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Salon Genf Die Neuheiten

9 Schlager-Star Zeichenvorlage Rahel Tarelli Teaser Knockout «Titel Teaser im Bild unten, nicht oben» Zeichenvorlage Teaser Knockout «Titel Teaser Baby-Glück nach im Bild unten, Schicksalsschlag nicht oben»

Carlo Janka

Wie cool darf ein Mann sein? Das sagen prominente Frauen über unseren Olympia-Sieger

1. März 2010 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 9, MONTAG, 1. März 2010

Olympia! Titelfotos Fabienne Bühler, Thomas Buchwalder; Inhaltsfoto Gunnar Knechtel

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Simon Ammann Welcome im Simi-Land! Carlo Janka Wie cool ist cool? Was Frauen über unseren Ski-Helden denken Mike Schmid Vom Bau in den Olymp! Silvan Zurbriggen Seine Bronze glänzt (fast) wie Gold. Wo der Walliser Kraft tankt Sarah Meier Meine verflixte Woche

Leute 7 8 14 34 36

Tagebuch von Nik Niethammer Leute Elisabeth Kopp, Jonathan Rossini, Simone Niggli-Luder, DJ Antoine, Anna Maier Ernst Beyeler Die Hommage zum Abschied Rahel Tarelli Schlagerstar im Baby-Glück: «Dank Dario schaue ich wieder nach vorne» Christoph Büchel Skandalös? Der Basler Künstler macht Gruppensex museumsreif

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u schön Attraktiv Christa Rigozzi fährt ohne schlechtes Gewissen Auto: «Seat kompensiert den CO2-Ausstoss bei Myclimate – eine gute Idee!» Zum Salon in Genf zeigen Prominente ihre Lieblinge auf vier Rädern.

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Inhalt Politik 38

Christophe Darbellay Der CVP-Präsident zeigt sein Zuhause. Und Söhnchen Alex!

Wirtschaft 42

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Klaus-Peter Schulenberg Warum der Ticketkönig von Europa jetzt in der Schweiz investiert. Und wie ihn Stones’ Mike Jagger ins Schwitzen brachte

Salon Genf 78

u Goldschatz Unsere Olympia-Helden kehren heim. Zum Empfangskomitee von Mike Schmid gehört auch Nichte Lynn, 2. «Onkel Mike isch dä Gröscht!»

Linda Fäh, Köbi Kuhn, Melanie Winiger VIPs auf vier Rädern: 15 Prominente aus Kultur und Sport zeigen ihre Lieblinge

Die Besten 45

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Shopping 51

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 61 62 63 65

Bluthochdruck Gefahr fürs Gehirn! Wie Demenz verhindert werden kann Wir nehmen ab Hoffnungslos? Die Tricks der Frieda Longobardi: Lieber langsam! Der Fall So hilft Ihnen Laser, in der BikiniZone dauerhaft Haare loszuwerden Dr. Stutz meint Swissmedic und die EU

Weekend

Fotos Bruno Torricelli, Handout, Malu Barben

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90 u Witzig Sie ist die Heldin aller Hausund Putzfrauen: Milena Moser verrät, welche 10 Dinge sie unbedingt tun muss.

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 88 90 74 89

Notabene von Peter Bichsel Die Liste von Milena Moser Horoskop Leserbriefe / Impressum

u Süss Am Mittwoch hat er «Papa-Day»: Christophe Darbellay sagt, wie Klein Alex sein politisches Leben verändert.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Der Bogen des Lebens Christophe Darbellay Mit dieser

Nik Niethammer, Chefredaktor

Interessiert SI-Wirtschafts­ chefin Nina Siegrist, Klaus-Peter Schulenberg, Europas grösster TicketVerkäufer. Ab Seite 42. Engagiert SI-Polit­chef Sascha Buchbinder, CVPPräsident Christophe Darbellay. Ab Seite 38.

Fotos Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach

Inspiriert SI-Sportchef Iso Niedermann (l.) und Fotograf Marcel Nöcker emp­fangen Simon Ammann in Unterwasser. Ab Seite 16.

Frage hatte der CVP-Präsident nicht gerechnet: «Ihre Gegner werfen Ihnen vor, Sie würden keine Beerdigung verpassen, um Kontakte zu knüpfen», hielt SI-Politchef Sascha Buch­binder dem Walliser vor. Darbellay konterte souverän: «Mein Vater war kein Politiker und besuchte täglich bis zu drei Beerdigungen. Bei mir ist es maximal eine. Im Wallis gehört es dazu, dass jede Familie einen Vertreter schickt. Selbst beim einfachen Volk kommen so über tausend Leute zusammen.» Dass sich in der «Ausserschweiz», so Darbellay, sogar bei Beerdigungen von berühmten Menschen nur dreissig Leute einfinden, finde er kläglich. Beim zweistündigen Gespräch mit dem 38-Jährigen zu Hause in Martigny-Croix VS spannte Buchbinder den Bogen des Lebens: Die beiden Familienväter unterhielten sich angeregt über das Kinderkriegen, Babys und den Tod. Exklusiv für die Schweizer Illustrierte öffnete Darbellay sein Familienalbum und überliess uns ein Bild seines süssen, zehn Monate alten Sohnes Alex. Ausserdem verriet uns der Walliser, warum er immer einen Schlafsack im Auto mitführt. Und dass er gern kocht, auch schon mit der Niedergarmethode experimentierte. Das aber ging dem Vollblut-Politiker offenbar zu langsam. Jetzt steckt er das Fleisch kurz bei 160 Grad in den Ofen und lässt es nachziehen. «Diese Methode passt deutlich besser zum politischen Wirbelwind Darbellay», so die Analyse von SI-Reporter und Hobbykoch Buchbinder. Ein Mann zwischen Windel und CVP – ab Seite 38.

Peter Bichsel

Ich möchte Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einen Text dieser Ausgabe besonders ans Herz legen: Peter Bichsels «Notabene» mit dem Titel «Das Mädchen mit der Zitrone». Der grosse Schweizer Schriftsteller ist seit vielen Jahren Kolumnist der Schweizer Illustrierten. Am 24. März feiert er seinen 75. Geburtstag. In seiner jüngsten Kolumne blickt er zurück, schreibt diesen wunderbaren Satz: «Ich wühle in meinem Hirn und versuche immer wieder, ein Inventar zu erstellen, und komme dabei selten über meine frühsten Kindheitserinnerungen heraus. Jene Zeit, in der man noch nichts werden musste – nur da sein. Ob ich das heute noch dürfte als Sechsjähriger?» «Notabene» mit Peter Bichsel – auf Seite 88. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche und viel Vergnügen mit Ihrer Schweizer Illustrierten.

SI GRUEN. Das erste grüne Lifestyle-Magazin der Schweiz zeigt, wie Sie verantwortungsbewusst und trotzdem lustvoll leben können. 104 Seiten: 100 % Grün! 100 % Lifestyle! Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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25. Februar 2010: Elisabeth Kopp IM bUNDESHAUS

Das Comeback!

u Im Jahr 1989 hat sie mit ihrem Rücktritt die politische Schweiz erschüttert und seit­dem

Foto Kurt Reichenbach

keinen Fuss mehr in den Nationalratssaal in Bern gesetzt. Doch letzte Woche kehrte Elisabeth Kopp, 73, zurück: Erstmals nach 21 Jahren stand sie wieder an jenem Platz, an dem sie als Bundesrätin ihre kämpferischen Reden gehalten hatte! Im Rahmen des ehrenamtlichen Projekts «Schulen nach Bern» (www.schulen-nach-bern.ch) erlebten 114 Schülerinnen und Schüler aus der 9. Klasse eine Woche lang, wie Schweizer Politik geht: Sie gründeten Parteien, wählten die Ratspräsidentin, reichten Initiativen zu Solarenergie, Stipendien und gerechten Löhnen ein und brachten sie vor den Bundesrat – vertreten durch Kopp. «Ich will die Jugend inspirieren, sich für unser Land zu engagieren. Partys und Parlament schliessen sich nicht aus!» Stephanie Ringel


bild der woche

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Schön chic. Die OL-Läuferin und Biologin Simone NiggliLuder als Model.

wer liebt wen

Liebeskarussell der Kandidaten u Liebespech und Liebesglück bei den MisterSchweiz-Kandidaten: Marc Bochsler, 24, trennte sich nach über einem Jahr von Freundin Letizia, 17. Dafür spürt Abdullah Akbas, 21, (Bild) Schmetterlinge im Bauch. Der Grund hat einen Namen: Linda, 21. (Bild) «Wir verstehen und ergänzen uns sehr gut», sagt Abdullah. «Zwar sind wir noch kein Paar, aber Linda ist in jeder Hinsicht meine Traumfrau.» u Babyglück im Hause Schweri: Cédric, 32, Enkel von Denner-Gründer Karl Schweri, wird Papi. Seine Freundin, Schauspielerin Karin Lanz, 32, erwartet Anfang September das erste gemeinsame Baby. «Wir freuen uns sehr», so das künftige Mami. u Windelnwechseln liegt auch in der nahen Zukunft von Seven alias Jan Dättwyler, 31. Bereits im Mai erwarten der Soul-Sänger und seine Frau Zahra, 25, ihr erstes Kind. Vergangenen Dezember gab sich das Paar still und heimlich das Jawort. u Aus und vorbei: TV-Moderatorin Linda

u Liebes-Comeback bei Lothar Matthäus, 48, Anfang Jahr trennte sich der ehemalige StarKicker von seiner jungen Gattin Liliana, 22. Jetzt wurden die beiden wieder turtelnd und knutschend im Mailänder Nobel-Restaurant La Briciola gesehen. Eine Model-Karriere ohne berühmten Mann an der Seite ist halt nicht ganz so einfach …

Mehr People-News:

www.schweizer-illustrierte.ch

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simone Niggli-luder

Für einen Tag Schlossherrin u Als

Orientierungsläuferin hat Simone Niggli-Luder, 32, einen besonderen Bezug zur Natur. «Bei Regen und Schnee braucht es mehr Überwindung, um rauszugehen. Aber das gehört bei meinem Sport dazu», sagt sie im Interview mit SI GRUEN, die der nächsten Schweizer Illustrierten beiliegt. Die 15-fache OLWeltmeisterin posierte im Schloss Hünegg in Hilterfingen BE. Privat zieht Simone mit ihrem Mann Matthias und Tochter Malin, 1, bald in ein Minergie-Holzhaus. Der Ausflug in eine andere Welt habe aber richtig «gfägt»! sandra casalini

Foto Sarah Maurer, Styling Marisa Pichler, Hair & Make-up Nicola Fischer / Style-Council

Gwerder, 25, und «Lautundspitz»-Gründer Ronny Spitzli, 30, trennen sich nach vier Jahren Beziehung. Über die Gründe wollen beide nicht sprechen. Spitzli: «No comment. Linda ist die Beste.»


Leute

1,89 Meter gross, 82 Kilo schwer: Jonathan Rossini – hier auf der Burg Castelgrande ob Bellinzona – soll mit seiner robusten Postur die Nati-Defensive verstärken. jonathan rossini

Hitzfelds neuer Abwehr-Turm u Als hätte er es geahnt: Seit wenigen Tagen trägt Jonathan Rossini, 20, einen Bart. «Damit ich den Gegnern Respekt einflösse …» Und seit ver­ gangenem Donnerstag ist der Tessiner aus Bellinzona Schweizer NatiFussballer! Das Aufgebot für den

Testmatch vom Mittwoch in St. Gallen gegen Uruguay kam «aus heiterem Himmel». Noch nicht einmal mit Schatz Maria-Carla konnte er feiern. Der ruhige und zurückhaltende ­Verteidiger des italienischen Serie-BKlubs US Sassuolo bei Modena

nimmts cool: «Mamma mia! Was für eine Ehre, von einem Hitzfeld auf­ geboten zu werden!» Begegnet ist er dem Coach noch nie persönlich. «Ich kenne auch kaum einen Nati-Spieler.» In Südafrika gäbs dann genug Zeit, sich bekannt zu machen. in

DJ antoine & mr. mike

u «Er war mein Held», sagt DJ Antoine, 34, über Mr. Mike, Alter unbekannt. In der Musikszene ist der jamaikani­sche DJ und Sänger längst eine lebende Le­gende. Nun kommts endlich zur Zusammenarbeit mit dem erfolgreichsten Schweizer DJ. Antoine: «Wir waren bereits zusammen im Studio, ab Sommer gehen wir gemeinsam auf Tour.» Und zwar stilecht in avantgardistischen, massgeschneiderten Anzügen. Und im brandneuen Rolls-Royce! Eine weibliche Begleitung ist zurzeit nicht in Sicht. Antoine: «In meine volle Agenda passt leider keine Freundin.» SC Blau und weiss: DJ Antoine (l.) und Mr. Mike sind bald im Rolls-Royce unterwegs.

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Fotos Bruno Voser, Stephan Pick/Handout; Styling Suitart, Tilllate, Dukas

Zwei DJs und ein Rolls-Royce

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Leute

anna maier

Die sieht ja aus wie … u Genau! Aber es ist nicht Diana Ross. Und Anna Maier, 32, startet auch keine Karriere als Soul-Diva. Zum ersten Mal jedoch posiert die Moderatorin und Unternehmerin für ihren Online-Shop StyleMe.ch als Model. Das schwarze Seidenkleid soll vor

allem bei Internet-Shopping-Einsteigerinnen zum Renner werden. Für das Foto verwandelte sich Annas Haarpracht innert 60 Minuten dank Lockenstab und Toupierkamm in eine Diana-Ross-Mähne. «Zwei Tage trug ich diese überdimensionale

Frisur und war endlich mal ‹high enough›.» Ihren liebsten Ross-Klassiker «Ain’t No Mountain High Enough» singt die Radiofrau aber weiterhin – im Auto: «Jedoch nur bei geschlossenen Fenstern!» Bettina Portmann


Rose

kaktus

Daniel Graf Sprecher Amnesty International Schweiz u Wer versteht wirklich, was in der Libyen-Affäre geht und was nicht? Wer begreift, was mit den Gaddafi-Geiseln Max Göldi und Rachid Hamdani, der mittler­weile heimreisen durfte, tatsächlich geschehen ist und was noch alles geschehen wird? Zwischen all dem Hoffen und Bangen, zwischen unsäglich zermürbenden Irrungen, Wirrungen, Fehlmeldungen und Geheimabmachungen hat ein Mann – in inoffizieller Mission – für die beiden Geiseln gesprochen: Daniel Graf, Sprecher von Amnesty International Schweiz. Graf und sein Team haben Klartext geredet, wenn die offizielle Schweiz aus taktischen oder diplomatischen Gründen schweigen musste. So hat Graf den Libyen-Geiseln ein Gesicht gegeben – und uns allen Hoffnung. Wir ziehen den Hut und adeln solches Tun mit unserer Rose der Woche.

Hanspeter Stamm Soziologe u Die Schweiz im OlympiaFieber. So viel Euphorie und Erfolg im Sport hilft uns, die Alltagsprobleme zu vergessen. Dieses Phänomen erkennt auch Soziologe Hanspeter Stamm. In der SF-«Tagesschau» sagt er, die fünf Medaillen in der ersten Olympia-Woche seien «eine sehr gute Vorlage». «Aber es müssen jetzt nochmals fünf oder zehn Medaillen dazukommen.» Sonst, so Stamm, könnte das Gegenteil passieren: «Wenn die Erwartung nicht gestillt wird, bricht Katzenjammer aus.» Hallo? Nochmals zehn Medaillen? Sonst sind wir unzufrieden? Du lieber Himmel, Herr Stamm, hoffentlich sind Ihre Studien sonst etwas realistischer und Ihre Wünsche bescheidener. Wir sind überzeugt, dass es unnötig ist, Ihnen fünf bis zehn unserer Präsente zu schicken. Auch ein einziger Kaktus erzielt genug Wirkung.


Sein Sinn für Kun

W

ie soll man diesem grossen Mann auf zwei Spalten gerecht werden? Was sind schon Buchstaben, Worte, Sätze, wenn der bedeu­ tendste Schweizer Kunst­ sammler und Mäzen diese Welt mit 88 Jahren in aller Bescheidenheit verlässt? Seinen Geburtstag feierte Ernst Beyeler letzten Juli im Garten ­seiner Fondation. Die engsten Freunde und Vertrauten um sich – mit dem Wissen, dass selbst Jubeltage nicht über die Einsamkeit und Endlichkeit des Lebens hinwegtäuschen. Die letzten Jahre waren schwer für ihn. Er war müde. Seit dem Tod seiner Frau Hildy im Sommer 2008 lebte er zurück­ gezogen. Zeitweise sass er im Rollstuhl, der Stimme beraubt – nicht aber seiner sensiblen Sinne. Der sichere Blick für die ­Magie der Gemälde des 20. Jahrhunderts, das Auge für die ­Vollkommenheit einer Skulptur waren sein wertvollster Schatz. Diese Begabung ist nur wenigen Zeitgenossen vergönnt. Die Weichen für die Zukunft stellte sich der Sohn eines SBB-Angestellten selber. Er wuchs mit vier Geschwis­ tern auf, Museumsbesuche kannte die Familie nicht. Trotzdem muss für ihn schon früh eine Verbindung zum Schönen existiert haben. Gut aussehend sei der junge Beyeler gewesen, voller ­Tatendrang. Neben seinem Studium der Nationalökonomie und Kunstgeschichte arbeitete er als Aushilfe beim Buch- und Grafik-Antiquariat Schloss in Basel. Mutig, wie der 24-Jährige ohne finanzielle Absicherung den Laden selbst übernahm. 1947 zeigte er in seiner Galerie an der Bäumleingasse 9 erstmals Kunst (japanische Holzschnitte, Rembrandt-Stiche). In den insgesamt 60 Jahren realisierte Beyeler über 300 Aus­ stellungen. Er verkaufte 16 000 Originalkunstwerke an Museen und Privatsammlungen. Seine Geschäftsphilosophie: «Nur das Beste für mich und meine Kundschaft!» Ein Glücksfall bildete sein Fundament: Der Pittsburgher Magnat G. David Thompson überliess ihm 1960 seine Riesensammlung. Damit konnte Ernst Beyeler endlich selber Ankäufe im grossen Stil tätigen. Freundschaften waren sein wichtigstes Kapital. Im PrivatAtelier des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso erwarb der Händler Trouvaillen der klassischen Moderne, ebenso bei Alberto Giacometti («Seine wunderschönen Skulpturen üben auf mich eine starke Faszination aus»), Paul Klee, Francis Bacon. Beyeler wurde selber zum Star, auch wenn ihm dies nicht passte, da es nicht seinem Charakter entsprach. Seine Leidenschaft für die zeitgenössische Kunst sprach sich schnell herum. Die Rockefellers und Agnellis pilgerten in seine Basler

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Galerie und besuchten die «Art Basel», deren Gründungsmit­ glied er war. Der smarte Kunsthändler war seiner Zeit und seinen Mit­ streitern immer eine Nasenlänge voraus. Für uns Laien bleibt es ein ewiges Rätsel, wie Beyeler auch Pop-Ikonen wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein so früh entdecken und erwerben konnte. Einer der wichtigsten Momente war die Eröffnung des eige­ nen Museums 1997 in Riehen BS, erbaut vom Star-Architekten Renzo Piano. Endlich konnte der Übervater der Kunst auch das Fussvolk mit seinen Kostbarkeiten begeistern. 2001 wagte er selbst den Schritt ins Rampenlicht – als Künstler! Dabei entfachte sich ein kleiner Streit mit der Schweizer Illustrierten, der sich nach einem munteren Brief­ wechsel wieder in Harmonie auflöste. Das Wort «Kunst-Millio­ när» hatte Ernst Beyeler erzürnt, und zwar sehr. Wir hatten das «Un-Wort» in einem Porträt verwendet, in welchem wir den Galeristen erstmals exklusiv als Maler unter dem Pseudonym Ernst Paul vorstellten. Wie wir auf die Idee kämen, ihn in die Dagobert-Duck-Schublade zu stecken! Für ihn zähle vor allem die Verbindung zur Kunst und nicht zum Geld. Seinen legen­ dären kommerziellen Scharfsinn liess der schlaue Fuchs dabei einfach unter dem Teppich verschwinden. Nebenbei: Die Aquarelle waren zauberhaft. Ein echter Beyeler kostete 2000 Franken. «Meine Bilder geben meine Stimmungen, Launen, Freude und Mutlosigkeit wieder, wenn mich die Sonntagnachmittag-Melancholie überfällt. Sie sind, jenseits von allen Stil-Fragen und Kunst-Diskussionen, ein Tageund Trostbuch.» Diese Worte sagen viel aus über den Menschen Beyeler. Nach aussen wirkte er stoisch wie ein General. Innerlich konnte er sich die Zartheit eines Schmetterlings bewahren. Fast so sehr wie die Kunst lagen ihm und seiner Frau Hildy der Umweltschutz am Herzen. Im Gegensatz zu spen­ dablen Hollywood-Grössen, deren Credo lautet «Tue Gutes und rede darüber», fand Beyelers soziales Engagement im Stillen statt. Die rund 700 000 Franken Einnahmen der Christo-Aus­ stellung «Magie der Bäume» im Park ihres Museums flossen an WWF und Greenpeace. Gemeinsam gründeten sie die Stiftung Kunst für den Tropenwald. «Die Schäden an der Natur lassen mich fast verzweifeln», verriet Ernst Beyeler vor wenigen Jah­ ren. Man sah ihm förmlich an, wie sehr ihn die Zukunft unseres Planeten beschäftigte. Trost fand er bis zuletzt in seinen Bildern. Sie schmücken die Wände seines Privathauses in Riehen, wo er in der Nacht vom 25. Februar nach einem glücklichen und erfüllten Leben ganz sanft entschlafen ist. Caroline Micaela Hauger


ABSCHIED

st verzauberte alle

Foto Helmut Wachter (13 Photo), Pro Litteris

1921–2010 Ernst Beyeler verstarb letzte Woche in seinem Haus in Riehen BS. Alberto Giacometti war ein Lieblingskünstler und guter Freund. Ihm ist ein Saal in der Fondation Beyeler gewidmet.

«Giacomettis wunderschöne BronzeSkulpturen üben auf mich eine starke Faszination aus» Ernst Beyeler schweizer illustrierte

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Simi-Mania! 2000 Fans kommen am vergangenen Freitag in die Tennishalle Unterwasser SG, um ihren Helden zu feiern. Alle tragen eine weisse Sonnenbrille. Nat端rlich auch Simi. Haben Sie ihn schon entdeckt?

Wo ist Sim

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mi?

Goldschatz: Der fliegende Toggenburger wird in seiner Heimat begeistert empfangen. Simon AMMANN ist ein Held! Er ist Kult! Genauso wie seine Brille.


Ehre, wem Ehre gebührt «Hier bin ich wieder!» Überflieger Ammann ist von Kloten kommend neben dem Gehöft seiner Eltern in Unterwasser SG gelandet. Mit an Bord seine Schwester Magdalena (Bild) und Freundin Jana. Links der einheimische Hotelier Birger Stump, der den Helikopterflug bezahlte, rechts der Pilot.

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«Das Toggenburg ist mein Anker. Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Hause» Weltstar SIMON AMMANN


«Darf ich die mal kurz?» Lars Zurbrügg, 9, aus Frutigen BE drängelt sich am Freitag vergangener Woche auf dem Flughafen Zürich Kloten in die erste Reihe. Simi Ammann und seine CarreraSonnenbrille haben Kultstatus. Auch der Berner Giel will sie sich auf­setzen. Simi cool: «No Problem!»

Text Thomas kutschera Fotos Marcel NÖCKER und BRUNO TORRICELLI

A

ls ich die Churfirsten aus dem Nebel auftauchen sah, wusste ich: Ich bin wieder daheim.» Simi Ammann, 28, steigt aus dem Helikopter, dieser ist direkt neben dem elterlichen Bauernhof hoch ob Unterwasser SG gelandet. Birger Stump, Hotelier aus dem benachbarten Wildhaus, hat dem erfolgreichsten Schweizer Olympioniken der Geschichte das Heli-Taxi gesponsert. Der Doppel-Doppel-Olympiasieger ist hundemüde, aber glücklich: «Es war toll in Vancouver. Doch es ist wunderschön, wieder zu Hause zu sein.» Drei Stunden zuvor ist Simi an Bord einer Swiss-Maschine in Zürich Kloten gelandet. Zusammen mit Mike Schmid, dem Berner Oberländer Olympiasieger im Skicross. Simi macht das Victory-Zeichen, Mike kratzt sich ver­legen am Kopf. Überall wehende Schweizer Fahnen, ohrenbetäubender Lärm: Treicheln, Tröten und immer wieder Jubelschreie der 400 Fans, die ihre Helden empfangen: «Mike! Mike!»

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Und: «Simi! Simi!» Alle machen Handy­ föteli, bekommen ein Autogramm. Der Ski­flieger: «Es isch voll geil!» Schon auf dem Rollfeld war Simi National von seinen Eltern und seiner russischstämmigen Freundin Jana, 24, begrüsst worden. Vater Heiri, 52: «Ich gab ihm die Hand, sagte Grüezi, gratulierte.» Mutter Margrit, 54, ist überzeugt, dass ihr Sohn trotz der Erfolge er selbst bleiben werde: «Er hat uns regelmässig telefoniert.» Simi-Mania im Toggenburg! Poster und bemalte Leintücher an jeder zweiten Hauswand: «Bravo Simi!» – «Flieg, Simi, flieg!»– «You are the man.» – «Super Simi.» «Welcome, Golden Eagle!» Von Wattwil bis Wildhaus freuen sich die Einheimischen auf ihren Simi, sind stolz auf ihn. Ein Hotelier in Unterwasser kreierte eine Simi-Pizza, der Dorfbeck ein Simi-Brot. Am Abend von Simis Heimkehr sind Tausende unterwegs. Viele warten vor der Post von Unterwasser auf ihren Weltstar. Kurz nach 19 Uhr kommt er angebraust, am Steuer eines Audi R8. Simi steigt aus, sucht sich einen Weg durch

die wild klatschende Menge zur Pferdekutsche. Dann der Triumphzug durchs Dorf, die Musikgesellschaft spielt den Marsch «Fly, Simi, fly». Am «Sternen» vorbei gehts zur Tennishalle, die ist rappelvoll. Jeder trägt eine Simi-Brille à fünf Franken: Das Markenzeichen war innert Minuten ausverkauft. Auf einer Sänfte wird der König hereingetragen: von den beiden Schwingerkönigen Jörg Abderhalden und Nöldi Forrer, auch sie Toggenburger. Silberne Schnipsel rieseln über Simis Haupt, aus den Boxen dröhnt AC/DCs «For Those About to Rock». Klatschen. «Simi! Simi!» Die Halle bebt! Nach den Ehrungen singen die sechs einheimischen Chöre ein Jodellied. «Mir läufts kalt den Rücken runter», gesteht Simi. Freundin Jana sitzt still am Tisch seiner Eltern, will nicht fotografiert werden. «Ich bin sehr stolz auf Simon.» Enthusiastisch hin­gegen ist Nationalrat Toni Brunner. «Simi ist bodenverbunden und grund­solid. Vor allem aber ist er der totale Superlativ! Einer von uns.» Der Saal jubelt und stampft, trägt die Botschaft hinaus ins Land: «Simi ist Kult, Simi ist König!»


Erst Plämpu, dann Ehering

Wettstreit der Glanzlichter Simon Strübin, Jan Hauser, Markus Eggler und Ralph Stöckli (v. l.) mit Edel­ metall vor der nächtlich leuchtenden Skyline Vancouvers.

u Ein Herzschlag-Finale! Mit dem allerletzten Stein sicherte sich das Curling-Team um Markus Eggler, 41, Bronze. Nach ins­ gesamt 33 Stunden Rutschen und Wischen ent­schieden gegen Schweden ein paar Zenti­ meter zugunsten des Schweizer Quartetts. Entsprechend war anschliessend die Party­ laune. Im House of Switzerland brachten die Curler die Stimmung zum Kochen. Für Skip Eggler hat die Bronzemedaille – seine zweite nach 2002 – besondere Bedeutung: «Hier in Vancouver habe ich meinem Schatz Colette am 1. August 2008 einen Heirats­ antrag gemacht.» Den Ehering gibts diesen Mai. Auch Simon Strübin, 29, war familiär beflügelt: «Meine Tochter ist einen Tag vor dem Bronzespiel zwei Jahre alt geworden. Nun bringe ich ihr ein tolles Geschenk mit.» Teamküken Jan Hauser, 25, ist der einzige Single. «Deshalb haben wir besonders gut auf ihn aufgepasst», sagt Ralph Stöckli, 33, der verheiratet ist und eine 18 Monate alte Tochter hat. Und alle sind sich einig: «Schön, mit so einem Happy End heimreisen zu dürfen. Auch wenn wir im Haushalt wieder schwer schuften müssen. Wir sind ja gute ‹Bäseler› …» alejandro velert

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Titel

Cool oder zu cool?

Jubeln oder heulen? Reden oder schweigen? Carlo Janka sorgt nicht nur mit Olympia-Gold für Gesprächsstoff. Frauen sind vom Skihelden hin- und hergerissen. Wie cool darf ein Mann sein?

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as gabs noch nie in der hiesigen Olympia-Geschichte! Da holt einer Riesenslalom-Gold für die skiverrückte Schweiz und lässt sich feiern, und zwar wie folgt: ein paar Autogramme für die jubelnden Fans am Flughafen, dann ab per Auto ins heimatliche Obersaxen. Dort ein Kurzauftritt an der intimen Party für Familie, Kumpels und Fanklubs im elterlichen Restaurant. Und immer der Versuch, sich wenigstens ein freundliches Lächeln abzuringen. Kein Empfang durch die Gemeinde, kein Umzug durchs Dorf, kein Festzelt, keine ­Jubelposen. «Will ich alles nicht. Muss mich auf den Weltcup-Final konzen­trieren. Feiern können wir nachher», sagt Carlo Janka, 23. Ist das nun cool, oder ist es einfach nur langweilig? Die Schweiz ­rätselt. Den Weltcup will nämlich auch ein Simi Ammann noch gewinnen. Doch für ihn gehts schön der Reihe nach. Erst mal wird richtig gefeiert, dass die Churfirsten wackeln. Training und Saison­abschluss sind morgen. Simi wirft sich seinen Fans richtiggehend in die Arme. Alle lieben ihn dafür. Carlo Janka aber verweigert solche Publikumsnähe. Emotionen? Nur im äussersten Notfall! Spannendes aus seinem Innen­ leben? Fehlanzeige. Austausch mit seinen Fans? Bescheiden. Der Bündner Olympiasieger mit sexy Body wird bewundert. Aber wird er auch geliebt? Wir wollten es wissen und befragten prominente Schweizer Frauen. Das Resultat ist wie Carlo Janka selbst: ziemlich schwer einzuordnen.

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Ariella Kaeslin, 22, Kunstturn-Europameisterin aus Meggen LU. Die Turnkönigin ist Single.

«Carlo ist ein hübscher Typ. Aber wir haben viele schöne Schweizer Sportler» «Carlo Janka bleibt in jeder Situation cool, deshalb überraschte es mich nicht, dass er auch sein Olympia-Gold ver­ halten feierte. Das ist einfach seine Art. Muss ja nicht heissen, dass er sich nicht darüber freut. Wenn er sein Innerstes nach aussen kehrte, wäre er nicht mehr er selbst. Ich bin ja auch nicht die, die bei Erfolgen vor Freude ‹gumpt› – obwohl ich mich sicher etwas mehr öffne als er. Carlo Janka finde ich einen hübschen Typen, und seinen Über­namen ‹Iceman› interpretiere ich als ‹junger, stylischer Typ›, nicht als ‹Eisklotz›. Persönlich hätte ich zwar lieber einen Freund, der wirklich Gefühle zeigen kann – was nicht heissen soll, dass er zwingend bei Liebesfilmen weinen muss. Ich bin Carlo schon begegnet und kann sagen: Er ist zwar kein wandelndes Buch, aber wir haben doch zwei, drei Worte miteinander gewechselt.»


Schweigsame Härte Der Blick wie Bond, die Brust wie Rocky und ein Kämpferherz wie Braveheart: Carlo Janka!

Natalie Rickli, 33, SVP-Nationalrätin aus Winterthur ZH. Rickli gilt als schönste Schweizer Parlamentarierin.

«Ob Simi, Dario oder Carlo – sie sind alle super» «Coolness ist Definitionssache. Bei Carlo Janka bedeutet das im herkömmlichen Sinn ‹souverän› und ‹kontrolliert›. Und in der heutigen Jugendsprache ist er einfach cool! Ich finde: Ein richtiger Mann muss schon cool sein, und er darf seine Gefühle für sich behalten. Ob ich Sieger jubeln oder heulen sehen will? Bei solchen Siegen wie an Olympia – ja. Ansonsten will ich keine heulenden Männer sehen. Es gibt gewisse Ausnahmen bei Niederlagen: Die schönsten Tränen weinen Roger Federer und Cristiano Ronaldo.»

Regula Fecker, 31, Werberin des Jahres aus Zürich. Am liebsten lacht sie über die US-Comedy «Seinfeld» – gemeinsam mit ihrem Freund.

Fotos Fabienne Bühler, Kurt Reichenbach, Keystone (2)

«Für mich wäre Janka nichts. Ich will einen Mann, der sich auch mal aufregen kann» «Klar darf Janka cool sein – sofern es sein Naturell ist. Wenns aufgesetzt wäre, fände ichs uncool. Bei etwas so Grossem wie Olympia-Gold dürfte er aber durchaus etwas mehr Emotionen zeigen. So wie Roger Federer. Der hat auf dem Tennis-Court schon geheult wie ein Waschweib. Ob stille Helden die besseren Helden sind? Understatement finde ich schon extrem cool, ein Hauch von James Bond eben. So betrachtet macht seine Art Carlo attraktiv. Aber vielleicht steckt in ihm ja noch eine ganz andere Seite – nur zeigt er die nicht in der Öffentlichkeit.» schweizer illustrierte

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«Ich war stets der ruhige Typ. Man kann sich fragen, ob ich zu unauf­ geregt bin oder der Rest der Welt zu aufgedreht» carlo janka, «Iceman» Beherrscht Der Olympia­ sieger im elterlichen Restaurant Stai in Obersaxen. Hier in Graubünden freut man sich still.

Marianne Cathomen, 43, Sängerin/Moderatorin aus Zollikon ZH. Die Bündnerin hat zwei Kinder und ist mit Markus Siegler verheiratet.

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Nella Martinetti, 64, Entertainerin aus Jona SG. Die gebürtige Tessinerin ist Single.

Marie-Theres «Maite» Nadig, 55, Ex-Ski­rennstar aus Flumserberg SG. Die Doppel-Olympiasiegerin in Sapporo 1972 führt mit dem Argentinier Oscar eine Fernbeziehung.

«Ich würde gern mal bei Carlo eine Carving-Stunde ­nehmen»

«Simis Jubel hat mir besser gefallen als Carlo Jankas Sieges-Zeigefinger»

«Carlo sucht sich seine Leute aus. Man muss ihn erst kennen, um gut mit ihm reden zu können»

«Für mich verkörpert Carlo Janka die Bergmentalität. Leute, die in den Bergen aufwachsen, sind in der Regel verschlossener und Einzelkämpfer. Mich stört das nicht. Abgesehen davon, ein bisschen cool darf ein Mann doch sein. Ich persönlich brauche den Fels zum Anlehnen und lasse mir auch gern mal sagen, wos langgeht. Und trotzdem muss ein Mann kein Softy sein, um Gefühle zeigen zu können. Ich bin sicher, dass Carlo zu Hause, in sicheren Gefilden, auch mal die Sau rauslässt. Doch seine Coolness verhalf ihm schliesslich zum Erfolg. Dass er sich als 23-Jähriger mit ‹Iceman› bereits ein Image geschaffen hat, finde ich grossartig. Ausserdem bin ich sicher, dass Carlo morgens im Bad nicht länger hätte als ich. Zähne putzen und ein bisschen Bergwasser ins Gesicht – für einen naturhübschen Bündner reicht das. Und das finde ich cool!»

«Ich persönlich finde es nicht alt­ modisch, wenn ein Mann Gefühle zeigt oder weint. Deshalb fand ich Simis Jubel viel besser als Carlo Jankas Zurückhaltung. Wie alt ist dieser Carlo? 23? Jesses, da kann er noch viel lernen. Zum Beispiel, dass es nicht so wichtig ist, cool zu sein. Coolness ist eine Pose. Ein Mann darf schon ein echter Kerl sein – sich die Nägel zu lackieren wie Beckham, finde ich auch übertrieben – aber das schliesst nicht aus, dass man(n) Emotionen zeigen darf. Ich möchte keinen ‹Süssen› zu Hause, aber auch keinen, der gar keine Gefühlsregungen zeigt. Vom Aussehen her gefällt mir Didier Cuche besser als Janka. Der Aller­ schönste aber ist Stéphane Lambiel. Ihn hätte ich gern als Enkel. Wenn ich wählen könnte, würde ich viel lieber Stéphane kennenlernen als ‹Pokerface› Janka.»

«Carlo und sein Vater sind beide ruhige und in sich gekehrte Typen. Mit seiner Art erschwert es Carlo seinen Gegnern, ihn richtig einzuschätzen. Sein Charakter entspricht exakt seiner Fahrweise: ruhig und überlegt. Innerlich empfindet er bestimmt riesige Freude über seinen Olympiasieg. Ich glaube durchaus, dass er im engsten Umkreis gar ausflippen kann. Carlo ist authentisch, ein zurückgezogener Typ, der nicht sofort mit jedem spricht und sich seine Leute genau aussucht. Das macht ihn auf eine Art auch äusserlich attraktiv. Ich finde es aber auch gut, wenn Sportler Gefühle zeigen können. Doch das muss natürlich geschehen und der Persönlichkeit entsprechen. Wobei ich selbst nicht auf weinende Herren stehe. Lieber sind mir Männer, die ihre Emotionen zeigen können – mir gegenüber und nicht vor der ganzen Welt.»

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Fotos Bruno Voser, Rolf Edelmann, Sabine Liewald, Kurt Meier/Glückspost/RDB (2)

Eva Kohlrusch

Christa Rigozzi, 26, wohnt in Fribourg. Die Miss Schweiz 2006 aus dem Tessin heiratet dieses Jahr ihren Verlobten Giovanni, 32.

«Ich finde Carlo Janka süss – bevorzuge aber klar Männer mit grossen Gefühlen» «Ein ‹Iceman› ist definitiv nichts für mich, genauso wie ein Macho ein No-Go ist. Da ich selbst sehr emotional bin, muss auch der Mann an meiner Seite Gefühle wie Liebe und Leidenschaft zeigen können. Weinen darf er aber auch mal im Stillen – für sich. Ich hoffe mal, Carlo Janka zeigt privat mehr Gefühl als im Zielraum. Für mich gehören Sport und Emotionen einfach zusammen. Ich selbst fiebere ja vor dem Fernseher mit, juble, wenn Roger Federer gewinnt, bin entsetzt, wenn ein Dani Albrecht stürzt, lache herzhaft, wenn ein lustiges Missgeschick passiert. Klar, jeder zeigt seine Emotionen auf eine andere Weise – und ich erwarte bei Janka nicht unbedingt, dass er sich wie Ronaldo das Shirt vom Leib reisst. Auch wenn ich das als Frau natürlich gern sehen würde … Als Mann an meiner Seite wäre er mir ausserdem viel zu jung.»

«Carlo Janka ist ein Typ wie Tarzan»

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an hat ihm also den Namen «Iceman» verpasst. Aber ist einer, der von einem Lam­­ borghini Murciélago träumt und als Lieblingsfilm «Pulp Fiction» nennt, wirklich cool bis in den Winkel seiner Herzkammer? Es dürfte vielmehr eine heisse ­Melange aus Aufruhr, Übermut und Selbstdarstellungslust in ihm wohnen. Und das nicht zu knapp. Auch sollte man sehen, wie losgelassen er am Fernseher mit seiner Lieblings-Fussballmannschaft Manchester United mitfiebert, um zu erfassen, wie feurig Janka sein kann. Der «Iceman» ist in Wahrheit ein Typ wie Tarzan, der sich in seiner Welt selbst genügt, nicht viel Worte macht übers Innen- und Aussenleben und sich der eigenen Wirkung kaum bewusst zu sein scheint. Kurz: ein naiver Wilder; liebenswert wie erregend in seiner Arglosigkeit. Kann man – kann Frau – mit so einem Kerl leben? Der Alltag mit ihm dürfte anstrengend sein. Er lässt ja nur runenhafte Gefühle vom Stapel. Murmelt, wenn andere ihm applaudieren: «Es läuft halt einfach.» Hält schon für Jubel, wenn er von sich gibt: «Ja, das war ganz okay.» Man möchte ihn schütteln, damit etwas wie Begeisterung aus ihm herausfällt. Wenigstens eine klitzekleine Por­ tion Atemlosigkeit will man sehen, wenn nicht Freudentränen, Stolz, gern eine Spur Unbescheidenheit. Aber er hält die Gefühle hinter einem Sperrgitter. Das gehörte nun lange genug zu den Dramen der Männlichkeitsmuster. Generationen von Frauen beklagten, dass Männer Emotionalität als «weibisch» empfinden und sich nicht an die eigene Gefühlswelt herantrauen, sondern Härte gegen sich selbst als hohe männliche Tugend preisen und schweigen, schweigen, schwei-

People-Expertin Eva Kohlrusch ist «Bunte»-­Kolum­nistin und eine der profi­ lier­testen Society Journalistinnen. gen. «Er redet einfach nicht mit mir», hiess der Stossseufzer vieler Frauen. Heute jedoch weinen Männer vor Kameras, denen man früher nicht einmal Traurigkeiten zugetraut hätte. Verletzlichkeit als neue Männertugend. Sensibel soll er sein, emotional, sozial offen – ein Abgesang an die Coolness des Heroen. Kann da ein Kontrollfreak wie Carlo Janka noch punkten beim weiblichen Geschlecht? Er kann. Er macht sich ja zum Gegenbild. Und zum Geheimnis. Gilt als «Renn­ maschine», zielstrebig, ehrgeizig, mit einer Schaffermentalität, die ihres­ gleichen sucht. Überhaupt nicht verbissen, sondern eher der unbekümmerte Naturbursche, der alles aus seinen Talenten herausholt. Kein Aufschneider, kein Haudegen, kein Workaholic, sondern der begabte Kerl, der mit Fleiss und Hingabe nur eines will: ein Könner sein. Diese Mischung aus Professionalität und Idealismus macht ihn in höchstem Grade begehrenswert – dafür wird man ihn nicht nur gut bezahlen, sondern auch anhimmeln. Nichts ist beeindruckender als Virtuosität. Wird Carlo also auch als wortkarger Held geliebt werden? Mädchen werden kreischen, wenn sie ihn nur in der Nähe wähnen. Sein Wahnsinnskörper ist halt redseliger als er. Seine empfindsamen Lippen auch. Er wird das Bild des virilen wie einsamen Cowboys wiederbeleben, der immer irgendeine Mission zu erfüllen hat, statt sich einer Romanze hinzugeben – und nicht nur Mädchen werden davon träumen, ihn für sich einzufangen, um genau diese schweigsame Härte zu brechen. Eine hats geschafft. Hoffentlich hält sie durch, wenn sie bald ihrer Freundin eingestehen muss: «Eigentlich weiss ich gar nichts von ihm … Er redet ja nicht …»

Texte Iso niedermann, sandra casalini, rené haenig, daniela zivadinovic, marcel huwyler, bettina portmann schweizer illustrierte

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Sommer-Job Ausserhalb der Wintersaison arbeitet Mike Schmid bei der Marti AG in Frutigen BE. Vater Peter ist dort sein Chef.

Tolle Aussichten für Ein Strassenbauer als Olympiasieger: Der Berner SkicrossRiese mike schmid, 25, erlebt ein Wintermärchen. Den 1,93-Meter-Brocken lässt der Rummel aber kalt. Am liebsten feiert er zu zweit mit Freundin Joëlle, 24.

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Text alejandro velert Fotos hervé le cunff

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as soll ein Skicross-Olympiasieger sein? Unmöglich. Grimmig und eisern, so stellt man sich diese rohen Kerle vor. Mike Schmid ist das pure Gegenteil – und trotzdem Olympiasieger. Sein «Tschou zäme» zur Begrüssung kommt in breitestem Berner Oberländer Dialekt daher. Und spätestens nach dem angenehmen Händedruck und dem gewinnenden Lächeln

ist klar: Der 1,93 Meter grosse 100-KiloBrocken aus Frutigen BE ist eine richtige «Gmüetsmoore». Wenn er eine wilde Seite hat, lässt er sie auf der Piste raus. «Ich bin halt ein hundsnormaler Typ», sagt er fast ein wenig entschuldigend. Dabei ist es gerade mal ein paar Tage her, dass Mike in Cypress Mountain nahe Vancouver die Konkurrenz in Grund und Boden fuhr. «Also gut, auf der Piste bin ich ein breitspuriger Typ», sagt er und lacht. Dem Rummel um seine Person begegnet «Gold-Mike» mit einer


Seit sechs Jahren ein Paar Im Restaurant Top of Vancouver auf 167 Metern Höhe stossen Mike und Joëlle auf den «Plämpu» an.

den «Gold-Schmid» Mischung aus Neugier und Coolness: «Für mich ist das alles neu und ziemlich spannend. Aber ich versuche, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.» Nachdem der erste grosse Rummel in Vancouver vorbei gewesen war, konnte Michael, wie Mike eigentlich heisst, endlich einen Stadtbummel durch Vancouver unternehmen. Und das Beste: Mit dabei war Freundin Joëlle, 24, die bei einer Gastfamilie wohnte. «Dass sie nach Vancouver kam, finde ich grossartig.» Eine Woche vor dem Wettkampf war

Joëlle nach Kanada gereist, um ihren Schatz zu unterstützen. «Beim Rennen habe ich Mike so angefeuert, dass ich drei Tage lang keine Stimme hatte. Langsam gehts wieder», sagt sie heiser. Dass ihr Freund alles andere als ein wilder Kerl ist, bestätigt Joëlle: «Er ist völlig unkompliziert, extrem ausgeglichen.» Seine einzigen Marotten seien, dass er fast jeden Fast-Food-Stand ansteuere und nach jedem Tag in den Bergen zwingend die Ski gewachst werden müssten. «Da akzeptiert er keine Ausnahme. Und

deshalb ist das Wachsen schon fast ein Hobby von uns», sagt sie schmunzelnd. Seit sechs Jahren sind Mike und Joëlle ein Paar. «Sie liebte mich also bereits vor meiner Goldmedaille», scherzt Mike – und beide lachen herzhaft. Noch hat jeder seine eigene Wohnung: er in Frutigen, sie in Thun. «Das ist ja ein Katzensprung. So hat jeder trotzdem sein eigenes Leben. Das klappt wunderbar», sind sie sich einig. Trotzdem muss Joëlle oft ohne ihren Schatz auskommen. «Im Winter bin ich ständig schweizer illustrierte

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unterwegs. Dafür versuchen wir im Sommer, so viel wie möglich gemeinsam zu unternehmen», sagt Mike. Auch dann steht der Sport im Vordergrund: «Wir können beide nicht lange herumsitzen. Deshalb gehen wir gern biken, spielen Volleyball oder treffen Kollegen.» In die Ferien nach der langen Saison gehts meist spontan: «Wir packen ein Zelt und zwei Luftmatratzen ein und gehen irgendwohin, wo es wärmer ist», so Mike. Weil es im Skicross (noch) nicht möglich ist, Profi zu sein, arbeitet Mike Schmid im Sommer als Strassenbauer – und tauscht so die Ski gegen die Schaufel. «Ich staune ein wenig, dass mein Beruf so ein Riesenthema ist. Alle Skicrosser müssen im Sommer arbeiten, es geht nicht anders.» Von Siegprämien wie bei den Alpinen kann Mike nur träumen. Ein Weltcup-Sieg bringt rund 5000 Franken – 20-mal weniger als Didier Cuche für seinen Triumph in Kitzbühel kassiert. Finanziell sei Skicross ein Verlustgeschäft, so Schmid. «Die Kosten für Flüge, Hotel und Mietauto zahlen wir meist selber. Und wenn ich den Arbeitsausfall hinzurechne, lege ich am Ende drauf.» Beklagen mag er sich darüber nicht. «Ich bin Skicrosser mit Leib und Seele, es macht mir riesigen Spass. Aus­ serdem ist mein abwechslungsreiches Leben so etwas wie meine Kraftquelle. Mich das ganze Jahr nur mit Skicross zu beschäftigen, das wäre mir zu eintönig.» Deshalb rührt Schmid seine Ski im Sommer kaum an und spielt als Verteidiger beim FC Frutigen in der 3. Liga. «Ich bin kein Einzelgänger und geniesse es sehr, eine Mannschaftssportart zu betreiben.» Bis er 16 Jahre alt war, verfolgte der YB-Fan eine Ski-Karriere bei den Alpinen. «Dann verlor ich den Spass. Ich wollte auch mal Fussball spielen oder mit den Kollegen zusammen sein.» Zwei Jahre später entdeckte er per Zufall die Sportart, die nun sein Leben auf den Kopf stellt. «Mein Bruder und ich meldeten uns für ein Rennen an, kauften Helme und Rückenpanzer – und schon im Training hatten wir einen Höllenspass.» An Weltcup-Rennen oder gar eine Teilnahme an Olympischen Spielen habe er aber nicht im Traum gedacht. Die Zukunft lässt Mike auf sich zukommen. «Es wäre schön, wenn unsere Sportart einen Popularitätsschub erfahren würde. Alles Weitere werden wir dann sehen.» Allein die Teilnahme an Spielen sei ein Traum gewesen. Jetzt auch noch die Goldmedaille gewonnen zu haben, sei fast ein wenig zu viel. «Olympiasieger Mike Schmid: Das tönt sogar für mich unglaublich!»

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«Wir schauten jedes Rennen. egal, um welche Uhrzei Freitag vergangener Woche: Mike landet zusammen mit Simon Ammann in Zürich Kloten. Rund 300 Fans aus dem Berner Oberland bereiten ihm mit Kuhglocken und Tröten einen frenetischen Empfang. Jugendliche des Skiklubs Frutigen haben schulfrei bekommen, schwenken Rivella-Fähnli und Transparente. Auf einem steht: Mike, der Held! «Die ganze Familie hat ihm bei jedem Rennen die Daumen gedrückt», sagt seine Mutter Heidi Schmid.

Schöner «Plämpu» Mike mit seiner Mutter Heidi und Nichte Lynn, 2.


Sieger-Ski Beni Stöckli mit dem Modell, das Mike Schmid Gold brachte.

Er gewinnt in Vancouver sechs Medaillen! Beni Stöckli, 40, CEO der Entlebucher Ski-Firma Stöckli, führt mit seinen Hightech-Latten Olympia-Athleten zum Erfolg. Süsse Ablenkung Mike bummelt in der Granville Street mit Joëlle. Sie wohnte bei einer Gastfamilie in Vancouver, um ihn zu unterstützen.

t», sagt Mikes Mutter Heidi

Stolz Der Oberländer Gold-Giel mit Vater Peter und Schwester Franziska. «Wir glaubten fest an ihn.»

Kleinster Fan Mike mit Göttikind Jill, 6 Monate.

Herr Stöckli, Olympia-Athleten, die Ihre Ski fahren, holten zweimal Gold und einmal Bronze im Skicross und je eine Silbermedaille in Super-G und Riesenslalom. Damit sind Sie der erfolgreichste Schweizer in Vancouver. So habe ich das noch gar nie betrachtet. Natürlich sind wir glücklich, dass unsere Fahrer so erfolgreich sind. Zwar gehört immer auch Glück dazu, und die Tagesform der Fahrer ist entscheidend, aber wir haben uns doch auch sehr akribisch auf die Winterspiele vorbereitet. Wie denn? Unsere Spezialisten haben lange vor den Olympischen Spielen in Kanada die Rennstrecken und die Schneebeschaffenheit genau untersucht. All diese Ergebnisse hatten Einfluss auf die Beschaffenheit unserer Rennski. Stöckli-Ski hat im Skicross zweimal Gold gewonnen. Warum sind Sie in dieser neuen Disziplin weltweit führend? Seit es die Skicross-Szene gibt, sind wir mit dabei. Als es dann 2007 hiess, Skicross werde olympische Disziplin, haben wir noch intensiver geforscht und entwickelt. Es hat sich gelohnt. Kann ich das Skicross-Siegermodell von Mike Schmid bei Ihnen kaufen? Das können Sie. Unser Model Cross Pro Fis, Entwicklungsstand Anfang der Weltcup-Saison, kostet 850 Fran-

ken. Aber Vorsicht, so ein Renngerät eignet sich nicht für Otto Normalskifahrer. Für ihn steht eine abgeschwächte Version in den Regalen. Von den einst zahlreichen Skifabrikanten in der Schweiz ist nur Stöckli übrig geblieben. Was haben Sie besser gemacht als die Konkurrenz? Im Mittelpunkt stand immer ein erstklassiges Produkt. Zudem haben wir auch einiges anders gemacht. Mein Grossvater gründete 1935 die Skifabrik Stöckli und verkaufte seine Produkte zuerst auch über den Fachhandel. Als der Preiskampf härter, die Margen kleiner und die Mitbewerber aus dem Ausland immer zahlreicher wurden, hat Stöckli auf Direktverkauf gesetzt. Das hat sich ausgezahlt. Im Skizirkus sind Sie das kleinste Team mit dem kleinsten Budget. Trotzdem können Sie erstaunliche Erfolge vorweisen. Gerade weil wir ein kleines Team sind, haben wir sehr kurze Kommunikationswege, das hat grosse Vorteile. Zudem verfügen wir über 75 Jahre Know-how im Skibau und über langjährige, sehr erfahrene und kreative Mitarbeiter. Interessieren sich nach den goldenen Stöckli-Tagen von Vancouver nun auch Top-Fahrer wie Lindsey Vonn und Bode Miller für Ihre Skimarke? Klar, können wir nach unseren Olympia-Erfolgen jetzt noch besser beweisen, was für gute Ski wir produzieren. Aber so prominente Fahrer können wir uns schlicht nicht leisten, die sind zu teuer. Wir verfolgen eine andere Strategie: Wir versuchen, junge Fahrer an uns zu binden und sie an die Spitze zu führen. Interview Marcel Huwyler schweizer illustrierte

Fotos Bruno Torricelli (3), Handout

Der heimliche Olympiasieger

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Bronze mit goldenem Den Launen des Wettergottes sei Dank: Nur weil der Regen das Rennen verzögerte, konnte silvan zurbriggen zur Super-Kombination starten. Und sogar eine Medaille gewinnen. Text alejandro velert Fotos hervé le cunff

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uerst eine Grippe, dann eine Blockade im Rücken, die ihn ans Bett fesselte. Für Silvan Zurbriggen, 28, fingen die Olympischen Spiele denkbar schlecht an: «Da brach eine Welt für mich zusammen.» Deshalb war wohl niemand so froh wie der Walliser, als die Skirennen in «Raincouver» immer wieder verschoben wurden. «Hätte die Super-Kombi am vorgesehenen Termin stattgefunden, ich wäre nicht dabei gewesen.» Nun glänzt seine Kombi-Bronze für ihn (fast) wie Gold. Für den Fototermin mit der Schweizer Illustrierten hatte Zurbriggen nach dem Medaillen-Gewinn nur einen Wunsch: «Lasst uns in die freie Natur gehen!» Und kaum hatte er die ersten Schritte in den Schneeschuhen gemacht, sagt er: «Diese

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Ruhe, herrlich! Die totale Entspannung, nichts als das Knirschen der eigenen Schritte im Schnee zu hören.» Naturmensch Zurbriggen. «Schon als Kind war ich oft mit dem Grossvater und seinen Schafen unterwegs. Und als Erwachsener habe ich die Tier-Beobachtung als Hobby entdeckt. Einem Hirsch beim Abstossen des Geweihs zuzuschauen, ist faszinierend.» Die Jagd ist Silvans zweite Leidenschaft. «Aber auch da geht es mir mehr um das Naturerlebnis. Wenn ich schiesse, dann mit der Jagd-Ethik, die man in der Ausbildung lernt.» Ein weiteres Hobby teilt Silvan mit Freundin Nathalie, mit der er seit dreieinhalb Jahren zusammen ist: Eringer Kühe. Nathalie ist stolze Besitzerin von Nora, die schon ein Kuhkampffest gewonnen hat. Und Silvan hat ein Rind (Daisy) und ein Kalb (Lion), um die er sich kümmert. Mit Schatz Nathalie wohnt er zusammen in Brig-Glis VS. Ihr galt natürlich der erste Anruf nach dem Medaillen-Gewinn: «Sie ist eine extrem wichtige Stütze für mich. Niemand wusste so gut wie sie, wie angespannt und gestresst ich vor dem entscheidenden Kombi-Slalom in Whistler Mountain war.»

Als Silvan Zurbriggen 15 Jahre alt war, ging er im Skigymnasium Stams in Österreich ins Internat. «Für mich als Heimweh-Walliser eine brutal harte Zeit. Aber Stams hatte damals den besten Ruf, deshalb wollte ich da hin.» Später erzählte ihm seine Mutter, dass auch sie extrem unter der Trennung gelitten hatte. «Aber sie brachte auch Verständnis für mich auf. Den Durchhaltewillen habe ich nämlich von ihr geerbt», sagt er und lacht. Vor zwei Jahren hing Silvans Karriere am seidenen Faden: In der Abfahrt von Gröden stürzte er schwer und zertrümmerte sein Knie. Die Ärzte hielten eine Fortsetzung der Ski-Karriere für ausgeschlossen. «Ich lag im Spitalbett und überlegte, was ich in Zukunft wohl

Kein Einzelgänger Silvan mit SI-Reporter Alejandro Velert.


Glanz arbeiten würde.» Doch «Dickschädel» Zurbriggen kämpfte sich zurück. Als Einzelgänger sieht sich der Walliser nicht, auch wenn er mehrfach so dargestellt wurde. «Das liegt sicher auch daran, dass ich mit meinen 28 Jahren weder zu den Jungen noch zu den Alten gehöre. Und dazu kommt, dass ich auch kein reiner Abfahrer oder Techniker bin.» Er selber bezeichnet sich deshalb als «Mittelgänger». Ski-Legende Pirmin Zurbriggen ist ein entfernter Cousin von Silvan. Den berühmten Namen habe er nie als Bürde empfunden. «Und heute bin ich vor allem stolz, den gleichen Namen wie Pirmin zu tragen. Für mich ist er immer noch der beste Skifahrer, den die Schweiz je hatte. Umso schöner, dass uns auch eine gute Freundschaft verbindet.» Wie Pirmin ist auch Silvan ein religiöser Mensch: «Der Glaube ist mir wichtig», sagt der Katholik. «Er gibt mir Kraft.» Und auch wenn diese im Slalom nicht mehr für eine zweite Medaille reichte, stieg Silvan Zurbriggen dennoch mit einem Gefühl tiefer Zufriedenheit ins Flugzeug zurück in die Schweiz. Etwa so, als hätte er gerade ein paar Stunden in der Natur verbracht.

sarahs Verflixte woche

«Läck, hab ich viele Kleider gekauft» Montag, 22. Februar Langsam erhole ich mich von meiner Magen-DarmGrippe. Die Krankheit war ein moralischer Tiefschlag, aber immerhin scheine ich für den Wettkampf wieder fit zu sein. Ich achte darauf, möglichst viel Energie zu sparen. Ich trainiere nur leicht und futtere wie wild Kohlenhydrate in mich rein: Haferbrei, Brot, Reis, Pasta und Biberli. Am Abend kommen mich meine Eltern besuchen, das freut mich besonders. Ich zeige ihnen das olympische Dorf und gehe früh ins Bett. Dienstag, 23. Februar Mühsam: Die Stunden zwischen Morgen-Training und Wettkampf kommen mir endlos vor. Irgendwann habe ich vom Rumsitzen genug und mache einen Spaziergang in der City. Später schaue ich mir im Hotel das Eishockey-Spiel Schweiz – Weissrussland an. Vor dem Penaltyschiessen schalte ich aber aus – das Spiel ist mir zu nervenaufreibend. Dann gehts zum Wettkampf. Meine Vorbereitung ist immer die gleiche: Nach der Siesta stehe ich unter die Dusche, dann schminken und Frisur machen – fertig. Schade, in der Halle ist die Stimmung mittelmässig. Das Publikum geht nur bei den Läuferinnen aus Japan, Kanada und den USA mit. Mir gelingt das Kurzprogramm nicht wie gewünscht, obwohl ich mich fit fühle. Gross ärgern mag ich mich vorerst nicht. Meine Punktzahl ist nicht so schlecht, wie es der 15. Rang vermuten lässt. Da liegt noch was drin. Mittwoch, 24. Februar Ein Tag Pause. Mir solls recht sein. So kann ich noch mehr Kräfte sparen. In meinem Zimmer versuche ich mich auf das neue Buch «Lost Symbol» von Dan Brown zu konzentrieren, es gelingt mir nicht wirklich. Das Leben im olympischen Dorf ist trostlos. Viele Athleten sind schon abgereist, das Ganze wirkt ein wenig verlassen. Mit meinen Eltern besuche ich das House of Switzerland – und esse dort ein fantastisches Steak. Dann drücke ich unseren Eis­hockeyanern wie wild die Daumen. Nützt nix, sie verlieren gegen die USA. Donnerstag, 25. Februar Die Kür von heute Abend geht mir ständig durch den Kopf. Ich versuche, mich mit dem Fernsehen und einem Spaziergang ab­ zulenken. Hoffnungslos. Immerhin, ein tiefer Mittagsschlaf. Vor dem Wettkampf fühle ich mich gut, aber meine Kür ist trotzdem eine bittere Enttäuschung. Auf dem Eis bin ich irgendwie machtlos, kann auf meine Leistung einfach keinen

Sarah Meier, 25: «Rang 15 ist bitter. Die an der Welt­ spitze sind einfach besser.»

Einfluss nehmen. Ich versuche, mich von Sprung zu Sprung zu steigern, aber es bringt alles nichts. Aber ganz ehrlich: Selbst wenn alles geklappt hätte, wäre ich an die Besten nicht herangekommen. Die sind einfach besser. Beim Nachtessen versuchen meine Eltern erst gar nicht, mich zu trösten. Sie wissen, im ersten Moment bringts ohnehin nichts, ich brauche jetzt erst mal ein wenig Zeit. Freitag, 26. Februar Am liebsten würde ich gleich nach dem Aufwachen abreisen. Aber wenn ich schon hier bin, kann ich ja was unternehmen. Es giesst wie aus Kübeln, ich schnappe mir ein Velo und fahre drei Stunden durch Vancouver. So sehe ich etwas von der Stadt, im Moment ist sowieso alles besser, als nur im Zimmer zu sitzen und mir den Kopf zu zerbrechen. Der Frust über meine Leistung wird mich noch früh genug einholen – heute schlage ich ihm ein Schnippchen und lenke mich ab. Samstag, 27. Februar Ich fange schon mal mit Packen an, obwohl ich erst am Montag nach Hause fliege. Läck, ich habe doppelt so viel Zeug dabei wie vor zwei Wochen, als ich angekommen bin. Ich habe Kleider erhalten, Kleider gekauft und auch welche für Kollegen besorgen müssen. Dann gehe ich in die City zum Coiffeur. Nein, das ist keine Affekthandlung, um den Frust zu verarbeiten. Ich hatte vor dem Wettkampf schlicht nicht die Zeit und die Ruhe dafür. Morgen gibts mit der Schlussfeier ein letztes Highlight. Ich werde versuchen, es ganz bewusst zu geniessen. Denn eines ist klar: In Sotschi werde ich nicht mehr dabei sein. Aufgezeichnet Alejandro Velert

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Foto Vincenzo Pinto/AFP Photo

Momente der Dankbarkeit Die Olympia-Medaille entschädigt Silvan Zurbriggen für viele Rückschläge. Er geniesst die Momente der Ruhe hoch über Whistler.

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Erfolg im doppelpack Stress gilt als Favorit für die Swiss Music Awards. Damit ist er nicht allein. Alles über die Preisverleihung lesen Sie diese Woche auf SI online.

Stars

Die Beckers mit Baby Amadeus

Seit dem 10. Feb­ ruar sind Lilly und Boris Eltern eines Sohnes. Bei uns sehen Sie die ersten Bilder der kleinen Familie – beim Spaziergang in London.  www.schweizer-illustrierte.ch

Wir nehmen ab Leitungswasser ist gesund!

Diese Woche finden Sie auf SI online Lektion 8 der Serie «Wir nehmen ab». Dr. Samuel Stutz erklärt, warum Sie mehr trinken sollten und weshalb sich Leitungswasser dafür optimal eignet.

Gewinnen

Am Freitag veröffentlichten Krokus ihre neue CD «Hoodoo». Sind Sie ein Fan der Schweizer RockBand? SI online verlost fünf Alben der Band sowie fünf T-Shirts. Machen Sie mit und vergessen Sie nicht, Ihre Kleider­ grösse anzugeben!  www.schweizer-illustrierte.ch

VIP-Lexikon Täglich ein neuer Star!

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te Rapper Seven könn . t n e rr u k n o K rlich werden Stress gefäh

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Christian Lanz/Ex-Press, Dukas, Handout

Neues Album von Krokus


Familienglück

Tragisch Rahel zu Flurins Tod.

Rahel kann wieder lachen

Drei Jahre nach dem Tod ihres Sohnes ist Rahel Tarelli wieder Mami geworden. Die Sängerin über ihr Glück mit Dario – und warum sie Flurins Verlust nie verschmerzen wird. Text daniela zivadinovic Fotos thomas buchwalder

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er kleinste Mann im Haus Tarelli ist der grösste Star. Aber einer ohne Allüren. Die braucht Dario auch nicht, denn seine Brüder Andrin, 10, und Nicolas, 8, lesen ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Und wenn Mami Rahel, 37, Kinderlieder vorsingt, strahlt der Wonneproppen sowieso. Das Nesthäkchen kam am 24. August 2009 zur Welt. Neben den üblichen Daten wie Grösse und Gewicht (53 Zentimeter, 4320 Gramm) schrieben Rahel und ihr Mann Martin, 38, auf die Geburtskarte: «Du bisch es Wunder. Du bisch Wunsch, es Gschänk und Erfüllig.» Worte, die für die zweifache Schweizer Grand-Prix-Siegerin des volkstüm­ lichen Schlagers und den Swiss-Piloten eine ganz besondere Bedeutung haben. Rückblende: Im Januar 2006 erwarten Rahel und Martin ihr drittes Kind. Bis zum achten Schwangerschaftsmonat verläuft alles gut. Bei einer RoutineUntersuchung fällt ihrem Frauenarzt auf, dass der Kopf des Babys grösser ist als normal. Weitere Untersuchungen im Uni-Spital folgen. Die Ärzte warnen ­Rahel und Martin vor einer möglichen Behinderung ihres Kindes. Das Paar ist geschockt, muss das Ergebnis der Untersuchung abwarten. Sie ahnen nicht, was folgen wird. Dann die niederschmetternde Diagnose: Ihr Kind hat eine extreme und äusserst seltene Form eines sogenannten Wasserkopfs. Dadurch ist es schwerstens hirngeschädigt – die Überlebenschancen gleich null. Am 18. Januar 2006 bringt Rahel Flurin per Kaiserschnitt zur Welt. Die Ärzte befürchten, dass der Kleine noch während der Geburt sterben könnte oder unmittelbar danach nicht atmen wird.

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Starke Familienbande Rahel Tarelli, 37, mit ihrem Mann Martin, 38, und den Söhnen ­ Nicolas, 8, Dario, 6 Monate, und Andrin, 10 (r.), daheim in Buchberg SH. Doch Flurin atmet! Erst nach elf Stunden schläft Rahels und Martins Sohn ruhig ein. Damals sagt die Sängerin: «Diese Stunden waren die schlimmsten meines Lebens. Mir hats den Boden unter den Füssen weggezogen.» Nach Flurins Tod bleibt der Wunsch nach einem weiteren Baby. «Wir wollten jedoch so lange warten, bis Kopf und Herz Ja zu einem vierten Kind sagen», erzählt Rahel. Ihre Schwangerschaft mit Dario verläuft zunächst normal. Im sechsten Monat aber bekommt sie plötzlich Wehen. Die Anweisung vom Arzt ist klar: Ab­ solute Ruhe bis zur Geburt! «Erstmals verspürte ich Panik.» Rahel wünscht sich sehnlichst eine natürliche Geburt: ­«Flurins und Darios Geburten sollten keine Berührungspunkte haben.» Als die ­Wehen nach neun Monaten einsetzen, ist

Rahel so angespannt, dass die Hebamme sie mehrmals eindringlich bittet, sich zu entspannen. Nach drei Stunden erblickt Dario das Licht der Welt – kerngesund und putzmunter. Trotz natürlicher Geburt gibts eine Gemeinsamkeit mit seinem verstorbenen Bruder Flurin: Sie gleichen sich als Frischgeborene fast aufs Haar. «Wenn ich heute sehe, wie kräftig, stark und gesund sich Dario ­entwickelt, frage ich mich unwillkürlich, warum Flurin das nicht erleben durfte», sagt Rahel nachdenklich. Ihr vierter Sohn hat der Familie das Glück zurückgebracht. Flurin aber bleibt unvergessen: «Ich werde den Tod meines Kindes nie verschmerzen. Aber ich kann wieder nach vorne schauen und Freude empfinden.» Flurin ist für Rahel nie wirklich gegangen: «Ich spüre ihn als Kraft, die mich ständig umgibt.» 


«Wenn ich sehe, wie kräftig und gesund Dario ist, frage ich mich, warum Flurin das nicht erleben durfte» Rahel tarelli


Fotos Niklaus Stauss / Keystone (2), Georgios Kefalas / Keystone, EPA / Keystone

Böser Bube Christoph Büchel verweigert sich seit Jahren den Medien. Eines der letzten Fotos des scheuen Schweizer Gegenwartskünstlers ist von 2003.

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Der Basler Konzeptkünstler Christoph Büchel, 44, macht Gruppensex in Österreich museumsreif. Wien schäumt. Pro Helvetia errötet. Die Besucher staunen. Der Künstler schweigt. Erotisches Kunstprojekt Christoph Büchel inszeniert in Wien einen Sex-Club im Museum.

Die Kunst, zu p schweizer illustrierte


kunst

Text Caroline Micaela Hauger

E

igentlich ist dieser Mann ein Phantom. Christoph Büchel gibt niemals Interviews, das ist Teil seiner Strategie. Er publiziert keine Fotos von sich und will auch keine ­publiziert sehen. Die jüngsten stammen aus dem Jahre 2003. Sie zeigen einen ­jugendlichen Chaoten mit strubbeligem Haar und zielstrebigem Blick. Eines ist sicher: Christoph Büchel sieht nicht gerade aus, als könne er keiner Fliege was zuleide tun. Der 44-jährige Schweizer Installa­ tionskünstler serviert seinem Publikum seit fünfzehn Jahren explosive Cocktails mit bitterem Nachgeschmack. So auch

in Wien, wo er das Museums-Untergeschoss der renommierten Secession zu einem Swingerclub umgebaut hat und der Welt so ihre Doppelmoral vorführt. Kunst darf das, lautet seine Message. Jetzt ist bis 18. April der Verein der kontaktfreudigen Nachtschwärmer eingezogen. Tagsüber kann Büchels Schau ohne Paarungswillige besichtigt werden. Ab 21 Uhr trudeln die Gruppensexler ein – und lassen es im Dekor des Künstlers richtig krachen. Es wird gefummelt und gebusselt, wer Lust hat, vergnügt sich im Darkroom, lässt sich bei Sadomaso-Spielchen auspeitschen oder schaut einfach zu. Österreich erregt sich über die Schweizer Aktion mit einer Mischung aus schlüpfrigem Grausen und lüsternem Entsetzen. Und auch die Kultur­ förderungsstiftung Pro Helvetia muss Prügel einstecken, weil sie die (bis zur Vernissage geheim gehaltene) Schau mit 15 000 Franken unterstützt. Man denkt sogar laut über eine Schliessung nach. Ja mei, was sagt eigentlich der Künstler dazu? Der schweigt – wie immer. Am ­Eröffnungsabend strömten hundert Swinger ins Museum: Mission erfüllt. Christoph Büchel ist in Basel aufgewachsen. In der Stadt am Rhein hat er heute noch einen Wohnsitz, wo er aber selten anzutreffen ist. Auch enge Freunde halten dicht, verraten keine privaten Details. Der Mann gehört zu den Top-10Installationskünstlern der Gegenwart. 2006 belegte er Platz 1 im «Bilanz»Rating (2009 noch Platz 4). Er studierte an der Kunstgewerbeschule Basel, ist Grossverdiener. Seine Werke erzielen bis zu 600 000 Franken. Die Profis von Hauser & Wirth managen ihn. Er ist Einzelgänger, gilt als «arg schwierig». «Das Gegenteil ist der Fall», sagt seine ehemalige Galeristin Susanne Kulli aus Zürich. «Christoph Büchel kenne ich seit bald zehn Jahren. Privat ist er ­offen und fröhlich. Ein Mensch mit Mut und klarer Haltung.» Kulli suchte 2001 Assistenten für den Aufbau einer Thomas-Hirschhorn-Installation für die Art Basel. «Büchel arbeitet mit solcher Leidenschaft, dass wir gemeinsam ein Projekt in meiner Galerie in St. Gallen realisierten.» Büchels Spezialität: akribisch geplante, beklemmende, raumgreifende, muffige Chaos- und Trash-Inszenierungen, durch die man kriechen, klettern,

rovozieren

rutschen muss. Tausende von arrangierten Details reichern seine gesellschaftskritischen Szenarien an: So verwandelte er eine Galerie in San Francisco in einen Supermarkt für Obdachlose. Oder holte den verdrängten Stasi-Alltag der ExDDR in die Kunsthalle Kassel zurück. Der Mann ist ein künstlerischer Grenzgänger. Ein Manipulator, der geschickt mit negativen Gefühlen und Angstmomenten jongliert. Seinen Besuchern verlangt er physisch und psychisch alles ab. Wie jetzt in Wien, wo unter Gustav Klimts «Beethofenfries» munter kopuliert wird. Der Eintritt für Männer kostet ab 36 Euro, Frauen zahlen 6 Euro. Christoph Büchel hat bis ins Detail vorgesorgt und Regeln erstellt: «Gebrauchte Kondome und Papier­tücher bitte in die Abfalleimer werfen und nicht zwischen den Matratzen verstecken.»  «Raum für Sexkultur», bis 18. April, www.secession.at

«Simply Botiful», 2006 Inszenierte Schmuddelwelt für die Art Unlimited in Basel. Büchel zwingt die Besucher zum Riechen, Kriechen, Klettern.

«Minus», 2002 Der Künstler liess das Inventar einer Punkband auf minus 25 Grad tiefkühlen. Der Moment des Stillstands hat für ihn etwas Magisches. schweizer illustrierte

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politik

Zwischen Wind 1000 Cousins und ein Baby: Christophe Darbellay, der politische Wirbelwind aus dem Wallis, hat mit 38 Jahren in seine Rolle als Präsident der Familienpartei gefunden. Dank Baby Alex. 38

schweizer illustrierte

Text Sascha Buchbinder Fotos Kurt reichenbach

Z Noch ein Darbellay! Sohn Alex ist mit zehn Monaten der Jüngste im 300-köpfigen Clan.

wei Meter Ruhelosigkeit. Seit einer Viertelstunde stehen wir im Wohnzimmer von Christophe Darbellays Haus in Martigny-Croix VS. Eine Kaffeetasse dampft geduldig vor sich hin. Die Hausherrin, Florence Carron Darbellay, arbeitet halbtags als Anwältin, Baby Alex ist bei der Grossmutter. Der Hausherr? Christophe Darbellay muss noch ganz schnell dies, ganz kurz jenes erledigen. Aber als er


Von der Theorie zur Praxis Seit zehn Monaten weiss CVPPräsident Christophe Darbellay, wie sich Vaterpflichten anfühlen.

del und CVP sich dann hinsetzt, kann ihn nichts mehr ablenken. Zwei Stunden lang. Herr Darbellay, reden wir über Familie. Stimmt es, dass Sie eigentlich Hebamme werden wollten? (Lacht.) Mein Vater ist Ingenieur Agronom, meine Mutter Hebamme. Im Alter von 13 hab ich erklärt: «Ich werde Hebamme!» Aber das war ein Scherz, um meine Mutter heraus­ zufordern. Sie ist sehr konservativ und war strikte dagegen. Ihr Traum war, dass ich Kinderarzt würde.

Ihre Mutter war die Respektsperson? Sie war zuständig für die Disziplin. Sie ist eine sehr starke Frau. Das musste sie auch sein in einem Haushalt mit fünf Jungs. Von ihr erbte ich den un­bedingten Kampfgeist. Mein Vater arbeitete sehr viel, und meine Mutter sorgte dafür, dass alles funktionierte. Fast zu gut: In die Küche liess sie mich nie. Dabei habe ich inzwischen entdeckt, dass Kochen richtig Spass macht. Am Mittwoch habe ich «PapaDay», da nehme ich mir Zeit für die Familie und lade auch mal meine

Mutter und meinen Vater zum Mittag­ essen ein. Und dann kochen Sie Ihrem Sohn Brei? Ja klar. Gemüse und Früchte kaufen wir, aber sonst wird das alles selbst zubereitet. Das macht mir Freude. Für meine Mutter koche ich natürlich keinen Brei (lacht). Sie bekommt ein schönes Stück Fleisch. Die Familie geht über alles im Hause Darbellay. Wobei Familie nicht nur die Kleinfamilie meint. «Ich habe tausend Cousins», behauptet Darbellay. Wenn u schweizer illustrierte

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politik man zweifelt, setzt er eins drauf: «Allein im Bezirk Siders!» Fest steht: Alljährlich zum Bettag treffen sich 250 bis 300 Mitglieder des Clans. «Wir halten zusammen wie Zement», versichert Darbellay. Drei Kinder wünscht sich der CVP-Präsident.

u

Früher hatten Sie Zweifel, ob Familie und Parteipräsidium zusammenpassen. Die CVP ist die Familienpartei, also muss das möglich sein. Im Prinzip sagen heute alle: Familie ist wichtig. Aber konkret muss man noch immer für Freiräume kämpfen. Inzwischen weiss ich aus Erfahrung, wie schwierig das im Alltag ist. Der Bundesrat nimmt zum Beispiel keine Rücksicht auf meinen «Papa Day» und gibt jeweils mittwochs seine Pressekonferenzen, wenn Alex gebadet wird. Wenn dann die Medien meine Stellungnahme wollen, ist es Zeit für Alex’ Fläschchen, und bis er schläft, ist es für die Redaktionen zu spät. Aber meist schaffe ich es irgendwie, rechtzeitig zu reagieren. Kommen Sie noch zum Schlafen? Vier Stunden reichen, wenn ich nicht zu viel feiere. Ein Walliser Politiker, der nicht feiert? Stimmt, das passt nicht zusammen. Vor allem aber muss ich auf meinen Führerschein aufpassen. Ich habe deshalb immer einen Schlafsack im Auto. Der CVP-Präsident übernachtet im Auto? Nicht unbedingt im Auto, eher auf dem Fussboden bei Freunden, notfalls unter freiem Himmel. Ich übernachtete auch schon auf der Berner Allmend oder im Wald. Frühes Aufstehen reicht offenbar nicht

«Derzeit gibt es zu viele Leute im Bundesrat, die keinen Pfiff haben» Christophe Darbellay immer. Bei der Abzocker-Initiative hat die SVP Sie auf dem falschen Fuss erwischt. Die CVP reagierte zuerst mit einem Gegenvorschlag. Dass die SVP auf Minders Zug aufgesprungen ist, war ein Medien-Coup, aber letztlich ist die Partei verunsichert und hypernervös. Kein Wunder: Sie präsentiert nur eine Scheinlösung. Wenn morgen ein Geschäftsführer 100 Millionen Franken Boni für sich will und die Aktionäre nicken das ab oder wenn russische Heuschrecken ein Schweizer Unternehmen bedrohen, können weder Blocher noch Minder helfen. Dass Blocher nur leere Parolen anbietet, erstaunt mich allerdings nicht. Zusammen mit Martin Ebner zählte er lange zu den Heuschrecken. Seine Rolle bei der Lonza ist nicht vergessen, auch nicht seine tollen Bezüge bei der UBS oder bei der BK-Vision. Wie weiter beim Streit mit dem Ausland um Steuern und Bankgeheimnis? Der Bundesrat müsste auf den Tisch klopfen und die Schweiz verteidigen! Wir dürfen nicht kuschen. Man muss keinen Wirtschaftskrieg vom Zaun brechen, aber darauf beharren, dass

wir ein souveränes Land sind, das seine Regeln selbst bestimmen kann. Derzeit gibt es zu viele Leute im Bundesrat, die mental schon im Vorruhestand sind, die keinen Pfiff haben. Darüber hinaus müssen wir alle lernen, selbstsicher aufzutreten. Das Schweizer Modell funktioniert, wir schaffen Qualität und haben allen Grund, stolz auf unser Land zu sein. Das Verhängnisvolle ist, dass wir zu diskret sind: Wir streichen unsere Leistungen zu wenig heraus. Mit 29 Jahren war Christophe Darbellay Vizedirektor des Bundesamts für Landwirtschaft, mit 32 Nationalrat, mit 35 CVP-Präsident. Mit vier machte er


erstmals Wahlkampf. Damals kandidier­ te sein Onkel. Der kleine Christophe grüsste alle Passanten auf der Strasse und rief ihnen zu: «Bitte zweimal Darbellay wählen!» Manchmal sind Ihre Forderungen etwas zu knackig. Bereuen Sie Ihre Auftritte nach der Annahme der Minarett-Initiative? Ich war nicht zu knackig. Aber die Situation war derart aufgeheizt, dass man nicht mehr vernünftig diskutieren konnte. Ich habe keine Lust, das alles noch einmal aufzurollen. Jetzt ist die Stimmung weniger hitzig. Also: Wo stehen Sie in der Burka-Frage? Da, wo ich immer stand. Seit 2006 sagte ich schon mehrfach: Die Burka ist unvereinbar mit der Integration. Und wem sagen Sie das, wo es in der Schweiz keine Burka-Trägerinnen gibt? Machen Sie die Augen auf, dann sehen Sie, dass in Zürich wohnhafte Frauen in der Burka rumlaufen. Aber ich habe ein Dutzend Ideen für eine bessere Inte­ gration geäussert, und worüber wird geredet? Nur über die Burka! Darauf habe ich keine Lust. Wir brauchen Beiträge, die zwischen der aggressiven SVP-Linie und jener der naiven Linken liegen. Die Schweiz braucht eine Inte­ gration, aber eine gute Integration, und dazu gehört auch, die problematische Minderheit in den Griff zu bekommen. Sie wurden weder Hebamme noch Kinderarzt. Ist Ihre Mutter mit Ihnen zufrieden? Absolut. Sie hat sogar die FDP verlassen und ist heute CVP-Mitglied. Vielleicht wird sie sogar für andere zum Vorbild. 

Der Präsident im Schlafsack Wenns mal wieder zu spät wird, übernachtet Darbellay notfalls unter freiem Himmel.


w e i v r e t n I e h c o W r de laus-Peter

Gewiefter Geschäftsmann Klaus-Peter Schulenberg, CEO von CTS Eventim AG, im Zürcher Hotel Baur au Lac.

mit K lenberg Schu

An ihm kommt niemand vorbei. Jetzt investiert der Konzert-Guru in der Schweiz. Warum Klaus-Peter Schulenberg zusammen mit dem Medienhaus Ringier Ticketcorner erworben hat, was ihn so erfolgreich macht und wie ihn die Rolling Stones ins Schwitzen brachten. Text Nina Siegrist Fotos Marcel Nöcker

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ieser Mann verkauft Tickets für Rockkonzerte – und hat den am akkuratesten gekämmten Scheitel, den man sich vorstellen kann. Klaus-Peter Schulenberg betritt im Mass­anzug und mit der unerschütter­ lichen Freundlichkeit eines hansea­ tischen Geschäftsmannes den Salon des Zürcher Edelhotels Baur au Lac. Er entspricht nicht dem Bild eines Ticketkönigs, dem man die wilden Konzertnächte ansieht. Schulenberg ist eher der kluge, überlegte Stratege. Er zählt zu den gewieftesten Schachspielern der Entertainment-Branche – über 80 Millionen Tickets von mehr als 100 000 Veranstaltungen verkauft er mit seiner CTS Eventim AG jährlich. Gerade hat er zusammen mit dem Medien­ unternehmen Ringier den Schweizer Marktführer Ticketcorner gekauft. Egal ob man zu Madonna, U2 oder an ein Fussballspiel von YB will, um ihn kommt man künftig auch in der Schweiz nicht herum.

Herr Schulenberg, Sie haben bestimmt viele Freunde … Ja, vor allem, wenn besonders beliebte Konzerte oder Veranstaltungen anstehen (lacht). Was war das aussergewöhnlichste Angebot, das Sie je im Tausch gegen ein Ticket erhalten haben? Ich würde mich nicht trauen, das in einem Interview zu sagen. Zu weit unter der Gürtellinie? Genau (lacht).

Der Ticketkönig von Europa Was macht Sie eigentlich so erfolgreich? Man braucht einen guten Blick, Beharrlichkeit, und man muss auch mal Nein sagen können zu Themen, die verlockend sind, aber am Ende nicht unbedingt wirtschaftlich. Sie selbst waren ja schon als Jugendlicher Band-Manager. Stimmt es, dass Ihr Talent entdeckt wurde, weil Sie Ihre qualitativ eher mittelmässige Band unglaublich gut vermarktet haben? Ja, ich spielte damals Orgel und Gitarre – und habe gesungen; vielleicht lags daran (lacht). Jedenfalls griff ich immer nach der Schule zum Hörer und habe uns Engagements besorgt. Und dann kamen andere Bands aus der Region und meinten: «Ihr spielt echt mittelmässig und habt so viele Auftritte – willst du das nicht auch für uns machen?» Mit 26 Jahren organisierten Sie 1977 ein Rolling-Stones-Konzert. Da haben Sie sich ganz schön viel vorgenommen. Ja, ich war ziemlich nervös! Nach Alice Cooper war das mein zweites Konzert,

das ich veranstaltete. Es fing schon mit einer Flut von Anweisungen an – für Mick Jagger etwa musste in allen Räumen, selbst in der Toilette, JackDaniel’s-Whisky bereitstehen. Dann sollte das Konzert um 20 Uhr beginnen – die Band lungerte allerdings um 21.30 Uhr immer noch in der Garderobe rum. Das Publikum tobte, und für mich sah es brenzlig aus. Kurz vor 22 Uhr stieg die Band dann doch noch auf die Bühne. Ich war unglaublich erleichtert. Sie haben soeben zusammen mit Ringier den hiesigen Marktführer Ticketcorner gekauft. Wie kamen Sie auf die Schweiz? Wir haben eine klare europäische Expansionsstrategie. Unser Ziel: Man soll an jeder Vorverkaufsstelle, auf jeder Ticketing-Seite Europas Veranstaltungskarten für verschiedene Länder kaufen können – in seiner Sprache und in seiner Währung. Dank einer ein­heitlichen Datenbank kann ich also zum Beispiel in Basel ein Ticket für das Madonna-Konzert in London kaufen.


Nicht ganz. Ticketcorner wird schon bald einen Service anbieten, mit dem wir in anderen Ländern grossen Erfolg haben. Man hinterlegt sein Wunschprofil: beispielsweise dass man sich für Kammermusik und Hip-Hop interessiert, bereit ist, hundert Kilometer zu fahren und maximal zweihundert Franken auszugeben. Treffen diese Kriterien zu, erhält man eine Nachricht und hat Vorbezugsrechte. Zweihundert Franken reichen bei den heutigen Konzertpreisen allerdings nicht mehr für die Superstars … Ja, die Preise sind mit drei- bis vierhundert Franken im Highend-Bereich tatsächlich unvernünftig hoch. Aber ich glaube nicht, dass das noch lange so weitergeht. Früher war Musik das zentrale Thema in der Gesellschaft, die ältere Fan-Generation ist deshalb enorm loyal und bereit, für ein AC/DCKonzert mehrere hundert Franken hinzublättern. Die jüngere Generation hingegen hat Handys, Playstations und teilt ihr Budget anders ein. Sie kann und will nicht mehr so viel Geld für Konzertkarten ausgeben. Und für CDs wird erst recht kein Geld ausgegeben. Während das Konzertgeschäft brummt, steckt die Plattenindustrie in der Krise. Ein vielschichtiges Problem. Früher kaufte man eine Schallplatte oder eine komplette CD. Heute kann man sich die Rosinen herauspicken, also nur die Songs, die man wirklich gut findet, herunterladen. Zudem glaube ich, dass die Tonträger-Industrie nicht vorbereitet war auf die Digitalisierung. Ich weiss nicht, ob es wirkungsvolle Massnahmen gegen den illegalen Download gibt. Aber selbst wenn, so hat man verpasst, diese einzuleiten. Das alles führt dazu, dass Künstler ihr Geld wieder vermehrt auf der Bühne verdienen müssen. Sie sind Europas grösster Konzertveranstalter. Können Sie sich vorstellen, in der Schweiz eine neue Konzertarena zu bauen? Das steht auf unserer Prioritätenliste sicher nicht an erster Stelle. Aber: Es hat sich gezeigt, dass moderne und komfortable Konzertarenen eine ganz andere Anziehungskraft haben als verstaubte Mehrzweckhallen. Zum Schluss die obligate Frage: Wie werde ich Rockstar? Es gilt das biblische Sprichwort: Viele fühlen sich berufen, doch nur wenige sind auserwählt (lacht). Sie brauchen vor allem Glück. Denn Glück ist die Voraussetzung für Erfolg. 

Schulenberg

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Er verlost die Tickets für die Fussball-WM

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Er nimmt Bernd Clüver unter vertrag

2006 erlangt der Ticketkönig weltweite Bekanntheit: Bei ihm gibts Karten für die Fussball-Weltmeisterschaft. Selbst spielt Schulenberg lieber Klavier als Fussball.

Mit 20 wird Schulenberg 1971 Manager vom «Jungen mit der Mundharmonika». Die Verträge muss sein Vater unterzeichnen, weil man in Deutschland damals erst mit 21 volljährig ist.

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Er holt die Rolling Stones nach Bremen

Sie bringen ihn ganz schön ins Schwitzen: Klaus-Peter Schulenberg engagiert 1977 die Stones für ein Konzert in Bremen und muss am eigenen Leib erleben, dass Rockstars nichts von Pünktlichkeit halten. Privat hört Schulenberg mehr Klassik als Rock.

Persönlich u Geboren in Bremen (D) am 14. 7. 1951

karriere Mit 23 gründet der Jura­ student die Firma KPS-Konzerte, 1996 kauft er das Ticketunternehmen CTS und wird unter dem Namen CTS Eventim zum grössten Ticketverkäufer Europas u familie Lebt mit seiner Lebensgefährtin in Bremen, hat zwei erwachsene Kinder

Fotos Ullstein Bild, Reto Hügin / RDB, Andrew Putler / Redferns

Europa wächst zusammen, die Grenzen fallen – das müssen wir aufnehmen. Wir sind deshalb froh, nun auch in der Schweiz adäquat präsent zu sein. Was hat Sie zur Partnerschaft mit Ringier bewogen? Wir entschieden uns bereits für ein Joint Venture mit Ringier, als der Erwerb von Ticketcorner noch unwahrscheinlich schien. Aus dieser Partnerschaft heraus haben wir die Stärken Ihres Verlagshauses kennengelernt. Die Verlässlichkeit und Fairness der Verantwortlichen schätze ich sehr. Diese Leute wollen etwas bewegen – so wie wir. Und für Ringier ist die Zusammenarbeit, denke ich, auch ein Gewinn: In Zeiten schrumpfender Werbe- und Printmärkte besteht die Notwendigkeit, neue Geschäftsfelder zu erschliessen. Und da bietet das Live-Entertainment grosse Chancen. Wie macht man aus einer Ticketing-Firma eine erfolgreiche Ticketing-Firma? Mit einer klaren Strategie und konsequenter Umsetzung. Ticketcorner ist bereits jetzt eine tolle Marke, sie muss nur etwas modernisiert werden. Es soll Spass machen, auf der TicketcornerSeite einzukaufen. Dazu braucht man neue Features. Man kann zum Beispiel online Freunde zu Konzerten einladen und mit ihnen über das erlebte Konzert anschliessend online diskutieren. Hier gibt es grosses Innovationspotenzial. Ausserdem wollen wir gewisse Komfort-Angebote etablieren und ausbauen. Ein Beispiel dafür sind die Ski-Billette, die man übers Internet bezieht. Eine Idee ist auch, dass man bei Konzerten den Saalplan anschauen und sich virtuell auf seinen späteren Sitzplatz setzen kann. So haben Sie den effektiven Blick auf die Bühne, und wir können Enttäuschungen vorbeugen. Vor Kurzem sorgte der Vorverkauf von U2-Tickets für grosse Frustration bei den Fans: Die Karten waren innert Minuten weg, die Homepage überlastet. Wie wollen Sie bei der Verteilung für Gerechtigkeit sorgen? Eine gerechte Verteilung ist grundsätzlich möglich, das haben wir 2006 bei der Fussball-WM bewiesen: Wer Interesse an einem Ticket hatte, konnte sich zur Verlosung anmelden. Bei Konzerten scheitert diese Strategie allerdings daran, dass Konzertveranstalter verständlicherweise darauf bedacht sind, ihr Geld möglichst schnell zu bekommen. Und das ist bei einer Auslosung schwierig. Also müssen wir uns mit der Ungerechtigkeit abfinden?


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Der «Bödälä»-Tanzfilm von Gitta Gsell

Sie macht allen Beine Rasant Die Protagonisten

Foto Manu Barben

des Dokufilms «Bödälä – Dance the Rhythm» tanzen sich die Gefühle aus dem Leib und die Füsse wund. An den 45. Solothurner Filmtagen ­erhielt Gitta Gsell dafür den Publikumspreis.

u Sie tuts. Immer mal wieder. In ihrem Atelier mit grosser Fensterfront hoch über den Gleisen von Zürich. Steht vom Pult auf, geht in die Mitte des Raumes, nimmt Haltung an und – bödälät. «Es tut sehr gut, zwischendurch mal aufzustampfen. So lässt sich überschüssige Energie loswerden», sagt Gitta Gsell lachend. Dass Bödälä jedoch weit mehr ist als ein befreiendes Aufstampfen, ist in ihrem aktuellen gleichnamigen Dokumentarfilm eindrücklich zu sehen. Ausgehend von der Innerschweiz macht sich die Regisseurin auf eine rasante Entdeckungsreise durch die

Schweiz. Spürt Traditionen nach. Begegnet dem Stepptänzer Lukas Weiss, begleitet die Irish-Folk-Tänzerin Sabrina an die WM nach Irland, schaut in Ania Losingers Kiste mit den zertanzten ­Flamencoschuhen und kehrt immer wieder zurück zu Claudia, Elias und dem Bödälä. Es wird getanzt, geklopft, gestampft, was das Zeug hält. Auf Parkbänken, Eimern, selbst gebauten Klang­böden, in Beizen, an Wettbewerben und im stillen Kämmerlein. Offenbar beschränkt sich des Schweizers Rhythmusgefühl nicht auf das mechanische Ticken eines Uhrwerks. Ha! u schweizer illustrierte

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Kultur Die Zürcherin sucht nach möglichen Parallelen zwischen all diesen archaischen Tänzen, bei denen das Stampfen zentral ist. Stellt traditionelle Schweizer Tänze wie Gäuerlen und Bödelen dem Flamenco, Irish Dance und Stepptanz gegenüber. Musik und Tanz üben auf die Regisseurin eine grosse Faszination aus. «Es sind ursprüngliche Kommunikationsmittel. Damit können wir uns viel direkter und ungefilterter ausdrücken als mit der Sprache.» Ihre Begeisterung spiegelt sich auch in ihren Filmen wider. Einem breiten Publikum bekannt wurde Gitta Gsell mit «Propellerblume» (1999). Der Spielfilm, in dem eine angehende Opernsängerin ihren eigenen Weg zwischen Geborgenheit und Anarchie, Oper und Techno sucht, wurde für den Schweizer Filmpreis nominiert. Für ihr stimmungsvolles Porträt über die international bekannte Schaffhauser Freejazzerin Irène Schweizer (2005) wurde sie mit der Schweizer Filmperle ausgezeichnet. «Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte um Aufhebung der Schwerkraft.» Das Zitat stammt von einem, der es wissen musste: Fred Astaire. Mit seinen virtuosen Stepptanz-Einlagen hat der Amerikaner Anfang der 1930er-Jahre eine Welle der Tanz-Euphorie losgetreten, die die halbe Welt erfasste. Ganz so weit wird es «Bödälä» wohl nicht bringen. Aber um die Schweiz mit dem Tanzfieber anzustecken, reicht es locker. Also: Schuhe anschnallen und los gehts. anina rether

die besten

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bödälä Im Kino

Zum Kulturblog gehts hier: www.schweizer-illustrierte.ch/ linsensuppe

Ausdrucksstark Ania Losinger auf dem Xala.

Urchig Elias und Claudia beim Bödälä.

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schweizer illustrierte

Die Pianistin Natalia Sidler entwickelte diesen Farb­ lichtflügel, der die Musik visuell er­leben lässt. musikerin natalia Sidler

Wenn Farbe den Ton angibt

u Sie hören Musik und sehen Farben, sie lesen einen Text und riechen Düfte: Menschen, die die seltene Fähigkeit ­haben, mehrere Sinnesreize gleichzeitig zu erleben, sind Synästhetiker. Für Natalia Sidler, 41, Erfinderin des Farb­lichtflügels, ist dieses neurophysio­ logische Phänomen eine Begabung und Bereicherung. «Ich wollte ursprünglich Medizin studieren, aber dann entflamm­ te mich während des Gymnasiums ein Lehrer mit seinem grandiosen Klavier­ spiel für dieses Instrument.» Heute ist die Pianistin auf zeitgenössische Impro­ visation spezialisiert und Dozentin an der Zürcher Hochschule für Künste. «Wäre ich nicht Synästhetikerin, wäre ich sicher nicht darauf gekommen, einen Farblichtflügel zu entwickeln», erklärt sie ihre Pionierleistung. Komponisten, Musiker, Wissenschafter und Künstler hatten während Jahrhunderten die ­Vision, Musik mit Licht und Farbe zu ver­ binden. Der Farblichtflügel von Natalia Sidler ist ein umgebauter Konzertflügel, der klavierähnliche Töne, Farben und

Formen produziert, die mittels mehrerer Computer auf Leinwände oder in den Raum projiziert werden können. Ein Konzerterlebnis, das aus Kostengründen nur selten zu geniessen ist. Neu gibt es nun eine DVD zum Thema. «Für NichtSynästhetiker ist es viel spannender, Farblichtmusik zu erleben, als für Synästhetiker. Diese haben Farben, For­ men und deren Bewegungen auf eine Weise vor ihrem inneren Auge präsent, dass keine noch so komplexe Visualisie­ rung dagegen ankommen kann.» isolde schaffter-wieland

Spektakulär

«Color – Light – Music» (DVD, Art Adventures) Die DVD ist eine Ergänzung zum spannenden Buch «Farbe – Licht – Musik» (Peter Lang Verlag).


russische ikonen

Erhaben

MUSIK

u Ikonen

sind Bilder, meist auf eine Holztafel gemalt, die vom Alten und Neuen Testament erzählen und eine besondere Bedeutung für die Theologie und die Spiritualität der Ostkirchen haben. Doch Ikonen werden auch ausserhalb der Gotteshäuser gesammelt, von Privaten oder auch Museen. Die Moskauer Nationalgalerie Tretiakov beherbergt eine der schönsten Sammlungen weltweit. 64 Ikonen vom Glänzend «Auserwählte Heilige» 14. bis 18. Jahrhundert sind in der Schau zu sehen.  km aus der Tretiakov-Nationalgalerie. fondation pierre gianadda Matigny VS Bis 13. 6. täglich 10–18 Uhr, Tel. 027 – 722 39 78, www.gianadda.ch, Publikation CHF 45.– gerda steiner & jörg lenzlinger

Verspielt

Steiner, 42, und Jörg Lenzlinger, 45, gehören zu den fantasievollsten Vertretern der Schweizer Szene. Seit 1997 arbeitet das Künstlerpaar an gemeinsamen Projekten. Es entwickelt oft grossräumige, wachsende und vergängliche Installationen. In der ­Galerie Stampa haben sich Steiner & Lenzlinger der Räumlichkeiten bemächtigt. Auf Tischchen, an der Wand auf Tablaren, von der Decke herabhängend: Witzig Objekt des Künstlerpaares überall überaus fantasievolle Konstrukte!  km Gerda Steiner & Jörg Lenzlinger.

Fotos © Nationalgalerie Tretiakov Moskau und © Fondation Pierre Gianadda

u Gerda

galerie stampa Basel Bis 27. 3. Di–Fr 11–18.30, Sa 11–17 Uhr, Tel. 061 – 261 79 10, www.stampa-galerie.ch, Publikation «The Mistery of Fertility» (Merian) CHF 49.–

EWZ.unplugged

Fado, Reggae, Soul und Rock u Vier abwechslungsreiche Konzertnächte mit akustisch instrumentierten, stilistisch breit gefächerten Gruppen sind an der vierten Ausgabe des ewz.unplugged zu hören. Portugals grosse, umwerfende Fadista Ana Moura (Bild) kommt zum ersten Mal nach Zürich (27. 3. um 19.30 Uhr). Nicht verpassen! Die Singer-Songwriter-Fans können sich auf den Briten Tom McRae (26. 3. um 21.45 Uhr), Lee Everton und Fiona Daniel (26. 3. um 20.30 Uhr) und Lea Lu (27. 3. um 22 Uhr) aus Zürich freuen. Robin McKelle (24. 3. um 21.30 Uhr) und Chamber Soul (24. 3. um 20 Uhr) bieten wohligen Souljazz. Etwas kerniger geht es dafür bei der Texas-RockLegende Calvin Russell zu und her (25. 3. um 21.30 Uhr). rea

ewz Unterwerk Selnau Zürich 24.–27. 3. Tickets: www.ticketcorner.ch oder www.ewzunplugged.ch

barbara ellmerer

Sinnlich

u Die rote Pfingstrose scheint auseinanderzufallen. Zu

gross ist die Last der Blüte. Barbara Ellmerer, 53, ­zelebriert die sinnliche Kraft der welkenden Blume grossformatig (160 × 205 cm). Blumen, aber auch Pilze, faszinieren die Bernerin seit einigen Jahren. Sie malt sie in leuchtenden Farben mit grosszügigen Pinselstrichen. Dabei gilt ihr Interesse vor allem dem «Lockvogelpotenzial», das von ihnen ausgeht. Poetisch «Paeonia», 2009, von ­«Blumenstücke» heisst ihre neueste Schau.  km Barbara Ellmerer. galerie margrit haldemann Bern Bis 27. 3. Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr, Tel. 031 – 311 56 56, www.galeriehaldemann.ch

Weltschmerz vom Feinsten Die Fadosängerin Ana Moura beherrscht ihr Fach.

candice breitz

Doppelt stark u Candice Breitz, 37, hat sich zuerst mit collageartigen Foto arbeiten beschäftigt, um sich Ende der 1990er-Jahre dem bewegten Bild zuzuwenden. Für die in Johannesburg geborene und in Berlin wohnhafte Künstlerin liefern teils vorhandene Filme das Ausgangsmaterial zu ihren Arbeiten. Neue Wege geht Breitz in der Videoinstallation «New York, New York», die eigens für die Bregenzer Ausstellung geschaffen wurde. Hierfür nahm die Filmerin an zwei verschiedenen Abenden die gleiche Live-Performance vor Publikum auf: Die Protagonisten waren beide Male eineiige Zwillinge. kati moser

kunsthaus BREGENZ (A) Bis 11. 4. Di–So 10–18, Do bis

Hingucker Eineiige Zwillinge aus dem Video «New York, New York», 2009. 21 Uhr, Tel. 0043 55 74 – 485 940, www.kunsthaus-bregenz.at schweizer illustrierte

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die besten

kino

Wortkarg US-Marshall Teddy (L. DiCaprio) befragt Knastdirektor Dr. Cawley (B. Kingsley).

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Thriller Shutter Island (USA) Meisterregisseur Martin Scorsese lässt Leonardo DiCaprio das Verschwinden einer Mörderin aus dem Knast aufklären.

u Im Hochsicherheitsgefängnis für kriminelle Geisteskranke auf Shutter Island ist die Zelle einer mehrfachen Kindsmörderin plötzlich leer. Sie hatte ihre eigenen drei Kinder ertränkt. Jetzt ist sie spurlos verschwunden, obwohl es von der Insel kein Ent­rinnen gibt. Das Wetter ist rau. Die Wolken hängen tief und grau über der gespenstischen Anstalt, als die beiden vom Festland gesandten US-Marshalls Teddy (Leonardo DiCaprio) und Chuck (Mark Ruffalo) von dem kahl geschorenen Gefängnisdirektor Dr. Cawley (Ben Kingsley) empfangen werden. Die zwei sollen das Verschwinden der Mörderin untersuchen. Inzwischen zieht ein heftiger Sturm auf. Eine Szenerie wie aus einer Erzählung von Gothic-Meister Edgar Allen Poe, der Kultregisseur Martin Scorsese («Taxi Driver», «The Departed») auf der Leinwand ein Gesicht gibt. Die Geschichte nimmt einen ebenso spannenden wie nervenaufreibenden Lauf. Wir schreiben das Jahr 1954. Teddy, ein Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg,

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schweizer illustrierte

wird beim Anblick der Irrenanstalt und deren Insassen und Angestellten an seine eigenen Traumata erinnert. Niemand auf der Insel scheint wirklich vertrauenswürdig zu sein – oder bildet sich das Teddy bloss ein? «Shutter Island» ist nicht unbedingt ein ausgeklügelter Krimi, der getrieben durch einen vertrackten Plot schliesslich das grosse Aha-Erlebnis hervorruft. Der Film ist viel mehr ein in eine ­geheimnisvolle Welt eingebetteter Psychothriller, der von den verschiedenen Figuren geformt wird. Regisseur Scorsese lässt keine Gelegenheit aus, mit atmosphärischen Bildern, Rückblenden und skurrilen Köpfen noch mehr Rätselhaftes zu schaffen. DiCaprio, der von jeher innerlich zerrissene Helden spielt, nimmt seine Rolle dankend an und quält sich mit grosser Klasse durch diesen Film. Benjamin Bögli Darum überzeugt der Film u Das Schauspieler-Ensemble mit DiCaprio, Kingsley und Ruffalo ist erstklassig. u Atemlos versucht man als Zuschauer auf des Rätsels Lösung zu kommen. u Die Story ist so spannend, dass man den Film eigentlich zweimal sehen müsste. 88888 Länge: 138 Min., R: Martin Scorsese, D: L. DiCaprio, M. Ruffalo, B. Kingsley. Start 4. 3.

mehr kino-tipps

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drama Lourdes (Ö/F) Eine an den Rollstuhl gefesselte junge Frau, die nach Lourdes fährt, erlebt ein Wunder und kann wieder gehen.

Deshalb ist er zu empfehlen u Trotz dem ernsten Hintergrund hat der Film auch etwas Spielerisches. u Er ist authentisch, weil er nüchtern an ein übergrosses Thema herangeht. u Die Regisseurin bleibt in ihrem Film wertfrei und will nicht manipulieren. 88888 Länge: 96 Min., Regie: Jessica Hausner, D: Sylvie Testud, Léa Seydoux. Im Kino.

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Fantasy-Drama The Book of Eli (USA) Im Jahr 2044, nach einer Katastrophe, sucht ein einsamer Wanderer nach einer neuen Zivilisation. Warum der Film gefällt u Die Geschichte ist originell und bietet erfrischende Abwechslung. u Die Schauplätze sind gut gewählt und machen den Film zur Augenweide. u Auch Nicht-Fantasy-Fans werden ihn mögen, da er genug bodenständig ist. 88888 L: 117 Min., R: Albert und Allen Hughes, D: D. Washington, G. Oldman, M. Kunis. Im Kino.

Foto Andrew Cooper / Paramount Pictures

Ein Polizist auf der Insel des Grauens


bücher & cds

Die Chronik eines tragikomischen Lebens Grégoire Bouilliers Roman «Ich über mich» ist schräg, ­grausam und hellsichtig zugleich – Lesevergnügen pur.

u Die unglaublichsten Geschichten schreibt noch immer das Leben selbst. Eine davon beginnt mit dem Satz: «Ich hatte eine glückliche Kindheit.» Bereits zehn Zeilen später ist es mit der Idylle jedoch schlagartig vorbei. Grégoires Mutter stürzt sich beinahe aus dem Fenster. Sie erträgt es nicht, dass sich ihr siebenjähriger Sohn von ihr «etwas zu sehr geliebt» fühlt. In letzter Sekunde kann der Vater sie ins Zimmer zurückzerren. Um den Blutfleck, der seit dem Gerangel an der Wand haftet, malt Grégoire Kreise und nutzt ihn als Zielscheibe für Dartpfeile. Zusammen mit seinem Bruder wächst er nur einen Katzensprung von den Champs-Elysées entfernt auf. Die Eltern sind Freigeister, geben Partys, schlafen sich durch den Freundeskreis. Mit elf erlebt Grégoire seine Eltern beim Gruppensex. Am nächsten Tag fragt seine Mutter in der Küche: «Ich hoffe, das hat dich nicht schockiert?» Damit ist die Sache vom Tisch. Kurz darauf entdeckt Grégoire seine eigenen Gefühle und verliebt sich in MarieBlanche, die Schwester seines besten Freundes. Es ist der Auftakt zu einem unglücklichen Liebesreigen, der sich durch sein ganzes Leben zieht. Schon früh erkennt Grégoire Bouillier das Wesen der Literatur. Mit zehn Jahren schreibt er in der Schule einen Aufsatz über den Souk von Marrakesch, über die exotischen Düfte, die schillern-

drei neue cds

Foto Luciana Whitaker / Getty Images

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pop/rock peter gabriel Scratch My Back (EMI)

Seine angeraute, weiche Stimme ist unverkennbar. Die zwölf Song-Delika­ tessen nur mit Gesang, Streichern und Bläsern provozieren Gänsehaut. Ob Bowies «Heroes» oder Titel von Radiohead, Neil Young, Paul Simon, Randy Newman bis Arcade Fire: der kontemplative Sound zum Entschleunigen. h. elias fröhlich

den Farben und heimst dafür Bestnoten ein. «Was das Verhältnis von Literatur und Hochstapelei anging, stimmte mich das nachdenklich. Ich war nie in ­Marrakesch gewesen und hatte auch keinen Geruchssinn.» Geistreich und lakonisch erzählt der Franzose mit algerischen Wurzeln die Geschichte seiner ersten 40 Lebens­ jahre. Die Chronik tragikomischer Ereignisse machte ihn in Frankreich zur Kultfigur. Zu Recht. anina rether

Multi­ talent Grégoire Bouillier arbeitet als Maler, Autor und Journalist.

Für nervenstarke das fest der fliegen Gert Heidenreich (Langen Müller Hörbuch) u Der pensionierte Kommissar Alexander Swoboda steckt in einer seelischen Krise. Nicht mal seine geliebte Malerei hilft ihm heraus. Die widerwillig aufgesuchte Psychiaterin vermutet, dass ihm die Mörder fehlen. Was sich schon bald ändert. Fanatische ­«Engelslegionäre» hinterlassen auf ihrem Kreuzzug eine blutige Spur. Gert Heidenreich liest so genial, wie er schreibt. isw Für Verträumte pittys blues Julia Gäbel (Knaus) u Dass es in Rickville jemals geschneit hat, daran erinnert sich keiner. Und als Ben im Wald einen Pickup entdeckt, der zehn Jahre lang verschollen war, ist in dem Kaff nichts mehr wie zuvor. Denn mit dem Schnee kommt auch Pitty, die mit ihrer Langsamkeit Dicks Gefühle beschleunigt und alte Geheimnisse entschlüsselt. Märchenhafte Liebesgeschichte, die sich in einem Atemzug liest. isw

Grégoire Bouillier Ich über mich (Nagel & Kimche)

Für wahrheitssucher anton, ich mag dich Peter Pohl (Hanser), ab 10 J. u Jojo ist überglücklich: Anton ist der beste Fuss­ baller der Klasse, ein super Zauberer, ein richtiger Spassvogel – und neu sein bester Freund. Aber dann fällt Jojo auf, dass Anton ständig neue Handys aus der Tasche zieht, sein Vater ihn nie vom Fussballtraining abholt und auch niemand zu ihm nach Hause gehen darf. Spannendes Buch über eine rätselhafte Freundschaft. ISW

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Deshalb werden Sie es mögen u Anregend: Sein eigenes Leben mal von aussen betrachten. u Erkenntnis: Eine komplizierte Kindheit lässt sich mit Humor leichter ertragen. u Skurriler Satz: «Noch heute ist für mich nichts herzzerreissender als ein Laken.»

jazz paolo fresu 7/8 Sette Ottavi (EMI)

Künstler geraten in Diktaturen mit brutaler Beständigkeit ins Fadenkreuz. So auch die Jazzer in Zeiten des Italo-Faschismus, wie der Film «7/8» zeigt. Jetzt ist der vom ­Meistertrompeter Paolo Fresu geschriebene und von seinem Quintett gespielte Soundtrack erschienen: lyrische (Über-)Lebenskunst. hanspeter vetsch

Klassik joseph joachim raff Die 11 Sinfonien (Tudor)

Die Sinfonien des Schweizers Raff (1822–1882) waren mal internationale Konzert-Hits und gerieten dennoch in Vergessenheit. Seit 1999 hat sie das Label Tudor mit den Bamberger Symphonikern aufgenommen. Jetzt liegen sie als preiswerte Box vor: Farbige, exzellent orchestrierte Romantik. Lohnendes Hörerlebnis. uli von erlach schweizer illustrierte

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Kokeshi-Puppe Kimmidoll Michiko (Weisheit), Globus

Farbenfrohe Swissness Glamouröser Schweizer Bio-Tee von Sirocco. Zwölf Sorten, verschiedene Packungsgrössen. Globus, Sprüngli, ausgesuchter Fachhandel. www.sirocco.ch (Box, 20 Stk.) u CHF 17.90

Objekt der Begierde

Regenbogen-Tee u So heiter, wie sie aussehen, sind ihre Namen: etwa Gelber Wunsch, Sanftes Blau, Viola Brise oder Roter Kuss. Und: Die zwölf Tee-Sorten des Schweizer Familienunternehmens Sirocco aus Schmerikon SG sind nicht nur deliziös, sondern sie stammen auch aus zertifiziertem biologischem Anbau. Die Palette umfasst neben Darjeeling-Tee aus Indien, weissem Jasmintee aus China,

japanischem Grüntee, marokkanischer Minze oder Verveine aus Paraguay fein abgestimmte Teemischungen wie etwa Piz Palü mit neun verschiedenen Schweizer Kräutern und Früchten. Unser persönlicher Favorit ist Roter Kuss. Ein Früchtetee mit Hibiskusblüten, Hagebuttenschale, Apfelwürfeln, Holunderbeeren und Orangenschalen. Als Eistee getrunken, birgt er gar Suchtgefahr. Kristina Köhler schweizer illustrierte

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shopping

Look

Country-stil

Lust aufs Landleben aufs Land» heisst die Devise. Nicht nur als Bereicherung für unser Leben, sondern auch für unseren Lebensstil. Ob in den SüdafrikaFerien oder beim Radeln in der nahe ge­legenen Agglomeration: In der Natur sammelt sich der Geist, der Körper findet Erholung. Und: Auch Garderobe und Heim profitieren vom Landleben. Im Frühjahr gilt für beide Bereiche: aussortieren, vereinfachen und mit qualitativ hochwertigen, möglichst natürlichen Dingen ergänzen. Robuste Leder- oder auch Gummistiefel sind das Must für jede schöne (Bio-)Gärtnerin, und daheim dienen eine Baumwollbluse mit Afrika-Print, eine leichte Wollhose und eine Jacke in Grobstrick als unkomplizierte Wohlfühl-Homewear. Und unser ­Daheim wird zum Ruhe spendenden Zufluchtsort dank möglichst vielen Accessoires aus natürlichen Materialien wie dunklem Holz, Leder und Leinen.

u «Raus

Kristina Köhler

Schöner Leben auf dem Land Kleid mit Spitze Tadashi Shoji, Grieder u CHF 790.–, Lange Handschuhe aus feinem Leder Una, Zürich, St. Moritz u CHF 390.–, Sattel Hermès, bei Kovi Reitsport, Zürich. Preis auf Anfrage. www.kovi-reitsport.ch

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Natürlich XL-Holzarmreif von Piazza Sempione. Grieder, Ciolina, Bern. www.piazzasempione.com u CHF 242.–

Archaisch Zweiteiliges Windlicht aus recyceltem thailändischem Rotholz. Globus. u CHF 99.–

Klassisch Weisser Trilby von Nulu bei Coop City. Auch in Schwarz erhältlich. Solange Vorrat. u CHF 24.90

Beeindruckend XL-Hängelampe aus geflochtenem Holz. Von Manor. u CHF 99.–

Robust Grosse Küchentücher, verschiedene Sujets. Townhouse, Zürich. u je CHF 18.–

Handgemacht Kurzhandschuhe aus Leder. Una. Zürich, St. Moritz. u CHF 350.–

Grob gestrickt Lange Strickjacke von AP by Manor. u CHF 59.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Paul Seewer, Auswahl Terry Parrella, Haar- und Make-up Daniela Koller (Time)

Komfortabel Luftiges Baumwoll-Oberteil mit Afrika-Print und verstellbaren Trägern. IKKS, bei Globus. u CHF 139.–

Traditionell Verschiedene Holzrahmen, R­ indermarkt 7, Zürich. u ab CHF 19.–

Schön stark Ledergürtel mit eleganten Metallelementen. Von Lauren by Ralph Lauren. Bei Globus. u CHF 159.–

Praktisch Zweifarbene Gummistiefel von Max Shoes. u CHF 119.–

Einfach dekoriert Sieht hübsch aus in Schalen: natürliches Dekomaterial. Bei Manor. u ab CHF 6.90

Luxuriös Federleichte Umhängetasche aus feinem Leder von Numero 10, VMC, Zürich. u CHF 698.– schweizer illustrierte

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shopping

Mode

Die Coole Stofftasche mit kariertem Innenleben und Fantasiemotiv von Clockhouse bei C & A. u CHF 19.90

Die Psychedelische Fun-Bag im HippieMuster von Beach Mountain. www.beachmountain.ch u CHF 89.–

Die Dekorative Shopping-Bag im Stil der 60er-Jahre von Big. u CHF 79.80

Die Freche Tasche vom Kultlabel Volcom bei Beach Mountain. u CHF 69.–

Shopping-Bags

Bunt & praktisch u Sie haben viele Namen und jetzt grad Hochsaison: die Fun-Bags. Im Englischen nennt man sie auch Totes oder ganz einfach Shopping-Bag. Sie sind etwas zwischen Handtasche und ­Papiertüte, oft faltbar und leicht mit­ zunehmen. Zudem gehören sie auch zur Gattung der «wardrobe staples»: Man hat nie genug davon, und sie kommen auch nicht so schnell aus der Mode.

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Dieses Frühjahr gilt: Je bunter, umso hipper. Das Highlight: die Fantasie­ modelle, wie etwa von Clockhouse oder Big. Übrigens: Ein Schelm, wer beim Ausdruck Fun-Bags an die zweite Bedeutung im Englischen denkt: Es kann nämlich auch «sehr grosse Oberweite» bei Ladys, im leicht ironischen Sinn, bedeuten. beatrice schönhaus

Die Romantische Sorgfältig gearbeitete Tasche mit Blumenmotiven, entdeckt bei Big Zürich. www.bigzh.ch u CHF 79.80

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Auswahl Jeannette Gloor, Fotos Paul Seewer

Die Witzige Micky-Maus-ähnliche Figuren schmücken die Tasche mit Portemonnaie: Clockhouse bei C & A.u CHF 22.90


shopping

beauty

Der Alpine Der Swissbalm Alpine Lip Care: ein idealer Begleiter. Apotheken, Drogerien. u CHF 9.80

Der Praktische Der Lippenbalsam Cold Cream von Avène enthält Thermalwasser. Apotheken. u CHF 13.90 Der Intensive Der RemedermLippenbalsam von Louis Widmer ist nur leicht parfümiert. Apotheken, Drogerien. u CHF 13.–

Der Sinnliche Soll vollere Lippen machen: Concentré Repulpant von YSL. Fachhandel. u CHF 54.–

Lippenpflege

Der Hochdosierte Lip & Eye Flash Program Phytocelltec von Zoé bei Migros. 7 × 1,2 ml u CHF 19.50

Küssen erlaubt! u Wind und beissende Kälte draussen, supertrockene Heizungsluft drinnen: An kalten Tagen brauchen Lippen eine Extraportion Pflege. Die sensible, zarte Haut in dieser Zone verfügt übrigens weder über Fett- noch Talgdrüsen. Und ist deshalb in so langen Wintern wie

diesem auf eine Extraportion Pflege angewiesen. Sei dies durch die Be­ nutzung von Lippenbalsam morgens und abends vor dem Zubettgehen oder eine Lippenpflege in Cremeform. ­Wichtig dabei: Zuerst mit einer weichen Bürste oder einer sanften Zahnbürste leicht

kreisförmig massieren, das wirkt wie eine Art schonungsvolles Peeling. Damit können die Pflegesubstanzen besser eindringen. Und die Lippen werden so samtweich und geschmeidig, dass man plötzlich viel öfter geküsst wird – oder küssen möchte. beatrice schönhaus


Der Luxuriöse Rénergie Morpholift Lèvres von Lancôme. Fachhandel. u CHF 67.–

Der Kultige Den Lippenbalsam von Carmex aus den USA gibts seit 1937. Bei Coop, Globus, Apotheken, Drogerien. u CHF 4.95 Der Modische Gloss Fram­boise Jelly mit Mini-Spiegel von Yves Rocher. u CHF 13.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Der Stylische Lip Protectant Stick aus der Linie Eight Hour Cream von Elizabeth Arden. Fachhandel. u CHF 30.–


Hotspot

Schritt für Schritt in neuem Glanz Das Traditionshaus Jelmoli an der Seidengasse 1 setzt mit dem Wolford-Shopin-Shop luxuriöse Zeichen. Tel. 044 - 220 48 81, www.wolford.com

Wolford-shop-in-Shop, Jelmoli Zürich

Die feminine Seite u Schrittweise erstrahlt das Zürcher Warenhaus Jelmoli in neuem Licht. Bereits fertig renoviert ist die Lingerieund Strumpf-Abteilung im dritten Stock. Dank der Verschiebung aus der Durchgangszone im Parterre lockt das österreichische Luxuslabel Wolford neu mit erweitertem Sortiment. Jetzt können Kundinnen auf auf 50 m2 in Ruhe und in luxuriösem Ambiente ihre

weibliche Seite erkunden. Vom feinsten Strumpf mit Burlesque-In­spiration über den Dot-Skirt mit ­italie­nischem Flair bis hin zum Outfit im ­Pariser Chic: Ladys mit Sinn für Qualität stimmen sich hier elegant auf den Frühling ein! ursula borer

öffnungszeiten Montag bis Samstag 9 Uhr bis 20 Uhr

Schön frivol Netzstrümpfe Sahara Tights passen nicht nur in die BurlesqueShow. u CHF 59.–

Sexy Push-up-BH u CHF 239.–, Mini-Slip Glamour. u CHF 99.– Verführerisch Dot-Skirt verbreitet Italianità à la Gina Lollobrigida. u CHF 380.–

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Starker Klassiker Stringbody Isabelle u CHF 475.– und Hosenanzug Tacoma Trouser u CHF 329.– schaffen einen modernen Marlene-Look.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Ladylike Die neue Kollektion setzt auf Parisienne-Chic: Frill-Stringbody u CHF 475.– und Sheen-Skirt. u CHF 445.–


1 heimkino u Für das perfekte Heimkino braucht es neben einem guten Fernseher oder Beamer, einen Blu-ray-Spieler. Denon vereint einen Blu-ray-Player mit einem Heimkino-Receiver in einem Gerät. Die Home-Entertainment-­Lösung S-5BD mit dem Übernamen Cara verspricht erstklassige Bilder und höchste Klangqualität. Auch DVDs können sich dank Upscaling-Funktion im Full-HDFormat sehen lassen. Ein intelligentes System erkennt automatisch, wie viele Lautsprecher angeschlossen sind. www.denon-hifi.ch Stephan Gubler

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Electronics

Alleinunterhalterin u Sonys Bloggie ist die perfekte Begleiterin. Die HD-snap-Kamera PM5K fotografiert mit einer Auflösung von 5 Megapixeln und filmt im hochauflösenden Format von 1920 mal 1080 Bildpunkten. Das um 270 Grad schwenkbare Objektiv ermöglicht Aufnahmen und Selbstporträts aus jedem Blickwinkel. Mit ihrem im Lieferumfang enthaltenen Objektiv-Aufsatz lassen sich 360-Grad-Videos aufzeichnen. Mit der installierten Software kann man Bilder und Filme betrachten, sortieren und ins Netz stellen, ohne auf dem Computer Software installieren zu müssen. www.sony.ch sg

Rundum spass Sony Bloggie PM5K mit 360-Grad-Foto- und Video-Modus. u CHF 299.–

Preisträger Denons Home-Entertainment-Lösung Cara wurde mit einem Design- und Technik-Award ausgezeichnet. u CHF 2990.–

bullenflüsterer

u Jetzt gibts auch von Red Bull Mobile ein Google-Handy. Das RBM2 wurde vom chinesischen Hersteller Huawei extra entwickelt und designt. Zu den grössten gehört es schon dank dem riesigen, be­ rührungsempfindlichen 3,5-Zoll-Bildschirm. Das mit Android-Betriebssystem ausgestattete Smartphone ermöglicht es, auf einfachste Art Applikationen herunterzuladen oder superschnell im Internet zu surfen. Ein GPS-Navigationssystem ist ebenso drin wie eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Erhältlich an über 1800 Poststellen. www.redbullmobile.ch sg

beflügelt Das RBM2 bietet viel Smartphone und einen XXL-Bildschirm fürs Geld. u CHF 499.–

uhr der woche steckbrief Männliche eleganz u Ausser dem Markennamen Raymond

Weil, dem Datum und den Ziffern in Weiss sowie drei blauen Zeigern ist der neue Chrono Nabucco Rivoluzione schwarz wie die Nacht. Doch welche Farbe könnte die Quintessenz männlicher Eleganz besser symbolisieren? Der charakteristische Chronograf fällt durch eine breite Lünette mit erhöhter Tachymeterskala auf. Das Material ist eine Mixtur aus Titan und Edelstahl und erhält seine tiefschwarze Farbe durch eine hauchdünne PVD-Oberflächen­beschichtung. Übrigens: Die luxuriöse Uhrenbox überrascht beim Auspacken mit einem Paar Manschettenknöpfen aus Titan und Karbonfasern. sarah rieder

Anziehend Chrono Nabucco Rivoluzione von Raymond Weil. u CHF 5990.–

Werk Mechanisches Automatikwerk, TricompaxKaliber 7753 von ETA Gehäuse Edelstahl und Titan, Saphirglas, wasserdicht bis 200 m Armband Schwarzes Kroko-Lederband mit Sicherheitsfaltschliesse Wer trägt sie? Männer mit Charakter Bezugsquelle Tel. 026 – 460 84 40, www.raymond-weil.com schweizer illustrierte

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Durchblick Sportler freuen sich auf die Alinghi-­ Sonnenbrille Jawbone von Oakley mit polarisierenden Wechselgläsern. www.oakley.com u CHF 460.–

Natürliche Frische Roll-on-Deo Women Natural Minerals von Rexona schützt mit Talk, Dolomit und Quarz vor Achselnässe, Coop City. 50 ml u CHF 5.70

Swiss made Die Unikat-Lampen vom Schweizer Label Eigenmann Durot bringt Licht ins Dunkel. Infos www.freiwerk.ch u CHF 720.–/290.–/420.–

Mode-Inspirationen Im Notizbuch FashionistaPassport von Te Neues notieren sich Modefans ihre Frühlings-Wunschliste. www.teneues.ch u ca. CHF 12.–

Wohnen wie James Bond Cool, dass es die spacigen 60er-Jahre-Designs wieder zu kaufen gibt: z. B. Sessel Smile von Fly. www.fly.ch u CHF 499.–

Gartenplausch für die Kleinen Crocbands von Crocs gibts als limitierte Edition in diversen Farben, z. B. bei Tiefenbacher Schuhe, Zürich. u CHF 49.90

Ab aufs Bike Bald ist wieder Velozeit. Den Laptop transportiert man problemlos im Luggage-ComputerBag von Manhattan. www.redroom.ch u CHF 159.–

Süsse Versuchung Cup-Cakes erobern die Schweiz! Für die richtige Form sorgen die bunten Backförmchen aus Silikon von Migros. 12 Stück u CHF 9.90

Dolce Vita Kaum tauchen erste Sonnenstrahlen auf, tragen wir den Trilby-Hut mit Lebensfreude! Strohmodell entdeckt bei C & A Clockhouse. u CHF 12.90

Serge Lutens, 68, Parfümeur, www.sergelutens.com

experten-fragen

«Sauberkeit ist der Ausgangspunkt von Luxus» u Sie nennen Ihre neue Duftkreation

L’Eau Serge Lutens «Anti-Parfum»? Das Eau ist eine Reaktion auf all die ver­ fälschten Gerüche, die uns umgeben. Es soll sich abheben und eine Art «Sauber­ keits-Gefühl» verleihen, wie man es nach einem Bad oder beim Geruch von frischer Wäsche empfindet. Diese «Frische» hält mehrere Stunden an. u Eine Duftkreation

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kann wohl keine echte «Sauberkeit» ersetzen. Nichts kann Sauberkeit oder die entspannende Wirkung eines Bades ersetzen. Aber der Duft vermag diesen Eindruck von Frische zu verlängern: den Eindruck, in eine frische, weisse Bluse geglitten zu sein. u Dennoch ist es ein Luxusprodukt … Sauberkeit ist der Ausgangspunkt von Luxus. u Seine

olfaktorische Definition? Spartanisch, rein und strahlend. u Ist es für Frauen und Männer? Sauberkeit hat kein Geschlecht. u Der Duft ist wohl symbolträchtig? Er steht für eine Rückbesin­ nung. Es geht darum, sich endlich alter Klischees zu entledigen. Dies wird unserem Leben mehr Komfort, Einfach­ heit und Luft geben. Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Shiseido

shopping best buys

neu


check-up t ff i r r­ t e b ype H nie to

bedrohen Zu hohe Werte z, sonder n nicht nur das Her Eine Kombiauch das Gehir n.ng verzöger t nationsbehandlu entlich. die Krankheit wes

k c u r d h c o h t Blu ! z n e m e D t r förde muel Stutz

Sa Text Dr. med.

senkende BeEine Blutdruck sser k uc dr ut r Bl e Entstehung gewi enn im Alter de handlung kann di ntse es we in er ke od s rn da rmen verhinde zfo ansteigt, darf man en m r De Al r te Schulte ens sind im te falls auf die leich verzögern. Meist h lic er od rz ei He zw s ar nicht nur, um Kombinationen au nehmen. Und zw s Ge- ­allerdings erlich. Weil da rd fo um , er n ch fe au of n st er irk sogar drei W und Gefässe, sond el n neben tik he Ar sc ein en t M Das beleg en älteren st ei m e di hirn zu schützen. ». noch andere en Medizinforum uthochdruck auch Bl m de n, im «Schweizerisch k uc dr sikofaktoren habe terieller Blut rdiovaskuläre Ri ka Ein erhöhter ar itLe n n de de in it m se mung Arteriosklero llte in Übereinstim beschleunigt die mt es nicht so m llschaften von An ko se h ge rc ch du Fa Da r . de n ie lin ng lu Hirngefässen nd ng beha hteren Durchblutu ne Kombinations nur zu einer schlec nen fang an ei ei kl zu ch au . n en er m des Gehirns, sond k zum Zug kom e Studie rch Bluthochdruc lich erschienen du rz e kü Di ne . Ei en kt ar ­Inf 00 Paist 20 g un als r ut bl eh m ch inderdur Wochen mit ht ac er üb ­hervorgerufene M e m är ul en mit ittelsogenannte vask nen und Patient in nt tie uck nicht nur für die n er nd erem Bluthochdr rantwortlich, so hwerem bis schw sc na­ bi Demenzform ve ng om hu xk te Fi ts n e moderne eblich zur En di sg ss as m da t, ch ig au ze gt trä n Wirkstoffen enz bei. Inzwische stehend aus drei be n ne tio der Alzheimer-Dem m he ngen überlegen Menschen mit ho anderen Behandlu n lle f a ­ ist belegt, dass ko isi zr h im Therapieverlau össeres Demen sind. Schon sehr frü n io kt Blutdruck ein gr du Re en massiv mmt es zu einer haben. itung von ko re . Die Behandlung rb te er Ve kw e uc m dr or ut Bl r de Die en e wi agen, während k im Alter zeigt, dem sehr gut vertr zu rd wi ng ­hohem Blutdruc m de bei der Verwendu ngsbedarf ist. Ab r Dosissteigerungen ne ei gross der Handlu ei zu zw s nd en st ru ei n stoffes m nsjahr habe irk W be s Le ne en ei st r r nu zig ga ch so se Blut oder lkerung erhöhte en Therapietreue ht ec hl sc en hr r Drittel der Bevö fü te lung Demenz wird im Al bruch der Behand druckwerte. Auch d jeder zum Ab sin en rig äh -J 80 kann. häufiger. Von den troffen. und jede Fünfte be

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Siesta macht schlau u berkeley Südländer wissen es

schon lange – eine Siesta über Mittag bringts. Nun ist es auch wissenschaftlich erwiesen: Probanden, die während zwei Tests ein Schläfchen einlegten, erzielten im Schnitt 20 % bessere Resultate als Nichtschläfer. www.berkeley.edu

Schädliche Zigarren u New York Pfeifen und Zigarren enthalten gleich viel schädliche Inhaltsstoffe wie Zigaretten. Ärzte am New Yorker Presbyterian Hospital konnten bei 3500 Personen nachweisen, dass dieser Tabakkonsum nicht vor einer Raucherlunge schützt. www.sciencedaily.com

Fettsucht stagniert u Chicago Neue Daten lassen

vermuten, dass die Adipositas-Rate, also schweres Übergewicht, in den USA bei Frauen und Männern stagniert. 34 Prozent der erwachsenen US-Bürger gelten als adipös. In der Schweiz sind es 8 Prozent. jama.ama-assn.org

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Frühling ist auch ­Zeckensaison! Wenn Sie sich häufig in Wäldern aufhalten, sollten Sie sich nun gegen FSME impfen lassen.

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check-up Müesli statt Zopf ­Frieda Longobardi hat sich schon an das neue Frühstück und das viele Trinken gewöhnt.

Lieber langsam Gewicht verlieren! Nach den Wechseljahren sollte Frieda Longobardi, 65, vorsichtig abnehmen. Denn strenge Diäten schaden in dem Alter Muskeln und Knochen. Text Dr. med Samuel Stutz

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bnehmen ja, aber nicht um jeden Preis. Das sagte sich Frieda ­Longobardi aus Werthenstein LU. Sie ist 65 Jahre alt, wiegt 70 Kilo und ist 1,57 Meter gross. Als sie sich für die Aktion «Wir nehmen ab!» der Schweizer Illustrierten meldete, waren die Reaktionen aus ihrem Umfeld alles andere als berauschend. «Eine gute Freundin meiner Tochter sagte, ich solle mit dem Abnehmen ja nicht meine Fröhlichkeit verlieren, sonst lohne es sich wirklich nicht. Andere meinten, sie möchten mich nicht anders haben, und an unserem Geburtstagsfest diente das Thema sogar als Vorlage für einen Schnitzelbank. Niemand hat mich in meinem Mut zum Abnehmen bestärkt.» Es kam, wie es kommen musste – der Erfolg blieb aus, vorerst wenigstens. «Der Zeiger meiner Waage weigert sich standhaft, unter die 70-Kilo-Marke zu sinken, obwohl ich bewusst auf kleinere Portionen achte, mehr Wasser trinke und mich den Tag hindurch mehr bewege. Ich stelle zum Beispiel die Backofenuhr, damit ich jede halbe Stunde um den Esszimmertisch herumhüpfe oder -sprinte. Dann gehe ich x-mal pro Tag in den Keller, nicht wegen der Vorräte, sondern

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wegen der Treppe. Und beim Telefonieren mache ich Kniebeugen, bis mir der Pfuus ausgeht und ich nicht mehr reden kann. Bis jetzt hat nur die Telefonrechnung, aber noch nicht mein Gewicht ­abgenommen. Wahrscheinlich bin ich einfach ein hoffnungsloser Fall.» Nein, stimmt nicht, auch wenn das Abnehmen nach den Wechseljahren noch schwerer fällt, als es sonst schon ist. Wichtig ist in dieser Lebensphase, mit möglichst wenig Massnahmen einen maximalen Effekt zu erzielen und sich auf keinen Fall einer Diät zu unterwerfen, unter der die Muskeln und die Knochen leiden. Sich mit ein paar Kilo weniger ein grösseres Osteoporose-Risiko einzuhandeln, wäre ein gesundheitlicher GAU, den es um jeden Preis zu ver­ meiden gilt. Also machen wir gemeinsam eine sorgfältige Analyse über die Einund Ausfuhr der Kalorien. Rasch wird klar, wo es bei Frieda Longobardi hapert. Obwohl sie meint, genug zu trinken, ist die Flüssigkeits­ zufuhr immer noch zu gering. Auf die empfohlene Menge von 2 Litern täglich kommt sie nicht im Entferntesten. Fehler Nummer 2: Die Portionen sind generell zu klein, besonders, was Früchte und Gemüse angeht, Kohlenhydrate fehlen zum Teil völlig. Dann fehlt die Abwechslung. So besteht das Frühstück Tag für Tag aus Zopf beziehungsweise Brot, Butter, Konfi, Kaffee mit stets zwei Kaffeelöffel Halbrahm. Mehr Fantasie darf es auch beim Mittag- und Abendessen ­leiden, um den Ernährungstrott zu durchbrechen.

k die chepc ür g f s p Ti stellun Um Mit diesen Tricks hat Frieda Longobardi abgenommen Jeden Tag konsequent zwei Liter trinken und neue Teesorten ausprobieren.  Grössere Portionen bei Gemüse, Salat und Früchten.  Weg mit dem ewig gleichen Frühstück nach dem Muster Kafi complet. Mehr Abwechslung: Flocken, Quark, Joghurt mit reichlich Früchten und einem Stück Vollkornbrot.  Variantenreichere Mittag- und Abendessen: Hülsenfrüchte, asiatische Gemüsepfanne, italienische Pastagerichte, gebratene Peperoni, Birne mit Hüttenkäse etc.  Führen eines genauen Essplans.  Ausgiebige Spaziergänge. 


der fall Haarentfernung «Ich möchte diesen Sommer endlich stress- und haarfrei in die Badi gehen können. Was muss ich beachten, wenn ich die Bikini-Zone mit Laser ­epilieren lassen möchte?» Dr. med. Christian Köhler Schönheitschirurg und Leitender Arzt des Preventioncenters Zürich.

Fotos Dick Vredenbregt, HO

Die moderne Technologie zur dauerhaften Haarentfernung ist eine Weiterentwicklung der Lasertechnik, kombiniert mit den Vorzügen der Pulslichtbehandlung (IPL). Im Gegensatz zum sogenannten monochromen Licht des Lasers nutzt man heute ein grösseres Spektrum an Wellenlängen. Dieses Licht wird durch ein Glasprisma abgegeben und vom Melanin, das im Haar ist, aufgenommen und an die Wurzel geleitet, wo es letztlich in Wärme umgewandelt wird. Dadurch werden die Haar­follikel dauerhaft zerstört. Wichtig ist, die Wachstumszone in der Haarwurzel komplett zu erreichen, damit sich keine neuen Haare mehr bilden können. Deshalb sind 4 bis 8 Behandlungen im Abstand von 6 bis 8 Wochen – das ist der Zyklus des Haarwachstums – notwendig, da bei jeder Anwendung 10 bis 30 Prozent der Haare reduziert werden können. 2 Wochen nach der ersten Behandlung fallen schon alle Haare aus, und Sie können 4 Wochen haarfrei geniessen, bevor die noch bestehenden Haare nachwachsen. Die Haarentfernung mit IPL wird heute oft durch die Kosmetikerin durchgeführt. Laseranwendungen hingegen sollte nur der Arzt durchführen. Wichtig ist, eine Woche vor und nach der Behandlung auf intensive Sonne und Solarium zu verzichten. Gebräunte Haut stellt ein erhöhtes Risiko für Pigmentstörungen dar. Die Frage nach der Dauerhaftigkeit ist heute umstritten. Erfahrungen bestehen seit mehr als 10 Jahren, und bei professioneller Anwendung kann man von langjährigen Resultaten ausgehen. Bei blonden Haaren sind die Erfolge geringer. Generell gilt: Je heller die Haut, je dunkler und dicker die Haare, umso besser das Resultat. Für einen haarfreien Sommer sollten Sie jetzt mit der Behandlung starten. Wichtig: 4 Wochen vorher die Haare nicht wachsen oder epilieren! Rasieren ist hingegen ­erlaubt. Preislich beginnt das Angebot bei 100 Franken für ­beide Achseln und 200 Franken pro Sitzung für die ganze ­Bikinizone. Die Preise variieren je nach Anbieter, ­Laseranwendungen sind in der Regel teurer. Mehr Wasser, mehr Früchte und Gemüse, mehr Abwechslung und noch etwas mehr Bewegung in Form von langen Spaziergängen: Mit diesem Rezept versucht es Frieda Longobardi von nun an, ohne einen schnellen Effekt auf der Waage zu erwarten, der nur von kurzer Dauer wäre – ein Kilo hat sie schon verloren. Vollschlank muss eine Frau nach der Menopause ohnehin nicht mehr werden. Viel wichtiger ist: beweglich und in Bewegung bleiben. Wenn das gelingt, sind ein paar Kilos zu viel kein gesundheitliches Handicap, im Gegenteil.   Mehr Tipps: www.doktorstutz.ch


kolumne

dr. stutz meint

Illustration Joël Stutz

Das Arzneimittelinstitut Swissmedic gehörte einst zu den schnellsten der Welt. Das hat sich geändert. Früher prüfte Swissmedic neue Medikamente auf Herz und Nieren und erst noch im Rekordtempo. Heute zählt es zu den langsamsten Arzneimittelinstituten. Länder, die uns in Sachen Lebensstandard weit hinterherhinken, kommen Monate oder sogar Jahre früher in den Genuss innovativer Medikamente. Auch Willkürentscheide gehören zur Tagesordnung. Im ganzen EU-Raum ist ein neues ver­ schreibungspflichtiges Medikament in der Dosierung zweimal täglich zugelassen. Die Swiss­medic entscheidet auf einmal täglich. Unhaltbar ist die Bevormundung durch die Swissmedic auch im rezeptfreien Bereich. In der EU gibt es von einem Schmerzmittel einen praktischen Spray für die lokale Anwendung. In der Schweiz können wir noch Jahre darauf warten. TV-Werbung, die in allen anderen ­Ländern erlaubt ist, muss der Swissmedic noch einmal vorgelegt und für viel Geld abgeändert werden. Auch bei der Anzeigenwerbung ist die Swissmedic um Welten sturer

als das Ausland. Nach der vehementen Kritik wegen der verspäteten Zulassung der Schweinegrippe-Impfstoffe geht die Behörde jetzt selber in die Offensive und überlegt sich einen Antrag an den Bundesrat, in der EU bewilligte Medikamente ohne weitere Prüfung auch in der Schweiz zuzulassen. Die Pharmabranche fürchtet nun plötzlich um den Forschungsstandort Schweiz und fordert den Einsitz von Schweizer Experten in der EU-Arzneimittelbehörde. Auch wenn die Schweinegrippe nicht hielt, was sie versprach – den Behörden machte sie gehörig Beine, und den Patienten beschert sie einen schnelleren Zugang zu neuen Medikamenten. Herzlich, Ihr

Verstösse gegen die Bestimmungen der Swissmedic können böse enden.

TV-Tipp Samstag, 6. März, 18.10 Uhr Asthma Wenn das Atmen Mühe bereitet, wenn Husten dazukommt, ist daran häufig eine Entzündung der Atem­wege, Asthma genannt, schuld. Die 20-jährige Claudia D. schildert im Studio, wie sie an den Folgen dieser Krankheit beinahe erstickt ist und wie sie dank Sport heute ­wieder beinahe ein normales Leben führen kann.

www.gesundheitsprechstunde.ch


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Suite mit Meerblick! Romantiker checken im Leuchtturm-Hotel Faro Capospartivento im Süden Sardiniens ein.

«FARO CAPOSPARTIVENTO», SARDINIEN

Eine Nacht im Leuchtturm! u Auf der Suche nach dem ganz besonderen Hotel? Kuoni wurde im Süden Sardiniens fündig, bietet exklusiv romantische Nächte im ältesten Leuchtturm der Insel (Baujahr 1856) an. Das Hotel Faro Capospartivento ist eine Attraktion: Die fünf Suiten (ab CHF 295.– pro Person) geben einen atemberaubenden Blick über die Klippen frei, der Wellnessbereich (Sauna, türkisches Bad) ist

im Felsen der Hauptzisterne unter­gebracht. Zweiter Geheimtipp: «Villa Ducale» in Taormina auf Sizilien. Ein Hotel mit nur 17 Zimmern und Suiten. Mit freier Sicht auf die endlose Küste. Und nachts ist am Horizont oft der Feuer speiende Ätna zu sehen. INFO «Italien/Malta»-Katalog 2010 von Kuoni. www.kuoni.ch

schweizer illustrierte

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LESERReise

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Monument Valley Hier entstanden die meisten Hollywood-Westernfilme.

Bryce Canyon Der Nationalpark mit seinen faszinierend-bizarren Felsformationen.

San Francisco und sein weltberühmtes Wahrzeichen – die Golden Gate Bridge.

Leserreise der schweizer illustrierten

Go West – Naturperlen Entdecken Sie den legendären Wilden Westen der USA. Begleitet werden Sie auf dieser Leserreise von SF-Meteorologe Christoph Siegrist.

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ellen, Wälder und wilde Weiten: Der Westen der USA beginnt jenseits der Rocky Mountains und erstreckt sich bis zur Pazifikküste. Dazwischen liegen elf Bundesstaaten, auf deren Fläche die Schweiz gut 72 Mal Platz hätte. Ein Naturspektakel reiht sich an das nächste – reihen Sie sich auch ein! u Der Meteorologe und «Meteo»-Moderator des Schweizer Fernsehens, Christoph Siegrist, begleitet die Leser der Schweizer Illustrierten an acht Tagen. Er prognostiziert mit ihnen das Reisewetter und bespricht die komplexen Wetterphänomene, die zwischen Rocky Mountains und Pazifik herrschen. Siegrist Christoph Siegrist Der Meteorologe des führt neben seiner Arbeit als Prognostiker Schweizer Fernsehens und Moderator auch die Forschungs- und begleitet die SI-Leser. Entwicklungs-Crew von SF-«Meteo».

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Highlights dieser Reise Rio Grande Scenic Railroad: Wunderbare Aussichten auf der Zugfahrt von­ La Veta nach Alamosa. Mesa Verde National Park: Grandiose Relikte einer uralten Indianerkultur, die vor 700 Jahren plötzlich verschwand. Monument Valley: Hollywoods Westernkulisse schlechthin, die wir mit 4×4-Fahrzeugen erkunden. Grand Canyon: Das gigantische Werk des Colorado Rivers mit seinen gewaltigen Bergmassen und kilometerlangen Schluchten ist unbeschreiblich schön! Lake Powell: Dramatische abendliche Farbenspiele am zweitgrössten künst­ lichen See der USA. Bryce Canyon: Eine unvergleichlich ­bizarre Erosionslandschaft – Jahr­ tausende alt! u Die


Zürich Zürich

Nevada

Lake Tahoe

San Francisco

Denver

Utah

Colorado

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Yosemite National Park Bryce Canyon Mesa Verde National Park Dea Antelope Canyon th V alley Monument Valley Las Vegas Lake Powell n o y n Ca Grand

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New Mexico

200 km

SIgrafik: Nigel Simmonds

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Arizona

Sie reiten noch immer Auch im 21. Jahrhundert schwingen Cowboys ihr Lasso.

Foto HO (4), Dreamstime

der USA Zion National Park: Wo sich der Virgin River fast 800 Meter tief in feuerrote ­Felsen geschnitten hat. Las Vegas: Fata Morgana oder Wirklich­ keit? Fantasie oder Illusion? Sie ent­ scheiden selbst! Death Valley: Wir durchqueren das be­ rühmte Tal des Todes – ganz sicher. Bodie: Abgelegene Geisterstadt, wo im 19. Jahrhundert Zehntausende Silber schürften. Lake Tahoe: Das tiefblaue Naturwunder ist Heimat von «Bonanza» und der be­ rühmten «Ponderosa Ranch». Yosemite National Park: Graue Granit­ riesen, stille Seen, tosende Wasserfälle und erhabene Mammutbäume. San Francisco: Die Perle am Pazifik ist gänzlich unamerikanisch – und wunder­ schön!

u Kosten/Leistungen

Reisedauer: 22. August bis 9. September 2010, Preis: CHF 7850.– (zzgl. Flugtaxen von CHF 530.–, Stand März 2010), Einzelzimmerzuschlag: CHF 950.–

Durchgeführt wird die Reise von der auf Korrespondentenreisen spezialisierten Cotravel AG in Allschwil (www.cotravel.ch, Tel. 061 - 308 33 00). Detailprogramm/Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch

bestellung detailprogramm ± Bitte reservieren Sie mir ... Plätze. Ich habe das Detailprogramm im Internet gelesen. ± Senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur SI-Leserreise «Der Westen der USA» an folgende Adresse: Name Vorname

Tel.

Adresse

PLZ Ort

Datum

Unterschrift 

Ausschneiden und einsenden an: SI-Leserreisen, c/o Cotravel AG, Baslerstrasse 364, Postfach, 4123 Allschwil


En Guete Feiner Auftakt Sich wohlfühlen beginnt schon bei der Vorspeise.

Verblüffend einfach

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mit Köchin Sibylle Sager

Ihre Gäste wissen auch ein günstiges Menü zu schätzen. Zuneigung und Liebe schaffen den Mehrwert! Hauptsache: Sie kochen mit Herzblut.

Bärlauchglace auf Käse-Chip

Vorspeise (für 4 Personen) Bärlauchglace 25 g Bärlauch, fein geschnitten, 50 g Jungspinat, fein geschnitten, 1 Esslöffel Weisswein, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 dl Rahm Käse-Chips 40 g Parmesan, fein gerieben Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Gefrieren ca. 4 Std. Backen ca. 5 Min. u Für

die Bärlauchglace Bärlauch und Spinat mit dem Wein pürieren, würzen. Masse ca. 1 Std. anfrieren, Schüssel herausnehmen, Masse mit dem Schwingbesen kräftig durchrühren. Rahm flaumig schlagen, sorgfältig unter die Masse ziehen, zugedeckt im Tiefkühler ca. 3 Std. gefrieren. Für die Käse-Chips vier Rechtecke von je ca. 5 × 15 cm auf ein Backpapier zeichnen. Papier wenden, auf einen Blechrücken legen. Parmesan auf den vorgezeichneten Rechtecken gleichmässig verteilen. Backen ca. 5 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, Backpapier vom Blech ziehen, Käserechtecke ca. 1 Min. abkühlen. Mit einem Spachtel sorgfältig vom Papier lösen, sofort über ein Wallholz legen (siehe Tipp).

Servieren Glace ca. 30 Min. vor dem Servieren in den Kühlschrank stellen. Herausnehmen, mit dem Glace­ portionierer Kugeln formen. Je eine Kugel auf einem Käse-Chip anrichten.

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AprikosenPoulet

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Bratbutter, 4 Pouletbrüstli (je ca. 150 g), 11/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 2 Esslöffel

tipp

Aprikosenkonfitüre, 1 Esslöffel Thymian, fein geschnitten, 1 dl Hühnerbouillon, 1 Esslöffel Aprikosenkonfitüre Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Pouletbrüstli beidseitig je ca. 2 Min. anbraten. Herausnehmen, würzen, mit Konfitüre bestreichen, mit Thymian bestreuen. Hitze reduzieren, Pouletbrüstli bei mittlerer Hitze beidseitig je ca. 2 Min. karamellisieren, Bouillon und Aprikosenkonfitüre beigeben, zugedeckt ca. 10 Min. schmoren. Dazu passen Nudeln oder Reis und Salat.

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OrangenWindbeutel

Gewusst wie: Das Wallholz auf ein Gitter legen, so rollt es nicht weg. Käse-Chips leicht abkühlen, über das Wallholz legen, leicht andrücken. Auf dem Wallholz auskühlen.

Zutaten (ergibt 16 Stück) Brühteig 2 dl Wasser, 50 g Butter, 1 Prise Salz, 2 Esslöffel Zucker, 1 unbehandelte Orange, nur 1/2 abgeriebene Schale, 120 g Mehl, 2–3 Eier, verklopft

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Orangensalat 2 Orangen, 1 Esslöffel Orangenlikör (z. B. Cointreau), 1 Esslöffel Zucker Füllung 300 g Blanc battu, 1 unbe­ handelte Orange, nur 1/2 abgeriebene Schale, 3 Esslöffel Zucker, 3 Päckli Rahmhalter, Puderzucker zum Bestäuben Vor- und zubereiten ca. 45 Min. Backen/Trocknen ca. 50 Min. Marinieren ca. 30 Min. u Für den Brühteig Wasser mit Butter, Salz, Zucker und Orangenschale aufkochen, Hitze reduzieren. Mehl auf einmal beigeben, mit einer Kelle ca. 11/2 Min. rühren, bis sich ein geschmeidiger Teigkloss bildet, der sich vom Pfannenboden löst. Teig in eine Schüssel geben, etwas abkühlen. Nur so viel Ei portionenweise darunterrühren, bis der Teig weich ist, aber nicht zerfliesst. Formen Teig in einen Spritzsack mit gezackter Tülle (ca. 14 mm ∅) geben, 16 Häufchen von ca. 4 cm ∅ mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. Backen/Trocknen ca. 35 Min. in der

Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Ofen nie öffnen! Anschliessend im ausgeschalteten, leicht geöffneten Ofen ca. 15 Min. trocknen, herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen, quer ­halbieren. Für den Orangensalat von den Orangen Boden und Deckel, dann Schale ringsum bis auf das Fruchtfleisch wegschneiden. Orangen achteln, in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Orangen mit dem aufgefangenen Saft, dem Likör und dem Zucker mischen, zugedeckt ca. 30 Min. ­marinieren. Für die Füllung Blanc battu mit Orangenschale, Zucker und Rahmhalter mit den Schwingbesen des Handrührgerätes steif schlagen. Servieren Die Füllung auf den Böden der Windbeutel verteilen, Deckel darauflegen. Windbeutel auf Tellern anrichten, Orangensalat daneben anrichten. Mit Puderzucker bestäuben, sofort servieren. Hinweis Damit die Füllung nicht bitter wird, erst kurz vor dem Servieren zubereiten.

u Nächste Sendung

Montag, 8. März, 20.05 Uhr, SF 1 u Sizilien Die «al dente»-Film-Crew

macht einen Ausflug nach Sizilien. Die Inselküche ist einfach, aber dank sonnengereiften Produkten äusserst schmackhaft. Sibylle und Studi kreieren ein typisch sizilianisches Pasta­ gericht, und zum Dessert gibts eine Art Hüppen, gefüllt mit cremigem RicottaRahm – ein Gedicht! Mehr Info: www.aldente.ch


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

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Hotel Walserhof Klosters Landstrasse 141 7250 Klosters Tel. 081 - 410 29 29 Täglich geöffnet Alle Kreditkarten EC-Direct, keine Postcard www.walserhof.ch

Gelassen geniessen Corina und Armin Amrein wissen genau, was den Prinzessinnen und Prinzen schmeckt.

Auch Prinzen liebens neckisch frech Hotel Walserhof, Klosters GR Grosszügig. Das Rezept für «full house» und Zufriedenheit ist einfach exzellent: Corina und Armin Amrein pflegen gut gelaunt die echte Gastfreundschaft.

A

rmin Amrein und seine Frau Corina halten ihren rundum erneuerten «Walserhof» in der Schweizer Spitzenklasse. Das Rezept: eine Küche, die mal lausbubenhaft-verspielt, mal klassisch-traditionell daherkommt. Ein Keller, der gut dotiert und erst noch begehbar ist. Echte Gastfreundschaft und ansteckend gute Laune. Die Gäste, auch der Hochadel (Prinz Charles, Prinz Harry, Prinz William, Kate Middleton), wissen es zu schätzen; «full house» ist in der «Walserstube» die Regel. Amreins freche Küche? Ein ­zauberhaftes Parmesan-Süppchen mit neckischem Spinatschaum. Eine Art Millefeuille mit einer Lage Winterspinat,

einer Lage Senfcreme, einer Lage USFilet und dem erstaunlich anständigen Heringskaviar. Oder eine «Magnum-Glace» bereits zur Vorspeise: Schoko war dran, aber eiskalte Entenleber drin! Die gabs auch noch konventioneller, im Baumkuchenmantel und mit Périgord-Trüffeln. Amreins grosszügige Küche? Wir orderten ein Hummersüppchen «Walserhof» und kriegten zu unserer Über­ raschung viererlei: ein Pastetchen mit Hummer und Hummersauce. Einen Hummer-Cocktail. Ein Hummer-Grissini und natürlich auch das versprochene Süppchen, von exzellenter Intensität ­notabene und gekrönt von einem kecken Orangenschaum.

Amreins klassische Küche? Wir zählen den Steinbutt dazu, den eine kühne Limoncellosauce umschmeichelte. Wir denken an eine perfekt grillierte Seezunge. Und wir erinnern uns gern an ein ganz normales, aber präzis gebratenes Kalbsfilet-Medaillon auf pochiertem Apfel und mit Preiselbeeren. Wir tranken einen exzellenten Malbec Decero. Er stammt aus der Remolinos Vineyard bei Mendoza. Decero und «Walserhof» haben eines gemeinsam: Beides gehört dem Unternehmer Thomas Schmidheiny. Das steht weder auf der Karte noch auf der Etikette; in Klosters ist noble Zurückhaltung angesagt. 

Foto Bruno Voser

wein-tipp gehaltvoller Fendant Vom Fendant Sion 2008 F Collection der Walliser Kellerei Les Fils de Charles Favre (11,9 %) wurden gerade mal 5000 Flaschen produziert. Das ist wenig für einen Wein, der aus ChasselasTrauben vinifiziert wird. Dieser Fendant aber stammt

von alten Rebstöcken, die für ihre hohe Qualität bekannt sind. Der Wein ist ölig im Gehalt. Mit Noten, die an Quittengelee, Birnennektar und Honig denken lassen. Erstaunlich sein Volumen, kommt Fendant doch meist eher leichtfüssig daher. Dieser Wein verlangt kulinari-

sche Begleitung, z. B. Ge­ flügel, Terrine, Kalbsbraten oder Zanderfilet. Hinter der Bezeichnung «F Collection» verbergen sich die Top-Weine des Betriebes, der 1944 gegründet worden ist. Bekanntester Wein des Hauses ist der Fendant Dame de Sion.

Les Fils de Charles Favre, Sion Tel. 027 - 327 50 50 www.favre-vins.ch Bis 2011 schön. Trinktemperatur: 10 bis 12 Grad. u CHF 17.–

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Flirts und neue Freunde: Vorboten des Frühlings!

woche vom 7. bis 13. März 2010 Mars ist seit dem 21. Dezember «rückläufig»: Er bewegt sich von der Erde aus gesehen auf dem Tierkreis rückwärts – eine optische Täuschung aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeit der Erde und der Planeten um die Sonne. Mars ist seit Oktober im Zeichen Löwe

(normalerweise bleibt er nur etwa zwei Monate in einem Sternzeichen). Positiv für die 1. Dekaden Waage, Schütze, Widder und Zwillinge (physisch gut in Schuss), aber negativ für die 1. Dekaden Skorpion, Wassermann und Stier, die nervöser als sonst sind. Geduld! Ab dieser Woche läuft er wieder «normal» vorwärts.

widder 21.–30. 3. Venus in Ihrer Dekade sorgt für Frühlingsgefühle voller Leidenschaft (7.!). Am 9. und 11. gibts aber auch Probleme oder eine Enttäuschung. Ihr Charme hilft über die Hürden. 31. 3.–9. 4. Sie sollten sich etwas zurückziehen und überlegen, welcher Weg der beste ist. Bietet jemand diskret Hilfe an (am 8.)? 10.–20. 4. Sie sind am 8. der Hahn im Korb, freuen sich über eine Geste. Berufliche Hindernisse hingegen am 10. Um den 17. Geborene sind bestens inspiriert, und ein Projekt (mit Freunden?) kommt besser voran als erhofft.

stier 21.–30. 4. Sie entdecken neue Horizonte (8., 9.), sind zufrieden. Nur am 11. legt man Ihnen Steine in den Weg … Vor dem 23. Geborene sind gesundheitlich anfälliger (Hals, Unterleib) und im Stress. 1.–10. 5. Sie sind auf der Überholspur. Einigen gelingt ein Volltreffer, andere erleben private Sternstunde (am 8., 9., 12.). Freunde können dabei eine wichtige Rolle spielen. 11.–20. 5. Unerwartete Begegnungen, interessante Projekte. Sie gehen neue Wege und haben Rückenwind (10.). Am 9. und 13. sollten Sie nicht alles für bare Münze nehmen!

zwillinge 21.–31. 5. Sie amüsieren sich blendend, stehen im Mittelpunkt. Venus signalisiert heisse Flirts, neue Freunde (7., 11.). Die vor dem 24. Geborenen legen den Grundstein für ein grösseres Vorhaben. 1.–10. 6. Sie tanzen auf mehreren Hochzeiten, es könnte zu Missverständnissen kommen (10.). Oder nervt Sie der Papierkram (8., 11.)? Gehen Sie Schritt für Schritt vor, vermeiden Sie unnötige Ausgaben! 11.–21. 6. Es könnte anders kommen als erwartet. Sie werden mit einer Situation konfrontiert, die Ihnen nicht in den Kram passt (8., 12.).

krebs 22. 6.–1. 7. Die Stimmung zu Hause ist nicht grad heiter, Ihre Geduld wird auf die Probe gestellt (9., 11., 13.). Probleme in einer Beziehung könnten sich zuspitzen und zu einer grossen Wende führen. 2.–12. 7. Superwoche! Neue Vorhaben kommen gut voran, einigen winkt eine Glückssträhne (8., 9.!). Beruflich oder privat könnte ein Wunschtraum in Erfüllung gehen. Oder schicksalhafte Begegnung? 13.–22. 7. Sie gehen taktisch klug vor, Ihre Argumente überzeugen (10.). Exzellent für Projekte im Ausland oder Reise sowie schriftliche Arbeiten.

löwe 23. 7.–1. 8. Neue Horizonte? Interessante Begegnungen? Niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Am 7., 8. und 11. erleben Sie unvergessliche Momente. Körperlich aber sollten Sie sich schonen. 2.–12. 8. Kümmern Sie sich um finanzielle Angelegenheiten, besprechen Sie grössere Entscheidungen mit dem Partner. Günstig dafür sind der 8. und 9., ziemlich hektisch hingegen der 12. 13.–23. 8. Sie sind am 8. blendender Laune und amüsieren sich glänzend. Am 9. und 13. sind Sie nicht sehr objektiv und sollten sich nichts vormachen.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Ruhige Woche. Sie fühlen sich am 9. wohl im Kreise Ihrer Liebsten, einige haben auch im Spiel ein glückliches Händchen. Die um den 28./29. Geborenen gehen ganz neue Wege. 3.–12. 9. Sie können gemeinsam mit dem Partner einen Erfolg verbuchen, am 8. und 9. eine vorteilhafte Abmachung treffen. Hektisch dürfte der 10. werden, Sie sollten nicht noch Öl ins Feuer giessen! Vermeiden Sie ausserdem jedes körperliche ­Risiko. 13.–23. 9. Sie müssen improvisieren (am 8. und 12.). Am 10. können Sie interessante Kontakte knüpfen.

waage 24. 9.–3. 10. Die Stimmung könnte angespannt sein, nach dem 9. ziehen einige Wolken auf. Vor dem 28. Geborene werden mit einer neuen Situation konfrontiert, die ihnen nicht ins Konzept passt. 4.–13. 10. Sie finden am 7. und 11. den richtigen Ton, man zeigt Verständnis für Ihre Anliegen. Am 9. und 10. hingegen könnten Sie mit einer ungeschickten Bemerkung anecken. 14.–23. 10. In einer beruflichen Angelegenheit sorgt eine Nachricht (am 10.) für gute Stimmung. Neue Interessen oder neue Disziplinen sind positiv für Ihre Entwicklung.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind am 9. gut gelaunt, können ein Missverständnis klären. Am 11. sind Sie nervös und leicht reizbar. Vor allem die vor dem 26. Geborenen sind ziemlich aggressiv, neigen zu überstürzten Reak­tionen. 3.–12. 11. Traumwoche! Sie können sich gut entfalten, einige treffen voll ins Schwarze, beruflich oder privat (8., 9.!). Schicksalhafte Begegnung? Finanzieller Gewinn? Glück im Spiel? 13.–22. 11. Sie sind sehr kreativ, finden Anklang. Am 10. hat ein neues Vorhaben starken Rückenwind. Nur am 13. kommt es zu Komplikationen.

schütze 23. 11.–2. 12. Venus signalisiert Momente voller Leidenschaft (7., 11.). Niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Freundschaftliche Beziehungen werden tiefer (9., 11.). 3.–12. 12. Sie sollten die Lage objektiv einschätzen und vernünftig handeln. Missverständnisse, juristische oder finanzielle Probleme haben unangenehme Folgen (am 8. und 11.). Am 12. können Sie einen Fehler ausbügeln. 13.–21. 12. Grössere Veränderungen (familiär, Wohnung?) kündigen sich an, Sie sind unter Druck. Vermeiden Sie am 8. oder 11. voreilige Entscheidungen!

steinbock 22.–31. 12. Es fällt Ihnen nicht leicht, sich mit einer neuen Situation anzufreunden (9., 11.). Vor dem 25. Geborene werden mit Problemen von Oktober konfrontiert (Gesundheit?), sollten etwas kürzertreten. 1.–10. 1. Sie sind kontaktfreudig (8., 9., 10.). Vor dem 5. Geborene können mit einer echten Glücksserie rechnen, beruflich oder privat: finanzieller Gewinn? Beförderung? Neubeginn? 11.–20. 1. Sie erweitern Ihren Gesichtskreis, erleben eine innere Bereicherung. Begegnung oder eine neue Idee könnten zu einer positiven Wende führen (am 10.).

wassermann 21.–30. 1. Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor. Venus verspricht unvergessliche Momente (am 7. und 11.), aufregende Begegnungen. Allerdings sollten Sie sich am 11. keine Illusionen machen! 31. 1.–9. 2. Ein unerwarteter Gewinn könnte am 8. oder 9. für gute Laune sorgen. Der 7. wäre ideal für ein Treffen mit Freunden oder einen Besuch. Am 12. sollten Sie Ihre Gefühle besser kontrollieren. 10.–19. 2. Sie schweben in höheren Sphären, verlieren manchmal den Blick für die Realität (9., 13.). Am 8. und 12. könnte es anders kommen als erwartet.

fische 20. 2.–1. 3. Sie müssen sich vorwiegend mit finanziellen Fragen beschäftigen. Am 9. und 11. könnte ein Projekt teurer sein als geplant. 2.–10. 3. Jupiter in Ihrer Dekade stärkt Ihr Selbstvertrauen und verspricht Erfolg. Speziell am 8. und 9. gelingt einigen ein schöner Treffer: mehr Prestige? Oder eine positive juristische Entscheidung? Günstig auch für Reisen, Weiterbildung. 11.–20. 3. Sie kommen zügig voran, speziell mit neuen Projekten (am 10.). Am 8. und 12. sollten Sie auf der Hut sein, es kommt anders als erwartet. Sie müssen improvisieren.

ihr tages-horoskop 74

Dr. Elizabeth Teissier

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop


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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. zAhlenSchlüSSel

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 FrAnken geWinnen: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. einsendeschluss Sonntag, 7. März 2010

Kreuzwort-Chaos

löSUngSWorT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


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WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Gewaehr, 2. Glenner, 3. Menorca, 4. Ginseng, 5. Sedativ, 6. Grinsen, 7. Naefels, 8. Session, 9. Troddel, 10. Langnau, 11. Vinzens, 12. Fremder, 13. Costner, 14. Zechine, 15. Hohlweg, 16. Faecher, 17. Chibscha, 18. Langsam, 19. Gitarre, 20. Riviera Lösungssatz: Wenn die Sonne scheint, verschwinden die Sterne.

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Conceptis Puzzles

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KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNG: BRETTSPIEL schwer

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06010002020

Lösung: 923

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 4 3 7 1 9 8 2 5 6

schwer

Rebus

Auflösung aus Heft 8

Lösung: RINDE

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Lösung: 147

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VIPs auf vier R채dern

Zum Genfer Autosalon vom 4. bis 14. M채rz zeigen Prominente aus Kultur und Sport ihre automobilen Lieblinge. Und sie verraten uns, in wessen Gesellschaft sie am liebsten im Auto sitzen.


Salon Genf

Immer brav auf Achse Beruf Miss Schweiz 2009 Erstes Auto «Ein VW Polo, den ich bei jemandem fand, der auswanderte. Ich habe ihn vom Fleck weg gekauft.» Fährt «allein in den letzten zehn Wochen 10 000 Kilometer – ich sitze permanent im Auto –, von den Flugmeilen gar nicht zu sprechen.» Hört unterwegs immer Radio. «In Zürich vor allem Energy, ansonsten gern Regionalsender. So kann ich mich auf dem Laufenden halten. Und wenn ich die gleichen Nachrichten zum vierten Mal gehört habe, lege ich auch mal eine CD ein.» Sitzt Linda am Steuer ihres Lancia Delta, fährt sie «anständig und sicher – andere würden wohl sagen brav». Auf dem Beifahrersitz hat Miss Schweiz am liebsten eine Kollegin, «die kritisiert meinen Fahrstil nicht. Und die Fahrt wird bei einer guten Unterhaltung kurzweiliger.» Zur geplanten CO2Steuer für Autos hat sich Linda noch nicht viele Gedanken gemacht. «Klingt logisch: Wer mehr Schadstoffe verur­sacht, soll auch höhere Steuern zahlen. Aber bestimmt trifft es auch Leute, die aufs Auto angewiesen sind. Und das fände ich ungerecht.» u Lancia Delta Motoren 120 bis 200 PS

0 bis 100 km/h 7,4 bis 10,7 s Spitze 194 bis 230 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 29 950.– Unser Urteil Bereits mit dem

Styling des Fünftürers beweist Lancia Mut zur Eigenständigkeit. Der Mittelklasse-­ Lancia richtet sich an Freunde der gepflegten Fahrkultur und der Italianità. schweizer illustrierte

Foto Thomas Buchwalder

u Linda Fäh, 22

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salon genf

Vorbildlicher Stauvermeider u Bernd Schneider, 45 Beruf ExRenn- und AMG-Entwicklungsfahrer Erstes Auto «Ein gebrauchter Golf GTI, den ich schon als 17-Jähriger selbst tunte. Mein Vater fand immer, ich solle mir das Geld sparen und was Richtiges kaufen – gemeint war ein Mercedes.» Fährt 70 000 km im Jahr. «Das klingt nach einer Menge – aber mein Onkel fährt doppelt so viel.» Hört unterwegs «besonders gerne den Motor meines C63 AMG – und sonst viel Radio, zur Abwechslung und wegen des Verkehrsfunks». Der Rennfahrer hat zwar seine erfolgreiche Motorsport-­

Karriere nach fünf DTM-Meistertiteln beendet, ist aber privat alles andere als ein Raser: «Klar fahre ich sportlich. Aber heutzutage bin ich froh, wenn ich nicht dauernd im Stau stehe. Ausserdem habe ich als Rennpilot eine Vorbildfunktion und bin immer vorschrifts­ mässig unterwegs.» Schneider sitzt dagegen nicht besonders gern auf dem Beifahrersitz: «Leider wollen mir viele Fahrer beweisen, wie gut sie selbst sind. Aber wenn ich bei meinem Rennkollegen Klaus Ludwig mitfahre, fühle ich mich wohl und weiss, dass wir sicher am Ziel ankommen werden.»

u Mercedes SLS AMG Motor 571 PS 0 bis 100 km/h 3,8 s Spitze 317 km/h

Verkauf ab sofort Preis ab CHF 280 000.– Unser Urteil Der Nachfolger des legendären 300-SL-Flügeltürers beeindruckt mit atemberaubenden Fahrleistungen, ohrenbetäubendem, aber wohlklingendem Motorensound und verblüffender Alltagstauglichkeit.

Erfahrung bringt Entspannung Fotos Fabienne Bühler (2), Hervé Le Cunff

u Köbi Kuhn, 66

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Beruf Ex-Fussball-­ Nationalcoach (2001–2008) Erstes Auto «Ein VW Käfer, bei dem ich einmal den Schlüssel im Auto eingeschlossen hatte und mir die Tür dann von der Polizei auf­ brechen lassen musste.» Fährt 10 000 km im Jahr. «Als ich noch Trainer war, waren es viel mehr.» Hört unterwegs Radio. «Je nachdem Unterhaltungsmusik oder auch mal eine interessante Gesprächssendung.» Als ehemaliger Nationalcoach viel unterwegs, ist Köbi Kuhn ein sehr erfahrener schweizer illustrierte

Automobilist. «Ich würde mich als entspannten Fahrer bezeichnen. Mit den Jahren erkennt man, dass Hektik im Auto nichts bringt. Selbst bei Fahrten von Zürich nach Genf spart man so höchstens zehn Minuten.» Kuhns häufigste Begleiterin ist seine Frau Alice. «Sie versucht mich nicht vom Fahren abzulenken.» Eine Umweltsteuer für Autos zielt für Köbi Kuhn «grundsätzlich in die richtige Richtung. Aber das Auto ist nur einer von vielen Faktoren, die die Umwelt belasten.»

u BMW 5er-Reihe Motoren

104 bis 245 PS 0 bis 100 km/h 5,0 bis 7,9 s Spitze 236 bis 250 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 62 600.– Unser Urteil Die neue 5er Limousine überzeugt mit klassisch-schönen Linien und ist dank ihren begeisternden Fahreigenschaften in ihrem Segment erste Wahl für sportlich orientierte Fahrer.


Vorausschauende Mitbremserin u Melanie Winiger, 31

u Volvo C70 Motoren 136 bis 230 PS 0 bis 100 km/h 7,6 bis 11,8 s Spitze 200 bis 240 km/h

Verkauf ab sofort Preis ab CHF 48 900.– Unser Urteil Nach der sanften Modellüberarbeitung

ist das schwedische Coupé-Cabrio schwungvoller und schicker denn je. Ausstattung und Ambiente sorgen für Fahrgenuss mit Stil.

Beruf Schauspielerin Erstes Auto «Ein Peugeot 306 Cabrio, das ich mit 17 als Miss Schweiz gewann. Nur wegen dieses Autos habe ich überhaupt an den Misswahlen 1996 teilgenommen.» Fährt 30 000 km im Jahr, «früher waren es mehr, aber inzwischen fahre ich lieber mit der Bahn, wenn ich Richtung Westschweiz unterwegs bin». Hört unterwegs viel Musik, «vor allem natürlich von Stress, von Singer-Song­ writern oder Rock. Denn wer wie ich mit den Rolling Stones aufgewachsen ist, behält seine musikalischen Vorlieben.» Die Schauspielerin ist eine vorausschauende Autofahrerin, die viel Wert auf Sicherheit legt. «Viele sagen, ich fahre wie ein Mann – keine Ahnung, was damit gemeint ist.» Als liebste Beifahrer bezeichnet sie ihren Mann Stress und ihren Sohn Noël. «Ich selbst bin auf dem Beifahrersitz eher nervös und bremse immer mit.» Eine CO2-Steuer für Autos hält sie für eine gute Idee: «Wir tragen alle Verantwortung für die Umwelt – so würden bestimmt mehr Menschen auf klimafreundlichere Autos umsteigen.» schweizer illustrierte

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Dynamisches Trio u Sébastien Caron, 29,

u Opel Meriva Motoren 100 bis 140 PS 0 bis 100 km/h 10,3 bis 13,9 s Spitze 177 bis

196 km/h Verkauf ab Juni 2010 Preis noch nicht bekannt Unser Urteil Dank seinen Portaltüren punktet der Minivan mit Komfort im täglichen Gebrauch. Das kleine Raumwunder setzt einen erfrischenden Tupfer im Markt der praktischen Stadtvehikel.

Fotos Kurt Reichenbach, Handout (2), Fabienne Bühler

Sportlich, sportlich u Nicole Petignat, 43 Beruf Ex-FussballSchiedsrichterin, med. Masseurin Erstes Auto «Ein Peugeot 306.» Fährt 25 000 km im Jahr. «Ich habe viele Kunden in Zürich und im Jura, so kommen einige Kilometer zusammen – früher als Fifa-Schiedsrichterin war es dreimal so viel.» Hört unterwegs «je nach Stimmung mal Klassik oder auch Pop und Rock». Nicole Petignat ist gerne sportlich unterwegs: «Radarkontrollen bestimmen meinen Fahrstil mit», gibt die temperamentvolle Jurassierin zu und fügt an: «Die Leistung heutiger Autos kann man gar nicht ausfahren.» Petignat hat keine besondere Vorliebe, wer auf dem Beifahrersitz ihres Autos Platz nehmen soll: «Grundsätzlich ist jede Begleitung willkommen.» Dass Autos mit höherem Verbrauch auch stärker besteuert werden sollen, findet Petignat eine unnötige Massnahme: «Es kommen immer mehr umweltfreundliche Fahrzeuge auf den Markt, darum halte ich eine zusätzliche Abgabe für überflüssig.»

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schweizer illustrierte

und Andrei Bykov, 22 Beruf Eishockeyspieler HC Fribourg-Gottéron Erstes Auto «Ein Fiat Punto Jahrgang 2006» (Bykov). «Ein Ford Expedition SUV – ideal für lange Reisen in meiner kanadischen Heimat» (Caron). Fahren 25 000 km im Jahr (Bykov), 10 000 km im Jahr (Caron). «In Fribourg fahre ich meinen Zafira vor allem zur Arbeit und bin kaum privat unterwegs» (Caron). Hören unterwegs immer Musik: «CDs mit verschiedenen Musikstilen» (Bykov), «und ich habe immer meinen iPod angehängt» (Caron). Beide Eishockeyprofis schätzen bei ihren Autoreisen Begleitung: «Ich habe gerne meinen Sohn Andrew dabei», erklärt Hockey-Goalie Caron. Beim 22-jährigen Andrei Bykov ist der LieblingsCopilot nicht etwa Vater Slawa, sondern «Astor, der Hund meiner Schwester». Im Gegensatz zu Caron («Als Beifahrer bin ich ganz brav») sitzt der junge Russe nicht gerne auf dem Beifahrersitz: «Ich bin ein sehr ungeduldiger Mitfahrer.»


salon Genf

u Seat Ibiza ST Motoren 70 bis 105 PS

0 bis 100 km/h 10,1 bis 14,6 s Spitze 190 km/h Verkauf ab Juni 2010 Preis ab CHF 18 950.– Unser Urteil Der 4,23 Meter kurze Kleinkombi

bietet mit 430 Litern viel Ladevolumen. Sparsame und doch agile Motoren sowie günstige Preise machen ihn zum attraktiven Stadtauto.

Temperament und Singtalent u Christa Rigozzi, 26

Beruf Miss Schweiz 2006, Model, Moderatorin Erstes Auto «Ein gebrauchter Honda Civic, den mein Vater mir zum 18. Ge­ burtstag schenkte. Er war entsetzt, als ich dann beim Autowaschen einen Küchenschwamm mit der Scheuerseite einsetzte! Danach war eine Politur nötig.» Fährt 60 000 km im Jahr.

«Manchmal sind es sogar mehr, und alles nur in der Schweiz. Ich habe sehr viele Auftritte.» Hört unterwegs immer Musik, «und dabei singe ich ständig mit. Wenn mich andere im Stau beobachten, denken viele, ich bin völlig verrückt.» Die Tessinerin sieht sich als tempera­ mentvolle Autofahrerin. «Aber auch wenn ich nicht auf der Autobahn mit

Tempo 100 herumschleiche: Zu schnell fahre ich nie – ich brauche meinen Fahrausweis.» Nach ihrem Lieblings­ beifahrer gefragt, ist Christa ratlos: «Ich bin meistens alleine unterwegs.» Eine besondere Umweltsteuer für Autofahrer bezahlt die Ex-Miss bereits: «Seat kom­ pensiert den CO2-Ausstoss meines Autos bei Myclimate – eine gute Idee!»

u Ford S-Max Motoren 115 bis 203 PS

0 bis 100 km/h 8,5 bis 12,2 s Spitze 182 bis 221 km/h Verkauf ab Mai 2010 Preis ab CHF 41 500.– Unser Urteil Der Raum-

gleiter schafft den Kompromiss zwischen Funktionalität und Agilität und ist dank effizienteren Motoren und Doppelkupplungsgetriebe noch sparsamer geworden.

u Hyundai ix35 Motoren 136 bis 184 PS

0 bis 100 km/h 10,2 bis 10,4 s Spitze 181 bis 194 km/h Verkauf ab Mitte März Preis ab CHF 29 990.– Unser Urteil Qualität

und Leistung des in Europa gebauten Kompakt-SUV zeigen: Der koreanische Hyundai ix35 ist europäisch gut und braucht die Konkurrenz nicht zu fürchten.

Vorausschauend unterwegs u Paloma Würth, 30

Beruf Sängerin, Moderatorin Erstes Auto «Ein Citroën ZX, den ich mir gleich mit 18 kaufte – ich konnte die eigene Unabhängigkeit kaum erwarten.» Fährt 40 000 km im Jahr «zu Terminen und Konzerten in der ganzen Schweiz, aber auch in Deutschland und Österreich – und seit kurzer Zeit habe ich oft auch die Band dabei». Hört unterwegs immer Musik ab Radio oder CD. «Im Moment am liebsten von Jazz-Gitarrist Peter White.» Die Vielfahrerin findet, sie sei eine entspannte und vorausschauende Fahrerin, «und doch bin ich immer zügig

unterwegs». Auf dem Beifahrersitz weiss Paloma gern «jemand, der Vertrauen in meine Fahrkünste hat. Ich erinnere mich noch, als meine Mam sich vor zwölf Jahren immer am Haltegriff festhielt – das hat aber zum Glück aufgehört.» Eine Umwelt­ abgabe für Autos sieht Paloma grundsätz­ lich positiv: «Ich finde es gut, wenn man nach Möglichkeiten zur Verbesserung des Klimaschutzes sucht – Verschrottungs­ prämien sind eine gute Idee. Die Über­ legungen zu einer CO2-Steuer für ver­ brauchsstarke Autos finde ich zumindest prüfenswert.»


u Honda CR-Z Motoren 128 (114+14) PS

0 bis 100 km/h 9,7 s Spitze 200 km/h Verkauf ab Juni 2010 Preis noch nicht bekannt Unser Urteil Das neue Coupé fällt

mit seiner kantigen Form genauso auf wie mit seinem Hybridantrieb. Etwas mehr Leistung dürfte Honda dem fortschrittlichen 2+2-Sitzer allerdings schon gönnen.

Umsichtige Stadtfahrerin u Luisa Rossi, 46

u Alfa MiTo Quadrifoglio Verde Motoren 170 PS 0 bis 100 km/h 7,5 s Spitze

219 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 31 350.– Unser Urteil Der Leistungszustupf dank neuer Motorentechnologie macht den MiTo zum feurigen Italiener, der dennoch mit moderatem Verbrauch (6,0 l/100 km) überzeugt.

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schweizer illustrierte

Beruf Stylistin Erstes Auto «Ein Mini Cooper, den ich 1984 für 2000 Franken kaufte. Was für eine Klapperkiste! Man konnte sich auf der Autobahn im Wagen nur schreiend unterhalten, so laut war der.» Fährt 7000 km im Jahr. «Ich bin fast nur in der Stadt Zürich unterwegs, und das vor allem ausserhalb der Rushhour – so ist es erträglicher.» Hört unterwegs vor allem Radio. «Je nachdem, wer moderiert oder wenn Musik aus den 80erJahren kommt und ich in Erinnerungen schwelgen kann.» Am Steuer lässt die Stylistin Vernunft walten: «Mein Motto lautet ‹Je älter, je vorsichtiger›.» Rossi sitzt am liebsten allein im Auto: «Mein Sohn fummelt dauernd an der Musikanlage, und mein Schatz nörgelt ständig an meinem Fahrstil herum.» Beim Thema Umweltsteuer für Autos ist Luisa Rossi unentschlossen: «Einerseits bin ich für jede Massnahme, die der Umwelt guttut. Aber jemanden zu bestrafen, der auf ein grosses Auto oder Allradantrieb angewiesen ist, finde ich problematisch.»


Salon Genf

Frühreifer Autofahrer u Dominique Aegerter, 19

Beruf Töffrennfahrer Moto2 Erstes Auto «Ich hatte schon als 16-Jähriger einen Ford Ka, der auf 45 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzt war. Mit dem bin ich dann manchmal von Rohrbach bei Langenthal in den Ausgang nach Bern gefahren – natürlich alles auf Nebenstrassen.» Fährt 25 000 km im Jahr. «Hinzu kommen noch viele Kilometer im Wohnmobil, mit dem wir in Europa zu den Rennen reisen.» Hört unterwegs House-Musik und Hip-Hop ab CD. Das Töff-Renntalent aus dem Ober­ aargau ist im Auto alles andere als ein Motorsportler: «Ich bin so oft auf der Rennstrecke zum Gasgeben, da brauche ich das auf normalen Strassen nicht auch noch. Und doch bewege ich mein Auto immer am Limit – aber eben nur am ­Tempolimit.» Auf den Lieblingsbeifahrer angesprochen, schmunzelt Aegerter viel­ sagend: «Schön ist es immer, wenn man eine Frau dabei hat.» Von zusätzlichen CO2-Abgaben für Autofahrer hält Aegerter wenig: «Ich fahre allein schon wegen der Benzinpreise sparsam – das muss reichen.»

Musik gehört in ihr Auto u Anna Maier, 32

Beruf Moderatorin, Unternehmerin Erstes Auto «Ein Ford Escort Cabrio, das nach 14 Tagen mitten in Zürich den Geist aufgab. Und keiner der starken Männer am Helvetiaplatz halfen schieben, dafür zwei Frauen.» Fährt 12 000 km im Jahr. «Vor allem zu Moderationsterminen und auf Einkaufstour für meine Online-Boutique Styleme.ch.» Hört unterwegs Musik ab CD, «und das so laut, dass mich auch schon ein irritierter Passant gefragt hat, ob mein Auto eine Disco sei». Die Mode-Unternehmerin fährt gerne sportlich: «Auf Tempolimiten achte ich aber ganz besonders. Andererseits: Wer nur mit Tempo 70 auf der Autobahn unterwegs ist, setzt sich und andere

Verkehrsteilnehmer auch Gefahren aus.» Als Beifahrerin eignet sich Maier nicht, «weil es mir ständig schlecht wird, wenn ich nicht selbst am Steuer sitze». Gegen eine CO2-Steuer hätte sie nichts einzuwenden: «Das Auto ist nun mal kein Umweltfreund, und bei der Abfallentsorgung bezahlen wir ja auch nach dem Verursacherprinzip.» u Nissan 370Z Roadster Motor

328 PS 0 bis 100 km/h 5,5 s Spitze 250 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 58 700.– Unser Urteil Der legendäre Z-Sportler gehört zu den rassigsten Zwei­sitzern seiner Klasse. Bei so viel Leistung und Ausstattung ist der Japaner eine echte Alternative zur arrivierten Konkurrenz aus Deutschland.

0 bis 100 km/h 4,9 bis 6,4 s Spitze 250 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 115 000.– Unser Urteil Die wuchtige Front und das lang gestreckte Heck sollen Kunden aller Generationen ansprechen. Dank luxuriösem Interieur schlägt der XJ die Brücke zwischen Tradition und Moderne.

Gelassener Tieftourer u Philipp Fankhauser, 46 Beruf Musiker Erstes Auto «Ein Mini Cooper, das erste in einer langen Reihe britischer Autos. Der hatte so viel Kraft, dass ihm regelmässig die Motoraufhängung brach.» Fährt 30 000 km im Jahr, «vor allem weil ich zu meinen Konzerten immer selbst fahre». Hört unterwegs nach Konzerten

entweder klassische Musik von DRS 2 oder auch gar nichts. «Nach einem Konzert ist erst mal Ruhe angesagt. Im Alltag höre ich viel Black Music.» Der Blues­ musiker beschreibt seinen Fahrstil mit drei Attributen: «Gelassen, amerikanisch, tieftourig.» Einen Lieblingsbeifahrer hat Fankhauser nicht. «Vielleicht am ehesten

meine Musikinstrumente, ansonsten bin ich meistens alleine unterwegs.» An einer Schadstoffsteuer für Autos findet der Berner viel Sinnvolles: «Mein DieselJaguar verbraucht unter sieben Litern und stösst wenig CO2 aus, dafür mehr Stickoxid – das muss man bei einer Besteuerung auch berücksichtigen.» schweizer illustrierte

Fotos Handout, Thomas Buchwalder (2), Fabienne Bühler

u Jaguar XJ Motoren 275 bis 510 PS

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u VW Touareg Motoren

240 bis 340 PS (Hybrid 380 PS)

0 bis 100 km/h 5,8 bis 7,8 s (Hybrid 6,5 s) Spitze 218 bis

242 km/h (Hybrid 240 km/h) Verkauf ab Mai 2010 Preis ab CHF 75 000.– Unser Urteil Mit 200 Kilo weniger Gewicht und 20 Prozent weniger Verbrauch bereichert der neue Touareg das SUV-Segment, besonders als Hybridvariante.

Gesetzestreuer Pendler Fotos Marcel Nöcker, Handout, Thomas Buchwalder

u Diego Benaglio, 26

Beruf Fussballgoalie Nationalmannschaft und VfL Wolfsburg Erstes Auto «Ein Ford Focus, der war 2002 ganz neu und blieb eineinhalb Jahre bei mir.» Fährt 25 000 km im Jahr, «zum grössten Teil auf meiner Arbeits­strecke zum Training, aber natürlich kommen auch Fahrten zur Familie in die Schweiz dazu». Am liebsten hat er dabei seine Frau Nadine auf dem Beifahrersitz. Hört unterwegs hauptsächlich Radio: «Allerdings keinen speziellen Sender. Wenn nicht gerade Volksmusik gespielt wird, bin ich für alle Art von Musik offen.» Der Schweizer Nationalgoalie ist ­passend zu seinem Beruf ein sportlicher Autofahrer, «ich halte mich aber immer an die Tempolimiten, von denen es auch auf deutschen Autobahnen immer mehr gibt».

u Peugeot RCZ Motoren

156 bis 200 PS 0 bis 100 km/h 7,6 bis 9,0 s Spitze 212 bis 231 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 39 600.– Unser Urteil Mit seiner unverwechselbaren Doppelwölbung im Dach sowie flotter Motorisierung überzeugt der freche Zweisitzer aus Frankreich genauso wie mit seinem fairen Preis.


Discjockey am Steuer

u Subaru Outback Motoren 150 bis 260 PS 0 bis 100 km/h 7,5 bis 10,4 s Spitze 195 bis 230 km/h Verkauf ab sofort Preis ab CHF 42 000.– Unser Urteil Der Spagat zwischen Familienkombi, Geschäftswagen und Geländegänger gelingt dem Outback noch besser als bisher. Damit ist er eine zeitgemässe Alternative zum SUV.

u DJ BoBo, 42 Beruf Musiker Erstes Auto «Ein Audi 80, den ich als Occasion für 2800 Franken kaufte. Der war ein ziemliches Ärgernis, denn er funktionierte nie richtig. Und so war ich froh, als ich ihn endlich wieder los war!» Fährt 30 000 km im Jahr, «vor allem in der Schweiz. Wenns ins Ausland geht, sitze ich meistens im Flugzeug.» Hört unterwegs dauernd Musik aus dem Radio oder auch von CDs. «Meistens Charts-Musik von Lady Gaga bis Black Eyed Peas.» Als Autofahrer findet sich der Aargauer Vollblutmusiker «oft unkonzentriert, weil ich auch im Auto ständig DJ bin und Musik heraussuche. Aber da ich gleichzeitig viel Sicherheitsabstand einhalte, bin ich zum Glück bisher unfallfrei unterwegs. Auf jeden Fall gelobe ich Besserung.» Im Auto sitzt Bobo gern allein, «damit ich in Ruhe meine Musik hören kann». Und doch fährt er gern auch auf dem Beifahrersitz mit: «Da verhalte ich mich immer ganz ruhig, habe Vertrauen in den Fahrer und arbeite auf meinem Laptop.»

Vertrauensvoller Co-Pilot u Marc Reichert, 29 Beruf Eishockeyspieler SC Bern Erstes Auto «Ein Sondermodell des Peugeot 306, das ich mit 0 km übernommen habe – ein erhebendes Gefühl.» Fährt 15 000 km im Jahr, «vor allem zum Training, aber auch sonst habe ich das Auto immer dabei». Hört unterwegs «morgens Radio, nachmittags lieber CDs oder Musik vom iPhone. Meist höre ich Rockmusik, gerne auch Mundart.» Der 1,90 m grosse SCB-Stürmer sieht sich als «sport­lichen

und vernünftigen» Fahrer. «Sicherheit und Fahrausweis sind viel wert – ich kann es mir nicht leisten, hinter dem Steuer zu viel zu riskieren.» Einen Lieblingsbeifahrer hat der 29-Jährige nicht, «dafür bin ich aber selber ein vorbild­licher Co-Pilot, der immer Vertrauen in den Chauffeur hat». Eine CO2-Abgabe für Autos würde Reichert nicht rundweg ablehnen: «Es ist wichtig, dass man der Umwelt Sorge trägt und sich Gedanken zu einer Umweltsteuer macht.»


Notabene

K

Das Mädchen mit der Zitrone

Peter Bichsel

rampfhaft und verkrampft, auch ein we­ Von Horisbergers gibt es nichts, gar nichts zu erzählen. Die nig geschwächt – ich habe eine Grippe waren nur da, und die haben mir so sehr gefallen, und mir war hinter mir – nach einem Thema für eine es richtig wohl, und ich gehörte dazu. Kein Erlebnis, kein Kolumne suchen, im Hirn herumgrübeln, erwähnenswertes Datum in meiner Biografie. Ich verliebte im eigenen Leben herumfahren, nach mich wohl in sie und mit ihnen in das Leben – ob zu Recht oder Menschen suchen, denen ich begegnet nicht, das spielt keine Rolle. Mein Gedächtnis hat davon bin – Biografie, Biografie. eigentlich nur etwas gespeichert, einen Namen, einen Ich werde sie mir in den nächsten wunderbaren Namen, Horisberger. Er steht für nichts Tagen wieder einmal und noch einmal anderes als für ein heftiges Gefühl des Daseins – ich bin da und noch einmal anhören müssen: 1935 geboren, Lehrer und gehöre dazu. Was will man mehr von seinem Leben? in, erste Veröffentlichung usw. usw. Und ich werde sie mir Wie vielen Menschen bin ich wohl in meinem Leben begeg­ anhören wie die Biografie eines Fremden, denn selbst ich net? Und wie viele Menschen haben mein Leben ausgemacht? hatte sie nach und nach auswendig zu lernen, wie wenn ich Ich wühle in meinem Hirn und versuche immer wieder, ein sie nicht selbst gelebt hätte. Habe ich sie überhaupt gelebt, Inventar zu erstellen und komme dabei selten über meine oder hat meine Biografie mich gelebt? frühsten Kindheitserinnerungen heraus. Jene Zeit, in der man 1935 in Luzern geboren, das ist wohl richtig noch nichts werden musste – nur da sein. Ob ich – 24. März, das Datum ist mir zu einem besonde­ «Kindheitsdas heute noch dürfte als Sechsjähriger? Heute ren geworden, wenn ich es auch sozusagen nicht erinnerungen. müsste ich wohl in diesem Alter schon etwas werden, mich in den Existenzkampf einordnen, erlebt habe. Dann aufgewachsen, und schon ist Jene Zeit, bevor ich das Gefühl von Existenz erlebt hätte – man Schriftsteller – so geht das. ich existiere, ich bin da. Und irgendwie bäumt sich in mir etwas auf – in der man Wenn ich mir die Biografie meiner «Erfolge» da fehlt etwas. anhören muss – 1964 «Eigentlich möchte Frau «1941 traf er in Langnau im Emmental noch nichts Blum den Milchmann kennenlernen» –, fällt mir die Familie Horisberger», das fehlt, und es ist werden 1941 «Horisbergers in Langnau» als Trost ein. mir wichtig – da war ich wirklich dabei, hinter dem Haus der Metzgerei Horisberger im Garten musste – nur ­Leben könnte etwas anderes sein als Biografie. an einem Tisch. Und sie haben mit mir ge­ da sein» Damals, als ich noch keine Biografie hatte: eine sprochen und ich mit ihnen, und ich sehe ein Waldlichtung in der Nähe von Luzern, ein Kinder­ genaues Bild davon. Und ich fühlte mich ernst genommen, und spielplatz und das Mädchen mit der Zitrone. Sie ass Zitronen, wie andere Orangen assen, Schnitz für Schnitz, und ich verehr­ es ging mir richtig gut. Wie viele Namen habe ich inzwischen vergessen? Wichti­ te sie und hielt sie für sehr erwachsen – dünn, blond, frech und ge Namen von Menschen, mit denen ich etwas zu tun hatte, lustig. Was aus ihr wohl geworden ist und aus all den Hunderten etwas erlebt hatte. Aber jedes Mal wenn ich in meinem Hirn oder Tausenden, denen ich in meinem Leben begegnet bin? zu wühlen beginne, leuchtet der Name Horisberger als Erstes Das Mädchen mit der Zitrone – Pippi Langstrumpf hat mich auf. Ich mag die Horisbergers zwar mehrmals gesehen haben, später an sie erinnert –, vielleicht ist sie Geigerin geworden, damals als Kind, erinnere mich aber nur an diese eine Be­ vielleicht ist sie eine glückliche Frau geworden oder eine gegnung und habe sie später, als ich älter wurde, nie mehr unglückliche oder beides. Vielleicht ist sie nach Madagaskar ­gesehen. ausgewandert – wo liegt das? – und muss dort zum Zahnarzt Sie waren die Nachbarn meiner Patentante, meiner – und der Zahnarzt hat schweizerische Abstammung, und in guten Gotte, bei der ich in den Ferien war. Da gab es Pferde seinem Wartezimmer liegt die Illustrierte, und sie liest jetzt und einen Traktor und einen wunderbaren Fahrer, der diese Zeilen. Sollte es so sein, dann melde Dich doch bitte,  Lehmann hiess und wohl etwas viel trank, und Stallungen Mädchen mit der Zitrone, und sag mir, wie es Dir geht. und Scheunen und eine Remise und viel zu erleben. Da gäbe Peter Bichsel, 74, Schriftsteller und Publizist es zu erzählen.

C

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Leser

«Katholischer Kaktus» u Kaktus für den Churer

u Notabene von Helmut Hubacher,

fest, dass 85 Prozent der Steuerpflichtigen dank dem Lohnausweis gar nicht Steuern hinterziehen können. Tatsache ist gemäss Serge Gaillard vom Seco, dass in der Schweiz viele Milliarden an den Steuerverwaltungen und an den Sozialversicherungen vorbei­ geschummelt werden. Lohnausweise ver­ hindern nicht, dass auch noch Schwarzarbeit geleistet wird. Auf diesem Wege werden Abgaben hinterzogen, und dies in vielen Bevölkerungsschichten und Einkommensklassen.»

SI 7/2010 «In seinem Artikel hält Hubacher

Max Frey, per E-Mail

Bischof Huonder, SI 7/2010 «Zum Glück gibts die katho­ lische Kirche. Sonst wüsste die SI nicht mehr, wem sie ihren Kaktus anhängen könnte. Denn wer ausser den katholischen Amtsträgern schwimmt schon so pointiert gegen den Strom, dass er sich den Zorn der allgewaltigen Medien zuzieht?» Martin Meier-Schnüriger, per E-Mail

willi

«Jetzt sollten wir unsere Skifahrer nach Libyen schicken. Wer so viel Gold holt, kann doch sicher auch noch den Göldi holen.»

impressum Nr. 9, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.


Die Liste

10 Milena Moser

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

2 3 4 5 6 7 Heldin aller Hausund Putzfrauen Milena Mosers kürzlich erschienener Roman «Möchtegern» (Nagel & Kimche) stürmt bereits die Bestsellerlisten. Die 46-jährige Schriftstellerin ist Mutter zweier Buben und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Aarau.

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schweizer illustrierte

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Schlafen Vor 23 Jahren habe ich zum letzten Mal richtig durch­ geschlafen. Damals dachte ich noch, wenn die Kinder erst grösser sind … Daraus ist nichts geworden. Ich wälze mich hin, ich wälze mich her, ich trauere dem Schlaf nach wie einer verlorenen Liebe. Aufbleiben Warum ins Bett gehen, wenn man nicht schlafen kann? Eine Tischrunde von Freundinnen schaute neulich fassungslos, weil ich mich nicht erinnern konnte, wann ich zum letzten Mal bis 5 Uhr gefeiert hatte. Diesem Zustand werden wir demnächst ein Ende bereiten. Die innere Hausfrau befreien Obwohl ich es eigentlich besser weiss, lasse ich mich doch immer wieder von der hier herrschenden Perfektion unter Druck setzen. Daphne sehen Sie ist nach Maine gezogen, wo sie mit ihrer Familie das einzige mexikanische Restaurant der Gegend führt. Ich habe sie seit Jahren nicht gesehen und erst kürzlich erfahren, dass sie Krebs hatte. Seither telefonieren wir öfter, und ich will sie unbedingt bald besuchen. Weisse Inseln bauen Meine Agenda ist auf Jahre hinaus mit roten und grünen Balken zugemauert. Keine weissen Flecken weit und breit! Das Licht löschen Mein Mann sagt, ich vergesse es ständig. An Acht­losigkeit geht die Welt zugrunde. Eine neue Geschichte anfangen Noch wirbeln die verschiedensten halb garen Gedanken durch meinen Kopf. Das ist typisch für die Zeit zwischen zwei Büchern – und schwer auszuhalten. Früher oder später wird sich eine Idee durchsetzen. Ich kann es kaum erwarten! Richtige Familienferien organisieren So wie früher, in einem alten Haus mit einem langen Tisch unter einem Baum am Schatten, an dem alle Platz haben. Nein sagen Das fällt mir immer noch unglaublich schwer. Besonders wenn es sich um unausgesprochene Erwartungen handelt. Ja sagen Einfach mal wieder Ja sagen. Aufgezeichnet von Caroline Micaela Hauger

Foto Malu Barben

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SI_2010_09  

People- und Lifestyle-Magazin

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