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Elend ohne Ende Nukleare Wolke Wie viel Leid m체ssen die Kinder noch ertragen? Adolf Muschg Warum der Schriftsteller nach Tokio will Atom-Strom Wie die Schweiz den Ausstieg schafft Brigitte Voss Die letzten Geheimnisse von GotthardS채nger Steve Lee

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21. M채rz 2011 CHF 4.50

Julia Onken Die BestsellerAutorin 체ber die Beziehung zu ihrer Tochter


tagebuch

Hiroshima, Fukushima Japan

Schweizermacher

Die Produkte kennt jedes Kind: Zweifel-Chips, Wernli-Guetsli, Henniez-Mineralwasser. Aber wer sind die Macherinnen und Macher? In den späten 80er-Jahren lancierte die Schweizer Illustrierte eine inzwischen legendäre Rubrik: «Die Schweizermacher». Unvergessen das Bild von Closomat-Firmengründer Hans Maurer und seinen Söhnen Peter und Henry, die mit herunter­ gelassenen Hosen auf ihren Dusch-WCs sitzen. Jetzt kehrt die Kult-Serie zurück. SI-WirtschaftsChefin Nina Siegrist stellt Ihnen in der ersten Folge den Turngeräte-Hersteller Alder + Eisenhut vor. Und hatte beim Besuch im Toggenburg ein Déjà-vu: «Als wir nach dem Foto-Shooting die Schaumstoffmatten wegräumten, fühlte ich mich in die Primarschule zurückversetzt.» Wer erinnert sich nicht: eine Matte, zwei Kinder, vier Traggriffe. Und viele blaue Flecken an den Schienbeinen, nachdem man die Matte in den Geräteraum zurückgetragen hat. «Die Turnfabrik» – ab Seite 56. Ich wünsche Ihnen eine freudvolle Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

Titel (gross) Tadashi Okubo / Yomiuri Shimbun / AP / Keystone, Titel (klein) Handout (2)

Nik Niethammer, Chefredaktor

Eine Katastrophe, wie sie das Land zurzeit erlebt, lässt sich auch auf 30 Seiten nur bruchstückhaft abbilden. Zu dramatisch sind die Schicksale der Menschen, das Leid der Kinder. Zu komplex die Szenarien, die beim Super-GAU ­drohen. Zu emotional aufgeladen ist die Debatte um einen Ausstieg aus der Atomenergie. Wir haben dennoch versucht, der Tragödie ein Gesicht zu geben. Wir haben in den letzten Tagen Hunderte von Bildern gesichtet, mit Dutzenden von Menschen gesprochen. Wir haben viele Fragen gestellt: Wie verkraften die Menschen ihr unfass­ bares Leid? Warum gehen die Rettungsarbeiten nicht schneller voran? Darf man jemanden in den sicheren Tod schicken, wenn das Millionen andere retten kann? Unser grosser Schriftsteller Adolf Muschg ist mit einer Japanerin verheiratet. Die nukleare Katastrophe im Heimatland seiner Frau geht ihm besonders nah. In seinem Essay «Hiroshima, Fukushima» (Seite 25) findet er deutliche Worte: «Nun zeigt sich: Nichts hatte man jemals im Griff. Denn man hat es mit einer unbeherrschbaren Materie zu tun, von der man die Hände ganz lassen muss.» Die Tragödie in Japan – ab Seite 4. Wie erklären wir unseren Kindern das Elend? – Seite 28. «Atomstrom, ade! Aber wie?» – ab Seite 30. Die Glückskette sammelt für die Opfer des Erdbebens: Spenden auch Sie auf PC-Konto 10-15000-6. Vermerk: «Japan».


Albtraum Reste eines Hauses treiben auf dem Fluss durch den Ort Kesennuma.

Die Trag Japan erwacht aus der Schockstarre. Helfer dringen zu den Opfern vor, bergen die Toten. Kämpfen gegen berstende Atomreaktoren. Die Menschen tragen ihr Schicksal geduldig. Sie haben alles verloren – ausser ihre Würde. Text Marcel Huwyler, Thomas Kutschera

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Foto Adrees Latif / Reuters

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รถdie


Foto Kyodo News / AP / Keystone

Hunger, Durst und Kälte Überlebende in der Stadt Ishinomaki bereiten sich auf einer impro­ visierten Kochstelle eine warme Mahlzeit zu.

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Die Menschen rücken zusammen u Als der Tsunami kam, hatten die Kinder in Ishinomaki gerade Schulschluss. 160 000 Menschen leben in der Stadt nordöstlich von Sendai, über 10 000 werden nun vermisst. Bürgermeister Kitamura klagt, die Stadt habe ein einziges Krematorium, nur 18 Leichen können pro Tag verbrannt werden – viel zu wenig. Man wird Massengräber ausheben müssen. Die 40 000 Obdachlosen in Ishinomaki leben in 106 Notunterkünften. Die Menschen frieren und hungern. Pro Mahlzeit gibt es eine Kugel Reis und eine Banane. Doch die Leute helfen sich gegenseitig. Wer hat, der gibt: Kleider und Leid werden geteilt, Feuerstellen errichtet, Mahlzeiten gekocht. Die Leute haben nichts mehr, doch ihre Würde und Höflichkeit werden sie nie verlieren.


Gespenstisch Das stark beschädigte AKW Fukushima aus der Google-Earth-Perspektive. Wie wird alles enden? Was wird später in den Geschichtsbüchern über diesen Ort stehen?

Fukushima verändert die ganze Welt u Die Gefahr ist unsichtbar. Niemand weiss, was in den

von Erdbeben und Tsunami beschädigten Reaktorblöcken im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi noch alles geschehen wird. Stündlich neue Meldungen, täglich neue Spekulationen, und ohne Ende plagen uns Ängste. Heerscharen von Nuklearexperten geben Einschätzungen – doch auch sie können am Ende nur hoffen. Radioaktive Strahlung tritt aus. Aber wie stark ist diese wirklich? Stimmen die Messungen, oder sind sie beschönigt, um eine Massenpanik zu verhindern? Tokio ist gerade mal 250 Kilometer entfernt, die Küsten Russlands, Chinas und der beiden Korea sind nicht weit weg. Die Welt scheint plötzlich furchterregend klein. Fukushima geht uns allen nahe.

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Foto Digital Globe / Google / Handout / Reuters

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Einsamer Abschied von der Mutter u Tayo Kitamura, 40, kauert auf einer Strasse in Onagawa im Nordosten von Japan. Sie weint um ihre Mutter Kuniko, 69. Acht Tage nach dem verheerenden Tsunami haben Feuerwehrmänner den toten Körper unter den Trümmern ihres Hauses gefunden und im Leichensack auf die Strasse gelegt. Noch immer werden mehr als 10 000 Menschen vermisst. Hoffnung, sie lebend in den Trümmern zu finden, besteht kaum noch. Viele Vermisste wurden von der Flutwelle ins offene Meer hinausgerissen. Bürgermeister in der Katastrophenregion wissen nicht mehr, wohin sie die Leichen bringen sollen. Die Krematorien sind völlig über­fordert, Sporthallen dienen als provisorische Leichenhallen. Dort aber mangelt es an Eis zur Kühlung der Toten.

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Alles verloren Tayo Kitamura hat acht Tage nach der Flutwelle ihre Mutter gefunden. Tot.

Foto David Guttenfelder / AP / Keystone

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Alles verloren. Und hier ist es bitterkalt u Ein paar Quadratmeter für jede Familie. Wolldecken.

Kleider, das Nötigste. Ein Arzt auf Visite. Doch Medikamente und Wasser sind knapp, die sanitären Bedingungen äusserst prekär. Bereits sterben die ersten Kranken. Es mangelt an allem. In vielen Notunterkünften wie hier in einer Turnhalle in Yamagata herrschen Temperaturen um den Gefrierpunkt: Benzin ist rationiert, der Strom fällt immer wieder aus. Hunderttausende leben zurzeit in solchen Auffanglagern. Sie werden noch Monate hier bleiben müssen – bis die Regierung provisorische Unterkünfte gebaut hat.


«Ich bleibe hier» Er lebt seit vielen Jahren in Japan Martin Stricker, Präsident der SchweizerischJapanischen Handelskammer in Tokio.

Notlager Die Turnhalle des Gymnasiums in Yamagata nahe des AKWs Fukushima dient als Auffangzentrum für mehr als 700 Obdachlose.

Thomas Kutschera schweizer illustrierte

Fotos Yuriko Nakao / Reuters, Handout

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ann er aus Japan ausreise? «Noch lange nicht», sagt Martin Stricker. Seit zwanzig Jahren lebt der Schweizer hier, er ist Präsident der Schweizerisch-Japanischen Handelskammer. Das verheerende Erdbeben erlebte der Vater von zwei Kindern in seinem Büro im sechsten Stock eines Tokioter Hochhauses. «Bücher, Geschirr und Kaffeemaschine, alles fiel zu Boden. Es war schwierig, das Gleichgewicht zu halten, ich kam mir vor wie auf einer Achterbahnfahrt», erzählt er. Doch erstaun­licherweise seien in der Hauptstadt keine grösseren Gebäudeschäden zu erkennen gewesen, die Strom- und Wasserversorgung blieb intakt. Stricker ist nicht der Einzige der 1890 in Japan lebenden Schweizer, der ausharrt. «Wir verhalten uns wie die Japaner, ruhig und gefasst. Wir bleiben in Tokio, analysieren die Situation sachlich.» Das Leben gehe weiter, mit gewissen Unannehmlichkeiten. Panik gibt es nicht. Alle Japaner in der Hauptstadt denken an das Schicksal der Menschen, die vom Tsunami betroffen sind. «Im Nordosten spielen sich grosse mensch­ liche Tragödien ab.» Stricker bleibt, weil er das Katastrophen­ potenzial für Tokio als gering erachtet. «Und weil ich das Land und die Menschen sehr schätze. Wir helfen uns gegenseitig.» Angst um seine Gesundheit hat er nicht. Bei der Lebensmittelversorgung gibt es Engpässe, berichtet Stricker am Telefon. «Fertigwaren, Reis, Milchprodukte und Gebäck sind nicht immer erhältlich. Autos dürfen nicht vollgetankt werden.» Welche Auswirkungen hat die Katastrophe auf die Wirtschaft? «Kurzfristig wird es die japanische Ökonomie sicher stark treffen. Doch mittelfristig rechne ich mit einem Aufschwung im Rahmen des Wiederaufbaus.» Stricker bewundert die Japaner. In Tokio entstehe zurzeit ein 634 Meter hoher Fernsehturm, der Tokyo Sky Tree. Am Freitag vergangener Woche ist das letzte Stockwerk fertiggestellt worden. «Nach dem grossen Beben hat niemand die Arbeit unterbrochen, trotz Nachbeben. Die Japaner zeigen, dass das Leben weitergeht. Der TV-Turm ist ein Symbol für die grosse Kraft Japans.»

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Höhepunkt Einsetzung des Kabinetts von Premierminister Kan (Mitte). Edano (r.) am 14. 1. 2011 am Hof von Kaiser Akihito (l.).

Tiefpunkt Mit Premier Kan am 15. März (o. r.). Später tritt Edano ans Mikrofon, hinter sich die japanische Flagge mit Trauerflor.

Er versorgt Japan und die Welt seit dem Erdbeben vom 11. März mit immer neuen Schreckensmeldungen. Wer ist Yukio Edano? Text Stephanie Ringel

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r hatte noch kein Wort gesagt, da wussten die Japaner vor den Fernsehschirmen: Es ist etwas Schlimmes passiert. Wenn der Regierungssprecher Yukio Edano den schwarzen Anzug austauscht gegen seinen stahlblauen Blouson, dann symbolisiert er «Krise». Denn diese Jacke und die ­dazugehörende Hose sind eine speziell designte Katastrophen-Uniform, eine Arbeitskleidung für den nationalen Ausnahmezustand. Und dann sprach Edano, 46, im Auftrag seines Premierministers Naoto Kan von den Zerstörungen durch das Erdbeben, von den Verwüstungen durch den bis zu 23 Meter

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hohen Tsunami. Davon, dass Milch und Spinat aus der Umgebung Fukushimas verstrahlt sind. Bald im Stundentakt stellt er sich hinters Mikro. Redet unermüdlich, geduldig und besonnen. Es heisst, er habe in den ersten Tagen 105 Stunden am Stück nicht geschlafen. Erst liebten ihn die Japaner für diesen Einsatz. Dann sorgten sie sich und twitterten tausendfach die Nachricht «Edano nero!» – was so viel heisst wie: «Edano, geh schlafen!» In einer Zeit, in der alle nur Fragen haben, muss Edano Antworten geben. Damit kennt sich der Karrierepolitiker aus. Er studierte Jus, wurde Anwalt. Für die demokratische Partei zieht er 1993, da ist er gerade 28 Jahre alt, ins Parlament ein als Abgeordneter des Unterhauses. Bald landen die schwierigen Dossiers auf seinem Schreibtisch. So leitet er die Konferenz für die Erneuerung der Verwaltung. Auch damals soll er drei Tage und drei Nächte am Stück durchdiskutiert haben. Wird dann kommissarischer Aussenminister. Als

Chefkabinettssekretär ist er ausserdem zuständig für die Region Tohoku. Eben jenes Gebiet, das nun vom Seebeben am stärksten betroffen ist. Der öffentliche Herr Edano ist deswegen seit vergangener Woche bekannter und populärer als je zuvor. Über den Privatmann sind nur Stichworte bekannt: geboren am 31. Mai 1964 in Utsunomiya, das geografisch zwischen Tokio und Fukushima liegt. Verheiratet mit Kazuko. Seine Frau soll fünf künstliche Befruchtungen gehabt haben, bevor 2006 endlich Zwillings­buben ge­ boren werden. Edano liebt ­Karate, singt Karaoke, isst am liebsten Natto, ein tra­ ditionelles Bohnengericht. Und schwärmt für Mumins, finnische ­Fabelwesen. Fünf Bücher hat Edano geschrieben. Darin analysiert er die Finanzpolitik, den Giftgasanschlag der Aum-Sekte auf die Tokioter U-Bahn. Sein jüngstes Werk hat einen prophetischen Titel: «Man kann die Politik ändern». Mitarbeit: Ayako Nakano

Fotos Pana Jiji / Keystone (2), AP / Keystone

Yukio Edano Japans Stimme in der Katastrophe


Gesichter der K Das Erdbeben und der Tsunami haben in Japan ein Gebiet so gross wie die Schweiz vernichtet. Hunderttausende sind obdachlos. Doch es gibt auch kleine Wunder. Text Stephanie Ringel, Mitarbeit yoshi huggler


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Total verloren Reiko Miura weint. In den Trümmern ihrer Heimatstadt sucht sie die Leiche ihres kleinen Neffen. Die Küstenstadt ist komplett zerstört. Mehr als die Hälfte der 19 000 Einwohner sind tot.

Foto Itsuo Inouye / AP / Keystone

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Allein im Leid Katsuyoshi Hiratsuka hat seine Frau und seine Mutter Minori verloren. Minoris Leiche ist im Schutt eingeklemmt. T채glich besucht er sie, seit neun Tagen.


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Neuschnee auf dem eisigen Grab in den Trümmern

u Die Hände rot gefroren, das Gesicht vor Seelenschmerz verzerrt. Wenn Katsuyoshi Hiratsuka, 66, könnte, würde er seine Mutter Minori, 93, eigenhändig aus dem Schuttberg graben, um wenigstens ihre Leiche würdevoll zu beerdigen. Doch bei minus drei Grad ist der tsunamigetränkte Boden in Onagawa längst gefroren. Die alte Dame ruht im eisigen Grab. Die Wasserwelle erfasste Katsuyoshi, seine Frau Hiroko und Minori vor ihrem Haus und riss sie meterweit mit sich. Hiroko verlor er sofort aus den Augen, seine gehbehinderte ­Mutter presste er an sich. Beide wurden zwischen Holzbalken

und Betonstücken eingeklemmt. Und Katsuyoshi muss eine schreckliche Wahl treffen: mit der Mutter sterben oder allein weiterkämpfen. Er ruft ihr noch zu: «Mutter, es tut mir leid!» Am Tag nach der Katastrophe bahnt er sich aus seiner Not­unterkunft den Weg zurück, dahin, wo einst sein Haus stand. Er findet seine Frau, legt eine Decke über ihre Leiche. Kurz darauf entdeckt er seine Mutter. Seither kommt Katsuyoshi jeden Tag zu ihr, setzt sich, klagt: «Du frierst sicher. Auch heute hilft mir niemand von der Stadt, dich zu befreien.» Eine letzte Hoffnung bleibt ihm: Noch gilt sein ältester Sohn nur als vermisst … schweizer illustrierte

Fotos Hiroto Sekiguchi / Yomiuri Shimbun / AP / Keystone (2)

Abschied Katsuyoshi Hiratsuka betrauert seine Frau Hiroko. ­Liebevoll hat er sie zugedeckt.

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Ein Arm voll Glück Mama Atsuko Kobashi herzt kurz nach dem Tsunami ihr noch namenloses neugeborenes Mädchen.

Retter in der Not Ein Soldat zog dieses vier Monate alte Mädchen aus dem Schlamm.

Fotos AP / Keystone (2), Reuters

Auch Soldaten weinen manchmal – vor Rührung u Die Kleinstadt Ishimaki liegt weit im Landesinnern. Bis hierhin hat sich der meterhohe Tsunami durch­ gewalzt und den Vater von seinem vier Monate alten Mädchen getrennt. Ret­ tungskräfte der japanischen Armee konnten das Baby wieder mit der Familie vereinen. Genau eine Woche nach der Katastrophe ruft die Regierung von Naoto Kan für 14.46 Uhr japanischer Zeit eine nationale Gedenk­ minute für die Opfer des Erdbebens, der Flutwelle und des atomaren Super-GAU aus. Polizei, Feuerwehr und Soldaten setzen in diesen 60 Sekunden ihre Rettungs­ arbeiten aus. Es ist ein kurzer Moment der Besinn­ lichkeit im Durcheinander der Zerstörung. Premierminister Kan macht seinen Landsleuten mittler­ weile Mut. Er spricht von der «grössten Krise» seit 1945. Das Land werde diese jedoch «überwinden und sich erholen».

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Zurück zu Papa Kaum hat er seine Tochter wieder, bebt die Erde schon ­wieder.


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Auch im grössten Unglück gibt es kleine Wunder u So war das nicht geplant. Sie sollte behütet und umsorgt aus dem Bauch ihrer Mama ins Leben drängen. «Ich hätte doch nie gedacht, dass die Kleine einen Tag nach dem Tsunami kommt!», sagt Atsuko Kobashi, 29. Als die Erde in Kamaishi zittert, flieht die Hochschwangere von zu Hause in den nächsten Tempel. Kurz nach Mitternacht setzen die Wehen ein. Mitarbeiter der Stadtverwaltung bringen Atsuko Kobashi ins Spital der Hafenstadt, das wie durch ein Wunder nicht zerstört ist. Unter anderen Umständen hätte die junge Mutter glücklich in der Geburtspost an die Familie verkündet: Um 8.58 Uhr kam mein Mädchen auf die Welt. Sie wiegt 3314 Gramm. Mutter und Kind sind wohlauf. Und dieses Mädchen hätte dann wohl auch einen Namen gehabt. «Ich weiss noch nicht, wie ich sie nenne», sagt Atsuko Kobashi. «Die Hebammen haben Vorschläge gemacht. Aber ich möchte in Ruhe einen Namen aussuchen. Einen, der das ‹Leben› symbolisiert.»


Wo die Sprache fehlt, findet Adolf Muschg klare Worte. Der Schriftsteller aus Männedorf ZH reist mit seiner Frau Atsuko am 4. April nach Tokio. «Wir lassen unsere Freunde nicht im Stich.»

«Japan braucht


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Lebenstraum Das Kinderbuch «Hansi und Ume unterwegs» inspirierte Adolf Muschg schon als Bub, nach Japan zu reisen. Seine Halbschwester Elsa schrieb es 1937. Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

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od, Trauer, Hilflosigkeit. Und die Angst vor der atomaren Apoka­ lypse. Die Schockbilder aus Japan besetzen auch die Köpfe derer, die von fern auf die Tragödie schauen. Adolf Muschg, Autor preisgekrönter Werke («Albissers Grund», «Sax», «Die Insel, die Kolumbus nicht gefunden hat. Sieben Gesichter Ja­ pans»), ist mit der Japanerin Atsuko verhei­ ratet. Er lernte sie vor 25 Jahren auf einer Lesereise in Kioto kennen. Nun hat Adolf Muschg, 76, in seiner Denkklause in Männe­ dorf entschieden: «Ich fliege mit meiner Frau am 4. April trotz der Atom­katastrophe nach Japan.» Muschg über seine eigene Angst, darüber, wie es hinter der Maske der Japaner aussieht, und wie die Tragödie von alttestamentarischer Wucht das Land der aufgehenden Sonne verändert.

uns»

Adolf Muschg, die Ereignisse über­ schlagen sich. Trotzdem reisen Sie mit Ihrer Frau nach Japan? Wir haben unseren Flug schon lange gebucht. Dass wir ihn nicht stornieren, ist kein grossartiger Akt. Eher eine Unterlassung, die wir uns schuldig zu sein glauben. Was, wenn die Lage sich verschlimmert? Unser Anflughafen ist Osaka. Dennoch schauen wir in Tokio vorbei, wo die Mutter meiner Frau lebt, bei ihrer zweiten Tochter. Diese hat als «Ärztin ohne Grenzen» in Sri Lanka, Bosnien und Mexiko im Grenzbereich des menschlich Tragbaren gearbeitet. Auch diese Katastrophe scheint ihre Fassungskraft nicht zu überfordern. Man gibt am Telefon keinerlei Notstand zu erkennen. Das heisst nicht, dass man ihn nicht empfindet. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie morgens aufwachen? Ich schalte den japanischen Nachrich­ tensender ein und hoffe, dass ich wenigstens die englische Übersetzung verstehe. Oft packt mich die Ungeduld: Können die nicht sagen, was Sache ist? Aber das wissen ja auch die Experten nicht mehr. Und wenn das Schlimmste möglich ist, gebietet in Japan der Takt, es in Dosen zu verabreichen. Die Menschen dort sind gewohnt, mit Katastrophen umzugehen. Gibt es eine Schmerzgrenze? Bis ein Japaner Wut und Enttäuschung offen zeigt, muss sehr viel mehr passieren als bei uns. Und gerade der schlimmste Fall ist der richtige, um u schweizer illustrierte

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u Haltung und Würde zu zeigen. Japan Schicksal und ihre ökonomische Errun­ reden, in Sicherheit zu wiegen? Viel­ lebte – mit Absicht und System – genschaft mit der Kernkraft verbunden! leicht sind die Japaner, in beständiger Nachbarschaft mit Naturkatastrophen, über 250 Jahre unter Ausschluss der Das war die japanische Form der übrigen Welt. Das Repertoire von Wiedergutmachung von Vergangenheit. besser dafür ausgestattet, eine Grenz­ Umgangsformen hat sich in dieser Der Tokioter Gouverneur Shintaro Ishihara situation zu ertragen. Man behandelt Isolation bis zur Perfektion ausgebildet. sprach von der «Strafe der Götter»: die Obrigkeit anders und verlässt sich Auf natürliche Katastrophen war es Man solle den Tsunami nutzen, um den auf den Familiensinn. Die in Japan bestens vorbereitet. Für das Dementi Egoismus der Menschen reinzuwaschen – besonders enge Verbandelung von Politik und Wirtschaft ist nie hinter­ seiner technischen Errungenschaft auch? was grosse Empörung aus­löste. Liegt fragt worden. Auch wenn etwas Ent­ Das kann man nur hoffen. in seiner Provokation nicht ein Funken setzliches passiert: Es bleibt in der War die Apokalypse vorhersehbar? Wahrheit? Familie. Atomos bedeutet auf Griechisch Ishihara ist nicht nur Schriftsteller, Wir setzen Kinder in die Welt, ihre unteilbar. Die Kernenergie lebt von der sondern auch ein politischer Quer­ Zukunft können wir nicht garantieren. Teilung und entfesselt Kräfte, hinter schläger von Format. Was er unter Ist die Zeit reif zum Umdenken? denen sich ein Raum öffnet, der offen­ Egoismus versteht, ist keine ober­ Das ist die zentrale Frage. Es kommt bar nicht zum Betreten bestimmt ist. flächliche Kritik, sondern seine Sorge, bei mir auf die Tagesform an, wie ich Auch die Natur hat ihre Intimsphäre. dass die Japaner als Roboter des darauf antworte, ob mit Zuversicht Man hat uns die Kernspaltung als die Konsums ihre Seele verloren haben. oder mit Verzweiflung. Die Geschichte ökologisch ideale Energie der Zukunft Warum hat die Regierung tagelang der Menschen, soweit wir sie über­ verkauft, bis auf das bekannte Rest­ internationale Hilfe abgelehnt? risiko. Aber man kannte es gar nicht. Dahinter steckt nicht nur Nationalstolz, blicken, stimmt nicht optimistisch. Wann hätten sie aus In diesem Rest verbarg Katastrophen je gelernt? sich das Unbedachte Ist ein Ausstieg aus der dieser Technologie – Kernenergie denkbar? und damit das be­ drohte Ganze unserer Plötzlich scheinen alle Zivilisation. Aber auch daran zu denken. Aber die die physikalischen Entwöhnung von der Reste strahlen noch Energiesucht wird hart, Hunderte von Men­ wie von jeder Droge. schenaltern unbe­ Können wir uns weniger herrschbar vor sich Wachstum leisten? Die hin. Wer sind wir, Gegenfrage lautet: Müssen dass wir mit solchen wir uns zu Tode wachsen Grössen rechnen, aus wie die Dinosaurier? momentaner verblen­ Was antworten Sie denen, deter Gewinnsucht die sagen: So was kann bei auf Kosten der Nach­ uns nicht passieren? geborenen! Das hörte ich schon bei In Tschernobyl wurde Hitler sagen und auch Bereiten die Reise ihres Lebens vor: Adolf Muschg und seine Frau in ihrem nach dem Super-GAU nach Tschernobyl. Nach Haus in Männedorf. Atsukos Schwester und ihre Mutter leben in Tokio. unter der Regierung Fukushima funktioniert es Gorbatschow die ganze nicht mehr. Wie sähe die Welt angelogen. Auch in Fukushima sondern auch Scham: Japan ist es nicht Verstrahlungszone um das AKW Mühle­ wurde geschlampt. Wie wichtig ist es, berg aus? Dreissig Kilometer Umkreis gewohnt, Empfänger von Hilfe zu sein. Schuldige zu finden? Die Kamikaze-Arbeiter in den Atommeilern genügen, um vom Mittelland nicht mehr Alle Menschen sind so gebaut, dass sie werden als Helden gefeiert. Sind die viel übrig zu lassen. einen Zusammenhang, der sie über­ Verantwortlichen nicht dazu verpflichtet, Haben Sie Hoffnung, dass der Mensch fordert, gern an einem Schuldigen diese Suppe auszulöffeln? irgendwann begreift? festmachen – die Japaner vielleicht am Diese Heroisierung der «50 Tapferen» Fukushima ist der schlagende Nach­ wenigsten. Sie finden das Ausmustern hat eine bedenkliche Seite. Sie beschäf­ weis der Fehlbarkeit des Homo sapiens. eines Sündenbocks auch jetzt, wo tigen das Mitgefühl und liefern der Er muss aber fehlbar bleiben dürfen. der Betreiber von Fukushima sich Ratlosigkeit das ersehnte Alibi. Der Sonst hat er seine Freiheit an die diese Rolle redlich – und unredlich – grell beleuchtete Vordergrund lässt die Sicherheit verloren, ohne dass er diese verdient hat, nicht hilfreich. Ihre Dunkelheit des Hintergrunds verges­ garantieren kann. Und könnte er es, Ent­lastung suchen sie lieber anderswo. sen. Zugleich zeigt das Opfer einfacher wäre sie denn – von ihrer Unmöglich­ In der Pflichtschuldigkeit um jeden Leute dasselbe Muster wie andere keit ganz abgesehen – wünschenswert? Preis. Krisen: Auch die Rechnung der Finanz­ Die Atomwirtschaft ist kein Sach­ Wird Fukushima trotzdem das Denken krise wurde nicht von denen bezahlt, zwang. Es liegt bei uns, wie bald und verändern? die sie verursacht haben. wie entschieden wir von der Droge Für japanische Augen ist, was in Fuku­ Wie ist es möglich, mit der Angst vor einer loskommen und uns von der Illusion shima abgeht, nicht nur eine Quelle atomaren Verstrahlung zu leben? grenzenlosen Wachstums freimachen. der Verstörung, sondern der Scham. Wie war es so lange möglich, sich Ist das keine Hoffnung? Dann wäre Mit welchem Vertrauen haben sie ihr angesichts der Energie, von der wir uns wirklich nicht mehr zu helfen. 

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Foto Naoya Masuda / Yomiuri Shimbun / AP / Keystone, Screenshot Copyright bei SF

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Eine Nation trauert Am vergangenen Freitag gedachte man im ganzen Land, hier in Miyako, eine Minute lang gemeinsam der Opfer der Katastrophe.

Hiroshima, Fukushima

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Von Adolf MuschG

orüber man nicht sprechen kann, ­darüber soll man schweigen.» Eine pragmatische Version von Wittgen­ steins Satz könnte lauten: «Wo spre­ chen sowieso nichts hilft, schweigt man am besten.» Die japanische ­Zivilisation hat dieser Empfehlung nie bedurft; hier untersteht das Ansprechen heikler Dinge, schwieriger Zusammenhänge, unlösbarer Konflikte seit jeher dem Gebot des Taktes und der Diskretion. Kritik hat den Geruch persönlicher Eitelkeit: Was gibt einem das Recht, den Frieden der Nachbarn zu stören? Insofern sind die Japaner die idealen Darsteller einer Apo­ kalypse: Sie verweigern sich ihrer Wahrnehmung. Eine Ge­ sellschaft, in der seit je das Pflichtbewusstsein den Platz der Mündigkeit einnimmt, kritisiert auch bei einem atomaren Gau die eigene Regierung nicht für die Hilflosigkeit ihrer Kommu­ nikation; man fühlt sie mit und würdigt ihre Verlegenheit als Ausdruck der Fürsorge. Was Experten für professionell halten: Krisen seien der Bevölkerung ungeschminkt mit­ zuteilen, Katastrophen aber nur in Scheibchen dosiert – ist für Japaner einfach ein Gebot der Rücksicht. Man ertappt einen Regierungssprecher nicht bei Wider­ sprüchen, man bedauert ihn, mit zahllosen Mails, dass er nie ins Bett kommt. Ein Ehepaar, das seine vermisste Enkelin sucht, fragt sich vor dem Betreten eines fast zerstörten Schul­ hauses, ob es wohl diesmal darauf verzichten kann, sich die Schuhe auszuziehen. Eine Mutter, die von einem Soldaten zur roten Fahne geführt wird, welche im Trümmerhaufen die Fundstelle ihres toten Mannes bezeichnet, versäumt nicht,

dem Begleiter, nachdem sie gemeinsam gebetet haben, zu danken. Wer Fremde nach dem Verbleib seiner Lieben fragen muss, entschuldigt sich für die Störung. Es sind solche ­Szenen, die eine fast übermenschliche Fassungskraft der ­Japaner vortäuschen. Wenn die Hoffnung gestorben ist, bleibt immer noch die Würde. Wäre es bei zwei Naturkatastrophen – Beben und Welle – geblieben, Japan hätte sich, wie jedes Mal, rasch und geräuschlos wieder in sein Universum höflicher Gewohnhei­ ten zurückgearbeitet. Die atomare Katastrophe aber hat ganz andere Geister geweckt und alle Merkmale einer kulturellen Tragödie. Hiroshima und Nagasaki waren Brandmale einer umfassenden Niederlage. Zugleich eröffnete das Opfer zwei­ er Städte die Chance, aus dem Schlimmsten, was die neue Energie Menschen antun kann, das Beste und immer noch Bessere zu machen und ihren friedlichen Gebrauch als Quel­ le eines noch nie da gewesenen Wachstums und Wohlstands zu nützen. In der Verkleidung wirtschaftlichen Segens verlor das Atom nicht nur seinen Schrecken; seine Beherrschung dien­ te als Vorbild für eine technologische Expansion, welche einer Bevölkerung, die sich mit wenig Raum arrangieren muss, auf den Leib geschrieben war. Seine Mikroprozessoren wurden zu Türöffnern virtueller Räume, damit zu einer Schlüsselindustrie der Globalisierung. Die Atomenergie, von der das rohstofflose Land abhing, zu einem Wert gemacht zu haben, so sicher und unfehlbar wie die japanische Tüchtig­ keit, kam für die Kollektivseele einem Akt der Wiedergut­ machung gleich für einen mitverschuldeten und gründlich verlorenen Krieg. Das pazifistische Vorzeichen dieser u

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Errungenschaft – in Ja­ es gar nicht erst ge­ pan tragen viele Atommei­ braucht. Der Sachzwang, ler besinnliche Inschriften mit dem seine Industrie auftritt, ist in einem wirt­ – war der Tatbeweis, der in­ haltliche Diskussionen über schaftlichen Interesse die Sünden der Vergangen­ begründet, das jetzt se­ heit erübrigte. Und dem hen und wissen muss, politischen Versagen war dass es gemein­gefährlich ja durch die demokratische ist und auf Selbstbetrug beruht. Die kostengüns­ Nachkriegsverfassung ein für alle Mal vorgebeugt. tige Energie aus der Man glaubte den Kernspaltung ist die teu­ erste, auch ihr ökologi­ Teufel im Pakt mit der Atomenergie überlistet, die scher Vorteil eine Chimä­ Waffe umgeschmiedet zum re. Sie greift nicht nur «In Europa erscheinen die Werkzeug des Friedens. Es die «Umwelt» an (der Erschütterungen noch grösser garantierte auch den Frie­ Sprachgebrauch des Zu­ den der Japaner mit sich schauersports), sondern als vor Ort» Adolf Muschg selbst. Sie hatten scheinbar die Fundamente zivili­ keine grössere Sorge mehr, sierten Lebens. als sich dank der Qualität ihres Exports in den Medaillen­ Das Todeskommando von fünfzig Technikern, die rängen der Weltwirtschaft zu halten, kultivierten im Übrigen ihr Leben für die Fiktion opfern müssen, dass die Brennstä­ ihren Konsum und einen eher selbstgenügsamen Verkehr be immer noch zu kühlen seien; oder eine Metropole, die nur mit dem Rest der Welt. Hiroshima, die Erinnerung an das noch für günstigen Wind beten kann, wie vor siebenhundert Un­gebändigte der Atomkraft, war versiegelt. Nun hat die Jahren, als ein Kamikaze («Wind der Götter») eine Mongolen­ Kata­strophe von Fukushima dieses Siegel zerbrochen. Die invasion scheitern liess: Das sind japanische Zeichen, die Trümmerlandschaft, die sich danach auftut, unsichtbar, man auch im Westen lesen kann. Das Menetekel signalisiert unabsehbar, hat eine andere Dimension als die Tsunami- den Absturz des guten Glaubens, der Mensch könne die Zerstörungen im Nordosten; die Schockwelle läuft um die Ver­antwortung für seine Welt an Hightech delegieren, auf ganze Welt, und in Europa erscheinen die Erschütterungen null – das heisst, auf den harten Boden der Tatsachen, und noch grösser als vor Ort. die härteste, aber auch solideste ist die Unverbesserlichkeit Dieser Schein dürfte trügen. In Japan, wo die Scham des Menschen. immer stärker war als die Angst, muss man auf ein kulturel­ Vor dreissig Jahren hat Robert Jungk im «Atomstaat» les Nachbeben gefasst sein, das grösser ist als alle physische noch politisch vor der industriell betriebenen Kernspaltung Zerstörung. Zusammengebrochen ist der gute Glaube an eine gewarnt. Gesetzt den Fall, der Staat könnte die Sicherheit Illusion, die an eine epochale Leistung des Kollektivs gebun­ seiner Bürger real garantieren, so müsste er dafür ihre Frei­ den war und die Grundlage seiner Identität bildete. heit dermassen beschneiden, dass ein solcher Staat noch we­ Was diese Leerstelle einnehmen soll, ist nicht abzusehen, niger zu wünschen wäre als die Atomkraft. Seither hat er die schon eher, dass Japan, nachdem es eine weltweite Ketten­ Grosstechnologie an die Grosswirtschaft outgesourced und reaktion des Rette-sich-wer-kann gegeben hat, sich selbst jedenfalls ihre Freiheit gewährleistet, mit dem Erfolg, dass überlassen bleibt, sobald der Reiz der sichtbaren Katastro­ man, angesichts der Ruinen von Fukushima, einen Staat zu­ phe die Medien nicht mehr zu kitzeln vermag. Damit wäre es rückwünschen muss, der für Leben und Gesundheit seiner wieder zum geopferten Boten einer Nachricht geworden, von Bürger Zuständigkeit übernimmt und nicht – wie der un­ der es selbst, wie auch die übrige Weltgesellschaft, lange glückliche Premier Kan – erst von ratlosen Konzernherren nichts mehr hören wollte. Der Kriegszustand mit der Atom­ erfahren muss, dass er leider nichts mehr zu sagen hat. Nachdem der goldene Boden der Atomwirtschaft heraus­ energie war ja passé, man hatte sie im Griff – Ausnahmen (wie Tschernobyl) bestätigten die Regel, die man in Sicherheits­ gefallen ist, zeigt sich dahinter ein schwarzes Loch, in dem auch die Zuständigkeit des Menschen in eigener Sache zu dispositiven festgeschrieben hatte. Nun zeigt sich: Nichts hatte man jemals im Griff; und verschwinden droht. Das wäre kein Supergau, sondern das die Einsicht beginnt, hoffentlich diesmal nachhaltig genug, Ende der Zivilisation. Wenn es eine Umkehr gibt, beginnt sie ins allgemeine Bewusstsein zu sickern, es könnte am Griff, mit der gründlichen Einsicht, dass sich der Homo sapiens die­ am technologischen Zugriff liegen, mit dessen beliebiger Ver­ ses Grab selbst geschaufelt hat. Die Rückkehr zum business besserung nichts gewonnen ist. Denn man hat es mit einer as usual war bei der Finanzkrise nur blamabel; nach Fuku­ unbeherrschbaren Materie zu tun, von der man die Hände shima könnte sie tödlich sein. Und nicht einmal die gute ganz lassen muss; sie müssten friedensfähig sein, damit das Haltung, mit der Japaner zu sterben wissen, zählt als Alibi vor gespaltene Atom dauerhaft Frieden gäbe, und dann würde dem Weltgericht der Geschichte.  u

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In Kesennuma hat der ­Tsunami Schiffe in Häuser geschleudert. Solche Fotos machen Kindern Angst. Sie fragen: Kann das auch bei uns passieren?

Wie reagieren unsere Kinder auf die Katastrophe in Japan? Kinder und Medien Daniel Süss, 48, ist Professor für Medienpsychologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte ­Wissenschaften.

Angst, Verwirrung, Abstumpfung? Medienpsychologe Daniel Süss sagt, wie Eltern ihren Kindern erklären können, was in Japan passiert. Interview Marcel Huwyler

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err Süss, kann ich meinen ­Kindern die schrecklichen Fernsehbilder aus Japan zumuten? Unsere Medienwelt ist omnipräsent, es ist gar nicht möglich, die Kinder von solchen Bildern abzuschirmen. Selbst wenn man sie keine News-Sendungen schauen lässt, werden sie mit Bildern aus Japan konfrontiert. Auch mit ihren Schulkollegen reden sie darüber, und manche Schüler haben Filme der Katastrophe von Youtube auf ihr Handy heruntergeladen und zeigen diese ihren Freunden. Für Eltern geht es vielmehr darum, ihre Kinder zu be­ gleiten, zu beobachten, wie sie auf diese Schlagzeilen und Bilder rea­ gieren. Stellen die Kinder Fragen, soll man antworten und erklären. Keinesfalls aber soll man sich den Kindern aufdrängen und ungefragt die Vorfälle in Japan gross thematisieren. Dürfen Kinder die «Tagesschau» gucken? Das ist eher etwas für Jugendliche im Oberstufenalter. Für Primarschüler, also Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, gibt es gut gemachte Kinder-

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nachrichten, beispielsweise «Logo» auf Kika, dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Dort wird kindergerecht über Japan berichtet, zusätzlich hat «Logo» eine Internetsite, wo Kinder Hintergrundinformationen bekommen. Im Internet gibt es jetzt viele Filme, welche die Zerstörung in Japan zeigen. Wenn sich Kinder pausenlos Tsunamioder Erdbeben-Filme anschauen, sollte man einschreiten. Besser ist, mit ihnen zusammen einen solchen Film zu schauen und darüber zu reden. Das masslose Gucken von Katastrophen­ filmen aber würde sie verstören oder abstumpfen. Macht es einen Unterschied, ob Kinder schreckliche TV-Bilder oder Fotos sehen? Fotos in Zeitungen sind weniger emotional als bewegte Bilder. Wobei auch bei Pressebildern wichtig ist, was genau die Kinder betrachten: Fotos der Zerstörung sind das eine. Besonders betroffen sind Kinder von jenen Fotos, die flüchtende, verletzte oder tote Menschen zeigen. Solche Bilder lösen bei ihnen Mitgefühl, aber auch Angst aus. Sie fragen sich: Kann das auch bei uns passieren? Auf genau solche Fragen muss man als Eltern eingehen und dem Kind erklären, dass wir in der Schweiz nicht akut gefährdet sind. Wie mache ich das kindergerecht? Je kleiner die Kinder sind, umso weniger können sie sich Distanzen und Auswirkungen vorstellen. Am besten schaut man mit ihnen eine Weltkarte an oder macht im Internet auf Google Earth einen virtuellen Flug Zürich–Tokio. Und zeigt ihnen so, wie weit weg Japan ist. Die Frage, ob ein Atomunfall auch in der Schweiz passieren kann, ist dann eher ein Thema, über das man mit Oberstufenschülern diskutieren kann.

Tische ich dem Kind schonungslos Fakten auf, oder schwäche ich die schrecklichen Infos aus Japan bewusst ab? Ich empfehle, nicht zu viele Details zu erzählen, keine dramatisierenden Ausschmückungen zu verwenden, nicht die Anzahl der Toten und die Höhe der Strahlendosis näher aus­zuführen. Solche Infos schüren nur unnötig die Angst der Kinder. Ausser das Kind fragt gezielt nach, dann kann ich ihm das erklären. Gut finde ich, wenn die Eltern dem Kind die eigene Betroffenheit und das Mitgefühl zeigen. Das hilft dem Kind? Für Kinder ist es schlimm, solch dramatische Ereignisse mitzuerleben und nichts machen zu können, sich hilflos zu fühlen. Darum tut es ihnen gut, wenn sie den betroffenen Menschen wenigstens symbolisch helfen können, indem sie beispielsweise gemeinsam mit den Eltern einen Teil ihres Sack­ geldes der Glückskette spenden. Ereignisse wie in Japan zeigen den Kindern doch auch, dass auf unserer Welt eben nicht alles nur schön ist. Wichtig für das Aufwachsen von Kindern ist, dass sie sich mit der Welt in all ihren Facetten auseinandersetzen. Sie sollen aber auch spüren, dass ihre Eltern und die Erwachsenen sie vor bedrohlichen Elementen schützen wollen, dass sie nicht hilflos ausgeliefert sind. So lernen die Kinder, wie sie mit belastenden, bedrohlichen Situationen umgehen können, und entwickeln zudem ein Gefühl für Kompetenz. Kompetenz? Ja, indem die Kinder in der Krise etwas tun, zum Beispiel in Solidarität mit den Japanern bewusster Strom sparen, und realisieren, wie kostbar, aber eben auch wie knapp Energie ist. Wie erkläre ich einem Kind die Gefahren der Radioaktivität? Das Kind muss nachvollziehen können, dass es Bedrohungen gibt, die es anfangs gar nicht merkt, deren Aus­ wirkungen es erst später erlebt. Radioaktivität erklärt man am besten am Beispiel von Sonnenbrand. Den hatte jedes Kind schon mal. Es weiss, dass zu viel Sonnenstrahlen wehtun und langfristig sogar krank machen können. Wie reagiere ich, wenn meine Kinder mit Lego-Figuren Tsunami spielen? Das kann eine Form sein, wie jüngere Kinder ihre Gefühle und Ängste ver­ arbeiten. Rollenspiele sind eine Möglichkeit, das Geschehen in Japan aktiv zu bewältigen, die Kinder sind dann nicht mehr nur hilflose Zuschauer, sondern sie steuern und dosieren die Situation, wie es für sie erträglich ist.

Fotos Kyodo News / AP / Keystone, Handout

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Atomstrom, FINNLAND

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BULGARIEN

MAZEDONIEN ALBANIEN GRIECHENLAND

Infografik Mathias Bader / Ringier Infographics, Vorlage Tages-Anzeiger-Grafik / mt

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UNGARN

KROATIEN

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NORWEGEN

TÜRKEI


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ade! Aber wie? AKW-Befürworter, Natur- und Klimaschützer – in der Schweiz müssen alle über die Bücher. Fukushima markiert eine historische energiepolitische Wende.

3 1 RUSSLAND

Text Lukas Egli

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500 km = Atomkraftwerke in Betrieb = Atomkraftwerke im Bau / in Planung = Stillgelegte Atomkraftwerke 2 = Anzahl Reaktoren = Staaten mit eigenen Atomkraftwerken = Staaten ohne eigene Atomkraftwerke / keine Angaben

ie Reaktorkatastrophe von Fukushima gibt der AKW-Debatte in der Schweiz eine völlig neue Wendung. Selbst überzeugte Befür­ worter äussern sich heute kritisch über die umstrittene Technologie, die sie gestern noch energisch verteidigt haben. Allen voran Exponenten der FDP, die in vielen wichtigen energiepolitischen Gremien sitzen und sich am stärksten für neue Kernkraftwerke eingesetzt haben, überdenken ihre Positionen. «Es ist klar, dass wir nach einer solchen Katastrophe nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können», sagt die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger. «Wir sind bislang davon ausgegangen, dass das Restrisiko der Kernenergie abstrakt und statistisch ist. Jetzt ist allen klar, dass die Gefahr sehr konkret ist», sagt die Präsidentin des Nuklearforums. Der März 2011 werde als energiepolitische Wende in die Geschichte eingehen wie der 11. September 2001 in Sicherheitsfragen, ist sie überzeugt. Den Anfang gemacht hat der Solothurner FDP-Ständerat Rolf Büttiker. «Wenn wir zum Schluss kommen sollten, dass die Risiken der Kernkraft zu gross geworden sind, müssen wir auf den Neubau eines Schweizer Werks verzich-

Umzingelt Auch wenn der Schweiz ein baldiger Ausstieg aus der Kernenergie gelingt: Das Risiko, von einem schweren Reaktor­ störfall heimgesucht zu werden, wäre kaum kleiner. In Europa sind heute total 93 AKW mit 196 Reak­ toren am Netz, europaweit werden zurzeit 9 weitere Reaktoren gebaut. Allein im benachbarten

ten», sagte der Verwaltungsrat des Kernkraftwerks Leibstadt letzte Woche. Die Aussagen brachten ihm viel Kritik von Parteifreunden ein. Doch je dramatischer die Lage in Japan wird, desto mehr Zustimmung erntet er aus der Bevölkerung. Büttiker will sein Statement, das er unter Eindruck «der schockierenden Fernsehbilder» gemacht hat, allerdings nicht als Umschwenken verstanden ­wissen. «Ich habe nicht gesagt, dass ich gegen neue Kernkraftwerke bin», präzisiert er gegenüber der SI, «ich sage nur, man solle sie hinterfragen.» «Selbstverständlich beschäftigt auch uns diese Krise», erklärt der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Rutschmann. Er war einer der überzeugtesten Kämpfer für neue AKW. Noch vor einem Jahr hat er eine Resolution «für eine sichere und günstige Stromversorgung» forciert, die den sofortigen Ersatz der bestehenden Schweizer Kernkraftwerke forderte. «Jetzt heisst es abwarten und die Lehren ziehen», erklärt er. «Langfristig müssen wir uns Gedanken machen.» Ob und wie rasch indes die 40 Prozent Atomstrom ersetzt werden können, welche die Schweiz konsumiert, darüber herrscht bei den Parlamentariern weitgehend Ratlosigkeit. Nicht zuletzt, weil die Schweiz bis heute klimatechnisch in einer komfortablen Lage ist: Dank Kernkraft und einem hohen Anteil an u

Frankreich, das seinen Strom zu fast 80 Prozent aus AKW bezieht, ­stehen 20 Kraftwerke mit 59 Reaktorblöcken. Mit Fessenheim im Elsass (F) und Neckarwestheim und Philippsburg in Baden-Württemberg (D) stehen drei Atommeiler, die als unsicher gelten, in unmittelbarer Nähe der Schweiz. schweizer illustrierte

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Bald stillgelegt? Im Kernkraftwerk Strom aus Wasserkraft war Schweizer Mühleberg BE sind laut eines Strom quasi CO2-neutral. ­Gutachtens gravierende «Kurzfristig gibt es keine AlterSicherheitsmängel entdeckt nativen zur Kernenergie», sagt die worden. Das ENSI hat eine St. Galler FDP-Ständerätin Erika Forster. sofortige Überprüfung ­verfügt. «Es müssen noch zahlreiche gesetzliche Hürden überwunden werden, bis in der Schweiz auf jedem Hausdach eine Fotovoltaikanlage steht, die Wasserkraftwerke ausgebaut sind und in Geothermie investiert werden kann.» Die Präsidentin der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz will den Ausbau der Wasserkraft, die bisher oft am Widerstand der Naturschützer scheiterte, erneut diskutieren. «Die Umweltverbände müssen sich dringend diesen Fragen stellen!» Der Ausstieg aus der Kernenergie ist über Nacht zum weltpolitischen Top­ thema avanciert. Die OECD-Länder err Steinmann, haben Sie beziehen 22 Prozent ihres Stroms aus Ausstieg aus dem Atoman­gesichts der Katastrophe Kernenergie. In Frankreich sind es Strom: Ja – aber wie schnell ist er machbar? von Fukushima Ihre Meinung sogar 76 Prozent. Laut «Spiegel» muss Und was kostet er? über die Kernenergie geändert? Deutschland (23 Prozent) bei einem Der Direktor des Bundes- Nein. Ich stand der Kernenergie immer Sofortausstieg mit Kosten in der Höhe amts für Energie über recht kritisch gegenüber. Zugleich von 230 Milliarden Euro rechnen. «Halb die Zukunft der Schweizer war ich aber auch stets der Meinung, Deutschland würde mit Solarzellen zuStromversorgung. dass diese Technologie der Menschheit gepflastert. Riesengrosse Rotoren würviele Vorteile gebracht hat. Das Leid, den in der Landschaft stehen», schreibt das Japan in diesen Wochen erfährt, das Hamburger Nachrichtenmagazin. führt uns schmerzhaft vor Augen, «Nötig wären auch neue Stromtrassen, dass fast alle Energietechnologien ein um den ganzen Ökostrom an die rich­ Restrisiko oder gewisse Nachteile tigen Orte zu transportieren.» Gut mögWalter Steinmann für Menschheit, Umwelt oder das lich, dass die Schweiz künftig nicht mehr Der Direktor des BundesGesamtsystem haben – sei es bei so einfach Strom importieren kann. amts für Energie will der der Erzeugung, beim Transport oder Nach Einschätzung der Fachleute Industrie künftig klare beim Verbrauch. läuft es in der Schweiz mittelfristig Energie-Ziele vorgeben. auf folgende Frage hinaus: ein neues Kernkraftwerk oder Kombigaskraft­ werke (siehe Interview). «Die Variante Gas muss sicher neu überprüft werden», Schweizer StrommiX: Wasser hat Potenzial! sagt Ständerätin Forster. «Mit den entu Die Schweiz ist sprechenden Konsequenzen für die CO2Weltmeisterin in der Bilanz – weltweit!» Denn selbst wenn die Nutzung von Wasser: Kernkraft Schweiz alle Massnahmen zur EffizienzBereits heute deckt steigerung sofort umsetzt, sei fraglich, Fossile und thermische Quellen sie 55 Prozent ihres ob unser Energiebedarf ohne Kernenergie Strombedarfs mit gedeckt werden könne. «Wir sind auf Wasserkraft. Im Ausbau dem richtigen Weg!», sagt Forster. «Aber der in die Jahre die Sache ist eben nicht so einfach, sonst gekommenen Anlagen wären diese Probleme längst gelöst.» steckt noch viel Poten5% «Unser Ziel muss sein, den Stromzial. Doch scheiterten verbrauch langfristig auf dem heutigen Ausbauprojekte meist Niveau zu stabilisieren», sagt Martin am Widerstand betrofBäumle, Präsident der Grünliberalen. fener Talschaften oder «Muss das KKW Mühleberg Ende März von Umweltverbänden. wegen Sicherheitsmängeln tatsächlich Die energiepolitische vom Netz, werden Herr und Frau SchweiWende könnte dazu zer bestimmt lieber Strom sparen als führen, dass auch in das Restrisiko tragen», ist der Zürcher der Schweiz neue ­Nationalrat überzeugt.   Wasserkraft Wasserkraftwerke Quelle: BfE realisiert werden. Jod-Tabletten und Verstrahlung S. 89

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«Ein sofortiger Ausstieg wäre äusserst anspruchsvoll!»

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40 %

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Nun stellen auch Kernenergiebefürworter die Nukleartechnologie infrage. Ist ein ­baldiger Ausstieg für die Schweiz überhaupt möglich? Ein sofortiger Ausstieg wäre äusserst anspruchsvoll! Mit vier bis zehn Kombigaskraftwerken könnte ein Ausstieg in frühestens fünf bis acht Jahren erfolgen. Parallel müssten wir die erneuerbare Stromproduktion massiv ausbauen, unseren Strombedarf radikal senken und Strom importieren. Wir müssen uns allerdings bewusst sein, dass die Schweiz mit Kombigaskraftwerken stark in die Abhängigkeit der wenigen Gas produzierenden Länder geraten würde. Und: Unser CO2-Aus­ stoss würde massiv ansteigen. Jedes dieser Kombigaskraftwerke stösst pro Jahr 700 000 Tonnen CO2 aus. Was würde der AKW-Ausstieg kosten? Das ist sehr schwierig zu beziffern. Wir haben es noch nicht durchgerechnet. Wir müssten sicher die bestehenden Kernkraftwerke abschreiben. Doch nicht nur die Umstellung der Pro­duktion, auch der Umbau in neue dezentrale Stromnetze wird teuer. Würden sich Standorte für solche neuen Grosskraftwerke finden lassen? Solche Projekte sind in grösserer Zahl bereits vorhanden! Sie befinden sich in der Schublade der Stromproduzenten. Die meisten hatten allerdings beschlossen, diese Projekte auf Eis zu legen und voll auf die Kernenergie zu setzen. Sie erarbeiten derzeit neue Szenarien zur Energieversorgung der Schweiz. Welche

Technologien werden wir in Zukunft nutzen? In seinen strategischen Zielen setzt der Bundesrat bereits heute vor allem auf erneuerbare Energien und Energie­ effizienz. Daneben sieht die Strategie auch Grosskraftwerke vor – mit Kernenergie und Gas als Übergangsenergieträger. Unsere neuen Szenarien werden sich innerhalb dieses Konzepts von 2007 bewegen. Wir werden aber neu auch ein Ausstiegsszenario Kernkraft anschauen, ein Szenario mit nur einem neuen Kernkraftwerk sowie ein Referenzszenario «Weiter wie bisher». In welchen Technologien sehen Sie ­persönlich am meisten Potenzial? Mittelfristig klar in der Effizienz – im sparsamen Umgang mit Energie. Und in den erneuerbaren Energien Wasserkraft, Wind und Biomasse. Langfristig wird auch die Geothermie für die Schweiz wichtig werden. Wasserkraft-Projekte scheitern oft am Widerstand der Umweltverbände. Das ist ein Problem. Umwelt- und Landschaftsschützer sowie Fischer müssen aus ihrer zum Teil fundamen­ talistischen Totalopposition herauskommen. Einzelne Landschaften und Gewässer sollen unberührt bleiben. Andere aber müssen wir für die Energiegewinnung nutzen können! Was, wenn plötzlich halb Europa aus der Kernenergie aussteigen will? Die Versorgungssicherheit ist oberstes Gebot. Wir müssen alle unsere Strate­gien mit Europa abgleichen. In

Energie­fragen sind wir eine Schicksals­ gemeinschaft. Aus versorgungspolitischer Sicht ist darum der Entscheid von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sieben Kernkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen, gravierend, falls andere folgen. Ihr Entscheid wird dazu führen, dass alte Kohlekraftwerke mit immensem CO2-Ausstoss länger am Netz bleiben. Ob das eine gute Lösung ist, wage ich zu bezweifeln. Das Wort der Stunde heisst also Stromsparen. Wo setzen Sie persönlich an? Ich war diese Woche beruflich sehr stark beansprucht und konnte meinen Stromkonsum darum kaum optimieren. Aber ich habe zu Hause eine Solar­ anlage auf dem Dach, die uns mit Warmwasser versorgt. Das ist keine grosse Investition, sie reduziert aber meine Stromrechnung spürbar. Bislang haben fast alle Energiespar­ massnahmen nichts gebracht: Trotz Sparlampen und Standby-Funktion für elektronische Geräte nimmt der Stromverbrauch Jahr für Jahr zu. Das stimmt leider. Kaum schaffen wir es, den Stromverbrauch bei PC oder Fernseher zu reduzieren, kaufen sich die Leute ein zweites oder sogar drittes Gerät. Dieser sogenannte ReboundEffekt kann nur gebrochen werden, wenn wir der Industrie klare und ambitiöse Energieabsenkziele vor­ geben. Künftig dürfen nur noch die sparsamsten Technologien am Markt angeboten ­werden! Interview Lukas Egli

Werden die Karten im Schweizer Energiepoker neu gemischt?

Fotos Keystone (4), Prisma

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Nuklearenergie

u Das Energiekonzept des Bundes sah vor, dass die bestehenden fünf Kernkraftwerke (Mühleberg BE, Gösgen SO, Beznau 1 & 2 AG, Leibstadt AG) durch zwei oder drei neue ersetzt werden. Ein Ausstieg aus der Kernenergie war auf die Zeit nach 2050 geplant. Nun hat der Bundesrat die Rahmengesuche sistiert.

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Fossile Brennstoffe

u Noch spielen fossile Brennstoffe in

der Stromversorgung der Schweiz eine untergeordnete Rolle. Falls sich der Bund aber von der Nukleartechnologie verabschiedet, werden vermutlich bis zu zehn Kombigaskraftwerke zum Einsatz kommen – mit den entsprechenden Konsequenzen für die CO2-Bilanz.

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Erneuerbare Energien

u Dank Wasserkraft bezieht die Schweiz mehr als die Hälfte ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der Anteil von alternativen erneuerbaren Energien (Wind, Sonne) am Gesamtverbrauch ist aber verschwindend klein. Auch ihr Potenzial wird im wind- und sonnen­ armen Land als relativ klein eingeschätzt.

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Inhalt

HEFT 12, MONTAG, 21. März 2011

Leute 36 39

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60 64

Didier Cuche Exklusiv! Der Ski-Star zeigt seine sechs Weltcup-Kristallkugeln Leute Taulant & Granit Xhaka, Daniel Vasella, Ruedi & Stephan Bitterlin, Blanca Imboden, Andreas Küttel Mathias Gnädinger Happy Birthday! Mit dem beliebten Schauspieler auf den Spuren seiner grossen Liebe in Ramsen Brigitte Balzarini-Voss Intim! Über die letzten Geheimnisse des Gotthard-Stars René Rindlisbacher Manege frei! Der Komiker lebt jetzt im Zirkuswagen 216

Wirtschaft 56

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Alder + Eisenhut Schweizermacher! Turngeräte aus dem Toggenburg. Der Höhenflug von CEO Robin T. Alder

Gesellschaft 44

u mUTTER & tOCHTER TV-Star Mona Vetsch ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ihre Mutter Heidi erzählt: «Einmal hat sie gesagt: Ich bin am falschen Ort auf die Welt gekommen. Alle verreisen, wir hocken nur daheim.»

Julia Onken, Mona Vetsch, Corine Mauch Wann sind Frauen Rabentöchter? Ihr Leben zwischen Liebe und Abweisung

Shopping 75

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 89 90 92

Jod-Tabletten Bei radioaktiver Verstrahlung schützen sie vor Schilddrüsenkrebs Monatlicher Schmerz Die Frauenkrankheit Endometriose wird oft spät entdeckt Der Fall Rötung im Gesicht – und was Sie gegen Rosacea unternehmen können

Die Besten Fotos Nathan Beck, Thomas Buchwalder, Marcel Nöcker

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60 u Ciao, Amore! Steve Lees Geliebte Brigitte Balzarini-Voss hat oft tele­ pathischen Kontakt mit dem toten Sänger.

52 u Ich ha dich gern! Die Liebe von Mathias Gnädinger und Ursula begann vor 58 Jahren. In einer Scheune.

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 99

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 114 Notabene von Peter Scholl-Latour 51 Impressum 110 Horoskop

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

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Der Herr der Ku Was für ein Finale! Didier cuche gewinnt in Lenzerheide den Weltcup in Abfahrt und Super-G. Zum Glück fährt der Teamsenior nächste Saison weiter!

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u Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus, die begehrten Kristallkugeln. «Doch wer genau hinschaut, sieht, dass jede von ihnen einzigartig ist», sagt Didier Cuche. Und er hat recht: Die Trophäe für den Sieger einer Disziplinenwertung im Ski-Weltcup wird mundge-

blasen, ist aus Bleikristall, wiegt fünf bis sechs Kilo und kostet mehrere tausend Franken. Emotional sind sie unbe­zahlbar. Mit jeder seiner sechs Kugeln verbindet Didier Cuche spezielle Erinnerungen. Die Besondere: «Die­jenige für die Abfahrtswertung 2006/07. Endlich hatte ich


leute

geln eine Kugel im Sack.» Die Überraschende: «Die für den Riesenslalom-Weltcup 08/09. Nie hätte ich gedacht, dass ich in dieser Disziplin der Beste sein könnte.» Die Emotionalste: «Die Kugel, die ich jetzt in Lenzerheide für die Abfahrt erhalten habe. Selten war ich vor einer Entschei-

Das halbe Dutzend Viermal Abfahrt, je einmal Super-G und Riesenslalom: Didier Cuche hat nun sechs Weltcup-Wertungen gewonnen.

dung so angespannt.» Zeit zum Feiern bleibt Didier Cuche kaum: Diese Woche fährt er an den Schweizer Meister­ schaften, dann folgen Materialtests für die nächste Saison, und anschliessend wird ihm eine Platte aus der rechten Hand operiert. «Und wenn dieses Mammut-

Programm vorbei ist, werde ich mir eine Ferien­destination aussuchen. Irgendwo an der Wärme.» Schliesslich möchte der 36-Jährige auch in der kommenden Saison wieder zuschlagen. «Ein Jahr hänge ich noch an. Mindestens.» Text Alejandro Velert, Foto Fabienne Bühler schweizer illustrierte

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leute

wer liebt wen

Babyalarm & Liebesglück u Baby Nr. 1: SF-Sport­ moderatorin Daniela Milanese, 35, ist im vierten Monat schwanger. Seit Juni 2009 ist sie mit TV-Projektmanager Antonio Milanese, 36, verheiratet – im Herbst 2011 krönt nun Nachwuchs ihr Glück. «Wir freuen uns auf das, was kommt», so Milanese, die sich «blendend» fühlt. u Baby Nr. 2: Die 17-fache OL-Weltmeisterin Simone Niggli-Luder, 32, und ihr Mann Matthias, 37, erwarten im September ihr zweites Kind. Wie bei ihrer Tochter Malin, 2, verlaufe die Schwangerschaft «tipptopp», ohne Übelkeit. Ob Malin versteht, was sie er­ wartet, wissen die Eltern nicht: «Doch sie spricht davon, dass sie einem Geschwisterchen gerne den Schoppen geben würde.» u Baby Nr. 3: Im August wird «10 vor 10»-

Moderatorin Susanne Wille, 36, zum dritten Mal Mami. Seit April 2005 ist sie mit dem «Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin, 48, verheiratet. Gemeinsam haben sie bereits zwei Söhne: Enea, 5, und Yannis, 3.

Fotos Marcel Nöcker, Alexandra Pauli, Fabienne Bühler, tilllate.com

u Das ist er also – Jennifer

Ann Gerbers Prinz Charming: Charles, 25! Der Brite und die 29-jährige Miss Schweiz 2001 sind seit vergangenem August ein Paar. An der Wieder­ eröffnung des Modehauses Schild präsentierte die Aargauerin erstmals ihr Herzblatt.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Mister Perfect u Edelmais u Francine Jordi u Kurt Felix u Fabian Cancellara

Kontraste: «Taulant ist der Seriösere», sagt Granit Xhaka (r.). «Mein Bruder ist offener, frecher», erwidert Taulant.

taulant & granit Xhaka

Heiss für Hitzfeld u Abegglen, Hermann, Degen, Yakin – Brü­ derpaare in der Fussballnati haben Tradi­ tion. Ein nächstes ist bereit: ­Granit, 18, und Taulant Xhaka, 19, hatten in den vergangenen Wochen beim FC Basel ihre ersten gemeinsamen Super-LeagueAuftritte. Und auch den Schweizer Dress trugen beide bereits. Taulant in der U20-Auswahl, Granit als U17-Weltmeister. Mama Elmaze und Papa Ragip stammen

aus Pristina. «Doch Mama rät uns stets, für die Schweiz zu spielen», sagt Taulant. Fehlt nur noch, dass Naticoach Hitzfeld sie aufbietet. Bevor sie von Kosovo gelockt werden. Vorerst hat das unzertrennliche Duo, das unweit des Stadions bei den Eltern wohnt, andere Pendenzen. Granit: «Noch müssen wir per Bus ins Training. Aber Ende April machen wir gemeinsam die Auto-Theorieprüfung.» iso niedermann schweizer illustrierte

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leute

mister gay

«Auch mein Vater ist schwul» u Er will, dass die Leute über Homo­ sexualität reden: Stephan Bitterlin, 41. Vor einer Woche wurde der Zürcher zum Mister Gay gewählt. «Mit meinen Eltern konnte ich über alles sprechen, deshalb war es für mich als 20-Jähriger einfacher, mich zu outen», begründet er. Zumal bereits ein paar Jahre vor ihm auch sein Vater Ruedi, 70, sein Coming-out hatte: «Ich liebte meine Ex-Frau, verspürte aber eine Affinität zu Männern», sagt der Senior. «Für mich war das nie ein Prob­ lem», erinnert sich Stephan. Zwischen­ durch gehen Vater und Sohn gemeinsam aus. Auch besucht Ruedi Trainings­ lektionen bei Stephan, der als PilatesInstruktor und Pflegefachmann arbeitet. Für seine Amtszeit nimmt sich Stephan Bitterlin viel vor: «Ich möchte für Akzeptanz, Toleranz und gegen Vorur­ teile kämpfen. Wir sind normal, wie andere Menschen auch.» aurelia forrer

Neuer Mister Gay! Der schwule Vater Ruedi ist stolz auf seinen schwulen Sohn Stephan Bitterlin.

blanca imboden

Die Pralinen-Prinzessin u Hüftspeck, Männer und Fernweh: Daraus sind typische Frauenromane gestrickt. Blanca Imboden, 48, aus Schwyz greift zum selben Stoff. Gerade ist ihr Roman «Die PralinenPrinzessin» veröffentlicht worden. «Ich weiss, wovon ich schreibe», sagt sie, «ich habe endlich zehn Kilo abgenommen.» Bereits im Oktober folgt «Ein kenianischer Sommer» – beide Bücher erscheinen im grossen deutschen Verlag Piper. «Sollte ich jemals einen Bestseller landen, möchte ich fortan den Winter in Kenia verbringen.» YZ

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Rose

kaktus

Daniel Vasella VR-Präsident Novartis u Die Katastrophe von Japan bewegt, die Spenden-­ bereitschaft ist gross. So auch bei einigen Gross­ firmen. Drei Millionen Franken Soforthilfe leistet die Novartis in Form von Geld und Medikamenten, sie regt ihre Mitarbeiter zum Spenden an und verdoppelt den so gesammelten Betrag. Lieber Herr Vasella, eigentlich schicken wir die Rose jeweils dem CEO eines Unternehmens. Bei der Novartis machen wir für einmal eine Ausnahme: Wir haben Ihnen in den letzten Jahren eine umfangreiche Kakteensammlung zukommen lassen. Eine Rose ist also längst fällig – und voilà, da kommt sie!

Ricardo Lumengo Parteiloser Bieler Nationalrat u Halt! Nein, Herr Lumengo, nicht die Polizei alarmieren! Wir sinds wieder, die Schweizer Illustrierte mit dem Kaktus. Als wir Ihnen letzten November unser Stachelgeschenk schickten, glaubten Sie an eine Paketbombe, liessen das Päckli durch Sprengstoffexperten öffnen. Diesmal bekommen Sie den Kaktus für Ihren Vorstoss im Nationalrat. Der Bundesrat solle bei der Uno eine Art Weltbundesrat beantragen. Schöne Idee, leider absolut realitätsfremd, sind doch viele Uno-Staaten alles andere als demokratisch. Und wie gesagt: Keine Bombe, nur ein Kaktus!

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Fotos Malu Barben, Hervé Le Cunff, Blick / RDB, Keystone

Jenseits von Afrika – Autorin Blanca Imboden zu Hause in Ibach SZ in ihrer Schreibecke.


leute

Neues Leben: Andreas Küttel zieht diese Woche mit Frau Dorota und Sohn Oliver nach Dänemark. Gegen Heimweh hilft ein grosses Stück Käse seines Sponsors.

«Der Emmentaler kommt mit!» Andreas Küttel feiert in Einsiedeln sein Karrierenende

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arf man seine Party zum Karriereabschluss in einem Kloster feiern? Passt das? Ja, und wie! Aber nur, wenn man Andreas Küttel heisst. Schliesslich absolvierte der Skispringer einst das Gymnasium im Kloster Einsiedeln. «Und in der Turnhalle hier habe ich während meiner ganzen Karriere trainiert.» Mit Freunden, Wegbegleitern und Familie feiert Küttel in der Stiftschule aber mehr als «nur» seinen Rücktritt vom Profi-Sport. Nach rund 12 000 Schanzensprüngen und mehr als 1000 Flug­ kilometern auf Ski hebt er nun in ein neues Leben ab. Mit seiner Frau ­Dorota und Sohn Oliver zieht er nach Sonderborg in Dänemark. Dorota wird dort als Ärztin arbeiten, während Andreas Profi-Hausmann wird. «Springen kann ich dort ja eh nicht. Die höchsten Hügel Dänemarks baut Oliver wahrscheinlich in seinem Sandkasten!» Olivers prominenter Götti, Simon Ammann, hat bereits seinen ersten Besuch angekündigt. «Sobald ich die PrivatpilotenLizenz habe, gehen Yana und ich Andreas mit dem Flieger besuchen.» Und auch für die Eltern von Andreas Küttel, Mutter Marlen und Vater Werner, ist klar, wo sie ihre nächsten Ferien verbringen werden: «Wir fahren ans Meer – nach Dänemark!» Text Alejandro Velert, Fotos Hervé Le Cunff

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Simon Ammann mit seiner Frau Werner und Marlen Küttel: Yana: «Die Wehmut ist gross. «Schade, dass unser Sohn geht – Wir werden Andreas vermissen.» aber wir freuen uns sehr für ihn.»


gesellschaft

Sie streiten und sie lachen. Sie sagen: «So wie sie will ich nie sein!» Und haben doch so viel gemeinsam. Wie ticken Mütter und Töchter? Best­ sellerautorin Julia Onken, TV-Star Mona Vetsch und Politikerin Corine Mauch verraten ihre Geheimnisse.

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Meine Mutter, meine liebste schweizer illustrierte


maya onken, 42, Geschäftsführerin Julia onken, 69, psychologin

«Halt mal die Klappe!»

u Die Tochter «Als ich etwa zehn Jahre alt war, lag meine Mutter oft mit Migräne und ohne Kraft im Bett. Da habe ich mir geschworen, dass ich einen solchen ‹Begabungsstau› nie erleben möchte. Das heisst: Von da an habe ich alles daran gesetzt, meine Ideen in die Tat umzusetzen. Sie war eine liebe Mutter, aber keine typische Mutter. Denn als sie die Psychologie für sich entdeckt hatte, waren die Depressionszeiten vorbei und sie raste mit voller Fahrt hinaus ins Leben. Auch wenn es zwischen uns gekracht hat, auf einer intellektuellen Ebene trafen wir uns immer. Wir redeten über Bücher und Projekte. Das ist bis heute so geblieben, wir arbeiten schliesslich zusammen. Sie ist weder meine Feindin noch Konkurrentin und auch nicht in allem ein Vorbild – aber mit 70 möchte ich mit der genau gleichen Präsenz und Energie im Leben stehen wie sie heute.» u Die Mutter «Maya und ich ziehen am gleichen Strang, wenn es um unsere Arbeit am Frauenseminar Bodensee geht. Bei der Erziehung ihrer Töchter sage ich mir immer: Halt dich zurück! Vielleicht knallt es nie richtig zwischen uns, weil wir psychohygienisch viel tun. Wir sagen uns ‹Du bist ne blöde Kuh› oder ‹Jetzt halt mal die Klappe!›»

Feindin?


gesellschaft

mona vetsch, 36, tv-moderatorin heidi vetsch, 61, bäuerin

«Ich hatte nie Zeit» 46

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Tochter «Bauersfrau wie meine Mutter wollte ich nie sein. Sie hat mir meine Freiheit gelassen. Ärger gabs in meiner Teeniezeit nur wegen meiner Irokesenfrisur. Zwischen uns beiden musste ich lange die Gemeinsamkeiten suchen: Die Spontanität habe ich von ihr, und uns verbindet das Bodenständige. Wir haben die gleiche Art zu reden, sachlich, ohne Gefühlsduselei. Wenn etwas ist, kann ich mich auf meine Mutter verlassen. Sie sieht im Alltag immer das Schöne und beklagt nicht, was ihr fehlt. Darin ist sie mir ein Vorbild.»

u Die


corine mauch, 50, stadtpräsidentin zürich ursula mauch, 75, chemikerin, alt Nationalrätin

«Wir mussten Gespräche führen» Tochter «Ich habe lange ge­ zögert, in die SP einzutreten, weil meine Mutter SP-Nationalrätin war. Aber Politik heisst Vernetzung, Kontakte, Wissen – das hat mich gereizt. Heute be­ wundere ich meine Mutter. Sie hat mich und meine zwei jüngeren Brüder in den USA geboren.1964, da war ich vier, kam unsere Familie zurück in die Schweiz. Meine Mutter war während ein paar Jahren Hausfrau, wurde aber für die damalige Zeit rasch wieder berufstätig als eigenständige, engagierte Chemike­ rin und Politikerin. Von ihr habe ich gelernt, dass wir Frauen uns etwas zutrauen sollen! Mein Leben ist trotz­ dem anders als ihres. Ich war nie

u Die

Mutter «Ich hatte nie Zeit. Mona und ihre drei Geschwister mussten uns auf dem Hof in den Ferien helfen – Äpfel ernten, Kälbchen füttern. Einmal hat sie gesagt: ‹Ich bin am falschen Ort auf die Welt gekommen. Alle verreisen, wir hocken nur daheim!› Mona war früh selbst­ ständig, zog schon mit 16 ins Schüler­ wohnheim der Kantonsschule Frauenfeld. Ich habs versäumt, mehr zu loben. Heute sage ich zu meinen Enkeln oft: ‹Super gemacht!›»

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ausschliesslich Hausfrau, ich habe keine Kinder und lebe mit einer Frau zusam­ men. Das war in unserer Familie etwas Neues.» u Die Mutter «Darüber hast uns einen Brief geschrieben mit der Anrede ‹Liebe Eltern!›. Da dachten wir: Was ist denn jetzt passiert!? Das war unüblich. Natür­ lich haben wir miteinander Gespräche geführt. Ich bin traditionell, mir sind die Familie und die Kinder wichtig. Ich habe mich darum gefragt: Verpasst sie etwas? Corines Partnerin ist jetzt ein Teil unse­ rer Familie, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihr. Und natürlich verfolge ich Corines Arbeit als Stadtpräsidentin mit sehr grossem Interesse.»


gesellschaft

40 Jahre Zwist Julia Onken und ihre Mutter (kl. Bild) hatten eine «komplizierte Beziehung». Was hilft: sich gegenseitig ignorieren? Sich anschreien? Sich verzweifelt aufgeben?

«Wir lebten zwischen Liebe und Abweisung» Bestseller-Autorin Julia Onken erzählt, wie sie ­selber an ihrer Mutter litt und was sie tun musste, um sie trotzdem zu lieben. Text Stephanie Ringel Foto Fabienne Bühler

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in Wohnzimmer in Amriswil TG. Holzmöbel mit Goldbemalung, schwere geblümte Seidenvor­ hänge, ein Kronleuchter, viel Samt. Die Atmosphäre eines französischen Land­ hauses, Erinnerungsstücke an die Zeit, als Julia Onken, 69, in Burgund gelebt hat. Seit kurzer Zeit steht hier auch ein schwarzes Klavier. Die Psychologin setzt sich, lässt die Finger über die Tasten tanzen. Prima Training, um beide Gehirnhälften fit zu halten, findet sie: «Statt im Seniorenturnen mit Bällen zu jonglieren, ziehe ich es vor, Klavier­ unterricht zu nehmen. Ich habe das Gefühl, es gefällt meinem Gehirn.»

Frau Onken, Sie erzählen in Ihrem neuen Buch «Rabentöchter – weshalb ich meine Mutter trotzdem liebe» von der schwieri­ gen Beziehung zu Ihrer Mutter. Waren Sie auch eine Rabentochter?

Am Anfang nicht. Bis zu meinem elften Lebensjahr war meine Mutter meine Königin, Orientierungspunkt, Werte­ vermittlerin. Mein Ein und Alles. Gleichzeitig ist mir nicht entgangen, dass diese so kompetente und ver­läss­ liche Frau in bestimmten Lebens­ bereichen nie geschätzt wurde. Dabei hat Ihre Mutter zwei Kinder auf­ gezogen, einen Vier-Personen-Haushalt geführt und in der Fabrik Strickkleider im Akkord genäht. Jeden Samstag hat meine Mutter das Haus blitzblank geputzt. Sonntags stand sie ab zehn Uhr in der Küche und hat für uns, meine Halb-Schwestern und deren Ehemänner gekocht. Ein Danke hat sie dafür nie gehört. Im Gegenteil. Sie wurde mitleidig be­ lächelt und liess sich das auch noch gefallen! Das hat mich wütend ge­ macht. Ich habe aufs Essen verzichtet. Mich immer mehr von meiner Mutter distanziert. Ich dachte: Wenn ich sie als Mensch ablehne, dann löse ich mich am besten von der ungeliebten Rolle, die sie verkörpert. Fühlten Sie sich schuldig, ihr so unrecht zu tun? Solange meine Mutter gelebt hat, war ich damit beschäftigt, mit ihr und

mit mir fertigzuwerden. Ein Balanceakt zwischen Abweisung und Liebe. Ich habe ihr schöne Kleider gekauft, Sei­ denblusen in Altrosa mit dem jeweils passenden Rock dazu. Sie hat alles mit einem Satz zurückgewiesen: «Das ist viel zu schön für mich.» Das ärgerte mich so, dass ich wochenlang den Kontakt zu ihr abbrach. Was sie mir dann gekränkt aufs Brot geschmiert hat. Als ich selbst Kinder bekam, wurde alles noch komplizierter. Einerseits wollte ich nie so sein wie meine Mutter. Andererseits habe ich ihre Hilfe ange­ nommen. Zum Beispiel als meine zwei­ jährige Tochter im Krankenhaus lag und Betreuung brauchte. Bis zu Mamas Lebensende im Altersheim wurden wir uns gegenseitig nicht gerecht. Ich war in ihren Augen die Rabentochter, die sich zu wenig um sie kümmerte. 1995 starb sie im Alter von 87 Jahren. Sie dachten, damit sind Sie das «Problem Mutter» los? Ja, und ich habe mich gehörig ge­ täuscht. In die Todesanzeige schrieb ich ein Gedicht von Gottfried Benn. Es heisst «Mutter». Eine Zeile daraus geht so: «Ich trage dich wie eine Wunde auf meiner Stirn.» Die Anzeige provozierte. Frauen riefen an, schrieben mir. u schweizer illustrierte

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Gibt es viele Frauen, für die die MutterTochter-Beziehung etwas Quälendes ist? Die Beziehung zu meiner Mutter war kompliziert. Wenn ich in meinem Buch so ausführlich über mein Privatleben spreche, erzähle ich nichts Aussergewöhnliches. Ich weiss aus zahlreichen Gesprächen von anderen Frauen, dass sich viele mit dem Mutter-Problem auseinandersetzen. Ist das tatsächlich so? Hat sich nicht die Mutterrolle verändert, und die Abgrenzung «So wie sie – nie!» ist überholt? Schön wärs! Es gibt immer noch ganz typische Bereiche, in denen die Frauen entwertet oder nicht anerkannt werden. Auch heute noch wird von ihnen erwartet, dass sie die Hausarbeit machen. Meine Studien zeigen: In keinem Beruf ist der Frust so hoch wie bei dieser Hausarbeit. Einer jungen Frau stehen mittlerweile zwar alle Bildungsbereiche offen, doch wenn sie Mutter wird und berufstätig bleiben möchte, muss sie taktieren und rechnen. Wer betreut das Kind? Kann ich das bezahlen? Was hat denn das mit der Beziehung zur Mutter zu tun? Es ist gescheit, wenn die Frauen lernen, einen Stammbaum für die weiblichen Vorfahren aufzustellen, um nach ihren speziellen Fähigkeiten und Talenten zu forschen. Zudem sollten wir uns fragen: Hat meine Mutter Kränkungen erlitten? Wenn ja, welche? Beim Geld, bei der Anerkennung, in der Sexualität? Ich habe Seminare mit Kaderfrauen veranstaltet. Sie sollten das Budget aufschreiben, das ihre Mütter zur Verfügung hatten. Manche von ihnen sind in Tränen ausgebrochen, als sie sahen, mit wie wenig Geld ihre Mütter durchkommen mussten. Und erkannten erst dann, warum sie so motiviert in eine obere Position gelangen wollten! Wer die Geschichte der Mutter nachvollzieht und akzeptiert, empfindet Hochachtung vor ihrer Leistung und Verständnis für ihre Fehler. Heute wird gern über alles geredet. Ist das nicht Hobbypsychologie für gelangweilte Töchter? Nein, überhaupt nicht. Es geht darum, die Mutter als Mensch kennenzulernen. Für die Tochter gibt es zu oft nur die Funktion «Mutter». Vielleicht wollte diese als junges Mädchen lieber Tiefseeforscherin werden! Miteinander reden befreit. Sagen, was einen stört, auch. Sonst schwärt das Problem wie eine eitrige Wunde vor sich hin, und man weiss gar nicht, woher der Schmerz kommt.

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Warum ist eine starke Mutter-Tochter-­ Beziehung so wichtig? Die beiden können ein Gewinner-Team sein! Wenn die Tochter sagt: Du bist zwar nicht gerade eine tolle Mutter gewesen, aber ich finde dich als Mensch grossartig. Weibliche Wurzeln geben Kraft. Das ist besser, als sich wütend abzugrenzen. Sie haben sich mit Ihrer Mutter bis zu ihrem Tod nicht ausgesöhnt. Ich habe es versucht. Nachträglich habe ich unsere Geschichte erforscht. Heute bin ich stolz auf ihre Schaffensfreude und ihre Gesprächskultur. Wenn ihr ein guter Braten gelungen ist, hat sie gestrahlt. Diese «Das habe ich geschafft»-Mentalität ist mein geerbtes Kapital. Die gleiche Zufriedenheit spüre ich, wenn ich ein Buch geschrieben oder einen guten Vortrag gehalten habe. Und wie verstehen Sie sich mit Ihren beiden Töchtern? Barbara, die Jüngere, findet mich gelegentlich mühsam, wenn ich in der Öffentlichkeit meine Meinung sage. Ich spöttle dann: «Sag doch, du hättest mit mir nichts zu tun.» Und Maya? Die arbeitet mit mir zusammen in meinem Frauenseminar Bodensee. Wenn es um unsere Arbeit geht, ziehen wir am gleichen Strang. Wenn es sich aber um die Erziehung ihrer Töchter handelt, halte ich mich zurück! Was sagt eigentlich Ihr Mann zu Ihren Mutter-Tochter-Gedanken? Wir arbeiten eng zusammen. Er liest als Erster meine Buchmanuskripte und Vorträge. Wenn er sein Lesen mittendrin unterbricht, um sich Kaffee zu holen, weiss ich – der Text ist noch nicht spannend genug. Ich kenne ihn genau, wir sind seit 25 Jahren ein Paar. Als ich am Mutter-Tochter-Buch ge­ arbeitet habe, spielte er öfter nach, wie abweisend ich manchmal zu meiner Mutter am Telefon war. Tat das weh? Wenn ich daran denke, wird es mir heute noch schlecht. 

impressum Nr. 12, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chefredaktor/ Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors), Beatrice Pisciottano creative Director JeanRobert Schaffter Unter­haltungs­­chefin Bettina Portmann Politikchef Lukas Egli wirtschafts­chefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nach­richten Thomas Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Marcel Huwyler Unter­ haltung Daniela Zivadinovic (stv. Unter­haltungs­chefin), Sandra Casalini, Aurelia Forrer, Bar­bara Halter, Sylvie Kempa, Thomas Renggli, Yvonne Zurbrügg (People) Sport Alejandro Velert kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler Gesundheit Verena Thurner, Lisa Merz Ko­ordi­na­tion Sonder­ hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Fabienne Hubler, Denise Zurkirch Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Layout/Pro­duk­tion Patrick Brun (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Ständige Mit­arbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier si online Barbara Lanz (Leitung Redaktion), Yasmin Merkel (stv. Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Anouk Haimoff, Ramona Thommen iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Regula Revellado, Renée Sylvia Schauecker Buchhaltung Mirella Vignoni Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Nicole Wesche Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf International Fax +41-44-259 69 96 Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Fax 044 - 259 86 69 Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Das erste Kennenlernen Ursula und Mathias Gnädinger in der Scheune in Ramsen SH, in der sie sich als Zwölfjährige erstmals sahen.

Auf den Spur


Happy Birthday!

Am 25. März wird Schauspieler mathias gnädinger 70. Seit sieben Jahren ist er mit ursula verheiratet. Grund genug für ein «Schnapszahlenfest». Und einen Spaziergang durch Ramsen, wo ihre Geschichte vor 58 Jahren begonnen hat.

en einer Liebe schweizer illustrierte

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Text sandra casalini Fotos marcel nöcker

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nentschlossen steht Ursula Gnädinger, 69, vor dem Tor einer kleinen Scheune in Ramsen SH. «Es wird bestimmt niemand böse, wenn wir mal reinschauen», sagt ihr Mann ­Mathias und zwinkert seiner Frau zu. Das Tor ist offen. Die beiden treten ein. Ursula setzt sich auf einen Heuballen, Mathias nimmt etwas Heu in die Hände, schnuppert daran. Das Ehepaar schaut sich an und l��chelt. Sommer 1953. Der zwölfjährige Mathias hilft seinem Onkel, dem Bauern Seppel Gnädinger, in einer kleine Scheune hinter dem Schulhaus beim Dreschen. Wenige Tage zuvor ist die gleichaltrige Ursula aus dem Thurgau nach Ramsen gezogen. Eine Freundin zeigt ihr das Dorf – und die Scheune, in welcher der «schönste Bub aus Ramsen» krampft. Sie schauen einander an, sagen «Hoi». Der Junge interessiert sich mehr für die Freundin als für die Neue. Aber mit Ursula kommt er in eine Klasse. Drei Jahre später beginnt ihre Liebelei. Eine Teenagerliebe, die immer wieder mal ­endet und neu anfängt. Einmal wirft Ursula wütend seinen Freundschaftsring in den Rhein und ver­ brennt all ­seine Briefe. «Schade, eigentlich», sagt Ursula Gnädinger, als sie wieder aus der Scheune tritt. Ihr Mann lacht. Warum hat das damals eigentlich nicht geklappt? «Weil Ursula nicht folgen konnte.» Kann sie das nun besser? Sie lacht. Die beiden sind inzwischen beim Gemeindehaus von Ramsen angekommen – der ehe­ maligen Realschule. Sie setzen sich auf die Treppe. Er legt den Arm um ihre Schulter. Frühling 1963. Erstmals darf Ursu­ la bei ihrem Freund Mathias übernach­ ten. Beide sind 22. Sie besucht ihn in ­Zürich, wo er an der Schauspielschule studiert. Sie kommt in sein Zimmer – und sieht das Bild einer anderen Frau auf dem Nachttisch stehen. Sofort knöpft sie ihre Bluse wieder zu und macht sich davon. Die Beziehung geht in die Brüche. Zwölf Jahre später heiraten Mathias und Gerda, die Frau auf dem Foto. ­Einige Jahre später zerbricht diese Ehe. Mathias Gnädinger wird zum gefeierten Film- und Bühnenstar, lebt und arbeitet in Berlin und Wien. Immer wieder mal hat er eine Beziehung, heiratet aber nicht mehr. Auch nicht die Mutter seiner Kinder Laura, heute 22, und Gilles, 19. Ursula bleibt in Ramsen und kommt einem Freund ihrer Eltern näher. Cäsar

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Schulschätze Das Ehepaar Gnädinger auf den Stufen des Ramsener Gemeindehauses. Hier besuchten sie vor 55 Jahren die Realschule.

«Ich gerate schneller ausser Atem. Das liegt am Gewicht. Ich habe halt schwere Knochen» mathias gnädinger

Zarotti ist 24 Jahre älter als sie, noch ver­ heiratet und hat Kinder in ihrem Alter. Erst Jahre später, als Cäsar geschieden ist, heiraten die beiden. Ursula sieht ­Mathias hin und wieder zufällig, wenn er seine Familie in der Heimat besucht. Ganz vergessen kann sie ihn nie. Ihr Mann weiss das und duldet keine Tref­ fen seiner Frau mit ihrer Jugendliebe. Klassenzusammenkünfte besucht Ursula heimlich. Sie darf nicht einmal Filme

mit Mathias Gnädinger am Fernsehen schauen. Dies, obwohl Cäsar eigentlich ganz gut mit dem Schauspieler aus­ kommt. «Vermutlich hats nicht geholfen, dass ich ihm mal sagte, ich warte nur auf eine Gelegenheit, Ursula zurück­zu­gewinnen», erzählt Mathias Gnädinger ­lachend. Ächzend erhebt er sich von der Steintreppe, reibt sich den Rücken. Eine alte Verletzung. «Je älter ich wer­


Happy Birthday!

«Klassezämekunft» Mathias und Ursula (Kreise) auf einem alten Klassenfoto. Er brillierte später in Walter Deubers Film an der Seite von Ursi Andress und Stephanie Glaser. Ursula durfte Mathias’ Filme wegen der Eifersucht ihres damaligen Mannes lange nicht anschauen. Jetzt sind die beiden gerade dabei, eine erneute Klassen­ zusammenkunft zu organisieren.

de, desto öfter habe ich wieder Schmerzen.» Sonst fühlt er sich nicht wie siebzig. Er gerät etwas schneller ausser Atem als früher. «Das liegt am Gewicht. Ich habe halt schwere Knochen.» Ursula kichert und hakt sich bei ihm unter. «Komm, wir gehen noch auf die Wiese bei der Lehmgrube.» Dorthin führten sie ihre Spaziergänge als junges Liebespaar. Frühjahr 2001. Ursulas Mann Cäsar stirbt. Ursula und Mathias leben ­inzwischen beide in Stein am Rhein SH. Einige Monate nach Cäsars Tod laufen sie sich zufällig über den Weg. Ursula erscheint Mathias so mager, dass er sie spontan zum Essen einlädt. Die beiden treffen sich wieder regelmässig. Am 18.  August fällt Mathias nach einem Besuch bei Ursula angetrunken in ihr Rosenbeet. Bei seinem Anblick ist sie

sich jetzt sicher: «Wir gehören zusammen.» Trotzdem ruft sie einen gemeinsamen Freund an – den örtlichen Tierarzt –, der ihn abholt und heimfährt. «Mein Sturz ins Glück», sagt Mathias Gnädinger. Nach einem ausgiebigen Spaziergang auf seiner Lieblingswiese ist das Ehepaar wieder zu Hause angelangt. Jetzt sitzen sie am grossen Küchentisch, geniessen selbst gebackene Apfelwähe und Kaffee. Hier sassen sie auch vor über sieben Jahren, als Mathias aus dem Blauen heraus meinte: «Wir könnten eigentlich heiraten.» So weit Ursula Gnädingers Version. «Nein, ich habe Blumen gebracht!», sagt er. Sie zieht eine Augenbraue hoch. Die Hochzeit folgte schnell. «Irgendwann im Sommer», sagt er. Auch sie muss im Kalender nachschauen. 27. August 2004. Ursula und Mathias Gnädinger heiraten auf dem

Standesamt in Stein am Rhein. Heimlich. Nur die Trauzeugen sind anwesend. Rummel wollen sie keinen. Jemand fragt, ob seine Tochter ein Bild machen darf – und steckt das Foto dem «Blick» zu. So erfahren Freunde und Familie von der heimlichen Hochzeit. «Verärgert war niemand deswegen», sagt Mathias und steckt sich ein Stück Apfelwähe in den Mund. «Aber wir wurden natürlich hochgenommen: Wir seien zu geizig für ein grosses Fest.» Und damals versprachen Gnädingers: In sieben Jahren, wenn Mathias siebzig wird, im verflixten siebten Ehejahr, wird das Fest nachgeholt. Jetzt ist es so weit. Happy Birthday, Mathias Gnädinger! Und alles Gute für eine lange, ungewöhnliche Liebe, die vor 58 Jahren in einer kleinen Scheune in Ramsen begann.   schweizer illustrierte

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Setzt zum Hรถhenflug an Robin T. Alder, CEO von Alder + Eisenhut, und ein Teil seiner Belegschaft in der grossen Lagerhalle.

Die Turn


Schweizermacher

Text Nina Siegrist Fotos Hervé Le Cunff

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In der Schulzeit brachte sie uns ganz schön ins Schwitzen! Seit 120 Jahren stellt die Firma Alder + Eisenhut im Toggenburg Turn­geräte her. Ein Familienunter­nehmen mit Auf­schwüngen, Klimmzügen und Abgängen.

nfabrik

in hingewürgter Felgaufzug am Reck, eingeklemmte Finger am Schwedenkasten und die Schmach, wenn der Sturzhang an den Ringen mal wieder zum Sturzflug wurde. An den Turngeräten von Alder + Eisenhut hat sich so manches Schulkind die Zähne ausgebissen – oder sogar ausgeschlagen. So wie Robin T. Alder, heute CEO des Familienunternehmens. Damals sprang Gymischüler Robin, gross gewachsen, eher ungelenk, aufs Mini-Tramp, setzte an zum Salto vorwärts – und rammte sich das Knie ins Gebiss. «Jetzt hab ich wunderschöne Implantate», sagt der Chef und entblösst mit einem Lachen das strahlend weisse Meisterwerk seines Zahnarztes. Alder steht mitten in seiner Produk­ tionsstätte in Ebnat-Kappel SG, neben ihm schieben Arbeiter das hölzerne Blatt einer Langbank in eine Schleifmaschine, im Raum nebenan werden Sprossenwände zusammengeschraubt. Auf den ersten Blick scheint sich das Sortiment von Alder + Eisenhut in den letzten 120 Jahren kaum geändert zu haben. Doch heute kontrolliert auch hier der Computer die Abläufe. Eine Vielzahl an Zubehör – vom Feder- bis zum Gymnastikball – wird vertrieben. Und ein Klassiker, die Kletterstange, verschwindet langsam, aber sicher aus dem Angebot. «Immer weniger Kinder kommen da noch hoch.» Begonnen hat alles 1891. Emil Trachsler, Oberturner im Turnverein Hallau SH und ein leidenschaftlicher Tüftler, entwickelt Turngeräte und meldet sie beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Die körperliche Ertüchtigung, ein «Mittel gegen die Verweichlichung», kommt in Mode. Und Robert Alder-Fierz, ein gut situierter Schmied aus Küsnacht ZH, wittert ein Geschäft. Der Urgrossvater der AlderDynastie kauft Trachsler seine Werkstatt und die Patente für 10 000 Franken ab. Die Firma startet mit drei Mitarbeitern, wächst und wächst und fusioniert 1909 mit ihrem grossen Konkurrenten, den Gebrüdern Eisenhut aus Flawil SG. In den Dreissigerjahren übernimmt Gross­ vater Alder das Geschäft. Der «verlorene Sohn» kommt dafür extra aus Brasilien zurück, wo er als Bauingenieur gearbeitet hat. Es folgen harte Kriegsjahre, in denen Stahl, Holz und Fahrzeuge konfisziert werden, man schleift Bajonette, um zu überleben. Vater Alder meistert in der dritten Generation die grosse Rezession der Siebziger, führt die Automatik ein. Robin T. Alder schlendert durch die riesige Lagerhalle seines Betriebes. Hin- u schweizer illustrierte

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ter ihm stapeln sich Tischtennistische und Paletten mit orangen und blauen Matten. Neben einer Reihe von Pauschenpferden hält er inne. Donghua Li wurde darauf Olympiasieger. Und Firmenchef Alder hat sich darauf schrecklich blamiert: Vor einigen Jahren, an einem J+S-Anlass, sollte er unter Anleitung von Li etwas vorturnen. «Ein Desaster», sagt Alder, denn zum mangelnden Talent kam noch ein schmerzhafter Muskelkater vom Zügelkistenschleppen hinzu. Er schaffte es nicht mal, die Beine übers Pferd zu schwingen. Eine unfreiwillige Slapstick-Einlage für die über hundert Zuschauer. Ja, die Alders seien keine Turner. «Aber ein Damenunterwäschehersteller muss selbst ja auch nicht zwingend Damenunter­wäsche tragen.» In den Neunzigerjahren, als Robin T. Alder das Familienunternehmen übernimmt, muss der HSG-Absolvent als Erstes ein radikales Sanierungsprogramm durchziehen: Die öffentliche Hand hat ihre Beschaffungspolitik reorganisiert, Gemeinden müssen auf das wirtschaftlich günstigste Angebot zurückgreifen. Die hochwertigen Produkte von Alder + Eisenhut fallen meist früh aus dem Renu

Echte Handarbeit Schreiner Fredi Wyss und Robin T. Alder beim Zusammenschrauben einer Sprossenwand.

«Wir Alders können nicht turnen. Dafür sind wir viel zu gross und ungelenk» Robin T. Alder, CEO


Schweizermacher

nen. Dazu kommt eine veraltete Produk­ tionslogistik, die Mitarbeiter produzie­ ren oft das falsche Gerät zur falschen Zeit, für einige Geräte bestehen monate­ lange Wartezeiten. «Sogar das Schweizer Fernsehen berichtete damals über unse­ re 14 Entlassungen – das war schlimm», erzählt Alder. Danach gehts steil berg­ auf, heute arbeiten mehr Mitarbeiter für Alder + Eisenhut als je zuvor, der Um­ satz beträgt rund 26 Millionen Franken. Der Chef ist im hintersten Teil der Lagerhalle angekommen. Auf einer gros­ sen Fläche schweissen hier Mitarbeiter der Tochterfirma Eberhard Bühnen Stahlträger zusammen. Hier entstehen die Bühnenwagen für das weltberühmte Moskauer Bolschoi-Theater. Bald wer­ den die Tänzer des Bolschoi-Balletts ihre Pirouetten auf den Bühnenbrettern aus dem Toggenburg drehen, freut sich Alder. Später erzählt er, dass seine zwölfjährige Tochter Florence ebenfalls Ballett macht. Wird sie den Betrieb einst übernehmen? «Ich sage ihr das, was schon mein Vater zu mir gesagt hat: Du musst nicht. Aber es wäre schön.» Sagts und zeigt ein letztes Mal sein strahlen­ des Lachen.  

Alder + Eisenhut – Die andere Bilanz u Team 125 Mitarbeiter, 15 Lehrlinge. u Weisch no? Im 2. Weltkrieg verdient die

Firma ihr Geld mit Früchtedörren. u CEO-Hosensack Immer dabei hat Robin

T. Alder ein kleines altes Handy: «Es ist handlicher als mein iPhone.» u Firmenstar Fatlum Musliji. Der Lehrling begeisterte als Roboter-Tänzer in «Die grössten Schweizer Talente». u Kafipause Ein Mitarbeiter trinkt im Schnitt 1,2 Tassen Kaffee pro Tag.

Aufschwung Im Jahr 1891 wurde die Firma mit drei Mitarbeitern gegründet, 1897 zählt sie bereits ein gutes Dutzend Angestellte.

u Premiere 1891 wird das «Universal­ turngeräth» hergestellt – ein Barren, den man zum Reck umbauen kann. u Spezialauftrag Das Tierspital Zürich bestellt Barren-Sonderanfertigungen als Operationstisch für Pferde. u Souvenir Die neue Firmenchronik («Klimmzüge, Abgänge und Aufschwünge», Orell Füssli Verlag) und eine Einkaufstasche aus alten Turnmatten. u Online www.alder.ch


lovestory

Kraftort Im Hafen von Lugano träumten Brigitte Balzarini-Voss und Steve Lee oft von einem Segeltörn um die Welt: «Segeln war Steves grosse Leidenschaft.»


«Steve ist stolz auf mich» Vor einem halben Jahr verunglückte steve lee tödlich. Jetzt gewährt seine grosse Liebe brigitte balzarini-voss intime Einblicke in das Leben des Gotthard-Sängers. Text aurelia forrer Fotos thomas buchwalder

Frau Balzarini-Voss, sechs Monate nach Steve Lees Tod erscheint Ihr Buch. Warum? Ich fand es wichtig, dass es noch innerhalb des Trauerjahres erscheint. Denn es gehört zur Verarbeitung. Ich will nicht später den alten Schmerz aufleben lassen, sondern jetzt die traurigen Dinge verarbeiten und die guten un­vergessen machen. Sie schreiben, dass Steve und Sie das Buch in ähnlicher Form geplant hatten. Im Frühling 2010 diskutierten wir ernsthaft über die Kapitel unseres gemeinsamen Buches. Es sollte von der Musik handeln und vom Leben an der Seite eines Rockstars. Ein Jahr nach mir wollte er dann sein eigenes Buch veröffentlichen. Ihre gemeinsame Geschichte begann am 4. Juli 2002. Erzählen Sie. Wir lernten uns nach einem GotthardKonzert kennen. Ich spürte sofort, was er von mir dachte: eine lässige und aufgestellte Frau. Wir tasteten uns gegenseitig ab, um zu spüren, ob eine Freundschaft entstehen kann. An der Miss-Schweiz-Gala im September 2002 schenkten Sie ihm Pflanzensamen. Das hatten Sie geplant, obwohl Sie ihn noch gar nicht so gut kannten? Ja. Ich wollte, dass er etwas hat, das ihn an mich erinnert. Es waren Papageienblumen-Samen, die ich auf Fuerte­ventura gekauft hatte. Steve pflanzte sie tatsächlich und meinte später, dass sie sehr lange hielten.

Danach versuchten Sie, mit Briefen Kontakt mit ihm aufzunehmen. Hört sich nach einem Groupie an. Ich habe es im Sinn von Freundschaft gemacht und wollte herausfinden, ob eine Seelenverbindung besteht. Wenn es mir wie bei einem Groupie ums Sexuelle gegangen wäre, wäre ich direkter auf ihn zugegangen. Steve Lee war zu diesem Zeitpunkt verheiratet. Wieso akzeptierten Sie es, seine Geliebte zu sein? Ich merkte nach unserer ersten gemeinsamen Nacht: Wenn wir beide eine Zukunft haben sollten, muss ich diese Entscheidung ihm überlassen. Denn ich war Single. Und wenn Steve bei seiner Frau geblieben wäre, hätte ich das akzeptiert. Doch er rief mich als Erster und immer wieder an. Und das lief während eineinhalb Jahren so. Sie durften ihn nie anrufen. Aus Angst, ihn in eine unangenehme Situation zu bringen? Nein, so konnte er sich melden, wenn er wollte. Alle Entscheidungen in Bezug auf mich sollten bei ihm liegen. Hat er Sie «warmgehalten»? Gar nicht. Steve meldete sich jeden Tag bei mir und sagte: «Hab Geduld mit mir, ich brauche Zeit.» Er wollte sich nicht einfach für das Frische, Leidenschaftlichere entscheiden, das auf Langzeit nicht hält. Ich weiss, dass er seine Ex-Frau nicht wegen mir verliess. Ich half ihm dabei, sich aus einer unglücklichen Situation zu lösen. Steve war keiner, der sich schnell in jemanden verliebte. Bei ihm brauchte es viel. Darum auch die eineinhalb Jahre. u schweizer illustrierte

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«Der Juli war unser Liebesmonat! Weil wir alleine und meine Kinder bei ihrem Vater waren» brigitte Balzarini-voss

u Hatten Sie nie Angst, dass er dasselbe irgendwann auch mit Ihnen macht? Nein, ich sah ja, wie sauber und schön er sich von seiner damaligen Frau trennte. Da fiel mir auf, was für einen wunderbaren Charakter er hat. Veränderte er nach dem Auszug seiner Frau die Wohnungseinrichtung? Weil er ihr neue Möbel kaufte, liess sie ihm alles. So musste ich mein Leben mit ihm inmitten ihrer Möbel weiterführen. Doch unsere Liebe war wichtiger. Welches waren die schönsten Momente in Ihrer Beziehung? Der Juli war unser Liebesmonat! Weil wir alleine und meine Kinder bei ihrem Vater waren. Da lebten wir, ohne Pläne zu machen. Hatten Sie Rituale? Bei jeder Gelegenheit stand eine bren­ nende Kerze auf dem Tisch. Und wenn wir getrennt waren, riefen wir uns alle fünf Stunden an. Steve sagte stets: «Ich bin in deiner Bahn und du in meiner.» Gab es ein Tabu in Ihrer Beziehung? Nein, wir wussten alles voneinander. Ich hatte noch nie mit einem Menschen eine so tiefe Beziehung wie mit Steve. Wenn eine Person intime Dinge mit einem teilt, ist das wie ein Juwel. Dennoch trennten Sie sich einmal … Nur räumlich, nicht als Paar. Ich zog aus, weil wir zwei Dinge nie verein­ baren konnten: Zum einen hatte ich

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zwei Kinder, und er wollte nie Vater werden. Zum anderen wollte ich durch meine eigene Kindheitserfahrung, mein Vater war Musiker, nicht unbedingt mit einem Musiker das Leben teilen. In dieser Zeit lernten Sie einen anderen Mann kennen. Erzählten Sie Steve davon? Nein. Ich hätte ihm davon erzählt, wenn ich mich für den anderen entschieden hätte. Aber es lief nichts zwischen uns, ausser dem Wirrwarr in meinem Kopf. Aber Steve spürte es. In dieser Zeit schrieb er für mich seinen letzten Song: «Forever Eternally». Unzählige Frauen waren in Steve Lee verliebt. Wie gingen Sie damit um? Das war stressig. Kaum ging ich auf Toilette, war schon eine bei ihm. Der weibliche Fan akzeptierte mich immer, die verliebte Frau behandelte mich wie eine Rivalin. Sie sind erst heute davon überzeugt, dass Steve das Leben mit ihnen teilen wollte. Unser Alltag liess mich daran zweifeln. Dass ich ihn heute immer bei mir spüre, zeigt mir aber, dass es so war. Was war Steves wertvollste Eigenschaft? Seine Gabe, dass er jedem Menschen das Gefühl vermitteln konnte, einzig­ artig zu sein. Sie erzählen im Buch auch von Banalitäten, über die sich Steve aufregen konnte. Er war manchmal ein impulsiver Mensch. Wenn man mit ihm umzu­

Die Gedanken einer Frau Brigitte Balzarini-Voss, 52, erzählt über ihr Leben an der Seite des Rockers Steve Lee. Das Buch erscheint diese Woche.

Foto Jörg Kressig / Giger Verlag

Der Rocker und seine Braut Im Juli 2003 posierten Steve Lee und Brigitte Balzarini-Voss auf ihrer Harley. Am 5. Oktober 2010 ver­unglückte der Gotthard­ Sänger tödlich – auf einer Motorradtour in den USA.

gehen wusste, wurde man aber mit dieser Seite praktisch nie konfrontiert. Dennoch bekommt man den Eindruck, dass Sie sich immer zurücknahmen. Das ist eben meine Art. Ich selbst hatte nie das Gefühl, mich Steve zu unterwerfen. Wie verbrachte er seine Tage zu Hause im Tessin, in Porza? Steve stand immer zwischen 7.15 und 7.30 Uhr auf, achtete sehr auf sein Fitnessprogramm und nahm sich Aus­ zeiten, um aufzutanken. Der Sonnen­ untergang war seine liebste Tageszeit. Folgte Ihre Beziehung auch einem so genauen Zeitplan? Er führte mit mir in der Tat eine struk­ turierte Beziehung. Wenn er mit einem Kollegen wegwollte, sagte er es mir eine Woche vorher. Er stellte mich nie kurzfristig vor vollendete Tatsachen. Sie wollten symbolisch heiraten. Machte er Ihnen einen Antrag? Den definitiven Antrag bekam ich einen Tag vor seinem Tod. Wir waren in einem Geschäft mit Indianerschmuck, als er mir sagte, dass er mich heiraten wolle. Das wäre diesen März auf der Malediven-Insel Mirihi gewesen. Sie haben Steve nach seinem Tod mehrmals gesehen. Erscheint er Ihnen noch immer? Ich habe einen telepathischen Kontakt zu ihm. In seinem Haus gehts am besten: Ich höre in mich hinein, konzentriere mich und stelle ihm Fragen. Zuletzt, ob er mit meinem Buch zufrieden ist. Er hat sehr positiv re­ agiert und meinte, er sei stolz auf mich. Besuchen Sie oft sein Grab? Ja und immer alleine. Ich rede mit ihm und sende ihm Gutenachtwünsche. Doch seine Seele ist nicht immer dort. Er hat auch in der spirituellen Welt sehr viel zu tun. 


Lustig ist das Zigeunerleben Mit Bügeleisen, Necessaire und einem Lächeln zieht René Rindlisbacher in den Knie-Wohnwagen 216.

Hereinspaziert!

Manege frei: Edelmais-Komiker René rindlisbacher tourt mit dem Circus Knie durch die Schweiz. Dazu gehören ein Leben im Wohnwagen und tierische Nachbarn. Text aurelia forrer Fotos marcel nöcker

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ené Rindlisbacher, 47, zieht in ­einen Wohnwagen und nimmt mit: ein Bügeleisen, ein MassageBett, einen Staubsauger, einen Wischmopp und ein Familienfoto. «Der Staubsauger ist das Wichtigste. Eine Sauerei kann ich gar nicht haben», sagt er.

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Zusammen mit seinem Edelmais-Partner Sven Furrer, 39, ist er seit dieser Woche mit dem Circus Knie auf «Vive le Cirque!»-Tournee. Plötzlich im kleinen Zirkusdorf in einem 7 mal 2 Meter grossen Wohn­ wagen zu hausen, ist für den Komiker ungewohnt. «Das letzte Mal habe ich vor 25 Jahre alleine gelebt.» Seine Frau ­Monika und die beiden Kinder Laura, 18,

und Nico, 15, bleiben zu Hause im ­Aargau. «In den Ferien kommen sie mich jedoch besuchen, wo auch immer ich ­gerade bin.» Die erste Station und sein Einzugsort ist der Parkplatz des Kinderzoos Rapperswil. Seine Adresse: Wohnwagen 216. «Gleich neben den drei ­Ukrainerinnen vom Trio Bellissimo.» Wie er mit den Akrobatinnen, Clowns und Helfern auf «Gut Nachbarn» macht,


Zirkusleben

überlegte sich René Rindlisbacher schon im Vorfeld. Sein knallgelbes MassageBett soll es richten. «In zwei Wochen ­stehen sie neidisch vor meinem Wohnwagen Schlange. Und wenn das nicht klappt, werde ich zum ‹Glättimeischter›.» Hemden bügeln, kochen und putzen, das könne er nämlich problemlos. «Im Haushalt helfe ich meiner Frau bei allem mit.» Das Anschliessen von Strom und Wasser muss er dafür noch lernen. «Das wird nicht für mich gemacht. Wir fahren auch unseren Wohnwagen selbst von Ort zu Ort.» Deshalb muss er etwa 30 Mal auf sein Feierabend-Glas Wein verzichten. Direkt neben seinem Wohnwagen befindet sich das Gehege der Kamele und Zebras. Die Kontaktaufnahme mit den tierischen Nachbarn klappt ohne List – zumindest fast. Eine Schachtel Cornflakes bringen er und Sven Furrer fürs gemeinsame Frühstück mit. Es funktioniert, bis das Futter knapp wird. «So, jetzt losed emal zue», sagt Rindlisbacher und erntet Spuck- und Beissattacken. «Wir müssen gar nicht mit euch auskommen. In unserer Tiernummer stehen wir eh nicht mit euch gemeinsam in der Manege.» In ihrer Tierkonferenz beleuchtet das Duo die Tiere von oben mit Scheinwerfern und leiht ihnen verschiedene Dialektstimmen: Das Basler WatussiRind, der Zürcher Esel, das Berner Kamel und die St. Galler Ziege reden dabei über ihr Geburtstagsgeschenk für den Elefanten und geraten in Diskussionen. Auf eine Akrobatik-Nummer verzichtet das Duo Edelmais. «Wir beherrschen selbstverständlich den Rückwärtssalto», sagt Rindlisbacher. «Doch bei meiner Krankheitsgeschichte ist die Gefahr einer Verletzung zu gross.» Wegen einer Hirnoperation im vergangenen Herbst muss er noch immer Medikamente einnehmen. René Rindlisbacher wurde damals ein Kavernom, ein Blutschwamm im Hirn, entfernt. «Doch sonst gehts mir gut. Ich habe keine Angst oder Panik vor der Manege.» Das Einzige, was jetzt noch schiefgehen könnte: «Ich hoffe, dass ich keine Sven-Allergie bekomme», sagt er und lacht. Denn im Knie-Dorf sehen sich die Bühnenpartner praktisch rund um die Uhr. «Damit dies nicht auch noch mitten in der Nacht vorkommt, wohnen wir in getrennten Wohnwagen.» Doch einem gemütlichen Beisammensein bei einem Glas Walliser Rotwein wird natürlich nichts im Wege stehen.   Ab dem 24. März tourt der Circus Knie mit seinem neuen Programm «Vive le Cirque!» durch die Schweiz. www.knie.ch schweizer illustrierte

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Uhren & Schmuck Ein Magazin der Schweizer Illustrierten, im Auftrag von Tasari Atelier, Bern

hublot

Grüner Knaller E

s gibt sie schon in Rot und Blau – und jetzt in Grün – die Big Bang von Hublot. All Black Green heisst das neuste und auf 500 Stück limitierte Modell. Die grünen Teile scheinen zu fluoreszieren – Minuterie, Indexe, Zeiger und Krone leuchten aus der ganz in Matt­ schwarz gehaltenen Uhr heraus. Trotz der Grösse von wahlweise 44 oder 48 Milli­ metern Durchmesser ein Meisterstück

der Eleganz. Gehäuse und Lünette sind aus Keramik, die Schrauben aus Titan. Das HUB4100-Uhrwerk des mechani­ schen Chronographen besteht aus 252 Tei­ len. Das Armband ist aus Alligatorhaut, die Unterseite aus anschmiegsamem Kautschuk. u Hublot All Black Green, CHF 15 900.–

www.hublot.ch

Baselworld u Vom

24. bis 31. März 2011 An der Weltmesse für Uhren und Schmuck, Baselworld, sind alle renommierten Uhren- und Schmuckmarken sowie Diamanten-, Edelstein- und Perlen­händler präsent. Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr. www.baselworld.com

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Uhren & Schmuck mondaine

Die Kult-Uhr zieht Kreise Das Design ist legendär: Dank reduziertem Design gibt es sie auch als Wecker, Tisch- und Taschenuhr.

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ft ist es die Einfachheit, die ein schönes Objekt von einem Designklassiker unterscheidet: 1944 schuf Hans Hilfiker im Auftrag der SBB eine Uhr, die heute als offizielle Schweizer Bahnhofsuhr bekannt ist. Die Unternehmerfamilie Bernheim hat aus dem populären und einfachen Design für Mondaine eine Armbanduhr entwickelt, die seit 1986 auf Erfolgskurs ist. Unverwechselbar: die rote Kelle als Sekundenzeiger. Die vor einem Jahr lancierte Retro-Kollektion fürs Handgelenk wurde um zwei Varianten mit Automatik-Uhrwerk ergänzt. Und: Es gibt auch Wecker, Tisch-, Wand- und Taschenuhren – traditionell oder in reduziertem Design, aber immer unverwechselbar. u Retro Automatic, CHF 675.– u Travel Alarm Clock Night Vision, ­

Kommt nie aus der Mode Die Schweizer Bahnhofsuhr fürs Hand­gelenk und für den Nachttisch.

CHF 250.– Tel. 058 - 666 88 33, www.mondaine.ch

wenger

Für harte Männer

Wenger steht für Sackmesser – aber auch für Uhren, die ebenso strapazierfähig und robust sind wie die Männer, die sie tragen. Die Special-Commando-Linie ist ein Beispiel dafür.

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ie Wenger Special Commando ist eine Hommage an das Swiss Raid Commando und die Pa­ trouille des Glaciers. Die grosszügig ausgestattete Uhr mit einem Gehäusedurchmesser von 42 Millimetern bietet Chronographenfunktionen zur Messung von 60 Sekunden, 30 Minuten und 12 Stunden, einen Tachy­ meter und Datumsanzeige. Bei Spe­ zialeinsätzen ist der multifunktionale Chronograph ein unverzichtbares Zeit­

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messinstrument, das präzise Informa­ tionen liefert: etwa zu Ortszeit, Datum, bereits verstrichener Einsatzzeit oder Fahrzeuggeschwindigkeit. Diese Daten sind auf der extra weiten Zifferblatt­ lösung von 38,5 Millimetern auf einen Blick erkennbar. Die breiten, mit Superluminova beschichteten Indexe, Ziffern und Zeiger erleichtern das Ablesen bei Dunkelheit. Das Gehäuse, die Drücker und die Krone sind aus rostfreiem Stahl 316L und mit schwarzem antireflektie-

rendem PVD beschichtet. Das Armband ist aus Kautschuk und bietet maximale Lebensdauer. Die Commando Day-Date Blackline ist die Drei-Zeiger-Variante mit einem Gehäuse von 40 Millimetern. Sie verfügt über eine Tag- und Datumsanzeige. u Commando Chronograph, CHF 480.– u Commando Day-Date Blackline, CHF 260.– Tel. 032 - 421 39 30, www.wenger.ch


Hunter fürs Handgelenk Das Zifferblatt wurde von der Instrumenten­ ansicht im Cockpit inspiriert.

Oris

Die Hunter-Uhr

Mit einer Uhr die legendären Hunter retten, damit den Fliegern noch lange nicht die letzte Stunde schlägt: Das will die Firma Oris mit der Swiss Hunter Team PS Edition – auch für Damen.

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och immer haben sie zahlrei­che Fans: die Hunter, die in der Schweizer Luftwaffe und ­während 30 Jahren als Flugzeuge der ­Patrouille Suisse Dienst taten. An der Kampagne «Save the Patrouille Suisse Hunter» beteiligt sich auch die Uhren­ firma Oris aus Hölstein BL. Die Firma ist

für ausschliesslich mechanische Uhren bekannt. Sie hat sich für das Zifferblatt von den Instrumenten im Cockpit inspirieren lassen, die Krone ist eine original Oris Big Crown und somit auch mit Fliegerhandschuhen bedienbar. Sowohl das Damen- wie das Herrenmodell haben ein mechanisches Automatikuhrwerk.

Die Herrenuhr (44 oder 38 Millimeter) mit dunkelgrauem Zifferblatt hat Super­ luminova-Leuchtstoffeinlagen, die Damenuhr 13 Diamanten. u Swiss Hunter Team PS Edition,

CHF 1500.– bis CHF 1800.– Tel. 061 - 956 11 11, www.oris.ch

Die Uhr für den Einsatz Die Anzeige und die Zeiger der Wenger Special Commando und der DayDate Blackline (links) sind gut sichtbar.

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Uhren & Schmuck luminox

Die Leuchtenden Die US Navy Seals, die US Air Force, CIA, FBI, aber auch die Sondereinheit Skorpion der Stadtpolizei Zürich vertrauen auf Luminox. Die Uhr mit permanenter Leuchtkraft.

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er Name ist Programm: Lumi steht für Licht, Nox für Nacht – die 1989 in den USA eingeführten Uhren stehen für optimale Lesbarkeit auch in der Nacht. Heute werden sie in der Schweiz in Biberist SO hergestellt. Luminox, das sind hochwertige, robuste Uhren und vor allem ein einzigartiges Beleuchtungssystem: Anders als herkömmliche Uhren benötigen sie keine äussere Lichtquelle, um die Leuchtelemente auf dem Zifferblatt oder den Zeigern «aufzuladen». Es ist auch kein Knopfdruck nötig, um das Zifferblatt zu beleuchten. Dank ihrer patentierten Technologie leuchten sie ununterbrochen und unter schwierigsten Bedingungen. Ganz von selbst. Seit mehr als 20 Jahren begeistert die Marke Männer mit extremen Anforderungen an die Sportlichkeit ihrer Uhr – ob im Beruf oder in der Freizeit. u Colormark Chronograph 3080 Series, CHF 470.– u Atacama Field Chronograph 1880 Series, CHF 830.– Tel. 058 - 666 88 33, www.luminox.com

Sportlich Die Colormark Chrono­graph 3080 (l.) und die Atacama Field Chronograph 1880.

atlantic

Jetzt auf Schweizer Kurs

Christina Surer ist Markenbotschafterin der Lengnauer Uhrenfirma Atlantic. Der Spezialist für Qualität und guten Preis war bis anhin vor allem im Ausland bekannt.

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ie Firma Atlantic wurde 1888 im solothurnischen Bettlach gegründet und produziert heute in Lengnau BE. Die umfassende Kollektion richtet sich an alle Altersgruppen, Damen und Herren und war bis jetzt vor allem im Ausland ein Begriff. Atlantic-Kunden haben ein ausgeprägtes Interesse an hoher Qualität, gutem, funktionalem Design, erschwinglichem Preis und SwissMade-Qualität. Die Kollektion umfasst

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vor allem sportliche, elegante und klassische Modelle. Die präzisen Uhrwerke von ETA in Quarz- oder Automatik­ ausführung werden bei Atlantic unter manufakturähnlichen Bedingungen in qualitativ höchstwertige Gehäuse eingeschalt. Bei den mechanischen Modellen ist vor allem die filigrane Mechanik des Uhrwerkes durch den Gehäuseboden sichtbar. Es werden nur Materialien in bester Qualität verwendet: Stahl in 316L-Qualität, mehrheitlich unzerkratz-

bare Saphirgläser. Alle Uhren sind bis mindestens 30 Meter oder mehr wasserdicht, einige davon mit verschraubter Krone. Die Worldmaster Chronograph Valjoux hat eine Lünette mit Tachymeterskala, das Zifferblatt gibts in silberweiss oder schwarz, mit Leder- oder Stahlarmband. u Worldmaster Chronograph Valjoux Steel Black, CHF 1975.– Tel. 032 - 625 18 88, www.atlantic-watch.ch


De grisogono

Genfer Edel­ stücke

Fawaz Gruosi hat sie gegrün­ det und zur Blüte gebracht: An einer riesigen Ausstellung zeigt der Genfer Schmuck­ hersteller de Grisogono seine Kunst an der Baselworld.

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ie Genfer Schmuckfirma de Grisogono hat sich 2005 eine eige­ne Goldschmiedewerkstatt zu­ gelegt. Hier entstehen 80 Prozent der Unikate nach allen Regeln der Kunst und der Tradition. In Plan-les-Ouates GE beschäftigt die Goldschmiedewerkstatt 29 Mitarbeiter, darunter 10 Goldschmiede, 5 Steinfasser, 3 Designer und 2 Gemmologen. Auch der kleinste Stein wird wie ein Kultobjekt behandelt. Mit Detailversessenheit und Strenge werden die Steine ausgewählt: Ihr Schliff ist immer fehlerfrei und die Fassung, oft in geschwärztem Gold, äusserst diskret. Jährlich werden zwischen 500 000 und 700 000 Steine auf Uhren und Schmuckstücken

eingefasst. Perfekte Beispiele für den Stil von de Grisogono sind die Ringe Miss Allegra. De Grisogono hat eigene Boutiquen in Genf, Gstaad und St. Moritz. An der Baselworld ist de Grisogono mit einer 560 Quadratmeter grossen Ausstellung und einem Atelier auf zwei Stockwerken präsent.

Bringt Augen zum Funkeln Die Ringe Miss Allegra bezaubern durch das filigrane Handwerk und lassen Beschenkte strahlen.

u Ringe Miss Allegra (von oben nach unten) Graugold mit Edelsteinen, CHF 13 300.– Roségold, CHF 4200.– Graugold mit Saphiren und schwarzen Diamanten, CHF 17 100.– Roségold mit weissen Diamanten, CHF 26 800.– Tel. 044 - 212 06 08, www.degrisogono.com

Aus guter Familie Die World­ master Chronograph Valjoux Steel Black, ein stosssicherer automatischer Chronograph.


Uhren & Schmuck Carl F. Bucherer

Technik für Frauen Carl F. Bucherer präsentiert mit der Patravi EvoTec BigDate die erste Damenuhr, die auf dem visionären «Evolution Technology»-Manufakturkonzept – kurz EvoTec – basiert.

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as Innere der Patravi EvoTec BigDate überzeugt durch sein Manufakturwerk CFB A1003. Das Kaliber fasziniert durch die erste zuverlässig funktionierende periphere Schwungmasse, die einen ungehinder­ ten Blick auf das modern dekorierte Ka­ liber bietet, sowie durch eine patentier­ te dynamische Stosssicherung (DSA) für den Rotor und eine neuartige Feinregu­ lierung (CDAS), die nur einer einmali­ gen Justierung bedarf. Intelligent gelöst ist auch die Schaltung des Grossdatums: Beim Wechsel vom 31. auf den 1. des Mo­ nats dreht nur die Scheibe mit den Zeh­ n­erstellen weiter, die Scheibe mit den Einerstellen bleibt stehen. Die Patravi EvoTec BigDate weist eine grosszügige Dimension von 38,54 × 39,25 Millimetern auf, das Modell mit schwarzem PerlmuttZifferblatt von 32 Millimetern. u Patravi EvoTec BigDate mit Diamanten,

CHF 18 500.– Patravi EvoTec BigDate mit schwarzem Perlmutt, CHF 14 000.– Tel. 041 - 369 70 70 www.carl-f-bucherer.com

Reiches Innenleben Die neue Patravi EvoTec BigDate von Carl F. Bucherer richtet sich an Frauen, die auch auf innere Werte achten.


Shopping

top ten Model Katharina Winter für Option, Hair & Make-up Monika Spisak für Style Council, Assistent David Suivez

der Woche

Weniger ist mehr u Der Erfolg von Modehäusern wie Calvin Klein und Jil Sander gründen auf dem Motto «Weniger ist mehr». Wie sich der Minimal Chic seit Madame Vionnet in den 30er-Jahren entwickelt hat, kann man im Buch «Minimalism and Fashion» von Elyssa Dimant spannend nachlesen. Noch spannender für Fashionistas sind die aktuellen Kollek­tionen von Designerin Phoebe Philo für Céline, dem Schweizer Albert Kriemler für Akris und Raf Simons für Jil Sander. Erfrischend, dass nicht mehr nur Schwarz, Weiss und Grau gezeigt ­werden, sondern Knallfarben mit interessanten Kombinationen den Stil ­auffrischen. Text Ursula Borer

Realisation beatrice mächler Fotos nadine ottawa Styling Alexandra kruse

Sexy Seiden-Top Mango. u CHF 129.– Herzkette C & A Clockhouse. u CHF 9.90 Lederjupe Maje. u CHF 479.– schweizer illustrierte

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«Aufs Minimum reduziert – mit maximalem Effekt»

Chic Blazer und Shorts von Chloé, u CHF 1320.–/560.– JerseyTank-Top U-ni-ty. www.u-ni-ty.com u CHF 188.– Alles gesehen bei Vestibule, Zürich.

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Modisch Seidenkleid Boss Black, Globus. u CHF 669.–Socken Kunert. www.kunert.de u CHF 149.– High Heels Zara. u CHF 149.–

Leger Brille Bottega Veneta, Burri Optik, Zürich. u CHF 466.– Mantel & Shorts Maje. u CHF 559.–/239.– Top Calida, Coop City. u CHF 29.90 Uhr American Apparel. u CHF 47.–

Casual Seidenbluse Globus Essentials, Globus. u CHF 169.– Strickpullover, gesehen bei Mango. u CHF 59.95

Mädchenhaft Kleid Acne, Fidelio, Zürich. u CHF 279.– Clutch Mango. u CHF 79.90 Pumps mit Kitten-Heels Zara. u CHF 99.90

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objekt der begierde

Göttlich zu Fuss u Raus aus den Stiefeln, rein in die Sneakers! Bei der neuen V-Series von Nike schlägt das Retro-Herz definitiv höher. Auf diesen Frühling hin bekamen die beliebten Running-Schuhe Vector, Vengeance und Vortex einen neuen Look verpasst – mit innovativen Materialien und trendigen Details. Die Kult-Turnschuhe aus den 80er-Jahren erscheinen zudem in neuen Varianten mit einer gehörigen Portion Innovation: Dazu gehören die superleichte Lunar- und Air-Technologie in der Sohle, das stabile Mesh-Gewebe und die nahtlosen, geklebten Übergänge. Das stylische Trio hätte bestimmt die Gunst der Götter im Olymp mit links erobert. ursula borer

trends direkt nach hause

www.zara.com u Keine Lust, sich bei lauter Musik um die Kleider zu balgen und eine gefühlte Ewigkeit für Garderobe und Kasse in der Schlange zu stehen? Wer nicht auf die wöchentlichen Mode-Highlights von Zara verzichten will, nutzt ab sofort den Online-Shop. Dort bestellt man die neuen Lieblingsstücke wie

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das Chambray-Kleid nach Hause, probiert sie in Ruhe an und kombiniert die bestehende Garderobe dazu. Was nicht passt, wird einfach zurück­ geschickt oder in die nächste Filiale gebracht. Wir hoffen, dass man auch bald die Home-Kollektion bestellen kann! ursula borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer, Zara

Kult-Treter Das Modell Air Vortex Vintage von Nike gibts im Sport­f­ ach­handel. Online-Shop und Händlersuche www.nike. com u CHF 140.–


Highlights aus Leder

Allrounder für den Sommer u Helles Leder hält Einzug in unsere Kleiderschränke! Während in den letzten Jahren vor allem das Revival der 80er-Jahre mit rockigen LederInterpretationen mit Nieten, Biker­ jacken und derben Lederboots gefeiert wurde, tragen wir diese Saison das Leder in warmen Farben und klaren Schnitten. Phoebe Philo zeigt mit ihrer Frühling/Sommer-Kollektion für Céline: Braunes Leder passt perfekt zu klassischen Blusen oder weit ­geschnittenen Chambray-Jeans. Der Ledertrend zeichnet sich vor allem durch seine Wandelbarkeit aus: In Kombination mit einem hübschen Top und Pumps wirkt der Lederjupe ladylike, zu T-Shirt und flachen Schnürschuhen sportlich und trotzdem chic. Echte Multitalente, nicht nur für ­modemutige Frauen. NIna Lienhard

Ladylike Gemma-Bag aus Leder vom Schweizer Label Griesbach. www.griesbachweb.com u CHF 670.–

Keck Ledershorts mit eleganten Schnallen, gesehen bei Topshop. www.topshop.com u ca. CHF 100.–

Modisch Jacke aus hellem Kunstleder im Uniform-Stil von H & M. u CHF 69.90


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Top und Flop

Sport-Style

Elegant Weisser Lederjupe mit schwarzem Bund und feinem Plissee von Zara. u CHF 129.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Imaxtree, Dukas

Praktisch Portemonnaie mit viel Platz von See by Chloé, entdeckt bei Grieder. u CHF 180.–

u Isabel Marant ist der Liebling der internationalen Modeszene. Unser Favorit: die Baseballjacke. Getragen zur 7/8-Hose und zum Shirt (im Alltag ersetzen wir das Netz- durch ein Rippshirt). ­Mariah Carey schiesst mit ihrem Look übers Ziel hinaus: Blouson zu Hotpants, Heels und dann noch bauchfrei. Mariah, weniger ist manchmal mehr! Nina LIenhard

Begehrt Die aktuelle Kollektion der Pariser Mode­ designerin Isabel Marant.

Bauchfrei Lieber nicht: Sängerin Mariah Carey kombiniert ihre Baseballjacke mit zu viel Haut.


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Sonnenkuss Heller und sehr natürlicher Bronze-Puder, ölfrei. Shiseido. u CHF 68.–

Gesichtsliebhaber Weicher Profi-Foun­ dation-Pinsel von Max Factor. u CHF 17.50

Make-up-News

Die zweite Haut u Noch leichter und noch makelloser sollen sie sein, die neuen Make-upProdukte. An vorderster Front: Foundations, Concealer, Puder und kleine getönten Helfer, die unsere fahlen, müden Gesichter mit Sonnen­reflexen küssen. Eine Kunst ist aber auch das Auftragen: Max Factor hat hierzu eine neue Beauty-Tool-Kollektion lanciert. Sie umfasst elf Profi-Produkte zu erschwinglichen Preisen. Mit dabei: sechs Make-up-Pinsel aus feinem ­Ziegenhaar. Speziell zum einfachen Auftragen von Make-up wurde der Foundation-Pinsel

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entwickelt. Michael La Delle, Make-upArtist von Max Factor: «Geben Sie eine kleine Menge Ihrer Foundation auf den Handrücken, der so zu einer Art Palette wird, auf der Sie die Foundation mit dem Pinsel anmischen können. Tragen Sie die Foundation auf Wangen, Stirn, Nase und Kinn auf. Beginnen Sie dabei an der Nase, und arbeiten Sie sich nach aussen hin vor.» Die Pinsel sollten dabei regelmässig, am besten alle zwei Wochen, ausgewaschen werden. Etwa mit einem hochwertigen Haarshampoo plus Conditioner. Kristina Köhler

Leuchten Getöntes Tagesfluid Inner Light mit LSF 15, Aveda. www.aveda.ch u CHF 58.–

Klassiker Pflege-­ Concealer Touche Eclat Radiant Touch, Yves Saint Laurent. u CHF 57.90

Zweite Haut HightechMake-up: Photo’Per­ fexion Light mit LSF 10, Givenchy. u CHF 66.–

Zarte Bräune Pudriges, getöntes Make-up-Fluid Terracotta Bonne Mine, Guerlain. u CHF 69.–

Star-Geflüster

Heidi, Heidi!

u Heidi Klum, 37, ist das neue Gesicht der Kosmetikmarke Astor, gleich­ zeitig auch deren Kreativberaterin.

5-mal mehr Volumen verspricht der Astor-Mascara Big & Beautiful False Lash Look. u CHF 15.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Astor

Luftiger Kokon Sheer Foundation in Trench Nr. 5, Burberry. Bei Jelmoli. u CHF 70.30


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Lieblinge der redaktion

Stark Zum Kochen: Bunter Handmixer mit auswechselbaren Einsätzen. u CHF 39.95

Mach mal Pause! Bei Tchibo im Shoppyland an der Industriestrasse 10 in Schönbühl stärkt man sich mit Kaffee und mehr.

Blumig Zum Backen: Muffin-Förmchenset aus hitzebeständigem Silikon. u CHF 17.95

Tchibo, shoppyland schönbühl

Mehr als nur Kaffee u Wer im Shoppyland in Schönbühl BE direkt an der A1 (Ausfahrt Biel/Lyss) eine Verschnaufpause braucht, geniesst bei Tchibo einen Latte macchiato und gönnt sich ein Gipfeli von der Qualitätsbäckerei Fredy’s. Damit aber nicht genug. Das 1949 von Max Herz gegründete Kaffeeversand-Unternehmen hat sich in 60 Jahren konsequent weiter­entwickelt. Neben vielen Kaffeeröstungen lockt heute ein wöchentlich wechselndes Sortiment mit tollen

Herzig Zum Osterbrunch: Eierwärmer in Hasenform verschönern jede Tafel. Im 4er-Set u CHF 14.95

Schnäppchen für die ganze Familie. In den hübsch arrangierten Produkt­welten wird jeder fündig: Vom farbenfrohen Handmixer für die Küche über herzige Kinderkleider bis zu tollen bunten Wohnaccessoires findet man alles. Man könnte schon fast sagen: ein echter Geheimtipp! ursula borer

Fröhlich Zum Frühstück: Die gepunkteten Müesli­schalen gibts im 2er-Set. u CHF 17.95

Öffnungszeiten Mo–Do 9–20, Fr 9–21.30 und Sa 8–17 Uhr, Infos und Bestellservice www.tchibo.ch

Schlank in die Zukunft

Noch begehrenswerter Das iPad 2 von Apple ist dünner, leichter und leistungsfähiger. www.apple.com/chde/ipad u ca. CHF 700.–

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u Der 25. März ist bei Apple-Fans im Kalender rot markiert. Dann können sie das neue iPad 2 ergattern. Der neue Tablet-Computer ist im Vergleich zum Vorgänger rund 33 Prozent dünner und 15 Prozent leichter, und ein schnellerer Prozessor sorgt für mehr Speed. Neu gibts gleich zwei integrierte Kameras zum Videochatten, Filmen und Fotografieren. Und wer seinem Liebling ein buntes Kleid verpassen möchte, findet eine grosse Auswahl an Smart-Cover. stephan gubler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Dick Vredenbregt, Apple

Must-Have


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kolumne

Alexandra Kruse, 32, Stylistin und Ballerinamädchen

Doppelt geschützt Backstage bei der Frühling/ Sommer-Show von Lacoste.

Pflege-tipp

Sonnengruss u Sei willkommen, sonniger Frühlingsbeginn! Und doch haben es bereits die ersten Märzstrahlen in Bezug auf Kraft und Intensität in sich. Besonders empfindliche Haut (ältere Menschen, Kleinkinder) bedarf bereits jetzt eines täglichen Sonnenschutzes. Neu gibts von der Bio-Kosmetikmarke Kibio eine Sonnenschutzlinie mit zwei Fluids speziell fürs Gesicht. Diese schützen nicht nur optimal (mit UVA- und UVB-

Filtern, LSF 20 und 30), sondern beruhigen die Haut mit Bio-Tamanuöl und duften nach Vanille. Wer in die warme Ferne fliegt, findet bereits jetzt eine grosse Auswahl an neuartigen Sonnenschutzprodukten für Körper, Gesicht sowie Make-up mit Lichtschutzfaktor. Hilfreiche Sonnentipps gibts bei www.nivea.de/sun oder über die neue iPhone-Applikation Nivea iSunCare (im Apple-Store). Kristina Köhler

die produkte zum look

Natürlich geschützt Bio-Sonnenschutzfluid fürs Gesicht mit LSF 30 von Kibio. u CHF 24.–

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In Puderform Korrigierendes Kompaktpuder Toleriane Teint Mineral, LSF 25, La Roche-Posay. u CHF 29.–

Für Sensible Sensitive Sun Milk LSF 50 für sensible Haut. Sun Look, Migros. u CHF 20.50

Mit den todesmutigen Schneeglöckchen, die gerade ihre Köpfe aus der kalten Erde heben, wagen auch sie sich wieder ans Licht: die Ballerinamädchen. Girls, die in flachen Schuhen, dem Boden ganz nah, einfach bezaubernd aus­ sehen. Das Ballerinamädchen trägt den flachen Schuh, den Ballerina, mit Grösse, obwohl er klein macht. Und in dieser Saison gerne mutig in Knallbunt. Und selbstver­-­ ständ­lich trägt man den GuteLaune-Schuh ohne Strümpfe. Ein besonders bezauberndes Beispiel für ein waschechtes Ballerina­ mädchen ist die Schauspielerin Natalie Portman. Auch ohne ihren zu Recht mit dem Oscar gekrönten Ballett-Film «Black Swan» wäre sie das ideale Ballerinamädchen. Zart bis in die Finger­spitzen. Eine Eigenschaft, die sich nicht nur durch körperliche Statur ausdrückt, es ist mehr als eine Eigenschaft, man möchte sagen eine Gefühlslage. Und rein. Auch hier gilt: Rein ist nicht, wer sich fünfmal täglich die Hände wäscht. Und an­mutig. Übrigens ist man für das Ballerina­mädchentum nie zu alt. Allerdings sollte man bedenken, dass die schönsten Paare wie die Mary-Janes von Pretty Ballerinas (und vor allem die in Ihrer Grösse) ebenso schnell verschwinden wie die Schnee­­glöckchen. Warum sollten Sie heute das Büro nicht ein bisschen früher verlassen? Aber bitte nicht mit der Begründung, Sie hätten plötzlich erkannt, Sie seinen ein Ballerina­mädchen und müssten dringend den passenden Schuh finden! Sagen Sie einfach, Sie gehen zum Sport. Ganz besonders schlau sind sie nämlich auch noch, diese Ballerinamädchen. Also, los! 

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born (Porträt), Imaxtree

Von BallerinaMädchen


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Anna Maier auf Shoppingtour bei Kamm & Kamm Company. Mode-News für www.StyleMe.ch werden vor Ort ins Notebook getippt.

Praktisch veranlagt u Anna Maier hat als Geschäftsführerin

den Internetshop www.StyleMe.ch aufge­ baut. Sie moderiert auf DRS 3 und führt als Frontfrau durch verschiedene Podiums­ diskussionen und Anlässe wie den Kinder­ spital-Ball. Gleichzeitig ist sie Mutter von Tochter Lena, 9, und weiterer Nachwuchs ist unterwegs. «Meine Tage sind minutiös geplant», bestätigt die Moderatorin. Ihr wichtigstes Arbeitsmittel ist das LenovoNotebook. «Als stylish kann man es nicht bezeichnen. Dafür ist es resistent gegen äussere Einwirkungen wie Kaffee oder das Fallenlassen», meint sie beruhigt. Bei Anna Maiers Computerauswahl spielen Rechen­ kraft und Grafikkarte eine wichtige Rolle:

Fotos: Inge Zinsli, Make-up und Haare: Jehan Radwan by Visage

Grosse Rechenkraft für Anna Maier … u … doch was braucht Otto Normal­

verbraucher? Wir unterscheiden vier Gruppen. Beim Alltagsnutzer ist ein attraktives Preis-­ Leistungs-Verhältnis gefragt. Multimediaaffine User hingegen wollen Fotos und Filme bearbeiten können und nutzen ihr Notebook auch zum Gamen. Hier braucht es ein Gerät mit guten Grafik- und ProzessorLeistungen und möglichst viel RAM. u Mobile Menschen mögens klein und leicht. Für sie sind Netbooks ideal. Mobil und kompakt sind auch die Business-Nutzer

«Ich muss auch von unterwegs auf diverse Audiofiles zugreifen können und Bilder bearbeiten.» Dank ihrem Notebook kann Anna Maier unabhängig arbeiten, wann und wo immer sie ein Zeitfenster findet. Yvonne Helfenstein

HP Envy Neue Kombination von Spitzentechnologie und Design.

Sony Vaio S-Serie Leicht, kompakt und laut Hersteller mit einem Tag Akku-Power.

Osman Erdogan, IT-Verantwort­ licher bei Melectronics. «Notebooks gibts schon ab 500 Franken.» unterwegs. Ihr Notebook ist mit 13 Zoll etwas grösser als ein Netbook, dafür lässt sich ab dieser Grösse ein DVD-Laufwerk einbauen. Zudem punkten lange AkkuLaufzeit und die Bluetooth-Schnittstelle. u Wie Anna Maier hat auch Melectronics einen Internet-Shop. Ist es sinnvoll, ein Notebook übers Netz zu kaufen? Ja, natürlich, aber nicht für jeden. Es gibt viele Kunden, die sich lieber im Laden beraten lassen möchten. Die ­Leistung, das Gerät fachmännisch konfigurieren zu lassen, bieten wir im Handel sowie im Internet an.


Check-up Neue Hilfe bei Tinnitus

ffte i r betoak tiv g i Rad tra h l u n S

Jodtabletten – ja oder nein?

Nach der Reaktor-Katastrophe von Fukushima fürchten sich viele vor radioaktiver Strahlung. Wer im Notfall rechtzeitig Kalium­ iodid-Tabletten schluckt, schützt sich gegen Schilddrüsenkrebs. Text Lisa merz

A

lle Schweizer, die im Umkreis von 20 Kilometern eines Kernkraftwerkes leben, haben sie zu Hause: Kaliumiodid-Tabletten. Sie sollen im Ernstfall vor Krebs schützen. Doch was genau bewirkt die Tablette? Und wann sollte man sie einnehmen? Jodtabletten kommen dann zum Einsatz, wenn bei einem KernkraftwerkUnfall radioaktives Jod austritt und der Mensch die verseuchte Luft einatmet. «Die Tablette verhindert die Aufnahme der Schadstoffe durch einen einfachen Mechanismus: Sie sättigt die Schild­drüse schlagartig», sagt Paul Dietschy, Apo­ theker und ehemaliger Verantwortlicher für die Verteilung der Jodtabletten in der Schweiz. Ist der Jodspeicher der Schilddrüse einmal voll, kann er nichts mehr aufnehmen und scheidet das radioak­tive Jod über den Urin aus. Wer sich nicht schützt, kann später an Schilddrüsenkrebs erkranken. «Je jünger der Mensch, desto empfindlicher die Schilddrüse», sagt Dietschy. Das erkläre auch, warum nach dem Reaktor­ unfall in Tschernobyl vor allem Kinder an Schilddrüsenkrebs erkrankt seien.

Damit die Tablette wirkt, muss sie rechtzeitig eingenommen werden. Das ist dann der Fall, wenn Experten nicht mehr ausschliessen können, dass bei einer Kernschmelze Radioaktivität austritt. «Da es ein Notfallmedikament ist, sollte man es nur dann schlucken, wenn die Behörden dazu aufrufen», sagt Diet­ schy. Kann man es auch präventiv einnehmen? «Nein, Jodtabletten erhöhen das Risiko für allgemeine SchilddrüsenErkrankungen. Zudem besteht in der Schweiz keine Gefahr, dass radioaktives Jod von Japan zu uns gelangt. Es hat eine sehr kurze Halbwertszeit, verschwindet also schon nach ein paar Tagen.» Die Tablette schützt ausschliesslich vor radioaktivem Jod. Gegen andere ­radioaktive Stoffe wie Strontium oder Cäsium, die sich im Boden und in Pflanzen festsetzen und durch die Nahrung ­aufgenommen werden, hilft keine Pille. Einzige Lösung: zu Hause bleiben und alle undichten Stellen abkleben. Das verringert die Radioaktivität gegenüber draussen um das Zehnfache. www.kaliumiodid.ch

u Münster Eine neue Musik­t­ her­apie soll die Nervenzellen bei Tinnitus beruhigen und dessen Lautstärke um 25 Prozent ver­ ringern. Dazu passten Forscher die Frequenz der Musik der individuellen Tinnitus-Frequenz der Patienten an. www.aerztezeitung.de

Gesunder Kaffee

u Stockholm Frauen, die jeden Tag eine Tasse Kaffee trinken, verringern ihr Schlaganfall-Risiko um 22 bis 25 Prozent. Jene, die mehr als fünf Tassen trinken, haben keine Vorteile. Wie die Wirkung zustande kommt, ist noch unbekannt. www.gesundheit.ch

Achtung, Brustkrebs! u Morgantown Raucherinnen

haben ein massiv erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Das zeigt eine Auswertung der Daten von 80 000 Frauen. Das Risiko besteht noch 20 Jahre nach einem Rauchstopp. Betroffen sind auch Passivraucherinnen. www.aerztezeitung.de

tipp

Nehmen Sie Medikamente nur bis zum Ablauf des Haltbarkeits­ datums ein – danach baut sich der Wirkstoff ab.

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Check-up Frauenkrankheit

Monatlicher Schmerz

Alle 28 Tage leiden Frauen mit Endometriose unter grossen Schmerzen. Oft geht es Jahre, bis die Diagnose feststeht – obwohl rund zehn bis fünfzehn Prozent aller Frauen davon betroffen sind. Text Lisa merz

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ie Kollegen fragen, ob sie nächste Woche ins Kino mitkommt. Karin Studer beginnt zu rechnen. In sieben Tagen ist es so weit – ihre Periode setzt ein. In den Ausgang gehen – unmöglich! Die Bauchkrämpfe werden sie wieder einmal ans Bett fesseln. Einzige Lösung: Ruhe und Schmerzmittel. Die 23-jährige Bernerin leidet an Endometriose. Eine gutartige, aber oft schmerzhafte chronische Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut

Prof. Michel Mueller, Chefarzt Gynäkologie am Inselspital Bern.

ausserhalb der Gebärmutter ansiedelt. Diese ortsfremden Schleimhautzellen gelangen dabei in den Bauchraum und docken an beliebigen Stellen wie dem Bauchfell, den Eierstöcken und am Darm an. So bilden sich Endometrioseherde. Diese verhalten sich gleich wie die ­Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutter. Konkret: Werden während des Zyklus die Hormone Östrogen und Progesteron ausgeschüttet, vergrössern und vermehren sich die Endometrioseherde. Beginnt die Periode, kommt es zur Blutung und zum Abstossen von Gewebe. In den Endometrioseherden kann das Gewebe aber nirgends ablaufen. Folge: Entzündungen und Schmerzen. Die genaue Ursache ist noch unbekannt. Sicher ist, dass die Menstruation selbst einen Teil beiträgt. Bei 90 Prozent

aller gesunden Frauen fliesst ein Teil der Periode in den Bauchraum (retrograde Menstruation). Dieses Blut enthält ­lebensfähige Schleimhautzellen der Gebärmutter. Je nach weiteren Faktoren bilden sich Endometrioseherde. Dazu zählen: Vererbung, Umweltschadstoffe wie Dioxin und eine verminderte Immunabwehr. Frauen zwischen 25 und 40 Jahren sind am häufigsten betroffen. Experten schätzen, dass rund zehn bis fünfzehn Prozent aller Frauen an Endometriose leiden. Das Schwierige daran: Die Diagnose wird im Schnitt erst nach sechs Jahren gestellt. «Oft erkennen Ärzte die Krankheit nicht», sagt Prof. Michel Mueller, Chefarzt Gynäkologie am Inselspital Bern. Grund: Zum einen sind sie schlecht aufgeklärt, zum anderen sind die Symptome vielfältig. Am häu-


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Foto © Medical Art Service / Foto Dick Vredenbregt

Endometriose kann sich im ganzen Bauchraum ansiedeln. Unter anderem an folgenden Orten: 1. Blase 2. Gebär­ mutter 3. Eierstöcke 4. Darm 5. Damm 6. Bauchfell. figsten sind regelmässige, unerträgliche bis invalidisierende Regelschmerzen. «Es kommt aber auch darauf an, welche Organe befallen sind. Trifft es die Harnblase, folgen oft Blasenentzündungen.» Bei Karin Studer dauerte es fünf Jahre, bis ihr Gynäkologe die Endometriose entdeckte. Er riet zu einer OP, um die Herde an der Bauchfelldecke zu entfernen. «Ich wusste überhaupt nicht, was das bedeutet, und begann zu recherchieren», erzählt Karin Studer, die damals 17 Jahre alt war. Um zu verhindern, dass sich nach der Operation neue Herde bilden, bekam sie Hormone. Diese versetzten Karin Studer in die Wechsel­jahre: Sie war endlich schmerzfrei, hatte dafür Hitzewallungen, Schlafstörungen und ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Endometriose lässt sich auf verschiedene Arten behandeln. Neben Schmerz-

ck lt en chen ol z t s n Da zu m A r Sie  Bei

regelmässigen, unerträg­ lichen Periodenschmerzen. Nicht zu verwechseln mit einem normalen, leichten Regelschmerz.  Wenn Sie nie unerträgliche Regelschmerzen hatten und sie nun plötzlich auftauchen.  Bei immer wiederkehrenden Blasenentzündungen.  Bei unerfülltem Kinderwunsch.  Bei Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.  Test und weitere Infos unter www.endometriose-liga.eu

Karin Studer, 23, dachte lange, dass unerträglich starke Regelschmerzen normal sind.

mitteln gegen die Symptome zählt der chirurgische Eingriff zur häufigsten Methode. Weil eine sichere Diagnose nur während einer Bauchspiegelung gelingt, können bei positivem Befund die Herde auf diesem Weg meist gleich entfernt werden. «Bei 80 Prozent der Patien­ tinnen kehrt in diesem Fall die End­ometriose nicht mehr zurück», sagt Prof. Mueller. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, den Hormonhaushalt auszugleichen und es damit nicht zur Periode kommen zu lassen! Diese Methode eignet sich allerdings nur bei Frauen ohne momentanen Kinderwunsch. Die Periode kann mit einer durchgehenden Einnahme der Pille, der Einlage einer Hormonspirale oder durch GnRH-Analoga gestoppt werden. Nachteil von GnRHAnaloga: erhebliche Nebenwirkungen. «Seit Kurzem können wir auch ein neues Hormonpräparat mit dem Wirkstoff Dienogest einsetzen», sagt Prof. Mueller. Vorteil: Es hat weniger Nebenwirkungen und trocknet die Herde zusätzlich aus. Drei Jahre nach der Operation kehrten die Schmerzen bei Karin Studer zurück – sie musste erneut unters Messer. Danach setzte man ihr eine Hormonspirale ein. Besser wurde es nicht. «Die ersten sechs Monate waren unerträglich», sagt sie. Danach ging es langsam bergauf, heute ist sie wieder die meiste Zeit beschwerdefrei. Um sich auszutauschen, hat sie zusammen mit anderen Patientinnen eine Endometriose-Selbsthilfegruppe gegründet. Endometriose belastet auch die Psyche: Das Fehlen am Arbeitsplatz, der oft schmerzhafte Sex und die Kinder­ losigkeit sind häufige Probleme. Bis zu 50 Prozent aller Frauen, die keine Kinder bekommen können, leiden darunter. In diesem Jahr möchte Karin Studer die Endometriose-Vereinigung Schweiz gründen, denn: «Je mehr Leute davon wissen, desto eher wird betroffenen Frauen geholfen.»


Check-up Der Fall Hauterkrankung

im Gesicht

«Ich bin 50 Jahre alt und leide seit ein paar Monaten an Rosazea. Was kann ich dagegen tun?»

Wenn Sie unter einer Rosazea leiden, treten meist flächige Rötungen, Schuppen und akneähnliche Pickel auf. Leider wissen viele Patienten nicht, dass auch Äderchen an den Wangen (Couperose) zur Rosazea gehören. Die Couperose wird oft als Alters- oder Sonnenveränderung hin­ genommen. Dabei handelt es sich um ein

TV-Tipp

Samstag, 26. März, 18.10 Uhr

Symptom der Rosazea und kann gut behandelt werden. Bei der Maximalvariante der Rosazea tritt eine Knollennase auf. Diese Vielgestaltigkeit erschwert die Diagnosestellung. Auch von Ärzten wird die Rosazea mit Rötungen und Schuppen oft als Ekzem fehlinterpretiert und mit Kortisoncreme behandelt. Aber gerade bei der Rosazea sind Kortisoncremes kon­traproduktiv. Vorübergehend kann zwar die Rötung etwas unterdrückt werden, schliesslich fördert das Kortison jedoch die Ausbreitung. Bestehen Pickel, Knötchen und Pusteln ist man als Arzt verleitet, eine Akne zu diagnostizieren. Bei der Rosazea treten aber im Gegensatz zur Akne keine Mitesser auf. Alles,

was die Durchblutung der Äderchen fördert, kann die Rosazea vorübergehend verschlechtern und sollte vermieden werden. Darunter fallen Stress, scharfe Speisen, Kaffee, Sonne und Hitze. Medikamentös werden vor allem AntibiotikaCremes oder -Tabletten eingesetzt. In schweren Fällen kommt der Vitamin-AAbkömmling Isotretinoin zum Einsatz. Die fachgerechte Behandlung ist deshalb so wichtig, weil sich eine Rosazea nicht nur chronifizieren kann und längeres Bestehen zu der genannten Couperose oder einer Knollennase führt, sondern weil auch eine Augenbetei­ ligung mit Hornhautentzündung möglich ist.

Diabetes Übergewicht und Bewegungsmangel sind die Haupt­ ursachen für die Zuckerkrankheit: Weltweit stirbt alle zehn Sekunden ein Mensch an den Folgen. Das eindrückliche Schicksal einer jungen Frau und ihr erfolgreicher Kampf gegen die Kilos. www.gesundheitsprechstunde.ch

Foto Dick Vredenbregt

Dr. med. Christian Schuster, Dermato­loge und Allergologe in St. Gallen.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Rhythmus im Blut: Angélique Kidjo zu Gast in Basel und Zürich.

angÉlique kidjo

Foto Getty Images

Die Stimme Afrikas u Angélique Kidjo, 50, feiert mit ihrem groovigen Mix von traditioneller afrikanischer Musik, Pop und R & B weltweit Erfolge. Sie sang schon mit Carlos Santana, Peter Gabriel, Alicia Keys, Josh Groban, Branford Marsalis oder Joss Stone. Ihr Album «Djin Djin»

wurde 2008 mit einem Grammy für das beste zeitgenössische Weltmusik-Album ausgezeichnet. Heute gilt die Sängerin aus Benin als würdige Nachfolgerin von «Mama Afrika», der legendären Miriam Makeba († 2008). Die Songs ihres aktuellen Albums, «Oyo», enthal-

ten Lieder von Santana, James Brown und Aretha Franklin, grenzüberschreitend interpretiert von der grossen afrikanischen Diva. anina rether theater Basel 7. 4. um 20.15 Uhr; Volkshaus Zürich 8. 4. um 20 Uhr, www.kidjo.com schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Intim Die Künstlerin in ihrem kleinen Atelier in Zürich Höngg vor ihrem Werk «Waldweg».

Corinne Güdemann

Im Zentrum der Mensch u Eine schmale Treppe führt ins Untergeschoss des Einfamilienhauses in Zürich Höngg. Noch bevor man das kleine Atelier erreicht, dringt der süsslich-penetrante Duft von Terpentin in die Nase. Im Raum selber entfaltet er seine volle Stärke. Corinne Güdemann, 50, ist daran gewöhnt. Schon seit 25 Jahren mischt sie das Verdünnungsmittel ihren Ölfarben bei. Die grob gewobene Leinwand, die Maserung einer Holzplatte, die Unebenheit eines Papiers dürfen ruhig durch die dünn aufgetragene Farbe schimmern. Nach einem Abstecher in die ungegen­ ständliche Malerei – das war zur Zeit ihres Studiums an der Akademie der

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bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer – kehrt Corinne Güdemann zu­rück zum Körperhaften. Und zu sich selbst. Denn die Zürcherin zeichnet und malt sich immer wieder. «Ich stehe mir halt jederzeit zur Verfügung», sagt sie und schmunzelt. Bemerkenswert ist die 1994 entstandene Serie «Tagwerk», bei der die Künstlerin jeden Tag ein Selbst­ porträt schuf. 60 Stück, Öl auf Sperrholz, 30 mal 30 Zentimeter. Sie beobachtet nüchtern, hält fest, was sie sieht. Die Unterschiede der Bilder wer­den erst durch das Aneinanderreihen sichtbar. Ganz anders arbeitet Corinne Güdemann an ihren grossformatigen Bildern. Hier werden Schichten über Schichten

aufgetragen, wenn auch mit dünner Farbe. Das Spiel von Licht und Schatten beherrscht die Preisträgerin 2010 der Fontana-Gränacher Stiftung meisterhaft. Auch gelingt es ihr, Poesie und Magie in die Werke einfliessen zu lassen. So rätselt man vor «Alice in den Bäumen» über das kleine Mädchen im bedrohlichen Wirrwarr der Äste und staunt zugleich über das Märchenhafte der Komposition. Oder lässt sich vom dichten Wald in «Waldweg» (o.) bezaubern. «Ein Bild scheint mir gut, wenn es mir gelingt, eine Balance zwischen Malerei und Inhalt zu finden, ein breites Assozia­ tionsfeld aufzuschliessen und dennoch präzise zu bleiben.»

Fotos Willy Spiller, HO (6)

Corinne Güdemann zeichnet und malt gegenständlich. Doch keineswegs fotorealistisch. Ihre Bilder erzählen vom Alltag, unaufgeregt und trotzdem sehr poetisch.


diese woche in den galerien

Menschliches. Tierisches. Groteskes Kinder und Jugendliche

u Sie spielen Fussball, Schere, Stein, Papier, präsentieren stolz ihre coolen T-Shirts oder stehen einfach nur da und blicken in die Kamera. Kinder und Jugendliche sind das bevorzugte Motiv der jungen Fotografin Gabi Vogt, 35. Die Porträts lassen in ihrer Schlichtheit viel Spielraum für Interpretationen. Dass die Heranwachsenden in einer Lebensphase stecken, in deren Verlauf sich die Persönlichkeit erst noch festigen wird, macht die Bilder zusätzlich interessant.  rea

Kunstraum Baden AG Bis 27. 3. Mi–Fr 14–17, Sa/So 12–17 Uhr, Tel. 056 - 221 66 12, www.kunstraum.baden.ch

«HundKatzemaus»

u Was wäre der Mensch ohne sie? Einsam, hungrig, ungeschützt und barfuss. Tiere sind fester Bestandteil im Leben der Menschen. Das schlägt sich auch in der Kunst nieder, wo sie zu den ersten Bildgegenständen überhaupt zählen. Das Kunsthaus widmet sich nun un­se­ren tierischen Begleitern und zeigt hundert Gemälde, Skulp­ turen, Fotografien und Videos. Zusätzlich werden Malkurse, Exkur­ sionen und Führungen für Familien und Kinder angeboten.  rea

Alice im Wunderland Corinne Güdemann malte in «Alice in den Bäumen» ihre Tochter.

Kunsthaus Zürich 1. 4. bis 31. 7. Sa/So und Di 10–18, Mi–Fr 10–20 Uhr, Ostern 22. bis 25. 4. und 1. 5. 10–18 Uhr, Tel. 044 - 253 84 84, www.kunsthaus.ch

Mensch und Bild

u Reto Leuthold, 34, trägt Episoden aus dem Alltag zu einer Collage zusammen und arrangiert sie in seine Bilderwelten. Der Thuner hegt eine Faszination für groteske Bildkompositionen. Sein Atelierpartner Paul Lipp, 34, zeigt eine Porträtserie, auf der die ­abgebildeten Personen kaum zu identifizieren sind. Meist sind die Köpfe geneigt, die Gesichtszüge verschwommen oder übermalt und führen die Kunstgattung somit ad absurdum.  rea

kunstraum vitrine Luzern Bis 25. 3. Do 14–21, Fr 15–19, So 14–18 Uhr, www.kunstraum-vitrine.ch

Der Junge am Wasser Sehr poetisch: «Auf einem Stein». Corinne Güdemanns Malerei ist naturalistisch, aber nicht fotorealistisch. Aufnahmen, meist aus ihrem eigenen Umfeld, dienen ihr lediglich als Vorlage. Die zweifache Mutter, die ihr Handwerk auch als begnadete Zeichnerin beherrscht, erzählt gern vom Alltäglichen und Banalen. Dabei gilt ihr Interesse dem Menschen. Die malerische Herausforderung liegt hier im Abstrahieren und Verdichten der Figuren. Ohne Pathos, sorgfältig und unaufgeregt.

theater

Tierisches Theater: «Lockstoff» u Ins

Zürcher Hechtplatz-Theater ist ein exotisches Tier eingebrochen und versteckt sich im Zuschauerraum. Die Vorstellung muss aus Sicherheitsgründen abge­ brochen werden. Ein zoologisches Einsatzkommando unter der ­Leitung von Benno Potzi, seines Zeichens dynamischer Naturwissenschafter, koordiniert die diffizile Aufgabe, das wilde Tier wieder einzufangen. Im neuen Stück widmet sich Joachim Rittmeyer, 59, unserem Verhältnis zu den Tieren – gewohnt skurril-tiefgründig. rea

kati moser

andrea robbi museum Sils Maria GR Bis 24. 4. Di–So 16–18 Uhr, www.stephanwitschi.ch

tHeater am hechtplatz Zürich Premiere 23. 3. um 20 Uhr, 24. 3. bis 9. 4. Tel. 044 - 252 32 34, www.theaterhechtplatz.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen zum roman

Zsuzsa Bánk

Der Riss in der heilen Welt

Die Idylle trügt Die Jugendlichen Elias (Markus Rygaard, l.) und Christian (William Johnk Nielsen) hegen rachsüchtige Pläne.

Wovon handelt der Roman? Das ungarische Artistenkind Aja lebt zusammen mit seiner «exotischen» Mutter in einer Baracke. Auf Seri üben das Mädchen und ihr Zuhause eine magische Anziehungskraft aus. Auch Karl, dessen Bruder spurlos verschwunden ist, entdeckt das Paradies und wird der Dritte im Bunde. Später studieren sie gemeinsam in Rom. Ergreifender Plot, der die grossen Themen des Lebens zur Sprache bringt: Familie, Freundschaft, Liebe und Lüge.

Eine explosive Freundschaft Anton ist Arzt. Er verbringt mehrere Monate im Jahr in einem Flüchtlingscamp in Afrika. Zu Hause in Dänemark warten seine Frau, die Ärztin Marianne, und die beiden Buben Elias und Morten. Trotz den Auslandseinsätzen versucht Anton ein guter Vater zu sein. Der introvertierte Elias wird in der Schule schikaniert und leidet stark unter Antons Abwesenheit. Eines Tages bekommt der Junge einen neuen Kameraden, den zwölfjährigen Christian. Die beiden verbindet bald eine tiefe Freundschaft. Von Rache­ gelüsten getrieben, experimentieren sie mit Sprengsätzen. u Die Regie Susanne Bier («Nach der Hochzeit») ist in Hollywood angekommen. Nicht nur einen Golden Globe hat die smarte Dänin für das Familienu Die Story

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drama «In a Better World» eingeheimst, auch den Oscar für den besten aus­ ländischen Film. u Die Stars Die Newcomer Markus Rygaard und William Johnk Nielsen spielen ihre Rollen verblüffend glaubwürdig. Erschreckend die Gefühlsarmut bei Christian. u Das Fazit Emotionale und moralische Grenzsituationen sind das Stecken­pferd der Erfolgsregisseurin Susanne Bier. In ihrem hochspannenden neuen Film erzählt sie beeindruckend intensiv von der Freundschaft zweier Jugendlicher. Aber auch von Gewalt, Rache und Gerechtigkeit.

Wer ist die Autorin? Die deutsche Schriftstellerin Zsuzsa Bánk, 45, wurde für ihren Erstling «Der Schwimmer» mehrfach ausgezeichnet. Auch ihr neuer Roman erklettert die Bestseller-Listen. Welcher Satz bleibt? «Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Schicksal zurück.» Was fesselt an diesem Buch? Die spannende Langsamkeit, mit der die Geheimnisse aufgeschlüsselt werden. Wie wirkt die Lektüre? Nachhaltig. Nur ungern verlässt man das klapperige Häuschen am Rande von Kirschblüten. Isolde schaffter-wieland

Kati Moser

8 8 8 8 8 Länge: 118 Min. Regie: ­Susanne Bier. Kinostart 31. 3.

Zsuzsa Bánk Die hellen Tage (S. Fischer)

Fotos Paul Seewer, HO (3)

«IN A BETTER WORLD» (DK)


Die Besten event demnächst

Parodie. R & B. Performance

Dr. Klapp is(s)t Yakin u David

Sattelfest Reiter und Pferd aus dem Team Luis Valença im Höhenflug.

Bröckelmann ist unterwegs als Wissenschafter Dr. Klapp und stillt seinen Wissensdurst, indem er sich VIPs wie Matthias Hüppi, Pascal Couchepin oder Hakan Yakin einverleibt. Genial skurril. isw DAS ZELT Zürich 3./10. 4., Basel 16./31. 5., www.daszelt.ch, www.david-bröckelmann.ch

Apassionata «Im licht der sterne»

Eine Hommage ans Pferd

cd-Tipp klassik

Brillant

u Die Idee ist spannend: Lauter Mozart- und HaydnWerke von 1782. Vital, ­inspiriert und innovativ das Spiel des Pianisten See Siang Wong (die zwei Klavierkonzerte) und des Musikkollegiums Winterthur.

uli von erlach

1782 – Haydn, Mozart (Decca)

Was in der spektakulären Show «Im Licht der Sterne» zwischen Pferden und Reitern abgeht, lässt niemanden unberührt. Stars wie Laury Tisseur, die Truppe Ukrainian Cossacks, Fils du Vent und Sylvie Willms geben hoch zu Pferd ihr Bestes. Für Lacher sorgt auch in der neuen Show der Franzose Laurent Jahan mit seinen Eseln. Ein weiterer Höhepunkt ist der zauberhafte Gesang der isländischen Sopranistin Arndis Halla und die atemberaubenden Feuer- und Lichteffekte. Unbestrittene Attraktion des Spektakels sind jedoch die rund fünfzig Araber, Friesen, Lusitanos und Isländer. Bei Apassionata ist eindrücklich zu erleben, zu welchen Höchstleistungen Mensch und Tier fähig sind.

Bonaparte sind kult u Bonaparte

zelebrieren punkigen ElectroClash ’n’ Roll mit einer Bühnenshow, die sich gewaschen hat. Spielmacher im Berliner Künstlerzirkus ist der Schweizer Musiker Tobias Jundt. Total abgefahren! isw X-TRA Zürich 10. 4., 19.30 Uhr, www.x-tra.ch, www.bonaparte.cc

isolde schaffter-wieland

Basel 3. April, 15 und 20 Uhr, Ticket­corner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19 / Min., Festnetz), www.apassionata.com tickets für die besten events!

R. Kelly ist zurück

u Nach zehn Jahren wieder in Europa: Der König des R & B singt verschmust über die Liebe und das Ghetto, in dem er gross wurde. Andenken an jene Zeit ist die Kugel, die heute noch in seiner Schulter steckt. isw

X-Tra Zürich 18. 4. 19 Uhr, www.x-tra.ch, www.r-kelly.com schweizer illustrierte

Fotos Thomas Spikermann, HO (3)

u Temporeich und emotional wird die magische Geschichte der ­Protagonistin Leyla erzählt. Als sie sich beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen will, stürzt diese auf die Erde und zerfällt in Sternenstaub. Leyla füllt ihn in ihren Glücksbringer, um damit alle Menschen glücklich zu machen. Doch eine dunkle Gestalt raubt ihr den Schatz. Und so macht sie sich zusammen mit dem geheimnisvollen Reiter Pedro auf den Weg, den Sternenstaub zurückzuerobern. Die Augen glitzern und staunen:

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Weekend-Trip nach Marrakesch! Hotelplan lockt ins Viersternehotel Les Jardins de la Médina.

MIT HOTELPLAN INS WEEKEND

Mystik in Marrakesch Städtereisen-Klassiker wie Barcelona, Paris und London kriegen Konkurrenz: Städte wie Istanbul oder Marrakesch sind plötzlich mega in. Hotelplan bietet jetzt ein Weekend der Superlative an: Für 1000 Franken fliegt man ins geheimnisvolle Marrakesch (Flug, drei Übernachtungen, Transfers). Das Viersternehotel Les Jardins de la Marrakesch Gaukler, Händler, Schlangenbeschwörer. Médina liegt in einem ehemaligen

Prinzenpalast, ist eine Oase der Ruhe, geschmackvoll dekoriert und mit einem zauberhaften Innenhof. Zu den Geschichtenerzählern, Schlangen­ beschwörern und Gauklern auf dem berühmten Platz Djemaa el Fna ist der Weg nicht weit. HE INFO Drei Nächte inklusive Flug ab CHF 1041.–, www.hotelplan.ch schweizer illustrierte

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Wallis-Extra

Das Wallis lockt mit Aussicht u Skifahren im Frühling ist der volle Genuss: Die Sonne ist schon so warm, dass man aus­ giebige Pausen einlegen kann. Im schneesicheren wallis problemlos bis Ostern möglich.

S

ki ab, Schuhverschluss lockern, absitzen und ausruhen: Was gibt es Schöneres an einem sonnigen Skitag als die Pausen. Und da Essen nicht nur Kalorienzufuhr für die nächste Abfahrt ist, lohnt es sich, Walliser Spezialitäten zu bestellen: Trockenfleisch, Käse aus den verschiedenen Tälern und zum Schluss ein Kaffee mit Abricotine, dem Walliser Aprikosenschnaps. Eine kleine Auswahl an Bergrestaurants und Hütten mit Aussicht: Die Heimeligen «Chez Coquoz», Champéry Von der Berg­station der Bahn Champéry–Les Crosets geniesst man die Sicht auf die Dents-du-Midi-Berg-

kette, die Dents Blanches und den RuanGletscher. Die Spezialitäten des Chefs werden im Freien oder beim warmen Kamin serviert. Sie sind mit Bergkräutern, Blumen und Pilzen verfeinert. «Chez Gaby», Champoussin Die von Susanne Schüpbach bewirtete Auberge liegt im Skigebiet Les Portes du Soleil, dem grössten Skigebiet Europas. Offeriert werden zahlreiche Hausspezialitäten wie gebackener Tomme, Salat mit warmem Ziegenkäse oder die Pierrades. Bei den Desserts ist der Favorit der Gäste der Heidelbeerkuchen mit Schlagrahm. In 200 Metern Entfernung kann man in der Ferme à Gaby Köstlich­ keiten aus der Region erwerben.

Restaurant Briand, Leukerbad Das Restaurant Briand ist an der Mittelstation der TorrentBahn gelegen. Ein uriges Walliserstübli, ein Säli – neu mit A-la-carte-Bedienung – und die grosse Sonnenterrasse bieten viel Platz. Susanne und Klaus Tscherry sorgen für traditionelle Walliser Küche und Walliser Gemütlichkeit. «Chalet des Alpes», Nendaz Am Fuss der Skipiste Prarion mit schönster Aussicht auf das Rhonetal liegt das schmucke «Chalet des Alpes». Hier gibts die typischen Walliser Gerichte wie Fondue und Käseschnitten, aber auch Fisch und Fleisch. «Les Marmottes», Zermatt Mit einem leichten Schwung kann man im Winter direkt bis


Beine ausstrecken, Panorama geniessen Pause vor einer Berghütte im Wallis.

Golf auf Schnee in Nendaz und musikalische Highlights

Geht doch Wer sagt denn, es brauche Gras zum Golfspielen? In Nendaz ist das Green aus Schnee. u Golf auf Schnee Die Tortin-Ebene in Nendaz hat sich in einen Golfplatz mit drei winterfesten Löchern verwandelt. ­Schläger, Bälle und weiteres Material vermietet das Restaurant La Chotte. www.telenendaz.ch u caprices festival Vier Tage Feststimmung in Crans-Montana beim bekanntesten Schweizer Musik-Winterfestival! Internationale Stars geben grossartige Konzerte im Kongresszentrum Le Régent und im Ort. Vom 6. bis 9. April 2011. www.caprices.ch u X Speed Ski, Verbier Auf der Piste am Mont-Fort wird der

u zermatt unplugged Zermatt Unplugged, das einzige mit

nd Kulinarik

«chez gaby» Die Berghütte in Champoussin liegt im grössten Skigebiet Europas – in Portes du Soleil.

ausschliesslich akustischen Instrumenten aufgeführte Festival in Europa, präsentiert seine vierte Auflage vom 12. bis 16. April 2011. www.zermatt-unplugged.com

u Warme Quellen Dampfendes Thermalwasser im Thermes

Parc in Val d’Illiez. 110 000 Quadratmeter zum Planschen und Erholen nach dem Skitag. www.thermes-parc.ch

Restaurant chetzeron Das architektonisch prägnante Gebäude in Crans-Montana geniesst internationale Beachtung.

Foto Thomas Jantscher, Handout (4)

F­ inal des Speedski-Weltcups ausgetragen. Auf dieser Piste ­wurde in der Schweiz zum ersten Mal die Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern überschritten! Montag, 18. April, bis Samstag, 23. April 2011. www.xspeedski.net

Hamilton Lodge Das Haus auf der Belalp hat draussen eine grosse Terrasse und drinnen Geweihe an den Wänden.


Wallis-Extra

Vernissage Berghaus Plattjen Haute Cusine mitten im Skigebiet von Saas-Fee. vors «Marmottes» bei der Bahnstation Furi fahren und auf der grossen Sonnenter­rasse verweilen. Nadine und Roby Perren setzen auf Frische: Jedes Gericht wird à la minute zubereitet. Spezialitäten sind Wild-, Lamm- und Rindfleisch, Alpkäse und Räucherfisch, die weitgehend aus eigener Jagd, Zucht und Verarbeitung stammen. die trendigsten «Chüestall», Riederalp Das neue Bergrestaurant Chüestall am Blausee mitten in der Aletsch-Arena begeistert mit viel Holz, urchiger Atmosphäre und einem knisternden Holzfeuer. Mitten im Skigebiet geniesst man das atemberaubende Bergpanorama auf der Sonnenterrasse. Der 1962 erbaute Kuhstall wurde in den letzten Jahren durch aufwendige Handwerksarbeit verwandelt. «Chetzeron», Crans-Montana Der «Daily Mail» hat das «Chetzeron» als Top-Ten-Bergrestaurant gewertet, und auch die spanische Zeitung «El Mundo» schwärmt in höchsten Tönen. Das Steingebäude, modern und archaisch zugleich, liegt im Skigebiet von Cry d’Er und hat eine Terrasse, die sich über drei Ebenen erstreckt. Jede anders, aber alle mit atemberaubendem Panorama. Die Küche trumpft mit Spezialitäten und Neuinterpretationen auf, wie den Gnocchi à la fondue. Vernissage Berghaus Plattjen, Saas-Fee Das «Vernissage Plattjen» ist ein Mix aus rustikalem Berghaus-Charme und stylischem Alpengroove. Die Speisekarte bietet Haute Cuisine und eine Kostprobe der Gourmet-

küche vom Restaurant Vernissage des Fünfsternehotels Ferienart in Saas-Fee. Wer will, kann dort übernachten – im historischen Doppelzimmer oder Massenlager. Berghotel Hamilton Lodge & Spa, Belalp Auf der autofreien Belalp mit Blick auf den Aletschgletscher liegt das «Hamilton Lodge & Spa». Das im Log-Cabin-Stil eingerichtete Restaurant und das Hotel haben Geweihe an der Wand, eine Lounge mit Kamin, Kissen und Kronleuchter in roten Farbtönen. Die Speziellen Restaurant Bärgji, Grächen Jörg und Anja Walter, ehemals «Ferienart» Saas-Fee, führen das Restaurant Bärgji in Grächen. Bereits 1936 erhielt das Haus eine Konzession, um vorbeiziehenden Wanderern eine Tasse

Kaffee, Milch oder auch Tee zu offerieren. Das Pimp-up-Leberwurstbrot ist gebratene Entenleber auf Apfelbrotschnitte. «U Yeü Tsalé», Morgins Wer den Namen des Restaurants nicht aussprechen kann, muss sich nicht sorgen – es ist französisches Patois aus der Region Morgins. Am Fuss der Bergbahn La Chaux gelegen lohnt es einen Besuch aber erst recht: erstens, um den Namen zu lernen, und zweitens, um das Fondue mit Eierschwämmen und Schnittlauch zu probieren. «Etable du marais», Grimentz: Eine typische Skihütte oberhalb Bendolla bei Grimentz. Der ehemalige Stall vermittelt richtige Pausenambiance zwischen zwei Abfahrten. Stilgerecht gibts Fondue, Käseschnitte, Rösti, aber auch Tatar.

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Jetzt geniessen und im Sommer wiederkommen u mehrwert Wer von jetzt an bis Ostern in einem Walliser Hotel übernachtet, bekommt 20 Prozent mehr Ferien! 20 Prozent der Hotelkosten werden den Gäs­ ten gutgeschrieben, und sie können im Sommer die­ sen Betrag im selben Hotel wieder ein­lösen. Die Gäste profitieren also doppelt! Das Wallis garantiert dank den hoch gelegenen Ski­ge­bieten absolute Schnee­ sicherheit und Skigenuss bis weit in den Frühling. Buchen: www.wallis-im-winter.ch

die doppelten ferien Jetzt im Wallis Ferien machen und im Sommer Gutschein einlösen.


En Guete

Ungewohnt Omelette mit einem Hauch von Koriander und Pfefferminze.

Sibylle Sager für

Easy und exotisch

Koriander, Kokos, Kurkuma: Fernweh beginnt würzig – mit einem asiatischen Gericht sorgen Sie zu Hause für viel Freude und Frühlingsgefühle.

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Kokos-Omelette

Zutaten (Vorspeise für 4 Personen) Teig 100 g Mehl, 1/4 Teelöffel Kurkuma, 1/2 Teelöffel Salz, 1 dl Wasser, 3 dl Kokosmilch, 2 Eier Füllung Öl zum Rührbraten, 8 rohe bis auf das Schwanzende geschälte Crevettenschwänze (ca. 150 g), 200 g tiefgekühlte asiatische Gemüsemischung, 1 Esslöffel Sojasauce, 1 Esslöffel Fischsauce, Öl zum Backen, einige Koriander- und Pfefferminzzweiglein (siehe Hinweis) Vor- und zubereiten ca. 25 Min. u Für den Teig Mehl, Kurkuma und Salz in einer Schüssel mischen, in der Mitte eine Mulde eindrücken. ­Wasser, Kokosmilch und Eier verrühren, nach und nach unter Rühren mit dem Schwing­besen in die Mulde giessen, weiterrühren, bis der Teig glatt ist. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 15 Min. quellen lassen. Ofen auf 60 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen.

Für die Füllung Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Hitze reduzieren, Crevetten ca. 2 Min. rührbraten, herausnehmen. Eventuell wenig Öl beigeben, Gemüse bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. rührbraten, zu den Crevetten geben. Sojasauce und Fischsauce da­runtermischen. Pfanne mit Haushalts­ papier reinigen. Öl in derselben Pfanne heiss werden lassen. Ein Viertel des Teiges in die Pfanne geben, Hitze reduzieren, ca. 2 Min. backen. Ein Viertel der Füllung auf die eine Hälfte der Omelette geben, zugedeckt ca. 2 Min. weiterbacken, bis die Unterseite goldbraun ist. Die andere Hälfte darüberschlagen, offen ca. 3 Min. fertig braten. Herausnehmen, warm stellen. Mit dem restlichen Teig und der restlichen Füllung gleich verfahren. Koriander und Pfefferminze dazuservieren. Tipp Statt 4 kleine 2 grosse Omeletten backen, als Hauptgang für zwei Personen servieren.

HINWEIS Frischer Koriander hat einen herben, intensiven Geschmack. Als Ersatz für Koriander können Sie auch glattblättrige Petersilie mit wenig Korianderpulver (aus Koriandersamen) verwenden.

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Asiatischer Vollreissalat

Zutaten (für 4 Personen) 250 g Vollreis, 7 dl Salzwasser, siedend, 1 Esslöffel Senf, 1 dl heller Reisweinessig (siehe Tipp), 4 Esslöffel Sonnenblumenöl, 2 Ess­löffel helle (light) Sojasauce, 1/2 Teelöffel Sambal Oelek, 1/2 Zwiebel, fein gehackt, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer Salat 4 Rotkabisblätter, ganz, 100 g Rotkabis, in sehr feinen Streifen, 50 g Nüsslisalat Vor- und zubereiten ca. 45 Min. u Reis in einem Sieb kalt abspülen, gut abtropfen lassen, zugedeckt ca. 20 Min. al dente köcheln. Von der Platte nehmen, zugedeckt ca. 15 Min. quellen lassen, in einer Schüssel auskühlen. Senf mit allen ­Zutaten bis und mit Zwiebel gut ­verrühren, Sauce würzen und mit dem Reis mischen. Rotkabis und ­Nüsslisalat daruntermischen, in ­Rotkabisblättern anrichten. Tipp Statt Reisweinessig Gewürzessig verwenden.

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En Guete

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Reisnudelsalat mit Tofu

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Fischsauce, 1 Esslöffel Sojasauce, 2 rote Chilis, entkernt, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, ­gepresst, 400 g Tofu, in ca. 3 mm dicken ­Scheiben, 200 g breite Reisnudeln, Wasser, siedend Sauce 1/2 Esslöffel Senf, 3 Esslöffel Kräuteressig, 1 Esslöffel Sonnen­ blumenöl, 1 dl fettfreie Gemüse­ bouillon, 1 Teelöffel milder Curry, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer, 400 g Cherrytomaten, halbiert, 1 kleiner Lattich, in feinen Streifen Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Marinieren ca. 1 Std. u Fischsauce

mit allen Zutaten bis und mit Knoblauch in einer Schüssel gut mischen. Tofuscheiben in ca. 2 cm grosse Stücke schneiden, darunter­

mischen, zugedeckt ca. 1 Std. marinie­ ren. Nudeln in eine Schüssel geben, das siedende Wasser darübergiessen, unter gelegentlichem Rühren ca. 10 Min. zugedeckt stehen lassen. Nudeln kalt abspülen, abtropfen. Für die Sauce Senf mit allen Zutaten bis und mit Curry in einer grossen Schüssel gut verrühren. Sauce würzen, Nudeln und Tofu daruntermischen, Cherrytomaten und Lattich beigeben, mischen.

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CouscousBällchen

Zutaten (für ca. 36 Stück) 200 g Couscous, 2 dl Wasser, siedend, 300 g tiefgekühlte Erbsli, aufgetaut, 4 Esslöffel Pfefferminze, fein geschnit­ ten, 2 frische Eier, verklopft, 3/4 Tee­

löffel Salz, wenig Pfeffer, Olivenöl zum Braten Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Couscous in eine Schüssel geben, siedendes Wasser darübergiessen, mischen, zugedeckt ca. 5 Min. quellen lassen, abkühlen. Erbsli pürieren, mit der Minze und den Eiern zum Couscous geben, würzen, gut mischen. Mit nassen Händen baum­nussgrosse Bällchen formen. Olivenöl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, ­Couscous-Bällchen portionen­ weise ca. 5 Min. braten, herausnehmen, zugedeckt beiseite stellen. Alle Bällchen wieder beigeben, nur noch heiss werden lassen. Tipp Die Bällchen können auch als Apéro-Häppchen serviert werden. Dazu passt Joghurtsauce (180 g Joghurt nature mit 1/4 Teelöffel Salz und wenig Pfeffer gut verrühren).


GaultMillau Restaurant Rössli Neuhofstrasse 3 8315 Lindau Tel. 052 - 345 11 51 Sonntag und Montag ganzen Tag geschlossen Alle Kreditkarten EC-Direct und Postcard www.roessli-lindau.com

Mit Leidenschaft und Herzblut Gastgeberpaar Christine und Rolf Grob.

Seeteufel in Lauchblatt an Trüffeljus Restaurant Rössli, Lindau ZH Olivenöl, feine Kräuter, mediterrane Inspiration: Was seine Kochkunst braucht, ist einfach: Küchenchef Rolf Grob kreiert damit ausgezeichnete Menüs.

D

as «Rössli» ist neu angeschirrt! Heller NEU und grosszügiger getestet zeigt sich das Gourmet­ restaurant, beim Eingang geniesst man jetzt auf einem Sofa den Apéro. Wir sassen im Dorf-Bistro und schauten in die Küche, wo Rolf Grob am brandneuen Herd seine mediterran leichte und ehrliche Küche zubereitet. Nach einer feinen Himbeer-OrangenBowle und dem Amuse-Bouche – kräf­ tiges Morchelrahmsüppchen im Glas, delikate Lachsmousse auf Filoteig und

ein Reis-Chip – wählten wir das vier­ gängige Menu Surprise und starteten gleich nochmals mit einem AmuseBouche, mit einer Lamm-Maultasche in klarer Tomaten-Gemüse-Essenz. Gut gelang der sehr dezente schotti­ sche Wildlachs auf Avocadomousse, hübsch dekoriert mit einem kleinen Salatbouquet und auf ein hauchdünnes Fenchelcarpaccio gebettet. Hervorragend gar der in ein Lauch­ blatt gerollte Seeteufel mit Spinat an Trüf­ feljus und einer knackigen Languste. Im Hauptgang servierte der auf­ merksame Service unter der Leitung

von Christine Grob ein zartes Kalbsfilet auf fein geschnittenem Wirsing an Rahmsauce, eine geschmorte Kalbs­ backe an reduzierter Sauce sowie perfekte Kartoffelgnocchi und eine Gemüsegarnitur. Zum Schluss genossen wir noch ein herrliches Mandarinenparfait mit Schlagrahm, eine Kokosnuss-Tuile sowie gewürfelte exotische Früchte. Wer Lust auf eine Zigarre hat, besucht die Raucher-Lounge im Untergeschoss mit Blick in den Weinkeller, in dem einige kostbare und teure Flaschen lagern. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Dick Vredenbregt

Wein-Tipp Sardischer Kraftprotz Der Stierkopf auf der Etikette weist darauf hin, dass es sich beim Corash Reserva 2007 (14 %) um einen wuchtigen Wein handelt. Dieser Cannonau di Sardegna leuchtet im Glas in dunklem Rubinrot. In der

Nase ist er aber trotz seinem Alter sehr frisch und saftig. Noten von schwarzen Kirschen, saftigen Brombeeren und Gewürznelken sind aus­ zumachen. Im Gaumen folgt dann förmlich die aromatische Explosion. Der Wein erreicht in Windeseile sämtliche

Geschmacksnerven. Es ist ein sehr energetischer, intensiver und schwerer Rotwein, den man unbedingt mit Musse geniessen sollte. Wunderbar dazu passen ein deftiger Braten, ein schmackhaftes Gigot und natürlich kräftige Wildgerichte.

J. C. Boisset Vins SA 2542 Pieterlen Tel. 032 - 331 56 70 boisset@swissonline.ch Bis 2013 geniessen. Trinktemperatur: 16 bis 17 Grad. u CHF 22.–

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seven

Marc sway

ueli kestenholz

Stéphane lambiel

gian simmen

Ihren Star treffen und einen Fo Auf Schweizer Strassen ist ein neuer Star unterwegs: der Ford Focus. Lernen Sie den Kompaktwagen näher kennen, und treffen Sie bei der grossen Roadshow Ihre Lieblingsstars – beispielsweise Eiskunstläufer Stéphane Lambiel oder Sängerin Paloma Würth.

N

och bis am 2. April tourt Ford mit dem «Meet Your Star»-Truck durch die Schweiz. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit, und erfahren Sie alles über den brandneuen Ford Focus, den neuen Star auf Schweizer Stras­ sen. Gleichzeitig können Sie Ihren Lieblingsstar näher kennenlernen. Treffen Sie Soulsänger Seven, diskutieren Sie mit ­Sänger Marc Sway. Lassen Sie sich von Stéphane Lambiel aufs Glatteis führen, oder plaudern Sie mit Sängerin Paloma Würth oder Miss Earth Schweiz Andrea Kuster. Lassen Sie sich zudem vom neuen Star unter den Kompaktwagen verzaubern, und nehmen Sie eines der fünf ausgestellten Ford-Focus-Modelle genauer unter die

Lupe. Erfahren Sie mehr über die Technologie-Highlights des Focus, und erleben Sie jeweils zur vollen Stunde eine energie­­­ge­ladene Tanzshow. Worauf warten Sie noch? Nichts wie hin zur nächsten Ford-Focus-Roadshow! Besuchen Sie noch bis am 2. April eine der Schweizer Städte, in denen die Tour jeweils von 12 bis 17 Uhr haltmacht. Der Clou: Als Roadshow-Teilnehmer haben Sie die einmalige Chance, einen neuen Ford Focus zu gewinnen. So einfach gehts: einfach vor Ort eine der Gewinnspielkarten ausfüllen und im «Meet Your Star»-Truck in die Wett­ bewerbsurne werfen. Und vielleicht bringt der neue Ford Focus schon bald viel Glamour in Ihre eigene Garage.

Ford Focus u Masse 4,36 m Länge, 2,01 m Breite, 1,48 m Höhe u benzin-MOTORen 105, 125, 150, 182 PS u diesel-motoren 95, 115, 140, 163 PS u 0 BIS 100 KM/H 7,9 bis 12,5 s u SPITZE 180 bis 222 km/h u CO2-AUSSTOSS 109 bis 139 g/km u ENERGIEEFFIZIENZ A bis B u PREIS ab 24 400 Franken


publireportage

stars und Technik

Technik, die bewegt david dimitri

miss earth schweiz

Mit der dritten Generation des Focus übernimmt Ford die Technologieführerschaft in der Kompaktklasse. Deshalb fahren Sie mit dem neuen Focus mehr als nur ein Auto. Ent­ decken Sie bei der grossen Roadshow, welche innovativen Technologien in ihm stecken. Lassen Sie sich die Details zu den neuen EcoBoost-Motoren, die mehr Leistung bei weniger Verbrauch bieten, erklären. Erfahren Sie mehr zu praktischen Assistenzsystemen wie dem Toter-Winkel-Warnsystem BLIS, dem Fernlicht- oder dem Spurhalte-Assistenten und natürlich dem Active City Stop, das bis zu 30 km/h vor Auffahrunfällen und Frontalkollisionen schützt. Oder lassen Sie sich zeigen, wie die aktive Einparkhilfe den Focus in die Parklücke zirkelt.

paloma würth

GLAMOURÖS Der neue Ford Focus überzeugt durch modernste Technik unter der attraktiven Karosserie.

Active City Stop Das clevere System schützt vor Auffahr­ unfällen und Frontalkollisionen bei Tempos bis zu 30 km/h.

rd Focus gewinnen Die Locations u 25. März, Basel

Parkplatz St. Jakob mit Soulstar Seven

u 26. März, Luzern

Brüelparkplatz (Lido) mit Stéphane Lambiel

u 27. März, Lugano

Piazza Manzoni mit Miss Earth Schweiz Andrea Kuster

u 1. April, St. Gallen

Coop Gallusmarkt mit Paloma Würth

u 2. April, Spreitenbach

Shoppi Tivoli (Parkplatz) mit Marc Sway

Toter-Winkel-Warnsystem Beim Spurwechsel warnt eine LED-Leuchte vor Verkehrsteilnehmern im toten Winkel.

ihre stars auf facebook u Wollen Sie genau wissen, wann Ihr

Star wo auftritt? Oder was die Gewinner der exklusiven Star-Treffs beispiels­ weise beim Snowboarden mit Gian Simmen, beim Shoppen mit Paloma Würth oder beim Backstage-Konzertbesuch mit Mark Sway alles er­ leben? Werden Sie auf www.facebook.com zum Fan der «Ford Focus Meet Your Star»-App. Hier gibts die aktuellen Infos zur Ford-Focus-Roadshow, Reportagen zu den Star-Treffs und Hinweise, wie Sie selbst einen neuen Ford Focus gewinnen können. Also, Chance nicht verpassen, immer auf dem aktuellen Stand bleiben und noch heute zum Fan der Facebook-App «Ford Focus Meet Your Star» werden! Denn erst Ende April steht der Gewinner des neuen Ford Focus fest.

Müdigkeitswarner Der Focus misst den Aufmerksamkeits­ grad des Fahrers und warnt vor drohendem Sekundenschlaf.

Fernlicht-Assistent Beim Herannahen eines Fahrzeugs wechselt der Focus automatisch von Fern- auf Abblendlicht.


Horoskop

Jupiter & Saturn nerven. Venus lässt hoffen

(am 31.): Das deutet auf Energieprobleme und Naturkata­ strophen. Auch europaspezifische Probleme könnten sich zuspitzen: Der Zyklus Jupiter–Saturn symbolisiert auch die Europäische Union. Die Konjunktion Venus–Neptun (am 27.) weist hin auf humanitäre Anstrengungen und mehr Solidarität.

widder 21.–30. 3. Ruhige Woche. Am 28. und 29. freuen Sie sich gut gelaunt über einen Freund. Nur die um den 27./28. Geborenen müssen neue Wege ein­schlagen, was ihnen nicht gerade ins Konzept passt. 31. 3.–9. 4. Sie fühlen sich etwas eingeschränkt, (am 28.?). Sie haben (am 31.) nicht den richtigen Durch­ blick, sollten vorsichtig agieren (in finanziellen Fragen). 10.–20. 4. Sie sind kontaktfreudig und schlagfertig. Was Sie jetzt entscheiden, sollte Mitte Mai Folgen haben. Hindernisse am 28., Rückenwind hingegen am 30.

stier 21.–30. 4. Sie sehen eine Krise aus einem neuen Blickwinkel (28.). Venus verspricht schöne Stun­ den. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen (27., 28., 31.), für manche eine Sternstunde. 1.–10. 5. Sie sollten etwas gegen chronische Beschwerden unternehmen (28., 31.), mehr Bewegung, regelmässiger Sport. Am 2. sind Sie mit den Resultaten zufrieden. 11.–20. 5. Mars stimuliert, Sie sind in Bestform. Am 27. und 31. sollten Sie nicht auf Klatsch hören, sich aus Intrigen heraus­ halten! Am 2. sind Sie auf Erfolgskurs und sehen klarer.

zwillinge 21.–31. 5. Eine Kollegin legt Ihnen Steine in den Weg (27., 31.), doch mithilfe von Freunden kommen Sie gut über die Runden (29.). Die vor dem 24. Gebore­ nen können mit einer positiven Wende rechnen, die mehr Unabhängigkeit verspricht. 1.–10. 6. Eine kritische Situa­ tion entwickelt sich zu Ihren Gunsten (28., 29.). Am 1. können Sie langfristig die Weichen stellen, Ihre Situation festigen. 11.–21. 6. Sie entscheiden klug, sollten aber nichts überstürzen (29., 2.). Mars verleitet Sie zu vor­ eiligen Reaktionen, und Sie sind gesundheitlich anfällig.

krebs 22. 6.–1. 7. Venus signalisiert Frühlingsge­ fühle (27., 2.). Vernachlässigen Sie darob nicht Ihr Berufs­ leben! Eine neue Situation bereitet Kopfzerbrechen (28., 30.). 2.–12. 7. Sie müssen mit Gegenwind rechnen (am 28. oder 30.). Nicht der beste Moment, um sich mit Vorgesetz­ ten oder Behörden anzulegen. Auch könnten chronische Probleme akut werden. 13.–22. 7. Sie sind in exzellenter Verfassung, können Mars zusätzliche Energien verdanken (28., 2.). Doch sollten Sie eine Entscheidung gut über­ denken, nichts überstürzen (am 29. oder 31.)!

löwe 23. 7.–1. 8. Sie sammeln Pluspunkte. Und beweisen: Auf Sie ist Verlass. Der Partner steht Ihnen zur Seite (28., 29.). Die vor dem 25. Geborenen schla­ gen neue Wege ein, gewinnen mehr Einfluss. 2.–12. 8. Sie bauen Ihren Vorsprung weiter aus. Trotz einigen Ver­ spätungen (am 28., 30.) kommen Sie mit einem neuen Vorhaben einen Schritt weiter und können Ihre Position ausbauen. 13.–23. 8. Sie sind schlagfertig, gehen taktisch klug vor (30., 1.). Zugleich knüpfen Sie wert­ volle Kontakte, die Mitte Mai gute Resultate bringen.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Denkwürdige Begegnung? Heisser Flirt? Diese Woche ist alles möglich, niemand kann Ihrem Charme widerstehen, speziell am 27., 28. oder 31. Am 2. erleben manche eine Sternstunde. 3.–12. 9. Sie müssen sich um finanzielle Fragen kümmern, was am 28. und 30. Kopfzerbrechen bereitet. Doch am 27. und 29. handeln Sie vernünftig, finden eine gute Lösung. 13.–23. 9. Sie fallen mit der Tür ins Haus, sind nicht gera­ de diplomatisch, speziell am 29. und 2. Zeigen Sie bei Dis­ kussionen (Partner?) mehr Geduld. Nichts überstürzen!

waage 24. 9.–3. 10. Abgesehen von häuslichen Problemen eine recht angenehme Woche. Mit Charme er­ reichen Sie bei Kollegen mehr als mit Druck (am 28. oder 31.). Eine neue Situation ist besser als befürchtet (2.). 4.–13. 10. Sie werden mit einer Realität konfrontiert, die Ihnen gegen den Strich geht. Doch ist dies langfristig po­ sitiv. Neue Partnerschaft, beruflich oder privat? Kritisch: der 28., 31., positiv: der 29. und 1. 14.–23. 10. Sie sind auf der richtigen Wellenlänge (am 30. und 1.), entscheiden klug. Am 27. und 31. sind Sie vergesslich und zerstreut.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie werden nach Strich und Faden verwöhnt. Venus symbolisiert Momente voller Romantik, eine denkwürdige Begegnung (am 27., 28., 2.). 3.–12. 11. Sie sollten sich um chronische Probleme küm­ mern und sich eine kleine Pause gönnen. Am 27. und 1. sind Sie blendender Laune, gewinnen neue Sympathien. Nur am 29. sind Sie reizbar. 13.–22. 11. Sie sind körper­ lich fit und verdanken Mars zusätzliche Energieschübe. Am 28. und 2. können Sie einen schönen Vorsprung ­gewinnen, am 29. sollten Sie aber kürzertreten!

schütze 23. 11.–2. 12. Sie haben Rückenwind und amüsieren sich glänzend. Eine positive Wende (Ursprung im Juli 2010?) bringt mehr Unabhängigkeit (28., 2.). 3.–12. 12. Sie überwinden ein Hindernis, können Ihre Position ausbauen. Die um den 7./8. Geborenen legen den Grundstein für ein grösseres Vorhaben (Beförderung, Heirat?), sichern damit ihre Zukunft ab (28., 29., 1.). 13.–21. 12. Mars-Störfelder verleiten Sie zu voreiligen Schritten. Am 29. oder 2. sollten Sie eine Entscheidungen zweimal überdenken! Am 30. gehen Sie taktisch klug vor.

steinbock 22.–31. 12. Sie zeigen sich von Ihrer Scho­ koladenseite, sind charmanter denn je. Venus verspricht Romantik, Harmonie und Leidenschaft (am 27., 28., 2.). Oder eine lang erwartete Aussprache? 1.–10. 1. Sie müs­ sen sich anschnallen: Jupiter und Saturn signalisieren Gegenwind, am 28. und 31. haben Sie keinen leichten Stand. Chronische Beschwerden? Probleme mit An­gehörigen? Besser läuft es am 1. 11.–20. 1. Sie sind in Hochform, holen einen Vorsprung heraus (28., 30., 2.). Am 27. oder 31. aber wird Ihre Haltung falsch ausgelegt.

wassermann 21.–30. 1. Sie freuen sich über einen Gewinn, sind grosszügig und gut gelaunt (31.). Eine Aus­ sprache schafft Klarheit. Am 28. hingegen sind Sie über­ sensibel. 31. 1.–9. 2. Sie kommen gut über die Runden, nutzen eine Rivalität zu Ihren Gunsten aus (28.). Am 31. sollten Sie nicht zu leichtgläubig sein und die Lage mög­ lichst realistisch einschätzen! 10.–19. 2. Sie zeigen sich sehr geistreich und redegewandt. Günstig für Verhand­ lungen, eine Reise, Examen usw. Eine Entscheidung (am 30.) verspricht Mitte Mai positive Resultate.

fische 20. 2.–1. 3. Venus in Ihrer Dekade verspricht Herzklopfen. Am 27., 28. und 2. sind Sie der strahlende Mittelpunkt. Schicksalhafte Begegnung? Unvergess­ liche Momente zu zweit? Oder eine tolle Überraschung? 2.–10. 3. Sie kommen gut über die Hürden. Am 28. und 29. sind Sie zu grosszügig, könnten Ihr Budget über­ ziehen. Gute Laune am 27. 11.–20. 3. Mars verleiht Ihnen zusätzliche Kraft, Sie sollten jedoch Ihre Möglichkeiten nicht überschätzen (am 29. oder 2.)! Treiben Sie Sport, um Ihre Energien besser zu kontrollieren!

ihr tages-horoskop 110

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 27. März bis 2. April 2011 Jupiter steht diese Woche in exakter Opposition zu Saturn (ein Zyklus von etwa 13 Jahren). Zusätzlich bildet er einen dissonanten Winkel zu Neptun (am 31.). Das sorgt für wirtschaftliche Probleme und politische Spannungen. Pluto steht in Spannung zur Sonne

Dr. Elizabeth Teissier


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 27. März 2011

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die sechsten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL 2

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Teilnahmeschluss Sonntag, 27. März 2011

WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 27. März 2011

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Fßllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer LÜsung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis ßbers Handynetz)

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Teilnahmeschluss Sonntag, 27. März 2011

schwer

Gesamtwert: 1488 Franken!

Informationen: www.thermalp.ch

Teilnahmeschluss Sonntag, 27. März 2011

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WER HÄTS – OHA LÄTZ

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LĂ–SUNGSWORT

Gesamtwert: 750 Franken!

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LĂśsung: ROEMERTOPF

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Die Oral-B Triumph 5000 mit SmartGuide ist die technisch fortschrittlichste ZahnbĂźrste von Oral-B. Ihr kabelloses Display gibt Feedback beim Putzen und fĂśrdert damit bessere Putzgewohnheiten. www.oral-b.ch

2 4 5 3 7 9 6 8 4 5 7 3 1 6 8 6 9 2 7 3 3 5 7 1 2 1 8 4 5 9 8 7 6 2 1 9 4 5 2 3 685 LĂśsung: 4 1 9 8 6

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LĂśsung: ENTE

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das LĂśsungswort.

KREUZWORTRĂ„TSEL

SUDOKU mittel 1 4 2 7 6 3 8 9 5



REBUS

AUFLĂ–SUNG AUS HEFT 11

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1. Drollig, 2. Inserat, 3. Einbaum, 4. Surenen, 5. Connery, 6. Hausbau, 7. Optimum, 8. Erinnye, 9. Nordsee, 10. Sandale, 11. Trainer, 12. Ergeben, 13. Neuntel, 14. Tetanus, 15. Allegro, 16. Gracias, 17. Elchkuh, 18. Instanz, 19. Moleson LĂśsungssatz: Die schoensten Tage im Leben sind die Naechte.

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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer LÜsung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24528 (gratis ßbers Handynetz)

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LĂśsung: 682

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ăœber die Verlosungen wird keine Korrespondenz gefĂźhrt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie AngehĂśrige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer LÜsung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24525 (gratis ßbers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 27. März 2011

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notabene

Wie weiter in Libyen? Peter Scholl-Latour

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schweizer illustrierte

Foto Fabienne Bühler

W

ie immer der Kampf libyschen Diktators und seine Truppen­ um Libyen ausgeht, aufgebote leicht aus der Luft lahmer hat bereits eine legen können. Die platte, nackte Wüste entbehrt jeder Tarnung und würde der immense diplomati­ konven­tionellen Kriegsführung zum Ver­ sche Dimension an­ hängnis. Die libyschen «Loyalisten» ver­ genommen. Das mili­ tärische Vorgehen fügen zwar über ein umfangreiches Waffen­ war vom französischen Präsidenten Sarkozy arsenal, aber ihre Bereitschaft zu sterben, dürfte geringer sein, als das seinerzeit angeregt worden, und Grossbritannien beim Vietcong und heute bei den Taliban schloss sich erstaunlich schnell an. In den USA versuchte zwar Verteidigungsminister der Fall ist. Hätte sich hingegen das Gates, diese Pläne zu durchkreuzen, musste Regime von Tripolis des letzten Aufstand­ sich am Ende jedoch dem Interventionsbefehl zentrums des Widerstandes bemächObamas beugen. tigen können, wäre es für die Bomben­Zunächst hatte man angenommen, geschwader der Alliierten schwierig dass die Resolution im Weltsicherheitsrat, gewesen, ohne schwere Verluste unter der Gaddafi zu stürzen, am Veto Russlands Zivilbevölkerung einzugreifen. und Chinas scheitert. Aber diese Mächte Sollte sich Gaddafis Clan behaupgewährten der Nato durch Stimmenthaltung ten, wäre es schlecht bestellt um jene freie Hand. Es geschah sogar etwas völlig ­gefeierte Umsturzbewegung, die man Uner­wartetes: Die Arabische Liga, die in «Sollte sich Gaddafis als «arabischen Frühling» oder «Jasminsolchen Fällen meist für ihre «Brüder» ein­ Clan behaupten, Revolution» verherrlichte. Warum sollte tritt und die USA oft des Imperialismus dann die ägyptische Generalität ihren beschuldigt, nahm nachdrücklich und ein­ wäre es schlecht Regierungseinfluss und ihre immensen Privilegien preisgeben? Selbst in Tunesien deutig Stellung gegen Gaddafi. Es war bestellt um den ist ja noch nichts geregelt, und das Resul­ Deutschland, das sich als einziger Staat der tat der dort angekündigten Wahlen bleibt EU mit Russen und Chinesen gemeinmachte ‹arabischen Frühling› überaus ungewiss. und das Vorgehen der Westmächte gegen in Ägypten und Den grössten Vorteil aus der Bruta­Gaddafi zwar nicht rundum ablehnte, aber lität Gaddafis kann im Persischen Golf durch ihre Stimm­enthaltung zu verstehen Tunesien» die Dynastie Al Khalifa auf der Insel gab, sie wolle sich in das libysche Abenteuer Bahrain für sich verbuchen. Als die Palast­ in keiner Weise verwickeln lassen. Man kann nur Vermutungen anstellen über die Gründe, wache des dortigen sunnitischen Königs durch die schiitische die Angela Merkel und ihren Aussenminister Westerwelle bewegt Bevölkerungsmehrheit, die er stets drangsaliert hatte, hinweg­ haben, der atlantischen Solidarität den Rücken zu kehren. Und, gefegt zu werden drohte, kamen ihm die Panzer Saudiwas schwerer wiegt, als einziger Staat der EU den Einhalts­ Arabiens zur Hilfe. Auf der Süd­hälfte Bahrains befindet sich – bestrebungen unseres Kontinents einen Dolchstoss zu versetzen. streng abgeschirmt – die Basis der fünften amerikanischen Glaubte die Regierung von Berlin, der viele schwierige Land- Flotte. Und diese einmalige strate­gische Position, die ein tagswahlen bevorsteht, sie könne ähnlich taktieren wie seiner- Übergreifen der Islamischen Republik Iran auf die von Schiiten zeit der sozialdemokratische Kanzler Schröder, der sich 2003 bewohnten reichsten Erdölreviere der Saudis verhindert, bleibt weigerte, am Feldzug Iraqi Freedom teilzunehmen? Mit diesem für Washington von unschätzbarem Wert. Also hat sich am populären Entschluss hatte er die Bundestagswahl knapp für Potomac kaum eine Stimme erhoben, um gegen diese Versich ent­schieden. Doch George W. Bush hatte damals mit so viel ­letzung der Menschenrechte durch die saudische Monarchie Täuschungen operiert, dass die Ablehnung Frankreichs und zu protes­tieren. Deutschlands der jeweiligen Staatsräson entsprach. Dieses Mal hat die Bundesrepublik sich in eine leicht­ Die Situation in Libyen ist verworren. Es hatte viel fertige Isolation begeben. Die Argumente gegen eine ohnehin Naivität auf Seiten der westlichen Allianz dazugehört, an das minimale militärische Beteiligung in Libyen klingen wie klägliche Versprechen des Obersts Gaddafi zu glauben, er wolle einen Ausflüchte. Der deutsche Bruch mit Nato und EU könnte von Waffenstillstand einhalten. Stattdessen drangen seine Truppen vielen als ein Symptom von «Feigheit vor dem Feind» gedeutet in Bengasi ein. Die Rebellen hatten vielleicht zu früh gefeiert, als werden. Begreift man in Berlin denn nicht, dass ein deutsches die Resolution des Weltsicherheitsrates bekannt wurde, die den Engagement im Mittelmeer sehr viel zwingender sein kann Weg frei machte für die Sperrung des libyschen Luftraums und als die sinnlose Verstrickung in das heillose Chaos am auch für andere Interventionen der diversen alliierten Flugzeuge. Hindukusch.   Wäre die Aktion der USA, Englands und Frankreichs einige Tage früher erfolgt, hätte man die Panzer-Kolonnen des Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor



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