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13. Juli 2010 CHF 4.50

TV-Star in Kuba

Mona  Vetsch Ihr Leben zwischen Kind und Karriere

nigin Sofia. sillas und Spaniens Kö Ca e ali Go e: bin Ka r de In

a r t x E M W So feierte Weltmeister Spanien. Die stärksten . n e ld e H ie D . te n e m o M Alle Tore. Die Bildeer.n 26 Seiten Emotion


Titelfotos Thomas Buchwalder, Alex Livesey / FIFA / FIFA via Getty Images; Inhaltsfoto Valeria Witters / EQ Images

Inhalt

HEFT 28, Dienstag, 13. Juli 2010

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u Goldiges Tiki-TakA Magisch. Sie sind die besten Fussballer der Welt. Und verzückten mit ihrem Kurzpassspiel nicht nur Spanien. Andrés Iniesta und das wichtigste Tor seines Lebens. Grosses WM-Extra!

Titel 36

Mona Vetsch Arbeiten, wo andere Ferien machen: die «Fernweh»-Moderatorin über die Karibik, die Karriere und ihr Kind

Leute 7 34 42 44 49 84

Tagebuch von Stefan Regez Leute Myla Rose & Charlene Riva Federer, Charles Clerc, Jan Bühlmann Giuseppe Bausilio Tanzen ist sein Leben Moritz Leuenberger Mal feinsinnig, mal genervt: die besten Bilder, die Hommage! Adolf Muschg Der Schriftsteller über den Rücktritt des Zürcher SP-Bundesrates Adrian Arnold Besuch beim «haarigen» SF-Korrespondenten in Paris schweizer illustrierte

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Inhalt

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Fussball-Extra 8 14 16 18 24 26 28 30 31 33

u Im Schuss Alle haben es erwartet, niemand hat damit gerechnet: Moritz Leuenberger gibt seinen Rücktritt als Bundesrat bekannt. Die besten Bilder des Verkehrs- und Kommunikationsministers.

Der WM-Final Die packendsten Bilder Andrés Iniesta Sein Tor für die Ewigkeit Royal Box Die Party neben dem Platz Magische Momente Grosse Emotionen! WM-Helden Das Team der Prominenten Body-Check Bastian Schweinsteiger Alle WM-Tore Die 145 Treffer! Alain Sutter Die Analyse Marcel Koller Was uns die WM lehrt Mario Widmer Tiki-Taka & Testosteron

Gesellschaft 50

Jaroslaw Duda Der Bülacher Pfarrer schliesst Ehen – mit 15 Jahren Garantie!

Shopping 53

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 61 62 64

Depression Geteiltes Leid ist halbes Leid: Darum hilft die Selbsthilfegruppe Schönheit Schnippeln oder spritzen? Der Kampf gegen Falten wird immer sanfter Dr. Stutz meint Augen auf!

Die Besten 65

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Kurt Reichenbach, Fabienne Bühler, Christian Lanz

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u Vertraut Unser SF-Mann in Paris: Der Walliser Adrian Arnold und seine Frau Elke geniessen das Savoir-vivre.

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 90 78 91

Notabene von Peter Scholl-Latour Horoskop Leserbriefe/Impressum

u Beweglich Tanzen, steppen, singen: Der Berner Giuseppe Bausilio kommt zurzeit in den USA ganz gross raus.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Diese Bilder bleiben Mona Vetsch

Stefan Regez, Stv. Chefredaktor

«Fernweh» in der Karibik. Nur Sonne, Strand und Salsa? Von wegen! Die beliebte SF-­ Moderatorin Mona Vetsch zeigt uns die grossartige kulturelle Vielfalt der faszinierenden Inselwelt. SI-Redaktorin Daniela Zivadinovic besuchte sie auf Kuba. Und war beeindruckt, wie fokussiert und gut vorbereitet die TV-Reporterin ihre Aufgaben anpackt. Gelassen und geduldig reagiert Mona Vetsch auf die in Havanna unvermeidliche und unberechenbare Bewilligungsbürokratie. Als es deswegen zu einer mehrstündigen Verzögerung kommt, greift sie sich den Fotoapparat und geht auf Erkundungstour. Konzentration auf das Wesentliche, Gelassenheit, Geduld: Diese Eigenschaften helfen Mona Vetsch auch als Mutter des einjährigen Dimitri. Sie teilt sich mit ihrem Mann das Berufs- und Familienleben. Wenn sie arbeitet, arbeitet sie. Wenn sie Mutter ist, ist sie Mutter. Ihr neues Leben zwischen Kind und Karriere – ab Seite 36.

Moritz Leuenberger «Endlich! 15 Jahre

«Fernweh» in Havanna Mona Vetsch mit SI-Fotograf Thomas Buchwalder und Redaktorin Daniela Zivadinovic (r.).

sind genug», hiess es bei Politikern und Journalisten, als Bundesrat Moritz Leuenberger am letzten Freitag seinen Rücktritt ankündigte. Auch in der Bevölkerung ist der schöngeistige Infrastrukturminister nicht (mehr) sonderlich beliebt. SI-Fotograf Kurt Reichenbach hält dagegen: «Ich mochte ihn gut, allem Launischen zum Trotz.» Seit der Wahl 1995 begleitet er den Bundesrat fotografisch. Leuenberger mit Apfel. Leuenberger mit Wollmütze. Leuenberger mit Gattin Gret Loewensberg. Diese Bilder haben sich uns eingeprägt. Diese Bilder bleiben. Der Clou dabei: Nicht Reichenbach komponierte die Bilder, sondern Leuenberger selbst. «Er war sich deren Wirkung bewusst», so Reichenbach. «Von Leuenberger kam ich immer mit einem speziellen Bild zurück. Auch weil ich mich an ihm reiben konnte.» Geniessen Sie die besten Reichenbach-Bilder, und lesen Sie die Würdigung von Stefan Zweifel – ab Seite 44.

Spanien

Fotos Handout, Christine Zwygart, Dick Vredenbregt

Der Bundesrat und der Fotograf Moritz Leuenberger posiert für Kurt Reichenbach (r.) und lächelt für einmal …

«Es ist der einfachste Fussball und zugleich der schwierigste», sagt Alain Sutter im Gespräch mit SI-Sportchef Iso Niedermann.

Iniestas Tor in der 116. Minute war die ­ rönung des neuen Weltmeisters. Des besten Teams des K ­Turniers. Der erfolgreichsten Nationalmannschaft der letzten drei Jahre. Vielleicht der stärksten aller Zeiten (und die ­ Schweiz hat sie 1:0 geschlagen!). Das ist der erfreuliche Ausgang der Fussball-WM in Süd­ afrika, die wenig sportliche Höhepunkte bot, dafür mit guter Organisation und herzlicher Gastfreundschaft überraschte. Die besten Bilder! Die magischen Momente! Die WM-Helden von prominenten Schweizerinnen und Schweizern! Alain Sutters Analyse! Alle Tore! Auf 26 Seiten blicken wir in unserem WM-­Extra auf die letzten vier Wochen zurück – ab Seite 8. Deswegen, liebe Leserin, lieber Leser, haben wir auch den Redaktionsschluss auf Montag verlegt. Sie erhalten Ihre SI diese Woche erst am Dienstag am Kiosk und am Mittwoch im Brief­ kasten. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und wünsche Ihnen viel Spass mit der Schweizer Illustrierten!

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wm 2010 magische Momente

fiesta dank iniesta

Spanien bejubelt seinen ersten WM-Titel. Auch wenn das Team von Vicente del Bosque in S端d足afrika keinen Zauber-Fussball zeigte: Niemand war st辰rker, niemand war besser. Und auch im Feiern sind die Iberer weltmeisterlich! Text: Kurt K端nzle

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Foto Alex livesey / FIFA / Fifa via getty Images

der kleinste ist der grösste FinalTorschütze Andrés Iniesta misst nur 1,70 Meter und wiegt 65 Kilo. Und den WM-Pokal gibt er genauso wenig her wie auf dem Spielfeld den Ball.

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wm 2010 weltmeister spanien

haben sie ihn erkannt? Inmitten der Weltmeister feiert Tennis-Ass Rafael Nadal (in Jeans) den Titel und beobachtet amüsiert, wie Xaví mit dem Pokal Sergio Ramos «bedroht».

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Gipfeltreffen in der Umkleidekabine: Der beste Tennisspieler der Welt feiert mit den besten Fussballern der Welt. Eine Woche nach seinem WimbledonTriumph hat Rafael Nadal, 24, schon wieder Grund zum Jubeln: Mit Nati-­ Trikot, bemaltem Gesicht und einem Schal um den Kopf – wie ein HardcoreFan gestylt, zelebrierte das Tennis-Ass mit den frischgebackenen Weltmeistern in der Kabine des Soccer City Stadium von Johannesburg. «Ich habe geweint wie ein Baby», gab er zu. «Hier zu sein, ist die Freude meines Lebens – und ich durfte sogar den Pokal in die Höhe stemmen! Ein Traum wurde wahr!» IS schweizer illustrierte

Foto: Alex Livesey / FIFA / Fifa via getty images

campeones unter sich

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wm 2010 die verlierer

Foto: Colorsport / Imago

kampf statt kunst

üble tret-attacke Der Niederländer Nigel de Jong geht mit gestrecktem Bein auf Xabi Alonso los. Unfassbar: Er sieht nur die Gelbe Karte!

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Es war einer jener Momente, in denen einem der Atem stockt und die man gar nicht in Slow Motion sehen will. Mit ­ausgestrecktem Bein, die gefährlichen Stollen voran, sprang Hollands Nigel de Jong, 25, in Kung-Fu-Manier in den Brustkorb von Xabi Alonso, 28. Ein Wunder, dass Spaniens Ballkünstler nur Prellungen davontrug! Und grobfahrlässig, dass Schiedsrichter Webb Brutalo Jong, der neben seiner Fussballkarriere Luxuskarossen aufpimpt, nicht vom Platz stellte! Doch die Szene war leider sym­ ptomatisch für den WM-Final: Kampf, nicht Kunst war das Motto der Holländer. Eines Endspiels nicht würdig. IS


116. spielminute Mit einem satten Volley schiesst Iniesta das Siegtor. Van der Vaart steht falsch, Goalie Stekelenburg ist machtlos.

fotos: Marcos Brindicci und Michael Kooren / Reuters

entt채uschung Wesley Sneijder, 26, weint hemmungslos. Seine f체nf WM-Tore reichen Holland auch im dritten WM-Final nicht zum Titel.

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wm 2010 weltmeister spanien

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s spielt keine Rolle, wo gekickt wird. Ob auf dem Schulhof oder auf dem Bolzplatz. Ob mit Kühen als einzigen Zuschauern in der fünften Liga oder vor ausverkauften Rängen im WM-Final. Wo gegen Fussbälle getreten wird, werden ­Helden geboren. Und egal, wie oft der Torhüter mirakulös klärt oder wie häufig der Verteidiger in höchster Not befreit: Am Ende ist der­ jenige der Held, der das entscheidende Tor erzielt. Und das war an ­diesem Abend des 11. Juli 2010 ein junger Mann namens Andrés Iniesta, 26. Ausgerechnet Iniesta. Dieser blasse, schmächtige, zurückhaltende Iniesta. Selten im Scheinwerferlicht, häufig unterschätzt. Nun schaut die Welt auf ihn. Wie er die Flanke stoppt, wie er abzieht, wie er mit seinem rechten Fuss Geschichte schreibt: Spanien ist Weltmeister! Und endlich wieder das, was es einst war – eine Weltmacht. Wenigstens im Fussball. Lang ist es her, seit sich der scheue Junge auf den langen Weg in die grosse Stadt machte. Gerade mal zwölf war Andrés, noch ein bisschen kleiner als jetzt und schon damals bleich um die Nase. Aber mutig genug, um 700 Kilometer vom Elternhaus in Fuentealbilla (Provinz Albacete) entfernt sein Glück im Fussball-Internat von Barcelona zu suchen. Er hat es längst gefunden. Den Bonbon-Verteiler nannte ihn einst Frank Rijkaard, sein damaliger Trainer, wegen seiner Zuckerpässe. Josep Guardiola, Iniestas Vorbild und sein derzeitiger Chef bei Barça, sagt über den Musterschüler: «Andrés braucht weder wilde Tätowierungen, noch muss er sich seine Haare färben, um aufzufallen. Es wissen alle auch so, dass er der Beste ist.» So überragend, dass Spaniens Trainer Vicente del Bosque an Iniesta festhielt, an ihn glaubte. Trotz einer langen Verletzungsserie. Trotz fehlender Spielpraxis. Nein, auf Iniesta wollte del Bosque auf keinen Fall verzichten. Nicht bei dieser WM. Schöner als mit seinem goldenen Tor hätte Iniesta sich nicht für das Vertrauen bedanken können. Iniesta, der Held. Xaví, das Hirn. Zwei Fussballzauberer. Zwei Genies. «Xaviesta» wird das kongeniale Duo in Spanien genannt. Iniesta, der geborene Balleroberer und Dribbler. Xaví, die Relais-Station. Denker, Lenker, Magnet. Wohin der Ball auch kullert – Xaví ist dort. Schaut und spielt. Rennt und führt. Schlägt Haken und … schiesst fast nie selber. «Ich weiss, dass ich torgefährlicher sein müsste», sagt Xaví über sich. «Aber ein überraschender Pass, der zum Tor führt, be-

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«Während des Spiels sollten wir ja Haltung bewahren – aber es ging nicht. Wir waren zu nervös!» Prinzessin Letizia

deutet mir mehr, als selber ins Netz zu treffen.» Humor beweist, wer über seine eigene Schwäche schmunzeln kann: Xavís Hund heisst Gol. Iniesta. Xaví. Das sind hoch talentierte Künstler am Ball. Nicht so Carles Puyol. Der ist eher Terrier als Techniker. Puyol brennt jede Minute. Kämpft um jeden Zentimeter. Puyol arbeitet Fussball. Anders hat er es nie gelernt. Genauso beharrlich wie seine Eltern, einfache Landarbeiter, die einst die Felder von Salamanca pflügten, ackert er auf dem Rasen. Ausdauernd, humorlos, dickköpfig. Anders sei er nie gewesen, sagen sie in seiner Heimat. Und erzählen die Geschichte, wie sich der kleine Carles einst ein Trikot sei-

nes Idols, des Comic-Helden Superman, gewünscht habe. Weil seine Eltern sich das Weihnachtsgeschenk nicht leisten konnten, stürzte er sich aus dem ersten Stock. Nur um zu sehen, ob er auch ohne fliegen könne. Damals konnte er es nicht. Heute schon, das bewies sein Flugkopfball, mit dem er den Halbfinal gegen Deutschland entschied. Typen wie Puyol werden vom spanischen Volk besonders geliebt und gefeiert. Sie stehen für Durchhaltewillen. Für Einsatz. Für Identifikation. Für einen wie Puyol, seit 15 Jahren beim FC Barcelona, ist ewige Treue eine Selbstverständlichkeit. Selbst seinem Coiffeur gegenüber – sollte er denn einen haben.


Helden? Natürlich. Das sind sie alle. Nicht bloss Iniesta, der goldene Torschütze. Auch Iker Casillas, dieser grossartige Tor­hüter, den die Freudentränen bereits durchschüttelten, während das Spiel noch lief. David Villa, das Tormonster. Gerard Piqué, der Herr der Lüfte. Sergio Ramos, die Pferdelunge. Cescs Fàbregas natürlich, obwohl nur selten eingesetzt. Xabi Alonso, Sergio Busquets, Joan Capdevila und wie sie alle heissen. Auch Fernando Torres, obwohl er bei der WM nach zwei Knieoperationen noch nicht wieder der Alte war. Wer in dieser Aufzählung noch fehlt? Natürlich. «El jefe», der Chef. Vicente del Bosque, dieser gutmütige Bär mit dem lie-

benswürdigen Lächeln. Der sich von nichts aus der Ruhe bringen liess. Schon gar nicht von der Kritik, der sich ein Nationaltrainer in einem fussballverrückten Land wie Spanien fast permanent ausgesetzt sieht. Der Mann mit der sparsamen Gestik hat alles richtig gemacht. Seine Spieler verehren ihn wegen seiner unaufgeregten Art. Der Fussball sei seine Welt, sagte del Bosque einmal. Also auch sein Leben? Nein. Wichtiger ist es dem dreifachen Vater, dass es seinem Sohn Álvaro, der am Downsyndrom leidet, gut geht. Wichtiger ist ihm, dass er nun wieder etwas mehr Zeit mit seiner Familie verbringen darf. Dass er sein Leben leben kann. Nicht in einer prunkvollen Villa. Er ist glücklich mit seiner

Etagenwohnung in einem Madrider Neubauquartier. Und wichtig ist ihm, dass er hoffentlich nie mehr weinen muss. Das passierte ihm zuletzt 2003. Als ihn der selbstverliebte Real-Präsident Florentino Pérez beim Klub, dem er über 30 Jahre lang gedient hatte, über Nacht auf die Strasse setzte. Spätestens am Sonntagabend hat vielleicht auch Pérez gemerkt, dass ein guter Trainer nicht zwingend weltmännisch-überheblich auftreten und einen Designeranzug tragen muss. Wichtig ist die Botschaft, die der Mann an der Linie im Herzen trägt. Und die hat del Bosque seinen Spielern vermittelt: «Niños, glaubt daran, wir können Weltmeister werden!» schweizer illustrierte

Foto: Alex livesey / fifa / fifa via getty images

casillas – der wahre könig Prinzessin Letizia vergisst für einmal das Protokoll – und umarmt «San Iker» wie ein Fan. Prinz Felipe und Königin Sofía von Spanien nehmens nicht ganz so locker.

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wm 2010 Royal Box

die starParade im Stadion

fotos: Duk as (8), Getty Images, Jeff Mitchell / FIFA / FIFA via Getty Images

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oyals, Rockstars, Hollywood-Stars und Politiker – die WM in Südafrika war die Gelegenheit zum Sehen- und Gesehenwerden. Egal, wie viel man von Fussball versteht. Topmodel Naomi Campbell schien sich beim Spiel Holland – Uruguay zu langweilen. Dafür zeigte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beim 4:0Sieg ihres Teams gegen Argentinien mehr Herzblut. Sie war begeistert von dessen Leistung: «In Südafrika haben wir die beste deutsche Nationalmannschaft der letzten Jahre gesehen.» In die gleiche Vuvuzela blies HollywoodStar Leonardo DiCaprio, der kräftig trötend die Deutschen unterstützte. Schliesslich stammt seine Oma aus Oer-Erkenschwick bei Recklinghausen. Ebenfalls beim Viertelfinal gesichtet: die südafrikanische Hollywood-Schönheit Charlize Theron, seit Kurzem Single. Johannesburg, 11. juli Sie heizt An ihrer Seite sass der schwedische Prinz Carl allen noch mal so richtig ein: Shakira Philip. Läuft da etwa was? Der Körpersprache an der WM-Abschlussparty vor dem Final Niederlande – Spanien. der beiden nach zu urteilen, interessierten sie sich nicht sonderlich füreinander. Ausserdem soll der Prinz eher auf Unterwäsche-Models stehen. Zwei Königshäuser duellierten sich am Final, die bei der Hochzeit von Victoria von Schweden noch herzlich zusammen feierten: Kronprinz WillemAlexander und dessen Frau Máxima gratulierten jedoch gefasst den spanischen Royals zum Sieg. Ein anderer royaler Gast hingejohannesburg, 11. juni Fürst Albert und seine gen, Monacos Fürst Albert, wird Verlobte Charlene Wittstock beim Eröffnungsspiel. bekanntlich bald im Hafen der Ehe ankern. Und da seine zukünftige Fürstin, Charlene Wittstock, aus Südafrika stammt, feuerten die beiden ihre Mannschaft beim Eröffnungsspiel gegen Mexiko an. Den Südafrikanern nützte die blaublütige Unterstützung allerdings genauso wenig wie den Engländern: Auch diese flogen in der ersten Runde raus, obwohl die Prinzen William und Harry auf der Tribüne kräftig mitgefiebert hatten. Bundespräsidentin Doris Leuthard sass nicht nur im Stadion, sondern brachte den Schweizer Spielern ein Geschenk – je eine Sigg-Trinkflasche – ins Training. «Ein Zeichen, dass die Bevölkerung hinter der Mannschaft steht», erklärte sie. Immerhin: Beim ersten Spiel gegen den neuen Weltmeister Spanien zeigte das Präsent Wirkung! sc schweizer illustrierte

kapstadt, 18. juni Die Prinzen Harry (l.) und William fiebern vergeblich mit ihrem Team: England gelingt gegen Algerien kein Tor.

Johannesburg, 11. Juli FifaPräsident Sepp Blatter begrüsst den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela und dessen Frau Graça Machel vor dem grossen Final.


johannesburg, 11. juli Royals im Fussballrausch. Der niederländische Kronprinz Willem-Alexander (M.) und Prinzessin Máxima (r.) fiebern mit Kronprinz Felipe, Prinzessin Letizia und Königin Sofía von Spanien um die Wette.

kapstadt, 3. Juli Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim 4:0-Sieg der Deutschen gegen Argentinien viel zu jubeln!

Johannesburg, 11. Juli Da freut sie sich noch. Die holländische Mode­ ratorin Sylvie van der Vaart feuert ihren Mann Rafael beim WM-Final an.

kapstadt, 3. juli HollywoodSchau­spielerin Charlize Theron sass neben Schwedens Prinz Carl Philip.

Johannesburg, 11. juli Tränen des Glücks! Goalie Iker Casilla umarmt nach dem Sieg seine Freundin, die TVModeratorin Sara Carbonero.

kapstadt, 3. juli Hollywood-Star Leonardo DiCaprio freut sich lautstark über den Sieg der Deutschen.

kapstadt, 3. juli Rolling Stone Mick Jagger mit seinem jüngsten Sohn ­Lucas, 11, aus­ gerüstet mit einer Fotokamera.

pretoria, 23. juni Ex-US-Präsident Bill Clinton (r.) besucht die amerikanischen Spieler Tim Howard (l.) und ­C arlos Bocanegra in ihrer Kabine.


wm 2010 magische Momente

am kap der gefühle

Foto Julie Jacobson / AP Photo / Keystone

Lustspiel, Drama und Tragödie: An einem Tag sind die Fussballstars die Helden, am nächsten die Deppen. Die emotionalsten Bilder der WM 2010 in Südafrika.

traumstart Gelson Fernandes trifft am 16. Juni um 16.51 Uhr zum 1:0 gegen Spanien, Barnetta jubelt mit. Und in der Schweiz steigt die Euphorie ins Unermessliche …

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Jaaaaaa! neeeeein!

jäher absturz Nach 31 Minuten trifft Valon Behramis Hand den ­Chilenen Arturo Vidal im Gesicht. Platzverweis – 0:1-Pleite.

Foto Hassan Ammar/ AP Photo/ Keystone

Rot-weisses Wechselbad der Gefühle. Ein sensationelles 1:0 zum Auftakt gegen Spanien (Held: Torschütze Gelson Fernandes, 23) – die Schweiz steht kopf! Fünf Tage später das ernüchternde 0:1 gegen Chile (Depp: Rotsünder Valon ­Behrami, 25) – die grosse FussballDepression. Wie hilflos die Schweizer ihre tolle Ausgangslage im letzten Match gegen Honduras (0:0) vergeigen – richtig ärgerlich. Nur ein Tor in drei Spielen erzielt, Heimreise nach der Gruppen­ phase. Das nüchterne Fazit von StarTrainer Ottmar Hitzfeld, 61: «Die Schweiz muss sich auf die einfachen Dinge beschränken.» Für Ariella Fernandes (6 Monate) und Sofia Behrami (17 Monate) bleiben ihre Papis trotzdem Helden. Und für die Schweizer Fans sind die Rot-Weissen die einzige Mannschaft, die Weltmeister Spanien an der Fussball-WM in Südafrika ­ bezwingen kann. Wir sind Weltmeister-­ Besieger! Jaaaaaa! Ilona Scherer


ciao, knackpo! Fabio Cannavaro gilt als einer der sexysten Spieler der Welt. Seine Nati-Karriere endete beim 2:3 gegen WM-Neuling Slowakei.

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wm 2010 magische Momente

«Ich schäme mich meiner Tränen nicht», sagt Fabio Cannavaro, 36, und stapft niedergeschlagen in weissen «Liebestötern» und mit Captainbinde am Arm durch die Katakomben des Ellis Park Stadium von Johannesburg. Beim Weltfussballer von 2006 brechen nach Italiens blamablem Vorrunden-Out alle Dämme. «So schlecht haben wir noch nie gespielt», klagt der Abwehrchef, der 2006 noch den WM-Pokal in Berlin in die Höhe gestemmt ­hatte. Kein schöner Abgang nach 136 Länderspielen. Mit Cannavaro weinen viele weibliche Fans, die den Azzurro zum schönsten Spieler der WM gekürt hatten. Doch Groupies beissen bei Cannavaro seit je auf Granit. Der heissblütige Neapolitaner ist seit 16 Jahren verheiratet mit Daniela. Die Namen seiner Söhne Christian, 11, und Andrea, 5, sowie von Tochter Martina, 8, hat er sich eintätowieren lassen. Natürlich begleiten ihn seine Liebsten beim letzten FussballAbenteuer: Cannavaro hat bis 2012 bei Al-Ahli in Dubai unterschrieben. Weit weg von Italien. IS schweizer illustrierte

Foto Ryan Pierse - FIFA / FIFA via Getty Images

bis aufs hemd blamiert

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«held» und ver­sager Uruguays Luis Suárez wehrt einen Kopfball von Adiyiah äusserst unfair ab und lässt sich als «neue Hand Gottes» feiern. Unten: Betreuer trösten Ghanas Penalty-Versager Gyan.

Asamoah Gyan, 25, galt als eine der Entdeckungen der WM. Drei Tore, zweimal «Man of the Match». Grossklubs wurden auf den Stürmer aufmerksam. Doch in Erinnerung bleiben wird nach dem Out im WM-Viertelfinal gegen Uruguay nur sein verschossener Hands-Penalty in der letzten Minute der Verlängerung. Mit Gyan weint ganz Afrika: Noch nie ist ein Team vom Schwarzen Kontinent in einem WM-Halbfinal gestanden. «Hey, das ist Fussball», tröstet Goalie Richard Kingson seinen Mitspieler. «Wir ver­ suchen es 2014 in Brasilien wieder.» IS

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Foto Ivan Sekretarev / AP Photo, Clive Rose / Getty Images

die chance seines lebens vergeben


wm 2010 magische Momente

Trost für den untröstlichen Diego Maradonas ältere Tochter Dalma, 23, zaubert nach dem WM-Out in Kapstadt ein Lächeln auf sein Gesicht.

Drogenexzesse, Diäten, Skandale: Wie unfassbar stark muss eine Tochter von Diego Armando Maradona, 49, sein! Doch selbst im «grössten Schmerz meiner ­Karriere», nach der 0:4-Klatsche gegen Deutschland, ist Dalma Nerea für ihren Papa da. Die 23-Jährige herzt ihn noch auf dem Spielfeld – so wie er es immer mit seinen Spielern tat. «Das Leben geht weiter, Papa», scheint sie zu sagen. Obwohl Diego seit 2004 von seiner Ehefrau und Managerin Claudia Villafañe geschieden ist, lässt der Fussball seine Familie nicht los. Giannina Dinorah, 21, hat einen Sohn mit Nati-Spieler Sergio Agüero. Dalma hat schon Fussball-Sendungen moderiert. Nach dem WM-Out erklärte Maradona zwar seinen Rücktritt: «Ich habe keine Kraft mehr.» Doch seine Frauen werden ihn wieder stark machen. Garantiert. IS schweizer illustrierte

Foto Jamie Squire - FIFA / FIFA via Getty Images

«weine nicht, mein Papa!»

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wm 2010 Unsere helden

wm-auswahl Am Ende jeder WM bestimmen Fussball-Fachleute die elf besten Spieler. Das WM-Team der Schweizer Illustrierten wurde von elf Prominenten aus der Schweiz nominiert. Dabei zählte mehr als nur das Leistungskriterium.

«In einem Spiel alles durchgemacht, was Fussball zu bieten hat» «Eigentlich hat Forlán Überragendes in einer mittelmässigen Mannschaft geleis­ tet. Aber mein Held ist Felipe Melo. Zum einen bin ich Brasilien-Fan. Und ich kann Melo gut nachfühlen, was er gegen ­Holland durchgemacht hat. Erst mit einem Traumpass zum 1:0 der Held, dann mit einem Eigentor und einer Roten Karte der Depp. Der hat in einem einzigen Spiel alles durchgemacht, was der Fussball zu bieten hat. Ich habe die WM vor allem zu Hause am TV geschaut. Beim Public Viewing hat es oft zu viele Leute, als dass man sich noch aufs Spiel konzentrieren kann.»

thomas müller, 20, deutschland Held von Renzo Blumenthal, 33, Ex-Mister-Schweiz.

«Unglaublich frech und dynamisch mit ­seinen erst 20 Jahren» «Deutschlands Thomas Müller ist für mich die Entdeckung dieser WM. Mit seiner ­jugendlichen Art, der frechen und dynamischen Spielweise beeinflusste er das deutsche Spiel massgeblich. Unglaublich, wie souverän er aufspielte – und das im Alter von gerade mal 20 Jahren. Im Halbfinal fehlte Müller schmerzlich. Natürlich

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bastian schweinsteiger, 25, Deutschland Held von Peter Bichsel, 75, Schriftsteller.

«Harter Arbeiter mit dem Überblick» «Am meisten Freude hatte ich am Deutschen Bastian Schweinsteiger: Er ist ein hervorragender Fussballer, er kann hart arbeiten und behält immer den Überblick. Überhaupt diese deutsche Mannschaft – sie hat mir imponiert; ihre Spiele gegen England und Argentinien waren die schönsten WM-Matches. Ich habe die WM zu Hause am Fernseher geschaut, ich mag das Gejohle und den Fan-Lärm in den Beizen und auf den Plätzen gar nicht. Aber auch die TV-Kommentatoren sind manchmal schwer zu ertragen: Mir schwatzen sie zu viel.»

diego benaglio, 26, Schweiz Held von Ariella Käslin, 22, Kunstturnerin.

«Ein sympathisches Riesenmännchen, das äusserlich gefällt» «Mein Held der WM ist selbstverständlich ein Schweizer, und zwar Diego Benaglio. Erstens ist er schon rein statistisch der

beste Goalie, oder? Und zweitens gefällt mir dieses ‹Riesenmännchen› auch äusserlich. Zudem denke ich immer, wenn ich ihn am Fernsehen im Interview höre: Der ist noch schön am Boden geblieben. Ich kenne ihn zwar nicht persönlich, aber er wirkt auf mich extrem sympathisch. Von den WM-Spielen verpasste ich möglichst wenige. Ich zügelte den Fernseher auf die Dachterrasse meiner Bieler Wohnung und kaufte mir auch extra für die WM-Zeit noch einen Grill. Und in der Magglinger Trainingshalle haben wir immer im Radio die Live-Übertragungen laufen lassen, schön laut, sehr zur Freude der Trainer …»

wesley sneijder, 26, Niederlande Held von Carlo Janka, 23, Ski-Olympiasieger.

«Bei jeder guten Aktion garantiert mit einem Fuss im Spiel» «O Mann, das war wirklich eine bittere WM für mich. Das Ausscheiden unserer Nati habe ich leider erwartet. Aber als grosser Fan von Manchester United und England hatte ich ja ein weiteres heisses Eisen im Feuer. Bekanntlich haben mir die Deutschen auch diesen Traum zerstört. Ich begreife nicht, weshalb es meine Engländer an Grossanlässen einfach nie ganz schaffen. Zusammen mit deutschen Fans habe ich mir auf einer Grossleinwand in München übrigens den Match zwischen Deutschland und Ghana angesehen – ein tolles Erlebnis. Mein FussballHeld ist ja eigentlich immer Wayne Rooney, aber an dieser WM hat mich Wesley Sneijder am meisten beeindruckt. Wann immer die Holländer gefährlich vor das gegnerische Tor kamen – sein Fuss war garantiert mit im Spiel.»

fotos: Keystone (6), Witters / EQ Images (2), Foto-Net (2), Imago

felipe melo, 23, Brasilien Held von Mark Streit, 23, Eishockeyprofi in der NHL.

ist nicht gesagt, dass die Deutschen mit ihm gegen dieses starke Spanien gewonnen hätten, aber Müller hätte vielleicht das Spiel noch drehen können. Ich hoffe, er bleibt der Fussballwelt noch lange erhalten.»


der herzen xavi hernÁndez, 30, Spanien Held von Rainer Maria Salzgeber, 40, TV-Sportmoderator.

«Ein Raubtier, das auf den richtigen Moment zum Angriff wartet» «Einer der ganz Grossen ist für mich Xavi Hernández. Er organisiert das Spiel der Spanier so analytisch und exakt, als liege der Gegner auf dem Seziertisch. Wie ein Raubtier, das auf den richtigen Moment wartet, um zuzuschlagen. Und das schätze ich an der spanischen Mannschaft: Es wird gespielt statt nur gekämpft. Xavi ist der, der alles orchestriert. Ich sah kein einziges Spiel privat zu Hause. Ein WMHighlight für mich war dafür einer meiner Studiogäste: Gilbert Gress. Klar, dass der ‹Grandseigneur des Fussballs› schon von Beginn weg auf Spanien setzte. Alles Ausreden meinerseits half da nichts …»

diego forlÁn, 31, uruguay Held von Heliane Canepa, 62, Unternehmerin.

«Wild und ungestüm wie mein Mann in jungen Jahren» «Gut möglich, dass mir Diego Forlán so gut gefällt, weil mich seine Gesichtszüge an meinen Mann Ancillo erinnern. Und auch das Wilde und Ungestüme haben die beiden gemeinsam – zumindest als Cillo noch jung war. Dieser Forlán ist schon toll. Er kämpft ohne Ende, schiesst und trifft aus allen Lagen, singt die Nationalhymne mit Inbrunst – herrlich! Überhaupt begeistert mich diese WM: Kein Spiel habe ich verpasst, nicht eines! Schade, dass Cillo und ich uns gegen eine Reise

nach Südafrika entschieden haben. Wir hatten Bedenken wegen der Sicherheit, aber wenn ich nun sehe, wie friedlich und fröhlich die Stimmung ist, bereue ich es.»

arjen robben, 26, Niederlande Held von Andreas Caminada, 33, Gourmet-Koch.

«Begnadeter Einzelkämpfer mit Sinn fürs Team» «Ich habe früher selber in einer JuniorenMannschaft Fussball gespielt, doch lassen wir diese Jugenderinnerungen … Mein persönlicher Star dieser WM ist der holländische Stürmer Arjen Robben. Er ist ein Kämpfer, ein fantastischer Dribbler, wendig und zugleich athletisch. Was mir imponiert, und da gibt es Parallelen zu meinem Job: Robben tritt zwar meist als Einzelkämpfer in Aktion, aber ohne seine Teamkollegen geht nichts. Dies zu er­kennen, ist die Kunst und das Geheimnis – egal ob in der Küche oder auf dem Fussballplatz.»

Giovanni van Bronckhorst, 35, Niederlande Held von Christa Markwalder, 34, FDP-Nationalrätin.

«Exakt. Unhaltbar. Sensationell» «Mein WM-Held ist Giovanni van Bronckhorst: Er hat Holland in den Final und das schönste Goal der WM geschossen. Ich verfolgte die erste Halbzeit auf dem Laptop im Zug, die zweite dann zu Hause im bernischen Burgdorf vor dem Fernseher. Van Bronckhorsts Goal war sensationell: aus über 30 Metern ging der Schuss exakt in die obere Torecke. Unhaltbar für jeden Goalie und sensationell für die Oranjes.»

ludovic magnin, 31, schweiz Held von Stefan Meierhans, 41, Preisüberwacher.

«Antiheld mit Platz auf der Auswechselbank» «Ich mag Antihelden: den französischen Trainer Raymond Domenech, der eine ­Medienmitteilung verlesen musste, in der seine Spieler ihn schlechtmachen. Aber auch all die Ersatzspieler, die auf der Bank ausharrten. Deshalb nominiere ich Ludovic Magnin! Erst wurde er nachträglich auf­ geboten, dann kam er doch nicht zum Einsatz. Mein zweiter ‹WM-Held› ist übrigens weiblich: Meine einjährige Tochter Lena Felicitas verfolgte den Final lautstark – kein Wunder: Wir machen gerade Ferien in Norwegen, wo es hell ist bis in die Nacht. Da denkt Lena nicht ans Schlafen.»

fabio cannavaro, 36, italien Held von Christa Rigozzi, 27, Ex-Miss-Schweiz.

«Ein ‹figone›, ein heisser Schuss par excellence. Der Schönste!» «Jetzt werden die jungen Spieler über den grünen Klee gelobt. Doch für mich ist und bleibt Fabio Cannavaro einer der ­besten Fussballer aller Zeiten, obwohl er bald 37 wird. Er überzeugte mich auch in Südafrika durch sein Können. Hinzu kommt, dass er ein ‹figone›, ein heisser Schuss par excellence, ist. An ihm kann ich mich einfach nicht sattsehen. Fabio ist der schönste Fussballer! Er hat den knackigsten Po, die sexysten Muskeln, das süsseste Lächeln. Ausserdem hat er eine ‹gran bella famiglia› und drei wunderschöne Kinder. Trotz Niederlage der Squadra Azzurra: Forza, Fabio, sei grande!» schweizer illustrierte

25


wm 2010 Body-Check

Bastian Schweinsteiger

Geschmackssache Auto: Audi R8 (420 PS) Kleidung: Dolce & Gabbana Essen: Salat mit Pouletstreifen Schwarzer Nagel: Vor drei Jahren zeigte sich Schweinsteiger eine Zeit lang mit schwarz lackierten Fingernägeln. Der Grund war eine verlorene Wette: «Ich hatte behauptet, dass ich in den ersten zwei Saisonspielen mindestens ein Tor schies­se.» Das war ihm aber nicht gelungen. Stadt: New York («eine faszinierende Metropole!»)

Vom Teenie-Schwarm zum Führungsspieler. Deutschland hat mit Bastian Schweinsteiger, 25, einen neuen Fussball-Gott. Dabei wäre «Schweini» fast Ski-Profi geworden. Text: Alejandro Velert

stationen & erfolge FC Bayern München – «Ewigi Liebi»? Seit seinem 14. Lebensjahr kickt Schweinsteiger für die Bayern. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab er 2002 in der Champions League gegen Lens. Mit den Bayern hat er bereits fünf Mal das Double (Meisterschaft und DFB-Pokal) gewonnen. Nicht geklappt hats bis anhin mit einem internationalen Erfolg: Vor zwei Jahren scheiterte Schweini mit der Na­tionalmannschaft im EM-Final gegen Spanien, im diesjährigen Champions-League-Final unterlag er mit den Münchnern Inter Mailand.

Film: «Batman – The Dark Knight», ­«Troja» («Ich mag Brad Pitt sogar, wenn er einen Rock trägt») und die «Ocean’s»Trilogie Hobbys: Golf und Gamen (Wii)

Schweinsteiger in Zahlen

34,5 Mio.

Franken, aktueller Marktwert Quelle: www.transfermarkt.ch Grösse: 1,83 Meter Gewicht: 77 Kilo Geboren: 1. August 1984 (Sternzeichen Löwe) in Kolbermoor, Bayern Länderspiele: 80 (21 Tore) Website: www.bastian-schweinsteiger.de

«Auch wenn man meinen Wert in Zahlen ausdrücken kann: Ich bin ein Mensch, keine Ware»

jugendsünden Eigentlich gilt Bastian Schweinsteiger als Musterprofi. Aber ohne die eine oder andere Eskapade gehts auch bei ihm nicht: Ohne Fahrausweis wurde er einst mit 150  km/h statt der erlaubten 80 km/h geblitzt, und für nächtliche DiscoBesuche erhielt er klubintern eine saftige Busse. Etwas ungeschickt war sicher auch, sich mit einer Disco-Bekanntschaft im Whirlpool der Bayern-Trainingsanlage zu vergnügen – und dabei die Alarm­ anlage auszulösen. Seine Ausrede: «Das ist meine Cousine, der ich mal den Profi-Trakt zeigen wollte.»

Familie Aufgewachsen ist Bastian Schweinsteiger in Oberaudorf, einem 4000-Einwohner-Dorf nahe Rosenheim. Neben dem Fussball war der Skisport lange Zeit die grosse Leidenschaft des Bayern-Stars. Vater Alfred: «Er war auf dem besten Weg zum Profi.» Erst mit 14 Jahren setzte Bastian auf die Karte Fussball und zog ins Bayern-Internat. Seine Begründung für diesen Schritt: «Die Ski sind zu schwer, und der Schnee ist mir zu kalt.» Bruder Tobias ist ebenfalls Fussball-Profi, allerdings «nur» beim Drittligisten Jahn Regensburg.

Herzenssache Seit drei Jahren ist Schweinsteiger mit dem Model Sarah Brandner, 21, zusammen. Auf Ibiza lernten sie sich kennen und lieben, inzwischen leben die beiden in einer Altbau-Wohnung in Schwabing. «Sarah erweitert meinen Horizont», sagt Bastian Schweinsteiger. «Sie hat in Mailand gelebt, war in Paris, New York. Sie kennt ein ganz anderes Leben.» Für (positive) Schlagzeilen sorgte Sarah, als sie sich kurz vor dem WM für «Sports Illustrated» nackt mit nur einer Schicht Bodypaint fotografieren liess.

fotos: Tony Duran / Corbis Outline, Valeria Witters / EQ Images, Christian Heeb / Laif, hans Rauchensteiner, stefan matzke / sampics, keystone


wm 2010 tore

Die 145 Goals

Oben Links

Oben Halb Links

2

1

3 5

4

Mitte Links

17 Unten Links

21 29

19

18

25 30

33 34

12

31

27 32

35

36

1 heinze ARG–NGA zum 1:0 2 podolski GER–AUS zum 1:0 3 Salpingidis GRE–NGA zum 1:1 4 liedson POR–PRK zum 5:0 5 gonzalez CHI–SUI zum 1:0 6 Quagliarella SVK–ITA zum 3:2 7 hernandez ARG–MEX zum 3:1 8 sneijder NED–BRA zum 2:1

Mitte Links 9 honda JPN–CMR zum 1:0

10 vittek NZL–SVK zum 0:1 11 maicon BRA–PRK zum 1:0 12 pereira RSA–URU zum 0:3 13 Higuain ARG–SVK zum 4:1 14 vera SVK–PAR zum 0:1 15 cahill AUS–SRB zum 1:0 16 holman AUS–SRB zum 2:0 17 Özil GHA–GER zum 0:1 18 HONDA DEN–JPN zum 0:1 19 ETO’O CMR–NED zum 1:1 20 ROMARIC PRK–CIV zum 0:2

Unten Links 21 MÜLLER GER–AUS zum 3:0

Tormitte

62 44

64

Unten halb Links

24

23 26

59

20

Oben Links

58

42

43

16

22

56

Mitte halb Links

15

14

13

41

8

11

10

54

40

6

7

9

39

Oben Mitte

22 aGGER (et) NED–DEN zum 1:0 23 ELANO BRA–PRK zum 2:0 24 GELSON ESP–SUI zum 0:1

Unten Mitte

45

47

46

28 49

37

52

38

70

51

50 53

Oben halb Links 39 FORLAN RSA–URU zum 0:1

40 FORLAN RSA–URU zum 0:2 41 MILLAR CHI–ESP zum 1:2 42 JUAN BRA–CHI zum 1:0

Mitte halb links 43 GYAN SRB–GHA zum 0:1

44 RIVEROS SVK–PAR zum 0:2

Unten halb links 45 DEMPSEY ENG–USA zum 1:1

46 LEE ARG–KOR zum 2:1 47 JOVANOVIC GER–SRB zum 0:1 48 LJUBIJANKIC SVN–USA zum 2:0

71

75

145

25 TOROSIDIS GRE–NGA zum 2:1 26 BLANCO FRA–MEX zum 0:2 27 ETO’O CMR–DEN zum 1:0 28 BENDTNER CMR–DEN zum 1:1 29 ROMMEDAHL CMR–DEN zum 1:2 30 SUAREZ MEX–URU zum 0:1 31 VITTEK SVK–ITA zum 1:0 32 BOATENG USA–GHA zum 0:1 33 HIGUAIN ARG–MEX zum 2:0 34 VITTEK NED–SVK zum 2:1 35 SNEIJDER NED–BRA zum 1:1 36 FRIEDRICH ARG–GER zum 0:3 37 KLOSE ARG–GER zum 0:4 38 ROBBEN URU–NED zum 1:3

66

65

48

67 72

76 143

49 KHUMALO FRA–RSA zum 0:1 50 LEE NGA–KOR zum 1:1 51 AYEGBENI NGA–KOR zum 2:2 52 DONOVAN USA–ALG zum 1:0 53 PEREIRA URU–NED zum 2:3

Oben Mitte 54 ALMEIDA POR–PRK zum 3:0

55 vILLA ESP–HON zum 2:0 56 DEFOE SVN–ENG zum 0:1 57 KOPUNEK SVK–ITA zum 3:1 58 GYAN USA–GHA zum 1:2 59 UPSON GER–ENG zum 2:1 60 VILLA ESP–POR zum 1:0 61 FORLAN URU–NED zum 1:1

Tormitte 62 JI BRA–PRK zum 2:1

63 SUAREZ URU–KOR zum 1:0 64 LEE URU–KOR zum 1:1

Unten Mitte 65 CACAU GER–AUS zum 4:0

66 pARK (et) ARG–KOR zum 1:0 67 HERNANDEZ FRA–MEX zum 0:1 68 SMELTZ ITA–NZL zum 0:1 69 SIMAO POR–PRK zum 2:0 70 RONALDO POR–PRK zum 6:0 71 MALOUDA FRA–RSA zum 1:2 72 DI NATALE SVK–ITA zum 2:1

77


Die Fussball-WM 2010 bot mit 2,3 Treffern pro Spiel zwar kein Offensiv­spektakel. 145 Tore gab es aber trotzdem. Wo die Spieler genau getroffen haben, sehen Sie hier auf einen Blick. Oben Halb Rechts

81

80

55 57 60

Oben Rechts

142

83

82

103

61 Mitte Rechts

85

84 63 86

113

112

Unten Halb rechts

69 73

88 74

91

79

95

89 92

120

90 93

Oben Halb Rechts 80 KLOSE GER–AUS zum 2:0

81 DONOVAN SVN–USA zum 2:1 82 BRADLEY SVN–USA zum 2:2 83 FORLAN URU–GHA zum 1:1

Mitte Halb Rechts 84 SNEIJDER NED–JPN zum 1:0

85 TIAGO POR–PRK zum 7:0 86 VILLA CHI–ESP zum 0:1 87 PUYOL GER–ESP zum 0:1

Unten Halb Rechts 88 PARK KOR–GRE zum 2:0

89 GERRARD ENG–USA zum 1:0 90 KUYT NED–DEN zum 2:0 91 HIGUAIN ARG–KOR zum 3:1 92 MEIRELES POR–PRK zum 1:0 93 TIAGO POR–PRK zum 4:0 94 PANTELIC AUS–SRB zum 2:1 95 OKAZAKI DEN–JPN zum 1:3 96 KALOU PRK–CIV zum 0:3

119

126 127

125

94

134

Oben Rechts 97 TSHABALALA RSA–MEX zum 1:0

98 HOLMAN GHA–AUS zum 0:1 99 FABIANO BRA–CIV zum 1:0 100 VILLA ESP–HON zum 1:0 101 DEMICHELIS GRE–ARG zum 0:1 102 TEVEZ ARG–MEX zum 3:0 103 van broncKhorst URU–NED zum 0:1

Mitte Rechts 104 MARQUEZ RSA–MEX zum 1:1

05 LEE KOR–GRE zum 1:0 1 106 BEAUSEJOUR HON–CHI zum 0:1 107 HIGUAIN ARG–KOR zum 2:0 108 UCHE GRE–NGA zum 0:1 109 BIRSA SVN–USA zum 1:0 110 IAQUINTA ITA–NZL zum 1:1 111 FABIANO BRA–CIV zum 2:0 112 PARK NGA–KOR zum 1:2 113 ENDO DEN–JPN zum 0:2 114 TOMASSON DEN–JPN zum 1:2 115 HUNTELAAR CMR–NED zum 1:2 116 SUAREZ URU–KOR zum 2:1 117 DONOVAN USA–GHA zum 1:1 118 MÜLLER GER–ENG zum 4:1 119 vILLA PAR–ESP zum 0:1

Unten Rechts 20 KOREN ALG–SVN zum 0:1 1

131

135 141

73 VAN PERSIE CMR–NED zum 0:1 74 TEVEZ ARG–MEX zum 1:0 75 SNEIJDER NED–SVK zum 2:0 76 FABIANO BRA–CHI zum 2:0 77 ROBINHO NED–BRA zum 0:1 78 MÜLLER ARG–GER zum 0:1 79 KLOSE ARG–GER zum 0:2

115

122

121

116

123 128

132 136

140

107 111

Unten Rechts

130 96

114 118

117 68

110

109

108

87

106

105

104

124 129

133

137 138 139

21 ALCARAZ ITA–PAR zum 0:1 1 122 DE ROSSI ITA–PAR zum 1:1 123 REID NZL–SVK zum 1:1 124 GYAN GHA–AUS zum 1:1 125 ELANO BRA–CIV zum 3:0 126 DROGBA BRA–CIV zum 3:1 127 MPHELA FRA–RSA zum 0:2 128 PALERMO GRE–ARG zum 0:2 129 UCHE NGA–KOR zum 1:0 130 vITTEK SVK–ITA zum 2:0 131 TOURE PRK–CIV zum 0:1 132 INIESTA CHI–ESP zum 0:2 133 KLOSE GER–ENG zum 1:0 134 PODOLSKI GER–ENG zum 2:0 135 MÜLLER GER–ENG zum 3:1 136 ROBBEN NED–SVK zum 1:0 137 ROBINHO BRA–CHI zum 3:0 138 MUNTARI URU–GHA zum 0:1 139 SNEiJDER URU–NED zum 1:2

SPIEL UM 3./4. PLATZ 40 Müller URU–GER zum 0:1 1

141 Cavani URU–GER zum 1:1 142 forlan URU–GER zum 2:1 143 Jansen URU–GER zum 2:2 144 Khedira URU–GER zum 2:3

Final 145 Iniesta NED–ESP zum 0:1

Foto: David Madison / Corbis

Mitte Halb rechts

78

144 100

102

101

97

99

98


wm 2010 Interview alain sutter

«Wir könnten schon an Spanien hoch verdient, die Schweizer ohne Welt­ klasse, Blatter schlau und die Stars nicht über­ bezahlt: Alain Sutter zieht WM-Bilanz. Sein Fazit: «Ein Super-Event!» Interview: Iso Niedermann Fotos: Dick Vredenbregt

F

ürs Schweizer Fernsehen analysierte Alain Sutter, 42, die Spiele der WM zuerst aus Südafrika und nach dem Ausscheiden der Schweizer aus dem Studio in Zürich. Der 63-fache Inter­ nationale ist seit 1998 als Experte für SF tätig. Das Turnier am Kap bezeichnet er als ein «unvergessliches Highlight» dieser zwölf Jahre. Und das nicht nur aus sportlicher Sicht. Alain Sutter, Spanien – der richtige Weltmeister 2010? Ganz sicher! Auch wenn Holland ein SuperTurnier gespielt hat und ich ihnen endlich den Titel gegönnt hätte. Sie haben in den letzten Jahrzehnten so viel für den Fussball getan und auch im Final eine hervorragende Leistung gezeigt. Aber Spaniens individuelle Klasse gab am Ende eines ausgeglichenen Spiels doch den Ausschlag. Und das völlig zu Recht. Spanien hat eine Spielergeneration, die den Fussball seit Jahren prägt. Nur: Ein toller Final wars leider nicht. Von der Attraktivität her stimmt das. Obwohl beide Teams durchaus herausgespielte Chancen hatten. Aber die Holländer gingen bewusst sehr hart zur Sache, bisweilen für einmal über der Schmerzgrenze, weil sie wussten, dass sie sonst die spanische Kombinationsmaschine nicht stoppen können. Wenn Sie in zehn Jahren an diese WM 2010 zurückdenken, was wird Ihnen als stärkster Eindruck bleiben? Ganz sicher die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen in Südafrika, die ihren Stolz über die WM deutlich gezeigt haben. Das war ansteckend. Ein Super-Event! Und sportlich? Diese unglaubliche Endphase des Spiels

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schweizer illustrierte

Kein Stress Alain Sutter am Morgen des WMFinals in der Autobahn-Raststätte Würenlos. «Ich habe jede Minute WM genossen! Erholung unnötig.»

«Naiv, wer sich daran stört, dass es auch bei der Fifa um Seilschaften und manchmal um Gefälligkeiten geht!» Alain Sutter Uruguay – Ghana! Glück und Verzweiflung innerhalb weniger Minuten, so was schreibt die besten Geschichten grosser Turniere. Bis nach den Achtelfinals sprach man vom Turnier der Südamerikaner. Und jetzt? Ich finde, es gilt zum Teil immer noch. Sie haben sich praktisch geschlossen für die Achtelfinals qualifiziert. Mexiko, Uruguay, Chile – viele Länder von dort sind im Gefolge der jedes Mal starken Brasilien und Argentinien zur Spitze aufgerückt. Dass am Ende dann doch die zuvor schon sehr stark eingeschätzten Topteams von Spanien und Holland vorne waren und die Deutschen sich wie üblich im Turnier steigern konnten, ist trotzdem keine Überraschung.

Spaniens Tiki-Taka als Fussball der Zukunft? Ich freue mich, dass dieser Fussball nun Erfolg hat. Barcelona spielt dieses Spiel schon seit Cruyffs Zeiten. Jetzt ist es auch der Stil des Nationalteams. Es ist der einfachste Fussball und zugleich der schwierigste. Es geht um die Perfektionierung der Basics. Ballannahme, Ball mitnehmen, saubere Pässe, kurze Dribblings. Die einfachsten Grundlagen des Spiels makellos zu beherrschen, das ist das Schwierige. Das übt man eben in Spanien von den kleinen Junioren bis zu den Profis auf einheitliche Art. In dieser Hinsicht hat die Schweiz ja gerade auch Vorbildliches geleistet. Trotzdem


spielt die Nati einen defensiven, ängst­ lichen Fussball. Aufgepasst! Man darf da nicht das eine mit dem anderen vermischen. Dass die kleine Schweiz sich nun regelmässig für grosse Tur­ niere qualifiziert, ist ein Erfolg. Es beweist, dass sehr vieles richtig gemacht wird. Die Frage ist aber berechtigt, ob man bereit ist, auch in dieser erfolgreichen Phase weitere Entwicklungsschritte zu tun. Fakt ist defini­ tiv, dass es seit Jahren an Kreativität fehlt. Wieso ist ein Hakan Yakin eine einsame ­Erscheinung als konstruktiver Künstlertyp? Meine Überzeugung ist: Wir haben diese Art Spieler durchaus, aber sie bleiben irgendwo in der Ausbildung auf der Strecke. Es kommen viele solide, systemtreue Fuss­ baller raus. Die Kreativen gehen unter. Wieso? Ich sehe gut in die Nachwuchsarbeit bei vie­ len grösseren Klubs. Da ist noch viel Poten­ zial im Umgang mit den Kindern vorhanden. Ich sehe unglaublich viele junge Fussballer, die technisch, taktisch und körperlich per­ fekt geschult sind. Aber sie haben Angst, mal etwas Aussergewöhnliches zu pro­ bieren. Sie fürchten permanent, zusammen­ gestaucht zu werden, wenn sie mal einen Fehler machen. So lernen sie nie, intuitiv zu agieren. Die Trainer verhindern das. Auch Ottmar Hitzfeld bei der Nati? Da widerspreche ich. Er wird zu Unrecht als Diktator hingestellt. Er war auch mein Trai­ ner. Er orientiert sich einzig an den Möglich­ keiten seiner Spieler und lässt entsprechend spielen. Das ist nur pragmatisch. Einfach formuliert: Wir können mit unse­ ren Nati-Kickern nicht anders spielen? Doch, könnten wir schon. Man kann auch anders aufstellen. Die Frage ist einfach: Wäre das dann auch erfolgreicher? Gibts Schweizer Spieler von Weltklasse? Im Sinn von Diego Forlán: Nein, gibts nicht. Uruguay hat neun solide Spieler und mit Forlán und Suárez zwei von Weltklasse. Das reicht schon, um Aussergewöhnliches zu vollbringen. Fällt bei uns ein Alex Frei aus, dann mag es das halt einfach nicht leiden. Wir dachten ja, wenigstens hätten wir einen Schiedsrichter von Weltformat … Keine Frage, Busacca hat sehr gut gepfiffen und bestätigt, dass er einer der besten Schiedsrichter der Welt ist. Aber konnte je­ mand wirklich überrascht sein, dass er nach Südafrika – Uruguay heimreisen musste? Wer da unten war, hat gesehen, wie emotional das Thema gekocht wurde. Ein politi­

scher Entscheid? Klar! Aber seien wir doch ehrlich, wieso sollte es im Fussball anders laufen als sonst überall auf dieser Welt? Hält generell die Entwicklung der Schieds­ richter Schritt mit den Anforderungen? Ich denke, die Schiedsrichter sind trotz den vielen offensichtlichen Fehlern an dieser WM nicht schlechter als früher. Doch durch die lückenlose Abdeckung des ganzen Spielfeldes durchs Fernsehen sieht man heute Dinge, die man früher einfach nicht gesehen hat. Aber es ist sicher so: Wo so viel Geld im Spiel ist, darf es diese offen­ sichtlichen Fehler einfach nicht mehr geben. Die Fifa muss die Stellung der Schiedsrich­ ter aufwerten. Auch durch eine angemes­ sene Bezahlung. Die wirklich Begabten ­müssen die Perspektive sehen, als Schieds­ richter Karriere zu machen und finanziell ausgesorgt zu haben. Nicht nur für den «Fall Busacca» hat Sepp Blatter öffentlich Prügel kassiert. Ich amüsiere mich darüber, wie Blatter im­ mer kritisiert wird. Sein Amt ist doch einfach ein politisches. Wieso sollen bei ihm ande­ re Massstäbe angewendet werden als bei allen anderen öffentlichen Ämtern dieser Welt? Naiv, wer sich daran stört, dass es halt auch bei der Fifa um Seilschaften geht, manchmal um Gefälligkeiten. Man darf aber schon auch einmal sagen, was positiv war: Blatter ist auch ein grosses Risiko eingegan­ gen, die WM nach Südafrika zu holen. Und es ist praktisch nichts von all dem, was man an Negativem voraussagte, eingetroffen. ­Sicherlich auch Blatters Verdienst. Es gab auffallend viele Torhüter-Flops. Nur der Jabulani-Effekt? Ich glaube, die Goalies waren nicht schwä­ cher als sonst. Es fällt einfach bei ihnen mehr ins Gewicht, wenn sie mal einen fatalen Feh­ ler machen. Gerade jetzt, wo es so wenige Tore gab. Klar hat auch der Ball eine Rolle gespielt. Er flatterte eindeutig mehr. Doch das ist ja gewollt. Man sucht nach Mitteln, mehr Tore zu ermöglichen. Und dann ist ­natürlich der Goalie der «Löli im Umzug». Wo ist Benaglio einzuordnen? Er war klar einer der Topgoalies der WM. Für mich lautet die Frage nicht, ob er reif ist für den Schritt zu einem Weltklasse-Verein, sondern nur, wann er ihn macht. Wäre ich zum Beispiel bei ManU verantwortlich, ­würde ich jetzt sofort Diego holen. Täuscht der Eindruck, oder konnten an dieser WM wirklich nur wenige eine u vernünftige Flanke schlagen?

experte Marcel Koller, 49, 55 Länder­ spiele, zuletzt Trainer beim VfL Bochum, über …

… die schweiz an der wm Die übertriebene Rote Karte gegen Behrami im Chile-Match war die ­Schlüsselszene: Sie hat das Team gelähmt. Enttäuschend war, dass man auch gegen Honduras so wenig Druck aufbauen konnte. Das Team wirkte ­immer noch wie blockiert. Doch Ver­teidigen ist eben einfacher, als ein Spiel zu gestalten. Da wurden uns die ­Grenzen aufgezeigt. … captain alex frei Ihm fehlte die Praxis. Er muss fit und im Rhythmus sein, um die Mitspieler mitreissen und Tore schiessen zu können. Darum war ich überrascht, dass Ottmar Hitzfeld das Team nach dem Spanien-Sieg veränderte und Alex gegen Chile von Anfang an brachte. Als Captain ist er aber nach wie vor der Richtige. … lichtblicke im team Diego Benaglio bewies schon in der Bundesliga, dass er mit Druck umgehen kann. Er ist als Dirigent noch präsenter geworden, ein echter Führungsspieler. Stéphane Grichting agierte ebenfalls hervorragend, vor allem gegen Spanien. … erholung Wenn man mit einem positiven Erlebnis in die Ferien geht, kann man vom ersten Tag an geniessen und sich erholen. Ein Miss­ erfolg hängt noch mindestens eine Woche nach, man ist ständig am ­Grübeln. Es ist aber extrem wichtig, dass die Spieler die WM mental gut ­verarbeiten. Denn sie müssen bis im ­Dezember durchhalten. Eine lange Zeit! ... die em-qualifikation Einen grossen Umbruch wird es nicht geben, die Mannschaft ist nicht überaltert. Doch während Hitzfeld an der WM Erfahrung und Verdienste berücksichtigte, wird für ihn während der EM-Qualifikation vor allem die aktuelle Form der Spieler zählen. Junge wie der freche Shaqiri oder Ben Khalifa müssen ihre Leistungen nur bestätigen, dann kommt er nicht um sie herum. IS

schweizer illustrierte

fotos: Dick Vredenbregt, Robert Eikelpoth

ders spielen …»

marcel Koller

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Stimmt, das ist tatsächlich so. Aber es gibt eine Erklärung dafür. Heute sind die Spieler auf den Seiten bald die einzigen auf dem Feld, die noch etwas Platz haben. Die müs­ sen darum nicht mehr nur zur Grundlinie laufen. Immer mehr Teams haben ja ihre Spielmacher auf der Seite. Von dort wird heute mehr das Spiel konstruiert als früher. Im TV hielten Sie mit Ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Gabs Reaktionen? Vonseiten der Schweizer Spieler oder Trainer null. Ich bin den Delegationsmitgliedern auch kaum je begegnet. Auch Alex Frei nicht? Nein. Aber ich erlebte ihn da unten mit und habe trotz allem ein gewisses Verständnis für sein Schweigen. Manchmal braucht man das, wenn man so mit sich selbst beschäftigt ist. Er schwieg vier Wochen, ich redete seinerzeit manchmal monatelang nicht mit den Medien. Aber darf das ein Captain? Nur weil einer Captain ist, heisst das doch nicht, dass er nicht auch seine Schwächen hat und einfach mal Zeit braucht, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Auch wenn ich schon verstehe, dass man sein Verhalten in der Öffentlichkeit kritisiert hat. Sie waren in Ihrer Aktivzeit mit Ihrem Äusseren so was wie ein Vorbote der Life-

u

«Alex Frei hat vier Wochen geschwiegen. Ich verstehe das. Ich redete seinerzeit monatelang nicht mit den Medien» Alain Sutter style-Kultur im Fussball. Heute gehts oft nur noch darum. Stört Sie das? Nein, weshalb? Das ist doch die Entwicklung, die der Fussball gemacht hat. Heute ist er in der Gesellschaft ganz anders positioniert. Dass Leute wie Ronaldo oder Beckham ex­ trem interessant sind für Werbung und Ver­ marktung, ist ja nichts Schlechtes. Es interes­ sieren sich halt heute viel breitere Bevölke­ rungskreise für den Fussball, seit er sich in Richtung Showbusiness entwickelt. Weshalb soll für Fussballer diesbezüglich anderes gelten als für Musiker? Kein Ärger darüber, dass Sie seinerzeit als Weltklasse-Spieler nur einen Bruchteil davon verdienten, was heute bezahlt wird? Überhaupt nicht! Ich mag das jedem gönnen. Ich finde es nur richtig, dass das viele Geld, das heute in den Fussball fliesst, auch zu einem wesentlichen Teil an die Hauptakteu­ re geht. Nein, ich habe zu meiner Zeit gutes Geld verdient und bin zufrieden damit.

Was schreiben Sie eigentlich auf amt­lichen Formularen in die Zeile «Beruf»? «Selbstständig». Mit dem Job fürs Fern­ sehen, der Beratertätigkeit beim FC Winter­ thur, meinen Vorträgen, den Juniorencamps oder den Repräsentationsaufgaben für ver­ schiedene Firmen bin ich meine eigene Fir­ ma ohne spezielle Schwerpunkt-Tätigkeit. Wie lange bleiben Sie noch TV-Experte? Mit dieser WM läuft mein Vertrag ab. Wir setzen uns nun zusammen und besprechen, ob und wie es weitergeht. Das passiert alle zwei Jahre. Mir macht der Job Spass, und ich würde prinzipiell gerne weitermachen. Aber jetzt gibts zuerst eine Erholungs­ pause nach der langen WM-Zeit? Brauch ich nicht. Ich bin überhaupt nicht ge­ stresst. Es war eine überaus tolle und lehr­ reiche Zeit in Südafrika. Ich habe Neues gesehen und Spannendes erlebt. Ich ziehe ein in jeder Hinsicht positives Fazit der WM 2010. Wovon sollte ich mich erholen?


kolumne von mario widmer

D

ie WM ist vorbei. Zeit des Staunens, Zeit der Bewunderung, Zeit des Respektes. Die Reihen­ folge im Ausleben dieser Gefühle kann sich jeder selber auswäh­ len. Hängt auch ein bisschen von der Mentalität ab. Staunen: Die Tatsache, dass der holländische TestosteronFussball es einmal mehr in den Final geschafft hat, ist für mich die bemer­ kenswerteste Erinnerung an diese lauten afrikanischen Spiele. Die Hollän­ der ­zeigten einmal mehr, warum ihr Land unter dem Meeresspiegel funk­ tioniert und überlebt. Sie haben in ihrer Art, die Dinge zu sehen, dieses schon fast ein bisschen nach Arroganz rie­ chende Selbstbewusstsein, Selbstver­ trauen. Und es ist erstaunlich, zu erle­ ben, dass der Fussballsport es auch einer Reihe von schieren Individualisten ermöglicht, ein so hohes Niveau zu erreichen. In einer praktizierten Anti­ these zur Lehre, dass nur Disziplin im Fussball am Ursprung jedes Erfolges steht. Bewunderung, natürlich. Bewun­ derung für die technische Perfektion der Spieler Spaniens, der besten Mann­ schaft der Welt. Sie nennen ihr System der schnellen und kurzen Pässe TikiTaka. Es ist kaum zu glauben, dass es funktioniert. Denn natürlich ist dieses Kurzpassspiel auch wahnsinnig fehler­ anfällig. Jeder Gegner, der das Risiko auf sich nimmt, lächerlich ungeschickt und hölzern auszusehen, kann es zer­ stören. Was die Schweizer beim 1:0 über Spanien be­wiesen haben. Ich denke, die Bewunderung für diese geniale spanische Mannschaft hält sich bei mir in Grenzen, weil ich überzeugt bin, dass dieses Tiki-Taka für Nichtspanier unbrauchbar ist. Auch für Teams mit Spielern, die nicht die unglaublichen Fähigkeiten dieser Iberer haben, ist es nicht praktizierbar. Aus dem Tiki-Taka droht schnell ein PitschiPatschi zu werden, eine langweilige Kickerei in die Quere, der als stetes Ziel des Spieles diese leidenschaftliche Sehnsucht nach dem Tor fehlt. Ich bin sicher, um das Tiki-Taka ohne Einschränkung geniessen zu können,

kolumne

Das Geheimnis des Spiels muss ein bisschen Grausamkeit im Wesen des Erlebenden mitspielen: Stierkampf, der Tod am Nachmittag. Der Stier und der Torero. Die gewaltige Bestie wird mit grandioser Eleganz gereizt, gereizt und noch einmal gereizt. Mit kleinen Stichen verletzt und schliesslich geschwächt. Bis die Furie reif ist für den Stich ins Herz. Paseo de la muerte. Natürlich ist der perfekte Stierkampf Kunst. Doch nicht jede Kunst ist für jeden verständlich. Picasso lässt grüssen. Und so komme ich zum Respekt als grosses Bleibsel dieser WM. Respekt für Deutschland. Besser, Re­spekt für den deutschen Fussball. Wer die ersten, zweiten, dritten und vierten Ränge aus allen Weltmeister­ schaften zusammenzählt, kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: 12. Nur Deutschland erreichte diese 12. Vor Brasilien mit 10, Italien mit 8. Das heisst, Deutschland ist und bleibt die ­erfolgreichste Fussballnation der Welt. Und Deutschland schaffte es auch mit diesem Team des Durchschnitts von 2010 wieder, im grossartigen Schnitt zu bleiben. Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, die Deutschen wären geborene Ballkünstler. Selbst wenn Mentalität in heutigen Zeiten einen leicht anrüchigen Geruch hat, sich im Multikulti auflöst, es darf wohl noch angemerkt werden, dass Deutsche eher mit Bodenständigkeit umschrieben werden. Denn mit Leicht­ füssigkeit. Okay, was ist es dann, das Deutschland in diesem Kreis der besten Fussball­ nationen der Welt mit an der Spitze hält? Ist es etwa so, dass die Deutschen etwas über Fussball wissen, was der Rest der Welt nicht begreifen kann? Muss so sein. Muss wirklich so sein. Nun, klar, ich war schon immer ein Lieb­ haber des deutschen Fussballs. Ich kann dies problemlos zugeben. Auch wenn ich, als Schweizer, nicht nur und nicht immer nur gute Gefühle für den grossen Nachbarn empfinde. Und 500 000 unter der Berliner Siegessäule ihre Fahnen schwingende und siegestrunkene Fans

auch ungute Gedanken bei mir aus­ lösen. Aber – meine besten Freunde im Fussball waren Deutsche: Weisweiler, Netzer, Konietzka. Und die drei so unterschiedlichen Fuss­ ball-Genies teilten ein Geheimnis des Spiels, immer wieder das Rezept auch technisch höchst mittelmässiger Mann­ schaften. Laufvermögen, Klarheit, Schnel­ ligkeit, Härte im Zweikampf, möglichst wenige Ballberührungen, die zu Ball­ verlusten führen können. Und immer das Auge für die Tiefe des Raumes. Mir gefällt das Spiel, das aus diesem Rezept entsteht. Es ist ein einfaches und in seiner Fehlerfreiheit enorm erfolgreiches und sehr spektakuläres Spiel. Perfekte Handwerker, die gegen nicht perfekte und komplizierte Künst­ ler meistens gewinnen. Was Deutschland diesmal fehlte, war die Tatsache, dass dieses Deutschland keine reife Turniermannschaft war: Zwei Spiele vor Schluss keine Substanz mehr, die fehlende Klasse hatte zu viel Kraft gekostet. Doch natürlich liesse sich dies auch noch viel mehr über Hitzfelds Schweizer sagen, die nach dem 1:0 über Spanien bereits den Tod am Nachmittag erlitten: stehend k. o.! Als Resultat einer erfolgreichen Taktik, die sie überfordert hatte. Die WM 2010 ist Geschichte. Was bleibt ist Staunen, Bewunderung und Respekt für den Fussball und seine besten Teams. Und das bittere Wissen, dass ausser ein paar leeren Worten die WM in Südafrika dem afrikanischen Kontinent nicht eben viel gebracht hat. Wie die WM 2014 Brasilien nicht eben viel bringen wird, es sei denn unser gönner­ haftes Einlenken in vier Jahren, dass auch Brasilien trotz Dschungel, Lebens­ freude und hoher Kriminalität eine Weltmeisterschaft organisieren kann.  Mario Widmer schrieb als Sportchef und Chefreporter 34 Jahre lang für «Blick» und «SonntagsBlick», prägte und kommentierte die Fussballszene wie kein anderer Schweizer Jour­ nalist. Seit 1997 ist er per­sönlicher Manager von Martina Hingis und Lebenspartner von Melanie Molitor. schweizer illustrierte

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Leute Roger Federer

So macht Familie Federer Ferien: Auf der Luxusjacht «Jems» (gut CHF 200 000.–/ Woche) und am Strand von Girolata im Westen Korsikas. Charlene und Myla mit Mirka, Roger und Nanny.

u Endlich hat er Zeit für seine Liebsten – im Sand buddeln, schwimmen, sonnen: Roger Federer, 28, geniesst mit seiner Frau Mirka, 32, das Dolcefarniente an der Küste Korsikas. Mit dabei: Charlene Riva und Myla Rose. Mit Swimmies und einem T-Shirt (aus Bio-Baumwolle) der Hilfsorganisation Recycle Love machen die FedererMädchen ihre ersten Gehversuche im Mittelmeer. Das ist gar nicht so einfach – zum Glück gibts Hilfe von der Nanny und Papas sicheren Arm. Charlene und Myla feiern am 23. Juli ihren ersten Geburtstag – verwöhnt werden sie in den Ferien aber jeden Tag. Federers haben die Luxusjacht «Jems» gechartert (44 Meter lang, fünf luxuriös ausgestattete Kabinen inklusive eines Outdoor-Kinos), schippern nun durch die westkorsischen Gewässer – entlang dem Naturschutzgebiet La Scandola. Alle Bilder, inklusive der Innenausstattung der Jacht auf www.schweizer-illustrierte.ch. av

Fotos Crystal / Dukas

Kapitän mit Crew


Leute nachgefragt bei

Jan Bühlmann Erste Filmrolle Mister Schweiz Jan Bühlmann, 22, steht diese Woche in ­München für den Schweizer Regisseur Sebastian Goder vor der Kamera.

Seine Theaterrolle lernt Charles Clerc am liebsten zu Hause in seiner Zürcher Wohnung. Charles Clerc

Die Zuschauer haben ihn wieder

Fotos Thomas Buchwalder (2), Hervé Le Cunff, tilllate.com, Bruno Voser, Ex-Press / RDB

u Foltern und richten – das werden ab 4. August die beiden Hauptbeschäftigungen von Charles Clerc, 67, sein. Vor sechs Jahren verabschiedete sich Mister «Tagesschau» vom TV-Publikum. Nun wagt er erstmals den Sprung auf die Theaterbühne – als Scharfrichter Franz Leonhard Vollmar senior im Freilichtspiel «Annas Carnifex» in Mollis GL. «Als mir der Part angeboten

wurde, zögerte ich, weil ich kein ProfiSchauspieler bin», so Clerc. «Doch mittler­weile sind die Zweifel verflogen.» Und er entdeckt gar Gemeinsamkeiten mit seiner Rolle: «Ich bin genauso ordnungsliebend wie er.» In seiner Zürcher Wohnung lernt Clerc derzeit seinen Text auswendig. «Das Lampenfieber hält sich in Grenzen, aber dabei wird es wohl kaum bleiben.» Nathalie Zeindler

Rose

kaktus

Bertrand Piccard Pilot und Abenteurer u Bertrand Piccard und sein Team haben es tatsächlich geschafft: Pilot André Borschberg hielt das Öko-Flugzeug «Solar Impulse» 26 Stunden in der Luft. Noch nie zuvor ist ein mit Sonnenenergie betriebenes Flugzeug Tag und Nacht geflogen. Das grosse Ziel der Westschweizer Abenteurer: Mit der Jumbo-Jet-breiten und mit 12 000 Solarzellen bestückten «Solar Impulse» einmal rund um die Welt. Uns ist klar, Monsieur Piccard, dass es bei Ihrem ultraleichten Flugzeug auf jedes Gramm ankommt. Entschuldigen Sie also, wenn wir Ihnen jetzt eine zusätzliche Last ins Cockpit legen: 50 Gramm schwer – unsere Rose.

Oswald Sigg ehemaliger Bundesratssprecher u Ausufernde Bürokratie, zu viel Versicherungsschutz: Mit diesen ­Argumenten stimmte der Ständerat für die Abschaffung der Velo­ vignette. Gar nicht einverstanden damit ist Oswald Sigg. Der frühere Regierungssprecher fordert, die alte Velonummer aus Blech wieder einzuführen. Als Bergwanderer werde man immer mehr von Bikern bedrängt. Anhand einer gut erkennbaren Velonummer könnte man solche fehl­baren Velofahrer auf dem nächsten Polizei­ posten anzeigen, meint er. Wir sind überzeugt: Unseren Kaktus sieht Herr Sigg auch ohne Lupe – im Gegensatz zur klein gedruckten Zahl auf einer Velonummer.

Gratulation, Herr Bühlmann, jetzt werden Sie auch noch Filmstar! (Lacht.) Danke. Aber ich trete nur als Gast im Kinostreifen «Der Film deines Lebens» auf, zusammen mit der Moderatorin Patricia Boser. Was reizt Sie denn an einer solch kleinen Gastrolle? Es ist eine tolle Erfahrung für mich, am profes­sionellen Filmset in München hinter die Kulissen zu schauen. Ich sehe dieses Angebot aber nicht als meine grosse Chance auf eine Filmkarriere. Eine solide Ausbildung im schauspielerischen Bereich ist mir viel wichtiger. Vorerst sind Sie im Film Patricia Bosers Ehemann. Können Sie sich vorstellen, eine zwanzig Jahre ältere Frau zu lieben? Warum nicht? Ich hatte zwar noch nie eine ältere Freundin, finde den Altersunterschied aber nicht so wichtig. Meine Mutter würde vermutlich schon staunen, wenn ich ihr eine «Schwiegertochter» in ihrem Alter präsentieren würde … Dürfen Sie im Film Frau Boser küssen? Ich habe noch keine Ahnung, was ich ­machen muss, aber ich glaube nicht, dass das vorgesehen ist. Und wen küssen Sie privat? Niemanden. Ich habe weder Zeit dafür noch das Bedürfnis danach. Dabei kriegen Sie sicher haufenweise ­Liebesbriefe. Eher selten. Einen Heiratsantrag habe ich noch keinen bekommen. Den müsste ich nett, aber bestimmt ablehnen. Interview sandra casalini

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Caroline Rasser u Ilona Hug u Alles zur Musical-Premiere von «Dällebach Kari» schweizer illustrierte

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Titel Viva Cuba! TV-Star Mona Vetsch trifft auf dem Platz vor der Kathedrale von Havanna auf einen Señor mit Riesenzigarre. Zwei Wochen lang erkundet die Thurgauerin für ihre SF-Sendung «Fernweh» die Karibik. Letzter Drehort ist Kubas Hauptstadt Havanna.

Sonne, Salsa und Siesta! Für ihre SF-Sendung «Fernweh» reist TV-Star mona vetsch durch die Karibik. In Havanna erzählt sie, wie sie die Sehnsucht nach Söhnchen Dimitri aushält – und wie sich ihr Leben als Mutter verändert hat.

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Mit Mona im schweizer illustrierte


Paradies


Titel

In Aktion Ein Gärtner erläutert Mona Vetsch den Christoph-Kolumbus-Friedhof in Havanna.

Aus Alt mach Neu Die Prachtautos stammen aus der Zeit vor der Revolution von 1959. Text daniela zivadinovic Fotos thomas buchwalder

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Luftiger Laden Bücher sind in Kuba teuer. Aber manchmal ergattert man ein seltenes Exemplar.

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ine Horde kleiner Buben schart sich um TV-Star Mona Vetsch und ihr Kamerateam. «Señora, Señora, sind Sie Schauspielerin?» Die «Señora» steht in einer engen Gasse in Havanna und dreht für ihre SF-Sommerserie «Fernweh». Links und rechts renovierte Häuser und zerfallene Kolonialbauten. Bunte Oldtimer, die auch mal mitten auf der Strasse den Geist aufgeben. Die Sonne knallt vom Himmel. Mona flüchtet in den Schatten. «Ich bin eine Moderatorin des Schweizer Fernsehens und nehme eine Reiseserie auf», erklärt die Thurgauerin den Kids, die ihr auf den Fersen folgen. Genau für solche Situationen hat die 35-Jährige in den letzten Monaten Spanisch gebüffelt.


«Sehnsucht? Ja, ich telefoniere jeden Tag mit Stephan. Dimitri gehe es gut. Ich weiss, die beiden haben es super zusammen» mona vetsch Pause am Malecón Mona Vetsch geniesst die Abendstimmung an der berühmten Uferstrasse von Havanna. Seit 1959 ist Kuba sozialistisch. «Unglaublich, wie viele Akademiker hier als Taxifahrer arbeiten, weil sie so mehr Geld verdienen», sagt Mona.

«In unserer Sendung geht es um spontane Begegnungen. Grundlegende Sprachkenntnisse dürfen nicht fehlen. Also habe ich Spanischunterricht genommen.» Ohne akribische Vorbereitung geht die Radio- und TV-Moderatorin nie auf die Piste. Tritt sie vor die Kamera, hat sie Geschichte, Fakten und Zahlen der jeweiligen Schauplätze im Kopf. Ihr Karibik-«Fernweh» startet in Trinidad und endet in Havanna. Dazwischen besucht sie weniger bekannte Inseln wie Montserrat oder Mustique. Und sogar das vor sechs Monaten von einem Erdbeben zerstörte Haiti. Zwei Wochen dauert diesmal ihr Dreh. Für Mona Vetsch ist es die erste längere Trennung von ihrem einjährigen Sohn Dimitri. Papa Stephan passt daheim in Zürich auf den Kleinen auf, während seine Frau die Karibik erkundet.

Mona Vetsch, nach Haiti muss Ihnen Kuba wie das reinste Paradies vorkommen. Ja, tatsächlich. In Haiti war nur schon das Vorwärtskommen schwierig. Hier sind die Strassen breit und in gutem Zustand. Es hat kaum Verkehr – Autos kann man hier nur mit Bewilligung kaufen. Darum wirkt Kuba so friedlich. Was überrascht Sie hier am meisten? Die ungeheure Vielfalt. Die Karibik bietet viel mehr als schöne Strände und Sonnenuntergänge. Montserrat liegt wegen des aktiven Vulkans unter einer Ascheschicht. Und Dominica ist der grünste Ort, den man sich vorstellen kann. Sie sind seit bald zwei Wochen unterwegs. Wie sehr vermissen Sie Ihre Familie? Unsere vollen Drehpläne lassen mir zum Glück kaum Zeit zum Nachdenken. Das

hilft gegen die Sehnsucht nach meinen beiden Männern. Wissen Sie denn immer, wie es ihnen geht? Wir telefonieren täglich, oft sogar zweimal. Meine Rechnung wird horrend hoch ausfallen (lacht). Ich höre immer nur, es sei alles in Ordnung und schlechtes Wetter. Zwischendurch schickt mir Stephan ein Foto von Dimitri aufs Handy. Ich weiss, die beiden haben es super miteinander. Viel schlimmer war das Weggehen von daheim, da musste ich Stephan und Dimitri mehrmals drücken. Welche Destination hat Sie am meisten beeindruckt? Ganz klar: Haiti. Ich dachte, in der Hauptstadt Port-au-Prince erwarten uns nur Trauer, Verwüstung und Elend. Doch die Stadt pulsiert, sie erinnert mich an Bombay. Es liegt auch eine Spannung in der Luft. Man spürt: Hier ist jeder Tag schweizer illustrierte

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Titel ein Kampf. Wir trafen ein Paar mit einem neun Monate alten Baby, das bei unerträglicher Hitze im Zelt haust. Die Frau empfing uns im Deuxpièces, ihr Zelt war fein säuberlich eingerichtet. Das war ihre Art, die Würde zu bewahren. Gehen Ihnen solche Schicksale näher, seit Sie selbst ein Kind haben? Sicher. Als Mutter kann ich mir vorstellen, was es bedeutet, das eigene Kind leiden zu sehen und ihm nicht helfen zu können. Im Albert-Schweitzer-Spital, das der Schweizer Rolf Maibach führt, sah ich einen Jungen, der gleich alt ist wie mein Sohn – stark unterernährt. Ich erfuhr, dass in diesem Spital die einzigen Brutkästen weit und breit stehen. Viele Babys schaffen es trotzdem nicht hierher und sterben. Das geht mir ans Herz, und das lasse ich auch zu. Hatten Sie Angst, Ihnen könnte in Haiti etwas zustossen? Nein, da bin ich fatalistisch. Wenn etwas geschehen muss, dann ist das so. Allerdings beschlossen wir, nur nach Haiti zu reisen, wenn das Risiko kalkulierbar ist und wir unserem journalistischen Anspruch gerecht werden können.

Sprachen Sie mit Ihrem Mann darüber, ob Sie gehen sollen oder nicht? Klar. Er ist wie ich Journalist und teilt meine Meinung, dass es wichtig ist, das Weiterleben nach der Katastrophe zu dokumentieren. Spüren Sie den für viele Frauen stressigen Spagat zwischen Kind und Karriere? Nicht sehr. Ich war mal Bodenturnerin und habe den Spagat geübt (lacht). Mein Mann und ich haben beide unsere Pensen reduziert und teilen uns das Berufs- und Familienleben. Ich arbeite in der ersten Jahreshälfte mehr, er verfolgt seine Projekte im zweiten Halbjahr. Das funktioniert wunderbar, wenn nicht gerade Kinderkrankheiten dazwischenfunken. Worauf müssen Sie als Mutter verzichten? Verzicht ist für mich das falsche Wort. Natürlich muss ich viele Anfragen ablehnen, aber das nehme ich gern in Kauf. Ein Kind ist in allererster Linie eine grosse Bereicherung. Ich habe meine SF-Sommersendung, moderiere bei Radio DRS 3 und finde manchmal sogar Zeit für weitere Projekte. Verzichten tu ich nur auf weisse Blusen, die werden sofort dreckig.

«Mein Sohn hat mich erzogen – zu mehr Flexibilität» mona vetsch Im letzten Interview mit der Schweizer Illustrierten erzählten Sie, Ihr Sohn liebe Druckerschwärze. Gibt es schon neue Vorlieben? Mit uns Zeitung zu lesen, bereitet ihm immer noch viel Spass. Jetzt isst er sie aber nicht mehr auf, sondern zerfetzt sie nach Herzenslust. So finden bei uns auch Sonderbeilagen ihren Nutzen. Ansonsten schaut er gern Büechli an. Er ist die Zukunftshoffnung aller Print-Verlage. Nach welchen Grundsätzen erziehen Sie Ihren Sohn? Ich ihn …? Im ersten Jahr hat er eher mich erzogen, zu mehr Flexibilität. Im Zweifelsfalle mache ich es wie meine Mutter: mit viel gesundem Menschenverstand, einer grossen Portion Humor und


reisen mit mona u Die TV-Moderatorin Mona Vetsch ist wieder für «Fernweh» unterwegs. Dieses Jahr bereist sie das Inselparadies Karibik und zeigt eine Welt der Gegensätze, in der verschiedenste Völker, Kulturen und Sprachen aufeinander treffen. Die Sendung porträtiert auch das vor sechs Monaten von einem Erdbeben zerstörte Haiti. Die erste Folge wird diesen Freitag um 20.50 Uhr auf SF 1 ausgestrahlt. Sechs weitere Sendungen folgen.

Im Gespräch Mona Vetsch trifft in Haiti auf Einwohner, die beim Erdbeben vor einem halben Jahr alles verloren haben.

Foto Fotoagentur SF

Strahlefrau Mona Vetsch gehört zu den beliebtesten Moderatorinnen des Schweizer Fernsehens.

Vertrauen. Vertrauen ist in diesem Fall besser als Kontrolle. Wünschen Sie sich ein Geschwisterchen für Dimitri? Mein Mann will zehn Kinder, ich fünf. Mal schauen, worauf wir uns einigen (lacht). Wohin führt Sie Ihre nächste private Reise? An die lykische Küste in die Türkei. Diese Gegend habe ich beim Mittelmeer«Fernweh» entdeckt. Seither bin ich Fan der gastfreundlichen Menschen und der atemberaubenden Buchten. Was reizt Sie am Reisen? Ich begegne gern Menschen. So gesehen könnte ich auch ein «Fernweh» von Amriswil bis Zuchwil produzieren – Hauptsache, es ist kein unbewohntes Gebiet. Es gibt Fans, die ihre Tochter nach Ihnen benennen. Wie erklären Sie sich Ihre Beliebtheit? Vielleicht schätzen sie eine gewisse Natürlichkeit an mir. Ich sehe nicht wie ein Model aus und treffe reale Menschen an realen Orten. Da bleibt kein Platz für Künstlichkeit. Aber ganz egal aus welchem Grund, die Geburtsanzeigen und Geburtstagseinladungen von kleinen Monas freuen mich natürlich sehr. 


musical

Giuseppe Superst Tanzen ist sein Leben Der 13-jährige Berner giuseppe bausilio hat erreicht, wovon viele träumen: Er steht in den USA auf der Musicalbühne. Allerdings nur bis zum Stimmbruch! Text sandra casalini Fotos christian lanz

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einen 13. Geburtstag am 20. Juni feierte Giuseppe Bausilio im Flieger. Gerade mal eine Woche Ferien verbrachte der Bub zu Hause in Boll BE bei seinem Vater Alfonso, 50, den ehemaligen Schulgschpänli und seinen Freunden aus dem elterlichen Tanzstudio. Dann gings zusammen mit Mami ­Sonia Melo, 54, zurück nach Chicago, in sein «anderes» Leben: Training, Proben,

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Aufführungen, dazwischen Privatunterricht im Theater. Feierabend ist meist nach 23 Uhr. Nur montags hat Giuseppe frei. Seit einem halben Jahr steht der junge Berner in der Titelrolle des «Billy Elliot» auf der Musicalbühne. Aus über 1500 Bewerbern wurden vier Buben gecastet, die sich die Rolle teilen. Regisseur Stephen Daldry war von Anfang an überzeugt: «Giuseppe hat Star-Qualitäten!» Auch das Schweizer Fernsehen widmet «Giuseppe Superstar» einen 35-Minuten-Beitrag («Horizonte» SF 1, 1. August, 15.15 Uhr). Gerade hat der Schweizer einen Vertrag für eine sechs Monate dauernde USA-Tour unterschrieben, die im September startet. Danach wird er in New York auf der Bühne ­stehen – am Broadway!

Unschlagbares Team Sein Mami Sonia Melo hält Giuseppe den Rücken frei und organisiert seine Termine.


ar Das Tanztalent wurde Giuseppe in die Wiege gelegt: Sowohl sein italienischer Vater als auch seine brasilianische Mutter sind Balletttänzer. Der ältere Bruder, Yannick, 22, tanzt an der Pariser Oper. Mama Sonia liess in Bern alles zurück, um ihren Jüngsten in die USA zu begleiten. «Hätte ich Nein sagen sollen? Er hätte es mir ewig vorgeworfen!» Wann der Traum von «Billy Elliot» zu Ende geträumt ist, weiss Giuseppe allerdings auch: «Sobald ich den Stimmbruch habe, kann ich die Songs nicht mehr singen.» Dann kommt er zurück nach Bern. Und sagt: «Ich freue mich ­darauf! Ich vermisse meinen Vater, die Schule, meine Freunde.» Giuseppes Träume? «Ich möchte weiterhin tanzen und schauspielern. Am liebsten in Hollywood. Oder ich eröffne eine Pizzeria in Bern.»  

Grosses Talent Tan­ zen, Steppen, Singen, Schauspielern in akzentfreiem Englisch: Alles kein Problem für Giuseppe Bausilio. Er trainiert sechs Mal pro Woche, auch in den Ferien (l. im Tanz­ studio seiner Eltern in Bern).


Politik

Typisch Leuen


Bundesrat mit Apfel Das Bild wird Kult. April 1996: Leuenberger, seit 150 Tagen im Amt, in seinem Bundeshaus-Büro. Kleines Bild rechts: Am 2. Oktober 1995 ist Leuenberger auf dem Titel der Schweizer Illustrierten. Mit diesem Foto lässt er später Autogrammkarten machen.

Er geht. Ende 2010 wird Bundesrat Moritz Leuenberger sein Amt niederlegen. Zurück bleiben seine politischen Erfolge und Niederlagen, seine rhetorische Brillanz – und viele Bilder. Leuenberger: mal magistral und charmant, mal schräg und überdreht. Mal witzig, aber auch genervt.

Sägemehl statt Feinstaub August 2001: Bundespräsident Leuenberger spricht am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Nyon VD vor 30 000 Leuten.

berger

Mit Wollmütze Dezember 2009: Der Zürcher SP-Bundesrat posiert im eisig ­kalten Kopenhagen, wo er an der Uno-Klimakonferenz teilnimmt. schweizer illustrierte

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Politik

Zeigt Flagge Mai 2009: Hafenfest in Hamburg – Leuenberger ist Ehrengast. Am Steuer der «Rickmer Rickmers» witzelt er: «Da stehe ich als Landratte auf einem Hochseeschiff.»

Tea-Time Mai 2006: Im Bundesratsjet reist Leuenberger nach Rom, wo er Papst Benedikt XVI. trifft. Während des Fluges feilt er an seiner Rede, trinkt Tee mit Honig «für eine gute Stimme». Text stefan zweifel

Der Zürcher Stefan Zweifel, 42, ist Autor, Übersetzer, Journalist und Kritiker im SF-«Literaturclub». Zweifel ist ein Jugendfreund von Bundesrat Leuenbergers Sohn Manuel Löwensberg. Die Liebe zu unseren Vätern Da sassen wir, drei Kinder von drei ­Vätern auf drei Stühlen. Sassen da und schleckten alle drei an roten Eislutschern. Sommer wars, heiss wars. Wir hatten alles griffbereit, schleckbereit. Nur eines fehlt auf der Ferienfoto: die Väter. Sie waren weit weg. Irgendwo im Politischen, einer Welt, die wir uns nicht vorstellen konnten, so weit weg wie die Sommerwolken am Himmel über Sardinien. Ganz versunken waren wir in unser Glace-Glück und dachten nicht an unsere Väter, die in endlose Debatten ver-

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strickt waren. Haben sie in ihren Kämpfen uns Kinder vergessen? Oder haben sie vielleicht nicht gerade dann – an uns gedacht, an jene Welt, in der für uns nicht mehr alles ein Schleck sein würde? Damals haben sie die Welt gestaltet, in der wir uns heute bewegen. Und dabei eben nicht nur an uns gedacht, sondern an alle. Denn im Politischen ist die eigene Familie mit allen anderen Fami­ lien verknüpft. In ihr möchten die Kinder aller Leute ein Ferien-Eis schlecken, egal, woher sie kommen und auf welche Silbe ihr Nachname endet. Ein Abendessen ohne Fleisch In diesem Sinn haben wir unsere Väter mit allen andern Kindern geteilt. Aber Moritz hat auch viel mit seinen Söhnen geteilt. Auf sie gehört, ihre Bedürfnisse und ihre Sorgen in sein Tun eingebaut. Das zeigte sich oft an winzigen Details.

Eines Abends sassen wir am Tisch und warteten auf die Kochkunst, für die wir Schleckmäuler Moritz liebten. Und was kam auf den Tisch? Vegetarisches. Sein Sohn war gerade Vegetarier geworden, und nun war Schluss mit Schnitzel – vielleicht brauchte er diese Abstinenz vom Biss ins Fleisch, um sich bei seinem sanften Wesen jene Aggression zu bewahren, die in der Politik nötig ist. Musste so die Beisshemmung überwinden, die feinsinnige Denker wie ihn immer wieder davon abhielt, in die reale Welt einzugreifen. Der Kopf ist bekanntlich rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. Doch Rundköpfe sieht man selten in der Politik. Dort regieren die Spitzköpfe. Raketenköpfe der Ideologie. Die wollte er umprogrammieren – warum nicht auch mal mit kindsköpfiger Spitzbüberei? Gewiss, auch Leuenberger hat Programme durchgesetzt. Doch zuvor er-


Selten so locker Dezember 2000: Leuen­ berger mit seiner langjährigen Partnerin Gret Loewensberg im Zürcher Theaterhaus Gessnerallee. 2003 heiratet das Paar.

probte er sie in Gesprächen mit Dichtern und Denkern wie Hugo Loetscher oder Peter von Matt über Intrige, List und Leidenschaft. Denn gerade der Widerspruch des andern reizt zu einem neuen, einem dritten Gedanken. In den beide Positionen einfliessen. Früher nannte man das gemäss Hegel und Marx «dialektisches Denken». Heute sagt man lieber: helvetischer Kompromiss, um nicht in den Verdacht zu kommen, ein Intellektueller zu sein. Zum Glück war das für ihn nie ein Schimpfwort! Vernunft des Herzens Der Intellektuelle ist nicht aus weltfremder Abgehobenheit zögerlich, sondern weil er an alle Folgen einer Entscheidung denkt und nicht nur an die nächste Wahl. Dies hat Leuenberger in seinen Reden und Büchern vorgeführt. Uns Kindern erklärt, was Engagement ist,

weshalb man sich wehren soll, mitdenken, umdenken. Hat sich mit Mut zu unserer Hilflosigkeit vor dem Tod bekannt, den auch der Glaube an die Technik nicht beseitigen kann, wie der Absturz der SR 111 zeigte. Er glaubte an die Vernunft. Aber auch an die Vernunft des Herzens. An jene emotionale Einfühlung, die es nicht erlaubt, einem politischen Gegner auf der Guillotine oder in der Sensationspresse den Kopf abzuschlagen. Keine Vernunft ohne Herz, kein Gut ohne Böse. Wenn man das Böse ausrotten will, so schreibt er im grossartigen Essay-Band «Die Rose und der Stein», dann tötet man unsere Freiheit gleich mit. Einmal schrieb er mir eine Mail mit der Frage, ob er einen Gedanken von mir in eine Rede einbauen dürfe. Er schmückte sich nie mit fremden Federn. Denn ­eitel war er nie, sondern elegant! Ein u

«Leuenberger ist nicht eitel, sondern elegant. Ein eitler Mensch wäre nicht vor dem Präsidialjahr zurückgetreten» stefan zweifel, autor

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Politik

Theatralisch Juli 2006: Leuenberger besucht auf seinem «Schulreisli» mit den Amtskollegen die Kanti Wetzikon ZH. Und verbeugt sich vor den Schülern.

eitler Mensch wäre ja nicht vor dem Präsidialjahr zurückgetreten.

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Ich bin auch eine Bücherwand Drängte sich nie vor. Manchmal bei einer Einladung verschwand Moritz zwischen den Freunden. Wurde ganz Sofa, auf dem sich die andern ausruhen, miteinander plaudern konnten. Wurde Sofa und zugleich Lampenschirm, der von hinten ihre Köpfe erleuchtet. Und natürlich auch Bücherwand. Mit ihr verschmolz er, wie er sagte, indem er die Buchrücken nach den Farben seiner Kleider und ­Möbel ordnete … Mit solch lausbübischem Witz öffnete er vielen die Buchwelt. Etwa indem er in den «Literaturclub» kam. Es war kurz vor Blochers Abwahl. Er gab zu, erst die Hälfte eines 800-Seiten-Wälzers gelesen zu haben. Nie hat jemand in der Sendung vor der Öffentlichkeit die Maske des Allwissens so ehrlich gelüftet. Dann sprachen wir über «Ursprünge» von Rainer Schürmann, wo der Er-

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zähler merkt, dass er in jener Nacht gezeugt wurde, als die Deutschen in Paris einmarschierten. Gezeugt also zur Feier von Hitler. Davon kommt er nicht los. Von diesem Ursprung. Leuenberger zeigte sich von Sprachgewalt und Thematik beeindruckt. Und beeindruckte uns mit seiner ciceronischen Rhetorik. Was mir damals nicht in den Sinn kam: Er war einer jener Väter, die für uns andere Ursprünge erkämpften. Rührmichnichtan voll Pointen So oft ich mit seinem Sohn spielte, so selten habe ich Moritz Leuenberger getroffen. Jedes Mal aber wollte er von mir etwas wissen. Mit meinen Augen auf jene Welt schauen, die er mitgestaltete. Dabei habe ich ihn immer als scheu empfunden. Wie jenes Rührmichnichtan, das im Schatten der Wälder wächst. Wenn man ihn aber berührt, springt die Schote auf und ein Feuerwerk von Pointen schiesst hervor. Sie sprudeln aus ihm wie der

Prosecco, den er mitten in einen Risotto stellt und mit einer Prise Salz zum Schäumen bringt. Und schon vernetzt der Verkehrs­ minister Basel und die Weltformeln der Chemie, Zürich und die Verkehrsknoten von Escher, Genf und Rousseau mit seiner «Rede über die Ungleichheit unter den Menschen». Die bekämpfte Leuenberger an allen Fronten. Nicht nur in

Der Fotograf Während seiner 15 Amtsjahre wurde Leuenberger vom Schweizer-Illustrierte-Fotograf Kurt ­Reichenbach, 46, begleitet. Alle Fotos in dieser Heftstrecke stammen von ihm. «Bundesrat Leuenberger musste man nie vorschlagen, wie er zu posieren hat», sagt der SI-Fotograf. «Er wusste selber genau, wie er sich ablichten lassen wollte. Keine seiner Gesten oder Grimassen ist Zufall, er wusste, wie er wirkt.» Aus dem SI-Titelfoto von 1995 liess Leuenberger Autogrammkarten drucken. Er dankte Reichenbach mit dem Satz: «Mit bestem Dank für die Verbesserung der Realität.»


nachgefragt bei

Adolf Muschg

Foto RDB

Wehmütig Für den Zürcher Schriftsteller Adolf Muschg, 66, ist der Rücktritt von Moritz Leuenberger «auch ein Trauerfall».

der Theorie, sondern auch in der Praxis. Er ist hingestanden und hat gezeigt: Ich bin auch ein Ungleicher, ja, ich bin verletzlich, feinsinnig, feinfühlig. Aber wenn es sein muss, kann ich zubeissen und mich wehren für die Zukunft jener Kinder, die einst fern von ihren Vätern an ihrem roten GlaceGlück schleckten, und für jene Kinder, die heute nichts zu schlecken haben.

Herr Muschg, was zeichnet Bundesrat Leuenberger aus? Er ist ein Politiker, der versteht, dass ein hohes Amt auch eine Rolle ist. Diese Rolle hat er mit einer un­ nachahmlichen, ganz persönlichen Mischung aus Pflichtbewusstsein und Distanz gespielt. Aber auch mit Witz. Passt Ironie zur Schweizer Politik? Er hat uns gezeigt, dass Spiel und Ernst keine Gegensätze sind. Seine Rolle war glasklar, und wir sahen darin einen Menschen in seinem Widerspruch, seiner Melancholie und Fantasie. Alle, die nicht böswillig waren, konnten das erkennen. Ist der Rücktritt ein Krisenzeichen? Nein. Aber die parteipolitischen Spiele, die jetzt aufkommen, interessieren mich nicht. Der Rücktritt ist auch ein wenig ein Trauerfall! Ist denn das Amt des Bundespräsidenten nicht mehr erstrebenswert? Derzeit wohl nicht. Aber Änderungen werden debattiert. Allerdings wird das seit hundert Jahren diskutiert – und hartnäckig abgewehrt. Zunächst wird der permanente Wahlkampf weiter verschärft. Eine Bundesratsvakanz ist ein enormer Motor für den Wahlkampf. Sie gibt der Partei Gelegenheit, sich zu profilieren. Moritz Leuenberger ist nicht naiv, er hat das genau gewusst.

Ein letzter Dienst für die SP? Genau: eine gute Vorlage. Sind Sie selbst eigentlich SP-Mitglied? Ich habe kein Parteibuch mehr. Aus Enttäuschung? Nein, ich hab mein Weltbild revidiert. Man kann sich kaum noch nach dem Links-rechts-Schema orientieren: Was einst eine radikale libertäre Position war, wurde zum Neoliberalismus verengt … Heute suche ich meinen Weg von einer Fundstelle zur nächsten. Die Sozialdemokratie steckt im Tief. Auf den Problemfeldern, die die SP früher besetzte, gibt es Konkurrenz. Es ist absehbar, dass eine Fusion kommen muss, zwischen SP und Grünen unter den Vorzeichen von sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit für das Leben auf der Erde. Der Rücktritt befreit die SP vom Druck, ­inhaltlich zu diskutieren. Ein Risiko? Es geht eben nicht darum, eine Person durch eine andere, passende zu er­ setzen. Jede Lücke ist ein Ort, um den Hebel anzusetzen für ein Nach­denken über das Regierungssystem. Grundsatzdiskussionen können in den Massenmedien nicht mehr anders geführt werden. Und Moritz Leuenberger muss nicht schweigen. Er kann seinem Rücktritt eine Deutung geben, die diesen Prozess anstösst. Interview Sascha Buchbinder

Schulreisli 04 Der Gesamtbundesrat in der Saane Schulreisli 02 «Wer was zu schützen hat: Helm Schulreisli 10 Bei der Malstunde in Aarau versteckt bei Freiburg. Leuenberger schaut gequält. auf!», rät Bundesrat Villiger. Leuenberger will nicht. sich der genervte Leuenberger hinter Kollege Merz. schweizer illustrierte

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gesellschaft

Kommt zum Ehe-JahresService Das Ehepaar Nadia und Cornell Lechmann trifft Pfarrer Jaroslaw Duda in der katholischen Kirche Bülach.

Seine Ehen halten 15 Jahre. Mindestens – garantiert er. Für pfarrer Jaroslaw Duda aus Bülach sind Ehen wie Autos: «Sie müssen einmal jährlich in den ­Garagen-Service.» Ein Werkstattbesuch.

Gottes Gara


Text marcel huwyler Fotos christian lanz

D

gist

er Herr Pfarrer hegte schon lan­ ge den Verdacht, die Kirche und das Automobil hätten Gemein­ samkeiten. Bei beiden wird mit auf­ fallend viel Lust «gefahren»: Wie sonst lassen sich die katholischen Auf-, Wall-, Pilger-, Höllen- und Maria-Himmelfahr­ ten erklären? Oder die Sache mit dem Öl: Ohne Motorenöl stottert die Karre, ohne Salbungsöl stocken die Sakramente. Das alles gab dem Herrn Pfarrer zu denken. Dann, vor zwei Jahren, während einer Trauung hatte er eine Erleuchtung! Autos frisch ab Werk und frisch getrau­ te Ehepaare – «das ist doch dasselbe!»: Beide müsse man pflegen und warten, «sonst rosten sie». Wie viele Paare hat­ ten sich vor seinem Altar ewige Treue geschworen und waren dann doch «durchgerostet», geschieden. Und Pfarrer Jaroslaw Duda, 40 Jahre alt, geboren im polnischen Lodz («wie der Theo aus dem Schlager»), 1998 in die Schweiz gekommen, seit vier Jahren Pfarrer in Bülach ZH, hob einen einzig­ artigen Service aus der Taufe: die Ehe­ garantie! Von ihm getraute Ehen, gelobt er, halten 15 Jahre lang. Mindestens! Bedingung: Jedes Paar muss, genau wie ein Auto, einmal jährlich zu ihm in die «Garage» kommen, «zum Service». Diesen Samstag fährt Ehepaar Lechmann in die Pfarrei-Werkstatt. Ihr erster Service. «So Leute, wir machen Garage heute», frohlockt Duda und zer­ kaut das Wort «heute» mit seinem polni­ schen Akzent zu «choite». Die techni­ schen Daten des Service-Objekts: ­Nadia und Cornell Lechmann, beide Baujahr 1979, Fahrgemeinschaft seit August 2009. Er ist angehender Polizist, sie küm­ mert sich um den 18 Monate alten Gian Andri. Pfarrer Jaroslaw Duda bittet die Lechmanns in sein Pfarramts-Büro. Der klerikale Mechaniker reibt sich die Hän­ de, zückt sein theologisches Werkzeug – sein Seelen-Service beginnt. Musik wird dem Ehepaar vorgespielt, harmonische Klänge erst, dann wirds ­kakofonisch. «Wie habt ihr Muuusig er­ lebt?» Beide erzählen dem Priester vom eben Gehörten, von ihren Gefühlen dazu und nennen das Stichwort Harmonie. Hei, jetzt freut sich der Pfarrer aber; ge­ nau dahin hat er gezielt. «Supäääär! Ja, Charmonie», lobt Duda, hält den Kopf schief, nestelt an seinen Hosenträgern und lächelt selig. Mit seinem honigblon­ den Haar, den Pfirsich-Wangen und den verschmitzten Äuglein, die mal lustig, mal listig blinzeln, sieht er aus wie eine u schweizer illustrierte

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gesellschaft

Spielerische Beichte Das Paar hängt sich Plakate an den Rücken und schreibt Wünsche und Kritik am Partner darauf. Blindlings vertrauen Nadia Lechmann führt ihren Mann ­Cornell, der die Augen geschlossen hält, durch Pfarrer Dudas Krypta. Mischung aus Karlsson vom Dach und den polnischen Trickfilm-Brüdern Lolek & Bolek. «Supääär! Leute, bereit für den nächsten Garagen-Test?» Die folgenden eineinhalb Stunden lässt Duda das Ehepaar Listen auf farbiges Papier schreiben («Was gefällt mir an dir, was nicht?»), spricht mit ­ihnen über Partnerschaft, Arbeit und Kinder. Schliesslich schickt er die Lechmanns auf einen Parcours in den Garten, quer durchs Pfarrhaus bis hinunter in die Krypta; einer schliesst die Augen, der andere führt und umgekehrt. Es gehe bei dieser Übung, doziert Duda, um Wahrnehmung und blindes Vertrauen. Der Mann hat die Menschen gern, das spürt man. Darum tue es ihm ja so weh, wenn Ehepaare sich trennten. Jede zweite Ehe zerbricht, so die Statistik, und mit Zahlen kennt sich Duda weiss Gott aus: Bevor er sich der Theologie hingab, war er Mathematiker. Eigentlich wollte er Arzt, Psychologe oder Feuerwehrmann werden – als Garagist Gottes ist er jetzt irgendwie alles zusammen. Gegen hundert Ehen hat Duda gesegnet, von 15 Scheidungen weiss er, 19  Ehepaare besuchen derzeit seinen Garagen-Service. Kleine Lackschäden würden oft nicht rechtzeitig erkannt und beim Namen genannt, weiss Duda, «bei mir sprechen die Eheleute über diese Kratzer, so kann man etwas flicken, be-

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«Ich biete zwar eine Ehe-Garantie an. Aber sicher keine Geldzurück-Garantie» Pfarrer Duda vor es zu rosten beginnt». Bei den Lechmanns genügt heute eine kleine Politur. Zudem ermuntert Duda das Paar, den klaren Blick für die Bedürfnisse des anderen nie zu vernachlässigen – im AutoService-Jargon formuliert: Scheiben­ reinigerflüssigkeit nachfüllen! Ein katholischer Pfarrer als Eheberater – wie glaubwürdig ist das denn? Der Mann lächelt selbst dann, wenn er angeschossen wird: «Muss ein Krebsarzt selber Krebs haben?», kontert er und erklärt, er habe sich die Garagen-ServiceÜbungen selber ausgedacht – dem sagt man dann wohl Auto-Didakt. Was sagen seine Pfarr-Kollegen dazu? Er setzt sich an sein MacBook und zeigt ein E-Mail, das ihm ein alter Pfarrer aus der Innerschweiz geschickt hat: «Lieber Mitbruder, herzliche Gratulation zum tollen Experiment!» Ob Duda ihm Unter-

lagen schicken könne, er möchte den Garagen-Service ebenfalls anbieten. Die 15-Jahre-Ehegarantie ist keineswegs Dudas einziges theo(un)logisches Angebot. Letzthin hat er Plastikfläschchen mit dem Logo «AquaSan» unter Bülachs Gläubigen verteilt. Sieht aus wie ein Medikament: «In Verbindung mit Segensgebeten verwenden», mahnt das Etikett, «schützt vor Stress, Depression, Sinnleere, Lieblosigkeit.» Tausend solcher Gütterli hat Duda abgefüllt, Inhalt: Weihwasser! Demnächst lanciert er «BiblioSan»: Eine Zigarettenpackung, die 20 Papierröhrchen im Zigarettenformat enthält mit Bibelsprüchen drauf; «für geistige Inhalation», gluckst Duda. Der Service für Ehepaar Lechmann ist beendet. Pfarrer Duda stellt ihnen ein Zertifikat aus und legt den nächsten Termin für eine Generalüberholung fest – in genau einem Jahr. Er lacht: «Leben ist traurig genug, darum soll Kirche happy machen!» Dann bittet er das Paar zu Kaffee und Kuchen. Manchmal koche er auch Suppe; nur seine polnische Kuttelsuppe käme in der Schweiz gar nicht gut an, «wäre wohl hier ein Scheidungsgrund». Apropos: Hat er sich nie gewünscht, selber zu heiraten? Nochmals zeigt er sein lustig-listiges, dudasches Lächeln: «Cheiraten – geht nicht. Ich bin allergisch auf Schwiegermütter!»  


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, Grooming Sara Stieger, Handmodell Isabell, beide Time, Nagellack von der Kultmarke Kiko, www.kikocosmetics.com

shopping

Objekt der begierde Glieder-Kunst Das stylische Bracelet mit grossen Gliedern in 18 Karat Roségold von Bucherer will man nicht mehr hergeben. Infos in Bucherer-Filialen. u CHF 3200.–

Band fürs Leben u Designerin Diane von Fürstenberg war die Erste, die grosse goldene Gliederarmbänder wie aus den Sixtys zu ihren sinnlichen Wickelkleidern zeigte. Mit einem Hauch von Jetset und Marbella-Charme. Doch die waren leider sehr teuer. Das markante Bracelet jedoch, das Teil der neuen Kollektion vom Schweizer Juwelier Bucherer ist, übertrifft den Glamourfaktor aller bisherigen Modelle bei Weitem: verschieden grosse Goldglieder in sanftem Roségold, angenehm leicht am Arm, kurzum perfekt. «Haben-wollen!», rufen Fashionistas. Und zwar für immer! beatrice schönhaus

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shopping

Look

Rock-Chick Mütze Paul Smith, Bufalini, Zürich. u CHF 169.– Canvas-­ Tasche, H & M. u CHF 49.90 JeansGilet von Colcci, Manor. u CHF 149.– PaillettenShirt, New Yorker. u CHF 22.95 Hose und Panty, American Apparel. u CHF 56.–/31.– High-Heels-Sneakers Ash, bei Bufalini, Zürich. u CHF 189.–

Festival-chic

Out in the Green

u Spätestens, wenn der Startschuss für die Open-Air-Saison gefallen ist, findet das Leben vor allem draussen statt. Festivalerprobte Stars wie Kate Moss, Sienna Miller oder Pixie Geldof fallen an Events wie Glastonbury durch einen frechen Festival-Chic mit einer Mischung von Bohemian, Rock-Chick und Glamour-Partygirl auf! Wer am Gurtenfestival (www.gurtenfestival.ch) campiert und zu Gossip, Sens Unik oder Florence and the Machine abrocken will, lässt die High Heels zu Hause und schlüpft in bequeme Gladiatoren-Sandalen, Flipflops oder schnallt sich die Sneakers an. Auch die ruhigen Gemüter kommen nicht zu kurz! Sei es am Montreux Jazz Festival (www.montreuxjazz.com) bei Norah Jones, Charlotte Gainsbourg oder Ben Harper ein Cüpli in High Heels schlürfen oder bei Tori Amos bei Live at Sunset (www.liveatsunset.ch) einen Rotwein auf der Decke geniessen. Hauptsache, ein Platzregen bleibt aus!

Ursula Borer

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© Fotostudio Schweizer Geri Born, Styling Melanie Albisser, Haare & Make-up Brigitte/Time mit Produkten von Nars, Jaclyn/Fotogen. Die Produkte solange Vorrat wegen Ausverkauf

Mädchen vom Land Karo-Top von Fishbone, bei New Yorker. u CHF 12.95 DenimShorts von Maison Scotch, bei Globus. u CHF 139.– Korb-Täschchen von Manor. u CHF 15.90 Netztasche von Manor. u CHF 10.– Armreife von H & M. u CHF 7.90 Slingback-Pumps von H & M. u CHF 34.90

Insel-Hippie Ohrringe von H & M. u CHF 4.90 Ketten von Manor. u je CHF 8.90 Bangles von Toujours toi, bei Dings, Zürich. u je CHF 69.– Kleid von Sugarhill Boutique, bei Dings, Zürich. u CHF 98.– G­ ladiator-Sandalen von Ash, bei Bufalini, Zürich. u CHF 249.–

Glamour-Bohemian Overall von Family Affairs, bei Dings, Zürich. u CHF 239.– Kette von Yes or No, bei Manor. u CHF 14.90 Muschelarmband von ­ H & M. u CHF 7.90 Blumentasche von Big, Zürich. u CHF 29.90 Wildleder-Sandalen von Globus. u CHF 119.– schweizer illustrierte

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shopping

Mode Alle sagen: I love you Luftige Shorts mit Blumenmuster und Buntfalten von H & M. u CHF 49.90

Broadway Danny Rose BaumwollHotpants mit Stoffblüte von Amisu, New Yorker. u CHF 28.95

The Purple Rose of Cairo Mittellange Shorts zum Binden (krempelbar) von Nulu, bei Coop City. u CHF 39.90

Annie Hall Baumwoll-Shorts mit Buntfalten von New Yorker. u CHF 34.95

Eine andere Frau Leinen-Shorts mit hoher Taille und Taschen im Safaristil von Zara. u CHF 59.90 Hannah und ihre Schwestern Kurze Shorts im Marinestil von New Yorker. u CHF 24.95 Geliebte Aphrodite Kurze Jeans-Shorts von Clockhouse, C & A. u CHF 24.90

What’s up, Tiger Lily? Weite Shorts mit Afrikaprint, French Connection. Bei Globus. u CHF 109.–

Shorts

Zieh den Kürzeren!

u In

diesem Sommer ist kurz die neue Länge. Sprich: Shorts, aber auch Röcke präsentieren sich im Miniformat. Das setzt neben guten Genen auch etwas Beinarbeit voraus (ideal wäre eine Kombi aus genügend Bewegung, gezielten Übungen und kneipp-

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schen Wechselduschen). Bei den MiniShorts sind vor allem weit geschnittene und elegante Modelle im Trend, aus feinen und hellen Stoffen, oft mit hoher Taille. Wessen Beine noch immer etwas blass sind, kann den Bio-Selbstbräuner Sun Sensitive von Lavera mit pflanzli-

chen Selbstbräunungs-Wirkstoffen auf Zuckerbasis testen (etwa bei Egli-Reformhaus, Fachhandel). Wer sich trotz allen Massnahmen nicht traut, kann im Herbst die Short Cuts wieder mit feinen Strumpfhosen kombinieren. Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Jannette Gloor

Manhattan Kurze Shorts in romantischem Zartrosa von Zara. u CHF 29.90


Hotspot

Wie in den Ferien Wer unter Beach-Sehnsucht leidet, wird bei Spectroom in Zürich oder Meilen ganz sicher fündig! Infos Tel. 044 - 923 08 08 oder www.spectroom.ch

spectroom, zürich

In Strandlaune u Lust

auf ein Marine-Feeling? Dann schaut man am besten im neuen Geschäft von Spectroom living & more an der Kreuzstrasse 15 in Zürich vorbei! Kaum tritt man ein, fühlt man sich sofort in Ferienstimmung – ganz so, als wäre man in den Hamptons, an der Côte d’Azur oder auf einer Jacht. Vom handgemachten Brotkörbchen über witzige Deko-Elemente wie ein Steuer-

radspiegel bis zum exotischen Duft-Diffusor, der nach Südsee duftet: Auf ihren vielen Reisen haben Susanna Gasche und Michael Werner hier mit liebevollem und stil­sicherem Gespür eine maritime Oase geschaffen, die nicht nur Seebären in ihren Bann zieht. ursula borer

Wo gehts denn hier zum Strand Deko-Pfeil weist den Weg Richtung Strand. u CHF 35.–

Öffnungszeiten Di bis Fr 10 bis 18.30 Uhr und Sa 10 bis 16 Uhr

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Wie auf dem Oberdeck Witzig: Mit dem Spiegel in Form eines Steuerrads wird jeder zum Kapitän. u CHF 89.–

Frühstücken wie an der Côte d’Azur Brotkorb von Riviera Maison. u CHF 53.– Kombüsentauglich Vorratsbox aus Metall eignet sich für Müsli oder Kaffee. u CHF 26.– Dufte Meeresbrise AmbianceDiffusor mit Aloe-Aroma von Geodesis schafft BeachAtmosphäre. u CHF 68.– Loungen wie in den Hamptons Bedrucktes Baumwoll-Kissen von Riviera Maison ganz im Stil des amerikanischen Marine-Chics. u CHF 89.– schweizer illustrierte

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Beauty

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Aqua Allegoria Tiaréblüte, Mimose, Vanille, Zitrone. Guerlain. u CHF 95.–

A Scent Jasmin und der Duft nach «Pfirsichhaut». Issey Miyake. u CHF 67.–

Mmm … Ein Eau, das nach süssem Reis duftet. Kenzoki. u CHF 74.–

Marquesas-Inseln Escale aux Marquises mit feinstem Tiaréduft. Dior. u CHF 108.–

Summer Sommerversion von Eternity mit Champagne-Magnolie, Bailey’s. u CHF 67.–

Light Zart, lieblich mit Feige, Seerose. Annayake. Douglas. u CHF 74.90

Biscotti Limit. «Splash» mit Zitrus, Freesie. Vanille. Marc Jacobs. u CHF 105.–

Kimono Rose Chinesische Mandarine, Bambusblüten. Bois 1920. Osswald, Zürich. u CHF 245.–

Essence Narciso Rodriguez’ schimmernde Sommervariante. u CHF 110.–

Sommer-Scents

u «Splash, Fizz, Shh, Mmm …» sind für ein Mal nicht etwa Worte aus einem Comicstrip, sondern die Namen der vier neuen Wohlfühl-Sommerdüfte von Kenzoki by Kenzo. Wie auch alle anderen Sommerduft-Neuheiten verspricht das heitere Quartett aus Japan, gute Laune zu kreieren. Dabei haben sie jeweils eine spezielle Wirkung auf die Träger. Die «beneficial waters», was sich

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mit «wohltuende Wasser» übersetzen lässt, sollen entweder belebend wirken, erregend, «umhüllend» oder «die Sinne streichelnd». Dafür sorgen jeweils die vier bekannten Kenzoki-Pflanzensäfte und Extrakte in den Pflegewassern: Bambus (Bambustränenmilch), Ingwer, weisser Lotus und Reis. Auf dass der Sommer voller Sinnlichkeit, Geborgenheit und Poesie sei! Kristina Köhler

Nuda Rote Honigbeeren, Iris, Weinbergpfirsich. Il Profumo, Osswald, Zürich. u CHF 161.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Glücksbringende Wasser


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Electronics

augenschmaus u Pioneer zeigt mit dem Blu-ray-Spieler

alpha-tier u Digitale Spiegelreflexkameras müssen

nicht klobig und komplex sein. Dies be­ weist Sony mit der a290. Sie gehört mit nur 508 Gramm zu den leichtesten ihrer Gattung. Bedienknöpfe und die grafische Benutzeroberfläche wurden so gestaltet, dass sich auch Laien schnell zurecht­ finden. Nicht verzichten muss man auf Bildqualität. Der grosse Bildsensor mit 14,2 Megapixeln sorgt zusammen mit lichtstarken Objektiven für profimässige Ergebnisse. Geld bei zusätzlichen ­Objek­tiven spart man dank dem im Kame­ ragehäuse integrierten Bildstabilisator. www.sony.ch stephan gubler

BDP-LX53, wie der modernste Stand der Technik aussieht. Das Wichtigste ist natürlich eine qualitativ hochwertige Wiedergabe von hochauflösenden Spiel­ filmen. Aber auch der Sound soll nicht zu kurz kommen. Dafür wird das Gehäuse durch einen mehrschichtigen Gehäuse­ mantel stabilisiert, ein Laufwerksstabilisa­ tor dämpft Vibrationen. Mit oder ohne Kabel lässt sich der Player mit dem Inter­ net verbinden. So können BD-Live-Inhalte wie Bonusszenen, Trailer, Bilder und auch Youtube-Videos heruntergeladen werden. www.pioneer.ch sg

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echt scharf Der Pioneer-Blu-raySpieler BDP-LX53 sorgt für Heimkino-Atmosphäre. u CHF 599.–

echt praktisch Sonys digitale Spiegelreflexkamera a290 mit eingebauter Bedienungsanleitung. u ab CHF 649.–

alleskönner u Mit diesem Smartphone will Nokia wieder ganz vorne mitmischen. Das N8 setzt dabei auf den Trend der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. Das neue Symbian-Betriebssystem erlaubt unter anderem die Verwendung eines grossen Multitouch-Displays. Dieses eignet sich besonders gut für Unterhaltung wie Internet-TV oder Gaming. Fotos macht das smarte Handy mit 12-Megapixel-Auf­ lösung, und auch hochauflösende Videos lassen sich aufnehmen. Ein weiteres Highlight ist das Navigieren mit kosten­ losem Karten­material für über 70 Länder. www.nokia.ch. sg

echt smart Smarter Alleskönner. Das Smartphone N8 von Nokia lässt sich direkt am TV anschliessen. u ca. CHF 700.–

uhr der woche steckbrief ab aufs Green! u Die auf hochwertige Golfuhren spezialisierte

Jaermann & Stübi AG ist offizielle Ausrüsterin und Zeitnehmerin der St Andrews Links. Die schotti­ sche Golfanlage zählt zu den weltweit grössten und beherbergt vom 15. bis 18. Juli das British Open. Die historische Heimstätte des Golfs wurde von der Schweizer Uhrenmarke mit Grossuhren ausgerüstet. Gleichzeitig lanciert die in Zürich beheimatete Firma die Linie St Andrews Links Course Timer. Die Uhren sind mit dem patentierten Schock-Absor­ ber ausgerüstet. Über die Aussenkronen lassen sich sowohl Spiel- wie GMT-Zeiten einstellen. Definitiv eine Uhr, die nicht nur Golfern gefällt. sarah rieder

Edel & sportlich St Andrews Links Course Timer GMT, Ref. SC2 von Jaermann & Stübi. u CHF 6900.–

Werk Mechanisches Automatikwerk A 10 Gehäuse Edelstahl, Sa­ phirglas plus Stahlboden, wasserdicht bis 100 m Armband Schwarzes Kalbsleder mit Falt­schliesse Varianten Grüne statt blaue Indexe Wer trägt sie? Golfer Bezugsquelle Tel. 044 - 213 14 50 oder www.jaermann-stuebi.com

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Schöner blauer Brief Wildleder-Clutch mit a­ bnehmbarem Henkel. Von Impressionen. Über www.impressionen.ch u CHF 169.–

Träume in Himmelblau Sonnenbrille 775/S von Giorgio Armani. In vier Farben. Im Optikerfachgeschäft. u CHF 375.–

Göttin in Jeans Monokini in Jeans-Blau und mit Gürtel mit Silberschnalle. Yes or No, von Manor. Solange Vorrat. u CHF 29.90

Eiskalte Macaronen-Kunst Glace von Ladurée, etwa in den Sorten Karamell, Erdbeere, Pistache, Vanille, Rosenblüten. Ladurée-Shop, Zürich. u CHF 8.–

In Nostalgie gehüllt Premium-Kaffeemischung von Sirocco. 250-Gramm-Dose, ganze Bohnen oder gemahlen. www.sirocco.ch u CHF 9.90

Unbeschwerter Sommermorgen Vierteiliges Frühstücksset von Impressionen. Über www.impressionen.ch u CHF 39.95

Blaue Stunden am Pool Vasen und Bowls aus blauem Glas. Dreier-Set von Ikea. Nur noch solange Vorrat. u CHF 24.90

Das Meer überm Herzen Halskette mit Achatscheiben, geflochtenem Lederband. Von Rockberries. www.rockberries.com u CHF 380.–

Der australische Chefkoch Luke Nguyen reist in sein Herkunftsland und entdeckt seine (kulinarischen) Wurzeln. Collection Rolf Heyne. u CHF 71.30

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Melanie Albisser, 40, Stylistin und Personal Shopper, www.melaniealbisser.ch

Problemzonen ade, mit dem richtigen Styling u Frau Albisser, kann richtiges Styling

Problemzonen ausgleichen? Unbedingt! Allerdings eignet sich nicht jeder Trend für jede Figur. Eine professionelle Be­ratung hilft oft. Der Trick dabei: die positiven Merkmale betonen und von schwierigeren Zonen ablenken sowie das Verhältnis von Ober- zu Unterkörper wahren. Zu kurze Oberteile betonen Hüften unnötig. Optisch

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schmale, lange Beine erreicht man mit dem richtigen Hosenschnitt. Auch Materialien sind wichtig. Bei breiten Hüften hilft ein fester Stoff mit weniger Elastan, aber keine dicken Wollstoffe. u Was eignet sich für wen? Üppige Hüften umspielt man mit ausgestellten Röcken, Kleidern mit klarer Schnittführung und Hosen im Reiterlook. Knabenhafte Figuren vertragen extra­

vagante Stylings, Rüschen, Spitze und eine betonte Taille. Wenig Busen setzt man mit grafischen Mustern, CorsagenKleidern mit Push-up-Effekt in Szene. Lockere Schnitte mit leichter Taille in einer Nummer grösser kaschieren ein Bäuchlein. Ein Trost: Niemand sieht die Grösse, Hauptsache, es sieht gut aus! Interview Ursula Borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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mmen mit Ärzten en ium einen Fragebog erarbeitete Equilibr ­ en M hr me sion. Je zum Thema Depres desto besser können n, lle sfü au ihn schen werden. Herunter­ Erkrankte behandelt pressionen.ch laden unter www.de

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, e i p a r e h t n e Grupp ! d i e L s e t l i für gete z Text Lisa mer

nicht aus der rtät möchte man be Pu ssie gt in gen br ch gerade der Au n schlimmen Ta Reihe tanzen. Do h . sic lft f, hi au t en af Kr sinnt nicht einmal die usch mit Gleichge in Einzige, was ta siert der Vere as ni «D ga n. or de b ei al kl sh zu an De r de n In ge n. lfegruppe kann: im Bett lie ilibrium Selbsthi qu E ­ e Di r ich dann noch n. te vo un da et t 60 e Heim leid eiz gibt es insgesam ­bleiben.» Christin t auch als Schw troffenen selbst nn Be ka n be vo n, en ge rd un we ör bipolaren St be- meisten hörige nutzen e Krankheit. Das t, doch auch Ange ch su be manisch-depressiv n vo g ehmer sprechen Gemütsverfassun Angebot. Die Teiln s da ilie deutet, dass ihre ch we rt leme in der Fam tief deprimie über Ängste, Prob Gebot: Alles, was hoch motiviert zu er üb hr Ja en stes nem halb und Suizid. Ober pe. seln kann. Vor ei s Präsidium von bleibt in der Grup da , im rd wi He e en tin ch ris ro sp be rsonahm Ch Pe lti 00 wä iden 400 0 m Verein zur Be In der Schweiz le im Equilibrium – eine He e tin ris nen. Ch sionen. nen an Depressio e es t gung von Depres di ch r ni fü ne in ffe re Ve tro ss Be mit ihrem h sic t tz se e «Es ist wichtig, da di », ss en chtig, da bis sie Hilfe such hen ein: «Es ist wi en Respekt sc en M zu lange warten, g lan re nötig rige. Sie habe jah kheit endlich den erklärt die 47-Jäh rdrücken Kran nicht weiter te ne un ffe zu tro eit Be kh d an gewinnt un versucht, die Kr it Ze r de i dies am it Se m . igen. Doch iert werden in rim sk di und zu verschwe ris erungen oder in ome schlimmer: Ch platz, bei Versich its be Ar wurden die Sympt nko r sich nicht meh llschaft.» tine Heim konnte , nicht der Gese en af hl sc r eh m t zentrieren, nich ung Wohnung in Ordn einmal mehr die er nd na ei er nt hi al eim halten. Folge: Zw en er ef le als Pharmar verlor sie ihre Stel rVe s da t lichkeit fehl Ch ris tin e He im , tin. In der Öffent , t. Ein Grund: ei kh an Kr e di r Präsidentin Equilibrium ständnis fü e ut Le e g ng un ju ltig em wä all Be Vor Verein zur die Tabuisierung. trauen, über ihre ge t von Depression. ch ni h sic en würd nn in der De . en ch re sp Krankheit zu

Foto Dick Vredenbregt

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woche in 800 Schweizer Apotheken wurden bei jeder dritten Person erhöhte Werte gemessen. Jeder Fünfte ahnte nichts von seinem Risiko. Deshalb sollten Erwachsene einmal jährlich zur Kontrolle. www.swissheart.ch

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Sollten Sie an einer Sonnenallergie ­leiden, müssen Sie sich langsam an die Sonne gewöhnen. Zudem gilt: immer schön eincremen!

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Der Trend in der Schönheitschirurgie geht immer mehr Richtung Unterspritzen. Kombiniert mit einem sanften chirurgischen Lifting lassen sich optimal natürliche Resultate erzielen. Text VERENA THURNER

Volumenlifting

Bei Monika Zimmermann, Besitzerin eines Coiffeur-Salons in Langnau a. A. ZH, hat der plastische und ästhetische Chirurg die Zornesfalte, Wangen, Nasolabialfalten (Falten von der Nase zum Mund), Marionetten (Falten vom Mund zum Kinn) und Lippenfältchen mit dickflüssiger Hyaluronsäure unterspritzt. Gegen die Stirnfalten hat er Botox eingesetzt. Zusätzlich wurde die Zornesfalte auch mit Botox behandelt.

Chirurgie und Volumen

Beim 69-jährigen Gustav Otte, dem Vater des plastischen Chirurgen, hat Dr. Otte ein Wangen-Hals-Lifting gemacht. Bei den Hamsterbäckchen und unter dem Kinn kam Liposcution zum Zug. Die Zornesfalte an der Stirn, die Augenringe, die Nasolabial- und Marionettenfalten wurden mit Hyaluronsäure unterspritzt. Auf der Stirn und zusätzlich gegen die Zornesfalte setzte der Facharzt Botox ein.

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as hängt, muss gestrafft werden. Was zu viel ist, muss weg, und wo was zu wenig ist, muss Volumen her. Das ist die kurze, aber treffende Aussage zum neusten Trend in der Schönheitschirurgie von Dr.  Jens Otte von der Beautyclinic Otte & Otte in Zürich. Die Chirurgie steht nicht mehr primär im Vordergrund. Das Volumenlifting hat das Skalpell weitgehend verdrängt. Die plastische und ästhetische Chirurgie ist sanfter geworden, das Spektrum wurde um Fillers und Botox erweitert. «Der Beruf hat sich verändert. Der Trend geht eher in Richtung ästhetische Medizin mit Beherrschung chirurgischer und nicht chirurgischer Massnahmen, um die Schönheit wieder rauszuholen, zu verlängern oder zu betonen», erklärt Dr. Otte. Gerade deshalb sollte ein solcher Eingriff nur vom ­Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie durchgeführt werden. Die lokale Volumenauffüllung im Gesicht vermag auch hängende Partien anzuheben, zu straffen und Falten zu mildern. Um Gesichtszüge anzuheben, verwendet Dr. Otte Hyaluronsäure in verschiedener Dichte. Während vor ein paar Jahren die Substanz vor allem gegen Falten angewendet wurde, benutzt der plastische Chirurg sie heute vor allem für die Volumengebung. Hya­luronsäure ist ein körpereigener Stoff, der in der Haut eine grosse Menge Wasser bindet. Dadurch wird der Transport von Nährstoffen in der Haut sichergestellt, freie Radikale werden gebunden und schädliche Umweltfaktoren abgeblockt. Mit zunehmendem Alter nimmt der Hyaluronsäure-Gehalt ab. Folgen sind schlaffe Gesichtszüge und Falten. Die Unterspritzung von Hyaluronsäure er-

Dr. Jens Otte ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und führt zusammen mit seiner Frau Christine die Beautyclinic in Zürich. www.dr-otte.ch

Fotos Handout

check-up

Schnippeln oder stechen?


höht die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden, verstärkt die Festigkeit und Flexibilität der Haut. «Alle Filler verursachen einen Druck auf die Fibroplasten in der Haut. Dadurch wird die KollagenBiosynthese angekurbelt. Zwar wird nicht eine grosse Menge neues Kollagen stimuliert, aber eine häufige Unterspritzung genügt doch, dass die Abstände zwischen den Behandlungen länger werden», erklärt Dr. Otte. Beim Volumenlifting im Gesicht spritzt der Schönheitschirurg dickflüssige Hyaluronsäure. Die ist zwar teurer, hält dafür aber länger. Um ein gutes Resultat zu konservieren, muss etwa alle sechs bis zehn Monate nachgespritzt werden. Meistens nicht mehr die gleiche Menge wie beim ersten Mal, was sich auch im Preis niederschlägt. Mit einem Volumenlifting lässt sich ein chirurgischer Eingriff oft einige Jahre hinauszögern. «Ab Ende 40, Anfang 50 ist bei den meisten Patienten die chirurgische Straffung ein Thema. Heute wird allerdings viel weniger aggressiv gestrafft als noch vor 15 Jahren. Die meisten Patienten wollen ein natürliches Aussehen und schnell zurück in ihren Alltag und kommen lieber nochmals zu einer Nach-

behandlung vorbei», sagt der plastische und ästhetische Chirurg. Mit einem chirurgischen Hals-Wangen-Lifting kann man bereits nach sieben Tagen wieder unter die Leute. Die Narben sind praktisch unsichtbar. Die Schnittstellen bringt Dr. Otte vor und hinter den Ohren an. Nach einem dreitägigen Kopfverband werden die Fäden vom Eingriff bereits nach sieben Tagen gezogen. Die Kombination von chirurgischem Hals-Wangen-Lifting und Volumen-Vergrösserung bringt für Dr. Otte ein optimales und vor allem natürliches Resultat. Die unteren Partien werden dabei sanft gestrafft, allfällige Hamsterbäckchen und Doppelkinn abgesaugt, der Volumenverlust an den Wangen mit dickflüssiger Hyaluronsäure aufgefüllt, Nasolabialfalten, Augenringe und tiefe Zornesfalten werden ebenfalls mit Hya­luronsäure unterspritzt und die Stirnfalten mit Botox geglättet. Zeigt sich der Alterungsprozess vorwiegend am Hals, und sind die Gesichtszüge durch ein Volumenlifting noch jugendlich frisch, bietet sich eine am­ bulante Halsstraffung an. Die Narben kommen dabei hinter die Ohrmuscheln zu liegen.

k chei-cAgingAnt andlung Beh so viel kostet eine Verjüngung Die Kombination von Chirurgie und Volumenlifting:  Lifting:

ca. CHF 10 000.– CHF 4000.–  Unterspritzen: ca. CHF 1000.–  Total: ca. CHF 15 000.–  Narkose:

Ein reines Volumenlifting mit Hyaluronsäure und Botox:  Etwa CHF 2500.– bis 3500.–  Nachspritzen nach 6 bis 10 Monaten: ab CHF 1000.–


kolumne

dr. stutz meint Augen auf! Für unsere ­Mitmenschen und vor allem auch für uns selber. Wenn ich in Bellinzona den Zug nach Zürich nehme, be­gegne ich oft einem erblindeten Mann im mittleren Alter. Gekonnt tastet er sich mit seinem weissen Stock dem Perron entlang und bleibt ziemlich exakt dort stehen, wo der Zug Minuten später anhalten wird. Etwas schwieriger wird es, wenn er in Sekundenschnelle die offene Tür finden muss, bevor der Zug wieder abfährt. Wir hören oft von zunehmender Gleichgültigkeit und mangelnder Solidarität in unserer Gesellschaft. Umso erstaunlicher ist es, dass immer sofort jemand zur Stelle ist, um diesem Mann beim Einsteigen zu helfen. Es gibt sie also noch, die Menschen, welche die Augen offen haben, auch für andere. Beim letzten Mal, als ich diesen Mann sah, schloss ich die Augen und versuchte mir vorzustellen, wie es sein muss, einfach nichts mehr zu sehen. Ich bekam Angst, weil ich das Gefühl hatte, in einem Gefängnis eingesperrt zu sein. Als ich die Augen wieder öffnete, schaute ich erneut auf den erblindeten Mann. Er unterhielt sich gerade mit einem ihm offenbar bekannten Menschen. Er sprach und lachte. Er «schaute» sein Gegenüber an und lachte mit einer lebendigen Mimik, wie ich sie noch kaum je gesehen hatte. Was lernen wir daraus? Nur die eine Aufforderung: Augen auf! Für den anderen, der vielleicht nur eine kleine Auf­ merksamkeit von uns braucht. Für uns selber, weil wir die guten und schlechten Momente im Leben nicht achtlos an uns vorbeiziehen lassen sollten. Und Augen auf auch deshalb, weil wir unserem Sehsinn Sorge tragen sollten. Den grauen und grünen Star kennen wir alle. Wir wissen auch, dass wir ab 50 unsere Augen vom Augenarzt kon­ trollieren lassen sollten. Aber ist uns bewusst, dass auch Unfälle und vor allem Bluthochdruck und Diabetes unsere Augen auf Dauer schädigen können?

Herzlich, Ihr

TV-Tipp Samstag, 17. Juli 2010, 18.10 Uhr Hände Der Leitende Arzt des Handzentrums der Schulthess-Klinik unterhält sich mit Moderatorin Dr. Jeanne Fürst über die neusten Therapien bei Schmerzen und Problemen. www.gesundheitsprechstunde.ch


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Multiple Begabung Christian Jott Jenny lebt seine künstlerische Vielseitigkeit.

christian Jott jenny

Der Tausendsassa

Foto Hervé Le Cunff

Multitaltent Der Zürcher Christian Jott Jenny ist auf allen Bühnen zu Hause. Der Schauspieler, Opern- und Schlagersänger hat sogar sein eigenes Festival da Jazz in St. Moritz.

u Schubladen-Denken mag er nicht. In eine stecken lässt sich Christian Jott Jenny schon gar nicht, füllt er doch gleich mehrere davon. Und zieht – je nach Bedarf – die passende hervor. Mit einer Rolle bei «Lüthy & Blanc» finanzierte er sich sein klassisches Gesangsstudium in Berlin. An der Schubertiade Zürich, die er selbst ins Leben gerufen hat, gibt er regelmässig Liederabende. Und als launiger Leo Wundergut («Kein Schwein steckt mich an»), mit dem er übrigens im kommenden Winter am Arosa Humor-Festival auftritt, lebt Jenny seine komödiantische Seite aus. Dann ist da noch das Amt für Ideen, als dessen

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Kultur

die besten

Vorsteher er fungiert. Ein Beamter? Jenny schmunzelt: «Die Projekte, die wir betreu­ en, sind sehr unterschiedlich und laufen oft parallel. Ein Amt schafft Klarheit und Ordnung», sagt er und lächelt spitzbübisch. Was ihn antreibt, hat fast immer mit Musik zu tun, egal ob Jazz, Musicals oder Opern. «Für mich gibts nur gute oder schlechte Musik.» Jazzpianist, das wäre der ehe­ malige Zürcher Sängerknabe am liebsten geworden. «Doch immer alleine vor dem Klavier zu sitzen, war dann doch keine langfristige Perspektive.» Dafür tauscht der umtriebige Zürcher viel zu gerne Ideen aus, organisiert kulturübergreifende Projekte und baut kontinuierlich sein Netzwerk aus. Bereits während seines Studiums startet Christian Jott Jenny seine erste kleine Jazzreihe in pittoresker Umgebung: im Weinkeller des Grandhotel Kronenhof in Pontresina. Türöffner ist der ehemalige Direktor des Hotels Dolder, einer von Jennys vielen «guten Bekannten». Als das Hotel jedoch nach einigen Jahren re­ noviert wird, ist Schluss. Ein neues Lokal muss her. Da hört er vom legendären Dracula Club in St. Moritz, in dem sich die Reichen und Schönen seit Jahr­ zehnten jeden Winter ein Stelldichein geben. «Der Club ist klein und fein, genau das, was ich suchte», erinnert sich Jenny. Der Club steht im Sommer zwar leer, aber der Besitzer Rolf Sachs ist partout nicht an einer Vermietung interessiert. Was also tun? Der 32-jährige Jenny hat nicht nur Aus­ dauer und viele Ideen, auch Schalk und Charme gehören zu seinem Repertoire. Und hat er sich einmal was vorgenommen, bringt ihn kaum etwas davon ab. Also stellt er beim Besitzer einen Asylantrag. Ganz offiziell, in seiner «Funktion» als Vorsteher des Amts für Ideen. «Wenige Tage später,

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Othella Dallas (o.) legt mit ihren 85 Jahren auch mal einen Steptanz hin. Manhattan Transfer (u. l.) eröffnen das Festival, und Sophie Hunger vertritt die Schweizer Szene.

bei schlechtem Filterkaffee im Flughafen Kloten wurde meinem Festival die Auf­enthaltsbewilligung im Dracula Club gewährt.» In den letzten vier Jahren etablierte sich das Festival da Jazz bei Publikum und Musikern. Jenny, der sich in der Amts­ küche auf einem billigen CD-Player die Tracks anhört («Gute Musik hört man auch auf einem schlechten Gerät heraus») und fürs folgende Jahr aussucht, hat ein gutes Gespür für Musik und Menschen.

Dass sich Weltstars wie Manhattan Trans­ fer auf eine Bühne von 12 Quadratmetern zwängen, grenzt an ein Wunder. «Ich habe frech gefragt, ob sie sich das überhaupt noch zutrauen, in so intimem Rahmen, ohne Verstärkung, wie vor zwanzig Jah­ ren», sagt Jenny lachend. «Erst fanden sie mich unverschämt. Jetzt wollen sie es sich selbst beweisen.» Anina Rether festival da jazz St. Moritz GR 15. 7.–15. 8., www.festivaldajazz.ch


fred engelbert knecht

theater Stadtspaziergänge

Von Totengräbern & Scharfrichtern u Bern steckt voll alten, spannenden Geschichten. Das machen sich Schau­ spieler Matthias Zurbrügg und Regis­ seurin Christine Ahlborn von mes:arts theater zunutze. Sie führen auf ihren historischen Theater-Spaziergängen durch die Berner Altstadt und lassen uns in den Alltag der Stadt im Mittelalter eintauchen. So entführt «Der Totengräber» in ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte: ins Jahr 1349, als Bern von der Pest heimgesucht wurde. Lusti­ ger geht es in «Von Gnomen, Elfen und Trollen» im Botanischen Garten zu. rea

Theater-Spaziergänge ab 14. Juli bis Oktober. Findet bei jeder Witterung statt. Anmeldung unbedingt erforderlich unter Tel. 031 - 839 64 09. Spieldaten auf www.mesarts.ch

Kritisch

u Was hat Tell nun vor? Will er mit dem abgeschos­ senen Apfel den überdimensionierten ungarischen Hirtenhund aus dem Wasser locken? Der kürzliche ­verstorbene Fred Engelbert Knecht (1934–2010) be­ schäftigte sich mit Malerei, Zeichnung, Fotografie, Siebdruck und Collage. Die Natur und ihre Erhaltung lagen ihm – dem Aktivisten der ersten Stunde in der Kunst-Ökologie-Bewegung – sehr am Herzen. Wie Deplatziert Hirtenhund am Vier­ auch bodenständige und imaginäre Motive. km waldstättersee von Fred E. Knecht.

galerie a 16 Zürich Während des ganzen Sommers Fr/Sa 15–18 Uhr oder nach ­ ereinbarung, Tel. 079 - 775 24 02 V Ruth Thurneysen

Leuchtend

u Sie verleiht dem Wort im wahrsten Sinne Farbe: Die Malerin Ruth Thurneysen, 54. «Farben faszinieren mich, und alle sollten für mich einen Sinn haben.» So konzipierte die Bündnerin ein Farbalphabet und einen dazu passenden Malkasten. Die Künstlerin arbeitet mit naturreinen Pigmenten, die sie schichtwei­ se auf handgeschöpftes Papier aufträgt. Mit Pinsel, ­Rollen und auch Händen. In der Schau zeigt sie die Trilogie «Ultramarin – Zinnober – Entwicklung ihrer Farbsprache und neue Werke.  isw Cochenille», 2010, von Ruth Thurneysen.

Grava Cultura Susch GR Bis 6. 8. Fr–So 16–20 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 079 - 364 67 00 frank stella

Rückblickend

Skurril Professor Dr. h.c. B. Binsenbein (M. Zurbrügg) im Botanischen Garten von Bern.

u Der Amerikaner Frank Stella, 74, gehört zu den grossen Künstlern der Moderne. Während Stella am Anfang seines Werdeganges die Reduzierung auf ein Minimum suchte, «sprengte» er später die Grenzen der Leinwand. Seine Malerei schwappte über den Rahmen hinaus, das Bild ist nicht mehr Darstellung, sondern Objekt. «Frank Stella. Verdichtung und Ausdehnung – Arbeiten von 1974 bis 2000» heisst die Schau in Basel, Abstrakt «Bene come il sale. State die Werke auf Papier zeigt. km III», 1989, Druckgrafik, Frank Stella.

galerie ficher rohr Basel Bis 30. 7. Mi–Fr 14–18 Uhr, Tel. 061 - 271 89 07, www.ficherrohr.ch «Grace kelly: style icon»

Kleider einer Frau mit Geschmack u Lange bevor die Amerikanerin Grace Kelly den Fürsten Rainier von Monaco heiratete, war sie schon eine Lady. Ihr Stil, eher konservativ mit einem Hang zum Understatement, unterstrich ihre angeborene Grazie, ihre vornehme Blässe, ihre golden schimmernden Haare. Gerne trug der Hollywoodstar feinste Handschuhe und schöne Taschen. Nach ihr wurde übrigens die klassischste aller Taschen, die Kelly-Bag, genannt. Die Londoner Ausstellung gliedert sich in drei Teile: «The Actress» beleuchtet ihre Filmkostüme, «The Bride» zeigt ihre Verlobungskleider, und in «The Princess» bestaunt man Kreationen von Balenciaga, Dior, Saint Laurent und Schmuck von Van Cleef & Arpels. km

victoria and albert museum London (GB) Bis 26. 9. Täglich 10–17.45, Fr bis 22 Uhr, www.vam.ac.uk, Publikation GBP 20.–

Glamourös «Grace Kelly in an Oleg Cassi­ ni dress», 1955. Auf­ genommen von Erwin Blumen­ feld, einem der berühm­ testen Mode­ fotografen jener Zeit.

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Erzählungen & cds

die besten

Von Menschen ganz oben oder ganz unten

Erzählungen sind eine literarische Meisterdisziplin und liegen im Trend. Zur grossen Freude all jener, die starke Texte gerne häppchenweise geniessen. Machen wirs kurz! Gnadenlos gleich, schätzchen Helen Simpson (Kein & Aber) u Die neun Erzählungen wirken wie Pfeilspitzen. Messerscharf schildert die englische Autorin den Alltag von überforderten Müttern, deren Spagat zwischen Job, Kindern und Ehemännern. Ihre Beobachtungen sind gnadenlos realistisch. Man erkennt eigene Lebensmuster wieder, lacht und leidet mit den Protagonistinnen. Mit Sally und Frances, die beim Kaffeeklatsch nicht zum Reden kommen, weil der kleine Ben

beklemmend flucht aus dem irisgarten Alexandra Lavizzari (Zytglogge) u Die Schweizer Autorin erzählt von Menschen, die sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen, von Fliehenden und Entwurzelten auf der Suche nach ihrer Identität oder Liebe. Von Männern und Frauen, die ersticken – im Morast der Gefühle oder in den Schlingen einer Pflanze. Geschichten, die zuweilen ins Übernatürliche abgleiten, dramatisch und irritierend.

drei neue cds

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pop/rock Scissor Sisters Night Work (Universal Music)

Wenn ihr Hit «I Don’t Feel Like Dancin’» am Radio ertönt, ists vorbei mit Ruhigsitzen. «Wir wollen Musik schreiben, die Lust auf Party macht», sagt Sängerin Ana. Gelungen! Der Falsett-Gesang von Jake Shears, das schwul-metrosexuelle Image der Glam-Rock-Band, alles nebensächlich. Hauptsache, Fun! h. elias fröhlich

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jeden Dialog verunmöglicht. Oder mit Dorrie, die von der Mutterschaft aufgefressen wird und deren frustrierter Mann fantasiert, eine Bombe unter ihrem Hintern zu zünden: «Sie wirkte so apathisch, ausser wenn sie die Kinder mit Liebe überschüttete.» Die 17-jährige Jade, Tochter einer Anwältin, schwört sich: «Nie würde sie wie ihre Mutter sein, die die ganze Zeit nichts als Listen und Pläne machte und endlos viel Zeug arrangierte, verloren in einem Dickicht zuckender Details, und immer so angestrengt vom Jonglieren und Alles-unter-einen-HutBringen faselte …» Helen Simpson, 51, ist selbst Mutter von zwei Kindern und weiss, wovon sie schreibt! Geschichten, die unter die Haut gehen. isolde schaffter-wieland

unterhaltsam balkonlesebuch (Diogenes) u «Man sollte lieber nicht auf Reisen gehen, sondern auf dem Balkon sitzen bleiben», fand Erich Kästner. Weitere Autoren im Buch sind Joseph Roth, Ingrid Noll, Jakob Arjouni oder Bernhard Schlink. Hartmut Lange schreibt von einem Mörder, der sich nach 40 Jahren beim Bruder des Opfers meldet. Und D. H. Lawrence über eine Frau und einen Mann, die sich lieben, aber nicht zusammenleben können. Skurril Als Johnny Cash nach Wohlen kam Jörg Meier (Knapp) u Die Erzählungen sind wie Feuersteine – jene bunten Hochzeitsbonbons, um die sich die Kinder reissen, wenn sie auf der Strasse liegen. Auf seinen Streifzügen von Wohlen bis Melide begegnete der Aargauer Autor unter anderem dem Handywerfer, dem Wanderzeitprüfer oder der Kuh Vreni, die lesen kann. Wahre, absurde und absolut komische Kurzgeschichten.

tragikomisch alles auf anfang David Benioff (Blessing) u In den USA wird er als der «vielleicht beste Geschichtenerzähler seit Hemingway» zitiert. Mit diesen acht Storys beweist der Bestseller-Autor («Stadt der Diebe») erneut seine Fabulierkunst. Es ist die Macht des Augenblicks, die seine Geschichten prägt, die absurde Schicksalshaftigkeit des Lebens. Benioff schreibt von Menschen auf der Suche nach dem Glück. Fesselnd und humorvoll.

einfühlsam menschen am berg Melanie Mühl (Nagel & Kimche) u Als Kind verabscheute sie die Berge, empfand sie als bedrohlich. Als junge, verliebte Frau kam es schliesslich zu einer Annäherung an diese versteinerte Welt. Die Autorin wurde zur Gipfelstürmerin, um das Verhältnis der Menschen zum Berg auszuloten. Und schuf aus den Begegnungen literarisch starke Porträts. Schnörkellos, eindringlich und nichts verherrlichend.

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3

jazz STANLEY CLARKE The Stanley Clarke Band (Heads Up)

In den 70er- und 80er-Jahren stieg Stanley Clarke bei der Superband Return to Forever und als Leader zu einer Lichtgestalt des Rockjazz auf. Auf seiner neuen CD knüpft er – vor allem mit seinem unverkennbaren E-Bass – unverkrampft an den Sound jener Tage an. Das klingt erfrischend, nicht nur für Nostalgiker. hanspeter vetsch

Klassik Robert Schumann Der Rose Pilgerfahrt (Carus)

Romantisches Märchen von der Rose, die ein Mensch sein wollte: Beim ersten Hinhören fast kitschig, entpuppt sich die Ballade als Kleinod zwischen Kunst- und Volkslied. Dank der drei Solisten um Tenor Christoph Prégardien, dem Kammerchor und dem Pianisten eine Schumann-Rarität mit hoher Gesangskultur. uli von erlach


die besten

kino

Wetterpropheten Diese sieben Männer wissen, wie der Wind weht.

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Dokumentarfilm Wätterschmöcker (CH) Der Schwyzer Regisseur Thomas Horat porträtiert in seinem Film die legendären Muotathaler Wetterfrösche. u Der eine achtet bei seinen Prognosen auf das Verhalten der Mäuse, dem anderen zeigen die Bäume, ob es einen «ruuchen» Winter gibt. Die Muotathaler Wetterfrösche wagen jeweils eine halbjährliche Vorhersage. Mit ihren träfen Sprüchen und bodenständigen Methoden sind die sieben «Wätter­ schmöcker», wie sie sich auch nennen, in den letzten 50 Jahren legendär geworden. Über ihre Trefferquote lässt sich streiten, doch ihre unver­ frorene Art, das Wetter einzuschätzen, machen den Holdener Martin, Wagner Benny, Suter Peter, Reichmuth Karl, Holdener Alois, Schinner Peter und den Horat Martin einmalig. Ebenfalls ein Horat, nämlich der Thomas, hat die sieben Bergler während mehrerer Jahre genauer unter die Lupe genommen: Er porträtiert sie jetzt in seinem Film «Wätterschmöcker». Die knorrigen Charakterköpfe ent­ sprechen exakt dem Bild, das sich ein jeder von den Muotathaler Wetterfrö­ sche machen würde: bärtig, währschaft, naturverbunden, kauzig, mit urchigem Dialekt, bauernschlau und gemütlich.

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Der Film ist auch visuell eine Hommage an die prächtige Natur der Inner­ schweiz, die Bilder sind postkarten­ würdig. Die porträtierten Männer zeigen sich gesprächig, lassen sich bei ihren Methoden grosszügig über die Schultern blicken und machen den Streifen da­ durch interessant und unterhaltsam. Auf einen Hudel-Winter folge ein HudelSommer und nicht umgekehrt, erfährt man beispielsweise. Dennoch bleibt das grosse Aha-Erlebnis, was die Prognosen betrifft, aus: Neben den Beobachtungen der Natur arbeiten die Propheten nämlich oft aus dem Bauch heraus und nehmen sich die Wetter-Weisheiten ihrer Vorfahren zum Vorbild. Schliess­ lich, ist man sich grundsätzlich einig, seien die Jahreszeiten äusserst unbe­ rechenbar. Benjamin Bögli

mehr kino-tipps

2

Action Predators (USA) Die Pre­dators sind zurück: Auf einem fremden Planeten machen sie einer Gruppe von Elitesoldaten das Leben zur Hölle.

Deshalb lohnt sich der Film u Ein spannender Actionfilm, auch dann, wenn grad mal keine Action herrscht. u Er ist mit den Charakterdarstellern Brody und Fishburne gut besetzt. u Der vierte «Predator» bietet knallharte, schnörkellose Unterhaltung. 88888 L: 107 Min., R: Nimrod Antal, D: Adrien Brody, Laurence Fishburne. Im Kino.

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Tragikomödie Micmacs à tire-larigot (F) Ein paar schräge Vögel nehmen es in Paris mit dem internationalen Waffenhandel auf und sorgen für Furore.

Das macht den Film sehenswert u Die Protagonisten haben Ausstrahlung und nehmen kein Blatt vor den Mund. u Viel hat man von den Wetterfröschen gehört, jetzt kann man sie auch sehen. u Die Kamera ist gut eingesetzt: gemächlich, aber zur richtigen Zeit mit Tempo.

Darum ist er zu empfehlen u «Amélie»-Regisseur J.-P. Jeunet beweist einmal mehr seine Originalität. u Der Streifen ist subversiv und unterhält mit vielen urkomischen Details. u D. Boon («Bienvenue chez les ch’tis») glänzt als liebenswürdiger Pazifist.

88888 L: 90 Min., R: Thomas Horat, D: Muotathaler Wetterfrösche. Start: 15. 7.

88888 L: 105 Min., R: Jean-Pierre Jeunet, D: Dany Boon, André Dussollier. Start: 15. 7.

Foto Mythenfilm

Auf den Hudel-Winter folgt ein Hudel-Sommer


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Luxuriös zelten! Das Serengeti Bushtops Camp in Tansania ist neu eröffnet. Der Kuoni-Spezialist Private Safaris hats exklusiv im Angebot.

MIT KUONI NACH TANsANIA

«Glamping» in der Serengeti

u «Glamping»? Das Wort steht in der Reisebranche für «Glamorous Camping» – und meint Trips, die mit der guten alten Campingplatz-Idylle gar nichts mehr zu tun haben. Kuoni etwa bittet exklusiv ins neue Serengeti Bushtops Camp nach Tansania. Die zwölf Zelte stehen zwar in freier Wildbahn, aber sie bieten jeden Komfort: luxuriöse Schlafzimmer, 110 Quadratmeter grosse Terrassen mit Open­­­-

air-Hot-Tub, Butlerservice rund um die Uhr, Gourmetküche, Massagen unter freiem Himmel, Lagerfeuer-Romantik. Im Jeep gehts auf Safari: Gnus, Gazellen, Zebras, Giraffen und Löwen sind im (Kamera-)Visier. sk INFO Zwei Nächte im Luxuszelt inkl. Essen und Getränke, Flug ab Arusha, CHF 2350.– pro Person im DZ. www.private-safaris.ch

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weekend

Reisen

www.starnberg Drei Tipps, was man am Starn­ berger See nicht verpassen sollte!

Für VIPS: Wirtschaft Zum Häring u Die Bussi-Bussi-Schickeria liebt die lauschige Oase. Schliesslich lädt Patron Fritz Häring im Bayerischen Fernsehen Prominente zur eigenen Kochsendung. Üppig: der Biergarten. Lecker: frische Renken aus dem Starnberger See. Info www.haering-wirtschaft.de Für Gourmets: Hotel Forsthaus am See u Familie Graf verwöhnt mit tradi­ tionellen Rezepten und frischer Naturkost – und einer Terrasse mit See­ anstoss. Dem Alltag entfliehen? Bei drei Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Viergänger für zwei Personen für 490 Euro werden Sommerträume wahr! Info www.forsthaus-am-see.de

Für Sportler: GolfClub Hohenpähl u In einmaliger Lage mit Alpenblick liegt der von Kurt Rossknecht designte 18-Loch-Meisterschaftsplatz. Trick­ reich: die Wasserhindernisse. Modern: das Clubrestaurant. Greenfees 56 Euro (Mo bis Fr), Wochenende 75 Euro. Info www.golfclub-hohenpaehl.de

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Sommermärchen am Starnberger See (D)

Wo Sisi am glück Im Fünfseenland in Oberbayern kommen Sisi-Fans ins Schwärmen. Am Starnberger See suchte die Monarchin Ruhe. Sie nächtigte im Golfhotel Kaiserin Elisabeth und traf sich zu geheimen Rendezvous auf der Roseninsel.

M

ajestät konnte reiten wie eine Amazone. Sie war eine libera­ le Rebellin und wurde als schönste Frau Europas verehrt: Kaiserin Elisabeth von Österreich und Königin von Ungarn (1837–1898) ist bis heute eine Legende für Gross und Klein. uSisis geliebtes «Possi» Bei ihren Eltern auf Schloss Possenhofen in Pöcking am Starnberger See (heute in Privat­ besitz) kurierte Sisi ihre Seele beim Schwimmen, Wandern und Lesen (etwa Heinrich Heine). Weit weg vom höfischen Zeremoniell logierte Madame 24 Sommer lang mit Hofstaat (60 Personen) und Pferden im heutigen Golfhotel Kaiserin Elisabeth in Feldafing. uMärchenhotel Tino von Gleichenstein führt das charmante Juwel mit seiner Tante Erika Borchard. Regionale Schman­ kerln aus dem Rezeptbuch der Kaiserin


Wassersportler und Sisi-Liebhaber tummeln sich rund um die malerische Roseninsel am Starnberger See.

Schloss Possenhofen Kapelle und Park sind privat, ein Blick über den Zaun legal.

Träumen wie Sisi Suite des historischen Golfhotels Kaiserin Elisabeth in Feldafing.

Foto babiradpicture

lichsten war (zum Nachkochen, 15 Euro) gibts im «Stüberl». Behaglich wohnt es sich in den 50 Zimmern und der Sisi-­Suite mit Original-Mobiliar. u Königliche Fairways Von Suite Nummer 52 blickt man auf den Feldafinger Golfplatz, 1926 im Lenné-Park gegründet (www.golfclub-feldafing.de). Greenfees kosten 70 Euro (am Wochenende nur für Mitglieder). Auf der Club-Terrasse ist jeder zum Lunch willkommen. Kurfürst Maximilian II. wollte am heutigen Loch 11 ein Schloss errichten lassen. u Museumsreif All dies erfährt man im Kaiserin-Elisabeth-Museum im ehe­ma­ligen Bahnhof von Possenhofen. Die Führung mit Direktorin Juliane Reister durch den Wartesaal ist ein Hochgenuss! Die resolute Dame distanziert sich von der naiven Kino-Heldin der weltbekannten «Sissi»-Triologie und offenbart span-

Königlicher Platz Von der Terrasse des Golfhotels blickt man auf Golfcourse und See.

nende Einblicke in die royale Psyche. u Für Romantiker Highlight des eineinhalbstündigen Elisabeth-Spaziergangs zu Sisis Lieblingsstationen: die Roseninsel (Fährbetrieb nur bei schönem Wetter, www.faehre-roseninsel.de). Im «Casino» traf sich die junge Kaiserin heimlich mit ihrem Vetter Ludwig II.

Grosse Liebe oder Seelenverwandtschaft? Die Antwort nahmen beide mit ins Grab. Der Profischwimmer und Märchenkönig aus Neuschwanstein ertrank bei Schloss Berg auf der anderen Seeseite. Elisabeth wurde in Genf vom Anarchisten Luigi Lucheni erstochen – mit 60 Jahren. Caroline Micaela Hauger

check-in u Anreise Mit dem Auto ab Zürich in 31/4 Stunden, S-Bahn ab HB

Stolz & zerbrechlich Kaiserin Elisabeth.

München nach Feldafing in 35 Minuten u Attraktives Angebot Golfhotel Kaiserin Elisabeth: 1 Übernachtung im DZ inkl. Frühstücksbuffet, 1 Glas Sisi-Sekt auf der Terrasse, Viergangdinner aus dem Menü der Kaiserin vom 13. 6. 1886 (Todestag Ludwig II.), 125 Euro p. P. u Kunstoase Buchheim-Museum mit Expressionisten-Sammlung von Kirchner, Kokoschka & Co., www.buch heimmuseum.de u Infos www.kaiserin-elisabeth-museum.de, www.sta5.de oder Tel. 0049 - 815 190 600 schweizer illustrierte

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Stars

Testen Sie Ihr Wissen!

Welche sexy Bikini-Figur gehört zu welchem Star? Im SI-online-Quiz finden Sie es spielend heraus.  www.schweizer-illustrierte.ch

Film

«Twilight 3 – Eclipse»

SI online macht Sie fit für den Kinostart des dritten «Twilight»-Films am 14. Juli 2010: Erfahren Sie alles über die Saga und ihre Hauptdarsteller Taylor ­Lautner, Kristen Stewart und Robert Pattinson (v. l.).  www.schweizer-illustrierte.ch

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Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Thomas Buchwalder (2), Dukas (2), Handout

Hitziges Interview Miss Schweiz Linda Fäh und Mister Schweiz Jan Bühl­ mann (kleines Bild) plaudern auf SI online über ihre schönsten Sommer­ erlebnisse und ihre liebsten Sommerhits. Und sie verraten, wie sie trotz Hitze ganz cool bleiben.


En Guete

Schön saftig Die Kunst des sanften Grillens ist keine Hexerei.

Delikat grilliert

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weekend

mit Köchin Sibylle Sager

Feiner Ausklang eines heissen Tages: Laden Sie Ihre Liebsten zur Sommernachtsparty. Coole Getränke und glühender Grill – das gibt gute Laune!

Lachsfilet in Folie

Zutaten (für 1 Alufolie von ca. 40 x 45 cm) 20 g gesalzene Butter, in Stücken, weich, 100 g Schalotten, längs gehobelt, 1 Esslöffel Dill, fein geschnitten, 600 g Lachsfilet ohne Haut, graue Fettschicht entfernt, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Grillieren ca. 12 Min. u Die

Hälfte der Butter auf die Alufolie streichen. Die Hälfte der Schalotten und des Dills darauf verteilen. Lachsfilet beidseitig würzen, auf die Schalotten legen. Mit restlichem Dill und Schalot­ ten bedecken. Restliche Butter darauf verteilen. Folienkanten aufeinander­ legen, mehrmals umschlagen. Enden der Folie ebenfalls mehrmals um­ schlagen (siehe «Gewusst warum»). Grillieren Holzkohlengrill: Fisch beidseitig je ca. 6 Min. über mittel­ starker Glut grillieren. Gas- oder Elektrogrill: Fisch beidseitig je ca. 6 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) grillieren.

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Poulet-Burger

Zutaten (ergibt ca. 12 Stück) 500 g Pouletbrüstli, fein gehackt, 50 g Brot, ohne Rinde, in Milch eingeweicht, ausgedrückt, 1 kleines

gewusst warum

Über der Glut entsteht in der gut verschlossenen Alufolie Dampf, der nicht entweichen kann, so gart der Fisch sanft und bleibt schön saftig und zart. Auch die Aromastoffe der Kräuter entfalten sich bei dieser Grilliermethode optimal, und die Kräuter können nicht verbrennen.

frisches Ei, verklopft, 1 Zwiebel, fein gehackt, 2 Knoblauchzehen, gepresst, 1 Esslöffel Basilikum, fein geschnitten, 1 Esslöffel Oregano, fein geschnitten, 1 Esslöffel Rosmarin, fein geschnitten, 1–2 rote Chilis, entkernt, fein gehackt, 3/4 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Grillieren ca. 10 Min. u Alle Zutaten sehr gut mischen, in 12 Portionen teilen. Mit nassen Händen zu Burgern formen. Grillieren Holzkohlengrill: beidseitig je ca. 5 Min. über starker Glut, ein- bis zweimal wenden.

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Kalbsmedaillons

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Dijon-Senf, 3 Esslöffel Rotwein, 4 Esslöffel Olivenöl, 6 Pfefferminzblätter, fein geschnitten,

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8 Kalbsmedaillons (je ca. 80 g, z. B. runder Mocken), 1 lange Zucchini (ca. 200 g), längs in ca. 2 mm dicken Streifen, 1/2 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Marinieren ca. 1 Std. Grillieren 6–8 Min. u Senf mit allen Zutaten bis und mit Minze verrühren. Fleisch damit be­ streichen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 1 Std. marinieren. Fleisch ca. 30 Min. vor dem Grillieren herausnehmen, Marinade abstreifen, beiseite stellen. Medaillons mit Zucchinistreifen um­ wickeln, mit Küchenschnur festbinden. Grillieren Holzkohlengrill: beidseitig je 3–4 Min. über starker Glut grillieren, bis der austretende Fleischsaft rosa ist. Medaillons ein- bis zweimal mit Marinade bestreichen, salzen.

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Melonen mit Curry-CouscousSalat Zutaten (für 4 Personen) Salat 150 g Couscous, 1 Esslöffel ­Olivenöl, 1 Zwiebel, fein gehackt,

2 Knoblauchzehen, gepresst, 1 Esslöffel scharfer Curry, 3 dl Gemüsebouillon, 2 kleine Melonen (z. B. Cavaillon, je ca. 800 g), Olivenöl zum Braten, 600 g Lammrückenfilets, in ca. 2 cm grossen Würfeln, 1/2 Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle Sauce 4 Esslöffel Zitronensaft, 3 Esslöffel Olivenöl, beiseite gestellter Melonensaft, 1 Esslöffel ZitronenVerveine-Blätter, in feinen Streifen, Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für den Salat Couscous in eine Schüssel geben. Öl warm werden lassen. Zwiebel und Knoblauch andämpfen, Curry ca. 3 Min. mitdämpfen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, über das Couscous giessen, dieses zugedeckt ca. 20 Min. quellen lassen. Melonen halbieren, entkernen, mit einem Kugelausstecher bis auf einen ca. 1 cm breiten Rand Kügelchen ausstechen, dabei den Saft auffangen, 6 Esslöffel für die Sauce beiseite stellen, Kügelchen zum Couscous geben. Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Fleisch portionenweise ca. 3 Min. braten, herausnehmen, würzen. Fleisch unter das Couscous mischen. Für die Sauce alle Zutaten gut ver­

rühren, mit dem Couscous mischen. Couscous in den Melonenschalen an­ richten. Hinweis Essreife Melonen lassen sich an ihrem intensiven Duft erkennen. Nicht ganz reife Melonen bei Raum­ temperatur nachreifen lassen.

u Das «al dente»-Team macht

eine Sommerpause. u Mehr Infos unter www.aldente.ch


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse! Restaurant Süder Weissensteinstrasse 61 3007 Bern Tel. 031 - 371 57 67 Sonntag Ruhetag Betriebsferien 24. 7. bis 6. 8. Visa und Mastercard EC-Direct und Postcard www.restaurant-sueder.ch

weekend

«Mit allen Sinnen geniessen»: Gastgeber Renate Fankhauser und Martin Moser mit Küchenchef Domenic Spycher halten das Versprechen.

Langustinen auf Artischocken Restaurant Süder, Bern Einfach, aber voller Ideen. Renate Fankhauser, Martin Moser und Domenic Spycher überraschen im Quartierlokal mit einer feinen, nicht alltäglichen Küche.

W

as letztes Jahr unter dem Namen «Grandi’s» mit 12/20 den Weg in den GaultMillau gefunden hat, heisst nun wieder «Dr Süder» und ist unter echten Bernern ein Begriff. Aber auch sonst ist alles neu im vor vier Jahren aufwendig restaurierten Gebäude. Die Gastgeber Renate Fankhauser und Martin Moser haben sich in Thun im Restaurant Metzgern bereits einen Namen gemacht. Für die Qualität aus der Küche ist der 27-jährige Domenic Spycher verantwortlich, der sein Handwerk bei Robert Speth im «Chesery» in Gstaad lernte. Wir entscheiden uns für das Abendmenü und starten mit einer wunderbar

sämigen Suppe aus Eierschwämmchen mit einer aromatischen, aber leider etwas weichen Parmesanzigarre. Frisch und knackig sind die Langustinen, die auf einem Beet von gebratenen Artischocken liegen. Die nicht alltägliche Kombination zeigt die Fantasie des jungen Küchenchefs. Auch gerät meine Begleitung bei ihrer Vorspeise ins Schwärmen: pochiertes Ei auf weissem Spargel mit Trüffelkäse. Etwas mehr Bereicherung würde allerdings dem Weinangebot gut stehen. Auch hier ist das Angebot nicht alltäglich und äusserst preiswert kalkuliert, kommt aber nicht an die Klasse der Küche heran. Die zeigt sich auch im Hauptgang: ob

Lammrack mit Kakaojus und Rosmarin­ risotto oder Chisetaler Rinds-Entrecôte auf asiatischem Chop-Sui-Gemüse – die Zutaten sind mit Raffinesse und Können zubereitet. Wer nun satt ist, kann auf das Mini-Dessert (Rotwein-Beeren-JoghurtEis mit marinierten Erdbeeren, CHF 6.–) ausweichen oder sich mit einem der hausgemachten Desserts verwöhnen lassen. Verwöhnt wird man auch durch einen aufmerksamen Service, der kein Glas leer lässt und speditiv, aber ohne Hektik zwischen Gaststube und Garten agiert. Man darf auf die Weiterentwicklung der «Süder»-Mannschaft gespannt sein. 

Foto Dick Vredenbregt

wein-tipp Erbe aus Transsilvanien Die Traubensorte Johannisberg (auch Sylvaner- oder Silvanerrebe genannt) stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Österreich oder Transsilvanien (Siebenbürgen). Im Wallis ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts

anzutreffen. Interessant an der Sorte ist, dass daraus verschiedene Weine vinifiziert werden können – von trocken bis süss. Der Siccus AOC 2009 (13,5 %) der Domaine du Mont d’Or ist ein trockener Johannisberg mit Noten von Lindenblüten, Marmor und Pink Grapefruit.

Schön auch seine Struktur, die ihn weniger als Apérowein positioniert, sondern als Begleiter von Krustentieren und Spargeln. Für die Walliser Domaine du Mont d’Or ist der Johannisberg die wichtigste Sorte: 45 Prozent der 20 Hektaren eigener Reb­ lagen sind damit bestockt.

Domaine du Mont d’Or, Sion Tel. 027 - 346 20 32 www.montdor.ch Bis 2012 geniessen. Trinktemperatur: 10 bis 12 Grad. u CHF 17.50

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Geduld! Die Aussichten sind nämlich rosig

woche vom 18. bis 24. Juli 2010 Dissonante MerkurAspekte Anfang Woche (mit Uranus am 18., Jupiter und Pluto am 19.) deuten auf schwierige (diplomatische) Verhandlungen. Man redet aneinander vorbei, Termine werden verschoben, es kommt verstärkt zu Streiks, Staus, Unfällen im Trans-

portwesen (Luftfahrt?). Ab 21. bessert sich die Lage, positive Aspekte der Sonne (mit Saturn und Uranus am 23.) signalisieren bessere Aussichten in Wirtschaft und Politik, par­allel eine Besserung an den Börsen, soziale Reformen usw. Grössere Projekte sollte man deshalb nach dem 21. in Angriff nehmen.

widder 21.–30. 3. Günstig für Kontakte zum Aus­ land oder eine Reise sollte der 21. werden, am 23. läuft es nicht nach Ihren Vorstellungen. Vor allem vor dem 24. Geborene müssen sich an eine neue Situation gewöh­ nen. 31. 3.–9. 4. Schlagfertig entscheiden Sie klug (22.). Günstig für Reise, Vertrag oder Examen. Am 24. sollten Sie nicht jedes Wort auf die Waagschale legen! 10.–20. 4. Sie sind am 22. und 23. auf der richtigen Wellenlänge, und man hört auf Ihre Vorschläge. Am 18. und 19. müs­ sen Sie mehr Geduld zeigen und Konzessionen machen.

stier 21.–30. 4. Sie sollten am 19. auf Partner hören. Schöne Stunden (zu zweit) am 18., eine gute Nachricht am 24. Um den 23./24. Geborene bekommen Unterstützung von unerwarteter Seite (23., 24.). 1.–10. 5. Sie sind der strahlende Mittelpunkt. Denkwürdige Be­ gegnung? Versöhnung? Am 24. schweben Sie in höheren Sphären. Am 18. und 20. sind Sie zerstreut, und Ihre Haltung wird falsch ausgelegt. 11.–20. 5. Sie sind vital, kommen schneller als geplant voran (18., 20.). Ideal für Sport. Am 20. sollten Sie Rücksicht auf andere nehmen.

zwillinge 21.–31. 5. Neue Projekte haben Rücken­ wind, am 21. kommen Sie gut über die Runden. Vor allem vor dem 24. Geborene sind auf Glückskurs, starten ein mutiges Vorhaben (Resultate Anfang 2011). 1.–10. 6. Mer­ kur signalisiert interessante Kontakte (22.), am 18. und 20. aber sollten Sie auf der Hut sein! Ausserdem ver­ nachlässigen Sie Ihr Privatleben, der Partner macht Ih­ nen Vorwürfe. 11.–21. 6. Sie ziehen sich geschickt aus der Affäre, bügeln am 22. einen Fehler aus. Am 19. und 23. sollten Sie sich körperlich schonen, nichts überstürzen!

krebs 22. 6.–1. 7. Sie sind am 18. und 19. der Hahn im Korb, danach aber ziehen Wolken auf. Vor allem vor dem 26. Geborene sind unter Druck, müssen sich mit einer neuen Situation anfreunden. 2.–12. 7. Eine Woche im Zeichen heisser Flirts. Sie erobern die Herzen im Flug, werden nach Strich und Faden verwöhnt (24.). Am 18. und 20. sollten Sie Ihr Budget nicht überziehen! 13.–22. 7. Sie sind kaum zu bremsen, meistern alle Hindernisse (18., 20.). Exzellente Voraussetzungen, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun (Sport, bessere Ernährung etc.).

löwe 23. 7.–1. 8. Sie müssen am 18. und 19. mehr Geduld zeigen (für Angehörige). Am 21. sind Sie kreativ, verbreiten gute Laune. Vor dem 26. Geborene treffen ins Schwarze (super Angebot, schicksalhafte Begegnung?). 2.–12. 8. Sie gehen taktisch klug vor, verhandeln ge­ schickt. Trotz Hindernissen am 18. oder 20. bringen Sie Ihr Schäfchen ins Trockene. Günstig für Termin, Vertrag oder Examen wird der 22. 13.–23. 8. Merkur verspricht interessante Kontakte. Günstig ausserdem für eine Reise (22.). Am 24. sollten Sie sich gut absichern.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie werden verwöhnt (18., 19.), sind der strahlende Mittelpunkt. Am 21. ecken Sie mit ei­ ner Bemerkung an, am 23. treffen aber Sie den richtigen Ton. 3.–12. 9. Sie amüsieren sich, Ihr Charme verfehlt kaum seine Wirkung. Am 19., 23. erleben Sie unvergess­ liche Momente, Singles machen eine denkwürdige Be­ gegnung. Am 21. dürfte Ihre Haltung falsch ausgelegt werden. 13.–23. 9. Mars stimuliert Sie, man hält kaum mit Ihnen Schritt. Treiben Sie Sport, um Ihre Energien zu kanalisieren! Am 19., 23. sollten Sie nicht übertreiben.

waage 24. 9.–3. 10. Anfangs Gegenwind, doch ab dem 21. verziehen sich die Wolken. Günstig für Aus­ sprachen wird der 21., am 23. sollten Sie zu einem Kompromiss bereit sein. 4.–13. 10. Sie agieren clever, sind redegewandt und geistreich. Exzellent für Reise, Begeg­ nungen oder Examen. Nur am 18. oder 20. dürfte es anders kommen als erwartet. 14.–23. 10. Sie lernen neue Freunde kennen, oder alte Freunde melden sich unverhofft (am 22.?). Sie taktieren geschickt, Ihre Vorschläge fallen auf fruchtbaren Boden. Gute Sterne für Reisen und Kontakte.

skorpion 24. 10.–2. 11. Am 18. und 19. sind Sie der Hahn im Korb, Ihr Charme bezaubert. Venus steigert Ihre Libido, aufregende Begegnungen lassen Ihr Herz schnel­ ler schlagen. Am 23. klären Sie ein Missverständnis auf. 3.–12. 11. Sie sind zerstreut, denken vorwiegend ans Vergnügen. Venus symbolisiert schöne Stunden zu zweit, Singles finden den Traumpartner (am 19. oder 24.!). 13.–22. 11. Projekt mit Freunden (Reise?) hat Rücken­ wind, trotz einigen Hindernissen und Verzögerungen (18., 20.) sollte alles klappen. Physisch sind Sie in Superform.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie treffen den Nagel auf den Kopf, sind geistreich und witzig. Am 18. und 19. liegt man Ihnen zu Füssen, speziell vor dem 26. Geborene können mit einer Glückssträhne rechnen. 3.–12. 12. Sie stürzen sich kopfüber ins Geschehen, entscheiden klug, sollten aber Ihr Gefühlsleben nicht vernachlässigen. Erfolge am 22., Hindernisse am 18. und 20. 13.–21. 12. Gute Sterne für Verhandlungen, Studien, Reisen. Am 22. sind Sie genau auf der richtigen Wellenlänge, am 19. und 23. sollten Sie auf Kompromisse eingehen. Schonen Sie sich körperlich!

steinbock 22.–31. 12. Herzklopfen am 18. und 19.: Sie stehen im Mittelpunkt, sind einfach unwiderstehlich. Wird aus einer Freundschaft eine tiefere Bindung? Einige werden mit einer radikalen Wende konfrontiert. 1.–10. 1. Am 18. und 20. sind Sie sich Ihrer Sache nicht sicher und warten ab. Freunde setzen sich am 19. für Sie ein. Venus verspricht unvergessliche Momente voller Zärtlichkeit (am 24.). 11.–20. 1. Sie sind physisch in Bestform und ha­ ben den Turbo eingeschaltet (18., 20.). Trotzdem sollten Sie nicht zu sehr über die Stränge schlagen (am 23.).

wassermann 21.–30. 1. Auf der Überholspur (21.) können Sie einen Vorsprung gewinnen. Am 19. sind Sie überemp­ findlich und nicht sehr diplomatisch. Vor dem 24. Gebore­ ne treffen ins Schwarze (Gewinn, schicksalhafte Begeg­ nung?). 31. 1.–9. 2. Diskussionen dürften am 18. und 20. ausarten, Sie sollten den ersten Schritt machen. Am 22. finden Sie genau die richtigen Worte. 10.–19. 2. Der Partner muss nicht unbedingt der gleichen Meinung sein. Gehen Sie Schritt für Schritt vor, überstürzen Sie nichts, speziell am 23. und 24.! Gute Stimmung hingegen am 22.

fische 20. 2.–1. 3. Eine angenehme Überraschung (Finanzen?) sorgt am 23. für gute Laune. Am 18. und 20. harzt es in Ihrer Kommunikation, zeigen Sie sich gross­ zügiger. 2.–10. 3. Der Partner zeigt sich von seiner bes­ ten Seite, und Sie fühlen sich geborgen (24.). Allerdings kann es am 21. zu Missverständnissen kommen, wenn Sie weiterhin störrisch sind. 11.–20. 3. Sie amüsieren sich glänzend, verbringen schöne Stunden im Kreise Ihrer Liebsten (am 20.). Vermeiden Sie aber jede Art von Exzessen, schalten Sie einen Gang zurück (am 19., 23.).

ihr tages-horoskop 78

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


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schweizer illustrierte

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die fünften Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. zAhlenSchlüSSel �

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gewinnen Sie 1 × eine WAVe-lounger liege von Teakland.ch im Wert von 900 Franken!

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 FrAnken geWinnen: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. einsendeschluss Sonntag, 18. Juli 2010

Kreuzwort-Chaos

löSUngSWorT

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schweizer illustrierte

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Sudoku

mittel

Gewinnen Sie 1 × 2 Übernachtungen für 2 Erwachsene und 1 Kind inkl. All-In Vewöhnpension im Familienzimmer im Wert von 975 Franken!

3 5 8 5 7

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2 6 8 8 4

9 4 2 1 8 6

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1 4

5 6 9

Teilnahmeschluss Sonntag, 18. Juli 2010

5 3 Conceptis Puzzles

06010002040

schwer

Gewinnen Sie 4 × eine Akku-Grasschere AGS 10,8 LI von Bosch im Wert von je 189 Franken! Einfach und handlich. Mit der Bosch Akku-Grasschere AGS 10,8 LI trimmen Sie mühelos Rasenkanten und dicke Grasbüschel. Mit einem Gewicht von 750 Gramm und der ergonomischen Bauform geben Sie Ihrem Rasen den letzten Schliff – auch an «Problemzonen» unter Bänken, Büschen oder Kinderspielgeräten. www.bosch.ch

1

8 1

6 7

6 9

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4 6 3

5

9 2

9 1

2 8 4

5 4

3 9

3

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Schuess, 2. Mineral, 3. Protzig, 4. Riviera, 5. Zentner, 6. Beatles, 7. Lambiel, 8. Bregenz, 9. Zwiebel, 10. Sedativ, 11. Fendant, 12. Fuehler, 13. Sihltal, 14. Bucheli, 15. Castres, 16. Synonym, 17. Pfennig, 18. Lemming, 19. Bresche, 20. Zeichen, 21. Sudeten Lösungssatz: Die Menschen, die man von Herzen liebt, altern nicht.

REBUS

W (P) A S S E R LAMM ENTE PARLAMENT

6 5 7 3 8 1 2 4 9

5 7 3 1 4 2 9 8 6

KREUZWORTRÄTSEL

Lösung: WECHSELKURS schwer

4 9 6 8 7 3 5 2 1

1 8 2 9 6 5 4 3 7

7 6 5 4 3 9 8 1 2

8 4 1 2 5 6 7 9 3

2 3 9 7 1 8 6 5 4

2 9 7 4 5 8 6 3 1 2 5 4 1 8 3 7 8 6 2 4 3 2 4 9 8 1 5 9 6 7 7 6 4 3 2 685 Lösung: 9 7 8 5 1 6 1 5 3 9

Lösung: 476

6 7 9 5 1 3 8 4 2

3 4 2 9 5 8 1 6 7

1 9 6 3 7 4 5 2 8

8 5 7 1 6 2 9 3 4 06010002534

06010002039

Lösung: NACHT

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 3 2 4 5 9 7 1 6 8

06010002535

Rebus

Auflösung aus Heft 27

9 1 8 6 2 4 3 7 5

6

2

Conceptis Puzzles

1 2 3 =

weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

Lösung: 245

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

Gewinnen Sie 3 × einen Gutschein von Fielmann im Wert von je 250 Franken! Passend zum aktuellen Retro-Look zeigen sich die neuen, ausdrucksstarken Brillen von Fielmann. Die markanten Fassungen mit Vintage-Charme verleihen jedem Outfit eine lässige Note und machen den Look komplett. Die neuen alten Formen in klassischen Farben sind ein echter Hingucker.

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For Ladies only: Testen Sie den n Volkswagen räumt mit dem Vorurteil auf, dass ein SUV eine reine Männersache sei. Machen Sie mit bei der SI-Leserinnenaktion, und erfahren Sie selbst die Vorzüge des neuen VW Touareg.

E

ntspannung – dafür sorgt zum Beispiel ein kurzer Spaziergang am Wald­rand mit dem Hund. Bereits entspannt dort anzukommen – das ist eine der Domänen des neuen VW Touareg. «Verblüffend, wie kompakt er wirkt, wenn man ihn fährt», lobt Patricia den über­ sichtlichen SUV-Bestseller. Kein Wunder, denn der 4,79 Meter lange, elegante VW Touareg hat gegenüber dem Vorgänger fast 200 Kilo abgespeckt. Dadurch wirkt er trotz seinem exzellenten Reisekomfort so leichtfüssig wie eine Limousine und nimmt auch Kurven gerne in Angriff. Immer wieder

beeindruckend auch die unzähligen Kom­ fort- und Sicherheitselemente des neuen Touareg. Ob nun das serienmässige Auto­ matikgetriebe, die Tempo- und Distanzrege­ lung per Radar oder der Spurwechselassis­ tent, der vor nahenden Autos im berüchtigten toten Winkel warnt – sicherer und einfacher kann Autofahren kaum mehr sein. «Allein schon die elektrisch bedienbare Heckklap­ pe ist eine tolle Sache», lobt Patricia. Wobei so viele Annehmlichkeiten in einem Auto heute eben nicht mehr heissen, die Umwelt zu belasten – Hightech sei Dank. «Weil der VW Touareg Hybrid kürzere Strecken bis

Tempo 50 sogar rein elektrisch fahren kann, rolle ich flüsterleise und emissionsfrei zum Waldrand», lobt Patricia den SUV auf dem Weg zum Spaziergang mit dem sechsjähri­ gen Labrador Tobias. Der innovative Hybrid­ antrieb ist nur eines der Highlights in der ganz auf höchste Effizienz getrimmten Antriebspalette des VW Touareg: Mit seinen 333 PS aus einem V6-Benzinmotor plus Elektromotor ist er jederzeit absolut souve­ rän motorisiert, gibt sich aber dennoch mit nur 8,2 Litern auf 100 Kilometer zufrieden. Möchten Sie das selbst erfahren? Dann melden Sie sich für die exklusive Probefahrt­aktion der Schweizer Illustrierten «For Ladies only» an, und profitieren Sie vom speziellen Ladies-Welcome-Paket. Zusätz­ lich nimmt jede Teilnehmerin automatisch an der Verlosung von attraktiven Preisen teil ­(siehe Box rechts).


publireportage u relaxen Dank Allradantrieb meistert der

VW Touareg auch heikle Strassenverhältnisse und garantiert entspanntes Ankommen.

u geräumig Auch Labradorrüde Tobias weiss den Touareg zu schätzen: Hinter der serienmässig vollelektrisch per Knopfdruck bedienbaren Heckklappe garantieren 974 bis 1814 Liter Laderaum stets für mehr als genug Platz. u RUNDUMBLICK

Die Detailansichten des «Area View» zeigen genau, was vor, neben oder hinter dem Auto gerade passiert – z. B. hier, dass der beste Freund auf vier Pfoten gerade neben dem linken Vorderrad sitzt.

euen VW Touareg

u ergonomisch Alle Bedienelemente sitzen im neuen VW Touareg praktisch und übersichtlich genau am richtigen Ort. Zudem wirkt im Interieur alles sehr nobel und ist bis ins Detail hochwertig verarbeitet. Im Cockpit sticht das zentral angeordnete Multimediasystem mit dem sieben Zoll grossen Farb-Touchscreen ins Auge.

Das gibts zu gewinnen. So machen Sie mit u Attraktive Preise Nutzen Sie die Chance zur

Probefahrt im neuen VW Touareg, und melden Sie sich mit nebenstehendem Talon oder übers Internet auf www.schweizer-illustrierte.ch an. Unter allen Teilnehmerinnen werden attraktive Preise verlost. Als Haupt­preis winkt dreimal eine Testwoche mit dem neuen VW Touareg; inklusive Wellness-Weekend für zwei Personen in St. Moritz mit Übernachtung im Fünfsternehotel Kem­ pinski Grand Hotel des Bains. Zudem gibts zehnmal einen VW-Werks­besuch in der Autostadt Wolfsburg (D) für zwei Personen inklusive Flug und Übernachtung zu gewinnen. hauptpreis 3 WellnessWeekends im Kempinski Grand Hotel des Bains in St. Moritz.

± JA, ich bin an einer Probefahrt mit dem VW Touareg interessiert und möchte an der exklusiven SI-Leserinnenaktion teilnehmen. Ich freue mich auf das exklusive Ladies-Welcome-Paket (Wert: ca. CHF 100.–), das beim VW Händler auf mich wartet. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Vorname Name Strasse Nr. PLZ Wohnort Tel. tagsüber E-Mail

Geburtsdatum

Jetziges Fahrzeug (Marke, Modell, Jahrgang) ± Ich nehme nur am Wettbewerb teil. Einsendeschluss: 30. Juli 2010 Füllen Sie den Talon bitte vollständig aus. Fahrzeuglenkerinnen müssen seit zwei Jahren im Besitz eines gültigen Führerausweises sein. Über die Leserinnenaktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmerinnen werden persönlich benachrichtigt. Senden Sie den Talon an: Schweizer Illustrierte, «VW Touareg Leserinnenaktion», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet unter www.schweizer-illustrierte.ch an.


Portr채t

Drei Walliser in Paris Elke, 31, und Adrian Arnold, 36, mit ihrem Sohn Giulio, 2, vor dem Arc de Triomphe du Carrousel; im Hintergrund sieht man die Glaspyramide des Louvre.

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schweizer illustrierte

Baguette


Seine pfiffigen Reportagen und seine spezielle Haarpracht machen ihn einzigartig: Adrian Arnold ist der SFAuslandkorrespondent in Paris. Er und Ehefrau Elke geniessen das Savoir-vivre, w채hrend Sohn Giulio am liebsten mit Carla Bruni tanzt.

und Raclette schweizer illustrierte

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Porträt

«Moderiere ich mit zerzausten Haaren, gibts sofort 20 spöttische SMS von Kollegen» Adrian Arnold

Ein Hauch Wallis in der Pariser Wohnung Die Holzbalken an der Decke und die Weinreben, die sich ums Fenster ranken, erinnern die Arnolds an daheim. Beim Sonntagsbrunch werden Spazierpläne geschmiedet.

So kennt ihn der TV-Zuschauer Arnold auf dem Pariser Studiodach bei einer Live-Schaltung.

Büro mit Garçon Um in Ruhe zu texten, setzt sich Arnold in ein Café im Jardin des Tuileries.

Text marcel huwyler Fotos fabienne bühler

Sonntagsspaziergang Elke und Adrian Arnold flanieren mit Giulio dem Seine-Ufer entlang.

r ist der Mann mit dem Ross­ schwanz und dem Winnetou-Ge­ sicht. Als Fernsehzuschauer sind einem die Namen der SF-Auslandkor­ respondenten selten präsent, wenn die­ se in der «Tagesschau» oder «10 vor 10» den Puls ihres Gastlandes erklären. Hilf­ reich drum, wenn die TV-Männer über Macken und Markenzeichen verfügen. Wie etwa der Adlerblick des Wall-StreetKenners Jens Korte oder der holländi­ sche Akzent von Griechenland-Experte Werner van Gent. Oder eben der Mann mit dem Rossschwanz und dem Apa­ chen-Blick – Adrian Arnold in Paris. «Von meinen Kollegen aus der Schweiz bekomme ich selten Echos auf TV-Bei­ träge», sagt der 36-Jährige und spöttelt:

E

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schweizer illustrierte


«Zerzaust mir der Wind aber bei einer Live-Schaltung die Haare, erhalte ich 20 spöttische SMS.» Also setzt Arnold – um mehr sachliche und weniger haarige Kommentare bemüht – auf die Dressurkraft von Haarspray. Seither gehen die Live-Auftritte «glatt» über den Sender. Seit drei Jahren ist Arnold SFKorrespondent in Frankreich. Er mag die Art der Franzosen: «Sie politisieren mit viel Lust, haben dieses Revolutionäre in sich und lehnen sich gern gegen Obrigkeiten auf.» Das erinnere ihn stark an seine Heimat: «Da mucken wir auch auf gegen Bern oder Zürich und gehorchen nicht sofort.» Daheim – damit meint Arnold das Wallis. Wenn er und seine ebenfalls aus dem Oberwallis stammende Frau Elke, 31, im Treppenhaus ihrer Pariser Wohnung «Wallisertiitsch» sprechen, werden sie von Nachbarn als

«Ah, das Ehepaar aus Finnland» gegrüsst. Und Arnolds Bürokollege – ein talentierter, junger RTL-Reporter, der seine Krawattenknoten zu kleinen Geschwüren bindet – erinnert sich, wie er Adrian zum ersten Mal hat Dialekt sprechen hören: «Du lieber Himmel», habe er gedachte, «der Schweizer würgt sein Essen hoch!» Das Essen. Nicht immer einfach in Paris – für Walliser. Elke liebt Fondue, Adrian Raclette; erst nach langem Suchen hätten sie hier eine Käserei gefunden mit «akzeptablem Raclettekäse», berichtet das Ehepaar. Und der französische Wein? Komme knapp an Walliser Fendant und Dôle heran, frotzelt Arnold. Seit Kurzem kann er endlich auch das Schweizer Fernsehen empfangen. Eineinhalb Jahre kämpfte er dafür, eine Satellitenschüssel montieren zu dürfen,

weibelte bei Nachbarn, argumentierte vor der Hauseigentümer-Versammlung und wurde gar beim Bezirks-Bürgermeister vorstellig. Pariser mögen ihre Sturheit zelebrieren – Walliser haben ihren Grind. Die Schüssel steht, SF flimmert, Arnold ist zufrieden. Elke und Adrian wohnen in einer Dreizimmerwohnung südlich der ­Seine, unweit des Musée d’Orsay. Ihr Sohn Giulio wird zwei Jahre alt und beherrscht bereits perfekt den barocken Augenaufschlag eines französischen Charmeurs. Der Bub mag Kaninchen – und Carla Bruni. Seine Walliser Löwenkopfkaninchen hausen auf der begrünten Hinterhofterrasse, wo ihnen Giulio «baguettines lapin», Hasenstängel, zu nagen gibt. Frankreichs Präsidenten­ gattin verehrt der Kleine wegen ihrer Chansons. Papa Adrian legt eine Brunischweizer illustrierte

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Toben im Park Mit Giulio spielt Adrian Arnold im Jardin des Tuileries. Der Kleine schiesst seinen Ball in den Teich, Papa fischt ihn mit dem Regenschirm heraus.

tige Aussage im Kasten hat. Man spürt den Fussballer in ihm.» Der Fussballer – während seines Jus-Studiums spielte Arnold beim Erst­ ligisten Raron. «Damals schon mit einem Rossschwanz», erinnert sich Elke. Für Adrian hat sie ihren Beruf als Primar­ lehrerin aufgegeben. «Ich komme mit dir mit, egal wohin du gehst», beteuerte Elke vor einigen Jahren ihrem Freund. Aus dem «egal wohin» wurde Paris, aus dem Freund der Ehemann. «Einen grösseren Liebesbeweis gibt es nicht», betont ­Adrian. Elke kontert, daheim im Wallis sei Adrian ein Vereinsmensch, «umso mehr geniesse ich es, ihn hier in Paris ganz für mich allein zu haben». Ganz al­ lein – mal abgesehen von seinen Walliser Fans, die zu «ischem Adrian» wallfahren. Ein Car-Unternehmen aus Visp wirbt für seine Frankreich-Reisen mit dem Slogan: «Besuchen Sie Adrian Arnold in Paris.» Elke hat sich an Adrians unregelmäs­ sige Arbeitszeiten gewöhnt. Sie geht viel mit Giulio spazieren, «nur auf dem Eiffel­ turm waren wir noch nie». Dafür gäbe es sonst viel Spannendes zu entdecken. Wie letzthin, als sie merkte, dass Filmstar

«Unser Sohn Giulio tanzt gern. Aber nur zur Musik von Carla Bruni» Adrian Arnold CD ein, Carla haucht «Le plus beau du quartier», und Giulio strahlt und hopst und schwenkt sein gepampertes Füdli. Während Giulio die «première dame» verehrt, versucht sein Papa ein Interview mit deren Gatten, Staatspräsi­ dent Nicolas Sarkozy, zu ergattern. Er würde ihn nach «schiinär Mäinig» zur Schweiz und deren Rolle in Europa be­ fragen, sagt Arnold. Sarkozy werde im Ausland zu Unrecht als Witzfigur be­ lächelt. «Er ist ein Staatschef mit einem glasklaren Reformprogramm und hat schon viel bewegt.» Zugegeben, die ak­ tuelle Spenden-Affäre schade Sarkozy enorm. Und die Frauengeschichten? Ar­ nold nickt, genau das sei das Problem:

Das französische Volk wünsche sich einen staatsmännischen Präsidenten. «Doch Sarkozy hat mit seinen Eskapa­ den, seiner Schnell-Scheidung, seiner Schnell-Heirat und dem Skandal um den zugeschanzten Verwaltungs­posten für seinen 23-jährigen Sohn viel Kredit beim Volk verspielt.» Geschliffen formulierter Klartext. So kennt man Arnold, den TVProfi. Adrian, den Walliser, schätzt man für seine gesellige, offene, freundliche Art. Für ein TV-Aushängeschild gibt er sich ungewohnt bescheiden und geer­ det, hat dafür umso mehr Biss im Job. «Tageschau»-Redaktions­leiter Thomas Schäppi formuliert es so: «Adrian Arnold gibt nie auf, bis er diese oder jene wich­

Gérard Depardieu gleich um die Ecke wohnt. Sie habe ihn zwar nicht sofort er­ kannt, «er war so schäbig gekleidet». In spätestens zwei Jahren gehen die Arnolds zurück in die Schweiz. Vor­ her aber wird es noch viele Berichte vom SF-Mann aus Paris geben. Nur aus seiner Wunschsendung wird nun definitiv nichts. Schuld daran sind die gescheiter­ te Schweizer Nati und die suizidale Fran­ zosen-Elf! Bei einem WM-Finale Schweiz gegen Frankreich, verrät Arnold, hätte er die Live-Schaltung speziell gestaltet: «Dann» – er zupft an seinem Marken­ zeichen –, «aber wirklich nur dann, hätte ich meinen Rossschwanz geöffnet und mit wehendem Haar moderiert!»  


Notabene

Frau Merkel, wohin steuern Sie Ihr Land?

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Peter Scholl-Latour

ie kaiserlose, die schreckliche Zeit», so klag­ die sie – ohne über eine wirkliche Hausmacht zu verfügen – zur te im Mittelalter das Volk in deutschen Lan­ Strecke gebracht hat, ist beachtlich. Dem heutigen Finanzminis­ den, wenn an der Spitze des Heiligen ter Schäuble nahm sie seinen dominierenden Einfluss. Und ihren Römischen Reiches eine Vakanz um die offenen Opponenten, den begabten Wirtschaftsexperten Fried­ höchste Krone stattfand. Wer die heutige rich Merz, drängte sie in die Privatwirtschaft ab. Den bayrischen deutsche Presse liest, könnte den Eindruck Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sowie dessen Kollegen erhalten, eine vergleichbare Lähmung sei Günther Oettinger aus Baden-Württemberg brachte sie ebenso zu wieder in der Bundesrepublik Deutschland Fall wie den Regierungschef von Nordrhein-Westfalen Jürgen entstanden. Eine solch dramatische Situa­ Rüttgers. Am erstaunlichsten wirkt der plötzliche Rücktritt des tion ist zwar nicht eingetreten, aber der Durchschnittsbürger, der energischen Landeschefs von Hessen, Roland Koch, über dessen bisher in der Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Fels in der Beweggründe Ungewissheit herrscht. Und mit einem ausgeklügel­ Brandung sah, entdeckt, dass die Regierungschefin nicht in der ten Manöver wurde ihre potenziell gefährlichste Gegnerin aus­ Lage ist, die ihr durch das Grundgesetz zugewiesenen Aufgaben geschaltet: Der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wurde zu erfüllen und ihre Tätigkeit in Zögerlichkeit und Taktieren vorgegaukelt, sie sei als Kandidatin auf die Aufgaben des Bundes­ vertut. präsidenten vom Kanzleramt bevorzugt. Am Ende stand Frau von Am deutlichsten wurde diese Wendung, als der Leyen da, tief getroffen vor einer schnöden Ab­ Angela Merkel nicht in der Lage war, bei der Wahl des «Welches sage. Ja selbst der neu gewählte Bundespräsident neuen Bundespräsidenten die Mehrheit ihrer Koalition Programm, Christian Wulff, so munkelt man in der Partei, sei auf ihren Kandidaten einzuschwören, und es erst im nur zu dieser hohen Würde gelangt, weil er als dritten geheimen Urnengang gelang, dem bisherigen welche höchster Staatschef keine aktive parteipolitische Rolle mehr zu spielen vermag. ­Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Christian Absichten Auf der Beliebtheitsskala ist Merkel weit nach Wulff, dieses höchste Amt der Bundesrepublik doch unten gerutscht. Jeder fragt sich heute, mit wel­ noch zuzuspielen. «Am Abend weiss man bei uns oft verfolgt die chen Schachzügen sie dem überaus populären Ver­ nicht mehr, wer Freund und Feind ist», soll die Kanzle­ ‹Frau, die teidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg rin geäussert haben. Welches Programm diese «Frau, die aus der Kälte aus der beizukommen versuchen wird. Der junge Baron aus kam», welche aussenpolitischen Absichten sie verfolgt, Kälte kam›?» Bayern verfügt über einen ständischen und mate­ hat bisher niemand ergründen können. Undurchsichtig riellen Hintergrund, der ihn relativ unverwundbar sind auch die Ziele ihrer Innenpolitik. Hatte sie sich doch auf ei­ macht, und er ist der Einzige, der das deutsche Engagement in nem Parteitag in Leipzig als Verfechterin eines neoliberalen, kapi­ Afghanistan als das bezeichnete, was es ist, nämlich als «Krieg». talfreundlichen Kurses zu erkennen gegeben, so schaltete sie auf Der grösste Fehler Merkels war wohl, sich mit der libera­ eine sozialdemokratisch wirkende Politik um, als der Ausgang der len FDP einzulassen, die mit Guido Westerwelle den Vizekanzler folgenden Wahl sie mit knapper Mehrheit als Kanzlerin gekürt und und den Aussenminister stellt. Auf dem Höhepunkt der Wirt­ schafts- und Finanzkrise hatte dessen Freie Demokratische Partei zu einer grossen Koalition mit der SPD Willy Brandts zwang. Was an dieser Frau, die in der Öffentlichkeit häufig als sich für die Kürzung der Steuern vor allem bei Wohlhabenden ein­ «Mutti» bezeichnet wurde, irritiert, ist ihr ausgeprägter Macht­ gesetzt, was der Regierung den Zorn des kleinen Mannes einbrach­ instinkt, mit dem sie alle potenziellen Gegner, aber auch Partner te. Da Westerwelle als Aussenpolitiker ohne jedes Konzept dasteht, aus dem Felde schlug. Ihr Aufstieg nach der Wiedervereinigung löst allein die Nennung seines Namens im deutschen Kabarett verdankte sie dem damaligen Kanzler Helmut Kohl, der «das Mäd­ schallendes Gelächter aus. Es steht also nicht gut um das Erbe chen», wie er sie nannte, in seine Ministerriege aufnahm. Angela Adenauers, Brandts und Kohls, und man kann nur hoffen, dass Merkel hat es ihm schlecht gedankt. Als Kohl wegen einer unge­ Deutschland die Spanne bis zur nächsten Bundestagswahl im klärten Parteispenden-Affäre in Bedrängnis geriet, war sie es, die Jahr 2013 unter günstigeren Prämissen besteht, als das bisher  mit einem anklagenden Artikel in der «Frankfurter Allgemeinen der Fall war. Zeitung» das Feuer gegen ihren Gönner eröffnete und ihm sogar den Ehrenvorsitz der Partei verweigerte. Die Zahl der Politiker, Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor

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SF «Meteo» vom Dach: Freude und Ärger u Rose an SF «Meteo» –

Pro und Kontra, SI 26/2010 «Im Namen des Teams von SF ‹Meteo› bedanke ich mich ganz herzlich für die Überreichung der Rose. Diese überraschende Auszeichnung freut uns sehr – bedeutet die Rose für uns doch eine zusätzliche Ehrung! Gerne erlaube ich mir, an dieser Stelle zu er­ wähnen, dass wir nebst dem jüngsten Preis für die beste Wettersendung im deutschsprachigen Raum bereits im Februar 2009 einen vergleichbaren Preis erhalten haben; damals im Rahmen des Extremwetter-Kongresses in Bremerhaven. Wir sind jetzt natürlich erst recht stolz darüber, dass wir unsere Hochs sogar noch mit der Rose der Schweizer ­Illustrierten schmücken dürfen!» Thomas Bucheli, Redaktionsleiter SF «Meteo» & Team

«Die Preisverleihung für das Konzept von SF ‹Meteo›, die Wettermeldungen vom Dach zu senden, kann man ja noch gelten

lassen. Obwohl man die Wetterfeen schon mal heftig im Regen stehen lässt. Was aber ein absolutes Ärgernis ist, sind die für unsere ausländischen Feriengäste unverständlichen Dialektkommentare von Ässäff-‹Meteo›-Sprechenden. Ob die Preis-Jury überhaupt verstand, wie ‹zümftig s chuutet oder de Hagu as Feischter tängelet›? Ich bekam vor Jahren von SF DRS in dieser Sache eine lächer­ liche Begründung, sie seien doch so sympathisch, diese Mund­artausdrücke.»

die Familie Knie, aber dieses Bild hätte man auch eine Woche später zeigen können.» Rolf Hanselmann, per E-Mail Ex-Misters TatToo inspiriert zum Dichten u Ex-Mister-Schweiz André Reithebuch lässt sich tätowieren, SI 26/2010 «Es ist endlich Sommerzeit und der André nun bereit, zu zeigen, was ist tätowiert auf seinem Rücken ungeniert. Es verabscheut Peter Dörig das Verschandeln ganz gehörig, ein schöner Körper auch gefällt ganz ohne Zeichnung, nicht entstellt.» Peter Dörig, Schaffhausen

Manfred Ackermann, Wald ZH

Titelfrage: Hayek oder doch lieber Knie? u Zum Tod von Uhrenkönig Nicolas G. Hayek, SI 27/2010 «Schade, dass die Schweizer Illustrierte Nicolas G. Hayek nicht ein grosses Titelbild gewidmet hat anstelle des Kleinbildes in der untern Bildecke. Zum mehrseitigen Bericht über ihn wäre ein solches passend gewesen. Nichts gegen

willi

«So, jetzt habe ich aber für einige Zeit genug vom Fussball!»

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

impressum Nr. 28, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@ schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chefredaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

der erste gewinn u Wettbewerb, SI allgemein «Ich möchte mich recht herzlich bedanken für die tolle DVD ‹Silo 8› von Karl’s kühne Gassenschau, die ich beim Schweizer-­Illustrierte-Wettbewerb gewonnen habe. Obwohl ich wöchentlich bei verschiedenen Verlosungen mitmache, ist dies mein erster Gewinn.» Markus Wenger, Bolligen BE



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