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11. Juni 2011 CHF 4.50

Miss Schweiz

Die 12 kandidatinnen Wer sie sind. Wie sie wohnen. Wen sie lieben.


Inhalt 48

u 1785 Kilometer weg von Zu hause Arbeiten, wo andere Ferien machen! Fussballprofi Pajtim Kasami aus Winterthur gehört in Palermo zu den Top-Stars.

Titelblatt: Fotograf Thomas Buchwalder; Kleider: H & M; Make-up: Brigitte Aeschbach, Brigitte Otto und Daniela Koller für Time; Haare: Coiffure Valentino; Styling: Luisa Rossi, Inhalt: Hervé Le Cunff

HEFT 24, SamsTAG, 11. Juni 2011

Titel 13

Wer wird Miss Schweiz? Exklusiv: Hausbesuch bei jeder der 12 Finalistinnen. Wie sie leben, wen sie lieben

Leute 7 8

44 48 53

Tagebuch von Nik Niethammer Leute Jana Caniga & Dieter Burkhalter, Daniela & Paddy Kälin, Verena & Benedikt Weibel Corinne Hofmann So lebt die «weisse Massai» in ihrem neuen Haus im Tessin Pajtim Kasami Der U21-Star ist reif für unsere Nati an der WM in Brasilien 2014 Mike Schmid Das Comeback! So unterstützt das Vaterland den Spitzensportler schweizer illustrierte

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Inhalt Party 11

Alpensymposium Zürich

Atom-Ausstieg? 42

Rolf Büttiker Interview der Woche: Der Solothurner FDP-Ständerat sagt, warum er der Atomkraft die Treue hält

Shopping 57

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 69 70

u Die Weisse Massai – zurück in Afrika Bestsellerautorin Corinne Hofmann zeigt ihr neues Haus im Tessin. Und: Sie erzählt von der Reise ihrer Tochter zu ihrem Vater – dahin, wo vor 20 Jahren ihr Leben eine dramatische Wendung nahm.

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Alternative Medizin Klopfen gegen Angst und Stress: die emotionale Akupunktur! Thermage Mit Wärme – das sanfteste Lifting, seit es die Hautalterung gibt! Pilates-Yoga Keiner zu klein für das Workout – das Körpertraining für Kids!

Die Besten 75

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 81

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 52 98

Fotos Remo Nägeli, HO, Bruno Voser

92 96

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u Heirat! In ihrer neuen Heimat

Grenada hat TV-Star Jana Caniga jetzt auch ihr privates Glück gefunden.

Notabene von Peter Scholl-Latour Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Horoskop Leserbriefe/Impressum

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u Zeitsoldat Skicross-Olympiaheld Mike Schmid lebt gern im Feld. Dank der Armee kann er richtig gut trainieren.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Ungebrochene Leidenschaft Miss Schweiz Wir geben es gerne zu: Wir

Fotos Marcel Nöcker, Aurelia Forrer, Tatjana Wais

Nik Niethammer, Chefredaktor

Tour de Suisse SI-Reporterin Aurelia Forrer (Bild ganz oben, 2. v. l.) und Fotograf Marcel Nöcker besuchten die zwölf Miss-Schweiz-Kandidatinnen zu Hause. Ihre Reise führte sie über 2000 Kilometer von Genf bis Büblikon, von Breganzona bis Winkel bei Zürich. Kandidatin Julia Marinkovic posierte an der Genfer Seepromenade (ganz oben), Michelle Koch am Vertikaltuch (Mitte), und Lorenza Castella stieg fürs Shooting in Quartino TI gar in den Dorfbach.

sind die Sachverständigen für Missen-Fragen. Die Schweizer Illustrierte ist stets dabei, wenn die Jury sich beim alljährlichen Casting über Dutzende Dossiers beugt und die Kandidatinnen im Bikini aufmarschieren lässt. Unsere Reporter und Fotografen sind die ersten Journalisten, die die Finalistinnen zu Hause besuchen und Freund, Eltern, Hund und Hobbys kennenlernen. 1973 berichtete die SI erstmals ausführlich über die Wahl der Miss Schweiz. Sie fand in Genf statt. «Weil ein chronischer Mangel an Mädchen herrschte, organisierte der Veranstalter auch gleich die Mehrzahl der Kandidatinnen», notierte SI-Reporter Peter Höltschi am 21. Mai. Man hatte eine Genfer Foto­­modellAgentur angerufen und gebeten, eine Auswahl vorbei­zuschicken – unter ihnen wurde dann die Vorwahl getroffen. Damit die Wahl nicht zur «Miss Suisse romande» verkam, liess der Veranstalter die welschen Frauen unter ihren Heimatkantonen starten – so war auch Schaffhausen vertreten und Bern und sogar Appenzell. Den Abend der Entscheidung beschrieb Höltschi damals so: «Die Mädchen waren nervös und hielten sich tapfer. Natürlich gab es Tränen. Das Publikum applaudierte. Die Nachtclub-Tänze­rinnen sprachen in den Garderoben ihren neuen Kolleginnen gut zu. Und morgens um drei Uhr war Barbara Schlötti erkoren.» Die 19-jährige Schlötti hatte für zwei Tage die Handelsschule geschwänzt, um an der Wahl teilzunehmen. Ihr Vater, ein Deutschschweizer Kaufmann in Lausanne, Major und «ent­ schiedener Gegner von Langhaarigen und Linken» (Höltschi), sah im neu gewonnenen Ruhm seiner Tochter vor allem einen patriotischen Sinn: Er werde seine Tochter in den militärischen Frauendienst stecken, diktierte er dem SI-Reporter ins Notizbuch. «Wenn die schönste Schweizerin Militärdienst leistet, wird das einschlagen wie ein Blitz», so der Vater. Unsere Leidenschaft für Missen-Geschichten ist unge­ brochen. Wir nehmen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in dieser Ausgabe mit auf eine Tour de Suisse der besonderen Art: Lernen Sie die Kandidatinnen der Wahl 2011 von ihrer ganz privaten Seite kennen. Aufwendig inszeniert von SI-Fotograf Marcel Nöcker, liebevoll porträtiert von SI-Reporterin Aurelia Forrer. Für die Statistiker unter Ihnen: Das Durchschnittsalter der zwölf Kandidatinnen beträgt 19,9 Jahre. Drei sind blond, sieben brünett, zwei haben schwarze Haare. Ihre Durchschnittsgrösse: 175,4 Zentimeter. Acht sind liiert, vier Single. Zwei stammen aus der Westschweiz, zwei aus dem Tessin, acht aus der Deutschschweiz. Eine junge Frau arbeitet als Taxifahrerin, eine spricht Twi, eine ist vierfach tätowiert. Die zwölf Schönsten der Schweiz. Wer sie sind. Wie sie wohnen. Wen sie lieben – ab Seite 13. Ich wünsche Ihnen viel Spass mit Ihrer Schweizer Illustrierten! Oder mit der SI-App (erhältlich für CHF 4.40 im iTunes Store. Neu auch im Monatsabo für CHF 9.90 oder im 3-Monats-Abo für CHF 28.–). Auch die SI-App kümmert sich um die Miss-Wahl 2011. Auf dem Cover der iPad-Ausgabe zeigen wir die Finalistinnen als sogenanntes «Morphing». Dazu eine Kandidatin in der 360-Grad-Ansicht. Und wer genau wissen will, wie seine Favoritin wohnt, kann ihr Zimmer vergrössern und sich auf die Suche nach Details machen.

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leute

wer liebt wen

Liebesnest und Liebesfrust u Auf San Diego folgt

Rocco Ernesto. Kreativität in Sachen Kindernamen kann man dem deutschen Fernsehstar Verona Pooth (früher Feldbusch) nicht absprechen. Der 53 Zentimeter grosse und 3200 Gramm schwere Junge kam vergangene Woche zur Welt. Seinen ersten Vornamen bestimmte sein 7-jähriger Bruder, den zweiten haben Verona und ihr Mann Franjo, 41, in Erinnerung an Grossvater Ernst gewählt. u Sex-Ikone ohne Mann?

Foto Nutmeg Pix (3), Action Press / Dukas, EPA / Keystone, Rex Features / Dukas

Uschi Obermaier, 64, klagt über fehlende Liebe: «Es ist mein Lebens­ thema, dass ich nie einen Mann finde, der total zu mir hält.» Die Liebhaber der ehemaligen Bewohnerin der Kommune 1 hiessen nach Rainer Langhans Jimi Hendrix, Keith Richards und Mick Jagger. «Das ist echt ein Problem, in den Schuhen soll mal jemand gehen!», sagt sie. Und findet Sex ohne Liebe plötzlich nur noch traurig und verzweifelt.

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u Prinz William, 28, und Kate, 29, beziehen ein neues Liebesnest. Zusätzlich zu ihrem Haus in Wales residieren sie künftig im Kesington-Palast in London. Dort hatten William und Bruder Harry nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter Diana gelebt. In der offiziellen Mitteilung aus dem englischen Königshaus heisst es, dass ihnen ein anderes Apartment hergerichtet wird.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Ines Torelli u Fabian Cancellara u Luca Ruch u Isabelle von Siebenthal und Hans Schenker schweizer illustrierte

Seit elf Jahren sind Jana Caniga und Dieter Burk­ halter ein Paar. Vergangenes Wochenende geben sie sich das Ja-Wort.


Jana Caniga & Dieter Burkhalter

Hochzeit im Inselparadies u Sanft schaukelt die «Calico» auf den Wellen. An den Masten flattern farbige Bänder, als sich Jana Caniga, 50, und ihr langjähriger Freund Dieter Burkhalter, 47, das Ja-Wort geben. Ein azurblauer Himmel, angenehme 30 Grad und eine Bowle mit tropischen Früchten versetzen die 120 geladenen Gäste in Hochzeitsstimmung. Das Brautpaar küsst sich unter einem aus Palmenblättern geflochtenen Bogen, geschmückt mit tiefroten BougainvilleBlüten. «Es ist genau so traumhaft, wie wir es uns zusammen ausgedacht haben», schwärmt Jana Caniga. Seit sechs Jahren lebt das Paar auf der Karibikinsel Grenada, wo es nebst einem Jachthafen die Hotelanlage Le Phare Bleu aufgebaut hat. Dabei kämpften sie mit Banken, Baggerführern und einem benachbarten Millionär, der ihnen das Leben schwer machen wollte. Trotzdem: Hier in ihrem Inselparadies wollen sie gemeinsam alt werden. Vor ein paar Wochen beantragten sie die grenadische Staatsbürgerschaft. Die Trauung zwischen der ehemaligen «10 vor 10»-Chefin und dem Unter­ nehmer gestaltet John. Der Freund des Paares ist ein alter Seebär und hat eigens für diesen Anlass eine sogenannte Heiratslizenz erworben. Jana trägt ein Seidenkleid mit funkelnden SwarovskiSteinen. Den Schnitt entwarf Rosmarie Amacher, den Stoff Jakob Schlaepfer. Der Bräutigam passte sich in seinem blauen Leinenhemd und den türkis­ farbenen Slippern seiner Braut an. Als sich das Paar vor allen Gästen gegenseitig

und mit einem knallroten In einem bunten Seidenkleid reitet Jana Caniga zur sch Brautstrauss in der Hand ihrer Bucht auf Grenada. Zeremonie auf dem Schiff in

seine Liebe gesteht, können selbst Sonnenbrillen die Tränen nicht mehr verbergen. Der tosende Applaus ist das Schlussbouquet einer speziellen Feier. «Es hat einfach alles gestimmt. Dieter ist und bleibt die beste Entscheidung meines Lebens», sagt Jana Caniga. Auch für Dieter Burkhalter steht fest: «Ein Leben ohne Jana ist für mich gar nicht mehr vorstellbar.» Der Entscheid zu heiraten entstand allerdings wenig romantisch. «Wenn du schon wieder ein Schiff kaufst, dann musst du mich aber darauf heiraten», droht Jana ihrem Liebsten im Januar. Er kauft das Boot, und zwei Tage später macht er ihr einen Heiratsantrag. Jana Caniga: «Natürlich habe ich Ja gesagt.» Mit einem Schlemmerbuffet verwöhnt der Schweizer Koch Ueli Borer, vormals Parkhotel Waldhaus in Flims, die mehrheitlich grenadischen Gäste. Aus der Schweiz sind rund zwanzig Familien­angehörige und enge Freunde des Hochzeitpaares angereist. Janas Vater Josef hebt zu später Stunde stolz das Glas auf seinen neuen Schwiegersohn. Und auch Dieters Mutter und seinen Bruder Patrick freut es, dass Jana jetzt endlich richtig zur Familie gehört. Dieters Vater, Investor des Resorts Le Phare Bleu, kann das Fest leider nicht miterleben. Er verstarb letztes Jahr, und seine Asche wurde vor der Bucht dem offenen Meer übergeben. «So ist er irgendwie auch immer ein bisschen anwesend», sagt das frisch vermählte Paar. Bleibt noch die Frage nach der Hochzeitsreise: «Wir haben einen dreiwöchigen Segeltörn in der Karibik geplant. Ist ja gleich um die Ecke.» anna palatina

Ein Herz und eine Seele: Die kleine Jenille ist Dieters Göttimeitli und wird von Jana mit grosser Hingabe gehütet. schweizer illustrierte

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leute

paddy kälin

In der Frauen-WG Auf dem Spielplatz zu Hause in Henggart ZH: Sportmoderator Paddy Kälin mit Frau Daniela und den Töchtern Mia (r.) und Sanni.

u Nun herrscht wieder etwas mehr Ruhe im Alltag von Paddy Kälin, 35. Zuvor sorgte sein drei Monate altes Töchterchen Sanni für Turbulenzen – sie litt unter Koliken. «Jetzt hat sie sich aber gut eingelebt.» Seit vergangenem Herbst moderiert der «sportaktuell»-Moderator abwechselnd mit Steffi Buchli die «sportlounge». Die Kinderbetreuung übernimmt zum grösseren Teil Paddy Kälins Frau Daniela, 30. Sie freut sich, dass sich Sanni und ihre ältere Schwester Mia, 2, gut verstehen. «Nach dem Aufstehen möchte Mia als Erstes zu Sanni.» Seine beiden Töchter und Daniela bezeichnet Paddy Kälin stolz als seine Frauen-WG. «Wenn sie irgendwann einmal alle drei gleichzeitig loslegen, werde ich wohl das Weite suchen.» Daniela zivadinovic

Verena & Benedikt Weibel

Fotos Malu Barben, Sacha Geiser, Keystone, tilllate.com

Die Vorkämpferin

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u Das

schöne Geschlecht auf der Überholspur. Am 19. Juni feiert der Frauenlauf in Bern das 25-Jahr-Jubiläum. «Früher war der Laufsport noch Männersache. Jacqueline Ryffel und ich wollten den Frauen die Türe öffnen», sagt Initiantin Verena Weibel, 62. Support erhielt die Spitzenläuferin auch von ihrem Ehemann Benedikt, 64. Der ehemalige SBB-Chef fungierte als Streckenposten. Die Söhne David und Xavier spielten den Part der Ehrenboys. Sportlich enteilte Verena ihrem Gatten: Auf der Marathon-Distanz (Bestzeit 2:55) nahm sie ihm über eine halbe Stunde ab. In diesem Sommer gilt für die beiden die gleiche Marschtabelle. Sie reisen von Istanbul nach Bern – mit dem Velo. tre schweizer illustrierte

Türöffner: Verena und Benedikt ­Weibel im Berner Neufeld.


Party

Von ihrem Fit-4-future profitieren 250 000 Kids: Gut gelaunt am Alpensymposium: Joschka Boris Becker (l.), Hans-Dieter Cleven. Fischer, Gastgeber Oliver Stoldt (r.). Brosche als Statement: die frühere US-Aussenministerin Madeleine K. Albright mit Schmetterling. «Das bedeutet, dass ich happy bin.»

Die Stargäste ­lieben die Schweiz

Alpensymposium in Zürich Am Stand von Maurice Lacroix macht er auf coolen MarkenBotschafter: Musiker und «Live Aid»-­Initiant Bob Geldof.

Ein Hoch auf die Schweiz: Hermann Scherer, Tatjana Strobel.

A

us Problemen entstehen Unternehmen. Oder: Nicht China und Indien sind die grösste Weltmacht, sondern die Frauen! Mit solchen Weis­ heiten bringt Hermann Scherer, von Beruf Mutmacher und Blickveränderer, die 450 Gäste am Alpensymposium in Zürich in Stimmung. Seit einem Jahr lebt der Bayer in Herrliberg ZH: «Ich finde die Schweiz grossartig.» Auch der deutsche Ex-Aussenminister Joschka Fischer sympathisiert mit der Schweiz und ihrer Sonderrolle in Euro­ pa, sagt aber: «Die Eidgenossenschaft macht sich kleiner, als sie ist. Ihr Einfluss ist sehr viel grösser.» Eine KanzlerKandidatur lehnt er ab: «Es ist vorbei. Es ist nicht mehr meine Zeit.» Im Gespräch mit Moderatorin Susanne Wille ist Fischer für einmal gut gelaunt. Nicht so Bob Geldof. Er hält zwar eine engagierte Rede über die wirtschaftlichen Chancen Afrikas. Als Wille jedoch kritisch nachfragt, gibt sich Geldof genervt: «Darüber habe ich nun eine Stunde gesprochen. Haben Sie nicht zugehört?» Versöhnlicher ist Madeleine Albright: «Ich liebe die Schweiz, bin hier zur Die Chefs von Maurice Lacroix, Helsana und Canon (v. l.): Schule gegangen und glaube an die Kraft von Kleinstaaten.»

Martin Bachmann, Daniel Schmutz, Markus Naegeli.

Text stefan regez, Fotos fabienne bühler

Rose

kaktus

Erna Fischbacher Fahnenschwingerin u Am Eidgenössischen Jodlerfest vom 16. bis 19. Juni in Interlaken BE hat sich fürs Fahnenschwingen erstmals eine Frau qualifiziert. Erna Fischbacher tritt gegen 169 Männer an. Seit sieben Jahren schon wedelt die Thurgauerin ihre Fahne wettkampfmässig durch die Luft. Klar gibts hin und wieder etwas Männer-Gemurre, doch Erna hält ihre Fahne unbeirrt hoch. Für ihren Pioniergeist und Durchhaltewillen und die Courage gibts von uns ein Geschenk. Aber bitte, Frau Fischbacher, nicht herumwedeln, nicht werfen – unsere Rose einfach nur still und senkrecht in eine Vase stellen.

Angela Martini Schweizer Model u Ups, dieser Auftritt ging zünftig ins Höschen! Obwohl, eigentlich war ja gar keines da. Im Abendkleid und «unten ohne» marschierte das Schweizer Model Angela Martini über den roten Teppich der CFDA Fashion Awards in New York. Lächelte selbstbewusst in die Kameras, während diese längst auf ihr, sagen wir mal, unteres Gesicht gerichtet waren. Liebe Frau Martini, so «födleblutt» rumzulaufen, ist in gewissen Schweizer Regionen verboten. Von uns erhalten Sie internationales Nacktwanderverbot. Und obendrein – hüllenlos und stachlig – unseren Kaktus! schweizer illustrierte

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miss schweiz

Wer ist die Schönste?

Ashley Balmer, 19

Kristina Bazan, 17

Alina Buchschacher, 19

Simone Casanova, 24

Lorenza Castella, 18

Giada Cattaneo, 22

Priska Erni, 21

Julia Flückiger, 23

Jessica Haag, 20

Cleo Heuss, 18

Michelle Koch, 19

Julia Marinkovic, 19

Eine Tour de Suisse der anderen Art: SI-Redaktorin Aurelia Forrer und Fotograf Marcel Nöcker zu Besuch bei allen 12 Finalistinnen der Miss-Schweiz-Wahl 2011. Die Reise führt von Genf bis Büblikon, von Bern über Ruswil und Breganzona bis Winkel bei Zürich.

zum Meherma: Th eizer-

chw w w w.s ier te.ch t s illu r

schweizer illustrierte

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Ihr Hobby

Zuerst beim Theater, später als Mitglied einer Musikband: ­Kristina Bazan steht leidenschaftlich gern auf der Bühne.


miss schweiz

Die Modebewusste Kreativ und ehrgeizig: Sie liebt es, zu posieren und zu zeichnen. Kristina Bazan, 17, ist das Rampenlicht gewohnt und will mal für ein grosses Modehaus arbeiten. Ihr Freund

Ihre Freizeit widmen Kristina und ihr Freund James oft ihrem ModeBlog. Sie posiert, er fotografiert.

Ihr Zuhause

Ob Parfum von Chanel oder Nagellack von Dior: In ­Kristinas Zimmer sind Mode-Labels allgegenwärtig.

u Lange rote Haare, feine Gesichtszüge und Kulleraugen. Von der kleinen Meerjungfrau Arielle war die vierjährige Kristina Bazan so angetan, dass sie zum ersten Mal bewusst zum Zeichenstift griff. Die Figuren von Walt Disney mit ihrer lieblichen Erscheinung zogen Kristina, die damals im US-Bundesstaat Kentucky lebte, in ihren Bann. «Nach Arielle folgte Schneewittchen. Ich liebe schwarze Haare. Die sind so mystisch.» Mittlerweile zeichnet sie keine Märchenfiguren mehr, sondern Modeskizzen. Filme, Bücher und die Leute auf der Strasse sind ihre Inspiration für eigene Ideen und für ihren eigenen Stil. «Ich will niemanden kopieren, sondern einzigartig sein», sagt Kristina Bazan. Dass die Gymnasiastin mit ihren Outfits auffällt und unter den Mitschülern polarisiert, weiss sie. «Ich will einfach ich selbst sein, was ist daran schlecht?» Ob Kleider, Accessoires oder Make-up: Ihre neusten Entdeckungen aus der Modewelt veröffentlicht sie mehrmals pro Woche auf ihrem eigenen Blog kayture.com. Ihr Freund James fotografiert, sie posiert und schreibt. Seit ein paar Monaten verdient sie ihr Taschengeld mit Modeln. Erst kürzlich schaffte sie es auf die Titelseite der Zeitschrift «Femina». «Mein eigenes Gesicht zu sehen, war beeindruckend», sagt sie. Nach dem Gymnasium will Kristina Bazan vielleicht Design studieren oder irgendwann für ein grosses ­Modehaus arbeiten. Und so stehen renommierte Labels wie Chanel, Dior und Alexander McQueen ganz oben auf ihrer Liste. «Hauptsache, ich finde etwas, wo ich kreativ sein kann und nicht ständig im Büro sitze.» Doch zuerst muss sie ihre Maturarbeit schreiben. Das Thema ist die schwarzhaarige Coco Chanel.

Persönlich u Zur person Geboren am 28. Oktober 1993, Skorpion. Die

Gymnasiastin wohnt mit ihren Eltern in Begnins VD u familie Ihre Eltern Yuliya, 36, und Vladimir, 37, stammen aus Weissrussland, wo auch Kristina geboren ist. Das Einzelkind wuchs die ersten vier Jahre in Kentucky (USA) auf, danach in der Schweiz u hobbys Sie sang bis vor Kurzem in einer Band, liebt Zeichnen und schreibt in ihrer Freizeit einen Mode-Blog u liebe Seit einem Jahr mit James, 20, Student, zusammen u body 172 cm, 83-60-90

Kristina kam in Minsk auf die Welt. Ihre Muttersprache ist Russisch.

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Ihr Hobby

Zweimal pro Woche h채lt sich Lorenza Castella mit Schwimmen fit. Zudem verbringt sie gerne Zeit im Garten.


miss schweiz

Die Leseratte Lebensfroh und aktiv: Obwohl ­lorenza ­castella, 18, bereits Miss Svizzera Italiana ist, findet sie innere Schönheit wichtiger.

Ihr Freund

Lorenza zu Hause in Quartino TI mit Freund Oliver. Ihn lernte die Miss Svizzera Italiana in der Schule kennen.

Ihr Zuhause

Die Wände im ganzen Haus, so auch in Lorenzas Zimmer, sind in sonnigen Farben gehalten.

u Der reiche und schöne Dorian Gray besitzt ein Porträt. Dieses altert anstelle von ihm. Alle seine Sünden schreiben sich in das Gemälde ein. Während Gray immer grausamer und massloser wird, bleibt er dennoch äusserlich stets jung und wunderschön. «Das Bildnis von Dorian Gray» – der einzige Roman des Schriftstellers Oscar Wilde – ist Lorenza Castellas absolutes Lieblingsbuch. «Es zeigt, dass die innere Schönheit viel wichtiger ist als die äussere.» Auch sie wird oft auf ihr Äusseres reduziert und mit Eifersucht konfrontiert. «Dabei erreicht man mit Intelligenz viel mehr als mit Schönheit.» Dennoch nimmt sie an Schönheitswahlen teil. Vor ein paar Monaten wurde sie zur aktuellen Miss Svizzera Italiana gewählt. «Es war eine grossartige Erfahrung. Deshalb möchte ich nun auch Miss Schweiz werden.» Ihr Äusseres verrät, dass sie exotische Wurzeln hat. Ihre Mutter stammt aus der Dominikanischen Republik. Die ersten drei Jahre lebte Lorenza mit ihrer Familie auf den Grossen Antillen. «Ich mag meine Augen, Lippen und Haare», sagt sie. Die dunklen Locken hat sie von der Mutter vererbt bekommen, die karibische Leichtigkeit jedoch nicht. «Ich bin sehr schweizerisch, stets pünktlich und habe keinen Rhythmus im Blut – nicht wie meine Mutter.» Als sich ihre Eltern scheiden liessen, fing die kleine Lorenza an zu stottern. «Immer wenn ich vor Menschen sprechen musste, hatte ich Probleme.» Dafür geschämt hat sie sich nicht, sondern über Jahre mit einer Logopädin daran gearbeitet. Und schliesslich hat ihr ihre Schönheit geholfen. «Seit ich Miss Svizzera Italiana bin, stottere ich nicht mehr.» Auch wenn die innere Schönheit für sie wichtiger ist, ein paar Vorteile hatte die äussere für Lorenza trotzdem.

Persönlich u Zur person Geboren am 18. April 1993, Widder. Die Gymnasiastin wohnt mit Bruder Leonardo, 16, Mutter Martina, 48, sowie deren Mann Jean-Paul, 46, in Quartino TI u familie Die Mutter stammt aus der Dominikanischen Republik. Vater Renzo, 57, ist Schweizer. Bei ihm wohnt noch Bruder Geysy, 25 u hobbys Schwimmen, Lesen, Velofahren und Shoppen u liebe Seit eineinhalb Jahren mit Oliver, 19, Gymnasiast, zusammen u body 178 cm, 88-63-92

Die einjäh­ rige Lorenza. «Als Baby hatte ich keine Haare.»

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Die Liebenswerte Neugierig und stark: julia marinkovic, 19, stammt aus Serbien. Ihre Lebensgeschichte klingt wie ein Roman. u Mit weichen, wellenartigen Bewegungen lässt Julia Marinkovic ihren Körper kreisen und ihr pinkfarbenes Tuch im Wind wehen. Auf den ersten Blick erinnert die Genferin an eine Bollywood-Tänzerin. Lange dunkle Haare, grün-blaue Augen und dann dieser Punkt auf der Stirn, direkt in der Mitte. Es ist kein Bindi, sondern ein Mutter-

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mal. Und Julia ist keine gebürtige Inderin, sondern stammt ursprünglich aus Serbien. «Mein Muttermal hat mich nie gestört. Aber die Leute haben diesen Fleck früher irgendwie nicht verstanden», sagt sie. Dass dieser Punkt Muttermal genannt wird, mutet bei Julias Geschichte bei­nahe ironisch an. In Serbien, der Heimat ihrer Eltern,

kommt sie auf die Welt. «Doch nach drei Monaten hat mich meine Mutter verlassen.» Wieso, weiss sie nicht. Wo ihre Mutter ist, auch nicht. «Ich habe sie nie kennengelernt und möchte das auch nicht. Damit habe ich abgeschlossen.» Für Julia Marinkovic gibt es keinen Grund, der rechtfertigt, das eigene Kind im Stich zu lassen. Julia bleibt bei ihren Grosseltern in Cuprija, bis die Schwester ihres Vaters, Jasmina, sie als Vierjährige adoptiert und in die Schweiz holt. Seither leben die zwei in einem Frauenhaushalt, obwohl auch der Vater


miss schweiz

Ihr Hobby

Einmal pro Woche widmet sich Julia Marinkovic dem orientalischen Tanz, den sie seit fünf Jahren ausübt.

Ihre «Tati»

Für ihre Tante Jasmina, die sie adoptiert hat, kocht Julia regelmässig. «Am liebsten mache ich Krevetten.»

Ihr Zuhause

Wenn Julia nicht gerade für die Miss-Schweiz-Wahl Deutsch lernt, malt sie Bilder auf ihrer Staffelei.

Persönlich mittlerweile in Genf wohnt. «Meine Tante ist wie eine Mutter für mich. Wir reden über alles.» So bestimmten sie auch die Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl zusammen. Seit fünf Jahren tanzt die Handels­schülerin mit Leidenschaft. «Dabei fühle ich mich frei. Alles Negative ist vergessen.» Ihre Augen erinnern erneut an eine Bollywood-Diva; die Augen findet auch Julia an sich am schönsten. Denn die hat sie von ihrer serbischen Grossmutter vererbt bekommen.

u Zur person Geboren am 11. Dezem-

Ihre ersten Lebensjahre verbrachte Julia im serbischen Cuprija.

ber 1991, Schütze. Besucht in Genf die Handelsschule, wo sie auch lebt und in einem Schuhgeschäft jobbt u familie Wohnt mit ihrer Tante Jasmina, 52, die sie adoptiert hat. Bis viereinhalb wuchs Julia bei ihren Grosseltern in Serbien auf. Väterlicherseits hat sie einen Halbbruder. Der Vater wohnt ebenfalls in Genf, ihre Mutter kennt sie nicht u hobbys Yoga, orienta­lischer Tanz und Zeichnen u liebe Seit eineinhalb Jahren solo u body 174 cm, 85-63-90


Ihr Hobby

Auf dem Reithof Eldorado in Köniz BE verbringt Alina Buchschacher mehrere Stunden pro Woche. Am liebsten mit Stute Leika.


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Die Duftliebhaberin Zurückhaltend und tierliebend: Als Miss Bern konnte alina buchschacher, 19, das Casting umgehen. Sie steigt direkt ins Rennen ums Krönchen ein. Ihr freund

Alina ist frisch verliebt in Fabien. Zuvor waren die beiden lange Zeit beste Freunde.

Ihr Zuhause

Eine kleine Sammlerin: Neben unzähligen Schuhen liebt Alina Buchschacher Parfums.

u Ein süsslicher Duft erfüllt das Zimmer. Alina Buchschacher öffnet ihre Body­ lotion. Erdbeer-Geschmack. Sie cremt ihre Arme und Beine ein und stellt die Tube zurück ins Regal. Hier stehen über zwanzig Parfumflaschen. Die amtierende Miss Bern hat irgendwann mit dem Sammeln angefangen. «Ich bin ein richtiger Duft-Fan.» Aber sie variiert nicht täglich, hat immer Lieblingsdüfte. Momentan sprüht sie Cool von Ralph Lauren oder White Musk auf ihre braune Haut. Den Teint hat sie von ihrer Mutter geerbt, die aus Trinidad und Tobago stammt. Regelmässig verbringt die Familie Buchschacher Ferien in der Karibik. Für Alina, die von klein auf Englisch spricht, ihre zweite Heimat. Aber wenn sie zurück in der Schweiz ist, wenn sie wieder die Türe zu ihrem Elternhaus in der Stadt Bern öffnet, dann füllt sich ihre Nase mit ihrem absoluten Lieblingsduft: «Dann riecht es nach Heimat und Geborgenheit.» Wenn Alina Buchschacher morgens aufwacht, braucht sie erst mal Ruhe. «Richtig geschwätzig bin ich eh nur bei meinen engsten Freunden», sagt sie. Ihrer Schwester Naëla, 21, vertraut sie zu hundert Prozent. Die zwei Frauen teilen sich alles – «ausser Kleider und Männer». Gemeinsam gingen sie erst ins Ballett, dann ins Tennis, bis sie schliesslich beim Reiten ihr Hobby gefunden haben. Seit sieben Jahren reitet Alina Buchschacher Dressur und absolvierte vor zwei Jahren das Brevet im Springreiten. «Die Pferde beruhigen mich, das Reiten gleicht mich aus.» Und dann wäre da noch etwas, das auch ihre Erdbeer-Bodylotion nicht übertreffen kann: «Wie die Pferde nach dem Ausritt riechen – einfach einzigartig. Irgendwie herzig und vertraut.»

Persönlich u Zur person Geboren am 19. Juli 1991, Krebs. Die Handels-

schülerin und Miss Bern 2011 wohnt mit Mutter Farina, 57, Vater Ulrich, 59, und ihrer älteren Schwester Naëla, 21, in Bern u ­ familie Die Mutter stammt aus Trinidad und Tobago, der Vater ist Schweizer u hobbys Reitet seit sieben Jahren Dressur, und seit zwei Jahren trainiert sie auch Springreiten u liebe Seit Kurzem mit Fabien, 18, Student, liiert u body 171 cm, ­88-60-90

In einem pinken Kleidchen feiert Alina ihren ersten Geburtstag.

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Ihr Hobby

Im Lido di Lugano verbringt Giada Cattaneo oft ihre Freizeit. Zudem unterrichtet sie als Schwimm足lehrerin Kinder.


miss schweiz

Die Mütterliche Hilfsbereit und direkt: Giada Cattaneo, 22, lebt in verschiedenen Welten. Als Model steht die Tessinerin vor der Kamera, als Freiwillige begleitet sie Pilger nach Lourdes. Ihre Freundin

Mit Lucia Colombo (l.) redet Giada Cattaneo über alles. Die zwei sind seit dem Kindergarten beste Freundinnen.

Ihr Zuhause

Giadas Zimmer im Elternhaus in Breganzona TI befindet sich im obersten Stock – mit Sicht auf den Garten.

u Im Märchen «Das Dschungelbuch» hat der ausgesetzte Mowgli Glück. Eine Wölfin adoptiert den Menschenjungen und stellt ihn Wolf Akela, dem Rudelführer, vor. Bei den Pfadfindern in Breganzona TI existierte ebenfalls lange eine Akela: Giada Cattaneo. «Sie gaben mir den Namen, weil ich sehr mütterlich bin und allen helfen möchte.» Als Leiterin umsorgte sie die Jüngeren. Sie liebte es, als Pfadfinderin auf dem Boden zu schlafen und in die Berge zu gehen. Vor vier Jahren jedoch zog es die Rudelleiterin für ihr Psychologie-­Studium nach Fribourg. Aus der Pfadfinderin wurde eine Studentin, die während der Sommer­ ferien Kinder im Schwimmen unter­ richtet und im Winter als Hilfs­ skilehrerin aktiv ist. «Ich liebe Kinder. Sie sind spontan, sorglos und kennen keine Grenzen.» ­Prägend war ihre Pilgerreise mit alten Leuten nach Lourdes. Neben ihrer Grossmutter Carmen begleitete sie damals kranke Leute an den Wallfahrtsort in Frankreich. Im selben Jahr gewinnt Giada in Italien den Model-Contest «Look of the year» und wird zur Miss Svizzera Italiana gewählt. «Ich weiss, es passt nicht zusammen, doch dies sind alles Seiten von mir», sagt die ehemalige Schülerin eines katholischen Gymnasiums. «Lourdes ist sehr emo­tional und gibt mir Energie. Dinge wie Prüfungsstress, die ModelWelt oder Liebeskummer verlieren an Bedeutung.» Schwimm­lehrerin, Model, Studentin, Pilgerin – und irgendwann auch Mutter. Da ist sich Giada Cattaneo sicher. Dann, wenn Akela aus Breganzona ihren Traummann mit grünen Augen, Charme und Lockenpracht gefunden hat.

Persönlich u Zur person Geboren am 16. Juni 1988, Zwillinge. Während der Semester lebt die Psychologie-Studentin in einer Dreier-WG in Fribourg u familie In den Ferien wohnt sie bei den Eltern Cristina, 54, und Roberto, 61, sowie Bruder Simone, 17, in ­Breganzona TI u hobbys Dreimal pro Woche geht sie ins Fitness. Im Winter ist sie Hilfsskilehrerin, und im Sommer gibt sie Schwimmunterricht u liebe Giada ist seit vier Monaten Single u body 176 cm, 86-60-90

Miss Pink: Giada ­Cattaneo im Alter von zwei ­Jahren.

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Ihr Hobby

«Beim Hip-Hop-Tanzen kann ich die Seele baumeln lassen», sagt Simone Casanova, die früher auch traditionellen Volkstanz trainierte.


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Die Feinfühlige Pünktlich und sensibel: Durch den Tod ihrer Mutter hat Simone casanova, 24, ihren Traumberuf gefunden – Krankenschwester.

Ihr Freund

Seine Schwester führte sie zusammen: In einem Irish Pub lernt Simone ihren Freund Marco kennen.

Ihr Zuhause

Seit sechs Jahren wohnt Simone mit ihrem älteren Bruder zusammen. Ihr Reich hat sie schlicht und hell gestaltet.

Persönlich u Zur person Geboren am 15. September 1986, Jungfrau. Die

diplomierte Pflegefachfrau wohnt mit ihrem Bruder Sandro, 28, in Allschwil BL u familie Mutter Ruth, 53, stammte aus Deutschland und starb 2004 an einem Hirntumor. Vater Reto, 69, ist Schweizer u hobbys Simone tanzt Hip-Hop, liebt Nähen, Reisen und Backen – am liebsten Muffins u liebe Sie ist seit bald einem Jahr mit Marco, 26, einem kaufmännischen Angestellten, zusammen u body 179 cm, 86-62-91

u Kraft, Glück, Liebe: Diese drei chinesischen Zeichen liess sich Simone Casanova vor sechs Jahren auf den rechten Unterschenkel tätowieren. Kraft. Als Simone 17 Jahre alt war, erkrankte ihre Mutter Ruth an einem Hirntumor. Innert einem halben Jahr erlag sie dem Krebs. «Ich erlebte diese Zeit wie ein Film», sagt Simone. Durch den Verlust entwickelte sie einen anderen Bezug zum Leben und merkte, was wichtig ist und was nicht. Ihre kindliche Unbekümmertheit habe sie dadurch verloren, die Angst vor dem Tod auch. «Ich hatte das Gefühl, dass die engsten Verwandten meine Mutter abgeholt haben.» Glück. Durch die vielen Besuche bei ihrer Mutter im Spital fand Simone Casanova ihren Traumberuf: Krankenschwester. Seit dreieinhalb Jahren pflegt sie Wach­koma- und manchmal auch Locked-in-Patienten – Menschen, die nur mit den Augen kommunizieren können. «Es ist wie im Theater, manchmal geht der Vorhang auf, und man erlebt eine Szene. Danach schliesst er sich wieder.» Liebe. In Freund Marco, 26, hat sie vor einem Jahr den Partner gefunden, mit dem sie intensive Gespräche führt und für den sie backen kann – am liebsten Muffins. «Mit meinen Backkünsten kann ich anderen eine Freude bereiten.» Mittlerweile ziert ein viertes Tattoo ihren Körper. Auf ihrem Rücken steht ihr Familienname Casanova. Mit Bruder Sandro, 28, lebt sie seit dem Tod ihrer Mutter zusammen. Er ermutigte sie zur Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl, indem er ihr zu Weihnachten ein Fotoshooting schenkte. «Er gab den Startschuss. Nun gebe ich mein Bestes.» Mit Kraft, Glück und Liebe.

Die drei­ jährige Simone Casanova posiert bereits als Schönheits­ königin.

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Ihr Hobby

Seit ein paar Monaten bringt sich Michelle Koch die Akrobatik am Vertikaltuch bei.

Die Freiheitsliebende Bodenständig und direkt: Eingeengt werden mag michelle koch, 19, nicht. Der Tanz in der Höhe am Vertikaltuch hingegen ist ihre Leidenschaft. u Mit grosser Kraft zieht sich Michelle Koch an den zwei roten Vertikaltüchern hoch, wickelt ihre Füsse ein und landet im Spagat. Was am Ende so einfach aussieht, ist harte Arbeit. Und Michelle hat sich das in den vergangenen Monaten selbst beigebracht. «Die Körperspannung, die man haben muss, fasziniert mich», sagt sie. Die Kraft

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richtig einteilen, mal die Füsse, die Arme oder den Bauch benützen, oft alles gleichzeitig. Mittlerweile zeichnet sich bei ihr ein Sixpack ab. Die Leidenschaft für das Vertikaltuch entdeckte sie, als eine Kollegin eines in die Schule mitbrachte. «Vom Boden weg zu sein, ist ein Kick. Es bewegt sich alles. Und dann diese Höhe.» Am Boden

überragt die 1,80 Meter grosse Michelle die Menschen ebenfalls. In der Pubertät hatte sie mit ihrer Grösse Mühe. Sie entsprach nicht der Norm. «Ich war nie das kleine, herzige Mädchen und wurde immer für älter gehalten und auch so behandelt.» Die persönliche Freiheit ist ihr wichtig. Die physische wie auch die psychische. «Ich bin sehr direkt und diskutiere gerne.» Ab und zu mit Freund Tobias oder mit ihrer Familie. Gemeinsam mit ihrer Mutter und zwei Schwestern lebt Michelle Koch in Büblikon AG. Im Haus dominieren


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Ihr Freund

Mit Chemikant Tobias ist Michelle bald zwei Jahre liiert. Er überragt die 1,80 Meter Grosse um fünf Zentimeter.

Ihr Zuhause

Lernen, lernen, lernen: Michelle hat soeben Abschlussprüfungen als Medizinische Praxisassistentin hinter sich.

Persönlich Frauenthemen. Tabus gibt es keine. «Vier Frauen unter einem Dach finde ich cool.» Eines will Michelle nicht: eingeengt werden. Sie mag es nicht, wenn sich jemand zu sehr auf sie fixiert. Bei ihrer Familie und bei ihrem Freund sei das aber anders. «Sie sind Menschen fürs Leben. Und das brauche ich.» Die Akrobatik am ­Vertikaltuch ist anstrengend. Ihre Füsse sind rot. Michelle muss auf den Boden zurück. Leider, denn «wenn ich in der Luft bin, fühle ich mich frei und nicht an die Erde gebunden».

Ein bisschen wie Harry Potter: Michelle Koch mit drei Jahren.

u Zur person Geboren am 18. August 1991, Löwe. Beendet gerade die Lehre als Medizinische Praxisassistentin. Lebt in Büblikon AG u familie Wohnt mit Mutter Doris, 46, und den Schwestern Sabrina, 16, und Jasmin, 21. Ihr Vater Peter, 54, ist gebürtiger Deutscher u hobbys Vertikaltuch, Joggen und im Winter Snowboarden u liebe Im August zwei Jahre mit Tobias, 23, Chemikant, liiert u body 180 cm, 90-63-95


miss schweiz

Die Vielseitige Selbstständig und natürlich: Als Bauerntochter kann Priska erni, 21, melken. Ausserdem fährt sie Taxi, modelt und zeichnet Frauengesichter. Ihre liebsten

Priska Erni fährt mit ihrem Taxi zu ihrer Mutter Martha auf den Bauern­ hof in Ruswil LU. Mit Freund Emil ist Priska seit November liiert (links).

Ihr Zuhause

Die meisten Bilder an den Wänden stammen von ihr. «Am liebsten zeichne ich Frauen­gesichter.»

Persönlich u Zur person Geboren am 21. Juni 1989, Zwillinge. Die gelernte

kaufmännische Angestellte arbeitet als selbstständige Taxifahrerin, Model und Textildruckerin. Sie wohnt mit einer Kollegin in Ruswil LU u familie Eltern Martha, 54, und Moritz, 59, besitzen einen Bauernhof. Dort wuchs Priska mit ihren drei Schwestern Angela, 26, Monika, 25, Andrea, 20, auf u hobbys Schwimmen und Joggen. Sie spielt Violine u liebe Ist seit November 2010 mit Emil, 25, Automechaniker, zusammen u body 177 cm, 88-62-89

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u Vereinzelt fallen ein paar Regen­ tropfen vom Himmel. Die Fenster­ scheiben von Priska Ernis Auto stehen offen. «Immer nach dem Wochenende stinkt es fürchterlich nach Alkohol», sagt sie. Seit einem Jahr fährt die gelernte kaufmännische Angestellte als selbstständige Taxifahrerin Leute von A nach B. Vier- bis fünfmal pro Woche. Vorwiegend in Luzern und Umgebung, vorwiegend in der Nacht von 18 bis 6 Uhr, vorwiegend Jugend­ liche und Frauen. Ältere Frauen fühlen sich bei ihr wohl und sicher. Die jungen Leute finden Priska Erni cool, weil sie zur Einstimmung einer langen Party­ nacht Hip-Hop laufen lässt. «Ich liebe den Kontakt zu Menschen und das Autofahren», sagt sie. Schon 440 000 Kilometer hat ihr weisser VW Passat auf dem Tacho und ein von ihr gezeichnetes Frauengesicht mit ihrem Namen «Priselle» auf der Motor­ haube. Neben dem Taxifahren machte sie sich als Textildruckerin selbststän­ dig. Zeichnet Logos für Firmen und Wunsch-Motive für Privatpersonen. Wenn sie für sich selbst malt, dann mehrheitlich Menschen im Comic-Stil. Meistens Frauengesichter mit schwar­ zen Haaren und fast immer Sexbomben. «Ich bin gesichterfixiert und kann Frauen wegen der Schminke detaillier­ ter zeichnen.» Früher waren es Tiere, welche die Bauerntochter zum Stift greifen liessen. Neben dem Zeichnen beherrscht sie das Melken, spielt Geige, und einmal im Monat pokert sie in einer Männerrunde. Doch meist ruhen ihre Hände auf dem Lenkrad. Vor der Selbst­ ständigkeit hatte sie keine Angst. «Im­ merhin habe ich eine solide KV-Lehre absolviert.» Für Priska Erni laufen die Geschäfte gut. Erst kürzlich wurde sie von einer älteren Stammkundin um­ armt, die ihr sagte: «Ich habe Sie so gern.»

Die drei­ jährige Priska mit ihrem Lieblings­ kuchen: Schwarz­ wälder Torte mit Chriesi und Ananas.


Ihr Hobby

Seit ihrem siebten Lebensjahr spielt Priska Erni Violine und hat verschiedene MusikWettbewerbe gewonnen.


Ihr Hobby

Einst ein riesiger Sportmuffel, trainiert Jessica Haag heute mehrmals pro Woche. Vor vier Monaten hat sie das Kickboxen entdeckt.


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Die Schüchterne Ordentlich und romantisch: Auch wenn sie sich früher gern verkrochen hat, als Miss-Schweiz-Kandidatin beweist Jessica Haag, 20, dass sie auch anders kann. Ihr Freund

Gymnasiast Simon gibt der schüchternen Jessica Halt und unterstützt sie bei ihrer Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl.

Ihr Zuhause

Gleich über der Wohnung ihrer Mutter befindet sich Jessicas Mansarden-Zimmer.

u Wenn es im jungen Leben von Jessica Haag, 20, etwas zu bereuen gibt, dann nur eines: Aus ihrem Sprachaufenthalt in Barcelona hätte sie mehr machen können. Vor zwei Jahren reiste sie für sechs Wochen in die spanische Stadt, um bei englischsprachigen Freunden ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen und eine andere Kultur kennenzu­lernen. «Doch ich habe mich nicht alleine in die Stadt getraut.» Anstatt sich die Basilika oder die Bauten von Gaudí anzusehen, blieb sie zu Hause, sah fern und ass. «Nach sechs Wochen hatte ich zehn Kilo zugenommen», sagt Jessica Haag. Sich zu verkriechen, sei typisch für sie. «Meine Mutter sagt immer, ich ziehe mich in mein Schneckenloch zurück.» Fremden Menschen begegnet sie schüchtern, seit sie in der Primarschule gehänselt wurde. «Ich habe nicht ­gerade grosses Selbstvertrauen.» Zurück aus Spanien fühlte sie sich in ihrem Körper unwohl und begann die Pfunde abzutrainieren. Aus dem einstigen Sportmuffel wird eine aktive Kickboxerin. «Das Schwitzen und alle meine Muskeln zu benützen, macht Spass. Ich kann meine Wut rauslassen.» Mittlerweile sei sie mutiger geworden, gehe öfter auf Menschen zu und sei eigentlich ein offener Mensch. Ihre Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl nutzt sie dazu, um noch mehr an sich zu arbeiten. «Das schüchterne Mädchen passt eigentlich nicht zu mir.» Schon früh wurde sie selbstständig, da ihre Mutter Geld verdienen musste. Lernte kochen, waschen, putzen. Ihren Sinn für Sauberkeit hat sie von ihr geerbt. Manchmal noch zieht sich Jessica Haag zurück – in ihr weisses MansardenZimmer. Kein Schneckenloch, dafür ein kleines Nest, aus dem sie jederzeit ausfliegen kann.

Persönlich u Zur person Geboren am 19. April 1991, Widder. Die Kauffrau

wuchs in der Stadt Bern auf u familie Jessica ist ein Einzelkind und wohnt bei ihrer Mutter Franziska, 45, und deren Lebens­ partner Beat, 50. Jessicas Vater Andreas, 55, lebt momentan in Deutschland u hobbys Mindestens zweimal pro Woche Sport: Fitness, Kickboxen, Body-Pump, Schwimmen und Skifahren u liebe Vor zweieinhalb Jahren eroberte Simon, 21, Gymnasiast, ihr Herz u body 172 cm, 86-60-88

Schlafenszeit: Jessica posiert als Zweijährige im Pyjama.

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Die Natürliche Fröhlich und sportlich: Dank ihren vier Brüdern kann sich ashley balmer, 19, auch unter Männern behaupten. Bei einem Surferboy würde sie schwach werden.

Ihre familie

Wilde Bande: Ashley mit Mutter, Stiefvater, den vier Brüdern und Stiefbruder Linus (oben rechts). Ihr Zuhause

Die Wände ihres Zimmers hat Ashley in ihrer Lieblingsfarbe Orange gestrichen.

Persönlich u Zur person Geboren am 8. Mai 1992, Stier. Die Medizinische

Praxisassistentin lebt in Winkel ZH u familie Sie wohnt gemeinsam mit ihren vier Brüdern Ryan, 20, Carson, 17, Keenan und Nolan, beide 15, ihrer Mutter Corinne, 45, und Stiefvater Rolf, 49. An den Wochenenden kommen oft ihre drei Stiefgeschwister zu Besuch. Ashleys Vater David, 46, ist Amerikaner u hobbys Natur, im Sommer Inline-Skaten, im Winter Snowboarden u liebe Seit Oktober 2010 Single u body 177 cm, 88-60-88

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u Wer in das Haus von Ashley Balmer in Winkel ZH eintritt, hat viele Hände zu schütteln. Hier wohnt sie gemeinsam mit ihren vier Brüdern, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater. Gelegentlich sind noch ihre drei Stiefgeschwister zu Gast. «Ich wurde von meinen Brüdern nie als ‹Meitli› behandelt», sagt sie. Ausser bei Streitigkeiten hatte sie einen Vorteil: «Da waren natürlich immer die Jungs schuld.» Das Zimmer des einzigen Mädchens im Haus fällt auf. Die Wände hat Ashley in ihrer Lieblingsfarbe – einem knalligen Orange – gestrichen und den Raum mit Blumen und Fotos dekoriert. Hier zieht sie sich von der ganzen Familien-Action zurück. «Bei so vielen Leuten im Haus brauche ich manchmal Zeit für mich selbst.» In der Natur kann sie abschalten. Oft geht sie mit Hündin Sarda spazieren oder inlineskaten. Abends greift sie öfter zur Kamera und fotografiert Sonnen­ untergänge und Bäume. Unter Jungs aufzuwachsen, hat aber auch Vorteile. «Ich kann gegenüber Männern ganz direkt meine Meinung äussern», sagt die Single-Frau. Typen, die auf coole Art Frauen unfreundlich behandeln, haben bei ihr keine Chancen. Wer aussieht wie ein Surferboy, dagegen schon. Wer Ashleys Herz erobert, muss aber auch an ihren männlichen Beschützern vorbei. «Besonders mein älterer Bruder beurteilt sie kritisch. Die jüngeren findens eher cool, wenn jemand Neues dazukommt.» Im Moment mag Ashley Balmer nicht an einen neuen Freund denken. Für sie passt ihr SingleDasein perfekt zur Teilnahme an der Miss-Schweiz-Wahl. «Zudem bin ich mit meiner Lehre fertig und bereit für dieses Abenteuer.» Und männliche Fans hat sie ja genug.

Das Lieblingsbild ihrer Mutter: Ashley (hier zehn Monate alt) warb einst als Baby-Model für ein Kino.


Ihr Hobby

Mit Mischlingsh端ndin Sarda geniesst Ashley Balmer die Natur und die Zeit ganz f端r sich.


Die Direkte Korrekt und kontaktfreudig: Miss Zürich Cleo Heuss, 18, stammt aus Ghana, spricht vier Sprachen und will Polizistin werden. u Nomen est omen – der Name ist ein Zeichen. Oder beinahe. Zumindest im Fall von Cleo Heuss. Wäre es nach ihrem Vater gegangen, würde sie eigentlich Kleopatra heissen wie einst ihre Urgrossmutter und die letzte ägyptische Königin. Es reichte für Cleo. Die Eltern wollten unter den Geschwistern, die ebenfalls nur vier

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Buchstaben im Namen tragen, Gleich­ berechtigung walten lassen. Die ersten sechs Jahre wuchs Cleo wie der weib­ liche Pharao in Afrika auf. In Ghana, der Heimat ihrer Mutter. Dank ihrer Herkunft spricht Cleo Heuss fliessend Englisch, Twi und Ekwuapim. Wenn die Mutter mal wieder besonders stolz auf ihre Tochter ist, nennt sie sie Kleopatra.

«Aber nur ab und zu. Denn manchmal, sagt meine Familie, versuche ich den Chef zu spielen.» Ihr eigenes Königinnenreich hat Cleo Heuss schon. Für ein Jahr amtiert sie als Miss Zürich und repräsentiert ihren Heimatkanton. Und was findet sie an sich das Schönste? «Meine Nase. Sie ist filigran und elegant.» Cleo Heuss ist es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Während fünfeinhalb Jahren war sie im Kinder­ zirkus ­Robinson aktiv. Sorgte für Akrobatik-, ­Trapez-, Seil­­­tanz- und Clown-Einlagen. «Mit der Gruppe


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Ihre mutter

Die ersten sechs Jahre wuchs Cleo in Accra, der Hauptstadt von Ghana, auf. Mit Mutter Betty spricht sie Twi, Englisch und Ekwuapim.

Ihr Zuhause

Auf dem Balkon ihres Zimmers steht ihr Velo. Zurzeit lernt Cleo Motorrad fahren.

Ihr Hobby

Bis vor Kurzem kickte Cleo beim DFC Blue Stars. Zudem macht sie Akrobatik und war fünfeinhalb Jahre Mitglied beim Kinderzirkus Robinson. unterwegs zu sein und dann Applaus zu erhalten, war toll.» Nach ihrer Aus­bildung zur Fachfrau Betreuung im Altersheim will sie Polizistin werden. Kleopatra machte einst die Gesetze. Cleo will dafür ­sorgen, dass diese ein­gehalten werden. «Ich liebe es, wenn ein Job ­Action hat.» Nur die zahlreichen Liebeleien hat sie mit ihrer männer­verzehrenden Namensvetterin nicht gemeinsam. «Ich war schon verliebt, aber einen festen Freund hatte ich noch nie.» Sie heisst ja auch Cleo – nicht Kleopatra.

Persönlich u Zur person Geboren am 25. April

Cleo Heuss im Alter von drei Jahren. Damals lebte sie noch in Ghana.

1993, Stier. Sie ist in Ausbildung zur Fachfrau Betreuung und lebt in Zürich u familie Vater Fortunat, 51, ist Schweizer, Mutter Betty, 46, stammt aus Ghana. Cleo lebt mit ihrer Mutter, Bruder Vito, 22, Schwester Lina, 23, sowie deren Tochter Ketvrah Chloé, 1 u hobbys Fussball, Snowboarden, Motorradfahren und Modeln u liebe War schon verliebt, hatte aber noch nie einen festen Freund u body 172 cm, 84-61-92


Ihr Hobby

Tanzen ist ihr Ausgleich. ÂŤIns Ballett wurde ich geschickt, weil ich als Kind ein Trampel warÂť, sagt Julia.


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Die Engagierte Beweglich und offen: Auch wenn Julia flückiger, 23, noch kein Krönchen trägt, engagiert sie sich für Menschen in Not.

Ihre Liebsten

Seit vergangenem Jahr wohnt Julia zwischendurch bei Freund Ronny (kleines Bild oben). «Aber die Postadresse habe ich noch bei meinen Grosseltern Alice und Fritz in Stein am Rhein.»

Ihr Zuhause

Hier ist Julia Flückiger aufgewachsen: Im obersten Stock im Haus ihrer Grosseltern in Stein am Rhein SH.

u Als Julia Flückiger vier Jahre alt war, hatten ihre Grossmutter und ihre Mutter eine Idee: Das Mädchen sollte ins Ballett. Ihr Getrampel weckte regelmässig ihren Grossvater aus dem Mittagsschlaf. Und schliesslich war «der kleine Trampel» täglich bei den Grosseltern. Sie kümmerten sich um Julia, während die Mutter arbeitete. Was für Julia als Pflicht anfing, ­entpuppte sich bald als ihre grösste Leidenschaft: Ballett. Mehrmals pro Woche trainiert sie seit knapp zwanzig Jahren den klassischen Tanzstil. «Es ist eine Lebensschule. Ich lernte Disziplin und eigenes Körperempfinden.» Ihre Ballettgruppe ist für sie zu einer zweiten Familie geworden. Ihre Mittänzerinnen waren es auch, die Julia für die MissSchweiz-Wahl angemeldet haben. Vergangenen Sommer reiste Julia, die Spanisch spricht, für ein Hilfsprojekt nach Santa Marta. Während zweier Monate unterrichtete sie dort kolum­ bianische Strassenkinder in Tanz und Bewegung. «Das Problem der Strassenkinder ist nicht die Ernährung, sondern ihr hohes Aggressionspotenzial. Sie spüren sich nicht. Durch das Tanzen sind sie richtig aufgeblüht.» Irgendwann will sie diese Erfahrung wiederholen. In der Zwischenzeit engagiert sie sich als Mitglied für die Menschenrechts-Organisation Amnesty Inter­­­na­tional. «Für mich gibt es nichts Spannenderes als den Menschen», sagt die Psychologie-Studentin. Ab und zu wendet sie das Gelernte bei Freund Ronny und sich selbst an. «Ich merke, dass ich in nervösen Situationen zur Neurotikerin neige.» Doch eines kann sie trotz jahrelangem Lernen nicht ändern. «All die Ballettstunden haben nichts genützt. Ich bin noch heute ein richtiger Trampel.»

Persönlich u Zur person Geboren am 31. März 1988, Widder. Die Psychologie-

Studentin besitzt ein Zimmer bei den Grosseltern Alice, 92, und Fritz Flückiger, 88, in Stein am Rhein SH, und eines bei der Mutter Elisabeth, 51 u familie Zwei Halbgeschwister mütterlicherseits: Bianca, 13, und Cameron, 11. Ihre Mutter ist Schweizerin, der Vater Roberto stammt aus Argentinien, wo er lebt u hobbys Tanzt seit knapp 20 Jahren Ballett u liebe Seit neun Monaten ist sie in Ronny, 31, Unternehmer, verliebt u body 177 cm, 88-62-95

Kleine Pippi Langstrumpf: Julia Flückiger im Alter von drei Jahren.

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Besuchen Sie die Miss-SchweizWahl 2011 in Lugano Foto David Biedert / tilllate.com

Erleben Sie am 24. September die grosse Miss-Schweiz-Show im Centro Esposizioni und das Galadiner mit After-Show-Party im Palazzo dei Congressi Lugano.

Die Krönung Kerstin Cook (l.) setzte sich 2010 gegen Sabrina Guilloud durch und wurde Miss Schweiz.

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Die Miss-Schweiz-Finalistinnen wurden eingekleidet von H & M und Beldona, Inline-Skates von Rollerblade

E-Mail


w e i v r e t n I e h c o W r de it Rolf m Büttiker

Hier wird entschieden Der Solothurner FDP-Mann und AKW-Lobbyist Rolf Büttiker am ­Donnerstagmorgen an seinem Platz im Ständerat.

«Gaskraftwerke sind absolut keine Option» Der Nationalrat befürwortet den atom-ausstieg. Nun sagt FDP-Ständerat Rolf Büttiker, welche Korrekturen die kleine Kammer machen wird und wie er die Energiezukunft sieht. Text christof moser Foto kurt reichenbach

N

ach dem Atom-GAU in Fuku­ shima war FDP-Ständerat und Leibstadt-Verwaltungsrat Rolf Büttiker, 60, der erste bürgerliche Politiker, der den Bau von neuen Schweizer AKW infrage stellte – und damit die Ausstiegsdebatte lancierte. Inzwischen haben Bundesrat und Nationalrat den Atomausstieg beschlossen. Jetzt skizziert Büttiker erstmals, wie der Atomlobby im Ständerat ein politisches Kunststück gelingen soll: den Ausstieg aus der Atomenergie beschliessen, ohne die Option für neue AKW aufzugeben.

Herr Büttiker, nun hat auch der Nationalrat beschlossen, aus der Atomenergie auszusteigen. Ein historischer Entscheid? Es ist ein erster Vorentscheid. Auch der Ständerat wird dazu noch etwas zu sagen haben. Und das letzte Wort hat das Volk. Laut Umfragen will die Bevölkerung den Ausstieg. Der Ständerat auch? Die Umfragen zeigen, dass zwei Drittel

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der Bevölkerung für den Ausstieg sind. Ein Grossteil will jedoch nicht überstürzt, sondern durchdacht aussteigen. Der Ständerat hat jetzt die Aufgabe, den Entscheid des Nationalrats sorg­ fältig zu prüfen. Und dann? Der Ständerat wird voraussichtlich in der Herbstsession einen Grundsatz­ entscheid fällen. Bei Detailfragen kann es auch länger dauern. Der Nationalrat musste in Windeseile über den Atomausstieg befinden, teils ohne vertiefte Beratungen. Der Ständerat hat jetzt die Möglichkeit, in der Energie-Kommission Feinjustierungen vorzunehmen. Entscheiden wird die Bevölkerung. Mit der Initiative der Grünen für einen sofortigen Atomausstieg wird das Volk sowieso einbezogen. Der Sofort-Ausstieg ist eine grüne Träumerei. Wir müssen der Bevölkerung ein überzeugendes Energiekonzept vorlegen. Dazu gehört auch, dass sich die Atomenergie-Befürworter nicht mehr gegen die Förderung neuer erneuer­ barer Energien sträuben. Sonst sagt das Volk zu Recht: Man hätte ja können und

habe nichts gemacht. Eine Abstimmung über das Energiekonzept der Zukunft ist nur zu gewinnen, wenn Alternativen glaubhaft gefördert werden. Welche alternativen Energien wollen Sie denn unterstützen? Wasserkraft, Geothermie, Solarenergie und Biomasse – in dieser Reihenfolge. Dabei muss man sich im Klaren sein, dass es keine Energieproduktion ohne Umweltbelastung gibt. Wird das Energiekonzept die Option ­Atomenergie offenlassen? Das Energiekonzept muss die Versorgungssicherheit der Schweiz gewährleisten und sich nicht vergaloppieren, indem es Optionen ausschliesst oder auf falsche Technologien setzt. Gaskraftwerke zum Beispiel sind absolut keine Option. Man kann nicht vor Fukushima sagen, die Klimaerwärmung sei das grösste Problem, und dann Kraftwerke bauen, die CO2 produzieren. Das ist unglaubwürdig. Wann soll das Volk über dieses Energiekonzept abstimmen können? Ein guter Zeitpunkt wäre ungefähr 2020. Bis dann ist klar, wie viel Poten­ zial alternative Energie hat, wie viel Energie zusätzlich aus Wasserkraft gewonnen werden kann und wie viel wir einsparen können. Dann laufen auch die Stromverträge mit Frankreich


Weil es nicht nötig ist. Die KKW in der Schweiz sind sicher. Wenn es nicht so wäre, würde ich als Erster die Abschaltung verlangen. Man kann die Situation in der Schweiz nicht mit Deutschland vergleichen. Wir haben riesige Summen in die Aufrüstung der Anlagen investiert. Das Alter ist kein Kriterium, ob ein KKW sicher ist oder nicht. Das Ensi, die Schweizer Aufsichtsbehörde, gilt als äusserst streng. Das Ensi geriet in letzter Zeit in die Kritik: es sei mit der Atomlobby verstrickt. Die Aufsichtsbehörde hat tatsächlich nicht nur eine gute Figur gemacht. Es wurde schlecht kommuniziert, und gewisse Abhängigkeiten haben zu reden gegeben. Das hat mich nicht gefreut. Diese Fehler werden korrigiert. Die Aufsicht muss tadellos funktionieren, weil Politiker die Sicherheit der Kernkraftwerke nicht beurteilen können. Dazu braucht es Experten. Und diesen können wir vertrauen, wenn sie bestätigen, dass die Schweizer Kernkraftwerke sicher sind. Der Bundesrat will, dass 2034 das letzte AKW vom Netz geht. Wie lange wollen denn Sie die Werke laufen lassen? Es ist vernünftig, Mühleberg sowie ­Beznau I und II zwischen 2020 und 2025 vom Netz zu nehmen, Gösgen und Leibstadt zwischen 2040 und 2045. Die Atomlobby ist stark, auch in der Wandelhalle. Haben sich die Frauen im Bundesrat davon weniger beeinflussen lassen als die Männer? Lobbying machen beide Seiten. Auch die Cleantech-Branche macht Druck. Ich glaube nicht, dass sich der Bundesrat von Lobbying beeinflussen lässt. Aber die FDP offenbar schon – Ihre Partei hat sich im Parlament bei der Abstimmung über den Ausstieg der Stimme enthalten. Ich hätte auch damit leben können, wenn die FDP die Motionen für den Ausstieg angenommen hätte. Am Ende ist das Resultat entscheidend: Die Stimmenthaltung der FDP hat ein Ja ermöglicht. Die FDP-Position deckt sich mit der Stimmung im Volk: Ausstieg Ja, aber nicht überhastet. Hand aufs Herz, Herr Büttiker: Wird in der Schweiz je wieder ein AKW gebaut? Zum jetzigen Zeitpunkt ist das schwer zu sagen. Kernkraftwerke mit heutiger Technologie sicher nicht mehr. Aber womöglich gibt es schon bald Fusionsreaktoren, die noch sicherer sind und in den Energiemix der Zukunft gehören, weil wir nicht darauf verzichten können. Wir dürfen neue Kerntechnologien nicht absolut ausschliessen. 

Rolf Büttiker

1

Polit-Kapitän aus dem Kanton Solothurn

2

erfahren, gesellig und beliebt

3

der Wurst-undFleisch-Lobbyist

Auf der Aare bei Wolfwil SO, wo Rolf Büttiker aufgewachsen ist und wohnt. Hier startete er 1977 seine Politkarriere als Gemeinderat und war 16 Jahre Gemeindepräsident.

Vier Jahre Nationalrat, zwanzig Jahre Ständerat – Büttiker ist einer der erfahrensten Politiker in Bern (hier mit Bundesrätin Doris Leuthard). Ende Jahr tritt er von der Politbühne ab.

Das Präsidium des Schweizer Fleisch-Fachverbandes ist eines von Büttikers vielen Mandaten. Hier legt er beim Wurstproduzenten Reber in Langnau BE selber Hand an.

Persönlich u Geboren in Wolfwil SO am 27. 6. 1950

karriere Dipl. Naturwissenschafter, Inhaber eines Wirtschaftsförderungs­ büros, Gemeindepräsident Wolfwil (1985–2001), Nationalrat (1987–1991), Präsident FDP Solothurn (1990–1999), Ständerat (seit 1991), diverse VR-Man­ date u familie Ledig schweizer illustrierte

Fotos Roland Schmid / Pixsil, Stefan Wermuth / Reuters, Peter Mosimann / EQ Images

aus. Und bis 2020 wird es vielleicht auch neue Atomtechnologien geben. Der Atomlobby geht es doch nur darum, den Entscheid hinauszuzögern, bis sich wieder eine AKW-Mehrheit ergibt. Ich bin gegen Verzögerungsmanöver! Es ist klar, dass Bundesrat und Parlament eine Vorreiterrolle spielen müssen. Aber Schnellschüsse sind nicht gut, weil man möglicherweise danebentrifft. Wenn der Ständerat den Entscheid des Nationalrats prüft, hat das nichts mit Verzögerungstaktik zu tun. Es sind noch viele Fragen zu klären. Welche Fragen? Auch für die künftige Energiepolitik ist der Energieartikel in der Verfassung massgebend. (Büttiker holt eine Verfassung aus seiner Mappe.) In Artikel 89, Absatz 1 steht: «Bund und Kantone setzen sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit ein für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere und wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung.» Der Ausstiegsplan muss sich an diesen Verfassungsartikel halten. Das bedeutet konkret? Eine breit gefächerte Versorgung heisst: Wir brauchen möglichst viele verschiedene Energieträger. Sicher heisst: Wir müssen jederzeit über genügend Energie verfügen. Und wirtschaftlich heisst: Der Preis muss stimmen. Wo wird der Ständerat korrigierend eingreifen, um diese Ziele zu erreichen? Ich sehe im Wesentlichen drei Punkte, die entscheidend sind: Es darf kein Technologieverbot geben. Kernkraftwerke mit neuer Technik müssen eine Option bleiben. Die Wirtschaft darf nicht mit höheren Stromkosten gefährdet werden. Und Rot-Grün muss einlenken, um künftig Einsprache-Orgien zu unterbinden. So hebeln Sie das Beschwerderecht aus. Es darf nicht sein, dass der Ausbau der Wasserkraft mit Einsprachen verhindert werden kann. Sie sind Verwaltungsrat des AKW Leibstadt. Was müssen Energiekonzerne zum Ausstieg aus der Atomenergie beitragen? Auch wenn es einige in meiner Branche nicht gerne hören: Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Schweiz sich an den europäischen Stresstests für die Kernanlagen beteiligt. Wir haben ein Interesse, dass auch die ausländischen Kernkraftwerke sicher sind. Und wenn wir uns diesen Tests stellen, schaffen wir Vertrauen in der Bevölkerung. Auch die sofortige Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke würde Vertrauen schaffen. Warum gelingt der Schweiz nicht, was Deutschland kann?

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Klein Afrika im Tessin! Corinne Hofmann in ihrem exotisch ein­gerichteten Haus in Lugano. «Ich kann mir nicht mehr vorstellen, im Busch zu leben.»

Afrika lässt si


Porträt

Wiedersehen nach zwanzig Jahren Napirai wird in Barsaloi nicht nur von ihrem Vater Lketinga er­wartet, sondern auch von ihren Halbgeschwistern.

Die weisse Massai Corinne Hofmann 1989 mit ihrem Ehemann Lketinga und der gemeinsamen Tochter Napirai – ein Jahr vor der Flucht.

Text yvonne Zurbrügg Fotos Remo nägeli

E

die weisse massai kehrt zurück. Zwanzig Jahre nach ihrer Flucht reist ­Corinne Hofmann mit ihrer Tochter in den Busch. Endlich kommt es zum Wiedersehen von Napirai und ihrem Vater Lketinga.

e nicht los

ine Annonce löste alles aus. Nicht «Affäre gefällig?» oder «Putzfrau gesucht!». Corinne Hofmann, 50, stiess auf folgende Zeilen: «Wo die Welt noch wild ist: Naturverbundener Abenteuer-Fotograf sucht zuverlässige Autorin/Reisepartnerin mit viel Mut und Humor für Expedition. Bin zu Fuss mit Kamelen unterwegs. Interessiert?» Vielleicht ist es Zufall, vielleicht aber auch Bestimmung, dass diese Reise die weis­ se Massai zurück auf den Schwarzen Kontinent führt. Vor zwanzig Jahren flog Corinne Hofmann von Nairobi mit einem zweijährigen Baby im Arm zurück in die Schweiz. Sie flüchtete mit ihrer Tochter Napirai. Dem Einzigen, was ihr geblieben war. Auf 3000 Bildern hat Corinne Hofmann jetzt ihr neues Abenteuer in Afrika festgehalten. In ihrem Haus in Lugano zeigt sie uns die schönsten Fotos und spricht über ihr neues u schweizer illustrierte

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Privates Paradies Corinne Hofmann am Pool ihres neuen Hauses am Lago di Lugano. Buch. Sechs Wochen, 720 Kilometer zu Fuss durch die Steppe – ihre Reise führte in den Norden von Namibia, zu den Himba, einem der ursprünglichsten Völker Afrikas. Noch ursprünglicher als die Massai, bei denen sie von 1987 bis 1990 lebte. Der Anblick des kargen Landes und der Himba, dieser von Kopf bis Fuss mit rotem Butterfett eingeriebenen Menschen, lässt sie vergessen, wie ihr geschundener Körper schmerzt. Die Himba starren zurück. Eine Weisse

u

mögen sie schon einmal gesehen haben, aber sicherlich nie zu Fuss. Und schon gar nicht mit so kuriosen beladenen Tieren, denn Kamele gibt es hier keine. Seit dieser Reise 2009 findet sie sich damit ab, dass Afrika sie immer in seinen Bann ziehen wird. Zuvor war sie überzeugt: «Es muss ein Leben nach Afrika geben.» Sie hatte genug von der «weissen Massai». Die Interviews, die Fanpost – nach zehn Jahren in den Bestsellerlisten dachte sie: «So, jetzt schliesse ich mit der Ver-

gangenheit ab.» Millionen von Menschen auf der ganzen Welt wissen von ihrem gros­sen Abenteuer. Meinen vielleicht sogar, besser zu wissen, welcher Teufel sie ritt, als sie ihr Hochzeitskleider-Geschäft in Biel aufgab, um einem Massai in den Busch zu folgen. Einem Samburu-Krieger, den sie in ihren Ferien in Kenia kennengelernt hatte. In mittlerweile dreissig Sprachen ist ihre Autobiografie, die 1998 erschienen ist, übersetzt worden, Buch zwei und drei wurden ebenfalls Bestseller.


Porträt

«Bis heute hätte ich für keinen Mann mehr mein Leben auf den Kopf gestellt» Corinne Hofmann An der Tür und am Briefkasten vor ihrem Haus sind lediglich ihre Initia­ len zu lesen. Es hat sich herumgespro­ chen, dass die weisse Massai hier wohnt. «Zäune aufstellen, damit ich meine Ruhe habe, möchte ich nicht», sagt Corinne Hofmann. Sie zeigt uns den Garten, ihren Pool und erzählt: «In Namibia habe ich einen Entschluss gefasst: Ein Ent­rinnen ist unmöglich, weshalb die Sehnsucht nach Afrika unterdrücken?» Sie beschliesst, eine Hilfsorganisation aufzubauen. Mit dem Förderverein Ke­ nia weisse Massai setzt sie sich beson­ ders für die alleinerziehenden Mütter in einem der grössten Slums Nairobis ein. «Wenn eine Frau in Afrika von ihrem Mann verstossen wird, fällt sie zwischen Stuhl und Bank. Weil seine Familie sich ebenfalls von ihr abwenden muss und ihre Familie, die sie einst verkaufte, kein Geld hat», sagt Corinne Hofmann, wäh­ rend wir in den Bildbänden über afrika­ nische Völker blättern, die sie sammelt. Zwanzig Jahre ist es her, seit sie mit der damals zweijährigen Napirai aus Kenia geflüchtet ist. Weil der Mann, für den sie alles aufgegeben hatte, ein ande­ rer geworden war: rasend eifersüchtig, dem Alkohol nicht abgeneigt. Lketinga hat seine Tochter seither kein einziges Mal gesehen. Briefe aus Barsaloi las Co­ rinne Hofmann ihrer Tochter zwar immer vor. Und oft schrieb Napirai zur Antwort ihrer Mutter etwas dazu. Sie fragte sich, was sie mit ihrem Vater wohl gemeinsam hat. Die Heimat ihres Vaters war immer Thema, einerseits wegen der Bücher ih­ rer Mutter, andererseits weil ihre Mutter

nie aufgehört hat, der Familie in Barsaloi Geld zu schicken. Napirai sagte ihrer Mut­ ter aber immer: «Das ist deine Geschich­ te.» Was ihre Mutter jedoch von den Frau­ en in den Slums berichtete, weckte ihr Interesse. Als ihr Onkel James, der Ein­ zige in der Familie, der Englisch kann, ihr schreibt, man hoffe so sehr, sie end­ lich kennenzulernen, glaubt sie erstmals, dass sie bereit ist für die Reise in ihr Geburtsland. Corinne Hofmann erinnert sich genau: «Ich war überglücklich und nervös zugleich. Stellen Sie sich vor: Die halbe Welt kennt deine Geschichte, aber du hast deine ­Eltern noch nie bewusst zusammen gesehen.» In ihrem neuen Buch «Afrika, meine Passion» erzählt Corinne Hof­ mann vom Wiedersehen von Napirai und ihrem Vater. Zwar verbietet ihm seine Kultur, Emotionen zu zeigen, doch: «Das gelang ihm nicht. Er war so stolz auf sei­ ne Tochter. Und sie auf ihn.» In Kenia lernt Napirai auch ihre Halbgeschwister und ihre Grossmutter kennen, der sie so ähnlich sieht. Noch immer gibt es im Dorf ihrer Familie keinen Strom. «Ich bin keine Massai, so könnte ich nie leben.» Die junge Frau, die in Zürich gerade ihre Coiffeur-Ausbildung abschliesst, hat zwar ihre ganz persönlichen Eindrücke zum Buch beigesteuert, wünscht aber kei­ ne Öffentlichkeit. «Die zurückhaltende Art hat sie von ihrem Vater geerbt», beschreibt Corinne Hofmann im Kapitel «Endlich mit Napirai in Barsaloi» ihre Tochter. Geschrieben hat Corinne Hofmann ihre neue Liebeserklärung an Afrika hier im Haus. Die alte Liegenschaft hoch über

dem Lago di Lugano kaufte sie vor fünf Jahren. «Hundert Leute haben sich dieses Haus angesehen, aber keiner wollte es», erinnert sie sich, «und meine Freunde rieten mir auch alle ab.» Aber sie ­verliebte sich in die Aura und den angrenzenden Wald. Dann liess sie von Künstlerfreundin Giorgia Voneschen ihr Traumhaus mit Pinsel malen und hielt die Zeichnung ihrem Architekten unter die Nase. Damit die Bauarbeiter gute Leistungen erbrachten, «bestach» sie sie mit Kuchen und einem grossen Auf­ richtungsfest. Sie lebt allein hier, Napirai wohnt in Zürich. «Bis heute hätte ich für keinen Mann mehr mein Leben auf den Kopf gestellt», sagt sie. Auf die Frage, ob sie die dazu nötige Naivität nicht mehr auf­ bringe, lacht sie schallend. Und sagt: «Es ist nichts falsch daran, sich aus Naivität auf eine Liebe einzulassen. Aus Berech­ nung ist doch viel schlimmer!» Sie weiss, dass ihre afrikanische Liebesgeschichte so manchen Mann überfordert, vielleicht gar in die Flucht schlägt. Von der Ele­ ganz der Afrikaner ist sie bis heute an­ getan. Kommen denn überhaupt weisse Herren infrage? «Schwarz, weiss, gelb – auf das kommt es nicht an. Ein Beute­ schema hatte ich nie, aber schön sind sie immer gewesen!» Vielleicht schaltet sie bald selbst eine Annonce. Nicht «Mann fürs Leben gesucht», das wäre viel zu einfach. Eher: «Die Sehnsucht packt mich wieder. Kennst du das? Suche mutigen und zuverlässigen Begleiter für ein Trekking in Afrika. Ich fotografiere für meinen ersten Bildband.» 


WM 2014

E UNSERA TI N E U NE BRASILIEN FÜR

Umbruch. Ein Team im einer Serie in Wir stellen sballstars s u F ie d n vor. von morge

Erst 19-jährig und in Palermo schon ein Fussballstar der Serie A: pajtim kasami ist in Sizilien zum Mittelfeld-­ Regisseur gereift. Und umdribbelt als Teenager auch die Anforderungen eines Single-Haushalts mit Leichtigkeit.

Sauberer B


Foto Jamie McDonald / FIFA / Getty Images

Weltmeister! 2009 holt Kasami in Nigeria den Titel mit der U17-Auswahl der Schweiz. Hier feiert er mit Haris Seferovic.

Den Haushalt im Griff ­Pajtim Kasami weiss, wie man Textilien zum Waschen sortiert. «Mama hat es mir beigebracht.»

ursche!

Text iso niedermann Fotos hervé le cunff

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ie 40-Grad-Wäsche im Korb, am Trocknungsständer die Texti­ lien, die mit 60 Grad gewaschen werden. Pajtim Kasami füllt die Trommel der Waschmaschine mit Sorgfalt. Gerade mal 19-jährig ist der junge Mann, aber alles andere als ein Muttersöhnchen. Wie auch? Mama Mejesere wohnt 1785 Autokilometer entfernt in Winterthur, zusammen mit Papa Malic und Bruder Bardhul, 24. Auch Schwester Dzevaire, 28, lebt mit ihren zwei Kindern, die Onkel Pajtim als Einzige «Pipi» nennen dürfen, in der fernen Schweiz. Eine Freundin, die mit ihm das Leben auf Sizilien teilen könnte? «Gibts derzeit nicht!» Nein, er ist ganz auf sich gestellt, der Profifussballer der US Palermo. «Ich bin ein Mensch, der gerne allein ist», sagt Kasami, «aber manchmal ist es schon ein bisschen einsam hier.» Da helfen die «mindestens zwei Telefonate täglich» in den fernen Norden. Und die Online-Playstation-Spiele mit den alten Kumpels aus den Winterthurer Schul­ tagen. Die Schule in Selbstständigkeit, die er hier unten durchläuft, ist für Pajtim durchaus wichtig. «Ich koche mir mein Mittagessen vor dem Training, räume die Wohnung auf. Auch wenn einmal wöchentlich die Putzfrau vorbeikommt.» Ganz unerfahren ist er ja nicht, was das Leben fern der Familie betrifft. Mit 14 ging Kasami als Fussball-Lehrling in den Nachwuchs-Campus von GC, mit 16 in die Jugendabteilung von Liverpool, mit 17 zu Lazio Rom nach Italien. Seit einem Jahr und einem kurzen Abstecher in die Super League zu Bellinzona verdient er sein Geld in Palermo. In der schweizer illustrierte

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Fussball

Heimatkontakt Zweimal täglich telefoniert Kasami (hier auf seiner Dachterrasse in Mondello) mit der Familie.

«Pajtim kann ein Topstar Europas werden. Er hat die Technik und die Einstellung dazu» mino raiola, ibrahimovic-berater Serie A bei einem Topteam. Auf rund 25 Matches in den verschiedenen Wettbewerben hat er es in diesem ersten Jahr gebracht. Sehr viel für einen 18-Jährigen. Keiner seiner weltmeisterlichen U17-Kollegen, die ins Ausland gingen, hat es nur annähernd so weit gebracht. Kasamis Transferwert ist auf 2,5 Millionen Franken gestiegen – zurückhaltend geschätzt. Sein Berater Mino Raiola, ein Schwergewicht der Branche, der sonst Grössen wie Ibrahimovic oder Balotelli betreut, sagt: «Pajtim kann ein Topstar im europäischen Fussball werden. Er hat die Technik und die Einstellung dazu.»

Palermo habe eben einen neuen Trainer erhalten, und wenn der auf Kasamis Qualitäten als Spielmacher hinter den Spitzen setze, seien die Sizilianer ein ­optimaler Klub für die Entwicklung des 1,89-m-Hünen. Wenn nicht, hätten rund 15 Klubs aus ganz Europa bei ihm ihr ­Interesse am Juwel angemeldet. Pajtim Kasami kann beruhigt abwarten. Umso mehr als ihm das Leben am Südzipfel Europas behagt. Etwas ausserhalb des Stadtzentrums, in Mondello, bewohnt er ein Haus direkt am Meer. «Eine Stadtwohnung hätte mir auch gefallen, aber dort wäre es einfach

zu laut. Und die Luft am Meer ist vorzüglich.» Von seiner Dachterrasse geniesst er einen betörenden Ausblick in Richtung italienisches Festland. Und den Verlockungen des sizilianischen Nachtlebens kann der gläubige Muslim pro­ blemlos widerstehen. Geht er aus, dann allenfalls mal zum Essen mit seinen ­guten Kumpels im Team. «Wir haben hier eine italienische, eine osteuro­ päische und eine südamerikanische Fraktion. Als Svizzero befinde ich mich irgendwo dazwischen, aber am nächsten bei den Südamerikanern.» Mondello ist ein Nobelvorort von Palermo. Keine Angst vor unerwünschten Besuchen durch die organisierten Banden der Cosa Nostra? «Am Anfang schon ein bisschen, aber der Mann meiner Vermieterin ist Polizist. Der hat mich punkto Vorsichtsmassnahmen beraten.» So fährt Kasami statt Ferrari oder Maserati einen kleinen Nissan. «Ein Kompaktauto ist praktischer in diesem Verkehr hier.»


murat yakin über … … pajtim kasami Murat Yakin spielte für GC, Stuttgart, Istanbul und Basel sowie 49 Mal für die Schweiz. Als Trainer betreute er Thun und neu den FC Luzern. u Stärken Seine Technik ist

Mamma mia, é Kasami! Pajtim spaziert in der Altstadt Palermos. Der Ladenbesitzer wird ihn gleich erkennen und aufspringen.

Foto Yakin: Sven Thomann / Blick Sport / RDB

Fernspiel Mit seinen Kollegen in der Heimat spielt Kasami oft Online-Fussball. «Ich bin dann jeweils am liebsten Kasami von Palermo ...» Auch an die heissblütige Ver­ ehrung der Fans in Palermo muss man sich erst mal gewöhnen. Beim Spaziergang in der Stadt wird Pajtim pausenlos angesprochen und auch angefasst. Man kennt den Jungstar. Distanz gibts für die Tifosi nicht. «Eh, Kasami, vai vincere la coppa per noi!», heisst es wenige Tage vor dem italienischen Cupfinal gegen Inter unentwegt. Der Ton ist klar fordernd. «Als wir das wichtigste Spiel der Saison, das Derby gegen Catania, 0:4 verloren, mussten wir eine Stunde im Bus aus­harren, ehe uns die wütenden Fans nach Hause liessen.» Gut, spricht Pajtim mittler­weile perfekt Italienisch. Sein fussballerisches Glück vollenden würde ein Aufgebot von Ottmar Hitzfeld. Dass Kasamis Herz zuerst für die Schweiz schlägt, beweist er derzeit mit der U21-Nati an der EM in Dänemark. Als er Ende 2010 beim Jubel über seinen Treffer gegen Parma mit

überdurchschnittlich gut. Und für sein jugendliches Alter besitzt er ein ausgeprägtes Selbstvertrauen. Die Zwischenstation bei Bellinzona im Abstiegskampf vor einem Jahr hat ihn robust gemacht. u Nachholbedarf Die Grundschnel­ ligkeit ist nicht überragend. Vielleicht fehlt ihm auch deshalb noch etwas die Torgefährlichkeit, die es im zentralen offensiven Mittelfeld braucht. u Idealposition Seine Ballsicherheit und der robuste Körperbau prädesti­ nieren ihn für eine Position im Spiel­zen­trum. Sein Vorteil ist, dass er dort in offensiverer wie defensiverer Rolle eingesetzt werden kann. u Ausstrahlung Pajtim hat das Zeug zum lautstarken Teamleader. Das hat er schon bei der U17-WM bewiesen. u Nati-Prognose Das Angebot an Mittelfeldspielern, die zentral hinter den Spitzen spielen können, ist in der Schweiz beschränkt. Das verschafft Pajtim gute Chancen. Wer sich so jung in einer Liga wie der Serie A behauptet, muss für die Nati ein Thema sein. verschränkten Daumen und wedelnden Fingern den albanischen Adler symbo­ lisierte, trug ihm das in den Schweizer Medien Ärger ein. «Dabei war die Geste ohne ­Bedeutung. Ich grüsste damit lediglich Freunde und Verwandte in meiner zweiten Heimat Mazedonien.» Für Kasami ist klar: Dem Ruf der Schweizer Nati würde er sofort folgen, auch wenn der mazedonische Verband heftig um ihn buhlt. Und diesen versteht man: Fahrlässig, wer sich nicht um den Rohdiamanten im rosaroten Palermo Dress bemüht.  Bisher erschienen: Fabian Lustenberger, Valon Behrami. – Nächste Folge: Nur Freundin Séverine fehlt dem Toggenburger Moreno Costanzo in Bern.


notabene

Deutschland isoliert sich Peter Scholl-Latour

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schweizer illustrierte

Foto Fabienne Bühler

D

er deutschen Bundes­ Urnengang die Kanzlerschaft in den Schoss kanzlerin wurde Anfang gefallen wäre. Aber seitdem ist keine über­ zeugende Führungspersönlichkeit in Sicht, Woche die höchste zivile und das innenpolitische Gezerre, das bei Auszeichnung der USA, die jeder Landtagswahl neu angeheizt wird, Friedensmedaille des Prä­ droht sich für die anstehenden grossen sidenten, verliehen. Gleich­ Entscheidungen lähmend auszuwirken. zeitig aber vermerkt ein Während Deutschland noch vor deutsches Magazin, dass die deutsch-ameri­ zwei Jahren als Motor der europäischen kanischen Beziehungen einen Tiefpunkt Einigung gepriesen wurde, sieht sich das erreicht haben. Die Kumpelhaftigkeit oder Land, dessen Politiker und Medien das grundsätzliche Solidarität, die George W. Bush und Angela Merkel auf seltsame Weise Interesse am kontinentalen Zusammen­ verband, ist unter Obama einer gegensei­ schluss verloren zu haben scheinen, einer tigen Abneigung gewichen. plötz­lichen Isolation ausgesetzt. Fatal wirkt sich aus, dass die Berliner Koalition als Als Bush junior im Weissen Haus einzige Regierung Europas und der Nato amtierte, hatte die damalige General­ sich – im Verbund mit China und Russland – sekretärin der CDU den Entschluss des der Stimme enthielt, als es darum ging, im deutschen Kanzlers Schröder kritisiert, Sicherheitsrat das Flugverbot über Libyen nicht am Feldzug Iraqi Freedom teilzuneh­ «Deutschland erlebt zu verhängen. Seither gilt Berlin in Paris, men, und hätte – wenn es nach ihr ge­ ein erstaunliches aber vor allem auch in Washington als un­ gangen wäre – ein deutsches Kontingent geschickt. Bush sah in Merkel, die die Wachstum, doch der sicherer Faktor, zumal Merkel gehofft hatte, Tyrannei des Kommunismus erlebt hatte durch den Affront gegen das westliche Bünd­ Stern von Angela und sich nunmehr die Prinzipien west­ nis eine Mehrheit der Wählerschaft bei der licher Demokratie zu eigen machte, ein Merkel sinkt» Landtagswahl in Baden-Württemberg hinter Exempel dafür, wie weltweit alle übrigen sich zu bringen. Bürger diktatorischer Regime zur Freiheit ­finden könnten. Die radikale Absage des deutschen Bundestages an die Barack Obama scheint erkannt zu haben, dass nicht Atomenergie, die unter der Schockwirkung von Fukushima zustan­ mehr der atlantische Raum für die Gestaltung des Jahrhunderts de gekommen ist, schafft bei manchen Partnern der internatio­ massgeblich sein wird, sondern dass am asiatischen Gegenufer des nalen Gemeinschaft den Eindruck, als solle am deutschen Wesen Stillen Ozeans die Weichen gestellt und die USA in eine uner­- die Welt genesen. Auf der Welle dieses mit religiöser Inbrunst vor­ bitt­liche Kraftprobe gezogen werden. Überraschend ist es nicht getragenen Verzichts auf die Nuklearwirtschaft ist die Partei der bei einem Präsidenten, der auf Hawaii zur Welt gekommen und in Grünen zu einem unverzichtbaren Koalitionspartner von morgen Indonesien aufgewachsen ist. Bei Merkel hingegen gewinnt man geworden, ja manche hegen die Hoffnung, sie könnte den künf­ den Eindruck, dass ihre Erziehung in der DDR ihre aussenpoli­ tigen Bundeskanzler stellen. Bei dieser Frontstellung gegen das tische Sicht prioritär auf Ost- und Nordeuropa ausgerichtet und Atom – für das es gute Gründe gibt – wurde jedoch übersehen, dass ihre globale Wahrnehmung eingeengt hat. Die lateinische und die nuklearen Waffenarsenale der Streitkräfte der USA, Russlands, katholische Welt bleibt ihr fremd, und die USA, die sie wie die meis­ Chinas, Frankreichs, Pakistans und vor allem Israels für die Staa­ ten ehemaligen DDR-Bürger nach der Wende als gesellschaftliches ten unverzichtbar bleiben, dass diese atomaren Systeme von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen und mindestens so viel radio­ Vorbild verklärte, scheinen sie gründlich ernüchtert zu haben. Deutschland erlebt zurzeit ein wirtschaftliches Wachs­ aktiven Restbestand erzeugen wie die zivilen Atommeiler. Hinzu treten wirtschaftliche Spannungen. Man war tum, eine schrumpfende Arbeitslosigkeit und eine soziale Sicher­ heit, die Merkel höchste Popularitätsraten einbringen müssten. es gewohnt, dass die USA der Dumping-Politik Chinas vorwarfen, Stattdessen sinkt ihr Stern im Ansehen der Bürger. Es liegt an die amerikanische Aussenhandelsbilanz negativ zu beeinflussen. der heillosen Koalition, die sie mit Guido Westerwelle und der FDP Nun werden ähnliche Vorwürfe – wenn auch mit anderen Ar­ eingegangen ist. Niemand konnte ahnen, dass diese Partei in der gumenten – an die Adresse der blühenden Exportwirtschaft Gunst des Publikums so schnell und so gründlich absacken würde. Deutschlands gerichtet. An dieser Stelle kehrt man in Berlin Heute hegt man bereits Zweifel, ob die FDP im nächsten Bundes­ zu Recht eine gewisse Gereiztheit gegenüber Washington heraus. tag überhaupt noch vertreten sein wird. Der Bündnispartner ist für Zu vermerken ist ebenfalls, dass die deutsch-französische Militär­ die Christlich Demokratische Union zu einem Klotz am Bein ge­ kooperation, die sich in hoffnungsvollem Fortschritt befand, unter worden, während die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die der Kanzlerschaft Merkel fast zum Erliegen gekommen ist, wäh­ «Erfolgspartei» par excellence, mit ihrer bislang treuen Wähler­ rend zwischen London und Paris, den alten Partnern der Entente schaft befürchten muss, dass sie von den siegestrunkenen Grünen cordiale, eine gemeinsame strategische Planung konkret voran­ überholt wird. Wäre Verteidigungsminister zu Guttenberg nicht schreitet.  über die Plagiate in seiner Doktorarbeit gestrauchelt, hätte man fast mit ­Sicherheit darauf setzen können, dass ihm beim nächsten Peter Scholl-Latour, 87, Nahost-Experte und Buchautor


Spitzensport

Pause Mike Schmid verpflegt sich in Magglingen im Wald . «Ich habe Respekt, weiss ja kaum noch, wie man mit dem Gewehr hantiert.»

Soldat Schmid kehrt zurück Die Verletzungshexe hatte mike schmid ein Jahr lang im als sich der Frutiger wieder heran­ gekämpft hatte und bereit schien, dieses Griff. Ans Aufgeben dachte der Skicross-Olympiaheld trotzdem nie. Und ist nun dank «Väterchen Staat» bereit für neue Grosstaten. Frühjahr die letzten Saisonrennen zu Text iso niedermann Fotos bruno voser

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as «Vierfrucht-Pyjama» zwickt und kneift da und dort. Gute sechs Jahre ist es her, seit Mike Schmid, 27, seinen persönlichen Kampfanzug der Schweizer Armee letztmals getragen hat. Die Körperformen sind nicht mehr ganz die gleichen wie damals. Was in Schmids Fall positiv zu deuten ist: Seine Spitzensportler-Muskeln passen nicht mehr perfekt ins Militär­

gewand eines ambitionierten Hobby­ sportlers. Der 1,93-Meter-Hüne hat sich neue Konfektionsgrössen antrainiert. Für seine Beine allerdings gilt das momentan nur beschränkt. Da ist zuletzt doch einiges an Muskelmasse verloren gegangen. Im Juni vergangenen Jahres waren noch kaum die Feierlichkeiten zu seinem Olympiasieg in Vancouver verklungen, als sich Mike beim PlauschFussball das linke Kreuzband riss. Es folgten Monate der Rehabilitation und ein Winter der Rennabstinenz. Gerade

bestreiten, knallte es wieder. Bänderriss bei einer der ersten freien Skifahrten, diesmal im rechten Knie. «Zwei, drei Tage war ich schon am Boden danach. Ich hatte mich doch so extrem auf die Rückkehr gefreut.» Statt des Comebacks gabs am 24. Februar eine erneute Operation und die Aussicht auf weitere Monate mühsamen Aufbautrainings. «Doch ans Aufgeben habe ich keine Sekunde gedacht. Ich bin kein Jammeri.» Das ist erst vier Monate her, doch heute sagt Mike, er sei «optimistisch wie noch kaum je zuvor». Das u schweizer illustrierte

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Spitzensport

Vaterland machts möglich. Seit März ist er als Zeitsoldat beim Bund angestellt. Das eröffnet ihm Trainings- und Therapie­ möglichkeiten, von denen er bisher nicht mal träumen konnte. Die Anstellung ist bis Olympia 2014 in Sotschi vorgesehen. Seinen 50-Prozent-Lohn erhält er im Prinzip dafür, dass er der Schweiz mit sport­ lichem Erfolg Ehre macht. Echte militärische Aufgaben hat er nicht mehr als jeder WK-pflichtige Soldat. «Vor dem ersten Tag Schiessausbildung habe ich schon Respekt. Ich weiss ja kaum noch, wie man mit dem Gewehr hantiert.» Sein Leben spielt sich derzeit zu grossen Teilen in Magglingen BE ab. Dort stehen täglich vier bis fünf Stunden Training und Physiotherapie auf dem Programm, dazu drei Stunden EnglischUnterricht. «Dieses Angebot nahm ich noch so gerne an. Jetzt kann ich dann hoffentlich taugliche Interviews auf Englisch geben.» Der Spass ist umso grösser, als im Klassenzimmer Spitzensportler aus anderen Sparten wie die Langläufer Cologna, Perl und Fischer oder Rodlerin Kocher seine Gefährten sind. Beim Training geniesst er die u


«Ich lerne gern. Bald kann ich taugliche Interviews auf Englisch geben» mike schmid

Abwechslung Die English-Lessons mit den Langläufern Cologna (hellblau) und Perl sowie Rodlerin Martina Kocher sind auch Erholung vom harten Training.

Gesellschaft seiner Swiss-Ski-Kader­ kollegen, die in Magglingen derzeit die Spitzensportler-RS absolvieren. «Auch diese Möglichkeit, die Vorbereitung im Team zu absolvieren, ist neu und toll.» Reiner Profisportler möchte Mike trotzdem nicht sein. Auch wenns dank Bundeslohn und wachsender Sponsorenzahl wirtschaftlich machbar wäre. Der Strassenbauer braucht die Kumpels, den Duft des Teers. Deshalb hat er seinen Chef angefragt, ob es leichtere Arbeiten auf dem Bau gebe, die er verrichten könne. So arbeitet Mike Schmid auf seinem Weg zurück nun zu 20 Prozent auch wieder im Strassenbau. Die Wohnung in Frutigen hat er behalten, zumal er auch wochenweise dort lebt und trainiert. Der Beziehung zu seiner Freundin Joëlle kommt der Zeitsoldaten-Status nur zugute. «Joëlle war sehr dafür, dass ich das Angebot des Bundes annehme.» So hat denn auch das nächste Projekt Mike Schmids einen Hauch von Leben im Feld. «Joëlle und ich gehen im Sommer ein paar Wochen zelten in Italien. Hotels sehe ich im  Winter genug.»


Shopping

top ten der Woche

Model Lucia@visage.ch, Hair & Make-up Brigitte Aeschbach (Time)

Sunshine Reggae u Sie stehen für Sommerhitze, entspannte Leichtigkeit und Abenteuer: Looks, die an Safari, Wüsten­touren und Jamaika er­innern. Die Schlüsselteile des Trends: Overalls und simple, maskuline Shirts zu 70er-Jahre-Hosen, Shorts oder weit schwingenden Jupes in Sand oder Militärgrün. Aber auch Maxi­kleider aus fliessenden Materialien wie Seide oder Satin – stets in sanften Naturfarben. Dazu Gürtel, Sandalen und Taschen aus dunklem und hellem Leder oder Naturfasern. Abendliche Begleiter sind grosse Baumwoll- oder Leinenschals in afrikanischen Prints – vor allem dann, wenn man doch nur in den heimischen Gefilden weilt.

Redaktion Kristina Köhler Fotos Geri Born Styling Janette Gloor

Rebellin Jumper Alexander Wang, Vestibule. u CHF 320.– Baumwolltuch Manor. u CHF 29.90 Gürtel H & M. u CHF 14.90 Armreif Globus. u CHF 39.90 schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Viel Spielraum für Abenteuerinnen»

Freigeist Kleid H & M. u CHF 79.90 Kette Renard Bijoux bei Vestibule. www.vestibule.ch u CHF 340.– Ledersandalen mit Holzabsatz, Vögele Shoes. u CHF 59.90

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Muse Seidenbluse Massimo Dutti. Solange Vorrat. u CHF 89.– Shorts Sandro. u CHF 239.– Gürtel Hallhuber, Schild. u CHF 45.90

Traumtänzerin Badekleid H & M. u CHF 29.90 Jupe, Shirt, Massimo Dutti. u CHF 160.–, 49.90 Gürtel, Armreif (je 2er-Sets), H & M. u CHF 29.90, 12.90 Riemchen­sandalen Repetto, Glam. u CHF 370.–

Geniesserin Badekleid H & M. u CHF 24.90 Langer Sommerblazer H & M. u CHF 79.90 Armreif aus Leder, Metall, Piazza Sempione, Grieder. u CHF 221.–

Gefährtin Shirt American Vintage, Globus. u CHF 49.90 Hose Sandro. u CHF 349.– Mütze African Queen. u CHF 35.– Tasche Globus. u CHF 29.90 Sandalen Vögele Shoes. u CHF 49.90 schweizer illustrierte

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Weltzeit-Uhren

Reisebegleiter für Jetsetter

Genial einfach ist die Quarzuhr Arcade Dual Time von Balmain: 2 Zifferblätter, 2 Kronen, Datum. www.balmainwatches.com u CHF 595.–

Laufsteg

Weltenbürger

u Schweizer Uhren richten die genaue Zeit wie 15 weitere Länder nach dem Nullmeridian, der durch Greenwich verläuft. Daher die Bezeichnung GMT (Greenwich Mean Time). Doch wer viel reist, muss seine Uhr nach der koordinierten Weltzeit UTC (Universal Time Coordinated) richten, welche die Erde in 24 Zeitzonen einteilt. Die Zeit verschiebt sich je nach Reisedestination vor- oder rückwärts. Findige Uhrenhersteller haben längst herausgetüftelt, wie die Komplikation einer zweiten Zeitzone ins Uhrwerk eingebaut werden kann, damit Viel­ reisende die richtige lokale Zeit ihrer Reisedestination mühelos an ihrer Uhr einstellen und ablesen können. Wie kreativ Uhrendesigner dabei vor­ gehen, zeigen diese sechs brandneuen Edelstahl-Uhren. sARAH RIEDER

Gaucho-Chic Bei Hermès dominierte der elegante Reiter-Stil. Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, hat Lust, die Welt zu erkunden.

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Flughäfen statt Städte zeigt die Automatikuhr Hamilton Khaki Skymaster UTC. Einfach bei 9 Uhr drücken. www.hamiltonwatches.com u CHF 1250.–

Woman’s World Automatikuhr von Vogard: 61 Diamanten, 12 schwarze Saphire, 24 Städte auf der Lünette. www.vogard.com u CHF 9900.–

Kurs auf Reno mit der Titan-Automatikuhr BC3 Air Racing von Oris. 2. Zeitzone: ein roter Flugzeugzeiger. www.oris.ch u CHF 19 990.–

Sportlich ist die schwarze Quarz-Stahluhr von Grovana. Mit 2. Zeitzonen-Anzeige sehr günstig. www.grovana.ch u CHF 415.–

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Gautier und das französische Tradi­tionshaus Hermès ein solch perfektes Paar abgeben würden? Das ehemalige Enfant terrible der Modeszene fand für seine letzte Show die perfekte Mischung aus Reiter-Chic, einer Prise Zorro sowie einer Anleihe an anda­lusische Trachten und argentinische Gauchos. Ob Safari, eine Reise nach Mumbai oder ein City-Trip nach Paris: Cordobes-Hüte, JodhpurShorts, fliessende Blazer und weite Hosen mit breiten Ledergürteln sind die perfekte Garderobe für rastlose Weltenbummler. Romantiker reisen an die abenteuerlichen Orte einfach mit der Fantasie. Ursula Borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Imaxtree

u Wer hätte gedacht, dass Jean Paul


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Lieblinge der Redaktion

Klassisch Nur fürs Büro fast zu schade: hellgraues Hemd mit hübschen Details am Kragen. u CHF 49.90

Elegant Die Einrichtung des WE-Fashion-Shops im Einkaufszen­trum Rosenberg an der Schaffhauserstrasse 152 in Winterthur.

Robust Passt immer: grauer Ledergürtel mit silberfarbener Schnalle. u CHF 49.90

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Lässige Mode für echte Kerle

Feinsinnig Das Buch «Life in Photographs» von Linda McCartney ist im Taschen Verlag erschienen. u CHF 79.–

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grossen Sortiment kaum Grenzen gesetzt. Neben der Herrenkollektion mit passenden Accessoires führt der Shop auch die WE-Boys-Kollektion für Jungs im Alter von 2 bis 12 Jahren. nina lienhard

Lässig Gar nicht klein kariert: tief sitzende Shorts mit Seiten­taschen. u CHF 69.90

Öffnungszeiten Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 8–18 Uhr, Infos unter www.wefashion.com weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

buch-tipp

Swinging 60s u Man kennt sie als Pauls Frau, Stellas Mutter und als überzeugte Vege­ tarierin: Linda McCartney. Das Buch «Life in Photographs» (Taschen Verlag) zeigt sie als Fotografin. Als Miss Eastman fotografierte sie die Rolling Stones 1966 auf einer Jacht und schaffte es als erste Fotografin mit einem Eric-Clapton-Porträt auf das Cover der Zeitschrift «Rolling Stone». Das Buch zeigt das Who’s who der Musikszene der 60er-Jahre: Jimi Hendrix, Bob Dylan, Janis Joplin und natürlich die Beatles. ursula borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Paul Seewer (Stills), Linda McCartney

u Ein guter Grund, den Mann beim nächsten Besuch im Shoppingcenter Rosenberg mitzunehmen: Im April hat das holländische Modelabel WE ­Fashion eine Filiale im Winterthurer Einkaufszentrum er­öffnet. WE bietet eine vielseitige Kollektion für mode­bewusste Männer zu fairen Preisen: Von T-Shirts über Anzüge bis hin zu Badeshorts findet Mann etwas für jeden Geschmack und Anlass. Den Kombina­ tionsmöglichkeiten sind dank dem

Frisch Sommerlicher Look: V-Neck-Shirt mit türkis-schwarzem Print. u CHF 34.90


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Für Unterwegs Deeply Moisturizing Paper Mask von My Skin Essence mit Gurken-Extrakt. Coop City. u CHF 1.75

Mildert Fältchen Emulsion Hydro-Active von Louis Widmer. Apotheken. u CHF 28.50 Feuchtigkeits-Pflege

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u Wieder zu lange im Büro vor dem Computer gesessen und zu viel Zeit in klimatisierten Räumen verbracht? Kein Wunder, ärgert uns der Spiegel mit Trockenheitsfältchen, fahlem Teint und Hautschüppchen. Ob fettige oder trockene Haut: Feuchtigkeit polstert die

Deckt ab Moisture Surge Tinted Moisturizer SPF 15 von Clinique. 125 ml u CHF 44.–

Pflegt über Nacht Leichtes NachtcremeGel Zoé. Migros. 50 ml u CHF 17.50

Konturen auf und sorgt für eine gute Durchblutung. Das A und O ist eine ausgewogene Feuchtigkeitspflege, die im besten Fall laufend Feuchtigkeit abgibt (Aquaporin Active von Eucerin). Nach einem zu langen Bad in der Sonne gönnt man sich am besten eine Intensiv-

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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A star is born

Mit UV-Schutz Feuchtigkeitspflege UV Légère SPF 20 von Avène. Apotheken. u CHF 31.90

Für empfindliche Haut Hydraphase Intense Légère von La Roche-Posay. Apotheken. u CHF 30.–

kur mit einer Gesichtsmaske (z. B. Hydra Collagenist von Helena Rubinstein – lässt auch die Zeichen einer zu langen Nacht verschwinden). Wer besonders emp­ findliche oder gereizte Haut hat, setzt auf schonende Pflege aus der Apotheke (Avène, La Roche-Posay). Wer gerade im

Befeuchtet lang anhaltend Aquaporin Active von Eucerin. Apotheken. u CHF 28.90

Mit Spa-Effekt Feuchtigkeitsmaske Hydra Collagenist von Helena Rubinstein. u CHF 76.–

Sommer auf Make-up verzichten will, freut sich über den getönten Moisture Surge Tinted Moisturizer SPF 15 von Clinique (Feuchtigkeit und getönter Teint). Und nicht vergessen: Mindes­ tens zwei Liter Wasser oder Kräutertee trinken! ursula Borer

u Leila Bekhti (César als beste Nach­ wuchsdarstellerin) läuft in Cannes mit den Grossen über den roten Teppich. Neu ist die charismatische Schönheit Markenbotschafterin von L’Oréal Paris.


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Sommerfrisch Männerduft Artisan von John Varvatos, mit Clementinen, Orangen, Thymian und Lavendel. Marionnaud. 75 ml u CHF 79.90

Objekt der Begierde

Wie ein Weekend am Meer überzeugt durch eine raffinierte Komposition aus sizilianischen Clementinen, Orangen aus Mexiko, wildem Thymian, Majoran, griechischem Lavendel und Ingwer. Ein Mix aus Frische- und Kräuterakkorden, ausgezeichnet als bester Zitrusduft der Herrenzeitschrift «Men’s Health». So spannend, dass man ihn gleich auf der Haut des Allerliebsten schnuppern möchte! Kristina Köhler

surfer-style

www.2thirds.com u Das

baskische Label Twothirds setzt nicht nur mit Surf-inspirierten Jacken, T-Shirts und Hosen Trends. Die junge Firma engagiert sich stark für die Umwelt. Dies zeigt auch der Name: «Twothirds» steht für die zwei Drittel der Erdoberfläche, die mit Wasser bedeckt sind. Damit dieses so sauber

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wie möglich bleibt, wird die Kleidung in biologisch abbaubaren Säcken verpackt – 10 Prozent jedes verkauften Teils gehen an die Organisation Ozeana zum Schutz der Ozeane. Stephan Gubler mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler

u Sinnlich zum Anfassen, sommerlichmediterran in der Flechtoptik und schön wie ein langes Weekend im Süden: der neue Herren-Duft Artisan des Amerikaners John Varvatos. Die Flasche in warmem, natürlichem Braun verkörpert so alles, was den Lebensstil des ehemaligen Modemachers (Polo Ralph Lauren, Calvin Klein) ausmacht: den Sinn für Design, Eleganz und Handwerkskunst. Das Innenleben


Shopping top ten he der Woc

kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin, liebt den Sale.

Veilchen mit Glamfaktor Mutige tragen in diesem Sommer strahlendes Viola als Lidschatten (Etro). styling-tipp

Magische Flowerpower u Sie ist die Farbe der Unabhängigkeit und der Gleichstellung: Viola. Denn sie ist eine Mischung aus femininem Rosa und männlichem Blau. In den 70erJahren war es deshalb für Feministinnen ein Muss, lila gekleidet zu sein. Und natürlich wandelten und tanzten auch die weiblichen Hippies in weit wallendem Violett. Dazu gabs die Farbe als hypnotischen Lidschatten in ihren verschiedenen Nuancen. In diesem

Sommer wird der magischen Lidfarbe Reverenz erwiesen. Etwa bei der ­Sommerkollektion von Etro, bei der die Lavendelfarbe mit einem sonnigen Pfirsich-Teint und tiefrosa Lippen kombiniert wurde. Wer nicht ganz so mutig ist, die Nuance auf dem Lid und als Betonung des unteren Lidrandes zu tragen, beginnt nur mit dem Oberlid. Dazu gibts viel Mascara und viel Flowerpower-Feeling! Kristina Köhler

die produkte zum look

Hippie-Nägel Nagellack in milchigem Viola, LCN. Exklusiv bei Marionnaud. u CHF 14.90

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schweizer illustrierte

Magnet-Augen LidschattenTrio Luminizing Satin in VI 308 von Shiseido. u CHF 49.–

XXL-Wimpern Mascara Volume Oversize von Diorshow Extase in Pflaume. Dior. u CHF 48.–

Bald ist es wieder so weit. Alles, was uns eben noch lieb und teuer war, kostet plötzlich nur noch die Hälfte. Noch bevor der Sommer so richtig angefangen hat, verwandelt sich alles in einen un­ schönen Wühltisch, und Schilder mit wütendem Neongepinsel verkünden die frohe Botschaft: SALE (Aus­ verkauf). Na endlich kann man in die Badi gehen und braucht nicht mehr ständig shoppen. Wer möchte denn bitte die ranzigen Reste haben? Alles in der falschen Farbe, den falschen Grössen (ha, oder im schlimmsten Fall gleich beides – wer hat noch ein Diane-von-Furstenberg-Seidentop mit Acid-Obstteller-Druck in Grösse 34, welches nie gepasst hat, nie passen wird und immer noch nur 400 Franken gekostet hat? Bitte melden!). Die berühmte Schnäppchenfalle ist tief, gemein, und man kann ihr nicht entkommen. Eigentlich verzichte ich ja zugunsten meiner guten Laune auf das Lesen von Tageszeitungen, doch noch während ich mir eine Erdbeere (die guten Thurgauer, handverlesen und mit Vornamen versehen, 7 Stück à CHF 5.50) in den Mund steckte, traf es mich unverhofft früh. PRIVATE SALE bei Hermès stand da, nicht im Laden, nein, auf 500 extra gemieteten Quadratmetern. Die halbe Stadt stand brav und mit möglichst unbeteiligtem Gesicht in einer Schlange. Niemand wollte seine Gier öffentlich kundtun. Oder gar zugeben, wie gerne er ein handrolliertes Seiden­twill-Carré für die Hälfte des normalen Preises um seinen Hals wickeln würde. Ich blieb ganz ruhig, atmete, schaute und fand genau das Paar Ballerinas, das ich mir schon lange gewünscht hatte. Oh, ich liebe SALE! 

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born (Porträt), Imaxtree

Die orangefarbene Box


Check-up Alzheimer auf der Spur

ft f i r t i ve t e b rna zin AlteMedi

u ZÜRICH Wissenschafter vom

Klopfen gegen Angst und Stress Die Methode Emotional Freedom Techniques löst ­emotionale Blockaden. Sie wirkt schnell und eignet sich bei krankhaften Ängsten, Schlafstörungen, Stress und Migräne. Text Lisa merz

Foto HO

S

obald Karin Brunner in ein Flugzeug steigen will, kommt die Angst. Die Businessfrau wird nervös, erinnert sich an die schweren Turbulenzen während eines Linienflugs vor ein paar Jahren. Dank EFT (Emo­ tional Freedom Techniques) konnte sie ihre Angst besiegen. «Diese Methode ist sozusagen eine emotionale Akupunktur-Form», erklärt Stefan Marcec, EFT-Trainer und -Coach. «Dabei klopft man mit den Fingerspitzen ausgewählte Meridianpunkte ab. Gleich­ zeitig verbalisiert man das Problem.» Die Anwendungsbereiche reichen von Stress über Migräne, Schlafstörungen bis zu Phobien oder Verletzungen. Das Ziel der Methode: aufgestaute Emotionen lösen. Je nach Lebens­ geschichte entstehen im Gehirn mit der Zeit Muster, die mit bestimmten Ge­ fühlen und Verhaltensweisen gekoppelt sind. «Das Beklopfen der Akupunktur­ punkte bewirkt einen elektromagne­ tischen Impuls. Dieser gelangt über das Bindegewebe ins Gehirn und trägt dort zur Destabilisierung des neuronalen Musters bei», erklärt Stefan Marcec.

Auch der Mediziner Dr. Matthias Wissler wendet EFT an: «Ich kenne nichts, was besser gegen emotionale Blockaden wirkt.» Bei schwerwiegenden Krankheiten kann EFT mit konven­ tionellen Therapien kombiniert werden, sollte diese aber nicht ersetzen. «Die Methode wirkt schnell», sagt Dr. Matthias Wissler. Zudem können Patienten EFT-Übungen auch selber lernen und ausführen. Laut Stefan Marcec reicht ein Tagesseminar, um die Grundlagen zu erlernen. Dr. Matthias Wissler hingegen wendet die Methode immer selbst am Patienten an. «Bei Krankheiten braucht es einen fach­ kundigen Anwender, der sich mit den Krankheitsbildern auskennt. Um Stress zu bewältigen, funktioniert die Methode aber auch in der Selbstanwendung.» www.praxis-wissler.ch

Stefan Marcec arbeitet als EFT-Coach und leitet Seminare. www.internalwork.ch

Institut für Biochemie der Uni­ versität Zürich konnten dank einer präzisen Methode den Aufbau von richtig und falsch gefalteten Ei­weis­sen bestimmen. Fehlfaltungen bergen das Risiko von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson.

Suizidrate senken!

u WIEN Je höher der natürliche

Lithium-Wert im Trinkwasser, desto niedriger ist die Suizidrate. Das geht aus einer Studie von Forschern der Universität Wien hervor. Die Resul­ tate der Studie wurden im «British Journal of Psychiatry» veröffentlicht. www.meduniwien.ac.at

Maxi-Risiko für Minis!

u BERN Babys mit einem niedrigen

Geburtsgewicht haben ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Krank­ heiten im Erwachsenenalter. Medi­ ziner der Uniklinik für Kinderheil­ kunde am Inselspital in Bern fordern für solche Babys deshalb gezielte Kontrollen bereits im Kindesalter.

tipp

1 Gramm Vitamin C pro Tag kann einen Schnupfen nicht verhindern, verkürzt ihn aber signifikant. So das Fazit einer israelischen Studie.

schweizer illustrierte

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Check-up THERMAGE

Die Uhr etwas zurückdrehen! Text VERENA THURNER

M

an muss sich das Ganze so vorstellen: Wird ein Stück Fleisch erhitzt, zieht es sich zusammen. Es wird kleiner. Ganz ähnlich verhält es sich mit Thermage, dem einzigen nicht chirurgischen Verfahren, das gleichzeitig die Haut strafft, auffrischt und neues Kollagen bildet. Während die Geräte der ersten Generation noch nicht so überzeugende Resultate lieferten, können sich die Ergebnisse der heutigen Geräte durchaus sehen lassen. Einen erstaunlichen Lifting-Effekt präsentiert Thermage bei den Augen. Schon eine einzige Anwendung strafft Stirnhaut und Oberlider. Das Resultat ist vergleichbar mit einem chirurgischen Lifting, aber ohne Blutergüsse, Schwellungen und ohne Auszeit. Das Verfahren eignet sich im Gesicht auch für hängende Bäckchen, die Partie um den Mundbereich und bei einem Doppelkinn. Thermage arbeitet mit mono­ polarer Radiofrequenz-Techno­logie. Diese ermöglicht eine Erwärmung der Haut in bisher nie erreichten Tiefen. «Der Behandlungskopf kommt jeweils nur für einen Patienten allein zur An­wendung, er ist mit vielen winzi-

Dr. Martin K. Kägi leitet das Haut­ Zentrum Zürich und ist leitender Arzt an der Clinique Matignon in Zürich. www.clinique matignon.ch

gen Elektroden bestückt. Diese Elektroden leiten Im­pulse durch die Haut des Patienten und wieder zurück. Dabei wird die Haut auf eine bestimmte Temperatur erwärmt, die Oberfläche gleichzeitig gekühlt», erklärt Dr. Martin Kägi das Verfahren. Der Pa­tient bestimmt selber, wie hoch der Arzt mit der Temperatur gehen kann. «Der er­zielte Effekt verbessert sich nicht notwen­digerweise bei höherer Gewebetempe­ratur. Deshalb hat sich die individuelle Schmerzgrenze gegenüber der Temperaturmethode durch­ gesetzt», sagt der Dermatologe. Das kollagene Binde­gewebe wird durch die Erwärmung neu organisiert, es zieht sich zusammen und wird dazu angeregt, neues Kollagen zu bilden. «Bei Be­reichen mit einer dünnen Hautschicht sieht man das Resultat sofort. Bei Regionen mit mehr Fettgewebe unter der Haut wird der gewünschte Effekt erst nach zwei bis vier Monaten sichtbar.» Geeignet ist Thermage auch für schlaffe Haut am Körper. Ab einem gewissen Alter helfen weder tägliche Sit-ups noch schweisstreibende Fitnessübungen. Die Muskeln werden zwar aufgebaut, die Haut hingegen bleibt schlaff. Am ehesten zeigt sich die schlaffe Haut am Bauch, an der Innenseite der Oberarme und an den Oberschenkeln. Da kann Thermage mit nur einer Anwendung tatsächlich bei­ nahe Wunder vollbringen. Und das Resultat hält zwei bis drei Jahre, je nach Lebensführung sogar noch länger. Die Nebenwirkungen halten sich im Bereich von 0,2 Prozent. Es kann zu kurzzeitigen Rötungen, seltener zu Schwellungen kommen. Bei einer kompletten Gesichtsbehandlung

Fotos HO (5)

Mit dem nicht chirurgischen Verfahren werden die ersten Zeichen der Hautalterung ohne grossen Aufwand gemildert. Thermage eignet sich aber nicht nur für das Gesicht, auch die schlaffe Haut am Körper lässt sich mit dieser Methode straffen.


k ch ec Hautf-fung s tra WO ANWENDEN? Schweisstreibende Übungen stärken zwar die Muskeln, die Haut aber bleibt ab einem gewissen Alter schlaff. Das rechte Foto zeigt das Resultat nach nur einer Anwendung mit Thermage.

Durch die Erwärmung der Haut zieht sich das kollagene Bindegewebe im Mundbereich zusammen. Das Resultat (rechts) zwei Monate nach der Behandlung mit Thermage.

muss man mit Kosten von 4000 bis 5000 Franken rechnen, allein der Behandlungskopf, der für jeden Patienten ausgewechselt wird, kostet 950 Franken.

Im Gegensatz zu Laser-Anwendungen, die im Sommer nicht so ideal sind, kann Thermage das ganze Jahr über vorgenommen werden. Es braucht keine besonderen Vorkehrungen für die Behandlung.

Thermage eignet sich gegen die ersten Zeichen der Hautalterung im Gesicht. Die Methode strafft, frischt auf und regt die ­Kollagenbildung an. Am Körper ist es vor allem die schlaffe Haut an den Oberschenkeln, an der ­Innenseite der Oberarme und im Bauchbereich, die von der Methode profitiert. Die Vorzüge dieses Ver­fahrens sind:  Keine

Auszeit nach der Behandlung.  Rötungen oder Schwellungen sind selten.  Deutlich messbare ­Hautstraffung nach 2 bis 6 Monaten.  Resultat hält 2 bis 3 Jahre.


Check-up Der Fall Pilates-Yoga

für Kids

«Ich habe gehört, dass es jetzt auch schon Pilates-Yoga-Kurse für Kinder gibt. Ist das sinnvoll?»

Als Ausbildnerin für Pilates und Besitzerin eines eigenen Studios wurde ich immer wieder von Eltern gefragt, warum es denn keine Pilates-Stunden für Kinder gebe. Zusammen mit Lehrerinnen, Kinder­ ärzten und Orthopäden haben wir daraufhin ein Programm für Kinder zusammengestellt. Dabei legen wir Wert auf korrekte Ausführung der Übungen, genauso wie bei den Erwachsenen, die Stunden sind aber total anders auf­ gebaut. Wir nehmen die Kinder mit auf eine fantastische Reise mit Spiel, Liedern und Geschichten. Das PilatesWorkout integrieren wir in diese Ge-

schichten. Oft vergessen die Kids komplett, dass sie am Trainieren sind. Zuerst haben wir den Eltern angeboten, dass sie zusammen mit ihren Kindern trainieren können. Aber die meisten Erwachsenen bevorzugen eine Stunde allein mit ihrem Pilates-­Teacher, und die Kinder trainieren gleichzeitig miteinander. Das macht ­ihnen auch viel mehr Spass. Der Hauptteil der Stunde ist der Methode Pilates gewidmet. Die Übungen vermitteln den Kids ein gutes Gespür für ihren Körper, sie trainieren spielerisch ihr «Powerhouse», und davon profi­ tieren ihre Haltung und auch ihre sonstigen sportlichen Aktivitäten wie Tennis, Fussball und Ballett. Joseph Pilates, der Erfinder dieser Methode, war von Yoga beeinflusst. Und auch heute gibt es noch Yoga-Elemente in den Pilates-Übungen. Die Spiritualität allerdings, die mit Yoga verbunden ist, fehlt bei Pilates komplett. Pilates ist dynamischer, Atem und Bewegung

fliessen ineinander. Am ehesten übernehmen wir vom Yoga die Gelassenheit, das Zwischenmenschliche, so was wie den moralischen Code. Reine Yoga-Klassen für Kinder findet man in der Schweiz noch eher. Beim Kids-Pilates gehören wir wohl zu den Ersten, die dieses Angebot im Programm haben. Vom 25. bis 30. Juli führen wir erstmals im Rahmen unseres Sommer-Camps für Interessierte Kids-Pilates-Kurse und andere Trainings für Kinder durch. Mehr Infos unter www.karolinaschmid.ch

Bloss nicht nass werden! Unter dem «Seit­ lichen Regenbogen» fliesst ein Fluss durch.

Fotos HO (2)

Karolina Schmid ist Pilates- und Yoga-Ausbildnerin, sie leitet ein eigenes Studio in Zürich.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

amy winehouse

Black Beauty u Sie ist aufregend, zügellos und hat eine Mordsstimme: Amy Winehouse, 28. Die britische Souldiva mit der gigan­ tischen 60er-Jahre-Turmfrisur singt am liebsten von Liebeskummer und Schmerz. Ihre Songs verkaufen sich weltweit millionenfach und wurden mit Grammys und Awards ausgezeichnet. «Nichts von dem, was ich mache, ist durchdacht», sagt die Sängerin über ihren Erfolg. Das gilt wohl auch für ihren exzessiven Lebensstil. «Rehab», der Song über ihre Weigerung, einen Entzug zu machen, wurde ihr bisher erfolgreichster Hit. anina rether

Foto Adam Broomberg + Oliver Chanarin

Festival Moon & stars, Piazza Grande, Locarno TI, 15. 7., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min., Festnetz), www.ticketcorner.ch

Ungewöhnlich zarter Look Amy Winehouse, 28. schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

FranÇOIS BERthoud im MUSEUM FÜR GESTALTUNG, zÜRICH

Kunst trifft auf Mode

Er gehört zu den herausragenden Mode-IIllustratoren der Gegenwart: François Berthoud. Im Museum für Gestaltung ist nun erstmals eine Auswahl seiner schönsten Arbeiten zu sehen.

Ästhet François Berthoud, 50, in seinem Atelier in Zürich.

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schweizer illustrierte

u Luxuriöse Kleider, exklusive Taschen, sündhaft teure Parfums, schwindel­ erregend hohe Schuhe – das ist die Welt von François Berthoud, 50. Der Mode-­ Illustrator aus Le Locle NE gehört seit Jahren zu den Grössten seiner Zunft. Seine expressiven, ästhetischen Linolschnitte, Tropfenbilder und Computergrafiken begleiten Mode­ kampagnen von Yves Saint Laurent über Ferragamo bis hin zu Vivienne Westwood. Mit Auftragsarbeiten für Modemagazine wie «Vanity» oder «Vogue» erlangte er Weltruhm. «Ich bin am kreativen Aspekt der Mode interessiert, an den Objekten an sich. Als Konsument ist mir Fashion aber nicht so wichtig.»

Um Kleidungsstücke und Mode­ accessoires zu illustrieren, hat François Berthoud einen ganz persönlichen und ausdrucksstarken Stil entwickelt, der zwischen Pop-Art und Expressio­ nismus eingeordnet werden kann. Sein Markenzeichen: der Linolschnitt mit expressiven Linien. Das Logo, mit dem der Grafiker seine Werke signiert, ist ein spiegelverkehrtes F und ein Punkt innerhalb eines Kreises. François Berthoud widmet sich haupt­ sächlich der Mode-Illustration. Er zeich­ nete aber auch schon animierte Comics für das italienische Fernsehen und wird für Porträts angefragt. So gestaltete er kürzlich ein Cover von Wikileaks-Grün­ der Julian Assange für das renommierte


diese woche in den galerien

Farben. Drei Dimensionen. Bild und Klang Kunterbunt

u Farbe in Hülle und Fülle, aber auch ein unbeschwertes Nebenund Durcheinander von Stilen, Techniken, Epochen: Der Name in der Schau «Kunterbunt» ist Programm. Konkretes neben Surrealem, poppige Kunststofffiguren von Ottmar Hörl im Dialog mit Stierkämp­ fern von Urs Stooss, laute Pop-Art neben Dieter Halls subtilem Sym­ bolismus. Die sorgfältig zusammengestellte Accrochage mit vielen Schweizer Künstlern sorgt für luftig-leichte Sommerlaune.  rea

Galerie Martin Krebs Bern Bis 13. 7. Di–Fr 14.30–18.30, Sa 10–14 Uhr, Tel. 031 - 311 73 70, www.galeriemartinkrebs.ch

spielerisch

u Carmen Perrin, 58, lotet in ihren Arbeiten Tiefe und Raum aus. Die schweizerisch-bolivianische Künstlerin spielt mit Materia­ lien, verdichtet eine minutiös angefertigte Papiercollage, bis das zwei­ dimensionale Werk skulptural wird. Der Titel der Schau «Encore et encore» spielt auf den Arbeitsprozess der Künstlerin an. Die Werke der Wahlgenferin konnten früher klar der Skulptur oder der Malerei zugeordnete werden. Die aktuellen Werke sind Hybride.  rea

Galerie Bob Gysin Zürich Bis 16. 7. Di–Fr 13–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 044 - 278 40 60, www.gbg-galerie.ch

Vielschichtig

Grafikkunst für grosse Namen Kleid von Martin Margiela, 2009; Mode von Fendi, 2000 (v. l.). Oben: «Allure», 2001; unten: Werbung für Max Mara, 2001.

u Die grosse Überblicksausstellung zeigt die Vielfalt von Andrea Wolfensberger, 50. Das Werk der Künstlerin aus Waldenburg BL um­ fasst Skulpturen, Installationen, Fotografien und Malerei. Auch Texte und Klang werden integriert. Die Ausstellung «Then listen again» sug­ geriert nicht nur einen kommunikativen Austausch, sondern auch eine Wiederholung als zeitlichen Ablauf. Ein tatsächliches oder verbildlich­ tes Klingen ist Grundthema der Schau in Solothurn.  rea

Kunstmuseum SOLOTHURN Bis 31. 7., Di–Fr 11–17, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 032 - 624 40 00, www.kunstmuseum-so.ch

Festival Boswiler Sommer

Fotos F. Berthoud

«NY Times Magazine». Nach 25 Jahren im Ausland, mit Stationen in Paris, New York und Mailand, ist François Berthoud vor vier Jahren zurück in die Schweiz gezogen. Im Zürcher Museum für Gestaltung ist nun eine erste umfassende Ausstellung seiner Werke zu sehen: Hunderte Originale, Skizzen und Arbeitsproben sowie ein filmisches Porträt geben einen fundierten Einblick in das herausragende Schaffen des international bekannten Schweizer Grafikers. anina rether muSEUM FÜR GESTALTUNG zürich 22. 6.–9. 10. Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Tel. 043 - 446 67 67, Publik. CHF 47.90, www.museum-gestaltung.ch

Das fünfte Element u Feuer,

Erde, Wasser, Luft – die vier Grund­ elemente gehören zur Kultur des Abendlandes. Der Boswiler Sommer macht mit seinem Motto «5 Elemente» neugierig. Als Festival-Artisten sind herausragende junge Interpreten einge­ laden: Tenor Julian Prégardien (28. 6./3. 7.), Pianist Sasha Grynyuk (28. 6./3. 7.), Loïc Schnei­ der, Flöte (26./29. 6./1. 7.), und Ramon Ortega Quero, Oboe (26./29. 6./3. 7.). Höhepunkt des Programms: die Schweizer Erstaufführung von Stockhausens «Helikopterquartett» (3. 7.). rea Boswiler Sommer Boswil AG 24. 6.–3. 7., Tel. 056 - 666 12 85, www.kuenstlerhausboswil.ch

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Die Besten kultur

Was jetzt? Oliver hats nicht leicht. Eltern und Freundin tun schwierig.

5 Fragen an ein buch

Preston & Child

Spürhund ohne Angst Worum geht es? Gideon Crew, Single, Gelegenheitsgauner und Atomwissenschafter, soll für die US-Behörden herausfinden, was ein Chinese eben ins Land geschmuggelt hat. Ist er ein Überläufer, oder hat er die Pläne für eine Superwaffe im Gepäck? Schnell merkt Gideon bei seinen Ermittlungen, dass auch noch jemand anderes hinter dem Geheimnis her ist.

Augen zu und durch! u Der Plot Das Leben eines Puber­tierenden ist die Hölle auf Erden. Der ­15-jährige Oliver Tate steckt mittendrin in der Misere: Er ist noch «Jungfrau». Seine Freundin Jordana hat Haut­ekzeme und einen Haufen sonstiger Probleme. Seine Mutter droht den Avancen eines abgehalfterten Mystikers zu erliegen. Sein Vater ist ein Träumer, der alles mit sich machen lässt. Oliver muss eingreifen. Nur er kann allen helfen, er ist der Einzige mit Durchblick – und hat trotzdem keinen Schimmer. u Die Stars Toller Cast. Wunderbar peinlich und gleichzeitig reizend: Craig Roberts (Oliver) und Yasmin Paige (Jordana). Auch Sally Hawkins und Noah Taylor als Eltern überzeugen. u Der Regisseur Basierend auf dem erfolgreichen Debütroman «Ich, Oliver Tate» von Joe Dunthorne aus dem Jahre

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2008 ist Regisseur Richard Ayoade eine liebevolle, skurrile Hommage an die Pubertät gelungen. u Der schönste Moment Die Versöhnungsszene am Strand. Ganz ohne Worte. Und so luftig-flockig und locker-leicht, wie es nur Jugendliche hin­kriegen. Beneidenswert! u Der Hammersatz «Sie ist die Einzige, die ich in einem Unterseeboot in meinem Körper herumschwimmen lasse.» u Das Fazit Sie haben die eigene Pubertät in furchtbarer Erinnerung? Gehen Sie in den Film. Er wird Sie mit subtilem Humor mit der herrlich absurden Gedankenwelt der Adoleszenz ver­ söhnen. Garantiert. anina rether 8 8 8 8 8 Länge: 97 Min. Regie: Richard Ayoade. Kinostart 16. 6.

Was überzeugt? Crew ist der ideale Spürhund. Er hat eine Deformation im Hirn, die ihn jederzeit töten kann. Deshalb kennt er keine Angst. Wie liest sich das Buch? Das AutorenDuo baut eine unheimliche Spannung auf, die in einem fulminanten Ende gipfelt. Wem gefällt das Buch? Thriller-Fans, denen ein intelligenter und vor allem auch logischer Aufbau wichtig ist und die das zu schätzen wissen. stepHan sutter

PRESTON & CHILD Mission – Spiel auf Zeit (Droemer)

Fotos Paul Seewer, Rialto Film AG HO (3)

«Submarine» (USA)

Wer sind die Autoren? Douglas Preston, 55, ist Journalist. Lincoln Child, 57, war Prestons Lektor, ehe sich die beiden zusammentaten. Sie leben 500 Meilen voneinander entfernt. Preston in Maine, Child in New Jersey.


Unvergleichlich Punkto Schönheit, Kraft und Perfektion ist die Alvin Ailey Company kaum zu übertreffen.

Die Besten event demnächst

Stephan Eicher. Oper. Pop

grosse gefühle

u Einzigartig ist die Atmosphäre im Zelt. Das gilt erst recht, wenn Stephan Eicher auf der Bühne steht. Bei Songs wie «Déjeuner en paix», «Pas d’ami» oder «Weiss nid, was es isch» ist Gänsehaut garantiert. hv

das zelt Lenzerheide, 12. 7. um 20 Uhr, www.daszelt.ch Alvin ailey company: modern dance der weltklasse

Botschafter der Tanzkultur

cd-Tipp Klassik

Sommersound u Eine Fülle von Innovation, Witz und Geist macht aus den sechs Cembalokonzerten wahre Preziosen. Und ­Andreas Staiers lustvolles Spiel beweist es: Carl Philipp Emanuel Bach war ein genialer Musikerfinder.

Hans uli von Erlach

CArl Philipp Emanuel Bach ­Cembalokonzerte (Harmonia Mundi)

bilder und die Spiri­tual-Musik der Süd­ staaten begegnen. Vielfach preisgekrönt, wurde die Company später von Judith Jamison geleitet, die den Stil von Alvin Ailey ebenso weiterentwickelte wie jetzt der neue künstlerische Leiter, Robert Battle. «Wir wollen das Publikum begeistern für die schönen Dinge, die wir Menschen geschaffen haben: die Freude, die Ästhetik, den Stolz unserer Kulturen», sagt Probenleiter Matthew Rushing. Entsprechend kommt die Company, die mittlerweile die inter­ national erfolgreichste der USA ist, mit einem klug und doch bunt zu­sammengestellten Programm nach Zürich. Im Kern stehen abwechselnd Stücke von Judith Jamison und Robert Battle. Die Vorstellungen krönt Alvin Aileys Meisterwerk «Re­velations». Ein Must für Liebhaber des Modern Dance.  Hanspeter Vetsch

theater 11 Zürich, 19. bis 31. 7., www.musical.ch tickets für die besten events!

romantisches drama u Einmal

mehr lädt das romantische «Waldhaus» Sils zum Ohrenschmaus ein. Heuer gibt es das lyrische Drama «Anna Bolena» von Gaetano Donizetti zu hören. In der Haupt­rolle die grosse Sopranistin Joanna Wos. hv opernfestival St. Moritz, 25. 6. bis 9. 7., www.opera-stmoritz.ch

Für gross und klein

uEher unbescheiden, ein Open Air «Das Festival» zu taufen. Mit Stars wie Duran Duran, Bryan Ferry oder Philipp Fankhauser gibt es allerdings keinen Grund, sich zu verstecken. Attraktiv ist auch das Kinderprogramm. hv

DAS FESTIVAL Schaffhausen, 3. bis 6. 8., www.dasfestival.ch schweizer illustrierte

Fotos HO (5)

u Ob Tänzerinnen und Tänzer, Choreo­ grafen, Repertoire oder Publikum: Die klassische Tanzkunst in den Vereinigten Staaten war weiss. Bis vor gut fünfzig Jahren der Tänzer und Choreograf Alvin Ailey auf den Plan trat. «Tanz kommt vom Volk, und wir wollen ihn dem Volk zurückgeben», sagte der Afroameri­ kaner. Mit seiner Company schrieb er das Erbe des amerikanischen Modern Dance in die Zukunft fort. Sein Engagement für die reiche afroamerikanische Kultur gipfelte 1960 im Stück «Revela­ tions», in dem sich imposante Szenen­

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Direkt an der Casco Bay Ein imposanter Leuchtturm, zum komfortablen Hotel umgebaut.

«SEBASCO HARBOR RESORT» BEI BOSTON (USA)

Ferien im Leuchtturm K

Hotel bei Dublin Wicklow Head Lighthouse.

indheitsträume werden wahr. Abenteuerliche Ferien in einem Leuchtturm! Skytours und Falcontravel sind in den USA, in Kanada, in Schottland und in Irland fündig geworden. Prachtexemplar unter den Leuchtturm-Hotels: Das «Sebasco Harbor Resort» in Phippsburg, nördlich von Boston. Im mächtigen Gebäude verbergen sich zehn individuell ein­ gerichtete Zimmer, ein Restaurant, ein

Spa und ein Schwimmbad! Der Blick über die Casco Bay ist beeindruckend. Der Preis für zwei Nächte im Turm: CHF 260.– pro Person; Kinder bis 13 Jahre schlafen bei ihren Eltern gratis. Alterna­ tive in Irland: «Wicklow Head Lighthouse» südlich von Dublin. Den sechseckigen Turm gibts für vier Personen und drei Nächte ab CHF 1300.–. HE info www.travelhouse.ch schweizer illustrierte

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präsentiert von Schweizer Illustrierte und

Chur Stadt voller Geschichten

Südliches Flair, eine reiche Geschichte und die höchste Dichte an Bars und Restaurants. Das wären schon genügend Gründe, Chur zu entdecken. Ein Grund mehr ist Stadtführerin und Ur-Churerin Verena Gruber-Senti.

S Hausberg mit Aussicht Mit der Bahn auf Brambrüesch und Stadt, Calanda & Co. im Blick.

ie war mal kurz weg, nach vollendeter Ausbildung aber sofort wieder in ihre Heimatstadt Chur zurückgekehrt. Hier sei ganz einfach der schönste Ort der Welt. Eine Zeitung schrieb mal, sie habe «den meistgezeigten Zeigfinger der Stadt». Das wohl grösste Kompliment für die Stadtführerin Verena Gruber-Senti. Als Erstes stellt sie klar, dass in Chur drei Sprachen gesprochen werden: Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. «Und zwar im Alltag.» Dann folgt, mit Stolz in der Stimme, die Tatsache, dass Chur die älteste Stadt der Schweiz sei. Noch heute sind im Welschendörfli am Lauf der Plessur Überreste von römischen Siedlungen zu sehen, unter Schutzbauten des Bündner

Star-Architekten Peter Zumthor. Alt ist auch die Kathedrale, die, ein Unikum, leicht gebogen gebaut wurde und in deren Chor einer der mächtigsten Kraftorte liegt. «Von der Kathedrale spricht man weniger als von unseren jeweiligen Bischöfen», stellt Verena Gruber-Senti trocken fest. Mit einem Lächeln erklärt sie dann, dass der Turm der reformierten Kirche St. Martin – mit wunderschönen Glasfenstern von Augusto Giacometti – auf gleiche Höhe wie die Kathe­ drale gebracht worden sei. In der Altstadt lenkt sie den Blick auf den «Churer Schuh», das eigene Mass, zu Zeiten des ersten Kaufhauses eingeführt. Die Altstadtgassen sind ein Ort der Ruhe und im Sommer immer beflaggt. Moderne Skulp-


Städte-tripps

Blick auf Thun Vom Schlossberg aus sieht man Stadt, See und Aare.

Thun – die Stadt mit Panorama

Nur nichts tun sei schöner, frotzeln die Einheimischen. Das stimmt aber nicht: Thun, die Stadt am See mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau, ist viel schöner als Faulenzen.

Stadtplan auf der Tasche Verena Gruber-Senti ist Stadtführerin mit Leib und Seele.

turen und Kunstwerke auf den Trottoirs leistet sich die Stadt aus dem Versteigerungserlös tiefer Autonummern. Witzig die H.R.-Giger-Skulptur am ehrwürdigen Kunst­museum («Alberto Giacometti: neu gesehen», bis 4. September) und die GigerBar im Kalchofen-Center. Dankbar ist der Gast in der Stadt mit den meisten trockenen Tagen auf der Alpennordseite über die 137 Brunnen, die alle von Quellwasser gespiesen werden. Punkto Genuss wird das Wasser nur vom Churer Röteli übertroffen. u Stadtführungen Chur

Führungen: www.churtourismus.ch Audioguide «5000 Jahre in 120 Minuten», Infozentrum am Bahnhof Chur

Man könnte jetzt davon sprechen, dass Generationen von Männern Thun kennen – als Waffenplatz (übrigens laut VBS «der bedeutendste, älteste und schönste»). Aber viel lieber erwähnt man doch das «Brahms-Rösi», die Skulptur einer reizenden Nackedei, aufgestellt zu Ehren von Johannes Brahms, direkt am Aarequai gelegen und nur wenige Schritte vom Stadtzentrum weg. Hier blickt man auf die glitzernde Aare und die obere Schleuse, die das Wasser des Thunersees kontrolliert abfliessen lässt. Oder man spricht von den Hochtrottoirs in der Hauptgasse, wo alteingesessene und originelle neue Läden das Shoppen zum Hochgefühl machen. Die sommer­ liche Sandlounge am Mühleplatz steht für das innovative und pfiffige Thun,

Thunersee-Schifffahrt Das Dampfschiff Blümlis­ alp mit Schadaupark und Schloss im Hintergrund. das sich neu erfindet. Der perfekte Aufenthalt? Das VIP-Package mit Über­ nachtung, Stadtführung und VIPPass. Nicht verpassen: Märit im Bälliz am Samstag, Abkühlung im Aarebad Schwäbis, Apéro auf dem Mühleplatz und ab dem 12. Juli die Thuner See­ spiele mit «Gotthelf – das Musical». u VIP-Angebot in thun

wasserspektakel Strassencafé bei der unteren Schleusenbrücke.

Eine Nacht im DZ im Drei-Sterne-Hotel, Frühstück, VIP-Pass, Stadtführung und Thun Card. Preis pro Person: CHF 132.–, gültig bis 30. 9. 2011. Infos und Reservationen: Tel. 033 - 225 90 00, www.thun.ch/tourismus


Städte-tripps Wie am Meer Nur noch besser: Montreux mit imposanter Bergkulisse.

Montreux die Festivalstadt der Schweiz Wie eine Wellnesskur mit garantierter Wirkung: Nur ein Tag in Montreux reicht, um den Kopf frei und die Seele leicht werden zu lassen. Sie swingt, die Stadt am Genfersee, nicht nur an Festivaltagen. Das müsse der Himmel sein, schwärmte Queen-Sänger Freddie Mercury über Montreux, das ihn mit einer Statue am Place du Marché ehrt. In die Musik­ geschichte eingegangen ist auch der Brand des Casinos, den Deep Purple im Song «Smoke on the Water» ver­ar­beitet haben. «Funky Claude» kommt dort vor, Claude Nobs, Gründer und Seele des Montreux Jazz Festival, das vom 1. bis 16. Juli wieder Tausende an die schönste Seepromenade der Schweiz lockt. Ja, die Konzerte nachts sind spitze, genauso schön sind aber die Tage:

Ausflug in die von der Unesco geschützten Weinberge des Lavaux, Shoppen in den schicken Boutiquen, Chillen am See. Das Hotel-Sonder­angebot für den Kurztrip: Das «Tralala», das sich als Hommage ans Festival versteht. Mehr Informationen: www.montreuxriviera.com u Übernachten in montreux Hotel Tralala: 2 Nächte im DZ, Frühstück, Lunchpaket. Preis pro Person: CHF 180.–, gültig bis 31. 10. 2011, ausser 1. 7.–16. 7. 2011. Weitere Infos unter

90990

Stimmung fantastisch Während des Jazzfestivals finden in ganz Montreux Sessions und Konzerte statt.

Jedes Zimmer einem Künstler gewidmet Das Hotel Tralala in Montreux mit Sonderangebot.

Schweizer Städte entdecken auf MySwitzerland.com u städteverführer

Der Städteverführer von Schweiz ­Tourismus präsentiert 23 StadtEntdeckungen von A wie Aarau bis Z wie Zürich. Für jede Stadt gibt es die ­Beschreibung des perfekten Tages als Wegleitung durch eine Fülle an Kunst, Genuss, Architektur und Savoir-vivre. Die 80-seitige Broschüre ist in Zusammenarbeit mit der UBS entstanden. Erhältlich in allen UBS-Filialen und auf MySwitzerland.com/broschueren

u iPhone-Apps Immer auf Draht und bestens informiert mit den iPhone-Apps von Schweiz Tourismus: dem persönlichen Städte- oder Wanderführer, Bade­ wetternews oder dem Veranstaltungskalender, den täglich über 500 Ein­ gabestellen aktualisieren. Auch das Montreux Jazz Festival ist abrufbar, mit Google Map, weiterführenden Links, Kontaktadressen, Bild und Text: MySwitzerland.com/mobile

u die besten städteangebote jetzt buchen unter der Gratisnummer 0800 100 200 oder auf

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GaultMillau Restaurant Camino Freischützgasse 4 8004 Zürich Tel. 044 - 240 21 21 Sonntag und Montag geschlossen Samstag ab 18 Uhr geöffnet Alle Kreditkarten EC-Direct, keine Postcard www.restaurant-camino.ch

Unaufgeregt und herzlich Gastgeberinnen Sarah Hartmann (l.) und Claire Kuhn mit Koch Lukas Strejcek.

Gewürzt mit dem Flair einer Grossstadt Restaurant Camino, Zürich Das Lokal an der Freischützgasse im «Chreis Cheib» ist fest in Frauenhand: Sarah Hartmann und Claire Kuhn bieten alles, was man in einer Quartierbeiz sucht. Quartierbeiz-Flair, schöner Garten und solide, unaufgeregte Küche.

Das «Camino» hat in den letzten Jahren einige NEU Wirtewechsel hinter sich. getestet Seit August 2010 sind Claire Kuhn und Sarah Hartmann die neuen In­ haberinnen. Und Mutter und Tochter harmonieren, sind ein fröhliches, ein­ gespieltes Gespann. Die Gäste empfan­ gen sie mit viel Herzlichkeit und Freude. Im Sommer neu auch im Garten hinter dem Haus, der von hohen Backstein­ mauern umrahmt ein bisschen Gross­ stadtflair vermittelt. Den Service er­ ledigen die beiden Damen aufmerksam, aber unaufdringlich. Selbst ein über­ raschender Platzregen bringt die Gast­ geberinnen nicht aus der Ruhe.

Am Herd Lukas Strejcek – seine Lehr- und Wanderjahre verbrachte er unter anderem im «Jasper» in Luzern und im «Giardino» in Ascona. Seine Küche ist unaufgeregt und solide. Schmackhaftes Gemüse, frische Fische, nahrhaftes Fleisch, hausgemachtes Brot – darauf baut er auf. Zum Einstieg bestellten wir die Jakobsmuschel mit grünem Spargel und Ramati-Tomaten. Eine geschmeidige Basilikum-Olivenöl-Mayonnaise beglei­ tete die auf den Punkt glasig gegarten Muscheln und das Gemüse. Das Car­paccio vom Rindsentrecôte mit Taggiasca-Oliven kam nicht traditionell, sondern lauwarm daher mit einer intensiven ParmesanEmulsion.

Überzeugt hat uns auch die KokosCurry-Suppe mit Zitronengras, Ingwer und der gebratenen Jakobsmuschel. Bereits ein Klassiker im «Camino» ist das zarte Kalbskotelett mit KräuterKartoffeln und frischem Gemüse. Es lohnte sich, der Empfehlung der Chefin zu folgen und die würzigen Holzen-Würstchen aus Ennetbürgen zu bestellen. Dazu wurde getrüffelte Kartoffel-Mousseline serviert. Zum Dessert wählten wir das Dreierlei von der Crème brûlée und waren vom Rosmarin-, Zitronen- und Schokoladen­ aroma hell begeistert. Die Weinkarte überrascht mit preis­ lich interessanten Sorten aus Italien, Frankreich und Spanien.  

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Dick Vredenbregt

Wein-Tipp Klassischer Rioja Don Enrique Forner gründete 1970 die Bodega Marqués de Cáceres. Mit seinem Bruder besitzt er mehrere Weingüter im Bordeaux-Gebiet. Und so ist auch beim spanischen Weingut der Einfluss von Bordeaux stark zu spüren. Das Unternehmen

bezeichnet sich als «Union Vitivinicola» – das Lesegut stammt von bedeutenden Winzern der Gegend. Forner war der Erste, der einen durch kühle Gärung und ohne Fassausbau erzeugten weissen Rioja im neuen Stil herausbrachte. Heute führt Tochter

Cristina das Unternehmen. Zu den bekanntesten Abfüllungen gehört der Marqués de Cáceres 2004 Reserva (13,5 %). Er setzt sich aus Tempranillo, Garnacha und Graciano zusammen. Resultat: klassischer Rioja mit Zedernholz-, Mandarinenund Backpflaumen-Aromen.

Albert Reichmuth Weine, Zürich Tel. 044 - 248 35 35 www.reichmuth.ch Bis 2016 geniessen. Trinktemperatur: 16 bis 18 Grad. u CHF 26.50

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En Guete

Leicht wie ein Schmetterling Kulinarischer Gruss aus Italien.

Gesund und fein

Wir kleiden uns luftig und essen leicht! Je heisser die Tage, umso mehr freuen wir uns über eine Stärkung, die uns nicht schwer im Magen liegt.

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Farfalle alla carbonara

Zutaten (für 4 Personen) 250 g Teigwaren (z. B. Krawättli), Salzwasser, siedend, ½ Teelöffel Bratbutter, 100 g Schinken in Tranchen, in feinen Streifen, 2 dl Milchdrink, 2 frische Eier, 40 g geriebener Parmesan, wenig Muskat, ¼ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min.

u Teigwaren im siedenden Salzwasser al dente kochen, abtropfen. Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Schinken unter ge­legentlichem Rühren ca. 5 Min. braten, Teigwaren beigeben, heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Milchdrink und alle restlichen Zutaten in einem Mess­becher gut verrühren, darübergiessen, mischen, nur heiss werden lassen (die Eier sollen dabei nicht gerinnen), sofort servieren.

Ergänzen mit (pro Person) Blattsalat (50 g) oder Gemüsesalat (150 g).

SÜSSER TIPP

Gemischte Früchte, schön angerichtet, sind ein reizvolleres Dessert, als wenn man nur ein Stück Obst auf den Teller legt. schweizer illustrierte

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En Guete

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Reisnudelsalat mit Tofu

Zutaten (für 4 Personen) Marinade je 1 Esslöffel Fischsauce und Sojasauce, 2 rote Chilis, entkernt, fein gehackt, 1 Knoblauch­ zehe, gepresst, 400 g Tofu, in ca. 3 mm dicken Scheiben Salat 200 g breite Reisnudeln, Wasser, siedend, ½ Esslöffel Senf, 3 Esslöffel Kräuteressig, 1 Esslöffel Rapsöl, 1 dl fettfreie Gemüse­ bouillon, 1 Tee­löffel milder Curry, Salz, Pfeffer, nach Bedarf, 400 g Cherry-Tomaten, halbiert, 1 kleiner Lattich, in feinen Streifen Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Marinieren ca. 1 Std. u Für

die Marinade Fisch-, Sojasauce, Chilis und Knoblauch in einer Schüssel gut mischen. Tofu in 2 cm grosse Stücke schneiden, daruntermischen, zugedeckt ca. 1 Std. marinieren. Für den Salat Reisnudeln in eine Schüssel geben, siedendes Wasser darüber­giessen, unter gelegentlichem Rühren ca. 10 Min. zugedeckt stehen lassen. Nudeln kalt abspülen, abtropfen. Senf und alle Zutaten bis und mit Pfeffer in einer grossen Schüssel gut verrühren. Nudeln und Tofu daruntermischen, CherryTomaten und Lattich beigeben, mischen.

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Fischragout mit Lauch

Zutaten (für 4 Personen) 3 Esslöffel Wasser, 1 kleine Zwiebel, fein gehackt, 2 grosse Lauche, in ca. 2 cm breiten Ringen, 3 dl fettfreie Gemüsebouillon, einige Safranfäden, 500 g Fisch (z. B. Heilbutt, Seelachs), in ca. 2 cm grossen Würfeln, nach Bedarf Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Wasser in einer weiten Pfanne siedend heiss werden lassen, Zwiebel unter Rühren bei mittlerer Hitze andämpfen, Lauch kurz mitdämpfen, Bouillon dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren. Safranfäden beigeben, mischen, offen unter gelegentlichem Rühren ca. 10 Min. köcheln, bis der Lauch knapp weich ist. Fischwürfel auf den Lauch legen, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. pochieren, würzen.

Ergänzen mit (pro Person) Reis (45 g, roh) oder Salzkartoffeln (180 g) und Blattsalat (50 g) oder Gemüsesalat (150 g).

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Tagliatelle mit Chinakohl

Zutaten (für 4 Personen) 250 g Teigwaren (z. B. Tagliatelle, dreifarbig), Salzwasser, siedend, 50 g getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft, trocken getupft, in feinen Streifen, 1 grosser Chinakohl, in feinen Streifen, 2 Teelöffel Oregano, fein geschnitten, ¼ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 80 g geriebener Parmesan Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Teigwaren

im siedenden Salzwasser al dente kochen, ½ dl Kochwasser für die Sauce beiseite stellen, abtropfen. ­Tomaten in einer grossen Pfanne warm werden lassen, Chinakohl beigeben, unter gelegent­ lichem Rühren ca. 6 Min. dämpfen. Beiseite gestelltes Koch­wasser dazugiessen. Oregano darunter­ mischen, würzen. Teigwaren beigeben, mischen, nochmals heiss werden lassen, sofort servieren. Parmesan darüberstreuen. Ergänzen mit (pro Person) Blattsalat (50 g) oder Gemüsesalat (150 g).


Auto schon gefahren Renault Twizy

Skurriler E-Flitzer

Mit dem Twizy startet Renault ab 2012 in die Elektrozukunft. Der kuriose Zweiplätzer soll einem jungen, urbanen Publikum umweltschonende Mobilität ermöglichen.

M

it dem Twizy bieten wir ein agiles Stadtfahrzeug für zwei Personen, das dank Airbag und Karosserierahmen mehr Sicherheit als ein Motorrad bietet», wirbt Renaults Produktverantwortlicher François Huber. «Er ist ein Mix aus Cabrio und Roller.» Klingt gut. Dennoch bleiben wir beim Anblick des Twizy, bei dem der Mitfahrer wie auf einem Motorrad hinter dem Fahrer Platz nimmt, skeptisch. Zwei runde Glubschaugen-Leuchten, frei stehende Räder, keine Türen und weit abstehende Seitenspiegel – den Twizy übersieht man selbst im dichten Stadtverkehr nicht. «Unsere Prototypen mögen noch etwas trist wirken. Aber zum Auslieferungsbeginn im nächsten Jahr – mit Halbtüren und als bunte

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schweizer illustrierte

Sonderserie – wird unser E-Mobil viel frecher aussehen», verspricht Huber. Über die Hälfte der Pariser Jugend­ lichen zwischen 18 und 25 Jahren hat keinen Führerschein. Und genau für diese Gruppe hat Renault den Twizy

Spartanisch Lenkrad, digitaler Tacho sowie die Knöpfe für Vorwärts- und Rückwärtsgang – das Cockpit bleibt übersichtlich.

konzipiert, da man ihn im EU-Raum auch ohne PW-Führerschein fahren darf. Da wird es dieser überdachte, erstaunlich handliche Roller in der Schweiz schwerer haben. Bei uns darf der Twizy nämlich nur mit dem normalen Autofahrausweis (Kat. B) gefahren werden. Vergünstigungen für ElektroFahrer, wie beispielsweise in London, gibt es bei uns auch nicht. Eigentlich schade, denn der Zweisitzer macht richtig Spass. Trotz Schieben über die Vorderräder lässt es sich mit ihm erstaunlich zügig um Kurven räubern. Zudem glänzt er mit einem Wendekreis von nur 3,4 Metern und kommt dank nur 450 Kilo Gewicht selbst mit dem 5-PS-, aber natürlich vor allem dem 20-PSMotor flott voran. Vielleicht brilliert der 10 200 Franken teure Twizy (noch) nicht mit Sexappeal, dank E-Antrieb vermittelt er aber ein gutes Gewissen und bietet Exklusivität. Jürg A. Stettler


News

VW Tiguan Deutlich Maskuliner u Mit seiner markanten Front, die stark an jene des Touareg erinnert, wirkt der VW Tiguan klar maskuliner. Sie steht dem kompakten SUV gut, will er doch auch im Gelände ernst genommen werden. Zwei von vier Ausstattungs­ versionen bieten daher auch 4 × 4, spezielle Fahrprogramme fürs Gelände, Unter­bodenschutz und gar OffroadStoss­fänger. Der Innenraum blieb prak­ tisch unverändert. Unter der Haube tat sich mehr: Die drei Benziner (160 bis 210 PS) haben bei gleichem oder tiefe­ rem Verbrauch jeweils 10 PS zugelegt. Der 140-PS-Diesel – er passt ideal zum 1,5-Tönner-SUV – ist neu auch mit der Spritspartechnik Bluemotion erhältlich. Das senkt den Durst auf 5,8 l/100 km. Die Preise starten bei CHF 32 750.–.

Schräg Den Twizy gibts – wie den Prototyp im Bild – ohne Türen oder später auch mit nach oben aufschwingenden Halbtüren.

Renault Twizy Skurril Abstehende Seitenspiegel geben dem Prototyp einen insektenhaften Look. u Motoren Elektro, 5 oder 20 PS u Batterie Lithium-Ionen, 7 kWh u Spitze 45 oder 80 km/h u Reichweite 55 bis 115 km u CO2-Ausstoss 0 g/km u Verkauf ab 2012 u Preis ab CHF 10 200.– plus monatlich

CHF 65.– für die Miete der Batterie u Konkurrenten Citroën C-Zero, Mega

E-City, Mitsubishi i-MiEV, Peraves Monotracer E, Peugeot iOn, Reva i,

Smart Electric Drive, Smile, Tazzari Zero, Think City u. a. u Unser Urteil Lifestyliger Öko-Stadtflit­ zer oder doch eher praktisches Mobil für Betagte? Der agile Twizy ist schwer einzuordnen. In EU-Ländern, wo kein Führerschein erforderlich ist und es zudem Steuererleichterungen gibt, macht der umweltschonende Twizy durchaus Sinn. In der Schweiz dürfte er aber eine Randerscheinung bleiben.

Opel Zafira Tourer Eine flexible Grösse u Der neue Opel Zafira Tourer wird im Vergleich zum Vorgänger deutlich flexibler und grösser. Kein Wunder, der elegante Kompaktvan ist mit 4,66 Metern um fast 20 Zentimeter länger und wirkt so dynamischer, muskulöser sowie weniger eckig. Natürlich schafft dies auch im Innenraum mehr Platz – so lässt sich der Kofferraum nun auf bis zu 1860 Liter erweitern. Opels neuer Familienvan mit bis zu sieben Plätzen feiert im September auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere. Etwas überraschend: Der bisherige Zafira bleibt als kompaktere und preisgüns­ tigere Alternative im Angebot. Deshalb bezeichnet Opel den neuen Zafira auch künftig als Zafira Tourer. Die Preise stehen zurzeit noch nicht fest. schweizer illustrierte

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Horoskop

Der Sommer startet vielversprechend

sehen die Lage optimistisch. Die um den 21./22. Geborenen erleben dank Neptun eine Phase der inneren Bereicherung. Sie entdecken neue Interessen und erweitern Ihren Horizont. Manche starten ein künstlerisches Projekt oder wenden neue Disziplinen (Yoga, Tai-Chi etc.) an und fühlen sich wohl.

widder 21.–30. 3. Dynamisch stürzen Sie sich ins Geschehen. Ein neues Vorhaben entwickelt sich dank guten Kontakten (am 23.) bestens. Am 22. sollten Sie nicht alles für bare Münze nehmen, sich gesundheitlich schonen. 31. 3.–9. 4. Sie amüsieren sich, sind Mittelpunkt des Geschehens. Venus verspricht Frühlingsgefühle (19., 24.), Ihr Charme wirkt. Verzögerungen aber bei einem Treffen, einer Reise (am 21. und 24.). 10.–20. 4. Machen Sie mal Pause (am 20.)! Günstig für Kontakte, Begegnun­ gen, eine Reise. Am 25. sind Sie übersensibel.

stier 21.–30. 4. Sie sind auf Erfolgskurs. Am 21. und 25. winkt einigen eine echte Glückssträhne, beruflich oder privat. Ideal für grössere Vorhaben (Gründung einer Firma, Heirat, Gewinn?). 1.–10. 5. Sie sind schlagfertig, überzeugen mit Argumenten. Neue Projekte kommen gut voran (am 19. und 21.). Doch sollten Sie nicht alles auf eine Karte setzen. Sich gut absichern, um späteren Ärger zu vermeiden (24., 25.). 11.–20. 5. Routinewoche. Nach einigen Missverständnissen (Freunde?) am 20. können Sie am 22. einen Fehler ausbügeln.

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind kreativ, körperlich fit. Mars spornt Sie zu Höchstleistungen an (23.), Sie gewinnen einen Vorsprung. Am 22. und 24. sollten Sie aber Ihre Kräfte nicht überschätzen (Achtung, Viren!). 1.–10. 6. Venus in Ihrer Dekade verdoppelt Ihren Charme. Am 19. und 24. erleben Sie unvergessliche Momente (Begegnung, Angebot?), doch am 25. schiessen Sie übers Ziel hinaus. 11.–21. 6. Sie haben die Lage bis 22. unter Kontrolle, freuen sich am 20. über eine Nachricht. Am 23. legt man Ihnen Steine in den Weg, am 25. verziehen sich die Wolken.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie verhandeln geschickt, sehen vieles mit neuen Augen (19.). Einflussreiche Personen bieten ihre Unterstützung an, einigen gelingt ein schöner Treffer (23., 25.): Aufstieg? Geldgewinn? 2.–12. 7. Sie sollten sich klar und deutlich ausdrücken, um Miss­ verständnisse zu vermeiden, speziell am 21. und 24.! Am 25. sind Sie aggressiv, mit Toleranz kommen Sie schneller ans Ziel. 13.–22. 7. Sie sind sehr aktiv und körperlich gut im Schuss (bis 22.). Am 23. haben Sie eine gute Nase und sollten auf Ihre innere Stimme hören!

löwe 23. 7.–1. 8. Sie kommen mit einem Vorhaben schneller als geplant ans Ziel, sollten dies aber vorläufig für sich behalten. Freunde zeigen, auf sie ist Verlass (am 23.). Ziehen Sie am 21. eine Zwischenbilanz. 2.–12. 8. Sie sind strahlender Mittelpunkt, erweitern Ihren Freundes­ kreis. Venus signalisiert Sternstunden: Versöhnung? Am 19. und 24. schweben Sie in höheren Sphären. 13.–23. 8. Sie sind am 20. aggressiv, Diskussionen arten leicht aus. Am 19. freuen Sie sich über die Haltung eines Freundes, ein gemeinsames Projekt kommt voran.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie haben alle Trümpfe in der Hand, um ein Vorhaben über die Bühne zu bringen. Jupiter sorgt für Rückenwind (21., 23.), doch am 24. und 25. sollten Sie nichts überstürzen, mit Ihren Kräften besser haushalten! 3.–12. 9. Merkur signalisiert Unterstützung durch Freunde. Sie knüpfen wertvolle Kontakte (21.). Am 22. sollten Sie nicht alles für bare Münze nehmen und auf den Rat Ihres Partners hören! 13.–23. 9. Anfang Woche sind Sie in Superform (19.), ideal für Sport und Hobbys. Am 23. könnten Sie mit einer Bemerkung anecken.

waage 24. 9.–3. 10. Sie agieren clever, sind rede­ gewandt. Am 19. und 21. machen Sie das Beste aus einer neuen Situation – langfristig positiv für Ihre Karriere. 4.–13. 10. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Am 19. und 24. erleben einige eine wahre Sternstunde: schicksalhafte Begegnung? Gleichzeitig vernachlässigen Sie aber Ihre Pflichten, sind zerstreut und ver­gesslich (21., 24.). 14.–23. 10. Bis 21. sind Sie aktiv und dynamisch, am 20. kommt man Ihnen sehr entgegen. Anschliessend ruhen Sie sich auf Ihren Lorbeeren aus.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie entscheiden klug, Ihre Vorschläge fallen auf fruchtbaren Boden (19., 21.). Die gute Nachricht kommt genau im richtigen Moment (25.), einigen gelingt ein Volltreffer. Super-Angebot? Geld­ gewinn? 3.–12. 11. Sie knüpfen wertvolle Kontakte, finden Anklang mit einer neuen Idee (21.). Drücken Sie sich klar aus, um Missverständnisse vorzubeugen (24., 25.). 13.–22. 11. Hitzige Diskussionen (Partner?) könnten An­ fang Woche leicht ausarten (20.). Vermeiden Sie ausser­ dem jedes gesundheitliche Risiko (Infektionen, Viren?).

schütze 23. 11.–2. 12. Seien Sie weniger leicht­ gläubig, gehen Sie den Dingen auf den Grund (am 20., 22., 24.). Sie sind physisch anfälliger als sonst: Vorsicht bei Ihrer Ernährung oder auf Reisen. 3.–12. 12. Sie nutzen jede Gelegenheit zum Flirten, am 19. oder 24. liegt man Ihnen zu Füssen. Am 22. ärgert sich Ihr Partner, da Sie ihn ein wenig vernachlässigen, am 25. können Sie einen Fehler ausbügeln. 13.–21. 12. Sie sind am 20. genau auf der richtigen Wellenlänge. Melden sich alte Freunde wieder? Etwas hektisch wird der 22.

steinbock 22.–31. 12. Es geht bergauf! Jupiter nimmt Sie unter seine Fittiche, einigen gelingt ein schöner ­Treffer: Super-Angebot? Die um den 22./23. Geborenen kommen ihren Idealen näher (am 22. und 25.). 1.–10. 1. Befolgen Sie den Rat Ihres objektiver urteilenden Partners (am 22.). Am 21. müssen Sie Konzessionen machen, am 24. stossen Sie auf Widerstand. 11.–20. 1. Sie sind physisch in Form, man hält nur schwer mit Ihnen Schritt. Vermeiden Sie überstürzte Gesten (am 20.), etwa beim Sport. Sie sind anfälliger als sonst (am 24. und 25.).

wassermann 21.–30. 1. Sie sind gut im Schuss, gewinnen nach dem 21. einen Vorsprung. Oder eine günstige Gele­ genheit, um etwas für Ihre Gesundheit zu planen: Sport, neue Diät etc. Am 24. sollten Sie aber nicht übertreiben! 31. 1.–9. 2. Ihr Charme wirkt Wunder. Venus verspricht ungetrübtes Glück, denkwürdige Begegnungen, manchmal wahre Sternstunden (am 19. und 24.!). 10.–19. 2. Sie sind ziemlich effizient, sollten sich aber gesundheitlich mehr schonen! Besonders am 20. und 22. sind Sie anfälliger als sonst (z. B. für Viren, Infektionen).

fische 20. 2.–1. 3. Ihre Erfolgssträhne dürfte andauern, Jupiter bringt schöne Angebote, einen Gewinn, eine Top-Nachricht (juristisch, finanziell?). Am 21. und 25. beginnen Sie ein Projekt, das im November exzellente Resultate verspricht. 2.–10. 3. Venus schmollt, Sie ziehen sich etwas zurück. Dank Ihrer Schlagfertigkeit klären Sie ein Missverständnis (am 21.). Günstig auch für wichtige Termine, eine Reise, Examen usw. 11.–20. 3. Sie sind bis 21. in Bestform, gewinnen einen Vorsprung. ­Anschliessend ruhen Sie sich auf Ihren Lorbeeren aus.

ihr tages-horoskop 92

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 19. bis 25. Juni 2011 Die gute Nachricht für Juni-Krebse: Nach einigen Monaten mit Spannungen durch Pluto sind Sie nun für mehrere Monate in einem Aufwärtstrend, können Jupiter echte Chancen verdanken (mit positiven Konsequenzen bis Jahresende). Sie entfalten sich gut und

Dr. Elizabeth Teissier


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Juni 2011

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 19. Juni 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Juni 2011

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Gesamtwert: 1032 Franken!

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Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24528 (gratis übers Handynetz)

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Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Juni 2011

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Die Piccolo ist ein kleines Schmuckstück für grosse Getränkevielfalt. Egal ob starker Espresso oder cremiger Chococino, die Piccolo bereitet alle Getränke im Handumdrehen zu. Und mit ihren bunten Farben bringt die originelle Piccolo Leben in jede noch so kleine Küche oder ins Büro.

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Risotto, 2. Reinach, 3. Penibel, 4. Fernweh, 5. Vreneli, 6. Hodgson, 7. Flaneur, 8. Ochsner, 9. Venedig, 10. Steuern, 11. Omnibus, 12. Zoegern, 13. Enkelin, 14. Manuell, 15. Routine, 16. Strudel, 17. Antrieb, 18. Antigua, 19. Stilett, 20. Romanow Lösungssatz: Mit Trunkenen hadern, ist Abwesende beleidigen.

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BALL TOR R A S (G) E N ALLTAG

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Gesamtwert: 440 Franken!

Lösung: RADRENNEN

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leser

«Sie wissen nicht mehr über Schuld und Unschuld» u Die zwei Gesichter des

Jörg K. SI 22/2011 «Aber, aber, Herr Rothenbühler. Jörg Kachelmann soll Ihr Freund, Geschäftspartner und Kollege gewesen sein? Und nun fallen Sie seitenlang über ihn her, obwohl Sie nicht mehr über Schuld oder Unschuld wissen als das Gericht, das in der verhängnisvollen Nacht auch nicht dabei war. Heisst es nicht immer: im Zweifel für den Angeklagten? Wenn ich Sie künftig in einem Talk im Fernsehen sehe, wird mir Ihre Geschichte jedes Mal sauer aufstossen.» Anita Halter, per E-Mail

«Ich habe auch mit dem Lügenfrosch zusammengearbeitet. Die Kopfsalatfrisur hat mich nie anständig gegrüsst und erst recht nicht ernst genommen. Er hat Leute nur ernst genommen, wenn diese ihm etwas genützt haben. Ich wusste schon früh: Mit dem stimmt etwas nicht!

Dieser normal so introvertierte, doch auf Abruf so extravertierte Typ ist so unecht!» Heinz Ruch, per E-Mail «Peter Rothenbühler schreibt: ‹Eine grosse Leistung, eigentlich …?› Diese versteckte Bewunderung für Kachelmanns jahrelang erfolgreiche Vertuschungsbemühungen und dessen Polygamie ist für mich de­platziert.» C. Kaiser, Russikon ZH Dialekt: Rückschritt ins Mittelalter oder Chance u Mundart-Debatte, SI 21/2011 «Danke für den grossartigen Bericht von Frank A. Meyer zum Thema Mundart. Es wäre sehr wünschenswert, wenn alle Dialekt-­Fanatiker diese kompetente Meinung lesen würden. Langsam nervt das bünzlige Gerangel um den Dialekt. In keinem Land der Welt verlangt man, Dialekt zu lernen und zu sprechen. In unserer global eingestellten Schweiz

wäre dieses ‹Muss› ein Rückschritt ins Mittel­alter.» B. Burger, Bern «Die Abstimmung über Hochdeutsch im Kindergarten hat mich schockiert. Im Kindsgi lernen die Kleinen den Umgang mit ihrer eben erlernten Dialektsprache. Ich selber bin in den Kantonen Aargau, Zürich, Thurgau und Bern zur Schule gegangen und freue mich heute noch an den verschiedenen Mundarten. Das müssen wir fördern!» Sonja Siegenthaler, Sydney, Australien

Ärger und freude u Rose und Kaktus, SI allgemein «Ich

verstehe nichts von Fussball. Den Kaktus aber Ludovic Magnin zu geben, ­finde ich einfach nur ‹arm›. Und das wegen einer Aussage, über die eine Million Schweizer genauso denkt.» Karin Borter, Kandersteg BE «Herzlichen Dank für die feurige, stylische Rose. Die Bundeshauptstadt Bern freut sich über diese blumige Aus­zeichnung und die damit verbundene Aufmerksamkeit.» Regula Rytz, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, Bern

willi

«Wir beide ergänzen uns gut. Du gibst dem Kleinen die Brust und ich die Armbrust.»

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Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über den Respekt des Bundesrates vor sich selbst Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, was halten Sie davon, dass demnächst Bundesräte von der Bundesanwaltschaft verhört werden sollen? Gar nichts!

weiter schlimm. Übrigens hatte es der Bundesrat in der Libyen-­Affäre mit einem irren Diktator zu tun. Wer wäre da nicht nervös geworden? Wer wäre da nicht aus dem Tritt ge­kommen? Wer hätte da alles richtig gemacht?

Gar nichts? Es ist absurd, dass die Regierung Vernehmungsbeamte auf sich selbst ansetzt. Auch wenn sie glaubt, nur so heraus­ finden zu können, wer die Befreiungspläne der Regierung für die Libyen-Geiseln verraten hat. Jetzt soll eine unter­ geordnete Behörde das Leck in der Regierung suchen – das ist einfach inakzeptabel.

Funktioniert der Bundesrat überhaupt noch? Die Landesregierung funktioniert wieder besser. Funktionie­ ren heisst: sich als Kollegium von sieben Gleichen verstehen, als sieben Gleiche handeln. Und sieben Mal jede Entscheidung solidarisch verantworten. Das ist nicht einfach. Aber es ist nun mal der Sinn unseres genialen Regierungssystems.

Was hätte er sonst tun sollen? Zusammensitzen. Unter Kollegen. Hinter verschlossenen Türen. Reden. Sich gegenseitig versprechen, dass jeder mit vertraulichen Unterlagen noch vorsichtiger umgeht und in Zukunft weniger Mitarbeiter und Parteifreunde in solche Papiere gucken lässt. Sie finden Geheimnisverrat nicht weiter schlimm? Sieben Bundesräte bedeuten sieben Kreise von Fachleuten, sieben Kreise von Vertrauten, sieben Kreise von Freunden, die man bisweilen zurate zieht – und sei es die Gattin im Ehebett. War es denn überhaupt bedenklich, was da Geheimes an die Öffentlichkeit gelangte? Es ist für die Öffentlichkeit zumindest interessant, dass im Schosse der Regierung Befreiungspläne für die beiden Gaddafi-Geiseln gewälzt worden sind. Und es ist nicht weniger interessant, dass der damalige Bundesrat Merz einem tunesischen Hochstapler aufgesessen war, den er als Vermittler einschalten wollte. Man hätte das alles nicht wissen müssen. Aber dass man es nun weiss, ist nicht

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

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Was ist denn so genial am Schweizer Regierungssystem? Es ist radikal republikanisch. Kein Minister ist heraus­ gehoben. Jeder vertritt im gleichen Rang seine politischen und kultu­rellen Strömungen: die Partei, die soziale Schicht, die Kon­fession, vor allem den Landesteil und seine jeweilige Sprachkultur. Das Bundesrats-Kollegium ist das Ganze, ist in gewisser Weise die Schweiz. Dieses Ansehen wird jetzt beschädigt, indem der Bundesrat unbedacht die Justiz-Maschinerie gegen sich selbst in Bewegung setzt – wegen einer Indiskretion! Wärs nicht zum Lachen, es wäre zum Weinen. Aber neu ist es nicht. Schon 1983 ermittelte die Bundesanwaltschaft wegen einer Indiskretion gegen Bundesrat Willi Ritschard. Man wollte ihm sogar die Fingerabdrücke nehmen … … was die Regierung dann doch noch abgelehnt hat. Ich riet Willi Ritschard damals, den Bundesanwalt kurzerhand aus dem Büro zu werfen. Der Vorgang war eine Schande. So etwas darf sich heute nicht wiederholen. Sie schätzen die Bedeutung des Bundesrates hoch ein. Ich begleite unsere Regierung seit mehr als vierzig Jahren als Journalist – mit kritischem Blick, aber auch mit hohem Res­ pekt. Das tun Millionen Bürgerinnen und Bürger auch, selbst wenn sie schimpfen wie die Rohrspatzen. Diesen Respekt darf die Regierung nicht beschädigen. Sie muss die ermittelnden Justizbeamten in ihre Klausen zurückschicken!  MARC Walder, 45, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 67, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Foto Thomas Buchwalder

Der Bundesrat will doch nur herausfinden, wie an die Öffentlichkeit gelangen konnte, was nicht in die Öffentlichkeit gehört. Offenbar haben sich die sieben Bundesräte nicht gründlich genug überlegt, was sie mit diesem Vorgehen anrichten. Kontrolliert wird die Regierung durch das Parlament, nicht durch die Bundesanwaltschaft. Der Bundesrat beschädigt dadurch sich selbst.


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People- und Lifestyle-Magazin

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