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Tiefe Trauer auf dem Gotthard Brigitte Voss mit Tochter Isabelle.

Steve Lee

Seine letzte Reise Das letzte Bild vor seinem Tod. Freund Marc Lynn erz채hlt.

Tunnel-Weltrekord Freude herrscht bei Ogi und Leuenberger

18. Oktober 2010 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 42, MONTAG, 18. oktober 2010

Titel Titelfotos Handout, Bruno Voser; Inhaltsfoto Martin Rütschi / Keystone

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Steve Lee So nahmen seine Fans auf dem Gotthardpass Abschied. Bandkollege Marc Lynn war beim Unfall dabei und schildert die Minuten davor und danach

Leute

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u Freude herrscht! Nach dem Durchstich folgte im Gotthardtunnel der Jubel. «Wir haben nicht nur einen Tunnel gebaut. Wir haben Geschichte geschrieben.»

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Tagebuch von Stefan Regez Leute Lolita Morena, Patrick Nuo, Evi Allemann, James Blunt, Pascale Bruderer, Jörg Abderhalden Iréna Flury Eine Musical-Rolle wie aus dem eigenen Leben: So lebt die Wienerin mit Schweizer Wurzeln in Zürich Mister Schweiz 2011 Jetzt bewerben! Rolf & Gregory Knie Innige Vater-SohnBeziehung: Die Salto-Natale-Chefs über ihr privates Familienleben schweizer illustrierte

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Inhalt

Gotthardtunnel 26 33 36

Der Durchstich Tränen und Jubel – ein historisches Ereignis im Minutentakt Der Kunstakt Roman Signer lässt für die Tunnelbauer die Helme fliegen Party Orange Overalls statt roter Teppich

Sport 38

Didier Défago Er muss es gelassen nehmen! Trost findet der verletzte Ski-Olympiasieger bei seinen Liebsten

Kunst

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u die jüngste königin! 14 Monate alt und ganz schön eigenwillig: Giulia Friedli aus Neudorf LU hat die Wahl zum «Süssesten Baby 2010» gewonnen! Die Kleine liebt: Lego, Bäbi und Dräcklen.

Bernard Ruiz-Picasso Der Enkel von Pablo Picasso im Exklusiv-Interview: «So erlebte ich als Kind meinen Grossvater»

Kleine Miss 98

Giulia Friedli Das süsseste Baby 2010: Hausbesuch beim quirligen Mädchen

Die Besten 57

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Shopping 63

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 75 76

Botox hilft gegen entzündete Ellenbogen Prostatakrebs Zahlen, Zeichen und Diagnose: Das sind die Therapieformen

Weekend Fotos Nathan Beck, Marcel Nöcker, Fabienne Bühler

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50 u Der enkel Jahrhundertausstellung in Zürich: Bernard Ruiz-Picasso erzählt, wie sein Grossvater wirklich war.

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 105 86 97 106

Notabene von Chris von Rohr Impressum Horoskop Leserbriefe

u Die schweizer sissi Schön und erfolgreich: Schauspielerin Iréna Flury tanzt jetzt ihr eigenes Leben.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Gotthard: Freude und Trauer Gotthard Dass am gleichen Wochenende der Gotthard im

Stefan Regez, Stv. Chefredaktor

Berginnern für freudige und auf dem Pass für traurige Schlagzeilen sorgt, ist Zufall. Oder eben mehr als Zufall. Denn der Gotthard ist die Seele der Schweiz. Der Mythos schlechthin. SI-Autorin Stephanie Ringel hat den Gotthard-Durchschlag miterlebt – und war berührt von diesem Jahrhundertereignis. «Wie bei der Berliner Mauer», sagte die deutsche Staatsbürgerin danach. Und wie bei der Berliner Mauer hat sie sich ein Stück ausgebrochenen Gotthard-Granit geschnappt und als Andenken mit nach Hause genommen. «Geschafft!» – ab Seite 26. Die Gedenkfeier für Gotthard-Sänger Steve Lee am Sonntag auf dem Gotthardpass hätte passender nicht sein können: im Zelt eine schlichte, ergreifende Zeremonie, draussen Schnee­gestöber und Temperaturen unter null. Dazu Tausende von ­Gotthard-Fans, die für ihr Idol auf den Pass gepilgert sind. «Er liebte grosse Auftritte und grosse Abgänge», sagt Gotthard-Bassist Marc Lynn im Interview mit SI-Redaktorin Sylvie Kempa. Sein letzter Abgang war gross, nur kam er leider viel zu früh. «Steve, du bleibst in unseren Herzen» – ab Seite 16.

Picasso

In Luzern Redaktorin Sylvie Kempa (l.) mit Gotthard-Bassist Marc Lynn und Frau Anja, die ihm während des Interviews die Hand hält.

Für SI-Kulturredaktorin Caroline Micaela Hauger ist es «das persönliche Highlight des Jahres». Ich meine nicht (nur) die grossartige Picasso-Ausstellung zum 100. Geburtstag des Kunsthauses Zürich. Sondern ihre Begegnung mit Bernard Ruiz-Picasso, dem Enkel des Superstars Pablo Picasso. Der charmante Franzose kennt das Lebenswerk des Jahrhundertmalers wie kein Zweiter. Viele Bilder sind in Familienbesitz. Als Kind besuchte er seinen Grossvater während der Ferien regelmässig in Südfrankreich, wo sie im Garten herumtollten oder Pingpong spielten. Im Gegensatz zu vielen anderen oft egozentrischen Künstlern liess Pablo Picasso seinen Enkel immer spüren, dass er ihn mochte. «Ein echter Picasso» – ab Seite 50.

Unser Tunnel-Team Stephanie Ringel, Marcel Nöcker, Hervé Le Cunff und Thomas Renggli (v. l.) in Sedrun GR.

Giulia Friedli, 14 Monate alt, aus Neudorf LU. Nach der Miss Schweiz und dem Mister Schweiz auch noch das herzigste Baby – in Luzern leben offenbar besonders schöne Menschen, ganz Kleine und Grosse. Die Wahl zum süssesten Baby 2010 war ein grosser Erfolg: 2500 Eltern schickten uns ein Foto ihres Bébés, eine Jury wählte die 15 herzigsten aus. Sie, liebe Leserinnen und Leser der Schweizer Illustrierten, kürten dann Giulia zum Sieger-Baby, per SI online und Coupon. Eine gute Wahl, finde ich. Giulia ist wirklich süss und auch schon ganz schön eigenwillig. Herzlichen Dank allen Eltern, Verwandten, Bekannten und Lesern, die an der Wahl zum süssesten Baby 2010 mitgemacht haben. Ihr Vertrauen ist uns Verpflichtung: Auch 2011 wollen wir das süsseste Baby küren. «Giulia, das Sieger-Baby» – ab Seite 98. Ich wünsche Ihnen viel Spass mit Ihrer Schweizer Illustrierten! Fotos Katja Lehner-Grossi, Marcel Nöcker (2)

Im Kunsthaus Zürich PicassoEnkel Bernard RuizPicasso mit Redaktorin Caroline Micaela ­Hauger.

Süssestes Baby 2010

SI GRUEN. Das erste grüne Lifestyle-Magazin der Schweiz zeigt, wie Sie verantwortungsbewusst und trotzdem lustvoll leben können. 108 Seiten: 100 % Grün! 100 % Lifestyle! Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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nachgefragt bei

Kubilay Türkyilmaz

Kubilay Türkyilmaz, wie hätte der Heisssporn Kubi an Alex Freis Stelle auf die Pfiffe reagiert? Er hätte diesen Leuten eine eindeutige Geste gezeigt. Was für eine amateurhafte Fan-Kultur! Doch Alex liess sich nicht provozieren. Vielleicht hat er dasselbe Problem wie ich: Im ersten Moment wirken wir unsympathisch. Erst wenn man uns besser kennt, findet man uns nett. Sie wurden in Ihrer Karriere auch beschimpft, traten deswegen sogar zurück … … und habe so den Dummen recht gegeben. Ein Fehler! Trotzdem sollte Alex gegen die Ukraine (am 17. November) pausieren – das ist nur ein Testmatch. Wichtig ist, dass er im März gegen Bulgarien befreit zurückkehrt. Als Captain? Natürlich! Er geniesst auf dem Platz von allen grössten Respekt. Was werfen Sie Trainer Ottmar Hitzfeld vor? Alex war mental nicht bereit, seine beste Leistung zu zeigen. Steht ein Spieler derart unter Druck, muss man ihn aus der Schusslinie nehmen. Ein Coach, der zwei Millionen pro Jahr verdient, sollte das erkennen. Was raten Sie Alex nun? Mach weiter! Hingegen müsste der Verband endlich auf solche Pfiffe reagieren. Glauben Sie noch an die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine? Da bin ich nicht sehr optimistisch. Das 4:1 gegen Wales verdeckt einige Probleme. Zum Beispiel? Dass Goalie Benaglio nicht 100 Prozent fit aufläuft und dann prompt verletzt raus muss, war unprofessionell. Zudem fehlt im Mittelfeld die Kreativität, weil Hakan Yakin nur auf der Bank sitzen darf. Wenn Hitzfeld wählen muss zwischen einem, der rennen kann wie Inler, und einem Künstler – dann wählt er den Läufer. Leider. Sie sehen den Nationaltrainer sehr kritisch. Er hat mich enttäuscht. Mir wäre einer lieber, der langfristig plant in Richtung WM 2014. Der die Talente konsequent an die Spitze bringt. Interview ilona scherer

Mehr People-News:

www.schweizer-illustrierte.ch

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Fotos Julie de Tribolet / L’Illustré; Make-up Sophie Richard, Styling Geneviève Gluntz, Kleider Free Vogue, Azzaro, Maniak, Mixage, Metro Boutique; Bruno Voser

Reizfigur Ex-Fussballstar Kubilay Türkyilmaz, 43, weiss aus Erfahrung, wie es ist, von den eigenen Fans ausgepfiffen zu werden. Er rät Alex Frei weiterzumachen.

Oh, là, là,


, Lolita!

Leute

u «Ich bin 50, na und?» Die Westschweizer TV-Moderatorin Lolita Morena legte anlässlich ihres runden Geburtstags am 15. Oktober für «L’illustré» einen heissen Strip hin – und fühlt sich dazu keinen Tag zu alt! «Das Leben einer Frau endet ja nicht plötzlich, nur weils auf die Rente zugeht», sagt die Miss Schweiz 1982. Sie halte nie Diät, allein die Spaziergänge mit ihren Hunden hielten sie fit, beteuert sie. Und das Skalpell? «Bislang nicht. Aber sag niemals nie!» Sylvie Kempa


Leute Vom Sägemehl zurück zum Holz: Jörg Abderhalden in der AAK Holzmanufaktur in Wattwil, die er mit zwei Kollegen führt. Er arbeitet vor allem im Büro.

jörg Abderhalden

Fotos Marcel Nöcker, Gian Paul Lozza

Träume statt Schwünge u 2000 Kämpfe, 51 Kranzfest­siege, 3 Königstitel – 23 Jahre lang war das Sägemehl sein Reich. Nun ist Schluss. Der erfolgreichste Schwinger der Geschichte, Abderhalden Jörg, 31, tritt zurück. «Ich war zuletzt zu oft verletzt. Jetzt bin ich wieder ganz gesund und kann gelassen aufhören.» Der Familienvater aus Nesslau SG im Toggenburg setzte seinen Entschluss quasi gegen Frau und Kinder durch: «Andrea hätte mich nicht ungern weiter im Ring gesehen, und Lynn, Terry und Jill waren enttäuscht, weil sie ­dachten, dass wir nun nie mehr an Schwingfeste gehen …» Vorerst wird Jörg weiter re­duziert im Schreinerbetrieb arbeiten, dessen Mitbesitzer er ist. Und sich lang gehegte Träume erfüllen: «Sommerferien mit der Familie in Alaska wären mal was!»

Pascale Bruderer

«Ich bin eine gute Zuhörerin»

iso niedermann

Unterwegs im Aargau: Pascale ­Bruderer mit Labradorhündin Kala.

u Absitzen, sich Zeit nehmen und zuhören: Pascale Bruderer, 33, weiss, wie wichtig dies ist: «Ich kommuniziere gern und höre gut zu. Nicht nur husch, husch – ich lasse mich auf Gespräche ein.» Ihre letzte Session als Nationalratspräsidentin hat Bruderer hinter sich. Jetzt freut sich die SP-Politikerin darauf, wieder mehr politisch Stellung zu beziehen. Zum Beispiel in der Umweltpolitik. «Wir haben die Verpflichtung, auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen», sagt sie im Interview mit SI GRUEN. Das Heft erscheint am 25. Oktober, zusammen mit der Schweizer Illustrierten. bah

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Leute wer liebt wen

Neue Liebe, Taufe & Heirat u Sieben Monate alt und seit Sonntag getauft: Lilou, das Töchterchen von Immobilieninvestor Adrian Bratschi, 33, und seiner Frau, Ex-MissSchweiz-Kandidatin, Fabienne, 30, empfing seine Segnung im crèmefarbenen Galliano-Kleidchen in der Zürcher Fraumünster-Kirche. u Heimlichtuer! Seit zwei Monaten sind

Supermodel Kate Moss, 36, und Musiker Jamie Hince, 41, bereits verheiratet – und behielten es für sich. «The Mirror» liess die Bombe platzen und verriet: Das Fest stieg auf Sizilien. Moss’ Tochter Lila Grace, 8, überreichte die Ringe.

Evi Allemann

Nachwuchs für Bern

u Liebe der Titanen: Leicht­-

athletin Linda Züblin, 24, ist frisch verliebt. Ihr Auserwählter: Der Berner Per­sonaltrainer und Ex-Mister-Schweiz-Kandidat Andreas Lanz, 37.

Fotos Peter Mosimann, Fabienne Bühler, EQ Images, TeleBärn, HO

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Peter Marvey u Monika Kälin u Toni Vescoli u Noemi Nadelmann u Adrian Stern

u Anfang 2011 soll es so weit sein: Die Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann erwartet ihr erstes Kind. «Das macht mich aber nicht auto­ matisch zur Familien- und Sozial­ politikerin», sagt die 32-Jährige. Sie bleibt ihren Themen Klima und Umwelt treu. Allemann und ihr Partner, Marc Gebhard, 39, leben seit bald sechs Jahren im Konkubinat und verspüren trotz baldiger Elternschaft «keinen äusseren Druck zum Heiraten». Der SP-Politikerin ist klar, dass das Kind ihren Alltag total umkrempeln wird. Da bekommt ihr früherer WahlkampfSlogan eine ganz neue Bedeutung – «Evi rennt …». HWY

Voller Er­wartung: Die hoch­ schwangere Evi Allemann, Berner SP-Nationalrätin, im Bundeshaus.

Rose

kaktus

Katharina Stoll «Notfall-Hebamme» u Wenn der Bus zum Kreisssaal wird. Stadt Biel Freitagvormittag. Eine junge, hochschwangere Eritreerin betritt den Linienbus Nummer 6. Plötzlich verliert die Frau Fruchtwasser, ihr Kind kommt zur Welt. Und zwar jetzt gleich! BusPassagierin Katharina Stoll, medizinische Praxisassistentin, hilft der Afrikanerin beim Gebären. Nach nur drei Minuten ist das Baby da, ein Bub, Sofenyas. «Es ging ganz schnell», sagt die Notfall-Hebamme. Frau Stoll, wir waren uns ebenso schnell einig, dass Sie unsere Rose verdienen.

Rolf Trolle Andersen Norwegischer Botschafter in Bern u Haben Sie Töne! Bundespräsidentin Doris Leuthard auf Staatsbesuch in Norwegen. In Oslo wird sie von König Harald V. und Königin Sonja empfangen. Die Blasmusik spielt die Schweizer Hymne – leider die falsche. Statt «Trittst im Morgenrot daher» erklang «O mein Heimatland». O du meine Güte – der Dirigent hatte die falsche Partitur besorgt. Frau Leuthard nahms mit Humor, auch wir schmunzeln ob dem schmucken Lapsus und schicken dem norwegischen Botschafter in Bern unseren Rhododendron … äh Kaktus der Woche. schweizer illustrierte

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Leute

Patrick Nuo

Ein Rauschen im Ohr u Absolute Stille kennt Patrick Nuo, 28, kaum. «Meine Ohren rauschen permanent», sagt der Musiker. Der Tinnitus, ein Überbleibsel dröhnender House-Partys. «Ich bereue den verantwortungslosen Umgang mit meinem Gehör.» Um junge Menschen davor zu warnen, posiert der gebürtige Luzerner vor der Linse von Fotograf und Rockstar Bryan

Adams, 50, als Botschafter für die Initiative Hear the World. «Was für eine Ehre! Adams’ Songs beeinflussten mein Liebesleben massiv», sagt der Popstar, der mit Ehefrau Molly und den beiden Kindern nach Kalifornien zog – um Ruhe zu finden, denn hier ist der neue «DSDS»-Juror gefragt wie nie. sylvie Kempa

James Blunt

Fotos Bryan Adams / HO, Andrew Zaeh / Zaeh LLC.

Softie oder Playboy?

James Blunt – grosses Interview in der neuen «SI Style»! Ab Donnerstag am Kiosk.

u Nervt er? Oder lieben Sie ihn? An Sänger James Blunt, 36, scheiden sich die Geister. «Die einen schreiben, ich sei ein Softie, die anderen halten mich für einen Playboy. Aber ich bin nicht nur ‹so› oder ‹so›»!», sagt er im Interview mit «SI Style». Ausserdem erzählt Blunt von seinen Ferien in der Schweiz und verrät, warum er immer noch Mum und Dad um Rat fragt, wenn er in Schwierigkeiten steckt. Bah


Abschied Auf dem improvisierten Altar steht die Urne mit Steve Lees Asche. Die Fans schreiben auf dem Gotthardpass ihre letzten GrĂźsse ins Kondolenzbuch.

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ÂŤSte in uns


steve lee 1963–2010

Tränen, Trauer, Fassungslosigkeit: Auf dem Gotthard nehmen Tausende von Fans Abschied von steve lee. Im Schneegestöber weinen auch seine Brigitte, seine Band und seine Familie.

ve, du bleibst eren Herzen» schweizer illustrierte

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«Gotthard – der Name steht für eine Gruppe um Steve Lee, die Freude bereitet, Frieden schafft» bruder marzello

Abschied Hinter Bruder Marzello und Fra Edi stehen Familien- und Bandmitglieder von Steve Lee. Am Ende der Gedenkrede ertönt aus den Lautsprechern «One Life, One Soul» von Gotthard im Duett mit Montserrat Caballé.

Berührend Die Bandmitglieder Leo Leoni (v. l.), Hena Habegger und Marc Lynn sind überwältigt von der Anteilnahme der Gotthard-Fans. Diese brachten Kerzen und Kränze zum Gedenken ihres Idols.

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steve lee 1963–2010

In tiefer Trauer Karin Nicholls, die Schwester des Gotthard-Sängers.

Andächtig Gitarrist Freddy Scherer mit Freundin Debra Borradori.

Fassungslos Steve Lees Lebenspartnerin Brigitte Voss-Balzarini mit Tocher Isabelle.

In Gedenken an Steve Lee 3000 Gotthard-Fans pilgern auf den Gotthardpass.

G

otthard. 2108 Meter über Meer. Eisiger Wind. Schneegestöber. Nebelschwaden. Minus zehn Grad. Der Winter legt seine frostige Hand über die Passhöhe. Aber das Wetter ist Nebensache. Hier beginnt für Gotthard-Sänger Steve Lee die Stairway to Heaven (Treppe zum Himmel). 3000 Fans verabschieden sich vom grossen Idol. Sie bringen Rosen, legen Kränze nieder, zünden Kerzen an. Im Andachtszelt spielen sich ergreifende Szenen ab: Ein junges Paar weint hemmungslos. Ein in Leder gekleideter Rocker schüttelt apathisch den Kopf. Die blaue Glasurne strahlt einen mystischen Glanz aus. Es ist, als sei Steve Lee nie ­gegangen. Selbst die harten Jungs ­bekommen beim Anblick des improvisierten Altars weiche Knie. Die Menschen liegen sich in den Armen. «Steve, du wirst immer in unseren Herzen weiterleben», schreibt ein Mädchen in eines der Kondolenzbücher. «You will always be riding with us» (Du wirst immer mit uns fahren) steht auf einer Kranz-Schlaufe, «Love for eternity» (ewige Liebe) auf einer anderen. Es

ist die Botschaft von Brigitte VossBal­zarini, Steves Lebensgefährtin. Trotz dem gewaltigen Andrang herrscht bedächtige Stille. Keine hektischen Bewegungen. Keine lauten Töne. Indianische Klänge bilden einen sanften Soundteppich. Trauer ist ein leises Gefühl. Auf dem Gotthard verzückte Steve Lee am legendären Open Air vor zwei Jahren mit seiner Band die Massen. Heute bringt er die Tränen zum Fliessen. Gefrorene Tränen. Ein Wintersturm der Emotionen. «Dieser Berg wird für die Fans immer eine ganz wichtige Gedenkstätte sein», sagt Remo Buob, der Organisator der schicksalhaften MotorradReise durch den Westen der USA. Für Brigitte Voss-Balzarini ist alles zu viel. Sie will nicht sprechen. Auch die Bandkollegen halten sich im Hintergrund: Leo Leoni, Freddy Scherer, Marc Lynn und Hena Habegger nehmen hier oben still Abschied. Ihre Message ist auch so nicht zu überhören: Steve, du bist immer mit uns! Text Thomas Renggli, Deborah Neufeld, Fotos Fabienne Bühler, Bruno Voser, marcel nöcker schweizer illustrierte

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steve lee 1963–2010

Highway 20

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Gotthard-Sänger Steve Lee lebte seinen Traum – bis zum Tod. Sein Bandkollege Marc Lynn spricht über den Unfall, den Verlust und die Erinnerung an den verlo­renen Freund.

Das letzte Bild Einen Tag vor seinem Tod erfüllte sich Steve Lee (l.) seinen grössten Wunsch: mit Bandkollege Marc Lynn auf der Harley-Davidson durchs Death Valley brausen.

to Heaven

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Love Ride 2009: Freiheit, Musik, Liebe. Steve und Marc liebten das Biker-Klischee! Oktoberfest 2008: Wenn Steve zwei, drei Schluck getrunken hatte, wurde er zum Komiker. Er hatte einen wunderbar trockenen Humor.

Text Sylvie Kempa Fotos Katja Lehner-Grossi

D

ie Nase im Wind, AC/DC im Ohr und vor sich die Weite des Death Valley – könnte das Leben schöner sein? Nicht für Gotthard-Sänger Steve Lee, 47, und seinen Bassisten Marc Lynn, 45, die stolz vor dem Eingang des zum Tal ge­hörenden Nationalparks posieren. Es ist das letzte Foto von Lee, aufgenommen am 4. Oktober 2010. 24 Stunden später ist er tot. Erschlagen von einer Harley-Davidson. Der tragische Unfall beherrscht seither die Schlagzeilen – und Marc Lynns Gedanken. Schlaflose Nächte hinterlassen Spuren in seinem Gesicht. Die Tränen sind noch nicht getrocknet. Dennoch trifft sich der Luzerner zum Interview mit der Schweizer Illustrierten. Darüber zu sprechen, helfe ihm, das Geschehene zu verarbeiten. Seine Frau Anja, 33, begleitet ihn zum Gespräch. Bestellt einen Milchkaffee für ihn. Hält seine Hand. Die ganze Zeit. Marc Lynn, was geht in Ihnen vor? Ich fühle mich leer. Langsam beginne ich zu begreifen, dass ein Mensch fehlt. In den vergangenen zwei Wochen war ich so beschäftigt, Fragen der Polizei, der Eltern und unserer Freunde zu beantworten. Ich hatte gar keine Zeit nachzudenken. Aber nachts, wenn ich wach im Bett liege, quälen mich die Bilder. Was für Bilder? Derselbe Moment, immer wieder. Ich höre ein Krachen, drehe mich um, sehe Steve mit unnatürlich verkrümmtem Bein am Boden liegen. Mein erster Gedanke: Zum Glück nur das Bein! Äusserlich sah man

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ihm sonst nichts an. Blut floss keines. Erst Sekunden später realisierte ich, dass er sich nicht mehr rührt. Kein Laut. Kein Atemzug. Wie haben Sie da reagiert? Fast wie eine Maschine. Ich rief: «Call 911!», und übernahm sofort die Organisa­ tion am Unfallort. Ich teilte allen Aufgaben zu: Wiederbelebung mit Beatmen und Herzmassage, Verkehr regeln, Schau­ lustige fernhalten. Was tat Steves Freundin Brigitte? Meine Frau Anja zog Brigitte sofort ein paar Meter weg vom Geschehen, damit sie das Ganze nicht mitansehen ­musste. Der Unfall geschah kurz nach 17 Uhr. Der Todeszeitpunkt auf dem Unfallprotokoll der Polizei lautet 20.50 Uhr. Bangten Sie so lange um das Leben Ihres Freundes? Nein. Eine Stunde nach dem Unfall stoppte die Notfallärztin alle Wiederbelebungsmassnahmen und sagte: «He’s gone.» Da war uns klar, dass er tot ist. Wie nahmen Sie Abschied? Als die Polizei mit den Ermittlungen begann, lag Steves Körper noch eine ganze Weile ungeschützt da. Ich ging zu ihm und schrie ihn auf Italienisch an, er solle doch verdammt noch mal aufstehen und einen seiner Witze reissen! Dann nahm ich seine Hand und wünschte ihm eine gute Reise. Wie ging die Reise für Sie weiter? Die Polizei organisierte für unsere Frauen einen Bustransport in die nächste Ortschaft Mesquite. Wir Männer fuhren die sieben unversehrten Bikes dorthin. Ein Horrortrip! Die Interstate 15 ist nachts nicht be­leuchtet, und die Trucks blochen mit 120 Stundenkilometern. Einem der Lastwagen platzte beim Überholen sogar

Traurig Dem Gotthard-Bassisten Marc Lynn macht der Verlust seines Freundes Steve Lee zu schaffen. «Aber ich bin auch dankbar: 21 Menschen haben unversehrt überlebt.»

ein Pneu. Es fühlte sich an, als hätte die Strasse etwas gegen uns. Hatten Sie denn schon vor dem Unglück ein mulmiges Gefühl? Überhaupt nicht. Wir hörten während der Fahrt über Lautsprecher Songs von AC/DC und ZZ Top und sangen lauthals mit. Kurz vor dem Unfall grinste Steve mir zu und streckte den Daumen hoch. Das bleibt meine letzte Erinnerung an ihn. Tönt nach einem Draufgänger. Das war er nicht. Uns machten auch Zeitungsmeldungen zu schaffen, die davon sprachen, wir seien trotz einem Tornado weitergefahren – wir hätten uns einer solchen Gefahr nie aus­gesetzt, schon gar nicht Steve! War er ängstlich? Nein (schmunzelt). Das Einzige, wovor Steve Angst hatte, war, dass ihm auf der Bühne mal die Hose reissen könnte. Oder dass er seine Fans enttäuscht. Er nahm sich immer Zeit für sie – wenn ihm die Autogramm­karten ausgingen, holte er neue.


steve lee 1963–2010

«Nachts, wenn ich wach im Bett liege, quälen mich die Bilder vom Unfall» Marc Lynn

Ein lieber Kerl. Steve hat eine unglaubliche Aura. (Marc Lynn spricht immer wieder in der Gegenwart von Steve, ohne es zu merken.) Seine Ausstrahlung wirkt sogar auf Elek­ trogeräte. Ein Autoradio, das bei mir fehlerfrei funktioniert, stört bei ihm. Wenn er ein Tonstudio betritt, fällt ein Mikrofon aus. In den zwanzig Jahren unserer Freundschaft entstand daraus ein Running Gag. Auf Flug­reisen zogen wir ihn oft damit auf, dass wir besser nicht mit ihm im selben Flieger sitzen sollten. Wie nah war Ihnen Steve privat? Er war einer meiner engsten Vertrauten. Wenn er noch unter uns wäre, hätte ich ihn heute bestimmt schon angerufen. Sprachen Sie mit ihm auch über den Tod? Oft sogar. Ich glaube, er hätte sich genau diesen Tod gewünscht. Er liebte grosse Auftritte und grosse Abgänge. Er ist wie ein Rockstar von uns gegangen, ohne zu leiden – einfach viel zu früh. Glaubte er an ein Leben nach dem Tod?

Nicht für die sterbliche Hülle. Aber Steve war vom Indianerspirit sehr angetan. Er glaubte, dass die Seele eines Menschen weiter existiert. Wollte er deswegen kremiert werden? Das haben Steves Eltern entschieden. Wer informierte die Familie? Um ein Haar hätten sie es aus den Medien erfahren. Die Nachricht verbreitete sich unglaublich schnell, weil die Journalisten in den USA den Polizeifunk mithören. Ich informierte unser Management, sie schick­ ten unseren Gitarristen Leo Leoni mor­ gens um 8 Uhr zu Steves Schwester – da lief die Meldung bereits im Radio. Bekamen Sie vom Medienrummel, der nach dem Unfall losging, etwas mit? Nein, die ersten beiden Tage danach verbrachten wir in Mesquite. Dort gab es kein Internet. Anja und ich teilten das Hotelzimmer mit Brigitte, um sie nie allein zu lassen. Da flossen bei mir nach dem Schock das erste Mal Tränen. Brigitte und Steve waren nicht ver­­heiratet.

Wie schafften Sie es, die Urne dennoch innert fünf Tagen nach Hause zu bringen? Der Konsul von San Francisco bürgte für uns. Steves Asche kam aber nicht in einer Urne in die Schweiz, das ist aus flugsicher­ heitstechnischen Gründen verboten. Brigitte musste sie in einer versiegelten Tüte mitnehmen. Sie hatte Steve während des ganzen Heimfluges bei sich, und wir 21 Überlebenden gaben ihm das letzte Geleit. Wie war die Stimmung in der Gruppe? Wir kannten uns alle schon vorher, aber das Erlebte schweisste uns zusammen. Und – das mag makaber tönen – wir sind auch dankbar. Denn der Truck hätte uns um ein Haar alle überrollt. Steigen Sie je wieder auf ein Motorrad? Nicht nur das: Die Gruppe wird die Töff­ tour, die wir mit Steve begannen, 2011 beenden. Alle sagten zu, auch Brigitte. Wenn Sie die Möglichkeit hätten, noch ein letztes Mal mit Steve zu sprechen: Was würden Sie ihm sagen? Mit dir wars richtig geil!  schweizer illustrierte

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Begegnung mit dem Gotthard Autorin Stephanie Ringel

war beim Durchstich zum ­längsten Tunnel der Welt dabei.

«Der Berg ist gross. Wir sind klein», sagte Bundesrat Moritz Leuenberger beim Durchstich des Gotthard-Tunnels. Tränen und Jubel bei Mineuren und Gästen. So tickten die letzten Minuten über und unter Tag.

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Fotos Arno Balzarini/Keystone, Andreas Meier/EQ Images

Mensch und Maschine Ein Mineur vor dem Bohrkopf von Sissi, der Tunnelbohrmaschine an der Durchbruchstelle.

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Gotthard-Tunnel Freude herrscht Bundesrat Leuenberger (M.) jubelt, die Hände in die Luft. Renzo Simoni (l.), Chef der Alptransit, fühlt: Frieden!

«Wir haben nicht nur einen Tunnel gebaut. Wir haben Geschichte geschrieben» Luzi r. Gruber, Implenia


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Foto Arnd Wiegmann/Reuters


Gotthard-Tunnel

A

ls der Boden zittert und die ersten zarten Risse die Wand spalten, wird es leise. Von weit her klingt das Brummen des gewaltigen Bohrkopfes, dabei ist er nicht mal zwei Armlängen entfernt. Genau: 1,5 Meter – auf der anderen Seite der Durchschlagsstelle, im Süden des Osttunnels. Und so schaue ich mit den 200 anderen Besuchern auf die Wand und vergesse fast zu atmen, so aufregend ist das Warten. Was vor 18 Jahren in Bundesbern auf Papier geschrieben wurde, ist Wirklichkeit: die Röhre der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) wird endlich zu dem, was eine Röhre ausmacht: ein durchgängiges Loch durch den Berg. Mit 57 Kilometern Länge ist die Neat der längste Tunnel der Welt, vor dem japanischen Seikan-Tunnel (53,9 km).  Es riecht feucht, nach Keller, von der Tunneldecke tropft Wasser. Ein gigantischer Schlauch bläst kühle Luft über uns. Trotz der Deckenstrahler ist es schummrig. Der Boden weich und schlammig, noch am Vortag stand das Wasser knöchelhoch im Schacht. Zwischen seinem Weibel und Renzo Simoni, Geschäftsführer der Alptransit, steht Bundesrat Moritz Leuenberger, zur Feier des Tages im schwarzen Anzug. Die Hosenbeine hat er in die Socken gesteckt, die Lederschuhe sind schmutzverkrustet. Als Uvek-Chef begleitete er das Projekt Neat von Anfang an. Kein anderer europäischer Verkehrsminister ist so lange im Amt wie er. Mit dem Durchstich krönt er seine Karriere, bevor er Ende Oktober sein Amt an Doris Leuthard übergibt: «Der Gotthardtunnel ist ein Symbol für eine nachhaltige Verkehrspolitik. Die Welt schaut auf uns.» Ein paar Meter weiter lehnt der geistige Vater des Eisenbahntunnels an der Wand und lacht aus heissen Wangen. Alt Bundesrat Adolf Ogi, Leuenbergers Vorgänger im Amt, kam leger gekleidet: rotes Karohemd, beige Hose, gelbe Gummistiefel. «Ich dachte damals manchmal, die ganze Welt ist gegen mich», sagt er. «Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Nur noch ein Voran!» Weltrekord am Gotthard. So waren die letzten Minuten: 11.12 Uhr Basislager Sedrun. Eine windige Halle, Betonboden, Holzdach. Zwei Stollenzüge warten. Sie fahren uns in den Berg. Jeder bekommt eine Boarding-Karte. Mit Check-in­- und Check-out-Abschnitten, die Sicherheitsmänner später abreissen werden. Boarding-Time ab 11.20 Uhr. 11.15 Uhr Als Erste zwängen sich ­Pater Vigeli und Pater Nay ins Zugabteil. Weihwasserkelch und die Talare in einem

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«Wir bitten, dass durch den ­ Tunnel Völker und Nationen näher zueinanderfinden» pater Vigeli Plastiksack unter dem Arm. Nay, dünn und gross, ist Administrator der Pfarrei Sedrun. Vigeli, klein und korpulent, Dekan im Kloster Disentis. Zwei wie Pat und Patachon. Nay: «So aufregend ist das heute nicht für mich. Wir Bergler sind ja quasi in Tunneln aufgewachsen.» 11.20 Uhr Pascale Bruderer steht ­allein neben Vertretern der Baugesellschaften. Die Nationalratspräsidentin fotografiert mit dem Handy Mineure: «Der Tunnel ist ein Meilenstein, ein Bau-

werk der Superlative. Ich wünsche den Arbeitern, dass sie diesen Tag und ihren Erfolg geniessen können. Ich bin Fan des öffentlichen Verkehrs. Seit 18 Jahren habe ich ein GA. Mein Hund auch.» 11.51 Uhr Bundesrat Leuenberger steigt als Letzter in mein Bähnchen ein und setzt sich neben den Zugführer. Noch ein letzter Blick auf die Berge, das Baustellengelände. Dann wirds duster. Wir rattern mit 22 km/h durch den Tunnel. Der Bundesrat knetet seine Finger.


Foto Christian Hartmann/Reuters

Fest fürs Leben Die Mineure aus dem südlichen Teil und die Arbeiter aus dem nördlichen Tunnelabschnitt treffen sich bei Kilometer 127404.

11.55 Uhr Ankunft am Aufzug. Ein Gitterkäfig für 60 Menschen. Es geht 821 Meter nach unten. Fahrzeit: eine Minute. Ferngesteuert von einem der Grubenwehr-Männer. Es ruckelt, der Käfig sinkt. Schnell wird es schwarz um uns, dann eiskalt. So muss freier Fall sein. Meine Ohren knacken, der Magen springt nach oben, Beine wie Wackelpudding. Der Wachmann lässt sich 30 Sekunden Zeit, geniesst die Schnapp-Atmung der Gäste, nestelt an seiner Uniform und

schaltet endlich seine Stirnlampe ein. «Alles klar?», fragt er und lächelt. 11.56 Uhr Ankunft auf Tunnel­niveau. Die Lüftung dröhnt wie ein Düsenjet beim Start. Umsteigen in den nächsten Stollenzug. Sieben Kilometer wird uns der Zug Richtung Süden fahren, 25 Minuten lang. Die Räder quietschen, wieder wird es dunkel. Und mit jedem ­Kilometer wärmer. Es riecht jetzt nach Sommer­ regen. Im Kopf ein Gefühl wie nach drei Glas Rotwein. Auf ex. Ein Bergmann er-

zählt. Er kommt aus Stuttgart, hat drei kleine Kinder. Zehn Tage arbeitet er durch, dann gehts vier Tage heim. Seit fünf Jahren macht er das so. «Meine Frau», sagt er, «sollte eine Medaille kriegen, dass sie das mitmacht.» 12.20 Uhr Endstation bei Kilometer 126.740. Leuenberger: «Ich habe letzte Nacht wild geträumt. Was genau, bekomme ich aber nicht mehr auf die Schiene.» Also, runter von der Schiene. Noch 800  Meter laufen bis zur Durchbruchschweizer illustrierte

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Gotthard-Tunnel

stelle. Durch Matsch, grosse Pfützen, vorbei an Baggern, Radladern, Tunnel­ bohrern. Maschinen wie aus «Star Wars», kurz vor dem grossen Kampf. Über uns 2300 Meter Fels. 12.50 Uhr Ich stehe bei Renzo Simo­ ni, Chef der Alptransit: «Ich bin st…», er stockt, darf er das wirklich sagen? Okay, raus damit: «Ich bin stolz! Wir Schweizer senden ein Signal nach Europa. Gerade jetzt, wo wir in unserer Reputation an­ geschlagen sind.» 13.00 Uhr Auf weiss gedeckten ­Tischen Platten mit Birnenbrot, Käse, Schinkengipfeli. Plötzlich dumpfer Gesang, eine Mischung aus JodelnSummen-Brummen. Hackbrettklänge. Dann Schellen, Bohren, Zahnschmerz­ geräusche. An der Felswand Bilder­ projektionen von Bergen und Steinen. Theaterregisseur Volker Hesse hat eine gewaltige Klang- und Lichtbild-Installa­ tion vorbereitet. «Der Mensch hat mit dem Berg gekämpft, wir gehören hier ja eigentlich gar nicht hin.» 13.15 Uhr Auf den letzten Metern vor dem Durchschlagsloch zwei Stehtribünen für die Gäste. Wir sind jetzt 30 km vom Südportal und 27 km vom Nordportal ent­ fernt. Die genaue Koordinate ist rot auf die Wand gesprayt: 127404. 13.28 Uhr «Mut haben wir ge­ braucht», sagt Luzi R. Gruber, Konzern­ bereichsleiter Implenia, ins Mikrofon. Es beginnt der offizielle Teil. Das Vor­ programm für den Auftritt des eigent­ lichen Superstars: des Tunnellochs. «Noch einen Meter fünfzig! Eine Vision wird Realität. Wir haben uns an Orte vor­ gearbeitet, wo vorher niemand war. Wir haben nicht nur einen Tunnel gebaut. Wir haben Geschichte geschrieben!» 13.36 Uhr Alptransit-Chef Renzo ­Simoni zieht seinen Helm ab. Streng ver­ boten auf der Baustelle. Eigentlich: «Ich verneige mich und gedenke unserer

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­ oten.» Acht Männer starben bei den T Bauarbeiten. Ihre Fotos hängen an einer Gedenktafel unter einer Lichterkette. 13.43 Uhr Bundesrat Leuenberger begrüsst nicht nur die Gäste, sondern auch Tunnelbohrmaschine Sissi und die heilige Barbara, Schutzpatronin der Berg­ leute. «Der Berg ist gross. Wir sind klein», sagt er. Zwei gewaltige Sätze. Genauso fühlt es sich hier unten an. Dann: «Die Schweiz hat zum Tunnel Ja gesagt. Der heutige Tag beweist, wie effizient unsere direkte Demokratie ist.» Noch zwei Sätze voller Stolz. Weiter: «Es gab Zweifler. Wir wollen ihnen das nicht vorwerfen. Zum Mut gehört auch Grossmut. Grosses ­haben wir gewagt. Gemeinsam. Grosses haben wir geschafft. Gemeinsam. Weil wir wis­ sen: Der Berg ist gross. Wir sind klein.» 13.48 Uhr Tunnelsegnung durch Pater Vigeli und Pater Nay. Sie erbitten, dass «Fortschritt von Wissenschaft und Technik den Menschen zum Segen wer­ de. Dass durch den Tunnel Völker und Nationen näher zueinanderfinden.» 13.59 Uhr. Staub quillt aus einem fei­ nen Loch in der Tunnelwand. Das verab­ redete Zeichen dafür, dass die Bohrma­ schine auf der anderen Seite bereit ist. 14.00 Uhr Die Grubenwehr steht jetzt in geschlossener Reihe vor dem Pu­ blikum. Sicher ist sicher. Langsam breitet sich ein Grummeln aus. Der Boden ­vibriert, dann zittert er. Der neun Meter breite Bohrkopf dreht sich! Feine Steine rieseln von der Wand. Die Grubenwehr spritzt Wasser dagegen, damit es keine Staubwolke gibt. Wo ist der erste Riss? Wann fällt der erste grosse Stein? Wie lan­ ge dauert es jetzt noch? Und steckt man sich nicht doch lieber Stöpsel in die ­Ohren, gegen das Güterzug-fährt-Vollgasdurch-den-Bahnhof-Geräusch? 14.12 Uhr Die Maschine kommt ­näher. Da – der erste grosse Riss zieht sich wie ein Blitz über den Fels!

Im Konfetti-Regen geht Moritz Leuenberger auf Ogi zu und umarmt ihn. Zwei Mal hat es das gegeben: Bei der Präsidiumsübergabe 2001. Und jetzt im Gotthardtunnel. Schulterklopfen, glänzende Augen. Dann flüstert Leuen­ berger zu Ogi: «Wir haben das gut ge­ macht!» 

Seltene Geste Leuenberger und alt Bundesrat Adolf Ogi umarmen sich. Ogi hatte die Vision zur Neat, Leuenberger führte sie aus.

Fotos Arno Balzarini/Keystone (2)

Zum Gedenken 2600 Menschen arbeiten am Gotthard-Eisenbahntunnel. Acht Mineure sind bislang ums Leben gekommen. «Ich verneige mich und gedenke unserer Toten», sagte Simoni.

14.17 Uhr Zuerst links oben, dann rechts in der Mitte lösen sich Gesteins­ platten. Der Bohrkopf schimmert durch. Und einen Wimpernschlag später klappt die Wand nach vorne und in sich zusam­ men. Ich mache instinktiv einen Schritt zurück. Die Mineure jubeln, mir schlägt das Herz bis zum Hals. Adolf Ogi sagt zu mir: «Ich war noch selten so nervös. Man weiss ja nie!» 14.25 Uhr Mit dem Durchbruch kommt die Hitze: gefühlte 40 Grad, Luft wie im Dampfbad. In dieser Temperatur arbeiten die Mineure oft. Und sie tragen keine T-Shirts, sondern Sicherheits­ anzug, kniehohe Stiefel, Helm. 14.40 Uhr Sissi steht. Durch einen Spalt im Bohrkopf zwängt sich Hubert Bär. Der 56-jährige Österreicher ist Vor­ arbeiter, er trägt die heilige Barbara auf dem Arm und sagt: «Das ist mein gröss­ tes Erlebnis in 36 Jahren Tunnelbau.» Schon reicht jemand die Schweizer Flag­ ge. Fanfarenklänge. Immer mehr Arbei­ ter klettern durch den Bohrkopf. Cham­ pagner fliesst. Bundesrat Leuenberger wird emotional: Er wirft beide Hände in die Luft und ballt sie dort zur Faust. 14.45 Uhr Leuenberger zwischen den Mineuren. Plötzlich rufen die Män­ ner: «Dölf!» und «Ogi!». Langsam kommt der alt Bundesrat nach vorne und ver­ neigt sich – mit Tränen in den Augen.


Explosiv Hundert Wasserfontänen. Hundert Helme. Und ein Knall, der die Felswände erzittern lässt.

Helm-Regen Ein Sekundenspektakel für die Ewigkeit. Sprengküns­tler Roman Signer erweist den Tunnelbauern die Ehre und inszeniert ihr Glücksgefühl mit einem Knall.

Text thomas renggli Fotos Hevré le cunff, Marcel ­Nöcker

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m 16 Uhr kommt bei der Werk­ halle in Sedrun GR Hektik auf. Sicherheitskräfte räumen das Gelände. Moderator Oliver Bono bricht sein Interview mit Nationalrat Andrea Hämmerle ab. Bundesrat Moritz Leuen­ berger eilt hinter die Absperrung. Roman Signer, der Aktionskünstler mit Flair für Pyrotechnik, greift zum Sprenghorn und bläst das Warn­ signal: dreimal lang, dreimal kurz. Ge­ spannte Stille. Ein Knopfdruck auf der Zündmaschine. Dann der Knall, der die Felswände erzittern lässt. Hundert Wasserfontänen katapultieren hundert u

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GOTTHARD-TUNNEL

Minutiöse Vorbereitung Roman Signer und Ehefrau Aleksandra bringen in stundenlanger Kleinarbeit die Helme in Position. gelbe Helme in die Höhe. 20 Meter, 30 Meter, fast bis in die Wolken. Dann der freie Fall und die harte Landung: Auf dem Blechdach einer Lagerhalle; auf dem Asphaltplatz; auf dem schweren Gerät, das auf den nächsten Einsatz im Tunnel wartet. Die Festbesucher lächeln amüsiert. Einen Sinn hinter der Aktion erkennen die meisten nicht. Dabei liegen Signers

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­ ealität. Aufgrund der GesteinsbeschafR fenheit liess sich der Tunnelstollen von Sedrun aus nur mit Sprengkraft vorantreiben. Selbst die gewaltige Bohr­ maschine Sissi wäre hier an ihre Grenzen gestossen. Signer sieht seine Aktion auch als Hommage an die Erbauer des alten Gotthard-Eisenbahntunnels in den 1870erJahren: «Erst nachdem Alfred Nobel das

«Wunderbar, wie die Helme niederprasselten. Genau so habe ich es mir vorgestellt» Roman Signer Gedanken nahe: «Die Einlage ist eine Ehrerweisung an die Tunnelarbeiter. Sie stellt den Glücksmoment beim Durchstich dar. Es gibt ein altes Foto, auf dem die Arbeiter der amerikanischen UnionPacific-Eisenbahn beim Zusammentreffen der Schienen zwischen Ost und West ihre Hüte in die Luft schleudern. Im Gotthard drin ist das unmöglich. So juble ich stellvertretend für die Mineure.» Der 72-jährige Appenzeller, der im kommenden November mit dem prestigeträchtigen Meret-OppenheimPreis ausgezeichnet wird, bewegt sich mit seiner Sprengaktion nahe an der

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Dynamit erfunden hatte, war dieses ge­ waltige Werk möglich. Im Urner Dörfchen Isleten wurde das Sprengmaterial produziert und per Schiff und Pferdetransport zum Gotthard gebracht.» Der moderne Tunnelbau ist Präzisionsarbeit. In Sedrun betrug die Abweichung beim Durchstich weniger als einen Zentimeter. Genauigkeit ist auch in Signers Genre oberstes Gebot. In Sedrun dauern die Vorbereitungen fünf Stunden. Sprengmeister Günter Schwarz platziert die Abschussrohre, verkabelt die Spreng­ sätze. Signer nummeriert jeden Helm: «Mit ihnen habe ich noch etwas vor.» Was,

will er nicht verraten. Ehefrau Aleksan­ dra justiert die Videokamera. Das Kunstwerk des Augenblicks soll für die Nachwelt sichtbar bleiben. Am Schluss greift Signer zur Giesskanne – wie ein Hobbygärtner, der die Geranien pflegt. Der Schein trügt. Das Wasser maximiert die Sprengkraft – was kurzfristig sogar die Suva auf den Plan rief. Die Bewilligung für seinen Auftritt hatte Signer erst 48 Stunden vor der Zündung erhalten. Er schüttelt den Kopf: «Man bringt Sprengstoff mit Kaputt­ machen in Verbindung. Dabei kann die explosive Kraft auch viel Gutes bringen.» Nicht immer ist das Positive auf den ersten Blick zu sehen. In Sedrun folgt auf den Knall das künstlerische Chaos. Wild liegen die Helme durcheinander. Signer ist begeistert: «Wunderbar, wie die Helme niederprasselten. Genau so habe ich mir das vorgestellt.» Dann macht er sich ans Aufräumen. Stück für Stück sammelt der Künstler die gelben Helme ein, stapelt sie sorgfältig aufeinander und trägt sie zurück in seinen Transporter. Sein Auftritt ist vorbei. Tut es nicht weh, dass sich seine Kunst so schnell verflüchtigt? «Überhaupt nicht», sagt er. «Ein Bild im Kopf kann dauerhafter sein als feste Masse.»   Die Party der Tunnelbauer – Seite 36


Party

Geschafft! Hubert Bär, 56, mit der heiligen Barbara. Der Vorarbeiter aus Österreich durchstieg als Erster das Bohrloch.

Festlaune Die Mineure Volker Pfaffenbach (l.) und Dirk Schwarz wollen sich noch ein Bierchen gönnen.

Kein Tunnelblick Alt Nationalrat Franz Steinegger (l.) und SBB-VR-Präsident Ulrich Gygi.

Die Gotthard-Helden Das Fest in Sedrun lockt die Mineure aus dem Dunkeln.

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urchschlag im Gotthard. Jubel in der Werkhalle. Die Mineure, die den historischen Moment aus der Distanz verfolgen, sind ebenso berührt wie ihre Kollegen unter Tag: «Ich arbeite seit sieben Jahren hier – nur für diesen Augenblick», sagt Volker Pfaffenbach. Als Sprengmeister gehört der Deutsche aus Kassel zum Vortrupp, der an jedem Tag in neue Sphären vorgestossen ist. «Hinter der Hacke ist es dunkel», heisst es in der Fachsprache. Schweizer sind an vorderster Front nicht involviert. «Die ­haben sich die schönen Jobs ausgesucht», sagt Dirk Schwarz. Der Essener kennt nichts anderes als die Arbeit im Dunkeln: früher im Kohlebergwerk, jetzt im Gotthard. Nach dem Durchschlag ändert sich daran nichts: «Zwei Jahre sind wir hier noch beschäftigt.» Doch jetzt macht Schwarz erst mal drei Wochen Ferien in der Karibik. Auch das Mineur-Leben hat seine Sonnenseiten.

Text thomas Renggli, Fotos Hervé Le Cunff, marcel nöcker

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Unter Kollegen SBB-Chef Andreas Meyer (r.), Mauro Moretti, CEO Trenitalia.

Frau unter Tag Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer, 33, mit Mineuren.

Urner Politiker Nationalrätin Gabi Huber, Regierungsrat Isidor Baumann.

party-facts Gastgeber Alptransit Gotthard Tatort Werkhalle auf dem Baustellengelände in Sedrun GR Festessen für Mineure und Gäste Bündnerfleisch, Lasagne, Kalbsbraten mit Polenta, Tiramisù

Bierzelt-Atmosphäre für kräftige Kerle. Der Tag gehörte den Mineuren! Party-Rating

Fotos Karl Mathis/Keystone, Andreas Meier/EQ Images

Einheitslook Liechtensteins Vize-Regierungschef Martin Meyer (l.) mit EU-Botschafter Michael Reiterer.


ski alpin

Knifflig Didier Défago, 33, puzzelt mit Ale­xane, 3, und Timéo, 17 Monate, daheim in Morgins VS an einem Bild von sich selbst als Abfahrts-Olympiasieger.

Geduldspiel für D Nach seinem Kreuzbandriss lässt sich Ski-Olympiasieger didier dÉfago daheim von seinen Liebsten trösten. Und er träumt weiter von Olympia 2014. Text ilona scherer Fotos Zsigmond Toth

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lexane, 3, hat im Büro eine Entdeckung gemacht. Eifrig schleift sie die blaue Yoga-Matte ins Wohnzimmer und rollt sie vor der Küchen-Bar aus. Dann zupft sie an Didier Défagos Hosenbein und befiehlt: «Leg dich hin!» Papa Didier, 33, stellt die ­Krücken weg, begibt sich vorsichtig zu Boden und stemmt Alexane in die Höhe. «Hochheben!», jauchzt die Dreijährige

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immer wieder. Der 17 Monate alte Timéo gesellt sich dazu. Kinderlachen erfüllt die moderne Vierzimmerwohnung in Morgins VS. Mama Sabine, 35, beobachtet ihre drei Liebsten amüsiert. Der ganz normale, wunderbare Wahnsinn mit Kleinkindern. Doch für die Défagos ist dieser Alltag nicht normal. Jahrelang war Papa Didier den Winter über mit dem Ski-Zirkus unterwegs. Sabine blieb derweil mit den Kindern daheim. Seit bald sieben Jahren sind der Abfahrts-Olympiasieger

von Vancouver 2010 und die gelernte KV-Angestellte ein Paar. «Didier ist ein Goldschatz», sagt sie. «Er hilft mir bei allem.» Doch momentan hindern ihn die Krücken daran. Es wird ein ungewohnter Winter für Didier. Am Sonntag wird er um 10 Uhr den Fernseher einschalten, um den Riesenslalom beim Weltcup-Auftakt in Sölden zu verfolgen. Natürlich wäre er gern am Start gewesen. Und am 2. Februar 2011 wollte er in Garmisch-Partenkirchen Abfahrts-Weltmeister werden. Doch ein schwerer Sturz am 15. September auf dem Gletscher ob Zermatt VS setzt Défago für die ganze Saison ausser Gefecht. Im Super-G-Training hängte er in einer Kurve mit dem Ski ein. Schmerzen, Schreie, Angst. «Ich war überzeugt, das Schienbein sei gebrochen», erinnert sich der Speed-Spezialist.


idier

Es ist das vordere Kreuzband. Seine erste schwere Verletzung seit 25 Jahren! Fünf Wochen vor Saisonstart. Dabei hat der «Spätzünder» erst kürzlich seine grössten Erfolge bejubelt mit Abfahrtssiegen 2009 in Wengen und Kitzbühel. Dennoch denkt Didier jetzt nicht an Rücktritt. Kämpferisch kündigt er an: «Ich möchte nicht nur zurückkommen, sondern zurück an die Spitze! Mein Ziel bleibt Olympiagold 2014 in Sotschi.» Für Alexane und Timéo ist das alles weit weg. Sie freuen sich über all die Schoggi, die Fans als süssen Trost schicken. «Bis jetzt habe ich zum Glück nicht zugenommen», schmunzelt Didier. Noch darf er ja nicht trainieren. Montags, mittwochs und freitags stehen jeweils zwei Stunden Kreislauftraining in Monthey auf dem Programm. Noch drei Wochen Krücken, noch fünf Wochen Schiene. Anfang Januar nimmt er das Training wieder auf. Bis März muss er sich gedulden, ehe er auf Ski stehen darf. Finanziell gibt es kaum Einbussen: «Ich habe vor Jahren eine Versicherung abgeschlossen.» Den Vormittag verbringt die Familie meist gemeinsam. Und Didier geniesst es, seine Familie zu bekochen. «Mein Vater ist Jäger. Deshalb bereite ich gerne Wildgerichte zu.» Wenn dann Timéo schläft und Alexane spielt, schwingt sich Sabine auf ihre 750er-Honda. Das vierrädrige Quad von Didier muss dagegen noch eine ganze Weile in der Garage bleiben. «Ich wollte mir eigentlich in meiner Zwangspause ein neues Hobby zulegen oder eine Weiterbildung machen. Aber irgendwie vergehen die Tage mit den Kindern wie im Flug.» Pech kann auch seine schönen Seiten haben.

Nur fürs Foto Didier posiert mit Sabine, 35, auf seinem Quad, das er vor fünf Jahren gekauft hat.


Portr채t

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Die gemac


Zu Hause Iréna Flury im Wohn- und Esszimmer ihrer WG in Zürich. «Als Kind verbrachte ich meine Sommerferien immer in der Schweiz.»

Im Musical «Die Schweizermacher» spielt IRéNA FLURY eine Tänzerin, die eingebürgert werden möchte. Sie selbst ist erst seit wenigen Wochen stolze Besitzerin eines Schweizer Passes.

hte Schweizerin


Porträt

Glückliches Paar Iréna und ihr Freund Max an der «Schweizermacher»-Premiere.

Text sandra casalini Fotos fabienne bühler

Z

ufall oder Schicksal? Eigentlich hat Iréna Flury, 26, gar keine Zeit, um für ein Casting nach Zürich zu fliegen. In ihrer Heimatstadt Wien spielt sie Theater, nachdem sie gerade erst einen TV-Zweiteiler gedreht hat. An ­Angeboten mangelt es nicht. Aber: Bei diesem Casting handelt es sich nicht um irgendein Vorsprechen – sondern um das fürs Musical «Die Schweizermacher». «Das musst du machen!», in­ sistiert Irénas Mutter. «Mein Mami kommt aus Thun. Und wenn sie in Wien zum Bäcker geht, bestellt sie immer noch Brrrrötli mit breitestem Schweizer Akzent und rollendem R. Und das nach über dreissig Jahren in Österreich», erzählt Iréna lachend. Ihr Vater ist Zürcher. Und «Die Schweizermacher» sind seit je Kulturgut im Hause Flury. Also flog Iréna am Tag vor einer grossen Theaterpremiere in die Heimat ihres Vaters, um vorzuspielen und vorzu­ singen. «Ein paar Tage später kam die Zusage. Ich weiss nicht mehr, wer sich mehr freute, Mami oder ich.» Iréna spielt die Milena Vakulic, eine Tänzerin mit jugo­slawischen Wurzeln. Wie Milena ist Flury in zwei Kulturen aufgewachsen und: «Wir sind beide leicht chaotisch.»

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«Was ich ab März mache? Keine Ahnung! Ich plane nicht so weit voraus» irÉna flury Dass sie eine künstlerische Laufbahn einschlagen würde, war für Iréna von Kindsbeinen an klar. Ihr Vater spielt bei den Wiener Philharmonikern und auch ihre beiden älteren Brüder Christian und Samuel sind kreative Köpfe: Christian studierte klassische Komposition (Iréna: «Zu meinem sechsten Geburtstag schrieb er mir ein Oratorium»), Samuel Literaturwissenschaft und Lyrik. Er ist gerade auf der Suche nach einem Verlag für seinen Roman. Als Knirps war für Iréna klar: «Ich werde Opernsängerin!» Doch

dann kam ihr Romy Schneider da­ zwischen: «Als ich mit zwölf den ersten ‹Sissi›-Film sah, wollte ich unbedingt Schauspielerin werden.» Iréna studierte Schauspiel und Gesang am Wiener Konservatorium, absolvierte danach noch eine Filmschule in Prag. Und Romy Schneider ist bis heute eine ihrer grössten Lieblinge geblieben. Nun lebt Iréna Flury seit Anfang Juli erstmals im Heimatland ihrer ­Eltern. Und sie geniesst es, unerkannt durch Zürichs Strassen zu schlendern.


Irénas Zimmer Romy Schneider wacht über allem. «Die Lichterkette fand ich im Keller.»

Oder beim Bäcker in ihrem charmanten Berner Dialekt mit ganz leichtem, österreichischem Akzent ein Brötli zu ver­ langen. In Wien ist das nämlich nicht ganz so einfach, seit sie einer der Stars in der täglichen ORF-Soap «Mitten im Achten» war. Trotzdem: «Wien ist und bleibt meine Heimat. Meine Wohnung dort habe ich an meinen Bruder untervermietet, aufgeben möchte ich sie nicht.» Eine Bleibe in Zürich zu finden, sei nicht ganz einfach gewesen. «Ich habe mir unzäh­lige Wohnungen und WG-Zimmer an­geschaut. Als ich schon fast nicht mehr daran glaubte, fand ich das hier.» Ein grosszügiges Zimmer in einer Achter-WG in einem riesigen, vierstöckigen Haus ganz in der Nähe der Maag Music Hall, wo «Die Schweizer-

macher» gespielt werden. Und: «Als ich einzog, merkte ich, dass mein jüngerer Bruder gleich um die Ecke wohnt!» Zufall? Oder doch Schicksal? Johannes lebt seit einem Jahr in Zürich und studiert Marketing. Die Bewohner in Irénas WG sind Deutsche, Schweizer und Amerikaner – ein Mix, der Iréna ganz gut passt. «Wer mag, kocht und isst gemeinsam, wer mal allein sein will, zieht sich in sein Zimmer zurück.» Wobei Hauskatze Ginger Irénas Zimmer offenbar auch zu ihrem erklärte und sie ihr Bett nun des Öfteren mit dem Büsi teilen muss. Für ihren Freund Max, 23, ist die haarige Bettgenossin kein Problem. Iréna lernte Max an der Filmschule in Prag kennen, seit gut einem Jahr sind sie und der Amerikaner ein Paar. Momentan lebt Max in New York, wo er als Produktionsassistent einer Serie des TV-Senders HBO arbeitet. «Wir telefonieren und skypen viel. Die Rechnungen sind astronomisch», erzählt Iréna lachend. Für die «Schweizermacher»-Premiere flog Max extra nach Zürich – genau wie Irénas Eltern. «Sie alle fanden mich natürlich ganz toll», sagt sie augenzwinkernd. «Auch wenn Max kein Wort verstand!» Das soll nicht immer so bleiben. Sobald Max’ Engagement in New York zu Ende ist, kommt er nach Zürich. «Wir sind beide spontan, was unsere Arbeit angeht. Aber eine ewige Fernbeziehung funktioniert nicht», sagt Iréna. Noch bis im März steht sie als Milena Vakulic auf der Bühne. Was danach kommt? Iréna lacht ihr strahlendes Lächeln, zuckt die Schultern. «Keine ­Ahnung! Ich plane nicht so weit voraus.» Bisher hat es der Zufall immer gut gemeint mit Iréna Flury. Oder war es doch das Schicksal?

«jetzt bin ich eine richtige schweizerin!»

«Spass-Macherin» Seit Kurzem ist Iréna Flury Doppelbürgerin.

u Iréna Flury wuchs als Tochter von Schweizer Eltern in Österreich auf, wo sie bisher gelebt hat. Erst vor wenigen Wochen wurde sie auch Schweizer Bürgerin. «In Wien brauchte ich den Pass mit dem Schweizerkreuz nicht. Aber jetzt, wo ich hier wohne, vereinfacht er vieles.» Vor allem ihre beiden Grossmütter freuen sich mit Iréna über ihre doppelte Staatsbürgerschaft.

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MISTER SCHWEIZ highlight Jan Bühlmann darf selbst eine DA 42 fliegen. «Ein tolles Gefühl, auch wenn mir anfangs etwas mulmig zumute war.»

Werden Sie Mister Schweiz 2011!

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Voraussetzungen Name

u Schweizer Bürger u ledig oder

Vorname

geschieden u guter Leumund u mindestens 20 Jahre alt u mindestens 1,78 m gross

Strasse PLZ Ort Alter Mobile-Nr. E-Mail

Beruf

nutzen sie die gelegenheit und schicken Sie uns Ihre Be­wer­bung! Wer weiss, vielleicht öffnen sich für Sie schon bald die Türen zum Model- und Show­business. weitere infos unter www.misterschweiz.ch

Talon zusammen mit mindestens einem Ganzkörper- und Porträtfoto bis spätestens 30. November 2010 einsenden an: Mister Schweiz Organisation, Achslenstrasse 15, 9016 St. Gallen. Fotos Thomas Buchwalder (2)

Jan Bühlmann, der Überflieger! Nach einem halben Jahr im Amt geht unser Mister Schweiz buchstäblich in die Luft: Nachdem der 23-Jährige in einem Interview gesagt hat, er würde gern mal selbst ein Flugzeug fliegen, erfüllt ihm die Klotener Flugschule Horizon Swiss Flight Academy den Wunsch. «Ein Höhepunkt nicht nur in meinem Mister-Jahr, sondern in meinem ganzen Leben», sagt Jan. Auch finanziell läufts gut für den Maturanden aus Buchrain LU. «Er verdient ungefähr so viel wie sein Vorgänger», sagt Mister-Chef Urs Brülisauer. André Reithebuch, 24, strich während seines Amtsjahres 450 000 Franken ein. Was sich Jan bisher von seinem Verdienst als schönster Mann des Landes geleistet hat? «Einen Laptop und schalldichte Kopfhörer.» Den Rest möchte er für eine Schauspielausbildung sparen. Dabei ist Urs Brülisauer sicher: «Jans Karriere wird nach dem Mister-Jahr nicht zu Ende sein!» Text Sandra Casalini


salto natale

Fritze & Fromaschli

Sie tragen einen berühmten Namen und machen zusammen Zirkus: Rolf und Gregory Knie ver­ zaubern auch dieses Jahr wieder mit ihrem Salto Natale. Bei uns erzählen sie über ihre innige Vater-Sohn-Beziehung.

Rolf Knie über Gregory Ich nenne Gregory heute noch ‹Muppet›, weil er als Baby aus­ sah wie Kermit, der Frosch, aus der ‹Muppetshow›. Oder ‹Froma­ schli›, weil ich immer an seinen ­Käse-­ füssli roch, als er ein kleines Kind war. Bei Salto Natale sind Gregory und ich ebenbürtige Partner – ich schaffe, er segnet ab. Zudem muss ich immer auf­ räumen, was er liegen lässt. Das war schon so, als Gregory noch ein Bub war. Im Ernst: Mein Sohn und ich sind ein ­gutes Team. Wir befruchten einander gegenseitig und sind zum Glück nicht immer einer Meinung. Wir diskutieren oft über eine Sache, aber laut werden wir dabei nie. Streiten ist eine Schwäche! Gerade vor ein paar Minuten führten wir eine Diskussion darüber, ob ein Lied in der Show besser in Englisch oder in der französischen Originalversion gesungen werden soll. Die Lösung steht noch aus. Gregory und ich haben viel gemeinsam. Weltanschaulich und philo­ sophisch ticken wir gleich. Und wir spie­ len oft und gern Tennis zusammen, ich würde sagen, auch etwa gleich gut. Grundsätzlich sind wir aber beide Team­ player und bereiten den Leuten gern Freude. Im Unterschied zu mir ist Gre­ gory sicher eher diplomatisch. Aber ich bin davon überzeugt, dass sich das noch

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ändert. Wenn man jung ist, will man es immer allen recht machen. Wenn man älter wird, merkt man, dass das unmög­ lich ist. Mein Sohn ist eher ruhig, ich kann recht explosiv sein. Gregory liebt Wasser, ich finde Wasser eigentlich nur nass. Ich lebe auf Mallorca, war aber noch nie am Strand. In meinem Garten habe ich zwar einen Pool, aber da sitze ich nur ab und zu ein bisschen rein, ich würde nie Längen schwimmen. Die Zeit, als meine erste Frau Erica, Gregory und ich mit dem Circus Knie reisten, war für uns als Familie sehr intensiv. Ich sah meinen Sohn jeden Tag, zog ihm sein Kostüm für die Aufführung an, brachte ihn nach seinem Auftritt ins Bett, erst danach stand ich selbst in der Manege. Meine Ex-Frau und ich gingen nicht im Streit auseinander, es passte einfach nicht mehr. Für Gregory waren wir auch nach der Scheidung beide im­ mer da. Ich bin überzeugt, dass es für Kinder besser ist, wenn sich die Eltern im Frieden trennen, als wenn sie mit­ ansehen müssen, dass sie jeden Tag streiten. Ich denke, für Gregory war es auch ganz gut, einen Teil seiner Kindheit nicht im Zirkus zu verbringen. Salto Natale würde ich nicht alleine machen wollen. Den Weihnachtszirkus gibts nur mit uns beiden. Es ist ein Plausch, mit


Ein starkes Team In ihrem BĂźro in Egg ZH planen Rolf, 61, und Gregory Knie, 33, den Weihnachtszirkus Salto Natale. Eine Arbeit, die sie sich nicht ohne den anderen vorstellen kĂśnnen.


salto natale Gregory zu arbeiten. Ich schätze sein fröhliches Gemüt, sein entwaffnendes Lächeln und seine soziale Integration. Macken hat er wenige, ausser dass er nicht wirklich pünktlich ist. Und die Sache mit dem Planen – aber das ist eine Generationenfrage: Früher musste man alles vorausplanen, heute ruft man schnell aus dem Auto an, wenn man unterwegs ist. Das ist nicht so mein Ding. Ich bin aber unglaublich stolz auf Gregory. Meine Philosophie, dass ein Handschlag mehr bedeutet als jeder Vertrag, ist auch seine. Als Gregorys Mutter an Krebs erkrankte, begleiteten wir sie beide bis zu ihrem Tod. Das war eine sehr intensive Zeit. Erica und ich gingen bereits zusammen zur Schule, und sie war bis zum Schluss eine meiner wichtigsten Bezugspersonen. Es war aber schön, dass wir uns voneinander verabschieden konnten. Die Beziehung zu Gregory ist seither noch inniger. Ihm wünsche ich vor allem, dass er glücklich ist, im Beruf und im Privatleben. Als Grossvater kann ich mir mich zwar nicht vorstellen, aber natürlich würde ich mich über Enkel freuen, wenn es denn für Gregory stimmt.»

Gregory Knie über Rolf Mein Vater ist der beste Papi, den ich mir vorstellen kann, und ein grosses Vorbild für mich. Mein Übername für ihn ist ‹Fritze› – ich habe selbst keine Ahnung, warum ich ihn so rufe. Irgendwie fing ich einfach damit an. Das tägliche Business bei Salto Natale ist zwar je länger, je mehr meine Sache, die Artisten suchen wir aber nach wie vor zusammen aus. Wir teilen uns ­sogar ein Büro. Wenn wir Meinungsverschiedenheiten haben, gebe ich in der Regel nach. Ich muss zugeben, dass mein Vater oft recht hat. Er hat ja auch mehr Lebenserfahrung als ich. Wir sind beide sehr sensibel, auch wenn das nicht immer so rüberkommt. Ich bin aber definitiv diplomatischer als er. Meine Kindheit im Zirkus hat mich geprägt. Es war toll, mit so vielen Kindern und Tieren zusammen aufzuwachsen, jeden Tag mit der ganzen Familie zu verbringen. Ich kann mich gut erinnern, wie Papi im Zirkus-Zoo stand und malte. Ich wuselte um ihn herum und trat dabei in seine Farben – das fand er gar nicht lustig. Ich bin sehr stolz auf mei-

nen Vater als Künstler. Ich mag seine Bilder, vor allem die abstrakten, die man gemeinhin nicht so kennt und kauft. Ich finde, in ihnen steckt etwas unglaublich Lebendiges. Als meine Eltern sich trennten, war ich sieben. Ich zog mit meiner Mutter nach Rapperswil. Es war zwar schon ein Bruch, nicht mehr jeden Tag bei meinem Vater zu sein, aber er war ja immer in der Nähe, und wir sahen uns regelmässig. Ich finde, meine Eltern haben das gut hin­ gekriegt mit der friedlichen Trennung – auch wenn einem als Kind natürlich immer lieber wäre, wenn Mami und Papi zusammenleben. Ob mein Vater Macken hat? Er liebt Schoggi und isst zum Zmorge und

«Ich schätze Gregorys frohes Gemüt und sein entwaffnendes Lächeln» rolf knie


Porträt Vater & Sohn Seit Gregorys Mutter Erica an Krebs erkrankte und starb, ist die Beziehung zwischen Rolf Knie und seinem Sohn noch intensiver geworden.

zum Znacht je eine Tafel! Die anderen Macken verrate ich nicht. Von ihm habe ich ein gewisses Savoir-vivre gelernt, ein Schätzen und Geniessen des Lebens, kombiniert mit einer Arbeit, die Spass macht. Falls ich einmal Kinder habe, möchte ich das auch an sie weitergeben. Überhaupt finde ich, dass meine Eltern das mit der Erziehung gut gemacht haben. Ich würde meine eigenen Kinder ähnlich erziehen. Als meine Mutter an Krebs erkrankt war, wurde die Beziehung zu meinem Vater intensiver. Als sie dann starb, ist mein Vater noch wichtiger für mich geworden, als er es sowieso schon war. Ich denke, dass ich auch weiterhin in den Fussstapfen von Papi bleiben werde. Wo ich mich in fünf Jahren sehe? Mit beiden Beinen auf dem Boden. Und vielleicht mache ich meinen Vater ja doch noch zum Grossvater … Vom 18. 11. 2010 bis zum 2. 1. 2011 gastiert Salto Natale mit «Wunschwelt» auf dem Parkplatz Holberg in Zürich Kloten. Stargast aus der Schweiz: «Weltentschleuniger Baldrian» alias ExFlügzüg-Komiker Thomas Leuenberger. Infos und Tickets: www.saltonatale.ch


kunst

Bernard ruiz-picasso ist der Enkel des Mal-Genies Pablo Picasso. Die Retro足spektive im Kunsthaus Z端rich ist f端r seine Familie ein Jahrhundertereignis. Der Verleger und Poet 端ber den Mythos. Und wie sein Grossvater wirklich war.

Ein echter Picasso! 50

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Picasso-Blut in den Adern Bernard Ruiz-­Picasso, 52, in der Zürcher Ausstellung. «Kunstwerke sind die erfolgreichsten Botschafter der Welt.»


kunst

«Mein Gross­ vater Pablo Picasso liebte Kinder. Er schenkte mir oft Zeichnungen und Spielzeug» Bernard Ruiz-Picasso

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Marcel Nöcker

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ie Ähnlichkeit ist verblüffend. Die hohe Stirn, derselbe direkte Blick. Warme, charmante Augen, ein Lächeln, das direkt ins Herz zielt. Bernard Ruiz-Picasso strahlt die Noblesse eines Gentlemans aus und hat diese französische Art, sich zu kleiden – leger und elegant zugleich. Er ist der einzige «legitime» Nachkomme des Jahrhundertmalers Pablo Ruiz y Picasso (1881–1973). Die komplexen Familienverhältnisse erläutert der 52-jährige Enkel, Poet, Buchverleger und Kunst­ experte mit Wohnsitz in Paris und Brüssel gleich selber: «Mein Grossvater Picasso war in erster Ehe mit der Primaballerina Olga Chochlowa ver­ heiratet. 1921 kam Paulo zur Welt – mein Vater!» Bernard Ruiz-Picasso war in den 60erJahren oft bei seinem Grossvater in Antibes und Mougins zu Besuch. «Für uns Kinder war sein kreatives Reich das Paradies. Picasso ging mit uns schwimmen oder spielte Pingpong.» Nun ehrt das Kunsthaus Zürich das Genie mit 74 aufregenden und selten gezeigten Ölbildern (bis 30. Januar 2011) aus der Blauen und Rosa Periode sowie der Gründerzeit des Kubismus. Spektakulär: 1932 war diese Schau in Zürich schon einmal zu sehen. Damals an Picassos Seite: Gattin Olga und der elfjährige Paulo. Die Familie fuhr mit einer Hispano-Suiza-Limousine vor. Der Chauffeur trug weisse Handschuhe, eine Gouvernante kümmerte sich während der Reise um den gelangweilten Knirps.

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Herr Bernard Ruiz-Picasso, was war Ihr Grossvater für ein Mensch? Er war nett und generös und brachte uns Kinder mit seinem spanischen Temperament zum Lachen. Er liess uns spüren, dass er uns mochte. Das ist aussergewöhnlich, weil Künstler oft egozentrische Charaktere haben und ihre Energie in ihre Arbeit stecken. Welches war seine Schwäche? Er wurde wütend, wenn jemand fünf-


«Der Maler und sein Modell», 1927 Leihgabe aus dem Tehran Museum of Contemporary Art. Bernard Ruiz-Picasso: «Mein Grossvater erfand neue Formen, die Wirklichkeit zu sehen. Er stellte meine Oma Olga dar. Sie war Tänzerin bei den Ballets Russes.»

«Paulo mit weissem Hut» Der Vater von Bernard Ruiz-Picasso als Zwei­ jähriger: «Schön ist die Sanftheit, die Picasso in dieses Bild hineinlegte.»

oder sechsmal denselben dummen Fehler machte. Wie lebt es sich als Picassos Enkel? Dass ich privilegiert bin, wurde mir erst nach seinem Tod richtig bewusst. Meine Eltern machten keinen Hype darum, dass wir aus einer besonderen Familie stammen. Mein grösstes Privileg ist, dass ich schon mein Leben lang von wundervollen Kunstwerken um­geben bin.

Sassen Sie ihm Modell? Nein, aber mein Vater Paulo. Er wurde oft von ihm gezeichnet, unter anderem für die Gemälde «Paulo als Harlekin» oder «Paulo mit weissem Hut», die sich in unserem Privatbesitz befinden. Schön finde ich die Sanftheit, die er in diese Bilder hineinlegte. Durften Sie Ihrem Grossvater beim Malen über die Schulter schauen? Er spielte mit uns im Garten, u schweizer illustrierte

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Kunst

zeichnete oder bastelte mit uns kleine Objekte. Bei der Arbeit wollte er ungestört sein. Die Türe zu seinem Atelier, wo er malte und töpferte, schloss er mit einem Schlüssel ab, den er immer im Hosensack trug. Welches Erinnerungsstück ist Ihnen ­besonders ans Herz gewachsen? Er schenkte mir oft Skizzen und selbst gebasteltes Spielzeug. Zum Beispiel ein kleines Pferdchen, das er aus einem alten Fernsehtisch zimmerte. Heute erkenne ich darin eine formvollendete Skulptur, die seine Handschrift trägt. Wie viele Originale besitzt Ihre Familie? Picassos Œuvre umfasst rund 3500 Gemälde, 20 000 Zeichnungen, 3000 Keramiken und 300 Skulpturen. Was in unserer Familie blieb, vermachten wir zum Teil als Schenkungen Museen und Institutionen. Mit meiner Frau Almine Rech, sie ist Galeristin für Gegenwartskunst, habe ich 2002 die Stiftung Fundación Almine y Bernard Ruiz-Picasso gegründet. Wir leihen unsere Werke oft aus. Ich finde, dass intellektuelle Kulturgüter allen zugänglich sein sollen. Picasso ist der teuerste Künstler der Welt. Sind die Rekordsummen vertretbar? Schwer zu sagen. Indirekt beeinflusst diese

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Augen wie Pfeile ­Bernard Ruiz-­ Picasso in der Pose seines Grossvaters, 1933 fotografiert von Man Ray. Picasso blieb bis zu seinem Tod mit 91 Jahren körperlich vital und geistig jung. Tendenz die gesamte Kunstwelt und wertet die Arbeit vor allem junger Künstler auf. Warum ist er bis heute eine Ikone, ein Mythos? Picassos Kunst hat seine eigene, unkontrollierbare Kraft. Er hat sich in seiner Arbeit nie wiederholt, liess Erfahrungen und Gefühle in seine Bilder einfliessen. Zum Beispiel in der Blauen Periode, wo er melancholisch und traurig war. Als er sich in seine Muse Marie-Thérèse Walter verliebte, wurden sein Stil bunt und expressiv. Er hatte den Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Nicht viele spürten damals das Potenzial des Kubismus. Picasso schon. Er wagte den Schritt in die Moderne, auch wenn er anfänglich angefeindet wurde. Wo war sein emotionales Zuhause? Er lebte als Spanier im Exil, hatte zwei Weltkriege miterlebt. Das Licht, die Farben, das Meer in Südfrankreich erinnerten ihn an seine Heimat. War er glücklich? Familie und Freunde gaben ihm Halt, er konnte sich ohne finanzielle Sorgen in seiner Kunst verwirklichen. Ich weiss nicht, ob aussergewöhnliche Künstler oder ­Menschen wirklich glücklich sind. Ich glaube, es ist komplizierter. Picasso verliebte sich oft in seine Modelle. War er ein Frauenheld? u


kunst Seine magische Wirkung auf die Damenwelt ist legendär. Er konnte Menschen allein mit seinem Blick ausziehen, sodass man sich fast nackt vorkam. Ihre Grossmutter Olga Chochlowa wollte die Scheidung von Picasso, als er mit seiner Geliebten MarieThérèse Walter die uneheliche Tochter Maya bekam. Nach französischem Recht hätte er seinen Besitz mit ihr teilen müssen – daran hatte er kein Interesse. Über ihren gemeinsamen Sohn blieben sie freundschaftlich verbunden. Die Heirat war bis zu ihrem Tod 1955 formal gültig. Gegen Ende seines Lebens heiratete er ein zweites Mal: Jacqueline Roque. Diese Ehe blieb kinderlos. Picasso zeugte vier Kinder – Paulo, Maya, Claude, Paloma – und hatte sieben Enkelkinder. Wie gut verstehen sich die Nachkommen heute? Sehr gut. Wir alle tragen den Namen ­Picasso mit Stolz.  Mehr über die Picasso-Ausstellung ab Seite 57

Bernard Ruiz-Picasso weiss, wie hoch die Versicherungssummen für Picassos Meisterwerke sind. «Dass Zürich mit einer solchen Dichte auftrumpft, ist grandios.»

«Picasso konnte Menschen mit seinem Blick ausziehen, sodass man sich fast nackt vorkam»


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Friedlich «Kopf einer schlafenden Frau», 1907, von Pablo Picasso.

Pablo picasso im Kunsthaus Zürich

Der Blick des Meisters

Hommage Die Rekonstruktion der legendären Schau von Pablo Picasso

im Kunsthaus Zürich 1932 ist der Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

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die besten

Kultur

u Die Frau rechts liess sich sitzend porträtieren, das ist auf den ersten Blick zu erkennen. Der Titel «Sitzende» wäre nicht nötig. Das kann man beim oberen Bild nicht behaupten. Hätten wir ohne Werkbezeichnung den Wasserkrug ­entdeckt? Die Früchte, die Schale? Am Ende der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts entwickelt Pablo ­Picasso (1881–1973) zusammen mit Georges Braque (1882–1963) den ­Kubismus. Die völlig neue Bild­ sprache eröffnet dem Spanier und der gesamten Kunstwelt ungeahnte ­Möglichkeiten, der Weg in die Abstrak­

Sportskanonen «Badende mit Ball», 1928.

Rhythmus der Farbe ­«Wasserkrug und Früchteschale», 1931.

Ausladende Formen «Sitzende» (Frau im Hemd), 1921.

tion ist geebnet. Trotz seiner Faszination für den Kubismus arbeitet Picasso paral­ lel auch in anderen Stilen und Techniken. Jetzt also der Blick des Künstlers auf sein eigenes Œuvre! Das Kunsthaus Zürich erinnert mit seiner grossen Picasso-Ausstellung an die weltweit erste umfassende Museumsschau ­Picassos im Jahr 1932, für die der Künstler alle Werke eigenhändig aus­gewählt hatte. Damals eine Sensation. Die Blaue und die Rosa Periode sind nur schwach vertreten, anscheinend hatten sie für den Künstler keine grosse Bedeutung mehr. Die Ausstellung präsentiert Picassos Schwerpunkt Kubismus, indem sie das Schaffen zwischen 1907 und 1920 in drei Phasen unterteilt: in den ana-­ l­y­tischen, den synthetischen und den spätkubistischen Stil. Über 70 Spitzentitel, Leihgaben des Museum of Modern Art und des ­Metropolitan Museum, New York, der Tate Modern, London, und des Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, sind in der Schau versammelt. Aber auch Sammler aus aller Welt haben ihre Schätze dem Kunsthaus für die einzigartige Hommage zur Verfügung gestellt. Ein würdiger Höhepunkt des 100-Jahr-Jubiläums! Anina Rether

Kunsthaus Zürich Bis 30. 1. 2011 Sa/So/Di 10–18, Mi–Fr 10–20 Uhr, Tel. 044 - 253 84 84, www.kunsthaus.ch

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Alfonso hüppi

Holzig

theater

u Schon

Musikalisches KAbarett

in den 60er-Jahren entdeckte Alfonso Hüppi, 75, das Holz für sich. Der Künstler aus Sursee LU bemalte Paletten, Packkisten und Holzlatten und fügte sie zu neuen Kompositionen zusammen. Nebst Papier blieb Holz Alfonso Hüppis Lieblingsmaterial. Die neusten Werke des ehemaligen Professors der Kunstakademie in Düsseldorf, die ebenfalls in der Ausstellung Holzwege zu sehen sind, strahlen viel Frische aus Farbige Skulptur «Kiste», 1965, und sind kraftvoll in der Farbgebung.  km von Alfonso Hüppi. galerie henze & ketterer Wichtrach BE Bis 18. 12. Di–Fr 10–12/14–18, Sa 10–16 Uhr, Tel. 031 - 781 06 01, www.henze-ketterer.ch, Publikation CHF 45.– gruppenausstellung

Komisch u Fischli/Weiss

schrieben: «Am Schönsten ist das Gleichgewicht, kurz bevors zusammenbricht.» Humor gehört zum Leben wie das Salz in die Suppe. In der Kunst ist Witz ebenfalls willkommen, auch wenn er selten anzutreffen ist. Die Schau in Uri möchte «der vordergründigen Leichtigkeit des Seins näherrücken». Vom harmlosen Schmunzeln wie bei den Baller­ männern von Brigitta Garcia Lopez (r.) bis zu den Lustige Gesellen «Ballermann», bitterbösen Satiren von Heinrich Danioth.  km 2003, von Brigitta Garcia Lopez.

Fotos Walt Disney, Courtesy: Galerie Schlégl, ZH, Foto Antonio Galofaro

haus für kunst URI Bis 21. 11. Do–Fr 14–18, Sa/So 12–17 Uhr, Tel. 041 - 870 29 29, www.hausfuerkunsturi.ch

Erleuchtung auf Gran Canaria

u Röbi Rösli (Philipp Galizia) liegt am Strand von Gran Canaria. Trotz – oder dank? – Bier hat er eine Erleuchtung, reist nach Hause, tritt in einen Männerchor ein. Ohne das Wissen der singenden Kollegen macht Rösli therapeutische Experimente und kommt mehr und mehr zum Schluss: In den Liedern unserer Kindheit liegt der Schlüssel zum Glück. «Roti Rösli», das neuste Programm von Kabarettist Philipp Galizia und Musiker Erich Strebel. Die Texte stammen aus der Feder der Autoren Erich Meier und Paul Steinmann, von Galizia selbst sowie von Adrian Meyer, der auch Regie führte. rea

Arlesheim BL Trotte, 22. 10., 20.15 Uhr, BRUGG AG Odeon, 29. 10., 20 Uhr, ZÜRICH Theater am Hechtplatz, 7. 11., 20.15 Uhr, OLTEN SO Theater Studio, 3./4. 12., 20.15 Uhr, www.galizia.ch

«ganz konkret»

Quadratisch u Reduktion

ist angesagt! Konkrete, konstruktive und konzeptuelle Kunst ist auf dem Vormarsch. Junge Künstler entdecken wieder die Vorteile dieses Malstils, der Klarheit schafft, ohne die Fantasie einzuschränken. Die Schau ganz konkret zeigt nun auf vier Etagen die Entwicklung dieser Kunstrichtung. Die Ausstellung besteht aus zwei Folgen, die erste dauert noch bis Ende Oktober, die zweite beginnt am 10. November: Beide Geometrisch «Ohne Titel», 1963, sind mit hochkarätigen Werken bestückt.  km von Verena Loewensberg.

Eintritt in den Männerchor Blumen für Philipp Galizia und Erich Strebel am Piano, trotz «Musikalischer Wurzelbehandlung».

haus konstruktiv Zürich Bis 31. 10. Di/Do/Fr 12–18, Mi 12–20, Sa/So 11–18 Uhr, Tel. 044 - 217 70 80, www.hauskonstruktiv.ch

film-tipp «the social Network» (USA)

Geniestreich eines Egomanen u Wie wird man Milliardär? Man nehme eine gute Idee und setze sie um. Fertig. David Fincher («Zodiac») zeichnet in «The Social Network» die Erfolgsstory von Facebook nach. Und wie so oft liegt auch dieser Geschichte ein Beziehungsknatsch zugrunde. Als Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) von Erica (Rooney Mara) den Laufpass kriegt, schaltet er aus Rache eine Community-Website auf. Man schreibt das Jahr 2003. Facebook verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Auf der Strecke bleiben Freundschaft und Vertrauen, denn Zuckerberg geht nicht immer zimperlich vor. Spannend bis zuletzt. kati moser

Kooperation Mark (J. Eisenberg) und Sean (J. Timberlake).

8 8 8 8 8 Länge: 120 Min., Regie: David Fincher. Im Kino. schweizer illustrierte

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bücher & cds

zauberhaft das mädchen meines herzens Buddhadeva Bose (Ullstein) u Der bengalische Autor Bose (1908–1974) hat mit diesem Werk ein Herzensbuch hinterlassen: Vier Reisende sitzen in einer Winternacht auf einem verlassenen Bahnhof fest. Übermüdet und frierend wärmen sich die Schicksalsgenossen gegenseitig mit ihren feinsinnigen und zeitlosen Geschichten über ihre erste Liebe. Poesie, die die Seele berührt. isw Witzig Die Radleys Matt Haig (Kiepenheuer & Witsch) u Die Radleys sind eigentlich eine Bilderbuchfamilie. Peter ist Arzt, Ehefrau Helen kümmert sich um den pubertierenden Nachwuchs. Doch der Scheint trügt: Denn sie sind Vampire. Allerdings abstinent! Nicht mal die Kinder wissen davon. Erst als Clara in Notwehr einen Jungen tötet und Onkel Will zu Hilfe eilt, schlägt die Stunde der Wahrheit. Frecher Vampirroman. ISW

drei neue cds

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pop/rock Robbie Williams In and Out of Consciousness (EMI)

57 Millionen Alben, 11 Millionen Singles, 16 Brit Awards, 7 Echos – Robbie forever! 37 seiner schönsten Songs gibts auf dieser Doppel-CD. «Shame» und «Heart and I», hat er mit Take-That-Kumpel Gary Barlow aufgenommen. Übrigens: Die neue Take-That-CD mit Robbie erscheint im November. H. Elias Fröhlich

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Als der Krieg über Europa hinwegfegte

Drei Familien, drei Länder und das Panorama einer stürmischen Epoche – Ken Follett lässt alles aufleben. Meisterhaft. u Der Adel regiert mit eiserner Hand. Die Blaublüter sind Arbeitgeber, Ausbeuter und Richter in Personalunion. Im russischen St. Petersburg lässt der Zar Landsleute wie Sklaven in Maschinenfabriken malochen. Im walisischen Ty Gwyn füllen die Kumpel die Kassen des Earls. In Deutschland bestimmen die «von»- und «zu»-Geborenen, wo es langgeht. Nur in Frankreich herrscht Ruhe. Hier fand die Revolution bereits statt. Europa Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Arbeiter kämpfen darum, dass ihre Familien nicht verhungern. Diskutieren hinter vorgehaltener Hand über die Revolution in Frankreich. Sie wissen nicht, welches Unheil das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand 1914 über ganz Europa bringen wird. Und: dass nach dem Ersten Weltkrieg nichts mehr so sein wird wie vorher. Ken Follett führt seine Leser in eine Zeit zurück, die so lange her gar nicht ist. Er zeichnet das Geschehen in Deutschland, England und Russland nach, beschreibt die Schicksale von drei Familien, deren Wege sich kreuzen, während die Schatten des Krieges immer dunkler werden: eine deutsche Aristokraten­familie, die unter den politischen Spannungen zerrissen wird. Ein englischer Clan, der den Aufstieg der Arbeiterschaft und den Niedergang des Adels miterlebt. Und zwei Brüder aus Russland. Der eine

wird zum Revolutionär, der andere zum Mobster in den USA. Verflochtene Schicksale vor dem Hintergrund eines Sturms, der alte Macht­gefüge zerstören und die Welt in wenigen Monaten brutal verändern wird. Der Bestsellerautor Ken Follett, Waliser aus Cardiff, folgt in seinem neuen Werk dem Versprechen Winston Churchills: «blood, sweat and tears» – Blut, Schweiss und Tränen. Das Ergebnis: ein bildgewaltiger, atemberaubender Roman. Stephan Sutter

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jazz CHARLES LLOYD Mirror (ECM)

Zärtlich-poetisch, expressiv, spirituell und dennoch geerdet: Seit den Sechzigerjahren bleibt der Saxo­ fonist Charles Lloyd eine einzigartige Stimme in der Jazz­ geschichte. Auf seiner neuen CD spielt der 72-Jährige mit jungen, hoch talentierten Partnern melodiöse Balladen mit selten gehörtem Tiefgang. Hanspeter vetsch

Titan unter den Autoren Die Bücher des Briten Ken Follett, 61, stürmen die Best­ sellerlisten und werden verfilmt. Das spricht für den Roman u Ken Follett gelingt, was in der Schule oft misslingt: Geschichte spannend zu vermitteln. u Der Autor macht klar, weshalb auf den Ersten Weltkrieg nach nur wenigen Jahren der Zweite folgen musste. u Jede der 1022 Seiten ist ein Genuss! Ken FolletT Sturz der Titanen (Lübbe)

Klassik See Siang Wong Beethovens Klavier-Sonaten (Decca)

Aufnahmen von Beet­ hovens Pathétique-, Mondschein- und Waldstein-­ Sonaten gibt es viele. See Siang Wong, Schweizer Pianist mit chinesischen Wurzeln, riskiert den Vergleich – und gewinnt! Fesselnd dosiert er Kraft und Poesie, expres­ sive Ausbrüche und gesangliche Adagios. Schlichte Klangmalerei. Uli von erlach

Foto Olivier Favre

die besten

psychologisch Die ganze wahrheit Norbert Gstrein (Osterworld) u Heinrich Glück, Verleger in Wien, lernt die junge, exzentrische Dagmar kennen und lässt sich scheiden. Immer mehr ergreift sie Besitz von ihm und seiner Existenz. So speziell Dagmar ist, so sorgend begleitet sie ihn in den Tod und schreibt ein Buch über das Sterben ihres Mannes. Als der Hauslektor die Veröffentlichung des Werkes verweigert, feuert sie ihn. Stephan Schad liest elegant. ISW


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Objekt der Begierde

Kuschlig & gut u Ein Kissen tut in der Regel immer Gutes: Es bietet Rücken, Hinterköpfen oder Wangen stets einen sanften Ort zum Ruhen. Doch die Kissen von Dreischiibe tun viel mehr: Sie schenken Men­ schen mit Beeinträchtigungen eine Arbeit. Etwa in einer Appenzeller Werkstatt. Dort werden diese grossen flauschigen Strickkissen nicht nur von Hand gefertigt, sie bestehen auch aus hochwertiger Bündner Merinowolle, die tradi­ tionell gesponnen und gefärbt wird. Die Kuschel­ kissen und schöne Strickplaids gibt es in vielen Farben und Grössen exklusiv bei Roomdresser in Zürich.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler

Kristina Köhler

Helfende Maschen Tun Gutes: die grossen Strickkissen von Dreischiibe. Bei Roomdresser, Stauff­a­cherstr. 37 in Zürich, Tel. 043 - 317 11 43. www.roomdresser.ch, www.dreischiibe.ch u CHF 385.– schweizer illustrierte

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shopping

Look

alpiner chic für ihn

Ab in die Berge!

u Endlich richtig Mann sein, sich den Naturgewalten ausliefern, sich bei Schneeballschlachten, Holzhacken und Rodelrennen auspowern und endlos wortkarg sein dürfen. Die Freiheit ruft während der Kurzferien in den Bergen. Am liebsten mit ein paar unternehmungslustigen, fröhlichen Jungs. Dennoch: Wird Mann dadurch urplötzlich von jeder Eitelkeit befreit? Wer sich nicht in die muffigen Ski-­ sachen und Hoodies von anno dazumal hüllen möchte, für den gibt es eine breite Auswahl an männ­licher Winterbekleidung und praktischen Winteraccessoires im lässigrelaxten Alpine Chic. Die Stücke sind bequem, funktional und warm. Und: Sie verfügen über so viel nostalgisch-alpinen Charme, dass man in ihnen auch mit der Liebsten die schönsten Winkel und einsamsten Hütten aufsuchen kann. Kristina Köhler

Schicker Naturbursche Kariertes Flanell-Hemd Luke u CHF 129.–, Cardigan Floyd u CHF 249.–, Baumwollhosen Kenji. u CHF 159.– Alles aus der Casual-Kollektion von Peak Performance. Schuhe Stylist’s own. www.peakperformance.com

Die Zeit vergessen Powerchrono Sport, Jacques Lemans. www. jacques-lemans.com u CHF 200.–

Holz hacken Kunstfellmütze, Tommy Hilfiger. Hilfiger-Stores, Globus. u CHF 79.90

Käse essen Fünfmal Schweizer Käse kaufen und bestellen: www.switzerlandcheese.ch. Victorinox. u CHF 20.–

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Alles abwettern Parka mit Kunstfell, Blauer. Bei Jelmoli, CPH-Store, Zürich. u ca. CHF 969.–

Gämse beobachten Hoodie aus Baum­ wolle, Alprausch. www.alprausch.com u CHF 129.–

Wandern gehen Kariertes Hemd von Gant. Gibts auch in Grün, z. B. bei Globus. u CHF 129.90

Sich anpassen Nadelstreifenhose mit Hosenträgern, Scotch & Soda, Globus. u CHF 199.–

Warm zupacken Lederhand­ schuhe mit Wollbund, von Maddison, bei Manor. u CHF 49.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Peak Performance

Alles dabeihaben Rucksack, Jan­ sport, z. B. bei Grand, Zürich, Titolo, Bern. u CHF 199.90 Gut gerüstet sein Wollpullover mit edlen Lederapplikationen. Nargeni. Burger. www.nargeni.ch u CHF 279.–

Abenteuer erleben Gefütterte Schnürschuhe mit Profilsohle von AM, bei Dosenbach. u CHF 69.90

Ein Rennen wagen Rennrodel von Sirch, etwa über Conleys. www. conleys.ch u CHF 449.– schweizer illustrierte

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Mode

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Nessies Liebling Schützt stylish vor Erkältungen: Schal, gesehen bei New Yorker. u CHF 16.95

Let’s fling Rüschenkleid von Pepe Jeans, entdeckt bei Globus. u CHF 149.–

Country-Chic Taillierte Bluse gibts bei Mango. u CHF 69.90

Am Dudelsack-Festival Shorts mit Masche von New Yorker. u CHF 34.95

Ausflug zum Loch Ness Weekender von Alprausch. u CHF 98.–

College-Uniform Kilt von Tommy Hilfiger, bei Globus u CHF 239.–

Karos

Highland Fling u Bekannt sind die Schotten nicht nur für Nessie, den Highland Fling (Siegestanz von Hochland-Kriegern), den Dudelsack und den Scotch. Mode­ technisch sind es vor allem die Tartans (Karomuster), die immer wieder die Laufstege in Beschlag nehmen. Ursprünglich dienten die Muster vor allem einer regionalen Kennzeichnung. Ab dem 16. Jahrhundert wurden sie

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definitiv einzelnen Clans zugeordnet. Für diesen Winter lassen Designer wie D & G, Comme des Garçons, Iceberg, Jil Sander, Just Cavalli und auch Louis Vuitton die Karos wieder aufleben. Ob elegant als Seidenkleid, mit sexy Shorts oder in Form von Accessoires wie Taschen, Schuhen und Schals: Wir feiern den Herbstanfang mit dem zeit­ losen Muster! ursula borer

Ab auf die Tanzfläche Keilabsatz-Sandaletten von H & M. u CHF 29.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Melanie Albisser

Tag in den Highlands Jacke von G-Star Raw, bei Globus. u CHF 349.–


Fashion-Highlight In der neu eröffneten CharlesVögele-Filiale an der Berner Marktgasse 10 findet man auf 4000 m2 preisgünstige Modetrends. Infos Tel. 031 - 310 40 40 oder www.charles-voegele.ch

Flagship-Store Charles Vögele, bern

Bern im Modefieber

u Fashionistas freuen sich bereits auf die Charles Vögele Fashion Days, die vom 3. bis 6. November in der Eventhalle Puls 5 in Zürich stattfinden. Als kleiner Vorgeschmack wurde eben in Bern der neue Flagship-Store an der Marktgasse 10 eröffnet. Auf 4000 m² findet man neben der neu eingeführten Lingerie- und Wäschekollektion Casa Blanca und Biaggini preisgünstige

Mode für die ganze Familie und im Untergeschoss einen Shop-in-Shop von Vögele Shoes. Besonderes Highlight: Ab dem 4. November gibts hier die limitierte Cocktail- und Abendkleiderkollektion Biaggini Violett von Penélope und Mónica Cruz zu kaufen! Ursula borer öffnungszeiten Mo bis Fr 9 bis 19 Uhr, Do 9 bis 21 Uhr, Sa 9 bis 17 Uhr

Stylischer Winterausflug Kunstfell­ mütze im TrapperLook hält Ohren warm. Casa Blanca. u CHF 19.95

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

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Hotspot


Chic ins Büro Doppelreihige Jacke von Biaggini u CHF 149.–, Karo-Schal von Kingfield u CHF 19.95, Roll­kragen-Shirt von Biaggini u CHF 19.95, kurzer Jupe im Clean-Chic-Stil von Biaggini. u CHF 59.95

Rockig auf Shopping-Tour Lederjacke u CHF 249.–, gestricktes Leoparden-Top u CHF 59.95, Strech-Leggins mit Spitzen-Finish. u CHF 19.95 Alles von Biaggini.

Elegant an die Vernissage Jacke mit Hahnentritt-Muster u CHF 149.–, ärmelloses Etui-Kleid u CHF 129.–, Abendtasche im Retro-Stil. u CHF 89.95 Alles von Biaggini.

Sexy ans Date Lingerie von Biaggini, BH u CHF 29.95, MiederHöschen. u CHF 19.95

Casual zum Fondue Karo-Bluse mit Gürtel von Biaggini. u CHF 59.95


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Electronics

Musik-VernetzUng u Denon zeigt mit dem Netzwerk-­ Musiksystem CEOL, wie der aktuellste Stand der Audio-Unterhaltung zu Hause aussehen beziehungsweise klingen kann. Die Anlage besteht aus einem NetzwerkCD-Receiver. Dieser spielt Musik ab CD, USB-Stick und iPod. Für Letzteres gibts eine integrierte Dockingstation. Via WLAN gibt es eine drahtlose Verbindung mit dem Heimnetzwerk. So lassen sich Tausende von Internet-Radiostationen empfangen oder Musikstücke vom PC übertragen. Der Verstärker liefert zweimal 65 Watt an das Lautsprecher-Set. www.denon-hifi.ch SG

Multitalent Das Denon-Netzwerk-­ Musiksystem CEOL bietet sämtliche musikalischen Möglichkeiten. u CHF 1290.–

Kommunikator u Samsungs

Galaxy Tab gehörte zu den Stars der diesjährigen Funkausstellung in Berlin. Kein Wunder, der TabletPC hat das Zeug zum mobilen Superstar. Vielversprechend ist schon das Betriebssystem Android 2.2, welches auch bei den Handys grosse Erfolge feiert. Das Gerät mit 7-Zoll-Multitouch-Bildschirm ermöglicht es, unterwegs zu surfen, zu telefonieren und vieles mehr. Via Bluetooth-Headset lässt es sich auch als Handy nutzen. Mit der Frontkamera kann man videotele­ fonieren, während diejenige auf der Rückseite Fotos und Videos aufnimmt. www.samsung.ch STephan Gubler

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Bass-Vergnügen

u Die preisgekrönten Im-Ohr-Kopf­ hörer Audéo PFE von Phonak werden noch perfekter. Wie der Name PFE verrät, sitzen die Perfect Fit Earphones sicher und bequem in jedem Ohr. Grund dafür sind Silikon-Ohrkomfort-Stücke in drei verschiedenen Grössen. Nun kommen die Freunde von starken, satten Bässen auf ihre Kosten. Das neue Modell Perfect Bass sorgt selbst bei geringer Lautstärke für ein bassreiches Sounderlebnis. Wer den Kopfhörer als Handy-Freisprechset brauchen will, wählt die Variante mit Mikrofon. www.audeoworld.com SG

Sitzen und Klingen Gut Die ImOhr-Kopfhörer Audéo PFE vom Schweizer Hersteller Phonak. u ab CHF 89.–

PC für die Westentasche Das Samsung Galaxy Tab vereint Computer, Handy und Digitalkamera. u CHF 999.–

uhr der woche steckbrief GANZ KLAR JASPER! u Der Engländer Jasper

Morrison ist mit seinen klaren Designkonzepten berühmt und zum Vorreiter der «neuen Einfachheit» geworden. Nicht anders ist auch die für den Lengnauer Uhrenhersteller Rado entworfene neue Uhrenkollektion r5.5: glasklar in Weiss auf Schwarz. Die Drei-Zeiger-Automatik­ version zählt die Sekunden, Minuten und Stunden und zeigt bei drei Uhr das aktuelle Datum. Was braucht es mehr? Der nahtlose Übergang von Uhrengehäuse und Armband aus matt polierter Hightech-Keramik unterstützt die perfekte Ästhetik so aufs Beste. Sarah Rieder

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Cooler Chic Die neue Auto­ matik-Uhr r5.5 von Rado. u CHF 3100.–

Werk Automatikwerk, ETA-Kaliber 2892A2 Gehäuse Oben schwarze Keramik, unten Titan mit Saphirglas, wasserdicht bis 30 m Armband Schwarze Keramik mit Titan-Faltschliesse Varianten Verschiedene Modelle Wer trägt sie? DesignFreaks, Puristen Bezugsquelle Tel. 032 655 61 21, www.rado.com


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Beauty

Hydrating Collection Hautverbesserndes, befeuchtendes Tonic. Bobbi Brown. Globus, Jelmoli. u CHF 42.–

Hydro-Active Feuchtigkeits­emul­sion mit Anti-Age-Wirkung. Von Louis Widmer. u CHF 28.–

«Iam»-Reinigung Milder und pflegender Augen-Make-upEntferner, I am. Migros. u CHF 4.90

Sensitive Beruhigende Augenpflege für empfindliche Haut. Annayake, Douglas. u CHF 104.90

Hydra Life Aufbauend wirkende, reichhaltige Feuchtigkeitscreme für den Winter. Für die Haut um die 30. Dior. u CHF 80.–

Aloe vera Mit Bio-Aloe-veraSaft. Santaverde. Fachhandel, Marion­ naud. u CHF 45.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Inge Zinsli

Aqualia Thermal Ein Serum, das einen schützenden Feuchtigkeitsfilm bildet. Vichy. u CHF 33.–

Aqua Sensation Reichhaltige Feuchtigkeitscreme mit integriertem LSF 15, Nivea. u CHF 15.90

Hautpflege-News

Ich habe Durst!

u Nach dem Sommer dürstet es unsere Haut. Neben bekannten «Befeuchtern» wie Glycerin oder Hyaluronsäure gibt es neue Wirkstoffexoten. Etwa für Diors Hydra Life einen Extrakt aus dem usbekischen Gewächs Jisten, das die hautinterne Wasserzirkulation stimulieren soll. Oder ein Extrakt aus einem Tropengras, das bei Bobbi Browns Hydrating-Linie für Feuchtig-

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keit und Feuchtigkeitsspeicherung sorgen soll. Wenig bekannt ist auch die Beigabe des Quellwassers des heiligen japanischen Berges Fuji, das in einer geschützten Zone des Nationalparks abgeschöpft wird. Dieses findet ein wirkungsvolles Plätzchen in den japanischen Kosmetikprodukten von Anna­ yake. Es wird in Japan gern auch einfach nur getrunken. Kristina Köhler

Calanques Pflegende und frisch duftende Seife in Rettungsringform. L’Occitane. u CHF 13.–


Kuschlig Wenn die Temperaturen Richtung null fallen, hält die Jacke Alpine Attitude Down von Columbia warm. www.columbiasportswear.ch u CHF 329.–

Stark Die Espresso-Maschine von Presso funktioniert ohne Strom und wurde mit einem Designpreis ausgezeichnet. www.rrrevolve.ch u CHF 169.–

Bequem Modell Birgitta mit regulierbarem Schaft, atmungsaktivem Futter und rutschhemmender Sohle von Dansko. www.integra-ag.com u CHF 329.–

Cool Das Modell 1999 vom Schweizer Label Snug passt an die Party und auf die Skipiste. In diversen Farben. Bestellen www.snug-clothing.com u CHF 19.–

Unterhaltsam Die Tücken eines Lebens in der Fashionwelt beschreibt das Buch «Schwindelfrei» von Holly McQueen, Rororo Verlag. u CHF 15.90

Voluminös Der extra leichte Pflegespray von Pantene Pro-V sorgt für Volumen, ohne zu be­schweren. Coop City, Manor. 150 ml u CHF 12.90

Chic Girls sind immer scharf auf neue Taschen! Tolle Abendtaschen wie das Modell Erin gibts bei Tantan. Auch in Braun und Navy. www.tantan.ch u CHF 129.–

Extravagant Feuerelemente aus der Alfra-­Manufaktur, mit sauberem und rauchfreiem Bioalkohol betrieben. www.fireelements.ch u CHF 4995.–

Wandelbar Kostüm-Jacke mit Nietenapplikationen von Manor trägt man zur engen Lederhose, zur Pluderhose oder zum Pencil-Skirt. u CHF 79.90

experten-fragen

Michaël Monney, Commercial Director Laurastar und Bügel-Experte

«In zwei Minuten ist das Hemd gebügelt» u Herr Monney, was ist besonders an der

«Bügel-Weltneuheit» von Laurastar? Das Modell S7 ist das erste Bügelsystem mit einer 3-D-Aktiv-Sohle. Der Dampf entweicht nicht aus den Düsen, sondern kontinuierlich durch zwei Spalten unter der Bügelsohle. Dies ergibt eine gleichmässige, extrabreite Verteilung des Dampfes über die gesamte Oberfläche der Sohle.

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schweizer illustrierte

Eine weitere Innovation sind die Spalten unter der Sohle im Relief. Der erhöhte Teil spannt den Stoff und entfernt die beim Waschen und Trocknen entstandenen Falten. u Für wen eignet sich das Gerät besonders? Für alle, die ein Hemd in nur zwei Minuten gebügelt haben wollen. u Sie sind Bügel-Experte. Was ist Ihr persönlicher Bügel-Tipp? Ich hatte ja von

klein auf Einblick in unser Familienunternehmen und die Produkte. Ich konnte bügeln, bevor ich ohne Stützräder Velo fuhr. Diese Vorstellung hilft: Die Form des Bügeleisens ist wie der Bug eines Schiffs, der sich nach vorne, aber nicht seitwärts bewegt. Zudem erleichtert ein qualitativ gutes Bügeleisen das Bügeln erheblich. Interview Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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check-up ft f i r t e b eue pie n era th

Sehnen­ Die entzündeten ogen sind ansätze am Ellb aft. Die zh äusserst schmer hat sich um eine Therapie-Palette t er weitert. neue Möglichkei

Botox gegenogen! Tennis-Ellb URNER

Ellbogen? lfer- oder TennisGo im be x to auf die entzünGolfplatz das wirkt nicht direkt ox ot aben Sie auf dem «B n se Die Substanz wird it dem Ei n Sehnenansätze. te Fairway zu oft m de e Si n rderarm des ent­ er habe den Muskel am Vo umgepflügt? Od in h gespritzt. lsc fa nd ihre Backha Sehnenansatzes el pi en iss et nn nd Te zü im be lgen l temporär geschmerzhaften Fo ch wird der Muske rg, der sich ur ad D ­ eingesetzt? Die l­ El lfer- oder Tennisklärt Dr. Lauterbu sind bekannt: Go erz- lähmt», er hm sc in der Schweiz d un e ich dl einer der Ersten als r bogen. Die entzün de e r anderem tz sä r sehnigen An zehn Jahren unte er üb r vo hafte Reizung de oezialisiert hat. ur am Oberarmkn lfverletzungen sp Go f au aUnterarmmuskulat rru m? Das tönt dram h Überlastung ve lähmter Vorderar Ge e Di . chen wird durc so ne ei h al lic cht wirk der schon einm tisch, ist aber ni ten e sacht. Und jeder, es di ss rt, da , zie iss du ist re ng hatte, we ­Muskelspannung it solche Entzündu e Schmerzen sätze werden dam di an s en bi hn t, ch Se au en br et nd zü ss da r seine Zeit t, ig de geze s bestätigt auch . Studien haben verschwinden. Da Lau- entlastet tox-Injektion tin Bo ar r M . ne ei Dr zt ch ar na drei Monate Winterthurer Fach d un rg r Vergleichsne iru ei ischer Ch gegenüber t af Kr e di : terburg, orthopäd ates ösung gespritzt Bewegungsappar pe, die Kochsalzl up gr rTraumatologe des er od cht signifikant ve des Tennisam, leicht, aber ni ek b ­ n re rä «Die Behandlung gpo m lan te d r rend de spruchsvoll un mindert ist. Wäh ng du ­Golferarms ist an ll ün ue tz vid En di e in di s kann apie mus Muskellähmung wierig. Die Ther .» en n. rd le ei we r aush ­gestaltet in der Palette de Eine neue Option n ge Dr. M ar tin Th . La ut err ge n Möglichkeite he en isc ch äd tis op th eu or ap , er th bu rg die loge Entzündung ist Chirurg und Traumatoates, die schmerzhafte x. to Bo rz ku n, ar xi pp to a s­ um ng lin gu to we Be Bo des Substanz n in zur Faltenreduktio Sportmediziner SGSM Bestens bekannt ge ch au er ab n, izi ed M und Member US Golf der ästhetischen Be r zu , en Schwitz Teacher Federation. z gen übermässiges er hm fsc op sk ng www.golfdoc.ch annu handlung von Sp Bot rk wi ie W z. en in und Blasen-Inkont

Text VERENA TH

Foto Dick Vredenbregt

H

Achtung, Schlaganfall! u Mannheim Die aktuell häufigste Gefässerkrankung? Schlaganfall. Grund: der wachsende Anteil älterer Menschen mit vielen Risikofaktoren. Dazu zählen: Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, hoher Blutdruck und ungesunde ­Ernährung. www.aerztezeitung.de

SchmerzKongress u Nottwil Am 23. und 24. Oktober

informieren Experten zum Thema Rheuma–Rücken–Schmerz. In den Referaten geht es um neue Erkenntnisse, Therapien, Methoden und Übungen aus der Schmerztherapie. Anmeldung ist nicht erforderlich. Infos unter www.paranet.ch

Kaffee gegen Leberkrebs u Freiburg Fünf Tassen Kaffee am

Tag verringern das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken um 70 Prozent. Laut deutschen Wissenschaftern führt der vermehrte Konsum dazu, dass die Leber Giftstoffe effektiver abbaut. Das schützt die Leberzellen. www.aerztezeitung.de

tipp

Spaziergänge ­verringern laut einer Studie Gedächtnisverlust im Alter. Vorgabe: mindestens zehn Kilometer pro Woche zu Fuss.

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check-up

Krebs serie

Teil 3 Prostatakrebs

Die Zahlen Neuerkrankungen pro Jahr

5600

Todesfälle pro Jahr

1300

Anteil an allen KrebsNeuerkrankungen pro Jahr

16 %

Der Prostatakrebs (orange) drückt auf die Blase, die sich oberhalb des Tumors befindet und verursacht damit Beschwerden beim Wasserlassen.

Neuer Therapieansatz! Text VERENA THURNER

D

ie gute Nachricht zuerst: Beim Prostatakrebs wird immer weniger operiert, und die Sterblichkeit nimmt trotz steigender Tendenz der Erkrankung eher ab. Nur jeder dritte bis vierte Mann, der an Prostatakarzinom erkrankt, stirbt daran. «Active surveillance», also aktiv überwachen, und nur bei Bedarf eingreifen, heisst ein neues Konzept bei der Behandlung des Prostatakrebses. Und dieses Vorgehen wird nicht nur bei alten Männern, bei denen der Tumor oft langsam wächst, sondern zunehmend auch bei jüngeren angewendet. Damit kann die körperliche Unversehrtheit oft erhalten bleiben. «Generell kann gesagt werden: Bei aggressiven ­Tumoren ist eine Behandlung angesagt. Bei wenig aggressiven kann zugewartet werden. Nicht jeder Mann mit einem Prostatakrebs braucht also eine Behandlung», sagt Prof. Thomas Gasser von der Urologischen Universitätsklinik Basel Liestal. «Active surveillance» ist laut

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dem Urologen aufwendig, denn es braucht viel Zeit, lange Gespräche und psychologisches Geschick, den Männern zu erklären, warum sie trotz Krebs keine Behandlung brauchen. «Es gibt zwei Arten von Patienten bei diesem Konzept: Die einen kommen nach drei Monaten und fordern die Operation. Sie halten es nicht aus, zu wissen, dass da ein Tumor ist. Das ist nach meinen Erfahrungen der kleinere Teil. Andere sagen, dass sie sich langsam an den Tumor ­gewöhnen», erklärt Prof. Gasser. Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Jährlich wird bei bis zu 5600 Männern in der Schweiz die Diagnose Prostatakrebs ­gestellt. 1300 sterben pro Jahr daran. Prostatakrebs ist somit hinter dem Lungenkarzinom die zweithäufigste Todes­ ursache aufgrund von Krebs. Mit zu­ nehmendem Alter tritt die Krankheit häufiger auf. Bei den über 80-Jährigen finden sich in 80 Prozent der Fälle bösartige Zellen in der Prostata, die aber meist keine Behandlung benötigen.

Die Ursache für Prostatakrebs ist nicht bekannt. Wichtigste Risikofaktoren sind: Alter, familiäre Veranlagung und wahrscheinlich die Ernährung. Falls der Vater oder ein Bruder bereits an Prostatakrebs erkrankt ist, verdoppelt sich das Risiko. Da in den westlichen Indus­ trieländern die Sterblichkeit um hundert Mal höher ist als in Asien, nimmt man an, dass die Ernährung bei der Erkrankung eine Rolle spielt. Fettreiche und fleischbetonte Nahrung scheinen das Risiko zu erhöhen. «Asiatische Ernährung hat vermutlich einen günstigen Effekt», gibt Prof. Gasser zu bedenken. Für einmal ist also Übergewicht oder ­Nikotin kein besonderer Risikofaktor. Und auch viel oder wenig Sex erhöht das Risiko nicht. Als falsch hat sich auch ­erwiesen, dass eine Unterbindung das Risiko für Pro­ statakrebs erhöht. Im Frühstadium spürt man ein Prostatakarzinom nicht. Es verursacht keine Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Durch Abtasten und durch die Ermittlung des PSA-Wertes, des

Fotos Science Photo Library, Dick Vredenbregt

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Krebs bei Männern ab 65. Dieser Tumor schürt Ängste wie kein anderer, denn damit ist auch die Sexualität betroffen. Doch nicht immer muss ein Prostatakrebs operiert werden. Neuste Therapien zielen auf die Erhaltung des Organs trotz Krebs.


prostataspezifischen Antigens, kann der Urologe den Krebs vermuten. Als ein Glück sieht es Prof. Thomas Gasser an, dass die meisten Männer wegen anderer Beschwerden der Prostata zum Arzt gehen. Meist wegen einer gutartigen Vergrösserung der Drüse, die übrigens keine Vorstufe zu einem Karzinom ist. Die Vorsorgeuntersuchung wird Män­ nern ab 50 bis 70 Jahren empfohlen. Be­ steht eine familiäre Veranlagung sollte der erste Untersuch bereits mit 45 statt­ finden. Ob eine Vorsorgeuntersuchung einen Einfluss auf die Sterblichkeit hat, wird unter Urologen kontrovers behan­ delt. Prof. Thomas Gasser dazu: «Es gibt grosse Untersuchungen zum Thema. Eine europäische Studie – meiner Mei­ nung nach die bessere – hat gezeigt, dass dadurch die Sterblichkeit bis zu 20 Pro­ zent reduziert werden kann.»

fos n I k ei b chec e f l i und sHtatakrebs Pro untersuchungen  Der

PSA-Wert ist der mit Abstand wichtigste Parameter für die Früherkennung des Prostatakarzinoms. Er wird aus dem Blut ermittelt.  Ein PSA-Wert bis 4 ng/ml (4 mg pro Liter) gilt als normal.  4 bis 10 ng/ml liegen im Graubereich.  Über 10 ng/ml sind ab­klärungsbedürftig.  Weder der PSA-Wert noch die rektale Tastunter­suchung sind ein Beweis für einen bösartigen Tumor. Häufig wird der Wert über Monate beobachtet, bevor weitere Untersuchungen ­folgen.

Hilfe 

Krebstelefon 0800 11 88 11

 Helpline

helpline@krebsliga.ch  www.krebsliga.ch

Bei einem zu hohen PSA-Wert oder einem abnormen Tastbefund ver­anlasst der Urologe zusätzlich eine Gewebeprobe. «Diese ist das einzige ­Instrument, um einen Prostatakrebs nachzuweisen oder auszuschliessen», erklärt Prof. Gasser. Eine auf Krebs po­ sitive Gewebeprobe bedeutet aber nicht zwingend, dass der Patient eine Behand­ lung braucht. «Der sogenannte GleasonScore gibt uns Aufschluss darüber, ob der Tumor aggressiv ist oder nicht», er­ klärt der Chefarzt. Ein Krebs, der nur auf die Prostata beschränkt ist, kann durch die Entfernung des kranken Organs oder durch Bestrahlung geheilt werden. Die radikale Prostatektomie hat Folgen, al­ lerdings meist reversible: «Beim Eingriff müssen wir die Prostata, die Samen­blase und die Endstücke der Samenleiter ent­ fernen», erklärt Prof. Gasser die Opera­ tion. Das bedeutet immer Auswirkungen auf die Sexualität. Es gibt keinen Samenerguss mehr und die Fruchtbar­ keit ist weg. Die Erektionsfähigkeit hängt ­davon ab, ob die Nerven beim Eingriff ­erhalten werden können. In fast der Hälfte der Fälle ist das möglich. Die Or­ gasmusfähigkeit bleibt aber oft erhalten. Eine vollständige Inkontinenz ist selten. Einige Patienten leiden nach dem Ein­ griff an einer Belastungs-Inkontinenz, das heisst, sie verlieren beim Husten oder beim Heben von schweren Lasten Urin. Die Regulierung der Inkontinenz kann bis zu anderthalb Jahre dauern. Für die Behandlung des meta­ stasierenden Prostatakarzinoms – zuerst bilden sich Ableger in den Lymph­knoten, dann in den Knochen – stehen dem Mediziner noch einige Therapie-­ Möglichkeiten zur Verfügung: Beim ­Hormonentzug wird dem Patienten das Testosteron entzogen. Denn das Prosta­ takarzinom benötigt das männliche Hormon als «Betriebsstoff». Entzieht man dem Krebs das Hormon, wächst der Tumor nicht mehr. Seit wenigen Jahren besteht die Möglichkeit einer Chemothe­ rapie. «Das ist ein echter Fortschritt, denn sie ist gut verträglich und fördert die ­Lebensqualität. Der Patient lebt nicht unbedingt länger, aber besser», sagt Prof. Gasser und fügt hinzu: «Auch ein metastasierender Prostatakrebs ist noch kein Todesurteil. Dieser Tumor ist heute oft zu einer chronischen Erkrankung geworden.» 

Krebs

Nächste Folge Darmkrebs

Erfahren Sie das Wichtigste über neue Medikamente und Therapien.

DER expertE rät Prof. Dr. med. Thomas Gasser, Chefarzt der Urologischen Uni­versitätsklinik Basel - Liestal. www.uroliestal.ch

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Prävention Ob häufige Ejakulationen in der Jugend, Grüntee oder Kürbiskerne vor Prostatakrebs schützen, wurde in keiner Studie untersucht. Man nimmt an, dass die Er­ nährung eine Rolle spielt. Zu viel tierisches Fett und zu viel Fleisch sollten gemieden werden. Diagnose Der PSA-Wert und das Abtasten der Prostata lassen den Krebs vermuten; gesichert wird er mit einer Gewebeprobe. Der sogenannte Gleason-Score gibt Aufschluss, ob der Tumor aggressiv ist oder nicht. 5 und 6 gelten als wenig, 7 als mittel und 8 bis 10 als sehr aggressiv. Therapie Bei einem auf das Organ beschränkten Tumor wird zuerst abgeklärt, wie aggressiv der Krebs ist. Nicht immer braucht es eine Be­ handlung. Ein neues Konzept bei der Therapie des Karzi­ noms heisst «active surveil­ lance», was so viel bedeutet wie aktiv überwachen und bei Bedarf eingreifen. Andere Möglichkeiten sind die Opera­ tion oder die Bestrahlung. Hormon- und Chemotherapie Bei fortgeschrittenen Tumoren ist eine Hormonthe­ rapie angezeigt. Seit wenigen Jahren steht für den metasta­ sierenden Prostatakrebs eine Chemotherapie zur Verfügung, die sehr gut verträglich ist. Der Patient lebt damit nicht ­wesentlich länger, aber besser. Metastasen Ist der Tumor auf die Prostata beschränkt, ist eine Heilung wahrscheinlich. Hat der Tumor die Organgren­ ze überschritten, streut er in die Lymphknoten, später in die Knochen und andere Organe (z. B. Lunge).

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check-up

dr. stutz meint Zurzeit ist viel die Rede von neuen Deklara­ tionen bei Nahrungsmittel. Dumm nur, dass kaum ein Mensch diese Angaben versteht. Ampelsysteme auf Nahrungsmitteln wie in England oder Angaben in Prozent des täglichen Bedarfs werden diskutiert oder sind von einigen Herstellern bereits eingeführt worden. Dumm ist nur, dass kaum ein Mensch diese kleingedruckten Angaben liest, geschweige denn versteht, wie die neusten Umfragen zeigen. Verstehen kann ich das gut. Was nützt mir die Information, dass ich mit einem bestimmten Riegel schon 30 Prozent meines täglichen Zucker-, 28 Prozent meines täglichen Fett-, 12 Prozent ­meines täglichen gesättigten Fett­ säuren- und 25 Prozent meines täg­ lichen Kalorienbedarfes gefuttert habe? Wie plane ich bloss die nächste Zwischenverpflegung? Mit dem

­ aschenrechner, dem Handy oder am T besten gleich per Anruf an die Ernährungsberaterin von Coop oder Migros? Macht doch den Alltag nicht noch komplizierter, als er ohnehin schon ist! Haben wir denn jeden gesunden ­Menschenverstand und jedes normale Hungergefühl verloren? Sind wir schon so weit, dass wir uns nur noch mit einem Coach an unserer Seite oder anhand von Nährwerttabellen gesund ernähren können? Michelle Obama macht es mit ihren Kindern vor: Gesund leben ist einfach. Fernseher und Computer abschalten, raus aus dem Haus, keine Fertigpizza mehr bestellen, etwas Vernünftiges kochen, viel Obst und Gemüse essen und es sogar wenn möglich selber

anpflanzen, auch wenn man keinen Garten im Weissen Haus hat. Beim Thema Rauchen haben wir gesehen, wie es geht: rauchfreie Züge, Restaurants und Firmen, höhere Zigarettenpreise – und schon hören Herr und Frau Schweizer auf zu rauchen. Die Grossverteiler, die Schulen, die Restaurants – vor allem die Personalrestaurants in den Firmen – haben es in der Hand, wie dick wir Schweizer werden. Solange Süssigkeiten billiger sind als Obst, solange es fast nur schmackhafte Getränke zu kaufen gibt, die mit Zucker übersättigt sind, macht man uns das Leben schwer, im wahrsten Sinn des Wortes. Wie wärs zum Beispiel, wenn anstatt der vielen Süssigkeiten an den Kassen die Kassiererin in den Supermärkten jedem Kunden nach dem Einkauf einen Apfel mitgeben würde? Herzlich, Ihr


diabetes? Machen Sie den 10-Minuten-Check Kann Zucker nicht genügend schnell abgebaut werden, stimmt etwas mit dem Zuckerstoffwechsel nicht. Im Fachjargon spricht man von Diabetes. Kurzfristig ist das kein Problem, über längere Zeit aber gefährlich. Blutgefässe und Organe ­werden durch zu hohe Zucker-Konzen­trationen geschädigt. Die Kernfrage lautet: Kennen Sie Ihren Blutzuckerspiegel? Vor und nach dem Essen? Nein? Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihr eigener Blutzucker-Detektiv werden. Und so gehts: Bestellen Sie den Risiko-Test bei der Schweizerischen Diabetesgesellschaft, Rütistrasse 3, 5400 Baden (bitte frankiertes und adressiertes ­Couvert beilegen) oder noch schneller auf www.diabetesgesellschaft.ch. Zeigt der Test ein leicht erhöhtes, mittleres oder hohes Risiko, heisst das noch nicht, dass Sie an Diabetes erkrankt sind. Es ist eine erste Standort-

bestimmung. Besuchen Sie in diesem Fall bis Mitte ­Dezember 2010 eine der über hundert teilnehmenden Apotheken oder eine der auf der Homepage aufgeführten regionalen Diabetesgesellschaften. Dort können Sie den 10-MinutenCheck machen! Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker, die Fachberaterinnen und Fachberater bei den regionalen Diabetesgesellschaften helfen Ihnen gerne weiter. Der Check tut nicht weh! Nur wer seine Blutzuckerwerte kennt, kann bei Bedarf handeln. Ein beginnender Diabetes kann man nämlich noch ohne Medikamente abwenden – mit ausgewogener Ernährung und ge­ nügend Bewegung! Noch Fragen zum Blutzucker-Detektiv? Das Team von Bayer Diabetes Care steht über die Hotline 044 - 465 83 55, Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 16.45 Uhr für Fragen gratis zur Verfügung.

TV-Tipp

Samstag, 23. Oktober, 18.10 Uhr

Hirnschlag Nicht mehr reden können, sich nicht mehr bewegen können – auf einen Schlag teilweise oder ganz gelähmt sein. Zwei Ärzte einer Spezialklinik zeigen im Studio am Beispiel eines ­Patienten, wie der Einsatz von Bewegungs­ robotern in der Rehabilitation erstaunliche Resultate möglich macht. www.gesundheitsprechstunde.ch


Reisen, geniessen, rätseln!

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Schwimmen und Schlemmen mit Blick über die Ägäis Das «Grace Santorini» ist der neue Hotspot auf der griechischen Ferieninsel.

HOTEL GRACE SANTORINI

Der schönste Pool auf Santorini u Das «Grace Santorini» ist ein neues Boutique-Hotel auf der berühmten grie­ chischen Insel. Attraktion Nummer 1: der elegante Pool, 300 Meter über der Bucht, mit unglaublicher Sicht auf die Inselwelt der Ägäis (Thirasia, Palea, Nea Kameni). Nirgends ist der berühmte Sonnenuntergang auf Santorini faszinierender! Das Leben im «Grace» (gelegen im Dörfchen Imerovigli) ist

luxuriös: Der Champagner fliesst schon am Frühstücksbuffet. Natürlich hat auch das kleine, feine Restaurant Meersicht. Alle Zimmer sind elegant; Suiten-Gäste freuen sich über einen eigenen Plunge-Pool und einen Hamam im Badezimmer. HE INFO DZ ab EUR 275.–, www.santorinigrace.com

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weekend

Reisen

Geheimtipp Sanya «Ritz-Carlton» lockt mit Meersicht, grosszügigen Pools und erstklassigen Restaurants auf die Insel.

Golf & Buddha: In Sanya ist alles etwas grösser u Die

Golfer-Insel! Sanya und die Insel Hainan werden unter Golfern als neues Paradies gehandelt. Ein Dutzend Plätze gibt es schon, ein weiteres Dutzend ist in Planung. Wie immer bei den Chinesen darf alles ein wenig grösser sein: Im Golfklub Sun Valley, gleich neben dem «Ritz-­ Carlton» in Sanya, gibt es Chinas einziges Par 6: Loch Nummer 18, 757 Meter lang, bergauf. Die ultimative Herausforderung! Sun Valley ist auch sonst erstklassig: tolles Klubhaus, clevere Caddies (www.sunvalleygolfresort.com). Zweite Empfehlung: Yalong Bay. Der Platz ist unter Chinas Top 10 gelistet. 101 Bunker säumen den Weg (www.yalongbaygolfclub.com).

u Der

Rekord-Buddha! Religiöse Kultstätte oder buddhistisches Disneyland? In Nanshan, 40 Minuten von Sanya entfernt, steht der grösste Buddha der Welt: 108 Meter – mit Eintrag ins Guinness-Buch! TouristenTrams führen zu goldenen Tempeln, idyllischen Parks und zur mächtigen Statue am Meer.

u Monkey

Island Wer MakakenAffen mag, peilt mit einer abenteuer­ lichen Gondelbahn Monkey Island auf ­Nanwan an: Die 1800 kleinen Kerlchen, aufgeteilt in verschiedene Rudel, sind süss und fotogen. Die zirkusähn­ lichen Shows eher skurril.

Sun Valley Golf! Elegantes Klubhaus, clevere Caddies, ultimative Herausforderung: Par 6, 757 Meter lang.

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Cool In den «Lagoon Rooms» gehts vom Bett über die Terrasse direkt in den Pool.

«Ritz Carlton»-Lo

«RITZ-CARLTON SANYA»: TOP-RESORT auf dem «HAWAII

Palmen, Strand u Endlose Strände, verblüffende Hotels, erstklassige Golfplätze: Sanya auf der Insel Hainan, nur 70 Flug­ minuten von Hongkong entfernt, ist ein Geheimtipp. «Das chinesische Hawaii», schwärmen die Chinesen.

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itz-Carlton, Yalong Bay bei Sanya, auf dem gleichen Breitengrad wie Hawaii. 80 Prozent der Gäste im noblen Fünf-Sterne-Resort an der schönsten Bucht der Insel sind Chinesen. Sie sind meist ziemlich reich (einige reisen im privaten Airbus an!), sprechen fast nur Chinesisch und begegnen dem westlichen Luxus-Lifestyle mit einem gewissen Unbehangen und Unsicherheit. Am ehesten trifft man sie im riesigen hoteleigenen Louis-Vuitton-Store. Und natürlich am gewaltigen, asiatisch ausgerichteten Frühstücksbuffet. 250 verschiedene Schalen, Schälchen und Dim-Sum-Körbchen stehen zur Wahl. Gesottene Hühnerfüsse und Schweineschnauzen-Curry inbegriffen. u Vom Bett in den Pool Das «RitzCarlton» hinterlässt auf Hainan einen blendenden Eindruck. Bereits das kleinste Zimmer ist riesig (60 m2), meist mit


bby Grosszügig, mit eleganter Bar am schönsten Punkt des Resorts. Die «Ritz»-Villas direkt am Meer. Yoga und Tai-Chi gibts am eleganten Privatpool.

CHINAS»

nd Hühnerfüsse Meersicht und grosszügigen Badezimmern; ein TV-Gerät ist im Spiegel (!) integriert. Raffiniert die «Lagoon Rooms» im Erdgeschoss: Der Gast taucht von seiner kleinen Veranda direkt hinein in den grosszügigen «Lagoon Pool»! Grenzenlos ist der Luxus in den bis zu 2800 m2 grossen Villen: Man blickt aus dem privaten Schwimmbecken direkt auf das palmenumsäumte Südchinesische Meer. Der Butler steht rund um die Uhr stramm. Die Ferien beginnen schon vor der Anreise: Ein «Romanceologist» meldet sich bereits zu Hause und erkundigt sich nach Sonderwünschen. u Bella Italia am Ende der Welt: «End of the Earth» nannte man Sanya früher. Am Ende der Welt isst man grossartig. Dass Peking-Duck und Shangai-Dumplings im kantonesischen Restaurant Pearl erstklassig sind, war zu erwarten. Verblüffend

ist die Karte im Seafood-Restaurant Sand fast direkt am Meer. Hier sorgt der erst 27-jährige Philippe Bruneau, früher beim Genfer 19-Punkte-Star Philippe Chevrier am Herd, für Sternstunden. «Signature Restaurant» ist das «Sofia» – süditalienische Küche (Gnocchi mit Hummer, Trüffel), überragend gut zubereitet vom jun-

gen Chef Maurizio Bombini aus Monaco: «Den Seafood kriegen wir fangfrisch hier auf der Insel, das Wagyu-Beef lassen wir aus Australien einfliegen.» u Fun on the beach! Nirgends sind Strand und Wasser schöner als am Yalong Beach. Also ist an den 300 Sonnentagen viel los: Die Jetski-Fahrer zischen über die Wellen, Paraglider schweben übers Wasser. Nur etwas ist leicht unheimlich: Draussen am Horizont, am südlichsten Punkt Chinas, kreuzen die grauen Kriegsschiffe der Marine.  URS HELLER

check-in u Anreise Mit Swiss täglich nach Hongkong. Dann mit

Hongkong Airways in 70 Minuten nach Sanya u Hotel Ritz-Carlton ist der Platzhirsch: 450 Zimmer, Suiten und Villen am schönsten Strand der Insel (Yalong Beach). Zwei riesige Pools, Cabanas direkt am Meer u Restaurants Solide Cantonese Cusine («Pearl»). Exzellenter lokaler Seafood («Sand»). Verblüffende Italo-Küche («Sofia»). DZ ab CHF 250.– u Info www.ritzcarlton.com

Mangosaft? Der Beach-Boy serviert mit dem Segway.

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En Guete Aromatisch Randensalat mit Pep.

Sibylle Sager

weekend

mit Köchin

Power für den Winter!

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Randensalat mit Erdnüssen

Zutaten (Vorspeise für 4 Personen) Sauce 1 Teelöffel Senf, 3 Esslöffel Obstessig, 41/2 Esslöffel Rapsöl, 1 Bund Schnittlauch, fein geschnit­ ten, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer Salat 500 g gekochte Randen, geschält, geviertelt, in ca. 3 mm dicken Scheiben, 11/2 Esslöffel Erdnussbutter (z. B. Barney’s Best Peanut Butter creamy), 1 dl Wasser, 2 Äpfel (z. B. Boskop), geviertelt, entkernt, in ca. 3 mm dicken Scheiben, 100 g Nüsslisalat, 2 Esslöffel gesalzene Erdnüsse, grob gehackt Vor- und zubereiten 30 Min. u Für

die Sauce alle Zutaten in einer Schüssel gut verrühren, würzen. Für den Salat Randen zur Sauce geben, mischen. Erdnussbutter und Wasser in einer weiten Pfanne gut verrühren, warm werden lassen. Apfelscheiben daruntermischen, ca. 3 Min. dämpfen, mit der Erdnusssauce unter die Randen mischen. Nüsslisalat auf Tellern verteilen, Randen-Apfel-Salat ringsum anrichten, Erdnüsse darüberstreuen (siehe Servier-Tipp).

Der Moment für einen feinen Herbstsalat ist perfekt. Denn: Währschafte Kost ist hochwillkommen. Und: Wir essen gern auch gesund!

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käse, in Rhomben, Baumnusskerne für die Garnitur Vor- und zubereiten 30 Min.

Herbstlicher Käsesalat

Zutaten (für 4 Personen) Sauce 1 Teelöffel Senf, 4 Esslöffel Weissweinessig, 4 Esslöffel Sonnen­ blumenöl, 1 Esslöffel Nussöl (z. B. Baumnussöl), 1 Schalotte, fein gehackt, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer Salat 1 Eisbergsalat (ca. 400 g), in feinen Streifen, 200 g Rotkabis, in sehr feinen Streifen, 200 g Trauben, halbiert, evtl. entkernt, 200 g Winzer­

Servier-tipp Der Salat kann nach Belieben auch in grosse Salatblätter (z. B. Chicorée, Eisberg, Radiccio) gefüllt werden.

u Für die Sauce alle Zutaten in einer Schüssel gut verrühren, würzen. Für den Salat alle Zutaten bis und mit Käse mit der Sauce mischen, anrichten, mit den Baumnusskernen garnieren. Dazu passt Nussbrot.

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Linsensalat mit Forelle und Papaya

Zutaten (für 4 Personen) Vinaigrette 2 Esslöffel Aceto balsamico bianco, 3 Esslöffel Olivenöl, 1 Schalot­ te, fein gehackt, 3 Esslöffel glatt­ blättrige Petersilie, fein geschnitten, 1 Esslöffel Oregano, fein geschnitten, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer Salat 5 dl Gemüsebouillon, 250 g grüne Linsen, 300 g geräucherte Forellen­ filets, in Stücken, 2 Papayas (je ca. 350 g), längs geviertelt, in

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ca. 5 mm dicken Scheiben, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer, 1 Castelfranco oder Radicchio di Treviso, in Blättern Vor- und zubereiten ca. 35 Min. Ziehen lassen ca. 30 Min. u Für die Vinaigrette Aceto balsamico und alle Zutaten bis und mit Oregano in einer Schüssel gut verrühren, würzen. Für den Salat Gemüsebouillon in einer Pfanne aufkochen, Hitze reduzieren. Linsen beigeben, zugedeckt ca. 30 Min. weich köcheln. Evtl. abtropfen, auskühlen, mit der Sauce mischen, zugedeckt ca. 30 Min. ziehen lassen. Forellenfilets und Papaya beigeben, sorgfältig mischen, würzen. Blätter in tiefe Teller verteilen, Salat darauf anrichten.

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Herbstgemüse-Salat Zutaten (für 4 Personen) Sauce 4 Esslöffel Weissweinessig, 4 Esslöffel Rapsöl, 2 Esslöffel Gemüse-

bouillon, 1 Teelöffel Ingwer, fein gerieben, 1 Esslöffel Zitronenmelisse, fein geschnitten, Salz, nach Bedarf Salat 400 g Kürbis (siehe Hinweis), 1 Rettich (ca. 300 g), 2 Rüebli (ca. 150 g), 1 kleine rohe Rande (ca. 200 g) Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für die Sauce alle Zutaten bis und mit Melisse in einer Schüssel verrühren, salzen. 4 Esslöffel Sauce beiseite stellen. Für den Salat Kürbis, Rettich und Rüebli in feine Streifen schneiden, mit der Sauce mischen. Die Rande am Gemüsehobel in möglichst dünne Scheiben schneiden, auf Tellern anrichten, beiseite gestellte Sauce darüberträufeln, Salat darauf anrichten. Hinweis Kürbissorten wie Acorn, Butternut, Oranger Knirps / Potimarron und Sweet Dumpling können roh gegessen werden. Es gibt jedoch Sorten, die zuerst blanchiert werden sollten; deshalb beim Einkaufen nachfragen, ob der Kürbis roh gegessen werden kann.

u «al dente» ab dem 8. November

wieder auf Sendung auf SF 1 u Bis dahin müssen Sie nicht auf «al

dente»-Rezepte verzichten. Im aktuellen «al dente»-Newsletter finden Sie die Rezepte zur Saison. Gratis-Anmeldung unter www.newsletter.aldente.ch

impressum Nr. 42, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­ redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors) creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­haltungs­­chefin Bettina Portmann Politikchef Lukas Egli wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Thomas Kutschera (stv. Nachrichtenchef), Marcel Huwyler Unterhaltung Daniela Zivadinovic (stv. Unter­haltungs­ chefin), Sandra Casalini, Bar­bara Halter, Sylvie Kempa, Thomas Renggli Sport Alejandro Velert kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler Gesundheit Verena Thurner, Lisa Merz Ko­ordi­na­tion Sonder­hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Fabienne Hubler, Denise Zurkirch Fotografen Thomas Buch­walder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Layout/Pro­duk­tion Björn Vondras (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller Ständige Mit­arbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl-Latour, Samuel Stutz, Elizabeth Teissier si online Barbara Lanz (Leitung Redaktion), Javier Vázquez (Web-Engineer), Giuseppe Cerrato, Anouk Haimoff, Yasmin Merkel, Ramona Thommen (Praktikantin) iPad René Haenig (Leitung), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Regula Revellado, Renée Sylvia Schauecker Buchhaltung Mirella Vignoni

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Nicole Wesche Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf International Fax +41-44-259 69 96 Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Fax 044 - 259 86 69 Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original SA; Previon AG; Presse TV AG; Radig AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd.; Ringier Vietnam Company Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

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Restaurant Wiederkehr Zürichstrasse 16 / Denkmal­ strasse 13 6004 Luzern Tel. 041 - 410 41 44, Alle Kreditkarten ausser Amex EC-Direct und Postcard Sonntag und Montag geschlossen, Samstag erst ab 18 Uhr geöffnet www.restaurant-wiederkehr.ch

Schlemmen in der Stadt Luzern Tiziana und Markus Wiederkehr vertrauen einem begabten, jungen Chef: Roland Schwarzenbach.

Liebe auf den ersten Lollipop «Wiederkehr», Luzern Luzerns etablierte Köche kriegen Konkurrenz: Roland Schwarzenbach macht im «Wiederkehr» einen erstklassigen Job. Dass er ganz allein am Herd steht, merkt man kaum. Wir kehren wieder! Roland Schwarzenbach kocht im NEU getestet hinter dem Postamt verborgenen Restaurant Wiederkehr (beim Löwendenkmal) mangels Brigade zwar ziemlich einsam, aber ausgezeichnet. Wer die eine oder andere kleine Wartezeit nicht scheut, nimmt ihn gerne auf die Liste der angenehmen Stadtluzerner Feinschmecker-Restaurants. Bei uns wars gewissermassen Liebe auf den ersten Lollipop: Ein Milken-Saltimbocca wurde da serviert, auf pochiertem Ei, mit Kartoffelschaum und Sommertrüffel. Ein «steiles» AmuseBouche! Der erste Gang war genauso

raffiniert: Tatar (vom Angus-Rind) mit einem «Deckel» von karamellisiertem Ziegenkäse, Kräutersalat. Die sauber kross gebratene Entenleber gabs mit Kapern und Äpfeln; von der auf der Karte angedrohten Schokolade war wenig zu spüren. Beim schottischen Lachs schätzten wir die präzise Zubereitung («mi-cuit»), die Fèves-Bohnen und deren Schaum; ein etwas mutigerer Griff in die Fleur-de-Sel-Büchse wäre allerdings nicht falsch gewesen. Für die Hauptgänge gibts im «Wiederkehr» einen Hoflieferanten: Holzen – mit exzellentem Fleisch vom Bürgenberg. Wir entschieden uns fürs Limousin-Kalb und kriegten zwei Varian-

ten: die Kalbsbacke, zwanzig Stunden lang weich geschmort. Und das Filet, mit sicherer Hand gebraten; der MaggiaPfeffer dazu war gut dosiert. Eine ähn­ liche Variation gibts auch vom HolzenAngus-Rind: Schulterspitz und Filet. Bei den Quer-Einsteigern Markus und Tiziana Wiederkehr gefiels uns so gut, dass wir uns auch noch Zeit nahmen für das Käseangebot. Angenehm: Die Käse aus der Region spielen die Hauptrolle. Nur wenn ein Produkt so gut ist wie der Tomme aus Rougemont, schafft er es ins Angebot. Faire Preise, im Sommer Service im Innenhof. 

Fotos Bruno Voser

wein-tipp Champagner von Lidl Im März 2009 wurde in der Schweiz die erste Lidl-Filiale eröffnet. Mittlerweile gibts bereits rund 50 Läden. Ein Geheimtipp des Weinsortiments ist der Prestige-Champagner Champagne Bisinger & Co. Premium Cuvée (12 %). Er leuchtet in hellem Goldgelb

und duftet nach Brioche- und Toastaromen. Im Gaumen ist er schmelzig auf der einen Seite und frisch auf der anderen. Die Mousse ist fein und wunderbar in der Frucht integriert, was den Cham­ pagner sehr elegant wirken lässt. Eine Entdeckung, die man ideal zum Apéro servie-

ren kann, aber auch zu einer Terrine, Häppchen mit Pilzen oder verschiedenen Tapas. Bei diesem Champagner handelt es sich nicht um einen neu kreierten Namen – wie bei anderen DiscountChampagnern üblich. Sondern um eine Marke, die 1875 gegründet wurde.

Erhältlich bei Lidl. Trinktemperatur: 6 bis 8 Grad. u CHF 29.99

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weekend

Auto

SCHON GEFAHREN FORD C-MAX

Doppeltes Flottchen Aus einem Kompaktvan werden zwei: Um für jeden Kunden den richtigen Typ zu bieten, rollt die neue, zweite Generation des Ford C-Max in zwei Karosserievarianten an.

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as «Weltauto» des Autoriesen Ford ist ein Europäer: Der ganz auf hiesige Kunden geschneiderte Kompaktvan C-Max steht als erster Ford auf jener neuen Chassis­ architektur, die künftig unter allen Kompaktwagen von Ford stecken wird – bis 2012 in zehn Autos, die in 120 Ländern rund um den Globus zwei Millionen Mal im Jahr verkauft werden sollen. Damit ist der neue C-Max quasi ein Prüfstein, ob die neue Technikbasis alle Kundenwünsche zu erfüllen weiss. Genau dazu gibt es ihn jetzt quasi doppelt: Der 4,38 Meter lange C-Max richtet sich an

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schweizer illustrierte

Freizeit- und der 14 Zentimeter längere Grand C-Max an Familienmenschen. Der Grand punktet zudem mit Schiebestatt Schwingtüren, optional (für CHF 1000.–) mit sieben statt fünf Sitzen, mit noch mehr Luft für Füsse und Köpfe – sowie mit pfiffigen Ideen wie dem hinteren Mittelsitz, der mit wenigen Handgriffen im Boden des Sitzes daneben verschwindet und den

Überwiegend freundlich Das adrette Styling gefällt ebenso wie die guten Sitze. Nur das Bedienfeld des Multimediasystems verwirrt.

Durchgang nach ganz hinten freigibt. Umso verblüffender, wie wenig sich dieser talentierte Van nach Van anfühlt. Handlich, beinahe spielerisch und mit präziser Dynamik flitzt er um alle Kurven. «Wer sich für einen Kompaktvan entscheidet, will nicht auf Fahrspass verzichten», erläutert uns C-MaxProjektchef Rainer Geschwentner: «Und er ist übrigens auch weltweit der erste Ford mit dem 1,6-Liter-Eco-BoostMotor.» Der neue Benziner hat es in sich: Downsizing macht Hubraum heute nebensächlich. Stolze 150 oder 182 PS leistet dieser Turbomotor, soll aber nur 6,6 l/100 km brauchen (Werksangabe). Er zieht enorm kräftig an, dreht gierig hoch, wirkt spontan und läuft seidig. Ein echtes Sahnestückchen mit einem feinen Sechsganggetriebe. Für einmal schlägt diese Kombination sogar die gelungenen Diesel. Gute Zutaten für das «Weltauto». Timothy Pfannkuchen


news

MERCEDES CLS-KLASSE DAS VIERTÜRIGE COUPÉ IN der ZWEITEn GENERATION u Während die Konkurrenz gerade erst mit eigenen Modellen kontert, bringt Mercedes im Januar die zweite Generation des «viertürigen Coupés» CLS. Der wirkt wuchtiger, muskulöser und höchst elegant; wie eine E-Klasse im Designerkleid. Ein Highlight sind die optionalen LED-Scheinwerfer, die als erste ihrer Art auch Kurven- und Abbiegelicht beherrschen. Die CLS-Palette umfasst V6-Diesel und V6-Benziner (265 und 306 PS) zu Preisen ab CHF 95 500.–. Zum Händlerstart werden aber auch der CLS 250 CDI Blue Efficiency (204-PSDiesel, Werksangabe 5,1 l/100 km) und der neue Achtzylinder mit 408 PS parat stehen. Alle Modelle verfügen über das siebenstufige Automatikgetriebe.

Dynamisch Der Ford C-Max sieht schneidig aus und fährt sich auch genauso handlich.

FORD C-MAX / GRAND C-MAX

Gestreckt Der Grand C-Max ist 14 Zentimeter länger und hat Schiebetüren hinten. u Motoren Benzin 105 bis 182 PS,

Diesel 95 bis 163 PS u 0 bis 100 km/h 8,5 bis 14,3 s u Spitze 177 bis 217 km/h u Verbrauch 4,6 bis 6,9 l/100 km u CO2-Ausstoss 119 bis 159 g/km u Energieeffizienz A bis C u Verkauf ab 11. November 2010 u Preis ab CHF 26 250.– u Konkurrenten Citroën C4 Picasso und

Grand Picasso, Mazda 5, Renault Scénic und Grand Scénic, Opel Meriva und Zafira, Peugeot 3008 und 5008, Toyota Verso, VW Touran u. a. u Unser Urteil Zwei Längen hin oder her: Der C-Max profiliert sich als das neue Fahrspassmobil der Kompaktvanliga. Auch Komfort und Variabilität überzeugen. Das sollte angesichts der günstigen Preisgestaltung zum Erfolg reichen.

HONDA JAZZ HYBRID MIT ZWEIERLEI HERZEN INS STADTGETÜMMEL u Mit dem Jazz startet im kommenden Frühjahr der vierte Hybrid in der HondaPalette. Wie Civic, Insight und CR-Z nutzt der Cityflitzer einen 1,3-Liter-Benziner mit 88 PS plus den 14-PS-Elektromotor als Antrieb. Der Jazz kann zwar als «milder Hybrid» leider niemals rein elektrisch fahren, doch ändert es nichts am Spareffekt: Er soll 4,4 l/100 km verbrauchen und zudem nicht allzu teuer werden. Der Preis des Japaners ist derzeit noch offen, doch dürften es wohl gut CHF 26 000.– werden. Der Rest bleibt ganz unverändert. Gottlob: An dem Fünftürer beeindrucken auch weiterhin sein für einen Kleinwagen enormes Raumangebot und die be­sonders variable Sitzarchitektur. schweizer illustrierte

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publireportage Begeistert dabei 50 Läufer des Ochsner Sport RunningTeams 2010 nahmen am Asics Grand 10 in Berlin teil.

Erfolg fürs Running-Team Das Finale des Ochsner Sport Running-Teams 2010 Fünfzig Läufer reisten für den Asics Grand 10 nach Berlin.

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ine tolle Aktion! 42 000 Leute melde­ ten sich für das Running-Team 2010 von Ochsner Sport an. 500 Glück­ liche gewannen ein exklusives Spon­ soring-Package der Marke Asics mit Schuhen, Jacke, Shirt und Tights. Und 50 davon reisten am 9. Oktober an den Asics Grand 10 nach Berlin. Pünktlich um 10.10 Uhr am 10. 10. 2010 fiel beim Schloss Charlottenburg in Berlin der Startschuss für den Zehn-Kilometer-Lauf. Die Läufer erwartete bei wunderschönstem Herbstwetter eine abwechslungsreiche Strecke – sie führt sogar durch den Zoo, bei Nashorn und Panther vorbei. Heidi Lischer, Marcel Konrad und Fabienne Morgenegg, die drei Teilnehmer, die von der Schweizer Illustrierten die letzten Monate begleitet wurden, gingen locker an den Start. Dank des Ochsner Sport Running-Teams erhiel­ ten sie nicht nur eine Topausrüstung, son­ dern auch viele Lauftipps. «Mir hat die Laufberatung am Running Day in Luzern sehr geholfen. Ich konnte meine Armhaltung verbessern und habe gelernt, die Schrittlänge richtig auszunutzen», sagt Fabienne Mor­ genegg. Beim Zieleinlauf gab es dann nur strahlende Gesichter zu

sehen. «Ich lag sogar etwas unter meiner erhofften Zeit von einer Stunde und fühlte mich noch richtig fit, als ich ins Ziel einlief», so Marcel Konrad. Auch Heidi Lischer war begeistert: «Die Atmosphäre am Lauf, die Distanz, das Wetter, die netten Leute – alles stimmte.» Die 50 Teilnehmer, die mit Ochsner Sport nach Berlin reisen durften, erlebten ein ein­ zigartiges Wochenende. Am Samstag vor dem Lauf genossen sie eine Stadt­rundfahrt, im Hotel Ellington wurden sie kuli­narisch verwöhnt, und gegen den Muskelkater half die eigens mitgereiste Physiotherapeutin. Dies alles gibt es auch im nächsten Jahr zu gewinnen: Im Frühling 2011 starten die Anmeldungen für das Ochsner Sport Running-Team 2011. u Infos www.ochsnersport.ch

«Nach meinem letzten Berglauf war ich so erschöpft, dass ich eine Pause einlegen musste. In Berlin war die Lust zum Laufen wieder da. Alles war top!» Heidi Lischer, 47

«Der Asics Grand 10 war mein erster Lauf. Ich konnte ihn richtig ge­niessen. Die Zuschauer haben mich motiviert, es war fantastisch.» Marcel Konrad, 49

«Die friedliche Stimmung in Berlin war toll. Bei Volksläufen ist jeder am Schluss ein Gewinner, einfach, weil man mitgemacht hat!» Fabienne Morgenegg, 30


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierete Teilnahmen werden von der Verlosung ausgeschlossen. Teilnahmeschluss Sonntag, 24. Oktober 2010

schweizer illustrierte

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die fünften Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

Gewinnen Sie 3 × ein Pflege- Gesamtwert: 1188 Franke n! Set Caviar Performance von ARTDECO im Wert von je 396 Franken! Und so nehmen Sie teil: Der pure Luxus für die Haut. Nährender Kaviarextrakt, feinste Goldpartikelchen und liftende Wirkstoffe machen die ARTDECO Gesichtspflegelinie Caviar Performance zu einem El-Dorado für reifere, anspruchsvolle Haut. www.dekora.ch

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Teilnahmeschluss Sonntag, 24. Oktober 2010

Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 24. Oktober 2010

Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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schweizer illustrierte

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Spiele Sudoku

mittel

Gewinnen Sie 2 × ein ElectroluxGesamtwert: 1042 Franken! Staubsauger UltraOne green ZG8800 im Wert von je 521 Franken! Und so nehmen Sie teil:

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2 4 9 5 7 6

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Teilnahmeschluss Sonntag, 24. Oktober 2010

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schwer

Gesamtwert: 1000 Franken! Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://wapteilnahme-online.vpch.ch/ SCH24528 (über das Handynetz)

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Teilnahmeschluss Sonntag, 24. Oktober 2010

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Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Western, 2. Erlesen, 3. Rondell, 4. Bernina, 5. Experte, 6. Girlitz, 7. Oedland, 8. Nikotin, 9. Nervoes, 10. Erdball, 11. Neulich, 12. Hebamme, 13. Alphorn, 14. Trennen, 15. Dodohug, 16. Einheit, 17. Rancher, 18. Hamster, 19. Aletsch Lösungssatz: Wer begonnen hat, der hat schon halb vollendet.

REBUS

Lösung: SONNE

Lösung: 715

TRAUBE SEKT GLAS TRUBEL

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3 7 2 6 5 1 4 9 8

5 8 6 7 1 3 9 2 4

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 800 Franken! Gewinnen Sie 8 × einen Gutschein für ein Essen im Bergrestaurant Uto Staffel im Wert von je 100 Franken!

Lösung: SAENGERIN

SUDOKU mittel 9 6 5 8 7 4 2 3 1

7 06010002549

Rebus

Auflösung aus Heft 41

1 2 3 =

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Und so nehmen Sie teil:

Nehmen Sie die kühlere Jahreszeit zum Anlass, eine neue Fremdsprache zu lernen. Ob für die nächste Reise oder um mit Bekannten zu kommunizieren: mit diesem Spanisch-Paket sind Sie optimal gerüstet.

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schwer 2 9 3 4 8 6 5 1 7

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3 8 5 6 2 7 1 9 4

5 9 2 3 4 8 7 6 1

4 1 8 7 9 6 2 5 3

7 3 6 2 5 1 8 4 9 06010002548

06010002053

Lösung: 475

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierete Teilnahmen werden von der Verlosung ausgeschlossen.

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Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


«Mit 500 Franken schütze ich atlantischen Regenwald» Knorr verlost 100 Mal 500 Franken für grünes Engagement: Tanja Frieden geht mit gutem Beispiel voran: «Jede und jeder kann etwas tun, um die Umwelt zu schützen. Mit 500 Franken kaufe ich ein Stück Regenwald und schütze ihn.»

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ine gesunde Umwelt liegt Knorr am Herzen, denn Gemüse und Kräuter schmecken nur dann am besten, wenn sie in intakter Natur wachsen können. Mit dem Programm «Anbau für die Zukunft» arbeitet Knorr eng mit seinen Bauern und Lieferanten zusammen und geht nun noch einen Schritt weiter: Mit der Aktion «Grün gewinnt» werden 100 Mal 500 Franken für Ideen verlost, die der Natur Gutes tun. Snowboarderin Tanja Frieden weiss genau, was sie mit 500 Franken macht: «Ich kaufe dafür atlantischen Regenwald – er ist die Schnuufi, also die Lunge der Erde. Wird er zerstört, hat das weltweit verheerende Auswirkungen.» Besonders schlimm steht es um den atlantischen Regenwald in Brasilien. Nur noch sieben Prozent der ursprünglichen Fläche sind vorhanden. «Dabei ist er der artenreichste Wald der Welt, wo 456 verschiedene Baumarten wachsen.» Nicht nur die Pflanzenwelt sei gefährdet, sondern auch die Tierwelt. Tanja meint es ernst mit ihrem Engagement für die Natur. «Ich kann nicht anders. Wir

können doch nicht einfach zusehen, wie unser Planet zerstört wird.» Tanja Frieden lebt auch im Alltag so umweltfreundlich wie möglich. «Ich esse viel Gemüse, das ich auf dem Bauernhof einkaufe. Natürlich saisonal.» Klar kaufe sie auch exotische Sorten wie beispielsweise Avocados. «Aber dann in Bioqualität.» Am liebsten kocht sie frische Zutaten; wenns schnell gehen muss, gibts auch mal eine Suppe aus dem Beutel. «Ich bin ein richtiger Suppenfan!» Fleisch esse sie wenig, denn die Energie- und die Futtermenge, um eine Kalorie Fleisch zu produzieren, sei riesig. «Information ist das Wichtigste. Wenn wir das Wissen über die Zusammenhänge haben, leuchtet es allen ein, etwas für die Umwelt zu tun. Jeder muss bei sich anfangen.» Tanja Frieden hätte auch noch eine weitere Idee, die 500 Franken von Knorr aus­ zugeben: «Aus einem Rasen eine Magerwiese machen, damit die Schmetterlinge wieder in den Garten kommen.» u Regenwald kaufen www.atlanticrainforest.org

KNorr verlost 100 mal 500 Franken für grüne wünsche Möchten Sie wie Tanja Frieden in die Umwelt inves­tieren? Beispiels­ weise einen Garten in Ihrer Schule anlegen? Träumen Sie vielleicht von einem neuen Fahrrad oder einem Abo

für die öffentlichen Verkehrs­mittel? Dann schicken Sie uns Ihre Ideen als Foto oder Text, und lassen Sie Ihre grünen Wünsche wahr werden. Unter den kreativsten Ideen für eine

grüne Zukunft verlost Knorr 100 Mal 500 Franken. Jetzt mitmachen – mit beiliegendem Talon oder auf direkt auf der Website www.schweizer-illustrierte.ch

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Tropischer Regenwald im Tropenhaus Frutigen. Tanja als Tierfan posiert mit Schildkröte.


publireportage


publireportage Kürbissuppe Jetzt im Herbst das ideale Znacht: Suppen sind leicht, gesund und wärmen.

Die Natur sorgt für intensiven Geschmack

Knorr setzt auf Ökologie: Anbau für die Zukunft heisst das nachhaltige Programm, zu welchem sich bis 2012 alle Landwirte, die für Knorr Rohstoffe liefern, verpflichten.

K

norr weiss: Gemüse und Kräuter, die unter freiem Himmel wachsen und zur richtigen Zeit geerntet werden, schmecken am besten und haben einen optimalen Gehalt an Nährstoffen. Deshalb verwendet Knorr nur sonnengereiftes und saisonales Freilandgemüse. Tausende Tonnen werden jährlich verarbeitet – das ist auch eine Verpflichtung: Knorr hat deshalb das Programm «Anbau für die Zukunft» ins Leben gerufen, mit dem Bauern unterstützt, aber auch verpflichtet werden, nachhaltig zu produzieren. Sonnengereift und erntefrisch werden

die Gemüse und Kräuter dann schonend getrocknet und beispielsweise in Beutelsuppen verarbeitet. Trocknen als Konservierungsmethode erhält nicht nur einen Grossteil der Nährstoffe, sondern intensiviert auch ganz natürlich den Geschmack. Der Leidenschaft der Knorr-Chefköche für natürliche Zutaten und einen guten Geschmack ist es zu verdanken, dass so weit wie möglich auf Zusatzstoffe verzichtet wird. Auf jeden Fall gilt: Auf jeder Packung steht, was drin ist. u Mehr Informationen www.knorr.ch

ausgezeichnet Die Kürbissuppe von Knorr wurde Testsieger im natürlichen Geschmack. Natürlich ohne Geschmacks­ver­stärker und ohne Kon­servierungsstoffe.


Horoskop

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 24. bis 30. oktober 2010 Die Woche beginnt und endet mit einem positiven Venus-Aspekt, symbolisch für mehr Solidarität, erfolgreiche humanitäre Aktionen und grosse kulturelle Ereignisse. Auch die Liebe wird nicht zu kurz kommen, am 25. (Merkur in Konjunktion mit Venus) und

weekend

Dr. Elizabeth Teissier

«Diese Woche wird heiss geflirtet!»

am 29. (Sonne–Venus) sind die Vorzeichen günstig, um ein Fest oder Treffen zu organisieren. Am 27. bildet Saturn einen dissonanten Winkel zu Neptun, was oft für Fanatismus, Ausschreitungen, Anschläge, Probleme bezüglich der Umwelt usw. steht. Hoffen wir, dass die positiven Aspekte stärker sind!

widder 21.–30. 3. Sie können die Weichen für die Zukunft stellen, speziell auf dem Gefühlssektor tut sich einiges: am 25. und 29. sind Sie leidenschaftlich und stürmisch, erleben unvergessliche Momente. 31. 3.–9. 4. Sie haben am 26. gute Karten für einen Termin. Am 28. ist Sand im Getriebe, es kommt zu Verspätungen. Pro­ bleme in einer Partnerschaft können sich zuspitzen (am 27.), Sie müssen diplomatischer vorgehen. 10.–20. 4. Am 27. können Sie ein Missverständnis aufklären. Am 26. und 28. sollten Sie nicht auf Klatsch hören!

stier 21.–30. 4. Auf Ihren Partner hören, der die Lage klug einschätzt! Am 25. und 29. stehen die Zeichen auf Flirts, niemand kann Ihnen widerstehen. Gute Kon­ takte ins Ausland am 26. 1.–10. 5. Nichts überstürzen, bei Verhandlungen auf Nummer sicher gehen (am 27., 28.). 11.–20. 5. Eine positive Wende zeichnet sich ab. Vor allem nach dem 15. Geborene können mit einer Glückssträhne rechnen: Jupiter und Uranus versprechen Gewinn, eine schicksalhafte Begegnung (24., 25.). Bleiben Sie aber realistisch, tappen Sie nicht in eine Falle (27., 28.)!

zwillinge 21.–31. 5. Am 25. und 26. setzen Sie Ihren Charme erfolgreich ein, am 30. sind Sie schlagfertig. Am 28. ist etwas Sand im Getriebe. 1.–10. 6. Am 26. Ihrem In­ stinkt folgen, nicht zu lange zögern! Vor dem 4. Gebore­ ne machen Nägel mit Köpfen, sind konstruktiv. Günstig für ein grösseres Vorhaben wird der 27. 11.–21. 6. Sie sind in einer Phase grösserer Umwälzungen, sollten sich mit einer neuen Situation anfreunden. Juristische Pro­ bleme (26., 27.) könnten Mitte Dezember Konsequenzen haben, und Sie sollten kühlen Kopf bewahren.

krebs 22. 6.–1. 7. Superwoche! Sie stehen im Mit­ telpunkt, werden nach Strich und Faden verwöhnt (25., 28., 29.). Gehen Sie aus, organisieren Sie ein Fest! Am 26. ist ein Neubeginn (Partner?) möglich. 2.–12. 7. Sie wenden die richtige Taktik an, überzeugen mit Ihren Argumenten. Günstig für Verhandlungen, Reisen etc. der 27./28., am 24. haben Sie eine gute Nase. 13.–22. 7. Sie haben alle Trümpfe in der Hand, um die Weichen für die Zukunft zu stellen, sind physisch in Topform. Am 24., 25., 29. gelingt Ihnen ein Volltreffer (Gewinn, Heirat?).

löwe 23. 7.–1. 8. Sie können am 25. oder 29. ein grösseres Vorhaben beenden. Angehörige brauchen Ihre Hilfe, oder häusliche Probleme warten auf eine Lösung. Am 26./27. könnte Ihre Haltung falsch ausgelegt werden. 2.–12. 8. Ein neues Projekt kommt am 26. gut voran, am 27. haben Sie gute Karten für Verhandlungen und Kontakte. Aber am 28. kommt es anders als erwartet (Panne?). 13.–23. 8. Sie haben derzeit nicht den richti­ gen Durchblick. Speziell in finanziellen Dingen auf der Hut sein, voreilige Schritte vermeiden (am 25., 27., 28.)!

jungfrau 24. 8.–2. 9. Eine Woche im Zeichen aufre­ gender Begegnungen, heisser Flirts oder einer Versöh­ nung? Ihr Charme bezaubert, Sie erleben wahre Stern­ stunden (am 25., 29.). Sie sind kreativ und entdecken künstlerische Talente. 3.–12. 9. Sie zeigen sich schlag­ fertig, gehen taktisch klug vor. Günstig für Verhandlun­ gen, Weiterbildung, eine Reise usw. (25., 29.). Sie sind sehr aktiv und dynamisch, sollten aber am 27. und 28. nicht alles auf eine Karte setzen! Der Dialog (mit dem Partner?) könnte am 24. und 29. sehr fruchtbar sein.

waage 24. 9.–3. 10. Ein unerwarteter Gewinn sorgt am 25. oder 29. für gute Laune. Am 30. ein Treffen mit Freunden organisieren. Um den 26./27. Geborene kön­ nen ein Problem regeln. 4.–13. 10. Am 27. freuen Sie sich über eine gute Nachricht, einige schmieden Reisepläne. Die Geburtstage vom 4./5. Oktober ziehen Bilanz, müssen mit Restriktionen rechnen. Günstig für Verhand­ lungen der 27./28. 14.–23. 10. Sie überziehen Ihr Budget (25., 28.). Am 24. können einige einen Gewinn ver­buchen, sollten dies aber vorerst für sich behalten.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie geniessen das Leben in vollen Zügen, niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Begegnungen, Flirts? Am 25. und 29. erleben Sie un­ vergessliche Momente. Am 26. nicht zu viel erwarten. 3.–12. 11. Sie sind schlagfertig, knüpfen neue Kontakte (27.). Am 24. kommt Ihnen der Partner entgegen, am 28. legt man Ihnen Steine in den Weg. 13.–22. 11. Sie sind weiterhin auf Glückskurs, einige treffen voll ins Schwar­ ze (Resultate Mitte Dezember). Physisch sind Sie in Bestform (24.), sich aber nicht überschätzen (27., 28.).

schütze 23. 11.–2. 12. Diskussionen (Partner?) könnten am 25. und 26. ausarten. Am 30. können Sie mit Diplomatie einen Fehler wieder ausbügeln. Chroni­ sche Probleme könnten sich bessern. 3.–12. 12. Am 26. nicht jedes Wort auf die Waage legen, mehr Toleranz zei­ gen! Ein neues Projekt vorerst diskret behandeln. Damit können Sie Ihre Zukunft absichern. 13.–21. 12. Sie be­ kommen von unerwarteter Seite Unterstützung (24.). Am 27./28. müssen Sie mit Gegenwind rechnen. Familiä­ re Probleme machen Sorgen (Lösung Mitte Dezember?).

steinbock 22.–31. 12. Sie gehören zu den Favoriten der Sterne: Venus verspricht schöne Stunden, heisse Flirts (25., 29.). Neue Projekte entwickeln sich besser als geplant (28.), Sie erleben eine wahre Renaissance. 1.–10. 1. Sie entscheiden klug, verhandeln geschickt (27., 28.). Um den 1./2. Geborene fühlen sich eingeschränkt (chronische Beschwerden?). 11.–20. 1. Sie sind auf Er­ folgskurs, setzen erfolgreich neue Methoden ein. Am 24. und 25. verbuchen Sie einen Gewinn, freuen sich über eine gute Nachricht. Aufstieg? Begegnung am 29.

wassermann 21.–30. 1. Sie haben derzeit keinen leichten Stand: Eine Frau (Kollegin?) legt Ihnen Steine in den Weg. Es kommt zu Missverständnissen (25., 27., 29.). Am 28. oder 30. können Sie Verluste in Grenzen halten. 31. 1.–9. 2. Sie sind zerstreut, in Ihrer Kommunikation ist Sand im Getriebe (am 27. und 28.). Am 26. auf Ihre innere Stimme hören. 10.–19. 2. Sie verlieren schnell die Nerven und sind gesundheitlich anfälliger (25., 28.). Vermeiden Sie jedes Risiko (u. a. beim Sport). Am 27. können Sie einen Fehler wiedergutmachen.

fische 20. 2.–1. 3. Sie haben Rückenwind, kom­ men mit Ihren Projekten zügig voran. Venus verdoppelt Ihren Charme, Sie stehen im Mittelpunkt (25., 28., 29.). Exzellent für Reisen, Kontakte, Verhandlungen usw. 2.–10. 3. Sie knüpfen interessante Kontakte. Ihre Ideen fallen auf fruchtbaren Boden. Der 27./28. ist günstig für ein Treffen, einen Vertragsabschluss. 11.–20. 3. Sie sind physisch in Bestform, haben das Glück auf Ihrer Seite. Eine radikale Wende, die sich seit Frühling abzeichnet, bedeutet einen Neubeginn (24., 25., 29.).

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süssestes baby 2010

Da klatscht selbst die kleine Königin Mit dem Krönchen auf dem Kopf lässt sich Giulia als Sieger-Baby feiern.

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schweizer illustrierte


Giulia, das SiegerBaby Das e süssest

y b Ba 2010

Sie ist das süsseste Bébé! Die 14 Monate alte ­Giulia Friedli aus Neudorf LU gewinnt den Wettbewerb der Schweizer Illustrierten. Die Kleine liebt Lego, Bäbi und ­dräcklet gern.

Überzeugend So präsentierte sich Giulia Friedli den Lesern. Und wurde zum süssesten Baby 2010 gekürt.


süssestes baby 2010 «Giulia ist ein typisches Meitli, abgesehen vom Dräcklen» Mutter Petra Friedli hat schon als Kind davon geträumt, einmal ein Mädchen zu haben, dem sie die Haare schön kämmen kann.

Text thomas kutschera Fotos Nathan Beck

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a sitzt sie, das Krönchen auf dem Kopf, wie es sich für eine Königin gehört. Die Augen von Giulia Friedli leuchten. Sie ist 14 Monate alt – und das süsseste Baby 2010! «Wir sind stolz, dass Giulia es geschafft hat», sagt Mutter Petra. Sie kniet neben ihrer Tochter auf dem Stubenboden in ihrer Wohnung in Neudorf LU. Giulia packt die Krone, schaut sie kurz an und lässt sie zu Boden fallen – für sie ist das glänzende Ding ein Spielzeug wie jedes andere. 2500 Eltern haben an der Babywahl der Schweizer Illustrierten teilgenommen und ein Foto ihres Bébés eingereicht. Eine Jury (unter anderem Wetterfee Sandra Boner und Ex-MissSchweiz Stéphanie Berger) kürte die 15 herzigsten. «Als ich erfuhr, dass Giulia darunter war, kamen mir Freuden-­ tränen», erzählt Petra Friedli, 32. Das Sieger-Baby wählten dann die Leser. Giulias Bruder, der dreijährige Nicola, wollte jeden Tag an den Computer, um für seine Schwester zu stimmen. Doch auch Petra und ihr Mann Roger, 35, setzten alle Hebel in Bewegung. Sie warben für ihre Tochter auf Facebook, ebenso Giulias Coiffeuse. Und ihre Tante rührte die Werbetrommel unter ihren Arbeitskollegen. Mit Erfolg! Giulia Friedli war sowohl beim OnlineVoting als auch bei der Abstimmung via Coupon ganz vorn dabei – und wurde das Sieger-Baby. Und ihre Familie gewann ein Wellness-Wochenende in einem schönen Hotel. Sehr oft sei sie auf ihre Tochter angesprochen worden, erzählt Petra Friedli. «Etliche Leute wollten in den Kinderwagen schauen.» Eines Tages hätte gar eine ältere, wildfremde Frau aus dem Sankt Gallischen

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«Der Mister Schweiz kommt aus dem Kanton Luzern, die Miss Schweiz ebenfalls. Und nun auch noch die Miss Bébé!» an­gerufen: Giulia sei ein so herziges Mädchen, ob sie nicht mal mit ihm spazieren gehen dürfe, sie sei ab und zu in der Region Luzern. Mutter Petra: «Ich war völlig perplex, klemmte das Gespräch rasch ab. So was macht Angst.» Die meisten Reaktionen auf Giulias Teilnahme an der Ausschreibung seien positiv gewesen. Doch auch Neid gab es. Sie würden ihr Kind vermarkten, wollten mit ihm nur angeben, bekamen

Giulias Eltern zu Ohren. Petra Friedli belastete das: «Ich hatte schlaflose Nächte.» Doch heute Nachmittag herrscht Freude bei den Friedlis! Vater Roger lacht. Ein Arbeitskollege gratulierte ihm mit den Worten: «Der Mister Schweiz kommt aus dem Kanton Luzern, die Miss Schweiz ebenfalls. Und nun auch noch die Miss Junior!» Zur Feier des Tages gibts Schoggikuchen und u


Unterschiedliche Tischmanieren Giulia produziert rasch ein Schlachtfeld, Bruder Nicola mags gerne sauber.


süssestes baby 2010

«Dreimal ist Giulia gestern beim Aufs-SofaKlettern hin­ untergefallen. Dabei hatte sie doch schon eine dicke Beule»

Sie hat einen starken Willen Wenn ihr etwas nicht passt, kann sie minutenlang täubelen. Erd­beeren, Giulias Lieblingsessen. Was sie gar nicht mag, ist Käse. Doch oha lätz! Königliche Tischmanieren sehen anders aus. Den Löffel legt Giulia schnell zur Seite, greift mit den Händchen in den Kuchen, streicht ihn sich ins Gesicht und in die Haare – erst dann gehts mit dem Kuchen in den Mund. Innert Kürze gleicht der Tisch einem Schlachtfeld. «Du bist ein richtiges Mööri!», sagt Mutter Petra und lacht. Um dann doch zu betonen:

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«Wir lassen Giulia natürlich nur ab und zu so essen, wie sie es am liebsten tut.» Bruder Nicola ist diesbezüglich das pure Gegenteil – er mag es gern sauber. Vor Kurzem, bei seinem ersten McDonald’sBesuch, weigerte er sich, den Burger von Hand zu essen. Vater Roger: «Mit Messer und Gabel gings dann.» Auch draussen auf dem Spielplatz hats die Königin gern dreckig. Stundenlang kann sie mit Sand und Wasser hantieren, stopft sich auch schon mal

Steine in den Mund, «einmal sogar eine Schnecke», erzählt ihre Mutter. Als ihr Bruder Nicola so alt war, sei die Waschmaschine bei Weitem nicht so häufig in Gebrauch gewesen. «Nicola sass ruhig auf der Bank, er machte sich praktisch nie schmutzig.» Der Schoggikuchen ist aufgegessen, die Mutter zieht Giulia den Latz aus. Auch der Pulli hat eine Menge Schoggi abbekommen. «Komm, wir ziehen was Frisches an!» Im Nu ist Giulia auf den Beinen, wetzt in ihr Kinderzimmer – seit drei Wochen hat sie das Krabbeln hinter sich. Ihr erstes Wort war Mama, mit neun Monaten – vor ein paar Tagen kam ein zweites hinzu: Papa. «Mama, Mama», ruft Giulia, zeigt auf den Kleiderschrank. Mutter Petra öffnet ihn, eine Sinfonie aus Pink und Rosa hängt an den Bügeln. «Giulia ist ein richtiges Meitli, abgesehen vom Dräcklen.» Wenn ihr etwas nicht passt, erzählt die Mutter, rennt sie mit ihrem Nuschi laut schreiend durch die Wohnung und kann minutenlang weinen und täubelen. «Sie hat einen ausgesprochen starken Willen.» Und, was kann sie gar nicht ­leiden? «Wenn sie Hunger hat und das Essen nicht gleich kommt.» Oder sie, die Mutter, etwas mit Nicola alleine machen will. «Giulia ist ganz schön eifersüchtig.» Doch normalerweise sind die beiden Geschwister ein Herz und eine Seele. Wenn Nicola seinen Mittagsschlaf halten will, poltert Giulia laut an seine Tür. «Sie will ihn immer um sich haben.» Am glücklichsten ist Giulia, wenn sie mit Nicola in dessen Zimmer spielen kann: mit Lego-Steinen, ihren Bäbis, der Spielzeugküche. Auch u


süssestes baby 2010 u Tanzen

liebt sie! Im Moment läuft in Nicolas Zimmer pausenlos «Fabulös» von Fabienne Louves. Oft liegen die beiden Geschwister auch auf dem Stubensofa und kuscheln. Bruder Nicola: «Giulia hat es gern, wenn ich ihr ein Küsschen gebe.» Dreimal sei sie gestern beim Aufs-Sofa-Klettern hinunter­gefallen. «Dabei hatte sie doch schon eine dicke Beule. Trotzdem hat sie es so lange versucht, bis sie oben war.» Besonders liebt sie das Baderitual. Jeden zweiten Abend dürfen Giulia und Nicola mit ihrem Vater in die Bade­ wanne, eine halbe Stunde lang. Danach gibts für Giulia den Gutenacht-Schoppen – und um 20 Uhr gehts für sie ab in die Heia. Morgens um 7 Uhr ist Tagwacht, die Königin meldet sich mit «Mama, Mama». Petra Friedli: «Dann steht sie am Bettrand und empfängt einen mit einem Lachen, jeden Tag. Ein Sonnenschein!» Ist der Sieg bei «Das süsseste Baby 2010» der Beginn einer Model-Karriere? Vater Roger winkt ab: «Vielleicht wird sie mal Musikerin.» – «Oder RestaurantTesterin», ergänzt seine Frau, auch sie

Eine glückliche und stolze Familie Mutter Petra, 32, von Beruf medizinische Praxisangestellte, und Vater Roger Friedli, 35, Metallbauzeichner, mit Giulia, 14 Monate, und Nicola, 3. lacht. Dann erzählt sie vom Traum, den sie schon als Kind hatte. «Einmal ein Mädchen zu haben, dem ich die Haare schön kämmen und diese mit einem Mäschchen verzieren kann.» Giulia sei

leider keines von diesen Mädchen – im Moment wenigstens nicht. Solche Zierden lässt sie jeweils im hohen Bogen durch die Gegend fliegen. Nicht gerade wie eine Prinzessin! 


Notabene

Chris von Rohr

Lasst sie schreien!

W

as für neue sinn- und herzlose Trends fris­tig ist die Tendenz zu Rückfällen im kindlichen Schlafverhalten in Sachen Kinderbetreuung aufkom- jedoch sehr auffallend. Folgen eines Schlaftrainings sind unter anmen, erstaunt mich immer wieder. derem: Trennungsangst, verstärkte Schlafprobleme, Ess­störungen, Einst wars das künstliche Stillen, ungewolltes Abstillen, übertriebene Anhänglichkeit, Apathie oder das, gesteuert von der Pharmalobby, aggressives Verhalten. Die Eltern leiden zudem oft noch lange extrem gepusht wurde. Man wollte unter Schuld- und Versagensgefühlen. den Müttern weismachen, dass der Ein Säugling kann noch nicht alleine sein und braucht Pulver-Mix aus dem Shoppen gesün- permanent Kontakt zu einer Bezugsperson. Sein Bedürfnis nach der sei als die natürliche Muttermilch. Nähe, Wärme, Sicher- und Geborgenheit ist nicht nur tagsüber Resultat: Bleiche Kinder mit schwachem Immunsystem und vielen vorhanden. Gerade nachts wird durch die bedrohliche Dunkelheit Kinderkrankheiten. Dann kam das blindgläubige Durchimpfen aller dieses Bedürfnis noch stärker. Ein Säugling muss seine Bezugs­ Kleinkinder. Die Folgen davon kann heute ein Heer von angeschla- person spüren oder wenigstens hören können; es reicht nicht, wenn genen Erwachsenen ausbaden. Das Thema Impfschäden wird gerne sie sich im Nebenraum befindet. Er versteht nämlich noch nicht, verschwiegen oder verharmlost, und die Nadelapostel wünschen dass etwas auch existiert, wenn es nicht sicht- oder spürbar ist. sich insgeheim schon die Fledermausgrippe – die nächste PseudoMit sechs oder zwölf Monaten ist das Vertrauen eines Kindes in seine Bezugspersonen noch nicht gefestigt. pandemie! Nun der letzte Schrei: Frische Eltern werden mit der völlig absurden Ferber-Methode verwirrt und «Der neuste Es hat noch nicht die Fähigkeit entwickelt, angstfrei auf das Allein-gelassen-Werden zu reagieren. Für den verunsichert. Was propagiert dieses System, das erst- Schlaf­Aufbau der Bindungsfähigkeit und die ganze psychomals in den Kinderschlaflabors vom amerikanischen Doc Ferber entwickelt wurde und von seinen euro­ ratgeber soziale Entwicklung des Kindes ist es von grosser Wichpäischen Adepten Dr. Kast-Zahn (nomen est omen) und für Babys: tigkeit, dass seine Nächsten feinfühlig und zuverlässig auf seine Kommunikationsversuche reagieren und auf Dr. Morgenroth in die Welt hinausgetragen wird? Leider seine Bedürfnisse eingehen. kein schönes, erbauendes Morgenrot, sondern eher tiefste Tragischerweise lernt das Kind jedoch mit dem tiefste Nacht im Erziehungsdschungel. Nacht im Ein Schlaftraining ist eine verhaltenstherapeutiSchlaftraining etwas ganz anderes: Ich bin nicht sche oder Konditionierungs-Massnahme und entstammt Erziehungs- wichtig! Seine Kommunikationsversuche werden ursprünglich der Tierdressur. Ziel ist, dass ein Baby oder dschungel» ignoriert, seine Bedürfnisse nicht ernst genommen Kleinkind «lernt», ohne fremde Hilfe ein- und durchzuund erfüllt. Frustriert und erschöpft schläft es ein. schlafen. Es wird abends alleine in sein Bettchen gelegt und nach Das sich langsam aufbauende Vertrauen in seine Bezugspersonen einem festen Zeitplan schreien gelassen. Die Eltern dürfen zwischen bekommt Risse. diesen Warte-/Schreiphasen für zwei Minuten zu ihrem Kind gehen, Ein grosser Teil der erwachsenen westlichen Bevölkerung (in sollen es aber nicht mehr aus seinem Bett nehmen. Diese Behandlung der Schweiz ein Drittel!) leidet unter psychischen Erkrankungen – wird solange durchgeführt, bis das Kind schläft. Der Begründer selbst vor allem Angststörungen und Depressionen. Viele der ­Betroffenen verkündete, dass seine Methode der letzte Ausweg sein solle, bevor haben wenig Zugang zu ihren Gefühlen und sind ­unfähig, Bedürfnis«Eltern ihr Kind aus dem Fenster werfen». Meine Herznerven!! se zu äussern. Unterdessen sehen Experten eindeutige ZusammenDer Schlafratgeber «Jedes Kind kann schlafen lernen» hänge zwischen frühkindlichen Erziehungs­methoden und späteren ist in den Top Ten der Ratgeberliteratur, und das Training wird von psychosozialen und physiologischen ­Störungen. Das müsste nicht sein. Klar sind die ersten Jahre mit Babys unzähligen Eltern auf eigene Faust durchgeführt.Viele dieser Eltern schaffen es zum Glück nicht, ihr Kind mehrere Nächte lang schrei- des Nachts oft erschöpfend und grenzwertig, aber der grosse und end sich selbst zu überlassen. Da ferberisierte Kinder ausserdem wertvolle Einsatz, vor allem der Mütter, ist langfristig gar nicht hoch oft mit Entwicklungsstörungen und ­Panik auf die Vernachlässigung genug einzuschätzen. seitens ihrer Bezugspersonen ­reagieren, ersuchen jene danach Empfehlenswerte Lektüre zum Thema: «Ich will bei euch häufig Fachpersonen um Rat und Unterstützung. schlafen» von Sibylle Lüpold.  Eltern, welche bei ihrem Kind ein Schlaftraining durchgeführt haben, berichten kurzfristig ab und zu von «Erfolgen». Länger­- Chris von Rohr, 58, Musiker, Produzent und Autor

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Leser

«Steve war der Beste – gesanglich, charakterlich» u Gotthard-Sänger Steve Lee

ist tot, SI 41/2010 «Ich bin fassungslos und unendlich traurig über den Tod von Steve Lee. Ich bin schon lange Gotthard-Fan und wollte am 30. Oktober 2010 in Göppingen das Konzert besuchen. Auch mein Lebensgefährte ist mit 49 Jahren verstorben, ich fühle mit Steve Lees Frau, der Band und allen Angehörigen und Freunden. Der Tod

verändert alles; alles wird still und dunkel, aber die Musik von Gotthard hat mich immer wieder weitergetragen.» Anneliese Rämmler aus Deutschland

«Schön die Steve-Lee-Titelseite, dazu ein guter Artikel. Dennoch eine Bemerkung zur Aussage, dass Steve Lee im Gegensatz zum US-Schönling Jon Bon Jovi nicht arrogant war. Ich bitte Sie! Jon Bon Jovi

ist mitnichten arrogant, das finde ich unangemessen.» Roland Di Dario, Basel «Sie schreiben: ‹Steve Lee war ein sympathischer Mensch voller Charme und Charisma, der auch neben der Bühne keinerlei Star-Allüren zeigte›, da gebe ich Autor H. Elias Fröhlich vollkommen recht: Ja, Steve war auch für mich der Beste, gesanglich wie charakterlich. Als Gegensatz dann aber Jon Bon Jovi zu nennen und ihn als arroganten US-Schönling zu betiteln, ohne Ausstrahlung und mit Star-Allüren, finde ich fehl am Platz.» V. Haefeli, Döttingen AG

Freude an unseren Geschenken u Rose und Kaktus, SI allgemein «Bundesrat Merz dankt Ihnen für die Rose, die Sie ihm für seine Heiterkeit und sein Lachen überreicht haben. Ihr Geschenk ist so überraschend, wie sein Lachen spontan war.» Maria Calame, Generalsekretariat ­Eidgenössisches Finanzdepartement

«Für die kleine Schreibtischdekoration, den Kaktus, möchte ich mich bedanken. Selbstverständlich werde ich den Preis in Ehren bei mir behalten und nicht, wie Sie befürchten, im Abfall entsorgen. Ich nehme Ihre Geste mit Humor. Sicher wäre ich lieber mit der Rose gekrönt worden. Wer weiss, vielleicht kommt das ja auch noch.» Markus Hobi, Gemeindepräsident Flums SG

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. willi

«Dieser Schuss ist zwar nicht von dir, aber auch nicht schlecht, gell, Vater.»



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