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Mit AutoExtra Dominique C. mit Tochter Katherine, 10 Monate.

Dominique C. – die älteste Mutter der Schweiz

Baby-Glück mit 64! Miss-Schweiz-Casting Exklusive Bilder

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9. Mai 2011 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 19, MONTAG, 9. Mai 2011

Titelfotos Kurt Reichenbach, Geri Born; Inhalt Fabienne Bühler

Titel

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u auf dem weg zum ruhm? So sexy ging es beim Casting zur Miss Schweiz 2011 zu und her: Alexandra, Carol und Julia sind 3 von 500 Bewerberinnen. Wir blicken exklusiv hinter die Kulissen.

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Dominique C. Die älteste Mutter der Schweiz erzählt, weshalb sie sich mit 64 ihren späten Kinderwunsch erfüllte

Leute 7 8

44 64

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Tagebuch von Nik Niethammer Leute Barack Obama, Patrick Nuo, Fabian Lustenberger, Nino Schurter, Thomas Sieber, Baschi, Manuela Pesko Wer wird Miss Schweiz? Bilder und Geschichten des ersten Castings Sven Furrer Mit dem Circus Knie auf Tour: So lebt der Kabarettist mit seiner ganzen Familie im kleinen Wohnwagen Hannes Schmid Jetzt macht er aus seinen Marlboro-Cowboys Kunst schweizer illustrierte

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Inhalt

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Party

Energy Fashion Night, Hallenstadion ZH

Interview 34

Johann Schneider-Ammann Unser Landwirtschaftsminister über EU-Freihandel und Subventionen

Schicksal 38

64

Terror in Marrakesch Die Bombe trifft auch die Schweiz: Drei junge Tessiner hinterlassen verzweifelte Familien

International 52

u vergnügt Seine drei Buben erleben derzeit, wovon viele Kinder träumen: ein Leben im Zirkus. Der Edelmais-Kabarettist Sven Furrer tourt dieses Jahr mit dem Circus Knie – und haust mit Frau und Kindern im engen Wohnwagen.

Peter Scholl-Latour «Es wurde Zeit, dass Bin Laden erwischt wurde», sagt der Nahost-Experte. «Mich lässt das kalt»

Sport 58

Hakan Yakin «Rolf Fringer musste gehen, weil er keinen Erfolg mehr hatte»

Shopping 73

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 89 90

Muttermilch WHO empfiehlt das Stillen Vorhof-Flimmern Wer nichts dagegen unternimmt, riskiert einen Hirnschlag

Die Besten 93

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Thomas Buchwalder, Bruno Voser, Kurt Reichenbach

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58 u stark Mobbing-Vorwürfe und Giftpfeile gegen Hakan Yakin: Jetzt spricht der FC-Luzern-Star. Grosses Interview!

34 u bodenständig «Mein Vater wollte, dass ich Tierarzt werde», verrät Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 114 104 108 112

Notabene von Helmut Hubacher Impressum Horoskop Leserbriefe

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Die Bürde später Mutterschaft Dominique C.

Nik Niethammer, Chefredaktor

Entspannt SI-Politchef a. i. Stefan Regez (l.), Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

Fotos Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker, Hervé Le Cunff

Bestürzt Die SI-Reporter Sandra Casalini und Alejandro Velert (r.) im Gespräch mit Arnaldo Caccia. Seine Tochter wurde Opfer des Bombenattentats in Marrakesch.

Angeregt SI-Reporter Marcel Huwyler (r.) traf Nahost-Experte und SI-Kolumnist Peter Scholl-Latour in Berlin-Wilmersdorf.

Als Christopher Chaplin geboren wurde, war Komiker Charlie Chaplin 73 Jahre alt. Christopher blieben 15 Lebensjahre mit seinem berühmten Vater. Chaplin starb mit 88. Er hinterliess elf Kinder. Späte Väter sind in: Paul McCartney war bei der Geburt von Tochter Beatrice 61 Jahre alt, Schauspieler Anthony Quinn wurde mit 81 Jahren nochmals Vater. Und Bergsteiger Luis Trenker gar mit 96. Wenn reife Männer Kinder zeugen, stört sich kaum jemand daran. Späte Väter werden bewundert, man sagt ihnen nach, sie seien besonders gelassen. Anders bei Frauen: Eine späte Mutterschaft irritiert und polarisiert. Wie zuletzt im Dezember 2010. Damals machte der «Blick» publik, was nicht sein darf: Die Aargauerin Dominique C. hatte im Alter von 64 Jahren nach einer künstlichen Befruchtung am 15. Juli ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Wer ist diese Frau, auf die in Internet-Foren Gift und Galle gespuckt wurde? «Egoistisch» sei sie, «verantwortungslos» und «respektlos ihrem Kind gegenüber», waren noch die harmlosesten Kommentare. Jemand fragte: «Warum musste sie der Natur ins Handwerk pfuschen?» SI-Reporter Thomas Kutschera und Fotograf Kurt Reichenbach haben Dominique C. und ihren Ehemann Daniel mit Töchterchen Katherine (10 Monate) in Oberlunkhofen AG besucht. Kutschera, selber Vater von zwei Söhnen, traf auf eine glückliche kleine Familie: «Die beiden kümmern sich rührend um ihre Tochter. Der Vater bereitet den Schoppen vor, badet die Kleine. Die Mutter spielt am Klavier, singt ihr Gutenacht­ lieder.» Sie sei noch nie so glücklich gewesen in ihrem Leben, erzählte die gebürtige Tessinerin unserem Reporter. Und doch: Wann ist eine Frau zu alt, Mutter zu werden? Ist die Schwangerschaft einer 64-Jährigen ein «Missbrauch des medizinischen Fortschritts», wie es ein Arzt formulierte? Die deutsche Schriftstellerin Tanja Dückers schrieb 2008 in einem Gastbeitrag für das Frauenmagazin «Emma»: «Natürlich kann man sagen: Eine alte Mutter will ich nicht. Aber Kinder wünschen sich auch keinen Workaholic-Vater. Keine JetsetMama, keine depressive Mutter, keine geschiedenen, keine lieblosen Eltern – man wünscht sich viele Dinge nicht. Sollte man deshalb gleich Gesetze erlassen und den Eltern vorschreiben, wie alt sie bei der Geburt ihres Kindes zu sein haben?» Dominique C. und ihr Mann haben lange gezögert, ob sie nach den heftigen Reaktionen im Dezember noch einmal an die Öffentlichkeit treten wollen. Es gebe einen einzigen Grund, warum sie schliesslich einer Publikation in der Schweizer Illustrierten zustimmten, sagt Dominique C.: «Wir möchten mit unseren Erfahrungen anderen Paaren Mut machen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und sich so sehr ein Kind und eine Familie wünschen.» Die Geschichte der ältesten Mutter der Schweiz – ab Seite 24. Ich wünsche Ihnen eine friedvolle Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten – auch als App für 4.40 Franken im iTunes Store.

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bild der woche

der Tod von osama bin laden

Clintons Gefühle u Das Weisse Haus ist live dabei, als am Sonntag vor einer Woche eine US-Spezialeinheit das Haus von Al-Kaida-Führer Osama Bin Laden in Abbottabad, Pakistan, stürmt. Angespannt verfolgt US-Präsident Barack Obama im Situation Room die Video-Übertragung. Abgeklärt beobachtet der scheidende Verteidigungsminister Robert Gates die erfolgreiche Aktion seiner Navy Seals. Auch Vizepräsident Joe Biden, von Anfang an in die Operation Geronimo eingeweiht, lässt sich nicht erschüttern. Nur Aussenministerin Hillary Clinton (vor ihr ein unkenntlich gemachtes, streng geheimes Dokument) hält vor Spannung den Atem an. Zeigt sie damit Schwäche? Oder war es nur ein allergischer Husten, wie sie selber sagt? Die Veröffentlichung dieses schlichten Bildes von Bin Ladens Todesnacht hat die Diskussion angeheizt, ob und welche Gefühle Politiker in einem solchen Fall zeigen dürfen. rg Interview mit Experte Peter Scholl-Latour: Seite 52

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Foto Official White House Photo by Pete Souza

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1 Joe Biden, US-Vizepräsident 2 Barack Obama, US-Präsident 3 Brigadier General Marshall B. Webb, VizeKommandeur der US-Spezialkräfte 4 Admiral Michael Glenn Mullen, Generalstabschef 5 Tom Donilon, Nationaler Sicherheitsberater 6 William M. Daley, Stabschef im Weissen Haus 7 Tony Blinken, Sicherheitsberater des Vizepräsidenten 8 Audrey Tomason, Direktorin der Nationalen Anti-TerrorZentrale 9 John Brennan, Anti-Terror-Berater des Präsidenten qP James Clapper, Nationaler Geheimdienstdirektor qa Denis Mc­Donough, Stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater qs Hillary Clinton, Aussenministerin qd Robert Gates, Verteidigungsminister


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nachgefragt bei

Fotos Philipp Rathmer / Sundance, Marcel Nöcker

Patrick Nuo

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Patrick Nuo, Sie sassen am Samstag beim Finale von «Deutschland sucht den Superstar» in der Jury. Nur 76 Stunden zuvor assistierten Sie noch Ärzten in Nairobi. Genau. Ich habe bei Gehörtests und beim Justieren von Hörgeräten geholfen, sodass gehörlose Kinder wieder hören können. Welche Kinder bekommen Hilfe? Kinder von der Strasse, aus dem Waisenhaus oder aus armen Familien. Gibt es eine Begebenheit, die Ihnen besonders ans Herz ging? Die kleine Vivien, sie ist vier, kam mit ihrer Lehrerin ins Medical Center. Ich war dabei, als dieses kleine Mädchen zum allerersten Mal ihre Umwelt mit ihren Ohren wahrnahm. Mit grossen Augen hat sie sich umgeschaut und nach dem Ursprung der Geräusche gesucht. Da ich selber Vater von zwei Kindern bin, ist mir das Herz aufgegangen. Haben Sie den Kindern in Nairobi etwas mit­gebracht? Ich wollte ein Fondue kochen, sie hätten den Käse aber schlecht verdaut. Stattdessen habe ich Schokolade verteilt. Weshalb setzen Sie sich für Gehörlose ein? Mein Gehör ist mein zweites Herz – ohne wäre ich als Musiker nie so weit gekommen. Haben Sie Ihren eigenen Kindern von Ihren Erlebnissen in Kenia schon erzählt? Elouise und Luca wissen, dass ich in Afrika Kindern geholfen habe. Sobald ich wieder daheim in Kalifornien bin, erzähle ich ihnen alles. Dieser Schnitt zwischen den beiden «DSDS»Sendungen war eine grosse Lektion Demut für mich und die Berührung mit der Armut seelisch eine stark bewegende Sache. Am Samstag ging «DSDS» zu Ende. Pietro Lombardi hat das Finale gewonnen, zu Recht? Ein Stimmgott ist Pietro nicht, aber er hat Starappeal und ist einzigartig. ­Ausserdem hat er eine grosse Fan­ gemeinde und einen klaren Weg vor sich. Mit der zweitplatzierten Sarah Engels könnte ich mir übrigens gut ein Duett vorstellen. Sie hat eine tolle Stimme. Interview Yvonne Zurbrügg schweizer illustrierte

Auf Besuch Patrick Nuo, 28, aus Luzern verbrachte vergangene Woche in Kenia. Er ist neuer Botschafter der «Hear the World»Foundation und setzt sich für gehörlose Kinder ein. Eine Reise von der «DSDS»Castingshow in die Armut und zurück.


leute

Mädchen oder Bub? Fabian ­Lustenberger und Freundin Monique be­halten das Geheimnis für sich.

fabian Lustenberger

Ein Baby für «Lusti» u Süsse

Überraschung! Der Luzerner Fussballprofi Fabian Lustenberger, 23, der soeben mit Hertha Berlin die Rückkehr in die 1. Bundesliga geschafft hat, wird im August Papi. Kaum jemand wusste davon – obwohl seine Freundin Monique, 23, schon im sechsten Monat schwanger ist. Der Fussballer und die gelernte Sport- und Fitness-Kauffrau aus Templin

(nördlich von Berlin) sind zwar seit zweieinhalb Jahren glücklich verliebt. Ein Baby war aber nicht geplant: «Wir waren selber sehr überrascht, als wir es kurz vor Weihnachten erfuhren», gibt Lustenberger zu. Doch er scheut sich auch neben dem Platz nicht, Verantwortung zu übernehmen: «Das Leben wird sich vollkommen ändern, wir freuen uns sehr darauf.» IS schweizer illustrierte

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leute

Auf der «Rolltreppe»: Nino Schurter (r.) und Florian Vogel vor dem Schloss Waldegg bei Solothurn.

Nino Schurter, Florian Vogel

Mit Vollgas nach London u Abwärts gehts nur fürs Fotoshooting. Die Schweizer Mountainbike-Stars Nino Schurter, 24, und Florian Vogel, 29, wollen hoch hinaus – an den WM in Champéry VS im kommenden September und ein Jahr später an den Olympischen Spielen in London. «Von der Grundlage, die wir jetzt

erarbeiten, können wir auch im übernächsten Sommer noch profitieren», umschreibt Schurter seine Strategie. Zum Weltcup-Auftakt in Südafrika gab der Bündner den Tarif bekannt. Er rang den langjährigen französischen Seriensieger Julien Absalon nieder und festigte seine

Position als Nummer 1. Mit der verschärften Erwartungshaltung geht er cool um: «Der Druck ist grösser – aber das vermittelt ein gutes Gefühl.» Gut sind auch die wirtschaftlichen Perspektiven. Die TopBiker verdienen über eine halbe Million Franken pro Jahr. thomas renggli

wer liebt wen

Fotos Fabienne Bühler, SRF, Vanit

Geheimnis gelüftet u Sie kennen sich schon elf Jahre, gefunkt hat es aber erst 2010. Dafür geben DRS-3Moderatorin Judith Wernli, 38, und Radio­ redaktor Urs Hofstetter, 40, jetzt Gas. Kommenden Freitag wird geheiratet, und im September schon erwarten sie Nachwuchs. «Wir freuen uns natürlich sehr über den blinden Passagier!» u Seine persönliche Assistentin, Alicia Grimaldi, 31, schenkte ihm sein erstes Kind.

Musiker Bryan Adams, 51, ist seit dem 22. April Vater. «Mirabella ist wie ein kleiner Osterhase, der uns an Kar­freitag geschickt wurde. Mutter und Tochter geht es gut», verriet er vergangene Woche. u Sängerin Mariah Carey, 41, lüftet das

Geheimnis um die Namen ihrer Zwillinge. Monroe und Moroccan Scott heissen die Babys, die am 30. April 2011 das Licht der Welt erblickten. Sie tragen übrigens den Nachnamen ihres Vaters Nick Cannon, 30.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Anna Rossinelli u Hausi Leutenegger u Jane Goodall u König Juan Carlos von Spanien u Güzin Kar

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leute

Nico, Thomas, Lydia und Fabio Sieber (v. l.) vor ihrem historischen Feriendomizil in Appenzell Innerhoden.

Thomas Sieber, CEO Orange SchweiZ

Wöllkomm in Appezöll ist der einzige Schweizer CEO im hiesigen Mobilfunkmarkt – und er pflegt die eidgenössischen Traditionen. Jedes Jahr besucht Orange-Chef Thomas ­Sieber mit seiner Familie die Lands­ gemeinden, mal in seiner Heimat Glarus, mal in Appenzell Innerhoden, wo seine Frau Lydia Brülisauer herkommt. In Appenzell beobachten die Siebers den festlichen Aufzug der Regierungs­­­mit­glieder, lauschen den launigen Reden, gönnen sich eine Siedwurst mit Härd­ öpfelsalat im «Rössli». «Hier kann ich abschalten», sagt der Mann, der nach der geplatzten Fusion von Orange und Sunrise ein turbulentes, zahlenmässig aber erfolgreiches Jahr hinter sich hat. Mit dem Brauchtum der Landsgemeinde

Fotos Thomas Buchwalder (2), Keystone, Marc Wetli / Sonntagsblick / RDB

u Er

ist er aufgewachsen, seine Frau Lydia erlebte 1990 noch die Zwangseinführung des Frauenstimmrechtes an der Inner­ rhodener Landsgemeinde. Mittlerweile in Zürich wohnhaft, verbringt das Paar mit den Söhnen Nico und Fabio immer noch das eine oder andere Wochenende bei den Verwandten im Appenzell. Dabei haben die vier eine spezielle Absteige: ein extra für sie hergerichtetes Zimmer in Lydias Elternhaus, einem der ältesten Bauernhäuser des Kantons, das unter Denkmalschutz gestellt wurde und heute als Zweigenerationenhaus genutzt wird. Nico Sieber hat gerade seine Maturarbeit über das vermutlich 1559 errichtete Gebäude geschrieben. «Eine Tür stammt aus der Renaissance, ein echtes

Ausblick auf den Landsgemeindeplatz: Thomas Sieber am 1. Mai im Hotel Appenzell. Schmuckstück», sagt der 18-Jährige fachmännisch – und blickt dabei gross­ zügig darüber hinweg, dass er sich für einmal mit den Eltern das Zimmer teilen muss. Auch der 13-jährige Fabio beschwert sich nicht, er hat ein anderes, wichtigeres Anliegen: «Endlich ein richtiges Orange-Abo – mein PrepaidGuthaben ist ständig aufgebraucht», fordert er spitzbübisch. Thomas Sieber lacht: Wenns ums Telefonieren geht, ist sein Jüngster ein Profi – und damit irgendwie «ganz dä Bappe». Nina Siegrist

Rose

kaktus

Edith Olibet Gemeinderätin Stadt Bern u Immer mehr junge Frauen werden schwanger – und finden dann keine Zeit für ihre Ausbildung, viele landen bei der Sozialhilfe. Der Stadtberner Sozialdienst unter der Leitung von SP-Gemeinderätin Edith Olibet hält diesem Trend entgegen. Ein Pilotprojekt soll betroffenen Frauen den Einstieg in die Berufswelt erleichtern. Mit Beratungen, Bewerbungstrainings und Arbeitseinsätzen. Tolle Idee, zur Nachahmung empfohlen, finden wir. Und verschaffen ebenfalls jemandem Arbeit: dem Kurier, der Frau Olibet eine schöne rote Rose ins Büro bringt.

Brady Dougan CEO Credit Suisse u Dass Miss-Schweiz-Kandidatinnen bei Quiz­ fragen zu unserem Land ins Grübeln geraten, hat einen gewissen Unterhaltungswert. Dass aber der Chef der Credit Suisse in einem Interview Doris Leuthard zur Bundespräsidentin macht und ernsthaft glaubt, unser Land werde von acht Bundesräten regiert, ist peinlich. Lieber Herr Dougan, gerne organisieren wir für Sie eine Staatskunde-Nachhilfestunde. Wenn Sie möchten, auch mit einer Miss-Schweiz-Kandidatin. Zudem erhalten Sie unser Präsent: den Kaktus. Ist nichts Schlimmes, gibts auch in Ihrer Heimat Amerika. schweizer illustrierte

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leute

Zwei Meister ihres Fachs proben den Höhenflug: Manuela Pesko und Baschi.

Manuela Pesko & Baschi

«Baby freeze» & Rock-Girlpower u Feriencamp mit eigenem Rockstar: Baschi, 24, spielt bei der Lancierung von «Laureus Girls in Sport» in Gelfingen LU gross auf. Die 30 Lagerteilnehmerinnen zwischen 12 und 14 Jahren sorgen für Zustände wie bei Robbie Williams. Gekreische und Herzklopfen. «Ein Konzert nur vor weiblichem Publikum, daran könnte ich mich gewöhnen!», freut sich Baschi. Die ehemalige

Snowboard-Weltmeisterin Manuela Pesko, 32, bestreitet den sportlichen Teil. «Für Mädchen ist es oft schwierig, sich im Sport Respekt zu verschaffen.» Zwei Monate nach der Geburt ihrer Tochter Stella-Camilla befindet sie sich in blendender Verfassung. Mit den Girls übt sie Breakdance. Die Pose, die sie fast perfekt beherrscht, passt zu ihrer Situation. Sie heisst «Baby freeze». tre

Irina von Bentheim

Frühlingsgefühle mit Carrie Fotos Fabienne Bühler, Norbert Kesten / People Picture

u Sie

verleiht Carrie Bradshaw, der Titelfigur von «Sex and the City», seit Jahren die deutsche Stimme: Irina von Bentheim, 48 (r.). Für SI online schreibt und liest die Berlinerin ab sofort ihre Kolumnen. Sommerkleidchen oder Winterpelz? Der Blonde an der Bar oder doch der Musiker von gestern Abend? Natürlich dreht sich auch bei der Hörkolumne «Let’s talk about …» alles um Mode und das starke Geschlecht. «Carrie und ich sind uns sehr ähnlich. Nur koche ich gerne. Carrie benutzt ihren Ofen ja eigentlich nur, um aussortierte Schuhe zu verwahren.» yz

Die Hörkolumne auf www.schweizer-illustrierte.ch


party

Neuer Stern am Model-Himmel: Anja Leuenberger in Avant-Première von Manor. «In Unterwäsche modeln? Kein Problem!» Sabrina Guilloud in Avant-Première von Manor.

Sie ist das Gesicht der Energy Fashion Night 2011: Laura Zurbriggen eröffnet die Show in Diesel.

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An der ENERGY FASHION NIGHT lief die Crème de la Crème der Schweizer Models über den Laufsteg. Aber auch hinter und neben der Bühne gabs viel Glitzer und Glamour.

Die Nacht


Sexy und wild: Ronja Furrer (l.) und Julia Saner in Avant-Première von Manor.

der SchĂśnen


party

Der wandelbaren Bernerin steht einfach alles: Julia Saner in Yes or No von Manor.

small talk

Julia Saner Man hört, Sie haben die Proben verpasst, Frau Saner? Ja, ich bin erst heute Morgen aus New York angekommen. Ich erhielt deswegen vor der Show eine private Choreografie-Lektion. Was haben Sie in New York gemacht? Ich habe fünf Tage mit spannenden Foto-Produktionen hinter mir. Mehr darf ich leider nicht verraten. Sind Sie Ihrer Kollegin, dem Supermodel Karolina Kurkova, auch hinter der Bühne begegnet? Ja, wir haben uns kurz gegrüsst. Sie fragte, ob ich Schweizerin sei. Wir sind in New York zusammen für Michael Kors gelaufen. Wie lange bleiben Sie in der Schweiz? Leider nur eine Nacht. Ich bin für die Chanel-Show in Cannes gebucht.

Die Solo­ thurnerin Anouk Manser (in Pepe Jeans) ist international gefragt.

Vize-Miss-Schweiz Sabrina Guilloud, Jenny Bachmann und Ronja Furrer (v. l.) tanken vor der Show noch etwas Sonne.

Kleiner Mann ganz gross: Kindermodel Gian (in s. Oliver) stiehlt den Profis die Show.

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Lejla Hodzic, Elite-ModelLook-Siegerin 2010, übt Backstage den ModelBlick.


Laura Zurbriggen (r.) ist auf dem besten Weg, so erfolgreich zu werden wie ihr Vorbild Karolina Kurkova.

Mode und Musik: Energy Fashion Night in Zürich

S

Publikumsliebling Julia Saner freut sich, beim Schminken schweizerdeutsch zu reden.

ie ist der Liebling des Schweizer Publikums: Als Julia Saner erstmals den Laufsteg an der Energy Fashion Night betritt, jubelt das Hallenstadion. Das Berner Topmodel freut sich über seinen Auftritt in der Heimat. Auch wenn sie tags darauf bereits wieder abreist. Ihre tschechische Kollegin Karolina Kurkova – der zweite Superstar des Abends – geniesst ihren ersten Auftritt in Zürich: «Wow! Bei einer Modeschau in einem Stadion bin ich noch nie gelaufen», sagt der «Victoria’s Secret»-Engel. Und sie gesteht: «Modeln ist nicht mehr alles für mich, seit ich ein Baby habe.» Söhnchen Tobin reiste mit Mami in die Schweiz. Sein Papi, Filmproduzent Archie Drury, passt im Hotel auf ihn auf, während Mami arbeitet. Auch der deutsche Schauspieler Christian Ulmen verbringt den Abend mit seinem sechs­ jährigen Sohn in einem Zürcher Hotel. Seine Freundin u

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Energy-Geschäftsführer Dani Büchi mit Supermodel Karolina Kurkova, die im crèmefarbenen Zweiteiler anreiste. «SI Style»-Chefredaktorin Sabina HanselmannDiethelm in Zara.

Moderatorin Collien Fer­ Fitness-Expertin Beatrice Bolliger (l.) nandes in Bibi Bachtadze. in Zara und mit Tochter Fabienne.

party-facts

Legenden der Achtziger: Duran Duran feiern ihr Comeback. Gastgeber Radio Energy Zürich und SI Style für 5000 VIPs und Fans Tatort Hallenstadion, Zürich Most wanted Ein Erinnerungsfoto mit Karolina oder Julia Hoppla! DuranDuran-Frontmann Simon Le Bon will nach seinem Auftritt Sarina Arnold ins «Kaufleuten» einladen – und bekommt einen Korb Wow! Moderator Jonathan «Jontsch» Schächter singt und spielt Klavier. Sein Lohn: ein Küsschen von Julia Saner Party-Rating

«Mode und Musik gehören zusammen wie Models und Rockstars: Besser gehts kaum»

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party

Sexy Mama! «Victoria’s Secret»-Engel Karolina Kurkova in Yes or No von Manor.

Manor-Chef Bertrand Jungo im eigenen Label Avant-Première, Gattin Doris in Etro. «Die TotenkopfKette ist aus New York»: Moderatorin Steffi Buchli, Gatte Florian Kohler.

Mercedes-Schweiz-CEO Marcel Guerry schenkte Partnerin Maja Konrad ein Collier. u Collien Fernandes moderiert die Fashion Night zusammen mit Jonathan «Jontsch» Schächter. Collien versteht übrigens bestens Schweizerdeutsch: «Ich war vor zehn Jahren ein Jahr lang mit einem Schweizer zusammen.» Privat laufe sie ausschliesslich in Jogginganzügen herum. Und auf der Bühne flachst sie: «Hier sind zwei Sorten Leute: Solche, die sich für Mode interessieren, und solche, die gern halb nackten Frauen beim Geradeauslaufen zuschauen.» Oder beim Singen. Das knappste Outfit des Abends trägt nämlich Sängerin Frida Gold bei ihrem Auftritt. Jontsch: «Frida, du stehst auf Mode. Man sieht – ähm – auf nicht viel!»

Text sandra casalini, yvonne zurbrügg, Fotos thomas buchwalder, alexandra pauli, david biedert/tillate.com

Mehr von der Energy Fashion Night: www.schweizer-illustrierte.ch


Ungleich Dominique C., eine geb端rtige Tessinerin, mit ihrer zehn Monate alten Tochter Katherine daheim in Oberlunkhofen AG. Das Kind wird seine genetische Mutter nie kennenlernen.

Mutter au 24

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Mit 64 Jahren erf端llte sich Dominique C. ihren Kinderwunsch. In Moskau liess sie sich k端nstlich befruchten. Kann Baby Katherine je gl端cklich werden?

s Egoismus? schweizer illustrierte

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Klassisch ÂŤIch spiele Katherine jeden Tag vor, am liebsten Schubert oder MozartÂť, sagt die Mutter.

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«Ein Bekannter sagte, Katherine werde sich für uns schämen müssen, wenn sie einmal in der Schule ist. Das ist Unsinn!» Mutter Dominique C.

Besondere Familie Dominique C., Ehemann Daniel, 61, und Tochter in ihrem Einfamilienhaus in Oberlunkhofen. Der gebürtige Chinese ist der genetische Vater von Katherine.

Text Thomas kutschera Fotos Kurt Reichenbach

S

chau, da ist Mamma.» Behutsam hebt Dominique C. ihre Katherine aus dem Laufgitter, wiegt sie in ­ihren Armen. Das Bébé beginnt zu quengeln. «Bist du müde, mia piccola?», fragt die Mutter und beginnt ein Lied zu summen. Das zehn Monate alte Baby beruhigt sich, lächelt. «Ist sie nicht ein Sonnenschein?» Gerade kürzlich sei es ihr wieder passiert, beim Einkaufen, erzählt die 64-jährige Tessinerin: «‹Sie haben ein süsses Enkelkind›, meinte eine Frau. Ich erklärte ihr, dass es meine Tochter ist. Heute schmunzeln wir darüber.» Dominique C. dreht sich zu ihrem Mann: «Daniel, kannst du unseren Schatz ein wenig nehmen?» Dann setzt sich die älteste Mutter der Schweiz an den Stubentisch und erzählt ihre Geschichte. Eine lange Geschichte mit vielen Fragen. Dominique und Daniel C. lernen sich 1971 kennen, in einem Park in San Francisco. Daniel, gebürtiger Chinese, war Wirtschaftsstudent an der dortigen Uni, die Tessinerin aus Brissago in den Ferien. «Er begeisterte mich durch seine Offenheit.» Drei Jahre später heiraten sie in Locarno. Sie leben zunächst in Lausanne, dann in Zürich. Beide arbeiten beim damaligen Bankverein, sie als Chefsekretärin, er als Betriebswirtschafter. «Wir waren beruflich stark engagiert, viel auf Reisen. An ein Kind dachten wir erstmals, als ich 37-jährig war. Ein inniger Wunsch war es nicht, und so liessen wir es darauf ankommen. Geklappt hats nicht.» Richtig stark habe sie den Wunsch nach einem Kind erst mit 50 Jahren verspürt, sagt Dominique C. Bei einem Arzt in Zürich erkundigte sie sich nach den Möglichkeiten, in diesem Alter schwanger zu werden. «Er wollte uns nicht helfen, ich begrub meinen Traum. Vor­ läufig.» Ein paar Jahre später lädt Dominique C. zu einem Familienfest zu sich nach Oberlunkhofen. Ihr Vater hatte die zwei Töchter ihrer Schwester in den Armen, schaute ihnen immer wieder in die Augen. «Sein tiefer Blick sagte alles – das ist Liebe! Von da an wusste ich: Ich will ein Kind!» 2006: Das Ehepaar arbeitet bei der UBS, Dominique ist 60 Jahre alt, ihr Mann 56. Der Entschluss steht fest. «Wir haben uns das reiflich überlegt, auch die hohen Risiken und die Konsequenzen.» Dominique C. lässt sich frühzeitig pensionieren. «So konnte ich mich voll und ganz unserem Projekt widmen.» Ihr Mann befürwortete das. u «Hundertprozentig.» schweizer illustrierte

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Aufgeweckt Familie C. beim täglichen Spaziergang ganz in der Nähe ihres Hauses. In der Schweiz findet das Paar keinen Arzt, der sie unterstützt. Weil eine Frau in ihrem Alter keine Eizellen mehr produziert, ist Dominique C. auf eine Spenderin angewiesen. Ein Gynäkologe in Italien empfiehlt den beiden eine Klinik in Moskau: Dort ist diese Methode nicht verboten, anders als in der Schweiz. Das Paar zögert nicht, reist nach Moskau in die Klinik. Mediziner und Psychologen testen beide genau. «Mein Alter spielte keine Rolle.» Um eine Schwangerschaft zu ermöglichen, bekommt sie Hormone, denn auch die kann sie nicht mehr selber produzieren. Im Reagenzglas werden Eizellen einer anonymen Spenderin mit Samenzellen von Daniel C. zusammengebracht (In-vitro-Fertilisation). Drei Tage später pflanzen die Mediziner eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter von Dominique C. ein. Der Eingriff ist erfolgreich: Mit 61 Jahren ist die Tessinerin das erste Mal schwanger. Nach fünfeinhalb Monaten Schwangerschaft kommt es zu Komplikationen: Dominique C. hat einen Infekt, das Kind muss notfallmässig zur Welt gebracht werden. Es überlebt nicht. «Es war ein Junge, er sollte Sebastian heissen», sagt Dominique C. «Ich war unendlich traurig.» Drei Tage später der nächste Schicksalsschlag: Ihr Vater stirbt. u

Frau C., warum haben Sie spätestens jetzt nicht akzeptiert, dass Sie kein Kind mehr bekommen können? Mein Vater sagte immer: «Das Leben ist kurz. Wenn du etwas unbedingt willst, dann glaube daran, kämpfe dafür! Doch tue niemandem weh.» Hatten Sie ohne Kind das Gefühl, keine vollwertige Frau zu sein? Ich fühlte mich immer als richtige Frau, auch ohne Kind.

Im Herbst 2009 reist das Ehepaar zum zweiten Mal nach Moskau. Dominique C. wird nach erneuter In-vitro-Fertilisation zum zweiten Mal schwanger. Die letzten Schwangerschaftsmonate verbringt sie in einer kleinen Mietwohnung in Moskau, um regelmässig zur Kontrolle zu können. Ihr Mann besucht sie fast jedes Wochenende. Sie muss oft liegen, liest viel, strickt eine Babydecke. Die Hormonspritzen kann sie sich selber geben. Die Schwangerschaft verläuft ohne Probleme. Am 15. Juli 2010 kommt in einem Moskauer Spital Katherine zur Welt, per Kaiserschnitt. Sie ist 3000  Gramm schwer, 50 Zentimeter gross. Dominique C.: «Endlich hatte ich mein eigenes Kind in den Armen! Ich war überwältigt vor Glück. Unser Kind ist ein Geschenk Gottes.» Sechs Wochen bleibt das Paar noch in Moskau, besorgt Visum und Pass für ihr Baby. Dann gehts heim, nach Oberlunkhofen. «Dort wars wie im Paradies.» Die Erfüllung des Kinderwunschs kostete 25 000 Franken. Heute ist Katherine fast zehn Monate alt, wiegt 7,9 Kilo, ist 70 Zentimeter gross und kerngesund. Zurzeit drücken die oberen Schneidezähne durch, deshalb weint sie oft. «You’re a wild little girl, my sweetheart.» Daniel C. drückt seinem Töchterchen einen ­dicken Kuss auf die Wange. Kurz vor ­Katherines Geburt ging auch er in Frührente. «Ja», sagt seine Frau, «unsere Tochter bringt Leben ins Haus, sie will alles sehen, alles berühren. Wir kümmern uns jede Minute um sie.» Frau C., könnte Ihre überschwängliche Fürsorge nicht zu viel werden? Bestimmt nicht! Ich habe noch nie gehört, dass viel Liebe einem Kind schaden soll. u


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Gesund und munter Viermal am Tag bekommt Katherine von ihrer Mutter zu essen. u Noch ist Katherine pflegeleicht. Ein Kind grosszuziehen, braucht viel Kraft. Nach 60 ist das Leben doch noch nicht zu Ende! Viele Senioren gehen wandern oder ins Fitness-Studio. Mein Mann und ich sind gesund und fit. Wir trinken keinen Alkohol, rauchen nicht. Und gehen mit unserer Tochter jeden Tag spazieren. Dank der Tochter mache ich täglich Gymnastik. Möglich, dass Sie Katherine im Rollator von der Primarschule abholen müssen. Davor habe ich keine Angst. Mein Vater war von starker Natur, er kochte noch mit 90 Jahren für uns. Vielleicht muss sich Ihre Tochter als Teenager mehr um Sie kümmern als umgekehrt. Das wird nicht passieren. Im schlimmsten Fall gibt es in der Schweiz Spitäler und Pflegeheime. In der Pubertät werden Ihre Welten besonders weit auseinanderklaffen. In jeder Familie gibts Probleme. Um sie zu lösen, braucht es Erziehung, Liebe und die Präsenz der Eltern. Und wenn Sie sterben, bevor Katherine volljährig ist? Wer weiss schon, was in zwanzig Jahren ist? Man wagt nie etwas, wenn man die Zukunft nur negativ sieht. Die Liebe zu einem Kind ist die einzige, die bis zum Tod dauert. Ich habe keine Angst vor der Zukunft. Haben Sie vorgesorgt? Ich glaube nicht, dass ich früh sterbe. In meiner Familie haben wir gute Altersgene: Mein Vater wurde 96 Jahre alt, die Tante 102. Aber wenn es tatsächlich so sein sollte, dann gibt es den Bruder meines Mannes. Er ist 42. Und wir haben noch viele jüngere Freunde, die für Katherine da wären.

Auch Katherines Götti und Gotte? Sie sind um die 60. Wie reagierten Ihre Angehörigen auf Katherines Geburt? Die meisten positiv. Meine Eltern sind tot, meine Schwester hatte anfänglich Mühe, nun findet sie es gut. Nur ein Bekannter sagte, Katherine werde sich für uns schämen müssen, wenn sie einmal in der Schule ist. Machen Sie sich keine Sorgen, dass Katherine gehänselt wird, weil ihre Eltern so alt sind wie Opa und Oma der Kameraden? Das ist doch Unsinn! Meine Tochter wird sich nicht für meine Falten interessieren. Für sie wird wichtig sein, dass ich für sie da bin. Kinder, die ihre Eltern jung verloren haben, wären glücklich, sie noch zu haben. Wie war das Echo im Dorf? Viele gratulierten, noch heute bekommen wir täglich Komplimente. Doch es gab auch Kritik, vor allem von Frauen. Bestimmte Leute sagten, wir würden ein Verbrechen begehen. Das verstehe ich nicht. Ein Kind zu haben, bedeutet Leben. In jedem Alter? Manche behaupten, Katherine könne mit einer so alten Mutter nicht glücklich werden. Woher wollen die das wissen? Psychologen und Ärzte gaben in Zeitungen ihre Meinung über uns ab – ohne uns zu kennen. Wir sind keine schlechten Eltern. Handelten Sie nicht aus purem Egoismus? Kein Baby wird von seinen Eltern gefragt, ob es auf die Welt kommen will. Egoismus ist ein intellektuelles Modewort, bei jeder Liebe spielt ein bisschen Egoismus mit. Machte die Kritik Sie kein bisschen nachdenklich? u


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u Nein. Anfangs hat sie uns vor allem geärgert, mittlerweile ist uns das egal. Unser Alter spielt doch keine Rolle. Hauptsache, wir sind glücklich. Wenn jemand sagt, für ihn komme ein Kind in diesem Alter nicht infrage, habe ich Verständnis dafür. Erhielten Sie anonyme Reaktionen? Einen Brief, voller schmutziger Worte, er wanderte sofort in den Papierkorb. Richtig traurig machte mich eine alte Frau. Sie schrie mich vor anderen Leuten an, ich und mein Kind seien weniger wert als eine Hündin.

Viermal täglich bekommt Katherine von Mamma den Schoppen, immer von Daddy zubereitet – auch nachts um 1 Uhr. Dominique C.: «Ich hätte stillen können, aber Katherine bekam vom ersten Tag an den Schoppen. Sie isst gern und gut, am liebsten Brei mit geriebenem Apfel.» Auch sonst sei Katherine pflegeleicht. Sie schlafe fast durch, bis um 8 Uhr, in ihrem Kinderzimmer. Doch wenn sie Hunger hat und müde ist, schreit sie laut. «Katherine hält uns schön auf Trab. Und damit jung», sagt die 64-Jährige. Noch nie sei sie so glücklich gewesen. «Katherine ist ein Stück von mir. Oft frage ich mich, wie ich das verdient habe. Wenn ich sie auf dem Arm habe, schenkt sie mir Geborgenheit, dann sind alle Sorgen wie weggezaubert.» Wann werden Sie Ihrer Tochter erklären, warum sie ihre genetische Mutter nicht kennenlernen kann? In meiner Schulklasse gab es ein adoptiertes Kind, auch es kannte seine

genetischen Eltern nicht. Er war ein fröhlicher Bub. Auch als Erwachsener führt er ein ganz normales Leben. Macht es Ihnen nichts aus, dass Ihre Tochter nicht Ihre Gene hat? Absolut nicht. Dachten Sie nie an Adoption? Doch. Aber in der Schweiz sind die Chancen für Eltern in unserem Alter praktisch null. Eizellen-Spenden sind in der Schweiz verboten. Soll das geändert werden? Ja! Wenn jemand ein neues Herz oder eine neue Niere braucht, geht er auch ins Spital und erhält ein neues Organ. Und warum lassen sich so viele liften? Jeder hat das Recht, glücklich zu sein. Glauben Sie an Gott? Ich bin katholisch. Mein Mann und ich danken Gott jeden Tag für das wunderschöne Geschenk. Und beten, dass wir alle drei noch lange zusammen leben können. Ich möchte gerne hundert Jahre alt werden. Wer weiss? Vielleicht werde ich noch Grossmutter. Besuchen Sie einen Erziehungskurs? Sicher nicht, das finde ich lächerlich. Wichtig ist, dass ein Kind das Wort

Bleibt ihr die Unbeschwertheit? Wenn Katherine 20 sein wird, ist ihre Mutter 84.

Nein kennenlernt. Ich will Katherine die Werte weitergeben, die mir meine Eltern vorlebten: Liebe und Respekt. Ein zweites Kind gibts nicht, wir wollen unser Glück nicht übertreiben. Katherine beginnt zu weinen. «Sie hat sicher Hunger. Machst du den Schoppen, Daniel?» Die Eltern freuen sich jetzt schon auf den ersten Geburtstag ihrer Tochter. Ein grosses Fest wirds geben, aber kein Geschenk. «Katherine hat bei uns alles, was sie braucht», sagt ihr Vater. «Ein Kind soll nicht alles bekommen, was es will. So ist es auch später im Leben.» Dominique C. legt Katherine ins Laufgitter. «Sie wird mir später dankbar sein, auf der Welt zu sein.»  

richtiger Boom u In der Schweiz werden pro Jahr rund 10 000 In-vitro-Fertilisationen (künst­ liche Befruchtungen) vorgenommen, so Prof. Christian De Geyter, 54, Leiter Reproduktionsmedizin Unispital Basel. Im Durchschnitt sind diese Frauen etwa 36 Jahre alt. u In der Schweiz verboten: EizellenSpende, Leihmutterschaft, Einfrieren von Embryonen. Hilfe suchende Frauen weichen vor allem in Länder Osteuropas oder nach Spanien aus. Dort gibts Hunderte von entsprechenden Kliniken und Ärzten, «darunter einige Scharlatane». In der Schweiz kommen jedes Jahr etwa 500 neue Kinder hinzu, die mit einer Eizellen-Spende gezeugt wurden.


w Interviceh e der Wo hann mit Jo iderSchne ann Amm

EU-Freihandel, Subventionen, Zersiedelung der Landschaft: Bundesrat Johann SchneiderAmmann spricht über sein wichtigstes Dossier, die landwirtschaft. Und wehrt sich gegen die Kritik an seiner Amtsführung.

«Ich habe die Flughöhe er Text stefan regez Fotos kurt reichenbach

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runegg, Hof von Schweinehalter und Getreideproduzent Andreas Binswanger in Kreuzlingen: Der Landwirtschaftskanton Thurgau zeigt sich von seiner schönsten Seite. Bundesrat Johann Schneider-Ammann, 59, sitzt im Garten, trinkt Süssmost und sagt, fast entschuldigend: «So schön habe ich es dann nicht jeden Tag.» Schon stört Bauer Binswanger, 61, die paradiesische Idylle. In knappen, klaren Worten stellt er seinen Betrieb vor und sorgt sich, ohne zu jammern, über den Agrarfreihandel mit der EU. Der frühere Industrielle Schneider-Ammann hört aufmerksam zu, macht Notizen und erklärt, etwas umständlich, kein Freihandels-Freak zu sein. Herr Bundesrat, haben Sie schon mal «Bauer, ledig, sucht …» auf 3+ geschaut? Ich weiss, dass es die Sendung gibt. Geschaut habe ich sie aber noch nie, da muss ich Sie enttäuschen. Ich suche für mich, nicht ledig, möglichst viele Infor-

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schweizer illustrierte

mationen über die Schweizer Landwirtschaft zusammen. Deshalb bin ich heute im Feld – beim Bauer und der Bäuerin. Persönlich haben Sie ja einen engen Bezug zur Landwirtschaft. Das ist so. Mein Vater war Tierarzt, seine Brüder Bauern. Bis ans Ende meiner Schulzeit habe ich meine Ferien auf dem Bauernhof verbracht. Diese Welt ist mir nahe, auch wenn das nun fast vierzig Jahre her ist. Das «Gschpüri» für die Landwirtschaft ist aber geblieben. Wollten Sie auch Bauer werden? Nein, das nicht. Aber ich hatte einen Vater, der wusste, was er aus mir und meinen Brüdern machen wollte: nämlich Tierärzte. Ich habe sogar mit dem Tiermedizin-Studium begonnen, aber nach einem Semester wieder aufgehört. Meine damalige Freundin und heutige Ehefrau Katharina hats durchgezogen, wurde Tierärztin, und mein Vater war überglücklich (lacht). Welches Bauernhof-Erlebnis ist geblieben? Als Jugendlicher habe ich mit meinem Cousin am Vorabend einer Viehschau die Vorzeigekuh gemolken. Wir haben uns

die Zitzen aufgeteilt, je zwei. Das kam nicht gut heraus. Der Tierarzt musste kommen. Wegen der besten Kuh. Und das vor der Viehschau. Das Donner­wetter danach höre ich noch jetzt. Wie wichtig ist die Landwirtschaftspolitik für Sie als Volkswirtschaftsminister? Die Landwirtschaft ist innenpolitisch wohl das wichtigste Dossier. Ich habe bisher viel Zeit dafür aufgewendet. Vor allem für die Agrarpolitik 2014–2017, die nun in der Vernehmlassung ist, für Gespräche mit Experten, mit Bauern, mit Verarbeitern von landwirtschaftlichen Produkten. Vor ein paar Wochen war ich in der Innerschweiz, heute in der Ostschweiz, und ich werde auch noch mehrere Betriebe der gesamten Wertschöpfungskette in der Westschweiz besuchen. Vor Ort höre und spüre ich viel. Was denn? Es gibt nicht nur eine Landwirtschaft. Es gibt Dutzende von Landwirtschaften. Jeder Bauer, jede Bäuerin hat eine Idealvorstellung. So bekomme ich von Zu­ stimmung bis harter Kritik die gesamte Palette zu spüren. Das gehört dazu.


reicht» Sie sagten kürzlich, Sie wüssten, wohin Sie mit der Landwirtschaft wollen. Wohin? Die Grundlinien sind klar: Versorgungs­ sicherheit, Nahrungsmittelproduktion, Fokus auf die Qualität, Erhalt des Kultur­ landes, Ressourceneffizienz, Umstruk­ turierung der Landwirtschaft in einem sozialverträglichen Rahmen. Der Bauernverband kritisiert: zu viel Landschaftspflege, zu wenig Produktion. Ich kenne diese Kritik, halte aber da­ gegen: Die Produktivität wurde in den vergangenen Jahren gesteigert – und wir werden sie weiter steigern. Die Schweizer Landwirtschaft wird künftig mehr Kalorien produzieren. Deshalb will ich bis Ende Juni nicht nur die Vernehm­lassungsantworten zur Agrar­ politik 2014–2017 abwarten, sondern auch selber die Haltung des Bundesrates erklären und kommunizieren. 3,4 Milliarden soll die Landwirtschaft den Steuerzahler künftig kosten – ein grosszügi­ ges Paket. Von einem liberalen Agrarminister hätte ich eher ein Sparpaket erwartet. Die Mittel sind für 2014 bis 2017 in etwa im gleichen Ausmass vorhanden wie

bisher. Und das ist richtig so. Eine Sparübung wäre kaum mehrheitsfähig gewesen, auch in der Bevölkerung nicht. Unsere Ambition ist es, die Landwirt­ schaft produktiver zu machen und sie sozialverträglich umzubauen. Mir ist es wichtig, dass wir die Landwirtschafts­ politik in die Zukunft führen können. Wo sie sich auch stärker auf offene Märkte einstellen muss. Dazu braucht es Geld. Ein Zückerchen für die starke Bauernlobby im Parlament also. Die Bauern sind gut organisiert, im Parla­ ment besonders. Sie wissen ihre Inter­ essen zu verteidigen. Aber es ist nicht so, dass sie sich mit Geld allein besänftigen lassen. Sie wollen verstehen und ver­ standen werden. Dazu biete ich Hand. Mit dem Ziel, die Märkte zu öffnen, mit der EU ein Freihandelsabkommen abzuschlies­ sen, stossen Sie bei den Bauern auf starken Widerstand. Schon Ihre Vorgängerin Doris Leuthard zog sich so deren Unmut zu. Ich glaube nicht, dass ich mir bisher den Unmut der Bauern zugezogen habe. Noch nicht. Natürlich gibt es unterschiedliche Posi­tionen. Aber ich bin mit den Land­ wirtschaftspolitikern seit Monaten in einem konstruktiven Dialog. Warum forcieren Sie denn den Freihandel? Das Freihandelsdossier mit der EU umfasst die Landwirtschaft, die Produkt­ sicherheit, die Lebensmittel und die Ge­ sundheit. Uns interessiert das Abkommen nur, wenn wir uns für unsere hochwertigen Produkte den Zugang zu einem grösseren Markt eröffnen können. Es wäre sinnvoll, wenn sich für uns neue Chancen auftäten. Es wäre nicht sinnvoll, wenn wir uns nur Risiken aufladen würden. Vor einem all­ fälligen Abschluss werden wir Vor- und Nachteile für unsere Land- und Volkswirt­ schaft sehr genau abwägen. Viele Bauern, wie beispielsweise Andreas Binswanger, sehen vor allem die Nachteile. Sie haben existenzielle Ängste. Es ist eine Tatsache, dass die Kosten und die Lebensmittelpreise im EU-Raum bis zu 40 Prozent tiefer sind. Dass das bei den Bauern Angst auslöst, verstehe ich sehr gut. Wir müssen nun diskutieren, wie wir unsere Landwirtschaft Schritt für Schritt weiterbringen und vorbereiten können. In der EU wird sich das Preisniveau nach oben anpassen. Das wird uns entgegen­ kommen. Selbstverständlich steht die Landwirtschaft vor einer grossen Heraus­ forderung. Ich traue unseren Bauern diese unternehmerische Herausforderung absolut zu. So habe ich heute mehrere Landwirte kennengelernt, die durch und durch Unternehmer sind … u … und fühlten sich bei ihnen heimisch?

Johann Schneider

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ein patron mit viel herzblut

2

tierärztin aus einer unternehmer-familie

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sein liebstes Hobby – mit den hunden im wald

3000 Mitarbeitende, eine Milliarde Franken Umsatz – Johann Schneider hat die Ammann Group in Langenthal zu einem bedeutenden Maschinenbau-Unternehmen ausgebaut.

Für Schneider-Ammann ist Ehefrau Katharina ein Vorbild. Sie kommt aus der Langenthaler Unternehmer-Familie Ammann und ist Tierärztin.

«Der Chef bin ich!», gibt Schneider-Ammann, Oberst im Generalstab, seinen LabradorHunden Dino, Durga und Bajo zu verstehen. Was sie nicht immer ganz befolgen …

Persönlich u Geboren in Sumiswald BE am 18. 2. 1952 karriere Elektroingenieur ETH, MBA in Paris; bis 2010 Chef der Ammann Group, Präsident Swissmem u Politik FDP-Nationalrat (1999 bis 2010), seit dem 1. November 2010 Volkswirtschaftsminister u familie Verheiratet mit Katharina Ammann, zwei Kinder (Jg. 1979, 1981)

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Fotos Kurt Reichenbach (2), Remo Nägeli

Sohn eines Tierarztes, Ehemann einer Tierärztin Agrarminister Schneider hat bei Sau Ilse auf dem Bauernhof Brunegg keine Berührungsängste.

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u Ja,

für mich ist jeder Landwirt ein Unternehmer. Trotz den Subventionen? Ja, denn die Direktzahlungen gibts ja nur für Leistungen. Was, neben dem Freihandel, macht den Bauern am meisten Sorgen? Der Erhalt des Kulturlandes, die Gefahr der Zersiedelung. Agrarland versus Bauland. Da ist die Raum­ planung gefordert. Ich setze mich entschieden für die Landwirtschaft ein: Das Kulturland muss den Bauern und unserer relativen Selbstversorgung bestmöglich zur Verfügung stehen. Das heisst konkret: Sie, der ehemalige Baumaschinen-Produzent, sind gegen die Einzonung von zusätzlichem Bauland? So absolut formuliere ich es nicht. Der Boden ist aber knapp, die Bauland­ reserven in der Schweiz betragen rund 50 000 Hektaren. Teilweise befinden sie sich nicht am richtigen Ort. Aus Sicht der Landwirtschaft müssen wir die idealen Flächen vor der Zersiedlung schützen, was noch intensive Ausein­ andersetzungen geben wird. Wirt­ schaft, Wohnen, Landschaft, Landwirt­ schaft – es konkurrieren verschiedene Nutzungen. Und ich bringe die Inter­

«Seit Fukushima ist es für die FDP schwieriger geworden» essen der Landwirtschaft in die Ausein­ andersetzung ein. Themenwechsel: Freisinn, Bundesrat, Ihre Zukunft im Bundesrat … Sie auch noch (lacht)! Ja! Nach den Prognosen des SRG-Wahlbarometers kommt die FDP noch auf 15,2 Prozent. Das sieht düster aus! Vor Fukushima waren die Prognosen für den Freisinn positiv. Seither ist es für uns schwieriger geworden. Umso wichtiger ist es jetzt, bei unseren Überzeugungen und unserer liberalen Politik zu bleiben. Denn die liberalen Kräfte braucht es. Trotzdem wackelt Ihr Sitz gehörig. Ich bin überzeugt, dass es der FDP gelingt, die zweit- oder drittstärkste Partei zu werden respektive zu bleiben. Und wenn nicht? Geben Sie dann den zweiten Bundesratssitz freiwillig her?

Ich bin nicht angetreten, um nur ein Jahr im Bundesrat zu sein. Die Diskus­ sion über den Sitzanspruch führen wir erst nach den Wahlen. Zuletzt wurden Sie heftig kritisiert: zu wenig sattelfest in den Dossiers, zu wenig präsent in der Öffentlichkeit. Ich nehme die Kritik zur Kenntnis, lasse mich aber davon nicht beirren. Ich habe ein neues Amt angetreten und mich mit aller Energie eingearbeitet. Vielleicht nicht mit einer Daueransage und lauten Sprüchen, wie das gewisse Kreise erwartet haben. Welche Zwischenbilanz ziehen denn Sie? Wichtig ist, dass ich mir die breite Materie meines Departements – von der Berufsbildung, des Arbeitsmarkts über die Landwirtschaft zur Aussen­ wirtschaftspolitik und zum Wohnungs­ bau – aneignen konnte und die inter­ nationalen Kontakte intensiv pflege. Damit kann ich nun bestimmend Einfluss nehmen auf die politische Ausrichtung des Landes und auf die Volkswirtschaft im Besonderen. Sie fühlen sich also angekommen im Amt? Ich fühle mich sehr wohl und habe die Flughöhe erreicht. Ich freue mich auf die Zeit, die kommt. 


Ort des Schreckens Am 28. April explodiert im berühmten Café Argana eine Bombe. 17 Menschen sterben. Der Täter hatte sich als Hippie verkleidet und die Bombe in einem Rucksack deponiert.

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Tod in M


Fotos Keystone, HO

Schicksal

Zerstörte Träume Cristina Caccia, 25, wollte im Oktober ein Studium an der Hochschule für Soziale Arbeit beginnen.

Terror in Marokko. Die Bombe im Café Argana trifft auch die Schweiz. Zu den Opfern gehören drei junge Tessiner: Sie hinterlassen verzweifelte Angehörige.

arrakesch schweizer illustrierte

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Text Alejandro Velert und Sandra casalini

G

erechtigkeit auf Erden? «Darüber mag ich nicht mehr sprechen», sagt Arnaldo Caccia, 60, aus Cadenazzo TI. Jetzt muss er auch sein zweites Kind zu Grabe tragen. Vor 24 Jahren starb bereits Sohn Christian, fünfjährig, an Krebs. Nun ist auch Tochter Cristina tot. Ebenso ihr Freund Corrado, den alle «Mondo» nannten, und ihr Kollege André. Getötet von einer Bombe, die vor zwei Wochen im Café Argana in Marrakesch explodierte. Von der vierköpfigen Reisegruppe aus der Schweiz überlebt nur Morena, sie liegt schwer verletzt im Unispital Zürich. Eine gemütliche Ferienwoche wollten sie in Marokko verbringen. Cristina, 25, angehende Studentin, ihr Freund Mondo, 27, Informatiker. Seit

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fünf Jahren sind die beiden ein Paar. Mit dabei ihre Freunde André, 23, Schreinerlehrling, und Morena, 26, Ergotherapeutin. Am Ostersonntag kommen die vier Tessiner in Marrakesch an. «Bellissimo!», meldet Cristina ihren Eltern. Arnaldo Caccia sitzt in seinem Büro in Mendrisio TI, als er vom Bombenattentat in Marrakesch hört. Zum Glück sind die vier nicht in der Stadt, denkt der Grundbuchverwalter. Denn ab heute haben sie doch einen zweitägigen Trip ins Hinterland geplant ... Dennoch macht er sich Sorgen. «Das liegt seit dem Tod unseres Sohnes in meiner Natur. Drei Tage vor Cristinas Abreise habe ich sogar beim Reiseveranstalter nachgefragt, ob meine Tochter in Marokko wirklich sicher sei.» Weil er «Chichi», wie er sie liebevoll nennt, auf dem Mobiltelefon nicht erreicht, ruft er in ihrem Hotel an. «Soyez tranquille, Monsieur, sie sind

heute Morgen aufgebrochen», sagt ihm der Réceptionist. Caccia ruft zuerst seine Frau Neva und dann bei Mondos Mutter an, um ihnen mitzuteilen, dass mit ihren Kindern alles in Ordnung sei. Doch Mondos Mutter hat andere Nachrichten, schlechte. Ihr Sohn hat ihr in der vergangenen Nacht ein SMS geschrieben: Er habe Fieber, der Trip sei verschoben. «Es war, als hätte jemand das Tor zur Hölle aufgestossen», sagt Cristinas Vater. Angsterfüllte Stunden des Wartens beginnen. Im Internet kursieren bereits schreckliche Bilder von verstümmelten Menschen. Und noch immer kein Lebenszeichen der vier. «Gott, nimm mir nicht auch noch meine Tochter», fleht Arnaldo Caccia. Auf dem sogenannten Gauklerplatz in Marrakesch, dem Djemaa el Fna, herrscht wie immer reges Treiben. Händler preisen lautstark und penetrant

Fotos HO, Carlo Reguzzi/Ti-Press

Fünf Jahre lang ein Paar Informatiker Mondo und Cristina Caccia. «Sie passten toll zueinander», sagt Vater Arnaldo Caccia.


Schicksal

Ihre grosse Liebe endet tragisch. Die Bombe tötet Mondo auf der Stelle. Cristinas Eltern bangen eine Woche lang um das Leben ihrer Tochter

Leidgeprüft Arnaldo und Neva Caccia im Zimmer ihrer Tochter in Cadenazzo TI.

ihre Waren an, die Touristen schlendern von Stand zu Stand. Der Himmel ist be­ deckt, aber es ist frühlingshaft warm. Cris­ tina und ihre Freunde ergattern sich im Café Argana einen Platz auf der Terrasse. Das «Argana» ist ein beliebter Treffpunkt. Kurz vor Mittag explodiert hier die fern­ gezündete Bombe. Ein als Hippie ver­ kleideter Terrorist hat sie in einem Ruck­ sack im Café deponiert. Die Explosion reisst Mondo, André und 14 weitere Menschen aus dem Leben. Cristina und Morena sind schwer verletzt. Auf einem Karren transportieren Einheimische die beiden Tessinerinnen ins nächste Spital. Sie haben schwere Verbrennungen, dazu kommen viele Metallsplitter im Körper. Cristinas rechtes Bein ist mehrfach gebrochen, Morenas Füsse sind zerfetzt. Noch am selben Abend werden sie in Marrakesch operiert. Um 22 Uhr meldet sich die Schwei­ zer Botschaft bei den Familien: Cristina und Morena leben! Von den beiden Män­ nern hingegen fehlt jede Spur. «Da be­ gann die längste Nacht unseres Lebens», sagen die Caccias. In Kontakt mit der Rega und der Botschaft organisieren sie einen Rückflug für den frühen Morgen. Weil der Zustand von Cristina und Morena kritisch, aber stabil ist, wartet man noch ein wenig zu. Vielleicht wer­ den Mondo und André doch gefunden und können ebenfalls heimgebracht werden. Doch als sie am Freitagmittag immer noch vermisst werden, fliegt die Rega die beiden Frauen in die Schweiz. «Wo ist Mondo?», fragt Cristina ihre Eltern als Erstes, als sie am Abend in Zürich ankommt. «Wir wissen es nicht», antwortet ihr Vater. Fünf Minuten können Arnaldo Caccia und seine Frau Neva mit ihrer Tochter sprechen. «Gott sei Dank, unsere Chichi lebt.» Im Zürcher Universitätsspital wird sie tags darauf operiert. Sechs Stunden lang transplantieren die Ärzte Haut und Muskelgewebe, richten ihr zertrümmer­ tes Bein. Zwei Tage später folgt eine weitere mehrstündige Operation.

Eine Woche ist seit dem Bomben­ attentat vergangen. Arnaldo Caccia sitzt im Garten des Unispitals. Er und seine Frau haben in der Nähe ein Hotel bezo­ gen. «Cristina kämpft und ist stark.» Der Vater spricht leise und bedächtig, erlaubt sich nur ein klein wenig Optimismus. Immerhin, Chichi hat keine Verbrennun­ gen im Gesicht. «Es ist nur ein wenig gerötet, das wird schon wieder.» Aber Cristina ist noch nicht über den Berg. Seine Tochter erhalte starke Schmerzmittel, die vergangenen zwei Tage sei sie praktisch durchgehend im künstlichen Tiefschlaf gewesen, schil­ dert der Vater. Zuvor habe sie wache Momente gehabt, sogar etwas mit ihnen gegessen. «Und als ich die Frage eines Arztes auf Deutsch nicht verstand, hat Cristina gesagt: ‹Papa, bist du gaga geworden? Das habe sogar ich kapiert!›» Das ganze Zimmer habe gelacht. Mehr­ mals möchte Chichi wissen, wo ihr Mondo sei und wie es ihm geht. «Zum Glück haben wir sie immer wieder ab­ lenken können.» Cristina sei ein wunderbares Mäd­ chen. Klug, bildhübsch und von der Nonna habe sie den harten Schädel. «Deshalb wird sie es auch schaffen. Sie muss. Ich weiss nicht, wie ich ihren Tod auch noch verkraften könnte.» Und dann erzählt Arnaldo Caccia mit Tränen in den Augen, woher seine Tochter ihren Namen hat: Ihr Bruder, damals schon schwer krebskrank, habe ihn vor 25 Jah­ ren aussuchen dürfen. Der kleine Chris­ tian entschied sich für das Naheliegen­ de: «Cristina!» Zehn Monate später sei er gestorben. «Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an ihn denken.» Arnaldo Caccia macht sich wieder auf den Weg ins Zimmer seiner Tochter. Wenn ihr Zustand stabil bleibe, fahre er morgen Freitag an die Beerdigung ihres Freundes Mondo. «Er war ein ausser­ gewöhnlicher Bursche, gehörte bei uns längst zur Familie. Auch das andere Op­ fer, André, kenne ich sein halbes Leben, auch er ein toller Junge.» Vorher will Vater Caccia aber noch sicher sein, u schweizer illustrierte

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Schicksal

Riesige Anteilnahme Freunde und Bekannte an der Beerdigung von Mondo: Während der Trauerfeier verbreitet sich die Nachricht, dass auch seine Freundin Cristina gestorben ist.

dass es Cristina wirklich gut geht. Sie habe Fieber bekommen in den vergan­ genen Stunden. Und dann erlaubt sich Arnaldo Caccia doch noch einen Blick in die Zukunft. In zwei Monaten werde Chichi wohl wieder gesund sein, zumin­ dest körperlich. Und im Oktober werde Cristina, die jetzt in einer Stiftung mit behinderten Kindern arbeite, die Hoch­ schule für Soziale Arbeit beginnen. «Hof­ fen wir, dass alles so kommt.» Doch das Fieber, von dem der be­ sorgte Vater an diesem Donnerstagnach­ mittag spricht, geht nicht zurück. Spät abends verschlechtert sich Cristinas Zustand rapide. Am Freitag um sieben Uhr morgens versuchen die Ärzte mit u

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einer Notoperation, ihr Leben zu retten. Als die Eltern um neun Uhr im Eingang des Universitätsspitals stehen, klingelt das Mobiltelefon von Mutter Neva. Man sagt ihr: Cristina ist um 9.01 Uhr an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben. Sie ist das 17. Opfer des Bombenatten­ tats von Marrakesch. Ob sie gespürt hat, dass ihr Mondo tot ist? In Bellinzona findet zur gleichen Zeit Mondos Abdankungsfeier statt. Wie schon am Tag zuvor, an der Beerdigung von André, ist die Anteilnahme riesig. Tausend Freunde und Bekannte sind gekommen. Die Guggengruppe Carnasc Band spielt für ihren toten Kameraden «Don’t You Forget About Me» von den

Letzte Ruhestätte Morena kämpft noch immer um ihr Leben.

Simple Minds. Rasch verbreitet sich die Nachricht von Cristinas Tod unter den Trauergästen. Manche schreien verzwei­ felt auf, andere brechen zusammen. Am Tag nach dem Tod ihrer Tochter sitzen Neva und Arnaldo Caccia zu Hause in Cadenazzo in Cristinas Kinderzimmer. Eigentlich wollten sie in Zürich bleiben, bei ihrer Chichi. Aber Cristinas Gross­ mutter braucht Hilfe. Zahlreiche Ver­ wandte und Bekannte besuchen das Ehe­ paar, versuchen zu trösten. Doch ihre Blicke bleiben leer und teilnahmslos. «Gerechtigkeit auf Erden?», sagt ­Arnaldo Caccia. «Darüber mag ich nicht mehr sprechen.»   Mitarbeit: Muriel Jarp, «L’illustré» 

Fotos Carlo Reguzzi/Ti-Press (2), HO

Der Kanton Tessin steht unter Schock. Tausende trauern mit den Familien der Opfer. Der Bombenterror von Marrakesch hinterlässt die Menschen ratlos


miss-schweiz-casting

Bikini-Beautys Wer eine Runde weiter ist, darf sich im Bikini präsentieren. Carol, Nummer 90, sorgt mit Puder für einen matten Teint.

Wer folgt auf Kers Jeder Zentimeter zählt: Beim miss-schweizcasting wird ausgesiebt – unter klaren Auflagen. Wer zu klein ist, fährt nach Hause. Aber die Grösse ist nicht das einzige Kriterium.

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Sara W., 22

Priska E., 21

tin Cook? Wartezeiten W채hrend Sara (im Bild links), Nummer 35, f체r SI-Fotograf Geri Born posiert, vertreiben sich ihre Konkurrentinnen die Zeit. Sabrina, Nummer 128, unterh채lt mit Gitarre und selbst komponierten Songs.

Jessica H., 20

Carol J., 19 schweizer illustrierte

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Text aurelia forrer Fotos geri born, fabienne bühler

B

ei sonnigen 23 Grad ist am vergangenen Samstag in der Stadt Zürich Bikini-Zeit. Nicht am See, sondern im Ringier-Pressehaus präsentieren sich die schönsten 17- bis 25-jährigen Frauen des Landes. Sie alle wollen die Nachfolgerin der amtierenden Miss Schweiz Kerstin Cook, 22, werden. Über 500 haben sich für die MissSchweiz-Wahl 2011 am 24. September in Lugano TI beworben. 158 wurden zum Casting eingeladen. Die grösste Hürde erwartet sie gleich zu Beginn. Da wird gemessen – und zwar die Körpergrösse, die laut Reglement mindestens 1,68 Meter betragen muss. Doch entweder haben manche Bewerberinnen diese Anforderung überlesen, besitzen andere Massstäbe – oder sie haben geschummelt. 17 Kandidatinnen sind zu klein und werden nach Hause geschickt, bevor sie die Jury zu Gesicht bekommt. Auch Pajtesa, 20, aus Fribourg ist vergeblich angereist. «Es ist ein Schock, dass ich nur 1,66 Meter gross bin. Dabei haben mich meine Mutter und meine Schwester zu Hause extra noch gemessen. Und auch in meinem Pass steht 1,67 Meter.» Andere Kandidatinnen reisen gar nicht an. Ein neuer Trend lässt sich bei den jungen Frauen ausmachen: unentschuldigte Abwesenheit. Dabei muss eine Miss Schweiz gerade Professiona­ lität, Pünktlichkeit und insbesondere Zuverlässigkeit besitzen. Wer unentschuldigt fehlt, eignet sich für das Amt der Schönheitskönigin definitiv nicht. In Vierergruppen treten alle der Reihe nach vor die Jury. Lorena, 23, kennt die Situation vom letzten Jahr. Bereits zum zweiten Mal bewirbt sie sich und hat zur Vorbereitung extra u

Louise de A., 21

Dominique G., 25

Fatiha B., 22

Alexandra R., 21

Daniela K., 21

Sabrina W., 24

Melissa S., 21

Monika D., 20

Rebeka S., 20

Tijana S., 18

Gabriela W., 24

Nijia G., 21


Daniela G., 24

Ashley B., 19

Michèle v. M., 21

Senait K., 19

Jasmine F., 21

Simone C., 24

Riccarda B., 19

Michelle M., 25

Sabrina T., 19

Kristina B., 17

Michelle K., 19


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ein Modeltraining besucht. Es nützt nichts. Sie scheitert erneut, und diesmal schon in der ersten Runde. «Es ist definitiv mein Fehler. Vor Nervosität habe ich vergessen zu lächeln», sagt Lorena. Über zwei Drittel können die Jury nicht von sich überzeugen. Tränen fliessen keine. 36 Frauen schaffen es in die zweite Runde. Für sie heisst es: raus aus den kaschierenden Klamotten und rein in den Bikini. Im Fotostudio posieren sie für Ganzkörper- und Porträtbilder, die sie anschliessend zum Interview mit der Jury mitbringen. Den sieben Juroren fällt jedes noch so kleine Detail, wie ein grosser Klunker am linken Ringfinger, auf. «Sie haben mich gefragt, ob ich verlobt bin», sagt Dominique, 25. «Zwar bin ich fast die Grossmutter hier, doch ich heirate nicht vor 30.» Tijana, 18, blutet am rechten Knöchel. Beim Rasieren hat sie sich geschnitten. Alexandras, 21, rechtes Bein ziert ein langer Kratzer. «Der ist von meinem Nummernschild.» Bei Simone, 24, werfen die chinesischen Zeichen am rechten Unterschenkel Fragen auf. «Diese Tattoos habe ich zum Andenken an meine verstorbene Mutter gemacht», erklärt sie der Jury. Sabrina, 19, will auf andere Art in Erinnerung bleiben: Mit ihrer Gitarre und einer melancholischen Eigenkomposition versucht sie zu überzeugen. Ob es genutzt hat, erfährt sie erst in ein paar Tagen. Schliesslich schaffen es nur 12 der rund 500 Bewerberinnen ins grosse Finale. 

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Mehr zum Thema:

www.schweizer-illustrierte.ch

Caroline M., 23

Ladina S., 18

Julia M., 19

Giada C., 22

Florence S., 18

Alexandra S., 24

Lorenza C., 18

Julia F., 23


Obama gegen Osama. Terrorfürst Bin Laden ist tot. War das Recht oder Rache? Zu Besuch bei Nahost-Experte Peter Scholl-Latour, 87, in Berlin.

«Bin Laden wur Text Marcel Huwyler Fotos Hervé Le Cunff

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uf dem Messingschild an der Haustür steht bloss «P. S. L.». Der Mann ist eine Marke, gefragt, wenn die Welt kopfsteht, dann wird P. S. L. in TVStudios eingeladen und von Zeitungs- und Magazinreportern um eine Einschätzung

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gebeten. P. S. L. – Peter Scholl-Latour. Im März wurde der Buchautor, Journalist, Nahost-Experte und Schweizer-IllustrierteKolumnist (er schreibt monatlich ein «Notabene») 87 Jahre alt. Er verfüge halt über gute Gene, meint er, zudem hält er sich mit Kniebeugen und Liegestützen fit. Und mit Schreiben. Fast 40 Bücher in 50 Jahren. Schreiben, sagt er, hält den Kopf jung.

Mit seiner zweiten Frau Eva wohnt er in einer grossen, hellen Dachwohnung im Berliner Viertel Wilmersdorf. Samt einer kleinen vietnamesischen Oase. Die Dachterrasse hat Indochina-Flair, das erinnert Scholl-Latour an frühere Zeiten in Laos, Viet­nam und Kambodscha, wo er erst als französischer Fallschirmjäger, später als Reporter im Einsatz stand.


al kaida

Ein Hauch Vietnam Peter Scholl-Latour auf seiner Dachterrasse in Berlin, die er im Indochina-Stil hat einrichten lassen.

de überschätzt» Der Vietcong nahm ihn einst gefangen, doch mehr als «Eine interessante Er­ fahrung» ist P. S. L. dazu nicht abzurin­ gen. Lieber erklärt er, was auf der Welt passiert. Konzentriert hört man ihm zu, wenn er mit seiner nuschelnden Stimme die Namen von iranischen Mullahs, kam­ bodschanischen Generälen und pasch­ tunischen Kriegern herunterrasselt. Der

Mann weiss viel, weiss vieles tatsächlich besser, weil er weltweit Krisen und Krie­ ge miterlebt hat. Altersmilde, hat er dem Magazin «Focus» einst diktiert, sei nicht seine Sache, «ich entschied mich für den Alterszorn». Und so teilt er ein und teilt aus: Die USA haben Osama Bin Laden liquidiert. Und Peter Scholl-Latour ist müde. Die ganze Woche gab er Inter­

views und hielt Vorträge zum Tod des Terrorfürsten. Jetzt erholt er sich, sitzt auf seiner Vietnam-Terrasse und spricht über zwei Männer, die derzeit Schlagzei­ len machen: Osama und Obama. Herr Scholl-Latour, darf eine Regierung einen Terroristen gezielt liquidieren? Vom Völkerrecht her und von der bei

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Ein neues Buch Scholl-Latour schreibt alles von Hand, spricht den Text auf Tonband und lässt dann alles abtippen.

uns vorherrschenden Moral nicht. Trotzdem tun es viele Regierungen, allerdings mit mehr Diskretion als die Amerikaner. Die Briten haben zu Zeiten der IRA bestimmt mehrere solche Befehle erlassen, aber deren Befehle kommen eben nie an die Öffentlichkeit. Die Amerikaner haben jetzt, wie sie es oft und gern tun, eine grosse Show daraus gemacht. Ist die Tötung Bin Ladens Recht oder Rache? Beides. Jeder Staat versucht, einen solchen Terroristen auszuschalten, man hats ja auch schon mit Gaddafi versucht. Es ist also nicht so ungewöhnlich, wie man meinen könnte. Mich schockiert mehr die Jubel­stimmung in den USA. Man feiert doch nicht den Tod eines Mannes, selbst wenn er ein Feind war. Geschmacklos. Wie war Ihre Reaktion auf Osamas Tod? Mich lässt das kalt. Es wurde ja auch

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mal langsam Zeit, dass er erwischt wurde. Schliesslich jagen die USA dem Mann seit bald zehn Jahren hinterher. Planten die USA von Anfang an, Bin Laden zu töten? Für mich ist ganz eindeutig: Die Navy Seals hatten eine «order to kill». Für die USA die beste Lösung. Wieso? Erstens ist das für Präsident Obama ein grosser Erfolg. Er konnte jetzt beweisen, dass er kein Feigling ist. Zweitens wäre Bin Laden vor Gericht für die USA unangenehm geworden, er hätte geheime Dinge ausplaudern können. Er wurde vor zwanzig Jahren von der CIA engagiert, um in Afghanistan eine arabische, islamische Legion zu bilden und gegen die Russen zu kämpfen. Aber auch für Bin Laden selber ist die Tötung das Beste, was ihm passieren konnte. Wie meinen Sie das? Er hat in der islamischen Welt sehr an

Prestige verloren. In Afghanistan sagten mir viele, Bin Laden sei doch mittlerweile ein Komplize der USA, lebe in einer Villa, bewacht von der CIA. Dank seiner Tötung gilt er jetzt als Märtyrer, sein Ansehen ist wiederhergestellt. Eine führende Rolle hätte er nie mehr spielen können – diese spielte er auch in der Vergangenheit nie. Aber er war der Terrorfürst, «das Böse» schlechthin. Seine Rolle wurde von den Amerikanern nach 9/11 aus Propagandagründen hochgespielt. Die Behauptung, Bin Laden hätte von einer Höhle in Afghani­stan aus das logistisch anspruchsvolle 9/11-Attentat geplant und koordiniert, ist Unsinn. Er hat das vielleicht befohlen, niemals aber organisiert. Bin Laden sah gut aus, konnte gut reden, hatte Charisma. Aber er war nur noch eine Ikone, eine Symbolfigur.


al kaida

Das Daheim des Terroristen In diesem Haus im pakistanischen Abbottabad wurde Bin Laden am 2. Mai von US-Navy-Seals getötet.

«Dank der Tötung ist Bin Laden jetzt ein Märtyrer. Sein Ansehen steigt wieder» Peter Scholl-Latour

Die USA zeigen uns keine Fotos des getöteten Bin Laden. Man wolle, heisst es, die islamische Welt nicht provozieren. Die Behauptung, im Islam dürfe ein Toter nicht gezeigt werden, ist Unsinn. Im Gegenteil. Ein Beispiel: Die Iraner haben geradezu eine Freude daran, ihre verstümmelten Märtyrer zu zeigen. Ich war mal im Evin-Gefängnis in Teheran, da hängen die Wände voller Fotos von Menschen, die im Krieg getötet und entstellt wurden.

Tages die Inder zu viel Einfluss in Afghanistan gewinnen. Darum sagen sie sich wahrscheinlich, dass einer wie Bin Laden, mit sehr guten Beziehungen zu afghanischen Aufständischen und alten Al-Kaida-Mitgliedern, eines Tages nützlich sein könnte. Wird die Cowboy-Aktion die Beziehung USA–Pakistan negativ beeinflussen? Ich hoffe nicht. Für die Pakistani gleicht das Vorgehen der USA einer Beleidigung. Bricht in Pakistan das Chaos aus, kann das gefährlich werden: Das Land hat 180 Millionen Menschen, viele Fanatiker – und die Atombombe. Rächt Al Kaida den Tod von Bin Laden? Wollen vielleicht schon, aber können? Einige fanatische Einzeltäter werden Anschläge versuchen, ihre Möglich­ keiten sind aber doch sehr begrenzt. Im Herbst will Scholl-Latour sein neues Buch herausbringen, über den Nahen Osten. Schwierig zu schreiben, sagt er, die Lage verändere sich dort täglich. Er hat alle Länder der Erde bereist. Alle. Osttimor, vor drei Jahren, war das Finale. Vielleicht besucht er demnächst wieder mal die Schweiz. In Saas-Fee VS besitzt er ein Stück Land. Er hat es aber noch nie gesehen, weiss nur, dass die Parzelle im Gebiet Bärenfalle liegt. Jetzt grinst er, die Adresse würde ihm gefallen. Das wäre doch was für seinen Alterssitz: P. S. L, Bärenfalle, Saas-Fee.  schweizer illustrierte

Foto Mughal / EPA / Keystone (r. o.)

Für Scholl-Latour ist nicht Bin Laden, sondern Gaddafi «der verbrecherischste aller Verbrecher». Er traf ihn in den 70er-Jahren, «als er sich noch anständig benommen hat». Eine amerikanische Bin-Laden-Lösung käme auch für Gaddafi infrage, meint P. S. L. Er spricht druckreif, korrigiert sich nie und garniert selbst zynische Bemerkungen mit glucksendem Lachen und Charme.

Und bei den Schiiten verhält es sich so, dass sie die Bilder von schrecklich zugerichteten Kämpfern geradezu verglorifizieren. Was bedeutet Osamas Tod für Al Kaida? Al Kaida ist nicht eine einzige, zentral geführte Organisation, wie man immer meint. Es gibt heute viele zersplitterte Gruppierungen, die autonom handeln, die nie oder schon lange nicht mehr unter Bin Ladens Befehl standen. Aber der jüngste Anschlag in Marrakesch wurde von Al Kaida verübt. Diese Attentäter haben mit der ursprünglichen Al Kaida nichts zu tun. Viele Gruppen schmücken sich heute mit dem Titel Al Kaida, das tönt gefährlicher. Eine zentrale Al-KaidaFührung gibt es nicht. Dazu sind innerhalb der arabischen und islamischen Welt die nationalen Unterschiede zu gross. Ein Marokkaner etwa wird sich nie von einem Saudi etwas befehlen lassen. Wusste Pakistan tatsächlich nicht, dass Bin Laden sich im Land versteckt hält? Regierung oder Geheimdienst haben es mit Sicherheit gewusst. An so einem Ort, wo hohe Militärs ihre Pension geniessen und die beste Militär­ akademie steht, kann sich einer wie Bin Laden nicht unbemerkt verstecken. Was hat Pakistan für ein Interesse, Bin Laden zu decken und zu verstecken? Die Pakistani fürchten, dass eines

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fussball

Fototermin in der Swisspor-Arena Hakan Yakin wehrt sich, sagt, was wirklich passiert ist.


«Ich bin kein Mobber»

Hakan Yakin, 34, umstrittener Captain und Star beim FC Luzern, wehrt sich gegen Giftpfeile aus den Medien: «Ich habe Rolf Fringer nicht rausgemobbt. Der Trainer musste gehen, weil er keinen Erfolg mehr hatte.»

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Text urs heller Fotos bruno voser

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it besonderer taktischen Raffinesse und allzu vielen Erfolgen ist Luzerns Ex-Trainer Rolf Fringer in den letzten Monaten nicht mehr aufgefallen. Raffiniert war nur sein letzter Schachzug: Er machte sich nach seiner Entlassung zum Opfer. Und Präsident Walter Stierli und den Captain Hakan Yakin zum Sündenbock. Mit gutem Erfolg. Dass Stierli dem Verein den Weg in eine wirtschaftlich solide Zukunft und in ein neues glanz­volles Stadion geöffnet hat, ging für ein paar Tage vergessen. Dass «Haki» in acht von zehn Spielen die Fans mit seinen vielen Toren und genialen Pässen begeisterte, zählte plötzlich nicht mehr. Das lässt sich Hakan Yakin, in Luzern ruhig, besonnen und gelassen geworden, nicht gefallen. Er setzt sich zur Wehr und hat die Rückendeckung der Fans: Nicht ein einziger Pfiff von den Rängen. Hakan Yakin, Sie geben nach Wochen des Schweigens plötzlich wieder Interviews. Was verschafft uns die Ehre? Die «Neue Luzerner Zeitung» und der

«Blick» behaupten, ich hätte unseren Trainer weggemobbt. So wars nicht, und gegen diesen Vorwurf wehre ich mich. Ich bin Angestellter des FC Luzern und nicht in einer Position, die es erlaubt, einen Trainer zu entlassen. Die Volksseele kocht, Sie haben Freunde verloren letzte Woche. Überrascht von den heftigen Reaktionen? Ich bin schon sehr lange im Fussball­ geschäft, habe schon einige Trainerwechsel erlebt und schon selber Vereine verlassen. Aber so einen Wirbel habe ich noch nie erlebt. Das haben die Fans nicht verdient. Das hat die Mannschaft nicht verdient. Ihr Ex-Trainer Rolf Fringer schürt die Mobbing- und Verschwörungstheorie aber recht gezielt. Rolf Fringer wurde nicht weggemobbt. Fringer wurde mangels Erfolg ent­lassen. Wir haben als Wintermeister in den folgenden zwölf Partien noch sieben Punkte geholt. Das überlebt ein Trainer in der Regel nicht. Wir möchten es genauer wissen. Wie war Ihr Verhältnis zu Rolf Fringer? Rolf Fringer hat mich zum Captain


fussball

«Ich kann Fringer jederzeit in die Augen schauen. Ich habe ihm viel zu verdanken. Er mir auch» Hakan Yakin

Wohnen mit Blick auf die Rigi «Luzern ist meine neue Heimat. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl.»

gemacht, und als Spielführer hat man Verpflichtungen. Es war mein Job, für alle Mitspieler ein offenes Ohr zu haben und beim Trainer zu vermitteln, wenn Probleme anstanden. Es gehört als erfahrener Fussballer mit ziemlich vielen Länderspielen zu meinen Auf­ gaben, in schwierigen Situationen meine Hilfe anzubieten und zu sagen, wenn mir bei der Taktik etwas auffällt. Wie kann ein Wintermeister plötzlich so grottenschlecht Fussball spielen? Fussball ist ein Tagesgeschäft. Von Siegen in der Vergangenheit kann man nicht leben. Wir mussten damit rechnen, dass Basel und YB ohne u


Foto Urs Flüeler / Keystone

Murat Yakin neuer Trainer beim FC Luzern? Haki: «Kein Problem. Der ältere Bruder ist bei uns eh immer der Chef.» u Champions-League-Doppelbelastung wieder stärker werden. Der FC Zürich hat lange unter seinen Möglichkeiten gespielt. Jetzt sind diese drei Mannschaften wieder dort, wo sie aufgrund von Kader und Budget ja eigentlich auch hingehören. Das erklärt den Absturz nicht. Wir waren physisch und psychisch auf die neue Situation in der Rückrunde nicht vorbereitet. Das ist ein Vorwurf an den Trainer. Das ist ein Vorwurf an uns alle. Jeder von uns hat seinen Anteil an der schlechten Rückrunde. Wir haben es versäumt, das hinzubiegen … … und da haben Sie in der Mannschaft Zettelchen verteilt und Ihre Mitspieler zur Kritik am Trainer aufgefordert?

Moment. Der Trainer hat mich als seinen Captain nach den vielen Niederlagen in die Pflicht genommen. Ich habe mit den verschiedenen Fraktionen, die es in jeder Mannschaft gibt, Gespräche geführt und sie gebeten, aufzuschreiben, was gut läuft und was wir besser machen müssen. Dieses Feedback wollte ich mit dem Trainer besprechen. Der sieht das ganz anders. Er kritisierte öffentlich Ihre Arbeitseinstellung und nahm Ihnen demonstrativ die ­Captainbinde weg. Ich bin ja nicht der Erste. Mein Vorgänger Gerardo Seoane hat das Gleiche erlebt und ist gar aus dem Kader geflogen. Aber lassen wir das: Ich habe trotz meiner Knieverletzung gegen Bellinzona


fussball

«Mein Bruder Murat würde mich härter an­packen als jeder andere Trainer» Hakan Yakin

gespielt, um dem Team und dem Trainer zu helfen. Ich wurde für meine Leistung von allen gelobt. Fünf Tage später gegen GC hatten wir alle einen rabenschwarzen Tag – auch ich. Dass das ein Match gegen den Trainer gewesen sei, ist absurd. Rolf Fringer musste nicht wegen mir gehen. Er musste gehen, weil er keinen Erfolg mehr hatte. Nicht nur Sie kriegten nach dem Trainerwechsel Prügel. Auch Präsident Walter Stierli kam schlecht weg. Herr Stierli hat das nicht verdient. Was er für den Verein leistet, ist bewun­ dernswert. Nur dank ihm ziehen wir demnächst in dieses tolle Stadion ein. Sie haben sich nach dem Eklat per Handschlag von Rolf ­Fringer verabschiedet. Ein peinlicher Moment? Nein. Ich finde es schade, dass er mich zum Sünden­ bock macht. Aber ich kann ihm jederzeit in die Augen schauen, weils einfach nicht stimmt. Ich habe ihm viel zu verdanken. Er mir auch. Und Sie haben wirklich keinen Fehler gemacht? Doch. Als ich verletzt war, kam ich einmal zu spät ins Stadion und konnte der Mannschaft vor dem Spiel nicht viel Glück wünschen. Das war schlecht, ein Fehler. Ihr Erfolgshunger ist un­gebrochen? Klar. Ich bin Fussballer. Mit Leib und Seele. Ich will in den Europacup, nochmals in den schönsten Stadien der Welt spielen. Dafür brauchts aber noch einige Punkte. Einfach haben Sie es nicht. In der Nationalmannschaft sitzen Sie nur noch auf der Ersatzbank. Ich bin enttäuscht darüber,

aber nicht frustriert. Natürlich hätte ich dem Team gerne gegen Bulgarien ge­ holfen. Ich gebe auch nicht auf: Ich will in den nächsten Spielen so gut sein, dass sich Hitzfeld noch mal Gedanken machen muss über mich. Haben Sie nie mit dem Gedanken gespielt, kollektiv zusammen mit Alex Frei und Marco Streller zurückzutreten? Nein. Dazu spiele ich zu gerne Fussball. Solange der Körper mitmacht und der Natitrainer mich braucht, bin ich dabei. Ihr Lieblingstrainer ist im Anflug. Vieles spricht dafür, dass Ihr Bruder Murat den FC Luzern übernimmt. Kann das funktionieren mit Ihnen beiden? Aus meiner Sicht kein Problem! Keiner weiss besser als er, wie man mich packen muss, und ich weiss auch – er würde mich härter anpacken als andere Trainer. Wir haben als Spieler in der gleichen Mannschaft super funktio­ niert. Wir könnten es auch im Verhältnis Trainer–Spieler. Bei uns ist der ältere Bruder eh immer der Chef. Was zeichnet Murat Yakin als Trainer aus? Er kann auch eine Mann­ schaft wie Thun hervor­ ragend einstellen und jedem Gegner das Leben schwer ­machen. Er hat ein gutes Auge für Schwachstellen. Er steht für modernen Fussball. Was erwarten Sie vom ­nächsten Trainer? Dass er die jungen Spieler, die wir im Kader haben, weiterbringt. Dass wir nach modernen Methoden trainieren. Dass wir einen attraktiven Fussball spielen. Die Fans wollen uns siegen sehen. Das war in letzter Zeit nur selten der Fall. 


Zu Hause im Wohnwagen Sven Furrer tourt fĂźnf Monate mit Frau Eveline und den SĂśhnen Matis, Janis und Lias (v. l.) mit dem Circus Knie durch die Schweiz.

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Circus knie

ers sind los! Zu f端nft auf 17 Quadratmetern ist gut Zirkusluft schnuppern. Zu Besuch im Knie-Wohnwagen von Edelmais-Kabarettist Sven Furrer und seiner Familie. Vorsicht: Es wird eng.


Text yvonne zurrbügg Fotos Thomas Buchwalder

D

rei Paar kleine Gummistiefel neben der Fussmatte verraten, in welchem Wohnwagen die Familie Furrer haust. Matis, 3, springt aus der Tür. Er reibt seine Handflächen aneinander, da steigt ein rosaroter Propeller daraus herauf. «Gsehsch, wie höch dä flüügt?» Rein geht es in den geschätzte 17 Quadratmeter kleinen Wohnwagen. Mutter Eveline, 38, schneidet in der winzigen Küche Äpfel fürs Zvieri. Matis hüpft von einem Bein aufs andere, nagt an einem Apfelschnitz und singt: «Mir gönd zu de Elefante – und zum Eseli!» Aber erst, wenn seine beiden grossen Brüder aus der Zirkusschule kommen, und vor 15 Uhr ist da nichts zu wollen. Anfang April tauschte Familie Furrer ihr Einfamilienhaus in Baar ZG gegen diesen kleinen Wohnwagen und zieht seither mit dem Circus Knie von Stadt zu Stadt. Papa Sven Furrer, 39, steht mit René Rindlisbacher als Komikerduo Edelmais in der Manege. Mutter Eveline sorgt dafür, dass Janis, 8, Lias, 6, und der dreijährige Matis auf kleinstem Raum nicht zu

Nachbarn Matis, 3, liebt die Elefanten. Beim Füttern mit Papi sagt er: «Dä hät vil Hunger!»

Dreierschlag und zugleich Spielwiese: Janis, Lias und Matis (von oben) im Kajütenbett.


circus knie

«Wenn ich gross bin, will ich auch in die Manege. Wie Papi – aber mit Salto!» Janis Furrer, 8

oft aneinandergeraten. Der Anfang war schwer: Kaum hatten die Furrers ihr Haus verlassen, machte sich auch Familien­ katze Luia aus dem Staub. «S Grosmam­ mi hät aglüüte, dass sie wägglaufe isch!» Furrers Nachbarn suchten überall nach ihr, im Wohnwagen gabs Tränen. Auch, als Luia nach zwei Wochen unversehrt wieder auftauchte. Die drei Jungs schlafen in einem Etagenbett – Janis, der älteste, darf ­natürlich zuoberst. Ihre Matratzen sind gleichzeitig auch ihre Spielwiesen. Mama hat jedem zwei Körbchen gepackt: Spiel­ zeug im kleineren, Büchlein im grösseren. Um acht Uhr abends heisst es «Ab ins Bett». Das gilt selbst für den grössten – er darf aber noch «Harry Potter» lesen. Oft lauschen sie der Musik aus dem Zirkus­ zelt. Inzwischen erkennen sie an der Me­ lodie, wer seinen Auftritt hat: ihr Papi, die Artisten oder Clown Barto. Und dann ma­ len sie sich aus, was in der Manege wohl gerade passiert. Irgendwann übermannt sie die Müdigkeit, und dann träumen sie von ihrer grossen Zukunft im Zirkus: «Wenn ich gross bin, will ich auch in die Manege. Wie Papi – aber mit Salto!», sagt Janis. Wie die drei starken Brüder Errani,

die einander durch die Luft katapultieren. Lias möchte lieber eine Pony-Nummer vorführen. Und Matis? Natürlich – Matis will zu den Elefanten und zum Esel! Auch Papa Sven ist an diesem Nach­ mittag im Wohnwagen. Heute steht nur eine Abendvorstellung auf dem Pro­ gramm. Eine Stunde vor dem Auftritt trifft er sich jeweils mit René Rindlis­bacher in ihrem Garderobenwagen zum Schminken und Umziehen – bis dahin bleibt aber noch etwas Zeit. Er hebt Matis auf seine Schul­ tern, packt altes Brot in einen Sack und macht sich auf den Weg zur Zirkusschule. Janis und Lias ­haben von Montag bis Frei­ tag Unterricht bei den Zirkuslehrerinnen Annique Schneider und Anneliese Meyer. Mathematik, Deutsch, Mensch und Um­ welt, ja sogar Englisch stehen auf dem Stundenplan. Zwei Gspändli haben sie: Ivan, Sohn von Géraldine Knie, und Nikita, Sohn eines ukrainischen Artisten. «Mir händ Brot, gömmer zu de Elefante?», fragt Matis seine Brüder. Er rennt voraus und hangelt sich an die Drahtseile, die das riesige Zirkuszelt fixie­ ren. Und dann stehen die vier Herren Fur­ rer vor den grossen grauen Tieren. «Dä hät vil Hunger», meint Matis und schiebt u


circus knie

ein Stück Brot ins Elefantenmaul, nachdem der Papa es auch gewagt hat. Mapalaj, die Elefantendame, schnüffelt mit ihrem Rüssel neugierig an Lias’ Schuhen. «Pass uf, diä packt dich!», ruft Janis und jagt Lias einen ordent­lichen Schreck ein. «Was unsere Jungs hier alles erleben! Einmalig! Für sie ist es das Paradies.» Sven und Eveline haben deshalb nicht lange nachgedacht, ob sie für eine Weile lang dem Knie-Tross angehören wollen. «Bisher haben wir grosses Schwein mit dem Wetter. Jesses, sonst gingen wir uns hier drin schnell auf die Nerven!», sagt Eveline. Sie legt die gerüsteten Äpfel auf den Tisch – für Janis, Lias und Matis gibts heute ein Glace dazu. An den winzigen Kühlschrank hat sie sich gewöhnt, auch daran, auf drei Herdplatten zu ­kochen und keinen Backofen zu haben. Seit Beginn der Tournee fährt sie das neue Familienzuhause, wenn der Zirkus weiterzieht: «Für mich die allergrösste Herausforderung!» Sven Furrer hat meist noch eine Abendvorstellung und reist dann nach. «Einmal gelang es mir auf dem neuen Parkplatz nicht, den Strom anzuschliessen. Da schickte ich die Jungs mit der Taschenlampe ins Bett», erzählt Eveline und er­

innert sich lachend an Svens verdutztes Gesicht, als er um Mitternacht in den stockdunklen Wohnwagen trat. Nur Janis wünscht sich ab und zu, daheim zu sein – trotz all den Abenteuern. Er vermisst seine Schulfreunde und hat ihnen einen Brief aus dem Zirkus geschickt. Die Antwort kam vergangene Woche in Form eines riesigen Couverts: «Jeder hat mir etwas geschrieben!» Mitte August ist das Abenteuer im Wohnwagen für Furrers vorüber. Janis kehrt zu seinen Gspändli zurück, und Lias wird eingeschult. Er will wieder Hockey spielen, weil das mit dem Ponydompteur vielleicht doch nicht so cool ist. Während der Knie durch die Westschweiz tourt, arbeitet Sven mit René Rindlisbacher am neuen Bühnenprogramm für 2012. Im Spätherbst gibt er im Tessin seine letzte Vorstellung im Knie. Eveline und die Jungs werden natürlich dabei sein, aber ohne Wohnwagen. Bis es aber so weit ist, gibt es im Zirkus noch viel zu tun: Zum Beispiel müssen Janis, Lias und Matis noch herausbekommen, warum Elefanten so grosse Ohren haben. Und immer Hunger!  Der Circus Knie gastiert vom 5. Mai bis zum 5. Juni in Zürich.

Leben auf 17 Quadratmetern Sven Furrer überrascht seine Eveline und die drei Söhne am Esstisch mit einem Zaubertrick.

«Was unsere Jungs hier alles ­erleben! Einmalig! Für sie ist es das Paradies» Eveline & Sven Furrer


Schule auf Rädern Janis (l.) und Lias gehen von Montag bis Freitag in die Zirkusschule mit Gspändli Ivan, Sohn von Géraldine Knie (M.).


Frisch ab Presse Die riesigen Fotoprints für die Zürcher Ausstellung werden im Labor von Hannes Schmid auf Herz und Nieren geprüft.

Die Magie der Cowb Seine Kampagne für Marlboro wurde weltbekannt. Jetzt geht Fotograf Hannes Schmid in die Offensive und macht aus Werbung Kunst: mit Cowboys, die rauchen.

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Marcel Nöcker

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ehn Jahre hauchte Hannes Schmid, 65, dem «Marlboro Man» Feuer, Rauch und Leben ein. Der Zürcher war Teil einer Gruppe inter­ nationaler Fotografen, die für die Wer­ bekampagne des Zigaretten-Multis den

amerikanischen Traum inszenierten. Wer verkörperte das Gefühl von Freiheit besser als die Helden der Prärie? Aus Cowboys wurden Ikonen. Der «Marlbo­ ro Man» verankerte sich im kollektiven Gedächtnis, wurde zum Mythos. «Der Kult-Cowboy existiert seit 2006 nicht mehr», sagt Hannes Schmid, «er wurde klammheimlich für immer be­


fotografie

erdigt.» Der Multimedia-Künstler, von 1994 bis 2004 für Tausende von Werbeauftritten des «Marlboro Man» verantwortlich, liess «seinen» Macho wiederauferstehen. Erst reproduzierte er die Originale eins zu eins als monumentale Ölbilder in seinem Atelier in Gockhausen ZH. Jetzt zeigt er die besten Foto­ arbeiten von damals in der Ausstellung

nen», sagt er stolz. Auch jetzt verfolgt der zweifache Familienvater wieder ein künstlerisches Projekt für eine Retro­ spektive im Kunstmuseum Bern 2013. Zurzeit hält er sich bei Waldnomaden auf, den Kuruwai in West-Papua. Den ersten Teil produzierte er bereits im Dezember 2010 in einer der abgeschottetsten Gegenden der Erde, wo er mit dem Urvolk der Dani und Lani lebte. Kanni­ balen, so munkelt man. Für Hannes Schmid ein gefundenes Fressen.  u 16. Mai bis 10. Juni

Hannes-SchmidWerkschau «Work in Progress», Bank Julius Bär Zürich, nur auf Voranmeldung u 19. Mai bis 19. Juli «Myth of the West», Galerie Edwynn Houk zur Stockeregg Zürich, www.houkgallery.com u 14. Juli bis 17. Juli Art Basel u 22. Juli bis 13. November «Human Currents», The Rubin Museum of Art New York, www.rmanyc.org u September «Myth of the West», Edwynn Houk Gallery New York

Der Millionen-Coup

Simon de Pury versteigert ein Werk von Richard Prince. u Der US-Konzeptkünstler Richard Prince griff Hannes Schmids MarlboroZyklus für eine eigene Werkreihe auf. Er fotografierte Schmids Cowboys ohne dessen Einwilligung, stellt die Werke in Galerien und Museen aus. Die Repro­ duktionen des Popkünstlers erzielen an Auktionen mehrere Millionen Dollar. Original oder Kopie? Eine Einigung ist nie zustande gekommen.

Foto Katja Heinemann / laif

oys

«Myth of the West» (Galerie Edwynn Houk zur Stockeregg, Zürich). Was macht Schmids weltbekannte Serie zu Kunst? «Die reduktive Bildsprache, der Gebrauch von Silhouetten, das Verdecken von Gesichtern und die dramatische Farbpalette schaffen eine neue Dramatik und verleihen seinen Fotografien einen zeitgenössischen und zeitlosen Auftritt», so sein Galerist Daniel Blochwitz. Was aussieht wie eine zufällige Momentaufnahme, war in Wahrheit eine reine Inszenierung. Nix Romantik und Wild-West-Feeling: «Jedes Staubkorn, jede Nebelschwade wurde künstlich erzeugt. Ein Klumpen Trockeneis brachte den Kaffee in den Blechtassen zum Dampfen. Die Zigaretten wurden wie am Fliessband durch Maschinen angezündet. Richtig geraucht oder genossen wurde nie», erzählt Hannes Schmid. Selbst unter den Protagonisten gab es eine klare Hackordnung. Die Cowboys waren die Stars. Die Wrangler (Arbeiter und Kuhhirten) die Statisten. Hannes Schmid zählte damals längst zu den Stars, wenn auch zu den stillen. «Ich bin der bekannteste Unbekannte meiner Zunft.» Nach einer Lehre als Elektriker studierte er in Kapstadt Fotografie. Er begleitete Rockstars wie Abba, ZZ Top oder Kim Wilde und setzte als Fotokünstler seine Visionen jenseits jeglicher Zivilisation um. Legendär Schmids Modeshootings für «Vogue», «Elle» oder «Cosmopolitan». Er lebte mit Models während Wochen mit Orang-Utans im Dschungel von Borneo. Stieg mit ihnen auf den Kala Patthar, der mit 6000 Metern Höhe visà-vis des Mount Everest trohnt. Seilte sich für den perfekten Schuss in der Eiger-Nordwand ab. Die Modestrecken sind noch heute von erhabener Schönheit. «Die Mädchen lehnten grosse Kampagnen ab, um mit mir arbeiten zu kön-


Shopping

top ten der Woche

Model Lena von Next, Hair & Make-up Jehan Radwan

RivieraFeeling u Mit Riviera bezeichnet man den französisch-italienischen Küstenabschnitt des Ligurischen Meeres, den schon Friedrich Nietzsche so mochte. Riviera-Chic ist einer der grossen Sommertrends, inspiriert von Stars wie Grace Kelly, Elizabeth Taylor und Brigitte Bardot. Letztere durchtanzte in diesen knappen Kleidern die heissen Sommernächte in St-Tropez. Wir holen uns darin etwas vom Glamour vergangener Zeiten zurück – und interpretieren den Stil auf unsere aktuelle, ganz persönliche Weise. In den Ballon­ jupes, Kleidern, Shorts, Sommerblüschen und glamurösen Badeanzügen lassen sich auch Sommerpartys von Heute wunderbar durchtanzen! Text Beatrice Schönhaus Realisation Beatrice MÄCHLER Fotos mAURICE hAAS / fLORIAN kALOTAY Styling Alexandra Kruse

Ultrasexy Baumwollkleid im 50s-Stil: Cry Baby Dress von Toujours Toi Family Affairs. www.toujours-toi-family-affairs.com u CHF 219.– Weisse Pumps mit hohem Absatz, Zara. u CHF 99.90 schweizer illustrierte

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Charmant Ballon-Minijupe im Rivieraprint: Max & Co. bei Globus. u CHF 199.– Strick-Cardigan aus Leinenmischung von Opus bei Manor. www.manor.ch u CHF 119.– Borsalino Grieder. u CHF 489.– Weisse Pumps, Zara, solange Vorrat. u CHF 99.90

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Glamourös Feuerroter Badeanzug im Stil von Sophia Loren, Aubade bei Globus und Fachhandel. u CHF 239.–

Mondän Sommerkleid mit engem Jupe, Sinéquanone bei Manor. u CHF 129.– Hut, Paule Ka bei Jelmoli. u CHF 469.– Gürtel und Schuhe Vintage über Jasmin Secondhand Zürich

Filmreif Bluse mit Bubikragen von American Apparel. u CHF 65.– D­ enim-Shorts mit hoher Taille, Maje. u CHF 229.– Gürtel Hermès. u CHF 700.– Strohhut von Zara. www.zara.com u CHF 49.90

«Die Riviera ist Frankreichs Paradies» Friedrich Nietzsche, Dichter & Philosoph

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Die Sonne kann kommen! u Es blendet! Wo hab ich meine ­ onnenbrille? Wenn die Sonne uns S erste warme Tage beschert, suchen viele noch verzweifelt nach einem tollen Modell für den Sommer. Auf Anhieb findet man selten die passende Brille, daher lohnt es sich, früh mit der Suche zu beginnen. Diesen Sommer sind runde Modelle, wie man sie bei Cacharel auf dem Laufsteg gesehen hat, gross im

Laufsteg

Muster-Mix

Trend. Brillenhersteller holen sich Inspiration bei berühmten Brillen­ trägern wie John Lennon oder Woody Allen. Um die grosse Auswahl an Son­ nenbrillen in verschiedenen Farben und Formen zu bewältigen, schnappt man sich am besten eine Freundin und macht sich gemeinsam auf die Suche. Zusammen anprobieren macht schliess­ lich mehr Spass. nina lienhard

Mutige Kombination Weites Streifen­hemd zum wild gemusterten Jupe.

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Farbenfroh Buntes Modell mit schwarzen Bügeln von Boss Orange. www.hugoboss.com u CHF 180.–

Klassisch Schlichte Retro-Sonnenbrille in Schwarz mit dunklen Gläser von H & M. u CHF 9.90

Cool Brille in runder Form mit bronzefarbenem Gestell von Ray-Ban. www.ray-ban.com u ca. CHF 246.–

Rund Klares Gestell mit grün gefärbten Gläsern von Yves Saint Laurent. www.ysl.com u CHF 400.–

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Nina Lienhard, Junior Redaktorin SI Shopping, mischt mit. u Das geht doch nicht! Streifen kombiniert man nicht mit anderen Streifen – und erst recht nicht mit wilden Mustern. Oder doch? Miuccia Prada wirft mit ihrer Frühling/Som­ mer-Kollektion für Prada jegliche bis anhin geltenden Styling-Regeln über den Haufen: Sie schickt ihre Models in knalligen Röcken mit Bana­ nen-Prints über den Laufsteg, dazu kombiniert sie neonfarbene Shirts und weite Blockstreifen-Hemden. Wie selbstverständlich tragen die Models eine bunt gefärbte Stola in der Hand. Dieser Mix ist für mich doch etwas zu krass – ich fange klein an und peppe meine Garderobe mit Blockstreifen auf. nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Imaxtree

Ausgeflippt Das Modell Atiara hat Kultfaktor: Brille mit orangen Gläsern und goldfarbenem Rahmen von Mykita & Alexandre Herchcovitch. Bezugsquellen unter www.mykita.com u CHF 479.–


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Die lieblinge der redaktion

Cool Ein Kombinations­ talent: verwaschene Bluse in Pink mit aufgenähter Brust­ tasche. u CHF 109.–

Keck Klein, aber fein: Box-Clutch mit ab­ nehmbarem Henkel in Stroh-Optik mit gepunk­ teten Details aus Lack. u CHF 129.–

Beeindruckend Der FlagshipStore an der Marktgasse 12 überzeugt mit einem grossen Sortiment auf drei Etagen. Guess, Zürich

Frischer Wind im Zürcher Dörfli u Ein amerikanischer Modegigant öffnet seine Türen im Herzen von Zürich: Seit diesem März kann man den American Lifestyle, für welchen die Marke Guess seit dreissig Jahren steht, auch im Zürcher Niederdorf erleben. Der Shop ist ein Paradies für jeden Guess-Fan: Die 500 Quadratmeter, verteilt auf drei Etagen, bieten genügend Platz, um das ganze Sortiment zu präsentieren. Dieses besteht neben der berühmten JeansKollektion und der By-Marciano-Kollek-

Sportlich Ideal für warme Sommertage: Jeans-Shorts im Used Look. u CHF 189.–

tion für Männer und Frauen auch aus Parfums, tollen Accessoires, hübscher Unterwäsche sowie Uhren und Schmuck. nina lienhard

Eye-Catcher Für alle, die hoch hinauswollen: Sommer-High-Heels mit Riemen und Reiss­verschluss. u CHF 339.–

Öffnungszeiten Mo–Mi 10.00–19.00 und Do–Fr 10.00–20.00 Uhr, Sa 10.00–18.00 Uhr, www.guess.com weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

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Zusammengesteckt Regal R-723-D-1T Standard von Colin. http://shop.colinschaelli.com u CHF 1450.–

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u Unter dem Motto «Bündnerische Ehrlichkeit trifft japanische Unaufdringlichkeit» hat der Schweizer Industriedesigner Colin Schaelli die Regal- und Tischserie «con.tempory furniture» geschaffen. Die ausgeklügelten Stücke lassen sich mit wenigen Handgriffen zusammenstecken. Toll, dass ausschliesslich nachhaltige und nachwachsende Materialen verwendet werden. Ausserdem werden alle Möbel lokal von der Schreinerei Caviezel in Chur produziert. Ursula Borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

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u Sie ist Spenderin allen Lebens, erhält uns gesund und macht gute Laune: die Sonne. Bereits 20 Minuten Sonne auf der Haut lassen den Körper lebenswichtiges Vitamin D produzieren und stimuliert unser Immunsystem. Die Schattenseite: UV-Strahlen schädigen unsere

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Haut zweifach. Direkt an den Zellen und indirekt durch freie Radikale, die einen Domino-Effekt auslösen. Noch nach Tagen können diese aktiv bleiben. Richtig gut aufpassen und einen hohen Sonnenschutz (LSF 30) auftragen muss man aber nicht nur bei direkter Sonnen-

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Estée Lauder

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Familientube Sonnenschutzmilch Capital Soleil LSF 50+, Vichy. 300 ml u CHF 39.–

einstrahlung. Gerade bei leichter Bewölkung haben die Forscher der Universität Kiel die höchste Strahlenbelastung gemessen. Die Wassertröpfchen der Wolken wirken dabei wie Scheinwerfer, die das Sonnenlicht zusätzlich reflektieren. (Quelle Clinique). Zudem sind

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UVA- gefährlicher als UVB-Strahlen. Sie treten immer auf, 365 Tage im Jahr, unabhängig vom Wetter und durch­ dringen sogar Glas. Deshalb: Auch bei längeren Autofahrten immer einen kosmetischen Sonnenschutz auftragen. Kristina Köhler

u Aerin Lauder, 41, bis anhin Vize- und Kreativdirektorin von Estée Lauder, lanciert ihr eigenes Lifestyle-Label LLC. Ihre Kosmetiklinie Aerin wird dabei von Estée Lauder vertrieben.


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Objekt der Begierde

Schnelle Schönheit u So wie Ferraris rot sein müssen, haben Bianchi-Rennvelos himmelblau lackiert zu sein. Das war einmal! Das Oltre Nero, der neuste Renner aus dem 1885 gegründeten Unternehmen, ist mit einer hauchdünnen Schicht in mattem Schwarz überzogen. Darunter verbirgt sich ein aus Kohlefaser hergestellter Rahmen, welcher gerade mal 930 Gramm wiegt. Wie der Name verspricht, steht die Technik und Leistungsfähigkeit über allem Bisherigen. Sogar Gabel und Sattelstütze sind speziell aerodynamisch geformt. Wer statt der limitierten Nero-Edition doch lieber ein Celeste-farbenes Rad oder günstigere Komponenten möchte, findet zahlreiche verschiedene Aus­f��hrungen. stephan Gubler

Schwarze Perle Das limitierte Bianchi Oltre Nero lässt keine Radler-Wünsche offen. www.netcycle.ch u CHF 5541.–

Design-rundlauf

u Am Wochenende am 14. und 15. Mai ist es wieder so weit: Jeweils von 11 bis 18 Uhr findet der Design- und Moderundlauf Kreislauf 4+5 rund um die Zürcher Langstrasse statt. Bereits zum fünften Mal öffnen über 90 Designer, Atelier- und Ladenbesitzer ihre Pforten. Fast schon ein Geheimtipp ist der

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schweizer illustrierte

dazugehörige Führer. Das liebevoll gestaltete Buch mit Läden, Beiträgen zum Quartier und Gastro-Tipps gibts bei Orell Füssli oder in den teilnehmenden Shops für CHF 9.50. Ursula Borer mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born

www.kreislauf4und5.ch


Shopping Topmodel Angela Martini, 24, schnappte sich 2010 den sechsten Platz an der Miss-UniverseWahl und war das Gesicht vom Modelabel Guess.

top ten he der Woc

kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin, macht eine Milchmädchenrechnung.

Ein FrühjahrsTraumlook Angela martini

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born (Porträt)

«Jeans bestelle ich nie online»

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Angela Martini, Sie haben für «Sports Illustrated» und «Guess» posiert und entwerfen jetzt sexy Bikinis. Sind Sie eher ein Kumpeltyp, oder werden Sie von anderen Frauen geschnitten? Ich bin eine Frauenfreundin. Meine Freundinnen sind fantastisch und einzigartig – wie Schwestern. Jede nimmt einen grossen Platz in meinem Leben ein. Mein Geschäft, The Martini Corporation, das ich gerade am aufbauen bin, ist auch ein reines Frauenbusiness. Klingt nach Girl-Power! Ja, Frauen müssen zusammenhalten und zusammen wachsen. Sie sind in Zürich aufgewachsen und leben jetzt in New York. Hat diese Metropole auch Nachteile? Bis jetzt hat mir New York nur Glück gebracht. Ich liebe alles an dieser Stadt. Welche Shops lieben Sie am meisten? Ich liebe die Läden in Soho. Hier lebe ich. Wenn ich für einen Anlass ein Outfit brauche und wenig Zeit habe, mache ich einen Abstecher bei Inter-

mix, Scoop oder Bloomingdale’s. Mein Top-Favorit ist jedoch Jeffrey im Meatpacking District. Shoppen Sie auch ab und zu online? Wenn ich im Netz shoppe, dann nur bei www.shopbop.com. Übrigens posiere ich auch für dieses Portal. Was würden Sie nie per Mausklick bestellen? Jeans! Auf dem Catwalk kennt man Sie als Vamp. Wie ziehen Sie sich privat an? Manchmal sexy, manchmal bequem. Es muss aber immer sehr feminin sein. Ich lege viel Wert auf mein Äusseres, ob im Alltag oder bei Auf­ tritten auf dem roten Teppich. Welches sind Ihre Mode-Musts für diesen Sommer? Der Jumpsuit! Jede Frau sollte ein Modell haben. Und auch eine coole Sonnenbrille mit ­passendem Bikini dazu. Verraten Sie Ihren letzten Shopping-Fauxpas? Ich mag eigentlich immer alles, was ich kaufe. INTERVIEW giuseppe Cerrato

Angelas lieblinge

Lieblings-Drink Martini Bianco, im Fachhandel. u ab CHF 10.85 schweizer illustrierte

In Touch Wenn Angela reist, ist er dabei: der neue iPad 2. u ab CHF 549.–

Lippen-Glamour Ultra-Gloss von Dior für den sexy Schmollmund. u CHF 44.–

Den perfekten Frühsommerlook zu finden, ist etwa so schwierig, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. Oder das Paar Schuhe, welches den perfekten Ton zur Handtasche und zum neuen Nagellack besitzt (auf meiner Topliste: Diors Electric-Tropic-Kollektion – Aloha, ein unfassbares Orange). Sobald jedenfalls die Sonne morgens vom Himmel strahlt und man dank besiegtem Heuschnupfen wieder aus un­ geschwollenen Augen schauen kann, sollte man sich ernsthafte Gedanken darüber machen, wie man die nächsten Wochen aussehen möchte. Ich hatte mir im Vorfeld Grace Kelly als Stilvorbild gewählt. Schon seit Wochen spaziere ich um einen wunderschönen rosenholz­ farbenen Chloé-Pullover herum wie einst die Katze auf dem heissen Blechdach. Mit Dreiviertel-Armen und mit gebundenem Satinband im Nacken – ein Traum. Und so teuer, dass das goldene Knöpfchen aus Roségold einfach sein musste, um den Preis zu rechtfertigen. Aber kein Problem – wozu gibt es die berühmte Milchmädchenrechnung! Wenn ich den Rock vom letzten Sommer dazu trage, kann es gehen. Ein Herz gefasst, in den Rock gestiegen, den Pullover übergestreift, dazu rosa Wangen, die vor Vorfreude glühen, und eine glückliche Drehung Richtung Spiegel getan, Augen auf und – autsch! Das, was als Traumlook geplant war, sieht aus, als wäre ich, sagen wir es ruhig, eine fette Elfe, die nicht nur zum Frühstück Marshmallows isst. Unter den mitleidsvollen Blicken der Verkäuferinnen schleiche ich mich davon. Na ja, vergessen wir die Sache mit Grace Kelly. Dann werde ich eben Marilyn Monroe.


VW Touran Testen und gewinnen Im neuen VW Touran kommen Familien voll auf ihre Kosten. Machen Sie mit bei der SI-Leseraktion, und überzeugen Sie sich selbst von den Vorzügen des Familienvans.

Sportlich Für die aktive

D

vier- bis fünfköpfige Fam

ilie ist der vielseitige VW

er VW Touran ist für uns praktischer Alltagswagen für den Wocheneinkauf, komfortables Gefährt für den Picknick-Ausflug und geräumiges Reisemobil für die Ferienfahrt», erklärt Esther Schmied, 29. Ihr Mann Alain, 32, möchte den kompakten Familienvan ebenfalls nicht mehr missen: «Mir gefällt die Kombination von Temperament und Sparsamkeit. Unser TSI-Benziner begnügt sich trotz Automat und 105 PS mit weniger als sechs Litern auf 100 Kilometer.» Der tiefe Verbrauch schont Umwelt und Familienbudget. «Ich schätze zudem den hohen Komfort des VW Touran», ergänzt Alain Schmied, «die automatische Fernlichtsteuerung ist genauso toll wie die adaptive Fahrwerks­regelung.» Schmunzelnd gesteht er: «Wenn ich alleine unterwegs bin, wechsle ich gerne in den strafferen Sport-Modus.» Esther Schmied begeistert sich dagegen für die Rückfahrkamera und

Touran das ideale Familie

nauto.

den weiterentwickelten Parklenkassistenten: «So wird Parkieren selbst in enge Lücken zum Kinderspiel – und zwar ohne dass ich selbst lenken muss.» Apropos Kinder: Max, 5, und Céline, 2, geniessen die tolle Rundumsicht und natürlich das riesige Panorama-Ausstell-/Schiebdach, das für einen lichtdurchfluteten Innenraum sorgt. Möchten auch Sie die Vorzüge des praktischen Familienfreunds selbst erfahren? Dann melden Sie sich für die Probefahrtaktion der Schweizer Illustrierten an. Mit etwas Glück gewinnen Sie ein verlängertes Wochenende zusammen mit Ihrer Familie im Fünfsternehotel Giardino in Ascona TI. Oder interessieren Sie sich eher für den grösseren VW Sharan? Einfach umblättern und schon lernen Sie die Stärken des ebenfalls neuen Sharan kennen. Jetzt nur noch den Talon ausfüllen und sich für das Test-Wochen­ ende mit dem VW-Familienvan Ihrer Wahl anmelden. Viel Glück.

Perfekt Für den idyllischen Picknick-Ausflug ist der VW Touran der ideale Begleiter. Neu besitzt er schicke LED-Tagfahrleuchten.

VW Touran u Motoren Benziner 105, 140, 150, 170 PS,

Diesel 90, 105, 140, 170 PS

u 0 bis 100 km/h 8,5 bis 14,7 s u Spitze 174 bis 213 km/h u Verbrauch 4,6 bis 6,8 l/100 km u CO2-Ausstoss 121 bis 159 g/km u Dimensionen Länge 4,40 m, Breite 1,79 m, Höhe 1,67 m u Kofferraum 121 bis 1989 Liter u Preis ab CHF 33 800.–


publireportage

Praktisch Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Rücksitz umklappen. Zudem glänzt der Touran mit 40 Ablagefächern, sodass rasch alles verstaut ist.

Clever Rückfahrkamera und weiterentwickelten Parklenkassistent möchte Esther Schmied nicht mehr missen: «Damit wird Parkieren zum Kinderspiel.»

Geräumig Die ganze Sport- und Picknick-Ausrüstung findet locker im knapp 2000 Liter grossen Kofferraum des neuen VW Touran Platz.


publireportage Platzwunder Familie Walcher-Schneider schätzt die Variabilität des VW Sharan.

VW Sharan Platzwunder für Familien Familie Walcher-Schneider ist begeistert vom neuen VW Sharan. Dank EasyFold-Sitzkonzept und grossen Schiebetüren ist der Van der ideale Begleiter für die fünfköpfige Familie.

D

er vielseitig einsetzbare VW Sharan ist schlicht genial», verrät Jacqueline Walcher-Schneider, 38, OlympiaFinalistin im Wasserspringen und heutige Fitnessbotschafterin. Sie ist begeistert von der guten Rundumsicht des immerhin 4,85 Meter langen Wagens. Zudem lobt die 14-fache Schweizer Meisterin die zwei praktischen, extragrossen Schiebetüren und das EasyFold-Sitzkonzept mit dem kinderleicht zu bedienenden Klappmechanismus. So wird der fünf- bis siebenplätzige Van im Handumdrehen zum Transporter mit einem

bis zu 2430 Litern grossen Laderaum. «Als fünf­köpfige Familie brauchen wir viel Platz, aber selbst mit all unseren Koffern bleibt noch genügend Raum für Velos, Kinder­ wagen und den Fitnessball – genial», erklärt Ehemann Jörg, 37. Der Sport-Mentor ergänzt: «Als Familie legen wir zudem grossen Wert auf Sicherheit, und auch hier überzeugt der Sharan.» Denn mit serienmässigem ABS, ESP und nicht weniger als neun Airbags garantiert er umfassenden Insassenschutz. Ein weiteres Plus für die kalte Jahreszeit: Er ist auch mit Allrad erhältlich.

VW Sharan u Motoren Benziner 150, 200 PS,

Diesel 140, 170 PS

u 0 bis 100 km/h 8,3 bis 10,9 s u Spitze 191 bis 221 km/h u Verbrauch 5,6 bis 8,5 l/100 km u CO2-Ausstoss 143 bis 198 g/km u Dimensionen Länge 4,85 m, Breite 1,90 m,

Höhe 1,72 m

u Kofferraum 300 bis 2430 Liter u Preis ab CHF 45 400.–

Das gibts zu gewinnen. So machen Sie mit. ± JA, ich und meine Familie möchten gerne mit dem VW Touran ins Wochenende. ± JA, ich und meine Familie möchten gerne mit dem VW Sharan ins Wochenende. Vorname Name Strasse Nr.

PLZ Wohnort

Telefon tagsüber E-Mail

Geburtsdatum

Jetziges Fahrzeug (Marke, Modell, Jahrgang) Einsendeschluss: 16. Mai 2011 Füllen Sie den Talon bitte vollständig aus. Fahrzeuglenker müssen seit zwei Jahren im Besitz eines gültigen Führerausweises sein. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer werden persönlich benachrichtigt. Senden Sie den Talon an: Schweizer Illustrierte, «VW-Familienfreunde», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet unter www.schweizer-illustrierte.ch an.

u Attraktive Preise Nutzen Sie die Chance zur Probefahrt mit einem der zwei Familienvans von VW. Testen Sie den neuen VW Sharan oder den neuen VW Touran. Melden Sie sich noch heute per Talon oder übers Internet auf www.schweizer-illustriere.ch an. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird je ein Testwochenende mit dem neuen VW Sharan oder dem neuen VW Touran inklusive Übernachtung (3. bis 5. Juni oder 10. bis 12. Juni) für eine vierköpfige Familie im Fünfsterne-Luxushotel Giardino in Ascona TI verlost.

Hauptpreis Je ein verlängertes Wochenende im Luxushotel Giardino in Ascona TI.


Check-up ft f i r it en t e b rbe en A St i l l und

Sandra Studer hat alle ihre vier Kinder 9 bis 12 Monate lang gestillt, obwohl sie jeweils kurz nach den Geburten ihre Arbeit wieder aufnahm.

Der perfekte Start ins Leben Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Baby. Die WHO empfiehlt, Babys während sechs Monaten ausschliesslich zu stillen. Und das auch, wenn Mütter wieder arbeiten gehen. Text VERENA THURNER

Foto Oscar Alessio

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rbeiten und stillen, geht das? Nach dem Gesetz schon. Artikel  60 des Arbeitsgesetzes verpflichtet den Arbeitgeber, die Bedingungen für Mutter und Kind so zu gestalten, dass die Gesundheit beider nicht beeinträchtigt ist. Mütter, die nach der Babypause ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen, haben also das Recht auf Still- oder Abpumppausen während der Arbeitszeit. Für die beliebte TV-Moderatorin Sandra Studer war das nie eine Frage. Sie hat ihre vier Kinder während 9 bis 12 Monaten gestillt. Und dies obwohl sie jeweils kurz nach den Geburten ihre Arbeit wieder aufgenommen hat. «Die Milchpumpe war mein ständiger Begleiter», erzählt sie. «Muttermilch ist die von der Natur geschenkte Nahrung für ein Baby und deshalb auch die gesündeste», ist Sandra Studer überzeugt. Muttermilch besteht zu 88 Prozent aus Wasser. Daneben enthält sie Pro­te­ine, Fette und Kohlenhydrate sowie ­Mineralstoffe, Vitamine und Spuren­ elemente. Und sie passt sich an die Bedürfnisse des Babys an. So hat die Neu-

geborenen-Milch, das Kolostrum, mehr Proteine als die spätere Muttermilch. Beginnt das Baby zu krabbeln, enthält sie mehr Abwehrstoffe gegen Keime, mit denen es dann in Kontakt kommt. Stillen hat auch emotionale Faktoren: Es fördert die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Dazu Sandra Studer: «Ich habe die Stillzeit-Oasen immer sehr genossen. Das waren Momente, die mit keinem Gold aufzuwiegen sind.» Aus­­ser von Zuwendung, Nähe und Wärme profitiert das Baby auch für das weitere Leben: Gestillte Babys haben ein geringeres Risiko, übergewichtig zu werden. Mütter, die stillen, haben einen höheren Schutz vor Brustkrebs, und zudem purzeln die überflüssigen Schwangerschaftskilos schneller. Während der Stillkampagne, die vom 9. bis 25. Mai dauert, können sich Mütter über die unten angegebene Website Informationen und Antworten auf ­Fragen rund ums Arbeiten und Stillen holen. Wie oft muss ich abpumpen? Wie transportiere ich die Fläschchen? Wie vermeide ich einen Milchstau? www.stillkampagne.ch

Gefährliche Überstunden

u London Zu viel Arbeit macht krank! Denn bei Personen, die mehr als elf Stunden pro Tag arbeiten, erhöht sich das Risiko einer Herz­ erkrankung um 67 Prozent. Für die Studie begleiteten Forscher 7000 britische Beamte während 16 Jahren. www.medical-tribune.ch

Diät macht dicke Kinder

u Southampton Die Ernährung während der Schwangerschaft wirkt sich auf das Erbgut des Kindes aus. So neigen Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft eine kohlen­ hydratarme Diät gemacht haben, im Vorschulalter mehr als andere zu Übergewicht. www.gesundheit.ch

Achtung, Demenz!

u Stockholm Laut einer neuen Studie, soll Übergewicht in mittleren Jahren die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Alter an Demenz zu erkranken. Die Forscher vermuten, dass auch die genetische Veran­ lagung zum beobachteten Zusam­ menhang beiträgt. www.focus.de

tipp

Gehen Sie mit dem Velo zur Arbeit. Das sorgt für tägliche Bewegung und gute Laune. Achtung: Immer Helm aufsetzen!

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Check-up Herzrhythmus-störung

Elektrisches Gewitter Wenn das Herz rast, hüpft und unregelmässig schlägt, könnte Vorhof-Flimmern der Grund sein. Die Herzrhythmus-Störung betrifft vor allem Menschen ab 65 Jahren, aber auch Spitzensportler. Wer nichts dagegen unternimmt, riskiert einen Hirnschlag. 1 2

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So funktioniert das Herz Das Herz ist in vier Bereiche unterteilt: zwei Vorhöfe und zwei Herzkam­ mern. Der rechte Vorhof empfängt das verbrauchte, sauerstoffarme Blut aus den Venen des Körpers. Von dort gelangt es in die rechte Herzkammer und wird bei jedem Herzschlag in die Lungen­arterien gepresst. Dort reichern sich die Blutkörperchen mit frischem Sauer­ stoff an. Von der Lunge fliesst das Blut durch die vier Lungenvenen in den linken Vorhof, danach in die linke Herzkammer. Von dort aus wird das Blut in den Körper gepumpt. Millarden von Muskel­ zellen ziehen das Herz zusammen. Diese Aktion wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst. Der AV-Knoten stellt die elektrische Verbindung zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern her.

Die weissen Kreise symbolisieren die elektrischen Entladungen in den Vorhöfen. Die gelben Linien stellen die Bahnen der elektrischen Impulse (Reizleitungsfasern) dar. 1 Aorta 2 Obere Hohlvene 3 Sinus­ knoten 4 Linker Vorhof 5 Rechter Vorhof 6 Untere Hohlvene 7 Rechte Herzkammer 8 Aortenklappe 9 AV-Knoten qP Purkinje-Fasern (Reizleitungsfasern) qa Linke Herzkammer qs Herzmuskel

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as Herz ist der Motor unseres Kreislaufes – jede Minute schlägt es 60 bis 80 Mal. Seine Aufgabe: Blut in Lunge, Hirn und Gefässe pumpen. Gerät es aus dem Takt, werden die Herzschläge unregelmässig, die Pumpleistung verringert sich. Häufigste Art der Herzrhythmus-Störung ist das Vorhof-Flimmern: Zehn Prozent der über 75-Jährigen leiden daran. «Wer die Krankheit früh genug erkennt, kann dank Medikamenten den unregelmässigen Puls unter Kontrolle bringen», er-

Prof. Reto Candinas, Herzspezialist und Rhythmologe an der Klinik Im Park Zürich.

klärt Professor Reto Candinas, Rhythmologe an der Klinik Im Park Zürich. «Wer jedoch nichts dagegen unternimmt, riskiert im schlimmsten Fall einen Hirnschlag.» Und das ist nicht selten: Etwa ein Drittel aller Hirnschläge sind auf Vorhof-Flimmern zurück­ zuführen. Meistens treten HerzrhythmusStörungen bei Menschen ab 65 Jahren auf. Beim Vorhof-Flimmern schlagen die Herzvorhöfe nicht mehr regelmässig, sondern unkoordiniert und meist zu schnell. Grund: Der elektrische Impuls, der für das Zusammenziehen der Mil­ liarden von Muskelzellen verantwortlich ist, gibt ständig unkontrollierte Signale. «Die Pumpaktivität der Vorhöfe und der Herzkammern ist dadurch nicht mehr aufeinander abgestimmt», erklärt

Foto Dick Vredenbregt, Illustration © Schweizerische Herzstiftung, Bern

Text Lisa merz


im Herz Prof. Candinas. Folge: Im Inneren des Herzes entlädt sich ein regelrechtes elektrisches Gewitter – der Vorhof kann das Blut nicht mehr in die Herzkammer pumpen. «Dann fliesst das Blut einfach passiv in die Herzkammer, ohne Druck», sagt der Kardiologe. Wenn es liegen bleibt, können Gerinnsel entstehen, die zu einem Hirnschlag führen. Zu den Risikofaktoren zählen: hoher Blutdruck, Fettleibigkeit, Herz­ schwäche und regelmässig erhöhter ­Alkoholkonsum verbunden mit Über­ müdung. «Tritt das Vorhof-Flimmern das erste Mal auf, sollte man auch immer nach einer Überfunktion der Schilddrü­ se suchen. Denn meistens beseitigt de­ ren Behandlung auch das Vorhof-Flim­ mern.» Dank einem Elektrokardiogramm kann der Arzt feststellen, ob es sich bei den Herzrhythmus-Störungen um Vor­ hof-Flimmern handelt. Nur ein Drittel der Betroffenen spürt sofort, dass das Herz rast. «Dann geht von einem Tag auf den anderen nichts mehr. Sogar Trep­ pensteigen wird zur Qual.» Beim zwei­ ten Drittel geht die Leistungsverminde­ rung langsamer voran. «Man merkt, dass irgendwie der Pfupf fehlt», erklärt Reto Candinas. Beim letzten Drittel sind keine Beschwerden vorhanden, die Diagnose ist meist ein Zufallsbefund im Rahmen einer Routineuntersuchung. Der erste Behandlungsschritt lautet: das Herz stärken. Das versuchen Ärzte anhand von Medikamenten, wel­ che die elektrischen Signale verlang­ samen, oder durch die Abgabe eines ein­ maligen Elektroschocks, der das Herz wieder im richtigen Takt schlagen lässt. «Wenn wir die Rhythmusstörungen auf diesem Weg in den Griff bekommen, können wir in den meisten Fällen einen Eingriff vermeiden», sagt Prof. Reto Candinas. Denn ist die Krankheit einmal zu weit fortgeschritten und besteht keine Hoffnung auf Heilung, hilft nur noch ein Eingriff. «Mittels Radiofrequenz­ therapie durchtrennen wir den AV-Kno­ ten und veröden somit die Verbindung zwischen Vorhöfen und Herzkammern. So erreichen die Störsignale kein Ziel mehr. Die Aufgabe des AV-Knotens über­ nimmt dann ein Herzschrittmacher.» Obwohl meist ältere Leute an Vorhof-Flimmern leiden, kommt es selten auch bei jungen Menschen vor.

ne g a p K a m sion 1 Miisllion 1M Machen Sie mit! Das Projekt «1 Mission 1 Million» will das Bewusstsein für Vorhof-Flimmern erhöhen. Per Online-Voting kann man mitbestimmen, welche Projekte einen der Förderpreise in einer Gesamthöhe von einer Million Euro erhalten. Jedes Projekt dient dem Zweck, Schlaganfälle im Zusammenhang mit VorhofFlimmern zu vermeiden. Geben Sie Ihre Stimme dem Schweizer Projekt! Die Schweizerische Herzstiftung möchte eine Vortragsreihe zum Thema Vorhof-Flimmern lancieren. Abstimmen: www.herzens sache-schlaganfall.de

Bei ihnen ist die Ursache jedoch unklar. Oft trifft es sogar Spitzensportler. Für jüngere Menschen oder bei sehr fitten älteren Personen, bei denen das Vor­­hof-Flimmern zum ersten Mal aufge­ treten ist, gibt es eine neue Operations­ methode: die Pulmonalvenen-Isolation. Anhand von bipolarer Ablation (mit einem zweipoligen Katheter) wird dabei die elektrische Aktivität der Lungen­ venen unterbrochen. Diese wirken wie ein elektrischer Störsender und müssen durch Verödung entfernt werden. Vorteil: Es ist kein Herzschritt­ macher nötig.  Lesen Sie das Interview zum Thema mit Jane Seymour auf der nächsten Seite.


Herz-Botschafterin Schauspielerin Jane Seymour, 60, engagiert sich im Kampf gegen VorhofFlimmern. Ihre Mutter Mieke (l.) litt daran und starb vor drei Jahren an den Folgen eines Hirnschlags. Frau Seymour, warum engagieren Sie sich als Botschafterin der Kampagne «1 Mission 1 Million»? Weil meine Mutter Mieke zuerst an Vorhof-Flimmern erkrankte und danach mit 92 Jahren einen Hirnschlag erlitt. Ich weiss also, was es heisst, mit dieser Krankheit zu leben. Was ist das Schwierige daran? Die Suche nach den richtigen Medikamenten und die ständige Furcht vor einem Hirnschlag. Meine Mutter hatte keine Angst vor dem Sterben. Aber einen Tag bevor sie starb, sagte sie mir, dass sie nie einen Hirnschlag haben möchte. Denn die Vor­ stellung, dass sie auf tägliche Pflege angewiesen wäre, war schrecklich für sie. Kam Ihre Mutter schliesslich ins Pflegeheim? Ja, leider. Nach dem Hirnschlag konnte sich unsere Mutter weder bewegen noch sprechen. Zu Beginn versuchten wir sie zu Hause zu pflegen. Meine zwei Schwestern gaben dafür beide ihren Beruf auf. Irgendwann wurde diese Aufgabe aber einfach zu schwer. Sieben Monate nach dem Hirnschlag starb unsere Mutter. Welche Botschaft möchten Sie vermitteln? Dass man Vorhof-Flimmern ernst nehmen soll. Wenn man das tut, kann man gut mit dieser Krankheit leben. Was tun Sie persönlich für die Prävention? Ich achte sehr auf einen gesunden Lebensstil: Ich rauche nicht, esse viel Gemüse und treibe Sport. Einmal im Jahr lasse ich mich von meinem Arzt durchchecken.

TV-Tipp Augenprobleme Eine der schlimmsten ­Augenkrankheiten ist die Netzhautablösung. Wird sie nicht notfallmässig behandelt, droht am Schluss Blindheit. Der Chefarzt einer ­Augenklinik erklärt die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Und Sportarzt Dr. Beat Villiger sagt, wie viel Wasser der Mensch pro Tag braucht. www.gesundheitsprechstunde.ch

Foto Keystone

Samstag, 14. Mai, 18.10 Uhr


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Hit-Sängerin Anastacia verzaubert und kommt bald in die Schweiz.

Anastacia

Foto Universal Music

Weltstars in Sursee u Anastacia, 42, die blonde Schönheit mit der schwarzen Stimme kommt ans kleine, aber feine Summer Sound Festival in die Innerschweiz und bringt ihre grössten Hits mit: «Paid My Dues», «Left Outside Alone», «I Belong to You». Natürlich darf auch ihr erster Hit

«I’m Outta Love», der sich weltweit fünf Millionen Mal verkaufte, nicht fehlen. Neben der groovigen Soulstimme aus Amerika geben sich auch Singer-Songwriter-Legende Bob Dylan (24. 6.), Schmusesänger James Blunt (22. 6.),

und die unverwüstlichen Langhaar-­ Rocker ZZ Top (25. 6.) die Ehre. rea Summer sound Festival Sursee LU 23. 6. um 19 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min., Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Majestätisch Outfit und Haltung dieses Pudels sind wahrhaft königlich.

Tierfotograf Tim Flach

Skurrile Welt der Hunde Der mehrfach ausgezeichnete englische Fotograf Tim Flach zeigt in Zollikon ausgewählte Werke seiner spektakulären Tierporträts. Für Hundefreunde und Ästheten ein Genuss.

Humor und Blick fürs Detail zeichnen die Fotos des Engländers Tim Flach, 53, aus.

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u Der Mensch macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Er stutzt die Gärten zu absonderlichen Gebilden, und hat er schon mal die Schere zur Hand, macht er auch vor seinem besten Freund, dem Hund, nicht halt. Wäre da nicht dieser herrische Blick und die stolze Haltung, der blütenweisse Königspudel mit seinen Pompons könnte glatt als Cheerleader durchgehen. Der Engländer Tim Flach, 53, schafft mit seinen Tierfotografien wahre Kunstwerke. Der mehrfach prämierte Londoner Fotograf ist bekannt für seine ungewöhnlichen Ausschnitte und Perspektiven. Sein erster Bildband, «Equus», von 2008 hat weltweit Furore gemacht. Er ist den Pferden gewidmet

und zeigt die stolzen Tiere in ihrer ganzen Eleganz und Perfektion. 20 Werke aus seinem neusten Fotobuch, «Hunde», sind nun in Zollikon zu sehen. Viele der Aufnahmen entstanden in fernen Ländern, wo Flach die Vierbeiner in ihrer natürlichen Umgebung ablichtete – Huskys in Sibirien, ein Rudel English Foxhounds kurz vor der Jagd, einen Border-Collie beim Schafehüten. Andere Fotos sind Studioauf­ nahmen. «Ich suche die Spannung zwischen Kontrolle und Chaos und bringe darum gerne ein unerwartetes Element in eine kontrollierte Situation. So werde ich zum Zeugen unvorher­ sehbarer Ereignisse.» Hundefreunden sei sein aktueller Bild-


diese woche in den galerien

Rosarot. Blütenpracht. Bananengelb reto boller

Spektakulär Ein Ungarischer Hirtenhund als fliegender Wischmopp.

u Eine 60 Meter lange Klebefolie erobert Wand und Boden. Wie ein rosarotes Meer schiebt sich die Farbe durch die Hälfte der Räume im Obergeschoss. Reto Boller, 45, hat sich für diese Ausstellung der Farbigkeit verschrieben. Als Kontrastprogramm wirken Bildobjekte aus rohen Materialien und Alltagsgegenständen. Zu den bevor­ zugten Themen des Zürchers gehören die Auseinandersetzung mit an sich Bekanntem sowie die Widersprüchlichkeit des Alltags. km

kunst(zeug)haus Rapperswil-Jona SG Bis 19. 6. Mi–Fr 14–18, Sa/So 11–18 Uhr, Tel. 055 - 220 20 80, www.kunstzeughaus.ch, Publikation CHF 26.–

lorenz spring

u Seit einigen Jahren ist Lorenz Spring, 46, vom Motiv der Seerosen wie besessen. Er malt sie in allen Varianten, kombiniert sie zu poeti­ schen Tableaus. In letzter Zeit werden die Bilder des Malers, Objekt­ künstlers, Plastikers, Zeichners und Grafikers abstrakter: Die Blume steht immer noch im Mittelpunkt und ist zu erkennen, doch Farben und Formen nehmen überhand. In der Tessiner Schau sind über 50 Werke des Ustermer Künstlers zu sehen.  KM

arte moderna ammann Locarno TI Bis 28. 5. Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr, Tel. 091 - 751 33 33, www.ammannart.ch

going bananas u Die

Wie ist die Luft da oben? Chihuahua und Dänische Dogge bestaunen sich.

Ausstellung beginnt mit einem echten Bananenwald, um dann den Weg aufzuzeigen, den die Tropenfrucht bis zu uns genommen hat. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Banane – Musa x paradisi­ aca, wie ihr botanischer Name lautet – ein kostbarer und exotischer Luxusartikel. Heute kann sich jeder die krumme, gelbe Frucht leisten, die sich mittlerweile nicht nur einen ständigen Platz in den Früchteabteilungen, sondern auch in der Kunstwelt erobert hat. km vögele kultur zentrum Pfäffikon SZ Bis 21. 8. Mi–So 11–17, Do 11–20 Uhr, Tel. 055 - 416 11 11, www.voegelekultur.ch

Fotos Andrew Errington, HO (7)

tanzfestival band ans Herz gelegt. Neben spekta­ kulären Bildern ist auch viel Wissens­ wertes zu erfahren. Zum Beispiel, dass Irische Wolfshunde einst als Kampf­ hunde eingesetzt und dazu ausgebildet wurden, Ritter samt Rüstung vom Pferd zu zerren. Oder dass der Legende nach der Chow-Chow seine blaue Zunge daher hat, dass er Teile des Himmels aufgeleckt hat, die Gott beim Be­ festigen der Sterne auf die Erde gefallen sind. anina rether Dubinsky fine arts Zollikon ZH, Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr, Tel. 044 201 70 17, www.dubinsky.com BUCHTIPP «Hunde» von Tim Flach, Verlag Knesebeck, ca. 80 Franken, www.timflach.com

Die Schweiz im Tanzfieber u Wundern Sie sich nicht, wenn Mitte Mai ungewohnt viele Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Parks und sogar in Schaufenstern das Tanzbein schwingen. Es sind bei Weitem nicht nur die Frühlingshormone, die die Bevölkerung in einen Rausch versetzen, son­ dern auch das Tanzfestival, das heuer zum sechsten Mal stattfindet. In 25 Städten und Ortschaften wird der Tanz in allen seinen Facetten gefeiert: mit Vorstellungen, Per­ formances und Tanznächten. KM

DAS TANZFEST Von Aarau über Chiasso bis Zürich 14. und 15. 5., Infos über alle teilnehmenden Städten und Orte sowie Schnupperkurse unter www.dastanzfest.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Vanessa Diffenbaugh

Sag es durch die Blume!

Zwischen den Extremen Mal ist die kleine Gruppe der Entflohenen beinahe am Verdursten, mal fast am Erfrieren.

Worum geht es? Victoria Jones ist 18. Eine Mutter oder einen Vater gibt es in ihrer Biografie nicht. Sie wächst in Heimen auf, bleibt nie lange in Pflegefamilien. Ausser bei der Winzerin Elizabeth, die ihr die Sprache der Blumen beibringt und das Mädchen adoptieren will. Doch der Traum platzt. Mit der Volljährigkeit steht die bindungsgestörte Frau auf der ­Strasse. Als sie einen Aushilfsjob bei einer Floristin kriegt, begegnet Victoria dem Blumenhändler Grant, der ihre Sprache versteht.

Vom Inferno in die Freiheit Sibirien, 1940. Aus einem russischen Straflager gelingt einer Handvoll Gefangenen die Flucht. Ihr Ziel: Britisch-Indien. Der Weg: Quer durch die sibirische Tundra, die Wüste Gobi und über die Berge des Himalajas. Ein schier aussichtsloses Unterfangen. Am Ende winkt die Freiheit oder zumindest der Tod als freier Mensch. u Die Stars Ed Harris («Appaloosa») verkörpert einen knorrigen Amerikaner, der das Überleben als Protest gegenüber dem System anschaut. Jim Sturgess («The Other Boleyn Girl») alias Janusz ist der Anführer. Der Pole will unbedingt nach Hause, um seiner Frau zu verzeihen, die ihn unter Folter denunziert hatte. Colin Farrell («In Bruges») spielt den Kriminellen Valka. Die Rolle ist ihm auf den Leib geschrieu Die Story

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ben. Die aus einem Heim entflohene 15-jährige Irena (Saoirse Ronan) stösst später dazu. Anfangs unerwünscht, übernimmt sie bald eine integrierende Funktion. u Die Regie Peter Weir («Green Card») liefert ein beklemmend-grandioses Bild eines sibirischen Gulags. Atemberaubend auch die Landschaften. Man friert mit ihnen in Sibirien, verdurstet schier in der Wüste und ist zu Tränen gerührt, als die Überlebenden in Britisch-Indien ankommen. u Der Hammersatz «Nicht unsere Gewehre noch die Hunde oder der Stacheldraht halten euch hier gefangen. Euer Gefängnis ist Sibirien.» kati moser 8 8 8 8 8 Länge: 133 Min. Regie: Peter Weir. Kinostart 12. 5.

Wer ist die Autorin? Vanessa Diffenbaugh, 32, lebt in Boston (USA). Die Kunstpädagogin und Mutter nimmt immer wieder Pflegekinder bei sich auf. Der wichtigste Dialog? Victoria: «Ich bin eher der Typ Distel, Pfingstrose und Basilikum.» Darauf Grant: «Misanthropie, Wut, Hass. Hmmm …» Wer wird den Roman lieben? Alle, die die Sprache der Blumen erlernen wollen oder ein Herz für verwundete Kinderseelen haben. Was bleibt nach dem letzten Satz? Ein zerknülltes Taschentuch und der Wunsch, dass das Buch verfilmt wird. isolde schaffter-wieland

Vanessa diffenbaugh Die verborgene Sprache der Blumen (Droemer)

Fotos Paul Seewer, HO (3), Ascot Elite

«The way back» (USA)


demnächst

Komödie. Pop. Zirkus

paul panzer

Stimmungsvoll Die Nächte auf der Seepromenade in Ascona.

u Er ist der schrägste Komiker Deutschlands: Dieter Tappert alias Paul Panzer, 39. In «Endlich Freizeit – was für’n Stress!» landet man mit Panzer mitten in der verrückten Welt des alltäglichen Wahnsinns.  Km

volkshaus Basel 20. 5. um 20 Uhr, www.ticketcorner.ch

festival JAZZ ASCONA 2011 BODY & SOUL

Märchenhafter Jazz in Ascona

cd-Tipp Jazz

Smooth sound

u Sanft ineinander gleitende Akkorde, cool treibende Beats: Der Winterthurer Trompeter Kurt Söldi und seine im Nu-Jazz beheimatete Motek-Crew haben die Sounds von Nils Petter Molvaer bis Eric Truffaz auf­ gesogen und spielen heisse Varianten.

hanspeter Vetsch

Motek All Systems Go (Brambus)

Der Schwerpunkt des Tessiner Festivals liegt heuer auf Gospel. Der Grund dafür? Der 100. Geburtstag von Mahalia Jackson, die wie keine andere Sängerin den Gospel zu einem der populärsten Stile Amerikas gemacht hat. Gefeiert wird er von zwei Sängerinnen: Aus Harlem kommt der Chor von Anthony Morgan Mother Alice McClarity (24.–26. 6.), aus New Orleans Mrs. Betty Lastie Williams (23.–28. 6.). Flitter, Straussenfedern und atembe­ raubende Kurven zeigt die Burlesque Show der Creole Sweet Tease. Aber auch grosse Schweizer Namen werden nicht fehlen wie die Pepe Lienhard Big Band, die am 26. 6. auf der Hauptbühne aufspielt. Zum fünften Mal wird der Swiss Jazz Award verliehen (26. 6.). kati moser JAZZ-festival Ascona TI 23. 6. bis 3. 7., www.jazzascona.ch

tickets für die besten events!

«young stage»

u In vier spektakulären Bühnenshows präsentieren junge Artisten ihr Können vor Publikum und Fachjury. «Young Stage» kann sich jetzt schon mit internationalen Festivals wie jenem in Monte Carlo messen. km

international circus festival Basel 21.–24. 5., www.daszelt.ch

i blame coco

u Ihr Debütalbum «The Constant» stellt Eliot «Coco» Sumner, 20, exklusiv im «Kauf­ leuten» vor. Die Tochter von Musiklegende Sting pflegt mit ihrer Band I Blame Coco einen Stil zwischen Pop, Rock und Elektro.  km

kaufleuten Zürich 10. 6. um 20 Uhr, www.kaufleuten.ch schweizer illustrierte

Fotos Massimo Pedrezzini, HO (4)

u Ein laues Lüftchen vom See, die beleuchteten Fassaden als Kulisse und Jazz im Ohr: ein göttliches Vergnügen. Und eines, das jährlich wiederkehrt am Jazz-Festival in Ascona. Zum 27. Mal wird es in der letzten Juni-Woche an der Seepromenade kaum ein Durchkommen geben. Das Bild der Strasse ist geprägt von gut gelaunten Zuschauern und entspannten Musikern. Zweihundert Konzerte in zehn Tagen. Von traditionellem New-­ Orleans-Jazz bis zu Swing, Blues, R & B, Gospel und Soul.

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

«The James» New York: Chillen rund um den kleinen Dachpool und an der Bar.

KUNST-HOTEL IN SOHO: «THE JAMES»

Pool und Bar – mitten in New York D Lichtdurchflutet Die 114 Zimmer im «James».

er Geheimtipp in New York City: «The James», gelegen in Soho! Das kleine It-Hotel ist Liebling der lokalen Künstler – sie haben die 114 lichtdurchfluteten Zimmer indivi­ duell gestaltet. Und es lockt Lifestyler an – vor allem wegen der sexy Dach­ter­ rasse mit kleinem Pool, schneeweissen Liegen und trendiger Bar – inmitten von Manhattans Wolkenkratzern! Das Re­staurant ist (wie im Mutterhaus in

Chicago) ambitioniert. Wegen der Aussicht sind die Corner Studios heiss begehrt. Und natürlich die Penthouse Loft in der 15. Etage: Da blickt man auf die Brooklyn und die Manhattan Bridge. Die «The James»-Gäste erkunden die umliegenden Quartiere Soho und ­Tribeca mit der hauseigenen Rikscha. HE INFO DZ ab USD 400.–. www.jameshotels.com schweizer illustrierte

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Reisen Traveldesk

Pittoresk Die typischen Kalksteinfelsen schmücken die Aussicht einer der vielen ­kleinen Buchten von Ko Lanta.

Im Kajak durch Venedig padeln u Das «Cipriani», Venedigs grossartigstes Hotel, ist wieder offen. Das Mutterhaus von Orient-Express lockt mit einer besonderen Attraktion: Kajak fahren – durch die Wasserstrassen, zu den kleinen Inseln in der Lagune, zu versteckten Trattorien! INFO www.hotelcipriani.com

City Night Line: Direkt an die Ostsee u Der Strandkorb wartet! Wer an einem Freitagabend in den City Night Liner «Sirius» steigt, liegt schon vor Samstagmittag auf Rügen am Meer! Schlaf- und Liegewagenabteile und ein Speisewagen mit Bar erleichtern den Trip Richtung Ostsee. INFO www.railtour.ch/ostsee

Naturparadis ko lanta in Thailand

Inselhüpfen und t Abseits der Touristenströme können Familien und Ruhesuchende auf Ko Lanta einen Gang zurückschalten. Das Eiland ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Inselhüpfer und Taucher.

S

Für 120 Euro: Zimmer mit Blick auf den Ätna u Im «Capo dei Greci» (65 km vom Flughafen Catania entfernt) lässt es sich gut leben: Von den riesigen Terrassen blickt man auf die Bucht von Taormina und auf den Ätna. Bis Ende Juni zu attraktiven Tarifen: ab EUR 120.– pro Zimmer, Spa inbegriffen. INFO www.nh-hotels.com

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ie gilt als Planschbecken unter den thailändischen Inseln: Ko Lanta ist mit ihren flach abfallenden Stränden, den heissen Quellen, den ausgedehnten Mangrovenwäldern, dem massvollen Tourismus ein wahres Paradies für Familien und Naturfreunde. Während die Ostküste (Mangroven und Watt) von Einheimischen bewohnt ist, befinden sich an der Westküste Hotels, Bungalows und feinsandige Strände, die aufgrund ihrer Lage Abend für Abend ­einen perfekten Blick auf den Sonnenuntergang bieten.

u Im Süden der Insel liegt ein Nationalparkgebiet. Das Hinterland ist hügelig bis bergig und von Tropenwald bedeckt. Verschiedene Anbieter machen Elefantenausritte in die pittoreske Bergwelt, in der Warane, Affen, Pythons und Kobras leben. Die Gegend rund um die Parkverwaltung ist gut geeignet für Spaziergänge oder ein Picknick am Strand. Ganz in der Nähe lohnt es sich, die Nachfahren der Seepiraten zu besuchen, die heute vom Fischfang leben. u Die Topadresse der Insel: Das Pimalai Resort & Spa liegt an einem


Luxuriös Mit über 200 m2 Wohnfläche haben die am Hang ­g­elegenen Poolvillas ihren Namen wohlverdient.

Modern Auch die De-luxe-Zimmer (48 m2) sind geräumig. Vom Balkon aus geniesst man eine grossartige Aussicht.

Paradiesisch Vom Viewpoint aus bietet sich ein herrlicher Blick auf die beiden Buchten von Ko Phi Phi.

auchen in Thailand Hang direkt oberhalb eines weitläufigen Sandstrands. Wer keine der grosszü­ gigen Poolvillas bewohnt, geniesst im 50 Meter über Meeresspiegel gebauten Infinity-Pool die 180-Grad-Rundsicht über die gesamte Bucht. Da motorisier­ ter Wassersport auf der ganzen Insel ver­ boten ist, herrscht auch beim exquisiten Lunch auf der Terrasse herrliche Ruhe. u Abends flackert am idyllischen Long Beach (auch Phra Ae) eine end­lose Reihe bunter Lampions. An Pinien und kleinen Palmen befestigt, schaukeln sie vor gemütlichen Restaurants im Wind. Die beste Bar: das «Why not». Hier gibts jeden Abend Livemusik und eine spek­ takuläre Feuershow. Wer Lust auf heisse Tanznächte hat: Die Opium Bar ist zur­ zeit der angesagte Hotspot. u Nicht verpassen Ko Phi Phi gehört

zu den schönsten Inseln der Welt. Einen atemberaubenden Ausblick gibts am Viewpoint. Wer den Aufstieg hinter sich gebracht hat, wird mit einem Postkar­

tenausblick über die beiden Inselhälften reich belohnt. Es empfiehlt sich, früh aufzustehen: Da gibts weniger Touristen und das beste Fotolicht.  anina rether

Check-in u Anreise Austrian Airlines: Zürich–Wien–Bangkok ab CHF 1224.–, Weiterflug nach Krabi, dann Bus und Boot u Beste Reisezeit November bis April u Hotel Pimalai Resort & Spa, DZ (48 m2) ab CHF 360.–, Beach Villa (150 m2) ab CHF 830.–, www.pimalai.com u Restaurants Exklusiv: «Seven Seas» im Resort Pimalai. Am Klong Dao Beach: Eden Bar & Dining, in Saladan: «Sea View» u Ausflugstipps Mit Kanu/Longtail-Boat durch die ­Mangroven, nach Ko Mook, Speedboat nach Ko Phi Phi u Infos Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 031 - 300 30 88, www.tourismthailand.ch

Transportmittel der Wahl Das landestypische LongtailBoot ist an Thailands Küsten allgegenwärtig.

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En Guete

Immer willkommen Eine Wurst vom Grill.

Françoise Wicki & Torsten Götz für

Grillieren & brillieren Spontan oder geplant, mit der Familie oder mit Freunden: Leckereien vom Grill sind jetzt wieder der Hit. Es ist Frühling!

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Wurst-Spiesse

Zutaten (für 4 Spiesse) 4 Olma-Bratwürste (je ca. 160 g) oder Kalbsbratwürste, wenig Öl, 12 CherryTomaten, 1 kleine rote Peperoni, in ca. 3 cm grossen Stücken Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Die Haut der Bratwürste beidseitig mehrmals schräg einschneiden.

Die Bratwurstenden übers Kreuz ca. 2 cm tief einschneiden. Vier Metall­ spiesse (je ca. 40 cm lang) mit wenig Öl bestreichen. Je eine Tomate auf einen Spiess stecken, Spiesse in Wurstlänge in gleichmässigen Abstän­ den auf die Arbeitsfläche legen. Eine Bratwurst auf die 4 Spiesse stecken, 4 Peperonistücke aufstecken, so

Tipps zum Grillieren Vorgehen mit Gas- und Elektrogrill

1 Gemäss Bedienungsanleitung auf die empfohlene Temperatur vorheizen. 2 Deckel aufsetzen, bis der Grill-Innenraum 250–280 Grad heiss ist. 3 Grilliergut auf den heissen Rost legen. 4 Auf dem offenen Grill bei höchster Stufe (ca. 240 Grad) anbraten. Je nach Grilliergut bei mittlerer (ca. 200 Grad) oder niedriger Stufe (ca. 150 Grad) fertig grillieren. Dabei evtl. den Deckel aufsetzen. Vorgehen mit Holzkohlegrill

1 Kohle oder Briketts dicht in die Glutschale oder auf den unteren Rost des Grills legen, evtl. anhäufen. Die Kohle sollte eine grössere Fläche einnehmen als das Grilliergut. 2 Kohle oder Briketts anzünden. 3 Beginnt sich die Kohle mit einer weissen Aschenschicht zu überziehen, Rost einsetzen und heiss werden lassen, damit das Grilliergut später das typische Streifenmuster annimmt und nicht kleben bleibt. 4 Wenn keine Flammen mehr lodern und Kohle oder Briketts vollständig mit einer weissen Aschenschicht überzogen sind, ist die Glut zum Grillieren bereit. 5 Das Grilliergut auf den heissen Rost legen. 6 Über starker Glut anbraten, Stücke dabei nicht verschieben und erst wenden, wenn das Grilliergut gut gebräunt ist. Grösseres oder dickeres Grilliergut nach dem Anbraten an den Rand schieben. Bei schwacher oder mittlerer Hitze grillieren.

weiterfahren, bis alle Würste, Peperoni und Tomaten aufgesteckt sind, abschliessend auf jeden Spiess eine Tomate stecken. Holzkohlegrill Ca. 10 Min. über mittel­ starker Glut grillieren, dabei regel­ mässig wenden. Gas- oder Elektrogrill Spiess zugedeckt ca. 10 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) braten, dabei regelmässig wenden. Servieren Wurstspiess zwischen den Spiessen in 4 einzelne Spiesse schneiden. Dazu passen Salat, Semmeli und Liebstöckelsenf. Liebstöckelsenf 3 Esslöffel milder Senf, 1 Esslöffel Olivenöl und 2 Esslöffel Liebstöckel, fein geschnitten, gut verrühren.

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BarbecueFlügeli Zutaten (für 16 Stück) 4 Esslöffel ­Olivenöl, 1 Esslöffel Zitronensaft, 3 Esslöffel Ketchup, 1–2 rote Chilis, entkernt, fein gehackt, 16 Poulet­flügeli, 1/2 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 10 Min. Marinieren ca. 2 Std. Grillieren ca. 20 Min.

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En Guete die neue kochsendung u Olivenöl,

Zitronensaft, Ketchup und Chili gut verrühren, Pouletflügeli damit bestreichen. Zugedeckt im Kühlschrank ca. 2 Std. marinieren. Marinade ab­streifen, Pouletflügeli salzen. Holzkohlegrill Ca. 20 Min. über mittelstarker Glut, ein- bis zweimal wenden. Gas-/Elektrogrill Ca. 20 Min. auf mittlerer Stufe, ein- bis zweimal wenden.

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Lachsfilet in Folie

Zutaten (für 1 Alufolie von ca. 40 × 45 cm) 20 g gesalzene Butter, in Stücken, weich, 100 g Schalotten, längs gehobelt, 1 Esslöffel Dill, fein geschnitten, 600 g Lachsfilet ohne Haut, graue Fettschicht entfernt, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle

Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Grillieren ca. 12 Min. u Die Hälfte der Butter auf die Alufolie streichen. Die Hälfte der Schalotten und des Dills darauf verteilen. Lachsfilet beidseitig würzen, auf die Schalotten legen. Mit restlichem Dill und Schalotten bedecken. Restliche Butter darauf verteilen. Folienkanten aufeinander­ legen, mehrmals umschlagen. Enden der Folie ebenfalls mehrmals umschlagen. Holzkohlegrill Fisch beidseitig je ca. 6 Min. über mittelstarker Glut grillieren. Gas- oder Elektrogrill Fisch beidseitig je ca. 6 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) grillieren. Gewusst warum Über der Glut entsteht in der gut verschlossenen Alufolie Dampf, der nicht entweichen kann; so gart der Fisch sanft und bleibt schön saftig und zart. Auch die Aromastoffe der Kräuter entfalten sich bei dieser Grilliermethode optimal, und die Kräuter können nicht verbrennen.

impressum

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr. 19, 100. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­ International Fax +41-44-259 69 96 redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors), Beatrice Pisciottano Fax 044 - 259 86 69 creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­haltungs­­chefin Bettina Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Portmann Politikchef (a. i.) Stefan Regez wirtschaftschefin Nina Siegrist Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Thomas Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Marcel Huwyler, Alejandro Velert Unter­haltung Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Daniela Zivadinovic (stv. Unter­haltungs­chefin), Sandra Casalini, Aurelia Forrer, Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Bar­bara Halter, Yvonne Zurbrügg (People) Sport Thomas Renggli kunst Caroline Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Verena Thurner, Lisa Merz Ko­ordi­na­tion Sonder­hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Geraldine Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse Haas, Fabienne Hubler Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Dick Vredenbregt Layout/Pro­duk­tion Patrick Brun (stv. Art Director), Maria Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­ Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Ständige Mit­arbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). si online Barbara Lanz (Leitung Redaktion), Yasmin Merkel (stv. Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Anouk Haimoff, Ramona Thommen iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Regula Revellado, Renée Sylvia Schauecker Buchhaltung Mirella Vignoni

Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

«Ab in die Küche»

Montag, 9. Mai, 20.05 Uhr (Wiederholung Di, 10. 5., 1 Uhr und 14 Uhr)

Françoise Wicki und Torsten Götz lassen ihre Kochlehrlinge ein Menü für Fleischtiger kochen: Tatar mit Parmesan-Chips, Poulet im Ofen mit Fenchelschnitzen und Kräuterbrotrolle. Auch etwas Süsses darf nicht fehlen: Schoggichüechli mit Glace.

Jetzt im App Store! CHF 4.40 pro Ausgabe

Abonnementspreise (inkl. 2,5 % MwSt.) u Jahresabo CHF 193.– (Schweizer Illustrierte, al dente, Shopping,

Miss Schweiz Magazin, Schweizer Illustrierte Auto, GOAL, SI GRUEN) u Halbjahresabo CHF 101.– u Vierteljahresabo CHF 54.– u Gold-Jahresabo CHF 215.– (Schweizer Illustrierte und SI Style)

Profitieren Sie jetzt von dieser Power-Kombi inklusive oben erwähnter Sonderhefte u Gold-Halbjahresabo CHF 111.– u Schnupperabo CHF 20.– (10 × Schweizer Illustrierte und 1 × SI Style)

In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.


GaultMillau Seerestaurant Belvédère Seestrasse 18a 6052 Hergiswil Tel. 041 - 630 30 35 Montag geschlossen Visa, Mastercard und Amexco EC-Direct und Postcard www.seerestaurant-belvedere.ch

Start geglückt Küchenchef Fabian Inderbitzin (l.) und sein Stellvertreter Pirmin Schmidli wechselten vom Luzerner «Château Gütsch» nach Hergiswil ins riesige Seerstaurant Belvédère.

Der Powerkoch vom Vierwaldstättersee «Belvédère», Hergiswil NW Neue Top-Adresse direkt am Wasser: Fabian Inderbitzin bittet zu Tisch und auf die Terrasse. Auf der Karte: Kalb und Black Angus aus Nidwalden, Hecht aus dem See.

B

eim Interieur ist «clean chic» Trumpf: NEU Architektin Gret getestet Loewensberg, die Ehefrau von alt Bundesrat Moritz Leuenberger, mag klare Linien und eher strenge Farben. Die Küche ist so ziemlich das Gegenteil davon: Fabian Inderbitzin (vorher «Kastanienbaum» und «Gütsch» Luzern) ist ein echter Power-Chef. Er setzt auf kräftige Aromen, tiefe Saucen und auf herausragende Produkte aus der Umgebung. Kräftiges «Holzen-Fleisch» aus Ennetbürgen gibts in allen Varianten, der Megger Berufsfischer Göpf Hofer fahndet nach rarem Hecht. Den bereitet

Inderbitzin zu, wie er es bei Lehrmeister Toni Schmidig in Lauerz trainiert hat – ohne jede Gräte! Überzeugend schon das AmuseBouche: Eine erstklassige Gazpacho mit erfrischender Basilikum-Injektion. Albeli, in Sepiateig verpackt. Und ein «Rädli» von der Wollschwein-Bratwurst, die nach den Gewürzvorschriften des Chefs zubereitet wird. Streng geo­ metrisch in der Präsentation, aber herzhaft im Geschmack das Tatar vom Nidwaldner Kalb, angerichtet auf einer Bärlauchbrioche, veredelt mit einer perfekt pochierten, gehaltvollen Entenleber und einem neckischen ausgebackenen Wachtelei. Einziger Schönheitsfehler: Diesen Supergang gibts auf schwarzem

Schiefer; die Geräusche, die Messer und Gabel da verursachen, erinnern gefährlich an den letzten Besuch bei der Dental­hygienikerin … Sanfter die erstklassigen Süppchen: Curryschaum mit MaispoluardenSaltimbocca, Limetten-Kokos mit Riesencrevetten im grünen Reismantel. Dann zwei überzeugende Hauptgänge. Gebratenes Seeteufelmedaillon an einer aufwendigen Krustentiersauce und Stanser Gitzi in der Luxusausführung: eine butterzarte Schulter, im Kräuterjus konfiert, mit einer Kartoffel-ZwiebelMousseline. Sympathisch: Den Bricco dell’ Uccellone und den Tignanello gibts hier im Offenausschank. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Bruno Voser

Wein-Tipp Neues von Dirk van der Niepoort Hinter dem Namen Projecto de Dirk Niepoort verbirgt sich eine wunderbare Idee des portugiesischen Starwinzers Dirk van der Niepoort. Er produziert zusätzlich zu seinem Standardsortiment Weine, die experi-

mentell, anders oder limitiert sind. Eine solche Abfüllung ist der Docil 2010 (11 %), die aus der Traubensorte Loureiro vinifiziert wurde und aus dem portugiesischen Douro-Tal stammt. Der Weisswein ist unglaublich schön. Noten von Jasmin, Lilien und weissen

Rosen in der Nase. Im Gaumen ist er fruchtig, blumig, delikat. Sehr süffig – und der perfekte Wein für die warme Jahreszeit! Mit dieser önologischen Neukreation zieht sich jeder Apéro automatisch in die Länge – sofern es genügend Wein vorrätig hat, natürlich.

Riegger Weine Birrhard Tel. 056 - 201 41 41 www.riegger.ch Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 13.80

schweizer illustrierte

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Media Partner

BMW X3 FAHREN Der anspruchsvolle Handlings- und Geschicklichkeits-Parcours im X3 erforderte Fingerspitzengefühl, schnelle Hände und einen schweren Gasfuss.

BMW X3 Games Sehr hohe 250 Sportler folgten dem Aufruf von BMW und der Schweizer Illustrierten zu den BMW X3 Games. Ausgelost wurden zwei 3er-Teams, die zum dreitägigen Mehrkampf antraten.

D

as sportliche Niveau ist sehr hoch», keucht Patric Lüthi. Der 46-jährige Marathonspezialist hat eben für das Schweizer-Illustrierte-Team 1 den 15-Kilometer-Geländelauf als hervorragender Fünfter in etwas mehr als 45 Minuten beendet. Sieger Miklos Vatai,

ehemaliger Gewinner des Hawaii-Triathlons, war nur knapp eineinhalb Minuten schneller. Die während dreier Tage in der Genferseeregion ausgetragenen BMW X3 Games fordern den 52 Teams aus 19 europäischen Ländern alles ab: Die 3er-Mannschaften messen sich in den sechs Diszip-

linen Geländelauf, Golf, Ski, BMW fahren, Mountainbike und segeln. Und da Lüthis Teamkollege Thomas Alex beim Golfen trotz einsetzendem Regen nach neun Löchern nur 2 über Par spielt, liegt das Schweizer SI-Team 1 nach Tag 1 und zwei Disziplinen an der Spitze. Entspannt eine Erfrischung trinkend feuert Philippe Harzenmoser seinen Teamkollegen Andreas Besse auf dem Handling-Parcours am Steuer eines BMW X3 an. Die beiden Ostschweizer bilden zusammen mit Dieter Scherrer das zweite Team der


publireportage

die bmw x3 Palette u motoren Benzin 258 bis 306 PS, Diesel 184 bis 258 PS u 0 bis 100 km/h 5,7 bis 8,5 s u spitze 210 bis 245 km/h u verbrauch 5,6 bis 8,8 l/100 km u co2-ausstoss 147 bis 204 g/km u dimensionen 4,65 m Länge, 1,88 m Breite, 1,66 m Höhe u kofferraum 550 bis 1600 Liter u preis ab CHF 59 400.–

Golf Thomas Alex schaffte in Divonne nach neun gespielten Löchern mit nur 2 über Par Rang 2.

GELÄNDELAUF Dieter Scherrer ist nach beschwer­­lichen 15 Kilometern querfeldein als 22. im Ziel.

SEGELN Fehlender Wind auf dem Genfersee machte die abschliessende Regatta nicht einfacher.

s Niveau Schweizer Illustrierten. Etwas weniger ambitioniert als Team 1 geniessen sie vor allem die unterschiedlichen Sport-Wettbewerbe und freuen sich, dass sie dazu überhaupt ausgelost wurden. Dennoch brillieren auch sie mit guten Leistungen. Und freuen sich am Schluss über die vielen neuen Bekanntschaften, die fairen und praktisch unfallfreien Wettbewerbe. Dieter Scherrer, stellvertretend für alle Teilnehmer der BMW X3 Games: «Es war sensa­ tionell organisiert, hat unheimlich Spass gemacht. Ich wäre sofort wieder dabei.»

Ski Warmes Wetter erschwerte die Bedingungen mit Sulzschnee und engem Riesenslalomkurs.

MOUNTAINBIKE Der schwere Sturz von Patric Lüthi dämpfte die Sieghoffnungen des SI-Teams 1.

STARKE SCHWEIZER mannschaften u Das Schweizer-Illustrierte-Team 1 mit den Zürchern Patric Lüthi, 46 (Geländelauf und Mountainbike), Thomas Alex, 39 (Golf und Ski) und Bas­ tian Migge, 30 (BMW fahren und segeln) führte nach den ersten beiden Wettkampftagen das Feld der 52 Teams an. Erst am dritten Tag nach einem heftigen Sturz beim Mountainbike-Rennen kurz nach dem Start wurden die führenden Schweizer von der Spitze verdrängt. Bei der abendlichen Preisverteilung zeigte sich das Zürcher-Trio aber auch mit dem hervor­ ragenden dritten Gesamtplatz zufrieden, trauerte dem entgangenen Hauptpreis (je ein BMW X3 pro Teammitglied) natürlich trotzdem etwas nach. u Für das Schweizer-Illustrierte-Team 2 mit den Ostschweizern Philippe Harzenmoser, 39 (Golf und Ski), Andreas Besse, 42 (BMW fahren und segeln) und Dieter Scherrer, 43 (Geländelauf und Mountainbike) war alleine die Teilnahme an den X3 Games schon ein grosses Abenteuer. Ihre Ambitionen waren

Stark Die SI-Teams mit Andreas Besse, Dieter Scherrer und Philippe Harzenmoser (Team 2) sowie Patric Lüthi, Thomas Alex und Bastian Migge (Team 1). nicht ganz so hoch wie bei Team 1. Dennoch wartete auch die zweite Mannschaft mit beachtlichen sportlichen Leistungen auf und lag am Schluss des dreitägigen Team-Mehrkampfs auf Platz 25 von 52 Mannschaften.


Horoskop

Venus beschert schöne Stunden zu zweit

nische Venus-Einflüsse (am 16. und am 21.) könnten symbolisch sein für schöne Stunden zu zweit: Singles könnten ihren Traumpartner finden, bereits Liierte wagen einen Neubeginn. Vor allem die 1. Dekaden Stier, Krebs, Jungfrau, Skorpion, Steinbock und Fische könnten eine Sternstunde erleben.

widder 21.–30. 3. Uranus signalisiert unerwartete Ereignisse, die zu einer radikalen Wende in Ihrem Leben (Karriere, privat?) führen könnten. Am 18. sollte alles nach Ihren Wünschen laufen, am 20. sind Sie nervös. 31. 3.–9. 4. Routinewoche. Spannen Sie aus, gönnen Sie sich eine Pause. Am 18. stehen Sie im Mittelpunkt, werden verwöhnt. Am 20./21. sind Sie gereizt. 10.–20. 4. Sie können sich entfalten, Jupiter symbolisiert ein tolles ­Angebot, einen Gewinn (am 17., 19.). Grössere Vorhaben (Beförderung, Heirat?) bringen gute Laune.

stier 21.–30. 4. Traumwoche! Dank Amor sind Sie am 16., 18. und 21. im siebenten Himmel. Man liegt Ih­ nen zu Füssen. Physisch sind Sie in Bestform (15., 20.), kaum zu bremsen. 1.–10. 5. Routine. Sie können am 16. Ihren Partner überzeugen, sollten ihm einen Schritt ent­ gegenkommen. Am 20. freuen Sie sich über eine Nach­ richt. 11.–20. 5. Sie kommen schneller als geplant an Ihr Ziel (am 21.). Oder Sie schmieden Reisepläne? Am 17. (Vollmond) sollten Sie auf Ihren Partner hören, der die Lage objektiver einschätzt. Gönnen Sie sich eine Pause!

zwillinge 21.–31. 5. Sie bekommen von unerwarteter Seite Hilfe, ein Vorhaben entwickelt sich besser als er­ hofft. Am 18. erreichen Sie mit Charme Ihr Ziel. Bleiben Sie am Ball! 1.–10. 6. Sie haben freie Bahn, kommen mit einem neuen Projekt gut voran. Am 18. sind Sie zu un­ geduldig, sollten auf andere hören! 11.–21. 6. Sie können sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen. Freunde stehen ­Ihnen zur Seite, einigen gelingt ein Volltreffer, beruflich oder privat. Am 16., 17. und 19. sind Sie der strahlende Mittelpunkt. Gewinn, Begegnung, Superangebot?

krebs 22. 6.–1. 7. Traumwoche! Man liegt Ihnen zu Füssen. Am 15., 18. und 21. erleben einige eine Stern­ stunde. Sie gewinnen neue Freunde, oder es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung? 2.–12. 7. Sie dürfen sich eine Pause gönnen. Am 16. und 20. stehen Sie im Mittelpunkt. Am 15. sollten Sie nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. 13.–22. 7. Sie sind auf der Überhol­ spur. Ein Freund zeigt, dass auf ihn Verlass ist, und ein neues Vorhaben hat damit Rückenwind. Am 17. haben Sie eine gute Nase, am 15. sind Sie kurz angebunden.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie sind inspiriert, eine originelle Idee fällt auf fruchtbaren Boden (am 15., 18.). Körperlich sollten Sie sich schonen, jedes Risiko vermeiden! Am 16. und 19. könnte man Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. 2.–12. 8. Sie haben das Bedürfnis, Ordnung in Ihrem Leben zu machen, und eliminieren alles Überflüssige. Um den 3./4. Geborene können ein grösse­ res Projekt abschliessen. 13.–23. 8. Sie sind auf Erfolgs­ kurs: Jupiter verspricht einen Gewinn, ein schönes Angebot. Oder privat geht ein Wunschtraum in Erfüllung?

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie gehören zu den Favoriten. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Treffen Sie vielleicht den Traumpartner? Unvergesslich werden der 16., 18. und 21. 3.–12. 9. Sie dürfen sich auf Ihren Lorbee­ ren ausruhen. Schöne Momente sorgen am 16. und 20. für gute Laune. Nur am 18. sind Sie ungeduldig, nicht ­gerade objektiv. 13.–23. 9. Exzellent für eine Reise oder Reisepläne. Sie knüpfen interessante neue Kontakte, stehen am 17. (Vollmond) und 21. im Mittelpunkt. Nur am 19. könnte es anders kommen als erwartet.

waage 24. 9.–3. 10. Sie sind nervös und reizbar (21.). Nützen Sie am 18. eine Gelegenheit, um sich aus­ zusprechen. Um den 27. Geborene werden mit einer neu­ en Situation (Partner?) konfrontiert. 4.–13. 10. Ruhige Woche, ideal für eine Pause (18.). Vor dem 6. Geborene können die Resultate früherer Anstrengungen (Oktober 2010?) ernten oder einen Schlussstrich ziehen (17., 20.). 14.–23. 10. Eine finanzielle Angelegenheit bringt gute Ergebnisse. Einige verdanken dies dem Partner. Am 15. schlagen Sie über die Stränge, am 21. sind Sie reizbar.

skorpion 24. 10.–2. 11. Ihr Charme wirkt, man liegt ­Ihnen zu Füssen. Schicksalhafte Begegnung, grosse Entscheidung? Am 16., 18. und 21. erleben einige eine Sternstunde, kommen ihren Idealen näher. Liebe auf den ersten Blick? 3.–12. 11. Vorwiegend neutrale Einflüsse. Am 16. Ihrem Instinkt folgen, sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen! Exzellent (u. a. für Reisen, Treffen) wird der 20. 13.–22. 11. Derzeit mehr auf Ihren Partner hören, der die Lage objektiver sieht. Am 17. haben Sie eine gute Nase, am 21. wirkt Ihre gute Laune ansteckend.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie können mit einem neuen Vorhaben mehr Unabhängigkeit gewinnen. Am 18. können Sie ein Missverständnis aufklären. Am 20. verbuchen einige einen unerwarteten Gewinn. 3.–12. 12. Sie sind in einer neutralen Übergangsphase. Vor dem 5. Geborene können langfristig die Weichen stellen, ihre Zukunft ab­ sichern. 13.–21. 12. Sie haben starken Rückenwind: Jupi­ ter signalisiert Entfaltung und Erfolg, Sie sind vital und dynamisch. Gute Beziehungen machen sich bezahlt, und am 17., 18. und 19. gelingt einigen ein Volltreffer.

steinbock 22.–31. 12. Venus und Mars treiben Ihren Hormonspiegel hoch, eine Begegnung lässt manche Herzen schneller schlagen (16., 18., 21.). Vielleicht tref­ fen Sie den Traumpartner? Physisch sind Sie in Best­ form. 1.–10. 1. Sie können eine Pause einlegen, fühlen sich (am 16.) wohl. Vor dem 3. Geborene müssen sich anstrengen, um ihr Ziel zu erreichen. Oder Sie müssen einen Kompromiss eingehen? 11.–20. 1. Sie kommen zü­ gig voran. Der Vollmond am 17. ist exzellent für ein neues Projekt. Gute Freunde sagen ihre Unterstützung zu (21.).

wassermann 21.–30. 1. Man legt Ihnen Steine in den Weg, Sie müssen sich anstrengen. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, vermeiden Sie jedes Risiko (am 15., 19.). Am 18. Ihrem Instinkt folgen! 31. 1.–9. 2. Ruhige Woche. Am 18. hilft Ihnen ein Freund, Sie können ein Problem (von Oktober?) lösen. Am 16. können Sie nur schwer Ihre Gefühle kontrollieren. 10.–19. 2. Sie sind auf der Überholspur. Am 15. und 19. können Sie voll ins Schwarze treffen: Aufstieg, neue Aufgaben? Einige erleben privat eine Sternstunde: Begegnung, Versöhnung?

fische 20. 2.–1. 3. Superwoche! Sie sind in ­Glanzform, gewinnen einen Vorsprung. Venus verspricht Herzklopfen: schicksalhafte Begegnung, unvergessliche Momente zu zweit? Am 16., 18. und 21. kann ein Wunsch­ traum in Erfüllung gehen. 2.–10. 3. Am 16. und 20. amü­ sieren Sie sich blendend, gewinnen neue Freunde. Ein Missverständnis (am 18.) schnell aufklären! 11.–20. 3. Exzellente Woche für eine Reise, Studien, wichtige Ter­ mine usw. Am 17. (Vollmond) treffen Sie instinktiv die richtige Entscheidung, am 21. eine Einladung annehmen.

ihr tages-horoskop 108

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 15. bis 21. mai 2011 Der Vollmond am 17. wird von günstigen Aspekten begleitet, und man kann hoffen, dass es diese Woche Fortschritte auf dem Weg zum Frieden gibt, diplomatische Erfolge oder wichtige wissenschaftliche und kulturelle Ereignisse, die für Schlagzeilen sorgen. Harmo-

Dr. Elizabeth Teissier


KREUZWORTRÄTSEL

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109


ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 15. Mai 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

110

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

5 6

4 6

7 3

8

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3 5

3

2

1

5 4

4 7

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2 1

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7

6 1 3

4 5 1 4 8

1 6 2 5 4 3

7 6 5 9 6 Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN

REBUS

1 2 3 =

B U S (CH) STRASSE BERG BUCHSTABE

9 8 1 6 7 3 5 4 2

7 6 5 4 2 1 8 3 9

6 2 4 8 1 7 3 9 5

3 5 7 2 9 6 4 8 1

1 9 8 3 5 4 2 6 7

4 1 9 5 6 8 7 2 3

LÖSUNGSWORT

Wert: 600 Franken!

5 3 6 7 4 2 9 1 8

8 7 2 1 3 9 6 5 4

Lösung: EMMENTALER

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9 1 8 5 6 4 6 7 8 1 2 3 5 7 4 3 4 1 9 8 6 8 9 1 2 7 5 2 6 3 8 9 6 3 5 2 9 5 7 4 685 Lösung: 1 2 3 4 7

Lösung: 195

2 3 9 7 5 4 1 6 8

3 5 6 2 4 1 7 8 9

4 9 1 6 7 8 2 3 5

7 2 8 5 3 9 4 1 6 06010002579

06010002084

Lösung: REDEN

06010002580

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 2 4 3 9 8 5 1 7 6

2

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 18

1. Makrone, 2. Galerie, 3. Blocher, 4. Schmiss, 5. Florida, 6. Alkmene, 7. Telegen, 8. Plakate, 9. Lafette, 10. Lauener, 11. Niagara, 12. Astaire, 13. Fahnden, 14. Tschiba, 15. Blicken, 16. Gazelle, 17. Hermann, 18. Ehemann, 19. Savalas Lösungssatz: Verzicht auf Alkohol kann Leber rettend sein.

3

Lösung: 987

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leser

«Ein wahrer Genuss» u Royal Wedding, SI 18/2011

«Vielen Dank für die wunderschönen Bilder der royalen Hochzeit, sie sind ein wahrer Genuss. Besonders das Foto mit dem Hochzeitspaar und den Blumenkindern hat mir sehr gut gefallen.» Beatrice Burla Bieri, Schliern bei Köniz BE

«Meiner Meinung nach gleicht Kates Kleid mit dem V-Ausschnitt und den fliessenden Linien demjenigen, das Prinzessin Margaret im Jahre 1960 ge­ tragen hat. Ich war in London und habe nach dem Erscheinen des Brautpaars Kate und William auf dem Balkon des Buckingham-Palasts den Rest des Tages im Hotel vor dem Fernseher verbracht. Eine Moderatorin bestätigte meine Ansicht über das Brautkleid.»

leisen Hoffnung, darin auch etwas über die Seligsprechung des Papstes Johannes Paul II. in Rom zu finden. Doch meine Hoffnung wurde leider enttäuscht. Ich habe nichts dagegen, wenn Sie die Märchenhochzeit in London auskosten bis zum Überdruss. Doch die Seligsprechung hätte mit einem kleinen Artikel berück­ sichtigt werden sollen.» Josef Z’graggen, Pfarrer, Winterthur ZH

Dafür gibts Lob, aber auch Kritik u Kolumne Chris von Rohr, SI 18/2011 «Der Beitrag von Herrn von Rohr hat mich sehr beeindruckt. Seine Aus­ führungen werden sicher auch noch von vielen anderen Lesern geteilt, sie sind so sachlich und realistisch.» René Lachat, Zürich

Vreni Messmer, Wittenbach SG

«Ich habe wieder einmal eine Nummer der Schweizer Illustrierten gekauft. In der

«In meinen Augen ist Chris von Rohr ein Dummschwätzer, der ausser Stammtischpolitik à la SVP zumindest politisch nichts

auf dem Kasten hat. Wenn er es doch besser weiss und kann, warum kandidiert er dann diesen Herbst nicht selber?» Daniel Bucher, per E-Mail

«Wir gratulieren Herrn von Rohr für seine sehr sinnvollen Notabene-Beiträge. Es tut gut, seine Ansichten zu lesen.» Lorli und Walter Signer, per E-Mail

Dankeschön u Rätsel, SI 17/2011 «Für mich enthält die Schweizer Illustrierte eine gute Mischung aus Rätseln, Unterhaltung und Infos. Dass ich jetzt noch beim Rebus-Rätsel als Gewinnerin gezogen wurde, freut mich besonders. Ich danke Ihnen für den zu­gestellten Gewinn ganz herzlich.» Margrith Scheuble, Heerbrugg SG

Bärner meitschi lädt zur Pizza u Kolumne Peter Bichsel, SI 17/2011 «Sehr geehrter Herr Peter Bichsel. Ich bin ein grosser Fan von Ihnen und nach dem letzten Artikel ein noch grösserer! Als 60-jähriges Bärner Meitschi lebe ich seit vierzig Jahren im Tessin. Mein Leben lang wollte ich schreiben, mein Hobby ist ‹la letteratura›. Mein Traum war seit jeher, solche Artikel zu schreiben wie Ihre. Sie sind mein Vorbild, Ihre Leichtigkeit zu schreiben, ist einzigartig. Sollten Sie mal im Tessin sein, würde ich Sie gerne zu einer Pizza auf der Piazza Grande di Locarno einladen. Der letzte Artikel hat mich umgehauen. Ich erlaube mir die Frage: Ist das eine erlebte Geschichte oder einfach Fantasie? So oder so: grossartig!» Ursula Fortmann, Locarno TI

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizerillustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

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«Ihre Abmagerungspillen wirken, Herr Doktor. Aber leider nur am Kopf.»


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V IP- n o l e x iiekalles über

Chris von Rohr & Freundin Denise Die beiden Turteltauben machten Ferien auf den Seychellen. Für SI online öffnen sie ihr Fotoalbum.

d nS Erfahre ngs-Stars, un bli ck ie lü L G e r r Ih Ih . hen Sie versuc sen Quartett s o r g im

Pippa Middleton Heimlicher Star

Die kleine Schwester von Herzogin Catherine war der Hingucker an der royalen Hochzeit. Was Sie über sie wissen müssen.

Das grosse Staffel-Finale Am Samstag war der letzte Arbeitstag für Dieter Bohlen, Fernanda Brandao und Patrick Nuo als Juroren. Auf SI online erfahren Sie alles zum Showdown.

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Fotos HO, Dukas (2)

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notabene

Das Milliardenspiel Helmut Hubacher

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schweizer illustrierte

Foto Heiner H. Schmitt

E

iner liess im Zug sein wurde zugegeben, was sonst am liebsten Notizbüchlein liegen. Darverschwiegen wird: «Es ist unbestritten, in lese ich: «Man muss die dass der Markt nicht für eine ‹gerechte› Schweiz nehmen, wie sie Einkommensverteilung sorgt. Aus geist, aber nicht so lassen.» sellschaftspolitischen Gründen ist daher Einverstanden. Was für eine Umverteilung durch den Staat eine Schweiz wollen wir? notwendig.» Nur tut dieser Staat genau Das ist doch die Frage. das nicht. Die von den Banken ge­ Friedrich Dürrenmatt glaubte nicht hätschelten Parteien haben im Bundeshaus die Mehrheit. Sie verhindern, was an die absolute Gerechtigkeit. Wohl aber die Bankgesellschaft für «notwendig» an eine gerechtere Gesellschaft. Danach hielt. sieht es bei uns nicht aus. Der Trend geht in die falsche Richtung. Damit nicht genug. Der Ex-ChefDazu passt der Titel: «Die ewigen statistiker des Kantons Zürich, Hans Verlierer». So stehts in der «NZZ am Kissling, beschreibt eine noch nie da Sonntag» vom 13. März 2011. Gemeint gewesene Vermögensverteilung. Kennist der Mittelstand. Ihm gehören 60 Prowort: Noch mehr Geld zu schon sehr zent der Bevölkerung an. Also die Mehrviel Geld. heit. Diese Mehrheit komme immer nur In den nächsten dreissig Jahren an die Kasse, heisst es. Besonders kräf- «Die Lohnpolitik ist werden exakt 969 Milliarden Franken tig bei den Steuern und Krankenkassen- extrem ungerecht. Für an 178 290 reiche Erben verteilt. An beiträgen. Wo es aber etwas zu holen eine Minderheit von 2,2 Prozent. gebe, schaue dieser Mittelstand in die eine demokratische 879 Milli­arden sind für 178 000 reserRöhre. Kantone und Bund würden sich Gesellschaft ist das viert. 90 Milliarden für 290 superreiche beim Steuerabbau gegenseitig überbieAuserwählte. Pro Erbin oder Erbe macht ten. Profitiert davon hätten die Reichen. beschämend» das 300 Millionen Franken. Verbunden Die ganz oben vor allem. Nicht die in der mit einer weltweit einmaligen Spezia­ Mitte. Das behauptet nicht der Linke. Die liberale Zeitung lität. Diese 969 Milliarden Franken sind für die durchwegs beweist es. Sie hat erst noch recht. Die Mehrheit im Land vermögenden Erben erst noch steuerfrei. Die Erbschafts­ sind «ewige Verlierer». steuer wurde ja faktisch in allen Kantonen abgeschafft. Per Wie gerecht oder eben ungerecht es zugeht, beweist Volksentscheid notabene. Peter Bichsel hats vorausgesehen. die Lohnstatistik. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat 1969 schrieb er in «Des Schweizers Schweiz», die meisten sie erstellt. Für die Zeit von 1998 bis 2008. Berechnet wurde würden wie die Reichen denken. So haben sie auch ab­ das teuerungsbereinigte Lohnwachstum. Also was tatsächlich gestimmt. Auf Dauer hält kein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem mehr im Portemonnaie ist. Die Bilanz verdient das Prädikat zu viel Ungerechtigkeit aus. Das gilt auch für die Schweiz. Nur himmeltraurig. Geringverdiener haben am wenigstens bekommen. Nur ge- dauert bei uns alles viel länger. So ebenfalls, bis aus Unbe­hagen rade 2 Prozent. Bei den mittleren Löhnen waren es 3,1 Pro- Wut wird. Albert Einstein meinte nicht umsonst, sollte es zent. Auch nicht der Haufen. Besser sieht es bei den hohen einen Atomkrieg geben, ginge er in die Schweiz. Dort finde Löhnen mit 10,3 Prozent aus. Am meisten profitiert haben die alles 20 Jahre später statt. mit den sehr hohen Löhnen: 21,3 Prozent. Die Lohnkurve 60 Prozent sind «ewige Verlierer», und 2,2 Prozent müsste eigentlich umgekehrt verlaufen. erben 969 Milliarden steuerfrei. So viel soziale Schräglage wird Wir leben von Franken, nicht von Prozenten. Machen zur Rutschbahn. Sie destabilisiert das System. Das sieht wohl wir die Rechnung. Wer 1998 bereits 2 Millionen Franken auf Klaus W. Wellershoff gleich. Der Mann war berühmter Chefdem Lohnkonto hatte, bekam 2008 21,3 Prozent dazu: 426 000 ökonom der UBS. Nun hat er sich freigeschwommen. Und Franken. Beim armen Schlucker mit seinen 45 000 Franken macht sich offenbar Sorgen um die soziale Marktwirtschaft. warens nur 900 Franken mehr. Diese Lohnpolitik ist extrem Ihr Versagen wird Folgen haben. «Der Kapitalismus scheint ungerecht. Für eine demokratische Gesellschaft ist das dabei zu sein, sich selbst abzuschaffen.» Das sagt Wellershoff. Nicht die SP. Beruhigt?  beschämend. Die Schweizerische Bankgesellschaft ist mal die grösste Bank gewesen. Dann fusionierte sie mit dem Schweizerischen Helmut Hubacher, 85, ehemaliger SP-Präsident Bankverein zur UBS. Im SBG-Bulletin, Ausgabe 9/1995, und Buchautor



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