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Mit SI Gruen

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ValĂŠriane Grichting 31. Mai 2010 CHF 4.50

Manuela Markworth, verlobt mit Stephan Lichtsteiner

Die Frauen der NatiSpieler

Elena Bonzanni, verlobt mit Valon Behrami

Ihre Liebe macht unsere Helden stark

weden h c S n o v a ri to ic V in s s e Kronprinz

! t i e z h c o h m u a r T

Tanja Micic, Freundin von Hakan Yakin


Inhalt

HEFT 22, MONTAG, 31. MAi 2010

Titelfotos Fabienne Bühler, Keystone/Scanpix, Inhaltsfoto Keystone

Titel

36 u Wie

im märchen Jetzt geniessen sie das Glück, für das sie so lange kämpfen mussten: Die Hochzeit von Victoria von Schweden und Daniel Westling am 19. Juni krönt ihre wunderbare Liebe.

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Stark: Die Frauen unserer WM-Helden Sie kennen die Fussball-Nati-Spieler so intim wie niemand sonst. Exklusive Bilder

Leute 7 8

32 36 44

Tagebuch von Nik Niethammer Leute Ottmar Hitzfeld, Franz Weber, Ronja Furrer, Jennifer Ann Gerber, Chris von Rohr, Angela Martini, Bruno Risi Jan Bühlmann Der Mister Schweiz über die Liebe und sein unsichtbares Leiden Victoria von Schweden & Daniel Alles zur royalen Hochzeit des Jahres Adel Abdel Latif & DJ Lady Tom So schlicht heirateten sie in der Moschee! schweizer illustrierte

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Inhalt

Wirtschaft 24

Magdalena Martullo-Blocher Die Ems-Chefin über ihren Erfolg und die Streitereien mit ihrem berühmten Vater

Gesellschaft 28

Annemarie Stalder Ihr Sohn zerschellte in einem Auto – als Opfer eines Rasers. «Jetzt soll das Leid ein Ende haben!»

Politik

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86

Landsgemeinde Eine Heimat für Appenzell Ausserrhoden? Grosse Reportage

Shopping 53

u HeiMatlos Biobauer Walter

langenegger kämpft mit Sohn lukas für die Wiedereinführung der Landsgemeinde in Appenzell Ausserrhoden. Am 13. Juni soll die Abschaffung von 1997 korrigiert werden: «Die Leute entschieden aus ‹Täubi› falsch.»

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 61 62 65

Schwangerschaft Noch mehr Sicherheit dank hochauflösendem Ultraschall Hightech hilft hören Die neusten Systeme Dr. Stutz meint Kennen Sie diese Tricks gegen die lästigen Schlafprobleme?

Weekend 67

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Die Besten 81

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Party

Fotos Kurt Reichenbach (2), Fabienne Bühler

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u Heirat Mit allaHs segen Mister Schweiz 1996, adel abdel latif, und Techno-Ikone DJ lady tom.

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u ZupackenD Als Boss legt Magda-

25 Jahre «Club» Zürich, Giessbach Meeting Brienz BE, Skydance Zürich, Swiss-Ski-Golfturnier Les Bois JU

Und … 104 106 76 105

Notabene von Chris von Rohr Die Liste von Fiona Hefti Horoskop Leserbriefe/Impressum

lena Martullo-Blocher Hand an, als Tochter sagt sie, wo Christoph kuscht.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Blond & blöd? Von wegen! Ariella Kaeslin

Nik Niethammer, Chefredaktor

Prominenter Besuch letzte Woche in der Redaktion der Schweizer Illustrierten: TurnEuropameisterin Ariella Kaeslin zeigte sich dabei als grosser SI-Fan. «Ich kaufe das Heft fast jede Woche, lese es von vorne bis hinten und schenke es dann meinen Turn-Chicas weiter.» Die Luzernerin lobte in ihrer Blattkritik besonders die spektakuläre Reportage über Simon Ammann, der im Wallis einen 4000er bestiegen hatte, «wobei ich Simi noch lieber in Badehose statt in Bergklamotten sehen würde». (Liebe Ariella, wir arbeiten dran!) Die zweifache Sportlerin des Jahres beschäftigt sich schon jetzt intensiv mit der Zeit nach ihrer Karriere. Und liebäugelt mit einem Job in den Medien. Ihr Talent bewies sie im vergangenen Jahr während der Turn-EM: Für die Schweizer Illustrierte schrieb sie damals ein viel beachtetes Tagebuch über ihre ErfahBlattkritik Ariella Kaeslin letzte rungen und Erlebnisse in London. Woche in der Redaktion der Damit Ariella nicht aus der Übung Schweizer Illustrierten. kommt, wird sie im Oktober erneut in die Tasten greifen. Sie berichtet dann exklusiv für die SI von den Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam.

Spielerfrauen Sie möge das Wort Spielerfrauen

Fotos Bruno Voser (2), Hervé Le Cunff

Glamourös Drei Stylistinnen kümmern sich um die Spielerfrauen (Bild oben). Elena Bonzanni, Verlobte von Valon Behrami, lauscht im Pool den Anweisungen von SI-Fotografin Fabienne Bühler (2. v. r.). Das ganze Making-of auf www.schweizerillustrierte.ch

eigentlich nicht, sagte Petra Frings, Ehefrau des deutschen Ex-Nationalspielers Torsten Frings, einst in einem Interview. «Weil dabei viele sofort an blond und blöd denken. Aber das sind wir ja nicht. Wir sind zufällig die Frauen von Männern, die Fussball spielen, mehr nicht.» Spielerfrauen? Kaum jemand weiss, von wem sich Stéphane Grichting, Hakan Yakin oder Stephan Lichtsteiner trösten lassen, wenn die Wade zwickt oder es mit dem Toreschiessen nicht klappt. Wir wollen das ändern! Und baten vier Frauen unserer Fussball-Nationalspieler zum Fotoshooting nach Crans-Montana. Freuen Sie sich auf spektakuläre Bilder. Und überzeugen Sie sich selbst: Die Frauen und Freundinnen unserer Nati-Helden sind nicht nur attraktiv. Sondern klug. Bescheiden. Und vor allem sehr bodenständig – ab Seite 14.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

GOAL Das Magazin zur Fussball-WM. Der Spielplan. Interviews mit Ottmar Hitzfeld und Diego Benaglio. Thorsten Fink analysiert unsere Gegner. Kubilay Türkyilmaz’ grosser Nati-Check. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Fotos Dieter Eikelpoth f端r GOAL, Kurt Reichenbach

Leute

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld war schon als Jugendlicher ein Bewunderer von Franz Beckenbauer.


nachgefragt bei

Franz Weber «Was da passiert, ist für mich ein Verbrechen» Der Schweizer Umweltschützer Franz Weber, 82, über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

Ottmar hitzfeld

Die Idole der Idole u Sie werden von Millionen verehrt. Doch auch sie haben ihre Vorbilder, zu denen sie aufschauen. Acht FussballHelden von gestern und heute, etwa Nati-Coach Ottmar hitzfeld, 61, Alain Sutter, 42, Heinz Hermann, 52, oder Günter Netzer, 65, erklären im neuen SI GOAL ihre Bewunderung für ihr grosses Idol. «Schon als Jugendlicher habe ich Franz Beckenbauer verehrt», verrät zum Beispiel Hitzfeld. Und Kaiser Franz selbst gibt preis, dass ihn Fritz Walter (1920–2002) als Fussballer und Persönlichkeit ein Leben lang begleitet habe: «Ein guter Charakter und ein echtes Vorbild.» Ausserdem spricht Diego Benaglio, 26, über Favoriten und Familie. Dazu: die Nati-Stars im grossen Check von Kubilay Türkyilmaz, 43 – alles nachzulesen im neuen SI GOAL (ab 7. Juni am Kiosk). IN

Herr Weber, Sie sind ein international engagierter und renommierter Umweltschützer. Aber zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben wir von Ihnen noch nichts gehört. Warum? Weil ich schockiert bin. Wir erleben zurzeit die grösste Umweltkatastrophe überhaupt. Was da passiert, ist für mich ein Verbrechen. Ein Verbrechen? An der Natur. Aus schrankenloser Profitsucht holen ein paar wenige Konzerne und Staaten die letzten Reserven aus unserer Erde heraus und erzielen dabei riesige Gewinne – auf Kosten der Umwelt und von uns Menschen. Was sind denn die Folgen für das Ökosystem im Golf von Mexiko? Und für uns alle? Nur ein kleines Beispiel der verheerenden Folgen für die gesamte Fauna und Flora: Viele Laichplätze des Roten Thunfischs befinden sich im Golf von Mexiko. Die Ölkatastrophe fällt in die Laichzeit, was den Roten Thunfisch auszurotten droht. Das Ökosystem wird sich grossflächig jahrzehntelang nicht erholen können. US-Präsident Barack Obama steht stark in der Kritik. Was erwarten Sie von ihm? Obama ist nicht alleine schuld. Seine Vor­ gänger haben das Desaster ebenfalls zu verantworten, allen voran George W. Bush. Wenn nun Ölbohrungen für ein paar Monate eingeschränkt und die Technologien etwas verbessert werden, hilft das der Umwelt überhaupt nicht. Was fordern Sie denn? Den radikalen Systemwechsel. Wir müssen uns vom Erdöl verabschieden und auf saubere Energien setzen, Elektroautos fahren statt Benzin verbrennen. Das ist eine Illusion. Die Welt ist vom Erdöl abhängig. Nein, es ist eine Frage des Profits. Wer viel Geld mit dem Erdöl verdient, will nicht darauf verzichten. Aber die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko lässt auch hoffen. Wie bitte? Ich hoffe, dass uns dieses Drama die Augen öffnet. Dass wir nun bereit sind, auf die Alternativen zum Erdöl zu setzen. Und dass wir endlich den Weltkrieg gegen die Umwelt beenden. Interview StEFAN rEGEz schweizer illustrierte

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AngelA MArtini, ronjA furrer, jennifer Ann gerber

Schwitzen inklusive

u Oh, Boy! Es sollte eine Gebrauchsanweisung geben, wie Männer eine Mode-Show von Triumph schweissfrei überstehen. Der helvetische Global Player sorgte in diesem kühlen Mai im Warenhaus Jelmoli in Zürich mit den Schweizer Top-Models Angela Martini, 23 (sie ist das neue Gesicht des US-Labels Guess), ronja furrer, 18, und Ex-Miss jennifer Ann gerber, 28, (v. l.) für tropische Temperaturen. Die drei Girls verrieten backstage, was sie privat bei einem Date darunter tragen. Ronja: «SchwarzBordeaux! Und übrigens: Ich bin wirklich Single!» Jenny hingegen liebts abwechslungsreich. «Ich besitze so viele Dessous, dass ich meine Wahl von Lust und Laune abhängig mache. Aber seit einem Jahr trage ich schöne Wäsche nur für mich alleine.» Und Angela Martini? Die Baslerin mit den Glamour-Kurven bringt ihren Freund, einen New Yorker Banker, in sündigem Schwarz zum Schwitzen. Giuseppe Cerrato

brigitt MAAg & ernesto grAf

Ihre kühne Grachtenschau

Im Schuss Brigitt Maag und Ernesto Graf in Amsterdam.

u Immer schön dem Wasser nach kurven und bummeln sie durch die Stadt: brigitt Maag, 49, und ernesto graf, 60, von Karl’s kühne Gassenschau geniessen ihren Kurzaufenthalt in Amsterdam. «Diese Stadt mit all ihren Grachten und Cafés hat es mir extrem angetan», schwärmt Graf. Doch es gibt auch viel Arbeit: Denn zwei Tage nach der Uraufführung ihres Erfolgsprogramms «Silo 8» in der Romandie auf Französisch folgte vergangenes Wochenende dasselbe auf Holländisch – «Silo 8» wurde an eine hiesige Künstlertruppe verkauft. «Zum ersten Mal sehen wir unsere Show ohne eigenes Lampenfieber!», sagt Brigitt. Und mit einer Grachtenfahrt inklusive. sC

von rohr & MAurer

Es rockt das Bundeshaus u Einen sehr speziellen Ausflug machte Chris von rohr, 58, mit seiner Tochter jewel, 9: «Ich wollte ihr das Bundeshaus zeigen, schliesslich werden dort Entscheidungen getroffen, die auch zukünftige Generationen betreffen.» Der Erfolgsrocker wurde herzlich von ueli Maurer, 59, empfangen – er plauderte mit dem Bundesrat über Politik, Gott und die Welt. «Mich beeindruckte, wie Ueli Maurer mit meiner Tochter umging. Man merkt, dass er selbst sechs Kinder mit aufgezogen hat.» Als Abschiedsgeschenk gabs ein Armeesackmesser vom Bundesrat – und ein Ticket vom Rocker: Von Rohr hat Maurer ans Krokus-AC/DC-Konzert am Rockmusiker Chris von Rohr besuchte mit 8. Juni ins Stade de Suisse eingeladen. av seiner Tochter Jewel Bundesrat Ueli Maurer.

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Die heissesten Kurven Helvetiens (v. l.): Angela Martini, Ronja Furrer und Jennifer Ann Gerber zeigten an der «Triumph Inspiration Award»-Show die schweisstreibendsten Modelle von Triumph.


Leute wer liebt wen

Jesses reuige Tränen um Sandy u Schauspielstar

Sandra Bullock, 45, drückt nur noch einen: ihren vier Monate alten Adoptiv-Sohn Louis. Derweil macht ihr untreuer Noch-Gatte Jesse James, 41, auf heulendes elend: In seinem ersten tV-Interview brach der Fremdgänger in tränen aus: «Ich habe alles mit eigenen Händen weggeworfen.»

Fotos Thomas Buchwalder, Hervé Le Cunff, Dukas, Ti-Press, Handout

u Vor zwei Wochen zivil, darauf dann kirchlich: Schiedsrichter Massimo Busacca, 41, hat seine Stefania in Moghegno tI geheiratet. Per Helikopter gings flugs ins Maggiatal zur trauung, gefeiert wurde anschliessend im «Giardino» in Ascona: «es war traumhaft.» Nun flittern die beiden auf Sardinien, wo sich der Schiri auch auf die WM vorbereitet: «Der Final ist mein Ziel!» u Ihr Glück ist unbeschreiblich gross und klein zugleich: 3100 Gramm schwer und 49 Zentimeter lang. Racha Fajjari, 25, brachte am Pfingstmontag den kleinen Maximilian zur Welt. Das Model hat im Beisein ihres Mannes, Tom Novy, 40, den kleinen Wonneproppen natürlich geboren. «er war so geschafft, dass er bereits seine erste Nacht ganz durchschlief!»

Mo–Fr, 18.40 uhr So, 18.50 uhr STaRS iN dieSeR Woche u Francine Jordi u Marc Forster u Melanie Winiger u Martina Hingis u Beni thurnheer u Beat Breu schweizer illustrierte

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Leute

Endlich hat Bruno Risi Zeit für Frau Sandra und seine Kinder Corsin, 8, Gian-Nico, 4, und Shellyann, 5. BRuno RIsI

Vom Rad aufs Brett

Fotos Bruno Voser, Ex-Press, tilllate.com

u Im

Februar hat Bruno Risi, 41, das Rennvelo an den Nagel gehängt. Und seither die Zeit mit der Familie daheim in Bürglen UR genossen. Doch bald ist Schluss mit Müssiggang. Der SixdaysKönig (61 Siege) hat einen neuen Job. Und bleibt dem Tempo treu. Aber nicht auf zwei Rädern, sondern auf zwei Brettern: Für die Skimarke Völkl wird der passionierte Harley-Fahrer Reprä-

sentant und Werbebotschafter. «Ein Bauchentscheid. Und die Aussicht, etwas mehr Zeit für die Familie zu haben.» Nach 19 Profi-Jahren und sechs Monaten Verschnaufpause gehts am 1. September los. Zuvor holt Risi nochmals Schwung – auf vier Rädern. «Wir erfüllen uns einen Familientraum und reisen mit dem Wohnmobil den ganzen Juli durch Kanada.» Iso NIedermaNN

Rose

kaktus

DJ BoBo Popstar u Alle fünf Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Kind an Hunger. einer, der gegen diese tragödie kämpft, ist DJ Bobo. Der gebürtige Aargauer ist Botschafter des uN-WelternährungsProgramms. Nun ruft der weltbekannte Popstar Schulklassen dazu auf, sich am Wettbewerb zum Kampf gegen den Hunger zu beteiligen. Mit jeder richtigen Antwort beim Online-Quiz kommen einem Notleidenden zehn Reiskörner zugute, als Preise winken tickets für ein DJ-Bobo-Konzert. tolle Idee, vorbildliches engagement! Auch wir spenden: unsere Rose. Infos: www.freerice.com

stRess Rapper u Da wundern wir uns schon ein wenig. «Betrunken zu sein, bereitet mir grossen Spass. Ohne Alkohol kein Spass – so bin ich aufgewachsen.» Das sagte Andres Andrekson, bekannt unter seinem Künstlernamen Stress, vergangene Woche in einem Interview. Gerade er, der StarRapper, der stets ökologisches Bewusstsein fordert und sich als Vorbild gibt. Solche Botschaften aber sind völlig deplatziert. Cher Monsieur Stress: Sie können so viel trinken, wie Sie wollen – doch posaunen Sie das nicht öffentlich herum! und übrigens: Auch aus einem Kaktus lässt sich Schnaps herstellen.


Der Stolz unserer Nati-Stars Von links: Valériane Grichting, Frau von Stéphane, Manuela Markworth, Verlobte von Stephan Lichtsteiner, Tanja Micic, Freundin von Hakan Yakin, und Elena Bonzanni, die Zukünftige von Valon Behrami. Das Quartett posiert in Outfits, die aus dem Schweizer Nati-Trikot geschneidert wurden.

Ihr Herz schlägt für ihre Männer. Kurz vor der Fussball-WM posieren die Frauen unserer natispieler für exklusive Bilder. Und gewähren Einblick in ihr Leben an der Seite der Stars.

Traum in R


TiTel

ot-Weiss

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Valériane, 32, und Stéphane Grichting, 31, AJ Auxerre (F).

«Stéphane steht immer um 7 Uhr auf und bringt die Kinder zur Schule»

Fotos Toto Marti / Blicksport / RDB (2)

u beruf Studierte Politik­

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wissenschaften in lausanne, seit 6 Jahren Vollzeit­Mama u liebe lernte Stéphane mit 19 durch einen gemeinsamen Freund aus der Fussballschule des FC Sion kennen u kinder Tochter Zora, 6, Sohn ilan, 4 u in zehn jahren «... haben wir drei Kinder und werden wieder im Wallis leben. Stéphane arbeitet, aber nicht als Trainer – das musste er bei der Hochzeit versprechen» Kleid von Zuhair Murad

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Manuela Markworth, 31, Stephan Lichtsteiner, 26, Lazio Rom.

«Eifersucht? Nie! Ich vertraue Stephan voll und spüre seine Liebe» u beruf Betriebsökonomin FH,

Group-Fitness-Instruktorin u liebe Seit 2005 mit Stephan

liiert. Hochzeit nach der WM! u sein tick «Stephan ist eine

richtige Kaffeetante. Einen Tag vor dem Spiel trinkt er immer aus der gleichen Tasse» u in zehn jahren «... spielt Stephan hoffentlich noch Fussball, vielleicht wieder in der Schweiz. Wir haben Kinder, einen Hund und zwei Katzen. Ich engagiere mich sozial» Cocktailkleid Zuhair Murad

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Tanja Micic, 28, mit ihrem Freund Hakan Yakin, 33, FC Luzern.

«Wenn ich Hakan in Interviews am TV sehe, kribbelts im Bauch» u beruf Bankangestellte und

Model. Aktuell Vollzeit-Mama u liebe Kurz vor der eM 2008

trafen sie sich in Zürich im Ausgang. «es war liebe auf den ersten Blick. Von beiden Seiten» u kinder Sohn Diego, 4 Monate u glücksbringer «ich gebe Hakan Diegos Teddybär mit, der in seinem Bettchen liegt» u in zehn jahren «... werden wir vielleicht im Ausland leben. Aber das ist noch weit weg» Kleid privat


u beruf Studierte Public Relations und Literatur. War

Model und TV-Moderatorin. Jetzt Vollzeit-Mama uliebe Bei einem Abendessen mit gemeinsamen Freunden vor dreieinhalb Jahren in Mailand funkte es ukinder Tochter Sofia, 15 Monate u fussballer «Der Schönste – Valon natürlich! Der Beste war Roberto Baggio» u in zehn jahren «... hat Sofia Geschwister. Wir leben in Lugano, und ich habe einen Job im Immobiliengeschäft. Valon arbeitet auch – er kann nicht daheim rumhängen»

Elena Bonzanni, 27, Valon Behrami, 25, West Ham (GB). Badekleid und Schmuck erhältlich bei Manor

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Fotos Hamish Brown für GOAL, Bruno Voser / RDB

«Valons ausdrucksvolle Augen hauen mich um. Und er überrascht mich immer wieder mit Blumen»

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Text ilona scherer Fotos fabienne bühler

S

ie essen in edlen Restaurants. Haben eine Nanny für ihre Kinder. Shoppen in den teuersten Boutiquen – mit den Kreditkarten ihrer Männer. Spielerfrauen haben ein tolles, aufregendes Leben. Denken viele. Die Realität sieht man im Gesicht von Elena Bonzanni. «Hier, meine Augenringe – ich habe eine strenge Nacht hinter mir. Unsere kleine Sofia zahnt. Gleich vier Zähne auf einmal kommen raus», erzählt die Verlobte von Mittelfeldspieler Valon Behrami, als sie zum Fototermin mit der Schweizer Illustrierten erscheint. Wenn ihre kleine Prinzessin nachts mit Schmerzen aufwacht, ist da keine Nanny, die ans Bettchen eilt und die Kleine tröstet. «Wir haben kein Kindermädchen, auch in London nicht», erzählt Elena. «Uns ist wichtig, dass wir als Eltern voll für Sofia da sein können.» in ihrem früheren leben war Elena ein Show-Sternchen. Sie modelte und moderierte neben dem Studium Fernsehsendungen. Seit Sofias Geburt vor 15 Monaten ist sie Vollblut-Mama. «Der härteste Job, den es gibt. Aber auch der, bei dem man am meisten Anerkennung zurückbekommt», sagt die brünette Schönheit. Bis Sofia zur Schule kommt, will sie nur für sie da sein. Und für ihren Valon, dem sie den Rücken freihält. Auch wenn Elena ihr «altes Leben» nicht vermisst: Einfach ist das längst nicht immer. Man hat manchmal keine Zeit, an einem Ort Wurzeln zu schlagen, weils gleich zum nächsten Klub geht. «Man ist weit weg von der Familie und der Heimat», sagt Valériane Grichting, deren Gatte Stéphane für die AJ Auxerre verteidigt. «Und man muss ständig Angst haben, dass er sich verletzt», ergänzt Manuela Markworth, die Verlobte von Lazio-Rom-Profi Stephan Lichtsteiner. «Aber alles ist leichter zu ertragen, wenn man täglich spürt, dass der Partner seine Leidenschaft für den Fussball ausleben kann», beteuert Elena. Das runde leder bestimmt das Leben der Spielerfrauen. Glamourös ist ihr Alltag aber nur selten. «Bei uns läuft manchmal den ganzen Tag die Waschmaschine», verrät die zweifache Mutter Valériane Grichting. Ihr Mann sei abergläubisch und will oft immer das gleiche Unterhemd anziehen, wenn es einmal Glück gebracht hat. «Wenn es dann noch im Wäschekorb liegt, muss ich sofort die Maschine anschmeissen.»

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Mal ganz glamourös Tanja Micic (Kleid privat), Manuela Markworth (in einem Kleid von J. Mendel), Elena Bonzanni und Valériane Grichting (beide in einem Kleid von Zuhair Murad).

«Das Image der Spielerfrauen entspricht nicht der Wirklichkeit. Wir führen ein ganz normales Leben» valériane grichting

Auch wenn die vier Spielerfrauen sich nicht extrem für Fussball interessieren: Die Offside-Regel kennen sie alle. (Die SI hats getestet.) Und natürlich drücken sie ihren Männern an der kommenden Fussball-WM in Südafrika die Daumen. Keine von ihnen reist jedoch mit nach Süden. «Zu kompliziert mit Kindern», sind sich die drei Mütter einig. Aber auch Manuela, die ihren Stephan noch diesen Sommer heiraten wird, bleibt in der Schweiz. Sie hätten sowieso nicht viel von den Partnern in dieser Zeit. Zu sehr sind die Spieler


in den nächsten Wochen auf Fussball fokussiert. In Kontakt bleiben sie via Handy, SMS oder MMS und Skype: «Eine tolle Erfindung», schwärmt Valériane Grichting, die alle Zeitungsartikel über ihren Mann sammelt. Ob Victoria Beckham und Sylvie van der Vaart auch Zeitungsartikel in Sammelordner heften? Die international bekannten Spielerfrauen leben in einer anderen Welt, sind oft gar selber Stars in ihren Ländern. «Mit denen identifiziere ich mich aber nicht», sagt Tanja Micic, Hakan Yakins Freundin. Cheryl Cole, mit

dem jüngst als untreuem Gatte entlarvten englischen Nationalspieler Ashley, gefällt Tanja aber besonders. «Sie ist so unglaublich hübsch!» Und Manuela hat nicht zuletzt wegen Van der Vaart die TV-Sendung «Let’s dance» geschaut, wo die Holländerin mittanzte. Ob prominent oder nicht – eine starke Frau an seiner Seite braucht jeder Fussballer. Nicht jeder möchte hingegen, dass sie auch in der Öffentlichkeit steht. Über die deutsche Studentin Nina, die seit einiger Zeit mit Nati-Captain Alex Frei liiert ist, weiss man kaum etwas. Ein offizielles Foto von ihr gibt es (noch) nicht. Auch Stürmerkollege Blaise Nkufo (FC Twente) hält seine Adrienne, eine studierte Chemikerin aus Kamerun, von den Medien fern. Nun zieht die Familie mit den Töchtern Kaila, 4, und Keisha, 3, vom niederländischen Enschede nach Seattle in die USA um. Und entgeht damit auch dem medialen Interesse. Dann gibt es da noch Schweizer Nationalspieler, die Single sind. Weil sie für eine Freundin «einfach keine Zeit haben», wie Youngster Xherdan Shaqiri, 18, vom FC Basel unlängst der SI verriet. Dass der sympathische Mittelfeldspieler bald auch das Interesse der Groupies auf sich ziehen wird, davon darf man aber getrost ausgehen. «Ich habe auch schon Liebesbriefe von weiblichen Fans gelesen, ich finde das sogar süss», sagt Elena Bonzanni. Sie vertraut ihrem Valon blind. «Natürlich gefällt er vielen Frauen, aber es wäre nicht gut, wenn ich ihn mit Eifersucht einenge. Er macht seinen Job. Da lasse ich ihn in Ruhe.» Es bereitet ihr kein Problem, in der kurzen Zeit seiner Karriere ihre eigenen Bedürfnisse etwas zurückzustellen. Nach fast acht Stunden ist ihr Ausflug ins Rampenlicht dann auch wieder beendet. Elena packt ihr Köfferchen und eilt zurück in ihr Hotel zu Tochter Sofia. Als einzige Spielerfrau ist Elena zehn Tage lang in Crans. In der Nähe ihres Liebsten. Das muss wahre Liebe sein.  Noch mehr Bilder von Schweizer Spielerfrauen auf Seite 22.

Location: LeCrans Hotel & Spa, Crans VS Haare und Make-up: Jana Müller, Franziska Frommenwiler. Styling: Julia Grunz. Fussball-Outfits designed by Enna Sue. Abendmode von GROSS Couture, Bahnhofstrasse, Zürich.


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Starke Frauen! Die Fussballer stehen im Rampenlicht, aber ohne ihre Frauen wären sie nur halb so stark. Wen unsere Wm-stars lieben, wie ihre Kinder heissen – die intimen Bilder. Texte Iso NIedermaNN, IloNa scherer

u Diego benaglio, 26, frau naDin, 27 Seit bald zehn Jahren ist der Goalie des Vfl Wolfsburg mit seiner Jugendliebe Nadin zusammen. Beide stammen aus Spreitenbach AG. Nadin begleitete Diego nach Stuttgart, Madeira und schliesslich Wolfsburg, wo am 23. Oktober 2009 geheiratet wurde. Bald soll Nachwuchs kommen.

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u Marco Wölfli, 27, freunDin Manuela, 26 Manuela hat dem italienisch-schweizerischen Doppelbürger wichtige Grundlagen für die lange WM-Reise mitgegeben. Sie hat dem YB-Goalie kürzlich das Jassen beigebracht.


u gökhan inler, 25, freundin

raquel, 30 Der Mittelfeldmotor lernte die Kleinkindererzieherin 2005 im Ausgang kennen. Mit den Yorkshire­Terriern Keyah und Eesha leben sie in der Nähe von Udine (I). u ludovic magnin, 31,

freundin carlotta, 24 Der Mittelfeldakteur von Sampdoria Genua gibt auch in der Liebe Vollgas. Im September 2008 traf er Carlotta, zwei Monate später war die Dental­ hygienikerin schwanger. Sohn Gabriel ist 10 Monate alt. Die Hochzeit ist geplant.

u albert bunjaku, 26,

frau arijeta, 27 Der Stürmer von Nürnberg und die Krankenschwester verliebten sich auf der Schulbank in Fahrweid ZH – vor zwölf Jahren! Söhnchen Dion, 2, krönt ihr Glück.

u steve von bergen, 26, freundin

u beni huggel, 32, frau yvonne, 34

u johnny leoni, 25, frau sandra

haira, 23 Der Hertha­Verteidiger kennt seine Haira seit der Jugend in Neuenburg. In Berlin wohnen sie mit Hund Cooky an der Hertha­Strasse. Aber nicht mehr lange.

«Die Frau meines Lebens»: FCB­Urgestein Huggel geht mit seiner Yvonne durch dick und dünn. Die Kinder Silas, 5, und Ladina, 3, sind das grösste Glück des Player of the Year.

Mit seinem Jugendschatz ist der FCZ­ Goalie seit einem Jahr verheiratet. Sandra ist Portugiesin. Auch deshalb liebäugelt Johnny mit einem Transfer nach Spanien. schweizer illustrierte

Fotos Bruno Voser / RDB (4), Photo Wende, tilllate.com, Handout (3)

u marco padalino, 26,

frau chantale, 29 Die St. Galler Rheintalerin und der Verteidiger des FC Zürich lernten sich vor sechs Jahren in einer Churer Disco kennen und haben drei Kinder: Nicos, 7, Thierry, 4, und Joy Léonie, 4 Monate.

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w Intervoiceh e W r e d Magdalena mit Martulelor Bloch

Christoph Blochers Tochter? Ja. Aber die Frau ist auch ohne Papa ein Phänomen. Magdalena Martullo über ihren Erfolg und StrEitErEiEn mit ihrem Vater. Text SaScha BuchBindEr Foto Kurt rEichEnBach

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ie ist die jüngste Konzernchefin im Land. Sie ist hart und steht dazu. Ihr Führungsprinzip? Die Mitarbeiter sagen, sie sei «tough» – aber fair. Kein Zweifel: Magdalena Martullo ist das, was man ein Alphatier nennt. Frau Martullo, wie steuert man als Unternehmerin durch eine weltweite Krise? Das beginnt schon vor der Krise. Für uns gehört es zu den Hausaufgaben, die Konjunkturentwicklung genau zu verfolgen. Wir haben den Abschwung

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«Mein Vater mu schon früh kommen sehen. Deshalb haben wir rechtzeitig Massnahmen eingeleitet und die Krise ohne grössere Entlassungen durchgestanden. Bauchgefühl zählt nicht? Doch, doch! Die Zahlen, die man hat, stammen aus der Vergangenheit. Fürs Unternehmen zählt aber die Zukunft, die muss man selber abschätzen, und da kommt das Bauchgefühl zum Zug. Vor der Krise stiegen die Lebensmittelund Benzinkosten stark an. Daraus schlossen wir, dass die US-Konsumenten bald sparen würden. Richtig losgegangen ist die Krise prompt im US-Häusermarkt. Tragen Sie soziale Verantwortung? Selbstverständlich. Ein Unternehmer engagiert sich mit Kopf und Kragen. Es gibt keinen anderen Weg als den Erfolg. Der Erfolg des Unternehmens und die Sicherung der Arbeitsplätze sind die höchsten Ziele. Ein Unternehmer denkt nie: «Hauptsache, ich hab meinen Bonus, alles andere ist mir egal.»

Von Haus aus hätten Sie die Verantwortung nicht schultern müssen … … doch, ich trage die Verantwortung von Haus aus! Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Ihr Vater hat ein Vermögen gemacht … Das Vermögen ist das, was Sie hier draussen sehen: Ems-Chemie. Das ist das Vermögen. Man hätte die Firma verkaufen können. Stimmt, hätte man. Andere Milliardärskinder feiern jede Nacht in Clubs … … oder segeln. Wäre schön. Wärs schön? Klar. Aber ein Leben lang? Ich führte das Geschäft schon operativ, als mein Vater zum Bundesrat gewählt wurde. Wir erachteten es als die beste Lösung für das Unternehmen, dass ich übernehme. Es hätte ausländische Käufer gegeben. Die hätten aber Arbeitsplätze in der Schweiz abgebaut, das Unternehmen bei sich eingebunden. Schon als mein Vater 1983 Ems von der


Zukunft Die Chefin ist stolz auf ihre 138 Lehrlinge. 4 Millionen Franken lässt sie sich die Ausbildung jährlich kosten.

sste sich unterordnen» Gründerfamilie übernahm, tat er das, weil alle anderen Kaufinteressenten Arbeitsplätze abbauen wollten. Wir sind der grösste Arbeitgeber im Kanton Graubünden. Entlassungen wären dramatisch! Also führe ich Ems selber in die Zukunft. Sie hatten keine schlaflosen Nächte? Ich habe viele schlaflose Nächte. Man muss sich immer hinterfragen, den eingeschlagenen Weg dauernd über­ prüfen. Aber solange ich Erfolg habe und niemanden kenne, der es besser machen könnte, mache ich weiter. Die Führung muss bei der Person liegen, die es am besten kann. Die Aufgabe muss aber auch zur Lebensplanung passen. Lebensplanung? Ich plane nur fürs Unternehmen. Eine Lebensplanung für mich mache ich nicht. Ursprünglich wollte ich nie zu Ems. Dann nur für ein paar Lehrjahre, und inzwischen bin ich zehn Jahre hier und führe das Unter­ nehmen schon sieben Jahre allein.

Ausserdem kamen noch drei Kinder dazu. Ja, wie es halt so geht. Wie bekommen Sie die Doppelbelastung unter einen Hut? Das ist nicht nur eine Doppelbelastung, das ist auch eine doppelte Freude! Unternehmerisch und privat versuche ich, mich gut zu organisieren und trotzdem für Unerwartetes noch genug flexibel zu bleiben – meine Mitarbeiter, mein Mann und meine Familie helfen mir dabei. Wenn ein Kind Grippe hat und Sie nach Japan müssen – bringen Sie das Kleine zur Grossmutter? Wir haben seit Jahren eine Betreuerin, die selbst schon Grossmutter ist. Mit einer einfachen Grippe kommt sie sehr gut klar. Ausserdem könnte mein Mann einspringen. Aber wenns schlimmer wäre, würde ich die Reise absagen, dann würde ein Stellvertreter fliegen. «Der eigene Ruf hängt am Unternehmen», sagen Sie … In meinem Fall natürlich ganz be­

sonders. «Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gänzlich ungeniert», meint mein Vater hin und wieder. Ich habe von Kindesbeinen an schon viele Medien­ berichte über unsere Familie gesehen – Unwahrheiten, Verunglimpfungen –, da legt man sich eine dicke Haut zu. Wichtig ist mir der Ruf von Ems bei unseren Kunden. Wie prägend war Ihre Mutter Silvia? Wir waren vier Kinder, alle mussten anpacken. Sie legte immer Wert auf Selbstständigkeit, und wir durften uns auch mal langweilen, um so auf eigene gute Ideen zu kommen. Bei meiner eigenen Familie habe ich das eine oder andere übernommen. Das macht man wohl so, wenn man die eigene Kindheit gut in Erinnerung hat. Ihre Mutter musste zurückstecken. Überhaupt nicht! Im Haushalt musste sich mein Vater unterordnen und hat das auch akzeptiert. Ausserdem be­ gnügte sich meine Mutter nie nur mit der Rolle als Hausfrau. Sie war immer u schweizer illustrierte

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Magdalena Martullo-Blocher

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christoPh blochers älteste tochter

Mutter von drei Kindern

Mit Roberto Martullo, 48, hat Magdalena Martullo drei Kinder: Samira, 8, Matteo, 6, und Tamara, 3. Die beiden sind seit 2000 verheiratet. Ihr Mann ist Präsident der SVP in Meilen ZH.

Vier Kinder haben der SVP-Stratege Christoph und seine Frau Silvia Blocher. Magdalena Martullo ist ihre Älteste.

Persönlich u Geboren am 13. 8. 1969 in Männedorf ZH

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u karrIere Wirtschaftsstudium an der HSG

die jüngste Konzernchefin

2004 übernimmt sie die Ems mit 2000 Angestellten in 15 Ländern. Der Umsatz 2009 betrug 1,2 Milliarden Franken, der Gewinn 222 Millionen.

St. Gallen. Seit 2001 Geschäftsleitung der Ems-Chemie, seit 2004 Mehrheitsaktionärin u refereNtIN am Sef Am Freitag hält Martullo ein Referat am Swiss Economic Forum in Interlaken BE zum Thema «Aktuelle unternehmerische Herausforderungen»

Entdecken Sie, wie unser Held der Natur einen Schleimmonster-Angriff übersteht, neue Freunde gewinnt und Blatt für Blatt zur GeschmacksSensation heranwächst. Unter www.bio-suisse.ch/helden

Bio Knospe. Bringt den Geschmack zurück.

Fotos Hervé Le Cunff, Arsène Saheurs / RDB, Keystone

vielseitig interessiert und aktiv. So gab sie zum Beispiel Sonntagschule und betreibt heute noch ihren eigenen Literaturklub. Sitzt Ihnen Ihr Vater im Nacken? Das können die Journalisten nie glauben: Aber 2004 war ein klarer Schnitt bei Ems. Mein Vater hat sich ganz auf sein neues Amt konzentriert. Ich führe das Unternehmen seither allein. Worüber streiten Sie mit Ihrem Vater? Wir streiten kaum, diskutieren aber manchmal angeregt. Wenn wir uns sehen, stehen meistens die Grosskinder im Mittelpunkt. In den politischen Grundsätzen stimmen wir überein. Streit? Hatte ich mit ihm wohl zuletzt als Teenager. Was war der heftigste Streit, den Sie damals austrugen? Alte Geschichten aufwärmen? (Denkt nach.) Wir diskutierten jeweils über Familienmodelle. Das war ja noch eine andere Zeit. Später, als es darum ging, dass ich die Firma übernehme, da war ich bereits Mutter, wieder im sechsten Monat schwanger und schon bei Ems tätig. Mein Vater meinte nur: «Schwanger? Na und? Das schadet doch dem Kind nicht!» 

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«Ich glaube an die Liebe» Annemarie Stalder, 50, besucht Omars Grab in Egg ZH nur selten. Lieber schwelgt sie daheim in Erinnerungen.

«Nichts wird je Mit 16 zerschellte Omar an einem Strommast. Jetzt spricht seine Mutter AnnemArie StAlder erstmals darüber: «Wir brauchen die Raser-Initiative! Das Leid soll ein Ende haben.» 28

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Text StephAnie ringel Fotos nik hunger

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nnemarie Stalder rammt eine Vase in die trockene Erde, lässt 22 Pfingstrosen hineingleiten. 16 rote für Omars Lebensjahre, sechs weisse für die Jahre, seit er tot ist. Eine blutrote Rose stellt sie dazu, «für alle Mütter, die ein Kind verloren haben». Es ist der 25. Mai, der Junge könnte heute seinen 22. Geburtstag feiern. Heiss kämpft die Sonne gegen den Schatten der Buchen und Annemarie Stalder

gegen die Tränen. Auf Grab Nummer 758 leuchtet ein grosses weisses «O» aus Marmor, in der Mitte steht «Omar Stalder 88-04». «Nichts wird je wieder gut!», sagt sie. Manchmal beginnt ein Albtraum schon vor dem Einschlafen. So wie an jenem 15. Juni. Annemarie hatte sich zu ihrem jüngsten Sohn Amun, 13, ans Bett gesetzt, betete: «Lieber Gott, beschütze meine Kinder die ganze Nacht.» Die Uhr in der Küche tickte auf zehn vor zehn im kleinen Haus in Esslingen. Nour, 17, hatte sich ebenfalls hingelegt. Es fehlte nur


SchickSal

Foto Fabio Confessore / Mediadom

Ein Licht für Omar Jedes Jahr am Geburtstag zündet Annemarie Stalder für ihren Sohn ein Lebenslicht an. Er starb, erst 16-jährig, als Beifahrer im roten Alfa Romeo. Heute wäre er 22, er wollte Maler werden.

wieder gut» Omar, der 16-Jährige nimmt die Forchbahn um zehn. So war es abgemacht. «Fahr nicht so schnell … Scheisse!», mahnte Omar, der nicht im Zug sass, sondern auf dem Beifahrersitz eines roten Alfa Romeo. Am Steuer Arzen M., die Autoprüfung gerade bestanden, auf der Rückbank René S., vor ihnen die Rechtskurve zwischen Egg und Esslingen. Die Leere danach zwischen Leben und Tod beschreibt der Obduktionsbericht, Legalinspektion genannt, 0.20 bis 1.45 Uhr: «Männliche Leiche, angezogen mit Turnschuhen, schwarzen Jeans und

rotem Adidas-Pullover. Ca. 175 cm gross, ca. 60 kg, innerliches Verbluten durch massive Kontusion des Thoraxes und Bauchraumes», kurz: Milz, Lungen, Herz waren schwer verletzt. Todeszeit: 22 Uhr. Zeitungen berichten vom «Raserunfall von Esslingen»; zur Beerdigung kommen 500 Menschen. Man könnte eine Karte der Tränen erstellen, die schwarzen Kreuze würden das ganze Land überziehen. Die letzten Zahlen hat das Bundesamt für Strassen veröffentlicht. 2007 starben 384 Menschen, 5235 wurden schwer verletzt.

Roadcross, die Schweizer StrassenopferStiftung, kämpft seit Langem für härtere Massnahmen. Die Ende April 2010 von ihr lancierte Aktion «Schutz vor Rasern» will mit 100 000 Unterschriften im nächsten Herbst eine eidgenössische Volksinitiative einreichen. Schon jetzt sind 33 500 Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel: die Verfassung zu ändern und Raserei härter zu bestrafen (siehe Kasten). Laut dem Zürcher Staatsanwalt Jürg Boll wäre das «absolut sinnvoll». Auch Bundesrat Moritz Leuenberger hat ein Handlungsprogramm formu- u schweizer illustrierte

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Feine Salatsaucen, die im Handumdrehen gelingen.

«Fahr nicht so schnell!», noch. Das Problem ist: Di dass sie nicht hart bestra Die RaseR-initiative 2010 Die Stiftung Roadcross hat am 27. April 2010 die Initiative «Schutz vor Rasern» lanciert (www.raserinitiative.ch). Bis im Herbst 2011 müssen 100 000 Unterschriften gesammelt werden. Der Hintergrund: wöchentliche Raserunfälle. Laut Bundesamt für Strassen starben 2007 allein 384 Menschen, 5235 wurden schwer verletzt. Das Ziel: die Schweizer Bundesverfassung soll definieren, was ein «Raser» ist und welche Bestrafung ihn erwartet. Für die Initianten ist ein Raser, wer innerorts über 100 km/h fährt, ausserorts über 140 km/h, auf der Autobahn über 200 km/h. Als Mindeststrafmass soll ein Jahr Freiheitsentzug verankert werden. Bei Tod oder schwerer Körperverletzung anderer Menschen soll ein «höheres» Strafmass möglich sein. Der Führerausweis sollte für zwei Jahre entzogen werden, bei Wiederholungstätern für immer. Die Autos würden eingezogen, den Erlös erhielten Staat und Opfer. Knorr Salat Mix …

... mit Öl & Wasser mischen …

… umrühren und geniessen.


Schöne Erinnerung Omar nannte seine Mutter «Babuti». Aus den glücklichen Kindertagen sind der Mitinitiantin der Raser-Initiative ein Stofflöwe, Omars Mütze, seine Wasserpfeife geblieben.

liert. «Via Secura» will keine Verschärfung des Strafrahmens, sondern setzt auf Sensibilisierung, Aus- und Weiterbildung, bessere Strassen. «Nur noch gut ausgebildete und voll fahrfähige Menschen in sicheren Fahrzeugen auf Fehler verzeihenden Strassen» sind der Wunsch des Verkehrsministers. Gibt es eine Ausbildung gegen Übermut? Verhindern gute Strassen Testosteronschübe? «Nein. Die Fahrer wissen doch, dass sie nicht hart bestraft werden!», sagt Annemarie Stalder und schliesst die Tür zu ihrer Drei-ZimmerWohnung auf. Nach dem Unfall zog sie mit Amun und Nour nach Zürich, Tochter Anita wohnte bereits in Küsnacht. Im Wohnzimmer ein Holzregal mit Lebenslicht und Foto von Omar. Dunkelblond, blauäugig, Schweizer, ägyptischer Name, weil er der Mutter so gefiel. Im Schlaf-

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mahnte Omar e Raser wissen, ft werden zimmer ein kleiner Gartentisch mit Computer, beschriebene Blätter, ein roter Vorhang färbt das Licht rosa. Stalder hat ihre Familiengeschichte und den «Horrorunfall» aufgeschrieben. 450 Seiten über die Minuten, Stunden, Tage danach: «Im Schreiben kann ich mich vergessen. Nur deshalb überlebte ich.» Jetzt, wo ihr Manuskript wohl Anfang 2011 veröffentlicht wird, blüht sie auf: «Ich will anderen Eltern Hoffnung machen – das Leben muss ja weitergehen.» An jenem tödlichen Abend im Juni 2004 trafen sich gegen 20 Uhr die Jugendlichen auf dem Dorfplatz in Egg. Arzen, 18, aus Serbien-Montenegro, kam im roten Alfa. Rocco T., Italiener, im silbernen BMW. Man hörte Musik, rauchte Cannabis. Einer der Jungs brauchte Geld, man will nach Mönchaltorf zur

Bank. Omar hatte den letzten Zug verpasst, wollte das Stück bis nach Hause mitfahren und stieg zu Arzen in den Alfa. René zwängte sich auf den Rücksitz und überlebte, was kurz danach passierte. Rocco, damals 20, noch zwei Freunde mit im Auto, fuhr als Erster los. Im Urteil des Bezirksgerichts Uster, Nr. DG040044/U02/ul/sz, steht, Rocco habe «von Anfang an einen aggressiven Fahrstil an den Tag gelegt». Beide Wagen überholten sich abwechselnd mit «höherer Geschwindigkeit», und Omar rief: «Fahr doch nicht so schnell …» Auf der Forchstrasse geriet der Alfa auf das Trassee der Forchbahn, knallte gegen Strommast Nr. 327. Omar starb sofort, Arzen eine Woche später. Danach flog auch das Leben der Mutter aus der Bahn. Als Arztsekretärin kann sie nicht mehr arbeiten. Jedes Tatütata der Ambulanz holt die inneren Bilder der Todesnacht hoch. Bald raucht sie Kette. Sorgt irgendwie für die Familie – ihr Ex-Mann zahlt die Alimente nicht – und wird doch zum Sozialfall. Erkrankt an Bewusstseinsstörung. Als die II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich Rocco zwei Jahre später vom Vorwurf der mehrfachen fahrlässigen Tötung freispricht und Stalder 450 Franken Entschädigung an ihn zahlen muss, «Blutgeld», wie sie sagt, bricht sie zusammen: Rasiert sich eine Glatze, nimmt bis zu 14 Tabletten am Tag, geht tageweise in die Psychiatrie. Sie sieht ihren Sohn Nour an, der immer mit Omar war, und denkt: «Er fehlt an seiner Seite.» Sie versucht, stolz auf Amun zu sein, der Schweizer Meister in Wushu wird, einer chinesischen Kampfsportart. Oder auf Anita zu hören, die mittlerweile Germanistik studiert: «Mami, wir gehen den Weg weiter gemeinsam, einfach auf andere Art.» Heute, sechs Jahre später, geht es ihr wieder gut. Fast. Dank einer Trauma-Spezialistin, einer Ergotherapeutin, Freunden, der Familie. Ihr Kampfgeist und ihr Vertrauen in eine höhere Macht helfen: «Ich glaube an die Liebe und daran, dass sie alles überwindet. Auch den Tod.» 


Nachdenklich Jan Bühlmann im Bergdorf Ruschein GR, wo seine Mutter wohnt. Hier kann er abschalten und Kraft tanken.

Selbstbewusst und charmant. So kennen wir jan bühlmann. Jetzt überrascht der Sonnyboy mit intimen Geständnissen. Der Mister Schweiz über seine Tränen, seine grosse Liebe – und das Leiden, das er bisher verschwiegen hat.

«In meinen Ohren pfeift es ständig»


mister schweiz

Text sandra casalini Fotos thomas buchwalder

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ienstag, zehn Uhr. Jan Bühlmann, 22, ist gerade aufgestanden. Nach zweieinhalb Wochen als Mister Schweiz lag endlich mal Ausschlafen drin. Seine neue Aufgabe erledigt Jan souverän, locker, immer gut gelaunt. Heute Morgen aber zeigt er sich von seiner nachdenklichen Seite. Und spricht erstmals über seine Gefühle, Ängste und Sehnsüchte.

Herr Bühlmann, Sie waren vor einiger Zeit bei einer Psychologin. Warum? Das ist eine längere Geschichte. Ich habe seit eineinhalb Jahren einen Tinnitus, ein ständiges Summen und Pfeifen in beiden Ohren. Da dieses Leiden unheilbar ist, verwies mich mein Arzt an eine Psychologin, die mir half, damit umzugehen. Anfangs hatte ich grosse Mühe mit meinem «Schicksal», zumal das Pfeifen zu Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen führte. Ich wurde deshalb in einem psychologischen Gutachten auch für nicht militärtauglich erklärt. Wissen Sie, wie es zu dem Tinnitus kam? Ich war oft in einem Club, in dem ein Freund von mir als DJ auflegte, und stand immer sehr nahe bei den Boxen. Eines Abends verliess ich den Club und hörte fast nichts mehr. Am nächsten Morgen war das Pfeifen da. Beeinträchtigt es Sie in Ihrem Alltag? Heute nicht mehr. Es hat sich sehr abgeschwächt, und ich habe mich daran gewöhnt. In Clubs oder bei Konzerten schütze ich mich jetzt immer mit Ohrstöpseln. Ich appelliere an alle jungen Leute, das auch zu tun. Hohe Lautstärken sind wirklich schädlich, und ein Tinnitus kann jeden erwischen. Fürchten Sie sich davor, er könnte bei Ihnen wieder stärker werden? Ja, das tue ich, aber ich habe diesen Gedanken nicht ständig im Hinterkopf. Viel grösser ist die Angst, dass jemandem aus meinem Freundeskreis oder u schweizer illustrierte

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mister schweiz

«Anfangs litt und weinte ich, wenn meine Eltern sich gestritten haben» jan bühlmann meiner Familie etwas zustossen könnte. Ihre Eltern trennten sich vergangenen Sommer. Was ging da in Ihnen vor? Mit 21 war ich in einem Alter, in dem man versteht, dass jeder Elternteil das Recht darauf hat, ein eigenes Leben zu führen. Den Entscheid, dass meine Mutter auszieht und ihren Traum vom Landleben verwirk­ licht, trafen wir alle gemeinsam – nach langem Hin und Her und vielen sehr ehrlichen Gesprä­ chen. Wann merkten Sie erstmals, dass Ihre Eltern nicht mehr glücklich miteinander sind? Das ist schon länger her, und es war recht hart für mich. Ich habe anfangs gelitten und öfter geweint, wenn sie sich gestrit­ ten hatten. Als Kind möchte man immer, dass seine Eltern zusammenbleiben, egal, wie alt man ist. Heute verstehen sich

meine Eltern gut, und wir sind trotz der räumlichen Trennung eine Familie geblieben. Darauf bin ich stolz. Meine Familie ist meine grösste Stütze. Sind Sie deshalb so selbstbewusst? Zum Teil sicherlich. Mir ist ein­ fach nicht so wichtig, was die Leute von mir denken. Das kommt vielleicht manchmal etwas arrogant rüber, aber das bin ich eigentlich gar nicht. Gibt es denn Situationen, in denen Sie unsicher sind? Natürlich, doch ich kann sie glücklicherweise meist über­ spielen. Vergangene Woche, als in meiner Heimatgemeinde Buchrain ein Empfang für mich gegeben wurde, hatte ich mir zum Beispiel etwas zurecht­ gelegt, was ich sagen wollte. Da der Gemeindepräsident in seiner Rede schon alles zum Besten gab, was ich vorbereitet hatte, kam ich bei meinem Auf­


NEW: LIFESTOCKINGS

Die Mister-Familie Jan mit seinen Eltern Astrid (vorn) und Daniel (r.) und den Geschwistern Sereina, Ari und Norina (v. l.) zu Hause in Buchrain LU. Der «Clan» hält trotz Trennung fest zusammen und trifft sich regelmässig.

tritt kurz ins Stocken. Ich sagte dann einfach, ich wüsste nicht, was ich dem noch anfügen könnte – und die Situation war gerettet. Welches war Ihre schmerzlichste Erfahrung? Das war wohl, als ich von einem guten Freund hintergangen wurde. Er missbrauchte mein Vertrauen. Ich wurde noch nie im Leben so enttäuscht. Worum ging es denn? Um eine Frau – mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich habe dem Betreffenden mittlerweile zwar verziehen, aber vergessen kann ich das nicht. Ich brauche diese Person nicht mehr in mei­ nem Freundeskreis. Ihre Ex-Freundin hingegen schon. Es wird gar spekuliert, Sie seien immer noch ein Paar. Das ist nicht so. Hanne und ich führten drei Jahre lang eine Fernbeziehung. Sie lebt in Nor­ wegen. Wir haben viel zusam­ men erlebt, die halbe Welt be­ reist, das verbindet uns. Warum haben Sie sich vor acht Monaten getrennt? Weil wir merkten, dass unsere Lebenspläne sich nicht verein­ baren lassen und wir so keine gemeinsame Zukunft haben –

nicht, weil wir uns nicht mehr liebten. Wir stehen in regel­ mässigem Kontakt und sehen einander auch ab und zu. Dass Hanne an der Mister­Schweiz­ Wahl dabei war, war schon lan­ ge abgemacht. Freute sie sich über Ihren Sieg? Ja. Wären wir noch zusammen, wäre es jetzt wohl eher schwie­ rig für sie, zu wissen, dass ihr Freund als Mister Schweiz um­ schwärmt wird, während sie Tausende von Kilometern ent­ fernt auf ihn wartet. Gibt es denn eine Chance, dass aus Ihnen wieder ein Paar wird? Sag niemals nie. Aber es gab einen Grund für unsere Tren­ nung, und der wird sich wohl in absehbarer Zeit nicht ändern. Sie sehen Ihre Zukunft also noch immer in England oder den USA? Ich sehe meine Zukunft vor allem als Schauspieler, und da würde ich den englischspra­ chigen Raum bevorzugen. Ich hoffe, während meines Mister­ Jahres Erfahrungen zu sammeln, die mich auf diese Herausfor­ derung vorbereiten. Ich freue mich sehr darauf, meinen Weg zu gehen, und werde alles dar­ ansetzen, meinen grossen Traum wahr werden zu lassen. 

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TraumhochzeiT

Foto Dan Hansson / Scanpix / Keystone

Am 19. Juni feiern sie die royale Hochzeit des Jahres: victoria von schweden & daniel westling. Die grosse Liebe der Kronprinzessin zum bürgerlichen Fitness-Unternehmer – eine Geschichte wie im Märchen.

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Der lange W schweizer illustrierte


Sterne des Nordens Kurz vor ihrer Heirat posieren Kronprinzessin Victoria von Schweden und Fitness-Unternehmer Daniel Westling im KĂśnigspalast in Stockholm. Ihre Liebe begann vor acht Jahren zwischen Laufband und Hanteln.

eg ins GlĂźck schweizer illustrierte

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TraumhochzeiT

Text AndreAs c. englert

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angsam sei ihre Liebe gewachsen, sagt Kronprinzessin Victoria, 32, am Tag ihrer Verlobung im schwedischen Fernsehen. Sieben Jahre sind Schwedens künftige Königin und der Fitness-Unternehmer Daniel Westling, 36, ein Paar, bis sie im Februar 2009 endlich als Verlobte grüssen. Am 19. Juni geben sie sich nun das Jawort. Doch schon in den vergangenen Monaten hat Victoria ihr Glück genossen, für das sie so lange hart arbeiten und kämpfen musste. die goldmarie, die Prinzessin im glück – das war sie nicht immer. Ihr Status wechselte mehrfach, als sie noch ein Baby war: Als ältestes Kind von König Carl Gustaf, 63, und der aus Deutschland stammenden Königin Silvia, 66, ist sie zunächst Thronfolgerin – dann für sieben Monate wieder nicht. Erst als das Parlament danach das Erbfolgerecht ändert, wird Victoria, damals zweieinhalb Jahre alt, endgültig Kronprinzessin. Die Sympathien der meisten Schweden sind dem natürlichen, meist gut gelaunten und manchmal etwas nachdenklich wirkenden Mädchen sicher – doch um vieles anderes muss Victoria kämpfen. Hart kämpfen. In der Schule quält sie – wie schon ihren Vater – eine Lese- und Rechtschreibschwäche. Und mit 21 Jahren wird bekannt: Victoria leidet an Magersucht. Eine Krankheit, die viele junge Frauen heimsucht und die nicht leicht zu heilen ist. Victoria und ihre Familie entscheiden sich, einen Studienaufenthalt an der Yale-Universität in den USA für eine Therapie zu nutzen. Fernab von Hof und Hofstaat schafft Victoria ihren ersten grossen persönlichen Triumph. Als sie nach zwei Jahren nach Schweden zurückkehrt, ist sie geheilt. Und: Sie verschleiert Leseschwäche und Krankheit nicht. Spricht sogar offen in Interviews darüber. Als die Beziehung von Victoria zu Daniel Westling vor acht Jahren beginnt, nimmt sie eine neue grosse Herausforderung an: Daniel, damals Fitnesstrainer, ist selbst im sozialdemokratisch geprägten Schweden eigentlich kein Mann für eine Prinzessin. Ein junger Mann aus dem Provinzstädtchen Ockelbo (6500 Einwohner), 200 Kilometer von der Hauptstadt Stockholm entfernt. Sein Vater ist Kommunalbeamter, seine Mutter bei der Post tätig. Das Elternhaus weder ein Schloss noch eine u

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Königliche Eheschliessung

Heirat mit tradition Schon Victorias Eltern, König Carl Gustaf und Königin Silvia, schlossen an einem 19. Juni den Bund fürs Leben. 34 Jahre später findet nun die Hochzeit statt, der die ganze Welt entgegenfiebert.

die VerloBung u «Ja, ja, ja!», soll Kronprinzessin Victoria gesagt haben, als Daniel Westling an einem sehr sonnigen Tag im verschneiten Schlosspark von Drottningholm vor seiner geliebten Victoria in die Knie ging und ihr seinen Heiratsantrag machte: «Ich war sehr nervös, dass sie Nein sagen könnte.» Eine unbegründete Sorge für den bürgerlichen Daniel. «Ich habe die Liebe der Kronprinzessin und die Unterstützung des Königs gewonnen.» Victoria trägt nun stolz ihren Verlobungsring, der vom Hofjuwelier W. A. Bolin in Stockholm gefertigt worden sein soll. Der klassische Solitär trägt einen Brillanten in der sogenannten TiffanyFassung. Über den Preis wird nur spekuliert. Er dürfte bei mehreren 10 000 oder gar über 150 000 Schweizer Franken liegen. Denn beim königlichen Diamanten handelt es sich mit Sicherheit um einen Zwei-, vielleicht gar um einen Dreikaräter.

royAle BriefmArke u Mit Victoria und Daniel geht die Post ab! Auf königsblauem Hintergrund lächeln uns die Thronfolgerin und ihr Bräutigam entgegen. Der Sonderblock erschien am 13. Mai 2010.


Der Ort fürs JawOrt u Typisch skandinavisch, also am Nachmittag um 15.30 Uhr läuten die Hochzeitsglocken der St.-Nikolai-Kirche in der Altstadt von Stockholm. Hier werden sich Victoria und Daniel das Jawort geben. Die Renovation der Kirche soll über zwei Millionen Schweizer Franken gekostet haben.

Eng befreundet Am 70. Geburtstag der Königin Margrethe von Dänemark trafen sich die Royals des Nordens: (v. l.) Prinzessin Máxima & Prinz Willem-Alexander, Kronprinzessin Mette-Marit & Kronprinz Haakon, Kronprinzessin Victoria & Daniel Westling, Kronprinzessin Mary & Kronprinz Frederik. Die traumhOchzeit unD ihre gästeschar u Für das Hochzeitsfest am 19. Juni hat Königin Silvia höchstpersönlich die Rolle der Hochzeitsplanerin übernommen. Geladen sind 1200 Gäste – darunter die nordischen Königshäuser, schwedische und europäische Regierungsvertreter, Familie, Freunde und Vertreter verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen. Das Hochzeitslied von Victoria und Daniel soll ein eigens komponierter Abba-Song sein – aus der Feder von Benny Andersson persönlich.

stanDesgemässe bleibe u Die schwedische Kronprinzessin und ihr Ehemann werden künftig im Schloss Haga am Stadtrand von Stockholm wohnen. Die weisse Villa wurde von 1802 bis 1905 von Carl Christoffer Gjörwell erbaut. Die Wohnfläche misst 1550 Quadratmeter. Die 25 Zimmer sollen mit Antiquitäten und Designermöbeln eingerichtet werden. Besondere Bedeutung hat das Haus für die königliche Familie dadurch, dass Victorias Vater Carl Gustaf hier geboren wurde.

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Fotos Keystone (2), Dukas (2), colourpress.com, danapress

Endlich ist es so weit! Sieben Jahre dauerte es, bis Carl Gustaf von Schweden (l.) seiner ältesten Tochter Victoria erlaubte, den bürgerlichen Daniel Westling zu heiraten. Im Februar 2009 geben sie gemeinsam mit Königin Silvia (r.) die Verlobung bekannt.

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TraumhochzeiT u Villa, sondern ein typisches schwedisch-rotes Holzhäuschen mit der prosaischen Adresse Smallvägen 12. Daniel war ein durchschnittlicher Schüler, der nur im Sport herausragende Leistungen brachte. Er schaffte die Aufnahmeprüfung für die Universität nicht, leistete den Militärdienst und qualifizierte sich auf der Gymnastikund Sportvolkshochschule Lillsveds für seinen späteren Job in Stockholm. Ein anständiger Kerl zwar, keine Frage. Aber für eine Prinzessin doch wohl nicht mehr als eine Schwärmerei? Die Prinzessin und ihre Familie ignorieren alle Gerüchte und Fragen. Daniel hält sich im Hintergrund. Konsequent. Sieben Jahre lang, bis zur Verlobung, fällt er durch keine Peinlichkeit auf. Kein Journalist kann dem jungen Mann eine Silbe zu seiner Beziehung entlocken. Das gilt auch für seine Familie und seine Freunde: Niemand plaudert, was sehr für Daniel spricht. Er selbst arbeitet hart – an sich und seiner Karriere. In der Stockholmer City baut er ein Unternehmen mit drei eigenen Fitnessklubs auf. Victoria trainiert dort – heimlich. Der Verlockung, mit seiner promi-

nentesten Kundin zu werben, widersteht Daniel konsequent. An der Eröffnungsfeier drängen sich die Fotografen und – sie bekommen tatsächlich einen prominenten Gast präsentiert: Fussballstar Freddie Ljungberg, 33. Victoria erscheint nicht. Der Verzicht auf die schnelle PR ist der richtige Weg in eine royale Zukunft. Mit wachsender Berufskarriere ändert sich auch Daniels Erscheinungsbild: Statt Baseballcaps und Holzfällerhemden trägt er bald korrekte Anzüge und eine dunkle Brille – die Beratung einer PR-Agentur und diskrete interne Schulungen bei Hof sollen ihm geholfen haben. Trotz penibler Recherchen: Mehr als einen belanglosen Fehler in seiner Steuererklärung 2005 lässt sich als Makel nicht finden. So unterschiedlich die Eltern­ häuser sind, so sehr gleichen sich die Lebenswege von Victoria und Daniel: Beide müssen «chrampfen», hart an sich arbeiten, Geduld zeigen, Ruhe bewahren, um ihre Ziele zu erreichen. Lange sitzt Daniel in der zweiten Reihe, benutzt den Hintereingang, während Victoria der Star auf dem roten Teppich ist. Er murrt nicht, vertraut auf die Prinzessin. Die richtige Wahl. Die schwerste Aufgabe


Die letzten Zweifler an Victorias Wahl verstummen, als Jonas Bergström, 31, der ach-so-weltgewandte Karriereanwalt, designierter Herzog, ZeitweiseVerlobter von Schwester Madeleine, 27, als windiger Fremdgänger aus dem royalen Zirkel subtrahiert werden muss – während Daniel fast zeitgleich beim 70. Geburtstag der Königin Margrethe von Dänemark seinen ersten Auftritt auf grossem Palastparkett mit Bravour und souveränem Lächeln absolviert. Via Traualtar wird Daniel zwar zu «Prinz Daniel Herzog von Västergötland» – und das als erster Prinzgemahl Europas, der aus einem rein bürgerlichen Umfeld kommt. Doch keiner unterstellt ihm heute, dass Rang und Titel sein Ziel waren. Und, keine Frage: Die Prinzessin und ihr Bräutigam beweisen, dass sie gemeinsam auch schwere Wege gehen können. Für ein königliches Paar eine wichtige Voraussetzung. Wenn nicht die wichtigste überhaupt.  andreas c. englert ist stv. chef­ redaktor der deutschen Illustrierten «Frau im spiegel» und Königshausexperte

Foto Dukas

Sportliches Paar Victoria und Daniel auf ihrer morgendlichen Joggingrunde. Auch in ihrer Beziehung haben die Prinzessin und der Bürgerliche einen langen Atem bewiesen.

Victorias dürfte gewesen sein, ihre Familie zu überzeugen. Als der König nach Daniels Heiratsantrag im verschneiten Schlosspark seine Zustimmung gibt, ist das erforderliche Placet des Parlaments nur noch eine Formsache. 83 Prozent der Schweden billigten laut Umfragen die Partnerwahl. Unter den Schwedinnen gar 90 Prozent, nachdem Victoria erklärt hat: «Die Geborgenheit, die ich bei Daniel fühle, ist unglaublich. Darauf gründet unsere Freundschaft. Und wir haben unglaublich viel Spass zusammen.» Wer Victoria kennt, weiss, dass ihr das wichtig ist: Sie gilt seit der Kindheit als volksnah, lacht gerne und viel, verbringt ihre Freizeit lieber bei Waldspaziergängen und auf der Skipiste als in Szeneclubs oder auf Jetset-Partys. «Prinzessin des Volkes und der Wälder» nennt sie eine schwedische Illustrierte. Und im Lande zirkuliert seit Langem der Spruch: «Victoria hat die guten Eigenschaften ihrer Mutter geerbt, Madeleine die schlechten des Vaters.» Königin Silvia gilt als offen, engagiert und gutherzig – der König war in seiner Jugend ein weltweit gefürchteter Playboy und Frauenheld.


Lovestory Mann und Frau vor Allah: Wäre Alif Simone keine Muslima, hätte Adel sie nicht geheiratet. «Einem Moslem ist es zwar erlaubt, eine Andersgläubige zu ehelichen – aber wir finden es für die Kinder wichtig, dass beide Eltern dasselbe glauben.»

Mann und Frau mit A Er ist Mister Schweiz 1996 und Arzt. Sie Techno-Ikone. adel abdel latiF und dJ lady tom leben in zwei Welten. Und heiraten auch so: Das Jawort geben sie sich einmal auf dem Standesamt, einmal in der Moschee. Text Sylvie Kempa Fotos Fabienne bühler

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in schlichter Raum, 20 Gäste: Die Hochzeitsgesellschaft passt knapp ins Trauungszimmer des Islamischen Zentrums in Basel – einer alten Molkerei. Platt gedrückte Kindernasen pflastern die Fensterscheiben zu, als sich Adel Abdel Latif, 38, und Alif Simone

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Kromer, 32, vor Allah und dem Imam das Jawort geben: «Ja, ich bin einverstanden», nicht: «Ja, ich will.» Kein Hochzeitskuss. «Im Islam haben wir dafür die Hochzeitsnacht», scherzt der Mister Schweiz 1996 zur christlichen Brautfamilie. Simone war reformiert. Sie konvertierte vor elf Jahren «aus innerer Überzeugung» und nahm den selbst gewählten Vornamen Alif an. Die «Hardstyle-Queen»

aus dem Aargauischen war damals in der Techno-Szene sehr erfolgreich. «Viele grundlegende Fragen blieben für mich aber trotz Ruhm und Geld unbeantwortet. Nach intensiver Suche fand ich im Islam den Sinn des Lebens.» Seither bringt die DJane ihre beiden Welten, Showbusiness und Religion, unter einen Hut beziehungsweise unter ein Kopftuch. «Ich trage es oft und gerne. Eine Muslima, die das nicht freiwillig tut, habe ich noch nie getroffen.» Und wie hält sie es mit der Burka? «Obwohl ich oft durch islamische Länder reiste, kenne ich dieses Gewand nur aus dem Fernsehen.» Adel fügt


Foto Stefano Schröter

llahs Segen an: «Dass manche zweifelhaften Politiker die gerade mal 30 Burka-Trägerinnen in der Schweiz stigmatisieren, empfinde ich als gefährlich. Sie propagieren damit eine Hetzjagd gegen friedlich lebende Muslime.» Das Bild in der Öffentlichkeit entspreche nicht dem wahren Islam, sagt der Radiologe FMH. «Kürzlich meinte eine Fremde zu mir, ich sähe ja gar nicht aus wie ein Moslem. Sie war wohl erstaunt, dass ich weder Bart noch Kaftan oder Sandalen trage.» Mit der Islam-Debatte habe sich das Leben für Muslime hierzulande verändert. «Unser Glaube störte früher niemanden. Jetzt wird meine Frau auf der Strasse ver-

bal attackiert. Ist es denn eine Sünde, an Gott zu glauben?» Ohne die Religion hätte das Paar nie geheiratet: «Es war Liebe auf den ersten Blick!», schwärmt der Basler. Doch hätte sich Alif Simone vor eineinhalb Jahren nicht als Muslimin entpuppt, wäre es nicht zur Hochzeit gekommen. «Wir sind der Meinung, dass beide Ehepartner dasselbe Gedankengut teilen sollten – den Kindern zuliebe.» Denn nun plangt das Paar auf Nachwuchs. «Mädchen, Buben, völlig egal – Hauptsache, es werden viele!» Vermitteln wollen die Eltern ihnen dann vor allem

«Ich habe die schönste Braut des ganzen Planeten», freut sich der Brustkrebsdiagnostiker Adel Abdel Latif. Er schenkte Alif Simone das weisse Hochzeitskleid fürs Standesamt und ein traditionelles muslimisches Kostüm als Morgengabe.

eines: «Wir verurteilen jede Form von Radikalismus – auch Radikalismus gegen Muslime.» Darauf stossen die Hochzeitsgäste – Moslems und Christen – mit alkoholfreien Caipirinhas an. Und dann gibts endlich den Hochzeitskuss. 

Der Hochzeitskuss: Beim Ehepaar Abdel Latif gibt es ihn erst beim Apéro. schweizer illustrierte

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Fitness

SI online macht Sie fit für den Sommer: Fitnesscoach Beatrice Bolliger verrät Ihnen die besten Tricks für einen knackigen Körper – in der wöchentlichen Video-Rubrik «Power mit Beatrice».  www.schweizer-illustrierte.ch

Stars

Eurovision Song Contest

Die Hoffnung war riesig. Die Enttäuschung ist es auch. Auf SI online spricht Michael von der heide über seine Pleite am Eurovision Song Contest.  www.schweizer-illustrierte.ch

Verlosung

Tragisch Mister Schweiz Jan Bühlmann ist untröstlich. Das Lämmchen, mit dem er für die Schweizer Illustrierte posierte, lebt nicht mehr. Auf SI online spricht Bühlmanns Mutter Astrid über das Drama.

Gewinnen Sie eine von zehn DVDs der Variété-Theatergruppe. Die Verlosung läuft bis Freitag, 4. Juni 2010.  www.schweizer-illustrierte.ch

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Thomas Buchwalder, Keystone, Handout (2)

Karl’s kühne Gassenschau


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Objekt der beGierde

Perfektes Timing!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler

u Pünktlich zum Sommer präsentiert Casio seine bisher bunteste G-ShockUhrenkollektion. Die GA-110Serie gibt es in einer Vielzahl knalliger Farben. Und die modischen Ticker machen nicht nur abends an der Bar eine gute Figur. Natürlich sind sie ebenso robust und widerstandsfähig wie alle Vertreter der G-Shock-Familie. Sie überleben Stürze genauso wie Tauchgänge bis 200 Meter Tiefe. Wer sich diesen Sommerhit aus dem Land der aufgehenden Sonne schnappen will, muss sich aber beeilen. Die GA-110 ist nur in einer sehr beschränkten Stückzahl erhältlich. Stephan Gubler

sommerzeit Die poppigen Casio-GShock-Uhren der GA-110-Serie passen an sonnengebräunte Männerund auch Frauenhandgelenke. www.casio-watch.ch u chF 249.–

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shopping

Look

Denim-TrenD

Blau wie das Meer

u Auf Denim, den Stoff aus Nîmes, kann man sich in jeder Hinsicht verlassen: Ursprünglich wurde aus dem strapazierfähigen Material Arbeiterkleidung hergestellt, einfach zu pflegen und bequem. So wie er sich im Sommer präsentiert, braucht man ihn heute einfach im Kleiderschrank: Er passt zu Marinestreifen, zu Weiss, Sandbeige und Dunkelblau. Für die warme Jahreszeit gibt es den sogenannten SommerDenim, etwas leichter in der Qualität, luftiger, kühler. Jeans-Stoff bietet übrigens einen deutlich höheren UVSchutz als andere Stoffe, da er besonders dicht gewoben ist. Und: Wer wissen möchte, ob seine neuen Lieblingsjeans färben, kann einfach mit einem weissen Papier drüberreiben. Hats Farbreste, Jeans ein paarmal heiss in der Maschine allein waschen – am besten mit etwas Essig im Spülwasser. Das fixiert die blaue Farbe. Vorsicht: helle Autositze oder Sofas sind leider tabu – Abdruckgefahr! Beatrice schönhaus

Das blaue wunder Olivia träumt im Must-haveOverall von Levi’s von einem langen, heissen Sommer. Jelmoli und Fachhandel. u chF 219.90 Shirt Globus, Mütze Risa bei Jelmoli, Armreifen New Yorker, Schuhe Nike: Fachhandel. u chF 209.90

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Der schal zum look Leinenmodell von Nulu bei Coop City. u chF F 34.90 sommerteilchen Jeanshemd von s.Oliver. Coop City, Fachhandel, solange Vorrat. u chF 39.95 Allrounder Latzhose Lee bei Globus und Fachhandel. u chF 229.–

Alleskönner Jeans-Jacke von s.Oliver bei Coop City, Fachhandel. u ab chF 69.90

Kindertauglich Kleidchen aus Baumwolle für Girls von Vögele. u chF 29.95

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Make-up und Haar Rebecca für Time, Stills Paul Seewer

relaxed Capri-Denimhose aus der Linie Casablanca von Vögele. u chF 49.95

Fuss-schmuck Keilförmige Jeans-Schuhe von Mango, solange Vorrat. u ca. chF 100.–

Gesamtkunstwerk Modell von Polo Jeans Company Ralph Lauren: Fachhandel, Globus. u chF 249.–

Ganzkörperkult DenimOverall von s.Oliver. Solange Vorrat. www. soliver.com u chF 79.90

Kult Not Your Daughters-Jeans aus L. A. schmeicheln! www.scooterfashion shop.ch. u ab chF 219.– schweizer illustrierte

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Mode

Der sommerliche Riemchen-Sandale mit geflochtener Keilsohle von Lovers Lane. www.loverslane.ch u chF 359.–

Der ladylike Edler Schuh mit Korkabsatz von Chloé bei Brunello. u chF 698.–

Der stylische Sexy Sommermodell mit Plateau-Sohle von Max Shoes. u chF 119.–

Der Glamouröse Flacher Schuh mit Strass-Besatz für den Beach und die Bar: von Graceland bei Dosenbach. u chF 24.90

Der zierliche Edles Modell, passt perfekt zu luftigen Sommerkleidern: von Givenchy bei Monadico. www.monadico.ch u chF 898.–

Der elegante Nubuk-Plateau-Pumps von Sebastian bei Pure Seven, Zürich. u chF 620.–

SommerSchuhe

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u cognac, das ist die Schuhfarbe dieses Sommers. Ein warmer Braunton, der überaus schmeichelt – und dies ganz ohne Promille! Eins vorweg: Die meisten Modelle, die die Stylistin in den letzten Tagen zusammentragen konnte, sind nicht grad billig. Doch sollte man die edlen Sommertreter auch als eine Art modische Investition betrachten. Denn: Erstens passen sie zu vielem: zum Beispiel zu Weiss, Schwarz, Kobaltblau. Zweitens werden sie bestimmt noch nächsten Sommer tragbar sein. Und drittens machen sie einfach Spass. eine Art Joker im Sommer-Kleiderschrank und eine Art Gute-LauneBringer, auch an weniger heiteren Tagen! beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Jeannette Gloor

Der witzige Schuhmodell in geraffter Optik von 5th Avenue bei Dosenbach. u chF 59.90

Ganz ohne Promille


Hotspot

Familiensache Seit 35 Jahren ist das Optikergeschäft Boday Bulloni an der Schwanengasse 6 in Bern Familiensache. Infos Tel. 031 - 311 79 82 oder www.bodaybulloni.ch

Boday Bulloni, Bern

Scharfe Optik u An der Berner Schwanengasse 6 hat Innendekorateurin Liliana Ferreira ganze Arbeit geleistet. Das Optiker­ geschäft Boday Bulloni ist ein echter Blickfang! Seit 35 Jahren wird im sympathischen Familienbetrieb die individuelle Beratung grossgeschrieben. «Die Wahl einer neuen Brille ist etwas sehr Individuelles und Persönliches und verlangt Stilsicherheit und Fingerspit­

zengefühl», meint Geschäftsführerin Camilla Boday­Bulloni. Bulloni. Genauso liebe­ voll wird das Sortiment zusammen­ gestellt: Nischen­Labels wie Anne et Valentin, Framers oder Colibris sind echte Geheimtipps! ursula borer öffnungszeiten Mo 14 bis 18.30 uhr, hr, Di, Mi und fr 9 bis 18.30 uhr, Do 9 bis 20 uhr, sa 9 bis 17 uhr

scharfe raubkatze Sonnenbrille mit Leoparden-Print vom britischen Label Paul Smith. u chF 305.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Modischer Nerd Modell Louis vom Lübecker Label Colibris. u chF 390.–

Kleiner schlaumeier Spezialität: die Kinderbrillen von Boday Bulloni. u chF 290.–

coole streberin Modell Doris vom Berliner Label Framers. u chF 410.–

stylische Diva Sonnenbrille Sotonic von Anne et Valentin, Toulouse. u chF 305.– schweizer illustrierte

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Beauty

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clockwork Orange So Laque! Tangerine fatal Nr. 33 ultra-shine von Bourjois, Manor. 10 ml u chF 12.50

wenn der Flieder wieder blüht Panda-Monimum Pink aus der Hong-KongKollektion von Opi. www.opiswiss.ch u chF 23.90

süss wie ein Bonbon Nagellack Mistral Nr. 517 von Chanel. Parfümeriefachhandel. 13 ml u chF 36.–

Kecke Früchtchen Nail Art Fruits zum Aufkleben 001 Cutie Fruity von Essence, entdeckt bei Coop City. u chF 2.95

Melonen-sorbet Sunkissed aus der Summer-of-LoveKollektion von Allessandro, Douglas. 5 ml u chF 6.90

Oberdeck Quick Dry 60 Seconds Nr. 67C von Manhattan, bei Manor. 7 ml u ca. chF 5.90

Pistazien-eis Nagellack Minted Nr. 028 von Revlon, bei Coop City. u chF 16.50

Blauer himmel 60 Seconds Nr. 825 Ski High von Rimmel, bei Manor. 8 ml u chF 7.90

Nagellacke iN kNallfarbeN

Bananen-split Color & Go Nagellack Sundancer Nr. 23 von Essence, Coop City. 5 ml u chF 2.95

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u «Splash», «Boum», «Bang»! Genau so knallt es, wenn man die neuen rainbow colors auf die Nägel aufträgt. Für die einen gewöhnungsbedürftig, für die anderen eine verspielte Abwechslung. Weil die Welt zurzeit nicht so rosig ist, dürfen die Finger- und Fussspitzen durchaus den Regenbogen rauf- und runterspazieren – genauso wie Dorothy & Co. auf dem gelben Ziegelsteinweg auf

der Suche nach dem Zauberer von Oz. Wem das noch nicht genug ist: einfach von Nagel zu Nagel die Farbe wechseln oder mithilfe von Schablonen (z. B. von Essence, bei Coop City) Ornamente und Muster malen. Mit dem Aufkleben von Nail-Art-Objekten werden Nägel zu sommerlichen Kunstwerken. Wichtig: Sieht nur gut aus bei perfekt manikürten Fingernägeln. ursula Borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Hinter dem Regenbogen


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berührungsfreunD u logitech bietet mit der squeezebox touch die perfekte lösung für die digitale Musikwelt zu Hause. Via Heimnetzwerk bezieht sie den MP3-lieblingssound von der im computer gespeicherten Musikbibliothek oder von Hunderten internetradiostationen. Anschliessen lässt sich die Box an Aktiv-lautsprecher oder die stereoanlage. Via berührungsempfindlichen Farbbildschirm mit 11 cm Diagonale lassen sich Albumcovers einblenden, Fotos von UsB-stick oder sD-Karte oder Facebook-Profile von Freunden anschauen. www.logitech.com SG

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scharfmacher u Viele Videokameras können hochauflösende Videos aufnehmen. Doch nur wenige schaffen das mit der Qualität der Panasonic hDc-sD600. Der camcorder filmt in Full-HD 1920 × 1080/50p. Damit gibt es doppelt so viele Bildinformationen wie im 1080i-Format. Der Bildsensor separiert das einfallende licht in rot, Grün und Blau und verarbeitet jedes Farbsignal einzeln. Das bringt mehr Farbqualität, Detailreichtum und rauschärmere Bilder bei wenig licht. www.panasonic.ch SG

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«Brücke zwischen Yoga-Buch und Yoga-Stunde» 1. Zoé Miku, iYoga, www.iyogalessons. com, ist eine neuartige Plattform für Yoga-Interessierte. Inwiefern? iYoga ist ein stetig wachsender YogaGuide: er schlägt die Brücke zwischen Yoga-Buch und Yoga-Stunde und ist für alle, die ihre Kenntnisse daheim oder auf Reisen auffrischen und erweitern möchten. Dies mithilfe von Downloads von

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Lektionen und einzelnen Positionen verschiedener Level und Qualitäten. Für das iPhone gibt es zwei Applikationen: iYoga Classic (Hatha Yoga) und iYoga Shape, Yoga für die Gewichtskontrolle. Zum Stöbern gibt es gratis einen Podcast sowie einen täglichen Blog. 2. Was kosten die Downloads? einzelne Positionen 0.50 euro, ein Paket von 22 Positionen

5 euro, eine Lektion 1 euro und Packages (viermal 30 Min.) 2 euro. 3. Wie nutzen Yoga-Unerfahrene das Angebot? Jede Position lässt sich bezüglich Wirkung und ihrer Voraussetzung nachschlagen. Aber: Sich selbst einzuschätzen, will gelernt sein. Bei unsicherheit oder gar Beschwerden unbedingt den Yoga-Lehrer oder Arzt fragen. Interview Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer / www.pinkus.net

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check-up ft f I r t E B ltrall U ha Sc

Fil ms ta r Mithilfe des modernen Ultraschalls erhalten Eltern sogar eine DVD ihres Ungeborenen.

t i e h r e h c i S r Meh ! n e l l o r t n o dank K z Text Lisa mer

tzt er das Gerät, hend. Vor allem nu lac er ­ ge an hw sc e Lippenspalten ehr als jede vierte Missbildungen wi um er üb uschlies­ ist eiz fenen Rücken ausz of en re Frau in der Schw ein er od r Kind eine Na­ diesem Alte enn ich bei einem 35 Jahre alt. Ab «W n. , se ­ hl Fe 2,5 mm feststelle Risiko für eine transparenz über en ck n ge erhöht sich das un ale är om kl os Ab che eine chrom sen invasiv genetis geburt und für drom. Wer müs r Gynäkologe yn De ­S .» wn en Do rd s we da rt ie ut sk di Störung, etwa e ch reich liegende e, lässt eine genetis ss eine im Normbe da , gt sa ­ Gewissheit möcht ht uc ne gut 80­prozen­ Beispiel eine Fr entransparenz ei ck Na i Abklärung, zum keine be Da . en eit ergäbe, dass ng, vornehm tige Verlässlichk l wasseruntersuchu de Na r e. ne eg ei rli g vo zt mit genetische Störun ntin entnimmt der Ar Bauchdecke der e öchte eine Patie di M h : rc m du de tz er ro ss «T rsu­ Fruchtwa te en un en Fruchtwasser rsucht die enthalt unbedingt eine und Mutter und unte r­ Vo er üb ich sie chung, informiere t­ En ­ Zellen im Labor. n tra de Ul r r fü ih t af se sellsch und überlas ile te ch Na l­ Die Deutsche Ge ue ss vid da ihre indi izin teilt nun mit, . Jede Frau muss id he sc n ne schall in der Med e er di od m en nk den Ultraschallgerät Lösung finden.» Da , le so n dank modernen e­ ho ng sc ei er er ab sei es ungen bess Ultraschallgeräten er gt invasiven Abklär ht hi ac ru m be zt rn Ar te r El de nnen: De dass sich werden grenzt werden kö tersuchung und n, erklärt Stoffel. un te ll hl ha fü sc r re tra Ul he e sic d un ­ zuerst ein in ne nach Befund ei zieht erst dann je t. klärung in Betrach Ab e vasive genetisch to Re ge lo ko zer Gynä Auch der Schwei f­ «Dank dem hochau r: vo so ht Stoffel ge ich he schallgerät se Dr. Re to St of fe l, lösenden 4­D­Ultra dem kann ich das Zu . en m lu Vo le ta Spezialarzt für fe s da n und somit H re tie ro en en Eb Frauenheilkunde FM Bild in allen len. el st ik st . no ZH ag il Di de in Richtersw t eine weiterführen sser ersichtlich, of be ist www.stoffel-gyn.ch ik im M e di Auch us», sagt ra e ng Zu e di by streckt das Ba

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Babyblues bei Vätern u Virginia Jede fünfte Frau leidet an einer Wochenbettdepression – das ist bekannt. Nun haben USForscher herausgefunden, dass auch jeder zehnte Vater den Babyblues spürt. Und zwar meist drei bis sechs Monate nach der Geburt des Kindes. www.gesundheit.ch

Schlafmangel macht dick! u München Zu wenig Schlaf beschleunigt das Altern und macht dick. Grund: Im Tiefschlaf steigt der Leptinspiegel und täuscht Sättigung vor. Schlafstörungen unterbrechen diese natürliche Fastenzeit und verstärken das Hungergefühl. www.aerztezeitung.de

Infos zu Endometriose u Zürich 10 bis 15 Prozent aller

gebärfähigen Frauen leiden an Endometriose, einer Wucherung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter. Prof. Michael Müller erklärt in einem Filmbeitrag Symptome und Behandlung. www.doktorstutz.ch

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Wer sich während der Arbeit erschöpft fühlt, sollte nicht zum Energydrink greifen. Eine kurze Pause nützt mehr.

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Hörgeräte sind von Noch nie ist die Technologie von Hörsystemen dem menschlichen Gehör so 1

Text Dr. meD. Samuel STuTz

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örgeräte – für Generationen waren sie ein notwendiges Übel, das man möglichst lange hinausgeschoben hat. Vergessen Sie das! Sprechen Sie nur noch von Hörsystemen oder noch besser von Kommunikationsplattformen. «Hörsysteme der neusten Generation sind keine simplen Signalverstärker mehr, sondern können zwischen Sprache und Geräuschen, Lärm und Musik unterscheiden», sagt Hörakustiker-Meister Paul Kahnert vom Hörhuus in Stäfa ZH. «Die Hörumgebung wird ständig analysiert und Sprachanteile im Vergleich zu Geräuschen angehoben. Aktive Mikrofone können unterscheiden, aus welcher Richtung der Schall kommt. Die Mehrkanaltechnologie lässt eine genaue Einstellung der Frequenzen auf den Hörverlust zu. Die Kommunikation der Hörgeräte untereinander verbessert für den Schwerhörigen das Richtungshören.» Die neuste Technologie – die digitale Highspeed-Übertragungstechnologie von Widex – setzt unerreichte Massstäbe bezüglich Klangwelt und Bedienungskomfort. Es ist die erste drahtlose Verbindung, die speziell für Hörsysteme entwickelt wurde und eine digitale, drahtlose Audioübertragung von Handy,

cool+klug

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3 1 Kompakter Kontroller mit Basisstation für Hi-Fi- und TV-Empfang 2 Daumengrosse, benutzerfreundliche Fernbedienung für das Hörsystem 3 Drahtloses Zubehörgerät für den Handy-Einsatz Stereo- oder Hi-Fi-Anlage und Fernseher ermöglicht, und zwar lippensynchron und echofrei. Die beiden Hörsysteme kommunizieren bis 21-mal pro Sekunde miteinander. Das Ergebnis: ein naturnaher Klang in Echtzeit in beiden Ohren. Bisher kam es beim Fernsehen zu einem Echo. Zudem wurde der Fernsehton nicht lippensynchron übertragen. Die neue Technologie sorgt mit digitaler Codierung und Decodierung für eine drahtlose Übertragung ohne Echo-Effekte. Der Hörgeräte-Träger hört das Direktsignal absolut lippensynchron. Weiter kann der Anwender alle Audio-

«Gruppenspiele im Freien kennt kaum noch ein Kind»

u Während

noch vor wenigen Jahren Kinder drei bis vier Stunden pro Tag im Freien spielten, verlassen heute viele kaum noch die Wohnung. Stattdessen verbringen sie mehrere Stunden am Tag vor einem Bildschirm. Gruppenspiele im Freien kennt kaum noch ein Kind. Immer öfter spielen die Kleinen in der Wohnung zu zweit oder

ganz allein. Bereits jedes vierte fünf- bis sechsjährige Kind hat ein eigenes Fernsehgerät im Zimmer. Diese Verarmung – in der Fachsprache Deprivation – hat schlimme Folgen für die körperliche, intellektuelle und seelische Entwicklung eines Kindes. Deshalb ist bei Kindern weniger mehr. Die Baumhütte und das selbst gebaute Schiffchen aus Holz

beflügeln die Fantasie mehr als das neuste Game. Kleinkinder sind die Hälfte der Zeit in Bewegung. Man sollte versuchen, möglichst viel von diesem Bewegungsdrang in die Kindergartenund Schulzeit zu integrieren. Im Umgang mit elektronischen Medien sind Verbote wenig hilfreich. Besser sind Zeitkontingente, die das Kind selber verwalten kann.

Foto Handout

Weniger ist mehr!


gestern! nah gekommen. In manchen Situationen sind sie der Natur sogar überlegen. signale unverfälscht in einem Frequenzbereich von 100 Hz bis 11 kHz in Stereoqualität hören und seine gewünschte Lautstärke einstellen, ohne dass die Angehörigen auf den gewohnten Raumklang des TV-Geräts verzichten müssen. Damit haben nun endlich auch Menschen mit Hörminderungen ein Höchstmass an Komfort bei der Nutzung moderner Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Die grosse Frequenzbandbreite ist eine wesentliche Voraussetzung für gutes Sprachverstehen und brillanten Musikgenuss. design und Bedienerfreundlichkeit der Geräte wurden an moderne Mobiltelefone angepasst. Die Bedienung aller Funktionen ist übersichtlich und intuitiv. Das heisst, die Geräte können so selbstverständlich eingesetzt werden, wie das normal hörende Menschen mit dem Handy tun. Und die Hörgeräte sel-

ber werden zu kabellosen Ohrhörern. Das bedeutet, dass dem Anwender mit dem richtigen Zubehör die Handy-Telefonate direkt in seine beiden Hörsysteme im Ohr übertragen werden. es gibt noch weitere Vorteile. So das gezielte Richtungshören ohne Kopfdrehen nach hinten, Antistress-Melodien, die sich auch sehr gut für die Tinnitusbehandlung eignen, oder akustische Informationen in 21 frei wählbaren Sprachen. «Die miniaturisierten Hörsysteme lösen Erstaunen und teilweise sogar Stolz aus, wenn keiner merkt, dass man ein Hörgerät trägt», sagt Paul Kahnert. «Dennoch scheuen sich viele Hörgeschädigte, ein Hörsystem zu tragen. In der Regel warten sie zehn Jahre, bis sie ihr Problem in die Hand nehmen. Dabei verliert man kostbare Zeit. Das Gehirn verlernt, wie die Welt vorher geklungen hat.» 

k cheacuf müssen Dar achten! Sie Zeichen Für ein nachlassendes gehör  Müssen

Sie öfter nachfragen, wenn Ihnen etwas erzählt wird? Oder fehlen manchmal wichtige Wörter in einem Satz?  Haben Sie Probleme, Singvögel zu hören?  Sind andere der Meinung, dass Ihr Radio und Fernseher zu laut eingestellt sind?  Haben Sie Schwierigkeiten, in einer Gruppe oder einem gut besuchten Restaurant einem Gespräch zu folgen?


dr. sTuTz meinT Wer unter Schlafproblemen leidet, sollte folgende Tricks zur Entspannung ausprobieren. Man spricht nicht gerne über sie. Und doch gibt es nur wenige, die von Schlafproblemen verschont bleiben. Bei einigen Menschen verschlimmern sie sich derart, dass der Griff zum Schlafmittel oder zum Alkohol zur Sucht wird und direkt in die Abhängigkeit führt. Wie bei den meisten chronischen Leiden hängt alles davon ab, wie der Betroffene mit seinem Problem umgeht. Be­ wertet er, nicht einschlafen oder durchschlafen zu können, als negativ, oder terrorisiert es ihn sogar? Erst wenn sich jemand einredet, das Schlafproblem beeinträchtige seine Gesundheit, bekommt es einen Krankheitswert. In den meisten Fällen rühren Schwierigkeiten mit dem Schlaf nicht von einem ernsthaften Gesundheitsproblem, sondern sind die Folge von falschen Schlafgewohnheiten oder seelischen, beruflichen und familiären Belastungen. Eine Ausnahme sind all jene Fälle, die mit Müdigkeit und Einschlafneigung am Tag einhergehen. Hier ist unbedingt eine Abklärung auf Schlafapnoe angebracht. Probieren Sie mal folgende Tricks aus, wenn Sie ein Schlaf­ problem haben: Verkürzen Sie die Bettzeit so lange, bis sie die Zeit, die Sie im Bett verbringen, auch wirklich schlafen können. Vielleicht sind das nur ein paar Stunden pro Nacht. Macht rein gar nichts, auch wenn Sie am Anfang ziemlich erschöpft sind. Ihr Körper wird den Schlaf selber einfordern, sofern Sie nicht den Fehler machen, am Morgen oder über Mittag den Schlaf nachholen zu wollen. Nehmen Sie Ihr Schlafproblem auf die leichte Schulter, und betrachten Sie die Zeit, in der Sie nicht schlafen können, als geschenkte Zeit. Stehen Sie nach zwanzig Minuten auf, wenn Sie nicht schlafen können. Wenn Sie Sorgen plagen, schreiben Sie nieder, was Sie beschäftigt – legen Sie die Gedanken dann zur Seite, und beschäftigen Sie sich erst am nächsten Tag wieder mit Ihnen. Herzlich, Ihr

TV-Tipp

Samstag, 5. Juni, 18.10 Uhr

Schlafapnoe Diese Atemaussetzer zeigen sich meist durch Schnarchen an. Das stört nicht nur im Schlafzimmer, sondern kann für Herz und Hirn gefährlich werden. Schauspieler Werner Biermeier berichtet, wie er am Steuer einschlief und dann seine Apnoe loswurde. www.gesundheitsprechstunde.ch


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Arena di Verona «Aida» und «Carmen» in einem einmaligen Ambiente.

«L’ALBARETA», FRANCIACORTA

Mit dem Fahrer in die Arena

u «Coup de Théâtre» heisst ein ungewöhnliches Angebot, mit dem das traumhaft gelegene Relais & Châteaux-Hotel L’Albareta in die Lombardei lockt. Höhepunkt: Der Chauffeur führt die Gäste in einer eleganten Limousine zu «Aida», «Carmen», «Romeo und Julia» in die Arena di Verona oder in die Mailänder Scala. Vor der Vorstellung geht es in den Spa: Facial-Anwendung, Massage, Make-

up für den Abend! Zwei Übernachtungen, Spa und Tickets für 1050 Euro. Langweilig wird es nie: Der Golfplatz ist nahe. Über die Sterneküche wacht Italiens Altmeister Gualtiero Marchesi, der mit seinem GoldRisotto berühmt wurde. SK INFO «L’Albareta», ein Relais & ChâteauxHotel in der Lombardei. Opern-Package für 1050 Euro. www.albareta.it

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weekend

Leserreise

Sinneszauber für Augen und Gaumen Eine indische Frau auf dem Markt.

Höchster Berg der Welt Die SI-Leser erleben einen Rundflug um den Mount Everest.

Wunderwerk Das Mausoleum Taj Mahal ist das bekannteste Wahrzeichen Indiens.

Blickfang! Die Stupas in Kathmandu sind bemalt mit den allsehenden Augen Buddhas.

LeseRReise DeR scHweizeR iLLustRieRten

Seien Sie Gast beim Dalai Kommen Sie mit auf eine spirituelle Entdeckungsreise auf Buddhas spuren in nepal und indien. Und treffen Sie den Dalai Lama höchstpersönlich.

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D

ieses Treffen werden Sie nie mehr vergessen! Machen Sie Ihren Traum wahr, kommen Sie mit auf diese Leserreise der Schweizer Illustrierten, und erleben Sie eine Pri­ vat­Audienz beim Dalai Lama in seinem Exil im indischen Dharamsala. Stellen Sie ihm Fragen zu seinem Amt, seinen Ziel­ setzungen, seinen stundenlangen Medi­ tationen oder zur erstrebenswerten inne­ ren Ruhe. Als Vorbereitung auf dieses einzigartige Treffen zeigen wir Ihnen, wo der Buddhismus seinen Ursprung hat. u Die entdeckungsreise führt Sie vom Geburtsort Buddhas in Nepal an Orte in Indien, welche bedeutende Stationen seines Lebens darstellen. Dank der Be­ gleitung des Theologen Erwin Koller, des Gründers der SF­Sendung «Stern­ stunden», erhalten Sie einen Einblick in

diese Weltreligion. Aber auch die atem­ beraubende Natur wird Sie faszinieren. Wir fahren durch tiefe Täler des Hima­ laja­Gebirges, sehen Achttausender und fliegen rund um den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest. Wir durch­ streifen die fruchtbare Ebene entlang dem heiligen Fluss Ganges und tauchen ein in das farbenfrohe Leben der indischen Metropolen – Kulturschock inklusive. u Die Highlights dieser Reise Dharamsala: Private Audienz beim Da­ lai Lama in seinem indischen Exil. Wir beobachten die Mönche beim Morgen­ gebet im tibetischen Kloster und lassen uns im Institut für tibetische Medizin die traditionellen Heilmethoden erklären. Mount-Everest-Rundflug: Im eigens für die Schweizer Illustrierte­Leser


Zürich

Dharamsala Pathankot Amritsar Tibet

Nepal Delhi

Mt. Everest

Lumbini

Kathmandu

Indien

Kushinagar Varanasi Bodhgaya 75 km SIgrafik: Nigel Simmonds

Unterwegs Die Leserreise führt an bekannte buddhistische Orte in Indien und Nepal.

Dalai Lama mit Erwin Koller, Theologe und Gründer der SF-Sendung «Sternstunden». Der Schweizer begleitet die SI-Leser.

Lama in Asien gecharterten Flugzeug von Kathmandu nach Lumbini mit spektakulärem Rundflug um die Gipfel des Everest, Lhotse und Nuptse. Lumbini bis Kushinagar: Von Buddhas Geburtsort bis hin zum Ort seines Todes. Besuch der verschiedenen Stationen seines Lebensweges und fundierte Erläuterungen zu dieser an Bedeutung gewinnenden Glaubensrichtung. Varanasi: Am heiligen Fluss Ganges gelegen ist Varanasi, die wichtigste Stadt für die Hindus. Vom Boot aus beobachten wir die Waschrituale der Gläubigen. Kathmandu: Tempel, so weit das Auge reicht, singende Tibeter und die imposanteste Stupa ausserhalb Tibets. Delhi: Indiens pulsierende Hauptstadt, Tradition trifft auf Moderne. Optionale Verlängerung Taj Mahal:

Das Wahrzeichen Indiens bestaunen und die Reise Revue passieren lassen. u Kosten/Leistungen: Reise: 19. 10. bis 6. 11. 2010. Preis: CHF 7990.– pro Person im Doppelzimmer (exkl. Flug-

taxen von CHF 372.–, Stand Mai 2010, plus Visa-Gebühren). 17 Übernachtungen in den bestverfügbaren Hotels an Ort. Einzelzimmerzuschlag: CHF 1250.–. Durchgeführt wird diese Reise von der auf Expertenreisen spezialisierten Cotravel AG in Allschwil (www.cotravel.ch, Tel. 061 - 308 33 00). Detailprogramm/Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch

besteLLung detaiLprogramm ± Bitte reservieren Sie mir ... Platz/Plätze. Ich habe das Detailprogramm im Internet gelesen. ± Senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur SI-Leserreise Indien & Nepal an folgende Adresse: Name Vorname

Tel.

Adresse

PLZ Ort

Datum

Unterschrift

Ausschneiden und einsenden an: SI-Leserreisen, c/o Cotravel AG, Baslerstrasse 364, Postfach, 4123 Allschwil


En GuEtE Augenschmaus Salat als leckere Ladung.

SiBylle Sager

Feine Knollen

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weekend

mit Köchin

Nicht nur fürs Auge ein Genuss: Ob als Salat, gebraten oder im Ofen gebacken – Frühkartoffeln machen allen Feinschmeckern viel Freude.

gurke mit BratkartOFFelSalat

Zutaten (für 4 Personen) Bratbutter zum Braten, 400 g Frühkartoffeln (siehe Tipp), ungeschält, in ca. 1 cm grossen Würfeln, 1/2 Teelöffel Salz, 300 g geschnetzeltes Schweinefleisch, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Esslöffel grobkörniger Senf, 4 Esslöffel Aceto balsamico bianco, 5 Esslöffel Olivenöl, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 200 g Cherry-Tomaten, geviertelt, 1/2 Bund glattblättrige Petersilie, fein geschnitten, 2 Gurken, mit dem Sparschäler mehrmals längs eingekerbt, längs halbiert Vor- und zubereiten ca. 30 Min.

u Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Kartoffeln beigeben, unter gelegentlichem Wenden ca. 5 Min. goldbraun braten. Zugedeckt ca. 10 Min. bei mittlerer Hitze weich dämpfen, salzen, herausnehmen, etwas abkühlen. Evtl. wenig Bratbutter beigeben, heiss werden lassen. Fleisch portionenweise bei grosser Hitze ca. 3 Min. braten, würzen, herausnehmen, etwas abkühlen. Senf, Aceto und Öl in einer Schüssel gut verrühren, Sauce würzen. Cherry-Tomaten, Petersilie, Bratkartoffeln und Fleisch darunter-

mischen. Gurkenhälften mit einem Kugelausstecher grosszügig entkernen, mit dem Bratkartoffelsalat füllen.

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OFenkartOFFeln mit grünen Spargeln

Zutaten (für 4 Personen) 500 g Frühkartoffeln, ungeschält, längs halbiert, 1 Teelöffel Olivenöl, 500 g grüne Spargeln, schräg in ca. 3 cm langen Stücken, 1 unbehan-

tipp Frühkartoffeln werden in einem frühen, noch nicht ausgereiften Stadium geerntet und sind in verschiedenen Sorten von April bis Ende Juli erhältlich.

delte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 1 Teelöffel grobkörniges Meersalz, 6 Pfefferminzblätter, in feinen Streifen Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Backen ca. 25 Min. u Kartoffeln mit Öl in einer Schüssel mischen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen. Backen ca. 10 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens, herausnehmen, Kartoffeln wenden. Spargeln auf den Kartoffeln verteilen. Fertig backen ca. 15 Min., dabei Kartoffeln und Spargeln zweimal wenden. Herausnehmen, in eine Schüssel geben. Zitronenschale, Meersalz und Minze beigeben, gut mischen.

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COuntrykartOFFeln Zutaten (für 4 Personen) 1 kg Frühkartoffeln, ungeschält, längs in Vierteln, 3 Esslöffel Bratcreme,

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1 unbehandelte Zitrone, nur 1/2 abgerie­ bene Schale, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 1 Teelöffel rosa Pfeffer, grob gemahlen, 1 Teelöffel schwarzer Pfeffer, grob gemahlen, 1 Teelöffel Rosenpaprika Vor- und zubereiten ca. 15 Min. backen ca. 25 Min. u Kartoffeln mit allen Zutaten bis und mit Paprika in einer grossen Schüssel mischen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen. backen ca. 25 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Dabei Kartoffeln einmal wenden.

4

EmmEntalEr BratkartoffElsalat

Zutaten (für 2 Personen) Sauce 3 Esslöffel Aceto balsamico bianco, 2 Esslöffel Olivenöl, 3 Esslöffel Gemüsebouillon, 1 Esslöffel

Majoranblättchen, Salz nach Bedarf, wenig Pfeffer aus der Mühle Salat Bratbutter zum Braten, 350 g kleine Frühkartoffeln, un­ geschält, gekocht quer halbiert, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 150 g rezenter Emmentaler, in Stän­ gelchen, 1 Cervelat, geschält, in Schei­ ben, 1 kleine Gurke (z. B. Nostrano), halbiert, entkernt, in feinen Scheiben, 1 Schalotte, in feinen Ringen

u SENDEDATEN

Montag, 31. Mai 2010, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 1. 6., 1.00 und 13.45 Uhr, SF 1) «Al DENTE»-Jubiläum «al dente» feiert seine 200. Sendung und lädt zum grossen Party-Buffet ein. Star des Abends ist ein Schweinsrückenbraten, der in Grösse und Zusammensetzung Kultstatus erreichen dürfte. Die beliebten TV-Moderatoren Susanne Kunz und Röbi Koller spielen für einen guten Zweck. Mehr Info: www.aldente.ch

Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für die Sauce Aceto mit allen Zutaten bis und mit Majoran gut verrühren, Sauce würzen. Für den Salat Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Kartoffeln bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. goldbraun braten. Heisse Kartoffeln mit den restlichen Zutaten zur Sauce geben, sorgfältig mischen.


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

12/20 salzhaus restaurant Bar landhausquai 15a 4500 Solothurn tel. 032 - 622 01 01 alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard täglich ab 11.30 uhr geöffnet www.restaurant-salzhaus.ch

weekend

Cool & originell Geschäftsführerin Sabrina Knittel mit Küchenchef Christian Härtge.

Highlight der «Riviera» an der Aare Restaurant Salzhaus, Solothurn Die neue, auch architektonisch interessante Adresse für Gourmets. Küchenchef Christian Härtge kocht so stimmig wie originell. Und: mit Herzblut.

D

as «Salzhaus» schliesst die letzte Lücke in der Beizenmeile, der «Riviera» an der Aare. Vom Vorplatz, wo es sich im Sommer angenehm sitzen lässt, ist hinter der hohen Fensterfront auf den ersten Blick nichts anderes zu sehen als eine frei stehende, fast raumbreite Bar mit ihrem Flaschenreigen. Dahinter versteckt der Gästeraum. Im unteren Bereich ist das rohe, vom Putz befreite Mauerwerk des alten staatlichen Salzlagers sichtbar. Darüber stützt eine leichte Sichtbeton-Konstruktion den hohen, fast kubischen Raum. Leuchter in Form von riesigen Messingringen tauchen mit unzähligen Glühbirnen den coolen Raum in warmes Licht.

Küchenchef Christian Härtge setzt auf Fusionsküche: Seine Kreationen verbinden hochwertige einheimische Produkte mit orientalischen und nordafrikanischen Aromen. Und, nomen est omen, er verwendet dazu ein halbes Dutzend verschiedene Salze von überall her. Zur Vorspeise gab es einen Bärenkrebsschwanz auf einem gerösteten Erdnuss-Sandwich. Die Frühlingszwiebelsuppe war sorgfältig zubereitet; originell der Süssholz-Spahn mit einem JakobsMuschel-Muskel auf der kleinen Soupiere. Schmackhaft kombinierte sich der Rhabarber-Reis zur Entenbrusttranche im Hauptgang. Stimmiger Abschluss: eine kleine Apfelsuppe mit Quitten und

einem karamellisierten Zuckerkörbchen mit Prosecco. Übrigens, wer am Mittag kommt, findet schnellere, kleinere Menüs ähnlicher Machart. Die Schweiz, Italien und Spanien sind Schwerpunkte der Weinkarte. Sie ist informativ, enthält nichts Durchschnittliches. Das junge Serviceteam hat uns mit Herzblut und kompetent bedient. Die Freundlichkeit ging auch bei einer Reklamation wegen einer Fehlbestellung nicht verloren. Das «Salzhaus» ist der jüngste Spross der Solothurner Genossenschaftsgastronomie und setzt einen erstaunlichen Höhepunkt. Es hat das Zeug, weiter zu avancieren! 

Foto Bruno Voser

wein-tipp André JAegers Wein Die «Fischerzunft» in Schaffhausen ist eine top-adresse in der Schweizer Gastronomielandschaft. und dem GaultMillau ist andré Jaegers Küche seit vielen Jahren 19 Punkte wert. Neu gibts von der Sélection andré Jaeger zwei edle Cuvées, also

assemblagen aus verschiedenen Sorten. Die Cuvée des Rouges 2007 (13,5 %) enthält Pinot Noir, Maréchal Foch, Cabernet Dorsa und Cabernet Jura, sie präsentiert sich im Gaumen gehaltvoll und sehr komplex. Noten von Zedernholz, schwarzen Kirschen und edler Schokolade sind domi-

nant. Da der tiefrote Wein 15 Monate in französischen Eichenfässern reifte, ist auch eine angenehme Barriquenote spürbar. Ebenfalls empfehlenswert: die Cuvée des Blancs 2008. Vinifiziert wurden beide Weine von der Schaffhauser Weinkellerei GVS Schachenmann.

GVS Schachenmann, Schaffhausen Tel. 052 - 631 18 00 www.gvs-weine.ch Bis 2012 geniessen. Trinktemperatur: 15 bis 17 Grad. u CHF 39.–

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weekend

Auto

SCHON GEFAHREN RENAult MéGANE CC

Offen für vier Beim Mégane Coupé-Cabrio setzt Renault wieder auf ein grosses, schweres Hardtop aus Glas. Dieses kaschiert der offene Viersitzer aber nett unter dem langen Heck.

Z

war nicht ganz so filigran wie der Renault Floride, aber dennoch sehr elegant», murmelt ein Kollege. Sein Blick schweift vom dezenten Heck des offenen Oldtimers von 1961, dem Film-Ikone Brigitte Bardot zu Ruhm verhalf, zum Heck des neuen Mégane Coupé-Cabriolets. Die Designer hatten es nicht leicht, das erneut grösser gewordene Panoramadach mit fast einem Quadratmeter Glasfläche stilvoll unter dem Heck zu verstecken. Dank grossen Rückleuchten und einem dezenten Chromrahmen unterhalb der ganzen Fensterunterkante wirkt das

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schweizer illustrierte

lange Heck des Mégane CC dennoch stimmig. Bei geschlossenem Verdeck schluckt der Kofferraum 417 Liter. Innert 21 Sekunden verschwindet das 110 Kilo wiegende Glasdach im Heck. Danach bietet es nur noch durch eine schmale Öffnung zu erreichende 211 Liter Stauraum. Das grosse Gewicht des Hardtops ist ausserdem einer der Gründe, weshalb

Chic Das Cockpit ist übersichtlich und bis auf den Fensterheber für alle vier Fenster und den Schalter für die Dachbedienung unverändert.

es nur im Stillstand bedient werden kann. Macht aber nichts. Im offenen Franzosen nimmt man sich sowieso Zeit und hetzt nicht durch die Kurven. Man geniesst die komfortable Federung und gleitet genüsslich dahin. Bei höherem Tempo säuselt einem der Fahrtwind um die Ohren, der wie einst im Floride Bardots wilde Mähne gehörig zerzaust hätte. Gut, dass alle vier Fenster über eine einzelne Taste gehoben werden können und das optionale Windschott (Aufpreis CHF 400.–) den gröbsten Sturm abhält. Als Antrieb stehen drei Benzinmotoren und ein drehfreudiger Diesel zur Wahl. Der 2-Liter-Benziner wird für zusätzlichen Komfort serienmässig mit einem stufenlosen CVTGetriebe kombiniert. Alle Motoren sind kräftig genug, um das Coupé-Cabriolet, das auch mit geschlossenem Dach eine gute Figur macht, flott voranzubringen. Jürg A. Stettler


newS

Seat IbIza St LademeISter auS SpanIen u Mit der Kombivariante des Ibiza bringt Seat im Juni bereits die dritte Karos­ serievariante des Kleinwagens auf den Markt. Der 4,23 Meter lange Fünftürer namens ST ist 18 cm länger als die Schrägheck­Variante. Sein Kofferraum fasst 430 Liter. Klappt man die Rück­ sitze um, sind es 1164 Liter. Dank tiefer Ladekante (59 cm) sowie grosser Heckklappen­Öffnung ist der Spanier problemlos zu beladen. Bei der Moto­ risierung hat man die Qual der Wahl zwischen vier Benzinern und drei Dieseln (60 bis 105 PS). Für Spar­ füchse steht ab Herbst eine Ecomotive­ Version mit Stopp­Start­Automatik und Rückgewinnung der Bremsenergie beim Händler, die mit 3,6 l/100 km auskommt. Preis: ab CHF 18 950.–.

Gelungen Eine dezente Chromlinie unterhalb der Fensterlinie lässt den Mégane CC filigraner erscheinen, und auch das überlange Heck kaschiert der Vierplätzer gekonnt.

renauLt mégane Coupé CabrIoLet

Elegant Übergrosse Rückleuchten prägen das Heck des Mégane CC, vorne bleibt er unverändert. u Motoren Benzin 131, 140, 180 PS,

u Konkurrenten Opel Astra Cabriolet,

Diesel 160 PS u 0 bis 100 km/h 8,6 bis 11,7 s u Spitze 195 bis 225 km/h u Verbrauch 6,7 bis 8,1 l/100 km u CO2-Ausstoss 169 bis 188 g/km u Energieeffizienz-Kategorien B bis D u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 37 300.–

Ford Focus CC, Peugeot 308 CC, VW Eos u. a. u Unser Urteil Der Renault Mégane CC ist schicker geworden und kaschiert das immense Panoramaglasdach gekonnt unter dem überlangen Heck. Der komfortabel ausgelegte Franzose lädt zum genussvollen Gleiten mit offenem oder geschlossenem Dach.

Skoda FabIa rS der eInStIegS-SportLer u Mit dem Fabia RS lanciert Skoda einen kleinen Sportler, der der Konzernmutter VW Polo­GTI­Kunden wegschnappen dürfte. Der Skoda profitiert von einem 1,4­Liter­TSI­Motor mit 180 PS sowie einem 7­Gang­DSG­Getriebe aus dem VW­Konzernregal. Im Unterschied zum Polo gibt es den Fabia RS nur als kombi oder als Fünftürer. Auch so macht der Tscheche mit schickem Interieur, Klimaanlage, Sportsitzen und sportlich­straffer Fahrwerksabstim­ mung eine gute Figur. Der Fronttriebler verfügt dank XDS­Differenzial an der Vorderachse zudem über eine erstaun­ lich gute Traktion. Und mit dem Ein­ stiegspreis von CHF 29 990.– (Kombi plus CHF 1200.–) ist der Fabia RS klar preiswerter als ein Sport­Polo. schweizer illustrierte

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Was Sie jetzt beginnen, wird Anfang 2011 gut

woche vom 6. bis 12. Juni 2010 Nach dem Zyklus Jupiter–Saturn Ende Mai wird nun der Zyklus Jupiter–Uranus exakt – die Planeten bilden nach etwa 13 Jahren wieder eine Konjunktion (auf null Grad Widder): Symbol für die Krise in Europa? Möglich sind auch Naturkatastrophen, soziale Aus-

schreitungen, turbulente Börsen, aber auch Solidarität und wissenschaftlicher Fortschritt. Die nächsten Phasen dieser Konjunktion (wegen der Rückläufigkeit der Planeten auf dem Tierkreis): 19. September und 4. Januar 2011. Entscheidungen, die Sie jetzt treffen, könnten dann Konsequenzen haben.

widder 21.–30. 3. Ereignisse von Anfang Jahr könnten diese Woche zu Umwälzungen führen, die Ihnen nicht ins Konzept passen. Ab 10. gehen Sie taktisch klug vor, gute Kontakte sind hilfreich. 31. 3.–9. 4. Sie sind auf der richtigen Wellenlänge, Verhandlungen sind erfolgreich (7., 11., 12.). Eine gute Phase auch für einen Besuch oder ein Treffen oder schriftliche Arbeiten. 10.–20. 4. Sie haben am 12. eine gute Nase für Entscheidungen und sollten auf Ihre innere Stimme hören. Der Neumond ist günstig für neue Kontakte, eine Reise. Gehen Sie aus!

stier 21.–30. 4. Sie sind physisch in exzellenter Verfassung, verdanken Mars zusätzliche Energie (8.). Am 10. oder 11. winkt ein Geldgewinn, am 9. aber sollten Sie nicht alles für bare Münze nehmen. 1.–10. 5. Eine günstige Phase für Kontakte oder Projekte mit dem Ausland sowie für finanzielle Entscheidungen (10.). Am 9. könnte es anders kommen als erwartet. 11.–20. 5. Venus verspricht denkwürdige Begegnungen und schöne Momente voller Romantik. Niemand kann Ihnen widerstehen (10., 12.), Beziehungen werden tiefer und fester.

zwillinge 21.–31. 5. Merkur, Ihr Planet, signalisiert interessante Begegnungen, speziell ab 10. Am 11. sollten Sie vorsichtig sein, wichtige Entscheidungen überdenken! Ausserdem sollten Sie sich physisch mehr schonen! 1.–10. 6. Sie haben die Lage gut unter Kontrolle, speziell am 7. und 10. haben Ihre Projekte Rückenwind (auch dank einem Freund). Am 8. sollten Sie mehr Rücksicht auf die Wünsche Ihrer Umgebung nehmen. 11.–21. 6. Am 8. sind Sie gut gelaunt und der Hahn im Korb. Am 12. (Neumond) sind Sie nervös und reizbar, müssen nachgeben.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie haben am 8. und 9. gute Karten, um ein neues Vorhaben zu beginnen. Physisch gut in Schuss, können Sie einen Vorsprung gewinnen. Halten Sie sich am 10. und 11. aus Klatsch und Intrigen heraus. 2.–12. 7. Am 7. könnten Ihnen Fehler unterlaufen, oder es kommt zu Verzögerungen? Besser sollte es am 9. klappen, Sie können einen Irrtum klären. 13.–22. 7. Ihr Charme fällt auf fruchtbaren Boden, man liegt Ihnen zu Füssen. Am 10. und 12. erleben einige eine Sternstunde: denkwürdige Begegnung? Unvergessliche Stunden?

löwe 23. 7.–1. 8. Eine echte Glückssträhne winkt den vor dem 25. Geborenen. Sie können den Grundstein für ein grösseres Vorhaben legen! Alle anderen haben ab 10. exzellente Karten. 2.–12. 8. Sie sind derzeit auf der Überholspur und können ein interessantes neues Projekt starten. Auch dank der Unterstützung von Freunden (am 7., 11. und 12.). Kleine Hindernisse hingegen am 9. 13.–23. 8. Ein heimliches Idyll am 10.? Oder ein diskreter Flirt? Spass und gute Laune am 12. (Neumond). Exzellent für ein Treffen mit Freunden, eine kleine Reise.

Jungfrau 24. 8.–2. 9. Vital kommen Sie speziell am 8. gut voran. Am 7. und 11. sollten Sie kürzertreten, körperlich kein unnötiges Risiko eingehen (z. B. beim Sport)! Gute Nachricht am 9. 3.–12. 9. Man legt Ihnen Steine in den Weg (am 8., 11. und 12.), Sie geraten unter Druck. Am 7. und 9. finden Sie eine Lösung. 13.–23. 9. Venus verwöhnt Sie, Ihr Charme ist unwiderstehlich. Eine Woche im Zeichen heisser Flirts, aufregender Begegnungen. Oder wird aus Freundschaft eine tiefere Beziehung? Unvergesslich der 10. und 12.! Stress im Job am 8., 9. oder 12.

waage 24. 9.–3. 10. Am 6., 8. oder 9. könnten wichtige Entscheidungen fallen. Vor allem die vor dem 28. Geborenen erleben grosse Veränderungen (Umzug?). Günstig: der 10. 4.–13. 10. Sie kommen gut voran, entdecken neue Horizonte. Günstig für Kontakte, Studien, eine Reise wäre der 11. Am 7. sollten Sie auf Ihren Partner hören, der die Lage objektiver sieht. 14.–23. 10. Sie sind weniger gesellig als sonst, ziehen sich ein wenig zurück. Am 7. sollten Sie Ihre Kräfte nicht überschätzen! Ab 12. (Neumond) sind Sie aktiv. Exzellent für eine Reise.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie könnten Berge versetzen (speziell am 8. und 9.). Am 7. sollten Sie aber mehr Rücksicht auf andere nehmen, am 11. braucht ein Freund Ihre Hilfe. 3.–12. 11. Sie haben derzeit die Möglichkeit, Dinge in Ihrem Leben zu verändern (am 7.), auch dank neuen Methoden. Am 9. sollten Sie sich bei Diskussionen klar und deutlich ausdrücken, ohne aber Druck auszuüben. 13.–22. 11. Highlights in der Liebe: Neue Begegnungen oder Freundschaften sollten auf Dauer ausgerichtet sein. Am 10. und 12. erleben einige wahre Sternstunden.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie amüsieren sich am 6. glänzend, am 11. sollten Sie aber mehr Rücksicht nehmen! Um den 23./24. Geborene können mit einer Erfolgsserie rechnen (bis Anfang 2011!). 3.–12. 12. Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand (am 11./12.), sollten die Ratschläge Ihres Partners befolgen. Am 7. sind Sie glänzender Laune, erreichen mit Charme Ihre Ziele. 13.–21. 12. Ein Problem vom vergangenen Herbst könnte diese Woche eine endgültige Lösung finden. Der Neumond am 12. signalisiert hitzige Debatten, Sie sollten nicht noch Öl ins Feuer giessen!

steinbock 22.–31. 12. Sie sind körperlich gut in Schuss, können Vorsprung gewinnen (8., 9.) und geniessen das Leben in vollen Zügen. Nur die um den 23. Geborenen sind unter Druck. 1.–10. 1. Sie sind am 7. leicht reizbar, sollten mehr auf die Wünsche einer Angehörigen eingehen. Am 9. fühlen Sie sich wohl: Sie sollten sich verwöhnen lassen (Massage?). 11.–20. 1. Eine aufregende Begegnung könnte manche Herzen schneller schlagen lassen (am 10.?). Ihr Charme wirkt. Bindungen werden tiefer und fester (12.). Positive Folgen bis Anfang 2011?

wassermann 21.–30. 1. Sehr geistreich knüpfen Sie interessante Kontakte (10.). Um den 21./22. Geborene legen den Grundstein für erfolgreiche Vorhaben (6., 8., 10.), mit exzellenten Resultaten Anfang 2011! 31. 1.–9. 2. Sie sind kreativ und effizient (am 7., 11., 12,). Lediglich am 9. sollten Sie vorsichtig sein, bevor Sie etwas unterzeichnen. 10.–19. 2. Sie können sich am 8. offen aussprechen und ein Missverständnis klären. Am 10. ziehen in den eigenen vier Wänden Wolken auf, ab dem 12. (Neumond) ist die Stimmung jedoch exzellent, Sie haben Rückenwind.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sind am 8. und 9. gesprächig, man kommt Ihnen entgegen. Am 11. aber ist Sand im Getriebe, Ihre Haltung wird falsch verstanden. Vorsicht auch gesundheitlich: Verletzungen? 2.–10. 3. Sie müssen sich um häusliche Probleme oder Angehörige kümmern (8., 9.): Man weiss das zu schätzen. Am 11. könnten Sie zu weit gehen. 11.–20. 3. Woche im Zeichen der Liebe und der Freundschaft! Sie sind strahlender Mittelpunkt, werden nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Am 10. und 12. erleben Sie unvergessliche Momente.

ihr tages-horoskop 76

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. zAhlenSchlüSSel

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 FrAnken geWinnen: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. einsendeschluss Sonntag, 6. Juni 2010

Kreuzwort-Chaos

löSUngSWorT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


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schwer

8 4 6 2

1 2 5

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9 6 8 3 2

5 1

Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Genevra, 2. Ittigen, 3. Einstieg, 4. Rentsch, 5. Federal, 6. Everest, 7. Imkerei, 8. Dimitri, 9. Trizeps, 10. Schwarz, 11. Illegal, 12. Ethisch, 13. Berthod, 14. Urheber, 15. Alpnach, 16. Latrous, 17. Gewähr, 18. Reinach, 19. Eingang, 20. Bruenig, 21. Amtseid Lösungssatz: Aberglaube ist die Freigeisterei zweiten Ranges.

REBUS

MAUER HIMMEL ADLER MARMELADE

4 5 7 2 8 3 9 1 6

8 1 3 6 9 5 7 2 4

7 9 5 4 3 6 2 8 1

KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNG: WETTERFAHNE schwer

1 3 4 8 2 9 6 7 5

2 6 8 7 5 1 3 4 9

3 7 1 5 6 8 4 9 2

6 8 2 9 7 4 1 5 3

5 4 9 3 1 2 8 6 7

3 6 9 4 8 1 8 7 3 5 4 2 5 7 1 5 7 4 2 9 6 3 1 8 4 2 9 8 5 6 9 2 8 5 3 685 Lösung: 7 4 6 1 3 9 1 2 6 7

Lösung: 175

2 6 9 1 7 3 4 8 5

5 4 6 3 9 1 7 2 8

1 2 3 8 5 7 6 9 4

7 9 8 6 2 4 1 5 3 06010002528

06010002033

Lösung: STERN

9

3 7 2 06010002529

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 9 2 6 1 4 7 5 3 8

6 5

4

Rebus

Auflösung aus Heft 21

1 2 3 =

5

7 8

Lösung: 847

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Schlank werden - Schlank bleiben. Mit PreCon!

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enn man heute Fotos von Andrea Steiner sieht, kann man gar nicht glauben, dass sie vor ca. einem Jahr noch etliche Kilo mehr gewogen hat. Die attraktive 35-jährige wirkt heute mit sich und ihrer Welt völlig im Reinen. Doch das war nicht immer so, denn als sie bei einer Grösse von 170 cm noch knapp 140 Kilo auf die Waage brachte, war sie alles andere als glücklich. Hinzu kam, dass sie aufgrund des Übergewichts gesundheitliche Probleme hatte.

Heute 82 kg

Früher 140 kg

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Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Zwei Seelen in der Brust Der Basler Künstler Stefan à Wengen zeigt sein Werk «Tondo», 2006. SteFAn à Wengen

Der (Un-) Heimliche

Abgründig Seine Werke wirken bedrohlich, beklemmend,

Foto Fabienne Bühler

sie bleiben im Gedächtnis haften. In Luzern wird das Werk von Stefan à Wengen erstmals in einem Museum gezeigt.

u Beide zeigen Zähne. Doch der Kontrast könnte nicht grösser sein: So sympathisch und offen das Lachen des Künstlers, so abgründig sein Werk «Tondo». Stefan à Wengen, 46, sieht darin keinen Widerspruch. «Jeder hat doch eine dunkle Seite. Ich lebe sie eben in meinen Bildern aus.» Ausgehend vom Fremden, Unheimlichen drehen sich seine Arbeiten um den

Kernpunkt der Furcht. Wie beim folgenden Werk: Schmutzig-gelbes Licht dringt durch das Fenster in ein karges, dunkles Zimmer. Ein Bett, auf dessen eisernem Lattenrost eine Tasche steht. Was da wohl drin ist? Wer die wohl vergessen hat? Der kurze Blick auf den Titel «Folterraum» lässt im Betrachter das pure Grauen der möglichen Antworten aufsteigen. u

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Kultur Geschickt wie ein erfahrener Krimiautor oder ein regisseur von Horrorfilmen spielt der Basler mit Symbolen, Klischees und der lust am Gruseln. Die Abwesenheit jeglichen lebens gemixt mit unheilschwangeren Farben wecken den Eindruck, als stünde ein unglück unmittelbar bevor. Oder ist es bereits geschehen? Die Handlung findet ausserhalb des Bildes statt. «Das Grauen liegt im Auge des Betrachters», sagt à Wengen augenzwinkernd. Dieser bestimme nämlich, wie die Geschichte auf dem Bild ausgeht. Der Künstler stelle nur den Ort des möglichen Geschehens zur Verfügung. Seit den 90er-Jahren beschäftigt sich der in Düsseldorf lebende Stefan à Wengen mit dem unheimlichen. Zuvor in seiner Heimatstadt Basel zum Grafiker ausgebildet, verbringt er im New Yorker Atelier von John M. Armleder, mit dem er befreundet ist, einige Monate. Er versucht sich an abstrakten, geometrischen Bildern. «Doch das war nicht der richtige Weg für mich.» Anschliessend beginnt à Wengen, fasziniert von Zeichen und Symbolen, Piktogramme und Fotografien aus Zeitungen und Magazinen als Grundlage für seine Bilder zu sammeln. 1994 entsteht mit «Hirschen» sein erstes gegenständliches Bild. Dieser Arbeitsprozess hat sich bis heute nicht wesentlich verändert. Im Jahr 2000 macht er mit einer Serie von Baumhäusern (siehe Bild) anlässlich der eidgenössischen Swiss-Award-Ausstellung von sich reden. In der Werkgruppe «Mission» thematisiert der Künstler, dessen Name übrigens kein Pseudonym ist, sondern zu einem alten Basler Geschlecht gehört, den Clash der Kulturen. Stefan à Wengen brachte von drei reisen

die besten

u

Trügerische Idylle Was erwartet einen im «Baumhaus VI», 2003, von Stefan à Wengen?

nach Papua-Neuguinea, die er mit einem befreundeten Ethnologen unternahm, umfassendes Fotomaterial mit. Den Pfahlbauten in düster unheilschwangeren Farben stellte er in seinen Bildern Skulpturen von Hans Arp zur Seite. «Ich habe sie in jenen Kontext zurückgebracht, aus dem die Künstler Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Inspiration schöpften.» Ist das Böse sichtbar? Dieser Frage widmen sich schliesslich die «49 Geisterportraits» aus dem Jahre 2005. À Wengen

hat die Augen von Diktatoren wie Pol Pot, Stalin oder Hitler isoliert und in die Portraits von 15 gewöhnlichen Männern eingesetzt, die er bei einer Bilddatenbank bezog. Aus jedermann kann so ein Bösewicht werden. Die dämonische Dimension ist jedoch nicht sichtbar: und das ist das wahre Grauen. anina rether Kunstmuseum luZern bis 1. 8. di, mi 10–20, do–so 10–18 uhr, tel. 041 226 78 00, www.kunstmuseumluzern.ch

«PAP(I)er fAshIon» Im museum BellerIve

Werbegag macht Mode u Kleider machen Leute – Leute machen

Kleider: Als die amerikanische Scott Paper Company 1966 erstmals ein EinwegPapierkleid auf den Markt brachte, war dies als Werbegag gedacht. Wer Papiertaschentücher, WC-Papier oder Papierservietten dieser Firma kaufte, erhielt einen Bon für ein Wegwerfkleid. Innerhalb von sechs Monaten überschwemmten 500 000 dieser luftig-leichten Papierkleider die USA und Europa. Ein Hype, der zum Zeitgeist der Swinging Sixtys passte und kreative Köpfe zu Höhenflügen animierte. Wie 1968 das A-förmige Hängerchen (l.) von Universal Fashions, «The Big Ones for 68», bedruckt mit Porträts von Stars. Zum Weg-

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schweizer illustrierte

werfen viel zu schön! Die aktuelle Ausstellung visualisiert die faszinierende Geschichte dieser knallig-bunten Ära und reflektiert gleichzeitig die jahrhundertealte Tradition des Gestaltens mit dem Werkstoff Papier. Weitere Exponate aus der Kollektion Atopos (Cultural Organization, Athens) dokumentieren innovative und poetische Kreationen zeitgenössischer Modemacher wie Sandra Backlund, Issey Miyake, Paco Rabanne oder A. F. Vandervorst. isolde schaffter-wieland museum bellerive Zürich bis 1. 8. di–so 10–17, do bis 20 uhr, tel. 043 - 446 44 69, www.museum-bellerive.ch


«Wasser / Farbe»

Fliessend

theater

u Aquarellieren lernen wir schon im Kindergarten. Mit Wasserfarben kann fast jeder umgehen, von der Hausfrau bis zum Hobbymaler. Gut möglich, ist das der Grund, weshalb das Aquarellieren in der Gegenwartskunst ein stiefmütterliches Dasein fristet. Dem möchte das Museum Liner entgegentreten, es zeigt Wasserfarbenmalereien von Künstlern, die dem Umfeld der radikalen Malerei zuzuordnen sind: Markus Bewegt Komposition auf Papier von Weggenmann, Howard Smith, Phil Sims. KM Markus Weggenmann.

MuseuM liner Appenzell Ai Bis 27. 6. Di–Fr 10–12/14–17, sa/so 11–17 uhr, Tel. 071 - 788 18 00, www.museumliner.ch, Publikation CHF 49.– «hermes statt sms»

Lesbar

u Warum in die Ferne schweifen, wenn die eigene Sammlung so reich an Anschauungsmaterial ist? Tatsächlich: «Hermes statt SMS. Kommunikation in der Antike» lautet der witzige Titel der Ausstellung in Basel. 80 mehrheitlich griechische und römische Exponate zeigen, wie Menschen einst nachrichten austauschten: mit Bildern. Im Antikenmuseum werden sechs Themen beleuchtet, darunter auch die «Kommu- Weinselig Satyr und Mänade auf nikation zwischen Mann und Frau». KM Weinkanne, Athen, um 425 v. Chr.

AnTiKenMuseuM BAsel unD sAMMlunG luDWiG Basel Bis 15. 8. Di–so 10–17 uhr, Tel. 061 - 201 12 12, www.antikenmuseumbasel.ch

opera st. moritz mit «le nozze di FiGaro»

Märchenhafte Opernkulisse

u Was für eine Kulisse für «Figaros Hochzeit»: das Festival Opera St. Moritz gastiert dieses Jahr im Waldhaus in Sils. Die «Engadiner Märchenburg» ist wie geschaffen für die Mozart-Oper, die am Schloss des Grafen Almaviva in Aguas spielt. Figaro (Ivan Orescanin) steht kurz vor seiner Heirat und will sich mit seiner Braut (Marina Zyatkova) im Hause seines Herrn (Gabriel Bermúdez) einrichten. Doch im Schloss gehts in Sachen Liebe recht turbulent zu und her, und in all den Irrungen und Wirrungen von Leidenschaft, Liebelei, Flirt und echter Zuneigung finden sich Publikum und Akteure auf der Bühne erst ganz am Schluss zurecht. reA

WAlDHAus sils Gr Premiere 26. 6. um 16.30 uhr, weitere Daten 29. 6–10. 7., Tel. 081 - 837 33 33, www.opera-stmoritz.ch

ercan richter

Foto ADAGP, Paris 2010

Expressiv

u Es muss ein Sommerflor sein, den Ercan Richter, 48, auf die Leinwand bannte (r.): Das Gras oberhalb der rauen Steine ist grün, darunter deuten Farbtupfen auf eine blühende Wiese hin. Seit zwanzig Jahren beschäftigen den 1986 in die Schweiz geflohenen türkischen Maler Themen wie Berglandschaften, Birken, Krieg und Flüchtlinge, siamesische Zwillinge oder auch Masken. Richters Arbeiten sind durchdrun- Idyllisch «Berg», 2004, Öl auf gen von einer grossen Intensität. KM Leinwand von Ercan Richter.

Fortsetzung Letztes Jahr «Der Barbier von Sevilla», nun folgt «Figaros Hochzeit».

GAlerie susAnnA rüeGG Zürich Bis 12. 6. Mi–Fr 14–18, sa 11–16 uhr, Tel. 044 - 211 53 00, www.galerie-poesie.ch

GiorGio morandi

Die Poesie im Alltag

u Giorgio Morandi (1890–1964), einer der beliebtesten italienischen Maler des 20. Jahrhunderts, ist bekannt für seine subtilen, kontemplativen Stillleben. Die bevorzugten Motive des Künstlers aus Bologna waren neben Landschaften und Blumenarrangements auch Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs: Schalen, Gefässe, Kannen, Becher, Vasen und vor allem – Flaschen. Viele seiner Werke können als studien der reinen Form gelesen werden. Über vierzig Werke wurden für die Ausstellung «Die Abstraktion des Reellen» zusammengetragen. Die Schau setzt den Schwerpunkt auf Morandis Blumenbouquets. Diese weniger bekannten Werke bestechen ebenso durch Poesie. AninA reTHer

HôTel Des ArTs Toulon (F) Bis 26. 9. Di–so 11–18 uhr, Tel. +33 (0) 494 916 918, www.hdatoulon.fr schweizer illustrierte

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die besten

kino

Am Strand Ist Paul (Louis-Ronan Choisy) ein Mann für Mousse (Isabelle Carré)?

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DRaMa Le ReFUGe (F) eine schwangere Frau zieht sich nach dem Drogentod ihres Freundes in ein Ferienhaus mit wunderbarer Umgebung zurück.

u Ein wahrlich trauriger Anblick für die elegante Dame (Claire Vernet). Dabei wollte sie ihre leer stehende Pariser Wohnung bloss einem Interessenten zeigen. Vor ihr liegen regungslos ihr Sohn und dessen Freundin Mousse (Isabelle Carré). Sie ist schwanger und schläft, er ist tot. Gestorben an einer Überdosis Heroin. Nach der Beerdigung zieht sich Mousse in ein Haus auf dem Land zurück. Sie möchte jetzt mit ihrem Baby im Bauch allein sein. Doch die Zweisamkeit dauert nicht lange: Mousse bekommt Besuch vom Bruder ihres verstorbenen Freundes. Paul (Louis-Ronan Choisy) ist ein unglaublich gut aussehender Typ mit Charme, der sich sogleich ans Piano setzt und mit einer Melodie ihr Herz berührt. Kann sie sich in diesen Mann verlieben? Ja. Ist er auch zu haben? Nein, denn er ist, wie sich herausstellt, homosexuell. Regisseur François Ozon, 42, ist normalerweise ein erbarmungsloser Beziehungspsychologe: In «Sous le sable» lässt er einen Ehemann urplötzlich verschwinden, in «Swimming Pool»

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treibt er eine verklemmte Schriftstellerin in den Wahnsinn und in «5 × 2» erzählt er die Geschichte einer Ehe rückwärts: Sie beginnt bei der Scheidung und endet beim ersten Kuss. In «Le refuge» zeigt sich der Franzose nun etwas versöhnlicher, wie sich im Lauf des Films herausstellt. An der messerscharfen Analyse des Innenlebens von erwachsenen Individualisten ändert sich dennoch nichts. Die Situationen, in denen sich seine Protagonisten befinden, sind verstörend, die Dialoge von einer hohen Glaubwürdigkeit, und die Inszenierung wirkt wie aus einem Guss. Ozon beweis einmal mehr, dass er einer der besten europäischen Filmemacher ist. «Le refuge» hat vielleicht nicht ganz dieselbe erzählerische Raffinesse wie seine früheren Filme, packend ist er trotzdem. BenJaMin BöGLi

meHr kino-tippS

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thRiLLeR BaD LieUtenant (USa) Werner herzogs Remake des gleichnamigen Films um einen Cop, der sich gefährlich nahe am Verbrechen bewegt.

Das macht den Film aus u Hauptdarsteller nicolas Cage ist ein würdiger nachfolger von Harvey keitel. u Werner Herzog beweist, dass er auch Mainstream-Filme machen kann. u Die Story hat Drive, new orleans passt super als Thriller-Umgebung. 88888 L: 122 Min., R: Werner herzog, D: nicolas Cage, eva Mendes, Val kilmer. im kino.

3

FantaSy LiGhtMakeR (Ch/USa) künstlerisches Spielfilmmärchen, an dem yello-Gründer Dieter Meier nicht weniger als 22 Jahre lang arbeitete.

Darum ist der Film zu empfehlen u Die beiden eher unbekannten Hauptdarsteller passen perfekt zur Geschichte. u Die Story hat trotz melancholischem Grundton eine gewisse Leichtigkeit. u Es wird kein Wort zu viel gesprochen, keine Einstellung ist überflüssig.

Deshalb ist der Film sehenswert u Visuell ist «Lightmaker» eine Wucht und lässt wohl niemanden kalt. u Die Geschichte um einen Jungen und ein instrument ist originell. u Meier beweist einmal mehr, dass er für Überraschungen gut ist.

88888 Länge: 88 Min., Regie: F. Ozon, Darst: i. Carré, L.-R. Choisy, C. Vernet. Start: 3. 6.

88888 L: 87 Min., R: Dieter Meier, D: C. Grolimund, R. Steiger, D. Meier. Start: 3. 6.

Foto Frenetic Films

Zu dritt und doch auf sich allein gestellt


bücher & cds

Der Albtraum einer ganz normalen Familie

Die Amerikanerin Jennifer Haigh zeichnet das Bild einer Familie, die unter der Last der heilen Fassade zusammenbricht.

u Neuengland im Juni 1976: Der Kombi von Paulette McKotch, 35, ist rappelvoll mit ihren Kindern Billy, 14, Gwen, 12, Scotty, 9, und den Siebensachen. Am Steuer sitzt ihre Schwester Martine, 38. Wie jedes Jahr treffen sich alle Geschwister auf Cape Cod. Paulettes Ehemann Frank kommt später nach – der Wissenschafter kann sich wie üblich nur schwer von seinem Labor trennen. «Es war dieses Immergleiche, das Paulette so schätzte, das allsommerliche Ritual, die Illusion von Beständigkeit.» Doch dieser Sommer hebelt ihre Scheinwelt aus den Fugen. Gwen wirkt neben ihrer gleichaltrigen cousine wie ein Puppe. «Ihre Brust war vollkommen flach, ihr Bauch rund wie bei einem kleinen Mädchen.» Als bei ihr das Turner-Syndrom festgestellt wird, schweisst der Schicksalsschlag die Eltern nicht zusammen, sondern treibt sie auseinander. Das Ferienhaus am Meer wird verkauft, die McKotchs lassen sich scheiden. 21 Jahre später: Mit 34 ist Gwen gerade mal 146 Zentimeter gross. Die studierte Anthropologin arbeitet im Keller eines Museums, und «ihre Interessen, Ideen und ihr Alltag glichen eher dem einer sechzigjährigen Nonne». Scott, inzwischen Lehrer an einer Privatschule, kämpft sich derweil mit zwei Kindern durch eine schwierige Ehe. Und Billy, der erfolgreiche Arzt, liebt Männer –

drei neue cds

Foto Asia Kepka

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pop/rock ThE dEad wEaThEr sea of cowards (warner Music)

Jack White III ist ein unikum: Leader der erfolgstruppe The White Stripes, Kopf von The raconteurs und The dead Weather. Als ob eine band nicht reicht! doch so lebt sich das Genie musikalisch aus. diesmal mit sperrig-faszinierendem blues-rock und zirpender elektronik. Neue Klänge mit Sex-Appeal. h. Elias fröhlich

was ausser Gwen niemand in der Familie weiss. Paulette hadert mit dem Älterwerden, und Frank sucht noch immer beruflichen Ruhm. Feinsinnig entwirrt Jennifer Haigh, 42, das komplizierte und emotional aufgeladene Familienkonstrukt und führt die Handlungsstränge zum Schluss subtil wieder zusammen. Dabei offenbart sie Ängste, Träume und Geheimnisse, wie sie jeder von uns kennt. Starke Unterhaltung! isoldE schaffTEr-wiEland

BErührEnd MEin frEUnd sTiEg larsson kurdo Baksi (heyne) u der Journalist Mikael blomkvist und die skurrile Meister-hackerin Lisbeth Salander sind seine erfindung. die (auch verfilmte) Millennium-Trilogie brachte Millionen ein. Zu spät für Stieg Larsson. er starb 2004 an einem herzinfarkt, verglüht an seinem einsatz. Sein Freund zeichnet das bild eines energiebündels und Kämpfers gegen jede Form von rassismus. sUs chaoTisch diE syMMETriE dEr liEBE Maren gottschalk (langen Müller) u Paul und March haben eine intensive, heimliche Affäre. doch ihr fällt es schwer, die zweite Geige zu spielen – neben seiner ehefrau und den buben. Und da ist auch noch Lorenz, ein alter Freund ihrer Familie. March reist in ihr haus nach Frankreich, um eine entscheidung zu fällen. Unterhaltsames, nachvollziehbares Auf und Ab der Liebesgefühle. ino

jEnnifEr haigh auftauchen (droemer)

BEklEMMEnd aUsgElöschT cody Mcfadyen (lübbe) u Frauen verschwinden spurlos und tauchen Jahre später wieder auf. Mit zerstörtem Gehirn. FbIAgentin Smoky barrett jagt einen eiskalten, hochintelligenten Serien-Killer. dieser ist ihr meist einen Schritt voraus – und agiert in unmittelbarer Umgebung. In seinem dritten buch gesteht der Autor der Fantasie des Lesers mehr Spielraum zu. Thriller mit überraschendem Ausgang. sUs

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Jennifer Haigh lebt in Boston (USA) und wurde mit dem PEN Award ausgezeichnet. darum fesselt das Buch u Starkes und stimmiges Porträt einer auseinandergebrochenen Familie. u Jennifer haighs schonungslose demaskierung der einzelnen Protagonisten … u … und wie sich die betroffenen einander wieder annähern.

jazz dino salUzzi El Encuentro (EcM)

Nicht, dass er dem Tango den rücken gekehrt hätte. doch der argentinische bandoneonist Saluzzi hat sich mehr und mehr mit Orchestermusik beschäftigt. Interpretiert vom holländischen Streichorchester Metropole sind die jüngsten Früchte davon auf dieser cd zu hören: sinnliche Musik mit Tiefgang. hanspETEr vETsch

klassik TElEMann dolce e staccato. capriccio Basel (Tudor)

barockunterhaltung vom Feinsten! Telemanns Ouvertüren, Sonaten und concerti sprühen vor Anmut und Virtuosität. Und vor geistvollem Humor, wenn er etwa Türken, russen, Schweizer oder menschliche Typen musikalisch karikiert. capriccio basel spielt mit Schwung und solistischer Finesse. Uli von Erlach schweizer illustrierte

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Politik

Die Ausserrhoder leiden unter Heimatverlust. Deshalb fordern viele: die Landsgemeinde muss wieder her! Besuch in einem Halbkanton, in dem die Probleme der Schweiz wie im Brennglas sichtbar werden.

Im Heimwe


h daheim

Brauchtum Sie sind Biobauern in Gais und pflegen Traditionen: Walter Langenegger, 40, mit Ehefrau Diana, 37, und den Kindern Lukas, 14 (l.), Marco, 12, und Lena, 11. «Wir sind keine Hinterwäldler», sagt Diana, «aber die Versammlung im Ring war erhebend.» Darum stimmen sie am 13. Juni für die Wiedereinführung der Landsgemeinde.

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Politik

«Eine einzelne Generation sollte nicht abschaffen, was über Jahr­ hunderte gewachsen ist» marlies schoch Aber bitte mit E-Mail Patrick Louis, 26, Jurist und jungfreisinniger Politiker, will die Lands­ gemeinde als Gemeinschaftserlebnis zurück. Für Abstimmungen liessen sich im Internet­ Zeitalter bestimmt Alternativen finden, die geheime Wahlen möglich machen. Im Minergie­ haus seiner Eltern in Stein lebt Louis selbst die Verbindung von Technik und Tradition.

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Überflüssig Yves Noël Balmer, 31, SPPräsident im Kanton, meint: «Wir haben definitiv andere Probleme. Um die Landsgemeinde wird ein Kult betrieben.» Seine Heimatliebe: die Aussicht übers Appenzell von seinem Lieblingsplatz ob Herisau.

Gouvernal «Der Regierungsrat hat sehr viel Sympathie und Respekt für die Initianten und deren Anliegen», versichert Regierungsrat Jürg Wernli, 59, im Ratssaal Herisau. Trotzdem lehnen Regierung, Parlament und alle Parteien die Wiedereinführung der Landsgemeinde ab, weil die Stimmbeteiligung deutlich sinken würde.

Mehr Rückgrat Marlies Schoch, 69, findet, in der Landsgemeinde lernen Jugendliche, zu ihrer Meinung zu stehen. Und zur körperlichen Stärkung empfiehlt die Wirtin der «Hundwiler Höhe» eine kräftige Gerstensuppe.

Text SaScha BuchBinder Fotos Kurt reichenBach

H

ügel wie aus dem Fotoalbum. Neben jedem Heimetli der Stall, die Linde. Betörender Blüten­ duft. Heile Welt? Der Schein trügt. Durch Ausserrhoden geht ein Riss. die Landsgemeinde soll wieder her, verlangt eine Volksinitiative und er­ hitzt die Gemüter. Am 13. Juni stimmen die Ausserrhoder über die Wiederein­ führung des 1997 abgeschafften Rings ab. Es geht um Rituale, ums Tempo, um Heimat. Besuch im Appenzellerland, bei Leuten aus dem Volk. Bei Gegnern und Befürwortern der Initiative, die sich in einem Punkt einig sind: Die Heimat ist brüchig, zu viel Vertrautes verschwand in diesen hektischen Zeiten. Es geht um mehr als die Landsge­ meinde. Keinesfalls um einen trotzigen

Rückzug in die Vergangenheit. Jeden­ falls nicht für Marlies Schoch, 69, Wirtin auf der Hundwiler Höhe. Ihr ist die Ver­ ankerung der Menschen wichtig: «Hei­ mat ist, wo man Wurzeln hat. Das sehe ich im Alter immer deutlicher. Wo man Wurzeln hat, kann man sich besser ent­ falten. Man ist ja nicht umsonst da. Das hat schon seinen Grund.» Die Lands­ gemeinde war für sie eine kostbare Tra­ dition, ein Stück Heimat. Aber nicht alle sehen das so. «abe! abe!» Judith Egger, 57, kann noch heute nachahmen, wie das tönte, wenn sie allein auf weiter Flur die Hand hob: «Die Stimmung im Ring war nicht sehr tolerant.» Egger ist Erwachsenen­ bildnerin, Vorstandsmitglied der SP. Sie lebt in einem modernen Einfamilien­ haus, im Garten die traditionelle Linde, aber auch eine Natursteinmauer im Tos­ kana­Stil. Ihr Fazit: «Die Landsgemein­

de war Basis für eine sehr exklusive Zu­ sammengehörigkeit.» Klar, eine Entfremdung, ein Heimat­ verlust haben viele im Kanton erlebt. Aller­ dings sieht Egger den Grund dafür nicht in der Abschaffung des Rings, sondern im wirtschaftlichen Wandel. Es gibt immer weniger Bauern, immer mehr Leute finden anderswo ihre Arbeit. «Nachbarn ziehen weg. Nicht aus Freude, sondern weil sie müssen», erzählt Egger. Die Verbliebenen erlebten das als Heimatverlust, und man­ che fänden ihr neues Zuhause in einer trotzigen Selbstgenügsamkeit. Ausserrhoden, das sind rund 53 000 Einwohner, 36 000 Stimmberechtigte – deutlich mehr als in Innerrhoden (10 000) oder Glarus (25 000), wo die Lands­ gemeinde­Demokratie noch lebt. Für Regierungsrat Jürg Wernli, 59, ist klar, dass der Kanton damit eine kritische u Grösse erreicht hat. schweizer illustrierte

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Exklusiv Die Landsgemeinde war eine Heimat für eine kleine Minderheit. Als Frau und Sozialdemokratin erlebte Judith Egger, 57, die Stimmung im Ring oft als nicht sehr tolerant. «Abe! Abe!», riefen die Leute, wenn die Minderheit die Hand hob, erzählt Egger in ihrem Haus in Speicherschwendi.

Weltoffen Als Schauspieler lebte Hans-Peter Ulli, 54, schon an vielen Orten. Erst im appenzellischen Stein ist der gebürtige Emmentaler richtig angekommen. Im Restaurant Sonder fühlt er sich wohl.

Lob der Langsamkeit Gerade in einer Zeit der globalen Krise müssten die lokalen Traditionen gepflegt werden. Zu Hause in Teufen geniesst der Journalist Hanspeter Spörri, 57, die Ursprünglichkeit des Landlebens.

u Der Ausserrhoder Markus Schefer, Staatsrechtler an der Universität Basel, verfasste ein Gutachten, das die Hürden für eine moderne Landsgemeinde auf­ zeigt. Die Krux: Eine bestehende Lands­ gemeinde geniesst eine Art Heimat­ schutz. Die demokratischen Mängel fallen weniger ins Gewicht als bei einer Wiedereinführung. Und die Nachteile sind beträchtlich. Es fehlt das Stimm­ geheimnis. Die Abstimmungsergebnisse werden nur geschätzt. Die Festlegung auf einen einzigen Tag bedeutet, dass sein Stimmrecht verliert, wer krank ist oder arbeiten muss. Und die direkte Aus­ sprache zwischen Volk und Regierung, die viele Nachteile aufwiegen könnte, ist schwierig bei 36 000 Stimmbürgern. Regierungsrat Wernli, eigentlich ein jovialer Typ, blickt immer ernster, je länger er die Bedenken der Regierung referiert. «Wir haben sehr viel Sym­

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pathie und Respekt für das Anliegen der Initianten», versichert er. Aber vor allem die wesentlich tiefere Stimmbeteiligung sei ein Problem. Und für einmal pflichtet sogar der SP­Präsident Yves Noël Bal­ mer, 31, dem FDP­Regierungsrat bei: «Dank Briefwahl hat sich die Stimm­ beteiligung verdoppelt!» Regierung, Kantonsrat und alle Parteien lehnen die Initiative ab. Eine Umfrage bei 1000 Wahlberechtigten zeigt dagegen: Das Thema spaltet. Die Hälfte der Befragten vermisst die Landsgemeinde. Laut dem Institut GfS finden lediglich 22 Prozent, die bequemere Urnenabstimmung sei ein Gewinn. «natürlich hat die landsgemeinde Mängel. Aber ich verliere lieber an der Landsgemeinde als bei einer Ur­ nenabstimmung», beharrt dagegen der Journalist Hanspeter Spörri, 57. Bei der

«Hier kommt man nicht rein und sitzt an einen freien Tisch. Man setzt sich dazu» Hans-peter Ulli Landsgemeinde könne er im wahrsten Wortsinn für seine Position geradeste­ hen. Die Abschaffung 1997 sei ein Feh­ ler gewesen: «Die Leute haben aus ‹Ver­ rückti› für die Abschaffung gestimmt.» Der Skandal um die Kantonalbank habe das Klima vergiftet. Es war eine Banken­ krise im kantonalen Massstab, für die niemand die Verantwortung übernahm.


Politik

Wieder ist Bankenkrise, und wie­ der geht es um die Landsgemeinde – diesmal aber mit umgekehrten Vor­ zeichen. «Die Landsgemeinde hat etwas Widerständiges», beschreibt Spörri das Besondere der Versammlung. «Ich bin kein Traditionalist, ich kann nicht mal zäuerlen.» Aber auch wenn er nicht jo­ delt, angesichts der weltweiten Krise sei die Besinnung auf Regionales wichtig. Die Verlangsamung der Entschei­ dung durch eine Versammlung, zu der man sich noch hinbemühen muss, sei ein Vorteil, meint Spörri. In einer Zeit, in der Computer in Sekundenbruchteilen Milliarden über den Globus verschieben, wirkt das Lob der Langsamkeit ver­ wegen. Aber Spörri weiss, wovon er redet. Er selbst lebte in Bern als Chef­ redaktor der Zeitung «Der Bund». Bis ihm die Rendite­Anweisungen aus der Zürcher Zentrale zu viel wurden. Heute

ist er wieder in seinem Geburtsort Teufen, sitzt in der Stube seines alten Bauernhauses und setzt seine Worte so sorgfältig, als platzierte er Pralinen auf einen Teller. Widerständigkeit meint nicht Abschottung. Im Gegenteil: Hans­Peter Ulli, 54, gebürtiger Emmentaler, erlebt die Appenzeller als aufgeschlossen, ge­ sellig. Schauspieler Ulli hat schon an vie­ len Orten gelebt. Aber jetzt ist er ange­ kommen. Aus Stein möchte er nie wieder weg. Stein: Schaukäserei, 1346 Seelen, 94 Vereine und das Restaurant Sonder, wo Ulli wie ein alter Appenzeller be­ grüsst wird. «Hier kommt man nicht rein und sitzt an einen freien Tisch. Man setzt sich dazu.» Und erlebt Brauchtum: Wenn am Tisch gezankt wird, «dann fängt plötzlich einer an zu zäuerlen. Die ande­ ren stimmen ein, zum Schluss wird ge­

klatscht – und dann streiten sie weiter», erzählt Ulli und lacht. Er sei hier mit offenen Armen empfangen worden. Auch bei unserem Gespräch bleiben wir nicht lange allein. Zum Schluss sit­ zen wir zu sechst am Tisch, reden über den Beginn der Nacktwanderer­Saison und darüber, warum Ausserrhoder zwar weltoffen sind, aber niemals in Inner­ rhoden leben könnten. Dann kommt die Spezialität des Hauses: ein «Grüsige». Hier werden die Dinge noch beim Namen genannt – der Selbstgebrannte schmeckt, wie er heisst. Eine Welt wie diese, wo man nicht hintenrum anders handelt als angekün­ digt, wo man «Gutzi ha mues», zu seiner Meinung steht – Ulli gefällt das kolossal. Aber Staatsrechtler hegen Bedenken. Patrick Louis, 26, ist frischgebackener Jurist. Er wohnt bei seinen Eltern, die in Stein ein Minergiehaus gebaut haben, u schweizer illustrierte

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Politik und erklärt, wie man seiner Meinung nach das Problem lösen könnte. Louis hat mit drei Kollegen eine Petition für eine «Kombi-Landsgemeinde» lanciert. Ihre Idee: Die Abstimmung soll nicht nur per Handzeichen, sondern auch mit Alternativen möglich sein. Etwa mit SMS, E-Voting oder vorab per Brief. «Die Stimmabgabe sollte nicht zu einer Mutprobe werden», erklärt er. Mut? Biobäuerin Diana Langenegger, 37, war nur einmal selbst im Ring. Aber sie fand nichts dabei, die Hand so zu heben, wie sie es für richtig hielt. «Danach sassen wir doch im Wirtshaus wieder zusammen.» Langenegger bauert mit ihrer Familie in Gais. Sie findet wichtig, dass noch einmal abgestimmt werden kann. 1997 hätten viele eine «Täubi» wegen des neuen Frauenstimmrechts gehabt. Die Mehrheit im Ring sei extrem knapp gewesen. Die Regierung erklärte das Frauenstimmrecht für angenommen, und die Unterlegenen meinten: «Die machen mit uns, was sie wollen!» Aber deswegen eine heimatliche Tradition wie die Landsgemeinde einfach wegwerfen? Das sei doch ein Fehler! Und die Heimat? Was ist das denn nun? «Unsere Freiheit hier!», sagt die Bäuerin ohne Zögern.  u

Sinn für Tradition Das Bundesratsbüro von Hans-Rudolf Merz, 67, ziert ein Alpaufzug.


Hans-rudolf Merz, fdP-bundesrat aus ausserrHoden

«Jedem sein Platz im Leben» Herr Merz, Sie haben immer eine Bibel und Goethes «Faust» im Gepäck. Ist das Ihr Stück mobile Heimat? Die Bücher sind meine seelische Lebensversicherung. Das hat sich so eingebürgert, als ich viel im Ausland unterwegs war, in Ländern, in denen Geiselnahmen häufig sind. Wenn ich entführt worden wäre, hätte ich wenigstens diese Bücher gehabt, um mich zu beschäftigen. Mit Heimat hat das nichts zu tun. Was ist Heimat für Sie? Der Ort, an dem es einem wohl ist. Heimat ist, wo man aufgewachsen ist, seine Wurzeln hat – für mich das Appenzellerland. Was ist so besonders daran? Sicher die Landschaft: Zunächst sanfte Hügel, die immer rauer werden, je mehr man sich dem Säntis nähert. Immer wenn man wieder auf so einen Hügel kommt, hat man eine über­ raschende Aussicht. Das ist einmalig und wird noch angereichert durch die

Streusiedlungen. Die Siedlungsart gibt einen Hinweis auf die gesellschaftliche Situation. Jedem sein eigener Platz? Genau: jedem sein Platz im Leben. Die Appenzeller sind freiheitsliebend. Das ist kein Schlagwort. Seit der Loslösung mit der Schlacht am Stoss, also seit 1405, hat sich das erhalten. Ein besonderer Menschenschlag? Appenzeller sind witzig. Sie behalten auch in schwierigen Situationen ihren trockenen Humor. Und sie sind bescheiden, weil sie mit wenig aus­ kommen müssen – in der voralpinen Hügellandschaft wird man nicht reich. Sie lebten längere Zeit in Lateinamerika. Was fehlte Ihnen damals? Ich bereiste beruflich Lateinamerika, Arabien, Afrika, aber rechtlich war mein Domizil immer in Herisau. Was mir gefehlt hat? Eigentlich nichts. Andere Menschen bauen sich auch ihr Nestchen, und ich habe mich in diesen Nestern immer wohlgefühlt. Aber klar:

Die Freunde, das kulturelle Netz, das fehlte manchmal. Gerade das Appen­ zell hat ein reiches Netz traditioneller Kultur, ein Brauchtum, das dem Jahresrhythmus folgt. Wenn Sie in der Presse lesen, beim Wandern im Alpstein sehe man Ihnen «schwere emotionale Absacker» an – geht da ein Stück Heimat verloren? Der Artikel war eine richtige Zei­ tungsente! Was stimmt: Wenn ich wandere, werde ich erkannt. Viele freuen sich, mich mal wieder zu sehen, andere sagen: «Auf den Mo­ ment hab ich lange gewartet. Ich hab da ein Mehrwertsteuer­Problem …» Aber das ist meine ganz spezielle Situation. Heimat ist immer persönlich. Natürlich – und weil ich nicht unhöflich sein will, weiche ich aus, indem ich auch mal im Vorarlberg wandere. Wenn ich mit meinen Gedanken allein sein will, ist der Alpstein sicher nicht der richtige Ort.


Party Trägt das spannendste Beinkleid des Abends: Claudia Weber («Schweiz aktuell»), Reto Brennwald, («Arena»).

Sitzen in der ersten Reihe: Fernsehdirektor Ueli Haldimann (l.), Sehr-oft-«Club»-Gast Rudolf Strahm, Journalistin Esther Girsberger.

War Gast im allerersten «Club» 1985: Schriftsteller Adolf Muschg (l.) mit alt Vizekanzler und DRS-Ombudsmann Achille Casanova.

TalkmasterVermittlerin Marion Preuss mit Filmregisseur Rolf Lyssy («Die Schweizermacher»).

Wiedersehen der «Club»-Stars 25 Jahre «Club»: die TV-Sendung zum Jubiläum, vor und hinter der Kamera!

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ie berühmteste Diskussionssendung der Schweiz feiert Geburtstag. Mit 170 Geschenken! Denn 170 Persönlichkeiten, alles ehemalige «Club»-Gäste, verfolgen den Jubiläums-Talk im SF-Studio Leutschenbach. Auch wenn sich viele noch nie persönlich begegnet sind, braucht sich niemand mit Namen vorzustellen («Ah, Sie sind doch der …»). Alle sind bekannt, geachtet oder gefürchtet – «und alle schrieben hier ‹Club›-Geschichte», sagt Redaktionsleiterin Christine Maier, die zusammen mit Röbi Koller die Sondersendung moderiert. Wo sonst trifft etwa Schriftsteller Adolf Muschg, allererster «Club»-Gast (8. Januar 1985, Thema: «No future») auf Sängerin Nubya und den Berner Broncos-Anführer und Stadtrat Jimy Hofer? «Tagesschau»-Mann Matthias Aebischer outet sich als Riesenfan von Schauspielerin Heidi Maria Glössner («Ich habe Sie letzthin in Bern beim Joggen gesehen, Herr Aebischer!»); und ein leerer VIP-Stuhl verleitet Viktor Giacobbo zur Frotzelei, der sei für den

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Dokumentarfilmerin Astrid von Stockar, Werber Frank Bodin, «SonntagsBlick»-Chefredaktor Hannes Britschgi (r.).


«Zeigefinger der Nation»: Ex-«10 vor 10»Mann Walter Eggenberger mit Otto C. Honegger (l.).

André Dosé, Ex-CEO Crossair, Swiss, Gulf Air, und Peter Grütter, Ex-Kapo-Chef St. Gallen und Zürich (l.).

Cécile Bühlmann, Stiftungsratspräsidentin Greenpeace Schweiz, Urs Leuthard, «Rundschau».

TV-Allrounderin Helen Issler, Thomas Schäppi, Redaktionsleiter «Tagesschau».

Autor und Psychoanalytiker Jürg Acklin, Georg Kohler, Professor Politische Philosophie (r.).

Mit neuem Partner: Pfarrerin Katharina Hoby mit ihrem Freund, Andrea Marco Bianca, reformierter Pfarrer von Küsnacht ZH. War «Club»-Gast zum Thema «Diagnose Krebs»: Rita Fuhrer mit Ehemann Fredi.

Sie führen durch den Jubiläums«Club»: Redaktionsleiterin Christine Maier, Moderator Röbi Koller.

Claude Béglé, zurückgetretener PostRadiolegende Elisabeth Schnell Verwaltungsmit «Mister Glückskette», ratspräsident. Roland Jeanneret.

Sind sich für einmal ganz nah: Daniel Vischer (Nationalrat Grüne ZH) und Ulrich Schlüer (Nationalrat SVP ZH). Ex-Geheimdienstler Peter Regli (Fall Bellasi), Bruno Gehrig, VR-Präsident Swiss Life (r.).

Aargauer FDP-Ständerätin Ruth Genner, grüne Zürcher Stadträtin, Franziska Christine Egerszegi, Teuscher, NR Grüne BE, Christine Goll, NR SP ZH (v. l.). Andrea Hämmerle, Bündner SP-Nationalrat.

Arbeitsort: in den Bergen. Hotelier Art Furrer, OutdoorFotograf Robert Bösch (r.). schweizer illustrierte

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Party

Nationalrätinnen (v. l.): Chantal Galladé (SP ZH), Susanne Leutenegger Oberholzer (SP BL), Kathy Riklin (CVP ZH).

André Lüthi, CEO Globetrotter, Petra Rindova Stelzer, Ärztin, Toni Frisch, Stv. Direktor Deza (v. l.).

Papst reserviert. Worauf Generalvikar Roland-Bernhard Trauffer kontert, wenn er hier sei, komme der Papst bestimmt nicht. Für Aufsehen sorgt Pfarrerin Katharina Hoby, die sich erstmals mit ihrem Freund, dem Küsnachter Gemeindepfarrer Andrea Marco Bianca, zeigt. Während Hotelier Art Furrer vom Wallis und Mäzen Bruno Franzen vom iPad schwärmen, hat man bei Ex-Geheimdienstler Peter Regli noch immer den Eindruck, er habe die Affäre Bellasi nicht restlos verdaut. Welcher der 1200 «Clubs» war der legendärste? Man ist sich uneinig, erkürt aber die abartigste Sendung: 1986 wars, da lallte der besoffene Künstler Dieter Roth, er müsse jetzt «go seiche». «Club»-Legende Ueli Heiniger fasst die 25 Jahre so zusammen: «Der ‹Club› erspart vielen den Psychiater!» Text Marcel HUwyler, Fotos Hervé le cUnFF

Schauspielerin Heidi Maria Glössner («Die Herbstzeitlosen»), Matthias Aebischer, «Tagesschau».

Der kranke Roland-Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel (r.), wird von einem Begleiter gestützt.

Miss Schweiz 1997 Tanja Gutmann, Berner Stadtrat und BroncosAnführer Jimy Hofer.

Sexberaterin Eliane Schweitzer, Paartherapeut Klaus Heer.

Urs Meier, Ex-FussballSchiedsrichter.


Skandal«Club». 1986: Künstler Dieter Roth flucht und trinkt.

«Club»-Uelis: Ueli Schmezer moderierte bereits als 27-Jähriger die Sendung, Ueli Heiniger (r.) war Gastgeber in 496 Sendungen.

party-facts Modedesignerin Christa de Carouge posiert mit der Sängerin Nubya (r.).

Gastgeber SF Redaktion «Club» Am meisten gelobt Rita Fuhrer für ihren eindrücklichen «Club»-Aufritt zum Thema Krebs Im Gespräch Pfarrerin Katharina Hoby und ihr Freund Vermisst Abenteurerin Evelyne Binsack (verwechselte das Datum) Augenfällig Christa de Carouges Kopfschmuck Food Kalte und warme Häppchen. Top: Tatar auf Kartoffelstock-Küchlein Party-Rating

FDP-Politiker: Die Zürcher alt Ständerätin Trix Heberlein und der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen.

Blochers Schwester: Judith Giovan- Werner De Schepper, nelli-Blocher, Sozialarbeiterin stv. Chefredaktor «Aargauer und Buchautorin, Ehemann Sergio. Zeitung», Bruno Franzen (l.).

«Die spannendsten Köpfe der Schweiz an einer Party – ein seltenes Vergnügen»

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Party

Sorgen für das passende Ambiente: «Giessbach»Hotelierfamilie Judith, Franz und Vera Weber (r.).

Gossweilers TV-Gesichter: Koch René Schudel, Corinne Wacker, Mark van Huisseling (r.). Die Berge als Energiequelle: Regisseur und Preisträger Marc Forster mit seiner Mutter Ulli.

«Ob in Afghanistan oder Obwalden – die Mentalität der Bergler ist dieselbe.» Musiker Luke Gasser (l.).

Weltstar ganz bescheiden Hollywood-Glamour am 10. Giessbach Meeting in Brienz!

E

s ist nicht die Oscar-Verleihung, wir haben ein leicht kleineres Budget, aber wir geben alles.» Gastgeber Urs Gossweiler, Verleger der «Jungfrau Zeitung», verspricht nicht zu viel. Das 10. Giessbach Meeting im zauberhaften Grandhotel berührt Publikum und Preisträger Marc Forster gleichermassen. In seiner Dankesrede erzählt der Schweizer Hollywood-Regisseur eine kleine, schöne Geschichte aus seiner Kindheit in Davos – und hält, von den Gefühlen ergriffen, plötzlich inne. Der Mann, der mit Weltstars wie Halle Berry, Dustin Hoffman und Daniel Craig gedreht und mit «Monster’s Ball», «Finding Neverland» und dem Bond-Thriller «Quantum of Solace» das Kinopublikum begeistert hat, überrascht im «Giessbach» mit seiner Sensibilität. «Bewundernswert bescheiden, berührend emotional», bringt es Nationalrat Adrian Amstutz auf den Punkt. Für «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel ist Forster ein Mit einem Stein «für die Schweiz selten genialer Geschichtenerzähler mit bergle- vom Schilthorn: rischer Bodenhaftung». Text sTefan regez, fotos kurT reichenbach Preis Herbert.

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schweizer illustrierte

«Berge machen weltoffen und beweglich.» Laudator Roger Köppel mit Gattin Tien.

Gossweiler-Freunde: Daniel Kaczynski (l.), Claudia Kaczynski-Coninx, Martin Coninx.


smalltalk mit

Marc Forster Die Macher des Swiss Economic Forum: Peter und Annemarie Stähli, Susanne und Stefan Linder (v. l.).

Stolze und herzliche Gastgeber: Beatrice und Urs Gossweiler mit Preisträger Marc Forster.

Hat alle Bond-Filme gesehen: Olympiasiegerin Tanja Frieden Von Marc Forster tief BDP-Ständerat Werner mit ihrem Schatz, Skitrainer beeindruckt: SVP-Nationalrat Luginbühl mit Gattin Barbara. Stefan Abplanalp. Adrian Amstutz mit Frau Esther.

Herr Forster, was bedeutet Ihnen der Herbert? Für mich ist er eine grosse Ehre. Der Preis steht für die Berge und für den 1993 verstorbenen Vater von Urs Gossweiler. Die Steinplatte in der Skulptur kommt vom Schilthorn. Kein Zufall! «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» ist mein Lieblings-Bond. Mich haben die spektakulären Skiszenen und die Bergwelt rund ums Schilthorn immer fasziniert. Und Regisseur Peter R. Hunt hat einen tollen Job gemacht. Was steht bei Ihnen als Nächstes an? Anfang Juli startet der Dreh zu «Machine Gun Preacher». Wir verfilmen die wahre Geschichte des Amerikaners Sam Childers, der vom Drogenhändler zum Wohltäter wird und im Kriegsgebiet im Sudan ein Waisenhaus eröffnet und Kinder rettet. Die Hauptrolle spielt Gerard Butler, wir drehen in Detroit und in Südafrika. Oh, dann sehen Sie vor Ort die Fussball-WM? Leider nein. Ich bin dann in den USA. Schlägt Ihr Herz für die Schweiz oder für Deutschland? Was für eine Frage (lacht)! Ich bin in Davos aufgewachsen, ich bin für die Schweiz.


Party

Geniessen den Abend: Marco Jelinek (Mercedes-Benz) mit seiner Ehefrau Eliane.

Die Celtic Stars mit dem amtierenden Weltmeister im Irish Dance John Carey.

Show der Superlative

Pepe Lienhard und Christine Köhli freuen sich auf Ronan Keating.

tanzen, singen, lachen: «skydance» feiert premiere im Zürcher Hallenstadion

Urban Neuhäusler, CEO Athleticum Sportmarkets, mit Partnerin Doris Hodel.

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as Konzept von «Skydance» ist so einfach wie genial: Alles, was das Publikum liebt, erlebt man in einer einzigen Show: Tanz, Musik, Artisten, Comedians. «Eine faszinierende Mischung», sind sich Marco solari, Georges Kern und franz Julen einig. Bandleader pepe Lienhard freut sich auf Popstar ronan Keating, während Noël, der Sohn von silvia affolter, vor allem dem Auftritt von Rapper Bligg entgegenfiebert. Und Leichtathletin Linda Züblin trinkt beim VIP-Dinner entspannt ein Gläschen – trotz Wettkampf anderntags. «Das liegt schon drin. Und der Ausgang ist eine gute Ablenkung!» Dafür hat sie sich genau die richtige Show ausgesucht.

Daniel Münster von Beiersdorf mit seiner Lebenspartnerin Andrea Meshesha. Georges Kern (IWCFranz Julen, Chef von Chef, l.) mit Manor-CEO Intersport International, Bertrand Jungo. mit seiner Frau Antoinette.

Text AndReA voGel, Fotos HeRvé le CunFF

Begeistert von der Show: Olivier Burger von PKZ mit seiner Frau Hilda Burger-Calderon.

Roger Märki (Möbel Märki) und seine Freundin Breda Vindis sahen vor «Skydance» auch Whitney Houston im Hallenstadion. SI-Chefredaktor Nik Niet- Hanspeter Bachmann, Generalhammer mit Silvia Affolter direktor Suzuki Schweiz, mit seiner Ehefrau Iris. und deren Sohn Noël.

party-facts Gastgeber Schweizer Illustrierte und Manor für 80 Gäste Tatort Hallen­ stadion Zürich Food Melonen mit Parmaschinken, Kalbshuftmedaillons mit Spargeln, Himbeervariationen Aufgefallen Good­News­Legende andré Béchir trug anstelle eines all­access­ Passes nur einen Visitor­Badge Party-Rating

«Nur die besten sind gut genug in der Giga­Show»

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Leichtathletin Linda Züblin geniesst den Ausgang mit Mutter Katja.

Entspannt: Karin Heliopoulos (Coop) mit ihrem Partner Claus-Uwe Rieth.

In der «Üsserschwiiz»: Urs Zenhäusern (Direktor Wallis Tourismus) und Gattin Andrée.


immer wieder

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20 verführerischen Nuancen.


Party

Luftibus: Simon Ammann spielte nicht mit, kam aber per Heli auf Stippvisite, begrüsst von «Hausherr» Didier Cuche.

Lospech & Wetterglück Swiss-Ski-Golfturnier jurassisch beschwingt

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ine Woche Dauerregen, aber am Turniertag eitel Sonnenschein im Jura. Didier Cuche freute es besonders: Im Golfclub Les Bois hat er Heimrecht. Weniger Glück dafür bei der Tombola. Der Abfahrts-Weltcupsieger gewann ein Wochenende als Zuschauer in Adelboden! Cuche trocken: «Den Preis könnt ihr weitergeben. Slalom interessiert mich nicht so.» Fränzi Aufdenblatten kam aus den Veloferien in Mallorca. «Golf ist ein guter Aufbau. Mein rechtes Bein ist nach der Verletzung noch viel zu dünn.» Schon «110 Prozent zwäg» ist Dominique Gisin. Sie kam aus den Badeferien in Kreta mit Schwester Michelle. Da blieb Bruder Marc nur der Neid: Seine «NachsaisonFerien» verbringt er in Magglingen: Sportler-RS. Text iso niedermann, Fotos bruno voser

Die Schläger gekreuzt: Bruno Kernen (l.) und Rainer Salzgeber mit Conny Kissling. Ehemann Urs ist jetzt übrigens Dr. Lehmann.

Gut gewirtschaftet: Annalisa Gerber, Marketing Swiss-Ski, mit Giuseppe Loffredo, Mazda Schweiz (l.), und David Jäger, Emmi.

Grundkurs: Patrick Küng Leben aus dem Kofferzeigt Nadia Styger die raum: Fränzi Aufdenkorrekte Schwunghaltung. blatten macht sich bereit.

Abgefahren: Paul Accola (l.) und Walter Tresch.

30,4: Die Gisin-Kids Marc (7,0), Dominique Ski-Direktor Denis Vaucher (9,6) und Michelle (13,8, v. l.) mit Handicap-Summe im Einzelspieler-Bereich. (r.), Peter Schmid, Coop.


NOTabENE

K

I phone, also bin ich

Chris von Rohr

ürzlich las ich in einem Bericht über einen sie heraussuchen. So wartete man als Anrufer einen geeigne­ Mann namens Jack, kinderlos, in einer Be­ ten Zeitpunkt für das Telefonat ab und war sich meistens auch ziehung lebend, mit einer überbordenden der Situation des Angerufenen bewusst. Es gehörte sich nicht, Liebe zur Technik. Er nutzte alle Funk­ um die Mittagszeit in einem Privathaushalt anzuläuten, denn tionen, die sein Handy bot. Das Teil ver­ dann wurde gegessen oder gekocht – man wollte ja nicht, dass waltete sozusagen sein ganzes Leben, und die Speise am Pfannenboden hocken bleibt, weil man wegen Jack hatte die Welt in der Tasche. Seine des Läutens abgelenkt wurde. Auch spätabends galt es als un­ Beziehung verformte sich schleichend zu anständig, es schrillen zu lassen. Das weckte unter Umständen einem Dreieck: Jack, seine Freundin und die ganze Familie auf – man konnte den Apparat weder auf laut­ das iPhone. Das reinste Horrorszenario! los stellen noch ausschalten. Weil der Akt des Telefonierens ein so heikler war, bemühte Wer heute ein Telefon kauft, erhält in Taschenformat ein Gerät, das ausser einem Reservefallschirm beinahe alles man sich, ihn zu vermeiden. Termine wurden längerfristig ab­ beinhaltet. Der Umgang damit wird zum Eiertanz. Die Aus­ gemacht, damit man nicht extra anläuten musste. ABMACHEN geburten dieser Möglichkeiten und der permanenten Erreich­ – versuchen Sie das mal Ihren Kindern beizubringen! Heutige Teenies bringen es kaum fertig, etwas definitiv barkeit machen Freude, aber auch viel Druck. Man macht spon­ abzumachen. Alles läuft spontan, und so lassen tan ab und hat die Möglichkeit, ebenso spontan nicht zu erscheinen. Eine simple «short message» «Das Leben sich die Kids alle Optionen offen, müssen sich nicht festlegen. Ohne SMS fühlen sie sich von der befreit einen, wenn sich die Lust auf ein Date mancher Welt verlassen. urplötzlich verflüchtigt. Gewisse charakterlose Erdenbewohner beenden sogar Beziehungen via Menschen Mein erstes Handy hatte die Form eines SMS. Das Leben mancher Menschen droht im droht Kleinkoffers. Der Hörer an einem Kabel, und die wahrsten Sinne des Wortes drahtlos zu werden. Tastatur leuchtete knallgrün – wenigstens für eine halbe Stunde. Es war der neue Thrill schlechthin, Ich mag Spontanität. Wenn es darum geht, mit drahtlos zu irgendjemandem von irgendwo aus anzurufen, meinen Liebsten im Affekt eine Nachtwanderung zu werden» auch wenn man gar nicht viel Wichtiges mitzutei­ unternehmen, ein Lagerfeuerchen zu entfachen, len hatte. Ich war auch froh darüber, jemanden spontan nochmals unter die Decke zu kriechen oder einen Match reinzuziehen. Wenn ich mal nicht mehr Spass habe frühzeitig davon in Kenntnis setzen zu können, wenn ich auf­ an diesen Dingen, dann ist für mich klar, dass ich alt geworden grund einer Panne oder eines Staus zu spät zum vereinbarten bin, und ich gehe mir einen dieser reizenden Gehstöcke aussu­ Treffen kam. So konnte man allenfalls abwägen, ob der Warten­ chen, die sie in der Apotheke anbieten. Es gibt ganz herzige mit de in aller Ruhe einen Kaffee trinken gehen könnte oder ob man eingeritzten Müsterli. Anyway: Nach dem Motto «Jetzt oder nie» das Treffen verschieben sollte. greife ich gern spontan zum Telefon, wenn ich an jemanden den­ Heute hat der Homo sapiens mindestens ein Phone im ke, den ich länger nicht gesprochen habe, obwohl er mir gefühls­ Sack. Er verfügt über die Möglichkeit, sich jederzeit bemerk­ mässig nahesteht. Umgekehrt freue ich mich über einen unerwar­ bar zu machen und sich mitzuteilen. Aber vor allem zweckent­ teten Anruf oder eine SMS, die eigentlich nur eines sagt: Ich fremdet er sein Gerät ja gerne dazu, völlig sinnfreie und nutz­ denke gerade an dich, habe dich nicht vergessen. Du magst weit lose Sauglattismen durch den Äther zu spedieren. Eigentlich fehlt bloss eine Sache an diesen Allerweltsgeräten: der Zapf­ weg sein, aber meine Gedanken sind mit dir. Gruzzis. Es ist gar nicht so lange her, da waren die Telefone fest hahn – damit man rasch per Internet ein Bier bestellen und es in der Wand verankert, und das Telefonieren war ein sehr be­ auch gleich rauslassen kann. Das ist den Elektronikdruiden wusster Prozess. Man musste sich zum Telefon hinbegeben und offenbar noch nicht gelungen. So schütteln wir halt weiter konnte nicht gleichzeitig baden, tippen, rüsten oder Kaffee ma­ die virtuellen Haribogummibärchen in unseren Rachen und chen. Jede Nummer musste einzeln per Drehscheibe gewählt freuen uns, dass die Bauchblähungen ausbleiben. Der Appetit  werden. Verhedderte man sich, hiess es von vorn anfangen. Es bleibt. Der Appetit auf das richtige, fassbare Leben. gab keine Korrekturfunktion. Die Nummern waren nirgends programmiert. Man musste ein Büchlein zur Hand nehmen und Chris von rohr, 58, Musiker, Produzent und Autor

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«Edith, Du machst das bestimmt super!» u Ein Baby für Edith,

SI 20/2010 «Welch grosse Freude, zu hören, dass edith Hunkeler Mutter wird! sie ist eine wunderschöne, aufgestellte, mutige und tolle Frau. Ich habe sie in einem sportcamp in sardinien im Jahre 2000 kennengelernt. Bei jeglichen Aktivitäten und sportarten war sie damals mit dabei. Nichts konnte sie aufhalten. so wie ich edith kennengelernt habe, kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich mit ihrem Kind auf die Wiese oder in den sandkasten setzt. Ich wünsche ihr und ihrer Familie viel Freude mit dem ‹chline sunneschyn›. edith, Du machst es bestimmt super!» Marie-Claire Betschart, per E-Mail

«Wir wünschen edith Hunkeler und ihrem Baby alles, alles Gute. sie wird diese neue Aufgabe super meistern, auch wenn sie im rollstuhl ist. Wir wünschen ihr das Beste und alles Liebe.»

dass sie auch künftig Anlass haben werden, die Leistungen der schweizer Diplomatie lobend zu erwähnen.» Lars Knuchel, Chef Information, Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)

stones wurde 1971, nicht 1972 eingespielt. Ferner haben sich die stones nie selbst «grösste rock-Band der Welt» genannt. Dieses etikett hat sam Cutler erfunden, ihr Tour-Manager 1969, der die Konzerte mit

diesen Worten eröffnete. Der Band war es eher peinlich, es schien ihnen übertrieben; andererseits haben sie es ihm auch nicht ausdrücklich untersagt …» Arthur Flückiger, Bern

impressum Nr. 22, 99. Jahrgang. Erscheint montags BeglauBigte auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362

es heisst mutter unD nicht mami u Mister Schweiz und seine Mutter, SI 20/2010 «Vielen Dank für Ihr wirklich gutes Heft. Aber etwas stört mich: Hören sie doch bitte auf, immer wieder statt dem schönen, ehrenvollen Wort Mutter den kindisch-süssen Begriff Mami zu verwenden! Mami gehört nur in die Familie und nicht ins Heft. ein Mister schweiz und sein Mami – nein, das geht gar nicht!» Vreni Grigis, Jenaz GR

korrektur zu Den rolling stones u Bücher & CDs, SI 20/2010 «Das ‹exile›-Album der rolling

Familie Krummenacher, per E-Mail

Der rosen-Dank Der willi Diplomatie u Rose der Woche an die Botschafterin in Bangkok, SI 21/2010 «Besten Dank für die schöne rose, die sie heute ins Bundeshaus West lieferten und die wir stellvertretend für unsere Botschafterin in Bangkok entgegennehmen durften. Botschafterin Christine schra«Das Nacktwandern haben ner Burgener und ihr Team wir hier verboten. Dafür freuen sich über diese Form der haben wir jetzt Probleme mit Anerkennung. Und wir hoffen, dem Burkawandern.» schreiben sie uns ihre meinung schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

aBonnements-Dienst (telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch reDaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch ChefreDaktor Nik Niethammer VerlagsDirektor Urs Heller stV. ChefreDaktor/naChriChtenChef Stefan Regez mitglieD Der ChefreDaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der nachdruck sämtlicher artikel und illustrationen ist verboten. für den Verlust nicht verlangter reportagen übernimmt die redaktion keine Verantwortung.


Die Liste

10 fiona Hefti

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von bettina portmann

2 3 4 5 6 7 Stilsicher In ihrem Blogg (http://fionas-trouvailles. blogspot.com) berichtet Fiona Hefti über Neues aus der Modewelt und präsentiert ihre Entdeckungen jeweils in «Les Trouvailles de Fiona» – das nächste Mal am 5. Juni im «Kaufleuten». Die Miss Schweiz 2004 und Mode-Journalistin lebt mit ihrem Mann Christian Wolfensberger, 39, und Sohn Juri, 9 Monate, in Zürich.

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meine Wohnung baby-sicher machen Juri wird immer mobiler und krabbelt jeweils zielsicher auf die gefährlichste Ecke in der ganzen Wohnung zu … nach London fliegen und mir dort die Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London über Grace Kelly anschauen. Ihr Stil-Bewusstsein war einzigartig!

Den balkon neu bepflanzen Ich freue mich schon jetzt aufs Kochen mit den eigenen frischen Kräutern! Die Kräuter regelmässig tränken ist wieder eine andere Geschichte … Wieder in paris leben Ein paar Jahre meines Lebens (1996–1998) verbrachte ich bereits in der Stadt an der Seine – das würde ich gerne wieder tun. Mich fasziniert Paris, und meinem Französisch würde es auch guttun. täglich meine bauchübungen machen Sonst wird das nichts mit dem flachen Bauch im Bikini … mein auto putzen Dass noch kein Moos an den Scheiben wächst, ist direkt ein Wunder! Klavier spielen lernen Mein Mann und ich haben von meinen Schwiegereltern auf die Hochzeit einen Flügel geschenkt bekommen. Bisher wurde kaum darauf gespielt. Das würde ich gerne ändern. Durch russland reisen Von Moskau, wo ich das Bolschoi-Ballett tanzen sehen möchte, würde mich meine Reise über Sankt Petersburg bis nach Kamtschatka führen. Wieder mehr bücher lesen und ins Kino gehen. Dazu komme ich zurzeit leider viel zu wenig. meine Haare schneiden lassen Wie kurz, werde ich dann auf dem Coiffeurstuhl entscheiden.

Foto Geri Born

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Die grüne Welt des Lunik-Stars Bertrand Piccard „Ich will anderen Mut machen“

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Mode-Trend: BohemienLook


Fotos: Susanne Märki (2), esther Herzog (1)

gruen

editorial Sonnenenergie! Piccard hebt ab GRUEN wie Bertrand Piccard. Die Truppe, die im Hangar von Payerne VD ihren Traum verwirklicht, ist hochkarätig: Bertrand Piccard hat im Ballon die Welt umrundet. Sein Partner André Borschberg ist Ingenieur, Kampfpilot und hat McKinsey-Vergangenheit. Den Flugleiter kennen wir auch: Claude Nicollier, erster Schweizer Astronaut, viermal im Weltall. Die drei arbeiten fast Tag und Nacht an Solar Impulse, am ungewöhnlichsten Flugzeug der Welt. Der HB-SIA ist breit wie ein Airbus A340 (Flügel-Spannweite 63,4 Meter!), aber nur 1600 Kilo schwer. Piccard: «Wir zeigen, dass die Sonne so viel Energie liefert, dass wir unendlich fliegen können.» Ein Mann hebt für eine bessere Umwelt ab – und findet im grossen SI-GRUEN-Interview klare Worte. Seite 18. GRUEN wie Viviana Buchmann. Den grünen Abenteurer Bertrand Piccard kennt in der Schweiz (fast) jedes Kind. Viviana Buchmann hingegen ist eher unbekannt. Im Gegensatz zu ihren Produkten: 2300 feuerrote Fahrzeuge – vom braven Familienkombi bis zum frechen Flitzer. Mobility heisst das Unternehmen, das von Frau Buchmann mit stetig wachsendem Erfolg geführt wird. Immer mehr Schweizer buchen elektronisch an 1100 Standorten unkompliziert und

SPaSS im Studio

Nicola Fischer, Jaël, Sarah Maurer und thomas Stöckli (gros­ ses Bild, von links). das team und der Star (kleines Bild, von links): GrUeN­redaktorin Barbara Halter, lunik­Sängerin Jaël, assistent thomas Stöckli, Stylistin Kathrin eckhardt, Hair ­ und Make­up­artistin Nicola Fischer und Fotografin Sarah Maurer.

stundenweise das passende Fahrzeug. Was 1987 in Stans mit einem einzigen Auto und unter dem biederen Label Genossenschaft Autoteilet begonnen hat, ist heute ein Vorzeigeunternehmen, das dem Schweizer Strassenverkehr jährlich 15 200 Tonnen CO2 einspart. Beeindruckend; bei Mobility sehe ich gern rot! Die Erfolgsstory ab Seite 34. GRUEN wie Jaël Krebs. Auf der Bühne wirkt LunikFrontfrau Jaël Krebs geheimnisvoll, verführerisch, mal verletzlich und trotzdem unheimlich stark. Jaël und Band verzaubern ihr Publikum, stürmen die Charts. Und ausserhalb des Scheinwerferlichts? Da setzt sich Jaël energisch ein für die grüne Sache: «Ich gebe mein Bestes, damit mein ökologischer Fussabdruck

möglichst klein bleibt.» Sie setzt zu Hause auf Wollpulli und Wollsocken. Autofahren ist ihr Ding nicht. Auf Milchprodukte, Eier, Geflügel, Fisch und Fleisch verzichtet sie. Ein überraschendes Gespräch. Seite 24. GRUEN wie Oskar Marti. Er ist der erste «grüne» Koch der Schweiz. Oskar Marti, besser bekannt als ChrüterOski. Nach 36 Jahren und mit 17 GaultMillau-Punkten hat er sich jetzt von der Spitzengastronomie verabschiedet. Schlecht für Gourmets, gut für SI GRUEN. Chrüter-Oski ist unser neuer Kolumnist. Den ersten Text widmet er dem bitter-süssen und verkannten Löwenzahn. Seite 89. Urs Heller Leiter Ringier Zeitschriften

Urs Heller: „Bei Mobility sehe ich gern rot.“

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COVER

Foto: Sarah Maurer Styling: Kathrin Eckhardt Hair und Make-up: Nicola Fischer Assistenz: Thomas Stöckli Outfit: Jaël trägt ein Kleid von Zero und einen Gürtel von Seventy, beides von Eclectic, Zürich

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Starter 10 Pharrell Williams: Der Star & sein Einsatz 12 Mamma mia: Ppura & die Testerin 14 Graziella Rogers: Miss Earth & ihr Jahr

Storys

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LAURA (35 – 42)

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18 Bertrand Piccard: Mr. Solar Impulse will die Zukunft neu erfinden 24 Jaël: «Man muss nicht reich sein, um grüner zu leben», so die Lunik-Sängerin 32 WWF-Footprint: Testen Sie sich! Wie grün sind Sie beim Wasserverbrauch? 34 Mobility: Für Firmenchefin Viviana Buchmann ist nur das Beste gut genug 40 Alex Rübel: Der Zürcher Zoo-Direktor erklärt, was an seinem Park neu ist 44 Grüner Samstag: Im Tessin durch den Tag gleiten – zu Fuss und auf dem Velo 50 Fashion: Frühlingsfeen in bunten Mustern und prächtigen Prints 62 Die GRUENE Liste: 30 Schweizerinnen, die mit ihren Ideen vieles verändern 70 El Quseir: Im Resort am Roten Meer wird Umweltschutz grossgeschrieben 76 Julia Roberts: Der Hollywood-Star trimmt die Familie auf ein grünes Leben 80 Roger Duss: Seit 15 Jahren kocht er im «Hirsernbad» biologisch und gesund

Money 98 Wasser-Fonds: Beim Anlegen sind für einmal lange Leitungen kein Nachteil 100 Ich fahre GRUEN: Volksmusik-Star Francine Jordi und ihr Peugeot RCZ 104 GRUEN Shopping: Genuss ohne Verzicht – die neuen Highlights aus dem Regal


gruen 2/10

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bertrand piccard Startklar für den Nachtflug mit Sonnenenergie.

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ägypten In El Quseir wird ein sanfter Tourismus betrieben – aus Eigennutz.

Fotos: Francis Demange, Daniel Kessler, Bèla Adler / Salvador Fresneda, Luca Zanier, Sarah Maurer, Vanessa Püntener, Dan Cermak

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fashion Der verführerische Look im Bohemien-Style mischt Muster und Prints.

jaËl Was der Lunik-Star zum Umweltschutz beiträgt, verrät er im Interview.

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mobility Das Schweizer Car-SharingSystem macht Furore – auch international.

gruener samstag Im Tessin den Tag geniessen – auf dem Velo, zu Fuss.

alex rübel Der Zürcher Zoo-Direktor über Tiergärten im grossen Wandel.

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gruen

einstehen für den regenwald: Pharrell Williams mit dem selbst entworfenen Produkt.

Pharrell Williams

Spritziger Einsatz erfrischend grün: Musiker und Produzent Pharrell Williams entwirft die etikette eines gesichtswassers und leistet einen Beitrag zum umweltschutz.

kreativer einsatz Dieser Typ ist Musik in unseren Ohren! Pharrell Williams produziert die Hits von Madonna, Britney Spears oder Justin Timberlake. Er singt, ist Mitglied der Hip-Hop-Band n.e.r.D – und hat offensichtlich eine grüne Ader.

Der 37-jährige Amerikaner beteiligte sich an einer Umwelt-Charity-Aktion der Kosmetikfirma Kiehl’s. Im Rahmen des diesjährigen «Earth Day» vom 22. April lancierte diese ein Bio-Gesichtswasser aus Açaí-Beeren. Neben Williams verschönerten auch Schauspielerin Julianne Moore, Künstler Jeff Koons und Kinder aus dem brasilianischen Amazonasgebiet das Produkt mit einer farbenfrohen Etikette. Der Reinerlös, rund 200 000 Dollar, geht an die rainforest alliance. Die internationale Non-Profit-Umweltschutzorganisation setzt sich für nachhaltigen Forst- und Ackerbau

ein, sie engagiert sich für faire Produktionsbedingungen und fördert einen umweltbewussten Tourismus. Ihr Label mit dem grünen Frosch ist auf Produkten wie Kaffee oder Bananen zu finden. Wer das Gesichtswasser erwirbt, unterstützt nicht nur den Regenwald, sondern kann auch sicher sein, dass die Verpackung die Umwelt nur minimal belastet. Der Spray erhielt die «Cradle to Cradle»Zertifizierung – auf Deutsch: «von der Wiege zur Wiege». Es geht darum, dass der entstandene Abfall zu neuen, sinnvollen Zwecken weiterverwendet werden kann. Damit wird aufgezeigt, welche Auswirkungen ein Produkt auf die Umwelt haben kann. Eine frohe Botschaft gibt es für alle Fans von Pharrell Williams: Der Hip-Hopper kommt bald in die Schweiz! Mit N.E.R.D tritt er am 20. Juli auf der Bühne des Paléo Festival Nyon auf, und am 23. Juli kann man ihm am Bündner Open Air Lumnezia live bewundern. www.kiehls.com, www.rainforestalliance.org, www.paleo.ch

„Kann jemand bitte Hybridautos genauso gemütlich machen wie einen Bentley?“ Yoko Ono, Künstlerin

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Fotos: Lea Cai / Kiehl´s, Action Press / Dukas

açaí Damage-Protecting toning Mist: Das Biogesichtswasser ist für CHF 53.– bei kiehl’s erhältlich. Williams kommt mit n.e.r.D im Juli ans Paléo Festival in nyon.


gruen

Pasta und Pesto aus Bio-Zutaten und den besten Anbauregionen: nur so hat cemal bei seiner Mama luisa, hier beim Testen in Dulliken, eine chance.

Freigegeben von Mama

TesTessen Cemal Cattaneo hatte ein Problem: Aus dem Hotel Mama aus­ gezogen, plagte ihn essenstechnisch nur noch das Heimweh. Gleich ging es seinem Kollegen Maurizio Floccari. Also gründeten sie die Firma Ppura und liessen in Italien Bio-Pasta und -Pesto herstellen. Von ihren Müttern wussten sie: Nur beste Zutaten ergeben feines Essen. Um hundertprozen­ tig sicherzugehen, lassen sie jedes Produkt vor Markteinführung von ihren Mamas testen. Cemals Mutter Luisa, die 1955 von

sTärKer Als JeDer TsunAMi

MICHAEL UND Der THunFiscH Mallorca ist seine Zweitheimat – dort besitzt der Hollywood-schauspieler Michael Douglas die Finca s’estaca (er kann sie allerdings nur von Januar bis am 15. Juli benutzen, das zweite Halbjahr hat seine ex-Frau Diandra das Wohnrecht). Jetzt unterstützt er das Palma Aquarium bei einer Aktion zum schutz des roten Thunfisches. Auch Fürst Albert von Monaco engagiert sich dafür. www.palmaaquarium.com

Bergamo nach Dulliken SO eingewandert war und in Schuhfabriken und in Heim­ arbeit für die Schweizer Armee gearbeitet hatte, fasste nun also einen neuen Job. Den sie sehr ernst nimmt: «Für unsere Söhne sind wir halt die besten Köchinnen der Welt.» Die Produkte werden grossteils in Handarbeit hergestellt und kommen aus den besten Anbauregionen. Beruhigend für Luisa: Sohn Cemal hat nun immer was Anständiges zu essen auf dem Tisch. Produkte erhältlich unter: www.ppura.ch

Michael Douglas posiert im Palma Aquarium mit einem Fischführer der Balearen.

sPAnnung Am dritten Tag der Schöp­ fungsgeschichte hat der liebe Gott Erde und Wasser getrennt. 2016 nimmt das Wasser wieder Besitz vom ganzen Plane­ ten, schreibt Stephen Baxter in seinem Öko­Thriller «Die letzte Flut» (Heyne). Nein, es gibt kein Happy End. Aber einmal ins Buch eingetaucht, gibts kein Entrinnen mehr.

„Wir sollten nicht handeln, weil wir Angst haben, dass unser Planet sterben könnte – das wäre der falsche Ansatz. Wir sollten die Erde schützen, weil wir sie lieben.“ Katie Melua, Sängerin

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Fotos: zvg, Getty Images

jungunternehmer


gruen

miss earth schweiz graziella rogers unterstützt den Verein Klima Commitment.

ewiges Venedig für daheim matteo thun Die Eichenpfähle in Venedigs Kanälen erhalten ein zweites Leben: Wo vorher Gondeln anlegten, sitzt man nun zu Tisch. Für die Mailänder MöbelManufaktur Riva 1920 hat Designer Matteo Thun aus dem Holz einer alten «briccola» einen Tisch gefertigt. Jeder Tisch ein Unikat. Die Platte besteht aus einem Stück, die Beine sind schräg eingesetzt und sollen die Landschaft Venedigs wiedergeben. Weitere Designer haben eine Konsole und einen Hocker gestaltet. www.veneziabriccole.com

Bauern der weLt zu gast

Mehr als nur schön KLima-Beauty Ihr schönstes Jahr geht bald zu Ende: Als Miss Earth Schweiz engagierte sich graziella rogers für gehörlose Kinder oder den Verein Klima Commitment. «Jeder kann seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten», so die 22-jährige Bernerin. Trotz Höhenangst montierte sie im Bündnerland Solarzellen auf das Dach eines Schweinestalls. Im Alltag achtet sie auf die kleinen Dinge: «Ich bin immer ‹dranne›, benutze fast nur öffentliche Verkehrsmittel, habe Energiesparlampen und dusche nie länger als zwei bis drei Minuten.» Am 5. Juni wird in Zürich die neue Miss Earth Schweiz gewählt. Graziella Rogers studiert ab Herbst Kommunikation. www.missearthschweiz.ch, www.klima-commitment.ch

„Ich stolpere immer wieder in die Politik, weil ich für Wälder und Ozeane kämpfe. Ich trage das Etikett eines extremen Umweltschützers. Darauf bin ich stolz.“ Pierce Brosnan, Schauspieler

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Fotos: Flurina Rothenberger, Briccole Venezia, Public Address

graziella rogers

Sechs Bäuerinnen und Saatgut-Experten aus Guinea-Bissau, Indien, Nicaragua und Niger besuchen auf der saatgutKarawane von swissaid Bauernbetriebe und Saatgut-Züchter in der Schweiz. Das Hilfswerk macht auf die Sortenvielfalt aufmerksam, weil die Ernährung nur gesichert bleibt, wenn es genügend Sorten gibt. Am 4. Juni der Höhepunkt: Der Bundesplatz in Bern wird durch die Ausstellung «Äcker der Welt» begrünt. www.swissaid.ch


gruen

Ameisen weisen den Weg Auf kürzestem Weg tragen Ameisen das Futter ins Nest. Programmierer nutzen die Tricks der Insekten, um Routen für Logistiker zu berechnen und den CO2 -Ausstoss zu senken. Text: Franziska Blaser, Infografik: Mathias Bader / Ringier Infographics

Bionik Der Begriff Bionik kombi­ niert die Wörter Biologie und Technik. Die Bionik beschäftigt sich mit der Entschlüsselung von Erfindungen der Natur und deren Umsetzung in die Technik. Im Laufe der Evolution hat die Natur viele optimierte Lösungen für mechanische und organisatori­ sche Probleme entwickelt. Die Bionik analysiert diese Lösungen und bereitet die Prinzipien auf, um sie in der Technik anzuwenden.

nAhrungssuche Ameisen Ameisen finden rasch den schnellsten Weg zu einer Futterquelle. Sie kommunizieren über Duftstoffe (sogenannte Spurphero­ mone) und können so den Weg zwischen Nest und Futterquelle optimieren. Nahrung Nahrung Nahrung

Nest Nest Nest

1. Die Ameisen schwärmen aus, um Futter zu suchen, und markieren ihre Route mit Duftstoffen.

Ameisen-ALgoriThmus Die Forscher des Instituts für Künst­ liche Intelligenz (IDSIA) in Lugano haben das Verhalten der Ameisen analysiert und unter anderem in die Software Antroute umgesetzt. Sie imitieren mit einem Ameisen­ algorithmus die Suchmethode der Krabbler, um beispielsweise die Routen von Transportunternehmen zu verbessern. Einfach gesagt: Die Lkws werden zu Ameisen, das Futter zum transportierenden Gut und das Nest zum Lager.

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2. Wird eine Ameise fündig, kehrt sie schnurstracks zum Bau zurück und verstärkt die Duftspur.

3. Die übrigen Ameisen folgen der stärksten Spur und schlagen somit den schnellsten Weg zum Futter ein.

Start / Ziel

1. Die Software Antroute findet nach zwanzig Sekunden eine gute Verbindung zwischen den Anlaufpunkten.

2. Wenn ein oder mehrere Anlaufpunkte verschoben werden, stimmt die vorgeschlagene Route nicht mehr.

3. Die Software berechnet die Route neu. Bereits zehn Sekunden später ist der Weg angepasst und optimiert.

Tierisch spannend www.ameisenalgorithmus.de www.antoptima.ch www.idsia.ch www.kuenstliche-intelligenz.de www.bionikzentrum.de


umweLTschoNeNde rouTeN Logistiker sind auf effiziente Routen angewiesen. Möglichst wenig Lkws sollen so wenig Kilometer wie nötig fahren, dafür vollgeladen sein. Das spart Zeit und Geld und schont die Umwelt. Um die kürzeste Route zu berechnen, gibt es mehrere Möglichkeiten. «Logistiker passen Wege, die bis anhin sinnvoll waren, mithilfe des PC der aktuellen Situation an», sagt Carlo Lepori von Antoptima, welche die Software Antroute vertreibt. Muss der Lkw aber mehr als zwölf Stationen anfahren oder ändern sich Bestellungen, ist dieser Weg oft weit von der optimalen Lösung entfernt. Denn auch Computer haben Tücken. «Herkömmliche Programme rechnen alle möglichen Varianten aus, um dann die beste vorzuschlagen. Und das dauert sehr lange.» Anders macht das Antroute. Mit dem Ameisenalgorithmus ist das Problem in Minutenschnelle gelöst. Lepori: «Je nach Firma müssen zwischen 5 und 20 Prozent weniger Kilometer gefahren werden.»

© Ringier Infographics

B

ANweNduNgsBereich LogisTik Seit 2001 bringt Antoptima, ein Spin-off des Instituts für Künstliche Intelligenz (IDSIA) in Lugano, die Ergebnisse der Forschung in Firmen. Nach einem Pilotprojekt mit dem Tessiner Öllieferanten Pina Petroli benutzt Number 1 Logistics, einer der führenden italienischen Transportdienstleister, die AmeisenSoftware. Der Logistiker beliefert 110 000 Kunden mit 2600 Fahrzeugen. Die Forscher von Antoptima entwickelten auch ein Programm für die Containerabfertigung in La Spezia und ein Modell für den Güterverkehr Parmas.

c

A In der Zentrale einer Firma (A) wird die Route eines Lastwagens (C) berechnet. Dieser fährt die Anlaufpunkte an. Ändert sich eine Bestellung und somit die Route, erfährt das der Lastwagenchauffeur via GPS-Signal, das ein Satellit (B) sendet.

www.dfki.de Lernen von der Natur www.infochembio.ethz.ch www.naturdetektive.de bionik.suite101.de

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gruen interview

bertrand piccard Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als wir sehen. Bertrand Piccard lotet diese Zwischenwelt aus – um die Zukunft neu zu erfinden. Text: Monique Ryser / Fotos: Francis Demange

Startklar! 18


Das Ziel vor Augen: Pionier Bertrand Piccard bereitet sich auf den Nachtflug mit dem Solarflugzeug Solar Impulse vor.

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gruen interview

Mit nur knapp 45 Stundenkilometern bewegt sich das libellenartige Flugzeug über die Startbahn und hebt ab. Einige Sekunden vorher waren noch zwei Männer mitgerannt und hatten mit erhobenen Händen die mit 63,4 Metern völlig überdimensionierten Flügel gestützt. Nur ein leises Surren ist zu hören, als das Ding aufreizend langsam vorüberschwebt und in den stahlblauen Himmel über Payerne VD entschwindet. Etwa eine Viertelstunde später erscheint das Flugzeug, gefilmt aus einem Helikopter, auf dem Bildschirm im Hangar des Militärflugplatzes. Majestätisch gleitet es über den silbrig glitzernden Neuenburgersee. Das also ist Solar Impulse, das Projekt der Forscher Bertrand Piccard und André Borschberg, das beweisen soll: Die Zeit der fossilen Energien ist vorbei, die Zukunft sind Windkraft, Erdwärme – und Solarenergie. Die Zeit ist reif, Bestehendes zu hinterfragen und Neues zu wagen. Wann hatten Sie die Idee für Solar Impulse? Auf den letzten Metern unserer Umrundung der Erde mit dem Ballon BreitlingOrbiter. Wir waren mit 3,7 Tonnen Gas gestartet und hatten kurz vor der Landung noch 40 Kilogramm. Da sagte ich mir: Nächstes Mal will ich die Energie von der Sonne, Energie, die sich selber erneuert. Der Ballon wäre abgestürzt, hätten Piccard und Brian Jones 1999 nicht einen guten Landeplatz in der ägyptischen Wüste gefunden. Genauso wie die Menschheit abstürzen könnte, wenn sie wartet, bis nur noch 40 Kilogramm Erdöl vorhanden sind. «Es ist doch verrückt», sagt Piccard, «wir wissen, dass die fossilen Energien endlich sind, aber wir warten und warten, statt endlich auf die Zukunft zu setzen.» Deshalb wagt er den kühnen Sprung: das Solarflugzeug eine ganze Nacht in der Luft behalten, aufgetankt allein mit der Sonnenenergie des Tages. Diese Symbolik, so hofft Piccard, wird die Menschen sensibilisieren, ihnen den Mut geben, neue Wege einzuschlagen. Seit ewigen Zeiten sucht man das Perpe­ tuum mobile. Haben Sie es gefunden? Nicht ganz: Die Bewegung, die sich selber antreibt und ewig währt, ist physikalisch unmöglich. Es würde bedeuten, dass ein System mehr Energie produziert, als es verbaucht. Mit Solar Impulse «tanken»

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„Mit der Isolation des Hauses verdient man sogar mehr als an der Börse: Die Rendite beträgt bis 20 Prozent – jährlich.“ wir mit der Sonne externe Energie. Ohne Sonne können wir nicht fliegen. Wir zeigen, dass die Sonne so viel Energie liefert, dass wir unendlich fliegen könnten.

Angst, Unsicherheit, Zweifel – kurz: Es braucht Mut. Ich gehe jetzt einfach mal voran, in der Hoffnung, dass ich anderen Mut machen kann.

Welchen Traum erfüllen Sie sich mit Solar Impulse? Dank einem Abenteuer den Menschen Lust machen, Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu fordern. Wir Menschen haben die Tendenz, in alten Mustern zu verharren – weil wir es gewohnt sind, weil es kurzfristig die einfachere Lösung ist. Und diejenigen, die von der heutigen Situation profitieren, haben erst recht keinen Grund, etwas zu verändern. Es ist grauenvoll! Einen neuen Weg einschlagen heisst Pioniergeist haben. Pioniergeist heisst aber auch

Und wenn wir weiterfahren wie bisher? Das Erdöl wird noch teurer, und die alternativen Energien werden nicht bereit sein. Es wird eine Lücke von rund zehn Jahren entstehen, während der es keine billige Energie geben wird.

Solar ImPulSe – DaBeI SeIN Die Zukunft erfinden: Solar Impulse – ein revolutionäres Flugzeug, das allein mit Sonnenenergie fliegt, auch in der Nacht. Der Prototyp HB-SIA hat ein Gewicht von 1600 Kilogramm, die Spannweite der Flügel ist mit 63,4 Metern ebenso lang wie die eines Airbus A340. Unter den Flügeln hängen vier Motoren von je 10 PS, die von 11 628 Fotovoltaikzellen mit Sonnenenergie aufgeladen werden. Diesen Sommer soll erstmals ein Nachtflug geprobt werden. Piloten sind Bertrand Piccard und André Borschberg, das Cockpit bietet nur einem Piloten Platz. mitmachen: Solar Impulse soll den Abenteurer und Pionier in uns allen wecken. Man kann Solarzellen adoptieren und beim SupporterProgramm mitmachen: Wer sich als «Freund» einschreibt, bekommt exklusive Informationen über Flugzeiten und Aktivitäten. www.solarimpulse.com

Die Stromlücke, für die es neue AKW braucht? Nein, es braucht keine neuen AKW – unter der Bedingung, dass wir sofort anfangen zu sparen. Isolation von Gebäuden, Sonnenkollektoren, Erdwärme – das spart genügend Strom und Heizöl, dass es kein neues AKW braucht. Mit der Isolation des Hauses verdient man sogar mehr als an der Börse: Die Rendite beträgt bis 20 Prozent – jährlich! Was muss sonst noch geschehen? Früher hat man den Abfall im Wald entsorgt – das wurde verboten, und alle finden das logisch. Aber dass wir mit so viel CO2, wie wir wollen, die Luft vergiften, ist weiterhin erlaubt. Wo ist da die Logik? Also braucht es Gesetze? Nein, Vorgaben. Die Politik könnte sagen: Bis 2015 dürfen Autos noch höchstens fünf Liter pro 100 Stundenkilometer verbrauchen. Damit schafft man Gleichheit für die ganze Industrie. Die Technologien sind da: Hybrid, Elektro, Biogas. Vorgaben fördern die Innovation und bringen marktgerechte Produkte. Vor dem Hangar steht das elektronische Sportauto Tesla … Ja, leider gehört es nicht mir. Der Tesla ist sexy – so müssen gute, saubere Produkte sein. Bald kommt der neue Toyota Prius mit Plug-in auf den Markt. Ich werde den sofort testen.

Das Projekt www.solarimpulse.com Bertrand Piccard www.bertrandpiccard.com www.ted.com (Bertrand Piccard) Piccards Stiftung gegen


Fliegen ist seine Passion, die Welt von fossilen Energien wegzubringen, sein Antrieb für Solar Impulse. Piccard setzt auf Solarzellen.

Die Politik muss Vorgaben machen … … wie sie es mit der Einspeisevergütung für alternative Energie macht: Wer Strom aus erneuerbaren Energien produziert, kann diesen ins Netz einspeisen und bekommt einen fixen Preis. Die Kunden zahlen dafür im Promillebereich etwas mehr für ihren Strom. Das ist keine Sub­ vention, die lähmt, sondern ein System, das die Innovation fördert und Erfinder­ geist belohnt. Heute hat es mehr Anbieter, als Geld vorhanden ist – die Politik kann das ändern, denn das ist der richtige Weg. Piccard als Präsident von Solar Impulse teilt seine Ideen mit einem hochkarätigen Team: CEO André Borschberg ist Inge­ nieur, hat ein Diplom des MIT, war Kampf­ jet­Pilot der Schweizer Armee, arbeitete bei McKinsey und hat 65 Beste ihres Fachs ins Projekt geholt. Flugleiter ist Claude Nicollier, erster Schweizer Astro­ naut, der viermal im Weltraum war und heute an der ETH Lausanne unterrichtet. Das technische Team hat das völlig neue Solarflugzeug erfunden, das nun in der Testphase ist. Diesen Sommer wollen sie

einen 36­Stunden­Flug wagen: am Tag mit den Fotovoltaik­Platten auf den Flügeln die vier Batterien aufladen und die Nacht über mit der Sonnenenergie in der Luft bleiben. Nach diesem Härtetest wird das definitive Flugzeug gebaut, mit dem die erste Weltumrundung mit einem Solarflugzeug gelingen soll. Borschberg und Piccard werden sich als Piloten abwechseln. Sie planen Zwischenhalte auf allen Kontinenten, die Message ist ebenso wichtig wie die pionierhafte Tat. Sie sind ein Team von aussergewöhnlichen Menschen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten. In Politik und Wirtschaft fehlen solche Persönlichkeiten. Ja, das ist leider so. Auf der ganzen Welt fehlen Menschen mit Mut und Visionen. Wieso also sind Sie Abenteurer und nicht Staatschef? Mein Leben ist noch nicht zu Ende (lacht). Im Ernst: Mutige Politikerinnen und Politiker wären unendlich wichtig. Mich stört die Unversöhnlichkeit der Parteien. Ich fühle mich so nicht vertreten.

Nicht wählen ist aber keine Lösung. Natürlich nicht, ich wähle immer! Aber ich wähle Personen, nicht Parteien. Bei den letzten Nationalratswahlen habe ich Persönlichkeiten aus sechs Parteien gewählt und habe sie doppelt aufgeführt. Es waren Menschen mit Programmen. Sofort aufhören, Parteien zu wählen! Eigentlich sind Sie ja lieber in der Luft als auf der Erde. Sie waren einer der ersten Deltasegler, dann kamen Leichtflugzeuge, Gleitflieger, Fallschirme und der Ballon. Was reizt Sie eigentlich immer wieder, in die Luft zu gehen? Es ist ein zusätzliches, ein fremdes Element. Ich muss viel konzentrierter und vorsichtiger sein. Ich liebe Situatio­ nen, in denen Routine und Automatismen nicht mehr weiterhelfen, ich neue, unbe­ kannte Dinge tun muss. Das wirft mich auf mich selber zurück und stimuliert meine Fähigkeiten. Ich gehe auch tau­ chen, liebe es, Menschen zu treffen, die anders denken, an Orte zu reisen, die ich nicht kenne, und mich in Projekte zu stürzen, die völlig Neues bringen.

Noma www.windsofhope.org Familie Piccard www.wikipedia.ch Tim und Struppi www.tintin.com

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gruen interview

„Ich gehe jetzt einfach einmal voran, in der Hoffnung, dass ich anderen Menschen Mut machen kann.“ Das ist die Kreativität des Künstlers. Ja, aber da ich weder musikalisch noch malerisch begabt bin, fliege ich. Künstler leiden häufig am Leben. Sie nicht. Doch, manchmal schon. In Bertrand Piccards Kinderzimmer hingen Poster mit Raketen. Damals lebte er mit seinen Eltern in Florida, sein Vater Jacques erforschte mit seinem Unter­ wasserboot «Ben Franklin» den Golfstrom. Astronauten des Apollo­Programms, Wissenschaftler, die Grossen jener Zeit

Das Solarflugzeug schwebt lautlos über dem Neuenburgersee. Alles an Solar Impulse ist ultraleicht, Platz hat nur ein Pilot.

gingen bei Piccards ein und aus. Bertrand selber war als kleiner Bub bei den Apollo­ Starts dabei, meist in der ersten Reihe. Grossvater Auguste Piccard lebte zwar nicht mehr, war aber nicht nur in der Erinnerung, sondern auch als Professor Bienlein in den «Tim und Struppi»­Comics von Hergé verewigt. Bösartigerweise könnte man sagen, dass Sie Ihre Projekte nur verwirklichen, weil Sie Ihrem Vater und Ihrem Grossvater nacheifern wollen. Nein, das ist nicht bösartig, das ist wahr. Aber es ist nicht wegen meines Vaters oder meines Grossvaters. Jede und jeder kann aus seinem Leben mehr machen. Ich habe eine Persönlichkeit, die mich zwingt, immer weiterzugehen, auch und erst recht, wenn ich ein 12 Ziel erreicht habe. Es gibt 20 immer wieder etwas Neues: 1 Ich möchte das ganze Leben 5 erforschen, die ganze Welt, 2 die ganze Spiritualität. 0 Es gibt so viele Dinge zu 5 entdecken! Jeder, der sagt, 18 er habe alles begriffen, ist ein Lügner.

Der grueN-footPrINt Wie ökologisch lebt Bertrand Piccard? wassersparsysteme vollbad gartenbewässerung Kleider aus Bio-Baumwolle Auto waschen regenwasser nutzen Fleischkonsum waschen total Punkte

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63 Punkte = Mit 63 Punkten ist der Waadtländer Abenteurer und Pionier im Schweizer Durchschnitt. Er hat allerdings bewiesen, dass er auch mit viel weniger auskommt: bei der Weltumrundung im Ballon. Der GRUEN-Footprint wurde vom WWF Schweiz für SI GRUEN entwickelt. Der Test soll für den Alltag sensibilisieren und Spass machen. Berechnen Sie Ihren eigenen Footprint auf den Seiten 32 und 33.

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Sie hatten Vorbilder, die Ihre abenteuerliche Ader und den Forschungsdrang begünstigten. O ja, das hatte ich. Die Zeit in Florida mit den Raum­ fahrtsprogrammen war die wichtigste Zeit meines

Lebens. Da ist diese Lust und dieses Bedürfnis nach Wissen und Erforschen entstanden. Die Menschen, die ich dort kennen lernte, waren ein grosses Glück. Es machte mir mein Leben nicht ein­ facher, denn die Vorbilder, die ich hatte, waren wirklich ausserordentlich. Mir schien manchmal, als sei alles schon erreicht worden. Es war nicht einfach, diesem Weg zu folgen, zu erkennen, dass auch für mich noch Dinge da sind, die ich entdecken kann. Und heute weiss ich, dass es in erster Linie darum geht, Erkenntnisse über sich selber zu finden. Gibts die Raketenposter aus Ihrer Kindheit noch? Ja, ich habe sie in meinem Keller gelagert. Sie haben gesagt, jeder sollte seinen «Wettermann» haben, so wie Sie sich in der Luft auf den Meteorologen Luc Trullemans verlassen können. Ich habe das grosse Glück, nicht nur für meine Projekte, sondern auch privat exzellente «Wettermänner» zu haben. Privat ist es meine Frau Michèle. Sie hilft mir, ausserhalb der Gewissheiten und Gewohnheiten zu reagieren und alles nochmals durchzudenken. Ja, jeder sollte einen «Wettermann» haben. Sie haben drei Töchter im Alter von 15, 17 und 19 Jahren. Welche Welt wünschen Sie ihnen? Eine Welt ohne Abhängigkeit von fossilen Energien, mit mehr Platz für Menschen­ rechte und weniger Armut. Und eine Welt, in der offener über Spiritualität gesprochen werden kann.

Sponsoren www.swisscom.ch www.deutsche-bank.de www.omegawatches.com www.solvay.com www.bayer.com www.altran.ch


publireportage

solar impulse

bereit für das extreme Sie fliegen über den Wolken, brauchen aber Kontakt zum boden. Swisscom entwickelt für die abenteurer von Solar impulse eine neue Kommunikationslösung. André Borschberg (l.) und Bertrand piccard vor ihrem Solarflugzeug.

alles ist neu, alles ist anders an Solar impulse: Das Solarflugzeug ist ultraleicht, bezieht die energie zum Fliegen von der Sonne und muss sparsam mit dieser energie umgehen – vor allem in der Nacht. Damit die piloten bertrand piccard und andré borschberg in Kontakt mit der bodenstation stehen, entwickelt Swisscom eine neuartige Kommunikationslösung. «So eine lösung gibt es noch nicht: Wir müssen das gewicht im Vergleich zu bestehenden Systemen auf nur fünf Kilo runterbringen», erklärt roger Jegerlehner von Swisscom innovations die Heraus­ forderung. Der energieverbrauch aller bestandteile wie Satellitenantenne, Kamera, bildschirm und tastatur darf zusammen nicht mehr als 50 Watt betragen – so viel, wie eine gängige glühbirne verbraucht. Damit aber nicht genug: Damit die Ver­ bindung zwischen Flugzeug und boden

überhaupt möglich ist, musste zuerst ein Satellitensystem gefunden werden, das mit hoher bandbreite und global – also auch über den ozeanen – sendet. es sollen nämlich grosse Datenmengen übertragen werden: Daten, die der Sicherheit der pilo­ ten dienen, sowie live­bilder der Kamera. Mit diesen können Menschen auf der ganzen Welt den Flug miterleben. Das Swisscom­projektteam macht derzeit tests in Kälte­ und unterdruckkammern. Denn die Kommunikationsgeräte werden auf dem Flug um die erde temperaturen von bis zu – 40 grad ausgesetzt sein und müssen auch mit Handschuhen bedient werden können. Schon heute immer auf dem laufenden News und Videos zu Solar Impulse www.swisscom.ch/solarimpulse iphone app mit Hintergrund­infos iTunes Store – nach «Solar Impulse» suchen

Fotos: Francis Demange, getty images, zvg

Mit Videokonferenzen Co2 reduzieren Dank Collaboration Services von Swisscom vereinfacht und optimiert das team von Solar impulse die Kommunikation und die Zusam­ menarbeit an verschiedenen Standorten. Die teammitglieder organisieren virtuelle Meetings mit teilnehmenden aus aller Welt, bearbeiten gemeinsam und sicher Dokumente, sparen reisekosten, steigern die effizienz und schonen die umwelt. www.swisscom.ch/collaboration

ENErgIE SpArEN mit Bertrand piccard

TIpp 1 Seit diesem Jahr machen wir mit vielen unserer partner auch Video­ konferenzen. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem energie: Jeder Flug, den man einspart, ist ein gewinn für die umwelt. Die Videokonferenz­ Systeme sind heute so ausgereift, dass es problemlos geht. allerdings: Für den erstkontakt empfehle ich trotzdem noch die persönliche begegnung. Zumindest einmal muss man sich gegenüberstehen und sich in die augen sehen. Danach funktionierts perfekt per Video. TIpp 2 Wenn schon mit dem auto unterwegs, dann wenigstens mit einem Hybrid­auto. ich habe einen toyota prius – eigentlich unverständlich, wieso die autoproduzenten nicht alle längst auf Hybrid umgestellt haben.

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gruen cover

jaËl krebs

Jede und jeder kann seinen Teil zum Umweltschutz beitragen. «Man muss nicht reich sein, um grüner zu leben», sagt Lunik-Sängerin Jaël. Sie macht es gleich vor.

„Ich gebe mein Bestes“ Text: Barbara Halter / Fotos: Sarah Maurer / Styling: Kathrin Eckhardt / Hair & Make-up: Nicola Fischer

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Sängerin Jaël Krebs lebt mit ihrem Freund in der Stadt Bern. Im Mattequartier, direkt an der Aare, posiert sie für SI GRUEN.

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Sie beteiligten sich mit Ihrer Band Lunik am 27. März an der Umweltaktion «Earth Hour». Wie engagierten Sie sich? Während der «Earth Hour» wurden zwischen 20.30 und 21.30 Uhr weltweit in Tausenden von Städten die Lichter gelöscht. Wir gaben an diesem Abend ein Konzert in Buchs. Beim Akustikteil löschten wir alle Lichter und verteilten im Publikum Wunderkerzen. Kritiker würden sagen, das ist eine reine PR-Aktion … Ich bin von den Organisatoren der «Earth Hour» angefragt worden, ob wir uns beteiligen möchten. Die Idee mit den Wunderkerzen kam von mir. Als Sängerin habe ich die Möglichkeit, viele Leute zu erreichen. Dies möchte ich auch nutzen. Was möchten Sie bewirken? Umweltschutz beginnt im Kleinen. Für viele Leute ist es abschreckend, wenn sie von teuren Öko-Häusern oder Bio-Produkten hören. Dabei kann jeder mit recht wenig Aufwand einen grossen Teil beitragen – indem man beispielsweise Strom spart. Man muss nicht reich sein, um grüner zu leben.

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Sind Sie dabei eher Optimistin oder Pessimistin? Ich vertraue der Menschheit und ihrer Fähigkeit, etwas zu verändern. Aber im Moment habe ich den Eindruck, dass der Wille noch zu wenig gross ist. Die Einstellungen müssen sich gewaltig ändern, zum Beispiel bezüglich Bequemlichkeit. Seit wann achten Sie mehr auf die Umwelt? Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Wert darauf gelegt wurde, die Lichter zu löschen oder Elektrogeräte nicht auf Stand-by zu lassen. Das wurde mir von klein auf mitgegeben. Bei einigen Prognosen könnte einem der Gedanke kommen, dass es in unserer Welt gar keinen Sinn mehr macht, noch Kinder zu bekommen.

Solche Überlegungen habe ich mir schon gemacht, obwohl es sehr traurige Gedanken sind. Wahrscheinlich ist es auch nicht richtig. Denn wir haben es in der Hand, die nächste Generation so zu erziehen, dass es mit unserem Planeten weitergeht. Sie leben mit Ihrem Freund Roger zusammen. Möchten Sie eigene Kinder? Im Moment noch nicht, aber ich kann mir das gut vorstellen. Als Musikerin sind Sie viel auf Achse. Wie reisen Lunik? Auf unserer Tour durch Italien liessen wir uns das Material vor Ort zur Verfügung stellen und reisten mit dem Zug. Aber ehrlicherweise muss ich leider sagen, dass wir meist mit einem Car reisen oder fliegen. Umso wichtiger ist es für mich, dies im Privatleben zu kompensieren. Wie sind Sie privat unterwegs? Ich fahre sehr gern Zug. Ich habe ein Velo. Ein Auto besitze ich nicht. Das macht in Bern auch gar keinen Sinn. Alles liegt hier so nah beieinander. Haben Sie einen Führerschein?

„Ich möchte in meinem kleinen Universum das Beste geben, damit mein ökologischer Fussabdruck möglichst klein bleibt.“

Das schon. Aber ich fahre überhaupt nicht gern. Kompensieren Sie Ihre Flüge? Jetzt müssen Sie mir kurz erklären, was das ist und wie das funktioniert … Je nach Länge eines Fluges zahlen Sie einen Beitrag, der einem Umweltprojekt zugutekommt. Ah, davon hat mir unser Manager erzählt. Wir sind bei der deutschen Agentur A.S.S. unter Vertrag. Sie kompensieren den gesamten CO2Verbrauch einer Tournee durch Aufforstung von Regenwald in Panama. Wie verreisen Sie in die Ferien? Meist mit der Bahn. Ich liebe die nordischen Länder. Einmal machte ich eine zweiwöchige Reise, zuerst ging ich nach Berlin, dann nach Kopenhagen, alles mit Bahn und Schiff. Wie umweltfreundlich wohnen Sie? Ich teile die Wohnung mit meinem Freund und einer Untermieterin. Wir trennen den ganzen Abfall. Die Wohnung ist eher alt und gross. Trotz Vorfenstern ist sie nicht so gut isoliert, das ist nicht so umweltfreundlich. Wie warm ist es in Ihrer Wohnung? Die genaue Temperatur weiss ich nicht. Aber wir heizen sehr wenig. Wir gehören zu denen, die zu Hause in Wollsocken und Wollpulli rumlaufen. Im Schlafzimmer? Dort ist es auch recht kalt. Ich mag es nicht, morgens mit einem ausgetrockneten Hals aufzuwachen. Das ist schlecht für meine Stimme. Beziehen Sie Öko-Strom? Ja. Ich nutze diese Möglichkeit über das Elektrizitätswerk Bern.

Jaël und Band www.jaelonline.com www.lunik.com Ihre Agentur und Klimaschutz www.ass-concerts.de www.co2ol.de

Erste Doppelseite: Kleid von ZERO und Gürtel von SEVENTY bei Eclectic, Zürich, Schuhe von HOLY MOLY bei Monsieur Dubois, Zürich. Diese Seite, kleines Bild: Jeansbluse und Faltenjupe von A.P.C. bei The Apartment Store, Zürich, Ketten von Eclectic, Zürich, Gürtel von SEE BY CHLOÉ bei Maud, Zürich. Grosses Bild: Kleid von MARC JACOBS bei Grieder, Zürich, Jeansjacke von H & M, Handtasche von ALLY CAPELLINO bei Maud.

gruen cover GRUEN: Bern steht für Gemütlichkeit. Sind die Berner auch besonders grün? Es gibt Teile in Bern, in denen mehr Wert auf Umweltschutz gelegt wird als in anderen. Im Mattequartier an der Aare hat es zum Beispiel ein kleines Bio-Geschäft. Ausserdem ist Bern eine sehr velofreundliche Stadt.

Machen Sie sich Sorgen um die Zukunft unseres Planeten? Die Klimaerwärmung kann man nicht wegdiskutieren: Es ist, wie es ist. Manchmal habe ich das Gefühl: «Oh Gott, es ist schon zu spät!» Ich gebe in meinem kleinen Universum das Beste, damit mein ökologischer Fussabdruck möglichst klein bleibt.


Die Lunik-Sängerin ernährt sich vegan: «Ich fühle mich so einfach viel fitter und tue auch noch was für die Umwelt.»

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gruen cover

„Für viele ist es abschreckend, wenn sie von teuren ÖkoHäusern oder Bio-Produkten hören. Dabei muss man nicht reich sein, um grüner zu leben.“

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«Wir haben es in der Hand, die nächste Generation so zu erziehen, dass es mit unserem Planeten weitergeht», sagt Jaël Krebs.

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gruen cover Jaël Krebs auf der «Pläfe», der Münsterplattform: «Bern ist eine sehr velofreundliche Stadt. Alles liegt so nahe beieinander.»

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Zweite Doppelseite: Kleid von ISABEL MARANT bei Grieder, Zürich, Schal von ÉPICE bei Vestibule, Zürich, Gürtel von ANGLO bei Erbudak, Zürich. Diese Seite, grosses Bild: Overall von GERARD DAREL, gestreiftes Shirt von LE MONT ST MICHEL, beides bei Erbudak, Schuhe von 80%20 bei Affär, Zürich, Rucksacktasche von GRIESBACH bei Grieder. Kleines Bild: T-Shirt von GERARD DAREL bei Erbudak, Jacke von 3.1 PHILLIP LIM bei Vestibule. Fotos: Sarah Maurer / aich.ch, Styling: Kathrin Eckhardt, Hair & Make-up: Nicola Fischer / Style Council, Assistenz: Thomas Stöckli

Wie oft duschen Sie? Jeden Morgen. Wenn ich aber nachts um drei verschwitzt und stinkig von einem Konzert heimkomme, dann dusche ich nochmals. Kurz oder lang? Im Vergleich zu meinem Freund sehr kurz. Ich bin keine Wellness-Duscherin, ich will mich reinigen, that’s it. Wie oft baden Sie? Etwa zweimal pro Winter – wenn ich heimkomme, es eiskalt ist und ich meine Eiszapfenfüsse aufwärmen muss. Wie ökobewusst lebt Ihr Partner? Er hat in seiner Studienzeit als Elektriker gearbeitet. Somit übernimmt er diesen Teil in unserem Haushalt. Er hat mich bezüglich Sparlampen und Elektroschienen sensibilisiert. Ein Auto haben wir beide nicht. Keine Diskussionen wegen zu langem Duschen? Ich foppe ihn schon mal, aber vor allem weil ich auch mal unter die Dusche will.

Sonst mahnen wir uns gegenseitig, das finde ich gut.

Wieso machen Sie das? Das begann aus einem gesundheitlichen Grund. Ich habe eine Laktose-Intoleranz, vertrage keine Milchprodukte. Zudem habe ich nie viel Fleisch gegessen. Da war der Schritt nicht mehr so gross. Wie lange ernähren Sie sich schon so? Das Buch «The China Study» von T. Colin Campbell hat mich überzeugt. Er beschreibt, dass man mit einer Ernährung ohne tierisches Eiweiss Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Übergewicht vermeiden kann. Also habe ich Ende letzten Jahres diesen Selbstversuch begonnen.

dEr gruEn-footprint Wie ökologisch lebt Jaël Krebs? Wassersparsysteme Vollbad Gartenbewässerung Kleider aus Bio-Baumwolle Auto waschen Regenwasser nutzen Fleischkonsum Waschen Total Punkte

„Das Thema Umweltschutz beschäftigt viele junge Menschen. Ich finde es cool, wenn gescheite Sachen in werden.“

Sie sind Veganerin. Wie ernähren Sie sich? Ich bin keine «richtige» Veganerin, denn ich trage Lederschuhe und esse Honig. Primär verzichte ich auf tierische Eiweisse, esse keine Milchprodukte, keine Eier, kein Geflügel, keinen Fisch, überhaupt kein Fleisch.

9 20 2 5 3 2 10 18

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69 Punkte = Jaël Krebs ist guter Schweizer Durchschnitt. Das Top-Resultat verfehlt die Sängerin von Lunik nur sehr knapp – sie weiss, wie man wassersparend lebt. Wir gratulieren! Der GRUEN-Footprint wurde vom WWF Schweiz für SI GRUEN entwickelt. Der Test soll für den Alltag sensibilisieren und Spass machen. Berechnen Sie Ihren eigenen Footprint auf den Seiten 32 und 33.

So zu leben, tönt hart … Ich habe mir geschworen aufzuhören, sobald ich beginne, neidisch auf die Teller links und rechts zu blicken. Momentan fühle ich mich aber viel fitter, und so tue ich was für die Umwelt. Trotzdem: Veganer sind für viele einfach Körnli­ picker. Macht das Essen so noch Spass? Für mich bedeutet es mehr Lust. Ich entdecke viele neue Sachen wie Spinat mit Kokosmilch, Linsen oder Kichererbsen. Früher konnte ich gar nicht kochen, es klappte nie. Und wenn ich Gäste hatte, musste am Schluss immer der Thai-Kurier kommen. Wie funktioniert es, wenn Sie auf Tour sind? Ich gebe meine Wünsche auf der Catering-Liste an – ich kann ja nicht eine Woche lang nur Salat essen. Der Aufwand hält sich für die Klubs in Grenzen, ich will kein De-luxe-Menü. Sonst nehme ich was in der Tupperware mit. Wo kaufen Sie ein? Ich bin Kundin bei den Bio-Läden Vatter und Egli. Auch Globus hat jetzt eine

Bio-Linie. Ich gehe zudem oft auf den tollen Markt in Bern, um die lokalen Bauern zu unterstützen. Das alles ist natürlich auch eine finanzielle Frage, aber so gebe ich mein Geld gern aus. Achten Sie auf saisonale Lebensmittel? Kürzlich sah ich Spargeln und wollte schon begeistert zugreifen – bis ich auf der Etikette las, dass sie aus Südafrika kommen. Dann verzichte ich lieber. Wo hat der Umweltschutz für Sie Grenzen? Definitiv bei meinem Job. Ein Konzert verbraucht Unmengen von Strom. Wie schätzen Sie das Umweltbewusstsein der Schweizerinnen und Schweizer ein? Ich finde gut, dass man immer mehr darüber spricht, wie zum Beispiel beim Nichtrauchen. Nebenbei gesagt: Ich bin als Asthmatikerin sehr happy, dass man in den Klubs nicht mehr rauchen kann. Das Thema Umweltschutz beschäftigt viele junge Leute. Ich finde es cool, wenn gescheite Sachen in werden!

Jaëls Engagement www.earthhour.org www.vegan.ch Hier wurde fotografiert www.cinematte.ch www.bern.ch

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gruen footprint

der gruen-footprint

Spülen? Baden? Waschen?

Welchen Wert geben Sie dem Lebenselixier Wasser? Wissen Sie, wobei Sie am meisten verbrauchen? Machen Sie den GRUEN-Test. regenWasser fürs Wc

Das Eidgenössische Wasserforschungsinstitut (Eawag) hat seinen Neubau in Dübendorf ZH mit zwei Leitungssystemen ausgestattet: Auf dem Flachdach wird Regenwasser gesammelt, in einen Teich vor dem Gebäude geleitet und von dort für die WC-Spülungen wieder zurück ins Haus gepumpt. 150 Angestellte sparen so pro Jahr 640 000 Liter Trinkwasser. Die Künstlerin Ping Qiu hatte 2008 das System mit einer Installation vor dem Gebäude umgesetzt.

IHR PERSöNLICHER gruen-fOOtprint Wassersparsysteme

1. Wie viele ihrer Wasserhahnen und duschbrausen sind mit Wassersparern ausgestattet? O keine 0 Punkte O ein Viertel 3 Punkte O etwa die Hälfte 6 Punkte O drei Viertel 9 Punkte O alle 12 Punkte

Vollbad gartenbewässerung Kleider aus Bio-Baumwolle Auto waschen regenwasser nutzen fleischkonsum Waschen

totAL punKte

2. Wie häufig nehmen sie ein vOllbad? O täglich O mehrmals pro Woche O etwa einmal pro Woche O etwa einmal pro Monat O fast nie 3. Wie beWässern sie ihren garten? O Mein Sprinkler bewässert den Garten die ganze Nacht O Ich giesse jeweils abends gezielt die Rosen und das Gemüsebeet O Mein Naturgarten übersteht auch längere Trockenperioden ohne Bewässerung O Ich habe keinen Garten

0 Punkte 5 Punkte 10 Punkte 15 Punkte 20 Punkte

0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte 2 Punkte

4. Welchen anteil haben Kleider aus biO-baumWOlle Oder vOm secOndhandshOp an ihren KleiderKäufen?

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umfassend testen www.footprint.ch footprint-sponsor www.swisscanto.com eidgenössisches Wasserforschungsinstitut www.eawag.ch


O O O O O

sehr klein gering mittel gross 100 Prozent

0 Punkte 2 Punkte 5 Punkte 7 Punkte 8 Punkte

5. WiE häUfiG WASchEN SiE ihR AUTO? O immer samstags bei mir vor dem Haus O einmal pro Monat in der Waschanlage O Nach der Wintersaison lasse ich das Salz abspülen O Ich habe kein Auto

0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte 3 Punkte

6. WiRd iN dEm hAUS, iN dEm SiE WOhNEN, dAS REGEN­ WASSER GESAmmElT UNd GENUTzT? O nein 0 Punkte O ja, im Garten 2 Punkte O ja, als Brauchwasser auch für die WC-Spülung 25 Punkte 7. WiE häUfiG ESSEN SiE flEiSch? O mehrmals täglich O einmal täglich O zwei- bis dreimal pro Woche O weniger als einmal pro Woche O nie

0 Punkte 1 Punkt 5 Punkte 8 Punkte 10 Punkte

8. WANN bENUTzEN SiE ihRE WASchmASchiNE UNd ihREN GESchiRRSpülER? O sobald ich ein dreckiges Stück Kleidung oder Geschirr entdecke 0 Punkte O Ich benutze die Geräte regelmässig nach einem festgelegten Turnus oder Rhythmus, egal, wie viel Wäsche oder dreckiges Geschirr gerade ansteht 5 Punkte O Manchmal lasse ich auch nur halb gefüllte Maschinen laufen 5 Punkte O Meine Geräte sind meistens ziemlich gut gefüllt, wenn sie laufen 14 Punkte O Ich lasse prinzipiell nur vollständig gefüllte Maschinen laufen 18 Punkte

AUSWERTUNG O 0 bis 27 Punkte

O 28 bis 75 Punkte

Fotos: WWF

O mehr als 75 Punkte

Herzlichen Glückwunsch! Ihnen stehen tausend Möglichkeiten offen, um Ihren Wasser-Fussabdruck zu verringern. Tipps finden Sie gleich nebenan. Sie sind guter Schweizer Durchschnitt. Aber das kann ja wohl nicht Ihr Ziel sein. Also los, es gibt erhebliches Verbesserungspotenzial bei Ihrem Wasserverbrauch. Viel Spass und Erfolg! Super, Sie machen fast alles richtig! Laden Sie Ihre Freunde und Verwandten ein, und begeistern Sie auch diese für Ihre wassersparende Lebensweise.

5 fRAGEN an damian Oettli, WWf GRUEN: Wo und bei was verbrauchen Schweizerinnen und Schweizer am meisten Wasser? Insgesamt verbraucht jede und jeder rund 160 Liter Wasser pro Tag. Der grösste Teil, nämlich 30 Prozent oder ganze 47,7 Liter, gehen für die WC-Spülung drauf. 32 Liter oder 20 Prozent werden beim Duschen oder Baden verbraucht, weitere 30 Liter werden fürs Waschen verwendet. Koch- und Trinkwasser, also das Überlebenswichtige, machen nur 15 Prozent aus. Jeder liter, den wir ver­ brauchen, hat Trinkwasser­ qualität, auch das Wasser, das ins Wc fliesst. Ja, und das ist sehr schade. Die Wasseraufbereitung, beispielsweise von Seewasser, ist sehr aufwendig und verbraucht viel Energie. Besser wäre, man würde nicht nur für den Garten, sondern auch für die WCSpülung oder fürs Waschen Regenwasser brauchen. Dazu benötigt man zwei Leitungssysteme, und das macht nur bei Neubauten Sinn (Bild links). die Schweiz ist ein Volk von mietern. Wie kann ich denn Wasser sparen? Duschen statt baden, Wasserhahnen und Duschbrausen mit Wassersparern versehen und fürs Giessen Regentonnen aufstellen. Regenwasser kann auch fürs Kinderplanschbecken verwendet werden. die Schweiz als Wasserschloss Europas hat glücklicherweise genügend Wasser.

damian Oettli ist Konsum­ experte beim WWf Schweiz.

Wir haben mehr als genug Wasser, Knappheit gibt es selten. Trotzdem ist Sparen sinnvoll. Übrigens macht auch der Wasserverbrauch für die Energieproduktion Bächen und Flüssen zu schaffen. Wieso werden im Test fleisch­ konsum und bio­baumwolle so stark gewichtet? Weil dabei viel «graues» Wasser anfällt: Wasser, das zur Herstellung von importierten Produkten anfällt. Baumwollfelder liegen oft in trockenen Regionen, wo das Wasser knapp ist. Zudem verschmutzt das Färben das Wasser oft unwiderruflich. Bio-Baumwolle schneidet bei beidem besser ab. Beim Fleisch ist es ähnlich: Rinder brauchen saftige grüne Wiesen, die vielenorts bewässert werden müssen. Für ein Kilo Rindfleisch, das wir kaufen, werden rund 15 000 Liter Wasser verbraucht! Gut wäre, wenn bei jedem Produkt auch der Wasserverbrauch deklariert würde.

der WWf unterstützt Schweizerinnen und Schweizer, ihren ökologischen fussabdruck zu verringern – in jedem lebensbereich. für eine erste Standortbestimmung bietet der WWf den footprint­Rechner im internet an. Spielerisch können benutzerinnen und benutzer ihre eigene lebensrealität nachbauen. Konkrete Tipps und Tricks gibts ebenfalls. der WWf­footprint­Rechner wird von Swisscanto, einem führenden Asset­manager für Anlage­ und Vorsorgelösungen, gesponsert. www.footprint.ch

Wassersparer für hahnen www.neoperl.ch www.aquaclic.info Nutzung von Regenwasser www.heebag.ch

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gruen unternehmen Die roten Autos sind Kult: 2300 Mobility-Autos kurven durch die Schweiz – wie hier am Bahnhof Luzern.

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Allzeit bereit Wer gr체n Auto f채hrt, sieht rot. Mobility-rot. Dank dem Schweizer CarSharing-System fahren immer mehr Menschen mit weniger Autos herum. Text: Zeno van Essel / Fotos: Luca Zanier

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gruen unternehmen An den sagenhaften Fuhrpark des Sultans von Brunei, der 5000 Autos umfassen soll, kommt Viviana Buchmann noch nicht ganz heran. Doch sie hat allen Grund, stolz auf ihre Flotte von 2300 Mobility-Fahrzeugen zu sein. Denn erstens fahren diese Autos auch wirklich auf der Strasse herum. Und zweitens sind die roten Flitzer mindestens so viel Spassmobil wie die Edelkarossen des exotischen Machthabers. Mobility verbindet Menschen, die individuelle Mobilität mit modernem

Die Farbe Rot: Schon die ersten Autos der beiden Gründer-Firmen waren rot.

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Lifestyle kombinieren und vielleicht einfach ein bisschen cleverer sind als manch betuchter Autokrat. Denn statt einen aufwendigen privaten Wagenpark zu unterhalten, setzen sie auf preiswerte Flexibilität und eine starke Gemeinschaft: An über 1100 Standorten in der Schweiz können sie einsteigen und losfahren, wie und wann immer es ihnen beliebt. Scheint die Sonne, kommt das Cabrio zum Zug, muss ein Möbel transportiert werden, der Lieferwagen, und wenn ein Familienausflug ansteht, der Kombi.

Ohne Mobility würden in der Schweiz 18 000 Autos mehr rumkurven «Dank Mobility», sagt Viviana Buchmann, «werden im Schweizer Strassenverkehr pro Jahr 15 200 Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht 11 700 Sitzen auf einem Flug von Zürich nach New York.» Wie sie auf diese

Zahl kommt? «Eine Studie des Bundesamtes für Energie hat errechnet, dass ohne Mobility in der Schweiz im Jahr 2009 rund 18 000 Autos mehr herumgefahren wären. Denn ein Teil der Kundinnen und Kunden würde, gäbe es Mobility nicht, ein Auto kaufen.» Die Frau weiss, wovon sie spricht. Als Geschäftsführerin eines der innovativsten und erfolgreichsten Mobilitätsunternehmen der Schweiz setzt sie sich täglich mit den Zahlen auseinander, die das Bewegungsbedürfnis der Schweizerinnen und Schweizer dokumentieren. Ein Trend ist dabei klar ersichtlich: Der Wunsch nach mehr individueller Auto-Mobilität ist ungebremst. Aber der Platz für mehr Autos wird in den dicht besiedelten Agglomerationen immer kleiner. Das Zauberwort heisst «Verhaltensänderung». Darum gehts bei Mobility. «Unsere Kunden sind in der Regel sehr gut ausgebildet und gut verdienend», so Buchmann. «Es sind Menschen, die das Nutzen vom Besitzen abgekoppelt haben. Wer sich für Car-Sharing entscheidet, nutzt das Auto ganz anders. Man wählt bewusst das richtige Fahrzeug und erledigt zielbewusst das, was man sich vorgenommen hat. So wird das Auto weniger gebraucht, und der Umgang damit wird vernünftiger.» Eine Binsenweisheit. Aber eine, die es in mehr als zwanzig Jahren zu einem Unternehmen mit 180 Mitarbeitenden und einem

Jahresumsatz von über sechzig Millionen Franken gebracht hat – auch wenn alles klein anfing: Im Jahr 1987 formierten sich in Stans und Zürich unabhängig voneinander zwei Gruppen von Auto-Teilern. Die acht Stanser nannten sich noch AutoTeilet Genossenschaft. Die siebzehn im mondäneren Zürich legten sich den Namen ShareCom zu. Vier Jahre später wurde eine Kooperation beschlossen, und 1997 folgte die Fusion.

Wer Mobility fährt, lebt schon heute den Lifestyle von morgen Schon damals zeichneten sich beide Gruppierungen, anfangs getrieben von gegenseitiger Konkurrenz, durch eine hohe Entwicklungsdynamik und einen starken Drang zur Innovation aus. Parallel wurden ein telefonisches Reservierungssystem und ein elektronisches Reservierungssystem mit Bordcomputer entwickelt. Die aufkommende Mobiltelefon-Technik wurde schon früh integriert. Genauso offensiv entschied man sich für die Farbe Rot als Markenzeichen der Mobility-Autos. Ein Rezept, das bald viele Anhänger fand: Bei der Fusion zehn Jahre nach dem Start gab es in der Schweiz schon 17 400 Car-Sharer. Durch Kooperationen mit Unternehmen des öffentlichen Verkehrs wie den SBB und den Zürcher Verkehrsbetrieben sowie mit der Migros wurde Mobility schnell bei einem breiten Publikum bekannt – und immer populärer.

„Unsere Kunden sind gebildet und gut verdienend, Menschen, die das Nutzen vom Besitzen abgekoppelt haben.“

So ist man dabei www.mobility.ch Reservieren übers Handy m.mobility.ch Mobility-App www.itunes.ch (mobility car)


Viviana Buchmann ist Gesch채ftsf체hrerin der Mobility Genossenschaft Schweiz.

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gruen unternehmen

Heute zählt Mobility über 90 000 Kunden, davon 40 700 Genossen­ schafter und mehr als 3000 Fir­ men. Wer heute einen roten Share­Car mit Bordcomputer fährt, gilt längst nicht mehr als verkappter Körnlipicker, sondern als Mensch, der schon heute den Lifestyle der Zukunft lebt. Viviana Buchmann kann dies bestätigen: «Unsere Kunden haben einen hohen Anspruch an ihre Lebensqualität. Dazu gehört natürlich auch eine intakte Um­ welt. Wir wissen aus Umfragen, dass Mobility als sympathisch, modern und zuverlässig wahr­ genommen wird.» Damit das Auto auf Abruf auch wirklich verfügbar ist, wenn man es braucht, benötigt es ein ausgeklügeltes Reservations­ system – und die solidarische und zuverlässige Zusammen­ arbeit der Kunden. Buchmann: «Die Verfügbarkeit unserer Fahr­ zeuge ist äusserst wichtig. Dar­ auf ist man angewiesen, wenn man Mobility­Kunde ist. Darum beobachten wir die Auslastung unserer Fahrzeuge ganz genau. Sie wird wöchentlich kontrol­ liert. Wenn an einem Standort eine gewisse Grenze überschrit­ ten wird, stellen wir dort zusätz­ liche Autos hin.»

der gruen-footPrint Wie ökologisch lebt Viviana Buchmann? Wassersparsysteme Vollbad gartenbewässerung Kleider aus Bio-Baumwolle Auto waschen regenwasser nutzen Fleischkonsum Waschen total Punkte

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49 Punkte = guter Schweizer Durchschnitt. Dass «ihr» Auto einmal pro Woche gewaschen wird, verstehen wir gut, und wir sind froh – vielleicht sind wir der nächste Kunde. Der GRUEN-Footprint wurde vom WWF Schweiz für SI GRUEN entwickelt. Der Test soll für den Alltag sensibilisieren und Spass machen. Berechnen Sie Ihren eigenen Footprint auf den Seiten 32 und 33.

Das Herz von Mobility befindet sich in Luzern an der Gütsch­ strasse. Hier laufen alle Drähte zusammen, um den reibungs­ losen Betrieb von 2300 Autos 24 Stunden pro Tag zu managen. Dazu gehört nicht nur das An­ und Abmelden, sondern auch die Kontrolle, dass technisch alles einwandfrei funktioniert, dass Ordnung und Sauberkeit gewährleistet ist und dass die Wartungen durchgeführt sind. Auch auf den Fall, dass unter­ wegs einmal eine Panne oder ein Unfall passiert, ist Mobility vor­ bereitet – es ist im Service in­ begriffen. Im Mitgliederbeitrag und in den Stunden­ und Kilome­ tertarifen ist alles dabei: Benzin, Service, Reparaturen, Versiche­ rung, Administration, Vignette, Parkplatzmiete, Mehrwertsteuer. Während Genossenschafter mit ihrer Einlage von 1000 Franken keine Jahresgebühr mehr bezah­ len müssen, profitieren die meis­ ten Kunden (34 400) vom verbil­ ligten Jahresabo von 190 Franken – das gibts unter anderem dann, wenn man ein GA oder ein Halb­ tax­Abo besitzt. Studierende kön­ nen sogar ohne Jahresgebühr los­ brausen, sie bezahlen lediglich den Kilometertarif. Eine Service­Truppe von 40 Fest­ angestellten und über 350 Free­ lancern kümmert sich um die Mobility­Fahrzeuge, putzt sie und hält sie instand.

Das Schweizer Modell gibts bereits weltweit im Lizenzverfahren Das respektvolle Miteinander ist einer der wichtigsten Erfolgs­ faktoren von Mobility. Darum ist die traditionelle Rechtsform der Genossenschaft für das Un­ ternehmen ideal. «Wir sind mit unserem offenen System darauf angewiesen, dass unsere Kunden die Fair­Play­Regeln einhalten. Dazu gehört, dass man dem Auto Sorge trägt. Zum Glück machen das die allermeisten, sonst würde es gar nicht funktionie­ ren», sagt die Mobility­Chefin und verrät, dass «gleiches Recht für alle» im Unternehmen sehr

Partner www.sbb.ch www.migros.ch www.vcs.ch www.tcs.ch www.diepost.ch


„Dank Mobility werden im Schweizer Strassenverkehr pro Jahr 15 200 Tonnen CO2 eingespart.“ strikt eingehalten wird: «Alle haben gleich viel Ferien, gleiche Sozialleistungen und – zumindest auf dem Papier – auch gleich viele Stunden Arbeitszeit.» Mobility beweist, dass ein Unternehmen trotz dieser basisdemokratisch orientierten Organisation keineswegs träge sein muss. Im Gegenteil: In den letzten fünf Jahren haben sich die Kundenzahlen von Mobility um mehr als ein Drittel gesteigert. «Das Potenzial wird in der Schweiz auf eine halbe Million Kundinnen und Kunden geschätzt», sagt Viviana Buchmann. «Mittelfristig sind etwa 150 000 Kunden realistisch.» Dazu kommt, dass das Ausland viel Interesse am Schweizer Erfolgsprodukt zeigt. So ist die Mobility Genossenschaft Schweiz zu 50 Prozent an der Denzel Mobility Car Sharing GmbH in Österreich beteiligt, die dort bereits für 11 000 Kunden 200 Fahrzeuge an 100 Standorten bereitstellt. Zudem will

Mobility mit der Tochterfirma Mobility International AG ihr Wissen und ihre Technologie im Lizenzverfahren weltweit vermarkten und somit auch eine signifikante Rolle bei der Förderung alternativer Mobilitätsmodelle spielen.

Noch dieses Jahr wird ein Versuch mit ElektroSmarts gestartet Mobility wird so zu einem wichtigen, weil kompetenten Partner in Fragen der Mobilität der Zukunft – nicht nur für die Kunden, sondern auch für Regierungen, Behörden, den öffentlichen Verkehr und die Autoindustrie. Denn wohl kaum ein anderes Unternehmen weiss so genau Bescheid über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der individuellen Automobilität. So erstaunt es nicht, dass auch bei der Einführung zukunftsweisender Technologien wie zum Beispiel Elektroautos

Mobility eine wichtige Rolle spielt. «Es wird noch einige Zeit dauern, bis Elektroautos marktreif sind. Aber noch dieses Jahr starten wir im Raum Zürich ein Pilotprojekt mit Elektro-Smarts», verrät Viviana Buchmann. Wer weiss: Vielleicht ergeben sich bei so viel Teilungswilligen noch ganz andere Geschäftsfelder wie Fahrgemeinschaften oder Flugzeug-Sharing? Hirngespinste? «Nein», sagt Viviana Buchmann. «Die SegelbootTeilet Sailcom.ch läuft bereits auf der Mobility-Plattform. Und die Auswirkungen der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull auf den Flugverkehr haben gezeigt, wie flexibel Menschen auf neue Herausforderungen reagieren können und müssen. Wer mit Mobility unterwegs ist, bringt dieses Gefühl für Gemeinsinn bereits mit. So gesehen sind wir bestens für die Zukunft gerüstet.»

eine story mit erfolg gründung Am 13. Mai 1987 gründen in stans acht Personen die AtG Auto­ teilet Genossenschaft. sie teilen sich ein Auto. 17 tage später, am 30. Mai 1987, wird in Zürich seebach die Genossenschaft shareCom gegründet: 17 Leute und ebenfalls ein Auto. vision Mobility entwickelt seine Angebote stets unter einhaltung folgender Ziel­ setzungen: einfache und bequeme selbstbedienung, jederzeit und überall stunden­ weise, moderne Fahrzeug­ typen, hochzuverlässige technologie, professionell unterhaltene Fahrzeug­ flotte, nachhaltigkeit dank kombinierter Mobilität. partner sBB, ZVV Zürcher Verkehrsverbund, Z­Pass, tarifverbund Libero, Zuger Pass Plus, Mobilis Vaud, tnW tarifverbund nordwest­ schweiz, 15 Kooperationen mit tarif­ und Verkehrs­ verbünden, Avis, Hertz, Die Post, Migros, Cornèrcard, tCs, VCs, Deutsche Bahn AG und viele mehr. www.mobility.ch


gruen zoo

alex rübel

„Die Natur überlebt, wir vielleicht nicht“ Naturschutzzentrum statt Tiergarten: Die Institution Zoo befindet sich im Wandel. «Früher sah man das Tier isoliert, heute wollen wir mit unseren Gehegen auch seinen Lebensraum zeigen», sagt der Zürcher Zoo-Direktor Alex Rübel und erklärt, was die Begegnung mit einem Elefanten für unsere Umwelt bedeutet. Text: Barbara Halter / Fotos: Dan Cermak

GRUEN: Statt in den Zürcher Zoo zu fahren, kann ich mir bequem im TV einen Tierfilm anschauen. Wozu braucht es Zoos noch? Sie erleben etwas anderes, wenn Sie direkt neben einem Elefanten stehen, ihn riechen und seine Mächtigkeit spüren. Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die nie Kontakt zu Haustieren hatten, diese später wie Spielzeug behan­ deln. Es braucht die Nähe, um den Respekt gegenüber den Tieren zu lernen. Zürich rühmt sich mit seiner modernen Anlage. Was bedeutete das? Wir sehen uns als Teil der Naturschutz­ bemühungen mit der Hauptkompetenz,

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Freude zu wecken und zu bilden. Früher sah man das Tier isoliert, heute wollen wir mit unseren Gehegen auch seinen Lebensraum zeigen. Die Zeit, als Eisbär, Löwe und Elefant einfach ausgestellt wurden, ist vorbei. Unter Ihrer Direktion entstanden einzigartige Projekte wie der MasoalaRegenwald oder die Himalaja-Anlage. Was bringt das den Tieren? Sie sind Botschafter für die Erhaltung der Wildnis. Je naturnaher die Anlage, desto besser fühlt sich das Tier und kann seine natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Die 2006 eröffnete Anlage der Indischen Löwen ist aufwendig und naturnah gestaltet – trotzdem kann

man beobachten, wie das Weibchen monoton umherstreift. Wir haben dies untersucht. Gelegentlich zeigt die Löwin so ihren Unmut, wenn sich die beiden Jungen nicht so verhalten, wie sie es wünscht. Ein Gefängnis ist die Anlage dennoch. Auch in der Wildnis ist der Lebensraum der Tiere beschränkt. Dort haben sie ein Territorium. Doch jenes ist viel grösser. Die Grösse ist eben nicht entscheidend. Für das Tier zählt, dass es aktiv sein kann und dass seine Bedürfnisse erfüllt werden. Auch in der Wildnis sehen Sie Elefanten weben, also den Kopf hin­ und herschaukeln.

Zoo Zürich www.zoo.ch Schweiz www.zoos.ch Weltweit www.zoos.de www.zoos.org www.bronxzoo.com


Als Tierarzt besch채ftigte sich Zoo-Direktor Alex R체bel auch mit Kamelen. Er war einmal bei einer Schwergeburt dabei.

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gruen zoo

dAs tut deR züRcHeR zoo HolzscHnitzel und ÖKo-stRoM Der Zürcher Zoo ist ein energieintensiver Betrieb: Auf 19 Hektaren leben 357 Arten, die teilweise in ganzjährig geheizten Anlagen oder grossen Wasserbecken hausen. Rund 1,8 Millionen Besucher strömen jährlich auf den Zürichberg, lassen ihren Abfall zurück oder verpflegen sich in einem der vier Restaurants. Der Betrieb benötigt für die Reinigung der Tieranlagen, die Bewässerung der Pflanzen und der Teiche sowie für die sanitären Anlagen täglich 340 Kubikmeter (= 340 000 Liter) Wasser. Die Tierpfleger versuchen, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Wo möglich, wird Regenwasser und Grauwasser verwendet. Die grösste energetische Einsparung macht der Zoo durch seine Holzheizung, die bereits 1998 gebaut wurde. Heute deckt sie drei Viertel des Wärmebedarfs. Die Schnitzel – jährlich werden 5600 Kubikmeter Holz verfeuert – stammen alle aus dem Kanton Zürich. Auf den nachwachsenden Rohstoff Holz setzt der Zoo auch beim Bauen: Die neue Elefanten-Anlage erhält ein Holzdach. Der Zoo bezieht vom Elektrizitätswerk der Stadt Zürich hundert Prozent Ökostrom mit dem Label «naturmade star!». Es werden Sparlampen und Bewegungsmelder eingesetzt. Die Masoala-Halle wird in Zukunft durch erdwärme geheizt – eine Wärmepumpe ist in Planung. Die Restaurants achten beim Einkauf auf die Saison und auf kurze Transportwege. Angeboten werden nur Fische, die der WWF-Führer empfiehlt. Grünabfälle wie Speisereste und Mist werden zu Biogas weiterverarbeitet.

Masoala-Regenwald: Hilfe für den gleichnamigen nationalpark in Madagaskar.

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immer zu einem spass aufgelegt: Alex Rübel leitet den zürcher zoo seit 1991 – und imitiert die Mimik des hochnäsigen Kamels.

Auch der Elefantenbulle Maxi webt. Wenn solche Stereotypien entstanden sind, gehen sie nicht mehr weg. Egal, wie gross das Gehege ist. Bei unseren Bären konnten wir beobachten, dass die alten Bären ihre Stereotypien im neuen Gehege beibehielten. Die Jungtiere dagegen ent­ wickelten keine mehr. Was verstehen Sie unter artgerechter Haltung? Artgerecht ist ein schwieriges Wort. Da müsste der Löwe ein Zebra erlegen können, und das will im Zoo ja wohl keiner. Es kann dem Tier wohl sein, ohne dass die Lebensbedingungen die genau gleichen sind wie in der Wildnis. In anderen Bereichen akzeptieren wir das problemlos: Wenn Katzen kastriert werden, nehmen wir dem Tier mehr weg, als wenn man es in einem Gehege hält.

Was ist eine gute Haltung? Das Tier muss bei uns seinen «Beruf» ausüben können: Dazu gehören die Fortpflanzung und das Sozialverhalten, die Futterbeschaffung und die Feind­ vermeidung. Gibt es Feinde im Zoo? Wir halten zum Beispiel die Brillen­ bären und die Nasenbären zusammen. Dies sind zwar keine Feinde, die gemeinsame Haltung führt aber trotzdem zu einer gewissen Spannung. Gerade beim Bärengehe ist es nicht ganz einfach, die Bewohner zu sehen. Neu bieten Sie Tierpräsentationen an: Zu fixen Zeiten zeigen Pfleger die Tiere. Ist dies die Antwort auf die naturnahen, aber unübersichtlichen Gehege?

Partner des zoos zürich www.masoala.org www.fledermausschutz.ch www.galapagos-ch.org www.lewa.org www.antarctic-research.de


„Artgerecht ist ein schwieriges Wort. Da müsste der Löwe ein Zebra erlegen können, und das will im Zoo wohl keiner.“ Tierpräsentationen sind ein Mittel, um zwischen Tier und Mensch eine Beziehung zu entwickeln. Wenn der Besucher zum Bärengehege kommt und sagt: «Da ist ja gar keiner drin», haben wir unsere Aufgabe nicht erfüllt. Zum Frühling gehören automatisch Jungtiere. Wie planen Sie die? Gar nicht. Heute züchtet man nicht mehr für das Publikum. Aber wir haben für fast jede Art eine Familienplanung. Wir müssen eher bremsen, etwa mit der Antibabypille – übrigens die gleiche wie für Menschen, nur anders dosiert. Allerdings darf man nicht zu stark eingreifen: Es gibt viele Tiere, bei denen das Weibchen sein ganzes Leben lang mit der Aufzucht von Nachwuchs beschäftigt ist. Dort ist es Lebensinhalt. Das ist die Arbeit, wie Sie es nennen? Genau. Darum lassen wir bei gewissen Tieren Nachwuchs zu, obwohl wir später Jungtiere töten müssen. Bei welchen Arten? Bei Wölfen oder Wildmeerschweinchen ist es schon vorgekommen. Letztere werden weiterverfüttert und kommen so wieder in den Kreislauf zurück. Werden neue Tiere gekauft? Nein. Wir tauschen mit anderen Zoos. In Europa gibt es für jede Art einen Koordinator, der bestimmt, welches Tier wohin geht. Wir bezahlen nur die Transportkosten. Wegen Eisbär Knut strömten Millionen von Besuchern nach Berlin. In Bern bewegte der angeschossene Bär Finn die Leute, jetzt die Jungbären. Werden Tiere zu Prominenten? Sie werden dazu gemacht – aber nicht von uns, sondern durch die Medien. Wie beurteilen Sie das? Es hat für mich zwei Seiten: Hilft das Prominentsein des Tieres dem Naturschutz,

ist es positiv. Wird das Tier dagegen vermenschlicht, indem etwa die engste Freundschaft mit einem Pfleger statt mit Artgenossen stattfindet, ist es problematisch. Wie setzen Sie Ihr Ziel um, ein Naturschutzzentrum zu sein? Unsere Stärke ist das Sensibilisieren. Einzelerlebnisse mit unseren Tieren verursachen bei Menschen einen Klick, um sich für die Umwelt zu engagieren und zum Beispiel Mitglied beim WWF zu werden. Beim Schützen des Regenwaldes ist man schnell dabei. Sich persönlich einzuschränken, fällt aber den meisten schon schwerer. Wie schränkt sich der Zoo ein? Wir können die Welt nicht allein verändern. Aber momentan wollen wir unser Restaurant biologischer machen. Dies ist schwieriger, als ich gedacht habe. Wir sind in einem Prozess, und ich bin überzeugt, dass wir etwas bewirken. Der Zoo Zürich gehört zu den meistbesuchten Ausflugszielen der Schweiz. Leider reist über die Hälfte der Besucher mit dem Auto an. Ja, das ist so. Beachtet man allerdings unsere Lage und Erschliessung, dann ist das ein guter Wert. Wenn ein Zoo gleich neben dem Hauptbahnhof liegt, hat man es diesbezüglich einfacher. Zivile Trauungen, Apéros, Nachtexkursionen: Ihr Zoo ist auch eine Event-Agentur. Das ist gut für den Umsatz. Aber ist es auch gut für Ihre Schützlinge, die Tiere? Denen ist das egal. Eine Heirat in der MasoalaRegenwald-Halle dagegen

prägt jeden. So motivierte Ehepaare kaufen später kein Rosenholz- oder Ebenholzparkett fürs Wohnzimmer. Wie optimistisch sehen Sie die Zukunft bezüglich Artenvielfalt? Eigentlich kann man nur pessimistisch sein. Aber mit einer negativen Einstellung verändert sich nichts. Die Menschen müssen realisieren, dass Naturschutz für unser Überleben nötig ist. Wir machen uns nur selbst kaputt. Die Natur überlebt – wir vielleicht nicht. Was tun Sie privat für die Umwelt? Ich bemühe mich, versuche, oft mit dem Zug zu fahren, esse keine gefährdeten Fische. Aber ich bin auch ein Umweltsünder. Wie sündigen Sie? Ich fahre Auto, zwar nur ein kleines. Leider habe ich sehr gern Fleisch, obwohl ich weiss, dass wir zu viel und zu selektiv Fleisch essen.

der grueN-FootPriNt Wie ökologisch lebt Alex Rübel? Wassersparsysteme Vollbad Gartenbewässerung Kleider aus Bio-Baumwolle Auto waschen Regenwasser nutzen Fleischkonsum Waschen Total Punkte

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47 Punkte = Alex Rübel gehört beim Wasserverbrauch zum guten Schweizer Durchschnitt. Mehr Punkte gäbe es mit weniger Fleisch – aber das weiss der Zoo-Direktor ja bereits. Der GRUEN-Footprint wurde vom WWF Schweiz für SI GRUEN entwickelt. Der Test soll für den Alltag sensibilisieren und Spass machen. Berechnen Sie Ihren eigenen Footprint auf den Seiten 32 und 33.

www.paneco.ch Nachhaltigkeit www.stadt-zuerich.ch/ewz www.naturemade.ch Fischführer für unterwegs mobile.wwf.ch/fisch

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gruen city-trip Ein Tag im Tessin: Zuerst entspannt über den Markt von Bellinzona bummeln, dann gehts mit dem Velo durch die Magadino-Ebene nach Locarno.

Text: Barbara Halter Fotos: Anne Gabriel-Jürgens, Vanessa Püntener Bereits auf der Piazza Collegiata hat einen das wohlige «Ach wie schön, Tessin-Ferien!»Gefühl gepackt: Die Sonne scheint, an den Bistro-Tischen nippen gut gelaunte Menschen an einem Glas Weisswein und knabbern Blätterteiggebäck. Samstags treffen sich die Bellinzonesi in ihrer Stadt zum entspannten Apéro und besorgen den Wochenendeinkauf auf dem farbenfrohen Markt. Von der Piazza an reihen sich die rot-blau überdachten Stände mit Gemüse und leckeren Tessiner Spezialitäten. Das Ambiente des Marktes mitten in der autofreien, mittelalterlichen Altstadt ist einzigartig in der Schweiz: ein triftiger Grund, beim nächsten Mal in Bellinzona anzuhalten und nicht wie meistens vorbeizubrausen auf dem Weg nach Lugano oder Locarno. Wir starten unseren Bummel beim Käsewagen von Aurelio Vizzardi auf der Piazza Collegiata. Er hat eine kleine, feine Auswahl, alles aus eigener Produktion. Wunderbar schmecken die schneeweissen, frischen Formaggini, die vor dem Essen mit

Geniesst die Abendstimmung in Locarno: GRUEN-Redaktorin Barbara Halter.

gruener SamStag

Im Tessin durch den Tag gleiten 44

Auf dem Markt www.saporidelmondo.ch Infos zu Bellinzona www.bellinzona.ch www.bellinzonaturismo.ch www.museoinerba.com


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1 Der Gemüsegarten des Tessins: Blick in die Magadino-Ebene über das Salatfeld von Bio-Bauer Renzo Cattori. 2 Mittagessen bei La Colombera: Polenta, Ziegen-Salametti, Rohschinken und Formaggini aus Schaf- und Ziegenmilch. 3 Frühlingsboten auf dem Markt in Bellinzona: ein Sträusschen Traubenhyazinthen. 4 Blick über die rot-blau überdachten Stände auf der Piazza Nosetto. 5 Eine Prise Orient: Peperoncini und Gewürzmischungen bei Sapori del Mondo. 6 Knackig frisches Gemüse: «carciofi» – Artischocken aus biologischem Anbau. 7 Immer schön umrühren: Die Polenta von Michele Carleo blubbert zwei Stunden vor sich hin. Um elf Uhr wird serviert. 4

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8 Ein Hühner-Leben: Auf dem Hof der Tognettis läuft das Federvieh frei herum.

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www.dickemauern.de/castel_grande www.villacedri.ch Unseco-Welterbe www.bellinzonaunesco.ch www.unesco.org

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gruen city-trip

Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt werden. Lange aufbewahren sollte man sie allerdings nicht. Ein Tipp des Käsers: Gesalzen sind sie etwas besser haltbar. In der Auslage liegen Butter und Ricotta, in Wachspapier gewickelt. Und auch der zarte, fast davonfliessende Formagella muss probiert werden. Ein paar Schritte weiter gibt es Bio-Gemüse aus der Magadino-Ebene. Die vielen Kundinnen lassen ihre Einkaufstaschen mit knackigem Gemüse füllen: Spinat, Artischocken, ins Auge fällt die Kiste voll vorgeschnippeltem Suppengemüse – sehr praktisch, so steht die Minestrone subito auf dem Tisch! Zwischen der Piazza Collegiata und der Piazza Nosetto stauen sich die Leute in der schmalen Gasse. Dort, wo es am engsten ist, vor dem gelb-roten herrschaftlichen Haus – es wurde 1860 von einer reichen Familie im neugotischen Stil erbaut –, wägen Casimiro Remondi und seine Tochter Cristina flink Gemüse ab. Im Frühling leuchten Löwenzahn, Rucola oder Bärlauch in sattem Grün. Rosettenförmigen Cicorino verde mit Wurzeln, den ersten Salat, der im Frühling hier spriesst, erhält man in Hülle und Fülle. Wer selber gärtnern möchte, findet Setzlinge für Salat, Kohl oder Erdbeeren. Auf der Piazza Nosetto, im Herzen des Marktes, duftet es betörend nach Marinade und gegrilltem Fleisch: Die Poulets von Claudio Guerra, die sich im Grill drehen und immer brauner und knuspriger werden, sind heiss begehrt. Ebenso das Trockenfleisch und der fette Lardo-Speck.

Um elf Uhr muss man unbedingt in die Via Camminata zum Polenta-Mann Vor dem Palazzo Civico, dem prächtigen Rathaus, verkauft Eveline Spiegel ihre selbst gezogenen Freilandrosen aus Avegno. Gegenüber bei Renata Schneiders Stand stehen in Reih und Glied geordnete Gläschen mit hausgemachter Konfitüre oder Pfeffer aus dem Maggiatal. Gegen elf Uhr muss man unbedingt in die Via Camminata: Vor der Pizzeria Forno A Legna schöpft Michele Carleo aus einem grossen Kochtopf Polenta. Mit einem Suppenlöffel pflatscht er den dunkelgelben Maisbrei in die quadratischen Wärmeschalen. Deckel zugedrückt und – zack, zack! – die herausquellenden Resten am Kochtopf abstreifen. Die etwas brachial anmutende Serviermethode tut der Beliebtheit seines Produktes keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Schlange ist lang. Geduldig warten die

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zahlreichen Kunden auf eine Portion – viele nehmen sie nach Hause und braten sie fürs Nachtessen in der Pfanne an. Wir bewundern noch die grosse Auswahl an fein duftenden Gewürzen und Tees beim Stand vom Sapori del Mondo – dann verabschieden wir uns von Bellinzona. Wer den ganzen Tag hier verweilen möchte, dem sei ein Besuch im Castelgrande und in der gegenüberliegenden Burg Montebello empfohlen. Das Tourismusbüro im Palazzo Civico verleiht für sieben Franken einen Audioführer, der einen durch die Stadt leitet und geschichtliche Hintergründe erklärt. Wir haben sportlichere Pläne: Am Bahnhof nehmen wir die reservierten, orangefarbenen Mieträder in Empfang und begeben uns auf Entdeckungstour. Ziel ist Locarno. Der Veloweg führt durch die Magadino-Ebene, vorbei an Bauernhöfen, wo wir haltmachen

Spinat, Artischocken, ins Auge fällt eine Kiste voll vorgeschnippeltem Suppengemüse – sehr praktisch, so steht die Minestrone subito auf dem Tisch. werden. Die zwanzig Kilometer sind an einem Nachmittag gut machbar, der Weg ist schön flach. Vom Bahnhof aus gehts durch das Zentrum von Bellinzona, wegen der Marktstände brauchts etwas Geduld. Doch wenn man sich brav an die roten Veloschilder hält, ist man schnell aus der Stadt heraus. Ausgangs von Bellinzona lohnt sich ein kultureller Zwischenstopp bei der Villa dei Cedri, der städtischen Kunstgalerie mit ihrem wunderschönen Park. Wenige Schritte davon befindet sich die Klosterkirche Santa Maria delle Grazie, deren wertvolles Wandbild 1996 durch einen Brand fast zerstört wurde. Heute ist es wieder renoviert. Nach einer Prise mittelalterlicher Kunst gehts weiter. Bald radelt man entlang einem begrünten Damm, der parallel zum begradigten Fluss Ticino verläuft. Für das Mittagessen haben wir uns bei der Familie

Tognetti angemeldet (acht Kilometer nach Bellinzona beim Wegweiser Richtung Chiasso/Agno links abbiegen). Auf dem Bio-Bauernhof La Colombera gackern die Hühner und laufen frei herum, auf der Weide dösen Esel, und kleine Ziegenkinder schlüpfen frech unter den Zäunen durch. Die Farm bietet Übernachtungen im Massenlager oder im Stroh und Verpflegung. Mario Tognetti serviert eine überbackene Polenta – ein typisches Menü aus Resten: Übrig gebliebener Mais wird mit geschnittenen geschwellten Kartoffeln sowie Zwiebeln gemischt und im Ofen mit Käse überbacken. Dazu gibt es selbst gemachte Spezialitäten vom Hof: ZiegenSalametti, Rohschinken, Formaggini aus Schaf- und Ziegenmilch und Ricotta. Bodenständig, einfach – und ein Genuss! Wer warm essen möchte, erkundigt sich am besten im Voraus per Telefon. Ein kaltes Mittagessen kriegt man ohne Anmeldung. Aus dem Sortiment des netten und gut besuchten Hofladens zaubert Tognetti schnell ein feines typisches Bauern-Zmittag.

Beim gemütlichen Radeln schweift der Blick auf die mit Reben bewachsenen Hänge Die Polenta liegt noch etwas schwer im Magen, trotzdem schwingen wir uns wieder aufs Rad. Schnell wird klar, wieso die Magadino-Ebene auch Gemüsegarten des Tessins genannt wird. Wir strampeln an Salatköpfen, Kartoffeln und Treibhäusern vorbei. Auf den Feldern von Renzo Cattori, dem ersten Bio-Bauern des Tessins, spriessen roter Eichblatt, Kopfsalat oder LattichSorten von Pro Specie Rara aus dem Boden. Im Sommer folgen dann verschiedene Tomatensorten oder Peperoni. Cattoris Hof in Cadenazzo beherbergt auch einen grossen Laden. Nebst eigenem Gemüse, das je nach Saison variiert, findet man weitere BioLebensmittel wie Teigwaren, Reis oder Milchprodukte. Allerdings schliesst der Laden am Samstag bereits um 12 Uhr. Beim gemütlichen Radeln – ab und zu überholt uns ein eifriger «Gümmeler» – schweift der Blick auf die mit Kastanienbäumen und Reben bewachsenen Bergketten. In der Höhe zieht sich die Weinstrasse hin, wo vorwiegend Merlot angebaut wird. Ein Muss, dass man hier einen Winzer besucht. In Progero bei Gudo verlassen wir den Veloweg und gehen zu Stefano Haldemann. Zu seinem Weinkeller La Segrisola – im Tessiner Dialekt der Name für Thymian – führt eine steile Strasse. Wir parkieren die Räder beim Ristorante

Ferien auf dem Bauernhof www.agriturismo.ch Experten für alte Früchtchen und Gemüsesorten www.prospecierara.ch Infos zum Tessin


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1 Typischen Tessiner Käse verkauft Aurelio Vizzardi auf der Piazza Collegiata in Bellinzona. 2 Pack die Badehose ein: An der See­ promenade bei Minusio gibts Gelegenheit für eine Abkühlung. 3 Hat alle Hände voll zu tun: Gemüse­ verkäuferin Cristina Remondi. 4 Ein Gelato muss sein: Bei La Dolcevita in Locarno gibt es solches mit Farina bóna, geröstetem Maismehl. 5 Hier lagert Bondoletta: Im Weinkeller von Stefano Haldemann in Progero bei Gudo. 6 Unterwegs mit dem orangen Mietrad von Bellinzona nach Locarno. 7 Zum Anknabbern: knuspriges Weissbrot am Samstagsmarkt in Bellinzona. 4

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8 Oase für erholsame Tage im Tessin: die Villa Novecento in Locarno.

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www.ticino.ch www.info-tessin.com www.tessin.ch Das Wetter im Tessin www.webticino.ch/webcam.htm

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Anita und spazieren lieber zu Fuss hoch. Haldemann besitzt siebzehn Rebberge, die sich verstückelt über zehn Kilometer erstrecken. «Dies ist hier typisch», sagt er. Zwei Drittel seiner Ernte ergeben Merlot, daneben hat Haldemann ein Faible für alte, seltene Traubensorten. Zum Beispiel die bondala. «Eine einheimische Sorte, die man aber fast nicht mehr findet», erklärt er. Daraus entsteht ein leichter, fruchtiger Rotwein. «Dieses Jahr ergänze ich mein Sortiment um einen Pro-Specie-Rara-Wein. Ein Gemisch aus dreissig alten Rebsorten.» Die Pflege solcher Stöcke bedeutet viel Arbeit für den Winzer – doch das passt zu Haldemanns Philosophie, der naturnah produziert: Herbizide verwendet er nur in Ausnahmefällen, er verzichtet auf Kunstdünger und Stickstoff. Wer gern bei La Segrisola vorbeigehen möchte, vereinbart im Voraus einen Termin. Bald lassen wir mit dem Velo die Magadino-Ebene hinter uns, nach tenero (der kurze Teil entlang der befahrenen Strasse lässt sich leider nicht umfahren, aber einen Veloweg hat es) pedalen wir am lago maggiore entlang. An der Uferpromenade kann man in den See springen oder einfach die erhitzten Füsse abkühlen. In locarno ist es höchste Zeit für ein Gelato, das haben wir uns verdient! Dafür fahren wir mit dem Rad zur gelateria la dolcevita. Die liegt zwar etwas ausserhalb des Zentrums – gleich um die Ecke befindet sich die Jugendherberge –, doch das Eis ist ausserordentlich. Das beweisen auch die vielen Einheimischen, die vor der Theke anstehen, um später mit Plastiklöffelchen eifrig die cremig-kalte Masse aus dem Becher zu schaufeln. Ausserdem produziert «Eismeister» Silvano Piffero Gelati aus farina bóna, einem feinen Mehl aus gerösteten Maiskörnern, das früher vermischt mit Milch, Wasser oder Wein zur Alltagskost der Bewohner des Onsernone-Tals gehörte.

Gelati mit Farina bóna, dem gerösteten Maismehl, schmecken nach Popcorn Mit der Restaurierung der Mühle von Loco durch das museo onsernonese wurde das Mehl wiederentdeckt. Inzwischen werden die Produkte aus Farina bóna unter dem Label slow food auch bei Coop verkauft. Die Mühle in Loco kann von Mai bis Oktober donnerstags, samstags und sonntags besichtigt werden. Zurück zu Piffero: Im grossen Produktionsraum zeigt er uns, wie er das Eis herstellt.

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Er lässt das feine Maismehl in ein Gemisch aus Rahm und Zucker rieseln, rührt mit einem Schwingbesen um und füllt die Masse in die Eismaschine. Das Resultat schmeckt nach Popcorn. Und Pifferos Gelati-Regel nehmen wir uns gern zu Herzen: «Ein Eis ist dann gut, wenn man nach einer Portion noch Lust auf eine zweite hat.» Es ist Zeit, die Räder am Bahnhof in Locarno abzugeben, der Schalter schliesst um 18.45 Uhr. Wir verlassen Locarno – mit einem letzten Tipp für ein paar erholsame Tage im Tessin: Zehn Gehminuten vom Bahnhof entfernt liegt die wunderschöne Villa novecento mit sechs grosszügigen, einladenden Zimmern. Ein verwunschener Garten mit duftendem Rosmarin, einem kleinen Teich und Plätzchen zum Lesen und Verweilen umgibt die charmante Pension. Besitzerin Susan Engelhard Herdeg führt den Betrieb nach ökologischen Krite-

Pifferos GelatiRegel nehmen wir uns gern zu Herzen: „Ein Eis ist dann gut, wenn man nach einer Portion noch Lust auf eine zweite hat.“ rien: «Ich möchte nicht dogmatisch sein, aber ein sorgfältiger Umgang, beispielsweise mit den Reinigungsmitteln, ist mir wichtig. Ich merke auch, dass viele Gäste auf eine umweltfreundliche Unterkunft Wert legen.» Die Empfangshalle mit der hohen Decke und den schönen Riemenböden ist gleichzeitig der Ort fürs bio-frühstück – bei schönem Wetter kann man auch draussen unter der Pergola «zmörgele». Nach einem kurzen Besuch in der Villa Novecento möchte man am liebsten gleich bleiben. Ach, übrigens: Falls man jetzt denkt, das wäre doch die perfekte Unterkunft während des filmfestivals … Engelhard lächelt nachsichtig: «Das fragen alle als Erstes. Die Zimmer sind natürlich schon längst ausgebucht. Im nächsten Jahr kann sich aber jeder wieder darum bemühen.»

adressen und öffnungszeiten Markt Markt in Bellinzona: samstags von 7.30 bis 13 Uhr, www.commercianti-bellinzona.ch (nur auf Italienisch) VelotoUr la Colombera Via al ticino, 6592 San antonino, tel. 091 858 21 70 renzo Cattori al Pian, 6593 Cadenazzo, tel. 091 858 19 53 la segrisola Stefano Haldemann, Cantina, 6515 Gudo, tel. 079 488 01 37 Velo mieten am Bahnhof Bellinzona kann man sein rad in empfang nehmen (online reservieren), in locarno bis 18.45 Uhr wieder abgeben. Preis: 1 tag CHF 35.– (Halbtax/kinder/Ga) und CHF 40.– (normal). an allen Vermietstationen stehen SuvaHelme inklusive Hygieneeinsatz gratis zur ausleihe bereit. www.rentabike.ch Beim tourismus-Büro in Bellinzona ist die Faltbroschüre «Piano di Magadino», ein agritouristischer lehrpfad, erhältlich. Darin sind weitere Bauernhöfe mit agritourismus aufgelistet sowie eine karte mit der route. www.bellinzonaturismo.ch loCarno gelateria dolCeVita Via d’alberti 4, 6600 locarno, www.gelateria-ladolcevita.com Villa noVeCento Via Buetti 1, 6600 locarno-Muralto, www.novecento.ch

blick auf die Kirche Collegiata, die burgen montebello und sasso Corbaro (ganz oben). die altstadt von bellinzona gehört zum Weltkulturerbe der unesco.

locarno www.info-locarno.ch www.locarno.ch www.moonandstarslocarno.ch www.derlagomaggiore.de www.monteverita.org www.ascona-


Illustration: Anna Haas

locarno.com Filmfestival www.pardo.ch Farina b贸na und Valle Onsernone www.farinabona.ch www.onsernone.ch www.slowfood.ch

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mode

Zauberhafte Frühlingsfee Gemustert, gestreift und geblümt. Der verführerische Bohemien-Look mixt bunte Muster mit auffallenden Prints. Fotos: Bèla Adler & Salvador Fresneda / Redaktion: Irene Münger / Hair & Make-up: Sonia Peña / Model: Dioni, UNO BCN / Props: Ultima Parada

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Bodenlanges Trägerkleid mit Reissverschluss und Strohhut, beides H & M. Kragenlose Seidenbluse mit langen Ärmeln, DRIES VAN NOTEN.

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Kleid mit V-Ausschnitt, DRIES VAN NOTEN. Lederboots und Kette aus Holzperlen, beides GUDRUN SJÖDÉN.

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Geknรถpftes Hemdkleid aus Seide, DRIES VAN NOTEN.

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gruen fashion Bedruckte Bluse aus leichter Baumwolle, ETRO. Top aus Spitze, ISABEL MARANT.

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gruen fashion Ă„rmelloses Kleid aus bedrucktem Seidenkrepp, KENZO. Seidenfoulard, MARNI. Strohhut, H & M.

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Bedrucktes Seidentop und asymmetrische Jacke zum Binden, beides MARNI. Kurze Hose aus Satin, ETRO. Geschnürte Römersandalen, H & M. Haarschmuck aus Stoffblumen, ZARA.

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Bezugsquellen: Dries Van Noten www.driesvannoten.be, Etro www.etro.it, Gudrun Sjödén www.gudrunsjoeden.ch, H & M www.hm.com, Isabel Marant www.isabelmarant.tm.fr, Kenzo www.kenzo.com, Marni www.marni.com, Roberto Cavalli www.robertocavalli.com, Zara www.zara.com

Baumwollkleid mit Blumenprint, GUDRUN SJÖDÉN. Top aus Seide mit Ikat-Muster, DRIES VAN NOTEN.


Langes Sommerkleid mit Blumenprint und Hemdblusenkleid aus Seide, beides ROBERTO CAVALLI. Kette aus Holzperlen, GUDRUN SJÖDÉN. Haarschmuck aus Stoffblumen, ZARA.

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top 30 Männer haben die Macht – und Frauen viele gute Ideen, die sie mit Einsatz, Mut und viel Energie zum Leben erwecken. 30 Frauen stehen hier als Beispiele für grosse und kleine Taten, die nachhaltig wirken und die Schweiz verändern.

Text: Monique Ryser

Franziska Teuscher, 52 Steter Tropfen: … höhlt den Stein und verhilft Ideen zum Durchbruch. Franziska Teuscher, Vizepräsidentin der Grünen Partei der Schweiz und Zentralpräsidentin des Verkehrs­Clubs der Schweiz, weiss, dass es manchmal viel Geduld braucht. Und die hat sie: Schon Ende der Achtzigerjahre kämpfte sie in Bern für Tempo­ 30­Zonen in Wohnquartieren – heute sind Wohnstrassen eine Selbst­ verständlichkeit. Unbeirrt kämpft sie für weniger Autos, dafür für mehr Bahn, Klimaschutz und eine atomfreie Schweiz.

Engagement: Mit der Klimainitiative (2008 eingereicht) und der Initiative für den öffentlichen Verkehr (Unterschriftensammlung läuft) sollen die Stimmberechtigten dort eingreifen, wo es nach Ansicht von Teuscher und den Grünen nicht schnell genug vorwärts­ geht. Und mit der Kampagne «Stopp Atom» sollen neue AKW verhindert werden.

Foto: zvg

Na-ja-Faktor: Franziska Teuscher fordert einen massiven Ausbau der alternativen Energien – wehrt sich aber gegen Wind­ turbinen auf den Jurahöhen. Klar, Windturbinen verschandeln die Landschaft und stören das unberührte Gebiet. Aber diesen Wider­ stand gegen alternative Energieproduktion zu erklären, ist nicht ganz einfach.

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GRUEN-Faktor: Mit ihrer Hartnäckigkeit hat Teuscher schon vieles erreicht und wird noch vieles bewegen.

Das rating 10: Hat die Schweiz verändert 9: ein Vorbild 8: Nachmachen! 7: Mehr (Bio-)Gas geben! 6: Im Kleinen muss beginnen … 5: Das


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Paola Ghillani, 46

Engagement: Mit ihrem Unternehmen Paola Ghillani & Friends berät sie heute viele internationale KMU, die nachhaltiger werden wollen. Und vermehrt auch Leute, die ihr Geld sinnvoll in junge,

innovative und grüne Firmen investieren möchten. Ihr Credo ist klar und ach so logisch: «Ein Unternehmen ist dann nachhaltig, wenn es drei Ziele erreicht – wirtschaftlichen Erfolg, soziale und gesellschaftliche Entwicklung, ökologische Verantwortung.» Na-ja-Faktor: Einige grüne Fundis dächten immer noch von ihr, sie hätte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, weil sie Teil der Wirtschaft sei, sagt Paola Ghillani. Wir finden, das Gegenteil ist der Fall: Weil sie ein Teil der Wirtschaft ist, kann sie etwas bewegen. «Ich bin keine Spezialistin in Ökologie oder im Sozialbereich, aber ich weiss, wie man nachhaltige Prinzipien ins strategische Management überträgt.» Und genau da war sie Pionierin. GRUEN-Faktor: «Konfuzius sagte: Es gibt nicht Gut und Böse, es gibt nur Menschlichkeit und Unmenschlichkeit», zitiert die gelernte Apothekerin den chinesischen Weisen. Hier liegt das Geheimnis ihrer Überzeugungskraft: Diese Botschaft ist so viel mächtiger als jedes Gebot und Verbot.

Bessere ist stets der Feind des Guten Die engagements www.franziskateuscher.ch www.gruene.ch www.paolaghillanifriends.com

Foto: RDB

In der Ruhe liegt die Kraft: Sie kommt auf leisen Sohlen, spricht ruhig und überlegt: Paola Ghillani – die Meisterin der sanften, aber nachhaltigen Überzeugung. Fasziniert von der Alchemie, der Kunst der Verwandlung und Veredelung, hat sie es geschafft, Fair Trade und Bio zum gefühlten Mehrwert zu machen. Vor Ghillani waren Bio-Schoggi und fair gehandelter Kaffee Nischenprodukte, heute stehen sie für wahren Genuss. «Ich habe mit meinem Team von Max Havelaar bewiesen, dass gerechter und ökologischer Handel mit wirtschaftlichem Erfolg vereinbar sind», erklärt sie. «Als sich herausstellte, dass sich mit nachhaltiger Geschäftsführung Mehrwert schaffen lässt – und zwar auf allen Stufen der Wertschöpfungskette –, setzte bei vielen ein Umdenken ein.»

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Regula Rytz, 48 Urbane Bernerin: In der Stadt Bern verzichten rund die Hälfte der Haushalte auf ein Auto. Die grünen Parteien haben einen Wähleranteil von 30 Prozent. Aus Bern kommen auch auffällig viele grüne Frauen. Eine davon ist Regula Rytz, Gemeinderätin (Exekutive), verantwortlich für Tiefbau und Verkehr. 2005 mit nur sechs Stimmen mehr gewählt, verschaffte sie sich mit ihrer pragmatischen Art Respekt. Sie war zwar enttäuscht, als der autofreie Bahnhofplatz in der Abstimmung scheiterte. Aber: «Das war ein Signal für weniger Verkehr in den Quartieren. Das ist nun mein Auftrag.»

Engagement: Die städtischen Verkehrsbetriebe sind CO2-neutral mit erneuerbarem Strom und Biogas aus der Abwasserreinigungsanlage unterwegs, bei Baumaschinen werden Partikelfilter vorgeschrieben und bei Fahrzeugen immer die umweltfreundlichsten angeschafft. Na-ja-Faktor: Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Grünen Bündnisses und lebt, was sie predigt: Von der Dreizimmerwohnung im Breitenrainquartier fährt sie täglich mit dem Velo zur Arbeit, bezieht teureren Wasser- und Solarstrom, kauft Bio, regional und Fair Trade ein. Da gibts nichts zum Kritisieren.

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GRUEN-Faktor: «Ich wünsche mir so viele Velos in Bern wie in Amsterdam und bin für den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie. Daran arbeite ich mit Argumenten und Herzblut.»

Ruth Genner, 54 Die Stillgewordene: Als Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz war sie das perfekte Aushängeschild: Gewieft argumentierend, hart in der Sache und mit einem umwerfenden Lachen sorgte sie für viel Sympathien. 2008 wurde sie in den Stadtrat (Exekutive) von Zürich gewählt und steht nun dem Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vor. Seither ist es eher still geworden um Ruth Genner. Die zahllosen Baustellen in Zürich sind vielen ein Ärgernis, und sie musste sich gegen den Vorwurf wehren, dass sie bewusst Baustellen als Schikane für Autofahrer plane.

Fotos: zvg, Keystone

Engagement: Zürich will zur 2000-Watt-Gesellschaft werden. So steht es in den Legislaturzielen. Ruth Genner muss zusammen mit der Zürcher Stadtregierung diesen Plan nach und nach umsetzen. Mit einem von Stadt, Kanton und Privaten gebauten Holzheizkraftwerk können in den nächsten Jahren 104 000 Kilowattstunden Wärme und 38 000 Kilowattstunden Strom CO2-neutral produziert werden. Dieses Projekt kann Genner einweihen, aber sie verweist darauf, dass es von ihren Vorgängern realisiert wurde.

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Na-ja-Faktor: Gern sähen und hörten wir wieder mehr von der Frau, die so quirlig, positiv und mit persönlicher Überzeugung für Umweltanliegen eintritt. gruen-Faktor

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GRUEN-Faktor: Muss aufpassen, dass sie nicht zur Technokratin wird, der niemand mehr zuhört.

Das rating 10: Hat die Schweiz verändert 9: Ein Vorbild 8: Nachmachen! 7: Mehr (Bio-)Gas geben! 6: Im Kleinen muss beginnen … 5: Das


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Daniela Pauli, 47

Schutz der Delfine: Delfine und Wale in der Strasse von Gibraltar sind Katharina Heyers Passion. Mit ihrer Stiftung Firmm (Foundation for Information and Research on Marine Mammals) will sie das Wissen um die intelligenten Tiere vergrössern – und sie und ihren Lebensraum schützen.

Artenvielfalt: Das Forum Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften ist das Kompetenzzentrum für Artenvielfalt in der Schweiz. Im diesjährigen «Jahr der Biodiversität» koordiniert Daniela Pauli die Aktionen, liefert Input und Grundlagen zum Zustand der Schweiz.

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Antoinette Hunziker, 49

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Regina Fuhrer, 49

Hier gehts ums Geld: Antoinette Hunziker war mal Chefin der Schweizer Börse, heute bietet sie mit Partnern zusammen in der eigenen Firma nachhaltige Investmentlösungen an. Dabei soll Geld verdient werden, aber eben nicht nur und nicht auf Kosten der Umwelt oder der Menschen. gruen-Faktor

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Leben mit der Natur: Sie ist seit 25 Jahren Bio-Bäuerin und präsidiert die Bio Suisse – mit der Knospe das bekannteste BioLabel der Schweiz. Es waren Bäuerinnen und Bauern wie Regina Fuhrer, die mutig vorangingen und die Landwirtschaft in der Schweiz nachhaltig veränderten.

Carol Franklin, 59

Maya Graf, 48

Auf und Ab: Sie kam als Swiss-Re-Managerin zum WWF, wurde Vorzeigefrau des AntiWEF und musste mit der Pleite einer Firma umgehen, die Bäume statt Aktien verkaufte. Das Baumprojekt und die investierten Gelder sind heute gerettet. «Niederlagen gehören dazu», sagt sie.

Von Bäumen und Türmen: Maya Graf ist seit 2001 GrüneNationalrätin, Fraktionschefin der Grünen Partei und Bäuerin auf einem Bio-Hof. Graf kämpft für mehr Hochstammbäume und weniger AKW. Sie setzt sich auch aktiv gegen Gentechnik in der Landwirtschaft ein.

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Gertrud Burger, 48

Monika Hauser, 51

Kostbare Raritäten: Die seltene Erdbeersorte «Rotkäppchen» würden wir nicht mehr kennen, gäbe es Pro Specie Rara nicht, die alte Sorten vor dem Aussterben rettet. Gertrud Burger leitet dort den Pflanzenbereich und leistet so ihren Beitrag zur Biodiversität in der Landwirtschaft.

Frauenrechte: Die ausgebildete Gynäkologin erhielt 2008 den Alternativen Nobelpreis für ihre Organisation Medica Mondiale. Hauser bringt kriegsversehrten Frauen medizinische und psychologische Hilfe und baut ihre Organisation so auf, dass die Projekte auch ohne sie laufen.

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Bessere ist stets der Feind des Guten Projekte www.firmm.org www.prospecierara.ch www.bio-suisse.ch www.medicamondiale.org

Fotos: zvg (3), Flurina Rothenberger, Keystone (2), RDB, Medica + Mondiale

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Katharina Heyer, 67

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Sabine PerchNielsen, 31

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Fotos: zvg (5), Christian Beutler / NZZ, Veronika Stöckli / Val Bercla, Nathan Beck

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Sie hats erfunden: Auch wer umweltbewusst lebt, wird zum Öko-Sünder, sobald er fliegt – auch wenns eine Umweltkonferenz ist. Die Idee: mit Geld kompensieren und damit CO2-neutrale Projekte finanzieren. Myclimate war geboren, Sabine Perch-Nielsen ist deren Vizepräsidentin. gruen-Faktor

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Bananenfrauen: Warum ist eine Banane billiger als ein Apfel – weil die Bauern im Süden ausgebeutet werden. Pfarrfrau Ursula Brunner gründete in den Siebzigerjahren die Bananenfrauen. Sie erhoben einen Solidaritätsbeitrag auf jedes Kilo und begründeten damit den fairen Handel.

Sonja Wipf, 37

Melanie Winiger, 31

Gipfelstürmerin: Nach ersten Untersuchungen hat es heute auf Schweizer Alpengipfeln eine grössere Artenvielfalt als vor hundert Jahren. Wieso das so ist, will ein Team um Sonja Wipf vom Schnee- und Lawinenforschungsinstitut in Davos herausfinden. Das braucht einen langen Atem.

Green Fashionista: Seit sie sich als wahre Grüne bekannt hat, reimt sich nachhaltig auch auf trendy. Als Model von Coop Naturaline zeigt sie, dass auch Bio-Baumwolle sexy ist. Und als Mami lebt Melanie Winiger ihrem Sohn vor, wie Umweltschutz funktioniert.

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Carol Küng, 27

Silva Semadeni, 58

Modebewusst: Carol Küng ist Kuratorin der Green Fashion Switzerland, der ersten grünen Modeschau in der Schweiz. Dieses Jahr wurden Kreationen aus Textilien vorgestellt, deren Rohmaterial PET-Flaschen waren. Wenn grün sein so richtig Mode wird, gehts vorwärts!

Naturparks: Pro Natura ist wohl die bekannteste Naturschutzorganisation der Schweiz. Präsidiert wird sie von Silva Semadeni, die bereits in den Neunzigerjahren als SP-Nationalrätin für neue Naturparks in der Schweiz kämpfte. Ein Anliegen, das jetzt verwirklicht wird.

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Rosmarie Michel, 79

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Ursula Brunner, 85

Kleingeld: Als noch kaum jemand wusste, was Mikrokredite sind, hat Rosmarie Michel als Verwaltungsrätin der Credit Suisse bereits dafür geworben. Heute ist der CS-Fonds der einzige Mikrofinanzfonds, in den Private investieren können. Nachhaltige Investitionen, ja es gibt sie.

Barbara Ehringhaus, 71

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Pickelhart: Mountain Wilderness wurde von international bekannten Alpinistinnen und Alpinisten gegründet, darunter Barbara Ehringhaus. Umweltschutz in den Bergen wurde damit zum Thema. Ihr liegt vor allem der Mont Blanc am Herzen, für dessen Schutz sie sich einsetzt.

Das rating 10: Hat die Schweiz verändert 9: Ein Vorbild 8: Nachmachen! 7: Mehr (Bio-)Gas geben! 6: Im Kleinen muss beginnen … 5: Das


Simonetta Sommaruga, 50 Die Macht des Konsums: Eigentlich ist es ganz einfach – die Nachfrage steuert das Angebot. Und wollen Konsumentinnen keine Eier von Hühnern in Batteriehaltung, dann werden die Tiere wieder ins Freie gelassen. So funktioniert der Markt – und SP-Ständerätin und Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga hat das schon längst begriffen. Als Geschäftsführerin und heute als Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz wendet sie dieses Prinzip an, um Umweltanliegen durchzubringen. Sie macht dies mit Information zu Produkten und gekonntem politischem Lobbying.

Engagement: «Weil mir nachhaltiger Konsum wichtig ist, engagiere ich mich für Produktionsbedingungen, die nicht auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt gehen. Deshalb dürfen unsere Lebensmittel durchaus einen anständigen Preis haben», sagt Sommaruga. Wichtiges Mittel für die Information ist die Deklaration – sei es der Herstellungsbedingung oder des Energieverbrauchs. Na-ja-Faktor: Inländische Lebensmittel dürfen teurer sein, ansonsten sollen mit der Möglichkeit von Direktimporten die Preise sinken, ausser da, wo die Schweiz höhere Standards hat, wie beispielsweise bei der Tierhaltung. Einen Kaufentscheid fällen ist manchmal komplizierter, als man(n) sich das vorstellt. gruen-Faktor

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GRUEN-Faktor: Mit den Konsumenten hat Sommaruga eine einmalig grosse Hausmacht.

Florianne Koechlin, 62

Engagement: «In der Gentechnik fokussieren sich wie unter einer Lupe die Themen Macht, Ethik, Patente und Risiken. Darf Saatgut unter Patent gestellt werden? Ist es richtig, wenn einige wenige Konzerne die Macht über dieses Saatgut haben und es für arme Bauern unerschwinglich wird?», fragt Florianne Koechlin. Nein, ist ihre klare Antwort. «Und dabei habe ich noch nicht von den Risiken der Gentechnik gesprochen.» Sie war mitbeteiligt bei der Lancierung des vom Volk beschlossenen Gentech-Moratoriums, das vom Bundesrat bis 2013 verlängert wurde. Na-ja-Faktor: Da fällt uns gar nichts ein.

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GRUEN-Faktor: Bereits sind 20 Prozent der menschlichen Gene patentiert – wollen wir das wirklich? Florianne Koechlin bleibt dran.

Bessere ist stets der Feind des Guten Projekte www.myclimate.org www.ecos.ch www.mountainwilderness.ch www.konsumentenschutz.ch

Fotos: Oliver Lang, Josef Riegger

Grand Old Lady: Vor dreissig Jahren war Gentechnik ein Wort, das kaum jemand begriff. Vor allem stand es für eine revolutionäre Zukunft. «Es war die Zeit der Allmachtsfantasien», rekapituliert Florianne Koechlin, die sich selber als 68er-Dinosaurier bezeichnet. Die studierte Biologin und Chemikerin kämpfte gegen Kaiseraugst – und warnte von allem Anfang an vor der Gentechnik. Als Expertin dieses Themas für viele Umweltorganisationen prägte sie die Debatte während Jahrzehnten. Mit ihrer dezidierten, aber ruhigen Art war sie geschätzt und gefürchtet.

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Sabine Reber, 40

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Verena Diener, 61

Gartenliebe: Wenn sie übers Gärtnern schreibt, geht einem das Herz auf. Sabine Reber hat das Talent, Schönes noch schöner in Worte zu fassen. Abgehoben ist sie deswegen nicht – im Gegenteil: Sie geizt nicht mit Tipps und Tricks und ermöglicht so allen, das Glück im Garten zu finden. gruen-Faktor

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Jana Keller, 30

Josiane Mouret, 55

Taschen mit Gewissen: Ein guter Grund für eine neue Handtasche: Jana Keller designt unter dem Label Royal Blush Taschen aus Leder, das umweltfreundlich mit Rinde gegerbt wurde. Zudem ist sie Mitbegründerin des Green-Showroom, Öko mit Luxus: 10. Juli, Hotel Adlon, Berlin.

Welt der Düfte: Zusammen mit ihrem Mann Robert Wegmüller gründete Josiane Mouret das Label Robert & Josiane. Die kleine, feine Firma in Winterthur stellt aus 100 Prozent Natur Seifen, Cremes und Shampoos her, die betörend duften und wunderbare Namen tragen.

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Vreni Giger, 37

Judith Ellens, 28

Fotos: zvg (4), Keystone, Manuel Klarmann, RDB, Sutikno Gindroz

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Konsequent: Urgestein der Grünen Partei, war Verena Diener treibende Kraft bei der Gründung der Grünliberalen und errang für die neue Partei gleich einen Sitz im Ständerat. Als ehemalige Zürcher Regierungsrätin und Nationalrätin setzt sie sich für eine ökologische Wirtschaft ein.

Klimaschutz beim Essen: 31 Prozent der Treibhausgase kommen aus der Ernährung – also gibt es gute Gründe, auch klimafreundlich zu essen. Wie das geht, zeigt Judith Ellens, die gerade an der ETH Zürich ihren Master macht, auf der Website www.eaternity.ch. gruen-Faktor

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Gourmetküche: «Die kreative Ostschweizer Grande Dame Vreni Giger: Grossartig!», freute sich der GaultMillau und gab der Köchin für ihre Bio-Küche 17 Punkte. Sie betreibt das erste Voll-Bio-Knospe-Restaurant der Schweiz, den «Jägerhof» in St. Gallen, und bietet auch Kochkurse an!

Anne-Sophie Gindroz, 43

Evi Allemann, 31

Eine Schale Reis: AnneSophie Gindroz lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Laos und betreut für Helvetas Projekte. Sie hat einheimischen, extrem bedürftigen Bauern geholfen, eine traditionelle Reissorte besser zu vermarkten und die für die Region wichtige Reissorte zu erhalten.

Cleantech: Die Juristin, SPNationalrätin und Ex-OL-Läuferin lebt und politisiert konsequent grün. Evi Allemann engagiert sich für die Cleantech-Initiative der SP, um grüne Technologien zu fördern. Damit die Schweiz wieder spitze wird – wie sie es schon mal war.

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Projekte www.blumenundworte.ch www.royalblush.ch www.helvetas.ch www.robertundjosiane.ch www.jaegerhof.ch


publireportage

natürlich andros – für saft und kraft

Fruchtig: orangensaft wie selbst gepresst Die milden orangen bieten als Saft ein fruchtig aromatisches geschmackserlebnis. anstatt sie selbst zu pressen, greift man am besten zum natürlichen aNDroS orangensaft aus der Flasche.

3 kg voller Fruchtgeschmack in jeder Flasche!

Der Frühsommer beginnt: Was gibt es jetzt erfrischenderes, als den tag gleich mit einem glas orangensaft zu beginnen? ein natürlicher Vitaminkick, der die lebensgeister weckt! gut zu wissen, dass dazu kein umständliches Hantieren mit Messer und presse notwendig ist. ein griff in den Kühlschrank zur Flasche reicht, aNDroS orangensaft ins glas giessen, und fertig ist der trinkgenuss.

Vitamin C und Fruchtzucker versorgen den Körper mit energie Nicht nur zur kalten, auch zur warmen Jahreszeit muss der menschliche Körper mit ausreichend Vitamin C versorgt werden. es stärkt das immunsystem, hilft bei der aufnahme von eisen und trägt zum aufbau von bindegewebe und Knochen bei. Zudem schützt Vitamin C die Zellen vor schädlichen radikalen. Schon zwei Deziliter täglich reichen aus, und der Vitamin-C-bedarf ist gedeckt. gleichzeitig hilft aNDroS orangensaft, den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. und nicht nur das: Der natürliche Fruchtzucker sorgt für eine rasche energiezufuhr morgens oder auch zwischendurch.

Foto: Fabienne bühler

Nichts als reine Natur: Für einen liter werden bis zu drei Kilogramm Früchte gepresst aNDroS orangensaft ist nichts anderes als 100 prozent rein natürlicher Fruchtsaft. er enthält keine Konservierungs-, Farb- oder aromastoffe und schmeckt im

gegensatz zu den meisten aus Konzentrat hergestellten Säften so gut wie selbst gepresst. Warum? Für einen liter aNDroS orangensaft werden nach der ernte an ort und Stelle bis zu drei Kilogramm sonnengereifte Früchte behutsam gepresst. Der Saft wird kurz pasteurisiert, direkt abgefüllt und sofort kühl gelagert. Dank der schonenden Flash-pasteurisierung bleiben das frische orangenaroma und die Vitamine zu 100 prozent erhalten. Deshalb ist es auch nicht notwendig, Zucker beizugeben. Der natürliche Fruchtzucker behält dank der schonenden Verarbeitung seine volle, natürliche Süsskraft. aNDroS orangensaft schmeckt dadurch nie zu süss.

im Kühlschrank aufbewahren und nach dem Öffnen innert vier tagen konsumieren Da aNDroS Fruchtsäfte keine Konservierungsstoffe enthalten, müssen sie stets kühl gelagert werden. Deshalb sind sie im Handel auch nur im Kühlregal erhältlich. um in den genuss des vollen aromas zu kommen, sollte der orangensaft nach dem Öffnen innerhalb von vier tagen konsumiert werden. ANDROS orangensaft gibts bei Coop, globus, le Shop, Manor, Spar, Volg und in vielen tankstellen-Shops. www.andros.ch

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Sonnenaufgang in El Quseir: Schon bald zieht es die ersten Gäste des «Radisson Blu» an den Sandstrand. Im Hintergrund der lange Steg ins Rote Meer.

Ruhe

Die Unterwasserwelt des Roten Meeres ist einzigartig. In El Quseir wird viel getan, damit trotz Tourismus die Korallenriffe erhalten bleiben. Text: Barbara Halter / Fotos: Daniel Kessler

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gruen reisen

Kaum angekommen, übernimmt man den örtlichen Tagesrhyth­ mus. Am Morgen geht die Son­ ne über dem Roten Meer auf und strahlt bereits um sechs Uhr mit voller Kraft ins Zimmer – selbst Langschläfer bleiben nicht länger liegen. Ein Blick zwischen den Vorhängen hin­ durch und ein innerliches Schmunzeln: Die Frage nach dem Wetter erübrigt sich. In El Quseir ist es praktisch immer schön – kein Wunder, small­ talken die Ägypter über die Fa­ milie statt über das Wetter. Von den Bungalows des Radisson Blu Resort aus sind es nur weni­ ge Schritte zum Sandstrand. Zu den Liegestühlen, wo die meis­ ten Gäste den Tag faul unter den geflochtenen Sonnenschirmen vorüberziehen lassen.

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Wo sich die Wellen brechen, versteckt sich der Schatz der Küste Dementsprechend ruhig gestal­ tet sich der Abend. Verlässt man um Mitternacht die blaue Bar Zar des Resorts, gehört man zu den letzten Gästen. Partys wer­ den zwei Autostunden nördlich in Hurghada gefeiert. Die Region bei der Stadt El Quseir zele­ briert den ruhigen Urlaub. Drei Hotelanlagen säumen die Küste, dahinter befindet sich das Nichts von öder, unwirtlicher Wüste. Hügel, wie abgelutschte Zu­ ckerstöcke, die abends in san­ dig­rotes Licht getaucht werden und einen perfekten Gegensatz zum tintenblauen Wasser des Meeres geben. Dort, wo sich die Wellen in beruhigender Regelmässigkeit brechen, versteckt sich der Schatz der Küste: ein wunder­ schönes, intaktes Korallenriff. «Der Lebensraum von rund hundert verschiedenen Koral­ len­ und Fischarten», erklärt Pascal Kriwy, Leiter der Feld­ station des Red Sea Environ­ mental Centre El Quseir. Das RSEC wurde 2002 vom öster­ reichischen Zoologen und Bio­

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Das Resort www.radissonblu.com/resort-elquseir www.rezidor.com Schutz der Unterwasserwelt www.redsea-ec.org www.mare-mundi.eu 5


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logen Robert Hofrichter gegründet, der sich auch mit Mare Mundi für den Schutz des Mittelmeeres engagiert. Das Center betreibt in Ägypten zwei Stationen, eine in Dahab, die andere in El Quseir. Bis zu acht Studenten können vor Ort Feldforschung betreiben, gleichzeitig klären sie die Touristen über die sensible Unterwasserwelt auf. «Nicht auf dem Riff laufen, nichts anfassen und keine Fische füttern lauten die wichtigsten Regeln», sagt Kriwy. Schilder am Strand weisen darauf hin. Dreimal wöchentlich sitzen die Studenten vom RSEC an ihrem Info-Stand und beantworten Fragen. Auch Schnorcheltouren in die Umgebung und naturkundliche Strandwanderungen gehören zum Angebot der Non-Profit-Organisation. Mit etwas Glück trifft man Stationsleiter Kriwy und seine As-

„Nicht auf dem Riff laufen, nichts anfassen, keine Fische füttern lautet der Verhaltenskodex.“ Pascal Kriwy

sistentin gleich im hoteleigenen Riff an. Mit einer Fotokamera in der Hand schnorcheln sie aufmerksam umher und halten Auffälliges fest. Sie erklären auch gern, was sich unter der Wasseroberfläche so alles abspielt. Im Riff herrscht die totale Reizüberflutung: Fischschwärme flitzen direkt vor der Brille vorbei. Die farbigen Korallen werden von noch bunterem Getier getoppt, das zwischen den feinen Verästelungen umherwuselt. Dank ein paar fachkundigen Tipps sieht man plötzlich, wie im roten Fischschwarm die grösseren Exemplare, die Männchen, total gestresst hin- und herflitzen und ihr Harem verteidigen. Entdeckt gelbe ZitronenFalterfische, die paarweise unterwegs sind – lebenslänglich treu, wie wir erfahren. Oder beobachtet eine kleine, wunderschön blau schimmernde

1 Sahlan – herzlich willkommen an der Réception des «Radisson Blue». 2 Zimmer im arabischen Stil mit hoher Kuppel und einfacher Rosette in der Wand. 3 Wer mag, gönnt sich nach dem Nachtessen eine Wasserpfeife mit der Tabaksorte Double Apple – gross gefeiert wird in El Quseir jedoch nicht, die Ruhe geht vor! 4 Immer freundlich und sehr zuvorkommend: Ahmed Soliman, Chef de Service. 5 Abkühlung im Pool: Wer lieber im Meer schwimmt, läuft den langen Holzsteg raus und springt dort rein. 6 Die Ferienanlage im Morgenlicht: Die lachsfarbenen Bungalows passen sich perfekt in die sandige, karge Umgebung ein.

www.hepca.com www.reefcheck.de www.riffe.de www.deadline-online.net Tauchsport in Ägypten www.subex.org

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gruen reisen

1 Das Korallenriff bei el Quseir ist intakt. Das rSeC klärt Touristen über das richtige Verhalten beim Schnorcheln auf, Tauchgänge sind limitiert. 2 Das resort zählt 250 Zimmer, die gäste verteilen sich gut. gegen abend hat man den Pool für sich allein. 3 Über den Dächern seines resorts: general Manager Maik Schäfer. 4 Mülltrennung am Strand. 5 gäste und gepäck gelangen mit Sonnenkraft in ihre Zimmer. 6 Hinter der anlage erstreckt sich scheinbar endlos die karge, aber faszinierende Steinwüste.

Mördermuschel, die bei Berüh­ rung ihre Schale schliesst. Als plötzlich in der Tiefe behäbig eine Karettschildkröte unten durchrudert, möchte man laut aufschreien vor Freude – mit dem Schnorchel im Mund lässt man das aber lieber bleiben. Die Ausrüstung kann bei der Tauchstation gemietet werden, die gleich am Anfang des lan­ gen Holzstegs ihre Basis hat. Seit Kurzem steht diese unter Leitung des Schweizer Tauch­ sportunternehmens Subex. «Wir pflegen Tauchen entsprechend dem Naturell der Schweizer: gut organisiert, mit hochstehen­ dem Material und viel Erfah­ rung», sagt Leiter Heinz Jüst­ rich. Dies gefällt den Gästen – und nützt der Umwelt. Ägypten gehört zu den bekanntesten Tauchdestinationen. An Orten wie Sharm el­Sheikh steigen die Taucher rund um die Uhr ins

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„Ägypten ist im Umweltschutz schwach entwickelt. Wir können viel bewirken.“ Maik Schäfer Wasser, die unzähligen Boote werfen ungehemmt ihre Anker ins Wasser und zerstören dabei die empfindlichen Korallen. Jüstrich kennt die Situation bestens: «Zwar gibt es Gesetze, doch mit der Durchsetzung ha­ pert es.» In El Quseir auferlegt sich Subex zusammen mit dem «Radisson» strenge Kontrollen.

«Auf vier Taucher kommt ein Leiter, jeder muss erst einen Welcome­Dive absolvieren und zeigen, was er kann. Ausserdem sind die Tauchgänge pro Tag auf achtzig Personen limitiert», sagt Jüstrich. Einen nachhaltigen Tourismus pflegt auch das «Radisson». «Ägypten ist im Bereich Um­

weltschutz nur schwach ent­ wickelt. Wir können viel be­ wirken, indem wir Wissen und Technik hierhertransferieren», sagt General Manager Maik Schäfer, der sich in arabischen Ländern auskennt. Der Deut­ sche weiss, wie man in Kuwait Bier braut – oder wie man in Ägypten die auf Arabisch ver­ fasste Autoprüfung passiert. Er packt den Umweltschutz prag­ matisch an. Bemalt Amphoren mit einem Recycling­Symbol und weist so auf die streng ge­ handhabte Mülltrennung hin. Schäfer liess auf die Golfwägel­

3 fragen an Kurt ritter, Präsident rezidor Hotel group grUen: Die rezidor Hotel group hat ein Programm für verantwortungsvolles geschäften (responsibleBusiness-Programm). Was bedeutet das? Wir achten auf drei Dinge ganz besonders: Gesundheit und Sicherheit für unsere Gäste und Angestellten, ethische Aspekte innerhalb des Unternehmens und einen reduzierten negativen Einfluss auf die Umwelt. Die

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Beiträge unserer Hotels reichen von Energiesparlampen in allen Zimmern bis zu eigenen Wasseraufbereitungsanlagen. Sie leiten eine der am schnellsten wachsenden Hotelgruppen der Welt. Wie verträgt sich Wachstum mit Umweltschutz? Das schliesst sich nicht aus. Zwar kann ein Unternehmen unserer Grösse keine hundertprozentigen Öko-Hotels bauen,

aber wir können beim Bau auf umweltfreundliche Materialien achten und darauf, dass unsere Partner aktiven Umweltschutz betreiben. Umweltschutz kostet, aber reisen wird immer billiger. ein Konflikt? Die Gäste fordern heute Umweltschutz, deshalb ist das kein Gegensatz. Hotels, die das nicht beachten, werden das zu spüren bekommen.

Ägypten Tourismus www.touregypt.net www.lamiz.de news aus Ägypten www.egypttoday.com Orientalische Kultur www.diwan.ch


chen ein Solardach bauen, um Gäste und Gepäck mit Sonnenenergie ins Hotelzimmer zu transportieren. Zu den weiteren Massnahmen gehören Wasserspardüsen, Energiesparlampen und Spülkästen mit Wasserstopp. Das Personalhaus heizt das Warmwasser mustergültig mit Solarenergie, ebenso wird das Trinkwasser aufbereitet.

Responsible Business umfasst auch soziale Verantwortung 2

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Der Responsible-Business-Plan der Hotelkette Rezidor, zu der auch das «Radisson Blu» gehört, umfasst auch die soziale Verantwortung. 60 Prozent der 240 Angestellten kommen aus der fünf Kilometer entfernten Stadt El Quseir – der Kontakt mit den Behörden gehört für Schäfer dazu. Doch das lang im Voraus vereinbarte Treffen mit dem Bürgermeister fällt ins Wasser – er sei auf dem Weg nach Kairo, lässt dieser ausrichten, als alle schon am gedeckten Tisch auf den Mann warten. Eine Entschuldigung, die Bände spricht. Die Hauptstadt zählt; je weiter weg man ist, desto unbedeutender wird man. Ärzte, die in El Quseir praktizieren, wurden wegen ihres schlechten Rufs hierhin versetzt. Entsprechend mangelhaft ist die medizinische Versorgung der armen Bevölkerung. Ärzte, die dank eines Hilfswerks für ein paar Tage in die Stadt kommen können, finden kostenlos Unterkunft im «Radisson». Das TrainingCenter des Hotels steht auch für die Bevölkerung offen, etwa für Informationsabende zum Thema Brustkrebs-Prävention. Hotelgäste kriegen davon meist wenig mit – doch auch sie können sich einbringen: Regelmässig finden «Clean-up Days» statt, an denen in El Quseir und in der Wüste der vielenorts rumliegende Plastikmüll gesammelt wird. Eine Gelegenheit für Touristen, den Liegestuhl zu verlassen.

Büchertipps www.aegypteninfo.de/diesdas.htm Kochblog mit arabischen Rezepten www.magischer-kessel.de 6

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gruen porträt

Zwei Schwergewichte unter sich! Julia Roberts freundete sich mit dem Dickhäuter bei Dreh­ arbeiten in Indien an.

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Out of Holly

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Ihre Filme www.us.imdb.com Charity www.joinred.com (Aids) www.holeinthewallgang.org (Kids)


Text: Stephan Sutter / Foto: Walt Disney

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Ein Star macht sich rar! Julia Roberts sucht sich ihre Rollen immer wählerischer aus. Mittelpunkt ist ihre Familie, die sie bemuttert, bekocht, bestrickt – und auf ein grünes Leben trimmt. 77


Da gibt es böse Zungen, die seit Jahren lästern, dass Julia Roberts gar keine Schauspielerin sei, sondern nur sich selbst spiele. Vielleicht haben diese Kritiker ja ein klein bisschen recht. Vielleicht aber ist es ja so, dass all diese Figuren auch in ihr stecken. Julia Roberts wird am 28. Oktober 1967 in Smyrna geboren. Ein Kaff im ländlichen Georgia. Der Vater Staubsaugervertreter, die Mutter Sekretärin. Ein Landei wie Vivian aus «Pretty Woman». Oder Julia und ihre Romeos – eher eine Lachnummer. Ihren Verlobten Kiefer

Öko! Filmstar Julia Roberts hat ihre Villa umweltverträglich umgebaut.

Sutherland lässt sie vor dem Traualtar stehen. Ihre Ehe mit dem Musiker Lyle Lovett kann ausser ihr niemand verstehen. Keiner im Filmgeschäft wundert sich, als das Paar nach wenigen Monaten wieder auseinandergeht. Sie erinnern sich? Die Braut, die sich nicht traut. Doch dann kommt «Notting Hill 2»: Auf dem Set zum Streifen «The Mexican» lernt Julia den Kameramann Danny Moder kennen. Der ist zwar noch verheiratet, doch ihr Körper sagt ihr: der oder keiner. Und dann

Frische Luft! Julia Roberts und ihre Familie auf einem Strandspaziergang.

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kommts wie im Film, nur schöner. Sie heiraten im kleinsten Freundeskreis auf ihrer Ranch in Taos, New Mexico, bekommen Kinder und werden glücklich. 2004 wird Julia Mutter der Zwillinge Hazel und Phinnaeus, 2007 folgt Baby Henry. Und als Mutter hat Julia wieder die Erin in sich entdeckt. Sie lässt ihre Villa in Malibu für 23 Millionen Franken ökologisch aufrüsten. Geheizt wird neu mit Sonnenenergie statt mit Öl, die Bio-Windeln ihrer Kids wäscht sie selbst. Sie kocht Mittagessen und Dinner für die Kleinen. Strickt Strampelanzüge, pflanzt mit den Kindern Gemüse, damit sie es auch essen, weil sie wissen, wo es herkommt. Sie schwört auf Bio-Diesel, beruhigt ihren Danny, wenn der Presserummel, den er so hasst, mal wieder zu gross wird. Ab und zu dreht sie wieder einen Film, für den sie als Nummer eins in Hollywood immer noch an die 25 Millionen kassiert. Im September kommt Julia Roberts mit «Eat, Pray, Love» in unsere Kinos. Die Story: Eine frisch geschiedene Frau beginnt auf einer Weltreise ein neues Leben. In Italien lernt sie, wie man gut isst, in Indien, wie man betet, und auf Bali findet sie die grosse Liebe. Zudem produziert sie «Friday Night Knitting Club» – auf Deutsch: der Freitagabend-Strickklub. Die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die Job und pubertierende Tochter unter einen Hut bringen muss. Julia Roberts geht ihren Weg zurück. Sie plant zielstrebig ihr ruhiges Familienleben. Ein Leben, wie sie es einst in Smyrna hatte, bevor sie sich aufmachte, Hollywood zu erobern.

„Die schönsten Momente für mich waren im Wochenbett – das waren ganz klar die Geburten meiner drei Kinder.“

Ihre Biografie de.wikipedia.org Ihr Fanklub www.juliaroberts-fan.com Bilder www.aboutjulia.com

Fotos: Insight Celebrity, Dukas

gruen porträt

Und dann kommen immer wieder diese Julia-Momente. Julia Roberts strahlt, als Richard Gere in «Pretty Woman» die Schmuckschatulle schliesst, ihre Finger aber noch drin sind. Geschätzte hundert Zähne blitzen perlweiss in die Kamera. Schüchtern steht Julia vor Hugh Grant in «Notting Hill» und schmachtet: «Ich bin doch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn bittet, es zu lieben.» So süss! Doch der Roberts nimmt mans ab. Die Story, kurz zusammengefasst: Superstar verliebt sich in einen Nobody, heiratet, kriegt Kinder, wird glücklich. Oder die Angst vor der Bindung. Reihenweise lässt die heute 42-Jährige in «Die Braut, die sich nicht traut» potenzielle Ehemänner ins Leere laufen, ehe sie doch noch zum Glück findet. Der Roberts schaut Mann ins Gesicht. Da könnte ihr Hintern so breit wie ein Fussball-Tor werden. In «Erin Brockovich», für den sie den ersehnten Oscar endlich einheimste, lenkten die Macher mit einer technisch

geschickt geschnürten Corsage auf ihren von Natur aus eher sparsamen Busen. Als sie sich über ein Spülbecken lehnt und ihr Chef ihr indiskret in den Ausschnitt linst, erklärt sie lapidar: «Das sind Titten, Ed.» Zu Hause ist Julia die Mama, die kocht, strickt und wäscht – Julia-Momente vom Feinsten. Mädchen vom Lande in «Pretty Woman», Superstar verliebt sich in Nobody in «Notting Hill», Frau mit Bindungsängsten in «Die Braut, die sich nicht traut» und die engagierte Kämpferin gegen Umweltsünder in «Erin Brockovich».


gruen genuss

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Das «Hirsernbad» liegt in Ursenbach BE weit draussen auf dem Land. Dort, wo es mehr Kühe als Menschen hat, fühlt sich Roger Duss wohl.

Die Lust au


fs Land

RogeR Duss Roger Duss und seine Frau Esther vom Oberaargauer «Hirsernbad» können gar nicht anders: Seit bald 15 Jahren kochen sie gesund und biologisch. Text: Peter Ruch / Fotos: Flurina Rothenberger

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gruen genuss Esther Duss hat den Service jederzeit bestens im Griff.

Nur das Beste ist genug! Schon seit 1996 verwendet Roger Duss ausschliesslich Bio­Fleisch in seiner Küche. Es führen zwei Wege von Langenthal nach Burgdorf. Der eine führt, schön flach, über Herzogenbuchsee durch den Oberaargau, der andere, hügelig und kurvig, über Affol­ tern im Emmental. Das ist ja alles etwas kompliziert, das mit dem Emmental und dem Oberaargau, geschichtlich, geogra­ fisch, geologisch. Das «Hirsernbad» befindet sich im Ober­ aargau, in Ursenbach. Und doch am zweiten Weg von Langenthal nach Burgdorf. Aber eben, politisch gesehen immer noch im Oberaargau. Obwohl eigentlich alles aus­ sieht wie im Emmental, die Landschaft mit ihren sanften Hügeln, die Bauernhäuser mit ihren gewaltigen Dächern – und obwohl es ja eigentlich das Emmental ist, das bekannt ist für seine Bäder. Im «Hirsernbad», das sagt ja auch der Name, wurde einst auch gebadet. Das ist schon lange her, die ersten

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Der Weinkeller überzeugt mit seinem Angebot.

bekannten Quellen sprechen von 1843. Da­ mals waren es vor allem die Einheimischen, die das Bad besuchten, denn es gab ja noch nicht in jedem Haus fliessendes Wasser. Über die Jahre wurde das «Hirsernbad» bekannt. Nicht so berühmt wie andere Emmentaler Bäder, aber doch geschätzt weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Bis ins Jahr 1950 kamen die Gäste aus der ganzen Schweiz angereist, um im «Hirsernbad» nicht nur zu speisen, sondern auch, um in den sechs Badekammern das gesunde Was­

ser zu geniessen. Dann war Schluss, und man sieht leider auch nichts mehr von den schönen Gepflogenheiten. Die Quelle aber, die sprudelt immer noch, 8,25 Liter aus­ gezeichnetes Wasser pro Minute, und wer heute im «Hirsernbad» speist, dem wird das Quellwasser zum Essen gereicht. Das ganze Haus atmet Geschichte. Von aussen gesehen würde die eine oder andere Ecke vielleicht einmal einen neuen Anstrich verdienen, doch innen ist das «Hirsernbad» eine Pracht. Die Decke ist niedrig, das

Der Landgasthof www.hirsernbad.ch Was die Gäste meinen blog.hirsernbad.ch Tipps und Trends www.myoberaargau.ch Die Geschichte


Tageslicht gedämpft, doch Roger und Esther Duss, die hier seit 1991 wirten (damals noch zusammen mit den Eltern von Roger, Irma und Georges Duss; seit 2003 tragen Roger und Esther Duss alleine die Verantwortung), haben den Charme des Hauses perfekt erhalten können. Es gibt verschiedene Stuben, teilweise ganz klein und intim, und die vielen Stammgäste haben alle ihren Lieblingstisch. Und wenn die Sonne scheint, dann lockt ein friedlicher, wunderschöner Garten. Unter schönen Bäumen. Mit schöner Aussicht.

Über die Jahre hat sich das Ehepaar Duss ein ausgezeichnetes Lieferantennetz geschaffen Roger Duss reagiert fast ein wenig verwundert auf die Frage, wie er es denn so hält mit biologischen und regionalen Produkten in seiner Küche. Für den Koch, vom GaultMillau mit 13 Punkten ausgezeichnet, versteht es sich von selbst, dass er eigentlich ausschliesslich mit Produkten arbeitet, die er in der Gegend beziehen kann, mit Gemüse aus biologischem Anbau. Schon seit 1996 verwendet er ausschliesslich BioFleisch in seiner Küche – damals wussten noch die wenigsten Wirte, wie man Bio überhaupt schreibt. Roger Duss: «Und das war auch schon viele Jahre vor dem Rinderwahnsinn.» Aber Duss ist halt auf dem Land aufgewachsen, er kennt hier jeden Gemüsebauern, er weiss genau, wo und wie die Schweine, Kälber, Rinder, Lämmlein aufwachsen, die bei ihm später auf den Teller kommen. Und Esther Duss, die im «Hirsernbad» den Service so effizient und kompetent im Griff hat, wirft ein: «Für mich als Bauerntochter ist das sowieso klar, dass wir gar nicht anders arbeiten können.» Über die Jahre hat sich das Ehepaar Duss ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz von Lieferanten geschaffen, einen kleinen Mikrokosmos. Noch so manch eine Bauersfrau aus der Umgebung weiss, dass sie im «Hirsernbad» einen Abnehmer findet für ihren Rhabarber, die Quitten, die immer seltener werdenden Schwarzwurzeln. Und die Lieferanten von Fleisch, die Metzger haben die Gewissheit, dass Roger Duss zwar ganz besondere Anforderungen stellt, doch halt auch ein loyaler Abnehmer ist – dass sich der Mehraufwand lohnt. Denn natürlich kostet das Fleisch von glücklichen Tieren den einen oder anderen Franken mehr, und auch deshalb ist ein Mahl im «Hirsernbad» nicht das, was man als Schnäppchen bezeichnen könnte. Esther Duss weiss noch einen Grund,

Brennnessel-suppe & zweimal gebratenes kaninchen Brennnesseln sind jetzt im Garten und auf der Wiese zu finden. Deshalb empfiehlt GaultMillau-Koch Roger Duss eine Rahmsuppe aus der feinen Pflanze. Dazu Kaninchen und Risotto aus Tessiner Reis. Brennnessel-Rahm-Suppe (für 4 Personen) 200 g Brennnesseln 20 g Butter 50 g Weissmehl 1 l Gemüsebrühe 2,5 dl Vollrahm Brennnesseln waschen, blanchieren, im Eiswasser abkühlen. Klein schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen und Brennnesseln darin anziehen, salzen. Mit Mehl bestäuben, kurz mitdünsten. Gemüsebrühe beigeben, alles aufkochen und zehn Minuten sieden lassen. Suppe mixen oder mit dem Pürierstab aufschäumen. Rahm beigeben. Mit Salz und weissem Pfeffer abschmecken. Kaninchentranchen mit frischen Morcheln und Tessiner Risotto (für 4 Personen)

500 g Kaninchenschlegel (ausgebeint) 20 g Butter 100 g frische Morcheln 1 dl kräftiger Weisswein 3 dl brauner Kaninchenjus (eventuell auch Kalbsjus) 50 g Schlagrahm Kaninchenschlegel in Tranchen von etwa 40 Gramm schneiden, salzen, pfeffern und in einer Bratpfanne in wenig Öl anbraten. Auf einem Teller warm beiseite stellen. Butter in die noch heisse Pfanne geben und die gewaschenen Morcheln andünsten. Mit Weisswein ablöschen. Reduzieren lassen, mit dem Kaninchen­ jus auffüllen und nochmals aufkochen. Schlagrahm beigeben. Kaninchenfleisch kurz in der Sauce wenden.

8 dl Geflügel- oder Gemüsebrühe 20 g Butter 80 g Sbrinz Salz und weisser Pfeffer aus der Mühle Zwiebeln im Olivenöl anziehen, den Reis mitdünsten. Mit Weisswein ablöschen, etwas einkochen lassen. Brühe erhitzen und zum Reis geben. Safran beigeben. Unter gelegentlichem Rühren den Reis körnig weich garen (dauert rund 15 Minuten). Butterflocken und Sbrinz beifügen. Um­ rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kaninchenrückenfilet mit grünen Spargeln und frischen Nudeln (für 4 Personen)

4 Kaninchenrückenfilets 12 grüne Schweizer Spargeln 30 g Butter 0,5 dl Weisswein 2 dl heller Kalbsfond 50 g Schlagrahm, Gewürze Spargeln im Salzwasser garen, im Eiswasser kurz abschrecken. Die Spitzen der Spargeln als Garnitur verwenden, Rest in Würfel schneiden. Kaninchen­ rückenfilets würzen und in der Pfanne kurz anbraten, im nicht zu heissen Ofen fertig garen. Fleisch warm stellen. In der Pfanne Butter schmelzen und Spargeln andünsten, mit dem Weisswein ablöschen und mit dem Kalbsfond auffüllen. Auf­ kochen und zur gewünschten Dicke ein­ kochen lassen, mit dem Rahm verfeinern.

Risotto

20 g Olivenöl 30 g gehackte Zwiebeln 1 Messerspitze Safran 200 g Risotto-Reis (Nostrano aus dem Tessin) 1 dl Weisswein

Aufgeschnittenes Kaninchenrückenfilet mit spargeln auf einem Teller anrichten.

vom Oberaargau und dem emmental www.hvbe.ch Die sehenswürdigkeiten www.oberaargau.ch paradies für Biker www.veloland.ch

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gruen genuss

weshalb sie sich schon früh auf biologisch einwandfreie Produkte spezialisiert haben: «Die Gäste wollen wissen, was auf den Tisch kommt. Bei uns können sie sicher sein, dass das Fleisch aus artgerechter und umweltfreundlicher Haltung stammt.» Selbstverständlich pflegt Roger Duss hin­ ter dem Haus seinen eigenen Kräuter­ garten; dort gibt es auch einen Stall für die eigenen Kaninchen. Und er kennt genau die Stellen zwischen Hügeln und Wäldern, wo er seinen eigenen Bärlauch suchen muss. Was er dann auf den Tisch bringt, das ist natürlich immer saisonal. Die grossartige Kreativität pflegt Roger Duss nicht, auf seiner Karte finden sich in erster Linie Klassiker: Rahmschnitzel, das Kalbssteak mit der Morchel­Rahmsauce, ein Stroganoff, die Eglifilets und die Forelle in verschie­ denen Variationen. Doch was Duss macht, hat Hand und Fuss, keine Schäumchen und sonstige warme Luft. Wir probierten etwa sein Kalbsgeschnet­ zeltes mit Rösti, ein Gericht, das definitiv als Standard bezeichnet werden darf, doch wir waren begeistert von der hervorragen­ den Rösti, so wie sie sein muss, aus Kar­ toffeln vom Vortag, und wir waren ebenso

Genau so sollen sie sein, diese Land­ gasthöfe, ein Hort der Ruhe, ein Ort, an dem man gerne ein wenig länger sitzt. begeistert vom Kalbsgeschnetzelten, herr­ lich zart und saftig das Fleisch, wunderbar sämig die Sauce, den letzten Tropfen noch haben wir aufgetunkt mit der hausgemach­ ten Züpfe. Das Cordon bleu – noch so ein Klassiker, auch wenn es Duss mit Schweine­ fleisch serviert – wollte nicht durch schiere Grösse gefallen, sondern mit einer schönen Harmonie zwischen «chüstigem» Käse und geschmacksintensivem Fleisch.

Ein schönes Zusammenspiel. Und als Gast fühlt man sich ein bisschen wie daheim Der Herr Duss ist ein ganz ruhiger Mann, gesetzt, nicht gestelzt. Er gebietet in seiner Küche über fünf Mitarbeiter, und er macht das ganz besonnen, sehr konzentriert, man hört kein lautes Wort. Und man fasst sofort Vertrauen zu ihm – man fühlt sich in guten

Händen. Frau Duss ist kommunikativ, char­ mant, sie hat den Überblick, das Auge für das Detail, immer ein Ohr bei den Gästen. Ein schönes Zusammenspiel, und als Gast fühlt man sich ein bisschen wie daheim. Neben dem urigen Stammtisch steht ein schönes, sicher antikes Regal (wie über­ haupt das ganze Haus gefüllt ist mit schönen, alten Möbeln). Dort stehen die hausgemachten Konfitüren zur Auswahl, vier Franken für ein grosses Glas Waldhei­ delbeer­Konfitüre. Selbst gemachte Teig­ waren, hausgeräuchter Lachs, im Herbst dann Pfeffer vom Reh oder Wildschwein. Und, was man nur noch selten sieht: haus­ gemachter Fond von Wild, Kalb, Huhn und Fisch. Von Roger Duss liebevoll und stun­ denlang eingekocht, abgefüllt, jedes Glas mit einer kleinen Rezeptbroschüre verse­ hen. Das sind zwar nur kleine Details, aber genau sie machen den Unterschied.


Der Stammtisch (links) – und die offene Bar. Im «Hirsernbad» werden auch hausgemachte Spezialitäten verkauft.


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Setzt auf Kakao aus fairem Handel: Anton von Weissenfluh, CEO Chocolats Halba.

Erste Adresse für Schleckmäuler Nirgends wird so viel Schokolade vertilgt wie in der Schweiz. Und nirgendwo sonst gibts so viele Schoggi-Produzenten. Chocolats Halba in Wallisellen hat sich erfolgreich mit Bio- und Fair-Trade-Produkten positioniert.

Man geht am besten immer der Nase nach, wenn man die Chocolats Halba sucht. Wer in Wallisellen ZH dem Schoggi-Duft folgt, steht unweigerlich vor der grossen Halle, in deren Innern die braune Masse in riesigen Eimern cremig gerührt wird, wo Haselnüsse und Mandelsplitter in die Menge rieseln und die Maschinen im Takt Schoggi-Stängeli aufs Fliessband spucken. Die meisten Produkte landen im CoopRegal. Eines davon ist die dunkle BioSchokolade von Naturaplan Max Havelaar. Sie ist auch mit Mandelsplittern oder mit kandierten Orangenschalen erhältlich. Die Kakaobohnen stammen nicht nur aus BioProduktion, sondern sind auch fair produ-

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ziert. Will heissen: An der Ernte verdienen nicht die Zwischen- und Rohstoffhändler, sondern hauptsächlich die Kakaobauern in Peru. Eigentlich auch richtig, denn sie leisten die Hauptarbeit: pflücken die dunkelrote Kakaofrucht von den Bäumen, schlagen sie auf und bringen die bitteren Bohnen in die Kooperative Acopagro. Dort gären sie fünf bis sieben Tage lang und werden anschliessend an der Sonne getrocknet, bevor sie in Säcken auf den weiten Weg nach Wallisellen geschickt werden. Halba kauft die Kakaobohnen direkt bei der Kooperative ein und kann so den Zwischenhandel ausschalten. «Damit gehen 75 Prozent des Preises an die Bauern und nicht nur wie im traditionellen Handel lediglich rund 30 Prozent», sagt Halba-Projektleiter und

Nachhaltigkeitsspezialist Christoph Inauen. Für jede Tonne erhält die Kooperative zudem eine Prämie von 150 Dollar. Damit wurde beispielsweise für die Kinder der Bauern eine Schule gebaut. Klar, dass auch die anderen Zutaten aus Biound Fair-Trade-Handel stammen. «Unsere Vision ist es, nur noch Fair Trade einzukaufen», sagt CEO Anton von Weissenfluh. Die «Naturaplan Max Havelaar Bio-Chocolat noir 70 % Cacao» ist für CHF 2.50 bei Coop erhältlich. 1 Kakaobohnen, bevor sie fünf bis sieben Tage lang an der Sonne getrocknet werden. 2 Chocolats Halba produziert Schokoladentafeln in Bio-Qualität mit Fair-Trade-Label. 3 Dunkler Genuss: verfeinert mit Mandelsplittern oder kandierten Orangenschalen.

Chocolats Halba www.chocolatier-suisse.ch Koopererative Acopagro www.pronatec.ch/partner_profile.html

Foto: Anne Gabriel-Jürgens (1)

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Text: Isabelle Meier / Fotos: Stephan Rappo


Fotos: Martina Meier

Bitter und süss – der verkannte Löwenzahn Ich bin zwar jetzt pensioniert, aber trotzdem sind meine Tage immer noch voll ausgefüllt. Genau 36 Jahre ist es jetzt her, dass ich zusammen mit meiner Frau Ursula das erste Restaurant übernommen habe. Dort war es auch, wo mir die Kunden den Namen Chrüter-Oski verpasst haben. Kräuter sind halt einfach meine Passion. Ich bin der Kräuterküche auch die ganze Zeit treu geblieben, egal, welche Moden die Küche auch erfassten. Auch hier in Meggen LU, wo wir nun wohnen, habe ich mir im kleinen Garten sofort eine Kräutersammlung angelegt. Kochen ohne Kräuter – das geht einfach nicht. Besonders schön ist es jetzt in den Voralpen. Dort kommen die Pflanzen wegen der Höhe etwas später als im Unterland. Nicht zu übersehen ist dabei der Löwenzahn. Das Gelb der Blüte ist so leuchtend, wie es selten eine Pflanze hervorbringt. Und wir alle haben doch die Erinnerung daran, wie wir als Kinder den verblühten Kopf der Pflanze weggepustet haben. Der Löwenzahn hat auch die Namen Augenwurz, Butterblume, Hundsblume, Pusteblume und Saublume. Beim Pflücken oder Blätterstechen darauf achten, dass man etwas vom Weg- oder Strassenrand weggeht. Egal, wie man ihn nennt, er ist ein wunderbares Gewächs – die ganze Pflanze kann gegessen oder verarbeitet werden. Mit der

gruen kolumne

chrüter-oski

Löwenzahnblüten geben als Honig oder Sirup ein feines Getränk, die Blätter einen Salat.

Blüte, die man immer bei Sonne ernten soll, mache ich Honig oder Sirup. Oder aber ich mache einen konzentrierten Sud und setze ihn mit Balsamico-Essig an. Zusammen mit Kürbiskernöl gibt das eine ganz wunderbare Salatsauce. Die Stängel schneide ich jeweils mundgerecht und fülle sie mit Mousse oder Quark, um sie als kleine Einlage in einer Gemüsebouillon zu servieren. Natürlich muss man den Stängel zuerst kurz auswaschen, damit die giftige Milch entfernt wird. Die Blätter geben den besten Frühlingssalat überhaupt: Leicht bitter, sind sie auch gesund und reinigend für

den Körper. Faszinierend ist die Wurzel, die man im Herbst erntet: Sie wird rund einen Meter lang und war früher ein Kaffee-Ersatz. Man röstete die Wurzel und mahlte sie ganz fein. Der Wirkstoff Inulin, der auch in Artischocken und Chicorée vorhanden ist, wirkt gegen Diabetes und wird in der Naturmedizin verwendet. In der «Moospinte» habe ich jeweils eine Schaumsuppe mit gemahlener Löwenzahnwurzel bestreut. Oskar Marti, 62, hat mit seiner Frau Ursula 25 Jahre lang die «Moospinte» in Münchenbuchsee BE geführt. Heute berät er Gastrounternehmer.

Gruen rEZEpT LöwenzaHn-HOniG 1 Liter Löwenzahnblüten waschen und grob hacken. Mit 3 Zitronenscheiben und 1 Vanillestängel in 1 Liter Wasser aufkochen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach durch ein Tuch giessen. Den Saft mit 1 Kilo Zucker ca. 2,5 Stunden ein­ kochen. Gelierprobe machen, wenn nötig weiterkochen. In gut getrocknete Gläser einfüllen. Vor Licht und Kälte geschützt haltbar bis 1 Jahr.

Chrüter-Oskis welt www.chrueteroski.ch Löwenzahn in der naturmedizin www.pharmawiki.ch Oski-Bücher www.exlibris.ch

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gruen beauty-special

OVER THE RAINBOW Jessica trägt einen romantischen Look mit einem Kleid von MARC JACOBS, bei Grieder CHF 880.–, und einer Kette von H & M, CHF 9.90.

Redaktion: Ursula Borer / Fotos: Geri Born

make-up-trends

Farbenrausch

Mit der neuen Bio-Kosmetik lassen sich alle glamourösen Trends vom Laufsteg zu Hause nachschminken!

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UNDER A YELLOW TREE Hippie-Look mit einem Kleid von PATRIZIA PEPE, bei Globus CHF 409.–, einer Kette von H & M, CHF 19.90, und Schmetterlingen von LEIB UND GUT, je CHF 3.–.

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gruen beauty-special

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BEAUTY OF THE NIGHT Gr端n partysieren mit dem Shirt von JUST M, bei Globus CHF 99.90, und Schmetterlingsspangen von H & M, CHF 6.90.


So wirds gemacht

Ob märchenhafte Augen, verführerischer Kussmund, laszive Katzenaugen oder perfekter Porzellan-Teint: Mit den neuen Bio-Make-up-Produkten zaubert man ganz leicht einen Glamour-Look herbei.

look 1

Ich wIll küssen Sorgt für den perfekten Kussmund: Liquid Shine Lip Color aus der neuen Make-up-Linie von L’Occitane, gibts in drei PfingstrosenNuancen. chF 24.–

hInter dem regenbogen

Make-up-Palette 01 Cool Breeze Summer Impression von Dr. Hauschka. In Apotheken, Reformhäusern, bei Manor, chF 49.–

FrühlIngs-teInt

Illuminating Face Powder aus der neuen, limitierten Make-up-Linie von L’Occitane, korrigiert und hellt auf. chF 48.–

look 2

Styling: Melanie Albisser, Haare & Make-up: Rebecca, mit Couleur Caramel, bei Time, Model: Jessica für Time, Stills: Paul Seewer

perFekte haut

Fond de Teint Natural Skincare Compact Foundation Cosmébio von Couleur Caramel, macht einen Teint wie vom Profi. www.cosmodeva.ch, www.attitude-bio.com, chF 44.–

Zarter blIck

Passt zum Frühling: Lidschatten 02 Natural Pastels von Dr. Hauschka. In Apotheken, Reformhäusern, bei Coop City, chF 23.–

rosIge ZeIten Puderrouge Peach 13 von Annemarie Börlind, zaubert einen frischen AprikosenTeint auf die Wangen. Coop City, chF 27.50

look 3 schau mIr In dIe augen Mit dem Stick Creamy Khol von Yves Rocher schminkt man Katzenaugen. Mit Bio-Süssmandelöl. www.yvesrocher.ch, chF 12.45

Volumenexpress

pInsel-palette

Lidschatten-Quartett Limited Edition von Annemarie Börlind: mit Tea Rose, Aquamarine, Plum und Beige. Coop City, chF 50.–

beauty-tipps www.couleur-caramel.com www.cosmodeva.ch www.börlind.com www.loccitane.com

Schwarzer VolumenMascara 01 von Couleur Caramel, auf Wasserbasis, mit Akazien, KaritéButter. Gibts zum Beispiel bei Cosmodeva in Zürich. chF 25.90

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gruen reportage

Wie Spanien auf die Ente kam Flugzeuge, Autos, Motorräder, Kinder. Der typische Spanier steht auf alles, was Krach macht. Trotzdem fahren immer mehr Zug; GRUEN fuhr mit – und weiss warum.

Text: Kurt Künzle Drei von vier Pendlern auf der Nord-Süd-Achse zwischen Barcelona, Madrid und Málaga sind zu Umsteigern geworden: Spanien fährt voll auf den Hochgeschwindigkeitszug AVE ab. Der Tren de alta velocidad Española (AVE) donnert beinahe geräuschlos in gerade mal zweieinhalb Stunden von Málaga nach Madrid. Kaum Erschütterungen, keine durch unnötigen Luftwiderstand entstehenden Pfeifgeräusche, keine Turbulenzen. Und das bei Tempo 276. Eine knappe Viertelstunde zuvor habe ich den Hochgeschwindig-

RaBatt in RanDZeiten im aVe gibts drei Klassen: turista, Preferente und Club. Preise zwischen rund 70 und 350 euro. Wer zeitlich frei wählen kann, ergattert ein Billett in einem nachmittagszug (bis zu 40 Prozent Rabatt). Spätestens fünf Minuten vor abfahrt am terminal sein (Gepäckkontrolle), Reservierungspflicht. Wer mit viel Zeit, Geduld und starken nerven gesegnet ist, bucht sein ticket übers internet (www.renfe.es). Besser: gleich über die SBB reservieren.

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keitszug in Málaga bestiegen. Voller Vorfreude, ein bisschen angespannt. Wie fühlen sich 300 Stundenkilometer in einem Zug wohl an? Jetzt weiss ich es: einfach wunderbar, regelrecht entspannend. Obwohl ich nur die «Holzklasse» gebucht habe, also «Turista», fühle ich mich wohl im mit Stoff bespannten Sitz. Viel Ellbogenfreiheit, meine Beine kann ich bequem ausstrecken. Das Parfum der attraktiven Señora auf dem Nebensitz riecht dezent und angenehm. Die Klimaanlage verrichtet ihre Dienste geräuschlos, aber effektiv.

Der grosse Moment: 300 km/h, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit Der Blick vieler Reisenden ist wie gebannt auf eine Digitalanzeige gerichtet. Dort wird die aktuelle Geschwindigkeit angegeben. Ich ertappe mich dabei, wie auch ich mich dem Geschwindigkeitsrausch nicht entziehen kann. Und dann, dann ist der grosse Moment da: 300 Stundenkilometer, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit! Mir ist, als woge kaum merklich eine leise Welle der Emotionen durch den Waggon. In stiller Eintracht scheinen die Zugpassagiere diesen Augenblick festhalten zu wollen. Vielleicht, vielleicht … denke ich. Vielleicht ist ja noch mehr drin! Immerhin hat der weiterentwickelte S-103 von Siemens auf einer Testfahrt zwischen Madrid und Saragossa sagenhafte 403,7 Stundenkilometer erreicht. Wir sind an diesem Morgen mit dem etwas langsameren S-102 von Hersteller Talgo unterwegs.

«Pato» nennen die Spanier dieses Modell, weil die Front einer Ente ähnelt. Weit mehr als 300 Stundenkilometer wären möglich, aus Sicherheitsgründen steht dort aber das absolute Limit. Aber was heisst schon absolut: Kurz, ganz kurz zeigt der Tacho dann tatsächlich mal 302 Stundenkilometer an. Ich hoffe, der Lokführer bekommt keine Busse. So. Der GeschwindigkeitsFreak in mir ist befriedigt. Ab sofort bin ich nicht mehr Adrenalin-Junkie, sondern nur ein völlig entspannter Fahrgast. Clint Eastwood zwinkert mir vom Bildschirm des Bordkinos unter der Decke aus zu. Lo siento, lieber Clint, tut mir leid. Auch wenn ich dich als Schauspieler durchaus mag: Jetzt, während dieser atemberaubenden Reise, habe ich keine Augen für dich. Denn die Natur, die sich nach dem regenreichsten Winter Andalusiens seit über hundert Jahren in einen wunderbar grünen Mantel gehüllt präsentiert, ist nicht zu toppen.

Als liefe draussen ein Werbespot über Andalusien Der Bodennebel, der sich während der ersten halben Stunde wie ein Laken über die sanften Hügel und schroffen Schluchten gelegt hatte, ist längst in den unbarmherzig vom blauen Himmel brennenden Strahlen der Sonne verdampft. Heerscharen von Olivenbäumen stehen ehrfürchtig Spalier. Trutzige Felsen, weisse Cortijos, dazwischen hin und wieder ein kurzer Ritt durch einen Tunnel: Es ist gigantisch.

Der Hochgeschwindigkeitszug «Pato» im Bahnhof Saragossa. Die schnellen Züge verbinden die Hauptstadt Madrid mit allen grösseren Städten des Landes.

Das Auge wird verwöhnt. Als liefe da draussen ein Werbespot über die Schönheit Andalusiens – allerdings im Schnelldurchlauf, ist anzufügen. Trotz des beinahe irrwitzigen Tempos nehme ich dank der Weite der Landschaft erstaunlich viele Details wahr. Nur was ganz nah am Zug steht, beispielsweise die Strommasten, huscht als Schatten vorbei und ist vom menschlichen Auge nicht wirklich wahrzunehmen. Und da, die Autobahn! Hombre, die Autos scheinen fast stillzustehen! Und dann der andere AVE, der uns kreuzt: Wuuuuusch – schon ist er vorbei! Innerhalb von

Buchen und Fahrpläne www.sbb.ch www.raileurope.com Hochgeschwindigkeits-Linien in Spanien www.renfe.es/ave Von Ferien träumen


Foto: Vario Images

„Der Geschwindigkeits-Junkie in mir erwacht wieder: Wie fühlt es sich mit 350 km/h an?“ Sekundenbruchteilen! So kurz nur, als hätte dieser Zug lediglich aus dem Antriebswagen und allerhöchstens einem Passagierwaggon bestanden. Die Zeit vergeht wie im Flug. Schon tauchen die ersten Vororte Madrids auf. Das Tempo wird gedrosselt, dann, kurz vor der Einfahrt in die «Estación Puerta de Atocha» im Herzen der spanischen Hauptstadt,

keimt so etwas wie Hoffnung bei den Fahrgästen auf. Der Zug steht still, minutenlang. Und wer AVE reist, weiss: Hat der Zug mehr als sechs Minuten Verspätung, wird der Fahrpreis zurückerstattet! Die erfahrenen Pendler winken ab: No, no, no, das passiert nie! Und tatsächlich, mit nur zwei Minuten Verspätung ist die Plattform erreicht.

Womit die Reise, aber noch lang nicht die Achterbahnfahrt der Sinne beendet ist. Zu prachtvoll und eindrücklich präsentiert sich der Madrider Fernreisebahnhof. Dort, wo sich einst die Perrons der ursprünglichen Station ausstreckten, spriessen unter dem gewaltigen Gusseisen-Konstrukt aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts und unter den zahllosen kleinen Glasfenstern in der üppigen Ornamentik des Jugendstils mächtige Palmen entschlossen in die Höhe. Dem Licht entgegen. Eine grüne Oase der Ruhe und der Langsamkeit – Seite an Seite mit der Hektik und der schier unglaublichen

Dynamik unserer Hochgeschwindigkeitszeit. Die Parkbänke laden zu einem Tubo mit Tapas ein. Es lebe dieser Moment des Zurücklehnens, des Durchatmens – ehe es dann wieder höllisch rasant auf die Rückreise geht. Noch beseelt und tief beeindruckt von den Eindrücken der morgendlichen Fahrt stelle ich mich in die Schlange am Gate zur Plattform zurück nach Málaga. Der Geschwindigkeits-Junkie in mir erwacht erneut zum Leben. Wie muss es sich erst anfühlen, mit 350 Stundenkilometern über die Geleise zu fliegen? So rasant geht es zwischen Madrid und Barcelona hin und her …

www.spain.info www.andalucia.com Schöne Bahnhöfe de.wikipedia.org – Bahnhof Zaragoza-Delicias / Bahnhof Madrid Atocha

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Money gruen

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Foto: Guy Hervais

herbes de provence duftender gartentraum Das Paradies liegt eine Stunde von Avignon entfernt. Nur gerade zwei Gästezimmer beherbergt das ehemalige Jagdanwesen le pavillon de galon in Cucuron. Der typisch französische Garten mit Terrassen, Hecken, Buchsbaum-Labyrinth, duftenden Rosen und Lavendel hat man also fast für sich allein. Ein Pool mit Quellwasser sorgt für Abkühlung, die Gäste werden mit biologischer Küche verwöhnt, und für Ausflüge lockt die bezaubernde Provence. www.pavillondegalon.com

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gruen money

Wasser wird rar – und damit auch wertvoll Wasser ist kein Rohstoff wie jeder andere, Wasser kann man auch nicht global handeln. Trotzdem beschäftigt es die Finanzwelt – mit Investitionen in wassernahe Firmen.

Text: Monique Ryser Illustration: Lina Müller

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Nichts ist so wertvoll wie Wasser. Und nichts ist so umstritten wie die Frage, welchen Preis Wasser haben soll. Klar ist: Neben Wasser verblassen Gold und Silber, verliert Erdöl seinen Sinn, und Weizen oder Mais gäbe es ohne Wasser auch nicht mehr. Wasser ist der wichtigste Rohstoff der Erde – aber im Gegensatz zu anderen wird der Preis nicht durch die Nachfrage bestimmt. «Was das Trinkwasser angeht, ist das auch gut so», sagt Gerhard Wagner, Manager des Swiss­ canto­Wasserfonds. Denn: «Der Zugang zu Trinkwasser muss für alle gewährleistet sein.» Allerdings geht nur ein kleiner Teil des welt­ weiten Wasserverbrauchs auf das Konto der überlebensnotwendigen zwei Liter pro Person und Tag. Rund 70 Prozent des welt­ weiten Wasserverbrauchs werden in der Landwirtschaft genutzt, etwa 20 Prozent in der Industrie. So ist beispielsweise die Herstellung von Computerchips extrem wasserintensiv.

Wäre alles im Gleichgewicht, würde immer nur so viel Wasser verbraucht, wie die Natur mit Niederschlägen nachliefert. Dem ist aber nicht so. Beispiele wie der Aralsee oder der Jordan, einst mächtige Gewässer, die heute versalzen, verschlammen und am Austrock­ nen sind, zeigen, dass immer mehr Wasser abgezweigt wird und so auch die wertvollen Grundwasservorkommen geleert werden. Grundwasser ist aber vergleichbar mit Erdöl­ oder Erdgasvorkommen – Millionen Jahre alt und endlich.

Es braucht Milliarden, um die Wasserversorgungen zu sanieren und Wasser zu sparen Deshalb ist für Gerhard Wagner klar: «Wenn in südlichen und trockenen Regionen Was­ ser im grossen Stil verbraucht wird, nur damit wir in der reichen Welt jederzeit Erdbeeren und Spargeln essen können, dann muss Wasser einen Preis haben.»

Zahlen und Fakten zur Schweiz www.trinkwasser.ch Wasser weltweit www.unesco.org/water www.fao.org/nr/water


Nur dann nämlich würde Wasser gespart, ist Wagner überzeugt. Aber: «Der Markt allein kann das Problem nicht lösen. Da sind die Staaten gefordert.» Denn über eine Milliarde Menschen besitzen einen schlechten oder gar keinen Zugang zu Trinkwasser. Und Flüsse wie der Jordan zeigen: Wenn Anrainerstaaten von Ge­ wässern einfach Wasser abzweigen, ohne dass eine Koordination vorliegt und eine minimale Wassermenge festgelegt wird, droht Austrocknung. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten werden deshalb vermehrt Investitionen in intelligente Bewässerungssysteme und ins Wassersparen dringlich sein. In Grossstädten wie London gehen täglich Tausende von Litern Wasser verloren – weil die Leitungs­ systeme noch aus viktorianischer Zeit stammen. «Es ist absehbar, dass Städte wie London oder New York ihre Leitungs­ systeme erneuern müssen», so Wagner. Berücksichtigt man noch die explodierende Zahl der Weltbevölkerung und die insbeson­ dere in Asien rasante Verstädterung, wird klar, dass riesige Summen in die Wasser­ infrastruktur fliessen werden. «Es ist also durchaus lohnend, in Firmen zu investieren,

„Es ist absehbar, dass Städte wie London oder New York ihre Leitungssysteme erneuern müssen.“ Gerhard Wagner die Rohre herstellen oder das Know­how für den Wasserleitungsbau anbieten», sagt Gerhard Wagner. Allein um die Wasser­ infrastruktur zu erneuern, muss in den nächsten zwanzig Jahren in den USA eine Billion Dollar investiert werden, in Europa sind es 360 Milliarden Euro. Wasserfonds investieren also nicht in Wasser selber, sondern in Bewässerungssysteme, Wasser­ rohre, Entsalzung, Aufbereitung, Kanalisa­ tion, Abwasser oder verwandte Bereiche wie Abfallentsorgung. Denn durch moderne Systeme können immense Summen von Frischwasser eingespart werden. Wagner betont, dass viele dieser Firmen aufgrund geringer Marktkapitalisierung und stärkerer Kursschwankungen nicht für Direktinvestitionen geeignet seien. «Mit der Lösung eines Fonds können diese Risiken besser aufgefangen werden.»

INVESTIEREN IN wasserfonds swisscanto equity fund water Aktien weltweit von Unternehmen, die Technologien, Produkte oder Dienstleistungen mit Bezug zu Wasser anbieten. www.swisscanto.ch Pictet funds water Hauptsächlich börsenkotierte Firmen, die sich mit Aufbereitung, Entsalzung, Verteilung, Abwasser und Kanalisation befassen. www.pictetfunds.com saM sustainable water fund Unternehmen, Technologien, Produkte, Dienstleistungen zur Wertschöpfungs­ kette Wasser. www.sam-group.com

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Die Liebe zur Natur wurde Francine Jordi in die Wiege gelegt. ein gespräch über Autos und Abfall. und warum Fleisch vom Hof ihrer Schwester so gut ist.

Text: Andreas Faust Fotos: Dan Cermak Mit sympathischer Ausstrahlung und ausdrucksstarker Stimme hat sich Francine Jordi auch in Deutschland und Österreich eine Fangemeinde erobert. im Jahr 1977 in richigen Be geboren, sammelte sie schon als Kind erste Bühnenerfahrung und

studierte später gesang und Klavier. ihre Musik zwischen Pop, Schlager und Volksmusik brachte ihr mehrmals den Prix Walo und zahlreiche goldene und Platin-CDs ein. Seit einem Jahr ist sie mit dem ehemaligen radprofi Tony rominger verheiratet. gRueN: Francine Jordi, braucht man für den erfolg in der Volksmusik- und Schlagerszene Naturverbundenheit? Für jeden sollte Naturverbundenheit Teil des Lebens sein. Nur wenn wir die Natur spüren, können wir auch nach ihr schauen. Sind Sie mit der Natur aufgewachsen? ich habe meine Kindheit in einem Bauerndorf verbracht. und ich war ständig an der

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möchte ich ohne Verspannungen ankommen. Ausserdem brauche ich Platz fürs Gepäck und meinen Hund. Dann sollte mein Auto auch «Pfupf» haben – wie der Peugeot RCZ. Mir ist eine möglichst grosse Umweltverträglichkeit sehr wichtig. Diesel galten ja als «Dreckschleudern» … Dank Russpartikelfiltern ist das vorbei. Mich stört nicht einmal, dass Diesel streng riecht.

„Warum wird nicht überall Abfalltrennung praktiziert? In der Schweiz haben wir ja damit begonnen, als ich noch ein Kind war.“ Natürlich – zum Beispiel, indem wir konse­ quent unseren Abfall trennen. Kompostgut, Batterien, Büchsen, Alu, Flaschen und Restmüll: Wir sammeln alles in eigenen Behältern. Es ist unverständlich, warum die Mülltrennung in vielen Ländern jetzt erst eingeführt wird. In Österreich zum Beispiel wandert noch alles in einen Kübel. Dabei haben wir in der Schweiz mit der Trennung schon begonnen, als ich noch ein Kind war.

tlerin ensch“ frischen Luft, habe draussen gespielt oder mich um unsere Tiere gekümmert. So erlebt man die Umwelt sehr unmittelbar. Haben diese Erfahrungen Ihr Umwelt­ bewusstsein geprägt? Wenn man Pflanzen und Tiere im Wechsel der Jahreszeiten beobachtet, entsteht Umweltbewusstsein beinahe von selbst. Man wird aufmerksam und bemerkt sofort, wenn es zum Beispiel plötzlich keine Krebse mehr im Bach gibt. Solche Ver­ änderungen motivieren umso mehr dazu, auf die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Gehört umweltbewusstes Verhalten zu Ihrem Alltag?

Hat die Schweiz dabei Vorbildcharakter? Vielleicht. In Deutschland gibt man Glas­ flaschen auch deshalb zurück, weil sie mit einem Depot belegt sind. Bei uns erfolgt das eher aus innerem Antrieb. Generell verhalten sich aber auch andere Länder beim Umweltschutz vorbildlich. Sobald eine Region vom Tourismus und damit auch von der Natur lebt, bekommt Umweltschutz eine besondere Bedeutung. Sie sind viel unterwegs … Oft mit dem Flugzeug, aber vor allem mit dem Auto: Ich komme auf etwa 60 000 bis 70 000 Kilometer im Jahr. Den Zug nutze ich nur in der Schweiz. Bahn­ fahren über lange Strecken ist umständlich, wenn man mit viel Gepäck reist. Was ist Ihnen bei einem Auto besonders wichtig? Ganz klar: die Qualität der Sitze. Wenn ich sechs oder sieben Stunden am Stück hinter dem Steuer sitze,

Denken Sie, dass wir in der Schweiz genug für den Umweltschutz tun? Wir können mit dem Klimarappen dazu beitragen, dass sich im Klimaschutz etwas bewegt. Aber ich fühle mich ohn­ mächtig, wenn ich höre, wie sorglos andere Nationen Kohlendioxid in die Atmosphäre pusten. Es ist schwierig, sich zum Umweltschutz zu motivieren, wenn grosse Teile der Menschheit keinen Gedanken daran verschwenden. Wo hat Umweltbewusstsein für Sie noch Bedeutung? Ich stelle bei uns im Haus immer alle elektrischen Geräte ab, damit sie nicht unnötig Strom verbrauchen. Und statt Produkten aus Übersee kaufe ich bewusst Bio­Obst und ­Gemüse und regionale Produkte direkt vom Bauernhof. Viele gehen einfach in den Supermarkt ... Weil es gäbig ist. Der Mensch hat ein bequemes Wesen: Im Einkaufszentrum ist alles unter einem Dach zu haben. Direkt vom Bauern zu kaufen, ist aufwendiger, denn der eine hat nur Gemüse, ein anderer nur Obst, der dritte verkauft nur Honig.

Lohnt sich der Aufwand? Ja, aus Umwelts­ und Qualitätsgründen. Das Fleisch vom Hof meiner Schwester ist viel zarter als das von den grossen Metz­ gereien. Und Gemüse und Obst schmecken am besten in der jeweiligen Saison. Erdbeeren im Winter kämen für mich nicht infrage. ScHUB ABScHALtEn Da hilft die Kindheit auf Moderne Motoren verfügen dem Land ... über eine Schubabschal­ Genau, ich habe ja immer tung. Wird das Gaspedal gesehen, was zu welchen nicht betätigt, wird die Sprit­ Zeiten erntereif ist. Ich zufuhr unterbrochen, und der esse einfach gerne gut – Motor dreht leer mit. Wer wir Künstler sind Genuss­ frühzeitig vor einer roten menschen. Auch deshalb Ampel vom Gas geht und achte ich auf die Herkunft das Fahrzeug ausrollen lässt, der Lebensmittel. kann so Treibstoff sparen.

GrUEn FAHRTIPP

Einkaufen beim Bauern www.landwirtschaft.ch Klimawandel www.climate-change.ch Autofahren mit Köpfchen www.cleverunterwegs.ch

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gruen auto

Honda CR-Z HybRid Mit dem Hybrid-Sportcoupé CR-Z beweist Honda, dass sich Fahr- und Sparspass nicht ausschliessen müssen. Sein Antrieb kombiniert einen 1,5-Liter-Benziner mit einem Elektromotor, der vor allem bei niedrigen Drehzahlen für kräftigen Antritt sorgt. Noch mehr als das 124 PS starke Antriebssystem sorgen aber die präzise Lenkung, das straff abgestimmte Fahrwerk und das flott schaltbare Sechsganggetriebe für sportliche Fahreigenschaften. Drei Fahrmodi von «Sport» bis «Eco» lassen sich wählen. Und das alles bei einem Werksverbrauch von nur 5,0 l / 100 km. Erhältlich ist der 2+2-Sitzer im Juni ab CHF 29 900.–. www.honda.ch

Sportlicher Sparer FüR Flüssiges gasgeben VW golF biFuel Auch VW setzt jetzt auf Flüssiggas LPG als umweltfreundliche Alternative. Bei der Verbrennung von LPG entstehen rund 20 Prozent weniger Co2 als bei der gleichen Menge Benzin, und es ist zudem preisgünstiger. Der VW Golf BiFuel mit 98 PS lässt sich mit Benzin oder LPG betreiben und schafft so insgesamt eine Reichweite von 1100 Kilometern. Die Auslieferung beginnt im Sommer – zu Preisen ab CHF 28 700.–. www.volkswagen.ch

einFaCH mal absCHalten toyota auRis Toyotas Kompaktmodell Auris wurde gründlich überarbeitet. Neu ist der optisch vor allem im Innern aufgewertete Fünfplätzer auch mit einem 99 PS starken benziner mit stopp-startautomatik und Schaltpunktanzeige lieferbar. So ausgestattet, begnügt er sich mit nur 5,9 l / 100 km und kostet ab CHF 24 200.–. Im Laufe des Sommers folgt noch eine zusätzliche Hybrid-Variante. www.toyota.ch

PiRelli sCoRPion VeRde

Speziell für SUV und Crossover entwickelt, senkt dieser Pneu den Verbrauch um fast 4 Prozent und rollt 30 Prozent leiser ab als herkömmliche Reifen. www.pirelli.ch

bmW 320d eFFiCient dynamiCs edition Für diese 3erLimousine treibt BMW die Spritspar-Technik auf die Spitze. Der 320d Efficient Dynamics Edition verfügt über Optimierungen an Motor und Getriebe, Leichtlauf-Pneus, ein tiefer gelegtes Fahrwerk und spezielle Felgen und genehmigt sich nur 4,1 l / 100 km. Sein Diesel leistet 163 PS und verleiht dem Mittelklasse-Modell sportliche Fahreigenschaften. Der Preis: ab CHF 50 100.–. www.bmw.ch

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die sparsamsten autos www.autoumweltliste.ch lPg in der schweiz www.autogas-suisse.com

Fotos: zvg

Flott und genügsam


Dank dem sauberen Antrieb weht dem Fahrer im Elektro-cabrio von Smart frische luft um die Nase.

Technisch wären Elektroautos wie der Smart Electric Drive serienreif. Aber man weiss noch zu wenig über die Erwartungen der Käufer.

Lautlos in die Zukunft Text: Andreas Faust Elektroautos wie der Smart Fortwo Electric Drive sind ideale Fortbewegungsmittel für Stadt und Agglomeration. Als emissionsfreie und weitgehend geräuschlose Fahrzeuge sind sie bestens geeignet, Umweltbedingungen und Lebensqualität zu verbessern, ohne dass auf die gewohnte Mobilität verzichtet werden muss. Im europäischen Schnitt legt ein Autofahrer etwa 27 Kilometer am Tag zurück – deutlich weniger als die rund 135 Kilometer Reichweite, die beispielsweise der Elektro-Smart schaffen soll. Im Prinzip kann ein Elektroauto also durchschnittliche Fahrbedürfnisse befriedigen. Um sie auf Alltagstauglichkeit trimmen zu können, müssen aber auch die Erwartungen der Kunden bekannt sein: Akzeptieren sie die prinzipielle Reichweitenbegrenzung eines Autos?

Schliesslich sind wir gewohnt, mit Nachtanken beliebig weit fahren zu können. Welche Ladedauer toleriert ein Nutzer? Und wo und wann möchte er die Batterien nachladen? Bereits seit 2007 testet Smart deshalb die erste Generation des Fortwo mit Elektroantrieb im Grossraum London. Jetzt kommen fünfzig von insgesamt tausend Exemplaren einer neuen zweiten Serie auch nach Zürich: Die Elektroflitzer können in Zusammenarbeit mit den Elektrokonzernen EWZ (Stadt) und EKZ (Kanton) sowie den SBB und Mobility für vier Jahre von ausgewählten Testern geleast werden. Dank den Testergebnissen zum Nutzungsverhalten können die SmartIngenieure künftige Elektromobile punkto Batterienkapazität und Antrieb optimal abstimmen und sich dabei möglicherweise teure, aber vom Kunden nicht ausgereizte Technik sparen. Ab 2012 soll der Smart Fortwo Electric Drive in Serie gebaut werden. Und dann für jedermann erhältlich sein.

FAcTS & FIGURES SmArT ElEcTric

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Neben dem Lenkrad des ElektroSmart thronen Anzeigen für Batterieladung und Ladeaktivität. Sein Lithium-Ionen-Akku lässt sich in maximal acht Stunden an jeder Steckdose aufladen.

Antrieb Elektromotor 41 PS, Lithium-Ionen-Akku 16,5 kWh Spitze 100 km/h (elektronisch begrenzt) 0 bis 60 km/h 6,5 s Reichweite bis zu 135 km Länge 2,70 m Breite 1,56 m Höhe 1,54 m

Smart Fortwo Electric Drive www.smart.ch Elektrofahrzeuge www.e-mobile.ch


gruen shopping

Die grüne Shoppingliste So Petrus will, gehts jetzt ab ins Grüne! Ob auf der Wanderung, am Open-Air-Festival oder in der Badi: Wir setzen auf Fair-Trade- und Bio-Produkte. Redaktion: Ursula Borer

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Die Unterwäsche-Linie von Icebreaker ist so schön, dass man sie auch drüber tragen will. Das Modell Cami gibts bei Transa. CHF 85.–

Lädt MP3-Player, Handy und GPS beim Campen im Freien wieder auf: der SolarCharger von Trailwood. Manor, CHF 39.90

Hilft bei plötzlichem Hungerast: Bio-DinkelCrackers von Blévita sind ideal für unterwegs. Gibts bei Migros. 6 × 8 Stück CHF 3.90

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Ideale Zwischenverpflegung: Getreideriegel Bio Soft Apple mit Apfel und Dinkel von Coop Naturaplan. 7 Stück CHF 5.20

Die LED-Kurbellaterne Cool erhellt OutdoorDinner oder Zelt. Leuchtzeit: fünf Stunden. Entdeckt bei www.waschbaer.ch, CHF 29.90

Perfekt zum Public-Viewing: Das Brasilien-Shirt von Nike wird aus PET-Flaschen hergestellt. Fussball-Corner Oechslin, CHF 110.–

Der Brooks Running Shoe Green Silence wird aus alten CDs, Mais und Soja hergestellt. www.brooksrunning.ch, CHF 190.–

Mit den Eco-Badeshorts Girls like Barrels von Quicksilver machen Boys auf dem Sprungturm eine gute Figur. Jelmoli, CHF 119.–

Echte Wanderfans stärken sich ganz traditionell mit Brot und Käse, zum Beispiel mit dem Bündner Bio-Bergkäse. Migros, CHF 4.85

outdoor-Freuden www.transa.ch www.waschbaer.ch www.produkte.lohas.de/outdoor/index.html www.quicksilver.com www.icebreaker.com


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Unterwegs über stock & stein Birkenstock für den Rücken: Der Healthy Back Bag wurde von einem Chiropraktiker entwickelt. www.coradiag.com, cHF 339.–

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Am lAgerFeUer

Die neuen Mini-Kalbsbratwürste von Coop Naturafarm sorgen für leckeren Grillspass mit gutem Gewissen. 4 × 60 g cHF 5.50

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beim grümpeltUrnier

Wer selbst auf dem Platz steht, geht mit dem Fairtrade-Fussball Suisse von Max Havelaar korrekt auf Torjagd. Coop, cHF 21.90

Fotos: Paul Seewer, diverse

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beim downHill-biken

Die wärmende Fleecejacke Anapurna von Switcher wird aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. www.switcher.com, cHF 98.–

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knAbberspAss

Selbst beim Sonnenbad braucht man zwischendurch eine leichte Stärkung wie etwa die BioMandeln von der Migros. 200 g cHF 4.70

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Am open-Air-konzert

Sweatshirt Elias für Jungs, aus Bio-BaumwollFleece, vom umweltfreundlichen Label Patagonia. www.patagonia.com, cHF 119.–

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wAndern Für HAiti

Timberland Earthkeepers 6 wurde von Wyclef Jean designt. Ein Teilerlös geht an seine Stiftung www.timberland.com. cHF 259.–

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power-snAck beim picknick

Sorgt für die Extra-Portion Kraft: Bio Swiss Beef Jerky Bündner Trockenfleisch von Coop Naturaplan. 50 g cHF 5.90

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beim wAnder-AUsFlUg

Mit der Damenhose Comfort-Stretch light Trekking 3/4 12425 DA von Löffler macht man beim Aufstieg eine gute Figur. cHF 120.–

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beim cAmping-weekend

Mit der wasserfesten Dynamo-Taschenlampe von Trailwood findet man den Weg durchs Unterholz auch nachts. Manor, cHF 29.90

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wir sind mit dem Velo dA! Velofahren ist gut für die Umwelt und für den körper. wer aber erst noch an seiner Fitness arbeiten muss, entscheidet sich für ein komfortables e-bike. mit dem elektroantrieb pl 250 von bionX kann jedes Fahrrad nachgerüstet werden, denn das drei-komponenten-system lässt sich je nach Anforderung zusammenstellen. das bedeutet weniger gewicht und mehr reichweite. mit dem stöckli-bike cr-4m ergibt dies die ideale kombination. bike cHF 4080.–, elektroantrieb ab cHF 1990.–. infos: www.stoeckli.ch

www.nomadik.com/camping-hiking/green-camping-hiking www.öko-wandern.de www.efs-bs.ch www.maxhavelaar.ch

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gruen

Impressum Leitung GRUEN / Verlagsdirektor Urs Heller Mitglied der Chefredaktion Stephan Sutter

die gruen-kolumne

Redaktion Monique Ryser (Leitung), Ursula Borer, Barbara Halter, Zeno van Essel

anita lehmeier

Die Jugend setzt heute auf VBM

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beste Chance auf kostenlose Beförderung boten Luxuskutschen oder Schrottkarren. Und ich merkte: Leute in Limousinen reden naturgemäss gern über ihre rollenden Schatzkisten und werden bei Fragen nach Pferdestärken, Zylinderzahl und Drehmoment richtig redselig. Bald schon kannte ich mich aus in der schönen Welt von Edelkarossen. Mein gesteigertes Interesse am fahrbaren Untersatz wurde meist mit Lieferung frei Haus verdankt. Ich lernte: Wer sich Edelblech gönnt, redet gern darüber, fährt gern damit und scheut also weder Um- noch Mehrweg. Kenntnisse der praktischen Art aneignen

Bildredaktion Susanne Märki Grafik / Produktion Fabienne Hany (Leitung), Karin Strebel, Mathias Bader (Infografik), Doris Wüthrich (Satztechnik) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Andrea Leuthold, Irène Müller Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Telefon 044 259 61 11 Fax 044 259 68 44 gruen@schweizer-illustrierte.ch

„Leute in Edelblech reden gern über ihre rollenden Schatzkisten.“ konnte ich mir bei der Kategorie Rostlauben und Schrotthaufen. Stolze Besitzer ihres ersten Autos aus dritter Hand lassen nie einen Autostopper stehen. Nicht selten stand man bald wieder am Strassenrand, zu dritt: Fahrer, Autostopper und Auto. Man guckte in den rauchenden Rachen von Antik-Käfern oder flügellahmer Enten und lernte im Selbststudium einiges über Motoren und ihre Macken. Zu wissen, wo Batterie, Nockenwelle und Ventile im Wagen wohnen und wozu sie da sind, kann nicht schaden. Und wenn es im Pannenfall nichts hilft, so dient es doch beim Small Talk, wenn ich heute Autostopper aufgable. Solche sind zwar selten geworden dieser Tage, das Jungvolk zieht den VBM vor.

gratis mitfahren ch.autostopp.net www.mitfahrgelegenheit.ch

Marketing Verena Baumann Druck Ringier Print Zofingen AG 4800 Zofingen Telefon 062 746 31 11 Papier Inhalt: Presto Web Silk, FSC-zertifiziert, 80 g/m2 Umschlag: Magno Satin, FSC-Mix, 200 g/m2

Foto: Christian Hug

VBM – so heissen die kleinen, aber luxuriösen Verkehrsbetriebe unseres Landes. Betreiberinnen dieser Privatunternehmen sind bewegte Frauen, Mütter. VBM steht für Verkehrs-Betrieb Mama, die mobile Ergänzung zum Hotel Mama. Eine Dienstleistung, die Mütter rund um die Uhr auf Trab hält. Denn Teen- und Twen-Kinder erachten Schulwege generell als unzumutbar lang, ausserdem pflegen sie weitverzweigte Freizeitaktivitäten. Auch ausgewachsener Nachwuchs hält den Service für selbstverständlich, kennt von Kindesbeinen an nichts anderes als Mama im Dauereinsatz. Und diese verwahrt sich gegen jegliche Kritik, ihre ausgewachsenen Blagen zu verziehen, mit einem Argumenten-Mix aus Anteilnahme («Die Girls holen sich glatt einen Halux in ihren Stögis»), Angst («Töff? Tram?? Viel zu gefährlich!») und Mutterliebe («Ja aber alle chauffieren doch ihre Kinder rum, bis die selber ein Auto haben! Davon hast du ja keinen Schimmer – als Kinderlose»). Touché! Und VBM-Mamas haben vollkommen recht: Das Leben ist gefährlich. Am gefährlichsten sicher für unerfahrene junge Frauen. Vielleicht hatte ich einen aussergewöhnlich tüchtigen Schutzengel, der mich durch meine frühen Zwanziger begleitete. Denn statt Fahrdienst gabs für mich Erfahrung – im wahrsten Wortsinn. Ich war eine passionierte Autostopperin. Damals war das Warten am Strassenrand mit dem Daumen in der Luft eine populäre Methode des Fortkommens, eine Art Volksbewegung für Auto- und Mittellose. Ich verdanke meine Kenntnisse über Marken, Modelle und Motoren dem Autostoppen. Schnell fand ich heraus: Die

Mitarbeit Urs Bärtschi, Franziska Blaser, Andreas Faust, Kurt Künzle, Anita Lehmeier, Isabelle Meier, Irene Münger, Peter Ruch, Herbie Schmidt, Raoul Schwimmen, Jürg A. Stettler

SI_2010_22  

People - und Lifestyle-Magazin

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