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Francine Jordi Happy End im Hunde-Drama

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11. April 2011 CHF 4.50

Exklusiv

Kilian Wenger

Im Camp des Kรถnigs Gran Canaria So hart trainiert er. So viel Spass hat er mit seinen Schwinger-Kumpeln


Titel Kurt Reichenbach, Fabienne Bühler; Inhalt Fabienne Bühler

Inhalt

HEFT 15, MONTAG, 11. April 2011

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u Luca und seine Frauen Sie wissen, wie der schönste Schweizer tickt: Mama Eda hält ihm den Rücken frei, Freundin Daniela fürchtet sich nicht vor Groupies. Luca Ruch zeigt sein Zuhause.

Titel 20

Kilian Wenger Der Schwingerkönig und seinen «bösen» Freunde in Maspalomas

Party 16 18

Das Zelt Die Premiere in Zürich SnowpenAir James Blunt im Oberland!

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Inhalt Leute 7 8

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u Grünliberal

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gibt Gas Er hat ein Herz für die Umwelt und die Natur. Und gewinnt immer mehr Einfluss in der Schweizer Politik. Jetzt sagt Nationalrat Martin Bäumle, weshalb er mit gutem Gewissen Töff fährt.

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Tagebuch von Nik Niethammer Leute Justin Bieber, Katrin Nabholz, Ariella Kaeslin & Giulia Steingruber, Joseph Fiennes, Beat Schlatter & Frau Fischer, Peach Weber, Annakin Francine Jordi Tragisch. Zum ersten Mal spricht die Schlagersängerin über den Verlust ihres geliebten Labradors Pego Mario Widmer Fussball-Nati am Scheideweg: Alex Frei – Gigant bei den Zwergen? Luca Ruch Zu Hause beim Mister Schweiz

Politik in Grün 32 34 38

Martin Bäumle Grünliberale Revolution: der Chefstratege im grossen Interview Die neue Partei zeigt ihr Gesicht Drei Porträts aus Basel, Bern und Chur Hannes Britschgi Zwischenruf aus Bern!

Gesellschaft 48

Luc Hoffmann Nachhaltig. Vor 50 Jahren gründete der Roche-Erbe den WWF

Shopping 55

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 65 66

Fotos Helmut Wachter, Kurt Reichenbach, Andreas Meier / EQ Images

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Verdauung Medizinische Hilfe aus Tibet! Schnarchen Nächtliche Atempausen sind gefährlich! Was Sie dagegen tun können. Sonnenallergie So schützen Sie sich!

Die Besten

48 u Ganz Stark! «Ich habe immer gern Sachen durchgesetzt, die ich angefangen habe»: WWF-Gründer Luc Hoffmann.

40 u Schlitzohr 42 Tore in 84 Länderspielen: Jetzt mag Alex Frei aber keine mehr schiessen. Eine Chance für die Nati!

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 75

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 90 84 88

Notabene von Helmut Hubacher Horoskop Leserbriefe/Impressum

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tagebuch

Gedruckte Sehnsucht Bäumle/Frei Was haben der Präsident der

Nik Niethammer, Chefredaktor

Grünliberalen Partei und der Captain der Schweizer Fussballnati gemeinsam? Sie machten letzte Woche von sich reden. Martin Bäumle, Töfffahrer, Chemiker und Schnellsprecher, ist der Shootingstar der Schweizer Politik. Ihm und seinen Grünliberalen fliegen zurzeit die Stimmen der Wähler nur so zu. Alex Frei, genialer Torjäger und schwieriger Charakter, gab seinen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Spätestens hier enden die Gemeinsamkeiten. Während Bäumle die Medien geschickt nutzt, um seine Botschaften unters Volk zu bringen und auch Privates von sich preisgibt (ab Seite 32), bringt Frei die Fans und Medien gegen sich auf. Als unser Reporter Alejandro Velert den Rekordtorschützen um ein Interview bat, wurde er am Telefon nur beschimpft. Wir haben deshalb Mario Widmer um eine Einschätzung gebeten. Der frühere «Blick»-Sportchef und profilierte Fussball-Experte kommt zu einem wenig schmeichelhaften Ergebnis: «Frei ist kein Idol» – ab Seite 40.

LandLiebe Haben Sie Lust auf Entschleunigung?

Lust auf Entschleunigung? Das neue Magazin «LandLiebe» aus dem Verlagshaus Ringier zeigt die Schweiz von ihrer schönsten Seite.

Raus aus dem Büro, rein in die Natur? Dann empfehle ich Ihnen unser neues Magazin «LandLiebe». Auf 172 Seiten zeigen wir Ihnen die Schweiz, wie Sie sie noch nie gesehen haben. Mit herausragenden Landschafts- und Bergbildern, gefühlvollen Texten und jeder Menge Service. Lassen Sie sich zu erlebnis­ reichen Ausflügen verführen, lernen Sie bodenständige Menschen kennen. Und entdecken Sie mit uns die Leidenschaft für den ­Megatrend Stricken. «LandLiebe» ist gedruckte Sehnsucht nach dem einfachen Leben. Das Magazin wurde von einem kleinen Team der Ringier-Zeitschriften entwickelt, startet mit einer Auflage von 200 000 und erscheint viermal jährlich. Es kostet im Einzel­ verkauf CHF 6.50, ist ab Donnerstag am Kiosk und im Abonnement (CHF 24.–) erhältlich. Viel Vergnügen beim Entschleunigen!

Roger Federer

Grosse Ehre für den renommierten Zürcher Fotografen Marcel Grubenmann: Seine Bilder von Roger Federers Reise nach Äthiopien wurden am Freitag mit dem Swiss Press Photo Award in der Kategorie Sport ausgezeichnet. Grubenmann dokumentierte den Besuch des Tennisstars in einer Primarschule in Kore Roba, 40 Kilometer nördlich von Addis Abeba. Federer unterstützt mit seiner Stiftung seit 2003 Schulen und Bildungsprojekte in sechs afrikanischen Staaten. Die nun ausgezeichnete Reportage erschien im Februar 2010 in der Schweizer Illustrierten. Wir gratulieren herzlich – und freuen uns mit. Ich wünsche Ihnen eine unbeschwerte Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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bild der woche

Der kanadische Teenie-Star in Zürich

Tschaaastin! u «Love me, love me», singt er. Und mehr als 12 000 Girls

kreischen. Ohrenbetäubend, minutenlang. Ekstase. Weinkrämpfe, über 140 Fans kollabieren. Bieber-Mania im Zürcher Hallen­sta­dion! Justin Bieber ist da! 17 Jahre jung ist der Teenie-Schwarm, 16,5 Millionen FacebookFreundinnen hat er. Viele Fans tragen Violett – Justins Lieblingsfarbe. Schon um 5 Uhr in der Früh sind die ersten gekommen, um am Freitagabend ihr Idol aus nächster Nähe zu erleben. Stofftiere, Liebesbriefe fliegen auf die Bühne. Justin mit der hohen Stimme bedankt sich artig. Nach 90 Minuten ist Schluss. Doch die Girls schreien noch lange: «Tschaaastin! We love you, we love you!» TKU


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Fotos Steffen Schmidt / Keystone, Reuters


leute

katrin nabholz

Gepanzerte Reize u Blonde

Haare, rehbraune Augen, strahlendes Lachen. Katrin Nabholz, 25, ist ein Blickfang. Doch die angehende Tierärztin aus Basel kann auch anders – krachende Schüsse, harte Bodychecks, erbitterte Zweikämpfe. Nabholz ist Stürmerin der Schweizer Eishockey-Frauen­ auswahl. Ab diesem Samstag steht sie in Winterthur und Zürich im WM-Einsatz. «Wenn alles perfekt läuft, ist eine Medaille möglich.» Mit den ZSC Lions wurde Katrin Nabholz Schweizer Meisterin. Nun möchte sie auf inter­natio­nalem Eis für Furore sorgen. Zum WM-Auftakt gegen Kanada ist aber Schadensbegrenzung angesagt. «Unser Ziel ist es, weniger als zehn Tore zu kassieren.» Thomas Renggli

Powerduo: Ariella Kaeslin zeigt am Potsdamer Platz Bronze, Giulia Steingruber teilt ihren Stolz. ariella kaeslin & giulia steingruber

Schöne Aussichten! u Gäbs eine Beauty-Wertung, hätte die Schweiz an der Turn-EM mehr als «nur» Bronze geholt. Ariella Kaeslin, 23, und Giulia Steingruber, 17, verzückten die Fans in Berlin auch neben den Geräten. Dass es dann nur «Ari» im Pferdsprung trotz fiebrig durchlittener Woche zur dritten Euromedaille reichte, trübte die Freude leicht. Teenager Giulia aus Gossau SG hatte sich neben unserer Turn-Queen quasi aus dem Nichts zur Prinzessin gemausert, träumte gar vom Podest. Ihr Sturz im

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Final ist nur ein Stolperer auf dem Weg nach ganz oben. «Zuerst war ich nieder­geschlagen. Dann kam schnell der Stolz, dass ich es überhaupt so weit gebracht habe.» Freundin, Zimmer­ kollegin und Vorbild Ariella litt doppelt. Erst quälte sie sich geschwächt durch den Wettkampf, dann traf sie Giulias Sturz brutal. «Nach den Tränen des Glücks flossen jene des Mitleidens. Doch Giulia darf sich künftig an den Allerbesten orientieren. Ich freu mich, ist sie da!» iso niedermann

Medaillenträume. Katrin Nabholz will an der Hockey-WM in der Schweiz ihre Gegnerinnen aufs Eis legen.


nachgefragt bei

Joseph Fiennes

Herr Fiennes, Ihr Töchterchen ist jetzt 13 Monate alt. Wie gefällt Ihnen das Familienleben? Es ist wunderbar! Eine Ehefrau und ein Kind zu haben, ist das Schönste in meinem Leben. Wie sieht ein Tag bei Ihnen und Maria aus? Weil wir nicht genügend Schlaf bekommen, befinden wir uns immer leicht in einem Zombie-Zustand. Aber wenn mich meine kleine Minnie Fay so herzig anlächelt und mir einen dicken, nassen Kuss aufdrückt, macht das alles wieder wett. Dann fühle ich mich wie im Paradies. Ihre Tochter heisst Minnie Fay? (Lacht.) Nein, nein, das ist nur ihr Kose­ name. Unser Töchterchen heisst Eva Lucia. War Eva auch schon in der Schweiz? Ja, letztes Jahr für ein paar Tage. Wir kommen immer sehr gern in die Schweiz. Das Land hat einen festen Platz in unseren Herzen. Wird die Kleine zweisprachig aufwachsen? Vielleicht sogar dreisprachig. Maria hat ja, da sie in der Schweiz aufgewachsen ist, viele Sprachen im Köcher. Ich hoffe, dass meine Tochter bezüglich Sprachtalent ihrer Mutter und nicht mir nachschlägt. Sie sind zurzeit als Zauberer Merlin in der neuen TV-Serie «Camelot» zu sehen. Seit Sie Familienvater sind, scheinen Sie lieber Serien als Filme zu drehen. Ich schaue jetzt mehr auf Stabilität und Langfristigkeit. Es dreht sich nicht mehr alles nur um mich. Die Familie hat Vorrang. Ich spiele diese Rolle aber auch, weil ­«Camelot» keine Adaption nach gehabtem Muster ist. Mein Merlin ist eher ein politischer Manipulator. Er hat weder einen weissen Bart noch einen Zauberstab. Dabei liegt Ihnen die Arthur-Legende im Blut. Sie sind in Salisbury aufgewachsen. Absolut. Als Kind spielte ich zwischen den Stonehenge-Steinen – bevor sie eingezäumt wurden. Interview marlène von Arx schweizer illustrierte

Fotos Gian Paul Lozza, Getty Images, Joern Pollex/Bongarts/Getty Images, Dukas

Familien­ ausflug Seit über einem Jahr sind sie nun zu dritt: der britische Schauspieler Joseph ­Fiennes, 40, und das ­Berner Model Maria Dolores Diéguez, 29.

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leute

Jetzt sind sie Mann und Frau. Er im Massanzug. Sie trägt ein «zwischen zwei Sitzungen gepostetes» Blumenkleid.

beat schlatter & mirjam fischer

Per Sie trotz Heirat! u Für einmal sorgt nicht der Komiker für Lacher – sondern der Pfarrer. Geschehen an der Trauung von Beat Schlatter, 49, und Mirjam Fischer, 41, vergangenen Freitag im Zürcher Grossmünster. «Christoph Sigrist kennt uns so gut, dass er allerhand zu erzählen wusste», sagt Beat Schlatter. Beim von Adrian Weyermann vorgetragenen «Hallelujah» fliessen die Tränen dann doch noch: «Als ich meinen Vater weinen sah, war es auch um mich und Frau Fischer geschehen.» Ihre goldenen Eheringe schrieben übrigens bereits

Geschichte, bevor sie vom Brautpaar getauscht wurden: «Es sind Secondhand-Modelle. Meinen schmückt ein Karneol, den von Frau Fischer ein Nephrit.» Wer denkt, dass Beat Schlatter nach der Hochzeit seine Frau nun mit einem vertrauten Du anspricht, der irrt: «Daran habe ich zwar auch gedacht, doch dafür liebe ich Frau Fischer zu sehr.» bettina portmann Alles über das Hochzeitsfest im Brockenhaus lesen Sie in der Schweizer Illustrierten vom 18. April 2011. Peach weber

Fotos Thomas Buchwalder, Remo Nägeli

Mister Gaga aus dem Aargau u Der Ball rollt, dreht nach links ab und trifft anstatt alle nur einen einzigen Pin. Wenn Komiker Peach Weber, 58, und Tochter Nina, 15, bowlen, passiert dies öfter. «Wirklich gut sind wir beide nicht, aber wir haben unseren Spass dabei.» Auf der Bühne bringt Peach Weber das Publikum mit seinem neuen Programm «Mister Gaga» zum Lachen. Der Titel ist angelehnt an seine Gags, seinen Heimatkanton Aargau und die amerikanische Pop-Diva Lady Gaga. «Sie würde ich ohne ihre abgefahrenen Outfits nie anschauen», sagt er. «Aber ich bin optisch auch kein Leckerbissen.» Deswegen hole er seine Tochter auch nicht im Hawaii-Hemd von der Schule ab.

Wenig Ballgefühl Peach Weber mit seiner Tochter Nina.

Aurelia Forrer

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leute

wer liebt wen

Viele, viele süsse Babys u Riesenfreude bei Bobpilot Beat Hefti, 33. Am 3. April um 9.32 Uhr brachte seine Frau Sheena, 25, ihr erstes Baby zur Welt. Töchterchen Amy Lynn ist 50 Zentimeter lang, 3675 Gramm schwer und kerngesund. «Ich bin mächtig stolz», so der glückliche Dädi. u Das ist er also!

Endlich gibts ein erstes Foto von Leo, dem Baby des Schau­ spieler-Paares Penélope Cruz, 36, und Javier Bardem, 42. Der süsse Kleine kam im Januar in Los Angeles zur Welt.

Komponiert Melancholie unter der Stuckdecke: Sängerin Annakin zu Hause in Zürich.

Ann kathrin Lüthi

Elfe und Totenkopf

Fotos Dick Vredenbregt, RDB, David Schumacher/Swiss Press, Keystone, HO

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Anna Rossinelli u Luca Ruch u Heinz Margot u Melanie Oesch u Polo Hofer

u Ikarus träumte vom Fliegen. Er bas­­tel­te sich Flügel aus Federn und Wachs, die in der Sonne schmolzen. Die Geschichte aus der griechischen Mytho­lo­gie inspirierte Sängerin Annakin alias Ann Kathrin Lüthi, 36, zu ihrem neuen Album «Icarus Heart». Gemeinsam mit ihrem Mann, Fotograf Christian Ammann, lebt sie in Zürich. Das hell

eingerichtete Zuhause passt zu ihrer elfenhaften Person. Eine Totenkopf-Kerze bricht die Harmonie. «Ich habe auch eine düstere Seite in mir», sagt die Frau mit einem Mastertitel in Englisch, Publizistik und Kriminologie. «Andere nehmen Drogen, ich lebe sie in meinen melan­ cholischen Liedern aus.» Und die sollen das Publikum beflügeln. aurelia forrer

Rose

kaktus

Hanspeter Thür Eidg. Datenschutzbeauftragter u Man wird, ohne es zu merken, fotografiert, bohrt dabei womöglich noch in der Nase – und dann landen die Bilder für jeden sichtbar im Internet! Der Strassenbilderdienst Google Street View sorgt für Aufregung. Datenschützer Hanspeter Thür hat nun ein international einmaliges Urteil gegen den Onlinedienst durchgesetzt: Google muss sämtliche Gesichter und Nummernschilder unkenntlich machen. Lieber Herr Thür, wenn etwas filmreif ist, dann Ihr Einsatz für unsere Privatsphäre! Deshalb machen wir für einmal öffentlich, was sich am Montag in Ihrem Briefkasten befindet: Es ist unsere Rose!

Christian Traber CVP-Gemeinderat Stadt Zürich u Einmal hüst, einmal hott. Die CVP-Politiker des Zürcher Stadtparlaments fuhren in den letzten Wochen einen verwirrlichen Zickzackkurs. Erst kippten sie einen Teil des Projektierungs­ kredits für das neue Hardturm-Fussballstadion aus dem Budget – aus Spargründen. Nun stimmten sie dem Begehren plötzlich zu. Verlässliche und nachvollziehbare Politik sieht anders aus, Herr Traber. Und so schicken wir Ihnen als Präsidenten der CVP-Fraktion unseren Kaktus. In der Hoffnung, dass Sie Ihre Parteikollegen künftig mit gradlinigen Vorgaben auf Trab halten. schweizer illustrierte

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party

Politische Frühlingsgefühle: das Ehepaar Silvia und Christoph Blocher zurück auf der grossen Bühne.

MTV-Award statt America’s Cup? Milliardärspaar Ernesto und Kirsty Bertarelli.

Stars singen für Stars VIP-Parade an der Zelt-Gala

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ürich, Kasernenareal. High Heels statt Militärstiefel. Designerkleider statt Kampfanzüge. Vor der Gala zum Schweizer Tourneetheater «Das Zelt» herrscht auf dem roten Teppich Stossverkehr. Ernesto Bertarelli begleitet seine Frau Kirsty zum Auftritt. «Selber würde ich nie singen – nicht einmal unter der Dusche.» Ein Mann der lauteren Töne ist Christoph Blocher: «Wenn ich auftreten müsste, würde ich es als Komiker probieren.» Seine Ehefrau Silvia freut sich vor allem über das politische Comeback ihres Mannes: «Im Ständerat ist es höchste Zeit für neuen Schwung.» Caritas-Chef Hugo Fasel verzichtet auf spektakuläre Kunststücke. «Ich beherrsche nicht einmal den Guggelisturz.» Das ist Freiburgisch und heisst Purzelbaum. Sängerin Nubya traut sich artistisch mehr zu: «Ich könnte ein Rad schlagen.» Ein echter Akrobat ist Gastgeber Adrian Steiner: Als Fahrrad-Artist gehörte er zur Weltklasse. Turnstar Donghua Li ist auch 15 Jahre nach seinem Olympiatriumph noch in Topform. Zu Hause trainiert er täglich zwei Stunden – und möchte sein Können der Öffentlichkeit erneut präsentieren: «Vermutlich noch dieses Jahr im Zelt.» Ex-Mister-Schweiz Jan Bühlmann hat ihm dies voraus. Über seine musikalischen Qualitäten ist er sich aber selber nicht ganz sicher: «Meine Stimme ist ausbaufähig.» Dieter Bohlen wäre wohl gleicher Meinung. Text Thomas renggli, Fotos alexandra pauli

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Singender Blickfang: Kirsty Bertarellis Outfit macht die musikalische Performance zur Nebensache.


«Ich kann nicht einmal zwei Nanos aufeinanderstapeln.» Migros-CEO Herbert Bolliger mit Gattin Beatrice sowie Schlagersängerin Paloma Würth und ihr Bruder Roman (v. r.).

Ungleiches Duo auf Augenhöhe: Komiker Claudio Zuccolini (l.) und Krokus-Legende Marc Storace.

«Eine Gala ist wie eine Hochzeitsfeier. Man weiss nie, ob alles klappt»: ZeltDirektoren Cathrine und Adrian Steiner.

«Seit Einführung der Klimastatistik war es Anfang April noch nie so heiss»: Thomas Bucheli mit Ehefrau Barbara und Sohn Marc.

Schneekönigin: Ex-SkiStammgäste: Ticket-Corner- Besucher aus Ascona: Miteinander, aber nicht zusammen: Evergreen: Lys Assia fühlt CEO Andreas Angehrn mit «Giardino»-Hotelier Philippe Caritas-Chef Hugo Fasel mit Schau- sich auf dem roten Teppich Star Sonja Nef mit welt­seit 70 Jahren wie zu Hause. meisterlichem Charme. Ehefrau Maria-Theresia. Frutiger mit Gattin Daniela. spielerin Heidi Maria Glössner.

party-facts

Foto Ruedi Hugentobler

Gastgeber Schweizer Illustrierte Tatort Kasernenareal Zürich Most wanted B&B – Bertarellis und Blochers Hoppla! Die Klimaerwärmung verwandelt das Zelt in eine finnische Sauna Food Alles, was das Herz begehrt: Roastbeef, Wachteln, Fisch und Dips. Bier nach Wein ... Fazit Eine Kasernenwiese ist auch eine Galabühne Zitat des Abends «Auf der Riederalp sind die Pistenverhältnisse top – und eine Klimaanlage braucht man nicht»: Art Furrer

«In Island ist es minus 15 Grad.» Satiriker Andreas Thiel steuert die abkühlende Botschaft bei.

Strassen­ akrobatik. «Ich kann sogar das Rad schlagen»: Sängerin Nubya in Tanzlaune.

Party-Rating

«Nicht alle Schönen singen auch wirklich schön»

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party

Skicross-Olympiasieger Mike Schmid und Freundin Joelle Lehmann: «Wir lieben die Stimmung hier, wer spielt, ist fast egal.»

Simon Ammann und seine Frau Yana: «Hier oben nur Musik zu hören, wäre schade.»

Ausserhalb der VIP-Zone anzutreffen: der Berner SVP-Ständerat Adrian ­Amstutz und seine Gattin Esther.

Dieses Fest Sonniges 14. SnowpenAir auf der Kleinen Scheidegg

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René Urfer (l.) und Werner Riethmann, die Bosse des ­Wanderschuh-Herstellers Lowa.

SnowpenAir-Organisator Urs Kessler (l.) mit Mammut-CEO Rolf Schmid.

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Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (r.) singt mit Bruder Philipp mit und raucht Cohiba.

kianzug, T-Shirt oder gar kurze Hosen? Am Open Air unter Eiger, Mönch und Jungfrau zerbricht sich am Samstagnachmittag so manch einer den Kopf: Welches Outfit wäre wohl richtig gewesen? Skicross-Olympiasieger Mike Schmid sticht mit seinem bunten Karohemd aus der Menge. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (in Halbschuhen) trinkt ein Cüpli und singt von Frühlings­ gefühlen: «Joanna, I love you» stimmt er lauthals mit ein, als Kool & the Gang ihre Hymne singen. Die Sonne brennt vom Himmel, es sind über 20 Grad. Simon Ammann (in Skischuhen) schwitzt in seiner Skihose: «Hier oben nur Musik zu hören, wäre trotzdem fast schade.» Deshalb will er nach James Blunt nochmals auf die Piste. Um die letzten Kurven der Skisaison zu geniessen, nimmt auch der ehemalige Bobfahrer Ivo Rüegg ein paar Schweisstropfen in Kauf. 10 000 Besucherinnen und Besucher begrüssen nach den Konzerten von Marc Trauffer, Spider Murphy Gang und Kool & the Gang den britischen Schmusesänger James Blunt (in Pullover und Turnschuhen). Der singt seine Hits inklusive «You’re Beautiful» und lässt sich am Schluss von seinen Fans gar auf Händen tragen. Text yvonne zurbrügg, Fotos kurt reichenbach


«Die Berge hier sind fantastisch. Der Eiger – eine Wand!» James Blunt auf der Fahrt von Grindelwald zu seinem Konzert auf der Kleinen Scheidegg.

small talk mit

James Blunt Mister Blunt, sind Sie zum ersten Mal hier? Ja, ich kenne vor allem die Walliser Berge. Sie haben Ihren Wohnsitz von England nach Verbier verlegt. Weshalb? Als Kind verliebte ich mich beim Skifahren in Verbier. Jetzt besitze ich ein Chalet – nichts Mondänes, sehr authentisch. Es soll sogar einen nach Ihnen benannten Skilift geben? Ja, Diana Ross hat auch einen. Meiner hat sechs Sitze und Haube, der komfortabelste Lift im Gebiet. Sie singen gleich auf 2000 Metern über Meer. Speziell für Sie? Nein, darin halte ich sogar den Weltrekord! Ich gab mal ein Konzert in einem Flugzeug, vor 200 Passagieren. Ende Monat heiraten Kate und William. Sie treten an der Hochzeit auf, nicht? Ja, ich werde die Orgel spielen. Ist das Brautpaar Fan von Ihnen? Oder die Queen? Ich weiss es nicht. Zwei Jahre lang war ich Horse-Guard der Queen. Ich bin neben ihr her geritten, wenn sie mit der Kutsche ausfuhr.

ival macht alle high Zum ersten Mal am SnowpenAir: Pepe Lienhard und seine Partnerin Christine Köhli.

Barbara Hayoz, Finanzdirektorin der Stadt Bern, und Martin Pfisterer, Bernische Kraftwerke BKW.

Der ehemalige Bob-Doppelweltmeister Ivo Rüegg geniesst das Konzert mit ­seiner Freundin Maya Bamert.

Schwingerkönig Harry Knüsel und Gattin Edith. «Wir haben nur ein ­einziges SnowpenAir verpasst.»

party-facts Gastgeber Jungfraubahnen Tatort Kleine Scheidegg, Berner Oberland Most wanted Sonnencreme und wasserfestes Schuhwerk. Der letzte Schnee schmolz dem Publikum unter den Füssen weg Hoppla! James Blunts erste Strophen hörten nur die Fans in Reihe eins. Das technische Problem war aber schnell behoben Cool Simon Ammann und Mike Schmid liessen sich geduldig samt all ihren Fans fotografieren Party-Rating

Schiedsrichter-Chef Urs Meier mit Frau Andrea und Tochter Lara. «Sie freut sich auf James Blunt.»

Euro-2012-Organisator Martin Kallen und Gattin Liselotte. «Meine Mutter freut sich auf Hansi Hinterseer.»

«Liegestühle, Palmen, über 20 Grad: So viel Beach-Feeling gabs beim SnowpenAir noch nie»

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Lustige Böse Glarner Mättu, Anderegg Simu, Sempach Mättu, Wenger Kile, Roschi Rüedu und Sempach Stefu (v. l.) am Strand von Maspalomas.

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Kile und


Eidgenossen!

Muskelspiel auf Gran Canaria: Im Trainingslager mit seinen Schwinger-Freunden ist Kรถnig kilian wenger ausgelassen wie nie. Seine Gegner aber haben auch in Zukunft nichts zu lachen.

die wilden Kerle


Eidgenossen!

«Die Jungs sind hier wie kleine Gofen, wenn sie im Hotelpool rammeln und in den Gängen jodeln» roli fuchs, trainer

Schwinger-Beau «So sehe ich ja aus wie ein Mister-Schweiz-Kandidat», sagt Single Kilian.

Gedränge Kilian teilt im «Lopesan Baobab» ein Bett mit Matthias Sempach. «Das Problem ist nur, dass wir bloss eine Decke haben.»

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Hauruck! im Hotelpool gelingt Matthias Sempach Einzigartiges: Er zwingt KĂśnig Kilian beim Rammeln unter Wasser auf den RĂźcken.


Eidgenossen!

Sandwürfe Wenger–Sempach Mättu, ­Glar­ner–Anderegg und Roschi–Sempach Stefu (v. l.) schwingen in den Dünen.

Text iso niedermann Fotos kurt reichenbach

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as fängt ja gut an: Gerade haben die sechs Berner Schwinger und ihre Betreuer das Gepäck am Flughafen Zürich eingecheckt, als einer feststellt: Bordkarte am Counter liegen lassen. Kilian Wenger – natürlich! «Das ist typisch! Er ist einfach ein liebenswürdiger Chaot», sagt Roland Fuchs, Trainer und Freund des Schwingerkönigs aus Horboden im Berner Diemtigtal. Wenger sprintet zurück zum Schalter, und seine fünf Kumpel kugeln sich nicht zum ersten Mal an diesem Tag vor Lachen. Sempach Matthias, 25, Anderegg Simon, 24, Glarner Matthias, 25, Sempach Stefan, 26, und Roschi Ruedi, 19, fliegen zusammen mit König «Kile» für eine Woche nach Gran Canaria. Es geht schon bei der Reise laut und lustig zu und her. Da wird geschubst und gerangelt, werden Witze und derbe Sprüche gemacht. Schulreise der Bubensek, Jahresausflug mit dem Jasskässeli ans ­Oktoberfest. Weit gefehlt! Was folgt, ist eine knallharte Trainingswoche. Zehn Übungseinheiten warten auf die Schwinger. Kraft, Ausdauer, Rumpf-Stabilisierung, Beweglichkeit. Die traumhaften Sanddünen von Maspalomas verheissen Leiden in Intervall-Portionen statt Sonnenbad am Meer. Strandbar der Berner

Bösen ist das Fitnesscenter im nahen Städtchen, das die Gruppe jeweils erst noch nach 20-minütiger Tempofahrt auf dem Bike erreichen muss. Roland Fuchs, im «zivilen» Leben Sportlehrer an der Gewerbeschule Interlaken, ist gnadenlos. «Brutal huere schtreng wie no nie», stellt Matthias Glarner schon am zweiten Tag fest. Und der Meiringer, der in Bern Sport studiert, muss es wissen. Er war bei allen fünf bisherigen Trainingswochen auf Gran Canaria dabei. Roli Fuchs ist mit seinen Spitzensport-Methoden zum ersten Mal im Team. Hier mitleiden zu dürfen, ist ein ­begehrtes Privileg. Für das die Berner Giele in den eigenen Sack langen. Auch

wenn Sponsoren das Camp unterstützen, lassen es sich die Bösen doch einige hundert Franken und ein paar Ferientage kosten. Einzig Kilian Wenger ist von Hotelplan – dem Reiseunternehmen seines Hauptsponsors Migros – ins 5-SterneResort Lopesan Baobab in Meloneras eingeladen. Doch Kile lässt sich nicht lumpen: Freiwillig beteiligt er sich an den Reisekosten der Gruppe. «Ist doch klar. Ich verdiene als König ja auch mehr als die anderen.» Das luxuriöse Resort gefällt den Schwingern. Die Zimmer sind so geräumig, dass sie auch das «Puff» von jeweils zwei Sportlern verkraften. Dreimal täglich locken üppige Buffets. Die Bro- u

Leiden fürs Unspunnenfest (September) Wenger und Glarner plagen Matthias Sempach beim Dünenkraxeln. schweizer illustrierte

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«Wenn einer so König wird wie Kile, hat ers verdient. Da gibts nichts zu diskutieren» sempach mättu

Eitel? «Es bitzli scho», gesteht Kilian. Das Haargel darf keinesfalls fehlen.

u cken

aus der Sägemehl-Zunft füllen den Teller mehr als einmal. Und einzelne gar einmal zu viel. Beim Dünenlauf nach dem Frühstück übergibt sich CampNeuling Ruedi Roschi, genannt «Bubi», in den Sand. Mitleid? Ach was! Der Rest der Gruppe brüllt vor Lachen. «Hättest vielleicht nicht am Ende noch einen Eiweiss-Shake in fünf Sekunden runterkippen sollen», stellt Kilian fest. Man darf sich gegenseitig «anzünden». Keiner wird böse, wenn er das Ziel frecher Sprüche wird. Und wer beim Bergaufkraxeln von den Kollegen am Gummiseil besonders arg zurückgehalten wird, schwört höchstens spasses­ halber Rache. «Ihr Tuble, warted nume, bis er dranne syt!» Unschwer festzustellen, dass hier zwar Konkurrenten im Sägemehl, aber Freunde im «richtigen Leben» zusammen sind. Für Kilian Wenger fast das Wertvollste an der Trainings­ woche. Denn seit seinem überraschenden Sieg vor acht Monaten am Eidgenössischen in Frauenfeld ist nichts mehr, wie es vorher war. Medienanfragen überschwemmen den König noch heute täglich, Sponsorentermine und öffentliche Auftritte steuern seinen Tagesablauf.


Eidgenossen!

Nebst der Zimmermanns-Lehre und der Gewerbeschule notabene, die Wenger «um keinen Preis» aufgeben würde. Er geniesst das Zusammensein mit seinen Kumpeln in Maspalomas besonders, weil sonst alle Augen auf ihn gerichtet sind, auf ihn, der aus der Abgeschiedenheit der Berge kommt. «Hier kann ich einfach wieder mal so sein, wie ich bin, reden, wie mir der Schnabel gewachsen ist, ohne dauernd vorsichtig zu sein, wer mir alles zuhört.» Die fünf Schwinger, die mit ihm auf Gran Canaria trainieren, gehören allesamt zu seinen besten Freunden. «Ihnen vertraue ich blind, bei ihnen fühle ich mich wohl.» Zu viel Respekt hat in dieser Freundschaft keinen Platz. «Der erste Königstitel ist Zufall. Auf den zweiten kann man sich etwas einbilden», sagt Matthias Glarner zu Kilian und grinst. Trainer Roli Fuchs erklärt, dass sich die Hackordnung in der Gruppe mit Kilians Jahrzehnt-Triumph nicht geändert habe. «Natürlich hat er als König mehr Gewicht, wenn es etwas zu bestimmen gibt. Doch Glarner oder Sempach Mättu sind nach wie vor die eigentlichen Alpha­tiere unter den Jungs.»

Keiner neidet Kilian den Ruhm. Auch nicht Matthias Sempach, der doch der eigentliche Favorit für Frauenfeld war. «Manchmal wurmt es mich schon etwas, dass ich dort nicht König wurde. Aber wenns einer verdient hat, dann Kile.» Der macht seine Leader-Ansprüche höchstens dadurch klar, dass er im Training freiwillig noch eine Runde anhängt. Etwas länger durch den Sand läuft, mal eine Wiederholung mehr an der Kraftmaschine. Ansonsten kokettiert der Modellathlet allenfalls mit seiner Berühmtheit: «Reservier uns einen guten Tisch. Schliesslich haben wir einen König dabei!», ruft er dem Kollegen nach, der als Erster mit vollem Teller vom Buffet weggeht. Und als ihm in der Mittagspause am Pool Zimmerkollege Matthias Sempach den Rücken eincremt, schnauzt Kile (190 cm, 106 kg) den noch leicht imposanteren Freund (193 cm, 108 kg) gespielt streng an: «Sparsam umgehen mit der Creme! Die reicht sonst nicht für so eine gewaltige Muskelfläche.» Ob dieses Hotel das richtige ist für den wilden Haufen? Trainer Roli Fuchs lacht. «Manchmal komme ich mir vor wie der Lehrer mit lauter Gofen. Die

Leute hier im Resort greifen sich an den Kopf, wenn die Giele im Wasser rammeln und in den Gängen jodeln.» So richtig verdenken kann er es seinen «Testos­ teron-geladenen» Athleten nicht. Und schliesslich ist Kilian der einzige Single in der Gruppe. Da kann man schon mal ein bisschen Polterabend üben. 

Persönlich kilian wenger Geboren am 11. 5. 1990, wohnhaft in Thun BE uerfolge Schwingerkönig 2010, Festsiege beim Jurassischen (2008), Emmentalischen (2009), Oberländischen, Oberaargauischen und am Walliser kantonalen Schwingfest udiese firmen setzen auf kile Hauptsponsor: Migros; Sponsoren: Opel Schweiz, Jungfrau – Top of Europe, John Deere Landmaschinen; Partner: Adidas, Gloryfy Sportbrillen, Künzli Sportschuhe, Rhomberg Schmuck, Diemtigtal Tourismus, Holz Zollhaus


Hunde-Drama

Im Hundehimmel Francine Jordis schwarzer Labrador Pego ist tödlich verunfallt. Fünfeinhalb Jahre lang begleitete er die Sängerin privat und auf Tournee. «Ich vermisse Pego sehr.»

Pego war ihr treuster Begleiter. Jetzt ist der Hund von Francine Jordi tot. Zum ersten Mal spricht sie über ihren Verlust und zeigt, wer die Lücke füllt. Text Yvonne Zurbrügg Fotos Fabienne bühler

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eute nächtigt ein neuer Mann im Schlafzimmer von Francine Jordi. Dem Namen nach könnte man auf einen Adeligen schliessen: Luca von Trübbach. Stammbaum hat der Jüng­ ling sehr wohl, aber blaues Blut fliesst nicht durch seine Adern. Nicht dass er Francine Jordis Mann Tony Rominger, 50, den Platz streitig macht. Luca von Trüb­ bach ist ein Hund – oder sollte man noch sagen ein Hündchen? Francine Jordi, 33, nennt ihn nicht bei seinem richtigen ­Namen, nein, sie hat ihn umbenannt: «Theo passt besser. Ein schöner kurzer Name, den ich toll hinterherrufen kann. Stellen Sie sich vor, ich rufe ‹Luca von Trübbach› durch den Wald!» Ein Stofflämmlein im Mund, über das er mit seinen Pfoten beinahe ­stolpert, rennt Theo um sein Frauchen. Im ­Garten legt er sich hin und kaut am Ohr des Plüschtiers. Noch überragt ihn sein kuschliger Spielgefährte – aber nicht mehr lange. Denn Theo wächst jeden Tag. Vier Monate alt ist der kleine Toll­

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Der Neue patsch – Francine Jordi nennt ihren La­ brador-Welpen noch «Baby». Sie lässt ihn keine Sekunde aus den Augen. Das neue Jahr hat für die Sängerin mit einem Drama begonnen. Pego, ihr fünf­einhalbjähriger treuster Begleiter, ver­unglückte kurz nach Weihnachten. «Schmerz fühlte er keinen, er war auf der Stelle tot.» Geweint hat sie um ihren Pego, ihren ersten Hund, der sie überall hin begleitete. Der geduldig wartete in ihrer Garderobe, der ihr Haus bewachte, mit ihr im Wald tollte und durch die Schweiz wanderte. Vor zwei Jahren brachte er sogar die Ringe, als Frauchen

und Herrchen einander in Luins VD das Jawort gaben. Die Ringe steckten in Pe­ gos Blumenhalsband – das war der viel­ leicht stolzeste Auftritt des schwarzen Labradors. «Pego kam immer mit, war überall dabei, ausser wenn ich das Flugzeug nahm.» Francine und Pego – das war ein Gespann. Fünfeinhalb Jahre lang, bis zu dem Tag, an dem er zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle war. «Pego hatte bis zuletzt ein sehr glückliches Leben.» Theo rennt auf sie zu. Er will mit Francine um sein Lämmlein balgen. Sie versteht sofort und greift nach dem


Kleiner Entdecker Welpe Theo, vier Monate jung, beschnuppert bereits Francine Jordis Welt in Richigen BE.

Foto Kurt Meier / RDB

von Francine! Stofftier. «Wer ist stärker?» Theo zieht mit seiner ganzen Kraft, geht rückwärts und beginnt zu knurren. Noch klingt das eher wie das Schnurren einer Katze. Francine lacht und lässt ihn gewinnen, übermütig schüttelt er seinen Kopf und schlägt sich das Lämmlein um die Ohren. «Theo, du wirst heute Abend in der Welpenschule fix und fertig sein!» Ein Leben ohne Hund kann sich das Paar nicht mehr vorstellen. «Für Tony und mich war klar, dass wir wieder einen Hund wollen.» Francine Jordi liebt Tiere und braucht einen Fitnesstrainer – ohne Hund bewege sie sich nicht, sagt sie. Im

Internet haben sie sich nach einer Labrador-Zucht umgesehen und sind auf den Bauernhof in Oberbalm, zwischen Bern und Schwarzenburg, gestossen. «Theo war der Letzte aus einem Wurf, der noch übrig war. Wir haben uns sofort in ihn verliebt.» Dass Theo im Gegensatz zu Pego Stammbaum hat, sei ein Zufall. Ihr habe die Zucht gefallen und wie Theo seine ersten Wochen mit seinen sechs Geschwistern auf dem Hof mit Kühen, Pferden und Katzen verbrachte. Am ­Valentinstag haben Francine Jordi und Tony Rominger ihr «Baby» abgeholt. «Dass er blond ist, kommt uns gerade

recht. Wir wollten keinen Ersatz für Pego, sondern einen neuen treuen Begleiter.» Zu Hause in Richigen BE erkundet Theo sein neues Reich. Er grabt den Kiesweg zum Hauseingang um, macht ins frisch gejätete Blumenbeet und beschnüffelt die Pfade der Nachbars­katzen. «Nein, nein und nochmals nein. Dieses Wort brauche ich zurzeit sehr oft», sagt Francine Jordi. Nicht anspringen, nicht alles fressen, nicht zu weit weg laufen. Drinnen ist er brav. Das Einzige, was ­seinen kleinen spitzen Zähnen bisher zum Opfer fiel, sind die Schuhbändel in Francine Jordis Wanderschuhen. «Ich u schweizer illustrierte

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Hunde-Drama

bin zu Theo im Moment weniger streng, als ich zu Pego war.» Das müsse sich aber bald ändern. Sie will ihren neuen Hund ebenfalls möglichst überall hin mitnehmen. Hinter der Bühne und im Hotel braucht er gute Manieren, sonst fühlen sich Hund und Frauchen sehr bald unwohl. «Sitz und Platz reichen nicht. Theo muss noch viel lernen, wie zum Beispiel bei Fuss gehen und ruhig auf mich warten.» Noch hat der blonde Bengel keine Backstage-Erfahrung, aber das wird sich sehr bald ändern. Vielleicht darf er am kommenden Samstag schon mit zum Fernsehen. Francine Jordi unterstützt eine Nachwuchskünstlerin in «Alpenrose 2011», der neuen Volksmusik-Show von SF 1. Bald wird auch sein Bettchen vom Schlafzimmer in die Stube verlegt. «Sobald er die Nächte durchschläft, ist fertig mit Bei-uns-Übernachten!», schwört sich Francine Jordi. Theo und Francine – das wird wieder ein gutes Gespann.

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Spaziergang in Richigen BE Francine Jordi zeigt ihrem Welpen Theo sein neues Zuhause.

«Schmerz fühlte Pego keinen, er war auf der Stelle tot» Francine Jordi

«Alpenrose 2011 – Die Schweizer Volksmusik-Show», Samstag, 16. April, 20.10 Uhr auf SF 1


politik

Die Grünliberalen sind die Partei der Stunde. Das Verdienst von martin bäumle. Der Chefstratege über Umwelt, seinen Führungsstil und seine privaten Leidenschaften.

Text stefan regez Fotos helmut wachter

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ass Martin Bäumle, 46, Motorrad fährt, ist bekannt. Dass er sich dabei auch ablichten lässt, überrascht. Ein Grüner auf dem Töff – das geht doch nicht! In der Tat wehrt Bäumle vorerst ab. Nicht, weil er politi­ schen Schaden befürchtet – seine BMW R 1200 R ist noch gar nicht fahrtüchtig. «Und schauen Sie in meine Agenda: Diese Woche ist chancenlos!», sagt der Chef der Grünliberalen. Dann: Donners­ tagmorgen, 7.30 Uhr, Kunsteisbahn Dübendorf ZH. Bäumle ist parat, sein Töff auch. Der meistgefragte Schweizer Politiker der letzten Woche hat über Nacht sein Motorrad zum Laufen ge­ bracht. Dabei hatten ihm Freunde und Parteikollegen davon abgeraten. Aber ein Bäumle lässt sich nicht beirren.

Herr Bäumle, der Töff ist doch Inbegriff von unnötiger Umweltverschmutzung! Jawohl, Fahrspass pur und sinnlos übermotorisiert (lacht). Aber ich stehe dazu. Und ich beschränke mich auf 200 Liter pro Jahr, etwa 4000 Kilometer. Trotzdem … ... unser Umgang mit der Umwelt muss verhältnismässig und verantwortbar sein. Entscheidend ist für mich die Gesamtsumme an Emissionen. Über das Motorrad als Ökosünde wird viel geredet. Dabei ist mein grösstes Energieproblem zurzeit meine Wohnsitua­tion. In einem Gebäude, nicht saniert, mit 21 anderen Häusern an einer Ölheizung angebunden. Das will ich, das muss ich ändern. Grüne leben ja täglich mit Widersprüchen: sorgen sich wegen des Klimas und fahren Auto. Sind gegen AKW und verbrauchen Strom. Predigen Wasser und trinken Wein. Ich mache beides. Ich predige Wasser und Wein – und trinke Wasser und Wein. Es geht nicht darum, dass wir nichts mehr dürfen. Es ist alles eine Frage des Masses. Auch beim Wein­ trinken. Da gönne ich mir bewusst keinen Wein aus Übersee. Aber ich trinke gerne einen guten Italiener oder einen Spanier. Weil ich diese besser

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Der grüne Genussme


Zweimal Bäumle – einmal liberal, einmal grün Im Cortex-Kombi posiert der TöffLiebhaber mit seiner BMW R 1200 R, in Anzug und Velohelm radelt er mit seinem Elektro-Flyer zum Bahnhof in Dübendorf ZH.

Bei einem Besuch mit seiner KantiKlasse im Bundeshaus sagt sich der Teenager: «Hier möchte ich auch mal hin.» Bäumle studiert Chemie an der ETH, schreibt eine Doktorarbeit in Atmosphärenwissenschaften, die er aber nicht abschliesst, da er bereits seine eigene Firma, Bäumle Messungen und Beratungen, gegründet hat. Ein marktorientierter Naturwissenschaftler, ein kluger, analytischer Kopf. Ein Schnelldenker und Schnellredner. Ehrgeizig, beflissen und etwas be­ lehrend, erinnert er an alt Nationalrat Rudolf Strahm, auch er ein Chemiker. 2003 wird Bäumle für die Grünen in den Nationalrat gewählt, 2004 kommt es zum inhaltlich-persönlichen Bruch: Zusammen mit Verena Diener gründet Bäumle, Co-Präsident der Zürcher Grünen, die Grünliberale Partei. Mit Erfolg. Die Grünliberalen profitieren davon, dass sie keine politische Vergangenheit haben. Dass sie unverbraucht und neu sind – und damit attraktiv für ungebundene, mittelständische Wähler.

«Ich stehe zum Motorradfahren. Aber ich beschränke mich auf 200 Liter pro Jahr» finde als Schweizer Rotweine, die mir zu leicht sind. Sind Sie manchmal neidisch auf selbst ernannte Genussmenschen, die ... ... ich bin ein Genussmensch! ... ohne schlechtes Gewissen auf grossem Fuss leben, die Offroader fahren und um die ganze Welt jetten? Seit über dreissig Jahren versuche ich, meine Balance zu halten, zwischen Leben geniessen und einem rücksichtsvollen Umgang mit der Umwelt. So fliege ich eben nicht um die Welt, weil das ökologisch nicht nachhaltig ist. Da bin ich sehr konsequent. Was heisst das konkret? Grundsätzlich fliege ich nur sehr wenig. Dieses Jahr in die Ukraine, an die Tschernobyl-Gedenkfeier.

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Der Reaktorunfall von Fukushima bewegte manchen bürgerlichen Politiker zu einer Abkehr von der Atomenergie. Wendehälse werden sie seither genannt. Bäumle braucht das nicht zu kümmern: Schon als Jugend­ licher – seine Eltern wissen von nichts – demonstriert er in Kaiseraugst AG gegen das geplante AKW. Tritt dem WWF bei und mit 17 Jahren in Dübendorf der Gruppe Energie und Umwelt.

Bei der CVP heisst es, Sie seien eher konservativ als liberal. Nein, das ist nicht so. Wir sind gesellschaftspolitisch sehr liberal. Das unterscheidet uns auch klar von einer BDP und CVP, die eher ein traditionelles Familienbild haben. Liberal heisst für mich: Jeder darf leben, wie er will. Aber er darf nicht meinen, der Staat solle ihm seine Lebensform finanzieren. Wer allein­ erziehend ist, kann nicht einfach auf den Staat setzen. Sind denn Subventionen für die Solarenergie liberal? Nein, das ist eine Anschubfinanzierung, die nur am Anfang Sinn macht. Mittelfristig muss sich auch die Solarenergie selber finanzieren. Bei Subventionen sind wir sehr kritisch. In der Stadt Zürich fahren die Grün­ liberalen zusammen mit SVP und FDP sogar einen rigiden Sparkurs. Das ist auch nötig. Jetzt haben wir mal gesagt: halt! Aufhören mit diesem Schlendrian. Es wird aber nicht radikal gespart, sondern nur das Aufwandwachstum auf ein vertretbares Mass gedämpft. Als Finanzvorstand von Dübendorf kann ich sagen: Zürich leistet sich sehr viel mehr. u schweizer illustrierte

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politik

Kennen Sie die Website GLP-watch.ch? Nein, da will uns wohl wieder so ein Linkssozialist in die Pfanne hauen. Sie trägt den Untertitel «Berichte über die Inhalte einer Wundertüte». Wundertüte? Das ist schon lange vorbei. Zumal der Vorwurf widersprüchlich ist: Einerseits sollen wir eine Wundertüte sein, andererseits finanz- und sozialpolitisch knallhart. Wir haben klare Positionen. Sie sicher! Ihnen wird nachgesagt, Sie seien ein dominanter, strenger Chef. Grundsätzlich pflege ich einen kooperativen Führungsstil. Aber es gibt Situationen, wo man Entscheide fällen muss. Demokratisch wohl­ gemerkt. Wo man sagen muss: Das ist unser Weg, das ist unser Ziel. Wobei Sie eine Partei nicht so führen können

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«Wundertüte? Das ist schon lange vorbei. Wir haben klare Positionen» Martin Bäumle wie eine Firma. Und noch weniger wie im Militär. Was sind Sie im Militär? Soldat a. D. Das war mein Ziel, nicht mehr und nicht weniger. Dabei hätten Sie das Zeug zum Offizier. Ja. Sie wollten mich auch. Aber ich wollte nicht. Ich wollte in diesem «Laden» überhaupt nichts. Bäumle nimmt sich die Freiheit, auf alle Seiten auszuteilen und sich mit allen Seiten zu verbünden. Selber garan-

tiert er klare, grüne, liberale Positionen. «Mir ist wichtig, dass ich authentisch bin. Und das attestiert man mir.» Kein Sau­ glattismus-Typ, sondern ernsthaft. «So bin ich, so komme ich rüber. Ich will nichts sein, was ich nicht bin.» Sein Privatleben schottet er konsequent ab. Immerhin verrät er, dass er seit rund einem halben Jahr in einer Beziehung lebe. Und, wer ist es? «Eine Frau, sie ist jünger, und sie ist berufstätig. Mehr gibt es nicht.» Mit naturwissenschaftlicher Nüchternheit spricht Bäumle auch hier Klartext.

«Grün ist nicht zwingend links»

u Die 31-jährige Berner Ökonomin Kathrin Bertschy war politisch immer sehr interessiert. Ein Parteibeitritt kam für sie trotzdem nicht infrage. «Weil es die richtige Partei nicht gab.» Bertschy fühlt sich gleichzeitig dem ökologischen und dem ökonomischen Gedanken verpflichtet. Mit der Gründung der Grün­ liberalen Partei der Schweiz 2007 war dieser Sachzwang aus der Welt. «Die GLP ist gesellschafts- und wirtschaftsliberal, strebt aber gleichzeitig nach einer ökologischen Nachhaltigkeit. Wir dürfen der nächsten Generation keine Schulden und Altlasten hinterlassen.» Dass ihrer Partei im Kanton Bern in den ländlichen Gebieten starke Konkurrenz durch die BDP erwächst, kann sie zwar nachvollziehen. «Als Abspaltung der SVP vertritt die BDP aber eher eine wertkonservative Haltung.» Die GLP ist im Bernischen noch nicht gleich etabliert wie in Zürich oder Basel, aber sowohl im Berner Stadtrat (5 Sitze) wie im Grossrat (4) in Fraktionsstärke vertreten. Bertschy, 2008 in den Stadtrat gewählt und die Nummer 5 auf der Nationalratsliste, richtet sich an eine breite, urbane Wählerschaft, die bereit ist, sich von alten politischen Denkmustern zu lösen. «Grün ist nicht zwingend links», sagt sie. thomas renggli

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Ökonomisch-ökologisch Der Spagat zwischen den politischen Polen ist für die Bernerin Kathrin Bertschy kein Widerspruch.

Foto Kurt Reichenbach

Neue Köpfe. Der Erfolg der GLP erhöht vor dem grossen Wahlherbst den Personalbedarf. Kathrin Bertschy, Martina Bernasconi und Simon Casutt kandidieren für den Nationalrat.


Fotos Hervé Le Cunff, Dick Vredenbregt

u Der Frauenstreik stand 1992 am Ursprung ihrer Politkarriere. «Es ging um Lohngleichheit und berufliche Chancengleichheit», sagt Martina Bernasconi, 46. Nach einem dreieinhalbjährigen Auslandsaufenthalt kandidierte die studierte Philosophin und Medienwissenschaftlerin auf der stark links gerichteten Basler Frauenliste für den Grossrat – und erzielte ein erstaunlich gutes Resultat. Nach einem halben Jahr rutschte sie ins Kantonsparlament. Nach der Auflösung der Frauenliste politisierte Bernasconi zunächst als Parteilose – 2005 zog sie sich zurück. Drei Jahre später gab sie ihr Comeback, und zwar als Grünliberale in Basel-Stadt. Auf Anhieb schaffte sie den Sprung zurück in den Grossrat. Von politischem Opportunismus ihrer neuen Partei will sie nichts wissen: «Finanz­politisch vertreten wir die bürgerliche Haltung, ökologisch diejenige der Grünen. Grundsätzlich steht immer die Sache im Vordergrund.» Die Chancen, dass die basel-städtische GLP auf Kosten der Grünen oder der SP in den Nationalrat einzieht, stuft sie als «gut» ein. Hinter Kantonalpräsident David Wüest-Rudin ist Bernasconi die Nummer 2 auf der Liste. tre

Linkseinsteigerin Früher kämpfte sie für Frauenrechte. Heute will Martina Bernasconi eine «grüne Finanzpolitik».


politik

Wirtschaftlich umweltbewusst «Der ehrliche Preis für einen Liter Benzin wäre 3 bis 4 Franken», findet Simon Casutt.

u Simon Casutt, 25, reiste im Sommer 2007 durch Nordeuropa. Auf der Fähre von Stockholm nach Helsinki bekam er eine NZZ in die Hand – und erfuhr von der Gründung der Grün­ liberalen Partei Schweiz. «Das ist mein Ding!» Ein Jahr später gehörte er zu den drei Grün­ dungsmitgliedern der Bündner Kantonalpartei. Heute ist er deren Vizepräsident. In seinem politischen Vorleben war er Mitglied der Jungfreisinnigen. Bald merkte er aber, dass er im «falschen Film» war. Casutt rügt die Verfilzung und Verstrickung der Partei mit der Wirtschaftslobby – sowie das fehlende Bewusstsein für ökologische Fragen. Dass er heute als Manager des Finanzinstituts LGT arbeitet, spiegelt den Zwiespalt, der seiner Partei unterstellt wird. Casutt lässt das nicht gelten. Die Grünen waren ihm zu links – SVP, BDP und CVP setzten zu sehr auf eine reine Macht­erhaltungspolitik. Der Umweltschutz lässt sich für ihn am konsequen­ testen mit einer liberalen Wirtschaftspolitik umsetzen. «Der ehrliche Preis für einen Liter Benzin läge zwischen 3 und 4 Franken. So würde sich jeder zweimal überlegen, ob er einen Offroader fahren will.» tre


zwischenruf

Hellgrün wie der Frühling Es ist nicht (nur) der «Fukushima-Effekt». Oder das Führungsduo Verena Diener und Martin Bäumle, das den Erfolg der grünliberalen ausmacht. Es ist vor allem das Junge, Neue und Ungefähre. Von Hannes Britschgi

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Und zum hellgrünen Zauber fügt sich noch blau-oranger Schrecken. Denn die grossen Mitteparteien FDP und CVP haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so viel verbockt und versiebt, dass sich viele degoutiert abwenden. Die jüngsten Beispiele genügen: Hals-über-KopfKehrtwenden bei der Atomfrage, ein Slalomkurs bei der Weissgeldstrategie, Nebelpetarden bei der Abzocker-Ini­ tiative und ein Trauerspiel bei der Trans­ parenz-Diskussion über die Parteien­ finanzierung. Die Flüchtenden machen die Grünliberale Partei und die BDP zu Siegern. Und wie steht es um die Nachhaltigkeit dieser Erfolge? Die grünliberale Beschwörungsformel heisst: «Jetzt. Aber auch morgen» und tönt wie Autosuggestion. Kommu­ nikation nach innen. Eine Kopfbotschaft an die zweifelnde Seele. «Die Grünliberalen waren, sind und bleiben», heisst es auf der Web­site der Partei, «klare Gegner der veralteten Kernenergie.» Gilt das auch für die eigene Nachhaltigkeit als Partei? «Waren, sind und bleiben» die Grünliberalen eine erfolgreiche Kraft? Mittelfristig ja. Hellgrün wird im eidge­nössischen Wahlherbst die Farbe der Stunde sein. Die Grünliberalen können dann die heiss ersehnte ­eigene Fraktion im Nationalrat bilden. Weil aber Martin Bäumle einen un­trüglichen Machtinstinkt hat, bleibt er seiner ehemaligen Fraktionsgemeinschaft treu. Er und Verena Diener wollen ­weiterhin mit der CVP und EVP kooperieren. Bäumle schwebt eine «Holding-Struktur» dieser Fraktions-WG vor. Das tönt noch ein bisschen sperrig für eine elegante Strategie, die Ständerätin Diener in der Zürcher Variante so jubeln lässt: «Wir haben jetzt für ökologische Anliegen mit den Grünen und der SP eine Mehrheit. Und in Wirtschafts- und Finanz­fragen haben wir eine bürgerliche Mehrheit.» Wie lange die Grünliberalen Figgi und Mühli spielen können, hängt nicht zuletzt von der Fitness der Konkurrenz ab. Einige Jahre haben sie auf sicher. Aber Jahrzehnte? Denn: Irgendwann wird aus jedem Hellgrün ein Dunkelgrün.  Hannes Britschgi, 55, ist Publizist bei Ringier. Zuvor war er Chefredaktor von «SonntagsBlick» und «Facts» sowie Chef der «Rundschau».

Foto Nathan Beck

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arum legen die Grünliberalen bei kantonalen Wahlen so fulminant zu? Am Partei­ programm kann es nicht liegen. Es ist eine Endlosparade von Leerformeln: «Politik für die Allgemeinheit (…) zu­ kunftsgerichtete Lösungen (…) sachbe­ zogen und unverkrampft politisieren». Ist es also der «Fukushima-­ Effekt»? Zweifel sind angebracht. Denn schon im September 2008 legten die Hellgrünen in Basel 5,1 Prozent zu. Und dann in weiteren sechs Kantonen, bevor das Erdbeben-, Tsunami- und Nuklear-Desaster in Japan die Welt auf­ schreckte. Und das grünliberale Führungsduo Diener-Bäumle? Verena Diener ist ohne Zweifel eine profilierte Politikerin, die sich als Zürcher Regierungsrätin den Ruf einer eisernen Lady erarbeitet hat. Gegen massiven Widerstand hat sie sechs Spitäler geschlossen. Mit vergleichbarer Hartnäckigkeit hat sie sich dem Schicksalsschlag ihrer Krebserkrankung gestellt. Und ohne falsche Kompromisse hat sie die innerparteiliche Auseinandersetzung bei den Grünen geführt. Schliesslich ist sie 2004 aus der Partei der Dunkelgrünen ausgetreten und hat zusammen mit Martin Bäumle die Hellgrünen gegründet. Mit der Wahl in den Ständerat 2007 hat sie sich aber zurück­ genommen. «Eine dominierende Person wie Martin Bäumle reicht», meint sie trocken. Verena Diener ist die respektierte Diva der Grünliberalen, aber heute sicher nicht mehr die Frau, die Massen mobilisieren kann (und will). Und der Partei­ präsident Martin Bäumle? Ein schlauer Hund, ein füchsischer Stratege, der noch schneller denkt, als er ­Wahlen gewinnt. Aber sicher kein Rattenfänger wie Christoph Blocher – schon eher eine Rasierklinge wie Christoph ­Mörgeli. Wo also liegt der Zauber von Grünliberal? Es ist die politische Fatamorgana, das schimmernde Etwas, das silbrig am Horizont über dem heissen Asphalt glänzt. Es ist ein Ver­ sprechen, mehr nicht. Die Grünliberale Partei ist jung, neu und ungefähr. Die klarste Botschaft liegt im Hellgrün. Irgendwie für Ökologie und irgendwann für den Ausstieg. Der Rest ist ein grosses Fragezeichen. Und das kommt offensichtlich an. Vor allem bei Menschen, die sich zum ersten Mal in die politi­ sche Landschaft vorwagen. Da liegt Brachland, das bestellt werden kann. Freier Zugang, keine Stacheldrahtorgien wie bei den alteingesessenen Parteien. Da muss man höchstens Bäume roden, nicht aber alte Glaubenssätze.


Mario Widmer schrieb als Sportchef und Chefreporter 34 Jahre lang für «Blick» und «SonntagsBlick» und prägte und kommentierte die Fussballszene wie kein anderer Schweizer Journalist.

Frei ist kein Idol

EM-Qualifikation: Die Schweiz steht vor dem Aus. Und aus­ gerechnet jetzt mag Alex Frei nicht mehr für die Nati Tore schiessen. Eine Chance für Ottmar Hitzfeld, sagt Mario Widmer.

Fotos Maurice Haas / 13 Photo, Geri Born

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ufälle gibt es! Vor ein paar Tagen schockte der amerikanische Meinungsforscher Scott Rasmussen die fast allmächtige US-Werbeindustrie an der New Yorker Madison Avenue. Er fragte: Sind die Superstars des Sports wirklich «Role Models», Idole für die Jugend? 17 Prozent der befragten Erwachsenen sagten Ja. Nur noch 17 Prozent! 57 Prozent sind überzeugt, dass die Sport-Superstars in Wirklichkeit alles andere denn Idole sind, schaut einer ein bisschen unter den Glanz der gefeierten Oberfläche. 26 Prozent haben keine Meinung. Gewiss, Amerika leidet immer noch an der Nach-Tiger-Woods-Ernüchterung. Aber dennoch, nur noch 17 Prozent der Amerika­ ner glauben, dass die Werbung die richtigen Figuren vergoldet, vergöttert. Zu Alex Frei. Ist er, war er ein «Role Model»? Kann einer, der an einer Europameisterschaft dem Gegner ins Genick spuckt, dann nicht dazu steht, wirklich ein Vorbild sein? Als Captain einer Nationalmannschaft? Kann ein Captain der Nationalmannschaft sein Team dermassen im Stich lassen, wie es jetzt Frei vor dem Spiel in England tut? Natürlich geht das nicht. Aber … vielleicht überfordern wir ganz einfach die Sportler, die wir zu Superstars machen. Vielleicht muss einer, der im Sport Erfolg haben will, ganz andere denn jene klinisch sauberen menschlichen Eigenschaften haben, die in der Werbung verlangt werden. Guter Mensch und Sieger. Passt das zusammen? Wirklich? Die Superstars des Sports sind fast zwangsläufig Egoisten, mindestens Egozentriker. Ihr Weltbild dreht sich um die eigene Person. Einer, der mehr an das Wohl der Mitmenschen denkt als an das eigene, hat im Spitzensport keine Chance. Dies gilt natürlich vor allem für Einzelsportler. Mannschaftssportler können selbstverständlich auch komplementär sein, das Team stark machen. So Karriere machen. schweizer illustrierte

Auf Anhieb kommt mir ein Spieler dieser Art in den Sinn, Johann Vogel, Vorgänger von Alex Frei als Captain der Nationalmannschaft. Schlitzohr wie Frei, aber … Schlitzohr für das Team und nicht für sich selber. Ein geborener Fussballer, ein Mannschaftsspieler. Neben den Eigenschaften als Spieler unterscheidet Vogel und Frei die sportliche Geschichte. Praktisch überall dort, wo Vogel spielte, hatte das Team Erfolg. Aber fast überall dort, wo Frei spielte, hatte hauptsächlich nur er selber mit seinen Toren ­Erfolg. Frei spielte in der Schweiz, in Frankreich und in Deutschland, jetzt wieder in der Schweiz – bei Basel. Am Anfang seiner Karriere gewann er mit Servette den Cup, letztes Jahr holte er endlich seine erste Meisterschaft. Als es nicht mehr anders ging. Mit einem von der Substanz und den Möglichkeiten her in der Schweiz absolut überlegenen FC Basel. Es geht hier nicht darum, Alex Frei kleinzuschreiben. Er hat seine Tore in der Nationalmannschaft geschossen, er hat sie in Frankreich erzielt und auch in Deutschland. Aber die Frage drängt sich natürlich auf: Warum hatten die Teams, mit denen er in Frankreich und in Deutschland spielte, kaum bis keinen Erfolg? Und warum holte nie eine wirklich grosse Mannschaft diesen Alex Frei? Immerhin – 42 Tore in 84 ­Länderspielen, so viele Spieler mit dieser sensationellen Ausbeute gibt es nun wirklich nicht in Europa, auf der Welt. Nur, ohne hier in die leblose Statistik abzurutschen, eines sollte nicht vergessen werden: Frei schoss sehr viele von seinen Toren zu Beginn seiner internationalen Karriere gegen Winzlinge wie Luxemburg oder Liechtenstein. Frei, ein Gigant unter Zwergen, ein Zwerg unter Giganten? Natürlich ist dies überspitzt. Und natürlich hinkt der Vergleich zwischen Johann


fussball

Spaltet die Nation Alex Frei ist RekordTorschütze in der Nationalmannschaft. Ein Held der Fans wurde er trotzdem nicht.

Vogel und Alex Frei in einer Beziehung. ­Vogel war ein defensiver Mittelfeldspieler, Frei ist ein Stürmer, seine Aufgabe ist, war es, vor allem, Tore zu schiessen. Tore schiessende und gewinnende ­Stürmer sind das Salz des Fussballs. Jeder Trainer sucht sie. Die Messis, Rooneys, ­Ronaldos dieser Welt. Frei war tatsächlich nur immer der Tore schiessende Stürmer, grosse Trainer werden den Teufel tun, sich so ein Ei ins Nest zu holen. Der Spieler schiesst Tore, und der Trainer verliert dennoch! Zum Ende wird der Spieler ge­ feiert, der Trainer gefeuert. Kennen wir doch, oder? Fussball ist ein Spiel für Schlitz­ ohren. Naivlinge schaffen es in diesem Sport nicht aus der Juniorenklasse heraus. Schlitzohren im Fussball sind jene Spieler, die Gegner, den eigenen Trainer und vor ­allem den Schiedsrichter täuschen wollen, können. Stürmer, die viele Tore schiessen, aber relativ selten gewinnen, sind Spieler, die, aus welchem Grund auch immer, zu sehr Schlitzohren geworden sind. Stürmer, die jetzt mehr Energie dafür verwenden, ­jemanden täuschen zu wollen, als dass sie echt darum kämpfen, mit dem Team zu gewinnen. Solche Spieler werden in einer Mann­ schaft zu einem chemischen Problem. Richtig gelesen: chemisches Problem. Solche Spieler haben eine zu dominante Rolle, wenn es um die sogenannte Chemie im Team geht. Die Qualität dieser Chemie ist kaum zu definieren, aber ohne eine aus­gewogene Chemie in der Mannschaft, ohne die richtige Mischung aus tausend Komponenten, gibt es keine wirklich erfolg­ reiche Mannschaft. Trainer, Gegner, Schiedsrichter lassen sich von Schlitzohren täuschen. Experten sowieso. Die Fans nicht. Fans spüren, wenn etwas an einem Spieler nicht echt ist. Sei es, weil bei einem Spieler das Mundwerk grösser ist als das Herz, sei es, weil er im Zweikampf mehr den Schiedsrichter beeindrucken will als den Gegner. Sei es, weil er das eigene Ego über das Team stellt. Darum polarisiert Alex Frei so. Für Basel kann Alex Frei durchaus noch Gold wert sein. Er ist in der Schweiz ein ­Gigant unter vielen Zwergen. In der Schweizer Meisterschaft ist es ohne grosse Probleme möglich, eine Mannschaft so ein­ zustellen, dass die Dosis Frei die Chemie nicht total zerstört. Basel wird auch mit Frei Meister. Vielleicht sogar dank Frei. Für die Nationalmannschaft ist es sicher Gold wert, dass Alex Frei sich jetzt ganz auf Basel konzentriert. So hat sie die Chance, die neue Chemie für eine Zukunft zu finden.  schweizer illustrierte

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Ein bisschen Macho, ein bisschen Gentleman. Die Frauen im Leben von luca ruch kennen den neuen Mister Schweiz am besten. Ein Hausbesuch in Frauenfeld – im Hotel Mamma.

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Talentfreie Zone? Luca und seine Freundin Daniela spielen in seinem Zimmer «Singstar». «Sie singt viel besser als ich», gibt der neue Mister zu.

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mister schweiz

Die grosse Liebe Daniela und Luca kuscheln auf der Terrasse. Angst vor Groupies hat sie keine: «Ich weiss, dass Luca mich liebt.» Das Bild unten hat sie ihm zum 21. Geburtstag gezeichnet.

«Luca ist anders als andere gut aussehende Männer. Zurückhaltend, aber charmant» freundin daniela niederer

Text sandra casalini Fotos fabienne bühler

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s herrscht volles Haus bei Familie Ruch in Frauenfeld TG. In der Küche kocht Eda Ruch, 54, das Mittagessen. Catia, 25, deckt den Tisch. Und aus dem oberen Stock klingt Musik und Gelächter. Dort spielen Luca, 21, und seine Freundin Daniela Niederer, 20, «Singstar». «Mein gesangliches Talent hält sich in Grenzen», meint Luca, als er ein paar Minuten später händchenhaltend mit seiner «Däni» die Treppe runterkommt. Macht nichts, es muss ja auch nicht jeder Mister singen können. Der neue Mister Schweiz punktet mit Charme, Zuverlässigkeit – und Interviews, die glauben machen, der Wirtschafts-Student beantworte schon sein halbes Leben Fragen von Journalisten. Dabei ist seit dem 2. April alles anders für Luca Ruch. Sein Studium legt er vorerst auf Eis. Sein Job als Mister

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Schweiz verlangt ab sofort: öffentliche Auftritte, Autogramme schreiben und für Fotos posieren. Zu Hause allerdings ist alles noch so, wie es vor Lucas Wahl zum schönsten Schweizer war. Ausser vielleicht, dass sein Zimmer hübsch aufgeräumt ist. «Ich war ja auch seit vier Tagen nicht mehr hier», sagt Luca. Aufgeräumt hat das Mami. «Ja, ich weiss», sagt sie entschuldigend. «Ich habe einen kleinen Macho aufgezogen.» Luca übersehe anfallende Arbeiten im Haushalt grosszügig. «Aber wenn ich ihn darum bitte, hilft er schon mit.» Eda Ruch stammt aus der Nähe von Venedig und kam mit acht Jahren in die Schweiz. Dass Catia und Luca kein Italienisch sprechen, liege daran, dass Edas Eltern zurück nach Italien gingen, bevor die beiden geboren wurden. «Da sprach niemand mehr in meinem Umfeld Italienisch. Ganz am Anfang, als Catia auf die Welt kam, versuchte ich es, gab es dann aber wieder auf.» Trotzdem

steckt auch in Luca eine kleine Portion Italianità. «Er ist ein dunkler Typ wie ich und kriegt nie einen Sonnenbrand», so die Mamma. «Und er kann ziemlich schnell beleidigt sein – wie ich.» Nachtragend ist aber niemand im Hause Ruch. So hängt denn der Haussegen selten lange schief – auch wenn die gebündelten Zeitungen so vor Lucas Zimmer platziert wurden, dass er «doch merken müsste, dass er sie entsorgen soll». Stattdessen stieg der Mann im Hause Ruch jeweils morgens und abends über das Paket hinweg. Bis Mami sie dann eben selbst entsorgte. «Eins ist klar: Wenn Luca bei seiner Familie auszieht, soll er erst einmal eine Weile allein wohnen und haushalten lernen!», stellt Daniela, die in einer WG in Weinfelden TG wohnt, resolut fest. – «Das finde ich eine gute Idee. Ich schmeisse übrigens den Haushalt schon – wenn Mami in den Ferien ist.» – «Ah ja? Und warum willst du lieber allein wohnen statt mit u


Küchendienst In der Regel drückt sich Luca davor, Mamma Eda in der Küche zur Hand zu gehen . . .

«Luca kann ziemlich schnell beleidigt sein – wie ich. Aber nachtragend sind wir nicht» mutter eda ruch TV-Trio Mit Schwester Catia (l.) und Freundin Daniela schaut Luca gern die Serie «Criminal Minds». u mir?» Stirnrunzeln, dann Gelächter. «Wir

wollen beide immer recht haben», gesteht Daniela. «Aber wir haben gemeinsam schon gelernt, auch mal einzulenken.» Luca lernte die attraktive PsychologieStudentin vor über zwei Jahren durch gemeinsame Freunde kennen. Liebe auf den ersten Blick war es auf beiden Seiten nicht. «Aber wir waren uns sympathisch», sagt Luca. Daniela gefiel, dass er «sich ganz anders gab als andere gut aussehende Männer. Zurückhaltend, aber trotzdem charmant.» Sie ermutigte ihren Schatz immer, sich als Mister Schweiz zu bewerben. «Das war unser gemeinsames Projekt. Sein Erfolg ist auch mein Erfolg.» Lucas Mutter hatte dann eine erste Vorahnung, als der Sohn anrief und sich nach der eigenen Jeansgrösse erkundigte ...

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Dass «ihr» Luca Chancen auf den Sieg hat, wussten die Frauen in seinem Leben von Anfang an. «Er ist einfach der Schönste unter den Kandidaten», findet seine Schwester Catia. Trotz seines klitzekleinen Schönheitsmakels: Vor sieben Jahren musste bei Luca eine aufgeplatzte Lippe genäht werden. Die Narbe sieht man noch heute, vor allem wenn er sein strahlendes Lächeln zeigt. Passiert sei «es» an einem Samstagabend, erzählt Luca. Der damals Vierzehnjährige stand mit Freunden an einer Bushaltestelle, als ein Auto an den Strassenrand fuhr. Der Beifahrer stieg aus und erkundigte sich bei Luca: «Weisch, wo dä Notfall isch?» Als dieser verneinte, rammte ihm der Angreifer seine Faust ins Gesicht, grölte: «Jetzt weisch es!», stieg wieder

ins Auto und brauste davon. «Es gibt halt Leute, die gehen nur in den Ausgang, um sich zu prügeln», meint Luca kopfschüttelnd. Die Narbe stört ihn nicht. Und er hat auch keine Angst, wenn sich ihm ein Auto nähert. Geprägt hat ihn hingegen die Trennung seiner Eltern vor neun Jahren. Luca kann sich gut an den Moment erinnern, als sie zu viert in der Küche sassen. «Ich ahnte schon, was kommt.» Gemeinsam eröffneten Eda und René Ruch dem zwölfjährigen Luca und der sechzehnjährigen Catia, dass der Papi nicht mehr bei der Familie leben wird. «Wir weinten alle vier», erzählt Eda Ruch. «Aber ich konnte den Entscheid meiner Eltern akzeptieren», sagt Luca. «Ich hatte ja auch mitbekommen, dass es nicht mehr ging.»


mister schweiz

Vater und Sohn Luca mit seinem Vater René auf dem Bänkli vor seinem Zuhause. René arbeitet gleich nebenan als Steuerkommissär und kommt oft zum Essen vorbei.

Einen «Rosenkrieg» gab es nicht, René Ruch, 54, sah seine Kinder von Anfang an regelmässig. Auch heute treffen sich Vater und Sohn mindestens zweimal pro Woche. René Ruch isst sogar öfter bei seiner Ex-Frau zu Mittag, die beiden sind erst seit Anfang Jahr geschieden. Seinem Vater ist Luca sehr ähnlich. «Er ist anständig, fair und pünktlich», sagt René Ruch. «Und er geht das Leben mit einer gewissen Gelassenheit an.» Zudem teilen beide die Leidenschaft für den Sport. Lucas Vater spielte früher Handball, Lucas Leben ist der Fussball. Seine zweite grosse Liebe neben Daniela heisst Inter Mailand. «Ich musste alle Spieler mit ihren Spiel­­po­sitionen auswendig lernen!», erzählt Daniela. Selbst kickt Luca in der zweiten Liga beim FC Frauenfeld, trainiert dreibis viermal pro Woche. «Ich hoffe, dass ich auch während des Mister-Jahres so oft wie möglich mitmachen kann.» Darauf, dass ihm zu Hause der Rücken freigehalten wird, kann er auf jeden Fall zählen. «Ich habe ihm jetzt 21 Jahre lang hinterhergeräumt», sagt Mami Eda und lacht. «Dann kann ich das auch noch ein weiteres Jahr tun.» 


Starrsinnig, leidenschaftlich und sehr reich – vor 50 Jahren gründete Roche-Erbe Luc Hoffmann in Zürich die Umweltstiftung WWF. Heute mahnt er: «In der Schweiz ist nur ein schwaches Engagement für den Naturschutz vorhanden.»

Der sanfte


Begegnung mit … Autorin Stephanie Ringel traf Luc Hoffmann

in Montricher VD

Ein Herz für Tiere Luc Hoffmann auf der Terrasse vor seinem Haus im Waadtland. Täglich beobachtet der 88-jährige Wissenschaftler die Vögel der Region.

Krieger

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Porträt

Klarer Blick Hoffmann sollte nach dem Willen des Stiefvaters Chemiker werden. Das hat ihn «nicht interessiert». Glück fand er in der Camargue.

sagt er mit seiner sehr leisen Stimme. «Es war oft wichtig, einen langen Atem zu haben. Ich habe immer gern Sachen ie Fronten sind sehr früh geklärt. durchgesetzt, die ich angefangen hatte.» Auf der einen Seite steht Luc Und angefangen hatte er die Vogelkunde. Hoffmann, ein Knirps von vielEin Landhaus im Jura. An klaren leicht 13 Jahren. Und auf der an­deren Tagen kann man von hier oben den sein Stiefvater Paul Sacher, gen­ialer ­fernen Genfersee und den Mont Blanc Dirigent und eingeheiratetes Familien- glitzern sehen. Im Wohnzimmer Wände mitglied der Basler Industriellen-­ voller Vogel-Zeichnungen, Regale mit Dy­nastie Hoffmann-La Roche. Streit­ Lexika und Bestimmungsbüchern. Luc gegenstand: eine Ente! Sie ist im Teich Hoffmann tastet sich an der Wand entein­gefroren, der Junge befreit und setzt lang. Er ist jetzt 88 Jahre alt. Die Beine sie daheim in die Badewanne. Stellt zwei sind müde, aber sein Blick hinter den Eimer dazu, einen als «Insel», auf den ­buschigen Augenbrauen verbietet jede anderen legt er trockenes Brot. «Meine Hilfe. Er setzt sich an den Holztisch am Mutter lachte», sagt Luc Hoffmann, Fenster und zwingt seine Hände, nicht zu zittern, als er auf die Stechpalme «mein Stiefvater war verärgert.» Vögel, Lurche, Salamander. Was er im Garten zeigt: Meisen, Goldammern, tragen kann, schleppt er nach Hause. Die Spatzen, Rotschwänze. 9000 Vogelarten Mutter füttert die Tiere, wenn er in der gebe es. In den USA würden Hobby-­ Schule ist, und der Stiefvater sieht ihn als Ornithologen durchs Land reisen, um zukünftigen Chemiker im Pharmakon- so viele Vögel wie möglich an einem Tag zern. «Das hat mich nicht ­interessiert», zu sehen. Dieses Wettkampfverhalten Text Stephanie Ringel Fotos Kurt Reichenbach

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Heimat Camargue Seit 1946 fährt Luc Hoffmann immer wieder nach La Tour du Valat. Er entwickelt aus dem Bauernhof eine internationale Forschungsstation.


«Ich habe immer gern Sachen durchgesetzt, die ich an­ gefangen hatte» Luc Hoffmann Kleine Bibliothek Lexika, Bildbände – es kommt selten vor, dass Hoffmann nachsehen muss.

Aktiver Vogelschutz Für Flamingos baut der junge Luc Hoffmann in den 50er-Jahren eine Schutzanlage. Immer mit dabei: sein Fernglas.

sei ihm fremd. «Ich beobachte mit Zeit. Vögel anschauen ist die aufregendste Entdeckungsreise.» Hoffmanns Vögel haben nur indirekt mit ihm Karriere gemacht. Ein PandaBär hat sie verdrängt. Genau genommen auch Nashörner in Afrika. Anfang der 60er-Jahre schrieb der Biologe Sir Julian Huxley in der britischen Tageszeitung «The Oberserver»: «Millionen wilder Tiere sind in diesem Jahrhundert bereits aus Afrika verschwunden. Was können wir tun, um sie zu retten?» Die Frage schreckte den Vogelkundler Max Nicholson auf, der sofort zum Krisengipfel lud, mit dabei Luc Hoffmann. Ergebnis: Um die Natur zu bewahren, ist eine internationale, finanzstarke und regierungsunabhängige Organisation notwendig. Der WWF wird geboren. Zunächst als «World Wildlife Fund». Später in «World Wide Fund for Nature» um­ getauft. Der bedrohte Panda-Bär wird zum Logo. Das Nashorn die Tierart, deren Schutz sich der WWF schnell widmet. Zu der Zeit lebt Luc Hoffmann längst als Biologe im südfranzösischen La Tour du Valat. 1946, also 23-jährig, hatte er das alte Bauernhaus gekauft und in eine biologische Forschungsstation umgebaut. Sie zieht bis heute Wissenschaftler aus der ganzen Welt an. Das riesige Feucht- und Sumpfgebiet der Camargue vor Augen, sieht er, wie wichtig dieser Lebensraum zum Beispiel für Zugvögel ist. Es sei die schönste Zeit seines Lebens gewesen, als er mit seiner Frau Daria Razumovsky und den Kindern Vera, Maja, André und Daschenka in der Station lebte. «Bis heute spreche ich mich mit meinen Kindern ab, wenn ich für den Naturschutz Geld gebe», sagt Hoffmann. Wie viel haben Sie investiert?

«Ziemlich viel.» Über 100 Millionen? So wie er jetzt schaut, scheint das masslos untertrieben. Die Lebensleistung des Basler Industriellensohns ist, die existenzielle Bedeu­ tung der Feucht- und Sumpfgebiete für den Naturschutz bekannt zu machen. Dank ihm unterzeichneten 1971 im persischen Ramsar 159 Staaten einen Völker­rechtsvertrag zum Schutz dieser ­Gebiete. Er kaufte für den WWF Flächen auf und verwandelte sie in geschützte Zonen. Verhandelte in den 27 Jahren, die er als Vizepräsident amtierte, mit ­Regierungen, Landbesitzern, Interessen­ gruppen. Der langjährige WWF-Präsident Prinz Philip, Herzog von Edinburgh und Gatte von Königin Elizabeth von England, sagte gegenüber der Buch­ autorin Jil Silberstein über Hoffmann: «Hinter seiner Gelassenheit und Beschei­ denheit verbergen sich eiserner Wille und grosse Entschlusskraft. Niemand versuchte, ihn von seiner Meinung abzubringen, wenn er sich einer Sache völlig sicher war.» Sein Vorgänger ist Prinz Bernhard der Niederlande. Seit September 1961 amtiert dieser als erster Präsident des WWF; sein Stellvertreter ist Luc Hoffmann. Zum Gründungsteam gehören daneben Max Nicholson, Sir Peter Scott, Sohn des Polarforschers Robert Scott, und der Zürcher Anwalt Hans Hüssy, der die Statuten für die Naturschutzorganisation ausgearbeitet und die Ratifikation der Stiftungsurkunde in Zürich ­vollzogen hat. Hoffmann ist bei diesem ­historischen Treffen nicht dabei. «Das hat mir nie leid getan», sagt er. «Ich habe mit den anderen Gründern überlegt, was der WWF machen sollte. Und diese Gedanken sind u umgesetzt.» schweizer illustrierte

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«Wenn es darauf ankam, war Luc Hoffmann immer da» Hans Hüssy, WWF-Gründungsanwalt Der wwf in zahlen u Der WWF (World Wide Fund for Nature) wurde am 29. April 1961 in Zürich gegründet. Er hat weltweit fünf Millionen Mitglieder, 260 000 davon in der Schweiz. Erstes grosses Projekt war Coto de Doñana, ein Winterquartier für Zugvögel in Spanien. Es folgen Projekte zum Schutz der Wälder und tropischen Meeresgebiete; gegen Überfischung, Atomenergie, Industrialisierung. In den kommenden Jahren gilt der Klimaschutz als die grösste Herausforderung unserer Zeit.

Chi Chi Die chinesische Panda-Bärin lebte im Londoner Zoo. Seit 1961 verkörpert sie das Logo der Stiftung.

u Für Hans Hüssy wäre der WWF ohne Luc Hoffmann undenkbar. Dieser habe sich von seiner Basler Familie getrennt, einen eigenen Weg gesucht und unter anderem im WWF gefunden: «Wenn es darauf ankam, war Luc Hoffmann ­einfach immer da.» Heute verantwortet der WWF International in Gland VD 1300 Projekte in über 100 Ländern bei einem Budget von 525 Millionen Euro. Von den weltweit fünf Millionen Mitgliedern unterstützen 260 000 die Ländersektion in der Schweiz. Einst ging es um Pandas und Nashörner, also Artenschutz. Schon länger konzentriert sich der WWF auf Umwelt- und Klima­schutz. Themen, die Luc Hoffmann täglich begleiten. Egal ob er in der Camargue ver­ weilt oder in Montricher, er liest englische und französische ­Fachzeitschriften. Sein Urteilsvermögen ist scharf: ­«Seitens

der Behörden ist in der Schweiz nur ein schwaches Engagement für den Naturschutz vorhanden», klagt er. Verträge würden unterzeichnet, aber Papier sei geduldig. Vor allem für die Biodiversität und die Landschaft müsse etwas geschehen. «Die Bauern erhalten hohe Direktzahlungen vom Staat, müssen aber kaum eine spezifische Gegenleistung erbringen. Eine verantwortungsbewusste, ökologisch verträgliche Landwirtschaft wird nicht verlangt. Das kann nicht sein.» «Das stimmt so nicht. Die Landwirtschaft ist ökologischer geworden», sagt Hansjörg Walter, Präsident des Schweize­ rischen Bauernverbands. Man könne die Öko-Qualitätsanforderungen noch ziel­ ge­richteter angehen und ­Bioreservate besser vernetzen, die durch landwirt­ schaft­liche Nutzflächen getrennt sind. Aber es sei nicht leicht mit dem WWF. «Die Stiftung verzögert oft über ihr Verbands­beschwerderecht notwendige Bauten für eine bessere Tierhaltung.» Leben ändern bleibt ein hohes Ziel. Er wisse das, sagt Luc Hoffmann, er selber mache «auch sehr viel Unsinn», weil er allein auf dem Land in einem Einfamilien­ haus wohnt und ein Auto fährt. «Aber


Porträt

wenn ich vergleiche, was andere in meiner Lage machen, bin ich vielleicht nachhaltiger als der Durchschnitt.» Nun, andere in seiner Lage haben ­Villen, Boote, Privatjets. Das geschätzte Vermögen der Familien Hoffmann und Oeri in Basel, zu denen auch Luc Hoffmann zählt, beläuft sich laut dem ­Wirtschaftsmagazin «Bilanz» auf 13 bis 14 Milliarden Franken. Wohlhabender ist nur Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. 1923 wird Lukas «Luc» Hoffmann als mittleres von drei Kindern in die damals schon wohlhabende Familie geboren. Seine Mutter Maja Stehlin ist verheiratet mit Emanuel Hoffmann, Manager im Pharmakonzern Hoffmann-La Roche. Zum Alltag gehören die französische Gouvernante und ein Hauslehrer. Künstler, Literaten, Galeristen sind oft Gäste der Familie. Als Luc neun ist, zerbricht die heile Welt. Der Vater stirbt im Auto an einem nicht gesicherten Bahnübergang. Nur ein Jahr später erliegt sein ­älterer Bruder Andres dem Blutkrebs. Der stille Luc findet Halt in der­ Natur. Seine Mutter bei Paul Sacher, dem Di­ri­gen­ten. Die Familie zieht in die Villa Schönenberg bei Basel. Jenes Haus,

in dem die Ente in der Badewanne für Wirbel sorgt. Schon mit 16 Jahren tritt Hoffmann mit seinem besten Freund Dieter Burckhardt der Schweizerischen Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz bei. Mit 17 publizieren sie Artikel über den Flug der Nachtreiher, Stelz­ vögel, die Beringung von Lachmöwen. Dieter Burckhardt, von 1965 bis 1987 Leiter von Pro Natura Schweiz, erzählt: «Lukas ist ein unerhört grosszügiger, entgegenkommender Mensch, der nie Aufhebens um seine Person machte. Ihn interessiert bis heute bloss die Sache.» Die Sache. Das ist die Liebe zur ­Natur. Trotzdem möchte Paul Sacher, dass Luc Hoffmann Chemie studiert. Der beginnt, ganz diplomatisch, mit diesem Fach, doch «sobald ich selbst entscheiden konnte – also zwei Jahre später –, wechselte ich in die Biologie». Sein Herz glüht für die Vogel­kunde, die Doktor­ arbeit schreibt er über «Form und Entstehung des Zeichnungsmusters dunenjunger Fluss-Seeschwalben». Sein Leben widmet der junge Mann bald darauf der Forschung und dem WWF. Engagement und Mäzenatentum hat in der Familie Hoffmann bis heute Tradi­

tion. Hoffmanns Tochter Vera Michalski baut in Montricher ein Literaturhaus für Schriftsteller. Ihre Schwester Maja Hoffmann hat ein Kulturprojekt in Arles realisiert, Sohn André Hoffmann präsidiert die Mava-Stiftung für Naturschutz. Und seine Nichte Maja Oeri ist Präsidentin der Emanuel-Hoffmann-Stiftung, die einst Luc Hoffmanns Mutter im ­Andenken an den verunglückten Vater gründete. Ihm ist unangenehm, wenn es um Millionen geht. Hoffmann ist eben ­Basler, und im Daig gilt es als unanständig, über Geld zu reden. Also, zurück zu den ­Vögeln. Sein Liebling ist und bleibt – nein, nicht die Ente – die Brachschwalbe! Ein Strandvogel, eleganter Flieger. Er sagt: «Dieser Vogel ist sehr diskret. Man muss eigentlich aufpassen, dass man ihn überhaupt sieht.»  

«Luc Hoffmann. Mit Leiden­s chaft für die Natur» Verlag NZZ, CHF 34.–.


Shopping

top ten der Woche

«Nackt» angezogen Model Sarah B. für Scout, Hair & Make-up Brigitte mit Produkten von Nars für Time

u Das

klingt paradox. Der Nude-Look funktioniert nicht nur bei dekorativem Make-up. Der Modetrend «Hautfarbe» klappt auch im Alltag. Von Beige über Apricot bis zu Altrosa: Die Farb­ palette zeigt sich vielfältig wie die menschliche Haut. Modemutige kombinieren diverse Töne von Kopf bis Fuss miteinander. Wer sich dabei zu nackt fühlt, setzt einfach mit der Trendfarbe Koralle einen Akzent. Wichtig ist, dass sich der Ton, den man nahe beim Gesicht trägt, nicht mit der eigenen Hautfarbe «beisst»: Ein rosa Teint braucht einen Ton mit kaltem Blau­anteil. Zur Haut mit Oliv- oder Gelbstich passen warme Rotnuancen.

Redaktion Ursula Borer Fotos geri Born Styling Melanie albisser

Entspannt Hut Seeberger, bei Globus.

u CHF 159.– Seidenkleid Zadig &

Voltaire, Zürich. u CHF 550.– Armreife H & M. u CHF 12.90

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«Nude-Töne trägt man zusammen»

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70er-Jahre Bluse Zadig & Voltaire, Zürich. u CHF 210.– Kette und Gürtel H & M. u je CHF 14.90 Jupe Mango. u CHF 99.90 Tasche Biaggini Violett, Charles Vögele. u CHF 49.90 Schuhe Michael Kors, Globus. u CHF 210.–


Hippie Sonnenbrille H & M. u CHF 9.90 Kette Mango. u CHF 39.90 Body Eres, bei Kowä. u CHF 290.– Kleid Mango. u CHF 259.– Armband Koralle, www.sagherian.com u CHF 1400.– Tasche Longchamp. u CHF 550.– Schuhe Valentino, Lovers Lane, Zürich. u CHF 652.–

Romantisch Haarreif H & M. u CHF 7.90 Pulli Comptoir des Cotonniers, Globus. u CHF 200.– Tasche Valentino, Lovers Lane, Zürich. u CHF 1945.– Jupe H & M. u CHF 39.90

Chic Jackett und Shorts Comptoir des Cotonniers, Globus. u CHF 280.–/200.– Corsage H & M. u CHF 12.90 Gürtel Mango. u CHF 59.90 Schuhe Valentino, Lovers Lane, Zürich. u CHF 852.– Tasche AP, Manor. u CHF 69.90

Casual Lederjacke Longchamp. u CHF 2090.– Bluse American Apparel. u CHF 79.– Tasche AP, Mango. u CHF 129.90 Jeans Comptoir des Cotonniers, Globus. u CHF 170.– Zoccoli AP, Manor. u CHF 99.–

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Objekt der Begierde

Schlösschen, öffne dich! u Wie schon für Holly Golightly im Film «Frühstück bei Tiffany» gibt es seit Anfang April auch für uns einen Grund, die Nase an den Schaufenstern von Tiffany & Co. platt zu drücken: Denn die Locks sind da! Auf die erfolgreichen Schlüssel-Anhänger der «Keys-Collection» folgt mit den Schlössern nun deren Pendant. Die Kollektion umfasst Anhänger wie auch kleinere Charms für unsere Armbänder. Davon funktionieren einige Schlösser sogar. Die hübschen Schmuckstücke gibt es in verschiedenen Designs: Von halbrund, herzförmig bis hin zu einem eckigen Schloss ist für jeden Geschmack etwas dabei. Je nach Budget sind die begehrten ­Stücke erhältlich in Sterling-Silber, 18-karätigem Gelbgold, Roségold oder in der diamantenbesetzten Luxus­ ausführung aus Platin. nina Lienhard

Ab auf die Wunschliste Die Anhänger der LocksKollektion gibts bei Tiffany, www.tiffany.com u v. l. CHF 165.–/335.–/180.–, Kette CHF 75.–

Für space-girls und space-boys

u Mit dem Concept Store Galaxy 713 realisieren Carolin Braun und Valerie Felten ihren lang gehegten Traum von originellen Geschenkideen für Kinder. Im Online-Shop findet man Produkte für Kids zwischen 7 und 13 Jahren, die nicht nur unterhalten, sondern auch die Kreativität fördern sollen. Das

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Angebot setzt auf Qualität, Design und Nachhaltigkeit – es reicht von Kleidung über Bücher und Spiele bis hin zu Möbeln. Ein tolles Surferlebnis, nicht nur für die Kleinsten! Nina Lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born

www.galaxy713.com


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kids

Ab auf den Spielplatz! u Höchste Zeit, den Nintendo wegzu­ legen und den Fernseher abzuschalten. Die Kleinen tauschen ab sofort das Kinderzimmer mit dem Spielplatz und tollen wieder im Freien herum. Für Spass der besonderen Art sorgen die neuen 3-D-Strassenkreiden. Damit sieht man die eigene Kunst auf dem Asphalt dreidimensional. Abenteuerlich sind die ersten Versuche, Velo zu fahren. Wer sich anfangs noch schwertut, setzt

Ständiger Begleiter T-Shirt mit Schmusetier von Vertbaudet, www.vertbaudet.ch u CHF 17.90/14.90

star-geflüster

Sexy Lou

sicherheitshalber auf Stützräder, Gelenk­ schoner und sowieso: einen Helm! Vorsicht ist auch vor der Sonne geboten. Sonnencreme mit wasserfestem Faktor 50+, Mütze und eine coole Sonnenbrille mit UV-Schutz gehören heutzutage mit dazu. Wer noch Inspiration für OutdoorSpass braucht, wird im Buch «Das grosse Buch der 1000 Spiele» fündig. Von Rasen- bis zu Mottospielen findet man viel Witziges. ursula borer

Sicheres Vehikel Modell Cobalt Team 16" von Stöckli, Infos www.stoeckli.ch u CHF 290.– Multitalent Die Tochter von Jane Birkin ist Schauspielerin, Model, Designerin und Sängerin.

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3-D-Strassenkunst Strassenkreidenset von Crayola mit 3-D-Brille, bei Franz Carl Weber. u CHF 11.90

Cooler Sonnenschutz Sonnenbrille aus der G-Line von Cerjo, www.cerjo.ch u ab CHF 29.90

Herziger Durstlöscher Trinkflasche Hello Kitty Rainbow von Sigg, www.sigg.com u CHF 21.–

Süsser Stauraum Tasche Paris 2 aus der Edition 11 von Cwirbelwind, www.cwirbelwind.ch u CHF 138.–

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Frankreich gehört Lou Doillon zur Crème de la Crème der kreativen Boheme! Kein Wunder bei diesen Genen! Mutter Jane Birkin, Vater, der Regisseur Jacques Doillon, und ihre ältere Schwester Charlotte Gainsbourg haben die Latte hoch angesetzt. Die 28-Jährige hatte ihr Filmdebüt im zarten Alter von fünf Jahren. Danach hat sie sich auch als Model, Desi­g­nerin und Sängerin einen Namen gemacht. Jetzt ist sie für Designer Anthony Vaccarello in die Rolle der Muse geschlüpft. Seine «Capsule Collection» für La Redoute besteht aus drei Kleidern in einem eleganten, urbanen und rockigen Stil – sie ist ab Mai unter www.laredoute.ch erhältlich.

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, La Redoute

u In


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Sabberfrei Wende-Lätzchen von Deuxschwo, 8001 Grieder Concept Store. Solange Vorrat. u CHF 39.–

Natürlich gepflegt BabyFeuchttücher Pure & Natural für empfindliche Haut. 50 Stück. Nivea. u CHF 5.90

Seidig Baby-Shampoo Série Nature, L’Oréal Professionnel. www.lorealprofessionnel.com u CHF 22.20

Zähnchen geputzt? Bio-Zahngel mit Erdbeere, Logodent. Etwa im Bio-­ Fachgeschäft. u CHF 4.30

Mit allen Wassern gewaschen Pflegewasser Eau Maman & Bébé von L’Occitane. u CHF 36.–

Biologisch geschützt Bio-Schutzbalsam mit Kokosöl und Eisenkraut. Kibio Bébé. u CHF 21.–

Quietschsauber SeeräuberPlantschbad mit Apfelaroma. Von Kneipp, bei der Migros. u CHF 1.80

Kinder-Beauty

u Eigentlich riechen Babys und Kleinkinder von Natur aus zum Anbeissen gut. Doch auch die Kleinsten neigen schon zu Schweissfüsschen oder leicht streng duftendem Feenhaar. Da ist die Zeit reif für den hauseigenen «kleinen Waschsalon» mit einem erlesenen Sortiment an Baby- und KinderSpezialpflege. Neu gibt es etwa von der zertifizierten Bio-Kosmetikmarke Kibio die Babylinie Kibio Bébé. Diese enthält sorgfältig ausgesuchte Inhaltsstoffe, deren Formulierungen das physiologische Gleichgewicht von

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Babyhaut bewahren. Die Linie umfasst drei Produkte, ein schäumendes Badegel, das sanft zur Haut und Kopfhaut ist, eine Waschlotion und eine Schutzcreme mit Kokosöl. Aber nicht nur Haut und Härchen möchten gepflegt werden, auch die (ersten) Zähne. Von Logona, der kontrollierten Naturkosmetiklinie, gibt es die Logodent Zahngels, etwa mit natürlichem Aroma aus Bio-Erdbeeren. Die Gels pflegen empfindliche Milch­ zähne und Zahnfleisch ohne Konser­ vierungsstoffe oder synthetische Fluor­ zusätze. Kristina Köhler

Zweimal Ja!

u Die Londoner Schauspielerin Rachel Weisz, 41, strahlt mit der Welt um die Wette. Vielleicht liegts an ihren Werbedeals mit Burberry (Make-up) und L’Oréal Paris Revita­lift?

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), ddp Images

Kleiner Waschsalon

Star-geflüster


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Lieblinge der Redaktion

Klimper-Prinzessin Diverse Armreife mit oder ohne SwarovskiKristalle, Die Spiegelburg. u CHF 49.–

Die Zeit steht still In The Home Shop and more wird gern verweilt, eingekauft, Kaffee getrunken. Rain 14, Aarau, Tel. 062 - 823 49 66.

1001 Stoffe Eine grosse Auswahl an verschiedenen Stoffen gibts im hauseigenen Stoffgeschäft.

The Home Shop and more, Aarau

Ein Ort zum Träumen u Er ist eine Welt in Pastell auf zwei Etagen, in dem Alltagssorgen vor der Tür bleiben. Die gebürtige Amerikanerin Tina Ammann hat ihr Geschäft The Home Shop and more in Aarau neu um­ gebaut und erweitert. Was geblieben ist: ihr unverkennbares Sortiment an schö­ nen, romantischen Dingen fürs Daheim (ihre berühmte Stoffsammlung!), fürs Kinderzimmer und zum Anziehen. Zum Shop gehören neu das Gesamtsortiment von Coppenrath mit Die Spiegelburg

Kleine Sommerfee Tüllkleid für Mädchen (mit Baumwollanteil) von Noa Noa Miniature. u CHF 59.–

(Kindersachen, Home-Accessoires) sowie das nostalgische Café Ccino. Kristina Köhler

Öffnungszeiten Mo 13.30–18.30 Uhr, Di bis Fr 9–18.30 Uhr, Sa 9–16 Uhr, www.thehomeshopandmore.ch, www.diespiegelburg.ch, www.ccino.ch

Mit allen Sinnen «Food for the Soul» ist ein Kochbuch für Magen und Seele. Hölker-Verlag. u ca. CHF 40.–

weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

Stärkend Der Nike Free Run+2 kräftigt die Fussmuskulatur. www.nike.com u CHF 160.–

Cool Running Der Clima Cool Chill von Adidas sorgt für ideale Belüftung. Bei Manor bis 16. 4. u CHF 129.–

Barfuss beim Sport u Sportschuh-Hersteller wie Nike und Adidas verfolgen das Ziel, dass wir trotz Sportschuh am Fuss ein Gefühl von Barfusslaufen haben. Mit den aktuellen Modellen kommen sie dem gleich mehrere Schritte näher. Natürlich eignen sich die in diversen Farben erhältlichen Damen- und Herren­schuhe nicht nur zum Joggen, sondern auch zum gesunden Shopping-Ausflug in der City.

stephan gubler

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Dick Vredenbregt

Ein trend, zwei varianten

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Shopping Knallig Jil Sander, Martin Grant, Cacharel und Cynthia Rowley setzen auf Models mit rosa Lippen.

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kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin, bekennt Farbe.

styling-tipp

Think Pink! u Was wir jetzt gerne würden: die Welt durch die rosa Brille betrachten – leider fällt uns das nicht ganz leicht. Was wir jetzt können: pinken Lippenstift aufmalen. Designer wie Jil Sander oder Cacharel haben es ganz nach dem Motto «Think Pink» vorgemacht und ihre Models mit Fuchsia-Lippen über den Laufsteg geschickt. Wer sich doch nicht ganz traut, greift anstelle eines deckenden Lippenstiftes zum zarten Lipmarker

– gibts zum Beispiel neu von Maybelline. Wem das immer noch zu viel ist, freut sich über die limitierten Lippenpo­maden Fruity Shine von Labello. Sie pflegen mit Mandel- und Jojoba-Öl und verleihen einen sanften rosa Schimmer. Tipp: Kühle Magenta-Töne passen besser zu einem hellen Teint. Warme Nuancen wie Koralle oder Brombeere sehen besser auf dunklerer oder olivenfarbener Haut aus. Ursula Borer

die produkte zum look

Pflegend Lippenpomade Limited Edition Fruity Shine Pink Guava von Labello. Coop, Manor. u CHF 2.90

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Alltagstauglich Lipmarker Color Sensa­ tional Nr. 480 Shy Red von Maybelline. Coop City. u CHF 13.90

Vom Laufsteg Lippenstift Rouge Pur Couture Fuchsia Innocent von YSL. In Parfümerien. u CHF 49.–

Ach, wenn man doch nur lesen könnte! Ich weiss nicht genau, wie es passieren konnte. Wahrscheinlich, weil ich wie immer mindestens vier Sachen gleichzeitig machte: E-Mails schreiben, Facebook checken, mit Übersee telefonieren und Cupcakes backen. Dabei muss ich überlesen haben, dass auf der Einladung zum Fashion-Cocktail in der Szene-Boutique stand: Dresscode «SchwarzWeiss». Oooops. So passierte es, dass ich in einer grünen Seidenhose, einer lila Bluse, roten Pumps und – als wäre es noch nicht bunt genug – mit einer gelben Lack-Clutch und einem türkisen Gürtel auftauchte. Ich endete zwischen lauter Pinguinen als Paradiesvogel! Ich hatte zwei Möglichkeiten: mit den Kellnern die Outfits tauschen oder schnell wieder verschwinden. Ich wählte Variante B und flüchtete in eine Bar. Da geschah der nächste Fauxpas: Ob ich im Zirkus arbeiten würde, fragte der nette, ältere Herr. «Nein, ich mache lediglich einen Modetrend mit.» Wenn es nämlich nach Jil Sander, Gucci oder Michael Kors gehen würde, trügen wir alle kräftiges Pink, leuchtendes Orange, intensives Grün und royales Blau. Das Modegesetz der Stunde: Bekennen Sie Farbe! Nur bitte in der richtigen Dosierung. Zum Beispiel indem Sie sich ein Paar super­fröh­liche und vor allem superbequeme «Hanky Pankys» kaufen. So heissen meine Lieblingsunterhosen, die es in allen Regenbogenfarben bei Jelmoli gibt. Oder Sie malen sich die Nägel bunt an. Ich rate zu «Jade Is the New Black» für die Zehen und «Houston, We Have a Purple» für die Finger von OPI. Denn schon Paracelsus wusste: «Allein die Dosis macht das Gift.» 

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer (Stills), Imaxtree

Pinguin oder Paradiesvogel?


Check-up Tschüss JoJo-Effekt!

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Medizinische Hilfe aus Tibet

20 bis 40 Prozent der Schweizer leiden unter Verdauungs­ störungen. Eine uralte tibetische Kräutermischung wirkt laut einer neuen Studie gegen Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen. Text Lisa merz

Foto PADMA AG

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eit über tausend Jahren verab­ reichen tibetische Ärzte bei Ver­ dauungsbeschwerden Se’bru 5. Die uralte tibetische Medizin besteht aus fünf verschiedenen Inhaltsstoffen – alle sind natürlich. Die Mischung: Granat­ apfelsamen, Galgant, Langer Pfeffer, Kardamom und Zimtkassia. Seit wenigen Wochen ist die Mischung als Pille in Schweizer Apotheken und Drogerien ohne Rezept erhältlich. Prof. Rémy Meier, Leitender Arzt der Abteilung Gastroenterologie, Hepato­ logie und Ernährung am Kantons­spital Liestal BL, prüfte das neue Medikament auf seine Verträglichkeit: «In 80 Prozent der Fälle mit funktionellen Verdauungs­ beschwerden tritt eine positive Wirkung ein.» Vor allem bei Symptomen wie Völle­ gefühl, Übelkeit und Magenschmerzen sind die Resultate erfreulich. Aber auch bei Appetitmangel und Blähungen. Be­ reits nach ein bis drei Wochen stellten betroffene Patienten eine Besserung fest. Auch das psychische Befinden ver­ änderte sich dank der Einnahme positiv. Die Werte für Nervosität, Niedergeschla­ genheit und Erschöpfungszustände

v­ erbesserten sich im Schnitt um über 20 Prozent. «Natürlich spielt auch der Placebo­ effekt eine Rolle», sagt Prof. Meier. «Bei Behandlungen mit einem Scheinmedi­ kament liegt die positive Wirkung im Schnitt bei etwa 50 bis 60 Prozent.» Mit der tibetanischen Kräutermischung erreichte man aber 80 Prozent. Zudem fanden die meisten Studienteilnehmer diese Therapie besser als eine vorher­ gehende. Gelegentliche Verdauungsbeschwer­ den sind häufig. Wer aber über längere Zeit darunter leidet, sollte zum Arzt.

u Kopenhagen Kaum haben wir abgenommen, setzt der Jo-Jo-­ Effekt ein. Wer nach Diäten sein Gewicht halten will, sollte laut däni­ schen Forschern mehr Proteine als üblich essen. Also: mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte und Hülsen­ früchte. www.gesundheitsfocus.net

Lärm raubt Lebensjahre

u Kopenhagen Ständiger Lärm belastet die Gesundheit: WHOForscher haben berechnet, dass der Krach die Europäer jährlich eine Million Lebensjahre kostet. Denn Lärm führt zu Gereiztheit, Bluthochdruck und Tinnitus. www.spiegel.de

Marathon ohne Druck u Zürich Für einmal zählt bei

einem Marathon nicht die Zeit, sondern der Spass am Laufen. Die Strecke führt durch Zürich West und die Limmattaler Flusslandschaft. Start: 22. Mai, 8 Uhr, beim Wipkingerpark. Infos zur GratisVeranstaltung: www.cityrunning.ch

tipp

Natürliche Medizin Zimtkassia, Granat­ apfelsamen, Galgant, Kardamom und Langer Pfeffer (von links oben).

Essen Sie Artischocken! Sie regen die Gallen­ bildung in der Leber an und fördern die Ausschüttung des Gallensafts.

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Check-up Schlafapnoe bei Frauen

Schluss mit Schnarchen!

Auch Frauen schnarchen! Nur getrauen sie sich oft nicht, darüber zu sprechen. Aber gerade das wäre wichtig, um eine Schlafapnoe zu erkennen. Denn nächtliche Atempausen sind eine ernst zu nehmende Erkrankung. Folgen: fehlende Energie, Bluthochdruck und Schlaganfall. harter Gaumen

Text Dr. Samuel Stutz

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Zunge

Nasenhöhle

Luftröhre

Mundhöhle

weicher Gaumen

Atemfluss

Atemfluss

Normale Atmung Liegt keine Störung vor, fliesst der Atem regelmässig.

Apnoe Durch Engstellen im Nasen-RachenRaum entstehen Atemstillstände.

das zu sagen und zum Arzt zu gehen. Weil eine schnarchende Frau eine Ausnahme ist, sollten die Ärzte von sich aus ihre Patientinnen nach Symptomen der Schlafapnoe fragen. Wie kaum bei einer anderen so verbreiteten Erkrankung hat eine konse­ quent durchgeführte Behandlung einen so raschen und durchschlagenden Erfolg. Die wirksamste Therapie ist die nächt­ liche Überdruckbeatmung, die in neun von zehn Fällen Erfolg hat. Die Atem­ wege bleiben offen, die nächtlichen

Atem­aussetzer unterbleiben, die Müdigkeit ver­schwindet innerhalb von wenigen Wochen, die Gesundheitsrisiken normalisieren sich. Die heutigen Geräte sind sehr ge­ räusch­arm und stören kaum noch. Zudem messen sie jeden Atemzug und passen das erforderliche Druckniveau bei der Beatmung automatisch an. Die meisten Patienten und Patientinnen sind nach einer kurzen Eingewöhnungs­ phase ­erstaunt, wie schnell es ihnen ­besser geht.  

Testen Sie Ihren Schlaf u Auch für Männer Seit Neustem gibt es einen SchlafQualitäts-Check, den SLEEPmeter. Mit ihm können Sie Ihr Schlaf­ apnoe-­Risiko untersuchen. Kernstück des neuen Tests ist eine separate visuelle Erfassung der wichtigsten Testfragen durch den Betroffenen und die Angehörigen. Der Vergleich der beiden Einträge ermöglicht es, die Symptome einer Schlafapnoe zuverlässig zu erfassen, die dem Patienten oder der Patientin vielleicht verborgen Wie gut schlafen bleiben. Zeigt der Test eine Auffälligkeit, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bestellung des kostenlosen SLEEPmeters: Schicken Sie ein Sie? Mit dem SLEEPmeter fin- frankiertes C5-Couvert mit Ihrer Adresse an Schweizer Illustrierte, den Sie es heraus. Kennwort SLEEPmeter, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich.

Illustration HO

W

enn eine Frau nicht gerade beim Frauenarzt ist, geht sie in der Medizin gern ­vergessen. Das ist beim Herzinfarkt, der ­chroni­schen Bronchitis und der Raucherlunge der Fall – und bei der Schlafapnoe. Schaut man sich in einem Schlaflabor um, kommt nur eine Frau auf zehn untersuchte Männer. Dabei leiden fünf Prozent der ­Frauen im Alter zwischen dreissig und sechzig an einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe. Kernproblem sind wiederholte nächtliche Atemaussetzer durch den Kollaps der oberen Luftwege – im Extrem­fall bis hundert pro Stunde. Die Schlafapnoe bei der Frau ist wie beim Mann weder eine ­Modediagnose noch ein Lifestyle-Problem, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung. Nicht nur die Lebensqualität ist erheblich eingeschränkt, sondern auch die Krankheits­ häufigkeit und die Sterblichkeit sind massiv erhöht. Übergewicht, Diabetes, hoher Blutdruck sowie Herzkrankheiten sind sehr oft mit Schlafapnoe gekoppelt und schaukeln sich gegenseitig hoch. So ist eine wirksame Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes erst möglich, wenn gleichzeitig auch die Schlafapnoe angegangen wird. Weshalb wird die Schlafapnoe bei Frauen derart unterschätzt? Solange eine Frau die Menstruation hat, bieten die Östrogene einen gewissen Schutz. Nach der Menopause fällt diese ­Schutzwirkung weg. Deshalb ist die Häufigkeit der Schlaf­ apnoe bei übergewichtigen Frauen nach der Abänderung gleich hoch wie bei Männern. Eine weitere Erklärung ist die unterschiedliche Symptomatik. ­Während sich bei Männern die klassischen Symptome wie lautes Schnarchen, ­Atempausen und Müdigkeit am Tag mit Einschlafneigung zeigen, äussern Frauen viel ­häufiger Probleme beim Ein- und Durchschlafen, Kopfschmerzen nach dem Aufwachen und fehlende Energie, was den Arzt eher an eine Depression als an eine Schlaf­ störung denken lässt. Und wenn eine Frau schnarcht, getraut sie sich kaum,


k n ch ec te l l o s Da s w is sen! Sie Risikofaktoren  Übergewicht  Diabetes

 Engstellen im Nasen-RachenRaum  Schlaf- und Beruhigungsmittel  An Schlafapnoe leidende nahe Verwandte  Alkohol, besonders am Abend  Üppige Mahlzeiten am Abend  Unregelmässige Schlafenszeiten

Folgeerscheinungen  Bluthochdruck  Nächtliches

Nasenbluten

 Herzrhythmusstörungen  Herzinfarkt

 Schlaganfall  Gestörter

Zuckerhaushalt Unfallgefahr  Depression  Erhöhte

TV-Tipp Samstag, 16. April, 18.10 Uhr Lungenkrebs Als Schiffskoch befuhr der heute 72-jährige Ruben Mechanicus jahrelang die Weltmeere. Und rauchte wie ein Schlot. Bis er vor zwei Jahren die Tumor-Diagnose erhielt. Ein Lungenlappen musste entfernt werden. Jeanne Fürst unterhält sich mit ihm und einem Lungenexperten über das Leben mit Krebs und eine neue Früherkennungsmethode. www.gesundheitsprechstunde.ch


Check-up Der Fall Allergische

Reaktion

Dr. med. Suzanne Freund-Kissling ­Dermatologin und Fachärztin für ­Venerologie in ­Lenzburg AG.

Zehn bis fünfzehn Prozent der Mitteleuropäer, vor allem junge, hellhäutige Frauen, leiden bei oder nach Sonnenexposition an zumeist juckenden Hautveränderungen in den bestrahlten Hautbereichen. Die Sonnenallergie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hautreaktionen, die durch Sonnenlicht ausgelöst werden, zum Teil in Zusammenhang mit bestimmten Substanzen. Die häufigste Sonnenunverträglich­keitsreaktion ist die polymorphe Lichtder­ matose, die im Frühjahr bei noch nicht sonnengewohnter Haut auftritt. Die juckenden Flecken, Knötchen oder Bläschen entwickeln sich nach wenigen Stunden bis Tage nach einer intensiven ­Sonnenexposition und können durch erneute Exposition erneut auftreten.

Durch das abrupte Meiden von UVStrahlung erreicht man meist eine Besserung oder dass die Allergie nicht mehr auftritt. Neben einer angepassten Kleidung ­empfehle ich ein Sonnenschutzmittel mit hohem UVA-Schutz, da diese Form der Sonnenallergie vor allem durch die UVA-Strahlung ausgelöst wird. In ­Labortests schnitten Produkte mit dem UVA-Lichtschutzfilter Mexoryl sehr gut ab. Bei starken Beschwerden können Betroffene durch eine vorsichtige me­di­ zinische Lichttherapie die Haut langsam an die UV-Exposition gewöhnen. Medikamente wie zum Beispiel Beta­ carotin, Antihistaminika, Kalzium (auch gespritzt) und Nikotinsäureamid haben in Studien keine befriedigende Wirksamkeit gezeigt. Bei der Mallorca-Akne kommt es bei ­abrupter UV-Exposition durch Inhaltsstoffe von Körperpflege- oder Sonnenschutzmitteln auf den Auftragungsorten zu kleinen roten und zum Teil verhornenden Knötchen. Vor allem Emulgatoren, also Zusätze, die die Produkte streichfähiger machen, und fett-

haltige Kosmetika werden für diese Form der Entzündungsreaktion mit­ verantwortlich gemacht. Sonnenschutzprodukte in ­Gel-Form eignen sich gut, da diese ­keine Emulgatoren enthalten. Sie können dafür ein lokales Spannungsgefühl auslösen. Rötungen und Blasenbildung auf licht­ exponierten Hautarealen nach Sonnen­ exposition können auch Folge einer toxischen Reaktion auf äusserliche Kontaktstoffe (Duftstoffe, Pflanzen usw.) oder durch eingenommene Medikamente (zum Beispiel Antirheumatika, harntreibende Medikamente, Antibiotika) sein. Jucken diese Hautveränderungen und treten sie auch auf sonnengeschützten Hautbereichen auf, muss an eine foto­ allergische Reaktion (wenn bestimmte Substanzen wie Cremes unter Einfluss von UV-Licht stofflich verändert ­werden) gedacht werden. Ist der chemische ­Filter eines Lichtschutzpräparates das Allergen, sollten Sie Sonnenschutzprodukte mit mineralischem Filter ­(Titandioxid oder Zinkoxid) verwenden. www.dermalenzburg.ch

Foto Dick Vredenbregt

Halte ich mich länger an der Sonne auf, bekomme ich einen Ausschlag. Was muss ich beachten?


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Waka Waka in Grün Superstar Shakira, 34, spürt den Frühling.

Shakira

Foto HO

Ein heisser Feger u Man nehme: einen Traumkörper, eine Hammerstimme, überbordende Lebensfreude und eine gehörige Portion Rhythmusgefühl. Die Zutaten kräftig durchshaken, und voilà, hier kommt der Superstar mit dem schärfsten Hüftschwung überhaupt: Shakira.

Über 214 Award-Nominierungen hat sie schon eingeheimst, 50 Millionen Alben weltweit verkauft. Privat bringt die heisse Kolumbianerin zurzeit das Blut des spanischen Fussballers Gerard Piqué, 24, zum Kochen. Und mit ihrer aktuellen World-Tour

«The Sun Comes Out» wird Shakira im Juni das Zürcher Hallenstadion zum Beben bringen. Garantiert. rea Hallenstadion Zürich 8. 6. um 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/ Min., Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Sehr elliptisch Susanna Niederer mit «Transit nach Emmental».

Susanna niederer

Erhaschtes Nichts

Das Werk der Basler Künstlerin Susanna Niederer dreht sich um Ellipsen und Ellipsoide. «Hanna» heisst die neueste Arbeit aus schwarzem Filz. u Geometrisch gesehen ist die Ellipse ein

Schrägbild eines Kreises. Sprachlich bedeu­ tet das griechische Wort Fehlen, Aussparen, Auslassen. Dem kam Susanna Niederer, 52, auf die Spur, als sie sich beim ständigen Zeichnen von Ellipsen ertappte. Was sie auf die Idee brachte, das Nichts zum Zentrum ihrer Kunst zu machen. Die Künstlerin zeigt auf die weisse Wand in ihrem Atelier in Wallisellen ZH. Da hängen zwei grosse, pulverbeschichtete Ellipsen aus Metall. Das glänzende Teil, das nur wenige Zentimeter breit ist, bildet die Ellipse. Sie umschliesst die Leere, das Nichts. «Man bekommt das Gefühl, man könne durch sie hindurch schreiten und in eine andere Welt gelangen.» Vielleicht wie bei «Alice im Wunderland», mit dem

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Unterschied, dass dort ein Hasenbau war, durch den das Mädchen in eine andere Welt rutschte. Die neuesten Arbeiten von Susanna ­Niederer sind nicht mehr aus Metall. Die zierliche Baslerin sehnte sich nach mehr Leichtigkeit. So sind Skulpturen aus beschichtetem Polystyrol entstanden, sogenannte Ellipsoide. Sie sehen wie riesige Strausseneier aus, täuschen Schwere vor und tragen den seltsamen Namen «Baum». Auch experimentierte die Künstlerin mit pflanzenähnlichen Objekten aus schwarzem Filz, die sie wie Girlanden von der Decke baumeln lässt. Sie wirken verspielt, geben jedem Luftzug nach und werfen bizarre Schatten an die Wand. «Blätter» und «Stamm» sind aus einem

einzigen Stück Filz. Sie wurden in St. Gallen, in den Ateliers des weltbekannten Stoff­ herstellers Jakob Schlaepfer, mit einem Laser geschnitten. Die braunen Schmauchspuren haften immer noch am Material. «Hanna» heisst diese sinnliche Arbeit, die sich an das japanische Wort «Hana» (Blume) anlehnt. Nach den dramatischen Ereignissen in Japan erhält das Werk eine neue Bedeutung. «Beim Gedanken, dass wir nicht wissen, was und wie Pflanzen im Katastro­ phengebiet von nun an wachsen werden, bekomme ich Hühnerhaut.» Im hellen Atelier erinnern zahlreiche Objekte an Japan. Pinsel in allen Grössen und Dicken, feines Porzellan, hand­ geschöpftes Papier. Auch die schwarzen, weiten Hosen der Künstlerin stammen aus


diese woche in den galerien

Alex Van Gelder. Joaquín Sorolla. Man Ray Legendäre Lady

u Nein, einen Vogel hatte sie nicht, aber Schalk. Und den bewahrte sich die Künstlerin Louise Bourgeois (1911–2010) bis ins hohe Alter. Der niederländische Fotograf Alex Van Gelder hat eine aussergewöhnliche Hommage an die Bildhauerin geschaffen. Eine intime Porträtserie, die im letzten Lebensjahr und in ihrem Haus entstand. Im Fokus der berührenden Schau «Armed Forces» stehen die vom Alter und der Arbeit gezeichneten Hände von Louise Bourgeois.  isw

hubertus exhibitions Zürich Bis 14. 5. Di/Mi/Fr 12–18, Do bis 20, Sa 11–17 Uhr, Tel. 044 - 446 80 50, www.hauserwirth.com

Spanische SeÑorita

u 1906: Mit Grazie posiert Maria in ihrem valencianischen Kostüm für Joaquín Sorolla y Bastida. Nun ist dieses stimmungsvolle Gemälde zusammen mit 30 anderen Bildern des Malers in der Ausstellung «Von Sorolla bis Picasso, 1880–1918» zu sehen. Die Schau beleuchtet ­anhand von 100 Meisterwerken Spaniens Modernismo, der von bedeutenden Künstlern wie Anglada, Beruete oder Casas geprägt wurde. Viele der Bilder werden erstmals in der Schweiz gezeigt. isw

fondation de l’hermitage Lausanne VD Bis 29. 5. Di–So 10–18, Do bis 21 Uhr, Ostermontag geöffnet, Tel. 021 - 312 50 13, www.fondation-hermitage.ch

keckes modell

Leicht und schwer «Hanna», 2011, aus Filz (o.); «3 E», 2010, aus pulverbeschich­tetem Metall.

u Als Künstlerin gab sie sich keine Blösse: die junge Meret Oppenheim, die nackt mit von Druckerschwärze verschmierten Händen hinter dem Rad einer Druckerpresse posiert. Abgelichtet hat die Schweizer Surrealistin der berühmte Fotokünstler Man Ray (1890–1976). Seine zeitgenössischen Künstlerporträts, die er im Paris der 20erund 30er-Jahre schuf, sind legendär. Die aktuelle Retrospektive würdigt das vielschichtige Lebenswerk des Amerikaners.  isw

Museo d’Arte Lugano TI Bis 19. 6. Di–So 10–18, Fr bis 21 Uhr (ab 25. 4. bis 13. 6. auch montags geöffnet), Tel. 058 - 866 72 14, www.mdam.ch

Fotos Willy Spiller, HO

Erfolgsmusical «Avenue Q» dem Land der aufgehenden Sonne. Susanna Niederer, die Französisch, Spanisch und Kunstgeschichte studiert hatte, bevor sie ganz zur Kunst wech­ selte, weilte 2006 ein halbes Jahr in Japan. Dort erlernte sie die Sprache und war auch künstlerisch tätig. Seit dieser Zeit stellt sie regelmässig in Tokio aus. Ein grosses Kunst-am-Bau-Projekt mit Ellipsoiden aus Bronze ist im Ent­stehen. Ob Susanna Niederer die Arbeiten vor Ort begleiten kann, steht aufgrund der aktuellen Ereignisse aller­ dings noch in den Sternen. kati moser art forum ute barth Zürich Bis 7. 5. Di–Fr 11–18, Sa 11–15 Uhr, Tel. 044 - 380 27 11, www.utebarth.com

St. Gallen lässt die Puppen tanzen u Diese Puppen gehören definitiv nicht ins Kinderzimmer.

Denn Princeton, Kate, Rod, Nicky, Trekkie, Lucy, Mrs. Thistletwat und die Bad Idea Bears beschäftigen sich mit Problemen der Erwachsenenwelt: Homosexualität, Rassismus, Pornografie, Obdachlosigkeit, Perspektivlosigkeit. Die Bewohner der fiktiven New Yorker Avenue Q nehmen kein Blatt vor den Mund. Sie haben sogar Sex auf der Bühne. Das mit drei Tony Awards ausgezeichnete Musical von Robert Lopez und Jeff Marx (Buch Jeff Whitty) kommt direkt vom Broadway erstmals in die Schweiz. isw Theater St. Gallen Bis 21. 5. Tickets Tel. 071 - 242 06 06, kasse@theatersg.ch, www.theatersg.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen zum krimi

Cody McFadyen

Rückkehr des Horrors

Berührend Die Begegnung zwischen Germain (Gérard Depardieu) und ­Margueritte (Gisèle Casadesus).

Wovon handelt das Buch? Ally, Charlie und David sind Adoptivkinder. Ihren «Vater» müssen sie Dad nennen. Er hält sie gefangen und tut ihnen weh. Täglich, brutal und gnadenlos. An schier unlösbaren Aufgaben sollen sie «wachsen». Evolviert euch – entwickelt euch weiter, ist sein Motto. Versagen die Kids, werden sie bestraft. Doch eines Tages ist es ihnen zu viel. Sie töten ihren Dad. 20 Jahre danach kommt ein Brief mit einem einzigen Wort: Evolviere. Hat das Schicksal eine Replay-Taste?

Die Macht der Wörter Germain ist um die 50, lebt auf dem Lande und hält sich mit kleineren Jobs über Wasser. Er ist Analphabet, trotzdem ist er ganz zu­ frieden mit seinem Leben. Eines Tages trifft er im Park auf Margueritte, eine zierliche alte Dame. Die beiden kommen ins Gespräch, und sie liest ihm einige Passagen aus «Die Pest» von Albert Camus vor. Germain ist ergriffen, denn Margueritte eröffnet ihm eine Welt, die ihm bisher verschlossen war. Bald treffen sie sich regelmässig im Park. Doch Marguerittes Augen werden von Tag zu Tag schlechter. Unterstützt von seiner Freundin Annette, beschliesst Germain, lesen zu lernen. u Die Stars Die Figur des Germain ist Gérard Depardieu wie auf den (sehr üppigen) Leib geschnitten. Fabelhaft, u Die Story

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wie er den Einfältigen spielt. Hinreissend auch die kleine, zerbrechliche Gisèle Casadesus, der man ihr Alter, 96, kaum abnimmt. u Die Vorlage Der Bestseller «Das Laby­ rinth der Wörter» von Marie-Sabine Roger. u Die bleibende Szene Margueritte beim Vorlesen, Germain beim Zuhören. Kein Liebespaar und doch zwei Menschen, die sich mögen und sich viel bedeuten. u Das Fazit Obwohl der Film teilweise unrealistisch ist, gefällt die Botschaft: Es ist nie zu spät, etwas aus dem Leben zu machen. Ein Film für Romantiker und Liebhaber der feinen Zwischen­ töne. kati moser 8 8 8 8 8 Länge: 82 Min. Regie: Jean Becker. Kinostart 21. 4.

Wer ist der Autor? Cody McFadyen, 43, ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt in Kalifornien. Sein Erstling «Die Blutlinie» machte Furore. Warum ist der Thriller ein Bestseller? McFadyen versteht es, seine Bücher gemächlich angehen zu lassen, um dann virtuos auf der Klaviatur des menschlich Bösen zu spielen. Geht das Buch unter die Haut? Ja! «Der Menschenmacher» ist nichts für Leser mit schwachen Nerven. Was macht das Buch einzigartig? Der brillante und überraschende Schluss. StePHAN SUTTER

Cody McFadyen Der Menschenmacher (Lübbe). Gibts auch als Audio-CD.

Fotos Paul Seewer, HO (3)

«la tête en friche» (F)


Die Besten event demnächst

Dixie. Komik. Ballett

Schwungvoll

Starauftritt Der Pianist Kenny Barron kommt in die Tonhalle Zürich.

u Dixieland, Swing und Blues geben drei Wochen lang jeweils von Donnerstag bis Sonntag im Albisgütli den Ton an: Pasa­dena Roof Orchestra, Pink Turtle, Piccadilly Six und andere Super-Formationen. KM

DIXIE & BLUES FESTIVAL Zürich 14. 4.–1. 5. Tel. 043 - 333 30 00, www.albisguetli.ch

Kenny Barron

Der Jazzpoet

cd-Tipp jazz

SAITEN-ZAUBER(ER) u Mit seinem Latino-Touch

war er in den 1970ern ein Gitarrenheld des Rockjazz, dann wandte sich Al Di Meola der akustischen World Music zu. Und jetzt verschmilzt er all seine Welten zu einem pulsierenden klang­ malerischen Kosmos. hanspeter vetsch AL DI MEOLA Pursuit of Radical ­Rhapsody (Telarc)

Scheibe «People Time». Nun tritt der Altmeister des Jazz in der Zürcher Tonhalle auf. Die Zauberformel für den Abend? Vier grossartige Pianisten an zwei perfekt gestimmten Flügeln. Die virtuosen und gleichzeitig hellhörigen Pianisten sind auf unterschiedliche Weise im Bebop verwurzelt. Und wissen genau, was es braucht, um sich auf der Bühne gegenseitig zu Höchstleistungen anzu­ spornen, ohne einander dabei musika­ lisch in die Quere zu kommen. Der agile Mulgrew Miller sorgt für Tempo, Benny Green für Swing, der fingerfertige Eric Reed für schwindel­erregende Passagen, und Urgestein Kenny Barron hat den souveränen Überblick. Das Zusammenspiel in allen erdenk­ lichen Kombinationen bis zum fulminan­ ten Finale als Quartett verspricht ein Jazz-Vergnügen auf höchstem Niveau. Anina Rether Tonhalle Zürich 14. 5. um 20 Uhr, www.allblues.ch tickets für die besten events!

UrKomisch

u Helge Schneider, das ist Unterhaltung, Musik und «zwischen den Zeilen lesen» auf höchstem Niveau. Kapieren tut man nicht immer, was das deutsche Multitalent sagen will, aber lustig ist es garantiert.  rea

Tournee 11. 5. Kursaal Bern, 12./13. 5. Volkshaus Zürich, 14. 5. Stadtcasino Basel

gekonnt

u Direkt aus New York kommt mit «Rock the Ballet» eine der aufregendsten jungen Tanz-Compagnien nach Zürich. Sie ver­ bindet klassisches Ballett gekonnt und ein­ fallsreich mit aktuellen Tanzstilen. rea

Musical-theater Basel 3.–8. Mai www.musicaltheaterbasel.ch schweizer illustrierte

Fotos John Sann, Oliver Fantitsch, HO (3)

u Er gilt als einer der grössten Tasten­ poeten unserer Zeit: Kenny Barron. Der Jazzpianist aus Philadelphia (USA) hat 67 Jahre auf dem Buckel. Und die hat er gut genutzt. Kaum 20 Jahre alt, war Kenny Barron bereits Mitglied in Dizzy Gillespies Band und entdeckte dort seine Affinität zu den Rhythmen der Karibik und Lateinamerikas. Später, in den 1980ern, ging er mit dem grossen Jazz-Saxofonisten Stan Getz auf Welttournee. Aus dieser Zeit stammen auch die legendären Alben «Anniver­sary», «Serenity» und die Grammy-nomi­nierte

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

ALPIN-WOCHEN IN DEN DOLOMITEN

Wandern von Hütte zu Hütte W

Klettersteig Für Einsteiger und für Profis.

anderer und «Kraxler» kommen in den Dolomiten voll auf ihre Rechnung. Die Südtiroler wissen, wie sie ihre Gäste in die Höhe locken: mit den markanten Drei Zinnen und weiteren steilen Gipfeln. Mit gemütlichen Wanderungen und Panoramasicht auf den Hoch­ plateaus. Und mit fünf Klettergärten, in denen Einsteiger und Profis an ihren Griffen arbeiten können. Sympathisch

Dolomiten pur Wanderungen um die Drei Zinnen mit Panoramasicht und urchigen Hütten entlang der Route. in Südtirol: Wo gewandert wird, ist die nächste Hütte mit deftiger «Marende» (Speck und Wein) nicht weit. Zweimal im Jahr werden «Dolomiten-Alpin­ wochen» ausgeschrieben: sieben Nächte, fünf geführte Wanderungen im Hochpustertal ab 184 Euro pro Person! Die Termine: 4. bis 18. Juni, 17. Septem­ ber bis 1. Oktober. HE Info www.hochpustertal.info schweizer illustrierte

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Reisen Traveldesk

Schlafen im ersten Stock Heinz Julen verblüfft im Zermatter Hotel Backstage mit seinen raffinierten Cube-Lodges.

«Ritz» Hongkong: Das höchste Hotel der Welt u Schlafen auf 490 Metern! The Ritz-Carlton eröffnet in Hongkong das höchste Hotel der Welt, mit gross­zügigen 312 Zimmern zwischen 102. und 118. Etage! Highlights: das Spa in Etage 116, das Restaurant Ozone im Top-Floor. Schöne Aussichten! Info www.ritzcarlton.com

Wildnis-Trip zu den russischen Bären u Auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer? Der Schweizer Reno Sommerhalder führt ab 24. Juli eine Trekking-Truppe zu den mächtigen Kamtschatka-Braunbären nach Russland. Das «Bären-Camp»: eine Holzhütte am See. Mit Solardusche. Info www.hauser-exkursionen.de

NEU ERÖFFnET: DESIGNHOTEL BACKSTAGE IN ZERMATT

Heinz Julen und s «Backstage» heisst der neue Star der Zermatter Hotellerie. Mit Betten über den Badezimmern und Hightech-Inszenierungen im Wellness. Typisch Heinz Julen!

U Kuwait: Missoni eröffnet Design-hotel u Rosita Missoni wird in Kuwait City gefeiert: Sie hat das zweite Missoni-­ Hotel (nach Edinburgh) designt und eröffnet. Alle 169 Zimmer haben Meersicht. Fitnessraum, Spa, Sauna, Hamam, Yoga-Studio und Schwimmbad findet man im Top-Floor. Info www.rezidor.com

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nplugged» in Zermatt. Stars wie Roger Hodgson, Seal und David Gray performen unter der Zirkuskuppel. Designer, Künstler und Visionär Heinz Julen steuert seinen gigantischen «Unplugged»-Kronleuchter bei und eröffnet gleichzeitig sein neues Hotel Backstage, mit viel Stahl und Licht kühn gebaut über dem Kult-Club Vernissage. Für Julen ein grosser Moment: «In dieser Liegenschaft bin ich 1964 auf die Welt gekommen. Hier kann ich jetzt meinen Traum vom eigenen Hotel verwirklichen.» Ein Traum für zwei: Seine sympathische Frau Evelyne führt künftig das «Backstage».

u Schlafen über dem WC Designund Boutiquehotels sind in Zermatt im Trend («Cervo», «Matthiol»), Heinz ­Julen setzt noch einen drauf. Vor allem mit seinen sechs ungewöhnlichen CubeLofts. Sie sind 45 Quadratmeter gross und 3,70 Meter hoch. Julen baut darin gewissermassen ein Zimmer im Zimmer: unten Badewelt mit Dusche, WC und Schränken. Darüber – dem Himmel und dem Matterhorn ganz nahe – ein über eine steile Treppe erreichbares Doppelbett. Weitere Highlights: Balkon mit Blick auf die Viertausender, BioethanolCheminée, ein hoher, cooler Tisch für


Viel Glas, viel Stahl Das Design- und Boutiquehotel «Backstage» steht mitten im Dorf Zermatt. Mit freier Sicht natürlich aufs Matterhorn.

Spa-Cubes im Innenhof Heinz Julen führt seine Gäste durch die Schöpfungsgeschichte. Sinnlichkeit, Sauna, Dampf, Sound und Hightech!

eine magischen «Cubes» den Laptop. Und auf Wunsch ein zweites kleines Zimmer für die Kids. Attraktion Nummer 1 in den «normalen» Doppelzimmern: die frei stehende Badewanne. u Sieben Tage, sieben Cubes Heinz Julen lässt seine Spa-Gäste eintauchen in die Schöpfungsgeschichte. Er spielt im ultramodernen Wellness-Bereich mit Licht, Wasser, tropischen Düften, Geräuschen aus der Tierwelt, sinnlich rotem Licht, Videoinstallationen. Der siebte Tag der Schöpfung ist der «Tag der Ruhe». Also beendet der Gast seinen Spa-Parcours auf einem riesigen Wasserbett, entdeckt an der Decke ein Ge­mälde von Michelangelo und hört dazu Vivaldi … u Lift direkt auf die Bühne Das «Backstage» liegt über dem ­«Vernissage». Wer hier eincheckt, hat Kino, Nightclub,

Lounge und Kunstgalerie (mit riesigem Esstisch für exklusive Gelage) unter einem Dach. Der Hotellift führt hinunter in die extravagante Lifestyle-Szene. Man

öffnet die Tür – und steht zur eigenen Verblüffung direkt auf der Club-Bühne. Heinz Julen: «Im ‹Backstage› ist der Gast der Star.» Urs Heller

Check-in u Hotel

«Boutique Backstage Hotel» in Zermatt. 19 Zimmer und Suiten, bis ins letzte Detail designt und gebaut von Heinz Julen und seinem ZehnMann-Atelierteam u Spa Sieben Wellness-Cubes mitten in Zermatt; weisse Vorhänge und Pflanzen schützen vor neugierigen Blicken. Tagsüber auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich u Preise DZ ab CHF 270.– im Sommer und ab CHF 340.– im ­Winter, Cube-Lofts ab CHF 370.–. «Drei für Sie haben Ideen, packen zu und zwei»-Einführungsangebote bis Weihnachten sind im «Backstage» die Gastgeber: u Infos www.backstagehotel.ch Evelyne und Heinz Julen.

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PUBLIREPORTAGE

SOZIALES ENGAGEMENT

Lyoness hilft weltweit benachteiligten Kindern

ENGAGIERT Hubert Freidl, Gründer und CEO von Lyoness, realisiert ein Kinderhilfsprojekt in Honduras.

 SINNVOLL Ein Prozentanteil aller über Lyoness getätigten Einkäufe geht automatisch an die im Mai 2008 gegründete Lyoness Child & Family Foundation mit Sitz in Buchs, die unter dem Motto «Bildung schaffen, Leben erhalten» bedürftigen Menschen zu mehr Chancen im Leben verhilft. Zum Beispiel in Honduras: Unter dem Titel «Lyoness Education Program» wird dort mit der Schweizer Stiftung Medical Center La Ceiba ein Schulzentrum gebaut, das bedürftigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Bildung zugänglich machen soll und sie durch die Vermittlung von praxisnahen Fertigkeiten für den Alltag rüstet. Zusätzlich soll es in der Region zu einem Begegnungszentrum für Jung und Alt werden. Das Medical Center in La Ceiba wurde von Doris Eggenberger gegründet und fördert seit dem Jahr 2000 die medizinische Versorgung in Honduras.

Einkaufen und Gutes tun

Das Online Shopping-Portal von Lyoness bietet nicht nur die schnellste und einfachste Art des Einkaufens, sondern auch die cleverste: Täglich ohne zeitliche Begrenzung einkaufen, aus allen Branchen wählen und dabei auch noch GELD ZURÜCKBEKOMMEN – und das bei weltweit über 100 Millionen Produkten und Dienstleistungen!

C

ashback ist ein Zauberwort, das viele Kunden lockt. Doch meistens steckt hinter dem Wort «Cash» nicht bares Geld, sondern ein Rabatt oder eine andere Art von verknüpfter Dienstleistung. Ganz anders ist dies bei Lyoness: Hier erhalten Mitglieder automatisch 1 bis 2 Prozent des Einkaufswertes auf dem persönlichen Vorteilskonto gutgeschrieben. Ab einem Guthaben von 15 Franken wird das Geld auf das eigene Girokonto überwiesen. Echtes «Cash» also. Betrieben wird das Online Shopping-Portal von der Lyoness eBiz GmbH unter der Leitung des Geschäftsführers Bernhard Koch.

Mit seinem jungen und kreativen Team ist es ihm in kürzester Zeit gelungen, die Online-Welt von Lyoness für alle Mitglieder zu einem ganz besonderen Einkaufserlebnis zu machen. Ein besonderes Highlight sind spezielle und exklusive Aktionen, die ausschliesslich der Lyoness Community vorbehalten sind. Aushängeschilder von Lyoness sind unter anderem die Versandhäuser OTTO Versand, Universal Versand sowie der Schweizer QUELLE Versand. Alle sind Inbegriff für ein umfangreiches und vielfältiges Sortiment an aktueller Mode, starken Marken und neuesten Trends sowie hochwertigen Produkten im Bereich

SO FUNKTIONIERT’S: DIE CASHBACK CARD VON LYONESS

Die Karte, die beim Einkaufen bares Geld bringt  PRAKTISCH Um beim Online Shopping Geld zurückzubekommen, loggen sich Lyoness Mitglieder einfach auf der Lyoness Website unter www.lyoness.net ein und klicken auf den Onlineshop ihrer Wahl. Nach vollständiger Bezahlung des gewählten Produktes erfolgt die Vergütung auf dem persönlichen Konto. Bei Bezahlung mit der Cashback Card, mit Original-

gutscheinen der Lyoness Partnerunternehmen, beim Online Shopping oder mit elektronischen Gutscheinen (Mobile Cashback) unter m.lyoness.ag werden dem Mitglied 1-2% des Einkaufswertes auf seinem persönlichen Vorteilskonto gutgeschrieben. Ab einem Guthaben von 15 Franken wird das Geld auf das eigene Girokonto überwiesen.

von Haushaltsartikeln und Einrichtung über Unterhaltungselektronik bis zu Sportartikeln und Spielwaren. Besonders achtet Lyoness auf die Unterstützung sozial Benachteiligter. Dieser Leitgedanke prägt nicht nur das tägliche Geschäft, sondern er wird auch bei Schulungen und Informationsveranstaltungen immer wieder betont. Die unternehmenseigene Lyoness Child & Family Foundation unterstützt dabei verschiedene Sozialprojekte im Bildungsbereich. So entsteht dank Lyoness für Mitglieder, Partnerunternehmen und die Lyoness Child & Family Foundation eine einzigartige Win-Win-Win-Situation.


En Guete Frischekick Spargeln zur Vorspeise.

Françoise Wicki & Torsten Götz für

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Gebratene Spargeln

Zarte Spitzen Als Salat, als Weggen oder gebraten: Die feinen Spargeln gehören zum Frühling wie der Böögg zum Sechseläuten.

Zutaten (Vorspeise für 4 Personen) 500 g weisse Spargeln (siehe Tipp), Öl zum Rührbraten, 3 Esslöffel Aceto balsamico bianco, 4 Esslöffel Rapsöl, 1/2 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 2 hart gekochte Eier, in Würfeli, 1 Esslöffel Estragon, fein geschnitten, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 120 g Jungsalat Vor- und zubereiten ca. 25 Min. u Spargeln schälen, frisch anschneiden, längs halbieren, schräg in ca. 4 cm lange Stücke schneiden. Öl im Wok oder in einer weiten beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Spargelstücke ca. 8 Min. rührbraten. Aceto mit dem Öl verrühren. Zitronenschale, Eier und

TIPP Gute Spargeln erkennt man an geschlossenen Köpfen und saftigen Enden. In ein feuchtes Tuch gewickelt, halten sie im Kühlschrank zwei bis drei Tage.

Estragon beigeben. Sauce würzen. Salat und Spargeln auf Teller verteilen. Sauce darübergiessen.

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Spargel-Weggen

Zutaten (für 4 Personen) 600 g grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, in ca. 5 cm langen Stücken, Salzwasser, siedend, 1 ausgewallter Blätterteig (ca. 25 × 42 cm), 1 Ess­löffel Senf, 16 Tranchen Mostbröckli, (ca. 50 g), 4 Esslöffel geriebener Sbrinz, 1 Ei, verklopft Vor- und zubereiten ca. 35 Min. Backen ca. 20 Min.

u Spargeln in einer weiten Pfanne im siedenden Salzwasser ca. 6 Min. knapp weich kochen, herausnehmen, etwas abkühlen. Teig entrollen, mit Senf bestreichen, dabei rundum einen Rand von ca. 1 cm frei lassen. Füllen Die Hälfte der MostbröckliTranchen in der Mitte des Teiges leicht überlappend auslegen. Spargelstücke darauf verteilen, Käse über die Spargeln streuen, mit den restlichen Mostbröckli-

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En Guete Tranchen belegen. Teigränder mit Ei bestreichen, Längsseiten über die Füllung legen, gut verschliessen, Schmal­ seiten nach unten legen. Weggen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, 15 Min. kühl stellen. Teig mit Ei bestrei­ chen, mit einer Gabel dicht einstechen. Backen ca. 20 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, in ca. 3 cm breite Tranchen schneiden.

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Pasta-Salat mit Spargeln

Zutaten (für 4 Personen) Salat 400 g Teigwaren (z. B. Pennette), 400 g grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, dickere längs halbiert, schräg in ca. 3 cm langen Stücken, Salzwasser, siedend, 200 g Bund­ rüebli, schräg in feinen Scheiben, 1 Bund Radiesli, in feinen Scheiben, 1 Bund Schnittlauch, grob ­geschnitten Sauce 1 Esslöffel Kräutersenf, 5 Ess­ löffel Kräuteressig, 4 Esslöffel Sonnenblumenöl, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für den Salat Teigwaren und Spargeln im siedenden Salzwasser ca. 6 Min. kochen. Rüebli beigeben, ca. 2 Min. weiterkochen, ca. 1 dl Kochflüssigkeit für die Sauce beiseite stellen. Teigwaren und Gemüse kalt abspülen, abtropfen

lassen, in eine Schüssel geben. Radiesli und Schnittlauch darunter­ mischen. Für die Sauce Senf, Essig und Öl mit der beiseite gestellten Kochflüssigkeit gut verrühren, Sauce würzen, über den Salat giessen, mischen.

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die neue kochsendung

«Ab in die Küche»

Montag, 11. April, 20.05 Uhr (Wiederholungen Dienstag, 12. April,   1.00 und 14.00 Uhr)

Spargel-Schnitten

Zutaten (für 4 Personen) 1 kg grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, schräg in ca. 1 cm langen Stücken, Salzwasser, siedend, 2 dl Saucen-Halbrahm, 1 Teelöffel Mai­zena, 2 Bund Schnittlauch, fein geschnitten, 1 Esslöffel Zitronensaft, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 4 Scheiben Bauernbrot (je ca. 90 g), geröstet Vor- und zubereiten ca. 25 Min.

u Spargeln im siedenden Salzwasser ca. 4 Min. al dente kochen, abgiessen, ca. 2 dl Kochflüssigkeit auffangen. Spargeln kalt abspülen, beiseite stellen. Rahm und Maizena gut verrühren, mit der Kochflüssigkeit in derselben Pfanne aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 6 Min. köcheln, bis die Sauce leicht sämig ist. Beiseite gestellte Spargeln, Schnittlauch und Zitronensaft beigeben, Sauce nur noch heiss werden lassen, würzen. Die ge­rös­teten Brotscheiben auf Teller verteilen, Spargeln mit Sauce darauf anrichten.

u Die neue Kochsendung des Schweizer Fernsehens bringt die Schweiz und hoffentlich auch Sie zum Kochen! Zwei Spitzenköche, Torsten Götz und Françoise Wicki, werden sechs Kochanfänger fürs Kochen begeistern. Gastgeber ist Heinz Margot.


GaultMillau Restaurant Golfhuus Maranerstrasse 7050 Arosa Tel. 081 - 377 42 24 Ruhetage: Dienstag ganzer Tag, Mittwoch bis 18 Uhr Visa und Mastercard EC-Direkt, keine Postcard www.golfhuus.ch

Feine Küche im umwerfenden Ambiente Gastgeber Nicole und Markus Trautvetter.

Gipfelblick und Gourmethimmel

Restaurant Golfhuus, Arosa GR Sport und feines Essen passen hier perfekt zusammen: Die Gastgeber Nicole und Markus Trautvetter bieten ihren Gästen Genuss in jeder Hinsicht.

H

ier treffen sich Golfer. Langläufer. NEU Schneeschuhwangetestet derer. Und immer mehr Feinschmecker! Markus Trautvetter hat seine Karriere in grossen Hotels gestartet, kocht jetzt im kleinen, gestylten «Golfhuus». Applaus brandet ihm entgegen: vom Tisch beim lodernden Kaminfeuer, von den Gästen auf der wunderschönen Terrasse mit dem umwerfenden Gipfelblick. Der Chef kocht immer gut, im Winter und abends gar noch besser. Da darf es dann auch mal ein einfallsreicher Sechsgänger sein. Notizen von der Mittagskarte: Da gibts ein Tagesmenü für 22.50 Franken

mit Bärlauchcreme, Hirschgeschnetzeltem mit Butterspätzle und einem hausgemachten Schoggi-Kuchen. Ein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis! Vor allem die Suppe hat uns imponiert: So richtig heiss kam sie auf den Tisch, der Bärlauch war vernünftig dosiert, und wer direkt von der Loipe kam, erschrak ja auch nicht ob der gesunden Prise Rahm mitten in der tiefgrünen Suppe. Ebenfalls wunderbar: der flüssig-kör­nige Risotto mit Steinpilzen. Notizen von der Abendkarte: Erst ein Duett vom schottischen Lachs mit Mousse und marinierter Tranche vom Grill; der Kartoffel-Frühlingssalat wird leicht geräuchert, das Wachtelspiegelei dazu passt. Perfekt die sehr sorgfältig

al dente gekochten Spaghetti: Ein überraschendes Flusskrebsragout und fein geschnittene Frühlingszwiebeln hoben diesen Pasta-Gang in den Gour­met­ himmel. Die drei Hauptgang-Varianten: Bio-Rindsentrecôte mit MascarponeRisotto, Zanderfilets mit Gemüse aus dem Wok, Lammentrecôte unter einer Ratatouillekruste. Arbeitsteilung beim Finale: Käse vom Rorschacher Affineur Matthias Kündig. Glacen von Mövenpick. Sorbets, Mousses und Strudel hausgemacht! Frauenpower auf der Weinkarte: Teroldego-Trauben aus dem Trentino, veredelt von Elisabetta Foradori. «Bricco dell’Uccellone» (für CHF 79.–!) von Raffaela Bologna, «Intuiva» von Carina Kunz aus der Bündner Herrschaft. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Charles Seiler

Wein-Tipp Verführerischer Toskaner Das Weingut Castello Colle Massari gehört zur jungen Weingeneration der Toskana. Gegründet wurde es 1998 von Claudio Tipa, als in der Maremma ein wahrer Weinboom ausgebrochen ist.

Der Colle Massari 2007 Montecucco Rosso Riserva (14 %) ist eine Assemblage aus Sangiovese, Ciliegiolo und Cabernet Sau­vignon. Im Glas leuchtet der Wein in kräftigem Rubinrot und riecht nach reifen schwarzen Kirschen, Brombeeren und Schokolade.

Im Gaumen ist er unheimlich geschmeidig, samtig, ver­ führerisch. Die Frucht ist reif und die Gerbstoffe – für Sangiovese typisch – leicht staubig. Zu einem Stück Fleisch oder einem Pasta­ gericht mit kräftiger Tomatensauce geniessen.

Hofer Weine, Zürich, www.hoferweine.ch Bis 2014 geniessen. Trinktemperatur: 15 bis 16 Grad. u CHF 21.–

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Auto

SCHON GEFAHREN HONDA JAZZ HYBRID

Hier grünt sogar der Lack Als erster Kleinwagen rollt der Honda Jazz mit Hybridantrieb an. Dadurch soll er mit nur viereinhalb Litern Verbrauch glänzen. Aber der Japaner bietet noch mehr.

S

pätestens schlechtes Marketing beweist, wie wichtig gutes Marketing ist. Zwei Jahre nach Toyota lancierte Honda 1999 einen Hybrid. Doch vermarktete Honda sich ungeschickt; der Erstling Insight blieb ein Exot. Der Nachfolger hiess Civic IMA statt Civic Hybrid und hatte dazu ein ungeliebtes Stufenheck. Doch seit zwei Jahren gibt Honda Vollgas beim Spritsparen. Nun gibt es den Insight Hybrid, den CR-Z Hybrid für junge Kunden und neu den 2008 lancierten Jazz als Hybrid. Klar ist der Jazz keine Rakete, aber dank Benzin- plus Elektromotor mit 98 PS flott und leise. Schade: Der stufenlose Automat heult bei Vollgas nervig auf. Hybridtypisch profitiert man vom Sparpotenzial vor

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allem auf Stop-and-go-Strecken. Zur Unterstützung setzt Honda auf psycho­ logische Tricks. Im Display wachsen kleine Bäumchen, wenn man sparsam fährt – und der Tacho leuchtet dann grün statt blau: Klingt albern, wirkt

Captain Future Das futuristische Cockpit ist simpel bedienbar. Der Tacho wird bei sparsamer Fahrt grün statt blau beleuchtet.

aber. Im Alltag ist man im Schnitt mit etwa fünfeinhalb Liter auf 100 Kilo­ meter unterwegs – zwar ein Liter über der Werksangabe, aber immer noch günstig. Ganz gross spielt der Jazz bei der Variabilität auf. Unter Kleinwagen und Microvans gilt er als Raumwunder: Fünf Insassen bietet er feudal Platz. Mit einem Handgriff lassen sich die Fondsitze umklappen; das Resultat sind üppige 1320 Liter Laderaum. Die hinteren Sitzflächen lassen sich sogar wie Kinosessel hochklappen, um etwa eine Zimmerpalme stehend zu transportieren. Auch am Cockpit und der Verarbeitung gibt es nichts zu kritteln – höchstens die etwas zu weich gepolsterten Vordersitze. Nichts mit zu weich am Hut hat dagegen das Fahrwerk. Es ist ein angenehmer Kompromiss aus Straffheit bei reise­ tauglichem Komfort. Timothy Pfannkuchen


News

RANGE ROVER EVOQUE KOMPAKTES FORMAT BEI VOLLEM PRESTIGE u Ein echter Range Rover – aber nur 4,36 Meter kurz und ausser mit Allradantrieb mit Frontantrieb zu haben: Mit dem Evoque baut Land Rover die Palette nach unten aus. Der verblüffend kompakte SUV wird sowohl als Fünftürer (Bild) wie dreitüriges Coupé zu haben sein und rollt im September an. Unter der schnittigen Karosserie stecken Diesel (150, 190 PS) oder ein 240-PS-Benziner, kombiniert mit Sechsganggetriebe und Stopp-Start-System oder Automat. Erwarten darf man tiefe Verbrauchswerte ab knapp fünf Liter auf 100 Kilo­meter. Nicht erwarten darf man Dumping­ preise: Mit drei Jahren beziehungs­ weise 100 000 Kilometern Gratisservice startet die Liste bei CHF 49 100.–.

Grüner wird es nicht Den Honda Jazz Hybrid gibt es aber auch in anderen Farben.

HONDA JAZZ HYBRID Ganz normal Am Heck verraten nur die transparenten Leuchten den Hybrid. u MOTOR Benzin-Elektro-

Hybridantrieb, 98 PS u 0 BIS 100 KM/H 12,6 s u SPITZE 177 km/h u VERBRAUCH 4,5 l/100 km u CO2-AUSSTOSS 104 g/km u ENERGIEEFFIZIENZ A u VERKAUF ab sofort u PREIS ab CHF 25 000.– u KONKURRENTEN Honda Insight Hybrid, Toyota Auris Hybrid

u UNSER URTEIL Cityfreundlich, sehr geräumig,

adrett gestylt, bestens verarbeitet – und nun auch als Hybrid: Der Honda Jazz spielt seine Talente bestens aus. Zumal er mit einem günstigen Preis punkten kann. Im Gegensatz zu Vollhybriden à la Toyota kann er als Mildhybrid nicht rein elektrisch fahren, kostet dafür aber nur 650 Franken mehr als ein vergleichbarer 100-PS-Jazz mit Automat – und ist so der günstigste Hybrid auf dem Markt.

AUDI Q5 HYBRID QUATTRO SOUVERÄNE LEISTUNG TRIFFT KLEINEN DURST u Kaum jemand erinnert sich noch daran: Nicht etwa Toyota, sondern Audi verkaufte 1997 das erste Hybridauto in Europa. Das Modell Duo blieb ein Ladenhüter – nach knapp hundert Stück war Schluss, und Audi gab den Hybrid vorerst auf. Ab Herbst will die VW-Tochter wieder auf die Höhe der Zeit fahren. Dann startet der bekannte Q5 als Hybrid. Dessen 2,0-Liter-TFSI leistet gemeinsam mit dem Elektromotor 245 PS. So geht es bis Tempo 60 bis drei Kilometer weit rein elektrisch voran – oder in nur 7,1 Sekunden auf Tempo 100. Der Verbrauch soll trotz dieser Leistung und Allrad bei sieben Liter je 100 Kilo­ meter liegen. Noch nicht bekannt sind die Preise des Q5 Hybrid. schweizer illustrierte

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Horoskop

Signale für die Liebe auf den ersten Blick!

Aktionen für unsere Umwelt, mehr Solidarität, soziale Verbesserungen. Die Aussichten trübt am 22. eine Spannung Mars– Neptun, was auf Umweltprobleme deutet. Die Woche endet mit der Konjunktion Venus–Uranus: ein Signal für ­unerwartete Begegnungen, manchmal Liebe auf den ersten Blick.

widder 21.–30. 3. Venus und Uranus in Ihrer Deka­ de signalisieren Überraschungen oder den Beginn einer neuen Phase auf dem Gefühlssektor (21., 23.). Liebe auf den ersten Blick? Hektisch: der 22. 31. 3.–9. 4. Sie sind schlagfertig, aber gleichzeitig ungeduldig. Mars verleitet Sie zu überstürzten Reaktionen (am 17. und 18.). Erfolge für die nach dem 7. Geborenen. 10.–20. 4. Der Vollmond (am 18.) in Ihrer Dekade symbolisiert Nervosität. Besser sollten der 21. und 22. werden: Sie freuen sich über eine gute Nachricht (Ausland?) und verbreiten gute Laune.

stier 21.–30. 4. Auf der Überholspur können Sie einen schönen Vorsprung gewinnen (18., 22.). Ihre Intuition grenzt an einen sechsten Sinn (am 20.), Sie ent­decken neue Interessen (Umwelt, Kultur). 1.–10. 5. Routi­ne. Halten Sie sich am 19. aus Klatsch und Intrigen heraus, sagen Sie offen Ihre Meinung! Am 21. und 23. bekommen Sie Schützenhilfe. 11.–20. 5. Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor. Sie gewinnen Sympathien, es kommt zu aufregenden Begegnungen (21., 23.). Schöne Momente voll Romantik, Sie stehen im Mittelpunkt.

zwillinge 21.–31. 5. Gute Karten, um neues Vorhaben zu beginnen. Venus verspricht eine Überraschung: eine unverhoffte Begegnung? Versöhnung? Sternstunden am 21. und 23., Missverständnisse am 22. 1.–10. 6. Sie sind kaum zu bremsen, geistig rege, schlagfertig. Am 18. und 21. landen Sie einen schönen Treffer. Besonders die um den 9./10. Geborenen können grosse Erfolge verbuchen. 11.–21. 6. Der Vollmond am 18. ist exzellent für Sie: Ihre neuen Projekte haben Rückenwind, oft dank der Hilfe von Freunden (am 17.). (Kleine?) Hindernisse am 19.

krebs 22. 6.–1. 7. Veränderungen auf dem Ge­ fühls­sektor stören, Sie müssen umdenken. Die vor dem 24. Geborenen schweben in höheren Sphären (exzellent der 20. und 21.!). 2.–12. 7. Mars nervt. Sie schlagen über die Stränge (am 18., 19. 22.). Bei Diskussionen sollten Sie toleranter sein, ausserdem auf Ihre Gesundheit achten! Vermeiden Sie überstürzte Reaktionen oder Gesten! 13.–22. 7. Mit Ihnen ist derzeit nicht gut Kirschen essen, speziell am 18. (Vollmond), Sie sind nervös und reizbar. In der Liebe aber kündigen sich schöne Momente an (20.).

löwe 23. 7.–1. 8. Auf der Überholspur gehen Sie mit Erfolg neue Wege. Unvergessliche Stunden zu zweit oder im Freundeskreis. Sie freuen sich über eine unerwartete Begegnung (20., 23.). Oder Liebe auf den ersten Blick? 2.–12. 8. Mars stimuliert, Sie sind vital und dynamisch (19., 21.). Kontakte (Ausland?) versprechen Erfolg (eine Konsequenz von Mitte März?). Exzellent für Termine, Examen: der 18. 13.–23. 8. Sie kommen schneller voran als geplant (am 17., 18.). Vor allem die um den 13./14. Geborenen können einen schönen Treffer landen.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie erleben eine innere Berei­ cherung, schmieden Reisepläne. Günstig für Kontakte oder Aussprache wird der 18., am 22. verbreiten Sie gute Laune. Nur am 20. sind Sie ungeduldig. 3.–12. 9. Routine. Sie kommen relativ gut über die Runden, können (am 19.) ein Missverständnis klären. Nur am 21. haben Sie Mühe, die anderen zu verstehen, doch am 23. verziehen sich die Wolken. 13.–23. 9. Sie beschäftigen sich vorwiegend mit finanziellen Dingen, sollten auf Ihren Partner hören. Am 19. fallen Ihre Vorschläge auf fruchtbaren Boden.

waage 24. 9.–3. 10. Eine Woche der Über­ raschungen. Interessante Begegnung? Ein Neuanfang? Am 21. und 23. zeichnet sich eine grössere Wende ab. Ihr Charme hilft Ihnen, aber am 22. sollten Sie nichts überstürzen! 4.–13. 10. Sie neigen zu voreiligen Gesten, sollten einen Gang zurückschalten! Entscheidung von Mitte März bringt nun Resultate (21.). Diskussionen mit Partner sind explosiv (18., 19., 22.). 14.–23. 10. Sie sind ziemlich nervös, speziell am 18. (Vollmond). Sie haben das Gefühl, dass sich alle Welt gegen Sie verschworen hat.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie setzen Ihre Vorstellungen durch. Am 18. und 22. sollten Sie auf Ihre innere Stimme hören! Die vor dem 26. Geborenen haben einen sechsten Sinn, kommen ihren Idealen näher. 3.–12. 11. Hindernisse (beruflich?) sorgen am 18. für Stress, doch dank Ihrer Vitalität meistern Sie die Probleme schneller als gedacht. Folgen Sie am 19. Ihrer Intuition! 13.–22. 11. Venus verspricht Frühlingsgefühle und Herzklopfen. Niemand kann Ihrem magischen Charme widerstehen. Sie ­gewinnen im Handumdrehen neue Sympathien (20.).

schütze 23. 11.–2. 12. Eine Begegnung dürfte zu einer positiven Wende führen. Singles finden Anschluss, Liebe auf den ersten Blick (am 20. und 23.!). Bestehende Bindungen beginnen eine neue Phase. 3.–12. 12. Sie sind ausdauernd und widerstandsfähig (18.). Ihre Schlag­ fertig­keit hilft bei einem wichtigen Termin (am 19.). Günstig auch für eine Reise, neue Kontakte. 13.–21. 12. Sie sind auf Erfolgskurs, fühlen sich wohl im engsten Kreis. Vor allem die vor dem 14. Geborenen treffen voll ins Schwarze: Gewinn? Mehr Prestige? Aufstieg?

steinbock 22.–31. 12. Sie werden mit einer neuen ­Situation konfrontiert (eine Folge vom letzten Sommer?). Die vor dem 24. Geborenen erleben eine innere Be­ reicherung (durch Kunst, Literatur). 1.–10. 1. Sie müssen Hindernisse überwinden, sollten auf Ihre Gesundheit achten (18., 19., 22.). Chronische Beschwerden dürften akut werden, und Sie sollten vorbeugen (Diät, Bewe­ gung). 11.–20. 1. Zu Beginn der Woche (Vollmond am 18.) sind Sie nervös und reizbar. Aber Venus verspricht schöne Momente, aufregende Begegnungen (20.).

wassermann 21.–30. 1. Traumwoche! Sie lernen neue Freunde kennen, Ihr Charme ist unwiderstehlich. Am 20., 21. und 23. winkt eine tolle Überraschung: Begegnung? Fest? Manche erleben eine Sternstunde. 31. 1.–9. 2. Mars verleiht Ihnen Power, Sie gewinnen einen Vor­ sprung. Interessante Kontakte, erfolgreiche Studien, eine Reise nach Ihrem Geschmack (21.). Nehmen Sie aber am 18. und 19. mehr Rücksicht! 10.–19. 2. Sie haben Rückenwind, der Vollmond am 18. ist günstig für Termine, Besprechungen, Kontakte. Kurz: eine Superwoche!

fische 20. 2.–1. 3. Nach Hindernissen bis 20. geht es bergauf. Sie können einen Fehler ausbügeln, haben eine gute Nase für finanzielle Entscheidungen (am 20.). Am 22. hilft Ihnen ein Freund. 2.–10. 3. Eine finanzielle Entscheidung dürfte Ihnen nicht leichtfallen (18., 20.). Überlegen Sie sich alles nochmals! Ergebnisse kündigen sich für Herbst an. 11.–20. 3. Niemand kann Ihrem geheim­nisvollen Charme widerstehen. Venus lässt Ihre Hormone tanzen, man liegt Ihnen zu Füssen (20.). Am 18. (Vollmond) sind Sie grosszügig, überziehen Ihr Budget.

ihr tages-horoskop 84

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 17. bis 23. April 2011 Der Vollmond am 18. wird von einer Opposition Mars–Saturn begleitet: typisch für Kampfhandlungen, Anschläge, Katastrophen. ­Anschliessend aber wirken mehrere harmonische Aspekte. Am 20. das ­Sextil Sonne–Neptun, am 21. Venus–Neptun: Das bewirkt ­positive

Dr. Elizabeth Teissier


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 17. April 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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7 6 5 1 4 2

8 3 4 5 1 5

1

Conceptis Puzzles

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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7 2 1 6 7 3

9 2 1 8

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Teilnahmeschluss Sonntag, 17. April 2011

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schwer

Gesamtwert: 1413 Franken!

Teilnahmeschluss Sonntag, 17. April 2011

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WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN

REBUS

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LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 1050 Franken!

Lösung: BRUESTUNG

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9 2 8 7 1 6 4 5 3

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5 3 8 4 1 6 9 4 5 8 1 2 7 3 9 7 1 2 6 3 3 5 9 1 7 8 4 6 9 2 4 7 3 8 6 2 4 9 8 5 685 Lösung: 2 6 1 7 5

Lösung: 918

2 7 6 8 4 5 9 1 3

9 2 8 5 6 3 1 7 4

6 1 5 4 8 7 2 3 9

7 3 4 9 2 1 5 6 8 06010002575

06010002080

Lösung: STEIN

Gewinnen Sie 10 × eine All-in-One-Sicherheitslösung von Norman im Wert von je 105 Franken!

schwer 2 9 1 4 5 8 3 6 7

06010002576

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

SUDOKU mittel 3 1 4 2 9 7 6 8 5

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REBUS

AUFLÖSUNG AUS HEFT 14

1. Derrick, 2. Antwort, 3. Streuli, 4. Ittigen, 5. Spescha, 6. Toasten, 7. Einzeln, 8. Inhuman, 9. Nufenen, 10. Elmiger, 11. Alpnach, 12. Rosedor, 13. Mormone, 14. Einlage, 15. Maloney, 16. Abscheu, 17. Urahnen, 18. Suchard, 19. Dimitri, 20. Ivanhoe, 21. Engadin, 22. Nabucco, 23. Unisono Lösungssatz: Das ist eine arme Maus, die nur weiss zu einem Loch hinaus.

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Lösung: 638

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leser

«Zurück an den Absender» u Toni Brunners Atompolitik,

SI 14/2011 «Energie gehört nicht gerade zum Kerngeschäft dieser Partei. Und darum über­rascht es nicht, dass die bisher sehr atomfreundliche SVP dieses für sie unbequeme Thema an ihr Kernthema Nummer eins koppelt, an die Ausländer. Hätten wir keine Einwanderung, so die einfache SVP-Formel, wäre der Atom­ ausstieg beinahe schon verwirklicht. Was uns zur Frage führt, warum die Schweiz eine Einwanderung braucht? Die Antwort: vor allem, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Insofern ist auch die Lösung ganz naheliegend. Alle Unternehmer stellen nun ‹nur› noch Schweizer Bürger ein, und wir schieben alle Ausländer ab. Dann können wir die Atomkraftwerke relativ schnell abstellen und uns dem Rückbau widmen. Diesen müssten dann aber auch wir als Schweizer übernehmen. Darum geht der Lösungs­vorschlag an den Absender zurück mit der Bitte, dass doch alle Unternehmer in der Partei – dazu gehören auch die Landwirte – sich von ihren ausländischen Arbeitskräften mit sofortiger Wirkung trennen und ‹nur› noch Schweizer Bürger einstellen.» Pascal Merz, per E-Mail

Interview erwähnt er nicht mal das landesweit bekannte ‹Energie-Tal Toggenburg›, das dank Holz-, Solar- und Wasserenergie, Umweltwärme, Biogas und Energieeffizienz auf dem besten Weg zur energieautarken Versorgung ist. Anmas­send Brunners Aus­ sage, dass Solarstrom zu teuer sei und SP und Grüne Verhinderer seien. Gerade das Beharrungsvermögen von SP und Grünen hat unter anderem Solarstrom salonfähig gemacht.» Lorenz Neher, Ebnat-Kappel SG

herzliche GESTE u Steve ist stolz auf mich, SI 12/2011 «Hut ab, Brigitte! Du hast ein sehr schönes Buch geschrieben und uns, als Gotthard-Fans, ein ehrenvolles Andenken geschenkt! Brigitte und Steve waren acht Jahre ein wirkliches Traumpaar, ohne Skandale, bis der Tod sie auseinanderriss. Mit seinem letzten wunder­baren Song für Brigitte hat Steve einmal mehr bewiesen, wie innig er sie liebte. Sie war sein Rettungsanker, sein Schätzi eben, wie er oft sagte. Die negative Kritik wegen des Buches stimmt traurig. Was gibt es Schöneres, als Liebe in Worte zu fassen – und das taten doch beide. Die Seelenverwandtschaft der beiden sollte man respektieren und nicht kritisieren. Die herzliche Geste von «Toni Brunner sagt: ‹Wir haben in unserem Brigitte, einen Teil des Bucherlöses den Indianern zu spenden, geht leider unter. Tal eine grosse Holzschnitzelheizung mit Wärmeverbund.› Leider ist er in unserem Tal Wir danken dir, Brigitte. Du gar nie für die erneuerbaren Energieträger hast uns ein letztes ­Geschenk eingestanden. Politik in Bern reicht ihm ja, von Steve gegeben. Bleib so, Ebnat-Kappel ist nur noch Rückzugsort. Im wie du bist.» J. Fluri, Zürich schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

willi

«Jetzt hat dieses grüne Wachstum nach der Politik auch die Natur erfasst.»

impressum Nr. 15, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­integration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


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Andreas C. Studer

Der Schweizer Koch war für eine TV-Show auf den Kanaren und hielt seinen Trip in einem Fototagebuch fest.

«DSDS» Erfahren Sie alles über die Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar». SI online war live dabei – in Köln.

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Sie ist die Frau hinter Mister Schweiz Luca Ruch. SI online sprach mit ihr über die Liebe, die Miss-Schweiz-Wahl und ihr Hobby, das Modeln.

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Rechtsumkehrt Helmut Hubacher

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Foto Heiner H. Schmitt

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as hat es im Bundeshaus de es für das hoch radioaktive Endlager so noch nicht ­gegeben. den Standort und ein ausführungsreifes Über Nacht wechselten Projekt geben. Das «Projekt Gewähr» ist AKW-Be­für­worter von auch nach 32 Jahren noch ohne Gewähr. FDP und CVP ihre MeiBeim Bundesrat liegen Gesuche für nung. Der helvetischen Atomlobby kamen ihre zwei neue AKWs. 2013 sollte abgestimmt Gläubigen scharenweise abhanden. Auf werden. Der Bundesrat hat das Vor­ einmal ist für die das Gegenteil richtig. haben bis auf Weiteres sistiert. Wohl Einfach so. Ohne eine stichhaltige Beauch aus wahltaktischen Gründen. Die gründung. Bürgerliche Betonköpfe sind Hoffnung auf bessere Zeiten wird noch auf wundersame Weise linke Realisten nicht aufgegeben. geworden. Als ob sie schon immer grün Fukushima werde auch wieder vergewesen wären. Wobei meine politische gessen, meinen ganz Schlaue. Von denen Farbenlehre eine andere ist: Rot ist das haben wir genug. Was wir brauchen, schönste Grün. ist politischer Klartext. Darüber, wie viel atomares Risiko wir noch akzep­ Dieser rasante Sinneswandel tieren? Ob AKWs noch eine Option sind kann echt sein. Aber auch nur taktisch. oder nicht? Nicht taktieren, sondern Als Erreger ist eindeutig das japanische Fukushima ausgemacht worden. Dieses «Wir sollten aufhören, offen diskutieren. Das ist das politische Gebot der Stunde. Virus löst bei den Betroffenen politi- die Energiewende schen Durchfall aus. Man ist dann weder Konkret: Wollen wir den Atomausstieg? Die SP hat ihn 1978 als richtig krank noch gut «zwäg». Es ist als Hirngespinst erste Partei beschlossen. Unter meinem eher ein Zustand mentaler Lustlosigkeit. abzutun» Präsidium. Dann folgten die Grünen, Sie schlägt gehörig aufs Gemüt. AKWs können einem plötzlich gestohlen bleigestartet als Anti-AKW-Bewegung. FDP, ben. Schon gar nicht ist man gewillt, sich SVP und CVP waren stets auf Atomkurs. dazu zu bekennen. Und wenn, wie die SVP, sind auch daran Die Grünliberalen setzen eine neue Duftmarke: Liberal in die Ausländer schuld. Präsident Toni Brunner sagt, weshalb: der Wirtschafts-, umweltfreundlich in der Energiepolitik «Immer mehr Ausländer bedeuten immer mehr Strom.» Was ohne AKWs. Die Rechnung bezahlt auch die FDP. Konto Verpasstes. wäre diese Partei ohne ihre Ausländer? Der Schock von Fukushima sitzt tief. Mit der ReakNach Fukushima werden die Karten neu gemischt. Bleiben torkatastrophe ist geschehen, was nie hätte passieren dürfen. CVP und FDP wirklich beim AKW-Nein, das sie heute vor­ Mit einer eigenen Sprachregelung zum Beispiel sollte Gefähr- geben, wäre die Energiewende möglich. Ein Sonntagsspazierliches entschärft werden. Ein Unfall ist in der Atomsprache gang wird das nicht. nur ein «Störfall». Wissenschaftlich sei nachgewiesen, hat Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im man uns eingehämmert, das Unfallrisiko sei 1:10 000 Jahre. ­Fukushima-Fieber ein AKW-Moratorium verfügt und liess Verschwiegen wird, was das heisst: jederzeit nämlich. die ältesten Atommeiler vom Netz nehmen. Das sei reine Noch nie sei die Technik so sicher gewesen wie die für Wahltaktik, hiess es. Gleichwohl verlor die CDU die Wahlen AKWs. Das ist die nächste Behauptung. Übrig bleibe ein in ­Baden-Württemberg. Erstmals nach 58 Jahren. Nun muss «Restrisiko». Fukushima ist eines. Tschernobyl ebenfalls. Merkel den vor den Wahlen versprochenen AKW-Ausstieg «Restrisiko» ist die grosse atomare Lüge. durchsetzen. Sonst ist sie politisch erledigt. Zweifellos ist ein AKW rein technisch eine gigantische In Deutschland sind alle Parteien für ein Ende der Atom­Leistung. Sie basiere auf der Annahme, dass nichts passiert, energie. Darüber besteht ein Konsens. Gestritten wird natürsagt Klaus Töpfer, mal deutscher CDU-Umweltminister ge­ lich über das Wie und Wann. Was bedeutet das für die Schweiz, wesen. Das ist das Gefährliche. Denn es gibt nun mal keine wenn die stärkste Wirtschaftsmacht in Europa den Einstieg in ­absolute technische Sicherheit. Darauf zu bauen, ist unver­ den Ausstieg angeht? Wir sollten aufhören, die Energiewende antwortlich. als Hirngespinst abzutun. Rechtsumkehrt könnte hinhauen.  AKWs produzieren «Atommüll». Müll erinnert an Dazu brauchts «nur» den politischen Willen. Hauskehricht, ist aber hoch radioaktiv. Und muss für ein paar hunderttausend Jahre «verlocht» werden. 1979 wurde uns im Helmut Hubacher, 84, ehemaliger SP-Präsident Nationalrat das «Projekt Gewähr» präsentiert. Bis 1985 wer- und Buchautor


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People- und Lifestyle-Magazin

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