelte Andrea Caroni «einen Hund» auf seinen Wunschzettel, seine Eltern entzifferten «ein Huhn», und mittlerweile, sagt Caroni, sei ein ganzer Hühnerhaufen draus geworden. Und alle fressen sie ihm aus der Hand und legen brav Eier. «Wenns in Bern dann nur auch so einfach ginge …», der FDPNewcomer lacht, lacht überhaupt sehr

viel, steckt andere damit an, wirbelt und weibelt mit enorm viel Energie und Lust und Wortwitz. Als «blitz­gescheit (Maturanote 5,97), bestens vernetzt und trotzdem bescheiden» beschreibt ihn seine Vor­ gängerin, die Herisauer alt Nationalrätin Marianne Kleiner. Und die Ausserrhoder sehen das genauso: Mit einem Glanzresultat schicken sie den 31-jährigen Anwalt aus Grub und früheren Mitarbeiter von

Bundesrat Merz nach Bern. Als Schlag­ zeuger und Salsa-Tänzer verfügt Caroni über Takt­gefühl, als Tennisspieler weiss er, wie man zurückschlägt, und selbst mit Niederlagen kann er umgehen: 2004 machte er «aus Jux» bei der SF-Castingshow «MusicStar» mit, erntete aber ein «leider Nein». Sein Song von damals hat ihn nun bis ins Bundeshaus geführt: Frank Sinatras «My Way». HWY

Hahn im Korb FDP-Mann Andrea Caroni aus Grub AR beim Füttern seiner dreizehn Hühner, einen Güggel gibts nicht.

Alois GMür, CVP Schwyz

Fotos Marcel Nöcker (2)

«Das ging runter wie Maisgold»

Prost! Alois Gmür (2. v. r.) und Familie: Sohn Alois mit Partnerin Karin Schuler und Kind Larissa, Tochter Karin, Gattin Josy, Tochter Rita (v. l.) im Sudhaus ihrer Brauerei Rosengarten in Einsiedeln SZ.

u Er kommt nicht zur Ruhe. Alois Gmür, 56, steht auf der Treppe seiner Brauerei. Schon wieder hupt ein Autofahrer, winkt Wisel zu. Seit seiner Wahl als CVP-Nationalrat ist Gmür ein Held in Einsiedeln. Vier Jahre war er Gemeindepräsident – «aber nie so populär wie jetzt». Sein Restaurant neben der Brauerei war am Wahlsonntag gestossen voll: Freibier! Die örtliche Musikgesellschaft Konkordia spielte auf. Hunderte Gratulationsbriefe und E-Mails hat Gmür (Pfadiname Spund) bekommen, ein SMS kam von Bundes­rätin Doris Leuthard. «Das ging runter wie Maisgold.» Als Braumeister ist er der Chef des 139-jährigen Familien­betriebs. 1,8 Millionen Liter Bier produziert die Firma pro Jahr. Maisgold gehört zu den Stammbieren im alterna­tiven Kulturzentrum Reitschule Bern. Wisel weiss, wie der Hase läuft. Im Wahlkampf liess er auf 80 000 Flaschen Etiketten mit seinem Porträtfoto kleben. «Auch dieses Bier ging weg wie frische Weggli.» In Bern will er sich für Familien, KMU und erneuerbare Energien einsetzen. Mit etwas möchte er sich nicht rumschlagen. «Die EU will europaweit strengere Lebensmittel-Bezeichnungen. Eine totale Bieridee!» TKU

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Neu im Bundeshaus

Malen nach den Wahlen Nadja Pieren daheim in ihrer Burgdorfer Wohnung. nadja Pieren, SVP Bern

Foto Kurt Reichenbach

«Hennecool» u Heute ist das Couvert gekommen. Dick, schwer und darum wichtig; Format A4, in dezentem Staatsgrau. An Frau Nationalrätin Nadja Pieren steht da, Absender: Parlamentsdienste. Für die 31-jährige SVP-Frau aus Burgdorf BE der greifbare Beweis, dass sie tatsächlich gewählt wurde. Es sei «hennecool», sagt Nadja Pieren, was da in den letzten Tagen abgegangen sei. Überglücklich, aber todmüde hat sie sich einen Wellnesstag gegönnt, bevor es «jetzt dann so richtig losgeht». Die Emmentalerin gilt als politische Senkrechtstarterin: 2009 Stadträtin in Burgdorf, 2010 Grossrätin Kanton Bern und im gleichen Jahr Einsitz im Vizepräsidium der SVP Schweiz. Nadja Pieren zeigt spannende

Kontraste. Die Gründerin und Betriebsleiterin einer privaten Kindertagesstätte wird gern auch als «die nette Hardlinerin» betitelt. Pieren warnt vor Minaretten und Masseneinwanderung und sammelt daheim Engelsfiguren, malt auf Leinwand und liest Gotthelf. Mittlerweile hat sie das Couvert der Parlamentsdienste ausgepackt. Formulare für Bezüge, Zettel für Spesen, Hinweise für Entschädigungen – und ein grünes Blatt erklärt den Unterschied zwischen Eidesformel (ich schwöre) und Gelübdeformel (ich gelobe). Am meisten Freude aber hat Nadja Pieren an den Visitenkarten, «Nationalrätin», in Proseccoweiss, mit Bundeshauslogo samt Prägung. «Hennecool.» HWY


eishockey

Cap-Man erobert New York Sein Markenzeichen: die Schildmütze. Sein Status: jüngster Schweizer NHL-­Profi. Eishockey-Star nino niederreiter ist auf Long Island vor den Toren Manhattans die Teen­age-Sensation. Text iso niedermann Fotos marcel nöcker

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o ein Leben als VIP hat schon seine Vorteile. Beispiel Fahr­ prüfung. Nino Niederreiter, 19, budgetiert dafür ein Minimum an Zeit: «Das ist in fünf Minuten erledigt. Da profitiere ich sicher von meinem Status als NHL-Profi.» Fahrstunden? Überflüs­ sig. «Teamkollege Mark Streit lässt mich ab und zu ans Steuer seines Autos.» Der Fahrausweis ist einer von zwei grossen Schritten zur neuen Unabhän­ gigkeit des Nino Niederreiter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bis jetzt musste er regelmässig die Chauf­ feurdienste seines Landsmanns Streit in Anspruch nehmen. Nur die gelegentli­ chen Ausflüge von Uniondale auf Long Island in die 30 Kilometer entfernte New Yorker City unternimmt Niederreiter praktischerweise sowieso mit dem Zug. Zweiter Quantensprung wird sein, wenn er aus dem Hotel unmittelbar neben dem Islanders-Stadion Nassau Coliseum in eine eigene Wohnung um­ zieht. Das dürfte der Fall sein, sobald ­definitiv feststeht, dass Niederreiter die Saison bei den Islanders in der NHL be­ streitet. Woran kaum jemand zweifelt. Nino selbst sagt: «Ich habe vom Klub starke Signale erhalten, dass sie jetzt auf mich setzen.» Und Islanders-Captain Mark Streit, ein Mann mit Einfluss in der Organisation, bestätigt: «Ich habe mich mit General Manager Garth Snow mehr­ mals über Nino unterhalten. Man ist ex­ trem beeindruckt von den Fortschritten, die Nino auf diese Saison hin gemacht hat, sowie von seiner professionellen Einstellung.» Und von den Gardemassen,

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die der Bündner inzwischen hat: 1,85 Me­ ter Grösse, 92 Kilo. Dass er die ersten Saisonspiele wegen einer Leistenverletzung verpasst, ärgert Niederreiter zwar. Vor allem auch deshalb, weil Mutter Ruth, eine Hebam­ me, Vater René, ein Schlosser, sowie die Geschwister Lorena, 23, und Romina, 21, auf den Startmatch hin extra aus dem heimischen Chur nach New York reisten. Und ihn dann nicht im Einsatz sahen. «Doch auf die paar Wochen kommts wirklich nicht an. Ich darf nicht unver­ schämt werden angesichts dessen, was ich bisher schon erreicht habe.» Und das ist tatsächlich ungewöhnlich viel für ei­ nen seines Alters. Als Junior beim EHC Chur gross geworden, wechselt er mit 14 zum HC Davos. Er schmeisst – nicht

Selbstbewusst Niederreiter posiert auf einem Klubfahrzeug am North Shore von Long Island.


Cheese! Nino in der IslandersKabine. Das schöne Gebiss ist neu, mit acht Jahren verlor er viele Zähne – als ihn ein Auto anfuhr.

eben zur Freude der Eltern – die Lehre als Heizungsmonteur hin und setzt auf Hockey. Mit 16 könnte er für den HCD die Playoffs spielen, geht aber lieber an die U18-WM in den USA. Denn schon da ist für ihn klar: Er will dereinst in die NHL und sich deshalb in Übersee zeigen. Im Jahr darauf geht er, fast ohne ein Wort Englisch zu sprechen, in die USJuniorenliga zu Portland. Hier über­zeugt der Stürmer derart, dass er bei der ­Ziehung der Wunsch-Nachwuchsspieler, der NHL-Draft, durch die NY Islanders gleich als Nummer 5 ausgewählt wird. Eine Sensation für einen Schweizer! Letzte Saison dann das NHLDebüt mit einem Paukenschlag. Niederreiter wird mit einem Tor gegen die Washington Capitals zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Islanders. Dass er nach neun absolvierten Spielen trotz starken Leistungen den Rest der Saison wieder in Portland an der Westküste absolvieren muss, wirft Niederreiter nicht zurück – im Gegenteil. «El Niño», wie man ihn in den USA bald nennt, wirbelt erst mit zahllosen Toren und Assists die Juniorenliga durcheinander und absolviert dann in der Sommerpause, als andere ihre wohlverdienten Ferien geniessen, auf eigene Kosten ein Schlittschuh-Lauftraining in Portland. Gerade mal eine Woche Ferien in Kreta und wenige Tage zu Hause in Chur bleiben daneben, aber die Bosse der Islanders beeindruckt dieser Wille offensichtlich. Ein fixer Garderobekasten mit seiner Rückennummer 25 zwischen klingenden Namen wie John Tavares oder Michael Grabner ist der Lohn. Und ein hübsches Sümmchen Geld. Rund 900 000 Dollar im Jahr verdient Nino, wenn er mindestens zehn NHL-Spiele absolviert hat und damit gebunden ist. Mit Bonus-Prämien kann er auf mehr als 2,5 Millionen Dollar kommen. Eine Freundin mit teurem Schmuck verwöhnen wird er damit nicht. «Ich bin Junggeselle. Eine Beziehung würde mich derzeit wohl eher ablenken vom Ziel NHL.» Aber einen Mercedes C 300 hat er schon mal als Einstiegsauto ins Auge gefasst. Und vielleicht eine Edelversion seines Markenzeichens, der Schild­ mütze. «Eine solche trage ich, seit ich in Portland bei einem Kollegen fand, er sehe damit ziemlich cool aus.» Islanders-Stargoalie Rick Di Pietro zeigt sich inzwischen auch bereits mit der Nino-Cap. Wenn das keine Ehren­be­zeugung für Niederreiter ist!   Im Heiligsten: Mit NHL-Youngster Nino Nieder­reiter in der Kabine der New York Islanders. Schauen Sie sich einfach um – dank Panoramafoto auf dem iPad!

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Klein, mutig, geheimnisvoll: F端r Fotok端nstlerin Manon ist das Leben eine Performance. Jetzt feiert das 1,50 Meter grosse It-Girl der 70er-Jahre in zwei Z端rcher Ausstellungen ein Comeback.

Diva total


Kunst

Das eigene Bett als Kultst채tte Manon inszeniert sich in ihrem Schlafzimmer als Kunstikone. Immer dabei: ihre Lieblinge Holly (l.) und Colette. Beide Hunde stammen aus dem Tierheim.

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Kunst

Kreatives Chaos Die Künstlerin in ihrem Büro. Jedes Objekt hat seine Geschichte. «Ich kann mich nur schwer von etwas trennen.» Text Caroline Micaela Hauger Fotos Willy Spiller

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in Hauch Chanel No 5 kitzelt die Nase. Und ein Hundefurz. Holly wackelt mit den Ohren und setzt den «Ich weiss nicht, was ihr habt»-Blick auf. Sie stammt wie Promenaden­ mischung Colette aus dem Tierheim. Drei ehemals heimatlose Katzen runden die muntere Tierfamilie ab. In Manons Welt haben kleine und grosse Diven ihre Bühne. Die Künstlerin lebt im Zürcher Seefeld in einer Art Privatmuseum für die Sinne – seit 20 Jahren. Spektakulär überladen ist ihr Reich. Glaskugeln zieren Tische und Sims. Dazwischen kunstvoll arrangiert Muscheln, Tierschädel, Disco-Kugeln, Federn, Masken, Zylinder, Fotos, Puderquasten und edle Parfümflakons. In diesem Chaos von Opulenz und Weiblichkeit geizt die Dame des Hauses nicht mit ihren Reizen. Madame räkelt sich auf ihrem himmlisch grossen Bett und trägt Turban, goldene Ballerinas und dramatisches Make-up. Man ist irritiert: Ist diese Frau eine Prinzessin aus dem Morgenland? Ein Showgirl aus den 20er-Jahren? Eine Puffmutter im Paris der Jahrhundertwende? Am Spiegel steht mit Lippenstift der Satz: «Die Kunst darf alles und muss nichts.»

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«Zeit wird knapp. Eine Jahreszeit nicht zu mögen, kann ich mir nicht mehr leisten» So sphinxhaft und exzentrisch gibt sich Manon nur nach aussen. «Im Herzen bin ich verletzlich und schüchtern wie ein Kind.» Doch wer ist Manon? Das Mädchen Rosmarie, geborene Küng, kam in Bern zur Welt und wuchs in der Arbeiterstadt St. Gallen auf. Hier besuchte sie die Kunstgewerbeschule. «Ich wollte nicht Kunst machen, ich wollte mein eigenes Kunstwerk sein», lautete das Credo der Tochter aus gutem Haus. Der internationale Durchbruch gelang der Pionierin der Foto- und Performancekunst 1974 mit dem «Lachsfarbenen Boudoir». Die hocherotische In­ stallation (sie war kürzlich in New York und im Museum der Moderne Salzburg zu sehen) muss für das prüde Publikum ein Schock gewesen sein. Manon präsentierte ihr Schlafzimmer in einem Spiegelkabinett und drapierte darum herum intime Objekte, mit denen sie sich auch im realen Leben umgab. Fast jedes Ding in ihrer Wohnung ist bis heute wichtiger Bestandteil vergangener oder künftiger u Inszenierungen.

Seit 1975 ein Team Manon und die Zürcher Galeristin Jamileh Weber (r.).

Manon-mania u Galerie Jamileh Weber Zürich

Retrospektive mit Werken aus vier Jahrzehnten, bis 30. Dezember. www.jamilehweber.com u Galerie Christian Roellin Im g27 in Zürich sind bis 11. November Arbeiten aus der Serie «Borderline» zu sehen, in der Galerie in St. Gallen stellt Manon vom 10. Februar bis 11. März 2012 aus. www.christianroellin.com


Kunst

Erfindet sich immer wieder neu Manon mit ihrer Spiegelinstallation. Hundedame Holly fühlt sich in der Galerie Jamileh Weber pudelwohl. Nun tritt sie mit neuen Arbeiten ins Rampenlicht. «Hotel Dolores» heisst ihre 200 Bilder umfassende Fotoserie, von denen 11 in der Zürcher Galerie ­Jamileh Weber zu sehen sind. Seit 2008 dienen ihr die Abbruchgebäude im Bäderquartier im aargauischen Baden als Kulisse. Die leeren Hotelzimmer wirken schimmlig und staubig. Kein Ort, wo man länger bleiben will. Einst wurde in den Lokalitäten gefeiert, geliebt, gelitten. Manon versuch­ te, mit ihrer kleinen Canon die Flüchtig­ keit der Existenz einzufangen, jenen in­ neren Schmerz, der sich hin und wieder in Form von feinen Nadelstichen bemerk­ bar macht. Sie liess sich von ­Melancholie, Vergänglichkeit und Verlustängsten treiben. Ihre Message: «Zeit wird knapp. Eine Jahreszeit nicht zu mögen, kann ich mir nicht mehr leisten.» u

Farbenfroher wirkt die Serie «Bor­ derline» (Galerie g27, bis 11. Novem­ ber). Doch die Fröhlichkeit täuscht. Licht und Schatten treffen unsanft auf­ einander. Manon ist eine Grenzgängerin, vieles ist Maskerade. Für den «Ball der Einsamkeiten» schlüpfte sie 1980 in ­Paris in 30 verschiedene weibliche Identitäten. Ein Thema, das sie bis heute beschäftigt und dessen Ursprung in ihrer schwierigen und teils traurigen Kindheit liegt. Durch ihr Rollenspiel und den ­Fokus auf den eigenen Körper wurde sie zum emanzipatorischen Vor­ bild für Künstlerinnen wie Cindy Sher­ man oder Pipilotti Rist. Manons Kunst haftet oft etwas Morbi­ des, Schwermütiges an. Die private Manon scheint davon nicht betroffen. Ihre Art ist kontrolliert, die Augen strahlen Energie und Wärme aus. Wenn

sie anmutig durch die Stadt spaziert, ist sie immer perfekt gestylt. Meist trägt sie Schwarz. Erotik und Liebe waren der ­Lebensinhalt des It-Girls, das in den 70erJahren für Glamour sorgte wie eine Hol­ lywood-Diva. Noch heute ist Manon eine Beauty. Schönheitsoperationen findet sie «ab einem gewissen Alter legitim». Zum Beispiel wenn ein Gesicht an eine «abblätternde Tapete» erinnert. Auch daraus macht sie Kunst, wie in ihrer Kultserie «Einst war sie Miss ­Rimini». Manchmal bezieht sie ihren Mann Sikander von Bhicknapahari mit ein. Ihr zuliebe schlüpft der Jurist schon mal in ein Tierkostüm. Manon erspähte den Engländer vor 25 Jahren beim Tanzen – und verliebte sich auf der Stelle. Seither tänzelt das kreative Paar gemeinsam mit seinen Hunden und Katzen durchs Leben. 


Von der Insel a Er wohnt in einem Weiler bei Frutigen. Trotzdem klingt die Musik von william white nach Karibik und nicht nach Kühen. Die Geschichte einer weiten Reise. Text yvonne Zurbrügg Fotos fabienne Bühler

A

uf der Suche nach Heimat hat er 7265 Kilometer zurückgelegt. ­Barbados–Schweiz einfach bitte. Im Inselparadies kommt William ­White 1972 zur Welt, als Sohn einer Stanserin und eines karibischen Farmers. Die Mutter hört Beethoven, der Vater liebt die Stille – der kleine William vergöttert Bob

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schweizer illustrierte

Marley, spielt Gitarre. Mit 19 Jahren zieht er in die Schweiz, um die Heimat seiner Mutter kennenzulernen und um zu studieren. Naturwissenschaften. Doch das Leben hat nach ein paar Semestern an der ETH etwas anderes vor mit ihm. Am Sonnenhang oberhalb von ­Frutigen BE kleben eine Handvoll Bauernhäuser und ein verlassenes Schulhaus, in dem William White mit seiner Familie wohnt. Im umgebauten Zirkuswagen auf

dem Pausenplatz hat er seine dritte CD aufgenommen. «Freedom» – Freiheit. Für ihn das wichtigste Gut. Dafür hat er sich ein eigenes Tonstudio gebaut. Und um sich nicht dem Geschmack eines Plattenlabels beugen zu müssen, ist William White seine eigene Familienfirma. Seine Songs klingen nach Sandstrand und Surferfeeling – obwohl sie hier oben in Ried, 1300 Meter über Meer, produziert werden. Es war ein Besuch bei Freunden, bei dem er und ­seine Frau sich ins Kandertal verliebten. Galia, 32, hat er vor zehn Jahren kennengelernt. Die Westschweizerin sah ihn auf einer Bühne am Stadtfest von Lausanne


Neue Heimat

Endlich daheim Musiker William White mit seiner Frau Galia. Im Garten vor ihrem Mietshaus in Ried ob Frutigen BE.

uf die Alp Einst ein Schulzimmer, jetzt eine Stube William White beim Kom­ ponieren in seinem Lieblingssessel.

singen. Es war nicht nur seine Stimme, die ihr gefiel. Heute ist sie seine Frau und seine Managerin. «Williams erstes Album habe ich in die halbe Welt verschickt.» Familie White lebt von der Musik. Von den Konzerteintritten und natürlich von den CDs – ohne die Einnahmen mit einem Plattenlabel teilen zu müssen. Was reinkommt, reicht zum Leben und sogar noch dazu, um etwas zu sparen. Existenzangst hat William White nicht. «Man muss nur etwas Lifestyle aufgeben, um sich ­weniger zu sorgen.» Vor zwei Jahren sind Galia und William von Winterthur nach Ried gezogen. Weg vom Konsum, rein ins Abenteuer. Vor allem ihrer Kinder wegen. Der vierjährige Lou kann hier aufs Schlagzeug hämmern, so laut er will. Und mit seiner Schwester Noa, 9, ums Schulhaus jagen, bis die Kühe glotzen. Williams lange Suche nach der «bestmöglichen Lebensform» war erfolgreich. Das Paar ist sich einig: «Wir haben hier oben erstmals unsere Ruhe gefunden.» Am liebsten würde er sogar seinen Strom selbst produzieren. Im Garten baut er Gemüse und Kräuter an – und zieht Margeriten. «Immer wenn ich sie zurechtschneide, denke ich an meine Mutter», sagt William White. Sie lebt noch immer 7265 Kilometer weit entfernt. An die Distanz gewöhnt man sich nie. Aber ein Leben auf Barbados kann er sich nicht mehr vorstellen. Der Tourismus, der alles aushöhlt, die Güter, die alle importiert werden müssen – und sowieso: diese Abhängigkeit von den USA … Für einen wie William White ist das kein Paradies. Frutiger Dialekt hat sich eingeschlichen. Familie Whites Exotenstatus im Tal hebt das nicht auf. Dafür reicht nicht einmal ihr Daihatsu 4 × 4, den hier auch jeder zweite Bauer fährt. Bald muss Galia wieder Schneeketten montieren. Einen letzten Winter lang, denn sie hat William überredet, hinunter nach Frutigen zu ziehen. «Ich würde gerne hier bleiben.» Aber für Galia wirds viel einfacher, wenn die Kinder zu Fuss zur Schule können. Kommenden Frühling wartet ein Bauernhaus auf sie. Neues Heim in der gefundenen Heimat. Vorerst zur Miete. Es eines Tages kaufen zu können, ist noch ein Traum. Das muss warten können, genauso wie die Ziegen, die Galia gerne anschaffen möchte, und der Hund, um den Lou und Noa täglich betteln. Mit dem Ersparten gehts vor dem Umzug nach Barbados. Zu Grossvater Hal und Grossmutter Margrit. Schweiz–Barbados retour bitte.  Hausbesuch bei Musiker William White. Seien Sie hautnah dabei dank 360°-Panoramafoto auf dem iPad. schweizer illustrierte

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porträt

Das war mal Seit beide beim SF arbeiten, posieren Sara und Tobias nicht mehr gemeinsam. «Wir wollen als kompetente Moderatoren wahrgenommen werden, nicht als neues SF-Liebespaar.»

Text Sylvie Kempa Fotos Thomas Buchwalder

N

och vor Kurzem freute sie sich über die Aussicht aufs Schloss Sargans. Nun blickt Sara Hilde­ brand, 24, vom Küchenfenster direkt auf die Hochhäuser des Schweizer Fern­ sehens. «Etwas urbaner, aber mir gefällts. Und es ist sehr praktisch!» Denn die «glanz & gloria»-Moderatorin, die ein Jahr lang zwischen Mels SG und dem Leut­ schenbach pendelte, tauschte nicht nur die schöne Aussicht ein, sondern auch den 112-Minuten-Arbeitsweg gegen eine kurze Strecke per Velo. Die Rheintalerin wohnt seit vier Monaten mitten in Zürich. Im Kreis 11, tausend Meter Luftlinie von ihrem Arbeitgeber, dem Schweizer Fernsehen, entfernt. Doch es waren nicht nur praktische Überlegungen, welche die ­Moderatorin zum Umzug bewegten. Den Ausschlag gab auch ihr Lebenspartner ­Tobias Müller, 28. Der ehemalige TeleOstschweiz-Talker präsentiert seit Juli die SF-Wissenschaftssendung «Einstein». «Nun, da unser beider Lebensmittelpunkt hier liegt, hat sich der Umzug richtig ­gelohnt.» Das Paar bewohnt eine Attika­wohnung mit Minergie-P-Standard in «Downtown Oerlikon». 75 Quadratmeter, zwei u

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schweizer illustrierte

Neu in Zürich! SF-Moderatorin Sara Hildebrand zog von der Ostschweiz in die Limmat-Stadt. Mit ihrem Freund Tobias Müller teilt sie sich hier nicht nur eine ZweieinhalbZimmer-Wohnung, sondern seit Kurzem auch den Arbeitgeber.

Saras Sta


Gl端cklich in Z端rich Sara Hildebrand im Wohnzimmer ihrer neuen Wohnung im 足Stadtteil Oerlikon.

dt-Oase


porträt

u Räume, Kochnische, Bad. Mehrere ­ öbelstücke mussten Sara und Tobias im M Rheintal zurücklassen. «Die Terrasse entschädigt dafür», sagt sie und öffnet die Glasflügeltür zu ihrem Freiluft-Zimmer. In Töpfen wachsen Obstbäumchen: Zwetschgen, Nektarinen, Feigen, Kirschen, Äpfel und Birnen. Die Moderatorin zieht auch Eichblattsalat, Tomaten und verschiedene Kräuter. Und im Schatten des burmesischen Sonnenschirms warten Hibiskus und Osterstrauch darauf, von Saras bunten Giesskannen gewässert zu werden. Drei Stöcke über Boden scheint die Stadt weit weg. «Man könnte hier glatt die Zeit vergessen, würde die Herz-Jesu-Kirche nicht jede Viertelstunde daran erinnern.» Das Beste an der Wohnlage: die Anonymität. Die Fenster der umliegenden Häuser liegen tiefer. Und die direkten Nachbarn des Moderatorenpaars sind Deutsche. «Ich vermute, sie kennen uns nicht.» Wohnungsglück dank «Promibonus»? «Es war tatsächlich das erste und einzige Objekt, das wir besichtigten», sagt Sara. Aber die Vermieter lehnten erst ab, weil sie dachten, das Paar sei aufgrund seines Bekanntheitsgrades nicht auf Goodwill angewiesen. Diese Ecke von Oerlikon ist ruhig, verkehrsarm – familienfreundlich. An Nachwuchs wollen Sara und Tobias zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht denken. «Wenn ich meinen Master im Sack habe, können wir dann weiterschauen», sagt die nebenberufliche Studentin der Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. Aber eine Hochzeit könne sie sich schon

Kleines Paradies Ihre 50-QuadratmeterTerrasse hat Sara Hildebrand dank grünem Daumen in ein kleines Paradies verwandelt. irgendwann vorstellen. Mit einem Augenzwinkern sagt sie: «Wer weiss, ob Tobias nicht heimlich mal Ringe gekauft hat.» Das Paar lernte sich vor fünf Jahren beim Radiosender FM1 kennen. Dass sie sich nun wieder den Arbeitgeber teilen, fällt für die beiden nicht ins Gewicht. Sie begegneten sich im «Labyrinth Leutschenbach» erst zweimal zufällig. «Uns ist es primär wichtig, in unserer Funktion als Moderatoren wahrgenommen zu werden, nicht als neues SRF-Liebespaar.» Er muss sich seinen Namen vor dem nationalen Publikum noch machen. Sie hat das geschafft. Täglich flattert Fanpost rein. Sie darf sich über viel positive Kritik freuen. Dennoch: Sara Hildebrands

Traum, als Korrespondentin an die Hochzeit von Kate und William zu reisen, ging nicht in Erfüllung. «Dafür durfte ich die Award Night des Zurich Film Festival moderieren und Lenny Kravitz interviewen.» Sie hat klar ihren Traumjob gefunden. Auch wegen ihrer Moderationskolleginnen Annina Frey und Nicole Berchtold, mit denen sie sich wunderbar versteht. «Aber da wir uns abwechseln, begegnen wir uns selten am Arbeitsplatz.» Ihren Freundeskreis, die Familie und den Toypudel Bosse besucht Sara Hildebrand regelmässig. Das Rheintal vermisse sie aber «nur in aushaltbarem Masse». «Ich fühle mich hier in Zürich zu Hause.» 


unternehmer des jahres

Sie starten durch. Michael kuratli und Kai Glatt sind die Unternehmer des Jahres. Ihre Rokker-Jeans sehen nicht nur gut aus, sondern sch端tzen Motorradfahrer auch bei einem Sturz.

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Heisse Hosen schweizer illustrierte


Jungunternehmer geben Vollgas Michael Kuratli (l.) macht mit seiner umgebauten Harley-Davidson Softail Night Train einen «Burnout», Partner Kai Glatt hält dagegen.

für Biker


unternehmer des jahres

Massarbeit Die Eigen­tümer der Rokker Company Kai Glatt (l.) und Michael Kuratli in ihrem Büro in Widnau SG.

Härtetest bestanden In dieser Rokker-Jeans rutschte ein Stuntman auf dem «Füdli» hundert Meter über den Asphalt. Gezogen wurde er dabei von einem Motorrad!

Text alejandro velert Fotos marcel nöcker

V

on wegen «böse» Rocker. Michael Kuratli, 37, und Kai Glatt, 33, tragen keine langen Haare, keine Tätowierungen, keine Bärte. Aber die richtigen Rocker, harte Jungs mit schweren Motorrädern, fahren voll auf die beiden Ostschweizer Jungunter­nehmer ab. Oder genauer gesagt: auf ihre Hosen. Kuratli und Glatt lösen mit ihren Rokker-Jeans das Dilemma der meisten Motorrad-Fahrer. Denn spätestens in der Beiz, wenn man nach einer langen Töff-Ausfahrt einkehrt, ists bei den meisten Motorradfahrern vorbei mit dem Easy-Rider-Gefühl. In funktionaler Töff-Bekleidung sieht man aus wie ein Astronaut, und Lederbekleidung ist, na ja, ­Geschmackssache. «Deshalb fuhren wir, leichtsinnig, wie wir waren, früher in Jeans die Pässe rauf und runter», sagt Kai Glatt. Dabei ist kaum ein Stoff so ungeeignet wie Jeans: Wenn der Stoff reisst, fressen sich die Baumwollfasern tief in die Haut, schwere Verletzungen sind die Folge. ­Irgendwann haben sich die beiden Harley-Fahrer gedacht, dass es doch nicht so schwer sein kann, eine Jeans zu produzieren, die bei einem Sturz schützt. «Und auch gut aussieht.» Vor fünf Jahren fingen die Kumpels an zu tüfteln. Zuerst möchten sie nur eine Jeans für den persönlichen Gebrauch. Doch aufgrund der Resonanz im Bekanntenkreis merken sie, dass sie eine Marktlücke entdeckt haben. Abend für Abend stecken sie von nun an die Köpfe zusammen und feilen an ihrem Traum von der eigenen Jeans-Firma für Motorradfahrer.

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schweizer illustrierte

Kai Glatt arbeitet zu jener Zeit in einem Institut für Jungunternehmer, er hilft und begleitet sogenannte Startups beim Aufbau ihrer Firma. Michael Kuratli betreut im In- und Ausland den Verkauf einer Firma, die Kriminaltechnologie vertreibt. «Wir haben uns von Anfang an optimal ergänzt», sagt Kuratli. Noch heute ist Glatt für Strategie und Marketing, Kuratli für den Verkauf zuständig. Für ihre erste Kleinserie, es sind 300 Stück, investieren sie 2007 ihr gesamtes Vermögen. «Ein paar Zehn­ tausend Franken. Da wussten wir: Jetzt gibts kein Zurück mehr.» Sie klappern Geschäfte für Motorrad-Kleidung ab, werben für ihre Produkte. Ihre Hosen sehen aus wie normale Jeans, sind aber mit hochfunktionellem Schutzgewebe der Firma Schöller aus­ gestattet. Die Jeans sind reiss- und abriebfest und temperaturbeständig. Glatt und Kuratli testen die Festigkeit ihrer Produkte zuvor nicht nur im Labor, sondern auch auf der Strasse. Ein befreundeter Stuntman lässt sich in Rokker-Jeans auf dem «Füdli» von einem Motorrad hundert Meter über den Asphalt ziehen! Das Resultat: Die Hose hält. Schon bald geben Glatt und ­Kuratli ihre Jobs auf und setzen voll auf die Karte Rokker. Nicht ohne Risiko: Die zweite und dritte Kollektion gaben sie in Auftrag, ohne zu wissen, wie sie das ­alles finanzieren sollten. Inzwischen zählt die Rokker Company neun Angestellte, 200 Läden in 14 Ländern verkaufen die Jeans. Sie tragen Namen wie Rebel, Black Jack oder Diva. Kostenpunkt pro Hose: 550 bis 650 Franken. «Unsere Kunden wissen, dass es gut

«Früher fuhren wir, leichtsinnig, wie wir waren, in normalen Jeans die Pässe rauf und runter» Kai Glatt investiertes Geld ist.» Kürzlich schickte eine Kundin ihnen einen zweiseitigen Dankesbrief. Sie habe bei einem Unfall zwar das Bein mehrfach gebrochen, aber dank der Rokker-Jeans keinerlei Verbrennungen erlitten. Die neuste Innovation der RokkerGründer ist die Revolution, die erste Jeans, die zu hundert Prozent wasserdicht ist. So viel Unternehmergeist beeindruckt selbst die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young: Die Firma kürte vergangene Woche Kai Glatt und Michael Kuratli zu den Unter­ nehmern des Jahres in der Kategorie Emerging Entre­preneur. Die Begründung: «Der unternehme­rische Sinn für das Ausserordent­liche.» Die beiden Jungunternehmer geben auch weiterhin Vollgas. Mit ihrem Label drängen sie nun in den «nor­ malen» Bekleidungsmarkt. In ihrem Büro in Widnau sind bereits die Modelle für die nächste Rokker-Kollektion zu sehen. Jeans, Shirts, Kapuzenpullover und ­Accessoires wie Gurte oder Uhren. Kai Glatt: «Unsere Firma ist unser Baby. Und wir investieren viel, damit auch unsere Zukunftspläne wasserdicht und abriebfest sind.»  


Foto NASA

«Ein grosser Sprung für die Menschheit» Diese berühmten Worte sagt Neil Armstrong, der Apollo-11-Astronaut, der als erster Mensch den Mond betritt. Ihm folgt Buzz Aldrin (Foto). Die USA investierten zuvor 24,6 Mil­liarden Dollar in ihr Raumfahrt­ programm.

100 Jahre Schweizer Illustrierte 6. Folge 1962–1971 Mit Sex, Minirock und Rockmusik rebellieren die Menschen gegen das Establishment. Sie demonstrieren gegen den Vietnamkrieg und bestaunen den ersten Menschen auf dem Mond. schweizer illustrierte

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Alle Fotos Schweizer Illustrierte

Foto Ernst Beyeler

Männer tragen langes Haar, die Frauen Schlangendress oder noch weniger. So macht die Jugend jung Karriere.

Immer einen Takt voraus Die englische Musikgruppe The Beatles, das sind Paul McCartney, Ringo Starr, John Lennon und George Harrison. Ihr Kennzeichen: die Pilzkopf-Frisur, kreischende Mädchen vor ihrem Haus an der Abbey Road Nr. 3 in London. Sie sind, yeah, yeah, yeah, neben den Rolling Stones die wichtigste Popgruppe der 60er-Jahre.

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schweizer illustrierte

85 Jahre, doch voller Schöpferkraft Der Maler Pablo Picasso steht neben einer Holzplastik, daheim im südfranzösischen Mougins. Der Basler Galerist Ernst Beyeler besucht den Künstler. Sein Farbbericht darüber erscheint am 17. Oktober 1966 in der SI.


Foto Marlis Frei

Hat Dürrenmatt einen Vogel? Er heisst Shakespeare, gehört seiner Tochter Barbara und hat sich beim täglichen Rundflug auf den Kopf des Schweizer Schriftstellers verirrt. Friedrich Dürrenmatt schrieb unter anderem das Erfolgsstück «Die Physiker». Obwohl er schon lange ein literarischer Weltstar ist, zeigt die SI den Dramatiker 1963 erstmals auf dem Titel. Das Mustermädchen Am 23. 8. 1971 steht in der SI: «Sie ist erwachsen geworden, unsere gegenwärtig erfolgreichste Schlagersängerin.» Das Mädchen heisst Paola, heute bekannt als Paola Felix. Hier amüsiert sich die 21-Jährige am Strand von Fano (I), und sie sagt: «Meinen heutigen Erfolg habe ich systematisch auf­ gebaut. Eine Karriere ohne Kompromiss ist möglich.»

Berner Vamp erobert die Welt Als Ursula Andress verlässt sie 16-jährig die Gärtnerei ihrer Mutter bei Bern. Als erfolgreiche Schauspielerin kommt sie zurück, aber nur auf Besuch. Schuld ist ein weisser Bikini, Wert: 3 Dollar. Darin steht sie im Film «007 jagt Dr. No» wassernass am Strand. Die Filmproduzenten sind so verzückt, dass die Andress ihnen bald 100 000 Dollar Gage wert ist. Sie spielt mit Frank Sinatra, Peter O’Toole. Bei der Arbeit verliebt sie sich in Jean-Paul Belmondo, doch die Romanze hält nicht lange. schweizer illustrierte

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Er liebt es, Cabrio zu fahren, das bringt ihm den Tod John Fitzgerald Kennedy, hier mit Ehefrau Jacqueline und Tochter Caroline, wird am 22. No­vember 1963 im offenen Auto erschossen. Die Welt trauert um den amerikanischen Präsidenten, und die SI färbt ihr rotes Logo trauerschwarz. Als der Rock plötzlich ganz kurz ist … ist daran eine Frau schuld: Mary Quant! Die englische Modedesignerin (Bild) erfindet auch einen Regenmantel und Schnürstiefel aus PVC, bis anhin nur ein Material für Bodenbe­läge. Das Magermodell Twiggy macht ihre Kreationen weltbekannt.

Was noch geschieht

Die Kubakrise provoziert fast den 3. Weltkrieg, in Zürich ist Seegfrörni, Love and Peace prägen das Woodstock-Festival und Samson die Sesamstrasse.

1962

Skandal in Louisiana Das ist mehr als ein Kuss. Jane Fondas Geste ist revolutionär. Sie dreht 1966 im Städtchen St. Francisville, der Heimat des rassistischen Ku-KluxKlan, der Schwarze hasst. Der Junge überreicht der HollywoodLady in der Drehpause eine Rose – sie dankt mit dieser politischen Wir-sindalle-gleich-Geste. Danach will der Sheriff die Dreh­arbeiten verbieten. Er scheitert.

15. 1. Elizabeth Taylor spielt die Hauptrolle in «Cleopatra», bis dahin der teuerste Film der Geschichte. 21. 2. Uraufführung von «Die Physiker» von Friedrich Dürrenmatt am Schauspielhaus Zürich.

8. 6. Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler, 74, stirbt in Zürich. 13. 6. In New York hat der Film «Lolita» Premiere. 5. 8. US-Schauspielerin Norma Jean Baker, bekannt als Marilyn Monroe, wird tot in ihrer Wohnung in Los Angeles aufgefunden. 15. 10. Kubakrise. Die USA

entdecken auf der Insel sowjetische WeitstreckenAtomwaffen. US-Präsident John F. Kennedy zwingt Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen, wodurch der 3. Weltkrieg verhindert werden kann.

1963

24. 1. Erstmals seit 34 Jah-


Foto Popperfoto / Getty Images

Foto Bettmann / Corbis

Kennedy und King: Wortführer ihres Volkes. Feige ermordet, sind sie bis heute glanzvolle Helden.

Er bezahlt seine Ideen mit Blut Der Bürgerrechtler Martin Luther King erhält 1964 den Friedensnobelpreis. Zusammen mit USPräsident Kennedy erreicht er wesentliche Verbesserungen für die schwarze Bevölkerung. Auch er wird erschossen. Den Täter ver­teidigt vor Gericht derselbe Anwalt, der auch den Kennedy-­ Attentäter vertreten hatte. Amerikas Schande Die USA steigen im März 1965 an der Seite Südvietnams in den Dschungelkrieg ein. Sie sind sicher, ihn schnell zu gewinnen. Doch er wird militärisch und menschlich eine Katastrophe. Millionen Zivilisten sterben. Die alte Frau ist eine von 17 000 Flüchtlingen, die hier auf den Transport in ein Lager warten.

8. 3. 1965 Die SI wird politisch und thematisiert unter ande­ rem die neue Energie­ quelle Atomkraft.

ren Seegfrörni in Zürich. 15 000 Menschen strömen aufs Eis. 16. 7. 100. Geburtstag der ersten All-inclusive-Gruppenreise. Thomas Cook hatte sie für Engländer in die Schweiz organisiert. Sie kostete 20 Pfund, dauerte 4 Wochen. 162 Personen nahmen daran teil.

8. 8. Überfall auf den Postzug von Glasgow nach London. 15 Männer erbeuten 30 Millionen Franken. 24. 8. Erstmals FussballBundesliga in der BRD. 4. 9. Unglück von Dürrenäsch. Ein Flugzeug stürzt auf das Dorf. 80 Passagiere sterben. 43 Personen stammen aus Humlikon, das

damit ein Drittel seiner Einwohner verliert. Bis dahin die schwerste Flugzeugkatastrophe des Landes.

1964

13. 4. Sidney Poitier erhält als erster farbiger Schauspieler einen Oscar. 30. 4. Bundespräsident

Ludwig von Moos eröffnet die «Expo64» in Lausanne. 4. 5. Mirage-Skandal. Der Bundesrat beantragt zusätzlich 576 Millionen Franken. Eigentlich sollten die 100 Kampfflugzeuge Mirage nur 871 Millionen kosten. Das Parlament bildet die erste PUK seiner Geschichte.

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Goldmarie am Start Meta Antenen wird «Sportlerin des Jahres 1969». Die Schweizer Leichtathletin ist die beste Fünfkämpferin der Welt. Als Meta Antenen Training und Wettkämpfe nicht mehr finanzieren kann, hilft die SI mit einer Leseraktion und Spenden.

Das Boliden-Herz schlägt nicht mehr Ein schmales Oberlippen-Bärtchen, Lachfalten um die Augen und ein Renn-Overall, auf dem in Schnürlischrift sein Name steht: So kennt man Jo Siffert, so liebt ihn das Land. Der Freiburger ist bis heute der erfolgreichste Schweizer Rennfahrer. In Brands Hatch (GB) stirbt er im Oktober 1971 in seinem brennenden Boliden. Eines seiner Rennautos, ein Porsche 917, fährt im Leichenzug mit.

7. 11. Zwischen Möchaltorf und Esslingen kommt der Ex-Radprofi Hugo Koblet, 39, mit seinem weissen Alfa Romeo von der Strasse ab und rast ungebremst gegen einen Birnbaum. Die Umstände seines Unfalls werden nie geklärt. Koblet stirbt fünf Tage später im Spital Uster.

1965

22. 2. Die SI druckt erstmals kein Bild auf dem Titel, sondern nur eine Frage: Ist das Gastarbeiterproblem lösbar? Der Ausländeranteil ist in nur sechs Monaten von 645 000 auf 730 000 an­gewachsen. 30. 8. Gletscherabbruch in

Mattmark VS. 25. 9. Truman Capote veröffentlicht die erste Folge von «In Cold Blood» im US-Magazin «Life».

1966

19. 1. Indira Gandhi regiert in Indien. 28. 2. Alois «Wisel» Kälin gewinnt bei der nordischen

Ski-WM in Oslo Bronze in der Kombination. Zum ersten Mal seit 33 Jahren siegt die Schweiz in einer nordischen WM-Disziplin. 4. 5. Mao Tse-tung leitet die «Grosse Proletarische Kulturrevolution» ein. 2. 7. Erster französischer Atomwaffenversuch auf dem Mururoa-Atoll.


Die Polizei macht Ernst Diese für ihre Zeit schwer bewaffneten Zürcher Polizisten greifen ein: Schlagstöcke in der Hand, das Sakko ausgezogen und aus Weiden geflochtene Schutzschilde parat. Bei den Globus-Krawallen im Sommer 1968 konnten sie in diesem Aufzug die jugendlichen Demonstranten noch einschüchtern.

Foto RDB 

Überall auf der Welt rebelliert die Jugend. Mit roher Gewalt und mit kurzen Röcken.

Foto Burt Glinn / Magnum

Kleinholz nach Stones-Konzert Als Vorgruppe spielt Toni Vescoli mit den Sauterelles. Dann kommen, es ist April 1967, die Rolling Stones auf die Bühne. Sie heizen den Massen im Zürcher Hallenstadion dermassen ein, dass die Fans das gesamte Mobiliar zertrümmern.

18. 2. 1969 Bewaffnete Polizisten nähern sich dem gekidnappten El-Al-Flieger in Zürich Kloten.

22. 8. Mundartdichter Schaggi Streuli dreht einen neuen «Polizischt Wäckerli»Film. 4. 10. Erstmals druckt die SI ein TV-Programm für eine Woche: ein Schweizer Sender, ARD und ZDF. Das Programm beginnt gegen 17 Uhr und endet um 22.30 Uhr.

Foto ATP / RDB

Wer ist denn diese Göre? Flachbrüstig, 45 Kilo leicht, Geld-Millionen schwer. Maxi-Erfolg mit Mini-Sex: Twiggy, englisches Fotomodell, macht den Minirock und den Bubikopf für Mädchen modern.

1967

5. 6. Beginn des Sechs-TageKrieges zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarländern Ägypten, Jordanien und Syrien. 26. 10. In Teheran, Persien, krönt Schah Reza Pahlewi sich und seine Frau Farah Dibah zum Kaiserpaar.

Dibahs Kleid schneidert der Basler Pierre Krattiger aus weisser Seide, die das Zürcher Textilunternehmen Abraham liefert. Das Krönungsfest dauert sieben Tage. 1. 12. Einweihung des San-Bernardino-Tunnels. 3. 12. Erste Herztransplantation durch den südafrika-

nischen Chirurgen Christiaan Barnard.

1968

5. 4. In der Tschecho­ slowakei beginnt der «Prager Frühling». Im August werden die Truppen des Warschauer Pakts die Demokratisierung gewaltsam beenden.

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«Es ging um etwas Einmaliges» John F. Kennedy wird ermordet, ein Playboy hält sich Häschen, die Amis betreten den Mond, die Schweizerin ist endlich stimmberechtigt, und ein Automechaniker rast in den Formel-1-Tod. Text Stephanie Ringel Bildredaktion Regula Siebenmann

E

r fährt bei wichtigen Anlässen immer im Cabrio. Als er im Sommer 1960 in den Wahlkampf zieht, winkt er den New Yorker Bürgern in der Wall Street zu – von der Rückbank, stehend. Hinter John Fitzgerald Kennedy lächelt seine schwangere Frau Jackie, auf beide regnet es Konfetti. Auch in Deutschland geniesst er vor seinem ­später berühmt gewordenen Auftritt eine Triumphfahrt. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt und Kennedy sitzen im Cabrio, die Menschen jubeln. Vor dem Schöneberger Rathaus spricht JFK dann seinen vielleicht berühmtesten Satz: «Ich bin ein Berliner.» Fünf Monate später gleitet er in seiner offenen Präsidentenlimousine unter stahlblauem Himmel durch Dallas, Texas. Natürlich begleitet von Jackie und dem texanischen Gouverneur sowie dessen Frau. «Wenn jemand wirklich den Präsidenten der USA erschiessen wollte», so hatte Kennedy einem Mitarbeiter nach Morddrohungen erst kürzlich anvertraut, «wäre das keine schwierige Arbeit. Man müsste nur eines Tages mit einem ­Gewehr mit Zielfernrohr auf ein hohes Gebäude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unter­ nehmen.» Jacqueline Kennedy sieht noch, wie ein Stück vom Schädel ihres Mannes wegfliegt, dann fällt sein Kopf in ihren Schoss, Blut ergiesst sich über ihr Gesicht, die Arme, ihre Handschuhe. Noch am Nachmittag dieses 22. November 1963 wird Lee Harvey Oswald als Präsidentenmörder festgenommen. Jackie Kennedy organisiert ein Staatsbegräbnis – es ist die bis

4. 5. 1964 Wegen der Mirage bildet das Parlament die erste PUK.

Letzte Hürde zur politischen Gleichberechtigung sind: die Schweizer Männer! Und sie stimmen am 7. 2. 1971 mit 65,7 Prozent für die Einführung des Frauenstimmrechts.

10. 5. Blutige Strassenkämpfen zwischen Polizei und Studenten in Paris, Berlin, Zürich. Das Jahr prägt die 68er-Generation. 29. 9. Harald Szeemanns Ausstellung «Environment» endet in Bern. Zur Vernissage hatte das New Yorker Künstlerpaar Christo und JeanneClaude die Kunsthalle «ver-

packt» – in weisses Plastik. 27. 10. Beginn der Olympischen Spiele in Mexiko. Erstmals in der Geschichte des Sportfests entzündet eine Frau die olympische Flamme: die mexikanische Athletin Enriqueta Basilio. In der dünnen Höhenluft stellen die Sportler 34 Weltrekorde

und 38 olympische Rekorde auf.

1969

18. 2. Palästinensische Terroristen greifen am Flughafen Kloten eine Boeing 720 der israelischen Fluggesellschaft El Al an. Später wird eine SwissairMaschine entführt.

23. 5. Der «Sonntagsblick» erscheint zum ersten Mal. Startauflage 90 000 Exem­ plare, Preis 80 Rappen. 8. 8. Roman Polanskis hochschwangere Ehefrau Sharon Tate wird von Sektenanhängern mit 23 Messerstichen ermordet. 17. 8. Das Woodstock-Festival endet mit Love and Peace.


Braucht «Bonanza» mehr Sex? Abseits dieser innenpolitischen Tragö­ dien in Amerika hat sich leise ein Mann mit seinem Frauenteam in die Schlaf­ zimmerfantasien geschlichen. Die Ar­ beitskleidung der Damen ist nackte Haut, ein weisses Korsagenoberteil mit Höschen, weisse Manschetten und auf dem Kopf Osterhasen-Ohren. Diese «bunnies» bevölkern die Amüsier-Clubs

10. 11. Erste Sendung der «Sesamstrasse» in den USA.

1970

12. 1. In Nigeria kapituliert die Provinz Biafra im Bürger­ krieg. 1. 10. In Kairo wird Staats­ präsident Gamal Abdel Nasser beerdigt. Am Trauerzug nehmen acht Millionen

von Playboy Nummer 1: Hugh Hefner, Selfmade-Millionär dank seiner Zeit­ schrift «Playboy». Hefner erklärt nach den prüden 50er-Jahren den nackten Körper zum Schönheitsideal und – zur Ware. Elvis Presley zuckte damals nur verführerisch mit der Hüfte. Worum es ging, blieb unausgesprochen. Doch lang­ sam schaffen es drei Buchstaben in den Alltagssprachgebrauch: S-E-X. Immer öfter stehen sie sogar in der Zeitung. Eine Titelzeile zur beliebten Fernseh­ sendung fragt sogar: «Braucht ‹Bonanza› eine Sex-Injektion?» Diese neue Freizügigkeit zeigt sich vor allem in der Mode. Und die kommt aus England, entworfen von Mary Quant: Die Röcke werden immer kürzer und heissen nun «Mini». Die Hosen ebenso, sie gehen als «Hotpants», als heisse Höschen, in den Verkauf. An Lesley Hornby sehen sie am besten aus. Das 17-jährige Mädchen aus einem Londoner Arbeiterviertel ist 165 Zentimeter gross, wiegt 45 Kilo und hat Masse, die nah an der Magersucht vorbeischrammen: 75-55-78. Kaufhaus­ dekorateur Nigel Davis entdeckt sie 1965, und er sieht sofort die Möglichkei­ ten. Für das schlaksige Kind und für sich. Er gibt sich den Künstlernamen Justin de Villeneuve und benennt die kleine Lesley um in «Twiggy» – englisch für «dünner Zweig». Ganz London spottet über die knabenhafte Figur. Männer hämen: Wo ist denn bei der vorne? Doch die traurigen Augen, das Vogelmündchen, die dürren Beine set­ zen sich weltweit durch. Die Attitüde des bestbezahlten Modemodells ihrer Zeit wird millionenfach imitiert. Von ihrer eigenen Kleiderkollektion verkauft sie in den ersten drei Tagen 4000 Teile – in New York. Die Musik zur frechen Mode liefern die langhaarigen Beatles, die Rolling Stones und in der Schweiz junge Interpreten wie Pepe Lienhard, die Sauterelles, die Mins­ trels. Und irgendwie auch das Trio Eugs­ ter mit seinem Schenkel-Klopfer-Lied: Oh läck du mir oh läck du mir oh läck du mir am Tschöpli rutsch du mir de Buggel ab und blas du mir i d Schueh!

Menschen teil. 29. 11. Der erste Tatort («Taxi nach Leipzig») wird in der BRD ausgestrahlt. 7. 6. Schwarzenbach-Initiative. Das Schweizer Volk lehnt die «Initiative gegen die Über­ fremdung» mit 54 zu 46 Pro­ zent ab. Die Schweiz hat rund 6,2 Millionen Einwohner. Davon sind über 730 000

Ausländer, über­wiegend Italiener.

1971

1. 4. Die Verfilmung des Bestsellers «Love Story» von Autor Erich Segal (4,5 Millio­ nen Bücher sind in 24 Stunden vergriffen) kommt in der Schweiz in die Kinos. 6. 6. Der Umweltschutz wird

Ein Lied, das vielen Frauen gefallen haben dürfte, wenn sie an die Mehrheit der Männer gedacht haben. Nach den Studentenrevolten von 1968 schliessen sich Mädchen und Frauen zusammen. Mit Protestbannern ziehen sie durch Bern und Zürich. «Nicht resignieren … emanzipieren!» steht darauf oder «Frau­ en erwacht zur politischen Macht». Sie streiten gegen Vergewaltigung in der Ehe, für Lohngleichheit, Kindertages­ stätten und straffreien Schwanger­ schaftsabbruch. Auf die sexuelle Revo­ lution sollte die politische Emanzipation folgen. Frei nach dem Motto: Raus aus dem Laufgitter der Unmündigkeit. In Basel-Stadt fand schon im September 1958 in der Bürgergemeinde Riehen die erste Gemeindeversammlung statt, bei der Frauen Stimm- und Wahlrecht ­hatten. Mit der eidgenössischen Abstim­ mung vom 7. Februar 1971 soll es lan­ desweit eingeführt werden. Die Zeit ist reif: 65,7 Prozent der Männer stimmen mit Ja. Für Emilie Lieberherr, streitbare Zürcher Stadträtin, sind die Frauen in einer «fortschrittlichen Politik unter Beizug aller fähigen Kräfte» nicht mehr wegzudenken. Buzz Aldrin will Apfelkuchen Im Sommer 1969 reist SI-Reporter Vital W. Reichmuth zu einem Ereignis, über das er später schreibt: «Ich wusste, es ging um etwas unaussprechlich Einmaliges. Das wohl grösste Aben­teuer unseres Jahrhunderts.» Sein Ziel ist Houston, um direkt aus dem Weltraum­ zentrum über die erste Mondlandung zu berichten. Nachdem die Russen 1961 mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All geschickt hatten, musste der ers­ te Mann auf dem Mond ein Amerikaner sein. 24,6  Milliarden Dollar investieren die USA in dieses Projekt. Dann startet die Apollo-11-Rakete am 16. Juli 1969. An Bord Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins. Fünf Tage später setzt die Landefähre «Eagle» auf der pulvrigen Mondoberfläche auf. Eigent­ lich soll Pilot Aldrin als Erster aus­ steigen. Doch dann hüpft Kommandant Armstrong schwerelos heraus. Den be­ rühmten Satz «Dies ist ein kleiner u

in der Schweiz Verfassungsziel. Das Volk nimmt bei einer schwachen Wahlbeteiligung von 37,8 Prozent die Vorlage des Bundes mit 92,7 Prozent der Stimmen an. 26. 12. Schwergewichts-Welt­ meister Cassius Clay boxt im Zürcher Hallenstadion gegen Jürgen Blin. Clay siegt und erhält 18 000 Franken Preisgeld.

Foto RDB

dahin aufwendigste Totenfeier in der Geschichte der USA. Sie fordert für ihren Mann eine ewige Flamme, «für ihn, den Märtyrer», schreibt das Nachrichten­ magazin «Stern» gemäss den Memoiren der Präsidentengattin. Kein anderes Ehepaar der 60er-Jahre ver­ körperte Aufbruch wie die Kennedys. Sie stehen für Macht, Glamour, Hochkultur und ein neues Selbstbewusstsein. Auch in der Rassenfrage. Kennedy initiiert nur wenige Monate vor seinem Tod ein Bür­ gerrechtsprogramm zur Auf­hebung der Rassendiskriminierung, für das Martin Luther King in seiner historischen Rede «Ich habe einen Traum» wirbt. Mit dem Mord an Pfarrer King stirbt ein zweites Mal die Hoffnung auf ein freies Zusammenleben. King besucht die Süd­ staaten-Stadt Memphis. 70 000 Einwoh­ ner, davon 40 Prozent Schwarze. Er will die streikenden Müllmänner in ihrem Kampf um Gleichberechtigung unterstüt­ zen. King wohnt, es ist der 4. April 1968, im «Lorraine»-Motel, Zimmer 306, davor ein Balkon, von dem er zu den Menschen­ massen spricht. Kaum hat er den letzten Satz gesagt, bricht er, am Hals angeschos­ sen, zusammen. Joseph Louw, ein TVProduzent, ist Augenzeuge des Mordes. Er rennt zum Balkon und sieht, wie ein Freund von King versucht, dessen Wun­ de mit einem weissen Tuch zuzudrücken. Kings Chauffeur weint, jemand betet. «Mir war sofort klar, dass er tot ist», sagt Louw. «Ich musste an die letzte Nacht denken. Der Himmel war wolkenver­ hangen, es blitzte. King und ich standen zusammen auf dem gleichen Balkon, wir haben zusammen gestaunt.» Louw: «Hallo, Doktor, jetzt sieht man, wer wirklich der Herr ist.» King: «Ja, er ist unser aller Herr.»

8. 6. 1962 MigrosGründer Gottlieb Duttweiler stirbt im Alter von 79 Jahren in Zürich.

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Tod in der Hawthorne-Kurve Sorgen hat auch Joseph «Jo» Siffert, denn in letzter Zeit hat der Formel-1-Pilot immer öfter Pech. Am 19. Juli 1970 geht er siegesheiss beim Grossen Preis von England in Brands Hatch an den Start. Doch nach 20 Runden ist wieder mal vorzeitig Schluss. Diesmal bricht die Achse seines March-Boliden. Beobachter erzählen, Siffert sehe oft müde aus, er wirke übernervös und unzufrieden. Seit «Seppi» als 12-Jähriger den Schweizer Grand Prix in Bremgarten gesehen hat, will er Rennfahrer werden. Er lernt Karosseriespengler und betreibt eine Auto­garage. Sein Geld fliesst, kaum verdient, in den Motorsport. Das erste Auto, einen Stanguellini-Boliden, bezahlt er selbst. Immer pumpt er sich kleine Summen bei Freunden. Zu den Rennen reist er nachts an, weil er die Hotelzimmer für sich, seine Familie und seine Mechaniker nicht bezahlen kann. Selbst bis nach England fährt er im Auto. Brands Hatch ist Sifferts Schicksalsort. Hier gewinnt er sein erstes internationales Rennen 1968 und ist plötzlich ein Star. Hier scheidet er nach technischen Defekten aus. Und hier wird er sterben. Ein paar Tage vor dem Unfall sitzt Siffert im Zürcher Traditionsrestaurant Kronenhalle und isst Lammcarré. Eigentlich sollte er mit seinem Manager die nächsten Werbeverträge besprechen. Und eigentlich bleibt man in der «Kronen­ halle» ungestört. Siffert nicht. Autogrammjäger und Schulterklopfer belagern seinen Tisch. Wo er auftaucht, gehen die Menschen auf ihn zu. Er schottet sich nie überheblich ab, und er fährt

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sogar Rennen, bei denen es um nichts geht. Einfach so, weil es Spass macht. So ein Rennen ist das vom 24. Oktober 1971. Mit 240 Stundenkilometern rast Siffert über die Piste, als ein technischer Defekt plötzlich seine Schaltung blockiert. Er schiesst in der Hawthorn-Kurve gerade aus, durchschlägt eine Reklametafel, bohrt sich in einen Erdwall, die Räder zeigen nach oben, der Wagen brennt vollständig aus. Bis heute gilt ­Siffert als der erfolgreichste Schweizer Automobilrennfahrer. «Was? Eine halbe Stunde vor dem Rennen

wollen Sie noch ein Interview!?», ruft er einmal dem SI-Reporter zu. Als dieser sich schuldbewusst zurückziehen will, pfeift ihn Siffert zurück: «Natürlich habe ich Angst», sagt er, «und ich will gewinnen.» Nächste Woche 7. Folge 1972–1981: Bernhard Russi holt Olympia-Gold, Prinzessin Diana heiratet, und Bundesrat Furgler wird angeschossen. Die 60er-Jahre: Sehen Sie, wer auf dem Mond hüpft, wer im Bett telefoniert – und wo die Stühle durch die Luft fliegen. Animiert auf dem iPad!

Beta Steinegger, 76 Im September 1970 entführen palästinensische Terroristen die SwissairMaschine DC-8 «Nidwalden» nach Jordanien. Die Flugbegleiterin ist dienst­ ältestes Crewmitglied an Bord. Nach 34 Jahren Flugdienst bei der Schweizer Airline wird sie 1992 pensioniert.

«Wir sprengen eure Maschine in die Luft!»

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ach und nach wurde es hell. stanken entsetzlich. Trotzdem bemüh«Mein Gott», dachte ich für ei- ten wir uns, so gut es ging, Ordnung zu nen Augenblick, «ist das schön!» halten und die Hygiene zu wahren. ­Hinter dem Flugzeugfenster Wüste, so Nachmittags, wenn sich die Stunden weit ich sehen konnte, am Horizont wan- hinzogen, sangen wir Schweizer Lieder. dern ein paar Kamele. Unsere Bewacher Und einer der Stewards hat immer standen um unsere DC-8 herum, sie ­Witze erzählt. Abu Fadi, der Chef der Entführer, richplauderten und rauchten. Am Tag vorher, es war der tete sich seinen Kommando6.  September 1970, hatten posten in der Lounge der die Entführer uns gezwun1. Klasse ein. Er war ein gebilgen, statt von Zürich nach deter Gentleman. Wenn KapiNew York nach Jordanien zu tän Schreiber den Raum befliegen und auf der Lehmpistrat, stand er jedes Mal auf. te eines stillgelegten RoyalSeine Krieger waren schroffe Air-Force-Flughafens ausserKerle, immer das Maschinenhalb der Hauptstadt Amman gewehr im Anschlag und zu landen. Zu der Zeit sind oft Im Flugdienst den Satz «Wir sprengen eure Flugzeuge entführt worden. Beta Steinegger, 1992. Maschine in die Luft» auf den Aber niemals konnten wir uns Lippen. Ins Cockpit und in vorstellen, dass die Geiselhaft eine die WCs hatten sie Sprengstoff gelegt; sie rauchten ständig und gingen aufrei­Woche dauern würde. Wenn die Triebwerke abgestellt sind, zend nah an den Lunten vom Dynamit produziert ein Flugzeug keinen Strom vorbei. Es ist ein Segen, dass am Ende mehr. Ohne Klimaanlage war es in der alle Passagiere und BesatzungsmitglieKabine schnell über 40 Grad heiss. In der unversehrt nach Hause kamen. den ersten Tagen bekamen wir noch Abu Fadis Frisur war einmalig: strenger süssen arabischen Tee, hart gekochte Scheitel und sehr krauses Haar. Daher Eier, gebratene Kartoffeln und Bohnen. habe ich ihn Jahre später, er war jetzt Jeder behielt sein Geschirr, abspülen Sprecher der palästinensischen Befreiungsfront, auf einem Flug als Passagier konnten wir ja nicht. Der Vorteil von Hunger und Durst? Bald sofort erkannt. Wir haben miteinander wird der Gang zur Toilette überflüssig. geredet, aber kein Wort über damals Die WC-Behälter quollen eh über und verloren.

Fotos Rémy Steinegger, privat

Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit» scheint Reporter Reichmuth vor lauter Aufregung gar nicht mitzubekommen. Dafür hat er sich ausführlich mit Arm­ strongs Ehefrau unterhalten und weiss jetzt: «Neil kann es kaum erwarten, dass ihm seine Mutter seinen Lieblings-Apfelkuchen zubereitet!» «Sorgenschwer lauerten wir stundenlang vor dem Bilderbüro», erzählt ­Reichmuth. Erst zwei Wochen nach der Mondlandung gibt die Nasa die auf Krankheitserreger untersuchten Filme der Astronauten an die Presse weiter. Nach einer Rückreise voller Flugver­spätungen landet der Reporter mit dem wertvollen Handgepäck in Kloten. Am Gate erwartet ihn sein Chefredaktor mit düsterer Miene. Bis Redaktionsschluss bleiben nur wenige Stunden, und der Zeitungsmacher hat die Titel­ geschichte nicht im Kasten. «Nun denn», presst der Chef heraus, «fangen wir an.»

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notabene

Das Volk blickt auf die Warlords Peter Scholl-Latour

Foto Fabienne Bühler

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llmählich werden die 140 Stämme und ihre Verzwei­ genauen Umstände begungen bilden die gesellschaftliche kannt, wie der libysche Grundstruktur Libyens. Der bedeuDespot Muammar Gadtendste, der Stamm der Warfalla, zählt ungefähr eine Million Angehörige, wähdafi zu Tode kam. Gaddafi hat nicht wie rend der Gruppe der Gaddafa von Oberst der ­tunesische MachtGaddafi 125 000 Menschen angehören. Dazu kommen die religiösen Bruderhaber Ben Ali bei der reaktionären schaften, in Nordafrika «Zawiyan» geDynastie Saudi-Arabiens Asyl gesucht. nannt, deren mächtigste die SenussiEr hat sich auch nicht, wie der ägyp­ tische Präsident Mubarak, auf einem Gemeinde ist. Deren Einfluss reicht Krankenbett im vergitterten Käfig des bis weit in die ­Sahel-Zone südlich der Sahara, sie hängt einer extrem strengen Justizpalastes vorführen lassen. Der Auslegung der koranischen Botschaft libysche Beduinensohn hat bis zum Ende und der Scharia an. in der belagerten Stadt Sirte mit den Kriegern seines Stammes ausgeharrt. In der südlichen Wüstenregion des Fezzan haben die verschleierten Dadurch werden die Verbrechen ­Kamelreiter der Tuareg und der Tubu und der blutige Terror, die Gaddafi wähsich stets gegen jede Form von Zentralrend seiner 40-jährigen Willkür­herrschaft ausübte, in keiner Weise gemildert. Aber «In den nächsten acht verwaltung gestemmt. Heute bilden die all jene, die den Sturz dieses Gewaltmen- Monaten ist in Libyen gefürchteten Tuareg ein Element der Unsicherheit, das auf Algerien sowie auf schen herbeisehnten und eine Normalisierung der Verhältnisse in Libyen er- mit dem Schlimmsten die einst französischen Kolonien Tschad, hofften, entdecken mit Enttäuschung, zu rechnen» Niger und Mali überzugreifen droht. dass die Rachegelüste der ­«Thuar», der Es wird sich in den kommenden Revolutionäre, wie sie sich selbst nenMonaten herausstellen, ob in Libyen nen, mit der gleichen Unerbittlichkeit eine staatliche Ordnung entstehen kann ausgetragen werden wie die Zwangsmassnahmen des frühe- oder ob die Vielzahl der ethnischen und religiösen Gegnerren Regimes. Angesichts der im Orient vorherrschenden Men- schaften chaotische Zustände bis hin zum Bürgerkrieg aus­ talität ist daher nicht auszuschliessen, dass in etwa 20 Jahren lösen werden. Da der Präsident des Übergangsrates über keidem heute geschmähten Tyrannen Gaddafi als Vorkämpfer der ne populistische oder gar charismatische Ausstrahlung verfügt, nationalen Unabhängigkeit gehuldigt wird. richtet sich der Blick der Bevölkerung auf jene Warlords, Die provisorische Übergangsregierung, die sich un- die über eine lange Erfahrung der Verschwörung und des ter dem ehemaligen Justizminister Mustafa Abdel Jalil recht Partisanenkampfes verfügen. ­willkürlich und ohne demokratische Legitimation in Bengasi Unter diesen erprobten Kämpfern, die ihre Erfahrung kon­stituierte, ist sich bewusst, das sie ohne das massive Ein- bei den Mudschahedin Afghanistans gewonnen haben, gilt der greifen französischer und britischer Kampfflugzeuge den Gad- strenggläubige Islamist Abdel Hakim Belhaj als heraus­ragende dafi-treuen Panzerkolonnen niemals hätte Stand halten kön- Persönlichkeit. Belhaj übt bereits in der Hauptstadt Tripolis nen. Jetzt fürchtet sie offenbar, dass die «Loyalisten» auch in mit seinen Kampf- und Kontrollgruppen entscheidenden EinZukunft über eine starke Anhängerschaft verfügen könnten. fluss aus. Für die Amerikaner ist er kein unbeschriebenes Acht Monate hat sich die Übergangsbehörde gesetzt, Blatt, war er doch längere Zeit in den Verhörzellen von Guanum die Ausarbeitung einer Verfassung und die Ausschreibung tanamo eingesperrt. von freien Wahlen in Gang zu bringen. In dieser Phase des Während in Tunesien die islamische Ennahda-BeweÜbergangs ist mit dem Schlimmsten zu rechnen. Die grossen gung bei den ersten freien Wahlen als führende Kraft erstarkVerkehrsachsen, die den riesigen Wüstenstaat durchziehen, te, lässt sich eine vergleichbare Entwicklung auch in Libyen werden durch wilde Kriegerhaufen kontrolliert, von denen voraussagen. Aber es ist bezeichnend, dass der als gemässigt ­niemand weiss, welcher Autorität sie unterstehen. Auf keinen und säkular eingeschätzte Übergangsrat von Bengasi als Fall werden sich diese «Katibas», die nur darauf warten, eine seiner ersten Anordnungen die Ausrichtung der neu zu ihre ererbten Stammesgegensätze mit der Waffe auszutragen, gründenden Republik Libyen auf die koranische Gesetz­ sich jenen Zufallsbehörden unterordnen, die der Vorsitzende gebung, auf die Scharia, vorschreibt.  des «Transitional Council» Abdel Jalil im ganzen Land auf­ stellen möchte. Peter Scholl-Latour, 87, Nahost-Experte und Buchautor schweizer illustrierte

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Shopping

top ten der Woche

Model Sophie für Visage, Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars

Schön uniform!

u Marc Jacobs nannte seine Herbst/WinterKreationen für Louis Vuitton nicht ohne Grund «Hotel-Kollektion». Jacobs’ sinnlich-ironische Entwürfe spielen mit dem Thema des uniformierten Körpers. Er war nicht der Einzige. Auch Rossella Jardini huldigte etwa bei Moschino der Arbeitsuniform auf humorvolle Weise. Wer mag, mischt auch seine eigenen AlltagsLooks oder die AbendGarderobe mit Uniformjacken, Fracks oder PortiersHüten – und peppt Blusen mit einer Fliege und das kleine Schwarze oder das Tweed-Kostüm mit einem Bubikragen oder einer gebundenen Schleife auf. Tragen Sie die Eigenkreationen dann ruhig mit Selbstbewusstsein und Augenzwinkern!

Redaktion Kristina Köhler Fotos Geri Born

Auf die Pirsch! Mantel (Wolle, Cashmere), Zara, solange Vorrat. u CHF 149.– Strumpfhose Pompidou (137), Fogal. u CHF 59.– Lederstiefel, Elisamero, Boutique Roma. u CHF 989.– Hut, Tansini, Zürich. u CHF 19.90 schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Uniform-Details verlangen selbstbewusste Attitüde und Humor»

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Zeig Humor! Seidenbluse, Moschino Cheap & Chic, Grieder. u CHF 490.– Shorts, Msgm, Fidelio 2. u CHF 259.–


Hab Spass! Bluse, Jupe, H & M. u CHF 59.90, 19.90 Stiefeletten, Pura Lopez, bei Burger. u CHF 498.– Spitzen­kragen Keck. u CHF 29.80 Maske, H & M, solange Vorrat. u CHF 12.90

Partner-Look CapeJacke, (No) Smoking Collection, Little Black Dress. u CHF 430.– Bluse H & M. u CHF 49.90 Hose, Pinko, Grieder. u CHF 295.– Handschuhe Manor. u CHF 99.– Lackballerinas Zara. u CHF 39.90 Hut, Pepe Jeans, Jelmoli. u CHF 59.90 Afternoon-Tea Bluse, La petite française, Grieder. u CHF 130.– Seidenjupe, Schumacher, Burger. u CHF 298.– Strümpfe Elysee (147), Fogal. u CHF 69.– Hocker Amalfi, Micasa. www. micasa.ch u CHF 249.–

Wie gemalt! Kleid, Yessica, C & A. u CHF 69.– Spitzen­kragen Fidelio. u CHF 79.– Strümpfe Catwalk (227), Fogal. u CHF 69.– Stiefeletten, Sam Edelman, Grieder. u CHF 335.– Ring H & M. u CHF 7.90 Stuhl, Tisch und Stuhl. www.tischundstuhl.ch u ab CHF 100.– schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

objekt der begierde

Eine für alle u Spiegellose Systemkameras boomen. Jetzt hat auch Nikon die Katze aus dem Sack gelassen und gleich zwei Modelle vorgestellt. Die grössere und teurere Nikon 1 V1 ist mit einem hochauflösen­ den elektronischen Sucher ausgestattet. Die J1 verzichtet darauf, ist dafür aber kleiner und günstiger. Beide Modelle verfügen über die gleiche einfach zu bedienende Technik. Dank einem super­ schnellen Prozessor können bis zu 60 Bilder pro Sekunde geknipst werden. Der grosse Bildsensor mit einer Auf­ lösung von 10 Megapixeln sorgt auch bei wenig Licht für Resultate wie bei den grossen Spiegelreflexkameras. Maximale Kreativität ermöglichen die auf die Gehäusefarbe abgestimmten Wechsel­ objektive. Ein Augenschmaus für Fans modischer Hightech-Accessoires!

stephan gubler

Pink und mehr Die Nikon 1 J1 gibt es auch in vier anderen attraktiven Farben. www.nikon.ch u mit Objektiv ab CHF 708.–

www.ellos.ch u Tweed, Grobstrick, Gewürzfarben und 70s-Stil: die wichtigsten Alltags-Trends für den Herbst/Winter. Und alles schön bequem zu bestellen bei einem grossen schwedischen Modeversand: www.ellos.ch. Die Kleider, Capes, Pullis und all das andere gibts übrigens mittlerweile auch in Nor­ wegen, Finnland, Dänemark, Russland und

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schweizer illustrierte

Frankreich. Und eben nun auch in der Schweiz. Und das Beste daran: Der 1947 gegründete Brand führt auch Accessoires und Tolles für Männer und Kids. beatrice schönhaus

mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, HO

Fashion aus Schweden


Polka-Dots

Laufsteg

Tali Lennox

Eine volle Punktlandung u Im Sommer waren Blockstreifen die grossen Stars auf dem Catwalk, in der Herbst/Winter-Saison werden sie von Polka-Dots (deutsch: Punktmuster) abgelöst. Die britische Modedesignerin Stella McCartney interpretierte den Trend gewagt mit zarten Punkten auf transparentem Stoff, der tief (ein-) blicken lässt, ohne zu viel zu zeigen. Marc Jacobs widmete den Polka-Dots wohl die grösste Aufmerksamkeit. Auf Strumpfhosen, Bleistiftjupes, Jäckchen und Handtaschen spielt er bei der Kollektion für sein eigenes Label fantasievoll mit der Grösse der Punkte. Was auf dem Laufsteg funktioniert, kann im Alltag übertrieben wirken. Besser ein gepunktetes Stück gezielt einsetzen, als mit dem PolkaDot-Look von Kopf bis Fuss skurril zu wirken. Nina Lienhard

Für Junge Schwarzer Kapuzen-Pullover mit grossen Punkten von Adidas. www.adidas.com u CHF 90.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Stills Inge Jurt

Stilsicher Tali kombiniert Schlapphut zur kurz geschnittenen Jacke mit Kunstpelz. u Mädels mit klingenden Namen wie Jagger oder Geldof erobern, ganz im Stil ihrer berühmten Eltern, Bühnen und Laufstege dieser Welt. Tali ­Lennox, Tochter der schottischen Pop-Ikone Annie Lennox, wehrt sich gekonnt gegen das «Tochter von»Image: 16-jährig wurde sie 2009 für die britische «Vogue» abgelichtet – der Startschuss einer internatio­ nalen Modelkarriere: Kampagnen für Acne, Topshop oder Burberry folgten wie auch Fashionshows für Prada, Marc Jacobs oder Roberto Cavalli. Talis neuster Coup: Sie ist das Gesicht des aktuellen Mango-Katalogs. Diese steile Karriere hat die 18-Jährige nicht dem Namen Lennox zu ver­ danken, sondern ihrem eigen­willigen Look, der die Modeszene erfrischend aufwirbelt. nina lienhard

Für drunter Schalen-BH (70A–85C) mit Punkten und Spitzen von Calida. www.calida.ch u CHF 79.90

Süss Unterhosen aus der Agnès-B.-Kollektion von Dim, erhältlich bei Manor. www.dim.fr u CHF 29.90

Hübsch Haarreif mit zarten Punkten auf der Masche von Topshop. www.topshop.com u ca. CHF 12.–

Klassisch Foulard mit grossen weissen Punkten und Fransen von Mango. shop.mango.com u CHF 29.90 schweizer illustrierte

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lieblinge der Redaktion

Wohlriechend Duftkerze Black & White Gardenia für gemütliche Stunden. Diverse Ausführungen. u ab CHF 45.–

Geflochten Windlicht im Natural Chic für drinnen und draussen. Wirkt leicht asiatisch und sehr speziell. u ab CHF 50.–

Raffiniert Wego Living bietet stilvolle Wohnwelten. Seestr. 344, 8038 Zürich. Tel. 044 - 463 83 89. Wego Living, zÜrich

Stimmungsvolle Wohnwelten u Spezielle Windlichter für den Wintergarten gesucht? Oder ein Kuschelkissen fürs neue Sofa? Oder gar ganze Wohnwelten für einen Livingroom oder ein neues Restaurant? Wego Living zeigt neue Wege in der Dekoration auf, stellt für Ihr Ambiente ganz individuelle Wohnwelten stilvoll zusammen und berät Sie ausführlich. Auf Weihnachten hin gibts eine ganz spezielle Ausstellung (ab 11. Nov.) unter dem Titel «Chalet Chic», wo man vom Teelicht bis zur

Dekorativ Gehämmerte Dose mit Horn-Deko für all das, was geheim bleiben soll. u ab CHF 150.–

waschbaren Felldecke Dekoratives und Stimmungsvolles für den Winter findet. Das man dann der Jahreszeit entsprechend auch ergänzen oder verändern kann. Chic! beatrice schönhaus

Kuschlig Waschbares Kunstfellkissen für lange Winterabende, diverse Ausführungen. u ab CHF 70.–

Öffnungszeiten Mo–Fr 10–18.30, Sa 10–17 Uhr, www.wego-living.ch weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Gut geschnürt

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Im Sport-Chic Männer-Schnürstiefel Windy mit markanter Sohle von Geox. u CHF 199.–

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Im Vintage-Stil Schnürstiefel Modell Oxmox von Ochsner Shoes. u CHF 149.90

u Bequem, witzig und im Trend: Schnürstiefel für Männer. Die sogenannten Bikerboots passen zu Jeans, sportlichen Hosen und können je nach Wunsch wo möglich runtergekrempelt werden. Es gibt sie im Vintage-Stil wie bei Ochsner Shoes oder in gewachstem Leder mit Stoffeinsatz wie bei Geox. Und eigentlich werden die guten Stücke durchs Tragen immer schöner, Jungs! Beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt, HO

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Erfolgsduft Aventus aus dem Hause Creed gibts bei Parfumerie Osswald oder Hyazinth. 75 ml u CHF 195.–

Ohne Irritation Rasierschaum Silver Shave für empfindliche Haut von Eucerin gibts in Apotheken. 150 ml u CHF 16.90

Männer-pflege

u Schatz, kommst du endlich? Neuerdings warten auch Frauen auf ihren Liebsten. Denn Pflegerituale nehmen mittler­ weile auch beim starken Geschlecht immer mehr Raum ein. Geduld ist gefragt, wenn ein Pickel abgedeckt werden muss, ­Augenringe behandelt werden müssen, ein Haar an einer unmöglichen Stelle auftaucht oder, noch viel schlimmer, ein Mangel an Haaren rund um die Stirn Einzug hält. Das Motto «Harte Schale, weicher Kern» hat sich zumindest in Beauty-Belangen längst verflüchtigt.

Gerade Männerhaut ist wegen täglicher Rasur stark strapaziert und oft gereizt. Darum gibt es immer mehr Pflege gegen Irritationen (z. B. Rasierschaum Silver Shave von Eucerin), für empfindliche Haut (After-Shave-Balsam von I am) oder Geschichtspflege ohne Parabene (Vichy), um die Haut zu schonen. Vielleicht lässt sich so auch der Trend hin zum Bart erklären? Zweimal pro Woche stutzen ist dank tollen und einfach zu handhabenden Geräten wie z. B. dem Cruzer von Braun ein Kinderspiel! ursula borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Inge Jurt

Mann, ist der schön

Gut gestutzt Ob für Bart- oder Kopfhaar: Der Cruzer von Braun bringt Männerhaare in Form. u ab CHF 85.–


Zarte Schale Sensitive After Shave Balm von I am beruhigt empfindliche Haut. Migros. 100 ml u CHF 5.90

Sanfte Vorbereitung Pre Shave Oil von ê Shave gibts bei Ritschard Rasor, Zürich. 60 ml u CHF 30.– Abenteurer Reichhaltige Ultra Facial Cream von Kiehl’s in der JubiläumsEdition. Globus Bellevue, Kiehl’s Shop. 50 ml u CHF 39.90

Coole Tolle Modellierpaste Bad Mud von L’Oréal Professionnel. Salon-Finder www. lorealprofessionnel.com u CHF 23.–

Preppy duftet nach Grapefruit, Lavendel und Amber mit Eau de Prep von Tommy Hilfiger. Marionnaud. 50 ml u CHF 63.90

Schöne Mähne Fördert Haarwachstum: Rejuvenating Oil von Philip B. www.niche beauty.com u ca. CHF 45.–

Glatt rasiert Rasierer Hydro 5 von Wilkinson mit Gel-Reservoir. Migros und Coop. u CHF 16.90

Wach gecremt Hydra Mag C+ Anti-Fatigue Hydrating Care von Vichy. In Apotheken. 50 ml u CHF 29.–

star-geflüster

Auf der Siegerstrasse u Was er anpackt, ist von Erfolg gekrönt. Ausnahmetrainer José Mourinho gehört in der Welt des Fussballs zu den ganz Grossen. Seit Kurzem ist der Trainer von Real Madrid auch Botschafter für den Premiumrasierer Series 7 von Braun. Kompromisslos Series-7-Rasierer von

Braun gibts bei Coop City, Manor. u CHF 555.–


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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, hat auch ein iPhone.

Rotbäckchen und falscher Wolfspelz Frische Wangen im Backstage-Bereich bei Blugirl Blumarine. styling-tipp

Zauberhaftes Rotbäckchen u Man bekommt sie während eines Winterspaziergangs in klirrender Kälte: Rotbäckchen. Den farblichen FrischeEffekt gibts natürlich auch dank Makeup-Magie. Creme-Rouge eignet sich gut, da die cremige Konsistenz der Haut zusätzlich einen gesunden Glanz schenkt. Betont frische Wangen in Kombination mit einer frischen Lippenund Lidfarbe (nur unter dem äusseren Brauenbogenstück) – alles im selben

Farbton –, lässt nicht nur vitaler aus­ sehen, sondern auch jugendlicher. Damit der Teint neben dem Rouge nicht fleckig wirkt, einen ausgleichenden Primer ausprobieren. Die Haut sollte im Winter zuallererst mit einer schützenden Pflege genährt werden, etwa mit Dr. Hauschkas reichhaltiger Rosencreme. Mit diesem duftenden Schutzschild ist die Haut auch für Aktivitäten im Freien gerüstet! Kristina Köhler

die produkte zum look

Schutz Regeneriert und wirkt wie eine intensive, schützende Hülle: Dr. Hauschkas Rosencreme. u CHF 33.–

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schweizer illustrierte

Frische Creme-Blush Miracle Touch in Soft Candy Nr. 07, Max Factor. Etwa bei Coop City. u CHF 14.90

Ebenmass Studio-SecretsPrimer anti-fahle Haut für helle Hauttypen. L’Oréal Paris. u CHF 24.90

Gut, ich gebe es ja zu. Ich habe mein iPhone vermutlich zehn Stunden am Tag in der Hand. Selbstverständlich trägt es zum Schutz meiner Hirnfunktion eine Tesla-Crystalium-Telefondisk. Sehr schön sogar, mit einer Blume des Lebens drauf, die gleich noch mal für kosmische Ordnung sorgt und das wiederkehrende Leben symbolisiert. Trotzdem hatte ich nach dem Tod des Apple-Gurus Steve Jobs nicht das Bedürfnis, Trauer zu tragen, eine Kerze vor den Apple-Store zu stellen oder meinen FacebookStatus von iRIP hin zu iSAD anzupassen. Mir tat eher leid, dass er nach seinem Rücktritt im August nur ein paar Wochen Zeit für ein Leben ohne Arbeit hatte. Wobei: Vermutlich war die Arbeit eben sein Leben. Allerdings ist seit Steves Tod etwas Erstaunliches passiert. In den USA sind schwarze Baumwoll-Rollkragen­pul­lover im Original-Steve-Stil nahezu ausverkauft. Der Hippie im Herzen hat seinen Pioniergeist nämlich nicht nur dazu verwendet, unsere digitale Kommunikation zu revolutionieren, nein, er hat auch seinen SignatureLook, also persönlichen Stil, aufs Wesentliche reduziert und eine Art Uniform erfunden. Er trug immer besagten Pullover – angeblich besass er davon mehrere Hundert Stück. Dazu eine Levi’s 501 in Mittelblau und ein Paar New-Balance-Sneakers. Danke, Steve, dass Du unser Leben so viel einfacher gemacht hast! PS: Im brandneuen Zimmerli-Outlet in Aarburg ist der Steve-MemorialPullover für schnäppchenhafte 45 Franken zu haben. Hat nur noch keiner gemerkt – das perfekte AppleFan-Weihnachtsgeschenk!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer (Stills), Imaxtree

Mein iGod


promotion Schönes Mami Beim ­Spazieren mit ihren Töchtern Liana, 4, und Jamie Lynn, 2, freut sich Corinne Fluri schon auf nächsten Sommer.

Vier fragen an den experten u Dr. Schänzle, was ist der Un-

terschied zwischen Besen­reisern und Krampfadern? B­ esenreiser sind kleinste erweiterte Blutgefäs­ se, die direkt in der Haut liegen und in der Regel nur ein ästhetisches Problem darstellen. Krampfadern sind per De­finition geschlängelte, sackartig erweiterte Venen, bei Dr. Christoph denen die Venenklappen nicht Schänzle, Facharzt mehr schliessen und die deshalb FMH Dermatologie. ihre Aufgabe des Blutrücktrans­ ports nicht mehr richtig erfüllen. u Was sind die ersten Anzeichen von Krampfadern? Besenreiser können das erste Anzeichen einer chronischen Venenschwäche sein. Auch Symptome wie müde, schwere, schmerzende Beine und Schwellungen im Knöchel und Unterschenkel­ bereich können Anzeichen einer chronisch venösen Insuffizienz sein. u Was passiert, wenn man Besenreiser und K­ rampfadern nicht entfernt? Wie gesagt, Besen­ reiser alleine sind eigentlich nur ein ästhetisches Problem. Anders sieht das bei richtigen Krampf­ adern aus, zum Beispiel wenn die Stammvenen, Perforansvenen oder ausgeprägte Seitenastvenen betroffen sind. Es kann dann zu Versorgungsstör­ ungen der Haut mit Ekzemen, Verfärbungen bis hin zum offen Bein als Endstadium kommen. Zusätzlich ist auch das Risiko für oberflächliche Venenent­ zündungen oder auch Thrombosen erhöht.

Rundum glücklich!

u Was kann man präventiv gegen Krampfadern ­ achen? Leider gibt es keine wirklich guten ­Möglichm keiten, da Krampfadern in den allermeisten Fällen auf eine vererbte Bindegewebsschwäche ­zurückzuführen sind. Ich empfehle ausreichende Bewegung, kalte Beingüsse und das Meiden von Übergewicht.

Corinne Fluri liess ihre Besenreiser entfernen. Meistens sind sie nur ein ästhetisches ­Problem. Sie können aber auch Anzeichen für gefährliche Krampfadern sein.

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uf den nächsten Sommer freut sich Corinne Fluri besonders. Dann kann sie endlich wieder Bein zeigen – ohne störende Besenreiser. «Die blauen Nester an meinen Fesseln und in den Kniekehlen haben mich schon sehr genervt», sagt die 31-Jährige aus Starrkirch-Wil SO. Sie fühlte sich gar so unwohl, dass sie auf kurze Röcke verzichtete. «Zum Glück waren diese Saison ­Leggins in Mode. Damit konnte ich die unschönen Stellen verdecken.» Doch richtig glücklich war das zweifache Mami mit dieser Lösung nicht. Sie entschied sich für eine Entfernung. In der Klinik Artemedic in Olten informierte sie sich über die verschiedenen Methoden und liess sich beraten. Vor einem Monat erfolgte der erste von drei Eingriffen. Bei der Verödungstherapie spritzt der Arzt eine spezielle Injektionslösung in die erweiter-

ten Blutgefässe, die bewusst eine Entzündung auslöst. Danach sorgen Stützstrümpfe dafür, dass die Äderchen noch besser verkleben. Besenreiser sind, im Gegensatz zu Krampfadern, eigentlich nur ein ästhetisches Problem. «Trotzdem können sie erste Anzeichen einer chronischen Venenschwäche sein», erklärt Dr. Christoph Schänzle, Leitender Arzt Dermatologie der Klinik Artemedic. Wer an Krampfadern leidet, kommt nicht um einen Arztbesuch herum. Denn bleiben sie un­­behandelt, können oberflächliche Venenthrombosen, Ekzeme, Braun­ verfärbungen oder Verhärtungen der Haut entstehen. Die schlimmste Folge: offene Beine. Meistens werden Krampfadern vererbt. Deshalb gibt es auch keine nützliche Prävention. Um Krampfadern zu behandeln, wenden die Spezialisten der Klinik Arte­ medic verschiedene Methoden an. In erster

Linie kommt das klassische Stripping zum Einsatz. Dabei entfernt der Arzt mit einem Metalldraht in einer Operation die oberflächliche Stammvene ab dem Ursprungsort. Weitere Methoden: die Entfernung durch kleinste Hautschnitte (Miniphlebektomie) und Behandlungen von innen (endoluminale Verfahren) mit Laser oder Radiofrequenzwellen. Corinne Fluri ist zufrieden mit dem Ergebnis – Schmerzen hat sie keine. Ihr persönlicher Modetipp für den Sommer 2012: Röcke ohne Leggins. Die Klinik Artemedic in Olten ist eine der führenden Kliniken für Dermatologie und Plastische Chirurgie in der Schweiz. Die ­Privatklinik bietet ganzheitliche Behandlungen auf den Gebieten plastische Chirurgie, Dermatologie, Gefässchirurgie und Haarwurzeltransplantation an. Mehr Infos unter www.artemedic.ch/venen


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Check-up Kaffee gegen Krebs

ft f i r nde t e b esu ng G hru ä Ern

Essen wie die Neandertaler

Der neuste Diät-Trend aus den USA ist nichts anderes als die älteste Menükarte der Menschheit: Fleisch, Gemüse und Nüsse. Experten stehen der Strömung aber skeptisch gegenüber. Text Christoph Baumgartner

Foto HO

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m Anfang war das Feuer. Dann wurde grilliert. Fleisch, Eier, Obst, Gemüse, Kräuter, Pilze, Nüsse, manchmal Kastanien, und mit etwas Glück rundete Honig den Speiseplan ab. Mehr gab es zu Neandertalers Zeiten nicht zu beissen. Auch heute kommt bei der sogenannten SteinzeitDiät nichts anderes auf den Teller. Die kulinarische «Zurück in die Zukunft»-Theorie findet mittlerweile ein Millionen-Publikum; nicht nur in den USA. Die Steinzeit-Diät gründet auf der Annahme, dass sich unsere Gene seit ­Urzeiten nicht verändert haben. Weil die allerersten Zweibeiner weder Tiere gemolken noch Getreide angebaut hätten, kämen wir mit den vielen Kohlen­ hydraten und Ballaststoffen nur schwer zurecht, so Erfinder Voegtlin. Deshalb kommen ihm und seinem Gefolge Ge­ treide, Milchprodukte, Zucker, Alkohol, Fertiggerichte sowieso, und vieles mehr nicht auf den Tisch. Wer indes mehr Fleisch esse, lebe gesünder und verliere erst noch Pfunde. Möglichst unregelmässig zu essen und auch mal längere Zeit zu fasten, gehört

mit zur Theorie. «Dies widerspricht den wesentlichen Grundsätzen einer gesunden Ernährung, die auf der Lebens­ mittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE basiert. Deshalb kann ich diese Diät nicht empfehlen», entgegnet Steffi Schlüchter, dipl. Ernährungsberaterin HF, von der SGE. Und weiter: «Die Ernährungs­ gewohnheiten der Steinzeit lassen sich nicht ohne Weiteres auf die Bedürfnisse der heutigen Zeit übertragen.» So wenig wie Mammutjagen und Pizzabestellen. Aber unsere Vorfahren assen gesünder, behaupten die Steinzeitler. Denn sie litten weder unter Diabetes, Bluthochdruck, Allergien und Übergewicht, noch starben sie an Krebs. Zu bedenken ist allerdings: Das Ende kam im Schnitt schon im Alter von 25 Jahren.

Steffi Schlüchter, Ernährungsberaterin HF, von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.

u Boston Gute Neuigkeiten für Kaffeetanten: Koffein schützt vor weissem Hautkrebs. Frauen, die täglich drei Tassen oder mehr trinken, haben ein um 20 Prozent niedrigeres Risiko für Basaliome. Bei Männern verringert sich das Risiko um 13 Prozent. www.focus.de

Achtung, Schlaganfall! u Ottawa Kanadische Forscher

fanden in einer Studie mit knapp tausend Teilnehmern heraus: Raucher erleiden nicht nur viel häufiger einen Schlaganfall als Nichtraucher, sie erleiden ihn im Schnitt auch zehn Jahre früher, schon mit 58 Jahren. www.aerztezeitung.de

Millionen für Forschung

u Boston Die Bertarelli-Stiftung unterstützt mit 3,6 Millionen Dollar ein neues Programm der Harvard Medical School und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne. Ziel: Die Lebensqualität von Menschen mit neurologischen Behinderungen verbessern.

tipp

Können Sie wegen der Zeitumstellung schlecht einschlafen? Ein Glas warme Milch am Abend kann Ihnen dabei helfen.

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Check-up Indische Bewegungslehre

Yoga für jede Laune Geht es da nur um komische Stellungen wie dem abwärtsschauenden Hund oder dem Fisch? Falsch: Der Yoga-Kosmos bietet jedem etwas. So kann man nach der Lehre kochen, verspannte Muskeln lösen oder einfach in gute Stimmung kommen. Lassen Sie sich inspirieren!

Loslassen Beim Anti-Gravity-Yoga wird der Kopfstand plötzlich kinderleicht.

Fotos Paul Seewer, HO (3)

trendig Anti-Gravity-Yoga u Schwerelos Der neue Trend aus den USA ist eine Mischung aus Gymnastik, Tanz, Akrobatik und Yoga. Hauptrolle spielt ein Tuch, das wie eine grosse Schlaufe von der Decke hängt (hält bis zu 500 Kilo aus). Wenn man zu Beginn der Stunde darin eingewickelt langsam hin- und herschaukelt, wähnt man sich schwerelos und kann sich wunderbar entspannen. Aber auch der Trainingseffekt kommt nicht zu kurz. Das Tuch hilft da, wo man aus eigener Körperkraft schon lange aufgeben würde. Plötzlich sitzt man fast im Spagat, kann den Rücken wie eine Brücke beugen, und der Handstand scheint ein Kinderspiel. So lassen sich

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spielerisch Verspannungen lockern und Muskeln stärken. «Mir ist wichtig, dass ein effektives ­Training auch Spass macht», sagt Studio-Inhaberin und FitnessExpertin Daniela Baumann, die das AntiGravity-Yoga in die Schweiz brachte. Das Kurs-Programm ist in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt, «so können sich die Teilnehmer steigern». Fazit: Mit dem klassischen Yoga hat der neue Trend nicht mehr viel gemein, dafür fühlt man sich nach einer Stunde aber genauso beschwingt, durchgestreckt und entspannt. u Mehr Infos zu Kursen und Workshops unter www.loft1.ch

Heilsam Thera u für daheim Diese Übungen eignen sich

für alle, die im Nacken oder Schulterbereich verspannt sind. In einem ersten Teil von 27 Minuten steht die Leichtigkeit im Vordergrund – dieses Kapitel eignet sich auch für Anfänger. Der zweite Teil dauert 47 Minuten und ist wesentlich intensiver, da es vor allem um Kräftigung geht. Wichtig ist, dass man das Tempo immer dem eigenen Atem anpasst. «Beim Üben mit der DVD sollte man auf seinen Körper hören und die eigenen Grenzen respektieren», sagt Herausgeber und Yogatherapeut Remo Rittiner. Wenn jemand ernsthafte Nackenbeschwerden hat


Köstlich Kochbuch

Lustig Yoga-Tagebuch u Selbstversuch Autorin Susanne Fröhlich hat sich zu einem Experiment überreden lassen: 90 Tage Yoga – und das jeden Tag. Das Resultat: ein witziges und selbstironisches Tagebuch über ihre Suche nach einem neuen Körpergefühl und den täglichen Kampf gegen den inneren Schweinehund. Dabei schmunzelt sie über ihre anfänglichen Vorurteile und die ersten Übungsversuche. Ihre Sorge: Ist Yoga nicht Gymnastik für Dünne und Superbiegsame in schicker Verpackung? Doch schon bald merkt sie, dass die indische Bewegungslehre in allen Lebenslagen hilfreich sein kann. Mit ihren amüsanten und authentischen Geschichten und Gedanken spricht die Autorin auch vielen üppiger gebauten Frauen aus der Seele und ermuntert sie, die Matte selber auszurollen. Denn wie Susanne Fröhlich selber sagt: «Straffer Speck ist schöner als schwabbeliger Speck.» u Verlag Gräfe und Unzer ISBN 978-3-8338-2498-2.

pie-DVD oder etwa einen Bandscheibenvorfall hatte, empfiehlt er aber eine individuelle Yoga­ therapiesitzung. «Wer regelmässig übt, spürt die positive Wirkung», weiss Remo Rittiner. So kann Yogatherapie auch bei Asthma, Schlafstörungen, zu hohem Blutdruck, bei Übergewicht, Ängsten und Depressionen oder chronischen Schmerzen helfen. Die DVD können Sie für CHF 18.– bei Ayur Yoga Center unter www.ayuryoga.ch bestellen.

u Reinigend Sie wollen sich nicht nur bewegen wie ein Yogi, sondern sich auch so ernähren? Dann ist dieses Kochbuch die Lösung. In einer Einführung erklärt Autorin Anna Trökes die Grundlagen der Yoga-Ernährung. Sie unterscheidet zwischen zwei Gruppen: dem Ruhe- und dem Energietyp. Wer im Alltag ständig auf Hochtouren läuft und Ruhe sucht, ist der Energietyp. Hier sorgen besänftigende Speisen für den idealen Ausgleich. Eine Hauptrolle bei der typ­

gerechten Ernährung spielen Ge­würze. So erden Ingwer, Zimt und Kurkuma den Energie­ geladenen. Chili, Pfeffer, Senf und Wasabi regen den Ruhetyp an. Die über 120 Rezepte heilen Körper und Geist: Ein leichtes Zucchini-Minze-Omelett gleicht den Krafthaushalt aus. Geschmeidiger Kokos-Linsen-Reis mit einem BananenRaita (Getränk) schmeichelt dem Magen. u Verlag Gräfe und Unzer, ISBN 978-3-8338-0958-3.


Check-up Der Fall Östrogenfreie

Verhütung

«Ich bin 38 Jahre alt und leide während meiner Periode oft unter Migräne. Nun habe ich gelesen, dass die östrogenfreie ­Antibabypille Linderung bringen soll. Stimmt das?» Dr. Reto Stoffel, Arzt für Frauenheilkunde in Richterswil ZH.

Voller Energie Auch Yoga­ lehrerin Petra Kolar kommt im Kundalini-Yoga an ihre Grenzen. u Kraftvoll Beim Kundalini-Yoga

geht alles ein bisschen schneller: Man hüpft auf der Stelle, dreht sich im Kreis und macht etliche Kniebeugen. «Im Grunde geht es darum, direkten Einfluss auf die Energiebahnen zu nehmen und die beiden Gehirnhälften ins Gleichgewicht zu bringen», erklärt Yogalehrerin Petra Kolar von Versatai in Zürich. So werden viele Übungen übers Kreuz gemacht. Anders als bei anderen Yogaformen, vereint Kundalini die Atem- und Körperübungen. Dazu kommt das Chanten (Mantras singen) und Meditieren. Aber auch der ruhigere Teil hat es in sich. Anstatt einfach am Boden zu liegen, muss man zum Beispiel drei Minuten lang die Hände über dem Kopf falten und bewusst ein- und ausatmen. «Bei diesem Yoga lotet man die Grenzen aus», sagt Petra Kolar. Und zwar nicht mit spektakulären Körperverrenkungen, sondern durch die Repetition. Denn wer einmal drei Minuten lang seine Arme ausgestreckt und mit ganzer Kraft rauf- und runterbewegt, weiss, wie anstrengend auch einfache Übungen sein können. Kundalini-Yoga eignet sich für Leute, die es schnell und schweisstreibend mögen. Nächster Kursstart: 2. November in Zürich. Infos unter www.versatai.ch

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Zyklusbedingte Migränebeschwerden sind mit zunehmendem Alter häufiger und können dann auch in der Mitte des Zy­klus, also um den Eisprung herum, auftreten. Ursache sind die zyklusbedingten hormonellen Schwankungen. Bei jüngeren Frauen ist dieses Problem eher ­selten. Ich nehme an, dass etwa fünf Prozent aller Frauen mit dieser MigräneUrsache konfrontiert sind. Abgesehen von der Minipille sind alle Pillen Kombinationspräparate. Sie bestehen aus Gelbkörperhormon (Gestagen) und Follikelhormon (Östrogen). Der Verhütungsschutz wird durch das Gestagen gewährleistet, das Östrogen dient zur Zyklusstabilisierung, sodass während der pillenfreien Woche die Blutung eintritt. Wenn man die östrogenfreie Minipille nimmt, sind Zyklusab­ weichungen die Regel. Meist haben Frauen mit dieser Verhütungsmethode keine oder unregelmässige, zum Teil auch ­längere Blutungen, was im ersten Fall angenehm, im zweiten Fall unerwünscht ist. Die östrogenfreie Minipille beeinflusst Stoffwechsel, Leber, Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt des Körpers weniger, sie ist somit «leichter». Dennoch gibt es gelegentlich Frauen,

TV-Tipp

die sich mit den Kombinationspräpa­ raten wohler fühlen als mit der Mini­ pille. Weshalb, ist unklar. Die östrogenfreie Minipille empfehle ich Frauen: •  mit Gerinnungsproblemen (nach Thrombosen, bei genetisch erhöhtem Thromboserisiko). •  mit hohem Blutdruck. •  mit starken Blutungen, besonders wenn diese durch Myome (Knoten in der Gebärmutterwand) bedingt sind. •  die unter zyklusbedingten Migränen leiden. •  mit der Tendenz, unter den Kombinationspillen Flüssigkeit zu stauen. Ich rate davon ab: •  wenn Frauen auf keinen Fall Zyklus­ varianten (Ausbleiben der Periode oder unregelmässige Blutungen) in Kauf ­nehmen wollen. •  wenn die Frau unter Akne oder Akne­-Tendenz leidet, da diese unter der östrogenfreien Minipille zunehmen kann. Falls keine Besserung unter Einnahme der östrogenfreien Minipille eintritt oder keine Pilleneinnahme erwünscht ist, empfehle ich die klassischen Migränetherapiemittel. Oft hilft auch eine hoch dosierte Magnesiumeinnahme sowie Akupunktur (was jedoch meist schon vorgängig erfolglos versucht wurde). www.stoffel-gyn.ch

Samstag, 5. November, 18.10 Uhr

Blutvergiftung Eine scheinbar harmlose Schürfung, sein Hund leckte die Wunde – und der Bündner Pöstler Flurin Spinas fand sich nach einem Kreislaufkollaps auf der Intensivstation ­wieder. Im Studio klärt ein Chefarzt des Kantonsspitals Chur über die Gefahren von Blutvergiftungen auf. Und wie man sich schützen kann. www.gesundheitsprechstunde.ch

Fotos Dick Vredenbregt

Dynamisch KundaliniYoga


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

trio artemis

Foto Marcus Gyger

Power hoch drei u Von den biederen Hausfrauen in Morgenrock und Pantoffeln über brave Kirchenmusik bis zur leidenschaft­lichen Tango-Inszenierung, die Ladys vom Trio Artemis legen mit ihrem neuen Programm «Wäsche-Tango» eine witzigspritzige musikalische Metamorphose

aufs Parkett. Für die Regie zeichnet Adrian Marthaler verantwortlich. Die Winterthurer Musikerinnen treten im Rahmen des Dinnerspektakels «Stille Kracht» neben Andreas Thiel (Satire), Laurin Buser (Slam-Poetry), Duo Dinh-Anh aus Vietnam (Hebeakrobatik)

Trio Artemis Myriam Ruesch, Katja Hess und Bettina Macher (v. l.).

oder Patrik Cottet-Moine (Visual ­Comedy) auf. anina rether CASINOTHEATER Winterthur, ab 23. 11. bis 23. 12., Infos und Tickets unter ­ Tel. 052 - 260 58 92, www.stillekracht.ch, www.trioartemis.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

esther hasler

Solo mit Klavier

Vor fünf Jahren gelang Esther Hasler der Durchbruch. Nun tourt die Bernerin mit liechtensteinischen Wurzeln erneut durch die Schweiz. Ihr drittes abendfüllendes Programm heisst «Beflügelt». Virtuos Locker-lässig trägt Esther Hasler ihre Stücke vor.

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u Das Probelokal liegt in einem edlen Keller mit Sandsteingewölbe in der Berner Altstadt. Ein Flügel, einige Klappstühle. Mehr braucht Esther Hasler nicht. Höchstens ein paar Requisiten, wie ein Glas, wenn sie in die Rolle der Gruschenka schlüpft. Die alte Dame ist ihre Adoptivgrossmutter, eine weise Russin, mit viel Lebenserfahrung und Haaren auf den Zähnen. Wie die Gruschenka bevölkern wiederkehrende Figuren Esther Haslers Programme. Etwa die Frau Friedli, die aus einfachen Verhältnissen stammt und alles besser weiss. Oder die Hannelore aus Deutschland. Auf der Bühne wechselt Esther Hasler nahtlos von einer Figur in die andere. Kein

Kostümwechsel, keine neue Schminke sind nötig. Die Veränderung erfolgt mittels Stimme, Mimik, Körperhaltung. Und der Sprache. Mal spricht sie Berndeutsch, dann singt sie auf Hochdeutsch, Franzö­ sisch oder Englisch. Die Fremdsprachen sind für den Zuschauer durchaus verständ­ lich. Das Multitalent schreibt seine Texte selber, auch die musikalischen Komposi­ tionen stammen von ihr. «Schon als Kind habe ich meine Märchenbücher vertont.» Esther Hasler geht wach durchs Leben. Mit einem Augenzwinkern und ­feinem Humor erzählt sie vom Alltäg­ lichen und von Dingen, die sie bewegen. Lange Zeit hat die Künstlerin andere am Klavier begleitet. «Ich dachte, ich bin ein Team­player.» Doch dann bot sich 2006 die


diese woche in den galerien

Annetta Grisard. Alice Gafner. Jörg Döring Interventionen

u Dramatische Vorgänge: «Feuer auf der MS Salvamiento» (r.) heisst das Bild von Annetta Grisard. Das ambivalente Element Feuer ge­ hört zu den Konstanten, die das neueste Werk der Künstlerin durch­ ziehen. So auch die eigenen Fotografien, die durch Computerbe­ar­beitung immer häufiger zum Bildgrund mutieren. Mit Acryl-Farbe bearbeitet die Baslerin dann gezielt das Bild. Mal nur wenig, mal ent­ scheidend, je nach ihrer persönlichen Aussage oder Anklage. km

kunstraum RIEHEN BL. Bis 6. 11. Mi–Fr 13–18, Sa/So 11–18 Uhr, Tel. 061 - 641 20 29, www.kunstraumriehen.ch

holzschnitt

u Ein Ausschnitt eines Waldes. Trotz den dunklen Stämmen wirkt das Bild nicht bedrohlich. Alice Gafner, 59, setzt das Grün gekonnt ein, die weissen Farbfragmente wirken auflockernd. Die Adelbod­nerin, die seit 2002 Technik des Holzschnitts an der Schule für Gestaltung in Bern unterrichtet, hat sich der Natur verschrieben. Berge, Wasser, Matten und immer wieder Bäume sind Themen ihre Bilder. In der Berner Schau werden dreissig Werke gezeigt.  km

galerie art + Vision Bern. Bis 12. 11. Di–Fr 14–19, Sa 11–17 Uhr, Tel. 031 - 311 31 91, www.artvisionbern.ch

pop-Art u Jörg

Fotos Lukas Unseld, Christoph Hoigné

Üben, bis es sitzt Esther Hasler in ihrem Probelokal in der Berner Altstadt.

Gelegenheit, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. «Küss den Frosch!» wurde ein Riesenerfolg, wie auch ihr zweites Solostück «Laus den Affen!». ­ Mit «Beflügelt», einer Koproduktion mit ThiK Baden, schafft die Künstlerin mit dem kupferroten Haar und dem ­schelmischen Blick eine tierisch-­ menschliche Trilogie und begibt sich in höhere ­Sphären. «Einige Chansons wie ‹La Mouche› oder das­jenige über George Clooney sind 2010 während meiner kreativen Auszeit in New York ent­ standen.» Stipendien der Stadt Bern oder die Förderung durch die Kultur­ stiftung Liechtenstein haben Esther Hasler Aufenthalte in Frankreich oder Berlin ermöglicht. Die Unter­ stützung seitens ihres Partners, eines Musikers und Historikers, hat sie ­beflügelt. kati moser «Beflügelt» La Cappella Bern, 2.–5. 11., 20 Uhr, www.la-cappella.ch; weitere Tourneedaten bis 11. 5. 2012 auf www.estherhasler.ch

Döring, 46, ist ein Pop-Art-Künstler. Anfang der 90er-Jahre hatte er seine Karriere mit grossformatigen Comic-Ikonen wie Mickey Mouse und Donald Duck begonnen. Seit 2000 setzt sich Döring mit Serigrafie auseinander. Nebst neueren Werken in Mischtechnik (Fotocollage und Acryl, r.) ist eine Serie exklusiver Arbeiten zum 40. Todestag der Schweizer Rennfahrerlegende Jo Siffert zu sehen. Sie ist in Zusammenarbeit mit Sifferts Sohn Philippe entstanden.  km FOXX GALERIE Zürich. Bis 19. 11. Di–Fr 10.30–13.30/14.30–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 044 - 261 88 61, www.foxxgalerie.com

theater

Wortstark und charismatisch u La Lupa tritt erneut mit ihrem Erfolgsprogramm «Mater» auf. Sie rezitiert und singt. Auf Italienisch und Deutsch. Das Interesse der Tessinerin gilt den Dingen, die uns täglich bewegen. Wie das Werden und Vergehen des Lebens und der Natur. Auf der Gitarre begleitet sie Komponist Walther Giger. Wer mehr über die stimm­ gewaltige Performerin erfahren möchte: Im Limmat Verlag ist heuer eine sehr sympathische Biografie von Silvana Schmid mit Bildern von Gitty Darugar erschienen («La Lupa. Die Stimme der Wölfin»). km

THEATER STOK Zürich. 8.–19. 11. um 20.30 Uhr, Vorverkauf Jecklin, Tel. 044 - 253 76 76, www.theater-stok.ch

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Die Besten kultur

Wunsch nach Freiheit Verdingbub Max (Max Hubacher) will vom Bauernhof fliehen. Er träumt davon, Örgeler zu werden.

5 Fragen an ein buch

Kjersti A. Skomsvold

Mit List ins Leben zurück Worum geht es? Mathea hat ihren geliebten Mann verloren und versucht mit verschiedenen Tricks, ins Leben zurückzufinden. Kein ein­faches Unterfangen, war Mathea schon zu Lebzeiten von Epsilon unfähig, alleine zu sein. Wem soll ­sie jetzt ihre Ohrenwärmer stricken? Mit wem reden und Gedanken austauschen? Wer ist die Autorin? Kjersti A. Skomsvold, 32, ist mit ihrem Erstlingswerk ein grosser Wurf gelungen. Der Roman wurde für den norwegischen Buchhändlerpreis nominiert.

Ausgeliefert und ausgebeutet Max (Max Hubacher) ist Vollwaise. Er sehnt sich nach einer richtigen Familie. Als er zu den Bösigers ins Emmental kommt, glaubt sich der Verdingbub am Ziel. Doch Bösigers sind eine kaputte Familie: Der Vater (Stefan Kurt) trinkt, weil seine Liebe nicht erwidert wird. Die Frau (Katja Riemann) ist hart geworden, weil sie kein Glück mit ihrem Mann gefunden hat. Und Sohn Jakob (Max Simonischek) möchte endlich den Hof übernehmen. Diese Konstellation ist für Max denkbar ungünstig, da er für den Frust der ganzen Familie hinhalten muss. Zudem behandelt man ihn wie ein Arbeitstier. Nur wenn er auf seiner Handorgel spielt, ist Max glücklich. Zusammen mit Berteli (Lisa Brand), die auf dem Hof arbeitet und ebenfalls ausgebeutet wird,

u Die Story

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träumt er, nach Argentinien aus­ zuwandern. u Die Facts Ein Stück beschämender Schweizer Geschichte. Alle schauten weg. Die Verdingkinder hatten keinerlei Rechte, niemand setzte sich für sie ein. Hunger, Schläge, Vergewaltigung, seelische Grausamkeit waren zwischen 1800 und 1950 an der Tagesordnung. u Der Regisseur Markus Imboden ist ein starker Film gelungen, auch wenn die Handlung teilweise vorhersehbar ist. u Die Stars Brillant das Nachwuchs­talent Max Hubacher, tolle Leistung auch von den übrigen Hauptdarstellern. u Das Fazit Ein tief berührendes Drama. Unbedingt anschauen. kati Moser 8 8 8 8 8 Länge: 103 Min. Regie: Markus Imboden. Kinostart 3. 11.

Was macht das Buch einzigartig? Die witzig-böse Sprache, mit der über Leben und Tod philosophiert wird. Welche Passagen bleiben? «Ich muss mich schrittweise mit dem Tod konfrontieren, allerdings ohne zu weit zu gehen.» Und: «Es war bedauerlich, dass die Hausfrauentreffen im Block immer dienstags stattfanden, weil das der einzige Tag in der Woche war, an dem ich schlechte Laune hatte.» Was berührt? Die scheinbare Fragilität und Weltfremdheit von Mathea. kati moser

Kjersti A. Skomsvold Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich (Hoffmann und Campe)

Fotos Geri Born, HO (3)

«Der verdingbub» (CH)


Die Besten event demnächst

Circustraum Bei Conelli gehen Akrobatik und Traumtanz nahtlos ineinander über.

Herz. Ballett. Caveman

herzblut-Songs

uSwiss Music Award, Prix Walo, Platin: ­Adrian

Stern hat sich mit seinem Album «Herz» als Fixstern am Mundart-Himmel etabliert. Live rückt den charmanten Singer-Songwriter eine ausgeruhte Band ins beste Licht. hv adrian stern Casino Herisau 26. 11., Z7 Pratteln 3. 12., www.dominoevent.ch

Circus Conelli auf dem Zürcher Bauschänzli

Bunte Träume

cd-Tipp

BACH-VERLIEBT

u Unglaublich, mit welcher Frische, aber auch musikalischer Tiefe der 72-jährige Heinz Holliger Bachs Oboenkonzerte spielt. Mit historischem Klang ist die Camerata Bern dazu ein behutsamer, einfühlsamer Partner. HANS ULI VON ERLACH

Heinz Holliger Bach Oboenkonzerte und Sinfonien (ECM)

Besonderes einfallen lassen muss», sagt Zirkusdirektor Roby Gasser. Mit gutem Grund: Conelli gastiert zum zwanzigsten Mal an der Limmat. Das Programm heisst «East meets West» und bringt neben hochkarätigen Nummern aus der westlichen Welt die grösste Forma­ tion chinesischer Akrobaten, die je in der Schweiz aufgetreten ist, in die Manege – und unter die Zirkuskuppel. Deshalb, findet Roby Gasser, ist «das Châpiteau des Circustraums Conelli der perfekte Ort, trotz unterschiedlichster Herkunft aufeinander zuzugehen und das Feuer der Harmonie leuchten zu lassen». «Das Premierenpublikum war entzückt, und die stehende Ovation dauerte lange», schrieb die NZZ einst. Wetten, dass der Satz auch heuer passen wird – und zwar nicht nur nach der Premiere. hanspeter vetsch circus conelli Bauschänzli Zürich. 19. 11. 2011–2. 1. 2012, www.circus-conelli.ch tickets für die besten events!

Weihnachts-ballett u Pjotr

Iljitsch Tschaikowsky hat manches Grosse komponiert, «Der Nussknacker» überragt alles. Auf die Bühne bringen den Ballett-Weihnachtsklassiker 50 Tänzerinnen und Tänzer der Staatsoper Kiew. hv der nussknacker Baden 20. 11., Zürich 6. 2., www.kurtheater.ch

Rollen-spielereien

u «Du sammeln, ich jagen!» Eigentlich ist der Unterschied zwischen Frau und Mann denkbar einfach. Weshalb das Zusammenleben zuweilen doch etwas komplizierter ist, erzählt die Kult-Comedy in Mundart. hv

swiss caveman Luzern 20. 11., Bern 23. 2., www.daszelt.ch schweizer illustrierte

Fotos HO / Das Zelt (1), HO (4)

u Was haben Adolf Ogi, Udo Jürgens, Martina Hingis, Monika Kälin, Sepp ­Blatter und Moritz Leuenberger gemeinsam? Sie alle haben sich schon vom Circustraum Conelli verzaubern lassen. Genauso wie viele, viele andere, die während der Weihnachtszeit im Zelt auf dem Zürcher Bauschänzli die weltlichen Sorgen vergassen und eintauchten in die himmlische Atmosphäre, wie sie nur auf der Märcheninsel mitten in Zürich zu finden ist. «Nach dem letztjährigen tollen Gastspiel war mir klar, dass ich mir für 2011 etwas

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Mitmachen und gratis Volvo C30 Machen Sie mit bei der grossen Leseraktion und fahren Sie ein Jahr lang gratis Volvo C30 Electric. Werden Sie Teil des exklusiven Volvo E-Teams und als Trendsetter, Umdenker oder Neulenker Botschafter für eine emissionsfreie Zukunft.

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öchten Sie zum exklusiven Kreis der Fahrer eines Volvo C30 Elec­ tric gehören und emissionsfrei in die Zukunft kurven? Dann machen Sie mit bei der grossen Leserak­ tion, und werden Sie neben Alain Juon, 25, dem bereits gesetzten Mitarbeiter von Volvo Schweiz, Mitglied des Volvo E-Teams. Ob als stilbewusster Trendsetter, umwelt­ bewusster Umdenker oder auch als dynami­ scher Neulenker, Sie haben die einmalige

Chance, ein Jahr gratis Volvo C30 Electric zu fahren. Zudem sind Sie im Frühling live als VIP dabei, wenn der elektrisierende Schwede am Genfer Autosalon seinen grossen Auftritt hat. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen und sich noch heute im Internet unter www.e-team.ch anmelden. Alain Juon, der bereits erste Erfahrungen mit dem Volvo C30 Electric sammeln konnte: «Genial, so völlig lautlos unterwegs zu sein. Ich öffnete auf den ers­

ten paar Kilometern extra das Fenster, um vom restlichen Verkehr etwas mitzukriegen, weil es im Fahrzeuginnern so ungewohnt ruhig war», sagt er schmunzelnd. Doch nicht nur das lautlose und völlig emissionsfreie Dahingleiten hat Alain Juon fasziniert: «Der Elektro-Volvo ist erstaunlich dynamisch und sprintet zügig los.» Kein Wunder, der 111-PS-Motor des Vier­ sitzers stellt ab Drehzahl null satte 220 Nm Drehmoment bereit. Wie vom Gum­ miband gezogen zischt er los. Und zwar so schnell, dass bis Tempo 50 selbst leistungs­ starke Benziner kaum mithalten können. Den Spurt von 0 auf 70 km/h bewältigt er in 6,0 Sekunden. «Ich hätte nicht gedacht, dass das Fahren mit einem Elektroauto so viel Spass machen kann», gibt der 25-Jäh­ rige zu. Der Stecker zum Aufladen des C30 ist dezent vorne im Kühlergrill versteckt.


publireportage Elektrisierend Fahren Sie wie Alain Juon, 25, als Teil des exklusiven Volvo E-Teams mit dem C30 Electric ­emissionsfrei in die Zukunft.

FAhrspass Auch als ElektroVersion mit 150 Kilometern Reichweite ist der C30 äusserst agil.

Elegant Unter der bekannten Volvo-Karos­serie versteckt sich der Antrieb der Zukunft.

Electric fahren

Markant Im Innern setzen eisblaue Details wie der spezielle Schalthebel Akzente.

Ansonsten blieb die Karosserie des Volvo trotz der innovativen Technik unverändert. Dafür profitiert der Elektro-Schwede natürlich von der bei Volvo gewohnt umfang­ reichen Insassensicherheit, für die der ­herkömmliche C30 beim renommierten Euro-

NCAP-Crashtest die Bestnote von fünf Sternen erhielt. Also, worauf warten Sie noch? Machen Sie noch heute mit bei der grossen Leseraktion, werden Sie Mitglied des exklusiven E-Teams, und fahren Sie mit dem Volvo C30 Electric emissionsfrei in die Zukunft!

So sind Sie bei der exklusiven Leseraktion dabei

Mitmachen und ein Jahr Volvo C30 Electric fahren u Melden Sie sich unter www.e-team.ch noch

Dynamisch Der C30 Electric sprintet emissionsfrei in 10,5 Sekunden auf 100 km/h.

heute an, und vielleicht fahren Sie schon bald ein Jahr lang den Volvo C30 Electric gratis. Unter allen Teil­ nehmern werden aus den drei Kategorien Neulenker, Umdenker und Trendsetter insgesamt 18 Kandidaten ausgewählt, die zu einem eintägigen Bootcamp an­ treten. Haben Sie es dann ins exklusive E-Team geschafft, werden Sie den Genfer Autosalon als VIP (inkl. Übernachtung im Starling Hotel) erleben und bei

der Präsentation des C30 Electric mittendrin dabei sein. Zudem haben Sie danach die einmalige Chance, den elektrisierenden Schweden ein Jahr lang gratis zu fahren. Mitmachen lohnt sich aber auf jeden Fall, denn unter allen Mit­machenden werden Volvo Special Edition E-Bikes von Stromer und weitere attraktive Preise verlost. u Anmeldung und Teilnahmebedingungen www.e-team.ch


Weekend Reisen, geniessen, rätseln! Nur elf Edelweiss-Stunden entfernt: Kapstadt. Eine aufstrebende City mit viel Lifestyle.

die neue edelweiss-destination

Fotos Eric Nathan / Getty Images, HO

Nonstop nach Kapstadt C Edelweiss-Angebot Für CHF 889.– ans Kap!

aptain Michael Schäuffele hatte die Erstflug-Ehre: Er steuerte den EdelweissAirbus 330-200 in elf Stunden pünktlich nach Kapstadt. Der Anfang einer vielversprechenden Geschichte: Edelweiss Air (255 Eco­nomy-Plätze, 30 Business-Sitze) fliegt bis Ende Mai am Dienstag und Freitag nonstop ans Kap des schönen Winter-

wetters. Eine Destina­tion, die viel zu bieten hat: Lifestyle in der City, ausserhalb der pulsierenden Stadt «Garden Route», aufstrebende Wein­güter und grossartige Golfplätze! Der Preis ist heiss: Wer dieses Jahr noch eincheckt, fliegt bereits ab 889 Franken hin. HE info www.edelweissair.ch, www.swiss.ch schweizer illustrierte

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Reisen

Treffpunkt Nr. 1 in El Gouna: die Abu Tig Marina. Mit vielen Restaurants und Blick auf den Jachthafen.

Traveldesk

Romantisch! Silvester im heimeligen Chalet u Interhome hat Vorschläge für ganz besondere Silvester-Nächte. Romantische Variante: Chalet in den Bergen. Das «Holzerheim» (drei Zimmer, vier Personen, offener Kamin) in der Region Flims/Laax ist in der Silvesterwoche für CHF 2301.– zu haben. INFO www.interhome.ch

Serfaus schneesicher! Bahn auf 3000 Meter u Schneesorgen hat man in SerfausFiss-Ladis keine mehr: Die neue Masnerkopf-Bahn (6er-Sesselbahn, Sitz­ heizung) führt (fast) auf 3000 Meter. Besondere Attraktion: Die Bergstation ist «unterirdisch» im Berg versteckt. Tolle Vorsaison-Angebote! INFO www.serfaus-fiss-ladis.at

SAMIH SAWIRIS’ LAGUNENSTADT EL GOUNA

Sport und Spass Schnorcheln, Tauchen, Kiten, Golfen: El Gouna am Roten Meer ist eine perfekte Badeferien-Destination. Mit Sonnengarantie und vernünftigen Preisen. In sicherer Distanz zum Krisengebiet Kairo.

W Belvedere-Hotels Scuol: Skipass inbegriffen u In den drei Belvedere-Hotels in Scuol ist man um gute Ideen nie verlegen: Wer hier wohnt (Zimmerpreise gleich wie im Vorjahr), kriegt den Skipass für Motta Naluns (80 Kilometer Piste) zum Null­ tarif. Après-Ski? Ab in den attraktiven Bäderkomplex! INFO www.belvedere-hotels.ch

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er spüren will, wie Samih ­Sawiris, der ägyptische Mil­ liardär und Resort-Bauer von Andermatt, tickt, fliegt mit Edelweiss oder Hello am besten mal ans Rote Meer. Sawiris hat der Wüste ein beeindruckendes Resort abgerungen, mit einem Dutzend Hotels, hundert Restaurants, Spital, internationalen Schulen und Villen in ­allen Preisklassen entlang den türkisblauen Lagunen. El Gouna wächst und wächst: Four Seasons bringt demnächst den grossen Luxus und einen dringend benötigten zweiten Golfplatz ins ­«Venedig des Roten Meers»; erste kleine

Boutique-Hotels («Maison Bleu») sind eröffnet. u Platzhirsch «Mövenpick Resort & Spa». Klassiker im El-Gouna-Angebot ist das «Mövenpick», mittlerweile auf 554 Zimmer ausgebaut. Schon die Lage ist fantastisch: direkt am Roten Meer, mit zwei Kilometern Privatstrand und vier grosszügigen Pools; drei sind geheizt, immerhin ist El Gouna eine GanzjahresDestination. Die Restaurants sind fest in Appenzeller Hand: Alfred Zuberbühler führt die 64-köpfige Brigade. Die Schlacht am Buffet wird auf ordentlichem Niveau geführt, das Thai-Restaurant Buo Khao


Hotel Nr. 1 in El Gouna Das «Mövenpick Resort & Spa». Riesiger Strand, drei Pools. Eine gute Adresse für Taucher, Schnorchler und Golfer.

Restaurant Nr. 1 in El Gouna Im «El Sayadin» direkt am Strand wird mit viel Geschick alles grilliert, was das Rote Meer hergibt.

mit Sonnengarantie (mit Thai-Köchinnen!) verblüfft. Glanzstück ist das «El Sayadin»: Seafood, exzellent grilliert, serviert auf dem Holzdeck am Meer unter dem Sternen­ himmel. u Tauchen, Kiten, Golfen. Sport muss sein in El Gouna. Kitesurfen zum Beispiel; die Trendsportart ist nicht allzu schwer zu lernen, und am nötigen Wind fehlts auch nie. Die Unterwasserwelt ist magisch: Anglerfische, Papageienfische, Rotfeuer und Clownfische («Nemo») in riesigen Schwärmen, ein paar Rochen, aber keine Haie … Fantastisch auch die Delfine, die elegant der Küste entlangschwimmen. Der Golfplatz ist attraktiv, aber heftig gebucht: Die ersten Flights schlagen bereits um 6.00 Uhr ab. u Treffpunkt Abu Tig Marina. Früher oder später entdeckt jeder Feriengast

die Abu Tig Marina, den eleganten Jachthafen mit Dutzenden von Restaurants. Wo trifft man Hausherr Samih Sawiris am ehesten? Im «Pier 88» (französisch-italienisch), im «Saigon» (vietnamesisch) oder im «Garage» – hier

serviert die Schweizerin Marlis Seves die besten Burger. El Gouna ist keine Party-Meile. Partys steigen schon: vor allem im «Papas Island» und in der «Bar 10», den Hotspots der Taucher und Kiter. HE

Check-in u Anreise Edelweiss und Hello fliegen regelmässig nach

Hurghada. Nach El Gouna sinds noch 22 Kilometer u Hotel Mövenpick Resort & Spa. 554 Zimmer direkt am

Roten Meer. Gute Restaurants («El Sayadin»), Angsana Spa, Tauch- und Kiteschule im Resort u Golf 18-Loch-Championship-Platz vor dem Hotel, mit Aqua Driving Range (Teetime frühzeitig reservieren!), DZ ab CHF 110.–. Hotelplan-Angebot; 1 Woche Samih Sawiris Er baute ­«Mövenpick El Gouna» inkl. Flug ab CHF 775.– u Infos El Gouna, will den Erfolg in Andermatt wiederholen. www.moevenpick-elgouna.com, www.hotelplan.ch

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En Guete

Herbst im Ofen KürbisFisch-Lasagne.

Schicht für Schicht Sie sind rasch zubereitet und schmecken einfach lecker: Gerichte aus dem Ofen. Die ideale Saison für Lasagne, Gratins und Aufläufe hat begonnen.

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Kürbis-FischLasagne

Zutaten (für eine weite ofenfeste Form von ca. 3 Litern, gefettet) Leichte Bechamelsauce (siehe Hinweis) 6 dl Milch, kalt, 3 Esslöffel Mehl, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer und Muskat 700 g Kürbis (z. B. Halloween), grob gerieben, 400 g tiefgekühlte Goldbuttfilets, aufgetaut, in ca. 1 cm breiten Streifen, 1/2 Bund Majoran, fein geschnitten, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 12 weisse Lasagne-Blätter, nicht vorgekocht, 70 g geriebener Parmesan Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen ca. 30 Min.

u Für die Bechamelsauce Milch und Mehl gut verrühren, unter ständigem Rühren aufkochen, bis die Sauce bindet. Pfanne von der Platte nehmen, würzen. Kürbis, Fisch und Majoran in einer Schüssel sorgfältig mischen, würzen. Einschichten Abwechslungsweise je ca. 5 Esslöffel Sauce, 3 LasagneBlätter, 1/4 Gemüse-Fisch-Mischung einschichten. Wenn die Lasagne-Blätter und die Gemüse-Fisch-Mischung auf­ gebraucht sind, mit der restlichen Sauce abschliessen. Parmesan darüberstreuen. Backen ca. 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, ca. 5 Min. stehen lassen.

HINWEIS Eine sämige Bechamelsauce gelingt auch ohne Butter. Diese leichte Variante kann auch für andere Lasagne-Rezepte verwendet werden.

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Kugelrunder Gratin

Zutaten (für eine weite ofenfeste Form von ca. 21/2 Litern, gefettet) Guss 2 dl Vollrahm, 1 Ei, 3 Esslöffel Oregano, fein geschnitten, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer 400 g Brätkügeli, 700 g Gschwellti, in Würfeln, 400 g Cherry-Tomaten, 1 Beutel Mozzarella-Kugeln (ca. 145 g) Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Backen ca. 40 Min. u Für den Guss Rahm und alle Zutaten bis und mit Pfeffer in einem Messbecher gut verrühren. Brätkügeli, Gschwellti, Cherry-Tomaten und Mozzarella mit dem Guss in der vorbereiteten Form mischen. Backen ca. 40 Min. in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens.

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En Guete

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Lauchgratin in Senfsauce

Zutaten (für eine ofenfeste Form von ca. 2 Litern, gefettet) 4 Lauche (ca. 800 g), längs halbiert, in Stücken, 2 dl Vollrahm, 1 dl Gemü­ sebouillon, 2 Esslöffel Senf, 2 Esslöffel Mehl, ½ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 16 Tranchen Bratspeck Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Backen ca. 40 Min.

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u Lauchstücke in die vorbereitete Form geben. Restliche Zutaten bis und mit Pfeffer gut verrühren, darübergiessen. Form mit Alufolie bedecken. Backen ca. 20 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Folie entfernen, Gratin ca. 20 Min. fertig backen. Speck in einer Bratpfanne knusprig braten, auf dem Gratin verteilen.

Nudelauflauf de Luxe

Zutaten (für eine hohe ofenfeste Form von ca. 2 Litern, gefettet) 1 Esslöffel Butter, 1 Zwiebel, fein gehackt, 1 Bund Petersilie, fein geschnitten, 20 g getrocknete Steinpilze, eingeweicht, abgetropft, 20 g getrocknete Morcheln, eingeweicht, abgetropft, 350 g Cham­ pignons, in Vierteln, wenig Zitronensaft, wenig Thymian­ blättchen, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 250 g Nudeln, Salzwasser, siedend Guss 2 dl Rahm oder Kaffeerahm, 1 dl Milch, 3 Eier, 50 g geriebener Sbrinz, 1 Messerspitze Muskat, wenig Pfeffer, 50 g geriebener Sbrinz, einige Butterflöckli Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 25 Min.

impressum

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr. 44, 100. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Chefredaktor a. i. Stefan Regez Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER International Fax +41-44-259 69 96 Chef­redaktion Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors), Beatrice Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Pisciottano creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­haltungschefin Fax 044 - 259 86 69 Bettina Portmann Nachrichtenchef a. i. Marcel Huwyler Politikchef vakant Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Stephanie Ringel Nachrichten Thomas Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Eva Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Bünter (Volontärin), Alejandro Velert Unter­haltung Sandra Casalini (stv. Unter­ Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten haltungs­chefin), Aurelia Forrer, Bar­bara Halter, Esther Meyer (Volontärin), Ramona Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Schweizer (Volontärin), Yvonne Zurbrügg (People) Sport Thomas Renggli kunst Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Verena Thurner, Lisa Merz Ko­ordi­na­ Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; tion Sonder­hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Geraldine Haas, Fabienne Hubler Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Layout/Pro­duk­tion Patrick Brun (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Fabienne Rodel, Nigel Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Ständige Mit­arbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl- (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Latour, Elizabeth Teissier si online Barbara Lanz (Leitung Redaktion), Yasmin Merkel (stv. Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Anouk Haimoff, Ramona Thommen iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Regula Revellado, Renée Sylvia Schauecker Buchhaltung Mirella Vignoni

Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

u Butter in einer Pfanne warm werden lassen, Zwiebel und Petersilie an­dämpfen. Pilze beigeben, kurz mit­dämpfen. Zitronensaft und Thymian beigeben, würzen, offen ca. 10 Min. weiterdämpfen, bis alle Flüssigkeit eingekocht ist. Nudeln im siedenden Salzwasser al dente kochen, abtropfen. Für den Guss Rahm oder Kaffeerahm und alle Zutaten bis und mit Pfeffer gut verrühren, mit Nudeln und Pilzen mischen, in die vorbereitete Form füllen. Sbrinz und Butterflöckli darauf verteilen. Backen ca. 25 Min. auf der untersten Rille des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens.

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GaultMillau Ristorante Boutique Hotel Tentazioni Via Cantonale 6654 Cavigliano Tel. 091 - 780 70 71 Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard Dienstag geschlossen www.ristorante-tentazioni.ch

Teamarbeit Erst kocht Matthias Althof. Für die Desserts übernimmt dann seine Frau Elvira das Kommando.

Schlemmen in den Tessiner Tälern

«Tentazioni», Cavigliano TI Tessiner Gourmets zieht es immer wieder in die «Valli», in ihre Täler. GaultMillaus Entdeckung des Jahres: Matthias und Elvira Althof im «Tentazioni».

Welch schöne Entdeckung! Ausgangs von Cavigliano, NEU getestet wo die Strasse ins Onsernone-Tal abzweigt, steht ein violett getünchtes, völlig renoviertes Haus. Hier wirten seit Sommer 2010 Matthias Althof und seine Frau Elvira Soler Althof. Und die Gäste rennen ihnen die Bude ein – völlig zu Recht. Man stellt von der «Prima Tentazione» bis zur «Tentazione Finale» das Menü selbst zusammen (zwei Gänge für 55 und acht Gänge für 120 Franken). Köstlich war schon die Spargel«Saltimbocca»: in Schinken einge­ wickelte Spargeln mit geschmolzenem Taleggiokäse und Blattsalat. Betörend gar das geräucherte Zandercarpaccio

mit Spinatsalat und einer Kugel RandenMeerrettich-Sorbet. In einer Glasschale über einer Rechaudkerze wurde die ­dicke Tomatencremesuppe serviert, bestreut war sie mit flambiertem, leicht schmelzendem Käse. Die Ravioli waren mit Ziegenfrischkäse von gleich nebenan gefüllt, im Teig spürte man Himbeeren und Limonen; aufgetragen wurden sie auf Rhabarberkompott – eine leicht süssliche, sehr spezielle Kreation. Unter einer Glasglocke kam das geräucherte Rindsfilet daher; die beim Heben hervorquellenden Rauchschwaden sorgten für einen effektvollen Gag, zum Fleisch von bester Qualität gabs Kartoffel-SpargelRagout. Ein Erlebnis auch der andere Hauptgang: Ein saftiges, ungewürztes

Kalbssteak servierte der Chef auf einem Himalaja-Salzstein – das Würzen blieb dem Gast überlassen; die zwei Tomätchen dazu schmeckten zart nach Vanille, der Kräuterrisotto war perfekt. Die Desserts sind Sache der ­Patronne: Zu einem warmen Rhabarber-Mandel-Törtchen assortierte sie Himbeer-Rosen-Glace mit einem leichten Duft nach Rosenblättern. Und auch das Traubensorbet mit Brachetto-Traubensaft war himmlisch. Auf der Wein­karte stehen Tessiner zu vernünftigen Preisen, etwa ein Tre Sorelle 2009 von Umberto Monzeglio in Taverne. Das alles verdient schon zum Start 15 Punkte. Matthias Althof ist unsere «Ent­ deckung des Jahres» im Tessin. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Bruno Voser

Wein-Tipp Malbec aus Freienstein Andreas Schwarz gehört zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung Junge Schweiz – Neue Winzer (www.jsnw.ch). Auf seinem Weingut in Freienstein ZH werden regional­ typische Sorten wie Riesling x

Sylvaner und Pinot noir, aber auch Spezialitäten wie Malbec produziert. Eine Sorte, die man vor allem aus Argentinien kennt. Der Malbec Bastard 2009 (13,5 %) ist 16 Monaten im Eichenfass gereift und leuchtet in kräftigem Rubinrot. In der Nase ist er intensiv und

fruchtbetont. Schwarze Kirschen und Backpflaumen herrschen vor. Im Gaumen ist der Wein üppig und expressiv. Noten von kandierten Kirschen, Schwarzwäldertorte und Cassis begeistern. Ein moderner Schweizer, ideal zu Wild und Lamm.

Weingut Schwarz Freienstein Tel. 044 - 865 13 12 www.weingut schwarz.ch Bis 2013 geniessen. u CHF 25.–

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Auto

schon gefahren MERCEDES SLS AMG ROADSTER

Nur Fliegen ist schöner Falls es einen Autohimmel gibt, dürften die Harfen dort tönen wie der Mercedes SLS AMG Roadster. Als offener Zweisitzer ist der Supersportwagen noch berauschender als das Coupé.

E

inen haben wir schon verkauft», begrüsst uns AMG-Chefentwick­ ler Tobias Moers schmunzelnd zur Testfahrt. Tags zuvor hatte eine Passantin die für den Pressetest schön aufgereihten Roadster entdeckt, sich zu Moers durchgefragt – und unterschrie­ ben: CHF 285 000.–, ohne Optionen. Verrückt? In Winterthur oder in Chur sicher. Nicht aber hier, am Hafen von Monaco. Der offene SLS AMG passt perfekt an die Côte d’Azur. Klar haben die Flügeltüren des Coupés ihren Reiz. Aber die Form des Roadsters mit den herkömmlichen Türen ist nicht weniger atemberaubend, der Blick über seine Haube im Öltankerformat nicht weniger spektakulär – und den konstruktions­ bedingten Verlust der Flügeltüren lässt

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der stahlblaue Himmel über dem Kopf schnell verschmerzen. Zumal man sich offen einen der schönsten Gehörschä­ den der Autowelt zuziehen kann: Das Gaspedal weckt Klangkulissen, die man nur von Gewittern kennt. Dieser Bolide

Schöner wohnen Markentypisch macht der SLS nicht auf karges Sportstudio, sondern bietet ein sehr opulentes Verwöhnambiente.

donnert und röhrt, als schleudere einem Zeus die Blitze persönlich hinterher. Zum famosen Klang gibt es brachialen Vortrieb. Stemmen sich 571 PS und 650 Nm (ab 4750/min) auf die Hinter­ räder, jagt der SLS die sieben Stufen seines Automaten im Eiltempo hoch, geht ab wie ein Fussball beim Elfmeter­ kick und wieselt behände durch Kurven wie ein kleiner GTI. Klar, die ganz engen Kehren sind dem 1,7-Tönner genau das: zu eng. Aber zur Faszination zählt, dass der SLS eben auch ganz anders kann, als Zehntelsekunden zu jagen. Alles passt und lässt sich ohne Rätselraten bedienen. Es gibt genug Platz für zwei, der Wind krümmt uns offen kein Haar – und geht man es ruhig an, blubbert er leise und haut keine Falten ins Jackett. Bei Regen schliesst das feine Stoffdach bis Tempo 50 in nur elf Sekunden. Also 0,3 Sekunden schneller, als der SLS auf Tempo 200 jagt. Timothy Pfannkuchen


News

CITROËN DS5 FRANZÖSISCHER LUXUS MIT GRÜNEM GEWISSEN u Citroën baut die noble DS-Palette weiter aus: Auf DS3 und DS4 folgt der DS5. Der 4,53 Meter lange Fünftürer beeindruckt mit einem äusserst hochwertigen Cockpit. Die hohe Sitzposition und das kurvenfreudige, aber auch komfortabel abgestimmte Fahrwerk stempeln ihn zum Gleiter. Ausser als Benziner (156 oder 200 PS) und Diesel (112 oder 163 PS) ist er nach dem 3008 von Peugeot als der weltweit zweite Dieselhybrid zu haben. Weil der Diesel die Vorder- und der E-Motor die Hinterräder antreibt, hat der DS5 Hybrid4 Allrad. Trotz 200 PS soll er nur 3,8 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Die DS5-Preise (ab März) sind noch offen und sollen ab ca. CHF 40 000.– starten.

Idealmasse Unter der riesigen Haube des SLS AMG Roadster lauern acht Zylinder – und Motorklänge wie aus Bubenträumen.

MERCEDES SLS AMG ROADSTER Gut behütet Das prima gedämmte Stoffverdeck des SLS sieht auch geschlossen sehr stimmig aus. u Motor 6,2-Liter-V8, 571 PS u 0 bis 100 km/h 3,8 s u Spitze 317 km/h u Verbrauch 13,2 l/100 km u CO2-Ausstoss 308 g/km u Energieeffizienz G u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 285 000.– u Konkurrenten Audi R8 GT Spyder,

Aston Martin DBS Volante, Ferrari 458 Spider, Lamborghini Gallardo Spyder,

Porsche 911 Turbo S Cabrio u. a. u Unser Urteil Atemberaubend schön,

irrsinnig schnell, so komfortabel wie dynamisch und für diese Leistung beim Verbrauch im Rahmen: Der SLS lässt keine Fragen offen, ist verblüffend alltagstauglich und fühlt sich an wie ein fahrender Lottogewinn. So einen braucht man bei dem Preis auch. Aber vom Supersport-Roadster zu träumen, ist erlaubt – und gottlob ganz gratis.

VOLVO V60 HYBRID SCHWEDISCHER PLUG-IN MIT FLÜSTERGARANTIE u Nach Citroën DS5 (siehe oben) und Peugeot 3008 soll im Sommer auch der Volvo V60 als Dieselhybrid an den Start gehen – aber dank zu Hause «vor­ getanktem» Strom im reinen Elektro­ modus viel weiter kommen. Bis 50 Kilometer bei bis zu 100 km/h soll der V60 Plug-in-Hybrid flüsterleise und ohne Emissionen mit Batteriestrom schaffen, ehe der Hybridantrieb die Regie übernimmt. Wie bei der Konkurrenz sitzt der Diesel vorne und der E-Motor hinten – was den V60 zum 285 PS starken Allradler macht. Auf den ersten 100 Kilometern (also inklusive elektrischem Streckenanteil) sollen dem Fünftürer 1,9 Liter je 100 Kilometer reichen. Der Preis ist derzeit noch nicht bekannt. schweizer illustrierte

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Horoskop

«Der Vollmond am 10. macht manche nervös»

zwischen Sonne und Uranus (8.) und Saturn–Merkur (9.) weisen verstärkt auf schwierige Verhandlungen, Explosionen, Brände etc. hin. Günstig hingegen sind die Aspekte von Pluto mit Merkur und Venus (am 6.) für Kulturelles, Diplomatie oder einen Besuch, ein Treffen mit Freunden, ein Fest.

widder 21.–30. 3. Man liegt Ihnen zu Füssen, Ihr Charme bezaubert. Gehen Sie aus, speziell am 6./7. Oder es kommt zu einer denkwürdigen Begegnung, und eine unerwartete positive Wende kündigt sich an? Liebe auf den ersten Blick? 31. 3.–9. 4. Sie schmieden Reispläne, entdecken neue Horizonte. Nach dem 9. kann es zu ­interessanten Begegnungen kommen. Exzellent der 12. 10.–20. 4. Jemand könnte Sie manipulieren, aber Sie ­haben einen guten Instinkt (7., 9.). Freunde bieten ihre Hilfe an, und Sie gehen den Dingen auf den Grund.

stier 21.–30. 4. Sie ernten die Früchte eines Vor­ habens, das auf Juli zurückgeht, und sind zufrieden. Die nächste Etappe ist für Ende Januar: eigenes Unterneh­ men, Beförderung, Heirat, Nachwuchs? 1.–10. 5. In einer Partnerschaft sollten Sie derzeit Kompromisse eingehen und abwarten (6.). Am 10. (Vollmond) sind Sie nervös, können Ihre Gefühle kaum kontrollieren. 11.–20. 5. Die Stimmung zu Hause könnte angespannt sein (7., 11.), und Sie sollten nicht noch Öl ins Feuer giessen! Ausser­ dem sollten Sie sich gesundheitlich schonen!

zwillinge 21.–31. 5. Lassen Sie auch den Partner zu Wort kommen, hören Sie sich seine Argumente an (am 9., 12.)! Mit einer neuen Idee sammeln Sie Pluspunkte, am 6. lässt eine Begegnung manche Herzen schneller schlagen. 1.–10. 6. Unternehmen Sie etwas gegen ­chronische Beschwerden (Bewegung, gesündere Ernäh­ rung?). Am 10. und 12. erreichen Sie mit Ihrem Charme mehr als erhofft. Schöne Stunden am 8. 11.–21. 6. Sie sind effizient und dynamisch, verdanken Mars viel Energie (7., 9.). Am 11. sollten Sie nichts überstürzen, sich schonen!

krebs 22. 6.–1. 7. Sie gehören zu den Favoriten. Jupiter bringt schöne Chancen und Angebote (Folge von Juli?), manchmal Gewinn, Beförderung (6., 9.). Am 7. sind Sie leicht reizbar. 2.–12. 7. Sie kommen gut über die Runden, erledigen Ihr Pensum schneller als geplant. Der Vollmond am 10. ist exzellent, Sie amüsieren sich blen­ dend, Ihre gute Laune wirkt ansteckend. 13.–22. 7. Ihnen fällt nichts in den Schoss, und Sie müssen sich anstren­ gen, um den Anschluss nicht zu verlieren (am 8., 9.). Am 7. und 11. Ihr Budget nicht zu sehr überziehen!

löwe 23. 7.–1. 8. Sie sind kreativ, können mit einer neuen Idee Punkte sammeln. Und Sie erleben Stunden voller Romantik, gewinnen neue Sympathien. Am 6., 7. und 12. stehen Sie im Mittelpunkt. 2.–12. 8. Wi­ dersprüchliche Einflüsse: an Tagen, wie dem 8. oder 10. (Vollmond) sind Sie nervös und reizbar, aber Spass und gute Laune am 11./12., vielleicht eine aufregende Begeg­ nung. 13.–23. 8. Sie kommen mit Riesenschritten voran, sollten aber am 7. auf der Hut sein (Vorsicht, Falle!). Oder man will Sie manipulieren? Am 8. gehts bergauf.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind kreativ, aber bei Ver­ handlungen oder Abmachungen auf der Hut sein, denn Sie sind zerstreut, könnten einen Fehler machen (am 9.). Oder eine Angehörige braucht Hilfe? 3.–12. 9. Sie können sich offen aussprechen, finden passende Worte (am 6.). Der Vollmond am 10. begünstigt ein Treffen. Am 12. könnte es anders kommen als erwartet, Sie müssen improvisieren. 13.–23. 9. Routinewoche. Am 6. mehr auf Ihren Partner hören, seine Vorschläge objektiv über­ denken. Günstig für berufliche Diskussionen wird der 11.

waage 24. 9.–3. 10. Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor, am 6./7. liegt man Ihnen zu Füssen. Eine Begeg­ nung lässt Ihr Herz höherschlagen? Eine Versöhnung, gute Nachricht (Ausland?) sorgt am 12. für gute Laune. 4.–13. 10. Sie müssen sich mit Ihren Finanzen beschäfti­ gen und sind unter Druck. Sie finden aber die richtigen Argumente und finden eine Lösung. Am 10. (Vollmond) sind Sie nervös. 14.–23. 10. Sie spielen die Rolle des Schiedsrichters, analysieren die Lage besonnen, können Freunden helfen (am 7.). Schwieriger wirds am 8. und 9.

skorpion 24. 10.–2. 11. Ein juristisches oder adminis­ tratives Problem (von Juli?) könnte wieder aktuell wer­ den, aber gemeinsam mit dem Partner finden Sie eine Lösung. Am 6./7. wäre ein Gewinn möglich (für nach dem 27. Geborene). 3.–12. 11. Sie kommen gut vorwärts. Nur am 10. (Vollmond) sind Sie nervös und sollten mehr auf Ihren Partner hören, der die Lage objektiver einschätzt. 13.–22. 11. Hektische Woche! Zu Hause könnte eine ­Panne (Wasser?) nerven. Oder Probleme mit Kollegen, Intrige? Am 7. haben Sie nicht den richtigen Durchblick.

schütze 23. 11.–2. 12. Venus verleiht Ihnen unwider­ stehlichen Charme, Sie verbringen schöne Momente vol­ ler Romantik (am 6./7.). Oder Sie lernen neue Freunde kennen? Auch günstig für Studien, Reisen, wichtige Ter­ mine. 3.–12. 12. Exzellente Woche für ein Treffen, eine Reise, ein Examen. Sie sind auf dem richtigen Weg, kön­ nen mit neuen Ideen punkten (12.). Missverständnisse nur am 9. 13.–21. 12. Sie sind auf der Überholspur und körperlich fit (7., 8., 9.). Einige kommen ihren Idealen näher, entdecken neue Interessen (Kunst, Musik etc.).

steinbock 22.–31. 12. Projekte oder Angebote von Juli versprechen Erfolg (mit der nächsten Etappe im Febru­ ar). Aufstieg, Geldgewinn, Heirat, Nachwuchs? Exzellent der 9. und 12., etwas hektisch der 7. 1.–10. 1. Alte Freunde melden sich unverhofft, oder Sie gewinnen neue ­Freunde. Der Vollmond am 10. ist exzellent, Ihre Projekte ­haben Rückenwind. Am 8. sind Sie gestresst (Panne?). 11.–20. 1. Sie müssen mit einigen Restriktionen rechnen (am 8. oder 9.). Vor allem die vor dem 14. Geborenen: Probleme mit Angehörigen, chronische Beschwerden?

wassermann 21.–30. 1. Sie amüsieren sich, freuen sich über eine gute Nachricht. Oder Sie treffen alte Freunde? Am 6./7. erleben einige eine Sternstunde. Manchmal ein radikaler und positiver Neuanfang! 31. 1.–9. 2. Sie sind unter Druck, aber gleichzeitig sehr schlagfertig (am 12.). Nur am 10. (Vollmond) sind Sie nervös oder neigen zu Exzessen (Ernährung, Drinks?). 10.–19. 2. Mars in ­Opposition nervt und verleitet Sie zu voreiligen Gesten (Vorsicht am Steuer, im Umgang mit Feuer usw.!). Dis­ kussionen (Partner?) könnten ausarten (am 7. oder 11.).

fische 20. 2.–1. 3. Es kann zu Missverständnissen und Verzögerungen mit Kolleginnen kommen (am 8.). Vor dem 26. Geborene können Erfolge verbuchen (oft eine Konsequenz von Juli), erleben eine sehr positive Wandlung. 2.–10. 3. Sie kommen zügig voran, agieren sehr clever. Exzellent für Reisen, Schreibarbeiten etc. Am 10. (Vollmond) flattert eine gute Nachricht ins Haus. 11.–20. 3. Überwiegend Routine. Folgen Sie am 6. Ihrer Intuition, auf Ihre innere Stimme hören! Der 11. wäre günstig für eine offene Aussprache oder ein Treffen.

ihr tages-horoskop 116

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Dr. Elizabeth Teissier


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Teilnahmeschluss Sonntag, 6. November 2011

6 1 8

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REBUS

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3 9 6 2 5 4 8 7 1

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Lösung: 784

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8

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 2 4 7 6 8 1 5 9 3

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REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 43

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Lösung: 472

1 5 4 6 2 9 7 8 3

5 2 9 8 3 6 1 4 7

3 4 6 7 5 1 9 2 8

7 8 1 2 9 4 5 3 6

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leser

Carla Brunis Aktfotos: schlechter Stil oder spannende Fakten? einmaliger Ausrutscher Ihrer Redaktion.» u Mama Bruni, ihr wildes

Leben, ihre Männer, SI 42/2011 «Den Beitrag über Carla Bruni fand ich sehr spannend. Ich kannte die schöne Dame bisher nur als Ehefrau von Präsident Nicolas Sarkozy. Jetzt sehe ich in der Schweizer Illustrierten, dass Frau Bruni früher Sängerin war und sogar als Nacktmodell fotografiert wurde, das wusste ich nun wirklich nicht. Eine enorm vielfältige Frau mit einer sehr spannenden und bewegten Lebens­ geschichte, und jetzt ist sie auch noch einmal Mama geworden. Also mir ­imponiert diese Madame Bruni.» H. Zeier, Schaffhausen

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«War es denn wirklich nötig, ausgerechnet kurz vor der Niederkunft von Carla Bruni über ihr wildes Leben zu berichten, ausgeschmückt mit Fotos ihrer dama­ ligen Liebhaber sowie einem Nacktfoto von ihr? Ich finde es schlechten Geschmack und bin ziemlich enttäuscht. Das entspricht doch nicht dem Stil der Schweizer Illustrierten, oder doch? Oder haben Sie Ihre Archive nur durchforstet, um skandallüsterne Leser bei der Stange zu halten? Viele von uns waren doch in unserer eigenen Jugend auch keine Tugendschäfchen, warum also gerade zum jetzigen Zeitpunkt alte Geschichten ausgraben? Ich hoffe, das war nur ein willi

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lockerer und charmanter Bundesrat u Mit Bundesrat Johann Schneider-­ Ammann in Südamerika, SI 43/2011 «Solche Berichte wie über Bundesrat Schneider-Ammann auf SüdamerikaReise schaue ich mir sehr gerne an. So locker und charmant sieht man unsere höchsten Schweizer sonst nie. Der Bericht hat super Fotos, am besten gefällt mir das Bild des Ministers mit Helm und skeptischem Blick. Beim Lesen fällt mir auf, wie gedrängt so ein Programm einer Bundesratsreise ist, da leistet Schneider-Ammann wirklich Beachtliches. Hoffentlich bringen Sie bald wieder so eine Reportage von unseren Bundesräten auf Reise.» Karl Fluri, Spreitenbach AG

Keine Tierpartei im Schweizer Fernsehen? u Die Aussenseiterparteien im Wahlkampf, SI 42/2011 «Ein grosses Lob dafür, dass Sie auch den weniger bekannten Parteien einen Platz eingeräumt haben. Die Kandidaten der Tierpartei haben in einigen Kantonen ein be­acht­liches Resultat erzielt. Dies blieb zum Beispiel bei der Berichterstattung des Schweizer Fernsehens gänzlich ­unerwähnt. Das finde ich traurig und peinlich und entspricht sicher nicht dem Auftrag von SF gegenüber uns Gebührenzahlern.» A. Kupferschmid, Oftringen AG

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«Gut, dass die Masseneinwanderung der SVP ins Bundeshaus gestoppt wurde, gell, Mami.»

Ein schönes Plätzchen für die Rose u Rose der Woche, SI 41/2011 «Die Rose der Schweizer Illustrierten habe ich mit sehr grosser Freude entgegen­ genommen. Ich habe für sie einen vorzüglichen Platz gefunden. Für die Auszeichnung möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken.» Johann Martin Wyss, Gemeindepräsident von Mutten GR

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über links und rechts und Frank A. Meyer Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, sind die Schweizer Medien eigentlich links? Den Eindruck habe ich nun wirklich nicht. Ach nein? Zumindest ist dies doch, generell gesagt, die land­läufige Meinung. Lieber Marc Walder, links und landläufig sind doch sehr unscharfe Begriffe. Dann schärfe ich etwas nach: Professor Roger Blum hat eine aufwendige Studie durchgeführt. Resultat: Auch wenn die Schweizer Medien gegenwärtig ein wenig nach rechts wandern, sind sie doch mehrheitlich links bis linksliberal positioniert. Da bin ich aber erleichtert, weiss doch wenigstens der Professor aus Bern, was links ist. Mir fällt diese Positions­ bestimmung jedenfalls immer noch schwer. Vielleicht ist es ja so, dass der Medienwissenschafter Weltoffenheit und geistige Offenheit mit «links» gleichsetzt. Ich schärfe gern noch weiter nach: SVP-Präsident Toni Brunner sieht die Schweizer Medienlandschaft «ganz klar links dominiert» – die «Weltwoche» einmal ausgenommen. Nach dem Wissenschafter zitieren Sie also nun das Gegenteil eines Wissenschafters. Immerhin hat Herr Brunner einen klar definierten Standort, von dem aus er die Medienszene einteilt: Alles, was links von der SVP steht, also auch links von der «Weltwoche», ist aus dieser Sicht natürlich links. Allerdings sollte man anfügen, dass rechts von der SVP nicht mehr viel Platz ist, links von ihr dagegen sehr viel. Das heisst, wer links von der SVP steht, kann immer noch weit rechts stehen.

Sie werden es mir gewiss gleich sagen … Ganz einfach: Ich bin ich. Und ich gebe Ihnen dazu ein Beispiel: Wenn es um den Islam geht, bin ich ein radikaler Kritiker dieser Religion, die sich in Europa breitmacht. Das gilt «landläufig», wie Sie sagen würden, als rechts, als weit rechts sogar. Vielleicht ist es aber auch eher links – und die Linke hat es nur noch nicht gemerkt, oder sie hat es vergessen. Also überlassen wir doch, lieber Marc Walder, diesen ganzen Etiketten-Mumpitz am besten dem Herrn Blum. Gottlob haben wir ­Professoren, die wir im Zweifelsfall fragen können. Das klingt jetzt eher ironisch. Die ewige Quengelei, alle Journalisten seien gegen die SVP, ist so lächerlich, dass sich jede ernsthafte ­Diskussion ­darüber verbietet. Aber Sie sind doch gegen die SVP? Ich bin gegen radikale Ideologen von links und rechts. Das ist die klassische Position des Demokraten. Die Zeitung «Sonntag» berichtete, dass die wichtigsten ­Schweizer Chefredaktoren einen zweiten Bundesratssitz für die SVP befürworten. Wie sehen Sie das, Frank A. Meyer? Erstens handelt es sich bei den Chefredaktoren keineswegs um die wichtigsten, fehlen doch die von «Blick», «Sonntags­ Blick» und «20 Minuten», also die Chefs der grössten ­überregionalen Zeitungen. Zweitens ist das Ganze eine Kinderei. Drittens handelt es sich um die inzwischen ­sattsam bekannte Liebedienerei von Journalisten gegenüber der SVP. Womit sich übrigens die Behauptung, die Medien stünden links, von selbst erledigt. 

Die Berner Studie hält auch fest, dass der «SonntagsBlick» aufgrund Ihrer Kolumne, Frank A. Meyer, als linksliberal zu gelten habe. Sind Sie zufrieden mit dieser Einordnung? Sie klingt wie ein Kompliment.

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

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schweizer illustrierte

MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin Foto Thomas Buchwalder

Wie meinen Sie das jetzt? Na ja, links und liberal zu sein, ist doch nett. Was gäbe es gegen dieses Etikett einzuwenden?


N ER ILLUSTRIERTE IZ E W H C S R E D HSTE WOCHE IN C Ä N : A R T X E N 16 SEITE

T S S U W E B T L E W UM ! T F N U K U Z E I D IN

+++ OPEL AMPERA: UMWELTSCHONEND IN DIE FERIEN +++ NISSAN LEAF: AM BERG +++ BMW: DAS ELEKTROAUTO-DESIGN +++ VW: DAS E-AUTO ALS STROMSPEICHER? +++ IM TREND: E-SCOOTER +++ ALLE NEUHEITEN: E-AUTOS UND HYBRIDE



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