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Exklusiv Elton John zeigt sein Baby!

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24. Januar 2011 CHF 4.50

Nicolas Scandamarre, 22

Omar Ahatri, 25

Dominique Capraro, 22

Fabian Introvigne, 20

Sandro De Mattio, 22

Jonas Lutz, 24

Michel De Carolis, 26

Pascal Breitenstein, 22

Die zwölf Schönsten oben ohne

Wer wird Mister Schweiz?

Luca De Nicola, 20

Davide Garruti, 21

Jonas Wälti, 22

Luca Ruch, 21


Inhalt 16

u Der Coup des Jahres! Ja, es hat geklappt! Zu Weihnachten sind Sir Elton John, 63, und sein Ehemann David Furnish, 48, Papi und Mami geworden. Was Klein Zachary jetzt braucht, sagt Kinderarzt Remo Largo.

Titelfotos Thomas Buchwalder; Inhaltsfoto Greg Gorman / © 2011 Elton John and David Furnish / Getty Images

HEFT 4, MONTAG, 24. Januar 2011

Titel 20

Mister Schweiz Stark. Die 12 Finalisten zeigen ihren Body. Und sagen, wen sie lieben, was sie hassen. Stimmen Sie ab!

Leute 7 8

16 30 38

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Tagebuch von Stefan Regez Leute Didier Cuche, Blerim Dzemaili & Barbara Megert, Phil Collins, Renzo Blumenthal & Evelyne Binsack, Hans Jucker, Christa Rigozzi Elton John Das Baby! Exklusive Bilder der glücklichen Männerfamilie Marianne Barthelmy Privat. So lebt die Schweizerin des Jahres in Fribourg Tinkabelle Bezaubernd. Die Aargauerin Tanja Bachmann und ihr Traum von einer grossen Karriere als Sängerin Thomas Müller Geflüchtet. Der Ex-CVPNationalrat aus Rorschach wechselt zur SVP und begleicht alte Schulden schweizer illustrierte

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Inhalt Gesellschaft 34

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Didier Burkhalter Magistral. Der Familienvater mausert sich zum stillen Star im Bundesrat. Und sagt, warum er so gern kocht Abt Christian Aufgeschlossen. Der neue Vorsteher des Klosters Engelberg zeigt seine Abtei und seine Vögel

Unterhaltung 78

78

Shopping 49

u Mit Schalk Seit dreissig Jahren schlüpft Clown-Frau Gardi Hutter regelmässig in die Rolle ihrer Bühnenfigur Hanna. Als Schneiderin ehrt sie nun ihre Eltern und söhnt sich mit ihrer eigenen Kindheit aus.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 57 58 60

Fotos Kurt Reichenbach (2), Nicolas Righetti / Rezo für L’illustré,

Gardi Hutter Deftig. Die Clown-Frau zeigt, was unter ihrer Maske steckt. Und erklärt die parlamentarische Familienmonarchie

Scheidenpilz Kein Grund, sich zu schämen. So beugen Sie vor! Laser Im Dienste der Schönheit Kreuzschmerzen Wie die interventionelle Schmerztherapie funktioniert

Die Besten 61

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 65

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party 82

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u Mit Herz Besuch beim Kindernotruf 147: Friedrun & Didier Burkhalter gewähren Einblick in ihr eigenes Familienleben.

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Niederdorfoper Die Premiere in Zürich Trainingscamp Der FC Luzern in El Gouna IWC So ticken die Stars in Genf

Und … 89 74 90

Notabene von Peter Scholl-Latour Horoskop Leserbriefe / Impressum

u Mit Charme Die Schweizerin des Jahres Marianne Barthelmy zwirbelt ihrem Mann Patrick jeden Monat die Frisur.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Gelungene Integration! Mister Schweiz

Stefan Regez, stv. Chefredaktor

Capraro, De Carolis, De Mattio, De Nicola, Garruti, Introvigne, Scandamarre – was nach der Aufstellung der italienischen Nationalmannschaft tönt, ist die diesjährige Kandidatenliste der Mister-Schweiz-Wahlen. Sieben der zwölf schönsten Männer der Schweiz haben ihre Wurzeln in Italien. Nun, dass südländische Männer gut aussehen, überrascht nicht. Und der dunkle Typ dominiert auch 2011. Dass aber gleich so viele um die Nachfolge von Jan Bühlmann buhlen, ist doch bemerkenswert. Und zeugt von der gelungenen Integration dieser Zweit- und Drittgenerations-Italiener. Ihre Schicksalsschläge, ihre Vorlieben, ihre Familien und Freundinnen – in diesem Heft erfahren Sie alles über die zwölf jungen Männer! Zudem empfehle ich Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, unser laufend aktualisiertes Mister-Schweiz-Dossier auf SI online (www.schweizer-illustrierte.ch/mister-schweiz) und unser Zusatzangebot auf dem iPad: Dort sehen Sie Michel De Carolis in einer aussergewöhnlichen 360-Grad-Fotografie und hören den jeweiligen Lieblingssong aller Kandidaten! «Wer ist der Schönste?» – ab Seite 20

Marianne Barthelmy Vergangene

Idée suisse plus Vater aus Marokko, Mutter aus Spiez, aufgewachsen in Lugano, Studium in Lausanne. Mister-Kandidat Omar Ahatri im Gespräch mit SI-Redaktorin Sandra Casalini.

Woche beschwerte sich ein Leser wegen unserer Geschichte über die Schweizer des Jahres, die Engel von Haiti, Rolf Maibach und Marianne Barthelmy: Es sei «absolut unfair, ja diskriminierend, dass sich der ganze Bericht nur um Dr. Maibach dreht». Wohl, weil Herr Maibach ein Doktor sei und Frau Barthelmy «nur» Krankenschwester. Dem ist selbstverständlich nicht so. Marianne Barthelmy hat uns von Anfang an genauso beeindruckt wie Rolf Maibach. Zumal sie nach der Erdbeben-Katastrophe im Januar 2010 in Haiti war, Schwerverletzte rettete und das Spital leitete. In dieser Ausgabe erzählen wir nun die Geschichte der 27-jährigen Bernerin, die immer wegwollte und dabei das ­Abenteuer ihres Lebens fand. «Eine federleichte Liebe» – ab Seite 30

Fotos Dick Vredenbregt, Marcus Gyger

Thomas Müller

«Was er macht, macht er gründlich» SI-Politchef Lukas Egli (r.) ist beeindruckt von Bundesrat Didier Burkhalter.

Wir alle wechseln mehrmals Wohnung, Wohnort und Lebensmittelpunkt. Regelmässig auch unsere Arbeitsstelle. Selbst unsere besten Freunde kommen und gehen. Und zuweilen verlassen wir auch unsere Ehepartner. Weshalb viele gar nicht mehr von ihrem Lebenspartner, sondern – ganz nüchtern – vom Lebensabschnittspartner reden. Das ist alles akzeptiert. Normal. Okay. Aber wehe, jemand wechselt seine Partei. Dann reagiert das Umfeld mit Unverständnis. Die früheren Parteikollegen wittern Verrat. Die Wähler sowieso. Das hat Nationalrat Thomas Müller aus Rorschach SG vergangene Woche erfahren. Sein Wechsel von der CVP zur SVP hat für Irritationen gesorgt. Wieso eigentlich? Im Leben revidieren wir unsere Meinungen hin und wieder. Wir lernen dazu. Wir erkennen neue Zusammenhänge. Unsere Lebensumstände verändern sich. Und damit auch unsere Interessen. So gesehen kann doch ein Parteiwechsel durchaus ehrlich sein. «Er zahlts der CVP zurück» – ab Seite 40 Ich wünsche Ihnen viel Spass mit der Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Didier Cuche

Höllenritt zum Altersrekord Foto Alessandro Trovati / AP / Keystone

u Es war keine Liebe auf den ersten Blick zwischen Kitzbühel und

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Didier Cuche: «Richtig Schiss hatte ich, als ich vor 15 Jahren hier zum ersten Mal am Start stand. Am liebsten wäre ich mit der Gondel ins Tal runter.» Inzwischen hat der 36-Jährige sogar eine eigene Gondel – wie jeder Sieger auf der Streif. Mit seinem sensationellen Ritt zum vierten Kitz-Sieg am vergangenen Samstag egalisierte er den Rekord von Ski-Legende Franz Klammer. Dessen Lob: «Ihm zuzuschauen, war ein Traum.» Ein weiterer Rekord: Cuche ist nun der älteste Weltcup-Sieger aller Zeiten. Und der «Alte» steht auch beim Feiern den Jungen in nichts nach: «Kitzbühel ist der einzige Ort, an dem ich während der Saison partymässig Vollgas gebe.» Nicht ganz allein. Didier Cuche: «Bode Miller hat mich auf dem Podest gefragt, ob wir irgendwann in der Nacht noch anstossen wollen.» Alejandro Velert schweizer illustrierte


bild der woche


Leute wer liebt wen

Neue Fussballer fürs Land? u Grossfamilie: Nati-­

Verteidiger Stéphane Grichting, 31, wurde am 14. Januar zum dritten Mal Papi. Gattin Valériane, 32, schenkte ihm Söhnchen Elias (4250 g, 53 cm). «Mutter und Sohn geht es wunderbar», freut sich der Walliser. Auch die grosse Schwester Zora, 7, und Sohn Ilan, 4, freuen sich über die Verstärkung. u Zum ersten Mal Papi wird Offensivspieler

Nelson Ferreira, 28. «Ende März ist es so weit», freut sich der Leistungsträger von Wintermeister Luzern. Der Portugiese ist mit der Interlaknerin Claudia Ferreira-Wirth, 27, verheiratet. u Privater Höhenflug: Nach fünf Jahren Beziehung haben sich Extrem­artist Freddy Nock, 46, und seine Freundin Ximena Soltermann, 34, verlobt. «Den Heirats­antrag habe ich Ximena schon im Oktober in Luzern gemacht», sagt er. Heiraten möchten die beiden im Sommer. «Natürlich wird die Trauung auf dem Seil stattfinden.»

Fotos Markus Linke, Dukas, Toto Marti / Blicksport / RDB, Fabienne Bühler

u «Schaut her, das ist mein

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Flynn!» Model Miranda Kerr, 27, kann von ihrem kleinen Wonneproppen nicht genug bekommen. Den intimen Schnappschuss stellte die stolze Mama auf ihre Website. Vater des drei Wochen alten Jungen ist Hollywood-Star Orlando Bloom, 33.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Ted Scapa u Melanie Oesch u Renzo Blumenthal u Evelyne Binsack u Gardi Hutter schweizer illustrierte


«Es ist aus!»

Er war ihre grosse Liebe. Sie die perfekte Frau für ihn. Jetzt brachte die Fernbeziehung Barbara megert und Blerim dzemaili doch noch auseinander. Text Bettina Portmann

S

ie galten als eines der attraktivsten Paare der Schweiz: «Benissimo»Glücksfee Barbara Megert, 26, und Fussballspieler Blerim Dzemaili, 24. Sie waren der glamouröse Mittelpunkt vieler Galas und ein Beweis dafür, dass eine Fernbeziehung funktionieren kann. Jetzt ist Schluss. Das Paar hat sich getrennt. Dabei sah es im Oktober 2009 noch so gut aus. Barbara Megert zog zu Blerim ­Dzemaili nach Italien. Dort avancierte der Mittelfeldspieler zum Leistungsträger des FC Parma. Endlich sollte die Fernbeziehung ein Ende haben. Die Juristin fand aber keinen Job. Sie entschied sich darum im Juni 2010 für das Angebot der Uefa in Nyon: «Wir waren uns sicher, dass unsere Beziehung trotz der Distanz weiter funktio­ nieren würde.» Doch an einem Sonntagnachmittag im November gestanden sich die beiden unter Tränen, dass es aus ist.

Damals waren sie noch ein Paar: Barbara Megert und Blerim ­Dzemaili. Heute gehen die ­Juristin und der Fussballer getrennte Wege – und wünschen sich, es wäre anders.

Frau Megert, Sie haben also die Karriere der Liebe vorgezogen? Das stimmt. Blerim und ich waren beide nicht bereit, alles auf die Karte Beziehung zu setzen. Ich will unabhängig bleiben. Dzemaili: Ich sah, wie Barbara ohne Arbeit immer unglücklicher wurde. Megert: Unsere Berufe liessen sich leider nicht miteinander vereinbaren. Ich fragte mich, wie meine Zukunft an seiner Seite ohne ­eigenen Job aussehen würde. Warum klappte denn dieses Mal die Fern­beziehung nicht? Megert: Während meines Studiums hatte ich viel Freizeit. Das ist heute nicht mehr so. Unsere Beziehung bestand aus 90 Prozent Sehnsucht und 10 Prozent Zusammensein. Dzemaili: Wir vermissten uns sehr. Damit konnte ich nicht umgehen. Megert: Wir kämpften um unsere Beziehung. Jetzt kämpfe ich darum, loslassen zu können. Viele Frauen setzen dabei auf eine neue Frisur. Ich auch! Ich trage meine Haare nun viel kürzer. Auch weil ich als Juristin ernst genommen werden will. Blerim gefielen die langen Haare besser. Dzemaili: Stimmt. Die neue Frisur macht dich jünger.

Welches ist Ihre schönste gemeinsame ­Erinnerung? Megert: Unser erster gemeinsamer Urlaub auf Mykonos. Dzemaili: Und die Ferien auf den Seychellen! Meine Kollegen sagten immer, so viel Nähe hältst du keine Woche aus. Dabei war es wundervoll – es gab nur uns. Megert: Eine schöne Erinnerung ist auch unser Freundschaftsring. Ich habe ihn erst vor zwei Monaten abgelegt und bewahre ihn in einem Schmuckkästchen auf. Dzemaili: Den Ring behalte ich auch. Bei mir hängen noch immer Bilder von Barbara. Hast du meine Fussball-Leibchen noch? Megert: Klar. Ich spiele darin Fussball mit unserer Uefa-Frauenmannschaft. Das klingt alles noch sehr vertraut … Megert: Für mich war Blerim meine grosse Liebe. Wir hatten es unglaublich schön zusammen. Er ist ein Mann, der Nähe zulässt. Ich denke viel an Blerim und vermisse ihn. Wir rufen uns einmal pro Woche an. Dzemaili: Wenn wir miteinander sprechen, tun wir das noch immer als Paar. Es fühlt sich schön an. Barbara war die perfekte Frau für mich! Am meisten vermisse ich sie, wenn ich nachmittags zu Hause bin und die Eagles höre. Für eine neue Beziehung scheinen Sie beide noch nicht bereit zu sein. Megert: Wieder Single zu sein, ist ein Schockgefühl. Vier Jahre lang lebte ich im Glauben, meinen Traumprinzen gefunden zu haben. Zwischendurch ertappe ich mich dabei, dass ich dieses Gefühl noch immer habe. Ab und zu habe ich Angst davor, dass Einsamkeit aufkommt. Denn die Sicherheit und die Geborgenheit sind plötzlich weg. Dzemaili: Ich habe es auch noch nicht realisiert. Im Kopf bin ich nicht Single. Barbara ist noch viel zu präsent. Waren Sie eigentlich immer treu? Fussballer haben diesbezüglich einen schlechten Ruf … Zu 100 Prozent. Ohne Treue gibts kein Vertrauen. Barbara und ich vertrauten uns. Was, wenn neue Partner ins Spiel kommen? Megert: Dann wäre ich brutal eifersüchtig! Dzemaili: Das wäre nicht auszuhalten! Für mich ist sie noch immer meine Frau. Auch wenn ich mir wünsche, dass sie glücklich wird, wünsche ich mir noch mehr, dass wir wieder zusammenkommen.  schweizer illustrierte

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Leute

Phil collins wird 60!

u «Selbstmordgedanken?»,

fragt Phil Collins. «Im Gegenteil! Ich hatte noch nie so viel Lust aufs Leben!» Und wehrt sich gegen die Darstellung des Musikmagazins «Rolling Stone». Dieses schrieb Ende 2010, der Musiker sei nicht nur karriere-, sondern sogar lebensmüde. In seinem Haus in Fechy VD, das hoch über dem Genfersee thront, feiert er am Sonntag, dem 30. Januar, seinen 60. Geburtstag mit seinen fünf Kindern, seinem Bruder Clive und seiner Schwester Carol. Von seiner dritten Frau Orianne liess er sich 2008 scheiden. «Sechzig werden ist für mich kein Problem», sagte er «L’illustré».

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Es sei höchstens eine Legitimation, nichts zu tun. Der Solokünstler und Genesis-Sänger hat seit Jahren keinen Song mehr geschrieben. «Ich glaube nicht, dass die Welt weitere Lieder über meine Scheidungen braucht», sagt er, «es ist Zeit, dass Phil Philip den Platz überlässt.» Zu Philip wird Phil, sobald er ins Keller­geschoss seines Hauses steigt. Mit 200 Objekten besitzt Collins die grösste Sammlung über die Schlacht von Alamo, die 1836 Texas von Mexiko trennte. «Ich schreibe an einem Buch darüber. Es sollte im März 2012 rauskommen. Kein Bestseller – ich mache das für mich.» yz

Phil Collins wohnt mit seinen beiden jüngsten Söhnen Nicholas, 10, und Mathew, 6, in Fechy VD. Von seinem 355 Quadratmeter grossen Haus geniesst er den Blick auf den Genfersee. Im Soussol zeigt er stolz seine historische Sammlung über die Schlacht von Alamo.

Fotos Didier Martenet / L’illustré (2), Marcel Nöcker

«Volle Lust aufs Leben»


nachgefragt bei

Matthias Aebischer Seitenwechsel TV-Moderator Matthias Aebischer, 43, kandidiert auf der SP-Liste für den Nationalrat. Seinen Job beim Schweizer Fernsehen kündigt der Familienvater im Februar.

«Erst vor zwei Monaten habe ich mir in Basel wieder einmal ‹Schwanensee› angesehen», sagt Christa Rigozzi. «Die grössten schweizer Talente»

Primaballerina Christa u «Autsch! Wie nur haben meine Füsse das vier Mal die Woche ertragen?», fragt sich Christa Rigozzi, 27. Zehn Jahre ist es her, seit sie die Spitzenschuhe samt Tutu und Strümpfen im Schrank ihrer Eltern verstaute. Für die SI ist die ehemalige Miss Schweiz jetzt ins Ballettstudio zurückgekehrt. Mit fünf Jahren hat sie in Bellinzona zu tanzen begonnen. «Zusammen mit meiner Cousine

Guia. Wir fühlten uns wie Prinzesschen!» Talent habe sie schon gehabt – «aber in der Pubertät wurde ich viel zu weiblich für eine Ballerina». Ab Samstag sitzt die Tessinerin in der Jury der neuen SF-Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» – neben DJ Bobo und Roman Kilchsperger. «Wir haben super Talente!», sagt sie. «Nur leider keine Ballerina!» yvonne Zurbrügg

Herr Aebischer, warum zieht es Sie in die Politik? Nach zwanzig Jahren als TV-Moderator habe ich mich gefragt: Gibts noch etwas anderes in meinem Berufsleben? Meine Frau hätte sich gut vorstellen können, dass ich beim Fern­ sehen bleibe. Ich komme aber aus einer sozialdemokratischen Familie, meine Eltern waren politisch sehr aktiv. Dadurch wurden auch wir Kinder politisiert. Als Journalist konnte ich nicht aktiv politisieren. Jetzt bietet sich die Chance bei der SP Bern. Seit wann sind Sie Parteimitglied? Erst seit ein paar Tagen. Als «Club»-­Mode­ra­ tor konnte ich es mir nicht leisten, in einer Partei zu sein. Viele Politiker absolvieren die klassische Ochsentour: Partei, Gemeinde, Kanton. Sie sind Quer­einsteiger – und bekannt. Das schafft Neider! Das ist möglich. Bekannte Leute können jedoch die SP-Ideen unter die Leute bringen. Das hilft der ganzen Partei. Nun sehen wir Sie künftig in der ersten Reihe der «Arena»? Kaum. Die «Arena» lädt im Wahlkampf wohl nicht ausgerechnet mich ein. Was sagen Sie zum neuen Parteiprogramm der SP? Die Beschlüsse am Parteitag in Lausanne kamen demokratisch zustande. Es ist nicht an mir als Quereinsteiger, sie nachträglich zu kritisieren. Wofür stehen Sie denn ein? EU-Beitritt? Im Moment, glaube ich, ist ein EU-Beitritt sicher nicht mehrheitsfähig. Sollten die ­Bilateralen jedoch in eine Sackgasse führen, dürfte sich das rasch ändern. Armee-Abschaffung? 1989 habe ich für die Abschaffung gestimmt. Ich war Radfahrer und total unzufrieden mit der Armee. Und sie hat sich nicht zum Guten entwickelt. Deshalb bin ich für eine massive Reduktion des Armeebudgets. Und für mehr Effizienz. Was, wenn die Berner Sie nicht wählen? Werden Sie Kommunikationsberater? Jeder, der das Fernsehen verlässt, macht das. Ich werde sicher nicht auch noch Visiten­ karten mit «Kommunikationsberater» drucken lassen. Interview stefan regez schweizer illustrierte

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Leute

Dank Internet-Chat zum Eistanzpaar

u Kennengelernt haben sie sich im Chat. «Ach, eine neue Verehrerin!», wird sich Florian Roost, 21, gedacht haben, als Ramona Elsener, 18, ihn anschrieb. Zugeben tut er das zwar nicht. Ein Paar sind sie nie geworden, denn Ramona suchte lediglich einen Eiskunstläufer, der mit ihr zu tanzen beginnt. Diese Woche treten die Zürcherin und der Thurgauer an der Eistanz-EM in Bern an. Der Heimvorteil ist gross: Fürs Hauptfeld sind sie bereits qualifiziert. Trotzdem haben sie intensiv an ihrer Piraten-Kür gefeilt. So lange, dass Ramona Elsener sagt: «Eigentlich könnte ich Flo heiraten. Selbst mit meinem Freund verbringe ich nicht so viel Zeit wie mit ihm.» YZ

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Nur auf dem Eis ein Paar: Ramona ­Elsener und Florian Roost.

Fotos Christiane Kappes / Fulda (3), Marcel Nöcker, Fabienne Bühler, Monika Flückiger, Dick Vredenbregt

Ramona elsener & Florian Roost


renzo blumenthal & evelyne binsack

Im Camp für Indianer u Ein Halbmarathon bei Temperaturen von bis zu minus 50 Grad. Der Schweiss gefriert auf der Stirn, von den Wimpern hängen Eiszapfen. Doch ein Indianer kennt keinen Schmerz – schon gar nicht, wenn er beim zehn­ tägigen Überlebenscamp Fulda Challenge in Yukon, Kanada, mitmacht. Teams aus verschiedenen Ländern kämpfen hier um ein Gold­ nugget, den Hauptpreis. Mister Schweiz 2005 Renzo Blumenthal, 34, und Extrembergsteigerin Evelyne Binsack, 43, vertreten die Schweiz. Am vierten Tag starten sie in Eagle Plains zum Halb­ marathon – aufgrund des star­ ken Windes wird die Strecke von 21 auf 6 Kilometer verkürzt. «Die Ärzte teilten uns mit, wenn wir bei dieser Kälte länger als eine halbe Stunde rennen, drohen uns ­Erfrierungen», sagt Renzo Blumenthal. Nach dem Startschuss muss selbst Evelyne Binsack auf die Zähne beissen. «Als ich meinen Rhythmus fand, ging es dann besser.» Sie be­ legte den zweiten, Renzo den Am vierten Tag der Fulda fünften Rang. Am Ziel gibt es Challenge wartet ein heissen Tee zum Aufwärmen – Halbmarathon auf Renzo und die Aussicht auf weitere Blumenthal und Evelyne sechs Tage mit extremen Binsack. Morgens Herausforderungen. stärken sie sich beim

Frühstück.

daniela zivadinovic

Ihr Tag in Bildern:

Prost auf den Ruhestand: Hans Jucker im Arche Pub, das er 2000 kaufte. Hans Jucker

«Ich bereue nichts» u Nach 46 Jahren ist Schluss: Die markante Stimme von Sport-Kommentator Hans Jucker wird am CSI Zürich (28. bis 30. Januar) zum letzten Mal im TV zu hören sein. Der gelernte Gemeindeschreiber bezeichnet sich selbst als Fossil: Sein Handy ist elf Jahre alt, einen Computer besitzt er nicht. Trotzdem hat er es mit seinen Sprüchen («Die tumme huere Ruederer!») zum Youtube-Star gebracht. Der Säuliämter nimmts mit Humor: «Ich bereue nichts.» Künftig wird man den Neu-Pensionär öfter in seinem Arche Pub in Affoltern am Albis antreffen. Und im April gehts zum ersten Mal auf eine Kreuzfahrt. Durchs Mittelmeer, mit Kollegen – denn verhei­ ratet war Jucker nie: «Es wäre nicht fair gewesen gegenüber einer Frau, ich war ja nie daheim.» Ilona Scherer

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Rose

kaktus

Micheline Calmy-Rey Bundespräsidentin u Sogar die SVP selber lobt sie «für ihren Mut», an die Albisgüetli-Tagung zu kommen, in die Höhle des Löwen. Micheline Calmy-Rey kontert mit Witz: Löwen? Sie sehe hier keine Löwen, höchstens einen Geissbock namens Zottel. Mit Humor redet sie zu den SVPlern – und gesundem Menschenverstand: Vor der Tagung ist SVP-Nationalrat Hans Fehr von linken Chaoten verprügelt worden. «So geht das nicht», schimpft die Bundes­ präsidentin, «wir sind hier, um mit Worten zu kämpfen, nicht mit Fäusten.» Sehen wir genauso: lieber Rosen als Veilchen.

RenÉ Kuhn Antifeminist, Luzern u Der Hetzer kanns nicht lassen! René Kuhns Interessengemeinschaft Antifeminismus hat an­ gekündigt, die geheimen Adressen aller 18 Frauen­ häuser der Schweiz zu veröffentlichen, samt Fotos. Ein Frauenhaus ist oft der letzte Hort, in dem Frauen Ruhe und Sicherheit finden. Kuhn sieht das anders: «Die Bevölkerung soll wissen, wo Männerhass geschürt wird und wo sich die Trainings­ lager zur Ruinierung der Männer befinden.» Herr Kuhn, das ist geschmacklos und fahrlässig! Hoffentlich sticht Sie unser Kaktus in Ihre geschwellte Männerbrust. Damit Ihnen endlich die Luft ausgeht. schweizer illustrierte

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BabyGlück

Willkommen, little Zachary! Nach einer misslungenen Adoption sind Sir elton john und sein Ehemann david furnish dank einer Leihmutter Eltern von Zachary. Die exklusiven Bilder. Und was Remo Largo zum späten Vaterglück sagt. Text daniela zivadinovic Fotos greg gorman/getty images

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Wem gleicht er? Zachary Jackson Levon kam am 25. Dezember in Los Angeles zur Welt.

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ie richtet ein Superstar ein Kinderzimmer ein, ohne dass es die Öffentlichkeit bemerkt? Sir Elton John, 63, und sein Ehemann David Furnish, 48, lösten das Problem so: Sie liessen den Hochstuhl und den Wickeltisch für ihren Sohn in Weihnachtspapier verpackt in ihr Haus in Los Angeles liefern. Die Geburt von Zachary Jackson ­Levon Furnish-John bleibt bis zuletzt ein Geheimnis. Nur die Eltern und die engsten Freunde sind eingeweiht. Eine Woche nach der künstlichen Befruchtung im April 2010 wird der Leihmutter das Ei eingepflanzt: Sie ist schwanger. Sie ruft David Furnish an, um ihm die frohe Botschaft persönlich mitzuteilen. Dieser informiert sofort seinen Ehemann, dem die Tränen kommen. Die biologische Mutter bringt Zachary am 25. Dezember zur Welt. Über sie ist nichts bekannt. Elton John und David Furnish sagen im Interview mit dem «OK!»-Magazin nur, dass sie eine wunderbare Frau sei, die an ihrem Leben teilhaben und Zachary kennenlernen soll. Elton John verspürte lange Zeit keinen Kinderwunsch. «Ich habe immer gesagt, dass ich zu egoistisch für ein Kind bin.» Vor eineinhalb Jahren sagte er zudem, er sei mit 62 Jahren zu alt und reise zu viel. Doch alles ver­ ändert sich, als er und sein Mann vor einem Jahr ein Waisenhaus in der Ukraine besuchen. Dort treffen sie auf die Brüder Lev und Artyom, die sie


Jetzt sind sie zu dritt Popstar Elton John (l.) und sein Ehemann, der Filmproduzent David Furnish, zeigen stolz Baby Zachary.


Babyglück

«Es spricht nichts dagegen, dass Zachary mit mir auf ­Tournee kommt» Sir Elton john sofort ins Herz schliessen. Elton John bezeichnet diese Begegnung als Wende­punkt in seinem Leben. Das Paar möchte die beiden Buben adoptieren, doch die ukrainischen Gesetze erkennen keine gleich­ geschlechtlichen Partnerschaften an. Kaum ist klar, dass die Adoption unmöglich sein wird, entscheiden sie sich für eine Leihmutter. Wer der bio­ logische Vater von Zachary ist, verrät Elton John nicht. Die englische Zeitung «Daily Mail» schreibt, im offiziellen Melderegister von Los Angeles sei Elton John als Vater und David Furnish als Mutter eingetragen. Britische Medien spekulieren über den Preis der künstlichen Befruchtung und der Leihmutterschaft: Die Rede ist von bis zu einer Million US-Dollar. Wie es scheint, möchte der er­ folgreichste männliche Solo-Künstler und Sänger trotz Nachwuchs beruflich nicht kürzertreten. «Es spricht nichts dagegen, dass Zachary mit mir auf Tournee kommt.» Erst wenn der Kleine zur Schule geht, will sich das Paar in England niederlassen. Zurzeit umsorgen die beiden Männer und eine Nanny Zachary. Für den bekannten Kinderarzt und Buchautor Remo Largo, 67, ist ent­ scheidend, zu wem der Kleine eine stabile ­Beziehung aufbauen kann. «Die Eltern müssen sicherstellen, dass ihr Kind für die nächsten 20 Jahre eine Be­

Wer ist der Papi? Gemäss der englischen «Daily Mail» soll Elton John der biologische Vater sein. zugsperson hat. Elton John kann seines Alters wegen wohl nur bedingt diese Person sein.» Einspringen könne sein Partner, die Nanny, die Leihmutter oder jemand, der den Eltern nahesteht. Ob ein Kind von gemischt- oder gleichgeschlecht­lichen Eltern erzogen wird, spiele keine Rolle. Die Entwick­ lung sei nur gefährdet, wenn sich Zachary bis zur Adoleszenz nicht binden kann. «Eine zuverlässige Bindung ist für ein Kind so essenziell wie Nahrung.»

Wenige Tage nach der Geburt von Zachary gibt es bereits wilde Gerüchte: Der Kleine habe von seinen Eltern ein millionenschweres Kinder­ zimmer und auch schon ein eigenes Apartment geschenkt bekommen. Elton John sagt, sie hätten Zacharys Zimmer nicht einmal renoviert. Als er seinen Sohn zum ersten Mal im Arm hält, ist er von Ehrfurcht erfüllt. «Das Gefühl, die Freude, die Wärme dieses kleinen Körpers, sein Atem. Das werde ich nie vergessen.»  schweizer illustrierte

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mister schweiz

Wer ist der Schönste? Muskeln, Charme und viel südländisches Temperament: Sieben der zwölf MISTERFINALISTEN haben auch einen italienischen Pass. Welcher der Ragazzi gefällt Ihnen am besten?

Text sandra casalini  Fotos thomas buchwalder

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schweizer illustrierte

Der Sonnyboy Omar Ahatri, 25 Ted 08

Geboren am 4. 3. 1985 (Fische). Lebt in Lausanne VD, wo er Sport und Wirtschaft studiert, aufgewachsen in Lugano TI. Spricht drei Landessprachen Familie Vater Mike, 62, ist Koch und Butler und stammt aus Marokko, Mutter Ruth, 49, Übersetzerin, kommt aus Spiez BE. Die Eltern sind geschieden. Zwei Geschwister: Jasmin, 32, und Samir, 30 Liebe Seit bald drei Jahren mit Bio-Medizinstudentin Katia, 23, glücklich Body 189 Zentimeter, 80 Kilo Er mag Raclette, Amaretto, Basketball, ­Kochen, Filme mit Tim Roth Er hasst Pilze, Zeitdruck, komplizierte Leute Sein schönster Tag Als er mit fünfzehn das erste Mal nach New York ging Sein schlimmster Tag Nach einem Jahr in Kentucky (USA) realisierte er, dass er nicht Profi-Basketballer wird


Der Soziale Jonas Lutz, 24

Der Smarte Jonas Wälti, 22

Ted 07

Ted 09

Geboren am 22. 10. 1986 (Waage). Lebt mit seinen Eltern in Breitenbach SO. Der gelernte Bankkaufmann macht ein Prak­ tikum als Sozialpädagoge Familie Vater Marcel, 50, ist Postangestellter, Mutter Andrea, 48, Pflegeassistentin. Ein Bruder: Etienne, 22 Liebe Kauffrau Bettina, 27, ist seit über einem Jahr an seiner Seite Body 186 Zentimeter, 78 Kilo Er mag die chine­ sische Verteidigungsform Wing Tsun, ­Motorradfahren, die TV-Serie «Scrubs», dunkelhaarige Frauen Er hasst manipula­ tive Leute, schnulzige Filme, Polenta Sein schönster Tag Als sein Bruder nach einem Sturz in den Rhein gerettet wurde Sein schlimmster Tag Vor zwei Jahren musste er seine Hündin Eika einschläfern lassen. «Sie war sehr krank, aber es war traurig»

Geboren am 4. 6. 1988 (Zwillinge). Lebt mit seinen Eltern in Biel BE. Unter der ­Woche wohnt der Wirtschaftsstudent in Luzern Familie Vater Beat Wüthrich, 48, ist Ver­ kaufsleiter, Mutter Isabel Wälti, 46, Töpferin. Zwei Geschwister: Halbschwester Sara, 26, Bruder Basil, 15 Liebe Seit einem Jahr Single Body 190 Zentimeter, 85 Kilo Er mag die Älplermagronen seines Grosis, Windsurfen, klassische Musik, fröhliche Leute Er hasst Fenchel, gespritzten Weisswein, Kriegsfilme, NY-Caps, Oberflächlichkeit Sein schönster Tag Als er die Berufsmatur bestand. «Ich war in der Real und schnitt gleich gut ab wie die ­Sekschüler» Sein schlimmster Tag Als er kürzlich morgens um vier heimkam und seinen Schlüssel verloren hatte. «Zum Glück konnte ich zu einem Freund»

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mister schweiz

Der Spirituelle Nicolas Scandamarre, 22 Ted 04

Geboren am 1. 7. 1988 (Krebs). Lebt mit seiner Familie in Bussigny VD. Nach einer abgebrochenen Lehre als Elektriker macht er die Matura Familie Vater Domenico, 58, Italiener, ist Steinmetz, Mutter Nadine, 56, Sekretärin. Ein Bruder: Michele, 24 Liebe Single. «Aber es gibt jemanden, den ich ­regelmässig sehe» Body 184 Zentimeter, 77 Kilo Er mag Mammas Pasta, den italienischen Fussballstar Fabio Cannavaro, den Film «Titanic» Er hasst Selbstbezogenheit, Pornografie Sein schönster Tag «Es klingt paradox, aber vielleicht war es der, an dem ich meine erste grosse Liebe bei einem Autounfall verlor. Nach Tamaras Tod wurde ich mir über sehr viele Dinge im Leben klar» Sein schlimmster Tag Der ­gleiche wie der schönste

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Der Internationale Michel De Carolis, 26

Der Crêpier Sandro De Mattio, 22

Ted 01

Ted 02

Geboren am 1. 8. 1984 (Löwe). Der Personal Trainer lebt bei seiner Mutter in München­ stein BL. Er schwamm in der Schweizer Nati, studierte und trainierte vier Jahre in den USA Familie Vater Vincenzo, 60, Ita­ liener, ist Teppichleger, Mutter Anita, 57, Leiterin einer Coiffeur-Schule. Drei Geschwister: Daniel, 30, Irina, 17, und Kris­ tina, 16 Liebe Seit einem Jahr Single Body 183 Zentimeter, 82 Kilo Er mag Thai-Küche, Schwimmstar Michael Phelps, Yoga, Online-Traden Er hasst Fleisch und Fisch, Arroganz, Betrunkene Sein schönster Tag Als er erstmals für die Schweizer Nati schwamm Sein schlimmster Tag Er tele­ foniert täglich mit seinem Bruder in Kalifor­ nien. Kürzlich gabs Streit. «Wir sprachen uns zwei Wochen lang nicht. Furchtbar»

Geboren am 19. 12. 1988 (Schütze). Der Schreiner lebt mit seiner Schwester und deren Freund in Birmensdorf ZH Familie Vater Gianpietro, 50, Italiener, arbeitet bei einem Tiefbauunternehmen, Mutter ­Esther, 48, ist Sozialpädagogin. Eine Schwester: Sarah, 23 Liebe Seit sechs Monaten liiert mit Ursina, 20, Fachfrau in der Behinderten-Betreuung Body 178 Zen­ti­ meter, 73 Kilo Er mag Risotto, am Stand seines Göttis Crêpes verkaufen, Klettern, blonde Frauen Er hasst Lauch, blöde Anmache, Heavy Metal Sein schönster Tag Ferien in Spanien vor sechs Jahren: ­«Jeden Tag Party» Sein schlimmster Tag Als Kind fiel der ehemalige Kunstturner bei einer Aufführung von den Schaukel­ ringen. «Das war extrem peinlich»

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Der Bescheidene Fabian Introvigne, 20 Ted 10

Geboren am 2. 5. 1990 (Stier). Der Elektro­ niker lebt mit seiner Familie in Warth TG Familie Vater Dario, 52, ist Pastor, Mutter Christina, 52, Hausfrau. Drei Geschwister: Marina, 27, Jasmin, 25, und Marco, 23 Liebe Seit zehn Monaten Single Body 184 Zentimeter, 87 Kilo Er mag Pizza, Velo­ fahren, Klavierspielen, Ausgang mit Freun­ den, Filme mit Jennifer Aniston, tiefgrün­ dige Menschen Er hasst hochnäsige Leute, Broccoli, Meeresfrüchte, Langeweile Sein schönster Tag Als er erfuhr, dass er unter den zwölf Finalisten ist. «Ich wuchs ohne TV auf, schaute die Wahl aber, wenn ich meine Cousins hütete» Sein schlimmster Tag Seine Schwester brach sich beim Ski­ fahren den Ellenbogen. «Ich sah, dass sie Schmerzen hatte, und wusste nicht warum»

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Der Künstler Dominique Capraro, 22

Der Philosoph Luca De Nicola, 20

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Geboren am 16. 5. 1988 (Stier). Der Student (Kunstgeschichte und Film) lebt mit seinem Vater in Monthey VS. Besuchte ein Jahr eine Schauspielschule in Los Angeles Familie Vater Tony, 50, ist Helikop­terpilot, Mutter Monika Thöni, 52, Sekretärin, wohnt in Sion VS. Eine Schwester: Stéphanie, 20 Liebe Seit neun Monaten Single Body 188 Zentimeter, 79 Kilo Er mag Breakdance, Red Bull, Poesie von Beaudelaire und Rimbaud, Zeichnen Er hasst Safran, Aufstehen am Morgen, Besserwisser Sein schönster Tag Mit 19 machte er seiner Freundin einen Heiratsantrag. «Es war der richtige Moment dafür. Auch wenn wir uns später trennten» Der schlimmste Tag Er verlor schon einige Familienmitglieder und Freunde

Geboren am 22. 5. 1990 (Zwillinge). Lebt mit seinen Eltern in Carona TI. Unter der Woche wohnt er in Zollikerberg ZH, jobbt als Model und übernimmt Nachtdienste als privater Altenpfleger Familie Vater Gianni, 60, Italiener, ist Unternehmer (Ta-Bou Bade­ mode), Mutter Ingrid, 50, Holländerin, ist Stylistin. Ein Bruder: Diego, 24 Liebe Single, hatte noch nie eine feste Freundin. «Ich sehe momentan keinen Sinn in einer Beziehung» Body 185 Zentimeter, 78 Kilo Er mag Kochen, Neues ausprobieren, Squash, Auto-Rallyes, Goa-Musik Er hasst Alkohol, Respektlosigkeit, Lügen, Opern Sein schönster Tag «Heute. Und morgen ist er morgen» Sein schlimmster Tag «Den gibts nicht. Ich versuche, alles neutral zu sehen: nicht gut oder schlecht, sondern anders»

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Der Engagierte Luca Ruch, 21

Der Humorvolle Pascal Breitenstein, 22

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Geboren am 31. 5. 1989 (Zwillinge). Lebt mit Mutter und Schwester in Frauenfeld TG, studiert in Winterthur Wirtschaft F­ amilie Vater René, 54, ist Steuerkommissär, Mutter Eda, 54, Italienerin, Assistentin in einer Physio-Praxis. Die Eltern sind seit sechs Jahren getrennt. Eine Schwester: Catia, 25 Liebe Liebt seit über zwei Jahren Psychologie-Studentin Daniela, 20 Body 181 Zentimeter, 77 Kilo Er mag Fussball (Inter Mailand), Pokern, Playstation, die Schauspieler Jason Statham und Bruce Willis, die SF-Show «Giacobbo/­ Müller» Er hasst Arroganz, Ignoranz, Kartoffelstock, weiches Brot, Staubsaugen Sein schönster Tag Die Geburt seines Götti­meitlis Joline, 2 Der schlimmste Tag Der Tod seiner Grossmutter, als er 14 war

Geboren am 30. 5. 1988 (Zwillinge). Der Zimmermann lebt in einer ZweieinhalbZimmer-Wohnung in Gelterkinden BL Familie Vater Kurt, 57, ist Bauer und Fenstertechniker, Mutter Margrith, 55, arbeitet im Betrieb ihres Mannes. Zwei Geschwister: Roman, 27, und Carina, 25 Liebe Seit zwei Monaten Single Body 191 Zentimeter, 85 Kilo Er mag Bücher von Stieg Larsson, Tanzen, Oldies, Actionfilme, den Drink «Schwerer Matrose» (sechs Sorten Rum) Er hasst Hip-Hop-Klamotten, selbstverliebte Leute, überschminkte Frauen Sein schönster Tag Die bestandene Lehrabschlussprüfung: «Mein Startschuss ins Erwachsenenleben» Sein schlimmster Tag Die Trennung von seiner letzten Freundin nach eineinhalb Jahren. «Aber wir sind gute Freunde geblieben»


Styling & Make-up: Luisa Rossi; Hair: Sandro Bross für Paul Mitchell; Kleider: PKZ; Schmuck: Rhomberg; Uhren: Guess

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Der Modische Davide Garruti, 21 Ted 12

Geboren am 2. 9. 1989 (Jungfrau). Der Tessiner lebt bei seiner Freundin, deren Mutter und deren Schwester in Männedorf ZH, und arbeitet als Modeverkäufer Familie Vater Roberto, 46, ist Italiener und arbeitet als Lastwagenfahrer, Mutter Margherita, 47, ist Assistentin in einem Altersheim. Die Eltern sind geschieden Liebe Seit dreieinhalb Jahren liiert mit Sabrina, 21, medizinische Assistentin Body 189 Zentimeter, 87 Kilo Er mag Süssigkeiten, Basketball, Thaiboxen, Leonardo DiCaprio Er hasst Fisch, Hardrock, Leute, die schlecht über andere reden Sein schönster Tag Als er erstmals in der italienischen Serie A Basketball spielte. «Leider klappte es nicht mit der Profi-Karriere» Der schlimmste Tag Seine Nonna erlitt vor Kurzem einen Schlaganfall. «Zum Glück gehts ihr wieder besser» schweizer illustrierte

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mister schweiz

Drill im Paradies Ihr Traum: Mister Schweiz 2011 werden. Dafür werden die ­Finalisten im Camp im Grand Resort Bad Ragaz gestylt und fit gemacht.

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ie haben es geschafft: zwölf Beaus aus acht Kantonen, im Schnitt 23 Jahre alt und 186 Zentimeter gross, auserkoren aus knapp 400 Bewerbern. Vergangene Woche starteten die ­Finalisten ihre Mister-Schweiz-Ausbildung mit einem Trainings-Camp im Grand Resort Bad Ragaz. Im Fünfsternehaus Grand Hotel Quellenhof & Spa Suites genossen die Herren ihre grosszügigen Zimmer, ein Bad in den Tamina Thermen und ein fantastisches Buffet – Zeit für eine Massage oder ein Spiel im Casino blieb aber keine. Die Stylistin Luisa Rossi und der Coiffeur Sandro Bross für Paul Mitchell sorgten für ein perfektes Äusseres. Die Choreografin Nadine Imboden brachte

die Männer ins Schwitzen. Und die Schulbank drücken mussten sie auch: Imageberatung bei Isabelle Herzig, Fitness- und Ernährungsberatung bei Ex-Kandidat Pascal Diem sowie diverse Vorträge von Sponsoren. Die Wahl findet am 2. April in der Bodensee-Arena Kreuzlingen statt und wird von SF 1 live übertragen. Vom 28. 1. bis zum 26. 3. touren die Schönen durch Schweizer Clubs. Gestartet wird im «Elephant Club» in St. Gallen. Alle Infos: www.misterschweiz.ch

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Mister-Schweiz-Wahl am 2. April 2011. Sichern Sie sich Ihre Tickets! profitieren sie von vergünstigten Tickettarifen bis 28. Februar 2011 Infos und Bestellungen www.misterschweiz.ch oder Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min.)

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Foto Keystone

schweizerin des jahres

Der Gala-Abend Marianne Barthelmy und Rolf Maibach gewinnen den Swiss Award 2010.

In Haiti hat sie Schwerkranke gerettet. Zur端ck in der Heimat wird sie daf端r als Schweizerin des Jahres geehrt. Das ist die Geschichte von Marianne Barthelmy, die immer wegwollte und dabei das Abenteuer ihres Lebens fand.

Eine federlei

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«Das ist Luxus» Marianne und Patrick Barthelmy über ihre Wohnung am Stadtrand von Fribourg. Sie leben hier seit Juni 2010.

chte Liebe


«Wenn ich kochen wollte, musste ich ab und zu erst die Kakerlaken aus der Pfanne schütteln»

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Text Stephanie Ringel Fotos Kurt Reichenbach

S

ie setzt sich im Schneidersitz auf den hölzernen Stuhl, das blonde Haar wallt als Umhang über die Schultern. Um sie herum drei Stühle, ein Glastisch – tagsüber Büropult, abends Esstisch. Im Gitterkäfig knabbern Büebu und Flöckli Müesli für Hamster. Es riecht nach Kräutertee und kleinem Glück. Zwanzig Quadratmeter zum Leben, Kochen, Arbeiten. Und dann schnellt ihr Arm nach vorne, sie zeigt auf die Fotografien an der Wand: Iguaçu-

Wasserfälle in Brasilien, Gebirge in Nepal, die afrikanische Wüste. Früh packte sie Fernweh, der Grossvater hats mit diesen Bildern gestillt. Marianne Barthelmy, 27, wohnt mit ihrem Ehemann Patrick, 31, in einer betongrauen Wohnsiedlung am Stadtrand von Fribourg. An klaren Tagen glitzern am Horizont die Berge. Doch jetzt sieht sie nichts und schüttelt deshalb erst mal den blonden Vorhang aus dem Gesicht: «Wir wohnen hier sehr einfach für Schweizer Verhältnisse. Doch für uns ist das Luxus!», sagt sie. «In Haiti haben wir bei Patricks Familie oft auf dem Boden


schweizerin des Jahres Preis und Trägerin Der Swiss Award, Kategorie Gesellschaft, steht neben Postkarten und Ölbild. Als Marianne Barthelmy aus Haiti zurückkommt, hat sie wenig: ein paar Kisten mit Bildern und Andenken, ein Auto, ihre Meerschweinchen Büebu und Flöckli.

gegessen und geschlafen. Wenn ich kochen wollte, musste ich ab und zu erst die Kakerlaken aus der Pfanne schütteln. Meine Kleider habe ich mit der Hand gewaschen, und wenn ich nicht aufgepasst habe, tranken aus dem gleichen Wasser die Ferkel.» Seit zwei Wochen kennt die ganze Schweiz Marianne Barthelmy. An der Seite des Bündner Kinderarztes Rolf Maibach gewann die Bernerin den Swiss Award 2010. Die Ehrung würdigt die Arbeit der Pflegefachfrau am Hôpital Albert Schweitzer in Deschapelles in Haiti, 80 Kilometer nördlich der Haupt-

stadt Port-au-Prince. Während des sehr kritisch geworden», sagt Barthelmy. Jahrhundert-Erdbebens im Januar 2010 «Entweder wollen sie profitieren und starben in der Region fast 250 000 Men- in die Schweiz kommen, oder wenn schen. Marianne Barthelmy ist in der man bleibt, besteht die Gefahr, dass man Katastrophe allein vor Ort, Maibach sich unterordnen muss.» Doch Patrick noch in den Ferien daheim in Ilanz GR. gewinnt ihr Herz. Doch die Krankenschwester funktioDer Heiratsantrag kommt bald niert. Mit Schweizer Fachwissen und unter dem Sternenhimmel. Die Hochzeit haitianischer Improvisationskunst regelt feiern sie am 16. Januar 2010, vier Tage sie Stunde um Stunde, Tag um Tag die nach dem grossen Beben – «das Leben geht weiter», sagt Barthelmy. «Wir haErstver­sorgung der Schwerverletzten. Eiternde Wunden säubern, Brüche ben im Garten ein Schwein gebraten, wie gipsen. «Da macht man einfach weiter», ich es mir gewünscht habe.» sagt sie. Genauso wie nach dem Sieg Seit Juni 2010 lebt das Ehepaar in vor zwei Wochen: Für Maibach wurde in der Schweiz. Barthelmy möchte zurzeit Ilanz feierlich eine Strasse umbenannt, «nicht mehr führen», so wie sie es am Barthelmy pflegt still. Albert-Schweitzer-Spital gemacht hat. Schwierigkeiten hat sie nie gescheut. Sie möchte am Kantonsspital Fribourg Marianne Barthelmy wächst bei Bern auf. Ihre Grosseltern nehmen sie, seit sie sechs Jahre alt ist, mit auf Reisen, meistens nach Afrika. «Ich hatte früh den Wunsch, in den Busch zu gehen.» Nach Sekundarschule und Vorkurs lernt sie Pflegefachkraft und unterschreibt am Inselspital in Bern ihren ersten, aber befris­ teten Arbeitsvertrag – «ich wollte so schnell wie möglich in die Dritte Welt». Afrika klappt nicht. Dann liest sie die Stellenanzeige von Rolf Maibach: Die Frisur sitzt Zwei Stunden flechten, vier Wochen halten die zwei Jahre Albert-Schweit- Zöpfchen. Marianne Barthelmy frisiert ihren Mann – immer. zer-Spital Haiti. Endlich hat Marianne Barthelmy ein Ziel. Sie vorerst einfach Blut abnehmen, Ver­ kämpft sich durch Vorstellungsgespräche bände wechseln, Pflegefachkräfte weiund schickt noch eine «Ich will das terbilden. machen»-Mail hinterher. Das war im Ok«In der Schweiz ist alles so perfekt.» tober 2008. Schon in den ersten Januar- Das falle ihr jetzt auf. Haiti habe sie sehr tagen 2009 sitzt sie verändert. Man telefoniere im Bus nicht im Flieger nach Haiti. In der Zeit da­ laut. Herzhaftes Lachen im Restaurant zwischen kämpft sie mit «Stimmungs- sei unüblich. Dazu kommt: Das Jusschwankungen». Studium des Ehemanns wird hier nicht Was ist, wenns dir nicht gefällt? Die anerkannt. Er sucht nun Arbeit. «Es beste Freundin warnt, die Eltern sind ist schwierig. Aber meine Familie und verzweifelt. Doch Marianne Barthelmy meine beste Freundin helfen.» sagt, die Stimme fest: «Ich laufe doch Wie viel Haiti braucht das Alpennicht davon, nur weil es mir dort viel- Herz zum Glücklichsein? leicht mal nicht so gut geht!» Marianne Barthelmy klappt die Haiti wird zum Abenteuerland. Beine aus dem Schneidersitz. Ihr Sie lernt Kreolisch, kümmert sich um Mann ist ins Zimmer geschlurft. Sie Patienten, assistiert bei Geburten, bildet greift ihm ins schwarze Stachel-Haar, die einheimischen Schwestern weiter. die Zöpfchen hat sie gezwirbelt, zwei Und dann, da ist sie schon ein Jahr im Stunden dauerts und hält vier Wochen. Spital, dann steht der Patrick Barthelmy «Abends», sagt sie, «abends setzen wir vor ihr, wieder mal, denn er arbeitet in uns aufs Parkett, hören übers Internet der Gebäudeverwaltung, und plötzlich Radio Métropole aus Port-au-Prince und ist alles anders! «Gegenüber den haitia- reden – über Haiti, über die Schweiz, nischen Männern bin ich mit der Zeit über uns.»   schweizer illustrierte

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Der Kinderminister Bundesrat Didier Burkhalter engagiert sich für den Kinder­notruf 147. Bei einem Arbeitsbesuch an der Berner Länggasse bot er Einblick in sein eigenes Familienleben. Text LUKAS EGLI Fotos MARCUS GYGER

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ann ich hier eine Pizza bestellen? Was ist ein Blowjob? Was soll ich tun, wenn mir der Lehrer ständig in den Ausschnitt schaut? Solche Fragen gehen beim Telefon­beratungsdienst für Kinder 147 ein, als Bundesrat Didier Burkhalter die Pro-­Juventute-Institution am Mittwochnachmittag besucht. Das Spektrum ist breit: Jux, Neugierde, Not. Der Sozialminister und seine Frau Friedrun, 43, sind beeindruckt: «Ich wollte erleben, wie dieser Dienst funktioniert», sagt er, nachdem er den Verantwortlichen in der Zentrale an der Länggasse viele Fragen gestellt hat. «Es war spannend, zu sehen, wie die Berater ihre ­anspruchsvolle Aufgabe lösen. Sie ­machen das hervorragend!» Herr Burkhalter, Sie sind Werbe­bot­schafter des Kindernotrufs 147. Was beeindruckt Sie hier am meisten? Dieser Hilfsdienst ist ein sehr konkretes Angebot gegen Jugendsuizid, der in der Schweiz ein grosses Problem ist. Haben Sie in Ihrer Kindheit selbst etwas erlebt, bei dem Sie ein solches Hilfsangebot nötig gehabt hätten? Kinder erleben oft Situationen, in denen sie die Möglichkeit haben müssen, angehört zu werden. Das ist normal, alle haben das. Ich selbst brauchte als Kind kein Nottelefon. Mir ist aber wichtig, etwas für die Kinder zu tun. u

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Politik

Familienvater mit Gattin Friedrun «Ich koche sehr gerne! Besonders nach schwierigen Sitzungen – da muss ich kochen! Es beruhigt mich.»


Politik Sie sind sehr fragil. Und sie sind sehr wichtig für unsere Zukunft! Früher übernahmen die Grosseltern die Funktion des Zuhörens. Ich möchte, dass das wieder vermehrt so wird. Es müssen ja nicht unbedingt die eigenen Grosseltern sein. Wir sind auf dem Weg zu einer VierGenerationen-Gesellschaft. Es gibt immer mehr ältere Menschen, die zum Einsatz kommen könnten. Toll wäre beispielsweise, wenn Leute von Pro Senectute bei 147 helfen würden. Sie sind selber Vater von drei Söhnen … … unsere Kinder sind schon gross! Sie sind 18, 20 und 22. Konnten sie denn immer zu Ihnen ­kommen, wenn sie Probleme hatten? Ich glaube schon. Allerdings müssen wir Eltern immer bescheiden bleiben. Wir wissen nie, ob wir wirklich alles richtig machen. Manchmal müssen wir auch etwas falsch machen dürfen. Wichtig ist, dass man es zugeben und die Dinge dann ausdiskutieren kann. Ist Ihnen das immer gelungen? Ich glaube, ja. Ich hoffe es! Aber da müssten Sie meine Söhne selbst fragen.

Der Lift zur 147-Zentrale im vierten Stock ist so eng, dass kaum zwei Personen hineinpassen. Also nahmen Herr und Frau Burkhalter den Weg über die steilen Treppen. So kennen wir den ehemaligen Neuenburger FDP-Ständerat: als ernsthaft interessierten, unprätentiösen Schaffer. Seit dem 1. November 2009 leitet er das Departement des Innern. Schnell hat er sich zum stillen Star im Bundesrat gemausert. Nur selten zeigt er sich in der Öffentlichkeit, tritt kaum im Fernsehen auf. Burkhalter, der für eine Versachlichung der politischen Debatte einsteht, macht sich rar. Ausser wenn er eine Botschaft platzieren will. Wie am Mittwoch vergangener Woche. Sie haben sich die Förderung der Jugendarbeit auf die Fahnen geschrieben. Das ist nicht unbedingt ein Kernthema der FDP. Doch! Die FDP schreibt Selbstverantwortung gross. Damit die Menschen selbstverantwortlich werden können, müssen wir sie in bestimmten Situationen begleiten. Besonders bei Jugend­ lichen ist das wichtig. Wir müssen sie

Erfahrene Eltern Friedrun und Didier Burkhalter haben drei Söhne, die 18, 20 und 22 Jahre alt sind. ermutigen, damit sie ihre Stellung in der Gesellschaft finden. Heute früh hatten Sie wie jeden Mittwoch Bundesratssitzung, nun haben Sie den Nachmittag bei der Pro Juventute verbracht. Was macht Ihnen mehr Spass? Mir gefällt beides gut. Wir hatten eine gute Sitzung heute. Hierherzukom­men ist etwas ganz anderes. Das ist


«Wir Eltern müssen bescheiden bleiben. Manchmal müssen wir auch etwas falsch machen dürfen»

vielleicht die schönste Seite des Bundes­ ratsdaseins: Jeder Tag ist anders. Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch sagte neulich, dass sie es jeden Tag bereue, ihr Amt übernommen zu haben. Geht es Ihnen auch so? Nein, aber ich verstehe, was Frau Mauch gemeint hat. Mit der Funktion gibt man einen Teil des persönlichen

Lebens, der Autonomie, der Möglich­ keit, sich frei zu bewegen, auf. Das ist jeden Tag spürbar. Die Funktion ist wie ein Mantel. Sie ist immer da. Das muss man annehmen. Wer darunter leidet, muss sich gut überlegen, ob es sich lohnt weiterzumachen. Leiden Sie an Ihrer Funktion? Man muss nicht alles opfern. Ich bin nicht für alles zu haben. Darum bin ich auch nicht so oft in den Medien. Wer zu oft in der Öffentlichkeit ist, muss sich nicht wundern, wenn er kein Privat­ leben hat. Ich glaube, Corine Mauchs Aussage wurde überinterpretiert. Was heisst das für Sie? Gehen Sie heute mit Ihrer Frau im «Schweizerhof» essen? Ich esse fast nie im Restaurant. Wer kocht denn im Hause Burkhalter? Ich koche sehr gerne! Besonders nach

schwierigen Sitzungen – da muss ich kochen! Das beruhigt mich. Manchmal kommt dabei sogar was Gutes heraus! Was kocht Herr Bundesrat am liebsten? Alles! Ich mag österreichische Platte. Oder Wiener Schnitzel mit Käsespätzli. Bei mir ist immer alles hausgemacht. Ich verwende keine Fertigprodukte. Ich koche sogar öfter österreichisch als meine österreichische Frau … Mit seinem Arbeitsbesuch beim 147 setzt Didier Burkhalter neue Akzente. Es ist aussergewöhnlich, dass sich ein Bundesrat für eine solche Nischen-­ Institution einsetzt. Und sich erst noch einen ganzen Nachmittag lang Zeit dafür nimmt! Wieder wird er seinem Ruf in Bundesbern gerecht: Was er macht, macht er «à fond» – gründlich! 


Kuschliges Nest Tanja Bachmann im Schlafzimmer der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung bei Zürich, die sie mit Freund Andy Renggli teilt.

Die Fee aus de Newcomerin aus Vogelsang AG Sängerin Tanja Bachmann alias tinkabelle eroberte zuerst ihren Schlagzeuger Andy, dann Schmusesänger Seal – und jetzt die Schweiz. Text Yvonne Zurbrügg Fotos marcel Nöcker

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anchmal passieren solche Dinge im Leben. Zufälle, Glücksfälle, wie auch immer man sie nennen mag. Im Falle von Tinkabelle war das so: Der britische Schmusesänger Seal, 47, suchte nach einer Duettpartnerin für seine Ballade «You Get Me». Sein Plattenlabel empfahl ihm Tanja Bachmann, 29, aus Vogelsang AG, die Neuentdeckung mit Künstlernamen Tinkabelle. Sie nennt sich nach Tinkerbelle, der blonden Fee, die Peter Pan auf der

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Suche nach seinem Schatten hilft. Die Märchenfigur gefällt der Musiklehrerin, weil Tinkerbelle mit ihrem Feenstaub Kinder zum Fliegen bringen kann. Trotzdem blieb Tanja Bachmanns KarriereTraum jahrelang unerfüllt: «Ich verschickte ­Demotapes in die halbe Welt – immer gab es jemanden, der jemanden kennt oder dies zumindest behauptete.» Erst als sie sich den Plattenvertrag bereits abgeschminkt hatte, öffnete sich ein Türchen nach dem andern: Die Aargauerin durfte nach Köln reisen, um Seal zu treffen. Gemeinsam nahmen sie seinen Song auf. «Seal war sehr char-

mant, verriet mir, dass er mit seiner Familie am liebsten in die Schweiz ziehen würde», sagt sie. Weil er ihr Gesangs­talent rühmte, kursierte in deutschen Medien sofort das Gerücht, Seal habe für Gattin Heidi Klum eine Schweizer Nachfolgerin gefunden. Darüber lacht Tanja Bachmann. «Natürlich lief nichts zwischen ihm und mir. Ich habe einen Freund.» Andy Renggli ist 42 Jahre alt. Ein «rüdiger» Altersunterschied, sagt sie. Es funktioniere, weil sie beide Kindsköpfe seien. Kennengelernt hat sich das Paar vor sechseinhalb Jahren – durch die Musik. Ein Jahr später wird Andy Renggli ihr Freund, mittlerweile ist er auch ihr Schlagzeuger. Zusammen mit Gitarrist Arz überredet er Tanja Bachmann dazu, noch einmal zwei Songs aufzuneh-


Porträt

Das Wohnzimmer ist auch Proberaum Tanja Bachmann singt, spielt Gitarre, Klavier, Mundharmonika und Didgeridoo.

m Aargau men und an Plattenlabels zu verschicken. «Ich tat es ihnen zuliebe, ohne mich unter Druck zu setzen. Vielleicht hat es deshalb geklappt», sagt sie. ­Warner Music bietet ihnen einen Plattenvertrag an. Noch bevor sie ihr erstes Album einsingt, darf sie ein Duett mit Seal aufnehmen. Letzte Woche ist ihr Album «Highway» erschienen. Das Duett mit Seal ist drauf. Ihre eigenen Songs schrieb sie mit dem Gitarristen Arz. Die schönsten Lovesongs entstehen, wenn sie traurig ist. «Als Andy und ich noch nicht zusammenwohnten, habe ich mich darüber geärgert, dass ich viel öfter zu ihm fahren musste als er zu mir.» Im Titelsong «Highway» singt sie von dieser Pendelei für die Liebe. Noch persönlicher ist «Everything», mit dem Lied rettete sie

ihre Beziehung. Das Paar trennte sich nämlich vor nicht allzu langer Zeit. «Ich schrieb diesen Song für Andy, um ihm zu sagen, wie viel mir an ihm liegt: alles.» So fanden sie wieder zusammen. Seit Juli 2010 wohnt das Paar zwischen Zürich- und Greifensee. Aus der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung im Parterre dringt AC/DC. Eine Rocker­ bude sieht aber anders aus: In der weissen Küche und dem hell eingerichteten Schlafzimmer stehen Rosen in Vasen, auf dem Klavier im Wohnzimmer liegen Cowboyhüte. Eine Zimmertür bleibt geschlossen. In Kinderschrift steht «Gina» darauf geschrieben. Hier wohnt die Tochter von Andy Renggli, wenn sie jedes zweite Wochenende zu Besuch ist. Als Mami fühle sie sich nie, sagt Tanja Bachmann: «Wir sind gute Freundin-

Ihr Freund und Schlagzeuger Tanja Bachmann und Andy Renggli sind seit fünfeinhalb Jahren ein Paar. nen.» Für eigene Kinder ist es ihr noch zu früh. Sie und ihr Freund geniessen ihre Zweisamkeit, am liebsten vor dem Cheminée-Feuer. Wenn sie einfeuern, legt sich auch die Katze dazu. Gurli ist vier, die Nachbarn liessen sie da, als sie wegzogen. Im Wohnzimmer, im Wintergarten, in der Küche und im Schlafzimmer stehen Fernseher. «Andy ist ein TVJunkie», sagt Tanja, «er guckt selbst beim Kochen fern!» In nächster Zeit warten mehrere Konzerte auf das Musikerpaar. Wird das Album zum Charterfolg, will Tinkabelle es auch in Deutschland, Österreich und Polen versuchen. Seal drückt die Daumen und lässt ausrichten: «Es ist leicht, in diesem Geschäft einen Erfolg zu erzielen, aber nicht leicht, darin länger zu bestehen. Ich wünsche dir das Beste.»  schweizer illustrierte

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politik

Die derzeit berühmtesten Quittungen der Schweiz Thomas Müller, 58, gewesener CVP-, jetzt SVP-Nationalrat aus Rorschach SG, zeigt die beiden Belege. Insgesamt hat er der CVP noch 12 000 Franken geschuldet. Jetzt hat er bezahlt.

Fahnenflüchtiger oder Mann mit Courage? Der St. Galler CVP-Nationalrat Thomas Müller tritt aus der Partei aus und wechselt zur SVP. Dabei hat ihm die CVP doch auch einiges gebracht – zum Beispiel eine Ehefrau.

Er zahlts der CV


Foto Philipp Zinniker

Da passierts: Bern, Hotel Bellevue, Montag, 10. Januar: Thomas Müller (r.): «Mit SVP-Chef Toni Brunner bespreche ich die Details meines Wechsels.»

Text marcel huwyler Fotos marcel nöcker

Z

P zurück

iemlich knapp. Erst Zahl-, dann Wahltag, und alles innert Stunden. Am Mittwochnachmittag, dem 19. Januar, blättert Thomas Müller, CVP-müder Nationalrat und Stadtpräsident von Rorschach SG, zwei Einzahlungsscheine auf den Steintisch am Postschalter. «CVP Schweiz, 9000 Franken», vermerkt er auf dem einen Schein, «CVP Kanton St. Gallen, 3000 Franken» auf dem anderen. Restbetrag nennt es Müller, von «Schulden» spricht die CVP – bei beiden klingt das nach Abrechnung. Es ist 15 Uhr. Der Poststempel knallt, macht die Einzahlung amtlich und besiegelt damit das Ende von Müllers CVP-Ära. Nur fünf Stunden später, es ist 20 Uhr, betritt Thomas Müller das Mehrzweckgebäude in Schänis. Voller Saal. «Liebi Fraue und Manne.» SVP-Delegiertenversammlung Kanton St. Gallen. Toni Brunner, Präsident der SVP Schweiz, hat den CVP-Abtrünnigen noch gewarnt: «Thomas, entscheiden wird allein die Versammlung, Garantien kann ich dir keine geben.» Müller ist nervös, «wie früher beim Einlaufen in ein Fussball­ stadion», wird er später schildern, «gibts Applaus oder Pfiffe?». Ein Jodlerchor beendet seinen Vortrag. Die Lautsprecher knacken: «Wir begrüssen … unseren neuen Nationalrat!» Tosender Applaus, Bravo-Rufe der SVPler. Müller atmet auf. Jetzt ist er einer von ihnen. Am Morgen danach. Daheim bei Thomas Müller, 58, und seiner Ehefrau Maureen, 57. Sie bewohnen ein Jugendstilhaus, hohe Räume, helle Erker, Blick auf den Bodensee, Appenzellerhund Bobby schlittert übers Parkett. Am Telefonapparat glimmt die rote Taste des u schweizer illustrierte

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CVP-SVP-Ehepaar Thomas 足M端ller (jetzt SVP) und Gattin Maureen (noch CVP) im Wohnzimmer ihres Hauses in Rorschach.


politik Anrufbeantworters. Noch immer neh­ men sie nicht alle Anrufe entgegen, sagt die Dame des Hauses. Heftige Re­ aktionen gabs die letzten Tage, Anrufe, E-Mails, Briefe. «Böse wie gute, 400 Mel­ dungen», sagt Müller, «davon die meis­ ten positiv.» Nach 40 Jahren bei der CVP hat Müller jetzt zur SVP gewechselt. Die CVP – brüskiert, verletzt, verärgert – fordert seinen Nationalratssitz zurück. Müller kontert, er habe den Sitz schon damals mit vielen Stimmen aus der FDP und der SVP errungen, «also behalte ich ihn». Das gibt zu reden und zu schimp­ fen. Müller sei ein Opportunist, wird ihm vorgeworfen, reine Taktik sei sein Par­ teiwechsel, weil er Angst habe, als CVPMann nicht mehr gewählt zu werden. Und er selber? Seufzt müde, wie eben einer, der in den letzten Tagen wohl hundert Mal seine Argumente darlegen musste. «Glauben Sie mir», setzt er an, «das ist ein schwieriger Entscheid und braucht Überwindung und Mut.» «Komm doch zu uns, zur SVP», schlägt ihm SVP-Chef Toni Brunner an der Dezember-Session vor. Thomas Müller hat sich einmal mehr über die

Haltung seiner CVP-Fraktion geärgert. Die Partei, bemängelt er, sei nicht mehr so bürgerlich wie früher. Müller spricht vom zunehmenden Druck vom Ausland auf die Schweiz und davon, wie schnell die hiesige Politik, «ja auch die CVP», nachgibt, sich einfach nur beugt. Also will er künftig härter politisieren. Aber das ge­ lingt ihm in der CVP nicht mehr. Darum verging ihm auch die Lust, die Parteibei­ träge zu bezahlen: «Warum sollte ich die Linkspolitik der CVP noch mitfinanzie­ ren?» Im Nachhinein, das ist auch ihm mittlerweile klar, wars ein Fehler, nicht mehr zu zahlen, das sorgt bei all dem Getöse nur für noch mehr böses Blut. Ihr Mann, sagt Maureen Müller, habe sich immer mehr isoliert und frus­ triert gefühlt. Da kam Toni Brunners «Übernahmeangebot» gerade recht. Müller will ehrlich sein: «Ich hatte auch schöne Zeiten in der CVP.» Mit 18 tritt er in die Partei ein, studiert Jura, wird An­ walt, politisiert im Kantonsparlament, ist Präsident des FC St. Gallen (holt mit dem Klub erstmals seit 96 Jahren den Meistertitel) und wird 2006 CVP-Natio­ nalrat. Und als Stadtpräsident von Rorschach («wir haben dieselbe Fläche

wie Monaco») bringt er die serbelnde «sleeping beauty» auf Vordermann. Müller und die CVP: Hiebe, aber eben auch Liebe. Immerhin verdankt er der Partei sogar seine Ehe. 1975, bei einem Anlass der Jungen CVP, trifft er die 22-jäh­ rige Maureen aus Brasilien, die hier Deutsch lernen will. Drei Jahre später heiraten sie und bekommen drei Kinder. Auch Frau Müller tritt in die CVP ein und amtet heute gar im Vorstand der Ortspartei. Er jetzt SVP, sie noch CVP. Kommt das gut? Es sei wohl für alle ­besser, sagt Maureen Müller, wenn auch sie die CVP demnächst verlasse. In der neuen Partei fühlt sich Müller wohl. Gestern Abend, er schwärmt er­ neut von der Versammlung in Schänis, kam er sich vor «wie bei einer Landsge­ meinde». Fadengrad sei politisiert wor­ den, ehrlich, herzlich, «gute Leute ohne Allüren!». Mittels offenem Handmehr («wo gibts das sonst!») werden die SVPKandidaten für die Nationalratswahlen am 23. Oktober nominiert. Müller gehört dazu. Er schreitet zum Rednerpult. Dankt. Und spricht: «Liebe CVPler …» Grinsen im Saal. Der Mann ist halt erst seit wenigen Stunden einer von ihnen. Lernt aber schnell: «Liebe SVPler …»


«Jesus» ist j


Porträt «Man wird garantiert witzeln: Der Mann hat einen Vogel» Abt Christian, 44, in seinem Pfarramts-Büro im Kloster Engelberg. Auf seiner Schulter sitzt Chica, einer seiner vier Amazonen-Papageien.

Text Marcel Huwyler Fotos Kurt Reichenbach

M

Er ist der neue Abt des Klosters Engelberg. Benediktinermönch Christian Meyer kümmert sich um Schäfchen und Papageien. Jodelt und macht Theater. Und hat einen göttlichen Spitznamen.

etzt Abt

it geflügelten Wesen kennt der Mann Gottes sich ja aus. In seinem Pfarramts-Büro im Kloster Engelberg in Obwalden lässt er gemalte, eingerahmte Engel mit goldenen Schwingen auf sich herabblicken. Und nun ruft er gar Himmelsgeschöpfe herbei: «Rello, Daisy, Chica, Gismo!» Benediktinermönch Christian breitet die Arme unter seiner schwarzen Kutte aus, als schicke er ein Stossgebet zum Himmel. Sein Rufen wird erhört! Lautes Flattern ertönt, schwillt an, und da wehen sie aus einem Nebenraum herein, prachtvoll farbig in Garten-Eden-Grün und Heiligenschein-Gelb: Rello, Daisy, Chica, Gismo. Keine Engel, nein. Papageien! Tierpfleger oder Pfarrer wollte Christian Meyer als Bub werden. Jetzt ist er beides. Seine vier Papageien der Gattung Amazonen seien sehr feinfühlig, spürten feinste Stimmungen und Schwingungen. Betritt ein Brautpaar das Pfarramt, weiss der Mönch zu erzählen, wirbeln die Vögel ausgelassen und krächzen «Hallo», bespricht er mit Besuchern aber einen Trauerfall, sitzen die Papageien still und mit gesenktem Kopf in einer Ecke. Derzeit sind die Tiere besonders nervös. Ein Umzug steht Vögeln und Mönch bevor, in ein neues Büro samt eigener kleiner Kapelle; grösser ist dort alles, würdevoller, prächtiger – es ist die Abtei. Für den neuen Abt. Ende November 2010 haben die Benediktinermönche ihren Mitbruder Christian Meyer, 44, geboren in Basel, zum 59. Vorsteher des Klosters Engelberg gewählt. Im Bergdorf, beschattet vom 3238 Meter hohen Skiparadies Titlis, freuen sich die Leute über den neuen Klosterchef – sind aber auch traurig. Viele, weiss der Abt, haben gebetet, er möge um Himmels willen nicht gewählt werden. Seit 14 Jahren ist Bruder Christian Dorfpfarrer in Engelberg und ungemein beliebt. Man mag seine humorvolle, leutselige Art. Das Pfarramt muss er nun abgeben. Schon schade, sagen die Leute, dass «Jesus» jetzt Abt geworden ist. Jesus? Grinst der neue Abt so schelmisch wie grad jetzt, verkörpert er mit seinem akkurat gestutzten Bärtchen, dem vollen schwarzen Haar («zugegeben, ich bin u schweizer illustrierte

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Porträt

Urteil der Kinder: «Der Abt ist fröhlich und witzig. Und ein bitzeli streng.» Er unterrichtet im Dorf Religion, hier eine 6. Klasse. Thema: Vom Saulus zum Paulus.

«Viele Engelberger haben gebetet, dass ich nicht Abt werde. Sie wollten mich als Dorfpfarrer behalten» neuabt Christian, 44

Hausherr Der Abt und sein Kloster. Hinten der Berg Engelberg. eitel, das schöne Haar habe ich von meiner Mutter») und seiner kräftigen Statur eine Mischung aus Tangotänzer, Musketier und Bierbrauer. «Ja, mein Spitzname ist Jesus, und zwar englisch gesprochen, also ‹Tschiises›.» Blasphemie oder schräger Obwaldner Witz? Der Herr Abt erklärt und entwarnt: Mit 13 Jahren kam er von Basel nach Einsiedeln ins Klosterinternat, besuchte die Stiftsschule und mimte in einer Religionsstunde bei einem Rollenspiel den Jesus derart überzeugend, dass ihn seine Mitschüler künftig nur noch «Tschiises» nannten. Der Name blieb. Der Mann auch, er machte die Matura – und trat mit 21 Jahren ins Kloster ein. Ein Leben als Mönch, gibt er zu bedenken, betrachte er im Übrigen als u

nichts Besonderes. Heute, wo es so viele Singles gibt, «die leben doch auch mönchisch – halt auf weltliche Art». Vor der Klosterpforte steht ein «Geburtsbaum», wie er in der Innerschweiz für Neugeborene aufgestellt wird. Dieser hier misst zwanzig Meter, daran ein Schild: «Wir gratulieren Abt Christian. Deine Jodler-Kameraden.» Auch in der Theatergruppe macht der Mönch mit. Mal steht er als Teenager auf der Bühne («Jeans habe ich mir gekauft, Baseballkappe und poppige Unterhosen»), mal als Junggeselle auf Liebesabenteuer. Ein «offener Abt» will er sein, humorvoll und auch konservativ, «aber dies im Sinne von bewahrend» und ja nicht «knorzervativ». Themen wie Empfängnisverhütung, Homosexualität oder Wieder-

verheiratung Geschiedener gehören bei ihm auf den Tisch: «Die Kirche darf solche Dauerbrenner nicht abklemmen und die Schäfchen stattdessen mit Moralin übergiessen!» Er weiss, dass seine Worte nicht allen Freude machen. Böse Briefe hat er bereits erhalten. Ihm egal, er lasse sich keine Abtsglasur aufpinseln. Er weiss, was die Gläubigen plagt, und versteht die zunehmenden Kirchenaustritte: «Für viele ist das die einzige Art, mitzuteilen, was sie an der Kirche stört.» Die Abtei steht frisch geputzt und mit neu montiertem Papageienkäfig bereit. Überall im Pfarramts-Büro stehen Umzugskartons, ein Wirrwarr, Dokumente, Bücher, Vogelfutter, da liegt das Evangelium neben der «Tierwelt». Und ein neuer Mitbruder steht auch parat, u schweizer illustrierte

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Porträt

Für ihn noch ungewohnt Benediktinermönch Christian im prachtvollen Empfangszimmer seiner Abtei. motiviert loszulegen, Druck zu machen und sein Netzwerk zu nützen. Mit «Network ready» ist er beschriftet – Abt Christians neuer Brother-Tintenstrahldrucker. Die Tastatur des Computers ist bereits erneuert. Die Papageien haben letzthin mit ihren Schäbeln alle Tasten herausgepickt. «Aus Eifersucht! Die konnten es schwer ertragen, dass ich diese Tastatur mehr streichle als sie.» 1 Meter 90 gross ist der neue Abt, und das macht Probleme. Seit er 1988 ins Kloster eingetreten ist, schläft er in einem für ihn zu kurzen Bett; die Füsse ragen unten hinaus. Jetzt, wo er sich als Abt die eine oder andere Annehmlich-

u

Bühnenreif Der Abt ist Mitglied der Theatergruppe. Hier spielt er (l.) einen Junggesellen.

keit leisten darf, lässt er ein neues Bett zimmern. «2 Meter 20 lang», schwärmt er, «für paradiesische Bettruhe.» Die wird er brauchen. Eine biblische Menge neuer Aufgaben wartet auf ihn. Kloster, Pfarrei, Stiftsschule mit 110 Schülern, Gymnasium, Internat, Werkstätten, Handwerksbetriebe, «28  BenediktinerBrüder und zwei Kandidaten», zählt «Tschiises» auf, «und meine Papageien». Trotz aller Arbeit und Last lächelt der Abt. Engelberg ist himmlisch, lobpreist er. Wohl wissend, dass er hier seinem obersten Chef tatsächlich sehr nahe ist. Beim Dorfeingang steht es geschrieben: «Engelberg – it’s heaven».  


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Frühlingsgefühle Der neue Duft Sensual Jil von Jil Sander. Im Parfümerie-Fachhandel. 30 ml u CHF 66.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler

Objekt der Begierde

Gib mir mehr! u «Gimme Some More!» («Gib mir mehr!») von USRapper Busta Rhymes dröhnt aus den Lautsprechern. Raf Simons, Kreativdirektor bei Jil Sander, hat den Song gezielt für seine Frühjahrs-Fashionshow ein­ gesetzt. Denn ungewohnt «laut» ist nicht nur der Song für das Label, auch die Mode, ein grandioser Mix aus Minimalismus und farblichem Feuerwerk. Perfekt dazu passt das neue Parfum Sensual Jil im schlichten Flakon in Nachtblau und Neonrosa. Und der Duft selbst? Möchte nicht nur Klasse verleihen, sondern auch zu mehr Lebensfreude verführen. Mit Noten von saftigen Beeren, sexy Patschuli und Vanille. Kristina Köhler

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shopping

Look

Glücksbringer

Sprung ins Glück

u Kaum sind wir ins neue Jahr gestartet, machen sich alte Gewohnheiten breit. Doch es gilt, die kleinen und grösseren Vorsätze, Pläne, Träume und Siegeszüge endlich anzugehen. Wer erinnert uns daran? Glücksbringer und Gegenstände, welche die Art, wie wir leben möchten, versinnbildlichen. Vielleicht ist es der Raritäten-Kaffee Hawaii Kona von Tchibo, der uns drängt, endlich die Reise nach Hawaii zu buchen. Oder die feine LavendelDuftkerze, die uns ermahnt, genügend Ruhepausen einzulegen. Ein neu erstandener Wecker oder auch nur ein neuer Alarmton sollen uns beim Erwachen daran erinnern, keine kostbare Lebenszeit zu vertrödeln. Und während wir uns einen Drachen-Eistee (Grüntee, Minze, Karkade, Holunderblüten, Grapefruit) mit frischen indischen Samosas (Teigtaschen) gönnen (aus dem «Tibits»-Kochbuch selbst nachgekocht), träumen wir vom eigenen kleinen Kaffeehaus. Kristina Köhler

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Immer schön leichtfüssig Ringelpulli, Comptoir des Cotonniers, Globus. u CHF 320.– Bluse, Hose, Clutch, Sneakers, H & M. u CHF 29.90, u CHF 29.90, u CHF 24.90, u CHF 19.90 Hosenträger, Krawatte. Schirm, Coop City. u CHF 14.90, u CHF 24.90, u CHF 24.90


«La vie en rose» zelebrieren Gerüschte Unterwäsche von H & M. u CHF 19.90, u CHF 9.90

Lecker schlemmen Das grosse vegetarische Kochbuch des TibitsRestaurants. AT-Verlag. u CHF 45.–

Siegeszüge planen Rotes Stofftagebuch, gefunden bei Büro-Fürrer. u CHF 34.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Paul Seewer, Auswahl Janette Gloor, Haar & Make-up Brigitte Aeschbach (Time) mit Produkten von Nars

Gutes an sich binden Woll-Foulard mit Appenzeller Motiv, En Soie, Zürich. u ab CHF 320.–

Keine günstige Gelegenheit verschlafen Weck-Klassiker, entdeckt bei Ars Longa, Zürich. u CHF 24.– Das Glücklichsein bevorzugen Tanktop aus Feinripp von Levi Strauss. Etwa bei Globus. u CHF 49.90

Oft träumen Tchibo Privat-Kaffee-Rarität Hawaii Kona, limitierte Edition. u ab CHF 12.50

Entspannt bleiben Lavendel-Duftkerze von Diptyque. www. ausliebezumduft.de u CHF 60.– Vergangenes loslassen Oolong-Tee mit Orange, bei Ars Longa, Zürich. u CHF 14.80

Die Sinne erwecken Frühlingsblüten-Parfum La Tulipe, Byredo. Osswald, Zürich. u CHF 195.– Alles Wichtige bei sich haben Clutch, Coop City. Solange Vorrat. u CHF 79.90 schweizer illustrierte

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Mode

shopping

Bearbeitet Modell Zivy im Used Look von Diesel, gibts im Diesel-Store, Zürich. u CHF 269.–

Innovativ Denim-Tasche mit LederHenkeln von Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 399.–

Destroyed Modell Nina Skinny im Used Look von Tommy Hilfiger, entdeckt bei Globus. u CHF 239.–

Erstmalig Mit dem Modell Cupie wagt sich Adidas erstmals in die Denim-Welt. Adidas Original Store. u CHF 200.– Vom Schatz geklaut BoyfriendJeans WV 629 Hareem von Replay. Fachhandel. u CHF 199.–

Denim-Trends

Hart im Nehmen u Die Jeans hat schon einiges abgekriegt. Bereits 1600 wurde das heutige Denim in der südfranzösischen Stadt Nîmes unter dem Namen «Serge de Nîmes» hergestellt. Als der Stoffhändler Levi Strauss daraus 1870 seine ersten Hosen für die Goldgräber von San Francisco fabrizierte, war sein Verkaufsargument die Strapazierfähigkeit. Weil sie so hart im Nehmen sind, wurde die

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Blue Jeans später auch zur Uniform von Bauarbeitern. Erst 1953 kamen dann auch die Ladys mit einem Modell von Mustang in den Genuss der blauen Hose. Heute wechseln die Cuts ­(Schnitte) und Waschungen jede Saison. Wir freuen uns diesen Frühling vor allem auf die Vielfalt von der Latzhose über Boyfriend-Jeans bis hin zu Skinny Pants. Ursula borer

Wie ein Hippie Carrie-BAP-­ Jeans von Tommy Hilfiger gibts in der Tommy-HilfigerBoutique, Zürich. u CHF 219.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Melanie Albisser

Kultig Latzhose Dungaree von Levi’s. Bezugsquellen www.levis.com u CHF 219.90


Hotspot

Etwas versteckt liegt die Boutique Nº 2 im zweistöckigen Handwerkerhäuschen an der Brotgasse 3 im Zürcher Seefeld. Infos Tel. 043 - 343 91 40, www.numbertwo.ch

N° 2, Zürich

Von Mode bis Möbel u Der Name ist eine Anspielung auf den Tiger-Fink – «die Nummer 1», wie Dominque von Albertini das angren­ zende Kindergeschäft seiner Mutter liebevoll nennt. Bei N° 2 bietet er seit letztem Herbst alles, was die Mamas für sich selber brauchen: Mode, Accessoires, Bio-Kosmetik und Bücher. Beim Sortiment setzt die Boutique auf an­ gesagte, aber noch nicht so bekannte

Marken. Für Frauen, die weniger Mainstream und mehr Individualität suchen. Die beiden Räume im ehemaligen Handwerkerhäuschen werden regelmässig um­gebaut und neu eingerichtet. Auch die restaurierten Möbel im Geschäft stehen zum Verkauf. bARBARA HALTER ÖFFNUNGSZEITEN Mo 11 bis 18.30, Di–Fr 9.30 bis 18.30, Sa 9.30 bis 17.00 Uhr

Handbedruckt Bandana aus Baumwolle, hergestellt in Brooklyn, NY, von Box & Flea. u CHF 49.80

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, STills Inge Zinsli

Die Trends von der Strasse Fotoband «Facehunter» von Stil-Blogger Yvan Rodic. u CHF 34.90 Geräumig Doctor’s Bag aus grauem Lammleder von Steven Alan. u CHF 579.–

Für den Boyfriend-Look Kariertes Holzfällerhemd von Steven Alan. u CHF 219.– Ab in die Wanne Bio-Badeöl Moroccan Blush Rose von Neom. u CHF 69.80

Typisch bretonisch Ringelpulli aus Merinowolle von Armor Lux. u CHF 169.–

Garantiert wasserfest Gummistiefel Chantebelle von Aigle. Auch in Schwarz erhältlich. u CHF 149.–

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Beauty Mit Centelia Straffende BodyMilch Centelia 2 in 1 von Yves Rocher. www.yves-rocher.ch, 200 ml u CHF 7.95

Mit Olivenöl Macht Füsse babyzart: beruhigende Fusspflegecreme von Tal. Coop City. 75 ml u CHF 12.–

Mit Hanf Der Hemp Moisture High Balm von The Body Shop pflegt mit Hanfsamenöl aus biologischem Anbau. 45 ml u CHF 11.90

Mit Sanddorn Sanddorn-Badewürfel Amea von Tautropfen stammen aus biologischem Anbau. Fachhandel. 2 × 50 u CHF 15.50

Mit Yuza Die Yuza-Sorbet-Emulsion von Erborian versorgt die Haut mit Vitamin C. www.erborian.com, 50 ml u CHF 58.–

Mit Apfel Elixir 7.9 Cure Solution mit Apfelund Akazienextrakt von Yves Rocher. www.yves-rocher.ch, 15 ml u CHF 28.–

Beauty aus der Natur

u Seit den Anfängen macht sich der Mensch die Kraft von Pflanzen zunutze. In der modernen Welt kehrt man vermehrt wieder zur Beauty aus der Natur zurück. Die Aromatherapie setzt dabei vor allem auf die Wirkung von Düften wie stimulierender Minze und Limonen oder beruhigendem Zimt und Lavendel. Vitamin C, enthalten in Brokkoli, Sanddorn und der koreani-

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schen Yuza-Pflanze, wird schon lange als Anti-Aging-Mittel eingesetzt. Vor Kurzem hat die Kosmetikindustrie auch den Apfel dafür entdeckt. Gerade im Winter helfen verschiedene Öle aus Pflanzen­samen wie Oliven und Hanf oder exotische Shea-Butter gegen trockene Haut. Wer keine Lust auf ständiges Cremen hat, greift einfach zur Seife oder zum Duschgel. ursula borer

Mit Papaya Aromatherapie Shower-Gel von Greenland. www.greenlandshop.ch, 600 ml u CHF 16.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Mit Pflanzenkraft


1 Schieber u Wer ein Smartphone

mit Touchscreen und Tastatur will, findet mit dem neuen Blackberry das richtige Gerät. Hersteller RIM hat in den Torch 9800 erstmals einen Schiebemechanismus eingebaut. Damit lässt sich das Handy auf zwei Arten bedienen. Ebenfalls neu ist das Betriebssystem Blackberry 6, das dafür sorgt, dass es sich auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm gut blättern und zoomen lässt. Natürlich ist alles drin, was das BusinessHerz begehrt. WLAN, HSPA, A-GPS und vieles mehr. Ab sofort bei Swisscom erhältlich. www.swisscom.ch

Platzhirsch u Der Cowon

X7 hat das Zeug zum Alleinunterhalter. Mit einer Speicher­ kapazität von 120 oder 160 Gigabyte hat der Multimedia-Player Platz für grosse Musik-, Foto- und Videosammlungen. Unterwegs lassen sich Filme und Bilder bequem auf dem 4,3 Zoll grossen Touchscreen betrachten. Zu Hause kann man den Spieler auch am Fernseher anschliessen. Musikhören geht neben dem eingebauten Lautsprecher sogar drahtlos via optionale Bluetooth-Kopfhörer. Ein FM-Radio mit Aufnahmefunktion ist ebenfalls drin. www.cowon.ch SG

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Speicherriese Der Multimedia-Spieler X7 von Cowon hat viel Platz für Sound, Bilder und Videos. u ab CHF 499.–

Stephan Gubler

Premiere RIM bringt mit dem Blackberry Torch 9800 sein erstes Slider-Smart­phone auf den Markt. u CHF 899.–

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Electronics

Bergsteiger u Keiner hat den Gipfel des Mount Everest so oft erreicht wie Apa Sherpa. Suunto feiert dessen 20 Besteigungen mit einer limitierten Auflage. Von der Core Extreme Edition Everest gibts in Anlehnung an die 8848 Höhenmeter des höchsten Berges der Welt lediglich 8848 Stück. Höhenmesser, Barometer und Kompass-Funktionen helfen nicht nur Extrembergsteigern, sondern auch Outdoor-Freunden. Ein Teil der Einnahmen geht an die ­Ausbildung von Kindern in den Dörfern am Rande des Basiscamps des Mount Everest. www.suunto.com SG

guter Zweck Die limitierte Suunto Core Extreme Edition Everest zu Ehren von Apa Sherpas 20 Everest-Besteigungen. u CHF 499.–

uhr der woche steckbrief Einfach Klasse! u Die neue Ebel

Classic Hexagon beinhaltet die Quintessenz der Zeit in skulpturaler Form. Umschlossen vom hexagonalen MonocoqueGehäuse mit grosser Krone und fünf markanten Schrauben, präsentiert das klar gestaltete Zifferblatt Stunden, Minuten und Sekunden sowie das grosse Datum bei 3 Uhr. Monocoque ist eine einschalige Bauweise wie beim Kernstück eines Formel-1-Autos. Das satt an das Gehäuse angeschlossene edle Alligatorleder-Armband vervollständigt das perfekte Styling und schmiegt sich – obwohl für Männer kreiert – ebenso gerne an ein weibliches Hand­ gelenk. Sarah Rieder

Urban Ebel Classic Hexagon. u CHF 2780.–

Werk Mechanisches Automatikwerk, EbelKaliber 306 Gehäuse Edelstahl, Saphirglas, wasserdicht bis 50 m Armband Handgenähtes braunes Lederband mit Faltschliesse Varianten Zifferblatt und Armband in Schwarz Bezugsquelle Tel. 032 - 912 31 23, www.ebel.com schweizer illustrierte

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check-up t ffe i n tr d be hei Sclz pi

iotika-Kur Nach einer Antib i Frauen entwickeln sich belze. Gynäkohäufig Scheidenpi i erklär t, wie loge Ossi R. Köchlnnen. Sie vorbeugen kö

n e k c u J i e b e Hilf ! n e n n e r B d n u z Text Lisa mer

nicht auf Seife ser waschen. Wer as W les d un t ck ju soll ein pH-neutra enn die Scheide rzichten möchte, ve um le s, pp vie Ti h re sic te Wei brennt, schämen chgel benutzen. hören sie Was m Toilettengang de ch na n: ge Frauen. Dabei ge eu ub rz vo n vo l hinten wischen, – etwa drei Vierte er von vorne nach m im sse der Mehrheit an im al nm ys benutzen, na mindestens ei keine Intimspra der ihnen entwickeln in im h de sic ra d Ge un idenpilz. ausziehen en ch sa de Ba Leben einen Sche be ndtuch setzen. a- und Hallenbad Sauna auf ein Ha Winter, wenn Saun lle. Fä e di h sic pilz keine langfris n re meh Obwohl Scheiden t, ha suche anstehen, it in he rle nd de Gesu sorgen Dö Folgen auf die Normalerweise idenmilieu. tigen nen Frauenarzt he ei Sc es ne ur ffe sa tro ein Be r en llt so Bakterien fü de nen Pilzbefall haben Pilze und an hen. Er kann ei uc s f­ au lIst dieses gestört, ch na auch von bakterie hes Spiel. Auch chweisen und ihn r na ne re Erreger einfac ei ihe n, ie Sc yd h d Chlam n häufen sic len Infektionen un sht , Antibiotika-Kure ec en hl ht sc ec hl Ge sc n e bare t nur di sexuell übertrag pdenpilze, da nich Bakterien abgeeiden. Da die Sym n ch te rs gu te e un di t, ch ei au kh an , kr tig sondern si ch wi Os . es en, ist näkologe Prof. Dr e ähnlich sein könn nnen. Bleiben m to tötet werden. Gy zu s wa et ke vorbeugend nauen ­Befund zu R. Köchli rät: «Um ne gleich- den ge t, können die ffe el tro nd Be ha be en un nn n kö , ie yd lam Ch unternehmen el itt s führt unter tibiotikum ein M r ­verkleben – da ite le Ei zeitig mit dem An .» en m chtbarkeit. akterien einneh ständen zu Unfru Um mit Döderlein-B e di , en au vor allem Fr Er empfiehlt das oder heidenpilz leiden Sc r te vermehrt un Pr of. Dr. Os si R. n. he ge a un Sa die s viel baden und in ­Köc hli , Facharzt wa et r Scheide ist de t er -W pH er «D für Gynäkologie ches», sagt Prof. Kö tig ich W h lic im und Geburtshilfe, he un n Frauen wa ne ffe tro be en st ärztlicher Leiter li. «Die mei ei- bis dreimal zw o als l, vie BrustCentrum zu h schen sic idenhe Sc rte tö rs ze ne Zürich-Bethanien. täglich.» Folge: ei Tag mit am al nm ei lt: gi flora. Deshalb

Foto Dick Vredenbregt

W

Milch gegen Diabetes Typ 2 u Boston Vollfette Milchprodukte senken das Risiko für Altersdiabetes. Grund: Trans-Palmitoleinsäure, eine einfach ungesättigte C-16-Fettsäure, die vor allem in Butter, Milch, Käse und Joghurt vorkommt. An der Studie beteiligten sich 4000 Testpersonen. www.aerzteblatt.de

Diätverbot für Schwangere u San Antonio In den ersten Wochen der Schwangerschaft sollten werdende Mütter ausreichend essen. Eine Studie mit Pavianen zeigte: Wenn die Mutter unter ­Mangelernährung leidet, wird die Kinder­ hirnentwicklung beeinträchtigt. www.aerztezeitung.de

Rauchstopp hilft bei Krebs u Texas Rauchen verstärkt die Schmerzen bei Krebs, wie eine neue Studie bei 224 Krebspatienten zeigt. Eine weitere Beobachtung: Je länger bei Ex-Rauchern der Rauchstopp zurücklag, desto geringer war die Ausprägung der Schmerzen. www.sprechzimmer.ch

tipp

Wer täglich mindestens acht Portionen frische Früchte und Gemüse isst, senkt sein Risiko für Herzkrankheiten um 22 Prozent.

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Laser im Dienste de Nicht invasive Methoden drängen mehr und mehr in sämtliche medizinischen Fachgebiete. In der ästhetischen Medizin können dank Lasergeräten immer mehr Probleme beseitigt werden.

Text VERENA THURNER

L

aserstrahlen sind hocheffektiv, präzis und schnell. Laser schneidet, schweisst und beschriftet. Laser begegnet uns in der Industrie, Forschung und in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Seine Strahlen können Flugzeuge in Schwierigkeiten bringen. Laser trennt Metall millimetergenau, schneidet Zahnfleisch und dient in der Chirurgie als Skalpell. Obwohl Laser bereits 50 Jahre bekannt ist, ist sein Siegeszug noch lange nicht am Ende. Vor allem in der ästhetischen Medizin kommen immer neuere, bessere und breit anwendbare Geräte auf den Markt. Bald jeder kleine Schönheitsfehler, von altersbedingten Hautveränderungen, entgleisten Gesichtszügen und lästigen Haaren bis zu Falten werden heute mit Laser behandelt. Und fast monatlich kommen neue Lasergeräte für weitere

Indikationen in die Praxen von ästhetischen Chirurgen. Das grösste Laserzentrum der Schweiz wurde kürzlich in Zürich eröffnet. Die Clinique Matignon Suisse, die bereits fünf Kliniken im Welschland betreibt, bietet Lasergeräte der neusten Generation, wie zum Beispiel den LightSheer-Laser, mit dem jetzt auch Blonde ihre Haare entfernen lassen können. Das war bis vor Kurzem nur Dunkelhaarigen vorbehalten. Als «Rolls-Royce» bezeichnet Dr. Christian W. Niehus, der die Klinik zusammen mit dem Dermatologen Dr. Martin Kägi leitet, die Kombination der verschiedenen Laser. 

Dr. Christian W. ­N iehus, Facharzt Allgemeine und Ästhetische Chirurgie, Clinic Utoquai und Clinique Matignon, Zürich. www.clinicutoquai.ch, www.cliniquematignon.ch

Problem «Smoker lines»

u Der Fractional Lux 1540 laser (nicht ablativ) wird vorwiegend gegen Krähenfüsse um die Augen und die feinen Fältchen um den Mund, die sogenannten «smoker lines» eingesetzt. Normalerweise genügen drei bis fünf Behandlungen für ein optimales Resultat. Der 1540er mildert auch störende Narben nach einer starken Akne oder nach einer Pockenerkrankung. Die Narben werden durch die Behandlung nicht unsichtbar, aber gut kaschiert. Gute Resultate liefert dieser Laser ebenfalls bei Schwangerschaftsstreifen und bei grossporiger Haut. Der Fractional-Laser unterteilt einen dicken Laserstrahl in 100 kleine. Diese werden in mikroskopischer Dichte und Grösse angeordnet. Auf diese Weise werden winzige Löcher in die oberste Hautschicht, ins Stratum corneum, geschossen. Durch die Aktivierung mit dem Laser wird die Kallogensynthese angeregt. Zwischen diesen bewusst geschädigten Hautstellen befindet sich unbehandelte Haut, von der aus eine rasche Heilung einsetzt. Die oberste Schicht wird abgestossen, die Haut bildet sich von unten her neu. «Die vorherige Berg-und-Talfahrt wird mehr zu einer hügeligen Landschaft», erklärt Dr. Christian W. Niehus. Nach der Behandlung zeigt sich eine minimale Rötung, die sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden zurückbildet. u Pro Behandlung: ab etwa CHF 300.–


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Problem Akute Akne

Da hilft der Laser

Je nach Art der Haut­ veränderung und je nach Typ des Lasers braucht es eine bis mehrere ­Behandlungen.  Sonnegeschädigte  Altersflecken

u Der fractional lux 2940 (ablativ, d. h. gewebeabtragend) ist das ideale Gerät zur Behandlung einer akuten Akne und tiefen Falten. «Die Resultate bei Akne sind sensationell», erklärt Dr. Niehus begeistert. Im Gegensatz zum 1540er schiesst dieses Gerät tiefere Löcher, und dabei koaguliert das Gewebe. Vor der Behandlung kann die Haut mit einer anästhesierenden Creme behandelt werden. Auch hier entstehen Mikroläsionen, die die Kollagenproduktion anregen und so die Haut­ erneuerung beschleunigen. Die starke Rötung und die Schorfbildung klingen in 7 bis 12 Tagen ab. u Pro Behandlung: ab etwa CHF 500.–

check-up

r Schönheit

Haut

 Akute

Akne und Pockennarben  Couperose  Äderchen auf Nase und Wange  Falten  Erweiterte Poren  Schwangerschaftstreifen  Verjüngung  Akne-

Problem Starke Altersflecken u Der ktp-laser eignet sich unter anderem zur Entfernung von starken Alters­

flecken an Händen und im Gesicht. Die Energie des Lasers konzentriert sich dabei auf den dunklen Fleck und produziert unterhalb dieser Stelle mikroskopisch kleine Blasen. Diese werden an die Hautoberfläche transportiert und fallen ab beziehungs­ weise werden von Fresszellen entfernt. Die überschüssige Energie bleibt in der umliegenden Haut wirkungslos. Es kann vorübergehend zu einer Erwärmung und Rötung kommen, selten auch zu leichter Verschorfung, die allerdings nach kurzer Zeit verschwindet. Das optimale Resultat zeigt sich erst nach Ablauf von vier bis sechs Wochen nach der Behandlung. Der KTP-Laser wird auch bei Couperose, den roten Adern, die man vor allem auf der Nase und an den Wangen findet, bei Bindegewebegeschwulsten, Melasmen und praktisch bei allen kleineren Gefässstruk­ turen im Gesicht und am Körper eingesetzt. Dieser Typ Laser kann auch bei Besen­ reisern an den Beinen angewendet werden. u Pro Behandlung: ab etwa CHF 200.–

Problem Durch Sonne geschädigte Haut

Fotos Handout (8), Dick Vredenbregt

u Die IPL-technologie hilft bei sonnegeschä­

digter Haut, wie sie vor allem im Gesicht und im Bereich des Decolletés vorkommt. Das Licht durchdringt die Haut und wird an farbstoff­ tragenden Stellen absorbiert. Die Pigmente werden dabei denaturiert und fallen nach kurzer Zeit schorfbildend ab. Die Kollagenbildung sorgt für eine gesunde, pigmentfreie Haut. Drei Wochen vor und drei Wochen nach der Behand­ lung darf man sich nicht der Sonne aussetzen. u Pro Behandlung: ab etwa CHF 200.–

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«Ich habe seit einiger Zeit bewegungsabhängige Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein. Eine ­Magnet-Resonanz-Tomografie zeigte verschiedenste ­Abnutzungserscheinungen an den Wirbelgelenken mit ­möglicher Reizung. Was empfehlen Sie?» Dr. med. Marc-André Schwab, FMH Anästhesiologie und Interventionelle Schmerztherapie. Viele Patienten, die den Hausarzt aufsuchen, klagen über Schmerzen. Die häufigs­ te Quelle von chronischen Schmerzen ist der Rücken. Bei vielen schmerz­ geplagten Menschen ist die Ursache der Beschwerden in Röntgenbildern, Computer- oder Magnet-ResonanzTomografien nicht eindeutig oder gar nicht sichtbar – oder bei mehreren gleichzeitig vorhandenen Befunden unklar. In solchen Fällen benötigen wir ein weiteres diagnostisches Mittel, um die Beschwerden an ihrem Ent­ stehungsort zu erkennen. Ein solches Mittel ist die interventionelle Schmerz­ diagnostik. Sie beinhaltet minimal­ invasive Eingriffe, bestehend aus einer oder mehreren Injektionen eines ört­ lichen Betäubungsmittels, zumeist

TV-Tipp

Samstag, 29. Januar, 18.10 Uhr

gezielt an einen Nerv oder auch in ein Gelenk. Wenn der angegebene Schmerz infolge der Injektion deutlich vermin­ dert wird oder verschwindet, gehen wir davon aus, dass er am Injektionsort entsteht. Eine genaue Verlaufskontrolle ist für die richtige Interpretation des Er­ gebnisses nach einem diagnostischen Eingriff unabdingbar. Die interventionelle Schmerzthera­ pie schliesst sich vielfach direkt an die Schmerz-Diagnostik an. Dabei wird der Schmerz mit Injektionen an Nerven oder Gelenken bekämpft. Reicht das nicht aus, gibt es weitere in­ terventionelle Therapiemöglichkeiten: die Hitzeverödung von Nervenästen oder bei besonders hartnäckigen Fäl­ len die Rückenmarksstimulation oder die rückenmarksnahe Einlage eines Katheters mit späterer Implantation ei­ ner Pumpe für Schmerzmedikamente, meist Opiate. Alle diese Methoden wer­ den beim jeweiligen Patienten immer ausführlich getestet, bevor sie definitiv angewendet wer­ den. www.polymedes.ch

Neue Studie u München Frühstücken wie ein König war gestern – zumindest wenn man abnehmen will. Deutsche Wissenschafter fanden heraus, dass man nach einem üppigen Zmorge insgesamt eher mehr Kalorien zu sich nimmt, als wenn die erste Mahlzeit des Tages klein ausfällt. Grund: Die Menge von Mittagund Abendessen wird nicht kleiner, nur weil man gefrühstückt hat. Trotzdem warnt der Ernährungs­ mediziner und Studienleiter Volker Schusdziarra davor, einfach das Frühstück wegzulassen, wenn man Kalorien einsparen möchte. Wichtiger sei, über den Tag verteilt insgesamt etwas weniger zu essen und beispielsweise fünfmal am Tag Obst oder Gemüse zu verzehren. Nur so können wir unsere Ernährung dauerhaft umstellen. Von Radikalkuren rät der Mediziner ab.

Wer Kalorien einsparen möchte, sollte schon beim Zmorge beginnen.

Wintersport-Unfälle Ganz ohne Unfälle geht es beim Skifahren, Snowboarden oder Langlaufen nicht. Schwachpunkt beim Vergnügen auf Schnee und Eis sind die Bänder an den Gelenken: Bei unglücklichen Bewegungen können sie reissen. Experten zeigen, wie man diese Verletzungen behandelt – und verhindert. www.gesundheitsprechstunde.ch

Fotos Dick Vredenbregt, iStockphoto

check-up

der fall Kreuzschmerzen


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Intensiver Blick «Silvia», Bagatelle IV, 2008. Farbiger Holzschnitt von Franz Gertsch.

Franz gertsch

Verschleierte Realität u Seine hyperrealistischen Bilder begründen den internationalen Erfolg von Franz Gertsch, 80. Als einzigartig gilt sein Holzschnittwerk. Der Berner Künstler eröffnet dem traditionellen Medium durch bisher unbekannte Präzision, gedruckt auf monumentalen Papierbögen, eine ganz neue Dimension. Nach und nach be­gann er, die Gesichter wieder mehr zu

«verschleiern, sie als Landschaften zu be­greifen», ohne jedoch die Genauigkeit der Darstellung aufzugeben. Die Schau zeigt Holzschnitte von 1989 bis 2008, auch Separatdrucke mit Unikatcharakter. rea Galerie Kornfeld Bern Bis 28. 2. Mo–Fr 14–17, Sa 10–12 Uhr, Tel. 031 - 381 46 73, www.kornfeld.ch schweizer illustrierte

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Kultur Wo alles entsteht Seit zwölf Jahren arbeitet Urs Stooss in seinem Berner Atelier.

Urs stoos, maler

Ein Magier und seine Figuren Der Berner Maler Urs Stooss ist ein Meister der Kom­ position. Seine Arbeiten sind allesamt Ausschnitte, die zwei Hauptthemen umkreisen: das Urbane und den Strand. u Wenige Schritte hinter dem Berner Hauptbahnhof liegt das charmante Atelier von Urs Stooss, 67. Ein dicker, lichtdurchlässiger Glasboden trennt das Erdgeschoss vom Soussol, eine Innentreppe verbindet die beiden Arbeitsräume. Tausend Kleinigkeiten zeugen vom Wirken des Künstlers: Skizzen, Japanmesser, Farbtöpfe, Stifte, Marderhaarpinsel, Schachteln. An den Wänden ­Entwürfe, sorgfältig auf Kartonrollen gewickelte Bilder, an Stangen hängend grundierte Leinwände in Gold, Silber oder Perlmutt. «Keine anderen Farben

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geben so viel Tiefe», erklärt Urs Stooss die Wahl der edlen Pigmente, die an Ikonen und Renaissance-Bilder erinnern. Entdeckt hat er sie während seines Aufenthaltes am Schweizer Institut in Rom (1974–1978). Damals suchte er nach einer Hintergrundfarbe für seine

Urban Jeder scheint auf ein bestimm­ tes Ziel hinzu­ steuern: «Manda­ rin», 2010, Mixed Media und Perlmutt, von Urs Stooss.

Werke, begegnete in der ewigen Stadt überall dem Gold und entschied sich schliesslich dafür. «Wie Picasso, der, wo er kein Rot hatte, halt Blau nahm», erklärt Urs Stooss. Seit jener Zeit lässt der Berner seine Figuren über die kostbaren Oberflächen gleiten. Den Maler Urs Stooss beschäftigen vor allem zwei Themen: urbane Begebenheiten und Strandszenen. Er stellt sie als räumliche Fragmente dar, als Ausschnitte, die eine ungeahnte Dynamik entwickeln. Da laufen Menschen ins Bild, verlassen es wieder, schliessen sich zu kleinen Gruppen zusammen, fahren Velo, bauen Sandburgen, spielen mit dem Ball. Kein Horizont weit und breit, nur die flirrende Hitze über dem Sand. Und der Schatten als ständiger Begleiter. «Einzelne Figuren, die mir besonders sympathisch sind, verwende ich mehrmals.» Die Gestalten auf den Bildern sind nicht gemalt. Es sind Fotografien von Menschen, zu 90 Prozent von Urs Stooss ­selber aufgenommen, mit einem Bildbearbeitungsprogramm auf dem Computer verfremdet, auf das Wesentliche reduziert und in einem aufwendigen Verfahren auf die Leinwand fixiert. Wie ein Magier jongliert Urs Stooss mit seinen Gestalten. Ein Heer von unbekannten Menschen, die er trennt und wieder zusammenfügt, harmonisch orchestrierend. Denen er eine Seele einhaucht und die er bisweilen einsam in der Geschäftigkeit der Grossstadt zurücklässt.  kati moser galerie martin krebs Bern Bis 3. 3. Di–Fr 14.30–18.30, Sa 10–14 Uhr, Tel. 031 311 73 70, www.martinkrebs.artgalleries.ch, www.ursstoossarbeiten.tumblr.com


Alexandre Joly

Aufgeblasen

tanzshow

u Flora und Fauna sind bei Alexandre Joly, 34, allgegenwärtig. Enten fliegen durch die Luft, Eichhörnchen springen über Moos, ein ausgestopftes Schwein trägt Schlagzeug-Becken auf dem Rücken, ein Kugelfisch wird zum Resonanzkörper (Bild). Immer dreht sich die Kunst des Genfers um die Wechselwirkung von Materie und Ton. Die aktuelle Schau zeigt auch fili­ grane Zeichnungen und ermöglicht einen spannenden Runde Sache «Magnetic Fish» von Einblick in eine sonderbare Kunstwelt. rea Alexandre Joly.

Galerie Römerapotheke Zürich Bis 24. 2. Mi–Fr 14–18.30, Sa 12–16 Uhr, Tel. 043 - 317 17 80, www.roemerapotheke.ch «Die Natur der Kunst»

Farbenpracht

u Van Gogh hat sie in seinen Werken ekstatisch gestei-

gert, Hodler symbolisch überhöht, Cézanne rekonstruiert: Seit der Antike gilt die Natur als Lehrmeisterin der Künste und als unerschöpfliche Inspirationsquelle. Die Ausstellung in Winterthur zeigt ausgewählte Gemälde und Zeichnungen aus über 150 Jahren. Wie sich der künstlerische Blick auf die Natur im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, kommt in der Ausstel- Natur aufgelöst «Blühendes», lung eindrücklich zum Ausdruck.  rea 1934, von Paul Klee. Kunstmuseum WINTERTHUR ZH Bis 27. 2. Di 10–20, Mi–So 10–17 Uhr, ­ Tel. 052 - 267 51 62, www.kmw.ch, Publikation CHF 50.–

«Rock the Ballett»: die entdeckung aus NEw York ist zurück

Explosiver Tanz u Diese Show stellt das Ballett im

wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf. Neue Tanzstile werden einfallsreich mit dem klassischen Ballett gemixt: von Hip-Hop über Jazz- und Stepptanz und Akrobatik bis hin zu den klassischen Broadway-Choreografien. Getanzt wird die Show von der New Yorker Compagnie Bad Boys of Dance, die die Tanzstars Rasta Thomas und Adrienne Canterna 2007 gegründet haben. «Rock the Ballet» ist eine spektakuläre Show mit peppiger Musik und pulsierenden Rhythmen, sexy, athletisch und mitreissend. rea maag event-hall Zürich 1.–20. 2. Tickets unter Tel. 0900 101 101 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz) oder www.rocktheballet.ch

disteli-Kabinett

Foto Warner Bros. Pictures

Scharf gezeichnet

u Der Oltner Martin Disteli (1802–1844) war ein politischer Karikaturist, er illustrierte aber auch Texte – von Satire über Märchen bis zu Klassikern der Weltliteratur. Disteli studierte Geisteswissenschaften in Freiburg i. Br. Weil er beschuldigt wurde, Goethe öffentlich verunglimpft zu haben, kehrte er 1823 in die Schweiz zurück. So harmlos die gezeigten Bildzyklen scheinen mögen, so treffend und kritisch beziehen sie Romanze bei Mondschein: «Der sich auf zeitgenössische Debatten.  rea Kauz», 1831, von Martin Disteli.

Kunstmuseum OLTEN SO Bis 13. 3. Di–Fr 14–17, Do 14–19, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 062 - 212 86 76, www.kunstmuseumolten.ch

Sprunghaft Die Bad Boys of Dance aus New York.

Mehr zum Thema:

Gewinnen Sie Tickets unter www.schweizer-illustrierte.ch

film-tipp «hereafter – das leben danach» (usa)

Und wenn es doch weitergeht? u Auf Regisseur Clint Eastwood ist Verlass. Nach Filmen wie «Letters from Iwo Jima», «Million Dollar Baby» oder «Invictus» stellt er sich in «Hereafter» der Frage: «Was geschieht nach dem Tod?» Ein äusserst brisantes und aufwühlendes Thema, das Eastwood meisterhaft auf die Leinwand bringt. Als Hauptdarsteller überzeugen Matt Damon («Good Will Hunting», «Invictus») und Cécile de France («L’auberge espagnole») sowie die fabelhaften zwölf­ jährigen Zwillinge George und Frankie McLaren. Packende Geschichte, erzählt in wunderschönen Bildern von Kameramann Tom Stern. kati moser

Verzweifelt Marcus (F. McLaren) sucht nach einem Medium.

8 8 8 8 8 Länge: 129 Min., Regie: Clint Eastwood. Kinostart 27. 1. schweizer illustrierte

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bücher & cds

die besten

Beliebt Transsibirische Geschichten Peter Bichsel (Der gesunde Menschenversand) u Unterwegs ist Peter Bichsel beim Lesen und Schreiben, und unterwegs sollen auch seine Texte bleiben. Bei Lesungen überrascht er immer wieder mit den «Transsibirischen Geschichten». Diese legendären Erzählungen aus zwei Jahrzehnten gibt es nun als Hörbuch. Mit seiner einprägsamen und unnachahmlichen Sprache entführt der Autor zu einer literarischen Reise. ISW Gejagt Der tiger John Vaillant (Blessing) u Es braucht wenig, um die Natur aus dem Gleich­ gewicht zu bringen. Das erfährt Wildhüter Juri Trusch im eiskalten Sibirien. Aus einem Amur-Tiger, der normalerweise Menschen meidet, ist ein Killer geworden. Einer, der nicht aus Not oder Hunger tötet, sondern seinen Opfern gezielt auflauert. Trusch lernt das Tier auf der Jagd immer besser kennen. Dokumentarischer Thriller. SUS Geächtet Die Frau des Dorf­ arztes und der Wehrmachtoffizier Andrea Blunschi (Chronos) u Im Entlebuch zerreissen sich die Leute die Mäuler, als sich die schöne Frau des Dorfarztes, Mutter von drei Kindern, in den deutschen Militärinternierten Karl verliebt. Die Enkelin von Martina Bucher schildert nun ein aussergewöhnliches Frauenschicksal in den 1940er-Jahren und legt gleichzeitig eine faszinierende Sozialstudie vor. ISW

drei neue cds

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pop/rock Fistful Of Mercy As I Call You Down (Musikvertrieb)

Drei verwandte Seelen haben sich gefunden. Der spirituelle Ben Harper, Beatles-Sohn Dhani Harrison und US-Singer/ Songwriter Joseph Arthur zaubern mit Star-Drummer Jim Keltner neun stimmige Songs voller Zärtlichkeit und Melancholie. Dreistimmig, akustisch, magisch – zum Entschleunigen. h. elias fröhlich

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Wenn Menschen sich vor der Welt verschanzen E. L. Doctorow entführt in seinem Roman ins selbst gewählte Exil der legendären Brüder Homer und Langley Collyer. u «Ich bin Homer, der blinde Bruder. Ich habe mein Augenlicht nicht auf einmal verloren, es war, wie im Kino, ein langsames Ausblenden.» Der Protagonist des USAutors E. L. Doctorow verliert im Roman die Sehkraft als junger Mann. Im wirklichen Leben erblindete Homer Collyer mit etwa fünfzig. Er spielte auch nicht Klavier. Das war sein Bruder Langley. Und er war nicht der jüngere der beiden, sondern der ältere. Ein genialer Schachzug des Literaten, um die wahre Geschichte des Brüder­ paars von Voyeurismus und Patholo­ gisierung zu befreien. Denn die New Yorker Homer und Langley Collyer sind 1947 als Messies legendär geworden. Der blinde Homer erzählt ohne Pathos vom Rückzug aus der Welt. Vom Tod seiner wohlhabenden Eltern, von der Heimkehr seines kriegsversehrten Bruders aus Europa. Die Junggesellen pflegen anfangs noch den Kontakt mit der Aussenwelt. Geben Tanzpartys, bis sie von Nachbarn denunziert werden. Darauf erklärt Langley der Aussenwelt den Krieg. «Dieses Haus ist unser unverletzliches Reich.» Und er füllt es mit allen möglichen und unmög­ lichen Dingen. Bis zum Bersten. Da steht unter anderem zum Entsetzen der Haushälterin plötzlich ein Ford T im Speisezimmer. Doch Langley sammelt auch Zeitungen, weil er sie katalogisieren und daraus eine «immerwährend

E. L. Doctorow Homer & Langley (Kiepenheuer & Witsch)

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jazz oregon In Stride (CamJazz)

Mit ihrem Mix aus tradi­ tionellem Jazz, euro­päisch geerdeter Klassik und Worldmusic hat es das US-Quartett zu einer der eigenständigsten Erfolgsbands der Jazzgeschichte gebracht. Zum 40-JahrJubiläum legt sie eine wunderschöne CD vor, die kein Alterswerk sein will – und ist. Sondern gelebte Gegenwart. hanspeter vetsch

aktuelle zeitlose Zeitung» machen will. An uns Lesern ziehen die Ereignisse des 20. Jahrhunderts vorbei. Auch dank den Menschen, die in diesem Kosmos immer wieder mal Unterschlupf finden. Wie das Hippiegirl Lissy. Die Gelassenheit und das Unvoyeuris­ tische, mit denen Doctorow das Leben der beiden Aussenseiter schildert, fasziniert und berührt. Bis zum bitteren Ende. isolde schaffter-wieland

E. L. Doctorow Der USAutor war 16, als die CollyerBrüder, die Protagonisten seines Romans, starben. Darum ist das Buch so wuchtig u Weil es sich meisterhaft zwischen Realität und Fiktion bewegt. u Weil es ohne Sensationslust auskommt. u Wegen des Satzes: «Herrgott, was würde ich nicht dafür geben, etwas anderes zu sein als ein Mensch.»

Klassik lang lang Live in Vienna (Sony)

Publikumsliebling Lang Lang setzte im Wiener Musikverein Massstäbe, die Geschmackssache sind. Die zwei Beet­ hoven-Sonaten spielt er unerwartet kontrastreich und virtuos. Später wirds stilistisch grandios: Albéniz’ «Iberia» klingt lyrisch und farbenreich, die Prokofjew-Sonate wie moderne Poesie. uli von erlach


Reisen, geniessen, rätseln!

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Alpenzauber! Mit den Schneeschuhen zur Hütte (Alp Flix) – und zum stärkenden Käsefondue.

SCHNEESCHUHWANDERN IN SAVOGNIN

Zum Fondue auf die Alp Flix u Am schönsten ist es bei Vollmond unter Sternen: Da steigt man mit den Schneeschuhen hoch zur Alp Flix bei Bivio am Julier, geniesst die atemberaubende Landschaft – und natürlich auch das hervorragende Käsefondue im Restaurant Piz Platta. Die Rückkehr ist spektakulär: Runter nach Sur gehts auf dem Schlitten! Jeden Freitag und Samstag wird diese

Tour bei gutem Wetter durchgeführt (ab CHF 69.–). Romantiker können auf Alp Flix auch übernachten – in einer original mongolischen Jurte, mit Blick in den Sternenhimmel (ab CHF 100.–). Alp Flix ist auch auf einem Winterwanderweg erreichbar. HE INFO www.savognin.ch

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weekend

Reisen

www.weltweit

Noch eine «Europa», noch eine «Columbus»! u Hapag-Lloyd sticht bis 2013 mit zwei neuen Luxuskreuzern in See: Erst wird die «Columbus 2» getauft (Bild), dann das neue Flaggschiff «Europa 2»: nur 258 Suiten, sieben Restaurants, Sushi-Bar, lifestyleorientiert und leger zugleich! INFO www.hlkf.de

Fit mit Tinu Gerber und Conradin Cathomen u Fitten mit den Stars: Eishockey-Supergoalie Martin Gerber und Ski-Legende Conradin Cathomen setzen bei der Hotelplan-Fitnesswoche im spanischen Cam­ brils («Pueblo Eldorado Playa») die Pace. Eine Woche inkl. Flug gibts ab CHF 1308.– (4.–11. 6.). INFO www.hotelplan.ch

Mondän: Forte dei Marmi und Roberto Cavalli u Das Boutiquehotel Principe im mondänen Forte dei Marmi ist Lifestyle pur – und legt noch einen drauf: Wer das «Fashion Package» bucht, kriegt Roberto Cavallis Sommerkollektion 2011 ins Haus geliefert, mit Beratung! INFO www.principefortedeimarmi.com

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W-HOTEL – TRENDSETTER IN BARCELONA

W wie «Wow!» – «Place to be» in der Trendsetter-Stadt Barcelona? Das «W», ein raffiniertes Designhotel direkt am Meer. Lifestyle auf 26 Etagen.

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urzeit gibts im Abc der Trendsetter einen ganz wichtigen Buchstaben: W! «W» heissen weltweit die trendigsten Hotels. Natürlich findet man sie an den spannendsten Destinationen: New York. Miami. Malediven. Hongkong. Und seit einem Jahr auch in Barcelona. «W» steht für den Wow-Effekt, der den Gast auf jedem Meter und in jeder Etage verblüffen soll. Der katalanische Architekt Ricardo Bofill, in Barcelona geboren, hat diese Vorgabe ziemlich gründlich erfüllt. Ricardo ist 70 – aber er weiss, wie die jugend­lichen Trendsetter ticken. u «W» on the Beach! «W»-Gäste haben es gut: Nur wenige Schritte trennen sie vom Meer. Das hat kein anderes TopHotel in Barcelona zu bieten. Das BeachL­eben erinnert an Miami: riesiger Pool,


Der «W»-Pool Weisse Liegen, Drinks und cooler Sound. Eine Prise Miami Beach am Mittelmeer.

Zimmer mit Aussicht Stammgäste buchen sich in den oberen Etagen ein, dort ist der Blick aufs Meer noch eindrücklicher.

Wow-Effekt! Barcelonas neue Top-Adresse lebt von der privilegierten Lage. Und von Ricardo Bofills kühner Architektur.

Treffpunkt 26. Etage Im Club Eclipse (mit Weltklasse-DJ) ist die Aussicht atemberaubend: Panoramafenster bis zum Boden.

auf 26 Etagen weisse Liegen («Wet Deck»), «Mellow Beach Club» vorne am Meer, raffinierte Bar (nachts fest in der Hand eines DJ). Die Mitarbeiter am Pool heissen in der «W»-Welt «talents». Sie müssen in erster Linie hübsch, fröhlich und sehr aufmerksam sein. u Und immer glitzert das Meer! Die Aussicht im W-Hotel ist berauschend. In den Zimmern (mit grosszügigen Bädern und jeder Menge Hightech): Da sind Betten und Liegen zum Meer ausgerichtet. Je höher man wohnt, desto spektakulärer! Zum Beispiel im Fitnessstudio Sweat: hochmoderne Geräte, schwitzen mit Meersicht. Zum Beispiel im einzigartigen Club Eclipse in der 26. Etage – mit Panoramafenstern bis zum Boden. DJs von Weltklasse sorgen für den Sound, VIPs, Models,

Modebegeisterte und Jetsetter feiern vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang. Ungewöhnlich auch der Spa: Im Bliss gehts eher um Spass als ums Schlankwerden – süsse Limonaden und selbst gemachte Brownies werden serviert.

u Wiedersehen mit Carlos Abellán. «W» holt wenn immer möglich berühmte Köche ins Haus. In Barcelona ist ­Carlos Abellán der Chef. Der Katalane holte sich mit seinen Restaurants Commerç 24 und Tapas 24 seine ersten Sterne, will jetzt auch im «W», genauer im Restaurant Bravo, punkten. Er glänzt mit Seafood, mit Fleisch vom Holzkohlegrill – und mit einem aussergewöhnlich raffinierten Frühstücksbuffet. 

check-in u Anreise

Swiss fliegt viermal täglich nach Barcelona (ab CHF 189.–) u Hotel W Barcelona. 473 Zimmer und Suiten. DZ ab CHF 380.– u Highlights ­Cooler Pool und Beachclub, Nachtclub Eclipse, Restaurant Bravo u VIPs im «W» Shakira, die Stars vom FC Barcelona u Kultur Es muss nicht immer Miró sein: Museu Picasso – Lebenswerk, ausgestellt in fünf Palästen (www.museupicasso.bcn.es) Sweat heisst das Fitness­studio. u Info www.whotels.com Shakira war auch hier. schweizer illustrierte

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LESERANGEBOT leserangebot DAS Das ENSEMBLE Ensemble heisst Sie, liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen willkommen.

Die neue Musicalkomödie Speziell für Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten – «Die Schweizermacher» mit 25 % RABATT! Rabatt! Gönnen Sie sich und Ihren Liebsten eine unvergessliche Vor Vor­stellung stellung des Musical-Hits.

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ie Schweizermacher» Schweizermacher» –– Die die neue Musicalkomödie! 1978 1978 sorgten sorgte «Die Schweizermacher» im Kino für Aufsehen. Nun ist der erfolgreichserfolgreichs­ te Schweizer Film endlich als verver­ gnügliche Musicalkomödie auf der Bühne zu sehen. Publikum und Presse sind begeisbegeis­ tert: «Das Beste, was man hierzulande an Musicals zu sehen bekommt» bekommt!» («NZZ (NZZ am Sonntag). Sonntag»).Die DieProduzenten Produzentenvon von «Ewigi «Ewigi Liebi» präsentieren einen neuen MusicalMusical­ hit mit «umwerfenden Regieeinfällen, munteren Gags und eingängigen Songs»

(Die («DieSüdostschweiz). Südostschweiz»).Eine Einewitzige witzige und romantische Geschichte, tolle Musik, ein aufwendiges Bühnenbild und ein spielspiel­ freudiges Ensemble mit Liveband machen «Die Schweizermacher – Das Musical» zu einem unvergesslichen Erlebnis. Neu im Ensemble mit dabei ist Walter Andreas Müller. Der beliebte Schauspieler und ParoParo­ dist schlüpft in Frauenkleider und schwingt als resolute Hauswartin Frau Galli den Staubwedel.  u WEITERE Weitere INFOS Infos ZUM zum MUSICAL Musical www.dieschweizermacher.ch

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RESOLUT Walter Andreas Müller als Hauswartin Frau Galli.

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Coupon bis 3 Wochen vor dem gewünschten Vorstellungsdatum senden an: ticketportal AG, Rorschacher Strasse 294, 9016 St. Gallen. Oder per Fax auf 071 - 282 28 29


En Guete Originell Pudding aus Kokos und Kartoffeln.

weekend

mit Köchin Sibylle Sager

Ein Ausflug zur Sonne

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Schlagen Sie der Trübsal ein Schnippchen, reisen Sie mal schnell nach Südafrika! Das dauert nur kurz. Macht aber sicher den ganzen Tag glücklich.

SüsskartoffelPudding

Zutaten (für eine Cakeform von ca. 20 cm oder 6 ofenfeste Förmchen von je ca. 11/2 dl, gefettet) Pudding 600 g Süsskartoffeln, 1 dl Kokosmilch, 2 Eier, 100 g Roh­zucker, 1/4 Teelöffel Muskat, 1/2 Tee­löffel Zimt, 1 Prise Salz, 2 Esslöffel brauner Rum Kokos-Rahm 1 dl Kokosmilch, 1 dl Vollrahm, 4 Esslöffel Kokosraspel, geröstet Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Backen ca. 1 Std.

u Für den Pudding Dämpfkörbchen in eine weite Pfanne stellen, Wasser bis knapp unter das Körbchen einfüllen. Süsskartoffeln ins Körbchen legen, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 25 Min. weich garen. Herausnehmen, etwas abkühlen, schälen, durchs Passevite in eine Schüssel treiben, auskühlen. Kokosmilch und alle Zutaten bis und mit Salz mit dem Schwingbesen oder den Schwingbesen des Handrührgerätes rühren, bis eine cremige Masse entsteht. Kartoffeln beigeben, mischen, Masse in die vorbereitete Form geben. Backen ca. 1 Std. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, Oberfläche mit einem

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Poulet mit Erdnussbutter

Holzspiesschen mehrmals einstechen, Rum darüberträufeln. Pudding ca. 5 Min. ziehen lassen, auf eine Platte stürzen. Kokosraspeln darüberstreuen. Für den Kokos-Rahm Kokosmilch und Rahm mischen, flaumig schlagen, zum Pudding servieren. Hinweis für die Förmchen beträgt die Backzeit ca. 30 Minuten. Lässt sich vorbereiten Pudding 1 Tag im Voraus zubereiten. Zugedeckt in der Form im Kühlschrank aufbewahren. Ca. 2 Std. vor dem Servieren herausnehmen.

dazu passt African Tea

8 dl Wasser mit 3 Beuteln Rotbusch-Tee (z. B. Rooibos chaï) und 1 cm Ingwer, fein gerieben, auf­ kochen. Pfanne von der Platte nehmen, ca. 10 Min. ziehen lassen. Beutel entfernen, 1 Esslöffel Zucker und 3 Esslöffel Amarula (Cremelikör aus Südafrika, in SpirituosenFachgeschäften erhältlich) darunterrühren.

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Erdnussöl, 2 Zwiebeln, grob gehackt, 2 Knoblauchzehen, gepresst, 1 rote Peperoni, entkernt, in Stücken, 4 Pouletschenkel, ca. 1 kg Gemüse (z. B. Rüebli, Sellerie, Tomaten, Blumenkohl, wenig Kabis), in Stücken, Blumenkohl in Röschen, Kabis in Streifen, 1 Würfel Fleischbouillon, zerdrückt, 1/4 Teelöffel Natron, ca. 150 g Erdnussbutter, 5 dl Wasser, Salz, Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 11/2 Std. Braten ca. 30 Min. u Öl in einem weiten Brattopf warm werden lassen, Zwiebeln, Knoblauch und Peperoni andämpfen. Pouletschenkel darauflegen, ca. 10 Min. zugedeckt mitdämpfen, dabei Poulet einmal ­wenden. Restliches Gemüse beigeben, Bouillonwürfel und Natron darüberstreuen, ca. 5 Min. weiterdämpfen. Poulet herausnehmen, in eine gefettete, ofenfeste Form legen. Erdnussbutter und Wasser zum Gemüse geben, auf­ kochen, Hitze reduzieren. Gemüse zu­gedeckt ca. 50 Min. köcheln, bis der Blumenkohl zerfällt, würzen. Das Poulet ca. 30 Min. in der Mitte des auf 220 Grad

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vorheizten Ofens braten, heraus­ nehmen, zum Gemüse servieren. Dazu passt Reis (z. B. Vialone, Arborio).

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Fleisch-Spiessli mit kreolischer sauce

Zutaten (für 12 Spiessli, für 6 Personen) Marinade 3 Esslöffel Zitronensaft, 2 Esslöffel Erdnussöl, wenig Pfeffer aus der Mühle, 500 g Rindshuft, in ca. 3 cm grossen Würfeln, 500 g Schweinefleisch (z. B. Filet, Hals), in ca. 3 cm grossen Würfeln Spiessli 1 Mango (ca. 450 g), geschält, in ca. 2 cm grossen Würfeln, 1 Papaya (ca. 300 g), geschält, längs geviertelt, entkernt, quer in ca. 2 cm dicken Scheiben, 150 g Bauernspeck am Stück, quer in ca. 5 mm dicken Scheiben, 12 Holzspiesschen, Öl zum Bestreichen, 3/4 Teelöffel Salz

Sauce 3 Esslöffel Limettensaft, 4 Esslöffel Wasser, 5 Esslöffel Tomatenpüree, 150 g Stangensellerie, fein gehackt, 2 grüne Peperoncini, entkernt, fein gehackt, 2 entsteinte grüne Oliven, fein gehackt, 1 Zwiebel, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 3/4 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Marinieren ca. 12 Std. Ziehen lassen ca. 1 Std. u Für die Marinade Zitronensaft, Öl und Pfeffer gut verrühren, Fleisch damit bestreichen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 12 Std. marinieren. Für die Spiessli Fleisch herausnehmen, Marinade abstreifen, abwechslungs­ weise mit Mango, Papaya und Speck an Spiesschen stecken, mit Öl bestreichen. Grillieren eine beschichtete Grillpfanne heiss werden lassen, Spiessli portionen­ weise beidseitig je ca. 2 Min. grillieren. Hitze reduzieren, ca. 3 Min. fertig grillieren, salzen. Holzkohlengrill Spiessli beidseitig je ca. 7 Min. über mittelstarker Glut grillieren. Für die Sauce Limettensaft, Wasser und

Tomatenpüree in einer Schüssel gut verrühren. Stangensellerie und alle Zutaten bis und mit Knoblauch daruntermischen, Sauce salzen. Zu­ gedeckt im Kühlschrank ca. 1 Std. ziehen lassen. Lässt sich vorbereiten Holzspiesschen ca. 3 Std. im Voraus bestecken, mit Öl bestreichen, zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

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GewürzteeFrappé

Zutaten (für ca. 8 dl) 4 dl Wasser, 3 Beutel Rotbusch-Tee (z. B. Rooibos chaï), 250 ml Vanilleglace

u Wasser aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen, Tee beigeben, ca. 10 Min. ziehen lassen, Teebeutel entfernen, Tee auskühlen. Glace mit Tee im Mixglas pürieren, in vorgekühlten Gläsern servieren.


GaultMillau

weekend

Hotel Misani Via Maistra 7505 St. Moritz Tel. 081 - 839 89 89 Alle Kreditkarten EC-Direct und Postcard www.hotelmisani.ch

«Misani»-Power: Jürg Mettler, der Hotelier mit tausend Ideen, und sein neuer Küchenchef Matthias Wilke.

Tapas, Capuns und Ochsenschwanz Hotel Misani, Celerina GR Frühstück gibts in diesem Trend-Hotel bis 16 Uhr. Und abends stehen gleich drei Restaurants zur Wahl. Ein Haus mit hohem Wohlfühlfaktor und ehrgeiziger Küche.

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um Diner stehen «schwere» Entscheidungen an: 20 verschiedene Tapas, rassige Paellas und Espuma-Dessertschäumchen locken in den romantischen Gewölbekeller. In der «Ustaria», den Engadiner Stuben aus dem Jahr 1878, ist Bündner Küche Trumpf; Capuns, Pizzocheri, aber auch Tagliata, Brasato und Branzino. Und im eleganten, in warmem Rot gehaltenen «Voyage» jagt der neue Küchenchef Matthias Wilke GaultMillau-Punkte. Momentaufnahme in der Weihnachtswoche: alle drei Restaurants ausgebucht, überall zufriedene Gäste. Das Protokoll des «Voyage»-Besuchs. Ein gelungener Start. Bresaola-Röllchen

mit Frischkäse zur Begrüssung. Angenehme, wenn auch etwas dickwandige Limetten-Quark-Ravioli mit Salbeibutter und einem tollen Extra – knackig ge­ bratenen Riesencrevetten. Schliesslich «Sacchettini croccanti», Knuspersäckli mit Gemüsefüllung auf Pastinakenpüree; ein Vegi-Gang der neckischen Art. Beim Hauptgang kann man auf Nummer sicher gehen: Entrecôte vom Black-Angus-Rind, Wiener Schnitzel, Brust und Keule vom Mistkratzerli. Oder man spielt die Karte Risiko: geschmorter Ochsenschwanz, gefüllt mit reichlich Semmelknödel. Gut im Geschmack, Mängel im Detail: Fehlt bei so vielen

Gästen die Zeit, um alles Fett und jeden Knorpel peinlichst genau wegzuschneiden, muss der Ochs von der Karte! Verführerisch das Finale: Zum Imperium von Hotelier Jürg Mettler gehört ja auch die einstige Post- und Säumer­ station La Rösa. Die letzte Herbstmilch der hauseigenen Geissen wurde zu einem wunderbaren «Tomme Riserva» verarbeitet. Die Dessert-Karawane rollt auf einem dreistöckigen Silberwagen an den Tisch. Da kann keiner widerstehen. Angenehm die Weinkarte: auch begabte Newcomer wie Carina Kunz aus Maienfeld haben ihren Auftritt (Pinot noir).  

Foto Bruno Voser

wein-tipp Schöner Zweitwein aus Bordeaux Dieser Zweitwein von ­Château La Louvière ist ein sicherer Wert für alle Bordeaux-Fans. Der L de La Louvière 2006 Graves AOC MC (13 %) ist dunkel in der Farbe. Noten von Lorbeer, Backpflaumen und gerösteten

Kaffeebohnen sind zu erkennen. Im Gaumen ist er saftig, kräftig und elegant – klassisch eben in der Art. Wobei man heute ganz klar von den Errungenschaften modernen Weinmachens profitiert. Noch vor 15 Jahren wäre es nicht möglich ge­wesen, einen solch eleganten und ausgewogenen

Zweitwein zu vinifizieren, der so charmant und angenehm den Hals hinunterfliesst. Seine Frucht ist reif, die Gerbstoffe sind delikat. Passt zu rotem Fleisch, Braten, Wild, Lamm, Polenta mit Pilzen und würzigem Käse. Kann auch dekantiert werden. Etwas Luft tut gut.

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KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

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Auto

Schon Gefahren SsangYong Korando

Kompletter Neustart Die Geschichte des koreani­ schen Herstellers SsangYong ist nicht sehr lang, dafür umso turbulenter. Mit einem neuen Investor werden nun aber ruhigere Gewässer ange­ steuert. Erfolg versprechend.

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ie Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung des 1954 als Ha Dong-hwan Motor Workshop gegründeten Unternehmens waren seit den 90er-Jahren eigentlich nicht schlecht: Eine Partnerschaft mit Mercedes und die Übernahme durch Daewoo Motors versprachen eine rosige Zukunft. Doch finanzielle Engpässe der wechselnden Mutterkonzerne manö­ vrierten das inzwischen auf SsangYong umgetaufte Unternehmen an den Rand des Abgrunds. Vor zwei Jahren dann der Tiefpunkt: Die Produktion musste eingestellt werden.

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schweizer illustrierte

2010 definierte die Unternehmens­ leitung mit dem internen Schlachtruf «333» eine neue Stossrichtung. Und Ende des Jahres stand der neue In­ vestor dafür fest: Der indische Nutzfahrzeughersteller Mahindra & Mahindra steigt mit der Übernahme von Ssang­ Yong ins Personenfahrzeugbusiness ein. Erstes Zeugnis des Neustarts ist der frisch entwickelte Korando. Er

In diesem Cockpit behält man den Überblick. Der SsangYong Korando präsentiert sich auch innen aufgeräumt und komfortabel.

positioniert sich tadellos im boomenden Segment der Kompakt-SUV. Und wirft neben Frontantrieb oder 4 × 4 sowie einem hochwertigen Interieur auch einen neuen Karosserieaufbau und das Design von Altmeister Giorgetto Giugiaro in die Waagschale. «SsangYong hat in der Vergangenheit nicht durch Äusseres geblendet», formuliert Robert Stoepman vorsichtig, «sondern mit inneren Werten wie der soliden 4 × 4-Kompetenz brilliert. Mit dem Entscheid, Giugiaro zu engagieren, avisiert SsangYong nun eine breitere Interessensgruppe.» Stoepman ist seit Januar 2011 neuer General­ direktor bei SsangYong Schweiz. Auf die Frage nach der weiteren Zukunft verrät er, «dass eine gemeinsame Entwicklung von zukünftigen Modellen mit Elektround Hybridfahrzeugen geplant wird». Es lohnt sich sicher, die indisch-koreanischen Projekte weiterhin im Auge zu behalten. Rahel Ueding


news

Mercedes SLK Start der dritten Roadster-Generation u Die Präsentation des brandneuen SLK behält sich Mercedes für die dieser Tage stattfindende Geburtstagsfeier vor. Auf 125 Jahre Automobilgeschichte blickt das Unternehmen bereits zurück – 15 davon hat der SLK mitgeschrieben. Kaufinteressenten müssen nicht mehr lange warten, bis sie zuschlagen können. Denn bei den Händlern wird der Klappdach-Sportler bereits im März stehen. Und zwar mit deutlich vertikalerem Kühlergrill, einem merklich muskulöseren Heck und einem neuen Highlight: Magic Sky Control. Diese Technik lässt per Knopfdruck das Dach transparent werden. Als Vierzylinder mit 184 PS gibt es ihn ab CHF 59 900.–, als Sechszylinder mit 306 PS ab CHF 79 900.–.

Etwas laut, aber sparsam Der Crossover Korando konzentriert sich aufs Wesentliche.

SsangYong korando

Europäisiert Der neue Korando unterscheidet sich klar von seinen Vorgängern. u Motor Diesel 175 PS u 0 bis 100 km/h 10,0 bis 10,8 s u Spitze 179 bis 186 km/h u Verbrauch 6,0 bis 7,5 l/100 km u CO2-Ausstoss 157 bis 199 g/km u Energieeffizienz-Kategorie B u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 29 990.– u Konkurrenten Chevrolet Captiva,

Citroën C-Crosser, Ford Kuga, Honda CR-V, Hyundai ix-35, Nissan Qashqai,

Peugeot 3008, Opel Antara, Peugeot 3008, Renault Koleos, Suzuki Grand Vitara, Toyota RAV4, VW Tiguan u. a. u Unser Urteil Der neue Korando ist hart, aber herzlich: Sein Dieselmotor läuft etwas rau. Das gefällige Design kor­respondiert gut mit dem funktionalkomfortablen Interieur. Und das PreisLeistungs-Verhältnis macht ihn zu einem ernsthaften Konkurrenten auf dem umkämpften Crossover-Markt.

Hyundai Veloster Sportcoupé-Studie geht in Serie u 3 Türen, 2+2 Sitze und viel Transparenz gen Himmel. Das sind die Zutaten für ein neues Rezept, mit dem Hyundai die Konkurrenz das Fürchten lehren will: Das bis auf Weiteres Veloster getaufte Sportcoupé wird von einem 1,6-Liter-Benziner mit 140 PS angetrieben. Der 4,22 Meter lange Fronttriebler ist erstmals mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, das für sportlichen Fahrspass sorgen soll. Der Hingucker ist die dritte Tür auf der Beifahrerseite, die nicht nur den Einstieg in den Fond erleichtert, sondern auch Einkaufstaschen elegant verstaubar macht. Bei den Schweizer Händlern steht der Koreaner ab Sommer 2011; Preise sind derzeit noch nicht bekannt. schweizer illustrierte

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Der verflixte Neumond funkt vielen dazwischen

woche vom 30. Januar bis 5. Februar 2011 Der Neumond am 3. (in der 2. Dekade Wassermann) wird von schwierigen Aspekten begleitet: Am 1. und 2. bildet Uranus Spannungen zu Mars und Sonne, am 4. sind Mars und Venus in Dissonanz. Das deutet auf Ausschreitungen, Anschläge, Unfälle und Natur-

katastrophen. Auch Probleme mit Elektrizität könnten für Schlagzeilen sorgen. Zwei harmonische Aspekte zwischen Merkur und Uranus (am 2.) und Merkur–Jupiter (am 5.) begünstigen (diplomatische) Verhandlungen und Aktionen für die Umwelt. Ende Woche dürfte es auch an den Börsen bergauf gehen.

widder 21.–30. 3. Jupiter verspricht eine Glücks­ strähne und einen Volltreffer: Geldgewinn? Aufstieg? Vor allem die vor dem 24. Geborenen schneiden bestens ab! Alle anderen sind am 30./31. unter Druck, am 2. aber in Bestform. 31. 3.–9. 4. Sie kommen schneller voran als geplant. Einige Hindernisse am 31., gute Karten am 3. (Neumond). Sie gewinnen Freunde, sind blendend gelaunt. 10.–20. 4. Sie amüsieren sich glänzend, sind der strahlende Mittelpunkt, einige kommen ihren Idealen näher, schweben in höheren Sphären (am 2. und 4.!).

stier 21.–30. 4. Sie kommen gut über die Runden (am 30./31.), sind aktiv und konstruktiv. Nur am 2. legt man Ihnen Steine in den Weg. Am 4. holen Sie auf. Ihr Charme bezaubert, man liegt Ihnen zu Füssen. 1.–10. 5. Sie sollten sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, sich gesundheitlich schonen! Am 1., 3. und 4. stossen Sie jemanden vor den Kopf. Meiden Sie jedes unnötige Risi­ ko (auf Strassen, beim Sport)! 11.–20. 5. Sie sind kon­ taktfreudig, agieren clever. Günstige Phase für Examen, wichtige Termine, eine Reise etc. Exzellent: der 1. und 2.!

zwillinge 21.–31. 5. Jupiter sorgt für schöne Chan­ cen, einigen gelingt ein Volltreffer! Zurzeit sind die vor dem 24. Geborenen am Drücker, ein Wunschtraum geht in Erfüllung (2., 5.). 1.–10. 6. Superform! Sie verdanken Mars zusätzliche Energien und Saturn eine erstaunliche Ausdauer. Ideal für grössere Vorhaben (Resultate im Sommer!) oder für eine bessere Gesundheit. Exzellent der Neumond am 3.! 11.–21. 6. Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand (30., 1., 2.). Manchen passt die neue ­Situation nicht. Geduld! Ab dem 4. bessert sich die Lage.

krebs 22. 6.–1. 7. Man legt Ihnen Steine in den Weg, Sie müssen sich «anschnallen», speziell am 30. oder 3. (vor allem die vor dem 24. Geborenen). Alle anderen kommen gut über die Hürden (am 4.). 2.–12. 7. Ein Problem der letzten Wochen könnte eine Lösung finden (am 1. und 2.). Am 5. haben Sie eine gute Nase und entscheiden richtig. 13.–22. 7. Sie landen gemeinsam mit dem Partner einen Treffer und agieren taktisch sehr klug (2., 5.). Am 1. müssen Sie etwas diplomatischer vor­gehen und mehr Geduld zeigen, um Ihr Ziel zu erreichen.

löwe 23. 7.–1. 8. Auf Ihrem Erfolgskurs entfalten Sie sich gut. Besonders die vor dem 26. Geborenen ern­ ten die Resultate vom vergangenen Juni (5.). Alle ande­ ren sind am 2. unter Druck, müssen nachgeben. 2.–12. 8. Sie sollten bei Diskussionen (Partner?) weniger aggres­ siv sein, speziell am 1., 3. (Neumond) und 4.! Achten Sie auf Ihre Gesundheit, überschätzen Sie nicht Ihre Kräfte! 13.–23. 8. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, man liegt Ihnen zu Füssen. Denkwürdige Begegnungen oder lang erwartete Aussprache (am 2. oder 4.?).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie haben Rückenwind, eine mutige Entscheidung bringt gute Ergebnisse (31., 2.). Gleichzeitig kommen Sie Ihren wahren Zielen näher und verändern sich vorteilhaft. Nur am 4. wird Ihre Geduld auf die Probe gestellt. 3.–12. 9. Veränderungen am Arbeits­ platz sollten Sie akzeptieren und die positive Seite davon sehen. Sonst wird Ihr Stoffwechsel belastet. Günstig für eine Entscheidung wird der 31. 13.–23. 9. Probleme mit einer Kollegin, Angehörigen? Am 1. kommt man Ihnen entgegen, doch am 2. sollten Sie mehr Verständnis zeigen.

waage 24. 9.–3. 10. Diskussionen arten leicht aus, gehen Sie diplomatisch vor (am 2. und 5.), um Ihr Ziel zu erreichen! Am 30. und 3. wollen Sie mit dem Kopf durch die Wand. 4.–13. 10. Sie kommen mit Riesenschritten vor­ an, sind kaum zu bremsen. Gleichzeitig machen Sie Nägel mit Köpfen, starten ein grösseres Vorhaben (Resultate im September). 14.–23. 10. Sie sind der strahlende Mittel­ punkt, werden nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Venus sorgt für unvergessliche Momente, am 2., 3. und 4. sind Sie im siebten Himmel. Nur am 1. sind Sie zerstreut.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie können ein Projekt reali­ sieren, das Ihnen sehr am Herzen liegt. Am 30. und 31. sprechen Sie sich offen aus, am 2. stossen Sie auf ­Widerstand. 3.–12. 11. Sie haben keinen leichten Stand, müssen Hindernisse überwinden. Hektisch werden der 1. und 3. (Neumond), Ihre Geduld wird auf eine Probe gestellt. Achten Sie mehr als sonst auf Ihre Gesundheit! 13.–22. 11. Sie sind geistreich, treffen eine kluge Ent­ scheidung. Merkur verspricht interessante Kontakte. Ausserdem günstig für Examen, Reisen usw. (2., 3., 5.).

schütze 23. 11.–2. 12. Ihr Planet Jupiter steht Ihnen bei (bis Mitte März). Derzeit sind die vor dem 26. Gebo­ renen auf Glückskurs: Geldgewinn? Beförderung? Exzel­ lent der 5.! 3.–12. 12. Superform: Mars stimuliert Sie zu Glanzleistungen (am 31., 3. und 5.). Bei Verhandlungen sammeln Sie Punkte, können einen Erfolg verbuchen. Ausserdem günstig für Sport und Hobbys. 13.–21. 12. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, Venus ver­ spricht unvergessliche Momente, denkwürdige Begegnun­ gen (1., 3.!). Am 2. könnte es anders kommen als erwartet.

steinbock 22.–31. 12. Sie neigen zu unüberlegten Ausgaben, überziehen Ihr Budget (30., 3.). Vor dem 25. Geborene sollten auf der Hut sein, sich nicht mit Behör­ den anlegen! Günstig hingegen der 5. 1.–10. 1. Ein Pro­ blem der letzten Wochen (gesundheitlich?) könnte sich bessern (3. oder 5.). Befolgen Sie die Ratschläge eines Freundes, der es gut mit Ihnen meint. 11.–20. 1. Sie punk­ ten mit einer originellen Idee. Ausserdem: exzellente Wo­ che für eine Reise, wichtige Termine, ein Treffen, ein Ex­ amen usw. Am 1., 2. und 3. treffen Sie voll ins Schwarze.

wassermann 21.–30. 1. Sie haben gute Karten, sind voller Selbstvertrauen: Vor dem 24. Geborene landen einen schönen Treffer (am 5.!). Jupiter verspricht einen Gewinn (Folge von Juli 2010?). 31. 1.–9. 2. Sie sind auf der Über­ holspur, neigen aber zu voreiligen Reaktionen. ­Speziell am 1. und 4. sollten Sie etwas kürzertreten und jedes Risiko meiden! 10.–19. 2. Venus verspricht schöne Stunden (zu zweit), aufregende Begegnungen, neue Sympathien (am 2. und 3.!). Niemand kann Ihrem Charme wider­ stehen, um den 18. Geborene kommen ihrem Ideal näher.

fische 20. 2.–1. 3. Ideal für ein Treffen mit Freun­ den: der 30./31. Neue Projekte haben Rückenwind, Sie bauen Ihre Position aus. Am 4. sollten Sie Ihre Gefühle besser kontrollieren. 2.–10. 3. Sie ziehen Bilanz, sehen die Lage realistisch (am 3.). Am 5. bietet sich die Chan­ ce, ein Problem (juristisch, administrativ?) der letzten Wochen zu lösen. 11.–20. 3. Eine grosse Wende (Woh­ nung, Familie?) hat sich seit vergangenem Mai abge­ zeichnet: positiv für Ihre Zukunft. Hindernisse am 1. oder 2., aber gute Karten am 2. und 5. (auch dank Freunden).

ihr tages-horoskop 74

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop


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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die sechsten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 30. Januar 2011

Kreuzwort-Chaos

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer LÜsung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis ßbers Handynetz)

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Teilnahmeschluss Sonntag, 30. Januar 2011

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AuflÜsung aus Heft 3 WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. General, 2. Plessur, 3. Namhaft, 4. Dementi, 5. Florian, 6. Unkraut, 7. Hingabe, 8. Huefter, 9. Lueoend, 10. Abdrift, 11. Weingut, 12. Monthey, 13. Seerose, 14. Ausmass, 15. Basilea, 16. Violine, 17. Pirando, 18. Ungenau, 19. Sterchi, 20. Fringer, 21. Andorra LĂśsungssatz: Die grossen Ideen kommen auf Taubenfuessen daher. LĂśsung: UFER

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BEIN FASS BALL BEIFALL

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das LĂśsungswort.

KREUZWORTRĂ„TSEL

LĂ–SUNGSWORT

Gesamtwert: 900 Franken!

LĂśsung: SPEZIALIST

SUDOKU mittel 6 8 5 4 7 1 9 3 2

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ăœber die Verlosungen wird keine Korrespondenz gefĂźhrt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie AngehĂśrige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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Fßllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


kleinkunst

Das tapfere Clownchen In ihrem neuen Programm tritt Clown-Frau Gardi Hutter als Schneiderin auf. Eine Hommage an ihre verstorbenen Eltern. Und eine Aussöhnung mit der eigenen Kindheit. Text Sylvie Kempa Fotos Kurt Reichenbach

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er Groll ist verschwunden. Wenn Gardi Hutter von ihrer Kindheit im streng katholischen Rhein­ taler Elternhaus erzählt, dann ohne zornigen Unterton. Auch wenn sie die Erziehungsmethoden von früher noch immer anzweifelt. «Meine drei Brüder und ich sollten brave, schaffige Men­ schen werden. Musische Förderung war für meine Eltern ein Fremdwort.» Beten und arbeiten war die Devise. Kein Kino, kein Theater, sogar Comics wurden als «schädlich» verboten. «Mir war schreck­ lich langweilig!» Doch die mittlerweile 57-Jährige hat sich mit ihrer Kindheit ausgesöhnt. Sie, die einst als politischer Strassen-Clown gegen Chiquita-Bana­ nen und alles Gutbürgerliche rebellier­ te, erfüllt ihren verstorbenen Eltern jetzt sogar den grössten Wunsch: «Beide waren sie Schneider und hätten mich gerne als Nachfolgerin im eigenen Mode­ geschäft gesehen. Das übernahm glück­ licherweise mein älterer Bruder.» Mehr als dreissig Jahre später nimmt Gardi Hutter dennoch Nadel, Faden und Schere zur Hand. Wenn auch nur als Clownfigur Hanna in ihrem neu­ en Bühnenprogramm. «Die Schneide­ rin» war auch schon Wäscherin, Sekre­ tärin, Souffleuse. Gardi verpackt ihre tragikomischen Märchen für Erwachse­ ne stets in Berufe. Der Schneiderberuf sei wegen seiner Verwurzelung in unse­ rer Sprache besonders reizvoll, sagt u

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Kunstfigur Seit 30 Jahren schl체pft Gardi Hutter regelm채ssig in die Rolle ihrer B체hnenfigur Hanna. Die Verwandlung dauert keine zehn Minuten.


kleinkunst

«Auch mir rutschte die Hand aus. Aber ich habe meine Kinder oft geherzt und geknuddelt» gardi Hutter

Zu Gast Auf Tournee bewohnt Gardi Hutter oft die Wohnungen fremder Leute. Die sind ihr lieber als anonyme Hotels. «Während 30 Jahren als Clown schlief ich in Tausenden fremder Betten.» sie. «Wir sprechen vom Stoff, aus dem Träume sind. Davon, etwas gut einzu­ fädeln oder aus dem Nähkästchen zu plaudern.» 70 Minuten lang lässt Gardi ihre stumme Bühnenfigur Hanna panto­ mimisch mit solchen Sprachbildern spielen. Und steuert dabei unaufhalt­sam auf die Parade-Pointe einer jeden Clown-Nummer zu: die ganz grosse Katastrophe. Im Fall der «Schneiderin» ist es der Tod. Darf man darüber Witze machen? «Aber klar, man muss!» Gardi warnt vor humoristischen Tabus. Es gibt keine Themen, die Schutz brauchen, höchstens eine Schonzeit. «Man denke an die Terroranschläge vom 11. Septem­ ber. Es dauerte Monate, aber sobald sich die ersten Komiker ans Thema wagten, fühlte man sich irgendwie erlöst.» In ihrer eigenen rabenschwarzen Witzkiste kann es nicht deftig genug hergehen. Aber: «Je heikler ein Thema, desto intel­ ligenter die Pointe.» «Was sagt ein Blinder, wenn er Schmirgelpapier in der Hand hält? Das ist aber klein geschrieben!» Gardi Hutters Tochter Neda, 21, prustet los und verschluckt sich fast am Milch­ schaum, den sie ihrer Mutter vom Cap­ puccino stibitzt hat. Die beiden Frauen treffen sich regelmässig zum Kaffee, zum Plaudern, zum gemeinsamen Shop­

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ping. Szenen, wie sie in Gardis Kindheit undenkbar gewesen wären! Als die Clownin selber schwanger war, entschied sie sich, anders zu erziehen: Sie führte die «parlamentarische Familienmonar­ chie» ein. «Die Eltern sind das Gesetz, Prinz und Prinzessin dürfen sich Rechte erarbeiten.» Sie wollte als Mutter das eigne Wesen ihrer Kinder erkennen und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Viel knuddeln, aber auch streng sein. Es kam vor, dass die Kinder ­Gardi zur Verzweiflung brachten. Dann rutschte ihr, wie früher ihren Eltern, die Hand aus. «Doch davon haben wir keinen Schaden genommen», sagt Neda. Das zierliche Mädchen mit den meter­ langen blonden Rastalocken studiert Biologie und Ethnologie im Eiltempo, will nächstes Jahr bereits den Bachelor machen. Ihr Bruder Juri, 25, ist zurzeit Weltenbummler. Er liess sich in Amster­ dam zum Perkussionisten ausbilden und zieht nun mit einem Strassentheater durch Mexiko. Gardi freut sich, wie die beiden ihre Leben gestalten. «Manchmal darf ich eine beratende Funktion ein­ nehmen, aber Entscheidungen fällen sie selbst.» Nur was die finanzielle Unterstützung angeht, ist die Mama strikt: «Solide Ausbildung bezahle ich, Selbstverwirklichung müssen sie selber berappen.»


Zu zweit Einmal im Monat nehmen sich Gardi Hutter und Neda, 21, Zeit für einen Mutter-Tochter-Nach­mittag. «Meistens gehen wir ins Museum oder Schuhe shoppen.»

Zu dünn Mit Speckröllchen aus Stoff und Watte wird Gardi Hutter zur drallen Bühnenfigur Hanna.

Seit ihre Bambini ausgezogen sind, teilt sich die Wahltessinerin ihr altes Steinhaus im Bergdörfchen Arzo mit zwei WG-Mitbewohnern. Nach der Scheidung vor 18 Jahren von Nedas und Juris Vater, einem italienischen Clown, eroberten zwar einige Männer ihr Herz («man kann sie an einer Hand abzählen oder besser an zwei») – aber immer nur für kurze Zeit. Sie ist viel unterwegs, das erschwert den Nestbau. Ihr Status als einer der weltweit beliebtesten weiblichen Clowns macht es nicht einfacher. «Frauen sonnen sich gerne im Erfolg eines Mannes. Wenn der Mann im Schatten der Partnerin steht, ist es für beide eine Herausforderung.» Herzensangelegenheiten sind «zum Glück nicht mehr» Gardis Lebensmittelpunkt. «Ich sehe eine Liebesbe­ ziehung als Geschenk, das ich gerne annehme. Aber sollte der Himmel knausrig sein – ein erfülltes Dasein führe ich auch so.» Ihre selbst gegossene Gumminase,

die Strubbelperücke oder die FigurKissen an den Nagel zu hängen, daran denkt Gardi Hutter nicht im Traum. Auch nicht nach mehr als dreissig Jahren als Clown Hanna. «Es wäre absurd, in Rente zu gehen, wenn die Arbeit meine liebste Freizeitbeschäftigung ist!» 

«Die Schneiderin» Am 25. Januar 2011 feiert Gardi Hutter mit ihrem neuen Programm Premiere im Casinotheater Winterthur. Anschliessend zieht die Clown-Frau als «Schneiderin» durch die Deutschschweiz. Tour-Infos gibts auf www.gardihutter.com schweizer illustrierte

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Party Small talk mit

Josef Ackermann Herr Ackermann, Sie sind selten in Zürich anzutreffen. Weshalb besuchen Sie diese Premiere? Ich mag das Stück sehr. Vor dreissig Jahren habe ich es bereits einmal mit Ruedi Walter im «Corso» gesehen. An diesen Abend erinnere ich mich noch heute. Verbinden Sie auch eine besondere Er­innerung mit dem Zürcher Niederdorf? Klar. Ich war auch einmal Student und ging im Niederdorf in den Ausgang. Ich weiss noch genau, wie es war. Im Restaurant «Zum Grobe Ernst» haben wir gesungen und im «Schnäggehüsli» sind wir essen gegangen. Heiri verkauft ein Kalb, um zu feiern. Was mussten Sie schon einmal verhökern, um an Geld zu kommen? Als Kind sammelte ich Marienkäfer, die ich dann verkaufte. Das grosse Geld machte ich damit natürlich nicht. Für einen Kaugummi hat es aber gereicht.

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in Begleitung seiner Gattin Pirkko Mölsä.

Ruthli-Darstellerin Viola Tami mit ihrem Freund, Moderator Roman Kilchsperger.

Interview aurelia forrer

Die Oper mit Suchtpo Heiri verkauft im Niederdorf wieder sein Kalb Kinderfreier Abend: «SF bi de Lüt»-Moderator Nik Hartmann mit Gattin Carla.

Bernhard Russi und seine Frau Mari erwarten «einen sehr lustigen Abend».

Juliana Epiney ist stolz auf ihren Sohn, Ensemble-Mitglied Sven Epiney.

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Elisabeth Schnell tritt im Stück mit Urmel, dem Hund von Hubert Spiess (l.) und Erich Vock auf.

D

ie kleine Niederdorfoper» macht süchtig – nach ihrem letztjährigen Erfolg geht sie nun in die zweite Runde. Unter den Premierengästen befinden sich einige pro­minente Kenner des Stücks. Komponist Carlo Brunner sieht seine Schwester Maja bereits zum sechsten Mal in der Rolle von Irma. Und Ruthli-Darstellerin Viola Tami ist längst daran gewöhnt, dass ihr Freund Roman Kilchsperger im Publikum sitzt. «Ich schleiche mich immer wieder in die Vorstellung. Heute war es das elfte Mal», sagt er. Für Bernhard Russi, Nik Hartmann und Filippo Leutenegger ist es eine Premiere. Banker Josef Ackermann geniesst nach 30 Jahren das Wiedersehen mit Heiri. In der vordersten Reihe erlebt der ehemalige Mister-Schweiz-Kandidat Rafael Beutl seine Freundin Fabienne Louves erstmals auf der Bühne. «Um sie nicht abzulenken, habe ich Fabienne bewusst nicht oft angeschaut.» Im Publikum sitzt auch Ruth Bannwart-Biagi, die Gattin von Heilsarmist-Darsteller Vincenzo Biagi. «Bereits 1968 spielte ich im Stück mit, wir suchten damals noch eine Huren-Darstellerin», sagt er. Es war Ruth Bannwart, die die Rolle von Lolotte ergatterte – und kurz darauf auch Biagis Herz. Text aurelia forrer, Fotos dick vredenbregt

«Ich bin nicht seine Schwester Maja», stellt Erika Grab, Freundin von Musiker Carlo Brunner, klar. Verliebten sich auf der Bühne: Vincenzo Biagi mit Gattin Ruth Bannwart-Biagi.


Näher bei den Stars. Täglich.

Rafael Beutl sah seine Freundin Fabienne Louves das erste Mal auf der Theater-Bühne.

«Niederdorfoper»Regisseur Max Sieber mit seiner Ehefrau Annlies.

«Zungen-Miggel»-Darsteller Philipp Galizia mit Gattin Andrea.

party-facts Gastgeber Spock Productions GmbH Tatort Bernhard-Theater, Zürich Hoppla! Klirr! Am Tisch vom Zürcher Stadtrat Gerold Lauber fiel kurz vor Beginn ein Wasserglas zu Boden Fan-Shop Nik Hartmann kaufte einen Regenschirm für seine Mutter. «Als Dank, dass sie heute die Kinder hütet» Party-Rating

«Nostalgischer Abend, der jedem einen Ohrwurm bescherte»

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Boris Becker

Verlosung

Exklusiv-Interview

Tickets für «Rock the Ballet»

Der Ex-Tennisstar sprach im Rahmen der Uhrenmesse in Genf mit SI online über seine Kinder, seinen Terminplan – und er verriet, warum ein Mann nicht mehr als eine Uhr und einen Ehering tragen darf.  www.schweizer-illustrierte.ch

Erleben Sie den Mix aus Ballett und neuen Tanzstilen: «Rock the Ballet» macht halt in Zürich, und Sie können dabei sein. SI online verlost 3 × 2 Tickets für die Vorstellung vom 3. Februar (Wettbewerb endet am 27. Januar).  www.schweizer-illustrierte.ch

iPad

Näher bei den Stars Geniessen Sie die Schweizer Illustrierte noch vielseitiger! Holen Sie sich das E-Magazin auf Ihr iPad: zusätzliche Bildstrecken, Hintergrund­infos und 360-Grad-Ansichten.

 www.schweizer-illustrierte.ch/apps

Fotos Dick Vredenbregt, tilllate.com, Oliver Fantitsch

tenzial

Mister Schweiz Fotograf Thomas Buchwalder (l.) hat die zwölf Kandidaten abgelichtet. SI online zeigt Ihnen alles zu den Schönen im grossen Mister-Dossier.


Party

Samih Sawiris trägt Blau-Weiss. «Ich mag den FCL und den Präsidenten Walter Stierli.»

«Wer Meister wird, krie Milliardär Samih Sawiris kreuzt mit SuperLeague-Leader FC Luzern im Roten Meer

L

einen los! Die schneeweisse Riesenjacht «MS Seya» (35 Meter lang, 5550 PS!) verlässt den Hafen von El Gouna und sticht ins Rote Meer. An Bord: der ägyptische Milliardär Samih ­Sawiris, 55, seine zauberhafte junge Frau Toya aus Ecuador, seine munteren Mädchen Talia, 10, und Ines, 9. Und die 26 Fussballer von Wintermeister FC Luzern. Samih, in El Gouna immer in T-Shirt und Shorts unterwegs, mag den FCL, dessen Präsidenten Walter Stierli – und wirbt für sein ehrgeiziges Resort-Projekt in Andermatt. Die Kreuzfahrt zur einsamen Insel Tawela ist Belohnung für die tolle Vorrunde und Highlight im harten Trainingscamp. Samih, mit allen Spielern per Du: «Jungs, wenn ihr Meister werdet, kriegt jeder von euch meine Jacht für einen Tag. Eure Familien und Freunde könnt ihr mitbringen.» Die FCL-Spieler staunen. Und geben dann so richtig Vollgas: Die beiden Nationalspieler Hakan Yakin und Dani ­Gygax sind die beiden «Resident DJs» im Team, mixen für solche Trips den extraheissen Sound. Beachboy João Paiva

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köpfelt als Erster ins Rote Meer. Riese Tomislav Puljic (1,92 m) zeigt einen bemerkenswerten Salto rückwärts. Am Schluss sind alle nass – auch der Luzerner Lokaljournalist Stefan Kreis. Die Spieler mögen ihn nicht sonderlich, weil er auch nach den tollsten Siegen noch meckert – also schmeissen sie ihn samt den Kleidern über Bord. Rache muss sein. Nach der kleinen Abrechnung der knackige Hummer: Der südafrikanische Schiffskoch Gerhard zaubert in der Kombüse tief unter der Wasserlinie, bildschöne, freundliche Girls servieren: Salate, spicy Beef, Seafood. Dazu Weisswein für den Präsidenten, Wasser für die Spieler. Walter Stierli am Ownertisch auf dem Achterdeck: «Samih Sawiris hat Visionen; setzt sie in rasantem Tempo um, arbeitet für zwei, verwandelt die Wüste von El Gouna in ein Ferienresort der Spitzenklasse. Aber er kann trotzdem auch das Leben geniessen.» Zum Beispiel an Bord der «MS Seya». Seya? «So heisst meine Mutter», sagt Mr. Sawiris. Text urs heller Fotos bruno voser

Trio auf der Badeinsel: Michel Renggli, Daniel ­Fanger und Claudio Lustenberger (v. l.).

Keiner fliegt schöner: Luzerns Torhüter David Zibung hechtet von Bord. Immer gut drauf, gerne im Wasser: Nello Ferreira.


Gruppenbild auf Deck: Samih Sawiris mit Frau Toya und den Töchtern Talia (l.) und Ines. Dazu Daniel Gygax (l.) und Hakan Yakin.

Volle Kraft (5550 PS) voraus! Trainer Rolf Fringer übernimmt auf der Brücke das Kommando.

Sorgt auf der Jacht für ­geilen Sound: «Mr. Tattoo» Daniel Gygax.

Baumeister der FCLErfolgsgeschichte: Präsident Walter Stierli.

gt die Jacht!» Der Chirurg und sein Patient: Dr. Sascha Käsermann (Hirslanden) kümmert sich um Cristian Ianu.

Sie planen den Einzug ins neue ­Stadion: Erich Fust, CEO Thomas Schönenberger und Mike Hauser (v. l.).

Angst vor dem Wasser: Nichtschwimmer Luqmon Adekunle.

party-facts Gastgeber FC Luzern und Samih Sawiris Tatort «Mövenpick Resort & Spa» in El Gouna, die Jachten «MS Seya» und «MS Dragos» Training Die Spieler des FC Luzern müssen zweimal täglich hart ran. Das Präsidium plant den Stadioneinzug in Luzern in vier Monaten und spielt im Morgengrauen auch mal ganz ordentlich Golf Highlight Mit Samih Sawiris’ Jacht zum Barbecue ins Rote Meer Hoppla! Der nigerianische Verteidiger Luqmon Adekunle ist Nichtschwimmer, muss trotz heftiger Gegenwehr ins Wasser. Netterweise mit Schwimmweste Party-Rating

«Das Trainingslager in El Gouna ist knallhart. Da kommt den Spielern die tolle Party auf hoher See gerade recht»

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Keine Angst vor dem Kamel: David Zibung (vorne) und Burim Kukeli am Strand des Mövenpick-Fünfsterne-Resorts El Gouna.


Party

Schwarz gekleidet von Kopf «Heute Abend bin ich zum Feiern da.» bis Fuss: Schauspieler Jean Reno Zinédine Zidane lässt es sich mit seiner mit Ehefrau Zofia. Frau Véronique gut gehen.

Ein Treffen unter Freunden: Regisseur Marc Forster mit Elle Macpherson (l.) und Cate Blanchett.

Peter Lindbergh (r.) fotografierte Elle Macpherson und andere Stars für die Portofino-Kollektion. IWC-CEO Georges Kern freuts.

Hier ticken alle richtig An der Uhrenmesse in Genf verführt IWC HollywoodStars zum Dolcefarniente

W

as für ein Schaulaufen! An der Gala der Schaffhauser Uhrenfirma IWC schreiten Cate Blanchett und Kevin Spacey über einen 40 Meter langen und sechs Meter breiten roten Teppich. Die beiden Oscar-Preisträger gehören mit Superstars wie Ex-Topmodel Elle Macpherson, Fussball-Legende Z ­ inédine Zidane und James-Bond-Regisseur Marc Forster zu den Freunden von IWC. Gemäss dem Motto des Abends «Eine Nacht in Portofino» hat der irische Popstar Ronan Keating das Dolcefarniente schon am Nachmittag in seinem Hotel-Spa zelebriert. Für Deutschlands Fussball-Nationaltrainer Jogi Löw gehören zum süssen Nichtstun gutes Essen – «am liebsten Cordon bleu mit Bratkartoffeln» – und Ferien am Meer. «Lost»Darsteller Matthew Fox bleibt lieber daheim und lässt sich von seiner Frau Margherita bekochen. Georges Kern, CEO von IWC, ist zufrieden: «So viele Stars an einem Abend vereint – davon kann Thomas Gottschalk nur träumen!» Text daniela zivadinovic u

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Joachim Löw im Dekor der 60er-Jahre von Portofino, Italien. Die 80er sind ihm näher: «Das war meine Zeit.»


«Vor der Kamera ists angenehmer» Am Rande der IWC-Gala spricht Marc Forster über Small Talk mit Brad Pitt, schlaflose Nächte und eine «interessante Frau»: der Alltag eines Star-Regisseurs.

Wenn Sie nicht irgendwo auf der Welt an einem Dreh sind, leben Sie in Los Angeles. Ihr Töchterchen lebt mit seiner Mutter Dana in der Schweiz. Wie oft sehen Sie Lia? So oft wie möglich. Ich pendle zwischen Los Angeles und Zürich. Nach drei Wochen Kalifornien bin ich meist wieder in Zürich. Text bettina portmann Wenn Lia und Dana Sie auf dem Set besuchen – können Sie das geniessen? naufgeregt ist wohl das Wort, Es ist immer schön, wenn wir das Marc Forster am besten zu­sammen Zeit verbringen – egal wo. umschreibt. Während einer Filmproduktion trifft der Regisseur auf Was ist Ihre und Lias liebste Beschäftigung? dem Set täglich fünfzig – teils millionenSpielen! Es gibt nichts Schöneres! schwere – Entscheidungen. Zu seinem Vielleicht stehen Sie schon bald mit einem Palmarès zählen Filme wie der Jamessechsfachen Vater auf dem Set: Sie feilen Bond-Streifen «Quantum of Solace», «The an einem neuen Projekt mit Brad Pitt. Er geht mit der Zeit Regisseur Marc Forster ist Stimmt. Es geht dabei um die Verfilmung Kite Runner» und der Oscar-gekrönte «Monster’s Ball». Kleinere organisatorische Botschafter der Schweizer Uhrenmarke IWC. des Kultbuches «World War Z» von Max Probleme bringen den Schweizer FilmeBrooks. Wir arbeiten noch am Drehbuch. Schlaflose Nächte, weil ein Filmprojekt macher also kaum aus der Ruhe: Als er Sie wach hält, kennen Sie also nicht? Wie ist das in Hollywood unter «Arbeits­ am von IWC organisierten Medientermin Doch. Entweder kurz vor Drehbeginn kollegen» – treffen Sie Brad nach Feier­ erscheint, fehlen die Journalisten aus oder dann, wenn ich den Film loslassen abend auch mal auf ein Bier? Asien, die für zehn Uhr erwartet worden muss – wenn er eigentlich fertig Bis jetzt ist unsere Zusammenarbeit eine sind. Die Armbanduhr aus der Portofinogeschnitten ist. Dann gehe ich den Film sehr formale Angelegenheit. Soziale Kollektion, die Forster tragen sollte, ist im Kopf immer wieder durch und über­ Kontakte hatten wir bislang keine: Nach auch noch nicht da. Und der Fotograf lege, soll ich diese Szene drin lassen fünf Minuten Small Talk wird gearbeitet. beklagt sich über die schwarzen Klamotten oder doch nicht. Dann schlafe ich sehr Für ein Fotoshooting von IWC wurden des Hollywood-Regisseurs – was Helles schlecht. Sie selber zum Schauspieler. Wie war das, wäre besser gewesen. Doch Marc Forster Und wie wissen Sie, dass Ihr Film fertig ist? als Sie in Portofino für Peter Lindbergh vor fragt mit ruhiger und leiser Stimme bloss der Kamera standen? Richtig fertig ist er eigentlich nie. Den nach, ob sein Transport vom Hotel in perfekten Film gibt es ja nicht. Es ist Ich habe das sehr genossen. Auf einem die Stadt im Anschluss an die Gespräche eher eine Übergangsphase – ähnlich, fiktiven Filmset der 60er-Jahre neben Cate sichergestellt sei. Dass er ausserhalb wie wenn ein Kind erwachsen wird und Blanchett und Kevin Spacey den Regisvon Genf im Nirgendwo landen würde, als man es gehen lassen muss. Die Be­ seur spielen zu dürfen, war sehr lustig. ihn IWC für die Teilnahme an ihrer Gala ziehung hat ja deswegen kein Ende geWenn man vor der Kamera steht, braucht einquartierte, wurde ihm erst bewusst, funden – trotzdem muss man loslassen. man sich um nichts zu kümmern. Ich als er sich heute Morgen umschaute – wurde ständig gefragt, ob alles okay ist, Um in dem Bild zu bleiben: Wie oft treffen eine weite Einöde, fünfzehn Autofahrtob ich was trinken möchte, wie das Essen Sie Ihre Kinder wieder? Minuten vom Genfer Flughafen entfernt. schmeckt, und als es zu regnen begann, Nie mehr. Nach der Premiere habe ich mir keinen meiner früheren Filme wieder ging mich das nichts an – ich war völlig entspannt. angeschaut. Ich lasse komplett los. Herr Forster, Sie wurden an einem eher skurrilen Ort untergebracht. Wenn Sie Warum? So schön also haben es die Schauspieler! ihn beschreiben müssten – wie würden Sie Als Filmemacher wiederholt man sich Genau das dachte ich auch. Mir war das tun? ja sowieso immer wieder. Wenn ich mir vorher gar nie bewusst, wie gut die es haben. Es ist definitiv angenehmer Ich würde sagen, man befindet sich hier meine alten Filme ständig anschauen würde, wäre diese Gefahr noch grösser. vor der Kamera. in der Mitte des Grünen – schliesslich Dabei möchte ich mich doch weiter­ Das Motto des Shootings «Dolce Vita, umgibt uns ein Golfplatz. Als ich hier entwickeln. Portofino, Fellini» – wäre das Ihre Zeit ankam, wusste ich erst gar nicht, wo ich Ihr neuster Film «Machine Gun Preacher» gewesen? bin. Mich erinnert die ganz Hotelanlage handelt von entführten Kindern, die zu Es ist eine Welt, in die ich gerne einmal an eine Safari-Lodge. Die einzelnen Soldaten ausgebildet oder zur Sexsklaverei eingetaucht wäre. Dieser Glamour, der Holzhüttchen – das ist wie Afrika. gezwungen werden. Was lösen solche auch etwas Romantisches hat, existiert Ein idealer Platz zum Ausruhen. Schlafen Themen bei Ihnen aus – auch als Vater? heute nicht mehr. Es war damals eine Sie gut – egal, wo man Sie unterbringt? Ich habe einen sehr guten Schlaf. Ich Es macht mich traurig, dass das Schick- äusserst kreative und schöpferische Zeit. übernachtete aber auch schon an Orten, sal dieser Kinder und diese Geschehnisse Doch die heutige Zeit finde ich genauso spannend. die nicht so luxuriös waren wie dieser im Süden des Sudan völlig unbeachtet Welche Schauspielerin von damals ­würden hier. Als wir in China «The Kite Runner» bleiben. Und ja, als Vater berührt es Sie heute noch verpflichten? drehten, schliefen wir in einfachen Zelten. mich zusätzlich auf eine andere Art, es Das spielt mir keine Rolle. geht mir alles noch näher. Monica Vitti – eine ganz interessante Frau. schweizer illustrierte

Fotos Pascal Le Segretain/Getty Images for IWC (4), Hervé Le Cunff (2)

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small talk mit

Boris Becker Stammgast: Der ehemalige Tennis-Star Boris Becker gehört als Botschafter seit zehn Jahren zum IWC-Team. Herr Becker, Sie bereisen derzeit halb Europa, wann erholen Sie sich? Wenn ich wieder zu Hause bin. Ich arbeite gern und viel, aber ich muss mir meine Auszeiten nehmen, in denen ich mit meiner Frau und meinen Kindern entspannen kann. Ihr jüngster Sohn Amadeus feiert am 10. Februar seinen ersten Geburtstag. Wie werden Sie feiern? Der erste Geburtstag ist vor allem für die Mutter wichtig. Ich glaub nicht, dass Amadeus mit einem Jahr viel davon mitbekommt. Mein ältester Sohn Noah wurde übrigens gerade 17. Und er hat sein eigenes Modelabel gegründet. Kaufen Sie ein T-Shirt? Auf jeden Fall! Mir gefällt, dass er sich dafür interessiert. Er hat einen Plan und macht sich Gedanken. Und die Mode gefällt mir. Was gehört ausser Kleidung zu einem stilsicheren Mann? Ein Mann sollte meines Erachtens eine ausdrucksstarke Uhr tragen und einen Ehering, ansonsten wars das.

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Alexander Pereira, ­Intendant des Zürcher Opernhauses, mit Freundin Daniela Weisser. Ronan Keating (u. r.) und Galerist Tim Jeffries begutachten die PortofinoKollektion.

«Italien erinnert mich an meine Jugendferien»: Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld mit Ehefrau Beatrix.

Attraktives Paar: Fussball-Beau Luís Figo mit seiner schwedischen Ehefrau Helen Svedin.

party-facts

Kevin Spacey (l.) und IWC-CEO Kern blättern durch Lindberghs Werk. Gastgeber IWC Schaffhausen für 900 Gäste Tatort Palexpo Arena, Genf Most wanted Cate Blanchett auf dem roten Teppich: Jeder Fotograf versuchte, mit Geschrei ihre Aufmerksamkeit zu erlangen Food Antipasti, Safranrisotto mit Heilbutt, Rindsfilet mit Bratkartoffeln und Tiramisù Hoppla! Der rote Teppich war zweigeteilt: Die grossen Stars posierten vor den Fotografen, die anderen mussten hinten durch Party-Rating

«Dolcefar­ niente ist, wenn Super­ stars die Zeit vergessen»

 Auch Radrenn­ fahrer Fabian ­Cancellara schaut die PortofinoUhren genau an.

Mehr Bilder und exklusive Backstage-Eindrücke: www.schweizer-illustrierte.ch

Fotos Hervé Le Cunff (6), Sabine Brauer, Pascal Le Segretain/Getty Images for IWC (2)

Wie immer stilsicher auf dem roten «Dolcefarniente ist, viel Zeit zu Teppich: Günter Netzer lässt sich von haben»: SF-Fussballexperte Alain seiner Frau Elvira einkleiden. Sutter mit Gattin Melanie.


Notabene

N

iemand hätte den Tunesiern zugetraut, sowie privilegierten, manipulierbaren Armee-Einheiten zu dass sie als erstes Volk der arabischen- verewigen suchten. Das bedeutet allerdings nicht, dass im islamischen Welt die brutale Diktatur marokkanischen Rabat, in Algier, Kairo oder in Amman das tuabschütteln würden, der sie seit Jahr- nesische Aufbegehren des Volkes automatisch Schule machen zehnten ausgeliefert waren. Dass sie wird. Die Apparate verfügen über eine lange Praxis der Veres fertig­brachten, ihren korrupten gewaltigung der eigenen Untertanen und werden – solange sie Präsidenten Ben Ali in die Wüste zu sich als wackere Kämpfer gegen den militanten Islamismus schicken. präsentieren – von den USA nachhaltig unterstützt. Ob ihr Mut zum offenen Widerstand Immerhin hat sich in Tunis ein Wandel eingestellt, zur Umgestaltung ihres kleinen Staates in unmittelbarer Nach- der unlängst noch für unmöglich gehalten wurde. Man war barschaft Siziliens führen kann, ist ungewiss. Niemand weiss, davon ausgegangen, dass die hochtechnische Überwachung ob aus diesem Tumult am Ende nicht doch eine neue Zwangs- eines jeden verdächtigen Individuums es den arabischen herrschaft, eventuell gar die Machtergreifung des Militärs Sa­trapen Amerikas erlaubt, mithilfe grob gefälschter Wahlen stehen wird. Ben Ali hat sämtliche Opponenten systematisch und der Unterdrückung der Meinungsfreiheit unbegrenzte in seinen Kerkern verschwinden lassen oder ins Exil gezwun- Macht ausüben zu können. Um diese dann – wie es üblich geworden ist – an ihre Söhnen weiterzureichen. gen. In Tunesien ist kein volkstümlicher, charismatischer Politiker in Sicht, der die Kräfte der «Kein charis- Die gleichsam dynastische Erbfolge scheint in Tripolis, ­Damaskus und Kairo zur Norm arabiErneuerung bündeln könnte. matischer scher Staatsführung zu werden. Dass der bisherige Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi, der zu den Komplizen Politiker ist in Der französische Präsident Sarkozy und Nutzniessern des gestürzten Regimes zählt, Sicht, der die brachte vor ein paar Jahren das bizarre Projekt zu Ben Alis Nachfolger wurde, führte zu einer einer Mittelmeer-Union aufs Tapet. Dies war eine ­weiteren Explosion des Volkszorns. Ebenso die Kräfte der Konstruktion, die schon aufgrund der abgrundtieTatsache, dass die neu gebildete Regierung die Erneuerung fen Feindschaft in Palästina, aber auch einer fast Schlüsselministerien des Innern, der Verteidigung kriegerischen Auseinandersetzung zwischen und der Finanzen dubiosen Persönlichkeiten des bündeln Marokko und Algerien um den Besitz der ehemals Ancien Régime zuweisen wollte. Eine Rehabilitie- könnte» spanischen West-Sahara keine Chance auf Verwirklichung besass. Sarkozy wurde für seine Idee rung der verhassten Oligarchie zeichnete sich ab. Dass die kommunistische Partei und die diversen denn auch vor allem von deutschen Politikern und islamischen Bewegungen weiterhin von jeder politischen Mit- Medien beinahe beleidigend in seine Schranken gewiesen. wirkung ausgeschlossen werden sollten, birgt die Gefahr, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren aussenpolitidie bisherigen Protestdemonstrationen auf dem Boulevard sches Augenmerk weit mehr auf Skandinavien und das BaltiBourguiba sich zu einem Bürgerkrieg ausweiten könnten. kum gerichtet war als auf die Südküste, reiste zunächst nach Der gestürzte Diktator hat zunächst beabsichtigt, Asyl Grönland, bevor sie sich den EU-Mitgliedern Malta und Zypern in Frankreich zu beantragen, wo Präsident Sarkozy sich zuwandte. Die grauenhaften Gemetzel, die in den 90er-Jahren bislang opportunistisch um seine Freundschaft bemüht hatte. in Algerien begangen wurden und mindestens 150 000 MenAber Paris hat ihm die Grenzen nicht geöffnet. Hingegen fand schenleben kosteten, waren in Berlin kaum zur Kenntnis Ben Ali im Königreich Saudi-Arabien bereitwillige Aufnahme. genommen worden. In Zukunft müssen die Europäer sich jeUnd sein östlicher Nachbar, der libysche Tyrann Muammar doch bewusst sein, dass die Vorgänge im benachbarten nordGaddafi, solidarisierte sich öffentlich mit seinem tunesischen afrikanischen Maghreb den eigenen Kontinent weit schicksalGesinnungsgenossen. hafter belasten dürften als der sinn- und endlose Partisanenkrieg Ein gehöriger Schock muss all denen in die Glieder im fernen afghanischen Hindukusch.  ­gefahren sein, die ähnlich wie Ben Ali ihre Zwangsregime mithilfe der allgegenwärtigen Geheim- und Polizeidienste Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor

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Peter Scholl-Latour

Werden die Wirren in Tunesien um sich greifen?

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«Mir scheint die Initiative vernünftig» u Streitgespräch zwischen

Chantal Galladé und Sabine Pegoraro zur Initiative «Schutz vor Waffengewalt», SI 3/2011 «Die Gegner der Waffenschutz-Initiative argumentieren, das heutige Gesetz genüge vollkommen. Die aktuelle Gesetzeslage führt jedoch dazu, dass jährlich mehr als 300 Menschen Opfer von Waffengewalt werden. Es ist richtig, dass diese Zahl auch bei einer Annahme der Initiative nicht auf null sinken wird. Zahlreiche Studien belegen aber einen Zusammenhang zwischen Waffendichte und Waffengewalt. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass bei einer Annahme der Initiative jährlich über 100 Menschen weniger durch Waffengewalt aus dem Leben scheiden. Auch ich schätze Traditionen, sehe mich als Mensch aber in der Verantwortung, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass nicht noch mehr Mitmenschen Opfer von ­Waffengewalt werden.» Rita Parpan-Küng, Winterthur ZH

«Die Argumente der Befürworter der Waffenverbots-Initiative sind faden­ scheinig und einfach zu durchschauen. Trotzdem gewinnen diese aufgrund eines emotional geführten Abstimmungskampfs die Mehrheit der Unentschlossenen, welche sich nicht die Zeit nehmen, sich mit den Fakten zu beschäftigen.» Adda Charles, per E-Mail

«Ich kann schlicht nicht verstehen, wie Frau Pegoraro allen Ernstes die Bedrohung des Feldschiessens oder die Bürokratie als gewichtigeres Interesse einstufen kann als die Bedrohung unzähliger Menschen durch den privaten Waffenbesitz und die Armeewaffe zu Hause. Diese erhöhen erwiesenermassen die Gefahr und Zahl der ­Suizide, Morde im Affekt und häuslicher Gewalt. Ich halte mich an die Präambel der Bundesverfassung: ‹ … und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der ­Schwachen …›. Und stimme Ja.»

Sportschützen und Jäger, die nachweisen können, dass sie mit einer Waffe umgehen können. Ausserdem soll ein zentrales Waffenregister geschaffen werden, damit die Polizei Verbrechen besser aufklären kann. Mir scheint die Initiative vernünftig und ausgewogen. Ich stimme Ja.» Myriam Baumgartner, Frauenfeld TG

willi

Cornelia Jansen, per E-Mail

«Die Armeewaffe zu Hause macht keinen Sinn, das bezeugen gar hohe Militärs. Sie ist auch kein Gebrauchsgegenstand, sondern dient einzig und allein zum ­Schiessen und stellt eine Gefährdung der Sicherheit dar. Es ist also nichts als vernünftig, diese Waffen aus dem Haus zu verbannen und im Zeughaus zu lagern. Weniger Waffen zu Hause bedeuten mehr Sicherheit.» Adrian Feller, per E-Mail

«Die Waffenschutz-Initiative möchte, dass die Armeewaffen künftig im Zeughaus anstatt zu Hause aufbewahrt werden. Damit sollen zumindest einige der jährlich rund 300 Opfer von Schusswaffen in der Schweiz vermieden werden. Von der Regelung ausgenommen sind lizenzierte

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Das ist mein Vater. Er wollte mir seinen Tellsprung zeigen.»

impressum Nr. 4, 100. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Energy Bern AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original S.A.; Pool Position Switzerland AG; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Rincovision AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


SI_2011_04  

People- und Lifestyle-Magazin

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