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Exklusiv Mit Extrembergsteiger Ueli Steck im Himalaja

Kate Middleton

Ihre Feindin 16 im Palast Beat Schlatter Seine Traumhochzeit im Brockenhaus

18. April 2011 CHF 4.50


Inhalt

Titel Bob Cass / Capital Pictures / ddp Images, Fabienne Bühler; Inhalt Fabienne Bühler

HEFT 16, MONTAG, 18. April 2011

Titel 22

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u BUND fürs leben Die ungewöhnlichste Hochzeit des Jahres feierten Komiker Beat Schlatter und Mirjam Fischer Schlatter. Im Brockenhaus!

Kate Middleton Kurz vor der Hochzeit mit Prinz William: Wer der Bürgerlichen jetzt noch Steine in den Weg legen kann

Leute 7 8

Tagebuch von Stefan Regez Leute Bligg, Christopher S, Kerstin Cook, Prinzenzwillinge von Dänemark, Luca Ruch, Silvano Beltrametti, Dani Albrecht

Party 14 97

LandLiebe Ein Prosit aufs neue Magazin! Ab in die Küche Feine Premierenfeier der neuen Kochsendung auf SF 1 schweizer illustrierte

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Inhalt

Gesellschaft 16 54

Beat Schlatter & Frau Fischer Hochzeit mit 450 Gästen, aber ohne Torte Patchwork-Spiritualität Ganz nach Gusto: Die Landeskirchen in der Krise – dafür boomt die eigene Suche nach Lebenssinn

Interview 31

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u im himalaja Beim nächsten Schönwetterfenster starten sie: Der Ringgenberger Speed-Alpinist Ueli Steck und der amerikanische Höhenbergsteiger Don Bowie wollen über eine neue Route auf den Shisha Pangma (8013 Meter) steigen.

Hansueli Loosli Der Coop-Chef über seinen Nachfolger und seine Vorgängerin

Politik 48

Ruedi Baumann Pionier der Grünen: So lebt er heute im Südwesten Frankreichs

Sport 34 42 60

Ueli Steck Der Extrembergsteiger will wieder auf einen Achttausender Leonardo Genoni Meisterhaft. Der HCDGoalie ganz privat. Und: Triumph für Davos Reto Schmidiger Ski-Ass und Nachwuchssportler: Uns zeigt er sein Elternhaus

Shopping 71

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 81 82

Darm-Entzündung Neue Therapien schützen Sie wirksam davor Blasenschwäche Schweigen hilft nicht!

Die Besten 85

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Fotos Robert Bösch, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff

Weekend

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u spiritualität Wie Schweizer ganz individuell den Sinn des Lebens suchen. Grosser Gesellschafts-Report.

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u konstanz Goalie Leonardo Genoni hext den HCD zum Meistertitel – und feiert mit Tausenden in Davos.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 106 Notabene von Peter Scholl-Latour 100 Horoskop 104 Leserbriefe/Impressum

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Jeder glaubt, was er will Patchwork-Religion Die Ostertage

Stefan Regez, Stv. Chefredaktor

stehen bevor. Viele von uns freuen sich auf ein verlängertes Wochenende zum Ausspannen und Auftanken. Immer mehr finden Ostern jedoch toll, weil sie nach dem Sinn des Lebens suchen. Weil sie eine neue Religiosität in sich entdecken. Im aktuellen Gesellschafts-Report beleuchtet SI-Autorin Stephanie Ringel diesen Trend. Nicht die klassische Religion der katholischen oder reformierten Kirche kehrt zurück. Es boomen die Bibelkurse, die Meditations-Seminare und die Schamanismus-Abende. Jeder glaubt, was er will! «Patchwork-Religion» nennt es unsere Autorin. Und erlebt das Phänomen sogar im eigenen Freundeskreis: «Kein Abend­essen, das nicht irgendwann um Yoga, Spiritualität oder die Geschichten in der Bibel kreist. Nicht abendfüllend zwar, aber humorvoll. Und jeder hat dazu was zu sagen.» «Die neue Patchwork-Religion» – ab Seite 54.

Wir gratulieren! Vergangene Woche

90 Jahre «L’illustré» ­ ieses tolle GeburtstagsD heft ist auch diese Woche noch am Kiosk erhältlich. Auch in der Deutschschweiz!

gab es gleich zwei besondere Geburtstage in der Zeitschriftenwelt von Ringier. «L’illustré», unser Schwesterblatt in der R ­ omandie, feierte mit einer grossartigen Jubiläumsausgabe seinen 90. Geburtstag. Die Leserinnen und Leser erwartet eine reichhaltige Sammlung von Bildern und Geschichten, die die Romands in den letzten neunzig Jahren bewegt und berührt haben. Wir gratulieren «L’illustré»-Chefredaktor Michel Jeanneret und seinem Team herzlich zum Geburtstag und zum Jubiläumsheft, welches übrigens diese Woche noch am Kiosk erhältlich ist. Auch in der Deutschschweiz! Und ich denke, es lohnt sich, für einmal den Blick über den Röstigraben, in die bedeutendste Illustrierte der Westschweiz zu werfen und zu schauen, was unsere Compatriotes beschäftigt. Herzliche Gratulation auch den Kollegen von «LandLiebe»! In passend ländlicher Umgebung (und das auf Zürcher Stadt­ gebiet!) feierten sie am vergangenen Mittwoch im Landgasthof Adlisberg die Premiere des neuen Magazins. Ein mit Liebe gemachtes Heft, das auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gefallen wird. Jetzt am Kiosk und im Abonnement erhältlich! «Aus Liebe zu unserem Land» – ab Seite 14.

Ruedi Baumann Landliebe! Diesen

Foto Hervé Le Cunff

Keine politischen Kämpfe mehr In Südfrankreich bekämpft Ruedi Baumann (l.), hier mit SI-Politchef Egli, nur noch wilde Gewächse.

Traum hat sich der Pionier der Grünen und frühere Berner National­rat schon vor zehn Jahren verwirklicht. In der Gascogne, im Südwesten Frankreichs, lebt der Biobauer auf einem ­beeindruckenden Hof in einer grandiosen Landschaft. SI-Politchef Lukas Egli hat Baumann besucht, um mit ihm über die jüngsten Wahlerfolge der Grünliberalen, die Stagnation der Grünen und unsere Energiezukunft zu reden. Und festgestellt, dass Baumann selber ein erfolgreicher Solarstrom-Produzent ist, der immer noch Klartext spricht, wenn es um Umwelt-, Europa- und Landwirtschaftspolitik geht. «Der kleine Sonnenkönig» – ab Seite 48. Ich wünsche Ihnen eine frohe und genussreiche Osterwoche mit der Schweizer Illustrierten!

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mary und frederik von dänemark

Geheimnis gelüftet! u Seit

vergangenem Donnerstag ist es raus: Bei der Taufe der Zwillinge des dänischen Kronprinzenpaares wurden endlich ihre Namen bekannt gegeben. Das Mädchen heisst Josephine Sophia Ivalo Mathilda, der Bub Vincent Frederik Minik Alexander. Dabei überraschen vor allem die grönländischen Vornamen Ivalo und Minik. Der jüngste Nachwuchs von ­Frederik, 42, und Mary, 39, erblickte bereits am 8. Januar das Licht der Welt. Getauft wurden die Zwillinge – Nummer vier und fünf in der dänischen Thronfolge – in der Kopenhagener Holmens-Kirche. Dort erhielt 1968 bereits ihr Papi die Taufe. Vincent trug das Taufkleid, in dem König Christian 1870 bereits getauft wurde, seine Schwester hatte ebenfalls ein altes Gewand an. Götti ist unter anderem Prinz Felipe von Spanien. sandra casalini

Non-Profit-Botschafter der Aktion «Never give up»: Dani Albrecht (r.) und Silvano Bel­trametti.

silvano beltrametti & dani albrecht

Fotos Steen Brogaard / Dana Press, Fabienne Bühler (2), Bruno Voser

Mutmacher der Nation

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u Nach seinem schweren Sturz vor zwei Jahren lag Dani Albrecht, 27, noch im Spital, als er mit Freunden die ersten T-Shirts mit der Aufschrift «never give up» – gib nie auf – auf den Markt brachte. 300 Stück wurden pro­ duziert, 12 000 Bestellungen gingen ein. Nun soll aus der «Mutmach-Aktion» des Skicracks eine breite Bewegung werden. Gehört hatte Dani den Slogan erstmals 2001 nach dem fatalen Unfall von Kollege Silvano Beltrametti, 32. «Doch erst als mich das Schicksal selbst traf, verstand ich die Bedeutung.» Nun wollen die beiden mit dem Verkauf von Logo-Textilien über www.never-give-up.ch Geld für karitative Zwecke erwirtschaften und das Nicht-Aufgeben als Motto für alle Lebenslagen verbreiten. «Es wird Transparenz herrschen, wo jeder einzelne Franken hingeht», verspricht Beltrametti. iso niedermann

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Jakob HUG und Geschwister

301 Jahre alt

u Aussergewöhnliches Fest vergangenen Freitag in Romanshorn TG: Seinen 99. Geburtstag feierte Jakob Hug mit seinen Geschwistern Anna, 100, und Albert, 102. «Wir haben gute Altersgene», sagt der Jubilar und schmunzelt. «Unsere Mutter wurde 93.» 13 Kinder sind sie gewesen, auch Schwester Hedi, 96, und Bruder Toni, 92, leben noch. Täglich geht der gelernte Schuhmacher zwei bis drei Kilo­ meter spazieren, liest fleissig Zeitung. «Ich mache mir jeden Morgen ein Müesli mit Haferflocken und Äpfeln, zum Zmittag gibts ein Glas Roten.» Im Ausland war er nie, Auto fahren konnte er nicht. «Aber ich war immer zufrieden mit dem, was ich hatte.» Thomas Kutschera


Prinzessin Mary mit Josephine, Prinz Frederik mit Vincent.

leute

nachgefragt bei

Daniela Niederer Keine Miss Daniela Niederer, 20, ist seit zwei Jahren die Freundin von Mister Schweiz Luca Ruch. Und hätte durchaus als Miss Schweiz kandidieren können.

Jubilar Jakob Hug umrahmt von Schwester Anna und Bruder Albert im Altersheim Haus Holzenstein, wo die zwei Männer leben.

Frau Niederer, vergangene Woche lief die Anmeldefrist für die Miss-Schweiz-Wahlen ab. Kandidieren Sie? Nein. Ich habe es mir lange überlegt und mich schliesslich dagegen entschieden. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Warum nicht? Die Mister-Wahlen waren ein gemeinsames Ziel von Luca und mir. Das ist erreicht, und ich möchte mich nicht voreilig in ein neues Projekt stürzen. Jetzt ist erst mal Luca der Mister, und ich unterstütze ihn. Die Schlagzeilen um Ihre Mitgliedschaft bei der Freikirche Chrischona hatten nichts mit dem Entscheid zu tun? Nur am Rande. Natürlich bestärkten sie mich. Auf der anderen Seite hätte ich gern gesagt: Jetzt erst recht! Damit, dass Ihr Glaube einmal zum Thema wird, mussten Sie rechnen. Ja. Luca und ich haben schon vor seiner Wahl die Dinge festgelegt, über die wir keine Auskunft geben. Dazu gehört der Glaube. Das ist meine Privatsache. Jetzt rätseln die Leute darüber, ob Sie wirklich keinen Sex vor der Ehe haben, wie das Chrischona verlangt. Es ist schade, dass der Glaube immer darauf reduziert wird. Zudem ist die Einstellung, dass Sex in die Ehe gehört, in der Bibel verankert und gilt somit eigentlich auch für Leute, die den Landeskirchen angehören. Aber: Unser Intimleben ist persönlich und geht nur Luca und mich etwas an. Wie reagieren Sie auf solche Schlagzeilen? Luca nimmt sie zum Glück recht locker, und so kann auch ich darüberstehen. Ich hoffe ­allerdings, dass es jetzt wieder vermehrt um Luca als Mister Schweiz geht. Begleiten Sie ihn auf seiner Pilgerreise? Ehrlich gesagt erfuhr ich davon im Internet! Wenn ich Zeit habe und er möchte, dass ich mitkomme, warum nicht? Andererseits ist es völlig okay, wenn er so etwas allein macht. Und das Thema «Miss Schweiz» ist für Sie abgeschlossen? Für den Moment schon. Ich nutze jetzt die Gelegenheit, um bei Luca zu schauen, wie das so läuft. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Interview sandra Casalini schweizer illustrierte

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leute

Marco Bliggensdorfer

Bligg sucht Herzdame mit Stil u Seit Wochen kursieren Gerüchte um Frauenschwarm Bligg, 34. Er soll frisch verliebt sein. Frühlingsgefühle? «Natürlich wäre es cool, eine Partnerin zu haben. Genauso schön wäre es, Kinder zu haben.» Aber allein zu sein, sei keine ansteckende Krankheit und vielleicht sei ihm die Richtige auch nicht begegnet. Sie müsste für den Zürcher Musiker vor allem eins mitbringen: Stil. Er steht auf gut gekleidete Frauen. «Leggings plus Trenchcoat und Mittelscheitel bei langem glattem Haar, so Brigitte-Bardot-like», sagt er. Im Kopf hat er sich seine Traumfrau längst bis ins kleinste Detail aus­ gemalt: Sie sollte normale Slips tragen, denn Strings findet er «furchtbar!». Erotisch dagegen seien Strümpfe. Noch hat er für keine Frau einen Song geschrieben. Wer ihn für seine neue Single «Manhattan» inspirierte und welche verrückten Dinge er bisher für die Liebe getan hat, verrät er im grossen Interview in der neuen «SI Style». yvonne Zurbrügg

Bliggs Stil-Ikone ist HollywoodStar Benicio Del Toro. «Er kleidet sich leger und ist sich nicht zu schade, einen Bart wachsen zu lassen.»

Fotos Jake Walters für SI Style, HO (2)

Für die neue «SI Style» schlüpft Rapper Bligg in einen Zweireiher und pafft Zigarre. Die Bilder und das Interview – ab Donnerstag am Kiosk.

Rose

kaktus

filippo leutenegger FDP-Nationalrat (ZH) u Das ist in doppelter Hinsicht vorbildlich: FDPMann Filippo Leutenegger bezahlt Esther Wyler und Margrit Zopfi den Weiterzug ans Bundes­ gericht. Die beiden Whistleblowerinnen hatten Missstände im Zürcher Sozialamt publik gemacht und wurden deswegen vom Obergericht der Amtsgeheimnisverletzung schuldig gesprochen – ein unverständliches Urteil. Und ausgerechnet SP-Nationalrat Daniel Jositsch übernimmt die Verteidigung. Dieses parteiübergreifende Engagement, mitten im Wahljahr, verdient eine Rose – bezahlt von der Schweizer Illustrierten.

URS WOLLENMANN SVP-Politiker Luzern u Lic. rer. pol. – mit dem Titel eines lizenzierten Volkswirtschafters schmückte sich SVP-Mann Urs Wollenmann auf der Website seiner Textagentur. Nach dem Skandal um die Doktorarbeit des deutschen Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg verschwand diese Angabe dann plötzlich, wie eine Zeitung aufdeckte. Wollenmann tritt als Stadtparlamentarier zurück. Trotzdem spricht er von Rufmord, sieht sich als Opfer – auch innerhalb seiner Partei. Den Gegenbeweis bleibt er jedoch schuldig. Für solches Verhalten gibts nur eins: unseren Kaktus! schweizer illustrierte

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leute

Trotz Ring noch lange nicht Mann und Frau: die Miss und der Mister Schweiz.

wer liebt wen

One-NightStand mit Folgen u Hollywoods Töchter lassen sich auf Titanen ein. Schauspielerin Scarlett Johansson, 26, zog vergangene Woche bei ihrem 24 Jahre älteren Kollegen Sean Penn ein. Prompt liess sie sich bei einer Joggingrunde samt neuer Liebe mit einem verdächtigen Bäuchlein erwischen. Eine Schwangerschaft dementierte ihre Sprecherin jedoch umgehend.

Fotos David Biedert / tilllate.com, Action Press / Dukas, Imago, Photoshot, Sabine Brauer, Hervé Le Cunff

u Nichts mehr zu verbergen hat Benicio Del Toro, 44. Ein Sprecher des Hollywood-Schauspielers erklärte letzte Woche, Del Toro und Kimberly Stewart, 31, werden Eltern: «Auch wenn sie kein Paar sind, freuen sie sich auf die Geburt des Kindes.» Was für eine Überraschung! Nicht einmal gerüchteweise war bekannt, dass er die Tochter von Sänger Rod Stewart datet. Im Gegenteil: Del Toro wurde eine Liaison mit Scarlett Johansson nachgesagt. u Klarer sind die Verhältnisse bei der deutschen Skirennfahrerin Maria Riesch, 26: Im Standesamt von Garmisch-Partenkirchen gab die DoppelOlympiasiegerin vergangene Woche ihrem Manager Marcus Höfl, 37, das Ja-Wort. Sie trug nicht Weiss, sondern Gold – wie es sich für die derzeit erfolgreichste Skirennfahrerin gehört. Künftig will sie als Maria Höfl-Riesch an den Start gehen.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Anna Rossinelli u Patrick Nuo u Kilian Wenger u Vittorio Grigolo u Mummenschanz u William & Kate

Kerstin cook & Luca Ruch

Sie sagt nicht Ja! u Er

sinkt auf die Knie, greift nach ihrer Hand, steckt ihr einen Ring an den Finger – und stellt die Frage aller Fragen. Genau so malt sich Miss Schweiz Kerstin Cook, 22, ihre Verlobung aus. Luca Ruch, 21, machte also alles richtig. Nur ist der amtierende Mister Schweiz für die Miss nicht der Richtige. Und sie nicht für ihn – beide sind ja bereits vergeben. Die Schönste und der

Schönste im Land probten die Ver­lobung für den Katalog des Schmuckherstellers Rhomberg. Luca Ruch kann sich gut vorstellen, kniend um die Hand seiner Zukünftigen anzuhalten. «Aber sicher nicht vor Publikum!» yvonne zurbrügg

Mehr Bilder:

www.schweizer-illustrierte.ch

Kyano & Christopher Spörri

Mit 10 Monaten schon Mozart-Fan u Seit Neustem läuft bei House-DJ Christopher S, 41, und seiner Frau Tina, 35, zu Hause klassische Musik. Aus der Spieluhr ihres zehnmonatigen Sohnes Kyano erklingt Mozarts «Nachtmusik». «Die Familie ist ein schöner Ausgleich zum Partyleben», sagt der seit 14 Jahren erfolgreiche Discjockey. An den Wochenenden gibts für Familie Spörri nur eins: Fussball. «Mein Herz schlägt für YB!» Deshalb zieht es ihn auch nicht weg von Belp BE in eine Partystadt. Sieben Jahre will Christopher Spörri noch als DJ arbeiten, danach ist Schluss. Denn: «Schon heute könnte jeder Party­gänger mein Kind sein.» af

«Meine Familie ist mein Heiligtum»: DJ Christopher S mit Frau Tina und Sohn Kyano. Aus einer früheren Beziehung hat er noch Sohn Deymien (4). schweizer illustrierte

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party

Kein Zufall: Die Tochter von Garten-Kolumnistin Sabine Reber heisst Jeanne Rose.

Stellt in «LandLiebe» seinen Kraftort im Kandertal vor: Adolf Ogi bei der Hefttaufe auf dem Adlisberg.

TV-Köchin Sibylle Sager umrahmt von Bettina Warnecke (l.) und Susanne Furrer von Betty Bossi.

Aus Liebe zu unserem L Premierenfeier des Magazins «Schweizer LandLiebe»

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r ist der König der Entschleuniger. Alt Bundesrat Adolf Ogi weihte seine Kollegen 2001 während der Budgetphase in die geheimen Kräfte der Natur ein. «Im Bundesratszimmer kamen wir nicht weiter. Also führte ich alle aufs Schilthorn. Dort fanden wir die Lösung. Wir erzielten danach einen Überschuss von 6 Milliarden Franken.» Von welchem Ort der 68-Jährige heute träumt, verrät der Taufpate im Lifestyle-Magazin «LandLiebe» («Hie isch mis Läbe», Seite 112). Die Premierenfeier fand zwischen blühenden Obstbäumen und wiehernden Pferden statt: im Landgasthof Adlisberg ob Zürich. «Wir glauben, dass die globalisierte Gesellschaft wieder vermehrt Sehnsucht nach Romantik und Bodenständigkeit verspürt», ist «LandLiebe»-Chef Urs Heller überzeugt. Auf 172 Seiten präsentiert sich ein Themenmix für die ganze Familie inklusive der besten Kolumnisten des Landes wie die Küchenkünstler Sibylle ­Sager und Chrüter-Oski, Weinflüsterer Geny Hess oder Gartenprofi Sabine Reber. Die Autorin kam mit Töchterchen Jeanne Rose zur Party. «Mein Bäbi heisst übrigens Helena», meinte die kleine Lady mit dem süssen Namen und der rosa Brille. Text Caroline Micaela hauger, Fotos Bruno Voser

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Thomas Passen (Ringier, l.) mit Lässt die Nadeln klappern: Claudia Mühlebach und Ste­ Strick-Profi Anne Catherine phan Küng (Mediaschneider). Lüke, Fotograf Silvan Müller.

Vom Trend über­ zeugt: Hansruedi Bachmann, Silvia Rohner (Volg).

«LandLiebe» ist ihr Baby: Marc Walder (CEO Ringier Schweiz/ Deutsch­ land), Zeitschrif­ tenchef Urs Heller (r.). Genuss­ menschen: Winzerin Carina Kunz, Weinkenner Geny Hess.

Starkes Trio: Maya Hitz (Manor), Larisa Matkovic-Kili­ barda (Migros), Riccarda Meck­ lenburg (v. l.).


small talk mit

Chrüter-Oski Foto Martina Meier

Oskar Marti lautet sein richtiger Name. Der 63-Jährige war 25 Jahre lang Spitzenkoch und ist nun Kolumnist füs Magazin «LandLiebe».

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Sie haben Ihr Restaurant verkauft und sind seit einem Jahr pensioniert. Keine Langeweile? Nein, nie. Ist man erst mal pensioniert, geht der Stress erst richtig los. Ich werde oft um Rat und Tat gefragt und bin auch als «Mystery-Man» unterwegs: Wirte oder Hoteliers mieten mich, damit ich als «normaler» Gast ihren Betrieb unter die Lupe nehme und meine Eindrücke und Beurteilungen abgebe. Wann tanken Sie Ruhe? Zwischendurch mal einen Tag, wo ich lebe wie eine Eintagsfliege. Dann lasse ich alles auf mich zukommen. Wie stehts mit dem Kochen? Täglich – ich liebe es. Mit gutem Essen hält man sich fit und gesund. Sie schreiben für «LandLiebe». Liegt Landliebe im Trend? Ja, und das ist gut so. Wir müssen uns wieder mit der Natur verbinden. Viele Menschen spüren diese Sehnsucht. Monique rYSER

Die «LandLiebe»-Werber: Marco Serratore, Daniel Krieg, Uwe Schlupp, Christoph Bürge (v. l.).

party-facts Gastgeber Ringier-CEO Marc Walder, «LandLiebe»-Chef Urs Heller Tatort Wald- und Wiesenbeiz Adlisberg Food Salat zum Selberschöpfen, Weissweinsuppe aus dem Milchkesseli, Kalbsbäggli mit Härdöpfelstock Hoppla Art Furrer musste absagen: «Wegen einer Muskelzerrung hinke ich wie ein lahmes Pferd.» Party-Rating

«Entschleunigen und den Stress vergessen – dank ‹LandLiebe› sind Sehnsucht und Romantik wieder in»

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HEIRAT

Hochzeit


Zwei, die gleich ticken Beat Schlatter und seine Gattin Mirjam Fischer Schlatter legen im Brockenhaus Emmaus in D端bendorf einen Hochzeitstanz auf den Teppich.

Auf diese Idee muss man erst kommen: Komiker Beat schlatter und Kunsthistorikerin mirjam fischer feiern ihren Bund f端rs Leben im Brockenhaus. Auch f端r die 450 G辰ste unvergesslich.

kunterbunt

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Einmalige Stimmung Mirjam Fischer Schlatter begrüsst einen der 450 Gäste, während die «Feuerwehrmusik Zürich Altstadt» spielt.

Text aurelia forrer Fotos fabienne bühler

E

in paar bunte Ballone markieren den Weg zum Hochzeitsfest – am wohl speziellsten Ort des Jahres: im Brockenhaus Emmaus in Dübendorf ZH. Komiker Beat Schlatter, 49, und die Kunsthistorikerin Mirjam Fischer, 41, feiern zwischen unzähligen Möbeln, Büchern und Fensterpuppen. Anstatt in klassischem Weiss erscheint die Braut in einer «Blumenwiesen»-Kreation der Designerin YoH. Auf die Hochzeitstorte verzichten sie, dafür gibt es Mandel­ gipfel. Beim Unterhaltungsprogramm und bei der Anzahl Gäste tischt das Paar hingegen ganz gross auf. Zu Volksund Rockmusik tanzen 450 Gäste.

Herr Schlatter und Frau Fischer Schlatter, kennen Sie eigentlich alle Ihre Gäste? Beat Schlatter: Sie dürfen ja alle mit Begleitpersonen kommen. Daher kenne

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ich sicher nicht alle, aber zumindest den, den wir eingeladen haben. Die letzten Gäste kamen noch heute dazu. Mirjam Fischer Schlatter: Wir wollten ein einfaches, nicht überstrukturiertes Fest, das dies noch zulässt. Beim Kärtli­ schreiben konnte ich die Namen etwas üben. Wie fühlen Sie sich als Ehepaar? Beat: Jemand sagte zu mir, es sei ein total gutes Gefühl, jedoch merke man dies erst mit der Zeit. Und ich glaube, so ist es auch. Bei uns fand noch keine Umstellung statt. Mirjam: Es ist natürlich ein grandioses Gefühl, wenn man ganz bewusst zu jemandem «Ja» sagt. Das ganze Herz geht auf, und man freut sich über den Menschen, bei dem man weiss: Mit ihm kommts gut. Beat: Stimmt. Und die Trauung im Grossmünster war emotional und sehr intim. Als unser Freund Adrian Weyermann «Halleluja» sang, fing mein

Vater an zu weinen. Danach ging es bei uns allen mit den Tränen los. Ihr Vater musste auch lange auf diesen Moment warten. Beat: Stimmt, und das lag sicher an mir. Ich hatte die Möglichkeit, aber dann wäre ich heute wieder geschieden. Ein Mann merkt, welche Frau er heiraten will. Und eine Frau spürt bewusst, mit wem sie sich fortpflanzen möchte. Und möchten Sie? Beat: Nein, aber natürlich würden wir einen 18-jährigen Jungen adoptieren. Wenn er sich bereits im dritten Lehrjahr bei einer Bank befindet und sein eigenes Geld heimbringt. Wie haben Sie die Nacht vor Ihrer zivilen Hochzeit am 8. April verbracht? Beat: Getrennt, jeder in seiner Wohnung. Aber nur weil jeder noch am Abend davor zu tun hatte. Mirjam: Es ist ein Abbild unseres Lebens. Wir haben uns dann vor Ort


HEIRAT

Farbiger Mix An der Bar lässt sich Kaba­ rettistin Anet Corti von den Schwingern Stucki Christian (l.) und Brügger Roger in den «Schwitz­ kasten» nehmen.

Die grosse Liebe Seit dem 8. April 2011 sind Beat Schlatter und sein «Herz auf zwei Beinen», Mirjam Fischer, verheiratet.

«Sie hat ihre Möbel in mein Herz gestellt» beat schlatter gefreut, uns zu sehen. Und ich spürte keine Zweifel, dass er auch erscheint. Wussten Sie, was der andere trägt? Beat: Nein, das war eine Überraschung. Frau Fischer meinte: Dein KaramellAnzug passt ja zu meinem Kleid. Mirjam: Dein Anzug war perfekt! Mein Mann gefällt mir wahnsinnig gut. Auf dem Standesamt – sowie heute beim grossen Hochzeitsfest – tragen Sie kein weisses Kleid. Warum eigentlich? Ich war schon einmal verheiratet. Damals trug ich ganz klassisch Weiss, was richtig war. Doch heute wollte ich ein fröhliches, lustvolles und eventuell auch komisches Kleid. Eines, das zu mir und unserem bunten Leben passt. Beat Schlatter, was schätzen Sie an Ihrer Frau?

Sie ist humorvoll und intelligent. Sie kennt das Leben eines Künstlers und ist selbst sehr flexibel. Zudem hat sie gerne, wenn ich mit anderen Frauen flirte und für diese attraktiv bin. Um­ gekehrt gilt das übrigens auch. Darum liebe ich sie. Und was schätzen Sie an Ihrem Mann? Seine Offenheit und wie er durchs Leben geht. Daran teilnimmt mit all seinen Sinnen. Er ist herzensgut und tatkräftig und ein Licht-Mensch. Er hat sehr viel Licht und Lampen in seiner Wohnung. Ich war in dieser Beziehung unterbelichtet. Da brachte er mir zwei Tage später sieben Lampen vorbei. Es ist bekannt, dass Sie nicht zusammen wohnen. Über welche Türschwelle werden Sie Frau Fischer tragen?

Wahrscheinlich über meine. Unsere Beziehung findet eher in meiner Wohnung statt. Frau Fischers Wohnung liegt auch im obersten Stock. Da bin ich jeweils schon nudelfertig, bevor ich angekommen bin. Mirjam: Ja, das mag er gar nicht gern. Manchmal habe ich das Gefühl, er findet nicht einmal die Hausnummer. Aber stimmt, seine Super-Loge ist das Headquarter unserer Beziehung. Wieso ziehen Sie nicht zusammen? Beat: Unser Leben geht genau so weiter wie vor der Hochzeit. Anders wäre es komisch. Aber sie hat ihre Möbel in mein Herz gestellt, und ich habe ihr nun die Schlüssel für meine Wohnung gegeben. Mirjam: Die habe ich zum Glück schon etwas länger. Aber ich habs nie forciert, er gab sie mir sogar freiwillig. Dafür hat Frau Fischer forciert, dass Sie beide ein Paar geworden sind. Beat: Stimmt. Ich war alleine unteru wegs im Zug nach Genua, um dort schweizer illustrierte

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HEIRAT

Frische Liebe, gebrauchte Symbole Ihre Eheringe sind «occasion». Seinen Ring ziert einen Karneol-Stein, ihren einen Nephrit.

«Unsere Liebe ist nicht an den gleichen Ort oder an gleiche Ringe gebunden» mirjam fischer meinen Geburtstag zu feiern. Plötzlich erhielt ich eine Nachricht von ihr: «Bin im Speisewagen». Dabei hatten wir uns erst eine Woche vorher kennen­gelernt. Mirjam: Ich weiss nicht wieso, doch ich wusste, in diesen Zug steig ich ein. Irgendwie eine innere Überzeugung. Es war einfach richtig. Zudem hätte ich auch am gleichen Tag wieder nach Hause fahren können. Beat: War aber nicht so. Seither sind wir zusammen. Wie sieht Ihr Leben aus? Beat: Da wir keine Kinder haben, ist es uns wichtig, das Leben auch so zu leben. Das heisst, wir müssen keinen Rhythmus haben. Wenn wir spontan sagen: Lass uns morgen dorthin fahren, dann gehen wir auch. Mirjam: Diese Spontaneität und die u

Überraschungen dürfen bitte auch nie aufhören! Was ist das Fundament Ihrer Ehe? Mirjam: Grosses Vertrauen und irrsinnige Freude aneinander. Man schenkt sich Aufmerksamkeit, und dies immer wieder von Neuem. Beat: Unser Fundament ist auf der emotionalen Ebene. Zudem habe ich nicht wirklich eine Familie, dafür einen sehr guten Kontakt zu meinem Vater. Seit dem Standesamt besitze ich erstmals im Leben ein Familienbüchlein. Das gibt Vertrauen zur Partnerin. Haben Sie Rituale in Ihrer Beziehung? Beat: Wir senden uns Postkarten, wo auch immer wir sind. Und wir telefonieren immer am Morgen und am Abend. Das ist sehr schön, denn es gibt Zeiten, da sehen wir uns drei Tage nicht.

Wer bringt das Geld in Ihre beiden Wohnungen? Beat: Ich hoffe, irgendwann einmal sie. Mirjam: Das wird wohl nie so sein trotz meinem vollen Verdienst. Beat: Aber wir kaufen oft Lösli und hoffen auf ein Wunder. Sind deshalb Ihre Eheringe «occasion»? Beat: Nein, die klassischen Ringe gefielen uns einfach nicht. Neue Ringe hätten uns jedoch das Dreifache von unserem Festschinken für 450 Personen gekostet. Das konnte es für uns nicht sein. Wir möchten etwas so Teures gar nicht an unserem Körper tragen. Mirjam: Unsere Beziehung ist dafür kostbar, so wie wir sie kreieren. Unsere Liebe ist nicht an den gleichen Ort oder an gleiche Ringe gebunden. Unsere Beziehung besitzt keine Regeln, ausser ehrlich zu sein.  schweizer illustrierte

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Kate zum Anfassen Für ihren letzten öffent­lichen Auftritt vor der Hochzeit entschieden sich Prinz William und Kate Middleton für Darwen, Lancashire.

Am 29. April heiratet Prinz William kate middleton. Die Frau, die 30 Jahre nach Diana als Bürgerliche einen Royal ­heiratet, erwies sich bisher als «Princess Perfect» in spe. Aber ist sie das wirklich? Und kann sie Stiefschwiegermutter Camilla vertrauen?

Die «Kate-S


trategieÂť

Fotos Tim Rooke / Rex Features / Dukas, PCN / Reflex

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Fotos Retna UK, Harvey Andrews / Capital Picture, Abaca / Dukas, Camera Press / Keystone

Adrettes Paar Braut- und Br채utigam-to-be zeigen sich stilsicher: Kate im VintageKost체m von Amanda Wakeley, William im navyblauen Anzug mit burgunderroter Krawatte.


titel

Text andreas c. Englert

A

m 29. April ist es endlich so weit: London erlebt wieder eine könig­ liche Traumhochzeit. Prinz Willi­ am, 28, heiratet Kate Middleton, 29. Wie­ der werden Hunderte von Millionen vor den Fernsehgeräten mitfiebern, Tausende mit kleinen Union Jacks in den Stras­sen winken, wenn das Paar vorüberfährt. Wie­ der werden Hundertschaften von Foto­ grafen um die besten Plätze rangeln – und wieder wird ein royales Brautpaar die Titelseiten in aller Welt füllen. Wie damals, im Sommer 1981, als Prinz Charles seine Diana heiratete. Was damals der grosse Triumphtag der Windsors zu sein schien, wurde der Beginn eines Desasters für das Königshaus. Diana wurde die «Königin der Herzen» – für Millionen. Doch für die Queen & Co., eine Familie, die sich selbst als «Die Firma» bezeichnet, wurde sie zum Albtraum. Zur klassischen Fehlbesetzung einer britischen Kronprinzessin. Jetzt darf oder muss Kate Middle­ ton das Erbe antreten. Eine brünette Frau, die äusserlich nur wenig Ähnlich­ keit mit Diana besitzt. Die aus dem Bür­ gertum stammt, akademisch qualifiziert und zehn Jahre älter ist als die damalige Braut. Und die im Gegensatz zur gefühls­ betonten, spontanen und oft etwas un­ sicheren Diana mit einem bis ins letzte Detail durchdachten Masterplan das Pro­ jekt «Einheirat bei den Royals» anging und jetzt ans Ziel gelangt ist. Neun Jahre war Kate die Frau an der Seite von Prinz William. Keine Indiskre­tion über William oder seine Familie kam über ihre Lippen – nicht einmal, als sie kurz­ zeitig von ihm getrennt war. Als eine ehemalige Arbeitskollegin in der Presse behauptete, sie hätte Fragmente eines Handy-Telefonates von Kate mitgehört, in dem sie sich offenbar mit William ge­ stritten hatte, reagierte Kate auf ihre Art: Sie kündigte ihren Job als AccessoireEinkäuferin bei der Modekette Jigsaw und flüchtete hinter die Hecken und Mauern ihres Elternhauses in Bucklebury, Berk­ shire – dort, wo ihre Eltern Michael und Carole das Hauptquartier ihres Partyarti­ kel-Versandhandels Party Pieces haben. Obwohl die Londoner Partyveranstalter viel darum gegeben hätten, Kate auf einem ihrer Events zu begrüssen – die künftige Prinzessin sagte schon vor Jahren ab. Heu­ te ist bekannt: Lange vor der Verlobung gingen bereits alle Einladungen über den Schreibtisch von Williams Sekretariat im Londoner Schloss Clarence House. Weni­ ge, meist private Fotos zeigten sie als Gast von Hochzeiten – stets an der Seite von William, niemals an offiziellen Terminen,

Die Frau an ihrer Seite Für Kates Sicherheit sorgt ein fünfköpfiges Bodyguard-Team. Die wichtigste Leibwächterin: Sergeant Emma Probert, 39.

«Lange vor der Verlobung ging Kates Korrespondenz schon über den Schreibtisch von Prinz Williams Sekretariat» Filmpremieren, Partys. Selbst Bruder James, der früher schon mal in Frauenklei­ dern mit reichlich Alkohol auf Mottofesten gefeiert hatte, wurde aus dem Verkehr gezogen – er kümmert sich mittlerweile um die Torten-Abteilung in der elterlichen Fir­ ma. Und weil wichtig ist, wie die Nachbarn über einen denken und sprechen oder bes­ ser gesagt schweigen, konnten sich selbst der Pub-Wirt und der Metzger aus dem Heimatdörfchen von Kate über eine hoch­ noble Einladung zur Hochzeit freuen. Ob es unsichtbare Berater waren oder ihr untrüglicher Instinkt – Kate erwies sich als «Princess Perfect» in spe. Die kontaktfreudige und liebeshungrige Diana hatte ständig neue Freunde und Liebhaber gewonnen, die in schöner Regelmässigkeit gegen Bares die Medien mit intimsten Details versorgt hatten. Das Vorleben der disziplinierten Kate scheint ohne den kleinsten schwarzen Fleck zu sein: Nach der Verlobung gabs ein paar herzige Kinderfotos für die Medien, die Eltern gratulierten artig in einigen höflichen Sätzen und zogen sich dann wieder schweigend in die Provinz zurück.

Als «beste Freundinnen» der Braut wer­ den in der Presse Damen der jungen Lon­ doner Top-Society wie Holly Branson oder Alicia Fox-Pitt genannt. Als zeit­ weiliger, natürlich platonischer Party­ begleiter taucht Thomas van Straubenzee auf. Interessant daran: Alle diese Kontak­ te hat William mit in die Beziehung ge­ bracht. Die Queen, Prinz Charles und Prinz William pflegen langjährige Freund­ schaften, fast ausschliesslich zu Briten der gehobenen Kreise. Die sind loyal, diskret und plaudern nicht mit der Regenbogen-Presse. Man hat ja gesehen, was passiert, wenn eine Prinzessin Diana mit italienischen Modeschöpfern, USTycoons & Co. verkehrt. Nur Ärger. In schwierigen Zeiten braucht das Land eine Kate. Die Wirtschaftskrise ist auf der Insel längst nicht überwunden. Viele Untertanen freuen sich zwar über den landesweiten Feiertag, murren aber über die Kosten der Hochzeit: Der Anlass wird auf 70 Millionen Franken geschätzt. Champagner, Menü und DJ werden Oma Queen und Papa Charles bezahlen – was Geld kostet, ist die Sicherheit. Etwa u schweizer illustrierte

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Hinreissend Mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem Lachen versucht Kate Middleton die Herzen der Briten zu gewinnen.

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staatsgeheimnis nummer eins!

Welches Kleid darfs denn sein? Zur Diskussion stehen die Designer Valentino, Bruce Oldfield, Sarah Burton für Alexander McQueen und Phillipa Lepley (v. l.). In welchem Hochzeitskleid wird Kate Middle­ton vor den Traualtar treten? Auch im Buckingham-Palast gilt: Der Bräutigam ­sollte so wenig wie möglich über das Outfit seiner Zukünftigen wissen. Deshalb ist alles, was im Vorfeld darüber geschrieben wird, reinste Spekulation. Dass die Behauptung, der Schneider des Brautkleides heisse Bruce Oldfield, vom Palast nicht dementiert

wurde, ist hingegen schon fast eine Ansage. Angeblich sollen gar drei Kleider für die Braut geschneidert worden sein. Sicher ist: Die Middletons werden ihrer Tochter das Brautkleid spendieren. Um die 100 000 Pfund werden sie dafür ausgeben müssen. Laut Protokoll muss die Braut bodenlang tragen, und wie im Adel üblich dürfte der Schleier meterlang sein. bp

Foto Charlie Gray / Camera Press / Keystone

zwei Drittel der Gesamtkosten. Da kommt es gut an, wenn Kate an ihren vier öffentlichen Terminen in England, Wales, Schottland und Nordirland in Mode der Mittelklasse auftritt. Wenn sie beim Shoppen gesichtet wurde, war das im Outlet-Dorf Bicester Village, eine Autostunde von London. Dort gibt es zwar Designermode, aber nur zu Schnäppchenpreisen. Bei Kate scheint nichts dem Zufall überlassen zu sein. Wie die Frage der ­Sicherheit: Kate wird künftig von einem Team von Scotland Yard beschützt werden – das nur aus Beamtinnen besteht. Botschaft eins: Wir bei Hofe stehen ab­solut hinter der Emanzipation im Arbeitsleben. Botschaft zwei: Wir wollen wenig martialisch auftreten – eine Poli­ zistin in Zivil wirkt, so gut ausgebildet sie auch sein mag, weit weniger Furcht einflössend als ein durchtrainierter Elite­ soldat im Vorruhestand. Botschaft drei: Hier gibts keine Möglichkeit zu Seitensprüngen mit dem Bodyguard – bei Diana gab es mindestens einen solchen Fall. u

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Die Kate-Strategie geht auf, keine Frage. Sie könnte ein Lehrbuch veröffentlichen, das ein Bestseller würde. Und Management-Kurse geben, die garantiert ausgebucht wären. Kate geniesst Respekt, Sympathie und Bewunderung. Die Gefühle der Massen hingegen, die hin­ gebungsvolle Begeisterung, die Diana auslöste, hat sie bisher nicht erreicht. Dafür bleibt ein Problem, mit dem auch schon Diana zu kämpfen hatte: Es heisst Camilla, damals Parker-Bowles, heutige Herzogin von Cornwall und damit Stiefschwiegermutter von Kate. Natürlich gratulierte Camilla strahlend zur Verlobung – in den üblichen Königshaus-kompatiblen Glückwunsch-Formulierungen, Marke «Wir sind entzückt». Doch schon der erste Ausflug der beiden führte zum ersten Kratzer im bisher so makellosen KateImage. Camilla und Kate lunchten im ­noblen Londoner Hotel Claridge’s. So unbemerkt von der Öffentlichkeit sich Kate sonst bewegt – so schnell stand in den Zeitungen, dass Williams Braut sich Gänsestopfleber zur Vorspeise bestellt hatte. Ein grobes Foul. Denn Prinz Charles, ­bekannt als passionierter Tierschützer,

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Umweltschützer und Gutmensch, hatte schon vor Jahren einem LebensmittelLieferanten gedroht, ihn aus der Liste der Hoflieferanten zu streichen, sollte er nicht umgehend die Gänsestopfleber aus seinem Sortiment nehmen. Schwer zu glauben, dass Camilla das nicht wusste. Warum hat sie Kate nicht darauf hingewiesen? Im Gegenteil. Angebliche Zeugen schwören, Camilla hätte Kate gar zu dieser Wahl ermuntert. Die traditionell nicht besonders Camilla-freundliche Presse nennt sie seitdem – in Anlehnung an eine bitterböse Filmkomödie mit Jane Fonda – «Das Schwiegermonster». Wir alle wünschen Kate, dass sie in ihrem Strategieschatz ein besseres Gegenmittel parat hat als einst die unglückliche Diana.  Autor Andreas C. Englert ist stv. Chefredaktor der deutschen Illustrierten «Frau im Spiegel» und Königshaus-Experte.

Das grosse Royal-Dossier: www.schweizer-illustrierte.ch

die hochzeitsplanerin

u Diese Dame sorgt dafür, dass die Planung der Hochzeit des Jahres in der Familie bleibt: Lady Elizabeth Anson, 69, ist die Cousine von Queen Elizabeth II. und richtete in ihrer 40-jährigen Karriere Anlässe für Tom Cruise, Mick Jagger und Bill Clinton aus. Lady Elizabeth organisierte 2006 den 80. Geburtstag der Queen im «Ritz» und weiss, was es

für eine royale Party braucht, «to go with a swing». Auch wenn die Queen und Prinz Charles sicherstellen möchten, dass für das junge Brautpaar kein Aufwand zu viel ist, ihren Tag unver­ gessen zu machen – Lady Elizabeth ist bekannt dafür, das Budget minutiös einzuhalten. Darüber werden die Queen und das Volk «amused» sein. bp

Foto David Hartley / Dana Press

Die Party-­ Königin Auf Lady Elizabeth Anson vertrauen nicht nur die britischen Royals – auch Hollywood lässt seine Events von Queen Elizabeths Cousine ausrichten.


«Morgen früh ist hier alles leer!» Hansueli Loosli im Coop-Verteilzen­trum in Dietikon ZH.

w e i v r e t n I e der Wanoscuheli mit H sli Loo

«Ich bin lieber hier als an Cüpli-Anlässen» Fast 20 Jahre lang war er «Mister Coop». Nun tritt Hansueli Loosli als CEO ab. Der Coop-Chef über seinen Nach­folger, seine Pläne und die Punkte auf seiner Supercard. Text Nina Siegrist Fotos Kurt Reichenbach

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ls Bub sei er hier ausgeritten, erzählt Hansueli Loosli, habe es – da, wo jetzt die Ikea steht – so richtig «tschädere loh» auf seinem Pony Baikal. Er steht in einem Sitzungszimmer hoch über dem Coop-Verteilzen­ trum in Dietikon ZH, ihm zu Füssen die Industriezone. «Damals», sagt er, «war hier alles grün.» Geboren als Sohn einer Volg-Filialleiterin und eines Verkaufs­ leiters einer Düngerfabrik, wuchs Loosli in Würenlos AG auf, zusammen mit drei Geschwistern und drei Pferden. Loosli gilt als Mann an der Front. Als «einer, der mit anpackt», wie er selbst sagt. Seit 1997 führt er den Grosskonzern Coop (75 000 Mitarbeiter), hat die Genossenschaft entstaubt und geprägt. Nun gibt er seinen Chefposten auf, ab September leitet Joos Sutter das operative Geschäft. Loosli übernimmt das VR-Präsidium von Swisscom und Coop. «Ausschlafen werde ich aber auch künftig nicht», sagt der Frühaufsteher.

Herr Loosli, Sie haben Schuhgrösse 41? Stimmt. Ich hätte Ihre Fussstapfen allerdings für weit grösser gehalten. Ach ja? Man hat das Gefühl, dass kein Nachfolger sie ausfüllen kann. Sie sind Mister Coop! Coop ist für mich nach fast 20 Jahren im Unternehmen Teil meines Lebens. Und vielleicht bleibt mir tatsächlich die Bezeichnung «Mister Coop» erhalten. Ich hab immer gesagt, dass ich den CEO-Job bei Coop nicht mehr als 15 Jahre mache. Warum? Zum einen habe auch ich gewisse Verschleisserscheinungen. Wenn Sie Tausende von Kilometern im Jahr unterwegs sind – ohne Chauffeur – und mehrmals in der Woche spätabends heimkommen, dann merken Sie das. Zum anderen wird es nach fast 20 Jahren Loosli auch Zeit für neue Ideen. Deshalb gehe ich, freiwillig. Der Coop-Loosli macht Platz für Joos Sutter. War das doppelte O im Namen wahlentscheidend?

Natürlich nicht (lacht). Joos Sutter hat grosse Fähigkeiten, langjährige Er­ fahrung, kennt den Spirit und die Leute von Coop. Er ist der richtige Mann für diesen Posten. Gerne unterstütze ich ihn künftig als Sparringspartner – aber ich werde mit Sicherheit nicht seinen Schatten spielen. Dabei würden wir uns beide nicht wohlfühlen. Sie wechseln im Herbst in den Verwaltungsrat, übernehmen das Präsidium und stossen mit Irene Kaufmann eine der wenigen Schweizer Wirtschaftsfrauen von ihrem Thron. Nicht gerade gentlemanlike. Die Wahrheit ist manchmal etwas anders, als sie scheint: Erstens gibt es bei Coop keinen Thron, denn der Verwaltungsrat ist ein Team. Zweitens haben Irene Kaufmann und ich vor­ gängig vereinbart, dass sie den Ver­ waltungsrat für zwei Jahre führt – sie wollte diese Position ohnehin nicht längerfristig übernehmen. Und sie wird auch künftig als Vizepräsidentin eine tragende Rolle spielen. Im Übrigen sind wir eines der wenigen Unternehmen, die vier Frauen im Verwaltungsrat haben. Gab es in Ihrem Leben irgendwann mal eine «Coop-Krise»? Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Wenn ich nicht immer meinen Frie- u schweizer illustrierte

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Hansueli Loosli

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Seltener Gemeinsamer Auftritt

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Kochen Lernen nach dem Rücktritt

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Grosse Rochade an der Coop-Spitze

Für eine Werbekampagne der Schweizer Bauern lassen sich Coop-Chef Hansueli Loosli und Migros-Chef Herbert Bolliger 2006 Seite an Seite ablichten.

Trotz VR-Mandaten hofft «Mister Coop» nach seinem Rücktritt auf mehr Freizeit. Dann würde er seinen Freunden gern was Imposantes auftischen – zum Beispiel Lachs à la Loosli.

Hansueli Loosli übernimmt im September das Coop-Präsidium von Irene Kaufmann (M., neu Vizepräsidentin). Und auf CEO Loosli folgt der 47-jährige Bündner Joos Sutter.

Persönlich Geboren am 4. 11. 1955 karriere Eidg. dipl. Buchhalter, stv. Direktor Mövenpick, Direktor der Waro, danach Wechsel zu Coop. 1997 bis September 2011 CEO, danach VR-Präsident von Coop u familie Verheiratet, zwei erwachsene Kinder u Hobbys Tennis, Skifahren, Wandern u

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den mit Coop gehabt hätte, wäre ich längst gegangen. Beispielsweise habe ich auch nie mehr als einen Jahres­vertrag unterschrieben bei Coop. Als ich 1992 kam, gab es noch vierjährige Amtsperioden – die haben wir abgeschafft. Ich wollte immer frei sein, hab mich auch nie als Angestellter, sondern immer als Unternehmer gefühlt. Ich packe gerne mit an, bin lieber bei den Mitarbeitern als an irgendwelchen Cüpli-Anlässen. Migros-Chef Herbert Bolliger zeigt sich gerne in der Öffentlichkeit. Solche Anlässe sind nicht meine Welt, nicht die Welt meiner Mitarbeiter und auch nicht die meiner Familie. Wenn ich an eine Veranstaltung gehe, dann habe ich einen Grund oder einen Auftrag dafür. Wenn es keinen Grund gibt, verbringe ich diese Zeit lieber zu Hause mit Freunden, meiner Frau und unseren zwei erwachsenen Kindern. Die Migros gibt marketingmässig ziemlich Gas – witzige Werbung, M-Budget-Kult, die ganze Nanomania. Wir positionieren uns etwas anders, liegen damit aber nicht weniger im Trend – denken Sie nur an die Werbespots mit Rapper Stress, die sind Kult. Ob die Nano-Aktion richtig oder falsch ist, muss jeder selbst entscheiden. Wir hätten das nie in dieser Form gemacht, so was kostet die Konsumenten enorm viel Geld. Übrigens sind die Nanos keine Neuerfindung. Die EPA hatte ganz ähnliche Figürchen schon im Jahr 2001. Wir haben kürzlich so ein Ur-­Nano geschenkt bekommen von einem ehemaligen EPA-Mitarbeiter. Sie behaupten, nie bei Migros ein­zukaufen. Das glaube ich nicht. Das ist aber so. Ich war ein Volg- und Coop-Kind. Als ich ein Bub war, war es bei uns verpönt, in der Migros ein­ zukaufen. Ich kaufe höchstens mal ein Muster bei der Migros – um Vergleichsdegustationen durchzuführen. Sie laufen also zum nächsten Coop – selbst wenn Sie neben der Migros stehen. Erstens stehe ich schon gar nicht neben der Migros (lacht). Und zweitens ist der Weg zum Coop immer kurz: 70 Prozent der Einwohner in der Schweiz finden eine Coop-Filiale an ihrem Ort, 99 Prozent der Schweizer finden eine Filiale im Umkreis von maximal zehn Kilometern. Haben Sie eigentlich eine Supercard? Natürlich. Wie viele Punkte sind da drauf? 75 000 und irgendwas. Könnten mehr sein. Ich brauch die auch nur in den Ferien, wenn ich selbst einkaufen gehe.

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Das heisst, Sie haben keine gemeinsame Karte mit Ihrer Frau? Nein. Bei uns hat jeder in der Familie seine eigene. Das ist toll, dann kann man beim Znacht mit Punkten handeln (lacht). Vor allem die Jungmannschaft fragt schon mal an, ob ich Ihnen ein paar Punkte abgebe. Familienzeit ist bei Ihnen rar – wird das besser nach dem Rücktritt als CEO? Die Belastung wird sicher anders, wenn man sich nicht täglich mit Umsätzen und Erträgen rumschlagen muss. Aber mit der Übernahme des Swisscom-Präsi­ diums, auf das ich mich übrigens sehr freue, und mit meinem Engagement bei Coop wird es mir nicht langweilig. Als Swisscom- und Coop-Präsident sind Sie der mächtigste Wirtschaftsführer. Das Wort mächtig mag ich gar nicht. Das ist furchtbar. Man sieht ja in der Politik, wie die, die nur Macht hatten und diese lebten, am Verlieren sind in den letzten Monaten. Heute kann man nicht mehr mit Macht regieren. Man muss die Leute von einer Sache überzeugen – und sich auch mal von ihnen kritisieren lassen. Was haben Sie noch für Pläne in den nächsten Jahren? Ich würde beispielsweise gerne so richtig gut kochen lernen. Mein Schwiegervater ist 86 Jahre alt, lädt immer wieder Leute ein und bekocht sie mit fantastischen Menüs, die er tagelang vorbereitet hat. Kochen hält offensichtlich jung – darum will ich das auch (lacht). Sie haben auch mal gesagt, dass Sie in einem neuen Leben eine Beiz eröffnen würden. Genau – denn die Gastronomie lebt wie der Detailhandel von den Menschen. Eher gutbürgerliche Küche oder was Ausgefallenes? Am liebsten ein Multikulti-Restaurant: einen Tag italienisch, am nächsten chinesisch und am dritten gutbürgerlich. Übrigens würde ich auch gern Italienisch lernen, also nicht kochen, sondern reden. In der Migros-Klubschule? Nein, in Italien oder im Tessin natürlich. Zusammen mit meiner Frau. Und wenn dann noch irgendwo eine freie Minute bleibt, nehme ich Klavier­ stunden. Leider hab ichs nie über den Kotelett-Walzer hinausgebracht – das soll sich noch ändern. Und dann, was spielen Sie? Boogie-Woogie zum Beispiel … Ich ahne warum … Genau. Zweimal Doppel-O. Wie bei Coop-Loosli (lacht). 

Fotos Keystone, Kurt Reichenbach, Heiner H. Schmitt Jr. / Coopzeitung


alpinismus

Wo andere nach Luft schnappen Ueli Steck bei einem zweistĂźndigen Berglauf in 5000 Metern HĂśhe im Khumbu-Tal. Im Hintergrund zwei Sechstausender, Nachbargipfel des Mount Everest.


Neue Grenzen sprengen ueli steck klettert mit seiner Speedtechnik im足 Himalaja. Der Extrembergsteiger will eine neue, steile Route am 8013-Meter-Riesen Shisha Pangma wagen.

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Mit Steigeisen und Eisgeräten Ueli Steck beim Eisklettern im Khumbu-Gebiet, «als Training und mal einfach so zur Abwechslung».

Cool Beim Besteigen des Cholatse (6440 Meter) im Khumbu-Tal (mit US-Alpinist Freddie Wilkinson) nächtigt Steck in einer Biwakhöhle und schläft «tief und fest».


alpinismus

«Es gibt immer ein Rest­risiko, das kann ich akzeptieren. Denn es macht mein Leben lebenswert» Ueli steck

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Sein Hausberg Letzte Vorbereitungen auf die Himalaja-Expedition. Steck in der Eigernordwand.

Text Marcel huwyler Fotos robert bösch

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xtrem. Er mag das Wort nicht. Wenn die Leute vor etwas Angst haben, sagt Ueli Steck, nennen sie es extrem. Darum bezeichnet er sich selber auch nicht als Extrembergsteiger. «Denn was ich tue, ist für mich nicht extrem, sondern selbstverständlich, ich erreiche einfach nur ein Ziel, mit dem ich mich sehr lange, sehr intensiv ausein­ andergesetzt habe.» Also beisst man sich auf die Lippen, vermeidet das Wort «extrem», wenn man ihm jetzt zuschaut, wie er joggt, Berg­läufe macht, locker, scheinbar mühelos, im Khumbu-Tal im Himalaja, nahe dem Mount Everest, in über 5000 Metern Höhe. Neuankömmlingen rasselt hier oben der Atem, nach fünf Schritten wird es einem schwindlig, nach zehn fleht man um eine Pause – doch Steck joggt, zwei Stunden lang. Der Mann lächelt verlegen,

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meint gar, sich für seine Extrem-, sorry, Topform entschuldigen zu müssen: Er sei halt schon einen Monat hier oben. «Da be­ wegt man sich so locker wie daheim.» Zwi­ schen seinen Bergläufen besteigt er zwei Sechstausender, entspannt sich beim Eis­ klettern und übernachtet auf 6000 Metern Höhe in seinem Zelt. Steck nennt das «die perfekte Akklimatisierung». Er ist fit, er ist motiviert, er ist bereit. Für die Süd­ wand des Shisha Pangma. Ueli Steck, 34 Jahre alt, ge­lern­ ter Zimmermann, Profibergsteiger, wohn­ haft in Ringgenberg bei Interlaken BE, sagt, er sei ein sehr ängstlicher Mensch. «Ich kehre am Berg früher um als manch anderer.» Und doch tut Steck Dinge, die ihn zu einem der besten Alpinisten der Welt adeln. Ziemlich hohe und schnelle Dinge. Mitunter gefährliche. An vier Achttausendern war er und hat die drei grossen Alpen-Nordwände in Rekordzeit, solo und ungesichert durchstiegen. Das Matterhorn in 1 Stunde 56 Minuten, die

Grandes Jorasses in 2 Stunden 21 Minu­ ten und die Eigernordwand in 2 Stunden 47 Minuten. Besser und schneller, sagt Steck, könne er diese Nordwände nicht klettern. Also hat er dieses Kapitel ab­ geschlossen. «Man muss wissen, wann es genug ist.» Doch einer wie Steck mag nicht ruhen, will weitermachen, Neues erleben. «Sobald ich stehen bleibe», sagt er, «bin ich wie gestorben.» Darum hat er alles, was er in seinem Bergsteigerleben erfahren und gelernt hat, zusammen­ gefasst und verdichtet – das Beste von Steck sozusagen: Technik und Schnellig­ keit seiner Speedbegehungen, kombiniert mit der Höhenerfahrung seiner Achttau­ sender-Expeditionen, garniert mit seiner Nervenstärke. Denn Steck geht – im bes­ ten Sinne – mit dem Kopf durch die Wand. Diesmal hat er sich eine besonders schwierige ausgesucht. Eine noch nie be­ gangene Route in der steilen Südwand des 8013 Meter hohen Shisha Pangma im Himalaja. Hochrisikozone.


alpinismus

Materialschlacht Ueli Steck beim Packen daheim in seinem Büro in Ringgenberg BE.

Zum letzten Mal ein Bett Steck nächtigt in der Lobuche-Lodge und sortiert sein Material. Steck ist froh, wieder frei zu sein, seine Ruhe zu haben. Die letzten Monate waren hektisch und verplant. Mit seiner Live-Multivisionsshow «Speed» ging er auf Schweizer Tournee, füllte Abend für Abend die Hallen, zeigte Fotos und Filme seiner Geschwindigkeits­ kletterei, moderierte, referierte, und das, wie er sagt, mit unerwartet viel Spass. Eine Freude wars, den schmächtigen, drahtigen Mann mit dem Lausbuben­ gesicht und den eispickelkrummen Beinen auf der Bühne zu erleben. Nebst der «Speed»-Show trainierte er täglich für sein Himalaja-Projekt, rannte auf den Niesen, 1600 Höhenmeter, und das dreimal hintereinander. Pausen erlaubte er sich bloss, wenn er mit der Standseilbahn fuhr – natürlich nur hinunter, talwärts, zum Jogging-Neustart. Ende Februar reiste Ueli Steck mit seiner Frau Nicole ins Khumbu-Tal am Everest. 14 Tage Trekking gönnte sich das Ehepaar. Wo andere Strapazen u

shisha pangma – der kleinste achttausender Shisha Pangma 8013 m

Tibet Mt. Everest 8850 m

Kathmandu Namche Bazar Khumbu-Tal

Nepal Sun Kosi 0

Lukla

Arun

10 km

SIgrafik: Nigel Simmonds

u 8013 Meter hoch ist der Shisha Pangma und somit der niedrigste der 14 Achttausender. Er ist der einzige Achttausender, der vollständig auf chinesischem Territorium (im Autonomen Gebiet Tibet) liegt. Die Normalbesteigung über die Nordwand gilt als relativ einfach. Ueli Steck klettert aber eine neue, sehr steile Variante in der Südwand (siehe Bild). Die exakte Routenwahl entscheidet er aber erst vor Ort.

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Höhentraining im Schlaf Steck über­ nachtet oft im Zelt, manchmal auf über 6000 Metern. Im Hintergrund der Nuptse (7861 Meter). Experten­gespräch in der Lobuche-Lodge (unten): Steck mit den Alpinisten Freddie Wilkinson (Mitte) und Rob Frost (l.).

«Mit meiner Speedtechnik kann ich hier im Himalaja neue Grenzen sprengen» ueli steck u oder gar Gefahr sehen, finden die Stecks ihr Glück. Ueli schenkte seiner Frau frü­ her zum Geburtstag schon mal eine «ro­ mantische Nacht in der Eigernordwand – im Todesbiwak». Und 2009 verbringt das Paar seine Flitterwochen am 8034 Meter hohen Gasherbrum II, wo Ueli als einzi­ gem Alpinisten in jenem Jahr der Gipfel­ erfolg gelingt (Funkspruch zu Nicole: «I bi dobe!»). Es sei für seine Frau nicht immer einfach, mit seinen riskanten Bergprojekten umzugehen, sagt Ueli. Aber sie hätten ein System gefunden, das für beide funktioniert. Nämlich? «Das zu erklären», meint Ueli und lächelt, «ist zu kompliziert.» Die Angst, das Risiko, der Tod am Berg. Steck spricht offen von den «Urängsten, den Existenzängsten auf Achttausendern». Es gibt immer ein Restrisiko, sagt er. Das könne er akzep­ tieren, dies mache sein Leben lebens­ wert. Er hält es für falsch, alles im Leben immer noch besser absichern und ver­ sichern zu wollen. Klar, auch ihm könne etwas passieren, es gebe keine Garantie. Oder wie er es poetisch ausdrückt: ­«Irgendwann fehlt man beim Znacht.» Ueli Steck hat enorm viel Wissen und Können und setzt dieses konsequent ein,

er verlässt sich nur auf seine Hände und Füsse – und seinen Kopf, der so stark ist wie bei kaum einem anderen Alpinisten. Keiner kann so total auf das Hier und Jetzt fokussieren wie Ueli. Im Büro in seinem Haus, ein altes, knorriges Holzhäuschen im Dorfzentrum von Ringgenberg, stapelt sich ein paar Wochen vor der Abreise in den Himalaja die Expeditionsausrüstung. Alles wird in blaue 60-Liter-Plastikfässer verpackt. Beson­ders stolz ist Ueli auf seine mass­ geschneiderten Kleider. Ein orangefarbe­ nes Daunenkombi wiegt federleichte 1650 Gramm, der Schlafsack, in hässlichem Rotz­grün zwar, gibt mollig warm und scheint mit 700 Gramm schwerelos. Auch Bücher nimmt er mit, darunter einen Asterix-Comic und einen Stieg-LarssonKrimi. Dann das Essen: Hunderte von Getreide-Riegeln in schriller Verpackung, die «High» und «Energy» und «Power» versprechen. Aber auch Heimatkäse von der Wengeneralp packt Ueli ein und einen gros­sen Mocken Trockenfleisch. Überall Dosen, Säcke, Pakete und Flaschen. Am Shisha Pangma darf es zu keinen Verwechs­ lungen kommen. Also beschriftet Ueli die Dinge. Auf eine milchige Plastikguttere hat er mit Filzstift «Pissbottle» gekritzelt.

Am 10. April 2011 hat Ueli Steck die Grenze nach China in Richtung Shisha Pangma passiert. Mit dabei ist Don Bowie, der 41-jährige Amerikaner war bereits ohne Sauerstoffflaschen auf dem K2, der als schwierigster aller vierzehn Acht­ tausender gilt. Mit Bowie will sich Ueli an die neue Route in der Shi­sha-Pang­ma-Südwand wagen. Ohne zusätzlichen Sauerstoff, ohne Sherpas, ohne Fixseile. «Möglichst schnell rauf und möglichst schnell wieder runter», das ist Uelis Plan. In dieser Höhe kann sich der Körper nicht mehr erholen, nicht mal beim Schlafen, man wird immer müder, «brennt» aus, die Gefahr von Höhen­ krankheit wird grösser, da hilft es enorm, wenn man sehr schnell wieder unten ist. Die an der Eigernordwand erfolg­ reich praktizierte Speedtechnik soll Steck jetzt also auch an einem Acht­ tausender Erfolg bringen. Er braucht drei oder vier Tage stabiles Wetter, «dann kann ich hier neue Grenzen sprengen». Am 15. April 2011 schreibt Ueli Steck in einem SMS: «Sind im Basecamp angekommen. Ab dem 22. April soll das Wetter besser werden, wärmer, weniger Wind. Der 27. sieht gut aus. Lieber Gruss Ueli».   schweizer illustrierte

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Liebling der Davoser Fans Die Anh채nger des Eishockey-Schweizer-Meisters tragen ihren Goalie-Helden Leonardo Genoni auf H채nden.

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Ganz Davos lie schweizer illustrierte


bt Leo!

Meisterliches Bollwerk Mit Händen und Füssen hat Goalie leonardo genoni die Gegner zur Verzweiflung und den HCD zum Eishockey-Titel gebracht. Doch der Davoser Held hat auch ganz schön viel im Kopf. schweizer illustrierte

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eishockey-meister hcd

«Wenn ich an der WM dabei bin, gibts erst im Juli richtig Ferien – zwei Wochen» leonardo genoni

Alte Weggefährten Genonis Vespa ist noch drei Jahre älter als der Meistergoalie des HCD, der Jahrgang 87 hat.

Text alejandro velert Fotos hervé le cunff

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igentlich mag er es nicht besonders, im Mittelpunkt zu stehen. Doch ob Leonardo Genoni ­möchte oder nicht, irgendwie zielt der Scheinwerfer des Rampenlichts immer genau auf ihn. Zuerst als überragender Goalie des frisch gekrönten Eishockey-Meisters HC Davos. Dann als Liebling der Fans, die ihren Helden auf Händen tragen. Und wenn er nun, da die Saison vorbei ist, mit aufgesetztem Helm auf seinem ­Roller durch Davos fährt, ists auch nicht ­besser: Das Knattern der Vespa mit Jahrgang 1983 verrät ihn schon von Weitem. Das grelle Türkisblau des Rollers ist auch nicht gerade diskret. Und zu allem Überfluss zieht das Gefährt eine dichte Rauchfahne hinter sich her. Vergangenen Samstag, am Tag der Meisterfeier in der Stadt, sitzt Leonardo Genoni, 23, am Morgen im Café Klatsch. Er schlürft einen Cappuccino, versteckt seine zerzauste Frisur unter einer Wollkappe. Nützt nichts! Die anderen Gäste erkennen trotzdem schnell, wer da sitzt. Denn selbst aus einer HCD-

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Mannschaft voller Helden ragt Genoni durch seine Leistungen noch heraus: 95,9 Prozent aller Schüsse auf sein Tor hat er während den Playoffs abgewehrt. Eine fast unglaubliche Fangquote. Doch Komplimente wehrt Leo Genoni fast so resolut ab wie die Pucks der ­gegne­ri­schen Stürmer. «Hockey ist Mannschaftssport, und ich bin nur Teil des Teams. Lobeshymnen auf meine Person sind mir wirklich unangenehm.» Seit drei Jahren hütet der Zürcher das Tor des HCD. Die ersten Monate im Landwassertal hat er als schwierig in Erinnerung. Die Abende alleine in seiner Wohnung waren nicht immer einfach. «Heute weiss ich, dass diese harte Erfahrung lehrreich war.» Und seit einem Jahr arbeitet seine Freundin ­Anina als Krankenpflegerin ebenfalls in Davos. Mit ihr ist Genoni seit seiner Jugendzeit in Kilchberg ZH zusammen. «Dass Anina hierhergezogen ist, bedeutet mir sehr viel. Nicht nur ich, auch meine Wohnung ist seither viel besser im Schuss.» Als Kontrastprogramm zum Eis­ hockey drückt Leonardo Genoni die Schul­bank. Jeden Montagnachmittag fährt er nach Regensdorf ZH, um sein

Ökonomie-Fernstudium voranzutreiben. «Das ist mein Langzeitprojekt. Ich bin erst im zweiten Semester, und nur schon bis zum Bachelor dauert es viereinhalb Jahre.» Seinen wöchentlichen ZürichTrip nutzt er auch, um seine Familie zu besuchen. Vater Michele, der Chefarzt ist an der Klinik für Herzchirurgie im Zürcher Triemlispital, und Mutter Lilo wohnen in Kilchberg. «Sie haben mich auf dem Weg zum Hockey-Profi immer unterstützt, aber auch darauf bestanden, dass ich die Matur abschliesse.» Wie auch bei seinen zwei Brüdern Gaetano, 24, und Tiziano, 21, die als Hockey­ spieler den Sprung zu den Profis nicht ganz geschafft haben. Genonis grosses Ziel ist die NHL in Nordamerika, die beste Hockey-­ Liga der Welt. Doch trotz zwei Meistertiteln mit dem HCD macht Leonardo noch immer Mankos bei sich aus. «Im Sommer trainiert jeweils Jonas Hiller mit uns. Da sehe ich, wie viel ich noch an mir verbessern muss.» Hiller war Genonis Vorgänger in Davos und hat sich als einer von wenigen Schweizern in der NHL durchgesetzt. «Was der alles kann, wie hart der arbeitet – beeindruckend!» Im Gegensatz zum Gros des Teams, das sich von den Meisterschafts­strapazen erholen kann, rückt Leonardo Genoni nun ins Trainingslager der Schweizer Nationalmannschaft ein – mit Ehrgeiz! «Ich möchte es ins Team schaffen, das an die WM in die Slowakei fährt.» Ferien und Erholung müssen vorläufig hintanstehen. «Wenn ich an der WM dabei bin, kann ich erst im Juli zwei Wochen Ferien am Stück machen. Mehr werden es in diesem Jahr wohl nicht sein.» Mit dem Auto in die Ferne fahren, so stellt er sich seine Traumferien vor. Ohne konkretes Ziel. «Am spannendsten finde ich Ferien, wenn ich bei jeder Kreuzung neu entscheiden muss, wohin ich fahre.» Ganz im Gegensatz zu seiner Hockey-Karriere, die bisher nur eine Richtung kennt – nach oben, ins Rampen­ licht. In welches Leonardo Genoni doch gar nicht will. 


Grosser K체bel f체r grossen Triumph: Remo Giovannini (vorne) und Mathias Joggi mit Pokal.

Davoser Love-Parade: Auf ihren Quads knattern die Meisterspieler durch die Strassen der Stadt.

Der Chef lenkt immer: Trainer Arno Del Curto f채hrt den Lastwagen mit seinen Spielern hintendrauf.

HCD auch im Feiern m


eishockey-meister hcd

Bis Zigarren und Reifen qualmen: Sandro Rizzi und Beifahrer Janick Steinmann lassen es krachen.

Leicht ermüdet: Janick Steinmann, Petr Taticek und Dario Bürgler (v. l.) nach langer Nacht.

Kopfsache: HCD-Leitwolf Reto von Arx signiert einem kleinen Fan den Helm.

eisterlich

Tausende bejubeln den 30. Meistertitel der Davoser Eishockeyaner

V

ollgas zum Saisonabschluss. Auf Old­ timer-Lastwagen, Töffs und Quads fahren die Meister-Helden des HC Davos hoch­ tourig durch die höchstgelegene Stadt Europas. Tausende Fans feiern mit ihnen den dreissigsten Meistertitel des Vereins. Meisterlied des Teams: «Hurra, das ganze Dorf ist da!» Trainer Arno Del Curto ist auch im Korso der Chef und setzt sich ans Steuer des Lastwagens. Reto von Arx ist in seinem Element und gibt auf der Lade­ fläche die Richtung an. Del Curtos Pläne für die kommenden Wochen: «Ich mache, wozu ich Lust habe. Golfen, lesen, nichts tun.» Josef Marha bringt seinen Sohn Simon mit an die Party. «Ein perfektes Geschenk für ihn. Er ist am Tag des Meistertitels acht Jahre alt geworden.» Captain Sandro Rizzi ist vom vielen Feiern gezeichnet: «Ich kann nicht mehr mit den Jungen im Team mithalten. Die haben die bessere Party-Kondi­ tion.» Wie Dario Bürgler: «Ich feiere, bis das Training in ein paar Wochen wieder anfängt.» Der Bündner Finanzminister Martin Schmid macht bei seiner Rede im Rathaus den Witz des Tages: «Liebe HCD-Spieler, ich freue mich über eure Meisterprämien, das erhöht die Steuer­ einnahmen des Kantons!» Reaktion des Teams: scherzhafte Buhrufe und viel Gelächter. Text alejandro velert, Fotos hervé le cunff

Geburtstagsgeschenk: Josef Marha mit Sohn Simon, der am Meistertag acht wurde.

Starke Führung: Davos-Präsi Tarzisius Caviezel mit Captain Sandro Rizzi.


Biobauer mit Kraftwerk Der grüne Auswanderer mit seinem grössten Stolz: der Solaranlage auf seiner Scheune.

EU-Befürworter, AKW-Gegner, machtbewusst: Der Grünen-Pionier Ruedi Baumann war erfolgreich – und umstritten. Seit zehn Jahren lebt er im Südwesten Frankreichs den Traum vom grünen Leben.

Der kleine S

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Endlich Müssiggang Seit ihrem Rückzug aus dem Parlament bleibt Stephanie und Ruedi Baumann Zeit für Hobbys: Sie beobachtet wilde Orchideen, er züchtet Rebstöcke und versucht sich als Winzer.

Text Lukas Egli Fotos Hervé Le Cunff

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or der Kirche in Traversères rechts und ans Ende der Sack­ gasse fahren» – Ruedi Baumann hätte besser «ans Ende der Welt» ge­ schrieben. Der Weg führt an zwei, drei bewohnten Häusern vorbei, über einen windigen und zauberhaft stillen Hügel­ rücken, dann taucht er in eine Allee von uralten, knorrigen Eichen, die die Stras­se überdachen, bis er vor Ruedi Baumanns Haus abrupt endet, einem Herrschaftshaus, das über einer gran­ diosen Landschaftsarena thront. Hierhin also hat sich der ehemalige Präsident der Schweizer Grünen Partei zurückgezogen. Nach zwölf Jahren im Nationalrat (bis 2003) und Jahrzehnten als Biobauer in Suberg im Berner Seeland wanderte er 2001 mit seiner Frau Stephanie in den Südwesten Frank­ reichs aus. In die Gascogne, einem Schlaraffenland, das Delikatessen wie Fois gras und Armagnac hervorgebracht

«Die Sonnenenergie wäre das Beste für die Bauern. Nur die Schweizer merken es nicht!» hat. Und lebt den Traum vom grünen ­Leben. «La France rurale!», schwärmt Biobauer Baumann, 63, auf dem Innen­ hof seines schönen, gepflegten Guts. «Sieht noch aus wie die Schweiz in den 1950er-Jahren. Ich liebe dieses Land!» Ruedi Baumann hat immer eigene Ideen gehabt. 1997 wurde der IngenieurAgronom ETH in einer Kampfwahl Par­ teipräsident. Er blieb bis zum Rücktritt 2001 umstritten. Baumann kämpfte für einen Beitritt der Schweiz zur EU und für die Kleinbauern, kämpfte gegen die Kern­ kraft und den «Mobilitätswahn». Bereits unter seiner Ägide wurden parteiinterne Konflikte sichtbar, die in der Abspaltung der Grünliberalen Partei 2004 mündeten, der politischen Kraft der Stunde.

Hackstriegel, Schlegelhäcksler, Hang­ mäher – in der offenen Scheune reihen sich die Landmaschinen aneinander, der Stolz jeden Bauers, sauber arrangiert. Die Ordnungsliebe wird der Schweizer Bauer auch in der Fremde nicht los. Davor der Traktor, Inbegriff des Bauern­ daseins. Es ist ein Massey Ferguson, eine «Rostlaube», wie seine Nachbarn spot­ ten. Sie haben grössere, bessere, ameri­ kanischere. Ruedi Baumann geht auch in der Gascogne seinen eigenen Weg. Doch sein grösster Stolz ist nicht in, sondern auf der Scheune: Eine 80 Qua­ dratmeter grosse Solaranlage ziert das Ziegeldach, im sonnenreichen Süden eine gute Sache. Seit 2009 fördert Frankreich die Netzeinspeisung stark. 60 Eurocent erhalten Kleinkraftwerk-Betreiber pro schweizer illustrierte

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Bauern à la française Jetzt weiss Baumann, wie es geht: das Feld bestellen – dann ab in die Ferien! Kilowattstunde. 12 000 Franken löst AKWGegner Baumann mit seinen 15 000 kW/h jährlich. Ohne nur einen einzigen Finger zu rühren. Das einstige Solarpionierland Schweiz ist in Sachen Alternativenergien längst vom Atomstromland Frankreich überholt worden. Sehr zum Ärger des Grünen-Pioniers. Bereits in der Schweiz hatte sich der Biobauer als Stromproduzent versucht. Ein Wasserrad im Dorf hatte es ihm angetan. Er wollte einen Stromgenerator damit betreiben. Jahrelang kämpfte er gegen die Kantonsbehörden, die ihm stur die Wasserkonzession verweigerten. Am Ende durfte er unter strengen Auflagen sein kleines Flusswasser-Kraftwerk betreiben, das 1 kW/h produzierte. «Keine Erfolgsgeschichte», meint Baumann im Rückblick trocken. Doch es ging ums Prinzip. In der Schweiz gebe es Tausende blockierte Stromprojekte. Dabei wäre die Sonnenenergie doch das Beste für die Landwirtschaft. «Auf jede Scheune gehört eine Solaranlage!», fordert Baumann. «Nur die Schweizer Bauern merken es nicht», enerviert er sich. Doch Baumann hat den Schweizer Kleinkram längst hinter sich gelassen.


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«Eine Rückkehr in die Politik? Ich will doch nicht noch mehr Zeit meines Lebens herumsitzen!» «Ich schnaufe jedes Mal auf, wenn ich von den Ferien bei den Söhnen in der Schweiz hierhin zurückkehre», erklärt er, während er sein schönes Ackerland betrachtet. 70 Hektaren bewirtschaftet er. Für Schweizer Verhältnisse fast ein Grossbetrieb, in Frankreich fast nichts. Baumann produziert Biogetreide, Sonnenblumen, Bohnen. Bescheidene Er­ träge mit minimalem Aufwand. Und hält kein Stück Vieh. «So kann ich Ferien machen!» Er ist ein Anti-Bauer geworden. «Hier sehe ich nie einen Bauern arbeiten», erzählt er lachend. «Aber plötzlich sind die Felder gemacht. Wie von Geisterhand.» Anders als die Schweizer würden die französischen Bauern ihre Tage nicht mit «Chrättele» verbringen. Sätze wie Dornen in die Schwielen fleissiger Schweizer Bauernhände. Das politische Umfeld meint es gut mit dem linken Immigranten. In der

Gascogne kandidieren selbst Bauern als Kommunisten. «Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden, gerade auch wegen meiner grünen Haltung», so Baumann. Er kann sich nicht vorstellen, dass es einem Fremden in der Schweiz so erginge, wenn er ein Heimet kaufen wollte. Gerne fährt Ruedi Baumann in seiner Freizeit über Land, auf der Suche nach alten Landmaschinen, die er auf seinem Hof selbst wieder instand stellt. Bäche, Hecken und Wälder unterteilen die weitläufige, fruchtbare Hügellandschaft. Auf den Kuppen stehen alte Kornmühlen. Die Nutzung der Naturkräfte ist in Südfrankreich keine neue Erfindung. Am liebsten zeigt er seinen Schweizer Gästen das nahe Sonnenkraftwerk SaintClar: 15 Hektaren Solarpanels, Strom für 10 000 Personen. 30 Millionen Euro wurden hier in Sichtweite zum AKW Golfech investiert. «Jedes Dorf könnte seinen

eigenen Strom machen!», ist AKWGegner Baumann überzeugt. Wie er auf seinem Hof: Mehrmals am Tag schlurft der Berner Biobauer zu seiner Stromzentrale, liest den Zählerstand ab, notiert ihn auf dem Kalender. Wieder ein Rekordtag! Wieder 50 Euro verdient! Ohne nur einen Finger zu rühren! 100 000 Franken hat er investiert. In zehn Jahren wird die Anlage amortisiert sein. Und weitere zehn Jahre Gewinn abwerfen. «Ich habe hier zehn extrem schöne Jahre verbracht», sagt Baumann, dem der Vater einst den Besuch der Sekundarschule verbot, weil er dann weniger hätte helfen können auf dem Hof. Nun endlich lebt er ein Flohnerleben. Die Schweizer Politik verfolgt er aus der Ferne, hofft, dass die Grünen bei den Wahlen im Herbst wieder vorwärts­ machen. Selbst wieder antreten? «Ich will doch nicht noch mehr Zeit meines Lebens herumsitzen!» Oder in Frankreich kandidieren? «Hier wird ja noch mehr gschnurret!» Nein, in der Gas­cogne bekämpft Ruedi Baumann nur noch wilde und wohlriechende Gewächse: Lorbeer und Brombeere, die alles zu überwuchern drohen.  


Gesellschaft

Die neue PatchworkReligion Jeder glaubt, was er will! Passend zur individualisierten Gesellschaft suchen die Schweizer den Sinn des Lebens, wo sie wollen und wenn sie Zeit haben. Bibelkurse und Seminare zu «Feld-Wald-Wiesen»-Spiritualität boomen.

Text Stephanie Ringel Fotos Fabienne Bühler

D

ie Osterbotschaft ist nichts für schwache Nerven. An Karfreitag wurde vor knapp 2000 Jahren im Alter von 35 Jahren ein Mann namens ­Jesus ans Kreuz genagelt. Nach seinem qualvollen Sterben beerdigten ihn seine Jünger in einem Steingrab. Am dritten Tag, also Sonntagmorgen, ereignet sich das Wunder der Auferstehung. Je nach Schrift bezeugen das Maria Magdalena (Johannes-Evangelium) oder eine Gruppe von Frauen (Lukas-Evangelium). «Ich finde Ostern toll», sagt Silke Weinig. «Die Idee der Auferstehung ist unglaublich hoffnungsvoll!» Die 41-Jährige lebt mit ihrem Mann in Winterthur, arbeitet als Managerin in einer Softwarefirma und verantwortet Unternehmens-Kooperationen. Die Feiertage bedeuten ihr «Erneuerung und Aufbruch».

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Obwohl sie schon lange keinen Gottesdienst mehr gefeiert hat, geschweige denn als getaufte Katholikin in den letzten Jahren in einem Beichtstuhl sass. Dabei ist sie christlich geprägt. Glaube spielte seit Kindertagen in ihrer Familie eine grosse Rolle. Im Religionsunterricht lernte sie, wie unterschiedlich die Weltreligionen die Frage beantworten: Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Die erste Abzweigung vom klassischen Weg führte Silke Weinig im Geografie-Studium direkt in ein Yoga-Seminar. Dort lernte sie den Einklang von Körper, Geist und Seele und spürte: «Da kommt man wieder näher zu sich selbst.» Die zweite Abzweigung nahm sie 2008. Es sei krankheitsbedingt nicht ihr bestes Jahr gewesen. Krisen provozieren. ­Weinig wollte wissen: «Gibt es Dinge, die unser Leben beeinflussen und die mit dem Verstand nicht zu erklären sind?» Sie beginnt Meditation, besucht

Schamanismus-Abende, probiert Akupunktur und stellt ihre Ernährung um. Das Ziel steckt sie hoch: «Als ganzheit­ licher Mensch wachsen.» Weder die römisch-katholische noch die reformierte Kirche boten zuletzt überzeugende Lösungen für Menschen wie Silke Weinig. Zwar gibt es in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik 2,4 Millionen Reformierte und rund 3 Millionen Katholiken. 2010 traten aber allein im Kanton Zürich aus beiden Landeskirchen 11 099 Mitglieder aus. Liegt das am «Bodenpersonal» in den Gemeinden und seinen als verstaubt wahrgenommenen Regeln? Der berufstätige, freiheitsliebende Mensch schläft am Sonntagmorgen eben gerne aus. In der Messe kann die kritische Kirchgängerin auch nicht aufstehen und zum Pfarrer sagen: «Entschuldigung, Ihre Predigt ist interessant, aber ich sehe das anders. Können wir das diskutieren?»


«Näher bei sich selbst» Silke Weinig praktiziert seit knapp 20 Jahren Yoga. Sie will als «ganzheitlicher Mensch» wachsen.

«Wald-und-WiesenSpiri­t ualität» Das Kloster Kappel ZH passt sich dem Trend an und bietet Kurse zu Spiritualität an. Pfarrer Markus Sahli sagt: «Uns kann nichts Besseres passieren, als dass die Menschen so die Schöpfung wieder entdecken.»

Die Gründe für Kirchenaustritte seien so komplex wie unsere Gesellschaft, erklärt Ralph Kunz, Professor für Theologie an der Universität Zürich. «Wir sehen eine wachsende Tendenz zur ‹wilden› Religiosität, die sich ausserhalb der Kirche etabliert.» Ausgehend davon wird Spiritualität sogar als Forschungsthema immer wichtiger. Unter Religionen wie Christentum, Judentum, Islam oder ­Hinduismus versteht man die Glaubensgemeinschaften. Religiöse Menschen orientieren sich an gemeinsamen Regeln und Überlieferungen. Spirituell sein bedeutet dagegen, frei zu fragen: Woher komme ich? Warum lebe ich? Warum bin ich eigentlich glücklich? «Die Sehnsucht nach dem GöttlichSpirituellen ist ein Megatrend», betont Ralph Kunz. Anzeichen dafür gibts dutzendfach. Da führt die politische Wochenzeitung «Die Zeit» plötzlich eine neue Rubrik «Glauben & Zweifeln» ein.

Die Agentur C schaltet in Gratistageszeitungen grosse Anzeigen mit Bibelzitaten. Fernando Heynen, Hockeyspieler beim EHC Visp, lässt sich in einer Kirche fotografieren und spricht ausführlich übers Beten. Mister-Schweiz-Kandidat Nicolas Scandamarre gibt als Lieblingsthema «Religion und Spiritualität» an. Allerdings sind das Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was in diesen Tagen an Schweizer Kiosken passiert. Zwischen Zeitschriften wie «Praline», «Auto Motor und Sport» und «Brigitte» steckt seit letzter Woche ein neues Magazin. Es heisst «Das Neue Testament», kostet CHF 16.50, Titelgeschichte der ersten Ausgabe: «Damit ihr Hoffnung habt» aus dem Petrusbrief. 242 Seiten, nur fünf Bilder, dafür viel Text, und zwar die Evangelien, die Apostelgeschichte, ­Briefe und die Offenbarung. Ach du lieber Gott, könnte man ­sagen. Jetzt verlässt auch noch die Hei-

High Heels und ­S eelsorge Pfarrer Johnson Eliezer-­ Jensen hat die Kanzel gegen den Ladentisch vertauscht. Kunden suchen in seiner Boutique CPH im Zürcher Niederdorf neben Kleidern immer öfter geistlichen Zuspruch.

lige Schrift den Altar und drängt auf den freien Markt der Spiritualität, raus aus ihrem Korsett von kirchlicher Liturgie! «In der Gesellschaft lässt sich ein wachsendes Interesse an nicht institu­ tionalisierten, gemeinschaftsunabhän­ gigen Angeboten feststellen. Vorträge über «Heilung», Wanderungen zu «Orten der Kraft» oder Bücher über Engel sind Beispiele dafür, schreibt Dorothea Lüddeckens in ihrem unlängst erschienenen Buch «Fluide Religion». Suchen wir uns also zusammen, was uns passt, und basteln uns unsere eigene Heilslehre? Entstehen neue Patchwork-Religionen, in denen sich der Glaube an Gott und der Glaube an die Heilkraft von Rosenquarz nicht ausschliessen? u Buddha,

Gott, Laden-Seelsorge Seit zehn Jahren bietet das Medita­ tionszentrum Beatenberg im Kanton Bern Vipassana-Meditationskurse an. u schweizer illustrierte

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Gesellschaft

99 im 1All1e 0 in 2010 s in d

c h 6161 ­ a n to n Z ü ria u s ih re r K K a th o li ke n e tr e te n . A u s K ir c h e a u s gie rt e n e tw a s d e r re fo rm 3 8 . M a c h t w e n ige r: 4 9 11 099. zu s a m m e n :

Zentrumsleiter Fred von Allmen sagt: «Wir ermöglichen in geschütztem Rahmen eine tief greifende Herzens- und Geistesschulung.» Die Seminare wurzeln im Buddhismus und sollen den Menschen helfen, seelisch zu wachsen. Es geht daher im Lehrplan vor allem um buddhistische Inhalte. Seit zwei Jahren erlebt Fred von Allmen eine zunehmende Nachfrage nach Kursen wie «Liebevolle Güte», «Achtsamkeit» oder «Umgang mit schwierigen Gefühlen». Die Teilnehmer sind im Schnitt 40 Jahre plus. «Sie spüren plötzlich, dass es mehr geben muss als das Streben nach Geld und persönlicher Freiheit. Ihnen fehlt oft jede Verbindung zu Gefühlen und inneren Werten», sagt er. Eine ähnliche Erfahrung macht ­Rachel Stoessel. Als Geschäftsführerin von Alphalive weiss sie, dass erlebnis­ orientierte Bibelkurse in sind. Die internationale Einrichtung wird in der Schweiz von Christen aus allen Kirchen unterstützt. Sie bietet jährlich 500 Kurse in der gesamten Schweiz an. An zehn Abenden lernt man den christlichen Glauben kennen. Kursorte sind Restaurants, Jugendgruppen, Privat- oder Schulhäuser, auch Kirchen. Rachel ­Stoessel sagt: «Bei uns melden sich immer mehr Atheisten an.» Das Durchschnittsalter ist mit 36 Jahren tief. Vom Arbeiter bis zum Akademiker ist jede Gesellschaftsschicht vertreten. Was Johnson Eliezer-Jensen macht, hat nichts und gleichzeitig alles mit u

Kurse, Kloster & co. u Buddhismus: Meditationszentrum ­Beatenberg, www.karuna.ch u Reformierte Kirche: Kloster Kappel in Kappel am Albis ZH, www.klosterkappel.ch u Katholische Kirche: Lassalle-Haus, www.lassalle-haus.ch u Kloster-Tage: Kloster Fahr, www.kloster-fahr.ch u Bibelkurse: Alphalive, www.alphalive.ch

Religion und Spiritualität zu tun. Der gebürtige Inder ist 22 Jahre als reformierter Pfarrer tätig, während seine Frau Mette in Bern die dänische Kleiderboutique CPH betreibt. Vor drei Jahren steigt er aus dem aktiven Pfarrdienst aus und in einen Ableger von CPH in Zürich ein – inspiriert von der Geschichte über die Israeliten, die in die Wüste zogen und darauf vertrauten, dass Gott sie auch dort versorgt. Tauscht Kanzel gegen Ladentisch und merkt doch bald, dass er zwischen Blusen, Hosen und Schuhen mehr geistlicher Gesprächspartner ist als je zuvor. Manchmal reicht ein «Wie geht es Ihnen?», eine Freundlichkeit, die übers reine Verkaufen-Wollen hinausgeht. Sogar Konsum braucht Seele, Herz, Ehrlichkeit. Eliezer-Jensen sagt es anders: «Ich stelle fest, dass die Menschen Antworten suchen.» Da kommt die Mutter in den Laden und berichtet bald von den Problemen mit ihrer Tochter. Die Mathematikerin fühlt sich leer, und als sie im Gespräch heraus­ findet, dass Eliezer-Jensen Pfarrer ist, fordert sie ihn als Seelsorger und nimmt seinen Rat an, die biblischen Psalmen zu lesen. Die Bibel sei in erster Linie eine Sammlung von Geschichten, sagt Eliezer-Jensen. «Geschichten, an denen man die Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Ziel der eigenen Existenz und der Welt ablesen kann.» Er hat keine Bibel auf dem Verkaufstisch liegen. Aber die richtigen Zitate im Kopf, falls er gefordert wird. Und das ist keine abgeklärte Strategie für bessere Verkaufszahlen. Macht der Zahlen Ist die ganze Patchwork-Bewegung überhaupt messbar? Mit Zahlen und Daten ein­ deutig beweisbar? Der Buchmarkt für religiös-spirituelle Fach­literatur läuft jedenfalls glänzend. Hape Kerkelings Wanderbuch über den Jakobsweg, «Ich bin dann mal weg», hat sich seit 2006 über vier Millionen Mal verkauft. Papst Benedikt XVI. hat in schneller Folge die Bücher «Licht der Welt» und «Jesus von Nazareth» veröffentlicht. Beide Werke schossen sofort auf Platz 1 der «Spiegel»Bestsellerliste. Der Schweizer Theologe Hans Küng hält sich mit seinem «Ist die Kirche noch zu retten?» seit Wochen unter den ersten 20, zusammen mit Titeln wie «Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?» oder «Glück kommt selten allein». Jörg Stolz, Religionssoziologe an der Universität Lausanne, hat Religiosität in der modernen Welt im Rahmen des nationalen Forschungsprogrammes NFP 58 u Die

untersucht. Er stellt fest: «Die Gesamtentwicklung deutet bis jetzt eher in Richtung einer weiteren Distanzierung von Religion hin zu Religionslosigkeit.» Jedes Jahr sterben mehr Reformierte, als geboren werden, im Jahresdurchschnitt macht das 10 000 Reformierte weniger – ein grosses Dorf. Aber seine Untersuchung bestätigt auch: Institutionelle Religiosität wird bei manchen Menschen von alternativer Spiritualität abgelöst. Im Schlussbericht des NFP 58 ist gar die Rede von «einer spirituellen ­Revolution». Anstatt für Rosenkranz und Weihwasser würden diese Menschen sich in Zukunft für heilende Kristalle interessieren, Bewegungstherapien und Naturrituale praktizieren. Ein Schrei-­ Seminar in italienischen Olivenhainen wirkt dann nicht mehr nur lächerlich. u Die

Lust auf neue Angepasstheit Die Landeskirchen haben das längst begriffen und folgen diesem Trend. Christliche Seelsorge in der Gemeinde und im Spital, Familienbetreuungen, Dienste für sozial Benachteiligte bleiben ihr typisches Handlungsfeld. Darin sind die Mitarbeiter kompetent und genies­ sen Wertschätzung. Überraschend ist das Seminarprogramm: Das LassalleHaus, jesuitische Bildungseinrichtung in Bad Schönbrunn ZG, bietet neben klassischen Exerzitien und Kontem­ plation auch «Lichtheilung», «YogaAufbau» und «Zen-Meditation» an. Die Nachfrage ist gross. 40 Leute können die Einführungskurse be­suchen. Sie seien seit geraumer Zeit immer gut aus­ gebucht, sagt Pressesprecherin Andrea Zwicknagel. Gleiches bestätigt Pfarrer Markus Sahli, theologischer Leiter des reformierten Klosters Kappel. Er hat das Dreimonatsprogramm des Bildungshauses unter das Thema «Natur und Spiritualität» gestellt. «Unsere traditionellchristlichen Kurse erreichen noch knapp die Teilnehmergrenze. Ein Kurs zu FeldWald-Wiesen-Spiritualität ist kein Pro­ blem», sagt Sahli. Klostertage, Rückzug auf Zeit, Angebote für Sinnsuche stossen auf wachsendes Interesse. «Uns kann als Landeskirche nichts Besseres passieren, als wenn die Menschen auf diesem Weg die Schöpfung wieder als Schöpfung entdecken!» Einen ähnlichen Erfolg erlebt die Bäuerinnenschule im Kloster Fahr bei Zürich. Während sechs Monaten lernen junge Frauen Haushaltsführung, Gartenbewirtschaftung, Ernährungslehre und Produkteverwertung. Zweimal pro Woche nehmen sie an den Gebetszeiten u schweizer illustrierte

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Gesellschaft

der Benediktinerinnen teil. Fast 10 000 Franken kostet die Internats-Ausbildung im Kloster. Freie Plätze gibt es erst wieder nächstes Jahr. Priorin Irene erzählt, dass in die Klosterschule nicht nur angehende Bäuerinnen kommen. Sie hätten immer öfter Verkäuferinnen, Floristinnen oder Studentinnen, die bei den Schwestern ihre spirituellen Wurzeln ­suchen. «Wir bieten Werte, die gesucht werden. So Alltägliches wie zusammen essen, lernen, arbeiten.» Spiritualität als Lebensinhalt ist keine Revolution. Aber für die Masse der Menschen ist dieser Weg neu. Silke Weinig, die Katholikin, Yoga-Liebhaberin, Schamanismus-Interessierte, sagt: «Ich bin noch nicht da, wo ich sein will. Aber ich nähere mich meinen Träumen.» Fragen wie Karrierekick und Neuanfang oder Familie und Beständigkeit bleiben wichtig, sind aber nicht fundamental. Ostern feiert sie mit Mann, Eltern und Bruder in New York. Und im Sommer möchte sie Etappen des Jakobspilgerwegs in der Schweiz wandern. «Wo ­Menschen mit Hoffnungen sind», sagt sie lächelnd, «gibt es immer gute Energie.»  u

«Ich wusste nicht, Erst reformierter Christ, dann Atheist. Heute engagiert sich Lars Kloth als katholischer Lektor in seiner Gemeinde. Hier erklärt er, warum es Rituale und Religion braucht.

L

ars Kloth, Sie haben einen Bibelkurs belegt. Warum? Er war Teil meines Weges zurück in die Kirche. Bibel lesen ohne Erklärung frustriert. Ich wollte verstehen, wie ich die Texte aus heutigem Verständnis interpretieren kann. Nun lesen Sie regelmässig? Selten. Wenn, dann die Psalmen. Da ich als Lektor aktiv bin, beschäftige ich mich trotzdem mit Bibelzitaten, damit ich den Text gut wiedergeben kann. Wie sieht Ihr Alltag als Christ aus? Jeder kann für sich alleine den Dialog mit Gott führen. Mir reicht das nicht. Ich gehe jeden zweiten Sonntag in die Kirche. In der Gruppe spüre ich den Heiligen Geist. Feste Gebetszeiten

halte ich nicht ein. Aber ich bedanke mich kurz, wenn etwas Schönes passiert oder ich das Gefühl habe, Gott lenkt meinen Weg. Ich habe Ökonomie studiert, schnell und erfolgreich. Eine Prüfung habe ich nie bestanden. Da half alles nichts, Zusatzkurse, Lerngruppen – hoffnungslos. Es war mein erstes grosses Scheitern, sehr schmerzhaft. Schliesslich wechselte ich in die Wirtschaftsinformatik. Heute weiss ich: Es sollte nicht sein, es war ein Zeichen, einen anderen Weg zu gehen. Was sagt Ihre Familie? Sie sind ­evangelisch getauft. Meine Eltern waren nicht religiös. Ich wusste gar nicht, wie Glauben geht. Heute sagen sie zu mir: Toll, dass du dazu stehst! Ich habe


wie Glauben geht» erst jetzt entdeckt, dass meine Gross­ mutter begeisterte Kirchgängerin war, aber ihr Mann davon nichts hielt. Jetzt ist sie Witwe. Wenn ich sie besuche, gehen wir gemeinsam in die Messe. Warum sind Sie konvertiert? Es fing mit der Konfirmation an. Meine Mitschüler besuchten den Vorberei­ tungskurs. Viele wussten nicht, was das sollte. Ich war nicht in der Stim­ mung, zu machen, was alle machen. Und entschied: Das ist nichts für mich. Ich fand, Religion beeinflusst meinen freien Willen. Später, im Wirtschafts­ studium, war ich eher materiell orien­ tiert. Ich dachte, schnell viel Geld verdienen sei ein guter Weg. Und dann zogen Sie aus Norddeutschland in die Schweiz. Vielleicht hat der Umzug bewirkt, dass ich mehr Fragen gestellt habe: Was ist mein Weg? Was ist der Zweck des Lebens. Einmal habe ich mich in einen

katholischen Gottesdienst geschlichen, nichts begriffen … … und trotzdem Feuer gefangen? Testhalber war ich auch bei den Reformierten. Beides ist eine Momentaufnahme. Aber die Katho­ liken sind verbindlicher im Ritus, das gefiel mir. Ein einwöchiger Kloster­ aufenthalt brachte die Entscheidung. Die Mönche lebten ihren Glauben überzeugend. Die Bibel ist ein Gerüst. Interessant ist erst, wie man ihre Inhalte im Alltag umsetzt. Ich glaube zum Beispiel an Leben nach dem Tod, habe deshalb weniger Angst zu sterben und weiss mich in guten Händen. Katholizismus steht auch für sexfreies Leben vor der Ehe, für Zölibat … … grundsätzlich sind das wichtige Wertaussagen. Aber die müssen auf die Lebenswirklichkeit übertragen werden. Stichwort Verhütung: Natürlich ist sie

wichtig! Man sollte nur so viele Kinder zeugen, wie man ernähren kann. Ihr Lieblings-Bibelzitat? Markus 8, Vers 36: «Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüsst?» Ich möchte bewusst ge­stalten, wie ich lebe. Lars Kloth ist Wirtschaftsinformatiker. Er liebt Reisen, Zigarrenrauchen und Schwimmen. Der 36-jährige Single lebt in Thalwil ZH.


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Nachwuchssportler des Jahres: Der Ski-Aufsteiger reto schmidiger fährt an der Junioren-WM allen davon, beweist sein Talent im Weltcup. Er weiss aber auch mit dem Serviertablett umzugehen.

Text yvonne Zurbrügg Fotos bruno voser

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ergiswil, neun Uhr morgens: Reto Schmidigers Grossvater Walter steht mit einem Bund Schnittlauch in den Händen vor dem Gartentor zum Haus. «Guten Morgen! Ich will zu Ihrem Enkel.» Ach ja? Der wohne oben. «Hier lang», sagt er und wedelt mit dem Schnittlauch in Richtung Hauseingang. Danke und guten Appetit! «Nein, den esse ich nicht. Den friere ich ein.» Unbemerkt schlüpft hier keiner durch die Gartentür. Schon gar nicht Enkel Reto Schmidiger, 18. Im Winter stellt er Ski, Stöcke und Anzug im Keller ab. Dann sagt er im Parterre seinen Grosselten Hallo. Ist er am Rennen gut gefahren, gibts Schoggi von Grosi Käthi. Über die Treppe steigt er hoch zu seinen Eltern. Vergangene Saison machte der junge Mann mehrmals von sich reden: zweimal Gold an der Junioren-WM, zweimal Gold an der Schweizer Meisterschaft und ein 8. und ein 12. Rang im Weltcup. Gezählt hat er seine Erfolge nicht. «Und ich schreibe mir meine Ziele auch nicht auf. Dass es so gut läuft, habe ich mir nicht erträumt.» Die Familie sitzt am Küchentisch. Mutter Silvia, 45, hat Kaffee gemacht und Guetsli aufgestellt. Schwester Martina, 22, ist von ihrer nahe gelegenen Mietwohnung extra schnell heimgekommen. Weshalb hat Reto es in den Weltcup geschafft? «Ich bin auch Skirennen gefahren», sagt die grosse Schwester, «aber so viel Biss wie Reto hatte ich nie.» Sie und Vater Paul, 47, trainieren den Nachwuchs des Skiclubs Hergiswil. Jahrelang wurde der Sohn vom Vater trainiert, dann begann sein schneller Aufstieg. Im Frühling 2009 wechselte er ins C-, ein Jahr später ins B- und jetzt schon ins A-Kader. «Ich kann ihm längst nicht mehr sagen, was er besser machen soll», so Paul Schmidiger. Seit drei Jahren wohnt Reto Schmidiger im Sportinternat in Engelberg. Er besuchte die Handelsschule und u

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Voll aufs Skifahren eingestellt Reto Schmidiger daheim bei seinen Eltern in Hergiswil NW. Im Treppenhaus h채ngen Ski-Erinnerungen der ganzen Familie.

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Nachwuchssportler

Bei der Skifamilie zu Hause Vater Paul fuhr früher selbst Rennen, heute trainiert er mit Retos Schwester die Junioren des SC Hergiswil.

«Wenn du es mit dem Skifahren wirklich ernst meinst, findest du überall Kollegen» reto schmidiger macht jetzt ein Praktikum im Hotel Bänklialp, gleich neben der Skisprungschanze. Drei Sterne, dreissig Zimmer, Schweizer, Deutsche, Inder, Chinesen – Reto Schmidiger serviert, hilft am Buffet aus und sitzt an der Réception. Nur wenns darum geht, Englisch zu sprechen, verdrückt er sich. «Französisch fällt mir um einiges leichter.» In der Klosterschule Engelberg teilt er sich mit Roli Käslin, ebenfalls Skirennfahrer aus Nidwalden, ein Zimmer. Die beiden fuhren schon im kantonalen Kader mit- beziehungsweise gegeneinander. Jetzt trennen sich ihre Wege: Im Sommer verlässt sein Kumpel Engelberg, um eine KV-Lehre zu machen. Seit dies feststeht, sprechen die beiden nicht mehr übers Skifahren, eher über «Arbeit, Frauen, Fussball – und viel Seich». Reto Schmidiger erfuhr mit Roli hautnah, wie es ist, wenn es nicht für eine Skirennfahrer­ karriere reicht. Hart gearbeitet habe er auch, der Schritt, von zu Hause weg zu

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gehen und alles auf diese Karte zu setzen, sei bei Roli aber vielleicht zu spät gekommen. Reto ging als 15-Jähriger an die Swiss-Ski-Akademie in Brig. «Wenn du es mit dem Skifahren wirklich ernst meinst, findest du überall Kollegen», sagte er sich. Als die Akademie aufgelöst wurde, wechselte er nach Engelberg. Diesen Donnerstag wird Reto Schmidiger 19-jährig, vergangenen Freitag erhielt er die Auszeichnung zum Nachwuchssportler des Jahres. Künftig trainiert er nicht mehr in der Europacup-, sondern in der Weltcupgruppe mit all den bekannten Skistars. «Ich freue mich auf die Erfahrung. Und darauf, den anderen abschauen zu können.» Die nächsten Wochen pausiert er aber noch mit dem Training. Nach dem Weltcup­ final Mitte März auf der Lenzerheide konnte er kaum mehr zu Fuss den Zielraum verlassen, so schmerzten ihn die Beine. Erst vergangene Woche gabs eine Diagnose: Blockade im Rücken. Er muss

Früh übt sich Reto Schmidiger als knapp Dreijähriger bei seinem ersten Skirennen. sich schonen. Eine komplett neue Situa­ tion für den jungen Spitzensportler: Bisher hat er sich ein einziges Mal das Innenband am Knie verletzt. Die sportliche Zwangspause verkraftet er recht gut – zumal er jede freie Minute seiner Freundin geniesst. Über Ostern fahren sie zum ersten Mal gemeinsam in die Ferien. Mehr zu seiner Liebe will er nicht sagen: «Wir sind ganz frisch zusammen.» Die Feier zur Verleihung des Sporthilfe-Nachwuchspreises – Seite 65 schweizer illustrierte

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Preisträgerin Fanny Smith (r.) mit Alan Tissières und Jennifer Fiechter.

Didier Défago (l.) kam mit ­seinem Bruder Daniel, früher ebenfalls Spitzenskifahrer.

Die Nachfolger an der Weltspitze Sporthilfe-Nachwuchspreis auf Schloss Lenzburg

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ält es? Am ersten Tag sei er sehr vorsichtig gefahren, verrät Didier Défago. Vergangenen September hatte sich der Abfahrts-Olympia­ sieger bei einem Sturz im Training das Kreuzband am ­linken Knie gerissen. Vor zwei Wochen nun stand er das erste Mal wieder auf den Ski. «Das Knie hielt, die Schmerzen sind weg, ich bin total happy!» Mitte Juli wird der Walliser mit seinem Team trainieren können in Argentinien. Défago hatte den Nachwuchspreis 1996 gewonnen – die Auszeichnung 2010 geht an Skirenn­ fahrer Reto Schmidiger. «Ein riesiges Talent, das bald zur Weltspitze gehört», so Défago. Die beste Nachwuchs­athletin? Fanny Smith. An der Junioren- u

Alt Bundesrätin Ruth Metzler mit Partner Stephan Zimmermann (r.), Jörg und Judith Schild (l.).

Auch sie sind SiegeR u Nachwuchsteam 2010

SnowboardcrossOlympia­ siegerin Tanja Frieden, Freund Stefan Abplanalp.

Die fünf flotten Ruderer des Nachwuchsteams mit Sporthilfe-Geschäftsführerin Catrin Wetzel.

Lynette und Robbie ­Federer. Die Roger Federer Foundation unterstützt junge Sportler.

MountainbikeWeltmeister Nino Schurter und Freundin Nina Candrian.

Marco Brechbühl, Markus Kessler, Augustin Maillefer, Louis Margot, Alex Plüss: Die fünf Ruderer aus der Deutsch- und Welschschweiz gewannen Gold an der Junioren-WM in der Kate­ gorie Vierer mit Steuermann u Nachwuchs­trainer 2010 Manfred Beckmann (Fechten), Werner Mogg (Fussball), Adrian Rothenbühler (Leichtathletik), Ryan Baumann (Ski alpin), Jean Lagier (Schwimmen), Domenico Rossi (Kunst­ turnen)

Ernst Hasler, Regierungsrat AG (l.), Roger Hegi und Gaby Weigold von Sport-Toto. schweizer illustrierte

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party

Erfolgs-Skitrainer Karl Frehsner, Skirennfahrerin Tamara Wolf, Gian Gilli, Sportdirektor Swiss Olympic (v. l.). u WM 2010 ­holte sich die Waadtländerin Skicross-Gold. Ein paar Jahre her sind die Erfolge von KunstturnLegende Sepp Zellweger. Den Spitzensport hatte der 1,57 Meter grosse Ostschweizer 1986 an den Nagel gehängt, heute turnt er in der Männerriege seines Wohnorts Bergdietikon AG. An die Preisverleihung gekommen ist er mit Ehefrau Atin, einer Indonesierin. «Wir sind seit acht Jahren verheiratet.» Drei Wochen Ferien im VW-Bus hat Daniela Meuli vor sich – mit ihrem Freund reist die Snowboard-Olympiasiegerin durch Europa. Dann ab in den Sattel! Die Bündnerin ist Trainerin des Schweizer Frauen-Mountainbike-Teams.

Text Thomas Kutschera, Fotos Bruno Voser

Daniela Meuli, Olympiasiegerin Snowboard alpin 2006, Daniel Suter, neuer CEO Swiss Olympic.

Früher eine grosse Nummer: Kunstturner Sepp Zellweger mit seiner Atin.

party-facts Gastgeber Stiftung Schweizer Sporthilfe für 150 Gäste. Durch den Abend führte SF-Sportmoderator Paddy Kälin Tatort Schloss Lenzburg AG Food Bisonfilet, Kartoffelgratin, Erdbeersalat, Ueker Pinot blanc O, là, là! Lara Stoll, Europameisterin in Slam-Poetry, verblüffte mit ihrer Sprachfertigkeit, Ski-Ass Didier Défago mit seinen Fussballkünsten Party-Rating

«Stimmungsvoller Abend. Hoffentlich sieht man die Gewinner noch viele Male auf dem Siegertreppchen»

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Shopping

top ten der Woche

Model Angelina Zadaska @ Marylin Agency, Hair & Make-up Monika Spisak @ Style Council

Stylish Kette H & M. u CHF 14.90 Bikini-Top Calida, Coop City. u CHF 59.90 Armreif Dyrberg/Kern, Globus. u CHF 165.– Hose American Apparel. u CHF 60.– Schuhe Navyboot. u CHF 398.–

Ab an den Pool! u Sobald das Thermometer über 20 Grad klettert, ist es höchste Zeit, sich Gedanken über sein Strand-Outfit zu machen: Die Bikini-Zeit ist greifbar nah – auch wenn wir noch immer fleissig am Beach-Body arbeiten. Dieses Jahr sind die Schnitte wieder klassischer, technisch dafür umso ausgeklügelter: vom Bandeau-Top ohne Träger über Einteiler mit raffiniertem Transparenz-Effekt oder witzigen Applikationen bis zu rassigen Animal-Prints. Fashionistas verzichten auch am Strand nicht auf glamouröse Accessoires. Und die Kleider zum Kurz-Drüberziehen sind so stylish, dass wir vom Pool direkt an die Party weiterziehen. Text ursula Borer

Realisation Beatrice Mächler Fotos Nadine ottawa Styling Kim dung nguyen schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Glamour hört auch am Pool nicht auf»

Trendy Hut Zara. u CHF 59.90 Armband Nulu, Coop City. u CHF 19.90 Kette H & M. u CHF 14.90 Badekleid Eres, Jelmoli. u CHF 475.– Shorts H & M. u CHF 49.90

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Sexy Foulard Nulu, Coop City. u CHF 39.90 Armreife Globus. u CHF 19.90 Kette Dsquared2, Fidelio 1, Zürich. u CHF 998.– Badekleid Wolford. u CHF 249.–

Klassisch Jacke Sandro. u CHF 429.– Brosche Zara. u CHF 25.90 Bikini Triumph. u CHF 189.– Ohrringe, Ring Dyrberg/Kern, Globus. u CHF 99.–, 129.– Armreif C & A. u CHF 14.90 Schuhe H & M. u CHF 69.90

Elegant Jacke Moschino Cheap & Chic, Grieder. u CHF 1550.– Kette Nulu, Coop City. u CHF 39.90 Bikini JJBenson, Manor. u CHF 22.90 Lackpumps Navyboot. u CHF 259.–

Rockig Blazer Zara. u CHF 229.– Kette H & M. u CHF 29.90 Armreife Globus. u CHF 19.90 Bikini Nulu, Coop City. u CHF 49.90 Schuhe Navyboot. u CHF 398.– schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

Objekt der Begierde

KunststoffKunst u Ob als Blitz, mit zwei Engelsflügeln oder mit einem Bilderrahmen bestückt: Die neuen Swatch-Armbanduhren sind kleine künstlerische Originale. Drei Designer aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern hat das Schweizer Uhrenunternehmen für seine limitierte Art, Fashion & Sport Collection ge­winnen können: den amerikanischen Fashiondesigner Jeremy Scott, den deutschen Künstler Markus Linnenbrink sowie den norwegischen Snowboarder Terje Haakonsen. Die sieben Uhren gibts als Sets in einer limitierten und nummerierten Edition von 777 Stück. Die Modelle können aber auch alle einzeln erstanden werden.

Kristina Köhler

Grünes osternest

www.claro.ch u Die Götti und Gotti mit einem grünen Gewissen setzen auf das herzig arrangierte Osternest von Claro Fair Trade. Der Osterhase, die hand­ geschöpfte Schoggitafel und die diver­ sen Eier werden aus feinster, fair gehandelter Bio-Confiseur-Milchscho­ kolade hergestellt. Bei wem der nächs­

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te Claro-Shop nicht gerade um die Ecke liegt, der bestellt die ausgewähl­ ten Naschereien einfach online und lässt die Osterbox per Post direkt ans Göttikind verschicken. ursula Borer mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler, Claro

Silikon-Blitz Uhrmodell Lighting Flash von Jeremy Scott für Swatch. Bei Swatch-Verkaufsstellen, limitierte Edition. www.swatch.com u CHF 70.–


Shopping top ten der Woc he

Ostern

Laufsteg

Garten Eden

Erfrischend Die D & G-Show versprühte fröhliche Frühlingslaune.

Der Hase ist wieder unterwegs u Jedes Jahr zu Ostern machen wir uns auf die Suche nach dem schönsten Schoggi-Hasen für unsere Liebsten. Diese Woche ist es wieder so weit, in der Schweiz grassiert das «Hasen­ fieber». Die Qual der Wahl kann uns niemand abnehmen: weisse Schokolade, zartbitter oder doch lieber Milchschoggi mit Nüssen? Der besten Freundin schenken wir den adretten Hasen im

Chanel-Deuxpièces – obwohl es eigent­ lich zu schade ist, ihn anzubeissen. Eine hübsch verpackte Alternative zu den Hasen ist das Ei aus dunkler Schokola­ de, gefüllt mit bunten Zuckermandeln. Wer keine Schokolade mag: Handgegos­ sene Zuckerhasen in den Geschmacks­ richtungen rote Beeren, Karamell oder Kakao sind ein leckerer, nicht minder süsser Ersatz. nina lienhard

Bunt Schokoladenei, gefüllt mit Zuckermandeln von Confiserie Sprüngli. www.spruengli.ch u CHF 69.–

Chic Hase im Chanel-Kostüm von Vollenweider. www.vollenweiderchocolatier.ch u CHF 98.–

Lecker Schoko-Hasen von Beschle Chocolatier Suisse. www.beschlechocolatier.ch u CHF 6.20

Süss Zuckerhase von Conditorei Schober-Péclard. www.peclard-zurich.ch, 100 g u CHF 14.–

Dekorativ Körbchen mit Plastikeiern von Manor. www.manor.ch u Korb CHF 19.90, Ei je CHF 1.–

Zum Auffüllen Bunte Box in Form eines Hasen von Coop City. www.coop.ch/coopcity u CHF 19.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born (Porträt), Imaxtree

Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, ist im Blumenfieber. u Wer noch Frühlings-Inspiration braucht, sollte sich die aktuelle D & G-Kollektion anschauen. Die italienischen Designer Domenico Dolce und Stefano Gabbana haben dafür ein gewaltiges Blumen-Bou­ quet auf den Laufsteg gezaubert: eine erfrischende Mischung aus den Blumen-Prints von Laura Ashley und der Lebenslust einer jungen Brigitte Bardot. Die romantische Fröhlichkeit erweicht nicht nur das Herz von jedem Griesgram, sondern auch meines. Darum habe mir flugs diver­ se Blumenprints angeschafft: von der Pluderhose, über den Turnschuh bis zum T-Shirt. Beim Kombinieren übe ich noch. ursula borer

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Shopping top ten

Riesen-Ei Badezusätze, im Foulard verpackt, von Lush. www.lush-shop.ch u CHF 33.– Oster-Beauty

Fein gemacht!

Erste Knospen LederHaarspangen von Yes. Bei Coop City, solange Vorrat. u CHF 7.90

u Ostern, die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung von Jesus, ist heute auch Familienfest und kostbare Er­ holungszeit vom Alltag. Die Feiertage sollten deshalb gleich doppelt zelebriert werden! Etwa mit einem kleinen ­österlichen Schönheits- und

Zauber-Garten «Un jardin sur le toit» duftet nach Sommergarten. Hermès. u CHF 137.–

Frisches Blümchen «Eau so fresh»-Edition vom Blütenduft Daisy, Marc Jacobs. u CHF 112.–

Anti-Stress-Programm. Das Zucker­ peeling mit Bachblüten-Extrakten (Les fleurs de Bach) macht die Haut samten wie ein Schoko-Ei und entspannt mit seinem zarten Duft und der magischen Blütenwirkung. Badezusätze wie etwa von Lush, verpackt als XL-Osterei in

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Rimmel

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Star-Geflüster

Coco, Coco!

Ein Sträusschen Le Mimosa: Mimosenduft von Camille Goutal. Globus. u CHF 120.–

Rosenkraft Rosen-Serum mit Lifting-Effekt, By Terry, etwa bei Osswald, Zürich. u CHF 136.–

einem bunten Foulard, machen uns für die freien Tage munter. KosmetikProdukte mit stimmungsaufhellender Sofortwirkung sind die feinen Blütendüfte wie Le Mimosa von Camille Goutal, Daisy Eau so fresh von Marc Jacobs oder der Zauber-Garten-Duft von

Blütendusche Pflegedusche Go Fresh mit Pflaumen- und Sakura-Blütenduft, Dove. u CHF 3.95

Besinnung Bio-Körperpeeling Les fleurs de Bach. www.attitude-bio. com u CHF 72.–

Hermès, Un jardin sur le toi. Dieser duftet nicht nur nach Blumen in voller Pracht, sondern auch nach einem Hauch von frischen Kräutern. Wer auch seinen Liebsten eine kleine Beauty-Oster-Auszeit gönnen möchte, kauft gleich zwei der hübschen Produkte. Kristina Köhler

u Das kanadische Supermodel Coco Rocha ist das neue Gesicht für Rimmel London. Die 23-Jährige wird ab Mai für die neuen Glam’EyesLidschatten der Kosmetikmarke werben. Der Range umfasst 27 verschiedene, starke und lang haftende Farben. Ab Mai in Drogerien und Warenhäusern. u ab CHF 9.90


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Lieblinge der Redaktion

Ladylike Passt zum Sommerkleid: Pumps mit kleinem Plateau und hübschen Riemchen mit Details in Weiss. Les Venues. u CHF 220.–

Italianità Anna Dell’Olio legt grossen Wert auf die persönliche Beratung ihrer Kunden.

Im Trend Perfekt für bodenlange Röcke: beiger SlingbackPeeptoe aus Lack mit Holz-Plateau von Ninalilou. u CHF 310.–

anna dell’olio, thalwil

Schuh-Mekka mit Italien-Flair u Frauen können nie genug Schuhe besitzen. Nicht anders ist da Anna Dell’Olio. Ihre Passion machte sie zum Beruf und führt seit Oktober den Schuhshop Anna Dell’Olio an der alten Landstrasse 121a in Thalwil ZH. Das Geschäft hat eine grosse Auswahl an Schuhmodellen – von Peeptoes bis hin zum Lederstiefel –, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Dell’Olios Ziel ist es, ihren Kunden die Qualität und den Stil des italienischen Schuhhand-

Rockig Zur Röhrenjeans: Lederballerinas, mit silbernen Steinen besetzt, von Bluzi. u CHF 250.–

werks zu fairen Preisen anzubieten. Accessoires wie Taschen und Schals runden das Sortiment ab. nina lienhard Öffnungszeiten Montag geschlossen, Di, Mi, Fr 10–13 Uhr/14–18 Uhr, Do 10–13 Uhr/14–19.30 Uhr, Sa 9.30–16.30 Uhr, www.annadellolio.ch

Sommerlich Für alles, was Frau braucht: grosse Beuteltasche aus Leder mit Häkelmuster von MF1. u CHF 680.–

weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Audrey für immer! Hepburn, eigentlich Audrey Kathleen Hepburn-Ruston, wäre am 4. Mai 82 geworden. Gleich zwei Buchneuheiten erscheinen jetzt über die unvergessene Schauspielerin. «Audrey 100» ist ein intimer Fotoband mit bisher unveröffentlichten Bildern aus dem Familienfundus, ausgewählt von ihren zwei Söhnen. «Just Being Audrey» ist ein rührender Comic über Audreys Leben mit Illustrationen von Julia Denos. Kristina Köhler

u Audrey

Audrey illustriert «Just Being Audrey», Balzer & Bray, Grieder 8001. www.books.ch u CHF 25.–

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Audrey intim «Audrey 100», eine Fotoauswahl aus dem Familienalbum. Edel-Verlag. u CHF 53.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Paul Seewer (Stills)

Buch-Tipp


Shopping

Hoch hinaus! Alberto Alessi, 65, Chef des AlessiImperiums, exportiert sein Design heute in 60 Nationen.

top ten he der Woc

kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin, träumt vom Wohlfühl-Sommer.

interview mit Alberto Alessi, Chef Alessi

Herr des Designs Alberto Alessi, mit welchen Produkten überrascht Ihre Design-Traumfabrik im Frühjahr 2011? Etwa mit der nostal­ gischen Espressokanne Moka Alessi (Alessandro Mendini). Sie ist eine Hommage an meinen Grossvater Alfonso Bialetti. Er entwarf und produzierte in den 30ern die unvergessene Espresso­ kanne Moka Express, die ihn als ­Designer berühmt machte. Daneben gibt es viel Neues, worauf ich stolz bin. Etwa das unkonventionelle Tafelservice Dressed («bekleidet») von Marcel Wanders. Der Name erklärt das Konzept: Die Dekoration ist wie ein raffiniertes Kleid, das den Inhalt betont. Warum ist Alessi nie eine Kollaboration mit einem Modedesigner eingegangen? Projekte mit Dries Van Noten und Paco Rabanne sind leider an der Rea­ lisation gescheitert. Mit Paco Rabanne hatten wir den Spiegel «La più bella

del mondo» («Die Weltschönste») entworfen. Er war nicht herstellbar. Ihr Allzeit-Lieblings-Designobjekt? Die Caffetiera von Richard Sapper. Gibt es ein Designobjekt, das Sie noch nicht besitzen? Den perfekten Sessel. Aber wir versuchen ihn zurzeit aus einer Art Rattan herzustellen. Sie entwickeln nicht mehr nur Design, sondern auch Bio-Wein (Terra-ae beim Ortasee, Piemont). Und der wächst mir über den Kopf. Es ist viel Arbeit, und die Auflagen für biodynamische Bewirt­ schaftung sind streng. Wir berücksich­ tigen sogar den Mondzyklus! Der Wein ist 2014 in der Schweiz erhältlich. Was essen Sie als Hobby-Koch zu Ihrem Wein? Pollo Bruciaculo («Poulet mit brennendem Hintern»). Dabei wird das Huhn viele Stunden in süsslichem Wein und Peperoncini gekocht. Kristina Köhler

Alberto Alessis lieblinge

Tafelfreude Besteck Dressed aus Edelstahl mit geprägter Unterseite. u ab CHF 9.–

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Genuss Espresso­ maschine Moka Alessi in modernem Gewand. u CHF 49.–

Naturfreund Übertopf «La Stanza dello Scirocco» für Orchideen. u CHF 200.–

Wenn es um das Thema Bikini geht, hat jede Frau ihre eigene Strategie. Manche tun so, als finde der Sommer nie statt, andere tragen das Modell vom letzten oder vorletzten Jahr. Bei Badebekleidung gilt die Aus­rede «Vintage» aber nicht, das weiss jede, die dank nachgiebigen Gummibändern des Brocki-Badekleids schon oben ohne in der Badi stand. Eine leidvolle Erfahrung. Fast so schlimm wie meine jüngste. Ich fand das perfekte Pin-up-Modell: Meine Brüste sahen aus wie nach einem Boob-Job, und auch das Höschen sass wie angeschossen (Agent Provo­ cateur). Leider überlegte ich einen Moment, erzählte einer «Freundin» davon und fand das Modell schliess­ lich in ihrer Schublade. Eine Riesen­ enttäuschung! Wieder andere sind einfach der «Badeanzugtyp», was aber eine Lüge ist, über die sich der innere Schweinehund am meisten freut. So oder so – es wird ein Wohlfühl-Sommer. Das habe ich unlängst bei einer ZitronengrasCrème-brûlée und einem warmen Schoggikuchen beschlossen. Das Ganze wurde runtergespült mit einem Schluck Champagner und mit meiner Freundin Christina ausdiskutiert. Die hatte das Thema «Super-Body» gerade ausführlich mit dem Topmodel Helena Christensen besprochen. Es geht nicht mehr um einen Zentimeter mehr oder weniger Speck – es geht um viel mehr. Von daher: Kaufen Sie Ihren Bikini eine Nummer grösser, sodass er richtig passt, egal, was auf dem Etikett steht. Essen Sie ein Eis dazu, und denken Sie ganz entspannt etwas wahnsinnig Unseriöses. Das Gefühl «sexy» kommt nämlich von ganz tief innen. 

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Rémy Steinegger, Alessi mit Dank an Füglistaller Home Design, Zürich

BikiniStrategien


Check-up Apfel gegen Cholesterin

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Darmleiden – neue Therapien! Divertikel, die kleinen Ausstülpungen im Darm, verursachen nicht immer Beschwerden. Aber wenn sie sich entzünden, drohen Komplikationen. Neue Therapien schützen vor den Folgen. Text VERENA THURNER

Foto Balz Murer/RDB

E

ntzündungen des Dickdarms aufgrund von Ausstülpungen in der Darmwand können sehr schmerzhaft sein. Und das Leiden ist gar nicht so selten. 30 bis 50 Prozent der über 60-Jährigen leben mit diesen Ausstülpungen oder Divertikeln, so der medizinische Fachausdruck. Verstopfen sich die sackförmigen Ausstülpungen mit Darminhalt und dringen als Folge Bakterien in die Darmwand, kommt es zu Entzündungen. Die Symptome reichen von starken Schmerzen im Unterbauch über Blähungen und Verstopfung oder Durchfall sowie Fieberschübe bis zu Blut im Stuhl. Gefürchtet ist ein Darmdurchbruch. Warum es überhaupt zur Divertikulitis kommt, ist noch nicht ganz klar. «Möglicherweise ist eine faserarme Ernährung dafür verantwortlich. Es gibt aber auch Hinweise für eine genetische Prädisposition», erklärt Dr. Andreas Müller, Gastroenterologe an der Klinik Hirslanden in Zürich. Die Therapie der Wahl bei wiederkehrenden Entzündungen bestand bisher in Schmerzmedikamenten, krampflösenden Mitteln und Antibiotika. Am Gastroenterologie-Kon-

gress in Barcelona wurde kürzlich eine neue Erfolg versprechende Therapie vorgestellt: eine Kombination aus einem Antibiotikum und der Substanz 5-Aminosalicylsäure (5-ASA). «Die Datenlage zur Verabreichung von 5-ASA ist günstig», sagt Dr. Müller. Und die vorgestellten Studiendaten lassen aufhorchen: 218 Patienten erhielten ein Jahr lang zweimal täglich entweder ein Antibiotikum allein oder in Kombination mit 5-ASA. 86 Prozent der Patienten mit der Kombinationstherapie waren beschwerdefrei, in der Antibiotika-Gruppe waren es nur 49 Prozent. Laut Dr. Andreas Müller ist die Sub­ stanz Rifaximin eine weitere TherapieOption. «Das schlecht absorbierbare Antibiotikum hilft, wiederkehrende Entzündungen zu verhindern.»

Dr. Andreas Müller, Facharzt für Magen- und Darmleiden am Gastrozentrum der Klinik Hirslanden in Zürich.

u New York US-Forscher fanden heraus, dass Äpfel den Cholesterinwert senken. In einer Studie assen 160 Frauen jeden Tag 75 Gramm getrocknete Äpfel. Ergebnis: Nach einem halben Jahr war der LDLCholesterinwert (schlechtes Cholesterin) um 23 Prozent gesunken.

Muttermal: Jetzt testen! u Zürich Je früher man Hautkrebs

erkennt, desto besser die Heilungschancen. Wer ein verdächtiges Muttermal online testen lassen möchte, kann dies vom 1. Mai bis 15. Juni kostenlos tun. Einfach Foto hochladen – schon gibt ein Experte Antwort. www.myskincheck.ch

News zu Alzheimer

u Boston/Chicago US-Forscher

fanden heraus, dass gewisse Hirnregionen bereits Jahre vor einer Alzheimer-Erkrankung schrumpfen. Die Menschen mit den dünnsten Gehirnstrukturen erkrankten zudem deutlich schneller als andere Studienteilnehmer.

tipp

Wer seine Sommerferien plant, sollte den Impfschutz nicht vergessen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, was notwendig ist.

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Check-up Tabu-thema INkontinenz

Blasenschwäche: Spreche Unfreiwilliger Harnverlust beeinträchtigt neben der Gesundheit auch das tägliche Leben – damit muss sich niemand abfinden. Der Experte erklärt, was man dagegen tun kann. Text nathalie beck

W

ie peinlich! Schon wieder ist es passiert, ausgerechnet hier und jetzt …» Dieser Ge­ danke dürfte so manchen vertraut sein, die das Problem der Blasenschwäche kennen. Viele der rund 500 000 Men­ schen mit Inkontinenz in der Schweiz haben sich mit der Situation abge­ funden. «Dies muss nicht sein», sagt Privatdozent Dr. Hubert John, Chefarzt der Urologie am Kantonsspital Winter­ thur. «Sobald feststeht, welche Art der Inkontinenz vorliegt, können ge­ zielte Massnahmen ergriffen werden, um Abhilfe zu schaffen.» Dr. John hat in den letzten Jahren ein neuartiges Inkontinenzband für Männer entwickelt: Es hilft vor allem bei Urinverlust nach Prostata-Operationen, wenn eine konservative Behandlung nicht möglich ist oder nicht die ge­ wünschten Erfolge bringt. Der Opera­ teur legt ein 2,5 Zentimeter breites Band über die Harnröhre und adjustiert dieses mit gleichzeitiger Druckmessung in der Blase hinter dem Schambein. Dabei wählt er die optimale Position, welche die Beckenbodenspannung und den Verschlussmechanismus wieder kompensiert. «Es ist immer eine grosse Freude, die verbesserte Lebensqualität

TVT-Methode Das spannungslose Harnröhrenband fördert den Verschluss der Harnblase bei der Frau. 1: Band, 2: Blase, 3: Schambein, 4: Gebärmutter. bei Frauen und Männern nach erfol­g­ reichen Inkontinenz-Bandoperationen zu beobachten», sagt der Urologe. Die schon länger bekannte Metho­ de für Frauen ist die TVT-Methode (Ten­ sion-free Vaginal Tape), bei der ein Band oder eine Schlinge zur Stabilisierung eingesetzt wird. Hier platziert der Spe­ zialist das Band spannungsfrei vor der Harnröhre, sodass der Verschluss der Harnblase zwar gefördert, der Abfluss aber nicht abgeklemmt wird. Nicht immer aber muss gleich operiert werden. Es gibt auch viele kon­

Beckenboden­ training baut die Muskulatur auf und stärkt das Bindegewebe.


Check-up

Fotos Martina Sandkühler / jump foto, HO

n wir darüber! servative Behandlungsmethoden. Wich­ tig ist daher die detaillierte Abklärung der Ursache: «Mit der Urodynamik können wir die Ursache für angeborene oder erworbene Veränderungen und Funk­tionsstörungen feststellen, indem wir nicht nur ausführliche Gespräche mit den Patienten führen, sondern auch ­diverse Untersuchungen vornehmen, die heute zum Standardprogramm gehören», erklärt Dr. John. Dazu zählen unter anderem Urinflussmes­ sung, Ultraschall, Blasenspiegelung oder Blasendruckmessung. «In den aller­ meisten Fällen erkennen wir dank dieser Untersuchungen die Ursachen.» Die verschiedenen Formen der Inkontinenz haben auch unterschied­ liche Ursachen. Die Reizblase wird durch eine Übererregbarkeit des Blasen­ muskels ausgelöst. Auslöser sind hier

Harnwegsinfektionen, ein eingeschränk­ tes Fassungsvermögen der Blase oder altersbedingte Hormonveränderungen. Urologe John untersucht mit seinem Team in Winterthur und europäischen Forschungspartnern genetische und ­molekularbiologische Veränderungen dieser Blasenmuskeln bei Frauen. Bei Männern kann auch eine ver­ grösserte Prostata zum übererregbaren Blasenmuskel führen. Gegen diese über­ aktive Blasenmuskulatur wird seit eini­ ger Zeit das aus der Schönheitschirurgie bekannte Botulinumtoxin (Botox) ein­ gesetzt, das die Blasenmuskulatur teil­ weise lähmt. In einer kurzen Operation unter Vollnarkose führt der Spezialist über die Harnröhre einen dünnen Schlauch mit einem Instrument in die Blase ein. Auf diese Weise kann er das Botox gezielt an verschiedenen Stellen

k n c e h c llt e o s s Da w is sen Sie  Wenn

Sie innerhalb von 24 Stunden mehr als acht Mal zur Toilette müssen, sollten Sie sich auf eine mögliche Blasenschwäche hin untersuchen lassen.  Machen Sie den Online-Test auf www.inkontinex.ch.  Bei Blut im Urin sofort einen Arzt aufsuchen!  Auf keinen Fall weniger trinken! Dies fördert den Harndrang sogar noch. Und zu wenig Flüssigkeit schadet der Gesundheit.


Check-up

Dr. med. Hubert John, Chefarzt Klinik für Urologie Kantonsspital Winterthur. www.ksw.ch/urologie

TV-Tipp

Samstag, 23. April, 18.10 Uhr

kel- und Bindegewebsschwäche, die oft durch Hormonmangel, der weiblichen Altersblase oder durch Schwangerschaf­ ten und Geburten entsteht. Daher sind auch jüngere Frauen davon betroffen. «In diesen Fällen empfehlen wir ein gezieltes Beckenboden-Training zum Aufbau der Muskulatur und zur Stär­ kung des Bindegewebes. Das Einsetzen eines spannungsfreien Harnröhrenbands steht nicht an erster Stelle», erklärt Dr. John. Basisübung: Spannen Sie beim Ausatmen die gesamte Becken­ bodenmuskulatur an, das heisst Harn­ röhrenöffnung, Scheide und After stark nach innen hochziehen, als ob man Urin und Stuhl zurückhalten möchte. Beim Einatmen wieder ent­ spannen. 

Tipps & Tricks

u Das Buch zum thema Inkontinenz ist so häufig wie Bluthochdruck. Unterschied: Niemand spricht über die tröpfelnde Blase. Urologe Dr. André Reitz erklärt in seinem Buch die Symptome und Ursachen der Blasenschwäche. Zudem gibt er konkrete Tipps und Anleitungen. So rät er Personen mit überaktiver Blase bei plötzlichem Harndrang, für einige Sekunden auf die Zehen zu stehen.

Gesunde und starke Blase von Dr. med. André Reitz, ISBN 978-3-7776-1818-0.

Depressionen Warum nehmen Depressionen und Burnouts immer mehr zu? An welchen Symptomen erkennen wir, wann ­jemand psychisch krank ist? Ein Sozialarbeiter schildert, wie er plötzlich selbst Hilfe benötigte. Wie hilft Komplementärmedizin? www.gesundheitsprechstunde.ch

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in den Blasenmuskel spritzen. Nachteil: Das Gift wird vom Körper innerhalb von neun Monaten wieder abgebaut, sodass man den Eingriff wiederholen muss. Die Stress- oder Belastungs-­ inkontinenz betrifft vor allem Frauen. Körperliche Anstrengung sowie Husten, Niesen oder Lachen führen zum unfrei­ willigen Verlust einer kleinen Urin­ menge. Die Ursache dafür ist eine Mus­


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Exotisches Spiel Die britische Sängerin Sade.

sängerin sade in zürich

Fotos Sony Music, Dukas

Entwaffnend schön u Siebzehn Jahre lang blieb Sade der Schweiz fern. Nun kommt die Schönheit mit der rauchig-sanften Stimme nach Zürich. Die Tochter einer Britin und eines Nigerianers scheut die Öffentlich­ keit. «Niemals Interviews in Boulevard­ medien. Keine Modestrecken in Maga­ zinen. Und rote Teppiche betrete ich unter keinen Umständen», gesteht die mehrfach ausgezeichnete Sängerin. In

den 80er-Jahren eroberte Sade, 52, mit ihren melancholischen Melodien aus verjazztem Popsound und Bossa-novaRhythmen die Hitparaden. Mit «Soldier of Love» ist sie wieder unter den Tops. kati moser

hallenstadion Zürich 16. 5., 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/ Min., Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Jean-Baptiste Camille Corot

Auf der Schatzsuche

Die Sammlung Oskar Reinhart beherbergt die wichtigste Werkgruppe des Malers Jean-Baptiste Camille Corot in der Schweiz. Seine Figurenbilder stehen im Zentrum der aktuellen Schau.

Autoporträt Wie Jean-Baptiste Camille Corot sich selber sah.

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u Versunken hält das Bauernmädchen seinen Rocken, spinnt mehr Fäden in Gedanken als mit den Händen. Auch der Cello spielende Mönch wirkt abwesend, wenn auch höchst konzentriert, ebenso das lesende Mädchen. Still ist sie, die Welt des Jean-Baptiste Camille Corot (1796–1875). Und ganz der Idylle verpflichtet. Der mitten in der französischen Revolution geborene Pariser Maler gilt als Meister der Landschaftsmalerei. Sein Hauptthema war die Natur, ihre Bäume, das Wasser, der Himmel. Topografien, durchzogen von gekonnt in Szene gesetzten alten Gemäuern, Brücken oder Dörfern. Nur ab und zu sind Menschen darauf aus­zu­machen. Und wenn, nur in der Ferne,

so als ob der Künstler vermeiden wollte, dass ihre Stimmen die Ruhe des Bildes stören. So still wie seine Landschaften sind auch Corots Figurenbilder. Allein in einem kahlen Raum, mehr beseelt als verkörpert: römische Bauernmädchen, Folkloremusiker in Trachten, bärtige Mönche und Lesende in Arbeit oder Gedanken versunken. Die Reduktion aufs Wesentliche, der geschickte Einsatz der Farben und die Bildgestaltung machen Camille Corots Porträts zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis. Erstmals nach der bisher einzigen diesem speziellen Thema gewidmeten Ausstellung 1962 im Louvre widmet die Sammlung Oskar Reinhart in


diese woche in den galerien

Olga Titus. Rashid Johnson. Patrick Bruggmann Experimentell

u Ein Edelmann, der sich zum Stammesfürsten wandelte? Die Schweizer Künstlerin Olga Titus, 34, ist eine Meisterin des Verfremdens. Und eine lustvolle «Bastlerin». Sie malt, zeichnet, fertigt Scherenschnitte und Collagen, näht Puppen, dreht Videos. Trashiges und Kurioses für ihr Schaffen stöbert sie auf Flohmärkten und in Brockenstuben auf. In der Ausstellung legt sie dem Betrachter augenzwinkernd nahe, dass unsere heile Welt eigentlich ein einziges Gebastel ist. isw

galerie stephan witschi Zürich Bis 21. 5. Mi–Fr 14–18, Sa 13–17 Uhr, Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch, www.olgatitus.com

exotisch

u Perserteppich und Zebrahaut – beide haben im westlichen ­Kulturraum

früher mal Einzug in die gute Stube gehalten. Die Schau «Living­room Exotica» vereint acht schweizerische und internationale Künstler. Von Kader Attia (F) bis Costa Vece (CH). Dabei geht es um Objekte, die uns an die Kolonialgeschichte erinnern und deren ­Integration in die bürgerliche Alltagskultur. Mit dabei der New Yorker Rashid Johnson, 34, und seine Arbeit «Two Rugs», 2010 (l.). isw kunsthaus GLARUS Bis 1. 5. Di–Fr 14–18, Sa/So 11–17 Uhr, Ostern und Ostermontag geöffnet, Tel. 055 - 640 25 35, www.kunsthausglarus.ch

emotional u Still

Andächtig (v. l.) «Junge Italienerin aus Papigno mit Spinnrocken», «Mönch mit Cello», «Sitzende junge blonde Frau mit gesenktem Blick beim Lesen».

und stark wirkt das Landschaftsbild des Künstlers Patrick Bruggmann. Die Malerei fasziniert ihn seit seiner Kindheit. Mit 18 hatte der Ostschweizer bereits die erste Ausstellung. Als Autodidakt entwickelte er eine spezielle Technik, die seine Bilder dreidimensional erscheinen lässt. Statt Ölfarben verwendet Bruggmann eine hoch­ elastische Plastikmasse, die er auf Holz spachtelt. Seine Motive findet der Maler unter anderem in der Toskana.  isw J & P Fine art Zürich Bis 29. 4. Mo–Fr 10–18 Uhr, Tel. 043 - 344 89 70, www.j-pfineart.com, www.patrickbruggmann.ch

Fotos Sammlung Oskar Reinhart

theater Winterthur Camille Corot eine exklu­ sive, hermetische Kabinett-Ausstellung mit dem reizvollen Namen «L’armoire secrète», der geheime Schrank. Corot selbst hat die Werkgruppe der Porträts so genannt, in Anspielung darauf, dass er diese Figurenbilder in seinen späten Jahren beinahe im Verborgenen schuf und kaum öffentlich zeigte. Ein cleverer Schachzug – wer will sich schon den Einblick in ein gut gehütetes Geheimnis entgehen lassen. anina rether

Sammlung Oskar reinhart Am Römerholz Winterthur ZH Bis 15. 5. Di–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr, www.roemerholz.ch

«Alice» – Reise in die Unterwelt u Lewis

Carrolls Roman «Alice im Wunderland» ist ein ­ inderbuch-Klassiker. Die junge Bündner Regisseurin und K Autorin Seraina Maria Sievi, 30, hat daraus mit dem deutschen Schauspieler Alexander Seibt, 44, («Curt Ficcions») eine eigene Fassung geschrieben. Alice macht einen ­Reifeprozess durch. Ist auf der Suche nach Identität, entwickelt sich vom Mädchen zur selbstbewussten Frau. Dabei geht es um Todesangst, Abgrenzung, Eigenverantwortung und Positionierung in der Gesellschaft. Gespielt wird «Alice» von der Gruppe Nordlicht.  IsW Theater Winkelwiese Zürich 4.–7. 5., Tickets: Tel. 044 - 261 21 79, www.winkelwiese.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen zum roman

Astrid Rosenfeld

Die Liebe überlebt alle

«incendies» (Can)

Von der Frau, die singt Nach dem Tod ihrer Mutter Nawal bekommen die Zwillinge Jeanne und Simon vom Notar zwei Briefe ausgehändigt. Einen für den Vater, den anderen für den Bruder. Die Geschwis­ ter sind irritiert. Bisher hiess es, ihr Vater sei während des Bürgerkrieges im Nahen Osten ums Leben gekommen. Und von einem angeblichen Bruder wissen sie gar nichts. Jeanne respektiert jedoch den letzten Willen ihrer Mutter und reist in den Libanon, um die beiden aufzuspüren und ihnen die Briefe auszuhändigen. Dort trifft sie auf eine Mauer des Schweigens, bis ein ehe­ maliger Gefängniswärter das Foto von Nawal erkennt. Jeanne kommt der schockierenden Vergangenheit ihrer Mutter auf die Spur, die sie am Ende zu ihrem Vater und ihrem Bruder führt.

u Der Plot

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u Der Hintergrund Das Drama basiert auf Wajdi Mouawads gleichnamigem, gefei­ ertem Stück von 2003. Der frankokana­ dische Autor mit libanesischen Wurzeln wurde dafür mit dem Molière-Preis als bester französischsprachiger Autor ausgezeichnet. Die Verfilmung erhielt 2011 eine Oscar-Nomination für den besten ausländischen Film. u Der bleibende Satz «Die Kindheit ist wie ein Messer im Hals. Sie lässt sich nicht abstreifen.» u Das Fazit Das Schicksal der jungen Nawal geht unter die Haut. Trotz Krieg, Hilflosigkeit und schier Unerträglichem steht am Ende die tröstliche Botschaft: Liebe verzeiht alles. anina rether

8 8 8 8 8 Länge: 133 Min. Regie: Denis Villeneuve. Kinostart 21. 4.

Wovon handelt das Buch ? Berlin 2004: Edward liebt die Schauspiele­ rin Amy. Doch mehr als eine gemein­ same Nacht bleibt ihm nicht. Nun will er Amy von seinem Fund auf Gross­ mutters Dachboden erzählen. «Adam hat mir seine Augen, seinen Mund, seine Nase vererbt und einen Stapel Papier, der seinen wahren Emp­ fänger nicht erreicht hat.» Adam schildert darin die Suche nach Anna. Seiner grossen Liebe, die 1938 im Zuge der Judenverfolgung spurlos verschwand. Wer ist die Autorin? Astrid Rosenfeld, 34, war bisher in Film und Theater tätig. Ihr grandioses Debüt «Adams Erbe» erobert die Herzen im Sturm. Welche Passage bleibt? «Es war sein ungestümes Lachen, das seine kon­ trollierte Erscheinung brach. Wie eine Horde wilder Pferde galoppierte es von seinem Bauch durch seinen Rachen in die Freiheit.» Was fasziniert am Roman? Die Spra­ che und subtile Art, wie die Autorin ein schuldbehaftetes Thema angeht. Wie wirkt die Lektüre? Wie ein ­Wechselbad der Gefühle. isolde Schaffter-wieland

Astrid rosenfeld Adams Erbe (Diogenes), www.diogenes.ch

Foto Paul Seewer, HO (3)

Brennende Seele Der letzte Wille von Nawal (Lubna Azabal, o.) führt ihre Kinder in die Vergangenheit.


Die Besten event demnächst

Zirkus. Dance. Comedy

Auftauchen u Er

Jubiläums-tournee

Die Leichtigkeit des Tanzes

u Sky Dance ist die grösste Musik- und Tanzshow der Welt. Auf den Bühnen feiert sie Triumphe, wo die Stars auf­ treten, füllt sie die Häuser. Für das 10-Jahr-Jubiläum haben sich die Macher von Sky Dance einiges einfallen lassen: Die Halle soll sich wie letztes Jahr in einen Hexenkessel verwandeln, und alles soll noch grösser, magischer und verführerischer werden. Eine gigantische Lichtshow wird das Publikum betören, der bombastische Sound die Zuschauer von den Stühlen reissen und modernste Multimedia-Pyrotechnik den Atem stocken lassen.

cd-Tipp

JAM-Session

u Wenn Martha Argerich Musikerfreunde an ihr legendäres Festival in Lugano einlädt, ergibt sich immer Einzigartiges. Die ertragreiche Kammermusik-Ernte vom Sommer 2010 gibt es jetzt auf drei CDs. Das ist ­Klassik-Jam-Session vom Besten! Hans uli von erlach

ARGERICH AND FRIENDS 2010 (EMI)

Die grösste Indoor-Bühne Europas mit drei Catwalks ist Schauplatz von über 600 Kostümen. Der unvergleichliche Mix aus Musik, Tanz, Comedy und Akrobatik wird von 200 Stars aus 22 Nationen bestritten. Unterhaltung vom Feinsten versprechen der italienische Superstar Nek genauso wie das Hip-Hop-Schwer­ gewicht aus den USA, Busta Rhymes. Nina Corti vereint unkonventionellen Flamenco mit einem 50-köpfigen Live-Orchester, aber auch die sechsfache Salsa-Weltmeisterin Liz Lira wird das Publikum mit ihrem ganz eigenen Tanzstil ins Staunen bringen. Musik, die aufwühlt und mitten ins Herz trifft, kommt von den Two Generations: einer Mischung aus keltischen Klängen, Irish Folk, Klassik und Rock. kati moser

sky dance Genf Arena 6. und 7. 5., 20 Uhr, Zürich Hallenstadion 12./13. 5., 20 Uhr, 14. 5., 15 und 20 Uhr, www.skydance.info

tickets für die besten events!

circus knie Zürich Landiwiese 5. 5., weitere Vorstellungen auf www.knie.ch

abtauchen u Sonic,

das grösste Schweizer Dance-­ Festival, taucht in die Unterwasserwelt ein. Heimische und internationale DJGrössen werden das Publikum in aufwendig de­korierten Locations anheizen. km Sonic 16 Basel 7. 5., 21 Uhr, Club Borderline, St. Jakobshalle, www.hannibal-events.ch

eintauchen

u Man kennt ihn als Meister der kunstvollen

Banalität und der Langsamkeit. Komiker Rüdiger Hoffmann erzählt cool und entspannt Geschichten aus dem Alltag. Sein neuestes Comedy-Programm: «obwohl …».  km stadtsaal Wil SG 21. 5., kursaal Bern 22. 5., www.dominoevent.ch schweizer illustrierte

Fotos Dieter Enz / Comet Photoshopping, Keystone, HO (3)

Gigantisch Sky Dance, die grösste Musik- und Tanzshow der Welt.

ist wieder unterwegs, der beliebte National-Circus Knie. Und wie immer besticht das reichhaltige Programm durch die feine Mischung aus Akrobatik, Tier­ nummern, Clownerie und Comedy.  km

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Spiel und Spass ohne Grenzen Auf der «MS Disney Dream» gibts sogar eine Wild­ wasserbahn!

DISNEY HAT AUCH EIGENE KREUZFAHRT-SCHIFFE

Micky Maus an Bord! E

Beachlife Mit Micky & Co. auf die Bahamas.

in (Kinder-)Traum! «Disney Dream» heisst das magische Kreuzfahrtschiff, das in Port Canaveral, Florida, jeweils für vier Tage in See sticht und Kurs nimmt auf die Bahamas und auf die konzerneigene Insel Castaway Cay. An Bord: die berühmten Charakteren von Walt Disney und Peter Pan, der die Kids mitnimmt ins Land der Piraten und Abenteurer. Die Eltern entspannen unterdessen in

Ruhezonen. Besonders attraktiv: die erste Wildwasserbahn auf einem Schiff. Und: Auch Innenkabinen haben «Meerblick» – Aussenkameras übertragen Bilder auf virtuelle Bullaugen … Buchen bei Micky kann man per Mausklick: «e-hoi click & cruise» ist für alle drei Disney-Schiffe exklusiver Anbieter. HE INFO Viertage-Kreuzfahrt ab CHF 485.–, www.e-hoi.ch schweizer illustrierte

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Leserreisen

Zürich via Paris

Havanna Las Terrazas Viñales

2

1

Nicht wegzudenken Eine nostalgische ­Oldtimerfahrt durch Havanna darf bei keinem Kubabesuch fehlen.

Varadero 9

10

Matanzas

Hershey-Bahn-Strecke

3

8

Schweinebucht (Bahia de Cochinos)

0

20 km

7

Trinidad 6

SIgrafik: Nigel Simmonds

Die Reiseroute Havanna (1) über Las Terrazas (2) bis Viñales (3). Inlandflug von Havanna nach Santiago de Cuba (4), Nationalpark Sierra Maestra (5), Camagüey (6), Trinidad (7), Schweinebucht (8). Von Matanzas (9) mit der Hershey-Bahn zurück in die Hauptstadt. Verlängerung auf Varadero (10).

Camagüey

Comandancia de la Plata

(im Gran Parque Nacional Sierra Maestra) 5

4

Santiago de Cuba

Exportschlager Wie viel Mühe in Cohibas, Partagas & Co. stecken, erfahren Sie beim Besuch einer Tabak-Bauernfamilie. LESERREISE DER SCHWEIZER ILLUSTRIERTEn

Kuba – mehr als Salsa, Rum & Viva la Revolución! Ent­decken Sie die letzte Insel des Sozialismus. Begleitet werden Sie vom SF-Korres­ pondenten Tilman Lingner und weiteren Experten vor Ort.

Tilman Lingner Der SF-AmerikaKorrespondent zeigt Ihnen die Schönheiten der karibischen Insel.

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K

aribische Traumstrände, eine marode, aber stolze Hauptstadt mit kolonialem Charme, klap­prige Oldtimer, die älter sind als die Revolution von 1959, heisse Rhythmen an jeder Ecke und Che Guevara, der von den Wänden lächelt – Kuba bedient unsere Klischees, hat aber noch weit mehr zu bieten. Wie wäre es mit einem Abstecher in einen Ostblock-Plattenbau mitten in der Karibik oder dem Besuch einer ländlichen Ballettschule in der feurigen Rhythmus-Hochburg? Tauchen Sie ein in ein lebendiges Museum, und tauchen Sie auf in azur­ blauen Karibikwellen. Gemeinsam mit Tilman Lingner und einem KubaKenner vor Ort haben Sie die Chance,

verborgene Winkel zu ent­decken, die sonst kein Tourist zu sehen bekommt. Lauschen Sie den unglaub­ lichen Geschichten, die das Leben auf Kuba schreibt. Erfahren Sie, warum ein Hotelportier mehr verdient als ein Chirurg und wie das Verhältnis von Fidel Castro zu seinem Bruder Raúl wirklich ist. Neben Mojito und selbst gerollten Zigarren gehen auch die anderen kubanischen Klassiker nicht vergessen: die ein­drückliche Landschaft rund um Viñales. San­tiago de Cuba, die Stadt der Helden und Revolutio­ näre. Trinidad, das historische Juwel aus der Kolonialzeit, sowie eine nostalgische Fahrt mit der legendären Hershey-Bahn.


Augenweide Sie vermitteln Lebensfreude und karibisches Flair: die bunt gekleideten Frauengruppen in den Strassen Havannas.

Karibik pur Verlängern Sie Ihren Urlaub an den kilometerlangen Traumstränden von Varadero.

Zigarren

Fotos iStockphoto, Prisma, Your Photo Today

u Die

Highlights dieser Reise Auf den Spuren Hemingways: Erfahren Sie, wie innig die Beziehung zwischen dem Nobelpreisträger und seiner Wahlheimat war. Oldtimerfahrt durch die restaurierte Altstadt Havannas. Besuch bei einer Tabak-Bauern­ familie, wo Sie alles über Anbau und Produktion von Zigarren erfahren. Versteck der Revolutionäre: Auf Guerillapfaden durch den Nationalpark Sierra Maestra zur Comandancia de La Plata. Grosses Spektakel und heisse Rhythmen: Salsa-Show im weltberühmten «Tropicana». Infos aus erster Hand: Treffen mit dem Schweizer Botschafter in Havanna.

Camagüey: Besuch der Hilfsprojekte eines Schweizers und Konzert des Kinder- und Jugendsinfonie-Orchesters. Schweinebucht: Desaster für den amerikanischen Geheimdienst, ruhmreicher Erfolg für Fidel Castro. Karibik pur: Katamaran-Ausflug auf die einsame Leguan-Insel. Optionale Badeverlängerung: Sonne, Meer und karibische Strände – Erholung pur im traumhaften Varadero.

Reisedaten: 30. November bis 15. Dezember 2011. Preis: CHF 6400.– (inkl. Flugtaxen CHF 495.–, Stand März 2011, inkl. Touristenkarte CHF 42.–). Einzelzimmer­ zuschlag: CHF 540.–. Durchgeführt wird die Reise von der auf Korrespondentenreisen spezialisierten Cotravel AG in Allschwil (www.cotravel.ch, Tel. 061 308 33 00). Detailprogramm/Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch u Kosten/Leistungen

anmeldung / detailprogramm ± Bitte buchen Sie mir ... Platz/Plätze. Ich habe das Detailprogramm im Internet gelesen. ± Senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur SI-Leserreise «Kuba» an folgende Adresse: Name Vorname

Tel.

Adresse

PLZ Ort

Datum

Unterschrift 

Ausschneiden und einsenden an: SI-Leserreisen, c/o Cotravel AG, Baslerstrasse 364, Postfach 4123 Allschwil


En Guete

Gerollt Feiner Fisch im Gratin.

Françoise Wicki & Torsten Götz für

Natürlich Fisch!

Gegrillt, im Mantel, als Gratin oder Suppe – am Karfreitag gibt es ungezählte Varianten, frischen Fisch zu essen und sich auf Ostern einzustimmen.

1

Fisch-KartoffelGratin

Zutaten (für eine ofenfeste Form von ca. 2 Litern, gefettet) 400 g Fischfilets (z. B. Goldbutt, ­Flunder), 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 125 g Frischkäse mit Meerrettich (z. B. Cantadou), 800 g Gschwellti, festkochende Sorte, vom Vortag, in ca. 5 mm dicken Scheiben Guss 6 Esslöffel glattblättrige Petersilie, 1 dl Gemüsebouillon, 2 dl Saucen-Halbrahm, 1 dl Milch, 1 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Gratinieren ca. 25 Min. u Fischfilets

mit der Hautseite nach oben auf einer Klarsichtfolie auslegen. Filets

würzen, mit dem Frischkäse bestreichen, aufrollen, quer halbieren. Filetröllchen, dann Kartoffeln in der vorbereiteten Form verteilen. Für den Guss Petersilie mit der Bouillon pürieren, SaucenHalbrahm, Milch und Zitronenschale bei­geben, Guss würzen, darübergiessen. Gratinieren ca. 25 Min. in der oberen Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens.

2

Fenchel-Petersilien-Suppe mit Käsetoasts

Zutaten (ergibt ca. 11/4 Liter) Suppe 1 Teelöffel Olivenöl, 1 Schalotte, gehackt, 700 g Fenchel,

Dazu passen knusprige Sonnen­ blumenkerne 2 EL flüssiger Honig mit 1/2 EL Wasser, 1/2 TL Maizena, 1/2 TL Rosenpaprika, 1 Prise Salz und wenig Pfeffer verrühren. 50 g Sonnenblumenkerne daruntermischen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, ca. 7 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens backen.

längs halbiert, in Stücken, Grün, beiseite gestellt, 8 dl Gemüsebouillon, 1 Bund glattblättrige Petersilie, grob geschnitten, 1 dl Rahm, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Käsetoasts 6 Scheiben Toastbrot, ohne Rinde, 3 Teelöffel milder Senf, 6 Esslöffel geriebener Parmesan, Olivenöl zum Braten Vor- und zubereiten ca. 35 Min. u Für die Suppe Öl warm werden lassen. Schalotte andämpfen, Fenchel ca. 3 Min. mitdämpfen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, Fenchel zugedeckt ca. 20 Min. weich köcheln. Fenchel und Petersilie mit der Flüssigkeit pürieren, durch ein Sieb streichen, in die Pfanne zurückgiessen. Rahm darunterrühren, Suppe nur noch heiss werden lassen, würzen. Für die Käsetoasts Brot mit Senf bestreichen, Parmesan darauf verteilen, leicht andrücken, schräg halbieren. Öl in einer beschichteten Bratpfanne warm werden lassen. Brot mit dem Käse nach unten portionenweise goldbraun backen. Servieren Suppe in vorgewärmten Suppentassen anrichten, mit beiseite gestelltem Fenchelkraut garnieren. Käsetoasts dazuservieren.

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En Guete

3

Fischspiessli im KürbiskernMantel

Zutaten (ergibt ca. 12 Stück) 300 g Fischfilets (z. B. Flunder), längs in ca. 3 cm breiten Streifen, 12 Holzspiesschen, 1 Esslöffel Olivenöl, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 70 g Kürbiskerne, grob gehackt Vor- und zubereiten ca. 5 Min. Backen ca. 8 Min. u Fischstreifen

an die Spiesschen stecken, mit Olivenöl bestreichen, würzen. Kürbiskerne in einen flachen Teller geben. Spiessli portionenweise in den Kürbiskernen wenden, gut andrücken. Spiessli auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Backen ca. 8 Min. in der oberen Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, warm servieren. Tipp Mit Blattsalat als Vorspeise oder zum Aperitif servieren.

4

Grillfisch aus der Folie

Zutaten (für 4 Personen) Füllung 4 Esslöffel Olivenöl, 100 g Mandeln, geröstet, grob gehackt,

4 Esslöffel Basilikum, fein geschnitten, 1 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 1 Teelöffel grobkörniges Meersalz, wenig Pfeffer Grillfische 4 Stück Grill-Alufolie, (ca. 30 × 40 cm), 2 Esslöffel Olivenöl, 8 Saiblingfilets mit Haut, (je ca. 120 g), 1 Teelöffel grobkörniges Meersalz Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Grillieren ca. 10 Min. u Für die Füllung alle Zutaten in einer Schüssel mischen. Für die Grillfische Folienstücke mit Öl bestreichen. Fischfilets beidseitig salzen, je ein Fischfilet mit der Hautseite nach unten in die Mitte der Folien legen, Füllung darauf verteilen. Mit je einem zweiten Fisch­ filet mit der Hautseite nach oben bedecken. Längs-Folienkanten auf­ einanderlegen, mehrmals umschlagen. Querenden der Folie ebenfalls mehr­ mals umschlagen. Lagerfeuer oder Holzkohlegrill direkt in der mittelstarken Glut beidseitig je ca. 5 Min. grillieren. Gas- oder Elektrogrill Fisch zugedeckt beidseitig je ca. 5 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) grillieren. Lässt sich vorbereiten Grillfisch 1/2 Tag im Voraus zubereiten und in Alufolie verpacken. Im Kühlschrank aufbewahren.

die neue kochsendung

«Ab in die Küche»

Montag, 18. April, 20.05 Uhr (Wiederholungen Di, 19. 4., 1 und 14 Uhr)

Françoise Wicki und Torsten Götz empfehlen als Ostermenü: Ricotta im Strudelteigkörbchen mit Brunnenkressesalat, Kalbskotelett mit Frühlingsgemüse und zum süssen Abschluss: Rhabarber-Holunder-Trifle mit Haselnussmakrönchen


«Ab in die Küche»

Wer ist der bessere Kochlehrer? Die Spitzenköche Françoise Wicki und Torsten Götz sind streng, aber fröhlich.

Drei Gänge, tausend Kniffe

Nach fast zehn ­Jahren zurück im TVStudio: Moderator Heinz Margot fühlt sich pudelwohl.

«Ab in die Küche»: Premiere der neuen TV-Koch-Show

V

ergangene Woche feierte die Kochshow am Montagabend auf SF 1 Premiere. Die Macher schauten sich die erste Folge von «Ab in die Küche» gemeinsam im Studio in Eglisau ZH an. Sechs Kandidaten aus der ganzen Schweiz besuchen hier bei den Spitzenköchen Françoise Wicki und Torsten Götz die Kochschule. Coiffeur-Unternehmerin Sabina, die ihrer Familie immer nur Pasta auftischt, kämpft genauso mit dem Rezept für einen Dreigänger wie Flugbegleiter ­Rodolfo, der jedes Essen versalzt. Nur wer jede Woche Fortschritte macht, gewinnt am Schluss den Preis im Wert von CHF 25 000.–. Das Urteil der beiden Koch­lehrer ist schonungslos ehrlich. «Und sie werden noch strenger!», verspricht Moderator Heinz Margot. Kein Wunder bei gemeinsam 30 Gault-Millau-Punkten! Françoise Wicki bekocht die Gäste im «Helvetia» in Zürich, Torsten Götz dirigiert im «Victoria-Jungfrau» in Interlaken nicht weniger als 40 Köche. Sein Tipp für alle Kochmuffel zu Hause: «Auf dem Markt nach Lust und Laune einkaufen, eine gute Flasche Wein nicht vergessen und mit dem Zelebrieren beginnen. Ja nicht hetzen!» Text yvonne zurbrügg, Fotos Marcel Nöcker

Ausstatter der TV-Küche: Reto Bazzi (l.) und Rico Fallegger von Miele.

Macher der Show: Walter Premieren-Gäste: Lüthi (l., Betty Bossi) und Monika Schärer und Toni Wachter (Ringier TV). Yves Schifferle von SRF.

Sie sorgen für Würze und Geschmack: Nadja Nabholz von Knorr und Claudia Ineichen, Katharina Müller und Sibylle Umiker von Emmi (v. l.). schweizer illustrierte

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Auto

schon gefahren Mercedes SLK

Der richtige Riecher Für die dritte Auflage des SLK steckte Mercedes die Nase nicht wieder in die Designabteilung der Formel 1, sondern lieber in die der erfolgreichen Legenden aus dem eigenen Haus.

D

ie Lancierung des Flügeltürers 300 SL ist über ein halbes Jahrhundert her, die von ihm ausgehende Faszination aber kaum gealtert. Als fahrende Legende ist der Ur-SL über Generationen hinweg in aller Munde. Zum Mythos wurde der Überflieger mit Flügeltüren durch innovative Technik und beeindruckende Fahr­ leistungen. Dazu hat sein sportliches Aussehen bis heute nichts an Eleganz und Anmut eingebüsst. 55 Jahre später trägt der Mercedes SLS AMG die charismatischen Proportionen samt Türkonstruktion der Ikone von 1954 stilistisch sicher in die Neuzeit. Und jetzt startet der neue SLK. Der jüngste Spross der SL-Familie hat zwar keine Flügeltüren, dafür das kaum weni-

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ger aufregende Variodach und schmückt sich mit den betörenden Proportionen der Protagonisten. Das ergibt eine maskuline Erscheinung, die ihm gut steht. «Der SLK hat jetzt einen deutlich kräftigeren Auftritt. Wir wollen mit ihm

Ahnen-Galerie Das Cockpit zeigt GalerieCharakter und lehnt sich bewusst stark an das des Mercedes-Flügeltürers SLS AMG an.

verstärkt auch Männer ansprechen», betont Entwicklungschef Jürgen Weissinger. Das sollte gelingen. Denn der Neue mit dem internen Kürzel R 172 ist schärfer und erwachsener als je zuvor. Er rückt dem SL in Sachen Prestige und Fahrleistungen gar dicht aufs Fell. Beim faltbaren Blech-Glas-Dach hat er gar wieder einmal die Nase vorn. Während der erste SLK 1996 die Autowelt mit seinem festen und dennoch faltbaren Dach verblüffte, gelingt das auch dem neuen. Allerdings weniger mit der sehr sehenswerten Choreografie der Dach­ elemente, die das vollwertige Coupé zum Premium-Roadster öffnet. Sondern vor allem damit, dass die Lichtdurchlässigkeit des integrierten Panoramadachs im geschlossenen Zustand variiert werden kann. Ob das zum Mythos reicht ist fraglich. Auf jeden Fall aber wird es Frauen und Männer gleichermassen faszinieren. Mathias wohlfeld


News

PEUGEOT 308 hÜBSCH GEWORDener löwe mit mikrotechnik u Vorne vorteilhaft geliftet, zeigt sich der neue Peugeot 308 moderner und zurückhaltender als zuvor. Seine LED-Tagfahrlichter sind elegant in die Frontschürze integriert. Auch im Inneren zeigt die Frischzellenkur Wirkung: Gute Verarbeitung und Applikationen mit schwarzem Lack finden harmonisch zusammen. Am Heck bleibt dagegen fast alles wie bisher. Antriebstechnisch bietet der aufgefrischte Franzose eine grosse Auswahl: Zwischen vier Benzinern (98 bis 200 PS) und vier Diesel­ aggregaten (92 bis 163 PS) können Käufer wählen. Dazu gibt es den 1,6-Liter-­Diesel (112 PS) mit MikrohybridAntrieb. Die Preise für den kompakten 308 beginnen bei CHF 25 800.–.

Open-Flair-Party Offen bietet der SLK Roadstervergnügen pur, geschlossen dagegen vollwertigen Sportcoupé-Genuss.

MERCEDES SLK Unisex Ob von vorne oder von hinten – der SLK macht Frauen und Männer an. u Motoren Benzin 184 bis 306 PS u 0 bis 100 km/h 5,6 bis 7,0 s u Spitze 237 bis 250 km/h u Verbrauch 6,1 bis 7,1 l/100 km u CO2-Ausstoss 142 bis 167 g/km u Energieeffizienz-Kategorien B bis E u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 59 900.– u Konkurrenten BMW Z4 Roadster, Audi

TT Roadster, Porsche Boxster u. a. u Unser Urteil Der neue Mercedes SLK

fährt sich nicht nur wie ein vollwertiger Roadster, sondern er sieht auch so aus. Sein Design mit den deutlich sicht­baren Anleihen am Mercedes SLS AMG ist mehrheitsfähig und polarisierend zugleich. Die gewollte Ähnlichkeit zur bärenstarken Neuauflage des Flügel­ türers zeigt Wirkung – und das nicht nur aussen, sondern auch im Interieur sowie unter der Haube des gelungenen Luxus-Roadsters.

hyundai genesis coupé viel Auto, viel sport fürs kleine budget u Hyundai steht mit einem vollwertigen Sportwagen in den Startlöchern: GranTourismo-ähnliche Proportionen des Genesis Coupé setzen die Karosse des Koreaners schwungvoll in Szene. Dank seiner ausgewogenen Gewichts­ verteilung auf Vorder- und Hinterachse kann er seiner agilen Optik auch fahrdynamisch gerecht werden. Den Vortrieb übernimmt ein 3,8-Liter-V6 mit satten 303 PS. Wer etwas weniger Leistung bevorzugt, greift zum 4-Zylinder mit 167 PS. Den 2+2-Sitzer gibt es mit 19-Zoll-Felgen, Handschaltung oder Automatikgetriebe und Schaltwippen am Lenkrad sowie vielen elektronischen Fahrdynamikassistenten für den sicheren Fahrspass ab CHF 35 890.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

Merkur bringt die Dinge wieder auf den Punkt

Vielleicht kommt es bezüglich der Katastrophe in Fukushima zu einer Bilanz? Oder findet der Feldzug gegen Gaddafi (Beginn am 19. März) ein vorläufiges Ergebnis? Der positive Aspekt Sonne–Pluto am 28. gibt Hoffnung, dass wir beim Schutz der Umwelt oder in Energiefragen einen Schritt weiterkommen.

widder 21.–30. 3. Bei den Gefühlen ist derzeit vieles möglich: Leidenschaft, Liebe auf den ersten Blick? Exzellent der 24., Spannungen am 26. und 27.: Eifer­ sucht? Hitzige Diskussionen? 31. 3.–9. 4. Sie sind physisch in Bestform. Allerdings sollten Sie sich am 27. mehr schonen. Und: Zeigen Sie mehr Verständnis (am 26. und 30.). Günstig für eine Aussprache wird der 25. 10.–20. 4. Angenehme Woche: Spass und gute Laune am 26., günstig für Treffen. Manchmal eine echte Glücks­ strähne (Superangebot, Begegnung, Beförderung?).

stier 21.–30. 4. Sie haben die Lage unter Kon­ trolle, kommen Ihren Zielen näher. Neue Methoden sind erfolgreich, Projekte bringen gute Ergebnisse (am 27. und 28.). Nur am 25. müssen Sie Konzessionen machen. 1.–10. 5. Routine. Abgesehen von (kleinen) Hindernissen am 25./26. haben Sie die Lage im Griff. Am 28. Rücken­ wind, Sie können sich auf Freunde verlassen. Günstig für ein neues Projekt (Reise?). 11.–20. 5. Man bietet Ihnen überraschend und diskret Hilfe an (am 29.). Sie kommen einen Schritt weiter. Etwas hektisch aber der 26.

zwillinge 21.–31. 5. Eine Überraschung sorgt für Herzklopfen, Venus verdoppelt Ihren Charme, man liegt Ihnen zu Füssen. Unvergesslich der 24., 29. und 30., doch am 27. sollten Sie realistisch denken! 1.–10. 6. Ihre Schlagfertigkeit hilft Ihnen über die Runden (am 25., 26., 30.). Sie gewinnen Freunde, sind auch physisch in Superform. Ideal für sportliche Hobbys, Projekte mit Freunden. 11.–21. 6. Für Sie beginnt eine Glückssträhne! Derzeit landen die vor dem 15. Geborenen einen Volltref­ fer. Einflussreiche Freunde helfen, es geht bergauf (26.).

krebs 22. 6.–1. 7. Diskussionen bei der Arbeit dürften am 27. ziemlich explosiv sein. Beachten Sie den Ratschlag eines Freundes! Ab dem 30. sollte sich die Lage bessern. 2.–12. 7. Schonen Sie sich gesundheitlich (chronische Beschwerden?). Mars verleitet Sie zu un­ überlegten Reaktionen (am 26., 27., 30.). Ändern Sie Ihre Gewohnheiten (mehr Bewegung, gesunde Ernährung). 13.–22. 7. Versprechen Sie nicht mehr, als Sie auch halten können (24., 27.)! Vor allem die vor dem 16. Geborenen sind unter Druck: Hören Sie auf den Rat guter Freunde!

löwe 23. 7.–1. 8. Sie gehören zu den Favoriten, werden von Venus verwöhnt. Am 24., 25. und 27. erleben Sie unvergessliche Momente, sind der strahlende Mittel­ punkt. Liebe auf den ersten Blick? 2.–12. 8. Sie überzeu­ gen mit Argumenten, knüpfen wertvolle Kontakte. Günstig auch für Reisen, Examen, Schreibarbeiten usw. (am 25., 26., 30.). Oder eine offene Aussprache (mit Partner)? 13.–23. 8. Jupiter verspricht schöne Erfolge, manchmal eine echte Glücksserie (26.). Sie können ein Projekt realisieren, das Ihnen seit Langem am Herzen liegt.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind kreativ, finden sich in einer neuen Rolle gut zurecht. Zugleich überzeugen Sie ei­ nen Rivalen, gewinnen einen Vorsprung (24., 28.). Am 27. sollten Sie dem Kompromiss zustimmen! 3.–12. 9. Agieren Sie in finanziellen Dingen vorsichtig! Am 26. oder 30. sind Sie nicht gerade objektiv. Am 27. sollten Sie jede Art von Exzessen vermeiden! 13.–23. 9. Sie sind am 24. im Einklang mit Ihrer Umgebung, Ihre gute Laune wirkt an­ steckend. Nehmen Sie eine Einladung an, organisieren Sie ein Fest. Am 29. erleben manche eine innere Bereicherung.

waage 24. 9.–3. 10. Kommt es (am 26. oder 29.) anders als erwartet? Enttäuscht? Sie sollten sich mit der neuen Situation anfreunden, statt dagegen anzu­ kämpfen? Günstig für eine Aussprache: 24. 4.–13. 10. Sie ziehen sich zurück und haben den Eindruck, die ganze Welt habe sich gegen Sie verschworen (26., 27., 30.). Nutzen Sie am 25. die Chance, Ihre Haltung zu erklären! 14.–23. 10. Ihr Partner dürfte Ihnen derzeit Glück brin­ gen (26.). Allerdings sind auch Komplikationen möglich, speziell am 24. und 27. Achten Sie auf Ihr Budget!

skorpion 24. 10.–2. 11. Die Zusammenarbeit mit an­ deren klappt derzeit bestens. Am 24., 27. und 28. haben Ihre Projekte Rückenwind. Neue Methode bringt zusätz­ liche Vorteile. 3.–12. 11. Übergangsphase. Wahrschein­ lich eine Routinewoche. Am 25. und 26. müssen Sie ein häusliches Problem (Panne?) lösen, am 28. sind Sie der Hahn im Korb, amüsieren sich blendend. 13.–22. 11. Sie können sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen, haben sich die Pause redlich verdient. Am 24. und 29. fühlen Sie sich wohl, verbringen schöne Stunden im engsten Kreis.

schütze 23. 11.–2. 12. Uranus verspricht eine Über­ raschung, die zu einer grossen positiven Wende führt. Neubeginn mit Partner? Schicksalhafte Begegnung? Am 24., 25. und 29. schiesst Amor seine Pfeile ab. 3.–12. 12. Sie schalten den Turbo ein. Mars und Merkur stimulie­ ren Sie, Ihre originellen Ideen versprechen Erfolg (25., 26.). Am 30. haben einige Glück im Spiel. 13.–21. 12. Traumwoche! Vor allem die vor dem 16. Geborenen tref­ fen ins Schwarze, verdanken Jupiter wahre Sternstun­ den. Superangebot? Gewinn? Neuer Posten? Heirat?

steinbock 22.–31. 12. Sie fühlen sich wohl im Kreis Ihrer Liebsten (am 24., 25.). Am 26. und 27. dürfte eine Beziehung neue Formen annehmen, Sie sollten toleran­ ter sein. Einige kümmern sich um einen Umzug. 1.–10. 1. Es fällt Ihnen derzeit nicht leicht, Ihre Ruhe zu bewah­ ren. Diskussionen arten (am 26. und 27.) leicht aus. Meiden Sie jedes unnötige körperliche Risiko. 11.–20. 1. Sie sind nach dem 28. sehr dynamisch und schlagen ganz schön über die Stränge. Die um den 12./13. Gebore­ nen sollten sich derzeit nicht mit Behörden anlegen!

wassermann 21.–30. 1. Amor verschiesst seine Pfeile, Singles machen eine denkwürdige Begegnung (24., 25., 30.). Liierte beginnen eine neue Phase, manche schmie­ den Reisepläne, erleben Sternstunden. 31. 1.–9. 2. Sie sind redegewandt und physisch in Form, ideal für wichti­ ge Termine. Am 25. und 26. entscheiden Sie klug, legen den Grundstein für ein Vorhaben. 10.–19. 2. Sie gehören zu den Favoriten der Sterne, sind aktiv. Besonders die vor dem 13. Geborenen können mit einer Glückssträhne rechnen und einen alten Traum verwirklichen (26., 29.).

fische 20. 2.–1. 3. Pluto steht Ihnen weiter zur Seite, Sie verändern sich sehr zu Ihrem Vorteil (auch: neuer Look?). Im Gefühlssektor sollten Sie toleranter sein (am 27.), am 28. winkt eine Lösung. 2.–10. 3. Sie sind grosszügig, könnten aber Ihr Budget überziehen (am 26., 27.). Teilen Sie die Finanzen besser ein, um ­Ärger (im August?) zu vermeiden? 11.–20. 3. Sie haben sich die Pause redlich verdient (nach den turbulenten letzten Monaten). Am 24. sollten Sie Freunde treffen oder sich verwöhnen lassen (Massage), am 29. mehr in sich gehen.

ihr tages-horoskop 100

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 24. bis 30. April 2011 Merkur, der seit Mitte März «rückläufig» war, folgt diese Woche wieder seiner «normalen» Bahn auf dem Tierkreis. In der Astrologie bedeutet dies, dass gewisse Dinge, Projekte, Begegnungen etc., die seit Mitte März stagnieren, nun wieder zur Sprache kommen.

Dr. Elizabeth Teissier


KREUZWORTRÄTSEL Gewinnen Sie 3 × zwei Nächte für 2 Pers. im Verwöhnhotel Kristall inkl. Romeo & Julia Privat Spa Package im Wert von je 1000 Franken!

Gesamtwert: 3000 Franken!

Am sonnigsten Platz von Pertisau, in einer der schönsten Regionen Österreichs, im Naturparadies rund um den Achensee und mit herrlichem Blick auf Rofan- und Karwendelgebirge liegt dieses familiär geführte Verwöhnhotel. Im Preis inkl. sind Frühstück, Znüni, ein 5-Gang-Dinner und ein Romeo & Julia Privat Spa Package. Infos unter: www.kristall-pertisau.at

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 119 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SI, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SI SONNE an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24521 (gratis übers Handynetz)

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 24. April 2011

101


ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

��

��

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Gewinnen Sie 1 × 3 Nächte für 2 Erwachsene und 2 Kinder im Leading Family Hotel & Resort Alpenrose****s in Lermoos (AT), im Wert von ca. 1500 Franken!

Das Leading Family Hotel & Resort Alpenrose ist ein Leitbetrieb der europäischen Kinderhotels, und eines der wenigen Kinderhotels der ****S-Klasse mit fünf Smileys in Österreich. Das Angebot des Hotels im Tiroler Lermoos umfasst u. a. Kinderbetreuung, einen riesigen Indoor-Spielbereich inkl. umfassenden Outdoorbereich mit Abenteuerspielplatz, sowie einen 750 m2 grossen Spa-Bereich. www.hotelalpenrose.at

Wert: 1500 Franken! Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 101 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZAHLEN, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZAHLEN REGEN an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24522 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 24. April 2011

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 24. April 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

102

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

5 1

7

2

8

3 7 5

3 6 9 7

8 2

5

3

9 6

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

Das charakteristische quadratische Gehäuse der Worldmaster Square Kollektion prägt die Erscheinung der Uhr. Das grosszügige Zifferblatt präsentiert sich ausgewogen und ist aus echtem Perlmutt angefertigt. Einen besonderen Touch erhält die Rotgoldplaqué-Uhr durch das farblich abgestimmte Zifferblatt und das ebenso angepasste Armband in Krokoprägung.

6

8

Gesamtwert: 980 Franken!

Gewinnen Sie 2 × eine Damenuhr Worldmaster Square von Atlantic Watch SA im Wert von je 490 Franken!

9

4

www.atlantic-watch.ch

7

1 Conceptis Puzzles

Teilnahmeschluss Sonntag, 24. April 2011

06010002082

Gewinnen Sie 2 × eine Woche Ferien für 2 Pers., offeriert von Thermalp Les Bains d’Ovronnaz, im Wert von je 744 Franken!

schwer

Gesamtwert: 1488 Franken! Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24528 (gratis übers Handynetz)

Heilbäder im Herzen der Walliser Alpen. Erholung und Wellness während 6 Tagen im Thermalzentrum in einer gemütlichen 2-Zimmer-Wohnung (Nord). Informationen: www.thermalp.ch

Teilnahmeschluss Sonntag, 24. April 2011

6

9 2

6 4

2 9

8 7

4 7 2 1

6

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN

REBUS

BECHER FISCH W (L) A (U) S S E R BESCHLUSS

4 2 8 3 5 7 1 6 9

5 3 1 4 9 6 8 2 7

2 8 7 6 3 4 9 1 5

3 6 9 7 1 5 4 8 2

1 5 4 2 8 9 7 3 6

6 1 3 9 4 2 5 7 8

8 4 2 5 7 1 6 9 3

9 7 5 8 6 3 2 4 1

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 750 Franken!

Lösung: WAFFELEISEN

Gewinnen Sie 3 × eine Oral-B Triumph 5000 mit SmartGuide im Wert von je 250 Franken!

schwer

Die Oral-B Triumph 5000 mit SmartGuide ist die technisch fortschrittlichste Zahnbürste von Oral-B. Ihr kabelloses Display gibt Feedback beim Putzen und fördert damit bessere Putzgewohnheiten. www.oral-b.ch

8 3 1 5 4 4 9 6 1 3 7 5 2 6 8 3 2 4 8 7 5 6 9 4 2 1 8 7 3 9 9 4 3 2 1 9 6 2 7 5 685 Lösung: 6 1 8 7 5

Lösung: 672

7 2 9 6 1 5 8 3 4

6 5 1 9 8 2 7 4 3

2 8 3 5 7 4 6 1 9

9 7 4 1 3 6 5 8 2 06010002576

06010002081

Lösung: SIEB

06010002577

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 7 9 6 1 2 8 3 5 4

8 4

REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 15

1 2 3 =

3 5

7 Conceptis Puzzles

1. Brunner, 2. Binsack, 3. Suedsee, 4. Liberte, 5. Zuerich, 6. Manuell, 7. Dornach, 8. Fuessli, 9. Genevra, 10. Chirurg, 11. Rueebli, 12. Vorlage, 13. Steiner, 14. Comedia, 15. Lambiel, 16. Frieden, 17. Rotberg, 18. Schritt, 19. Kreativ, 20. Petunie, 21. Vescoli, 22. Bosheit, 23. Wuetend Lösungssatz: Es steht immer einer neben uns, der unsere Liebe braucht.

5 7

9

4 8

Lösung: 421

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24525 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 24. April 2011

103


leser

«Brunner könnte Solarstrom produzieren» u Toni Brunners Atompolitik, SI 14/2011 «Leider bezeichnet Toni Brunner Atomenergie als CO2-frei – ohne darauf hin­ zuweisen, dass jedes AKW massiv Radio­ aktivität produziert. Und zwar täglich eine Menge von vier Hiroshima-Atombomben. Das ist das Kernproblem. Vorbildlich ist, dass sich Toni Brunner am Energiesparen beteiligt und mit Erdwärme via Wärme­ pumpe heizt. Leider sagt er nicht, woher sein Strom kommt. Und dass jede Wärmepumpe mit erneuerbaren Energien be­ trieben werden kann und sollte. Da er auf einem sonnigen Bauernhof wohnt, könnte Toni Brunner den Strombedarf ideal mit Foto­voltaik-Solaranlagen selbst produzieren und den Überschuss profitabel ins Netz einspeisen.» Wolfgang Rehfus, Kilchberg ZH

Theo & Theo u Der Neue von Francine, SI 15/2011 «Der eine ist ein herziger schöner weisser Hund, und der andere Theo bin ich. Die Reportage über die bekannte und beliebte Entertainerin Francine Jordi hat mich sehr erfreut. Mit einem Schmunzeln habe ich gelesen, dass sie nach dem schmerzlichen Verlust ihres geliebten Pego ihren nun neuen vierbeinigen Liebling Theo nennt und ruft. So hoffe ich mit ihr und Gatte Tony, dass sie gemeinsam viel Freude und Angenehmes mit ihrem neuen Theo er­ leben werden!» Theo Haverkamp, Kilchberg ZH

Fan von alex frei … u Frei ist kein Idol, SI 15/2011 «Als jahrzehntelange Leser Ihrer Zeitschrift ist dieser Artikel speziell, noch spezieller der Verfasser! Frei hat sehr wohl in einer grossen Mannschaft gespielt. Zu oft wird das Wort Schlitzohr in diesem Artikel erwähnt. Wie kann man überhaupt ­Menschen mit anderen vergleichen, wo doch jeder einmalig ist. Er spielt und trifft für Mario Widmer wohl in der falschen Klubmannschaft, bezahlt seine Steuern in der Region und musste sich noch wegen keines Doping-Skandals rechtfertigen. Herr Widmer wäre wohl gut beraten mit: ‹Wenn jede für sich luegt, isch für alli gluegt.›» A. & C. Keiser, Münchenstein BL

… und von Luca ruch u Mister Schweiz, SI 14/2011 «Ich ging mit meiner 8-jährigen Tochter ein Autogramm holen beim neuen Mister Schweiz Luca Ruch. Er ist wirklich so wie Mann oder besser Frau sich einen sympathischen Schweizer ‹Schwiegersohn› vorstellt. Natürlich, ehrlich und charmant. Und er hat etwas im Kopf. Wir freuen uns auf viele weitere Fotos von diesem netten Mann. Auch seine Familie wirkt sehr ehrlich und nicht so ‹künstlich›. Macht bitte weiter so, dann bin ich noch 100 Jahre treue Leserin.» Stephanie Koller, per E-Mail

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

willi

«Die Ostern fallen heuer spät.» «Ja, dafür war Neujahr sehr früh.»

impressum Nr. 16, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


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notabene

Die arabische Welt brennt Peter Scholl-Latour

106

schweizer illustrierte

Foto Fabienne Bühler

D

er so stürmisch gefeier­ ­Jedenfalls distanzieren sich die Korante arabische Frühling Gläubigen nachdrücklich von jenen droht vorzeitig in einen Terrorzellen, die durch Meuchelmord frostigen Herbst umzu­ von ausländischen Touristen ihrem Hass schlagen. Wo die erlö­ auf den Westen Ausdruck geben. sende Saat von Freiheit Von einem Flächenbrand inner­ und Demokratie spries­ halb der arabischen Welt war oft die sen sollte, verkrustet sich der Boden. Rede. Tatsächlich steht eine ganze Rei­ In Tunesien hatte alles so überraschend he von konservativen Herrschern einer begonnen. Aber Tag für Tag versuchen immer grösseren Revolte gegenüber. nun verzweifelte junge Bürger dieses Doch die einzelnen Länder unterschei­ den sich voneinander. So steht der je­ nordafrikanischen Landes über die menitische Staat des Generals Saleh am Insel Lampedusa nach Europa einzu­ Rande des Abgrunds. Und auch im sonst dringen. so gefügigen Jordanien rumort es. Wie Da in Tunis nach der Flucht des lange sich das Regime von Präsident ­Diktators Ben Ali von Unterdrückung Assad auf die ergebene Sektengruppe nicht die Rede sein kann, fragt man sich, der Alawiten stützen kann, ist höchst was diese Leute antreibt, ihre Heimat zu ungewiss. verlassen. Es kann sich nicht mehr um «Die Gefahr besteht, politische Asylsuchende handeln – wir dass die totale Im Irak bleibt alles in der Schwehaben es mit ganz gewöhnlichen Wirt­ be. Nach dem Abzug der letzten ameri­ Anarchie ausbricht» schaftsmigranten zu tun. kanischen Truppen dürfte die Erz­ Wie die neue Verfassung Tunesiens feindschaft zwischen der schiitischen aussehen soll, bleibt ungewiss. Die bis­ Mehrheit und den Sunniten in einen herige Regierungspartei wurde auf­gelöst, doch die liberalen ­Bürgerkrieg ausarten. Kräfte verfügen weder über eine handlungsfähige Organisa­ Schon stellt man sich im amerikanischen Aussenministe­ tion noch über charismatische Führungspersönlichkeiten. rium die Frage, ob die Stabilisierung von Zwangsregimen nicht Schon profiliert sich als potenziell stärkste Bewegung die das kleinere Übel gewesen wäre. Seit der Volksaufstand gegen ­islamische «Partei der Erweckung». den libyschen Despoten Gaddafi entgegen aller Erwartungen Noch bedenklicher ist die Entwicklung in Ägypten. Der nicht zur schnellen Beseitigung des Diktators führte, fragt man Enthusiasmus der Massen auf dem Tahrir-Platz weicht düste­ sich, ob am Ende die Franzosen und Engländer nicht mit ren Ahnungen. Zwar hat die Protestbewegung erreicht, dass Bodentruppen eine Entscheidung zugunsten der militärisch Diktator Hosni Mubarak und seine Söhne wegen Korruption unterlegenen Rebellen erzwingen müssen. Die Gefahr besteht, und Gewaltanwendung vor Gericht erscheinen müssen. Doch dass am Südrand des Mittelmeers die totale Anarchie aus­ die Massenversammlungen beunruhigen die Generalität. bricht. Man wird die angekündigten Präsidentschafts- und Parla­ Präsident Obama hat zu erkennen gegeben, dass er mentswahlen scharf beobachten müssen. Die Masse verfügt in den Staaten des «greater Middle East» nicht auf eine über keinerlei parteipolitische Organisation, und die wenigen zynisch anmutende Realpolitik verzichten will und nun seine Kandidaten auf das Präsidentenamt sind bei der bäuerlichen Prinzipien über Bord wirft. Das gilt vor allem für die Insel Bah­ Bevölkerung, den Fellachen, kaum bekannt. Es ist zu erwar­ rain im Persischen Golf, deren sunnitischer König die Masse ten, dass im Fall einer ehrlichen Volksbefragung die Bewegung seiner schiitischen Untertanen seit Langem brutal unter­ der Muslim-Brüder die stärkste politische Gruppe bildet. Die­ drückt. Bahrain ist mit Saudi-Arabien und den dortigen Erd­ se haben unter dem repressiven Regime Mubaraks ihre gehei­ ölvorkommen nur durch eine Brücke verbunden. Auch dort men Strukturen aufrechterhalten können. Käme es zu einem leben Schiiten, die sich der Islamischen Republik Iran fairen Wahlkampf, könnten sie auf jede Moschee des Niltals verbunden fühlen. Wenn man bedenkt, dass Bahrain der un­ als Versammlungs- und Werbungsbüro zurückgreifen. verzichtbare Stützpunkt der 5. US-Flotte ist, kommt man Dabei sollte man sich hüten, die Muslim-Brüder als eine zum Schluss, dass der Einmarsch saudischer Panzertruppen primitive Horde von Fanatikern darzustellen. Sie finden ihre zur Niederschlagung des Aufstandes im amerikanischen  stärkste Stütze nicht nur bei einer Vielzahl frommer Fellachen, Interessen sein kann. sondern auch bei jener kleinen bürgerlichen Mittelschicht, die in den grossen Städten beachtliche Ausmasse annimmt. Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor


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