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Mit «al dente» Exklusiv

Oswald Grübel CS-Präsident Urs Rohner würdigt den Ex-Chef der UBS

Die neue Miss Schweiz

Königin Alina Die schöne bernerin über Gott, Geld und ihre Liebe zu Fabien

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26. September 2011 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 39, MONTAG, 26. September 2011

Titel Titelbild Thomas Buchwalder; Inhalt Martin Rütschi / Keystone

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Alina Buchschacher So tickt die schönste Schweizerin. Wen sie liebt, wie sie lebt. Und: Die lange Nacht der Wahl

Leute 7 8

Tagebuch von Stefan Regez Leute Dominique & Michelle Gisin, Jesko Raffin, Mirjam Jaeger, Thomas Garcia

Party 12 17 113

Zurich Film Festival Opening Night Zentralschweizer Wirtschaftsforum Gipfeltreffen auf dem Pilatus Köche für Afrika Charity-Gala in Basel

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u Bitterer

Abgang Der Vollblut-Banker Oswald Grübel prägte den Schweizer Finanzplatz während vier Jahrzehnten. Am Samstag trat er als UBS-Chef zurück. Eine Würdigung. schweizer illustrierte

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Leute 28 36 42

Inhalt

Oswald Grübel CS-Präsident Urs Rohner über seinen Freund und Konkurrenten Steffi Buchli Keck & witzig. Homestory bei der wirbligen TV-Sport-Moderatorin Bastien Girod & Ellen Tkatch Schön grün. Das Glamourpaar der Schweizer Politik

Sport 46

Giulia Steingruber Bereit für die WM: Der Spagat der Schweizer Kunstturnerin

Wirtschaft

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Markus Landolt Schweizermacher. Die Erfolgsstühle von Horgenglarus Martin Bachofner So lebt Mr. Gstaad. Und: Fünf Tipps vom Tourismus-Direktor

Jubiläum

u Grüner

Glamour Sie verkörpern die neue Generation der «Seide-WolleBast-Ökofreaks»: sexy, unverkrampft, mit Humor! Wie grün wird man, wenn man mit Nationalrat Bastien Girod das Bett teilt? Ellen Tkatch: «Natürlich färbt das ab.»

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100 Jahre Schweizer Illustrierte 1. Folge: Amundsen, Kaiser Wilhelm II., Mata Hari, Mary Wigman, Benedikt XV., Hans Erni

Shopping 73

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 87 88 91

Gehör Wo heute die Gefahren liegen Sexualität Der Schlüssel zu erfüllter Lust Schönheit Eigenblut zeigt Wirkung

Die Besten 93

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Marcel Nöcker (2), Hermann Stauder

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u 100 Jahre Von Beginn an stehen in der Schweizer Illustrierten Menschen im Mittelpunkt – wie diese Tessinerin 1920.

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u Mit Stil Privat kombiniert Steffi Buchli gern wild. Ihr TV-Outfit hält sie schlicht: «Mit meiner Frisur falle ich schon genug auf.»

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 34 Notabene von Helmut Hubacher 122 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 116 Horoskop 120 Leserbriefe/Impressum

Mehr News, mehr Bilder:

www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

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tagebuch

Schöne Geste, schöne Frau! Oswald Grübel Am Samstagmittag erreicht

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

uns die Meldung, dass der UBS-Chef zurücktritt. Per sofort. Ein Abgang, der erwartet werden konnte und doch überraschend abrupt kommt. In seiner Konsequenz ist er charakteristisch für Oswald Grübel: für den Frührentner, dem es auf dem Golfplatz langweilig geworden war, der die UBS in den letzten zwei Jahren aus der grössten Krise herausgeführt hat. Nun übernimmt der Vollblut-Banker die Verantwortung dafür, dass einer seiner Mitarbeiter 2,3 Milliarden Dollar verspekuliert und die Grossbank wieder in die Krise gestürzt hat. Wir sagten uns, Grübel hat deswegen eine Würdigung verdient. Und fragten uns, wer könnte diese schreiben. SI-Wirtschafts­chefin Nina Siegrist sondierte auch bei Peter Hartmeier, Kommunikations­ chef UBS Schweiz. «Ich wünsche mir Urs Rohner», liess Grübel ausrichten. Den Verwaltungsratspräsidenten der Credit Suisse! «Für Ossi mache ich das gerne», sagte Rohner postwendend. Wir waren baff. Der Präsident der Credit Suisse würdigt in der Schweizer Illustrierten den scheidenden Chef der UBS, seinen Freund und Konkurrenten. Ganz persönlich. In diesen Krisenzeiten eine besonders schöne Geste über den Zürcher Paradeplatz hinweg. Für die kritische Note in der UBS-Saga sorgt in dieser Ausgabe SI-Kolumnist Helmut Hubacher. «Auf Wiedersehen, Ossi!» – ab Seite 28. «Endstation Milliardenloch» – Seite 34.

Alina Buchschacher

Foto Thomas Buchwalder

Vertraut Die neue Miss Schweiz Alina Buchschacher mit SI-Redaktorin Aurelia Forrer am Sonntagmorgen auf der Terrasse des Villa Principe Leopoldo Hotel & Spa in Lugano.

Samstagabend, 22.02 Uhr, die neue Miss Schweiz wird gekürt: Alina Buchschacher, die amtierende Miss Bern. Als Berner bin ich geneigt zu sagen: endlich! Seit 1981 warten wir auf eine Miss, die Berndeutsch spricht. Wobei die Seeländerin Tanja Gutmann auch zählen sollte, aber 1997 als Solothurnerin gewählt wurde. Keine Angst, liebe Leserinnen und Leser, so viel Lokalkolorit habe ich als Jury-Mitglied der Miss-Schweiz-Wahl 2011 selbstverständlich nicht einfliessen lassen. Im Gegenteil, ich gebe es offen zu: Ich hatte andere Kandidatinnen favorisiert und war überrascht über die Wahl des Publikums. Aber bei Miss-Wahlen gilt die gleiche Regel wie bei allen anderen Wahlen und Abstimmungen auch: Das Volk hat immer recht. Und tatsächlich bringt die bernisch-karibische Schönheit alle Voraussetzungen mit, um uns in ihrem Amtsjahr zu verzaubern. Alina ist etwas schüchtern, blüht aber auf, wenn sie Vertrauen gefasst hat. Sie mag es gemütlich und ist temperamentvoll zugleich. «Und sie besitzt eine zarte Schönheit und einen zurückhaltenden Charme – mit ihren braunen Kulleraugen kombiniert, ruft das den Jö-­Effekt hervor», sagt SI-Redaktorin Aurelia Forrer. Sie hat Alina Buchschacher im Mai kennengelernt. Dann zu Hause in Bern besucht. Sie im Juni ins Missen-Camp nach Zermatt begleitet. Und am Sonntagmorgen zum grossen, intimen Interview in Lugano getroffen. «Exotisches Bärner Modi» – ab Seite 18. Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche mit der Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Freuen sich auf den ersten Schnee: Michelle und Dominique Gisin (r.) zu Hause in Engelberg OW.

Dominique & Michelle Gisin

Rasende Schwestern u Sie sind die schnellsten Schwestern im Schweizer Skisport: Dominique und Michelle Gisin. Die Engelbergerinnen teilen aber auch eine medizinische Leidensgeschichte. Dominique, 26, musste sich schon achtmal am Knie operieren lassen. Die acht Jahre jüngere Michelle erlitt an den Schweizer RiesenslalomMeisterschaften Ende März einen

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Kreuzbandriss. «Immerhin konnte mir Dominique den besten Chirurgen empfehlen.» Sechs Monate später ist Michelle wieder fit und mit dem Team bereits wieder voll im Schneetraining. Gleichzeitig sammelt sie wertvolle Erfahrungen für ihre Matur­arbeit. Thema: Alternativmedizin im ­alpinen Skirennsport. thomas renggli


leute

Trophäensammler: Jesko Raffin mit dem YamahaR6-Cup-Pokal im Kinderzimmer und mit Mutter Peggy, Vater Andi, Bruder Nico, 12, und Familien-­ hund Chicho.

jesko raffin

Teenager auf der Überholspur

Fotos Kurt Reichenbach, Fabienne Bühler (2), HO (2)

u Er rast mit 270 Stundenkilometern durch die Jugend. In seinem Zimmer zu Hause in Zürich Albisrieden türmen sich die Pokale. Seine Mutter Peggy sagt: «Ich leide während der Rennen so sehr mit, dass ich mich auf dem WC einschliessen muss.» Der Zürcher Jesko Raffin ist der schnellste 15-Jährige weit und breit. Als jüngster MotorradRennfahrer gewann er am vorletzten Wochenende in Deutschland die Gesamtwertung des prestigeträchtigen Yamaha-R6-Cups. Das Leben auf der

Überholspur bringt Ruhm und Ehre, ­ es verursacht aber auch Kosten. 100 000 Franken investiert Vater Andi Raffin jährlich in den Sport seines Sohnes – Tendenz steigend. Der Return on Investment soll spätestens in zwei Jahren folgen, wenn Jesko auf WM-­ Stufe startberechtigt ist. Bis dann möchte er der Weltspitze noch näher kommen – und im Zürcher Schulhaus Letzi die Sekundarschule abschliessen. Wie ein ganz normaler Teenager – nur ein bisschen schneller. thomas renggli

Rose

kaktus

Peter Uhr «Tiptopf»-Verleger u Erinnern Sie sich? Haushaltsschule – und das erste selber gekochte Riz Casimir. Seit 25 Jahren lernen die Schülerinnen und Schüler das Abc des Kochens mit dem «Tiptopf», dem meistverkauften Schweizer Lehrmittel. Das Schulkochbuch ist längst Kult, und dieser Tage erscheint das zweimillionste Exemplar. «Tiptopf»Verleger Peter Uhr und dem Autorinnen-Team sei herzlich gratuliert. Kann gut sein, dass bei der nächsten «Tiptopf»-­ Buchüberarbeitung ein neues Rezept aufgenommen wird: das Rosensoufflé à la Schweizer Illustrierte.

Roger Tognella Fraktionspräsident FDP Stadt Zürich u Die Zürcher Krawalle an den letzten Wochen­ enden regen auf, keine Frage. Doch was FDP-­ Politiker Roger Tognella dazu denkt, ist ätzender als jede Tränengaspetarde: Falls die Ausschreitungen anhalten, so der Zürcher, könnte das ein Fall fürs Militär werden. Nicht an der Front, meint Tognella, sondern für Logistikaufgaben. Schweizer Militär gegen Demonstranten – hatten wir schon mal: 1918 (3 Tote) und 1932 (13 Tote). Die innere Sicherheit ist ganz klar Aufgabe der Polizei! Stachelkaktus für Sie, Herr Tognella, und bitte, missbrauchen Sie ihn nicht als Stacheldrahtersatz. schweizer illustrierte

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leute

Besuch in der Heimat: ­Mirjam Jaeger mit Freund Adam Taylor in Zürich.

wer liebt wen

Taufe in der Manege u Zirkus-Direktorin Franziska Nock, 35, und Ehemann Alejandro Milla, 33, sind im ­Februar Eltern geworden. Der Kleine heisst ­Leandro und ist das erste Kind des Zirkuspaars. Am 27. September wird der Nachwuchs vom bekannten Zirkuspfarrer und «Clown Gottes» Ernst Heller getauft. In der Manege des Circus Nock, wo sonst? u «Bones»-Schauspielerin Emily

­Deschanel, 34, bekam am 21. September einen Jungen. Er heisst Henry und ist das erste Kind der Amerikanerin und ihres Schauspielergatten David Hornsby, 36. u Michelle

Hunziker, 34, soll frisch verliebt sein. Dies munkeln italienische Zeitungen. Der Glückliche heisst Manuele Malenotti, 36, und ist ehemaliger Chef des Modelabels Belstaff. Bestätigt wurde noch nichts, es gibt aber vielsagende Fotos aus Mailands Nachtleben …

mirjam jaeger und adam taylor

Liebe in der Halfpipe u Die Schweizer Free-Skierin Mirjam Jaeger, 29, und ihr amerikanischer Freund Adam Taylor, 22, waren die romantischen Aushängeschilder am freestyle.ch vom vergangenen Wochenende. An dem Zürcher Sportevent lernte sich das internationale Paar 2008 kennen, zusammen sind sie seit eineinhalb Jahren. Die Liebe ist so gross, dass Mirjam aus Bülach ZH auswanderte und seit Oktober mit Adam bei San Diego,

Kalifornien, wohnt. Zwar seien sie beide beruflich oft unterwegs und würden sich selten sehen. «Dafür ist die gemeinsame Zeit umso spezieller», sagt Adam, der als Profi-Skater durch die Welt tourt. An der US-Westküste gefällt Mirjam vor allem das Wetter. Einzig was das Essen angeht, ist sie kein Amerika-Fan: «Sogar die Tomatensauce schmeckt dort anders.» esther meyer

Fotos Thomas Buchwalder, HO, Splash News, Keystone, Hervé Le Cunff

u 17 Jahre hat die

Beziehung von Schlagersängerin Stefanie Hertel, 32, und Stefan Mross, 35, gehalten. Fünf davon waren sie verheiratet; sie haben eine neunjährige Tochter. Diese Woche haben sie ihre Trennung bekannt gegeben. Gerüchte sagen, dass sich Mross in eine TV-Redaktorin verliebt habe.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Tina Turner u Roberto Cavalli u Roman Polanski u Maximilian Schell u Sean Penn

thomas garcia

Papa, Barbesitzer und Musical-Star u Letzten Dezember tauschte er das Mikrofon gegen den Zapfhahn ein. Inzwischen ist Thomas Garcia, 34, Barbesitzer, Vater – und Musical-Star. Neuerdings spielt er den Daneli in «Ewigi Liebi», dem Erfolgsmusical mit bereits über einer halben Million Zuschauern. «Ausser dem Singen musste ich erst alles lernen», so der Mundart-Popsänger. Entdeckt haben ihn die Musical-Macher bei einem Konzert mit seiner Band Lockstoff. Mit Lebensgefährtin Martina Ganz, 37, führt er die «Tuchlaube» in der Altstadt Aaraus. Im Januar folgte Elin, das zweite Töchterchen, und im April dann das Rollenangebot. Was für ein turbulentes 2011 für Thomas Garcia! «Ewigi Liebi» läuft auf dem WankdorfCity-Areal in Bern. rms

Thomas Garcia alias Daneli in ­seiner Bar in Aarau.

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Vintage-Glamour: Schauspielerin Tonia Maria Zindel trug ein Kleid von Hollywood-Legende Deborah Kerr.

Glitzernd: Isabel Florido kam geschm端ckt mit einem Collier und Ohrringen von Bucherer.


party

Bundesrat Didier Burkhalter kam in Begleitung seiner Frau Friedrun Sabine und Sohn Nathaniel.

Ein verflixt glamouröses 7. Mal Starparade an der Opening Night des Zurich Film Festival 2011

S

Model Sarina Arnold glänzte in Alexander McQueen. «Eines der letzten Kleider, die er entwarf.»

«Ich geniesse den Durchzug», kommentierte Miss Schweiz 2002 Nadine Vinzens ihre transparente Chanel-Robe.

tau auf dem grünen Teppich. Auftritt Didier Burk­halter. Der «George Clooney aus dem Bundesrat» darf bei der Eröffnung des Zurich Film Festival (ZFF) natürlich nicht fehlen. «George Clooney? Das habe ich nie selbst gesagt», betont er und scherzt: «Aber ich trinke auch gerne Kaffee – what else?» Es gibt sich aber auch ein echter Gast aus Hollywood am Donnerstag die Ehre: Laurence Fishburne, bekannt aus «The Matrix» und heuer Jury-Präsident am ZFF. Für die ­Organisatorin Nadja Schildknecht hat die siebte Austragung «verflixt gut ange­ fangen»! Über 80 Filme werden bis zum 2. Oktober gezeigt und bewertet. Premiere feiert auch «Mary & Johnny», ein Beziehungs-

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party

Foto D. Biedert / tilllate

Erfolgreiches Film-Trio: ZFF-Geschäftsführerin Nadja Schildknecht, USStar Laurence Fishburne und Festivaldirektor Karl Spoerri (r.).

Pepe Lienhard steht auf Kate Winslet, Freundin Christine Köhli liebt Filme mit Harrison Ford.

Doppelpack in Nadelstreifen: Patrick Rohr mit Ehemann Simon Ming.

yvonne Zurbrügg, Fotos Hervé Le cunff, claudio meier schweizer illustrierte

Nein, kein Lieb­ haber, sondern der smarte Sohn. Schauspielerin Sabina Schneebeli mit Tim, 20.

Serienstar Isabella Schmid mit ihrer Schauspielkollegin aus «Best Friends», Valérie Schneider (r).

SF-Fernsehfrau Monika Schärer mit Ehemann und Regisseur Christian Rösch.

Pink statt schneeweiss: Ex-Snowboarderin Manuela Pesko mit ­Partner Remo Stoffel.

drama mit Nadine Vinzens. «Ich bin ganz nervös und ge­ spannt auf die Reaktionen», sagt die ehemalige Miss Schweiz, die seit Längerem in Los Angeles lebt. Sie in ihrem durchsichtigen Kleid, die frisch getrennte ­Melanie Winiger in umwerfendem Rot, Model Sarina ­Arnold traumhaft in Tüll. Natürlich unter­ hielten sich die Herren über die schönen Frauen. Aber auch etwas über den bevorstehenden Wahlherbst. Welcher Politiker hat neben ­Didier Burkhalter eigentlich das Zeug zum Leinwand­ star? SVP-Nationalratskandidat Thomas Matter überlegt nicht lange: «Cédric Wermuth.» Komiker Viktor Giacobbo will sich nicht auf einen beschränken: «Für einen MickeyMouse-Film kommen ganze Fraktionen infrage.» Diese Woche ehrt das Zurich Film Festival Hollywood-Star Sean Penn mit dem Golden Icon Award. Und Roman Polanski holt mit zwei Jahren Verspätung seinen Tribute Award ab. Text Esther Meyer,

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Zu dritt unterwegs: «Sennentuntschi»Regisseur Michael Steiner und seine Minerva, in der 17. Woche schwanger.


small talk mit

Nadine & Melanie Nadine Strittmatter und Melanie Winiger ganz in Rot. Abgesprochen oder Zufall? Melanie: Zufall. Wir sind extrem harmonisch, offenbar auch in der Kleiderwahl. Steckt also kein politisches Signal dahinter? Nadine (lacht): Nein, woher! Auch nicht die Botschaft: «Männer, heut habt ihr bei uns keine Chance!»? Nadine: Schon eher. Heute machen wir uns eine Girls-Night. Sie sind beide Single. Melanie, Sie haben sich gerade von Ihrem Mann Stress getrennt. Und sind trotz dem grossen Rummel hier … Ich bin Schauspielerin, es ist Zurich Film Festival. Das gehört zum Job. Sie strahlen. Aber der Gang über den roten Teppich ist Ihnen doch sicher schon leichter gefallen … Seit 15 Jahren bin ich in der Öffentlichkeit, und ich fand es noch nie lässig, über den roten Teppich zu laufen. Angenommen, Sie spielten die Hauptrollen im selben Film. Wie würde der heissen? Melanie: «Desperados!» Nadine: Ich fände «Achtung!» besser.

Männerrunde: Komiker Claudio Zuccolini, SVPNationalratskandidat Thomas Matter, Werber Frank Bodin und Unternehmer Alain Treuer (v. l.).

party-facts Gastgeber Nadja Schildknecht und Karl Spoerri Tatort Kino Corso, Zürich Most wanted Die Single-Frauen Melanie Winiger und Nadine Strittmatter. Aber die Austern an der Aftershowparty im Globus am Bellevue waren viel, viel leichter zu knacken Kommentar Für kaum einen Anlass putzt sich die Schweizer Prominenz so heraus. Wir verleihen dem ZFF den Glamour-Award

Feueralarm: Model Nadine Strittmatter Arm in Arm mit Schauspielerin Melanie Winiger (r.).

Party-Rating

«Auch wenn Burkhalter kein Clooney sein will»

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party

Männer mit Weitblick: Politexperte Iwan Rickenbacher (l.), Jürg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus.

Souverän: Gabriela Amgarten moderierte den Anlass.

Gut im Saft: Die GuetsliBrüder Werner (l.) und Andreas Hug.

Christoph Lindenmeyer (l.), Chef SchindlerAufzüge, und Gastgeber Hans Wicki.

Bodenständiges Gipfeltreffen

Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer mit Forums-Mit­ organisator Felix Howald (l.).

1. Zentralschweizer Wirtschaftsforum auf dem Pilatus

M

it der steilsten Zahnradbahn der Welt gings am vergangenen Mittwoch hinauf zum ersten Zentralschweizer Wirtschaftsforum. Doch nicht alle der 250 Teilnehmer setzten sich in die signal­roten Wagons. Guetslibäcker Werner Hug erklomm den Gipfel tatsächlich zu Fuss – Frühsport, und das gleich drei Stunden lang! Zur Belohnung gabs einen traum­ haften Blick über den Vierwaldstättersee und ein neues Kongress­zentrum. «Hier oben diskutiert es sich leichter», waren sich die Organisatoren Hans Wicki und Felix Howald einig. Und auch Franz Steinegger fühlte sich als begeisterter Kletterer auf dem Berg «pudelwohl». Als einige der Letzten kamen SF-Wirtschafts­redaktorin ­Marianne Fassbind, Bischof Felix Gmür und ­Marathonläufer Viktor Röthlin oben an. Bei so vielen Schwergewichten aus Wirtschaft und Politik brauchte das Pilatus-Bähnli offenbar etwas länger als sonst. Und Röthlin meinte: «Nächstes Mal renne ich rauf, dann bin ich pünktlich!» Text nina Siegrist, Eva Bünter, Fotos Bruno Voser

Franz Steinegger (r.) mit Bernard Kobler, CEO Luzerner Kantonalbank.

Im Bähnli: SF-Wirtschafts- Dem Himmel etwas frau Marianne Fassbind näher: Bischof Felix und Viktor Röthlin. Gmür auf 2132 m ü. M.

party-facts Gastgeber Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz Tatort Pilatus Most wanted Ein Plätzchen auf der Terrasse, bei Alpenluft und Alphornmusik Aufgefallen In der Runde gabs kaum Frauen. Umso umschwärmter: die Moderatorinnen Amgarten und Fassbind Party-Rating

«Aussichtsreiches Wirtschaftsforum in luftiger Höhe. Eine gelungene Premiere!»

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miss schweiz

Bernerin mit karibischen Wurzeln: Die schönste Schweizerin, Alina Buchschacher, 20, spricht offen über ihre zwei Seiten, über Rassismus, Gott, Geld und die Liebe zu ihrem neuen Freund.

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Exotisches B schweizer illustrierte


Sexy Schönheitskönigin Ihren bronzenen Teint verdankt Alina Buchschacher den karibischen Genen ihrer Mutter Farina.

ärner Modi

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miss schweiz

Text Aurelia Forrer Fotos Thomas Buchwalder

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igentlich ist Alina Buchschacher, 20, ein Morgenmuffel. «Ich brauche nach dem Aufstehen fast eine Stunde, bis ich wirklich reden möchte.» Doch an diesem Sonntag ist alles anders, schliesslich wurde sie am Vorabend zur Miss Schweiz 2011 gewählt. Um sieben Uhr, frisch aus dem Bett, gibt die Bernerin der Schweizer Illustrierten in der Lake Suite des Villa Principe Leopoldo Hotel & Spa in Lugano das erste intime Interview.

Alina Buchschacher, konnten Sie überhaupt ein Auge zutun? Ja, es gelang mir, eineinhalb Stunden zu schlafen. Nicht einmal genug Zeit für einen Traum. In welcher Position schlafen Sie? In allen. Mein Freund Fabien sagt, ich wälze mich hin und her. Einmal habe ich ihn im Traum geschlagen. Und ich ziehe ihm immer die Decke weg. Er findet das nicht so lustig. Wann nervt Fabien Sie? Er ist ziemlich entspannt. Wenn jemand nervt, dann bin ich es. Vor allem mit meiner Dickköpfigkeit. Was lieben Sie an ihm? Alles. Er ist ein wahrer Gentleman. Das findet man heute selten. Fabien kann verspielt und ernst sein, hat Ziele in seinem Leben, ist vielfältig und lustig. Er passt super zu mir. Nicht alle Beziehungen überstehen das Amtsjahr. Ich denke nicht, dass unsere Beziehung durch den Titel in die Brüche geht. Wenn wir auseinandergehen sollten, dann wegen anderer Gründe. Sie sind auch erst seit Juni ein Paar. Aber wir kennen uns seit vier Jahren. Wir gingen ein Jahr in dieselbe Klasse und waren gut befreundet. Weil wir befürchteten, mit der Liebe unsere

Alinas welt u Parfum «Cool» von Ralph Lauren u Lieblings-Outfit Ein Kleidchen mit High Heels u Film «Hangover» u TV-Serie «Scrubs» u Farbe Brauntöne u Stadt Bern u Glücksbringer Eine Kette mit einem Stein, die mir Fabien geschenkt hat u Leibspeise Pasta in allen Variationen u Drink Coca-Cola u Wohlfühlplatz Mein Zimmer zu Hause u Restaurant «Papa Joe’s» in Bern u Sport Reiten

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Zweites Krönchen Dank dem MissBern-Titel qualifizierte sich Alina direkt für die Miss-Schweiz-Wahl und siegte «völlig überraschend».


«Ich wünsche mir eine ausländerfreundlichere Schweiz» Alina Buchschacher

Klick! Ab sofort sind in der Schweiz alle Augen auf Alina gerichtet. «Ich fürchte mich vor Negativ-Schlagzeilen.»

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Freundschaft zu zerstören, liessen wir uns lange nicht darauf ein. Wie oft sehen Sie sich? Vor der Wahl waren wir zusammen in den Ferien und sehen uns seither fast jeden Tag. Das wird sich jetzt ändern. Ich weiss, aber ich werde ihn einfach an Anlässe mitnehmen. Fabien ist stolz auf mich und will mich unterstützen. Es ist schön, dass wir jetzt ein neues gemeinsames Ziel haben. Welche Pläne haben Sie denn noch? Ich würde später gerne mit ihm zusammenwohnen. Und irgendwann meine Traumhochzeit feiern, aber frühestens in zehn Jahren. Ihre Mutter stammt aus Trinidad und Tobago, Ihr Vater ist Schweizer. Wo würden Sie feiern? Bei der Wahl zwischen Strand oder Aare würde ich mich für den Strand entscheiden. Aber die Schweiz hätte auch ihre Vorteile. Ich müsste wohl zweimal heiraten. Wieso ist 2011 wichtig für die Schweiz? Weil ich jetzt Miss Schweiz bin (lacht).

Und politisch gesehen? Ich habe nur den Rücktritt von Micheline Calmy-Rey mitbekommen. Es ist Wahljahr. Ich muss gestehen, Politik interessiert mich nicht sonderlich. Sie leben in Bern. Wie oft waren Sie im Bundeshaus? Während der Schulzeit besuchten wir es etwa viermal. Wie oft gingen Sie bisher an die Urne? Als ich gerade volljährig wurde, stimmte ich etwa zweimal ab. Ich bin keine aktive Wählerin, ausser es geht um ein spannendes Thema wie Rassismus. Waren Sie davon schon betroffen? Nicht wirklich. Wenn doch, würde ich darauf einfach nicht reagieren. Was kritisieren Sie an der Gesellschaft? Wir könnten etwas offener sein und mehr Lebensfreude zeigen. Manchmal wirkt die Stimmung bedrückt, und es fehlt ein gewisser Pep. Zudem wünschte ich, dass wir gegenüber Ausländern nicht so negativ eingestellt wären. Was ist schweizerisch an Ihnen? Ich bin manchmal sehr langsam und u schweizer illustrierte

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miss schweiz

nachgefragt bei Alinas freund Fabien Papini, 19 Frisch verliebt Ihr erstes Zmorge als Miss Schweiz nimmt Alina mit ihrem Freund Fabien auf der Terrasse des Luxus-Hotels am Luganersee ein. Er ist Wirtschaftsstudent.

Fabien Papini, beschreiben Sie Alina. Alina ist eine aufgestellte, sehr herzliche und unternehmungslustige Person, die immer für mich da ist. Wie ist Alina als Freundin? Man braucht ein wenig Nerven für sie. Wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, muss es so sein (lacht). Was lieben Sie an Alina? Ihre lustige Art, dass sie offen ist und alles «graduse» sagt. Überraschte Sie ihre Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl? Nein, als Miss Bern wurde sie dafür ja u mag

es gemütlich, typisch Bernerin. Und wie sieht Ihre karibische Seite aus? Ich bin temperamentvoll, kann sauer werden und ausflippen. Zudem tanze ich gern, wie alle Menschen dort. Auf was müssen Sie als Miss verzichten? Wenn ich in den Ausgang gehe, werde ich sicher nicht mehr ganz offen mit den Leuten reden. Vielleicht hört ja jemand unerwünscht zu. Angst vor Schlagzeilen? Negative Berichte kommen ohnehin. Was möchten Sie nicht über sich lesen? Ich fürchte mich davor, dass eine Geschichte geschrieben wird, die erfunden ist. Falls man mich jedoch betrunken im Ausgang antreffen sollte, wäre es klar mein Fehler. Könnte dieser Fall eintreten? Wenn ich wieder zurück in Bern bin,

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direkt qualifiziert. Aber ihr Sieg an der Miss-Bern-Wahl hat mich überrascht. Ich hätte eher auf ein typisches Berner Meitli getippt, jetzt ist es ein exotischer Strandfloh. Warum ist Alina die perfekte Miss Schweiz? Weil sie schon ein wenig Erfahrung als Miss Bern mitbringt. Sie redet sehr gerne mit Menschen, interessiert sich für Kleider und das ganze Modezeug. Was geben Sie ihr mit auf den Weg? Ich möchte, dass sie weiss, dass wir alle – Familie und Freunde – hinter ihr stehen. gehe ich sicher mit meinen Freundinnen feiern … Wie viel haben Sie letzte Nacht getrunken? Fast gar nichts. Zwei oder drei Cüpli. Trinken Sie sonst mehr im Ausgang? Nicht unbedingt, aber andere Getränke wie Mojito oder Cocktails. Ich bin weniger der Cüpli-Typ. Wenn, dann nur an Apéros. Sie werden bald sehr oft an solchen Anlässen sein. Als Miss Bern kenne ich das bereits. Ich rede sehr gerne mit Leuten, obwohl ich am Anfang zurückhaltend bin. Hatten Sie schon einmal einen Filmriss? Ja, aber das ist eine Weile her. Ich ging mit Freunden in den Ausgang und stellte mein Getränk kurz ab. Als ich wieder einen Schluck nahm, wurde mir

ganz Sturm im Kopf, und ich tauchte weg. Mein Begleiter brachte mich an die frische Luft, wo ich wieder zu mir kam. Es waren nur wenige Minuten, aber es fühlte sich komisch an. Neben Alkohol, welche Drogen haben Sie schon ausprobiert? Ich habe schon gekifft, fand das aber nicht wahnsinnig toll. Wonach sind Sie süchtig? Nach den Menschen, die ich liebe, und nach feinem Essen. Eine seltene Zigarette ist für mich ein Genussmittel. Wie viel Geld haben Sie auf dem Konto? Da jetzt gerade der 25. war, wurde mein Lohn vielleicht schon ausbezahlt. Dann wären es mit dem Ersparten etwa 1500 Franken. Nicht viel, aber ich bin ja Praktikantin. Oder war es bis gestern.


Styling Luisa Rossi; Hair Kim Rasmussen für Mondo Valentino; Make-up Peter Schell by Time; Unterwäsche Beldona; Pullover H&M

Genussmensch Im Spa-Bereich des Villa Principe Leopoldo Hotel & Spa entspannt Alina. «Ich wünschte, ich hätte dafür öfter Zeit.»

Was wollen Sie sich als Erstes von den Gagen leisten? Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich würde gerne meine Eltern und Fabien in die Ferien einladen. Sie lieben Autos. Wie viel haben Sie schon für Strafzettel ausgegeben? Kürzlich erhielt ich gleich zwei Bussen. Einmal bin ich zu schnell gefahren, und einmal habe ich die Parkzeit überschritten. Aber mehr als 120 Franken musste ich nie hinblättern. Woran glauben Sie? An mich selbst. Ob ich an Gott glaube, kann ich nicht sagen, obwohl ich reformiert bin. Was macht Sie stolz? Dass ich eine tolle Familie habe und eine wunderschöne Kindheit erleben durfte. Besser hätte es nicht sein können. 

Glückliche Kindheit Pinkes Pünktchen Alina an ihrem ersten Geburtstag.

Charmebolzen Kleines Mädchen mit Lockenkopf. Süsse Sonnenblume Als Einjährige an der Fasnacht. schweizer illustrierte

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DANKE FÜR 100 JAHRE VERTRAUEN. Wir gratulieren Alina Buchschacher zur Krönung als Miss Schweiz und wünschen ihr ein unvergesslich schönes Jahr.


miss schweiz

«Unsere Liebe übersteht ­dieses Jahr», hofft Alinas Freund Fabien. Tränen des Glücks: Farina Buchschacher umarmt ihre Tochter nach dem Sieg.

Wiedersehen macht Freude: Die ehemaligen Schönheitsköniginnen Mahara McKay (2000), Linda Fäh (2009), Whitney Toyloy (2008), Nadine Vinzens (2002) und Kerstin Cook (2010, v. l.) feiern nach der Show.

Missen-Reigen in Lugano Miss-Schweiz-Wahl: GlamourTreffpunkt der Schönsten

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ine Miss Schweiz aus Bern! Das hat es seit dreissig Jahren nicht mehr gegeben. Zuletzt holte Brigitte Voss (1981) die Krone, entsprechend freut sie sich über den Sieg von Miss Bern Alina Buchschacher: «Sie strahlt eine wunderschöne innere Ruhe aus.» Neben Brigitte Voss feierten am vergangenen Samstag weitere acht ehemalige Missen die neue Königin im Kreis. Tanja Gutmann und Whitney Toyloy sassen in der Jury, Mahara McKay stattete drei der neuen Kandidatinnen mit Abendroben aus, Kerstin Cook übergab die Krone, und Karina Berger betreute die

Gewann 1981 als letzte Bernerin die Miss-Schweiz-Krone: Brigitte BalzariniVoss mit ihren Töchtern Tatiana (l.) und Isabelle. schweizer illustrierte

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voegele-shoes.com

Mit schönen Schuhen fällt es leichter, in die Fussstapfen seiner Vorgängerinnen zu treten. Liebe Alina, wir freuen uns auf ein unvergessliches Miss-Jahr mit dir.


Wurde nie gekrönt, stahl aber allen die Show: Moderatorin Xenia Tchoumi­ tcheva in Lisbeth Egli.

Premiere: Mahara McKay erschien erstmals in Begleitung ihres neuen Freundes Jonas – sie durfte für die Wahl drei Roben entwerfen.

Entspannt: Missen-Mami Karina Berger mit Ehemann Thomas Russenberger.

Schmuckes Paar: Mister Schweiz Luca Ruch mit ­seiner grossen Liebe Daniela.

Preis: Eric Laforge (CEO Fiat Group Schweiz) Knapp unterlegen: VizeKamerascheu: Starkoch und Guy Nelson (Country Manager Lancia Miss Julia Flückiger (l.) Ivo Adam überredete seine Schweiz, r.) übergeben Alina den Lancia Ypsilon. und Ashley Balmer, 3. Platz. Freundin Aurelia zum Foto. Siegerin. Im Publikum sassen Nadine Vinzens, Amanda Ammann und Linda Fäh. Ganz in den Mittelpunkt rückte aber eine ehemalige Vize-Miss. Xenia Tchoumitcheva moderierte die Wahl in Lugano und legte einen gehörig sexy Auftritt hin: zuerst als brünetter Sekretärinnenverschnitt mit Brille, dann als blondes Gift im blutroten Kleid. Im Zirkus um die schönsten Schweizerinnen fehlte eigentlich nur eine: Christa Rigozzi. Sie vergnügte sich mit ihrem Gatten Giovanni Marchese in München am Oktoberfest. Text Yvonne Zurbrügg, Ramona Schweizer, Fotos Fabienne Bühler, David Biedert / tilllate.com

Alles zur Miss-Schweiz-Wahl: www.schweizer-illustrierte.ch

Stolze Familie: Ulrich und Farina Buchschacher mit ihrer zweiten Tochter Naëla, 21. «Alina hat es so gut gemacht!»


Oswald Grübel, 67: Nachdem ein UBSAngestellter die Bank um 2,3 Milliarden Dollar betrogen hat, zieht der UBS-Chef am vergangenen Samstag die Konsequenzen – und tritt zurück.

Urs Rohner, 51, kam 2004 unter Oswald Grübel zur Credit Suisse. Seit April 2011 ist Rohner Präsident der zweitgrössten Schweizer Bank.

UBS-Chef Oswald Grübel ist zurückgetreten. Wer soll ihn porträtieren? Fragen wir ihn doch gleich selbst. Sein Wunsch: Freund und Konkurrent Urs Rohner, Präsident der Credit Suisse. «Ossi war ein hart fordernder, aber auch grosszügiger Chef», schreibt Rohner. «Er ist sensibler, als viele glauben.»

Auf Wieders 28

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ehen, Ossi!

Fotos Marc Wetli / 13 Photo, Alberto Venzago

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Genussmensch Oswald Grübel mit Partnerin Renate Häusler am Lucerne Festival – sie war einst seine Sekretärin.

«Wenn ich Ossi in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es ‹aufregend›» Urs Rohner, CS-Präsident Text Urs Rohner

Fotos Alexandra Pauli / Babirad, HO

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ie Nachricht vom Rücktritt von Oswald Grübel als CEO der UBS erreichte mich auf dem Fahrrad. Auch wenn die Entscheidung nach den letzten Tagen nicht eine eigentliche Überraschung war, musste ich mich zunächst hinsetzen. Ich habe mich an unser erstes Treffen vor acht Jahren erinnert, als wir uns lange über die Schweiz, den Finanzplatz und dessen Zukunft unterhalten haben. Themen, die Oswald Grübel – oder Ossi, wie wir ihn bankintern nennen – bis heute sehr am Herzen liegen. Die berufliche Lebensleistung von Ossi Grübel zu würdigen, steht anderen besser zu als mir. Und diese Würdigung erfolgt zurzeit aus berufe­ nem – und auch weniger berufenem – Mund ohnehin vielstimmig. Dass er über die vergangenen Jahrzehnte einer der herausragenden internationalen Banker und Bankmanager war und diese Indus­ trie gerade auch in der Schweiz nach­ haltig beeinflusst hat – im Vermögens­ verwaltungsgeschäft wie in den anderen Sparten –, steht ausser Zweifel. Wer aus­

ser ihm kann schon für sich in Anspruch nehmen, aus dem vermeintlichen Ruhe­ stand heraus beide Schweizer Gross­ banken in der Krise übernommen und erfolgreich saniert zu haben? Interessanter scheint mir eine persönliche Würdigung von Ossi. Wenn ich ihn mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es: aufregend, und zwar in der ganzen Vieldeutigkeit dieses Wortes. Ossi Grübel hat sich und andere stets aufgeregt. Nie aus Selbstzweck, sondern seiner Sache geschuldet. Er hat uns als Chef herausgefordert und provo­ ziert, manchmal laut und hart, immer aber, weil er davon ausging, dass nur in diesem Dialog die beste Lösung er­ arbeitet werden kann. Ich erinnere mich gut an eine Konzernleitungssitzung der Credit Suisse vor vielen Jahren, als er uns zwei Stunden lang deutlich machte, was er von uns und unseren Ideen und Vorschlägen hielt – nicht viel –, bis wir ihm empfahlen, uns doch alle rauszuwer­ fen. Worauf er lachte und wir danach in den nächsten acht Stunden gemeinsam den Grundstein zur erfolgreichen Stra­ tegie der One-Bank und der Neuorgani­ sation der Credit Suisse legten.

Vollblut-Banker Nur selten gönnte sich Grübel Ferien im südspanischen Golf-Resort La Zagaleta. Für mich und viele Kollegen war er ein hart fordernder, manchmal nicht einfach zu durchschauender, aber auch enorm grosszügiger Chef, der uns zwar permanent herausgefordert hat, aber dann auch machen liess. Er hat dennoch nie eine einmal getroffene Lösung als endgültig angesehen – darin liegt viel­ leicht der Schlüssel vieler Missverständ­ nisse über den Menschen Oswald Grübel. Er war – als begnadeter Händler – davon überzeugt, dass jede Position permanent und immer wieder überprüft werden muss. Das ist sowohl im Tagesgeschäft wie besonders auch bei langfristigen Weichenstellungen nicht immer einfach für die Beteiligten. Und darüber haben sich die verschiedensten Leute immer wieder aufgeregt, zuletzt bei der De­ u schweizer illustrierte

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batte über die Grossbankenregulierung in der Schweiz, als er die auch von ihm ursprünglich mitgetragene Lösung wieder hart kritisierte. Zwar sind wir hier unterschiedlicher Meinung, dennoch weiss ich, dass es ihm auch in diesem Punkt einzig um die Sache ging. Ihm war klar, dass er mit seinen Kommentaren kaum eine Einladung in den diplomatischen Dienst erhalten würde. Dass Ossi kein stromlinienförmiger Bankmanager ist, ist bekannt. Er verkörpert am ehesten das Modell des französischen PDG, des Président-directeur général, oder kurz, des unbestrittenen Entscheiders. Dieses Modell funktioniert sehr gut in einer Krise, wenn rasch harte und mutige Entscheide getroffen werden müssen und einer die Verantwortung dafür übernimmt. Er hat dieses Modell permanent gelebt und damit mit vorgesetzten Gremien wie dem Verwaltungsrat gele­gentlich seine liebe Mühe bekundet. Und dies, obwohl ihm, so glaube ich zumindest, menschlich ganz wichtig ist, dass er sich von seiner Umgebung rohner getragen fühlt. Das ist die andere Seite des Bankmanagers Ossi Grübel. Er ist wesentlich sensibler, als viele Leute angesichts seines Auftretens und seiner Rhetorik glauben. Ich habe mehrfach gesehen, wie er Mühe hatte, Personalentscheide bei Menschen, die er mochte, zu vollziehen. Und er hat sich immer vor seine Leute hingestellt und diejenigen am meisten respektiert und gefördert, die ihm am härtesten wider­ sprochen haben. Daher rührt auch sein fast legendärer Ruf bei seinen früheren Mitarbeitern. Nie vergessen werde ich allerdings auch seinen Gesichtsausdruck, als seine Tochter in einem Filmbeitrag nach seiner letzten Pensionierung zu ihm sagte, sie hoffe, er habe nun mehr Zeit für sich, und sie würde gern mit ihm zusammen eine grössere Reise unternehmen. Da war dann sehr viel gerührter Vater und sehr wenig kalter Bankmanager zu spüren. Ich bin mir sicher, dass Ossi uns auch in Zukunft aufregen wird. Sei es direkt oder in publizistischer Form wie nach seinem vermeintlichen Ruhestand im Jahre 2007. Denn dass er jetzt sein Interesse an den Märkten, der Bankindustrie und der Schweiz verliert und beginnt Rosen zu züchten oder an seinem Golf-Handicap zu arbeiten, glauben nicht einmal diejenigen, die sich das vielleicht erhoffen.   u

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Fotos Keystone (2), Reuters

«Er hat die am meisten gefördert, die ihm am härtesten widersprochen haben»


UBS in der Krise – Was geschah Der Skandal UBS-Banker Kweku Adoboli, 31, verlässt das Londoner Gerichtsgebäude. Er soll die UBS um 2,3 Milliarden Dollar betrogen haben. u Er kam als Retter in der Not:

Mit der Rückkehr zur UBS im Februar 2009 erlebt VollblutBanker Oswald Grübel seinen dritten Frühling. Bereits 2002 holte man ihn aus dem Ruhestand zurück, um die serbelnde Credit Suisse auf die Beine zu bringen. Jetzt soll er die UBS aufpäppeln, Grübel, das Waisenkind aus Thüringen, zu dem der Grossvater einst sagte: «Junge, du musst zur Bank, da verdient man am meisten.» u Tatsächlich schafft es Grübel in rund einem Jahr, die grösste Schweizer Bank wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Auch im Steuerstreit mit den USA gelingt der UBS im Oktober 2010 der Befreiungsschlag – das Strafverfahren ist vom Tisch. u Dann, 2011, kommt die Währungs- und Schuldenkrise. Der Gewinn der UBS bricht ein, ein Sparpaket wird geschnürt:

Weltweit werden 3500, in der Schweiz 400 Stellen gestrichen. u Am 15. September 2011 wird in London der UBS-Investmentbanker Kweku Adoboli verhaftet. Er soll die UBS um 2,3 Milliarden Dollar betrogen haben. Grübel in der «Tagesschau»: «Die Verantwortung trägt der CEO, also ich.» Rücktrittsforderungen weist er zurück. u Anfang letzter Woche treffen sich die Konzernleitung und der Verwaltungsrat in Singapur zur Krisensitzung. Oswald Grübel verlässt das Bankengebäude am Freitag über die LieferantenZufahrt, bleibt stumm. u Am Samstag, 24. September, verkündet die UBS Oswald Grübels Rücktritt. Präsident Kaspar Villiger sagt der «NZZ am Sonntag», man habe Grübel «bekniet», zu bleiben. Neuer UBS-Chef wird der 51-jährige Tessiner Sergio Ermotti. NS

Der Abgang Von Jour­ nalisten bedrängt, verlässt Grübel am Freitag vergangener Woche kommentarlos die Krisensitzung in Singapur. Der Neue Sergio Ermotti wurde im Frühjahr von Grübel zur UBS geholt. Er steht nun – zumindest vorüber­ gehend – an der Spitze der Bank.


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Endstation Milliardenloch Helmut Hubacher

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Foto Heiner H. Schmitt

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ie UBS verwaltet riesige Die Wirtschaft hat ein Problem Vermögen. Das wichtigsmit dem harten Franken. Der Euro kostete mal 1.50 Franken. Zeitweise nur te Kapital für die Bank noch 1.01. Nun hat die Nationalbank jedoch ist Vertrauen. den Kurs auf 1.20 fixiert. Wie macht sie Vertrauen der Kunden das? Fragen wir die Marktfrau. Gibts viel in die UBS. Das hat ein junger Mitarbeiter in Zwetschgen, sind sie preisgünstig. Ist die London verspekuliert. Um sagenhafte Ernte klein, kosten sie mehr. So machts 2,3 Milliarden Dollar. Oswald Grübel die Nationalbank. Sie pumpt Milliarden übernahm nach langem Schweigen die Franken in den Umlauf. Er wird billiger. Verantwortung. Zwei Tage danach trat Der schwache Euro macht den er zurück. Franken hart. Professor Bernd Schips ärgert sich. Er war bis 2008 Leiter Der «Fall Grübel» gibt Gelegenheit der Konjunkturforschung ETH Zürich. zum Nachdenken. Warum ist der in der Im «Blick» vom 22. 12. 2010 kritisierte Branche als grosse Nummer geachtete er, dass Schweizer Banken gegen den Mann gestolpert? Der frühere deutsche Euro spekulieren. Auch «die beiden Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärt Grossbanken UBS und CS». Sie spekues uns. Der 92-Jährige ist Co-Verleger für lieren auf Baisse. Nach dem fatalen «Die Zeit» in Hamburg. Sie ist Deutsch- «Die Spekulanten­Prinzip ­Gewinn um jeden Preis. lands angesehenste Wochenzeitung. Das frühere Mitglied der General­ Schmidt kommentiert regelmässig die mafia wettet auf Politik. Seine Kompetenz wird allgemein alles. Bald wohl auf direktion der Nationalbank, Niklaus geschätzt. Am 14. 7. 2011 ist er deutlich ­Blatter, doppelte vier Tage später nach: den Weltuntergang» wie selten geworden. «Mich beunruhigt, dass die Spekulation Schmidt teilt die Menschen in gegen den Euro zu einem Massenphänodrei «Sorten» ein: Normale, Kriminelle und Investmentbanker. men wird.» Das war eine Warnung an die Banken. Wörtlich: «Das Wort Investmentbanker ist nur ein Synonym Banken sind für die Wirtschaft da. So stehts im Lehrfür den Typus Finanzmanager, der uns alle, die halbe Welt, buch. Stimmt aber nicht (mehr), sagt Peer Steinbrück, Ex-­ in die Scheisse geritten hat und jetzt schon wieder dabei Finanzminister in Berlin. Das Handelsvolumen an den interist, alles genauso zu machen, wie er es bis zum Jahre 2007 nationalen Finanzmärkten habe 2009 4400 Billionen Dollar ­gemacht hat.» betragen. 70-mal mehr als die weltweite Wirtschaftsleistung. 2007 brach die seit Jahrzehnten schlimmste Finanz- Den 70-fachen Bedarf von Wirtschaft und Gesellschaft also. krise aus. Auf dem US-Immobilienmarkt hatten sich Banken Da bleibt zu viel Geld für die Spekulation. aus aller Welt verzockt. Mit Hypotheken für Millionen Franz Fehrenbach, Chef der Bosch-Gruppe, hat eine Amerikaner, die sich nie ein Haus hätten leisten können. Wut. Dieses Unternehmen macht 50 Milliarden Euro Umsatz, Und die höher gewordenen Zinsen nicht bezahlen konnten. be­schäftigt 300 000 Leute, ist der weltgrösste Autozulieferer, Die Hypotheken wurden als Anlagepapiere verkauft. mit Filialen in 150 Ländern. Auf dem Rückflug von Japan habe er Daraus waren Wertpapiere ohne Wert geworden. Schrott­ gelesen, was die US-Bank Goldman Sachs ihren Kunden emppapiere, so der Fachausdruck. Banken machten Pleite. In den fehle: «Eine Wette auf den Niedergang Europas, um eine hohe USA allein 140. Oder mussten vom Staat gerettet werden. Rendite zu erzielen.» Das drehe ihm den Magen um. Unternehmer Deutsche für 480 Milliarden Euro. Die UBS für 60 Milliarden und Wirtschaft kämpfen «mit aller Energie dafür, wettbewerbsFranken. US-Banken für über eine Billion Dollar. Wie fähig zu bleiben und Europa den Binnenmarkt zu erhalten. Und sagt Schmidt: «Investmentbanker haben sie in die Scheisse andere wetten auf den Niedergang dieser tollen Region.» geritten.» Die Spekulantenmafia wettet auf alles. Auf den Konkurs Das Drama von Oswald Grübel hängt mit dem Invest- Griechenlands oder Spaniens. Bald wohl auf den Weltuntergang. mentbanking zusammen. Er machte weiter, als ob es nie eine Wenns nur rentiert. Das unterstellen wir Grübel nicht etwa. Nur Finanzkrise gegeben hätte. Er hängte die Messlatte zu hoch: ist er mit seinem Investmentbanking in schlechter Gesellschaft. 15 Milliarden Jahresgewinn. Mit üblichen Bankgeschäften Das Milliardenloch London ist für ihn Endstation. ist das unmöglich. Grübel setzte auf Risiko um jeden Preis. Ist das die UBS-Wende? Also auf Gewinn oder Verlust. Ein 31-Jähriger am Sitz in ­London hat ihm nun die Pokerpartie vermasselt. Grübel ­verlor Helmut Hubacher, 85, ehemaliger SP-Präsident und Buchautor das Gesicht und das Vertrauen.


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Blaue Augen, kurze blonde Haare und extra­vagante Kleidung: steffi buchli fällt auf. Optisch und als Frau in der Männerdomäne Sport. Die SF-Moderatorin überzeugt mit Fachkompetenz, ganz besonders im Eishockey.

«Ich bin ein

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Ihr «Stübli» Der Bartisch in ihrer Wohnung am Zürichsee erinnert ans TV-Studio. Steffi Buchli: «Hier im Wohnzimmer halte ich mich am liebsten auf.»

Glückskind»


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Text aurelia forrer Fotos thomas buchwalder

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Foto Sabine Wunderlin / NR / RDB

ank ihm ist Steffi Buchli, 33, auch mal ruhig. Er ist braun. Und aus den Sechzigern. «Mein absoluter Lieblingssessel», sagt sie. Er steht im Wohnzimmer, ihrem «Stübli». Das ist die Ruheoase der SF-Moderatorin von «sportaktuell» und «sportlounge». Zurzeit, während der Eishockey-Saison, hat sie viel zu tun, muss präsent sein und viel reden. «Wer gerne Fragen stellt, muss auch zuhören und still sein können», begründet sie ihre ­Ruhephasen. Wenn sie auf ihrem Sessel sitzt, liest sie und nimmt das Telefon nicht ab. Auch nicht die neuste Errungenschaft, ein Retro-Telefon, gekauft in Los Angeles. Stille oder Plauderrunde. Im Raum steht ein Holztisch. Steffi Buchli ist gerne Gastgeberin, lädt Freunde ein. Gemüse-Lasagne oder Eintopf «nach keinem Rezept» serviert sie am liebsten. Die nötigen Kräuter dazu erntet die Fast-Vegetarierin – «wenn, dann esse ich eigentlich nur Bratwurst» – elf Treppenstufen weiter oben auf ihrer Dachterrasse mit Seeblick. «Es gibt nichts Schöneres, als mit Leuten zu reden», sagt sie. Über Gott und die Welt diskutieren, Klatsch und Tratsch austauschen. Dank ihrem Coiffeur-Besuch alle fünf Wochen sei sie immer auf dem neusten Stand. Ehemann oder Chef. Seit Februar 2010 wohnt sie gemeinsam mit ihrem Mann Florian Kohler, 37, am Zürichsee. Seit eineinhalb Jahren sind sie verheira-

tet. Gefunkt hat es in einer durchtanzten Disco-Nacht im Zürcher «Kaufleuten». «Ich habe mich ins Gesamtpaket verliebt. Mit Florian kann ich gut reden, er besitzt eine warmherzige Art und ist geistreich.» Und er arbeitet ebenfalls beim Schweizer Fernsehen, als Redak­tionsleiter. In sel­ tenen Fällen ist er dann derjenige, der Steffi Buchli Anweisungen über den Ohrknopf gibt. «Das ist relativ unspektakulär, ich höre nur die Funksprache: Steffi für Florian. Florian für Steffi.» Über Arbeit wird in ihrer Beziehung in absolut verträglichem Mass gesprochen, über Sport hauptsächlich auf dem Tennisplatz, wo sie sich duellieren. «Auf dem Platz ist Florian ein wenig sehr viel besser als ich», sagt sie. «Doch in der Beziehung tragen wir beide halblange Hosen.» Familie oder Karriere. Steffi Buchli will sich weder für eine Familie noch für eine Karriere entscheiden. Nur eines ist sicher: Der Zeitpunkt für eine Familienplanung ist für das Paar im Moment nicht ideal. Ihr Mann hat gerade sein zweites Studium begonnen, und bei ihr «läufts nach acht Jahren im Job wie geschmiert. Ich habe viel Energie auf­ gewendet, um dahin zu kommen, wo ich heute stehe.» Ihr Gottenmeitli Lova, 5, findet sie «total läss», und sie ist sich sicher, dass Kinder das Leben bereichern. «Aber die Option Mami-Sein lass ich vorerst mal noch offen.» High Heels oder Schemeli. Im Bücherregal, ebenfalls im Wohnzimmer, steht neben Werken von T. C. Boyle, Nick Hornby oder David Sedaris ein Exemp-

Ihr Ehemann Auch nach der Hochzeit mit Florian Kohler im März 2010 behielt Steffi Buchli ihren Namen. «Ich merkte, dass ich an Buchli hänge.»

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Ihr Stil Steffi Buchli mag es, «wild zu kombi­ nieren». Zum romantischen Kleid trägt sie gern auch mal Cowboy-Boots aus Austin, Texas.

Ihr «Knusperhäuschen» Pfefferminze, Oregano, Basilikum: Auf der Dach­ terrasse hegt und pflegt Steffi Buchli einen kleinen Kräutergarten.


lar «Feng Shui – gegen das Gerümpel des Alltags». Beim Einrichten ihres kleinen «Knusperhäuschens» befolgt Steffi Buchli, wie sie bemerkt hat, mehrheitlich unbewusst und intuitiv diese Philosophie. Wenn es um die befreiende Wirkung des Entrümpelns geht, orientiert sie sich ­jedoch bewusst daran. An Materiellem hängt sie nicht. «Es fällt mir leicht, Dinge wegzuschmeissen. Ausser Bücher, davon kann ich mich schlecht trennen. Und Schuhe sind wichtig. Sehr wichtig.» An ihren Füssen prangt ein Paar High Heels. Pinkige Sohle mit Blumenmuster. Privat schmuggelt sie so öfter ein paar Zentimeter dazu. «Im Eishockey-Stadion wären solche Treter aber klar fehl am Platz.» Die 1,68 Meter grosse Moderatorin steigt dann auf eine Holzkiste, um mit den grossen Spielern auf Kufen ins Fernsehbild zu passen. Frau oder Männer. An ihre Arbeit als Sport-Moderatorin haben sich Sportler, Berufskollegen und Zuschauer mittlerweile gewöhnt – selbst die Trainer­ legende des HC Davos, Arno Del Curto. Steffi Buchli hat sich in der Männer­ domäne Eishockey behaupten können – nach vier, fünf Jahren, wie sie sagt. «Es hat lange gebraucht. Doch jetzt bekomme ich oft positive Kritik.» Lob für ihre Arbeit ist ihr lieber als ein Kompliment für ihre blauen Augen. «Die habe ich von meiner Mutter, und dafür kann ich nichts.» Ihre Berufsschule war der Sport. Auch als ehemalige Schweizer Meisterin im Unihockey musste sie sich bei ihrem damaligen Verein HC Rychenberg Winterthur einen Stammplatz erarbeiten. Dasselbe beim Schweizer Fernsehen. «Zum Glück habe ich keine tussige, sondern eher eine burschikose Art und konnte von Beginn weg gut auf Sprüche kontern.» Gelegentlich bekommt sie noch heute Scherze zu hören. Wenn es um Formel 1 geht – «zugegeben nicht gerade mein Steckenpferd» –, wird sie bei den Berufskollegen spasseshalber zum Gradmesser «DAZ» – dümmster anzunehmender Zuschauer. Dennoch ist Weltmeister Sebastian Vettel einer ihrer Wunschkandidaten für die «sportlounge», Tennisprofi Rafael Nadal hat sie schon interviewt. «Er hatte eine riesige Entourage, und es war ein grosses Tamtam. Da habe ich realisiert, was für ein Kaliber mir gegenübersitzt.» Auffällig oder diskret. Mit einem tiefen Ausschnitt sieht man Steffi Buchli kaum. Ihr TV-Outfit hält sie schlicht. «Mit meiner Frisur falle ich schon genug auf. Ich bin froh, dass diese für meine Chefs nie zum Thema wurde.» Zu weit treiben will sie es deshalb nicht. Ihr u schweizer illustrierte

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u Rückentattoo bleibt verdeckt und kommt, wenn, dann nur fernab von Leut­ schenbach ans Licht. Etwa, wenn sie einen pinkigen, rückenfreien Overall trägt. «Mein Kleiderstil ist eigenwillig und für manche sicherlich gewagt. Aber ich liebe es, wild zu kombinieren.» Im Kleiderschrank liegt übrigens auch ihre «Referenzhose» fürs Körper­gewicht; passt diese nicht mehr, geht sie häufiger joggen. Hobby oder Traumberuf. «Ich bin ein Glückskind», sagt sie, privat wie beruflich. Früher wollte sie Sängerin beziehungs­ weise Rockstar werden. Der Auftritt von ­Furbaz 1989 am Eurovision Song Contest hatte es ihr angetan. In der Schule erhielt sie für ihre Stimme stets die Note 5,5 – in der Theorie bloss 2,5. Noch heute kann sie kein Lied auswendig, das Singen ist aber ihr Hobby geblieben. Steffi Buchli verschiebt ihren Lieblings­ sessel und stellt ihn neben die alte Musik­ truhe. Mit einem ausgedruckten Songtext übt sie «You and Me – In My Pocket» von Sänger Milow. Hier im Stübli. Hier kann sie eben nicht nur still sein. Sondern wird  auch mal richtig laut.

Steffi Buchli erklärt der Frauenwelt das Spiel mit Puck und Kufen u Das Spiel ist zwar hochtaktisch und schnell, aber trotzdem einfach verständlich: «Tore schiessen ist gut.» Pro Team spielen gleichzeitig fünf Feldspieler (in wechselnder Zusammensetzung) plus ein Torhüter. Im Eishockey solls hart, aber fair zu- und hergehen. Checks mit dem Ellbogen, gegen den Kopf, von hinten oder mit quer gelegtem Stock (Cross­ check) sind verboten. Auch Stockschläge, Beinstellen und das Zurückhalten des Gegners wird geahndet. Hier noch drei Schlagwörter, um am Hockeystammtisch mitreden zu können: u Time-Out Jede Mannschaft darf pro Spiel einmal eine 30-Sekunden-Auszeit nehmen. Meist wird diese Zeit genutzt, um den Spielern taktische Anweisungen zu geben. u Boxplay Ein Team spielt wegen einer laufenden Strafe zu viert. Die Spieler stellen sich meist in einer VierecksFormation aufs Eis (Box!). u Bully So heisst das Anspiel. Der Schiedsrichter wirft den Puck ein, je ein Spieler jedes Teams versucht, sich die Scheibe zu schnappen. u Wenns im Stadion zu schnell geht: «sportaktuell» aufzeichnen! Dort gibts von jedem Match die besten Szenen und alle Tore. Ihr Beruf Auf Augenhöhe Bei Bedarf kann Frau mit den Eishockey-Stars. zurückspulen.

Foto Andy Mettler / Swiss-Image

Puck statt pirouetten


Der Grüne und die Schöne: Sie sind das Glamourpaar der Schweizer Politik. Nationalrat Bastien Girod und Ex-Miss-Schweiz-Kandidatin Ellen Tkatch über ihre Liebe. Und was ihnen zum maximalen Glück noch fehlt.

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Rot-grüne schweizer illustrierte


Portr채t

Ambitioniertes Paar Bastien Girod und Ellen Tkatch in ihrer 2 1/2-Zimmer-Wohnung in Z체rich.

Koalition


Porträt

CO 2 -armes Hobby Bastien Girod hat seit bald zehn Jahren den Segelschein. Im Mietboot fährt er mit Ellen gerne gegen den Wind.

Text yvonne Zurbrügg Fotos Marcel Nöcker

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nd wo kann ich meinen Mini parken?» Wer einem Grünen diese Frage stellt, ist normalerweise unten durch. Nationalrat Bastien Girod, 30, hielt Anfang Jahr um die Hand der Frau an, die ihn als Erstes nach einem Parkplatz fragte. Viel mehr, als dass sie seit Februar Ringe tragen, weiss man nicht über das Paar. Girod spricht in der Öffentlichkeit lieber über Politik als über seine Verlobte Ellen Tkatch, 27. Zum ersten Mal getroffen haben sich der Grüne und die Rothaarige 2009 in der Küche seiner Siebner-WG. Bei einem Bewerbungsessen für das freie Zimmer. Dass unter den Kandidatinnen auch eine ehemalige Miss Zürich war, wussten alle Bewohner. «Vorab haben wir die Interessenten natürlich gegoogelt», sagt Girod. Er habe Vorurteile gehabt, gibt er zu. Aber die seien sehr schnell verschwunden. Um ein bisschen von ihr zu erfahren, führte er sie durch die Wohnung und hinaus auf die Terrasse. «Da suchst du ein Zimmer und findest stattdessen einen Mann!», sagt sie und lacht. Das Zimmer ging nämlich an eine andere. «Obwohl Ellen natürlich meine Stimme hatte!», fügt er an. Dass er grüner

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Nationalrat ist, verriet er ihr beim ersten Date in der Badi Enge. Heute bewohnen die beiden zwei­ einhalb Zimmer in seinem Zürcher ­Lieblingskreis 3. In der Küche stehen Bio-Apfelsaft und eine Packung Hafer­ flockenbiskuits. Wie grün wird man, wenn man mit Bastien Girod das Bett teilt? «Natürlich färbt das ab», sagt sie. Im Kühloder Kleiderschrank habe sich kaum etwas geändert. «Offenbar war ich früher schon unbewusst ziemlich öko.» Aber den Mini hat sie verkauft. «Nicht wegen ihm, sondern weil ich ihn beruflich nicht mehr brauchte. Bei Bas kam das natürlich gut an.» «Sind diese Hosen zu kurz? Schaut das nach Hochwasser aus?», fragt er sie beim Fototermin mit der Schweizer Illustrierten. Sie zupft den Stoff zurecht, legt den Kopf schief und sagt: «Nein, das ist okay so.» Das Paar steht unter Strom. Am 23. Oktober 2011 sind Nationalrats­wahlen. Der Shootingstar von einst will ­wiedergewählt werden. 2006 lanciert er die «Stopp Offroader»-Initiative. 2007 demonstriert er mit den Jungen Grünen nackt gegen Striptease auf dem Polizeiposten – sein Sixpack kennt seither jeder. 2009 bricht er innerhalb seiner ­Partei

ein Tabu und äussert Bedenken an der Zuwanderung. In den eigenen Reihen sorgt das für Wirbel. Heute kommt keine Partei am heiklen Thema vorbei. Girod sagt: «Ich war der Zeit vor­aus.» Aus dem einstigen Greenpeace-Aktivisten ist ein Sachpolitiker geworden. Der starke Franken lässt gerade Umweltkatastrophen in den Hintergrund rücken, Aufwind für SP und SVP, Ärger für Girod. In seinen Augen ist die Umweltkrise die viel grössere Herausforderung als die Finanzkrise. Trotzdem klingt sein Wahlslogan nicht typisch grün: «Bastien Girod – Für Glücksmaximierung – hier und jetzt, wie auch morgen und anderswo.» Vor einem Jahr veröffentlichte er zu seinem Lieblingsthema sein erstes Buch, «Green Change – Strategien zur Glücksmaximierung». Keine Anleitung zum Kompensieren und Kompostieren à la Girod, wie er betont: «Mir geht es nicht darum, meinen Lifestyle anderen auf­zuschwatzen.» Das Buch sei eine Auf­forderung an die Politik. Sie muss das Streben nach Glück vereinfachen. Dazu gehöre bezahlbarer Wohn- und Wirtschaftsraum. Lohn-Dumping sei zu verhindern, Arbeitslosigkeit mit Weiterbildung zu bekämpfen. Die humanitäre Hilfe – ein Gebot.


«Da suchst du ein Zimmer und ­findest stattdessen einen Mann!» ellen tkatch

Ihr gemeinsames Nest Kennen gelernt hat sich das Paar in einer 7er-WG, jetzt leben sie zu zweit. Das eigene Glück hat er schon maximiert. Seit August lebt er wieder in Zürich. 2010 nahm er eine Postdokto­ randen-Stelle für zwei Forschungsjahre im holländischen Utrecht an, brach nach einem Jahr jedoch ab. Acht Stunden sass er jeweils im ICE, um weder Sessionen noch Kommissionssitzungen zu ver­passen und dafür zu sorgen, dass die Beziehung mit Ellen nicht an der Distanz zerbricht. Pendeln: Kein Rezept zum Glücklich­ werden. Seit August beschäftigt er sich an der ETH mit der Interaktion von Politik, Unternehmen und Technologie in Bezug auf Klimaschutz. «Ohne Utrecht hätte ich diese Stelle nicht bekommen.» Ellen Tkatch arbeitet beim Exportförderer Osec ebenfalls 80 Prozent und studiert Betriebsökonomie im fünften Semester. Für ausgedehnte Ferien fehlte dem Paar bisher die Zeit. Mit dem Zug sind sie in Paris, Florenz, Berlin, Kroatien gewesen und fahren regelmässig ins En­ gadin. Ganz nach Girods Motto: Das Glück ist nahe, man muss nicht so weit gehen. Gleichzeitig gibt er aber auch zu, die Welt sehen zu wollen. Der Grüne im Clinch mit sich und seiner Freundin: «Das mit dem Fliegen sehen wir etwas unterschiedlich.» Die Frage nach dem Fortbewegungs­mittel beschäftigt ihn. Auch jetzt, wo das Paar zum Segeln aufbrechen will. Segeln auf dem Zürisee? Das Freizeitvergnügen der oberen Zehntausend? Girod braucht sich nicht lange zu rechtfertigen. Benzin brauchts keins, das Boot mietet er, und zum See gehts mit dem Velo. Vorbei kom­ men sie an einem SVP-Plakat. «Zuwande­ rung stoppen». Er schüttelt den Kopf. Für ihn gehen die Lösungen der SVP nicht auf. «Sie machen Stimmung, unterstützen

aber die flankierenden Massnahmen nicht. Stattdessen locken sie mit ihrer Wirt­ schaftspolitik selber Unternehmen und damit Zuwanderer ins Land.» Auch Ellen ist in die Schweiz einge­ wandert. Sie wuchs bis zu ihrem fünften Lebensjahr im ukrainischen Odessa am Schwarzen Meer auf. Mit ihren Eltern zog sie dann zuerst nach Boston, fünf Jahre später in die Schweiz. Girod gibt unum­ wunden zu, dass er diesbezüglich ein Profiteur der Zuwanderung ist. «Gegen die Zuwanderer habe ich gar nie etwas gesagt. Ich habe darauf hingewiesen, dass die starke Zuwanderung nicht nur positive Auswirkungen hat und dass wir diese ernst nehmen müssen.» In der Politik sieht Girod noch meh­ rere Hürden für eine bessere Glücks­-­ bilanz. Privat siehts weit rosiger aus. Seit der Verlobung tragen sie goldene Ringe mit eingravierten Namen, in ihrem ist zudem ein kleiner Diamant eingefasst. Die Hochzeit ist in Planung. «Für mich ist das Verloben der grösste Akt», sagt sie, «das ist das Versprechen.» Allzu lange wirds bis zum Ja-Wort trotzdem nicht mehr gehen. «Wenn man im Hotel mit demselben Namen eincheckt, finde ich das schon sehr cool», sagt sie. Kinder, eine grössere Wohnung, Ständerat oder Regierungsrat, vielleicht einmal Professor? Girod meint dazu: «Steigerungspotenzial zu haben, ist doch schön. Lieber etwas langsam rauf­ gehen und nicht runterfallen.» Die beiden rudern das Boot vom Steg weg. Verliebt, glücklich. Ohne die Umwelt zu belasten. In der Abendsonne mit etwas Wind in den Segeln fällt ihnen dann doch noch etwas ein, was gerade zum absoluten Glück fehlt: «Wir hätten gerne einen Balkon.»  


Ihr schw Bereit f체r die WM Giulia Steingruber in ihrem Dachstudio im Elternhaus in Gossau SG, wo sie am Wochenende h채ufig ist. Unter der Woche lebt und trainiert die f체nffache Schweizer Meisterin in Biel.


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ierigster Spagat Sie f端hrt ein Leben in zwei Welten: giulia steingruber, 17, ist unsere beste Kunst足turnerin. Und sie hat eine schwerstbehinderte Schwester. schweizer illustrierte

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Text ilona scherer Fotos marcel nöcker

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in Treppenlift windet sich in die erste Etage hoch. Am Esstisch steht ein Kinderstuhl. Die Türrahmen sind breiter als die Norm. Das Elternhaus von Giulia Steingruber, 17, ist komplett rollstuhlgängig. Jedes Wochenende kommt die beste Schweizer Kunstturnerin, die seit drei Jahren in Biel lebt und in Magglingen trainiert, heim nach Gossau SG. Und oft ist dann auch Giulias grosse Schwester Desirée auf Besuch. Desirée kam vor 20 Jahren mit einem Wasserkopf zur Welt, ist körperlich wie geistig schwerbehindert und lebt in einer betreuten Wohneinrichtung in der Nähe. «Trotzdem war Desirée ­immer überall dabei, sie gehört einfach zu uns», sagt Giulia. Mutter Fabiola, 46, ehemalige NLBFussballerin in Gossau, hat die beiden schon als Babys und Kleinkinder ­immer mit an ihre Matches genommen. Sie ist überzeugt: «Giulia hat durch ihre Schwester früh gelernt, dass nicht alles im Leben selbstverständlich ist. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden.» Vielleicht wirkt Giulia auch deshalb reifer als

andere 17-Jährige. Hatte die begeisterte Ski- und Snowboardfahrerin nie Gewissensbisse, dass sie so viel Talent bekam, ihre Schwester dagegen so hart vom Schicksal getroffen wurde? «Das war nie eine Frage. Schon eher, wie meine Kindheit mit einer gesunden Schwester gewesen wäre. Und: Ich habe Desirée früher um ihre blauen Augen beneidet!» Desirée wird nie gehen, nie sprechen können. Giulia dagegen war schon immer sportlich. Mit 5 ging sie – fasziniert von den schönen «Dressli» – ins Geräteturnen. Mit 7 landete sie beim Kunst­ turnen. Mit 8 war sie erstmals Schweizer Meisterin und wurde mit 9 ins Nach-­ wuchskader des Turnverbandes berufen. Nun ist sie nach dem Rücktritt von Ariella Kaeslin, 23, die erfolgreichste Schweizer Kunstturnerin. Und beherrscht als eine von wenigen Turnerinnen weltweit den Tschussowitina-Sprung, benannt nach Weltmeisterin Oksana Tschussowitina. Auch an der EM im April in Berlin zeigte Giulia diesen Sprung – und obwohl sie vor Tschussowitinas Augen stürzte, sagte die usbekischstämmige Deutsche damals: «Giulia springt meinen Sprung sogar besser als ich!» Ein Ritter-


KUNSTTURNEN

schlag, der die Ostschweizer EM-Sechste stolz machte und ihr auf dem Weg zum grossen Ziel Olympia 2012 in Lon­don einen weiteren ­Motivationsschub verlieh. Olympia – dieses Ziel formulierte Giulia keck schon als Elfjährige an einer Sportlerwahl in einem Interview mit ExNati-Goalie Jörg Stiel. Sie erinnert sich heute lachend daran, dass der Fussball-

Styling-Freak Giulia liebt es, sich hübsch zu machen – auch für ihren Freund, EishockeyNachwuchshoffnung Kaj Leuenberger.

star damals «schon ein wenig baff war». Aber Giulia hat ihr Ziel nie aus den Augen verloren. Der Preis, den sie bezahlte, war hoch: Kindergeburtstage von Freundinnen fanden gewöhnlich ohne sie statt. Später lag es nur selten drin, mit Kolleginnen in der Stadt bummeln zu gehen. Stattdessen ass Giulia oft auf dem Weg ins Training im Auto ihrer Trainerin und lernte dort auch für die Schule. «Natürlich war das manchmal hart. Aber sobald ich im Training war, wars vergessen.» Je erfolgreicher sie wurde, desto grösser aber die Belastung. Mit 13 wollte sie schliesslich von zu Hause weg, um an der Sportschule Magglingen trainieren zu können. Mutter Fabiola und Vater Kurt, 48, sträubten sich anfangs. Als Giulia aber ein Jahr später immer noch darauf beharrte, erlaubten sie es. «Wir sind nur ihre Begleiter. Es ist ihr Leben», so Fabiola Steingruber, die schweren Herzens auch ihre jüngere Tochter ziehen liess. Also zügelte Giulia 2008 nach Biel zu einer Gastfamilie, begann eine SportKV-Lehre und wird auf dem Weg nach London von der Sporthilfe sowie der Gönner-Organisation Sportheart finanziell unterstützt. Mittlerweile ist auch das

Heimweh verflogen, sie lebt mit drei Turn-Kolleginnen bei Gastmutter Benedicte Plüss. Und bleibt immer öfter auch am Wochenende in Biel. Der Grund: Kaj Leuenberger, 19, Eishockeyspieler mit einem Ausbildungsvertrag beim EHC Biel und U20-Nationalspieler. Seit dreieinhalb Monaten sind die Turnerin und der Hockeyspieler ein Paar. «Dass wir beide Spitzensport machen, ist ein Riesenvorteil. Man hat einfach mehr Verständnis für die häufigen Absenzen des anderen.» Zweieinhalb Wochen werden sie nun getrennt sein – so lange wie noch nie bisher. Denn Giulia fliegt am 30. September an die WM nach Tokio (7. bis 16. Oktober). «Ich hoffe, dass ich im Hotel WiFi habe, damit ich jeden Tag mit Kaj skypen kann», sagt Sushi-Liebhaberin Giulia, die erstmals den europäischen Kontinent verlässt. Ihr Ziel: ein Final-Platz in ihren Paradedisziplinen Sprung und Boden. Ob Desirée dann realisiert, dass da im Fernseher ihre Schwester turnt? «Man weiss nicht, wie viel sie wahrnimmt», erklärt Giulia Steingruber. Aber vielleicht gibt Desirées Schicksal ihr im entscheidenden Moment die Kraft zum Siegen. Auf ihre ganz eigene Art. 


Bei ihm s채gen alle am Stuhl. Und das ist gut so. Markus Landolt f체hrt die Stuhlfabrik Horgenglarus. Und erobert mit seinem Team seit Kurzem auch den deutschen Markt.

Sitzt perfe


Schweizermacher

Text Nina Siegrist Fotos Marcel Nöcker

M

Sesseltanz à la Horgen­ glarus: Markus Landolt (vorne) und seine Mit­ arbeiter auf dem Flachdach ihrer Möbelfabrik in Glarus.

kt!

arkus Landolt lässt Menschen gerne sitzen. Denn die Qualität eines Horgenglarus-Stuhls, sagt der Chef, spürt man am besten, wenn man ein Weilchen darauf Platz nimmt. Also setzt man sich hin, im Dachstock der urchigen Möbelfabrik am Fus­se des Glärnisch, in der es nach Holz­ spänen und Lack duftet. Erst auf das Modell Kronenhalle, das seit 80 Jahren im gleichnamigen Zürcher Restaurant steht. Dann auf seine Nachbarn, den ­Häfeli und den Moser, in den 30ern von den Star-Architekten Max Ernst Häfeli und Werner Max Moser entworfen. «Dass man gut sitzt», sagt Landolt, «merkt man daran, dass man nichts merkt.» 1880 hat in Horgen ZH ein junger Mann namens Emil Baumann die Idee, Stühle und Tische in kleinen Serien herzustellen. Er trifft damit den Zeitgeist: Die Belle Epoque beschert der Schweiz Touristen und grosse Hotels, die sich bei Baumann mit Mobiliar eindecken. Der Betrieb floriert, und weil die Glarner dem Unternehmer günstig eine leer stehende Fabrikhalle anbieten, expandiert er 1902 nach Glarus. Fortan heisst seine Firma Horgenglarus, er beliefert wenig später das Bundeshaus mit Stühlen für den Nationalratssaal. Nach Baumanns Pensionierung übernehmen gut gestellte Glarner als Aktionäre den Betrieb. Sie engagieren verschiedene Geschäftsführer, darunter Ernst Kadler-Vögeli, ein Schöngeist, der mit Architekten wie ­Moser, Häfeli sowie Max Bill zusammenarbeitet und der Marke zu Kultstatus verhilft. Obwohl es immer mehr grosse Einrichtungshäuser gibt, kann Horgenglarus sich über Jahrzehnte behaupten und schwört beharrlich auf die Eigenproduktion, wo Konkurrenten billige Fertigteile aus dem Ausland kaufen. 1999 aber, mittlerweile hat ein Ingenieur die Stuhlfabrik gekauft, kommt die grosse Krise: Der Ingenieur hat sich mit Immobilien verspekuliert, nimmt in der Not alles Geld aus der Firma. Nur wenige Tage vor Konkurseröffnung bittet er den Treuhänder Markus Landolt um Hilfe. Der 39-Jährige hat bei Horgenglarus einst seine KV-Lehre ab­solviert, ist mittlerweile Land- und Bankrat. Er kann zwar Bilanzen lesen – vom Möbelschreinern hat er aber keine Ahnung. Doch der Handwerksbetrieb und seine Tradition faszi- u schweizer illustrierte

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Investor mit Flair fürs Handwerk­liche: Michael Sarp (l.) und Markus Landolt vor einer Wand mit alten Stuhl-Schablonen. nieren ihn derart, dass er eigenhändig offene Rechnungen bezahlt, die Bank zu einem erneuten Kredit überredet und den Konkurs abwendet. «Was habe ich mir da bloss aufgehalst», denkt er oft. Dann entschliesst er sich, sein Treuhand­

u

büro zu verkaufen, sich ganz Horgen­ glarus zu widmen. Er investiert in ein paar programmierbare Fräsmaschinen, setzt ansonsten auf Handarbeit – und hilft dem Betrieb mit sorgfältigem Finanz­management wieder auf die Beine.

Genug gesessen – Markus Landolt lädt zur Besichtigungstour. Ländler­ musik strömt durch den hinteren Teil der Horgenglarus-Werkstatt. Mitarbeiter Sepp Tschudi biegt hier Holzstücke zu Stuhllehnen und -rahmen, ganz so, als


Foto Niklaus Stauss / Keystone

Schweizermacher

wäre es ein Stück Draht. «Willkommen in unserer Sauna», sagt Landolt. Zwei bis drei Stunden saugt das dichte Juraholz hier in Öfen den warmen Dampf auf, danach lässt es sich einspannen und von Hand über eine Metallform biegen. Weiter hinten geben Hip-Hop-Beats den Takt an, ein junger Möbelschreiner montiert, verleimt und verschraubt. «Wenn er nicht 80 Stühle am Tag schafft, ist er frustriert», erklärt Landolt. Er kann diese Leidenschaft verstehen, er selbst hat Bücher über Möbeldesign gewälzt, sich Holzbearbeitungstechniken erklären lassen. In Restaurants schaut er jetzt zuerst auf die Stühle – erst dann auf die Speise­ karte. Noch ein Blick in die Polsterei, dann gehts in Landolts Büro: Michael Sarp, der neue VR-Präsident wartet. Michael Sarp hat sich schon 2008 für Horgenglarus interessiert. Die von ihm geführte v. Nordeck Holding investiert immer wieder in Schweizer Traditionsunternehmen, der Feinwäschehersteller Zimmerli und der Ski­ bindungs-Experte Fritschi gehören ihr bereits. Nun hat Michael Sarp eine neue «Perle» akquiriert: die Stuhlfabrik im Glarnerland. Per Hand-

schlag wurde man sich Anfang 2011 einig: Die v. Nordeck Holding sichert die langfristige Zukunft von Horgen­ glarus, bietet Unterstützung im Marketing. Ein erster Erfolg: Neu gibt es die Glarner Qualitätsstühle auch bei ausgewählten Fachhändlern in Deutschland.

Horgenglarus – Die Andere Bilanz

Hoppla! Rolling-Stones-Fans machen 1967 selbst aus Horgenglarus-Stühlen Kleinholz.

Bei einem Kaffee sitzen Sarp und Landolt im holzgetäferten Chef-Büro. Niemals würde er an Landolts Stuhl sägen, sagt Sarp. «Er ist ein junger, hervorragender Geschäfts­führer.» Markus Landolt lehnt sich entspannt zurück. So schnell ist der auch gar nicht kleinzukriegen – so ein echter Horgenglarus-Stuhl.  u Team 45 Mitarbeiter u Produkt Stühle von CHF 400.– bis 2800.–, Tische von 750.– bis 12 000.– u Flop Ein dreibeiniger Stuhl – die Krea­tion von Hannes Wettstein erschien vielen zu instabil. u Weisch no? 1967 heizen die Rolling Stones in Zürich mächtig ein. Das Resultat: Aus den Horgenglarus-Stühlen im Hallenstadion wird Kleinholz gemacht. u Alternativnutzung Mehrere Künstler, darunter Fischli/Weiss, verwenden Horgenglarus-Stühle für Installationen. u Werbe-Gag Michael Sarp und Markus Landolt bekehren Gastwirte, indem sie in deren Restaurant essen, aber ihre eigenen (Horgenglarus-)Stühle mitbringen. u Online www.horgenglarus.ch


Tourismus

Der neue Mr.


Zum Wohl! Martin Bachofner mit seiner Lebenspartnerin Conny in einem ihrer Lieblings-Restaurants, dem «Wasserngrat» .

Vor fünf Jahren gewann er die Sendung «Traumjob». Nun ging für martin bachofner ein weiterer Berufswunsch in Erfüllung. Er ist der neue Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus.

Gstaad

Text alejandro Velert Fotos hervé Le Cunff

E

r überlässt offenbar nichts dem Zufall. Der neue Tourismus-­ Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus führt uns auf den Wasserngrat, wo die Aussicht atemberaubend, das Essen im Bergrestaurant hervor­ ragend und sogar das Wetter traumhaft ist. Und nun tauchen aus dem Nichts auch noch zwei Touristen am Tisch auf: «We are from England und we love Gstaad», sagen sie – und setzen sogleich zu einem fünf­minütigen Werbespot für die Region an. Zufall? Planung? Martin Bachofner lacht und hebt die Hände: «Ich habe damit nichts zu tun, ganz ehrlich.» Auch ­Bachofners Lebenspartnerin Conny, die in Bayern wohnt und ihre Ferien in Gstaad verbringt, scheint beeindruckt zu sein. «Alle Achtung, sogar die Engländer kennen dich.» Seit dem 1. Mai ist Martin Bach­ ofner im Amt. Sein Büro im ersten Stock des «Haus des Gastes» liegt im Herzen von Gstaad BE an der berühmten Promenade. Von seinem Fenster aus blickt er auf die Fussgängerzone, wo die ­Touristen in den Luxus-Bou­ tiquen von Chopard, Ralph Lauren oder Moncler ein- und ausgehen. Bachofners Direktoren-Büro sieht weniger mondän aus: ­bescheidene Möblierung, grauer Spannteppich, wenig Platz. «Ich muss hier keine Staatsgäste empfangen. Ausserdem ists draussen ohnehin am schönsten.» Martin Bachofner war bereits vor dem Amtsantritt in Gstaad kein Unbekannter: Vor sechs Jahren nahm er in der TV-Sendung «Traumjob» teil – und gewann. Der Preis: ein Einjahres-Vertrag als Projekt-Manager bei Verleger Jürg Marquard und 200 000 Franken Lohn. Dargestellt wurde Bachofner in «Traumjob» als eher spröder Manager-Typ, als «Mr. Perfect» ohne Ecken und Kanten. Das sei ein Stilmittel der Produzenten gewesen, sagt Bachofner. «So konnte man die Dramaturgie steigern. Damit habe ich keine Probleme. Ich weiss, dass ich facettenreicher bin.» Zwei Jahre bleibt Bachofner bei Marquard Media in München – und lernt dort in einer Bar Conny kennen, wo sie in ­Begleitung ihrer zwei Schwestern war. «Conny stach alleine schon wegen ihrer Grösse heraus.» Martin Bachofner misst 1,96 Meter, Conny 1,82 Meter. Seit fünf Jahren kennen sich die beiden, seit drei Jahren sind sie ein Paar. Conny wohnt am Chiemsee und hat aus erster Ehe zwei Buben, acht und elf u schweizer illustrierte

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Tourismus

Jahre alt. An ihren Fingern tragen Conny und Martin Bachofner den gleichen Ring. Keinen Ehering, wie sie beteuern. «Eher so was wie einen Verlobungsring, auch wenn ich Conny noch keinen offiziellen Antrag gemacht habe.» Ein schneearmer Winter, ein verregneter Sommer, die Euro-Krise: Den Job als Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus tritt Martin Bachofner mitten in einer der schwersten Krisen des Schweizer Tourismus an. Gstaad habe trotzdem ein recht gutes TourismusJahr, entgegnet Bachofner. Und er setzt, eben doch ein bisschen Mr. Perfect, gleich zu einem fünfminütigen Werbespot an: Er rühmt die herrliche Alpenwelt, das Wellness-Angebot, die vielen Events (Tennis, Beachvolleyball, Polo, Menuhin-Festival, Country Night, Sommets Musicaux) oder das kulinarische Angebot (15 Küchenchefs mit 219 GaultMillau-Punkten). Sein Fazit: «Es gibt keine bessere Destination, um genussreiche Ferien zu verbringen. Deshalb sind uns die Stammgäste treu.» Auf den Vorwurf, Gstaad sei vor allem ein Ort für Gutbetuchte, scheint ­Bachofner nur gewartet zu haben. Per-

u

Dorfbummel Martin Bachofner mit Freundin Conny in Saanen. «Ein Dorf mit viel touristischem Potenzial.» fekt vorbereitet zieht er ein Papier aus seiner Mappe, sagt «Voilà» und rechnet vor, dass im Mai eine vierköpfige Familie für 450 Franken in Gstaad eine Ferienwoche verbringen konnte. «Inklusive Wohnung und Billette für die Busse, Bahnen und Schwimmbäder!» Martin Bachofner ist Quereinsteiger. Das sei kein Nachteil, sagt er.

Sein Vorgänger Roger Seifritz sei ebenfalls nicht vom Fach und dennoch überaus erfolgreich gewesen. Seifritz, der Gstaad Saanenland Tourismus 13 Jahre lang prägte, weiss um die Herausfor­ derungen, die seinen Nachfolger erwarten: «In Gstaad gibt es viele unterschiedliche Interessen – die der Gäste und der ­Anbieter im Highend-Bereich und


dann natürlich auch die der einheimi­ schen Bevölkerung.» Für Bachofner sind diese Gegensätze in Gstaad der beson­ dere Reiz am Job. «Hier gibts 150 Land­ wirtschaftsbetriebe, 7000 Kühe und 7000 Einwohner.» Er lacht und fügt an: «Und ebenso so viele Tourismus­ experten.» Traumjob Tourismusdirektor? «Und ob, sonst hätte ich mich nicht be­ worben.» Das Paket müsse stimmen, aber aus rein finanziellen Gründen wechsle niemand in die Tourismusbran­ che, es gehöre schon eine Portion Idea­ lismus und die Liebe zum Produkt dazu. Martin Bachofner lebt noch immer in einer Ferienwohnung in Saanenmöser, für die Wohnungssuche bleibt kaum Zeit. «Ich wollte auch ein wenig abwarten und den Wohnungsmarkt sondieren, bevor ich mich definitiv hier niederlasse.» Nun, nach etwas mehr als hundert Tagen, sei er definitiv angekommen. Und jetzt kann der neue «Mr. Gstaad» seinen nächsten perfekten Plan schmieden und sich einen gemeinsamen Herzenswunsch er­füllen: den Umzug von Conny ins Saanenland.  Mitarbeit: Stephanie Lichtenberg

Beste Aussicht Auf der Terrasse des «Hauses des Gastes» studiert Martin Bachofner seine Akten. Und spürt den Puls der Gäste.

Gstaad-tipps vom Tourismusdirektor u Berg-Genuss Das Restaurant auf

dem Wasserngrat bietet alpine Echtheit, eine fantastische Küche und kosmo­ politisches Flair. www.wasserngrat.ch u Dorf-genuss Auf dem Wochenmarkt von Saanen gibt es zahlreiche Produkte aus regionaler Herstellung vor heimeliger Chaletdorf-Kulisse. www.gstaad.ch (Events) u sport-genuss Auf La Videmanette gibt es drei Via-ferrata-Routen. Wer mag, klinkt sich einen Schwierigkeitsgrad

höher ein. www.gstaad.ch (Aktivitäten) u familien-genuss Der Schönrieder Sonnenberg Rellerli lockt mit einer Sommerrodelbahn, einer Kletterwand und anderen Attraktionen. www.gstaad.ch (Familienferien) u natur-genuss Am Lauenensee kann

man die Welt vergessen: eine herrlich harmonische Landschaft, ein verträumter See. Das hat schon die Berner Mundart­ band Span zum gleichnamigen Lied inspiriert. www.gstaad.ch (Aktivitäten)


Foto Hermann Stauder

Dorfschönheit Warmer Blick und starker Rücken – die junge Tessinerin geht in den Weinberg. Hermann Stauder hat sie 1920 für den Titel der Illustrierten fotografiert.

100 Jahre Schweizer Illustrierte 1. Folge 1911–1921 Diese Zeit ist voller Extreme: Abenteurer erobern fremde Länder und mit den neuen Propellermaschinen den Himmel. Dann kommt der Erste Weltkrieg und bringt nichts als Elend über Europa. schweizer illustrierte

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schweizer illustrierte

Alle Fotos ÂŤSchweizer Illustrierte ZeitungÂť


Es ist die Zeit der Eroberungen an Nord- und Südpol. Jede Woche neue Rekorde.

Foto Hermann Stauder

Der Meister und seine Modelle Exklusiv als erster Fotoreporter der Schweiz foto­grafiert Hermann Stauder (l.) ab 1916 für die «Schweizer Illustrierte Zeitung». Sein Thema sind ländliche Szenen: Bauern im Appenzellischen oder diese Frauen in Evolène VS (r.)

Foto Gebr. Erni, Zürich

Grüezi, Eure Majestät! Der deutsche Kaiser Wilhelm II. (v. r.) besucht im September 1912 die Schweiz für Manöverübungen. Am Bahnhof in Zürich begrüsst ihn Bundespräsident Ludwig Forrer.

Foto Binder, Berlin

Marsch zum Südpol Mit seinem Schiff Fram segelt Roald Amundsen in die Antarktis. Er erreicht am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol. Die Nachricht trifft erst drei Monate später in Europa ein.

Es lebe die Beinfreiheit! Nach dem Ersten Weltkrieg erobert die Kunst von Mary Wigman Europa: der Ausdruckstanz. Adieu zu Mieder und Korsett. Zu rhythmischexpressiven Bewegungen wirbeln luftig gekleidet Frauen barfuss über die Tanzfläche. Hier die deutsche Tänzerin Senta Born. schweizer illustrierte

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Die wendigen PropellerMaschinen stehlen schnell den Zeppelinen die Schau. Ihre Piloten sind Helden!

Paris–Bern–Paris in vier Stunden Luftfahrtpionier Oskar Bider grüsst aus seinem Flugzeug: einem Blériot-Ein­ decker, 80 PS. Ein Zug be­nötigte damals für die gleiche Strecke elf Stunden. Bider überquerte als Erster die Alpen im Flugzeug und wurde damit jung zum Star.

Foto Central News, London

«Die Diva» beim Angriff Die Französin Suzanne Lenglen ist der erste Superstar im Tennis. Sie gewinnt 15 Mal Wimbledon und gibt auch sonst Anlass für Gerede: Sie kommt gerne im Pelzmantel auf den Platz, spielt mit gewagtem Décolleté und nackten Armen, wie hier beim Doppel mit ihrem Partner Gerald Patterson.

Im «Cabrio» auf Reise gehen Das Postauto bietet 1921 Passagieren Freiluft-Service – hier bei der Fahrt über die Furkastrasse entlang dem Rhonegletscher.

Was noch geschieht

Die Sufragetten setzen das Frauenwahlrecht durch, die Spanische Grippe tötet weltweit Millionen, und in Amerika wird Coca-Cola verkauft.

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1911

9. 12. Die Schweizer Illustrierte Zeitung erscheint erstmals. Titelthema ist der italienisch-osmanische Krieg im heutigen Libyen. Das Wochenmagazin kostet 20 Centimes und hat 16 Seiten. 10. 12. Die französische

Wissenschaftlerin Marie Curie erhält den Nobelpreis in Chemie für ihre Forschung zur Radio­aktivität. 12. 12. George V., König von Grossbritannien, wird in Neu-Delhi zum Kaiser von Indien gekrönt.

1912

2. 2. Die erste Stunt-Auf­

nahme wird in New York gedreht. Ein Fallschirm­ springer stürzt sich von der Freiheitsstatue. 29. 3. Der britische Polar­ forscher Robert Falcon Scott und seine Begleiter erfrieren auf dem Rückweg vom Südpol. 5. 5. In St. Petersburg erscheint die erste Nummer


Geschafft – eine Erfrischung! Als erste Frau überfliegt die Amerikanerin Harriet Quimby im April 1912 den Ärmel­kanal. Nur wenige Wochen später stürzt die 37-jäh­rige Reisejournalistin, Drehbuchautorin und Autorenn­ fahrerin bei einer Flugschau ab und stirbt.

Gefährliche Kletterpartie Jede Woche berichtet die «Schweizer Illustrierte Zeitung» über das Leben in New York. Diese beiden Inspektoren der Baupolizei balancieren im 30. Stock, natürlich ungesichert.

15. 4. 1912 Das Passagierschiff «Titanic» sinkt nach der Kollision mit einem Eisberg vier Tage nach Beginn der Jungfernfahrt.

der Prawda. 1. 8. Die JungfraubahnStation Jungfraujoch nimmt ihren Betrieb auf. 10. 11. Gründungsversammlung der Pro Juventute in Olten SO. 6. 12. Die Büste der ­Nofretete wird in der ägyptischen Stadt El-Amarna gefunden.

1913

2. 2. In New York wird die Grand Central Station eingeweiht, der grösste Bahnhof der Welt. 19. 2. Britische Frauenrechtlerinnen, die Sufra­ getten, sprengen das Landhaus des britischen Schatzkanzlers.

16. 8. Ford führt die Fliess­ bandproduktion ein. 23. 8. Die Kleine Meerjung­ frau, Wahrzeichen Kopen­ hagens, wird enthüllt. 12. 12. Die «Mona Lisa», zwei Jahre zuvor aus dem Louvre gestohlen, wird im Hotelzimmer des Diebs Vincenzo Peruggia in Florenz gefunden.

21. 12. In der Zeitung «New York World» erscheint das erste Kreuzworträtsel der Welt.

1914

13. 6. Die olympische Fahne mit den fünf Ringen wird erstmals in Paris gehisst. 15. 7. Der Lötschbergtunnel wird eingeweiht.

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Was trägt der Soldat auf dem Kopf? Der neue Stahlhelm erregt die Schweiz monatelang. 1918, pünktlich zum Kriegsende, ist die richtige Form gefunden. Angriff üben – falls ein Feind kommt Die Eidgenossenschaft bleibt während des Ersten Weltkriegs neutral. Truppen sichern trotzdem die Grenzen. Hier übt die Infanterie im November 1914 einen Sturmangriff auf freiem Feld.

Stummfilm-Legenden beim Flirten In Berlin: Charlie Chaplin, Anfang der 20er-Jahre bestbezahlter Schauspieler der Welt, und seine Affaire Pola Negri, ebenfalls Stummfilm-Star.

28. 7. Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg. 15. 8. Der Panamakanal wird für die Schifffahrt freigegeben – nach 35 Jahren Bauzeit.

1915

10. 4. Das Internationale Olympische Komitee nimmt Sitz in Lausanne.

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10. 6. Völkermord an einer Million Armeniern. Ein Gesetz legitimiert deren Enteignung. 2. 7. Die Schweiz stellt die Beschimpfung fremder Völker, Staatsoberhäupter oder Regierungen unter Strafe. 16. 11. Die Coca-ColaFlasche wird patentiert.

Die sieben Bundesräte zeigen ihr Gesicht Im Sitzungssaal des Bundeshauses in Bern hat SIZ-Fotograf Hermann Stauder im Frühjahr 1921 ein historisches Bild gemacht. Erstmals lässt sich der Bundesrat bei einer Plenarsitzung fotografieren.

1916

5. 2. In Zürich wird das Cabaret Voltaire als Zentrum der Kunstbewegung Dadaismus eröffnet. 21. 2. Die Schlacht von Verdun beginnt. Es sterben 700 000 Menschen, ohne dass sich der Frontverlauf verändert.

29. 2. Der US-Bauingenieur Arthur Hale lässt das Autobahnkreuz in Kleeblattform patentieren. 15. 9. Erstmals werden Panzer, sogenannte Tanks, im Krieg eingesetzt.

1917

15. 3.Beginn der Russischen Revolution. Zar Nikolaus II.

Foto Roger Viollet/Keystone

Foto Wolter, Berlin

Erst Bundesrat, dann Papst – die SIZ berichtet aus der ganzen Welt, zeigt Stars und Sternchen.

15. 10. 1917 Mata Hari, NacktTänzerin und Spionin der Deutschen, wird in Vincennes (F) erschossen.


Der Papst wandelt unter Palmen Heute zeigt sich der Papst gerne an einem kleinen Fenster oberhalb des Petersplatzes. Das ist 1918 noch anders. Da spaziert Benedikt XV. durch die vatikanischen Gärten beim Petersdom und präsentiert der Welt seine mächtige Persönlichkeit.

Foto Hermann Stauder

Stehend zum Sieg An der SelfrangaSchanze in Klosters springt der norwegische Skimeister Harald Smith 1920 stehend 50 Meter weit.

22. 4. 1916 Stolz posiert ein franzö­ sischer Soldat mit dem Modell eines neuen 400-mmGeschosses.

dankt ab. 4. 6. Der Pulitzer-Preis, wichtigste Literaturauszeichnung der USA, wird erstmals verliehen. Unter anderem an: Herbert Bayard Swope für seine Kriegs­berichterstattung über das Deutsche Reich. 19. 6. Grossbritannien führt das Frauenwahlrecht ein. 2. 9. Schweizweite

Kund­gebungen für Frieden und Brot. 10. 12. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bekommt den Friedensnobelpreis.

1918

23. 2. Offizielle Gründung der Roten Armee unter Führung von Leo Trotzki.

20. 5. Ferdinand Hodler stirbt im Alter von 64 Jahren in Genf. Juni Ausbruch der Influenza. Durch die Grippe sterben fast 25 000 Menschen in Europa. Allein die Schweizer Armee verzeichnet 35 Krankheitsfälle pro Tag. 1. 8. Gründung des Schweizer Nationalparks in

Graubünden. 11. 11. Waffenstillstand von Compiègne zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende; er forderte 8,5 Millionen Opfer. 11. 11. Generalstreik in der ganzen Schweiz für bessere soziale Verhältnisse (48-Std.Woche, Frauenwahlrecht,

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Über die Alpen nach Afrika Ein Schweizer Bauer wird Luftfahrtpionier, der erste Fotoreporter der Schweiz macht Karriere, Kaiser Wilhelm II. kommt nach Bern, und zwei Löwen bezaubern Zürich. Text Stephanie Ringel Bildredaktion regula Siebenmann

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Foto Underwood & Underwood, New York

er 13. Juli 1913 ist der bisher schönste Tag in diesem Sommer, als Oskar Bider morgens um vier Uhr und acht Minuten in Bern in seinen Blériot-Eindecker steigt. Er trägt einen Parka, einen Wollschal, auf dem Kopf eine lederne Kappe gegen den eisigen Flugwind in 4000 Metern Höhe. Seine ­Augen schützt er mit einer dunklen Gletscher­ brille und sein wildes Abenteurerherz durch präzise Planung vor den Gefahren der Aviatik. Bider, 22 Jahre alt, will nach Mailand fliegen und als erster Mensch die Alpen im Flugzeug überqueren. Die ideale Fluglinie verläuft für ihn zwischen den Berner Bergen Mönch und Jungfrau, weiter über den Aletschgletscher, durchs Rhonetal Richtung ­Domodossola nach Mailand. Als er hier um 8.42 Uhr landet, hat die Schweiz einen neuen Helden. Dabei ist Bider zunächst Bauer gewesen. Mit 20 hat er seine Heimat Langenbruck verlassen und in Argentinien auf einer Farm gearbeitet. In einem Brief schreibt er seiner Schwester Leni, dass «er die Fliegerschule» besuchen möchte. Nur ein Jahr später meldet er sich bei Flugzeugkons­ trukteur Louis Blériot im südfranzösischen Pau zur Pilotenausbildung an, erwirbt innerhalb von vier Wochen sein Brevet und fliegt kurz darauf tollkühn über die Pyrenäen nach Madrid. Es ist die Zeit der grossen Eroberungen zu Land und in der Luft. Fast wöchentlich stellen Piloten in ganz Europa neue Rekorde auf. Die wendigen Propellermaschinen stehlen den schwerfälligen Zeppelinen die Schau und landen bald überall: auf dem Wasser, auf Wiesen oder auf Bergen, beispielsweise dem Montblanc – nur 300 Meter unterhalb der Spitze.

Das erste Titelbild der «Schweizer Illustrierten Zeitung» Am 9. 12. 1911 erscheint das neue Magazin. Titelthema: Krieg in Libyen.

Alters- und Invalidenversicherung). Der Aufstand endet nach Androhung militärischer Gewalt.

1919

15. 1. Beginn der Friedensverhandlungen von Versailles. 25. 1. Gründung des Völkerbundes mit Sitz in Genf. General Pershings Hund Stubby, de­koriert für erfolgreichen Kriegsdienst. 22. 2. Pebble Beach in

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Kalifornien, der schönste Golfplatz der Welt, wird eröffnet. 1. 9. Die Schweiz hebt die Rationierung von Brot auf.

1920

10. 1. Der Versailler Vertrag tritt in Kraft. 16. 1. In den USA beginnt die Prohibition. Alkohol­

herstellung und -handel sind verboten. 5. 2. In Basel werden erst­mals Aquarelle von Hermann Hesse ausgestellt. Hesse wird bald darauf Autor der SIZ. 16. 5. 56,3 Prozent der Schweizer stimmen für den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund. Der Schweizer

Aussenminister, Bundesrat Giuseppe Motta, wird 1924 dessen Präsident. 15. 7. Das 1. Schweizerische Arbeiterturnfest findet in Luzern statt. 24. 7. Schriftsteller Ludwig Ganghofer stirbt mit 66 Jahren. Er verkaufte über 30 Millionen Heimatromane. 27. 11. Der Mantel-und-


Bider wird nur 28 Jahre alt. Nach einer durchzechten Nacht lässt sich der sonst korrekte Leutnant überreden, mit seinem Doppeldecker Kunststücke zu fliegen. Wenige Minuten nach dem Start auf dem Flughafen in Dübendorf ZH bohrt sich sein Flugzeug in die Erde. Auch Roald Amundsen ist ein unerschrockener Entdecker. Der norwegische Polarforscher erreicht am 14. Dezember 1911 mit seinen vier Begleitern als Erster den Südpol. Dort schlägt er ein Zelt auf, rammt die norwegische Flagge ins antarktische Eis und zerstört damit die Expeditionsträume seines britischen Rivalen Robert Falcon Scott. Der kommt nämlich 35 Tage später an und erfriert auf dem Rückweg, weil seine Motorschlitten in der Kälte versagen. Der erste Chef ist eine Frau Fünf Tage bevor Amundsen den Südpol erreicht, kommt in der Ringier Druckerei in Zofingen das erste nationale illustrierte Gesellschafts-Magazin der Schweiz aus der Druckerpresse: die «Schweizer Illustrierte Zeitung», kurz SIZ, heute bekannt als Schweizer Illustrierte. Helden wie Bider und Amundsen widmet dieses Magazin Titelgeschichten und ganze Seiten. Und weil die Nachricht von Amundsens Erfolg erst drei Monate später Europa erreicht, ist auf dem Titelbild der ersten SIZ ein schon länger relevantes Thema: der Krieg in Libyen. Für Verleger Paul Ringier werden «die in den meisten Tageszeitungen gelesenen Nachrichten erst durch die aktuellen Bilder» seines Magazins vollkommen, wie er in der ersten Ausgabe der SIZ an die Leser in einem offenen Brief schreibt. Er setzt auf die Kraft der Fotografie und erfindet sozusagen das gedruckte Fernsehen, lange bevor es TV-Geräte gab: ein Magazin, das dem Betrachter die Welt zeigt und mit kurzen Texten erklärt. Die Zeitschrift müsse «erstens billig im Abonnement sein, zweitens mannigfach und drittens nie langweilig, darf sich nicht aufs hohe Ross setzen, muss ohne Allüren sein, also ohne hochtrabende tiefgründige und unergründliche philosophische, theosophische oder andere -sophische Artikel». Und so kostet die SIZ 20 Centimes, erscheint samstags 16 Seiten dünn für ent-

Degen-Film «Das Zeichen des Zorro» hat Premiere. 10. 12. Zwei Schweizer werden mit dem Nobelpreis ausgezeichnet: Carl Spitteler in Literatur für sein Werk «Olympischer Frühling» und Edouard Guillaume in Physik.

1921

4. 2. Eugène Burnand

spannten Wochenend-Lesegenuss. Neben vielen Bildern zum internationalen Weltgeschehen bietet sie ihren Lesern unterhaltende Fortsetzungsromane bekannter Schriftsteller wie Maxim Gorki, Hermann Hesse oder Ambrose Bierce, aber auch informativ-belehrende Artikel. Beispielsweise über die Ananasproduktion in Indien oder die Baumwollherstellung in Ägypten. Sie zeigt Abbildungen berühmter Kunstwerke, praktische Tipps für die Hausfrau («So reinigen Sie Ihren Teppich richtig») und gelegentlich eine Seite mit der neuesten Mode aus Paris, London oder Wien – gesehen auf Pferderennbahnen, in der Oper oder an berühmten Schauspielerinnen. Das Magazin ist ein mutiges Projekt, denn in der Schweiz streiten sich 3213 Zeitschriften und Kalender, 184 Amtsblätter, 1671 politische Zeitungen und Anzeigenblätter um die Leser. Noch mutiger allerdings ist es – Schweizerinnen im Geschäftsalltag haben zu dieser Zeit überwiegend eine dekorative Funk­ tion –, eine Frau zur ersten Redakteurin zu machen: Frau C. Sturzenegger – ihr Vorname ist leider nicht überliefert, genauso wenig wie ein Foto von ihr. Sie ist die rechte Hand von Paul Ringier und weder scheu noch bescheiden. Und so verkündet sie in einem auffälligen Inserat, was sie will: «Aktuelles vom Schweizer Lande bringen, daneben aber auch Hauptereignisse des Auslands berücksichtigen und auch Neu­­erungen auf dem Gebiete der Wissenschaft und der Technik den Lesern in Bild und Wort vorführen, damit das Blatt nach und nach zur Welt im Hause wird.» Bald wird Frau Sturzenegger abgelöst, genauso wie mehrere Chefredakteure nach ihr. Kontinuität bringt erst Hans Brack, der Schwager des Verlegers, der die SIZ schliesslich von 1917 bis 1941 leitet. Die Welt nach Hause bringen Bilder also. Fotos von Staatsbesuchen, Präsidenten und ihren Frauen, Billard spielenden Amerikanerinnen in New York, dem dicken Hund von US-General Pershing. Und: von Kaiser Wilhelm II. Als er im September 1912 auf Manöverbesuch in die Schweiz kommt, dokumentiert das die SIZ in vier aufeinanderfol-

stirbt 70-jährig. Zeichnungen des Schweizer Malers hat die Nationalbank für ihre Banknotenserie von 1911 verwendet. 6. 2. Der Charlie-ChaplinFilm «The Kid» wird erstmals gezeigt. 24. 3. In Monte Carlo beginnt eine Frauenolympiade – aus Protest. Frauen

waren bisher nicht bei den Olympischen Spielen zugelassen. 29. 7. Adolf Hitler wird Vorsitzender der NSDAP. 2. 8. Enrico Caruso, Tenor und bis heute bedeutendste Figur der Opernwelt, stirbt in seinem Heimatort Neapel. Er hat 498 Schallplatten aufgenommen.

genden Ausgaben. Der Kaiser macht keinen Schritt ohne Fotografen und Reporter. Und deshalb sieht die Schweiz den Regenten am Bahnhof in Zürich. Bei der Parade in Bern und am Bärengraben. Auf einem Artilleriegeschütz im Feld. Im Gespräch mit Bundespräsident Ludwig Forrer. Ein Foto zeigt auch: An die runde Bankett-Tafel im Zürcher Hotel Baur au Lac zu Ehren des Kaisers passen 32 Personen, Buchsbäumchen zieren den Saal, über allem wehen die deutsche und die Schweizer Fahne. So wie den Kaiserbesuch holen die Bilder auch den Schrecken des Ersten Weltkriegs in die gute Stube – die SIZ berichtet politisch. Mit dem Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 zerbricht der Weltfrieden. Erzherzog Franz Ferdinand, Thronfolger von Österreich-Ungarn, und seine Frau Sophie werden bei ihrem Staatsbesuch auf offener Strasse von Gavrilo Princip erschossen. Vier Wochen später erklärt Österreich-Ungarn seinem Nachbarn Serbien den Krieg. Aus dem bilateralen Konflikt wird ein Weltbrand. Gegen Kriegsende steigen auch die Amerikaner ein und erringen für die Entente-Mächte Frankreich, England und Russland den Sieg. aaWährend in Verdun oder auf See grauenvolle Schlachten geschlagen werden, ­bekräftigt die Eidgenossenschaft ihre Neutralität. Schweizer Soldaten ziehen trotzdem an die Front – indem sie die Landesgrenzen von innen her sichern. Die Festung Gotthard entsteht, die Armee erhält die neuesten Waffen, Uniformen und Stahlhelme. Das Land verliert seine Männer in Landwirtschaft, Schulen und Industrie. Die SIZ ist hautnah dabei. An den Fronten in Verdun, an der Somme, in Schlesien und bei den Dardanellen. Was in unserer Zeit als «embedded journalism» gefeiert wird, ist damals längst Standard. Reporter begleiten die kämpfenden Parteien an vorderster Front. Die «Schweizer Illustrierte Zeitung» druckt deren Bilder von toten Soldaten im Gefechtsstand – und zwar auf dem Titel! Die schwerste innenpolitische Krise dieser Zeit trifft die Schweiz nur einen Tag nach dem offiziellen Waffenstillstand des 1. Weltkriegs. Am 12. November 1918 u

10. 9. Die Ringier-Zeitschrift «L’illustré» erscheint zum ersten Mal. 7. 12. England und Irland beenden den Bürgerkrieg. Erst am 18. 5. 2011, also 100 Jahre später, findet wieder ein offizieller Staatsbesuch statt: Queen Elizabeth II. von England besucht Dublin.

3. 6. 1916 Ferdinand Hodler mit Selbst­ porträt bei der Schwei­ zerischen Kunstaus­ stellung.

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eine Viertelmillion Schweize­ rinnen und Schweizer im Landesstreik für humanere Arbeits- und Lebens­be­dingungen: die 48-Stunden-Woche, Alters- und Invalidenversicherung oder auch das Frauenstimmrecht. Der Auf­ stand endet mit militärischer Gewalt. Der Fotograf als Heimatfreund Zwar ist dieser Aufstand ein Thema, doch bei schweizerischen Geschichten setzt die SIZ auf Harmonie. Hermann Stauder heisst der Mann der Stunde. Er ist ein attraktiver Kerl mit grossen Au­ gen, die grauen Haare flott Richtung Hin­ terkopf gestriegelt. Ab dem 1. April 1916 arbeitet er als «Spezialfotograf» der Zei­ tung und ist damit der erste Pressefoto­ graf der Schweiz. Stauder hat sich nicht fürs Stadtleben und seine Aufregungen interessiert. Autos, Strassenbahnen, Menschenmassen und Wohnblöcke schrecken ihn ab. Stattdessen sucht der St. Galler das «Schweizerische» auf dem Land. Er findet es bei Weinbauern im Wallis, Förstern im Appenzellischen oder einfachen Bauern im Muotatal. Seine Aufnahmen sind wunderschöne Charak­ terstudien – mit der Kamera gemalte Bil­ der. Während in der Welt der Krieg wü­ tet, atmen seine Fotos Frieden: Eine alte Frau sammelt mit knorrigen Händen Kar­ toffeln auf dem Feld. Zwei Mädchen tra­ gen lächelnd Feuerholz heim. Der Senn stösst Butter, Wäscherinnen waschen am Waschtrog. In diesen ersten Jahren lie­ fert er als Prototyp des rasenden Repor­ ters Titelbild um Titelbild. Hermann Stauder stirbt 1949 in Vordem­ wald AG bei einem Autounfall. Bis dahin hat er für die SIZ exklusiv fotografiert. Sein Archiv wird nach seinem Tod zer­ stört. Warum, ist bis heute unklar. Bei aller Heimatverbundenheit, Schwei­ zer wandern in diesen Jahren unerschro­ cken aus in exotische Länder. Der schnauzbärtige Thurgauer Alfred Ilg, ein junger Ingenieur, hat gerade sein Stu­ dium an der ETH Zürich abgeschlossen, als er hört, der König von «Abyssinien» (heute Äthiopien) suche Handwerker, Techniker und militärische Berater zur Modernisierung seines Landes. Der 25-Jährige reist acht Monate, bis er am Hof ankommt – und bleibt 27 Jahre. Der «Weise Schweizer», wie König Meni­ lek II. ihn bald nennt, reformiert das Land. Er hilft beim Bau der neu gegründeten Stadt Addis Abeba, legt die erste Wasser­ leitung in den kaiserlichen Palast, baut Munitions- und Waffenfabriken sowie die Eisenbahnstrecke zur Küstenstadt Dschi­ buti. Schnell lernt er die Landessprache Amharisch sprechen und schreiben und

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wird zum geschätzten Berater des Königs. Ja – eigentlich zu dessen Aussenminister bei den Friedensverhandlungen mit Itali­ en, das Äthiopien kolonialisieren will. Ein Opfer der Intrigen am Hof wird ­Alfred Ilg trotz seiner Verdienste. Seine Zeit ist um, als kluger Staatsmann er­ kennt er das und immigriert mit seiner Frau und seinen vier Kindern zurück in die Schweiz. Als er am 7. Januar 1916 im Alter von 61 Jahren stirbt, widmet ihm die SIZ das Titelbild. Und wer heute ger­ ne den Zoo Zürich besucht, der darf sich bei Alfred Ilg bedanken. Der hat seiner

Heimatstadt zum Dank für seine gute Ausbildung an der ETH und im Geden­ ken an den Züri-Leu im Stadtwappen die beiden Leuen Regula und Felix ge­ schenkt. Da Zürich zu der Zeit noch kei­ nen eigenen Tierpark unterhält, reisen die Tiere ins Exil. Zuerst nach Hamburg, dann nach Basel. Erst 1929 kommen sie «nach Hause»: in den neu gegründeten Zoo Zürich. Nächste Woche 2. Folge 1922–1931 Rösli Böhny wird Hollywood-Star, und ein Fotograf gründet die Swissair.

Hans Erni, 102 Der Luzerner Kunstmaler wuchs mit sieben Geschwistern auf und verlebte eine typische Kindheit auf dem Land: arm, arbeitsreich, aber aufregend.

«Wir mussten als Kinder auf dem Feld arbeiten, um zu überleben»

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heit. Meine Mutter nähte einmal für uns ein Vater hat unseren Ess­ Buben aus silbergrau glänzendem Stoff tisch für jedes weitere Kind Hosen. Das gab Familienstolz: vier verlängert. Wir waren vier Mädchen und vier Jungen, ich kam 1909 Brüder – gleich angezogen! Meist liefen als Dritter auf die Welt. In unserer Frei­ wir barfuss, jedes Kind hatte nur ein paar Holzschuhe. Oft brachte mein zeit mussten wir bei Verwandten im Kanton Luzern auf dem Bauernhof und Vater die abgelaufenen Fahrpläne seines Kursschiffs nach auf dem Feld arbeiten: Kühe Hause. Papier war teuer. melken, Pferde striegeln. Dann malten wir die freien Vielleicht kann ich deshalb Rückseiten voll. Und er, der so gut Tiere zeichnen. Wenn das Zeichnen so liebte, griff man weiss, wie sich das Knie aus dem Bücherregal ein eines Pferdes beugt, dann Buch, setzte sich zu uns und weiss man es für immer. Als nutzte auf jeder Seite die Lohn durften wir Kartoffeln weissen Ränder für seine und Obst heim tragen. Pferdeskizzen. Als Maschinist verdiente Hans Erni als 6-jähri- Einmal bin ich im Türrah­ mein Vater bei den Schiff­ gerJunge, zirka 1915 men geschaukelt und auf fahrtsbetrieben Vierwald­ den Kopf gefallen. Mein stätter See entsprechend. Gesicht war zugeschwollen. Der Arzt Als im Ersten Weltkrieg die Touristen sagte: Das ist nichts! Mein Nasenbein ausblieben, hat es für uns kaum noch war aber gebrochen. Danach konnte ich gereicht. Manchmal bekamen arme jahrelang schlecht atmen. Erst als ich 16 Familien wie wir von der Gemeinde war, wurde es herausoperiert. Darum ist einen Kalbskopf. Daraus kochte meine Mutter Suppe für eine Woche. Den Topf meine Nase heute noch so breit. Na ja, grub sie in eine Kiste mit Sägemehl ein, ich habe ja auch die Spanische Grippe die mein Vater gebaut hatte. Darin blieb überlebt. Dagegen empfahl der gleiche Arzt meiner Mutter eine Schockthera­ das Essen tagelang warm. pie: «Werfen Sie das Kind ins eiskalte Wir wohnten in der Brüggligasse 9 in Luzern, nah der Reuss, im 6. Stock. Vier Wasser!» Bei mir hat es geholfen. Meine kleine Zimmer, ein Bett für zwei Kinder. ein Jahr jüngere Schwester ist an der Grippe gestorben. Für mich war es eine glückliche Kind­

Foto Sabine Wunderlin/SoBli/RDB

u streiken


Cailler sucht den schönsten Ca Backen versüsst den Alltag! Dekorieren Sie den Cailler-Schokoladencake, und gewinnen Sie ein Wellness-Weekend mit einem Schokoladenkurs im Maison Cailler.

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as gibt es Schöneres, als gemeinsam einen Kuchen zu backen? Während der Schokoladencake wunderbar aus dem Ofen duftet, schlecken die Kinder noch genüsslich die Reste aus der Teigschüssel. Wenn es danach ums Verzieren geht, sind alle wieder dabei: Pralinen, Schokoladenspäne oder eine zweifarbige Schokoladen-Glasur? Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Wer wie ein Profi dekorieren möchte, besucht das Atelier du Chocolat im Maison Cailler. Hier kommen Sie hinter die Geheimnisse der

Chocolatierkunst. Lernen das Temperieren, Conchieren und die Ganache kennen. u Maison Cailler Ein Besuch im Maison Cailler in Broc/Gruyère steht für genussvolle Augenblicke. Sie können die Herstellung der Cailler Branches verfolgen und lernen die Geschichte und die Menschen kennen, die aus der Cailler-Schokolade einen Mythos gemacht haben. www.cailler.ch u Wettbewerb Backen Sie den Cailler-Schokoladencake (Rezept rechts), und verzieren Sie ihn nach Lust und Laune! Machen Sie ein Foto von Ihrem Cake, und schicken Sie

es bis am 9. Oktober 2011 an die Wettbewerbsadresse. Eine Jury bestimmt die fünf schönsten und lässt die Leser der Schweizer Illustrierten den Gewinner bestimmen. u Das gibt es zu gewinnen 1. Preis: Verbringen Sie das Wochenende am 19./20. November 2011 mit Ihrer Familie (2 Erwachsene und max. 3 Kinder) im Hotel Cailler in Charmey. Inklusive Eintritt ins Thermalbad sowie Schokoladenkurs im Atelier du Chocolat im Maison Cailler. Wert: CHF 800.–. Der Gewinner erscheint in der Schweizer Illustrierten.


publireportage Backen macht Spass Mit den Produkten von Cailler Cuisine gelingen Schokoladenrezepte einfach perfekt!

BAcken

Rezept für den Cailler-Schokoladencake Vor- und zubereiten: ca. 20 Min. Backen: ca. 50 Min Für eine Cakeform von ca. 28 cm, mit Backpapier ausgelegt. Haltbarkeit: in Folie verpackt bei Raumtemperatur ca. 3 Tage. Pro Stück: 17 g Fett, 5 g Eiweiss, 31 g Kohlenhydrate, 1222 kJ (292 kcal). Das Maison Cailler in Broc hat täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Gezeigt wird zum Beispiel wie die Cailler Branches hergestellt werden.

Entspannung Pur Das Hotel Cailler ist mit den Gruyère-Bädern verbunden. Zum Wellness-Bereich gehören auch Hamam und Sauna.

ke

Die Gewinner verbringen ein Wochenende im Viersternehotel Cailler in Charmey. Alle Zimmer sind im Landhausstil gestaltet.

2. bis 5. Preis: ein Schokoladenkurs im Atelier du Chocolat im Maison Cailler für 2 Personen im Wert von je CHF 116.–. 6. bis 50 Preis *: Je 1 Tafel Cailler Cuisine Noir 64 % und Cailler Cuisine Lait à je 200 g. u Wettbewerbsadresse Schicken Sie Ihr Foto per Post an Schweizer Illustrierte, Cailler-Wettbewerb, Postfach, 8099 Zürich, oder per E-Mail an cailler@ringier.ch. Teilnahme auch über www.schweizerillustrierte.ch/cailler u Einsendeschluss ist der 9. Oktober 2011

Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Gewinner werden persönlich benach­ richtigt. Die Übernachtung im Hotel Cailler ist nur am 19./20. November gültig. Barauszahlung ausgeschlossen. Mitarbeitende von Ringier AG und Nestlé SA sowie Angehörige sind nicht teilnahme­ berechtigt.* Das Los entscheidet über den Gewinn.

Hinweis zum Rezept

Backen mit Cailler Cuisine u perfekter genuss Die Cailler Cuisine Noir mit 64 % Kakaoanteil ist mehr als eine Kochschokolade. Ihr hoher Kakaogehalt verleiht ihr ein besonders intensives Aroma. Die Cailler Cuisine Lait eignet sich für eine zarte Schokoladencreme und ist perfekt für alle Dessert­ kreationen. Das Schokoladenpulver mit Zucker oder das Kakaopulver ohne Zucker verleihen Backwaren das gewisse Etwas. In Milch verrührt ein echter Geheimtipp!

u TEig 150 g Butter, in Stücken, weich 200 g Zucker 1 Prise Salz 4 Eier 250 g Mehl 1 Teelöffel Backpulver 300 g Cailler Cuisine Noir 64 % (siehe Hinweis), ­Hälfte in kleinen Stücken, Rest beiseitegestellt

Schokoladenstücke mischen, daruntermischen, in die vorbereitete Form füllen. u Backen Ca. 50 Minuten in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens.

u Glasur Backofen ausschalten. Beiseitegestellte Schokolade am Stück auf den Cake legen, ca. 5 Min. im leicht 1. Butter, Zucker und Salz geöffneten Backofen stehen schaumig rühren. Ein Ei nach dem anderen darunter- lassen, herausnehmen, rühren, ca. 5 Min. weiterrüh- etwas abkühlen, aus der ren, bis die Masse heller ist. Form nehmen, Schokolade mit Pinsel verstreichen. 2. Mehl, Backpulver und


Shopping

top ten

Model Merle B. (Place Models/Hamburg), Styling Miriam Dembach, Make-up & Haar Nicola Fischer für Style Council

der Woche

Mit Hut und Haar u Was eine Frau glamourös macht? «Diamanten, Lippenstift und ein Hut», sagt der Londoner Hut-Designer Philip Treacy. Und: Hüte sind in diesem Herbst das gefragteste Accessoire. Zudem schützen sie vor Wind und Wetter. Etwa Floppy Hats, Schlapphüte (Lanvin), Portier-Kappen (Louis Vuitton), Filzhüte mit Federn (Gucci) oder schicke Cloches (Stella McCartney, Ralph Lauren). Aber auch ausgefallener

Haarschmuck wie Pompons oder Hasenohren aus Spitze (Maison Michel) stehen für die herannahende Festsaison schon hoch im Kurs. Keine Frage, dass dabei das Haar ebenso eine Hauptrolle spielt und deshalb top gepflegt und geschniegelt wird. Redaktion Kristina Köhler Fotos Nadine Ottawa Haar & Make-up nicola Fischer

Lady Sunshine Uniformhut, Tansini, Zürich. u CHF 19.90 Seidenbluse mit besticktem Kragen, Maje bei Globus. u CHF 279.– Haarpflege Elsève Nutri-Gloss Shampoo, L’Oréal. u CHF 6.20 Leave-in-Pflege Mango-Öl, Klorane. u CHF 15.80 Lidstrich Master Drama Khol Liner, Maybelline (ab Oktober). u CHF 13.90 schweizer illustrierte

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Bonnie & Clyde Schlapphut, Spitzenbody, H & M. u CHF 19.90, 24.90 Haare: Volumen-Shampoo Volumea, René Furterer. u CHF 19.90 Styling-Hilfe Be Curly Style-Prep, Aveda. www.aveda.ch u CHF 44.– Lippen: Rouge Prodige in Peach Sorbet Nr. 105, Clarins. u CHF 37.–

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«Zwei Dinge wird ein Mann nie verstehen: das Geheimnis der Schöpfung und den Hut einer Frau» 

Coco Chanel

Miss Minnie Pompon-Haarreif, Topshop. Über www.topshop.com u ca. CHF 18.– Lederkleid Sandro. u CHF 749.– Haare: Daily Repair Shampoo, Marlies Möller. u CHF 34.– Pantene Pro-V Repair & Care 2-Min.-Intensiv-Kur. u CHF 10.90 Lidschatten Point Pots in Pure Creation und Imaginary, Mac. u je CHF 28.–

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Objekt der begierde

Ein Hauch von Venedig u Bergamotte, Jasmin, Pfeffer, Patschuli und Zypresse: Da schwingt schon der Gedanke an italienische Landschaften und Reisen mit. Und es sind die Ingre­ dienzien des ersten Dufts für sie und ihn aus dem Hause Bottega Veneta. Creative Director Tomas Maier dachte beim Konzept auch wirklich an die Land­ schaften rund um Venedig. Und schuf so ein Parfum von dem Caroline Brien, Journalistin bei der «Financial Times», euphorisch schreibt: «Dieser Duft könnte eine neue Ära im Bereich Parfums einläuten.» Der Flakon ist aus feinstem Murano-Glas, das Gesicht der Kampagne ist die Tochter von Stil-Ikone Inès de la Fressange, Nine D’Urso. So zart wie der Duft selbst, weniger ein Parfum eigentlich als einfach ein zärt­ licher Begleiter für kühlere Tage. Und so geheimnisvoll, dass es sich wirklich ganz neu anfühlt. Toll. beatrice schönhaus

Online-Tipp

www.jakandjil.com/blog u Während der Prêt-à-porter-Shows in New York, London, Mailand und Paris ist er immer vor Ort: Tommy Ton vom Modeblog Jak & Jil. Der Kanadier mit vietnamesischen Wurzeln ist das «Schät­ zeli» der Modeszene, zu seinen liebsten Sujets zählen Moderedaktorinnen wie Anna Dello Russo («Vogue Japan»).

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Neben seinem Blog fotografiert er an den Fashionweeks für das Modeportal www.style.com und kriegt mit seinem Gespür für neue Trends die tollsten Outfits vor seine Linse. nina lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus

Wegweisend Den ersten Duft von Bottega Veneta für sie und ihn gibts in diversen Grössen. Fachhandel und eine Sonderedition in BV-Boutiquen. www.coty.com u ab CHF 98.–


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Laufsteg Die neuen Parkas

Julia & die 70er

Kapuze rauf!

Casual Hüft­ langes Modell ohne Futter von Mango passt zu Jeans und Sneakers. u CHF 199.90

Süss Kuschlige Variante mit XL-Kunstfell passt zu Girlies. Entdeckt bei New Yorker. u CHF 129.95

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Chic Parka mit XL-Kapuze und Kunstfell-Futter von H & M (Trendabteilung Woche 37). u CHF 179.–

Preppy Variante mit XL-Kapuze von Tommy Hilfiger passt zu weiten Hosen. TH-Store. u CHF 379.–

Robust Langes Modell von Levi’s hält Wind und Wetter stand. Storefinder www.levi.com u CHF 369.90

Ladylike Julia Saner setzt knallige Highlights mit einem gelben Hut.

Nina Lienhard, Junior Redaktorin SI Shopping, riecht den Herbst. u Mode im Vintage-Stil ist diese Saison ein Must-have in jedem ­Kleiderschrank – gleich mehrere Mode-Epochen feiern diesen Herbst ihr Comeback. Das Warenhaus Manor setzt zur kalten Jahreszeit auf den Glamour der 70er-Jahre. Passend dazu auch das Gesicht der Kampagne: Model Julia Saner (macht grad Pause). Eine Tweed-­ Hose umspielt mit einem super­ schmalen Lackgürtel und modischer Kunstfell-Weste die weibliche Silhouette. Julia erinnert mit wallenden Haaren und dunkelroten Lippen an die glamouröse Jerry Hall und macht getreu dem Motto «Vintage Couture» eine tolle Figur! nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Porträt Geri Born, Stills Paul Seewer, Julia Saner über Manor

u Die Sonnentage sind mit grosser Wahrscheinlichkeit bald gezählt. Um den Wetterschock glimpflich zu über­stehen, verstecken wir die Sommerbräune unter coolen neuen Parkas (bedeutet in der Sprache der Inuit Hitze). Der robuste Anorak mit Kapuze fand in den 40er-Jahren als Winterkleidung Eingang in die USArmy und hat sich wie der Trenchcoat zum Klassiker gemausert. Kein Wunder, er schützt perfekt vor Wind und Wetter. Egal, ob chic für die City, kombiniert mit gemusterten Strümpfen und Pumps im Budapester-Stil, oder casual im rauen Gelände zu weit geschnittenen Jeans und Schnür­ stiefeln. Girlies wie Ladys freuen sich über die gefütterten kuschligen Kapuzen. Ursula borer


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Die Lieblinge der Redaktion

Edle Polster Diverse Kissen, etwa aus Velours oder Baumwolle, von Caravane. u ab CHF 155.–

Sofa-Prinzessin Sofa-Überdecke aus samtenem Velours, in verschiedenen Farben. Caravane. u CHF 290.–

International Coté West Living im Viadukt 4, Viaduktstr. 79, Zürich. Tel. 043 - 960 33 55. Coté West Living, Zürich

Urbane Heimeligkeit u Im

Viadukt 4 in Zürich gibt es einen Ort, in dem man vom Wohnen träumt: Coté West Living. Es gibt schlichte Massiv-Holzmöbel aus Belgien (Ethnicraft) oder den berühmten DesignKlassiker Butterfly Chair in In- und Outdoor-Ausführungen. Auch die Wohnaccessoires sind international. Etwa wunderschöne Bedcovers (Überwürfe), edle Kissen und Bettwäsche aus weicher Bio-Baumwolle von Cara­vane aus Paris. Aber auch Tischdecken aus Mexiko,

Tribal-Körbe aus Brasilien und – exklusiv in der Schweiz – das handgefertigte Porzellan-Geschirr Mud aus Australien in lichtem Pastell. So lebt man in Gedanken auf der ganzen Welt. Kristina Köhler

Holz-Kunst Teak-Tisch Duplex massiv in verschiedenen Grössen, Ethnicraft. u ab CHF 540.–

Feen-Geschirr Handgefertigte ­Porzellan-Bowlen in Pastellfarben von Mud. u je CHF 139.–

Öffnungszeiten Di bis Fr 11–18.30 Uhr, Sa 11–17 Uhr, www.cotewestliving.ch weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Im 70er-Look in den Herbst

shoppen

Weit geschnitten Modell Booker von J. Crew gibts bei www.net-a-porter.com. u ca. CHF 500.–

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sparen

Mit Sichtnähten Rehbrauner Stiefel von Gabor mit bequemem Absatz. www.zalando.de u ca. CHF 200.–

u Die 70er-Jahre feiern diesen Herbst ein cooles Revival. Für einen alltagstauglichen Look sorgen rehbraune, kniehohe Lederstiefel mit halb­ hohen Absätzen. Am besten kombiniert man sie mit einem knielangen Strickkleid und einer Satchel-Bag (Schulranzentasche). Wer sein Budget noch nicht überzogen hat, setzt auf das US-Qualitäts-Label J. Crew. Bei Ebbe in der Kasse gibts bei Gabor tolle Qualität zu anständigen Preisen.

ursula borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Paul Seewer (Stills)

shoppen oder sparen!?


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Makellos Make-up aus der Linie Forever von Dior. Deckt perfekt. u CHF 68.50

Mineral-Power Extra Virgin Minerals von The Body Shop für perfekte Haut. u CHF 39.90

Perfektes Darunter Fantastic Primer von Elite Paris. Marionnaud. u CHF 14.90

24-Stunden-Make-up Extreme Resist, Nivea. Fachhandel, Coop City. u CHF 20.90

Langzeit-Finish Fluid Finish Lasting Velvet von Sensai. Fachhandel. u CHF 66.–

2 in 1 Foundation mit Serum Ageless Elixir von Max Factor. Fachhandel. u CHF 29.90

Dream-Team Make-up-Pinsel Perfect Foundation Brush Shiseido. u CHF 45.– Make-up Double Wear Estée Lauder. u CHF 54.–

Lang anhaltend Make-up Fluide Perfec­ tion Lumière von Chanel. Fachhandel. u CHF 73.–

Ölfrei Photo Finish Hydrating Primer von Smashbox. Exklusiv bei Marionnaud. u CHF 57.–

Makellose Haut

u Ziegenmilch, Rosenwasser und Aloe vera: Das waren die natürlichen Schönheitsgeheimnisse von Kleopatra. Sie pflegte Gesicht und Körper minutiös und mit System, weil sie wusste, dass die Grundlage aller Schönheit ein perfekter Teint ist. Ein Lippenstift oder Lidstrich kommt nie so gut zur Geltung wie auf einer ebenmässigen, gepflegten und pickelfreien Haut. Frauen (und Männer) im Jahr 2011 haben es da wesentlich einfacher. Jedes Jahr bringt die Kosmetik-Industrie dank raffinierter, ausgedehnter Forschung

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neue Produkte hervor, die einfach anzuwenden sind und schnell zu einem guten Resultat führen. Die Texturen von Fonds de Teint zum Beispiel sind heute so perfekt auf die Gesichtshaut ab­ gestimmt, dass man sie nur noch mit einem Schwämmchen oder Pinsel leicht auftupft – fertig ist die perfekte Grundlage. Glanzpartikel helfen (etwa bei Chanels Linie Perfection Lumière), die Haut zudem strahlend erscheinen zu lassen. Jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass man auch von innen strahlt! beatrice schönhaus

Dufter Doc

u In der TV-Serie «Dr. House» fanden

wir den Schauspieler Hugh Laurie, 52, anbetungswürdig, wegen seines trockenen Humors. Jetzt ist er der neue Botschafter der Linie L’Oréal Men Expert.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, L’Oréal

Perfekte Grundlage

Star-Geflüster


Shopping

Dorothée Vogel «Die Warhol-Muse und Sängerin Nico inspirierte mich für die neue Kollektion.»

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, hat einen Ballon verschluckt.

interview mit designerin dorothÉe vogel

«Mein Herz gehört den Sixties» Dorothée Vogel, gehen Sie in der Mode auch mal fremd? Sicher! Ich liebe ­Vintage-Stücke aus den Sechzigern, einem Jahrzehnt, dem ich mein Herz verschrieben habe. Und wo finden Sie die Outfits aus den Sixties? Meistens im Ausland. In Paris gibts die fantastische Vintage-Boutique von Didier Ludot in der Galerie Montpensier. Da entdecke ich immer wieder Couture aus den Sechzigern und Siebzigern von YSL oder Emilio Pucci, zwei Designern, die ich sehr mag. Ebenfalls ein Tipp für Vintage-Fans ist La Petite Robe Noire im Palais Royal. Gibts Dinge, die Sie nicht selber kaufen, sondern lieber geschenkt bekommen? Ja, Blumen. Ich liebe Rosen von ­Dubach oder Wiesensträusse von Herrn Graf, beide auf dem Markt am Bürkliplatz. Und dann die vom Floristen Urs Bergmann, Zürich, mit seiner gross­

zügigen Handschrift. Den Strauss aus rosa Tulpen und japanischen Kirschzweigen werde ich nie vergessen. Grosse Klasse. Grosse Klasse ist auch Ihr Stil. Welche Tipps geben Sie einer Frau? (Lacht.) Danke, aber ich sehe mich nicht als Stilpäpstin. Trotzdem plädiere ich dafür, dass Frauen in einem gewissen Alter nicht jeden Trend mitmachen. Sie sollen viel mehr auf die Stoffqualität achten. Gut geschnittene klassische Teile sehen besser aus als billige ­Kleider! Welche Basics gehören in die Garderobe jeder Frau? Blazer und Trenchcoat. Eine Bluse, die sitzt. Und eine ebensolche Hose. Ausserdem ein Kleid, das nicht zu viele Details aufweist. Damit mans immer wieder neu kombinieren kann. Haben Sie ein Lieblings-Parfum? Ich mag alles von Santa Maria Novella (www.inesboesch.ch). Giuseppe cerrato

Dorothée Vogels Lieblinge

Duft Italiens Acqua di Colonia Patschuli von Santa Maria Novella, Florenz. u CHF 137.–

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Klasse in Grün Klassische Seidenbluse Safari von Dorothée Vogel. u CHF 669.–

Swinging Sixties Bildband «Pucci», erschienen im Taschen Verlag. Buchhandel. u CHF 198.–

Mit der Statur eines kleinen Wales (man könnte es zärt­ licher formulieren und sagen, ich sehe aus, als hätte ich einen Luftballon verschluckt) inter­ essiere ich mich zunehmend für das Schicksal anderer Wale im See der Schwangerschaft. Abgesehen von den «unfreiwillig eingesandten» Infos über gebrochene Steissbeine, Dammrisse, in Nobelboutiquen geplatzten Fruchtblasen, Kindern, die ohne Ohren, aber mit Herzfehlern auf die Welt kommen, entwickelte ich die Eigenschaften einer Teflonpfanne. Heiss und mit Abprall-Automatik. Sehr hilfreich. Zu meinen neuen Hobbys gehört das regelmässige Surfen auf neuen Websites wie www.celebbaby.com, gern auch www.hollybaby.com. Hier erschien unlängst das Bild einer superdünnen Victoria Beckham, die auf 20-cm-Christian-Louboutin-Sti­ lettos (erkennbar an der roten Sohle, gibts für Babys auch ohne Absatz) mit einem Bündel Säugling samt Decke über eine stark befahrene Hauptstrasse stolziert. Das Bild wirkte wie eine Art Mahnmal der Neuzeit, irgendwo zwischen verloren, überinszeniert und lebensgefährlich. Zumindest für das Baby. Gut, Michael Jackson wählte auch nicht grade den geschicktesten Weg der BabyPräsentation, indem er den jüngsten Sprössling einfach über die Balkonbrüstung hielt. Mir tat Victoria leid. Mir gefiel das Bild, ich kaufte es auf Facebook. Und löste damit eine Kontroverse aus. Wal-Freundinnen stritten sich mit schwulen VictoriaFans. Ach, wär das gut, wenn ­Schwule mal Kinder bekämen. Dann wüssten sie, wie man sich als Wal im Becken voller Piranhas fühlt!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte, Flurina Rothenberger, Geri Born, Paul Seewer (Stills)

Frau Wal


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Rapper Knackeboul in seinem TV-Studio mit Sofa und LCD-TV-Gerät von Panasonic.

«Zu viel TV verblödet» uDie Sendung «KnackAttack» des Berner Rappers Knackeboul alias David Kohler hat schon fast Kult-Status. Röbi Koller, Viktor Giacobbo, Melanie Winiger – alle wollen in die Sendung der etwas anderen Art. Denn «KnackAttack» auf Joiz TV ist Fernsehen zum Mitmachen. Etwas für charmante Improvisationskünstler wie eben Knackeboul. Doch als TV-Zuschauer ist Knackeboul nicht ganz so aktiv: «Ich besitze erst seit zwei Wochen wieder einen Fernseher. Mein altes Fernsehgerät habe ich vor drei Jahren abgeschafft, da ich mich einfach zu oft vor die Glotze hockte. Mein neuer Fernseher wird nicht mehr den Raum im Wohnzimmer für sich einnehmen. Er ist ganz flach und wird, sobald ich ihn installiert habe, diskret seitlich an der Wand hängen. Ich möchte meinen Computer daran anschliessen können, um mir mit Kollegen Youtube-Videos oder einen guten Spielfilm anzusehen.» Wer Knackeboul live

erleben möchte, kann sich im Casinotheater Winterthur mit «StilleKracht» ab Dezember auf Weihnachten einstellen. Yvonne Helfenstein

Der Sony-Bravia-LCDFernseher (KDL-65HX925), der TV-Riese. 65-Zoll-Diagonale ab CHF 6999.–. www.sony.ch Der Samsung-LEDFernseher (D7000) mit fünf Millimeter Rahmen. 40-ZollDiagonale ab CHF 2099.–. www.samsung.ch

Aktiv TV sehen Mit dem richtigen Gerät

Fotos Dick Vredenbregt, HO (4)

u Was hat sich in den letzten fünf Jahren

bei den Fernsehern verändert? Die meisten TV-Geräte sind heute internettauglich. Via TV-Apps kann man über den Fernseher chatten, Facebook besuchen, Videos herunterladen und vieles mehr. Zudem sind die meisten TVs heute 3-D-fähig oder lassen sich via Konverter auf 3-D umstellen. u Was habe ich beim Kauf eines TVGerätes zu beachten? Werden Sie sich bewusst, welche Grösse am besten ins Wohn- oder Schlafzimmer passt? Welches Design integriert sich

Der PhilipsFernseher (Mod. 50PFL7956K) im Kinoformat 21:9. 50-Zoll-Diagonale ab CHF 3019.–. www.philips.ch

Janin Widemann, Einkaufs­verantwortliche TV-Geräte Melectronics www.melectronics.ch

ins Umfeld? Welche Anschlüsse brauchen ich: Möchte ich meine Soundanlage, die Video-Kamera oder den Bluray-Disc-Player anschliessen ­können? Und welches Budget steht mir zur Verfügung? u Wie handhaben Sie das leidige Thema der Fernbedienung? Am besten, man kauft sich eine Universal-Fernbedienung. Einzelne Anbieter, wie zum Beispiel Samsung, bieten auch gute App-Lösungen für das Smartphone an. Somit wird das Telefon auch zur universellen Fernbedienung.


Check-up Schluss mit Spielsucht

ft f i r des t e b sun ör Ge Geh

Das sind ganz neue Töne!

Wer hätte das gedacht: Die heutige Jugend hört trotz MP3Player besser als früher. Musikhören mit Kopfhörern birgt aber weiterhin Gefahr – vor allem im Strassenverkehr lenkt es ab. Text Dr. Samuel Stutz

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ine neue Suva-Studie zeigt: Jeder fünfte Jugendliche hört Musik, wenn er mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs ist. Ein Velofahrer ohne Kopfhörer nimmt ein mit 50 Stunden­ kilometern von hinten nahendes Auto auf 16 Meter Distanz wahr – damit bleiben ihm zwei Sekunden Reaktionszeit. Trägt der Velofahrer einen Kopfhörer und hört mit 80 Dezibel (dB) Musik, nimmt er das Auto erst auf drei Meter Distanz wahr. Ihm bleiben so nur 0,3 Sekunden, um der Gefahr auszuweichen – das ist viel zu kurz. Fazit: Auch mit vernünftiger Lautstärke kann das Tragen von Kopfhörern im Strassenverkehr ­fatale Folgen haben. Darüber hinaus drohen noch juristische Konsequenzen. Die Studie untersuchte auch das Hörvermögen von Jugendlichen. Man könnte meinen, dass die Jugend von heute wegen der ständigen und lauten Musik immer schlechter hört. Die Daten von rund tausend Lehrlingen in Suva-versicherten Betrieben zeigen ein ganz anderes Bild: Diese Jugendlichen hören immer besser! Lag der Anteil von Lehrlingen mit auf­ fälligem Hochton-Hörvermögen vor 1975

noch über 40 Prozent, beträgt er in den letzten Jahren nur noch 13 Prozent. Ein Grund dafür: Die Prophylaxe-Massnahmen greifen. So sind in Europa nur MP3Player mit einer Lautstärken-Begrenzung von 100 dB zum Verkauf zugelassen. Zudem gilt in der Schweiz für Musik­ veranstaltungen und Musiklokale seit 1996 ein Grenzwert von 100 dB. Auch die bessere Gesundheitsversorgung hilft mit: Ohrenerkrankungen werden früh erkannt und behandelt. Frauen sind vernünftiger. Sie drehen die Lautstärke beim Musikhören weit weniger auf als Männer. Die Jugend­ lichen wählten mehrheitlich unschäd­ liche Schallpegel um 80 dB. Generell gilt: Bei niedrigerer Lautstärke können Sie länger Musik hören, ohne Ihr Gehör zu gefährden. Hören Sie auch auf die eigenen Ohren. Rauscht oder pfeift etwas? Dann sollten Sie Ihren Ohren einen Tag Ruhe gönnen und in Zukunft die Lautstärke deutlich zurückdrehen. Mehr Informationen finden Sie in der SuvaGratisbroschüre «Musik und Hörschäden» unter www.suva.ch/waswo

u Lausanne Eine von zweihundert Personen in der Schweiz ist spielsüchtig. Die Folgen sind für Betroffene und Angehörige häufig schwerwiegend. Sucht Info Schweiz bietet deshalb auf der neuen Internetsite Informationen und anonyme Hilfe. www.sos-spielsucht.ch

Antikörper gegen HIV

u Kalifornien US-Wissen­ schafter entdeckten 17 Antikörper, die sehr effektiv gegen HIV wirken. Sie stammen aus dem Blut von vier HIV-positiven Patienten. Die Ent­ deckung soll die Suche nach einem Impfstoff gegen die gefährlichen Viren vorantreiben. www.spiegel.de

Das Internet als Risiko?

u Zürich Der Schweizerische Verein für Epilepsie veranstaltet am Montag, dem 3. Oktober, einen Vortrag zum Thema «Neue Medien und ihr Einfluss auf die Wahrnehmung von Krankheit». Um 19 Uhr im Vortragssaal des Kunsthauses Zürich. Infos unter www.epi-suisse.ch

tipp

Kakao ist gesund! Es senkt den Blutdruck, verbessert die Gefässfunktion und vermindert das SchlaganfallRisiko.

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Check-up Sexualität

Neuer Schwung im Schlafzimmer Durststrecken im Bett kennt jedes Paar. Darüber zu ­sprechen, ist aber meist eher peinlich. Dabei ist eine gute Kommunikation der Schlüssel zu einem erfüllten Sexualleben – denn Erotik ist planbar! Zwei Expertinnen verraten, wie die Lust zurückkehrt. Text Lisa merz

W

issen Sie, welches Ihre ­erogenste Zone ist? Was war das Romantischste, das Ihr Partner je für Sie getan hat? Wie merken Sie, wann Sie Lust empfinden? Diese Fragen stehen auf den Karten eines erotischen Partnerspiels. Es hat ein Ziel: die Fantasie und Neugier wieder anzu­ regen. Am Anfang einer Beziehung ist alles aufregend: der neue Körper, der

Geruch, die Berührungen. Nach ein paar Jahren weiss man, was der andere gerne mag – man wird ein eingespieltes Team, und die Kreativität schläft ein. Wie man die Lust wieder belebt, weiss Madeleine Bosshart. Die Sexual­ pädagogin arbeitet als Beraterin im La­ den Sensuelle in Zürich. Die einzige Boutique in der Schweiz, die alles für die Lust der Frau bietet. Das Angebot reicht von Prosecco über Schokolade bis zu Kerzen und feinen Duftölen, Dessous

und Sexspielzeug. «Unser Angebot re­ duziert sich nicht nur auf Vibratoren», sagt Claudia Sieber, stv. Geschäftsführe­ rin. Im Gegensatz zu einem Erotikshop in einem Industriequartier fühlen sich Frauen im hellen Ladenlokal wohl und von den ­Beraterinnen verstanden. Wer möchte, kann auch einfach nur ein schö­ nes ­Pyjama kaufen. Das Alter der Kundinnen liegt zwischen 20 und 75 Jahren, die meisten kommen immer wieder. Und auch die Männer sind begeistert. «Einmal stürm­ te ein junger Mann in den Laden und dankte mir, weil seine Freundin bei uns einkaufte», erzählt Claudia Sieber. Sie merke, dass immer mehr Frauen eine Beziehung zu ihrem Körper aufbauen.

u Spielerisch Kartenset

Ideal, um einen schönen Abend zu beginnen: Nehmen Sie sich Zeit, und erfahren Sie Neues von Ihrem Partner. Das Spiel «inspiring» enthält zwei Arten von Karten. Bei den einen darf der Partner Fragen beantwor­ ten, die von erotischen Vor­ lieben, Wünschen und Erlebtem handeln. Die anderen Karten animieren zu romantischen bis erotischen Aktionen.

u Sanft

Feder Fragen Sie Ihren Partner nicht, ob er mit einer Feder gestreichelt werden will – machen Sie es einfach! Erkunden Sie damit seine verbor­genen erogenen Stellen. Das lässt auch den grössten Macho schmelzen.

u Sinnlich Massagekerze Bringen Sie Feuer ins Schlafzimmer! Die Massage­kerze verströmt einen wohligen Duft. Danach kann man sich das warme Wachs auf den Körper träufeln lassen und sich gegenseitig massieren.

Fotos Dick Vredenbregt

Für erotische Stunden


«Früher war der Mann für den Orgasmus zuständig, heute hat die Frau es auch selbst in der Hand.» Sexualpädagogin Madeleine Bosshart beobachtet zwei ­Arten von Frauen: diejenigen, die re­ signiert haben, und die anderen, die neu­ gierig sind. Viele Frauen, die bei Sensuelle ein­ kaufen, möchten wieder mehr Leiden­ schaft in ihr Liebesleben bringen. «Es braucht wenig, um den Funken neu zu entfachen», sagt Madeleine Bosshart. Manchmal reiche ein erotisches SMS während des Tages oder ein bestimmter Duft. Manchmal braucht es etwas mehr, um die Fantasie wieder anzuregen. Zum Beispiel ein Wunschabend, um dem Partner mitzuteilen, was einem gefällt. Wichtig ist, dass man sich dafür Zeit nimmt. Denn Erotik ist planbar! Gerade Eltern fehlt oft die Zeit für spon­ tanen Sex – nach dem Abwaschen und ­Bügeln ist man einfach zu müde. Und wie oft sollte es sein? «Da gibt es

u Anregend Intimcreme «Die Oh!-Creme kann ich jeder Frau empfehlen» , sagt Claudia Sieber. Sie stimuliert und pflegt den Intim­bereich. Die ent­haltende Minze ruft ein prickelndes Gefühl hervor und steigert die sinnlichen Empfindungen. Die Creme ist reich an natürlichen Aphro­ disiaka wie Ginseng, wildem Yam und Ginko biloba.

keine ­Regel», erklärt Madeleine Boss­ hart. Wenn man Kinder hat, geht es aber eher um Qualität als um Quantität. «Da ist man froh, wenn es einmal im Monat richtig schön ist», sagt die Sexual­ pädagogin. Nicht alle Frauen haben dabei aber auch einen Orgasmus. «Jede fünfte Frau erlebt ihn nur manchmal, knapp jede zehnte selten oder nie», sagt Psychologin Erika Toman, die das Buch «Sex & Seele» geschrieben hat (siehe Box Seite 90). Anatomisch gesehen hat das einen einfachen Grund: Da die Scheidenwand fast keine Nerven hat, kommen viele Frauen nur dann zum Orgasmus, wenn die äussere Klitoris oder bestimmte Regionen im Scheideninneren, die innere Klitoris oder die G-Fläche stimuliert wird. Neben speziellen Cremes, die an­ regend wirken, kann man den Orgasmus auch trainieren. «Dazu sollten Frauen zuerst herausfinden, was ihnen gefällt.

u Aufregend

Vibrator Mana ist ein mittelgrosser Vibrator in ansprechendem Design. Wegen seiner ergonomischen Form und den sechs Stimulationsprogrammen eignet er sich für Paare wie für Singles.

Lernen, alle ihre Sinne zu spüren und sich gedanklich darauf zu konzentrie­ ren», sagt Madeleine Bosshart. Wichtig ist, dass man dann auf dem Höhepunkt loslassen und geniessen kann. Sexualität beschränkt sich nicht nur auf die Geschlechtsteile. Auch Füsse, u

u Reinigend Intimpflege-Stab Seinen Ursprung hat der Secret Ceres in Asien: Dort pflegen Frauen ihren Intimbereich schon seit Jahrhunderten auf natürliche Weise. Dieser Mineral- und Porzellanstab mit Granatapfelbaumsamen reinigt, pealt, aktiviert die Befeuchtung und beeinflusst dadurch positiv die Scheidenflora.

Claudia Sieber, stv. Geschäftsführerin der Erotikboutique Sensuelle in Zürich. www.sensuelle.ch

Madeleine Bosshart, Sexualpädagogin und Beraterin bei Sensuelle.


Check-up Rücken und Taille sind empfindliche Zonen. Und ganz wichtig: Sprache und Humor. Erst wenn ein Paar über Sex spricht, kann es Neues aus­ probieren. Wenn es dann beim ersten Versuch nicht klappt, kann man darüber lachen. Schwieriger wird es, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, um dem Partner mitzuteilen, dass man etwas Neues ausprobieren möchte. Claudia Sieber erzählt, dass Männer teilweise brüskiert bis erstaunt reagieren und fragen, ob es denn bis jetzt nicht gut gewesen sei. «Damit hat das aber nichts zu tun: Obwohl ich gerne Wein trinke, habe ich manchmal Lust auf ein Glas Prosecco!»

Buchtipp u «Sex & Seele» Dieses Buch ver­ bindet medizinische, historische und psychologische Aspekte zum Thema Sexualität und Psyche. Die Schweizer Autorin Erika Toman arbeitet als Psycho­ login. Sie reichert die Kapitel mit vielen Fallbeispielen aus ihrer Praxis an. Ihre Hauptaussage: «Auch wenn anatomisch die richtigen Stellen stimuliert werden, ist das noch lange keine Garantie für eine erfüllte Sexualität – auch der seelische Raum muss mitein­bezogen werden.» Bei ihrem Konzept der authen­ tischen Sexualität geht es primär um die Ent­ wicklung der eigenen Per­sönlichkeit zu mehr Selbstvertrauen. Zytglogge Verlag, ISBN 978-3-7296-0822-1.

«Ruhige Phasen im Sexualleben sind normal»

D

r. Reto Stoffel, wie wichtig ist Sex für die Gesundheit? Ein gutes Sexualleben trägt zum psychischen und physischen Wohlbefinden bei. Ein unbefriedigendes Sexualleben kann dagegen massive negative Auswirkungen auf das persön­liche Befinden haben. Das kann sich in verschiedenen Störungsformen zeigen. Die Bedürfnisse nach Sexualität sind individuell verschieden, besser ohne Sex als «Stress-Sex». Wie wichtig ist bei Frauen der Orgasmus beim Sex? Erfüllter Sex ist wohltuend, mit Orgasmus noch schöner. Viele Frauen, vor allem jüngere, erleben aber auch Sex ohne Orgasmus als positiv. Über Orgasmus wird zu viel geredet und geschrieben, das weckt bei Frauen oft Versagensgefühle. Was genau spielt sich im weiblichen Körper beim Sex ab? Die weiblichen Geschlechtsteile werden stärker durchblutet, und der Puls steigt. Während des Orgasmus ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter und der Beckenbodenmuskulatur zusammen. Gleichzeitig kommt es zu krampf­artigen Zuckungen im Bereich der Vagina, der Vulva und des Anus. Schöner Sex spielt sich aber nicht nur auf der körperlichern Ebene ab, sondern auch im Kopf. Die Frau muss sich dazu gehen lassen und abschalten können. Dies ist auch die Ursache, weshalb viele Frauen in diesem Lebensbereich Probleme haben. Wie sollten sich Frauen pflegen?

Nur alkalifreie Seifen zum Waschen verwenden und Recycling-Toiletten­ papier meiden. Sind Sexspielzeuge aus medizinischer Sicht unbedenklich? Falls Frau sich damit wohlfühlt, sind sie in der Regel gesundheitlich pro­ blemlos; sie sollten jedoch regelmässig gewaschen werden, um Infekte zu vermeiden. Ganz wichtig ist das Material: Kaufen Sie nur Produkte, die frei von Phthalaten (Weichmachern) sind. Denn bei längerem Einsatz könnten zu viele der organschädigenden Substanzen in den Körper gelangen. Wann empfehlen Sie Sexspielzeug, Vibratoren und Ähnliches? Sexualität ist eine Naturgewalt, die mit Liebe nichts zu tun hat. Deshalb ist Sexualität starken Schwankungen unterworfen. Viele Paare haben Angst, wenn einmal eine ruhigere Phase eintritt. Als Parallele: Jeden Tag Filet wird auch zur Gewohnheit. Falls Sex-Toys Schwung ins Schlafzimmer bringen, ist das gut, oft jedoch eine Illusion. Fantasievolle und zärtliche Liebhaber übertreffen mit Fingerspiel und Zunge mechanische Lustbringer um ein Vielfaches.

Dr. Reto Stoffel, Arzt für Frauen­ heilkunde in Richterswil ZH. www.stoffel-gyn.ch

Fotos Dick Vredenbregt, Kurt Meier / RDB

u Hände,


Der Fall Blut-Plasma

gegen Falten

«Ich habe gehört, dass man jetzt als ‹Filler› das eigene Blut verwenden kann. Stimmt das?» Dr. Clarence P. Davis, Dermatologe, ist Medizinischer Leiter der Swissestetix-Zentren in Zollikon ZH und Rapperswil SG. www.swissestetix.ch Ich bin begeistert von dieser neuen Methode. Intern sprechen wir vom Vampir-Facelift. Mit der Eigenplasma-Therapie werden wir dem Bedürfnis nach einer absolut natürlichen, risiko- und schmerzfreien Hautverjüngung endlich gerecht. Anders als herkömmliche Filler besteht die

TV-Tipp

Samstag, 1. Oktober, 18.10 Uhr

Füllmasse nicht aus einer chemischen Substanz, sondern aus dem Plasma des Eigenbluts, das der Patientin ­venös entnommen wird. Das Plasma ist so flüssig, dass es mit der dünnsten Spritze injiziert werden kann – ein weiterer Vorteil gegenüber dickflüssigen Fillern. Und nach 20 Minuten ist die ambulante Behandlung auch schon vorbei. In der Zwischenzeit arbeitet das Plasma auf Hochdruck: Die Blutplättchen zerbrechen an der gewünschten Stelle und setzen hochwirksame Stoffe frei, die die Zellregeneration anregen. Das Resultat ist ein verblüffender Revitalisierungseffekt: Fältchen um die Augen glätten sich,

sonnengegerbte Haut gewinnt ihre Elastizität zurück, fahler Teint strahlt wieder. Der Gesamteindruck des Gesichts ist deutlich frischer und verjüngter. Der einzige Nachteil dieser natür­ lichen Methode ist die Wiederholung der Behandlung. Für eine optimale Wirkung der Eigenplasma-Therapie sind zwei bis drei, allenfalls sogar vier Behand­ lungen nötig. Dafür hält die Wirkung durchschnittlich zwei Jahre an. Die Kosten ­einer Behandlung betragen circa 800 Franken. Der Preis hängt von der Menge des benötigten Plasmas und der Grösse des zu behandelnden Bereichs ab.

Zähne und Mund Jeder vierte Erwachsene leidet unter Mundgeruch. Ein Experte zeigt, dass die häufigste Ursache dafür ein Belag auf der Zunge ist und was man dagegen tun kann. Zudem geht es um metallfreie Zahnimplantate aus Keramik. www.gesundheitsprechstunde.ch


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Ausgezeichnet Die Groupe Acrobatique de Tanger.

Foto © Mario Del Curto / Artwork FLAG, Augustin Rebetez

Zimmermann & de Perrot

Schau genau! u Ist es Tanz oder Theater? Vielleicht Zirkus? Gar Akrobatik? Das Schweizer Künstler-Duo Zimmermann & de Perrot (l.) mixt diese Zutaten zu skurrilen Bühnenstücken und feiert damit weltweit Erfolge. In ihrem neusten Werk «Chouf Ouchouf» (arabisch für: Schau, aber schau genau) arbeiten die beiden mehrfach preisgekrönten Schweizer Regisseure mit der Groupe Acrobatique

de Tanger zusammen. Im Zentrum steht der Alltag in einer ­marokkanischen Grossstadt. Banale Situationen werden ins Absurde gesteigert, bis alles kopfsteht und die Schwerkraft überlistet ist. Also, Augen auf! rea Maag Halle Zürich. «Chouf Ouchouf», 11.–30. 10., jeweils um 19.30 Uhr, So 15 Uhr, www.zimmermanndeperrot.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Zerstreuung im Sommer «Sur la plage à Trouville», gemalt um 1870/71 .

Claude monet

Flüchtige Impressionen

Die Fondation Pierre Gianadda in Martigny lockt erneut mit einer illustren Ausstellung. Zu sehen sind 70 Ölbilder und 45 Holzschnitte des grossen Impressionisten Claude Monet.

Imposante Erscheinung Claude Monet, fotografiert um 1900.

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u Was sich Léonard Gianadda, 76, vornimmt, das erreicht er auch. Dem Walliser kommt zugute, dass er sich in der Kunstwelt bestens auskennt – und dass sein Netzwerk hervorragend funktioniert. Dank Ausdauer und Charme ist ihm erneut eine Sensation gelungen. Monet au Musée Marmottan et dans les Collections suisses ist der Magnet in diesem Sommer/Herbst. Vor den 70 Ölbildern und den 45 Holzschnitten bilden sich täglich lange Menschenschlangen. Das Vergnügen beim Betrachten der Werke von Claude Monet (1840–1926) ist ganzheitlich. Nicht nur die Augen verlieren sich im Farbrausch eines Seerosen-Bildes. Bei «Sur la plage à

Trouville» (o., grosses Bild) glaubt man die Meeresbrise auf der Haut zu spüren. Sommerdüfte entspringen dem Bild «Terrasse à Vétheuil» (o.), Ergriffenheit erfasset einen bei der «Kathedrale von Rouen». Die Ausstellung ist einem Spaziergang nachempfunden – an jene Orte, die Monet inspirierten: an die Ufer der Seine, entlang der Küste der Normandie, in die Bretagne, nach Italien. Und nach Giverny, wo der Maler ab 1883 sein Anwesen ausbaut. Der Obstgarten wird zum Blumengarten. Mohnblumen, Iris und Lilien blühen um die Wette, ein Wassergarten mit japanischer Brücke wird angelegt, fünf Gärtner kümmern sich um das kleine Paradies. Monet ist


diese woche in den galerien

Farbklang. Stadtsicht. Tuchfühlung Schablonen

u Der Maler und Grafiker Pierre Haubensak, 76, arbeitet hauptsächlich in Werkgruppen. Zurzeit zeigt er eine Auswahl seiner Pochoirs. Mittels Schablonen werden die ausgeschnittenen Formen mit Öl- und Acryl auf Leinwand übertragen. Neben dem 3-D-Effekt sind auch die ungewöhnlichen Farbgebungen der Werke ein visuelles Erlebnis. Der Künstler greift gern auf frühere Themen zurück. So beziehen sich die Pochoirs auf seine Serie «Grotesken» der 80er-Jahre.  rea

Galerie Rosenberg Zürich. Bis 8. 10., Mi–Fr 13–18.30, Sa 11–16 Uhr, Tel. 044 - 311 79 52, www.galerie-rosenberg.ch

Fotografie

Kleine Siesta Die Dame in Blau gönnt sich auf der «Terrasse à Vétheuil» (1881) ein Nickerchen.

u Unter dem Titel «New York in den 40ern» zeigt das Museum Bellerive Fotografien von Andreas Feininger (1906–1999). Der Sohn des berühmten Malers Lyonel Feininger ist beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach New York ausgewandert. Feiningers Stadtansichten, ob mit Blick auf die Architektur oder den Alltag der Menschen, zählen heute zu den Klassikern der Fotografiegeschichte. Die gezeigten Werke sind zu ersten Mal in der Schweiz zu sehen. rea

Museum im Bellpark Zürich. Bis 23. 10. Mi–Sa 14–17, So 11–17 Uhr, Tel. 041 - 310 33 81, www.bellpark.ch

Textilien

In gleissendes Licht getaucht Fast unwirklich: «Waterloo bridge, effet de soleil», um 1899.

u Nach einem umfassenden Umbau präsentiert die Abegg-Stiftung ihre weltberühmte Sammlung in neuem Glanz. Das Museum zeigt vielschichtige, faszinierende und höchst aufwendig produzierte Textilien aus Europa, dem Vorderen Orient und dem Gebiet der Seidenstrasse. Neben Textilien aller Art sind auch Gemälde, Skulpturen und bedeutende Werke der Goldschmiedkunst ausgestellt. Darunter finden sich neue Objekte, die bisher noch nie zu sehen waren.  rea

Fotos Keystone, © Musée Marmottan Monet, Paris F, Atelier für Fotografie Mathias Leemann, HO (5)

Abegg-Stiftung Riggisberg BE. Bis 13. 11. Täglich 14–17.30 Uhr, Tel. 031 - 808 12 13, www.abegg-stiftung.ch

Klassik inspiriert. Er malt wie ein Besessener, verfolgt das Spiel des Lichtes. Immer wieder. In den letzten 25 Jahren seines langen Lebens entstehen in Giverny die weltberühmten Seerosen-Bilder. Monet arbeitet nun in Serien. Um die Essenz des Lichtes und des Augenblicks einzufangen, malt er oft gleichzeitig an mehrere Leinwänden. Gleicher Standpunkt, gleiche Komposition, verschiedene Resultate. Variationen eines Magiers, der sein Metier à fond kennt. kati moser fondation pierre gianadda Martigny VS. Bis 20. 11. Täglich 9–19 Uhr, Tel. 027 - 722 39 78, Katalog CHF 45.–, www.gianadda.ch

Drei Klavierabende zu Franz Liszt u Franz

Liszt (1811–1886) war schon zu Lebzeiten eine Legende. Der virtuose Pianist mit den edlen Zügen war immens produktiv – er schrieb über 700 Werke. Anlässlich seines 200. Geburtstages widmet ihm die Konzertreihe «Rezital» drei Konzertabende. Der kroatische Pianist Ivo Pogorelich (Bild) spielt u. a. den Mephisto-Walzer (21. 10., 19.30 Uhr), Werner Bärtschi aus Zürich widmet sich den späten Klavierstücken und den Paganini-Etüden (22. 10, 16 Uhr), und Ingolf Wunder (A) spielt Etüden und die 2. Ungarische Rhapsodie (22. 10., 19.30 Uhr).  rea Tonhalle Zürich. 21./22. 10., Tel. 044 - 206 34 34, www.rezital.ch, www.tonhalle.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Richard C. Morais

Tandoori und Trüffel Worum geht es? Hassan Haji wächst mit dem Duft von scharfem Curry auf. Jede freie Minute verbringt er in dem Imbiss­ lokal, das seine Familie in Mumbai betreibt. Noch ahnt niemand, welch grosses Kochtalent in ihm schlummert. Erst in einem französischen Dorf, wohin es die Familie verschlagen hat, wird sein Talent von Madame Mallory, einer SterneKöchin mit Gourmettempel, entdeckt. Und die hat für die indische Grossfamilie eigentlich nur Verachtung übrig.

Raufen sich zusammen FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle) und Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson, l.).

Wer ist der Autor? Richard C. Morais war Chefredaktor von «Forbes», bevor er begann, Romane zu schreiben. In Portugal geboren, in der Schweiz aufgewachsen, lebt er heute mit Ehefrau und Tochter in Philadelphia.

Irischer Humor vom Feinsten Gerry Boyle schert sich nicht um Konventionen. Der Polizist einer Kleinstadt an der Westküste Irlands nimmts mit dem Gesetz nicht so genau. Er lässt aus Rücksicht auf die Eltern eines Unfallopfers dessen Drogen verschwinden, vergnügt sich gerne mit Prostituierten und drückt bei den Machenschaften der IRA auch mal beide Augen zu. Dann geschieht ein brutaler Mord, und plötzlich wuselt das FBI in seiner Stadt herum. Eine international tätige Drogenbande soll sich in der Gegend verschanzt haben. Boyle wird dazu verdonnert, mit dem aalglatten FBI-Agenten Wendell Everett die flüchtigen Dealer dingfest zu machen. Nach anfänglichen Scharmützeln bilden die zwei ein unschlagbares Team. u Die Stars Brendan Gleeson als veru Der Plot

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schrobener, zu rassistischen Ausfällen neigender Polizist, ist eine Wucht. Don Cheadle gibt den Gegenpart passend stoisch und abgeklärt. u Die Umkehrung Die Komödie ist im klassischen Buddy-Cop-Genre angesiedelt, doch hier zeigt das Landei dem Agenten aus der Grossstadt, wie der Hase läuft. u Die gepfefferten Sätze «Entweder sind Sie ein kompletter Idiot oder der cleverste Bursche überhaupt» (Everett zu Boyle). «Rassismus ist ein Grundcharakterzug der Iren» (Boyle zu Everett). u Das Fazit Ein Fest für Freunde des schwarzen Humors. Und ein wunder­ bares Loblied auf die schrulligen Eigenarten der Provinzler. Anina Rether 8 8 8 8 8 Länge: 96 Min. Regie: John Michael McDonagh. Im Kino.

Wer mag das Buch? Alle, die kulinarische Reisen lieben und von der ganz hohen Kunst des Kochens begeistert sind. Was löst das Buch aus? Hunger! Und Lust, bei Spitzenköchen einzukehren. Welche Passage bleibt? «Nirgends, in keinem der Dreisternerestaurants Frankreichs, wird man etwas Wohlschmeckenderes zu essen bekommen», sagte er. «Wir rackern uns bis zur völligen Erschöpfung ab, und doch kann keine unserer Kreationen diesem einfachen Kuttelgericht das Wasser reichen. Habe ich recht, Hassan?» «Ja, Paul, das hast du.» Isabel Notari Richard c. morais Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef (Piper)

Fotos Paul Seewer, HO (3), Ascot Elite Entertainment Group

«The Guard» (Irl)


demnächst

Blues. Strings. Peach Weber

Swiss Blues-Man uBlues

ist die Musik der schwarzen Amerikaner. Philipp Fankhauser ist weiss, Schweizer – und er singt und spielt Blues. Ob das gut gehen kann? Und wie! Auf der feinen CD «Try My Love» beweist er es aufs Neue. hv philipp fankhauser Aarau 16. 10., Luzern 5. 11., Bern 29./30. 12, www.daszelt.ch

Bewegend «Grease» bietet Tanzspektakel im Multipack. Musical-hit «Grease»: High-school-romanze in basel

Rasante Liebe

cd-Tipp jazz

powerplay satt uLeise anklopfen war nie ihre Sache. Doch dermassen mit der klingenden Tür ins Haus gefallen wie mit ihrer neuen CD sind New Bag noch nie. Statt Free Funk liefern der Gitarrist Christy Doran & Co. jetzt Prog-Rock. Also lasst die Boxen beben! hanspeter vetsch

christy doran’s new bag Take the Floor and Lift the Roof (SunnyMoon)

Barry Gibb – und an der zeitlosen Story. Sie spielt 1959 und baut auf einen knallig bunten Mix aus Petticoats und Partys, Pferdeschwänzen und Pferdestärken, Cadillacs und Rebellion. Und selbstverständlich auf die Liebe: Die brave Sandy und der coole Danny sind sich während der Ferien näher­ gekommen, ohne zu ahnen, dass sie bald in die gleiche Schule gehen würden. Zwar kommt es am Schul-Ball zum Eklat, Sandy flüchtet … Doch Danny wird singenderweise klar: «You’re the One That I Want», und das süsse Schicksal nimmt seinen Lauf. Kaum verwunderlich, zählt «Grease» zu den populärsten Musicals. Das umso mehr, als in der frischen Inszenierung von David Gilmore neben dem Sentimento auch eine Portion Selbstironie Platz hat. hanspeter vetsch grease Musical Theater Basel. 22. 12. um 19 Uhr, mehr Daten Jan. 2012, www.topact.ch tickets für die besten events!

Kammermusik plus

u Schon allein ist das Kammerorchester Fes-

tival Strings Lucerne ein Ohrenschmaus. In Basel gesellen sich Solisten wie die Star­ geigerin Viviane Hagner dazu. Gegeben werden Werke von Bach und Tschaikowsky.hv festival strings luzern Martins­ kirche Basel 3. 10., www.biderundtanner.ch

Lachen mit Mr. Gaga u Blöd

ist Peach Weber zwar keineswegs, aber – so der Name seines Programms – halt doch ein bisschen «Mister Gaga». Und der schafft den (oft kleinen) Spagat zwischen Sinn und Unsinn noch immer grandios. hv Peach weber Reinach 24. 10., Baden 31. 10., Solothurn 2. 11., www.peachweber.ch

Fotos HO (5)

uDer Schmachtfetzen mit John Travolta und Olivia Newton-John in den Hauptrollen war unwiderstehlich: 1978 in die Kinos gekommen, spielte «Grease» fast 400 Millionen Dollar ein. Das Kalkül, den Erfolg des gleichnamigen Musicals auf die Leinwand zu übertragen, war aufgegangen. Mittlerweile taugt der Film bestenfalls noch für den nostalgieseligen Fernsehabend im trauten Heim, das Musical aber ist lebendiger denn je. Das liegt an unvergessenen Songs wie «Summer Nights», «Sandy» und «Grease Is the Word» von Bee Gee

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Borneo Wildlife – echtes Malaysia Buchung und weitere Infos auf www.myborneo.ch

Folgen Sie den Spuren der Orang Utans und erleben Sie einen der artenreichsten Flecken Erde auf dieser Welt. 10-tägiges Dschungelabenteuer

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4 1 3 F H C ab e Flug ab Zürich, gung e inklusiv tel und Verpfl Ho

Ein Reiseprogramm voller unvergesslicher Erlebnisse: F = Frühstück, M = Mittagessen, A = Abendessen

1. Tag: Zürich – Singapur Flug mit dem Airbus A380 von SINGAPORE AIRLINES. 2. Tag: Singapur – Kota Kinabalu Ankunft in Singapur, Weiterflug nach Kota Kinabalu. Transfer in Ihr Hotel. Unterkunft: 2 Nächte im Hotel Le Meridien. 3. Tag: Kota Kinabalu (F) Entdecken Sie Sabahs Hauptstadt auf eigene Faust oder geniessen Sie die Annehmlichkeiten des Hotels. 4. Tag: Kota Kinabalu – Lahad Datu – Wildlife Reserve (F,M,A) Inlandflug nach Lahad Datu und Fahrt zur Dschungel-Lodge. Nachmittags unternehmen Sie eine Dschungelwande-

rung und nachts eine Pirsch zu nachtaktiven Tieren. Unterkunft: 2 Nächte in der Lodge Ihrer Wahl: Tabin Wildlife Reserve: Einfache Unterkunft mit Dusche. Oder Borneo Rainforest Lodge, Danum Valley: Komfortable Zimmer, verteilt in verschiedene Chalets. 5. Tag: Wildlife Reserve (F,M,A) Wanderung durch den üppigen Dschungel. Unterwegs können Sie sich bei einem Wasserfall erfrischen. Nachmittags und abends haben Sie Gelegenheit nach Tieren Ausschau zu halten. 6. Tag: Wildlife Reserve – Sukau (F,M,A) Vormittag zur freien Verfügung. Nach dem Mittagessen Fahrt nach Sukau. Abends Möglichkeit für weitere Tierbe-

obachtungen eine Bootsfahrt zum Fluss Menanggul zu unternehmen. Unterkunft: 2 Nächte in der gemütlichen Kinabatangan River Lodge.

Utan Rehabilitation Centers», wo Sie die tägliche Fütterung der «Waldmenschen» in nächster Nähe beobachten dürfen. Unterkunft: Sepilok Nature Resort.

7. Tag: Sukau (F,M,A) Am frühen Morgen werden Sie zu einer Bootsfahrt zum «Oxbow Lake» aufbrechen, um wilde Tiere bei ihren frühmorgendlichen Aktivitäten zu beobachten. Entspannen Sie sich tagsüber in der Lodge. Abends: weitere Tierbeobachtungen.

9. Tag: Sandakan – Kota Kinabalu – Singapur (F) Morgen zur freien Verfügung. Sie können selbstständig das Orang Utan Center für die Morgenfütterung besuchen. Nachmittags Transfer zum Flughafen und Flug via Kota Kinabalu nach Singapur. Anschliessend Nachtflug nach Zürich.

8. Tag: Sukau – Sandakan (F,M,A) Auf der 2 ½-stündigen Bootsfahrt werden Sie Ausschau halten nach Nasenaffen, Vögeln, wilden Elefanten. Nachmittags Besuch des «Sepilok Orang

10. Tag: Singapur – Zürich Ankunft am Morgen

Verlängern Sie Ihre Reise:

In Zusammenarbeit mit:

7 Tage Badeferien in Kota Kinabalu www.singaporeair.com

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www.tourismmalaysia.de

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Ab in die Ferien! Ein Magazin der Schweizer Illustrierten im Auftrag von Tasari Atelier, Bern

Die «Columbus 2» bietet Passagieren viel Freiraum zum Wohlfühlen.

«Columbus 2»

Viel Platz auf hoher See D

ie «Columbus 2» ist ab April 2012 für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten auf den Weltmeeren unterwegs. Grösster Luxus: das Platzangebot. Wer auf dem Joggingtrack oder im Pool seine Runden dreht, auf dem Sonnendeck relaxt oder in einem der vier Restaurants schlemmt, geniesst ein vielseitiges Angebot in einer persönlichen Atmosphäre. Die meisten Kabi-

nen und Suiten für die 698 Passagiere sind mit privatem Balkon ausgestattet. uIm Fitnesscenter und im Ocean Spa findet sich von der Dampfsauna über Beautybehandlungen alles, was das Wohlbefinden steigert. Ob Mittelmeerkreuzfahrt oder mehrwöchige Weltreise – gleich drei Generationen werden von der «Columbus 2» begeistert sein. Denn auch

Familien mit Kindern sind willkommen. uKreuzfahrten Von Venedig nach Piräus (COX1205) 5.–12. 5. 2012, 7 Tage ab CHF 1440.– p. P. Von Piräus nach Malta (COX1206), 12.–19. 5. 2012, 7 Tage ab CHF 1460.– p. P. uInfos Kuoni Reisen AG, Neue Hard 7,

8010 Zürich, Tel. 044 - 277 49 49 schweizer illustrierte

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Ab in die Ferien! Wunderland Türkei

Izmir und seine Perlen Ephesus an der westlichen Küste zur Ägäis zählt zu den faszinierendsten Destinationen der Türkei. Ein Klassiker sind die Thermalquellen von Cesme.

W

eisse Sandstrände und türkisfarbene Buchten. Dazwischen Fischerdörfer und pulsierende Touristenzentren. Die ägäische Küste der Westtürkei fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Hier verschmelzen Tradi-

tion und Moderne, gepaart mit türkischer Gastfreundschaft und antiken Sehenswürdigkeiten. In Ephesus sind alle Reichtümer der ionischen Kultur vereint. Von der Celsus-Bibliothek, 106 n. Chr. im Andenken an den Präfekten Celsus erbaut, steht nur noch die Fassade. Der Artemis-Tempel zählte einst zu den sieben Weltwundern. uDie Ruinen von Pergamon thronen auf dem 335 Meter hohen Burgberg. Zu den Klassikern jeder Türkei-Reise gehören die Thermalquellen in Cesme. Den 15 Brunnen aus osmanischer Zeit und den Schwefelquellen in der Umgebung wird heilende Wirkung nachgesagt. Ganz in der Nähe liegt Izmir, die drittgrösste Stadt der Türkei. In den verwinkelten Gassen des historischen Kemeralti-Marktes oder den zahlreichen Einkaufszentren kann man herrlich nach antiken und modernen Souvenirs stöbern.

Die Ruinen von Ephesus und Pergamon gelten als «Wiege der Menschheit».

u Infos Kultur- und

Tourismus­büro Türkei, Stockerstrasse 55, 8002 Zürich, Tel. 044 - 221 08 10-12, info@turkeitourismus.ch, www.goturkey.com

Hotel Eden Roc Ascona

Goldener Herbst Die letzten Sonnentage im Tessin geniessen: Das Hotel Eden Roc in Asona offeriert zwei Verwöhnangebote für Wintermuffel.

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olce far niente – nirgends klingen diese Worte süsser als in der Sonnenstube der Schweiz. Eingebettet in Palmen liegt das Fünfsternehotel Eden Roc am Ufer des Lago Maggiore. Das preisgekrönte Resort hat 95 Zimmer und Suiten, alle individuell von Designer Carlo Rampazzi gestaltet. Es ist eine der schicksten Adressen, um bei milden Temperaturen ausgedehnte Spaziergänge in die goldgelben Kastanienwälder zu unternehmen. Der 18-Loch-Golfplatz Patriziale Ascona

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liegt ganz in der Nähe. Zum Standardprogramm gehört ein Espresso auf der Piazza Grande, die Promenade ist in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. uDie vier ausgezeichneten Gourmetrestaurants des Resorts haben eine Terrasse mit grandiosem Blick auf den See und verwöhnen die Gäste auf hohem Niveau. Besonders stolz ist man hier auf den Eden Roc Spa. Auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern ist alles vereint, was Körper, Geist und Seele schmeichelt.

Zimmer mit Seesicht Innehalten am Lago Maggiore mit Blick auf die Marroni-Wälder.


Aufregend Die Ruinen von Angkor Wat. Und ein Besuch in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh.

«MS Jayavarman»

Luxus auf dem Mekong Auf einer Mekong-Flussfahrt mit der «MS Jayavarman» Kambodscha und Vietnam erleben und die Tempelanlagen von Angkor Wat bestaunen.

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er Mekong ist einer der spektakulärsten Flüsse der Welt. Das 5-Sterne-Boutique-Flussschiff «MS Jayavarman» wurde 2009 im Kolonialstil erbaut und bietet 54 Gästen Platz. Alle 27 Kabinen sind mit privatem Balkon

ausgestattet. Im eleganten Bordrestaurant Indochine wird man mit südostasiatischen, europäischen und vegetarischen Spezialitäten verwöhnt. uIn Kambodscha ist der Besuch der Königsstadt Angkor Wat ein Muss. Ein Ausflug zum Phnom Kulen, auf dessen Berg der grösste Buddha des Landes thront, steht ebenso auf dem Programm wie die heiligen Tempelhügel von Wat Hanchey und die Stadtrundfahrt in der Hauptstadt Phnom Penh. In Vietnam lässt man sich vom schwimmenden Markt Cai

Be verzaubern, taucht ein in den Trubel von Ho-Chi-Minh-Stadt oder besichtigt die Partisanen-Tunnel von Cu Chi. Flüge und Transfers von/ab Zürich sind im Preis (ab CHF 5785.–) eingeschlossen. Vom 25. 1. bis 8. 2. 2012 ist Spitzenköchin Irma Dütsch an Bord. Weitere Reisedaten unter www.mittelthurgau.ch. u Infos Reisebüro Mittelthurgau Fluss-

und Kreuzfahrten AG, Oberfeldstrasse 19, 8570 Weinfelden, info@mittelthurgau.ch, Tel. 071-626 85 85, www.mittelthurgau.ch

Wärme und Energie für den Winter tanken? Das Eden Roc offeriert gleich zwei Herbstangebote: u«Mediterrane Lebensgefühle» umfasst drei Übernachtungen inklusiv «Dine around» und eine mediterrane Ritualmassage, ab CHF 930.– p. P. im DZ, Angebot gültig vom 26. September bis 23. Oktober 2011. Das Arrang­ement «One More Night» beinhaltet 4 Übernachtungen zum Preis von 3 inklusive «Dine around» ab CHF 760.– p. P. im DZ, Angebot gültig von Oktober 2011 bis 23. März 2012. (Angebote buchbar unter «Reisen Extra».)

In der Spa-Oase mit türkischer Dampfgrotte und vielen weiteren Angeboten kann man Wärme und Energie für den Winter tanken.

u Infos Hotel Eden Roc, Via Albarelle 16,

6612 Ascona, Tel. 091 - 785 71 71, info@edenroc.ch, www.edenroc.ch

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Den Bergen ganz nah Mit der «Free Access Card» profitiert die ganze Familie. Kinder reisen gratis.

Wandern in den Waadtländer Alpen

Gipfelstürmer im Paradies

Die Region am Genfersee ist mit 3000 Kilometern markierten Wegen ein Eldorado für Wanderer, Biker und Naturliebhaber.

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er Kanton Waadt ist stolz auf seine Landschaftsvielfalt und Gastfreundschaft. Das prächtige Bergpanorama lädt besonders im Herbst zu ausgedehnten Bergtouren ein. Mit 3000 gut markierten und ausgebauten Rad- und Wanderwegen hat die sanfte Mobilität das Sagen. Zur grossen Freude der Aktivfans, die im Einklang mit der Natur Gipfel, Alp­en oder Pässe erklim-

Genussmeile Waadtland

Edle Tropfen

Die Landschaft rund um den Genfersee ist ein Mekka für Feinschmecker und Weinliebhaber. Welsche Gastfreundschaft inklusive.

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echs AOC-Anbaugebiete mit 28 Appellationen sorgen im Waadtland für Furore. Ob schroffe Felsgipfel oder sanfte Berghänge, ob am Ufer des Neuenburgersees oder am Genfersee – Weinkenner schätzen die Vielseitigkeit der edlen Waadtländer Tropfen.

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men. Familien steht ein breites Unterkunftsangebot zur Auswahl. Kinder bis neun Jahre übernachten gratis im Zimmer der Eltern und werden dank der Aktion «Free for Kids» kostenlos auf die Berggipfel befördert (Identitätskarte oder Pass der Kinder nicht ver­ gessen). uVon Mai bis Oktober können auch Erwachsene beim Übernachten im Hotel

zwischen Lausanne und Chillon ist Unesco-Weltkulturerbe und gehört mit seinen sonnendurchfluteten Terrassen zu den beliebtesten Anbaugebieten der Schweiz. Die Weine bezaubern durch eine florale und fruchtige Note und passen hervorragend zu den typischen Köstlichkeiten der Region. Einen deftigen «Papet vaudois» (Kartoffel-Lauch-Eintopf) sollte man in einem der heimeligen Restaurants ebenso versuchen wie die legendäre «Saucisson vaudois» (Waadtländer Wurst) oder das mit Speckwürfeln garnierte Blätterteiggebäck («Taillé»). uLavaux

u Infos Office du Tourisme du Canton de

Vaud, Avenue d’Ouchy 60, Case Postale 164, 1000 Lausanne 6, Tel. 021 - 613 26 26, info@waadtland.ch, www.waadtland.ch

oder in einer Ferienwohnung von der «Free Access»-Karte profitieren, sofern sie in Les Diablerets, Villars oder Gryon logieren. Die Gäste erhalten gratis Zugang zu über 20 Bergbahnen, Museen und Sportstätten und kommen günstiger in den Genuss vieler weiterer Attraktionen, die das Waadtland zu bieten hat. u Infos

www.alpes.ch


Ab in die Ferien! Den Jura entdecken

Uhren, Grotten, klingende Wälder Kaum eine Region ist so reizvoll wie die sanften Täler des Jura. Kein Berg ist höher als 1600 Meter. Ideal für Radfahrer und Langläufer.

Per Velo durchs Vallée de Joux. Früher hatten hier Bauernhöfe ein Uhrenatelier. 26 davon können besichtigt werden.

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Tierisch gehts im Wildpark Mont d’Orzeires zu. Hier werden Bisons, Wölfe und Bären gezüchtet – Besucher sind erwünscht. uIm «Tal des klingenden Waldes» erhält man Einblick in den Bau von Musik­ instrumenten. Man blickt einem «Baum­ pflücker» über die Schulter, der das

Die Weinregion Lavaux gehört zu den schützenswerten Regionen und bezaubert durch seine idyllische Lage.

perfekte Holz für eine Stradivari erkennt. (Wochenend-Angebot inkl. Übernachtung im DZ, Klangverkostung und Apéro im Hotel Les Horlogers ab CHF 320.– p. P.) u Infos www.myvalleedejoux.ch,

www.vallorbe-tourisme.ch

Wettbewerb Frage: Welches Schweizer Weinbaugebiet gehört zum Unesco-Weltkulturerbe? Zu gewinnen gibt es drei Mal zwei Nächte für zwei Personen in einem 4-Sterne-Hotel im Waadtland (inkl. Frühstück) nach Wahl. Teilnahme und Bedingungen auf www.waadtland.ch/si Teilnahmeschluss ist der 10. Oktober 2011

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Fotos Swisstrails / C. Sonderegger, Sebastien Staub, Régis Colombo diapo.ch

ie romantischen Täler des Kantons Jura sind vor allem bei Wande­ rern und Velofahrern beliebt. Mit seinen Nadelwäldern, Seen und sanften Weiden fühlt man sich an den hohen Norden er­ innert. Windsurfer kommen im Sommer auf dem Lac de Joux auf ihre Kosten. Im Winter ver­ wandelt sich der See in eine Natureisbahn. Die Region steht vor allem bei Skilangläufern und Schneeschuhfans hoch im Kurs. Zauberhafte Touren laden zum Entdecken ein. uIm Vallée de Joux befin­ den sich berühmte Uhren­ manufakturen und zahlreiche Bauernhöfe, die früher ein Uhrenatelier hatten. Die 26 Höfe können mit dem Velo oder E-Bike von aussen besichtigt werden, die Landkarte kostet 6 Franken. Staunen ist in den Grotten von Vallorbe angesagt. Die eindrücklichste Höhle ist die Kathe­ drale, seit Mai für Besucher zugänglich.

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Ab in die Ferien!

Borneo / Malaysia

Die grüne Lunge Willkommen in Malaysia, willkommen im Dschungel. Urwald, azurblaues Meer und eine bunte Flora und Fauna – Borneo ist ein Geheimtipp!

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orneo ist die drittgrösste Insel der Welt. Einheimische nennen den Bundesstaat Sabah in Malaysia «Land unter dem Wind», da die Region in einer milden Zone liegt. Kota Kinabalu ist

die Hauptstadt von Sabah und eine alte Seefahrerbastion. 32 ethnische Gruppen leben im Schmelztiegel der Kulturen. Eindrücklich: der 4095 Meter hohe Mount Kinabalu, der mit seinen Ausläufern schon von Weitem zu erkennen ist. uBorneo bietet jede Menge unberührte Natur. Sandakan liegt 386 Kilometer von Kota Kinabalu entfernt und wird als «Tor zur Wildnis» bezeichnet. Hier im Urwald leben Nebel-Leoparden, Elefanten, Sumatra-Nashörner und Orang-Utans. Man

Borneos Natur und seine Tierwelt sind einmalig. Fotogen: die Langnasen-Affen. entdeckt den Dschungel zu Fuss, mit dem Jeep oder per Boot. Auch Hängebrücken gilt es zu überwinden. Tauch- und Bade­ ferien bietet Lankayan. Die Insel mit ihrer faszinierenden Unterwasserwelt ragt wie ein Juwel aus dem Sulu-Meer, und am Sandstrand schlüpfen Mini-Schildkröten. u Infos Tourasia, Grindelstrasse 5, 8304

Wallisellen, Tel. 043 - 233 30 90, mail@ tourasia.ch, www.tourasia.ch, www.singa poreair.com, www.tourismmalaysia.de

Hongkong

Wine & Dine

Im November sind in Hongkong Schlemmer-und-Genuss-Wochen.

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ongkong ist das kulinarische Zentrum Asiens – eine Hochburg der Kochkunst. Die MegaCity fasziniert durch das Zusammenspiel fernöstlicher und westlicher Kulturen. Den November sollten sich Feinschmecker vormerken. Am Hongkong Wine & Dine Festival vom 27. Oktober bis 30. November finden in Hotels, Restaurants und Bars kulinarische Happenings statt, 200 Winzer präsentieren exklusiv ihre Weine. u Infos Hong Kong Tourism Board, Humboldtstr. 94, 60318

Frankfurt am Main, Deutschland, Tel. +49 69 959 12 90, frawwo@hktb.com, www.DiscoverHongKong.com

Schlemmen und Sightseeing Hongkong hat den November zum Genussmonat erklärt. Blick vom Victoria Peak auf die Hafen-Skyline.

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Ab in die Ferien! Thailand

Im Land des Lächelns Das Königreich Thailand ist eine Reise wert – immer wieder. Nach Badeferien in Phuket lockt ein Einkaufstrip in die Hauptstadt Bangkok.

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hailand ist in aller Munde und jetzt noch einfacher zu erreichen: Edelweiss fliegt ab Zürich zweimal wöchentlich nonstop nach Phuket. Das Königreich ist als Einsteigedestination für Asienliebhaber und solche, die es werden wollen, perfekt. Die endlosen weissen Sandstrände, das kristallklare

Wasser und die Fröhlichkeit der Menschen sind keine Klischees. uOb Familienferien, BackpackerTrips, Hochzeitsreisen, Shoppingtouren nach Bangkok oder Aktivferien in Phuket – Thailand ist ein Paradies auf Erden. Der Besuch in einem Nationalpark und ein Ritt auf einem Elefanten gehören zu den Muss-Erlebnissen. Auch Taucher und Golfer kommen auf ihre Kosten. Und die fern­ öst­liche Heilkunst erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. Auf Phuket, Krabi oder auf Phi Phi Island wird in exklusiven Spas oder direkt am makel­ losen Sandstrand massiert. uVerliebt in die Thai-Küche? Scharfe Currys, frische Fische, süsse Mangos stehen auf jedem Speiseplan. Die kulinarischen Köstlichkeiten sind längst in der westlichen Welt angekommen. Doch nirgends schmecken sie köstlicher als im Land des Lächelns. u Infos Thailändisches

Naturwunder in Hülle und Fülle Thailands Inselwelt verzaubert alle.

Fremdenverkehrsamt, Zähringer­strasse 16, 3012 Bern, Tel. 031 - 300 30 88, info@tourismthailand.ch, www.tourismthailand.ch

Cathay Pacific

Service total

100 Filme und Beinfreiheit versüssen den Cathay Pacific-Flug nach Hongkong.

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harmante Bedienung, ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm und himmlische Mahlzeiten: Cathay Pacific zeichnet sich durch Top-Service aus. Die Airline verfügt über das grösste Flugangebot zwischen Europa und Hongkong. In der Economy Class sorgen feste Sitzschalen für Komfort. In der Business Class verwandelt sich der Sitz in ein 1,98 Meter langes, flaches Bett. Und wer sich einen Sitz in der First Class gönnt, wähnt sich in einer fliegenden Hotel-Suite. u Infos Cathay Pacific Airways, Postfach 91, 8058 Zürich, Tel. 0848 747 000, zurich_sales@cathaypacific.com, www.cathaypacific.com

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Premium Airline Mit Cathay Pacific in die Trendmetropole Hongkong. Die Economy Class bietet einen hohen Verwöhnfaktor und viel Platz zum Relaxen.


Mekong-Flussfahrt

Neuheit 2012:

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Vom Weltwunder Angkor Wat nach Ho-Chi-Minh-City

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Reisedaten 2011/2012 Angkor Wat – Ho-Chi-Minh 20.12.11–03.01.2012 17.01.12–31.01.2012 14.02.12–28.02.2012 28.02.12–13.03.2012 13.03.12–27.03.2012 Ho-Chi-Minh – Angkor Wat 25.01.12–08.02.2012* 08.02.12–22.02.2012 22.02.12–07.03.2012 * Exklusiv-Reise mit Irma Dütsch – Grand Dame der Schweizer Gastronomie Detailprogramm auf Anfrage

Preise pro Person Kabinentyp

Sie erleben das mythische UNESCO-Weltkulturerbe Angkor Wat hautnah! ■ Neuestes

Flussschiff auf dem Mekong im Kolonialstil ■ alle Kabinen mit Privatbalkon ■ Mythos Mekong – Mächtigster Fluss Südostasiens ■ 5-Sterne Boutique-Flussschiff «Jayavarman»

1. Tag: Schweiz–Siem Reap (Kambodscha). Linienflug nach Siem Reap mit Umsteigen. 2. Tag: Siem Reap (Kambodscha). Ankunft in Siem Reap. Nachmittags erste Besichtigungen der königlichen Stadt und Tempelanlagen von von Angkor Thom und dem Bayon von König Jayavarman VII. Übernachtung im Hotel (A). 3. Tag: UNESCO-Welterbe Tempelstadt Angkor Wat (Kambodscha). Eindrückliche Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes Angkor Wat und grössten sakralen Bauwerkes der Welt. Übernachtung im Hotel (FM). 4. Tag: Siem Reap (Kambodscha). Ganztägiger Ausflug zum Phnom Kulen, auf dessen Bergspitze der grösste Buddha des Landes thront. Besichtigen Sie den Fluss der 1000 Lingas und den filigranen Bantey Srey Tempel. Übernachtung im Hotel (FMA). 5. Tag: Siem Reap – Tonle Sap See (Kambodscha). Transfer zur luxuriösen «Jayavarman». Geniessen Sie den Nachmittag an Bord während der interessanten Flussfahrt in Richtung Tonle Sap See und Kampong Chhnang (FA). 6. Tag: Kampong Chhnang (Kambodscha). Der riesige Tonle Sap erstreckt sich über eine Länge von mehr als 150 Kilometern. Die Ufergegenden des Sees sind die Heimat unzähliger

Vögel, und die schwimmenden Fischerdörfer vermitteln eine einzigartige Atmosphäre (FMA). 7. Tag: Kampong Cham (Kambodscha). Flussfahrt zum heiligen Tempelhügel von Wat Hanchey aus der vorangkorianischen Zeit. Geniessen Sie die beeindruckende Gegend mit ihrer sagenumwobenen, von zahlreichen Pagoden und Schreinen geprägten Hügellandschaft (FMA). 8. Tag: Phnom Penh (Kambodscha). Die Hauptstadt hat sich ihren französischen Charme bewahrt. Hauptattrak tion ist der Königliche Palast mit der Silber-Pagode. Nachmittags eindrücklicher Besuch des Museums Tuol Sleng dem ehemaligen Gefängnis der «Roten Khmer» (FMA). 9. Tag: Phnom Penh (Kambodscha) – Grenzübertritt Kambodscha/Vietnam. Geniessen Sie den ganzen Tag an Bord der «Jayavarman». Am späten Nachmittag Überschreitung der Grenze zwischen Kambodscha und Vietnam (FMA). 10. Tag: Chau Doc (Vietnam). Mit kleineren Booten geht es zu einem Dorf des Cham Volkes. Erkunden Sie diese faszinierende Stadt mit ihren eleganten Gebäuden aus der Zeit der französischen Kolonialherrschaft (FMA). 11. Tag: Cai Be (Vietnam). Besuch des schwimmenden Marktes. Geniessen Sie das L A O S

Ihre Reiseroute

KAMBODSCHA Siem Reap See

Kampong Cham

Kampong Chnnang Phnom Penh Chau Doc

Nha Rong Cai Be

MekongDelta

Ho-Chi-Minh-City (Saigon)

Gratis-Buchungstelefon:

0800 86 26 85

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V I E T N A M

Angkor Wat

Tonle

Ho-Chi-Minh-City – Angkor Wat Reise in umgekehrter Richtung.

Sap See entfällt.

Das Erstklass-Boutique-Schiff «Jayavarman» auf dem Mekong wurde von einem schweizerisch-vietnamesischen Unternehmen erbaut. Es verbindet den Komfort moderner Kreuzfahrtschiffe mit französisch-kolonialen und asiatischen Stilelementen. Die «Jayavarman» verfügt über zwei Kabinendecks: Oberdeck mit DeluxeKabinen 24m2, Hauptdeck mit Superiormit Balkon, Kabinen 21m2, alle Dusche/WC ausgestattet. Überdachtes Sonnen- und Terrassendeck. Lounge/Bar, elegantes Restaurant, Bibliothek sowie der ApsaraSchönheitssalon versprechen entspannende Stunden an Bord.

Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG Oberfeldstrasse 19, 8570 Weinfelden Tel. 071 626 85 85, Fax 071 626 85 95 www.mittelthurgau.ch, info@mittelthurgau.ch

Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung von A–Z (ab 20 Gästen) Nicht inbegriffen Auftragspauschale von Fr. 20.–, bei Buchung über www.mittelthurgau.ch Reduktion von Fr. 20.– pro Person Persönliche Auslagen und Getränke Ausreisegebühr Kambodscha ca. USD 25.– Persönliche Auslagen und Getränke Trinkgelder Zuschlag Business Class 2950.– Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung auf Anfrage Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen einen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum gültig sein muss, sowie für Vietnam und Kambodscha ein Visum. ■

Bei Niedrigwasser (ca. zwischen Dezember und Juni) erfolgt die Ausschiffung nicht in Siem Reap, sondern in Prek K‘Dam und die Flussfahrt auf dem Tonle

Ihr Deluxe-Flussschiff – «Jayavarman*****»

T H A I L A N D

Bangkok

bunte Treiben im Hafenviertel mit seinen kolonialen Gebäuden, den farbenprächtigen Blumengärten und den Handwerksleuten (FMA). 12. Tag: My Tho–Ho-Chi-Minh-City (Vietnam). Ausschiffung und Transfer von My Tho zum Hotel in Ho-Chi-Minh-City. Am Nachmittag Stadtrundfahrt zu den prächtigsten Sehenswürdigkeiten. Zahlreiche, traditionelle Märkte laden zum Bummeln und Shoppen ein. Übernachtung im Hotel (FA). 13. Tag: Ho-Chi-Minh-City (Vietnam). Vormittags eindrucksvoller Ausflug zu den Tunneln von Cu Chi, in dem sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1960 bis 1975 versteckt hielten. Übernachtung im Hotel (FM). 14. Tag: Ho-Chi-Minh-City–Bangkok. Zeit zur freien Verfügung. Spät nachmittags Transfer zum Flughafen und Rückreise (F). 15. Tag: Bangkok–Zürich. Ankunft in der Schweiz.

2-Bett-Kabine 21 m2 mit Balkon, Hauptdeck 7120.– 6315.– 2-Bett-Kabine 24 m2 mit Balkon, Oberdeck 7420.– 6715.– Zuschläge Reise 20.12.2011 300.– Reise 25.01.2012 135.– Unsere Leistungen Linienflug in Economy Class mit Thai Airways, Zürich–Siem Reap/ Ho-Chi-Minh-City–Zürich oder v.v. inkl. Flughafentaxen inkl. Treibstoffzuschlag oblig. Fr. 235.– (zusätzlich seit Mai 2011) Alle Mahlzeiten laut Programm Gebühren, Hafentaxen Visum Kambodscha und Vietnam 3 Übernachtungen im Erstklass-Hotel in Siem Reap 7 Übernachtungen in der gewählten Kabinenkategorie 2 Übernachtungen im Erstklass-Hotel in Ho-Chi-Minh-City Sämtliche Transfers Alle Ausflüge deutschsprachig gemäss Programm mit lokalen Reiseführern

Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Eine Malariaprophylaxe wird empfohlen.

Fluss- und Kreuzfahrten AG, Weinfelden, www.mittelthurgau.ch

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Ihr Reiseprogramm

Fr. KatalogSofortpreis Buchungspreis


Ab in die Ferien!

Winter ade – Sonne ahoi! MSC Kreuzfahrten im Mittelmeer

Die Wintersonne versprüht im Mittelmeerraum einen ganz besonderen Zauber. Gleich drei Kreuzfahrtschiffe («MSC Splendida», «MSC Magnifica» und «MSC Fantasia») sorgen für fantastische Momente an Land und auf hoher See.

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erühmte Häfen, milde Temperaturen und drei Schiffe zum Verlieben: MSC Kreuzfahrten nimmt mit seinen drei Flagschiffen Kurs auf die schönsten Destinationen im Mittelmeer. Eintauchen in die Geschichte von Italien, Spanien, Marokko oder Tunesien? Mitten im Winter ein Stück mediterrane Lebenslust mit nach Hause nehmen? MSC Kreuzfahrten bietet nach Genua oder Venedig einen Bus-Service mit zahlreichen Einstiegsorten in der ganzen Schweiz. uGigantisch: Die «MSC Splendida» und «MSC Fantasia» sind die grössten jemals von einer europäischen Reederei in Auftrag gegebenen Schiffe. Sie alle werden selber zur Attraktion und zeichnen sich

durch neuste Technologie- und Umweltstandards aus. Hier wird italienische Gastfreundschaft gelebt, gepaart mit einer perfekten Mischung aus Exklusivität und Unterhaltung. Die stilvollen Kabinen haben grosszügige Ablageflächen. An Bord bietet eine Fülle von Freizeitangeboten interessante Alternativen zu den geführten Landgängen. uBaden ist auch bei schlechtem Wetter Trumpf – dank dem gros­sen Pool mit flexiblem Glasdach, dem Magrodome. Weitere Sportmöglichkeiten sind Tennis, Fitness, Aerobic, Bowling und der Joggingpfad. Abends trifft man sich an der Bar, in der Disco, im Casino oder im 4DKino. Ebenfalls beeindruckend: der Formel-1-Simulator und das Bordtheater mit


Gigantisch Im überdachten Mosaikpool kann man auch im Winter baden. Alles ist lichtdurchflutet und hell, die Stimmung mediterran.

Winterkreuzfahrten im Mittelmeer Die Fahrt aus dem Hafen in der Lagunenstadt Venedig ist ein unvergessliches Erlebnis.

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Für alle Das Beste 1 Die Kabinen auf der «MSC Splendida», «MSC Fantasia» und «MSC Magnifica» sind geschmackvoll eingerichtet und bieten Passagieren viel Platz zum Wohlfühlen. 2 Der Fitnessraum ist mit Trainingsgeräten der neusten Generation ausgerüstet. 3 Im balinesischen MSC Aurea Spa gibt es von Hot-Stone-Massagen bis zur Thermal-Suite mit Aromatherapie alles, was der Seele schmeichelt. 4 Seine Privatsphäre geniessen im MSC Yacht Club – 71 Suiten, Restaurant, Privatpool und Butler inklusive.

Broadway-Klassikern à la New York. Von asiatisch bis orientalisch lässt auch die kulinarische Vielfalt keine Wünsche offen. uAuf Deck 14 erstreckt sich der 1700 Quadratmeter grosse MSC Aurea Spa, der im balinesischen Stil gehalten ist. Kinder können sich im Mini-, Junior- oder Teenager-Club austoben. Wers exklusiv mag, logiert im exklusiven MSC Yacht Club (nur auf der «MSC Splendida» und «MSC Fantasia»). Der separate Bereich umfasst 71 Suiten, Privatpool, Restaurant, Lounge. Ein Butler steht 24 Stunden zur Verfügung und sorgt für Luxus rund um die Uhr. uInfos Tel. 0800 260 100,

www.msckreuzfahrten.ch

Traumziele In jedem Hafen stehen Ausflüge auf dem Programm, wie die Strandpromenade von Teneriffa, das Kolosseum in Rom oder die Altstadt von Malta. schweizer illustrierte

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En Guete

Überbacken Saftiges Kalbfleisch mit Kruste.

Fleisch am Knochen Braten, Haxen, Gigot: Gönnen Sie sich wieder mal ein feines Stück Fleisch aus dem Ofen. Allein schon sein Duft beim Garen ist ein wahrer Genuss.

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Kalbskotelettbraten mit Kräuterkruste

Zutaten (für 4 Personen) Kräuterkruste 6 Esslöffel Paniermehl, 6 Esslöffel geriebener Parmesan, 6 Esslöffel Olivenöl, 3 Knoblauch­ zehen, gepresst, 6 Esslöffel Kräuter (z. B. Majoran, Petersilie und Thymian), fein geschnitten, 1/2 Tee­ löffel Salz, wenig Pfeffer 1 kg Kalbskoteletts am Stück, Kamm vom Metzger abschneiden und Haut auf der Rückseite entlang den Kno­ chen einschneiden lassen, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Bratbutter zum Anbraten, 4 Tomaten (z. B. Peretti), längs halbiert Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Niedergaren ca. 2 Std. Überbacken ca. 5 Min. Vorbereiten Fleisch ca. 1 Std. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 80 Grad vorheizen, Blech vorwärmen. u Für

die Kräuterkruste Paniermehl und alle Zutaten bis und mit Pfeffer in einer Schüssel mischen, zugedeckt beiseitestellen. Fleisch würzen. Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren, Fleisch rundum ca. 15 Min.

Kann man alles niedergaren?

anbraten, erst wenden, wenn sich eine Kruste gebildet hat, auf das vorgewärmte Blech legen. Fleischthermo­meter an der dicksten Stelle so einstechen, dass es den Knochen nicht berührt. Tomaten mit den Schnittflächen nach oben neben das Fleisch legen. Niedergaren ca. 2 Std. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. (Kerntemperatur: ca. 60 Grad. Warm halten: ca. 1 Std. bei 60 Grad.) Überbacken Fleisch und Tomaten herausnehmen, mit Alufolie zudecken, Hitze auf 240 Grad (nur Oberhitze oder Grill) erhöhen. Alufolie entfernen, Kruste auf der Fleischoberseite und den Schnittflächen der Tomaten verteilen. Fleisch und Tomaten ca. 5 Min. in der Mitte des Ofens überbacken.

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Im Ofen gebratenes Poulet Zutaten (für ein weites Bratgeschirr oder ein Backblech) 1 Poulet (ca. 1,2 kg), 5 Zweiglein Thymian, 1 Zweiglein Rosmarin, 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Knoblauchzehe,

Die Niedergarmethode ist sehr beliebt, da das Fleisch durch das sanfte Garen besonders zart und saftig wird. Leider eigenen sich nicht alle Fleischgerichte dafür. Nicht geeignet sind z. B. die Fleischstücke Hals, Brust, Stotzen, Unterspälte, Haxen, aber auch alle Rollbraten und Kaninchen oder Geflügel.

gepresst, 1 Teelöffel Paprika, 1 Tee­ löffel Salz Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Braten ca. 1 Std. u Poulet innen und aussen kalt ab­ spülen, gut trocken tupfen, Thymian und Rosmarin in das Poulet legen. Poulet binden Küchenschnur einmal um die unteren Enden der Poulet­ schenkel wickeln, Schnur über der Pouletbrust kreuzen, Schnur zwischen Brust und Schenkel nach vorne ziehen, dabei Flügeli fixieren. Auf der Rückenseite binden. Öl, Knoblauchzehe und Paprika mischen, Poulet damit bestreichen, innen und aussen salzen. Braten Bratgeschirr in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens heiss werden lassen. Poulet mit der Brust­ seite nach oben in das Bratgeschirr legen, ohne zu wenden, ca. 1 Std. bra­ ten. Garprobe: Mit einer Fleischgabel zwischen Schenkel und Brust ein­ stechen. Der austretende Fleischsaft muss hell und klar sein. Poulet im ausgeschalteten Ofen ca. 10 Min. stehen lassen, dabei Ofentür mit einem Kellenstiel einen Spalt breit offen halten. Poulet herausnehmen. Poulet tranchieren Schenkel mit einem scharfen Messer im Gelenk vom Rumpf trennen, evtl. in Unter- und Ober­schenkel teilen. Flügeli gleich abtrennen. Brust längs bis auf den Knochen einschneiden. Brüstli von den Knochen lösen, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.

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En Guete

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Kalbshaxen mit Gremolata

Zutaten (für ein weites Bratgeschirr; für 4 Personen) 1 kleine ganze Kalbshaxe (ca. 1,3 kg), beim Metzger bestellt, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, wenig Mehl, 2 Esslöffel Olivenöl, 1/2 Esslöffel Senf, 2 Esslöffel Weisswein, 1/2 Teelöffel Tomatenpüree, 1 kleine Knoblauchzehe, gepresst, 1/2 unbehandelte Zitrone, nur abgerie­ bene Schale, 1/2 Teelöffel milder Papri­ ka, 1/4 Teelöffel Zimt, 5 dl Fleischbouil­ lon, 2 Rüebli, in Würfeli, 1 kleiner Fenchel, in Streifen, 50 g dunkle Sultaninen, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Gremolata 1 Bund glattblättrige Peter­ silie, fein geschnitten, 2 Knoblauch­ zehen, fein gehackt, 1 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale Vor- und zubereiten ca. 50 Min. Braten im Ofen ca. 1 Std. 20 Min. u Haxe

würzen und mit Mehl bestäuben. Braten Öl im Bratgeschirr in der unteren Hälfte des auf 240 Grad vor­geheizten

Ofens ca. 5 Min. heiss werden lassen, Haxe rundum ca. 20 Min. an­braten. Hitze auf 180 Grad reduzieren. Senf und alle Zutaten bis und mit Zimt gut verrühren, Haxe gelegentlich damit bestreichen, ca. 30 Min. weiterbraten. Fleischthermometer an der dicksten Stelle einstechen. Bouillon dazugiessen, Gemüse in das Bratgeschirr geben, ca. 30 Min. weiterbraten. Haxe gelegent­ lich mit der Flüssigkeit bestreichen. Die Kerntemperatur soll ca. 70 Grad betragen. Haxe herausnehmen, vor dem Tranchie­ ren zugedeckt ca. 10 Min. stehen lassen. Gemüse evtl. würzen, mit der Flüssigkeit zugedeckt im Ofen warm stellen. Für die Gremolata alle Zutaten gut ­mischen. Servieren Fleisch längs bis auf den Knochen einschneiden, vom Knochen lösen, dann in Tranchen schneiden, mit Gemüse und wenig Flüssigkeit auf Tellern anrichten, Gremolata darüber­ streuen. Dazu passt Kartoffelstock, Polenta.

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Lammgigot an Zwiebelmarinade Zutaten (für 6–8 Personen) Zwiebelmarinade 2 Esslöffel milder

Senf, 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Zwiebel, fein gerieben, 2 Knoblauchzehen, gepresst, 1 Esslöffel Salbeiblätter, fein geschnitten 1 Lammgigot mit dem Knochen (ca. 2 kg), beim Metzger vorbestellt Vor- und zubereiten ca. 45 Min. Marinieren ca. 12 Std. Braten/Niedergaren ca. 2 Std. 55 Min. u Für die Zwiebelmarinade Senf und alle Zutaten bis und mit Salbei gut ver­ rühren, Fleisch damit bestreichen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 12 Std. marinieren. Fleisch ca. 1 Std. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank neh­ men. Ofen auf 240 Grad vorheizen. Marinade abstreifen. Fleisch salzen. Braten Öl auf einem Blech in der unteren Hälfte des vorgeheizten Ofens heiss werden lassen, Fleisch auf dem Blech, ohne zu wenden, ca. 25 Min. anbraten. Fleisch herausnehmen, mit Alufolie zudecken. Hitze auf 80 Grad reduzieren, dabei Ofentür offen lassen, bis die Ofen­ hitze 80 Grad erreicht hat. Alufolie entfernen, Fleischthermometer an der dicksten Stelle so einstechen, dass es den Knochen nicht berührt. Niedergaren ca. 21/2 Std. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. (Kerntemperatur: ca. 60 Grad.)


GaultMillau

Drei starke Frauen für Afrika im Einsatz: (v. l.) Vreni Giger, Organi­ satorin Tanja Grandits, Stiftungspräsidentin Almaz Böhm. Teamwork statt Konkurrenzkampf! Die besten Zürcher Chefs kochten in Basel. (V. l.) Heiko Nieder («Dolder Grand»), Rico Zandonella («Kunststuben», Küsnacht), Hans-Peter Hussong («Wiesengrund», Uetikon), Martin Surbeck («Sein»), Marcus G. Lindner («Mesa»).

King of Gnocchi: Martin Dalsass drehte im «Stucki»-Keller 650 Olivengnocchi.

Engagiert: (v. l.) Arno Sgier (Trimbach), Reto Lam- Starkes Trio aus den Bergen: (v. l.) Markus Neff (Saaspart (Hägendorf), André Jaeger (Schaffhausen). Fee), Armin Amrein (Klosters), Jan Leimbach (Lenk).

263 GaultMillauPunkte am Herd 15 Schweizer Chefs kochten und sammelten für Afrika

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ie Stimmung war grossartig. Draussen im Saal. Und vor allem drinnen in der Küche: 15 Schweizer Chefs drängten sich um den Herd, verwöhnten die Gäste mit 15 ausgezeichneten Gängen. Ziel: Hilfe für Afrika! Die grosse Charity-Gala zugunsten der Stiftung Karlheinz Böhm und ein grossartiges Kochbuch sollen tausend afrikanischen Kindern den Zugang zu Bildung und Aus­ bildung ermöglichen. Die Baslerin Tanja Grandits hatte für die Aktion ihr Restaurant «Stucki» zur Verfügung ­gestellt und ihre Berufskollegen für die Aktion begeistert. Die wirblige Chefin: «Ich würde es wieder tun. Wir kochten für einen guten Zweck und hatten dabei jede Menge Spass: Wie unkompliziert und kollegial jeder Vollprofi dem anderen zur Hand ging, hat mich beeindruckt.» Alle Chefs zusammen brachten es auf 263 GaultMillau-Punkte – die beste Küchenbrigade der Schweiz! Einer kochte zweimal: der Südtiroler Martin Dalsass (ab 7. Dezember im «Talvo», St. Moritz-Champfèr). Erst drehte er akkurat 650 Olivengnocchi. Morgens um drei Uhr setzte er den grossen Topf auf: Spaghetti für alle! Fotos Bruno Voser

Begeistert: Karin Linda Mühlemann Am Diner: AVO-SessionHeliopoulos (Coop), («Mesa») blättert im tol- CEO Beatrice Stirnimann, Claus-Uwe Rieth. len Kochbuch für Afrika. Andreas Gaedt.

Gedränge, Konzentration und gute Stimmung am «Stucki»-Herd: Peter Moser (M., «Quatre Saisons», Basel) überwacht die Arbeit der jungen Köche. schweizer illustrierte

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Auto

schon gefahren VW UP

Der Kleinste hat das Zeug Der neue VW Up ist keine Sensation, aber ein konsequent gebauter Kleinstwagen. Er will mehr sein als ein Stadtauto. Dafür haben ihm seine Entwickler viel Platz und Lifestyle gegönnt.

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er oberste VW-Boss Ferdinand Piëch soll im Winter 2007 gemeinsam mit seinem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn, Entwicklungschef Ulrich Hackenberg und Chefdesigner Walter de Silva aus Detroit (USA) mit der Erkenntnis Richtung Heimat geflogen sein, dass nun selbst die Amerikaner beginnen, kleine Autos zu mögen. «Wir diskutierten angeregt das Thema Kleinstwagen, und schon vor der Landung in Deutschland waren die ersten Ideen und Zeichnungen fertig», scherzt Hackenberg. Vier Jahre später sind sie Realität: der neue Up, 3,54 Meter kurz, trotzdem fein verarbeitet und überdurchschnittlich geräumig. Vorne gibt es überraschend viel Platz und bequeme Sitze, hinten immerhin

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schweizer illustrierte

gute Kopffreiheit. Nur mit langen Beinen wirds dort eng. Der Kofferraum mit höhenverstellbarem Ladeboden fasst 251 bis 951 Liter. Nicht im Grundpreis inbegriffen sind zwei Highlights, die so noch in keinem Cityflitzer angeboten

Leicht verständlich Das Infosystem sitzt auf dem Armaturenträger, die Lackierung in Aussenfarbe kennen wir vom Fiat 500.

werden: das Notbremssystem, das bis Tempo 30 drohende Kollisionen erkennt und selbstständig eine Vollbremsung einleitet, sowie das abnehmbare Infosystem, mit dessen Hilfe sich Navigation, Telefon, Soundanlage und der Bordcomputer bedienen lassen. Aber auch die Motorenentwickler haben sich ins Zeug gelegt. Ihr nagelneuer 3-Zylinder-Benziner begnügt sich vorerst mit einem Liter Hubraum und tiefen Verbrauchswerten. Er sorgt zudem für ausreichendes, wenn auch nicht überschäumendes Temperament. Für 2013 ist zudem eine Elektroversion geplant. Geschaltet wird manuell mit nur fünf Gängen, eine automatisierte Variante soll aber folgen. Das Fahrwerk ist nicht straff, der Komfort hält sich klar über Klassenniveau. Entwicklungschef Hackenberg sagt denn auch entsprechend selbstsicher: «Volkswagen kann auch klein.» Urs Bärtschi


News

LEXUS LFA NÜRBURGRING Ein Rennwagen für die Strasse u Mehr Leistung, weniger Gewicht, ein Jahresabo für den Nürburgring und ein Spezialtraining für den Fahrer, das ist im Preis von 388 000 Euro inbegriffen. Der Supersportler Lexus LFA wird mit dem auf 50 Exemplare limitierten «Nürburgring Package» noch extremer: Am auffälligsten sind der riesige KarbonHeckspoiler und das Aerodynamikpaket, das für mehr Abtrieb sorgt. Deshalb leistet der 4,8-Liter-V10 nun 571 PS (+11 PS). So beschleunigt der LFA Nürburgring weiterhin in 3,7 s auf Tempo 100 und ist 325 km/h schnell. Zudem wurden die Schaltzeiten des sequenziellen 6-Gang-Getriebes verkürzt, das Fahrwerk straffer abgestimmt und einen Zentimeter tiefer gelegt.

zum Star

Flotter Feger Im Vergleich zu VW Golf und VW Polo wirkt der neue Up konsequenter durchgestylt – und zwar aussen wie innen.

VW UP Steiles Heck Der Up startet mit drei, bald mit fünf Türen. Weitere Varianten folgen. u Motoren Benzin 60 und 75 PS,

Erdgas 68 PS u 0 bis 100 km/h 13,2 bis 14,4 s u Spitze 160 bis 173 km/h u Verbrauch 4,2 bis 4,7 l/100 km u CO2-Ausstoss 79 bis 111 g/km u Energieeffizienz-Kategorien A u Verkauf ab Dezember 2011 u Preis noch nicht bekannt u Konkurrenten Citroën C1, Fiat Panda, Ford Ka, Hyundai i10, Kia Picanto,

Nissan Pixo, Peugeot 107, Subaru Justy, Suzuki Alto, Toyota iQ, Toyota Aygo u Unser Urteil Einmal mehr gehört VW nicht zu den Ersten, die sich in einem wachsenden Fahrzeugsegment en­ gagieren. Aber wieder wird wohl auch der Up bald zu den Bestsellern seiner Klasse gehören. Trotz kompakter Abmessungen stimmt das Gesamt­ konzept mit dem guten Raumangebot.

AUDI A5 und S5 Schönling wird noch sportlicher u Der Audi A5 erhält samt Sportversion S5 noch mehr Drive: Aus dem schwarzen Kühlergrill stechen die vier Ringe fast dreidimensional hervor, die keil­ förmigen LED-Lichter lassen das Auto flacher und breiter wirken. Dazu leistet der komplett überarbeitete 1,8-LiterEinstiegsmotor nun 170 PS (+10 PS), verbraucht aber nur noch 5,7 statt 7,1 l/100 km. Daneben bietet Audi zwei weitere Benziner (211 sowie 272 PS) und vier Diesel (143 bis 245 PS) an. Der S5 sprintet mit seinem 333-PS-Turbobenziner in 4,9 s von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch des Motors wurde gegenüber der früheren Variante um über einen Liter gesenkt. Die Preise starten ab CHF 50 500.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

Venus hilft beim Liebesglück

Börsen. Glücklicherweise gibt es einen Lichtblick: Am 7. bildet Venus einen harmonischen Aspekt zu Neptun, und kulturelle Ereignisse könnten ebenfalls für Schlagzeilen sorgen. Oder finden Sie Ihren Traumpartner? Verlieben Sie sich? Wie auch immer: Nehmen Sie eine Einladung an, gehen Sie aus!

widder 21.–30. 3. Sie handeln spontan, sind phy­ sisch in Form. Schlagen Sie (am 3.!) nicht zu sehr über die Stränge! Günstig für ein Treffen, neue Projekte (mit Freunden?) wird der 6. 31. 3.–9. 4. Ihr Partner hat zur­ zeit die besseren Karten, hören Sie (am 6.) auf seinen Rat. Am 3. sehen manche die Lage durch eine rosarote Brille. 10.–20. 4. Sie sind einem Flirt nicht abgeneigt, Ihr Charme wirkt. Doch könnte Ihr Partner anderer Meinung sein (4., 5.). Die nach dem 17. Geborenen kommen ihren Idealen (am 7.) näher, schweben in höheren Sphären.

stier 21.–30. 4. Ihre Erfolgsserie hält an. Einigen gelingt ein schöner Treffer, beruflich oder privat. Ledig­ lich am 3. neigen Sie zu Exzessen, schiessen übers Ziel hinaus. Am 8. können Sie ein Missverständnis klären. 1.–10. 5. Meist Routine. Am 4. freuen Sie sich über eine Nachricht, einen Anruf, am 6. sind Sie schnell ein­ geschnappt und ungeduldig. 11.–20. 5. Überlassen Sie bei Verhandlungen nichts dem Zufall, achten Sie auf Details, speziell am 3. oder 7. Legt Ihnen eine Kollegin Steine in den Weg? Günstig für eine Aussprache ist der 5.

zwillinge 21.–31. 5. Exzellente Woche für Kontakte, eine Reise, Schreibarbeiten usw. Sie agieren spontan, sollten aber am 3. und 4. nicht mit der Tür ins Haus fallen! Günstig für Verhandlungen: der 6. 1.–10. 6. Sie entscheiden klug, stellen langfristig die Weichen. Am 6. legen Sie die Basis für ein Vorhaben, das im Frühling 2012 gute Ergebnisse verspricht. Hören Sie am 2. auf Ihren Partner! 11.–21. 6. Ihr Charme ist unwiderstehlich, man liegt Ihnen zu Füssen. Am 2. und 7. schweben Sie auf Wolken – Singles lernen den Traumpartner kennen.

krebs 22. 6.–1. 7. Ihre Projekte haben Rückenwind, man macht Ihnen ein schönes Angebot (am 8.). In finan­ ziellen Dingen sollten Sie am 3. vorsichtig sein! Nach dem 7. verziehen sich die Wolken. 2.–12. 7. Sie sind vergesslich, bei Diskussionen (mit Angehörigen?) kann es (am 3. und 6.) zu Missverständnissen kommen. Sie müssen Konzes­ sionen machen, um Verluste zu ver­meiden. 13.–22. 7. Zu Hause könnte die Stimmung an­gespannt sein (5.), Sie sollten einer Angehörigen einen Schritt entgegenkommen. Günstig für eine Aussprache: der 7.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie stürzen sich kopfüber ins Geschehen, sollten sich aber am (2. und 3.!) körperlich schonen. Nach dem 28. Geborene sollten sich nicht mit Behörden anlegen (Strafzettel?). Ab dem 6. bessert sich die Lage. 2.–12. 8. Sie finden die richtigen Worte (2., 7.). Günstig auch für Reise, Studien etc. Am 3. sollten Sie nichts dem Zufall überlassen, auch das Kleingedruckte lesen! 13.–23. 8. Sie stehen im Mittelpunkt, Ihr Charme bezaubert. Am 7. erleben manche eine Sternstunde: schicksalhafte Begegnung, unvergessliche Momente?

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind auf Erfolgskurs, landen am 3. einen schönen Treffer. Setzen Sie nicht alles auf eine Karte! Günstig für neue Projekte wird der 8. 3.–12. 9. Sie kümmern sich um finanzielle Dinge, ziehen Bilanz. Das Ergebnis sollte positiv ausfallen (am 6.), doch am 3. und 4. sind Sie ziemlich leichtsinnig. Am 2. legen Sie jedes Wort in die Waagschale. 13.–23. 9. Sie kommen gut über die Hürden. Am 5. amüsieren Sie sich im Kreise Ihrer Liebsten (gute Kontakte zum Nachwuchs). Am 2. und 3. sind Sie aber nicht auf der gleichen Wellenlänge.

waage 24. 9.–3. 10. Trotz Hindernissen kommen Ihre Projekte voran (am 2. und 6.). Am 3. stossen Sie auf Widerstand, müssen einen Kompromiss eingehen. 4.–13. 10. Sie sind dynamisch und gewinnen nach dem 6. einen Vorsprung. Das langfristig geplante Vorhaben (Reise, Schreibarbeiten, Studien) kommt gut voran, Sie entscheiden klug (am 7.). 14.–23. 10. Venus in Ihrer Dekade verspricht Frühlingsgefühle, verdoppelt Ihren Charme. Am 7. schweben Sie in höheren Sphären, kommen Ihren Idealvorstellungen näher. Begegnung? Versöhnung?

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie kommen zügig voran, neigen aber zu überstürzten Reaktionen. Schonen Sie sich (am 3. und 6.!). Am 8. bügeln Sie einen Fehler aus und sind im Einklang mit Ihrer Umgebung. 3.–12. 11. Sie ruhen sich auf Ihren Lorbeeren aus, legen eine kleine Pause ein (am 4.). Nach dem 6. sollten Sie auf der Hut sein: Mars verleitet zu unüberlegten Schritten. Achten Sie auf Ihre Gesundheit (Kreislauf, Unterleib). 13.–22. 11. Routinewoche. Am 5. finden Sie richtigen Worte, klären ein Missverständnis. Am 7. sind Sie schlechter Laune.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sind in Superform. Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an (6.), aber am 2. und 3. sollten Sie einen Gang zurückschalten! Günstig für Diskussionen wird der 5. 3.–12. 12. Sie sind redegewandt und kontaktfreudig. Exzellente Woche für Reisen, Ver­ handlungen, Examen, neue Projekte (2., 6.). 13.–21. 12. Traumwoche! Ihr Charme bezaubert, man liegt Ihnen zu Füssen. Venus verwöhnt Sie. Manche erleben eine Stern­ stunde (am 7.): Singles finden Anschluss, bereits Liierte sind im siebten Himmel. Neue Interessen bereichern!

steinbock 22.–31. 12. Sie haben am 3. eine gute Nase, entscheiden instinktiv richtig. Nach dem 28. Geborene verdanken Jupiter eine Glückssträhne, beruflich oder privat (8.). Geldgewinn? Schicksalhafte Begegnung? 1.–10. 1. Sie sind zerstreut. Merkur nervt, und es kommt zu Missverständnissen (am 3. oder 4.). Am 8. können Sie einen Fehler ausbügeln und finden die richtigen Worte. 11.–20. 1. Berufliche Probleme oder Hindernisse bereiten Kopfzerbrechen (am 5. oder 8.). Vermeiden Sie über­ stürzte Reaktionen, halten Sie sich aus Intrigen heraus!

wassermann 21.–30. 1. Widersprüchlich: Die vor dem 25. Geborenen kommen mit einem neuen Vorhaben gut voran. Die nach dem 25. Geborenen neigen zu Leichtsinn oder werden zur Kasse gebeten (am 3.). 31. 1.–9. 2. Sie agieren clever, sind auf der richtigen Wellenlänge. Am 2. knüpfen Sie wertvolle Kontakte und überzeugen mit Ihren Argumenten. Günstig auch für Reise oder Examen. 10.–19. 2. Sie sind der strahlende Mittelpunkt, werden von Venus verwöhnt. Eine schicksalhafte Begegnung am 7.? Eine Versöhnung? Oder unvergessliche Momente?

fische 20. 2.–1. 3. Sie kommen ohne Mühe über die Runden, sammeln Pluspunkte. Am 3. kommt Ihnen ein Freund zu Hilfe, ein Projekt entwickelt sich besser als erhofft. Am 8. sind Sie übersensibel, haben aber den richtigen Instinkt. 2.–10. 3. Routine. Am 2. kommt es anders als erwartet, Sie müssen improvisieren. Am 4. sind Sie auf der richtigen Wellenlänge, wirken überzeugend. 11.–20. 3. Sie können sich eine Zeit lang auf Ihren Lor­ beeren ausruhen. Nur am 2. ist in Ihren Kontakten Sand im Getriebe, doch am 5. kommt man Ihnen entgegen.

ihr tages-horoskop 116

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 2. bis 8. Oktober 2011 Vorwiegend dissonante Aspekte (Merkur–Neptun und Saturn, Mars–Jupiter) deuten auf Umweltprobleme, humanitäre Aktionen, Unwetter, Überschwemmungen sowie diplomatische Knacknüsse, aber auch auf bewaffnete Ausschreitungen und Turbulenzen an den

Dr. Elizabeth Teissier


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 2. Oktober 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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Teilnahmeschluss Sonntag, 2. Oktober 2011

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Rothorn, 2. Eiscafe, 3. Insider, 4. Kohlund, 5. Calgary, 6. Ornella, 7. Hebamme, 8. Cortesi, 9. Stillen, 10. Hallwyl, 11. Chianti, 12. Obenabe, 13. Nufenen, 14. Eleganz, 15. Tuerkis, 16. Umsonst, 17. Ehemals, 18. Hautnah, 19. Saastal, 20. Absinth, 21. Wuetend Lösungssatz: Was heute noch schockiert, ist morgen alltaeglich. Lösung: SOCKE

REBUS

Lösung: 475

8 2 1 6 4 5 3 7 9

9 4 5 7 3 8 1 6 2

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Conceptis Puzzles

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schwer 4 6 8 1 2 7 9 5 3

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LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 5 3 7 8 9 4 6 2 1

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

B A M (Q) B U S FARN F E L S (L) AQUARELL

1 9 2 3 5 6 8 4 7

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

6 5 3 2 7 1 4 9 8

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Und so nehmen Sie teil:

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leser

«Wir warten auf das ‹Baby› des Traumpaars» u Francine Jordi und Florian

Ast, SI 38/2011 «Ich lese die Schweizer Illustrierte seit 27 Jahren. Nun bin sehr gespannt, wie die neue CD ‹Lago Maggiore› von Florian Ast und Francine Jordi klingt. Es geschieht doch nicht alle Tage, dass zwei so talentierte Musiker zusammen eine CD einspielen. Und jetzt, wo die beiden noch verliebt sind, werden ihre Gesangsduette vor Romantik und Verspieltheit sprühen. Das wird ein Hörerlebnis der Sonderklasse. Liebe Francine, lieber Flöru, wo kann ich Euch demnächst live erleben?» Erna Villiger, Biel BE

Spitzenkoch Werner Bürgi u GaultMillau: «Bürgi’s Burehof», Euthal SZ, SI 38/2011 Der mit 17 Punkten ausgezeichnete Spitzenkoch Werner Bürgi wirkt am Sihlsee natürlich auch in einem Lokal mit 17 GaultMillau-Punkten. Und nicht, wie versehentlich vermerkt, mit 13. Sorry! Die Red. willi

«Schlimm genug, dass es so viele Scheidungen gibt und Kinder und Angehörige darunter leiden. Scheidungen gibt es, und manchmal sind sie auch nötig. Dass nun aber Francine Jordi und Florian Ast auf der Titelseite sind, finden wir ein falsches Zeichen. Woran sollen sich junge Leute orientieren, wenn solche Geschichten als ‹Vorbilder› dargestellt werden?» Erika und Markus Eggenberger, Balsthal SO

«Danke für den schönen Bericht über Francine Jordi und Florian Ast. Vor allem die Bilder fand ich wunderbar. Auch ich war mit meinem Mann schon viel Male im Tessin. Unsere Hochzeitsreise führte uns dorthin. Einfach ein wunderbarer Kanton! Gespannt warten wir nun auf das ‹Baby› des neuen Traumpaars Francine und Florian. Sowohl das musikalische wie auch eines mit Händen und Füssen.» B. Steiger, per E-Mail

Durchbeissen! u Zwillinge für Simone Niggli, SI 36/2011 «Was für eine Überraschung! Da bekommt Simone Niggli-Luder doch einfach Zwillinge. Wir wurden vor zehn Jahren selber auf einen Schlag Eltern von zwei gesunden Mädchen. Und wir wissen, was für eine strenge Zeit nun auf die Mutter zukommt. Aber sie wird sich, wie im Sport auch, sicher bestens durchbeissen.» Familie Hugentobler, per E-Mail

«Brauchen Sie eine Tüte, oder wollen Sie sofort draufschiessen?»

impressum Nr. 39, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor a. i. Stefan Regez Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Papst, Prunk und Popkultur

Ach stimmt, Sie waren ja in den Ferien … Erzählen Sie! Ein schwarzafrikanischer Priester begleitete die Trauer­ gemeinde. Es war der Abschied einfacher provenza­lischer Menschen von einem Mitbürger. Mich berührte diese schlichte Feier. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Das bescheidene, tieftraurige und doch auch tröstliche Ereignis hat mich viel stärker beeindruckt als die Pracht­ entfaltung in Berlin, die ich im Fernsehen sah. Was meinen Sie mit Prachtentfaltung? Es ist schon beeindruckend, wie die Marketingstrategen des Vatikans ihren Papst in Szene setzen. Wozu sich das klassische Dekor des Klerus natürlich besonders gut eignet. Die Fahnen, die seidenen Spitzenhemdchen, die farbenprächtigen Gewänder kommen bei diesen Mammut-Messen voll zur Geltung. Unter freiem Himmel blähen sie sich auf – wie der ganze Vatikan unter Ratzingers Regime. Erklären Sie uns das, Frank A. Meyer! Als Benedikt XVI. hat er den Insignien katholischer Macht zu neuem Glanz verholfen. Auch in Berlin war es unübersehbar. Er benutzt das Papstwappen als monarchisches Hoheitszeichen, das für die absolute Machtfülle der Kirche und seine eigene Überhöhung steht. Nach seiner Amtseinführung 2005 trug er sogar den Kreuzstab von Pius IX., einem Anti-Demokraten und giftigen Kritiker der modernen Gesellschaft. Unter Benedikt wirkt die Papst-Show ausgesprochen eitel, wenn nicht narzisstisch. Alle diese Symbole dienen einer Gesamt-Dramaturgie, die den Papst als Popstar inszeniert. Das klingt jetzt aber sehr respektlos, wenn nicht sarkastisch! Es ist, was es ist: Die Regisseure des Heiligen Stuhls kopieren die medialen Muster der Popkultur. In Berlin standen nur nicht die Rolling Stones oder U2 auf der Bühne, sondern

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die Bischöfe und der Papst. Letzterer gewissermassen als Mick Jagger der Kirche, von den Gläubigen und den jungen «Benedetto»-Jublern gefeiert. Geht es dabei nicht um sehr viel mehr als nur um Show? Da haben Sie recht: Prachtentfaltung ist immer auch Machtentfaltung. Viele Deutsche waren jedenfalls hingerissen. Die «Bild»-Zeitung, die grösste Boulevardzeitung des Landes, liess ein 45 Meter breites und 64 Meter langes Papstplakat ans Springer-Hochhaus hängen – das Boulevardblatt als Papst-Blatt. Doch die Benedikt-Kirche mag vieles sein, eine Volkskirche ist sie sicher nicht. Der deutsche Bischof von Rom regiert von oben nach unten. Allerdings traf er gerade in Deutschland auf eine Wirklichkeit, die völlig anders ist, als er sie gern haben möchte: Begrüsst wurde er von Bundespräsident Christian Wulff, geschieden und neu verheiratet, also nach Papst-Dogma in Sünde lebend, sowie von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit, bekennender Homosexueller, also ebenfalls in Sünde lebend. Lieber Frank A. Meyer, bekennender Katholik scheinen Sie nun wirklich nicht zu sein! Zahllose Katholiken teilen meine Sicht. Aber ich bin protestantisch geprägt. Als Kind gehörte das Nachtgebet in meiner Familie zu den wenigen religiösen Ritualen. Ich habe mir aus jenen Jahren auch eine Art kindlicher Frömmigkeit bewahrt. Sie glauben an Gott? Ich lasse die Antwort offen. Manchmal überkommt es mich, und ich bete, vor allem in Augenblicken des Glücks und der Dankbarkeit. Ich halte dies – ob nun kindlich oder nicht – für eine sinnvolle Meditation, ein besinnliches Andachthalten mit mir selbst. Ist Gott in solchen Augenblicken mit mir oder nicht? Wenn es ihn geben sollte, wäre er mit mir, wie er im Gebet mit allen Menschen ist – ganz ohne Papst und ­Papismus.  MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, waren Sie am Donnerstag im Berliner Olympiastadion, als der Papst die heilige Messe las? Nein, da war ich im wunderschönen Provence-Dörfchen Goult – bei einer ganz anderen Messe: Während der Be­sichtigung des Kirchleins Saint-Sébastien aus dem 12. Jahrhundert wurde ich Zeuge einer Beerdigungsfeier.


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