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13. Dezember 2010 CHF 4.50

r Federedal vs. Naatch The Mfrica for A

Bewundert und Geliebt!

Roger Federer Superstar Das goldene Sonderheft f端r den Champion des Jahres

s i ng i H na i Mart ! s i ar P n i t i e Hochz

Exklusive Bilder


tagebuch

Ein Heft der Superlative Hinter uns liegt eine aufregende Woche. Und vor Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ein Heft der Superlative. Unser Gold-Heft ist eine Hommage an den besten Tennisspieler aller Zeiten. Den erfolgreichsten Sportler, den die Schweiz je hervorgebracht hat. Den Menschen, Ehemann und Familienvater Roger Federer. Am 21. Dezember spielt der Basler erstmals auf Schweizer Boden gegen seinen Freund, den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal. Das Tennisspektakel im Zürcher Hallenstadion (live ab 20 Uhr auf SF zwei) dient einem guten Zweck: Der Erlös aus «The Match for Africa» fliesst in die Roger Federer Foundation. Ziel der Stiftung ist es, Kindern in Afrika mit Bildung eine Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft zu geben.

Nik Niethammer, Chefredaktor

Federers Engagement für den Schwarzen Kontinent beeindruckt mich. Ich habe Roger im Februar nach Äthiopien begleitet, wo seine Stiftung zwei Primarschulen unterstützt. In Kore Roba, nahe der Hauptstadt Addis Abeba, lernen 400 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren lesen, schreiben, rechnen. «Es war für mich ein einmaliges Erlebnis, zu sehen, wie mit vergleichsweise wenig finanziellen Mitteln die Qualität des Unterrichts, die Infrastruktur und die Motivation der Kinder gesteigert werden konnten», erinnert sich Federer an seinen Besuch in einem der ärmsten Länder der Welt. Sein Einsatz für die Roger Federer Stiftung habe ihm neue Einblicke und ­Erkenntnisse geschenkt, «und meine Liebe zu Afrika noch vertieft». Bewundert und geliebt! Mit 29 Jahren ist Federer so erfolgreich und populär wie nie. Als fürsorglicher Vater von Zwillingen verzückt er Millionen. Und mit seiner Ausstrahlung macht er vor den Kameras der weltbesten Fotografen eine gute Figur – nicht nur als bestbezahlter Werbebotschafter. Roger Federer – unsere Spurensuche auf 48 Seiten: Wir haben Hunderte von Bildern visioniert. Und sind stolz, Ihnen einige zuppzeigen, die nie publiziert worden sind. Wir haben r ro ou ud d ly lynoch p pr re e s se e n nt ts s mit Weggefährten, Experten und Werbepartnern gesprochen. Und mit p dem selbst: r oStar u d ly p rIm e sgrossen e n t s Interview erzählt Federer von seiner Mission. Und was ihm als Vater wirklich wichtig ist.

The The for for

MaTch MaTch africa africa

Exklusiv zeigen wir Ihnen die wunderschönen Bilder der Hochzeit von Martina Hingis, der anderen Schweizer Tennis-Legende: Sie gab am letzten Freitag in Paris ihrem Freund Thibault Hutin das Jawort. Und wir waren für Sie dabei! Nun lehnen Sie sich zurück, liebe Leserin, lieber Leser, und geniessen Sie Ihre goldene Schweizer Illustrierte. Presenting Presenting Partner Partner

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hochzeit

Martina Hingis hat geheiratet – in Paris. Der Stadt der Liebe. Seit acht Monaten sind die ­ehemalige Nummer 1 im Welt­ tennis und der französische Springreiter ein Paar.

«Das ist Thibau 4

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L’Amour toujours Place Vendôme, verliebte Blicke und zärtliche Umarmungen – Martina Hingis und Thibault Hutin geniessen ihr Glück in Paris.

lt, mein Mann!» schweizer illustrierte

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the match for africa

Millionen Fans verehren ihn. Und auch die Weltbesten Fotografen lieben Roger Federer. Annie Leibovitz & Co. haben das Basler Tennis-Genie in Szene gesetzt.

Starker Au


Foto Martin Schoeller / AUGUST

uftritt!

Auftanken der anderen Art Roger: «Ich posiere gern für Shootings. Es ist eine tolle Abwechslung zum Tennis.» Der Deutsche Martin Schoeller setzte Federer in Miami im März 2010 in Szene.

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«Das Wichtigste, was mir meine Eltern mitgegeben haben, ist meine Weltoffenheit» Roger Federer

Das Leben im Griff Egal, ob als Tennisspieler, Familienvater oder Businessman. In Dubai, wo Star-Fotografin Annie Leibovitz Roger Federer für die «Men’s Vogue» ablichtete, besitzt er eine 550 Quadratmeter grosse Wohnung.


Foto Annie Leibovitz/Contact Press Images/SwissPress, originally photographed for Men’s Vogue


Roger ist ein Romantiker und ein aufmerksamer Mann, der mir täglich seine Liebe beweist Ehefrau Mirka


Foto Patrick Demarchelier / Š CondÊ Nast Publications

Die starke Frau im Hintergrund Seit zehn Jahren gehen Roger und Mirka zusammen durchs Leben. Gemeinsame Shootings oder Interviews gibts auf Mirkas Wunsch hin allerdings kaum noch. 2005 fotografierte Patrick Demarchelier das Paar in Beverly Hills.


Der Abräumer 16 Grand-Slam-Titel – so viele wie kein anderer – hat Federer gewonnen. Für eine Werbekampagne seines Sponsors NetJets Privatflüge bringt er die gesammelten Trophäen zum Flugzeug, fotografiert von Jesse Dylan.


«Federer spielt anmutig, elegant, flüssig – eine Tennis-Sinfonie in Weiss»

Foto Courtesy of NetJets Inc., Photographed by Jesse Dylan

Tennis-Legende Tracy Austin

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Text Nik niethammer und Stephanie Ringel

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Foto Mario Testino / art partner / SwissPress

oger Federer, Ihre Mutter ist Südafrikanerin, Sie waren in den Ferien oft in Johannesburg. Wie ist Ihre Beziehung zu Afrika? In mir steckt noch viel Afrika. Ich fühle mich diesem Kontinent sehr verbunden. Wir haben früher mindestens einmal im Jahr unsere Familie in der

Umgebung von Johannesburg besucht. Danach sind wir durchs Land gereist. Immer wenn ich Bilder von dieser unglaublich schönen Landschaft sehe, berührt mich das. Diejenigen, die Afrika kennen, wissen, wovon ich rede. Zudem sind die Menschen offen, freundlich und zuvorkommend. Wenn du in ein Restaurant kommst, wirst du sofort in eine Unterhaltung verwickelt. Man macht sich in Afrika schnell Freunde. u

Er kämpft für die Ärmsten in Afrika. roger Federer spricht über seine Mission und erzählt, wie er Rafael Nadal in die Schweiz ­gelockt hat und was ihm als Vater wirklich wichtig ist.

«Ich möchte ein


«Ich glaube an das Potenzial der Leute» Im Jahr 2003 hat Federer die Roger Federer Stiftung gegründet. Sie unterstützt Projekte in Afrika.

in Vorbild sein» schweizer illustrierte

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Wie haben Sie die Armut wahrgenommen? Durch meine vielen Reisen in Afrika begegnete ich der Armut bereits als Kind. Sie gehört leider zu Afrika dazu und war daher nie ein Schock für mich. Andere Länder, andere Umstände. Meine Erfahrung war aber ebenso, dass auch arme Leute glücklich sein können. Sie haben nicht so viel, sie brauchen auch nicht so viel oder sind kreativ mit dem wenigen, was sie haben. Und doch finanzieren Sie mit Ihrer Roger Federer Stiftung Hilfsprojekte in Afrika. u

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Afrika liegt mir am Herzen, daher möchte ich mich auch für Afrika ein­ setzen. Das mache ich nicht aus Mit­ leid. Sondern ich glaube an das Poten­ zial der Leute. Ich will besonders den Kindern eine Chance geben. Ihnen helfen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können und daraus mehr zu machen, wenn sie denn wollen. Ihnen eine positive Lebenseinstellung ver­mitteln ist mir wichtig. Das Benefizspiel «Match for Africa» gegen Rafael Nadal am 21. Dezember in Zürich bringt Ihnen – voraussichtlich –

eine siebenstellige Summe. Wissen Sie schon, was Sie damit machen? Der Betrag wird zunächst in die Stif­ tung fliessen. Wir planen langfristig und suchen sorgfältig die für uns besten Projekte aus. Diese unterstützen wir dann einige Jahre im Rahmen einer Partnerschaft. Wir konzentrieren uns auf Bildungsprojekte in den ärmsten Ländern Afrikas. Uns ist dabei wichtig, die Leute vor Ort in die Aktivitäten einzubeziehen. Sie müssen selbst Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag leisten, damit keine Abhängig­


Foto Dick Vredenbregt

Swiss Indoors 2010 Beim Final ­präsentiert Mirka dem Publikum die Zwillinge Myla (l.) und Charlene. Federer gewinnt gegen Novak Djokovic. keiten entstehen. Wir wollen auch nicht nur Geld geben, sondern uns um dessen Verwendung kümmern. Nach den Swiss Indoors in Basel sind meine Eltern nach Südafrika und Simbabwe geflogen. Sie haben dort drei Projekte besucht. Wenn wir vor Ort sind, prüfen wir: Ist die Organisation vertrauenswürdig und professionell? Hat sie eine klare Vision und realistische Ziele? Macht sie das Richtige, um den Kindern zu helfen? Wenn man Bildung an einer Schule verbessern möchte, reicht es nicht, nur

«Wir haben 15 bis 20 Gepäckstücke, wenn wir reisen. Das ist schon verrückt»

ein schönes Schulhaus zu bauen, gute Lehrer einzustellen und Bücher zu liefern, wenn die Kinder vor lauter Hunger im Unterricht regelmässig einschlafen. Ist die Stiftung eigentlich eine Ehrung an Ihre südafrikanische Mutter? Eine gute Frage, so habe ich das noch nie angeschaut. Aber ja – irgendwie schon. Es macht mir Freude, meiner zweiten Heimat Südafrika etwas zurückzugeben. Meine Mutter und auch mein Vater sind sehr engagierte Stiftungsräte. Ohne sie würde es u schweizer illustrierte

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Nadal. Ihren grossen sportlichen Rivalen, der Ihnen die Nummer 1 der Weltrangliste streitig gemacht hat. Wie verstehen Sie sich privat? Sehr gut. Wir haben fast jede Woche miteinander zu tun. Ich bin Präsident des ATP-Spielerrates, und er ist mein Vize. Wir sind schon mehrmals ge­ meinsam für einen guten Zweck auf­ getreten. In Australien haben wir zum Beispiel Anfang dieses Jahres für die Erdbebenopfer von Haiti gespielt. Seit Jahren wollte ich auch etwas wirklich Grosses für meine eigene Stiftung auf die Beine stellen. Bis jetzt war es mir zu viel, ich fühlte mich zu unreif. Doch jetzt bin ich 29 Jahre alt, nun ist der richtige Zeitpunkt dafür, und ich bin glücklich, dass wir den Match for Africa organisieren konnten. Die Reaktionen sind überwältigend positiv, und ich freue mich darauf. Der Erlös aus dem Match in Zürich wird in die Roger Federer Foundation fliessen. Einen Tag später spiele ich in Madrid nochmals gegen Rafael. Der Erlös aus diesem Spiel fliesst in Rafas Stiftung. Wird das ein Spassturnier oder ein harter Kampf? Es ist für mich etwas Besonderes, zum ersten Mal in der Schweiz – bei mir zu

«Seit zwei Jahren haben wir einen Weihnachtsbaum. Mirka und ich dekorieren»

Locker im Gespräch Roger Federer im Hotel Park Hyatt in Zürich mit Chefredaktor Nik Niethammer und Autorin Stephanie Ringel.

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Hause – gegen Rafa zu spielen, auch wenn es ein Freundschaftsspiel ist. Wir wollen den Leuten ein gutes Spektakel bieten. Uns macht Tennis ja Spass. Wird das Turnier zukünftig jedes Jahr stattfinden? Mal sehen. Wir wissen jetzt jedenfalls, wie man es organisieren muss. In Basel hat Ihre Frau völlig überraschend die Zwillinge zum Final mitgebracht. Werden sie wieder dabei sein? Bei den Swiss Indoors dachte sich Mirka: So viele Leute rund um die ganze Welt, vor allem Freunde, haben die Kinder lange nicht gesehen. Sie wollte ihnen eine Freude bereiten. Zudem war ihr wichtig, dass die ganze Familie diesen speziellen Moment mit mir teilen konnte. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ob die Familie in Zürich dabei sein wird, entscheidet sich, wie mit Kindern üblich, erst kurzfristig. Myla und Charlene sind 16 Monate alt. Sprechen sie schon? Ja, sie fangen langsam an. Mirka und ich sprechen mit ihnen Schweizerdeutsch. Die Nanny spricht mit ihnen Englisch, so wie meine Mutter. Mirkas Eltern Slowakisch. Ich finde: Jeder soll in seiner Sprache mit ihnen reden. Ich bin mit Schweizerdeutsch und Englisch aufgewachsen. Als ich mit 15 ins Leistungszentrum des Tennisverbands in Ecublens eintrat, musste ich zusätzlich Französisch lernen. Heute profitiere ich davon. Das möchte ich meinen Kindern auch ermöglichen. Wie hat die Vaterrolle Sie verändert? Für mich geht als Vater ein Traum in Erfüllung. Es ist wunderschön, eine Familie um mich zu haben. In die Vaterrolle wächst man ganz natürlich rein. Erst spielt die Mutter die zentrale Rolle mit Stillen und Schmusen. Da hat der Mann Zeit zum «Luege und Lerne». Ich bin ein Mensch, der helfen und so viel wie möglich Mirka unterstützen möchte. In Zukunft wird es interessant, weil ich als Vater anfangen kann, ihnen Sachen beizubringen. Ich denke: Was du ihnen heute mit auf den Weg gibst, müssen sie nicht mehr lernen. Und dann stellen sich plötzlich die wichtigen Erziehungsfragen. Was will ich eigentlich, was die Kinder lernen sollen? Und? Was wollen Sie? Das mit der Sprache haben wir intuitiv, fast nebenbei entschieden. Dann versuchen wir mit den Kindern viel draussen zu sein, Natur zu erleben. Neulich waren wir zum Beispiel im u

Foto Marcel Nöcker

die Roger Federer Foundation wohl kaum geben. Die Stiftung existiert seit 2003. Sie selbst waren im Frühjahr 2010 in Äthiopien, um dort ein Projekt anzuschauen. Wie haben Sie den Besuch erlebt? Das war ein sehr emotionaler Moment für mich. Ich gehe ja nicht jeden Tag unsere Projekte besuchen. Wir unterstützen in Kore Roba, 40 Kilometer nördlich von Addis Abeba, eine Primarschule. Es war für mich schön, zu sehen, dass unsere Unterstützung tatsächlich etwas bewirken konnte. Wie wurden Sie dort aufgenommen? Die Schule, ja das ganze Dorf organisierte einen grandios herzlichen Empfang. Ich wollte so viel Zeit wie möglich mit den Kindern verbringen. Um sie zu inspirieren. Ich spürte: Du tust hier gut, du kannst hier Positives bewirken. Das war mir wichtig. Darum habe ich zum Beispiel auch ein Wettrennen über ein Stoppelfeld mit ihnen gemacht. Mit ihnen getanzt und gesungen. Ich bekam viele Geschenke wie einen Schal, einen Hut oder bunte Gefässe. Die stehen jetzt alle bei mir in Dubai in der Wohnung. Zurück nach Zürich. Nächste Woche treffen Sie im Hallenstadion auf Rafael

u


Tennis und mehr

Sport auf SF zwei «sportlive» bei Top-Events «sportlounge» montags, 22.20 Uhr «sportaktuell» dienstags bis samstags, 22.20 Uhr (samstags auf SF 1) «sportpanorama» sonntags, 18.15 Uhr

Bild Manuela Davies

www.sport.sf.tv


«Ich wollte so viel Zeit wie möglich mit den Kindern haben. Ich spürte: Du tust hier gut» u Zoo.

Im Moment ist die Zeit sehr intensiv, alles ist für die Kinder neu und interessant. Sie sind wie zwei kleine Schmetterlinge, die alles entde­ cken wollen. Dauernd rennen sie rum. Vor allem am Abend sind sie dann nicht mehr so sicher auf den Beinen. Da ist man schon gefordert. Noch mal, wie wollen Sie Vorbild sein? Ich möchte nicht nur für meine Kinder Vorbild sein, sondern für viele andere Kinder auch. Als ihr Lieblingssportler, ihre Lieblingsperson, meinetwegen ihr Idol. Mir sind gutes Benehmen, Höf­ lichkeit und Ehrlichkeit wichtig. Auch sollte man nicht nur auf sich selbst fokussiert sein, sondern die Nöte der anderen bemerken und darauf reagie­ ren. Daher engagiere ich mich mit

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meiner Stiftung. Wenn ich als Vorbild ausgesucht worden bin, möchte ich für die Kinder und ihre Eltern eine Hilfe sein, ein positives Vorbild. Ich bin nicht nur der Tennisstar, sondern ein normaler Mensch mit Stärken und Schwächen. Dies zu zeigen, ist mir wichtig. Deshalb gehe ich in Sendungen wie das «Sportpanorama». Damit mich die Leute live sehen und authentisch erleben. Von den ersten 16 Lebensmonaten der Zwillinge haben Sie nur zwei Wochen verpasst. Die Mädchen sind immer dabei. Allein 2010 sind sie dreimal um die Welt geflogen. Ist das nicht Stress für die Kinder? Wir fragen uns natürlich, ob wir sie überfordern. Wir tun alles, um den

Stress für die Kleinen so gering wie möglich zu halten. Wir reisen mit 15 bis 20 Gepäckstücken, das ist schon verrückt. Die Kinder haben all ihre Lieblingsspielsachen dabei, und wir versuchen aus jedem Hotelzimmer eine wohnliche und geborgene Umgebung zu machen. Viel Zeit mit ihnen zu haben, ist mir sehr wichtig. Es ist eine grosse Freude, sie täglich zu erleben, sie aufwachsen zu sehen. Meine Familie, Mirka und die Kinder, sind für mich eine Oase der Energie. Zudem geniessen es auch die Kinder, mit mir jeden Tag rumtoben zu können. Wie feiert die Familie Federer Weihnachten? Das Zusammensein mit der Familie steht an Weihnachten im Vordergrund, umso mehr seit wir Eltern sind. Seit zwei Jahren haben wir auch einen Tannenbaum im Wohnzimmer, den Mirka und ich dekorieren. Wir hören gerne Weihnachtslieder und geniessen in Ruhe die Zeit zusammen. Wenn Charlene und Myla grösser sind, möch­ te ich mit ihnen Guetsli backen. Sie können backen? Das lerne ich dann – mit Mirkas Hilfe. 

Foto Marcel Grubenmann / Roger Federer Foundation

Zupacken und helfen Federer besucht im Frühjahr 2010 Kore Roba in Äthiopien. Hier unterstützt seine Stiftung eine Primarschule.


Zwei Schweizer Highlights Roger Federer, der beste Schweizer Tennisspieler aller Zeiten und LINDOR die grösste Pralinésmarke der Schweiz haben einiges gemeinsam, aber eines im Speziellen: Sie sind die Besten in ihrem Métier.

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the match for africa

Aufschlag Picasso

Der Hemdenwechsel von Ro­ ger Federer ist wenig spek­ takulär: Die Brustmuskulatur wenig ausgeprägt; der Bauch zwar flach, aber kein Sixpack, über das sich die Haut spannt. Die Arme erinnern eher an Twiggy als an Popeye. Würden nicht Tausende im Stadion und Millionen vor den Bildschirmen gebannt auf diesen entblössten Oberkörper starren, könnte der Mann auf dem Stuhl auch der sport­ liche Nachbar sein, der ein Jahresabo im Fitnessstudio löst, es aber nur einmal wöchentlich nutzt. Das soll der vielleicht beste Athlet der Welt sein? Eine Maschine auf zwei Beinen? Auch beim anschliessen­ den Spiel wird nicht sogleich klar, wes­ halb dieser Mann bereits viermal von der Laureus-Akademie, einem Kreis von 46 der grössten Sportler und Sportlerinnen aller Zeiten, zum Weltsportler des Jahres gewählt wurde oder weshalb Federer seit nunmehr rund fünf Jahren beinahe sämt­ liche Rekorde im Tennis pulverisiert. Er grätscht nicht wie Jean-Claude Van Damme im Kampfsportfilm «Blood­ sport», steigt nicht hoch wie Basket­ baller Michael Jordan zu seinen besten Zeiten in scheinbarer Ignoranz der Schwerkraft. Das Tierische, das bei vie­ len athletischen Top-Leistungen den Be­ trachter fasziniert, entfällt fast komplett. Als habe er gerade einen Kosmetiksalon besucht, bleibt sein Gesicht auch bei höchster Anstrengung faltenfrei. Spürt er den Druck? Flattern ihm die Nerven? Brennen ihm die Muskeln kurz vor der Übersäuerung, oder lechzen die Lungen nach zusätzlichem Sauerstoff? Alles un­ beantwortet. Er könnte auch mitten in einer Radio-Wanderung sein.

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Einladung zur Nähe Roger Federer schenkt Heinz Günthardt beim Platzinterview nach Spielende stets die volle Aufmerksamkeit.

Foto Georgios Kefalas / Keystone, Urs Bücher / EQ Images

Heinz Günthardt, 51, ist Ex-Tennisprofi und heute Co-Kommentator bei SF, schreibt für die Schweizer Illustrierte.

Gerade deshalb verschlägt es Sampras türmte sich spürbar eine Wand ­ inem beim Zuschauen den Atem. auf, die ein Näherkommen verunmöglich­ e In die Einzelteile zerlegt, ist jede Bewe­ te, und Andre Agassi zappelte so nervös gung nachvollziehbar. Ja wahrscheinlich herum, dass ihm das Adrenalin auch beim von jedem talentierten Spitzensportler Interview noch in Schwaden aus den sogar nachzuahmen. Erst die Kombina­ Poren strömte. tion all seiner Gesten und Schritte lässt Roger gibt mir seine volle Aufmerk­ den Meister erkennen. samkeit (wie kann das sein?!), und seine Im Film «Le mystère Picasso» von Körpersprache sagt: «Willkommen bei 1955 ist Pablo Picasso zu sehen, wie er mir zu Hause, bitte komm herein.» Von mit wenigen Strichen einen Stier auf wegen Adrenalin! Nicht einmal Schweiss ­Papier zaubert. Mit weichen, flüssigen ist zu sehen oder zu riechen. Wahrschein­ Bewegungen huscht seine Hand über lich hat ihn das Vorangegangene auch die Leinwand. Picasso tritt erst zurück, nicht allzu sehr gefordert, schiesst es als er fertig ist. Die Einfachheit der mir durch den Kopf; es war ja auch kaum Zeichnung ist ebenso beeindruckend eine Anstrengung zu sehen. Denke es und wie ihre Perfektion. Instinktiv spürt weiss, dass dies sicher falsch ist. Perfek­ der Betrachter: Alles ist am richtigen tion ist nie einfach zu erreichen. Platz, jegliches Nachbessern brächte Ich stelle die erste Frage und sehe das Gegenteil – ein Meis­ wieder den netten Nach­ «Sein Spiel ist barn vor mir, der einmal terwerk! Unten auf dem Platz wöchentlich das Fitness­ ein Gemälde, schlägt Federer ein wei­ studio besucht – diesmal gezeichnet auf mit Hemd. Dabei fliegt teres Ass; eine weitere Vorhand findet ihr Ziel. Roger meistens im Privat­ den CentreEs geht schnell, er spielt jet um die Welt, um mög­ Court, das so lichst keine kostbare Zeit flüssig. Minütlich ent­ stehen Meisterwerke, die mit Sicherheitskontrol­ schnell keiner len, Einchecken oder sich sogleich wieder ver­ vergisst» flüchtigen und trotzdem Umsteigen zu verlieren; nicht in Luft auflösen. in Stockholm, London Übrig bleibt ein Gemälde, auf den oder New York sind es ­Königliche, Centre-Court gezeichnet, das so schnell Scheichs oder Wirtschaftsführer, die ihm ­keiner in der Halle vergessen wird. Die die Siegerchecks in Millionenhöhe über­ Menge steht und jubelt dem in der ­Mitte reichen. des Feldes artig winkenden Sieger zu. Nein, er ist nicht mein Nachbar, er gibt Nun bin ich dran. Ich darf Roger mir nur diese Illusion, wie er auf dem Platz näher kommen als mit beiden Füssen auf dem Bo­ irgend sonst einer in ziviler Kleidung – den neben mir steht und zu­ mein Job machts möglich. Das Bad in der hört. Ein Genie bei der Arbeit. Aura des Meisters ist immer wieder ein Erlebnis. Boris Becker war direkt nach den meisten Matches so beein­ druckt von sich selbst, dass er kaum wahrnahm, was ich ihn fragte. Vor Pete


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the match for africa

Was für eine Bilanz! Zahlen sagen im Sport oft mehr als alle Worte. Roger Federer knackt die Rekorde fast im Wochen­ rhythmus und zwingt die Statistiker zu Akkordarbeit.

atp

Kein Jahr ohne Grand-Slam-sieg u Roger Federer hält die Rekorde für die

meisten gewonnenen Grand-SlamTurniere (16) und die meisten erreichten Grand-Slam-Finals (22).

Rekorde

u Der Schweizer hält die Rekorde für die u Federer ist einer von sieben Spielern,

Tennis-Legenden Roger Federer 2009 nach seinem Wimbledon-Sieg mit den ehemaligen Champions (v. l.) Björn Borg, Pete Sampras und Rod Laver.

meisten aufeinanderfolgenden Halb­final(23, Wimbledon 2004 bis Australian Open 2010) und Viertelfinal-Teilnahmen (26, Wimbledon 2004 bis 2010) an Grand-SlamTurnieren. Zehnmal in Serie ­(Wimbledon 2005 bis US Open 2007) erreichte er einen Grand-Slam-Final. Er ist der einzige Spieler, der es schaffte, in zwei Jahren nachein­ander (2006 und 2007) alle Grand-Slam-Finals zu erreichen.

u Federer ist der einzige Spieler, der in

u Im Final von Wimbledon 2009 (5:7, 7:6, 7:6,

drei Saisons alle vier Grand-Slam-Finals erreichen konnte. Dies gelang ihm 2006, 2007 und 2009.

3:6, 16:14) stellten Federer und Roddick gleich mehrere weitere Rekorde auf: die grösste Anzahl von Spielen in einem Grand-Slam-Final (77) und die grösste Anzahl von Spielen im Schlusssatz eines Grand-Slam-Finals (30). Zudem erzielte Federer mehr Asse als je ein Spieler in einem Grand-Slam-Final zuvor (50).

die in ihrer Karriere alle vier Grand-SlamTurniere gewinnen konnten. Neben Andre Agassi und Rafael Nadal ist er der einzige Spieler, der auf drei verschiedenen Belägen (Hartplatz, Rasen, Sand) siegte. u Roger Federer ist neben Richard

Sears (in den 1880er-Jahren) der einzige Spieler in der Tennisgeschichte, der im Einzel seine ersten sieben GrandSlam-­Finals gewann. Diese Serie endete am French Open 2006. u Er ist der einzige Spieler, der dreimal in seiner Karriere drei Grand-Slam-Titel in derselben Saison holte (2004, 2006, 2007). u Federer ist der erste Spieler, der an drei

verschiedenen Grand-Slam-Turnieren mindestens viermal siegte (in Melbourne viermal, New York fünfmal, Wimbledon sechsmal). Zudem ist der Schweizer der einzige Spieler, der zwei unterschiedliche Grand-Slam-Turniere jeweils fünfmal in Serie gewann (Wimbledon 2003–2007, US Open 2004–2008).

u Am Australian Open 2007 wurde

Federer zum ersten Spieler seit Björn Borg in Paris 1980, der ein Grand-SlamTurnier ohne Satzverlust gewinnen ­konnte. Durch den Gewinn der ersten vier Runden am folgenden French Open ohne Satzverlust stellte er John McEnroes Rekord aus dem Jahr 1984 für elf gewonnene Partien in Folge ohne Satz­verlust an Grand-Slam-Turnieren ein. Dabei konnte er mit 36 gewonnenen Grand-Slam-Sätzen nacheinander einen weiteren Rekord aufstellen.

u Zusammen mit Roy Emerson hält Federer

den Rekord für die meisten Jahre (5) mit mindestens zwei Grand-Slam-Triumphen. u Federer hält mit Björn Borg und Pete

Sampras den Rekord, in acht Jahren nacheinander mindestens ein GrandSlam-Turnier gewonnen zu haben. u Federer hat als einziger Spieler bei

jedem der vier Grand-Slam-Turniere mindestens viermal den Final erreicht.

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Grand-Slam-Champions 1. Roger Federer 16 Siege 2. Pete Sampras (USA) 14 Siege 3. Roy Emerson (AUS) 12 Siege 4. Björn Borg (SWE) 12 Siege 5. Rod Laver (AUS) 11 Siege 6. Bill Tilden (USA) 10 Siege 7. Rafael Nadal (ESP) 9 Siege

u Neben Thomas Muster ist Federer der

einzige Spieler, der in einer Saison zwölf Turniere gewinnen konnte (2006). u Er ist der einzige Spieler, der in einer Saison bei 16 von 17 Turnieren den Final erreicht hat (2006). u Der Basler feierte 26 Siege in Serie gegen Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste (2003–2005). u Er hält den Rekord für die meisten Final­ siege in Folge (24, die Serie endete 2005) während der Open-Ära. u Auf Rasen und auf Hartplatz hält der Schweizer die Rekorde für die längsten Siegesserien – auf Hartplatz mit 56 Erfolgen (2005–2006); auf Rasen mit 65 (2003– 2008).


61 060 358 Dollar Preisgeld

2006 gewann Federer 8 343 885 Dollar Preisgeld – mehr als jeder andere Spieler zuvor in einer Saison. Den alten Rekord hatte Pete Sampras (6 498 311 Dollar) gehalten. In der Saison 2007 konnte Federer seinen eigenen Rekord noch einmal deutlich steigern – auf 10 130 620 Dollar. Mit einem Karriere-Total von 61 060 358 Dollar steht er an der Spitze der Geld-Rangliste.

Moderner Gladiator Federer beim Einmarsch vor dem Masters-Final 2010 gegen Nadal.

Olympia-Gold Feier-Tag Roger

285 wochen lang die Weltnummer 1

Federer und Partner Stan Wawrinka jubeln.

1. Pete Sampras (USA) 2. Roger Federer 3. Ivan Lendl (CS) 4. Jimmy Connors (USA) 5. John McEnroe (USA) 6. Björn Borg (SWE) 7. Andre Agassi (USA)

286 285 270 268 170 107 101

Auszeichnungen im dutzend!

Schweizer des Jahres 2003 erklimmt Federer auch gesellschaftlich den Gipfel.

u Viermal Laureus Sports Awards,

u Schweizer des Jahres (2003)

Weltsportler des Jahres (2005–2008) u Fünfmal ITF Player of the Year (2004–2007, 2009) u Dreimal «L’Equipe» Champion des Champions (2005–2007) u Siebenmal Fan’s Favorite, ATPWorldTour.com (2003–2009) u Sechsmal Stefan Edberg ­Sportsmanship Award (2004–2009) u Einmal Arthur Ashe Humanitarian of the Year (2006)

u Viermal Schweizer Sportler des Jahres

(2003, 2004, 2006, 2007) u Schweizer Team des Jahres,

zusammen mit Stanislas Wawrinka (2008) u Sonderbriefmarke der Schweizerischen Post (2007, als erste lebende Persönlichkeit) u Ehrespalebärglemer (2008) u Sonderbriefmarke der Österreichischen Post (2010) schweizer illustrierte

Foto Clive Brunskill / Getty Images (2), Michael Würtenberg /SoBli / RDB, Bob Martin / AP Photo / Keystone

Federer hat fünfmal den World-Tour-Final (Masters) sowie 45 Turniere auf der ATP-Tour für sich entschieden. An den Olympischen Spielen in Peking 2008 triumphierte er an der Seite von Stanislas Wawrinka im Doppel.

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2003

2004

wimbledon

austr alian open wimbledon us open


In nur acht Jahren hat Roger Federer den Tennissport nachhaltig geprägt. Und mit jedem Grand-Slam-Sieg unterstreicht er seinen Anspruch auf den Titel “Bester Spieler aller Zeiten”.

2005

2006

2007

2008

2009

2010

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OYSTER PERPETUAL DAY-DATE II IN PLATIN

wimbledon


16 Grand Slams

King Roger beherrscht das Welt-Tennis so wie niemand vor ihm. Schenkt uns unvergessliche Momente. 16 Triumphe in Melbourne, Paris, London und New York – ein Rekord für die Ewigkeit.

Nr. 1 6. Juli 2003

Wimbledon

u Gegner Mark Philippoussis (AUS), 7:6, 6:2, 7:6. Der Federer-Express rollt! Auf dem heiligen Rasen gibt Federer im gesamten Turnier nur einen Satz ab. u o-ton «Ich hoffte, die Tränen zurückhalten zu können, aber das ging nicht.»


Fotos Bob Martin / Sports Illustrated / Getty Images, Adam Pretty / Getty Images

Nr. 2 1. Februar 2004

Australian Open

u Gegner Marat Safin (RUS), 7:6, 6:4, 6:2. Final-Gegner Safin ist chancenlos – und zertrümmert vor Wut zwei Schläger. u O-Ton «Die wilden Jugendjahre liegen hinter mir. Als Profi bin ich erwachsen geworden.»


Nr. 3 5. Juli 2004

Wimbledon

u Gegner Andy Roddick (USA), 4:6, 7:5, 7:6, 6:4. Sogar die Wetter-Götter sind mit Federer! Lange hat Roger Mühe, nach einer Regenpause kommt die Wende. u O-Ton «Die Erleichterung ist enorm. Ich war nervös, hatte das ganze Spiel über Zweifel.»

Nr. 4 12. September 2004 us open

u Gegner Lleyton Hewitt

(AUS), 6:0, 7:6, 6:0. Federer gewinnt zwei Sätze zu null! Das gabs an einem US-Open-Final seit 1884 nicht. u O-Ton Jimmy Connors: «Federer ist wie ein Ausser­ irdischer aus einer anderen, fernen Tennis-Galaxie.»


Nr. 5 3. Juli 2005

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u Gegner Andy Roddick,

Foto Caryn Levy / Sports Illustrated / Getty Images, Corey Sipkin / NY Daily News Archive via Getty Images, Phil Cole und Clive Brunskill / Getty Images

6:2, 7:6, 6:4. Federer gelingt der WimbledonHattrick! Roddick: «Vielleicht sollte ich ihm das nächste Mal eine reinhauen. So habe ich eventuell eine Chance.» u O-Ton «Der beste Match meiner Karriere!»

Nr. 6

us open 11. September 2005 u Gegner Andre Agassi (USA), 6:3, 2:6, 7:6, 6:1. Selbst die Buchmacher verzweifeln ob Rogers Dominanz. Wer auf seinen Sieg wettete, erhielt nur das 1,13-Fache. u O-Ton «Wenn man die Tennis-Geschichte betrachtet, bin ich noch nirgends, ein kleines Guetsli.» schweizer illustrierte

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Australian Open

u Gegner Marcos Baghdatis (ZYP), 5:7, 7:5, 6:0, 6:2. Federer gewinnt im siebten Final seinen siebten Grand-Slam-Titel – Rekord! u O-Ton «Ich wurde von den Emotionen richtiggehend durchgeschüttelt.»

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Foto Ryan Pierse / Getty Images, Ann Heisenfeldt / AP Photo / Keystone, Getty Images (3)

Nr. 7 29. Januar 2006


Nr. 8 9. Juli 2006

Nr. 9 10. September 2006

u Gegner Rafael Nadal (ESP), 6:0, 7:6, 6:7, 6:3. Fünfmal in Folge hatte Federer zuvor gegen Nadal verloren. Doch in Wimbledon bleibt er der unbesiegbare König. u O-Ton John McEnroe: «Federer rennt nicht über den Tennis-Platz, er schwebt.»

u Gegner Andy Roddick,

6:2, 4:6, 7:5, 6:1. Noch ein Rekord: Federer ist der erste Spieler, der dreimal in Folge Wimbledon und US Open gewinnt. u O-Ton «Neun Grand-SlamTitel: Unglaublich, aber ich möchte hier nicht aufhören.»

Nr. 10 28. Januar 2007

Nr. 11 8. Juli 2007

u Gegner Fernando González (CHI), 7:6, 6:4, 6:4. Als erster Spieler seit 1980 (Björn Borg in Paris) gewinnt Federer ein Grand-SlamTurnier ohne Satzverlust. u O-Ton «Es ist nett, Rekorde zu egalisieren.»

u Gegner Rafael Nadal,

wimbledon

Australian Open

us open

wimbledon

7:6, 4:6, 7:6, 2:6, 6:2. Ein Spiel, das in die TennisGeschichte eingeht. Noch einmal kann Federer Nadal in die Schranken weisen. u O-Ton «Während des Spiels dachte ich einmal: Oh Gott, es entgleitet mir.»


Nr. 12 9. September 2007

Nr. 13 8. September 2008

u Gegner Novak Djokovic (SER), 7:6, 7:6, 6:4. Vierter US-Open-Sieg in Folge – und dazu gibts ein RekordPreisgeld von 2,4 Mio. Dollar! u O-Ton «Ich war auch ­diesmal den Tränen nahe. Aber für einmal konnte ich mich kontrollieren.»

u Gegner Andy Murray (GB), 6:2, 7:5, 6:2. 12 Monate bleibt Federer zuvor ohne Grand-Slam-Erfolg. Aber in New York dominiert er. u O-Ton Rod Laver: «Roger hat zu viele Schläge, zu viel Talent. Es ist nicht fair, dass einer allein so viel kann.»

us open

us open

Nr. 15 5. Juli 2009

Nr. 16 31. Januar 2010

u Gegner Andy Roddick,

u Gegner Andy Murray, 6:3, 6:4, 7:6. Federer ist nun Papi – aber auf dem Platz gnadenlos. u O-Ton «Nach dem Spiel hielt ich meine Töchter im Arm und dachte mir: Wow, jetzt haben wir einen Grand Slam zusammen gewonnen.»

wimbledon

5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14. 6. Wimbledon-Titel, Nummer 1 in der Weltrangliste – King Roger sitzt nach dem Fünfsatzkrimi wieder auf dem Tennis-Thron! u O-Ton Pete Sampras: «Dass Roger meinen Rekord hat, ist hart zu schlucken.»

Australian Open


Fotos Regis Duvignau / Reuters, Keystone (2), Getty Images (2)

Nr. 14 7. Juni 2009

french Open

u Gegner Robin Söderling (SWE), 6:1, 7:6, 6:4. Federer holt den KarriereGrand-Slam und egalisiert mit 14 Titeln Pete Sampras’ Rekord. u O-Ton «Mirka und ich haben geheiratet, erwarten ein Baby – in meinem Leben passt derzeit alles.»

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the match for africa Gillette Auf dem Foto mit Tiger Woods (r.) und Thierry Henry machte Federer erstmals Werbung neben internationalen TopSportlern. Der Vertrag besteht seit 2007 und bringt gesch채tzte 10 Millionen Franken.

Luxusmarke Fe

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derer

Der Millionen-Deal mit Nike machte ihn 2008 zum bestverdienenden Tennis足spieler aller Zeiten. Seitdem startet die Werbe足ikone Roger Federer richtig durch. schweizer illustrierte

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Text Stephanie Ringel

S

eine Leidenschaften zeigt er gerne öffentlich: Am Handgelenk tickt seine Rolex, statt Tee trinkt er Kaffee, zum Rasieren bevorzugt er Gillette-Klingen. Und ja, Schokolade naschen liebt er, «aber kontrolliert», er sei ja kein Kind mehr und als Sportler könne er sich das schon ab und zu leisten, sagte Roger Federer im November bei Lindt & Sprüngli in Kilchberg ZH. Für seine Werbepartner tritt der Sportler regelmässig mit Charme und jungenhaftem Lächeln auf. Zum Kaffeemaschinenhersteller Jura hat er zuletzt sogar seine Eltern und seine Frau Mirka mitgebracht. Alle plauderten aus Federers Kindheit. Da war ein persönlicher Einblick in sein Leben möglich, auch wenn viele der Anekdoten schon bekannt waren. Und so blieb das Gefühl: Die Veranstaltung ist kein Geschäft – zumindest nicht nur. Dabei ist Geschäftemachen üblich. Der Sportler verdient sein Vermögen zwar mit Turnier-Preisgeldern. Doch erst Sponsoring- und Werbeverträge, vor allem mit Nike, haben ihn zum best­ bezahlten Tennisspieler der Welt gemacht. Ausserhalb der USA gilt er gar als weltweit bestverdienender Sportler. Im Ranking 2010 des US-Sportmagazins «Sports Illustrated» katapultiert sich Federer von Platz 9 auf Platz 1. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 62 Millionen Franken entthronte er David Beckham und schob sich vor Superverdiener wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Rafael Nadal, aktuell die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste, verdient mit 27 Millionen Dollar nicht mal halb so viel wie Federer. Was macht die Marke Federer so stark? Tony Godsick, Manager beim Sportvermarkter IMG, setzt auf Swissness: «Interessanterweise macht es ihn für alle Firmen so attraktiv, dass er Schweizer ist.» Es geht um Qualität, Präzision, Vertrauen. «Ich glaube, diese Attribute machen auch die internationale Marke Roger Federer attraktiv.» Auf einer Vespa rollte der Baselbieter einst für Emmi durch die Werbewelt. CEO Urs Riedener erinnert sich: «Wir konnten von einem günstigen Engagement profitieren. Als die Beträge fürs Sponsoring stiegen, konnten und wollten wir nicht mehr mithalten.» Aktuell hat Federer zehn Vertragspartner, meist internationale Marktführer. In dieser Liga ist der beste Tennisspieler der Welt heute zu Hause.

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Lindt & Sprüngli Für den Schokoladenhersteller ist Roger Federer seit Oktober 2009 Markenbotschafter. Wie lange der Werbevertrag läuft und um wie viel Geld es geht, verrät CEO Ernst Tanner nicht. Nur so viel: «Die Zusammenarbeit in den letzten zwölf Monaten war sehr positiv.»

Mit 62 Millionen Franken pro Jahr verdient Federer mehr als doppelt so viel wie Rafael Nadal Credit Suisse Die Schweizer Grossbank zahlt seit 2009 jährlich in die Roger Federer Stiftung ein und «unterstützt ihn auch fachlich bei seiner philanthropischen Arbeit», so IMG-Manager Tony Godsick. Federer ist das Gesicht einer Plakatkampagne der CS.


Rolex Laut dem Onlineportal «Sports Business daily» hat Federer 2006 mit dem Uhrenhersteller einen 10-Jahres-Vertrag über 15 Millionen Franken abgeschlossen. Dafür soll er sich aus dem bestehenden Ver­ trag mit Maurice Lacroix freigekauft haben.

Nationale Suisse Als «Mister Perfect» positioniert die Ver­sicherung Federer seit 2006. Im aktuellsten Werbespot spaziert er am Rand eines Hochhausdachs.

Jura Die Zusammen­ arbeit besteht seit 2006 und soll bis 2016 an­­ dauern. Das Budget ist geheim, dafür gibt es in Niederbuchsiten die erste Federer-Pilger­ stätte: den «Walk of Fame». CEO Meinrad Kofmel sagt: «Jeder Match von Federer begeistert mich, und ich habe riesige Achtung vor seiner Leistung.»

Und hier wirbt Roger Federer auch Mercedes hat Federer erst im Mai 2010 als globalen Botschafter gewinnen können. Für NetJets arbeitet er schon einige Jahre. Einen lebenslangen Vertrag unterzeichnete der Sportler mit SchlägerHersteller Wilson. Doch unerreicht ist Nike. Mit dem Sportartikelhersteller hat Federer 2008 einen langjährigen Vertrag über, so heisst es, 130 Millionen Franken unterzeichnet. Seitdem gilt er als best­ bezahlter Tennisspieler der Geschichte.


the match for africa

Der Zahlmeister

Tennis-Liebe Tony Godsick ist seit zwei ­Jahren mit Mary Joe Fernandez, 39, Ex-Profi-Tennisspielerin, verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder: Isabella Maria, 9, und Nicholas Cooper, 6.

Text Stephanie Ringel

Tony Godsick, nach welcher Strategie vermarkten Sie Roger Federer? Wir versuchen Roger mit Unternehmen zusammenzubringen, die in ihrem Bereich Top-Performer sind (wie Mercedes, Nike, Jura oder Lindt, Anm. der Redaktion) und die Rogers persönliche Werte und die Werte seiner Marke teilen. Beständigkeit, Loyalität, harte Arbeit und seine globale Anziehungskraft sind nur einige der Grundpfeiler unserer Marketingstrategie. Welche Rolle spielt die Schweiz in Ihrem Konzept? Roger ist eine globale Ikone, und wir wollen ihn als weltweite Marke ent­ wickeln. Interessanterweise macht es

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ihn für alle Firmen aber so attraktiv, dass er Schweizer ist. Die Schweiz ist ein kleines Land mit grossem An­ sehen. Sie hat weltweit einen fantastischen Ruf was Qualität, Luxus, Präzision und Vertrauen anbelangt. Und ich glaube, diese Attribute machen auch die inter­ nationale Marke Roger Federer attraktiv. Federer betont immer, er will nachhaltig sein: im Tennis, in seiner Stiftung. Inwiefern fordert er das von seinen Vertragspartnern? Alle Partnerschaften haben einen direkten Bezug zu Roger. Sie müssen seinem gemeinnützigen Engagement entgegenkommen und langfristig sein. Zehn Jahre oder mehr? Unsere Verträge haben Schweigeklauseln. Über Details geben wir daher keine Auskunft. Nur so viel: Die Beziehungen mit seinen Partnern sind keine «Einbahnstrassen». Nehmen wir die Zusammenarbeit mit der Credit Suisse. Es gibt einen Werbevertrag. Die Bank unterstützt ihn darüber hinaus finanziell und mit Fachwissen bei seiner eigenen Stiftungsarbeit. Zurzeit hat Federer zehn Werbepartner. Laut Schätzungen von US-Magazinen beträgt sein Einkommen daraus 35 bis 43 Millionen Dollar im Jahr. Für wie viele Partner ist noch Platz? Ich kommentiere Rogers Einkommen nie. 2009 hat uns ein internationales Unternehmen kurz vor dem Turnier­ ende von Wimbledon angesprochen. Man hat uns einen obszön hohen Betrag für eine Werbekampagne geboten, falls folgende Umstände eintreten: Roger gewinnt Wimbledon und … … bricht damit Pete Sampras’ Rekord von 14 Grand-Slam-Titeln. Genau. Die Kampagne sollte direkt am Montag nach dem Sieg starten.

Das haben wir abgelehnt. Warum sollte ein Unternehmen auf den letzten Drücker von Rogers Rekord profitieren? Roger möchte weiterhin seine Zeit den Sponsoren widmen, die ein essenzieller Teil seines Erfolges in den letzten Jahren waren. In der Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass wir noch ein oder zwei weitere Partner dazunehmen, aus welchem Bereich ist noch offen. Was kommt, wenn Federer mal nicht mehr Tennis spielt? Die Medien scheinen den Countdown zum Ende seiner Karriere schon zu zählen. Er selber hat keine Pläne, mit dem Tennis aufzuhören. Aber: Wenn Roger aufhört die ATP-Tour zu spielen, wird er sich mit Sicherheit als eine der grössten Sport-Ikonen etabliert haben. Ich vermute, danach bleibt er aktiv im Tennissport. Wird eigene Turniere veranstalten, selbst als Sponsor auf­ treten. Und mehr Zeit haben, sich seinen Werbepartnern und seiner Stiftung zu widmen. Ich weiss, viele Sponsoren würden gerne sehen, dass er Länder wie China, Brasilien oder Indien bereist. Dort ist er besonders populär, dort konnte er bisher aber auch kaum Zeit verbringen. Kann er ein Trendsetter für neue Formen der Vermarktung nach seiner Profizeit sein? Da sich die Marketing- und Werbewelt an die neuen Medien anpassen und mit ihnen verändern, wird es viele An­wendungen und Strategien geben, für die Roger ideal wäre. Was heisst das genau? Wir diskutieren intensiv zusammen über «Social Media», wie die Men­schen zukünftig Sport konsumieren, wie Werbung zum Kunden kommt. Darauf kommt es in seinen Zukunftsplänen an. 

Persönlich tony godsick Anthony Lewisohn (Tony) Godsick, 39, schliesst beim weltgrössten Sport­ vermarkter IMG für Roger Federer die Werbe- und Sponsorenverträge ab. Er ist Mitglied des Stiftungsrats der Roger Federer Stiftung. Der US-Bürger lebt mit seiner Familie in Cleveland, Ohio.

Foto Serge Thomann / WireImage.com / Getty Images

Er ist Rogers Mann fürs Geld. Der Sportmanager Tony Godsick über Qualität und Luxus, unmoralische Angebote. Und was Federer nach dem Profisport machen wird.


61 060 358 Dollar Preisgeld

2006 gewann Federer 8 343 885 Dollar Preisgeld – mehr als jeder andere Spieler zuvor in einer Saison. Den alten Rekord hatte Pete Sampras (6 498 311 Dollar) gehalten. In der Saison 2007 konnte Federer seinen eigenen Rekord noch einmal deutlich steigern – auf 10 130 620 Dollar. Mit einem Karriere-Total von 61 060 358 Dollar steht er an der Spitze der Geld-Rangliste.

Moderner Gladiator Federer beim Einmarsch vor dem Masters-Final 2010 gegen Nadal.

Olympia-Gold Feier-Tag Roger

285 wochen lang die Weltnummer 1

Federer und Partner Stan Wawrinka jubeln.

1. Pete Sampras (USA) 2. Roger Federer 3. Ivan Lendl (CS) 4. Jimmy Connors (USA) 5. John McEnroe (USA) 6. Björn Borg (SWE) 7. Andre Agassi (USA)

286 285 270 268 170 107 101

Auszeichnungen im dutzend!

Schweizer des Jahres 2003 erklimmt Federer auch gesellschaftlich den Gipfel.

u Viermal Laureus Sports Awards,

u Schweizer des Jahres (2003)

Weltsportler des Jahres (2005–2008) u Fünfmal ITF Player of the Year (2004–2007, 2009) u Dreimal «L’Equipe» Champion des Champions (2005–2007) u Siebenmal Fan’s Favorite, ATPWorldTour.com (2003–2009) u Sechsmal Stefan Edberg ­Sportsmanship Award (2004–2009) u Einmal Arthur Ashe Humanitarian of the Year (2006)

u Viermal Schweizer Sportler des Jahres

(2003, 2004, 2006, 2007) u Schweizer Team des Jahres,

zusammen mit Stanislas Wawrinka (2008) u Sonderbriefmarke der Schweizerischen Post (2007, als erste lebende Persönlichkeit) u Ehrespalebärglemer (2008) u Sonderbriefmarke der Österreichischen Post (2010) schweizer illustrierte

Foto Clive Brunskill / Getty Images (2), Michael Würtenberg /SoBli / RDB, Bob Martin / AP Photo / Keystone

Federer hat fünfmal den World-Tour-Final (Masters) sowie 45 Turniere auf der ATP-Tour für sich entschieden. An den Olympischen Spielen in Peking 2008 triumphierte er an der Seite von Stanislas Wawrinka im Doppel.

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«Roger passt perfekt z Beide haben ein gutes Händchen. Roger Federer auf dem Platz, Brady Dougan bei den Finanzen. Der CEO der Credit Suisse über seinen Lohn, die Ratschläge seiner Frau und seine Qualitäten als Tänzer und Trompeter. Text Nina Siegrist und Stefan Regez, Fotos Hervé Le Cunff

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in fester Händedruck, ein «Pleased to meet you», dann sitzt Brady Dougan, 51, da – und der Blick fällt unweigerlich auf seine Krawatte. Weisse Delfine tummeln

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sich auf Pinkrot – wenn man dem wohl bestverdienenden Mann der Schweiz eine Krawatte hätte aussuchen müssen, es wäre nicht diese gewesen. Doch irgendwie passt sie zum Understatement des amerikanischen Credit-Suisse-Chefs. Er fährt keinen Lambor­ghini, sondern einen Toyota

Prius, verbringt seine spärliche Freizeit lieber zu Hause auf dem Hometrainer anstatt an irgend­welchen Glamour-Events. Und gefragt, in welcher Hallenstadion-Loge er als Tennisfan denn den von der Credit Suisse gesponserten Match Federer gegen Nadal verfolge, meint er nur schulterzuckend: «Zu Hause vor dem Fernseher. Es gibt ohnehin zu wenig Platz, da stelle ich mein Ticket gerne zur Verfügung.» Herr Dougan, wer gewinnt am


21. Dezember im Hallenstadion – Federer oder Nadal? Die Zeichen stehen gut – ich glaube, Roger! Und wie ginge ein Duell zwischen Ihnen und UBS-Chef Oswald Grübel aus? Keine Ahnung, wie oft Ossi Tennis spielt. Er ist wahnsinnig gut in vielen Dingen! Schön wäre auch ein Doppel – Nadal und Grübel gegen Federer und mich. Federer ist Markenbotschafter der Credit Suisse. Warum haben Sie ihn engagiert? Roger passt perfekt zu uns! Er ist sehr schweizerisch und trotzdem international bekannt – wie wir. Und er ist sehr erfolgreich in dem, was er tut. Sie haben einen 10-Jahres-Vertrag Persönlich mit ihm abgeschlossen. Ziemlich mutig. u Geboren 1959 in Illinois, Tatsächlich sponserte die Credit Suisse bisher keine EinzelpersoUSA u karriere Als nen, weil das sehr risikoreich ist. jüngstes von fünf Kindern Aber ich fand, dass wir das eines Bahnangestellten unbedingt ändern müssen. absolviert Dougan ein Federer ist eine so tolle PersönWirtschaftsstudium in lichkeit, dass ihn sogar seine Chicago, arbeitet danach Gegner lieben. Und selbst wenn für Bankers Trust und tritt er mit dem Profitennis aufhören 1990 in die Credit Suisse sollte, lohnt sich unser EngageFirst Boston ein. Ab 2004 ist er Leiter des Investment- ment: Ich bin mir sicher, dass er mit seinen Aktivitäten, unter Bankings, ab 2007 CEO. u familie Seit 2009 anderem im Charity-Bereich, noch lange nach seinem letzten verheiratet mit der US-Biomedizinerin Laura Niklason, Grand-Slam-Match bekannt und beliebt bleiben wird. zwei Kinder aus erster Ehe. Federer und Sie haben ja viele Gemeinsamkeiten. Da bin ich mir nicht so sicher (lacht). Zum Beispiel den Ehrgeiz. Sie waren beide sehr jung bereits sehr erfolgreich. Ja. Erfolg verlangt einem aber auch viel ab. Es ist nicht immer einfach, das Gleichgewicht zwischen all den Zielen und Ansprüchen zu halten. Bedauern Sie manchmal, dass Sie nicht mehr Zeit für Ihre Familie hatten? Ich bin generell nicht der Typ, der allzu viel bedauert. Natürlich hätte ich meine Kinder gerne noch häufiger gesehen, aber die Hauptsache ist, dass wir es gut haben. Heute rufe ich sie mindestens einmal am Tag an. Meine Tochter ist mittlerweile 13, der Sohn 18 – oft sind sie zu beschäftigt, um mit ihrem Dad zu reden (lacht). Aber ich bemühe mich, besuche sie alle paar Wochen in den USA, versuche Teil ihres Lebens zu sein, gehe beispielsweise an die Sportveranstaltungen, an denen sie teilnehmen. Sind sie Ihnen ähnlich? Mein Sohn vor allem. Allerdings ist er Dougan in allem, was er tut, erfolgreicher, als

Spiel, Satz, Sieg Im November 2009 vereinbart die Credit Suisse eine Partnerschaft mit Roger Federer. Dougan: «Wir passen perfekt zusammen!»

u uns!»

«Nadal und Grübel gegen Federer und mich – das wär ein schönes Doppel!» Brady

ich es in seinem Alter war. Er zieht ein Wirtschaftsstudium in Betracht, ist ein talentierter Läufer und Mitglied einer ziemlich erfolgreichen Rockband. Waren Sie denn auch Rockmusiker? Ja – ich spielte Trompete in verschiedenen Bands. Aber wie gesagt: Ich war nie so erfolgreich wie er. Dafür sind Sie schnell – Sie laufen einen Marathon in 3 Stunden 20 Minuten. Das ist nicht so schnell, aber okay. Typisch: Ehrgeizige Manager laufen Marathon. Warum tun Sie sich das an? Der Laufsport bedeutet mir viel, da bin ich weg vom Telefon und von den Bildschirmen, kann in Ruhe nachdenken. Und, so viel wie ich reise, ist das eigentlich das Einzige, was ich überall tun kann. Oft laufe ich fünf bis sechs Kilometer – an einem Tag in Doha, bei 45 Grad, und am nächsten in Crans-Montana, bei minus 2 Grad. Leiden Sie nie unter Jetlag? Der kommt erst, wenn ich länger an einem Ort bleibe. Solange ich alle paar Tage weiterreise, ist die Zeitverschiebung kein Problem. Roger Federer sagt, er brauche einen guten Coach. Wer coacht eigentlich Sie? Ich habe verschiedene Bezugspersonen, unsere Verwaltungsräte Hans-Ueli Doerig und Urs Rohner oder meine Kollegen aus der Konzernleitung, aber auch Leute aus anderen Branchen. Ich versuche da offen zu sein und von der Erfahrung unterschiedlicher Leute zu profitieren. Haben Sie einen guten Freund, der Sie seit Ihrer Schulzeit begleitet? Nein, mein Beziehungsnetz beschränkt sich hauptsächlich auf Leute innerhalb der Credit Suisse. Hier habe ich die letzten zwanzig Jahre verbracht – hier sind meine Freunde. Sie sind in zweiter Ehe mit der amerikanischen Ärztin und Forscherin Laura ­Niklason verheiratet. Wann fragen Sie Ihre Frau um Rat? Oft. Manchmal habe ich das Gefühl, sie versteht mich besser als ich mich selbst! Während ich eher intuitiv handle bei Leuten, ist sie sehr analytisch, hat eine enorme Menschenkenntnis. Das hilft. Manchmal tut es auch gut, wenn jemand von aussen kommt und einem eine neue Sicht auf die Dinge gibt. Ist es eine kritischere Sicht? Ich würde eher sagen, eine unverbrauchte, frische Sicht. Sie ist ja stark in der Wissenschaftswelt verankert, weiss weniger über Banking. Oft ist das, was in unserer Branche vor sich geht, schwer zu verstehen. Da tut es gut, wenn jemand von aussen kommt schweizer illustrierte

Foto Steffen Schmidt / Keystone

the match for africa

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«Beim Tanzen fällt mir das Führen schwerer als sonst» und sagt: «Das verstehe ich nicht, das ergibt für mich jetzt keinen Sinn.» Ihre Frau lebt in den USA, Sie hier. Wie oft sehen Sie sich überhaupt? Ich versuche, ein paarmal pro Monat in die USA zu fliegen. Und sie kommt hin und wieder nach Erlenbach. Sie hat da auch schon eine Lieblingsbäckerei. Dort bekomme man, so sagt sie, den besten Schokoladenkuchen, den sie je gegessen hat! Inwiefern fühlen Sie sich als Schweizer? Ich denke, ich habe einige Wesenszüge, die typisch schweizerisch sind. ­Während man zum Beispiel in Amerika Erfolge gerne pompös feiert, bin ich eher derjenige, der bereits in die Zukunft schaut und sich fragt, was man noch besser machen könnte. Ich weiss nicht, ob das eine Stärke oder eine Schwäche ist, aber ich strebe stets nach Verbesserung. Vielleicht sollte ich ab und zu auch einfach mal sagen: «Wow, das war jetzt toll, lasst uns feiern!» Feiern können Sie aber ganz gut, hört man. Ihre Auftritte an Firmenanlässen

sind legendär – zum Beispiel in der Rolle als Agnetha von Abba. Natürlich haben wir ab und zu auch Spass. In New York führten wir sogar mal einen Wettbewerb durch: «Dancing with the Stars» hiess das. Da trat das gesamte Senior-Management für einen guten Zweck mit professionellen ­Standardtänzern auf, ähnlich wie in der gleichnamigen TV-Show. Und natürlich hat der Chef gewonnen. Nein. Den Organisatoren wäre es vermutlich zu peinlich gewesen, wenn ich verloren hätte. Deshalb startete ich ausser Konkurrenz und trat jeweils am Ende einer Show auf. Ich hätte es tatsächlich nicht weit gebracht – beim Tanzen fällt mir das Führen schwerer als sonst. Wie führt man denn ein Unternehmen am besten? Egal in welchem Geschäft – das Wichtigste ist, dass man gerne führt. Ich wollte immer unsere Firma und die Menschen, die für die Bank arbeiten, auf ein höheres Niveau führen, hatte klare Vorstellungen wohin, gab immer das Beste in dem Job, den ich gerade hatte – ohne dabei auf den nächsten Karriereschritt zu zielen. Ruhm, Macht und Geld sind falsche Motivationen für Führungspersönlichkeiten. Das lässt sich leicht sagen – bei einem Einkommen von 90 Millionen Franken. Der grösste Teil stammt aus einem langfristigen Aktienbeteiligungsprogramm aus dem Jahr 2005. Genauer ­gesagt handelt es sich um eine langfristige Investition, die wir vor fünf Jahren

gemacht haben und die im Frühjahr 2010 ausbezahlt wurde. Bei dieser Investition hätten im Falle eines Misserfolgs ebenso gut null Franken rausschauen können. Ich verstehe, dass diese Zahlen schwer zu vermitteln sind. Wir müssen noch mehr dafür tun, dass die Leute verstehen, dass solche Be­ träge nicht willkürlich bezahlt werden, sondern dass eine Leistung dafür erbracht werden muss. Fakt ist, dass Sie viel Geld verdienen. Bei Federer beschwert sich niemand, wenn er Millionen kassiert. Bei Ihnen schon. Das zeigt eben sehr gut, dass sich die Debatte um zu hohe Löhne vorwiegend auf Manager von börsenkotierten Unternehmen wie den Grossbanken beschränkt. Bei Künstlern und Sportlern verstehen und akzeptieren die Leute, für welche Leistung sie bezahlt werden – bei uns aber nicht. Es ist aber wichtig, dass die Gesellschaft anerkennt, welche Leistung Gross­ konzerne und ihre Führungsteams erbringen. Gerade bei diesen gesamtwirtschaftlich bedeutenden Firmen ist es essenziell, das sie gut geführt werden. Und um die besten Manager zu kriegen, muss man sie am Erfolg beteiligen. Sonst wandern sie zu jenen Firmen ab, die nicht im öffentlichen Fokus stehen und die bei den Löhnen mehr Freiheiten haben. Und wie viel von Ihrem Geld würden Sie auf Federers Sieg wetten? Ich bin Banker, nicht Spekulant. Aber bei Roger hält sich das Investitionsrisiko, glaube ich, in Grenzen (lacht). 

Fotos Hevé Le Cunff

Locker, zielstrebig, überlegt Credit-Suisse-Chef Brady Dougan im Gespräch.


Mallorca will Nadal leben. Der Weltstar stellt sich sogar

Liebe zum Spiel Rafa mag nicht nur den Nervenkitzel auf dem Platz. Am Rande des Turniers von Monaco macht er sich bereit für den Gang ins Spielcasino von Monte Carlo (im Hintergrund).

stehen. Ich bin erst 24 und will nicht vom normalen Leben abgeschnitten sein.» Dieses Gefühl, auf Mallorca ein ganz normales Leben zu leben, lässt den jungen Rafa auch das Angebot des spanischen Tennisverbandes ablehnen, in das nationale Trainingscenter nach Barcelona umzuziehen. Viel lieber begibt er sich unter die Fittiche seines Onkels Toni Nadal. Und dieser ist es, der die gros­se Karriere schleift. Ein Schliff, der mit einer simplen Entscheidung beginnt. Rafa serviert als Junior miserabel, egal, ob es der beidhändig Spielende als Rechts- oder als Linkshänder probiert. Toni entscheidet, dass Rafa sein Spiel komplett auf links umstellen muss, will er weiterkommen. «Das waren harte Trainingseinheiten damals, bis ich es verinnerlicht hatte», erinnert sich Rafa. «Er hat mir beigebracht, nie in alte Muster zurückzufallen. Das hat mich so stark gemacht. Körperlich und mental.» Rafa vertraute seine Entwicklung Toni vorbehaltlos an. Einmal, als Jugendlicher, muss er gegen einen wesentlich älteren Gegner antreten. Er ist nervös und ängstlich. Da sagt Onkel Toni zu ihm: «Mach dir keine Sorgen. Wenn du zu verlieren beginnst, werde ich einfach schauen, dass es zu regnen beginnt und der Match unterbrochen wird.» Und so kommt es auch; als Rafa allmählich deutlich zurückfällt, setzt Regen ein, der Match wird unterbrochen. Nach einer län­geren Pause sagt Nadal zu seinem Onkel: «Jetzt ist gut, du kannst den Regen wieder verschwinden lassen. Ich denke, ich werde das Spiel nun gewinnen.» In Rafas Familie erzählt man

die Anekdote oft und gerne mit einem Lachen. Schon seit je hat der Knabe dieses blinde Vertrauen in Toni. Rafa glaubt als Kind seinem Onkel, dass dieser ihn unsichtbar machen kann, weil die Familie so tut, als würde sie ihn nicht sehen. Und der kleine Nadal, dessen Onkel Miguel Angel einst als Verteidiger für Barcelona und die spanische Nationalmannschaft gespielt hatte, will bei innerfamiliären Fussballmatches stets lieber im Team von Toni sein, weil man ihm ­erzählt hat, dass dieser früher ein Starspieler bei der AC Milan gewesen sei. Der Hunger nach Verbesserung treibt Rafael Nadal noch immer an. Als er ans US Open 2010 kommt, hat er ein Problem mit seiner Rückhand. Dazu ist sein Service bei dem oft herrschenden Wind in New York noch fehleranfälliger als sonst schon. Also tüftelt er vor dem Turnier im Stillen und ganz allein an der Art seines Schlägergriffs herum, so lange, bis er sich wieder sicher fühlt. Der Effekt: Rafa verfügt nebst seinem unberechenbaren Linkshänder-Spiel und der unvergleichlichen Vorhand plötzlich auch über einen höchst effektiven Aufschlag, der die Gegner Mal für Mal vor unlösbare Probleme stellt. Sein grosser Wunsch bleibt zwar unerfüllt, einmal im New-York-Final auf den mehrfachen Sieger Roger Federer zu treffen. Doch er gewinnt das Turnier zum ersten Mal und verliert dabei insgesamt nur fünf Service-Games, was vor ihm bloss Andy Roddick einst geschaffte hat. Statt in New York werden Nadal und Federer nun also in zwei Exhibitions aufeinandertreffen. Zuerst in Zürich, dann

«Ich will immer ­besser sein. Aber nicht besser als die Gegner, sondern als ich es bisher war» rafael nadal zum «Rückspiel» in Madrid. Sie tun dies auch aus gegenseitigem Respekt. Obwohl die beiden dominierenden Tennisspieler der Gegenwart schon seit Jahren hören, dass sich grosse Champions zu hassen hätten. So wie einst McEnroe und Connors, die sich durch die Rivalität befeuern liessen. Doch Rafa und Roger haben einen anderen Weg gefunden, miteinander umzugehen. Das ist keine plumpe PR in eigener Sache. Beim Masters 2007 in Schanghai spielte Nadal mit Kollegen in einer schmalen Passage unter der Halle Fussball. Er hatte kurz zuvor sein Halbfinal-Spiel gegen Federer verloren. An seinem Umgang mit dem Ball war leicht zu sehen, dass er früher auch wettkampfmässig Fussball gespielt hatte. In diesem Moment kam ein anderer Spieler vorbei, sah Nadal und feuerte ihn an: «Maradona! Maradona!» Dann fragte er, ob er mitspielen dürfe. Klar durfte er. Roger Federer ist bei Rafael Nadal jederzeit willkommen. Juan José Ruiz-Galvez arbeitet als Tennis-Reporter bei der spanischen Tageszeitung «El País». schweizer illustrierte

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Foto Clive Brunskill / Getty Images


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Feuriger Stier auf dem Platz, Mustersohn zu Hause auf Mallorca: Rafael nadal hat nur ein Ziel nebst der Nummer 1 – ein ganz normales Leben zu fßhren.

Der Wilde ganz zahm

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Trainingsfleiss und den Glauben an die magischen Fähigkeiten seines Coachs. as für dich die Hölle ist, ist Und er ist der Meister der Selbst­ für mich das Paradies!» Der motivation. Als Youngster, so erzählen Satz, irgendwo von John seine Freunde, spielte er einst in einem Rambo in einem seiner Actionfilme Doppel gegen japanische Gegner und ­ausgesprochen, steht auf den T-Shirts putschte sich am Gedanken auf, sich einer Gruppe von jungen Leuten, die für all die abgeschlachteten Delfine vor auf ­Mallorca einen Tennismatch am den japanischen Küsten zu rächen. TV ­verfolgen. Es ist 2008. Und es ist Es gibt auch aktuelle Beispiele der Wimbledon-Final, den sie schauen. für Nadals Willen und Disziplin: Am Roger Federer gegen Rafael Nadal.­ Tag nach seinem Wimbledon-Sieg im Viele sagen, der beste Tennismatch, der vergangenen Sommer suchte man Rafa jemals gespielt wurde. 4:48 Stunden vergebens beim Feiern an irgendeinem Spiel, fünf Sätze, zwei Regenunterbrüche privaten Strand. Wenige Stunden nur und unzählige brillante Schläge. Der nachdem er mit Serena Williams am Spanier setzt sich durch und gewinnt Champions-Ball getanzt hatte, flog er seinen ersten Titel in London. Es ist ein nach Spanien und begann dort eine weiteres Kapitel einer sportlichen Riva- ­Therapie an seinen lädierten Knien. Und lität zwischen zwei der besten Athleten, unmittelbar nachdem er das US Open die diese Sportart jemals gesehen hat. gewonnen hatte – das letzte GrandUnd die nun ihre Fortsetzung im Hallen- Slam-Turnier, das in seinem Palmarès stadion findet beim «Match for Africa». noch fehlte –, erzählte er: «Es tat hölDer Spruch auf den T-Shirts der lisch weh. Das nächste Mal werde ich mir Nadal-Fans ist eine Kurzfassung seines eine Schmerzspritze geben lassen. Ich Mottos, auf dem Platz in keiner Situa-­ würde das nicht noch einmal aushalten. tion jemals aufzugeben. «Was für dich Ich bin auf dem Platz beinahe in Ohndie Hölle ist, ist für mich das Paradies» macht gefallen. Es war schrecklich.» Rafa, das Kind. Geboren 1986 in – Nadal ist Rambo mit einem Racket in der Hand. Aber noch viel mehr als das. ­Manacor auf Mallorca. Von klein auf «Mein Ziel war es immer, besser zu sein. liebt er, was ihm auch heute noch das Aber nicht besser als die anderen, son- Wichtigste ist: ein Outdoor-Lebensstil, Sonne, Strand, Fischen. Obwohl Ma­ dern besser, als ich es bisher war.» Der Spanier gewann bisher neun nacor nur ein Städtchen ist, hat er das Grand-Slam-Titel, Olympiagold und Glück, dort einen ausgezeichneten Trai­dreimal den Davis Cup. Und er belegt ningspartner zu finden: Carlos Moyá, die Nummer-1-Position in der Weltrang- damals für ­kurze Zeit die Nummer 1 der liste. Trotzdem ist Rafa mehr als nur Welt. Heute bietet Manacor Rafa vor Zahlen und Statistiken. Er ist eine Kom- allem die Möglichkeit, ungestört Zeit mit bination aus Ehrfurcht vor dem Spiel, seiner grossen Familie zu verbringen. Zu Text juan josé Ruiz-galvez

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Heimatliebe An keinem anderen Ort auf der Welt als auf unentgeltlich als Werbeträger für die Insel zur Verfügung.

dieser gehört unter anderen sein Grossvater, ein Berufsmusiker, seine Schwester ­María Isabel, 20, und natürlich seine Freundin Maria Francisca Perello, 22 – genannt Xisca –, mit der er seit Jugendtagen zusammen ist. Sie alle wohnen im gleichen Haus wie Rafa. Verständlich, dass seine Welt kurzzeitig aus den Fugen und er in ein sportliches Tief gerät, als sich seine Eltern Sebastián und Ana ­María im Sommer 2009 nach über zwanzig Jahren Ehe scheiden lassen. Mallorca ist seine Heimat und bleibt es trotz seinem Weltruhm auch. Vor ­einiger Zeit unterschrieb Nadal einen Vertrag als Werbebotschafter für die ­Mittelmeer-Insel. Als der Vertrag wegen der aufkommenden Finanzkrise aufgelöst werden soll, bietet Rafa an, weiterhin zur Verfügung zu stehen, aber unentgeltlich. Macht Rafael Nadal doch einmal Ferien im Ausland, so bevorzugt er als Destinationen Malaysia oder Mauritius. Am wohlsten aber fühlt er sich dort, wo er herkommt. Wo er abends seelenruhig in den Ausgang gehen kann und ihn keiner belästigt, obwohl ihn alle kennen. Man trifft ihn beim Fussballspielen mit seinen Cousins auf dem Dorfplatz. Und es kommt regelmässig vor, dass Rafa am Abend mit seinen Freunden auf den Putz haut, obwohl er am ­anderen Morgen früh trainieren muss. Bei den wenigen Gelegenheiten, die er wegen der Reiserei rund um die Welt hat, nach Hause zurückzukehren, möchte er all die Menschen sehen, die ihm wichtig sind. «Da macht es mir nichts aus, um 4 Uhr früh vom Ausgang heimzukehren und um 10 Uhr wieder auf dem Platz zu

Fotos Quenn / Reflex, Monserrat / Marca Media, Alfaqui / Dukas

Jugendliebe Mit Schatz Maria Francisca «Xisca» Perello ist Rafa seit Teenager-Tagen zusammen. Das Paar zeigt sich eher selten zusammen in der Öffentlichkeit.


Mallorca will Nadal leben. Der Weltstar stellt sich sogar

Liebe zum Spiel Rafa mag nicht nur den Nervenkitzel auf dem Platz. Am Rande des Turniers von Monaco macht er sich bereit für den Gang ins Spielcasino von Monte Carlo (im Hintergrund).

stehen. Ich bin erst 24 und will nicht vom normalen Leben abgeschnitten sein.» Dieses Gefühl, auf Mallorca ein ganz normales Leben zu leben, lässt den jungen Rafa auch das Angebot des spanischen Tennisverbandes ablehnen, in das nationale Trainingscenter nach Barcelona umzuziehen. Viel lieber begibt er sich unter die Fittiche seines Onkels Toni Nadal. Und dieser ist es, der die gros­se Karriere schleift. Ein Schliff, der mit einer simplen Entscheidung beginnt. Rafa serviert als Junior miserabel, egal, ob es der beidhändig Spielende als Rechts- oder als Linkshänder probiert. Toni entscheidet, dass Rafa sein Spiel komplett auf links umstellen muss, will er weiterkommen. «Das waren harte Trainingseinheiten damals, bis ich es verinnerlicht hatte», erinnert sich Rafa. «Er hat mir beigebracht, nie in alte Muster zurückzufallen. Das hat mich so stark gemacht. Körperlich und mental.» Rafa vertraute seine Entwicklung Toni vorbehaltlos an. Einmal, als Jugendlicher, muss er gegen einen wesentlich älteren Gegner antreten. Er ist nervös und ängstlich. Da sagt Onkel Toni zu ihm: «Mach dir keine Sorgen. Wenn du zu verlieren beginnst, werde ich einfach schauen, dass es zu regnen beginnt und der Match unterbrochen wird.» Und so kommt es auch; als Rafa allmählich deutlich zurückfällt, setzt Regen ein, der Match wird unterbrochen. Nach einer län­geren Pause sagt Nadal zu seinem Onkel: «Jetzt ist gut, du kannst den Regen wieder verschwinden lassen. Ich denke, ich werde das Spiel nun gewinnen.» In Rafas Familie erzählt man

die Anekdote oft und gerne mit einem Lachen. Schon seit je hat der Knabe dieses blinde Vertrauen in Toni. Rafa glaubt als Kind seinem Onkel, dass dieser ihn unsichtbar machen kann, weil die Familie so tut, als würde sie ihn nicht sehen. Und der kleine Nadal, dessen Onkel Miguel Angel einst als Verteidiger für Barcelona und die spanische Nationalmannschaft gespielt hatte, will bei innerfamiliären Fussballmatches stets lieber im Team von Toni sein, weil man ihm ­erzählt hat, dass dieser früher ein Starspieler bei der AC Milan gewesen sei. Der Hunger nach Verbesserung treibt Rafael Nadal noch immer an. Als er ans US Open 2010 kommt, hat er ein Problem mit seiner Rückhand. Dazu ist sein Service bei dem oft herrschenden Wind in New York noch fehleranfälliger als sonst schon. Also tüftelt er vor dem Turnier im Stillen und ganz allein an der Art seines Schlägergriffs herum, so lange, bis er sich wieder sicher fühlt. Der Effekt: Rafa verfügt nebst seinem unberechenbaren Linkshänder-Spiel und der unvergleichlichen Vorhand plötzlich auch über einen höchst effektiven Aufschlag, der die Gegner Mal für Mal vor unlösbare Probleme stellt. Sein grosser Wunsch bleibt zwar unerfüllt, einmal im New-York-Final auf den mehrfachen Sieger Roger Federer zu treffen. Doch er gewinnt das Turnier zum ersten Mal und verliert dabei insgesamt nur fünf Service-Games, was vor ihm bloss Andy Roddick einst geschaffte hat. Statt in New York werden Nadal und Federer nun also in zwei Exhibitions aufeinandertreffen. Zuerst in Zürich, dann

«Ich will immer ­besser sein. Aber nicht besser als die Gegner, sondern als ich es bisher war» rafael nadal zum «Rückspiel» in Madrid. Sie tun dies auch aus gegenseitigem Respekt. Obwohl die beiden dominierenden Tennisspieler der Gegenwart schon seit Jahren hören, dass sich grosse Champions zu hassen hätten. So wie einst McEnroe und Connors, die sich durch die Rivalität befeuern liessen. Doch Rafa und Roger haben einen anderen Weg gefunden, miteinander umzugehen. Das ist keine plumpe PR in eigener Sache. Beim Masters 2007 in Schanghai spielte Nadal mit Kollegen in einer schmalen Passage unter der Halle Fussball. Er hatte kurz zuvor sein Halbfinal-Spiel gegen Federer verloren. An seinem Umgang mit dem Ball war leicht zu sehen, dass er früher auch wettkampfmässig Fussball gespielt hatte. In diesem Moment kam ein anderer Spieler vorbei, sah Nadal und feuerte ihn an: «Maradona! Maradona!» Dann fragte er, ob er mitspielen dürfe. Klar durfte er. Roger Federer ist bei Rafael Nadal jederzeit willkommen. Juan José Ruiz-Galvez arbeitet als Tennis-Reporter bei der spanischen Tageszeitung «El País». schweizer illustrierte

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«Alle sagen, ich sei der Beste. Aber ohne dich wäre ich nicht bis hierher gelangt.» Roger nach dem Masters-Sieg 2006 vor dem Publikum von Schanghai zu Mirka. Kurz danach schiesst Annie Leibovitz in Dubai dieses Porträt.

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Bilder einer grossen Liebe

Fotos Annie Leibovitz/Contact Press Images/SwissPress, originally photographed for Men’s Vogue, Jacques Lange / PARIS MATCH / Scoop Gavin Smith / Hello / RDB

Hinter jedem starken Mann steht eine schöne Frau: Roger & Mirka sind das glückliche Traumpaar des Weltsports. Und zwei süsse Girls die Früchte ihrer heissen Lovestory.

«Roger kann unheimlich gut abschalten vom Tennis. Ich habe da jeweils etwas mehr Mühe.» Mirka 2006 – in diesem Jahr haben sie viel Spass in Paris.

«Ich kann problemlos einen Tag lang nichts tun und sage Mirka auch mal: Du, das kann bis morgen warten.» Roger Anfang 2004 in den Ferien auf Mauritius. schweizer illustrierte

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«Mirka und ich sind stolze Eltern! Heute ist der schönste Tag in unserem Leben.» Roger am Tag nach der Geburt der Zwillinge auf Facebook. Hier zeigt er später auch das erste Bild, geknipst von Opa Robbie.

«Die Geburt von Myla Rose und Charlene Riva ist wichtiger als all meine Siege»

«Ich war bei der Zeremonie nervöser, als ich erwartet hatte. Es war schön, von Mirka zu hören, wie sehr sie mich liebt.» Roger nach der Trauung in Riehen BS am 11. April 2009.

«Ich möchte, dass meine Kinder mich noch als Profi spielen sehen. Das ist mein Traum.» Roger kurz nach der Geburt seiner Töchter. Im Juli 2010 gibts Familienferien auf Korsika.

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«Ich habe die Familie bei den Turnieren gern an meiner Seite. Wir besitzen zum Glück die Mittel, das praktisch zu organisieren.»

Text iso niedermann

A

m 1. Oktober 2000 der erste scheue Kuss, am 23. Juli 2009 die Geburt der Zwillinge Myla Rose und Charlene Riva. Dazwischen neun Jahre des Glücks. Und keine Abkühlung der Lovestory in Sicht. Seit der 19-jährige Jungprofi Roger bei Olympia in Sydney die Thurgauerin mit slowa­ kischen Wurzeln lieben lernt, sind die beiden unzertrennlich. «Mirka ist wichtig in meinem Leben. Ich fühle mich wohl, wenn sie dabei ist», sagt er schon nach wenigen Monaten des Zusammenseins. Erstmals begegnet sind sich die beiden schon 1999 im Trainingscamp in Biel. Ihr gefällt, wie der coole Typ mit langem Haar Lieder der Backstreet Boys singt.

Das Tennis verbindet sie. Mirka Vavrinec, drei Jahre älter als Roger, ist ebenfalls Profi, schafft es auf Platz 76 der Weltrangliste. 2002 hört sie als Spielerin auf, widmet sich Rogers Management, macht aus ihm den Mann von Welt. Alles fragt sich: Wann wird sie Frau Federer? Am 11. April 2009 ist es so weit, in Basel, fern der überraschten Öffentlichkeit. Schon im Jahr zuvor tönt Roger in Interviews an, dass man sich «intensiver mit dem Thema Heirat und Familie befasse». Und das setzt das sportliche Traumpaar Schlag auf Schlag um. 15 Wochen nach der Hochzeit machen Myla Rose und Charlene Riva die glückliche Familie komplett. «Die Geburt ist wichtiger als all meine Siege!», schreibt Roger im Internet. schweizer illustrierte

Fotos © Schweizer Illustrierte, Robert Federer, DR

Roger 2010 in New York, wo Myla Rose (rechts) und Charlene Riva im Central Park herumtollen.

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the match for africa Gillette Auf dem Foto mit Tiger Woods (r.) und Thierry Henry machte Federer erstmals Werbung neben internationalen TopSportlern. Der Vertrag besteht seit 2007 und bringt gesch채tzte 10 Millionen Franken.

Luxusmarke Fe

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derer

Der Millionen-Deal mit Nike machte ihn 2008 zum bestverdienenden Tennis足spieler aller Zeiten. Seitdem startet die Werbe足ikone Roger Federer richtig durch. schweizer illustrierte

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Text Stephanie Ringel

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eine Leidenschaften zeigt er gerne öffentlich: Am Handgelenk tickt seine Rolex, statt Tee trinkt er Kaffee, zum Rasieren bevorzugt er Gillette-Klingen. Und ja, Schokolade naschen liebt er, «aber kontrolliert», er sei ja kein Kind mehr und als Sportler könne er sich das schon ab und zu leisten, sagte Roger Federer im November bei Lindt & Sprüngli in Kilchberg ZH. Für seine Werbepartner tritt der Sportler regelmässig mit Charme und jungenhaftem Lächeln auf. Zum Kaffeemaschinenhersteller Jura hat er zuletzt sogar seine Eltern und seine Frau Mirka mitgebracht. Alle plauderten aus Federers Kindheit. Da war ein persönlicher Einblick in sein Leben möglich, auch wenn viele der Anekdoten schon bekannt waren. Und so blieb das Gefühl: Die Veranstaltung ist kein Geschäft – zumindest nicht nur. Dabei ist Geschäftemachen üblich. Der Sportler verdient sein Vermögen zwar mit Turnier-Preisgeldern. Doch erst Sponsoring- und Werbeverträge, vor allem mit Nike, haben ihn zum best­ bezahlten Tennisspieler der Welt gemacht. Ausserhalb der USA gilt er gar als weltweit bestverdienender Sportler. Im Ranking 2010 des US-Sportmagazins «Sports Illustrated» katapultiert sich Federer von Platz 9 auf Platz 1. Mit einem geschätzten Jahreseinkommen von 62 Millionen Franken entthronte er David Beckham und schob sich vor Superverdiener wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Rafael Nadal, aktuell die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste, verdient mit 27 Millionen Dollar nicht mal halb so viel wie Federer. Was macht die Marke Federer so stark? Tony Godsick, Manager beim Sportvermarkter IMG, setzt auf Swissness: «Interessanterweise macht es ihn für alle Firmen so attraktiv, dass er Schweizer ist.» Es geht um Qualität, Präzision, Vertrauen. «Ich glaube, diese Attribute machen auch die internationale Marke Roger Federer attraktiv.» Auf einer Vespa rollte der Baselbieter einst für Emmi durch die Werbewelt. CEO Urs Riedener erinnert sich: «Wir konnten von einem günstigen Engagement profitieren. Als die Beträge fürs Sponsoring stiegen, konnten und wollten wir nicht mehr mithalten.» Aktuell hat Federer zehn Vertragspartner, meist internationale Marktführer. In dieser Liga ist der beste Tennisspieler der Welt heute zu Hause.

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Lindt & Sprüngli Für den Schokoladenhersteller ist Roger Federer seit Oktober 2009 Markenbotschafter. Wie lange der Werbevertrag läuft und um wie viel Geld es geht, verrät CEO Ernst Tanner nicht. Nur so viel: «Die Zusammenarbeit in den letzten zwölf Monaten war sehr positiv.»

Mit 62 Millionen Franken pro Jahr verdient Federer mehr als doppelt so viel wie Rafael Nadal Credit Suisse Die Schweizer Grossbank zahlt seit 2009 jährlich in die Roger Federer Stiftung ein und «unterstützt ihn auch fachlich bei seiner philanthropischen Arbeit», so IMG-Manager Tony Godsick. Federer ist das Gesicht einer Plakatkampagne der CS.


Rolex Laut dem Onlineportal «Sports Business daily» hat Federer 2006 mit dem Uhrenhersteller einen 10-Jahres-Vertrag über 15 Millionen Franken abgeschlossen. Dafür soll er sich aus dem bestehenden Ver­ trag mit Maurice Lacroix freigekauft haben.

Nationale Suisse Als «Mister Perfect» positioniert die Ver­sicherung Federer seit 2006. Im aktuellsten Werbespot spaziert er am Rand eines Hochhausdachs.

Jura Die Zusammen­ arbeit besteht seit 2006 und soll bis 2016 an­­ dauern. Das Budget ist geheim, dafür gibt es in Niederbuchsiten die erste Federer-Pilger­ stätte: den «Walk of Fame». CEO Meinrad Kofmel sagt: «Jeder Match von Federer begeistert mich, und ich habe riesige Achtung vor seiner Leistung.»

Und hier wirbt Roger Federer auch Mercedes hat Federer erst im Mai 2010 als globalen Botschafter gewinnen können. Für NetJets arbeitet er schon einige Jahre. Einen lebenslangen Vertrag unterzeichnete der Sportler mit SchlägerHersteller Wilson. Doch unerreicht ist Nike. Mit dem Sportartikelhersteller hat Federer 2008 einen langjährigen Vertrag über, so heisst es, 130 Millionen Franken unterzeichnet. Seitdem gilt er als best­ bezahlter Tennisspieler der Geschichte.


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Der Zahlmeister

Tennis-Liebe Tony Godsick ist seit zwei ­Jahren mit Mary Joe Fernandez, 39, Ex-Profi-Tennisspielerin, verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder: Isabella Maria, 9, und Nicholas Cooper, 6.

Text Stephanie Ringel

Tony Godsick, nach welcher Strategie vermarkten Sie Roger Federer? Wir versuchen Roger mit Unternehmen zusammenzubringen, die in ihrem Bereich Top-Performer sind (wie Mercedes, Nike, Jura oder Lindt, Anm. der Redaktion) und die Rogers persönliche Werte und die Werte seiner Marke teilen. Beständigkeit, Loyalität, harte Arbeit und seine globale Anziehungskraft sind nur einige der Grundpfeiler unserer Marketingstrategie. Welche Rolle spielt die Schweiz in Ihrem Konzept? Roger ist eine globale Ikone, und wir wollen ihn als weltweite Marke ent­ wickeln. Interessanterweise macht es

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ihn für alle Firmen aber so attraktiv, dass er Schweizer ist. Die Schweiz ist ein kleines Land mit grossem An­ sehen. Sie hat weltweit einen fantastischen Ruf was Qualität, Luxus, Präzision und Vertrauen anbelangt. Und ich glaube, diese Attribute machen auch die inter­ nationale Marke Roger Federer attraktiv. Federer betont immer, er will nachhaltig sein: im Tennis, in seiner Stiftung. Inwiefern fordert er das von seinen Vertragspartnern? Alle Partnerschaften haben einen direkten Bezug zu Roger. Sie müssen seinem gemeinnützigen Engagement entgegenkommen und langfristig sein. Zehn Jahre oder mehr? Unsere Verträge haben Schweigeklauseln. Über Details geben wir daher keine Auskunft. Nur so viel: Die Beziehungen mit seinen Partnern sind keine «Einbahnstrassen». Nehmen wir die Zusammenarbeit mit der Credit Suisse. Es gibt einen Werbevertrag. Die Bank unterstützt ihn darüber hinaus finanziell und mit Fachwissen bei seiner eigenen Stiftungsarbeit. Zurzeit hat Federer zehn Werbepartner. Laut Schätzungen von US-Magazinen beträgt sein Einkommen daraus 35 bis 43 Millionen Dollar im Jahr. Für wie viele Partner ist noch Platz? Ich kommentiere Rogers Einkommen nie. 2009 hat uns ein internationales Unternehmen kurz vor dem Turnier­ ende von Wimbledon angesprochen. Man hat uns einen obszön hohen Betrag für eine Werbekampagne geboten, falls folgende Umstände eintreten: Roger gewinnt Wimbledon und … … bricht damit Pete Sampras’ Rekord von 14 Grand-Slam-Titeln. Genau. Die Kampagne sollte direkt am Montag nach dem Sieg starten.

Das haben wir abgelehnt. Warum sollte ein Unternehmen auf den letzten Drücker von Rogers Rekord profitieren? Roger möchte weiterhin seine Zeit den Sponsoren widmen, die ein essenzieller Teil seines Erfolges in den letzten Jahren waren. In der Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass wir noch ein oder zwei weitere Partner dazunehmen, aus welchem Bereich ist noch offen. Was kommt, wenn Federer mal nicht mehr Tennis spielt? Die Medien scheinen den Countdown zum Ende seiner Karriere schon zu zählen. Er selber hat keine Pläne, mit dem Tennis aufzuhören. Aber: Wenn Roger aufhört die ATP-Tour zu spielen, wird er sich mit Sicherheit als eine der grössten Sport-Ikonen etabliert haben. Ich vermute, danach bleibt er aktiv im Tennissport. Wird eigene Turniere veranstalten, selbst als Sponsor auf­ treten. Und mehr Zeit haben, sich seinen Werbepartnern und seiner Stiftung zu widmen. Ich weiss, viele Sponsoren würden gerne sehen, dass er Länder wie China, Brasilien oder Indien bereist. Dort ist er besonders populär, dort konnte er bisher aber auch kaum Zeit verbringen. Kann er ein Trendsetter für neue Formen der Vermarktung nach seiner Profizeit sein? Da sich die Marketing- und Werbewelt an die neuen Medien anpassen und mit ihnen verändern, wird es viele An­wendungen und Strategien geben, für die Roger ideal wäre. Was heisst das genau? Wir diskutieren intensiv zusammen über «Social Media», wie die Men­schen zukünftig Sport konsumieren, wie Werbung zum Kunden kommt. Darauf kommt es in seinen Zukunftsplänen an. 

Persönlich tony godsick Anthony Lewisohn (Tony) Godsick, 39, schliesst beim weltgrössten Sport­ vermarkter IMG für Roger Federer die Werbe- und Sponsorenverträge ab. Er ist Mitglied des Stiftungsrats der Roger Federer Stiftung. Der US-Bürger lebt mit seiner Familie in Cleveland, Ohio.

Foto Serge Thomann / WireImage.com / Getty Images

Er ist Rogers Mann fürs Geld. Der Sportmanager Tony Godsick über Qualität und Luxus, unmoralische Angebote. Und was Federer nach dem Profisport machen wird.


«Roger passt perfekt zu uns!» Beide haben ein gutes Händchen. Roger Federer auf dem Platz, Brady Dougan bei den Finanzen. Der CEO der Credit Suisse über seinen Lohn, die Ratschläge seiner Frau und seine Qualitäten als Tänzer und Trompeter. Text Nina Siegrist und Stefan Regez, Fotos Hervé Le Cunff

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in fester Händedruck, ein «Pleased to meet you», dann sitzt Brady Dougan, 51, da – und der Blick fällt unweigerlich auf seine Krawatte. Weisse Delfine tummeln sich auf Pinkrot – wenn man dem wohl bestverdienenden Mann der Schweiz eine Krawatte hätte aussuchen müssen, es wäre nicht diese gewesen. Doch irgendwie passt sie zum Understatement des amerikanischen

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Credit-Suisse-Chefs. Er fährt keinen Lambor­ghini, sondern einen Toyota Prius, verbringt seine spärliche Freizeit lieber zu Hause auf dem Hometrainer anstatt an irgend­welchen Glamour-Events. Und gefragt, in welcher Hallenstadion-Loge er als Tennisfan denn den von der Credit Suisse gesponserten Match Federer gegen Nadal verfolge, meint er nur schulterzuckend: «Zu Hause vor dem Fernseher. Es gibt ohnehin zu wenig Platz, da stelle ich mein Ticket gerne zur Verfügung.»

Herr Dougan, wer gewinnt am 21. Dezember im Hallenstadion – Federer oder Nadal? Die Zeichen stehen gut – ich glaube, Roger! Und wie ginge ein Duell zwischen Ihnen und UBS-Chef Oswald Grübel aus? Keine Ahnung, wie oft Ossi Tennis spielt. Er ist wahnsinnig gut in vielen Dingen! Schön wäre auch ein Doppel – Nadal und Grübel gegen Federer und mich. Federer ist Markenbotschafter der Credit Suisse. Warum haben Sie ihn engagiert? Roger passt perfekt zu uns! Er ist sehr schweizerisch und trotzdem international bekannt – wie wir. Und er ist sehr erfolgreich in dem, was er tut. Sie haben einen 10-Jahres-Vertrag mit ihm abgeschlossen. Ziemlich mutig.


Tatsächlich sponserte die Credit Suisse bisher keine Einzelpersonen, weil das sehr risikoreich ist. Aber ich fand, dass wir das unbedingt ändern müssen. Federer ist eine so tolle Persönlichkeit, dass ihn sogar seine Gegner lieben. Und selbst wenn er mit dem Profitennis aufhören sollte, lohnt sich unser Engagement: Ich bin mir sicher, dass er mit seinen Aktivitäten, unter anderem im Charity-Bereich, noch lange nach seinem letzten Grand-Slam-Match bekannt und beliebt bleiben wird. Federer und Sie haben ja viele Gemeinsamkeiten. Da bin ich mir nicht so sicher (lacht). Zum Beispiel den Ehrgeiz. Sie waren beide sehr jung bereits sehr erfolgreich. Persönlich Ja. Erfolg verlangt einem aber auch viel ab. Es ist nicht immer u Geboren 1959 in Illinois, einfach, das Gleichgewicht zwischen all den Zielen und USA u karriere Als Ansprüchen zu halten. jüngstes von fünf Kindern Bedauern Sie manchmal, dass Sie eines Bahnangestellten nicht mehr Zeit für Ihre Familie absolviert Dougan ein hatten? Wirtschaftsstudium in Ich bin generell nicht der Typ, Chicago, arbeitet danach der allzu viel bedauert. Natürlich für Bankers Trust und tritt hätte ich meine Kinder gerne 1990 in die Credit Suisse noch häufiger gesehen, aber die First Boston ein. Ab 2004 ist er Leiter des Investment- Hauptsache ist, dass wir es gut haben. Heute rufe ich sie minBankings, ab 2007 CEO. u familie Seit 2009 destens einmal am Tag an. Meine Tochter ist mittlerweile verheiratet mit der US-Biomedizinerin Laura Niklason, 13, der Sohn 18 – oft sind sie zu beschäftigt, um mit ihrem Dad zwei Kinder aus erster Ehe. zu reden (lacht). Aber ich bemühe mich, besuche sie alle paar Wochen in den USA, versuche Teil ihres Lebens zu sein, gehe beispielsweise an die Sportveranstaltungen, an denen sie teilnehmen. Sind sie Ihnen ähnlich? Mein Sohn vor allem. Allerdings ist er in allem, was er tut, erfolgreicher, als ich es in seinem Alter war. Er zieht ein Wirtschaftsstudium in Betracht, ist ein talentierter Läufer und Mitglied einer ziemlich erfolgreichen Rockband. Waren Sie denn auch Rockmusiker? Ja – ich spielte Trompete in verschiedenen Bands. Aber wie gesagt: Ich war nie so erfolgreich wie er. Dafür sind Sie schnell – Sie laufen einen Marathon in 3 Stunden 20 Minuten. Das ist nicht so schnell, aber okay. Dougan Typisch: Ehrgeizige Manager laufen Marathon. Warum tun Sie sich das an? Der Laufsport bedeutet mir viel, da bin ich weg vom Telefon und von den Bildschirmen, kann in Ruhe nachdenken. Und, so viel wie ich reise, ist das eigentlich das Einzige, was ich überall tun kann. Oft laufe ich fünf bis sechs

Spiel, Satz, Sieg Im November 2009 vereinbart die Credit Suisse eine Partnerschaft mit Roger Federer. Dougan: «Wir passen perfekt zusammen!»

«Nadal und Grübel gegen Federer und mich – das wär ein schönes Doppel!» Brady

Kilometer – an einem Tag in Doha, bei 45 Grad, und am nächsten in Crans-Montana, bei minus 2 Grad. Leiden Sie nie unter Jetlag? Der kommt erst, wenn ich länger an einem Ort bleibe. Solange ich alle paar Tage weiterreise, ist die Zeitverschiebung kein Problem. Roger Federer sagt, er brauche einen guten Coach. Wer coacht eigentlich Sie? Ich habe verschiedene Bezugspersonen, unsere Verwaltungsräte Hans-Ueli Doerig und Urs Rohner oder meine Kollegen aus der Konzernleitung, aber auch Leute aus anderen Branchen. Ich versuche da offen zu sein und von der Erfahrung unterschiedlicher Leute zu profitieren. Haben Sie einen guten Freund, der Sie seit Ihrer Schulzeit begleitet? Nein, mein Beziehungsnetz beschränkt sich hauptsächlich auf Leute innerhalb der Credit Suisse. Hier habe ich die letzten zwanzig Jahre verbracht – hier sind meine Freunde. Sie sind in zweiter Ehe mit der amerikanischen Ärztin und Forscherin Laura ­Niklason verheiratet. Wann fragen Sie Ihre Frau um Rat? Oft. Manchmal habe ich das Gefühl, sie versteht mich besser als ich mich selbst! Während ich eher intuitiv handle bei Leuten, ist sie sehr analytisch, hat eine enorme Menschenkenntnis. Das hilft. Manchmal tut es auch gut, wenn jemand von aussen kommt und einem eine neue Sicht auf die Dinge gibt. Ist es eine kritischere Sicht? Ich würde eher sagen, eine unverbrauchte, frische Sicht. Sie ist ja stark in der Wissenschaftswelt verankert, weiss weniger über Banking. Oft ist das, was in unserer Branche vor sich geht, schwer zu verstehen. Da tut es gut, wenn jemand von aussen kommt und sagt: «Das verstehe ich nicht, das ergibt für mich jetzt keinen Sinn.» Ihre Frau lebt in den USA, Sie hier. Wie oft sehen Sie sich überhaupt? Ich versuche, ein paarmal pro Monat in die USA zu fliegen. Und sie kommt hin und wieder nach Erlenbach. Sie hat da auch schon eine Lieblingsbäckerei. Dort bekomme man, so sagt sie, den besten Schokoladenkuchen, den sie je gegessen hat! Inwiefern fühlen Sie sich als Schweizer? Ich denke, ich habe einige Wesenszüge, die typisch schweizerisch sind. ­Während man zum Beispiel in Amerika Erfolge gerne pompös feiert, bin ich eher derjenige, der bereits in die Zukunft schaut und sich fragt, was man noch besser machen könnte. Ich weiss schweizer illustrierte

Foto Steffen Schmidt / Keystone

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Locker, zielstrebig, überlegt Credit-Suisse-Chef Brady Dougan im Gespräch.

Fotos Hevé Le Cunff

«Beim Tanzen fällt mir das Führen schwerer als sonst» nicht, ob das eine Stärke oder eine Schwäche ist, aber ich strebe stets nach Verbesserung. Vielleicht sollte ich ab und zu auch einfach mal sagen: «Wow, das war jetzt toll, lasst uns feiern!» Feiern können Sie aber ganz gut, hört man. Ihre Auftritte an Firmenanlässen sind legendär – zum Beispiel in der Rolle als Agnetha von Abba. Natürlich haben wir ab und zu auch Spass. In New York führten wir sogar mal einen Wettbewerb durch: «Dancing with the Stars» hiess das. Da trat das gesamte Senior-Management für einen guten Zweck mit professionellen ­Standardtänzern auf, ähnlich wie in der gleichnamigen TV-Show. Und natürlich hat der Chef gewonnen. Nein. Den Organisatoren wäre es vermutlich zu peinlich gewesen, wenn ich verloren hätte. Deshalb startete ich ausser Konkurrenz und trat jeweils am Ende einer Show auf. Ich hätte es tatsächlich nicht weit gebracht – beim Tanzen fällt mir das Führen schwerer als sonst. Wie führt man denn ein Unternehmen am besten? Egal in welchem Geschäft – das Wichtigste ist, dass man gerne führt. Ich wollte immer unsere Firma und die Menschen, die für die Bank arbeiten, auf ein höheres Niveau führen, hatte klare Vorstellungen wohin, gab immer das Beste in dem Job, den ich gerade hatte – ohne dabei auf den nächsten

Karriereschritt zu zielen. Ruhm, Macht und Geld sind falsche Motivationen für Führungspersönlichkeiten. Das lässt sich leicht sagen – bei einem Einkommen von 90 Millionen Franken. Der grösste Teil stammt aus einem langfristigen Aktienbeteiligungsprogramm aus dem Jahr 2005. Genauer ­gesagt handelt es sich um eine langfristige Investition, die wir vor fünf Jahren gemacht haben und die im Frühjahr 2010 ausbezahlt wurde. Bei dieser Investition hätten im Falle eines Misserfolgs ebenso gut null Franken rausschauen können. Ich verstehe, dass diese Zahlen schwer zu vermitteln sind. Wir müssen noch mehr dafür tun, dass die Leute verstehen, dass solche Be­ träge nicht willkürlich bezahlt werden, sondern dass eine Leistung dafür erbracht werden muss. Fakt ist, dass Sie viel Geld verdienen. Bei Federer beschwert sich niemand, wenn er Millionen kassiert. Bei Ihnen schon. Das zeigt eben sehr gut, dass sich die Debatte um zu hohe Löhne vorwiegend auf Manager von börsenkotierten Unternehmen wie den Grossbanken beschränkt. Bei Künstlern und Sportlern verstehen und akzeptieren die Leute, für welche Leistung sie bezahlt werden – bei uns aber nicht. Es ist aber wichtig, dass die Gesellschaft anerkennt, welche Leistung Grosskonzerne und ihre Führungsteams erbringen. Gerade bei diesen gesamtwirtschaftlich bedeutenden Firmen ist es essenziell, das sie gut geführt werden. Und um die besten Manager zu kriegen, muss man sie am Erfolg beteiligen. Sonst wandern sie zu jenen Firmen ab, die nicht im öffentlichen Fokus stehen und die bei den Löhnen mehr Freiheiten haben. Und wie viel von Ihrem Geld würden Sie auf Federers Sieg wetten? Ich bin Banker, nicht Spekulant. Aber bei Roger hält sich das Investitionsrisiko, glaube ich, in Grenzen (lacht). 


Inhalt

HEFT 50, MONTAG, 13. Dezember 2010

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Leute

Leute Nik Hartmann, Babyboom beim FCZ, Christian Franzoso & Crew, Andreas Caminada, Caroline Ogi & Sylvain Stefanazzi 74 Manuela Pesko Exklusiv. Warum sie ihre Schwangerschaft so lange geheim hielt 92 Lara Stoll Poetisch. Die Zürcherin jongliert mit Worten und ist Slam-Meisterin 94 Michael Schumacher Cool. Warum der Formel-1-Star bereits einen grösseren Kleiderschrank hat als seine Frau 138 Toni Vescoli «Weisst du noch?» SauterellesStar auf Zeitreise mit seinem Ruthli

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u im 8. Monat schwanger! Lange blieb es ihr süsses Geheimnis: Jetzt zeigt Snowboard-Weltmeisterin Manuela Pesko, was sie so glücklich macht! Die Bündnerin erzählt erstmals von ihrer grossen Liebe, ihrer Weltreise, ihren Plänen.

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Politik

Zwischenruf aus Bern Hannes Britschgi über die Wahl von Micheline Calmy-Rey

Comeback

Daniel Albrecht Bewegend. So litten die Eltern mit ihrem verunfallten Sohn

Gesellschaft

Markus Wicki Anders. Und zwar aus Überzeugung! Der GaultMillau-Koch hat zwei Brüder mit Down-Syndrom. Zu dritt wirten sie im «Hirschen», Oberkirch LU

Schicksal

100 Sylvia Meyes Erschütternd. Holzfäller-Drama im Simmental

Shopping

Fotos Thomas Buchwalder (2), Fabienne Bühler

105 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

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u Frech! Sie philosophiert über Enten und Traktoren und wurde damit sogar Schweizer Meisterin! Lara Stoll privat.

94

u Innig! Visite im Kinderspital: In Zürich gewinnt Michael Schumacher keine Rennen, dafür die Herzen der kranken Kids.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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Weekend

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Spiele

Und …

145 Notabene von Chris von Rohr 122 Horoskop 146 Leserbriefe/Impressum

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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Margairaz, Leoni, Tihinen & co.

nachgefragt bei

Nik Hartmann

Fotos Handout, Kurt Reichenbach

Moderator in Spendelaune «SF bi de Lüt»-Gastgeber Nik Hartmann, 38, lebt diese Woche für die Spenden­ aktion «Jeder Rappen zählt» in einer Glasbox auf dem Bundesplatz in Bern. Herr Hartmann, Sie sind wieder in der Glasbox. Ist es eine glückliche Rückkehr? Definitiv. Was für ein hyperaktives Kind der Boxsack, ist für mich die Glasbox. Da kann ich mich richtig ausleben. Härter wird die Woche für meine Frau Carla: allein zu Hause mit unseren drei Buben! Für Sie wird es auch hart. Sie fasten in dieser Zeit. Wie viele Reserven haben Sie sich angefuttert? Dank den Grittibänzen, diversen Weihnachtsessen und dem Samichlaus wiege ich sicher zwei bis drei Kilos mehr. Aber ich getraue mich nicht, auf die Waage zu stehen. Was machen Sie dieses Jahr anders? Ich putze mir öfter die Zähne, denn vom Fasten kriegt man Mundgeruch. Sie wollen also, dass Ihre Boxen-Gspänli Sie gut riechen können? Natürlich. Dafür habe ich sogar noch einen energetischen Duftmix dabei, den mir eine Drogistin geschenkt hat. Aber ehrlich gesagt stinkt der ein bisschen. Muss «Jeder Rappen zählt» ausgerechnet in der Spendenzeit vor Weihnachten stattfinden? Die Aktion ist Teil eines internationalen Konzepts und soll in der stimmungsvollsten Zeit des Jahres stattfinden. Die Menschen sind jetzt emotionaler und wollen schenken, das passt einfach. Andere Hilfswerke wie zum Beispiel Helvetas und Caritas sind über diesen Termin mitten in der Adventszeit nicht glücklich. Das habe ich zur Kenntnis genommen. Es ist aber so, dass sie durch «Jeder Rappen zählt» viel Geld erhalten. Tatsache ist doch, dass die Aktion fast die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Aber die Spendenaufrufe anderer Hilfswerke gehen doch nicht vergessen! Jede Organisation, die ein Projekt führt, das Gutes für Kinder im Krieg tut, hat beste Chancen, einen Teil unserer Spendengelder zu erhalten. Zudem geht es für mich nicht darum, dass ein einzelnes Hilfswerk profitiert – die Menschen brauchen unsere Unterstützung. Wie viel spenden Sie eigentlich selbst? Meine Familie ist spendierfreudig – und zwar querbeet. Damit meine ich natürlich meine Frau und mich. Meine Kinder dürfen ihr Sackgeld selbstverständlich für sich ausgeben.

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Interview aurelia forrer schweizer illustrierte

Babyboom im Letzigrund

u Soll noch einer behaupten, die Spieler des FC Zürich seien nicht treffsicher. Dieses Jahr haben beim Schweizer Meister 2009 zehn Babys das Licht der Welt erblickt! Vaterfreuden erlebten sechs Kicker: Yassine Chikhaoui, 24 (am 29. Januar), Ludovic Magnin, 31 (1. Februar), Chaker Zouaghi, 25 (5. April), Eric Hassli, 29 (1. Mai), Xavier Margairaz, 26 (30. Juli), und Johnny Leoni, 26 (7. Oktober). Dazu wurden vier Klubfunktionäre Papi, etwa Ex-Abwehrchef Hannu Tihinen, 34 (13. Juni). «Vielleicht brauchte wegen des riesigen Drucks der eine oder andere etwas mehr Entspannung neben dem Platz», erklärt Mittelfeld­spieler Margairaz schmunzelnd in der neusten Ausgabe des FCZ-Magazins «93. Minute», das vom Fotoshooting für die neue Babykollektion berichtet (www.fcz.ch/shop). Im Januar kommt übrigens das erste Kind von Stürmer Alexandre Alphonse. Ein wahrlich frucht­barer Verein, dieser FCZ! Ilona Scherer

«Was ist das denn?!», scheint sich Noa Elise (geboren am 30. Juli) beim Fotoshooting angesichts des Riesen-Objektivs zu fragen. Ihrem Papa, FCZNational­spieler Xavier Margairaz, und ­seiner Freundin Leanne ist der Stolz ins Gesicht geschrieben.


Leute

Ein Wunder zum Knuddeln! Giulian Leoni, geboren am 7. Oktober, mit Papa Johnny und Mutter Sandra. «Seit Giulian da ist, gibt es für mich keine schlechten Tage mehr», schwärmt der Walliser FCZ-Goalie.

«Wir kennen das Rezept für ein Mädchen nicht!» Matteo Tihinen machte trotzdem das Glück von FCZ-Legende Hannu Tihinen und seiner Frau Mia am 13. Juni perfekt. Nooa, 7 (r.), und Antton, 6, freuen sich über ihren kleinen Bruder. Die Familienplanung ist nun aber abgeschlossen.


Christian Franzoso & crew

Alle Stars mit an Bord u Während des ganzen Jahres begleiten die «glanz & gloria»-Moderatoren Sara Hildebrand, 23, Annina Frey, 29, Nicole Berchtold, 32, und Christian Franzoso, 37, (v. l.) die Prominenten auf ihren Höhenflügen. Grund genug, auf ihrer Neujahrskarte als Piloten zu posieren. Beim Thema Überflieger des Jahres rumpelt es jedoch an Bord. «Für mich ist es Wikileaks-Gründer Julian Assange», sagt Franzoso. «Skispringer Simon Ammann», widerspricht das jüngste Crew-Mitglied Hildebrand. Eines ist für Frey sicher: «Nächstes Jahr ist es Nicole. Ihr wünsche ich Baby-Glück – mit Zwillingen!» Diese kontert: «Pass auf, am Ende fällt es auf dich zurück!» Mit dieser Flugmannschaft wird 2011 bestimmt turbulent. aurelia forrer

andreas caminada

Der Meister ist verliebt u «Äh, also Küssen schmeckt … Das habe ich mir noch nie überlegt. Der Geschmack geht über in … mmh … das packt einen einfach, die Fantasie spielt verrückt, man fällt in eine Art – Liebesfantasie», schwärmt Andreas Caminada, 33. Der Koch des Jahres 2008 und 2010 hat sein Herz verschenkt. Dass verliebte Köche ihre Speisen versalzen, «stimmt tatsächlich», sagt der Bündner, der gerade mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet worden ist, «ich weiss aber nicht, warum. Man schwebt halt …» Wie jemand rieche, sei zentral, wenn er sich verliebe, verrät er in der neuen SI Style. An seiner Freundin schnuppere er am liebsten am Hals. Er liebe zwar frische Düfte: «Aber ich finde es auch schön, wenn eine Frau nach sich selbst riecht. Manchmal ziehe ich ein Kleidungsstück meiner Freundin an», sagt Caminada. «Nicht, was Sie denken! Ein T-Shirt oder einen Pulli, wenn ich zu wenig Sachen dabeihabe, meine Liebste wohnt in Amsterdam.» YZ


Leute wer liebt wen

Baby- und Hochzeitssegen u Kindersegen für «Weltwoche»-Chef­ redaktor und Verleger Roger Köppel, 45: Seine Gattin Bich-Tien, 35, erwartet ihr zweites Baby. Im Frühsommer bekommt Söhnchen Karl Lukas, 1, ein Geschwisterchen. u Still und heimlich ging TV-Kupplerin ­

Über die Liebe, das Kochen und sein Graubünden Andreas Caminada im grossen Interview mit der neuen SI Style.

u Hollywood feiert das süsseste Prominenten-Paar des Jahres: Country-Superstar Taylor Swift, 20, und Schauspieler Jake Gyllenhaal, 29. Paparazzi-Bilder zeigen, dass sich die beiden keine Minute aus den Augen lassen. Zu Thanksgiving soll Swift ihren Freund daheim in Nashville ihrer Familie vorgestellt haben.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Stéphanie Berger u Francine Jordi u Jan Bühlmann u Maja Brunner u DJ Antoine u H. R. Giger

Mehr People-News:

www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

Fotos Thomas Buchwalder, Maurice Haas für SI Style, Kurt Reichenbach, tilllate.com, Dukas (2)

Sheril Leemann, 27, den Bund fürs Leben ein. Die «Super Single»-Moderatorin heiratete bereits im Oktober ihren Freund Chris Hanselmann, wie jetzt herauskam. Klein, aber fein war die Hochzeit. Sheril verrät: «Ich bin zwar noch nicht schwanger, aber unser Kinderwunsch war der ausschlaggebende Grund zur Hochzeit.» Denn: «Ohne Ring am Finger – so sagte ich immer – gibt es auch keine Kinder.»

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Leute 34 frisch renovierte Zimmer: Caroline Ogi und Sylvain Stefanazzi in einer der beiden «Walliserhof»-Suiten.

Caroline Ogi & Sylvain Stefanazzi

Vier Sterne für Ogis Tochter

Fotos Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker, Keystone

u «Direktorin» steht auf der Visitenkarte von Caroline Ogi, 35. Seit dem 1. Dezember führt die Tochter von alt Bundesrat Adolf Ogi zusammen mit ihrem Partner Sylvain Stefanazzi, 31, den «Walliserhof» in Zermatt VS. Sie betreut die Gäste, er dirigiert das Küchenteam. Auf der Karte stehen Adolf Ogis verehrte Hacktätschli – natürlich nach Original-

rezept seiner Gattin Katrin. Stefa­nazzi, Unterwalliser mit italienischen Wurzeln, serviert sie auf frischen Tagliatelle mit Tomatensauce. Der Wunsch, der eigene Chef zu sein, wuchs im Ausland: Vergangenen Winter weilte das Paar während der Olympischen Spiele in Vancouver als Gastgeber im House of Switzerland in Whistler Mountain. «Wir

beschlossen in Kanada, dass wir uns zu Hause nach einem Hotel in den Bergen umschauen.» Jetzt sind sie Gastgeber in einem der traditionsreichsten Häuser in Zermatt. Nie hätte Caroline Ogi gedacht, eines Tages den Vier-SterneBetrieb zu führen: «Als Teenie verbrachte ich mit meiner Gotte immer meine Skiferien hier.» yvonne Zurbrügg

Rose

kaktus

simonetta sommaruga Bundesrätin u Kluger Schachzug der neuen Justizministerin: Für die Umsetzung der Ausschaffungsinitiative bindet sie die SVP mit zwei Sitzen in die siebenköpfige Arbeitsgruppe ein. Das Präsidium besetzt sie mit Heinrich Koller, unter Christoph Blocher Chef des Bundesamtes für Justiz. Damit packt sie den Stier bei den Hörnern und nimmt die SVP in die Pflicht. Ihr Vorgehen, liebe Frau Sommaruga, verdient unsere Rose. Diese wurde zwar im Ausland gezüchtet, ist aber – so hoffen wir – trotz ihren gefährlichen Dornen vor einer Ausschaffung aus Ihrem Büro geschützt.

Carlo Kilchherr Zehn Tage lang Thuner Gemeinderat u Frisch gewählt – und sofort zurückgetreten. Der Malermeister und SVP-Politiker Carlo Kilchherr, 55, wird Ende November in die Thuner Stadt­regierung gewählt. Kilchherr glaubt, er trete ein 30- bis maximal 50-Prozent-Pensum an, verlangt wird aber ein 80-Prozent-Einsatz. Zu viel für den Inhaber eines Maler- und Gipser­geschäfts. Zehn Tage nach seiner Wahl tritt er zurück. Ja hätten Sie sich das nicht früher überlegen können, Herr Kilchherr? Für Ihre Blauäugigkeit gibts unseren Kaktus. Keine Angst, dessen tägliche Pflege erfordert allerhöchstens ein 2-Prozent-Pensum. schweizer illustrierte

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Hochschwanger und wunderschÜn Manuela Pesko wird im März erstmals Mutter. Mit dem Vater, Immobilien-Unternehmer Remo Stoffel, wohnt sie in Chur.

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Babyglück

Ein gutes BauchGefühl Text ilona scherer Fotos thomas buchwalder

D

ie Hände ruhen sanft auf dem Bäuchlein. Ihre grünen Augen leuchten noch mehr als sonst. Manuela Pesko, 32, steht das Glück ins Gesicht geschrieben: Im März wird sie zum ersten Mal Mutter. Ein Glück, das sie bis jetzt für sich allein behalten und geniessen wollte. Noch nicht mal ihre Beziehung zum Bündner Unternehmer Remo Stoffel, 33, war bekannt. Die Halfpipe-Weltmeisterin von 2007 hatte nur ihren engsten Kreis eingeweiht.

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft, Frau Pesko! Danke! Es ist wirklich ein Geschenk und ein Glück. Ich bin extrem dankbar.

Wie erlebten Sie die ersten sieben ­Monate? Als sehr schön! Obwohl mir die ersten fünf Monate schlecht war. Aber die Vorfreude aufs Baby machte es erträglicher. Bub oder Mädchen? Wir lassen uns überraschen. Bis jetzt konnte man es noch nicht erkennen, weil das Baby beim Ultraschall immer un­günstig lag. Hauptsache, es ist gesund. Wie haben Sie es geschafft, das Bäuchlein so lange zu verstecken? Meine Familie weiss es natürlich schon lange. Ich wollte mein süsses Geheimnis für mich behalten und geniessen, ohne dass es die Öffentlichkeit weiss. Mit Verlaub: Den Bauch sieht man jetzt sehr gut … Ich habe mich ja nicht versteckt, war sogar Ende September noch beim u

Kleid by Enna Sue; Schmuck De La Farouche

Sie galt als eine der begehrtesten Single-Frauen des Landes. Jetzt ist Snowboard-Weltmeisterin manuela pesko im achten Monat schwanger. Exklusiv lüftet sie das Geheimnis um den Papi ihres Babys.

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Babyglück

Wollpulli by H&M; Woll-Pelzdecke by Manor

«Ich wollte mein süsses Geheimnis so lange wie möglich für mich behalten und geniessen»

Sinnlich und sensibel Manuela Pesko geniesst ihre Schwangerschaft und die Veränderungen in ihrem Körper. u Zurich Film Festival und an der ­ aureus Charity Night – umhüllt von L luftigen Kleidchen. Niemand hats bemerkt. Und ab Oktober war ich zwei Monate auf Reisen. Jetzt, wo ich zurück bin, ist es aber kaum noch zu verbergen. Ist es ein Wunschkind? Nun, ich hatte meine Leidenschaft fürs Snowboarden noch mal ausgelebt und konnte mich für die Olympischen Spiele in Vancouver qualifizieren. Im Mai schloss ich meine Marketing- und Verkaufsausbildung in Zürich ab. Dann war ich offen für Veränderungen. Dass es aber so schnell geht, hat auch mich überrascht.

Noch überraschter ist nun die Öffentlichkeit: Man wusste ja nicht einmal,

dass Manuela Pesko überhaupt liiert ist. Die Bündnerin galt als Single, hatte viele Verehrer. Dabei ist sie schon seit Sommer 2009 mit Remo Stoffel ­zu­sammen. Sie habe sich jedoch Zeit nehmen wollen, um ihn richtig ­kennenzulernen, sagt sie. Wo haben Sie Remo getroffen? Wir wurden uns 2008 bei einem Anlass vorgestellt. Obwohl ihm das Hotel Kurhaus in Lenzerheide gehört, das etwa hundert Meter von unserem Familiengeschäft Pesko Sport liegt, kannten wir uns vorher nicht. Er ­wohnte in Chur. Er gefiel Ihnen sofort? Ich hätte sehr gerne ein paar Worte mit ihm gewechselt, doch es kam nicht dazu. Bis ich an der Bar stand und

ihm gehört ihr herz u Remo Stoffel, 33, ist in Vals GR

aufgewachsen. Er absolvierte eine Banklehre bei der UBS-Vorgängerin SBG in Chur. 2005 kaufte er die Liegen­schaftenfirma Avireal aus der Swissair-Konkursmasse. Seine ­Geschäfte sind umstritten. Unternehmer Stoffel ist zuversichtlich, dass die Vor­würfe bald vom Tisch sind.

Immobilien-Unternehmer Remo Stoffel.

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vergeblich versuchte, ein Getränk zu bestellen. Plötzlich stand Remo am anderen Ende der Theke und fragte mich mit Handzeichen, was ich trinken möchte. «Einen Gin.» Er bestellte und schob das Glas mit Schwung über die ganze Theke direkt in meine Hand. An allen vorbei. Filmreif! Ihre ersten Gedanken nach dem positiven Schwangerschafts-Test? Ui, was sage ich nun meinem Partner? Und was mache ich jetzt? Ich war etwas durcheinander, obwohl ich ja irgendwie damit rechnen musste. Und wie reagierte Ihr Freund? Ich konnte es nicht lange für mich behalten und sagte, dass ich ihm eine freudige Mitteilung machen müsste. Remo hatte mit vielem ge­ rechnet, aber nicht damit. Er nahm mich sofort in den Arm. Das war schön. Er unterstützt und umsorgt mich sehr. Wenn ich verspannt bin, massiert er mich. Wie gehen Sie als Sportlerin mit Ihrem veränderten Körper um? Ein grosses Thema für mich! Schliesslich war ich ein Sixpack gewohnt. Aber dieses Bäuchlein wächst ungefragt. Jetzt sehe ich schon meine Füsse nicht mehr! Die Bewegungen werden tapsig. Für mich war es immer normal, dass ich meine Koffer selber vom Gepäck- u


Tanktop & Jeans by H&M; Decke by Manor; Styling / Hair & Make-up Julia Grunz

Babyglück

Von der Sportlerin zum Vollzeit-Mami Die Bündnerin freut sich auf ihr neues Leben. u band

hebe. In unseren Ferien hat Remo nun die Koffer geschleppt. Das war herzig.

Letzte Woche ist das Liebespaar von einer zweimonatigen Weltreise durch die USA, Neuseeland, die Südsee und die Philippinen zurück­gekehrt. Eine Weltreise als Schwangere?! «Warum denn nicht?», fragt die braun gebrannte Bündnerin keck zurück. «Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl. Auch mit dem Baby, wenn es dann da ist.» Zwei Monate zu zweit reisen – ein echter Beziehungstest. Bestanden? Beim Reisen lernt man sich richtig kennen. Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis! Der Trip war schon länger geplant. Remo und ich haben beide in den letzten Jahren viel gearbeitet und noch nie eine längere Auszeit genom­ men. Wir wollten die Zweisamkeit geniessen, bevor ein neuer Lebens­ abschnitt beginnt. Einen Stress gibts schon noch. Ihr Partner ist geschäftlich mit happigen Vorwürfen konfrontiert. Ich kenne diese Vorwürfe. Aber diese Geschichte ändert nichts an unserer Beziehung. Der Fall ist jetzt beim Richter. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich diese unangenehme An­ gelegenheit in Kürze klären wird. Gesundheitlich ging auf der langen Reise alles gut? Ja. Vor dem Abflug unterzog ich mich einer grossen Kontrolle. In Neuseeland liessen wir in einem Spital eine Ultra­ schall-Untersuchung machen. Alles in Ordnung. Ich musste nur Stützstrümpfe zum Fliegen tragen, und die Hitze bekommt mir nicht mehr so gut. Doch ich habe Tennis gespielt, geschnor­

chelt, ging schwimmen und spazieren. Gabs vielleicht sogar einen Heirats­antrag? Wir haben jetzt erst mal unsere Be­ ziehung mit Inhalt gefüllt. Nun kommt schon bald das Baby. Jetzt sind andere Themen wichtiger. Welche Werte werden Sie Ihrem Kind mitgeben? Wir wollen es in seinen Stärken und Leidenschaften fördern. Und ich denke, man muss seinem Kind auch gewisse Richtlinien mitgeben. Das ist wichtig. Und behütet soll es aufwach­ sen können. Mit einem Vollzeit-Mami? Wir haben eine konventionelle Rollen­ verteilung. Remo ist fürs Geschäftliche zuständig, ich fürs Privatleben. Aber ich würde gerne nebenbei für die Jugendförderung im Sport aktiv sein. Auch das Thema Nachhaltigkeit liegt mir als werdende Mutter sehr am Herzen. Es gibt da ein paar Ideen, die aber noch nicht spruchreif sind. Nur noch zweieinhalb Monate bis zur Geburt. Ist die Babyausstattung schon komplett? Das Kinderzimmer ist mit Hardware ausgerüstet. Nur die Deko fehlt noch. Jetzt habe ich ja Zeit. Wo wird das Kind zur Welt kommen? Ganz normal im Spital. Vielleicht suche ich mir noch eine Hebamme, die mich in der Schwangerschaft begleitet und dann bei der Geburt ebenfalls an meiner Seite ist. Und ich muss mich jetzt unbedingt für den Geburtsvor­bereitungskurs anmelden. Wann werden Sie wieder auf dem Snowboard stehen? Mal sehen, ob das Grossmami an Ostern Lust hat, ihr Enkelkind zu hüten. Dann könnte ich vielleicht den letzten Schnee noch mal geniessen. 


zwischenruf

Gedemütigte «Cruella» micheline calmy-rey gilt als schwierig. Im Aussendepartement heisst sie «Cruella», die Grausame. Sie regiert mit harter Hand und Eigensinn. Fürs Parlament Grund genug, sie abzustrafen. Von Hannes Britschgi

N

ichts an ihr ist Durchschnitt. Bei Micheline Calmy-Rey strebt ­alles ins Ausserordentliche: ihr Lachen, ihre Frisur und jetzt auch noch ihr Wahlresultat. Eine historische Tiefstmarke: 106 Stimmen. Am Mittwochmorgen sagt Nationalratspräsident Jean-René Germanier mit fester Stimme ins Saalmikrofon: «Est élue avec 106 voix – Madame Micheline Calmy-Rey.» Dann lacht die neue Bundespräsidentin trotz allem in die Kameras. Botschaft: Gewählt ist gewählt. Und das miserable Resultat, Frau Bundes­rätin? «Ich betrachte das als politisches Spiel. Das hat keine Bedeutung.» Die Aussenministerin gibt sich hart im Nehmen. Schliesslich kommt sie aus dem kleinen Walliser Bergdörfchen Chermi­gnon. Das verpflichtet. Ver­ traute wissen aber, Micheline ­Calmy-Rey fühlt sich ungerecht behandelt. Die 106 Stimmen sind eine tiefe narzisstische Kränkung.

Foto Nathan Beck

Das Parlament hat nicht nur die ungeliebte Magis­ tratin verletzt. Es hat der Regierung Schaden zugefügt. Vorsätzlich demontieren die Volksvertreter die künftige Bundespräsidentin. Und mit ihr exakt die Person, die als Primus inter Pares, als Erste unter Gleichen, den Bundesrat durch das schwierige Wahljahr 2011 führen muss. Das ist heuchlerisch und zynisch. Das Trauerspiel hätte sogar noch eine Steigerung erfahren sollen: Die Gegner wollten Calmy-Rey in einen zweiten Wahlgang zwingen. Nur haben sie sich dann ver­heddert. Am liebsten hätte das Parlament die Aussen­minis­terin ganz ins Messer laufen lassen, wäre da nicht die Angst vor dem Wahlvolk gewesen. «Die Bürger wollen nicht schon wieder ein Theater im Parlament. Sie wollen endlich Ruhe», meinte ein bürgerlicher Strippenzieher im Parlament. Aber selbst diese Einsicht wäre wohl in den Wind geschlagen worden, hätte die nachrückende Bundesrätin nicht Eveline Widmer-Schlumpf geheissen. Die Blocher-Verhinderin war dann eben doch keine Alter­ native. Warum wurde Calmy-Rey derart gedemütigt? In den Augen ihrer Gegner ist das Sündenregister lang.

Fangen wir mit der Todsünde an: Calmy-Rey gibt der Schweiz eine Aussen­ politik. Eine mit Profil und Gesicht. Dem Profil gab sie den Titel: «Aktive Neutralitätspolitik». Für die SVP ist das fast schon Staatsverrat. Zu den Sünden: Sie macht nicht nur Aussenpolitik, sie inszeniert sie auch noch. Am 20. Mai 2003 schreitet sie symbolträchtig über die Demarkations­ linie zwischen Nord- und Südkorea. Am 10.  Oktober 2009 vermittelt sie in Zürich zwischen der Türkei und Armenien, Seite an Seite mit US-Aussenministerin Hillary Clinton. Am 14. Juni 2010 schaut Calmy-Rey zu, wie neben ihr Max Göldi auf dem Flughafen Kloten seine Frau in die Arme schliesst. In der Libyenkrise muss sie sich Kom­ petenzüberschreitungen, Sologänge und Indiskretionen vor­ werfen lassen. Da ist sie im Bundesrat in «guter» Gesellschaft. Warum muss sie dann alleine abgestraft werden? «Autori­tär», «eigenwillig», «selbstbezogen» soll sie sein und damit vor allem für ihre Mitarbeiter im Departement recht schwierig. Die nennen ihre Chefin «Cruella», die Grausame. Waren Pascal Couchepin oder Moritz Leuenberger für ihre Mitarbeiter einfacher? Zu den lässlichen Sünden: Bei allem Gejammer über schwache Figuren im Bundesrat, Micheline CalmyRey gehört nicht dazu. Sie hat die Hosen an, und für viele liegt wohl da das Problem. Während Bürgerinnen und Bürger Calmy-Rey für ihren Punch und ihre klaren Ansagen schätzen, beklagen sich Parlamentarier wehleidig darüber, dass Calmy-Rey ihnen das Duzis noch nicht angetragen hat. Mein Gott, wo sind wir eigentlich! Trost kommt von US-Botschafter Donald Beyer. Nicht via Wikileaks, sondern via «Tages-Anzeiger»: «Ich bin sehr froh, dass Frau Calmy-Rey gewählt wurde.» Er schätzt ihre Arbeit: «Die Schweiz hat sich im Konflikt zwischen Armenien und der Türkei profiliert. Sie engagierte sich in Georgien und Sri Lanka. Sie vermittelt für uns mit dem Iran und hat viel möglich gemacht.» Wenigstens eine Stimme mehr für Calmy-Rey.  Hannes Britschgi, 55, ist Publizist bei Ringier. Zuvor war er Chefredaktor von «SonntagsBlick» und «Facts» sowie Chef der «Rundschau».


comeback

Ganz Fiesch fieberte mit Beatrice und Martin Albrecht tragen mit Stolz die Albright-Jacken ihres Sohnes. «Danis Leistung war fantastisch.»

Das Wunder v Ihr Dani fährt wieder Weltcup-Rennen. Niemand ist darüber glücklicher als Beatrice und Martin Albrecht. «Er wollte nie etwas anderes. Und wir wussten, er schafft es.» Angst um ihren Sohn haben sie keine.

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Text Alejandro Velert Fotos Kurt Reichenbach

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ie Zeit der Ängste und Sorgen, des Hoffens und Bangens ist endlich vorbei. Entspannt sitzen die Eltern von Skistar Daniel Albrecht in ihrem Restaurant Walliserkanne in Fiesch VS. Ihr Sohn ist gesund. Mehr noch: Er fährt wieder Ski – und wie! In seinem Comeback-Rennen belegte er in Beaver Creek den 21. Rang. Eine Klassierung, die bald zwei Jahre nach seinem schlimmen Sturz in Kitzbühel an


Teufelskerl! Daniel Albrecht hat das Unmögliche geschafft. Nicht mal zwei Jahre nach dem SchädelHirn-Trauma fährt er wieder in die Weltspitze.

on Fiesch ein Wunder grenzt. Beatrice Albrecht, 57: «Er kündigte mir schon vor dem Rennen via SMS an, dass es gut kommen werde. Ich solle mir keine Sorgen machen.» Am 22. Januar 2009 sitzen Beatrice und Martin Albrecht, 64, in der Lobby des Hotels Sailer in Innsbruck. Sie stehen unter Schock. Am Vormittag ist ihr Sohn auf der Streif brutal gestürzt. Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma. Dani kämpft um sein Leben. Vater Martin beantwortet ein paar Fragen, wirkt völlig abwesend. Mutter Beatrice bringt kein Wort heraus. «Das waren die schwersten

Stunden in unserem Leben», sagen sie heute. Nur wenige glauben an ein Comeback des Ski-Weltmeisters von 2007. «Wir kennen ihn besser», sagt ­Martin Albrecht und lächelt: «Ich wusste immer, dass er es schafft. Was sich Dani in den Kopf setzt, erreicht er auch.» Deshalb sei es ihnen auch nie in den Sinn gekommen, ihn vom Comeback-Versuch abzuhalten. «Im Gegenteil. Hätte er auf dieses Ziel nicht hinarbeiten können, ginge es ihm jetzt schlechter», sagt der Vater.

Der Skisport steckt Daniel Albrecht in den Genen – unauslöschlich. Seine ersten Ski waren eigentlich ein Weihnachtsgeschenk für seinen Bruder ­Fabian, 29. Klein Dani, er konnte knapp ­gehen, schnappte sich das Paar und gab es nicht mehr her. «Am Morgen war er der Erste auf der Piste, am Abend der Letzte», erzählt die Mutter. «Und die Ski­ schuhe zog er erst aus, wenn er ins Bett musste. Auch das nur widerwillig!» Angst, weil ihr Sohn nun wieder die Weltcup-Pisten runterrast, haben die Albrechts nicht. Martin: «Respekt, ja. u schweizer illustrierte

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Comeback Jetzt ist Geduld gefragt «Die laufende Saison wird für Dani ein Lehrjahr sein», sagt Vater Martin Albrecht.

«Man kann Dani den Skisport nicht wegnehmen. Er steckt in seinen Genen» Martin albrecht uAber

Dani möchte noch viele Jahre ­ rofi sein. Soll ich jetzt die ganze Zeit mit P der Angst leben? Ich fürchte mich mehr vor einem Strassenunfall, wie es kürzlich in Schweden den Europacup-Trainern passierte.» Am 15. Februar 2009, drei Wochen nach dem Horrorsturz, wird Daniel Albrecht ins Berner Inselspital verlegt. «Als er zum ersten Mal auf­ wachte, war das sehr emotional», sagt die Mutter. «Und schon bald fragte Dani einen Arzt, was das für Maschinen um ihn herum seien, und hörte sich die ­Erklärungen interessiert an. Für einen Moment schien alles normal zu sein.» Doch der Schein trügt. Danis Ge­ dächt­nis ist ausgelöscht. Er erkennt ­weder Eltern noch Freundin, weiss nicht mal seinen Namen. «Das war kaum zu verkraften», sagt der Vater. Jeden Tag fahren er, die Mutter oder sein Bruder Fabian von Fiesch nach Bern, um bei Dani zu sein. Beatrice: «Bei unseren ersten Spaziergängen im Spital-Park waren Danis Augen leer und ausdruckslos. Später erfuhr ich, dass er eine Art Entzug durchmachte, weil die Medikamente, die ihn im künstlichen Tiefschlaf gehalten hatten, so stark gewesen waren.» Im Hotel des Alpes, das die Albrechts ebenfalls in Fiesch führen, stürzen sie sich in die Arbeit. «Zum Glück gibt es hier immer was zu tun, das lenkte ab», sagt Martin. Die Unterstützung im Dorf ist riesig. «In der Kirche wurde für Dani gebetet. Wir haben viele schöne und bewegende Briefe erhalten. Auch von Eltern, die weniger Glück hatten als wir.» Die Sorgen in den schwierigen Anfangswochen weichen schon bald der

Freude über die regelmässigen Fortschritte ihres Sohnes. «Man muss in einer solchen Situation immer die Erfolge sehen und nie das, was noch fehlt, sonst würde man verrückt. Und weil es mit ihm stets vorwärtsging, konnten wir immer positiv bleiben», sagt die 57-Jährige. Inzwischen können die Eltern sogar über einige Bemerkungen lachen, die Dani im vollen Ernst im Spital gemacht hatte. Zum Beispiel, als er einer Pflegerin sagte, dass er in diesem Hotel täglich ein ­gemachtes Bett erwarte. Oder die Frage an den Vater, ob das hier sein neues ­Geschäft sei. Beatrice und Martin Albrecht wissen: Nicht nur sein Wille und seine Sturheit haben Dani das Comeback ermöglicht. «Er hatte ganz einfach auch Glück. Und dafür sind wir unendlich dankbar.» Vater Martin, der 1977 Weltmeister im Skibob war, ist überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Dani auch eine Abfahrt bestreitet. «Die laufende Saison wird für ihn ein Lehrjahr sein. Aber früher oder später wird er wieder um Podestplätze kämpfen», sagt er. «Und wenn Dani in Kitzbühel fahren sollte, werde ich garantiert dort sein. Mit der Streif haben wir nämlich eine Rechnung offen.» Nicht so Mutter Beatrice. Wenn es einen Ort gibt, wohin sie nicht gehen möchte, dann ist es Kitzbühel. ­«Ansonsten macht es keinen Unterschied, ob ich bei einem Rennen weg- oder hin­sehe. Ich mache mir ohnehin Sorgen.» Ein Happy End also: Nicht nur Daniel ­Albrecht, auch seine Eltern haben jetzt ihr «altes» Leben wieder. 


Diese Geschwisterliebe geht durch den Magen. Die Wicki-Brüder Thomas, Markus und Andreas wirten im «Hirschen» in Oberkirch LU. Sie sind anders – «und zwar aus voller Überzeugung!». Zwei von ihnen haben das Down-Syndrom.

Das Wicki-Rez 86

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Handicap Kochende Bruderschaft Die Wickis im Gaststübli im «Hirschen». Von links: Thomas, 47, der älteste – «drum müsste ich doch eigentlich der Chef sein!» –, Markus, 46, «Hirschen»-Chef, und Andreas, 41, der jüngste und lustigste.

ept


Text Marcel Huwyler Fotos Kurt reichenbach

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anchmal würden zwei der drei Brüder den Küchenschurz am liebsten hinschmeissen. Es gibt schwierige Tage, da möchte Thomas, 47, einfach nur Tierfilme schauen, Jodel-Musik hören, dazu an einem Kafi Lutz nippen. Stattdessen – er schnaubt und stülpt seine schwere Zunge über die Unterlippe – muss er sich anweisen lassen, von seinem mittleren Bruder, dem Markus, von dem die Leute sagen, er sei hier der Chef im «Hirschen». Und Andi, 41, der jüngste, mit der modischen Brille, eilt an solch komplizierten Tagen schon mal zum alt Gemeindeschreiber im Dorf und bittet diesen, für ihn die Kündigung zu schreiben. Weil sein Bruder Markus, der Chef, «der Strenge der», ihn nicht in Ruhe lässt. «Stimmt, ich bin der Strenge!» Markus Wicki lacht und betont, wie richtig und wichtig es ist, den «Strengen» zu markieren – warum, das will er gern später ausführen. 46 Jahre alt ist Wicki, Spitzenkoch, mit 14 GaultMillau-Punkten be­ wertet, Gastronom und Hotelier im

«­ Hirschen» in Oberkirch bei Sursee LU, seinem Elternhaus. Und er ist vor allem auch Bruder. Vollzeitbruder. «So chömmet», sagt er und bringt seine zwei Brüder in Schuss, «Schüübe suuber binde, Mözze richtig uf de Chopf». Die zwei umarmen ihn, strahlen; Thomas küsst ihm gar den Handrücken, Andreas lehnt sich bei ihm an und lächelt wie ein Schelm. «Wir sind anders», sagt Markus Wicki, «und das sehr gerne. Und aus voller Überzeugung!» Thomas und Andreas haben das Down-Syndrom. Und sind doch im Gastrobetrieb integriert. Behinderung, sagt der «Hirschen»-Chef, ist hier Alltag. Wer das nicht akzeptiert, der geht besser, «das gilt für Gäste und Angestellte». Das war nicht immer so. Früher arbeiteten seine Brüder in einer Behindertenwerkstätte. Vor allem bei Thomas, zwanzig Jahre war er dort, hinterliess das Spuren. Er litt an Gicht, Rheuma und Diabetes, ass mit Heisshunger Ungesundes und litt an massivem Übergewicht. Da beschloss Markus Wicki, der den «Hirschen» von seinen Eltern übernommen hatte, auch Thomas im heimischen Betrieb zu integrieren. Bei Andi, dem ­aktiveren, pfiffigeren, hatte das schon u

«Chomm Bueb» Mutter Maria Wicki, 73, richtet ihrem Thomas den Hemdkragen. Die beiden Söhne wohnen bei ihr in Sursee LU.

«Behinderung ist hier Alltag. Gäste, die das nicht begreifen, sind unerwünscht» Markus Wicki


handicap

Zweifel am Herd Unter Anleitung von Markus Wicki (r.) röstet Andi für eine Suppe Hummer an. Er beäugt die Krustentiere vorsichtig und fragt: «Uuu, sind die auch wirklich tot?»


Jahre vorher ja auch funktioniert. Und wirklich: Keine drei Monate war Thomas im «Hirschen», da waren all seine Krank­ heiten und zwanzig Kilo Übergewicht verschwunden. Das klappt aber nur, sagt Markus, weil er in den Augen seiner Brüder sehr streng ist. «Streng sein» ist für Thomas und Andi das Gegenteil von «Lass uns faulenzen». Markus holt seine behinderten Brüder in den Alltag, ins Leben zurück, beschäftigt, fördert, aber fordert sie auch. Jeder hat seine Ämtchen: Park­ platz wischen, Karton und Flaschen ent­ sorgen, abwaschen, Milch holen und

u

MyHandicap «Jobs für Behinderte – Behinderte für Jobs» ist ein gemeinsames Programm der gemeinnützigen Stiftung MyHandicap, des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV und dem Medienhaus Ringier. Ziel ist die bedarfsgerechte Berufsausbildung und wirkungsvolle Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Auf www.myhandicap.ch finden Arbeit suchende Betroffene, Arbeitgeber und unterstützende IV-Stellen zusammen.

«Die Arbeit im Betrieb gibt meinen Brüdern Sicherheit, Rhythmus und Selbstwertgefühl» Markus Wicki ­ atürlich die Küchenarbeit. Thomas ist n ein leidenschaftlicher Gemüserüster, Andi brät virtuos Fleisch, sehr virtuos: Statt es einmal zu wenden, wirbelt er das Steak strahlend auf dem Grill herum. Markus ermuntert, kontrolliert, kor­ rigiert. Er lässt nicht locker, treibt seine Brüder an, lobt, lehrt, scherzt, schimpft

und umarmt. Und hat Erfolg. Die Arbeit im «Hirschen» gibt seinen Brüdern Halt, Rhythmus, Sicherheit und – für Markus am wichtigsten – Selbstwertgefühl. Tho­ mas etwa hatte 37 Jahre lang eine Riesen­ angst vor dem Treppensteigen, wie ein fiebriges Kind trippelte er die Stufen hin­ ab. Also fing Markus mit ihm an zu trai­ nieren. Stundenlang. Tagelang. Treppen steigen. «Therapiestunden» nennt es Markus. Heute wetzt Thomas mit Gemü­ sekisten oder Weinflaschen mühelos die Kellertreppe hoch und runter. Markus Wicki ist überzeugt, dass jeder Betrieb, jede Firma geistig oder kör­ perlich Behinderte anstellen sollte. «Da­ mit unsere Gesellschaft wieder eins wird, neu zusammenfindet.» Das sei eine Berei­ cherung für alle. Der «Hirschen» machts vor. Interessierte kommen hierher, stau­ nen über «die Integration von Behinder­ ten in einen Betrieb mit hohem Niveau»


Handicap

Profis am Sparschäler Thomas (genannt Thomy-Senf) und Andi (l.) bei einer ihrer absoluten Lieblingsarbeiten in der «Hirschen»-Küche: Gemüserüsten.

und wünschen explizit von den «anderen» Brüdern bedient zu werden. Das Wicki-Experiment braucht viel guten Willen, Zeit und Nerven. Nicht immer läuft alles rund. Menschen mit Down-Syndrom können schlecht mit Druck und Hektik umgehen. Schalten sie dann auf stur, gerät das sonst so emsige, lustige Team schnell in Teufels Küche. Dann, sagt Markus Wicki, muss er seine Brüder einfach nur in Ruhe lassen. Und halt schmunzelnd akzeptieren, dass Thomas über den «strengen Chef» klönt und Andi den alt Gemeindeschreiber wieder mal bittet, für ihn das Kündigungsschreiben aufzusetzen. In solchen Momenten sind Geduld und Gelassenheit gefragt, Andi und Thomas beruhigen sich schon wieder. Und kommen spätestens dann dazu, wenn es Zeit ist. Zeit für den schönsten Moment des Tages. Für den sich alle drei Brüder gleichermassen begeistern. Egal, ob behindert oder nicht, diese eine Sache verbindet die Wickis, führt sie immer wieder zusammen – das gemeinsame Essen, Schlemmen und Geniessen. Und ab und zu, Andi und Thomas glucksen vergnügt, «gibts danach sogar ein Schnäpsli».  


Poesie

Die WortAkrobatin

Sie philosophiert über Traktoren, Enten oder den Duden – und kann davon leben. lara stoll ist die beste SlamPoetin der Schweiz. Dabei findet sich die Thurgauerin eigentlich «recht normal».

Text sandra casalini Fotos fabienne bühler

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rosse dunkle Augen mit langen, dichten Wimpern. Volle Lippen, ein scheues Lächeln. Nein, Lara Stoll, 23, ist keine Miss-Schweiz-Kandidatin. Und auch nicht die neuste Ent­ deckung vor der Filmkamera. Lara ist Schweizer Meisterin in Slam-Poetry. «Slams sind Dichterwettbewerbe», erklärt die Thurgauerin, während sie in der kleinen Küche ihrer Einzimmerwohnung mitten in Winterthur hantiert. «Wir rezitieren auf der Bühne selbst geschriebene Texte, egal, ob ernst, lustig oder traurig. Requisiten sind verboten. Die Jury ist das Publikum, und als Preis gibts eine Flasche Schnaps.» Das erklärt die ansehnliche Sammlung von Whisky- und Absinth-Flaschen, die Laras Küchen­ regal zieren. Schon als Kind habe sie gern Geschichten geschrieben. Vor knapp sechs Jahren war sie erstmals an einem Poetry-Slam. «Mich faszinierte, wie einfach man Leute unterhalten kann.» Lara probierte es aus – und hatte Erfolg. Nach der Matura machte sie zwei Praktika bei verschiedenen Fernsehsendern, merkte aber bald: «Das ist nicht das Richtige für mich.» Dann kam ein längerfristiges Engagement beim Casinotheater Winterthur, und seit eineinhalb Jahren «slammt» Lara Stoll professionell. Zurzeit ist sie mit ihrem ersten abendfüllenden Programm unterwegs. Es heisst «Hanni, Nanni und ich» (www.larastoll.ch) und

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ist «eine Mischung aus Lesung, Slam, Theater und Musik». «Ich gehe einfach mit offenen Augen und Ohren durch die Welt», erklärt Lara ihre «Arbeitstechnik». «Dann schreibe ich über das, was mich gerade beschäftigt, dies meist ironisch.» So entstehen dann Texte wie: «Weshalb ich manchmal gerne ein John-Deere-Traktor 7810 Powershift mit Gewicht in der Fronthydraulik wäre.» Der hat bereits das Zeug zum Klassiker. Das findet auch die Firma John Deere, sie schenkte Lara einen grasgrünen Tret-Traktor. «Ich lese jeden neuen Text zuerst meinem Mami vor», erzählt Lara. «Sie findet allerdings immer alles super.» Deshalb kriegt ihn jeweils noch ihr Bruder Denis, 25, zu hören und drei, vier Freunde, die etwas kritischer sind. Natürlich meldeten Laras Eltern ihre Bedenken an, als die Tochter verkündete, sie verdiene sich künftig ihr Geld als Slam-Poetin. Laras Vater ist Maschinenmechaniker, ihre Mutter parteilose Gemeinderätin im 150-Seelen-Dorf Rheinklingen TG, wo Lara aufwuchs. «Ich weiss nicht mehr genau, wie ichs formulierte», erzählt die Wort-Jongleurin grinsend. «Aber ich bin sicher, ich habe auch ein eventuelles Studium erwähnt.» Dabei ist sie sich bewusst, dass sie nicht ewig als Slam-Poetin durchs Land tingeln kann. «Jetzt habe ich den Bonus, dass ich die einzige junge Frau bin, die das professionell macht. Ob das in ein paar Jahren auch noch so sein wird, ist nicht sicher.»


Sammelsurium Lara blödelt mit Bruder Denis und dem gesponserten John-Deere-Traktor. Links: in ihrer Wohnung in Winterthur, voller Erinnerungen und Requisiten ihrer Show.

Warum die meisten Slam-Poeten Männer sind, erklärt sich Lara so: «Sie haben vermutlich weniger Angst davor, sich auf der Bühne allenfalls zum Affen zu machen.» Lara hat aber wirklich fest vor, nächstes Jahr ein Studium zu beginnen. «Am meisten würde mich eigentlich Medizin interessieren. Aber ich befürchte, darauf müsste ich mich zu hundert Prozent konzentrieren, und es würde nicht mehr drinliegen, nebenher als Slam-Poetin aufzutreten.» Das aber möchte Lara unbedingt. In welche Richtung sie sich dabei entwickelt, lässt sie offen. «Ich habe keine Vorbilder. Aber ich bewundere zum Beispiel den Kabarettisten An­dreas Thiel.» Obwohl sie in ihrem Programm bereits teilweise Comedy macht, sieht sich Lara nicht als Komikerin. «Dafür bin ich ein viel zu ruhiger Mensch. Ich bin kreativ und unterhaltsam und nicht in erster Linie lustig.» Die Ironie in ihren Texten komme daher, dass sie schlecht über sich selbst schreiben könne und dar­um immer eine gewisse Distanz wahre. «Ich schalte mich aus beim Schreiben.» Und wenn sie traurig sei, gehe gar nichts mehr. «Dann arbeite ich nicht, sondern sitze auf meinem Sofa aus dem Brockenhaus und esse Schoggi.» Wo sich Lara in zehn Jahren sieht? «Vielleicht wohne ich in einer WG auf einem Bauernhof. Vielleicht habe ich Kinder. Aber sie dürfen nicht so sein wie ich. Ich war wohl als Kind ziemlich anstrengend.» Lara überlegt einen Augenblick. «Ich habe keine Ahnung. Und ich finds toll, dass ich keine Ahnung habe.»  schweizer illustrierte

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Stippvisite

Schumi macht michael schumacher besucht mit Philippe gaydoul das Kinderspital Zürich. Der Formel-1-Weltmeister erzählt, wie er Weihnachten feiert, wie ihn das Christkind früher austrickste – und warum er sein Comeback nicht bereut.

Im Gespräch Navyboot- und Jet-SetChef Philippe Gaydoul (r.) mit seinem Markenbotschafter Michael Schumacher im Circus Conelli.

Text bettina portmann Fotos thomas buchwalder und Michel comte

K

rippenspiel im Kindergarten, Weihnachtsessen mit der Firma, Adventstee bei der Schwieger­ mutter und Weihnachtskarten schrei­ ben. Der ganz normale vorweihnächt­ liche Rummel schafft jeden – ausser Michael Schumacher, 41. Der sieben­ fache Formel-1-Weltmeister packt alles in einen Tag. Genauer: in fünf Stunden. Und folgt dabei dem Ruf seines ­Sponsors Philippe Gaydoul, 38, nach Zürich. Auf Schumacher wartet eine Visite im Kinderspital, ein Abste­ cher in den Circus Conelli, ein Besuch bei Navyboot und ein Kundenanlass bei Jet Set. Starfotograf Michel Comte begleitet das Duo Schumacher/Gaydoul bei dessen Advents-Circuit in Zürich.

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Seit Beginn dieses Jahres ist Schu­macher das Aushängeschild der ­Gaydoul-Group-Marken Navyboot und Jet Set. Die erste ComebackSaison als aktiver Rennfahrer glückte dem Formel-1-Profi zwar nicht sonder­ lich, Gaydoul ist mit seinem Marken­ botschafter trotzdem zufrieden: «Es macht Spass mit ihm.» Im Kinderspital führt Prof. Martin Meuli den prominenten Gast durch die Notfallstation bis hin zur Kantine. Umringt von über 30 Kindern setzt der Rennfahrer für einmal nicht auf Beschleunigung, sondern Entschleuni­ gung. Und Michael Schumacher tut das mit viel Engagement und Herzblut. «Bei unserem Rundgang durch die Klinik bin ich einem einjährigen Jungen begegnet, der noch immer beatmet werden muss, weil er ein Lungenpro­ blem hat.» Für ein paar Minuten lenkt u

Der Champion zu Besuch Rico ist 9-jährig und zelebral gelähmt. Er freut sich riesig über den Überraschungsgast Michael Schumacher.


alle gl端cklich

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Stippvisite

«Ich mag beides: Action und Ruhe. Weihnachten ist die Zeit der Ruhe» michael Schumacher

Ein Herz für Kinder Philippe Gaydoul (l.) und Prof. Martin Meuli, Direktor Kinderspital.

Achtung, Kamera! Michel Comte fotografiert Michael Schumachers Besuch im Kinderspital.

Engagiert Schumacher: «Kinder zum Lachen zu bringen, macht mir grosse Freude.»

u Schumacher die kleinen Patienten von ihrer Krankheit ab. «Es ist ein zwiespältiges Gefühl. Kinder zum Lachen zu bringen und lächeln zu sehen, macht mir grosse Freude. Doch gleichzeitig sehe ich, wie sehr sie Hilfe brauchen – das ist herzzerreissend.» Im Auto unterwegs zur nächsten ­Station, dem Circus Conelli, erzählt Michael Schumacher, wie er die Vorweihnachtszeit verbringt und wie er sich in seiner Kindheit vom Christ­ kind austricksen liess.

Herr Schumacher, die Rennsaison ist zu Ende. Stehen Sie nun auch mal in der Küche und backen Guetsli? Mein Terminkalender ist ziemlich voll. Die Lichterketten zu Hause hängen auch noch nicht. Und Plätzchen wer­ den wir wohl erst eine Woche vor Weihnachten backen. Dann sind sie ­wenigstens schön frisch. Ihre Lieblingssorte? Ich weiss gar nicht, wie die heissen. Meine Frau kreiert so eine Art Haus­ mischung. Und diese schmeckt sehr lecker. Welche Kindheitserinnerung verbinden Sie mit Weihnachten? Mein Glaube ans Christkind! Und obwohl ich mich sehr bemühte, ist es mir immer entwischt – rauf zum

Dachfenster, raus und weg! Das haben meine Eltern geschickt gemacht. Was geniessen Sie an den Festtagen besonders? Ich bin jemand, der beides mag: Action und Ruhe. Weihnachten ist die Zeit der Ruhe, und ich verbringe diese Tage mit der Familie und Freunden. Meistens verbinden wir die Festtage mit meinem Geburtstag. Die Gründe zum Feiern gehen uns also nicht aus. Was wünschen Sie sich zu Weihnachten? Gesundheit, Friede und Glück. Ich glaube, da geht es mir wie jedem ­anderen Menschen. Dies sind die Dinge, die am wichtigsten sind. Eine erfolgreichere Rennsaison 2011 wird Ihnen niemand schenken. Was liegt auf der Rennstrecke im neuen Jahr für Sie drin? Ich bin zuversichtlich, dass wir einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Die Tendenz zeigte zuletzt klar nach oben. Ich denke, dass wir in der kom­ menden Saison um Siege kämpfen werden. Ob es bereits der WM-Titel wird, muss sich zeigen. Der Rückstand war doch auch recht deutlich. Aber wir machen einen Schritt nach dem ande­ ren, und bei Mercedes GP sind die Weichen klar auf Erfolg gestellt. Nicht umsonst habe ich einen Dreijahresplan unterschrieben. Ihr Comeback war also kein Fehler? Jeder hat das Recht auf seine Entschei­ dungen, und die Entscheidung zum Comeback habe ich keine Sekunde bereut. Dass das erste von den drei Jahren schwieriger verlaufen ist als erhofft, muss und kann ich akzeptieren – das ist aber kein Grund, gleich wieder alles hinzuschmeissen. Im Gegenteil, ich werde eher noch motivierter an­ greifen. In der Ruhe liegt die Kraft. Am Stadthausquai springt Schumacher aus dem Auto. Weiter gehts im u


3,2 Sekunden So lange braucht der siebenfache Formel-1-Weltmeister f端r seine Unterschrift, hier im Navyboot-Shop.


Stippvisite u Advents-Programm. Statt Weihnachtsessen mischt er sich im Circus Conelli als Markenbotschafter unter die 400 Mitarbeiter der Gaydoul Group. Zusammen mit Geschäfts­führer Gaydoul kündigt er an, dass sie schon zu Beginn des neuen Jahres «interessante Neuigkeiten vorstellen» werden. Statt Weihnachtskarten schreibt Schumacher anschliessend im Verkaufs­ geschäft von Navyboot

Autogramme. 3,2 Sekunden benötigt er pro Unterschrift und verrät dabei sein gemeinsames Ziel mit Mercedes: «Der WM-Titel!» Und statt der Schwiegermutter beweist er am Ende des Tages in der Jet-Set-Boutique den Glühwein trinkenden geladenen Gästen, dass er die sportliche Mode auch wirklich trägt. So kommt es, dass Michael ­Schumacher heute den ­grösseren Kleiderschrank besitzt als seine Frau. 

Small talk mit philippe gaydoul

Der Boss und sein Star Philippe Gaydoul (r.) und Michael Schumacher im Navyboot-Shop: zwei, die sich auch privat gut mögen. Herr Gaydoul, woher kommt Ihr Engagement fürs Kinderspital? Michael und mir liegt das Wohl von Kindern sehr am Herzen. Auch die Stiftung von meiner Mutter und mir setzt sich für kranke Kinder ein. Erfüllt Michael Schumacher Ihre Erwartungen als Marken­botschafter? Ja, das tut er. Im Frühjahr werden wir das erste Produkt der Kooperation Schumacher/Navyboot präsentieren. Hat er die Marken nachhaltig gestärkt? Eine Marke nachhaltig zu stärken, ist ein Prozess, der Zeit braucht. Dank der globalen Ausstrahlung von Michael Schu­macher wurde der Aufmerksamkeitsgrad stark positiv beeinflusst. Das spüren wir bei den Verkäufen in Deutschland und der Schweiz. Wie gehts mit Navyboot weiter? Wir freuen uns auf die erste Kollektion unseres DesignTeams für den Herbst/Winter 2011/12. Und wir planen, in der zweiten Hälfte 2011 in Asien den ersten Navyboot-Shop zu eröffnen. Was läuft bei Jet Set? Zurzeit arbeitet unser Team mit Michael daran, seine Hightech-Kompetenz in eine neue Linie einzubringen, die wir nächsten Winter lancieren.


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Seinen Lebenstraum, die neue Scheune, konnte Kurt Meyes nur wenige Tage geniessen. Dann wurde er beim Holzen von einer Tanne erschlagen. Seine Frau Sylvia muss stark sein.

ÂŤHier bin ich


Schicksal

Text Thomas Kutschera Fotos Kurt Reichenbach

E

s ist still im Klosterbachtobel. ­Sylvia Meyes steht vor einer der gefällten Tannen, die kreuz und quer auf dem Boden liegen. Leise streicht sie über den zerborstenen Stamm einer Weisstanne. «Kürtel, du fehlst uns so sehr.» Es ist nur ein Murmeln. Mitte Oktober war es, ihr Mann beim Holzfällen. Tausend Bäume und mehr hatte er in seinem Leben schon geschlagen, doch diese Tanne drehte sich beim Fallen, stürzte in seinen Fluchtweg. Zwei Schritte weiter und Kurt ­Meyes wäre noch am Leben. Seine Frau kommt jeden Tag an diesen Ort. Steigt den steilen Waldhang hinunter, geht zu diesem Baum, der ihren Mann erschlagen hat. Kurt war 40 Jahre alt. «Hier bin ich Kürtel nah.» Jedes Mal hofft sie,

Trauer Sylvia Meyes, 40, an der Unfallstelle ob Weissenburg BE. «Dieses Baumstammende traf Kürtel am Hinterkopf.» Kleines Bild: Am Baumstumpf, ein paar Meter entfernt, stehen Kerzen und ein Foto des Verunglückten.

dass er hinter einem Tannli hervorkommt. «Doch ich weiss, er kommt nicht mehr.» Sylvia Meyes fröstelt es. Sie schliesst den Reissverschluss ihrer Jacke, es ist die Arbeitsjacke ihres toten Mannes. Sie will nach Hause. Sie stapft das Tobel hoch. Auf dem Waldweg ein paar hundert Meter weiter oben steht ihr Subaru. Die 40-jährige Mutter bleibt stehen, zündet sich eine Zigarette an. Es ist dunkel geworden. Nach ein paar Minuten Fahrt sind die ersten Höfe von Därstetten BE zu sehen. Hier lebt Sylvia Meyes mit ihrer Familie in einer Mietwohnung im Dorfteil Hegi. Warme Lichter leuchten der Witwe den Heimweg – viele Nachbarn haben Kerzen vor ihre Häuser gestellt. «Die Leute wissen nicht, was sagen, wenn wir uns begegnen. Ihre Anteilnahme drücken sie mit diesen Kerzen aus. Das tut gut.» Tochter Tina, 16, ist schon zu Hause, sitzt in der getäferten Küche. Max und Nicki, die zwei Hunde, begrüssen Sylvia stürmisch. An der Wand hängt ein Foto von Kurt, am Rahmen ein Zweiglein der Weisstanne, auf dem Tisch steht eine rote Kerze. «Sie brennt, seit Kürtel nicht mehr hier ist. Er fehlt überall. Er war ein lieber Mensch, tat so vieles für uns, wir sind ihm so dankbar», sagt die Bäuerin, setzt Kaffeewasser auf. Neben den beiden Frauen wohnen hier auch die Söhne Toni und Ueli sowie Tinas Freund Peter, 20. Ueli, 23, arbeitet in einer Käserei, Toni, 20, in einer mechanischen Werkstatt. «Der Fernseher läuft nicht mehr», erzählt die Witwe. «Wir sitzen jeden Abend hier am Tisch. Und reden über Kürtel und seinen Lebenstraum.» Kurts Lebenstraum – das ist seine Scheune. Diese steht ein paar Kilometer entfernt auf dem Bauernhof Erlissen im Nachbardorf Weissenburg, 780 m ü. M. Hier ist Kurt aufgewachsen, hier wohnen seine Eltern. Vor vier Jahren übernahmen er und Sylvia den Milchwirtschaftsbetrieb. «Kurt war Bauer mit Leib und u

Kürtel nah» schweizer illustrierte

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Schicksal

Chrampfer Kurt Meyes beim Bau seiner neuen Scheune. Grosses Bild: Witwe Sylvia mit den Kindern Tina, Toni und Ueli (v. l.) sowie Tinas Freund Peter (2. v. r.) vor dem Neubau. Bei Tina das Kalb Donar.

Jede freie Minute arbeitete Kurt für die neue Scheune. Und am Tag vor seinem Tod half er noch, ein Kälbchen zur Welt zu bringen Seele, er wollte unbedingt eine neue, schöne Scheune.» Monatelang plante das Ehepaar den Neubau, Ende April dieses Jahres ging die Bauarbeit los. Kurt baggerte, betonierte, zimmerte, zusammen mit seiner Frau. «Kürtel war ein guter Handwerker, ein Allrounder. Wenn er etwas in die Hände nahm, kam es gut. Er hatte Hände wie Bärentatzen», sagt Sylvia. Jede freie Minute hantierte Kurt, der gelernte Bauer, an seiner Scheune. Um 4.30 Uhr stand er auf: Kühe füttern, melken, ausmisten. Dann fuhr er zum weiteren Tagwerk. Im Sommer verdiente er seinen Lohn als Angestellter in einer Baufirma, im Winter als Akkordholzer im Wald. An den Wochenenden halfen die Söhne und Tinas Freund beim Scheunenbau mit. «Wir arbeiteten oft 16 Stunden am Tag, zum Zmittag reichte ein Eingeklemmtes.» Mitte Oktober der grosse Tag – Aufrichtefeier! Vor Freude tanzt Kurt auf dem Futtertisch den Zillertaler Hochzeitsmarsch, ein Fläschchen Spez in der Hand. «Er war so stolz auf seine neue Scheune!» Beim ersten Einstallen der 17 Kühe und 6 Guschti sagt er zu seiner Sylvia: «Lueg Schatz, wie schön suber üser Tier si!» Am folgenden Morgen, es ist Dienstag, der 19. Oktober, kann Kurt

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seine Kühe erstmals in der neuen Scheune melken. «Er war so glücklich dabei!», sagt Sylvia. Dann ruft er seinen Kollegen an, mit dem er immer ins Holz geht, steigt in die Holzerhose, nimmt seine Sylvia in die Arme. «Ich sagte ihm wie immer: ‹Komm gesund nach Hause!› ­Dann gab er mir ein Müntschi, sagte Tschüss.» Sieben Stunden später. Sylvia arbeitet gerade in der Scheune, als Tochter Tina zur Stalltüre hereinrennt: «De Dädi, de Dädi! Er schnuufet nimme!» Eine Bekannten fährt Sylvia Meyes ins Tobel. «Das Schlimmste war: Die Polizei liess mich nicht zu Kürtel runter, es sei kein schöner Anblick.» Zur Beerdigung kamen Hunderte Trauergäste aus dem ganzen Tal. Rund um den Unfallort darf in den nächsten Jahren nicht mehr geholzt werden. Die Witwe schaut zum Fenster raus, dreht Kürtels Ehering, den sie an ihrer Halskette trägt. Der Kaffee ist kalt geworden. Kurts Lachen, seine Ausfahrten auf dem Enduro-Töff, seine träfen Sprüche – bei den Meyes ist es still geworden. Die Urne steht in der Stube auf der Wohnwand. Vor 16 Jahren hatten Kurt und Sylvia geheiratet, in der Skihütte auf dem ­nahen Rossberg, bei «Härdöpfel­ salat u Hamme». Seither seien sie unzertrennlich gewesen, sagt Sylvia Meyes.

«Der Schmerz ist unerträglich. Ich hoffe, er lässt einmal nach.» Ausser Milchkaffee mag sie fast nichts zu sich nehmen, dank einer halben Tablette kommt sie zu ein paar Stunden Schlaf. «Allein im kalten Bett, das ist schlimm. Ich habe so ‹lengi Zyt› nach ihm.» Der Neubau der Scheune habe 700 000 Franken gekostet, sagt Sylvia nach einer Weile. Kurts Lohn war fast vollständig fürs Begleichen der Hypothek vorge­sehen. «Wir wissen nicht, wie wir die Schulden zurückzahlen sollen.» Ein kleiner Trost bleibt ihr. «Die Tage und Stunden vor seinem Tod waren die schönsten seines Lebens.» Sie müsse nun stark sein, sagt die Witwe. «Wenn ich schwächle, sind die Kinder blockiert, das spüre ich sofort.» Kurt sei ein Kämpfer gewesen. «Das erwartet er nun auch von mir.» Und Tochter Tina: «Wir werden alles tun, Dädis Lebenstraum zu erhalten!» Am Tag vor seinem Tod hatte Kurt in seiner Scheune noch geholfen, ein Kälbchen zur Welt zu bringen. Er taufte es Donar.   Wer helfen will: PC-Konto 30-7676-6, Raiffeisenbank NST-West, 3762 Erlenbach. Zugunsten von Sylvia Meyes, 3763 Därstetten, CH49 8081 6000 0023 2216 6


publireportage

Dessert-Profis Janine Koch mit André Jaeger in dessen Küche in Schaffhausen.

Cailler-Wettbewerb Kochen mit André Jaeger Janine Koch gewann den Schoggi-Wettbewerb von Cailler mit einem raffinierten Dessert-Rezept und durfte Starkoch André Jaeger in Schaffhausen besuchen.

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omen est omen: Der kreativste Schoggi-Wettbewerb der Schweiz ist entschieden. Janine Koch heisst die glückliche Gewinnerin! Die Aargauerin punktete mit ihrem Lieblingsdessert: knusprige Schoko­ ladenmousse-Flûtes mit Kirsch und Schokopulver. 160 Hobbyköche schickten dem Schokoladen-Spezialisten Cailler ihre aufregendsten DessertRezepte. Die Jury rund um GaultMillauStarkoch André Jaeger vom Restaurant Fischerzunft Schaffhausen wählte den Sieger. Neun weiteren Teilnehmern winkt ein Aufenthalt im Maison Cailler in Broc inklusive Übernachtung. «Es war nicht einfach, unter allen Einsendungen auszuwählen. Doch der Dessert-Traum von Janine Koch sah auf Anhieb professionell und lecker aus und beeindruckte sogar mich als Profi.» Jaeger brachte als einer der ersten

Köche in Europa die beiden gastronomischen Welten des Fernen Ostens und des Westens zusammen. Die Siegerin konnte dem virtuosen Komponisten in seinem Reich bei der Zubereitung des Mittagslunches über die Schulter schauen – und beim Dessertmachen mithelfen. «Es beeindruckte mich, wie hoch konzentriert das achtköpfige Team arbeitet. Manchmal war es mucksmäuschenstill.» Die süsse Überraschung, die André Jaeger gemeinsam mit der Hobbyköchin auf die Teller ­zauberte, war eine Interpretation von Janine Kochs Gewinner-Rezept: ein Schokoladenmousse mit geröstetem Sesam und einem Schokoüberzug. Als besonderen Farbtupfer kreierte der Meister ein Mango-Ei. Alle Rezepte des Cailler-Schokoladen-Wett­bewerbs können unter www.cailler.ch nachgekocht werden.

Atelier du Chocolat im Maison Cailler Süsses Erlebnis Im Maison Cailler in Broc FR werden SchokoladenTräume wahr. u Ein süsser Duft liegt in der Luft Im Maison Cailler erfahren Sie alles über die Geheimnisse der Chocolatierkunst. Jede Woche bieten die Atelier-Profis eine spannende Auswahl an Kursen an. Gross und Klein haben die Möglichkeit, Truffes mit ihrem Lieblings­aroma zu zaubern. Ob Pralinés aus Gianduia oder gefüllt mit Ganache, angereichert mit Amaretto oder Zitrusfrüchten – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man lernt das Temperieren und Conchieren, kreiert Pralinés von süss bis bitter. Am Schluss des Kurses bleiben nicht nur die Erinnerungen an einen wunderbaren Tag, sondern auch die Schokoladenerzeugnisse, die man mit den eigenen Händen konfektioniert hat, sowie eine Cailler-Küchenschürze. Speziell für Kinder wurde ein Kurs entwickelt, bei dem jedes eine Schoggitafel mit selbst gewählten Zutaten herstellen kann, die es zum Schluss nach Herzenslust dekorieren darf. Auf Anfrage werden auch Kurse für besondere Anlässe organisiert, etwa für Weihnachten oder als Geburtstagsparty. Infos und Anmeldung unter www.cailler.ch


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Objekt der Begierde

KüchenGöttin © Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Auswahl Daniela König, Haar & Make-up Rebecca (Time). Top Vie ta vie, Grieder, Kragen Keck, Rock En Soie, Strümpfe Fogal, Sandalen Jimmy Choo, Grieder

u Es ist das berühmteste Kleid

der Welt: das kleine Schwarze. Das schlichte Cocktailkleid ist dazu prädestiniert, bei eleganten Anlässen zum Einsatz zu kommen. Jetzt gibt es das «kleine Schwarze» für Heim und Haushalt: La petite noire des St. Galler Labels Daily’s Finest. Die vier Küchenschürzenmodelle aus veredelter Baumwolle sind mit Satin- und Samtbändern, Samtmaschen, feinsten Stickereien und Swarovski-Kristallen verziert. Produziert werden sie in der Schweiz in regionalen Textil­ unternehmen der Ostschweiz. Die Küchen-Göttinnen-Schürzen gibts über www.dailysfinest.ch Kristina Köhler

Verführen zum Kochen Die Küchenschürzen der «La petite noire»Kollektion von Daily’s Finest. Tel. 071 - 534 10 18, www.dailysfinest.ch u ab CHF 108.–

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shopping

Look

X-mas-deko

Das Fest beginnt!

u Der Geruch von Lebkuchen, das Knallen der Champagner-Korken, Kerzenschein: Weihnachten naht! Zeit, zu relaxen, etwas zu entschleunigen, sich sich selbst und den Liebsten zu widmen. Sei es bei einem Dinner, einem Apéro vor dem knisternden Kaminfeuer – oder einfach gemütlich zu Hause. Der Deko-Trend in dieser Saison ist – Schwarz. Klingt zwar irgendwie merkwürdig, ist aber sehr glamourös. Denn Schwarz steht für Eleganz und eine Prise Verruchtheit. Aber auch moderne Festlichkeit. Rot und Grün können warten, sie kommen vielleicht nächstes Jahr wieder zum Einsatz. Der Vorteil von Schwarz: Man kann die Gläser, Kerzen und all die Nippes einfach im Januar noch ein Weilchen stehen lassen – als Erinnerung an die schönen, emotionalen Momente von Weihnachten und all den andern schönen Festtagen. Zum nachhaltigen Geniessen, sozusagen.

beatrice schönhaus

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Weihnachten in Schwarz Bluse H & M. u CHF 59.90 Leggings French Connection, z. B. Globus und Fachhandel. u CHF 69.90 Schuhe Stuart Weitzman. u CHF 525.– Stuhl und Leuchter über www.kareshop.ch


Romantisch Baumschmuck in der Form eines Kerzenleuchters bei Globus. u CHF 8.90

Glamourös Ohrringe in Chandelier-Form von Yes or No bei Manor. u CHF 12.–

Festlich Serviettenring mit Schmuckstein von Globus. u CHF 12.90

Verspielt Herzförmiger Bilder­rahmen zum Verschenken von Ars Longa. www.arslonga.ch u CHF 12.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Haare und Make-up von Brigitte für Time mit Produkten von Nars, Styling Janette Gloor

Stimmungsvoll Barzubehör-Teil von Interio, zum Mixen von Drinks. u CHF 9.90

Stimmungsvoll Schwarze Glitzerkerze von Globus (und Fachhandel). u CHF 19.90

Überraschend Tischbombe für festliche Momente von Migros. u CHF 14.90 Praktisch Flaschenöffner von Interio. u CHF 9.90 Mondän Brokat-Kissen Globus und Blanc & Noir-Pralinés von Sprüngli. u CHF 49.90/34.– Chic Schwarzer, ge­schliffener Kelch von Globus (und Fachhandel). u CHF 16.90

Prickelnd Schwarzer Freixenet und Eiskübel von Coop. u CHF 10.50/159.–

Elegant Versilberter Kerzenleuchter und Kerze (Set) von Manor. u CHF 17.90/5.90

Stylish Mixbecher von Interio in schwarz-silberner Optik: Interio. u CHF 27.90

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shopping

Mode

Ladylike Cardigan im 60er-Jahre-Stil, entdeckt bei Mango. u CHF 79.90

Süss Haschi Kräuterbonbons von Halter gibts neu zuckerfrei. Coop, Kiosk. u ab CHF 2.70

Chic Taillierte Kurzjacke von Eclectic, Zürich. u CHF 280.–

Dekorativ Kissen mit HirschPrint, gefunden bei Manor. u CHF 99.–

Wärmend Den schwarz-weissen Schal gibts bei Mango. u CHF 59.90

Schützend Strickmütze mit Ohrschutz, gesehen bei C & A Clockhouse. u CHF 7.90

Prinzessinnenhaft Handschuhe von Amber, bei Dings, Zürich. u CHF 69.–

Norweger-strick

Nordische Zeiten u Die Nordländer sind eindeutig härter im Nehmen als wir – besonders was den Umgang mit der Kälte angeht. Kein Wunder, schliesslich geht die Sonne am Nordkap während rund 50 Tagen gar nicht erst auf! Grund genug, sich ihre erprobten Anti-Kälte-Tricks anzueignen. Die Norweger setzen auf stylischen Norweger-Strick. Die Wollteile geben nicht nur warm, sondern verströmen

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auch kuschlige Chalet-Atmosphäre. Wer trotzdem noch friert, trinkt Kaffee in grossen Mengen (das Lieblingsgetränk der Norweger). Von den Finnen lernen wir, dass regelmässige Sauna-Besuche das Immunsystem stärken. Und, dass man Weihnachten schon früher feiern kann. In den Betrieben fangen die Pikkujoulu-Feiern nicht selten bereits Ende Oktober an. ursula borer

Mädchenhaft Strickkleid von Lavand, gibts bei Big, Zürich. u CHF 98.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Melanie Albisser

Gemütlich KapuzenPullover mit Bauch­ taschen von Big, Zürich. u CHF 159.–


Hotspot

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Für eine schönere Welt Das kleine «grüne» Warenhaus Changemaker an der Marktgasse 10 in Zürich. Tel. 044 - 251 21 20, www.changemaker.ch

Recycling Pendants mit Vintage-Objekten, La Tonkinoise. u CHF 159.–

Changemaker, Zürich

«Du bist, was du tust»

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Stills Paul Seewer

u Der süsse rote Fairtrade-Stoffaffe ist klimaneutral produziert, der romantische Schmuck aus Paris ist aus Flohmarkt-Trouvaillen gefertigt, und das Bambus-Design-Radio wird von Hand aufgeladen. All diese Produkte und vieles mehr gibt es im kleinen Warenhaus Changemaker an der Zürcher Marktgasse. Auf zwei Stockwerken finden Menschen, die Wert auf Nach­

haltigkeit, Fairness und ökologische Aspekte legen, erlesene Dinge, die das Leben verschönern. Bereits gibt es ein Schwestergeschäft an der Spitalgasse 38 in Bern. Und auch von daheim lässt es sich «nachhaltig» shoppen: über www.changemaker.ch Kristina Köhler

Bambus Safe-Radio aus Bambus, handbetrieben. Lexon. u CHF 99.–

Öffnungszeiten Montag bis Freitag 10–19 Uhr, Samstag 10–18 Uhr

Hilfe! Clutch von Sunanda Halder. Unterstützt swayam.info u CHF 230.– Arbeit! Laptoptasche, Affentor. Arbeitslosen-Programm. u CHF 199.–

Natur-Duft WA!-Raumduft Energie, 100 % naturrein. u CHF 26.– Bio-Kosmetik Baby Cow Hair & Body Wash. Cowshed. u CHF 18.–

Bio-Baumwolle Kissen, Bio-Baumwolle, Soja-Farbdruck. Areaware. u CHF 55.–

Filz Nimboo-­ Filzkissen, gibts in diversen Farben. Bholu. u CHF 139.–

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Beauty

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Zart Gentle Exfoliator Brightening Toner von Clarins. 125 ml u ca. CHF 51.–

Spieglein, Spieglein … Make-up-Kit von Benefit, bei Globus, Zürich. u CHF 62.–

Schimmernd Phyto Khol Star mit Glitzer von Sisley. u CHF 54.–

Vitalisierend Feuchtigkeitspflege VitaZing von Origins. u CHF 54.–

Zum Küssen Lippenstift Rouge Allure Nr. 65 Insolente von Chanel schützt vor Trockenheit. u CHF 50.–

Ebenmässig Camera Ready Full Coverage Foundation von Smashbox, bei Marionnaud. u CHF 63.– Glamourös Lid­ schatten Duo Silver Screen Nr. 085 von Dior. u CHF 59.–

schön wie Schneewittchen

Spieglein, Spieglein …

udrey Hepburn – St il-Vo rb ild Buch «Atografien», SchwarzEine Hommage in Fo f. u CH F 24 .4 0 kopf & Schwarzkop

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u … an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Schneewittchen! Haut weiss wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare schwarz wie Eben­ holz – der Look feierte diese Saison auf den Laufstegen ein Comeback. Wer sich damit einen Prinzen anlocken will, setzt zuallererst auf einen makellosen Por­ zellan-Teint. Dazu bereitet man die Haut optimal mit einem sanften Peeling vor

(z. B. Gentle Exfoliator mit Tamarinde von Clarins) und bringt sie mit einem befeuchtenden Vitamin-Cocktail (VitaZing von Origins) zum Strahlen. Ein Make-up mit lichtreflektierenden Pigmenten und Texturen, die mit der Haut verschmelzen (Teint Miracle von Lan­côme) sorgt für einen märchen­ haften Teint. Highlight ist der Mund mit knallrotem Lippenstift! Ursula Borer

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Alles zu seinem ersten Auftritt nach dem Unfall bei «Wetten, dass …?». Und die neusten Meldungen zu Kandidat Samuel Koch.

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Indische Hackfleischbällchen

Zutaten (für 4–6 Personen) Joghurtsauce 180 g Joghurt, 1 roter Chili, halbiert, entkernt, fein gehackt, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Hackfleischbällchen 600 g Hackfleisch (Lamm und Rind), 1 Ei, 4 Esslöffel Paniermehl, 1 Esslöffel Curry, 1/2 Tee­ löffel Muskat, 1 Teelöffel Ingwer, fein gerieben, 1 Esslöffel Koriander, fein geschnitten, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Bratbutter zum Braten, 1–2 Ess­ löffel Koriander, fein geschnitten Vor- und zubereiten ca. 45 Min. u Für

die Joghurtsauce alle Zutaten verrühren, zugedeckt kühl stellen. Für die Hackfleischbällchen Hackfleisch und alle Zutaten bis und mit Pfeffer gut kneten, bis sie sich zu einer kompakten Masse verbinden, die nicht mehr an den Händen klebt (siehe Tipp). Masse mit den nassen Händen zu baumnussgrossen Bällchen formen, zugedeckt ca. 10 Min. kühl stellen. Bratbutter in einer Brat­ pfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Bällchen portionenweise unter gelegentlichem Wenden bei mittle­ rer Hitze je ca. 10 Min. braten, heraus­ nehmen. Hackfleischbällchen anrichten, Koriander darüberstreuen, mit der Joghurtsauce servieren.

Dazu passen Basmati-Reis, GemüseCurry, Naan (indisches fladenartiges Brot), Papadams (frittierte Fladen aus Linsen­ mehl). Hackfleischbällchen mit Joghurt­ sauce passen auch zu einem Apéro.

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Spinattaschen

Zutaten (für ca. 35 Stück) Teig 250 g Weissmehl, 3/4 Teelöffel Salz, 1/2 Beutel Trockenhefe, 1 Esslöffel Olivenöl, ca. 11/2 dl Wasser

tipp Die Hack­ fleischmasse mit den Schwingbesen des Hand­ rührgerätes mischen, dadurch wird die Masse gleichmässig fein.

Füllung 500 g Blattspinat, tropfnass, in Streifen, 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Zwiebel, fein gehackt, 3 Esslöffel Pinienkerne, fein gehackt, 1/2 Zitrone, nur Saft, 2 Messerspitzen Kreuz­ kümmelpulver, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Eiweiss Vor- und zubereiten ca. 50 Min. Aufgehen lassen ca. 1 Std. Backen ca. 20 Min. u Für den Teig Mehl, Salz und Hefe mischen. Öl und Wasser beigeben, mischen, zu einem weichen, glatten Teig kneten. Zugedeckt bei Raum­ temperatur ca. 1 Std. aufs Doppelte aufgehen lassen. Für die Füllung Spinat zugedeckt in einer grossen Pfanne bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen, abtropfen. Öl in derselben Pfanne warm werden lassen, Zwiebel ca. 2 Min. andämpfen. Spinat, Pinienkerne und Zitronensaft beigeben, mischen, Füllung würzen, auskühlen. Formen Teig portionenweise auf wenig Mehl möglichst dünn auswallen, Ron­ dellen von ca. 10 cm ∅ ausstechen, mit Eiweiss bestreichen, wenig Füllung in die Mitte geben. Rondellen zu einem Dreispitz hochziehen, oben mit drei Fingern zusammendrücken. Taschen

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auf einen mit Backpapier belegten Blechrücken legen. Backen nacheinander ca. 5 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens, dann ca. 15 Min. bei 180 Grad fertig backen.

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Linsentopf mit Hackfleisch

Zutaten (für 4 Personen) 100 g Speckwürfeli, Öl zum Anbraten, 400 g Hackfleisch (Kalb und Rind), 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 150 g Lauch, in Ringen, 1 Lorbeerblatt, 1 Esslöffel Kreuzkümmel, 3 dl Fleischbouillon, 300 g festkochende Kartoffeln, in ca. 1 cm grossen Würfeln, 150 g rote Linsen, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 40 Min.

u Speckwürfeli im Brattopf langsam knusprig braten, herausnehmen.

Bratfett auftupfen, wenig Öl im Brattopf heiss werden lassen, Hackfleisch portionenweise je ca. 3 Min. anbraten, herausnehmen. Hitze reduzieren, Fleisch würzen. Bratfett auftupfen, wenig Öl beigeben, Lauch andämpfen, Fleisch wieder beigeben, Lorbeer,

Kreuzkümmel beigeben, mischen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, zugedeckt ca. 10 Min. köcheln. Kartoffeln und Linsen bei­geben, aufkochen, zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 10 Min. weiterköcheln, würzen. u SENDEDATEN

Montag, 13. Dez. 2010, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 14. 12., 1.00 Uhr und 13.15 Uhr, SF 1) u Wie gut sind Sportler­

grössen wie Nadia Styger und Sonja Nef, wenn es ums Guetsle geht? Backen sie selber gerne Guetsli, oder essen sie die süssen Köstlichkeiten lieber? Der «al dente»-Abend steht ganz im Zeichen des Guets­ libackens, und Sibylle und Studi haben jede Menge gluschtiger Rezepte parat. Mehr Info: www.aldente.ch


GaultMillau

Hotel Restaurant Cervo Riedweg 156 3920 Zermatt Tel. 027 - 968 12 12 Täglich geÜffnet Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct, keine Postcard www.cervo.ch

weekend

Wissen genau, was ankommt! Gastgeberpaar Seraina MĂźller (KĂźchenchefin) mit Daniel L. Lauber.

Shooting Star fĂźr Feinschmecker Hotel Restaurant Cervo, Zermatt VS Alpin-Lodge? Alpenchalet? JagdhĂźtte? In-Place mit DJ auf der Sonnenterrasse? Gourmetadresse? Alles! Dank Seraina MĂźller und Daniel L. Lauber.

Foto Bruno Voser

D

as Cervo am Sunnegga-Pisten­ ende und eine Liftlänge ßber Zermatt mischt das Dorf ganz schÜn auf und ist so etwas wie der Shooting Star der Saison. Der Gastgeber trägt einen rund ums Matterhorn sehr klingenden Namen – Daniel L. Lauber, und seine Freundin Seraina Mßller weiss, was schmeckt. Und so kochen sie sich gleich im ­ersten Winter in den GaultMillau. Im Restaurant, unter Dutzenden von Hirschgeweihen (Cervo halt!), kann mans eher klassisch angehen. Wir hielten uns beim ersten Besuch an geschmorte, butterzarte Kalbsbäggli mit

Trßffelei und vermissten dabei hÜchstens den GourmetlÜffel, um von der erstklassigen Sauce nix zu verpassen. Wir bewunderten beim grosszßgig auf­ geschnittenen Entrecôte die Fleisch­ qualität (Simmental der besseren Art!) und die Leichtigkeit der Zubereitung (grßner Spargel, Vinaigrette). Ordentlich auch die Wachtelbrßstchen mit einer Sellerie-Kartoffel-Mousse. Frecher gehts auch: Die Jakobsmuscheln gibts hier gebraten, im Speckmantel, in einem Weissweinsud und mit getrßffelter Eiercreme und Kartoffelchips. Die sanft sautierte Foie gras ­wurde mit lauwarmem Nßssler-Randen-

Salat serviert. Und besonders angetan waren wir von einem schwarzen Kabeljau an weisser Miso, begleitet von kĂśrnigem Reis. ZurĂźck ins Dorf gings erst nach einer Crema catalana ÂŤVilla Les RosiersÂť und einer Limonen-Quark-Mousseline mit eingelegten Zwetschgen. Der Service war beim einen Besuch perfekt, beim zweiten (in Abwesenheit des Hausherrn) nachlässig. Die Preise fĂźr Speis und Trank (erstklassige Weinkarte!) sind korrekt; bei längerer Miete eines der fĂźnf ÂŤCervoÂť-Chalets hingegen braucht man eventuell einen Kleinkredit von der Hausbank. ď‚˜

KNote fßr eine wegweisende, ßberragende Kßchenleistung J Note fßr ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note fßr beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Kßche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 HerkÜmmliche, gute Kßche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Der neue

– jetzt auch als iPhone und iPad App! Guide Schweiz

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Auto

weekend

SCHON GEFAHREN VW PASSAT

Nur keine Experimente

Kein anderer Hersteller versteht es derart gut, Neu­auflagen so unspektakulär aussehen zu lassen wie VW. Auch bei der siebten Generation des Passat zählen innere Werte.

E

s war schon bei der jüngsten Modellablösung des VW Golf so. Wegen der optisch kaum ersicht­ lichen Neuerungen sprachen böse Zungen despektierlich von der fünfein­ halbten statt der sechsten Generation. Dennoch verkauft sich das beliebteste Auto in der Schweiz weiterhin aus­ gezeichnet. Daher erstaunt es nicht, wendet VW bei der Neuauflage seines zweiten Volumenmodells, des Passat, genau das gleiche Rezept an. Wie der Golf VI steht auch der neue Passat auf einer stark überarbeiteten, aber nicht völlig neuen Plattform. «Etwa 60 bis

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schweizer illustrierte

70 Prozent aller Teile sind neu», erklärt Passat-Projektleiter Dirk Nessenius. Vor allem einige Fahrwerksteile habe man vom Vorgänger übernommen. Auch wenn also die Optik des 4,87 Meter langen Wagens nicht gerade revolutionär ist, wurde bei Interieur und Technik einiges umgekrempelt. Das Cockpit präsentiert sich neu und wirkt nobler als zuvor. Platz gibt es für alle Insassen

Klassisch Das Cockpit des neuen Passat wurde neu gestaltet, bietet mehr Zierrat und wirkt so alles in allem nobler.

reichlich. Der Kofferraum der Limousine fasst wie beim Vorgänger 565 Liter, beim Variant sind es 603 bis 1731 Liter. Ein praktisches Detail ist die neue EasyOpen-Funktion: Kehrt man vollbepackt mit Einkaufstüten vom Weihnachtsein­ kauf zur Passat-Limousine zurück und hat man keine Hand mehr frei, braucht man nur den Fuss unter die hintere Stossstange zu halten – und schon schwingt der Kofferraumdeckel wie von Zauberhand nach oben. Funktioniert natürlich nur, wenn man auch den Funk-Autoschlüssel in der Tasche hat. Gewohnt umfangreich ist das Motoren­ angebot. Es reicht vom sparsamen 1.6 TDI mit Blue-Motion-Technologie (105 PS, ab CHF 38 050.–) bis zum leistungsstarken 2.0-TSI-Benziner (210 PS, ab CHF 44 450.–). Und wird im nächsten Jahr vom 300 PS starken 3.6 V6 TSI 4 × 4 (Preis noch nicht bekannt) nach oben ergänzt. Raoul Schwinnen


news

CHEVROLET ORLANDO GERÄUMIGER UND PREISWERTER FAMILIENFREUND u Der neue Chevrolet Orlando startet zwar erst im kommenden März, verblüfft aber heute schon mit seinem günstigen Preis von CHF 26 990.–. Damit gehört der in Korea gebaute US-Van zu den günstigsten 7-Plätzern auf dem Markt. Zusätzlich gefällt er mit praktischen Qualitäten: So versteckt sich hinter dem Audiosystem ein Geheimfach für iPod und Co. samt USB- bzw. Aux-Port. Und die Sitzreihen sind wie im Kino nach hinten erhöht. So geniesst man auch in den Reihen zwei und drei gute Sicht nach vorn. Motorisiert ist der Orlando entweder mit einem 1,8-Liter-Benziner (141 PS; 7,3 l/100 km Verbrauch) oder dem empfehlenswerteren 2,0-Liter-­ Diesel (163 PS; 6,0 l/100 km) mit viel Durchzug und ruhigem Lauf.

Innere Werte Die Optik des neuen Passat mag bieder sein. Doch die wahren Trümpfe stecken unter dem Blechkleid.

VW PASSAT Praktisch «Easy Open» beim Kofferraum der Limousine. u Motoren Diesel 105 bis 170 PS,

Benziner 122 bis 210 PS u 0 bis 100 km/h 7,6 bis 12,2 s u Spitze 195 bis 238 km/h u Verbrauch 4,3 bis 7,2 l/100 km u CO2-Ausstoss 114 bis 169 g/km u Energieeffizienz-Kategorien A bis C u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 35 750.– (Kombi: ab CHF 37 600.–) u Konkurrenten Citroën C5, Ford Mondeo, Hyundai Sonata, Mazda 6,

Opel Insignia, Renault Laguna, Skoda Superb, Subaru Legacy, Toyota Avensis, Volvo S60/V60 u. a. u Unser Urteil Auch die neue Auflage des VW Passat bleibt, was sie zuvor schon war: bodenständig, solide und familienfreundlich. Äusserlich zwar etwas gar schlicht, zeichnet sich das MittelklasseAuto durch innere Werte und muster­ gültiges Fahrverhalten aus. Und die Verkaufszahlen dürften auch dieses Mal die defensive VW-Strategie belohnen.

AUDI RS3 SPORTBACK KOMPAKTER UND MUSKULÖSER ATHLET u Nachdem VW seinen Golf mit dem 270 PS starken R-Modell gekrönt und BMW das 1er M-Coupé angekündigt hatte, musste Audi reagieren. Die Ingolstädter tun dies ab März 2011 mit dem bärenstarken RS3 eindrücklich. Der Sportback basiert auf dem S3, verfügt aber über den bulligen 2,5-Liter-5-Zylinder-Turbomotor des TT RS. Dies verhilft ihm zu 340 PS und 450 Nm Drehmoment und lässt den knapp 1,6 Tonnen wiegenden RS3 in nur 4,6 Sekunden auf Tempo 100 stürmen. Kombiniert ist die gewaltige Motorleistung beim muskulösen Athleten natürlich mit dem legendären QuattroAntrieb sowie einem 7-Stufen-DSGGetriebe. Der Preis: ab CHF 79 900.–. schweizer illustrierte

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Jetzt kommt es auch auf die Details an!

woche vom 19. bis 25. Dezember 2010 Der Vollmond am 21. wird von dissonanten Aspekten begleitet: Merkur– Uranus (20.) und Merkur–Jupiter (22.) könnten verstärkt auf Schwierigkeiten im Verkehrswesen (Unfälle, Staus?), den Bruch von (diplomatischen) Verhandlungen, turbulente Börsen hin-

weisen. Vorsicht bei Verhandlungen: Es kann zu Missverständnissen und Verzögerungen kommen, weil man zerstreut und vergesslich ist. Bei Verträgen alle Klauseln und das Kleingedruckte gut durchzulesen. Mars in Spannung zu Neptun am 23. könnte ebenfalls ein Nährboden für unklare Situationen sein.

widder 21.–30. 3. Nach dem Vollmond am 21. bessert sich die Lage, Sie sehen klarer, sind weniger unter Druck. Am 23. und 24. fühlen Sie sich wohl im engsten Kreis. Am 21. sollten Sie nicht noch Öl ins Feuer giessen! 31. 3.–9. 4. Sie können sich am 20. und 24. aussprechen, ein Missverständnis klären. Am 22., 23. und 25. sind Sie reizbar, sollten sich gesundheitlich schonen! 10.–20. 4. Sie überzeugen mit Argumenten, sind kontaktfreudig und geistreich. Gute Phase auch für eine Reise, ein ­Examen (20., 21., 25.). Einige erleben Sternstunden.

stier 21.–30. 4. Mars und Pluto verleihen Ihnen Power, man kann Ihnen kaum folgen, Sie schalten Rivalen aus. Am 21. und 27. gewinnen Sie einen Vor­ sprung, positive Umwälzungen deuten auf Neuanfang (25.). 1.–10. 5. Interessante Begegnung? Heisser Flirt? Ihr Charme wirkt, Sie amüsieren sich glänzend (22., 24.). Am 19. und 20. müssen Sie Ihren Partner überzeugen. 11.–20. 5. Projekte haben weiterhin starken Rückenwind, einige treffen voll ins Schwarze (23.). Der Vollmond am 21. ist günstig, eine tolle Überraschung kündigt sich an.

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind am 19. übersensibel, sollten eine Bemerkung nicht zu ernst nehmen. Günstig für Treffen oder Aussprache: 23., 24. Sonst? Neutrale Einflüsse. 1.–10. 6. Sie machen Nägel mit Köpfen, gehen den Dingen auf den Grund. Vorhaben kommt gut voran, Ihr Ein­ satz macht sich bezahlt. Oder treffen Sie eine Entscheidung, die im September Folgen hat? Exzellent der 20. und 24. 11.–21. 6. Sie müssen sich mit einer neuen Situation ausein­ andersetzen, die Ihnen nicht ins Konzept passt (20., 22.). Vielleicht sollten Sie mehr auf Partner hören (am 21.)?

krebs 22. 6.–1. 7. Versuchen Sie, ruhig zuzuhören, bevor Sie ein Urteil fällen (am 21. oder 24.). Am 25. ver­ ziehen sich die Wolken. Diplomatie und Toleranz machen sich bezahlt. 2.–12. 7. Ihr Charme bezaubert, man liegt Ihnen zu Füssen. Nehmen Sie eine Einladung an, gehen Sie aus! Am 22. erleben Sie schöne Stunden, vergessen Ihre (familiären?) Probleme. Am 24. sollten Sie Ihr Budget nicht überziehen! 13.–22. 7. Sie können sich gut entfalten, sind auf Erfolgskurs. Projekte vom Frühjahr bringen jetzt exzellente Ergebnisse, speziell am 22. und 24.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie freuen sich am 19. über die Haltung eines Freundes, bekommen Unterstützung bei einem neuen Projekt (Reise?). Am 21. sind Sie unter Druck, müssen ein (berufliches) Problem lösen. 2.–12. 8. Sie sind der Fels in der Brandung, auf Sie ist Verlass. Sie stellen die Weichen für die Zukunft. Allerdings sollten Sie eine Angehörige nicht vor den Kopf stossen (19., 20.). 13.–23. 8. Sie fühlen sich wohl, geniessen das Leben (20., 21.). Exzellent für eine Reise, ein Treffen, einen Besuch. Sie sind genau auf der richtigen Wellenlänge.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind auf der Überholspur, gewinnen Vorsprung. Am 21. und 22. schalten Sie einen Rivalen aus und klären Missverständnisse. Am 25. fühlen Sie sich wohl und geborgen. 3.–12. 9. Man kann Ihnen derzeit kaum einen Wunsch abschlagen. Gehen Sie aus! Sie sind der Mittelpunkt des Geschehens, erleben un­ vergessliche Momente (22., 24.). 13.–23. 9. Sie sind zer­ streut, können sich nur schwer konzentrieren. Begegnung oder Entscheidung von Ende November kommt wieder zur Sprache, Sie müssen improvisieren (20., 21., 23.).

waage 24. 9.–3. 10. Sie müssen sich anstrengen, um am 21. und 24. nicht die Geduld zu verlieren. Probleme mit Angehörigen oder der Wohnung? Am 19. oder 23. bügeln Sie einen Fehler wieder aus. 4.–13. 10. Sie holen verlorenes Terrain wieder auf. Neue Verantwortung dürfte Sie belasten, sollte aber positiv für Ihre Zukunft sein. Am 20. und 24. sind Sie gut inspiriert. 14.–23. 10. Sie sind auf der richtigen Wellenlänge (20.). Verhandlungen, Studien, eine Reise stehen unter einem guten Stern. Manche erleben eine grosse innere Bereicherung (21.).

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind im richtigen Augen­ blick am richtigen Ort. Am 21. und 25. sollten Sie Ihrer Intuition folgen. Eine neue Situation ist ein echtes Plus für Sie. 3.–12. 11. Venus verspricht unvergessliche Stunden (zu zweit oder im Freundeskreis), am 22. und 24. sind Sie der strahlende Mittelpunkt. Am 19. und 20. sollten Sie nicht zu viel erwarten. 13.–22. 11. Ihre Jahresbilanz fällt gut aus. Projekte von April/Mai bringen Resultate, eine positive Wende kündigt sich an (20., 22.). Nur am 23. sollten Sie vorsichtig sein, Ihr Budget nicht überziehen!

schütze 23. 11.–2. 12. Sie geben Ihr Geld mit vollen Händen aus. Ihre Grosszügigkeit könnte zu Diskussionen mit Partner führen (19., 20.). Am 21. winkt ein Gewinn, am 23. sorgt eine Nachricht für gute Laune. 3.–12. 12. Sie haben die Lage unter Kontrolle, können ein Vorhaben lancieren, das im Sommer 2011 gute Resultate verspricht. Hören Sie am 20. und 24. auf Ihren Partner. 13.–21. 12. Sie entscheiden klug, Hindernisse (20., 22.) bringen Sie nicht aus dem Konzept. Am 21. schweben Sie in höheren Sphären, einige beweisen einen sechsten Sinn.

steinbock 22.–31. 12. Sie müssen Hindernisse über­ winden, es fällt Ihnen nicht leicht, sich an eine neue Situation zu gewöhnen (21., 24.). Doch dürfte dies positiv für Ihre Zukunft sein. 1.–10. 1. Venus signalisiert schöne Stunden, interessante Begegnungen. Aus Freundschaft könnte eine tiefere Bindung entstehen (22., 24.). Am 19. und 23. sollten Sie Ihre Kräfte schonen. 11.–20. 1. Sie gehören zu den Gewinnern, sind auf Erfolgskurs – trotz einigen Hindernissen am 20. und 22. Projekte vom ver­ gangenen Sommer bringen jetzt gute Ergebnisse (am 23.).

wassermann 21.–30. 1. Schalten Sie einen Gang zurück, gönnen Sie sich eine Pause! Am 19. fühlen Sie sich wohl im Kreise Ihrer Liebsten, am 23. sollten Sie tolerant sein. 31. 1.–9. 2. Die Stimmung am Arbeitsplatz dürfte angespannt sein (wegen Kollegin?), klären Sie das Miss­ver­ständnis (22.). Gute Kontakte zu älteren Personen könnten hilfreich sein (20.). 10.–19. 2. Sie sind auf der richtigen Wellenlänge, gehen taktisch klug vor (20., 21.). Angebot (von Ende November?) kommt erneut zur Sprache, Sie sind zufrieden. Nur am 23. sollten Sie auf der Hut sein!

fische 20. 2.–1. 3. Sie geben Gas, ernten die Früchte früherer Anstrengungen (am 20.). Projekt mit Freunden hat gute Chancen (am 21. und 25.). 2.–10. 3. Venus signalisiert Leidenschaft, niemand kann Ihnen widerstehen (am 22.). Am 20. sollten Sie nicht jedes Wort auf die Waagschale legen, weniger exzessiv sein. 11.–20. 3. Ihre Kommunikation kommt ins Stottern, Projekt (von Ende November?) entwickelt sich nicht wie erwartet (20., 22.). Geduld! Langfristig gesehen stellt sich der Erfolg ein, eine positive Veränderung kündigt sich an.

ihr tages-horoskop 122

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Dezember 2010

schweizer illustrierte

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die vierten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

Gewinnen Sie 14 × einen Reise-Luftbefeuchter von AIR-O-SWISS im Wert von je 69 Franken! Der kompakte und leichte ReiseLuftbefeuchter von AIR-O-SWISS passt in jede Reisetasche und sorgt so überall für optimale Luftfeuchtigkeit. Dank dem AC/DC Adapter (100V – 240V) und den austauschbaren Netzsteckern kann das Gerät weltweit (Nordamerika, Europa, Asien) eingesetzt werden. Made in Switzerland. www.airoswiss.ch

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 19. Dezember 2010

Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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schweizer illustrierte

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Spiele Sudoku

mittel

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Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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3 Conceptis Puzzles

Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Dezember 2010

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Gesamtwert: 1100 Franken!

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In einem ehemaligen Kinosaal bieten wir einen Ort der Erholung von besonderer Exklusivität. Tanken Sie neue Energie für Körper und Geist. Treiben Sie schwerelos auf einer natürlichen Sole aus Wasser und Salz, vergleichbar mit dem Toten Meer. In unserer ruhigen und atemberaubenden Atmosphäre haben Sie die Wahl zwischen zwei offenen Floating-Becken für jeweils 2 Personen. Weitere Informationen unter: www.float-schweiz.ch

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Teilnahmeschluss Sonntag, 19. Dezember 2010

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Conceptis Puzzles

Rebus

Auflösung aus Heft 49 WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Pfennig, 2. Tirggel, 3. Asterix, 4. Schlank, 5. Phantom, 6. Seeland, 7. Offerte, 8. Laeubli, 9. Berthod, 10. Angehrn, 11. Agamist, 12. Ittigen, 13. Amateur, 14. Lauwarm, 15. Antoine, 16. Umbrail, 17. Mittler, 18. Staehli, 19. Tarnung Lösungssatz: Fische faengt man mit Angeln, Leute mit Worten.

REBUS

Lösung: GLUT

Lösung: 823

1 2 3 =

BAUM F (S) E L D (A) MOND AUSLAND

7 5 9 2 6 1 4 3 8

2 1 3 7 8 4 6 9 5

5 6 1 8 2 3 9 4 7

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 609 Franken! Gewinnen Sie 3 × ein Expedition-Kit von Victorinox im Wert von je 203 Franken!

Lösung: EIERKOCHER

SUDOKU mittel 6 8 4 3 9 5 2 7 1

06010002557

schwer 4 9 7 1 5 6 3 8 2

3 2 8 9 4 7 5 1 6

8 7 5 4 3 2 1 6 9

1 4 6 5 7 9 8 2 3

9 3 2 6 1 8 7 5 4

5 3 6 2 9 1 2 7 5 8 9 4 8 1 3 6 7 3 9 5 4 5 1 6 2 2 8 9 4 7 3 6 2 8 4 7 6 8 1 4 685 Lösung: 7 9 5 3 1

4 6 7 8 3 1 5 9 2

1 4 5 2 9 6 7 3 8

8 9 2 4 7 3 1 5 6

7 3 6 1 8 5 9 2 4 06010002556

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weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


Grosses Extra der Schweizer Illustrierten

Blunt im Schnee Fotos Getty, Handout, Dukas

Weltexklusiv: Der britische Superstar James Blunt tritt am 9. April live auf der Kleinen Scheidegg am SnowpenAir 2011 auf!

Eiger, Mรถnch und Jungfrau als tolle Live-Kulisse.

Hansi Hinterseer heizt den Fans am Sonntag ein.

9. und 10. april 2011

www.jungfrau.ch


snowpenair James Blunt ist der Headliner am Snowpenair 2011

Blunt live in den Ber

Fotos Handout, Dukas, Schneider-Press, Keystone

u Er ist ein grosser Fan der Schweizer Berge. «Schon als Kind nahmen mich meine Eltern fast jeden Winter mit nach Verbier, um dort Ski fahren zu gehen», erzählt James Blunt. Jetzt, wo er seine ersten Hit-Millionen auf dem Konto hat, konnte er sich sogar ein eigenes Haus in der Westschweizer Alpenregion kaufen. «Für mich der ideale Ort, um auszuspannen», wie der britische Shootingstar mit der seidenweichen Stimme verrät. «Die Schweizer Alpen bieten viel Action und strahlen dennoch Ruhe und Gemütlichkeit aus!» Jetzt verleiht James Blunt dem Alpenpanorama nochmals eine neue Dimen­ sion: Am 9. April 2011 ist er der Stargast am 14. SnowpenAir auf der Kleinen Scheidegg in der Jungfrau Region. Vor der majestätischen Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau wird er seine Welthits «You’re Beautiful», «1973» und «Stay the Night» singen, begleitet von einer erstklassigen Live-Band. Er stellt sich damit in die Tradition von Weltstars wie Amy Macdonald, Joe Cocker oder Bryan Adams, die ebenfalls schon an diesem weltexklusiven Winter-Openair aufgetreten sind. Schnee-Fun, Bergpanorama und super Sound. Das sind die exklusiven Zutaten, die sich auf der Kleinen Scheidegg zu einem Mega-Event vermischen. Elemente, in denen sich James Blunt bestens wohlfühlt: «Skifahren ist eines

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Spider Murphy Gang u Sie gehören zu den besten Partybands der Alpennordseite: die sechs Jungs der Spider Murphy Gang. Raubeinig, rockig, aber herzhaft und herzlich. Typisch bayrisch eben. Dass sie mit grantelndem Münchner Charme auch gerne heisse Themen anpacken, haben sie mit ihrem Dauerhit «Skandal im Sperrbezirk» oder ihrem ironischen Lied «Schickeria» längst bewiesen. Der typische Spider-MurphyStil wurde dabei so beliebt, dass er die Band weltberühmt machte. So gibt es vom «Skandal»-Song auch eine japanische und eine brasilianische Cover-Version. Die Truppe überlebte als eine der wenigen den «Neue Deutsche Welle»-Boom und sorgt am Samstag, 9. April 2011, auf der Kleinen Scheidegg für Begeisterungsstürme. schweizer illustrierte

Britischer Army-Offizier, Ski-Fan und Popstar: James Blunt spielt am SnowpenAir 2011. meiner Lieblingshobbys», verrät der Gentleman, der einst als Offizier der britischen Army in Afghanistan diente. «Ich habe schon viel erlebt. Aber mitten im Schnee auf über 2000 Metern über Meer ein Konzert zu geben, das ist auch für mich etwas ganz Besonderes!»

Spider-Murphy-Frontmann Günther Sigl und seine Mannen.


gen!

Samstag, 11 9. April 20 er  Marc Trauff

r 11.00–11.50 Uh

hy

 Spider Murp

Gang .30 Uhr

12.00–13 The Gang  Kool & Uh 13.45–15.15 r Blunt  James Uhr 5 .1 17 15.30–

SnowpenAir auf der Kleinen Scheidegg: Musikfest mit grandioser Bergkulisse.

Kool & The Gang

Coole Sounds und heisse Beats

u Wer ausprobieren will, wie gut sich Skischuhe zum Abtanzen eignen, darf das Konzert der legendären amerikanischen Soul- und Funkgruppe Kool & The Gang nicht verpassen. Denn wenn Hits wie «Celebration» oder «Get Down on It» ertönen, kann man nicht anders als mitshaken. Super, dass diese tolle Partytruppe, die über 70 Millionen Platten verkauft hat und sonst eher in den heissen Clubs zu Hause ist, es wagt, die verscheiten Berghänge der Berner Alpen zum Beben zu bringen. Dann herrscht absolute Lawinengefahr: Denn ein Sturm der Begeisterung wird sich losreissen und die ganze Kleine Scheidegg in eine riesige Party verwandeln.

Heisse Party mit Kool & The Gang.


snowpenair

Hansi Hinterseer lässt die Herzen und den Schnee ­schmelzen.

sonntag, 11 10. April 20  Monique

11.45 –12.00 Uhr ann! Band  Hey M 12.10 –12.55 Uhr s Wolfahrt  Marku Uhr 5 .4 13 – 13.10  Quintett  Nocka.4lm r Uh 14.00 –14 5 interseer  Hansi.4H 15.00 –15 5 Uhr

Fotos Kirschner Media, hgm-press, RDB / Blick Sport, interTopics

Publikumsliebling Hansi Hinterseer heizt ein

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Hits statt Slalom

u Das Berner Oberland war für Hansi schon immer ein heisses Pflaster: In den wilden 70er-Jahren kam er hierher, um sich am Lauberhorn mit der Weltelite der Ski-Cracks im Slalom und Riesen­ slalom zu messen. Schon damals war der sympathische Kitzbüheler ein Publikumsliebling. Am Sonntag, dem 10. April 2011, kommt Hansi wieder in die grandiose Schneearena von Eiger, Mönch und Jungfrau. Schwungvoll wie

schweizer illustrierte

früher, doch diesmal gehts nicht um Slalom, sondern um Hits und Schlager. Und so wie er früher unter seinen schnellen Brettern den Schnee schmelzen liess, so tut er es am SnowpenAir im April mit den Herzen seiner Fans. Ein Grund für seine grosse Beliebtheit: Er ist der Naturbursche geblieben, der er schon zu seinen Zeiten als Spitzensportler immer war. Mehr als drei Millionen verkaufte Platten, unzählige

Auszeichnungen, ein Millionen­publikum bei seinen Fernseh-Galas und ausverkaufte Tourneen haben ihn nicht ab­ heben lassen. Hansi ist heimelig. Auch in den Berner Bergen. Neben seinen unvergesslichen Hits wie «Du hast mich heut noch nicht geküsst», «Wenn man sich lieb hat» oder «Da wo die Berge sind» hat Hansi auch sein neues Album mit im Gepäck: «Ich hab dich einfach lieb».


Schlagerstar Monique

Herzhaft und herzlich

u Für sie ist es ein Heimspiel: Die Schweizer Schlagersängerin Monique hat Berner Wurzeln und fühlt sich auf der Kleinen Scheidegg fast wie zu Hause. Mit ihrem ansteckenden Lachen und ihrer sympathischen Ausstrahlung wird sie auch auf der winterlichen Kleinen Scheidegg auf 2061 Metern über Meer bodenständige Stimmung auf die Bühne zaubern und die Herzen ihrer Fans erwärmen. Die Frau mit der Frohnatur startete 1999 mit dem Ohrwurm «Einmal so, einmal so» fulminant ihre Schlagerkarriere, indem sie auf Anhieb den Grand Prix der Volksmusik gewann. Schnell eroberte sie auch das Publikum in Deutschland und Österreich und wurde zum Schweizer Aushängeschild des volkstümlichen Schlagers. Es folgten unzählige Live- und TV-Auftritte. Heute muss sie ihre Engagements allerdings sorgfältig auswählen, denn als dreifache Mutter und Gastgeberin im Restaurant ihres Mannes ist sie gefordert. Das SnowpenAir wollte sie sich aber auf keinen Fall entgehen lassen, «weil es ein superschöner Anlass für die ganze Familie ist», so Monique.

Monique erwärmt die Herzen.

Die sechs vom Nockalm Quintett. Erinne­rungen an die goldenen 70er: Hansi Hinterseer (r.) als Ski-Weltcup-Fahrer mit Walter Tresch.

Das Nockalm Quintett kommt Weiss wie schnee u Sie sind heute zu sechst, und trotzdem nennen sie sich Nockalm Quintett. Das hat historische Gründe. Wer würde schon einen Bandnamen ändern, der seit 28 Jahren bei den Fans als Markenzeichen für fröhliche Stimmung und romantische Lieder steht? Und genau das wollen die Nockis auch auf die Kleine Scheidegg bringen: eine packende Musikshow, die sie selbst gern als «Live-Soundtrack des Lebens» bezeichnen. Das passende Tenue für den Aufritt im Schnee haben sie bereits: Wetten, dass die Nockis auch im Berner Oberland in ihren schneeweissen Anzügen auf der Bühne stehen werden?

schweizer illustrierte

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snowpenair

Urs Kessler, der Erfinder vom Snowpenair

«Sound & Schnee» Urs Kessler brachte den SnowpenAirZug ins Rollen.

Er ist der Erfinder des SnowpenAirs und CEO der Jungfraubahnen. Urs Kessler über Stars im Schnee und heissen Sound auf der Kleinen Scheidegg.

H

err Kessler, wie kamen Sie auf die Idee, auf der Kleinen Scheidegg ein Openair-Festival im Schnee zu veranstalten? Es war vor 13 Jahren eine spontane Idee. Ich wollte im Frühling, wenn die Tage schon mild sind und es am an­ genehmsten zum Skifahren ist, mehr Leute zu uns in die Berge locken. Wie kann man das besser tun als mit guter Musik und Partystimmung? SnowpenAir ist also mehr als nur Musik? Ja, definitiv! Man kann sich tolle Kon­ zerte anhören und zwischendurch noch

die eine oder andere Abfahrt genies­ sen. Und das bei meist besten Schnee­ verhältnissen, längeren Tagen und milden Temperaturen. Am SnowpenAir spielten schon Weltstars wie Bryan Adams, Zucchero, Joe Cocker, Amy Macdonald. Wie überzeugen Sie die, mitten im Schnee aufzutreten? Das ist meistens kein Problem. Allein das Wort SnowpenAir macht sie schon neugierig. Und dann ist die Kulisse mit Eiger, Mönch und Jungfrau natürlich auch sehr begehrt. Manche entpuppen sich sogar als echte Wintersport-Fans. Bryan Adams zum Beispiel wollte vor und nach seinem Konzert auf die Ski, besorgte sich vor Ort eigens eine Skiausrüstung. Ich habe dann ver­ anlasst, dass für ihn der LauberhornLift fährt. Er schwärmt heute noch von diesem Erlebnis!

Ist die Bühne geheizt, oder müssen sich die Stars am SnowpenAir warm anziehen? In den rund 180 Tonnen Material, die wir jedes Jahr fürs SnowpenAir auf die Kleine Scheidegg verfrachten, befinden sich auch einige Heizkörper, die auf der Bühne zum Einsatz kommen. Aber gute Winterkleidung ist auch für die Stars Pflicht. Wie der Name schon sagt, ists gut möglich, dass es am Snowpen­Air auch mal schneit! Wie kommen die Fans zum SnowpenAir? Der Eintritt am Samstag kostet für Erwachsene ab 16 Jahren 100 Franken. Für 125 Franken gibts ab allen Bahn­ höfen der Jungfraubahn ein Kombiticket mit Bahnfahrt, in dem auch ein Skipass inbegriffen ist. Am Sonntag kosten Ein­ tritt und Kombiticket 50 bzw. 69 Franken. Wie profitieren die Jungfraubahnen vom SnowpenAir? Das SnowpenAir ist eine zusätzliche Attraktion, die weit über die Landes­ grenzen hinaus Menschen anzieht. Für das Bryan-Adams-Konzert sind allein aus Indien über hundert Gäste angereist. Die Bilder der fröhlichen Fans auf der Kleinen Scheidegg sind beste Werbung für die Jungfrau Region und den Event. Wie viele Gäste erwarten Sie? Wir verkaufen rund 9000 Tickets, der Rest sind Sponsoren-Gäste. Von diesen rund 10 000 Fans sind die meisten Stammgäste! Was sind dieses Jahr die Highlights? Das Angebot ist sehr breit. Mich be­ geistern ehrlich gesagt alle Künstler! Am Samstag Rock und Pop, am Sonntag volkstümlicher Schlager. Wie stellen Sie das Programm zusammen? Wir wollen immer topaktuell sein. Ich bin stolz, dass wir dieses Jahr mit James Blunt und Hansi Hinterseer, der ja selbst schon Rennen am Lauberhorn gefahren ist, zwei absolute Top-Acts engagieren konnten.

Ein her zliches Dankeschön an unsere Hauptpar tner


snowpenair

Majestätisches Panorama: Blick von der Jungfrau auf die Weiten des Aletsch­ gletschers.

Skicross-­ Olympiasieger Mike Schmid.

Die Sphinx auf der Jungfrau

Höhepunkt Europas u Die Jungfrau Region hat neben dem SnowpenAir und dem grosszügigen Skigebiet noch viele weitere Höhepunkte zu bieten. So ist ein Besuch im höchsten Bahnhof Europas auf 3454 Metern über Meer ein einzigartiges Erlebnis. Den Besuchern erschliesst sich eine hoch­ alpine Wunderwelt aus Eis, Schnee und Fels, die sie von Aussichtsplattformen aus, auf dem Aletschgletscher oder im Eispalast bewundern können. An schö­

Schlittelspass im Schnee für die ganze Familie!

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schweizer illustrierte

nen Tagen reicht die Sicht von Italien über Frankreich bis nach Deutschland! Ein Erlebnis ist die Bahnfahrt zum Jungfraujoch, die durch Eiger und Mönch führt. Bei den Zwischenstationen Eismeer und Eigerwand können die Gäste die wunderbare Aussicht genies­ sen. Besonders empfehlenswert: ein Essen in dieser grandiosen Kulisse. Die Gastronomiebetriebe auf dem Jungfrau­ joch sind 365 Tage im Jahr geöffnet!

Familienferien in der Jungfrau region u Das Berner Oberland und die Jungfrau Region bieten noch die traditionelle gemütliche Gastlichkeit, die Ferien mit der Familie zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Im autofreien Dorf Wengen sind Schlitten zum Beispiel heute noch ein Fortbewegungsmittel der Einheimischen. Für die Gäste be­ deuten die Schlitten aber vor allem eines: Spass. Und der darf in den Ferien natürlich nicht zu kurz kommen. Deshalb gibt es nichts Schöneres, als mit einem traditionellen Holzschlitten oder einem modernen Rennbob die Schlittelpisten zwischen Grindelwald und Wengen auszureizen. Tages- und Nachmit­ tagskarten für den (fast) unbegrenzten Schlittelspass gibt es an allen Bahnhöfen der Jungfraubahnen. Auf der Kleinen Scheidegg, in Wengen und in Grindelwald gibt es für Kinder zudem hervorragende Anlagen, wo sie Skifahren und Snow­ boarden lernen können. Die Jungfrau Region ist bei vielen Familien darum besonders beliebt und bietet zahlreiche Vergünstigungen an. Mehr Infos zum gesamten Angebot der Jungfrau Region unter www.jungfrau.ch

Fotos Handout, Bruno Voser, Prisma

Mike Schmid, der coole Jungfrau-Botschafter u Er liebt den Rock ’n’ Roll auf zwei Bret­ tern und ist in seiner Disziplin Weltspitze: Mike Schmid, Skicross-Olympiasieger von Vancouver 2010, ist ein grosser Fan der Jungfrau Region und natürlich auch vom SnowpenAir. Ihm ist die Gegend um Eiger, Mönch und Jungfrau so sehr ans Herz gewachsen, dass er als ihr Botschafter vom 17. bis 19. Dezember auch am offiziel­ len Winter-Opening-Weekend teilnimmt. Dieses bietet allen, die es kaum erwarten können, erste Spuren in den jungfräu­ lichen Schnee zu ziehen, ein äusserst attraktives Angebot: 2 Übernachtungen für 2 Personen im Doppelzimmer im Hotel Regina Grindel­ wald und je 1 Skipass für 2 Tage im Jung­ fraugebiet vom 18.–19. Dezember 2010 ab 499 Franken pro Person. Es sind noch wenige Packages verfügbar! JungfrauBahnen-CEO Urs Kessler freut sich über die Zusammenarbeit mit Mike Schmid: «Mike zeichnet sich nicht nur durch seine sportlichen Erfolge aus, sondern auch durch seine sympathische Ausstrahlung und seine Verbundenheit mit den Bergen.»


Porträt

Hits aus der Zeit zwischen 1971 und 1987 präsentiert Toni Vescoli auf seiner neuen CD. Zu Hause gräbt der Musiker mit Ehefrau ruth in Erinnerungen aus dieser turbulenten Zeit.

Tonis «Zyt


«Weisch no?» Ruth und Toni Vescoli schauen sich daheim in Wald ZH Fotos aus alten Zeiten an.

-Reis»

schweizer illustrierte

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Porträt Text sandra casalini Fotos marcel nöcker

A

uf dem Tischchen im Wohnzimmer stapeln sich Schwarz-WeissAufnahmen. Toni Vescoli, 68, und seine Frau Ruth, 75, sitzen auf dem Sofa und schwelgen in Erinnerungen. «Lueg mal, Antonio», sagt «Ruthli» und hält ihm ein Foto unter die Nase. «Wie smart du da aussiehst. Da hattest du schon ‹Geschläik› mit Frauen!» Toni grinst. «Mit dir hatte ich auch eins!» Jetzt lacht Ruth laut. «Ja – und das hast du immer noch!» Seit 44 Jahren sind Ruth und Toni Vescoli verheiratet. Eine richtige Hippiefamilie seien sie gewesen, als sie Anfang der 70er-Jahre in ein Bauernhaus aufs Land zogen, erzählt Toni. Nachdem er seine erfolgreiche SixtysBand Les Sauterelles aufgelöst hatte, seien plötzlich eine Menge Schulden aus dieser Zeit aufgetaucht. Geld, das Haus zu reparieren, war also vorerst nicht da. «Wir hatten kein warmes Wasser und schliefen im ersten Sommer auf Matratzen am Boden. Anfangs hatten wir nur ein Plumpsklo.» Platz gab es allerdings genug – auch für die verschiedenen Tiere, die Familie Vescoli mit der Zeit «ansammelte». Sie hielt Schweine, Ziegen, Chinchillas, Schlangen, Leguane, Pferde – um nur einige zu nennen. 1971 nahm Toni Vescoli einen Job als Re­ daktor beim Schweizer Fernsehen an, bastelte nebenher an seiner Solokar­ riere. «Im Fernsehgebäude konnte ich duschen und meine Haare waschen», erzählt der ­Musiker. «Ausserdem nahm ich morgens jeweils zwei leere Milchtausen mit zur Arbeit und stellte sie vor die Tür der Kantine. Abends nahm ich sie mit Abfällen gefüllt für die Schweine wieder mit nach Hause.» Vier Jahre arbeitete Toni beim Fernsehen, danach konnte er seine Familie wieder als Musiker durchbringen. Nachdem er mit den Sauterelles Englisch gesungen hatte, erschien auch seine erste Solo-CD in dieser Sprache. «Dass ich fortan Schwiizertütsch sang, war eigentlich eher ein Zufall.» Das Jugendmagazin «Pop» hatte für eine Ausstellung einen Wilhelm Tell aus Styropor angefertigt und wollte für die Eröffnung einen Song von Toni Vescoli dazu – in Deutsch. Toni fragte, ob auch Schweizerdeutsch gehe. So entstand sein erster Mundart-Hit, «De Wilhelm Täll». Der darf natürlich auf der aktuellen Doppel-CD «Zyt-Reis» nicht fehlen. Genau wie «Susann», «Scho Root» oder «Es Pfäffli», aber auch weniger bekannte Lieder. «Die CD ist eine u

Fotoalbu Zwischen Bühne und Bauernhof Ein Rückblick auf das Leben der Vescolis in den 70erund 80er-Jahren.

Mit Reinhard Mey, 1973 «Mit dem Lieder­ macher verbindet mich eine lange Freundschaft. Und ein ähnliches Schicksal: Sein Sohn Max liegt seit fast zwei Jahren im Wachkoma. Unser Sohn Kari ist inkompletter Tetraplegiker.»

Mit Tochter Natalie, 1973 «Unsere Kinder wuchsen unbeschwert auf dem Land im Zürcher Oberland auf. Ausserdem waren sie richtige Musikerkinder und schliefen jeweils hinter der Bühne, egal, wie viel Lärm und Trubel herrschte.»


m einer Hippiefamilie

Mit Bart, 1981 «Zu dieser Zeit rückte die Musik in den Hintergrund, und ich restaurierte antike Möbel. Der Bart spross, als ich mich wegen einer Verletzung am Daumen nicht rasieren konnte.»

Mit Gitarre und Pferden, 1974 «In diesem Jahr erschien meine erste Mundart-Platte, ‹Lueg für dich›. Zu Hause hatten wir einen kleinen Zoo, irgendjemand schleppte ständig neue Tiere an, die gerettet werden mussten.»

Mit Haus, Hof und Hippie-Gang, 1971 «Als ich mit Kari, Natalie und Ruth (v. l.) und dem Bernhardiner Twiggy in unser Bauernhaus in Wila zog, hatten wir anfangs weder ein Bad noch eine rechte Küche. Das kam dann ‹naadisnaa›. Ausserdem gabs sieben Jahre lang keine richtige Türe und kein Schloss. Wir hatten ja die Hunde.» schweizer illustrierte

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Porträt

«Wir hatten kein warmes Wasser und schliefen auf Matratzen am Boden» toni vescoli Zusammenstellung aus sechs Alben, die nie auf CD erschienen sind», erklärt Toni. Er tritt übrigens nach wie vor solo, aber auch wieder mit den Sauterelles auf. Ruth hält nun ein Familienfoto in den Händen, betrachtet es nachdenklich. «Natalie ist da etwa drei Jahre alt, Kari dreizehn», sagt sie. Tochter Natalie, heute 42, wohnt mit ihrem 14-jährigen Sohn gleich nebenan. Sohn Kari, 52, lebt eine halbe Autostunde von seinen Eltern entfernt. Seit er vor fünfeinhalb Jahren bei einem Köpfler auf den Pool-Boden prallte, ist er inkompletter Tetraplegiker. Das heisst, er kann seine Arme und

u

Hundeliebe Bullterrier Linda bettelt um ein Leckerli. Toni: «Sie schläft bei uns im Zimmer.» Beine zwar teilweise bewegen, hat aber kein Gefühl in ihnen. «Er geht selten raus», erzählt Toni. «Das ist schade, aber wir haben es akzeptiert.» Ein-, zweimal pro Woche besuchen sie ihren Sohn, reden über alles, ausser über seine Behinderung. Schicksalsschläge wie dieser haben Toni und Ruth zusammengeschweisst. Trotzdem erinnern sie sich in ihren

privaten «Zyt-Reisen» vor allem an die schönen Zeiten. Zum Beispiel an ihren Papagei, der alle Gäste mit den Worten «Wottsch en Kafi-Schnaps?» begrüsste. In ihrer grosszügigen Wohnung im Zürcher Oberland hört man heute vor allem das Gebell von Bullterrier Linda. «Die einzige Frau, die ich rumkommandieren kann», meint Toni und küsst sein Ruthli liebevoll auf die Wange. 


Notabene

K

Ihr Lichtelein kommet!

erzli, Laternli, Lichtli und vor allen Dingen emotionelles Licht. Man braucht es nur in seiner Form und das Leuchten in den Augen der Kinder Vielzahl zu variieren, und alle sind happy. und Kindeskinder – ran an mein durstiges Und die Strassenlaternen? Wenn man Glück hat heute, Auge! Ich liebe den Schimmer eines liebe- bekommt man noch was Oranges vors Haus. Von den Formen voll geschmückten Christbaums, das wollen wir lieber nicht sprechen. In den meisten Fällen blendet Tropfen der Kerzen und den Geruch von uns uninspiriertes, kaltes, liebloses, weisses Licht. Als würden die verbrannten Tannennadeln. Wenn man Menschen sonst ihren Weg nach Hause nicht mehr finden. Ich dieselbigen sachte in die Flamme hält, möchte die Verantwortlichen am liebsten nach Florenz, Paris erklingt dazu dieses heimelige Knistern. oder London schicken. Da wissen sie noch, was sie ihren Bürgern Das ist Musik! Der mit Abstand wundervollste Weihnachtsein- schuldig sind, um die Nacht etwas glanzvoller zu gestalten. Es druck ist aber, das verzauberte, still strahlende Gesicht liegt nicht am Geld, sondern am Gespür fürs Schöne. Leider meiner Tochter im flackernden Kerzenschein zu betrachten. kommt es mit zunehmendem Stress und Rumgehetze vielen abEs lebe die Dunkelheit, wenn ein Lichtlein brennt! handen. Es sind eben die kleinen Dinge des Lebens, die uns erSchon als Kind liebte ich alles, was glitzerte und leuch- freuen und uns guttun! Nicht nur das Sonnenlicht wirkt positiv tete. Wir wohnten damals bei den Gleisen. Unser Haus befand auf die Psyche der Menschen. sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs. Ich Noch vor nicht allzu langer Zeit waren das schaute gerne, vor allem im Winter, ­rüber zu «Das Glück offene Herdfeuer, Fackeln, Grubenlampen und Kerden Zügen. Da leuchtete und blinkte immer liegt im zen die einzige Beleuchtung im Dunkeln. Traumhaft etwas. Es gab da viel mehr Lichter als sonst wo. und unschlagbar für die, die es sich leisten konnten. Das regte mich zum Träumen und Sinnieren an. Feuer – im Jedes Jahr im Winter gönne ich mir kiloweise KerEigentlich fehlte nur noch das Christkind, das im Licht» zen, die ich quer durchs Haus verteile. In meinem wilden Flockentreiben auf meinem Fenstersims Entree steht ein Ganzjahres-Weihnachtsbaum aus Platz nahm. Heute wohne ich nicht mehr beim Bahnhof, vielen pyramidenförmig aufgetürmten Holzstücken, auf denen aber als Nachtmensch brauche ich harmonisches Licht wie die bunten und weissen Lichtspender stehen. Brennen alle, sieht der Fisch das Wasser. Ich liebe auch die Stimmung, wenn das hammermässig aus, und der ganze Raum erscheint in einem Schnee liegt. Da verändert sich das Licht extrem und wird viel überwältigenden, einmaligen Licht. Ich geniesse auch das Kaminfeiner und zarter. Dazu kommt dann noch der Himmel, der alle feuer. Da lieg ich zufrieden mit meinen Liebsten, schaue ins FeuFarbtöne von Grünorange bis Zartrosa auf uns herunterwirft. er, das immer einen anderen Flammentanz aufführt. Es stellt sich Umwerfend! ein archaisches Wohlgefühl ein. Man muss gar nicht weit suchen, Nicht nur van Gogh, sondern die meisten Menschen, die das Glück liegt im Feuer – im Licht. Es verleidet nie. Ihr Lichteich kenne, freuen sich, wenn das Licht stimmig ist. Wobei, es lein kommet! Lasst uns brennen und im richtigen Licht erscheigibt auch schon zunehmend viele Erloschene oder solche, die nen. Dort, wo es uns wohl ist und wo wir hingehören. das keinen Deut interessiert. Sie bekamen vielleicht keine Ich möchte dieses Jahr mit ein paar Zeilen aus dem geniaChance, eine Beziehung zum Licht aufzubauen. Eigentlich len Song «Imagine» von John Lennon beenden. Ich wünsche schade. Man schaut in ihre Häuser oder Wohnungen und Ihnen eine fried- und gnadenvolle Weihnacht im richtigen Licht. staunt. Kaltes, weisses, antiseptisches Licht, dass es einen fast «Stell dir vor, es gäbe kein Himmelreich, es ist leicht, wenn du es friert – wie in einer neonbeleuchteten Abstellhalle. Gewisse versuchst. Keine Hölle unter uns, über uns nur Himmel. – Stell dir Quecksilber-Sparlampen tun das Übrige. Der Höhepunkt der vor, alle Menschen leben fürs Heute. – Stell dir vor, es gäbe keine Lichtverwirrung war ja das zwischenzeitliche, für viele Millio- Länder. Nichts, wofür man morden oder sterben müsste, und auch nen aufgehängte Weihnachts-Röhren-Debakel der Zürcher keine Religion. Stell dir vor, alle Menschen leben in Frieden. – Du Bahnhofstrasse. Eigentlich braucht es keine Raketenforscher, kannst sagen, ich sei ein Träumer, aber ich bin nicht der Einzige. um zu erkennen, wonach sich das menschliche Auge und die Ich hoffe, du wirst dich eines Tages uns anschliessen, und die Welt Seele sehnen, aber die abgekoppelten, kopfgesteuerten Desi- wird eins sein.»  gner und Lichtdruiden waren verblendet. Sie glaubten, etwas neu erfinden zu müssen, das schon längst da war: warmes, Chris von Rohr, 59, Musiker, Produzent und Autor

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Leser

«Strahlendes Geschenk» u «Ein Kernkraftwerk?

Ja, gern!», SI 48/2010 «Wenn Peter Hirt sagt, er habe noch keine AKW-Gegner gefunden, glaube ich ihm das sogar. Dazu müsste er nämlich zuerst seine innere Sonnenbrille ablegen. Die drei Gemeindepräsidenten sind bemüht, dem Volk den Nutzen eines Atomkraftwerkes verständlich zu machen. Sie sprechen von einer Laufzeit von 60 Jahren. Aber kein Mensch redet davon, wie lange der zu entsorgende Atommüll strahlt. Die Halbwertszeit beträgt rund 30 000 Jahre. Wir hinterlassen der Nachwelt ein strahlendes Geschenk, das 1500 Generationen überdauert. Das ist verantwortungslos.» H. Montanus, Chur «Sehr schön, dass alle drei Gemeinden – Döttingen AG, Mühleberg BE und Gösgen SO – ein Ersatz-AKW wollen. Die geplanten Atomkraftwerke weisen eine Leistungsgrösse von 1100 bis 1600 MW auf und gehören der dritten Generation an. Die Gemeindepräsidenten sind nicht nur an der finanziellen Abgeltung interessiert, sondern wissen auch, dass die AKW sehr hohe Sicherheitsstandards einhalten und die bestehenden Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ausser den bewährten Speicherkraftwerken in den Alpen gibt es nichts Besseres als Ersatz-AKW in diesen Gemeinden.» Michael Fehr, Neuhausen SH bewunderung für richner u «Es gibt nur eins – weitermachen!», SI 48/2010 «Ich bewundere immer wieder die Reportagen über Dr. Beat Richner in Kambodscha. In der Schweiz wird vor Weihnachten in Warenhäusern und Lebensmittelgeschäften eingekauft, in Kambodscha fehlt es an allem. Wir durften kürzlich das Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Auf Geschenke haben wir gerne schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizerillustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht ver­öffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

verzichtet, dafür gab es einen rechten Betrag für Kinderarzt Dr. Richner. Wir haben das Glück, dass ein Schweizer mit ganzer Kraft und viel Entbehrungen den armen Kindern hilft.» Elsa Baumgartner, Ettenhausen TG

willi

«Zum Nichtraucher habe ich es leider noch nicht gebracht. Aber dafür leide ich nicht mehr unter dieser Weihnachtskaufsucht. Ich bin Nichtschenker.»

impressum Nr. 50, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


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