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Mit «al dente»

Männer in den Wechseljahren Das müssen Sie wissen

Charlene Wittstock

Jetzt greift sie nach der Macht Alle Details über ihre Hochzeit mit Fürst Albert

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27. Juni 2011 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 26, MONTAG, 27. Juni 2011

Titel Titel Pascal Le Segretain / Getty Images for amfAR; Inhalt Fabienne Bühler

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Charlene Wittstock Countdown. Dieses Wochenende bekommt Monaco eine neue Fürstin. Alles zur Traumhochzeit!

Leute 7 8 34

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Tagebuch von Nik Niethammer Leute Sabrina Guilloud, Tanja Frieden, Bernhard Russi, Sebastian «Autö» Küttel Thomas Straubhaar Der Wirtschafts­ professor über die Euro-Krise. Und was Europa von der Schweiz lernen kann Stephan Oetiker Wie der Direktor seine Pro Juventute aus der Krise führt

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u Im Camp der schönsten Frauen Wanderschuhe statt Stilettos. Lachen statt Zickenkrieg. In Zermatt lernen die Finalistinnen der Miss-Schweiz-Wahl, Julia Marinkovich, Julia Flückiger und Alina Buchschacher (v. l.), nicht nur das Matterhorn kennen.

Party 14 16

Fernseh-Preis Viel Prominenz in Zürich Hotel Schweizerhof Glamour in Bern schweizer illustrierte

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Inhalt Fussball 28

Die Helden der U21 Im Fieber. Das ganze Land drückte die Daumen: Noch nie spielten Schweizer so gut Fussball

Miss Schweiz 38

Tränen, Pech & Pannen Schönheit muss leiden: Reportage aus dem Missen-Camp

Gesellschaft 44

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Wunderlampe Rührend: Dank der Stiftung begegnete der schwerstbehinderte Jamal dem Seelöwen Cäsar Brauchtum Eidgenössisches Musikfest

Shopping 61

u Im

Bett Selbst Topmodel Julia Saner ist von der glamourösen Top-Suite im frisch umgebauten Fünf-Sterne-Hotel Schweizerhof in Bern angetan: «Auf Reisen sind meine Hotels selten so luxuriös.»

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 73 74 76

Schnarchen Wie Mister Schweiz Luca Ruch sein lästiges Leiden loswurde Männer, aufgepasst! So schleichend kommts zur Andropause – die Symptome Wechseljahre Wie Männer den Mangel an Testosteron kurieren. Und wer das zahlt

Die Besten 77

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Kurt Reichenbach, Hervé Le Cunff, Remo Nägeli

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 59 98 88 92 96

Notabene von Chris von Rohr Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Impressum Horoskop Leserbriefe

u Im Takt Mehr als 200 000 Zuschauer u Im Saft Der Pro Juventute schenkt erleben das Musikfest in St. Gallen. Stephan Oetiker zum Geburtstag eine schwarze Null. Seinem Sohn Linus freie Zeit. Reportage aus dem Blechblashimmel.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Helden des Alltags Jamal Letzte Woche wurde es ganz still in unserer

Nik Niethammer, Chefredaktor

­Redaktion. SI-Reporter Thomas Kutschera und SI-Fotografin Fabienne Bühler erzählten die Geschichte von Jamal, einem schwerstbehinderten Jungen. Jamal ist fünf Jahre alt. Er kann nicht gehen. Er kann nicht sprechen. Seine Wirbelsäule wird mit einem Korsett gestützt. Er hat einen künstlichen Darmausgang. Er sieht und hört fast nichts – trotz Brille und Hörgerät. Es ist auch die Geschichte von Esther und Hansjürg Rusterholz. Sie pflegen Jamal, seit er drei Monate alt ist. Die ersten Jahre habe sie nie länger als eine Stunde am Stück geschlafen, sagt die Pflegemutter. Der Bub könne nicht allein gelassen werden, auch nicht für kurze Zeit. «Wir sind gläubige Christen, das gibt uns Kraft.» SI-Reporter Kutschera, Vater von zwei gesunden Buben (Jan, 14, und David, 8), hat die Pflegeeltern zweimal besucht. «Nie hörte ich ein Wort der Klage oder des Selbstmitleids. Es ist wahnsinnig beeindruckend, wie aufopfernd und geduldig sich die Pflegeeltern um Jamal kümmern.» Esther und Hansjürg Rusterholz sind meine ganz persönlichen Helden dieser Woche. Für ihre Lebensaufgabe wünsche ich ihnen Kraft und Mut und Zuversicht. Jeder kleine Fortschritt sei ein grosses Geschenk, sagt Hansjürg Rusterholz. Und nennt ein Beispiel, bei dem es mich «tschuderet»: «Seit Kurzem rollen Tränen über Jamals Wangen, wenn er weint.» Für Jamal geht ein Traum in Erfüllung – ab Seite 44.

U21 Früher hiessen Schweizer Fussballer Rüdisüli,

Fotos Fabienne Bühler (2)

Lebensaufgabe Esther und Hansjürg Rusterholz kümmern sich rund um die Uhr um den schwerstbehinderten Jamal.

Hugentobler, Binggeli. Heute hören sie auf die Namen Shaqiri, Xhaka, Mehmedi, Emeghara. Nach den Italos und den Türken verzaubern jetzt eingewanderte Albaner, Kosovaren und Afrikaner die Schweizer Fussballfans. Der Vize-Europameister-Titel der U21-Nationalmannschaft lässt uns von einer goldenen Fussballzukunft träumen. In der nichts unmöglich scheint. Der fussballbegeisterte Medien­ unternehmer Roger Schawinski brachte es auf Radio 1 auf den Punkt: «Die neuste Einwandererwelle kommt aus Deutschland. Das wird sich hoffentlich bald auch im Schweizer Fussball bemerkbar machen. Dann werden wir eines Tages mit den eingewanderten Deutschen die Deutschen schlagen. Sozusagen als knackiges Nebenprodukt der Personenfreizügigkeit.» Secondos und Urschweizer: Die Mischung machts – ab Seite 28. Ich wünsche Ihnen viel Sonne im Herzen und eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

Imposante Kulisse SI-Fotograf Thomas Buchwalder setzt Miss-Schweiz-Kandidatin Julia Marinkovic in Szene. Ab Seite 38.

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sabrina guilloud, vize-miss-Schweiz

Traumhochzeit in der Toskana Sonne, Tränen und viel Amore: Seit Oktober sind Sabrina Guilloud, 24, und Kai Engelhardt, 31, verheiratet. Jetzt folgt das romantische Hochzeitsfest unter freiem Himmel. Sabrina Guilloud, Sie sind Genferin, leben in Stuttgart und heiraten – in der Toskana. Warum? Mein Mann und ich wollten uns unter freiem Himmel das Jawort geben, und die Toskana schien uns dafür der richtige Ort zu sein. Als wir dann das Val D’Orcia entdeckt haben, war der Fall für uns klar. Wie kamen Sie auf diesen Ort? Weil wir uns verfahren haben (lacht). Reiner Zufall. Ich habe vorher diverse Adressen im Internet gegoogelt. Aber nichts gefiel uns dann wirklich. Beim Val D’Orcia war es Liebe auf den ersten Blick. Zum Grundstück führt eine lange Zypressen-­Allee, und vom dazugehörigen Hügel sieht man über die typisch toskanische Landschaft. Heissen Sie jetzt eigentlich Engelhardt? Ja! Doch ich habe noch lange nicht alle Papiere ändern lassen. Ich nahm Kais Namen an, damit wir und unsere Kinder gleich heissen. Sie wünschen sich eine Grossfamilie mit drei bis vier Kindern. Wann soll dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden? Erst wenn wir in die Schweiz umziehen. Jetzt nehmen wir uns Zeit für Abenteuer und Reisen. Das wäre mit Kindern etwas schwierig. Auf dem Standesamt flossen damals Tränen. Wie wars jetzt? Ich habe eigentlich durchgeweint. Als ich zu klassischer Musik durch die Gäste zu meinem Mann schritt und sah, wie alle Tränen in den Augen hatten, war es um mich geschehen. Es war so romantisch. Und meine Dankesrede musste ich mehrmals unterbrechen – ich war so gerührt. Sie und Ihr Mann haben sich gegenseitig ein Eheversprechen gegeben. Was geschah während der Zeremonie vergangene Woche sonst noch? Viele unserer Gäste hielten sehr persön­liche Reden. Ausserdem führten wir eine LichtZeremonie durch: Unsere Mütter entzündeten je eine Kerze, die Kai und ich dann zu einer grossen Kerze trugen, um diese zu entfachen. Wer war dafür verantwortlich, dass die Ehe­ ringe auch wirklich mit in die Toskana kamen?

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Ich! Man weiss ja nie. Das Risiko, dass sie vergessen gehen, war mir zu gross. Kai trägt einen Platinring, in dem das Datum, unsere Namen und die Koordinaten vom Ort unserer Trauung zu lesen sind. Mein Alliance muss erst noch graviert werden. Haben sich die Salsa- und Merengue-Stunden für den Hochzeitstanz gelohnt? Ich glaube, unsere Interpretation von «Dirty Dancing» war ganz gelungen. Dass mein Bräutigam morgens um vier in den Pool geschmissen wurde – daran kann also unmöglich unsere Tanzeinlage schuld gewesen sein. War das dann auch das Ende der Hochzeitsfeier? Nein, nein. Die dauerte für uns noch bis morgens um sechs. Da blieb nicht mehr viel Zeit für die Hochzeitsnacht … (Lacht.) Ich war schon um zehn Uhr wieder auf. Wir trafen unsere Gäste zu einem After-Wedding-Lunch. Alle waren ganz entspannt – ich besonders … Interview bettina portmann, Fotos david bastianoni

Mehr Bilder:

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Ganz in Weiss «Wunderschön, mein Schatz!» Mit diesen Worten nimmt Kai seine Braut in Empfang. Sabrina trägt ein Kleid von BCBG.


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Süsser Abschluss Mit einer Erdbeertorte in Herzform endet das Hochzeitsmenü.

Tour d’Amour Sabrina: «Unser Auto war bis unters Dach voll mit Deko für die Hochzeit.»

Ewige Liebe Vor 53 Gästen tauschen Sabrina und Kai ihre Ringe und versprechen sich Treue. schweizer illustrierte

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wer liebt wen

Verlobt, zu viert und getrennt u Das Bündner Ski-

Ass Carlo Janka, 24, ist wieder Single. Nach eineinhalb Jahren haben er und die Skifahrerin Martina Gebert, 22, aus dem Toggenburg, sich getrennt. Natürlich im Stillen – typisch Janka. So erklärte er vergangene Woche: «Ja, es stimmt. Wir haben uns schon vor einigen Monaten getrennt, aber im besten Einvernehmen. Mehr will ich zu meinem Privatleben nicht sagen.» u Eigentlich hätte er das Licht der Welt erst im Juli erblicken sollen, Ivo Theo war aber zu neugierig. Am vergangenen Dienstag brachte Nikol Camenzind, 28, den Jungen zur Welt. «Wo Liebe ist, ist Leben: Seit heute Morgen ist unser Ivo Theo da. Uns geht es super, und wir sind überüberglücklich, stolz und dankbar!», verkündete Musikproduzent Roman Camenzind, 35, via SMS. Das Paar ist seit 2008 zusammen und hat bereits eine eineinhalbjährige Tochter, Mila Ana.

Fotos Malu Barben, Urs Lindt / SRF, RDB (3), WireImage, HO

u In der US-Ärzteserie «Grey’s Anatomy» ist ihr Liebesleben ein einziges Chaos. Sie kann sich nicht einmal zwischen Männern und Frauen entscheiden. Privat hat Sara Ramirez, 35, ihren Traummann gefunden. Die mexikanische Schauspielerin und ihr Freund Ryan Debolt haben sich in Paris verlobt. Ein Hochzeitstermin steht noch nicht fest.

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Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Ursula Andress u Samuel Koch u Julia Saner u Albert & Charlene u Schweizer des Jahres schweizer illustrierte

Weltrekord im Telefonieren! Myriam Thomann (l.) und Sarah Capaul. Die alten Apparate haben sie ersteigert.


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Myriam Thomann & Sarah Capaul

Wenn die Worte nie ausgehen u Männer,

Schuhe, Ausgang: Was die Klatschthemen angeht, unterscheiden sie sich nicht von anderen Frauen. Aber keine kann am Telefon länger tratschen als Myriam Thomann, 23, und Sarah Capaul, 25. Die Churerinnen haben mit 43 Stunden, 8 Minuten und 55 Sekunden den Weltrekord im Dauertelefonieren gebrochen! Radio Grischa gab jede Stunde ein neues Gesprächsthema vor: «Vor allem Lokalpolitik! Nicht unsere Kernkompetenz!» Nach 55 Minuten durften sie sich fünf Minuten erholen. «Wir haben die ersten Pausen nicht genützt, dafür nach 27 Stunden ein 20-minütiges Schläfchen eingelegt.» 50 Stunden wollten sie schaffen – nach 43 gaben sie auf, zu gross wurde die Disqualifikationsgefahr, denn sie durften sich nicht wiederholen. Die ehemaligen Arbeitskolleginnen kennen sich seit 2008, inzwischen sind sie nicht nur dicke Freundinnen, sondern auch Nachbarinnen. «Wir telefonieren mehrmals die Woche, wenns länger als eine Stunde dauert, gehe ich kurz über die Strasse zu Sarah», sagt Myriam. Und wer profitiert am meisten von ihrem Weltmeistertitel? «Unsere Männer! Jetzt bekommen sie vom ‹Guinness Buch der Rekorde› bestätigt, was sie schon lange geahnt haben.» yvonne Zurbrügg

Für die TV-Sommerserie «sporterlebt» mit dem Zelt unterwegs: Tanja Frieden und Bernhard Russi. Tanja Frieden & Bernhard Russi

«Du schnarchst doch nicht?»

u Sport ist ihr Leben, Adrenalin ihr Vitamin. Zusammen probieren Snowboard-Olympia­ siegerin Tanja Frieden, 35, und Ski-Olympiasieger Bernhard Russi, 62, neue Sportarten aus und gehen dabei an ihr Limit – begleitet vom Schweizer Fernsehen. Beim Downhill-Biken wagt er sich über einen Sprung und fällt hart. Auf der zehnstündigen Skitour wird ihre Kondition und ihre Geduld auf die Probe gestellt: «Von Zermatt bis Arolla. Zwischendurch habe ich wüst geflucht!» Für die neue Sommerserie «sporterlebt» teilen sie sich gar sein Zelt. Sie versichert: «Ich hab vorab schon gefragt: Du schnarchst doch nicht, Bernhard?» Zu sehen ist die sechsteilige erste Staffel ab 4. Juli jeweils montags, 22.20 Uhr, auf SF zwei. yz

Rose

kaktus

Philipp Hotzenköcherle Kommandant Stadtpolizei Zürich u Meist sind Polizisten Zeuge wüster Vorfälle. Umso mehr geniessen es die Beamten, wenn das Zeuge-Sein so viel Spass macht wie letzte Woche in Zürich. Ein Brautpaar, Minuten nur vor ihrer Trauung, hat keine Trauzeugen. Da springen zwei Stadtpolizisten ein, die gerade am Bussenverteilen sind. In Uniform und bewaffnet bezeugen die Beamten auf dem Standesamt das Jawort der Liebenden. Wir schicken Stapo-Chef Hotzenköcherle unsere Rose mit der Bitte, diese an seine Hochzeits-Polizisten weiterzureichen. Die Polizei, dein Freund und Trauhelfer.

Thomas Schwager Stadtparla­mentarier Grüne, St. Gallen u Unharmonische Töne in ­ St. Gallen. Das dortige Open Air ist Legende, seit 30 Jahren steigt das Freiluftkonzert im Naturschutzgebiet Sittertobel. Das will der grüne Stadtparlamentarier Thomas Wagner ändern. Das Festival, so argumentiert er in seinem Postulat, habe negative Auswirkungen auf die Natur. Dabei rangieren die St. Galler Open-Air-Macher in einer WWF-Studie (Umweltleistung von Grossveranstaltern) auf Platz eins. Lieber Herr Schwager, unser stachliges Open-Air-Geschenk soll Sie so richtig rocken, ohne dass Sie aber gleich ­ den Blues kriegen. schweizer illustrierte

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Haben das Auto­ basteln im Blut: Sebastian und sein Vater Rolf Küttel in dessen Werkstatt in einem Gewerbe­ gebiet von Wil SG. Vater Küttel ist Transport­ unternehmer. «TÖfflibueb» Sebastian Küttel

Fotos Marcel Nöcker

Wie sein Autö zum Kultobjekt wurde u «Es war schön, im Autö zu sitzen und Gas zu geben. Doch nun ist es leider weg!» Sebastian Küttel, 17, steht in der Hobbygarage seines Vaters. Hier ist es entstanden, sein Autö – eine Mischung von Auto und Töffli. Im April 2010, für Sebastians Sekundarschul-­ Abschlussarbeit. Zehn Tage und Nächte lang hatten der Automech-Stift und Vater Rolf Küttel, 48, gebastelt und gewerkelt. Hatten den vorderen Teil eines Puch Maxi ans Hinterteil eines Renault Clio gebaut, dann den hinteren Töffli-Teil ans Autoheck geschweisst. Ein Jahr stand das Auto in einer Scheune, vor ein paar Tagen nun probierte Sebastian es aus. Tuckerte mit zwei Kollegen und

25 km/h zu Hause in Jonschwil SG einmal die Hauptstrasse rauf und runter – was ein gesetzestreuer Stubenhocker die Polizei alarmieren liess. Diese beschlagnahmte das Gefährt noch vor Ende der Spritzfahrt. Dem jungen Tüftler drohen nun bis zu 2000 Franken Busse sowie der Entzug des Mofa-Ausweises. Zeitungen und TV-Stationen aus dem In- und Ausland berichten, die Facebook-Seite «Sebastian Küttel soll sein Töffli-Auto zurückbekommen» wird ins Leben gerufen. Tausende legen sich fürs Kult­ objekt ins Zeug, schreiben Leserbriefe, Online-Kommentare, auch aus China und Kanada. Motto: Toll, dass es Jugendliche gibt, die in ihrer Freizeit so kreativ sind!

Sebastian auf dem Polizeistützpunkt Oberbüren SG, wo das Autö zurzeit weggesperrt ist. Und, wie gehts weiter? Im August muss Sebastian vor der Jugendanwaltschaft antraben. Wies im Moment aussieht, wird sein Autö nicht verschrottet – wenn er es dem Töff­museum Lütisburg SG abgibt. Sebas­tian: «Gute Idee.» Ein schlechtes Gewissen hat er nicht. Sondern freut sich auf die nächste Bastelarbeit: das Auf­frischen eines Chrysler Eagle Talon 4WD Turbo. «Mein Geburtstagsgeschenk zum 18.» thomas Kutschera schweizer illustrierte

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Zwei Tage zuvor besuchte Karl Dall seinen Freund in St. Gallen. Dass sie sich so bald wiedersehen würden, ahnte Kurt Felix nicht.

Tränen, Pannen, flotte Sprüche Verleihung des Schweizer Fernsehpreises 2011 in Zürich

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as für ein Bild! Kurt Felix, sichtlich von der KrebsBehandlung geschwächt, weint vor Rührung, als ihn sein Freund Karl Dall auf der Bühne überrascht. Endlich bekommt die TV-Legende auch in der Heimat einen Preis fürs Lebenswerk. Und Standing Ovations vom Publikum in der Zürcher Maag Event Halle. Felix: «Das ist meine erste in der Schweiz!» Die Pannen – die Einspieler, welche die Nominierten für den besten Film zeigen, fehlen – werden durch einige flotte Sprüche wettgemacht. Eine kleine Auswahl gefällig? Moderatorin und Vierfach-Mami Sandra Studer zu Preisträger Franz Fischlin: «Du bist bald fünffacher Vater. Hast du noch andere Hobbys?» Moderator Rainer Maria Salzgeber fragt «Schweizer Talent» und Busfahrerin Maya Wirz: «Du gehst demnächst mit Bo Katzman auf Tour – fährst du den Tourbus?» Und der deutsche Moderator Frank Elstner meint bewundernd zu Kurt Felix: «Ich war noch nie so lange verheiratet wie du mit Paola. Dafür öfter!» Auch bei der Anreise zeigen die Stars Humor und Nonchalance. Walter Roderer parkt seinen Bentley direkt vor dem blauen Teppich, während Beat Schlatter (mit Bart und Sonnenbrille) mit dem Fahrrad ankommt. Den Preis für den besten Film muss er Stefan Kurt überlassen – der wohl auch besser mit dem Velo gekommen wäre: «Ich stand vierzig Minuten im Stau. Das ruft bei mir Heimatgefühle hervor», so der in Berlin lebende Schauspieler. Text sandra casalini, Fotos bruno voser, muriel hilti/tilLlate.com

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Schauspieler Stefan Kurt (l.) und Regisseur Alain Gsponer freuen sich über den Preis für «Der letzte Weynfeldt». Maya Wirz, Siegerin bei «Die grössten Schweizer Talente», freut sich über die Auszeichnung für die Sendung. Sie geht bald auf Tour.


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Auch optisch sind Kurt und Paola Felix noch immer ein Traumpaar.

Beat Schlatter kam per Velo. «Das Körbchen den Preis, falls mein Film ‹Hoselupf› eine ist für Schauspiel-Legende Walter Roderer, 90, fuhr mit Leider blieb der Korb nach der Verleihungn gewinnt.» seinem grünen Bentley direkt an den blauen Teppich leer. und schloss sein «Heiligtum» sorgfältig ab.

Die Gastgeber: Jörg Tobuschat, Mitglied der Geschäftsleitung Axel Springer (l.), und Chefredaktor Gion Stecher. Schön und schwanger: «10 vor 10»-Moderatorin Susanne Wille gratuliert ihrem Mann Franz Fischlin. Im August erwarten sie ihr drittes gemeinsames Kind.

Frank Elstner hält eine rührende Laudatio auf seinen Freund Kurt Felix. Fernsehfrau Christine Maier (bald «10 vor 10») mit BaldTV-Talker Roger Schawinski.

Für einmal nicht nominiert: Nik Hartmann, letztjähriger Gewinner in der Kategorie «Star».

party-facts Korrespondent Ulrich Tilgner (hielt die Laudatio auf Franz Fischlin) mit seiner Gattin Elisabeth Stimming.

Gastgeber Die TV-Zeitschriften «Tele» und «TV-Star» Tatort Maag Event Hall, Zürich Food Lachs, Kalbsfilet, Schoggimousse Hoppla! Dass mal ein Einspieler fehlt, kann vorkommen. Aber dass nach minutenlangem Gemurkse nur der Ton kommt … Gewinner Innovation: «Glanz & Gloria» mit «Ich oder Du». Film: «Der letzte Weynfeldt». Star: Franz Fischlin. Sendung: «Die grössten Schweizer Talente». Lebenswerk: Kurt Felix Party-Rating

Seltener Gast an einer Schweizer Veranstaltung: Regisseur und Oscar-Preisträger Xavier Koller.

«Die Schweiz kann in Sachen Glamour noch viel lernen. Aber lustig wars!»

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Eine Top-Suite für das Top-Model. Julia Saner: «Auf Reisen sind meine Hotels selten so luxuriös wie dieses.»

Grandezza vergeht

Wiedereröffnung des Hotels Schweizerhof

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Lolita Morena gewährt ganz rückenfrei tiefen Einblick. «Ich komme gerade vom Golfen.»

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ie Rückkehr einer Legende», so das Motto der Wiedereröffnung des Berner Fünf­ sternehotels Schweizerhof nach dem 50-Mil­lionen-Umbau. Passend dazu das legendäre Bond-Girl Ursula Andress als Patin des Festes am vergangenen Freitag, zusammen mit dem Topmodel Julia Saner. Auf dem roten Teppich sagt Ursi National, 1,65 Meter gross, zu Julia: «Wow, wie gross sind Sie?» – «1,81 Meter, aber ich trage heute auch noch hohe Absätze.» Viele Gäste haben persönliche Erinnerungen an den «Schweizerhof»: Marco Solari, Direktor des Filmfestivals Locarno, feierte hier seinen Offiziersball, Schauspieler Walo Lüönd war Stammgast, wenn er in Bern Theater spielte, und Ted Scapa hatte früher sogar ein Scapa-Zim­ mer. Der Berner Stapi Alexander Tschäp­pät ­geniesst für einmal den Glamour in «seiner» Stadt. Er schläft in Hotels übrigens immer ohne Kissen. Anders alt Bundeskanzler Achille Casanova: u

Sie trägt den Schlitz im Kleid wie keine andere: Lys Assia glänzt mit 87 Jahren auf jedem roten Teppich.

Ted Scapa mit Tochter Tessa. Im neuen «Schweizerhof» wünscht er sich eine Suite mit seinem Namen.


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r ... Einst der Tellerwäsche

Film-Ikone Ursula Andress (l.) und Topmodel Julia Saner, beide aus Ostermundigen BE, sind die Patinnen des Festaktes.

musiker ... jetzt Stargast, der im Jaguar vorfährt. Jazz Teppich: ­ roten dem auf t verrä r use Philipp Fankha er gearbeitet.» eroli Cass als «Vor dreissig Jahren habe ich hier er an der te frag s Davo in lehre Koch r Nach abgebrochene e habe er Lang Job. m eine «Schweizerhof»-Réception nach zu spät.» oft zu Chef dem kam «Ich hen: aber nicht abgewasc

nicht Der Berner Verleger Charles von Graffenried kommt mit ­Gattin Christine.

Economiesuisse-Chef Gerold Bührer mit Partnerin, der alt Regierungsrätin Elisabeth Zölch.

party-facts Gastgeber Hotel Schweizerhof in Bern Most wanted Viele (männliche) Gäste wollen sich mit Topmodel Julia Saner ablichten lassen Hoppla! Der Hauptlift in der Lobby ist defekt Food Trüffel-Risotto mit Parmesan, Beef- und Mango-Salat, Rindsfilet mit Sauce béarnaise Heimlicher Star Lys Assia bekommt für ihren eleganten Auftritt auf dem roten Teppich spontanen Applaus von den Schaulustigen

Armee-Chef André Blattmann mit Gattin Doris. Ihr HotelFavorit: «Castello del Sole» in Ascona TI.

Stapi Alexander Tschäppät mit Partnerin Christine Szakacs: «Glamour passt nicht immer ­ zu Bern, aber heute schon.»

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«Ein gelungener Start! Der ‹Schweizerhof› verströmt vom ersten Tag an Glamour und Grösse»

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Walo Lüönd (l.) und Regisseur Lukas Leuenberger plaudern in einer ruhigen Ecke. Igor Ustinov checkt im «Schweizerhof» ein, genauso wie einst Vater Sir Peter. Nicole Berchtold (l.) und Isabel Florido moderieren den Festakt.

«Ich brauche sogar zwei!» Weitere Hotel-Vorlieben: Economiesuisse-Chef Gerold Bührer möchte im Zimmer einen Föhn und Blumen, FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen ein WLAN, Snowboard-Ass Tanja Frieden im Bad einen Haken, um ihr Necessaire aufzuhängen, und SP-Nationalrat Hans Stöckli fühlt sich dann wohl, wenn das Zimmer gut riecht. «Schweizerhof»-Direktor Michael Thomann nimmt die Sonderwünsche gelassen: «Die können wir alle erfüllen. Und noch viele mehr.»

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Text Yvonne zurbrügg und alejandro velert, Fotos Dick vredenbregt und kurt reichenbach

Herzchirurg Thierry Carrel mit Gattin Sabine. «Endlich ein zweites Top-Hotel für Bern!»

Zufriedene Gastgeber: Hotel-Direktor Michael Thomann (l.) und PR-Mann Claudio Righetti.


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Als neue Fürstin soll Charlene Wittstock Monaco Glamour und Glanz zurückbringen: Wenn Fürst Albert am 1. Juli die Bürgertochter aus Südafrika ehelicht, jubeln die Monegassen, feiern die royalen Gäste – und die Welt schaut zu.

Fit für den Palast


Foto Sébastien Darrasse / Realis

In ihrem Element Im Februar 2011 nimmt Charlene Wittstock in Südafrika am welt­ grössten Schwimmanlass Midmar Mile teil. Dafür trainiert sie im Pool des Oyster Box Hotels – dort wird das Brautpaar im Anschluss an die Hochzeit seine Flitterwochen verbringen.

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Zwei Sportbegeisterte haben sich gefunden

Fürstlicher Rock ’n’ Roll Am Konzert von Iggy Pop im Juli 2010 legen Charlene und Albert eine heisse Sohle aufs Parkett.

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u Egal ob auf dem Tanz- oder dem Society-Parkett – Charlene Wittstock macht an der Seite von Fürst Albert stets eine gute Figur. Als ehemalige Olympia-Schwimmerin ist sie ebenso sportbegeistert wie der frühere Olympia-Bobpilot. In St. Moritz traute sie sich gar als Beifahrerin in seinen Schlitten, mit Tempi von über 100 Stundenkilometern. «Charlene ist eine echte Sportskanone», sagt Albert über die künftige Frau an seiner Seite. Vor allem ist Charlene aber jung genug, ihm die lang erwarteten Fürstenkinder zu schenken. Und darauf freuen sich vor allem die Monegassen.


Fotos Christian Alminana / WireImage, LAN / Corbis / Specter

Sympathisch, nat端rlich, attraktiv Charlene Wittstock wird als Braut eine Traumhochzeit von welt足weitem Inte足resse garantieren. Schon an der Princess Grace Awards Gala in New York verzauberte sie die G辰ste.


Text andreas c. englert

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m 1. Juli endet eine Ära: Die des einzigen Junggesellen, der in einer europäischen Monarchie regiert. Die Ära von Fürst Albert, 53, dem Single. Dann wird Monaco endlich auch via Standesamt und Traualtar wieder eine Fürstin haben: Fürstin ­Charlene, geborene Wittstock, 33 Jahre alt, Bürger­tochter aus Südafrika, früher Schwimmerin von Weltklasse. Die Hochzeit wird das erste royale Grossereignis im kleinen Fürstentum (2,02 km2) seit 56 Jahren sein. Damals wurde der Hollywood-Star Grace Kelly zur Fürstin Gracia ­Patricia. In den Jahren danach hatte Monaco seine glanzvollste Zeit erlebt: Der zuvor in verblassender Pracht der Belle Epoque vor sich hin dösende Zwergstaat wurde in aller Welt bekannt – der neue Treffpunkt der Schönen und Reichen, das Traumziel für Millionen von Touristen aus aller Welt. Es waren die glamourösen Jahre Monacos. Und klar ist auch: Mit Fürstin Charlene soll der Glanz zurückkommen. Fürstlicher Glanz – zwischen den Märchen der Vergangenheit und den ­Visionen des 21. Jahrhunderts. Mit einer Fürstin, die in Traumroben für Starfotografen im Palast posiert. Und kurz darauf am

Das Hochzeits-Programm de Zwei Trauungen, 4000 Gäste und zwei Konzerte: Drei Tage feiern Fürst Albert und Charlene diese Woche ihre Vermählung. Geflittert und weitergefeiert wird danach in Südafrika. Donnerstag, 30. Juni

Warm-up 15 000 Gäste geniessen gratis das Konzert der Eagles. Zuschauer erwünscht Im Hafen werden die Trauungen auf Leinwand übertragen.

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u 19 Uhr Der Party-Marathon beginnt: Fürst Albert und Charlene empfangen im Hotel Le Méridien in Monaco ausgewählte Medienver­ treter, die vor Ort über ihre Hochzeit berichten dürfen. u 22 Uhr Weiter gehts mit einem grossartigen Warmup-Programm unter freiem Himmel: Das Paar lädt die Monegassen und Bewohner der Nachbarorte zum exklusiven Konzert der amerikanischen Rockband Eagles ein. 15 000 Gäste kommen gratis zu einem zweistündigen Konzertgenuss im Stadion Louis II.

Das erste «Ja!» Im Thronsaal des Fürstenpalasts traut sich das Paar am Freitag zivil.


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Liebe ohne grosse Gesten u Es gibt kaum Bilder, auf denen Albert und Charlene eng umschlungen zu sehen sind: Öffentlich küsst und knuddelt sich das Paar nicht. Vor zehn Jahren lernten sie sich kennen, zwischenzeitlich verloren sie sich aber wieder aus den Augen. 2005 sagte er zu ihr: «Versuchen wir es, gehen wir ein Stück des Weges miteinander und schauen, wohin der Weg uns führt.» Jetzt besiegeln sie endlich ihr Glück und wünschen sich Kinder – viele Kinder sogar.

Steuer ihres neuen Kleinwagens vom Typ Smart mit umwelt­freundlichem Hybrid-Antrieb bei einem Termin vorfährt. Eine, die noch vor der Hochzeit bei einem Massenschwimmen in ihrer Heimat Südafrika mit namen­losen Sportfreunden ins Meer springt. Und die mit Traumroben von Akris und Armani, in Foto-Inszenie­rungen von Karl Lagerfeld viele gebür­tige und angehei­ratete Royals in Glamour- und Stilfragen mit erstaun­ licher Leichtig­keit in den Schatten stellt. Selbst Prinzessin Catherine, Herzogin von Cambridge, geborene Middleton, wirkt gegen Charlene wie ein Kom­ promiss zwischen ­royalem Prunk und der krampfhaften Bemühung, in Krisenzeiten bürgerliche Teil-Sparsamkeit zu zeigen. Die künftige Fürstin von Monaco mag wie Kate ein professionelles Coaching genossen haben. Doch ihre Fort­ bil­dung scheint nicht geprägt vom Zwang, es möglichst allen recht machen zu ­müssen. Charlene besucht Anlässe, gibt Interviews. Überraschend viele für eine royale Braut. Und überraschend ­offene. Gegenüber dem französischen TV-Sender TF 1 kommentierte sie beispielsweise den Heiratsantrag des Fürsten so: «Ich war überrascht, ich stand die ganze Woche unter Schock. Die ­erste Frage, die ich mir stellte, war:

s Fürstenpaars Freitag, 1. Juli u 16 Uhr Der Platz vor dem Grimaldi-

Palast wird geöffnet für die LeinwandÜbertragung. u 17 Uhr Die standesamtliche Trauung beginnt. Der Präsident des Staatsrats, Philippe Narmino, führt die Zeremonie im Thronsaal des Palasts durch. u 17.50 Uhr Die Gäste und das Volk erwarten das frisch­ vermählte Paar auf dem Balkon des Spiegelsaals. Albert und Charlene küssen sich. u 18 Uhr Das Paar mischt sich auf dem Platz vor dem Palast unter das Volk. Gemeinsam mit den Monegassen feiern sie am Buffet mit südafrikanischen und mediter­ranen Häppchen. u 20 Uhr Empfang am Hafen für die Bewohnerinnen und Bewohner des Fürstentums. u 22 Uhr Der erste Feiertag klingt mit dem Konzert des französischen Musikers und Freundes des Hochzeitspaars, Jean Michel Jarre, am Hafen aus.

‹Weiss mein Vater Bescheid?› Ich fragte Albert, ob er es ihm schon gesagt habe. Er meinte, er wolle ihn noch am Nachmittag anrufen. Ich sagte: ‹Ruf ihn vor 17 Uhr an, sonst schaut er Fussball.›» So glanzvoll Charlene auftritt, so un­ gekünstelt, selbstbewusst und offen gibt sie sich. Es ist deutlich zu merken: Hier steht eine künftige Fürstin, die sich eher durch Zufall in einen Fürsten verliebt hat. Und nicht eine Karrieristin, die um jeden Preis einen Herrscher erobern wollte. Weder kritische Monegassen noch misstrauische Medien haben Charlene je unterstellt, sie habe es auf Rang und Geld abgesehen. Am Anfang stand, wie es die künftige Fürstin selbst gern erzählt, ihr erster Besuch als Sportlerin in Monaco – und ein Gespräch über den Schwimmsport, Boxen und Triathlon. «Sport bildet den Charakter», sagt ­Albert gern. Und als langjähriger aktiver Bobfahrer genoss er bei seinen Konkurrenten stets das Image eines fairen Sportkollegen ohne Allüren. Es passte, dass das Paar erstmals offiziell bei einer Sportveranstaltung zusammen auftrat: bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin. Charlene erwartet eine einzigartige Chance, die kaum einer Neu-Prinzessin in einem regierenden Adelshaus geboten u

party-facts Die Gäste Aus Europas Königshäusern sollen Schwedens Kronprinzessin Victoria (ohne Gatte Daniel!) und ihre Geschwister Madeleine und Carl Philip kommen. Ihre Eltern wurden nicht geladen. Spaniens Kronprinz Felipe mit seiner Frau Letizia. William und Kate bleiben wegen einer Reise nach Kanada fern. Dafür werden Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und seine schwangere Gattin Carla alle Blicke auf sich ziehen. Charlenes ehemalige Schwimm-Gegnerin Franzi van Almsick reist an, genauso wie Schauspielerin Demi Moore mit Freund Ashton Kutcher, Hollywood-Star Brooke Shields, Modezar Karl Lagerfeld sowie Boris und Lilly Becker. Fest fürs Volk Freitag und Samstag sind offiziell Feiertage. Möglichst viele der 35 000 Monegassen sollen den Hochzeitsfeierlichkeiten beiwohnen können. Champagner-Laune Perrier-Jouët schenkt einen speziell für die Hochzeit kreierten Tropfen aus. Menge: endlos.

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Fotos Claudia Albuquerque / KCS / Dukas, Gianni Dagli Orti / The Art Archive, Pop-Eye, Colorise

Inniger Moment So zärtlich wie hier an Charlenes Party zum 30. Geburtstag auf einer Jacht vor Monaco zeigt sich das Paar selten.

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Zwei Grazien Charlene Wittstock hat das GraceKelly-Gen: Die blonden Haare, die elegant geschwungene Nase und das anmutige Auftreten erinnern stark an Alberts Mutter, Fürstin Gracia Patricia (l.). Beide Frauen haben übrigens deutsche Wurzeln.

«Ich war überrascht, ich stand die gesamte Woche unter Schock» Charlene Wittstock zum Heiratsantrag u wird:

die besondere Lage in ­Monaco. Einen monegassischen Pass ­haben ­gerade einmal 7600 der 17 000 Ein­wohner. Seit 1869 müssen Privat­personen hier keine Steuern bezahlen. Das durch unzählige Sicherheitskameras streng überwachte Fürstentum ist für heutige Verhältnisse praktisch kriminalitätsfrei. Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise sind in diesem Land keine Themen. Die Ur-Monegassen leben privilegiert und wissen das. Die Zugezogenen sind vor allem Millionäre

und Milliardäre aus aller Welt – das Steuerparadies lockte sie. Für all das ist die Souveränität des Landes der ­Garant. Und der Garant dieser Souve­ ränität ist das Fürstenhaus. Angenehme Begleiterscheinung: Albert verfügt über genügend Vermögen, nicht den Finanzminister anpumpen zu müssen, wenn er eine Hochzeit plant. Und keinen stört es, wenn Sponsoren wie das Champagnerhaus Perrier-Jouët, Schreibgeräte-Hersteller Montblanc oder die Automarke

Lexus, die dem Brautpaar für die Rundfahrt ein Hybrid-Cabriolet zur Verfügung stellt, aufspringen. In der Geschichte der royalen Hochzeiten absolutes Neu­ land. Warum sollte es auch stören? Werbung in Monaco ist irgendwie ja auch Werbung für Monaco. Schon zwei Abende vor der Hochzeit bittet das Brautpaar zum Konzert mit einer von Alberts Lieblingsbands, den Eagles. Mit dem Fürsten feiern unter freiem Himmel nicht nur die 600 Ehrengäste aus aller Welt – auch alle gebür­ tigen Monegassen, Polizisten, Krankenschwestern und Gemeindemitarbeiter, die im Land leben. Ausserdem gibt es zwei Extra-Feiertage für alle, Sonder­ züge und Gratis-Parkieren in den sonst sündhaft teuren Parkhäusern. Unter­ tanen, die so verwöhnt werden, neiden ihrer künftigen Landesmutter kein noch so schönes Collier und kein noch so prächtiges Abendkleid. Albert hat bereits 2005, als er offiziell Fürst wurde, bewusst auf ein steifes ­Protokoll verzichtet. Und viel getan, um das Image des Landes, das im Fokus von Steuerfahndern und Finanzverwaltungen aus aller Welt steht, sympathischer zu machen. Der Tourismus wurde an­ gekurbelt, in die etwas vergilbten Hotels investiert – und eine schöne Fürstin ­gefunden. Eine Sportlerin, keine der

Samstag, 2. Juli u 17 Uhr Im Hof des Fürsten­

palasts warten 4000 Gäste auf den grossen Moment: Der Erzbischof von Monaco, Bernard Barsi, traut Fürst Albert und Charlene. Auf dem Platz vor dem Palast wird die Zeremonie auf Grossleinwand übertragen. u 18.30 Uhr Das Paar verlässt den Palast und fährt in der Lexus-Limousine zur Kirche Sainte-Dévote. Dort legt Charlene ihren Brautstrauss nieder, bevor das Paar durch die Strassen fährt

und sich vom Volk bejubeln lässt. u 21.30 Uhr Das grosse Gala-­

Dinner wird serviert. Was Sterne­ koch Alain Ducasse kreiert, ist ein Geheimnis. Fürst Albert wünscht regionale Produkte. Gegessen wird auf den Terrassen des Opernhau­ ses – geladen sind über 450 Gäste. u 24 Uhr Der Himmel über Monaco leuchtet in allen Farben: Ein Feuer­ werk eröffnet den Ball. SF 1 überträgt die Hochzeit von 14.45 bis 19.20 Uhr

Das Kleid Was Stardesigner Giorgio Armani ihr auf den Leib schneidert, ist noch ein Geheimnis.

Er traut sie Vor Erzbischof Bernard Barsi geben sich Albert und Charlene das Eheversprechen.

Gala-Dinner Auf den Terrassen des Opernhauses speisen 450 Gäste.

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Goldgräberinnen der Society, die jahrelang voller Hoffnung vor dem GrimaldiPalast Schlange standen. Viele haben ­Albert unterschätzt: Er versucht mit Erfolg, dem Staat neue Impulse zu ­geben. Er hat zwei uneheliche Kinder ­offiziell anerkannt und damit sein Privatleben aufgeräumt. Er hat seine Schwestern Caroline und Stéphanie wieder mehr ins Fürstentum integriert – einschliesslich ihrer Kinder. Selbst einer, der immer für skandalträchtige Schlagzeilen gut war, ist lange nicht mehr im Fürstentum gesehen worden: Prinz Ernst August von Hannover, Immer-noch-Ehemann Nummer drei von Prinzessin Caroline. Früher ein Garant für rüde Auftritte und verbale Entgleisun­ gen. Zuletzt nur noch sporadisch in den Blättern vertreten, mal in Asien, mal in Südtirol, jeweils an der Seite von Damen eher unköniglichen Rangs. Beliebte ­Wette derzeit in Monaco: Taucht Ernst August überhaupt an der Hochzeit auf? Charlene geniesst künftig einen Status, den nur wenige royale Bräute ­haben: Sie ist nicht die Frau des Thronfolgers oder des übernächsten Thron­ folgers. Sie ist sofort die First Lady im Lande, muss vor niemandem knicksen, niemandem hinterherlaufen und ausser ihrem Mann niemandem Rechenschaft ablegen. Sie hat gleich die Möglichkeit,

sich zu entfalten, statt zentnerschwere Erwartungslasten von Schwiegereltern mit sich herumschleppen zu müssen. ­Allerdings: Ausführlich für ihre neue Rolle trainieren kann sie als Fürstin auch nicht. Das allerdings scheint kein Pro­ blem für sie zu sein. Auch wenn sie Alberts Mutter Gracia Patricia rein optisch in mancher Hinsicht gleichen mag, der Fürst hat ­keine Risiken unternommen, seine Braut in unerwünschte Vergleiche zu treiben: Sie trägt keinen Verlobungsring seiner Mutter, (bisher) keinen Familienschmuck. Den Glanz bringt sie ohne ­solche Hilfsmittel ins Fürstentum zurück. Auch wenn sie als Sportlerin nie olympisches Gold gewann, hat sie schon vor der Hochzeit viel mehr gewonnen: Anerkennung, Sympathien, das Herz des Fürsten, die meisten Herzen in Monaco, noch viel mehr Herzen in aller Welt. Wie sagt Albert doch so gern? – «Sport bildet den Charakter.» Bei Charlene hat er zweifellos recht. Die richtige Fürstin kann ein Fürst auch im Schwimmsta­dion finden. Auf jeden Fall dann, wenn sie Charlene heisst.  Autor Andreas C. Englert ist stv. Chef­redaktor der deutschen ­Illustrierten «Frau im Spiegel» und Königshaus-Experte.

Montag, 4., bis Donnerstag, 7. Juli u 4. Juli Das Internationale Olympische

Komitee (IOC) tagt in Südafrika. Fürst Albert ist Mitglied und nimmt seine frisch Angetraute mit – schliesslich ist es Charlenes Heimat. Das Paar wohnt im luxuriösen Oyster Box Hotel in einem noblen Vorort von Durban. Sie haben die 250 Quadratmeter grosse Präsidentensuite für 5000 Euro pro Nacht ganz für sich. u 6. Juli Das IOC entscheidet in einer Vollversammlung, wer die Olympischen

Winterspiele 2018 austragen darf: München, Annecy oder das südkoreanische Pyeongchang. u 7. Juli Freunde, Adelige und Prominente: Wer nicht zur Hochzeit in Monaco kommen konnte, ist Gast an der Hochzeitsfeier in Südafrika. Albert und Charlene erwarten 200 Gäste im Luxushotel, dabei sein werden vor allem auch Freunde von Charlene. Das IOC soll sein frischvermähltes Mitglied hier ebenfalls tüchtig feiern.

Fotos Interfoto, Getty Images (2), Abaca / Dukas (2), Bulls Press

Flittertage Das Paar bewohnt für mehrere Nächte die Präsidentensuite des Oyster Box Hotels im südafrika­ nischen Durban.


Mit Silber dekoriert Die Schweizer warten nach dem verlorenen U21-EM-Final in Aarhus (DK) auf die Pokalübergabe an Spanien. Die erste ­Enttäuschung wird rasch dem Stolz Platz machen. (V. l.) Trainer Pierluigi Tami, Physiotherapeut Nicolas Christin, Fabian Frei, François Affolter, Philippe Koch (verdeckt), Xherdan Shaqiri (sitzend), Pajtim Kasami, Fabio Daprelà, Granit Xhaka, Frank Feltscher, Kevin Fickentscher, Benjamin Siegrist, Jonathan Rossini (sitzend), Nassim Ben Khalifa (verdeckt), Yann Sommer, Innocent Emeghara, Fabian Lustenberger (verdeckt), Amir Abrashi, Daniel Pavlovic.

Den Titel des Europameisters müssen Shaqiri & Co. zwar Spanien überlassen. Aber mit begeisterndem Fussball hat das u21-nationalteam die Schweiz verzaubert. Und sich für Olympia qualifiziert.

Sieger der


Herzen

Foto Valeriano Di Domenico / freshfocus

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Die grössten Fans sind in Dänemark live dabei: Eltern, Freundinnen, Verwandte!

Ferien für den sohn u Der Trost der mitgereisten Fans nach verlorenem Final tut gut. Goalie Yann Sommer kann aber schon während der gesamten ­Turnierdauer auf viel Support vor Ort zählen – durch die Eltern. «Wenn der Sohn Europameister werden will, muss man halt zwei Wochen Ferien nehmen», sagt Papa Daniel.

Ein Prost auf Olympia! Daniel und Monika Sommer stossen auf ihren Sohn Yann an.

oma weiss bescheid u Kein Wunder, spielt Philippe Koch ein sackstarkes Turnier. Den Verteidiger beflügelt, dass Freundin Lara Sonder­ egger, Papa Thomas, Mama Iris und Gross­ mama Silvia Gilgen (v. l.) in Aarhus als Fans dabei sind. Selbst die Oma ist eine Fachfrau: «Ich bin wenn immer möglich live dabei, wenn meine Enkel spielen!»

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der doppelte luigi hilft u Stammgast selbst an den Trainings der Schweizer war Luigi Berardi (r.), der Vater von Gaetano Berardi. Er war mit seinem Kollegen Luigi Grecola nach Dänemark gereist, um seinen Sohn, der sein Geld in Italien verdient, nach Kräften zu unterstützen.


Text thomas renggli Fotos hervé le cunff

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ilber glänzt nicht wie Gold, klar. Aber der zweite Platz der Schweizer U21-Junioren an der EM macht stolz. Fabian Lustenberger, der Dauerläufer im Mittelfeld, wirkt nach dem 0:2 gegen Spanien nicht wie ein Verlierer: «Natürlich ist die Enttäuschung über die Niederlage gross. Aber wir haben ein super Turnier gespielt.» Granit Xhaka, der U17-Weltmeister, sieht ein arithmetisches Problem: «Ich hatte das Gefühl, der Gegner stehe mit zwei Mann mehr auf dem Platz.» Tatsächlich: Nach dem Führungstreffer kurz vor der ­Pause machen die Iberer das, was sie auf sämtlichen Stufen beherrschen wie niemand sonst. Sie lassen den Ball laufen – und den Gegner. «Tiki-taka» nennt man das. Auf Augenhöhe mit ihnen befindet sich an diesem Abend nur ein Schweizer – Xherdan Shaqiri. Wie in den Partien ­zuvor überragt der 1,69 Meter kleine ­Instinktfussballer seine Teamkollegen. Shaqiri. Mehmedi. Emeghara. Xhaka. Die Stars der Schweizer U21Nationalmannschaft tönen nicht nach Rütlischwur und Matterhorn. Trotzdem sind sie die perfekten Botschafter der neuen Schweiz. Admir Mehmedi, 20-jähriger FCZ-Stürmer mit mazedonischen Wurzeln, redet in vier Sprachen über seinen Siegesschuss im Halbfinal gegen das tschechische Team: Französisch, Italienisch, Englisch, Deutsch. «Das war eines der wichtigsten Tore meiner Karriere»,

in froher erwartung u Zu viert – oder eigentlich fast zu fünft – unterstützte eine deutschinnerschweizerische Delegation Fabian Lustenberger. Mama Monica, Papa Hans und Bruder Martin reisten aus dem Luzernischen an. Freundin Monique kam aus Berlin. Sie erwartet im August mit Fabian ihr erstes Kind.

kommentiert er. Pure Untertreibung. Der spektakuläre Volltreffer macht den Zürcher zu einem der grossen Sieger des Turniers und befördert ihn ins Bewusstsein der internationalen Topklubs. Mehmedis Glücksgefühle be­ schrän­ken sich nicht nur auf den Fussball. Am Morgen des Finaltags erfährt der Goalgetter, dass er (wie Klubkollege Philippe Koch) die KV-Lehrabschlussprüfung bestanden hat. Unsere EM-Helden brauchen den Kopf nicht nur zum Köpfeln. Shaqiri, geboren in Kosovo, liebt das Skifahren fast so sehr wie den Fussball. Als besten Politiker bezeichnet er SVP-Bundesrat Ueli Maurer. Nach dem Final tröstet der eigens nach Aarhus angereiste Sportminister Shaqiri mit einem Händedruck. Secondos sind die grössten Patrioten. Innocent Emeghara schliesslich, 22, der Turbo-Sprinter aus Nigeria, der seiner Mutter vor neun Jahren in die Schweiz folgte, spricht voller Hochachtung über seine Wahlheimat: «Wenn man aus einem Dorf mit 500 Einwohnern kommt, wo die Leute fast nichts haben, schätzt man die Lebensqualität in der Schweiz umso mehr.» Mit seiner fröhlichen Art verkörpert er die Spiellust und die Unbeschwertheit der jungen Schweizer auch neben dem Platz: «Der Fussball ist meine Musik. Wenn ich Fussball spielen kann, bin ich glücklich.» Glücklich machen Emeghara & Co. die Schweizer Fans. Mit begeisterndem Offensivfussball und ohne Gegentor u

Fotos Andreas Meier / frechfocus, Keystone (4)

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Papas gute vorarbeit Frei darf auf seinen Sohn und damit auch auf die eigene Arbeit stolz sein. Der Vater von Fabian Frei hilft für den Verband den jungen Spielern bei Persönlichkeitsschulung und Karriere­planung. Nach Dänemark reiste er in Begleitung von Ehefrau Ruth und Fabians Schwester Anja. u Markus

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stürmen sie sensationell in den Final des wichtigsten europäischen JuniorenWettbewerbs. Bescheidenheit und ­Demut verlieren sie nie. «Diese Gruppe verhält sich extrem respektvoll und ­solidarisch», beschreibt Trainer Pierluigi Tami die Stim­mung in der Garderobe. Die Schweizer Nachwuchskicker heben ab – und bleiben doch auf dem Boden. Von eigentlichem Junioren-Fussball kann allerdings nicht mehr gesprochen werden. «An diesem Turnier besitzt prak­ tisch jeder Spieler das Potenzial, auch in der A-Nationalmannschaft aufzulaufen.» Shaqiris Einschätzung ist keine Übertrei­ bung. Im Schweizer Team gehören neun Spieler zum A-Kader von Ottmar Hitzfeld. U21-Europameister Spanien bringt gar die Erfahrung aus 1450 Partien der höchsten nationalen Liga auf den Platz. Im Zentrum der Schweizer Frühlingsgefühle steht auch ein Mann, der nördlich des Gotthards bisher kaum zur Kenntnis genommen wurde – Trainer Pierluigi Tami. Der 49-jährige Tessiner aus Minusio, der von den italienischsprachi-

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amore, amore! Mariacarla, die

Ehefrau von Innenverteidiger Jonathan Rossini, reiste im Auto über 1600 Kilometer aus Genua an. «Unser Husky Demon hätte Jonathan sonst sehr gefehlt.»

So gratuliert Bundesrat Ueli Maurer In der SI

Die Schweiz freut sich! Mitfiebern in illustrer Gesellschaft Sportminister Ueli Maurer (r.) reiste für das U21-EM-Finalspiel eigens nach Aarhus (DK). Dort sass er auf der Tribüne neben SFV-Präsident Peter Gilliéron und Uefa-Präsident Michel Platini (l.). Liebe Spieler, liebe Trainer und Betreuer, liebes U21-Team Ich bin sehr stolz auf Euch und gratuliere Euch im Namen der Landesregierung herzlichst zum Gewinn des Vize-Europameistertitels 2011 in Dänemark! Mit mir zusammen haben ganz viele Schweizerinnen und Schweizer Eure Spiele mitverfolgt und aus der Ferne die Daumen gedrückt. Ihr seid einfach gut. Ihr seid einzigartig, und es war wahrlich eine grosse Freude, Euch Fussball spielen zu sehen. Souverän, mit Herz und Freude! Erstmals überhaupt stand eine U21-Auswahl im EM-Final, und nach unglaublichen 84 Jahren wird wieder ein Schweizer Fussballteam

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an ­Olympischen Sommerspielen vertreten sein. Das sind Meilensteine, die mit Sicherheit Ansporn sein ­werden für die Zukunft – für jeden Einzelnen, für den Schweizerischen Fussballverband, für unser Land. Liebes U21-Team, alles Gute für den weiteren Lebensweg. Mögen neue Wünsche und Träume für Sie alle in Erfüllung gehen. London 2012 freut sich auf Euch – go, U21-Nati, go!

Ueli Maurer Bundesrat

gen Journalisten respektvoll «Mister» genannt wird, hat die perfekte Balance zwischen defensiver Sicherheit und ­offensivem Risiko gefunden. Akribisch achtet er auf jedes Detail. Dazu gehört die perfekte Kommunikation in drei ­Landessprachen, aber auch das Setzen von klaren Grenzen für die Medien. Diese Konsequenz bekommen auch seine Frau Ursula und Tochter Nicole, 7, zu spüren. Für das zweite und dritte Gruppenspiel reisen sie nach Dänemark. Tami, der aus erster Ehe zwei Söhne, Mattia, 27, und Alessandro, 23, hat, sieht seine Familie nur ein einziges Mal. «Ich sagte meiner Frau, sie dürfe gern nach Dänemark kommen. Aber ich habe ­keine Zeit für sie. In der Freizeit der Spieler bereite ich unsere nächsten Trainings und Spiele vor.» In seiner Genauigkeit und Seriosität erinnert Tami an Ottmar Hitzfeld. Im Vergleich zum «echten» Nationaltrainer besitzt der Tessiner aber einen ­wichtigen Vorsprung. Er hat sich mit dem VizeEuropameistertitel für einen ­Grossanlass im kommenden Jahr qualifiziert – die Olympischen Spiele 2012 in Grossbritannien. Damit ist Tami ein Eintrag in der Fussballgeschichte garantiert. Letztmals trat ein Schweizer Team vor 84 Jahren zum Olympia-Fussballturnier an. Der Erfolg des Schweizer Nachwuchses ist ein Produkt des Teamgeists und des Zusammenhalts. Selbst die zweieinhalbwöchige Abgeschiedenheit in Hobro, einem Provinznest, wo sich ­dänische Füchse und Hasen «Godnat» sagen, führt nicht zum Lagerkoller. Die Rivalitäten des Alltags werden aus­ geblendet. Basler kämpfen für Zürcher, Deutschschweizer für Romands. Als die Spieler nach dem Halbfinalsieg gegen Tschechien einen freien Nachmittag ­einziehen, setzen sie auf ein überraschen­ des Alternativprogramm. Shaqiri, ­Xhaka, Sommer und Siegrist gehen in Hobro ­gemeinsam zum Coiffeur. «Für 360 Kronen – mehr als zu Hause», zieht Xhaka buchhalterische Bilanz. Was kommt auf die jungen ­Wilden des Schweizer Fussballs zu? Fordert die Schweiz in drei Jahren an der WM in Brasilien auch bei den A-Teams die Top-Nationen? Die personelle Basis und der Ausbildungsstand des Nachwuch­ses sprechen dafür. Leidenschaft, ­Kampfgeist und Kreativität ebenfalls. «Wir wollen im­ mer Spektakel bieten», sagt Vorkämpfer Shaqiri. Seine Generation lässt Taten ­folgen. Wir nehmen sie beim Wort. Denn dieser «Coup Dänemark» soll erst die Vorspeise gewesen sein. Er macht Lust auf mehr – auf viel mehr. 

Foto Valeriano Di Domenico / freshfocus

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Ein Berner in Hamburg Am Weltwirtschafts-Institut lehrt Thomas Straubhaar die makroökonomischen Zusammenhänge.

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«Jetzt ist das Kind da!» Staatsbankrott in Griechenland, Europa-Bashing in Deutschland, Tourismusflaute in der Schweiz: Prof. Thomas Straubhaar über die Euro-Krise und was die EU von uns lernen kann. Text Stefan Regez

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Foto Philipp Guelland / ddp

r ist im Berner Oberland geboren, in Europa zu Hause. Geht es um Euro-Krise, Griechenland und die Folgen für die Schweizer Wirtschaft, ist Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts, einer der renommiertesten Ökonomen. Er sagt trotz des starken Frankens: «Ich bleibe optimistisch.»

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Herr Straubhaar, ökonomisch betrachtet, wohin sollen Herr und Frau Schweizer in die Sommerferien fahren: nach Griechenland, Spanien – oder in der Schweiz bleiben? Ein so starker Franken ist eine spekta­ kuläre Einladung zu Auslandsferien, also Spanien oder Griechenland. Soeben habe ich mich selber in den USA – der schwache Dollar lässt grüssen – mit günstigen Kleidern und elektronischen Geräten eingedeckt. Wo machen Sie und Ihre Familie Ferien? Leider verdiene ich mein Gehalt in Euro und nicht in Franken. Und als Touristen aus Deutschland spüren auch wir den schwachen Euro. Für uns gibt es teure Ferien: Wir fahren ins Berner Oberland! schweizer illustrierte

Schwacher Winter, späte Ostern, starker Franken – nun pfeifen viele Hotels in den Bergen aus dem letzten Loch. Der starke Franken trifft nicht nur den Tourismus, auch die Exportwirtschaft leidet, darunter viele mittelständische Betriebe. Die Umsätze stimmen noch, aber die Margen sinken. Das ist im Tourismus nicht anders. Wir erkennen aber auch gegenläufige Tendenzen. Ja? Weil es den Schweizern wirtschaftlich gut geht, werden viele Kurzurlaub im eigenen Land machen. Zudem profitiert die Schweiz von billigeren Importen, günstigerem Benzin und tieferen Kapitalkosten als im Ausland. Das ist wichtig, wenn ein Hotelier investieren will. Kompensiert es den starken Franken? Nicht vollständig, aber teilweise schon. Sicher ist die Situation nicht einfach, aber auch nicht erstmalig. Der Franken hatte schon oft Phasen der Aufwertung. Aber noch nie war es so dramatisch. Ja, das stimmt. Schon beim Euro-Kurs 1,40 sprach man von einer Schmerzgrenze. Dann bei 1,30. Jetzt 1,20 – wann geht es denn so richtig ins Auge mit dem starken Franken?

Das mit der Schmerzgrenze ist ein helve­ tischer Reflex, den ich durchaus zu würdigen weiss: Man beginnt zu klagen, bevor man leidet. Dadurch sensibilisieren Schweizer Firmen auch die eigenen Mitarbeiter und können Bescheidenheit einfordern. Beim Tourismus kommt uns nun zugute, dass die Schweiz schon lange ein Hochpreis-Image hat. Das verspricht Luxus. Auf der Welt gibt es eine wachsende Zahl Menschen, die diesen Luxustourismus suchen und bezahlen können. Unabhängig von den Wechselkursschwankungen. Sie sehen also keinen Handlungsbedarf? Nein, ich denke, das wäre das falsche Signal und würde dem Tourismus auch nicht helfen. Oder sollten wir den Euro übernehmen? Das halte ich für eine absurde Idee. Trotz meiner europäischen Perspektive sage ich: Die Schweiz hat das grosse Glück, dass sich diese Frage für sie gar nie gestellt hat. Und jetzt, zu einem solch kritischen Zeitpunkt, stellt sie sich sowieso nicht. Ich erkläre es den Studenten jeweils mit einer Metapher: Deutschland ist 1999 ungewollt mit dem Euro schwanger geworden – als Gegenleistung zur Wiedervereinigung. Und moralisch gibt es bei einer ungewollten Schwangerschaft nur eine Lösung: Man muss dieses Kind grossziehen. Die Schweiz wurde jedoch nie schwanger – und sollte es auch nicht werden.


Was sagen die Deutschen 2011 zum Euro? Wir erleben eine historische Zeitenwende: Bis zum Ausbruch der GriechenlandKrise im Mai 2010 war Deutschland der politische und wirtschaftliche Motor der europäischen Einigung. Dann, orchestriert von den Medien, fing das EuropaBashing an. Eine Art Renationalisierung im Denken ist im Gang. Die Kriegsgeneration stirbt aus, die Nachkriegsgenera­ tion wünscht sich die D-Mark zurück. Und der «Spiegel» schrieb letzte Woche einen Nachruf auf den Euro, weil er wirtschaftlich nicht funktioniere. Die Analyse mag richtig sein, nur bringt sie uns nicht weiter. Jetzt ist das Kind da! Wenn Deutschland nun aus dem Euro aussteigt, bleibt innerhalb der EU kein Stein auf dem anderen. Mit welchen Folgen? Die EU mit ihrem gut funktionierenden Binnenmarkt würde das nicht überleben! Und doch zeigt die Griechenland-Krise: Der Euro ist ein Schönwetter-Konstrukt. Ja, auch ich habe 1999 gewarnt, dass zu viele Länder eingebunden werden. Dass es kein optimaler Währungsraum ist. Dass die realwirtschaftlichen Differenzen nicht kleiner, sondern grösser werden.

Was hätte die EU anders machen sollen? Die EU hätte schon damals parallel einen Finanzausgleich einführen müssen, wie ihn die Schweiz zwischen den Kantonen kennt. Es braucht diese Umverteilung von starken zu schwächeren Gliedern. Darum kommt die EU nicht herum. Deutschland würde abermals belastet. Klar, Deutschland profitiert auch enorm vom gemeinsamen Wirtschaftsraum. Das deutsche Exportwunder ist eine direkte Folge des Euros. So wie Zürich von der Stabilität der Schweiz profitiert und dafür Transferzahlungen in den Jura oder nach Graubünden leistet, so muss Deutschland Transfers nach Portugal oder Griechenland in Kauf nehmen. Zuerst steht Griechenland in der Pflicht Brüssels: Wird das Parlament diese Woche dem Milliarden-Sparpaket zustimmen? Da traue ich mir keine Prognose zu. Die wirtschaftliche Situation in Griechenland ist dramatisch, das Bruttoinlandprodukt schrumpfte in den letzten drei Jahren um zehn Prozent, die Arbeits- und Hoffnungslosigkeit explodieren. Wenn jetzt der Staat noch massiv sparen und Stellen abbauen muss, kann er bei der Bevölkerung keine Zustimmung finden.

Aber die Griechen leben doch auf Pump! Ja, das schon. Es fehlen auch effiziente Strukturen, Steuern wurden nicht erhoben, die Staatsausgaben waren zu hoch. Aber der kleine Mann kann nicht die makroökonomischen Zusammenhänge erkennen. Für ihn heisst es nur: Der Lohn wird um 20 Prozent gekürzt oder seine Stelle ganz gestrichen. Da wäre in der Schweiz die Empörung auch gross. Das Sparpaket macht also keinen Sinn? Kurzfristig ist es eher kontraproduktiv. Man würde besser schauen, in welchen EU-Fördertöpfen – Struktur- und Regionalhilfe, Kohäsionsfonds – noch Geld für Griechenland zur Verfügung steht. Damit sollte man fällige Kredite zurückzahlen. Wie geht es mit Griechenland weiter? Kurzfristig muss man sich keine Illusionen machen: Die makroökonomische Situation bleibt kritisch. Ein Gesundungsprozess dauert zehn bis 20 Jahre. Oder Griechenland geht am 18. Juli das Geld aus – der Staat wäre bankrott! Und mit ihm bald auch die griechische Wirtschaft und Bevölkerung. Entscheidend ist aber: Wenn Griechenland fällt, gibt es einen Dominoeffekt. Die Anleger verlieren auch ihr Vertrauen in Spanien, u


Irland, Portugal, Italien und Belgien. Der ganze Euro-Raum würde instabil – und der Franken weiter aufgewertet. Sie schliessen einen Staatsbankrott aus? Die EU pokert mit ihrem Druck auf Griechenland unglaublich hoch. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die EU einen Staatsbankrott in Kauf nimmt. Das Risiko ist schlicht zu hoch. In der Schweiz tun gewisse Kreise so, als ginge uns die Euro-Krise gar nichts an. Oder reagieren gar mit Schadenfreude. Das ist in dieser Situation nicht angebracht! Und entspricht auch nicht der Schweizer Mentalität. Schaden­ freude kommt dann auf, wenn man schwach ist. Das Schweizer System und unsere Wirtschaft dagegen sind zum Glück sehr stabil, stark und widerstandsfähig. Freuen wir uns also über unsere geldpolitische Freiheit und unsere Stärken, aber anerkennen wir auch die Abhängigkeit von Europa. Prosperiert Europa, geht es der Schweiz besser. Darbt Europa, geht es auch uns schlecht. Und scheitert der Euro, dann kann man sich die Folgekosten für die Schweiz gar nicht ausmalen. 

Fotos Keystone, Archiv Klar, Action Press / Dukas

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Thomas Straubhaar

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von der FDP gekürter Auslandschweizer

Der damalige FDP-Nationalrat Johannes Rand­ egger übergibt Thomas Straubhaar in Basel den von der FDP Schweiz International verliehenen Auslandschweizer-Preis 2005.

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Der Eishockeyund Fussballfan

Anfang Jahr trägt sich Straubhaar wichtige Sporttermine ein, wie hier das Eishockeyspiel Hamburg–Berlin. Sein Herz schlägt zudem für die SCL Tigers, FC Thun, Freiburg und den HSV.

gut vernetzt in der politik

Ein gefragter Ökonom: HWWI-Direktor Straubhaar stellt 2008 mit CDU-Familienministerin Ursula von der Leyen (heute Arbeitsministerin) den Bericht «Erfolgs­ faktor Familie» vor.

Persönlich u Geboren in Unterseen BE am 2. August 1957, aufgewachsen in Burgdorf BE karriere Wirtschaftsprofessor, seit 1999 Direktor Hamburgisches Weltwirtschafts-Institut (HWWI) u familie verheiratet, drei Kinder (16, 18 und 19 Jahre alt) u hobbys Sport aktiv (Laufen, Krafttraining, Tennis, Wassersport) und passiv (Fussball, Eishockey, Tennis).


Jede von ihnen will Miss Schweiz werden. Im Camp in Zermatt trainieren die zwölf kandidatinnen bereits jetzt hart für die Wahl im September. Dabei fliessen Tränen – aus Angst, Freude und Tapferkeit.

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Beautys in schweizer illustrierte


miss Schweiz

Verspieltes Duo Die kreativsten Kandidatinnen, Kristina Bazan (l.) und Priska Erni, teilen sich die Suite 403 des Hotels Cervo. ÂŤWir sind das Team KriskaÂť, sagen sie.

den Bergen


Miss schweiz

Mit High Heels in den Bergen Das Matterhorn kennen sie jetzt alle: ­ (v. l.) Michelle Koch, Julia Marinkovic, Giada Cattaneo, Cleo Heuss, Ashley Balmer, Lorenza Castella, Kristina Bazan, Alina Buchschacher, Priska Erni, Jessica Haag, Simone Casanova, Julia Flückiger.

Zum Heulen Karina ­Berger (l.) tröstet Julia Marinkovic, die an SpinnenPhobie leidet. Während der Dreharbeiten krabbelte eine Spinne an Julia vorbei: «Deshalb habe ich mich noch nie ins Gras gesetzt.»

Aargau meets Zürich Michelle Koch aus Büblikon AG (l.) und Miss Zürich Cleo Heuss machen sich in ihrem Badezimmer noch schöner. Text aurelia forrer Fotos fabienne bühler

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egen, ein vermisster Koffer und ein Unfall. Zu Beginn des Miss-Schweiz-Camps läuft gleich so manches schief. Per Zug sind die zwölf Kandidatinnen nach Zermatt VS gereist, nicht zuletzt um das Matterhorn kennenzulernen. Dem Debakel von 2009, als keine der Finalistinnen den bekanntesten Berg der Schweiz erkannte, soll proaktiv vorgebeugt werden. «Zumindest haben jetzt alle das Matterhorn einmal gesehen», sagt Marc Scheurer, Marketingleiter Zermatt Tourismus. Doch anstatt dass sich der Berg stolz präsentiert, regnet es in Strömen. Die Finalistinnen verstauen ihre zahlreichen Gepäckstücke in den elektronischen Taxis. Bei Jessica Haag ist die Stimmung beim Einchecken im Hotel Cervo bereits getrübt: «Ich vermisse den Koffer mit meinen teuren neuen Kos­ metikprodukten.» Für eine grosse Such­

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«Ich mag Wälder nicht, weil es dort Spinnen hat» julia marinkovic aktion bleibt ihr keine Zeit. Am folgenden Tag muss sie früh raus. Gemeinsam mit Cleo Heuss und Giada Cattaneo steht sie für Dreharbeiten des Tessiner Fernsehteams auf den Ski. Sonnenschein, heftiger Wind und Minustemperaturen. Nach wenigen Stunden fällt auf dem Klein Matterhorn die letzte Klappe. Cleo fährt noch einige Meter, macht ein paar Kurven und – fällt hin. Ihr schiessen Tränen in die Augen. Die Diagnose des Arztes: Armbruch! Die Bilanz des ersten Camp-­Tages: ein Unfall und ein vermisster ­Koffer. Am zweiten Tag wendet sich das Blatt: Jessicas Koffer taucht im Zimmer von Michelle Koch auf, das Matterhorn erstrahlt in der Sonne, und Cleo Heuss

hat sich vom Schock über ihren ersten Knochenbruch erholt. Nur Tränen flies­ sen weiter. Ashley Balmer kämpft. Die Helligkeit des Schnees und der Wind treiben ihr immer wieder Wasser in die Augen. Auf dem Gobba di Rollin, dem höchst­ gele­genen Punkt eines europäischen Ski­gebiets, posiert sie bei minus zehn Grad auf 3899 Metern über Meer im Bikini für die Schweizer Illustrierte. «Während der Aufnahmen habe ich zum Glück die Kälte vergessen.» Mit dem Schneemobil gehts zurück zur Station, hier wartet bereits der Helikopter. Die Zeit drängt. Eigentlich müssten Ashley und drei weitere Kandidatinnen bereits beim nächsten Termin sein. Deshalb lässt


der Marketingleiter der Zermatt Bergbahnen AG sie kurzfristig ins Dorf fliegen. Wellness, Natursport und Spinnen-Phobie. In jeder freien Minute sitzen die jungen Frauen im Jacuzzi oder in der Sauna. Im Wellness-Bereich des Hotels Cervo halten sie sich so oft auf, dass offensichtlich nur bei Julia Flückiger Zeit für Sport übrig bleibt. «Meine Ballett-Lehrerin wäre wenig begeistert, wenn ich eine Woche nichts tun würde. Deshalb gehe ich im Wald joggen.» Für die andere Julia im Camp, Julia Marin­ kovic, eine Horrorvorstellung. «Ich mag Wälder nicht, weil es dort Spinnen hat.» Für Dreharbeiten setzt sie sich dennoch ins Gras. Als sie neben sich prompt eine Spinne entdeckt, kriegt sie einen Weinkrampf. Die Dreharbeiten müssen unterbrochen werden. «Solange eine Spinne lebt, bin ich nicht entspannt. Dabei habe ich vor zwei Jahren versucht, mit Hypnose meine Phobie zu bekämpfen.» Kohldampf, Geburtstagstorte und Jubiläum. Allfällige Diäten oder u

Aufwärmen Nach dem Ausflug in der Kälte erholt sich das Trio Lorenza Castella (hinten links), Simone Casanova und Ashley Balmer (vorne)­ in der Sauna.

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miss Schweiz

«Während der Aufnahmen habe ich zum Glück die Kälte vergessen» ashley balmer strenge Ernährungspläne sind bei den zwölf schönsten Schweizerinnen nicht auszumachen. Entweder sorgt die Höhenluft bei ihnen für Kohldampf oder ­ihnen schmeckt das Essen der 13-GaultMillau-Punkte-Köchin Seraina Müller. Keine Kandidatin lässt das Frühstück, Mittagessen oder das dreigängige Abendessen ausfallen. «Von der Crème brûlée habe ich drei gegessen», sagt Cleo Heuss. Priska Erni kriegt an ihrem 22. Geburtstag nicht genug von ihrer Erdbeertorte. Als die Konkurrentinnen für sie «Happy Birthday» und «Tanti Auguri» singen, kämpft sie mit den Tränen. «Ich war so überrascht. Normalerweise feiere ich meinen Geburtstag nicht, sondern nehme bloss den Tag frei.» Lorenza Castella, 18, hätte vor lauter Programm beinahe ihr Beziehungs­ jubiläum verpasst. Dabei vermisst sie ihren Freund seit dem dritten Campu

Tag: «Heute sind wir seit genau einem Jahr und sieben Monaten zusammen.» Der Freund von Simone Casanova überlegte sich für das «Elfmonatige» eine besondere Überraschung und schickt ihr ihre Lieblingsblume, eine weisse Rose, ins Camp. Bei den Miss-Schweiz-Kandida­tinnen herrscht Ende Woche alles andere als Lagerkoller. Beim Abschied machen Running Gags die Runde, Kosenamen sind schon seit Tagen verteilt. «Wenn, dann habe ich eher einen Schminkkoller. Zu Hause trage ich nie so viel Make-up», sagt Michelle Koch. Für alle gehts jetzt in die Sommerpause bis zur Wahl am ­24. September in Lugano TI. Bis dahin können sie auf Schminke verzichten, solange sie eines nicht vergessen – wie der bekannteste Berg der Schweiz aussieht und wie er heisst. 

Das Missen-Dossier:

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Wer ist hier der Hirsch? Simone Casanova (l.) und Kristina Bazan zeigen im Hotel Cervo (auf Deutsch: Hirsch) 足ihre wilde Seite.

Schnee im Sommer Auf 端ber 3800 Metern liefern sich 足Ashley Balmer (l.), Giada Cattaneo und Simone Casanova (r.) eine Schneeballschlacht.


Fürsorglich In seinem Kinderzimmer daheim in Zofingen AG wird Jamal, 5, von seiner Pflegemutter Esther Rusterholz, 55, angezogen. Ihr Mann Hansjürg Rusterholz, 57, stellt den Rollstuhl parat.

Der Alltag für den schwer behinderten Jamal Rusterholz und seine Pflegeeltern ist beschwerlich. Dank der Stiftung Wunderlampe ging für ihn nun ein Traum in Erfüllung. ­ Er durfte einen richtigen Seelöwen streicheln.

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Stilles Glü schweizer illustrierte


Gesellschaft

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Gesellschaft

Annäherung Im Bassin des VariétéCircus Valentina begegnet Jamal ­ in der Obhut von Ergotherapeutin Daniela Schneider dem Seelöwen Cäsar.

Zmorge Esther Rusterholz gibt Jamal im Wohnzimmer zu essen. In der Sitzschale ist es ihm wohler als in seinem ­Rollstuhl.

Text Thomas KUTSCHERA Fotos Fabienne BÜhler

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äsar ist ein Koloss, Cäsar ist 330 Kilo schwer. Mit Schwung wuchtet sich der Seelöwe aus dem ­Becken, robbt auf den Plättli vorwärts. Ein kurzer Befehl seiner Trainerin – und schon geht Cäsars dicke Schnauze zu ­Jamals Wange, berührt sie sanft. Der fünfjährige Bub sitzt auf dem Schoss seines Pflegevaters, ganz ruhig, die Augen andächtig geschlossen. Jamal scheint es zu geniessen. «Wenn er nicht weint, ist er zufrieden», sagt Hansjürg Rusterholz, 57. Jamal Rusterholz kam am 6. Februar 2006 im Spital Leuggern AG zur Welt. Eine schwere Geburt, mit Kaiserschnitt

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Müntschi Auf dem Schoss seines Pflege­vaters geniesst Jamal Cäsars Liebkosung. Die Begegnung machte die Stiftung Wunderlampe möglich.

und massiven Hirnblutungen. Der Sauerstoffmangel vor und während der ­Geburt führte zu einer schweren Hirnschädigung. Daraus resultieren später Bewegungsstörungen. Jamal wird sein Leben lang schwer körperlich und geistig behindert sein. Heute ist Jamal fünf Jahre alt, lebt in Zofingen mit seinen Pflegeeltern Esther Rusterholz, 55, und deren Mann Hansjürg. Sie ist gelernte Krankenpflegerin, er ausgebildeter Schreiner. Rund um die Uhr braucht Jamal Betreuung, seine Pflege ist ein Fulltime-Job. Er kann nicht stehen, nicht gehen, sich auch sonst nicht koordiniert bewegen. Er kann nicht sprechen, sieht und hört fast nichts – trotz Brille und Hörgerät. Jamal misst nur 99 Zentimeter, hat auch einen

sehr kleinen Kopf – weil sein Hirn nur langsam wächst. Während der Woche ist Tagwache um 6.45 Uhr. «Liäbs Müseli», begrüsst ihn seine Pflegemutter, streichelt ihm übers Gesicht. Jamals Lippen formen sich kaum wahrnehmbar zu einem Lächeln – eine andere Mimik hat er nicht. Jetzt gibts Zmorge. Seelenruhig führt Esther Rusterholz Löffel für Löffel Griessbrei in seinen Mund; gegen epileptische Anfälle hat sie dem Püree eine ­Tablette beigegeben. «Er isst so viel wie ein halbjähriges Baby.» Das Trinken erhält Jamal per Magensonde, einen halben Deziliter pro Mahlzeit. 20 Minuten Pause. Dann zieht Esther Rusterholz ihrem Fünfjährigen die Pampers aus, er hat einen künstlichen


«Jamal liebt Wasser und Tiere. Und wenn er sanft berührt wird» Esther Rusterholz Darmausgang. Mit einem Lappen wäscht sie den Buben, zieht ihn an: erst das zweiteilige Korsett, das die Wirbelsäule gerade hält, dann die Kleider. Die tech­ nischen Hilfsmittel braucht der Bub, weil er keine Körperspannung hat. «An Tagen, an denen er viel herumgetragen werden will, bin ich abends hunde­ müde», erzählt die Pflegemutter. Jamal wiegt 17 Kilo.

8.45 Uhr. Vor dem Mehrfamilien­ haus wartet der kleine Bus, der Jamal in die Tagesschule des Heilpädagogischen Kindergartens Zofingen bringt. Esther Rusterholz gönnt sich einen Kaffee. «Er ist ein gmögiges Kind, alle haben ihn gern.» Im Chindsgi sei er voll integriert, werde mit Musik- und anderen Thera­ pien gefördert. «Er hat es gern, wenn Action ist um ihn herum, wenn wild ge­

hopst wird.» Und erst Wasser! Duschen liebt er, baden noch mehr. Und wenn er sanft berührt wird. «Spürt er beim Föh­ nen die warme Luft, dann gluckst und quietscht er vor Freude.» Auch Tiere und Baustellen entzücken den Buben. «Dem Lärm eines Krans kann er stun­ denlang zuhören.» Die leibliche Mutter von Jamal ist die Tochter von Esther und Hansjürg Rusterholz. «Wir wollten, dass er in der Familie bleibt. Wir konnten nicht an­ ders», sagt Esther Rusterholz und schaut zum Fenster hinaus. Seit Jamal drei ­Monate alt ist, lebt er bei seinen Gross­ eltern. «Wir haben ihn von Anfang an ins Herz geschlossen.» Die ersten drei Jahre habe sie nie länger als eine Stunde am Stück ge­ u schweizer illustrierte

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Gesellschaft

«Jamal bekommt mehr mit, ­ als wir meinen. Er kann es ­einfach nicht ausdrücken» Esther & Hansjürg Rusterholz schlafen. Jamal fühlte sich unwohl im Bett, das Weinen ging oft in Brüllen über. «Dabei stellte es ihm jeweils fast den Schnauf ab. Und oft hielt er einfach so die Luft an.» Dauernd musste jemand an seiner Seite sein, ihn immer wieder wenden. Am Wochenende übernahm Esthers Mann die Nachtwache. «Damals stiessen wir an unsere Grenzen», erzählt die Gross- und Pflegemutter. «Wir sind gläubige Christen, das gibt uns Kraft.» Ihr Mann helfe ihr, wann er könne. «Wir unterstützen uns gegenseitig.» Mittlerweile schläft Jamal besser. Der Bub kann nicht allein gelassen werden, auch nicht für kurze Zeit – zu gross ist die Gefahr, dass er sich an seinem Speichel verschluckt und erstickt. Deshalb steht die neue Waschmaschine in der Wohnung. Früher, als Esther Rusterholz mit der Wäsche noch in den Keller ging, hielt sie in einem Arm den Wäschekorb, im anderen Jamal. «Unten musste ich ihn auf die schmutzige Wäsche legen.» 11.55 Uhr. Der Bus bringt Jamal aus dem Kindergarten heim. Er ist müde und «surrig». Sein Körper zieht sich zusammen, er «gruchset». «Jetzt motzt er, jetzt ist etwas gar nicht mehr gut, wahrscheinlich hat er Hunger.» Heute gibts Gemüse- und Kartoffelbrei, dazu ein wenig «Scharfer Max» – den Käse, den Jamal so gern hat. Die Pflegemutter macht kleine, dünne Vierecke, klemmt sie zwischen Jamals Stockzähne. Er mümmelt vor sich hin. «Zum Dessert gibts Schoggi, die hast du ja so gern.» Doch Jamal zeigt keine Regung. Die Pflegeeltern wissen nicht, ob er realisiert, dass es nun Schoggi gibt. «Doch wir glauben fest, dass Jamal viel mehr mit­bekommt, als man vielleicht glaubt. Er kann es einfach nicht ausdrücken.» Einmal pro Woche geht Jamal zur Physiotherapie – um seinen Körper beweglicher zu machen. Und einmal monatlich bekommt er daheim eine Stunde Förderung für Sehbehinderte. Er macht Fortschritte, aber nur langsam. Sein Blick fixiert immer öfter Sachen, die ihn interessieren, im Chindsgi ist er wacher. Hansjürg Rusterholz: «Jeder kleine Fortschritt ist ein grosses Geschenk für uns.» Seit Kurzem rollen Tränen über Jamals Backen, wenn er weint.

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Nächste Woche fährt die Familie nach Italien. Ferien in einem Häuschen auf einem Campingplatz. Am Abend in ein Restaurant oder zu zweit spazieren gehen – für das Ehepaar Rusterholz kommt das nicht infrage. «Das wäre schön», sagt Pflegemutter Esther leise. Jemand muss immer in Jamals Nähe sein. Im Herbst kann Jamal mit der Kinderspitex eine Woche in die Ferien im Luzernischen. «Ich könnte in dieser Zeit nicht ins Ausland verreisen, ich wäre viel zu unruhig.» Sie will in Jamals Nähe sein – für den Fall, dass etwas passiert. Zieht Jamal einmal in ein Behindertenheim? «Ich bin noch lange nicht so weit, mich damit zu beschäftigen.» Das Ehepaar ist dankbar, dass es seit zwei Jahren auf die Unterstützung der örtlichen Kinderspitex plus zählen kann. Ein Nachbarskind kann das Hüten nicht übernehmen, Jamal braucht professionelle Hilfe. Zwei Nachmittage pro Woche wird er von einer Fachfrau gepflegt und betreut, daheim in den eigenen vier Wänden. «Wenn die Spitex hier ist, kann ich loslassen, Besorgungen machen, die etwas länger dauern.» Die Spitex-Leistungen werden von der IV bezahlt, ebenso die teuren Hilfsmittel. Und einmal im Monat schaut eine Kinderspitex-Frau auch abends zu Jamal. So kommen Esther und ihr Mann zu einem Auswärtsessen oder zu einem Kinobesuch. «Das geniessen wir sehr», so Hansjürg Rusterholz. Eine besondere Freude gönnte das Paar vor Kurzem auch ihrem Pflegesohn: die Begegnung mit einem See­ löwen. «Tiere und Wasser, das liebt ­Jamal ja so sehr.» Die Stiftung Wunderlampe (siehe Box) macht es möglich. Im Variété-Circus Valentina bei Bülach ZH darf Jamal mit einem geschulten See­ löwen auf Tuchfühlung gehen. Anfänglich hat er Angst vor dem gros­sen Seelöwen, beginnt zu weinen, lehnt sich gegen seinen Pflegevater zurück. Cäsar springt ins Wasser, dreht seine Runden, robbt wieder auf den Bassinrand. Jamal ist ruhiger geworden, lässt seine Arme sinken. Cäsar kommt nochmals ganz nah zu ihm – und Jamal lässt sich küssen. Der Pflegevater nimmt seine Hand, streicht damit über Cäsars Kopf. Die Tränen sind versiegt. 

Licht für Kinder u Die Stiftung Wunderlampe mit Sitz in Winterthur ZH erfüllt seit zehn Jahren Herzenswünsche von schwer kranken und behinderten Kindern. 164 Wünsche waren es letztes Jahr, 650 insgesamt. DJ Bobo begleitet die Stiftung seit deren Gründung. Er steht nach wie vor auf Platz 1 der Wunschliste, erfüllte schon über 50 Kinderträume. Interesse an einer Kinderwunsch-Erfüllung? ­ Infos: www.wunderlampe.ch

Géraldine mit DJ Bobo «Die Begegnung mit ihr war ein sehr emotionaler Moment.»

Céline mit Céline Dion Tête-à-Tête vor dem Konzert 2008 in Zürich.

Brian als Kapitän Auf dem Brienzersee darf er die «DS Lötschberg» steuern.

Stefan im U-Boot Mit Bill Haueter (l.) ging es im Thunersee in die Tiefe. schweizer illustrierte

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Ausrichten Beim Parademusik-Wettbewerb nehmen es die Dirigenten ganz genau. Abstand und Haltung ihrer Musikanten m端ssen exakt stimmen.

Marschbefehl


brauchtum

Glänzend Ein Musikant am St. Galler Fest hat seine Tuba auf Hochglanz poliert.

Sie spucken die schönsten Töne. Über 20 000 Musikanten blasen einander am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen den Marsch. Text Marcel Huwyler Fotos Remo Nägeli

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uch Blasmusik ist Rock ’n’ Roll. Der Dirigent des Musikvereins Konkordia Au SG hat seine Musikanten ausgerichtet. Zentimetergenau. «Noch eine Minute», verkündet ein ­Offizieller mit rotem «Crew»-Poloshirt, Stoppuhr und der Stimme eines Countdown-Zählers beim Raketenstart. Timing ist hier alles, Disziplin auch, Taktgefühl sowieso. Die Konkordia-Mitglieder in ihren kosmosblauen Uniformen stehen bolzengerade wie die Noten auf ihren am Instrument festgeklemmten Partituren, die Füsse im 60-Grad-Winkel, die eine Hand an der Hosennaht. «Wie früher im Militär», raunt ein älterer Zuschauer. Doch dann, ganz unvermittelt, offenbart der Dirigent seine Rock-’n’-Roll-Seele: «Chömed», peitscht er seine Truppe an, «jetzt rocken wir!» Und befiehlt dann sehr unrockig: «Vorwärts marsch!» Der MV Konkordia Au stürmt los. Im Gleichschritt, im Takt, wie in Trance, und bläst Jury und Zuschauern zünftig den Marsch.

135 Stras­sen-Meter haben sie Zeit und Platz, sich von ihrer Paradeseite zu zeigen. So wie die 521 anderen Musikvereine. Fast 23 000 Musikanten defilieren und posaunen an den vergangenen beiden Wochenenden durch St. Gallens Strassen und konzertieren in den Festhallen. Das Eidgenössische Musikfest findet nur alle fünf Jahre statt. Aber dann gleich richtig: mit über 200 000 Besuchern. Das Spucken grosser Töne ist in der Blasmusik-Szene verpönt, doch das St. Galler Treffen ist ganz klar das grösste Blasmusikfest der Welt. Blasmusik ist sinnlich. Das zumindest behaupten drei Luzerner Dirigenten nach ihrem für heute letzten Auftritt und vor dem dritten Bier. Sinnlich? Schwer zu glauben, wer schon mal neben einer durchstartenden Brass Band stand. Ja, sinnlich, beteuern die drei, keinem anderen Instrument komme man körperlich so nahe. Wer Blasmusik macht, setzt seine Lippen ein, liebkost das Mundstück, küsst quasi sein Instrument. Glauben jedenfalls diese drei Luu zerner Dirigenten. schweizer illustrierte

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Notfall Lisa Messmer von Musik Hug flickt im Eiltempo defekte Instrumente.

Unbequem, aber farbig Viele Musikanten übernachten auf diesen Matratzen. Kleines Quiz: Wer findet die zwei Zivilschützer?

Letzte Korrektur Ein Saxofonist bindet sich den Schuh.

Tatsächlich ist Blasmusik ein Erleb­ nis für den ganzen Körper. Für Spieler wie Hörer. Etwa wenn eine Tuba so richtig Gas gibt. Das sonore, bauchige Vibrieren, Niederfrequenz, ähnlich dem Schiffshorn eines Ozeanriesen, lässt den ganzen Leib erzittern, versetzt Ein­ geweide und Schädelknochen in Schwin­ gung. Sehr angenehm, hat was Medita­ tives, Tuba-Yoga. 13 Kilo wiege sein «Möbelstück», frotzelt ein Tubist («ich bin der Röbi»), was ihn zum Logistik-­ Experten mache. Röbi nährt jedes Tuba­ spieler-Klischee: Stierennacken, fleischi­ ges, rotes, schweissnasses Gesicht und eine mächtige Pauke. Übrigens, grinst er, werde seine Zunft bereits in der Bibel ­gewürdigt. «Vater unser, der Tubist im u

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Himmel.» Röbi schüttelt sich vor Lachen und entpuppt sich als Scherzkeks seines Vereins, neckt seine Kollegin an der «Quälflöte» und nennt die Hornspiele­ rinnen «Hornissen». Röbi ist übrigens Metzger von Beruf. In der Olma-Halle 2.1. gibts zur gleichen Zeit weniger zu spassen. Hier befindet sich die Notfall-Klinik für Ins­ trumente. Lisa Messmer, 27, Instrumen­ tenreparateurin bei Musik Hug, flickt schadhafte Blech- und Holzblasinstru­ mente. Gerade hat sie ein Alt-Saxofon in Behandlung, ein Pölsterli unter einer Klappe sei kaputt. Kleinigkeit für Dr. Lisa, in ihrem Notfall-Koffer hat sie Hunderte von Filzli, Körkli und Pölsterli. Aber auch schweres Gerät. Letzte Woche,

erzählt sie, musste eine Tuba notfall­ mässig gelötet werden. Meist ent­decken die Musikanten erst kurz vor dem Auf­ tritt, dass ihr Liebling einen Schaden hat. Also flickt Lisa in Rekordtempo kleine Blechschäden und verhindert so grosse Vereins-Tragödien. Blasmusik gleich Militärmusik. Das war einmal – trotzdem hält sich das Klischee hartnäckig. Noch immer den­ ken viele bei Blasmusik an Krieg, Drill und Biergarten-Fanfaren. Doch wer wirklich zuhört, erlebt, wie die Musik­ vereine von heute moderne Stücke spielen, die mehr an Filmmusik, Oper oder Jazz erinnern denn an Schlachten­Gebrause. Diese Erfahrung macht auch Endo Anaconda, der Sänger der Berner


brauchtum

Fahne hoch Jeder Musikverein wird angeführt von einem Fähnrich.

Schneidig Gleich gibt der Stab­führer das Zeichen zum ­Losmarschieren.

«Wir werden schon in der Bibel erwähnt: Vater unser, der Tubist im Himmel» Röbi, Tuba-Bläser Mundart-Band Stiller Has. Zusammen mit der Swiss Army Band unter der Leitung von Pepe Lienhard gibt er in St. Gallen ein Konzert. «Ich hätte nie gedacht, mal mit der Armee auf der Bühne zu stehen», gesteht Endo, gibt zuerst einen ­Armeedienst-Verweigerer-Witz zum Besten und schmettert dann seinen Song «Walliselle» inbrünstig wie selten zuvor ins Publikum. Am anderen Mor-

gen, im Hotel, wird er verraten, er sei jetzt «absoluter Pepe-Fan». Am gleichen Morgen sind aber längst nicht alle so verzückt wie Endo. Ein paar tausend Musikanten haben in der Turnhalle übernachtet. Auf schmalen, neonfarbigen Luftmaträtzchen. «Max. 90 kg» empfiehlt der chinesische Hersteller und warnt zudem in Holperdeutsch «Kein Schutz vor einem

Ertrinken». Genau so sehen die Luft­ maträtzchen-Benutzer aber aus. Sie klönen über das harte Nachtlager, ihre winzigen, geröteten Äuglein lassen allerdings vermuten, dass nicht allein die Plastikbetten schuld sind. Doch dann zeigt es sich, dass in den Musikanten eben doch immer noch ein Rest tapferer Soldat steckt. Eine kalte Dusche und drei heisse Kaffees später stehen die Luftmatratzen-Opfer schon wieder auf dem Festareal, in Uniform und Formation, stehen stramm, das auf Hochglanz polierte Instrument bereit, und legen aufs Kommando «vorwärts marsch!» los. Und zeigen den begeisterten Zuschauern erneut, wie viel Rock ’n’ Roll in der Blasmusik steckt.  schweizer illustrierte

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Idyllisch Im Familienhotel Chesa Spuondas in St. Moritz verbringen die Oetikers mehrere Wochenenden im Jahr. «Ein bisschen siehts hier aus wie in meiner Heimat», sagt Mutter Elin, eine Norwegerin.

Der Fami


Pro Juventute

Er kommt, wenn das Geld ausgeht. Stephan Oetiker ist Sanierungsexperte. Und seit zwei Jahren Direktor der krisengesch端ttelten Pro Juventute. Sein Geschenk zum 100. Geburtstag: eine schwarze Null.

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Text Nina Siegrist Fotos Hervé Le Cunff

D

ie Eingangshalle mit dem wuchti­ gen Kamin erinnert an längst ver­ gangene Zeiten, jeden Moment könnte ein befrackter Bediensteter aus dem Salon herbeieilen. Stephan Oetiker, in Wanderschuhen und Windjacke, ist mit Ehefrau Elin und den drei Kindern eben erst im Engadin angekommen. Der 41-jährige Direktor der Pro Juventute zwängt einen Kinderwagen durch die schwere Eingangstür, trägt Rucksäcke und Taschen rein. Irgendwie sei dieses Haus Sinnbild für seine Stiftung: «Es ist etwas Tolles für Familien, hat eine bewegte Geschichte – und trotzdem kennt es kaum jemand so richtig.» Die Chesa Spuondas. Am «Nobel­ hügel» zwischen St. Moritz und Champfèr gelegen, schwoften hier einst Adlige übers Tanzparkett, genossen mit Blick

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auf den Silvaplanersee erlesene Weine, bis die Besitzerin, eine Gräfin, das Haus der Pro Juventute schenkte. Heute wird es als Ferienhaus für finanziell benach­ teiligte und andere Familien geführt. Die Oetikers sind oft hier: Lea, 11, will zum Spielplatz, Linus, 2, hat ein letztes Häuf­ chen Schnee im Visier – und Lukas, 8, befiehlt verschwörerisch: «Kommt, ich zeig euch eine Geheimtür!» Die Pro Juventute. 2012 wird die grösste Kinder- und Jugendorganisation der Schweiz 100 Jahre alt, schon von diesem Sommer an wird gefeiert. Doch ihre Geschichte ist ebenso bewegt wie un­bekannt. Als sie 1912 gegründet wird, steht die Bekämpfung der Tuberkulose im Vordergrund. Von 1926 bis 1973 will die Organisation mit dem Hilfswerk Kinder der Landstrasse jenische Kinder sesshaft machen, nimmt sie ihren Eltern weg. Ein dunkles Kapitel, das die Öffent­ lichkeit in den Achtzigern stark beschäf­

tigt. Später wird die Pro Juventute vor allem mit dem jährlichen Briefmarken­ verkauf vor Weihnachten in Verbindung gebracht, die eigentlichen Angebote – etwa das Sorgentelefon 147, ­Elternbriefe oder die Ferienpässe – werden rege ge­ nutzt, aber kaum als Angebote der Pro Juventute wahrgenommen. Die Stiftung bekommt ein Marken­ problem – im doppelten Sinne. Im Zeit­ alter von Internet und E-Mail verkaufen sich Briefmarken harzig, die Einnahmen sinken, 2009 kommts zum Eklat: Die Stiftung steht vor dem Ruin. Die Füh­ rungsspitze wird ausgewechselt, der ­Sanierungsexperte Stephan Oetiker über­ nimmt. Er war Luftverkehrsangestellter bei der Swissair, später Unternehmens­ berater bei Accenture, zuletzt Head ­Global Markets bei der Exportförderung Osec. Jetzt soll er die Pro Juventute ­retten, zusammen mit Josef Felder, dem neuen Präsidenten.


Pro Juventute

Fakten, Zahlen, Angebote Voller Einsatz Stephan Oetiker ist der Vorleser der Familie. Im Salon der Chesa Spuondas erzählt er von der kleinen Hexe.

Über 300 000 Kinder und Jugendliche und 100 000 Eltern nutzen in der Schweiz jährlich die Angebote der Pro Juventute. Das sind die Schwerpunkte: u Verschuldung Jeder fünfte Jugendliche ist verschuldet. Die Pro Juventute bietet Lehr- und Hilfsmittel an (z. B. das Sparschwein Kinder-Cash). Bestellung: www.projuventute.ch u Medienkompetenz Profis lernen Kindern den Umgang mit dem Handy. Infos zum Umgang mit Computergames: Herrschaftlich Das Familienhotel Chesa Spuondas. www.gametest.ch u Elternberatung 50 Prozent der Erst-Eltern fühlen sich regelmässig überfordert. Elternbriefe bieten Unterstützung. Bestellung: www.elternbriefe.ch u Telefonhilfe Die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen ist Suizid. Das Beratungstelefon 147 hilft. u Erholung Familien können (wenn nötig mit finanzieller Unterstützung) Ferien machen im Hotel Chesa ­Spuondas: www.chesaspuondas.ch u jubiläumsaktion Mit «100 Jahre jung!» wird ein Ideenwettbewerb für Kinder angeboten. www.100jahrejung.ch Gediegen Die Jugendstil-Villa zählt 17 Zimmer.

«Das Wichtigste in der Erziehung? Sich Zeit nehmen für die Kinder» Stephan Oetiker Stephan Oetiker stürmt die Holz­ treppe hoch. Sohn Lukas ist in einem Zimmer verschwunden, «Hier!», ruft er, öffnet eine Schranktür, dahinter eine zweite, schon stehen Vater und Sohn auf dem Balkon mit Weitblick. Er habe eine glückliche Kindheit gehabt, sagt Oetiker, «meine Eltern haben mir viele Freihei­ ten gelassen. Als ich mit 16 ins Internat wollte, unterstützten sie mich.» Sich Zeit für die Kinder nehmen, ihnen Vertrauen schenken und so welches vermitteln, sei in der Erziehung das Wichtigste. Mit Ehefrau Elin, die er während des Wirtschaftsstudiums in Rotterdam kennenlernte, hat Oetiker sechs Jahre in deren Heimat Norwegen gelebt. Das Rol­ lenverständnis der Skandinavier habe ihn geprägt. «Bevor nicht alle Kinder aus dem Haus sind, gehe ich morgens nicht ins Büro.» Der Job bei der Pro ­Juventute hat ihn auch als leidenschaftlicher Vater gereizt: 2009 sass er vor dem Kreisssaal

des Spitals Muri AG, studierte dort – sei­ ne Frau lag in den Wehen – die Stellen­ ausschreibung der Pro Juventute, die er ein paar Tage zuvor aus der Zeitung gerissen hatte, und dachte: «Wie kann es sein, dass eine Organisation für Kinder nicht rentabel ist?» Eine Stunde später kam Linus zur Welt. Und bei der Pro ­Juventute ging eine Bewerbung ein – briefmarkenlos, per E-Mail verschickt von einem Notebook im Spital Muri. Im Esszimmer hat sich Familie Oeti­ ker zum Zvieri versammelt. «Matterhorn!», sagt Klein Linus und zeigt auf die gegen­ überliegenden Berggipfel. «Nein, sicher nicht», sagt seine grosse Schwester Lea. «Schlitteln?», fragt Linus nun hoffnungs­ voll. Sein Vater setzt gerade an, die neue Strategie der Stiftung zu erläutern. Ein ganzes Jahr lang hat er das gemacht, wie­ der und wieder erklärt, warum man ein Drittel der Festangestellten entlassen und die 187 Bezirke in 24 unabhängige

Vereine umwandeln müsse. Warum jedes Projekt einen Businessplan, die Stiftung starke Wirtschaftspartner brauche. Dabei macht er sich nicht immer beliebt, doch sein Argument ist schlagend: Wenn man weitermacht wie bisher, erlebt die Pro ­Juventute ihr 100-Jähriges nicht. Mittler­ weile zeigen die Umstrukturierungen Wir­ kung, Ende 2011 erwartet man erstmals seit 15 Jahren wieder eine schwarze Null. «Matterhorn!», sagt Linus und zeigt wieder zu den Gipfeln. «Wir sind noch nicht überm Berg», sagt sein Vater. Ein paar Jahre wird es noch dauern, bis die Neuausrichtung in allen Bereichen greift. Dann ist der Job des Sanierers erledigt. «Bis zur Pension bleibe ich nicht Direk­ tor», sagt Oetiker. Der Chesa Spuondas will die Familie aber die Treue halten. Man könne hier immer wieder etwas Neues entdecken. «Matterhorn?», fragt Linus, zeigt auf einen anderen Berg­gipfel – und strahlt.  schweizer illustrierte

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publireportage Begeistert Familie Neuenschwander aus Boncourt JU fiel es schwer, sich nach dem ­Wochenende im Hotel Giardino in Ascona TI vom VW Sharan zu trennen.

VW Sharan Der Familienfreund Dank der grossen SI-Leseraktion fuhr Familie Neuenschwander aus Boncourt JU mit dem variablen VW Sharan zu einem erlebnisreichen Wochenende ins Tessin – und war begeistert.

H

underte von Familien nahmen an der SI-Leseraktion teil und wollten den vielseitigen Familienvan VW Sharan testen. Familie Neuenschwander aus Boncourt JU hatte besonders viel Glück und gewann neben der verlängerten Probefahrt mit dem VW Sharan auch ein Wochenende im edlen Hotel Giardino in Ascona TI. «Wir machten mit dem Sharan eine Tour de Suisse. Einmal von Norden nach Süden und zurück», erklärt Lydie Neuenschwander (38). Neben dem hohen Reisekomfort überzeugte die dreifache Mutter dabei auch der kraftvolle Diesel­ motor: «Ich fahre normalerweise lieber Benziner, aber zum geräumigen Familienvan passte der durchzugsstarke und doch sparsame Motor ideal.» Nach einer entspannten Reise Richtung Süden genoss Familie Neuenschwander das edle Ambiente im Hotel Giardino in Ascona in vollen Zügen. Auch ein kleiner Abstecher nach Italien durfte nicht fehlen. «Wir wollten unbedingt eine Pizza in Italien essen», verrät Lydie Neuenschwander. Idealer Begleiter dafür war auch hier der VW Sharan. «Meinen Kindern gefielen vor allem die vielen Verstellmöglichkeiten im Innenraum. Am meisten waren Chloé, Alixe und Merlin aber von den beiden riesigen elektrisch

bedienbaren Schiebetüren und der elek­ trischen Heckklappe fasziniert, die sich auch per Druck auf den Zündschlüssel öffnen und schliessen lassen.» «Toll auch das Panoramadach», meint Chloé (8) keck, während die kleineren Geschwister zustimmend nicken, «so hatten wir eine super Aussicht.» Die gute Übersicht wusste auch die Eltern zu überzeugen. «Äusserst praktisch zudem die Rückfahrkamera», ergänzt Vater Fabrice (38). «Genial, wie exakt man mit deren Hilfe parkieren kann.» Kein Wunder, fiel es Familie Neuenschwander schwer, den Sharan wieder zurückzugeben. «Von einem so schönen Wagen trennt man sich nur ungern», sagt Mutter Lydie wehmütig.

Praktisch Tochter Chloé findet den Ein- und Ausstieg dank den grossen, elektrischen Schiebetüren lustig und bequem.

Technik VW Sharan uMotoren Benziner 150, 200 PS, Diesel 115, 140, 170 PS u0 bis 100 km/h 8,3 bis 12,6 s uSpitze 183 bis 221 km/h uVerbrauch 5,6 bis 8,4 l/100 km uCO2-Ausstoss 146 bis 198 g/km uDimensionen Länge 4,85 m, Breite 1,90 m, Höhe 1,72 m Kofferraum: 300 bis 2430 Liter uPreis ab CHF 45 400.–

Agil Vater Fabrice Neuenschwander schätzt die Übersicht im VW Sharan, der trotz seiner Grösse sehr agil ist.


notabene

Geist ist geil Chris von Rohr

Foto Daniel Rihs

Z

uweilen sind wir alle bar. Ich kann zwar gut reden und auch leidenschaftlich überzeugen, müsste ich dumm. Aber glücklicher­ weise nicht zu sehr, jedoch Waschmaschinen verkaufen, dann um nicht zu merken, würde ich die Kunden fragen, ob sie wirk­ dass wir dumm sind. lich so genau Bescheid wissen müssen, wie schwer die Wäsche ist, wie lange der Ich jedenfalls bemerke Waschgang voraussichtlich noch dauern dann und wann, dass ich wieder irgendeinem Hornochsenspiel wird und ob sie tatsächlich fünfzehn ver­ zum Opfer gefallen bin. Irgendwem bin schiedene Waschprogramme benötigen. «Tun Sie sich das nicht an», höre ich ich auf den Leim gegangen, habe auf eine mich sagen, «die Billigere (ich habe die Provokation reagiert, deren einziger Zweck darin bestand, mich zur Reaktion Billigste für 444 Franken) tuts längstens. zu bewegen. Oder ich habe da oder dort Gehen Sie lieber zwölfmal mit Ihrem etwas zu teuer bezahlt. Manchmal habe Liebsten essen!» ich es geschafft, sofort aus meinen Ich wünschte mir generell mehr Fehlern zu lernen, und ab und zu brauch­ Herz und Geist. Was manche ­Menschen für einen Umgang untereinander ­pflegen, te es ein zweites Reinrasseln. Aber es bewegt mich trotzdem immer wieder, erschreckt mich. Sei es auf der Strasse, wenn ich sehe, wie wenig Hang zur in Beziehungen, beim Einkaufen, in der Logik manchen Mitmenschen eigen ist. «Was manche Werbung oder auf fast allen TV-Kanälen. Kürzlich «gewann» eine liebe Menschen für einen Das Fernsehen machts vor und der Freundin durch die Verkettung un­ ­Bürger nach: Ich verabscheue diese glück­licher Umstände eine Matrat­zen­ Umgang untereinander Dumm- und Grobheiten, vor allem gegen reinigung. Nach zwanzig Minuten war pflegen, erschreckt Kinder. «Machs mit Stil, oder lass es si – Manhatten oder nöd», singt Bligg («Man die Schlafunterlage bearbeitet. ­Trotzdem hat ihn oder nicht»). Es ist eine Ode an brauchte sie anderthalb Stunden, um mich» den Stil und die Art, wie etwas daher­ diesen Reinigungsdruiden wieder aus dem Haus zu bugsieren. Natürlich hatte er diese Aktion kommt. Man kann nicht lange vortäuschen, was nicht in ­Seele nicht aus unverdünnter Nächstenliebe durchgegeben, sondern und Gemüt gewachsen ist. Stil zeigt sich in der Art, wie man aus wirtschaftlichem Kalkül. So appellierte er an ihre Liebe spricht und wie man mit dem Leben im Allgemeinen umgeht. zur Sauberkeit, versuchte in ihr Ekel zu wecken vor den So tuts mir schaurig wohl, wenn nach zig Dumpfgummi-­ ­urkleinsten Mitbewohnern, die sich an ihrem Haushalt gütlich Ablöscher-belanglos-Popsongs derartig edles Textmaterial an tun, und er schraubte sich dermassen hoch, dass die Gute mein Ohr dringt. ­meinen musste, das Lebensglück eines jeden Erdenbürgers Ich bin heute in einem Alter, in dem man mich mit ober­ sei unmittelbar vom Besitz einer derartigen Putzmaschine flächlicher Coolness, Zynismus und Übermut nicht mehr zu ­abhängig. Sie bot ihm wohlweislich keinen Kaffee an und faszinieren vermag. Langjährige Weggefährten sind da anders. ­stellte keine Fragen, um den Kerl nicht noch mehr in Fahrt zu Sie beeindruckten mich dadurch, dass sie eben langjährig bringen. Aber er drängte ihr dann trotzdem den Preis dieser ­loyal, aufrichtig, geistreich und herzvoll sind – auch in belasten­ Maschine und – ohne Luft zu holen – gleich noch ein Angebot den Situationen. Sie haben es sich nie herausgenommen, an­ zur Finanzierung auf. Fast dreieinhalbtausend Stutz sollte dere zu treten, weil sie gerade einen schlechten Tag, die Mens, das Teil kosten! Sie fragte ihn aus purer Neugier, wie viele ungünstige Mondphasen oder eine kolossale Steuerrechnung ­Menschen denn so ein Ding auf Abzahlung kaufen würden. Die haben. Sie waren einfach da – verlässlich, unaufgeregt und Antwort schockierte. Der Anteil der Barzahler liege lediglich echt. Sie verblüfften mich, liessen mich lachen, nachdenken bei vierzehn Prozent, beschied ihr der Jubelperser. Da lassen und brachten meinen Geist zum Schwingen und Jubilieren. Es ist eine Schreckensvision, morgens aufzuwachen und sich also fast neun von zehn Menschen derart bequasseln, dass sie sich zu monatlichen Festausgaben von 350 Franken festzustellen, dass man die Person, die neben einem liegt, geist­ verpflichten?! Wir könnten genauso gut jeden Monat einen los und banal findet. Ich wünsche es niemandem! Hingegen neuen Staubsauger kaufen – putzen müssen sie so oder so. ist es ein wundervolles Gefühl, wenn man in das Gesicht eines Ich empfinde für Menschen dieser manipulativen ­Sorte Menschen blicken kann, der einem schon etliche Wows keine rühmlichen Gefühle. Wer andere am Portemonnaie oder entlockt hat. Geist ist eben schon geil! Arbeiten wir daran. an der Psyche nötigt und drangsaliert, erntet bei mir Verach­ tung. Ich wäre in so einem Handel von vornherein unbrauch­ Chris von Rohr, 59, Musiker, Produzent und Autor schweizer illustrierte

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Shopping

top ten der Woche

Model Jennifer für Time, Hair & Make-up Brigitte Aeschbach, www.brigitteaeschbach.ch. Wegen Ausverkauf sind Preise und Erhältlichkeit eingeschränkt.

In Ferienlaune u Holiday-Dresses gehören unbedingt in den Koffer Richtung Süden – denn sie passen genauso an den Strand wie ins schicke Restaurant. Wer nicht warten kann, führt die langen Kleider in leuch­ tenden Farben und fliessenden Stoffen zum Date auf die Lieblings­terrasse aus und ist im Nu in Ferien­laune. Einzig die Accessoires wechseln. Tagsüber setzt man auf bequeme Flipflops oder Römersandalen, geräumige Korbtaschen und Sonnenbrillen. Abends peppt man das Outfit mit komfortablen Wedges (Schuhe mit Keil­absätzen) oder heissen Stilettos auf. Dazu trägt man XL-Schmuck und eine Mini-Abendtasche zum Umhängen oder unter den Arm geklemmt (Clutch).

Redaktion Ursula borer Fotos geri born Styling melanie Albisser

Diva Kette und Tasche Eclectic, Zürich. u CHF 160.–/620.– Kleid Glam.in, Zürich. u CHF 790.– schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Fliessende Kleider schenken eine Prise Glamour»

Hippie Sonnenbrille Glam.in, Zürich. u CHF 235.– Kette und Kleid Mango. u CHF 24.90/299.– Tasche Manor. u CHF 35.90 Bangle-Set H & M. u je CHF 7.90 Jalousien Lindmon Ikea. u ab CHF 19.95

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Elfe Kleid und Kette H & M. u CHF 79.90/12.90 Tasche Maje. u CHF 209.– Armbänder Manor. u CHF 39.90/29.90 Schuhe Lovers Lane, Zürich. u CHF 982.– Paravent Black 199 Mobitare. u CHF 2030.–

Trendsetter Hut Manor. u CHF 39.90 Kette Mango. u CHF 59.90 Tasche Lovers Lane, Zürich. u CHF 395.– Bangle Maje. u CHF 89.– Kleid H & M. u CHF 79.90

Puristin Kleid American Apparel. u CHF 95.– Kette und Ring H & M. u CHF 12.90/7.90 Bangle Manor. u CHF 19.90 Schuhe Buffalo. u CHF 229.90

Bohemian Kleid Femi9, Zimmergasse 10, Zürich. u CHF 139.90 Kette H & M. u CHF 12.90 Armbänder Manor. u je CHF 25.90 Tasche Lovers Lane, Zürich. u CHF 829.– Schuhe Buffalo. u CHF 199.90 schweizer illustrierte

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Objekt der begierde

Süsse des Sommers

Rosen-Träume Truffe du Jour von Sprüngli (100 g ca. CHF 13.–) mit dem Rosenmark von Blütenschmaus. www.bluetenschmaus.ch Glas u CHF 24.90

Alles rund um Babys und Mamis

www.babylicious.ch u Die Hosen Ihrer Tochter sind langsam zu kurz, doch die Zeit fehlt, neue zu kaufen? Auf www.babylicious.ch wird Mamis und werdenden Müttern geholfen. Das Sortiment reicht von Babykleidung (0 bis 24 Monate) über Mode für Kinder (bis 9 Jahre) bis hin zu allem, was modebewusste Mütter vor

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und nach der Schwangerschaft brauchen. Das Beste am Online-Shopping: Man bestellt bequem vom Sofa aus, und der Kampf mit Einkaufstüten und Buggy bleibt einem erspart! nina lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus

u Das Herz von dieser SommerSüssigkeit ist ein neues Rosenmark der Schweizer Manu­ faktur Blütenschmaus. Zart duftende, pürierte Blätter einer alten Rosensorte, nicht zu süss und in einem wunderschön gestalteten Glas der Grafikerin Sarah Nogier, Zürich. Und die Basis für herrliche SommerDesserts wie Rosen-Tiramisu, -Lassi, aber auch für eine Vinaigrette oder im Herbst als Beilage zu Wild. Das Highlight jedoch: Jetzt gibts das Mark als Innenleben der neuen RosenTruffes-du-Jour von Sprüngli, mit einem poetischen Blütenblatt geschmückt, ein Traum von dunkler, schmelzender Schokolade. Erhältlich ausschliesslich von Juli bis Anfang Oktober. Eine SommerSüssigkeit für Schleckmäuler, die Raffiniertes zu schätzen wissen. beatrice schönhaus


digitalkameras

Laufsteg

Pretty Preppy

Kompakte Knipser für die Ferien u Die

Sommerferien stehen vor der Tür. Und natürlich möchten wir unseren Urlaub im Bild festhalten und mit Freunden und Verwandten teilen. Auf der Suche nach der geeigneten Digitalkamera kann manch einer sich im Dschungel des riesigen Angebots verirren. Wer sich vor dem Gang in den Laden schlaumachen will, findet im Internet Ratgeber, Foren und eben auch die besten Preise. Günstige

Einsteiger-Kameras machen bei Tageslicht prima Fotos. Um auch im Dunkeln gute ­Resultate zu erreichen, braucht es ein Gerät mit grossem Bildsensor und lichtstarkem Objektiv. Letzteres sollte für Landschaftsfotos so weitwinklig wie möglich sein. Fotografiert man lieber Menschen und Tiere, ist ein starkes Tele nötig. Schön, dass oft beides in einer Kamera steckt. stephan gubler

Lichtblick Das 4,4-fach optische Zoom der Canon Ixus 310 HS mit Lichtstärke 1:2,0. www.canon.ch u CHF 398.– Tommy Hilfiger hat den PreppyLook in seiner Mode-DNA.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Imaxtree, HO

Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, wagt sich an den Preppy-Chic. u Zusammen mit Ralph Lauren könnte man Tommy Hilfiger quasi als Synonym für den Preppy-Chic bezeichnen. Zusammen mit DesignKollege Peter Som entwickelte er nun für diesen Sommer eine raffinierte Version des amerikanischen Ost­küsten-Looks. Vom Polo-Shirt über gestrickte Segel-Pullover mit V-Ausschnitt und Tennis-Röckchen bis hin zum Jackie-Kennedy-Kleid: Die Kernstücke aus der Welt zwischen den Hamptons und Nantucket sind nach wie vor enthalten. Das Ganze präsentiert sich aber eine Spur jünger, modischer und mit mehr Sexiness. Für mich ein Grund, auf Preppy zu setzen. Ursula borer

Robust Die Olympus TG-810 ist bis zehn Meter wasserdicht, Schlank Die Lumix DMC-FX77 von Panasonic passt trotz 5-fachstossfest und frostsicher. www.olympus.ch u CHF 449.– Zoom in jede Jackentasche. www.panasonic.ch u CHF 399.–

Retro Die Fujifilm Finepix X100 vereint klassisches Design Superzoom Sony Cyber-shot DSC-HX9V mit 16-fach-Zoom mit moderner Technik. www.fujifilm.ch u CHF 1398.– und 3-D-Panoramamodus. www.sony.ch u CHF 479.– schweizer illustrierte

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Magische Augen Terracotta Khôl Kajal in Black Frida Nr. 01 von Guerlain. u CHF 48.50

Funkelnde Haut Glam-Bronze-Puder in Harmonie Brune Nr. 202, L’Oréal. u CHF 24.90 Sommer-Beauty

BronzeGöttin

u In jedem Sommer wird er zum helfenden Freund: ein zarter Sonnenpuder. Tagsüber schenkt er Wangen und ­Dekolleté eine natürliche Bräune – wie von der Sonne geküsst. Wer schon einen Ferienteint besitzt, kann seine Bräune mit einem «Bronzer» im ­wahrsten Sinne

Bronze-Lid Monolidschatten I am a bikini babe von MNY, Coop City. u je CHF 2.95 «vergolden». Doch beim Auftragen (am besten mit einem grossen Puderpinsel) darauf achten, möglichst sparsam mit dem Puder umzugehen, da der UrlaubsEffekt bereits mit einem Hauch erzielt werden kann. Doch ein Sonnenpuder kann noch mehr: Auf Lidern aufgetra-

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Davids

Schattige Wanderschaft Retro-Sonnen­brille, Polaroid Sunglasses. www.polaroidsunglasses1937.com u CHF 119.–


Star-Geflüster

La Katarina

Exotische Essenzen Languid, Boadicea the Victorious, Osswald, Zürich. u CHF 290.–

Sonnen-Teint Getöntes Serum, By Terry. www.niche-beauty.com u CHF 104.–

gen, lässt er das sommerliche Make-up noch strahlender und harmonischer erscheinen. Bronzing-Produkte gibt es aber mittlerweile nicht mehr nur in Puderform, sondern auch als extra pflegende Seren mit Bräunungsaktivator (By Terry), als Spray für die Beine

Honig-Lippen Honey Bronze Lip Nectar Gloss Nr. 01, The Body Shop. u CHF 15.90

Schönheitsbad Badeöl Ormonde Jayne. www.ormondejayne.com u ca. CHF 70.–

(Guerlain) oder als Lipgloss (etwa von The Body Shop). Vervollständigt wird das leuchtende Sommer-Ich abends mit einem intensiven Lidstrich in Schwarz, wimpernverlängernder schwarzer Mascara (Nivea) und einem neuen Ferienduft. Kristina Köhler

u Die ehemalige «Eisprinzessin» und vierfache Weltmeisterin im Eis­ kunstlauf, Katarina Witt, 45, ist neue Garnier-Botschafterin. Die UltraLift-Produkte gibts ab jetzt im Handel.


Shopping top ten Lieblinge der Redaktion der Woc he

Retro Grosse, honig­ farbene Korrekturbrille von Linda Farrow Vintage, London. u CHF 453.–

Individuell Korrektur­ brille «Mod Tosca» aus der hauseigenen Brillenkollektion TwentyTwo, erhältlich exklusiv bei Burrioptik. u CHF 498.–

Futuristisch Burrioptik legt auch bei der zweiten Filiale am Limmatquai 4, Zürich, Wert auf Stil. burrioptik, zürich

Eldorado für Brillenschlangen Betreten der BurrioptikFiliale wünscht sich jeder eine kleine Sehschwäche! Eingebettet zwischen dem geschichtsträchtigen Grand Café Odeon und dem stylischen Restaurant Terrasse, eröffnete Geschäftsinhaber Roger Burri Anfang des Jahres sein zweites OptikerFachgeschäft in Zürich. Seit über elf Jahren ist Burrioptik bekannt für seine vielseitige und stilsichere Auswahl an Brillen – von grossen Namen wie Prada und Chanel bis hin zu Kult­labels wie

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt, HO, Getty Images

u Beim

Hip «Kate Moss by Mario Testino», Bildband des peruanischen Fotografen Mario Testino mit Bildern von Kate Moss, Taschen Verlag. u CHF 79.–

Cool Sonnenbrille mit blauen Gläsern in Schmetterlingsform von Cutler and Gross, London. u CHF 482.–

Cutler and Gross. Die Vielzahl an Korrekturfassungen und Sonnen­brillen sowie die fairen Preise erfreuen jeden echten Brillenfan. nina lienhard

Romantisch Sonnen­ brille mit verspielten Blumendetails von Francis Klein, Paris. u CHF 532.–

Öffnungszeiten Mo–Mi und Fr 9–18.30, Do 9–20, Sa 9–17 Uhr www.burrioptik.ch weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Buch-Tipp

Echte Freunde u Klein, aber oho! Mit 1,70 Metern schaffte Kate Moss den Sprung in den Model-Olymp und gehört noch heute zu den ganz Grossen im Geschäft. Einer, der sie während ihrer ganzen Karriere begleitet hat, ist Starfotograf Mario Testino. Die Fotos, die aus der jahrelangen Zusammenarbeit für inter­nationale Magazine oder auch im privaten Urlaub entstanden sind, hat Testino nun veröffentlicht. «Kate Moss by Mario Testino» ist eine Hommage an Kate Moss, seine Muse und langjährige – echte – Freundin. nina lienhard

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Shopping top ten he der Woc

kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin, mag Gadgets.

Die Brit-Prominenz wie Dannii Minogue oder Cheryl Cole lieben ihren Schmuck: Rebecca Manners alias Bex Rox. Jetzt gibts ihre Entwürfe in der Schweiz. Rebecca Manners, Schmuckdesignerin

«Im Herzen bin ich ein Hippie-Kind» Rebecca Manners, Sie sind auf Menorca in einer Grossfamilie aufgewachsen. Wohl nicht zufällig ziert regenbogenfarbener Satin einige Ihrer Schmuckstücke wie Halsketten und Armbänder? Ich denke auch, dass ich im Herzen ein Hippie bin (lacht). Das drückt sich wohl in meinem Design aus. Die Art, wie ich aufgewachsen bin, das Inselleben, liess mich zu einem Freigeist werden. Gleichzeitig hat es mir Bodenständigkeit und eine gewisse Bescheidenheit mit auf den Weg gegeben. Wie beeinflusst dies Ihr jetziges Leben und Ihre Arbeit in London? Ich reise viel und bin ab und zu bei meinen Eltern auf Menorca. Ich liebe aber alle Inseln der Balearen. Im August eröffne ich einen eigenen Shop auf Ibiza. In London drückt sich meine Hippie-Seele darin aus, dass ich oft zu Flohmärkten und Antiquitätenshops pilgere und

mich in alte Stücke verliebe. Diese inspirieren mich zu neuen Entwürfen. Ihre neuste Kollektion heisst Ski-Safari … Sie handelt von den fünf grossen Tieren Afrikas, allen voran vom Elefanten. Sie «entführen» uns als vergoldete Glücksbringer (Anhänger, Ringe, Armbänder, Halsketten) an die Wärme und in ferne Abenteuer. Der Art-déco-Stil verleiht dem Schmuck ein surreales VintageGefühl. Tragen Sie dazu Vintage-Mode? In der Tat liebe ich das Portobello-­ Viertel mit seinen Vintage-Shops. Ich mische aber Secondhand-Kleider mit edlem Neuem, etwa von Browns Focus. Was haben Sie stets bei sich? Meinen geliebten blauen Yves-SaintLaurent-Mascara, meine Oliver-­ Goldsmith-Brille und mein Handy. Interview Kristina Köhler / Bex Rox gibts im Concept Store Lovers Lane bei Schito in Zürich.

Rebeccas lieblinge

Glücks-Elefant Vergoldeter Anhänger, Bex Rox. Concept Store Lovers Lane, Schito. u CHF 295.–

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Balearen-Traum «In Guide Mallorca» mit 400 Fotos. Kunth Verlag, im Buchhandel. u CHF 23.90

Meeres-Augen Volumen-Mascara Nr. 03 in Blau von Yves Saint Laurent. u CHF 47.90

In meiner elektronischen Familie gibt es zwei iBooks in verschiedenen Grössen, deren leuchtender Herzschlag (in Wahrheit unromantischerweise die optische Betriebsanzeige) nahezu synchron blinkt und mit denen man auch vom Bett ins Badezimmer chatten kann. Dann muss man nicht so schreien. Zudem hab ich zwei iPhones für konstante Kommunikation, nicht nur mit der Aussenwelt. Wie das eben so ist, wenn die neue Liebe gross ist. Man vermehrt sich. Leise, still und heimlich hat sich Gadget Nummer 5 eingeschlichen. Es ist ein brand­ neues, weiss strahlendes – iPad. Es war quasi über Nacht einfach da. Dieses Glück hat offensichtlich nicht jeder. Las ich doch unlängst von einem 14-jährigen chinesischen Jungen, der seine Niere an Organhändler verkaufte, um das so erzielte Geld in ein iPad zu investieren. Oh, Welt, du kannst so grausam sein! Das iPad machte mein Leben übrigens innerhalb weniger Tage schöner. Es kommt mit in die Küche und liest brav Rezepte vor. Im Bett kann man Filme gucken, es verwaltet und beantwortet E-Mails und macht ziemlich schicke Bilder. Das einzige Problem sind die Folgekosten. Alle tollen Online-Shops (wie etwa net-aporter.com) haben Apps, mit denen man so spielend einkaufen kann, dass man es gar nicht mehr merkt. Als könnte man in der «Vogue» auf die Handtasche drücken, die man gern hätte, und – schwupps – ist sie da. Toll! Ein weiteres Problem: der Elektrosmog. Vermutlich hilft da nur kiloweise Rosenquarz. Oder der Offline-Modus. Der ist ja eigentlich auch ganz gemütlich. Find ich persönlich zumindest.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, Bex Rox

Klein & Silber


Check-up Erfolgreiche HPV-Impfung

ft f i r ter t e b s t ör laf G e Sch

u Melbourne Laut einer neuen

Studie wirkt die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Drei Jahre nach der Einführung der HPVImpfung in Australien sank die Häufigkeit gefährlicher Krebsvor­ stufen bei Mädchen unter 18 Jahren auf die Hälfte. www.aerzteblatt.de

Vorgespräch HNO-Arzt Antoine Aschmann erklärt Luca Ruch, welche Verengungen das Schnarchen auslösen.

Schluss mit Schnarchen!

Luca Ruch hatte das Schnarchen satt und liess sich operieren. Das freut den Mister Schweiz – und vor allem Freundin Daniela. Text Lisa merz

Foto HO

D

er schönste Mann der Schweiz schnarcht. Und zwar so stark, dass er sich vergangene Woche operie­ren liess. «Meine Freundin Da­ niela erwachte wegen mir mehrmals in der Nacht», sagt Mister Schweiz Luca Ruch, 22. Bei ihm zeigten sich die ­Folgen erst am Tag: «Auch nach zehn Stunden Schlaf fühlte ich mich nie richtig fit!» Schnarchspezialist Dr. med. Antoine Aschmann weiss: «Herz und Kreislauf werden bei Schnarchern so stark belastet wie bei einem Jogger, der die ganze Nacht läuft.» Mögliche Folgen: Bluthoch­ druck, Müdigkeit und Gereiztheit. Bei langjährigen Schnarchern können auch Herzrhythmusstörungen oder Schlaf­ apnoe (Atemstillstand) entstehen. Laut Dr. Aschmann gibt es sieben verschiedene Verengungen, die Schnar­ chen verursachen: 1. Behinderte Nasen­ atmung. 2. Erschlafftes Gaumensegel, grosses Halszäpfchen. 3. Starkes ­Flattern des Rachengewebes. 4. Probleme am Zun­

gengrund. 5. Probleme mit den Rachen­ wänden. 6. Erschlaffung der Muskulatur. 7. Übergewicht. Dank speziellen Endoskop-Kameras erkannte der Arzt die Verengungsstellen im Schlafzustand bei Luca Ruch. Danach wurde mittels Radiofrequency (Laser) das Gaumensegel, der Zungengrund­ bereich, die Mandeln und das Rachen­ gewebe verkleinert. «Anders als bei ­konventionellen Eingriffen, wo das ­Gaumensegel und das Zäpfchen entfernt werden, ist der Eingriff minimal.» Denn bei der Radiofrequency-Therapie wird nichts weggeschnitten, sondern punk­ tuell vernarbt. Dadurch schrumpft das Gewebe. Folge: mehr Platz zum Atmen. Einen Tag nach der nicht kassen­ pflichtigen Operation (5000 bis 6000 Fran­ ken) sieht man Luca Ruch vom Eingriff nichts mehr an. In zwei Tagen kann er wieder arbeiten. In drei Wochen, wenn die Schwellungen abgeklungen sind, ist Luca Ruch endlich schnarchfrei.

Fitness als Vorsorge

u Dallas Wer mit sechzig Jahren körperlich noch fit ist, hat ein sehr kleines Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben. Altersgenossen, deren Fitness zu wünschen übrig liess, haben dagegen ein um ein Vielfaches erhöhtes Risiko für einen Herz-Kreis­ lauf-Tod. www.aerztezeitung.de

Achtung, Syphilis!

u bern Syphilis gefährdet auch

die Ungeborenen infizierter Erwachsener. Die Geschlechtskrankheit ist eine der grössten Ursachen für den Tod von Kindern. Laut einer Studie könnte eine frühzeitige Erkennung und Therapie über die Hälfte der Kinder retten. www.unibe.ch

tipp

Frischen Sie alle drei bis fünf Jahre die Zecken-Impfung auf. Sie schützt gegen die Frühsommer-­ Meningoenzephalitis.

www.aschmann-orl.ch

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Check-up Andropause

Wechseljahre: Das Tabu d Für Frauen in der Menopause ist die Hormoneinnahme selbstverständlich. Bei Männern in der mittleren Lebenshälfte ist sie immer noch tabu. Dabei leidet fast jeder Zweite ab fünfzig an einem Mangel an Testosteron. Symptome wie Müdigkeit, Depression oder Libidoverlust müssen aber nicht sein!

Die Symptome der u Körper

Text Giuseppe Cerrato

N

icht nur Frauen leiden in den Wechseljahren. Auch Männer! Andropause nennt sich das männliche Klimakterium. Anders als bei Frauen bricht die Produktion der Hormone nicht einfach ab, sondern sinkt ab dem 40. Lebensjahr jährlich um etwa ein bis zwei Prozent. In dieser Lebensphase leiden viele Männer an psychischen und körperlichen Prob­ lemen. Niedergeschlagenheit, Müdig­ keit, Schlaflosigkeit, Schweissausbrüche machen einem plötzlich zu schaffen. Die Lust auf Sex nimmt ab. Stress im Beruf oder das metabolische Syndrom (es besteht aus dem Quartett Fett­lei­bigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte und Insulinresistenz) können Gründe für die Beschwerden sein. Doch oft sind die Probleme der Männer ab fünfzig auf Testosteron­ Mangel zurückzuführen. Wenn Ärzte oder die Betroffenen die Beschwerden in der Lebensmitte nicht in Zusammenhang mit diesem Mangel bringen, kommt man unter Umständen nicht vom Fleck, meint der Zürcher Androloge Christian Sigg, 61. Ist jedoch

einmal ein Hormonmangel nachgewie­ sen, kann man sich einer ärztlich durch­ geführten Testo­­steron-Therapie unter­ ziehen. Den Betroffenen geht es schnell besser. Sie fühlen sich wieder fit und dynamisch. Eine medizinisch durch­ geführte Hormonbehandlung hilft, die psychischen und physischen Prob­ leme der männlichen Wechseljahre zu lösen. Finger weg jedoch von Hormonen und Wundermittelchen, die im Internet angeboten werden! Ob man sich einer Testosteron-Therapie unterziehen muss, kann nur der Arzt entscheiden. Eine Therapie ist immer individuell abgestimmt. Denn sie ist nicht nur abhängig vom Testosteron-Mangel, sondern auch von den Androgen-Rezep­ toren. Die haben eine genetisch fixierte Struktur und bestimmen, wie stark eine Substanz, in diesem Fall das Tes­to­s­teron, wirkt. Zwei Männer können den gleichen Testosteron-Level haben. Bei einem ist die Hormonwirkung jedoch besser. Die Andropause – ein komplexer biologischer Vorgang im Körper und in der Psyche des Mannes.

Testosteron-Mangel verändert in der Andropause den männlichen Körper. Die Fett­ zunahme um die Bauchregion ist am auf­ fälligsten. Auf der einst straffen Männer­taille und dem sexy Sixpack sammelt sich eine Schicht Fett. Auch die abnehmende Muskel­masse ist ein Indiz für Mangel. Denn Testosteron hat eine anabole, muskelaufbauende Wirkung. Wer zu wenig im Blut hat, kann Gewichte stemmen, ohne dass er zu einem optimalen Resultat kommt. Der Mangel an dem Königshormon des Mannes hat auch Auswirkungen auf die Haut. Sie spannt nicht mehr straff, ist nicht mehr geschmeidig, sondern trocken. Sie wird nicht mehr optimal durch­blutet. Der Hormon-Tiefstand macht sich auch im Gesicht des reifen Mannes bemerkbar: Abnehmender Bartwuchs kann zum Beispiel ein Zeichen sein. Das MachoHormon fördert auch die Geschmeidigkeit der Gefässe. Und Testosteron-Schwäche kann zu Gefässver­engungen führen. Sie ist somit ein Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Was viele nicht wissen: Nicht nur Frauen leiden an Osteoporose. Ein Defizit an Testosteron macht auch Männerknochen brüchig.


er Männer! Andropause u Psyche

u Sex

k n ch ec llt e ! o s s Da w is sen Sie

Laut amerikanischen Studien mangelt es zehn Prozent der Männer über vierzig an Testosteron. In späteren Lebensjahren, während der Andropause, sind bis zu vierzig Prozent betroffen. Diese Zahlen könnten auch für die Schweiz übernommen werden, meint Androloge Christian Sigg. Viele Männer im mittleren Alter nehmen ihr Los als gottgegeben hin. Andere glauben fest, dass sie nur eine Potenzpille schlucken müssten, und schon wären alle Sexual­ probleme behoben. Sie merken aber bald, dass das nicht ganz stimmt. Denn wenn die Begierde fehlt, kommt auch keine Erektion zustande. Auch hier spielt

Testosteron eine grosse Rolle. Es ist nicht nur an der Spermienproduktion beteiligt, sondern steigert die Libido. Die Potenz­ pillen Viagra, Cialis oder Levitra haben lediglich Einfluss auf den mechanischen Apparat des Mannes. Sie wirken gefäss­ erweiternd, aber sie fördern die Lust nicht. Nur eine ärztliche Behandlung mit Testosteron löst das Libido-Problem – falls es körperlich bedingt ist.

Sie bei Anzeichen eines Hormon­­mangels einen Spezialisten auf. Er kann nachweisen, ob ein solcher vorliegt.  Finger weg von Hormonen und Wundermittelchen, die im Internet angeboten ­werden!  Wie hoch der TestosteronSpiegel ist, wird vor 10 Uhr morgens aus dem Blut ermittelt. In der Schweiz verfügen wir laut Dr. Christian Sigg über drei Behandlungs­ optionen:  Tabletten: Sie werden von den Krankenkassen bezahlt.  Spritzen: kurz wirksame und Depot-Spritzen.  Testosteron-Gel.

Fotos Prisma (2), iStockphoto (1)

 Suchen

Testosteron übt einen massgeblichen ­ influss auf unsere Stimmung und unser E Verhalten aus. Denn das männlichste aller Hormone macht nicht nur, dass die Stimme tiefer wird, dass Haare auf Gesicht, Beinen und Armen spriessen: Testosteron macht auch, dass sich junge Männer dynamischer fühlen. Brandet es um die fünfzig nicht mehr mit voller Stärke durch den Körper, können psychische Veränderungen auftreten. Hat ein Mann zu wenig davon, schlägt ihm das aufs Gemüt. Männer in der mittleren Lebensphase empfinden oft eine grundlose Nieder­geschlagenheit. Sie, die früher Berge versetzt und vor Ideen nur so gesprudelt haben, fühlen sich verwirrt. Ihr Ego ist angeknackst. Kommen finanzielle Probleme und ­Unzufriedenheit in der Partner­ schaft oder am Arbeitsplatz hinzu, verstärken sich die Symptome. Vieles scheint nicht mehr so klar zu sein, wie es bis vor Kurzem noch der Fall war. Die Wirkung von Testoste­ ron als Anti­depressivum kann auch durch eine psychiatrische Behandlung nicht ersetzt werden.


Check-up

«Hormonverlust kommt schleichend»

H

err Dr. Sigg, wie merkt man, dass man zu wenig Testosteron hat? Wenn die Libido in den Keller rutscht. Aber auch Hitzewallungen in der Nacht und grundlos depressive Verstimmungen sind Symptome. Eben­ so nimmt die körperliche Leistungs­ fähigkeit ab. Diese Symptome sind typisch für die Andropause, die männ­ lichen Wechseljahre. In welchem Alter beginnt die Andropause? Bei den meisten um die fünfzig. Doch es gibt auch Jüngere, die betroffen sind. Denn der Hormonverlust kommt

Dr. med. Christian Sigg, 61, Androloge, Zürich. www.maennerarzt.ch

TV-Tipp Samstag, 2. Juli, 18.10 Uhr

schleichend, er nimmt jährlich ein bis zwei Prozent ab. Ein 75-Jähriger hat fünfzig Prozent weniger freies Testos­ teron als ein 25-Jähriger. Ein 60- oder 75-Jähriger muss ja keine Bäume mehr ausreissen. Es geht nicht darum, den Hormonlevel eines 20-Jährigen herzustellen. Aber sollen sich Männer kränklich und traurig wegen Testosteron-­Mangels fühlen? Der Hormonwert wird gemes­ sen, dem Normbereich ­angepasst, und man fühlt sich wieder besser. Dabei sinkt das Risiko für Zuckerkrankheit und Blutgefäss­erkrankungen erheblich. Wie misst man den Testosteron-Wert? Der Testosteron-Level wird in Nano­ mol-Einheiten durch Blut­entnahme bestimmt. Ergibt die Analyse einen Wert unter 8 Nanomol pro Liter, wird das fehlende Testosteron ersetzt. Was ist der normale Wert? Zwischen 12 und 30 Nanomol. Wie verabreicht man heute Testosteron? In Form von Gel, Tabletten oder DepotSpritzen.

Welches ist im Moment die beste ­Therapieform? Das Gel, da es steuerbar ist und die tägliche Testosteron-Kurve imitieren kann. Wann ist Vorsicht geboten? Testosteron ist verboten bei Prostata­ krebs, bei Schlafapnoe und bei gewissen Blutkrankheiten. Ein korrekt durch­ geführter Testosteron-Ersatz zurück zu dem altersentsprechenden Normwert hat kaum Nebenwirkungen. Zahlt die Krankenkasse eine TestosteronTherapie, und was kostet sie? Die Kasse zahlt bei nachgewiesenem Hormonmangel. Die Kosten hängen von der Dosis ab, die Medikamenten­ kosten belaufen sich zwischen 90 und 300 Franken pro Monat. Wie sieht die Zukunft aus? In den USA ist ein Nasenspray als Anwendungsform in Entwicklung. Die Wirkung erfolgt blitzartig über die Nasenschleimhäute und dauert wie beim Gel zwölf bis sechzehn Stunden.

Forschung Eine Spezialsendung: Die Basler Ärztin Mirjam ChristCrain hat im Rahmen eines Projektes des Schweizerischen Nationalfonds neue Wege in der Diagnose entdeckt. Hormone helfen, die Behandlung von Lungenentzündungen und Schlaganfällen zu optimieren. Bemerkenswert: Die Forscherin ist Mutter von drei kleinen Kindern. www.gesundheitsprechstunde.ch

Foto Dick Vredenbregt

Die Wechseljahre des Mannes sind kein Schicksal. Der Experte sagt, was Sie dagegen tun können. Und wer zahlt.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Weltklasse Sting tritt in Locarno mit Band und Symphonie­ orchester auf.

Sting auf der piazza grande

Foto HO

Pop trifft auf Klassik u Seine Karriere begann Gordon Matthew Thomas Sumner alias Sting Ende der 70er-Jahre. Mit der Rockband The Police gewann er sechs Grammys, in seiner Solo­ karriere mehrere Platin-Auszeichnungen. Mit «Symphonicities» präsentiert

Sting nun seine grössten Hits. Neu arrangiert für klassisches Symphonieorchester und Band: «Every Little Thing She Does Is Magic», «Next to You». «Roxanne» kommt in der Über­arbeitung viel sanfter daher. «Das ist Absicht», sagt der Rockstar.

«Die Lieder sollen offener und romantischer klingen.» kati moser festival moon and stars Piazza Grande, Locarno TI, 9. 7., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Christine Knuchel im Kunstmuseum olten

Eine Ode an die Natur u Klatschmohn,

Rittersporn, blühende Gräser, Busch­ windröschen, Kornblumen und Schwertlilien. Der üppige Garten von Christine Knuchel, 67, ist ein Paradies für Insek­ ten. Und eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für die Aargauer Künstlerin. «Ich male nur, was mich

Blumenpracht Christine Knuchel in ihrem Garten im aargauischen Gontenschwil.

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bezaubert. Das meiste davon finde ich direkt vor meiner Haustür.» Es ist nicht nur die verschwenderische Farben- und Formenpracht der Natur, die Christine Knuchel fasziniert. Wenn sie mit Kamera und geschultem Blick durch Wiesen und Wälder streift, hält sie Ausschau nach dem Geheimnis, das sich in diesem Mikrokosmos verbirgt. Nach dem Glücksmoment, dem «Sich-eins-Fühlen» mit der Natur. Zurück im Atelier, bannt die Künstlerin in minutiöser Feinarbeit die Schnapp­ schüsse auf Leinwand. Auch wenn die Werke in ihrer Präzision fotorealistisch wirken, Christine Knuchel projiziert die Fotos nicht auf die Leinwand, son­ dern stellt sie daneben. Sie dienen ihr nur als Vorlage. Wo es passt, wird schon mal ein Pflänzchen dazugepinselt, ein Schatten vergrössert oder eine Blüte in die andere Bildecke versetzt. Wichtig ist Christine Knuchel die Wirkung des

Bildes. «Es soll beim Betrachter möglichst dasselbe Glücksgefühl auslösen, das ich beim Durchstreifen der Natur empfunden habe.» Dafür sitzt sie bis zu einem halben Jahr an einem Werk. In den Winter­ monaten zieht sich die Künstlerin in das abgelegene Mathon GR zurück und widmet sich, umgeben von der bissigen Kälte des Bergwinters, ganz der üppi­ gen Sommerflora ihrer Bilder. «Ich brau­ che gleich viel Zeit zum Malen wie die Blumen und Gräser, um zu wachsen.» Ausgewählte Werke von Christine Knuchel, sie bezeichnet sie als Porträts, sind nun in der Sammelausstellung «Blütenlese» im Kunstmuseum Olten zu entdecken. anina rether Kunstmuseum Olten SO Bis 14. 8. Di–Fr 14–17, Do 14–19, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 062 - 212 86 76, www.kunstmuseumolten.ch

Fotos: Staatsarchiv Basel-Stadt, Hö C 42257 Fotoarchiv Höflinger, Willy Spiller

Blühende Wiesen, verwunschene Wälder und üppige Blumenpracht. Die Arbeiten der Aargauerin Christine Knuchel singen ein Loblied auf die Flora. Zu bestaunen im Kunstmuseum Olten.


diese woche in den galerien

Performance. 100 Jahre Basel. Originalgrafik Videokunst

u Die Amerikanerin Alex Bag, 42, gehört zu den interessantesten Vertreterinnen der Video-Performance. Pointiert übt die Künstlerin Gesellschaftskritik, formuliert dabei ein tiefes Unbehagen gegen­ über der Populärkultur und tritt meist selber als äusserst wandlungsfähige Akteurin in verschiedenen Rollen auf. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind die Wechselwirkung zwischen Hoch- und ­Populärkultur und die Charakteristika des Kunstbetriebs.  rea

Migros Museum Zürich Bis 14. 8. Di, Mi, Fr 12–18, Do 12–20, Sa/So 11–17 Uhr, Tel. 044 - 277 20 50, www.migrosmuseum.ch

Blick zurück

u Was heute selbstverständlich ist, war einmal fremd und ungewohnt.

Das gilt für die Kunst wie für die Stadtentwicklung. Die Ausstellung «Hier und dort» zeigt Basel im 20. Jahrhundert. Hundert Jahre ­werden anhand von sieben Themenfeldern mit Dokumenten, Foto­ grafien, Ton- und Filmbeispielen, aber auch Plakaten nacherzählt. Eine Chronologie von 1900 bis 2000, garniert mit historischen Fotografien, rundet die informative Schau ab. rea Güterhalle Bahnhof St. Johann Basel Bis 2. 10. Täglich 10–20 Uhr, Tel. 061 - 485 12 72, www.hier-und-dort.ch

Gruppenausstellung

Wonniglich «Tulpentanz», 2010, von Christine Knuchel.

u War

die Auflösung von Raum früher das Thema der Zürcherin Vera Rothamel, so zeigen ihre aktuellen Arbeiten heute vegetative Formen: Blüten und Blumenstängel legen sich kreuz und quer über das Blatt. Die Fotoserie «Aude» von Elisabeth Arpagaus wirkt, wie wenn sie am Computer erzeugt worden wäre. Tatsächlich aber sind die Bilder Aufnahmen der Natur, bei denen das Zusammenspiel von Wind, Wasser, Erde und Licht die Farben zauberhaft zum Leuchten bringt.  rea Verein für originalgrafik Zürich Bis 23. 7. Mi 15–20, Sa 14–17 Uhr, Tel. 044 - 241 53 00, www.vfo.ch

theater

Liebe, Eifersucht und Verrat u Die Zigeunerin Esmeralda (Eva Suter) liebt den ­Edelmann

Phöbus (Marco Ischi). Der Domprobst Claude ­Frollo (Marco Von Gunten) begehrt verbotenerweise Esmeralda, die auch vom missgestalteten Glöckner Quasimodo (Adrian Kurmann / Pascal Riedo) geliebt wird. Regisseur Alex Truffer inszeniert den «Glöckner von Notre-Dame», die berühmte Liebesgeschichte des Franzosen Victor Hugo, vor der malerischen Kulisse des Schlosses von Schwarzenburg. Das Stück ist Ort und Zeit entbunden.  km

Präzisionsarbeit Bild oben: «Oh Sommer», 2008/2009, Bild unten: «Bergwiesenstück», 2010.

im schlossgarten Schwarzenburg BE «Der Glöckner», Premiere 14. 7., weitere Aufführungen bis 20. 8., Abendkasse ab 18 Uhr Tel. 079 790 03 45, www.flbs.ch

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Die Besten event 5 Fragen an ein buch

Suzanne Collins

Trilogie des Schreckens Worum gehts? Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Aus den Trümmern entstand das Land Panem, ein futuristischer Staat mit knallharter Führung. Einmal im Jahr inszenieren die Herrscher Hungerspiele. Dabei müssen sich Kinder, die ausgelost wurden, bis auf den Tod bekämpfen. Die Konkurrenten Katniss und Peeta verlieben sich, gehen beide als Sieger hervor. Doch ihre Liebe wird ver­raten. «Flammender Zorn» heisst der dritte und jüngste Band, in dem Rebellen das System stürzen. Den Liebenden wird klar: Sie sind bloss Statisten in einem lebensgefährlichen Spiel, in dem es keine Gewinner gibt.

The lincoln lawyer (USA)

Dem Mörder auf der Spur u Der Plot: Sein Beruf: Anwalt. Seine Kundschaft: windige Klein­ ganoven und schmierige Dealer. Sein Büro: der Rücksitz einer LincolnLimousine. Mickey Haller ist ebenso gerissen wie seine Mandanten. Sein Leben läuft rund, bis er den lukrativen Auftrag erhält, einen vermögenden Immobilienmakler aus Beverly Hills zu verteidigen. Der Klient – der ­Vergewaltigung und des versuchten Mordes angeklagt – beteuert glaub­ würdig seine Unschuld. Mickey macht sich an die Arbeit. Nach und nach entdeckt er Ungereimtheiten. Und erschreckende Parallelen zu einem seiner alten Fälle. Hat Mickey vor Jahren einen Unschuldigen ins ­Gefängnis gebracht? Und sitzt ihm nun der wahre Mörder gegenüber?

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u Die Schauspieler: Matthew McConau­ ghey, in letzter Zeit dank Sixpack und Charme meist in seichten Komödien zu sehen, zeigt (wie schon 1996 in «A Time to Kill»), was er kann. Auch Ryan Phil­ lippe als durchtriebener Klient über­ zeugt. Ebenfalls zu sehen: Marisa Tomei («The Wrestler») und – herrlich ver­ wittert – William H. Macy («Fargo»). u Der Hintergrund: Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen düsteren Roman von Michael Connelly aus dem Jahr 2005. u Das Fazit: Einer der spannendsten Justiz-Thriller der letzten Jahre, der einen zwei Stunden mühelos in seinen Bann zieht. Das Duell der beiden Kontrahenten hat Klasse. anina rether

8 8 8 8 8 Länge: 118 Min. Regie: Brad Furman. Im Kino.

Wer ist die Autorin? Suzanne Collins, 49, lebt in Connecticut (USA). 2012 kommt ihre preisgekrönte Buch-Trilogie mit Woody Harrelson in die Kinos. Wichtigster Satz? Katniss: «Ver­mutlich stimmt Peetas Theorie, dass wir uns alle gegenseitig vernichten, um einer anständigen Art Platz zu machen.» Wer liebt den Roman? Die Angst und Brutalität lassen sogar abgebrühte Endzeit-Fantasten erschaudern. Was bleibt nach der Lektüre? Nie ­ war das Thema «Brot und Spiele» aktueller. Caroline Micaela Hauger DIE TRIBUTE VON PANEM «Tödliche Spiele», «Gefährliche Liebe», «Flammender Zorn» (Oetinger Verlag)

Fotos: Ascot Elite, Paul Seewer, HO (3)

Böse Vorahnung Verteidigt Anwalt Mickey (McConaughey) einen abgebrühten Mörder?


Die Besten event demnächst

«Carmen». Indien. Open Air

klingendes Leben u Für

stimmen-Festival Mit den Fantastischen vier

Die von «Die da» sind da u «Leidenschaft,

die klingt» heisst das Rezept des Stimmen-Festivals. Vom 7. bis 27. Juli bietet es in der Grenz­region von Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit einer Vielzahl von Konzerten klingende Stimmung à discrétion. Zentrum des Festivals ist Lörrach (D), wo auf dem Marktplatz (20. bis 24. 7.) Stimmen mit Starstatus zu hören sind – so auch Die Fantastischen Vier. Gleich mit ihrem Erstling haben Smudo, And.Ypsilon, Michi Beck und Thomas D 1991 das getan, was dessen Titel verspricht: «Jetzt geht’s ab». Und ein Jahr

cd-Tipp Klassik

Poetisch

u Eine Rarität hat der Schweizer Pianist Christian Spring zu Franz Liszts Hundertstem eingespielt: Die «Harmonies poétiques et religieuses» sind ein virtuoses ­Meisterwerk, voller Vielfalt, Poesie und Tiefgang. hans uli von erlach

FRANZ LISZT Harmonies poétiques et religieuses (im Fachhandel)

darauf schufen sie mit «Die da» die Kenn­melodie einer Generation von Bands, die lustvoll zwischen deutschsprachigem Rap und Pop pendelt. Mittlerweile sind die Fanta 4 mehr als zwei Jahrzehnte unterwegs und erwachsen geworden: «Vor zehn Jahren dachte ich noch, ich muss immer Jüngere ansprechen», sagte Bandmitglied Michael Bernd Schmidt alias Smudo in einem Interview. Das sei aber «vollkommen illusorisch», und das sei auch gar nicht zu leisten. Denn für 16-Jährige könne man als Texter «nur über Sex, Weiber und süsse Getränke schreiben». Tatsächlich hat es das Quartett geschafft, die «Die da»-Fesseln zu lockern. Sie werden auch in Lörrach beweisen, dass sie einiges mehr draufhaben als Happygo-lucky-Hip-Hop.  hanspeter vetsch DIe Fantastischen vier am stimmenfestival Marktplatz Lörrach, 22. 7., 20 Uhr, www.stimmen.com tickets für die besten events!

opernhaus Zürich, 2. und 8. 7., jeweils um 19.30 Uhr, www.opernhaus.ch

Exotik vor der Tür u Bollywood-Sounds,

traditionelle Tänze, Fashion-Shows, Kulturprogramme: Drei Tage lang bietet Europas grösstes Indien-Festival ein Spektakel, das Kenner und Novizen gleichermassen in Bann ziehen dürfte. hv Indian Festival St. Jakobshalle Basel, 26. bis 28. 8., www.indianfestival.ch

Stars und Stimmung u Eines

der traditionellsten und eines der stimmungsvollsten: Das Open Air St. Gallen hat nicht ohne Grund viele treue Fans. Sie kommen auch musikalisch auf ihre Kosten, etwa mit den Headlinern Linkin Park (2. 7.). hv open air Sittertobel St. Gallen, 30. 6. bis 3. 7., www.openairsg.ch schweizer illustrierte

Fotos Alexander Gnädinger, HO (4)

Gut drauf Die Jungs von der Band Die Fantas­ tischen Vier.

Friedrich Nietzsche war «Carmen» vollkommen. Tatsächlich wird keine Oper so oft gespielt wie diese von Georges Bizet, in der sich Humor und Dämonie abwechseln. In der Titelrolle Vesselina Kasarova. hv

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Weekend

In Schweizer Hand! Jonas Schürmann führt in Hongkong das «Mandarin Oriental» und sammelt Stern um Stern.

Reisen, geniessen, rätseln!

«MANDARIN ORIENTAL», HONGKONG

Austern aus sieben Ländern W

ie verteidigt ein bald 50-jähriges Hotel seinen ­Spitzenplatz in der Hongkonger Fünf-­SterneHotellerie? «Mit einer überdurch­schnitt­­li­chen Küche», sagt der asien­erprobte Schweizer General Manager Jonas Schürmann und sammelt in seinen zehn Restaurants unermüdlich Michelin-Sterne. Zwei gibts fürs «Pierre» in der 25. Etage: Frankreichs Star Pierre ­Gagnaire lässt nach «Oriental» Schweizer Boss, Top-Restaurants. seinem Rezeptbuch kochen. Grossartig

auch der «Mandarin Grill» (1 Stern). Der Empfang beim deutschen Executive Chef: frische Austern aus sieben verschiedenen Ländern! Chinesisch gehts auch: moderne kantonesische Küche im «Man Wah». Die 500 Zimmer und Suiten sind auf dem neusten Stand, die Aussicht über Victoria Harbour beeindruckend. HE Info DZ ab EUR 349.– www.mandarinoriental.com schweizer illustrierte

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Reisen Rugby, «wysgi» und Shopping

«The Celtic Manor»! Ein elegantes Resort vor den Toren Cardiffs. Hier residierten die Ryder-Cup-Helden. Seither sind Hotel und Platz (Twenty Ten) ein Mekka von Golffans aus aller Welt.

«Wir singen und wir saufen fürs Leben gerne», sagt der Tourguide in Cardiff fröhlich. Die Probe aufs Exempel lässt sich beim Rugby machen. u Wer sein Wochenende in Cardiff mit dem Besuch eines Rugby-Matches verbinden kann, hat mehr davon. Die Stimmung im Millennium Stadium, die Schlachtgesänge von den Rängen sind unglaublich. Bereits bei den Spielen der Cardiff Blues, vor allem aber beim Auftritt der walisischen Rugby-UnionNationalmannschaft. Das Millennium Stadium fasst 74 500 Zuschauer. Droht Regen, wird in 20 Minuten ein Dach ausgefahren, und alle sitzen im Trockenen. Fussball gibts hier auch. Allerdings nur grosse Länderspiele.

Sightseeing Cardiff Castle (links) und das grossartige ­Millennium ­Stadium (unten) dürfen beim City-Trip nicht fehlen.

MIT HELVETIC AIRWAYS NACH CARDIFF

Twenty Ten: Golfen Neues Revier für Schweizer Golfer: Cardiff! Da locken der Ryder-Cup-Platz Twenty Ten und 199 andere Anlagen. Helvetic Airways fliegt viermal wöchentlich in 90 Minuten hin. In der Nähe des Stadions: St. David’s Hall, ein von den Architekten gefühlvoll ins Herz der Stadt gebautes Shoppingcenter mit 160 Läden. Wer durch die Grand Arcade spaziert, merkt schnell: Die Preise sind hier massiv tiefer als im zwei Stunden entfernten London. Sight­ seeing-Fixpunkte: Cardiff Castle mit seiner 2000-jährigen Geschichte. Und die Whisky-Destillerie Penderyn vor den Toren Cardiffs. «Wysgi» nennen die Waliser ihren erstklassigen Single Malt. inFO www.visitwales.com

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C

ardiff und das Celtic Manor Resort vor den Toren der Stadt haben 20 Millionen Pfund investiert und für den Ryder Cup 2010 den Platz Twenty Ten gebaut. Jetzt wird die Ernte ein­ gefahren: Abschlagzeiten sind heiss begehrt. Am einfachsten kommt auf den Platz, wer im Resort ein Golf-Package (zu erstaunlich vernünftigen Preisen!) bucht; so ist eine Runde Twenty Ten inbegriffen; die zweite findet auf den hotel­eigenen Championship-Courses Montgomerie oder Roman Road statt. «Celtic Manor» ist eine erstklassige Adresse: grosszügige Zimmer, riesiger Spa, ehrgeiziges Restaurant (The Crown).

u Magie Twenty Ten Der Ryder Cup ist unvergessen. Auf der Nr. 12 meldete sich Tiger Woods mit einem fantastischen Eagle zurück in der Weltspitze, auf der Nr. 17 lochte Graeme McDowell den entscheidenden Putt ein – ein glorioser Sieg der Europäer über die tief enttäuschten Amerikaner. Wie spielt es sich als HobbyGolfer auf dem berühmten Platz? Wer sich nicht überschätzt, kommt mit Anstand bis zum etwas gar bescheidenen Halfway House. Auf den «back nine» wirds dann richtig schwierig: viele Wasserhinder­nisse, wellige Greens. Auf der Nr. 14 (Par 4, 280 Yards bergauf) ­haben die Superstars die Fahne direkt an-


20 Millionen Pfund für einen neuen Ryder-Cup-Platz. Der Twenty Ten schlängelt sich um künstliche Seen.

Die Twenty-Ten-Garderobe Cheminée, Eichenholz, Leder. Tiger Woods hat einen eigenen Spind auf Lebenszeit.

Helvetic Airways fliegt Golfer direkt nach Wales: Der Twenty Ten und 199 andere grosse Plätze warten.

auf dem Ryder-Cup-Platz gegriffen. Das ver­suchen die Amateure jetzt natürlich auch – keine Chance! u Der Tiger-Woods-Schrank Schon das «Vorspiel» ist beeindruckend: 24 Stunden zuvor erreichen einen per Mail die strengen Tenuevorschriften. Der Weg zum Klubhaus führt durch ein schmiedeisernes Tor, das sich nach dem Codewort des Chauffeurs wie von Geisterhand öffnet. Die Garderobe ist sehr vornehm (Cheminée, Eichenholz). Der Kleiderkasten ist mit dem Namen der eingebuchten Spieler angeschrieben. Inschrift auf einer Goldplakette mitten im Raum: Tiger Woods. Der hat hier seinen Spind auf Lebenszeit. u … und 199 weitere Plätze! Wales hat den Golfern noch mehr zu bieten. Berühmte Links-Courses am Meer und an den Klippen wie Aberdovey, Ashburn-

ham, Conwy and Bull Bay. Den NefynCourse, der an einem Dorfpub vorbeiführt, in dem jeder Spieler schnell ein Pint runterkippt. Oder Llanymynech, die

Heimat von Weltklassegolfer Ian Woosnam. Berühmt hier das Fairway Nr. 4: Man schlägt in Wales ab und puttet in England ein! URS HELLER

Check-in u Anreise

Helvetic Airways fliegt mit einer komfortablen Fokker 100 viermal wöchentlich in 90 Minuten von Zürich direkt nach Cardiff. Neu: eine angenehme Business-Klasse. Ab CHF 450.–. Golfgepäck anmelden! u Hotel Das elegante Celtic Manor Resort ausserhalb Cardiffs mit 350 Zimmern. Spa. Gutes Restaurant. Drei Golfplätze im Resort. Attraktive Golf-Packages (1 Nacht, 2 Runden ab CHF 130.–!) u The Twenty Ten Golfer als Gourmets? Seit dem Ryder Cup 2010 Kult! Par 71, 7493 Yards. Das «Crown» im Celtic Manor Viel Wind und Wasser! Greenfee: CHF 117.– Resort ist eine gute Adresse. u Infos www.celtic-manor.com, www.helvetic.com

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publireportage

Nissan Micra testen – und VIP-Tickets gewinnen

Der neue Nissan Micra ist das perfekte Stadtauto: In unserer grossen Leseraktion können Sie die Vorzüge des kecken City­flitzers gleich selbst erfahren – und für das Zürcher Konzert von George Michael VIP-Tickets für sich und Ihre Freunde gewinnen.

So lernen Sie den Nissan Micra und George Michael näher kennen: Melden Sie sich unter www.nissan.ch/probefahrt zur Probe­ fahrt an. Falls Sie am grossen Wettbewerb teil­nehmen wollen: Schicken Sie uns nach der Probefahrt ein Bild von Ihnen und dem

Nissan Micra per MMS, Mail, Post – oder laden Sie Ihr Bild selber auf die Website. Dort finden Sie die genauen Teil­nahme­ bedingungen. Das gibt es zu gewinnen: Mit etwas Glück können Sie am Freitag, 14. Oktober 2011, zusammen mit neun Freunden das Schweizer Konzert von George Michael erleben – in einer exklusiven VIP-Loge. Der Nissan Micra holt Sie und Ihre Freunde ab und fährt Sie zum Konzert. Beim Hallenstadion Zürich werden Sie am separaten VIP-Eingang von einer Hostess empfangen. Danach geniessen Sie mit Ihren Freunden ein Gala-Dinner und ein Konzert der Extraklasse. ­Unter allen Teil­ nehmern werden ­ausserdem 100 Abos für «SI Style», «Bolero», «Sonntags­ Blick», «TV8», «Edelweiss» oder «L’Hebdo» verlost.

george michael Drei Jahrzehnte lang hat George Michael die Popwelt begeistert. Nach einer kreativen Pause kehrt er nun auf die Bühne zurück: am 14. Oktober auch in Zürich. Dort bestreitet er im Hallenstadion eines seiner raren Konzerte – und bringt auf seiner aktuellen Tour gleich ein eigenes Symphonieorchester mit. Die Hits des Briten werden fürs Zusammenspiel neu arrangiert. Pop meets Classic – die Fans erwartet ein spannungsgeladener Mix.

Klein & Keck

Der neue Nissan Micra setzt im Stadtverkehr neue Mass­ stäbe: Er ist extrem wendig und geräumig. Zur Standard­ ausstattung gehören die modernsten Sicherheits- und Hightech-Features. Einzig der Verbrauch ist klein: 5,0 l/100 km. Im Herbst kommt sogar ein noch sparsameres Modell mit 98-PS-Benzindirekteinspritzer. Dessen Werte: 4,1 l/100 km und ein CO2-Bestwert von 95 g/km. 1,2 Liter, 3 Zylinder, 80 PS, manuelles 5-Gang-Getriebe oder CVT-Automatik, Frontantrieb Länge × Breite × Höhe = 3,78 × 1,68 × 1,52 m, Gewicht 985 bis 1055 kg, Kofferraum 265 bis 1132 Liter, Wendekreis 9,3 m Gesamtverbrauch 5,0 bis 5,4 l/100 km, 115 bis 125 g/km CO2, Energie­effizienz A bis B ab CHF 15 690.– Ist äusserst agil – und dank ParkGuide und geringem Wendekreis wie geschaffen für den Stadtverkehr; bietet im eleganten Interieur viel Platz und Komfort; schont dank effizientem Pure-Drive-Motor Umwelt und Portemonnaie.

Fotos: zvg Good News (1); Thomas Buchwalder (1); Fotomontage (1)

E

 in Kleiner trumpft gross auf: Der neue Nissan Micra ist extrem flexibel, agil und vor allem effizient. «Ein super Stadtauto», bilanzieren Anna (36) und Vadim (35), die den Nissan Micra in der grossen Leseraktion bereits getestet haben. «Der Kleine lässt sich dank Einpark­ hilfe in die kleinste Lücke leiten», lobt Anna. «Und er bietet trotz kompakter Aussen­ masse alles, was man von einem modernen Auto erwartet», bestätigt Vadim. Diese Vor­ züge können nun auch Sie beim NissanHändler testen: noch bis 31. August 2011.


En Guete

Scharfer Anblick Passt perfekt zu Grilliertem.

So schmeckt der Sommer

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Rot, gelb, orange oder grün: Peperoni lassen uns wie kaum ein anderes Gemüse vom Süden träumen. Egal ob gefüllt, gebacken oder als Salat.

Kalte PeperoniBecher

Zutaten (für 4 Personen) 3 Scheiben Toastbrot, in Würfeli, 4 rote Peperoni (je ca. 250 g), 4 Esslöffel Rapsöl, ½ Teelöffel Salz, 300 g griechisches Joghurt, 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, gepresst, wenig Tabasco, ½ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, ¼ Gurke (ca. 100 g), geschält, halbiert, entkernt, in Würfeli, 1 Tomate, halbiert, in Würfeli, ½ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Brotwürfeli in einer beschichteten Bratpfanne bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. goldbraun rösten, herausnehmen, beiseite stellen. Pfanne mit Haushalt­ papier reinigen. Von den Peperoni Stiele abschneiden. An der Spitze je

einen ca. 2 cm breiten Deckel abschneiden, in ca. 1 cm grosse Würfeli schneiden, beiseite stellen. Peperoni mit dem Kugelausstecher entkernen. Öl in derselben Bratpfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Peperoni bei mittlerer Hitze rundum ca. 15 Min. braten, etwas abkühlen lassen, salzen. Joghurt mit Olivenöl, Knoblauch und Tabasco verrühren, würzen. Gurken-, Tomaten- und beiseite gestellte Peperoniwürfeli mischen, würzen. Drei Viertel der Gemüse- und der Brotwürfeli mit dem Joghurt mischen, Peperoni damit füllen, auf Tellern anrichten. Restliche Gemüse- und Brotwürfeli darüberstreuen, sofort servieren. Passt auch als köstliche Grillbeilage.

Gewusst warum Die zähe Haut der Peperoni liegt vielen Menschen schwer im Magen, deshalb empfiehlt es sich, Peperoni grundsätzlich zu schälen. Am einfachsten geht das mit dem Sparschäler: Beim Kauf schön straffe und wenig gefurchte Exemplare wählen, dann lässt sich die Haut leicht abschälen.

2

Gefüllter Eisbergsalat

Zutaten (für 4 Personen) 7 dl Gemüsebouillon, 180 g Goldhirse, 1 rote Peperoni, 500 g geschnetzeltes Pouletfleisch, 2 Eisbergsalate Sauce 1 Teelöffel Senf, 4 Esslöffel Weisweinessig, 5 Esslöffel Rapsöl, 1 dl Kaffeerahm, 1½ Teelöffel Curry, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Kühl stellen ca. 1 Std. u Bouillon

aufkochen, Hirse beigeben, Hitze reduzieren. Zugedeckt ca. 10 Min. köcheln. Peperoni entkernen, in ca. 3 cm lange Strei­ fen schneiden. Pouletfleisch mit Haushalt­ papier trocken tupfen. Peperoni und Poulet beigeben, zugedeckt ca. 5 Min. köcheln, auskühlen, ca. 1 Std. zugedeckt kühl stellen. Für die Sauce Senf und alle Zutaten bis und mit Kaffeerahm in einer grossen Schüssel gut verrühren, Sauce würzen. Hirse, Peperoni und Poulet mit der Sauce mischen. Eisberg­ salate halbieren, Strunk entfernen, ca. 2/3 des Inneren herauslösen, Salatschalen beiseite legen. Salat-Inneres in ca. 1 cm breite Strei­ fen schneiden, mit dem Hirse-Poulet-Salat mischen. Servieren Salatschalen auf Teller verteilen, Hirse-Poulet-Salat darin anrichten, sofort servieren. schweizer illustrierte

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En Guete

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Sommer-Pasta

Zutaten (für 4 Personen) ½ Esslöffel Safranfäden, Salzwasser, siedend, 300 g Teigwaren (z. B. Stroz­ zapreti), Olivenöl zum Rührbraten, 2 rote Zwiebeln, in Schnitzen, 1 Knob­ lauchzehe, in feinen Scheiben, 300 g Erbsen, ausgelöst (ergibt ca. 90 g), 1 Aubergine (ca. 250 g), geviertelt, in feinen Scheiben, 1 Zucchini, geviertelt, in feinen Scheiben, 8 Hornpeperoni (ca. 200 g), entkernt, schräg in ca. 1 cm grossen Stücken (siehe Hinweis), ½ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 100 g entsteinte grüne Oliven, 1 Esslöffel Zitronensaft, 1–2 Esslöffel Olivenöl, 1 Bund glattblättrige Peter­silie, grob geschnitten, 1 Bund Basilikum, fein geschnitten Vor- und zubereiten ca. 35 Min.

u Safranfäden ins siedende Salzwasser geben. Teigwaren al dente kochen, ab­

tropfen, zugedeckt warm stellen. Öl in einer weiten Bratpfanne heiss werden lassen. Zwiebeln und alle Zutaten bis und mit Hornpeperoni beigeben, bei mittlerer Hitze ca. 12 Min. rührbraten, würzen. Teigwaren und alle restlichen Zutaten unter das Gemü­ se mischen, nur noch heiss werden lassen. Hinweis Die Hornpeperoni stammt aus Italien. Weil ihre Form an Rinderhörner erinnert, heisst sie in Italien auch Corno di Bue. Je nach Reifegrad ist sie dunkel­ grün bis rot und sieht ähnlich aus wie ein Peperoncino, ist aber mild im Geschmack. Hornpeperoni sind in grösseren CoopSupermärkten, in italienischen Spezia­ litäten-Läden und auf Wochenmärkten erhältlich.

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Fusilli-Salat mit Peperoni und Formaggini

Zutaten (für 2 Personen) Sauce 4 Esslöffel Rotweinessig, 3 Esslöffel Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, gepresst, Salz, Pfeffer, nach Bedarf

impressum

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr.26, 100. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­ International Fax +41-44-259 69 96 redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors), Beatrice Pisciottano Fax 044 - 259 86 69 creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­haltungs­­chefin Bettina Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Portmann Politikchef (a. i.) Stefan Regez wirtschaftschefin Nina Siegrist Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Thomas Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Marcel Huwyler, Alejandro Velert Unter­haltung Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Daniela Zivadinovic (stv. Unter­haltungs­chefin), Sandra Casalini, Aurelia Forrer, Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Bar­bara Halter, Yvonne Zurbrügg (People) Sport Thomas Renggli kunst Caroline Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Verena Thurner, Lisa Merz Ko­ordi­na­tion Sonder­hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Geraldine Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse Haas, Fabienne Hubler Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Dick Vredenbregt Layout/Pro­duk­tion Patrick Brun (stv. Art Director), Maria Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­ Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Ständige Mit­arbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). si online Barbara Lanz (Leitung Redaktion), Yasmin Merkel (stv. Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Anouk Haimoff, Ramona Thommen iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Regula Revellado, Renée Sylvia Schauecker Buchhaltung Mirella Vignoni

Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

Salat 150 g Teigwaren (z. B. Fusilli), Salzwasser, siedend, 1 Briefchen Safran, 150 g Formaggini, mit einer Gabel zerzupft, 2 Esslöffel Kapern, 1 roter Peperon­ cino, in Ringen, entkernt, je 1 grüne und rote Pepe­roni, mit dem Sparschäler geschält, in Streifen, evtl. wenig Majoran­ blättchen Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Für die Sauce Essig, Öl und Knoblauch in einer Schüssel verrühren, Sauce würzen. Für den Salat Teigwaren im siedenden Salzwasser al dente kochen, kalt abspülen, in die Sauce geben. Formaggini und alle Zutaten bis und mit Peperoni daruntermischen, anrichten, nach Belieben Majoran darüberstreuen. Tipp Statt Fusilli Penne verwenden. Variante: Formaggini durch Camembert ersetzen. Leichter: Formaggini durch milden 1/4-fetten Bergkäse ersetzen.

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party

Fall für drei: Thomas, Heidi und Sohn Martin Donatsch sind Bündner Top-Winzer. Nach dem Turnier floss ihr Pinot noir. Vier Spitzenköche, die auch auf dem Buna Vista Golf ­Sagogn glänzten (v. l.): ­Sandro Steingruber (Flims), Andreas Caminada (Fürstenau), Renato Wüst (Bad Ragaz), Hans-Peter Hussong (Uetikon am See).

Drei Preise für Andreas Caminada

Direktor mit Handicap! Reto Kocher («Trois Rois», Basel) punktete hoch. GaultMillauChef Urs Heller (r.) gratulierte.

«Ich trage Karli Lagerfeld!» Frohnatur Hausi Leutenegger mit seinen Golffreunden Franco Bianchi (l.), Reto Mathis und Ludy Turkavka (r.).

Sport, Spass und Genuss am GaultMillau-Golfturnier in Sagogn GR

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ndreas Caminada ist ein grossartiger Koch (19 Punkte, 3 Sterne). Und ein «gefährlicher» Golfer (Handicap 6). Keine Überraschung also, dass er beim GaultMillau-Golfturnier in Sagogn GR gnadenlos abräumte: Gesamtsieg, Longest Drive, Nearest to the Pin. «Soll ich dir einen Lastwagen bestellen, um die vielen Preise heimzukarren?», fragte Michael Bauer, der Koch im traumhaften Klubhaus, fürsorglich. Caminadas Rezept? «Immer schön cool bleiben. Auf schwierigen Fair­ways den Driver im Bag und die Eisen spielen ­lassen.» Noch einer glänzte: Renato Wüst, Executive Chef des Grand Resort Bad Ragaz. Der Golf-Einsteiger schlug bereits nach wenigen Wochen ein Hole-in-One, lochte in Sagogn ein wie ein Profi und gewann die Netto-Wertung. «Es war mein Happy Day», sagte Wüst. Als Erster ­gratulierte per SMS sein Trainer – der Bad Ragazer Golf-Guru Mario Caligari. In Hochform und sehr chic gekleidet: Unternehmer Hausi Leutenegger. «Ich ­trage einen Anzug von Karli Lagerfeld, bin gut drauf und irgendwie Kult im Land.» Fotos Bruno Voser

Power aus Küssnacht SZ: Die Golfklub-Wirte Heimo Franz und seine Frau Sandra Anliker sind Longhitter.

Michael Bauer verwöhnte seine Berufs­ kollegen mit Trinser Kalb. Generationenwechsel. Weinhändler Jan Martel ist jetzt der Boss, Vater Ludwig sein «Angestellter».

Bumann, der Golfer! Der TVRestauranttester und Spitzenkoch war mit Frau Ingrid erstmals am Start.

party-facts Tatort Buna Vista Golf Sagogn. Neuer Platz im tollem Klubhaus (Investor: Peter Sauber) Gastgeber GaultMillau Schweiz, Schmid Annoncen Food Capuns sursilvans, Seeforelle, Churer Fleischtaschen, Trinser Kalb. Erst­ klassig! Chic! Der Havanna-Hut des St. Moritzer Kaviarkönigs Reto Mathis Party-Rating

«Die Chefs sind auf dem Golf­ platz genauso ehrgeizig wie in der Küche»

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Auto

schon gefahren LANCIA YPSILON

Der Augenschmeichler Mit dem edlen Kleinwagen Ypsilon eroberte Lancia besonders Frauenherzen im Sturm. Die neue vierte Generation versucht das nun erstmals mit fünf statt nur drei Türen zu wiederholen.

B

ei Lancia ist Italianità nach wie vor oberstes Gebot. Lässig und lifestylig und anders als andere will die italienische Marke sein. Auch nachdem sie kürzlich von Mutter Fiat mit der US-Marke Chrysler verschmolzen wurde. Bestes Beispiel dafür ist der neue Lancia Ypsilon. Wie schon seine drei Vorgänger weiss die Neuauflage, was unseren Augen schmeichelt. Die Karosserielinie hat Schwung – und die wichtigste Änderung haben die Stylisten derart geschickt ver­steckt, dass man sie erst auf den zweiten Blick bemerkt: Statt drei gibt es erstmals fünf Türen. Das ist praktischer und macht auch Sinn, weil Fiat mit dem 500 im Konzern bereits einen edlen Stadtflitzer mit drei Türen anbietet. Im Gegensatz

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zum populären Cinquecento leistet sich der neue Ypsilon aber einen Patzer: Sein Innenraum wirkt trister, sofern man nicht zu den aufpreispflichtigen Edelmaterialien und fröhlichen Farben greift. Auch qualitativ wünscht man sich

Pro und Kontra Das Cockpit gefällt zwar mit leichter Bedienung, wirkt aber stellenweise eher trist und im Detail manchmal lieblos.

bei manchen Details ein wenig mehr Sorgfalt bei der Verarbeitung. Insgesamt aber gefällt der 3,84 Meter kurze Wagen. Das beginnt bei seinem Platzangebot. Zwar kratzt das Dach hinten grossen Insassen gerne am Scheitel, dafür kann man aber die Beine ausstrecken. Unter­ wegs profiliert sich der 0,9 Liter kleine Zweizylindermotor mit dem Beinamen TwinAir. Hat der Turbo seine Gedenk­ sekunde beim Anfahren überwunden, wirken die 85 PS flott und tönen erst noch sympathisch. Zudem sparen alle Ypsilon am Rotlicht mit der Stopp-StartAutomatik. Das Schaltgetriebe (optional automatisiert) dürfte weniger hakelig sein, aber bei exzellenten 4,2 Litern auf 100 Kilometer (Werksangabe) gibt es so wenig zu meckern wie am guten Fahr­ werk: Betont komfortabel getrimmt, will der Ypsilon kein Sportler, sondern lieber ein ebenso leiser wie sehr gepflegter (Be-)Gleiter sein. Timothy Pfannkuchen


News

JAGUAR XKR-S RASANTE KATZE IM MUSKULÖSEN KLEID u Bislang bildete der XKR mit seinen 510 PS die sportliche Speerspitze der XK-Reihe von Jaguar. Ausser einigen Retuschen für die Coupés und Cabrios gibt es zum Herbst nun ein noch potenteres Topmodell. Der XKR-S verfügt über einen 5,0 Liter grossen V8-Kompressormotor mit 550 PS. Die treiben die Raubkatze in nur 4,4 Sekunden auf Tempo 100 und auf 300 Sachen Spitze. Der muskulös ein­gekleidete XKR-S ist allerdings vorerst nur als Coupé und nicht als Cabrio zu haben. Ganz umsonst ist dieses exklusive britische Vergnügen freilich nicht. Beim Verbrauch lautet die Werksangabe 12,3 Liter je 100 Kilo­ meter. Und beim Kauf des XKR-S sind CHF 189 900.– gefragt.

Italianità Frauenherzen flogen ihm schon immer zu. Den neuen Ypsilon dürften aber auch die Männer schätzen.

LANCIA YPSILON Vertikal Senkrechte Heckleuchten sind typisch für Modelle der Marke Lancia. u Motoren Benzin 69, 85, Diesel 95 PS u 0 bis 100 km/h 11,4 bis 14,5 s u Spitze 163 bis 183 km/h u Verbrauch 3,8 bis 4,9 l/100 km u CO2-Ausstoss 97 bis 115 g/km u Energieeffizienz A u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 17 990.– u Konkurrenten Citroën C3, Fiat Punto,

Ford Fiesta, Hyundai i20, Mazda 2, Nissan Micra, Opel Corsa, Peugeot 207,

Renault Clio, Skoda Fabia, Suzuki Swift, Toyota Yaris, VW Polo u. a. u Unser Urteil Einst einziger Luxus­ kleinwagen, muss der Ypsilon heute gegen andere Edelflitzer antreten. Beim ­Cockpit-Ambiente sollte Lancia deshalb noch nachbessern. Sonst jedoch haben Design, Antrieb, Fahrwerk, fairer Preis und Individualisierungsmöglichkeiten das Zeug dazu, Lancia wieder zu mehr Präsenz auf den Strassen zu verhelfen.

SEAT ALHAMBRA 4×4 ALLRAD-ANTRIEB FÜR BIS ZU SIEBEN INSASSEN u Ab September füllt Seat eine Lücke im Segment der grossen Familienvans: Der jüngst erneuerte Alhambra der spanischen VW-Tochter kommt dann auch mit Allradantrieb auf den Markt – wie bereits das Brudermodell VW Sharan. Mit Preisen ab CHF 47 750.– ist der Alhambra aber CHF 2300.– günstiger. Vorerst gibt es den fünf- bis sieben­ plätzigen Van nur als 2,0-Liter-TDI mit 140 Diesel-PS und manuellem Sechsganggetriebe sowie Stopp-Start-System. Schade, dass über die Einführung eines automatisierten Getriebes (DSG) noch nicht entschieden ist. Der Verbrauch soll dafür trotz 1,9 Tonnen Gewicht mit 6,0 Liter auf 100 Kilometer kaum über jenem der Frontantriebsversion liegen. schweizer illustrierte

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Horoskop

Geniessen Sie die Sommertage!

Fest zu organisieren, um auszugehen (Theater, Konzert, Diner zu zweit?). Spannungen hingegen am 3. (Sonne–Saturn) und 5. (Merkur–Jupiter): deutet auf schlechte Nachrichten, Unfälle, Umweltprobleme, Skandale hin. Günstig für Verträge oder Verhandlungen werden der 5. und 9. (positive Merkur-Aspekte).

widder 21.–30. 3. Superform! Perfekt für Hobbys und Sport. Spass mit Freunden oder Ihrem Partner (3., 5., 7.). Allerdings sollten Sie am 7. nicht zu weit gehen (bei Angehörigen). 31. 3.–9. 4. Sie sind in exzellenter Verfassung, speziell ab dem 6. Am 3. und 4. aber bereiten Probleme in Ihren eigenen vier Wänden Kopfzerbrechen. Hitzige Diskussionen (Partner?) am 8. 10.–20. 4. Routine­ woche. Am 4. fühlen Sie sich wohl im engsten Kreis, amü­ sieren sich glänzend. Am 8. aber sollten Sie toleranter sein und nicht jedes Wort in die Waagschale legen!

stier 21.–30. 4. Sie sind auf Glückskurs, können Jupiter und Venus echte Chancen verdanken. Ihre ­Projekte entwickeln sich bestens (7., 9.), Ihr Charme ist unwiderstehlich (4., 9.). Schicksalhafte Begegnung? Aufstieg? 1.–10. 5. Sie sind kontaktfreudig, gewinnen Sympathien (5., 6.). Günstig für Aussprache, eine Reise. 11.–20. 5. Routine, Routine. Am 4. müssen Sie ein Problem (Angehörige?) regeln und sich um häusliche Dinge kümmern. Günstig für ein Treffen, eine Einladung usw. wird der 6., und Ihre gute Laune wirkt ansteckend.

zwillinge 21.–31. 5. Merkur begünstigt Kontakte, Studien, Examen, eine Reise. Sie sind sehr kreativ, Ihre Vorschläge werden akzeptiert (3., 5., 9.). Sie können Berge versetzen (am 3.). Am 8. sollten Sie finanzielle Dinge nochmals überdenken! 1.–10. 6. Sie sind physisch in Bestform, gewinnen einen schönen Vorsprung (am 8.). Am 5. und 9. sollten Sie einen Gang zurückschalten! 11.–21. 6. Sie fühlen sich wohl im engsten Kreis, amüsieren sich blendend (am 4.). Am 6. kümmern Sie sich um häusliche Dinge und sind nicht gerade bestens gelaunt.

krebs 22. 6.–1. 7. Venus in Ihrer Dekade verleiht Ihnen unwiderstehlichen Charme, Jupiter sorgt für eine Glückssträhne. Neue Freunde, Singles lernen den Traum­ partner kennen (4., 5., 9.). 2.–12. 7. Sie haben es nicht leicht, müssen in einer familiären Sache Zugeständnisse machen (3., 4., 7.). Am 6. sehen Sie die Welt durch eine rosa Brille, finden die richtigen Worte. 13.–22. 7. Sie ­sollten sich eine Pause gönnen! Der 6. wäre günstig für einen Besuch, ein Treffen, eine offene Aussprache. Am 8. sollten Sie einer Angehörigen entgegenkommen.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie entscheiden klug, sind ­redegewandt. Ausserdem günstig für neue Projekte, eine Reise, Examen (5., 7.). Finanzielle Dinge sollten Sie gut überdenken (am 9.). 2.–12. 8. Sie sind gut in Schuss, kommen schneller als geplant an Ihr Ziel. Freunde unter­ stützen Sie, Hobbys und sportliche Aktivitäten machen Spass (am 3.), neue Projekte kommen voran (9.). 13.–23. 8. Sie kommen gut über die Runden. Nur am 4. sind Sie zu sensibel, sollten Ihre Gefühle besser kontrol­ lieren. Der 8. wäre günstig für ein Treffen, einen Besuch.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Ihre Projekte haben Rücken­ wind, eine Glückssträhne kündigt sich an. Geht ein Wunschtraum in Erfüllung? Neuer Posten? Versöhnung? Ein Neubeginn? Exzellent der 4., 7. und 9. 3.–12. 9. Eine Woche im Zeichen der Freundschaft: Organisieren Sie ein Treffen, gehen Sie aus! Der 6. wäre günstig für ein grösseres Vorhaben. Nur am 3. sollten Sie (finanziell?) vorsichtig sein! 13.–23. 9. Routine. Am 6. sind Sie über­ sensibel, leicht reizbar, Sie sollten sich eine kleine Pause gönnen! Oder nervt ein Problem mit einer Kollegin?

waage 24. 9.–3. 10. Sie sind aktiv und dynamisch. Projekte mit Freunden kommen schneller als geplant ­voran (5., 7.). Partner stimuliert Sie (am 5.), könnte aber am 7. als aggressiv empfunden werden. Sie finden die richtigen Worte. 4.–13. 10. Sie müssen mehrere Probleme gleichzeitig lösen, sind unter Druck (3., 4., 7.). Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an, verleiht Ihnen Kraft (am 8.). 14.–23. 10. Sie fühlen sich am 4. im Kreis Ihrer Freunde wohl, Ihre gute Laune wirkt ansteckend. Am 8. sind Sie zu sensibel, sollten Ihre Gefühle für sich behalten.

skorpion 24. 10.–2. 11. Venus verdoppelt Ihren Charme. Für manche geht ein Wunschtraum in Erfüllung: Neubeginn? Schicksalhafte Begegnung? Jupiter signalisiert Entfaltung und Erfolg (4., 7., 9.). 3.–12. 11. Günstige Phase für Reisen, Kontakte, einen Vertrag und Examen. Sie haben gute Karten (5., 6.), amüsieren sich glänzend (mit Freunden?). 13.–22. 11. Sie müssen sich am 4. anstrengen, um Ihre Ziele zu erreichen, doch am 6. bekommen Sie Unterstützung, und ein Vorhaben mit Freunden entwickelt sich ganz nach Ihren Wünschen.

schütze 23. 11.–2. 12. Merkur signalisiert interes­ sante Begegnungen, neue Kontakte. Sie agieren clever, Reisen, Examen, Verträge sind begünstigt (3., 5., 7.). Hitzige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten mit dem Partner am 5. 3.–12. 12. Sie lassen sich zu vor­ eiligen Gesten verleiten. Bei einer Aussprache sollten Sie auch die Argumente der anderen Seite hören (am 5. und 9.). Günstig für ein Abkommen wird der 9. 13.–21. 12. Vorwiegend Routine. Günstig für ein Treffen, eine Reise werden der 4. und 8., doch am 6. sind Sie ungeduldig.

steinbock 22.–31. 12. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie schätzt. Jupiter bringt Entfaltung und Erfolg, für manche geht ein Wunschtraum in Erfüllung: Liebe auf den ersten Blick? Neubeginn? Nachwuchs? 1.–10. 1. Am 3. und 4. könnten frühere Probleme wieder auftauchen, doch ab dem 5. läuft es besser. Am 6. sind Sie blendender Laune. Am 8. sollten Sie eine spitze Bemerkung nicht zu ernst nehmen! 11.–20. 1. Sie kommen gut über die Run­ den, ohne grössere Hindernisse. Am 6. haben Sie eine gute Nase, treffen instinktiv die richtige Entscheidung.

wassermann 21.–30. 1. Sie sind gut in Schuss, zugleich geistig rege und schlagfertig. Am 5. und 7. kommen Ihre Argumente gut an. Allerdings könnten Sie mit einer Bemerkung beim «schwachen» Geschlecht anecken. 31. 1.–9. 2. Sie sind in Superform, sollten Sport auf Ihr Programm setzen (am 8.)! Am 9. können Sie etwas gegen chronische Probleme unternehmen, der 3. und 4. sind ­günstig für ein offenes Gespräch. 10.–19. 2. Sie können sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen, sind am 8. im Ein­ klang mit Ihrer Umgebung. Am 4. sollten Sie einlenken.

fische 20. 2.–1. 3. Sie gehören zu den Favoriten, sind der Hahn im Korb. Venus verspricht Herzklopfen, Jupiter eine Erfolgssträhne. Am 4., 5. und 7. schweben Sie in höheren Sphären: Gewinn? Neue Partnerschaft? 2.–10. 3. Sie amüsieren sich blendend, sind der Hahn im Korb (am 6.). Am 3. und 4. sollten Sie zuwarten! Mars verleitet Sie zu voreiligen Gesten (spitze Gegenstände, Feuer?). 11.–20. 3. Sie sind in einer eher neutralen ­Phase, sollten sich mehr um die Probleme der anderen kümmern (am 6.). Am 9. entdecken Sie neue Horizonte.

ihr tages-horoskop 92

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 3. bis 9. Juli 2011 Der Zyklus Jupiter– Pluto ist am 7. exakt: Das sollte die Wirtschaft, Energie- und Währungsfragen beflügeln. Mit seinen 13 Jahren ist dieser ­Zyklus längere Zeit wirksam. Zusätzlich bildet Venus positive Aspekte zu Neptun (am 4.) und Jupiter (am 9.): ideal, um ein

Dr. Elizabeth Teissier


Gesamtwert: 2500 Franken!

KREUZWORTRÄTSEL Gewinnen Sie 5 × zwei Übernachtungen (Wochenende) für 2 Pers. im Hotel Conti**** in Dietikon im Wert von je 500 Franken! Das Hotel Conti**** in Dietikon ist dank seiner zentralen Lage von überall her gut erreichbar. Mit seinen 68 Zimmern und 3 Suiten sowie den verschiedenen Seminarräumen bietet es den richtigen Rahmen für Ihre Konferenzen. Das Restaurant überzeugt mit seinem saisonalen Angebot, gratis WLAN sowie Parkplätze. www.conti.ch www.SwissQualityHotels.com

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

Gewinnen Sie 2 × zwei Nächte im Verwöhnhotel Kristall im Wert von je 750 Franken! Am sonnigsten Platz von Pertisau, in einer der schönsten Regionen Österreichs, im Naturparadies rund um den Achensee und mit herrlichem Blick auf das Rofan- und Karwendelgebirge liegt dieses familiär geführte Verwöhnhotel. Im Preis inkl. sind Frühstück, Znüni und ein 5-GangDinner. Infos unter: www.kristall-pertisau.at

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 3. Juli 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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Conceptis Puzzles

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Teilnahmeschluss Sonntag, 3. Juli 2011

Gewinnen Sie 1 × zwei Nächte für 2 Pers. im Hotel Klosterbräu***** im Wert 1500 Franken!

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Wert: 1500 Franken!

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KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Einzahl, 2. Widmung, 3. Huefter, 4. Catcher, 5. Savanne, 6. Roehren, 7. Elritze, 8. Viminal, 9. Drittel, 10. Nastuch, 11. Eisfach, 12. Gitarre, 13. Umdruck, 14. Joachim, 15. Eisberg, 16. Italien, 17. Delikat, 18. Sitzung, 19. Aletsch, 20. Werwolf Lösungssatz: Was die Jugend verschwendet, vermisst das Alter.

REBUS

Lösung: TRITT

Lösung: 384

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HIMMEL H (D) A I WELLE MEDAILLE

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 720 Franken!

Lösung: INNENSTADT

SUDOKU mittel 8 3 1 4 9 6 2 7 5

Gewinnen Sie 10 × ein Butterfly-Set (14 – 15.6" Laptop-Hülle inkl. Maus) von Pat Says Now im Wert von je ca. 72 Franken!

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Lösung: 675

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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leser

«Vorurteile und Ängste abbauen – weiter so!» u Edith Hunkeler – Ihr neues

Leben mit Elin, SI 25/2011 «Beruflich und privat habe ich viel mit Menschen mit Behinderung zu tun. Und ich muss immer wieder miterleben, wie viel sozialem Widerstand Menschen mit einer Behinderung ausgesetzt sind. Ich danke Ihnen, dass Sie mit Ihren Beiträgen viel zur Aufklärung und damit zum Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten beitragen. Da kann ich Sie nur ermutigen, mit dieser Art journalistischer Arbeit weiterzufahren.» Babette Wackernagel Batcho, Basel

neue familienpolitik u Interview mit Kinderarzt und Buchautor Remo Largo, SI 25/2011 «Als ich elf Jahre alt war, musste meine Mutter im Verkauf arbeiten, oft bis acht Uhr abends. Ich habe mir jeweils gewünscht, sie möge früher nach Hause kommen. Damals schwor ich mir: Wenn möglich werde ich es mit meinen Kindern anders machen. Heute habe ich das grosse Glück, mich zu Hause um meine vier Kinder kümmern zu können. Und sie schätzen das sehr! Ich habe als Mutter und Hausfrau meinen Traumjob gefunden und möchte mit keinem ­anderen Job tauschen. Ich verurteile keine Mütter, die nebst den Kindern auch arbeiten gehen. Ich möchte nur darstellen, dass es noch andere Mütter gibt.»

Überraschung u Rose an Erna Fischbacher, SI 24/2011 «Das war eine Überraschung. Ich war schon am Überlegen … Ich habe doch gar nichts bestellt. Vielen, vielen herzlichen Dank. Die Rose ist gut bei mir angekommen.» Erna Fischbacher, Fahnenschwingerin, Frauenfeld TG

dANKE SCHÖN u Rose an Roberto Zanetti, SI 23/2011 «Als gestern ein Abholzettel der Post im Briefkasten lag, leuchteten bei mir die Alarmlampen: ein grosses Aktenpaket? Eine Mahnung? Oder gar eine Busse? Aber nichts von all dem, es war Ihre Rose! Die Überraschung ist Ihnen gelungen. Das hat mich sehr gefreut, ich danke Ihnen für die Auszeichnung. Die Schaffung und Erhaltung insbesondere von IndustrieArbeitsplätzen stand immer im Zentrum meiner politischen Tätigkeit. Unsere Arbeiterinnen und Arbeiter liegen mir am Herzen – und das wird auch so bleiben. Ihre Auszeichnung bestärkt mich darin!» Roberto Zanetti, Ständerat SP, Gerlafingen SO

freude u Rose an Stefan Diener, SI 25/2011 «Vielen Dank für die freudige Über­raschung an einem Montagnachmittag!» Stefan Diener, ETH-Biologe, Dübendorf ZH

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Carmen Ineichen, Kappel SO

«Kinderbetreuungsangebote und Ganz­tagesschulen können eine sehr sinnvolle Sache sein. Es geht aber um die Gleich­behandlung verschiedener Familienmuster durch den Staat. Wenn externe Kinder­betreuung gratis sein soll, dann müssten Familien, die ihre Kinder selbst betreuen, entschädigt werden: beispielsweise mit Steuerab­zügen, die den Kosten der von ihnen nicht beanspruchten Betreuungsleistungen entsprechen.» Markus Eckstein, Goldach SG

«Nein, diese Schläger kann man nicht kaufen. Das sind Eigenkonstruktionen.»

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.


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Baby-Barometer Camenzinds

Nikol und Roman Camenzind sind Eltern eines Sohnes geworden. Wir wissen, wer auch bald Nachwuchs erwartet.

Rihanna Zurück zum Ex? Die Sängerin soll wieder mit Ex-Freund Chris Brown anbandeln. Wir fragen den Experten: Warum tut sie sich das an?

Der ewige junggeselle George Clooney ist wieder Single. Wir zeigen Ihnen, welche Damen schon an seiner Seite waren.

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notabene Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Mitleid, Gott und Showgeschäft

Samuel Koch erfährt eine ungebrochene Welle der Anteilnahme, und das finde ich rührend … … ich sehe es völlig anders! Und zwar wie? Samuel Koch wird ausgebeutet. Meinen Sie das ernst? Sehr ernst! Das Bild von der aufreizenden Michelle mit nackter Schulter auf dem Spitalbett des 23-jährigen Opfers von «Wetten, dass ..?»: Das war nicht nur Show – ­ und zwar Show für Hunziker –, sondern geradezu zynisch. Ich kann Ihnen beim besten Willen nicht folgen. Wer wirklich mit Samuel Koch mitleidet, wer einen echten Krankenbesuch macht, wer diesem leidenden Menschen durch Anteilnahme und Nähe ein bisschen helfen will, der inszeniert sich nicht selbst. Auch Gottschalk hat sich schon mehrfach mit ihm ablichten lassen. Nun entdeckt ZDF-Moderator Peter Hahne den jungen Rollstuhlfahrer als Kameraobjekt. Am Sonntag führte er Samuel seiner TV-Gemeinde vor; Hahne – gelernter Pfarrer – hat den Bestseller «Das Ende der Spassgesellschaft» geschrieben. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Spassgesellschaft hat ihren Spass am gelähmten Samuel Koch – natürlich mit Tränen in den Augen. Hahne bemüht sogar den christlichen Glauben, der ihn mit dem jungen Tetraplegiker verbinde. Ich zitiere: «Es ist faszinierend, wie viel Kraft er aus dem christlichen Glauben zieht. Wobei Gebete und Bibellesen sehr helfen.»

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

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Vielleicht ist dem ja so. Selbst wenn es so sein sollte, oder gerade wenn es so sein sollte – in die Öffentlichkeit gehört diese Intimität auf keinen Fall. Ein Pfarrer muss wissen, wo sich Pietät ziemt. Alle reden in Interviews über ihre Beziehung zur Bibel und zu Gott. Das ist doch ganz normal! Hier geht es nicht um ein Interview mit einem reifen Gesprächspartner, der Gültiges zum Thema beizutragen hat. Hier geht es um einen ganz armen jungen Menschen, dessen Leben durch die Sensationslust des Fernsehens zerstört wurde und dessen Schicksal jetzt medial verwertet wird. Das Opfer von «Wetten, dass ..?» ist das Opfer von Gottschalk, von Hunziker, von Hahne. Samuel Koch ist jetzt ein Promi. Das hat der kalten, nur auf Quote bedachten Medienwelt noch gefehlt – der People-Promi im Rollstuhl! Übrigens hat Samuel Koch selbst gesagt: «Es ist mir nach wie vor unangenehm, auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit zu stehen.» Ich sehe das alles ganz anders. Wie denn? Lieber Frank A. Meyer, Gottschalk und Hunziker und Hahne zeigen echte Anteilnahme. Und die Medien – jawohl, die Medien! – wissen, dass das Schicksal von Samuel Koch die Leser und Zuschauer berührt! Sie sagen nur mit anderen Worten, was auch ich sage: Das Schicksal von Samuel Koch lässt sich wunderbar vermarkten und verkaufen. Ich bezweifle gar nicht, dass der flapsigclevere Gottschalk, die gefühlsselige Hunziker und der bibelsentimentale Hahne Mitgefühl haben. Aber ihr Ego, ihr Narzissmus ist grösser. Sie brauchen einen Fotografen, wenn sie Gefühle für Samuel zeigen wollen. Wirkliches, tiefes Mitgefühl wäre eine private, ja eine intime Angelegenheit. MARC Walder, 45, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland. Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, haben Sie mitbekommen: Samuel Koch, seit seinem Auftritt bei «Wetten, dass ..?» im Dezember querschnittgelähmt, wurde im ParaplegikerZentrum Nottwil von Michelle Hunziker besucht. Als treuer Leser von «Bild», «Blick» und «SonntagsBlick» konnte ich diesen Krankenbesuch gar nicht verpassen. Zumal er mit höchster Boulevard-Raffinesse inszeniert wurde.


Editorial

Smokers lounge empfohlen von

URS HELLER Geschäftsführer Ringier Zeitschriften Chefredaktor GaultMillau

Genussrauchen An den Vierwaldstättersee! Fünf Raddampfer und leidenschaftliche Köche warten Mein Vater war Vollblut-journalist, Politiker, Regimentskommandant und Verehrer der Vierwaldstättersee-Raddampfer. Von mir verlangte er, dass ich bereits im Vorschulalter die fünf Dampfschiffe auch auf Distanz einwandfrei identifizieren konnte – aufgrund von Pfeifsignal, Kamin, Aufbauten und Fensterform. In den Siebzigerjahren beschloss ein wenig weitsichtiges Management die umgehende Verschrottung der alten Dampfer. Vater Heller zettelte (unterstützt von TV-Ikone Mäni Weber und Radio-Legende Sepp Renggli) listig einen veritablen Volksaufstand an, gründete die Vereinigung der Dampferfreunde, sicherte sich die Aktienmehrheit und rettete «Stadt Luzern», «Uri», «Schwyz», «Unterwalden», «Wilhelm Tell» und «Schiller» vor dem sicheren Untergang. Das Ding mit den Dampfern war sein nachhaltigster Erfolg. Ich bin also erblich etwas vorbelastet, wenn ich Ihnen in diesem «al dente» empfehle, den Vierwald­­stättersee per Raddampfer zu erkunden und die besten Restaurants am Ufer kennenzulernen. Das Angebot ist grenzenlos, reicht von der gemütlichen «Bötler»-Beiz bis zum luxuriösen, für hundert Millionen Franken renovierten Fünf-Sterne-Hotel. Mein ganz privater Gourmet-Parcours? Für Fisch (aus der Tiefe des Sees, nicht aus der Tiefkühltruhe!) nach Bauen («Zwyssighaus»), Schwybogen, Obermatt und Hergiswil («Belvédère»). Für Güggeli nach Weggis («Gotthard»). Und für eine überragende ChinaKüche nach Küssnacht («Min Kang Yuan»). Übrigens: Auch die Restaurants auf den fünf Dampfern, den 14 Motorschiffen und dem eigenartigen Katamaran sind zu empfehlen. Küchenchef Ueli Kohler («Le Combusier») und sein Team entwickeln in den engen Kombüsen viel Ehrgeiz. Star der Saison ist die 109-jährige, für 10,3 Millionen Franken renovierte «DS Unterwalden». Im vom Mailänder Meister Filippo Cassina restaurierten Neu-Rokoko-Salon (mit 160 Blumenmalereien an der Decke) gibt es Blattsalat mit Vogelheu, Unterwaldner Stunggis und Löwenzahn­ parfait im Schokoladenmantel.

in der Davidoff Lounge LOCATION Rauchkultur und feine Spirituosen mitten im Herzen der Stadt Zug: Die Davidoff Smokers Lounge im Parkhotel Zug ist die neue In-Location für Freunde des feinen Tabaks. Die Lounge befindet sich im Erdgeschoss des 4-Sterne-Superior-Hotels und hat eine eigene Terrasse – also der ideale Ort, um einen lauen Sommerabend zu geniessen. Die Lounge ist jeweils vom Mittag bis um Mitternacht geöffnet. DAS LIEGT IM HUMIDOR Aficionados erfreuen sich an einem breiten Sortiment an Cigarren von Davidoff, AVO, Camacho, Griffin’s und Zino Platinum sowie weiteren Provenienzen. GAULT MILLAU EMPFIEHLT Die Notables der Davidoff Serie Puro d’Oro. Die Notables ist das Corona-Gorda-Format aus der Serie Puro d’Oro. Sie besticht durch ihren vollmundigen, intensiven und ausgewogenen Geschmack sowie ihr würziges Aroma. Die Notables erfreut Liebhaber kräftiger Cigarren. SO KOMMEN SIE HIN Die Davidoff Smokers Lounge im Parkhotel in Zug befindet sich an der Industriestrasse 14, nur 200 Meter vom Bahnhof Zug entfernt. Parkhaus im Hotel vorhanden.

Auf Wiedersehen am Vierwaldstättersee! Urs Heller

www.davidoff.com


Inhalt

#26, 27. Juni 2011, CHF 8.50

Inhalt Antipasti

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Am Vierwaldstättersee Die besten Adressen Der gedeckte Tisch Frischer Fisch Top Ten Essen in historischen Gemäuern Gourmet-Interview Der Tonnato-Gipfel

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40 44 50

Betty Bossi Die Rezepte Das Quiz

57 58 72

Gourmet-Festival in Gstaad Davidoff Saveurs 

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Lifestyle-Magazin Weintipps von Geny Hess Portwein für Einsteiger Sommerweine für jedes Budget Zigarren-Legende Avo Uvezian Apéro-Klassiker Küchen & Kräuter Dolce & Caffè Dry Aged Beef  Warenkorb Bücher Im Test: Bündnerfleisch 5 Minuten über Burrata

83 84 86 87 88 89 90 91 92 93 95 96 98

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Impressum

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Zum Nachkochen Leicht und herzhaft. Sommer-Rezepte von Betty Bossi. Mit Geling-Garantie. Ab Seite 57

Alles über Tonnato

Marisa Odermatt vom «Da Angela» in Zürich, TV-Köchin Annemarie Wildeisen und Food-Autorin Gaby Labhart (v. l.) lieben Tonnato. Der Gipfel und die Rezepte. Ab Seite 50


Das Magazin für Geniesser Zimmer mit Seeblick

Am Vierwaldstättersee lässt es sich wunderbar schlemmen und verweilen. Wie im Hotel Terrasse am See in Vitznau zum Beispiel. Die besten und schönsten Restaurant- und Hotel­ adressen. Ab Seite 14

Herr der Küchengeräte Der Bündner Peter Barandun ist CEO der Haushaltgerätefirma Electrolux. Und selber ein leidenschaftlicher Koch. Das Gourmet-Interview über Teppanyaki und Tagliadings. Ab Seite 44

Fotos Katja Lehner-Grossi, Charles Seiler

Impressum Redaktion Schweizer Illustrierte / al dente Dufourstrasse 23 8008 Zürich Tel. 044 259 63 63 Fax 044 262 04 42 «al dente» erscheint als Beilage der Schweizer Illustrierten am 27. Juni 2011

Leitung al dente / Geschäftsführer Ringier Zeitschriften Urs Heller Leitung redaktion Isabel Notari creative Director Jean-Robert Schaffter Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler redaktion Marlis Haab, Geny Hess, Christian Hug, Chandra Kurt, Sarah Rieder, Isolde Schaffter-Wieland, Andrea Mäusli (Betty-Bossi-Rezepte)

Fotografen Daniel Aeschlimann, Dave Brüllmann, Katja Lehner-Grossi, Heiner H. Schmitt, Paul Seewer, Charles Seiler, Dick Vredenbregt bildredaktion Fabienne Hubler, Geraldine Haas Layout / Produktion Doris Wüthrich, Dominic Koch (Inserate) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Stefan Bührer, Irène Müller marketing und Verkauf Verena Baumann verlag Ringier AG, Zofingen Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen

Schweizer Illustrierte al dente

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 Flasche mit Bodenöffnung  Twister machts im Nu  Tipps vom Master of Wine

Antipasti

His Master’s Voice! Die Philipp-Schwander-Kolumne Zitrone hinter Glas

Vorsicht vor Jahrhundert-Jahrgängen

Fotos Gerry Amstutz, Paul Seewer

Kürzlich habe ich gelesen, dass der Bordeaux Jahrgang 2010 ein JahrhundertJahrgang sein soll. Lohnt sich ein Kauf? Daniel S. aus Rebstein

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ist als der 2009er. Es finden sich zwar einige ausgezeichnete Weine, allerdings auch solche, die zu viele harte Gerbstoffe besitzen. Wichtig zu wissen ist, dass das Klima in Bordeaux wärmer und trockener geworEs ist eine leidige Geschichte den ist. Die Weine sind dadurch mit diesen Jahrhundert-Jahrwuchtiger und viel alkohol­ gängen im Bordelais. Obwohl reicher als früher. Wurde sich der meteorologische Ver- vor nicht allzu langer Zeit vor lauf in Westfrankreich meistens der Gärung noch Zucker nicht so dramatisch von dem dazu­gegeben, um wenigs­tens in anderen Teilen Europas 12 Prozent Alkohol zu er­reichen, unterscheidet, haben unsere ist nun das Problem, dass zu viel Bordelaiser Winzer seit dem Alkohol entsteht. Einige SaintJahrgang 2000 insgesamt fünf Emilion-Wein­güter erzeugten Jahr­hundert-Jahrgänge aus­ 2010 Weine mit über 16 Prozent gerufen. Weshalb? Je mehr man Alkohol. Die extreme Trockendem Konsumenten glaubhaft heit im Bordelais 2010 ver­ machen kann, dass es sich um ursachte allerdings auch Reife­ ein ganz aussergewöhnliches blockaden, das heisst, die Jahr handelt, desto höhere Alkoholwerte liegen zwar Preise kann man für die Weine extrem hoch, jedoch sind die verlangen. So ist denn auch das Gerbstoffe nicht immer optimal Preisniveau der gefragtesten aus­gereift. Zusätzlich kaufen Bordeaux-Weine – zurück­ neu die Chinesen in bedeu­ haltend for­muliert – unvertendem Umfang hochklassige schämt. Weine wie Pontet-­ Bordeaux, was die Weine dieses Canet, die noch vor wenigen Jahrgangs nochmals verteuert. Jahren um die 30 Franken Von daher empfehle ich – wenn verkauft worden sind, werden überhaupt – Bordeaux des jetzt für 150 Franken an­ Jahr­gangs 2009 zu erwerben. geboten. Natürlich immer mit Sie sind meist preiswerter und der Begründung, die Qualität von besserer Qualität. sei wahnsinnig viel besser geworden. Im Falle des JahrDer Sankt Galler Philipp gangs 2010 ist festzuhalten, Schwander ist der einzige dass er qualitativ weniger gut Master of Wine der Schweiz. Schweizer Illustrierte al dente

Wie die ganze Zitrone in die Flasche kommt? Ganz einfach: Bei der Glasflasche kann man den Boden abschrauben! Ideal für hausgemachte Spezialitäten mit Beeren, selber angesetzten Likör, Weinessig oder einfach nur Wasser mit Eiswürfeln oder Früchten. Von Nuance, Inhalt 1 Liter, bei Grüter-Suter AG, Luzern, CHF 59.–

Twister für PET-Flaschen

Manchmal sitzen sie ganz schön fest, die Deckel der PETFlaschen. Der Twister öffnet die Verschlüsse auf die Schnelle – einfach ansetzen und drehen. In acht verschiedenen Farben. Von Koala, im Fachhandel erhältlich, CHF 9.50


 Platzsparend Küchen-Set  Gläser für Gourmets  Dr. Kuno über Zuckerwahn

Antipasti

Dr. Kuno Lifestyle-Experte

Küchen-Set: Eines für alles Dunkel oder hell? Früher gabs zu Kaffee oder Tee im Restaurant ein kleines Säckchen mit weissem Zucker. Heute reicht der ambitionierte Gastronom ein ganzes Set an Süssmitteln – abgepackt oder offen. Gibt es Regeln, wie damit umzugehen ist? Sebastian R., Zürich Grundsätzlich kann ich nur be­grüssen, dass die Diversität der Produkte sich auch beim Süssen von Getränken endlich zeigt. Allerdings besteht hier noch immer grosser Nachholbedarf, beschränkt sich die hiesige Süssmittelindustrie doch vornehmlich auf Zucker aus einheimischen Rüben oder über­seeischem Zuckerrohr. Ich vermisse etwa, dass man mir einen anständigen Honig für den Kräutertee zu Ver­fügung stellt oder dass endlich ein Süssmittel auf SteviaBasis angeboten wird. Bei der Anwendung ist erlaubt, was gefällt. Persönlich verfahre ich nach der Regel, dass Getränke mit subtilen Aromastoffen – etwa der ganzblätt­ rige, von Hand gepflückte Grüntee aus China – eher zurückhaltend gesüsst werden sollten. Während Aromabomber wie der neapoli­ tanische Ristretto durchaus einen guten Schuss Süsse vertragen.

Japaner mögen es gern kompakt. Wie das zwölfteilige Küchen-Set, das Platz spart und keine Wünsche offenlässt. Es beinhaltet (v. u.): Rührschüssel, Abtropfsieb, Salatschale, Salat-Kräuter-Sieb, Zutatenschüssel, Abbraussieb, Mass­ becher, Einweichsieb. Dann gibts drei Deckel für die Schüsseln und einen, um Salat zu schleudern. all round bowls bei Cascade in Luzern, ∅ 28 cm, Höhe 19 cm, CHF 326.–

Hot ’n’ cool: Hervorragende thermische Eigenschaften und eindrucksvolle Möglichkeiten bieten diese formschönen, doppelwandigen Becher aus Glas. Für die In­szenierung von Kaffeespezialitäten, Suppen, Shots und Desserts. In vier Grössen. Von Jenar, erhältlich im Fachhandel, ab 85 ml, im 2er-Set, CHF 25.–

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Fotos Paul Seewer

Gourmet-Becher – für Suppen & Shots


 Blickfang Schüssel  Rocker für Knoblauch  sprüher für Öl und Essig

Antipasti

Die Rechnung bitte! Was kostet ein Spritz?

Bücheli Lounge, Basel Schwellenmätteli, Bern Café des Amis, Zürich Sea Lounge, Ascona TI Sunset Bar, Luzern Bien Bar, Biel BE Felix, St. Gallen Gossip, Aarau Jatzhütte, Davos GR The Date, Zug

13.– 12.– 11.– 10.– 10.– 9.80 9.50 9.– 9.– 8.50

Hoppla!

Wie ein Klecks Farbe kommt die Schüssel Dropp daher. Innen ist sie weich und glänzend, aussen matt. Witzig für Obst, Gemüse, Sommersalate und Brot. Aus Silikon, in sechs verschiedenen Farben erhältlich und spülmaschinenfest. Dropp von menu, im Fachhandel oder bei www.vetrag.ch, ∅ 29 cm, CHF 59.–

Eine Wiege für Knoblauch

Bei Öl und Essig ist weniger oft mehr. Durch fein zerstäubten Sprühnebel entfalten sie ihr volles Aroma nämlich auch in kleinsten Mengen. Zum Beispiel mit dem Zerstäuber Tutto. Er funktioniert über manuellen Druckaufbau: füllen, pumpen, sprühen.

Von Joseph, im Fachhandel, Edelstahl, matt gebürstet, 19 cm lang, CHF 27.50

Von Ad Hoc, im Fachhandel, Edelstahl, matt, und Kunststoff, CHF 29.80

Rocker heisst eine neue Knoblauchwiege. Sie presst die Zehe durch Vor- und Rückwärtsbewegung auf einem Rüstbrett gleichmässig durch das Sieb. Einfach mit einem Löffel abstreifen. Die Presse ist unter fliessendem Wasser schnell gereinigt.

meine sucht «Jeden Tag Kopf- oder Nüsslisalat» seidenkönig Andi Stutz, 62, von Fabric Frontline.

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«Ohne Salat geht bei mir gar nichts. Nüssli- und Kopfsalat sind mir am liebsten. Aber auch Zuckerhut finde ich etwas Wunderbares. Eine riesige Schüssel Blattsalat tische ich als Entree jeweils auch meinen Gästen auf. Da müssen sie durch – ob sie wollen

oder nicht. Natürlich kaufe ich nur Freiland- und Bio-Ware. Auch bei den Würsten, meine andere grosse kulinarische Leidenschaft. Kalbsbratwurst und Cervelats vom Holzkohlengrill sind jetzt im Sommer meine absoluten Favoriten.»

Fotos Heiner H. Schmitt, Philippe Rossier, Paul Seewerr

AromaNebel

DER DRINK mit Prosecco oder Weisswein, Soda­wasser und Aperol ist total im Trend.


 Grüner Sommer  frisch Kräuter aus der Mühle  Salz & Pfeffer vom Baum

Antipasti

Grüne Welle in der Küche

Grillstreifen sehen an Fleisch und Fisch einfach gut aus. Und die gibt es nicht nur auf dem Rost vom Feuer, sondern auch aus der Pfanne. Streifengarantie verspricht die hoch erhitzbare Spezialpfanne aus emailliertem Gusseisen. In trendigem Grün. Von Le Creuset, im Fachhandel, 26 × 26 cm, CHF 140.–

Salz-&-Pfeffer-Baum Speziell gezahnte Klingen machen es möglich: Die Metall­ mühle schneidet im Handumdrehen gartenfrische Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Koriander, Minze oder Salbei in kleine Stücke. Ohne sie zu zerquetschen!

Die Doppelgewürzmühle Tree besitzt aufwärts gerichtete Keramik-Mahl­ werke. Wie Äste am Baum. So bleiben keine Reste auf dem Tisch oder im Schrank zurück. Die Mahlstärke ist von fein bis grob stufenlos einstellbar. In Grün und Schwarz.

Von Microplane, im Fachhandel erhältlich, aus Edelstahl, matt gebürstet, und Kunststoff, CHF 79.–

Von Nuance, bei Grüter-Suter AG, Luzern, 24 cm, CHF 69.–

Kräuter – frisch geschnitten

Im «Löwen» in Bubikon ZH ist alles ein bisschen anders. Denn sind in den Beizen neben der Gourmetküche vor allem Schweinsbraten, Mistkratzerli und Cordon bleu begehrt, wollen die Gäste bei Domenico Miggiano etwas Besonderes. «Nicht gutbürgerliche Küche ist gefragt, sondern gutbürgerliche Produkte, kreativ umgesetzt.» So serviert er in der Gast­ stube z. B. Charolais-Rindsfilet-­Carpaccio mit Basilikum-Pesto-Füllung (22.50), Melonen-Rosette mit Rucoletta-Parmesan-Mousse und Rohschinken (19.50),

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Risotto mit Fenchel und ­sautier­tem Seezungen-Filet-Goujon (26.50/38.50) oder Lamm-Entrecôte im TaggiascaOlivenmantel auf Feta-Bramata-Galette (48.50). Auch die sommerlichen Kleinigkeiten von der Snack-Karte, die den ganzen Tag serviert werden, sind nicht alltäglich: Siedfleisch-Carpaccio (22.50), Panzanella-Salat (20.50) oder Falafel (19.50) sind u. a. im Angebot. Domenico Miggiano: «Der Gast diktiert in der Gaststube die Karte. Denn ihm will ich es recht machen.» ino

Domenico Miggiano in der Gaststube des «Löwen». LÖwen Wolfhauserstrasse 2 8608 Bubikon www.loewenbubikon.ch Geschlossen: Sonntag und Montag

Fotos Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Die kleine karte der grossen Köche


FRISCHER GEHT NICHT! Berufs­fischer Göpf Hofer liefert die schönsten Hechte nach Hergiswil NW ins «Belvédère». Fabian Inderbitzin (l.) und sein Souschef Pirmin Schmidli wissen es zu schätzen.

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Am Schl

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Am Vierwaldstättersee  direkt am wasser Die schönsten Restaurant-Terrassen  frischer Fisch Die Delikatessen aus dem Vierwaldstättersee  Fünf-Sterne-Paläste Grosse Häuser in kleinen Dörfern

Hecht, Egli und Felchen auf der Sonnenterrasse. «Junge Wilde» auf dem Fusion-Trip. Nobles aus der Fünf-Sterne-Küche. Crispy Beef vom grandiosen Chinesen. Und zwei wundervolle Gasthäuser, die nur auf dem Seeweg zu erreichen sind: schöner essen am Vierwaldstättersee.

emmersee


Am Vierwaldstättersee Der Raddampfer «Uri» vor dem Park Hotel Vitznau. Liebevoll renoviert, mit anständiger Bordküche.

NOSTALGIE PUR Fünf Dampfschiffe s


ind die Stars auf dem Vierwaldst채ttersee


Am Vierwaldstättersee

Text Urs Heller Fotos Charles Seiler COOL CHIC Das «Belvédère» in ­Hergiswil ist eröffnet. Architektin Gret Loewensberg setzte auf klare Linien. Die schnörkelfreie Küche passt dazu.

Hergiswil NW hat ein neues Wahrzeichen Einen gewaltigen Block mit millionenschweren Eigentumswohnungen und Restaurant direkt am See. Die Architektin ist schon berühmt: Gret Loewensberg, Ehefrau von Moritz Leuenberger, Bundesrat a. D. Der Koch wird es erst: Fabian Inderbitzin hat alles, was es zu einer grossen Karriere braucht: einen eisernen Willen. Einen guten Lehr­meister (Toni Schmidig, «Rigiblick», Lauerz SZ). Viel Talent. Und immer wieder einen Restaurant-Job an bester Lage. Auf­gespürt hat ihn der GaultMillau im Seehotel Kastanienbaum («Ent­deck­ung des Jahres 2008»). Wieder getroffen haben wir ihn im noblen ­«Château Gütsch». Dort hatte der ­russische

Albeli-Verpackung. Für eine BasilikumInjektion zur Gazpacho. Der Chef teilt den verdienten Applaus mit seinem Stellvertreter: Pirmin Schmidli ist schon seit Jahren der zuverlässige Mann an seiner Seite.

Oligarch und Milliardär Alex­ander Lebedew nur wenige Monate lang Spass am Leben eines Luzerner Schlossherrn. Das «Gütsch» bleibt Planungs­ruine. Fabian Inderbitzin heuerte diesen Frühling im «Belvédère» in Hergiswil NW an. Die 15 Punkte nimmt er mit. Zwei Edel-Lieferanten prägen Inder­ bitzins Karte. Die Jungs der Metzgerei Holzen Fleisch versorgen ihn mit Tierchen, die am Bürgenberg wenigstens für ein paar Monate glücklich weiden: Angus, Kalb, Wollschwein, Damhirsch. Die Filets, Kotelettes und Backen sind beim Chef bestens aufgehoben. Er serviert sie an wunderbar tiefen Saucen, die von der Geduld der Küchenbrigade zeugen. Zweiter «Hoflieferant» ist der Megger ­Berufsfischer Göpf Hofer, der selbst den scheuen Hecht immer wieder in seine Netze kriegt. Auch dieses Gericht empfehlen wir wärmstens: Inderbitzin weiss genau, wie man die tückischen Gräten in chirurgischer Millimeterarbeit aus dem Hecht entfernt. Der Genuss ist so un­getrübt. Das «Belvédère» ist etwas gar gross geraten, aber Inderbitzin, ein Schwergewicht am Herd, findet immer noch Zeit für Experimente. Für eine eigenhändig gewürzte Wollschweinbratwurst. Für einen Sepia-Teig als

und sehr attraktiven Töchtern unterstützt. Angela serviert (auch mal im kleinen Schwarzen), Shila steht am Herd. Wer im «Rössli» aus der Abteilung «roher Fisch» (Sashimi & Co.) ordert, gibt wohl ein paar Franken mehr aus als budgetiert. Aber es ist eine gute Investition. Zurück an den See, nach Kastanienbaum LU ins «Seehotel». Da kamen und gingen in den letzten Jahren ziemlich viele Küchenchefs. Aber erstaunlicherweise hatten alle Talent, und der letzte, Philipp Rutishauser, zeigt etwas mehr Ausdauer. Gut so, denn das Restaurant ist traumhaft gelegen, mit freier Sicht über den Kreuztrichter. Die Karte liest sich gut: ein eleganter Touch of Asia (Bärenkrebsschwänze mit wunder­barer Minze, in Reispapier verpackt und auf Mango serviert), spannende Variationen (Wachtelbrust, Wachtelravioli, Wachtel­ ei). Heimreisen kann man promillefreundlich mit dem Kursschiff. Zwei wunderschöne Restaurants direkt am Wasser erreicht man nur mit dem Boot (oder allenfalls nach einem Fussmarsch), beide sind bei schönem Wetter gnadenlos ausgebucht. Die Hobby-­Kapitäne müssen gleich zweimal in den «Infight». Erst gilt es, einen Anlegeplatz zu erobern, dann einen freien Tisch. In der «Obermatt» (am

Die zweite heisse Nidwaldner Adresse Das «Rössli» am Stansstader Dorfplatz. Dort ist unüberhörbar Hans Christen der Boss. Einer, der in seinem Keller die besten Bordeaux auch in Grossflaschen lagert. Einer, der Japan und Mexiko in die Urschweiz bringt. Und den Big-Eye-Tuna ganz frech serviert: auf rohem Eigelb, mit Malossol-Kaviar. Der «Rösseler Hans» wird von seinen beiden sehr tüchtigen, gut ausgebildeten

SUSHI & SASHIMI? Beim «Rösseler Han

DEN KREUZTRICHTER im Visier: Der «Kastanienbaum» punktet mit einer erst­klassigen Lage. Und mit einer abwechslungsreichen euroasiatischen Küche.

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FLEISCH VOM BÜRGENBERG Fabian Inderbitzin (Bildmitte) setzt im «Belvédère» in Hergiswil NW am liebsten auf Produzenten aus der nahen Umgebung.

s» in Stansstad schmecken sie grossartig FAMILIENSACHE! Das «Rössli» am Dorfplatz von Stansstad NW ist eine Top-Adresse. Die Töchter des Hauses packen zu: Angela (l.) im Service, Shila in der Küche. Gast­geber Hans Christen sammelt Bordeaux.


DER TRAUM DER BÖTLER «Obermatt»

TREFFPUNKT «SCHWYBOGEN» ­Michael Näpflin ist Berufsfischer, fährt schon vor der Dämmerung raus auf den See. Ab Mittag serviert er mit Frau Karin den fangfrischen Fisch in Seelisberg auf Nidwaldner Boden.


Am Vierwaldstättersee TREFFPUNKT «OBERMATT» Das ­Restaurant ist (fast) nur auf dem Seeweg zu erreichen. Auf der Terrasse scheint die Sonne bis in den Abend hinein. Egli und Älplermagronen sind vorzüglich.

und «Schwybogen» sind die Lieblingsbeizen Fuss des Bürgenstocks, vis-à-vis von Weggis) sind die Manöver der «Bötler» allein schon eine Attraktion. Nicht alle Bootsführer sind nautisch sonderlich begabt, beim «Parkieren» spielen sich zum Teil ergreifende Szenen ab. Zweite Attraktion ist die Lage: gemütliche Sonnen­terrasse, direkt am Ufer. Dritte Attraktion ist die Küche. Natürlich werden vor allem die berühmten «Obermatt»Älplermagronen hoch gehandelt, aber das greift zu kurz. Unser letztes Mahl: wunder­ bare Egli. Wobei Peter Murer, der hier mit seiner Frau Christina und mit zen­ mässiger Gelassenheit seit 1978 (!) wirtet, auch einräumt, dass nicht jeder Fisch direkt vor der Haustür geangelt wurde: «Die Spargeln sind aus dem Donau-Gebiet, der Bärlauch aus Emmetten, die Egli von Bianchi.» Besonders nette Gäste holt Murer in Weggis mit seinem Boot ab. Die zweite wunderbare Beiz am See: das Gasthaus Schwybogen (an der Nordseite der Seelisberger «Nase»), seit 300 Jahren (!) im Besitz der Familie Näpflin. Wir blättern fasziniert in der Familienchronik: «Wie oft haben die ungestümen Wellen des Sees an die Ufer vom ‹Schwybogen› geschlagen. Wie oft hat der Föhn in den Dachziegeln gerüttelt. Wie oft haben zuckende Blitze das Haus geisterhaft

umleuchtet. Generationen sind herausgefahren und haben ihre Netze aus­ geworfen. Der alte Grossvater hat es getan, sein Sohn Michael, dessen Sohn Otto und heute wiederum ein Michael.» Engelhard Näpflin, so weiss die Chronik, wählte ungeschickterweise eine andere Laufbahn: Er war Söldner, fiel 1537 in der Schlacht von Paliano (bei Rom) und ist daselbst auch begraben. Zurück zur Gegenwart Michael Näpflin ist zusammen mit seiner Frau Karin seit 1999 Gastgeber im «Schwy­ bogen». Der Berufsfischer zieht am frühen Morgen, noch in der Dunkelheit, die Netze ein. Dann werden die Fische filetiert. Ab 11.30 Uhr brutzeln sie in der Pfanne. Geniessen kann sie nur, wer Glück hat und Platz findet; Reser­ vationen werden (leider) keine angenommen. Die Anlegeplätze sind limitiert, die Wanderung ab Schiffsstation Treib dauert 40 Minuten. Lohnt sich ein kulinarischer Ausflug nach Beckenried NW? Der Beste im Dorf kocht nicht am See. Trotzdem ist der «Schlüssel» ein heisser Tipp. Im Restaurant ist das Mitspracherecht der Gäste eher gering. Hausherr Daniel Aschwanden, der aus Prinzip jeden Fortsetzung Seite 24

STRESSRESISTENT Seit 1978 betreuen Peter und Christina Murer in der «Obermatt» in Ennetbürgen NW ihre Gäste. Die Stimmung ist trotz Grossandrang stets freundlich und gelassen.

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«MIN KANG YUAN», KÜSSNACHT SZ Kee Hock alias Leo und seine Frau Conny verblüffen mit frischen Produkten und ständig neuen Einfällen. Das beste China-Restaurant der Deutschschweiz.

CHINA-KÜCHE VOM FEINSTEN? Au DESSERT-TRAUM «Zwyssighaus»Küchenchef Stefan Wisotzky läuft zur Hochform auf, wenn die Erdbeeren reif und süss sind. Aus seiner kleinen Küche am Urnersee kommen grosse Desserts.


Am Vierwaldstättersee

«BALM», MEGGEN LU Beat und Sandra Stofer locken die Gäste mit einer erstklassigen Küche raus aus der Stadt. ­Besonders empfehlenswert: Tatar wie im Piemont und alle Risotto-Kreationen.

ch das gibts am Vierwaldstättersee «ZWYSSIGHAUS», BAUEN UR Hier schrieb Pater Alberik Zwyssig den «Schweizerpsalm». Heute ist Stefan Wisotzky Hausherr: hervorragende Fischküche auf der kleinen Terrasse.


Am Vierwaldstättersee

«BEAU-RIVAGE», WEGGIS LU Der Besucher duzt, bestimmt am liebsten grosse Klassiker im Rigi-Dorf. Aufgetragen selbst, was ge­gessen wird. Seine wird auf der eleganten Hotelterrasse. Em­pfehlungen sind allerdings gut. Vor Mit Piano-Sound und Blick auf Palmen.

allem im Herbst lohnt sich der Besuch: Aschwanden ist passionierter Jäger. Wer übernachten will, reibt sich verwundert die Augen: 14 raffiniert gestylte Zimmer garantieren ein angenehmes Wochen­ ende. Direkt am See liegt der «Nidwald­ nerhof». Die Gastgeber zeigen Ambi­ tionen: Das Angus-Beef (für den heissen Stein) stammt von der angesehenen Metzgerei Holzen. Fürs Stroganoff wird das Fleisch von einem Dexter-Rind ver­ wendet, das in Beckenried geweidet hat. Am Urnersee ist das «Zwyssighaus» in Bauen die Hammeradresse. Und eine

der Wiener Unternehmer Peter Pühringer Vollgas: Er steckt satte 200 Millionen Franken in den Umbau des traumhaft gelegenen Park Hotels Vitznau, das er von den Dr.-Oetker-Erben übernommen hat. Pühringer sorgt Monate vor dem Grand Opening im Dorf für gute Stim­ mung: Er schenkte seiner neuen Wohn­ gemeinde satte fünf Millionen Franken, auf dass der Steuerfuss deutlich sinke. Die «Park Hotel Weggis»-Saga? Im kuli­ narischen Zentrum steht das Restaurant Annex mit seinen 16 GaultMillau-Punk­ ten. Küchenchef Renee Rischmeyer (seine Ex-Frau ist der Boss im «Jasper», «Palace Luzern») kann mit grosser Brigade aus dem Vollen schöpfen, auf Versace-Tellern anrichten und muss sich

SCHLEMMEN IN WEGGIS Mal chic, ma

COOL & GUT! Ein altes Hotel, umgebaut. Das «Poho» in Weggis begeistert die Generation Facebook. Sinnliches Spa, vielfältige Küche, Sportboote.

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historische dazu: Pater Alberik Zwyssig hat hier den «Schweizerpsalm» kom­poniert. Hausherr Stefan Wisotzky komponiert (mit viel Talent) Fisch­ gerichte; der Seedorfer Berufsfischer Markus Arnold ist sein Lieferant (Felchen, Egli, Balchen, Seeforelle). Wer einen Tisch auf der kleinen Terrasse kriegt, verbringt zwei wunderschöne Stunden. Wir wechseln die Seeseite, forschen in Weggis und Vitznau nach den besten Adressen. An der Luzerner Riviera wird unglaublich investiert, liefert sich eine wachsende Zahl von Fünf-Sterne-Hotels einen bemerkenswerten Konkurrenz­ kampf. Es ist auch ein Duell zweier Investoren: In Weggis erweckte der in Griechenland tätige Schweizer Reeder Martin Denz altes Gemäuer aus dem Dornröschenschlaf und investierte wuchtig ins Park Hotel Weggis (Zen-Spa, Suiten mit Weinschrank). Dafür gibts Lob und Auszeichnungen: Der GaultMillau ehrte das Park Hotel kurz nach der Eröffnung als Hotel des Jahres 2001. Die Gemeindeversammlung Weggis verlieh Denz vor Kurzem die Weggiser Rose – Dank und Anerkennung für die in den letzten 15 Jahren investierten 100 Millionen Franken. In Vitznau gibt

wirklich nicht an Urschweizer Rezepte halten: raffinierte Currymischungen, Frische in Form von Pfirsich, Holunder oder Wassermelone prägen seine Sommergerichte. Und natürlich fehlen auch die Luxusprodukte nicht: Hummer, Gänseleber, Aquitaine-Kaviar. Unser Lieblingsgang beim letzten Besuch: ein offener Raviolo mit gebratenem Charo­ lais-Kalbsfilet, Milke, Lauch, Pfifferlingen und einem pochierten Wachtelei. Das zweite Restaurant des Hauses («Sparks») sollte man nicht unterschätzen: Florian Gilges ist ein erstklassiger Chef, der unter den Arkaden selbst Spa-Gerichte lustvoll anrichtet. Im Sommer ist es der Blick auf Park und See, der fasziniert, im Winter ziehen einen die Bilder des erotisch inspirierten Luzerner Künstlers Luciano Castelli an. Beiden Restaurants gemeinsam ist ein grossartiger Weinkeller mit 2600 Positionen. Chefsommelier Wolfgang Kneidinger verwaltet ihn. Er hat den britischen Wine & Spirit Educa­ tion Trust von seinen Talenten überzeugt und darf sich jetzt offiziell «Weinakade­ miker» nennen. Spielen wir selber den Weinakademiker, wählen wir eine Flasche Péby Faugères, einen exzellen­ ten Saint-Emilion aus dem Besitz der Familie Denz. Unseren Lieblingsplatz im Fortsetzung Seite 29


100 Millionen franken geschickt investiert. Das Park Hotel Weggis mit seinen GaultMillau-Restaurants ­Annex und Sparks ist momentan die schickste Adresse in Weggis.

l funky, mal traditionell. Und immer gut! «POHO», WEGGIS Funky Kitchen ist angesagt wie The Best of Rabbit (Dreierlei vom Kaninchen) etwa. Chef Markus Milz und sein Team sind in Form. ­Serviert wird direkt am Wasser.


Am Vierwaldstättersee

«STERNEN», FLÜELEN Seit Jahren im GaultMillau, eine sichere Bank auf dem Weg Richtung Süden. Hummer sind bei Gastgeberin Andrea Bonetti-Christen die Spezialität.

«SCHLÜSSEL», BECKENRIED Daniel Aschwanden sagt jedem Gast Du und legt das Menü gleich selber fest. Im Herbst sind die Tische beim passionierten Jäger begehrt.

SCHLEMMEN AUF DEM DAMPFER! Luzern ist Flotte. Die «DS Unterwalden» mit dem grossartig

neue gourmetadresse in der horwer bucht Roland Schwarzenbach, der Küchenchef vom «Wiederkehr» in Luzern, wechselt im August in den «Sternen» in Horw.

GOLF CLUB KÜSSNACHT Beeindruckend sind Klubrestaurant. Sandro Flury (Risotto mit Cham

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Foto Niklaus Wächter / reportair.ch

«WALDSTÄTTERHOF», BRUNNEN Ein elegantes Haus mit Blick auf den Urnersee. Die Plätze auf der Seeterrasse sind sehr begehrt. Vor allem am 1. August: Feuerwerk, Dampferparade!

zu Recht stolz auf seine prächtig renovierte renovierten Salon ist die Attraktion.

«ZWYSSIGHAUS», BAUEN Natürlich ists draussen auf der kleinen Terrasse am schönsten. Aber auch in den niedrigen, liebevoll renovierten Stuben fühlt man sich wohl.

die Fairways mit Traumsicht. Und das tolle pagner und Senf!) ist der neue Küchenchef.

PARK HOTEL WEGGIS Gleich zwei unabhängige Brigaden kämpfen um die Gunst der Gäste und um GaultMillau-Punkte. Gemeinsamer Nenner: die atemberaubende Weinkarte. Schweizer Illustrierte al dente

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«VITZNAUERHOF», VITZNAU Ein elegantes Hotel mit Zen-Spa, Medical Wellness und mutiger Küche: Den Aperitif schlürft man auf dem coolen Floss vor dem Restaurant Sens.

VITZNAU MONDÄN Ein kleines Dorf – «Traube», Gersau Von weit her kommen die Gäste, um Rainer Camenzinds Käsekuchen mit Brotteig zu kosten. ­Jedes Stück kommt vom Dampfofen ­direkt auf den Tisch.


Am Vierwaldstättersee

Resort ver­raten wir gerne: die «Beach Lounge» direkt am See. Sonnenuntergang, Drinks, Snacks und Havannas unter uralten Kastanien­bäumen, die Füsse gewissermassen im Wasser. A place to be! Martin Denz postete auch noch das Post Hotel Weggis und verpasste dem kon­kursiten Haus eine dramatische Verjüngungskur. «Poho» heisst die trendige Adresse heute. Im Visier ist die iPod-, iPad- und Facebook-Gene­ration, und natürlich kocht Küchenchef Markus Milz nicht nur Rösti, sondern viel lieber seine Funky Kitchen. Pro­dukte aus der Rigi-Region werden mit fernöstlichen Rezepturen kombiniert. Serviert an bester Lage, direkt am Wasser. Wer aufs Wasser will, hat kein Problem:

lichen Hauskonzerten und einem zen­ mässigen Spa (mit Medical Wellness). Schlagzeilen macht vor allem der blut­ junge Küchenchef: Pascal Schmutz, 27, ist GaultMillaus Entdeckung des Jahres 2011 und wagt in seinem Edel-Restaurant Sens mehr als jeder andere am See. Nicht jeder Gang ist ein Hammer, aber dafür wirds keine Minute langweilig; die Bemühungen der jugendlichen Brigade lassen sich per Video­stream vom Tisch aus auf einem Bildschirm beobachten. Gang des Tages bei unserem letzten Besuch: bretonischer Hummer, schwarzer VenereReis, Sechuan-Infusion, etwas Orange. Zum «Sens» gehört auch eine fantastische Lounge; ausserhalb der eigentlichen Essenszeiten sind die Servicemitarbeiter

Schnelle Sportboote gehören zum «Poho»-Inventar.

dort aber nur mässig motiviert. Eine etwas eigenwillige Adresse können wir in Vitznau auch noch empfehlen: das Hotel Terrasse am See beim Bahnhof der Rigi-Bahn. Historische Zimmer, viel Kunst, ordent­ liche Küche, privilegierte Lage. Zwei GaultMillau-Adressen auf der Fahrt zurück nach Luzern. In Meggen ist das «Balm» (grosse Terrasse, knappe Seesicht) ein sicherer Wert. Beat Stofer, bei grossen Köchen ausgebildet, hat den elterlichen Betrieb übernommen und wird in Luzern langsam zu einer «grossen Nummer». Die «Volltreffer der Saison»: Rindstatar Piemonteser Art, KalbshaxenRavioli, Brunnenkresse-Risotto. Bleibt noch das «Wunder von Küssnacht». Der GaultMillau hat rechtzeitig das «Min Kang Yuan» und Mister Kee Hock alias Leo entdeckt. Ein unglaublicher Kerl, der, angetrieben von seiner Frau Conny, mutig mit dem Wok hantiert und eindrückliche Stichflammen zur Decke zischen lässt. Herr Leo entwickelt im Wochenrhythmus neue Gerichte, verblüfft uns mit raffinierten Marinaden und Mariagen, mit Crispy Beef, Kalbfleisch mit Meerbohnen, Scampi mit Curry und Thai-Chili im filigranen Nudel«Vogelnest». Sechuan, Singapur, Schanghai und Saigon am Schlemmersee. a

JUNGSTAR MIT AMBITIONEN Pascal Schmutz ist GaultMillaus Entdeckung des Jahres 2011. «Sens»-Gäste können die Köche auf dem Bildschirm beobachten.

aber zwei grosse Fünf-Sterne-Paläste Das pure Gegenteil von funky und facebook? «BeauRivage» Weggis! Vier blitzblank heraus­ geputzte Sterne, familiär-freund­liche Besitzer, eine klassisch-erstklassige Küche, ein vorzüglicher Service. Wir sitzen auf der Sonnenterrasse mit Blick auf Palmen (!) und Vierwaldstättersee, geniessen fangfrische Egli von Berufs­ fischer Martin Zimmermann, staunen über die Entenleber-Qualität (mit Portwein-Gelee) und mögen das Steak de Veau double mit reichlich Morcheln. Der tapfere Pianist schiebt bei schönem Wetter sein «Werkzeug» auf die Terrasse und leistet uns Gesellschaft. In Weggis ist auch eine unserer Lieblingsadressen, seit Jahrzehnten schon: das «Gotthard» (Baujahr 1892) mit seiner Terrasse direkt am Wasser, unter schattigen Bäumen (Familie Nanzer, seit 1952!). Wir mögen «Beni’s Poulet» (mit raffinierter Sauce), alles, was vom Grill kommt, und staunen, wie präzis hier selbst in «Stosszeiten» der Risotto zubereitet wird. Weiter nach Vitznau. Der «Vitznauerhof» wurde nach bitteren Jahren wieder er­öffnet, mit prächtigen Hallen, eindrück­

ZIMMER MIT AUSSICHT Es müssen nicht immer fünf Sterne sein. Auch das Hotel Terrasse am See in Vitznau LU hat seinen Reiz. Ein Swiss Historic Hotel mit Kunst und Seesicht.

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präsentiert: 

Die wichtigst

Schlemmen am Vierwaldstättersee

Gemsstock 2961

Rund um den Vierwaldstättersee gibts wunderschöne Restaurants. Sedrun Auf der Karte sind die Lokale und Hotels mit Nummern und ihren GaultMillau-Punkten eingezeichnet. Ausgelassen haben wir für einmal Luzern.

Auf einE Zvieri-plattE Disentis kehrt man im Restaurant Schützen im malerischen Bauen UR gerne ein.

Oberalppass 2044

Andermatt

Göschenen Wassen

Amsteg

Schöne Aussicht und hervorragende Küche von Fabian Inderbitzin gibts im «Belvédère» in Hergiswil NW.

Erstfeld

Kaiserstock 2515

Urirotstock 2928

Altdorf

Frische Fische aus dem See gibts bei Berufs­ fischer Martin Zimmermann in Vitznau LU.

14

Flüelen

15 16

Bauen

Klewenalp 1593

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Fronalpstock 1922

Seelisberg

17 13 Kenner schwören auf den Käsekuchen vom ­Restaurant Traube in ­Gersau SZ.

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Stanserhorn 1898

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23 22 t ä 21 Stansstad t t 8 Kehrsiten e r 7 Weggis 26 s e e Kastanienbaum 6 5

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Ein bisschen Ferien im Alltag Nach Bauen reist man am besten mit dem Dampfschiff.

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20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben

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Küssnacht

2

24 Hergiswil

25

Meggen

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Horw

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KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste Qualität


en Adressen rund um den Vierwaldstättersee Meggen LU

Gotthardpass 2109

Realp

1 Restaurant La Pistache (im Landgasthof Balm) Balmstrasse 3 6045 Meggen Tel. 041 377 11 35 Geschlossen: Montag und Dienstag (Hotel immer offen) www.balm.ch Die erste Adresse an der Megger Goldküste! Beat Stofer tischt im Restaurant und auf der Sonnenterrasse erstklassig auf. Geheimtipp: die kleine Karte im «Dorf Beizli».

Küssnacht am Rigi SZ 2 Min Kang Yuan Luzernerstrasse 35 6403 Küssnacht am Rigi Tel. 041 850 14 98 Geschlossen: Donnerstag (Oktober bis April) www.minkangyuan.ch Jede Woche ein neuer Einfall. China-Koch Leo ist eine Entdeckung. Dim Sum & Co. gibts im Sommer direkt am Wasser. 3 Golf-Restaurant Grossarni 6403 Küssnacht am Rigi Tel. 041 850 48 41 www.golfkuessnacht.ch Geschlossen: Montag (nur März/April und Oktober) Nicht nur der Golfplatz ist erstklassig, auch die Küche: raffinierte Gerichte in allen Preisklassen. Auch Nicht-Golfer sind willkommen!

Weggis LU

Pilatus 2120

und hohe Konstanz

4 Restaurant Annex (im Park Hotel Weggis) Hertensteinstrasse 34 6353 Weggis Tel. 041 392 05 05 Geschlossen: Dienstag, mittags (ausser Sonntag und Feiertage) www.phw.ch Das Signature-Restaurant im Resort. Renee Rischmeyer schreibt ziemlich mutige Menüs. Grossartige Weinkarte mit fairen Preisen. 5 Restaurant Sparks (im Park Hotel Weggis) Hertensteinstrasse 34 6353 Weggis Tel 041 392 05 05 ww.phw.ch Das Zweitrestaurant zwar, aber ziemlich erstklassig. Leichte Küche unter schattigen Arkaden. Sonntagsbrunch!

6 Poho (im Post Hotel Weggis) Seestrasse 8 6353 Weggis Tel. 041 392 25 25 www.poho.ch Currywurst oder The Best of Rabbit? Im «Poho» gibts alles. Nur funky muss es sein. 7 Beau-Rivage Gotthardstrasse 6 6353 Weggis Tel. 041 392 79 00 Geschlossen: 1. November bis 5. April www.beaurivageweggis.ch Klassische Karte, Pianist, Palmen – eine Wohlfühl-Adresse an der Luzerner Riviera. 8 Seehotel Gotthard Gotthardstrasse 11 6353 Weggis Tel. 041 390 21 14 www.gotthard-weggis.ch Die Tische unter schattigen Bäumen sind heiss begehrt. «Beni’s Poulet» mit geheimnis­ voller Haussauce ebenfalls.

vitznauerhof vitalresort Im Restaurant Sens kocht Pascal Schmutz, Entdeckung des Jahres 2011.

Direkt am wasser sind die Tische im «Nidwaldnerhof» in Beckenried NW besonders begehrt.

Vitznau LU 9 Hotel Terrasse am see Schiffstation 6354 Vitznau Tel. 041 397 10 33 www.hobbyhotel.ch Kunst an der Wand, gute Küche direkt am See. Die Zimmer sind ein Geheimtipp, soeben historisch renoviert. 10 Restaurant Sens (im Vitznauerhof Vitalresort) Seestrasse 80 6354 Vitznau Tel. 041 399 77 77 www.vitznauerhof.ch Neu eröffnet und bereits bei vielen Gourmets heiss im Gespräch. Küchenchef Pascal Schmutz hat sein eigenes Restaurant direkt am See («Sens»).

Gersau SZ 11 Seehotel Fähri Seestrasse 111 6442 Gersau Tel. 041 828 23 23 www.seehotel-faehri.ch Modernes Restaurant direkt neben der Fähre Gersau– Beckenried. Empfehlenswert: Felchen Gersauer Art (in der Folie!). Interessant der «Fitness-Teller»: Riesen-Cordonbleu mit Pommes frites! 12 Restaurant Traube Tschalungasse 9 6442 Gersau Tel. 041 828 11 67 Hier gibt es weit und breit den besten Käsekuchen. Das Spezielle daran: der Brotteig

Chic Schlafen kann man im BoutiqueHotel Schlüssel in Beckenried NW.

Hotel am See mit Pool Ferienstimmung pur kommt im «Beau-Rivage» in Weggis LU auf.

HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

Fotos Caroline Micaela Hauger, Charles Seiler, Illustration Hallwag Karte, Zentralschweiz, Bearbeitung SI / Doris Wüthrich

he r s e e

Restaurants


Adressen am Vierwaldstättersee und die Gruyère-EmmentalerKäse-Mischung.

Brunnen SZ 13 Waldstätterhof Waldstätterquai 6 6440 Brunnen Tel. 041 825 06 06 www.waldstaetterhof.ch Schöne Lage direkt am Wasser. Aufgetischt wird an der Promenade oder direkt beim Schiffssteg.

Flüelen UR 14 Sternen Axenstrasse 6 6454 Flüelen Tel. 041 875 03 03 Geschlossen: November bis März Sonntag, Montag; April bis Oktober Montag (Hotel offen); 14. Februar bis 14. März www.bonetti.ch Hummer ist hier Trumpf! Der «Sternen» ist Stammgast im GaultMillau.

Bauen UR 15 Restaurant Schützen 6466 Bauen Tel. 041 878 10 50 www.schuetzen-bauen.ch Beliebtes Ausflugsziel mit schöner Terrasse und Traumsicht übers Wasser. 16 Zwyssighaus 6466 Bauen Tel. 041 878 11 77 Geschlossen: Montag, Dienstag, November, Februar www.zwyssighaus.ch Stefan Wisotzky und Karin Fuchs führen das schönste Restaurant am Urnersee. Lokaler Fisch, herziger Balkon.

Seelisberg UR

terrine im Heublumen-Mantel. Freund­liches Restaurant an privilegierter Lage. 19 Schlüssel Oberdorfstrasse 26 6375 Beckenried Tel. 041 622 03 33 Geschlossen: Montag, Dienstag, mittags von Mittwoch bis Samstag (Hotel immer offen) www.schluesselbeckenried.ch Gastgeber Daniel Aschwanden bittet zum Apéro an die gute alte Berkel-Maschine. Das Menü legt der Chef am liebsten selber fest. Wildspezialitäten! Raffinierte Hotelzimmer.

Ennetbürgen NW 20 Gasthaus Obermatt Obermatt 6373 Ennetbürgen Tel. 041 620 13 23 Ferienfeeling am See: Die Sonne scheint bis in den Abend hinein. Peter Murers Älpler­magronen sind Legende. Typische «Bötler»Adresse.

Kehrsiten NW 21 Restaurant Tell am See 6365 Kehrsiten Bürgenstock Tel. 041 610 77 00 Wunderschöne Aussicht. Spezialitäten: frischer Fisch und Tatar. 22 Restaurant Mathisli Hostatt 11 6365 Kehrsiten Passhöhe Tel. 041 610 81 81 Geschlossen: Donnerstag www.mathisli.ch Zu Fuss ab Stansstad in 40 Minuten erreichbar. Oder natürlich per Kursschiff.

Stansstad NW

Seerestaurant Schwybogen 6377 Seelisberg Tel. 041 820 12 60 www.schwybogen.ch Hier ist der Gastgeber auch Berufsfischer! Karin und Michael Näpflin-Dossenbach führen das kleine Paradies am See auf Nidwaldner Boden. Keine Tischreservation möglich!

23 Rössli Dorfplatz 9, 6362 Stansstad Tel. 041 619 15 15 Geschlossen: Sonntag, Ende Dezember bis Anfang März www.roessli-stansstad.ch Treffpunkt Dorfplatz Stansstad. Gastgeber Hans Christen empfängt seine Stammgäste. Touch of Asia, exzellente Weinkarte.

Beckenried NW

Hergiswil NW

Hotel Nidwaldnerhof Dorfstrasse 12 6375 Beckenried Tel. 041 620 52 52 www.nidwaldnerhof.ch Angus-Beef von der Metzgerei Holzen auf dem heissen Stein, Stroganoff vom Becken­ rieder Dexter-Rind, Geisskäse­

24 Belvédère Seestrasse 18a 6052 Hergiswil Tel. 041 630 30 35 www.seerestaurantbelvedere.ch Newcomer der Saison. Fabian Inderbitzin kocht jetzt in Hergiswil. Modernes Restaurant, Seeterrasse.

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18

Horw LU 25 Seehotel Sternen Winkelstrasse 46 6048 Horw Tel. 041 348 24 82 www.seehotel-sternen.ch Neue Gourmet-Adresse für «Bötler» und Spaziergänger in der Horwer Bucht? Roland Schwarzenbach ist ab August neuer Küchenchef im «Sternen». Er führte letztes Jahr das «Wiederkehr» in Luzern in den GaultMillau.

Kastanienbaum LU 26 Seehotel Kastanienbaum St. Niklausenstrasse 105 6047 Kastanienbaum Tel. 041 340 03 40 www.kastanienbaum.ch Gepflegte Gourmetküche mit traumhafter Sicht über den Kreuztrichter.

Aus dem See 27 Fischerei Gottfried Hofer & Irma Füchslin Seestrasse 20 6045 Meggen Tel. 041 377 30 60 www.fischerei-hofer.ch Spezialitäten: u. a. Felchen, Balchen, Albeli, Egli, Hecht, Saibling, Seeforellen. Aus der hauseigenen Räucherei gibts Felchen- und Lachsfilets. 28 Fischerei Hofer Peter Hofer Gersauerstrasse 87 6440 Brunnen Tel. 041 820 33 40 Je nach Saison Albeli, Felchen, Balchen, Hecht, Seeforellen, Röteli. Spezialitäten: geräucherte Albeli und Felchenfilets und eine kleine Menge Regenbogen­ forellen (Zucht) lebend. Fisch­ keller und Aufzucht von Fischen können auf Voranmeldung besichtigt werden. 29 Fischerei Martin Zimmermann Seestern, 6354 Vitznau Tel. 041 397 22 89 frische-fische@bluewin.ch Eigene Räucherei, Spezialitäten: Felchen, Albeli, Röteli, Egli, Hecht, Forellen. Postversand ist möglich.

Auf dem See Infos unter www.lakelucerne.ch www.tavolago.ch Kulinarische Erlebnisse auf den wunderschönen Dampfschiffen.


Weiss ist trumpf! Fischgerichte geniessen «Eden Roc»-Gäste am Wasser. Zum Beispiel intensive Bouillabaisse (vorne links) und Zander mit Morcheln (vorne rechts), Jakobsmuscheln an Orangenbuttersauce (hinten links) und Risotto mit Scampi (hinten rechts).

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Bouilla


Der gedeckte Tisch: Fisch

Cyrille Kamerzin vom «Eden Roc» in Ascona richtet mit lockerer Hand seine berühmte Bouillabaisse an, grilliert Jakobsmuscheln und Scampi, kombiniert Zander mit frischen Morcheln. Zur Nachahmung empfohlen!

baisse & Co.!


Der gedeckte Tisch: Fisch  Frische-Test bei Fisch? Rote Kiemen und klare Augen müssen sie haben

Text Marlis Haab Fotos Dave Brüllmann Im noblen «Eden Roc» am Lago Maggiore führt Cyrille Kamerzin «nur» das Zweitrestaurant. Aber die Stamm­gäste haben längst heraus­ gefunden: Gehts um grosse Fische, ist der stille Walliser Chef die Nummer 1 im Asconeser Resort. Vor allem die berühmte Bouillabaisse lässt sich keiner entgehen. Kamerzin richtet, so gehört es sich in der Fünf-Sterne-­Hotellerie, buchstäblich mit der grossen Kelle an: Rotbarbe, Petersfisch, Steinbutt, See­ teufel und Scampi schwimmen im Topf. Der Duft von Fumet, Pastis und Safran steigt hoch, jedes Filet ist sekunden­ genau gebraten, und die Sauce Rouille könnte nicht besser sein. Prädikat Meisterwerk. Und wer (noch) kein Meister der grossen Fischküche ist? Cyrille Kamerzin kennt die «Einsteigerfische»: «Sole, Turbot und Thunfischsteak stellen auch ängst­liche

Köche nicht vor Probleme. Und natürlich ist es einfacher, die Fische nicht an der Gräte zuzubereiten. Jeder Händler filetiert Ihnen den Fisch gerne und zuverlässig.» Gerade den Loup de Mer überlässt man wegen seiner spitzigen Rückenflosse besser dem Profi. Wer beim Händler den Frische-Test wagen will, verlässt sich am besten auf den Daumendruck; die Druckstelle muss sich schnell zurückbilden. Die Kiemen müssen kräftig rot sein, die Augen klar nach aussen gewölbt. Faust­regel: 150 Gramm Fisch pro Person (ohne Gräte). Kamerzin selbst mag ganze Fische natürlich lieber: «Sie sind saftiger, geschmackvoller.» Und er lässt sich auch von «schwierigen» Meerbewohnern nicht abschrecken: «Rochen etwa sind sehr heikel, und auch Krustentiere muss man sofort nach dem Kauf zubereiten.» Für den Hausgebrauch empfiehlt der Profi durchaus auch mal einen Süsswasserfisch («im Tessin kriegt man ohne Mühe einen erstklassigen Zander»), und das

«einfachste» Meerfisch-Rezept schüttelt er locker aus dem Ärmel: «Loup de Mer in der Salzkruste. 100 Gramm Mehl, ein halbes Kilo Meersalz, ein halbes Kilo normales Salz, 100 Gramm Eiweiss, geschlagen, ein Deziliter Wasser – und die Kruste ist perfekt.» Den Fisch gart man im Ofen bei 55 Grad; pro Kilo rechnet man 25 Minuten. Kamerzin cool: «Schiefgehen kann da eigentlich gar nichts!» Die Zeit spielt für begnadete Köche wie Kamerzin: «Unsere Gäste bestellen häufiger Fisch als früher, vor allem auch im Hauptgang. Sie schätzen die Vielfalt des Meeres. Und auch in der Spa-Cuisine spielt Fisch eine wichtige Rolle.» Dass es einen «Fisch-Röstigraben» gibt im Land, ist dem Chef nicht entgangen. «Die Romands, geprägt von der franzö­sischen Esskultur, sind offen für alles. Die Deutschschweizer bevorzugen Filets. Und mit Austern tun sie sich schwer.» a Rezepte von Cyrille Kamerzin auf S. 38

VIELSEITIG Die Antipasti-Schale Babyboop ist an der Bar und auf dem Tisch gut einsetzbar. 23 × 20 cm, Inox, matt, Design Ron Arad, von Alessi, CHF 67.–

GLASKLAR Sieht cool aus und kühlt im Sommer besonders hübsch: ChampagnerKühler aus klarem Glas, 20 cm, 24 cm hoch, von LSA, CHF 109.–

REVERSIBEL Die dekorativen Cham­ pagnerkelche können wahlweise auf dem Kopf oder dem Fuss ver­wendet werden. Das Sammlerstück stammt aus der Glaskollektion von Borek Sipek, 32 cm hoch, von Driade, CHF 312.–

STARK Die Zitronenpresse Juicy Salif von Philippe Starck hat immer wieder einen starken Auftritt. Aluguss, 29 cm hoch, von Alessi, CHF 90.–

PASST ZUM SOMMERTISCH Die Struktur der gegossenen Glasschale wirkt wie klares Eis, sie eignet sich sehr schön für Früchte und Schwimm­blumen. Kollektion Nuuk, 30 cm, von Driade, CHF 272.–

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SAFTBUTLER Fängt den Saft der Presse von Philippe Starck auf: hübscher kleiner Glaskrug zum Servieren. 3,25 dl, 11 cm hoch, von LSA, CHF 24.90 KLASSIKER Entwürfe von Prof. Wagenfeld wie das Salz-und-Pfeffer-Set Max & Moritz feiern ein erneutes Comeback. 17 × 6 cm, Chromstahl, matt, von WMF, CHF 39.90

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NEUER LOOK Die berühmte Porzellankollektion von Prof. Walter Gropius überrascht seine Fangemeinde neu mit einem spannenden Dekor aus matt strukturiertem und platinfarbenem Dekor; komplettiert wird die Kollektion mit glänzenden, platinfarbenen Schalen und Schüsseln von Rosenthal Studio-Line. Platzteller Silhouette CHF 64.–, Linie Skin Platin: Essteller CHF 60.–, Teller, tief CHF 41.–, Brotteller CHF 41.–, Multifunktions­schale CHF 60.–, kleine ovale Platte CHF 85.–

Info und Bezugsquellen Grüter-Suter, Luzern, Tel. 041 203 11 11

Fisch auf dem Tisch Die Infos, die Preise


Fotos Paul Seewer

BIS AUF DEN LETZTEN TROPFEN Neun dekorative Zitronenpressen

WESTMARK Sparsam: Zitronenausgiesser mit Ablage für die Frucht; die angeschnittene Zitrone kann so über Tage im Kühlschrank auf­bewahrt werden. Edelstahl, 10 cm lang, Ablage 6,5 × 6,5 cm, CHF 11.50

LEOPOLD Tröpfchenweise: Zitrone oben ein kleines Stück anschneiden, die Presse in die Frucht schrauben, den Saft nach Bedarf direkt aus der Zitrone pressen. Edelstahl, matt, 7 cm, CHF 15.90

FABRIKATORS Dekorativ: Zitronenscheiben halbieren und mit dem praktischen LemonFriend ohne Spritzer pressen und servieren. Silikon, 6 cm, 4 Stück CHF 9.50

LEKUÉ Saubere Sache: Der Beutel aus weichem Silikon mit Ausguss und Verschlusskappe wird über eine halbe Zitrone gestülpt, diese von Hand nach Bedarf ausgepresst. 7 cm, 2 Stück CHF 19.90

PIAZZA Passt zum Fischgericht: der Zitronenfisch für Zitronenschnitze. Ein kleines Sieb am Ausguss hält die Kerne zurück. Edelstahl, 12 cm lang, CHF 7.50

PIAZZA Preisgünstig: Wer nur selten Scheibchen presst, freut sich über die leichte Ausführung des grossen Klassikers. 7 × 8 cm, CHF 2.50

WMF Klassiker: Die Presse für halbe Zitronenscheiben gehört seit Jahrzehnten zum gepflegten Tischinventar. Inox, 7 × 8 cm, CHF 17.90

RÖSLE Für Tisch und Küche: Der Zitronenstab presst schnell und praktisch halbe Zitronen oder Orangen aus. Inox und Kunststoff, 17 cm lang, CHF 29.–

HUNKELER GASTRO Witzig: Der Vogel aus Acrylglas presst Zitronenscheiben und giesst den Saft sauber aus. 11 × 6 cm, CHF 9.80 Schweizer Illustrierte al dente

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Der gedeckte Tisch: Fisch

Cyrille Kamerzin

 Bouillabaisse à la «Eden Roc» – mit Sauce Rouille und Aioli Gegrillte Jakobs­ muscheln mit Orangenbutter-sauce für 4 Personen Jakobsmuscheln 12 40 g roter Camargue-Reis Orangenfilets von 2 Orangen 12 Zuckerschoten rote Pfefferkörner Beurre blanc à l’Orange 4 dl Orangensaft 20 g Zucker 1 dl Fischfond 100 g Butter 1 Jakobsmuscheln in der Grillpfanne

braten. Für die Sauce den Orangensaft mit Zucker in einer Pfanne reduzieren lassen, Fischfond dazugeben und die kalte Butter unter ständigem Rühren einarbeiten. 2 Sauce auf den Teller geben, Jakobsmuscheln darauflegen und mit dem Camargue-Reis und einem Fächer aus den Orangenfilets und den Zucker­ schoten anrichten.

Zanderfilet mit Morcheln und Zucchini­ blüte für 4 Personen 1 Zanderfilet, ca. 800 g 1 dl Rahm 20 g getrocknete Tomaten, gehackt 4 Zucchiniblüten 200 g Kartoffeln 100 g Morcheln 1 dl Fischsauce etwas Schnittlauch Olivenöl, Butter Salz, Pfeffer 1 Vier Stück Zander schneiden (ca. je 150 Gramm), beiseite stellen. 2 Mit dem Rest des Zanders eine Füllung zubereiten. Dazu den Fisch mit dem Rahm im Cutter vermengen. Die getrockneten Tomaten klein schneiden und dazugeben. Mit der Masse die Zucchiniblüten füllen, jede Blüte in eine Folie einpacken und in leicht kochendem Wasser ca. 8 Minuten pochieren. 3 Die Kartoffeln schälen, schwellen und mit einer Gabel oder einem Stampfer

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zerdrücken. Olivenöl und Schnittlauch dazugeben, mischen. 4 Die Morcheln in Butter schwenken. 5 Die vier Zanderfilets in einer Pfanne knusprig braten. 6 Zum Anrichten Fisch, Stampf­ kartoffeln und Zucchiniblüte auf den Teller geben, mit Morcheln dekorieren und die Fischsauce darübergeben. Bouillabaisse à la «Eden Roc» mit Fisch und Krusten­ tieren für 4 Personen 800 g Fischfilets (z. B. Rotbarbe, Saint-Pierre, Steinbutt, Seeteufel, Riesencrevette, Scampi) je 50 g Lauch, Fenchel, Karotte, Sellerie Tomate 1 2 EL Olivenöl 4 cl Pastis 8 dl Fischfumet (intensiver Fischsud, selber gemacht oder aus dem Delikatessengeschäft) 1 g Safran Salz und Pfeffer etwas Petersilie zur Dekoration Sauce Rouille Kartoffel 1 rote Peperoni 1 Peperoncini 1 1 g Safran Knoblauchzehen 4 25 cl Olivenöl Salz und Pfeffer Saft einer halben Zitrone Sauce Aioli Knoblauchzehen, gehackt 6 1 Eigelb 25 cl Olivenöl Salz und Pfeffer Saft einer halben Zitrone 1 Gemüse und Fisch in mundgerechte Stücke schneiden. Gemüse mit Olivenöl in einem grossen Topf andünsten. Den Fisch dazugeben, mit Pastis ablöschen – flambieren. Fischfumet mit Safran beifügen und 5 Minuten ziehen lassen. 2 Für die Sauce Rouille Kartoffel schälen, Peperoni klein schneiden und mit Peperoncini kochen und pürieren. Den Safran und den gehackten Knoblauch dazugeben. Das Olivenöl langsam nach und nach einfliessen lassen. Mit Salz, Pfeffer und dem Zitronensaft abschmecken.

Der Küchenchef des Hotels Eden Roc in Ascona TI kocht an traumhafter Lage direkt am See und mit 15 GaultMillauPunkten. Fischgerichte sind die grosse Leidenschaft von Cyrille Kamerzin – wie die wunderbare Bouillabaisse (www.edenroc.ch, Tel. 091 785 71 71).

3 Für die Sauce Aioli den Knoblauch mit dem Eigelb vermengen. Das Olivenöl langsam nach und nach dazugeben und mit Salz, Pfeffer und dem Zitronensaft abschmecken. 4 Zum Servieren die heisse Bouillabaisse mit etwas Petersilie dekorieren. Sauce Rouille und Sauce Aioli separat dazuservieren.

Risotto loto mit gegrillten Scampi für 4 Personen 1 kleine Zwiebel 20 g Hummerbutter (im Delikatessengeschäft erhältlich) 200 g Risottoreis (z. B. Loto aus Ascona) 1 dl Weisswein ½ l Fischfond 20 g Butter 40 g Parmesan 2 Scampi 1 dl Hummersauce 1 Zwiebeln hacken und in Hummer­ butter anschwitzen. Risottoreis dazugeben, mit Weisswein ablöschen. Nach und nach den heissen Fischfond beigeben und unter ständigem Rühren kochen lassen, bis der Reis gar ist, aber noch Biss hat. Mit Butter und Parmesan binden. Die Scampi grillieren und mit der Hummersauce auf den Risotto geben.


Historisch geniessen Dinieren im Palazzo, Lunchen im Schlossgarten – Essen in ­historischen Gemäuern ist ein einzigartiges Erlebnis. Die zehn schönsten und besten Restaurants in ehrwürdigen Häusern.

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste Qualität


Top Ten BÄren Dürrenroth BE Im Jahr 1752 wurde er erbaut, der prächtige «Bären» in Dürrenroth. Heute gehört er zu den Swiss Historic Hotels. Ein Ausflug in das tradi­ tionsträchtige Lokal im Emmental lohnt sich. Aber Hunger mitbringen! Denn die Portionen – u. a. gebratene Entenleber auf Feigen-Tarte, marinierter Lachs mit Sauerrahm-Panna-cotta, Randen­ravioli und Kalbsrücken aus der Lorbeer­ milch – sind für Städter gar gross bemessen. Tel. 062 959 00 88 Dorf, 3465 Dürrenroth www.baeren-duerrenroth.ch

Grand HÔtel Suisse Majestic Montreux VD Das Grand Hôtel Suisse Majestic wurde vom Keller bis zum Estrich renoviert. Der Charme der Belle Epoque aber ist erhalten geblieben. Die Brasserie wechselte von der Place de la Gare in die elegante Veranda über einer der schönsten Terrassen des Léman und heisst neu «45», entsprechend der Hoteladresse. Beim Lunch oder Diner bietet sich ein einzigartiger Blick auf den Genfersee und die Alpen.

12/20

Tel. 021 966 33 33 Avenue des Alpes 45, 1820 Montreux www.suisse-majestic.ch

wildenmann Buonas ZG Das Traditionshaus am Zugersee taucht in den Urkunden erstmals im Jahr 1426 auf. Die «Wirty zu Buonas» ist aber nach wie vor empfehlenswert. Denn die Lage mit Blick auf den Zugersee ist herrlich, die Terrasse im Sommer einzigartig. Der neue Chefkoch Beat Bürli kocht edel und unaufgeregt. Auch Fische aus dem Zugersee: wunderbare Egli, Röteli und sensationelle Hechte an Weisswein.

Fotos Daniel Guy Halmer, Bruno Voser, HO

Tel. 041 790 30 60 St. Germanstrasse 1, 6343 Buonas www.wildenmann-buonas.ch

gasthof hirschen Eglisau ZH

hôtel des Trois Couronnes Vevey VD

Unbedingt einkehren – und die Küche von Christian Kuchler geniessen. Denn 2009 wurde das wunderschön renovierte Haus am Rhein zum «historischen Hotel des Jahres» gekürt. Und schon J. W. Goethe hielt 1797 seinen Besuch im «Hirschen» im Tagebuch fest: «Um 12 Uhr waren wir in Eglisau, wo wir im Gasthof zum Hirsch einkehrten, am vorbeifliessenden Rhein, und um halb zwei weiterfuhren.»

Das Hôtel des Trois Couronnes wurde auf den Grundmauern des Adelsschlosses Belles Truches errichtet. Seit der Eröffnung 1843 sind hier viele gekrönte Häupter, die in Europa Rang und Namen haben, eingekehrt. Verständlich: Auf der Terrasse von «Le Restaurant» fühlt man sich wie auf einem vor Anker liegenden Kreuzfahrt­ schiff. Küchenchef Sébastien Brun kann kuli­ narisch mit See- und Bergpanorama mithalten.

Tel. 043 411 11 22 Untergass 28, 8193 Eglisau www.hirschen-eglisau.ch

Tel. 021 923 32 00 Rue d’Italie 49, 1800 Vevey www.hoteltroiscouronnes.ch

und hohe Konstanz

HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

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Top Ten kornhaus­k eller Bern

hôtel de l’Ours Sugiez FR

Der «Kornhauskeller» zählt dank seinen Dimensionen zu den grossartigsten Gasträumen der Schweiz und ist heiss begehrter Treffpunkt der Berner. Das Mittel- und die beiden Seitenschiffe erinnern an Kirchenarchitektur und verleihen so eine sakrale Anmut. Das ideale Ambiente, um die klassische italienische Bindella-Küche zu geniessen.

Das prachtvolle Haus am Broyekanal ist über 330 Jahre alt. Catherine Mao und Martin Angst sorgen im ehrwürdigen Gemäuer und im bezaubernden Garten für Schwung. Die Gäste schätzen die wunderbaren Eglifilets und Klassiker wie Tatar, Kalbszunge oder Kalbskopf Ravigote. Küchenchefin Monika Gysin war übrigens GaultMillaus Entdeckung des Jahres 2007.

Tel. 031 327 72 72 Kornhausplatz 18 3007 Bern www.bindella.ch

Tel. 026 673 93 93 Route de l’ancien Pont 5, 1786 Sugiez www.hotel-ours.ch


Fotos RDB (3), HO

 sakrale Anmut und Spaghetti al Pomodoro im «Kornhauskeller» 3 fische Lüscherz BE

Palazzo Salis Soglio GR

Zunfthaus zur Waag Zürich

Im Jahr 1535 wird im Gasthof in Lüscherz laut der Geschichte zum ersten Mal ge­wirtet: «Die Wirte sollen sich mit allerley nothwen­digem Vorrath an Spys und Trank, Haber und Heu versehen, damit sie ehrlich Lüth empfangen können», heisst es. Heute ist bei Hans Jörg und Sven Girsberger am Bielersee Fisch Trumpf. Ideal für «3 Fische»Ein­steiger: das viergängige Menü!

Die Geschichte des Palazzo Salis in Soglio beginnt 1630. Im Jahr 1876 wurde das Haus, das sich bis heute in Familienbesitz befindet, zum Gasthaus – inklusive originaler Aus­stattung. Und so werden in der eleganten Sala und im Ristorante Köstlichkeiten aus Küche und Keller auf­ getragen. Im Garten wird zwischen hohen Buchs­hecken auf­getischt. Ein Traum!

Das «Zunfthaus zur Waag» am Münsterhof im Herzen Zürichs gehört der gleichnamigen Zunft – einer der sieben alten Zünfte übrigens, die noch ein eigenes Zunfthaus besitzen. «Zünftig geniessen» ist denn auch das Motto im historischen Haus. Doch die gutbürgerliche Küche verfeinern Küchenchef Alain Koenig und Gastgeber Sandra und Sepp Wimmer mit neuen Kreationen.

Tel. 032 338 12 21 Hauptstrasse 29, 2576 Lüscherz www.3fische.ch

Tel. 081 822 12 08 7610 Soglio, Bregaglia www.palazzosalis.ch

Tel. 044 216 99 66 Münsterhof 8, 8001 Zürich www.waag.ch


Gourmet-Interview

Der Küchen-C Text Isabel Notari Fotos Katja Lehner-Grossi

Die Küche des Einfamilienhauses am Rande von Einsiedeln SZ blitzt blank. Denn Peter Barandun, 47, CEO und Verwaltungsratspräsident von Electrolux Schweiz, hat eiserne Regeln, wenn er kocht. «Ordnung muss sein.» So ist das Mise en Place perfekt vorbereitet. Peperoni und Zucchini sind in Streifen geschnitten, der Blattsalat gerüstet und gewaschen, die Broccoli-Terrine steht an der Kühle. Die Zwiebeln für den Gewürztraminer-Risotto sind gehackt, der Parmesan gerieben. Und auf dem Herd köchelt seit Stunden die OrangenPortwein-Sauce, die das Hauptgericht Surf ’n’ Turf, das Rindsfilet und die Riesencrevetten, begleiten wird. Peter Barandun ist gut gelaunt. Der passio­ nierte Hobbykoch freut sich aufs ­Kochen, kann es kaum erwarten, los­zulegen und das Menü seinen Kindern Desirée, Joël, Lucien und Ehefrau Claudia aufzutischen. Peter Barandun, ist es Voraus­ setzung, als Chef einer Haushalt­ gerätefirma kochen zu können? Das nicht gerade. Aber für mich ist es selbstverständlich, dass ich die Produkte, die wir anbieten, auch bedienen kann. Um in der Entwicklung arbeiten zu können, was mich persönlich sehr interessiert, muss man natürlich auch etwas vom Kochen verstehen. Haben Sie immer schon gekocht? Ja, und stets mit grosser Begeisterung. Ich wollte sogar mal Koch werden.

broccoli-Terrine Natürlich selber gemacht von Peter Barandun – und im Kombi-Steamer gegart.

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fliegende früchtchen Pfirsiche, Birnen, Äpfel und Erdbeeren sautiert und karamellisiert Peter Barandun erst im Wok, bevor er sie warm zu Vanilleglace serviert.


hef

 Peter Barandun CEO und VR-Präsident Electrolux Schweiz

Er ist der Herr der Küchengeräte: Peter Barandun, Chef von Electrolux Schweiz. Worauf der Bündner selber nicht verzichten kann? «Kombi-Steamer und Teppanyaki», sagt der passionierte Hobbykoch.

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Gourmet-Interview Wenn der Vater am Herd steht, freuen sich Tochter Desirée, 21, und Sohn Joël, 18, auf ein feines Menü.

«Ich finde, ein guter Schluck Rotwein gehört zu einem schönen Was ist dazwischengekommen? Ein Cousin, der Chefkoch in Luzern war, hat mir erklärt, dass ich dann aber keine Zeit mehr für mein heiss geliebtes Hobby Skifahren hätte. Somit war das Thema als Beruf vom Tisch. Sie haben trotzdem kochen gelernt. Ich habe viel von meiner Mutter abgeschaut, verbrachte gerne Zeit bei ihr in der Küche. Freiwillig? Ja, und das war nicht selbstverständlich. Denn ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Da war Kochen Frauen­ sache, keine Pflicht für Männer. Viel habe ich später aber auch von unseren Fachberaterinnen bei Electrolux gelernt. Die wissen, dass ich offen für die Themen rund ums Kochen bin. An welche Gerichte Ihrer Kindheit erinnern Sie sich besonders gern zurück?

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An Bündner Spezialitäten wie Maluns und Tagliadings mit Bohnen und weisser Sauce. Leider gelingen die mir nie so wunderbar wie meiner Mama. Obwohl ich das Gefühl habe, dass ich sie genau gleich zubereite. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich sie in Einsiedeln und nicht im Bündnerland esse. Was fasziniert Sie am Kochen? Dass ich immer wieder etwas Neues ausprobieren kann. Habe ich ein Gericht irgendwo gesehen oder gekostet, ver­ suche ich, es zu Hause nachzumachen. Was mir auch meistens gelingt. Ohne in ein Kochbuch zu schauen? Ja, das mache ich nur selten. Wenn, dann nur für einmal, das nächste Mal habe ich das Rezept bereits im Kopf. Kochen Sie jeden Tag? Leider fehlt mir dazu die Zeit. So zweibis dreimal im Monat muss es aber

unbedingt sein. Sehr gerne für meine Familie, aber natürlich auch für Gäste. Was kochen Sie am liebsten? Ich koche alles gerne. Aber wenn ich ein Gericht nennen muss, das ich täglich kochen könnte, dann ist es Risotto – in allen Variationen. Eine wunderbare Vorspeise oder als Begleiter zum Haupt­ gang. Überhaupt mag ich die italienische Küche. Ausser die Fleischgänge. Da bevorzuge ich die traditionelle Schweizer Küche. Sie planen und bieten die schönsten Küchen an. Wie sieht Ihre persön­liche Traumküche aus? Die kommt der in meinen eigenen vier Wänden sehr nahe. Viel Platz im Wohn-Ess-Bereich muss sein. Und eine Insel, wo man sich während des Kochens unterhalten kann, ist wichtig. Denn unsere Familie hält sich meistens im Küchenbereich auf.


 Peter Barandun CEO Electrolux Schweiz

Meine Adressen dorf-märcht, Hauptstrasse 25, 8840 Einsiedeln, Tel. 055 412 24 24 «Immer alles super frisch, freundliche Be­dienung – und sieben Tagen offen!» dorfMetzg Nussbaumer & Schnidrig, Hauptstrasse 27, 8840 Einsiedeln, Tel. 055 422 11 15 «Hervorragende Qualität und die immer freundliche Bedienung.» Restaurant Linde, Schmieden­strasse 28, Klosterplatz, 8840 Einsiedeln, Tel. 055 418 48 48 «Hier gibts feines Tatar, und das Cordon bleu schmeckt wunderbar.» Bürgi’s Burehof, Euthalerstrasse 29, 8844 Euthal, Tel. 055 412 24 17 «Schöne Gaststube, ich liebe die Kreativität von Werner Bürgi.»

Meine Tipps & Tricks Das neueste von Electrolux Ein Wok-Aufsatz für den Keramik-Induktionsherd. Die Pfanne wird im Nu heiss!

Abendessen» Auf welche Haushaltgeräte möchten Sie nicht verzichten? Auf den Kombi-Steamer, das MaximaInduktions-Keramikkochfeld, den Profi Vino mit zwei Temperaturzonen und natürlich den Induktions-TeppanyakiFlächengrill, mein Lieblingsgerät. Was ist so toll daran? Ich koche einfach gerne auf der Platte. Temperaturgenau kochen heisst das Zauberwort. Wenig Butter oder Olivenöl auf die Fläche pinseln, dann kann man Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse oder auch Früchte anbraten. Ersetzt der Teppanyaki die Pfanne? Nicht immer. Fleisch aus der Pfanne hat einen ganz anderen Geschmack. Auf dem Teppanyaki schmeckt alles eher neutral, japanisch halt. Mögen Sie die asiatische Küche? Ja. Aber was wir in unseren Breitengraden unter asiatischer Küche verstehen, hat

Die Vorratskammer der kühlschrank ist bei Familie Barandun stets ordentlich und gefüllt. Immer vorrätig ist Früchtejoghurt. «Ich esse jeden Abend eines», erzählt Peter Barandun. «Oder Vanilleglace oder sogar beides. Das schmeckt mir einfach.» Nie fehlen darf Red Bull. Seine drei Kinder Lucien, 14, Joël, 18, und Desirée, 21, lieben den Drink. Und bei den gebürtigen Bündnern lagern

im Kühlschrank der Familie Barandun natürlich Bündnerfleisch und Rohschinken. «Darauf wollen meine Frau Claudia und ich nicht verzichten.» Ebenfalls vorrätig: Eier, Orangensaft, süsse Snacks wie Nesquik- und Kinder-Milchschnitte sowie Fit-Drinks. Wein, Prosecco und Wasser findet sich bei Baranduns nicht im Kühlschrank, sondern im Weinschrank Profi Vino mit zwei Temperaturzonen. Schweizer Illustrierte al dente

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Gourmet-Interview

 Peter Barandun CEO Electrolux Schweiz

«Den Teppanyaki möchte ich nicht mehr missen»

Surf ’N’ Turf Peter Barandun brät Rindsfilet, Riesencrevetten und Gemüse auf dem Teppanyaki an.

ja nicht viel mit der ursprünglichen zu tun. Wo geht der Küchentrend hin? Das Zusammenwachsen von Küche und Wohnraum wird noch extremer. Die Geräte fliessen immer mehr ins Küchendesign ein, sie werden hinter schlichten Fronten und Möbeln sogar ganz versteckt, sind nicht mehr offensichtlich. Kaufen Sie für Ihre Menüs die Zutaten selber ein? Sehr gerne sogar. Ich poste aber fast alles nur in unserem Dorf. Die Qualität der Produkte ist hervorragend, und die Freundlichkeit in den Geschäften schätzen wir sehr. Wo gehen Sie mit Ihrer Familie gerne auswärts essen? Immer gerne kehren wir in der «Linde» in Einsiedeln, im «Seeblick» in Gross oder in «Bürgi’s Burehof» in Euthal ein. Meine Jungs lieben dort das Rindsfilet mit Kartoffelstock und brauner Sauce. Trinken Sie Wein zum Essen? Unbedingt. Das gehört einfach dazu. Lieber roten oder weissen? Rotwein – und nur aus Europa. Natürlich koste ich auch einen Wein aus Übersee, wenn ich einen vorgesetzt oder geschenkt bekomme. Aber ich würde ihn nie selber kaufen. Trifft man Sie auch mal bei McDonald’s oder an einem Imbissstand? Mein jüngster Sohn Lucien will Skirennfahrer werden. Nach einem guten Rennen gehen wir manchmal zu McDonald’s. Ich esse am liebsten einen Cheeseburger – mit allem Drum und Dran. Ein kleiner Trick: ohne Essiggurken bestellen, dann wird er frisch zubereitet! a


Ganz nach Gusto

 Marisa Odermatt, «Da

klassisch kommt Vitello tonnato bei Marisa Odermatt (l.) im «Da Angela» in Zürich daher. Garniert mit Kapern und Cornichons. «Italienisch halt», sagt die Gastgeberin. Und so schmeckts auch TV-Köchin Annemarie Wildeisen und Food-Autorin Gaby Labhart (r.).

Der grosse Ton Keine heissen Tage ohne Vitello tonnato. Das Kalbfleisch mit Thonsauce gehört zu den beliebtesten Sommerklassikern. Alternativen zum herkömmlichen Rezept: Tacchino oder Pollo. Text Isabel Notari Fotos Katja Lehner-Grossi KAUM SIND DIE TAGE WARM und länger, ist sie da, die Lust auf Vitello tonnato. «Ein typisches Sommer­ gericht», sagt Annemarie Wildeisen, Kochbuch-Autorin und TV-Köchin. «Warum, weiss ich eigentlich auch nicht. Denn leicht ist Vitello tonnato nicht», sagt Marisa ­Odermatt vom Restaurant Da Angela in Zürich, spezialisiert auf

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Schweizer Illustrierte al dente

italienische Klassiker. «Und besonders dekorativ sieht es auch nicht aus», sagt die Dritte im Bunde, Gaby Labhart, die Food-Autorin und -Kolumnistin aus Zürich mit italienischen Wurzeln. «Aber wie etwas auf dem Teller wirkt, war und ist den Italienern sowieso egal. Hauptsache, es schmeckt, was ich eigentlich sehr sympathisch finde.» Und schmecken tut Vitello tonnato. Das Fleischgericht, das aus dem Piemont stammt, wird gern als Vor-,

aber auch als Hauptspeise aufgetischt. Im Sud mit Wurzelgemüse, Zitrone oder etwas Weisswein wird das Kalbfleisch – die Nuss oder das Fischli – gegart. Ursprünglich aus Haltbarkeitsgründen. «Heute ist es vor allem das unvergleich­ liche Aroma, das fasziniert», sagt Annemarie Wildeisen. Viel falsch kann beim Garen eigentlich nicht gemacht werden. Zu beachten gilt es vor allem eines: das Fleisch unbedingt im Sud erkalten lassen. Das ist eine eiserne


Angela», Zürich, Annemarie Wildeisen, TV-Köchin, Gaby Labhart, Food-Autorin

nato-Gipfel Regel. Denn nur so bleibt es saftig und zart. Für Marisa Odermatt muss das Fleisch nicht immer aus dem Sud kommen. Sie schneidet für Tonnato auch mal einen Braten auf. «Das schmeckt eben­ falls sehr gut.» – «Aber dann am besten mit der Niedergarmethode zubereiten», meint Annemarie Wildeisen. Die be­ liebte Fernseh-Köchin, die auf diversen Regionalsendern zu sehen ist, setzt gern auf Alternativen. Vor allem beim Fleisch: «Poulet- oder Truthahnbrust ist eine günstige und genauso schmack­ hafte Variante.» Diese schiebt sie bei 100 Grad im Sud in den Ofen. Damit die Brust vom Poulet (Pollo) oder Truthahn (Tacchino) nicht austrocknet oder

fasrig wird. Und genauso hauchdünn geschnitten werden kann wie Kalb­ fleisch. Denn dünn muss es auf dem Teller liegen. Da sind sich die «al dente»Tonnato-Expertinnen einig. Dünn schneiden kann man das Fleisch am besten, wenn es aus dem Kühlschrank kommt. «Aber auf keinen Fall kalt servieren», sagt Annemarie Wildeisen. OB VITELLO, POLLO ODER ­ ACCHINO – Tonnato lebt vor allem T von der Sauce. Und auch da gibt es diverse Zubereitungsarten. Von deftig bis light. «Wer eine Light-Version essen will, soll bitte auf Tonnato verzichten», sagt Marisa Odermatt energisch. Denn sie hat sich der ursprünglichen

italienischen Küche verschrieben. Die Rezepte im «Da Angela» stammen von ihrer Mutter, der legendären Bianca Rota, die jahrelang im «Conti» im Zürcher Seefeld am Herd gestanden ist. Die heftige Tonnato-Version passt auch Gaby Labhart. «Mit Mayonnaise schmeckts halt schon besser.» Und das gehört rein, in die original Sauce: ­Thunfisch aus der Dose, Sardellenfilets, Kapern, Eier, Öl, etwas Sud. Nicht so streng sieht das allerdings Annemarie Wildeisen, sie kreiert auch mal eine leichtere Saucen-Version mit Joghurt und Zitronensaft. «Kombiniert mit Geflügel, kommt sie ganz leicht daher.» Ein typisches Sommer­gericht eben! Rezepte auf der nächsten Seite Schweizer Illustrierte al dente

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Ganz nach Gusto  DREIMAL Vitello tonnato Klassisch, mit Truthahn oder im Weinsud

Der Klassiker von Marisa Odermatt

Tacchino tonnato von Annemarie ­Wildeisen

Im Weissweinsud von Gaby Labhart

für 4 Personen

für 6 bis 8 Personen

für 4 bis 6 Personen

50 g 50 g 1 1 2 4 10 700 g Sauce 140 g 2 10 g 10 g 10 g 1/2 dl 100 g

Lauchstängel Knollensellerie Zwiebel Lorbeerblatt Nelken Wacholderbeeren Pfefferkörner Salz Kalbfleisch (runder Mocken) weisser Thon aus der Dose Sardellenfilets Zwiebeln Kapern Zitronensaft Gemüsebouillon Mayonnaise, selbst gemacht Salz und Pfeffer

1 Lauchstängel putzen und in grobe Stücke schneiden. Sellerie schälen, in grosse Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen, mit Lorbeerblatt und Nelken bestecken. Eine grosse Pfanne mit ca. 2 l Wasser aufsetzen und mit allen Zutaten aufkochen. Das Kalbfleisch in den Sud geben, Hitze reduzieren und das Fleisch ca. 45 Minuten gar ziehen lassen. Pfanne vom Herd ziehen und das Fleisch im Sud erkalten lassen. 2 Für die Sauce Thon, Sardellen, Zwiebeln, Kapern, Zitronensaft und Gemüsebouillon im Mixer pürieren. Die Mayonnaise sorgfältig darunter­ ziehen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 3 Zum Anrichten das erkaltete Fleisch in dünne Scheiben schneiden, auf einen Teller legen und mit Thonsauce reichlich bedecken. Mit Cornichons und Kapern ausgarnieren.

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1 1 je 2 ca. 2 l ca. 1 kg

grosses Rüebli kleine Zwiebel Lorbeerblätter und Gewürznelken Hühnerbouillon einige Zweige Petersilie schwarzer Pfeffer aus der Mühle Truthahnbrust

Sauce 100 g 2 1 dl 180 g 2–3 EL 1 Bund

Thon, abgetropft, gewogen Sardellenfilets Sud (siehe Punkt 3) griechisches Joghurt oder saurer Halbrahm Mayonnaise glattblättrige Petersilie, gehackt Salz, Pfeffer einige Tropfen Zitronensaft

1 Backofen auf 100 Grad (80 Grad Umluft) vorheizen. 2 Rüebli schälen, vierteln, halbieren. Zwiebel schälen, halbieren, mit je einem Lorbeerblatt und einer Nelke bestecken. Mit der Bouillon und der Petersilie in eine Pfanne geben, pfeffern. Aufkochen, auf mittlerem Feuer 5 Minuten köcheln. 1 dl Sud für die Sauce beiseite stellen. Truthahnbrust in den Sud legen. Ungedeckt in den 100 Grad heissen Ofen (Umluft: 80 Grad) stellen. Die Truthahnbrust je nach Dicke 1¼ bis 1¾ Stunden gar ziehen lassen. 3 Für die Sauce Thon, Sardellen und Bouillon mit dem Stabmixer fein pürieren. Joghurt oder sauren Halbrahm und Mayonnaise mit dem Gummi­ spachtel darunterziehen. Petersilie beifügen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronen­ saft abschmecken. Kühl stellen. 4 Truthahnbrust aus dem Sud nehmen. Leicht abkühlen lassen und in Klarsicht­ folie wickeln. Bis zum Aufschneiden im Kühlschrank aufbewahren. 5 Zum Servieren die Truthahnbrust in sehr dünne Scheiben schneiden. Ziegel­artig auf einer Platte anrichten. Thonsauce darübergeben.

7,5 dl Weisswein 3 Sellerieblätter 1 grosse Karotte 2 kleine Zwiebeln 1 Lorbeerblatt und Gewürznelken 1 Bund glattblättrige Petersilie Salz 1 TL ca. 500 g Kalbsnuss Sauce 1 Dose Thunfisch in Wasser (150 g) 4 eingelegte Sardellenfilets, mit Küchenkrepp trocken getupft, klein geschnitten 3 EL Kapern (aus dem Salz) Saft von einer halben Zitrone ca. 2 dl Olivenöl Salz, Pfeffer aus der Mühle Worcestershiresauce ein paar Tropfen Balsamico evtl. 1–2 Eigelb 1 Weisswein mit Wasser in eine Pfanne geben (sodass das Fleisch gerade bedeckt ist), Sellerieblätter, grob gerüstete Karotte, mit Nelken und Lorbeer besteckte Zwiebeln und Peterli zum Kochen bringen. Kalbsnuss in den Sud geben und salzen. Hitze reduzieren und ungedeckt ca. 50 Minuten gar ziehen lassen. Die weiche Karotte und die Zwiebeln beiseite stellen. Fleisch im Sud abkühlen lassen, beiseite stellen. 2 Für die Sauce Karotte und Zwiebeln aus der Brühe, Thon, Sardellen, die gut abgespülten Kapern, Zitronensaft und ein paar Esslöffel des Sudes in den Mixer geben und pürieren. Ca. 2 dl Olivenöl nach und nach im Faden einfliessen lassen (wie bei der Zubereitung einer Mayonnaise). Mit Salz, Pfeffer, Worcestershiresauce und ­Balsamico abschmecken. 3 Fleisch dünn schneiden, Sauce ­darübergeben. Servieren. TIPP Die Eigelbe machen die Sauce sämiger, ohne wird sie aber leichter.


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 VegetarischE HITS Knackiger Spargelsalat und Spinat-

Supe Rezepte

Spargelsalat Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. 2 Esslöffel Olivenöl 1 Bundzwiebel, nur weisser Teil, in feinen Scheiben, Grün beiseite gelegt

300 g dünne, grüne Spargeln Prise Fleur de Sel 1 3 Esslöffel Zitronensaft 2 Esslöffel Olivenöl ½ Esslöffel grobkörniger Senf ½ Esslöffel Holunderblütensirup Salz und Pfeffer, nach Bedarf

100 g Portulak 100 g Castelfranco Bund Radiesli, halbiert, 1 in feinen Scheiben Grün der Frühlingszwiebel, in feinen Ringen 1 Öl in einer Pfanne warm werden lassen. Bundzwiebelweiss und Spargeln ca. 5 Min. dämpfen, salzen, beiseite stellen. 2 Zitronensaft und alle Zutaten bis und mit Sirup verrühren, Sauce würzen. 3 Salat, Radiesli, Bundzwiebeln und Spargeln beigeben, mit der Sauce mischen.

TIPP Castelfranco, der gelb-rot gesprenkelte, elfenbeinfarben schimmernde Radicchio, ist eine Kreuzung zwischen Radicchio di Treviso und der Winterendivie. Er ist mild und wenig bitter im Geschmack. SCHNELLER Mit KNORR Salatmix Joghurt-Kräuter.

Himbeer­granita mit Tuiles Granita

TUILES

Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Tiefkühlen: ca. 2 Std. Für 4 gekühlte Gläser von je 1½ dl

Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Backen: ca. 14 Min. Ergibt 8 Stück

1½ dl Wasser 75 g Zucker ½ Esslöffel Zitronensaft 1½ dl Rosé (z. B. Dôle blanche) 200 g Himbeeren, püriert, durchs Sieb gestrichen

25 g Mehl 25 g gemahlene geschälte Mandeln 75 g Zucker 25 g Butter, flüssig, abgekühlt 2 Esslöffel Wasser 1 Eiweiss Prise Salz 1

Wasser, Zucker, Zitronensaft und Wein aufkochen, auskühlen. Himbeerpüree daruntermischen. Masse ca. 2 cm hoch in ein weites, flaches Gefäss (z. B. emailliertes Backblech) giessen, im Tiefkühler ca. 2 Std. fest werden lassen. Ab und zu mit einer Gabel auf­kratzen, bis die Masse körnig gefroren ist. SERVIEREN Granita nochmals mit der Gabel aufkratzen, in die vorbereiteten Gläser verteilen, sofort servieren.

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Schweizer Illustrierte al dente

1 Mehl, Mandeln und Zucker mischen, Butter und Wasser darunterrühren. 2 Eiweiss mit dem Salz leicht schaumig schlagen, darunterziehen.

FORMEN Pro Tuile 1 Esslöffel Teig auf einem mit Backpapier belegten Blech rund ausstreichen (ca. 5 cm ∅). BACKEN ca. 14 Min. in der Mitte des auf 170 Grad vorgeheizten Ofens,

bis der Teig kleine Bläschen bildet. Herausnehmen, sofort über ein Wallholz legen, Tuiles formen, etwas abkühlen, auf einem Gitter auskühlen. Vorgang wiederholen.


Triangoli – mit Frischkäse gefüllt

kneten, Kugel formen. Unter heiss ausgespülter Schüssel bei Raum­ temperatur ca. 30 Min. ruhen lassen. Sauce und Füllung 90 g getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft, fein gehackt (z. B. Pomodori Perinos della Puglia von Fine Food) 100 g schwarze entsteinte Oliven, fein gehackt 50 g Kapern, abgespült, abgetropft, fein gehackt Bund glattblättrige Petersilie, ½ fein gehackt unbehandelte Zitrone, ½ nur abgeriebene Schale wenig Pfeffer aus der Mühle Esslöffel Olivenöl 4 100 g Gala Frischkäse Nature (Emmi) Salzwasser, siedend

Tomaten und alle Zutaten bis und mit Petersilie gut mischen, würzen, ca. 1⁄3 der Masse mit dem Olivenöl mischen, Sauce beiseite stellen, Frischkäse unter die restliche Masse mischen. FORMEN Teig auf wenig Mehl ca. 2 mm dick rechteckig (ca. 70 × 25 cm) aus­ wallen, dabei den Teig immer wieder von der Arbeitsfläche lösen. Teig längs halbieren, in je 12 gleich grosse Quadrate schneiden, Füllung auf die Quadrate verteilen. Ränder mit wenig Wasser bestreichen, Teig diagonal über die Füllung legen, Ränder zusammen­drücken, mit dem Teigrädli abschneiden.

Der passende Wein Naturaplan Bio Puglia IGT Palmento Süditalien und dessen Weine liegen im Trend. Zu Recht! Was die Winzer in Apulien aus Traubensorten wie Primitivo & Co. kreieren, trifft den aktuellen Wein­ geschmack. Unser Tipp: Palmento, ein biologisch erzeugter Rotwein; aroma­ intensiv, kräftig und mit einem konzent­ rierten Bouquet aus fülligen Gerbstoffen. Aussergewöhnlich sind auch seine Schokolade- und Barrique-Noten – und lang anhaltend im Abgang. Ein idealer Begleiter zu mediterranen Gerichten. Ca. CHF 11.90 / 75 cl. In grösseren Coop-Supermärkten und über www.coop.ch

Triangoli Vor- und zubereiten: ca. 1½ Std. Ruhen lassen: ca. 30 Min. Ergibt 12 Triangoli Pastateig 150 g Mehl 150 g Knöpfli-Mehl 20 g frischer Spinat, grob geschnitten 1½ dl Wasser

KOCHEN Triangoli in siedendes Salzwasser geben, ca. 5 Min. knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, abtropfen. SERVIEREN Triangoli mit der beiseite gestellten Sauce servieren. DAMPFGAR-TIPP Triangoli in gefettete, gelochte Steamerschalen verteilen, mit wenig Öl bestreichen. Ca. 8 Min. bei 95 Grad im Miele Steamer oder Dampfgarer garen. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch

Mehl in einer Schüssel mischen, Spinat mit dem Wasser pürieren, beigeben, zu einem glatten geschmeidigen Teig Schweizer Illustrierte al dente

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 dekorativ Crevetten

sommerfes t i vr a l Supe Rezepte

Gazpacho

Crevetten im Speckmantel

Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Ergibt ca. 1 Liter 400 g Tomaten, in Würfeln 250 g Gurke, in Stücken 1 rote Peperoni, in Stücken 25 g Weissbrot, ohne Rinde, in Wasser eingeweicht, gut ausgedrückt 1 KNORR Bouillon Töpfli Gemüse (28 g) 1 roter Peperoncino, in Ringen, entkernt 1 Knoblauchzehe, in Scheiben 5 grosse Basilikumblätter 1 Esslöffel Tomatenpüree 1 Esslöffel Sherry-Essig 2 Esslöffel Olivenöl 1 Esslöffel Fleur de Sel einige Eiswürfel ½ gelbe Peperoni, in Würfeli 1 kleine rote Zwiebel, fein gehackt 1 Esslöffel Schnittlauch, fein geschnitten 1 Tomaten und alle Zutaten bis und mit Eiswürfel im Mixglas pürieren. 2 Suppe in Schalen füllen, mit Peperoni, Zwiebel und Schnittlauch garnieren.

Vor- und zubereiten: ca. 10 Min.

Fougasse Vor- und zubereiten: ca. 15 Min. Aufgehen lassen: ca. 1 Std. Backen: ca. 15 Min. Ergibt 4 Stück

1 Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde eindrücken. 2 Hefe, Zucker und Wasser in der Mulde zu einem dünnen Brei anrühren, mit wenig Mehl bestreuen. Stehen lassen, bis der Brei schäumt (ca. 15 Min.). 3 Salz, Wasser und Öl beigeben, zu einem weichen, elastischen Teig kneten. Teig zugedeckt bei Raum­ temperatur ca. 30 Min. aufs Doppelte aufgehen lassen.

BACKEN ca. 15 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. TIPP Fougasse in die untere Hälfte des kalten Ofens schieben, ca. 15 Min. bei 180 Grad mit Klima­ garen und 1 Dampfstoss backen. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch Schweizer Illustrierte al dente

Crevetten würzen, mit Speck um­ wickeln, in einer heissen Bratpfanne rundum ca. 4 Min. braten.

300 g Mehl Würfel Hefe (ca. 10 g), ¼ zerbröckelt ½ Teelöffel Zucker ½ dl lauwarmes Wasser ¾ Teelöffel Salz ca. 1 dl lauwarmes Wasser ca. ¾ dl Olivenöl Fleur de Sel

FORMEN Teig in 4 Portionen teilen, auf wenig Mehl rechteckig ca. 10 × 20 cm auswallen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. In jedes Teigstück mit einem Messer 4 – 6 Schlitze schneiden, Teig etwas auseinander ziehen, zugedeckt nochmals ca. 15 Min. aufgehen lassen. Mit Olivenöl bepinseln, Fleur de Sel darüber streuen.

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8 rohe, bis auf das Schwanzende geschälte Crevettenschwänze ¼ Teelöffel Salz wenig weisser Pfeffer 8 Tranchen Bratspeck

Der passende Wein Vin de Pays d’Oc La Cuvée Mythique Nur die besten Partien diverser Rebsorten vereinigen sich in diesem Cuvée, dessen Geschichte im Jahr 1990 begann – im damals unter Weinkennern kaum bekannten Languedoc/Roussillon. Für die Assemblage aus verschiedenen Weinen und Trauben­ sorten wurden strenge Vorschriften definiert. Im Glas zeigt die Cuvée Mythique dunkles Granatrot, im Gaumen ein konzentriertes, kräftiges Beeren­bouquet aus Cassis und Brombeeren. Ein ebenso harmonischer wie würziger Wein. Ca. CHF 12.90 / 75 cl. In grösseren Coop-Supermärkten und über www.coop.ch


im Mantel, Lamm und Cherry-Tomaten am Spiess

Lammspiessli Vor- und zubereiten: ca. 20 Min. / Marinieren: ca. 30 Min. / Ergibt 6 – 8 Spiessli 1 Lammnierstück (ca. 200 g), längs in dünnen Scheiben, längs in ca. 5 mm breiten Streifen 1 Esslöffel Zitronensaft 2 Esslöffel Olivenöl 1 Knoblauchzehe, gepresst wenig Pfeffer aus der Mühle 300 g kleine Cherrytomaten Olivenöl, zum Braten Teelöffel Salz ½ wenig Pfeffer aus der Mühle

1 Zitronensaft und Olivenöl mit Knoblauch und Pfeffer verrühren, Lammstreifen damit bepinseln, zugedeckt ca. 30 Min. marinieren. Fleischstreifen wellenförmig an Holzspiesschen stecken, abwechslungsweise Tomaten dazwischen stecken. 2 Öl in einer Bratpfanne oder auf dem Teppan Yaki heiss werden lassen, Spiessli beidseitig je ca. 3 Min. braten, würzen.

Bruschetta mit Rucola Vor- und zubereiten: ca. 15 Min. Ergibt ca. 8 Stück ½ italienisches Weissbrot (z. B. Ciabatta, ca. 100 g, in ca. 1½ cm dicken Scheiben) Knoblauchzehe, halbiert 1 50 g Rucola, grobe Stiele entfernt, grob gehackt Esslöffel Zitronensaft ½ 2 Esslöffel Olivenöl ¼ Teelöffel Salz wenig Pfeffer aus der Mühle 75 g rezenter Pecorino, in kleinen Stücken

Brotscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. RÖSTEN ca. 2 Min. in der oberen Hälfte des auf 250 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, mit Knoblauch einreiben. Rucola mit Zitronensaft und Öl mischen, würzen. Auf dem Brot verteilen, Pecorino darauf verteilen. TIPP Brotscheiben auf Gitter mit Grill Gross bei 250 Grad ca. 2 Min. rösten. Weitere Tipps und Infos unter www.miele.ch Schweizer Illustrierte al dente

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Panna cotta al corretto mit Schoggipinsel Vor- und zubereiten: ca. 20 Min. / Kühl stellen: ca. 2 Std. Für 4 Förmchen von je ca. 1 dl, kalt ausgespült

Tortillawürfel Vor- und zubereiten: ca. 25 Min. Backen: ca. 55 Min. / Für eine hohe, ofenfeste Form von ca. 1½ Litern, gefettet / Ergibt ca. 40 Stück 500 g mehlig kochende Kartoffeln, in feinen Scheiben Esslöffel Olivenöl 1 Zwiebel, fein gehackt 1 100 g Zucchini, in feinen Scheiben 100 g Erbsli rote Peperoni, in Würfeli 1 roter Chili, entkernt, fein gehackt 1 Esslöffel Rosmarin, fein gehackt 1 Teelöffel Salz ½ frische Eier 6 150 g KALTBACH Le Gruyère (Emmi), grob gerieben ¼ Teelöffel Salz wenig Pfeffer 100 g Chorizo, in feinen Scheiben 100 g KALTBACH Le Gruyère (Emmi), in Würfeli 1 Kartoffeln und alle Zutaten bis und mit Rosmarin in einer Schüssel mischen, salzen, in der vorbereiteten Form verteilen. 2 Für den Guss alle Zutaten gut verrühren, über das Gemüse giessen.

BACKEN ca. 55 Min. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, etwas abkühlen, auf eine Platte stürzen, in ca. 4 cm grosse Würfel schneiden. 3 Chorizo und Käse auf Tortillawürfel verteilen, mit Zahnstochern fixieren.

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3 dl 1 dl 1 2 ½ 2 50 g

Vollrahm starker Espresso Esslöffel Grappa Esslöffel Zucker Vanillestängel, längs aufgeschnitten, Samen ausgekratzt Blatt Gelatine, ca. 5 Min. in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft dunkle Couverture

1 Rahm und alle Zutaten bis und mit Vanille aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 5 Min. köcheln. Pfanne von der Platte nehmen, Gelatine unter die heisse Flüssigkeit rühren, in die vorbereiteten Förmchen füllen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 2 Std. fest werden lassen.

2 Für die Verzierung Couverture in eine Schüssel geben, über das nur leicht siedende Wasserbad hängen, sie darf das Wasser nicht berühren. Mit einem breiten Pinsel ca. 3 cm breite Streifen auf vier Teller, Rest auf ein Backpapier streichen, kühl stellen.

SERVIEREN Panna cotta mit einer Messerspitze sorgfältig vom Förmchenrand lösen, Förmchen kurz in kaltes Wasser tauchen, auf vorbereitete Teller stürzen, verzieren. TIPP Schokolade in eine Steamerschale geben, im Steamer oder Dampfgarer 3 Min. bei 80 Grad schmelzen. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch


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 Süsser Traum Erdbeerkuchen vom Feinsten

Supe Rezepte

Erdbeertarte Für eine Cakeform, ca. 32 cm, gefettet und bemehlt Vor- und zubereiten: ca. 1½ Std. Teig kühl stellen: ca. 30 Min. Backen: ca. 40 Min. Creme kühl stellen: ca. 30 Min. Teig 100 g Mehl 1 Prise Salz 40 g Zucker 60 g Butter, in Stücken, kalt 1 kleines Ei getrocknete Hülsenfrüchte zum Backen 40 g dunkle Schokolade (64 % Kakao), zerbröckelt Creme 120 g Qimiq (Emmi) 50 g Erdbeeren, püriert 2 Esslöffel Zucker 1 Teelöffel Zitronensaft ½ dl Vollrahm, steif geschlagen 450 g Erdbeeren, halbiert, evtl. in Vierteln ½ Esslöffel Zucker 1 Limette, heiss abgespült, nur ½ abgeriebene Schale und 1 Esslöffel Saft 1 Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Butter beigeben, von Hand zu einer gleichmässig krümeligen Masse ver­reiben. Ei beigeben, rasch zu einem weichen Teig zusammenfügen, nicht kneten, zugedeckt ca. 30 Min. kühl stellen.

FORMEN Teig auf wenig Mehl ca. 3 mm dick rechteckig auswallen, in die vor­bereitete Cakeform legen, Rand gut andrücken. Boden mit einer Gabel dicht einstechen, ca. 30 Min. kühl stellen. Teig mit Backpapier belegen, mit getrockneten Hülsen­ früchten beschweren. BLINDBACKEN ca. 20 Min. in der unteren Hälfte des auf 160 Grad vor­geheizten Ofens. Backpapier und Hülsenfrüchte entfernen ca. 20 Min. fertig backen, auskühlen. 2 Schokolade in eine dünnwandige

Schüssel geben, über das nur leicht siedende Wasserbad hängen,

die Schüssel darf das Wasser nicht berühren. Schokolade schmelzen, glatt rühren. Gebackenen Boden innen dünn damit bestreichen, trocknen. 3 Qimiq glatt rühren. Pürierte Erd­ beeren, Zucker und Zitronensaft dazu­ geben und gut vermischen, Schlagrahm darunterziehen. 4 Erdbeeren und alle Zutaten bis und

mit Limettensaft in eine Schüssel geben, sorgfältig mischen. Creme auf den Boden verteilen, Erdbeeren darauf legen. BACK-TIPP Mürbeteig bei 140 Grad Heissluft plus backen. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch Schweizer Illustrierte al dente

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Lachs­forellen-Cevice Vor- und zubereiten: ca. 20 Min. / Ziehen lassen: ca. 30 Min. 4 Limetten, nur Saft (ergibt ca. 2 dl) einige schwarze Pfefferkörner, zerdrückt 400 g Lachsforellenfilets, ohne Haut, in ca. 1½ cm grossen Würfeln Bundzwiebeln, mit dem Grün, 2 in feinen Ringen 2 Tomaten, in Würfeli Avocado, in ca. 1 cm grossen ½ Würfeln Esslöffel Korianderblättchen 1 roter Peperoncino, in Ringen, ½ entkernt

Gurkensalat Vor- und zubereiten: ca. 15 Min. ½ Gurke, in dünnen Streifen ¼ Teelöffel Salz wenig Pfeffer aus der Mühle 1 Teelöffel Sesamöl 1 Esslöffel Sesam 1 Gurkenstreifen auf Teller anrichten, würzen, Sesamöl darüberträufeln. 2 Sesam in einer Bratpfanne bei mittlerer Hitze hellbraun rösten, über die Gurken verteilen.

Der passende Wein Dôle de Salquenen AOC Les Dailles Salgesch im Wallis ist geradezu prädestiniert zum Weinanbau. Das verdankt diese Gemeinde einem Bergsturz aus prä­historischer Zeit, der das Terroir mit speziell hohem Kalk- und Magnesiumanteil versah. Dieser elegante Wein hat ein kräftiges, beeriges Bouquet mit würzigen Komponenten. Im Gaumen zeigt sich der Dôle fruchtig und ausgeglichen; feine Tannine begleiten seinen langen und aromatischen Abgang. Perfekt zu Fleischgerichten wie auch zu Hartkäse. Ca. CHF 12.50/ 75 cl. In grösseren Coop-Supermärkten und über www.coop.ch

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1 1½

Prise Zucker Teelöffel Fleur de Sel

1 Limettensaft und Pfeffer verrühren. Fisch daruntermischen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 30 Min. ziehen lassen. 2 Bundzwiebeln und alle Zutaten bis und mit Peperoncino mischen, würzen. Masse abwechslungsweise mit mariniertem Fisch in Gläser schichten, mit Korianderblättchen verzieren.


Cordon bleu mit Spinat vom Blech Cordon bleu Vor- und zubereiten: ca. 40 Min. 4 Kalbsplätzli (z. B. Eckstück; je ca. 150 g) ½ Teelöffel Salz wenig Pfeffer 4 Tranchen Schinken 4 Scheiben rezenter Käse (je ca. 40 g, Luzerner Rustico; Emmi) 2 Esslöffel Mehl 2 Eier 150 g getrocknetes Brot, gerieben 4 Esslöffel Bratbutter unbehandelte Zitrone, 1 in Schnitzen 1 Kalbsplätzli zum Füllen quer aufschneiden, nicht ganz durchschneiden. Plätzli aufklappen und zwischen einem aufgeschnittenen Plastikbeutel

mit dem Boden einer Pfanne zu sehr dünnen Plätzli klopfen, beidseitig würzen. 2 Schinken­tranchen auf den Plätzli verteilen. Den Käse auf die Mitte legen, so dass ein Rand von ca. 2 cm frei liegt. Ränder einschlagen, die freie Hälfte des Plätzlis darüberlegen, am Rand gut andrücken, zum Päckli hin umschlagen, gut andrücken. 3 Mehl, Ei und Paniermehl je in einen flachen Teller geben. Cordon bleu im Mehl wenden, überschüssiges Mehl abschütteln, im Ei, dann im Paniermehl wenden, Panade gut andrücken. BRATEN Bratbutter in einer weiten beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Hitze reduzieren, Cordons bleus beidseitig je ca. 7 Min. braten. Herausnehmen, auf Haushaltpapier abtropfen. Mit Zitronenschnitzen servieren.

Spinat vom Blech Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. 500 g Cherry-Tomaten am Zweig 1 Esslöffel Olivenöl Knoblauchzehe, zerdrückt 1 150 g Jungspinat wenig Olivenöl ½ Teelöffel Salz Pfeffer aus der Mühle 1 Tomaten mit Öl mischen, mit der Knoblauchzehe auf ein Backblech geben.

RÖSTEN ca. 10 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. 2 Spinat tropfnass darauflegen, Öl darüberträufeln. Nochmals ca. 2 Min. garen, würzen, mischen.

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 Ein Klassiker für warme Tage Schweinsfilet im grü

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Schweinsfilet im Kräutermantel & Spargeln mit Sauce hollandaise Schweinsfilet im Kräutermantel Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Marinieren: ca. 1 Std. Braten im Ofen: ca. 30 Min. Marinade 1 Esslöffel grobkörniger Senf 1 Esslöffel Aceto balsamico bianco 1 Esslöffel Rapsöl wenig Pfeffer aus der Mühle 1 Schweinsfilet (ca. 400 g) 1 Teelöffel Salz Bratbutter zum Braten 6 Esslöffel Kräuter (z. B. Petersilie, Thymian, Majoran), fein gehackt 1 Senf und alle Zutaten bis und mit Pfeffer verrühren, Filet damit

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bestreichen, zugedeckt bei Raum­ temperatur ca. 1 Std. marinieren. 2 Fleisch salzen, auf ein Gitter legen. Braten im ofen ca. 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 120 Grad vorgeheizten Ofens. Ein Backblech mit Backpapier belegen, direkt darunter schieben. Die Kerntemperatur des Fleisches soll ca. 55 Grad betragen. Fleisch herausnehmen. BRATEN Bratbutter in einer Brat­ pfanne heiss werden lassen. Hitze reduzieren, Fleisch bei mittlerer Hitze ringsum ca. 4 Min. anbraten, Herausnehmen, in den Kräutern wenden, gut andrücken. Das Filet kann an­schliessend bei 60 Grad bis zu 1 Std. warm gehalten werden.

TIPP Schweinsfilet mit Automatikprogramm niedergaren (Kern­temperatur 65 Grad). Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch

Spargeln Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Spargeln ca. ¾ Liter Wasser ¼ Teelöffel Zucker 1 Esslöffel Salz 1 Teelöffel Butter 1 kg weisse Spargeln, geschält

Wasser mit Zucker, Salz und Butter in einer weiten Bratpfanne (siehe Tipp) aufkochen, Hitze reduzieren. Spargeln ca. 20 Min. knapp weich köcheln, her­ ausnehmen, abtropfen, warm stellen.


nen Mantel mit Spargeln und Crêpes mit Kirschen

Sauce Hollandaise (ergibt ca. 2 dl) 1 dl Weisswein (z. B. Epesses) 1 Esslöffel Weissweinessig 1 Schalotte, fein gehackt 3 Zweiglein Petersilie 4 weisse Pfefferkörner, zerdrückt frische Eigelbe 2 100 g Butter, in Stücken, kalt Salz, Pfeffer nach Bedarf 1 Wein und alle Zutaten bis und mit Pfefferkörnern in einer Pfanne auf­kochen, Hitze reduzieren, Flüssigkeit auf ca. 2 Esslöffel einkochen, in eine dünnwandige Schüssel absieben, auskühlen. 2 Eigelbe darunterrühren, Schüssel über das nur leicht siedende Wasserbad hängen, sie darf das Wasser nicht berühren. Masse unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen schlagen, bis sie schaumig ist. Butterstücke portionenweise unter Rühren beigeben. Weiterrühren, bis die Sauce cremig ist. Schüssel herausnehmen, kurz weiterrühren, Sauce würzen.

STEAMER TIPP Spargeln mit Wasser Zucker, Salz und Butter in einer geschlossenen Steamerschale bei 100 Grad 14 Min. dämpfen. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch

Crêpes mit flambierten Kirschen Vor- und zubereiten: ca. 1 Std. / Quellen lassen: ca. 30 Min. / Ergibt ca. 8 Stück Teig 75 g 1 2 dl 2 2 20 g

Mehl Prise Salz Milch frische Eier Teelöffel Puderzucker Butter, flüssig, abgekühlt Öl zum Backen

Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, Milch auf einmal dazugiessen, glatt rühren. Eier, Puderzucker und Butter darunterrühren, zu einem glatten Teig rühren. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 30 Min. quellen lassen. BACKEN Wenig Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. So viel Teig in die Pfanne geben, dass der Boden dünn überzogen ist. Hitze reduzieren. Ist die Unterseite gebacken und löst sie sich von selbst, Crêpe wenden, fertig backen, zu einem Viertel falten, zugedeckt warm stellen. Rest­ liche Crêpes gleich zubereiten.

Kirschen 25 g Butter 500 g Kirschen 2 Esslöffel Zucker 4 Esslöffel Wasser 1 Esslöffel Kirsch 1 dl Kirsch, warm wenig Crème fraîche

Butter in einer weiten Pfanne warm werden lassen, Kirschen kurz dämpfen, Zucker beigeben, Wasser und Kirsch dazugiessen, ca. 5 Min. köcheln. Kirsch darübergiessen, flambieren. ANRICHTEN Je zwei Crêpes in Teller anrichten, Kirschen und wenig Saft darauf verteilen, mit einem Klacks Crème fraîche servieren. Restlichen Saft separat dazu servieren. ACHTUNG Niemals unter dem ein­geschalteten Dampfabzug flambieren!

SCHNELLER Mit KNORR Sauce hollandaise.

Der passende Wein Chianti Classico DOCG Riserva Rocca Guicciarda Vorbei die Zeiten, wo der bekannteste Wein Italiens nur aus bauchigen Korbflaschen genossen wurde! Der Chianti ist in der Moderne an­gekommen: Unsere Weinempfehlung vereinigt dunkles Purpurrot, konzentrierte Kompottnoten sowie würzige Vanilleund Röstnoten vom Barrique-Ausbau in sich. Im Gaumen zeigt sich dieser Tropfen klassisch mit schöner Fülle, kräftigem Tannin, gut ausbalanciert und mit einem zartherben Abgang. Ca. CHF 16.90 / 75 cl. In grösseren Coop-Supermärkten und über www.coop.ch Schweizer Illustrierte al dente

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Fenchel-Tarte-Tatin Für ein Backblech von ca. 30 cm ∅, Boden gefettet, exakt mit Papier ausgelegt / Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Kühl stellen: ca. 1¼ Std. / Backen: ca. 30 Min. Quarkblätterteig 180 g Mehl ½ Teelöffel Salz 90 g Butter, in Stücken, kalt 100 g Halbfettquark 1 Mehl und Salz in einer Schüssel

mischen. Butter beigeben, von Hand zu einer gleichmässig krümeligen Masse verreiben. 2 Quark beigeben, mit einer Kelle mischen. Teig zusammenfügen, nicht kneten, flach drücken, zugedeckt ca. 30 Min. kühl stellen. VERARBEITEN/TOURNIEREN Teig auf wenig Mehl rechteckig ca. 1 cm dick auswallen. Schmalseiten zur Mitte hin einschlagen, locker umschlagen, zugedeckt ca. 30 Min. kühl stellen (1. Tour). Vorgang wiederholen (2. Tour), dabei den Teig in die andere Richtung bearbeiten, zugedeckt ca. 30 Min. kühl stellen.

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FORMEN Teig auf wenig Mehl rund ca. 3 mm dick rund auswallen (ca. 30 cm ∅), mit einer Gabel dicht einstechen, ca. 15 Min. kühl stellen. Belag 2 Esslöffel Zucker Esslöffel Aceto balsamico 2 Prise Salz 1 wenig Pfeffer 20 g gesalzene Butter, in Stücken 200 g Fenchel, halbiert, in dünnen Scheiben 80 g KALTBACH Emmentaler AOC (Emmi), grob gerieben 50 g KALTBACH Emmentaler AOC (Emmi) 1 Zucker, dann Aceto balsamico, Salz und Pfeffer im vorbereiteten Blech verteilen, ca. 6 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens schmelzen, bis der Zucker hellbraun ist, herausnehmen.

2 Butter auf dem Caramel verteilen, schmelzen. Fenchelscheiben sehr dicht nebeneinander darauflegen.

BACKEN ca. 15 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, Emmentaler darüberstreuen, kühl gestellten Teig locker auf den Fenchel legen. Teigrand zwischen Fenchel und den Blechrand drücken. FERTIG BACKEN ca. 15 Min. Heraus­ nehmen, ca. 2 Min. stehen lassen, sofort auf einen Teller stürzen. Käse direkt darüberhobeln, Tarte sofort servieren. BACKTIPP Tarte ca. 4 Min. mit Intensivbacken bei 200 Grad caramelisieren, dann je ca. 15 Min. fertigbacken. Weitere Infos und Tipps unter www.miele.ch SCHNELLER GEHT’S Rund aus­ gewallten Blätterteig verwenden.


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 Raffiniert verpackt Poulet im Strudelteig

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Sommerrollen mit Pouletfilet & roher Tomaten­ sauce Sommerrollen mit pouletfilet Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Ergibt: 8 Stück Füllung Olivenöl zum Braten 4 Pouletfilet, längs halbiert 1 Teelöffel Crema di Balsamico 1 Teelöffel Olivenöl ¼ Teelöffel Salz wenig Pfeffer aus der Mühle

200 g Zucchini, längs in ca. 2 mm dicken Scheiben, quer halbiert grosse Basilikumblätter 16 1 Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Filets bei mittlerer Hitze beidseitig je ca. 2 Min. braten, herausnehmen. 2 Crema di Balsamico mit Olivenöl mischen, würzen, Filets damit bestreichen. 3 Je zwei Zucchinischeiben überlappend nebeneinanderlegen, mit zwei Basilikum­blättern belegen. Filethälfte auf den unteren Zucchiniteil legen, einrollen. Mit den restlichen Zutaten gleich verfahren.

quer halbieren. Je ein Zucchiniröllchen auf ein Teigstück legen, Seitenränder einschlagen, satt aufrollen. Mit den restlichen Teigblättern gleich verfahren. 2 Brattopf ca. 1/3 mit Öl füllen, auf ca. 175 Grad erhitzen. Sommerrollen portionenweise ca. 2 Min. goldgelb frittieren. Herausnehmen, auf Haushaltpapier abtropfen, mit Rucola anrichten.

ROHE TOMATENSAUCE Vor- und zubereiten: ca. 15 Min.

Sommerrollen 1 Päckli Strudelteig (ca. 120 g) Öl zum Frittieren Rucola für die Garnitur

1 Teelöffel Aceto balsamico ¼ Teelöffel Zucker 2 Esslöffel Olivenöl 1 Knoblauchzehe, fein gehackt Salz und Pfeffer, nach Bedarf 500 g feste Tomaten (z. B. Ramato), halbiert, entkernt, in ca. ½ cm grossen Würfeli

1 Teigblätter sorgfältig auseinander­ falten, auf ein feuchtes Tuch legen, mit Wasser bestreichen. Je längs und

Aceto und alle Zutaten bis und mit Knoblauch verrühren, würzen, Tomaten darunter­mischen.

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T-Bone-Steaks mit MandelKräuterKruste & Bohnensalat T-Bone-Steaks mit Mandel-Kräuter-Kruste Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Mandel-Kräuter-Kruste 100 g geschälte Mandeln, grob gehackt 1 Esslöffel Olivenöl 2 Esslöffel Rosmarinnadeln 2 Esslöffel Thymianblättchen

Mandeln in einer Bratpfanne hellbraun rösten, Öl und Kräuter beigeben, mischen, Mandelmasse beiseite stellen. Steaks T-Bone-Steaks (je ca. 350 g, 4 je ca. 3 cm dick) Öl zum Braten Teelöffel Fleur de Sel 1 wenig Pfeffer aus der Mühle 1 Fleisch ca. 30 Min. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, mit wenig Öl bepinseln. 2 Evtl. wenig Öl in einer weiten Bratpfanne heiss werden lassen (siehe Tipp). Steaks portionenweise beidseitig je ca. 2 Min. anbraten. Hitze reduzie­ren,

Der passende Wein Bear Ridge Zinfandel California Die bekannteste Rebsorte Kaliforniens, die Zinfandel-Traube, hat ihre Wurzeln in Europa. Sie ist identisch mit der Primitivo-Traube aus Süditalien. Genau wie diese zeigt sich Zinfandel in dunklem Rubinrot, sehr aromatisch und mit einem Bouquet aus Zwetschgen und Dörrpflaumen. Ein trendiger Wein mit weichem Tannin, saftig, elegant und mit einem langen, fruchtigen Finale. Ein idealer Begleiter zu würzigen Gerichten und Käse. Ca. CHF 11.90 / 75 cl. In grösseren Coop-Supermärkten und über www.coop.ch

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beidseitig je ca. 2 Min. fertig braten, würzen. Mandel-Kräuter-Masse darauf verteilen. Die Steaks können an­ schliessend bei 60 Grad bis zu einer Stunde warm gehalten werden.

Grüner Bohnensalat Vor- und zubereiten: ca. 40 Min. Bohnen 500 g Fave-Bohnen, ausgelöst (ergibt ca. 150 g) 2 Zweiglein Bohnenkraut 1 Liter KNORR Gemüsebouillon 100 % natürlich mit Meersalz, siedend 150 g Coco-Bohnen, schräg in Stücken 200 g grüne Buschbohnen 200 g Kefen Bohnenkraut, für die Garnitur 1 Fave-Bohnen und Bohnenkraut in die Bouillon geben, offen ca. 4 Min. knapp weich köcheln (siehe Tipp). Fave-Bohnen mit einer Schaumkelle herausnehmen, kalt abspülen, ab­ tropfen, Häutchen entfernen. 2 Coco- und Buschbohnen in derselben Bouillon ca. 5 Min. köcheln, Kefen beigeben, ca. 3 Min. fertig köcheln (siehe Tipp). Abgiessen, gut abtropfen, Bohnenkraut entfernen, Bohnen und Kefen zu den Fave-Bohnen geben.

Salatsauce ½ dl KNORR Gemüsebouillon 100 % natürlich mit Meersalz 2 Esslöffel Aceto balsamico bianco 4 Esslöffel Olivenöl 1 Esslöffel Bohnenkraut, grob geschnitten Salz und Pfeffer, nach Bedarf

Bouillon, Aceto und Öl gut verrühren, Bohnenkraut daruntermischen, Sauce würzen. Bohnen beigeben, gut mischen, anrichten, garnieren. DAMPFGAR-TIPP FaveBohnen mit 1 Zweiglein Bohnenkraut und ¼ Teelöffel Salz in einer gelochten Steamerschale, Coco-, Buschbohnen und Kefen mit 1 Zweiglein Bohnenkraut und ¼ Teelöffel Salz in einer zweiten gelochten Steamerschale 5 Min. bei 100 Grad im Miele Steamer oder Dampf­ garer garen. Weitere Tipps und Infos unter www.miele.ch

Pistazien-Törtchen mit Beeren-Jelly PISTAZIEN-TÖRTCHEN

Beeren-Jelly

Vor- und zubereiten: ca. 30 Min. Backen: ca. 15 Min. für 12 Papierförmchen von je ca. 4½ cm ∅

Vor- und zubereiten: ca. 20 Min. Kühl stellen: ca. 30 Min. Für 4 Gläser von je ca. 1½ dl

75 g Zucker 75 g Pistazien, fein gemahlen 25 g Mehl 1 unbehandelte Zitrone, nur wenig abgeriebene Schale 50 g Butter, flüssig, ausgekühlt Eiweisse 2 1 Prise Salz ca. 12 Johannisbeeren

Zucker, Pistazien, Mehl und Zitronen­ schale in einer Schüssel mischen. Butter beigeben, gut mischen. Eiweisse mit Salz steif schlagen, sorg­fältig darunter­ziehen. Wenig Masse in die Papierförmchen füllen. Ca. drei Johannisbeeren darauflegen, restliche Masse darauf verteilen. BACKEN ca. 15 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen auf einem Gitter auskühlen.

80 g Himbeeren 80 g Johannisbeeren ½ dl Wasser ½ dl Beerensirup (z. B. Cassis-Himbeer) 2 Blatt Gelatine, ca. 5 Min. in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft 1½ dl roter Schaumwein (z. B. Braqueto d’Aqui) 1 Beeren in die Gläser verteilen, ca. 15 Min. in den Tiefkühler stellen. 2 Wasser und Sirup aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen. Gelatine darunterrühren, durch ein Sieb in ein Litermass giessen, ca. 10 Min. abkühlen. 3 Schaumwein dazugiessen, gut verrühren, in die vorbereiteten Gläser giessen, nochmals ca. 15 Min. in den Tiefkühler stellen. Bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahren.

DAZU PASST Crema die Latte Eier­ cognac Roffignac Glace (Emmi). Schweizer Illustrierte al dente

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Das Küchen-Quiz Die Buchstaben der richtigen Antworten geben das Lösungswort im Coupon.

4 Worin zerstösst man Gewürze?

8 Was heisst Panna cotta übersetzt?

v e s

s c m

Im Mixer Im Mörser Im Murkser

1 Was ist ein Steamer?

5 Was sind Tapas?

U J K

w h b

Ein Dampfkochtopf Ein Dampfgarer Ein Dampfabzug

Spanische Häppchen Mexikanische Guetsli Böhmische Knödel

2 Wer erfand den Rex-Sparschäler?

6 Was ist Wasabi?

U S E

e a u

Ein Österreicher Ein Deutscher Ein Schweizer

3 Was sind Sultaninen?

A D O

Süsswasserkrebse Kernlose getrocknete Traubenbeeren Orientalische Pralinés

Chinesischer Quark Ein Meerfisch Japanischer Meerrettich

Gekochter Rahm Kochpanne Pfannkuchen

9 Was wird in einem Volkslied Türkentrank genannt? N Tee V Schnaps T Kaffee 10

H B F

7 Wie heisst das Schweizer Label für Bio-Produkte? p Bio-Knolle t Bio-Blüte r Bio-Knospe

u a o

11

Was enthält viel Kalzium? Käse Apfel Rindfleisch Wofür steht die Bezeichnung MSC? Für Strom sparende Geräte Für nachhaltige Fischerei Für kalorienarme Lebensmittel

zu gewinnen Dampfgarer, Gutscheine & Geschenkkörbe

3. Preis 1. Preis

2. Preis

Der frei stehende Dampf­garer ist das kleinste Gerät mit der grössten Leistung auf dem Markt. Für ihn findet sich in jeder Küche ein Platz (auch für Miet­wohnungen ge­eignet). Wasser ein­füllen, Stecker einstecken – schon kanns losgehen. Frei stehender Dampfgarer von Miele im Wert von CHF 1695.–

Das ist super: Einkaufen, ohne an der Kasse das Portemonnaie zücken zu müssen. Coop machts möglich mit der Coop Geschenkkarte. Die Karte ist in allen Verkaufsstellen der Coop-Gruppe gültig (www.coop.ch/ geschenkkarte). Coop Geschenkkarte im Wert von CHF 1000.–

Miele

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Emmi

Die ganze Genusspalette von Emmi in einem Korb: Ob ein Zmorge mit einem feinen Toni-Joghurt, ein ausgedehnter Brunch mit Emmi-Birchermüesli oder die KALTBACHGourmet-Käseplatte am Abend – in diesem Korb finden Sie den vollen Genuss. Die feinen Molkerei-, Käse- und Dessert­produkte werden begleitet von einem edlen Käsebrett mit Messer sowie von verschiedenen KALTBACH Gourmet-Produkten. Geschenkkorb von Emmi im Wert von CHF 400.–

4. Preis axpo

Wasser im Wasserkocher zu erhitzen, ist sparsamer als in der Pfanne – es spart bis zu 60 Prozent Strom und Zeit. Der Premium-Wasserkocher macht nicht nur heisses Wasser, sondern erhitzt es genau richtig. Ein Muss, nicht nur für Teeliebhaber. Der Wasserkocher fasst zudem 1,7 Liter und schaltet automatisch ab, wenn kein Wasser im Gerät ist. Premium-Wasserkocher im Wert von CHF 200.–


sommerQui z

12 Aus welchem Getreide macht man Cornflakes? l Reis i Weizen t Mais 13

x c Z 14

w n v 15

u e d

16 Aus welchem Pflanzenteil wird Vanille gewonnen? f Aus den Blüten l Aus der Wurzel i Aus den Samenständen

Welche Farbe haben Holunderblüten? Rosa Gelb Weiss

b g z

Wofür ist der Sommelier zuständig? Wein Saucen Dessert

w i u

Was ist Emmer? Abkürzung für Emmentaler Ein altes Getreide Eine Hopfensorte

n p l

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18

19

20 Was ist die französische Bezeichnung für Kochmütze? v Chapeau f Toque o Béret

Was ist eine Rotkappe? Ein alkoholisches Getränk Eine Erdbeersorte Ein Speisepilz

K E L

Was bedeutet nappieren? Den Tisch decken Mit Sauce überziehen Kalt abschrecken

P L Z

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22

Was ist ein Chateaubriand? Ein französischer Rotwein Ein doppeltes Filetsteak Eine Cognac-Sorte Was ist Türkenribel? Eine orientalische Süssigkeit Ein Maisgericht Ein Pfannen-Reinigungstuch

Was gehört in einen Coupe Romanoff? Heidelbeeren Erdbeeren Himbeeren

Mitmachen! Wer gerne kocht, kennt bestimmt schon die meisten Antworten

Top-preise für die Küche

Vorname

Richtige Lösung einsenden an Küchen-Quiz, Postfach 15, 8952 Schlieren oder Tel. 0901 900 147 anrufen und Lösung sowie Ihre Adresse aufs Band sprechen (90 Rappen pro Anruf im Festnetz).

Strasse Nr.

Einsendeschluss 4. Juli 2011 (Poststempel)

Die Lösung lautet

cccc ccccc ccc cccc cccccc Name

PLZ Ort Tel. (tagsüber) Ja  

Ich bin an Informationen von Betty Bossi und den Partnern interessiert. 

Partner

Nein

Mitarbeitende der Ringier AG sind von der Teilnahme aus­ geschlossen. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt.


Gastköche in GSTAAD Rico Zandonella (l.) und sein Lehrmeister Horst Petermann von den «Kunststuben» in Küsnacht ZH.

Chefsache Spitzenköche reisen für das «Davidoff Saveurs»-Festival nach Gstaad.


DIE RUHE selbst Peter Knogl, GaultMillaus Koch des Jahres 2011 vom «Trois Rois» in Basel.

«Koch des Jahres – das gibt Schub»

Was für ein Finale! Peter Knogl, GaultMillaus Koch des Jahres 2011, bestreitet am «Davidoff Saveurs» den Abschlussabend. Er bringt aus Basel gleich die ganze Brigade mit.

Der Mann ist absolut stressresistent: Seit seiner Wahl zum Koch des Jahres 2011 ist Peter Knogls Restaurant Cheval Blanc im Basler Traumhotel Les Trois Rois Abend für Abend restlos ausverkauft. «Die Auszeichnung hat schon Schub gegeben und uns viele neue Gäste gebracht. Aber uns solls recht sein: Wir arbeiten alle mit Begeisterung.

Wir lassen uns vom grossen Rummel auch nicht verrückt machen, kochen ganz normal weiter.» Der Chef kann auf eine gute Brigade zählen und im Saal auf ein überragendes Service-Team, das mit Kompetenz, Klasse und Eleganz Massstäbe setzt im Land. Knogl blieb auch ganz cool, als am Vorabend seiner Wahl gleich alle Schweizer 19-Punkte-

Die Genusswoche «DAVIDOFF SAVEURS» auf einen Blick

Davidoff Saveurs vom 8. bis 17. Juli 2011 u Freitag,

8. Juli Den Genusswochen-Auftakt macht Martin Göschel vom «Bellezza» im Hotel Paradies in Ftan GR. Er ist Gastkoch bei Küchenchef Jan Leimbach im Lenkerhof Alpine Resort. Ebenfalls Gast an der Lenk ist Rebund Kellermeister Georg Fromm aus Malans GR. u Samstag, 9. Juli Ein mediterraner Hoch­ genuss findet im Grand

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Hotel Park statt. Küchenchef Giuseppe Colella und seine Crew begrüssen Andrea Migliaccio vom Restaurant L’Olivo des Capri Palace Hotel & Spa in Italien. u Sonntag, 10. Juli Peter Wyss, Küchenchef im «Gstaad Palace», und sein Team kriegen Besuch aus Zürich: Horst Petermann und Rico Zandonella vom Restaurant Kunst­

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stuben in Küsnacht sind Gastköche. u Montag, 11. Juli Im Restaurant Basta im Hotel Bernerhof in Gstaad tritt Hans-Peter Hussong vom «Wiesengrund» in Uetikon am See ZH als Gastkoch auf. u Dienstag, 12. Juli «Back to the roots» heissts im «Wasserngrat» in Gstaad. Franz W. Faeh kehrt für diesen Anlass

dem «Vieux Manoir au Lac» in Murten den Rücken und kocht bei Nik Buchs. u Mittwoch, 13. Juli Tobias Funke («Funkes Obstgarten», Freienbach SZ) ist GaultMillaus Auf­steiger des Jahres 2011 und kocht für einmal im Hotel Le Grand Chalet in Gstaad bei Stève Willié. u Donnerstag, 14. Juli Im Restaurant Chesery ist Robert Speth zu Hause.

FRANZ W. FAEH reist von Murten auf den Wasserngrat.


 Die Genusswoche «DAVIDOFF SAVEURS» vom 8. bis 17. Juli 2011 in Gstaad Chefs in corpore zum Diner anrückten, erst mit kritischer Neugierde, dann mit wachsender Begeisterung. Über den Titel freute sich aus der Ferne auch sein berühmter Lehrmeister Heinz Winkler: «Der Knogl ist einer meiner besten Schüler.» Einen wie Knogl bringt man nicht vom eigenen Herd weg: «Die Gäste erwarten, dass ich persönlich für sie koche.» Deshalb sind «Auswärtsspiele» selten, ist er an Food-Festivals kaum ­anzutreffen. Für «Davidoff Saveurs» in Gstaad macht er eine Ausnahme – «aber auch nur, weil das Diner an einem Sonntag, also an meinem freien Tag, stattfindet». Tatort wird das Schwesterhaus Grand Hotel Bellevue sein. «Mit Küchenchef Urs Gschwend habe ich ein gutes Verhältnis. Er war auch schon ein paar Tage bei uns in Basel.» Die Gäste im «Bellevue» können sich freuen. Auf erstklassige Produkte, die in Knogls Küche eingesetzt werden. Auf unglaublich intensive Fonds und Saucen, die seine Gerichte prägen und ihm auch die hohen Bewertungen (18 GaultMillau-Punkte, zwei MichelinSterne) sichern. Höchste Qualität ist auch in einer «fremden» Küche oberstes Ziel: «Ich bringe meine ganze Brigade und einen Lieferwagen voller Ware mit ins Saanenland. Wir gehen am Vorabend gemütlich essen, am folgenden Morgen legen wir los.» u Sonntag, 17. Juli Grand Hotel Bellevue Gstaad www.bellevue-gstaad.ch www.lestroisrois.com

STEFAN WAGNER mit seiner prächtigen Haarkrone und …

Himmel & Erde mit Hans-Peter Hussong Hans-Peter Hussong, 18-Punkte-Chef aus Uetikon am See ZH, steht auf Kochen und Golfen. Für beides ist Gstaad eine erstklassige Destination. Etwas Überredungskunst benötigte «Bernerhof»-Hotelier Thomas Frei schon, um Hans-Peter Hussong, den unauffälligen Star von der Zürcher Goldküste, ins Saanenland zu locken. Hussong: «Ich fühle mich in fremden Küchen nie so ganz wohl. Deshalb sage ich meist ab, wenn ich für Gastauftritte angefragt werde.» Sagt er zu, schlägt er zu. Seine Paradegänge im trendigen «Bernerhof»-­ Restaurant Basta: «Ein Millefeuille von Seeforelle und Rocklobster. Ein Sommerbock, am Stück gebraten, mit Gewürzmelonen. Und natürlich Himmel & Erde, das Lieblingsgericht meiner Stammgäste zu Hause im ‹Wiesengrund›.» Himmel & Erde? Äpfel, Gänseleber und Kartoffeln, raffiniert kombiniert. Hausherr Thomas Frei, GaultMillaus Cigar Man of the Year 2010: «Hans-­Peter Hussong war letztes Jahr als Gast am ‹Davidoff Saveurs›. Da habe ich ihn zum Mitmachen überredet. Ich bin sicher – es wird wie immer, wenn ein

… Michael Reinhardt kochen im Golf­hotel Les Hauts de Gstaad.

Er überrascht mit einem tropischen Menü mit Produkten aus dem Tropenhaus Frutigen. Die Weine werden von Sommelier Ivan Letzter und den Winzerinnen Irene Grünenfelder, Marie-Bernard Gillioz und Marie-Thérèse Chappaz kredenzt. u Freitag, 15. Juli Am «Davidoff Saveurs»Golfturnier (auf Einladung) verwöhnt Robert Speth die

Reduce to the max! Hans-Peter Hussong kocht federleicht, ohne Firlefanz.

Petermann-Schüler zu Gast ist, ein erstklassiger Abend.» Enden wird er wie immer im «Bernerhof» in der wunderschönen Smoker’s Lounge. u Montag,

11. Juli, Hotel Bernerhof, Gstaad, www.bernerhof-gstaad.ch www.wiesengrund.ch

Gäste mit Spezialitäten des Gstaader DelikatessenGeschäftes Pernet – World of Fine Food. u Samstag, 16. Juli Gastgeber sind das Golfhotel Les Hauts de Gstaad in Saanenmöser und Küchenchef Pierre Meyer. Am Herd stehen Michael Reinhardt (A Capella Hotel Breiden­bacher Hof, Düsseldorf), Stefan Wagner und Köbi Nett («Netts

Schützen­garten», St. Gallen). u Sonntag, 17. Juli Das grosse Finale findet im Grand Hotel Bellevue Gstaad statt. Peter Knogl, Koch des Jahres 2011 («Les Trois Rois», Basel), kocht mit Urs Gschwend. Informationen und Sonstiges www.davidoffsaveurs.ch Tel./Fax 033 744 68 32 info@saveurs-gstaad.com

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 Die Genusswoche «DAVIDOFF SAVEURS» vom 8. bis 17. Juli 2011 in Gstaad

«Ich bin Raucher und Geniesser» Davidoff hat einen neuen Boss: Hans-Kristian Hoejsgaard, 53, aus Dänemark. Der Präsident und CEO: «Die Marke Davidoff gehört in die Welt des Genusses.» Hans-Kristian Hoejsgaard, «Davidoff Saveurs» bittet zu einer Genusswoche nach Gstaad. Sind Sie selber ein Geniesser? «Natürlich. Kochen und Wein gehören zu meinen Leidenschaften. Ich bewege mich im Genussbereich. Und ich werde alles unternehmen, damit Davidoff in dieser Genusswelt seinen Platz hat. Ich freue mich, in Gstaad einige der besten Schweizer Köche persönlich kennenzulernen.» Wer Davidoff-Präsident werden will, muss Zigarren rauchen. Das war tatsächlich eine Anstellungs­ bedingung. Aber das fällt mir nicht schwer. Meine Familie ist schon seit drei

Hans-Kristian HoejsgaArd ist der neue Chef von Davidoff. «Fünf ­Zigarren pro Woche gönne ich mir.»

Generationen im Tabakbusiness. Ich bin mit Pfeifen und Zigarren aufgewachsen. Nur Zigaretten habe ich in meinem ganzen Leben nie geraucht. Davidoff hat in den letzten Jahren mit gutem Erfolg die Nähe zu Spitzenköchen gesucht. Das war richtig, und diese Bemühungen werde ich in der Schweiz und auch im Ausland weiterführen. Zigarren­ rauchen ist Genuss und passt zur Spitzengastronomie. Auch wenn Zigarrenraucher in Restaurants unerwünscht sind. Wir müssen andere Lösungen anbieten. Ich glaube, dass Smokers Lounges Für die GenussWoche kreiert Die Davidoff Saveurs Gstaad 2011 ist eine die richtige Strategie für die Zukunft mächtige Robusto, 10 Stück, CHF 245.–. sind. Hier wollen wir expandieren.

Wir sind jederzeit bereit, gute Projekte zu unterstützen. In Gstaad ist die Situation hervorragend: In jedem grossen Hotel gibts auch eine sympathische Raucherlounge. Wie oft greifen Sie selber in den Humidor? Wenn ich in unseren Produktionsstätten in der Dominikanischen Republik oder in Honduras unterwegs bin, wird ziem­ lich heftig geraucht. Zu Hause in Basel sinds wohl fünf Zigarren pro Woche. Ihre Lieblingszigarren? Von Davidoff aus der Serie Millennium Blend die Robusto und von der Serie Puro d’Oro die Notables sowie von unseren honduranischen Zigarren die Camacho Diploma.

GAST IM «LENKERHOF»: das «Paradies», Ftan GR

GÖSCHEL Von Gipfel zu Gipfel Der trendige «Lenkerhof» zeigt auch kulinarisch immer ein gutes Händchen: Jan Leimbach ist einer der besten Hotelköche im Land (16 Punkte). Und bei der Wahl der Gastköche landet man jedes Jahr einen Volltreffer. Diesmal eröffnet Martin Göschel an der Lenk die ­«Davidoff Saveurs»-Genusswoche. Er hat bereits in Frankfurt für 18 Punkte gekocht und verteidigt jetzt in den Bündner Bergen, genauer im «Paradies» in Ftan, die hohe Wertung mit einer sehr mutigen, aber exzellenten Küche. Winzer an seiner Seite: Georg Fromm aus Malans GR. u Freitag,

8. Juni, Hotel Lenkerhof an der Lenk www.lenkerhof.ch, www.paradieshotel.ch

Bündner Botschafter an der Lenk: Martin Göschel (l.), Winzer Georg Fromm.

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 Die Genusswoche «DAVIDOFF SAVEURS» vom 8. bis 17. Juli 2011 in Gstaad HochleistungsKöche Rico Zandonella (r.) und sein Lehrmeister Horst Petermann werden auch in Gstaad glänzen.

TOP-WINZERINNEN zu Gast

TROPENNACHT bei Robert Speth Wahrscheinlich gibts nichts, was der Gstaader Star Robert Speth nicht gross­ artig zubereiten kann. Deshalb ist diesmal eine tropische Nacht angesagt: Speth kauft im Tropenhaus Frutigen ein, sieht sich in der ersten alpinen Stör- und Kaviar­zucht um, kombiniert mit tropischen Früchten. Und weil es in seiner «Chesery» nie nur ums Essen, sondern immer auch um den Wein geht, sind drei herausragende Schweizer Winzerinnen Ehrengäste: Irene Grünenfelder aus Jenins in der Bündner Herrschaft, MarieBernard Gillioz aus Grimisuat VS und Marie-Thérèse Chappaz aus Fully VS. Madame Gillioz, mit sechs Brüdern auf­ gewachsen, warnt: «Mein Cornalin ist wild, ungestüm und dickköpfig!»

Rico am Herd! Im «Gstaad Palace» bittet Rico Zandonella zu Tisch. Ein berühmter «Commis» begleitet ihn: Lehrmeister Horst Petermann.

gemüse. Zucchini-Blüten mit Langustinen. Loup de Mer mit Calamaretti. Sommerreh.» Tönt doch so gut, dass man im beeindruckenden «Gstaad Palace» gleich seinen Tisch reservieren muss! Beeindruckend an diesem Abend die Küchenbrigade: Rico Zandonella steht am Regiepult, sein Lehrmeister Rico Zandonella, der neue und Partner Horst Petermann macht Küchenchef in den «Kunststuben», den «ersten Commis», und natürlich macht auf Diplomatie: «Wir sind ein Familienbetrieb. Jeder hilft, wo er kann.» bietet auch Peter Wyss, der Executive Chef des Hauses, die volle Unter­ Wer zu Hause in Küsnacht ZH der Boss stützung seiner riesigen Brigade an. in der Küche ist, bleibt unklar. Und das Nervös vor dem «Auswärtsspiel»? Rico kann auch stündlich wechseln. Wer bei Zandonella: «Ich bin eher ein ruhiger den «Davidoff Saveurs» in Gstaad das Sagen hat, ist klar: Rico Zandonella führt Typ und freue mich auf die Heraus­ forderung.» Regie, hat sich auch frühzeitig auf ein tolles Menü festgelegt: «Ein Mosaik mit u Sonntag, 10. Juli, «Gstaad Palace», Foie gras, Äpfeln und Foie-gras-Glace. Gebratene Gänseleber auf Sommer­ www.palace.ch, www.kunststuben.com

u Donnerstag,

14. Juli, Restaurant Chesery, Gstaad, www.chesery.ch

Weingut Eichholz Irene Grünenfelder begeistert mit Pinot noir, Chardonnay und Sauvignon blanc.

TOBIAS FUNKE im Hotel Le Grand Chalet, Gstaad VIEL TALENT und eine kühne Küche, die auf regionalen Produkten aufbaut: Tobias Funke will Gstaad begeistern.

Funkelndes aus dem «Obstgarten» Wetten, dass der Funke überspringt? Tobias Funke gehört zur Riege der jungen Spitzenköche und hat die GaultMillau-Tester in den letzten Monaten beeindruckt. Kaum hatte der Patron sein neues Restaurant, den «Obstgarten» in Freienbach SZ, eröffnet, wurde er schon als GaultMillaus Aufsteiger des Jahres 2011 gefeiert. Sein Gepäck für Gstaad: eine ver­ grösserte, gut eingespielte Brigade. Genügend Ehrgeiz und Talent, um auch im Kreis der Top-Köche aufzufallen. Viele regionale Produkte. u Mittwoch,

13. Juli, Hotel Le Grand Chalet, Gstaad, www.grandchalet.ch, www.funkesobstgarten.ch

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Lifestyle

Fotos Creativ Studio Heinemann, Heiner H. Schmitt Jr., HO, Paul Seewer, Charles Seiler

 wein  cigars  dolce  Bar  bücher

Küchenkraut  90

Im Test  96

Österreich Wein  84

Cigars  88

Zuckerdekor  91

Apéro-Klassiker  89

Fleischeslust  92

Warenkorb  93

Kochbücher  95

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Österreich Wein Geny Hess ist «al dente»-Kolumnist, Experte für europäische Weine – und ein begnadeter Koch.

Carnuntum 2007 BF Spitzerberg Weingut Johannes Trapl, Stixneusiedl Der BF Spitzerberg von Trapl ist ein treuer Vertreter seiner Sorte. Er ist herb-fruchtig, kräftig, dicht, gehaltvoll ausgestattet. Zwetschgenund Kirschenaromen werden von einem gerbstoffhaltigen, leicht toastigen Tanninkörper untermalt. Ein urwüchsiger Blaufränkisch, den Liebhaber harmloser Weine allerdings nicht beim ersten Schluck ins Herz schliessen. Am Tisch gesellt er sich gern zur gefüllten Kalbsbrust mit Rosmarin-KnoblauchKartoffeln. www.riegger.ch CHF 42.10

Blaufränkisch – der ideale Begleiter

Fotos Paul Seewer, Katja Lehner-Grossi, HO

Er ist der perfekte Tischwein. Denn in Begleitung von Speisen wird der Blaufränkisch besonders zugänglich. Geny Hess stellt zwölf öster­ reichische Rotweine vor. Das österreichische Wein­ baugebiet hat eine Fläche von 46 000 Hektaren – zum Vergleich: In der Schweiz sind es ca. 15 000 Hektaren. Es besteht aus verschiedenen aneinandergrenzenden Zonen in den Bundes­ ländern von Niederösterreich, Wien, Burgenland und der Steiermark. Und die geologischen und klimatischen Voraussetzungen sind sehr unter­ schiedlich und markant. In den anregenden, herzstärkenden Weinen der verschiedenen Weinbau­ gebiete Österreichs widerspiegeln sich die stille, bezaubernde Schönheit und die leuchtende Harmonie der wohl­geformten Landschaft. Ein Drittel der gesamten Anbaufläche im Land entfällt auf die weisse Rebsorte Grüner Veltliner. Die vorherrschenden Rebsorten zur Erzeugung von Rotwein sind der Zweigelt (Kreuzung aus

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Blaufänkisch und St. Laurent) und der charaktervolle, hundertprozentige Blaufränkisch, ein urwüchsiger Mittel­europäer. Vermutlich eine alte, ein­heimische österreichische Sorte, die im 18. Jahrhundert durch Robert Schlumberger aus Bad Vöslau ihre Ausbreitung fand. Sie ist die Hauptsorte im Mittelburgendland. Dank dem Einfluss des urwüchsigen Terroirs und des kontinental-heissen pannonischen Klimas gedeihen im östlichsten Bundesland charakterfeste, tief­gründige Lagerweine. Echte Botschafter ihrer urwüchsigen Herkunft. Seit 2006 geniesst der Blaufränkisch (Jahrgang 2005) im Mittelburgenland den DAC-Status (Districtus Austriae Controllatus, herkunftstypischer Qualitätswein). Auch Lagen am Spitzerberg im Osten des Weinbaugebietes von Carnuntum überraschen immer öfter mit beachtenswerten Blaufränkisch-Weinen. Ausserhalb von Österreich ist die uralte Rebsorte vor allem in den Ländern der ehemaligen Habsburg-Monarchie verbreitet, so auch in Deutschland, wo sie unter dem Namen Lemberger oder Blauer Limberger bekannt ist.

Carnuntum 2008 BF Carnuntum Weingut Muhr – Van der Niepoort, Rohrau Der jugendlich anmutende Blaufränkisch von Dorli Muhr hüllt sich in ein saftiges Aromabouquet. Am Gaumen ist er reich, vollmundig mit herber Fülle. Ein charakter­ voller Terroirwein. Er braucht viel Luft und offenbart nach Stunden offen im Glas den unverkennbaren Charme der Winzerin. Ein Botschafter seiner Herkunft und Sorte. Die vollfruchtige Edelkomposition mit fein-würziger Mineralik macht ihn zum idealen Partner einer geschmorten Lammhaxe mit Zitrone und Majoran. www.gerstl.ch CHF 21.– Neusiedlersee 2009 BF Heide­ boden Weingut Paul Achs, Gols Genial frische Einfachheit! Der Wein zeigt eine angenehme natürliche Frucht, eine kernige Textur am Gaumen und eine lebhafte Tannin­ struktur von erstaun­ licher Geschmeidigkeit im Finale. Würzig, süffig, wie er ist – an der Luft legt er übrigens noch enorm zu –, verlangt der BF Heideboden nach einem deftigen Gericht. Wie einer Saucisson vaudoise mit Dijonsenf auf Linsengemüse. www.gerstl.ch CHF 19.–


 Blaufränkisch 12 Wein-Tipps aus Österreich Neusiedlersee 2007 BF Classique Weingut Pöckl, Mönchhof Pöckl überrascht mit einem für das Weingut ungewohnt eigenstän­di­gen Gewächs. Ein Blaufränkisch mit warmen Tönen, heimischer Tradition und einem Hauch von Kantigkeit. Feinwürzig, geschmackvoll und mit dezenter Tanninstruktur, verfeinert sich der Wein nach einigen Stunden an der Luft und passt wunderbar zu einem panierten Hirschkräuterschnitzel mit Safran­risotto.

NeusiedlerseeHügelland 2006 BF Leithaberg Weingut Birgit Braunstein, Purbach Birgit ist Winzerin aus Leidenschaft und ihr 2006 BF Leithaberg ein ausser­gewöhn­ liches Gewächs mit sattem Körper und bemerkens­werter Struktur. Der Blaufränkisch verströmt mit diskreter Zurückhaltung Aromen von schwarzen Früchten. Er ist charaktervoll, körperreich und beeindruckt mit einer perfekten Säure, die das Ganze ins Gleichgewicht bringt. Ein erfrischender Abgang unterstreicht die Qualität des Weins. Ideal zu Kalbsleber mit Basilikum-Zitronen-Butter und schwarzem Pfeffer.

Mittelburgenland 2008 BF Ried Hochberg DAC Weingut Hans Igler, Deutschkreutz Eindrucksvoller PreisLeistungs-Kandidat. Filigran in der Nase mit eleganten rotbeerigen Aromen. Mindestens ein bis zwei Stunden vor dem Genuss öffnen, dann offenbart der Wein seine volle Fülle. Ein süffiger, würziger Tropfen mit lebhafter Säure und voll von Rasse und Harmonie. Ein ­achtbarer Blaufränkisch, der in Begleitung einer Maispoularde an weisser Sauce mit Champignons und Taglierini bestens zur Geltung kommt.

www.secli-weinwelt.ch CHF 19.–

www.landolt-weine.ch CHF 30.–

www.travino.ch CHF 21.40

neusiedlersee 2008 BF Jois Weingut Erich Scheiblhofer, Andau Von über 30-jährigen Reb­ stöcken von Lagen im Leit­ha­ berg-Gebirge in Jois stammt dieser Blaufränkisch. Ein ansprechender und höchst empfehlenswerter Wein. Hoch konzentriert mit schwarzem Kirscharoma – voll von wilder Süsse und ausdrucksstarker Substanz. Dank dem würzigen Rückgrat von geschmeidigen Tanninen sollten dem Wein bis zur vollen Reife noch drei bis fünf Jahre Flaschenreife gewährt werden. Ideal zu über Rebenholz gegrilltem und in Rosmarin und Knoblauch mariniertem Alpenlammkarree.

Mittelburgenland 2008 BF Goldberg Reserve Weingut Johann & Silvia Heinrich, Deutschkreutz Ein Loblied auf die Qualität des Lesegutes und die diskrete, aber kompetente Handschrift der Winzerin bei der Vinifikation! Dieser Blaufränkisch ist ein Spitzengewächs voll von fruchtiger Feinheit und extravaganten Aromen. Dicht, kraftvoll, konzentriert und gut strukturiert am Gaumen, vornehme Aus­geglichenheit mit anmutig herbem Tannin im Nachhall. Der Wein passt zur gebratenen Perlhuhnbrust mit Morcheln.

Südburgenland 2008 BF Reserve Weingut Krutzler, Deutsch-Schützen Eisenberg Das Flaggschiff des Weingutes ist der Perwolff. Der weniger populäre, sortentypische 2008 BF Reserve vom gleichen Gut ist ein Wein von bemerkenswerter Tiefe, ausgewogen und von typisch herber Substanz. Ein Wein, der noch drei bis fünf Jahre Zeit braucht, um sein wahres Potenzial zu entwickeln. In seiner Jugend verlangt der vortreffliche Speisebegleiter nach etwas Gehaltvollem – einem Gamsbraten mit Steinpilzragout auf mediter­ ranem Gemüse zum Beispiel!

www.haus-oesterreich.ch CHF 39.–

www.gerstl.ch CHF 33.–

www.vinothek-brancaia.ch CHF 34.50

NeusiedlerseeHügelland 2008 BF Leithaberg DAC Weingut Familie Prieler, Schützen am Gebirge Das grossartige Gewächs wird aus erlesenen Früchten von bestgelegenen Lagen am Leithaberg gekeltert. Der Wein zeigt sich saftig und geschmeidig am Gaumen. Mineralisch konzentriert, im Abgang dominieren Aromen von schwarzen Kirschen. Ein kräftiger Wein von langer Lebensdauer. Nach mehr­ stündigem (!) Lüften empfehle ich dazu ein Stück von der Rinderbrust, den Kavaliersspitz, sanft gegart, mit Meerrettichschaum und Bratkartoffeln.

Mittelburgenland 2008 BF Hochäcker DAC Weingut Weninger, Horitschon Jeder Wein ist ein Abbild der Schönheit der Landschaft, wo er gewachsen ist. Und so widerspiegelt er im Glas die Besonderheiten der Lage, der Böden, der Rebsorte und des Jahrgangs. Der Akzent beim 2008 BF Hochäcker basiert auf schwarzbeeriger Aromatik, Mineralität und Gleich­gewicht, das die Tanninstruktur sanft umhüllt. Der sortentypische Wein zeigt ein Hauch von jugendlicher Kantigkeit. Sensationell zu gegrilltem T-Bone-Steak und goldbraun gebratenen Strohkartoffeln.

Südburgenland 2008 BF Eisenberg DAC Reserve Pfarrweingarten Weingut Wachter-Wiesler, Deutsch-Schützen Im Glas präsentiert sich der 2008 Eisenberg in ansprechendem Rubin-Granat-Rot. Das Bouquet ist erfrischend und schwarzbeerig. Es ist herbfruchtig und ausgewogen im Gaumen, hat Biss und Charakter. Den mineralischen Schiefer­ böden am Eisenberg verdankt der Wein seine leichtfüssige Eleganz, Harmonie und Eigenständigkeit. Schön zu einem mit Bier, Honig und Senf marinierten Schweinskrustenbraten und Krautsalat.

www.vinothek-brancaia.ch CHF 44.–

www.vinothek-brancaia.ch CHF 19.80

www.haus-oesterreich.ch CHF 23.– Schweizer Illustrierte al dente

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Wein

 Mr. Portwein Dirk van der Niepoort Dirk Van der Niepoort verkörpert die neue Winzer­ generation in Portugal.

Portwein und Schweizer Käse

Dirk van der Niepoort ist einer der erfolg­ reichsten portugiesischen Winzer. Seine Leidenschaft gehört dem Portwein.

Fotos HO

Dirk van der Niepoort, welchen Portwein emp­ fehlen Sie Einsteigern? Unseren zehn Jahre alten weissen Portwein. Den kann man kühl servieren. Das kommt bei PortweinAn­fängern immer gut an. Und roter Portwein wird nicht gekühlt? Ich serviere Portwein immer gerne zu kalt. Idealerweise unter 15 Grad. Denn ist der Wein zu warm, dominiert der Alkohol, und der Wein wird unharmonisch und schwer. Der ideale Portwein zum Apéro – weiss oder rot? Ein trockener weisser ist perfekt. Eignet sich Port auch als Begleiter zum Essen? Sehr gut sogar. Zu einer Fleischbouillon schmeckt ein Tawny Port wunderbar. Auch

zu Fois gras ist ein Tawny toll. Und die Kombi­na­tion von einem Steak au Poivre vert mit einem sehr jungen Portwein ist geradezu perfekt: Die Süsse entfällt, die Tannine werden weicher – Harmonie pur für den Gaumen. Ein Klassiker ist Portwein auch zu Käse. Ja, zu Stilton gibts wohl nichts Besseres. Und zu Schweizer Käse? Alle Bergkäse, vor allem die kräftigeren und rezenteren, passen sehr gut zu Portwein. Wie lange hält sich Port in der geöffneten Flasche? Je länger ein Portwein im Fass gelagert wurde, umso länger hält er sich. Und je länger der Wein in der Flasche gelagert wurde, umso schneller muss er getrunken werden. Chandra Kurt

Ein TRaum Das Weingut Niepoort Quinta de Nápoles befindet sich mitten im Douro-Tal.


 Leichte und kräftige Sommerweine für jedes Budget

Ludovic Zimmermann Wein­ einkäufer Coop

Budget unter CHF 15.–

Katja Lehner-Grossi, HO

Texte Chandra Kurt, Fotos Heiner H. Schmitt,

Budget unter CHF 25.–

Budget über CHF 25.–

Wein-Tipp Ursula Beutler Wein­ einkäuferin Manor

Alberto Russo TVSommelier

Rosé Œil de Perdrix Alia 2010 Valais AOC Leuchtet in delikatem Lachsrosa. Ausgeprägte fruchtige Aromatik, lebhaft beerig mit Karamellnuancen. Im Gaumen rund und mild mit ganz leichter Rest­ süsse. Ein ausgewogener Sommerwein, der ideal zu leichteren Fischgerichten, Grilladen und zum Aperitif genossen werden kann.

Rosemount O 2010 South Eastern Australia Frauen lieben ihn be­ sonders, den süsslichen australischen Sparkling Wine aus den Rebsorten Muscat Gordo und Muscat à petit grains. Er ist leicht und prickelnd, perfekt zum Apéro an heissen Tagen (hat nur 7 % Alkohol). Etwas ungewohnt zwar, aber unbedingt mit Eis servieren. Schmeckt toll!

Las Altillas Rioja rosado DOCa 2010 Barón de Ley Süffiger und gefälliger Rosé, der perfekt zu Tapas oder Vorspeisen passt. Schön gekühlt geniessen. Bringt Schwung in jeden Apéro oder jedes Gartenfest. Das Weingut Barón de Ley befindet sich in einem ehemaligen Benediktinerkloster und verarbeitet die Trauben von 140 Hektaren Rebland.

www.coopathome.ch In grösseren Coop-Verkaufsstellen CHF 11.90

www.zweifelweine.ch Zweifel Weine, Zürich CHF 14.80

www.manor.ch Manor CHF 9.95

Château de Laussac 2008 Côtes de Castillon AC Dunkles, fast schwarzes Kirschrot. In der Nase beeriges Bouquet sowie ein Hauch von Pfefferminzschokolade. Im Gaumen viel Frucht­ konzentration, dichtes Tannin, fleischige Struktur. Ideal, wenn der Wein etwas schwerer sein darf. Passt zu kräftigen Speisen, Grilladen und Käse.

État Brut Vin Mousseux Staats­ kellerei Zürich Exzellenter Schaumwein aus dem Zürcher Weinland. Durch die Herstellung mit der «méthode traditionelle» sind feine Aromen wie Brioche und Hefe zu erkennen. In Kombination mit Fisch genial. Für diesen Schaumwein selektioniert die Staatskellerei das beste Traubengut.

Pinot Noir MO 2009 Domaine des Muses, Valais AOC Eleganz, Finesse und ein würziges Finale zeichnen den Walliser Klassiker aus. Vom Gehalt her mittelschwer und vom Stil von der schönen Pinot-noir-Frucht gezeichnet. Schmeckt auch leicht gekühlt. Aromen von schwarzen Kirschen, Holunder und Erdbeer­ kompott dominieren.

www.coopathome.ch In grösseren Coop-Verkaufsstellen CHF 22.50

www.moevenpickwein.com Mövenpick-Weine CHF 24.–

www.manor.ch Manor CHF 18.95

Coop Naturaplan Bio Cigalus 2008 G. Bertrand, Vin de Pays d’Oc blanc Helles Zitronen­ gelb mit grünlichen Re­ flexen. Intensives Bouquet mit Aromen von reifen Quitten, Honig und dezen­ ten Barriquenoten. Im Gaumen breit, an Zitrus­ früchte erinnernd. Ein kräftiger Weisswein, der zu Fisch, Meeresfrüchten und hellem Fleisch passt.

Chardonnay Catena Alta 2007 Mendoza, Argentinien Dieser Bilderbuch-Char­ donnay aus Argentinien verwöhnt mit Aromen von gerösteten Haselnüssen, Vanille und Litschi. Der ideale Wein zum Kalbssteak vom Grill mit Rosmarin – da kommt wahre Freude auf. Die Catena Winery ist seit hundert Jahren ein Familienweingut.

Pouilly Fumé AOC MO 2009 Pascal Jolivet Die Weinberge von Pouillysur-Loire am rechten Ufer der Loire sind zu 95 Prozent mit Sauvignon blanc bestockt. Der daraus vini­ fizierte Wein heisst Pouilly Fumé. Diese Abfüllung hat einen geschmeidigen Körper und viel Frische. Ideal zu Fischgerichten oder exotischen Vorspeisen. Grossartiger Sommerwein!

www.coopathome.ch In grösseren Coop-Verkaufsstellen CHF 29.50

www.moevenpickwein.com Mövenpick-Weine CHF 34.–

www.manor.ch Manor CHF 29.90

Schweizer Illustrierte al dente

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Cigars

 AVO Uvezian über die Schweiz, Musik und seine Lieblingszigarren

Avo Uve­zian Der Sohn einer Beiruter Musiker­familie armenischer Herkunft ist als Musiker und Zigarrenproduzent eine Legende (www.avo.com).

Humidor Dieter Meier Dem Musiker von Yello in den Humidor geschaut.

Meine 5 Besten

Er ist Musiker und der bekannteste Zigarren­ produzent: Avo Uvezian lanciert zu seinem 85. Geburtstag die neue Linie Avo Heritage.

Vor 29 Jahren haben Sie Ihre erste Zigarre lanciert. Heute verkaufen Sie weltweit Millionen Zigarren! Ja, mit 5000 Zigarren habe ich begon­ nen. Ich spielte Klavier und verschenkte die Zigarren an meine Gäste. Die Nach­ frage wurde so gross, dass ich im ersten Produktionsjahr mit den Zigarren viel mehr verdiente als mit meiner Musik. Sie bereisen die Welt, sind Bot­ schafter für Musik und Zigarren­ genuss. Viel Zeit verbringen Sie aber auch in der Schweiz. Was gefällt Ihnen an unserem Land? Alles. Seit 45 Jahren bin ich jedes Jahr mehrere Male hier. Mein Vater hatte mir bereits in jungen Jahren gesagt, dass ich unbedingt in die Schweiz gehen soll. Das Land ist so schön, sauber und gut organisiert. Ich finde, es hat die intelligenteste Regierung der Welt. Ich habe sehr viele Länder gesehen, aber keines ist wie die Schweiz.

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Schweizer Illustrierte al dente

Lanciert Avo weitere neue Zigarren? Ja, ich bin sicher, dass die Zukunft des genussvollen Zigarrenrauchens in den Lounges liegt. Daher eröffnen wir auch weltweit überall spezielle Avo Lounges. Und jedes Land hat einen speziellen Geschmack. In den USA bevorzugen die Aficionados andere Produkte als beispielsweise in den deutsch­ sprachigen Ländern. Deshalb kreieren wir spezielle Produkte. Was ist für Sie eine gute Zigarre? Wichtig ist die Balance. So rauche ich nicht viele kubanische Zigarren, da ich meinen Geschmack nicht beeinflussen will. Meine Zigarren kommen aus der Dominikanischen Republik. Ihre hohe Qualität verdanken sie der Tatsache, dass der Tabak sehr lange, gleichmässig und sorgfältig gelagert wird Wie beim Wein: Je länger er lagert, desto besser wird er. Genau. Apropos Wein, ich bin gerade dabei, eine neue Avo-Weinlinie in ­Argentinien zu kreieren. Also noch nichts mit Ruhestand – obwohl Sie jetzt 85 sind? Ich möchte langsam in Pension gehen. Was soll ich auch machen ohne Arbeit? Musik und die Zigarren sind mein Leben. Chandra Kurt

Montecristo A «Die Kunst des Müssiggangs für mehrere Stunden in perfekter Form.» CHF 47.50

La Fuente Especiales Guama «Die Zigarre hat dort, wo sie am besten schmeckt, den dicksten Bauch. Aus einer kleinen, hervorragenden Manufaktur in der Dominikanischen Republik mit im Schatten gezogenem Connecticut-Deckblatt.» CHF 13.–

La Fuente classic Robusto «Aus gut gelagertem Tabak aus der Dominika­ nischen Republik. Mit Colorado-Deckblatt aus kubanischem Saatgut, vom La-FuenteBe­sitzer Iwan Hauck speziell für diese Zigarre gezogen.» CHF 10.80

Davidoff «Von diesem Brand rauche ich alle Formate. Zum Beispiel die Davidoff No 2. Auf höchstem Niveau ein sicherer Wert. Perfektes Verhältnis Länge zu Durchmesser.» CHF 18.80

Fotos Malu Barben, Paul Seewer, Dick Vredenbregt

«Zigarren und Musik sind mein Leben»

Montecristo Torpedo «Als ich neun Jahre war, verrauchte ein israelischer Diamantenhändler mit dieser Zigarre den legendären Speisewagen der Rhätischen Bahn. Der wunderbare Wohlgeruch ist mir auch heute noch präsent.» CHF 17.10


 Negroni, Spritz und Martini Begehrte Aperitifs

Bar

Comeback der ApéroKlassiker

Thomas hUHN, 35, 2009 als Barchef des Jahres aus­gezeichnet, serviert in der Bar des «Trois Rois» AperolSpritz, Negroni und Mint Julep (v. l).

Fotos Heiner H. Schmitt

Aperitif-Klassiker sind im Trend. «Vor allem der Aperol-Spritz erlebt ein Revival», sagt Thomas Huhn, Barchef des Hotels Les Trois Rois in Basel. Thomas Huhn, welche Aperitifs sind momentan an der Bartheke gefragt? Es fällt auf, dass die Klassiker wieder vermehrt bestellt werden. Am gefragtesten ist aber der Spritz. Der Drink mit Aperol, kombiniert mit Schaum- oder Weisswein, ist absolut top. Und nicht nur an den Hotelbars. Die Spritz-Welle hat sich sehr schnell verbreitet. Warum das? Wohl, weil er sehr leicht zubereitet werden kann. Überall. Auch zu Hause. Und nach welchen Klassikern verlangen die Gäste an der Hotelbar? Negroni, White Lady, Whisky Sour, Old Fashioned, Daiquiri- und Champagnercocktails. Und Campari und Martinis gehören selbstverständlich auch dazu. Eine Trendwelle ist auch, die alten Rezepte mit neuen Spirituosen ab­zuwandeln oder aufzupeppen. Twists sagt man dazu. Cüpli und Prosecco sind passé? Auf keinen Fall. Das gehört vor allem in der klassischen Hotelbar immer dazu.

Aber wenn man wie wir viele Cocktails anbietet, möchte der Gast zwangsläufig mal etwas anderes probieren. Warum trinkt man überhaupt einen Aperitif? Es ist gesellig, gehört zu unserer Kultur, lockert die Stimmung oder beruhigt die Nerven – je nachdem. Und vor allem ist er ein Magenöffner. Was empfehlen Sie als alkoholfreien Appetitanreger? Etwas Erfrischendes, Säuerliches. Wie unseren Punch mit Pfirsichpüree, Grapefruit, Passionsfrucht und Ginger Ale. Oder einen Cocktail, der mit Tee aromatisiert wird. Tee an der Bar? Ja, gerade jetzt in der wärmeren Jahreszeit eignet er sich wunderbar zum Kombinieren. Jasmintee zum Beispiel. Denn auch in der Barkultur geht man immer mehr dazu über, frische Küchenzutaten einzubeziehen. Isabel Notari

Cocktail negroni 5 cl Gin 2 cl Campari 3 cl Antica Formula etwas Orangentwist zur Dekoration

Die Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Becher geben, verrühren und in einen Tumbler umfüllen. Mit Orangentwist dekorieren.

Negroni Ein Klassiker aus den 1920er-Jahren.

www.lestroisrois.com Schweizer Illustrierte al dente

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STEVIA Kraut statt Zucker

Eine Pflanze erobert die süsse Welt. «Stevia schmeckt vorzüglich», sagt Sabine Hagg, die ein Kochbuch über das süsse Kraut geschrieben hat.

Sabine Hagg, was ist Stevia eigentlich? Das ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Kolumbien stammt. Als Süssmittel ist das Kraut vor allem in Brasilien und Paraguay weit verbreitet. Jetzt SABINE ist es auch in Europa HAGG, 45. Die Autorin auf dem Vormarsch. aus Bayern Kann Stevia auch bei arbeitet als uns auf dem Balkon Köchin in Arlesheim BL. oder im Garten gepflanzt werden? Sehr gut sogar. In der Pflege ist es zu vergleichen mit Basilikum, braucht genauso viel Wärme. Ist Stevia ein Ersatz für Zucker? Durchaus. Man muss sich mit Stevia allerdings erst anfreunden und experimentieren. Denn die Süsskraft ist nicht gleich wie beim Zucker. Im Gaumen verbreitet Stevia keine neutrale Süsse, sondern schmeckt ganz leicht nach Lakritze. Wie wird das Kraut verwendet? Die Blätter sind es, auf die es ankommt. Je feiner man sie frisch schneidet, umso stärker tritt die Süsse hervor. Die Blätter können aber auch getrocknet werden, dann ist die Süsse intensiver. Ich würde sagen, auf eine Tasse Tee ist ein kleines Blättchen ideal zum Süssen. Denn Stevia süsst circa zehnmal stärker als weisser Zucker. Kann man mit Stevia auch backen? Möglich ist es, aber sehr anspruchsvoll. Die Backgeschichte ist eine grosse Herausforderung. Zum Süssen von Quarkspeisen, Lassis, Kompotten, Eingemachtem, Eistee usw. allerdings ist Stevia ideal.

In der Küche So wohnt man heute Die neuen Küchen-Einbaugeräte von Miele sind von einzigartiger Eleganz und faszinierendem Design. Die Küche als Lebensraum ist seit Längerem das Motto, die Grenzen zum Wohnbereich verlaufen somit fliessend. Und Dampfund Menügaren sind im Privathaushalt angesagt. Denn je schonender Gerichte zubereitet werden, desto geschmack­ voller sind sie. Und in den eleganten Steamern von Miele ist das gleichzeitige Garen auf mehreren Ebenen möglich. www.miele.ch, Tel. 056 417 20 00

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Schweizer Illustrierte al dente

 Süsse Pflanze zum Kochen und Backen

Schlicht und diskret präsentieren sich die neuen KüchenEinbaugeräte von Miele.

Wie viele Kalorien hat das Kraut? So gut wie keine. Deshalb ist es auch ­geeignet für alle, die auf ihr Gewicht achten wollen, und natürlich für Diabetiker. Also sollte sich eigentlich jeder eine Stevia-Pflanze halten? Dagegen spricht nichts. Die Pflanzen sind jetzt ja überall auf dem Markt, beim Gärtner oder sogar bei Coop und Migros erhältlich. Aber aufpassen, nur Pflanzen oder Setzlinge kaufen, die noch nicht geblüht haben! Isabel Notari

Sautierte Früchte 1 1 TL 2 100 g 100 g 100 g 1 dl

Apfel Kokosöl Steviablätter Erdbeeren Himbeeren Heidelbeeren Apfelsaft Vanillepulver

1 Apfel entkernen und in dünne ­Scheiben schneiden. 2 Kokosöl in einer Pfanne erhitzen und die Apfelschnitze mit den Steviablättern unter ständigem Schwenken anbraten. 3 Beeren dazugeben und kurz durchschwenken. Mit Apfelsaft ablöschen und mit Vanille verfeinern. Warm servieren.

Tipp Kann auch mit Aprikosen, Mirabellen, Trauben, Zwetschgen oder Ananas in beliebiger Kombination hergestellt werden. anregendes buch Stevia. Rezepte aus der Naturküche, gesüsst mit reinem Stevia. Sabine Hagg, Heinz Knieriemen AT Verlag CHF 29.90

Foto Creativ Studio Heinemann; Martina Meier, Zürich, AT Verlag Aarau und München; HO

Küchen & Kräuter


 Blumiger Blickfang

Dolce & Caffè Peppt Kuchen auf Rosen und Blüten kann man selber aus Zuckerpaste zaubern und färben.

So entsteht eine Zuckerrose

1

2

3

4

5

Fotos Dick Vredenbregt, HO

1 Eine Handvoll Zuckerpaste in den

Händen gut durchkneten, bis sie weich und geschmeidig ist. Mit einem kleinen Wallholz ausrollen, circa 2 mm dünn. 2 Mit den Ausstechern grosse und kleine Rosenblätter ausstechen, je sechs grosse und kleine. Die Blätter sofort mit Haushaltfolie abdecken, damit sie nicht austrocknen und spröde werden. 3 Mit einem Kugel-Modellierstab die Ränder der Rosenblätter ausdünnen und Kegel aus Zuckerpaste formen (o. r.). 4 Die einzelnen Rosenblätter mithilfe von Zuckerwasser (1 Esslöffel Zucker und ein paar Tropfen Wasser mischen) rund um den Kegel kleben. Erst die kleinen, dann die grossen Blätter. 5 Zum Schluss die Ränder mit Lebensmittelfarbe anmalen – und fertig ist die dekorative Zuckerblume.

Rote Rosen auf der Torte

Mit Zuckerdekor wird jede Torte zum Prunkstück. «Das kann man selber machen», sagt Confiseurin Corina Ratering. Wie Kuchen & Co. aufgepeppt werden können, zeigt sie in Kursen. Corina Ratering, wie viel Talent und Vorkenntnisse brauchts, um eine Blume aus Zucker herzustellen? Kein spezielles. Natürlich macht auch bei diesem Handwerk Corina Ratering, 39, die Übung den Meister. ist gelernte Und es gibt einige Konditorin und Tricks und Tipps, Confiseurin. damit es leichter fällt. Die wären? Mit Zuckerpaste muss man zügig arbeiten, da sie schnell trocken und spröde wird. Ist das der Fall, kann man zum Beispiel ein bisschen Kokosoder Pflanzenfett einarbeiten. Das macht sie sofort wieder geschmeidig. Woraus besteht die Zuckerpaste? In meinen Kursen bevorzuge ich fertig gekaufte Paste. Es gibt sie in diversen Farben (erhältlich ist sie überall dort, wo es Backzubehör gibt). Damit arbeitet es sich am leichtesten. Aber selbstverständlich kann die Masse auch selber hergestellt werden – aus 1 grossen Eiweiss, 225 g Puderzucker, 3 Teelöffel CMC (CellulosePulver) und 1 Teelöffel Kokosfett. Um damit zu arbeiten, braucht man allerdings schon ein bisschen mehr Erfahrung.

Ist die Zuckerpaste essbar? Natürlich, sie schmeckt allerdings sehr süss. Nach Zucker eben! Brauchts spezielles Werkzeug, um Zuckerdekor herzustellen? Ein kleines Wallholz, diverse Ausstecher und ein Kugel-Modellierstab, um die Ränder auszudünnen, gehören zur Grundausrüstung. Und ein feiner Pinsel, um die Blütenblätter ankleben zu können und um mit der Lebensmittel­ farbe Struktur zu verleihen. Isabel Notari www.zuckerdecor.ch, Tel. 044 302 27 85

Espresso vom Herd! Hommage an Alfonso Bialetti, den Grossvater mütterlicherseits von Alberto Alessi. Bialetti kreierte in den 30er-Jahren die berühmte achteckige Mokka-Espresso-­Maschine, Ikone des italienischen Protodesigns. Die Moka Alessi, die Alessandro Mendini für A di Alessi entworfen hat, gehört zu den Highlights dieses Sommers, verhilft der Kanne zu einem Comeback. Im Fachhandel erhältlich, aus Aluminiumguss, ab CHF 49.–

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Fleisch

 Dry Aged Beef lagert mindestens vier Wochen

SCHWERER BROCKEN Werner Häcki lagert die Rinderrücken am Stück, sie sind bis zu 25 Kilo schwer.

QUERSCHNITT Auf dem Knochen ge­ lagert, wird das Fleisch mürbe und zart. Das Fett wirkt wie eine Isolationsschicht. HOCHGENUSS Das T-Bone-Steak blutet nicht nach. Dazu werden fünferlei haus­gemachte Kräuterbutter serviert.

Pure Fleischeslust: Dry Aged Beef

T-Bone à la Häcki 350 g

T-Bone Steak (p. P.) Fleur de Sel Pfeffer aus der Mühle Bratfett (muss stark erhitzbar sein)

1 Steak mit Fleur de Sel und Pfeffer aus der Mühle würzen, mit Bratfett einstreichen und 30 Minuten bei Zimmer­ temperatur stehen lassen. 2 Grillpfanne stark erhitzen, das Steak auf beiden Seiten kräftig anbraten. 3 Im auf 160 Grad vorgeheizten Ofen 15 Minuten gar ziehen lassen.

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Schweizer Illustrierte al dente

«DAS SCHMECKT WIE FRÜHER», schwärmen ältere Gäste des Restau­ rants Sternen im nidwaldnerischen Buochs, wenn sie vom Dry Aged Beef gekostet haben. Sie wissen noch, dass man Fleisch einst richtig ausbluten und mürbe werden liess, bevor man es verzehrte. Für Werner Häcki, Wirt des Restaurants Sternen, war es schon immer eine Selbstverständlichkeit, Fleisch mindestens zwei Wochen reifen zu lassen, bevor er es seinen Gästen serviert. Der Schritt zum Dry Aged Beef war für den gelernten Metzger und passionierten Jäger deshalb ein kleiner. Bei zwei Grad und viel Umluft lagert Werner Häcki ganze Rücken mit Filet, Entrecôte und Huftstück vom Simmentaler, Charolais- und Limousin-Rind während vier Wochen. Das Fleisch, fein säuberlich auf den Knochen gestellt, wird trocken und dunkel. Die bis zu 25 Kilo schweren Brocken verlieren in dieser Zeit rund 10 Prozent ihres Gewichts, sie werden weich und mürbe und kriegen einen intensiven, klaren Fleischgeschmack. «Wichtig ist eine schöne dicke Fett­ schicht über dem Entrecôte», sagt

Häcki, «die isoliert und konserviert das kräftige Aroma.» TROCKEN GELAGERTES RINDFLEISCH oder eben Dry Aged Beef ist die gastronomische Fortsetzung von Grossmutters Art der Fleisch­ zubereitung beziehungsweise -lagerung. In Amerika kennt man diese Lager­ methode seit Jahrzehnten, in Europa wird sie von Fleischkennern gerade neu entdeckt. Einige lassen das Fleisch sogar anschimmeln – aber das ist eine philo­ sophische Frage, denn der Schimmel wird vor dem Braten weggeschnitten. AUCH WERNER HÄCKI führt das Dry Aged Beef erst seit letztem Jahr auf seiner Karte: Côte de Bœuf, T-Boneund Porterhouse-Steak, jeweils ein ganzes Pfund schwer und schimmelfrei, mit Ofenkartoffeln und Gemüse-Allerlei. Zum «Kennenlernen» empfiehlt der Chef aber Rindsfilet-Tournedos in der 150-Gramm-Portion! Christian Hug www.sternen-buochs.ch Ennetbürgerstrasse 5, 6374 Buochs Tel. 041 620 11 41

Fotos Charles Seiler

Wirt und Metzger Werner Häcki aus Stansstad NW setzt bei Entrecôte & Co. auf die US-Trockenlagerung. Resultat: Fleisch vom Feinsten, Dry Aged Beef eben!


 Wurst & Co. Ab auf den Grill

Warenkorb

Im Regal entdeckt

Zuckermais, Tessiner Würste und CherrytomatenMix – alles für den Grill- und Gartenplausch.

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5 2 7 6

Foto Paul Seewer

1

1 Gemüse vom Grill Maiskolben für den Rost von Anna’s Best. Bei der Migros, 1 kg CHF 7.80 2 Extra vergine Zum Marinieren und Einpinseln schmeckt das Olivenöl Monini von der Migros. 50 cl CHF 7.– 3 Knabberspass Keine Grillparty ohne Chips. Diese sind aus Gemüse. Von Fine Food bei Coop, 100 g CHF 4.40 4 Tessiner würste Salsiccie und Verzette schmecken vom Feuer. Piatta rustico von Ticinella, gesehen in der Migros, 1 kg CHF 25.– 5 Dürfen bei einer Grill-

8

party nicht fehlen: Saucen von Heinz. Hot Chili und Barbecue. Gesehen bei Coop, 220 ml ca. CHF 3.30 6 Süsser Traum Wers ganz ­unkompliziert mag – die neuen Fertigdesserts von der Migros schmecken! U. a. Himbeere und Schokolade, Becher à 110 g CHF 2.30 7 Knackig Sweet Mini Peppers mit Olivenöl bepinseln und auf den Rost legen. Bei Coop, 1 kg CHF 16.– 8 FÜR EINEN Bunten salat Cherrytomaten-Mix. Bei Globus, 1 kg CHF 31.–


Bücher

 VOM Grill UNd AUS DEM Garten Erlesenes für die Kochbibliothek

Ein Comic zum Kochen

SUPERSCHNELL Summertime Betty Bossi Da kommt Sommer-Feeling auf: Chill and grill, Hot Summer Nights und Käse auf der Weide sind nur drei von zwanzig Gerichten aus dem neuen Betty-Bossi-Buch. Das Beste dabei: Die Zubereitung dauert für den Zwei-PersonenHaushalt keine halbe Stunde. Step-by-step können die Rezepte nachgekocht, individuell kombiniert und für mehrere Gäste angepasst werden. Einfacher gehts nicht mehr! www.bettybossi.ch CHF 23.50

Er ist ein Tollpatsch am Herd, der Held im KochComic-Buch des Zürcher Illustrators Andy Fischli. vergnüglich Ein Eingeklemmtes Andy Fischli

zwei linke Hände hat er, der Protagonist des Koch-Comic-Buches «Ein Eingeklemmtes. Und andere leckere Sachen zum Selbermachen». Die Figur hat der Zürcher Illustrator Andy Fischli vor sechs Jahren für

die «Wochenzeitung» (WoZ) erfunden. Und seither immer wieder witzig in Szene gesetzt. Jetzt mit 28 Rezepten von Freunden und Verwandten, die dem kleinen Kerl allerdings im Buch nicht immer auf Anhieb gelingen. So muss der kleine Tollpatsch seiner Liebsten das aphrodisierende Menü förmlich aufzwingen, für den selbst gemachten Ziegenkäse gar eine Geiss auf dem Markt posten, und für den Zitronen­ kuchen stehen die Eier Schlange … So macht Kochen Spass! ino

Kreativ Genussvoll vegetarisch Yotam Ottolenghi Ab und zu auf Fleisch verzichten gehört heute zum guten Ton. Der Londoner Koch und Restaurant-Besitzer Yotam Ottolenghi ist zwar auch kein echter Vegi, schreibt aber seit 2006 im «Guardian» die erfolgreiche Kolumne «The new vegetarian». Er geht von einer Zutat aus und kreiert daraus ein Rezept. Inspirieren lässt er sich vor allem von der arabischen und asiatischen Küche.

herzhaft Landfrauen Brunch Der Brunch ist ein ausgiebiges Frühstück, das meist bis in den Nachmittag hinein dauert. Da wird üppig aufgetischt. Vor allem Selbstgemachtes. Das stimmungsvolle Buch liefert nicht alltägliche Rezepte: vom Buttergipfeli über den Kartoffel-Speck-Zopf bis zum Bärlauch-Spiralbrot. Auch süsse Konfitüren und deftige Brotaufstriche, Rösti, Käse­ kuchen, Biskuits und Torten fehlen nicht.

NACHHALTIG Green Gourmet. Frische, saisonale und moderne Gerichte fürs ganze Jahr Die Migros und der WWF bitten zu Tisch – und an den Herd. «Green Gourmet» heisst das Kochbuch, «Gesund und nachhaltig kochen und einkaufen» das Motto. Denn die Zutaten der Rezepte stammen fast alle aus dem Migros-Sortiment. Klassiker wie Lammkoteletts und Kartoffelsalat verführen genauso wie vegetarische Tofuwürfel mit Trauben.

traumhaft Draussen geniessen Rose Marie Donhauser Jetzt ist die schönste Zeit, um draussen zu schlemmen, zu geniessen oder zu grillieren. Das Buch liefert wunderbare Rezepte: vom Basilikumsüppchen mit Parmesan über Brioches mit Himbeerquark bis zum selber geräucherten Lachsfilet vom Grill. Auch Anregungen für ein Sommerbuffet gibts. Alles wunderbar leicht. Genau das, was einem an heissen Tagen besonders gut schmeckt.

Fona CHF 24.90

In der Migros erhältlich CHF 29.–

Kosmos CHF 34.90

Fotos HO

Picaverlag CHF 38.–

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Schweizer Illustrierte al dente

Dorling Kindersley CHF 42.90


Test

 BÜNDNERFLEISCH Eine Schweizer Spezialität

Nur das aus dem Bündnerland ist echt

Fotos Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Die Fleischtrocknereien Schiess, Mani und Grischuna in Churwalden GR habens im Griff: Sie machen das beste Bündnerfleisch. Der Name sagts – Bündnerfleisch ist eine Spezialität aus dem Kanton Graubünden. Und nur von dort! Denn das Fleisch ist eine eingetragene Marke mit registrierter und geschützter geo­ grafischer Angabe (GGA). «al dente» testete zehn Marken, denn Unterschiede gibts trotzdem. Das liegt einerseits am Rohprodukt, wofür gemäss Vorschrift vier magere Stücke vom Rind verarbeitet werden dürfen: Eckstück, Unterspälte, runder Mocken und flache Nuss. Anderer­ seits an der Herkunft der Fleischstücke, die zwar nicht vorgeschrieben ist, aber auf der Verpackung deklariert sein muss. Bündnerfleisch wird ohne technische Hilfsmittel hergestellt und zählt pro 100 Gramm nur 200 Kalorien. Zuerst erfolgt die sogenannte Pökelung: Die rohen Fleischstücke werden mit Kochsalz, Gewürzen und Salpeter in Behälter geschichtet und während drei bis fünf Wochen gekühlt gelagert. Danach kommen die Fleischstücke über mehrere Wochen in Trocknungsräume, deren Luftfeuchtigkeit und Wärme mit Öffnen oder Schliessen der Fenster reguliert werden. Eine mehrmalige Pressung dient der besseren Verteilung der im Innern vorhandenen Flüssigkeit und der recht­ eckigen Formgebung. Sarah Rieder bereits vorgeschnitten ist Bündnerfleisch in den praktischen Verpackungen. Und sofort servierbereit.

Preis je 100 g Gesamtpunkte Durchschnitt Heinz Künzli Inhaber der Metzgerei Künzli, Stallikon und Zürich

Martin Schaad Inhaber der Metzgerei Schaad, Flüh SO

Roger Häcki Geschäftsführer Ethno & Company AG, Winterthur

Mario Pawlik Wein­degustator und -journalist, Basel

René Zimmermann Gastwirt Wirtschaft Neumarkt, Zürich

Albi von Felten Gastgeber Landhotel Hirschen, Erlinsbach AG

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ALBERT SPIESS

MANI

GRISCHUNA

Trocknerei in Churwalden; Manor, Marinello u. a.

Trocknerei in Churwalden; Kauff­­mann Metzgereien, Jelmoli u. a.

Trocknerei in Churwalden; Spar u. a.

1 kg CHF 120.– 1 kg CHF 112.–

1 kg

12.–

11.20

7.90

99

98

96

16,5

16,3

16

Schöne Optik, guter Biss, feiner Geschmack

Gute Farbe, weicher Biss, sehr guter Geschmack

Sehr schöne Farbe, optimaler Biss, sehr guter Geschmack

16 PUNKTE

16 PUNKTE

19 PUNKTE

Schön und sehr aromatisch

Schöne Farbe, etwas artfremder Geschmack

Schöne Farbe, etwas trocken, leicht säuerlich im Geschmack

18 PUNKTE

15 PUNKTE

14 PUNKTE

Guter Biss, würziger, voll anhaltender Geschmack

Feine Nase, guter Biss, voller Geschmack

Dezente Farbe, sehr guter Biss, schön abgerunde­ ter Geschmack

15 PUNKTE

17 PUNKTE

18 PUNKTE

Etwas trocken, ausgewogene Würze, typischer Geschmack

Feine Nase, saftig im Biss, ausgewogener Geschmack

Auffälliger Muffton, säuerliche Fleischnote

16 PUNKTE

18 PUNKTE

14 PUNKTE

Dezent gewürzt, gutes Fleischaroma

Fleischig, kräftige, aber ausgewogene Würzung

Dunkler Ton, kaum gewürzt, leicht süsslich, verhaltene Aromatik

17 PUNKTE

16 PUNKTE

14 PUNKTE

Guter Biss, ausgewogene Aromatik, typisches Bündnerfleisch

Helles Rot, gleichmässig getrocknet, harmonisch im Geschmack

Dunkelrote Farbe, guter Biss, feine würzige Aromen

17 PUNKTE

16 PUNKTE

17 PUNKTE

CHF 79.–


ALDI

FIDELIO BIO

Schweizer Fleisch, keine weiteren Angaben

Trocknerei Brügger, Parpan; ZentrumMetzg Windisch, Marinello u. a.

PRO MONTAGNA

SWISS PRIM TRAITAFINA

Berg-Bündnerfleisch; Coop

Trocknerei Sulai in Churwalden, Tel. 062 885 22 22

1 kg CHF 69.90

1 kg CHF 138.–

1 kg

7.–

13.80

93

GLOBUS BIO ORGANIC

MIGROS BIO

HEIDI

Trocknerei Grischuna, Churwalden

Berg-Bündnerfleisch Migros

1 kg CHF 114.70

1 kg

1 kg

8.40

11.50

9.40

8.40

13.90

92

90

88

87

86

77

15,5

15,3

15

14,7

14,5

14,3

12,8

Fällt etwas auseinander, gut getrocknet, guter Geschmack

Schöne Farbe, guter Biss, etwas fader Geschmack

Etwas dunkel und hart, aber typischer Geschmack

Mager, sehr gute Farbe und gut getrocknet, typischer Geschmack

Gute Farbe, etwas gummig, flach im Geschmack

Gut in Farbe und Biss, etwas salzig, sonst typisch

Dunkle Farbe, nicht optimal getrocknet, nichts Spezielles

17 PUNKTE

14 PUNKTE

14 PUNKTE

18 PUNKTE

14 PUNKTE

14 PUNKTE

11 PUNKTE

Unregelmässige Farbe, weicher Biss, leicht bitter im Geschmack

Grosse Stückteilung, etwas fader Geschmack mit süsslicher Note

Unregelmässige Farbe, saftiger Biss, ausgewogener Geschmack

Blass, etwas gummig, artfremde Würzung

Schöne Farbe, guter Biss und Geschmack

Schöne Farbe, guter Biss, etwas rezenter Geschmack

Dunkle Farbe, leichte Rauchnote, artfremde Würzung

13 PUNKTE

15 PUNKTE

17 PUNKTE

14 PUNKTE

15 PUNKTE

16 PUNKTE

12 PUNTE

Feine Oberfläche, leicht zerrissen, gut im Biss, kräftiges Aroma

Farbe i. O., sehr fein, dezentes Aroma, mild

Sehr dunkle Farbe, etwas zäh, würziges Aroma

Farbe i. O., etwas trocken, guter Biss etwas salzig

Farbe und Biss i. O., gute Würzung, etwas pfeffrig

Etwas faserig, fester Biss, etwas salzig

Dunkle Farbe, salzig, eher MostbröckliGeschmack

16 PUNKTE

16 PUNKTE

14 PUNKTE

16 PUNKTE

15 PUNKTE

14 PUNKTE

13 PUNKTE

Auffällige Bitternote, kräftige Würze

Durchzogenes Fleisch, etwas süsslich in der Nase, verhalten gewürzt

Sehr dunkle Farbe, etwas zäh, auffällige Wacholdernote

Unsauberer Fleischgeruch, erinnert an Wurstgewürz

Leicht trocken, etwas ausdruckslose Würzung mit Bitternote

Leichter Muffton, etwas zäh und salzig

Sehr dunkel, Weinnote, stark überwürzt

15 PUNKTE

15 PUNKTE

15 PUNKTE

12 PUNKTE

14 PUNKTE

14 PUNKTE

13 PUNKTE

Wenig fleischig, blumige Würze

Feine Struktur, schöner Fleischgeschmack, dezent gewürzt

Dunkler, unregelmässiger Farbton, etwas dumpfe Fleischaromatik

Fleischig im Gaumen, etwas irritierende Wurstwürzung

Etwas teigige Struktur, dezente, eigenwillige Würzung

Etwas trocken, Champignonnote, kräftige, salzige Würzung

Unregelmässig getrocknet, strohig, Holzwürze

14 PUNKTE

18 PUNKTE

13 PUNKTE

14 PUNKTE

15 PUNKTE

13 PUNKTE

13 PUNKTE

Dunkelrote Farbe, guter Biss, feine Würze, leichte Wacholdernote

Stark marmoriert, gut im Biss, typische Trockenheit, wenig aromatisch

Dunkelrote Farbe, leicht marmoriert, guter Biss, feine Aromen

Helle Farbe, gleichmässige Trocknung, guter Biss, etwas spezielle Würzung

Hell und leicht marmoriert, kräftig in Biss und Würzung, zu viel Wacholder

Dunkle Farbe, guter Biss, gute Nase, etwas salzig im Geschmack

Farbabstufungen, ungleichmässig getrocknet, mittelkräftiges Aroma

18 PUNKTE

14 PUNKTE

17 PUNKTE

14 PUNKTE

14 PUNKTE

15 PUNKTE

15 PUNKTE

CHF 84.–

CHF 94.–

CHF 84.–

Trocknerei Mark in Schiers

1 kg CHF 139.–

Im Blindtest wird nach dieser Bewertungsskala benotet: 19–20 hervorragend, 17–18 sehr gut, 15–16 gut, 13–14 ordentlich, 11–12 unbefriedigend, 10 atypisches Produkt

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5 Minuten … über BURRATA Martin Dalsass Für den 18-Punkte-Koch ist Burrata eine wunderbare Delikatesse. Schon seit vielen Jahren. Diesen Sommer noch tischt er den Burrata im Restaurant Santabbondio in Sorengo TI auf, mit ein paar Tropfen Olivenöl und etwas Basilikum (www.ristorante-santabbondio.ch). Im Winter übernimmt Dalsass das «Talvò» in St. Moritz Champfèr (www.talvo.ch).

Das ist wohl eher etwas für Fortgeschrittene. Was empfehlen Sie Burrata-Einsteigern? a Burrata alleine ist schon eine Delikatesse. Also sollte er so einfach wie möglich genossen werden. Mit ein bisschen Basilikum vielleicht und ein paar Tropfen Olivenöl. Welches Olivenöl ist ideal? a Sehr gut passt ein sizilianisches, das nach Tomaten schmeckt. Aber da der Käse sehr cremig ist, passt auch ein sehr kräftiges Olivenöl. Das von Bertarello aus Lazio zum Beispiel, das ist sehr schön grün, nur aus Canino-Oliven gemacht. Es unterstreicht die Cremigkeit des Käses noch mehr, macht sie noch intensiver.

Was ist Burrata genau? a Burrata ist ein Frischkäse, verwandt mit dem Mozzarella. Entstanden ist er um die 1920er-Jahre. Denn um die Butter länger haltbar zu machen, wurde sie damals mit Mozzarella umhüllt und zu einem Säckchen geschnürt. Meistens auch noch in Blätter verpackt. Maisblätter zum Beispiel. Burrata schmeckt übrigens auch heute am besten, wenn er nicht im Kühlschrank gelagert wird. Und wie schmeckt der Käse? a Einzigartig. Ein bisschen nach Mozzarella natürlich. Aber der butterweiche, fliessende Kern ist ein intensives Geschmacks­erlebnis. Burrata heisst übrigens übersetzt gebuttert. Wird er geschnitten oder im Säckchen ser viert? a Burrata muss innen regelrecht fliessen. Dann schmeckt er wunderbar. Am besten schneidet man die Kugel in vier Teile. Das sieht sehr dekorativ aus. Wie ser vieren Sie Burrata Ihren Gästen? a Ich mische ihn gern unter ein Thunfisch-Tatar oder ein Tatar vom Fassone-Rind aus dem Piemont. Das Cremige, das Zarte passt sehr gut dazu.

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Kann Burrata denn auch erwärmt werden? a Erwärmen würde ich nicht empfehlen. Aber unter die Pasta kann er beispielsweise gemischt werden. Allerdings erst im letzten Moment. Sie wechseln im Dezember von Sorengo nach St. Moritz. Wird Burrata im «Talvò» auch auf der Karte stehen? a Aber selbstverständlich! Isabel Notari

Burrata Den Käse gibts in Säckchenform, er sollte ganz frisch genossen werden. Fotos Herbert Lehmann / StockFood, HO

Burrata, ein Frischkäse, ist der neue Star der Food-Szene. Auch in der Schweiz? a Ja, im Norden scheint eine richtige Welle ausgebrochen zu sein. Aber hier im Tessin haben wir ihn natürlich schon immer serviert. Er ist ja nichts Neues, stammt aus dem Nachbarland Italien – aus Apulien und Neapel kommt der beste Burrata.

Muss Burrata gewürzt werden? a Nein, wer will, kann etwas Pfeffer drantun. Und wer den Käse mit sonnengereiften Fleischtomaten serviert, muss die natürlich etwas salzen. Aber der Käse selber hat genug Eigengeschmack. So schlicht wie möglich geniessen – dann kann man sich dem Burrata nicht entziehen. Und wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, möchte künftig sogar die Pizza mit der Delikatesse belegen.


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