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Olympiasieger Mike Schmid zeigt seine grosse Liebe: Joëlle!

Roger Federer

Der König von Basel Sein schönster Sieg Die Familie macht ihn stark. Exklusive Bilder mit seinen Zwillingen!

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8. November 2010 CHF 4.50


Inhalt

Titelfoto Melanie Duchene / EQ Images, Dick Vredenbregt / Inhaltsfoto Kurt Reichenbach

HEFT 45, MONTAG, 8. November 2010

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u Erfolgreiche Liebe OP-Schwester Joëlle besticht nicht nur mit Piercing und Charme – «sie stand mir bei in schwerer Zeit»: Der Berner Oberländer Olympiasieger Mike Schmid ist wieder da!

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Titel

Roger Federer Sein schönster Sieg! Für sich, die Babys, Mirka und alle Freunde

Leute

Tagebuch von Stefan Regez Leute Linda Fäh, Reinhold Messner, Stefan Tobler, Tanja Bachmann, Evelyne Binsack, Renzo Blumenthal 26 Mike Schmid Goldig! Wie seine Liebste Joëlle den Olympiasieger stark macht 38 Nadia Brönimann Speziell! Die transsexuelle Autorin über Lust und Frust mit ihrem Traummann Thomas Voigt 100 Heinz Spoerli Rastlos! Mit dem Direktor des Zürcher Balletts in Bangkok schweizer illustrierte

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Inhalt 33

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u Zug

abgefahreN? SP-Altmeister Helmut Hubacher, 84, modernisierte vor 30 Jahren die Büezerpartei – Zauberlehrling Cédric Wermuth, 24, bringt sie wieder auf radikal­sozialistischen Kurs. Erstmals treffen sie sich im Bahnhof Olten.

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Interview

Helmut Hubacher – Cédric Wermuth 60 Jahre Differenz! Der SP-Übervater und der Juso-Chef im grossen Streitgespräch

Schicksal

Simon Lindegger Unfassbar! Von der Bahn angefahren – «ein Glück, ich lebe!»

Gesellschaft

Urs Zenhäusern Genuss! Der Walliser Tourismus-Chef zeigt seine Lieblingsplätze Christoph R. Aerni Gewagt! Der bekannte Aktmaler interpretiert Albert Anker neu

Shopping

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

Diskushernie Neuartige Therapie! Ein Stossdämpfer für den Rücken Schnupfen & Co. Wann Sie zum Arzt müssen Der Fall Übergewicht: Richtig abnehmen Gut zu wissen Stillgerecht verhüten!

Die Besten

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Fotos Kurt Reichenbach, Thomas Buchwalder, Heiner H. Schmitt jr.

Party

38 u Endlich glücklich! Die Transsexuelle Nadia Brönimann musste lange auf ihren Traummann warten.

100

106 Charles Vögele Fashion Days Zürich, Sportnacht Davos, Pippi Langstrumpf Zürcher Märchenbühne

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Und …

Notabene von Peter Bichsel Horoskop Leserbriefe/Impressum

u Ganz Oben Seine Choreografien begeistern weltweit das Publikum: mit Ballettdirektor Heinz Spoerli in Bangkok.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

schweizer illustrierte

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tagebuch

Darum lieben wir sie! Roger Federer

Stefan Regez, Stv. Chefredaktor

Er ist nie unfreundlich. Nie abweisend. Nie gestresst. «Selbst die ausgefallensten ­Wünsche erfüllt er», sagt SI-Sportchef Iso Niedermann und erzählt, wie Roger Federer in Basel einem jüngeren Mann ein Autogramm auf den Bauch geschrieben hat. «Ist es dir ernst?», habe Federer zuerst ungläubig gefragt. Und ihn dann sichtlich amüsiert signiert. Federer begeisterte seine Fans letzte Woche an den 40. Davidoff Swiss Indoors restlos. Ein wunderbares Heimspiel für den Superstar und Publikumsliebling. Auf und neben dem Tenniscourt. Dafür sorgten auch Mirka und die bald 16 Monate alten Zwillinge Myla Rose und Charlene Riva. Wir sind stolz, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in diesem Heft neue, exklusive Bilder der Federer-Zwillinge präsentieren zu können. Dafür haben unsere Fotografen Hervé Le Cunff, Dick Vredenbregt und Bruno Voser fünf Tage lang einen grossen Aufwand geleistet. «Daddys schönster Sieg» – ab Seite 18.

Mike Schmid Wer ihn erlebt, findet ihn

Fotos Heiner H. Schmitt jr., Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker

In seiner Lieblingsstadt SI-Kultur­ chefin Anina Rether begleitete den Zürcher ­Ballettdirektor Heinz Spoerli nach Bangkok.

Bahnhofbuffet Olten (v. r.) Cédric Wermuth und Helmut ­Hubacher mit den SI-Redaktoren Lukas Egli und Stefan Regez.

Bekanntester Aktmaler der Schweiz SI-Redaktorin Caroline Micaela Hauger besuchte Christoph R. Aerni in seinem Atelier in Gunzgen SO.

s­ ympathisch. Mike Schmid kennt abseits der SkicrossPiste keine Gegner. «Auch der Olympiasieg in Vancouver hat ihn nicht verändert», sagt SI-Reporter Thomas Renggli. Boden­ständig, bescheiden, anständig sei er geblieben. Einfach «e liebä Siech». So natürlich der Bauarbeiter aus Frutigen BE mit Kollegen und Fans umgeht, so gelassen bereitet er sich nach dem ­schweren Kreuzbandriss auf sein Comeback vor. Seine wichtigste Stütze dabei: Freundin Joëlle Lehmann. «Goldiges Traumpaar» – ab Seite 26.

Hubacher vs. Wermuth

Die Parteilinke aus Jusos, Gewerkschaftern und Romands hat sich durchgesetzt: Die SP lehnt den Gegenvorschlag zur ­Ausschaffungsinitiative ab. In ihrem neuen Parteiprogramm will sie den Kapitalismus überwinden. Die Armee abschaffen. Der EU beitreten. Mit diesen radikalen Positionen isoliert sich die einst fortschrittliche Partei im Bundesrat und im Parlament. Und vertreibt ihre letzten liberalen Wähler. Wäre ich nicht schon vor Jahren aus der SP ausgetreten, hätte ich es letzte Woche getan. Wir haben den grossen alten Mann der SP, Ex-Partei­ präsident Helmut Hubacher, 84, und den grossen jungen Sieger des Parteitages, Juso-Chef Cédric Wermuth, 24, zum Streit­ gespräch gebeten. Pragmatiker Hubacher fürchtet, dass sich die SP in die Opposition verabschiedet. Und kritisiert den schlechten Stil am Parteitag. Revoluzzer Wermuth verteidigt die Beschlüsse als modern. Und fragt den Genossen: «Warst du denn am Parteitag?» Nein, er habe ihn verpasst, sagt Hubacher. Zum ersten Mal. «Verschlafen», wie er schmunzelnd anfügt. Bei allen inhaltlichen Differenzen: Altmeister Hubacher und Polittalent Wermuth begegnen sich mit viel Respekt. Folge­richtig bezeichnet Hubacher Wermuth als künftigen ­Parteipräsidenten, «falls die SP in die Opposition geht». «Mein Lieber, ich würde das nicht schönreden!» – ab Seite 33. Ich wünsche Ihnen viel Spass mit der Schweizer Illustrierten!

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bild der woche


Steinböcke auf Salzsuche

u Beim ersten Hinschauen reibt man sich die Augen, viel-­ leicht gar beim zweiten Mal. Doch, das sind Steinböcke! 17 an der Zahl. Sie stehen auf der steilen, 50 Meter hohen Staumauer des Cingino-Stausees. Dieser befindet sich fünf Kilometer östlich des Mattmarksees VS auf italienischem Staatsgebiet. Mühelos und schwindel­frei bewegen sich die bis zu 100 Kilo schweren Kletterkünstler von Steinvorsprung zu Steinvorsprung. Auf der Suche nach Salpeter, dem sogenannten Felsensalz. Gierig lecken sie es von der Wand. Für die Tritt­festigkeit der Tiere sorgen die verhornten Hufränder, ihre weiche Innenballen verhindern das Abrutschen – und bringen uns zum Staunen. Thomas Kutschera

schweizer illustrierte

Foto Adriano Migliorati / animal-press

Akrobaten der Alpen

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Leute

Linda Fäh

Die Braut, die sich traut u Erst Königin, dann Prinzessin: Die Miss-Schweiz-Krone hat Linda Fäh Ende September abgegeben. Für die DezemberAusgabe des Hochzeitsmagazins «Swiss Wedding» schlüpfte sie jetzt in verschiedene Brautkleider. Und fühlte sich beim Shooting wie eine Prinzessin. «Ich wurde von Kopf bis Fuss gestylt. Eines Tages möchte ich in Weiss heiraten.» Und wer soll der Prinz an ihrer Seite sein? Noch ist niemand in Sicht. «Nach sechs Jahren in einer festen Beziehung tut es mir gut, keinen festen Freund zu haben.» Dabei hat die Ostschweizerin aus Benken in den letzten Wochen rund hundert Liebesbriefe erhalten. Ihr Herz schlägt momentan aber nur für eines: ihr erstes Solo-Album, an dem sie in Zukunft intensiv arbeiten möchte. daniela zivadinovic

Mehr Fotos vom Shooting: www.schweizer-illustrierte.ch


nachgefragt bei

Reinhold Messner

Ex-Miss-Schweiz Linda Fäh posiert für das Hochzeitsmagazin «Swiss Wedding» im Hotel Schatzalp in Davos. Diesen Mittwoch feiert sie ihren 23. Geburtstag.

Herr Messner, Sie sind in Zürich als Referent beim Swiss Leadership Forum, sprechen über «Leistungsgrenze – Führung in Ausnahme­situationen». Ihr Credo? Erstens: sich in der Notlage zusammentun. Zweitens: Wer zögert und nichts wagt, geht unter. Drittens: Jeder muss den andern im Team hundertprozentig vertrauen. Das alles weiss ich aus eigener Erfahrung. Sie waren eben in Nepal. Beim Bergsteigen? Ich war zehn Tage im Himalaja, half einem Team, das einen Film über mich macht. Wir drehten auf 4500 Metern, aber auch aus der Luft – von Bord einer Pilatus Porter. Vor Ort traf ich auch Schweizer. Wen? Ein Team der Air Zermatt bildet junge nepalesische Piloten zu Bergrettern aus. Sie waren als erster Mensch auf allen 14 Achttausendern. Im Himalaja hat der Massentourismus Einzug gehalten. Fühlen Sie sich schuldig? In den Alpen fing man vor 100 Jahren an, Tourismus anzusiedeln. In Nepal machen sie das nach, allerdings konzentrierter als bei uns. Doch auch bei uns läuft vieles falsch. Was? Der Tourismus muss regelmässiger verteilt werden. Und die Landwirtschaft sollte mehr mit dem Tourismus verzahnt werden. Hängebrücken, Klettersteige: Viele sprechen von einer Verschandelung der Berge. Eine bedenkliche Entwicklung. Wann kommt der Klettersteig durch die Eiger­ nordwand? Da heisst es: Stopp sagen! Macht man die Alpen zum Disneyland, verliert man – in Paris liess es sich billiger bauen. Wir müssen das Unverwechselbare, das Wilde der Berge erhalten. Sonst ist in 100 Jahren kein Tourismus mehr möglich. Welcher Schweizer Berg war am schönsten? Eine tolle Tour unternahm ich 1974 mit Peter Habeler. Für die Eigernordwand brauchten wir zehn Stunden: damals Rekord. Ueli Steck durchrannte sie in 2 Stunden 48. Ich kenne Ueli, mag und bewundere ihn. Er gehört momentan zu den weltweit besten klassischen Alpinisten. Er hat nicht nur ein historisches und philosophisches Interesse an der Bergwelt, sondern auch eine unheim­ liche Kondition. So fit wie er war ich nie. Interview Thomas Kutschera schweizer illustrierte

Fotos Oli Rust by Swiss Wedding, Dick Vredenbregt

Gipfelstürmer Der 66-jährige Südtiroler ist einer der bekanntesten Bergsteiger. Er ist zum zweiten Mal verheiratet, hat vier Kinder, wohnt in Meran (I) und München.

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Leute Stefan Tobler daheim in ­seiner Zürcher Männer-WG.

wer liebt wen

Wiegenglück & böse Gerüchte u Doppelte Vaterfreuden für Curler Ralph Stöckli, 34. Der Olympia-Bronze­ gewinner 2010 und seine Frau Monica, 33, konnten am 30. Oktober ihr zweites Töchterchen Olivia begrüssen. «Über­wältigend! Wie vor zwei Jahren, als unsere Fiona zur Welt kam.» u Affären, Nachtclub-Besuche, WhirlpoolDates – das Buch «Der widerwillige König» enthüllt brisante Details aus dem Liebes­ leben des schwedischen Königs Carl Gustaf, 64. Und der Monarch dementiert die unschönen Behauptungen nicht einmal: «Es geht um Dinge, die weit zurückliegen.»

gleich zweimal Tschüss: einmal zu ihrer Lockenpracht (die musste ab) und einmal zu Freund Guillaume, 24. «Nach einem Beziehungsjahr sind die Gefühle verschwunden», sagt die Miss Schweiz 2008, die ihre Sprachferien in Australien nun als Single geniesst. u Er weiss, wie man Bälle hält – und wie man Tore schiesst! Goalie-Legende Oliver Kahn, 41, hat einen Treffer gelandet: Seine Freundin Svenja, 29, erwartet laut der Zeitschrift «Bunte» ihr erstes Kind. Kahn ist Zweifach-Papi aus erster Ehe.

Mehr People-News:

www.schweizer-illustrierte.ch

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Michelle Hunziker u Bo Katzman u Edita Abdieski u Didier Cuche u Stephanie Glaser

Stefan tobler

Vize-Mister auf Erfolgskurs u Zürich,

Mailand, Paris: Stefan Tobler, 29, eilt von Auftrag zu Auftrag. Überall dabei: sein Faltvelo. «Wenn meine Modelkollegen im Stau stehen, erreiche ich damit pünktlich den Termin», sagt der ehemalige Velokurier. Die Model-Karriere des Vize-Misters läuft so gut, dass er zwei Wochen im Monat in Mailand arbeitet. Dort teilt er sich ein Appartement mit Models – allerdings nur männlichen. «Die Frauen in diesem Business sind mir zu jung», sagt er. Für eine Freundin fehle ihm ausserdem die Zeit. Denn nebenbei lässt er sich zum Marketing-Fachmann ausbilden. Das Einzige, was der Vize-Mister darum jede Nacht ins Bett mitnimmt, sind seine Lernunterlagen und einen wärmenden Tee. Lisa Merz

Für einmal mit Brille: Tobler an den Vögele Fashion Days in Zürich.

Tinkabelle

Sogar Seal ist von ihr begeistert!

u Mit Humor – so erobert Mann Tanja Bachmanns Herz. Die 29-jährige Gesangslehrerin hat eben ihre erste Pop-Single «The Man I Need» veröffentlicht. Der Text ist fiktiv. «Ich bin seit fünfeinhalb Jahren mit meinem Freund Andy glücklich.» Beruflich spannt die Aargauerin mit Weltstar Seal zusammen: Der Sänger wählte sie als Duettpartnerin aus («You Get Me») und schwärmt: «Die kann wirklich singen!» Auch Tanja ist begeistert: «Ich dachte, er hat Allüren. Aber er ist total herzlich!» Und: Er brachte sie zum Lachen. sK

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Fotos Hervé Le Cunff, Thomas Buchwalder, Handout (3), babiradpicture

u Whitney Toyloy, 20, sagt

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Leute

Renzo Blumenthal besucht Evelyne Binsack zu Hause in Innertkirchen BE. Im Hintergrund sieht man die Engelhörner. evelyne binsack & renzo blumenthal

Bald schlafen sie im Schneeloch Deutschland, Österreich und Kanada. Bio-Bauer Renzo fühlt sich fit genug: «Ich spiele dreimal in der Woche Fussball und gehe vermehrt joggen.» Als Landwirt ist er sich körper­liche Arbeit gewohnt. «Ich bin sicher, dass er fit ist und auch mal auf die Zähne beissen kann. Das sind gute Voraussetzungen», findet Evelyne Binsack. Ihr einziger Rat an Renzo: Klettern in der Halle üben – die 15 Meter hohe Wand vor Ort muss nachts erklommen werden. daniela zivadinovic

Rose

kaktus

Hansueli Loosli Konzernchef Coop u Coop feiert Weihnachten schon im November. Gemeint ist nicht nur die Glitzer-Dekoration in den Läden, sondern Konzernchef Hansueli Looslis neuster Zukauf. Coop übernimmt das europaweit im Gastrogrosshandel tätige Unternehmen Transgourmet, das Convenience- und Frischprodukte an Kantinen, Restaurants und Spitäler liefert. Mit dem Zukauf überholt die Coop-Gruppe – umsatzmässig – die Erzrivalin Migros. Coops Umsatz dürfte auf rund 28 Milliarden Franken steigen, die Mitarbeiterzahl um 22 000 auf neu 75 000 und die Anzahl Blumen in Herrn Looslis Büro um eine – eine Rose der Woche.

Alex Frei Captain Schweizer Fussball-Nati u Vor einem Monat wurde er beim Spiel Schweiz– Wales vom Publikum im heimischen St. JakobPark ausgepfiffen. Nun will Rekordtorschütze Alex Frei zurücktreten und im Juni 2011 den Dienst am Vaterland quittieren. Mitten in der EM-Qualifikation! Weshalb dieses eigenartige Timing? Um sich vielleicht nochmals bitten zu lassen? Ein fauler Kompromiss. Wie ein Bergführer, der auf dem Weg aufs Matterhorn seine Seilschaft bei der Hörnlihütte im Nebel stehen lässt. Lieber Alex Frei, wir pfeifen nicht. Aber wir schicken Ihnen unseren Kaktus. Oder besser: Wir kündigen den Versand an – per Juni 2011. schweizer illustrierte

Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach, Anton J. Geisser

u Gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Vor allem wenn es um einen Wettbewerb wie die Fulda Challenge geht – ein zehntägiges Überlebenscamp in Yukon, Kanada. Am 16. Ja­nuar geht das Abenteuer für Extrembergsteigerin Evelyne Binsack, 43, und Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal, 33, los. Die beiden müssen gemeinsam klettern, rennen, in einem Schneeloch schlafen, Hundeschlitten fahren und weitere Herausforderungen meistern. Sie kämpfen gegen Teams aus

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Titel Was f端r ein Vater! Fasziniert bewundern die Zwillinge Myla Rose (l.) und Charlene Riva zusammen mit ihrer Mama Mirka die Tennis-K端nste von Papa Roger. Der Champ k端sst seinen 65. Pokal (kleines Bild rechts).

Daddys sch旦

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hรถnster Sieg

Fotos Dick Vredenbregt, Georgios Kefalas / Keystone

Erstmals spielt Roger Federer vor den Augen seiner Zwillinge und triumphiert: Zum vierten Mal gewinnt Papa Roger sein geliebtes Heimturnier in Basel.


Titel

«Meine Töchter sind eine perfekte Abwechslung für mich und auch eine Motivation fürs Tennis» Roger Federer

Der Champ, ein liebevoller Vater Trotz Turnierstress finden Mama Mirka und Papa Roger genug Zeit für Zärtlichkeiten mit ihren Schätzchen.

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Fotos HervĂŠ Le Cunff


Titel

König mit Wollmütze Ganz casual zeigt sich Roger seinen Fans in seinem Reich Basel.

Text Iso Niedermann Fotos Dick Vredenbregt

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arbige Sneakers an den Füssen, wollene Pudelmütze auf dem Kopf und löchrige Bluejeans? Einen König stellen wir uns doch irgendwie anders vor. Mal abgesehen vom britischen Thronfolger mit Gummistiefeln und Gartenschere oder dem spanischen Monarchen mit Fussballschal um den Hals. Aber König Roger der Erste darf das. Er muss keine Dresscodes befolgen. Er macht sie. Niemand stört sich daran, schon gar nicht in seinem Reich Basel. Hier wird er vorbehaltlos geliebt. Hier steht sein temporäres Schloss am Rhein. Im Grand Hotel Les Trois Rois an der Schifflände, dem besten Haus am Platz, logiert der Tennismonarch während der Davidoff Swiss Indoors. Mit Familie, stilgerecht. Die Suite ist nicht unter 4500 Franken zu haben, das Rindskotelett kostet 69 Franken. Ob das Hotel dereinst «Les Quatre Rois» heissen wird – in Erinnerung an seinen königlichen Stammgast? Man soll sich durch Äusserlichkeiten nicht irritieren lassen. Garantiert ist Roger Federers zerschlissene Arbeiterhose ein furchtbar teures Designerstück aus der Nobelboutique. Man hat nicht umsonst Mode-Ikone Anna Wintour zur Freundin. Und Grund zu übertriebener Sparsamkeit beim Shoppen haben die Federers ja nicht: Sein vierter Turniersieg beim wichtigsten Tennis-Event der Schweiz bringt King Roger gerade mal eben 291 700 Euro ein. Das triumphale 6:4, 3:6, 6:1 im Final gegen Novak Djokovic ist ein netter Zustupf zu seinen bis-

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herigen Preisgeldern von insgesamt 57,88 Millionen Dollar. In gewisser Weise gibt es Roger Federer in dreifacher Ausführung. Da ist einmal der begnadete Tenniskünstler, der das Ballspiel auf ein zuvor unbekanntes Niveau von Kreativität, Brillanz und Leichtigkeit gehoben hat. Wenn Roger auf dem Court steht, ist er wieder der verschmitzte Bub aus Bottmingen BL, den die pure Lust am raffinierten Schlag befeuert. Nichts als Spieltrieb und Spass am Kräftemessen. «Kein Mensch», sagt sein Halbfinal­ gegner Andy Roddick, «hat jemals besser Tennis gespielt als er». Seine nunmehr 65 Turniersiege, wovon 16 Grand Slams, pflichten dem Amerikaner bei. Nie scheint Roger mehr er selbst zu sein als mit dem Racket in der Hand. Der vierte Sieg in der St. Jakobshalle macht ihn besonders glücklich: Nach einer durchzogenen Saison ist die herzliche Aufnahme in seiner Heimatstadt Balsam für seine Sportlerseele. Glitzern in seinen Augen Freuden­tränen, glitzern sie auch in den Augen seiner Fans. Wie könnte er es seinem Anhang besser danken als mit glänzendem Spiel und begeisternden Siegen? Weiter ist da der Geschäftsmann Federer, von dem man immer das Gefühl hat, als wäre er froh, wenn andere für ihn die lästige Sache mit dem Geld erledigen. Nike, Gillette, Jura Kaffeeauto­ maten, Chocolat Sprüngli, Rolex, Credit Suisse, die Privatflugzeug-Firma Netjet und die National Versicherung profitieren von unvergleichlichen Sympathiewerten von Mr. Federer und entlöhnen den Champion mit Werbegagen in u

Ist es noch jubeln oder schon weinen? Roger Federer besiegt seinen Widersacher Novak Djokovic souverän. Und zeigt Emotionen.


ÂŤKein Mensch hat jemals besser Tennis gespielt als erÂť

Fotos Fabrice Coffrini / AFP Photo, Georgios Kefalas / Keystone

Andy Roddick, top-ten-Spieler und Freund von Roger Federer


Titel dreistelliger Millionenhöhe. Ihm selbst ist anderes wichtiger: der perfekt ge­ timte Passierschlag, der Jubelschrei aus 9200 Kehlen – dafür schlägt sein Herz. Und schliesslich gibt es den Ehe­ mann und Familienvater. Wenn Papa Ro­ ger seine bald 16 Monate alten Zwillinge Myla Rose und Charlene Riva in die Luft hebt und herzt, wirkt er plötzlich reifer, erwachsener. «Meine Töchter sind die perfekte Abwechslung für mich und auch Motivation fürs Tennis.» In Basel bewegt sich Roger Federer mit seinen «drei Girls» – wie er Mirka und die Mädchen auf Facebook liebevoll nennt – erstaunlich locker. Zweimal ist die Familie an der Herbst­ messe. «Ich werde natürlich erkannt, aber nur selten angesprochen. Die Leute halten sich zurück. Das schätze ich an der Schweiz und besonders an Basel. Deshalb will ich meine Kinder auch nach der Karriere in der Schweiz gross­ ziehen.» Selbst als die Mädchen an der Hand von Grossmama Lynette und Grosspapa Robbie in der Halle auftau­ chen, herrscht vernünftige Zurückhal­ tung. «Jöö, lueg mol die zwei, so herzig,

ganz de Bappe!», raunt eine ältere Frau ihrem Begleiter zu. Den Fotoapparat zu zücken, erlaubt sie sich indes nicht. Die Entwicklung, die Roger Federer mit seiner jungen Familie durchmacht, ist auch an seinem Fuhrpark abzulesen: Vor zwei Jahren war er noch Junggeselle; neben dem Tennis interessierte er sich vor allem für Jasskarten und schnelle Autos. Da kurvte er im 800 000 Franken teuren Supersportwagen Mercedes SLR McLaren mit 626 PS und Flügeltüren vor die Halle. 2009, als die Zwillinge drei Monate alt waren, war es schon familien­ freundlicher: ein Mercedes C63 – noch immer sportlich zwar, aber doch eine Limousine. Heuer sitzt Papa Roger in einem GL der gleichen Marke – einem wuchtigen Geländewagen mit sieben Plätzen. Safety first! Auch Mirka fährt damit. Zur britischen Nanny kommen dieses Jahr noch zwei Kindermädchen. Erstaunlich, dass sich King Roger in Basel «ziemlich normal» bewegen kann, wie er selbst sagt. Immerhin steht die Stadt am Rheinknie während der acht Turniertage kopf. Und das nicht wegen des Weltklasse-Teilnehmerfeldes

«Ich werde natürlich erkannt, aber selten angesprochen. Die Leute halten sich zurück. Das schätze ich an der Schweiz» Roger Federer mit Top-Spielern wie Djokovic, Roddick oder Berdych. Sondern einzig wegen Roger Federer, dem berühmtesten Sohn der Stadt. Natürlich kann Turnierdirek­ tor Roger Brennwald nicht anders, als zu betonen, dass die Indoors auch vor Federer und in den Jahren ohne seine


Ihm missgönnen wir nichts. Auch nicht, dass er nach gewonnenem Achtelfinal eine Stunde vor dem monatelang ausverkauften Champions-League-Spiel FC Basel gegen die AS Roma mit leuch­ tenden Augen sagt: «Super! Jetzt habe ich Zeit, den Match meines FCB zu sehen. Ich rufe gleich mal Gigi Oeri an wegen Tickets.» Himmelherrgott noch mal! Unsereins jubelt Wochen im Voraus, wenn wir ein Billett im Internet erstehen – er ruft bloss rasch an! Und Roger Federer hat selbst für die ruhmverwöhnten Fussball-Superstars fast messianische Züge. Nach Basels Niederlage sagt Natispieler Valentin Stocker: «Es war so toll, dass Roger noch zu uns in die Kabine kam. Als er ging, war keiner mehr traurig.» Auf seiner neuerdings in Gold ge­ haltenen Homepage steht: «Ehemalige Vorbilder: Becker und Edberg.» Ehe­ malige! Bei allen anderen wirkte das überheblich. Nicht bei König Roger. Der Mann ist 29 und hat als erste noch lebende Persönlichkeit seine eigene Briefmarke. Wem soll er denn noch nacheifern?  

Foto Hervé Le Cunff

Küsschen für den Helden Das Prinzesschen liebkost seinen König: Papa Roger.

Teilnahme ein Erfolg waren. Aber King Roger adelt das Turnier. Er denke ernsthaft darüber nach, hat er der «Basler Zeitung» in einem Interview verraten, das Turnier dereinst von Brennwald zu übernehmen. London, New York, Paris und Melbourne mögen ihm zu Füssen liegen – Roger Federer liegt seiner alten Liebe Basel zu Füssen. Die Fans kommen wegen ihm aus der ganzen Schweiz, von Kopf bis Fuss in Nike-Outfits mit dem «RF»-Logo gekleidet. Sie stehen sich stundenlang die Füsse in den Bauch, nur um den Meister bei der Ankunft vor der Halle von nah zu sehen. Die Glücklichen bekommen ein Autogramm, die Überglücklichen dürfen sich mit ihm ablichten lassen. Eine Mutter fotografiert den Superstar mit ihren zwei Töchtern. Doch der Blitz versagt. Roger Federer nimmt ihr den Fotoapparat aus der Hand, schaut ihn sich an und erklärt, wo sie die Einstellung ändern kann. Dann posiert er geduldig noch einmal. Das ist die überraschendste Seite dieses Weltstars mit fünf Millionen Fans auf Facebook, dieses Prominenten «hors categorie»: dass er so zugänglich geblieben ist.


Porträt

Goldiges Traumpaar Olympiasieger, Bauarbeiter, Publikumsliebling: Mike Schmid ist ein Überflieger mit Bodenhaftung. Nach einer schweren Verletzung kämpft er sich zurück – mit der moralischen Unterstützung seiner grossen Liebe.

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schweizer illustrierte


Baden im Glück In Adelboden lernten sich Joëlle und Mike vor sieben Jahren kennen. Hierhin kehren sie immer gerne zurück.


Porträt

«Joëlle war in dieser schweren Zeit eine grosse moralische ­Unterstützung für mich»

Fruchtsaft und Wellness Mike und Joëlle geniessen an der Bar einen MikeSchmid-Drink. Selbstverständlich alkoholfrei (Bild oben). Eine Sportmassage sorgt anschlies­ send für körperliche Entspannung.

Mike Schmid

Text thomas renggli Fotos kurt reichenbach

D

ie Umarmung ist herzlich, die Freude ansteckend. «Hey Uli, wie gahts?» Mike Schmid, 26, begrüsst den Kellner im Hotel Cambrian in Adelboden BE als sei er ein alter Schulkollege. Der Rezeptionistin zwinkert er zu, einem Gast hält er die Türe auf. Das alles wäre selbstverständlich, könnte Schmid seit vergangenem Februar nicht einen Sonderstatus beanspruchen – wäre er als Olympiasieger im Skicross in Vancouver nicht ins mediale Scheinwerferlicht katapultiert und zum VIP befördert worden. Sein Heimatort Frutigen BE benannte eine Strasse nach ihm. Noch immer prägen grosse Transparente das Ortsbild: «Mike Schmid – herzliche Gratulation». Die Scott’s Bar

serviert den Mike-Schmid-Drink und den Mike-Schmid-Fitnessteller. Schreitet der 193 cm grosse Modellathlet durch die Strassen, bleiben die ­Kinder bewundernd stehen, die älteren Damen im Kaffee stecken tuschelnd die Köpfe zusammen. Mike Schmid – im Berner Oberland fast auf Augenhöhe mit Eiger, Mönch und Jungfrau. Nicht alles verlief seit dem Olympiatriumph nach Plan. Ende Juni diagnostizierten die Ärzte einen Riss des vorderen Kreuzbands im linken Knie – ohne dass Schmid wusste, wie er sich die Verletzung zugezogen hat: «Ich spürte beim Fussballspielen ein leichtes Zwicken. Dass der Schaden aber so gra­ vierend ist, hätte ich nie gedacht.» Fünf Monate später steht Schmid in der letzten Phase der physiotherapeutischen Behand-

lung: «Im Dezember sind die ersten Schneetrainings vorgesehen. Dabei geht es darum, das Gefühl fürs Skifahren wiederzufinden», sagt er. In die Freude auf den befriedigenden Heilungsverlauf mischt sich mehr und mehr die Ungeduld. «Als ich in Saas-Fee meine Kollegen beim Trainieren sah, merkte ich, wie sehr ich den Sport vermisse.» Der Zeitpunkt seines Wettkampf-Comebacks ist offen. «Es wäre falsch, etwas zu überstürzen. Die WM in Deer Valley USA im Februar kommt wohl zu früh. Ein realistisches Ziel ist die Teilnahme an den Weltcups in Grindelwald und Meiringen BE im März. Aber Sicherheit besteht bei so einer Verletzung nie.» Ist ein Sportler zur Untätigkeit verurteilt, wächst die Bedeutung der engsten Vertrauenspersonen. Bei Schmid übernahm Freundin Joëlle Lehmann, 25, u schweizer illustrierte

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diese Schlüsselrolle. «Nichtstun und Herumliegen kann ganz schön frustrierend sein. Joëlle war in dieser schweren Zeit eine grosse moralische Unterstützung», sagt Schmid und legt liebevoll den Arm um ihre Schulter. Auch medizinisch profitierte er von seiner Freundin. Als Operationsschwester besitzt Joëlle grosse Fachkompetenz. Mike Schmid ist ein Mensch von unkomplizierter, erfrischender Offenheit. Nach seiner Goldfahrt in Vancouver gratulierte er zuerst seiner Schwester «Fräne» vor laufenden Fernsehkameras zum Geburtstag, dann machte er seiner Freundin eine öffentliche Liebeserklärung. «Bis ich Joëlle nach dem Finallauf endlich sehen konnte, vergingen fast zwei Stunden. Als ich sie dann in die Arme nehmen konnte, war das wunderschön», erinnert er sich an die auf­regendsten Minuten seines Lebens. Mike und Joëlle verbindet eine natürlich gewachsene Vertrautheit. Kennengelernt haben sie sich in Adelboden vor sieben Jahren. Jetzt sind sie zurück am Ort, wo ihre Liebe entflammte. Er fährt ihr zärtlich durchs Haar. Sie

schenkt ihm ein verliebtes Lächeln. Hat sich die Beziehung durch den plötzlichen Erfolg von Mike verändert? Joëlle überlegt lange: «Grundsätzlich nicht. Aber vielleicht ging etwas Spontaneität verloren. Als bekannte Person verhält man sich in gewissen Situationen zurückhaltender.» Joëlle sucht die Öffentlichkeit nicht. Von diesem Fotoshooting liess sie sich erst nach langem Zögern überzeugen. Trotzdem gewinnt sie dem gewachsenen Bekanntheitsgrad von Mike vor allem positive Aspekte ab: «Wir treffen viele interessante Menschen, können spannende Anlässe besuchen.» Auch die Ferienplanung wird erleichtert. Ein Sponsor spendierte drei Wochen auf Bali. Neben der Leidenschaft fürs Reisen teilen Joëlle und Mike die Liebe zum Sport. «Wir gehen biken, wandern, Ski fahren», erzählt sie. Ein gemeinsames Zuhause haben sie noch nicht. Mike wohnt in Frutigen. Joëlle in Thun. «Man kann auch in getrennten Wohnungen zusammenleben. Für uns stimmt es so, wie es ist», sagt ­Joëlle. In der Wettkampfphase leben die beiden eine Fernbeziehung. Ab Januar ist

Schmid der Bauarbeiter «Es ist aber nicht so, dass ich nur orange Kleider im Schrank habe», sagt Schmid über seine modischen Präferenzen.


Porträt Schmid jeweils wochenlang unterwegs. Wenn er nach Hause kommt, reicht es oft nur zum Wäschewaschen. «Da helfe ich aber tatkräftig mit», sagt Joëlle mit einem strahlenden Lachen. Dreck an den Kleidern ist für Mike Schmid auch im Berufsalltag Gewohn­ heitssache. Seine Arbeit als Strassen­ bauer liegt ihm ebenso am Herzen wie die Sportlerlaufbahn. «Es ist für mich der perfekte Ausgleich.» Sich ganz auf den Sport zu konzentrieren, kam selbst nach dem Olympiasieg nicht infrage: «Die Baustelle ist auch meine Welt. Da sind meine Kollegen, das ist meine Büez.» Auf die Frage, ob er vom Sport leben könnte, antwortet Schmid la­ chend: «Wenn ich weniger essen würde schon. Nein, im Ernst: Ich muss arbei­ ten, um anständig leben zu können.» Aufgrund seines verletzungs­ bedingten Time-outs hatte der Bau­ arbeiter in den letzten Monaten die Mög­ lichkeit, Erfahrungen auf ganz anderen Ebenen zu sammeln. Von Firmen wird er für Vorträge und Talkrunden gebucht. «Das ist eine echte Herausforderung. Vor diesen Auftritten habe ich viel mehr

Lampenfieber als am Start eines Ren­ nens – aber irgendwie klappt es immer. Dann erzähle ich von meinen persön­ lichen Erfahrungen.» Die waren in den letzten Jahren mehrheitlich positiv. Und so soll es auch bleiben. Davon ist Schmid überzeugt: «Ich komme in alter Stärke zurück – wenn nicht in diesem Winter, dann im nächsten.» Gut so. Denn auf einen echten Goldschmied will die Schweizer Skiszene nicht verzichten – und Joëlle schon gar nicht.  

sponsoren Mit dem Olympiasieg ist Mike Schmid als Werbeträger attraktiv geworden. Er besitzt sieben persönliche Partner, darunter Hauptsponsor Coop sowie seinen Arbeitgeber Marti AG. Die ­meisten Verträge laufen bis Olympia 2014. Für Autogrammstunden oder Referate kann er 2000 bis 3000 Franken verlangen.


w Intervoiceh e der W r– Hubache Helmutc Wermuth Cédri

60 Jahre trennen den SP-Übervater vom Politstar von morgen. Helmut Hubacher (l.) und Juso-Chef Cédric Wermuth schenken sich nichts im exklusiven Streitgespräch.

«Mein Lieber, ich würde das nicht schönreden!» Armee abschaffen, Kapitalismus überwinden, der EU beitreten! Die Und Sie, Herr Wermuth? SP zeigt wieder ihr radikales Gesicht. Helmut Hubacher Zweimal Nein. Ich verstehe nicht, wie regt sich auf über den von Cédric Wermuth diktierten Kurs. man dem Gegenvorschlag im voraus­

Text Lukas Egli und Stefan Regez Fotos Kurt Reichenbach

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ie sind Meister und Zauber­ lehrling: Helmut Hubacher, 1975 bis 1990 SP-Präsident, und Cédric Wermuth, seit 2008 Juso-Präsi­ dent und eines der grössten Polittalente der Schweiz. Zwischen ihnen liegen 60 Jahre und eine Menge Erfahrung. Am SP-Parteitag letzte Woche spielte der Jüngere erstmals mit den Mitteln des Meisters: Der 24-Jährige schwor die Mutterpartei auf einen radikalen Kurs ein. Sehr zum Ärger des grossen Alten. Herr Hubacher, Sie sind 60 Jahre älter als Cédric Wermuth … Wermuth: Echt, du bist 84 Jahre alt? … Wer von Ihnen beiden steht für

eine zukunftsträchtigere SP? Hubacher: Die Partei will die nächsten Wahlen gewinnen. Ich bin nicht sicher, ob sie vor einer Woche ein zeitge­mässes Programm verabschiedet hat. Wermuth: Die Geschichte der Mensch­ heit ist ein Kampf zwischen Bevor­ mundung und Demokratie. Die SP hat gesagt, dass der Kapitalismus nicht die letzte Antwort der Geschichte ist. Ich kann mir nichts Moderneres vorstellen. Am 28. November stimmen wir über die Ausschaffungsinitiative der SVP und den Gegenvorschlag des Parlaments ab. Wie werden Sie stimmen, Herr Hubacher? Ich stimme gegen die Ausschaffungs­ initiative. Beim Gegenvorschlag werde ich Ja einlegen. Ich will die Aus­schaffungsinitiative verhindern und wähle das kleinere Übel.

eilenden Gehorsam zustimmen kann. Hubacher: Das hat mit vorauseilendem Gehorsam gar nichts zu tun! Wermuth: Das ist mein Eindruck … Hubacher: Das ist nicht meine Art zu politisieren. Ich mache taktische Überlegungen. Solche Vorwürfe muss ich zurückweisen. Treffpunkt Bahnhofbuffet Olten: Die beiden SP-Schwergewichte Helmut Hubacher und Cédric Wermuth haben noch nie an einem Tisch gesessen und diskutiert. Schnell wird klar: So gross wie der gegenseitige Respekt ist, so gross sind auch die Differenzen. Die Umfragen deuten auf ein Ja für die Ausschaffungsinitiative hin. Spielen Sie mit dem Feuer, Herr Wermuth? Wir haben in den letzten Jahren alle ausländerpolitischen Abstimmungen u schweizer illustrierte

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gegen die SVP gewonnen. Würde die Linke geschlossen gegen die Aus­schaffungsinitiative und den Gegen­vorschlag antreten, hätten wir die Chance, beides zu gewinnen. Die Minarett-Initiative war in einem gewissen Sinn auch eine ausländer­ politische Vorlage. Sie ging verloren. Wermuth: Da ging es mehr um Identitätsfragen und die Angst vor dem politischen Islam. Hubacher: Die Minarett-Initiative hat ein Unbehagen an den Tag gebracht. In Sachen Kriminalität ist dieses Un­behagen noch grösser. Wenn ich mit Heiri Huber rede, meiner imaginären Testperson, merke ich: Da mottet etwas – egal, ob zu Recht oder nicht. Die Bevölkerung hat den Eindruck, dass die SP Heiri Huber nicht mehr hört. Hubacher: Die Ausländerfrage ist für die SP heikel. Sie kam 1970 mit der Schwarzenbach-Initiative auf. James Schwarzenbach war eine One-ManShow. Er machte gegen alle Parteien, Verbände und Kirchen 46 Prozent der Stimmen. Später sagte er mir, dass auch SPler für die Kampagne gespendet hatten. Nun stellen wir mit Simonetta Sommaruga die Justizministerin und werden uns intensiver mit dieser Problematik auseinandersetzen müssen. Dass wir sie mit der doppelten NeinParole schon bei ihrer ersten Ab­ stimmung als Bundesrätin im Regen stehen lassen, stört mich gewaltig. Wermuth: Simonetta hat die Vorlage von ihrer Vorgängerin übernommen. Hubacher: Sie hat den Gegenvorschlag als Ständerätin mitgetragen! Kann die SP mit einem doppelten Nein Wähler gewinnen? Wermuth: Das ist nicht die Frage. Wir gewinnen Wähler, wenn wir zu einer ehrlichen, klaren Politik zurückfinden. Hubacher: Ist unsere Politik denn unehrlich gewesen? Wermuth: Nein, aber sie ist stark von Pragmatismus und Taktiererei geprägt. Der Parteitag hat in vielen Fragen – Ausschaffungsinitiative, Armeeabschaffung, EU-Beitritt – überraschend eindeutige Antworten gegeben. Langfristig kann der Partei nichts Besseres passieren. Hubacher: Für mich gibt es da klare Grenzen. Die Abschaffung der Armee ins Parteiprogramm zu schreiben, ist das falsche Signal. Sie schafft sich ja schon selbst ab. Dieser ganze Parteitag war mir zu dogmatisch. Ich habe gelesen, dass die SP-Baselland Angst hat, dass ihr der Parteitag bei den Wahlen schaden wird. Da stimmt doch

Wasser statt Tabasco Wie Wermuth zog auch Hubacher in jüngeren Jahren schärfere ­politische Kost vor.

«Wir können uns unsere Positionen doch nicht von Praktikanten auf der ‹Tages-Anzeiger›-Redaktion diktieren lassen!» CÉDRIC wERMUTH etwas nicht! Und dann pfeifen wir auch noch Andersdenkende aus! Wermuth: Bist du dort gewesen? Hubacher: Nein. Wermuth: Ich habe auf dem Podium neben der Sitzungsleitung gesessen. Ich habe einen einzigen Pfiff gehört … Hubacher: … schon an der Delegiertenversammlung wurde gepfiffen … Wermuth: … Wenn einige Zeitungen behaupten, Simonetta sei ausgepfiffen worden, ist das Blödsinn! Hubacher: Mein Lieber, ich würde das nicht schönreden! Wermuth: Es gab einen Zwischenfall mit Buhrufen bei einem Statement von Hans-Jürg Fehr. Ich verurteile das.

Helmut Hubacher

u Geboren in Krauchthal BE am 15. 4. 1924 u karriere Lehre als SBB-Stationsbeamter, VPOD-Gewerkschaftssekretär, Chefredaktor der Basler AZ, 1963 bis 1997 Nationalrat u familie Seit 1949 verheiratet, drei Kinder, vier Enkel u Hobbys Politik und Schreiben, FCB und der Garten: «Ich bin der Hilfsgärtner meiner Frau Gret»

Cédric Wermuth

u Geboren in Jegenstorf BE am 19. 2. 1984 u karriere Studiert Politik, Volkswirtschaft, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zürich, seit 2008 Präsident der Juso Schweiz u familie Feste Beziehung, wohnt in einer Vierer-WG in Baden AG u Hobbys Konzerte, Kino, Bücher, «wenn die Zeit reicht»

Alt gegen jung, modern gegen tra­ditionell – die Vorzeichen sind wie vertauscht: Während der Ältere die ­Büezer-Partei modernisierte und für Liberale und Intellektuelle wählbar machte, will sie der Jüngere wieder radikalisieren. Fürchten Sie nicht, dass die SP urbane Wähler verlieren könnte? Wermuth: Diese liberal-urbane Schicht gibt es als Wählergruppe nicht. Hubacher: Mich beschäftigt das schon lange. Wegen der Ausländerfrage haben wir einen Teil der Arbeiterschaft an die SVP verloren. Umgekehrt gewannen wir beim liberalen Freisinn. Wir sind eine Mittelstandspartei ge­worden. Mit den Grünliberalen hat sich die Konkurrenzsituation verschärft. Wermuth: Für mich ist Politik kein Schema, bei dem man auf einem Blatt Linien zieht und Kreise einzeichnet und sich dorthin verschiebt, wo es weiss ist. Wir müssen das ganze Koordinaten­ system so verschieben, dass die Mitte dort ist, wo wir sind, und nicht die Partei in die Mitte rücken. Nationalrätin Evi Allemann fühlte sich am Parteitag «am falschen Ort». Alt Nationalrat Rudolf Strahm spricht von «Retro-Kurs». Leserbriefschreiber finden das Programm «ein grandioses Eigentor». Wermuth: Auch der SVP wurde 1995 prophezeit, dass sie mit ihren Posi­ tionen nie mehrheitsfähig sein werde. Wir können uns unsere Positionen doch nicht von Praktikanten auf der u schweizer illustrierte

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interview «Tages-Anzeiger»-Redaktion diktieren lassen. Wir haben Überzeugungen! Hubacher: Wenn eine Kantonalpartei darauf hofft, dass ihr der Parteitag nicht schadet, muss man nachdenklich werden. Ich frage mich, ob die SP im Bundeshaus noch mitspielen will. Wermuth: Der Parteitag hat auch in dieser Frage Klarheit geschaffen: Wir werden 2011 über den Verbleib im Bundesrat entscheiden. Für mich überwiegen im Moment die Vorteile. Aber die Bürgerlichen haben uns mit der Abschiebung von Simonetta ins Justizdepartement marginalisiert. Hubacher: Ich war erst auch verärgert. Aber wenn ich mit dem ehemaligen Justizminister von Zug, Hanspeter Uster, spreche, bin ich nicht sicher, ob das mit der Marginalisierung stimmt. Die SP hadert mit dem Gegenvorschlag zur Ausschaffungsinitiative, hadert mit der Departementsverteilung – hadert sie nun wie die SVP mit dem System? Wermuth: Wir sind die einzige Partei, die einen anderen Kurs verfolgt als die bürgerliche Mehrheit: in Migrations­ fragen, bei Steuern, Arbeitsplätzen, erneuerbaren Energien, Konjunktur, Gesundheit, Lohngerechtigkeit – wir stehen immer allein gegen die bürger­ liche Mehrheit, die eine Politik macht für die oberen Zehntausend. Hubacher: Eine Minderheitspartei darf sensibel sein. Aber wir müssen schon gestehen, dass wir selten die Mehrheit des Volks hinter uns haben. Es stellt sich die Frage, ob man mit ­Radikalpositionen Mehrheiten gewinnt. Wermuth: Wir haben doch keine ­Radikalpositionen bezogen! Armeeabschaffung? EU-Beitritt? Über­windung des Kapitalismus? Wermuth: Dieses System hat die Welt in die grösste Krise des 20. Jahrhunderts geritten. Die 300 Reichsten besitzen in der Schweiz 450 Milliarden – gleich­ zeitig sagt man uns, wir hätten kein Geld für AHV, für die Arbeitslosen und Bildung. Das ist schlicht eine Lüge! Wie sieht die postkapitalistische Schweiz denn aus? Wermuth: Wir haben die Idee der radikalen Demokratie ins Partei­ programm geschrieben. Jeder demo­ kratisierbare Bereich der Gesellschaft soll demokratisch organisiert werden. Hubacher: Das ist ein Parteiprogramm für eine Oppositions- und nicht für eine Bundesratspartei! Werden wir keine Velos mehr besitzen? Wermuth: Niemand will den Leuten das Zahnbürstli wegnehmen. Im Gegenteil: Eigentum soll von den öko­

Uneins in der Haltung, eins im Stil Zumindest modisch tut sich bei der SP zwischen den Gene­rationen keine Kluft auf.

«Ich hätte als SP-Präsident nie zu­gelassen, dass der Juso-Chef im Präsi­dium Einsitz nimmt» Helmut Hubacher nomischen Machtverhältnissen ent­ koppelt werden. Dann bestimmt künftig das Volk über die Strategie von SBB, UBS und Ringier? Wermuth: Bei den Service-public-­ Konzernen würde das Parlament mit Konsumentenorganisationen und Arbeitnehmervertretern entscheiden. Ringier wäre ein klassischer Fall für eine Mitarbeitergenossenschaft. Hubacher: 1982 schrieben wir das jugoslawische Selbstverwaltungsmodell ins Parteiprogramm. Wir hatten riesige Auseinandersetzungen und foppten den Autor: Wie würdest du die Ciba führen? Er wusste keine Antwort, er verstand nichts von Ökonomie. Sein Interesse war mehr philosophisch. Geduldig hört Hubacher den Aus­ führungen des Zauberlehrlings zu, wartet, bis dieser ausgeredet hat, darauf bedacht, nicht in die Besser­ wisserfalle zu treten. Den Widerwillen gegen die neue Parteilinie kann er nicht verbergen. Auf die Frage, ob sein Erbe demontiert werde, sagt er: «Das ist nicht mein Erbe!» Das Parteiprogramm portiert einerseits ein neues System. Anderseits sind Sie, Herr Wermuth, für den Beitritt zur EU, zu deren Grundpfeiler freier Markt und Wettbewerb gehören. Das ist doch

der Widerspruch des Jahres! Die EU ist eine strategische Perspek­ tive. Die Frage ist, wie souverän die Schweiz noch ist, wenn sie sich von Brüssel immer mehr diktieren lassen muss, ohne mitzubestimmen. Hubacher: Die SP blendet aus, was ihr an der EU nicht passt, angefangen bei der neoliberalen Wirtschaftspolitik. Wir reden nur immer fröhlich von Beitritt. Wermuth: Die Partei hat die EU-­ kritischste Position ihrer Geschichte gefasst. Wir haben die Wirtschaftspolitik der EU aufs Schärfste verurteilt. Herr Wermuth, Sie gelten als neuer Christoph Blocher. Nun ist Ihnen der erste Coup gelungen: den Parteitag auf Ihre radikale Linie zu bringen. Ich lehne den Vergleich mit Blocher vehement ab. Auch sehe ich das ­Radikale nicht. Ich sehe mich in einer liberalen Tradition. Hubacher: Die Armee abschaffen – ist das nicht mehr radikal? Ich hätte als SP-Präsident nie zugelassen, dass der Juso-Chef im Präsidium Einsitz nimmt. Ich glaube nicht, dass die SP Wähler findet, wenn sie zu radikal wird. Der Schweizer ist im Grunde konservativ. Was würden Sie, Herr Hubacher, Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben? Wermuth: Ich bin nicht sein Nachfolger! Hubacher: Du wirst es – wenn die SP in die Opposition geht.  schweizer illustrierte

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LOVESTORY Hier kocht das Gl端ck Nadia und Thomas in ihrer K端che in Einsiedeln SZ. Im Juli zog der geb端rtige Deutsche bei seiner Freundin ein.

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Liebe ohne

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Lange musste nadia br旦nimann auf ihren Traummann warten. Jetzt hat sie ihn ge足funden. Exklusiv reden die transsexuelle Autorin und ihr Partner thomas voigt 端ber Lust und Frust in ihrer un足konventionellen Beziehung.

Vorurteile


LOVESTORY Text sandra casalini Fotos thomas buchwalder

E Teamwork «In der Küche habe ich viel von Thomas gelernt», so Nadia. Beruflich steht Thomas in einem Zürcher Trend-Restaurant am Herd. Nadia arbeitet bei einer MarketingAgentur, hält Vorträge und Lesungen.

ndlich ein Mann im Haus. Und was für einer! Thomas Voigt, 29, hämmerte nicht nur ein Regal an die Wohnzimmerwand von Nadia Brönimann, 40, und flickte ihre Stühle. Er kann auch kochen. Und wie! «Du, wie muss ich das Eigelb vom Eiweiss trennen?», fragt Nadia scherzhaft und schaut ihren Freund von der Seite an. Das Paar steht in der Küche seines adretten Häuschens in Einsiedeln SZ und zaubert gemeinsam ein Dreigängemenü. Das heisst, Thomas zaubert. Nadia hilft, so gut sie eben kann. «Bevor Thomas vergangenen Juli bei mir einzog, ernährte ich mich mehr oder weniger von Fertigprodukten», sagt sie. «Jetzt schnipple ich mir sogar ab und zu

«Ich realisierte anfangs nicht, wie sehr mir Nadias Vergangenheit zu beissen geben würde» thomas voigt

frisches Gemüse, auch wenn er abends nicht zu Hause ist.» Der neue Mann an der Seite der bekannten Transsexuellen stammt aus dem Osten Deutschlands und arbeitet als Koch. Kennengelernt haben sich Nadia und Thomas vor zwei Jahren über das Internet-Portal Facebook. «Ich las etwas über sie und fand sie interessant. Also schrieb ich sie an», erzählt Thomas. Die beiden treffen sich, finden einander sympathisch und verlieben sich. Dann beginnt das Hin und Her. «Ich realisierte anfangs nicht, wie sehr mir Nadias Vergangenheit zu beissen geben würde», sagt Thomas. Er liest ihre Autobiografie «Die weisse Feder» – und muss immer wieder leer schlucken. Die Frau, in die er sich verliebt hat, war einmal ein Mann. Aus Christian wurde in unzähligen komplizierten Operationen Nadia. Es folgten Schmerzen, Depressionen, sogar ein Selbstmordversuch. Thomas hadert. Will er das? Kann er das? Eine Frau lieben, die körperlich noch immer nicht «komplett» ist, die niemals die Mutter seiner Kinder sein wird? Thomas kämpft mit sich selbst. Zwei Jahre lang. Dann ent- u


LOVESTORY scheidet er: «Doch, ich kann das. Und ich will.» Eifrig rührt Thomas in der köchelnden Rübeli-Ingwer-Suppe, gibt kleine Mandarinenstücke hinein. Ein würziger, süsslicher Duft zieht in die Stube, wo Nadia den Tisch deckt. Lächelnd entkorkt sie eine Flasche Roséwein. «Dass Thomas bewusst Ja zu mir sagt, bedeutet mir mehr, als er ahnt», sagt sie, während sie den Wein einschenkt. «Ich weiss, dass es nicht einfach ist für ihn. Ich spüre, dass er auch heute noch manchmal mit sich hadert. Umso glücklicher bin ich, dass ich endlich eine Schulter zum Anlehnen habe. Ich musste so lange darauf warten.» Acht Jahre ist es her, seit sich Nadia Brönimann von ihrem letzten Freund Johannes trennte. Er verliess sie damals, weil er nicht mehr damit klarkam, eine transsexuelle Freundin zu haben. Dessen ist sich Nadia bewusst. Trotzdem habe sie keine Verlustängste, sagt sie. «Ich genies­se jede Minute mit Thomas. Aber ich weiss inzwischen, dass ich auch allein sein kann.» Wichtig sei vor allem, dass man offen zueinander sei. «Wir

reden über alles. Auch über Sex.» Ins Detail mögen die beiden da nicht gehen. «Das geht niemanden etwas an», findet Nadia. Und verrät augenzwinkernd: «Wenn man will, findet man immer einen Weg.» Thomas hält sich zu dem Thema dezent im Hintergrund, während Nadia anfügt: «Wir sind in jeder Weise ein unkonven­tionelles Paar.» Trotzdem möchte sich Nadia – noch – nicht mit einem «unvollständigen» Körper zufriedengeben. Ein thailändischer Arzt – «eine Koryphäe auf dem Gebiet» – hat ihr angeboten, sie nochmals zu operieren. «Er hat mich bereits untersucht und sagt, es sei zwar kompliziert, aber möglich.» «Mit dieser Operation könnte ich endlich eine langjährige Odyssee abschliessen», begründet Nadia ihren Entschluss. «Darüber, ob sich dadurch auch im sexuellen Bereich etwas für mich – oder für uns – ändern würde, mache ich mir momentan noch keine grossen Gedanken.» Ob sie sich auch ohne festen Partner noch mal unters Messer legen würde? «Definitiv. So etwas muss ich für mich selbst machen, nicht für einen Mann.»

Nadia nimmt die Gabel, die Thomas ihr hinstreckt, schiebt sich ein Stück des gebratenen Kaninchens in den Mund. «Fantastisch!» Thomas schaut skeptisch. «Zwei Minuten weniger wären besser gewesen.» Nadia lacht. «Wenn ich koche, bin ich schon froh, wenns warm und weich ist.» Heute lässt der Hauptgang wenig zu wünschen übrig: Kaninchen, mit Frischkäse gefüllte Piroggen, Eierschwämmli und Peperoni. Thomas häuft konzentriert die Pilze auf einen Teller. «Redet ihr Köche bei euch in der Küche eigentlich auch so wenig, oder reisst ihr Witze?», fragt Nadia. Thomas schaut kurz auf und zuckt die Schultern. Er spricht nicht nur während des Kochens wenig. «Nadia ergänzt mich perfekt mit ihrer quirligen Art», sagt er. «Sie ist fröhlich und immer für mich da. Das liebe ich an ihr.» An die elf Jahre Altersunterschied habe er im Übrigen nie einen Gedanken verschwendet. Auch wenn seine Freundin ihm manchmal scherzhaft zu verstehen gibt, dass sie «gerne heiraten würde, bevor ich Falten kriege …». Sie habe nicht bewusst einen jüngeren Partner gesucht, so Nadia. «Es


hat sich so ergeben. Und Thomas ist sehr reif für sein Alter.» Das Dessert ist fertig. Thomas halbiert das Schoggiküchlein mit seiner Gabel, flüssige Schokolade läuft heraus. «Ein guter Koch muss auch geniessen können», sagt er. Aus den Lautsprechern im Wohnzimmer klingt Hildegard Knef. «Für mich solls rote Rosen regnen». «Wenn Thomas E-Mails an seine Familie schickt, unterzeichnet er sie mittlerweile mit ‹Thomas und Nadia›», erzählt Nadia. Thomas’ Eltern wissen nicht, dass Nadia mal Christian war. «Sie sollen mich zuerst ohne Vorurteile einfach als Nadia kennenlernen.» «Das Glück sollte sich sanft verhalten», singt Hildegard Knef. Nadia legt die Kuchengabel zur Seite und greift nach Thomas’ Hand. «Vielleicht will Thomas in fünf Jahren Kinder. Das werde ich ihm nicht bieten können.» Vielleicht sehnt er sich in zwei Jahren nach einer echten, einer biologischen Frau. Auch das kann sie ihm nicht bieten. «Aber jetzt sind wir zusammen glücklich, und es nützt nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was in ein paar Jahren sein wird.» 

nadias song

«Merci beaucoup» Nadia und die Kinder bei den Aufnahmen zu ihrem ersten Lied. Vor Kurzem erfüllte sich Nadia Brönimann einen Kindheitstraum und nahm zusammen mit einem Kinderchor eine Ballade auf. «Merci beaucoup» stammt aus der Feder von Stephen Keeling, der die Musik fürs «Heidi»-Musical schrieb. Nadia ist in

Verhandlung mit zwei Plattenfirmen wegen eines Vertrags. «Ich bin aber realistisch und gehe nicht davon aus, dass ich ein grosser Popstar werde. Trotzdem: Ein zweiter Song ist bereits geplant. Ich wage mich an eine mitreissende Dance-Nummer.»


Schicksal

Maxi-Glück im Er hat mehr als einen Schutzengel: Mit seinem Mini classic gerät der 20-jährige Luzerner simon Lindegger vor einen Zug. Doch dem Wrack entsteigt er nur leicht verletzt.

i in Oberkulm AG 50 Meter vor

ons Min Ers te Hil fe Die Lok hat Sim Text Thomas Kutschera Foto Remo NÄgeli

Foto Kantonspolizei Aargau

S

imon Lindegger schaut aufs Unfallfoto, dann legt er die «Aargauer Zeitung» aufs Nachttischchen. Atmet tief durch, nickt langsam. «Da hatte ich wirklich mega Glück. Ich könnte tot sein.» Der 20-jährige Informatiker aus Willisau LU liegt in seinem Bett – Zimmer 615 im Hauptgebäude des Kantons­ spitals Aarau. Und versucht zu lächeln. Die genähten Schnittwunden im Gesicht schmerzen dank Medikamenten nicht mehr allzu fest. Noch richtig weh aber tut der operierte linke Arm – er war gebrochen. Ausser dem Daumen sind alle Finger dieser Hand taub. «Ein komisches Gefühl.» Eben hatte Simon Besuch von einem Kantonspolizisten: Ihm erzählte Simon noch einmal von seinem Horror-Crash. Dienstag, 2. November, 8.15 Uhr. ­Simon fährt mit seinem 53 PS starken

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sich hergestossen.

Mini classic von Aarau los. In der Kantonshauptstadt macht er die Rekrutenschule als Motorfahrer, es ist die letzte RS-Woche. Heute Vormittag hat er vom Kadi Urlaub bekommen – um sich bei einer Heizungsfirma im nahen Gränichen als Informatiker vorstellen zu können. Das Gespräch ist auf 9 Uhr angesetzt, Simon trägt Tenue Zivil. Er ist früh dran, hat noch ein wenig Zeit. «Da fuhr ich einfach noch ein wenig in der Gegend herum.» Und zwar Richtung Reinach AG. Seinen dunkelgrünen Mini classic, Jahrgang 1995, hat er vor eineinhalb Jahren gekauft, gleich nach der Autofahrprüfung. Für 6000 Franken. «Es war eine Occasion, in der Garage musste noch einiges daran gebastelt werden», erzählt Simon. «Ich bin ein Fan von älteren Autos, suchte lange einen VW Käfer.» 8.40 Uhr: Simon steht in Oberkulm vor einem Baustellen-Rotlicht in der Kolonne. Er schaut auf die Uhr. Realisiert, dass es Zeit ist, nach Gränichen umzukehren. Doch die Ampel wird und wird


Mini

«Ich lebe!» Er kann wieder lachen: Simon Lindegger am Donnerstag vergangener Woche im Kantonsspital Aarau. «Am meisten weh tut der gebrochene Arm.»

nicht grün. Er legt den Rückwärtsgang ein, will über einen Bahnübergang in eine Nebenstrasse einbiegen. Doch da kracht es! «Ich hatte das Warnblinklicht nicht gesehen, es war wohl im toten ­Winkel», sagt Simon. «Und das Akustiksignal hörte ich nicht, weil das Auto­radio lief.» Alles geht extrem schnell. «Ich hatte keine Zeit zu reagieren.» Die Lok der Wynen- und Suhrentalbahn donnert voll in die Beifahrerseite des Kleinwagens. Rund 50 Meter wird der 750 Kilo leichte Mini vom Zug vor sich hergestossen, ein Metallgeländer Funken stiebend mitgeschleift. «Ich dachte nur noch: Halt, halt! Zeit, Angst zu haben oder an den Tod zu denken, hatte ich nicht.» Völlig zerquetscht kommt der Mini zu stehen. Ein Passant eilt herbei, sieht Simon blutüberströmt hinter dem Steuer, sagt ihm, er soll die Gurte lösen. «Ich war benommen, doch nicht bewusstlos, hatte starke Schmerzen.» Simon löst die Gurte, drückt das Schiebe­ dach zur Seite, steigt aufs Dach. Kurz darauf treffen Polizei und Ambulanz ein. Im Kantonsspital Aarau wird Simon sofort geröntgt. «Mir stand mehr als ein Schutzengel bei. Ausser dem gebrochenen Arm hatte ich nur ein paar Schrammen und Prellungen.» Sofort wird der Arm operiert, die gebrochene Elle mit Schrauben und Stangen fixiert. Am Tag nach dem Unfall bekommt Simon von seiner Familie Besuch. Die Schwester bringt dem FCB-Fan einen Teddybären mit blau-rotem Halstuch. Den Match Basel gegen die AS Roma schaut Simon auf seinem iPhone, auch wenn dessen Glasabdeckung beim Unfall Risse abbekommen hat. RS-Kollegen bringen Simon ein Fresspäckli mit Schoggi und Chips. Noch drei Tage müsse er im Spital bleiben, sagen ihm die Ärzte. «Der Arm sollte mit Physiotherapie wieder gut werden.» Simon lächelt zufrieden. Die Heizungsfirma hat sich gemeldet, sie bietet ihm einen zweiten Bewerbungstermin an. Der betroffene Lokführer hat den Schock einigermassen verarbeitet. «Es geht ihm den Umständen entsprechend gut», erklärte der Medienverantwortliche der Bahn Ende vergangener Woche. Simon ist sich bewusst: «Ich hätte besser schauen sollen, ob ein Zug kommt. Doch eine Barriere oder mindestens eine bessere Signalisation bei diesem Bahnübergang wäre nicht schlecht.» Er werde jedenfalls besser achtgeben, wenn er in Zukunft wieder am Steuer sitze. Und noch was ist klar für ihn: «Es wird wieder ein Mini sein.»  schweizer illustrierte

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tourismus

Walliser mit Leib und Seele Einmalig, einzigartig, exotisch. So schwärmt TourismusDirektor Urs Zenhäusern von seinem Wallis – und positioniert es erfolgreich als Genussland. Nicht nur für «Üsserschwiizer», sondern auch für sich privat.

Natur pur Urs und Gattin Andrée Zenhäusern entspannen sich auf einer Liege auf Kreuz­ boden ob Saas-Grund – mit Aussicht auf die imposante Bergwelt von Saas-Fee.

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tourismus Text stefan regez Fotos hervé Le cunff

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ewegende Begegnungen mit Wasser, Luft und viel Natur» – das verspricht der Wellnessweg auf Kreuzboden oberhalb Saas-Grund VS. Urs Zenhäusern, 46, nimmt dies an diesem prächtigen Herbsttag wörtlich. Zu wörtlich. Wie viele seiner Berufs­kollegen um spontane, werbewirksame Aktionen nie verlegen, erblickt der ­Direktor von Wallis Tourismus die ideale Foto-Location: eine Kneipp-Anlage im glasklaren Bergseelein, die Mischabelgruppe als Panorama. «Äs güets Sujet», sagt Zenhäusern, zieht seine Wanderschuhe aus und steht mit blutten Füssen auf das flossähnliche Holzgebilde. Eine wacklige Sache. Langsam zieht er sich am Stahlseil nach vorne, hält geschickt das Gleichgewicht. Noch ist der Fotograf nicht zufrieden. Schwups, da verliert Zenhäusern das Gleichgewicht, das Floss kippt. Bis zu den Oberschenkeln steht er im 10 Grad kalten Wasser. Seine Frau Andrée, 46, lacht laut heraus. Seit elf Jahren setzt Zenhäusern sich und das Wallis auch in der «Üsserschwiiz» in Szene: Linda Fäh hat er nach ihrer Wahl zur Miss Schweiz 2009 nach Zermatt eingeladen – um ihr zu zeigen, wo das Matterhorn ist. Den Zürcher Nationalrat und Klosters-Fan Ruedi Noser hiess er nach einer kritischen Kolumne übers Skigebiet Portes du Soleil auf der Riederalp willkommen. Und die begehrten Werbe­ sekunden im Vorspann von «SF Meteo» gehören nun auch der Walliser Sonnenstube. Zenhäusern liebt es, sich von der direkten Konkurrenz in Graubünden, im Berner Oberland oder in Österreich abzuheben: «Wir sind einfach anders. Authentisch. Einmalig. Exotisch. Unser Dialekt. Das Matterhorn. Der Aletschgletscher. Das gibts nur einmal. Und dann diese hervor­ragenden Produkte.» Er hat es ge-

Mutig Das 10 Grad kalte Wasser auf Kreuz­ boden schreckt Urs Zenhäusern nicht ab.


Familienidylle zu Hause in Ried-Brig (v. l.) Sohn Nicolas, 15, Tochter Fabienne, 16, Andrée und Urs Zenhäusern, seit 19 Jahren verheiratet.

«Wenn ein 5-Sterne-Hotel sich zu 3-Sterne-Preisen verkauft, ist das nicht gesund» urs zenhäusern


tourismus zenhäuserns tipps

Preisgekrönte Küche Urs und Andrée ­Zenhäusern essen Wild auf der Moosalp. u restaurant moosalp Amadé und Carmen Kalbermatten verwöhnen ihre Gäste auf 2048 m ü. M. mit lokalen Spezialitäten und aus­­er­lesenen Weinen. Zweiter Platz beim Best of Swiss Gastro Award 2009. www.moosalp.ch u heida-zunft Auf 1150 m ü. M., dem höchsten Weinberg Europas, wächst der Heida aus Visperterminen, die «Perle der Alpenweine». www.heidazunft.ch

Guter Jahrgang dank Föhn und schönem Wetter Urs Zenhäusern mit Heida-Zunftmeister Alex Stoffel (l.) im höchsten Rebberg Europas in Visperterminen kurz vor der Traubenlese. u berghüttenromantik

Skifahren No-Limit, verbunden mit Top-Gastronomie in den besten Berg­ restaurants in den Alpen, zum Beispiel im «Chez Vrony», Findeln, Zermatt. www.chezvrony.ch u Renoir, da vinci und barry Nicht nur grosse Maler stellen in Mar­tigny in der Fondation Gianadda aus. Am selben Ort befindet sich auch das Bernhardiner-Museum. www.gianadda.ch www.museesaintbernard.ch u st-leonard Hinabsteigen und auf einer halb­ stündigen geführten Bootsfahrt auf dem 300 Meter langen unterirdischen See bei Sitten das Erdinnere erkunden. www.lac-souterrain.com

schafft, das Wallis als Genussland zu positionieren. «Mit der wohl höchsten Dichte an GaultMillau-Punkten in der Schweiz», vermutet er. Fein essen, eine gute Flasche Wein, Natur, frische Luft, Ski fahren oder eine schöne Bergtour, zum Beispiel nächstes Jahr aufs Matterhorn – Urs Zenhäusern findet auch privat seine ­besten Genussmomente im Wallis. Dass das Wallis lange unter dem Image als Raclette- und Fendant-Kanton litt, war selbst verschuldet. Raclette gibts anderswo auch, der Fendant machte Kopfweh. «Und den schlechtesten Wein haben wir jeweils nach Zürich geliefert», verrät Zenhäusern schmunzelnd. In den letzten zehn, zwanzig Jahren hat der Weinbau im Wallis jedoch einen Qualitätsschub erfahren: rund 50 verschiedene Rebsorten, ausgezeichnete Weine, preisgekrönte Winzer. Wein aus dem Wallis – zum Beispiel von der Heida-Zunft in Visperterminen, dem höchsten Rebberg Europas – steht heute für Vielfalt, Qualität und Genuss. Auch in der «Üsserschwiiz». Von solchen Fortschritten kann Zenhäusern nur träumen, wenn es um die Tourismuspolitik im Wallis geht. Zwar hat der Neat-Lötschbergtunnel viele neue Gäste gebracht und das Wallis eine Zeit lang geeint. «Nun kämpft aber wieder jeder für sich selber.»Negativer Höhepunkt aus Zenhäuserns Sicht: Die Bevölkerung hat 2009 das neue Tourismusgesetz, das eine Aufteilung in neun bis zwölf Destinationen und eine kantonal einheitliche Tourismusfinanzierung vorsah, wuchtig abgelehnt. Mit der gemeinsamen Vermarktungsorganisation Wallis Werbung, einer Marktbeobachtungsstelle und einem moderateren Finanzierungsmodell ver­ suchen der Kanton und Wallis Tourismus nun zu retten, was noch zu retten ist. Gelingt das nicht, droht ein Scherben­ haufen. «Wallis Tourismus steht am Scheideweg», sagt Zenhäusern und warnt vor der touristischen Challenge League. Er, der mit dem Wallis in der Champions League spielen will. Dabei plagt ihn eine andere gewichtige Sorge: der starke Franken, der schwache Euro. Die Nachfrage aus Deutschland, dem wichtigsten Auslandmarkt für das Wallis, ist diesen Sommer um 9 Prozent eingebrochen. «Und für den kommenden Winter mache ich mir echt Sorgen.» Zenhäusern warnt die Hoteliers aber vor Preisdumping. «Wenn ein 5-Sterne-Hotel sich zu 3-Sterne-Preisen verkauft, ist das nicht gesund. Porsche hat in der Krise die Preise auch nicht halbiert.» Das einzig Richtige sei Qualität und das Echte. Nur diese Strategie verspricht puren Genuss.  


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kunst

Er ist der bekannteste Aktmaler der Schweiz. Jetzt ­überrascht der Solothurner Christoph R. Aerni mit nackten Tatsachen: Er interpretiert Albert Anker neu.

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«Es darf kn schweizer illustrierte


Moderne Symbiose Ankers «Pfahlbauer» mit sexy Pendant. Christoph R. Aerni und sein Lieblingsmodell Martina, die den Säbel schwingt.

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Text Caroline Micaela Hauger Fotos Marcel Nöcker

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as Hemd ist blütenweiss, die dunkle Hose sitzt perfekt. Als Christoph R. Aerni Bildhauer­ lehrling war, machten ihm Staub und Dreck schwer zu schaffen. «Ich habe mir geschworen, dass ich mich als Maler wie ein Fürst kleide», sagt Aerni und zieht genüsslich an seiner Pfeife. Der Solothurner ist für seine provo­ kante Körperkunst bekannt. Aerni ist Aktmaler – mit Leib und Seele. Keiner zaubert das Wesen schöner Frauen äs­ thetischer und erotischer auf die Lein­ wand. Die Ex-Missen Melanie Winiger und Tanja Gutmann liessen vor ihm Hemmungen und Hüllen fallen. Auch seine Porträts sind begehrt: Herzchirurg Thierry Carrel verewigte er während einer Operation in Öl. Und Astronaut Claude Nicollier sass ihm für ein Porträt Modell – natürlich im Raumanzug. Vor drei Jahren begann Christoph R. Aerni mit seinem Albert-Anker-Zy­ klus. Entstanden sind 48 Arbeiten, die er in einer geheimen Zwiesprache mit dem Berner Kunstmaler (1831–1910) schuf. Aerni stellte die beliebtesten Sujets und Ikonen-Bilder in einen Dialog mit der Gegenwart. So sitzt dem Gemeinde­ schreiber in der Arbeitsstube von anno dazumal eine Muslimin mit Ganzkörper­ schleier gegenüber. Wird das blonde Mädchen beim Zopfflechten von Mana­ gern in Anzügen beobachtet. Trifft der Pfahlbauer mit Pfeil und Bogen auf eine Techno-Queen mit Säbel. «Ich fragte mich, wie Anker heute malen würde. Aus Recherchen geht hervor: Er hätte sich gerne als Aktmaler versucht. Seine Frau war dagegen.» Christoph R. Aernis Kombinationen mit Spuren von Anker und der eigenen Handschrift sind erfunden. Sie verletzen den historischen Inhalt von Ankers Wer­ ken nicht. «Würde er meine Bilder sehen – ich bin sicher, er wäre begeistert.» Aernis Talent, mit Leichtigkeit Men­ schen, Gesichter und Körper zu zeich­ nen, offenbart sich früh. Mit neun Jah­ ren präsentierte der Bub sein erstes Ölwerk – eine perfekte Rembrandt-Ko­ pie. Die menschliche Anatomie fasziniert ihn, Chirurg wird ein Traumberuf. Mit dreizehn betritt Aerni zum ersten Mal das Anker-Haus in Ins BE. Er ist von des­ sen Realismus begeistert und ärgert sich, dass man von «Heile-Welt-Bildli» und nicht von Meisterwerken spricht. Als Aerni Jahre später seine Frau Anita kennenlernt, ist seine Karriere als Akt- und Porträtmaler in voller Fahrt.

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«Ich habe einen seriösen Beruf. Meine Frau hat keinen Grund zur Eifersucht» Christoph R. Aerni «Du weisst, was ich mache?», fragt er sie beim ersten Date. «Wegen dir werde ich nicht plötzlich Landschaftsmaler.» Sein kreatives Reich, wo sich die Damen die Klinke in die Hand geben und sich stundenlang hüllenlos auf ei­ nem Podest räkeln, befindet sich hinter dem Bahnhof Egerkingen. Hier ist vom 12. November bis 5. Dezember auch die «Hommage an Albert Anker» zu sehen. Stolz öffnet Christoph R. Aerni die schwere Tür zur 130 Quadratmeter gros­ sen Halle samt Bilderlager und Separee. «Früher befand sich hier eine Pinselfa­ brik. Ein Einfaltspinsel wie ich muss sich hier einfach wohlfühlen.» Ohne Wehmut denkt er an sein altes Atelier zurück. Das Dach war undicht, die Heizung lau. Die Modelle hatten Hühnerhaut. Trotzdem fühlten sie sich nicht unwohl.

Ankers «Gemeindeschreiber» mit Burka-Trägerin.


KUNST

Der Künstler bei der Arbeit am AnkerPorträt (o. r.) und mit seiner Familie im Bauernhaus in Gunzgen. Die Kinder Saskia, Rebekka, Ramona, Diego und seine Frau Anita (v. r.) sind sehr vernarrt in den kleinen Louis – Aernis ersten Enkelsohn.

Berner Meitschi hüllenlos und zerbrechlich. Zopfflechterin Anker-Ikone, umzingelt von Voyeuristen.

Dies liegt vor allem an Christoph R. Aernis zurückhaltender, fast schüchterner Art. Er ist väterlich und kumpelhaft, aber nie aufdringlich oder vulgär. Er kennt den schmalen Grat, auf dem er sich bewegt; weiss um die Unsicherheit seiner Hobby-Modelle und wie viel Überwindung es kostet, sich vor Fremden zu entblössen. «Ich selber habe vor 120 Männern einen Striptease gemacht – im ­Militär. Das hier ist etwas anderes.» Viele männliche Kollegen beneiden den 56-Jährigen um seinen Beruf, weil sie nur die Brüste oder andere erogene Zonen sehen. Er sieht das Modell als Gesamtbild. «Die menschliche Anatomie ist die grösste Herausforderung in der Malerei. Am schwierigsten sind Hände und Füsse.» Der vierfache Vater und frischgebackene Grossvater (Enkel Louis ist drei Wochen alt) lebt mit seiner Frau Anita in einem alten Bauernhaus in Gunzgen. Als Ausgleich zur Malerei spielt der Künstler Golf (Handicap 23,8) und erkundet mit seiner Honda Shadow die Schweiz. Wie lebt es sich mit der ständigen Versuchung? Hat er sich schon mal in ein Modell verliebt? «Es darf ­knistern. Eine Frau, die mich nicht anspricht, kann ich nicht malen.» Sein aktuelles Lieblingsmodell ist Martina, eine Beauty mit dunklem Teint und mandelförmigen Augen. Ihre Mutter Maja stand schon für Aernis Nacktbilder Modell. Wie reagiert eigentlich die Frau des Künstlers auf den ungewöhnlichen Job ihres Mannes? «Anita wäre irritiert, wenn sie im Atelier plötzlich eine angezogene Frau antreffen würde.» «Hommage an Albert Anker», 12. November bis 5. Dezember, www.aerni.ws schweizer illustrierte

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping objekt der begierde

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Melanie Albisser, Hair & Make-up Brigitte mit Produkten von Nars für Time, Mirjam für Fotogen. Kette von Mango, Leggings von Manor, Stiefel von Fendi bei Grieder

SchwesternPower u An den Zürcher Fashion Days im Puls 5 konnte man an der Charles ­Vögele Opening Night das Design-­ Talent von Penélope und Mónica Cruz bewundern. Mit ihrer Kollektion Biaggini ­Violett, welche die Schwestern für das Schweizer Traditionshaus entworfen haben, zeigten sie neben der Frühlingskollektion auch eine glamou­ röse Abendlinie (die es übrigens ab sofort zu kaufen gibt)! Wer sich für die kalte Jahreszeit auch im Alltag im Stil der beiden heissblütigen Spanierinnen einkleiden möchte, findet in der CasaBlanca-Linie feminine Strick-Teile im Bohemian-Chic. ursula borer

Mode für jeden Moment Ein Strick-Outfit aus der aktuellen Casa-Blanca-Linie fürs Büro oder das kleine Schwarze aus der Biaggini-­ Violett-Kollektion fürs Date. Ab sofort in hundert Charles-Vögele-Filialen. Kurz-Gilet u CHF 39.95, Strick-Kleid u CHF 29.95, Schal. u CHF 19.95

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shopping

Look

Trendy Katharina (rechts) trägt eine zweifarbige Daunenjacke von Mammut. Fachhandel. u CHF 349.– Keilhosen von Bogner. Fachhandel. u CHF 449.– Schuhe von Mou bei Sträuli Zürich und Monsieur Dubois. Brille von Giro, Och Sport, Sportfach­ handel. Deborah (links) in einer Jacke von Kästle. u CHF 899.– Keilhose Allsport. u CHF 389.– Stiefel Lacoste. u CHF 169.– Mütze Salewa, alles Jelmoli und Fachhandel.

Ski-/Snowboard-mode

Pisten-Zauber! u Ob man nun der Typ ist, der unbedingt Carlo Jankas Helm tragen will (Infos www.ochsnersport.ch) oder lieber Sachen, deren Logo nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, einig sind sich alle Skifahrer und Boarder: Wintersport-Bekleidung muss funktional, atmungsaktiv und warm sein. Denn wenns minus 30 Grad und gefühlte minus 40 ist (wie etwa auf dem Theodulgletscher im Dezember), zählt nur noch eins. Dass die Kleidung warm hält. Da sind Styling und Passform sekundär. Trotzdem freut es uns, dass die neue Ski-/Snowboard-Bekleidung durchaus sexy, schnittig und cool sein kann. Übrigens: Die neue Verpackung von Absolut Vodka auf unserer Eisbar (siehe Bild) ist es auch. Aber bitte erst nach der Piste geniessen! beatrice schönhaus

Skistar Modell Storm­ rider von Stöckli ohne Bindung. www.stoeckli.ch u CHF 820.–


Perfekter Schutz Neongrüner Helm von Poc, bei Och Sport. Sport­fach­handel. u CHF 199.–

Augenblende Skibrille von Giro. Fachhandel, Och Sport. u CHF 280.–

Ohrwärmer Strick-Mütze von Dakine, bei Manor. u CHF 39.90

Warme Hülle Reversible Jacke von J. Lindeberg. www.jlinde berg.com u CHF 499.– Alleskönner Warme Jacke von Mammut. Sportfachhandel. www.mammut.ch u CHF 549.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Make-up und Haare Brigitte mit Produkten von Nars für Time, Styling Janette Gloor

Frostschutz Zum Drunter­ ziehen: Shirt von Löffler. Fachhandel. www.löffler.at u CHF 99.–

Kernstück Shirt zum Drunterziehen von Odlo. Fachhandel, Jelmoli. u CHF 89.90

Beinwärmer Hoch geschnittene Ski-/Boarderhose von Kästle. www.kaestle-ski.com u CHF 679.–

Schuhwerk Modell von Fischer, das farblich zu vielem passt. Och Sport, Fachhandel. u CHF 499.– Glamourteil Modell Racetiger von Völkl. Sportfachhandel. www.voelkl.com u CHF 1390.–

Handwärmer Dreifarbig sind die Handschuhe Pulp von Manor. u CHF 49.90 schweizer illustrierte

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shopping

Mode

Steppen-Prinzessin Mütze mit Pelzimitat-­ Besatz von Globus. u CHF 49.90

Auf Expedition Voluminöse Mütze zum Zusammenbinden von H & M. u CHF 14.90

Romantischer Nerz Stola aus samtenem Pelzimitat von Pieces, bei Big. u CHF 29.80

Hübsche Eisbärin Kurze FakePelz-Weste zum Binden. Von Globus. u CHF 79.90

Grönländerin Gefütterte Booties von Ann Christine Accessoires, New Yorker. u CHF 28.95

Schneehäschen Ohrwärmer aus Hasenpelzimitat, gefunden bei H & M. u CHF 6.90

Fake-Pelz

Bereit für die Eiszeit

u Es wird kalt. Bald ist der Winter da! Und mit ihm der eisige Wind und Schneeregen. Um zu vermeiden, dass Ohren abfrieren, Finger versteifen, Zehen blau werden und das Herz er­ kaltet, gibt es eine grosse Auswahl an wärmenden Accessoires. Chanel wies in seiner Herbst-/Winter-Show den Trend zu «fake fur», Pelzimitat, das

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auch als solches erkannt werden darf. Etwa Yeti-Fäustlinge, Stiefeletten mit überdimensionalem Fake-PelzBesatz oder Mützen, die für eine PolarExpedition geeignet scheinen. Tipp: Sich womöglich nicht von Kopf bis Fuss in den Polyester-Pelz hüllen. Sonst wird man vielleicht noch eingefangen. Kristina Köhler

Sanfte Pfoten Fäustlinge mit Bommeln zum Binden. Only. Bei Big. u CHF 39.80

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Janette Gloor

She-Wolf Stiefeletten mit Pelzimitat-Besatz von Zara. Nur solange Vorrat. u CHF 199.–


shopping

Hotspot

Herren Globus, Glattzentrum

Schöner, grösser, besser u Stammkunden

vom Herren Globus werden ihr Geschäft im Glattzentrum fast nicht wiedererkennen. Neu taucht man auf 1100 Quadratmetern über zwei Etagen in eine stylische, moderne Shopping-Welt ein. Wer einen klassischen Business-Anzug sucht, wird nach wie vor im Untergeschoss bei Boss Black, Yves Gérard oder Strellson fündig. Im neuen Trend-Corner und

dank neuen heissen Labels wie Scotch & Soda oder Ben Sherman kommt auch die jüngere Generation voll auf ihre Kosten. Neu findet Mann hier auch eine Abteilung für Herrendüfte, Wäsche, Schuhe und Accessoires fürs komplette Einkaufs­vergnügen. Ursula Borer Öffnungszeiten Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr

Robust Ob City oder Natur: Modell Coffee Bean von Diesel macht eine gute Figur. u CHF 289.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Grosszügig Seit dem Umbau erstrahlt der Herren Globus im Glattzentrum auf doppelt so grosser Fläche und mit stylischem Konzept. Infos Tel. 058 - 576 40 00, www.herrenglobus.ch


Extravagant Passt zu besonderen Gelegenheiten: Cord-Veston von Yves Gérard. u CHF 299.–

Gut eingepackt Hält mit Stil jedem Wetter stand: Parka von Warren & Parker. u CHF 299.–

Cool Veston mit Inlayer von Boss Orange. u CHF 499.– Karo-Hemd von Ben Sherman. u CHF 139.– Hose mit Hosenträgern von Scotch & Soda. u CHF 199.–

Verspielt Mütze mit Fischgrat-Muster von Ben Sherman. u CHF 69.90


shopping

beauty

Milch & Honig Lippenpflegestift mit dem Duft von Milch und Honig. Von Labello. u CHF 3.90 Weisser Tee & Karanjaöl Regenerierende Bio-Nachtpflege von Lavera. u ca. CHF 25.50

Jasmin & Frangipani Aromaspray für Köper, Bett­wäsche und Räume. The Body Shop. u CHF 17.90

Peeling! Handlicher Peelingschwamm, Aleppo. Etwa beim Bioshop Paradiesli, Zürich. u CHF 6.90

Karitébutter & Veilchen Parfümierte Körpercreme mit Karitébutter von Balenciaga. u CHF 118.–

Beauty-News

Tröster in der Kälte

u Wer

abends im kalten Dunkel nach Hause stapft, sehnt sich nach seinen warmen vier Wänden. Und einem heissen, duftenden Bad. Oder nach einer Wundermaske für graue Winterhaut und einer Haarkur für ausge­trocknetes Struwwelpeter-Haar. Kurzum, jetzt sind tröstende Winter­ kosmetika gefragt, die uns einhüllen in einen schützenden Pflegekokon und unsere überreizten Sinne besänftigen. Wer vom Frühling im nächsten Jahr träumen möchte, der besprüht seine Bettwäsche mit dem Linen-Spray mit Frangipani- und Jasmin-Duft von The Body Shop. Dieser eignet sich auch als Körper- und Raumspray. So scheint ein Stückchen Frühling stets zum Greifen nah und führt uns mit heiteren Gedanken durch die Winterzeit. Kristina Köhler


Relax! Muskelbalsam von Dr. Schwarzenbach. In Apo­theken, Drogerien. u CHF 29.50

Duftende Essenz Tiefen­ wirksame Leave-in-Haarkur, Shu Uemura. Coiffeur Haene, Zürich. u CHF 70.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Feigen & Vanille Chill-out-Cremebad, duftet nach wilden Feigen und Vanille. I am, Migros. u CHF 4.50

Zartes Vlies Intensive Anti-Age-Maske, 3-D, Sensai Cellular Performance. 6 Stück u CHF 239.–


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Electronics

dreidimensional u Besitzer eines 3-D-tauglichen TVs

federleicht u Apple präsentiert mit dem neuen MacBook Air sein bisher leichtestes Notebook. In der Variante mit dem 11-ZollBildschirm wiegt es kaum mehr als 1000 Gramm. Der Verzicht auf eine Festplatte zugunsten eines Solid-State-FlashSpeichers macht sich gleich mehrmals bezahlt. Zum einen ist er doppelt so schnell und macht das Gerät sofort nach dem Drücken des Startknopfes einsatz­ bereit. Zum anderen braucht er viel ­weniger Platz und Strom. Mit einer AkkuLadung kann bis zu sieben Stunden gearbeitet werden. www.apple.com/chde/ macbookair Sg

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schnell wie der wind Wartezeiten beim Aufstarten gehören beim MacBook Air der Vergangenheit an. u ab CHF 1199.–

freuen sich über diese Digitalkamera. Mit Fujifilms Finepix Real 3D W3 können sie jetzt selber dreidimensionale Fotos und Videos aufnehmen. Die Kamera verfügt über zwei Objektive und zwei Bildsensoren mit je 10 Megapixeln Auf­ lösung. Auf dem 8,9 Zentimeter grossen Monitor lassen sich die Ergebnisse ohne Brille betrachten. Natürlich sehen diese auf dem optionalen 3-D-Bilderrahmen oder einem Fernseher noch eindrücklicher aus. Und dank einem neuen Drucksystem lassen sich die besten Schnappschüsse sogar als 3-D-Foto ausdrucken. ­www.fujifilm.ch stephan gubler wunderknipser Fujifilms Finepix Real 3D W3 macht dreidimensionale Fotos und Videos. u CHF 649.–

fitnesstrainer u Die Global

Trainer Bodylink von Timex ist dank GPS-Empfänger der perfekte Trainingspartner für Hobby- und Profisportler. Tempo, Durchschnittsgeschwindigkeit und Distanz sowie Strecken und Höhen lassen sich exakt messen. Vier Leistungsdaten können gleichzeitig an­ gezeigt werden. Der Brustgurt erfasst die Herzfrequenzdaten. Dasselbe gilt für den optionalen Fahrradsensor. Praktisch ist die Freihandfunktion, welche automatisch die Datenaufzeichnung startet und stoppt. Die gesammelten Aufzeichnungen werden drahtlos auf den Computer übertragen. www.timex.de sg

für höchste trainingsansprüche Timex Global Trainer Bodylink mit Daten­ erfassung via Satelliten. u CHF 549.–

uhr der woche

steckbrief

Renaissance eines Klassikers

Werk Mech. Automatikwerk, ETA-Kaliber 2895 Gehäuse 316L-Edelstahl, schwarz, mikrokugel­ gestrahlt, Saphirglas, wasserdicht bis 100 m Armband Hellbraunes Lederband mit Dorn­schliesse Varianten Chronograf Wer trägt sie? Perfektionisten Bezugsquelle Tel. 032 - 331 26 35, www.bellross.com

u 1992 mit Designern und Spezialisten aus der

Aviatik und Astronautik entwickelt, wollen Uhren von Bell & Ross mit ihrem klaren Design und ihrer robusten Machart Profis wie Uhrenliebhaber be­geistern. Für die neue Vintage-BR-Kollek­ tion standen die 1940er-Jahre Pate, als Piloten und Militärs noch Armbanduhren als wertvolles Hilfs­mittel benötigten. Das grafisch schnörkellose Design dieser Vintage BR 123 inspiriert sich denn auch an Bordinstrumenten, die eine gute Lesbarkeit und robuste Materialien garantieren. Der schlichte, funktionale und zeitlose Zeitmesser verheimlicht nichts. sarah rieder

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Unvergänglich Die neue Vintage BR 123 von Bell & Ross. u CHF 2700.–


publireportage

An der Spitze des Teams msrun lief MS-Botschafterin und TV-Moderatorin Claudia Lässer. Dank der sportlichen Leistung der motivierten Läufer kann der Schweizerischen MS-Gesellschaft der Betrag von 20 000 Franken übergeben werden.

Laufen für Menschen mit Multipler Sklerose Claudia Lässer und das Team msrun haben den Lucerne Marathon 2010 gemeistert und sich gleichzeitig für einen guten Zweck engagiert.

A

m diesjährigen Marathon rannten über 8000 Läuferinnen und Läufer mit und kämpften um persönliche Bestzeiten. Mitten unter ihnen startete auch das Team msrun, das jeden einzelnen Kilometer für Menschen mit Multipler Sklerose lief. Zahlreiche Neurologinnen und Neurologen sowie Mit­arbeitende von Biogen-Dompé und der Schweizerischen MS-Gesellschaft setzten sich am Wohltätigkeitslauf mit geballter Muskelkraft ein und machten gemeinsam auf die Krankheit aufmerksam: «Mit dem msrun wollen wir ein Zeichen der Soli­da­rität setzen und Betroffene und ihre Fami­lien im Kampf gegen MS unter­stützen», so Ronald Alder. Der Associate Business Unit Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei Biogen-Dompé möchte den weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Lucerne Marathon nutzen, um die Öffentlichkeit auf das besondere Anliegen aufmerksam zu machen. «Wir müssen die Krankheit ins Gespräch brin-

gen. MS-Patienten dürfen nicht aus­ gegrenzt werden – es kann jeden von uns treffen. Je früher eine medizinische Behandlung einsetzt, umso besser hat man die Krankheit im Griff. Dazu müssen die Menschen die Krankheit kennen», betont Ronald Alder. u Jeder Kilometer sorgt für mehr Mobilität Das Team msrun legte rund 942 Kilometer zurück. Ein sportliche Leistung. Somit kann der Schweizerischen MS-Gesellschaft der Betrag von 20 000 Franken übergeben werden. Eine Spende, auf welche die Patientenorganisation angewiesen ist, wie der Leiter des MS-Zentrums, Christoph Lotter, ausführt: «Wir setzen uns für die grösstmögliche Lebensqualität und Selbst­ständigkeit von MS-Patienten ein. Um diese Arbeit zu leisten, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Laufteam und insbe­ sondere bei Biogen-Dompé für die gross­ zügige Unterstützung.»

msrun – Mehr Mobilität mit jedem Kilometer u Bewegung

ist bei MS ein allgegenwärtiges Thema Betroffene der Krankheit sind durch den Krankheitsverlauf oft in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Sportliche Aktivitäten helfen, die Mobilität zu erhalten, gar zu verbessern. Stellvertretend für die Verbesserung der Mobilität der Patienten nahmen zahlreiche Mediziner sowie Mitarbeitende von Biogen-Dompé und der Schweizerischen MS-Gesellschaft an dem von Biogen-Dompé initiierten msrun teil. Ganz im Zeichen der Mobilität lautete das Ziel des msrun, eine möglichst weite Strecke zu rennen. Die Belohnung erhält das Team in Form einer Spende. Denn pro zurückgelegten Kilometer spendet das Biotechnologieunternehmen Biogen-Dompé 20 Franken an die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft. Der msrun fand bereits zum zweiten Mal während des offiziellen Lucerne Marathon statt.


check-up ft f i r st e b iskuie d ern h

Di e Ba nd sc he ibe np ro th es e mit dem elastischen Kern wird unter Röntgen­ kontrolle zwischen die Wirbelkörper eingesetzt.

r e f p m ä d s s Sto ! n e k c ü R für den URNER

Text VERENA TH

e elastische Lumbar Disc ist ein m do ee Fr g: die bei einem lle sind häufi heibenprothese, sc andscheibenvorfä nd Ba en ch wirbelsäule ein­ schen su ll an der Lenden Acht von zehn Men rfa Vo zwei eins be ihres Le ie besteht aus deshalb im Laufe gesetzt wird. «S ein­ ll st rfa fe vo m en ne ib ei he Bandsc dplatten mit En nita T ­ aus nen Arzt auf. Beim nrn he en Ke den Wirbel-Zwisc eissten, elastisch hw sc ge of. Pr quillt Gewebe aus rt är Ne kl e rbon», er d drückt auf di rethan/Silikon-Ka U ­ gs un körpern heraus un hr pf se m Dä ne ei n bt eine die meisten Rischke. Dies ergi ghi venwurzeln. Für sfä gs in ng rd tu le las Al Be t. iger gelegenhei effekt bei vollständ e. schmerzhafte An r gleich unters rlichen Band­scheib de tü je na t r ch de i ni be e alb wi sh it r ke de muss de n ng lfe ifu he te r Vers meisten Fällen Gegensatz zu eine r Im ba m Messer. In den Lu an it m m do n mit der Free ysiotherapie bt Ph ei er bl od el zirb er W en hm Sc ing. it besteh . uskelaufbaut­ rain volle Beweglichke e di sc Di schliessendem M re r Prothese ahmt der Betroffenen Konstruktion de ie «D Etwa ein Fünftel en . en rm ise der natür­lich ese Therapiefo die Funktionswe o­ th agiert nicht auf di or er r hw de t sc är Be », erkl haltenden Bandscheibe nach aon Sie leiden unter an M iv at ei er dr op ca e cir di ch örungen, Chirurg. Na he sc di pä ökn den und Nervenst l n ei ge der Re müssen. «Wenn die Prothese in ist n te e rd behandelt werden wu ein et -B st . Gete en- oder Rücken ern eingewachsen ch n vo chronischer Rück it en ke ib ar he ltb sc Ha auf eine eines Band ich nd re ru lg fg fo au er z er sie hm sc min50 Jahren. nen Zeitraum von schadens über ei e mindestens tiv va er ch ns ko f au aten e-center-rischke. destens sechs Mon Ope- www.spin ne ei ist , ht ric sp Therapien nicht an rklen», sagt Prof. Bu hke, ration zu empfeh m Pr of. Bu rk ha rd Ri sc ieru nt Ze am zt ar ef äd Ch op r th De Or r e. Chefarzt fü hard Rischk irurrgie d Wirbelsäulench und Wirbelsäulenchiruin für Orthopädie- un ur rth te in W in erg rg db be Lin k nd an der Klini gie an der Klinik Li der ner der Ersten in Winterthur. setzt dabei als ei e othese ein. Di Pr ge rti ua ne e Schweiz ein

Fotos Science Photo Library, HO

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Netzhautchip für Blinde u Tübingen In einem Versuch ist

es Wissenschaftern gelungen: Blinde konnten wieder sehen. Sie setzten drei Personen einen dünnen Netzhautchip ein. Resultat: die Blinden konnten Objekte und Buchstaben visuell unterscheiden. www.aerztezeitung.de

Neuer Tumorkiller u Zürich Forscher der Universität

Zürich fanden heraus, dass das Zytokin Interleukin-12 Krebszellen unter Kontrolle hält oder sogar ­eliminiert. Die Ergebnisse könnten zur Entwicklung einer neuen ­Krebstherapie beitragen. www.medical-tribune.ch

Gefahr für Spermien u Oakland Die Kunststoff­

chemikalie Bisphenol A reduziert laut US-Forschern die Anzahl und Qualität von Spermien. Für die Studie wurden 218 chinesische Fabrikarbeiter untersucht, die täglich mit dem Stoff in Berührung kommen. www.aerztezeitung.de

tipp

Wer mindestens fünf Tage pro Woche sportlich aktiv ist, leidet seltener unter Erkältungen und Schnupfen als ­andere Personen.

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check-up

So besiegen Sie Schnupfen u Nun schlagen sie ­wieder zu: Atemwegsinfektionen wie Erkältung, Lungen- und ­Mittelohrentzündungen. Eine vorbeugende ­Immuntherapie schafft bei schweren Fällen Abhilfe.

Text Dr. Samuel Stutz

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ie kalte Jahreszeit ist die Hoch­ saison für Atemwegsinfek­tionen. Für Betroffene bedeuten die oft wiederkehrenden Erkrankungen nicht nur eine Einbusse an Lebensqua­ lität, sondern auch ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe, Hospitalisationen oder sogar tödlichen Ausgang, umso mehr, wenn es sich um Personen mit bereits vorgeschädigten Atemwegen wie Patienten mit der chronisch obstrukti­ ven Lungenkrankheit COPD, ältere Menschen oder Kinder handelt. Kommt dazu, dass die meist notwendigen Antibiotika auf Dauer die Patienten schwächen oder aufgrund der weltweit zunehmenden Resistenzen nur noch begrenzt wirksam sind. Bei Kindern sind Atemwegsinfektionen eines der grössten Gesund­ heitsprobleme überhaupt. In der Schweiz leidet über die Hälfte der kleinen Patienten, welche in die Notfallstation eines Kinderspitals oder in eine Kinder­ arztpraxis gebracht werden müssen, an einer akuten Infektionskrankheit, wobei diejenige der oberen und unteren Atem­ wege mit Abstand am häufigsten sind. Erwachsene und Jugendliche erkranken

Bester Schutz vor Erkältungen: immer Hände waschen und den Kontakt mit erkrankten Personen meiden.


Foto Prisma

nd Co.! durchschnittlich zwei- bis fünfmal im Jahr. Kleinkinder und Kinder fünf- bis zehnmal. Was kann man tun, um sich selber und vor allem das eigene Kind vor den am meisten belastenden Atemwegs­ erkrankungen zu schützen? Wichtig sind einmal Hygiene wie Händewaschen und die Reduktion von Kontakten mit erkrankten oder infizierten Personen. Im Säuglingsalter bietet die Ernährung mit Muttermilch einen effizienten Schutz. Dazu kommt wenn immer möglich die Vermeidung von Schadstoffen wie Passivrauchen und Feinstaub. Weitere entscheidende Massnahmen sind die Grippe- und Pneumokokkenimpfung sowie die sogenannte unspezifische Immunstimulation. Man stützt sich dabei auf die Tatsache, dass oral zugeführte Antigene der häufigsten Infektions­ erreger von speziellen Darmzellen auf-

k chencn müssetn? Wa zum Arz Sie Komplikationen von Atemwegsinfektionen bei Kindern sind Lungenentzündung, ­Asthma-Anfall und Mittelohr­ entzündung. Die wichtigsten Symptome sind:  für Lungenentzündung: hohes Fieber, rasche Atmung und Husten  für Asthma-Anfall: Atemnot mit Giemen und Pfeifen, besonders beim erschwerten Ausatmen  für Mittelohrentzündung: Fieber, Ohrenweh und all­gemeines Kranksein

genommen werden und im lympha­ tischen Gewebe, besonders in den Lymphknoten, die ­Immunabwehr stimulieren. Dadurch kommt es zur Bildung von Abwehrstoffen und Abwehrzellen, die in die Schleimhäute der Atemwege gelangen, wo sie die Infektionserreger kaltstellen. Verschiedene Studien bei Kindern und Erwachsenen konnten zeigen, dass sich die vorbeugende Behandlung mit der oralen unspezifischen Immuntherapie in den drei Monaten unmittelbar vor der Erkältungszeit die Anzahl wie auch Schwere und Dauer der Atemwegsinfektionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Eine im Mai in Nizza vorgestellte Schweizer Studie bei 400 Kindern aus acht europäischen Ländern mit dem Immuntherapeutikum Broncho-Vaxom konnte dies eindrücklich bestätigen. Angebracht ist diese ­Behandlung, wenn Atemwegsinfek­ tionen zu einer grossen Belastung werden, was die Anzahl, aber auch die Schwere anbelangt, aus Sicht der Be­ troffenen und der Angehörigen. Kinder, Jugend­liche und Erwachsene profitieren gleichermassen von der Behandlung, die kaum je Nebenwirkungen hat und sehr kosteneffizient ist. Bei Rauchern und Ex-Rauchern sowie COPD-Patienten und älteren Menschen lassen sich die Zahl der Atemwegsinfektionen und Spitaleinweisungen sowie der Anti­ biotikakonsum reduzieren. 

Was tun, wenn ein Kind eine Atemwegsinfektion hat? u im vordergrund steht die

symp­tomatische Behandlung, das heisst genügend Flüssigkeit, bei Bedarf Fieberbekämpfung sowie Verzicht auf körperliche Anstrengung und eine vernünftige Isolation, um Ansteckungen zu reduzieren. Das heisst Verzicht auf Kinderkrippe, Kindergarten oder ­Schule. Wenn hohes Fieber, schlechter Allgemeinzustand, erschwerte und besonders auch beschleunigte Atmung, beim Ein- und oder Ausatmen deutlich hörbare Atemgeräusche, Atemnot sowie Blauverfärbung oder sogar Bewusstseinsveränderungen auftreten, muss das Kind sofort zum Kinderarzt oder ins Kinderspital.


der fall Übergewicht Seit Längerem versuche ich, mein Übergewicht zu reduzieren. Dazu habe ich mir angewöhnt, ab und zu einen Spaziergang zu machen. Auch versuche ich, gesünder und weniger zu essen. Aber ich nehme weder ab noch zu. Was raten Sie mir?

Fitness im Alltag Wenn immer möglich sollten Sie ver­suchen, sich zusätzlich zu bewegen: Treppe statt Lift, mit dem Velo zur Arbeit oder eine Tram­ haltestelle früher aussteigen und zu Fuss gehen.

Als Erstes möchte ich Ihnen zum Entschluss abzunehmen gratulieren. Sie leisten damit nicht nur einen wichtigen Beitrag für Ihre Gesundheit, sondern auch zu mehr Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Um nachhaltig Gewicht zu reduzieren, müssen Sie Ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten dauerhaft ändern. Einen ersten Schritt haben Sie bereits getan, mit dem Erfolg, dass sich Ihr Körpergewicht stabilisiert hat. Versuchen Sie nun, zusätzliche Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren. Nehmen Sie die Treppe statt den Lift, steigen Sie eine Bushaltestelle vor Ihrem Ziel aus, und gehen Sie den Rest zu Fuss, verwenden Sie für kurze Distanzen das Fahrrad statt das Auto. Auch bei Ihrer Ernährung müssen Sie noch konsequenter werden. Halten Sie sich vorrangig an natürliche, un­ verarbeitete Lebensmittel. Zwei Liter Wasser, viel Gemüse, Salat und Früchte, reichlich Vollkornprodukte sowie Milchprodukte dürfen auf dem täglichen Speiseplan nicht fehlen. Ergänzt wird er

durch mässig Fleisch und Eier sowie eine bis zwei Portionen Fisch pro Woche. Genies­sen Sie Süssigkeiten und salzige Knabbereien nur ab und zu. Ihre Fett­ aufnahme sollte nicht mehr als 70 Gramm pro Tag betragen (zum Vergleich: ein Cervelat enthält 23 Gramm Fett, eine Tafel Milchschokolade gar 35 Gramm). Um Ihre Bemühungen zu unterstützen, gibt es neu einen natürlichen, aus Pflanzen gewonnenen Faserkomplex. Klinische Studien haben gezeigt, dass dieser bis 27,4 Prozent der mit der Nahrung aufgenommenen Fette bindet. Die gebundenen Fette werden vom Körper nicht aufgenommen, sondern mit dem Stuhlgang ganz natürlich ausgeschieden.

TV-Tipp

Samstag, 13. November, 18.10 Uhr

Augenprobleme Unsere Lebenserwartung ist auf rund 80 Jahre gestiegen. Das macht der Sehkraft zu schaffen. Grauer und grüner Star treten häufiger auf. Experten erklären im Studio, wie man die beiden Augendefekte erfolgreich behandeln kann. www.gesundheitsprechstunde.ch

Fotos iStock, Dick Vredenbregt

Daniel Gegenschatz-­ Peterer, Drogist in Falwil SG. www.peterer-drogerie.ch


Stillgerecht verhüten! Kurz nach der Geburt stellt sich die Frage nach der richtigen Verhütungsmethode. Gynäkologe Dr. Reto Stoffel weiss, ­welche Möglichkeiten während der Stillzeit infrage kommen. Text Lisa merz

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ormalerweise dauert es sechs Wochen, bis Frau nach der ­Geburt wieder Intimverkehr ­haben darf. Solange braucht es, bis sich die Gebärmutter auf die normale Grösse zurückgebildet hat, der Mutter­ mund wieder verschlossen ist und damit eine Barriere gegen Bakterien bildet. Stillen bietet einen relativen Schutz, weil der Saugreiz des Kindes im Gehirn zur Ausschüttung des Milch­bildungshormons Prolactin führt. Dadurch werden der Eisprung und die ­Blutung unterdrückt. «Dies gilt je­ doch nur bedingt, da bei geringem Prolactinspiegel die Eierstockproduk­ tion wieder anlaufen kann», erklärt Gynäkologe Dr. Reto Stoffel. Und Achtung: Auch wenn die Menstruation

ausbleibt, kann ein ­Eisprung statt­ finden. Es gibt verschiedene Arten der still­ gerechten Verhütung: nicht hormonelle Barrieremethoden wie Kondom oder Diaphragma, mechanische wie die Spira­ le und hormonelle wie die Pille. Nicht jede hormonelle Verhütung eignet sich während der Stillzeit. Östrogene in der herkömmlichen Pille beeinflussen die Milchmenge, deshalb empfiehlt sich eine Minipille. Sie enthält nur Gestagene, ein Gelbkörperhormon. Zudem bringt sie kein erhöhtes Thromboserisiko mit sich. Die Nebenwirkungen? «Die Minipille reguliert den Zyklus nicht, sodass auch nach dem Rückgang des Prolactins die Monats­ blutungen ausbleiben oder unregelmässig sind», sagt Dr. Stoffel. Am besten be­ spricht man die geeignete Verhütungs­ methode mit seinem Gynäkologen.  

Spezielle Sportberatung u Bellikon Diese Woche eröffnet die Rehaklinik Bellikon im Aargau ihre neue Sportberatung für Menschen mit Handicap. Ziel: Körperlich Behinderte sollen den Spass am Sport wieder oder neu erlangen. Die Beratung findet ohne Anmeldepflicht immer am 2. Donners­ tag des Monats von 11.00 bis 14.00 Uhr statt. www.rehabellikon.ch

Lernschub im Bett! u York Im Schlaf lernen? Es funk­

tioniert tatsächlich! Laut Wissen­ schaftern der Universität York (GB) werden in Tiefschlafphasen nicht nur neue Informationen dauerhaft abgespeichert, sondern auch geordnet. Für die Studie mussten Probanden am Abend neue Vokabeln lernen. Am nächsten Morgen beherrschten sie sie besser als bei einem Test vor dem Schlafengehen. www.jneurosci.org


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Eindrücklich «Selbstbildnis mit gesenktem Kopf», 1912, von Egon Schiele.

«Klimt, Schiele und ihre zeit» im Beyeler-Museum

Geburt des Jugendstils

Um 1900 war Wien einer der spannendsten Orte Europas. Neben Psychoanalyse und Kaffeehauskultur bahnten die Wiener Secessionisten in der Kunst den Weg für die Moderne. u schweizer illustrierte

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Kultur

die besten

u In den 1890er-Jahren befand sich Wien in einer Phase des Umbruchs. Fortschrittsglaube und Untergangsstimmung wechselten sich ab, die Monarchie kränkelte, der Erste Weltkrieg stand vor der Tür. Es war aber auch die Zeit der Kaffeehauskultur. Die gepflegten Salons waren nicht nur Treffpunkt, um einen «kleinen Schwarzen» (Espresso) zu trinken. Es wurde auch diskutiert über Politik, Gesellschaft, Kultur. Zu dieser Zeit zog Wien Literaten, Musiker, Architekten, bildende Künstler magisch an. Das wunderbare Zusammenspiel der verschiedenen Künste zeigte die 14. Secessions-Ausstellung von 1902, die dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmete wurde. Gegründet wurde die Wiener Secession 1897. Erster Präsident war der charismatische Maler Gustav Klimt (1862–1918). Die Secessionisten lehnten den vorherrschenden Konservatismus und den traditionellen, dem Historismus verpflichteten Kunstbegriff ab. Der Jugendstil trat seinen Triumphzug an. Gustav Klimt wurde einer seiner berühmtesten Vertreter. Brillant – und viel moderner als Klimt – war sein Schützling Egon Schiele (1890–1918), der hauptsächlich Selbstporträts und vor allem Akte malte, die fast ausschliesslich Frauen und Kinder zeigen. Oft sehen seine Figuren ausgemergelt aus, näher dem Tod als dem Leben. Eine Parallele zu seinen Arbeiten bilden die frühen Werke des jungen Oskar Kokoschka (1886–1980). In der Riehener Ausstellung sind rund 200 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen zu sehen. Architektur­ modelle, Möbel, Textilentwürfe, Glas- und Silberobjekte, Künstlerplakate und Foto-

Dekorativ «Häuser und bunte Wäsche», 1914, von Egon Schiele.

Expressiv Oskar Kokoschka malt sein «Selbstbildnis», 1917, mit dicken Pinselstrichen. grafien aus dieser Zeit runden die Schau ab. Faszinierende Zeitreise. kati moser FONDATION BEYELER Riehen BS Bis 16. 1. 2011 Täglich 10–18 Uhr, Mi bis 20 Uhr, Tel. 061 – 645 97 00, Katalog CHF 68.–, www.fondationbeyeler.ch

Golden «Judith II (Salome)», 1909, grossformatiges Gemälde von Gustav Klimt.

Oltner Tanztage

Tanzen, bis die Sohlen glühen u Flamenco

Hin und Her Philipp Egli und Kuan-Ling Tsai mit ihrem Stück «Ausgang als Ausweg».

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im Schleudergang? Die Choreografin Anet Fröhlicher setzt sich mit der Tradition des spanischen Tanzes auf ebenso schwungvolle wie ungewöhnliche Weise auseinander. Auf der Bühne vier Frauen, vier Waschmaschinen. Die repetitiven Bewe­ gungen von Mensch und Maschine symbolisieren unsere ganz in gehetzter Absurdität gefangenen Gesellschaft. Fernöstliche Tanzsprache zeigt das Tao Dance Theater aus Peking, dass Traditionen und Brauchtum mit den ak­ tuellen Lebensbedürfnissen tänzerisch verknüpft. Dass wir manchmal komplett an unseren Wünschen vorbeileben, zeigt Eugénie Rebetez mit ihrem Programm

«Gina». Diese eindrückliche Person sorgt für Furore, weil sie mit Tiefgang und Witz unsere innersten Emotionen bewegt. Trauer und Glück liegen so dicht beieinander. «Gina» zeigt das auf un­ nachahmliche Weise. Eine Wucht! In «Ausgang als Ausweg» von Philipp Egli geht es um das filigrane Beziehungs­ geflecht zwischen zwei Menschen. Der Tänzer und Choreograf versteht es, die feinsten menschlichen Regungen im Tanz aufleben zu lassen. «Wenn der Kopf nicht mehr mitspielt, ruht man sich aus im Tanz.» anina rether Oltner Tanztage SO 14.–21. 11., Tel. 062 - 216 91 19, www.tanzinolten.ch


Charles Hug

Gespür für Menschen

theater

u Seine Werken hingen neben denen von Picasso, Matisse oder Cocteau. Die Stärke des St. Gallers Charles Hug (1899–1979) waren seine Porträts. Sie zeugen von Wärme, Sensibilität und Respekt gegenüber den abgebildeten Personen. Vor 50 Jahren vollendete der Künstler sein einziges sakrales Werk, ein Fresko im Andachtsraum des Spitals Walenstadt. Das Museum Bickel nimmt dieses Jubiläum zum Starke Porträts Charles Hug beim Anlass und zeigt eine umfassende Retrospektive. rea Atelier Winkelwiese, Zürich, 1975.

Museumbickel Walenstadt SG Bis 28. 11. Fr 17–20, Sa/So 14–17 Uhr, Tel. 081 - 710 27 77, www.museumbickel.ch, Publikation CHF 58.– Andrea Muheim

Spiel mit dem Licht

Fotos Manfred Thumberger; Fondation Oskar Kokoschka 2010, ProLitteris Zürich; Fondazione Musei Civici di Venezia, Galleria Internationale d’Arte Moderna di Ca’Pesaro; Pathé Films

u «Lichtblicke»

heisst die aktuelle Schau der Zürcherin Andrea Muheim, 42. Durch bestimmte Lichtverhältnisse entstehende Stimmungen durchziehen die gezeigten Werke. Ihre Meerbilder: aufgerissene Wolken, spärliches Licht fällt auf aufgewühltes Wasser. Eine menschenleere Küstenlandschaft in der Dämmerung, am Horizont ein Schiff, fragiles Lebenszeichen im unendlichen Blau. Oder Stadtansichten: Farbenspiel Lichter der Grossstadt im verschwommenen Schummerlicht. rea «Langstrasse» von Andrea Muheim.

Eine Transdisziplinäre Inszenierung

Von der Realität und anderen Unwirklichkeiten u Zwei Dinge nur sind in der aktuellen Performance von Cornelia Huber aus Basel fix: der Anfang und das Ende. Dazwischen mäandern die Besucher von «my live between» frei durch die interdisziplinäre Inszenierung, die von Tänzern, Schauspielern und Musikern mitgestaltet wird. Die Figur J. M. ist auf der Suche nach einer Neuorientierung. Sie steht vor Entscheidungen, die ihr Leben völlig umkrempeln werden. Wohin sie geht, ist unklar. Klar ist nur, dass es nicht mehr zurückgeht. Ein ungewöhn­ licher, vielschichtiger Parcours durch die Irrungen und Wirrungen des Lebens. rea

Zollfreilager DREISPITZ Basel 10./12.–14. 11., 17./19.–21. 11. jeweils um 19.30 Uhr, Infos: www.corneliahuber.ch

Galerie stephan witschi Zürich Bis 20. 11. Mi–Fr 14–18, Sa 13–17 Uhr, ­ Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch Gruppenschau

Schönheit des Alltags

u Unspektakuläre Gegenstände aus ihrer alltäglichen Umgebung inspirieren Babette Berger, 46. Die Berner Künstlerin setzt die Motive in Reihen, verdoppelt oder spiegelt sie. Hannes Broecker, 30, beschäftigt sich mit dem urbanen Umfeld, mit Graffiti, Parolen auf Hauswänden. Die Malerei des Dresdners zeugt von vielschichtigen Reflexionen über soziale Phänomene. Andreas Nann arbeitet mit konstruktiven Ansätzen und Verführerisch «Ohne Titel», 2010, schafft Bilder in atmosphärischer Geometrie. rea von Babette Berger.

Verwirrt Wohin mit dem Leben? J. M. auf Spurensuche in «my live between».

Annex14 Bern Bis 20. 11. Mi–Fr 14–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 031 - 311 97 04, www.annex14.com

film-tipp «somewhere» (USA)

Im Würgegriff der Langeweile u Der erfolgreiche Hollywood-Star Johnny Marco (Stephen Dorff) wohnt im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard. Er hat gerade einen Film abgedreht und fühlt eine grosse Leere in sich. Frauen, schnelle Autos, Drogen und Alkohol gehören zu seinem Alltag. Und Langeweile. Dann muss Johnny erstmals während mehrerer Wochen die Verantwortung für seine 11-jährige Tochter Cleo (Elle Fanning) übernehmen. Mit ihr zusammen ist er glücklich. Ein etwas langatmiger, atmosphärisch dichter Film. Regisseurin Sofia Coppola erhielt für «Somewhere» den Goldenen Löwen in Venedig. kati moser

Vaterpflichten Mit Tochter Cleo ist Johnny glücklich.

8 8 8 8 8 Länge: 98 Min., Regie: Sofia Coppola. Start 11. 11. schweizer illustrierte

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Kinderbücher

die besten

Vom Strubelpeter bis zur Marmeladenfee

Bilderbücher sind willkommene Geschenke und machen meist doppelt Freude: beim Vorlesen und beim Anschauen. Und mit einem Roman über die Liebe liegt man auch bei Teenies richtig.

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himmlisch die sterntaler Brüder Grimm / Bernadette (NordSüd), ab 4 Jahren u Das Waisenmädchen Mathilda hat nichts als die Kleider, die es trägt. Doch Stück für Stück verschenkt es diese an Menschen, denen es auf seinem Weg begegnet. Schliesslich steht Mathilda frierend in der kalten Nacht. Moral des Märchenklassikers: Wer Gutes tut, wird belohnt. Liebevoll illustriert.

u Der Kerl mit seinen langen Klauen und wilder Löwenmähne ist die per­ fekte Abschreckung für jedes Kind, das sich weigert, seine Haare und Nägel schneiden zu lassen. Auch die neun weiteren Episoden aus dem legendären «Struwwelpeter» machen Kindern drastisch deutlich, wohin Regel­ verstösse führen können. Und so unterstützte Deutschlands populärstes ­Kinderbuch viele Eltern bei der Durchsetzung ihrer Erziehungsmassnahmen. Der Frankfurter Arzt Heinrich Hoff­ mann hat das Werk 1846 publiziert. Seine illustrierten Balladen von «Zappelphilipp» und «Hans Guck-in-

die-Luft» thematisierten schon damals die Aufmerksamkeitsstörung ADHS und Hyperaktivität. Lange bevor sich die Fachwelt damit auseinandersetzte. Der Zürcher Schriftsteller Jürg Schubi­ ger, 74, wurde zwar ohne «Struwwel­ peter» erzogen, aber als er das Buch bei der gleichaltrigen Nachbarin in die Hände bekam, blieben die moritaten­ haften Gedichte und Bilder in seinem Gedächtnis haften. Nun hat sich der mehrfach ausgezeichnete Autor des kuriosen Volksbuchs angenommen und es in die Mundart übersetzt. Mit Sprachwitz nimmt er der Dramatik die Schärfe. Und wo Hoffmann im Vers nicht den Illustrationen folgte, holt dies Schubiger nach: So frisst der Hund im «Bösen Fritz» nicht zuerst den Kuchen vom Tisch, sondern die Wurst! Der ehemalige Psychologe glaubt nicht, dass die Kinder von Hoffmanns Bildern traumatisiert werden und schreibt im Nachwort: «Zum Glück sind solche detaillierten Darstellungen eher ge­ eignet, kindliche Ängste zu bannen als zu wecken.» isolde Schaffter-Wieland

Philosophisch Das geschenk Carol Ann Duffy / Rob Ryan (Kunstmann), ab 5 Jahren u Ein Mädchen liegt in seinem Bett und fragt sich, was ihm die Zukunft noch bringen wird. Kunstvolle und detailreiche Scheren­ schnitte begleiten diese poetische Geschichte. Ideal für Grosseltern, die ihren Enkelkindern vom (vergänglichen) Geschenk des Lebens erzählen wollen.

wundersam MAYAS handtäschli Franz Hohler (Zytglogge / SF DRS), ab 5 Jahren u Maya ist eine Büro­ angestellte. Als sie eines Tages aus dem Fenster guckt, steht dort eine riesige Handtasche, aus der ein magischer Duft entströmt, der ihre Nase kitzelt. Und schon steckt sie mittendrin in einem orientalischen Abenteuer, das nicht nur kleine Zuhörer mitträumen lässt.

menschlich paul das Hauskind Peter Härtling (Beltz), ab 10 J. u Paul hat Sorgen. Seine Eltern wollen sich trennen. Doch allein ist er mit seinem Kummer nicht. Rundum im Haus gibt es Menschen, die sich um ihn kümmern. Darunter Oma Käthe, Gewürzhändler Üdal oder Doktor Adam, dem er seine Probleme «als verlassenes Kind» anvertrauen kann. Nicht nur für Scheidungswaisen.

genial Ratzfatz Die schnellsten Vorlesegeschichten der Welt (Diogenes), ab 4 Jahren u Kinder können sich nicht satthören. Wie Mimi in der Erzählung von Doris Dörrie. Der Band eint Kurzgeschichten von über 40 bekannten Autoren. Die kürzeste stammt von Franz Hohler und ist gerade mal eine Zeile lang. Das ideale Buch, wenn es wieder heisst: «Noch eine Geschichte, bitteeee.»

bühnenreif Mimi – kleine Ballerina Helga Bansch (NordSüd), ab 4 Jahren u Mimi, die Maus, will zum Theater, unbedingt! Doch dafür muss man entweder schön oder talentiert sein. Beides, so findet sie, ist sie nicht. Der kluge Maulwurf Erich mobilisiert ein ganzes Team, damit die kleine Maus gross herauskommt. Eine zärtliche und reizend illustrierte Geschichte.

fantasievoll kleine marmeladenfee Das Geheimnis der falschen Früchte, Véronique Witzigmann (Baumhaus), ab 6 J. u Marilla, die kleine Marme­ ladenfee, lernt bei Brombosia alles, was es über Marmelade zu wissen gibt. Doch dann geschieht Unglaubliches. Brombosias neue Konfi schmeckt auf einmal widerlich! Und dies ausgerechnet vor dem grossen Kochwettbewerb. Aufregung im Feenreich.

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mundart de struBelpeter Jürg Schubiger (elfundzehn), ab 5 Jahren

romantisch tage wie diese John Green, Maureen Johnson, Lauren Myracle (Arena), ab 12 Jahren u Jubilee hat zwar einen tollen Freund, aber nicht mehr lange. Tobin wiederum vergisst manchmal völlig, dass sein bester Kumpel Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Auch in der Story mit Jeff und Addie geht es um die Liebe auf den ersten oder manchmal erst auf den zweiten Blick. Herzschmerz für Teenies. festlich Schneehäschens Stern Nancy Walker-Guye / Maren Briswalter (aracari), ab 4 J. u Bär, Schneehäschen und Waschbär sind mit ihren Geschenken unterwegs zum Dachs. Doch ein Schneesturm entreisst ihnen die Weihnachtsbescherung, und sie kommen mit leeren Händen bei ihrem Freund an. Zauberhafte Geschichte über den Sinn des Schenkens und Freundschaft.


Reisen, geniessen, rätseln!

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Neu im Programm von Kuoni-Spezialist Manta Reisen: Maafushivaru im Süd-AriAtoll zählt zu den artenreichsten Tauch- und Schnorchelspots der Malediven.

Diese Woche WiederEröffnet: Maafushivaru

Top-Resort mit Picknick-Insel u Ab November ist Manta Reisen um ein Juwel reicher: Das rundum erneuerte Insel-Resort Maafushivaru (35 Minuten von Malé mit dem Wassertaxi) setzt mit 500 Metern Länge, 24 Beachbungalows und 24 Wasservillas Massstäbe. Nicht nur Pool, Restaurant und Spa-Landschaft erstrahlen in neuem Glanz, auch die Korallenwelt kann sich sehen lassen. Das Team

vom Sea Dragon Diving Club führt Gäste zu Riffen, an denen sich Walhaie, Mantas und Weissspitzen-Riffhaie tummeln. Wem es am Strand von Maafushivaru zu eng wird: Die kleine Nachbarinsel Lonubo sorgt für romantische Momente! CMH Info 1 Woche DZ inkl. Flug CHF 3190.–, www.manta.ch, www.kuoni.ch

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weekend

Reisen

ATEMBERAUBEND: DIE LOUNGES IN DEN WOLKEN und DAS «PENINSULA» am Bund

Schanghai im Höhenrau Die Expo ist beendet, Schanghais Höhenflug geht weiter! Chinas schrillste Mega-City zieht Lifestyler, Kunstfans und Gourmets magisch an.

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ördlich oder südlich des Huangpu River? Die höchsten Wolkenkratzer der Welt und die wichtigsten Banken Chinas prägen das Stadtbild von Downtown Pudong. Doch die «Gegenseite» hat aufgeholt: Der Bund in Puxi erwacht als neue Prachtstrasse aus dem Dornröschenschlaf. Restaurants, Boutiquen und Galerien ­eröffnen reihenweise. Auch zwei Hotels sind stolz auf ihre Lage: Das Swatch Art Peace Hotel von Nicolas Hayek zieht Künstler und Uhrenfans an. Und das «Peninsula», Schanghais nobelste Adres­ se, verwöhnt Gäste auf Topniveau. u Rolls-Royce und Orchester Die Rückkehr des «Pen» nach Schanghai ist glanzvoll. Unter der Leitung des Glarner COO Peter C. Borer wurden 235 Zimmer und Suiten gebaut, im Art-déco-Stil von Schanghais wilden Dreissigerjahren. Es fehlt an nichts. Selbst ein Nageltrockner ist im Badezimmer eingebaut. Und der «Peninsula»-Gast telefoniert weltweit

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zum Nulltarif. Highlight Nr 1: Die 800 Mitarbeiter sind freundlich und wendig, obwohl in Schanghai kein Trinkgeld fliesst. Highlight Nr 2: die kantonesische Küche des Executive Chefs Tang Chi Keung in «The Yi Lang Court». Und das Sir Elly’s Restaurant mit der wohl schönsten Freiluftbar am Bund. Der Nachmittagstee wird von einem 18-Mann-Orchester auf der Empore begleitet. Beliebtestes ­Fotosujet: der «Dienstwagen», ein RollsRoyce Phantom II (Baujahr 1934) vor dem Eingang. u Drinks on the Top Je höher die Bar, desto schwindelerregender die Aussicht. Die Skyline? Ein Feng-Shui-Traum aus

Eisen und Glas. Drei coole Tipps: Im «Park Hyatt» lässt man sich den Cocktail in der 100 Century Avenue Bar servieren. Sie befindet sich im 91. Stock des 492 Meter hohen World Financial Center (wegen seiner bizarren Form Flaschenöffner genannt). Im «Ritz Carlton Pudong» gehts «nur» in die 58. Etage, dafür gibts in der OutdoorLounge den Mojito mit Blick auf den Jinmao Tower. Zum Anfassen nah: das Bling-Bling-Wahrzeichen Schanghais – der fotogene Oriental-Pearl-Fernsehturm. Atemberaubend ist die Sicht im «Hyatt on the Bund» auf der anderen Flussseite. In der Vue Bar legt ein japanischer DJ auf, ein Whirlpool kühlt die müden Füsse.

Bling-Bling-Meile Das Shopping-Angebot auf der kilometerlangen Nanjing Road ist so kunterbunt wie die nächtliche Beleuchtung.

Tempelkunst Der Yuyuan-Garten ist 100 Teesorten und 1000-jährige Eier


Eine Skyline wie im Science-Fiction bietet Pudong in Downtown Shanghai (l.). Der Bund (mit dem «Peninsula», r.) ist die historische Prachtstrasse der Zukunftsmetropole.

sch u Kitsch und Kunst Die Einkaufs­strasse

Nanjing Road ist eine der grössten Shopping-Ramsch-Meilen der Welt. Asiatische Designer und europäische Brands findet man an der Huaihai Road. Ultramodern sind die Malls (z. B. die New Shanghai Shopping City). Ein­ gekauft wird im Herbst auch an zwei Kunstmessen: auf der Shanghai Contemporary und der Shanghai Art Fair. Immer ein Besuch wert: das Kunst-Quartier 50 Moganshan Road. Und die Contrasts Gallery der exzentrischen Kunst-Milliardärin Pearl Lam mit Design-Ausstellung im Untergeschoss (www.contrastsgallery. com).

eine Oase der Ruhe. gibts im Huxinting Teahouse (o.).

Tea und «alte» Eier Zwei Musts dürfen beim Sightseeing nicht fehlen. Der mystische Yuyuan-Garten in der Altstadt mit seinen 30 Pavillons aus der Ming-Dynastie ist eine Augenweide. Nebenan im Huxinting-Teehaus, dem ältesten der Stadt, sind die fad schmeckenden «1000-jährigen Wachteleier» im Gegensatz zu den 100 raffinierten Teesorten nur etwas für chinesische Gaumen. Verblüffend ist das Szeneviertel French Concession: Xin Tiandi ist eine Stadt in der Stadt, mit alten Shikumen-Häusern, Bistros, Boutiquen und Ateliers – das französische Viertel lebt! u Yellow

Caroline Micaela hauger

Beste Lage Das Hotel Peninsula wurde aufwendig renoviert. Das Design erinnert an Schanghais Prachtzeiten in den 30er-Jahren.

check-in u Anreise

Täglich von Zürich aus mit Swiss u Hotel «The Peninsula» ist die neue Top-Adresse am Bund. 245 Zimmer, drei Restaurants, die hippe Compass Bar, Espa-Spa, DZ ab CHF 400.–, www.­ peninsula.com u Restaurant Der New Yorker Jean-Georges Vongerichten hat am Bund eine edle Filiale, www.jean georges.com. Das rustikale «1221» wird regelmässig als «Best Shanghainese» ausgezeichnet (Website auf Chinesisch, der Concierge hilft weiter) u Tipp Adressen schriftlich notieren lassen – «solly, no englisch» ist an der Tagesordnung

Driver, please! Im «Pen» am Bund geht man zu Fuss oder mit dem Rolls-Royce. schweizer illustrierte

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En Guete Mit Zitrone schmeckts sofort besser.

mit Köchin Sibylle Sager

Alles wird pfiffiger!

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Fischfilets mit Zitronen­ kartoffeln

Zutaten (für 4 Personen) Zitronenkartoffeln 1 kg mehlig kochende Kartoffeln, in ca. 5 mm dicken Scheiben, Salzwasser, siedend, 1/2 unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale und 1 Esslöffel Saft, 50 g Butter, wenig Pfeffer Fischfilets Bratbutter zum Braten, 2 Esslöffel Weissmehl, 4 Fischfilets (z. B. Pangasius, je ca. 200 g), 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min.

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u Für die Zitronenkartoffeln die Kartoffeln ins siedende Salzwasser geben (sie sollten nur knapp mit Wasser bedeckt sein; siehe Dampfgartipp). Bei mittlerer Hitze offen weich kochen. Das Wasser bis auf ca. 11/2 dl abgiessen. Die Kartoffeln mit Kochflüssigkeit, Zitronenschale und -saft sowie Butter mit dem Schwingbesen grob zerstampfen. Für die Fischfilets Bratbutter in einer weiten beschichteten Bratpfanne warm werden lassen. Mehl in einen flachen Teller geben, Fischfilets portionenweise darin wenden, überschüssiges Mehl abschütteln und Filets beidseitig je ca. 2 Min. braten, würzen. Dampfgartipp Kartoffeln mit 21/2 dl Wasser und 1 Teelöffel Salz 20 Min. bei 100 Grad auf Garstufe «Gemüse» im Dampfgarer garen.

Ein frisch geschnittener Schnitz zum Fisch. Geriebene Schale in den Kuchenteig: Zitrone gibt einfach einen tollen Geschmack!

Zitronenrisotto mit Poulet

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Zwiebel, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 1 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 350 g Risottoreis (z. B. Vialone), 2 Esslöffel Thymian (z. B. Zitronenthymian), fein geschnitten, ca. 1 Liter Gemüsebouillon, 4 Esslöffel Crème fraîche, Salz nach Bedarf, wenig Pfeffer, Olivenöl zum Braten, 3 Pouletbrüstli (je ca. 150 g), in ca. 11/2 cm grossen Würfeln, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 25 Min.

tipp Harte Zitrus­ früchte vor dem Aus­ pressen mit dem Druck der Hand­ fläche auf einer harten Unterlage hin- und herrollen. So werden sie weich, und es lässt sich mühelos viel mehr Saft herauspressen.

u Öl warm werden lassen, Zwiebel, Knoblauch und Zitronenschale andämpfen. Reis beigeben, unter Rühren dünsten, bis er glasig ist. Zitronenthymian beigeben, Bouillon heiss unter häufigem Rühren nach und nach dazugiessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist. Ca. 20 Min. köcheln, bis der Reis cremig und al dente ist, Pfanne von der Platte nehmen. Crème fraîche daruntermischen, würzen. Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch portionenweise ca. 4 Min. braten, herausnehmen, würzen, unter den Risotto mischen, nur noch heiss werden lassen.

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Zitronenkuchen

Zutaten (für eine Springform von ca. 24 cm ∅, gefettet) Zitronenkuchen 200 g Butter, weich, 200 g Zucker, 1 Prise Salz, 4 Eier, 2 unbehandelte Zitronen, abgeriebene Schale und 1 Esslöffel Saft, 250 g Mehl, 1 Teelöffel Backpulver schweizer illustrierte

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Puderzuckerglasur 50 g Aprikosen­konfitüre, 1/2 Esslöffel Wasser, 300 g Puderzucker, ca. 3 Esslöffel Wasser oder Zitronensaft Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 40 Min. u Für den Zitronenkuchen Butter in einer Schüssel gut verrühren, bis sich Spitzchen bilden. Zucker und Salz darunterrühren, ein Ei nach dem andern darunterrühren, weiterrühren, bis die Masse heller ist. Zitronenschale und -saft darunterrühren. Mehl und Backpulver mischen, unter die Masse mischen, in die vorbereitete Form füllen. Backen ca. 40 Min. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, ca. 10 Min. abkühlen, aus der Form nehmen, auf einem Gitter auskühlen. Für die Puderzuckerglasur Aprikosenkonfi­türe und Wasser warm werden lassen, durch ein Sieb streichen, Oberfläche des Kuchens dünn damit bestreichen, trocknen. Puderzucker in eine Schüssel geben, Flüssigkeit löffelweise beigeben, zu einer dickflüssigen Glasur verrühren. Glasur auf die Mitte des Kuchens giessen, über die Ober­fläche und den Rand fliessen lassen, sofort mit einem Spachtel verstreichen.

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Kandierte ­Zitrusfrüchte

Zutaten (für 1 Glas von ca. 7 dl) 4 dl Wasser, 400 g Zucker, 2 unbe­handelte Orangen, 1 unbehandelte Zitrone, 2 Limetten, heiss abgespült Vor- und zubereiten ca. 55 Min. Ziehen lassen ca. 6 Std.

u Wasser mit dem Zucker aufkochen. Hitze reduzieren,

bei mittlerer Hitze ca. 20 Min. sirupartig einköcheln (ergibt ca. 6 dl). Boden und Deckel der Früchte grosszügig abschneiden, Rest in ca. 4 mm dicke Scheiben schneiden, Kerne herauslösen. Orangen und Zitronen beigeben, 10 Min. sprudelnd kochen. Limetten beigeben, ca. 20 Min. fertig kochen. Früchte in das saubere, vorgewärmte Glas geben. Zuckersirup bis knapp unter den Rand einfüllen, Glas verschliessen. Früchte vor der Verwendung ca. 6 Std. oder über Nacht ziehen lassen. Haltbarkeit Kühl und dunkel ca. 4 Wochen. Einmal geöffnet, das Glas im Kühlschrank aufbewahren, Früchte rasch konsumieren.

u SENDEDATEN

Montag, 8. Nov. 2010, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 9. 11., 1.00 Uhr, SF 1) u Im grossen «al dente»-

Promi-Duell wetzen Tanja Frieden (Olympia­­goldGewinnerin im Boardercross, Turin 2006) und Mike Schmid (OlympiagoldGewinner im Skicross, Vancouver 2010) die Küchenmesser. Mehr Info: www.aldente.ch


PUBLIREPORTAGE

SÜSSER BOTSCHAFTER André Jaeger zaubert Desserts mit Cailler-Schokolade.

Grosser Cailler-Wettbewerb Kochen mit André Jaeger! Jeder kann mitmachen! Schoggi-Rezept einschicken und einen Kochtag mit ANDRÉ JAEGER gewinnen.

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chokoladen-Fans aufgepasst: einmal Seite an Seite mit einem Spitzenkoch in der Küche stehen und spannende Schokoladenrezepte entwickeln? Cailler Cuisine machts möglich und lädt zum Dessert-Gipfel. Ob der beste Schokoladenkuchen nach alter Familientradition oder Brownies, die auf der Zunge zergehen – Ihr Lieblingsrezept ist gefragt! Eine Jury wählt aus allen Einsendungen die zehn besten Schoggi-Rezepte. Dem Sieger winkt am Sonntag, dem 28. November 2010, ein Tête-à-Tête mit GaultMillaus 19-Punkte-Star André Jaeger im Restaurant Fischerzunft in Schaffhausen. Als Trostpreise gibts Wochenenden für zwei Personen im Hotel Cailler in Broc FR zu gewinnen. Lassen Sie sich im Vorfeld von André Jaegers selbst gemachten Dessertträumen inspirieren: Seine Schoko-Rezepte können unter www.cailler.ch nachgekocht werden.

CAILLER-WETTBEWERBMITTOLLENPREISEN

Schoko-Desserts? Ihr Lieblingsrezept ist gefragt  DAS MÜSSEN SIE TUN Ist Ihr Schoggi-Kuchen einzigartig? Die Mousse au Chocolat der Hit? Cailler Cuisine schreibt einen grossen Wettbewerb aus. Schicken Sie bis 14. November 2010 Ihr Lieblingsrezept für ein Schokoladendessert an nebenstehende Adresse. Eine Jury wählt die besten Vorschläge aus. Die Namen und die Rezepte der Gewinner werden auf www.cailler.ch veröffentlicht. 1. PREIS Jurypräsident ist André Jaeger, GaultMillaus 19-Punkte-Star. Der Sieger wird den Grand Chef persönlich kennenlernen. Erster Preis ist ein Kochtag bei André Jaeger in der «Fischerzunft» in Schaffhausen. Das Datum steht bereits fest: Sonntag, der 28. November 2010. 2.–10. PREIS Ein Wochenende im Wert von je CHF 400.– für je zwei Personen im malerischen Hotel Cailler im Greyerzerland inklusive eines Kurses im Atelier du Chocolat im Maison Cailler in Broc.  DAS MAISON CAILLER IST EINE REISE WERT Tauchen Sie ein in die Welt der Schokolade im Maison Cailler, und entdecken Sie im Atelier du Chocolat die Kunst, feinste Pralinés sowie filigrane süsse Kunstwerke herzustellen. Anmeldung und Informationen zum Atelier du Chocolat unter www.cailler.ch.

 WETTBEWERBSADRESSE Schicken Sie Ihr Lieblings-Schokoladenrezept an Redaktion Schweizer Illustrierte, Cailler-Wettbewerb, Postfach, 8099 Zürich oder via E-Mail auf cailler@ringier.ch Einsendeschluss ist der 14. November 2010.

Barauszahlung und Umtausch der Wettbewerbspreise sind ausgeschlossen, über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende und deren Angehörige von Ringier AG und Nestlé SA sind nicht teilnahmeberechtigt.

TRAUMFABRIK Das legendäre Maison Cailler in Broc FR.


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GaultMillau

Hôtel de Ville Grand Rue 6 1700 Fribourg Tel. 026 - 321 23 67 Sonntag, Montag und Dienstagmittag geschlossen Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard www.restaurant-hotel-de-ville.ch

Gepunktet! Hoch professionell: Frédérik Kondratowicz mit Frau Anne, GaultMillaus Aufsteiger in der Romandie.

Rundum talentiert! Man muss früh los, um einen Tisch im «Hôtel de NEU Ville» zu ergattern. Die Sicht getestet auf die Altstadt ist spektakulär, die Gäste werden in lockerer Bistro-Ambiance liebenswürdig willkommen geheissen, und die Küche ist eine der besten der Stadt. Der polnisch-französische Koch Frédérik Kondratowicz ist ein Riesen­ talent. Stets auf der Suche nach Terroirund in Vergessenheit geratenen Produkten, ­beherrscht er die Kunst, deren ursprüngliche Aromen zu respektieren. Das Amuse-Bouche – eine Selleriemousse mit Öl von gegrillten

Haselnüssen – sorgte für einen ver­ heissungsvollen Auftakt des Abend­ menüs. Der perfekt knusprig gebratene ­Rücken des Wolfsbarschs aus Wildfang wurde mit einem Schalentierfond sowie einer poelierten Jakobsmuschel auf Mark von flacher Petersilie und Safranraviolo serviert – ein wunderbar aus­ gewogener Gang! Zum exzellenten Kalbsfilet in einem mit Totentrompeten parfümierten Jus gabs eine mit Estragon karamellisierte Birne und eine köstliche Gemüsepalette. Die Mokkaglace zum Schluss bleibt uns ebenfalls in guter Erinnerung.

Auch die A-la-carte-Gerichte zeugen vom Können des Kochs: etwa der Teller mit Häppchen von frischen Pilzen und von Felchen mit Kräutern sowie einem Saiblingstatar. Die karamellisierte Kalbsmilke mit Limonen mundete ebenfalls ausgezeichnet. Einziger kleiner Misston war die limitierte Käseauswahl. Ausgewogene Weinkarte mit lokalen Tropfen und originellen Entdeckungen. Sehr angenehmer Service, sanfte Preise – und ein zusätz­ licher Punkt. Frédérik Kondratowicz ist Gault Millaus «Aufsteiger des Jahres» in der Romandie. 

wein-tipp Der Takatuka aus Deutschland Markus Schneider ist ein deutscher kreativer Winzer, der spielerischen Spass am Wein hat. Sein Vater lieferte die Trauben noch an die Genossenschaft zur Verarbeitung, Markus vinifiziert jetzt daraus selber avantgardisti-

sche Weine. Neuste Kreation ist der Takatuka (inspiriert durch seine kleine Tochter Josephine). Der Wein ist eine Assemblage aus Sauvignon blanc (im Stahltank ausgebaut) und Chardonnay (in der Barrique ausgebaut). Er duftet nach reifen Quitten und schmeckt auch im Gaumen

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Riesling & Co. Tel. 062 - 965 43 65 www.rieslingco.ch Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 17.50

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

entsprechend fruchtig. Im Abgang gesellt sich eine leicht cremige Note dazu. Kulinarisch passt er gut zu hellem Fleisch, Fisch und Gerichten mit Rahmsauce. Der Erlös dieses Weins kommt übrigens dem Kinder-Hospiz Sterntaler (www.kinderhospiz-stern taler.de) zugute.

Foto Bruno Voser

Hôtel de Ville, Fribourg Lockere Ambiance und eine der besten Küchen der Stadt! Küchenchef Frédérik Kondratowicz ist GaultMillaus «Aufsteiger des Jahres» in der Romandie.


weekend

Auto

SCHON GEFAHREN HYUNDAI IX20

Neuer Name, neuer Chic Dieser Koreaner ist ein echter Europäer: Der Hyundai ix20 wurde in und für Europa ­entwickelt. Das lässt der neue Mikrovan seine ­Insassen angenehm spüren.

E

uropäer schätzen bei Autos klare Verhältnisse. Nichts irritiert hiesige Kunden derart wie dauernde Wechsel beim Design oder auch nur bei der Modellbezeichnung. Das beste Beispiel: Ein Golf bleibt immer ein Golf – daher der Erfolg des VW. Einst typisch für koreanische Autos ist der stete Namenswechsel auch bei Hyundai passé. Schon die neue Nomenklatur der Modellnamen ist nun logisch aufgebaut, und mit Autos wie i10, i20, i30, ix35 und ix55 oder eben dem ix20 zieht erstmals ein einheitliches «Markengesicht» ins Styling ein. Der Matrix-Nachfolger ix20

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schweizer illustrierte

sieht so gar richtig originell aus. Das dürfte höchstens Hyundai-Tochter Kia stören: Deren Venga ist technisch eng verwandt mit dem ix20, aber biederer gezeichnet. Innen verblüfft der ix20 mit hochwertig-gediegenem Eindruck und exzellenten Sitzen. Das Standardprogramm für kompakte Allroundtalente erfüllt er ohnehin: viel Platz für Kopf und Beine auch hinten. Und der genial

Kleiner Preis, edles Flair Leichte Bedienung und hübsches Styling treffen auf angenehm erhöhte Sitzposition und tadellose Qualität.

einfache Klappmechanismus der Fondlehnen zeigt, wie es immer sein sollte: am Hebel ziehen – und schon liegt die Ladefläche eben vor uns. Allzu sport­ liche Ambitionen sollte man aber nicht haben, vielmehr ist der ix20 handlich, leise und komfortabel. Unterwegs entpuppt sich der Diesel für einmal nicht etwa als Geheimtipp: Erst Dieseluntypisch hohe Drehzahlen bringen den 1,4-Liter in Schwung. Weit besser gefallen die Benziner, vor allem der 1,6-Liter. Dessen 125 PS sind kein Temperamentswunder, aber lebendig im Alltag. Vorbildlich: Alle ix20 verfügen über Stopp-Start-Automatik. Auch sonst ist die Ausstattung üppig – von den acht Airbags über das multimediataugliche CD-Radio und über ESP bis hin zu fünf Jahren Vollgarantie. «Das zeigt deutlich, wie sehr wir der Qualität der Produkte vertrauen», erklärt Hyundai-Europaboss Chang-Kyun Han. Timothy Pfannkuchen


news

CADILLAC CTS KOMBI ELEGANTER FÜNFTÜRER FÜR DIE OBERKLASSE u Nach der Pleite von Europa-Importeur Kroymans startet Cadillac zum Comeback. Mit zur Palette der Luxusmarke gehören nun alle Modelle der Oberklasse-Baureihe CTS. Die Limousine wie das neue, sehr elegante Coupé sind jeweils auch als rasanter CTS-V mit 564-PS-V8 zu haben. Vor allem aber rollt der CTS als Sport Wagon genannter Kombi (Bild) ins kombiverliebte Europa. Der Fünftürer bietet auf 4,86 Metern Länge 720 bis 1523 Liter Laderaum, europäische Fahrwerksqualitäten und unamerikanisch nobles Flair im Innenraum. Zur Wahl stehen V6-Benziner mit 276 oder 311 PS sowie Heck- oder Allradantrieb. Der chic gestylte amerikanische Kombi kostet ab CHF 71 197.–.

Schwungvoll Nach dem ix35 zeigt der ix20 das neue «Markengesicht» von Hyundai.

HYUNDAI IX20

Hell Zwecks Spritsparens trotz Licht am Tag gibt es am Hyundai ix20 separate Tagfahrleuchten. u Motoren Benzin 90, 125, Diesel 90 PS u 0 bis 100 km/h 10,9 bis 14,5 s u Spitze 167 bis 184 km/h u Verbrauch 4,3 bis 5,9 l/100 km u CO2-Ausstoss 114 bis 139 g/km u Energieeffizienz A bis B u Verkauf ab 11. November 2010 u Preis ab CHF 18 990.– u Konkurrenten Citroën C3 Picasso,

Daihatsu Materia, Kia Venga, Lancia

Musa, Nissan Note, Opel Agila, Renault Modus, Suzuki Splash u. a. u Unser Urteil Der ix20 ist ein im besten Sinne unauffälliges und problemloses Multitalent für den Alltag – zum Einkaufen, für die Fahrt mit den Kids bis hin zur Urlaubsreise. Dennoch sieht er frisch aus und leistet sich keinerlei Qualitätsfehler. Nur der günstige Preis ist am ix20 noch typisch koreanisch.

BMW X3 ZWEITE GENERATION: SPORTlich mit KOMFORT u Als 2003 der erste X3 startete, gab es bei den kompakten Nobel-SUV kaum Konkurrenten. Das hat sich geändert. Also legt BMW bei der zweiten Genera­ tion nach. Der grösste Fortschritt: Nun fährt sich der X3 nicht nur so dynamisch wie kaum ein anderer SUV, nun stimmt auch der Komfort. Bereits der Basisdiesel im xDrive 20d macht mit 184 PS einen guten Eindruck. Ab dem Verkaufsstart am 20. November ist auch ein 306-PS-Benziner erhältlich; im Laufe des Dezembers folgt ein rund 250 PS starker Dreiliterbenziner. Für Schaltfaule gibt es optional jeweils einen achtstufigen Automaten, kom­biniert mit einem Stopp-Start-System. Die Preise des X3 starten ab CHF 59 400.–. schweizer illustrierte

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«Auf uns wartet eine entspannte Woche»

woche vom 14. bis 20. november 2010 Überwiegend positive Aspekte weisen auf eine entspannte Woche hin: Die Chancen auf gute Nachrichten in Wirtschaft und Politik, positive Schlagzeilen durch Reformen, humanitäre Aktionen etc. sind günstig. Kulturelle Ereignisse könnten ebenfalls für

Schlagzeilen sorgen, aber es gibt auch negative Aspekte ­(Sonne–Neptun am 18.): Probleme durch Lebensmittel, Überschwemmungen, Giftstoffe, Epidemien könnten verstärkt auftreten. Aber man kann hoffen, dass die positiven Aspekte stärker sind.

widder 21.–30. 3. Wichtige Verhandlungen oder Termine möglichst vor dem 16. wahrnehmen: Sie sind sehr redegewandt, gute Kontakte sind nützlich (am 14.). Am 17. sind Sie ungeduldig. Gönnen Sie sich eine Pause! 31. 3.–9. 4. Sie sind vital und dynamisch, könnten (am 15.) Berge versetzen. Am 18. können Sie ein Problem mit Ihrem Partner klären. Günstig für Kontakte, Reisen, ­Studien wird der 20. 10.–20. 4. Ein Angebot oder eine Begegnung von Anfang September hat jetzt positive ­Folgen (14., 19.), einigen gelingt ein schöner Treffer.

stier 21.–30. 4. Sie kommen Ihren Zielen näher, können einen Machtkampf für sich entscheiden. Neue Methoden/Projekte beschäftigen Sie, einigen winkt ein Gewinn, eine Beförderung. Exzellent: der 14. und 19. 1.–10. 5. Übergangsphase: Ihre gute Laune steckt am 15. an. Ideal für ein Treffen (Freunde). Am 20. können Sie Ihre Gefühle nur schwer verbergen. 11.–20. 5. Dem Partner mehr Freiheit zugestehen und seine Ratschläge befolgen! Am 15., 16., 19. haben Sie das Glück auf Ihrer Seite. Halten Sie sich aus Intrigen heraus (am 14. und 18.)

zwillinge 21.–31. 5. Sie müssen (am 14.) mehr Verantwortung übernehmen, stehen unter Druck. Günstig für Kontakte oder Aussprachen wird der 17. Sie amüsieren sich glänzend. Neue Projekte gelingen. 1.–10. 6. Sie sind widerstandsfähig und beweisen Ausdauer. Exzellent für grössere neue Vorhaben, neue Partnerschaften. Sich am 15., 17., 20. physisch mehr schonen, kein unnötiges Risiko eingehen! 11.–21. 6. Sie schweben in höheren Sphären: Venus signalisiert Herzklopfen (16., 19., 20.). Trotz einigen (finanziellen?) Hindernissen.

krebs 22. 6.–1. 7. Gute Laune am 14. und 19. (Besuch, Projekt mit Freunden?). Oder eine gute Nachricht? Einige lösen ein Problem mit dem Partner, das schon seit Längerem zu einer Krise geführt hat. Hektisch wird der 17. 2.–12. 7. Gute Nachrichten (Ausland, Reise?) sorgen am 15. für glänzende Laune. Am 20. zeigen Freunde, dass auf sie Verlass ist, und Sie ziehen sich geschickt aus einer Affäre. Häusliche Probleme am 18. 13.–22. 7. Sie sind auf Erfolgskurs, können mit einem neuen Vorhaben Punkte sammeln. Am 15. und 19. treffen Sie ins Schwarze.

löwe 23. 7.–1. 8. Routinewoche. Am 17. sind Sie gut in Schuss, stecken Ihre Umgebung mit Ihrer guten Laune an. Am 19. könnte es anders kommen als er­wartet. Bei einer hitzigen Diskussion nicht die Nerven ver­lieren! 2.–12. 8. Sie sind in Superform, kaum zu bremsen! Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an, ideal für Sport und Hobbys. Sie knüpfen wertvolle neue Kontakte (15., 18., 20.). 13.–23. 8. Probleme nerven am 18., aber sonst eine Traumwoche. Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, Sie erleben wahre Sternstunden (14., 19., 20.).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sehen vieles mit neuen ­Augen, entdecken neue Interessen. Am 14., 19. erreichen Sie mit Charme einfach alles bei Ihrem Partner. Ein Machtkampf (Job?) geht zu Ihren Gunsten aus, stärkt Ihr Selbstvertrauen. 3.–12. 9. Es kommt zu Kommunikations-Missverständnissen und Verspätungen. Oder Probleme mit Angehörigen machen Kopfzerbrechen? Am 15., 17., 20. sollten Sie jedes Risiko vermeiden. 13.–23. 9. Sie sind auf Glückskurs, einigen gelingt ein Volltreffer. Gründung des eigenen Unternehmens, Aufstieg, Verlobung?

waage 24. 9.–3. 10. Ruhige Woche! Am 17. mehr auf Ihren Partner eingehen, er hat eine objektivere Sicht. Am 19. sehen Sie in einer neuen Situation das Positive. 4.–13. 10. Sie sind konstruktiv und produktiv, können ein grösseres Vorhaben starten, mit dem Sie Ihre Zukunft absichern. Das bedeutet aber auch mehr Verantwortung, mehr Zeit. Am 15., 18. sind Sie am Drücker. 14.–23. 10. ­Venus signalisiert Highlights, und Sie sind im siebenten Himmel (19., 20.). Eine Begegnung, die auf Anfang September zurückgeht? Hektisch der 15. oder 17.

skorpion 24. 10.–2. 11. Grössere Veränderungen, die sich seit Frühling abzeichnen: oft verbunden mit mehr Einfluss und Aufstieg? Exzellent der 14. und 19. 3.–12. 11. Sie ernten jetzt die Früchte Ihrer Anstrengungen, einen Erfolg aber vorerst für sich behalten (15., 18.). Achten Sie auf Ihr Budget, bevor Sie sich zu grösseren Anschaffungen entschliessen (am 20.)! 13.–22. 11. Superwoche! Die günstige Konstellation zu Ihrem Geburtstag ist ein gutes Omen für das neue Lebensjahr, ganz im Zeichen des Erfolgs, einer wahren Glückssträhne (15., 19.)!

schütze 23. 11.–2. 12. Eine gute Nachricht am 14. für sich behalten, um Missverständnisse zu vermeiden! Gute Laune am 17. Hobbys, Einladungen? Gute Kontakte zum Nachwuchs? 3.–12. 12. Freunde beweisen, dass auf sie Verlass ist, neue Freundschaften werden dauerhaft. Am 15., 18. können Sie ein grösseres Vorhaben reali­ sieren, Ihre Position verbessern. 13.–21. 12. Venus signalisiert Herzklopfen, niemand kann Ihrem spontanen Charme widerstehen. Sternstunden am 14. und 19. (manchmal eine Konsequenz von Anfang September?).

steinbock 22.–31. 12. Sie haben alles unter Kontrolle, sammeln Pluspunkte. Günstig für eine offene Aussprache wäre der 14., für eine Einladung, ein Fest etc. der 19. Nur am 17. gibts Gegenwind (familiär?). 1.–10. 1. Saturn zwingt Sie dazu, alles Unnötige aus Ihrem Leben zu eliminieren, was nicht immer harmonisch läuft: Hektik oder Restriktionen am 18., aber echte Fortschritte am 15., 20. 11.–20. 1. Ihre Projekte haben starken Rückenwind. Speziell am 15. und 19. können Sie einen Erfolg verbuchen (beruflich oder privat). Mehr Macht, Aufstieg?

wassermann 21.–30. 1. Am 17. die Situation nutzen, um ein altes Missverständnis aufzuklären. Angehörige ­brauchen Ihre Hilfe (am 19.). Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und cool bleiben. 31. 1.–9. 2. Super­ woche! Sie sind physisch in Topform und auch geistig sehr rege, schlagfertig und clever. Am 15., 18., 20. sind die Ergebnisse besser als erhofft. 10.–19. 2. Sie schweben in höheren Sphären, kommen Ihren Idealen näher (14., 19.). Venus verspricht Sternstunden: Begegnung, Versöhnung? Aber nicht alles für bare Münze nehmen (18.).

fische 20. 2.–1. 3. Am 14. Ihre Gefühle kontrollieren, nichts überstürzen! Sehr angenehm wird der 19., ideal für ein Treffen, eine (kleine) Reise. In einer neuen Rolle fühlen Sie sich wohl. 2.–10. 3. Mars und Merkur funken dazwischen, es kommt zu Missverständnissen, einige sind gesundheitlich anfälliger (Entzündungen, Verletzungen). Vorsicht beim Sport, im Verkehr! Ab 19. bessert sich die Lage. 11.–20. 3. Erfolg kündigt sich an, oft eine Folge vom letzten Frühling. Ihnen gelingt so ziemlich alles: eigenes Unternehmen, Heirat, Beförderung?

ihr tages-horoskop 94

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


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Wert: 2111 Franken!

Gewinnen Sie drei Übernachtungen in einer Junior Suite für zwei Personen inklusive Halbpension, freier Spa-Nutzung und weiteren Aufmerksamkeiten im The Cambrian in Adelboden im Wert von 2111 Franken! Das Berner Oberland lockt mit kristallklarer Bergluft und einem traumhaften Alpenpanorama. In dieser Kulisse lädt das Vier-Sterne-Superior-Hotel The Cambrian in Adelboden seine Gäste zu wohltuenden Behandlungen der Linie Just Pure ein. Allein der Blick vom beheizten Aussenpool auf die Berggipfel lässt jede Anspannung vergessen. www.thecambrianadelboden.ch

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die sechsten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

Wert: 1000 Franken! Gewinnen Sie 1 × 1 Übernachtung in einer Suite für 2 Pers. inkl. 6-Gang-Menü und Wein im Hirschen Eglisau im Wert von ca. 1000 Franken! Und so nehmen Sie teil: Kulinarisch, stilvoll und reich an Tradition: Der Gasthof Hirschen, direkt am Rheinufer im malerischen Städtchen Eglisau gelegen, ist eine kleine und feine Oase der Gastfreundschaft und des Genusses. Im historischen Hotel des Jahres 2009 laden sieben exklusive Zimmer und Suiten sowie eine ausgezeichnete Küche zum Verweilen ein. www.hirschen-eglisau.ch

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 14. November 2010

Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Spiele Sudoku

mittel

Gewinnen Sie 1 × ein Wasserbett-Gutschein Wert: 1000 Franken! von Aqua Dynamic im Wert von 1000 Franken!

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Aqua Dynamic Schweizer Qualitäts-Wasserbetten, die Nummer 1 seit 1982, zeichnen sich aus durch ideales Bettklima sowie unübertroffene Körperanpassung ohne Druckstellen. Es ist erwiesen, dass man sich in diesen Komfort-Wasserbetten bis zu 2/3 weniger dreht und wendet und somit morgens erholter aufsteht. Wasserbetten sind gewärmt und ungewärmt erhältlich und können in der Festigkeit verstellt und dem Rückenbedürfnis angepasst werden. www.wasserbett.ch

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Conceptis Puzzles

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://wapteilnahme-online.vpch.ch/ SCH24524 (über das Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 14. November 2010

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schwer

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Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://wapteilnahme-online.vpch.ch/ SCH24528 (über das Handynetz)

Romantik Seehotel Sonne – Das einzigartige, historische 4-Stern-Superior Hotel mit direktem Seeanstoss und einer eindrücklichen Sammlung von 80 Kunstwerken weltbekannter Künstler. Es erwartet Sie eine moderne Schweizer Gastlichkeit in unseren zwei Restaurants «Gaststuben» und «Sonnengalerie». Entspannung finden Sie in der stilvollen Wellnessoase mit Blick auf den See. www.sonne.ch

Teilnahmeschluss Sonntag, 14. November 2010

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WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Arkaden, 2. Eicheln, 3. Bremsen, 4. Pluesch, 5. Muttenz, 6. Messing, 7. Synonym, 8. Meissel, 9. Duenung, 10. Tetanus, 11. Rosedor, 12. Seitdem, 13. Naegeli, 14. Samurai, 15. Klausen, 16. Conzett, 17. Birseck, 18. Baehler, 19. Audienz Lösungssatz: Der Name ist ein Stueck des Seins und der Seele.

REBUS

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Lösung: DIESEL

Lösung: 917

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Lösung: LOEWENZAHN

SUDOKU mittel 4 7 1 2 9 5 8 6 3

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

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Rebus

Auflösung aus Heft 44

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Conceptis Puzzles

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Lösung: 419

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierete Teilnahmen werden von der Verlosung ausgeschlossen.

Gesamtwert: 609 Franken! Gewinnen Sie 3 × ein Expedition-Kit von Victorinox im Wert von je 203 Franken! Das Expedition-Kit – speziell entwickelt für Menschen unterwegs... Mit 41 mechanischen und elektronischen Funktionen ist es für die grosse und die kleine Tour unentbehrlich. Das Tool ist eine Klasse für sich. Zum Expedition Kit gehören ein Leder-Etui mit Wetzstein, ein Kompass mit integrierter Lupe und Wasserwaage, zudem Thermometer und Massstab. www.victorinox.ch Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://wapteilnahme-online. vpch.ch/SCH24525 (über das Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 14. November 2010

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Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


Die ersten Gewinner des grossen Knorr-Wettbewerbs Knorr verlost 100 mal 500 Franken für grünes Engagement Familie Geiger und Marilyn Zogg sind die ersten Gewinner – Geigers wollen einen Apfelbaum pflanzen und Zogg ein Elektrovelo kaufen. Machen auch Sie mit beim grossen Gewinnspiel von Knorr. Denn Knorr setzt auf Ökologie und ist überzeugt: Die Natur sorgt für intensiven Geschmack.


publireportage

Mit grüner Kraft über den Berg u Ein Elektrovelo, um Autokilometer zu sparen

Marilyn Zogg aus Täuffelen BE hat eine gute Kondition: Die Lehrerin wohnt mit ihrer Familie unter­ halb des Hügelzuges und muss kräftig in die Pedale treten, wenn sie ins Dorf will. Klar, dass sie zum Einkaufen dann das Auto nimmt. «Ich wünsche mir schon lange ein Elektrovelo», sagt sie. Damit könnte sie kleinere Kommissionen umweltfreundlich ohne Auto machen. «Und es würde weniger Überwindung

kosten, mit dem fünfjährigen Marc im Anhänger den Weg unter die zwei Räder zu nehmen.» Die 500 Franken, die sie beim Wettbewerb von Knorr gewonnen hat, sind ein schöner Zustupf für den «Flyer», den sie sich nun kaufen will. Fürs Foto hat sie im Piaggiorama in Biel schon mal einen ausleihen können und ist von Biel nach Täuffelen geradelt. «Einfach toll, wie leicht das Fahren geht», schwärmt sie.

Gewinnen auch Sie!

Ein Apfelbaum für den Garten u Jana und Jonah sollen natürlich aufwachsen

Markus Geiger und Rita Gisler sind gerade erst in ihr neues Heim in Siggenthal Station im Aargau ge­ zogen. Der absolute Pluspunkt der neuen Wohnung befindet sich ausserhalb: ein riesiger Garten! Links und rechts bilden ein paar Sträucher und Laubbäu­ me den Abschluss gegen die Strasse und den Nach­ barn. Dazwischen liegt eine grosse Rasenfläche – perfekt zum Spielen für Töchterchen Jana, knapp zweijährig, und Söhnchen Jonah, drei Monate alt. «Jetzt möchten wir gerne einen Apfelbaum pflanzen. Der kann mit unseren Kindern wachsen, und sie können sehen, wie eine Frucht gedeiht und wächst», erklärt Markus Geiger. So lernten sie, woher ge­ sunde Nahrungsmittel kämen und wie schön die Natur sei. «Genau das wollen wir ihnen mit auf den Weg geben.» Die 500 Franken von Knorr seien so richtig nachhaltig investiert.

u Knorr setzt auf Ökologie «Anbau für die Zukunft» heisst das nachhaltige Programm, zu welchem sich bis 2012 alle Landwirte, die für Knorr Rohstoffe liefern, verpflichten. Denn: Gemüse und Kräuter, die unter freiem Himmel wachsen und zur richtigen Zeit geerntet werden, schmecken am besten und haben einen optimalen Gehalt an Nährstoffen. Deshalb verwendet Knorr nur sonnengereiftes und saisonales Freilandgemüse. Tausende Tonnen werden jährlich verarbeitet! Erntefrisch werden die Gemüse und Kräuter schonend getrocknet und beispielsweise in Beutel­ suppen verarbeitet. Mit der Aktion «Grün gewinnt» verlost Knorr 100 Mal 500 Franken für Ideen, die der Natur Gutes tun. Machen Sie mit und gewinnen Sie 500 Franken für eine grüne Tat! Anmeldungen unter www.knorr.ch


Zuoberst angekommen Heinz Spoerli auf dem Dach des State Towers. Die Bar Scirocco bietet einen spektakulären Blick über Bangkok.

Das Zürcher Ballett gastiert am Tanz- und Theaterfestival in Bangkok. Die thailändische Metropole gehört zu den Lieblingsstädten von Heinz Spoerli. Sie ist ebenso rastlos wie der Ballettdirektor.

Schlaflos in

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BALLETT

Bangkok


Blumenliebhaber Heinz Spoerli geniesst die Farbenpracht auf dem berühmten Blumenmarkt.

Text Anina rether Fotos Heiner Schmitt

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ie vergangenen Tage haben ihn schon fast vergessen lassen, wie es ist, alleine zu sein. Morgens Proben, mittags Business-Lunch mit dem Direktorium des Festivals, im Anschluss Sitzungen, Medientermine, wieder Proben. Abends Small Talk an einem offiziellen Empfang, später ein gediegenes Abendessen. Weit nach Mitternacht ein letztes Glas in einer mondänen Bar über den Dächern von Bangkok. Jetzt, am Plastiktisch einer namenlosen Gar­küche, vor sich eine Schale Tom Yum Goong, ­atmet Heinz Spoerli tief durch. «Tut das gut, das Essen wieder mal in Ruhe zu geniessen.» Heinz Spoerli ist mit seinem Zürcher Ballett am internationalen Tanz- und Theaterfestival in Bangkok zu Gast. «Schwanensee» steht auf dem Programm. Ausgewählt wurde der BallettKlassiker vom Festivalleiter J. S. Uberoi, der das Ensemble bereits zum vierten Mal in die thailändische Hauptstadt geladen hat. Gastspiele im Ausland sind eine willkommene Abwechslung zu den regulären Aufführungen am Opernhaus Zürich. Spoerlis «Goldbergvariationen», mittlerweile eine Art getanztes Logo der Compagnie, bescheren ihm mehrmals pro Jahr Einladungen aus der ganzen Welt. Diesen Frühling waren sie in Athen, ­Madrid ruft im Dezember, China und ­Korea sind für nächstes Jahr geplant. Flankiert von seinen drei Ballett-

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meistern sitzt Spoerli, 70, im Theatersaal, in dem dank Klimaanlage eisige Temperaturen herrschen. Ein Frotteetuch behelfsmässig um den Hals geschlungen, den Kopf in den Nacken ­gelegt, die Augen leicht zusammengekniffen, beobachtet der Ballettdirektor seine Truppe. Spacing ist angesagt: Auf der ungewohnt schmalen Bühne müssen sich die 46 Tänzerinnen und Tänzer erst zurechtfinden. Andernfalls verformt sich der sonst perfekt getanzte Kreis der Schwäne zu einem Ei. «Girls, your arms, more out. Watch your feet, people!» Die Anweisungen sind knapp, die Stimme leise und bestimmt. Sofort steigt die Konzentration. Hinter Spoerlis gemütlicher Statur, dem weichen Händedruck, seinen Lachfältchen und den nach oben zeigenden Mundwinkeln steckt eine starke Persönlichkeit. Er selbst siehts pragmatisch. «Ich weiss, ich bin streng mit meinen Leuten. Meine Rolle ist halt die des Kesseltreibers.» Seit 1997 steht der Basler an der Spitze des Zürcher Balletts. ­Abendfüllende Handlungsballette und stilsichere Neuinterpretationen von Klassikern wie «Nussknacker», «Giselle», «Romeo und Julia» oder «Schwanensee» machen ihn zu einem der international erfolgreichsten Choreografen. Spoerlis Herzblut aber schlägt fürs ab­strakte Ballett. In seinen «Cellosuiten», in «MoZART», den «Goldbergvariationen» oder in «Der Tod und das Mädchen». Sie alle entspringen der Musik, der zweiten

Feinschmecker Heinz Spoerli ist begeistert von der thailändischen Küche.


BALLETT

«Die Tänzerinnen und Tänzer sind meine Farben, mit denen ich Bilder male» Heinz Spoerli

Erfolgreich Spoerlis «Schwanensee» in Bangkok war ein voller Erfolg.

Leidenschaft von Heinz ­Spoerli. «Wenn ich Musik höre, verwandeln sich die Töne mit der Zeit von selbst in Bewegungen und Bilder.» So unspektakulär er das Entwickeln neuer Choreografien beschreibt, so mühselig ist es ­tatsächlich. Und einsam. Denn die unzähligen Stunden, in denen er, vor sich eine Partitur und ein Notizbuch, die Töne tanzen sieht, ist er allein. Seine Kreativität duldet keinen Nebenbuhler. Schwerelos und in vollendeter Kreisformation gleiten die Schwäne nun über die Bühne. Nur das wattige

Geräusch der Spitzenschuhe ist zu hören. Die Perfektion seiner Compagnie ist legendär. Doch mit Disziplin allein führt auch ein Spoerli kein Ballett an die Spitze. Das Ensemble muss spüren, dass der Chef für sie da ist. Wie die Tänzerin, die kürzlich zu spät zur Probe kam. Aufgeregt stürmte sie ins Büro des Ballettdirektors, drückte ihm ihr wenige Monate altes Baby in die Arme und bat ihn, ihm das Fläschchen zu geben, bis sie aus dem Training zurückkomme. «Ich kam wie die Jungfrau zum Kinde», sagt er lachend. Seine Beziehung zum u schweizer illustrierte

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Neugier treibt ihn an. Heinz Spoerli in seiner Suite im Hotel Dusit Thani.

«Wenn ich ins Flugzeug steige, ­ betrete ich einen zeitlosen Raum. Ich höre quasi auf zu existieren» Ensemble bezeichnet Heinz Spoerli als distanzierte Freundschaft. Doch auf dem Weg zu den Garderoben, wo er seinem Ensem­ble für die Premiere gutes Gelingen wünscht, rutscht ihm raus: «Ich geh jetzt noch schnell zu meinen Kindern.» Noch ein Jahr, dann zieht sich Spoerli als Ballettdirektor zurück. Eine einschneidende Zäsur. Seine Gefühle sind ambivalent. Einerseits macht ihm zu schaffen, dass die Compagnie seinet­ wegen Zukunftsängste hat. Andererseits plagen ihn sein Rücken, eine alte Knieverletzung, quälende Schlaflosig­ keit. Und seit er diesen Juni mit einem ­Magendurchbruch nur knapp dem Tod entkam, ist klar: So kann es nicht weitergehen. Auch privat hat Spoerli einen hohen Preis bezahlt. Wer so viel unterwegs ist, hinterlässt zwar auf der ganzen Welt Spuren, für Freunde oder gar eine Beziehung bleibt jedoch kaum Platz. Schon jetzt freut er sich darauf, nach seinem Rücktritt wieder mehr Gäste zu bewirten, Kunstausstellungen zu besuchen, Spaziergänge zu machen. Seinen eigenen Lebensrhythmus zu gestalten. Hier in Bangkok, einer seiner Lieb­ lingsstädte, probt Spoerli schon mal für den Ernstfall. Flaniert über den berühmten Blumenmarkt, den er bei keinem Besuch in der Stadt auslässt. Feilscht mit den Marktfrauen um den Preis von drei Granatäpfeln und gönnt sich ein scharfes Süppchen in einer Garküche um die Ecke. Der mörderische Feierabendverkehr schiebt sich direkt an seinem Tisch vorbei. Die turbulente Metropole entspricht seinem rastlosen Wesen: «Es ist alles so herrlich lebendig

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hier.» Seit Jahren verbringt Spoerli die Weihnachts­tage auf einer der hie­ sigen Inseln. Als leidenschaftlicher Koch schätzt Spoerli das thailändische Essen. Die asiatische Gastfreundschaft entspricht seiner Umgänglichkeit. Und der Sinn der Thailänder für Theatralik kommt Spoerlis Hang zur ­Inszenierung entgegen. Am meisten ­jedoch freue er sich jeweils auf die Anreise. «Wenn ich ins Flugzeug steige, betrete ich einen zeitlosen Raum. Über den Wolken höre ich quasi auf zu existieren.» Zurück am Boden. Der Vorhang fällt, Applaus braust auf. Spoerlis «Schwanensee» hat das thailändische Publikum begeistert. Als der Choreograf auf die Bühne tritt und sich mit leichtem Schritt in sein Ensemble einreiht, ist klar: Er ist zwar der Chef. Aber auch einer von ihnen: Derselbe auf­ rechte Rücken, das gereckte Kinn, die gespannte Körperhaltung, das Leuch­ ten in den ­Augen. Er kennt das Lampen­ fieber des Solisten, die Konkurrenz unter den ­Tänzern, die Unerbittlichkeit der Choreografen, das Heimweh und das Hochgefühl nach einer gelungenen Premiere. Und wieder sind die Koffer gepackt, die Heimreise steht an. Heinz Spoerli begleitet sein Ensemble zu den Bussen. Ein kurzes Winken. Das wars. Er dreht sich um und schlendert zum Taxi. Un­ zählige Male hat er diesen Moment schon erlebt. Trotzdem schwingt Wehmut mit, als er einsteigt und sich mit den Worten verabschiedet: «Schon ist alles vorbei. Jetzt bin ich wieder allein.» In zwei Stunden startet der Flug Richtung Zürich. Dort steht in wenigen Tagen die nächste Premiere an.»  


Party

Chic in Schwarz: Kristina Dillier (l.) Die Topmodels Ronja Furrer (l.) mit Raquel Marquard – auch und Jenny Bachmann erlebten sie trug ein Kleid von Vögele. die Show für einmal als Gäste.

Er bekommt sie alle: Moderator Jontsch Schächter mit Schönheit Nadine Strittmatter.

Ein Kleid, zwei Schönheiten! Zürich feiert seine ersten ­Fashion Days mit sexy Outfits

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ónica Cruz, die ihre Modelinie persönlich vorstellte, trug dasselbe Outfit wie die Gattin des Migros-Chefs Herbert Bolliger. «Leider fülle ich es oben nicht ganz so schön aus wie Mónica», scherzte Beatrice Bolliger. Ach was! Das kleine Petrolfarbene machte an der Eröffnung der Charles Vögele Fashion Days zweimal eine gute Figur, der «Fauxpas» hielt sich in Grenzen. Welche Modesünden aber sind inakzeptabel? «Rüeblihosen – am besten noch in Orange!», meinte Raquel Marquard, die an der Modeschau neben Kristina Dillier in der ersten Reihe sass. Für die Models Ronja Furrer und Jenny Bachmann ist bauchfrei der grösste Fashionfehler. «Lieber alles etwas zu lang», meinte Jenny, «und diesen Winter am besten viel schwarzes Leder.» Weniger Mode-affin zeigte sich Ex-Miss-Bern Fabienne Kropf, die sich während des Dinners mit ihrem Freund Tom Lüthi in eine Ecke verkroch: «Heute trage ich ein Kleid des Schweizer Labels Anouk. Privat mag ich es aber einfach und funktional.» Und Sonia Grandjean bewies, dass auch ein Modemuffel eine Modeschau nicht scheut: «Und das, obwohl ich überhaupt keine Fashionista bin.» Text deborah neufeld, Fotos thomas buchwalder

Mehr Party-News:

www.schweizer-illustrierte.ch

Er hat seine Liebe fest im Griff: Migros-Chef Herbert Bolliger mit ­seiner Frau, SI-Fitnesscoach Beatrice Bolliger.


Small talk

Smart Das Posing beherrscht er noch immer: Ex-Model und Casting-Juror Urs Althaus.

Motorrad-Rennfahrer Tom Lüthi mit Fabienne Kropf. Die beiden sind seltene Gäste auf dem roten Teppich. Stargast: Mónica Cruz, die kleine Schwester von Penélope.

Herr Althaus, letzte Woche fand das Finale der Fashion Days Model Challenge statt. Ihre Bilanz als Juror? Ich bin unheimlich stolz auf unsere Gewinner Thamara und Marco. Als die beiden die Charles Vögele Fashion Days eröffneten, habe ich Gänsehaut bekommen. Wie geht es mit Ihren frisch entdeckten Schützlingen weiter? Ich glaube fest daran, dass ihnen eine grosse Karriere bevorsteht. Beide haben unglaubliches Potenzial. ­Thamara wirkt auf mich wie eine junge Carla Bruni. Welche Erinnerungen sind Ihnen aus Ihrer Zeit als Model geblieben? Es war verrückt. Ich lief für Armani, Dior und Gucci. Heute interessieren mich Designer und Marken nicht mehr. Ich wohne in den Bergen und schätze die einfachen Dinge des Lebens.

Nächstes Jahr heiraten sie: Miss Schweiz 1998 Sonia Grandjean und ihr Partner Sandro Küng. Mónica Cruz mit CharlesVögele-CEO André Maeder.

party-facts Gastgeber André Maeder, CEO Charles Vögele Tatort Puls 5, Zürich Most wanted Stargast Mónica Cruz, die trotz High Heels zwischen den anderen Gästen fast unterging Food Caesar Salad, Crevetten und Fruchtsalat vom Hotel Park Hyatt Kommentar Der Auftakt ist geglückt. Zürich als neue Modemetropole kann sich aber noch steigern Party-Rating

Vize-Miss-Schweiz Sabrina Guilloud bezauberte auf dem Laufsteg.

Die Casting-Gewinnerin: Thamara Weiss in ihrer neuen Rolle als Model.

«Die Schweiz hat ihre eigenen Fashion Days – endlich!»

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Party

Turn-Idole: Ariella Kaeslin und ihr deutscher Kollege Fabian Hambüchen.

Italo-Connection: National­ goalie Gianluigi Buffon (l.) und Gastgeber Antonio Sellitto.

Musikalische Extraklasse: ­Stefanie Heinzmann mit Bruder und Manager Claudio.

Der Olympiasieger und sein Bergkristall: Auch Carlo Janka gewann einen Preis.

Starparde an der Sportnacht Ein Fussballweltmeister, 196 Medaillen und ein Kristall!

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ie Sportnacht in Davos mobilisiert die Prominenz – unter anderem die Schweizer Olympiasieger Carlo Janka und Didier Défago, die dänische Surf-Legende Björn Dunkerbeck und den deutschen Turn-Helden Fabian Hambüchen. Insgesamt sind Gewinner von 196 WM- und Olympia-Medaillen versammelt. FCB-Meistertrainer Thorsten Fink unterbricht die Vorbereitung auf den Spitzenkampf gegen Luzern für den Abstecher nach Davos: «Es ist der erste Preis, den ich persönlich entgegennehmen darf.» Verantwortlich für die Bescherung: der Davoser Restaurantbesitzer Antonio Sellitto. Er lockt sogar einen italienischen National­ helden ins Landwassertal: Fussball-Nationaltorhüter Gianluigi Buffon. «Meine Frau hat mir erzählt, wie schön Davos ist.» Der Auftritt des Weltmeisters von 2006 sorgt bei Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi für weiche Knie: «Ich hab schon viele Fussballer getroffen. Aber einen wie Buffon noch nie. Er ist der beste und der schönste.» Text Thomas renggli, Fotos bruno voser

Blond is beautiful: FCB-Trainer Thorsten Fink und Snowboard-Queen Tanja Frieden.

party-facts Gastgeber Restaurantbesitzer Antonio Sellitto Tatort Hotel Schweizerhof in Davos Most wanted Carlo Janka und Gigi Buffon Feststellung des Abends «Weshalb ich heute einen Preis kriege, weiss ich nicht», gibt Marc Girardelli zu Highlight Stefanie Heinzmann – unplugged und pierced

Mit Vollgas aus Salzburg angerauscht: Cora Schumacher.

Party-Rating

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«Stossverkehr der Sportstars und mehr Glamour als am Spengler-Cup» schweizer illustrierte

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Party

Stéphanie Berger mit Göttibub Ma­-­ nuel (r.) und dessen Bruder Demian.

Tolles Trio für die Villa Kunterbunt am Zürcher Hechtplatz: Hubert Spiess, Kiki Maeder, Erich Vock (v. l.).

Alle lieben Pippi Die Zürcher Märchenbühne feiert Pippi Langstrumpf

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ie macht sich die Welt, widdewidde wie sie ihr gefällt: Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf ist Kult! «Sie war die Heldin meiner Kindheit», schwärmt Wetterfee Jeannette Eggenschwiler, die sich die Premiere des Kinderstücks gemeinsam mit Söhnchen ­Jayden ansah. Auch Nina, Töchterchen von TV-Frau Sandra Studer, scheint sich den kecken Rotschopf als Vorbild genommen zu haben: Lächeln für ein Foto? Wie langweilig! Da streckt die süsse Kleine lieber lässig die Zunge raus. Als Pippi spielt sich Kiki Maeder in die Herzen der Zuschauer, während die MärchenbühneMacher Erich Vock und Hubert Spiess in je drei verschiedenen Rollen brillieren. Alle, Gross und Klein, trallalala laden sie zu sich ein. Text sandra casalini, Fotos fabienne bühler

Schauspieler-Legende Walter Roderer amüsierte sich köstlich über Pippis freche Sprüche.

Max und Annelies Sieber schauen sich seit Jahren jedes MärchenbühneStück an.

Moderatorin Sandra Studer mit ihren Töchtern Lili (l.) und Nina.

Wetterfee Jeannette Eggenschwiler und Sohn Jayden.

Moderatorin Patricia Boser mit ihrem Sohn Kai (r.) und dessen Freunden Sam und Grace.

Jürg Randegger kam mit Patrik, dem Sohn von Freunden.


Notabene

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twas suchen, das es nicht gibt, einen Ort er­ «Sandkorn für Sandkorn» – eine Liebeserklärung an Jeanfinden – «Seridan» –, sich einbilden, er liege Henri ­Fabre, und Guggenheims Liebe wurde auch meine. in der Nähe von Toulon, dann in Toulon nach Den Ort fanden wir diesmal auf der Landkarte – fast dem Ort fragen, einen Polizisten, einen ein bisschen enttäuscht – inzwischen durch den Traum Briefträger, den freundlichen Mann im Seridan verwöhnt –, dass es ihn gibt. Wir zögerten auch lange, bevor wir an der Tür des Hauses von Fabre klingelten – Tabakgeschäft – niemand kennt ­Seridan. Am anderen Tag dasselbe in Sanary, seinem Harmas, wie er sein Haus und Garten nannte, und die auf der Post, Syndicat d’Initiatives, Kataster­ nun ein Museum waren. Wir hörten das Schlurfen von Pan­ amt und bereits sagt einer: «Attendez toffeln, und ein alter Mann, der Museumswärter wohl, öffne­ monsieur, Seridan – Seridan, ça me dit quelque chose.» Und te die Tür und bat uns rein, machte mit der Hand eine Geste, er holt dicke Bücher und blättert verzweifelt darin rum: die etwa meinte: «Ja, das ist es», und liess uns frei durch das Haus gehen und schlurfte nur hinter uns her, um dringende «Seridan muss es geben.» Etwa so und etwas ausführlicher steht es in meinem Fragen wortkarg und präzise zu beantworten. Wir gehen durch Buch «Die Jahreszeiten», das 1967 erschienen ist – eine lusti­ den Garten, in dem Fabre mit seinem kleinen Sohn – er hatte ge Idee, einen Ort zu erfinden, den es nicht gibt, und dann die mit sechzig noch mal geheiratet – auf dem Bauch lag und stun­ Leute damit belästigen, bis sie ­sicher sind, dass es denlang einem Insekt zugeschaut hatte, «Petit«Ein Hauch Paul», schreibt er, «hat geschmeidige Kniekehlen, ihn gibt: «Seridan muss es geben.» Aber die Geschichte hat – wie alle Ge­ von eine flinke Hand, einen scharfen Blick. Er unter­ schichten und selbst die Lügen – einen realen sucht die Büsche der Immortellen, in denen der Hintergrund. Ich war mit Therese in Südfrank­ Geschichte Truxal mit seinem zuckerhutähnlichen Kopf me­ reich unterwegs, und in Sanary beschlossen wir, und ditiert …», und der Museumswächter führt Jörg und Silvia Steiner zu besuchen, die eben uns zu dem kleinen Pültchen, auf dem Fabre sei­ hier in der Gegend in den Ferien waren, und nach Geschichten ne zehn Bände der «Souvenirs» geschrieben hat. langem Nachdenken fiel mir der entsprechende schwebt Unter Glas liegen zwei Seiten seines Manuskripts Ort endlich wieder ein – Seridan, und unsere – eine wunderschöne Handschrift –, das absolute Herumfragerei begann. Es tut gut, drei Tage durch das Original. «Es gibt im ganzen Manuskript keine ein­ lang einen lieben Freund zu suchen, von dem Haus» zige Korrektur, alles ein für alle Mal geschrieben», man weiss, dass es ihn gibt und dass es ihm gut sagt der Wächter, und wir stellen ihm dieselbe geht, sich drei Tage nur damit zu beschäftigen, dass man ihn Frage, die ihm schon Kurt Guggenheim vor 15 Jahren gestellt treffen wird und dass er freudig überrascht sein wird. Jörg hatte: «Sind Sie Petit-Paul?» Und er lächelt und nickt, und ein Steiner war und ist mir wichtig – aber wie nötig ich ihn habe, Hauch von Geschichte und Geschichten schwebt durch das das wurde mir wohl erst auf dieser Suche bewusst. Der Haus, und wir werden still, wie es wohl auch Jean-Henri Fa­ Ort, wo er war, hiess übrigens «Six Fours» – wie kam ich auf bre war, ein gros­ser Wissenschafter, der Vater der Verhaltens­ Seridan? forschung, ein grosser Autor, der mehrmals für den Literatur­ Nun war ich kürzlich dabei, als Hans Ruprecht dem Nobelpreis vorgeschlagen war und hier seine Einsamkeit Jörg Steiner ein Buch zum 80. Geburtstag schenkte: «Jean- genoss. Und wie ich das schreibe, fällt mir ein anderer Muse­ Henri Fabre – Erinnerungen eines Insektenforschers» –, und umswächter ein, jener in Jörg Steiners «Wer tanzt schon zu ich staunte, denn damals auf der Rückfahrt von Sanary be­ Musik von Schostakowitsch», jener etwas lauter zwar, aber die suchten wir einen anderen lieben Freund und Schriftsteller, beiden vermischen sich für mich – Seridan und Sérignan –, der schon 1915 gestorben war, in der Nähe von Orange – und Steiners Titel «Ein Kirschbaum am Pazifischen Ozean» in Sérignan. Man hat ab und zu den Wunsch, gute Freunde könnte durchaus eine Kapitelüberschrift von Fabre sein, wenn zusammenzuführen: Seridan und Sérignan. er den Ozean nach Sérignan hätte holen können, wie ihn Jener Jean-Henri Fabre war nicht nur ein bedeutender Steiner nach Seridan holte. Die Welt ist klein.  Insektenforscher, sondern auch ein wunderbarer Autor, den ich durch Kurt Guggenheim kennenlernte in seinem Buch Peter Bichsel, 75, Schriftsteller und Publizist

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Peter Bichsel

Für Jörg Steiner zum Achtzigsten


Leser

«Ich war genervt und hatte ein Schlafmanko» u Notabene von Chris von

Rohr: Lasst sie schreien, SI 42/2010 «Gerne lese ich das ‹Notabene› von Chris von Rohr und war bis jetzt gleicher Meinung. Aber bei seinem neusten Text trifft dies nicht zu. Ich kam an meine Grenzen, weil unser Sohn die ersten fünf Monate nie vor Mitternacht einschlief. Ich war genervt und hatte ein grosses Schlafmanko. Dann wurde uns das Buch ‹Jedes Kind kann schlafen lernen› empfohlen. Unser Sohn musste am ersten Abend 50 Minuten lang ‹begleitet› weinen, am zweiten Abend waren es noch zehn Minuten, und am dritten Abend konnten wir ihn wach ins Bett legen, noch etwas liebkosen, dann schlief er ein. Heute ist er sechs Jahre alt und immer noch ein guter Ein- und Durchschläfer.» Sandra Fischer, Feuerthalen ZH

«Leserbriefschreiberin Simona Giannettino wirft Chris von Rohr vor, er als Mann habe kein Recht, über stillende oder nicht stillende Frauen zu urteilen. Doch Muttermilch ist nun mal das Beste für das Kind! Leider wollen sehr viele Schweizerinnen davon nichts wissen. Und dann fragt man sich noch, warum die Kinder beissen, schlagen, schreien. Viele sagen, das sei normal, das gehöre zur Entwicklung. Sorry, aber gestillte Kinder tun so etwas nicht

oder viel weniger. Bravo, Chris, super, was du geschrieben hast. Danke dir.»

Dis­kriminierung denen gegenüber, die Zivildienst leisten. Die Muskeln spielen zu lassen, ist nicht das Wichtigste. Ich finde es amüsant, dass man scheinbar erst nach einer RS erzogen ist. Für mich beginnt Erziehung im Elternhaus.» Patrick Tobler, Bassersdorf ZH

Maral Geissmann, Tägerig AG

Danke für die Blume u Rose der Woche, SI 44/2010 «Ich ­möchte mich recht herzlich bedanken für die Rose der Woche. Es sind immer mehr Menschen auf der Warteliste für ein Spender-Organ, und ich bin sehr dankbar, dass die Schweizer Illustrierte dieses Thema so positiv aufgegriffen hat.»

willi

Franz Immer, Direktor Swisstransplant

mehr objektivität u Interview mit Alice Schwarzer zum Kachelmann-Prozess, SI 43/2010 «Hat es Frau Schwarzer nötig, ihre Feminis­ tinnen-Seite so krass darzustellen? Der Prozess eines bekannten Wetter-Moderators ist scheinbar ein gefundenes Fressen, gab es doch von der ersten Stunde an ein ein­deutiges Opfer und einen eindeutigen Täter. Schade, ich hätte Frau Schwarzer eine objektivere Sicht in diesem Prozess zugetraut.» Anita Halter, per E-Mail Richtige Männer u Auf Truppenbesuch mit Bundesrat Ueli Maurer, SI 43/2010 «Herr Maurers Aussage, er rate Frauen, einen Mann zu nehmen, der Militärdienst geleistet hat, erachte ich als Frechheit und

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Bevor wir Ausländer ausschaffen, wird jetzt zuerst noch das Laub aus meinem Garten ausgeschafft.»

impressum Nr. 45, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.



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