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19. September 2011 CHF 4.50

Die zwölf Finalistinnen

Das ExtraHeft zur Wahl

Francine Jordi & Florian Ast

Glück im neuen Liebesnest ! t t u p a K e h E r u o m a l G Ihr wildes Leben . ng nu en Tr re Ih s. es tr Melanie Winiger & S


Titelfotos Croci & du Fresne, Alexandra Wey/Photopress/Keystone; Inhaltsfoto Nathan Beck für SI GRUEN

Inhalt

HEFT 38, MONTAG, 19. September 2011

Titel 12

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u stressfrei Schluss mit Glamour-Paar! Melanie Winiger und ihr «Bad Boy» Andres Andrekson haben sich nach sieben Jahren getrennt. Die Schweiz rätselt über die Gründe.

Francine Jordi & Florian Ast Frisch verliebt. «Florian kocht für mich» – «Francine ist die bessere Prominente»

Leute 6 8

18 31 51

Tagebuch von Stefan Regez Leute Marco Rima, Hans Erni & Werner Hug, Sarah Meier, Gölä, Martin Fuchs, Tony Rominger & Philippe Rochat Melanie Winiger & Stress Das Ende einer grossen Liebe im Rampenlicht Fulvio Pelli Offen. Der FDP-Chef über den UBS-Skandal und die Wahlchancen Daniel Keel Bestsellerautorin Ingrid Noll nimmt Abschied vom Diogenes-Verleger schweizer illustrierte

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Inhalt

Sport 34 52

Timm Klose Reif für die WM 2014. Besuch beim jungen Fussball-Star in Nürnberg Sexy Alpinisten Die Extrem-Kletterer Ueli Steck & Co. lassen ihre Muskeln spielen

Politik 46

Jacques de Haller Auf dem Weg nach Bern: Der oberste Arzt der Schweiz hat blaues Blut – und will in den Nationalrat

Gesellschaft 26 38

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Simone Müller & Martin Meyer So müde! Ein Familien-Alltag mit multipler Sklerose 100 Jahre Schweizer Illustrierte! Auftakt zur grossen Serie. Verleger Michael Ringier verrät Redaktionsgeheimnisse

Shopping 65

u Gipfeltreffen Sechs Extrembergsteiger im Fotostudio. Mit dabei die Zermatter Brüder Simon und Samuel Anthamatten (r.). Sie sprechen über Körperkult, Konkurrenz und den Kick beim Klettern.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 77 78 81

Tabletten-Cocktail Der Apotheken-Check! Zum Schutz vor zu vielen Medikamenten Ästhetische Zahnmedizin Perfekte Lösungen für schiefe Zähne und Lücken Mühe mit Schlucken Hilfe bei Achalasie

Die Besten 85

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach, Timm Klose

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31 u Im Ernst «Mühleberg könnten wir sofort stilllegen, Beznau in zehn Jahren.» FDP-Chef Fulvio Pelli spricht Klartext.

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 63 Notabene von Chris von Rohr 106 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 100 Horoskop 104 Leserbriefe/Impressum

u Im spiel Er ist ein Fan von Comics. Und hat schon selber viele Fans. NatiFussballer Timm Klose hat Grosses vor.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Ein grosses Jubiläum! Vor 100 Jahren gründet

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

Ringier schreibt am 9. Dezember 1911 Medien­ geschichte und lanciert mit der «Schweizer Illustrierten Zeitung» die erste NachrichtenIllustrierte der Schweiz, von Anfang an ein Wochenmagazin.

Paul Ringier die «Schweizer Illustrierte Zeitung». Ein Wochenmagazin, das nach seinem Wunsch «dem Betrachter die Welt im Bild zeigt und mit kurzen Texten erklärt». Das erste Heft erscheint am 9. Dezember 1911, umfasst 16 Seiten und kostet 20 Centime. Die Redaktion besteht beim Start aus Paul Ringier … Zusammen mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten, feiern wir nun das 100-Jahr-Jubiläum der grössten People-Zeitschrift der Schweiz. Das hohe Alter sieht man der SI nicht an. Sie ist frisch in der Aufmachung, aktuell in den Themen, beliebt bei den Lesern und erfolgreich im Markt. Weil sie sich in den 100 Jahren immer wieder erneuert und neu erfunden hat – und trotzdem ihren Wurzeln treu geblieben ist. SI-Autorin Stephanie Ringel und Bildredaktorin Regula Siebenmann haben in den letzten Monaten das Archiv – etwa eine halbe Million SI-Seiten – durch­ forstet, nach den schönsten Bildern und den auf­ regendsten Geschichten gesucht. Und sie sind fündig geworden. In einer 10-teiligen Serie erzählen sie auf jeweils 10 Seiten die 10 Dekaden der Schweizer Illustrierten. Das Ergebnis sind 100 Jahre Schweizer Magazinjournalismus auf 100 Seiten. Mit eindrück­ lichen historischen ­Bildern. Mit einer Chronologie der wichtigsten Ereignisse. Mit den bewegenden Erinnerungen von Zeitzeugen. Ein Stück Schweizer und Welt­geschichte. Ein Zeitdokument. Zum Sammeln, Staunen und Nachdenken! In dieser Ausgabe starten wir unsere Jubiläumsaktivitäten – mit dem Prolog: wie 1911 alles angefangen hat. Dazu ein Interview mit Verleger Michael Ringier. Danach folgen die zehn Dekaden. Am 5. Dezember erscheint unser Jubiläumsheft mit eindrücklichen Porträts von 100 Schweizer Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur und Unterhaltung – fotografiert von Marco Grob, dem in New York lebenden Starfotografen aus Olten, und geschrieben von 100 bekannten Autoren. Den Abschluss bildet das Extraheft zu unserem grossen Geburtstagsfest am 10. Dezember. Zum 100. Geburtstag möchten wir uns auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, herzlich be­danken. Ihre Verbundenheit über Jahre, oft sogar über Jahrzehnte hat die Erfolgsgeschichte erst möglich gemacht. Danke schön! «100 Jahre Schweizer Illustrierte» – ab Seite 38.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit der aktuellen Schweizer Illustrierten!

al dente. Das Magazin für Geniesser. Rund um Olten: die besten Adressen. Die Betty-Bossi-Rezepte. Gourmet-Quiz! Nächste Woche mit Ihrer SI


Boxenstopp: Marco Rima lässt seinen Oldtimer Citroën Légère, Baujahr 1954, von einem TCS-Patrouilleur in Oberägeri ZG flicken. Marco Rima

Panne mit Pointe

Fotos Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Bruno Voser, Reuters, Handout

u «TCS! Das gehörte nach Mama und Papa zu meinen ersten Worten», sagt Komiker Marco Rima, 50. Und die Verbundenheit mit dem Touring Club Schweiz sei so tief, «dass ich die TCSMitgliederbeiträge noch vor der Krankenkassenprämie bezahle». Jetzt revan-

Mit Papagallo und seinen kleinen Freunden im Berner Oberland: Gölä (r.) und Marc Trauffer.

chiert sich der TCS und verpflichtet Marco Rima als neuen Markenbotschafter. Er wird den Fernsehzuschauern ab dem 1. Oktober im Abendprogramm von SF 1 begegnen. In sechs Kurzfilmen verkörpert er einen Besserwisser, der dem Patrouilleur und anderen TCS-Mit-

arbeitern bei der Arbeit über die Schultern schaut. Rima selbst ist fleissiger Kunde des Dienstleisters. Autopannen sind ihm nur zu gut bekannt. Den TCS rief er zuletzt wegen eines Benzin­pro­blems an: Er stand mit leerem Tank auf der vollen Autobahn. Eva bünter

Gölä & marc trauffer

Gölä, Held der Kinder u Der Büezer «mit Dräck uf dr Lunge und Stoub uf dr Zunge» ist auch ein Märchenerzähler. Mundart-Rocker Gölä, 43, schreibt und singt sich mit seinen Hörbüchern «Papagallo & Gollo» seit Jahren in die Herzen der Kinder. Nun gibt es seinen Papagei und dessen Freunde auch als Spielfiguren. «Wie ein Sechser im Lotto!», sagt Gölä zur Zusammenarbeit mit Musikerkollege und Holzspielwaren-Hersteller Marc Trauffer, 32. In Trauffers Werkstatt in Hofstetten BE ent­ warfen sie die Figuren gemeinsam. 37 Arbeiter produzieren die bunten kleinen Helden nun von Hand aus Schweizer Holz. «Wir mögens urchig», meint Gölä. Erhältlich ab Oktober im Handel. ramona schweizer


leute

Hans Erni & Werner Hug

«De Erni hat man eifach gernli» u Mit 102 Jahren auf der faulen Haut liegen und Konfekt naschen? Da gestaltet der Luzerner Künstler Hans Erni die Biskuit-Dosen für Wernli lieber selber. Der Prototyp wurde dem Künstler vom Süssigkeiten-König Werner Hug, 66, persönlich überreicht. Pro Dose gehen zehn Franken an die Krebshilfe. «Ich hatte Riesenglück im Leben, darum gebe ich gerne etwas zurück», sagt Erni. Der Plan, den Herbst in seinem Haus in Südfrankreich zu verbringen, musste er verwerfen: «Zu viel zu tun!» So gestaltete er für die Krebshilfe und das Jahr des Waldes auch Gold- und Silbermünzen und fertigte dafür Modelle aus Gips an. Und am 22. September wird im Landhaus in Solothurn die Ausstellung «Panta Rhei» eröffnet. Typisch Erni: 102 Jahre – und kein bischen müde!

Caroline Micaela hauger

Süsse Überraschung: Hans Erni wird von Werner Hug die fertige Dose überreicht.

sarah meier

Eisprinzessin in High Heels u Hoher Absatz statt scharfe Kufen! Für einmal verzichtet Sarah Meier, 27, auf ihr gewohntes Schuhwerk und posiert für das Plakat von Art on Ice als Femme fatale. «Es ist ungewohnt, aber ich sehe mich gerne so. Ich wirke elegant und provokativ.» Die amtierende Europameisterin wird denn auch an der Eisgala, die am 2. Februar 2012 startet, «mit einem gewagteren Kostüm» – Hotpants und Federn – auftreten. Obwohl sie dieses Jahr ihren Rücktritt vom Aktivsport gegeben hat und seit Ende August an zwei halben Tagen Sportmanagement studiert, schnürt Sarah Meier die Schlittschuhe noch täglich. «Ich kann auf dem Eis weiterhin an meine Grenzen gehen. Doch heute entscheide ich selbst, wann es genug ist.» Für Art on Ice posiert Sarah Meier

mit einer eisigen Bassgeige.

afo

Rose Viviana Buchmann Geschäftsführerin Mobility u Eine Firma auf der Überholspur. Vor Kurzem konnte Mobility Schweiz den 100 000. Kunden begrüssen. Und das Carsharing-Unternehmen gibt weiter Gas, gestaltet die Mobilität von Tür zu Tür noch nachhaltiger. Ab dieser Woche bietet Mobility an neun grossen Bahnhöfen auch Elektro-Autos an: geräumige Zweisitzer mit 110 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von 160 Kilometern. Betrieben werden die Flitzer mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Clevere Idee, Frau Buchmann! Wir sagen Bravo und schicken unsere Rose auf Reisen.

kaktus Oswald Grübel CEO UBS u 2 000 000 000! Zwei Milliarden Dollar hat ein UBS-Investment-Banker in London verzockt. Die Schweiz ist fassungslos. Dabei hatte UBS-CEO Grübel doch mehr Transparenz und bessere Kontrollen versprochen. Jetzt lechzen die UBSKunden nach Informationen, die Bank jedoch knausert, schweigt, was üble Gerüchte nur noch fördert. Herr Grübel, handeln Sie, stehen Sie hin, informieren Sie! Unser Kaktus an Sie ist nur ein kleiner, billiger Denkanstoss, mit dem verlochten Geld hätten Sie fast 55 Millionen Stück davon kaufen können. schweizer illustrierte

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leute

wer liebt wen

Drei Buben, zwei Väter u Satiriker Andreas

Thiel, 40, hat seine langjährige Freundin Bettina Fürst ge­ ehelicht. Getraut wurden die beiden in der Zürcher Seebadi Enge, anschliessend feierten sie in einer Bar in der Stadt. u Schauspielerin January

Jones, 33, hat vergan­ genen Dienstag einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Sein Name: Xander Dane. Über den Erzeuger schweigt sich die US-Amerikanerin, die vor allem durch die Serie «Mad Men» bekannt wurde, aus. Die Gerüchteküche brodelt – als möglicher Vater wird Matthew Vaughn, 40, gehandelt, Ehemann des deutschen Topmodels Claudia Schiffer. u FC-Luzern-Mittel­ feldspieler Michel Renggli, 31, und seine Ehefrau Jane, 29, sind am 4. September zum dritten Mal Eltern geworden. Der herzige Grund zur Freude heisst Chase Kayden, misst 51 Zentimeter und wiegt 3390 Gramm. Wir gratulieren!

In der heimischen Reithalle in Bietenholz ZH: Martin Fuchs mit Mutter Renate, Vater Thomas und Schimmel Principal. martin fuchs

Die Bürde des grossen Namens übersprungen u Von Vater und Trainer Thomas das Lob: «Da isch nümm normal!» Von Mutter Renate Freudentränen und vom Veranstalter 90 000 Franken Preisgeld: Rang 3 auf Principal beim CSIO Calgary! Das ist für den wohl talentiertesten Schweizer Jungreiter, Martin Fuchs, 19, der Durchbruch in der Weltelite. Der SportHandelsschüler aus Bietenholz ZH folgt

grossen Hufspuren: Schon Papa, Mama und Onkel Markus waren internationale Springreiter-Klasse. «Stets kommt die Frage, ob mein Nachname eine Bürde ist. Ich muss mir endlich eine kluge Antwort einfallen lassen.» Selbst Bruder Adrian, 24, dem der Sinn nicht nach Springsport steht, kommentiert: «Ich bin so stolz auf Martin!» iso niedermann

u Regisseur Guy Ritchie, 43, wurde am

Fotos Thomas Buchwalder, Bruno Voser, Tilllate, Dukas, Handout

5. September zum zweiten Mal Vater. Seine Freundin Jacqui Ainsley, 29, gebar einen Jungen, der Name ist noch unbekannt. Ritchie hat schon einen Sohn – Rocco, 11 – zusammen mit seiner Ex-Frau Madonna, 53.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Gotthard u Sepp Blatter u Baschi u Die neue Miss Schweiz u Zurich Film Festival

Tony Rominger & Philippe Rochat

Golden Gate Bridge zum Dessert u 1610 Kilometer sind sie pedalt, im Westen der USA von Seattle bis San Francisco. «Wir erfüllten – besser gesagt erkämpften uns einen lang­jährigen Traum», sagen die Freunde Tony Rominger, 50, und Philippe Rochat, 57. Gemeinsam mit Philippes Bruder Christian und den Sportkollegen Marc Biver und Didi Serena waren sie 13 Tage lang unterwegs. «Ein sensationelles Erlebnis mit vielen Emotionen.» Zeitlich läutet es eine neue Ära ein: Ex-Radprofi Rominger ist wieder Jung­geselle, Spitzenkoch Rochat übergibt sein Restaurant in Tony Rominger (Mitte), Starkoch Philippe Rochat (r.) mit dessen Bruder Christian (l.) und Freunden. Crissier VD. yz

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Vor drei Monaten verliebten sich francine jordi und florian ast bei Aufnahmen für ihre gemeinsame CD «Lago Maggiore». Füreinander verliessen sie ihre Ehe-Partner. Die neusten Bilder, aufgenommen im Tessin, zeigen das grosse Glück von zwei Frischverliebten.

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Tatsächlich schweizer illustrierte


Titel

ÂŤWir sind fast immer gleicher MeinungÂť Francine Jordi und Florian Ast lieben nicht nur Musik, sondern auch Filme und BĂźcher.

Liebe!


«Ich habe das Tessin immer irgendwie bünzlig gefunden» Zusammen mit seiner Francine entdeckte Florian Ast neue Seiten der Schweiz.

Text sandra casalini Fotos croci & du fresne

E

ins vorweg: Sowohl Francine Jordi, 34, als auch Florian Ast, 36, sind noch verheiratet. Weder sie noch ihre Ehepartner Tony Rominger, 50, und Esther Ast, 33, haben bisher die Scheidung eingereicht. «Wir müssen das, was vor drei Monaten passiert ist, alle zuerst verarbeiten», sagt Francine Jordi. «Das ist wichtig, sonst holt es uns irgendwann ein. Ich denke viel darüber nach und bin mir durchaus bewusst, was da ge­schehen ist.» Eigentlich etwas ganz Normales: Zwei Menschen arbeiten zusammen, finden sich sympathisch, verlieben sich. Nur: Beide sind verheiratet. Das passiert auch anderen. Nur: Die sind nicht prominent. Die beiden Musi-

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«Wenn ich müde von einem Auftritt nach Hause komme, kocht Florian für mich» francine jordi ker hatten kaum einen Schlussstrich unter die Beziehungen zu ihren ExPartnern gezogen, als ihre Liebe schon öffentlich wurde. Und ein riesiger Medienrummel über die ­beiden hereinbrach. Wie beurteilen Sie beide rückblickend den Wirbel um den Beginn Ihrer Beziehung? Florian Ast: Wir waren es ja beide schon vorher gewohnt, in der Öffentlichkeit zu stehen. Aber über Tage das

vorherrschende Thema zu sein, war schon neu für uns. Sofort kamen Gerüchte auf, Sie nutzten Ihre junge Liebe, um Werbung für Ihre gemeinsame CD zu machen. Francine Jordi: Das war damals überhaupt nicht der Fall! Und heute? Florian Ast (lacht): Klar! Wir wären blöd, wenn wir es nicht täten! Francine Jordi: Wir leben auch nicht von der Liebe allein. Die Musik ist


Titel

«Musikalisch lässt sich Florian selten dreinreden» Im Dezember gibt das Paar gemeinsam sieben Konzerte.

«Viele von Francines Fans mögen auch meine Musik» Die erste Single heisst «Jede Troum».

unser Beruf, und PR für eine CD zu machen, gehört dazu. Dabei sagten Sie Anfang Juni noch, Sie seien nicht sicher, ob Sie Ihre gemeinsame Duett-Platte überhaupt herausbringen wollen. Florian Ast: Wir wurden damals der­ massen von den Ereignissen überfah­ ren, dass wir gar nicht mehr wussten, wo uns der Kopf stand. Aber wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ein halbes Jahr Arbeit in das Projekt gesteckt – um diese wäre es schade gewesen. Francine Jordi: Zudem bekamen wir viele Zuschriften von Fans, die uns ermunterten, die CD zu ver­öffent­lichen. Wir wollten sie nicht enttäuschen. So gingen Francine Jordi und ­Florian Ast wieder gemeinsam ins

Studio. Hier ist er der Chef. Schliess­ lich fungiert Forian Ast auch als Pro­duzent, die Pop-Duette stammen fast alle aus seiner Feder. Fünf Songs schrieb er zusammen mit seinem Kumpel Gölä, einen weiteren Titel mit Michael von der Heide. «Florian hat auch meine Ideen angenommen», sagt sie. «Ich war erstaunt darüber, dass er sich etwas sagen lässt, da er bis jetzt vorwiegend allein gearbeitet hat und gewohnt war, selbst zu entscheiden.» Zu Hause sei das zum Glück anders. Zu Hause, das ist seit Kurzem ein kleines Dorf auf dem Land in der Nähe von Bern. Dort hat das Liebespaar zusammen mit Francines Hund Theo seinen Rückzugsort gefunden. Von der Idee, dass jeder zuerst eine Wohnung für sich sucht, seien sie ziemlich schnell abgekommen. Florian Ast: «Wir

machen ja sowieso fast alles gemein­ sam. Entweder es klappt zwischen uns oder nicht. Egal, ob wir nun zusam­ menwohnen oder jeder für sich.» Den Haushalt hat sich das Duo aufgeteilt. «Wenn ich müde von einem Auftritt nach Hause komme, kocht ­Florian für mich», erzählt sie. Seine Spezialität: selbst gemachte Currywurst, Poulet­ flügeli, Fajitas und Salat. «Oder einfach quer durch den Kühlschrank.» Wer hat im Hause Jordi/Ast die Hosen an? Florian Ast: Ich! Francine Jordi: Wir beide. – Also gut: offiziell er! Florian Ast: Dafür ist Francine besser darin als ich, prominent zu sein. Wie meinen Sie das? Florian Ast: Francine kann einfach schweizer illustrierte

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Titel

«Francine ist besser darin als ich, prominent zu sein» florian ast

besser damit umgehen, immer und überall angesprochen zu werden. Obwohl ich auch ein Plauderi bin … Francine Jordi: Ich finde es nicht störend, wenn sich beim Posten die Leute darüber freuen, dass ich auch im Laden bin. Und wenn wir essen gehen, grüssen sie uns, als würden wir zur Familie gehören. Das ist doch schön. Auch wenn Sie mal einen schlechten Tag haben? Francine Jordi: Dann bleibe ich zu Hause. Wo vor dem Haus Kameras und Foto­grafen auf Sie warten. Francine Jordi: So schlimm ist es nicht, auch wenn wir ab und zu tatsächlich Zaungäste haben. Eine Liebe unter Beobachtung. Immer wieder tauchen in den vergangenen Monaten Handyfotos der frisch Ver­ liebten auf. Oder Wohnungsvermieter erzählen der Lokalpresse voller Stolz, das Paar habe eine Wohnung be­sichtigt. Francine Jordi und Florian Ast nehmens gelassen. «Ich frage mich immer wieder, wen das inte­r­ essiert», meint er schulterzuckend. Das Paar lässt sich denn auch nicht von potenziellen Paparazzi verun­sichern, sondern geniesst sein junges Glück. Verliebte Blicke, sanfte Berührungen und ab und zu ein Müntschi müssen einfach sein, auch während der Foto­ aufnahmen.

Auf den Fotos zu Ihrem neuen Album zeigen Sie sich im Look der 50er-Jahre. Florian Ast: Das sieht toll aus, oder? Die Fotos sollen die Geschichte von zwei Menschen erzählen, die viel zusammen erleben. Francine Jordi: Mir gefällt, dass es darauf für einmal nicht so sehr um mich als Person geht. Florian Ast (lacht): Warum? Bist du auf den Fotos nicht drauf? Francine Jordi: Ich meinte, dass wir da in eine andere Rolle schlüpfen durften. Privat laufe ich eher selten im Petticoat rum. Florian Ast: Und ich durfte rauchen. Francine Jordi: Dabei wurde dir ja schlecht wegen der Stumpen! Florian Ast: Stimmt. Ich bin aus­ schliesslicher Zigi-Raucher. Mit 14 klaute ich meinem Grossvater mal einen Stumpen und paffte ihn heimlich. Danach gings mir so himmeltraurig, dass ich nie wieder einen angefasst habe. Geplänkel unter Verliebten. Man merkt: Hier schlagen zwei Herzen im gleichen Takt. Für wie lange? Wo sehen Sie beide sich in fünf Jahren? Francine Jordi: Ich möchte einfach gesund und glücklich sein. Florian Ast (lacht): Aber eine Villa mit Schwimmbad am Lago Maggiore wäre schon auch nicht schlecht, oder? 

Gewinnen Sie die neue CD «Lago Maggiore»: www.schweizer-illustrierte.ch


«Ich lass mich gern von Florian chauffieren» Das Paar erkundet den Lago Maggiore. Florian Ast besitzt ein Boot auf dem Vierwaldstättersee.


Trennung

Das Ende eines Glamourpaars: melanie Winiger und Stress lebten eine Ehe im Scheinwerferlicht. Sie redeten offen 체ber Sex, Kinder und Treue. Dabei wollten sie eigentlich nur eines: Privatsph채re. Jetzt trennen sie sich im Stillen.

Verlorene


Liebe

Foto Sedrik Nemeth/L’illustré

Zum ersten Mal miteinander im Bett 2005 spielt Melanie Winiger im Videoclip zu Stress’ Hit «Ténèbres» die Gangsterbraut.

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Erste grosse Liebe 1996 mit Emanuele Bianca nach ihrer Wahl zur Miss Schweiz.

Jugendliebe 1999 liebt sie Zirkusspross Gregory Knie, Sohn von Rolf Knie.

Melanie Superstar 2003 ist sie gefragt wie noch nie. Hier posiert sie für die SI.

International 2009 als Fussball-Moderatorin mit Lionel Messi in Monaco.

Wild, stark, erfolgreich: Für einen Mann ist es Natürlich Für «SI GRUEN» zeigt sie sich 2009 naturnah und unbeschwert.

Gewagt 2006 spielt sie in «Love Made Easy» eine Stripperin.

Heiss Sie steht auf schnelle Motorräder. 2007 mit ihrer Ducati Monster 620.

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Werbestar In der aktuellen Kampagne des WC-Herstellers Geberit AcquaClean.

Glamourös Im Jahr 2000 ziert sie nur mit Schmuck bekleidet das SI-Cover.

nicht einfach, neben Melanie Winiger zu bestehen

Feurig Aktuell im ­deutschen Kinofilm «Resturlaub» mit Maximilian Brückner.

Hüllenlos 2003 in «Achtung, fertig, Charlie!» – ihr Durchbruch als Schauspielerin.

Flott 2010 auf einem Volvo C70 Cabrio. Sie ist ­Botschafterin der Marke.

Mutig 2010 in einer ­Werbekampagne des Schuh-Labels Navyboot. schweizer illustrierte

Fotos RDB, Katja Lehner-Grossi, Rolf Edelmann, Manuela Gulka, Duke Gati, EQ Images, Michel Comte (2), Nathan Beck für SI GRUEN, Keystone (2), HO, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler

Kindsvater 2001 mit dem Vater ihres Sohnes Noël, Model Andreas Roth.

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Trennung

Text yvonne Zurbrügg

S

trelanie sind wieder Stress und Melanie. Das glamouröseste Paar der Schweiz hat sich getrennt. Sieben Jahre lang herrschte Ausnahme­ zustand, wenn der Rapper Andres ­Andrekson, 34, und die Schauspielerin Melanie Winiger, 32, zusammen unter­ wegs waren. Egal, ob auf dem roten Tep­ pich oder an einem Fussballspiel von Me­ lanies Sohn Noël, 9: Alle rissen sich um Fotos von ihnen. Melanie Winiger ärger­ te sich immer über die Wortschöpfung Strelanie. Und wunderte sich gleichzeitig, dass niemand auf die Abkürzung kommt, die ihre Beziehung viel besser auf den Punkt bringen würde: Mess. Chaos. Sie versuchen, eine ganz normale ­Familie zu sein. Aber kaum verlassen ­Winiger/Stress ihre vier Wände, beginnt der aufreibende Kampf um etwas Privat­ sphäre. Paradox: Um ihre Intimität zu wahren, geben sie immer wieder Intimes preis. Sie sprechen über ihre Liebe, dar­ über, wie heftig sie streiten und wie schön der Versöhnungssex ist. Gleich­ zeitig sagt sie aber auch: «Ich bin vor­ sichtiger geworden. Wer zu viel preis­ gibt, zwingt sich gewissermassen, länger mit jemandem zusammenzubleiben, nur weil es sonst einen Skandal gäbe. Diesen Druck mag ich nicht.» Von der standesamtlichen Trauung im Mai 2008 erfährt die Öffentlichkeit erst, als Melanie Winiger schon Andrek­ son heisst. Bei der Hochzeit eine Woche

später erwischt kein Fotograf die Braut. Informationen zum Fest gibt es kaum. Der Freundeskreis – zusammengewach­ sen und eingeschworen – hält zum Paar und gegen aussen dicht. Alle sind loyal zu ihnen, aber sie nicht konsequent mit sich selbst. Es sind wie immer sie, die dann doch reden. «Es ist eine Liebes­ heirat. Logischerweise möchten wir eines Tages Kinder, sie sind die Früchte der Liebe», sagt sie, die eigentlich nie heira­ ten wollte – bis Stress ihr begegnete. Der «Bad Boy» wünscht sich ebenfalls eine Familie: «Sicher will ich ein Kind von Melanie. Und dieses wird in den nächs­ ten zwei, drei Jahren hoffentlich auch kommen.» Sie ergänzt: «Bis es so weit ist, geniessen wir meinen Sohn Noël.» Trennen sie sich jetzt, weil ihr Wunschkind nie gekommen ist? In Zollikerberg ZH kaufen die Frischvermählten ein Haus. In der klei­ nen Gemeinde am Stadtrand führen sie ein fast ganz normales Familienleben. Sie macht die Wäsche, er kocht. Ab­ wechselnd bringen sie den kleinen Noël zur Schule, feuern ihn beim Fussball­ spielen an, jedes Jahr gehts gemeinsam an die Dorfchilbi. Die Verbindung zwi­ schen Noël und seinem Stiefvater wird immer enger. «Ich glaube, der leibliche Vater von Noël ist glücklich, zu wissen, dass Noël jemanden hat, der ihn positiv beeinflusst und liebt», sagt Melanie ­Winiger. Im Haus hätte es noch Platz. Aber das gemeinsame Kind lässt auf sich warten. Irgendwann reagiert sie bei

«Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen richtigen Mann an meiner Seite» melanie Winiger (2009)

Frisch verliebt 2005 posieren sie erstmals als Paar. Stress ist als Rapper, Melanie als Schauspielerin erfolgreich.

Der Starke und die Schöne 2006 trägt Stress seine Melanie beim Dreh zum SFWerbespot an den Set.


Fotos Sedrik Nemeth/L’illustré, Christian Lanz/RDB

Interviews auf die Frage nach einer mög­ lichen Schwangerschaft immer gereiz­ ter. Auf dem roten Teppich glaubt sie, alle gucken nur noch auf ihren Bauch – neugierig, ob sich unterm Kleid viel­ leicht endlich etwas wölbt. Man erwar­ tet, dass sich Strelanie wie angekündigt vermehren. Strelanie, die Projektions­ fläche für eine glückliche und sexerfüllte Ehe, müsste doch Kinder um sich scha­ ren wie das Hollywood-Paar Brangelina, Brad Pitt und Angelina Jolie. Das Paar geniesst es, auszuge­ hen. Obwohl jeder zuschaut, tanzen sie, er cool im karierten Flanellhemd, sie wild im todschicken Kleid. Gerne ge­ hören sie zu den Letzten, die die Party verlassen. Manchmal lässt sie sich von einem Fan ihres Mannes provozieren. Eifersucht ist immer wieder ein Thema, bei ihr und bei ihm. Zu Hause prallen jeweils die Egos aufeinander. «Wenn wir streiten, dann können wir uns grausam an den Karren fahren. Das begreifen vie­ le nicht. Aber in meinen langen 32 Jah­ ren habe ich herausfinden müssen, dass es nicht wichtig ist, wie es bei den ande­ ren einfährt, sondern dass es einfach für mich stimmen muss», sagt sie. Mit 17 Jahren Miss Schweiz, mit 23 Jahren Mutter, mit 24 Schauspielerin – Melanie Winiger lebt kein langsames Leben. 2005 begegnet sie Andres Andrekson, dem Rapper und Frauenschwarm aus der Romandie. Er hat sie für den Videoclip zu seinem Hit «Ténèbres» engagiert. Der Mann mit dem ernsten Blick durchschaut ihre harte Schale, gibt der taffen Frau Halt. Der Vulkan und der Fels in der Brandung. «Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen richti­ gen Mann an meiner Seite. Er lässt mich meine feminine Seite ausleben.» Ist jetzt Schluss, weil es eine andere oder einen andern gibt? Stress bringt seine Geschichte mit u


Trennung

«Wir sind nicht an der Hüfte zusammengewachsen» Stress 2009 in einem Berliner Hotel. Melanie Winiger im März 2011. Sie gehört noch immer gern zu den Letzten, die eine Party verlassen.

Fotos Fabienne Bühler, David Biedert/tilllate.com

«Das Leben als verheirateter Mann ist wunderbar. Man denkt nicht mehr darüber nach, was wäre, wenn …» Andres Andrekson (2010) u in die Beziehung: Mit drei Jahren ver­ lässt ihn der Vater, mit acht muss er die Verantwortung für seine Schwester übernehmen. Mit 24 Jahren heiratet er zum ersten Mal – das Glück hält gerade vier Monate. «Darum weiss ich, dass meine jetzige Ehe gut kommt», sagt er 2010. Melanie ist hingerissen: «Stress ist der interessanteste Mann, der mir je begegnet ist. Ich vermute, ich werde kei­ nen interessanteren mehr treffen.» Die Treue, das ist ihr Deal. Beide sagen über­ einander, sie seien besitzergreifend und würden sich andernfalls trennen. «Ich könnte Melanie einen Seitensprung nicht verzeihen. Sie mir auch nicht.» Dass sie früher nicht immer treu war, gibt sie zwar zu. Lieber spricht sie aber über den Ex, der sie einst neun Mal hintereinan­ der betrog, bis sie ihn endlich verliess. Ging die Liebe, weil sie unterschied­ liche Zukunftspläne haben? Stark ist Stress, aber nicht immer. Arbeitet er intensiv an seiner Musik, fällt

er in Depressionen. Vergangenes Jahr kommen physische Schmerzen hinzu: Er leidet an einem Bandscheibenvorfall. Gleichzeitig bekommt Melanie Winiger mehrere Filmrollen, als Schauspielerin hat sie sich längst etabliert. Stress hat seine Ruhe und seine Familie mit ihr und ihrem Sohn gefunden. Sie reizt aber ­immer noch eine internationale Schauspielkarriere. Gesucht hat sie das Normale nie. Er hasst es, wenn sie unausgeglichen ist, wünscht sich einen Rhythmus in seiner Ehe, weil er sich eigentlich angekommen fühlt. «Das Leben als verheirateter Mann ist wunderbar. Man denkt nicht mehr darüber nach, was wäre, wenn … Das macht vieles einfacher.» Der gebürtige Este ist womöglich viel schweizerischer als die ehemalige Miss Schweiz. Oder vielleicht hat auch ihr wildes Leben ihn gezähmt. Aber wünscht sich Melanie Winiger so viel Häuslichkeit? Im ver­ gangenen Februar sagt sie, noch immer

nicht schwanger: «… wenn es jetzt passiert, wären wir ­sicher nicht unglück­ lich. Aber man muss ja nicht immer noch mehr haben. Man kann auch ein­ fach zufrieden sein mit dem, was man hat.» Im Juni 2011 treten sie das letzte Mal gemeinsam in der Öffentlichkeit auf. Fortan weichen sie bei Fragen zu ihrem Privatleben ungewohnt heftig aus. Bei der Premiere zu ihrem Horrorfilm «One Way Trip» am 6. September erklärt sie seine Absenz mit: «Wir sind nicht an der Hüfte zusammengewachsen.» Vergangene Woche dann informiert sein Management: «Wir bitten um Kenntnis­ nahme, dass sich Melanie Winiger und Andres Andrekson nach sieben Jahren getrennt haben.» Über den Trennungs­ grund gibt es nur Spekulationen. Noch leben sie zusammen und sind nicht zu sprechen. Und ihr Umfeld hält wie immer dicht.  Mitarbeit: Esther Meyer schweizer illustrierte

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Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie Simone M端ller, 32, hat seit ihrer Kindheit MS, ihr Mann, Martin Meyer, seit wenigen Jahren. Mit den Kindern Julian, 4, und Amelie, 2, lebt das Paar in Sursee LU.

Ein todm端des


schicksal

Seit ihrer Kindheit leidet Simone Müller aus Sursee LU an MS, multipler Sklerose. Sie heiratet Martin Meyer und hat zwei Kinder. Dann passiert das Unglaubliche: Auch Martin erkrankt an MS. Text Marcel huwyler Fotos Kurt Reichenbach

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Leben

ewöhnlich sind in dieser Geschichte nur die Namen. Müller und Meyer. Was diese beiden zusammen erleben, ist ungewöhnlich, schweizweit einmalig und statistisch gesehen ­nahezu unmöglich. 10 000 Menschen in der Schweiz haben multiple Sklerose, MS genannt, eine chronische, unheilbare Krankheit des zentralen Nervensystems. In eine Million Haushalte flattert dieser Tage ein Brief der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft, darin wird um eine Spende gebeten und ein beispiel­loses Schicksal erwähnt, die Geschichte von ­Simone Müller und Martin Meyer. Da ist immer diese unendliche Müdigkeit. Es fühlt sich an, sagt Simone Müller, wie Grippe. Und das Tag für Tag. Seit Jahren. Es fehlt ihr die Kraft, die Glieder schmerzen, sind bleischwer, nur mühevoll zu koordinieren und hängen wie Fremdkörper am Leib. Ihre ganze rechte Seite zeigt Lähmungen, Simone hinkt beim Gehen, und die Sehkraft des rechten Auges beträgt noch fünf Prozent. Am schlimmsten aber ist «diese ewige Müdigkeit». Heute Morgen ist sie erwacht, ­wollte sich um die Kinder kümmern, um Julian und Amelie, «aber bereits zehn Minuten später fühlte ich mich todmüde, musste mich hinsetzen und ausruhen». Simone Müller aus Sursee LU ist 32 Jahre alt, eine feingliedrige Frau mit wachen Augen, aber müdem Lächeln und brüchiger Stimme. Langsam und schleppend spricht sie, sagt, es kommt ihr vor, als torkelten ihr Hirn und der Körper. Zum ersten Mal spürte sie dieses Gefühl an ­einem Sonntagmorgen vor 25 Jahren. Was für ein lustiges Kind! Die ­Eltern amüsierten sich damals über ihre siebenjährige Tochter, wie die schwankte und ihnen eine Betrunkene vorspielte. «Ich will das doch gar nicht», sagte eine verstörte Simone, «mein Körper tut das einfach. Was passiert mit mir?» Nach ­monatelangen Abklärungen im Spital u schweizer illustrierte

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schicksal

hörte sie von Ärzten erstmals dieses komplizierte Wort: multiple Sklerose. Dass Kinder an MS erkranken, ist sehr selten; nur ein halbes Prozent aller MS-Erkrankungen beginnen vor dem zehnten Lebensjahr. Am schlimmsten in Erinnerung hat Simone die heftigen Schübe. Immer wieder wird das Kind von MS-Attacken geplagt und gelähmt. Sie liegt so oft daheim, dass sie die erste Klasse wiederholen muss. Sie wird zur Aussen­ seiterin, zur Aussätzigen, «es war nicht schön», fasst sie ihre Kindheit zusammen. Umso wichtiger ist ihr, dass die eige­nen Kinder unbeschwert aufwachsen. Julian, 4, baut Lego-Türme und jagt die Katze durch die Stube, während Amelie sich mit einem gelben Leuchtstift das Gesicht verziert. Kleine, freundliche Wirbelwinde mit Engelsaugen und Schlingelgrinsen. Normale Kinder – doch für ihr Alter enorm aufmerksam und sofort zur Stelle, wenn es etwas zu helfen gibt. Will Mami die Balkontür schliessen, trippelt Amelie flugs heran und erledigt das. Wohlverstanden – das Kind ist zwei Jahre alt. Vor elf Jahren lernt Simone ihren Mann kennen, Martin Meyer, auch er ­Luzerner, von Beruf Heizungsinstallateur.

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Sie kenne viele MS-Kranke, sagt Simone, die sich damit abfinden, keinen Freund zu finden. Umso glücklicher ist sie, «einen gesunden Mann lieben zu dürfen». Simone ist schwanger mit Julian, als Martin eines Tages über Sehstörungen klagt. Und sich plötzlich ungewöhnlich müde fühlt. Die Ärzte stellen die Diagnose MS. Beide suchen noch immer nach angemessenen Worten, um zu beschreiben, wie die Welt damals für sie zusammenbrach. Heute nennen sie es nüchtern «einen Riesenzufall». Noch ist Martin, 34, nicht so stark handicapiert wie seine Frau, noch kann er arbeiten, hat eine 30-Prozent-Stelle im Innendienst, noch … Momentan lebt die Familie von IV- und Krankentaggeldern, Hilfe und Beratung leistet auch die MS-Gesellschaft. Wir stützen und ermuntern uns gegenseitig, sagt das Paar. Simone ist für ihren Mann da, wenn der an Depressionen leidet, und Martin hilft seiner Frau, wo diese mit ihren kraftlosen Händen und der Sehstörung an Grenzen stösst. So zupft er ihr die Augenbrauen und schminkt sie, wenn sie in den Ausgang geht. So wie letzte Woche, Opernabend in Sursee, Monteverdis «L’Orfeo». Schön sei es gewesen,

Familienausflug Simone Müller lässt sich im Rollstuhl von einer Zugmaschine ziehen. Die Kinder fahren mit, Martin hilft schieben.


«Dass wir beide MS haben, ist einfach nur ein Riesenzufall» Simone Müller und Martin Meyer

Unverkrampft Amelie thront in Mamis ­Rollstuhl, Julian spielt den Kutscher.

sagt Simone, trotz dem Getuschel der Leute. Wegen ihres wankenden Ganges wird sie oft als Betrunkene beschimpft. Überhaupt das Gerede: Manchmal benützt Simone den Rollstuhl, was Irritation auslöst: Gestern lief die Frau noch herum, heute sitzt sie im Rollstuhl – die simuliert doch! Mit Medikamenten und Physiotherapie versuchen Simone und Martin ihre Krankheit in Schach zu halten. MS ist unheilbar, die Ursache noch immer rätselhaft. Es ist keine Erbkrankheit, erbliche Einflüsse bei einem Elternteil, so heisst es, können aber eine Rolle spielen. Und was, wenn beide, Vater und Mutter, MS haben? Amelie strahlt leuchtstiftneongelb. Ihr halbes Gesicht hat sie verziert, nun thront sie in Mamis Rollstuhl und lässt sich von Julian herumkutschieren. «Wir beobachten unsere Kinder genau», sagen die Eltern. Vor einem Jahr hatte Amelie einen Krampfanfall, riesige Pupillen, war unansprechbar, zwei Stunden lang. Kein Fieberkrampf, meinten die Ärzte, und wohl auch keine multiple Sklerose: Eine Einjährige mit MS, das wäre doch extrem selten und ungewöhnlich. Selten und ungewöhnlich – zwei Worte, die Familie Müller Meyer nicht  wirklich beruhigen.


Eine Oase der Ruhe mitten in der Session FDP-Parteipräsident ­Fulvio Pelli im alten Bundes­ratszimmer in der Wandelhalle.

w Intervoiceh e W r e d it Fulvio m

Pelli

«Muss UBS-Chef Grübel jetzt zurücktreten?» Fulvio Pelli über das Hilfspaket für die Wirtschaft, den AtomAusstieg und den ubs-Skandal. Was er von den Wahlen erwartet. Und wieso er nicht mehr lange FDP-Chef bleiben will. Text stefan regez Foto kurt reichenbach

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r ist die Gelassenheit in Person. Weder die schlechten Wahl­pro­ gnosen noch die Handy-Anrufe im Minutentakt bringen FDP-Partei­ präsident Fulvio Pelli aus der Ruhe. Konzentriert und abgeklärt spricht er über Frankenstärke, Mühleberg-Stillle­ gung und Bundesrat Johann SchneiderAmmann. Nur die neusten Vorkomm­ nisse rund um die UBS regen ihn auf.

Herr Pelli, der UBS-Investmentbanker Kweku Adoboli, 31, hat zwei Milliarden Dollar verzockt. Was sagen Sie dazu? Es ist unglaublich, dass so etwas ­passieren kann. Viele Fragen sind jetzt offen. Die wichtigste lautet: Wie war das möglich? Hat die UBS denn nichts aus der Finanzkrise gelernt? Die Grossbanken haben schon aus der Krise gelernt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch im Einzelfall die Fähigkeit gewonnen haben, sich der Versuchung alter Gewohnheiten zu widersetzen.

Welche Konsequenzen sollte das nun haben? Muss gar die Politik eingreifen? Je nachdem, um was es sich handelt. Wichtig ist, dass die Vorlage «Too big to fail» verabschiedet wird, sodass das Instrumentarium zur Bekämpfung der Bankrisiken stark verbessert wird. Muss UBS-Chef Oswald Grübel jetzt zurücktreten? Wir wissen noch nicht, wer welche Verantwortung trägt. Es ist klug zu warten. Der Finanzplatz Schweiz hat noch eine andere grosse Sorge: den Steuerstreit mit den USA. Befürworten Sie den Deal, den der Bundesrat abschliessen will? Nein, die FDP lehnt den Zusatzbericht und die Strategie des Bundesrates ab. So wird nur das Bankgeheimnis ausge­ höhlt. Den Vereinigten Staaten müssen wir jetzt Nein sagen. Punkt. Schluss. Wir haben ein Doppelbesteuerungs­ abkommen verhandelt, das gilt nun. Wir schulden den USA gar nichts mehr. Ihre Haltung ist ein Risiko für die Banken. Wenn Fehler passiert sind, müssen die verantwortlichen Banken dafür gerade­ stehen. Trotz Bankenkritik punktet die FDP nicht:

Das SRG-Wahlbarometer kommt auf einen Wähleranteil von 15,6 Prozent (minus 2,1 Prozent). Die Partei fühlt sich fit. Wir haben in den letzten vier Jahren sehr gut ge­ arbeitet. Und vor allem zielgerichtet. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung ist eine andere Sache. Es gelingt Ihnen nicht, Ihre Arbeit der Bevölkerung zu vermitteln. Unsere Aufgabe ist es, gut zu arbeiten. Damit wecken wir aber noch keine Emotionen. Die gehören doch auch zur Politik. Ja. Teilweise ist es auch unsere Schuld. Aber diese Schuld ist eine Tugend. Wegen des starken Frankens steht die Wirtschaft wieder im Fokus. Das müsste für die FDP ein Steilpass sein. Das ist auch so. Wir haben in allen Meinungsumfragen gesehen, dass die Kompetenz der FDP in Wirtschafts­ fragen am höchsten eingeschätzt wird. In den kantonalen Wahlen hat die FDP trotzdem überall verloren. Die FDP hat wegen Fukushima ver­ loren. Aber jetzt heisst unsere Heraus­ forderung nicht mehr Fukushima, sondern, ob es 2012 genügend Firmen gibt, die Arbeitsplätze schaffen. Ob diese im Euro-Raum noch genügend Kunden haben. Und ob noch genügend Touristen in die Schweiz kommen. Welche Antworten hat die FDP darauf? u schweizer illustrierte

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Im Kampf gegen den starken Franken gibt es Massnahmen, die im Kompetenzbereich der Nationalbank sind. Sie hat gehandelt und versucht, das Mögliche zu machen. Bis jetzt erfolgreich. Mit der Unterstützung der FDP? Ja! Im Wissen aber, dass die Nationalbank beim Wechselkursziel ein grosses Risiko eingeht. Sie wird sehr viel Geld investieren müssen. Und dieses Geld wird am Ende irgendwo fehlen. Was kann die Politik tun? Mittel- und langfristig liegt die Lösung beim Staat: Abbau der Bürokratie, Senkung von Steuern und Gebühren, Vereinfachung der Verfahren. Fitnesskur heisst das. Wir sind enttäuscht, dass da bisher nichts gegangen ist. Und kurzfristig? Viele Firmen stecken jetzt in der Klemme! Ja, sie sind in grossen Schwierigkeiten. In diesem Sinn hat Wirtschaftsminister Schneider-Ammann ein Paket mit direkter Hilfe geschnürt. Der Bundesrat hat die Situation anders eingeschätzt und die meisten Massnahmen leider nicht unterstützt. Auch der Gewerbeverband und Economiesuisse haben das verhindert.

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Ja, ja – und in vier Monaten werden sie sich beklagen, dass der Bundesrat noch nicht gehandelt hat. Früher haben FDP und Economiesuisse im Gleichschritt politisiert. Wir sind unabhängig, aber waren uns oft einig. Wir sind uns auch heute oft einig. Aber im Moment schätzen wir die Situation anders ein. Ich bin wirklich sehr besorgt über die Lage der Schweizer Export- und Tourismuswirtschaft. Wird die FDP das abgespeckte Hilfspaket des Bundesrates unterstützen? Bringt es überhaupt etwas? Ja, den Unternehmen, die zu wenig Arbeit haben, nützt die Kurzarbeit schon. Denen, die mit ihren Produkten Verluste einfahren, bringt es nichts. Aber die FDP wird das Hilfspaket im Grossen und Ganzen unterstützen. Und der Nationalrat? Wird viel Lärm um nichts produzieren. Alle werden ihre Parteiprogramme re­zitieren und am Schluss das Hilfspaket mit kleinen Ausnahmen annehmen. Schneider-Ammann schneidet in der öffentlichen Wahrnehmung schlecht ab. In der medialen Wahrnehmung! In der Öffentlichkeit wird er geschätzt.

Glauben Sie das wirklich? Ja. Nur die Medien haben entschieden, dass sie gegen ihn sind. Vor einem Jahr war er ein Medienliebling. Er ist der einzige Bundesrat, dem man keine Zeit liess, sich zu entfalten. Simonetta Sommaruga ist der Umstieg in den Bundesrat nun mal leichter gefallen. Ich bin nicht einverstanden. Frau Sommaruga hat in der Asylpolitik einiges nicht im Griff, wird aber trotzdem besser beurteilt als Schneider-­ Ammann. Das ist nicht gerechtfertigt. Themenwechsel: Atom-Ausstieg, aber kein absolutes Technologieverbot – die FDP hat sich doch noch durchgesetzt. Ja, es ist uns gelungen, ein vernünftigeres Ausstiegsszenario aufzugleisen. Jetzt bin ich überzeugt, dass wir den Ausstieg schaffen werden. Ach ja? Ja, es ist möglich, Mühleberg und Beznau zu schliessen. Auf wann? 2020? Mühleberg könnten wir sofort still­ legen. Beznau in zehn Jahren. Und wie schliessen Sie die Stromlücke? Mit erneuerbaren Energien: Sonnenenergie, Wind, Geothermie, Holz,


Fulvio Pelli

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Der parteipräsident mit seinem Bundesrat

Pelli versteht nicht, warum Johann Schneider-Ammann derart kritisiert wird: «Seine Erfahrung als Unternehmer ist in dieser Situa­tion sehr wertvoll für den Bundesrat.»

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Wahlkampftour mit Übernachten im stroh

«Ich fühle mich fit», sagt Fulvio Pelli. Im August ging er mit seinem Velo auf Wahlkampftour, übernachtete im Stroh und liess sich von einer FDP-Physiotherapeutin massieren.

Mehr Zeit für seine Frau

Im Alter von 60 Jahren möchte Fulvio Pelli mehr Zeit mit seiner Ehefrau Claudia verbringen. Hier besuchen die beiden die Benefiz-Gala 2011 des Casinotheaters Winterthur.

Persönlich Geboren in Lugano TI am 26. 1. 1951 karriere Inhaber einer Anwaltskanzlei. Politisch absolvierte der Tessiner die klassische Ochsentour: Gemeinderat von Lugano (1980), Kantonsrat (1983), Nationalrat (1995), Parteipräsident seit 2005 u familie Verheiratet mit Claudia Pelli, drei erwachsene Töchter u

Fotos Keystone (2), RDB

Wasserkraft. Wenn wir gut arbeiten, sind ab 2035 auch die anderen Kernkraftwerke nicht mehr nötig. Ihre Wahlprognose für den 23. Oktober? 20 Prozent für uns. Das ist hoch gegriffen. Was, wenn Sie nur 15 Prozent erreichen? Dann startet am nächsten Tag auch eine neue Legislatur – und die FDP wird dabei sein und gute Arbeit leisten. Der Bundesratssitz von Schneider-­ Ammann wäre stark gefährdet. Unser zweiter Bundesratssitz ist seit zehn Jahren in Gefahr. Und wir haben ihn immer noch (lacht). Ich bleibe zuversichtlich. Ich habe Vertrauen in die Schweiz – und die Schweiz hat Vertrauen in den Freisinn. Wie sehen Sie Ihre persönliche Zukunft als Parteipräsident? Ich bin 60, in 20 Jahren 80. Die Zukunft gehört anderen. Nach 60 wünscht man sich, all das zu machen, was zuvor nicht möglich war. Ich habe Lust darauf, etwas weniger anstrengend zu leben und mehr mit meiner Frau zu unternehmen. Das heisst, Sie treten zurück? Ich mache das nicht ewig weiter. Den Zeitpunkt entscheiden wir, wenn die Legislatur begonnen hat. 


WM 2014

E UNSERA TI N E U NE BRASILIEN FĂœR

Umbruch. Ein Team im einer Serie in Wir stellen sballstars s u F ie d n vor. von morge

Erste gemeinsame Wohnung Die Dachmaisonnette von Timm Klose (1,93 m) und seiner Fabienne (1,70 m) in NĂźrnberg ist noch nicht komplett eingerichtet. Der Couchtisch ist bestellt.

Im Eiltempo


Foto Witters

Furchtlos Klose (hier gegen K旦lns Podolski, r.) habe sich etabliert, sagt N端rnberg-Trainer Hecking.

Innert zweier Jahre von der 1. Liga zu N端rnberg in die Bundesliga. 足Nati-Verteidiger timm klose gibt Gas. Auf die Bremse stand der Basler mit deutschem Pass nur bei Freundin Fabienne.

o zum Star schweizer illustrierte

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Text ilona scherer Fotos marcel nöcker

T

imm Klose liebt das Tempo. Mitunter schon mal mehr als erlaubt: Weil der 23-Jährige im April zu fest aufs Gas drückte, steht der VereinsAudi des Nürnberg-Verteidigers derzeit in der Tiefgarage. Zum Glück ist es von seiner Dachmaisonnette-Wohnung bis zum Easycredit-Stadion nur ein Katzensprung. Den bewältigt der Verteidiger ­locker per Velo. «So komme ich schon aufgewärmt zum Training.» Vor zwei Jahren spielte Klose noch in der 1. Liga im U21-Team des FC Basel. Nun ist er Stammspieler in der Bundesliga und steht im Kader der Schweizer Nati. Er darf sogar auf einen Platz in der Startelf beim EM-Qualimatch gegen Wales am 7. Oktober hoffen, weil Johan Djourou gesperrt ist. Ein rasanter Aufstieg. «Manchmal kann ich selbst kaum glauben, wie gut alles ge­ laufen ist.» Er fügt dann aber an, dass er beim «Club» auch von der Verletzung eines Konkurrenten profitiert habe. «Doch den Stammplatz will ich nun behalten.» Nicht immer gibt Timm so Gas. Lange traute er sich nicht, seine heutige Freundin Fabienne Düblin, 23, anzusprechen, «weil sie ständig mit ihren Freundinnen zusammen war». Fabienne

und Timm besuchten in Basel das gleiche Schulhaus. Sie im Gymi, er in der Handelsschule. Per SMS verabredeten sie sich schliesslich zum ersten Tête-àTête. «Aber bis zum ersten Kuss brauchte er wieder lange», neckt ihn die 23 cm kleinere Studentin der Wirtschaft und Medienwissenschaften. Timm gesteht: «Ich habe sie erneut per SMS gefragt, ob ich sie das nächste Mal küssen dürfe.» Das war vor bald sieben Jahren. Seither sind sie sicher: Sie gehören zusammen. Nun bewohnt das junge Paar zum ersten Mal eine gemeinsame Wohnung. Fabienne studiert zwar in Basel, fährt aber so oft wie möglich im Zug nach Nürnberg. Es gefällt ihnen in der 500 000-Einwohner-Stadt. «Nürnberg ist cool für junge Leute», sagt Fabienne. Gern gehen sie ins Café Luftsprung an der Heubrücke, das für seine Salatkreationen bekannt ist. Ebenso gern kocht Timm aber zu Hause. Die moderne ­Wohnung hat sein Vater Norbert, 63, gefunden, er ist pensionierter Immobilienmakler aus Frankfurt am Main. In der Finanzmetropole lebte Timm mit Zwillingsschwester Zoë sowie den Halbgeschwistern Isabelle, 36, Manuel, 30, und Lea, 28, bis er 5 wurde. Heute noch hat er Familie in Deutschland. «Isi» wohnt in Hannover. Und Cousin Marc Benjamin, 25, arbeitet in


Fussball

Murat yAKIN über … … Timm klose Familienbande Timm Klose kocht mit seinen Cousins Marc (25, Schauspieler, l.) und Alexander (26, angehender Sportmanager), die gerade zu Besuch sind. Lieblingsgetränk: Cola.

u Stärken Timm ist ein aufgestellter,

fröhlicher und positiver Mensch. Fussballe­ risch ist er dank seiner Grösse sehr kopf­ Murat Yakin ballstark und läuferisch enorm gut. Es war spielte für GC, schön, mit ihm in Thun zu arbeiten. Sein Stuttgart, privates Umfeld schaut sehr gut zu ihm. Istanbul, Basel Zudem arbeitet er extrem an sich und ist sowie 49 Mal für die Schweiz. lernfähig, sieht Fehler ein – nur so gelang ihm dieser gewaltige Aufstieg in kurzer Zeit. 2009 bis 2011 war er Trainer u Nachholbedarf In der Offensive muss in Thun, seit er sich noch steigern, die richtige Ent­ scheidung im richtigen Moment treffen, bei dieser Saison arbeitet er beim Standards noch gefährlicher werden. FC Luzern. u Idealposition Ganz klar in der Innen­ verteidigung einer Vierer-Abwehrkette. u Ausstrahlung Nicht nur dank seiner Grösse ist er domi­ nant. Er hat viel Selbstvertrauen und strahlt dies auch aus. Für einen so jungen Spieler nicht selbstverständlich. Vielleicht liegt das auch daran, dass er ohne äusseren Druck aufspielen kann. Er wäre finanziell auch ohne den Fussball abgesichert. u Nati-Prognose Die Zukunft gehört Timm Klose. Lange war die Innenverteidigung ein wenig unsere Problemposition. Nun haben wir endlich Alternativen zu Senderos und Djourou – und erst noch eine, die im eigenen Land ausgebildet wurde.

Ein Durchschnittstyp ist Klose nicht. Er hat das Leben ausgekostet – und wohl auch deshalb bis zur U21 nie in einer ­Junioren-Auswahl gespielt. Als man ihm beim FC Basel keine Chance in der Super League gab, wechselte er 2010 zu Thun und zu Trainer Murat Yakin (siehe Box). «Muri habe ich viel zu verdanken», sagt Timm Klose. Nicht zuletzt, dass er ein Jahr später in der Bundesliga landete, seinem erklärten Ziel, das er als Bub auf ein Blatt geschrieben hatte. Dieses Blatt hängte er übers Bett. Nun kann Klose Woche für Woche vor Zehntausenden Zuschauern spielen. «Manchmal ist es so laut, dass man die MitPflegeleicht Mangels spieler fast anschreien muss.» Be­sonders Esstisch isst Comic-Fan freut er sich auf das letzte Vorrundenspiel Timm noch im Sessel. gegen Bayer Leverkusen. Dann trifft er auf seinen Jugendfreund Eren Derdiyok, 23. ­München als Schauspieler mit festem «Wir haben als ­Buben jede freie Minute auf Engagement bei den Kammerspielen, der Schützenmatte verbracht.» Gut möghatte aber auch schon Auftritte in Fern- lich, dass es zum Direktduell mit seinem sehfilmen (etwa im «Tatort»). stürmenden Freund kommt. Nürnbergs 1993 zog Timms Familie in die Trainer ­Dieter Hecking: «Timm hat sich Heimatstadt der Mutter, Basel. Daniela von Spiel zu Spiel gesteigert und sich eta­ Spillmann, 55, deren Onkel Fred ein bliert.» Klose ist begeistert von seinem über Basel hinaus bekannter Mode-­ neuen Arbeitsplatz. «Fankultur, VermarkExzentriker war, führt hier ein Kleider- tung, Tradition – alles ist hier speziell und geschäft (Daniela Spillmann Couture-à- super. Nürnberg ist ein grosser Verein mit porter). Auch Timm hat eine Affinität Tradition. Aber in erster Linie habe ich zur Mode, kauft seine Kleider selbst und hier Spass am Fussball.» Und der soll ihm so schnell nicht vergehen. trägt mutig knallige Farben. 


Drucker und Zeitungsverleger Paul August Ringier (1876–1960).

100 Jahre Schweizer Illustrierte Die älteste Zeitschrift der Schweiz feiert Geburtstag. Die SI ist wie ein Familienmitglied: immer da, immer nah. Sie bietet Heimat für Stars und ein Zuhause für Alltagshelden. Und so hat 1911 alles angefangen. 38

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Foto RDB

Die Zügel immer fest in der Hand Patron Ringier liebt die Reiterei und die Jagd. Müssiggang kennt er nicht. Hier kombiniert er Vergnügen mit Arbeit – und besichtigt seinen ­Druckereistandort in Zofingen.

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Revolution am Kiosk Am 9. Dezember 1911 erscheint die erste Ausgabe der «Schweizer Illustrierten Zeitung». Verleger Paul Ringier ist stolz. Er zeigt das durch einen kurzen Brief an seine Leser auf Seite 8 in jener Nummer.

Wie die Welt nach Hause kommt: Die SI zeigt die schönsten Bilder zu den aufregendsten Geschichten. Text stephanie Ringel

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s gibt eine Geschichte, die ist so oft erzählt worden, dass man fast nicht mehr hinhören möchte. Sie geht so: Ein Zofinger Druckereibesitzer, in der Branche als rücksichtslos, unnahbar und erfolgreich gefürchtet, entdeckt 1911 eine neue Geldquelle, nachdem er analysiert hat: Die in den meisten Tageszeitungen abgedruckten Nachrichten werden erst durch das neue Medium Fotografie lebendig. Und so beschliesst er, ein illustriertes Magazin zu gründen, mit vielen Bildern, kurzen Bildlegenden. Lesestoff sei Literatur, und diese liefern Schriftsteller in Fortsetzungsromanen. So weit, so pragmatisch. Dabei geht es um viel mehr als kühle Betriebswirtschaft. Die «Schweizer Illustrierte Zeitung», wie sie damals hiess, ist aus Mut gemacht. Denn zu jener Zeit tummeln sich in der Schweiz 3213 Zeitschriften, 184 Amtsblätter und 1671 Zei-

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tungen auf dem Lesermarkt. Wer da noch eine Illustrierte hinzufügt, muss verrückt sein. Oder mutig. Wahrscheinlich beides. Das Blatt hat sich «für unser Vaterland unbedingt als ein Bedürfnis erwiesen», steht in der kleinen Verlagsannonce in der Ausgabe Nr. 1 vom 9. Dezember 1911. 100 Jahre später gibt es die Schweizer Illustrierte (SI) immer noch als Wochenheft. Damals lag sie erstmals samstags am Kiosk, 16 Seiten dünn, 20 Centime teuer. Heute wird die SI Sonntagnacht gedruckt und steckt immer montags, meist 100 Seiten dick, am Kiosk. Dazwischen liegen rund 5200 Ausgaben SI. Mit Geschichten aus der Schweiz und aus der ganzen Welt. Immer steht der Mensch im Mittelpunkt. Es geht um Filmstars, für die man schwärmt. Um Musiker, zu denen man tanzt. Um Politiker und Unternehmer, die das Schweizerland prägen. Um die Mode, die die

Jede Seite hat ihren Platz Der Zylinder kommt nach dem Ätzen in die Rotations-Tiefdruckmaschine.


Klirrend fallen die Buchstaben Auf solchen Setzmaschinen werden Buch­stabenreihen aus heissem Blei hergestellt. Gegen die Bleidämpfe trinken die Setzer mehrmals am Tag Milch.

Leute lieben, und darum, wie sie Liebe machen. Die schönsten Bilder und die inter­essantesten Menschen lässt die SI jetzt für ihre Leser wieder auferstehen. In einer 10-teiligen Serie, 10 Wochen lang, jeweils auf 10 Seiten. Stunde null in Zofingen. In seinem Büro schnipselte und klebte Paul Ringier um 7 Uhr morgens die erste Ausgabe der «Schweizer Illustrierten Zeitung» zusammen – als Muster. Im Nachbarzimmer machten sich anschliessend seine Setzer in weissen Kitteln ans Werk. Bleibuchstaben in der Hand formen sie die Zeitungsseiten – Buchstabe für Buchstabe, Bild für Bild. Gedruckt werden die Seiten einzeln im Buchdruckverfahren. In den ersten Monaten ist die Redaktion überschaubar. Sie besteht aus: dem Verleger. Im Frühjahr 1912 stellt er dann eine Frau ein als Sekretärin-Redakteurin-Befehlsempfängerin. Lange bleibt die Redaktion klein. Erst in den 40erJahren bevölkern neben den Druckern

mehr und mehr ausgebildete Journalisten die Büros. Dann wird es eng. Die Redaktion zieht an die Zürcher Bahnhofstrasse, später weiter ins neue Pressehaus an der Dufourstrasse 23. Heute arbeiten hier 64 Reporter, Redakteure, Fotografen, Grafiker, Layouter, Sekretärinnen und Verlagsangestellte für die SI. Die Konkurrenz unter den deutschsprachigen Zeitschriften ist immer noch gross. «Lauter deutsche Heftli am ­Kiosk», sagt Verleger Michael Ringier, ein Enkel des Gründers, «da kriegt man eine mittlere Depression.» Trotzdem schafft es die SI, nebenbei erfolgreiche Themenmagazine wie «Landliebe», «SI Style», «SI GRUEN» und «al dente» her­ausbringen. «Das kann so niemand ausser uns», sagt Michael Ringier. Ist es verrückt, das zu sagen? Oder mutig? Vielleicht beides. Diese Mischung war schon immer das Lebenselixier der SI.

Ab nächster Woche die grosse SI-Serie zum 100. Geburtstag 1. Folge 1911–1922: Wie ein Basler Bauer Luftfahrtpionier wird, der deutsche Kaiser Wilhelm II. die Schweiz begeistert und Roald Amundsen den Südpol erobert.

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«Die Illustrierte ist besser als jeder Youtube-Film» Michael Ringier war früher Journalist bei der Schweizer Illustrierten. Der Verleger verrät Redaktions­ geheimnisse, wie die SI vor dem Ruin gerettet wurde und wann ihn Schokolade glücklich machte. Text stephanie Ringel Foto christian Lanz

M

ichael Ringier, ich habe im SI-Archiv auch Texte von Ihnen gefunden. In einem Ihrer ersten Artikel schrieben Sie: «Hilfe, die Japaner kommen!» Was war da los? Anfang der 70er-Jahre war ich als Journalistenschüler zwei Jahre in der SI-­Redaktion. Einmal habe ich zehn Zeilen über eine Zigarette geschrieben. Und seitdem waren Sie im Büro der Tabak-Spezialist? Genau. Rauchen galt noch als sozialer Akt. Vorbild waren die Schwarz-WeissFilme. So lässig wie die Schauspieler wollte man auch aussehen. Tabakthemen waren also populär. Und weil eine japanische Marke auf den Schweizer Markt drängte, lag das Thema auf der Hand. Aus­serdem hat die Branche die Journalisten oft zu feinen Reisen eingeladen. Da habe ich es mir nicht nehmen lassen, als Zigarettenexperte zu gelten. Ich selbst habe trotzdem nur ein Jahr geraucht. Wie war es denn für Sie als Sohn des Verlegers in der Redaktion? Damals schlenderte man irgendwann am Vormittag ins Büro. Ich sass am Schreibtisch vis-à-vis von Beatrice Tschanz, der späteren Swissair-Pressesprecherin. Wir haben uns Geschichten ausgedacht und sind losgezogen. Mit Ausnahme der Stars auf der Redaktion hat jeder alles gemacht und über alles geschrieben. Meine Lieblingsgeschichte war eine ­Reisereportage aus Apulien – da durfte ich nämlich hinfahren. Hat sich Journalismus verändert? Nicht grundlegend. Es geht darum, dass Menschen zusammen nachdenken und diskutieren. Eine Geschichte muss man sich erarbeiten. Sodass aus einer guten Idee beeindruckende Bilder und ein sehr

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gut geschriebener Text entstehen. Spannend sind doch die Geschichten, die nicht auf der Hand liegen. Ist die Schweizer Illustrierte ein Spiegel der Familie Ringier? Sie ist ein Spiegel der Schweiz. Die SI war eine der grossen Informations­ quellen des Landes. Ihre Stärke war und ist, dass sie Geschichten mithilfe von Bildern erzählt. Fast achtzig Jahre hat die SI vor allem aus der ganzen Welt berichtet. Die Schweizer lebten und leben eher zurückgezogen. Bevor es Fernsehen gab, lieferte die SI mit ihren bebilderten Texten Weltgeschehen nach Hause. Die Internationalität war journalistische Notwehr gegenüber einem Problem unseres Landes: Es gab wenig bekannte Menschen, über die man berichten konnte. Das TV hat später Schweizer berühmt gemacht. Und deren Geschichten er­ zählen wir heute. Die SI machte finanzielle Krisen durch. Ihre Familie hat sich dennoch hinter die Illustrierte gestellt. Warum? Wir haben nie daran gedacht, die SI einzustellen. Manchmal findet man erst die richtige Form, wenn die Not gross ist. Und mit Chefredaktor Peter Rothen­ bühler auch den richtigen Mann. Diese neue Form hiess in den 90erJahren «weniger Nachrichten, mehr Home­storys». Wünschen Sie der SI zum 100. Geburtstag wieder ein neues Gesicht? Ich wünsche mir ein ständig sich ver­ änderndes Gesicht. Das Beste, was einer Zeitschrift passieren kann, ist: Die Redaktion erfindet sie jeden Tag neu. Ich halte nichts von Kosmetik. Ein neues Layout, neue Farben und so weiter. Viel besser finde ich, wenn die Fotografen immer noch bessere Bilder machen, die Grafiker noch besser inszenieren wollen.

Die Schweizer Illustrierte ist etwas vom Wertvollsten, was die Firma Ringier hat. Ich bin überzeugt, wir feiern auch den 150. Geburtstag. Das gedruckte Bild im illustrierten Magazin ist besser als jeder Youtube-Film, denn das kann man anfassen. Man will es nicht immer bezahlen, aber trotzdem haben. Ich sehe doch, wie junge Leute Zeitschriften verschlingen. Ging es Ihnen genauso? Sie sagten ­unlängst: «Die SI war halt immer da.» Sie lag in meinem Elternhaus in Zofingen auf dem Wohnzimmertisch zwischen dem «Jour de France», «Paris Match», dem «Stern» und der NZZ. Dies haben wir gelesen. Es war unser Ritual. Sie waren elf Jahre, als Ihr Grossvater Paul Ringier, der SI-Gründer, starb. Haben Sie ihm beim Zeitungsmachen in Zofingen über die Schulter geschaut? Meine Geschwister und ich haben meinen Grossvater weiträumig gemieden. Er war der typische Pionier – sehr tüchtig, aber nicht so der liebenswürdige alte Herr, den man sich als Kind wünscht. In die Druckerei ging ich nur aus zwei Gründen. Erstens, weil ich damals Briefmarken gesammelt habe. Ein Mitarbeiter schnitt sie für mich von den Leser­ zuschriften aus. Zweitens hatte mein Onkel immer Schokolade im Büro! Wenn Sie heute wieder SI-Reporter wären, für welches Thema würden Sie brennen? Ich war neulich im Konzert in Luzern. Nebenbei habe ich auf meinem Black­ berry das Fussball-EM-Qualifikationsspiel Schweiz – Bulgarien verfolgt. Shaqiri hat drei Tore geschossen. Über den würde ich jetzt gerne alles wissen. 

Die Zukunft fest im Blick Michael Ringier, 62, leitet das Verlags-Familienunternehmen in der fünften Generation. In seiner Freizeit sammelt er Kunst.


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Sein Vorfahre war ein Meister des Skalpells. Jetzt will Jacques de haller, oberster Arzt, für die SP in den Nationalrat. Sein Rezept fürs kranke Gesundheitssystem: der Vorschlaghammer.

Schöner Sessel, aber er will einen Sitz Jacques de Haller auf seinem Lieblingsmöbelstück in seiner Altstadtwohnung in Bern. Hier wohnt er, wenn er im Bundeshaus für die Ärzte lobbyiert.

Text Christof Moser Fotos Kurt Reichenbach

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in guter Arzt verspricht Patienten nichts, was er nicht halten kann. Die Berufskrankheit der Ärzte ist die Schonungslosigkeit. Jacques de ­Haller, 59, so viel ist klar, muss ein guter Arzt gewesen sein, als er noch praktizierte. «Die Gesundheitskosten werden nicht sinken. Wir können nur versuchen, ihr Wachstum einzudämmen», sagt er und fläzt seine 1,93 Meter Körpergrösse auf den extravaganten WohnzimmerSessel. «Was wir da und dort einsparen können, fressen der medizinische Fortschritt und die Überalterung der Gesellschaft wieder weg.» Nein, ein Mann der unhaltbaren Wahlversprechen ist er nicht. De ­Haller weiss, wovon er redet. Seit 2004 ist er als Präsident der Ärztevereinigung FMH so etwas wie der oberste Arzt der Schweiz. Und damit natürlich auch Partei im Milliarden-Geschäft Gesundheitswesen. «Patienten wie Ärzte haben ­heute das gleiche Interesse: gesunde ­Patienten statt kranker Wettbewerb», versichert er. Die unvermeidliche Gegenfrage: Könnte man, um Prämien zu sparen, nicht auch den reichen Ärzten ans Portemonnaie? De Haller kämpft bei dieser Frage gegen seine Handicaps im Kampf um einen Berner SP-Sitz im Nationalrat: 340 000 Franken Jahreseinkommen. Ein Haus in Genf mit seiner Frau Isa­belle Graesslé, einer Pfarrerin. Eine Altstadtwohnung an der Junkerngasse in Bern. Wenn er für die Ärzte lobbyiert, wohnt er hier, mit grandioser Aussicht auf den Bärenpark, unter sich die Aare und das Mattequartier. De Haller, jetzt aufrecht im Sessel sitzend, sagt: «Ärzte, die Millionen verdienen, gibt es wenige. Die meisten sind Hausärzte, Kinder­ ärzte, Psychologen. Angesichts der Arbeits­belastung und der Verantwortung, die sie tragen, verdienen sie u

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Arzt mit


Der Weg nach Bern

Qual der Wahl Oktober 2011: Neue KĂśpfe braucht das Land! Wir zeigen Kandidaten, die das Zeug haben, uns zu Ăźberraschen. Wer sie sind, woher sie kommen. Politserie

blauem Blut


Grandiose Aussicht Von seiner Wohnung aus kann de Haller die Bären im nahen Bärenpark beobachten.

Persönlich Jacques de Haller Geboren am 28. 7. 1952 u karriere Studium der Medizin an der Universität Genf, 21 Jahre lang Hausarzt. Seit 2004 Präsident der FMH (Foederatio Medicorum Helveticorum), der Verbin­ dung der Schweizer Ärzte u familie De Haller ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von zwei Kindern u Wahlkampf Hat einen «mittleren fünfstelligen Betrag» zur Verfügung und setzt vor allem auf Plakate

Sportlich In Bern ist de Haller immer mit dem Velo unterwegs.

Entweder – Oder 4 x ENTSCHEIDEN u B erge

oder Meer? «Meer, weil ich die Sommerhitze besonders schätze.» u H unde oder Katzen? «Katzen, weil sie mich auch lieben.» u S ommer oder Winter? «Winter, wegen Weihnachten, weil da die Familie zusammenkommt.» u S tadt oder Land? «Hier kann ich mich nicht ent­ scheiden, ich brauche die Menschen und die Natur!»


Der Weg nach Bern

nicht über­mässig viel. Das System be­ lohnt leider die Qualität nicht genug. Das ist gefährlich für das beste Gesundheits­ wesen der Welt.» Er ist überzeugt: «Die Bevölkerung will Qualität. Wer als Regierungsrat Spitäler schliesst, wird abgewählt. Die Botschaft ist klar: Gesundheit soll kosten dürfen. Aber das Geld soll in die Behandlung der Patienten fliessen und nicht in einen unsinnigen Wettbewerb der Kranken­ kassen.» u

Jacques de Haller ist Bernburger, alter Berner Adel also, blaublütig, seit Kaiser Franz I. 1749 Albrecht de Haller in den «erblichen Adelsstand» erhoben hat – der Vorfahr war Universalgelehrter und herausragender Meister der Ana­ tomie, der mit seinem Skalpell die menschlichen Arterien freilegte wie kein anderer. Seine soziale Ader entdeckte Jacques de Haller in seinen 21 Jahren als Hausarzt im Genfer Quartier Plainpalais, dem Viertel der Ausländer, Prostituier­ ten und Drogenabhängigen. Dort amte­ te er auch als Gefängnisarzt einer nahen Strafanstalt. «Es ist schon ziemlich viel, dass wir ein Gesundheitssystem haben, von dem alle profitieren können», sagt er. «Und trotzdem habe ich gesehen, dass es Menschen gibt, die am Rand der Gesellschaft leben und sich nicht entfal­ ten können. Alte Menschen, die verein­ samen, depressiv werden. Sie brauchen unsere Unterstützung, wenn sie die glei­ chen Chancen haben sollen.» Das, so de Haller, heisse auch: «Nicht weiter sparen bei der Grundversorgung!» Wie theoretisch und verworren sind da im Vergleich zu de Hallers Plädoyer die Gesundheitsdebatten im Bundeshaus. So auch vergangene Woche wieder, als der Nationalrat die ManagedCare-Vorlage beriet, die Prämienschübe eindämmen soll. Die SP stimmte dage­ gen, weil der Selbstbehalt der Patienten weiter steigen soll. De Haller, der für die Vorlage kämpft, weil er primär für die Qualität kämpft und nicht gegen die Kosten, sagt dazu nur: «Die Politik klebt Pflaster an einen Patienten, der Opera­ tionen braucht.»

Sein Ansatz: Er befürwortet die Ein­ heitskasse, die den teuren Wettbewerb der Krankenkassen eliminieren soll, was ihm in der FMH heftige Kritik ein­ gebracht hat. Und er verspricht keine sinkenden Kosten, sondern will die Finanzierung ändern: Steuergelder sollen ins Gesundheitssystem fliessen, zum Bei­ spiel Mehrwertsteuer. «Die Gesundheits­ kosten steigen im Schnitt vier Prozent pro Jahr. Mehr als 400 Franken Prämien pro Kopf kann eine Familie nicht mehr tragen. Die Gesellschaft aber schon: Heute machen die Gesundheitskosten 10,8 Prozent vom Bruttosozialprodukt aus. Vor zwei, drei Jahren waren es noch 11,3 Prozent. Wir können also das System gerechter machen und die Kosten für jeden Einzelnen senken, ohne die Leis­ tungen zu kürzen», so Jacques de Haller, der nie Krawatten trägt, ausser er hat ei­ nen Termin bei einem Bundesrat. «Es ist nur eine Frage des politischen Willens.» Ist Jacques de Haller der Arzt, dem die Wähler vertrauen? Die Kon­ kurrenz im Berner Wahlkampf ist hart. An Mut, das Unbequeme auszusprechen, mangelt es de Haller nicht. Hat er mal Freizeit, liebt er das Fotografieren. Die grösste Freude sind seine Kinder, sein Sohn, 28, und die Tochter, 33, die ihn vor zehn Monaten zum stolzen Grossvater gemacht hat. «Ich kämpfe für meinen Sitz», sagt Jacques de Haller. Und wenns nicht klappt? Dann hat er immer noch seinen schönen Sessel.   Bisher erschienen in dieser Polit-Serie: Matthias Aebischer (SP BE), Martin Wagner (FDP BL), Martin Killias (SP AG), Karin Keller-Sutter (FDP SG).


abschied

Adieu, Bücher-Papst! 1952 gründete Daniel keel in Zürich den Diogenes Verlag. Sein goldener Riecher machte viele Autoren zu Weltstars. Krimi-Autorin Ingrid Noll schickte ihm vor zwanzig Jahren ihr erstes Manuskript. Auch sie wird seinen scharfen Blick und seine sanfte, beharrliche Stimme vermissen.

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Fotos Marc Wetli / 13 Photo; Thomas & Thomas

r war ein literarisches Trüffelschwein. Die Bezeichnung hätte Daniel Keel gefallen – liebte er die edlen Knollen doch über alles. Oft war er im ersten Stock an seinem Stammtisch im Restaurant Kronenhalle in Zürich anzutreffen. Der Mann, der am Dienstag letzter Woche nach schwerer Krankheit in seinem Haus starb, war nicht nur einer der mächtigsten Verleger, sondern auch ein Geniesser. Mr. Diogenes mochte die Gesellschaft von Freunden, Frauen – und Büchern. Letztere gehörten zu seinem Universum wie die Luft zum Atmen. Sein Gespür für Bestseller-Manuskripte war ein Phänomen: nicht erlernbar oder erklärbar – es war einfach da. Friedrich Dürrenmatt, Patrick Süskind, Donna Leon, John Irving, Martin Suter, Urs Widmer, Federico Fellini, Loriot – die Liste seiner «Kinder» ist schier endlos lang. Auch die 76-jährige deutsche Schriftstellerin Ingrid Noll («Die Apothekerin», «Kalt ist der Abendhauch») gehört zur Diogenes-Familie. Ein Nachruf der Autorin auf Daniel Keel, der dank seinem grossartigen Lebenswerk unsterblich bleibt. CMH «Natürlich ist jeder Mensch einzigartig und hinterlässt im Todesfall eine schmerzliche Lücke. Bei Daniel Keel ist jedoch ein weit grösserer Kreis betroffen, denn er ist nicht nur für Familie und Freunde, sondern auch für Autoren, Mitarbeiter und unendlich viele Leser unersetzlich. Als ich vor über zwanzig Jahren mein erstes Manuskript an den Diogenes Verlag geschickt hatte, rief er mich an. Für ein Greenhorn wie mich war alles neu, ich hatte keine Ahnung wer dieser Herr Keel überhaupt war. Geduldig erklärte er es mir, unprätentiös und sachlich, wenn es um die eigene Person ging. Dann begann er mich auszuhorchen: neugierig, listig, völlig offen und so charmant und witzig, dass ich jegliche Scheu verlor und ihm nach anfänglichen Hemmungen völlig vertraute. Wahrscheinlich wird es meinen Kollegen ähnlich ergangen sein, denn er rief stets an, nachdem er ein neues Manuskript gelesen hatte. Erst wurde gratuliert, dann kamen Überlegungen zum Titel und schliesslich Verbesserungsvorschläge. Für Schriftsteller wird es meistens

heikel, wenn am gerade erst entstandenen Werk etwas auszusetzen ist. Daniel Keel sagte einmal, dass jede Mutter ihr Neugeborenes für das schönste auf Erden hält und man sich hüten sollte, es als Wechselbalg zu bezeichnen. Als erfahrener Fuchs wusste er, wie ein guter Lehrer Kritik so behutsam formuliert, dass sie auch von einem empfindsamen Schüler angenommen wird. Sein Urteil war nie verletzend, sondern immer einleuchtend, sodass ich viel von ihm gelernt habe. Wie gern denke ich an die Abende zurück, an denen ich bei Keels am Esstisch sass. Anna Keel sorgte stets für ein wunderbares Menü, ohne modischen oder ­ungemütlichen Schnickschnack, sondern von bester Qualität und wohltuendem Understatement; ich habe nie bessere und humorvollere Gastgeber kennengelernt. In heiterer Atmosphäre wurde diskutiert, gelacht und bisweilen auch ein wenig gelästert. Wie in seinen Büchern kam auch bei solchen Gesprächen keine Langeweile auf. Daniel Keel war nämlich ein begnadeter und erfrischend ironischer Erzähler, aber ebenso auch ein aufmerksamer Zuhörer. Wenn seine Autoren eine originelle Idee hatten oder gar Details eines geplanten Projekts verrieten, war er ganz Ohr, seine Äuglein blitzten hinter den Gläsern, und seine berühmte Nase witterte eine heisse Fährte. Meine Kollegen, deren Bücher bei anderen Verlagen erscheinen, haben mich oft ­beneidet. Denn wo gab es noch in der deutschsprachigen Bücherwelt einen Verleger, der jedes Manuskript las, seine Autoren wie in eine Familie aufnahm und sich zu unser ­aller Glück mit einem Stab kompetenter Mitarbeiter umgab, die in seinem Sinn sein Lebenswerk fortführen werden. Auch seine Söhne haben die kreativen Gene der Eltern geerbt und werden uns noch mit brillanten Einfällen überraschen.»

Ingrid Noll, 1935 in Schanghai geboren, gehört zu den erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart. Ihre Krimis wurden in 21 Sprachen übersetzt. Ihr nächstes Buch erscheint 2012.

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Schön stark Immer schneller, höher, weiter. Schweizer Extrembergsteiger sind Weltspitze. Die sechs besten lassen im Studio ihre Muskeln spielen. Und sie sprechen über Körperkult, Konkurrenz und den Kick beim Klettern. Text Natascha Knecht, Fotos Thomas Buchwalder

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alpinismus

Dani Arnold, 27, durchstieg im April 2011 die Eiger-Nordwand in 2 Stunden 28 Minuten und h채lt damit den neuen Speed-Rekord. Voriges Jahr gelang ihm der Salbit-Westgrat solo in Rekordzeit und die erste Winterbegehung des Torre Egger in Patagonien mit zwei Kollegen.


Ueli Steck, 35, durchstieg die Eiger-Nordwand in 2 Stunden 48 Minuten. Er hält den SpeedRekord am Matterhorn und am Grandes Jorasses, stand schon auf vier Achttausendern. Weltweit ist er in der Szene als «Swiss Machine» bekannt.

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Alpinismus

Stephan Siegrist, 37, gl端ckten schon Erstbesteigungen und Erstbegehungen auf allen Kontinenten. Er konzentriert sich vor allem auf anspruchsvolle und weit abseits der Zivilisation gelegene Berge. Neu ist er im TV-Werbespot von Swissmilk zu sehen.


Simon Anthamatten, 28, erhielt für die Erstbegehung der Tengkampoche-Nordwand zusammen mit Ueli Steck einen Piolet d’Or, die höchste Auszeichnung im Alpinismus. Ihn faszinieren unbegangene, schwierige Berge im Himalaja, in Patagonien, Alaska oder den Alpen. Am Matterhorn eröffnete er zusammen mit seinem Bruder Samuel die Anthamatten-Route. 2008 wurde er Gesamtweltcup­ sieger im Eisklettern.

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Alpinismus

Samuel Anthamatten, 24, konnte schon Erstbe­gehungen in Nepal und in den Alpen realisieren. Er kletterte ausserordentliche Routen in Patagonien und Alaska. Für grosses Aufsehen sorgt er mit seinen Skiabfahrten, etwa über die Breithorn-Nordwand oder mit der Erstbefahrung der Weisshorn-Südwand. Seit einem Jahr konzentriert er sich aufs Profi-Free­riden (Ski) und ist amtierender Vizeweltmeister.


Roger Schäli, 33, eröffnete schon schwierige Routen in der Eiger-Nordwand, machte Erstbegehungen im Himalaja, in Grönland oder Patagonien.


Alpinismus

roger schäli

dani arnold

Geboren 8. August 1978 (Löwe) Grösse 1,70 Meter Gewicht 68 Kilo Wohnort Hergiswil NW Privat Liiert Erlernter Beruf Zimmermann, ­Bergführer, Skilehrer Mehr Infos www.rogerschaeli.ch

Geboren 22. Februar 1984 (Fische) Grösse 1,80 Meter Gewicht 77 kg Wohnort Bürglen UR Privat Liiert Erlernter Beruf Polymechaniker, Bergführer Mehr Infos www.daniarnold.ch

Wie reagieren die Leute auf Ihre Muskeln? Das überlege ich mir nie. Aber in der Badi merke ich schon, dass geschaut wird. Doch ich bewege mich fast ausschliesslich in Kletterkreisen, da sind Muskeln nichts Aussergewöhn­ liches. Wie wichtig ist Ihnen der Körper? Meine Muskeln sind mir nicht wichtig. Ich will einfach gut klettern und gesund sein. Zu viel Muskelmasse kann sich aber auch negativ aufs Klettern aus­wirken, weil man zu schwer wird. Haben Sie einen speziellen Er­nährungsplan? Ja, seit Kurzem lasse ich mich professionell beraten. Je nach Ziel esse ich mehr Kohlenhydrate oder mehr Proteine. Sie konnten schon etliche Erfolge in der Eiger-Nordwand realisieren. Was fasziniert Sie an diesem Berg? Er ist einfach ein Hammer-Berg. Weil er nahe bei mir zu Hause steht und weil man in dieser Wand alle Arten des Alpinismus und des Kletterns erleben und ausüben kann. Und nicht zuletzt wegen seiner Geschichte und weil man so nah an der Zivilisation sein kann und trotzdem zu hundert Prozent auf sich allein gestellt ist.

Sie sind der neue Speed-Rekordhalter an der Eiger-Nordwand. Hat sich Ihr Leben dadurch verändert? Ich habe nicht damit gerechnet, dass das Inter­ esse an meiner Person so gross wird. Vor einem Jahr hatte ich noch nicht mal eine Agenda, jetzt ist sie ziemlich aus­gebucht. Konzentrieren Sie sich künftig auf Speed-Begehungen im Alleingang? Nein. Meine Faszination sind kombinierte Fels- und Eisklettereien, darin bin ich am besten. Diesen Oktober versuche ich, mit einem Kollegen die Baruntse-Nordwest­ wand (7160 Meter) zu durchsteigen. Potenzial sehe ich künftig in gros­sen, schwierigen Wänden im Himalaja, wo die Luft dünn und kalt ist und man nicht mehr mit blossen Händen klettern kann. Eine solche Route an einem Achttausen­ der zu eröffnen, wäre ein toller Erfolg. Was reizt Sie am Alpinismus? Das Unbekannte. Zu schauen, ob das, was man sich vornimmt, klappt oder nicht. Bergsteigen ist der schönste Sport, eine Lebensschule, eine Herausforderung, die Auseinandersetzung mit sich selber. Wichtig ist einfach, dass man sich der Grenzen bewusst bleibt. Auch der physische Aspekt spielt eine zentrale Rolle, da ist die Limite manchmal sehr tief.

Ueli Steck Geboren 4. Oktober 1976 (Waage) Grösse 1,74 Meter Gewicht 66 kg Wohnort Ringgenberg BE Privat Verheiratet mit Nicole Erlernter Beruf Zimmermann Mehr Infos ­www.uelisteck.ch Sie sind für Ihre ungesicherten SpeedBegehungen bekannt. Was reizt Sie daran? Ich finde es lustig, am Morgen in eine Route einzusteigen und am Abend wieder zurück zu sein. Diesen Frühling am Shishapangma (8027 Meter) brauchte ich bis zum Gipfel 101/2 Stunden. So schnell hat diesen Berg noch niemand bestiegen. Werden Sie das überbieten können? Wenn man das Risiko ständig steigert, kommt man irgendwann mal nicht mehr nach Hause. Speed-Begehungen werde ich keine mehr machen, sie reizen mich nicht mehr. Meine Erfahrungen möchte ich künftig für die Achttausender im ­Himalaja nutzen. Junge Alpinisten kommen nach. Wie gehen Sie mit der Konkurrenz um? Es hat Platz für alle, ein gesunder Konkur­ renzkampf ist immer gut. Ich weiss, wo ich stehe, und definiere mich über meine Leistung. Man darf sich nicht beeinflussen lassen. Besonders im Höhenalpinismus sehe ich noch viel Steigerungspotenzial. Wann folgt Ihre nächste Expedition? Diesen Frühling war ich an drei Acht­ tausendern. In solchen Höhen erholt sich der Körper nicht mehr und ist irgend­ wann mal ausgebrannt. Bis ich wieder einen anständigen Fitnesslevel erreicht habe, dauert es etwa ein Jahr. schweizer illustrierte

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Alpinismus

Stephan Siegrist

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simon anthamatten samuel anthamatten

Geboren 17. Dezember 1972 (Schütze) Grösse 1,72 Meter Gewicht 70 kg Wohnort Ringgenberg BE Privat Verheiratet mit Niki, Vater von ­Xavier, halbjährig Erlernter Beruf Zimmermann, ­Bergführer Mehr Infos www.stephan-siegrist.ch

Geboren 16. Juni 1983 (Zwillinge) Grösse 1,70 Meter Gewicht 65 kg Wohnort Zermatt VS Privat Single Erlernte Berufe Geomatiker, ­Bergführer, Skilehrer Mehr Infos www.anthamattens.ch

Geboren 28. September 1986 (Waage) Grösse 1,68 Meter Gewicht 69 kg Wohnort Zermatt VS Privat Liiert Erlernte Berufe Zimmermann, ­Bergführer, Skilehrer Mehr Infos www.anthamattens.ch

Sie sind seit einem halben Jahr Vater. Verändert das Ihr Leben als ExtremBergsteiger? Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man eine solch enge Be­ ziehung zu einem so kleinen Würmli aufbauen kann. Ob ich künftig kürzer­ treten muss, kann ich noch nicht sagen. Die kommenden Wochen bin ich im Himalaja auf Expedition, da wird sich zeigen, wie ich damit umgehen kann, so lange von der Familie getrennt zu sein. Was zieht Sie in die Berge? Pioniergeist, Abenteuerlust, die eigenen ­Grenzen zu erkennen, das Team, Natur­erlebnis, auch das primitive Leben am Berg. Nach einer Woche ohne Dusche geniesst man solchen Luxus umso mehr. Hat sich der Alpinismus in den vergangenen Jahren verändert? Das Material wird immer besser. Gebiete, die unzugänglich waren, sind heute er­reichbar. Die Planung ist durch das Internet und die heutigen Möglichkeiten einfacher geworden. Wie erleben Sie das Konkurrenz­ verhalten unter Ihren Berufskollegen? Die Charaktere sind unterschiedlich. Manche Bergsteiger nehmen sich zu wichtig, haben das Gefühl, ihre Taten würden die Welt verändern.

Was motiviert Sie am Berg? Die Herausforderung mit mir selber. Herauszufinden, ob ich stark genug bin, ob ich die richtigen Entscheidungen treffe. Suchen Sie auch die Gefahr? Mich lockt nicht das Risiko, sondern der Umgang damit. Je besser man sich vorbereitet, desto geringer sind die Gefahren. Wenn man jede Situation richtig einschätzen konnte, ist die Be­ friedigung gross. Den schönsten Moment erlebe ich nicht auf dem Gipfel, sondern wenn ich zurück nach Hause komme. Sie haben viele Auszeichnungen erhalten, sind neu Jurymitglied des Piolet d’Or, des Oscars für Alpinisten. Weshalb vermarkten Sie Ihre Erfolge kaum? Ich gebe meine Er­fahrungen an meine Gäste oder als Ausbildner an Junge weiter. Vorträge halten mag ich nicht. Mein Bergführerberuf gefällt mir zu gut, als dass ich nur noch als Profi-Alpinist unterwegs sein möchte. Was sind Ihre nächsten Ziele? Grundsätzlich reizen mich unbegangene, schwierige Berge, etwa in Pakistan. Die Höhe eines Gipfels spielt für mich keine Rolle. Auch ein Sechs- oder Sieben­tausender kann grosse Herausforderungen bieten.

Seit einem Jahr fahren Sie als Profi-Freerider auf Ski über steile Felswände und hohe Klippen, sind ­amtierender Vizeweltmeister. Gefällt Ihnen der klassische Alpinismus nicht mehr? Doch, aber die nächsten zwei, drei Jahre will ich mich auf die Freeride World Tour konzentrieren und an der Weltspitze mitfahren. Wie trainieren Sie? Für das Freeriden drei- bis viermal pro Woche Kraft und Ausdauer. Und auf dem Trampolin Koordination. Im Sommer war ich auch als Bergführer unterwegs. Da war es manchmal etwas schwierig, nach einer 12-Stunden-Tour noch zu trainieren. Werden Sie in Zukunft Bergsteigen und Freeriden kombinieren? Längerfristig möchte ich grosse Berge ­be­steigen und mit den Ski abfahren. Also ein noch extremerer Kick? Jeder hat andere Empfindungen, wie er sich am Berg wohlfühlt. Ich suche nicht den Kick. Unnötige Gefahren einzugehen – darauf kann man nicht stolz sein. Wie gehen Sie mit Konkurrenz um? Freeriden ist kein Wettkampf, es be­deutet Freiheit, Natur, gute Momente. Und Alpinisten, die sich einen Konkurrenzkampf liefern, haben den Sinn nicht ganz erkannt.

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notabene

Die Kraft der Farben Chris von Rohr

Foto Daniel Rihs

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eine Tochter fragverbinden wir Menschen offensichtlich kollektiv mit der Tiefe des ­Meeres, mit te mich, was ich Seen, Flüssen und Bächen. Vermutlich wählen würde, wenn es nicht anhabe ich deswegen schon unzählige ders ginge: «Papa, Badezimmer gesehen, in denen blaue wärst du lieber Tücher hängen und blaues Wasser durch blind oder taub?» die Schüssel fliesst. In Gelb strahlen die Meine reflexartige Antwort als Musiker Sonne, die Osterglocken und das erntewar: «Lieber blind, wenns denn sein reife Korn. Gold bedeutet Geld, Reichmüsste.» Aber als sie mir später eine tum und Prestige. Es ist mehr als eine frisch gepflückte Rhododendron-Blüte, Farbe und fasziniert uns. Grün ist der kombiniert mit einer Fuchsie, in einem Frühling mit seinen saftigen Wiesen, und antiken Glas auf den Tisch stellte, fiel es es bedeutet für uns gut, freie Fahrt – mir wie Schuppen von den Augen. alles im grünen Bereich! Grau sind NebelWie unendlich arm wäre mein schwaden, Wohnsilos, alte Fotos und die Welt vor 1968. Kinder und Erwachsene ­Leben, könnte ich diese wunderbaren Farben nicht auf mich wirken lassen. Ich trugen es gleichermassen am Leib. Rot habe noch nie eine hässliche Farbe gesesind Liebe, Feuer und Blut, und in Rosa hen, die von der Natur geschaffen wurde und Himmelblau taumeln Barbie und – ganz im Gegensatz zu den Menschen, Ken. Schwarz ist die Nacht mit all ihren die am laufenden Band schreckliche «Wie unendlich arm Katzen und ebenso der Tod. Silbern sind Farben an Häusern, Kleidern und Autos wäre mein Leben, das Münz und das alte Konfirmations­ besteck, und weiss wird geheiratet und hervorbringen. Es scheint mir, dass geschneit. Hautfarbe gefällt mir hervormanch einer immun ist gegen die Kraft könnte ich die Farben ragend an der Haut und weniger an der Farben. Für sie gibt es halt Gelb, Rot, nicht auf mich wirken Strümpfen und … aber lassen wir das. Grün, Blau, Schwarz und Weiss – basta. Differenzierteres geht ihnen, gelinde ge- lassen» Zweifelsohne sind Farben eine sagt, am Allerwertesten vorbei. Und so Sache von Sinn und Sinnlichkeit. Ich besiehts dann auch aus, wenn wir durch unsere Dörfer und haupte von mir, ein farb- und feinsinniger Mensch zu sein. UnStädte gehen oder fahren. Ein unstimmiges Durcheinander von bedarfterweise und aus nacktem Gwunder habe ich schon Farben, die nicht zusammenpassen – das Gegenteil der Natur. dann und wann ein Parfüm ausprobiert, das ich den ganzen Da staunte ich bei einem guten Freund, der sein wun- Tag nicht mehr loswurde. So kam ich mir vor, als wäre ich derschönes Haus renovierte. Trotz meinem Herzbluteinsatz einer der Protagonisten im Film «Der dritte Mann», die sich konnte ich ihn nicht davon überzeugen, dass das Weiss, das er bemantelt und behütet durch die Wiener Kanalisation verfolund seine Liebste ansprayen liessen, zu kalt und klinisch aus- gen. Dieser Umstand hatte einen ungünstigen Einfluss auf sah. Zu seiner Entlastung muss ich erwähnen, dass er tatsäch- mein Gemüt. Mit Farbeinflüssen verhält es sich ähnlich. Sind lich Doktor ist, und zwar ein guter! Item. Viele Malerbetriebe es die falschen, sind sie zu zudringlich, zu hart, zu scharf oder unterbreiten kaum kreative, warme Vorschläge zur Auswahl. zu nüchtern, dann fühle ich mich für gewisse Aktivitäten nicht Man führt aus, riskiert wird nix. Es ist fast noch schlimmer als entspannt, gelassen oder motiviert genug. in der Popmusik. Radio und iPod lassen sich ausschalten – die Selbstverständlich bin ich nicht der Erste, der sich Hausfarbe nicht. Sie bleibt oft über Jahrzehnte kleben. Gestern darüber Gedanken macht. Architekten, Farbgurus und Raumsprach ich mit einem Maler. Er meinte, die meisten Kunden wür- planer überlassen nichts dem Zufall. Der Regenbogen hingeden einfach die Direktive durchgeben: Bitte gelb oder weiss gen lässt sich nicht buchen, und auch das Abendrot kommt, anmalen. Wie beim Coiffeur: waschen – schneiden – legen … wann es will, und das ist mir sympathisch. Obwohl ich manchViele Menschen scheinen genau gleich glücklich oder unglück- mal gern eins hätte, wenn ich gerade launig und feierabendlich zu sein mit beissenden Farbkombinationen und abartigen lich auf der Terrasse sitze, will ich nicht klagen. Ich bedanke Bauten. Ich weiss nicht, ob ich sie bewundern oder bemitleiden mich für seine gelegentliche Erscheinung und den Genuss, soll. Für mich sind Form und Farbe etwas sehr Wichtiges für den mir sein Anblick bietet. Und so bleibt mir allein der Versuch, mich bei jeder sich bietenden Gelegenheit sattzusehen mein Wohlgefühl im Leben. Und das nicht nur auf der Bühne. Braun ist die Erde. So kommts wohl, dass ich geerdeter oder sattzuhören, falls mich dereinst das Schicksal ereilen sollFeld-Wald-und-Wiesen-Hippie mich gern in Erdtönen kleide. te, eines von beiden hergeben zu müssen.  Die warmen Herbstfarben, die jetzt wieder aktuell werden, haben es mir als Oktoberkind besonders angetan. Die Farbe Blau Chris von Rohr, 59, Musiker, Produzent und Autor schweizer illustrierte

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Shopping

top ten

Küss mich, Max! Kleid Karen ­Millen. u CHF 345.– Tasche H & M (Woche 41). u CHF 39.90.– Peep-Toes, Jimmy Choo, Grieder, Fachhandel. u CHF 345.– Handschuhe C & A. Stuhl www.urbanbliss.ch. Tapete Hurter

Model Séraphine für Option, Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars, www.brigitteaeschbach.ch, Vintage-Möbel www.urbanbliss.ch

der Woche

Die Welt von Marlene u Jacquard-Strick,

Rosenholztöne, Glencheck-­Karos und grafische Muster: Die 40er-Jahre sind zurück. Der Trend mit Vintage-Charakter, der etwas an Trümmerfrauen-Charme und wirtschaftlich (und menschlich) schwierige Zeiten erinnert, entbehrt nicht eines gewissen Glamours. «Küssen kann man nicht alleine», trällert Kult-Sänger Max Raabe (kommt am 25. 9. in die Schweiz). Und entwirft so ein Zeit-Porträt der 40er (und auch 30er). Wer jetzt denkt, die Sachen wirken wie von gestern, irrt. Denn Materialien, Schnitte und Farben sind ganz und gar heutig. Was Designer wie Isabel Marant und Ralph Lauren zeigen. Marlene Dietrich würds gefallen!

Redaktion Beatrice Schönhaus Fotos Geri Born Styling Melanie Albisser schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Küssen kann man nicht alleine» 

Max Raabe

Kommst du ins Tanzcafé? Kleid, Attic & Barn, bei Big. u CHF 249.– Bridenschuhe, B-Store, Maud. u CHF 345.– ­Brille, Dolce & Gabbana, Fachhandel. u CHF 370.– Kommode mit Tulpenlampen, Urban Bliss. u CHF 690.– Tapete www.­hurtertapeten.ch

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Kennst du den Film «Shanghai Express»? Zimtfarbene Bluse, See by Chloé, Maud und Fach­ handel. u CHF 450.– Godet-Jupe, Essentials, Globus. u CHF 199.– Pumps, Pura Lopez, bei Grieder. u CHF 280.– Tasche Mango.

Trällern wir ein Lied Bluse, DKNY, bei Jelmoli. u CHF 289.– Jacke, See by Chloé, bei Maud. u CHF 415.– Hose, Ralph Lauren, bei Globus, Jelmoli. u CHF 289.– Gürtel Mango. u CHF 29.90 Brille Urban Bliss.

Ich fühl mich wie Marlene Kunstfell-Jacke, Pinko, bei Grieder. u CHF 580.– Satin-Bluse Manor. u ca. CHF 49.– Tasche, Marc by Marc Jacobs, Grieder, Fachhandel. u CHF 650.– Hose Anouk Please. u CHF 129.–

Ab in den Tanzpalast Kleid Annex. u CHF 590.– Ankle-Boots, Buffalo, bei Big. u CHF 198.– Jacke Mango. u CHF 450.– Vintage-Stuhl Urban Bliss. schweizer illustrierte

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neue sportuhren

Schmuck auch in der Grossstadt

Laufsteg

Hallo, Hailee!

u Sportuhren sind meist Chronografen, die mehr können als bloss die genaue Zeit anzeigen. Sie sind mit einem zusätzlichen Stoppmechanismus für Kurzzeitmessungen ausgerüstet, wozu die seitlichen zwei Drücker dienen. Deshalb sind sie bei Sportbegeisterten zu Land, Luft und Wasser seit je beliebt. Dank dem elegant-sportlichen Design sind sie jedoch längst zum schicken Accessoire in der Geschäftswelt geworden. In kleineren Dimensionen und weicheren Farbtönen gefallen sportliche Chronografen auch zunehmend den Frauen. Für die unterschiedlichsten Sportaktivitäten lässt etwa die neue Tissot Racing-Touch (Bild links) keine Wünsche offen. Zu den Chronografen-Funktionen kommen Kompli­ka­tionen wie eine zweite Zeitzone, ­Wecker, Kompass oder ein Logbuch zum Erfassen persönlicher Daten hinzu.

11 Funktionen im Quarz-Chrono Racing-Touch von Tissot. www.tissot.ch u CHF 645.–

sarah rieder

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Trendy Quarz-Chrono DS First Lady von Certina. Schicke Stahl-Keramik-Kombi. www.certina.com u CHF 750.–

Sporttaucher Mit dem Verkauf der AutomatikTaucheruhr unterstützt Oris die Malediven. www.oris.ch u CHF 2200.–

Typisch Ebel Sportlicheleganter EdelstahlChrono mit KautschukBand. www.ebel.com u CHF 2100.–

Star unter Piloten: Auto­ matik-Chrono Startimer von Alpina Genève. www. alpina-watches.com u CHF 2790.–

u Andere 14-jährige Mädchen gehen mit Freundinnen shoppen und haben den ersten Liebeskummer – Hailee Steinfeld spielt lieber mit bösen Buben. Im Film «True Grit»(2010) stand sie mit Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin vor der Kamera und wurde für ihre Rolle als Mattie Ross mehrfach ausgezeichnet, sogar für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Im WesternFilm schläft sie in abgewetzter Kleidung neben Cowboys, Mördern und Kopfgeldjägern am Lagerfeuer – so gar nicht ladylike. Erstaunlich also, dass das italienische Label Miu Miu die junge Amerikanerin zum Gesicht der Herbst/Winter-Kampagne er­ koren hat. Mit einem erfrischenden Lächeln auf dem Gesicht inszenierte Starfotograf Bruce Weber Hailee im Blumenkleid mit Pailletten-Schuhen. Die Kleine kommt ganz gross raus!

nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte

Neu für Miu Miu Hailee Steinfeld in einem Kleid aus der aktuellen Kollektion des Labels.


Objekt der begierde

Süsser Betthase hat nichts von Calida im Schrank? Ob Rippenshirt oder klassische Männerunterhose: Das Schweizer Traditionslabel gehört bis heute, ähnlich wie BallySchuhe, zum guten Ton im Kleiderschrank. Dieses Jahr feiert das Unter­ nehmen aus Sursee das 70-Jahr-Jubiläum. Unter dem Motto «True Classics» werden diverse Kult-Modelle von damals neu aufgelegt. Highlights: die JumpsuitPyjamas ganz im Look der wilden 70erJahre. Da hüpft das Herz vor lauter Kindheitserinnerungen! Cool, dass es die kuschligen Betthasen neu nicht nur für Kids, sondern auch für Erwachsene gibt – rosa für Ladys, blau für Männer. Das sorgt bestimmt für grosses Schmunzeln in Schweizer Schlafzimmern!

ursula borer

Grüsse aus dem Kinderzimmer Jumpsuit-Pyjamas von Calida, ab dem 1. Oktober in Calida-Stores erhältlich. www.calida.com u CHF 139.–

Produkte für den Frieden

www.craftingpeace.com Peace steht für schöne und hochwertige Design-Produkte, die fair mit talentierten Handwerkern in Not leidenden Ländern hergestellt werden. Die zauberhafte Kissen-Kollektion in Form von Friedenstauben wurde in Kooperation mit dem Handwerksbetrieb Boumi in Kabul, Afgha-

u Crafting

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nistan, entworfen und fabriziert. Crafting-Peace-Kissentauben (Länge 78 cm) gibts bei Changemaker in Zürich oder Bern, ab CHF 119.–. www.changemaker.ch Kristina Köhler mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer, Haar & Make-up Brigitte Aeschbach, www.brigitteaeschbach.ch

u Wer


Shopping top ten der Woc he

Lieblinge der redaktion

Herzig Kariertes Foulard Vroni. Gibts in diversen Farben. u CHF 89.–

Alpine Attraktion Alprausch-Shop, Höheweg 95, 3800 Interlaken. Tel. 033 - 822 10 60.

Poppig T-Shirt Arnold Swissair mit Spraydose, im Andy-Warhol-Stil. u CHF 49.–

Alprausch, Interlaken BE

Im Rausch der Berge u Der

neuste Alprausch-Shop in Interlaken könnte nicht besser ­gelegen sein. Mit freier Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau kommen Kunden aus aller Welt in eine Art Rausch. Im Laden wartet ein grosser Braunbär, für den es schon einige Kaufangebote gegeben hat. Alprausch-Gründer und Designer Andy Tanner zeigt mit dem Concept-Store perfekt, wie Interior Design und Produkte aufeinander abgestimmt sein sollten. Zum alpinen

Kuschlig Gefüttertes Hoodie Luisli in Tango-Rot für kühlere Tage. u CHF 179.–

Ambiente gehören Tischtuch-Tapete und Brennholz als Deko. Für noch mehr Swissness sorgen schweizerische Kleidungs- und Accessoire-Namen wie Holzröbi, Luisli und Bärbeli. stephan gubler

Praktisch Satchel-Bag Bellevue aus Canvas. u CHF 198.–

Öffnungszeiten Mo–Sa 11–20, So 13–20 Uhr, www.alprausch.com weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Buchtipp

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

2 Schwestern und 1 Buch

Kunst trifft auf Kleidung Der Band «Rodarte» von Catherine Opie und Alec Soth ist etwas für Fashion-Kenner. Hardcover, erschienen bei JRP/Ringier. Buchhandel. u CHF 70.–

u Die Mode-Entwürfe der scheuen Schwestern Kate und Laura Mulleavy haben unter dem Label Rodarte seit ihrer ersten Kollektion für Furore gesorgt. Ihr ganz eigener Approach zwischen Kunst und Kleidung ist spektakulär. Nun gibts ein Buch über sie von Catherine Opie und Alec Soth. Hardcover, 176 Seiten, wunderschön gemacht. Erschienen bei JRP/Ringier. ISBN 978-3-03764-122-4, im Buch­ handel. Beatrice schönhaus

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Shopping top ten he der Woc

Blaue Lagune Lidschattenpalette Professional Smokey Eyes Kit von Manhattan. Migros. u CHF 11.90 Multi-Talent Teint-Puder Pure Color Illuminating Powder Gelée von Estée Lauder. u CHF 58.–

Zauberstab Studio Secrets Professional Universal Lip Glow, L’Oréal. u CHF 22.90

Killer-Blick Wimperntusche Volume Nanodefinition von Nivea. Fachhandel. u CHF 16.90

Prinzip Hoffnung LidSmoothie Eye Colour, hier Cute Cucumber, von Clinique. 6 Farben. u CHF 38.–

Kussmund Lippenstift French Touch Absolu Rouge Faubourg, Maison Lancôme. u CHF 48.–

Goldmarie Nagellack Nr. 531 Péridot von Chanel. Fachhandel. u CHF 35.–

Frischer Anstrich u Landluft, Sonne und lange Ferien in mildem Klima lassen uns auf ganz natürliche Weise erstrahlen. Kaum wirds Herbst und damit kühler, windig und trocken, fällt dieser Effekt leider weg. Für einen frischen Anstrich sorgen dann smarte Make-up-Helfer. Die neuen Lid-Smoothies von Clinique zum Beispiel schenken nicht bloss sanfte Pastellfarben fürs Lid. Sie stimulieren mit Vitamin E, Brokkoli, Koffein und einem Cooling-Applikator müde Augen. Gegen einen fahlen Teint hilft der neue, goldene Pure Illuminating Powder Gelée von

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Estée Lauder. Der Clou: Man kann ihn trocken oder feucht auftragen. Ein echter Zauberstab ist der Lip Glow von Studio Secrets von l’Oréal. Neben pflegendem Granatapfel-Extrakt zaubert er bei Berührung mit den Lippen wie aus dem Nichts einen individuellen, natürlichen Farbton. Wer auf echte rote Kussmünder steht, freut sich über die neue Linie Maison Lancôme. Inspiriert vom historischen Shaker-Lippenstift von 1945 hat Creative Director Aaron De Mey drei Nuancen kreiert. Richtig filmreif! Ursula borer

Star-Geflüster

Parfum-Girl

u Als Mirabellen-Mädchen im Film «Das Parfum» von Tom Tykwer überzeugt Karoline Herfurth. Nun ist die deutsche Schauspielerin das Gesicht des Jil-Sander-Dufts Eve. Fachhandel. u ab CHF 61.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

beauty-helfer


Shopping top ten der Woc he

kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, schenkt gerne.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, iMaxtree

Was bin ich denn? Wirklich nichts Neues, aber ich liebe Geschenke. Ein gut gewähltes Geschenk machen (danke an dieser Stelle an den Herrn, der mir diese Sonnenbrille von Pucci schenkte!) ist für mich ebenso erfüllend wie ein gutes Geschenk erhalten. Und da der Himmel es ja in der Regel gut meint, ist es tatsächlich so, dass man alles drei Mal zurückbekommt. Das berühmte Gesetz von Karma! Eine besondere Art des Schenkens allerdings ist der «goodie bag». Den erhält man beim Verlassen eines Anlasses zur Belohnung des Besuches desselbigen. Im schlimmsten Fall eine Tüte voller Schrott, den die Marketing-Abteilung noch irgendwo im Keller hatte. Es geht auch anders. Kürzlich besuchte ich ein glamou­ röses Shop-Opening an der Bahnhofstrasse. Der Schuhhersteller Navyboot hat das Beste aus sich herausgeholt. (Die Stiefeletten – ein Traum!) Beyoncés kleine Schwester spielte Platten, Frauen in CocktailKleidern, Champagner für alle. Und zum Abschied überreicht uns die Pressefrau das berühmte Tütchen. «Es ist ein Taschen-Entleerer», sagte sie. Moment bitte, was? Ein TaschenEntleerer. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Erinnern Sie sich an Arielle, die kleine Meerjungfrau, die eine Gabel einen «Dingglehopper» nennt? So ging es uns. Wir rätselten. Und da es als unhöflich gilt, das Geschenk vor dem Gastgeber auf­ zureissen, zogen wir davon – und öffneten es hastig an der nächsten Ecke. Ein Taschen-Entleerer ist dazu da, den Inhalt der Hosentaschen zu verwahren. Kaum hat man einen, ist er aus dem Alltag nicht mehr weg­zudenken. Danke, Navyboot!

Statement Rote Samt­lippen zu Samtstoffen: backstage bei Ralph Laurens Winterkollektion.

styling-tipp

Mit Rubinstaub und Samt-Effekt u Lippenstiftfarben

in klarem Rot sind nicht leicht zu finden. Dieser Make-up-Herbst beschert uns aber einige solche Raritäten mit Kult-Potenzial. Allen voran die Lippenstift-Neuheit von Chanel, Rouge Allure Velvet in La Fascinante Nr. 38. Die karminrote Farbe überrascht mit einem aussergewöhnlich matten Samt-Effekt. Ebenfalls Matt-­ Effekt und lange Haftbarkeit verspricht der Lip Pencil Pro Longwear von Mac.

Dank pflegender Textur kann er auch zum Ausfüllen der Lippen benützt werden. Glamourös ist Guerlains Rouge G in Garçonne Nr. 25 mit Rubinstaub und flüssigem Perlmutt, das die Lippen voller erscheinen lässt (CHF 64.–). Besonders farbintensiv ist auch Yves Rochers roter Creme-Lippenstift ­Couleurs Nature. Dieser ist mit 180 Prozent Farbpigmenten ange­ reichert (CHF 26.50). Kristina Köhler

die produkte zum look

Langer Halt Füllt auch aus: der Lip Pencil Pro Longwear in Kiss me quick, Mac. u CHF 30.–

Pflege-Komplex Lippenstift Colour Elixir: Farbe plus viel Feuchtigkeit. Max Factor. u CHF 17.50

Samt-Effekt Rouge Allure Velvet in La Fascinante Nr. 38 von Chanel. u CHF 48.– schweizer illustrierte

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Check-up Hoffnung bei Diabetes

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u ZÜRICH Forscher der ETH Zürich

Beratung in der Apotheke

Wir werden immer älter und benötigen immer mehr Medikamente. Ab vier rezeptpflichtigen Medikamenten spricht man von einer Polymedikation, die überprüft werden sollte. Text CHRISTOPH BAUMGARTNER

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O

ft wissen die Betroffenen nicht genau, warum, wie und wann sie welches Medikament nehmen sollen», sagt Prof. Kurt Hersberger vom Pharmazentrum der Uni Basel. Als Apotheker ist er täglich mit dem Problem der Polymedikation konfrontiert. Stu­ dien zeigen, dass ein 60-jähriger Mittel­ europäer durchschnittlich drei rezept­ pflichtige Medikamente einnimmt. Zehn Jahre später sind es bereits acht. Dazu kommen oft noch rezeptfreie Arzneien. Wer täglich auf einen solchen Medikamenten-Cocktail angewiesen ist, braucht Beratung. In England hat man das erkannt. Seither überprüfen dort Apotheker die Therapiepläne, sie klären ab, ob die Kunden wissen, wie und warum sie die einzelnen Medikamente einnehmen und wie diese wirken. «Mit diesem Service können Therapi­ en viel sicherer gestaltet werden», erklärt Hersberger. Denn falsch oder nicht ein­ genommene Medikamente schaden mehr, als sie nutzen. Und: Sie verur­sachen unnötige Kosten. Deshalb haben sich Santésuisse, der Branchenverband der Krankenversicherer, und Pharma­suisse,

die Dachorganisation der Apothekerin­ nen und Apotheker, zusammengesetzt und eine neue Dienstleistung definiert. Unter der Leitung von Prof. Hersber­ ger entstand der sogenannte Polymedi­ kations-Check. Er kostet CHF 48.60 und ist seit dem 1. September vergangenen Jahres eine Dienstleistung der Apothe­ ken, die von den Krankenkassen ver­ gütet wird. Wer mehr als vier Medika­ mente nehmen muss, hat das Recht auf zwei ausführliche Beratungen pro Jahr. Nur weiss das kaum jemand. «Da es sich um eine Pflichtleistung handelt, dürfen wir keine Werbung ma­ chen», erläutert der Apotheker. «In Apo­ theken werden in Zukunft mehr und mehr Dienstleistungen angeboten und nicht nur Medikamente verkauft», glaubt Hersberger. Das erfordere ein Umden­ ken von uns allen.

Prof. Kurt Hersberger, Leiter der Pharmaceutical Care Research Group am Pharmazentrum der ­ Universität Basel.

um Markus Stoffel haben ein Molekül identifiziert, das die Herstellung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse hemmt. Indem das Molekül ausgeschaltet wird, könnte die Insulinproduktion bei Diabetikern wieder angekurbelt werden.

Die Gene sind schuld!

u BEER SHEVA Humangenetiker der Ben-Gurion-Universität haben einen Gendefekt entdeckt, der zu Kurzsichtigkeit führt. Eine familiäre Häufung weist auf eine genetische Komponente der Myopie hin, die neben Umweltfaktoren existiert. sciencedirect.com/science/journal

Spirale schützt!

u LONDON Die Spirale kann laut einer Studie spanischer Forscher an 20 000 Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Frauen, die das Verhütungsmittel nutzen, hätten ein halb so grosses Risiko, an Ge­ bärmutterhalskrebs zu erkranken. www.thelancet.com/journals

tipp

Falls Sie rustikales Körnerbrot lieben und an Blähungen leiden, versuchen Sie es mal mit Brot aus fein gemahlenem Vollkorn.

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Check-up äSTHETISCHE zAHNMEDIZIN

Perfekte Lösungen für Pr Schiefe Zähne, Lücken und andere Fehlstellungen der Zähne lassen sich mit den heutigen Techniken und metallfreien Materialien optimal beheben. Die ­Resultate überzeugen mit einem strahlenden Lächeln.

Bleaching In zwei Stunden werden die Zähne mit einem Gel aufgehellt. Das Resultat hält ein bis zwei Jahre.

Text VERENA THURNER

K

aries spielt in ihrer Praxis am Stadelhofen in Zürich nur eine untergeordnete Rolle. Das vor ­allem, weil die Patienten durch gezielte Prophylaxe und engmaschige Nachsorge weitgehend davon verschont bleiben. An erster Stelle steht bei Ästhetik-Pionierin Dr. Danielle Heller Fontana und Implantat-Spezialist Dr. Steffen Kübler die Ästhetik und die Verträglichkeit der Materialien. Die beiden Zahnärzte verzichten aus ideellen und ästhetischen Gründen auf jegliches Metall. Alte Amalgam-Füllungen werden in nur einer Behandlungssitzung durch biokompatible Keramik ersetzt, das Verfahren nennt sich Cerec. Ebenso können stark zerstörte Zähne mit einer vollkeramischen Krone versorgt werden. Zahnlücken werden mit unsichtbaren Kunststoffschienen computergesteuert gerichtet, stimmt die Proportion der Zähne nicht, kommen hauchdünne Porzellanschalen zum Einsatz. Aber auch für gröbere Fehlstellungen wie kaum sichtbare Zähne beim Lachen oder zu viel Zahnfleisch mit Stummelzähnchen gibt es Lösungen. Dunkle Ränder bei einem Zahnersatz wird man bei Patienten von Heller und Kübler nicht finden. Für Implantate verwenden sie Zeramex, ein weisses, vollkeramisches Implantat, das aus dem Hightech-Material Zirkonoxid besteht. Die Behandlungen sind teil­ weise aufwendig, aber wenn man bedenkt, welche Wirkung ein makelloses Lächeln hat, lohnt sich eine Korrektur allemal. Bleaching, ein Verfahren, um die Zähne weisser zu machen, wird immer noch oft verlangt. Modernste Techno­ logie befreit die Zähne von jahrealten Verfärbungen. Mit dem System Brite Smile können Zähne acht bis neun Farbnuancen weisser werden. Wasserstoff-

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Lücke oben mit zwei Kronen geschlossen plus seitlichen Veneers. Im Unterkiefer Verbreitung der Zähne mit KunststoffFüllungen. peroxid in Gel-Form wird auf die Zähne aufgetragen. Aktiviert wird das Gel mit einer zahnaufhellenden Lampe. Nach etwa zwei Stunden ist die Behandlung abgeschlossen. Das Resultat hält in der Regel ein bis zwei Jahre. Das hängt auch davon ab, wie viel und wie oft verfärbende Speisen und Getränke konsumiert werden. Aufgehellt werden können nur eigene Zähne, Kronen, Implantate und Porzellanfüllungen lassen sich nicht weisser machen. Veneers, die hauchdünnen Porzellanschalen, verhelfen ebenfalls zu weissen Zähnen, und zwar permanent. Doch sie können noch viel mehr: Mit Veneers lassen sich Fehlstellungen der Zähne wie kleine Lücken, Engstände und stark verfärbte Zähne korrigieren. Aber auch der ganze Zahnbogen lässt sich mit den Keramikschalen verändern. Dabei werden die Zähne bis 0,8 Millimeter an­ geschliffen. Danach verklebt man die Keramikschalen am Zahn. Patienten, die nachts knirschen, sollten ihre Veneers mit einer Knirschschiene schützen. Lumineers sind ebenfalls Verblendschalen. Sie können aus Keramik oder Kunststoff sein. Der Vorteil gegenüber Veneers: Die Zähne müssen nicht an­ geschliffen werden. Invisalign wird zum Schliessen von Lücken, bei Engstand der Zähne oder bei andern Fehlstellungen angewandt. Auch hier verzichten die beiden Zahn-

ärzte auf Metall, wie es heute noch öfter mit den Brackets, volkstümlich «Gartenhag», angewandt wird. Die Zahnschienen sind aus einem transparenten Hightech-Material gefertigt. Anhand eines Silikonabdrucks wird eine computergesteuerte Behandlung erstellt. Die erste Schiene erfasst die zu korrigierenden Zähne und verschiebt sie sanft. Die nächste Schiene nimmt die leichte Korrektur auf und verschiebt den Zahn weiter. Etwa alle zwei Wochen wechselt der Patient selber seine Schiene. Die Dauer der gesamten Behandlung hängt von der Stärke der Zahnfehlstellung ab. Der Vorteil von Invisalign: Die Schiene kann beim Essen und Zähneputzen problemlos entfernt werden. Die Behandlung ist schmerzlos und günstiger als diejenige mit den Metall-Brackets. Zeramex aus dem Hightech-Mate­ rial Zirkonoxid wird bei Implantaten eingesetzt und befriedigt die höchsten biologischen und ästhetischen Wünsche. Zirkonoxid-Keramik wird als Mineral aus der Natur gewonnen, ist metallfrei und zeigt keine unerwünschten Reaktionen. In der Orthopädie wird das Material seit mehr als zehn Jahren eingesetzt, die Belastbarkeit und Bruchstabilität ist mindestens so gut wie bei Metallimplantaten. Und der eigentliche Trumpf: Das zweiteilige Implantatsystem ist in hellem Weiss gehalten und befriedigt damit die höchsten ästhetischen Ansprüche.


oblem-Zähne Korrektur der Lücke mit ­Invisalign, der unsichtbaren Schiene. Ideal sowohl für Lücken als auch für ­Engstände.

Reduktion des Zahnfleisches mit Laser. Schliessen der kleinen Lücke und Verlängerung der Zahnkronen mit Veneers.

k checicht, Vorsaching ! B le So geht es Wenn Sie sich Ihre Zähne bleachen lassen, egal, ob zu Hause oder in der Praxis:  Vorher: Zähne reinigen ­lassen.  Während der Behandlung: kein Rotwein, Nikotin oder Kaffee.  Danach: Zähne fluoridieren, also imprägnieren lassen.

«Kein Aufpreis für bessere Ästhetik» Schöne Zähne sind gleichbedeutend mit Gesundheit, Vitalität, Erfolg und Wohlbefinden.

Fotos HO

Wie hoch ist heute der Anteil von Karies-Behandlungen in Ihrer Praxis? Reine Karies-Behandlungen machen in unserer Praxis nur etwa fünf bis zehn Prozent aller Behandlungen aus. Karies lässt sich durch Prophylaxe und regelmässige Nachsorge von Zahnarzt und Dentalhygienikerin weitestgehend vermeiden. In Ihrer Praxis liegt das Schwergewicht auf der ästhetischen Zahnmedizin. ­Inwiefern unterscheidet sich diese von einer ganz normalen Zahnpraxis? Ästhetik und Schönheit sind wesent­ liche Faktoren für Wohlbefinden und Lebensqualität. Die Zähne nehmen

Dres. Danielle Heller und Steffen Kübler Metallfreie Ästhetik ist ihr Anliegen.

hier eine zentrale Rolle ein, sie strahlen im wahrsten Sinne des Wortes Gesundheit, Wohlbefinden aber auch Erfolg und Vitalität aus. Voraussetzung für ein optimales Behandlungsergebnis ist in erster Linie hohe fachliche Qualifikation. Ebenso wichtig ist der Wunsch des Patienten. Ihr Credo ist die metallfreie Praxis. Was muss man darunter verstehen? Die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der metallfreien Materia­ lien in der Medizin hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Davon hat auch die moderne Zahn­ medizin profitiert. Metallfreiheit in der Zahnmedizin hat zwei entscheidende Vorteile: Einerseits kann man nur mit metallfreien, vollkeramischen ­Materialien super ästhetische Ergebnisse erzielen. Zudem ist Keramik mit seinen optischen Eigenschaften dem natürlichen Zahn am ähnlichsten. Bei Patienten stehen neben der Ästhetik aber auch gesundheitliche Gründe im Vordergrund. Viele wollen kein Metall in der Mundhöhle oder als Implantat-

material im Kieferknochen haben. Allergien oder Unverträglichkeiten wegen Metallen treten inzwischen bei immer mehr Menschen auf. Sind metallfreie Materialien denn genau so sicher wie zum Beispiel Titan? Die heutigen keramischen Implantate sind mit denen der Anfangsgeneration nicht mehr zu vergleichen. Klinische Studien haben inzwischen die erfolgreiche Anwendung der modernen keramischen Implantate bestätigt. Wichtig ist, dass wir nur Systeme verwenden, die ausreichende klinische Tests durchlaufen haben. So können wir den Patienten ein sicheres System anbieten. Und wie sieht es mit den Kosten aus? Bei den keramischen Implantaten verwenden wir ein schweizerisches Qualitätsprodukt, das klinisch ge­testet ist. Im Vergleich zur Standardver­ sorgung mit einem Titanimplantat ist mit einem Mehrpreis von fünf bis zehn Prozent zu rechnen. Keramische Kronen oder Veneers sind heute nicht teurer als konventionelle Kronen. Also kein Aufpreis für bessere Ästhetik! 

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Check-up Der Fall Schluckbeschwerden «Meine Tochter hat die Diagnose Achalasie bekommen. Was kann man dagegen tun?» Die Achalasie ist eine seltene, gutartige, aber unheilbare Erkrankung der Speiseröhre, die ohne Behandlung dazu führt, dass die Betroffenen in zunehmendem Masse grosse Schwierigkeiten haben, sich zu ernähren: Jeder Bissen bleibt ihnen am Mageneingang stecken, sodass die Bewältigung des Alltags zu einer Qual wird – in fortgeschritten Fällen ist sogar die Flüssigkeitszufuhr behindert. Die Ursache der Erkrankung ist in der Muskulatur der Speiseröhre zu suchen: Feine Nervengeflechte, die die Öffnung des Mageneingang-Schliessmuskels ­koordinieren, sterben ab, sodass dieser Schliessmuskel dauerhaft verkrampft und sich nicht mehr öffnen kann. Die zugrunde liegende Ursache dieses Nervenschadens ist nach wie vor unklar. Auch wenn diese Erkrankung bislang als unheilbar gilt, ist ein normales und symp­tomarmes Leben mit einer Achalasie dank einer Behandlung möglich: Als Behandlungsformen stehen derzeit zwei Standardverfahren zur Ver­ fügung, die mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit eine dauerhafte Beschwerde­armut oder sogar Beschwerdefreiheit garantieren können: die Weitung

Dr. Henning G. Schulz ist Chefarzt Viszeralchirurgie am Evangelischen ­Krankenhaus in ­Castrop-Rauxel (D).

TV-Tipp Samstag, 24. Sept., 18.10 Uhr

Foto HO

Herzschwäche Ohne Hilfe schafft es das Herz des 73-jährigen Otto Mühlemann nicht mehr: Eine Pumpe sichert dem Rentner die nötige ­Lebensqualität. Herzchirurg Prof. Paul Mohacsi zeigt, wie dieser künstliche Herz­ assistent funktioniert. www.gesundheitsprechstunde.ch

des ­Mageneinganges mit einem Ballon per Magenspiegelung – Erfolgschance 53 Prozent – und die operative Muskelspaltung per Schlüsselloch-Operation mit einer Dauererfolgschance von bis zu 90 Prozent. Die operative Alternative in Form der Bauchspiegelungsoperation überflügelt die Ballon-Variante nicht nur in der Erfolgswahrscheinlichkeit, auch die Rate der Komplikationen liegt bei der

OP deutlich niedriger. Dies führt dazu, dass Achalasie-Patienten zunehmend den Weg der OP in einem spezialisierten Zentrum wählen, ohne vorher eine Ballonweitung in Anspruch genommen zu haben. Detaillierte Informationen zu dieser Erkrankung und der Behandlung unter www.achalasie.eu


Mitmachen Fahren Sie den neuen Hyu Nutzen Sie die Chance, und melden Sie sich an zu exklusiven «Experience Hyundai»Fahrtrainings mit Sängerin Stefanie Heinzmann und Fussballexperte Gilbert Gress.

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ockstar trifft den neuen Stern von Hyundai. Stefanie Heinzmann, 22, ist auf den ersten Blick begeistert vom brandneuen Veloster. «Dieses Coupé sieht richtig gut aus und hebt sich aus der Masse ab. Das passt zu mir», findet die Walliser Sängerin. Speziell die

vielen innovativen und witzigen Details machen ihr Eindruck: die Felgen mit Speichen in Wagenfarbe, die dynamische Front oder das ungewöhnliche Türkonzept. Auf der Fahrerseite gibts eine Türe, auf der Beifahrerseite deren zwei. Ganz schön praktisch, da dies den Einstieg in den CoupéFond massiv erleichtert. «Ich habe mich musikalisch in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Genau gleich wie Hyundai im Autobereich.» Momentan nimmt sie gerade in Deutschland ihr neues Album auf und fährt daher dauernd hin und her. «Da ist ein agiles, aber auch sparsames Auto wie der Veloster natürlich praktisch.» Möchten Sie die Vorzüge des Veloster selber er­fahren? Dann melden Sie sich noch heute zur exklu-

PRAKTISCH Die dritte Türe er­leichtert den Zugang zur Rückbank.

DYNAMISCH Der Hyundai Veloster fährt sich genauso sportlich, wie er aussieht.


publireportage ZWEI STARS Stefanie Heinzmann ist fasziniert vom innovativen und aussergewöhnlichen Design des Hyundai Veloster.

VOLLTREFFER Fussballexperte Gilbert Gress schätzt am Hyundai i40 Wagon Komfort und Platzangebot. u EIN kombi mit grösse und stil «Ich fahre mindestens 30 000 Kilometer im Jahr», ­verrät Fussballexperte Gilbert Gress. Zum Beispiel um im Fernsehstudio messerscharf und mit viel Humor wichtige Champions-League-Spiele zu analysieren. Auf der Strasse setzt der 69-Jährige voll auf Hyundai. So locker, wie er einst als Spieler Verteidiger umkurvte, ist er nun mit dem Hyundai i40 Wagon unterwegs. «Der sieht nicht nur gut aus und hat viel Platz, sondern ­bietet auch enormen Komfort», erklärt der Vielfahrer. Begeistert ist der Elsässer auch von der Hightech-­ Ausstattung: etwa dem Parklenkassistenten Smart

Fotos Thomas Buchwalder

ndai Veloster siven Leseraktion an. Hyundai verlost eine limitierte Anzahl exklusiver Fahrtrainings zusammen mit Sängerin Stefanie Heinzmann und Fussballexperte Gilbert Gress. Dabei können Sie unter kundiger Anleitung der Experten von TCS test & training die gesamte Modellpalette der koreanischen Marke testen. Mit dem 140 PS starken Veloster macht es natürlich besonders Spass, durch den Slalom zu kurven. Oder stellen Sie beim Ausweichtest fest, wie dynamisch und sicher das Coupé die Spur wechselt. Also rasch den Talon rechts ausfüllen oder sich unter www.schweizer-­ illustrierte.ch anmelden. Und mit etwas Glück sitzen Sie schon bald am Steuer eines Hyundai.

Parking, dem Spurhalteassistenten, der adaptiven Frontbeleuchtung AFLS, dem Navigationssystem mit integrierter Rückfahrkamera und dem schlüssellosen Zugangssystem. Auch an praktische Helfer für den Alltag hat Hyundai gedacht. Das Gepäckraum-Managementsystem zum Beispiel ermöglicht es ganz einfach, Gegenstände sicher zu fixieren. Die je zwei Dieselund Benzinmotoren decken ein Leistungsspektrum von 115 bis 177 PS ab – da ist für jeden etwas dabei. Testen Sie den i40 Wagon doch einfach selber beim exklusiven «Experience Hyundai»-Fahrtraining. Melden Sie sich noch heute an!

u Hyundai Genesis Coupé Ein heisser Sportwagen, der fasziniert. 213 oder gar 303 PS, Heckantrieb, dynamisches Fahrwerk und ein unwiderstehliches Design: Der Hyundai Genesis Coupé verfügt über alle Attribute eines Hochleistungssportwagens. Und das mit einer Voll­aus­stattung von Klimaautomatik über das schlüssellose Zugangssystem Smart Key und eine Engine-Start/Stopp-Taste bis zum ­Infinity Soundsystem. Zudem überzeugt der 2+2-Sitzer mit aerodynamischem Styling, das Form und Funktion verbindet. Lernen Sie die geballte Power des Hyundai Genesis Coupé doch einfach auf der Teststrecke kennen, dank der kundigen Anleitung der TCS-Experten unkompliziert und sicher.

Ausfüllen und exklusive «experience Hyundai»-Fahrtrainings gewinnen Ja, ich möchte gratis die aktuellen Hyundai-Modelle bei fahraktiven Übungen besser kennenlernen und am gemeinsamen Mittagessen mit den Stars teilnehmen.* ± 13. Oktober 2011 im Betzholz in Hinwil ZH inkl. Mittagessen ± vormittags oder ± nachmittags ± 25. Oktober 2011 in Stockental BE inkl. Mittagessen ± vormittags oder ± nachmittags ± Senden Sie mir Infos zum folgenden Hyundai-Modell: ± Kontaktieren Sie mich für eine Probefahrt mit folgendem Hyundai-Modell: ± Herr ± Frau Vorname Name Strasse Nr. Tel. tagsüber

PLZ Wohnort

E-Mail

Geburtsdatum

Jetziges Fahrzeug (Marke, Modell, Jahrgang) Einsendeschluss: Freitag, 30. September 2011 Füllen Sie den Talon bitte vollständig aus. Fahrzeuglenker müssen seit zwei Jahren im Besitz eines gültigen Führerausweises sein. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer werden persönlich benachrichtigt. Einsenden an: Schweizer Illustrierte «Hyundai Fahrtraining», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet an unter www.schweizer-illustrierte.ch. * Das Los entscheidet über die Teilnahme.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Locker drauf Lenny Kravitz füllt die grössten Arenen der Welt.

Foto Jesse Frohman / Contour by Getty Images

Lenny kravitz

Weltstar auf Tournee u Lenny Kravitz, 47, ist sich seit über zwei Jahrzehnten treu. Rock ist grund­ sätzlich der Musikstil des New Yorker Sängers, doch auch Elemente von Soul, Funk und Reggae sind darin auszu­ machen. Mit seinem neunten Album, «Black and White America», eroberte der

attraktive Rockstar diesen Sommer auf Anhieb die Charts. «Es ist das erste Album in meiner Laufbahn, auf dem kein einziger Song enthalten ist, den ich aus einem Gefühl des Traurigseins heraus geschrieben habe.» 40 Millionen verkauf­ te Alben, über 50 Millionen Klicks auf

seine Videos auf Youtube: Lenny Kravitz, unumstrittener Weltstar. kati moser Hallenstadion Zürich, 26. 11. um 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.10/Min., Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Ursus Wehrli

Aufräumen ist Kult

Ursus Wehrli räumt auf, was das Zeug hält. Der Buchhalter Nötzli unter den Kreativen leidet unter Ordnungswut und macht in seinem dritten Bildband auch vor Buchstabensuppen nicht halt. u Urs

Der Macher vor einer farblich assortierten Suhrkamp-Bücherwand.

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Wehrli alias Ursus Wehrli ist Links­ händer, Querdenker und gelernter Typo­ graf. Seit 22 Jahren steht der Aargauer mit Quasseltante Nadja Sieger als Komikerduo Ursus & Nadeschkin von Burgdorf bis Berlin im Rampenlicht. Da brauchte es mal einen «Break», eine kreative Pause. Und so kam Wehrli eines Morgens beim Brötchenholen auf die Idee, sein Leben und das der anderen auszumisten. Das war vor zehn Jahren. Die beiden Bestseller «Kunst aufräumen» und «Noch mehr Kunst aufräumen» verkauften sich seither über eine halbe Million Mal. Der Autor traf mit seinem Ordnungsfimmel voll ins Schwarze – das Thema ist zum Selbstläufer geworden. «Die Gesellschaft

wird immer komplexer. Die Menschen verspüren ein Bedürfnis nach mehr Einfachheit und Übersicht.» Im neusten Buch «Die Kunst, aufzuräumen» trennt er auf 47 Seiten Pommes mit Ketchup, Sternenhimmel oder Christ­ bäume, sortiert Autos auf Parkplätzen nach Farben und macht auch vor den Langläufern des Engadiner Ski-Mara­ thons nicht halt. Manchmal hat es kleine Fehler drin, die erst nach dreimaligem Hingucken auffallen. «Ich mag es, wenn die Leute mitzählen, ob gleich viel Fischstäbchen wie Fische auf dem Teller liegen.» Die Vorher-NachherBilder eröffnen eine neue Sichtweise auf die Dinge. Vor allem in den Anfängen spielte die Kunst dabei eine grosse Rolle.


diese woche in den galerien

Dieter Roth. China-Tour. Ernest Biéler Selbstporträts

u Getreu dem Motto «Me, Myself and I» hat sich Dieter Roth (1930–1998) ein Leben lang immer wieder dem Selbst gewidmet. Zuweilen ironisch, durchaus auch unerbittlich durchforstete der Maler, Dichter, Filmer, Musiker und Fotograf die (Un-)Tiefen seiner Persönlichkeit, aber auch seiner künstlerischen Arbeit. Zum ersten Mal sind nun Selbstbildnisse aus allen Schaffenszeiten vereint, die das ganze Spektrum von Roths vielseitiger Kreativität aufzeigen.  rea

AARGAUER Kunsthaus Aarau. Bis 6. 11. Di–So 10–17, Do 10–20 Uhr, ­ Tel. 062 - 835 23 30, Publikation CHF 48.–, www.aargauerkunsthaus.ch

Fokus China

u Mathias Braschler, 42, und Monika Fischer, 39, sind 2007 durch China gereist. Nach sieben Monaten hat das Fotografen-Team 30 Provinzen besucht, 30 000 Kilometer zurückgelegt und unzählige Porträts von Menschen unterschiedlichster gesellschaftlicher und sozialer Stellung mitgebracht. Die Protagonisten werden dank einer Gross­ format-Kamera und spezieller Beleuchtung inszeniert wie VIPs. Ai Weiwei, Chinas berühmtester Künstler (Bild), ist jedoch echt.  rea

Galerie stephan witschi Zürich. Bis 1. 10. Mi–Fr 14–18, Sa 13–17 Uhr, Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch

O Süsse heimat

Aufräumen kann Spass machen – oder zum Spleen werden Egal, ob es sich um Buchstaben in der Suppe, um chinesische Schriftzeichen oder Pommes handelt.

u Der aktuell allgegenwärtigen Sehnsucht nach ländlicher Idylle kommt die Schau im Kunstmuseum Bern entgegen. Die passenderweise unter dem Namen «Geträumte Wirklichkeit» laufende Retrospektive von Ernest Biéler (1863–1948) zeigt eine herrlich heile Welt. Dekorativ, folkloristisch, verharmlost und geschönt idealisierte der Maler und Illustrator aus der Waadt das Leben der Dorfbewohner. Diese Schweiz gibts (leider) nur im Museum. rea

Kunstmuseum Bern. Bis 13. 11. Di 10–21, Mi–So 10–17 Uhr, Tel. 031 - 328 09 44, Publikation CHF 45.–, www.kunstmuseumbern.ch

Fotos Florian Foest / spoonfilm / WDR, Kein & Aber, HO (4)

theater Ursus Wehrli zerlegte damals Werke von Picasso, Miró und van Gogh in ihre Einzelteile. Inspiriert wird er von seinem Sohn Jodok Wim, 5 (Wehrli lebt mit Tänzerin und Choreografin Brigitta Schrepfer in Zürich). «Kinder haben eine ganz eigene Vorstellung von Ordnung, da muss man auch mal tolerant sein. Ich selber mag es aber nicht, wenn mir die Dinge entgleiten.» Nicht alle Schau­bilder sind gleich originell. Seine Fans kümmert das nicht. Ursus Wehrli wird auch in Zukunft dort Klarheit schaffen, wo es am wenigsten Sinn macht.

Verlorene Kindheit u Vor 25 Jahren wurde die English Theatre Group of Zug gegründet. Sie spezialisiert sich vorwiegend auf Musicals in der englischen Originalversion, aber auch auf Theaterstücke und Pantomime. Zum Jubiläum gelangt nun «Oliver! – The Musical» auf die Bühne. Der Klassiker, der jahrelang erfolgreich im Londoner West End aufgeführt wurde, beruht auf der weltberühmten Vorlage «Oliver Twist» von Charles Dickens. Über 70 Personen agieren mit auf der Bühne, darunter viele Kinder. Armut, Diebe und Abenteuer begleiten das Leben des kleinen Waisen Oliver. Eine spannende Momentaufnahme aus der Londoner Unterschicht um 1850. km

Caroline Micaela Hauger

«Die Kunst, aufzuräumen», Kein & Aber, CHF 28.–, www.kunstaufraeumen.ch

theater casino Zug. Ab 30. 9. bis 9. 10., Tel. 041 - 729 05 05, www.theatercasino.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Anthony McCarten

Kindersegen aus dem All

Psychokrieg Rachel (Helen Mirren) kümmert sich notgedrungen um die Geisel. Doch dem bösen Doktor gelingt die Flucht.

Worum geht es? Die 16-jährige Delia behauptet, Ausserirdische hätten sie mit an Bord ihres Raumschiffes genommen. Keiner glaubt ihr. Doch dann entdeckt man in einem Kornkreis eine platt gewalzte Kuh, und Delia merkt, dass sie schwanger ist, obwohl sie noch mit keinem Mann geschlafen hat. Zur allgemeinen Verwirrung widerfährt Delias beiden Freundinnen dasselbe Schicksal.

Von der Lüge eingeholt u Darum gehts Rachel, Stephan und David treffen 1965 in Ostberlin zum ersten Mal aufeinander. Die drei Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad haben einen heiklen Auftrag: Sie sollen den NS-Kriegsverbrecher Dieter Vogel aufspüren und heimlich nach Israel bringen, um ihn dort vor Gericht zu stellen. Zuerst sieht es aus, als klappe der Plan reibungslos, doch dann überstürzen sich die Ereignisse. Der sadistische Doktor entkommt und wird von Rachel auf der Flucht erschossen. 1995 begegnen sich die ehemaligen Agenten bei der Buchvernissage von Rachels Tochter wieder. Das Werk thematisiert den erfolgreichen MossadEinsatz, für den Rachel 30 Jahre lang Lorbeeren geerntet hat. Nun wird sie von der Vergangenheit eingeholt.

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u Die Stars Mit Helen Mirren, Tom Wilkinson und Sam Worthington hochkarätig besetzt. Jesper Christensen als Chirurg von Birkenau ist wahrhaft unheimlich. Und Mirren ist spitze. u Die Hammerszene Die Entführung des Doktors aus seiner eigenen Praxis: wie aus dem Gangster-Handbuch. u Der Satz hats in sich «Wahrheit ist Luxus. Für die Menschen kommt alles andere zuerst: Familie, Heimat, Religion, Ideologie.» u Das Fazit Spannender Politthriller, der dem Innenleben der Figuren genügend Aufmerksamkeit widmet, ohne an Drive zu verlieren. Einzig die Schlussszene ist übertrieben inszeniert. Anina rether

8 8 8 8 8 Länge: 113 Min. Regie: John Madden. Kinostart 22. 9.

Wer liest den Roman? Alle, die eine witzige Sprache und einen etwas verrückten Plot lieben. Wie beginnt der Roman? «Es war am Samstagabend, nach der Arbeit, aber noch bevor der Pub zumachte, dass Delia Chapman einen Ausser­irdischen sah. Na ja, genau ge­nommen stimmt das nicht ganz – es waren zehn Ausserirdische.» Was bleibt? Auch traurige Geschichten können witzig sein. kati moser ANTHONY MCCARTEN Liebe am Ende der Welt (Diogenes)

Fotos Paul Seewer, (HO 3), Folm TTP

«The debt» (USA)

Wer ist der Autor? Der Neuseeländer Anthony McCarten, 50, ist Schriftsteller und Filmemacher. Seine drei ersten Romane «Superhero», «Englischer Harem» und «Hand aufs Herz» feierten grosse Erfolge. «Superhero» wird gerade verfilmt.


Die Besten event demnächst

Junger Meister Teo Gheorghiu ist mit 19 schon ein grosser Pianist.

Alter Bridge. Art. Irish Folk

solider us-Rock u Knallige

Rocksongs, starke Melodien, harte Gitarrenriffs und markanter Gesang. Das lieferte die amerikanische Rock-MetalAlternative-Grunge-Band auf ihrer CD III – und das wollen die Fans hören. hv alter bridge Stadthalle Bülach, 21. 10. um 19.15 Uhr, www.freeandvirgin.ch

Pianist teo gheorghiu: Tonhalle-Konzert und Tournee

Star-Student

Klassik-Tipp

Halali mit mozart

u Bei Mozart findet Altmeister Claudio Abbado zu abge­ klärter Leichtigkeit: Frisch und forsch dirigiert er hier sein junges Orchestra Mozart. Und der italienische Hornist Alessio Allegrini glänzt mit frecher Virtuosität.

hans uli von erlach

CLAUDIO ABBADO Die Hornkonzerte von Mozart (DGG)

bemerkenswert», schrieb etwa der «Tages-Anzeiger» nach einem seiner begeisternden Konzerte im vergangenen Oktober. Der Pianist kontert bescheiden: «Ich bin immer noch Student» – wenn auch am Curtis Institute in Philadelphia, wo nur die Besten der Besten Zutritt finden. Bekannt geworden ist er 2005 in Fredi Murers Film «Vitus», wo er ein musikalisches Wunderkind und damit gleichsam sich selbst spielte. Jetzt kommt der Pianist wieder in die Schweiz. In der Tonhalle Zürich spielt er mit dem Carmina Quartett Brahms, danach solo Schubert. Eine Tournee mit dem Musikkollegium Winterthur führt ihn zudem nach Hombrechtikon ZH (27. 10.), Uster ZH (28. 10.), Winterthur ZH (29. 10.), Zug (1. 11.), Schaffhausen (4. 11.) und Lutry VD (6. 11.). Zu hören sind Bach und Mozart. hanspeter vetsch teo gheorghiu Tonhalle Zürich, 2. 11. um 19.30 Uhr, www.tonhalle.ch tickets für die besten events!

Kunst von heute uKünstler,

Galeristen, Sammler und natür­ lich das kunstinteressierte Publikum geben sich an der 13. Art International Fair ein Stell­ dichein. Sie haben ein gemeinsames Thema: die Liebe zur zeitgenössischen Kunst. hv art International zürich Kongresshaus Zürich, 14.–16. 10, www.bbifa.com

sounds der kelten

u Fidele Fiedeln, gefühlvolle Gitarren, lüpfi­ ge Akkordeons, flinke Flöten und auch mal ein Dudelsack. Das ist traditionelle keltische Musik. Einige ihrer Stars wie Lunasa, Karan Casey und Cran sind am Festival dabei.  hv

irish folk festival Zürich, 28. 10.; Basel, 29. 10. je um 20 Uhr, www.topact.ch schweizer illustrierte

Fotos Christian Lanz / RDB, (HO 4)

u Rumänische Wurzeln, in der Schweiz aufgewachsen, kanadischer Pass, ­College in London – Teo Gheorghiu ist ein Weltbürger. Als ihn Kurt Aeschbacher letztes Jahr in seiner Talk-Sendung nach seinem Traum fragte, antwortete er ohne Zögern: «Ich möchte Konzertpianist werden.» Das ist für einen jungen Mann nicht ungewöhnlich – doch bei Teo erstaunt die Antwort doch ziemlich. Denn er ist mit 19 dort angekommen, wo andere Pianisten ein Leben lang hinstreben. «Was er in der berstend vollen Tonhalle bot, war in jeder Hinsicht

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Segantini-Hütte ob Pontresina Der Aufstieg auf 2731 m ü. M. lohnt sich! GOLDENER HERBST IM ENGADIN

Steinbock-Watching in der Segantini-Hütte Foto Susanne Bonaca

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Schwimmen, entspannen «Kronenhof»-Spa.

in Ort mit Geschichte: In einer einsamen Hütte hoch über Pontresina hat Giovanni Segantini sein berühmtes Triptychon («Werden», «Sein», «Vergehen») vollendet. Heute zieht es Wanderer und Naturfreunde ins einmalig schöne Haus. Die grosse Attraktion: Von der Terrasse aus kann man mit etwas Glück die grösste Steinbock-Kolonie der Schweiz beobachten – Magie pur! Kleiner Tipp: Nur wenn die

Schweizer Fahne weht, sind die Wirtsleute «zu Hause» und kommt die Gerstensuppe auf den Tisch. Top-Adresse für goldene Herbsttage im Engadin: der «Kronenhof» in Pontresina. Zimmer mit Diner, Zutritt zum tollen Spa und freie Fahrt auf allen Bergbahnen gibts ab CHF 275.–. Am 7. Oktober singt Sina im «Grand Restaurant». INFO www.kronenhof.com schweizer illustrierte

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Reisen

Immer geradeaus Topfeben und ideal zum Velofahren – die Halligen. Viele Vögel machen auf ihrer Flugroute hier einen Zwischenstopp.

Traveldesk

Inselhüpfen: Sri Lanka, dann auf die Malediven u Hotelplan bietet erstmals wieder Direktflüge Richtung Indischer Ozean an. Das ermöglicht spannende Kombi­na­ tionen: Erst eine siebentägige exklusive Rundreise auf Sri Lanka, dann Bade­ferien im «Fihalhohi Island Resort» auf den Malediven. INFO www.hotelplan.ch

Viel «Zirkus» im «Leela Palace New Delhi» u Das «Leela Palace New Delhi» (260 Zimmer, mitten im Diplomaten­ viertel) ist eine Top-Adresse in der Haupt­ stadt. Jetzt rüstet das Hotel auch kuli­ narisch auf: «Le Cirque», das berühmte New Yorker Restaurant, expandiert nach Indien. INFO www.theleela.com

Natur pur: Die Halligen und Sylt im Nordfriesischen Watten

Weite, Wind und Abgeschiedenheit und schier endlose Weite: Die Halligen im nordfriesischen Wattenmeer dienen Zugvögeln als Zwischenstopp. Ein Paradies für Ruhesuchende und Naturliebhaber.

S

Kempi in «Kitz»: Hotel Das Tirol u Kempinski hat bereits St. Moritz erobert. Jetzt gehts nach Kitzbühel: Hotel Das Tirol heisst die neue FünfSterne-Adresse in Jochberg. 148 Zimmer mit Panorama-Blick (im Dezember ab EUR 200.–!). 3600 Quadratmeter Wellness. Gute Restaurants. INFO www.kempinski.com

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chwimmende Träume» werden sie auch genannt. Das Bonmot des deutschen Dichters Theodor Storm kommt nicht von ungefähr. Vom Meer umspült, manchmal gar überspült, liegen die Halligen inmitten des Na­ tionalparks Schleswig-Holsteinisches ­Wattenmeer vor der deutschen Nordsee­ küste. Nur fünf der zehn Inseln sind permanent bewohnt und touristisch erschlossen. Als Biosphärenreservat und zum Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer gehörend wird Naturschutz und Nach­ haltigkeit hier grossgeschrieben.

u Himmel,

frische Luft und Meer, so weit das Auge reicht – und wenig Men­ schen. Langeness ist mit 10 Kilometern Länge, 120 Bewohnern und 18 künstlich aufgeschütteten Erdhügeln die grösste Hallig. Die sogenannten Warften schützen Gebäude, Mensch und Tier vor den herbst­ lichen Sturmfluten, denn Dämme gibt es auf diesen Marschinseln traditioneller­ weise nicht. Dafür Natur pur. Neben Angeln, Reiten, Velofahren und entspann­ tem Wolkenzählen ist eine Wattwande­ rung unbedingt zu empfehlen. Barfuss und mit kundigem Führer (beim Hotel zu


Geschützt vor Wind und Wetter. Ein gemütlicher Strandkorb auf Sylt.

Weitblick über die Dünen: das legendäre Fährhaus in Munkmarsch.

Herausragend Die Leuchttürme prägen die karge Heidelandschaft. meer

Velofahren buchen) ist der Spaziergang über den während der Ebbe freien Meeresboden ein besonderes Erlebnis. Das Highlight der Vogelliebhaber: Im Oktober und von März bis Mai rasten riesige Schwärme von Ringelgänsen auf der Insel. u Ruhe und Luxus verbinden sich im «Anker’s Hörn», dem ersten Viersternehotel auf einer Hallig. Neben hübschen Zimmern und einer Sauna mit Meerblick gibts auch Elektrovelos und für «Zuckersnuuten» selbst gemachten Eier­ likör-Kuchen. Wie einfach hingegen das Leben auf einer Hallig vor 260 Jahren ausgesehen hat, ist im Kapitän-TadsenMuseum anschaulich dokumentiert. u Sandstrände, Dünen und majestätische Kliffe locken auf die Nachbarinsel Sylt. Mit der Ruhe ist es hier allerdings vorbei. Auf Deutschlands beliebtester

Insel ist im Sommer kaum ein Bett frei. Dafür gibt es hervorragende Restaurants. Eines der besten: das historische Hotel Fährhaus in Munkmarsch. Ge-

heimtipp: Chef’s Table, ein Gourmet­ menü mit Blick in die Küche von ZweiSterne-Koch Alexandro Pappe.  anina rether

Check-in u Anreise Täglich ab Zürich mit Air Berlin nach Sylt, dann

weiter mit dem Schiff u Attraktives Angebot NordseeInsel-Hallig-Festland-Hopping, 6 Übernachtungen, inkl. Dinner und Frühstück, Hallig-Exkursion, Fahrradtour, EUR 432.– p. P., www.nordseehopping.de u Hotel Auf Langeness: «Anker’s Hörn», DZ ab EUR 99.–, www. ankers-hoern.de; auf Sylt: 5-Sterne-Hotel Fährhaus, DZ ab EUR 228.–, www.faehrhaus-hotel-collection.de, Hotel Budersand, DZ ab EUR 320.–, www.budersand.de u Restaurant Fährhaus Munkmarsch auf Sylt (2 Michelin-Sterne) Tel. +49 465 19 3970 u Infos www.nordseetourismus.de

Friesisch gemütlich Restaurant im «Anker’s Hörn».

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En Guete

Würzig Leberli, Salbei und Kürbis.

So schmeckt der Herbst

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Salbei-Leberli mit Kürbis

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Butter, 200 g Kürbis (z. B. Potimarron), in ca. 1 cm grossen Würfeln, 1 Esslöffel Salbei, fein geschnitten, 1 dl Fleischbouillon, 1 dl Vollrahm, Bratbutter zum Braten, 500 g geschnetzelte Kalbsleber, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Butter in einer Pfanne warm werden lassen, Kürbis und Salbei unter ge­ legentlichem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. andämpfen. Bouillon und Rahm dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 5 Min. köcheln. Brat­ butter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Kalbsleber portionenweise je ca. 1 Min. braten, herausnehmen, würzen, zum Kürbis geben, mischen, sofort servieren. Dazu passt Polenta, Reis, Rösti.

Raffiniert, gesund und ­währschaft: Kürbis eignet sich wie kaum ein Gemüse für feine Kombinationen. Egal, ob ­gekocht, gebraten oder als ­Gulasch.

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Kürbis-Apfelsuppe

Zutaten (für ca. 1,6 Liter) Käsekerne 70 g Kürbiskerne, 1 Ei, verklopft, 60 g geriebener Sbrinz, wenig Pfeffer Suppe 1 Esslöffel Butter, 1 grosse Zwiebel, grob gehackt, 500 g Kürbis (z. B. Muscade), in ca. 1 cm grossen Würfeln, 2 Äpfel (z. B. Cox Orange, je ca. 150 g), geschält, in ca. 1 cm grossen Würfeln, 9 dl Gemüse­ bouillon, Salz, Pfeffer, nach Bedarf, 1 dl Rahm, flaumig geschlagen Vor- und zubereiten ca. 25 Min.

u Für die Käsekerne Kürbiskerne unter ständigem Rühren in einer weiten

Potimarron Die Farbe des gekochten Kürbisses ist kräftig orange. Das Aroma ist sehr intensiv und hat Marronigeschmack. Die Konsistenz ist gekocht mehlig und trocken. Geeignet ist der Potimarron zum Braten, Backen, für Gnocchi, Suppen und Pürees.

beschichteten Bratpfanne bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. rösten, etwas abkühlen. Ei mit Sbrinz verrühren, würzen. Kürbiskerne daruntermischen. Dieselbe Bratpfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Käse-Kerne-Masse ca. 6 Min. goldbraun braten. Mit zwei Bratschaufeln in kleine Stücke zupfen, beiseitestellen. Für die Suppe Ofen auf 60 Grad vor­ heizen, Suppenteller vorwärmen. Butter warm werden lassen. Zwiebel an­ dämpfen, Kürbis und Äpfel beigeben, ca. 3 Min. mitdämpfen. Bouillon dazugiessen, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 15 Min. weich köcheln. Suppe pürieren, würzen. Servieren Suppe in die vorgewärmten Suppenteller verteilen, mit dem Rahm und den Käsekernen garnieren. Dazu passen Brot und Sbrinz.

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Kürbis-MarroniGulasch

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Bratbutter, 2 Zwiebeln, in je ca. 12 Schnitzen, 2 Esslöffel Edelsüss-Paprika, 400 g tiefgekühlte schweizer illustrierte

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En Guete Marroni, aufgetaut, 800 g Kürbis (z. B. Potimarron), in ca. 2 cm grossen Würfeln, 2 gelbe Peperoni, geviertelt, quer in ca. 1 cm breiten Streifen, 11/2 dl Gemüsebouillon, 2 dl Saucen-Halbrahm, 1/2 Tee­löffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Bund glatt­ blättrige Petersilie, fein geschnitten Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Bratbutter im Brattopf heiss werden lassen. Zwiebeln und Paprika andämp­ fen, Hitze reduzieren. Marroni und Kürbis beigeben, ca. 5 Min. mitdämpfen. Peperoni beigeben, Bouillon und Rahm dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, würzen. Zugedeckt ca. 15 Min. fertig köcheln, Petersilie beigeben. Tipp Alle Zutaten in einer hohen un­ gelochten Schale mischen, würzen, ca. 15 Min. bei 100 Grad im Steamer oder Dampfgarer weich garen.

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Entrecôtes dou­ bles mit Kürbis

Zutaten (für 4 Personen) 2 Entrecôtes doubles (je ca. 400 g) Senföl 4 Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel schwarze Senfsamen, zerdrückt, wenig Pfeffer, 1 kg Kürbis (z. B. Potimarron), geschält, entkernt, in ca. 2 cm grossen Würfeln (ergibt ca. 600 g), 1/2 Teelöffel Salz, beiseitegestelltes Senföl, 3/4 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 35 Min. Niedergaren ca. 50 Min. Vorbereiten Fleisch ca. 30 Min. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 80 Grad vorheizen, Blech und Teller vorwärmen.

Für das Senföl Öl, Senfsamen und Pfeffer in einer kleinen Schüssel gut verrühren. Kürbis in eine Schüssel geben, die Hälfte des Senföls beigeben, mischen, restliches Senföl beiseite­ stellen. Kürbiswürfel in einer Brat­ pfanne unter gelegentlichem Wenden bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. braten, salzen, auf das vorgewärmte Blech geben. Pfanne ausreiben. Fleisch mit dem beiseitegestellten Senföl bestreichen. Dieselbe Pfanne heiss werden lassen, Fleisch rundum ca. 6 Min. anbraten, erst wenden, wenn sich eine Kruste gebildet hat, salzen, auf das Blech legen. Fleisch­ thermometer an der dicksten Stelle einstecken Niedergaren ca. 50 Min. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. Kerntemperatur: ca. 55 Grad (à point). Warm halten: ca. 30 Min. bei 60 Grad.


GaultMillau «Bürgi’s Burehof», Euthal Am Sihlsee 8844 Euthal Tel. 055 - 412 24 17 Montag und Dienstag Ruhetag Alle Kreditkarten ausser Diners Postcard und EC-Direct www.buergis-burehof.ch

Das ganze Jahr über eine prima ­A dresse In der Metzgete-Saison ist Solokoch ­Werner Bürgi erst recht in Hochform.

«Alpsuuli»-Metzgete beim Solokoch

«Bürgis Burehof», Euthal SZ Schön, dass sich auch Spitzenköche um Traditionen kümmern. Werner Bürgis «Alpsuuli»-Metzgete etwa ist legendär: Gnagi, Blutwurst und Kotelett vom Spanferkel.

Z

ugegeben, es war kein Samstag wie jeder andere. Ein wortge­ waltiger Zürcher Notar hatte mit ­seinen Freunden den Landgasthof am Sihlsee geentert. Akkordeonkönig Willi Valotti spielte mit seiner Wyberkapelle auf. Der Saint-Emilion floss aus der 18-Liter-Flasche. Und alles drehte sich nur um die Sau: Spanferkel-Metzgete! Wie geht ein 17-Punkte-Koch mit diesem eher rustikal-profanen Thema um? Werner Bürgi, der Solokoch aus Euthal, fühlt sich sauwohl in dieser Dis­ ziplin. Er ist gelernter Metzger und küm­ merte sich an seinen Freitagen gleich selber um das junge Tier aus dem Entle­ buch. «Das Ausbeinen und Salzen mache ich selber», verrät der Chef. Und sorgt

da für den kleinen, feinen Unterschied. Wie raffiniert und eher zurückhaltend im gesamten Menü der Salzeinsatz war, hat uns beeindruckt; eine bessere Metz­ gete haben wir noch nie genossen. Bürgis Deklination vom Schwein: eine erfrischende Sulzterrine mit Kartof­ felsalat. Eine bissfeste Mini-Bratwurst mit perfekter Rösti und Zwiebelsauce. Eine klare Gerstensuppe mit den edels­ ten Teilen vom Gnagi. Eine elegante, kundenfreundlich bereits aufgeschnit­ tene Blutwurst mit Selleriepüree. Ein ­federleichter Fleischvogel nach Mutters Rezept mit Steinpilzen und Schnitt­ lauchbutter. Butterzarte Koteletts, Brust und «Gesalzenes» mit knusprig-mildem Speck auf wunderbarem Sauerkraut.

Auch ohne «Alpsuuli»-Metzgete (im November) ist der Herbst Bürgis hohe Zeit. Da rücken seine Klassiker (Hummer, Lammrücken vom Holzkohlengrill) etwas in den Hintergrund. Saisonale Gerichte übernehmen die Hauptrolle – Tauben­ brüstchen mit Entenleber, Perlhuhn, ge­ füllt mit Taubenbrust, Wachtel, gefüllt mit Entenleber, Rehbäggli und Miéral-Ente an Birnenhonigsauce. Und immer wieder stellen sich die Gäste die gleiche Frage: Wie kann ein einziger Mann in der Küche so gelassen und so perfekt solche kleine Kunstwerke zubereiten? PS. Wir empfehlen auch die «Bure­ hof-Dépendance»: Werner Bürgi und Sohn Damian kümmern sich kulinarisch auch um den nahen Golfclub Ybrig. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Dick Vredenbregt

Wein-Tipp Neuseeland in der Nase Der Sauvignon blanc 2010 Matua Valley duftet typisch neuseeländisch – nach Limetteneis, Ginger und Pfefferminzsorbet. Im Gaumen ist er erfrischend kühl und aromatisch. Einfach perfekt.

Ein ­Sauvigon blanc wie aus dem Lehrbuch. So schmeckt die moderne Weinwelt – bunt, etwas schrill. Der ideale Wein für alle, die gerne mal was Neues entdecken wollen. Nicht lagern! Dieser moderne ­Weisswein schmeckt jetzt am besten. Passt wunderbar zu

Apéro, exotischen Gerichten, Krustentieren und Poulet mit Zitrone. Übrigens, wer sich über Drehverschlüsse ärgert: In Neuseeland werden bereits über 90 Prozent der produzierten Weine so verschlossen – auch die Rotweine.

Bei Coop. Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 12.90

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Auto

schon gefahren MINI COUPÉ

Der mit dem Spoiler tanzt Der Mini Coupé ist ein frecher Flitzer mit Gokart-Feeling, der sich aber auch im Alltag nicht verstecken muss. Sogar die 211 PS starke Topversion bietet 280 Liter Kofferraum.

E

r ist irgendwie süss – und irgendwie doch nicht. Die Meinungen zum äusseren Erscheinungsbild des Mini Coupé sind geteilt. Manchmal schon nur, weil der kleine Flitzer aus unterschiedlichen Perspektiven be­­gut-achtet wird. Vorne die Mini-typischen Kulleraugen, in der Mitte das geduckte Helmdach, hinten ein Stummelheck. Wer erst einmal eingestiegen ist, vergisst die verschiedenen Ansichten schnell. Auf Knopfdruck den Spoiler ausfahren und damit ein klares Zeichen setzen: Fertig niedlich, jetzt zählen nur noch die Fahrleistungen. Tatsächlich hält der Zweisitzer, was die Sportwagenoptik verspricht – zumindest in der Topver­sion John Cooper Works. Hier leistet der 1,6-Liter-Benziner satte 211 PS. Der

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Beschleunigungswert von 6,4 s von 0 auf 100 km/h ist auf dem Papier nicht mal so beeindruckend, doch im Cockpit fühlt sich das viel schneller an. Dies dank dem knackigen Sportfahrwerk und der steifen Karosserie. Wie in einem Gokart düst

Farbenfroh Das Interieur des Coupé ist Mini-typisch im Retro-Style gehalten. Ein Hingucker sind die farbigen Einlagen.

man durch die Kurven. Mehr noch: wegen des «Sport»-Knopfs liegt gar noch eine Steigerung drin. Dann wird die Lenkung direkter, und das Gaspedal spricht noch schneller an. Der Spoiler ist nicht nur Dekoration. Er fährt ab 80 km/h automatisch aus und presst die Hinterachse mit bis zu 40 zusätzlichen Kilo auf den Asphalt. Allzu hart rumpelt es trotzdem nicht im Alltagsverkehr – der Mini ist durchaus ein Auto für den Weg zur Arbeit oder für eine Shoppingtour. Etwa dank dem recht grossen Kofferraum, der 280 Liter fasst. Wer übrigens einen der schwächeren Motoren ins Auge fasst, darf nicht ganz so viel Sportlichkeit erwarten. Zwar spart man locker 10 000 Franken, und auch die Basis­ver­sion verfügt über den charaktervollen Spoiler, auf der Strasse ist der Unterschied zum normalen Mini Cooper allerdings nicht mehr gewaltig. Ausser natürlich beim Design. Lorenz keller


Ganz schön cool Der Mini Coupé fällt mit ungewöhnlicher, sehr sportlicher Optik auf.

News

VW Up EIN LEGITIMER ­VOLKSWAGEN u Mit dem 3,54 Meter kurzen Up hat VW Grosses vor. Es soll Volkswagen bis 2018 zum weltgrössten Autohersteller machen. Der Kleine will ein echter Volkswagen sein: überdurchschnittlich geräumig und günstig. Tatsächlich hats im Up erstaunlich viel Platz – und einen 251 bis 951 Liter grossen Kofferraum. Angetrieben wird der VW von einer neuen Generation Drei-Zylinder-Benziner. Dieser leistet 60 oder 75 PS und soll nur 4,3 bzw. 4,7 l/100 km verbrauchen. Der Verkauf startet im Dezember, die Schweizer Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber bei rund CHF 12 000.– starten. Zudem will VW eine ganze Up-Familie lancieren, eventuell gar einen Strandbuggy.

Mini Coupé Ausgefahren Der Spoiler ist das ­optische Highlight des Zweisitzers. u Motoren Benziner 122 bis 211 PS,

Diesel 142 PS u 0 bis 100 km/h 6,4 bis 10,3 s u Spitze 198 bis 240 km/h u Verbrauch 4,3 bis 7,1 l/100 km u CO2-Ausstoss 114 bis 165 g/km u Energieeffizienz-Kategorien A bis D u Verkauf ab Oktober u Preis ab CHF 28 500.– u Konkurrenten Hyundai Veloster, Alfa Mito, Audi A1, BMW 1er Coupé, Citroën

DS3, Opel Corsa OPC, Renault Clio RS und Gordini, VW Polo GTI, Seat Ibiza Cupra u. a. u Unser Urteil Die Optik gefällt sicher nicht jedem auf Anhieb. Doch wer einen exzentrischen Auftritt und Gokart-Fahrgefühl liebt, sitzt im Mini Coupé genau richtig. Vor allem die Topversion John Cooper Works mit 211 Turbo-PS fährt sich wie ein Sport­ wagen im Kleinformat.

OPEL INSIGNIA SPARSAMER INS NEUE MODELLJAHR u Opel frischt seinen Topseller auf: Die Deutschen spendieren ihm ein neues Infotainmentsystem, Abstandsassistent und Fernlichtautomatik. Ein 1,4-LiterTurbobenziner mit 140 PS ersetzt den gleich starken 1,8-Liter-Benziner – und reduziert den Verbrauch so um rund 2 Liter. Der Preis der Einstiegsvariante bleibt mit CHF 37 900.– attraktiv (dazu kommen für alle Modelle Euro-Prämie und Gratis-Optionen bis CHF 11 000.–). Auch der 2-Liter-Turbobenziner mit 250 PS und 4 x 4 erhält Stopp-StartAutomatik und weitere Spartechnik. Statt 8,9 l/100 km verbraucht der Insignia so nur noch 8,4 l/100 km. Und das bei einem Leistungszuwachs von 30 PS und 50 Nm. schweizer illustrierte

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Horoskop

Turbulente Woche – nicht nur an der Börse!

und Pluto dissonant zur Sonne und zu Merkur (am 28.) könnten aber auch verstärkt auf (Natur)-Katastrophen sowie Unfälle im Transportwesen (Luftfahrt) hinweisen. Ab dem 29. zeichnet sich eine Besserung ab. Man entscheidet spontan richtig (Mars harmonisch zu Merkur und Sonne am 29. und 30.).

widder 21.–30. 3. Mars, der Planet Ihres Stern­ zeichens, verleiht Ihnen Power (exzellent der 29. und 30.!), Sie können einen Vorsprung gewinnen. Hören Sie am 27. (Neumond) auf andere Meinungen. 31. 3.–9. 4. Sie sind einem Flirt nicht abgeneigt, machen interessan­ te Ent­deckungen in Kunst und Kultur. Auf dem Gefühls­ sektor sollten Sie mehr Geduld haben (am 28. und 29.). 10.–20. 4. Sie fühlen sich wohl im Kreise Ihrer Freunde, sind gut inspiriert und kreativ. Einige ent­decken neue ­Interessen, kommen ihren Idealen näher (29.).

stier 21.–30. 4. Die Stimmung am Arbeitsplatz ist manchmal (26., 27., 28.) hektisch, Sie sind ungedul­ dig und nicht grad tolerant. Meiden Sie jedes unnötige physische Risiko! Besser läuft es am 29., 30. 1.–10. 5. Beziehungen zu Kollegen oder Mitarbeitern sind derzeit nicht immer einfach. Gehen Sie am 27. und 28. auf einen Kompromiss ein. Am 30. können einige langfristig die Weichen stellen. 11.–20. 5. Eine Routinewoche. Am 26. amüsieren Sie sich glänzend und verbreiten gute Laune, am 30. können Sie sich offen aussprechen.

zwillinge 21.–31. 5. Superwoche! Sie kommen schneller als geplant ans Ziel, sind aktiv und dynamisch (29., 30.). Der Neumond am 27. ist exzellent, Ihre Vor­ haben finden Anklang, werden unterstützt. Am 29. nichts überstürzen! 1.–10. 6. Sie amüsieren sich blendend. Venus verdoppelt Ihren Charme, verspricht Harmonie und Leidenschaft (29.). Bestehende Bindungen werden tiefer und fester. 11.–21. 6. Sie kommen Ihren Idealen näher und schweben in höheren Sphären. Ideal für künstlerische Arbeit, neue Ideen, neue Disziplinen (28., 29.).

krebs 22. 6.–1. 7. Unstimmigkeiten oder Probleme mit der Wohnung bereiten am 27. (Neumond) Kopf­ zerbrechen. Nur die nach dem 28. Geborenen kommen gut über die Runden, können Jupiter eine Erfolgsserie ver­ danken (25., 29.). 2.–12. 7. Am 29. sind einige enttäuscht. Oder müssen sie auf einen Kompromiss eingehen? Besser sollte es am 26. laufen: eine Aussprache, neue Kontakte? 13.–22. 7. Ruhige Woche. Am 26. fühlen Sie sich wohl im Kreis Ihrer Liebsten, freuen sich über eine Geste (Geschenk?). Hitzige Diskussionen aber am 28.

löwe 23. 7.–1. 8. Mars stimuliert Sie, am 29. und 30. kommen Sie schneller als geplant voran. Der Neumond (27.) ist exzellent für kreative Arbeiten, Verträ­ ge, Examen. Am 26. und 29. sollten Sie aber kürzertreten! 2.–12. 8. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie schätzt, Beziehungen vertiefen sich (29.). Venus verspricht auf­ regende Begegnungen (26., 28.). Langfristige Vorhaben bringen gute Resultate (30.). 13.–23. 8. Sie können sich am 28. offen aussprechen. Günstig für Kontakte, einen Besuch. Am 26. machen sich einige Illusionen.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie kümmern sich um Ihre Finanzen (26., 27., 28.) und könnten Ihr Budget über­ ziehen. Die nach dem 29. Geborenen starten ein neues Vorhaben und haben das Glück auf ihrer Seite (25., 29.). 3.–12. 9. Routine. Am 30. sind Sie gesprächig und klären ein Missverständnis. Günstig ausserdem für einen Besuch, ein Treffen. 13.–23. 9. Sie haben sich die Ruhepause redlich verdient und sollten ausspannen (am 26.). Und am 30. können Sie interessante neue Kontak­ te knüpfen. Ideal für eine (kleine) Reise, Begegnungen.

waage 24. 9.–3. 10. Happy Birthday! Sie sind in Superform: gutes Omen fürs neue Lebensjahr! Am 27. (Neumond) knüpfen Sie wertvolle Kontakte, doch am 28. könnte es anders kommen als erwartet. Sie müssen sich anpassen! 4.–13. 10. Sie amüsieren sich glänzend, sind der Mittelpunkt des Geschehens (26., 28.). Nur die nach dem 9. Geborenen reagieren (am 29.) enttäuscht. Oder belastet eine neue Verantwortung? 14.–23. 10. Routine. Am 28. folgen Sie Ihrem Instinkt. Die nach dem 19. Geborenen schweben in höheren Sphären (29.).

skorpion 24. 10.–2. 11. Ein Rivale könnte versuchen, Ihnen eine Falle zu stellen (26., 29.). Vermeiden Sie ­juristische Schritte, denn eine Lösung bietet sich an. Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Am 28. müssen Sie um­ denken. 3.–12. 11. Sie können nur schwer Ihre Gefühle verbergen (28., 29.), sollten aber die Ratschläge eines Freundes befolgen (am 26.). Am 30. sind Sie intuitiv. 13.–22. 11. Ihre Projekte haben am 26. Rückenwind, auch dank Freunden. Die nach dem 18. Geborenen haben nicht den richtigen Durchblick, speziell am 28. oder 1.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sind kaum zu bremsen. Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an (29., 30.), der Neumond am 27. ist exzellent für neue Projekte, Reisen, oder Schreibarbeiten. Nur am 26. sollten Sie nicht über­ treiben! 3.–12. 12. Ihr Charme ist unwiderstehlich, Venus beschert unvergessliche Momente (am 26. und 28.), manchmal eine lang erwartete Versöhnung (am 29.). Bindungen festigen sich. 13.–21. 12. Sie kommen gut über die Hürden, sind kreativ und inspiriert. Besonders die nach dem 16. Geborenen haben eine sechsten Sinn.

steinbock 22.–31. 12. Widersprüchlich: Die vor dem 27. Geborenen sind zerstreut, könnten einen Fehler machen (26., 27., 28.). Ganz anders die nach dem 27. Geborenen, die weiter auf Glückskurs sind, ein tolles Projekt verwirklichen (Resultate im Februar). 1.–10. 1. Probleme stellen Ihre Geduld auf die Probe. Speziell die nach dem 8. Geborenen könnten von jemand enttäuscht sein (29.). 11.–20. 1. In finanziellen Dinge sollten Sie auf der Hut sein (am 26. und 28.), da man Ihnen etwas vor­machen könnte. Gute Laune im Freundeskreis am 30.

wassermann 21.–30. 1. Exzellente Woche, für viele im Zeichen neuer Horizonte, einer Reise. Sie knüpfen wert­ volle Kontakte, sind geistreich (27., 28.). Nur die um den 29./30. Januar Geborenen neigen zu Exzessen, haben Ärger mit Vorgesetzten (26.). 31. 1.–9. 2. Sie sprühen vor Charme! Am 26. und 28. kann man Ihnen kaum einen Wunsch abschlagen, am 29. haben Ihre Gefühle Tiefgang. Kleine Reibereien aber am 30. 10.–19. 2. Sie sind am 28. glänzender Laune, freuen sich über eine Nachricht. Nach dem 16. Geborene haben fast einen sechsten Sinn.

fische 20. 2.–1. 3. Sie meistern (am 28. und 1.) alle Hindernisse. Schonen Sie am 26. und 27. Ihr Budget! Am 28. könnte ein Projekt teurer werden als geplant. Die um den 28. und 1. Geborenen sind auf Erfolgskurs (25., 29.). 2.–10. 3. Achten Sie auf Ihre Gesundheit (am 28., 29.), schalten Sie einen Gang zurück! Am 26. klären Sie in einer Aussprache ein Missverständnis. Gute Laune im engsten Kreis am 30. 11.–20. 3. Neue Horizonte, neue ­Interessen (am 30.) sorgen für gute Laune. Am 26. ­sollten Sie nicht jedes Wort in die Waagschale legen!

ihr tages-horoskop 100

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 25. September bis 1. Oktober 2011 Ein Neumond (am 27. in der 1. Dekade Waage) ganz im Zeichen von Umwälzungen – in einem ziemlich hektischen Klima, verstärkt durch wirtschaftliche Probleme. Turbulenzen an den Börsen. Uranus in Opposition zur Sonne (26.), Merkur (27.)

Dr. Elizabeth Teissier


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KREUZWORTRÄTSEL Gewinnen Sie 2 × einen Rattan Strandkorb, Model SYLT, von Beliani® im Wert von je 1298 Franken*! Der Strandkorb, inkl. Sitzkissen, ist ein absolutes Designerstück der Extraklasse – Sie werden begeistert sein. Das BelianiFX® Polyrattan-Geflecht macht die Gartenmöbel absolut wetterfest, UV-lichtbeständig, schmutzabweisend, einfach zu reinigen und umweltfreundlich. Die Versandkosten von 299 Franken sind im Preis inbegriffen. www.beliani.ch

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101


ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 25. September 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

102

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

2 7

9 3 2 5 2

9 1 4 8 4 5 6

6 8 1 6 7

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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5 8 9 3 5 2 4

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9 3

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4 8 2

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Teilnahmeschluss Sonntag, 25. September 2011

7

9

9 8

3 2 7 6

5 2 7

3 1 6 3 6 7

Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Kiental, 2. Amerika, 3. Naefels, 4. Alkohol, 5. Staerke, 6. Neumond, 7. Kreativ, 8. Yverdon, 9. Sedunum, 10. Gruyere, 11. Zwingli, 12. Kuckuck, 13. Gerster, 14. Anzuege, 15. Ustinov, 16. Scheide, 17. Cholera, 18. Utensil, 19. Impetus, 20. Karpfen, 21. Antwort Lösungssatz: Im Alter verwuenscht man oft seine Tugendtorheit. Lösung: FEUER

REBUS

P F A U (V) B O D (R) E (I) N TUER FAVORIT

5 1 4 2 6 8 3 9 7

8 6 7 1 3 9 5 4 2

3 8 1 9 2 4 7 5 6

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 440 Franken!

Lösung: HERSTELLER schwer

4 9 2 5 7 6 1 3 8

Lösung: 461

7 5 6 3 8 1 4 2 9

2 3 8 7 1 5 9 6 4

6 7 9 8 4 3 2 1 5

06010002599

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 9 2 3 4 5 7 6 8 1

5 4 8

1

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 37

1 2 3 =

8

1 4 5 6 9 2 8 7 3

06010014103

4 5 7 3 6 6 3 2 1 8 1 8 9 4 2 5 6 8 2 4 7 4 1 5 9 2 9 3 7 1 8 1 4 9 5 8 7 3 2 6 685 Lösung: 9 7 5 6 3

Lösung: 598

9 5 7 3 8 6 2 4 1

1 4 5 7 6 8 3 9 2

2 9 6 1 3 4 7 5 8

8 7 3 9 2 5 6 1 4

06010002598

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103


leser

«Julia wählt sicher den richtigen Weg» u Topmodel Julia Saner zieht

die Notbremse, SI 37/2011 «Wir haben uns sehr über die Geschichte mit Julia Saner gefreut. Das ist jetzt endlich einmal ein Model, das das Leben auf dem Laufsteg nicht nur einfach verherrlicht. Wir be­ wundern den Elan der jungen Dame und ihren Mut, jetzt mal Stopp zu sagen. Sie wählt damit wohl den schwierigeren Weg – aber ganz sicher den richtigen. Wir wünschen Julia alles Gute.» F. Niederhäuser, per E-Mail

«Meine Schwester, 15, und ich, 17, sind Fans von Julia Saner, weil wir auch aus Bern kommen. Zuerst sind wir richtig erschrocken, als wir von ihrer langen Pause hörten. Aber jetzt finden wir das total gut. Das zeigt doch, wie normal Julia geblieben ist, trotz Welterfolg will sie wieder mal einfach nur daheim sein. Man kann sowieso nirgends so schön

shoppen wie bei uns in Bern. Welcome back, Julia!» Isi und Gabi Kobler, Bern

ohne Weiteres Gegenstand des Auftrages. Nichtsdestotrotz wurde mit dieser Hand­ lung über das Ziel hinaus­geschossen, und ich habe die mit Badehose badende Person auch schon mit einem guten Tropfen entschädigt. Weiterhin gute Hand in der Verleihung Ihrer Rose und Ihres Kaktus – dieser hat auf jeden Fall einen prominen­ ten Platz eingenommen.» Heinz Tännler, Regierungsrat Kanton Zug

Die Geschichte ist witzig und komisch zugleich u Kaktus der Woche, SI allgemein «Gerne nehme ich zur Kenntnis, dass die Badehosegeschichte zum Kaktus geführt hat. Dass es diese Geschichte so weit gebracht hat, überrascht einerseits, freut mich aber auch. Ich erachte die Verleihung des Kaktus geradezu als Aufsteller. Die Geschichte ist witzig und komisch zugleich. Nur zu Ihrer Information. Bei der Bade­ordnung handelt es sich um eine solche der Stadt Zug und nicht des Kantons. Die Sicherheitsassistenten wurden seitens der Baudirektion bei der Sicherheitsdirektion angefordert. Das unverhältnismässige Handeln dieser Personen und die Wegweisung der mit Badehosen badenden Person war nicht

Bodenständig und gut aussehend u Daheim bei Unspunnen-Sieger Dani Bösch, SI 37/2011 «Der neue Schwingerheld ist ja wirklich ein sympathischer Typ. So bodenständig und so gut aussehend. Und dieses härzige Foto im Stall! Ich wünsche Dani alles Gute für die Zukunft und noch viele Siege im Sägemehl!» M. Manser, per E-Mail

willi

«Er hat den Fuss gebrochen und muss jetzt halt leider zu Hause jagen.»

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizerillustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

impressum Nr. 38, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor a. i. Stefan Regez Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


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Lisa Brühlmann Die Schauspielerin feierte in Berlin ihre erste Filmpremiere und war zu schüchtern für ein Foto. Die Zürcherin sprach mit SI online.

Bauernliebe

Star-Mütter Gleich nach der Geburt zurück zur alten, schlanken Figur – nicht für alle gilt dies. Wir zeigen Ihnen die After-Baby-Bodys von Selma Blair & Co.

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Landwirt Kurt Der «Bauer, ledig, sucht …»Kandidat möchte in der Sendung seine grosse Liebe finden. SI online stellt Ihnen den Single-Mann vor.

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Mullahs, Machos und die Demokratie

Warum so trübsinnig? Die ersten Tage der «Jasmin-Revolution» und des arabischen Frühlings wurden von jungen Menschen bestimmt. Wir erlebten ihren Aufstand in den Medien und sahen: Es war die Handy- und die Internet-Generation, es waren moderne Männer und Frauen, die da gegen alte Diktatoren demonstrierten. Ein gebildeter jugendlicher Mittelstand in Nordafrika und im Nahen Osten forderte Freiheit … «… forderte»? Weshalb reden Sie in der Vergangenheit? Weil die Szene in diesen Ländern inzwischen von ganz anderen Kräften dominiert wird, wie uns jetzt ebenfalls die Medien zeigen: Bärtige, betende Männer führen den Protest an, Frauen tauchen nur noch verschleiert auf – Allahu akbar! Was ist da geschehen? Die arabische Rebellion ist zur islamischen Rebellion verkommen. Mit Demokratie haben diese Leute nichts im Sinn. Auch diese Kräfte fordern aber doch unablässig die Demokratie! Darauf fällt die ganze westliche Publizistik herein. Das Zauberwort «Demokratie» weckt bei uns Vorstellungen, die nichts mit denen der islamischen Revolutionäre zu tun haben. Die Bewegung, die westliche Journalisten mit dem hoffnungsvollen Begriff «Arabellion» belegten, ist putsch­ artig von konservativen Kräften übernommen worden. Hinter diesen Kräften stehen die Armen und die un­gebil­deten Massen, denen religiöse Führer eine bessere Zukunft verheissen. Müssen wir denn die Hoffnung auf gesellschaftliche Befreiung Nordafrikas und des Nahen Ostens wirklich schon aufgeben? Wir müssen hoffen, dass es nicht schlimmer wird, als es vorher war. Die Despoten in Tunesien und Ägypten gaben sich immerhin einen säkularen Anstrich. So entstanden eine

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

emanzipatorisch gestimmte Mittelschicht und eine kritische Jugend. Jetzt aber droht die Macht des Islams genau diese neue arabische Bürgerlichkeit zu ersticken. Die Scharia ist als Grundlage für künftiges Recht gesetzt. Von wirklicher Gleichberechtigung der Frauen ist nicht mehr die Rede. Und wer genau steckt Ihrer Meinung nach dahinter? In Ägypten zum Beispiel die ausgezeichnet organisierten Muslimbrüder. Ihre Vorstellung einer autoritär-religiösen Gesellschaft vertreten sie jetzt im direkten Austausch mit den Militärs. Sie werden dabei von Saudi-Arabien finanziert, also durch die finsterste islamische Despotie neben dem Iran. Die Herrscher von Saudi-Arabien und dem Iran fürchten nichts so sehr wie einen demokratischen Frühling in Nordafrika. Ihre Vorstellung ist ein von der Religion bestimmtes Mittel­alter, wie sie es im eigenen Land kon­sequent durchsetzen. Und all das unterstützen sowohl die EU wie die USA mit Milliarden. Soll denn der Westen auch noch den letzten Einfluss auf das Geschehen in den islamischen Ländern aufgeben? Die Luftangriffe vor allem von Franzosen und Engländern haben das libysche Volk vor Gaddafi gerettet. Jetzt müsste jede zukünftige westliche Hilfe an Bedingungen geknüpft sein: an eine säkulare Verfassung, vor allem aber an die Gleichberechtigung der Frauen – das nämlich ist der entscheidende Punkt im Kampf gegen den konservativen Islam. Sehen Sie denn dafür überhaupt eine Chance? Von den Frauenrechten war leider beim Besuch von Sarkozy und Cameron in Libyen nicht die Rede. Auch die Islam­ flüsterer in unseren Medien scheren sich ja einen Teufel um die Frauen in den revolutionär durchgerüttelten Gesellschaften. Es scheint so, als herrsche eine stille Komplizenschaft unserer immer noch mächtigen Macho-Mentalität mit den Mullahs und Imamen!  MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, nach Tunesien und Ägypten hat inzwischen auch Libyen seinen Despoten davongejagt. Wird aus dem «Arabischen Frühling» jetzt ein «Arabischer Sommer»? Ich fürchte, es wird eher Herbst.


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People- und Lifestyle-Magazin

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