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18. Januar 2010 CHF 4.50

Sandra Boner & Baby Nelson

Endlich glücklich! die Hölle von Haiti

Tod, Verwüstung, Elend! Und mittendrin das Wunder um einen kleinen Buben. 12 Seiten


Inhalt

Titelfotos Thomas Buchwalder, AP / Keystone; Inhaltsfoto Alain Grosclaude / Zoom / Getty

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u der star von wengen Was für eine Sensation! Carlo Janka gewinnt die Abfahrt am Lauberhorn im Berner Oberland! Für den Bündner allerdings noch lange keinen Grund, seine Coolness abzulegen.

HEFT 3, MONTAG, 18. januar 2010

Titel 14

Sandra Boner Die Wettermoderatorin zeigt ihren Nelson! Der fünf Monate alte Bub ist ein echter Wonneproppen

Leute 7 8 10

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Tagebuch der Unterhaltungschefin Bild der Woche Der Bundesrat Leute Roger Federer, Kacey Mottet Klein, Bianca Gubser, Seven, Sascha Heyer, Daniel Bienz, Swisspäck, Nadja Kamer Elisabeth Schnell und Maria Becker Die Grande Dames werden zusammen 170!

Schicksal 20

Erdbeben auf Haiti Schweizer Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen! Die Bilder, die Ohnmacht, die Helfer schweizer illustrierte

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Inhalt

Interview 36

Herbert Bolliger Der Migros-Chef sagt, ob er ein Coop-Kind war, auch bei Lidl einkauft und warum er oft an Partys geht

Sport 38

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Manuela Pesko Medaillen-Hoffnung für Vancouver: So trainiert die Snowboarderin nach ihrem Rücktritt vom Rücktritt Carlo Janka Der König vom Lauberhorn! Wie der Skistar in Wengen feierte

Kunst

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u Erdbeben

auf Haiti Unvorstellbares Leid im Karibikstaat: Abertausende Tote und Verletzte, Millionen sind obdachlos. Und mittendrin ein Wunder: Der zweijährige Redjeson wird nach drei Tagen lebend aus den Trümmern geborgen.

Giovanni Segantini So lebte der begnadete Schweizer Maler in Maloja GR: Die Urenkelin zeigt das heimelige Haus

Shopping 41

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 51 52 54

Schreibabys Akupunktur hilft! Wunschgewicht in 100 Tagen Wir begleiten sieben Frauen und Männer Dr. Stutz meint Arbeitsstress macht krank

Die Besten 55

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 61

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party

Fotos AP / Keystone, Marcel Nöcker (2)

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u im training Die sexy SnowboardKönigin Manuela Pesko hat nur eines im Kopf: Olympia und Vancouver!

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«Der grosse Kater» Filmpremiere in Bern

Und … 88 90 70 89

Notabene von Helmut Hubacher Die Liste von Renzo Blumenthal Horoskop Leserbriefe / Impressum

u im 19. stock Der Migros-Chef Herbert Bolliger geht gerne an Partys. Warum, sagt er im Interview der Woche.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Das Glück im Unglück Übers Wetter reden?

Bettina Portmann, Unterhaltungschefin

Das geht doch immer. Vor allem als Wettermoderatorin. Doch im Frühling 2008 war selbst dies für Sandra Boner kein Thema mehr. Damals, in der 23. Schwangerschaftswoche, verlor die Solothurnerin ihr erstes Baby. «Ein Verlust, den man nicht verarbeiten kann», sagt sie heute, fast zwei Jahre später. Aber: «Irgendwann kann man die Trauer hinter sich lassen und nach vorne schauen.» Und das, was Sandra Boner heute sieht – den Anblick ihres quirligen, aufgeweckten Nelson Théophile –, teilt sie mit Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser. Am 4. August 2009 um 8.32 Uhr kam das grosse Glück von Sandra und ihrem Mann Matthieu zur Welt. Dass sie erstmals in der Schweizer Illustrierten ihr «riesiges Geschenk» zeigt und auch über ihre Angst, Wut und Panik in der schweren Zeit davor spricht, zeugt von Vertrauen zu meiner Kollegin, unserer Reporterin Sandra Casalini. Und von Hoffnung. Hoffnung, dass sie mit diesen Zeilen anderen Frauen in ähnlichen Situationen Mut machen kann. Ab Seite 14.

Angst, Wut, Panik – auch Tod,

Mütter unter sich Sandra Boner (l.) fachsimpelt mit SI-Redaktorin Sandra Casalini – selbst zweifache Mutter – über Schoppen, Windeln und Schlafrhythmus.

Hunger, Durst und Verzweiflung begleiten seit ver­ gangenem Dienstag die Bewohner von Port-au-Prince. Das schwere Erdbeben erschütterte nicht nur Haiti – auch meinen Glauben an Gerechtigkeit. Eines der ärmsten Länder der Welt liegt in Schutt und Asche. Seine Zukunft in Trümmern. Ab Seite 20 zeigen wir Ihnen Bilder, die aufrütteln und tragische Geschichten erzählen – aber auch die des zweijährigen Redjeson, der nach drei Tagen unter den Steinen hervorgezogen und praktisch unversehrt von seinem Mami in die Arme geschlossen werden konnte. Dieses kleine Wunder zeigt: Selbst im grössten Unglück gibt es ein kleines Glück zu finden. Die Menschen in Haiti brauchen dringend Unter­stützung. Wir können mit einer Spende an die Glückskette helfen. Seite 31. Die Redaktion der Schweizer Illustrierten hats schon getan.

Foto Thomas Buchwalder

Kann sein, dass das Glück wie das Wetter ist, kommt und vorübergeht. Ich hoffe, dass es sich mit dem Unglück ebenso verhält.

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bild der woche

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Doris Leuthard

Im Chalet fédéral

Leuthard. Die Volkswirtschaftsministerin leitet ihre erste Sitzung als Bundespräsidentin, es ist Mittwoch, 13. Januar 2010. Rechts von ihr im Uhr­ zeigersinn: Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi, die Bundesräte Didier Burkhalter, Eveline Widmer-Schlumpf, Micheline Calmy-Rey, Moritz Leuenberger, Hans-Rudolf Merz, Ueli Maurer, Vizekanzler Thomas Helbling und Bundeskanzlerin Corina Casanova. Immer mittwochs treffen sich hier, im Bundeshaus West, die Regierung und die Kanzler. Wegen des rustikalen Holzes an Wänden und Decke trägt das Sitzungszimmer den Übernamen Chalet fédéral. Neckisches, aber stilvolles Detail: An jedem Holzpult ist ein Wasserglas-Halter montiert. Marcel huwyler

Foto Ruben Sprich / Reuters

u Das wird das Jahr der Doris


Leute Bianca Gubser

Da schmi

nachgefragt bei

Kacey Mottet Klein

u Klirrende Kälte, klamme Klauen. Aber

Jungstar Der 11-jährige Kacey Mottet Klein aus Bussigny VD verkörpert im Kino den französischen Chansonnier Serge Gainsbourg als Kind.

bei diesem Bild wird jedem warm ums Herz: Bianca Gubser, 21, räkelt sich für die italienische Unterwäsche-Marke Yamamay im Kunstschnee. Dabei macht sich das Model eigentlich gar nicht so viel aus verführerischen Dessous. «Eher kaufe ich mir ein paar Schuhe oder eine Tasche als Unterwäsche. Die soll vor allem bequem sein.» Muss sie auch nicht, denn dank ihren Shootings kriegt sie die meisten Dessous geschenkt. Nur schade, dass derzeit kein männliches Wesen in den Genuss der spektakulären Spitze kommt. «Ich bin Single – auch wenn ich viele Verehrer habe. Der Richtige war halt noch nicht dabei.» Andrea vogel

Kacey, wie war die Filmpremiere von «Gainsbourg – vie héroïque» in Paris? Toll! Ich war noch nie auf einem so grossen Parat fürs Spiel Roger Federer freut sich roten Teppich. Zum Glück war meine Mutter in Melbourne auf die Grand-Slam-Saison. mit dabei. Gefällst du dir im Film? Roger Federer Eigentlich schon. Mir ist es immer etwas peinlich, mich auf der Leinwand zu sehen. Vor allem wenn Maman neben mir sitzt. Wie lange hast du gefeiert? Es gab ein Galadiner und eine richtige Party. u Es geht wieder los. Das Tennisjahr von Ich durfte bis 1 Uhr aufbleiben! Roger Federer, 28, beginnt diese Durftest du auch mit Champagner anstossen? Woche in Melbourne mit dem Australian Nein, leider nicht. Maman erlaubte mir zwar, Open, dem ersten Grand-Slam-Turnier einen Finger ins Glas zu tunken. Aber sie 2010. Australien ist für Federer: Mirka sagte, ich sei noch zu jung, um Alkohol zu und Tennis. Hier lernte er seine Frau trinken. kennen, hier wurde er zum ersten Mal Dafür musstest du im Film Zigaretten rauchen. die Nummer 1 der Weltrangliste. Bei Das war widerlich. Es waren falsche Film-Zigaeinem Meet & Greet als Botschafter der retten. Die stinken noch mehr als die echten! Kaffeemarke Jura hat er jetzt verraten, Gainsbourg provozierte gerne – du auch? was ihm in Melbourne so viel Kraft gibt: Manchmal bin ich frech zu meiner Mutter. «Ich liebe es besonders, abends zu Aber nur selten. Ich habe sie ja lieb und spielen. Wenn der gesamte Fokus auf möchte ihr irgendetwas Schönes schenken. dem Centre-Court liegt. Die Kulisse ist Jetzt verdiene ich ja mein eigenes Geld. überwältigend.» Übrigens: Die Zwillinge Die Mädchen an deiner Schule finden dich sind natürlich auch dabei. Seine kleinsbestimmt toll! ten Inspirationsquellen für grösste (Kichert.) Keine Ahnung. Ich habe sie nicht gefragt. Das interessiert mich null. Leistung. Na dann: Spiel – Satz – Sieg! SR Und die Jungs, sind die neidisch? Nicht meine engen Freunde. Aber es gibt in Bussigny schon ein paar Kinder, die nadja kamer immer wieder versuchen, mich zu plagen. Das nervt. Wie wehrst du dich? u Verletzungen warfen sie oft zurück. Nun Ich bemühe mich wegzuhören. Alles andere wäre kindisch. startet Ski-Rennfahrerin Nadja Kamer, 23, Möchtest du ein grosser Hollywood-Star durch. Mit einem zweiten Abfahrtsrang sicherte werden? sich die Schwyzerin ihr Olympia-­Ticket Oh nein! Das wäre zu anstrengend. für Vancouver. «Cool. Es wäre hart gewesen, Lieber werde ich Jurist oder Chirurg. die Rennen im TV zu verfolgen.» Wenn auch nicht alleine: Im Sommer bauten ihre Eltern Interview Sylvie Kempa das Haus um, sodass jedes Fami­lienmitglied «Gainsbourg – vie héroïque» im Kino: eine eigene Wohnung hat. Auch Nadja packte ab 20. Januar in der Romandie, an: «Ich habe alte Mauern mit dem grossen ab 22. Juli in der Deutschschweiz Hammer kurz und klein ge­schlagen – ein Riesenspass!» Der Lohn: ein Liebesnest im Familien-WG Nadja Kamer mit Freund Werni, 24 (im Mehr People-News: Dachgeschoss für sich und Freund Werni, mit Vordergrund). Hinten von links: Schwester Silvia, 25, www.schweizer-illustrierte.ch dem sie seit sieben Jahren zusammen ist. aVE Vater Josef, Mutter Elisabeth und Schwester Katja, 29.

Zurück auf dem Centre-Court

Neues Liebesnest

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lzt der Schnee

Fotos Kurt Reichenbach, Reuters, Handout (2), Hervé Le Cunff

swisspäck

Wenn der Daneli auf Frankie Boy trifft u Man kennt sie als Daneli, Ferdinand und rosa Murmeli: die drei «Ewigi Liebi»-Darsteller Gregor Altenburger, 30, Eric Hättenschwiler, 36, und Fabio Romano, 41. Doch die drei Schweizer Musical-Darsteller machen nicht nur in Kutteli und Murmeli-Pelz eine gute Figur – sondern auch im Smoking. Jetzt verswingen sie als Swisspäck in ihrer neuen Bühnenshow Schweizer Volkslieder und Jazzstandards – ganz in der Tradition von Frank Sinatra und seinem legendären Rat Pack. Fabio: «Frankie Boy hätte seine helle Freude an uns.» Ab dem 9. Februar im Zürcher Theater am Hechtplatz. av

Karriere-Sprung Eric Hättenschwiler, Fabio Romano und Gregor Altenburger (v. l.) von Swisspäck. schweizer illustrierte

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Stars

Johnny Depp Im SI-Video erzählt der «Sexiest Man Alive 2009», weshalb er sich diesen Titel selber nie verliehen hätte! www.schweizer-illustrierte.ch 

Blogs

Chat in the City SI-Leserinnen berichten, was sie bewegt. Subjektiv und persönlich. Von ihrem One-Night-Stand, ihrem Chihuahua-Hündchen, von Marzipanschweinchen oder vom iPhone-Fetischismus.  www.schweizer-illustrierte.ch

Gewinnen

Abnehmen und 2 × gewinnen

nline tt h a rd! SI o 20 J a h re G o npackage mit verlost ein Faund Songbuch. Vinyl-Platte

VIP-Lexikon Täglich ein neuer Star!

 www.schweizer-illustrierte.ch

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Keystone, Getty, RDB

Neuer Job in ­Hollywood So verdient Laurie-Ann Gill also ihr Geld: Die Ex-Miss-Schweiz (und Ex-Lauriane-Gilliéron) arbeitet in Los Angeles an ihrer Schau­spielerkarriere. Mit was für Jobs sie sich über Wasser hält, lesen Sie exklusiv auf SI online.

Machen Sie mit bei der grossen Aktion «Wir nehmen ab» mit Dr. med. Samuel Stutz und gewinnen Sie ein Luxus-WellnessWochenende im «Hotel des Jahres» Grand Resort Bad Ragaz.  www.schweizer-illustrierte.ch


Leute wer liebt wen

VIPs im Baby-Fieber u Als Mann und Frau rutschten sie bereits ins 2010: Soul-Sänger Seven, 31, hat Ende Jahr klammheimlich seine Freundin Zahra Abdalla, 25, geheiratet. Im Moment geniesst das frisch getraute Ehepaar Ferien – in Zahras Heimat Kenia. u Das schönste Weih­ nachtsgeschenk gab es für Beachvolleyball-Star Sascha Heyer, 37, und seine Frau Nicole. Am 25. Dezember erblickte Nila Sophia das Licht der Welt. Söhnchen Saro ist übrigens zwei. u Ebenfalls im Babyfieber sind etliche

Models: Claudia Schiffer, 39, wie auch Nadja Auermann, 38, erwarten im Frühling ihr drittes Kind. Schauspielerin Monica Bellucci, 45, soll mit dem zweiten im dritten Monat sein. Und Barbara ­Schöneberger, 35, und Dannii Minogue, 38, haben ihre erste Schwangerschaft bestätigt.

Fotos Bruno Voser (2), Handout (2), Blick / RDB (2), Hervé Le Cunff

u Die Nummer 1 unter den Schweizer Fech­ terinnen, die Walliserin Sophie Lamon, 24, ist unter der Haube: In Caracas (Vene­ zuela) heiratete sie standesamtlich ihren lang­jährigen Lebenspartner Silvio Fernandez, 30. Auch er ein Fechter. Kirchlich geheiratet wird diesen Sommer dann im Wallis.

Dänu mit Kater Fägi in seinem Bubenzimmer: «Bei den Eltern auszuziehen, ist vorläufig kein Thema.»

Daniel Bienz

Der Gewinner-Typ u Sein Traum hat sich erfüllt: Daniel Bienz, 21, aus Bern gewinnt am Swiss Award eine Million Franken! «Danach ging ich mit meinem Kollegen in Zürich in eine Disco. Wie sie heisst, weiss ich nicht mehr, aber der Eintritt kostete je 30 Franken, ausserdem spendierte ich Drinks für weitere 90 Franken», erzählt der Elektromonteur. «Das liegt weit über meinem normalen Budget.» Nach der Siegesnacht nahm das Leben des Singlemannes seinen gewohnten Lauf: «Am Sonntag half ich einer Kollegin beim Zügeln, am Montag musste ich wieder ins Militär einrücken.» Das Geld befindet sich nun auf seinem Jugendsparkonto. Dass er es verjubeln könnte, macht seinen Eltern

Madeleine und Hans, beide 59, keine Sorgen: «Unser Dänu war schon immer sehr sparsam.» Und was gönnt sich der Berner jetzt? «Ein neues Motorrad wäre schon toll.» ramona Thommen

So «zmörgelet» der Millionärssohn mit Mami und Päpu. Familie Bienz in ihrem Bauernhaus in Bern. Mutter Madeleine schenkte ihm das Gewinnerlos.

Rose

kaktus

Harry Hohmeister, 45 Swiss-CEO u Während andere Airlines in die roten Zahlen schlittern, schimmerts bei der Swiss rosarot am Horizont. Trotz Krise schlägt sich das Unter­ nehmen tapferer als die Konkurrenz. Unter dem neuen deutschen Firmenchef wurden von Januar bis September 113 Millionen Franken eingeflogen. 14 Millionen Passagiere waren mit der Swiss-Flotte unterwegs, 2,4 Prozent mehr als 2008 – ein Rekord! Da darf sich Hohmeister auf einem seiner Business-­ Flüge ruhig einen Campari Soda gönnen. Wir krönen das Erfolgs­ jahr mit einer Rose für die Airline mit dem Schweizerkreuz.

Stefan Blättler Kommandant Kantonspolizei Bern u Schnee und Eis in der ganzen Schweiz, Gross­ einsatz für die Leute vom Winterdienst. Auch in Bern bekämpfte ein Mitarbeiter der Strassen­ reinigung vereiste Stellen mit Streusalz. Bei seinem Einsatz befuhr er auch eine Strasse, bei der von 17 bis 9 Uhr Fahrverbot gilt. Doch weil der fleissige Mann schon um 8 Uhr die Strasse bearbeitete, wurde er von einer Verkehrskontrolle der Kantonspolizei mit hundert Franken gebüsst. Lieber Herr KapoKommandant Blättler, Schildbürgereien zwischen 0 und 24 Uhr werden laut unserem Bussenreglement mit einem Kaktus gebüsst. schweizer illustrierte

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Titel

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Sandras So


Daheim in Solothurn «Die Augenfarbe hat Nelson von mir, die Augenform von seinem Papi», sagt die TV-Wetter­ moderatorin Sandra Boner über ihren 5 Monate alten Wonneproppen.

Beruflich steht Moderatorin sandra boner seit einem Monat wieder auf dem «Meteo»-Dach. Privat ist sie glückliches Mami! Erstmals zeigt sie ihren Nelson – und spricht über die schwere Zeit vor seiner Geburt.

onnenschein


Titel Zärtlich «Nelson ist ein fröhlicher, aus­geglichener Bub, der viel lacht und eine Menge Energie hat», so Sandra.

Glücklich Sandra und ihr Partner Matthieu spazieren mit dem Kinderwagen. «Es wäre toll, wenn Nelson so kreativ wird wie sein Papi.»

Text sandra casalini Fotos thomas buchwalder

E

s passiert wieder in der 23. Woche. Am Ende des sechsten Monats. Das werdende Mami spürt sein Baby kicken, das Bäuchlein wächst. Sandra Boner, 35, erlebt fast den ­gleichen Schock wie schon im Frühling 2008: Da verlor sie in eben dieser Schwangerschaftswoche ihr ungeborenes Kind. Es scheint, als ob auch dieses Baby sich wieder viel zu früh auf den Weg machen möchte. Der Arzt verschreibt der Moderatorin sofort ­Schonung und Bettruhe. Fast vier Monate verbringt Sandra daheim in Solothurn, die meiste Zeit davon ­liegend. Am 4. August 2009 um 8.32 Uhr folgt das Happy End: Nelson Théophile, 47 Zentimeter lang, knapp drei Kilo schwer. Ein Kämpfer wie sein Namensvetter, der südafrikanische Ex-Präsident Nelson Mandela.

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Frau Boner, was ging in Ihnen vor, als Sie in Ihrer zweiten Schwangerschaft zum gleichen Zeitpunkt wie in der ersten wieder um Ihr Baby bangen mussten? Anfangs verspürte ich Panik. Aber ich sagte mir, dass sich im Leben nicht immer alles wiederholt. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es diesmal gut kommt. Sie sind quirlig, immer in Bewegung – und bekommen von einem Tag auf den anderen wochenlange Bettruhe verordnet. Ich wusste ja, wofür – es war eine Art «Zielliegen». Zum Glück konnte ich daheimbleiben und musste nicht ins Spital. Es war eine ganz spezielle Erfahrung, erstmals im Leben nichts tun zu müssen, ausser eben im Bett zu bleiben. Das war sozusagen mein Job. Und Ihr Partner schmiss den Haushalt? Genau. Ich konnte zwar aufstehen und uns auch mal was Kleines zu Mittag kochen. Aber Matthieu half schon sehr viel. Er ging auch jeweils in die Stadt,

«Ich diskutierte keine Namen und kaufte bis zur Geburt keine Babysachen» sandra boner


um mir danach den neusten Klatsch zu erzählen (lacht). Seit zwölf Jahren sind Sandra Boner und der Architekt Matthieu Hauden­ schild, 35, ein Paar. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre haben sie zusammengeschweisst. «Den Verlust des eigenen Kindes, auch wenn man es noch nicht ‹gekannt› hat, kann man eigentlich nicht verarbeiten», sagt Sandra Boner. Aber man könne die Trauer irgendwann hinter sich lassen und nach vorne schauen. Sie habe es lange Zeit kaum ertragen, Frauen mit Kinder­wagen zu sehen. Auch habe sie gemerkt, dass sie und Matthieu sehr unterschiedlich trauerten. «Für ihn war das Ganze ja noch weniger fassbar als für mich, die ich das Kind in mir gespürt hatte.» Trotzdem waren sie als Paar füreinander da, gaben einander Halt. Sie habe während dieser Zeit auch sehr viel Zuspruch aus ihrem

Umfeld erfahren – und von wild­ fremden Leuten. «Es klingt komisch, aber irgendwie tut es in einer solchen Situation gut, zu hören, dass andere das Gleiche durchgemacht haben. Und dass sie wieder glücklich wurden.» Das Glück kündigte sich bereits Ende 2008 wieder an: zwei rosa Striche auf dem Schwangerschaftstest! Konnten Sie sich so richtig freuen über das positive Testergebnis? Ich zwang mich zur Zurückhaltung, hatte riesengrosse Angst, dass wieder etwas passieren könnte. Aber natürlich war ich überglücklich. Ab wann war die Angst nicht mehr da? Ich habe immer noch Angst um meinen Sohn – aber in einem normalen Mass. Alle Eltern fürchten, dass ihrem Kind etwas zustösst. Während der Schwan­ gerschaft hatte ich meine ganz eigene Art, damit umzugehen: Ich redete nicht über meinen Zustand oder über mein

Baby, diskutierte keine Namen und kaufte bis zur Geburt keine Babysachen ein. Nelson kam per Kaiserschnitt zur Welt. Ja, er hatte Steisslage. Die Geburt ging so schnell, dass ich fast ein bisschen überrumpelt wurde. Ein emotionales Highlight war sie nicht, aber auch nicht traumatisch. Ich war sogar erleichtert über den Kaiserschnitt, weil er etwas ganz anderes war als meine erste Geburt. Ich brachte mein Baby damals im sechsten Monat auf natürliche Weise zur Welt. Das war mir wichtig, damit wir uns verabschieden konnten. Besonders tragisch: Hätte ihr erstes Baby nur ein Weilchen länger in Mamas Bauch gelebt, hätte man um sein Leben gekämpft. Bei Frühgeburten vor der 24. Schwangerschaftswoche verzichten Schweizer Ärzte in der Regel auf ­lebenserhaltende Massnahmen. Aber die SF-Moderatorin hadert nicht u schweizer illustrierte

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Titel

Liebevoll «Ich kann es immer noch kaum ­fassen, dass ich jetzt Mami bin.»

Ein zweites Kind? «Die Aussicht auf eine erneute Schwangerschaft begeistert mich nicht sonderlich»

u mit diesen wenigen Tagen: «Irgendwo hat auch die Medizin Grenzen.» Zudem besteht die Gefahr, dass solche Frühchen ihr Leben lang an gravie­ renden Folgen der Frühgeburt leiden. Und solche hat Sandra Boner, gelernte Ergotherapeutin, zur Genüge gesehen: Sechs Jahre lang arbeitete sie mit behinderten Kindern. «Das beein­flusste mich natürlich während der Schwan­ gerschaft mit Nelson.» Trotzdem: Auf einen Fruchtwassertest, mit dem man etwaige Behinderungen hätte erkennen können, verzichtete die TV-Frau be­ wusst: «Ich war mir sicher, dass Nelson gesund ist. Und ich hätte ihn genauso lieb, wenn es nicht so wäre.» Nelson wird langsam unruhig auf seiner Babydecke. Ein unzufriedenes Gluck­ sen, die Mundwinkel verziehen sich leicht nach unten. Sandra wirft einen kurzen Blick auf die Uhr: «Zeit für den Schoppen.» Vor Kurzem hat sie auf­ gehört mit Stillen. «Nelson und ich haben es zwar sehr genossen, aber das ­Abpumpen während der Arbeit war mühsam. Jetzt stimmte es für uns beide, damit aufzuhören, und es ging problemlos.» Einmal pro Tag bekommt Nelson nun auch einen Rüeblibrei, den er mit Genuss verspeist – schliesslich hat er bereits zwei Zähnchen! Zu­ frieden lässt der Wonneproppen vom Schoppen ab, schaut auf, ein Strahlen geht über sein rundes Baby-Gesicht­ chen: Papi ist in der Mittagspause heimgekommen. Matthieu nimmt seinen Sohn hoch und bringt ihn ins Kinderzimmer: Fürs Mittagsschläfchen ist im Hause Haudenschild-Boner der

Stilsicher Vor einigen Wochen zog die kleine Familie in ihr neues Domizil mitten in Solothurn. Papa zuständig. Sein Trick: «Ich schlafe einfach mit!» Wie macht sich Ihr Partner als Papi, Frau Boner? Er ist der beste! Wechselt er Windeln? Natürlich. Wenn ich abends oder am Wochenende «Meteo»-Dienst habe, schaut Matthieu zu Nelson. Sonst hüten ihn die Grosseltern, die sich im Moment


Namensgeber? Matthieu mag den Architekten George Nelson. «Wir entschieden uns für den Namen, weil er uns einfach gefällt.» Sein erstes (Karton-)Haus (u.) bekam Nelson zu Weihnachten geschenkt.

glücklicherweise noch darum reissen. Und wer steht nachts auf? Ich. Matthieu braucht mehr Schlaf als ich, aber das ist in Ordnung. Wenn ich morgens um sechs Uhr aufstehe, und Nelson strahlt mich an, dann weiss ich, wofür die letzten beiden Jahre gut waren. Das möchte ich nie wieder missen. Möchten Sie noch weitere Kinder? Darüber denken wir im Moment nicht

nach. Bei meiner Vorgeschichte be­ geistert mich die Aussicht auf eine erneute Schwangerschaft nicht sonder­ lich – aber das ist kein Grund, auf ein zweites Kind zu verzichten. Nelson ist ein riesiges Geschenk, und wenn es noch eines gibt, sind wir dankbar. In unserer Wohnung, die wir eben erst bezogen haben, gibt es zwar nur ein Kinderzimmer, aber das ist gross genug für zwei Bettchen. 


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Foto Ron Haviv / VII

In einem der ärmsten Länder bebt die Erde. 60 Sekunden lang – dann herrscht auf Haiti Tod, Zerstörung und unvorstellbares Leid. Die Bilder der apokalypse, die Berichte der Augenzeugen, die Hilfe aus der Schweiz.

Tod auf Ha


Schock Das Heim zerstĂśrt, die Familie tot. Ein junger Haitianer schĂźtzt sich mit seinem T-Shirt vor dem beissenden Verwesungsgeruch.

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Vor dem Nichts. Das Beben nahm den Haitianern das wenige, was sie besassen. 22

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Foto Juan Barreto / AFP

Naturgewalt Die Zerstörung in Port-au-Prince ist gigantisch. Das Haupt- und über 30 Nachbeben legten die Millionenstadt in Schutt und Trümmer.


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Glück im Chaos Zufall, wer stirbt – Zufall, wer überlebt. Diese Frau kriecht nur leicht verletzt aus den Trümmern. Ihr Gesicht spricht Bände.

Chaos, Leid und Verzweiflung. Abertausende Tote u Zuhause: Der Karibikstaat Haiti ist am Ende. Ohne in

Fassungslos Kein Stein steht mehr auf dem anderen. Wer überlebt hat, findet sich in den Trümmern seiner Existenz wieder.


Umgeben vom Tod Wohin mit den unzähligen Leichen? Überlebende bedecken die Körper ihrer Liebsten behelfsmässig mit Tüchern.

Ungewisse Zukunft Tausende von Kindern sind verletzt oder haben ihre Eltern verloren. Wer wird sich um sie kümmern?

Fotos Eliot Press / Dukas, Juan Barreto / AFP, Ron Haviv / VII, Logan Abassi / UN Photo

nd Verletzte, Millionen von Menschen ohne ternationale Hilfe hat das Land keine Zukunft.

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Das Beben wütete überall. «Jedes Dorf im ganzen Land hat Tote und Verletzte zu beklagen.»

Schrei der Verzweiflung Unter der eingestürzten St. Gerard School in Port-au-Prince hat Cindy Tersame ihren toten Bruder entdeckt.


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Foto Gerald Herbert / AP / Keystone

D

er Schrei geht durch Mark und Bein. Cindy Tersame hat endlich ihren Bruder gefunden. Jean liegt in den Trümmern, nur sein Fuss schaut heraus. Er ist tot. Haiti wird vom Schrecken heimgesucht. Auf der ­Karibikinsel herrscht die Apokalypse. Dienstag vergangener Woche, 16.53 Uhr Ortszeit. Draussen beginnt es zu dunkeln, als ein junger Fotograf in der Hauptstadt Port-au-Prince auf die Kurznachrichten-Website Twitter schreibt: «Schweres Erdbeben jetzt auf Haiti.» Aus acht Kilometern Tiefe bricht das Beben mit Stärke 7 hervor, rasend schnell fressen sich die Schockwellen über die Insel. Lassen Häuser, Hütten und sogar den stabil gebauten Präsidentenpalast wie Kartenhäuser staubend zusammenkrachen. Es ist das stärkste Erdbeben seit 200 Jahren, verwüstet eines der ärmsten Länder der Welt. Eine Minute nach Ausbruch schreibt derselbe junge Fotograf: «Alle Telefone sind tot.» Abertausende sind von den Trümmern erschlagen und begraben worden. «Plötzlich zitterten die Mauern. Ich rannte Hals über Kopf aus dem Haus. Die erste Nacht schliefen wir alle auf der Strasse, es gab ständig Nachbeben», sagt Cäcilia Haselbach. Die Schweizerin erlebte das Beben mit. Die 51-jährige Krankenschwester arbeitet seit zehn Jahren im abgelegenen Bergdorf Chenot, 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Für das Fastenopfer, das Hilfswerk der Schweizer Katholiken. Erst zwei Tage nach dem Beben kann sie ihren Vorgesetzten in Luzern ein Lebens­ zeichen geben, aus einem Internetcafé in der nächstgrösseren Stadt. «Körperlich bin ich unversehrt. Das Zittern in den Beinen spüre ich noch immer.» Sie gehe davon aus, dass es im ganzen Land kein Dorf gibt, in dem nicht Häuser zusammenstürzten und Tote und Verletzte unter sich begruben. «In unserem Dorf ist auch die Kirche zerstört.» Das grosse Problem sei die Versorgung mit Medikamenten und Lebensmitteln – viele Strassen seien nicht passierbar. «Ich danke euch für die moralische ­Unterstützung und eure Gebete.» Cäcilia Haselbach ist eine von 160  Schweizerinnen und Schweizern u schweizer illustrierte

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Die Hoffnung stirbt zuletzt. Zehntausende irren durch die Ruinen, suchen nach Verwandten. in Haiti. Der Schweizer Botschaft in Port-au-Prince gelang es bis Frei­tag letzter Woche, 100 von ihnen zu er­reichen. «Von 60 fehlt noch jedes Lebenszeichen», so der Schweizer Botschafter Urs Berner am Wochen­ ende. Er wisse von zwei Verletzten. «Sie werden so bald wie möglich in die Heimat zurückgeflogen. Unsere Botschaft blieb fast unbeschädigt.» Die dringend benötigte Hilfe in diesem Armenhaus kommt auch aus der Schweiz. Schon wenige Stunden nach dem Beben bricht ein Soforteinsatz­team des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe auf. Tags darauf reist ein zweites, 18-köpfiges Rettungsteam nach ­Haiti, gefolgt von einem Frachtflugzeug mit 30 Tonnen Hilfsgütern im Wert von 800 000 Franken. Aussenministerin ­Calmy-Rey: «Unser Engagement zielt auf effiziente Hilfe. Wir starten ein mehrjähriges Einsatzprogramm.» Die Zer­störung sei sehr, sehr gross, berichu

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tet Bernhard Huwiler, Leiter des Sofort­ einsatzteams. «Plätze und Pärke sind überfüllt von Menschen, die dort übernachten. Das Wassersystem ist zusammengebrochen.» Auch Michel Schorno, 42, Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, berichtet der Schweizer ­Illustrierten via Handy von dramatischen Szenen: «Hier in Port-au-Prince ist es 30  Grad heiss, es herrscht fast die ganze Zeit gespenstische Ruhe, die Leute ­entfachen Feuer gegen den Leichen­geruch. In sehr vielen Teilen der Stadt liegt der Grossteil der Gebäude in Schutt. Überall graben Leute mit den Händen nach Verschütteten, überall hört man eingeklemmte Menschen, die um Hilfe flehen. Doch die Hoffnung, Überlebende zu finden, sinkt stündlich. Vor den Leichenhäusern liegen massenhaft Tote.» Das grosse Beben ist vorbei, die Katastrophe nicht. Es mangelt an

­ ssen, Trinkwasser und Medikamenten, E Krankheiten und Seuchen drohen. In den wenigen noch funktionierenden Spitälern herrscht das Chaos. Am staubigen Strassenrand liegen apathisch Verletzte. Zu Tausenden irren Über­ lebende durch die Ruinen, verstört und erschöpft, ­suchen nach Verwandten. Zur Verzweiflung kommt Wut. Wut, dass die Hilfe nur schleppend in Gang kommt. Hilfsorganisationen reden von einem logistischen Albtraum. Der englische Arzt Barth Green: «Es müssten Zehntausende von Amputationen vorgenommen werden. Doch alles ist zerstört.» Die Menschen werden nach drei Kategorien sortiert: tot, fast tot, bald tot. Plünderer sind unterwegs, Schüsse peitschen durch die Strassen. Verängstigte Kinder klammern sich an ihre Mütter. Tausende wurden verletzt, verloren ihre Eltern. Zwei Millionen Kinder sind von der Katastrophe betroffen – sie leiden am meisten. Ihre Augen schauen traurig. Warum ist alles kaputt? Warum können wir nicht nach Hause?  Texte und Mitarbeit: Sandra Casalini, Giuseppe Cerrato, Marcel Huwyler, ­Thomas Kutschera, Bettina Portmann, Nina Siegrist

Fotos Logan Abassi / UN Photo, Keystone, Handout

Obdachlos Aus Angst vor Nachbeben leben Bewohner eines Quartiers in Port-au-Prince in notdürftig errichteten Zelten.


Armenhaus Haiti

Florian inhauser Live

Naturkatastrophen und korrupte Diktatoren beuteln die Menschen des Inselstaates auf Hispaniola seit Jahrzehnten. Kein Wunder, dass über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind. Land

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei etwa 600 Franken pro Jahr. 80 Prozent der Einwohner müssen mit 2 Franken pro Tag auskommen. Haiti hat auf der Insel Hispaniola eine 380 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit der Dominikanischen Republik.

Leute

Auf Haiti leben rund 8 Millionen Menschen, 95 Prozent sind Schwarze, 5 Prozent Mulatten. Da nur ein kleiner Teil der Ge­burten und Todesfälle amtlich registriert werden, sind die meisten Zahlen Schätzungen. Die Lebenserwartung auf Haiti beträgt nur 50 Jahre. Die Kindersterblichkeit ist mit 13 Prozent hoch. 1995 waren 55 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Stars

Die berühmtesten Haitianer sind die Kicker der Fussball-Nationalmannschaft, die sich überraschend für die WM 1974 in Deutschland qualifizieren konnten. Erfolge nach Noten feiert Wyclef Jean, der zusammen mit seinem Cousin Pras Michel und Lauryn Hill als The Fugees Karriere machte.

Land blutet immer mehr aus. Der DuvalierClan zweigt über 100 Millionen ab. 1987 putscht das Militär Baby Doc ins Exil. Der Ex-Diktator lebt in Paris mit seiner Jugend-Freundin in einer 1-ZimmerWohnung. 7 Millionen liegen noch immer in der Schweiz. Letztes Jahr gab das Justizdepartement die Gelder frei. Sie sollten zurück an die Haitianer. Doch das Verfahren ist noch immer hängig. EJPD-Sprecher Folco Galli: «Jetzt muss das Bundesgericht ent­scheiden.» 1990 kam Jean-Bertrand Aristide an die Macht. Seit 1996 regiert sein Weggefährte René Préval.

Katastrophen

u 1963: Hurrikan Flora tötet 8000 Haitianer. u 1998: Hurrikan George hat 800 Menschen

auf dem Gewissen. u 2004: Eine dreitägige Sintflut verursacht Erdrutsche und Überschwemmungen – 2600 Tote. Im gleichen Jahr fordert ­Hurrikan Jeanne 3000 Opfer. u 2008: Das schlimmste Jahr in Haitis Geschichte: Zwei Stürme (Hanna, Ike) und zwei Hurrikans (Gustav, Fay) töten 800 Menschen.

Diktatoren

Haiti leidet seit Jahrzehnten unter Gewaltherrschaft und Kleptokratie. 1957 reisst der ehemalige Landarzt François «Papa Doc» Duvalier die Macht an sich. 1964 setzt er sich dank seiner Geheimarmee Tontons Macoutes als Diktator ein. 1971 stirbt Papa und Sohn Jean-Claude «Baby Doc» übernimmt als 19-Jähriger. Das

Sintflut Gleich zwei Tropenstürme und zwei ­Hurrikans setzten 2008 Haiti unter Wasser.

Tod und Verwüstung Das Erdbeben mit Stärke 7 auf der ­Richter-Skala forderte auf Haiti Zehntausende Tote.

USA

Atlantik

Bahamas Mexiko

Kuba

Haiti

Dominikanische Republik Port-au-Prince Santo Domingo

225km

175 200

150

125

100

75

50

25

Karibik

Epizentrum

0

50

100 km

SIgrafik: Nigel Simmonds

Katastrophen-erprobt SF-Korrespondent Florian Inhauser, 41, Ehemann von «Tagesschau»-Moderatorin Katja Stauber, berichtet aus Jimani, im Grenz­ gebiet Dominikanische Republik und Haiti. Er leistete bereits Einsätze nach den Beben in der Türkei, im Iran und auf Sumatra.

«Vorhof der Hölle», so beschreibt «Tagesschau»-Kor­respondent Florian Inhauser die Situation an der haitianischen Grenze.

«

Eigentlich hätte ich am Mittwoch die Mittags-‹Tagesschau› und die Sechs-Uhr-Nachrichten moderiert. Aber um 8 Uhr erhalte ich vom Schweizer Fernsehen den Anruf, ob ich bereit wäre, nach Haiti zu reisen. Ich sage zu. Mein Kameramann Julien Cassez und ich fliegen nach Punta Cana in der Dominikanischen Re­publik, dem Nachbarland Haitis. Am ­Donnerstag um 12 Uhr Ortszeit stehen wir am einzigen Grenzübergang, der Richtung Port-au-Prince führt. Die Zustände sind so, wie Julien und ich erwartet haben: chaotisch. Ein Eisentor markiert die Grenze. Dahinter liegt die Hölle, und was davor ist, könnte man wohl als deren Vorhof bezeichnen. Auf der dominikanischen Seite stauen sich die Lastwagen mit Hilfsgütern und werden nur tröpfchenweise durchgewunken. Auf der haitianischen Seite sind zwei- bis dreihundert Leute versammelt. Wir treffen Paul, er hat im reicheren Teil von Port-au-Prince zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern gelebt. Als sein Haus einstürzte, kamen seine Kinder ums Leben. Seine Frau ist apathisch, starrt ins Leere. Paul erzählt uns, dass sie nur noch aus dem Land heraus wollten, das Leben habe keinen Sinn mehr in Haiti. Aber für sie habe das Leben sowieso keinen Sinn mehr. Das ganze Land scheint in einen Zustand der totalen Hoffnungslosigkeit verfallen. Am schlimmsten ist es, die Kinder zu sehen. Hilfe kommt nur beschwerlich und langsam ins Land. Nur wer Geld hat und Papiere, kommt heraus. Der grösste Teil der Bevölkerung vegetiert inmitten der Zerstörung. Julien und ich machen uns an die Arbeit, drehen endlos Filmmaterial ab. Gleichzeitig versuchen wir, irgendeinen Weg Richtung Port-au-Prince zu finden. Immer wieder fragen wir Hilfs­ organisationen, die die Grenze überqueren, ob wir mitfahren können. Jedes Mal die gleiche Antwort: ‹Wir haben keinen Platz.› Wie lange Julien und ich noch hier bleiben, ist schwer zu sagen.

»

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Erdbeben-Drama

Das Wunder von Port-au-Prince Nicht nur die Haitianer sind traumatisiert, auch die internationalen Helfer zeigen sich schockiert über das Ausmass der Kata­strophe: Wo man hinblickt, nichts als Elend, Tod, Verwüstung, Verzweiflung – und Hoffnungslosigkeit. Was sollen sie hier noch retten? Den Helfern bleibt nur, die Toten zu bergen. Doch manchmal geschieht ein kleines Wunder, das den Rettern zeigt, wofür sie da sind. Drei Tage nach dem Jahrhundertbeben wird der zweijährige Redjeson aus den Trümmern seines eingestürzten Eltern­hauses in Port-au-Prince geborgen. Alle haben ihn tot geglaubt, und seine Eltern haben ihr Büblein beweint. Dann wühlen sich spanische und

belgische Rettungsteams durch den zertrümmerten Beton und das ver­bogene Metall des Hauses. Sie hören ein Wimmern. Und finden den kleinen Redjeson: erschöpft, schmutzig, in zerrissenen Kleidern, schreiend, weinend und mit einer Platz­ wunde am Kopf – aber er lebt! Mutter Daphnee und Vater Reginald können es kaum fassen, dass ihr tot geglaubtes Kind noch am Leben ist. Ängstlich schaut der Kleine ins Blitzlicht­ gewitter der Fotografen. Dann entdeckt er seine Mutter – und ein breites Lächeln huscht über sein vom Dreck verschmiertes Gesicht. Redjeson, das glücklichste Kind im Elend von Haiti.


SolidaritÄT u Das Erdbeben auf Haiti löste auf der ganzen Welt grosse Spendenbereitschaft aus. Auch Prominente engagieren sich. Allen vor Roger Federer: Der Basler Tennisstar organisierte beim Australian Open in Melbourne eine Hilfsveranstaltung für die Opfer. u Das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen spendete dem Roten Kreuz 1,5 Millionen Franken, Popstar Madonna 250 000 Franken. Der haitianische Rapper Wyclef Jean hilft mit seiner Wohlfahrtsorganisation Yéle Haiti. u Schauspieler George Clooney macht sich für eine TV-Spendenaktion stark. Die Show ist für Freitag auf dem US-Sender MTV geplant. u Angelina Jolie und Brad Pitt liessen der Organisation Ärzte ohne Grenzen eine Million Franken zukommen. u Dienstag dieser Woche, 20.15 Uhr, grosse ZDF-Spendenshow mit Thomas Gottschalk.

So Helfen Sie Spenden nimmt unter anderem die Glückskette entgegen Postkonto 10-15000-6

Fotos Gerald Herbert / AP / Keystone (2)

(Vermerk «HaiTI»)

Er lebt! Er lebt! Spanische Retter finden nach drei Tagen den zweijährigen ­Redjeson unverletzt unter Trümmern. Sein Vater Reginald (r.) ist fassungslos vor Freude. schweizer illustrierte

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prominent

Sexy In «Uli, der Knecht» spielte die junge Elisabeth Schnell 1954 das «strübstä Meitschi» im Dorf.

Fotos Praesens Film, Blick / RDB, Elfie Wollenberger, Sonntagsblick / RDB

Keine Zeit zum Schlafen Elisabeth Schnell in Aktion, während sie 1977 den «Nachtexpress» moderiert.

Persönlich elisabeth schnell, 22. 1. 1930 u Privat Elisabeth Schnell ist ledig. Ihre

Eltern waren Pächter des Zunfthauses zur Schmieden in Zürich. «Als Kind wollte ich ins Kloster oder ins Gefängnis, weils dort mehr Ruhe gibt» u karriere Handelsschule-Diplom. Berufsbegleitend lässt sie sich zur Schauspielerin ausbilden. 1953 lebt Elisabeth Schnell in Rom, posiert auch für Fotoromanzi. Radio­ laufbahn: 1954 bis 1990. Ihre Sendungen «Nachtexpress», «Espresso» und «Kafichränzli» sind legendär

170 Jahre Le 32

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Grandios In Esther Vilars Stück «Die amerikanische Päpstin» brilliert Maria Becker im Jahr 2000 in Schweinfurt (D).

Paraderolle In Dürrenmatts Kultstück spielt Maria Becker die «alte Dame».

Persönlich Maria Becker, 28. 1. 1920 u Privat Am 14. 7. 1945 heiratet sie den Schweizer Regisseur Robert Freitag. 1964 wird die Ehe geschieden. Der älteste ihrer drei Söhne nimmt sich 1966 das Leben u Karriere Schauspiel­ ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Ab 1938 in Zürich. 1956 gründet sie ihr Tourneetheater Die Schauspiel­ truppe Zürich. International bekannt wird Maria Becker vor allem durch die Interpretation grosser Frauengestalten (Elektra, Iphigenie etc.)

ben

Happy Birthday! Elisabeth Schnell wird 80, Maria becker 90. Zu Besuch bei der Schweizer Radiolegende und der Grande Dame des deutschsprachigen Theaters.


prominent

«Ein paar Kilos zu viel auf den Rippen haben auch einen positiven Effekt: Die Haut bleibt glatt und straff» Elisabeth schnell Text Giuseppe Cerrato Fotos Marcel nöcker

S

ie will weder Ansagen, Ständchen noch Geburtstagskuchen! Ihren 80. Geburtstag feiert Elisabeth Schnell unaufgeregt. Seit dem 3. November steht sie allabendlich in HeilsarmeeUniform als Salutistin in der «Kleinen Niederdorfoper» auf der Bühne des Bernhardtheaters in Zürich. «Nach der Vorstellung stosse ich mit einem Gläschen Prosecco mit der Truppe an», sagt die Radiofrau und Schauspielerin, die von 1954 bis 1990 mit Sendungen wie «Nachtexpress», «Espresso» oder ­«Kafi­chränzli» Kultstatus erlangte. Sie wirbelt durch ihre verwinkelte Vierzim-

K

einen Kilometer von Elisabeth Schnell entfernt lebt Maria Becker. Sie hat es sich auf einem zierlichen Fauteuil im Salon ihrer Villa aus der Belle Epoque im Zürcher Seefeld gemütlich gemacht. In einer Woche feiert auch die grosse Dame des deutschsprachigen Theaters einen runden Geburtstag: Sie wird 90. Seit sie Probleme mit der Hüfte hat, geht sie an Krücken. «Ich verbringe viel Zeit im Haus und übe mich in der hohen Kunst, mich nicht allzu viel zu bewegen», sagt sie mit leicht sarkastischem Unterton. Ein sanfter Schubs und Vasty, ihr vierjähriger ­Bichon-Frisé-Rüde, plumpst von ihrem Schoss auf den beigen Teppich. Langsam erhebt sich «die Becker» vom Stuhl und bittet um die Stöcke. Man spürt ihre Ungeduld. Am liebsten wäre sie schon am anderen Ende des Zimmers. Aber ihr Körper bremst sie. Vorsichtig bewegt sie sich – Schritt für Schritt – Richtung Fenster. Sie schaut hinaus ins Schneetreiben und sagt in gestochen klarem Bühnendeutsch: «Ich hasse Schnee!» Maria Becker ist kein sanft­ mütiges Katalog-Grosi. Sie hat die Attitüde einer Diva, die es gewohnt ist, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Kein Wunder, sie hat im Laufe

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mer-Dachwohnung mit Blick auf den ­Zürichberg. Die Wangen rosig, die Haut straff und glatt («das ist der Vorteil, wenn man ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat»): Die legendäre Radiofrau sieht aus wie 60 und hat das Temperament einer jungen Frau. Im Büro, das nahtlos ins Wohn­ zimmer übergeht, herrscht kreatives Chaos. Sie serviert Espresso und SchoggiGuetsli. Auf dem antiken Nussbaumtisch liegen «Blick» und «Tages-Anzeiger». In Reichweite das Digitalradio und der schwarz glänzende Laptop. Die Frau ist auf der Höhe der Zeit. «Ich werde mir noch ein Flachbildschirm-Fernsehgerät kaufen», sagt sie mir ihrer warmen und angenehmen Stimme, die Generationen

von Schweizern durch die Nacht be­ gleitet hat. «Der Panasonic bringt es nicht mehr.» Sie scheint kein bisschen müde zu sein, strotzt vor Energie. Aus­ ser als sie von Freunden spricht, die für immer gegangen sind. «Ich vermisse Max Rüegger und Heiner Gautschi sehr», sagt sie. 2009 sei ein Abschiedsjahr gewesen. Vor vier Monaten starb auch ihr 15 Jahre ­alter Berner-SennenhundBorder-Collie-Mischling Cara. «Sie hatte ein wunderschönes Leben und ist einfach so eingeschlafen.» Doch Elisabeth Schnell ist nicht der Typ, der zu lange in Rührseligkeit verweilt. Dafür lebt sie zu sehr in der Gegenwart. «Ich habe Freundschaft mit zwei Raben geschlossen. Sie sitzen auf dem Baum gegenüber und warten, bis ich aus dem Haus trete. Zuerst fütterte ich sie mit Rüebli, ohne Erfolg! Als ich jedoch mit Cervelat und Käse kam, herrschte Eintracht. Clevere Bürschchen!» Und weil die Grand Old Lady des Schweizer Radios gern Neues lernt («ich bin ein typischer Wassermann»), zeigt sie auf ihr derzeitiges Lieblingsbuch: «Rabenschwarze Intelligenz – was wir von Krähen lernen können.» 

«Das Älterwerden habe ich nie als Tragödie aufgefasst. Den Tod hingegen fürchte ich seit je» maria becker ihrer langen Karriere alle grossen modernen und klassischen Rollen gespielt. Hat sie dennoch einen Wunsch offen? Ohne eine ­Sekunde zu zögern, sagt sie mit lauter und fester Stimme: «Natürlich! Ich würde gerne wieder in ‹Die Physiker› von Dürrenmatt spielen. Ein wunderbares Stück.» Die Schauspielerin verspürt heute noch die Leidenschaft für die Bühne. 1938 kam die gebürtige Berlinerin vom Reinhardt-Seminar in Wien wegen eines Engagements ans Zürcher Schauspielhaus. Sie wollte nur ein Jahr bleiben, die Nazis und der Zweite Weltkrieg machten ihr einen Strich durch die Rechnung. «Potzblitz! Da fand ich mich in dieser miefigen Stadt wieder. Und jetzt bin ich immer noch hier. Es ist einfach passiert. Aber heute mag ich die Stadt sehr», sagt sie.

Sie nimmt wieder Platz. Ihre gepflegten Hände streifen sachte über den Wollstoff ihrer blauen Hose. Vor ihr auf dem Couchtisch liegen drei Exemplare ihrer soeben erschienenen Biografie, die sie noch signieren muss. In ihrem persönlichen Rückblick auf 90 Jahre gelebtes Leben steht, dass sie das Älterwerden nie als Tragödie aufgefasst hat. «Den Tod hingegen fürchte ich seit je.»  

Spannende 90 Jahre Die Lebenserinnerungen von Maria Becker sind in der Biografie «Schliesslich ist man doch jeden Abend ein anderer Mensch» im Pendo Verlag (CHF 34.90) erschienen.


Mister Migros in seinem Zürcher Büro. Hinter ihm: ein Bild des Schweizer Künstlers Peter von Wattenwyl.

w e i v r e t n I e h c o W r de Herbert mit Bolliger

«Herr Bolliger, waren Sie ein Migros-Kind?» Wie meistert der orange Riese die nicht gerade rosigen Zeiten? ­Migros-CEO Herbert Bolliger über die neusten Zahlen, seinen Einkauf bei Aldi und Lidl und seine Bademeister-Qualitäten. Text Nina Siegrist Fotos Marcel Nöcker

M

igros-Chef Herbert Bolliger hat den Überblick. Aus dem obersten Stock des Migros-Haupt­ sitzes in Zürich sehen die um­liegenden Gebäude aus wie Playmobil-Häuschen. In den 22 Jahren beim orangen Riesen ist Bolliger kontinuierlich aufgestiegen: Vom 11. in den 16. und vom 16. in den 19. Stock. Höher geht nicht. Der CEO, gross, schlank und stets mit einem wohlwollenden Lächeln auf den Lippen, präsentiert heute die neuen Umsatz­ zahlen. Vor sich ein paar Notizblätter, sitzt er am Besprechungstisch seines Büros, umgeben von Migros-Gipfeli, Migros-Schöggeli und Aproz-Fläschli.

Herr Bolliger, waren Sie eigentlich ein Migros- oder ein Coop-Kind? Ich glaube, ich war ein Coop-Kind. Das lag aber schlichtweg daran, dass der Coop mit meinem Trottinett besser erreichbar war als die Migros. Und wann wurden Sie «bekehrt»? Im Teenageralter war mein Cousin bei

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uns in den Ferien. Der wusste, dass die Schoggi in der Migros viel billiger ist. Also gingen wir in die Migros. 40 Rappen hat eine Tafel da bloss gekostet. Das hat mich schwer beeindruckt. Kommen wir zum «Geschäftlichen»: Die Umsatzzahlen für 2009 liegen vor. Sind Sie zufrieden? Sie wissen ja: Im Detailhandel darf es immer ein bisschen mehr sein (lacht). Ohne das Geschäft mit den Treib­stoffen liegen wir im Detailhandel praktisch auf Vorjahresniveau. Wenn man bedenkt, dass wir für über 300 Millionen Franken Preissenkungen vorgenommen haben, ist das gut. Geprägt wird das Resultat vor allem von drei Komponenten: Bei den ­Frischprodukten liegen die Preise aufgrund eines Überangebotes rund 3 Prozent tiefer als im Vorjahr. Zudem haben wir bei mehr als 2000 anderen Produkten die Preise gesenkt. Das wirkt sich logischerweise auf die Umsätze aus. Dann hatten wir in der Reisebranche einen deutlichen Buchungsrückgang von 300 Millionen Franken – die Leute verreisen seltener und für weniger Geld. Beträchtlich sind die Einbussen bei

Migrol: Weil die Treibstoffpreise 2009 massiv gesunken sind, verzeichnen wir einen Umsatzrückgang von 400 Millionen Franken. Kommt es zum Stellenabbau? Nein, wir haben keinen Stellenabbau geplant. Regulierungen nehmen wir über die natürliche Fluktuation vor. Ende Jahr haben Sie für Schlagzeilen gesorgt, weil Sie Aldi und Lidl angegriffen haben. Die Harddiscounter würden Mit­arbeiter und Produzenten ausbeuten. Warum plötzlich diese deutlichen Worte? Ich verfolge die Entwicklung in Deutschland sehr genau und wollte auf die verheerenden Folgen hingewiesen: Hätten die Harddiscounter in der Schweiz den gleichen Marktanteil wie in Deutschland, dann würden im ­Detailhandel etwa 70 000 Stellen ­abgebaut. Dies, weil der Discount mit deutlich weniger Personal arbeitet. Das ist möglich, weil das Sortiment kleiner ist, es keine Bedienungstheken gibt und die Waren auf Paletten angeboten werden. Jetzt mögen gewisse Wirtschaftsprofessoren sagen, kein Pro­blem, so funktioniert halt der Markt. Aber mir sind 70 000 Stellen nicht egal. Eigentlich hat doch aber Gottlieb Dutt­ weiler vor 85 Jahren das Gleiche gemacht wie Aldi und Lidl. Viele kleinere Detaillisten verloren wegen der Migros ihre ­Existenz.


Angebotes sind und bleiben MigrosMarken. Wir führen nur diejenigen Produkte ein, die dazu führen könnten, dass Kunden anderswo einkaufen, weil es sie bei uns nicht gibt. Mit Coca-Cola, Pampers, Thomy-Senf und Nescafé sind wir den Kundenbedürfnissen nachgekommen. In den nächsten drei Jahren werden voraussichtlich keine weiteren Marken eingeführt. Sofern es die Revision des Heilmittel­ gesetzes erlaubt, will die Migros auch bald einfache Medikamente wie Hustensaft oder Aspirin verkaufen. Was kommt als Nächstes – ein Migros-Budget-Spital? Nein. Obwohl, das wäre eigentlich ganz praktisch: Das Migros-Grün dominiert ja schon im Operationssaal, wir müss­ ten nur noch den orangen Streifen draufmachen (lacht). Aber ernsthaft: Gesundheit ist ein wichtiges Thema. Die Migros bietet in diesem Bereich mit Fitnesscentern, Wellnessferien, MigrosKlubschulkursen oder dem Gesund­ heitsmagazin «Vivai» schon sehr viel. Wir überlegen uns aber, was wir zusätz­ lich noch tun können. Rezeptfreie Heilmittel wären eine gute Option. Haben Sie selbst eigentlich schon mal einen Migros-Klubschulkurs besucht? Ja, ich hab mal mein Französisch auf­ poliert, damit ich mich mit den Händlern in der Romandie besser unterhalten kann. Einen Kurs über gesundes Leben haben Sie ja nicht nötig. Ihre Ehefrau ist Personal Trainer und Fitnesscoach. Genau. Sie fordert mich ganz schön, wir gehen häufig zusammen in die Migros-Fitnessparks. Dann könnten Sie ja direkt wieder als Bademeister arbeiten – wie damals, während Ihrer Studienzeit. Ach, da haben Sie was ausgegraben (lacht). Aber stimmt. Das Rettungs­ schwimmerbrevet müsste ich allerdings wohl auffrischen. Sie und Ihre Ehefrau Beatrice sieht man sehr häufig an VIP-Anlässen. Sind Sie ein «Partytiger»? Von wegen! Ich gehe nur an etwa zwanzig Prozent aller Anlässe, für die ich eine Einladung erhalte. Aber wenn ein Anlass gute Unterhaltung verspricht und die erwarteten Gäste interessant sind, gehen meine Frau und ich gerne ab und zu aus. Sie sind jetzt seit über 20 Jahren bei der Migros. Wie lange bleiben Sie noch? Der Detailhandel ist eine so kurzweilige und spannende Branche und meine Arbeit so vielseitig, dass ich mir nichts Besseres vorstellen kann. Ich bleibe gerne – solange die Chefs mich lassen (lacht). 

Herbert Bolliger

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Grillplausch auf der Baustelle

Fürs Jubiläumsmagazin «50 Jahre Migros-Kulturprozent» inszeniert Kabarettist Lorenz Keiser ein Interview auf einer Baustelle. Metzgerssohn Bolliger: «Es geht nichts über einen Cervelat!»

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Glamouröses Paar

Herbert Bolliger zusammen mit seiner Ehefrau Beatrice. Die beiden sind seit 25 Jahren verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder.

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Im Herzen Rocker

«10 Jahre Cumulus» mit den Rolling Stones. Herbert Bolliger (2. v. r.) «Ans AC/DC-Konzert gehe ich nicht, aber bei U2 wäre ich dabei!»

Persönlich u Geboren in Wettingen AG am 23. 11. 1953 u karriere Betriebswirtschaftsstudium, 1987 als Leiter ­Finanzen/Informatik zur Migros, seit Juli 2005 CEO des Migros-Genossenschafts-Bundes u familie Verheiratet, zwei erwachsene Kinder u Lieblingssong «Summer of 69» von Bryan Adams

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Fotos Handout (2), Fabienne Bühler

Ja, das stimmt. Allerdings mit dem grossen Unterschied, dass er das damit verdiente Geld nicht in den eigenen Hosensack steckte. Er liess die Be­ völkerung und die Mitarbeitenden an seinem Erfolg teilhaben, zum Beispiel mit dem Migros-Kulturprozent und mit guten Arbeitsbedingungen. Wie lange kann und will denn die Migros noch am Preiskampf teilnehmen? Mit unserer M-Budget-Linie werden wir an der Tiefstpreisgarantie festhalten. Auch werden wir weiterhin den güns­ tigsten Warenkorb anbieten. Bei uns spielen aber auch noch andere – soziale oder ökologische – Überlegungen mit. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wir hatten eine enorm billige Offerte für Gemüse­ konserven aus dem Ausland. Doch wir lehnten ab – weil wir auch künftig das Gemüse kaufen wollen, das von 260 Schweizer Bauern produziert wird. Waren Sie selbst eigentlich schon mal Kunde bei Aldi oder Lidl? Ich habe in Deutschland mal einen Testeinkauf gemacht. Und war ­schockiert, wie man mich an der Kasse behandelt hat: Ich war viel zu langsam, weil ich die Ware wie in der Schweiz in die Papiertüte packen wollte. Die Verkäuferin hat mich dann relativ unsanft darauf hingewiesen, meine Ware in den Einkaufswagen zu legen und vorwärtszumachen (lacht). Sonst kaufen Sie, nehme ich an, hauptsächlich bei Migros ein …? Schreiben Sie «nur» (lacht). Aber Sie sind doch Metzgerssohn. Kaufen Sie das Fleisch trotzdem in der Migros? Sicher! Früher wäre das allerdings einem Verrat gleichgekommen. Stellen Sie sich vor, man hätte den Sohn des Metzgereiangestellten Fleisch in der Migros kaufen sehen – ein Skandal! Blicken wir in die Zukunft: Macht die Migros 2010 wieder mehr Umsatz? Wenn man einer aktuellen Credit-­ Suisse-Studie glaubt, steigt die Zahl der Arbeitslosen nochmals erheblich. Zugleich nimmt die Zuwanderung aus dem Ausland, von der die Migros profi­ tiert hat, ab. Diese Faktoren werden unser Geschäft ebenso be­einträchtigen wie Ernte und Preis­entwicklung. Da aber einige grosse Einkaufszentren, die sich 2009 im Umbau befanden, jetzt wieder voll in Betrieb sind, gehe ich von einem Umsatzwachstum von ein bis zwei Prozent aus. Sie bauen dieses Jahr mit Coca-Cola, Pampers, Thomy-Senf und Nescafé Ihr Markenangebot aus. Früher war die Migros doch bekannt für ihre Eigenmarken. Das bleibt auch so! 90 Prozent unseres

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Text Ilona scherer Fotos marcel nöcker

D

iese Frau weiss, was sie will – und was nicht. Schnurstracks geht ­Manuela Pesko, 31, in der LoungeBar des Fünfsternehotels Waldhaus Flims zur Kuchenvitrine und fragt energisch: «Ist das Schwarzwälder Torte?» – «Nein, Schokoladentorte mit Kirschen.» – «Au ja, ich liebe ­Süsses und auch Kirschen – ist bestellt!», kommt es wie aus der Pistole geschossen. Es ist vier Uhr nachmittags, und vor gut drei Stunden hat die HalfpipeWeltmeisterin von 2007 einen Teller Rösti mit Rauchlachs und Crème fraîche sowie einen Ge­müseteller verdrückt. Auf ihren Heisshunger angesprochen, lächelt sie charmant: «Im Moment esse ich sehr viel und regelmässig. Ich trainiere aber auch sehr viel.» Vier Tage pro Woche steht sie derzeit auf dem Board. Und die Bündnerin ist durchtrainiert wie zu besten Zeiten, hat eine perfekte Figur: die Oberarme definiert, der Bauch straff und die Farbe gesund. Kurz: Als hätte sie nie aufgehört, Hochleistungssport zu treiben. Und doch ist irgendwas anders als vorher. Dieses Strahlen in den Augen, Motivation, pure Lebensfreude – der FunFaktor! «Manuela hat ihren Sport nach ­einem Jahr Pause auf eine neue Art wiederentdeckt», erklärt ihr Bruder Nico, 30, der in Lenzerheide GR mit Manuela in einer WG wohnt und zu ihren engsten Vertrauten zählt. «Seit ihrem Comeback ist sie mit noch mehr Freude an der Sache. So ein Projekt muss man mit Spass und Motivation ­angehen. Alles andere befriedigt Manuela auch nicht. Und dann ist sie daheim nicht gut drauf», sagt er schmunzelnd. Nico erinnert sich genau, wie Manuela Anfang Oktober von einem Ausflug in die Pipe in Saas-Fee zurückkehrte. «Mit einem riesigen Smile im Gesicht sagte sie: ‹Das hat mega Spass gemacht!› Da war für mich der Fall klar.» So erfuhr Nico, der den Fami­lien­ betrieb Pesko Sport in Lenzerheide mit seinen Eltern führt, als Erster vom Comeback der Sportlerin des Jahres 2003. Ein Bauchentscheid sei es gewesen, erklärt ­Manuela. Am Cheminée der Chadafö-Bar des «Waldhauses» kommt sie ins Philosophieren. «Ich bin eben der Typ ‹all-in›, der alles auf eine Karte setzt. Wenn, dann mache ich es richtig, zu hundert Prozent!» Mitte November schlug Pesko im tradi­tions­ reichen Hotel nahe Laax ihre Zelte auf, um während sechs Wochen ihr Comeback vorzubereiten und hart zu trainieren. «Hier hatte ich perfekte Bedingungen, um mich vom Training zu erholen.» Das grosse Ziel: Olympia 2010 im Februar in Vancouver. «Dort will ich den besten Run meines u

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Heisse Frau ganz cool So hoch pokert nur SnowboardWeltmeisterin manuela pesko! Vor sechs Wochen erst erklärte sie den Rücktritt vom Rücktritt, jetzt träumt sie von einer Olympiamedaille in Vancouver. Kraft fürs knallharte Training tankt die Bündnerin im Fünfsternehotel.


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Lächeln bei minus 10 Grad «Schnee, Eis und Luft sind meine Elemente», sagt die Snowboarderin aus Lenzerheide. Eine Viertelstunde lang posiert Manuela Pesko für die Schweizer Illustrierte am Aussenpool des «Waldhauses Flims Mountain Resort & Spa» – und hat dabei keine Gänsehaut, sondern «wirklich Spass»!

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«Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe» Unbeschwert blickt Pesko in die nahe Zukunft.

«Wenn Manuela ihren Fun-Faktor durchziehen kann, sehe ich eine Top-Platzierung in Vancouver»

peskos relax-tipps Warm-up In der Chadafö-Bar lässt Pesko den Tag ausklingen.

nico pesko, 30, bruder u ­Lebens

zeigen», sagt sie und hütet sich davor, von einer Medaille zu sprechen. Zuerst muss sie sich überhaupt qualifizieren. Freestyle-Nationaltrainer Marco Bruni zeigte sich nach ihrer Rückkehr optimistisch: «Manuela war nicht extrem lange weg, und sie ist auch nicht untätig geblieben in der Zwischenzeit.» Die Film- und Fotoaufnahmen, die sie vor ­allem für Willy Bogner im letzten Jahr machte, waren anspruchsvoll. Das kommt ihr zugute. Bis jetzt stimmten die Resultate. Und diese Woche kann Pesko mit einem Top-Rang bei den Trials am Bolgenhang in Davos (Dienstag/Mittwoch) das Olympia-Ticket lösen. Um einen von zwei Schweizer Plätzen in der Halfpipe zu ergattern, muss sich Pesko gegen ihre härtesten Konkurrentinnen, Ursina Haller und Sina Candrian, durchsetzen. Sie sagt: «Ich bin sehr optimistisch. Aber eine ­Garantie gibts nie. Ich durfte in meiner Karriere so viel erleben – alles, was jetzt kommt, ist Zugabe.»

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Doch eine Medaille an Olympia, die fehlt der Siebenten der Spiele von Turin 2006 noch. Und wenn sie diesen Traum verpasst? Kommt dann der Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt? «Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich ­fokussiere mich auf mein Fahren, meine Tricks und das Ziel, immer besser zu werden», sagt sie bestimmt. Dafür hat sie alles andere bis im Februar zurückgestellt. Ihre Ausbildung (an der Swiss Marketing Academy von Brigitte Oertli in Zürich), ihren Umzug nach Zürich («mitten in die City»), die Männer. «Im Moment habe ich gar kein Privatleben», sagt sie und scheint das nicht weiter schlimm zu finden. Das letzte Mal im Ausgang war die Party-Nudel an Silvester. «Meine Liebe ist jetzt das Snowboard.» Alles andere, findet sie, könne man sowieso nicht erzwingen. Was, wenn ihr noch vor Olympia «Mister Right» begegnet? Die Antwort kommt prompt: «Der muss warten! Und wenn er der Richtige ist, wartet er auch.» Dann lacht sie herzhaft. Fun-Faktor: 10! 

Erholung ist für Sportprofis das A und O. Snowboard-Star Manuela Pesko verrät, wie sie ihre Batterien am besten auflädt: u Aromabad im Spa des «Waldhauses Flims»: 45 Grad sind ideal, um dem Körper nach dem Training Wärme zurückzugeben. u Schlafen nach dem Training wirkt Wunder … u Dehnen nach einem auflockernden Sprudelbad u Mit meinen Freundinnen telefonieren u Viel Wasser und meinen selbst gemachten Tee (3 Liter täglich) trinken u Sportmassage u Manchmal TV oder eine gute DVD u Gut essen mit Freunden und über alles reden, ausser über Sport u Allein sein, nichts tun, den Tag in Ruhe Revue passieren lassen IS


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler, Postkarte Marilyn Monroe in New York (Sam Shaw), Postkartenhandel

shopping Objekt der Begierde

Ich steh auf NYC!

u Es ist der Lieblingsort für schlaflose Verliebte und das Wahrzeichen New Yorks: das Empire State Building. Die italienische Schuhmarke Geox will jetzt auch uns in den Bann des berühmten Gebäudes ziehen. Zur Eröffnung des Geox-Flagship-Stores in der 34. Strasse erscheint eine limitierte High-Heels-Kollektion mit skulpturalem Absatz: dem Wolkenkratzer im Miniformat. Zwölf verschiedene Modelle gibts (mit Pailletten, in Reptil-, Felloptik, Lack) und alle mit der atmungsaktiven Geox-Sohle. Ab Mitte Februar sollen einzelne Modelle bei uns zu erstehen sein! Kristina Köhler

Peeptoes wie aus den glamourösen 50er-Jahren: limitierte Edition von Geox. Exklusiv erhältlich beim Geox-Shop am Limmatquai 94 in Zürich. www.geox.ch u ca. CHF 350.–

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shopping

Look

kinder-SAchen

Kleine Kobolde

u Sie tollen am liebsten draussen rum, wühlen in der Erde oder bauen Schneemänner. Und sie scheren sich überhaupt nicht darum, ob das neue Edel-Outfit beim Baumklettern leidet: die lieben Kleinen. Deshalb wählen kluge Mütter und Väter Sachen für sie aus, die strapazierfähig sind. Die auch nach der Schneeballschlacht noch gut aussehen. Jeans, die man bei 60 Grad waschen kann. DaunenGilets, die ebenfalls maschinentauglich sind. Sneakers, die sich feucht abwischen lassen. Und Spielzeug, das ebenfalls in die Maschine darf. Damit unsere lieben, kleinen Kobolde das Kinderleben nach Lust und Laune geniessen können. Und sollte bei den Girls dann doch mal ein Prinzessinnen-Tag dazwischenkommen, wählt Mama das Kleidchen einfach so aus, dass es einen vernünftigen Preis hat. Dann tut das Loch, das die beste Freundin reingemacht hat, nicht ganz so weh.

beatrice schönhaus

Klein & frech Die Figuren von Little Miss Moma wachsen einem ans Herz. www.littlemissmoma.ch u je CHF 43.90

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Ich bin auch eine Prinzessin Anastasija trägt ein Kleidchen von H & M. u CHF 34.90, Strümpfe, Schuhe, Federkissen ebenfalls H & M, Krönchen Franz Carl Weber.


Süss & frech Kroko aus der herzigen Linie von www.littlemiss moma.ch u CHF 25.90

Warm & kuschlig Herziger Pulli für Jungs von Geox. Fachhandel.u CHF 112.– Schweizerisch & cool Ethno-Hemd für Girls & Boys von Teddy’s Souvenir Shop, Tel. 044 - 261 22 89. u CHF 62.–

Zierlich & schlicht Body für Girls über www.ballet-shop.ch, Tel. 044 - 261 69 10. u CHF 47.– Rund & lustig Eulendame Charlotte macht auch Musik. www.littlemissmoma.ch u CHF 84.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Marisa Pichler

Alltagstauglich & gut Jeans Ministars von Globus. u CHF 39.90 Luftig & leicht Ballettjupe für Prinzessinnen bei H & M. u CHF 14.90 Warm & weich Daunengilet für die Kleinen von Geox. u CHF 154.– Formschön & lässig Sneakers in SteppOptik von Geox. u CHF 120.–

Bunt & fröhlich Stiefel für Girls entdeckt bei H & M. u CHF 29.90

Wisch & weg Feuchttücher Soft & Cream von Nivea Baby. Fachhandel. u CHF 6.90 schweizer illustrierte

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Mode

shopping

Glitzerhülle Strick-Béret mit Pailletten, H & M. Solange Vorrat. u CHF 14.90

Kristallblüte Grosse Haarspange mit Strasssteinen, Boutique Zoé, Zürich. u ab CHF 18.–

Buntes Vögelchen Ansteckvogel mit echten Federn für Haarreife. Tansini, Zürich. u CHF 6.90

Schneehase Flauschiges Strickstirnband mit Fellohrwärmern. Von Eugenia Kim, bei Bufalini. Zürich. u CHF 198.–

Exotischer Federschmuck Haarreif mit verschiedenen Federn von Zara. Solange Vorrat. u CHF 9.90

Roaring Twentys Mini-Haarspängeli, entdeckt bei Coop City. u CHF 7.90

Goldene Spange Doppelreihiger goldener Haarreif von H & M. Solange Vorrat. u CHF 7.90

Gute Tage für Haare u Minusgrade zwingen uns manchmal, Mützen zu tragen – Hauptsache, sie geben warm. Doch leider drücken Mützen dann oft auch die Frisur platt. Haar-Accessoires im Mini- und Maxiformat helfen schnell und unkompliziert, das Haar tagsüber oder auch für abendliche Auftritte in Form zu bringen. Mittlerweile gibt es eine grosse Auswahl an Haarreifen und Haar-

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schweizer illustrierte

bändern (etwa in Warenhäusern), die bei kürzerem, langem und nicht mehr ganz frisch gewaschenem Haar funktionieren. Für «aussichtslose Fälle» packt man ein leichtes Béret, etwa aus feinem Glitzerstrick, mit in die Handtasche. Dieses versteckt eigenwillige Frisuren sowohl bei der Arbeit als auch abends beim Freundinnentreffen. Kristina Köhler

Edle Bande Haarband mit Federschmuck. Diverse Modelle. Ceremoni. www. ceremoni.ch u CHF 65.–

© Fotostudio Schweizer Paul Seewer, Styling Daniela König

Haar-Accessoires


shopping

Beauty

Duftet nach Apfel Der Night Renewal Booster von Zoé soll regenerieren. Migros. u CHF 19.50

Schutz vor Falten Das Augenserum von Skincode soll Fältchen vorbeugen. info@ skincode.com u CHF 98.–

Mit Naturgrundstoffen Die Schweizer Pflegelinie Swiss Haircare gibts im Fachhandel. StylingLotion. u CHF 37.–

Hightech aus dem Topf Anti-Aging Night Cream von La Prairie. Fachhandel. u CHF 254.–

Feuchtigkeit pur Die Tagescreme von Louis Widmer befeuchtet. Apotheken, Drogerien. u CHF 26.50

Duft mit Frucht Swiss Lady von Mibelle duftet nach Orangen, Beeren und Pfingstrosen. Migros. u CHF 35.–

Die neue Straffheit Ultimate Skin Youth von Declaré soll straffen. www. declare-beauty.com u CHF 65.–

Pflege und mehr

u Swissness ist im Trend. Und sexy. Ebenso sind es auch Schweizer Pflegeprodukte. In denen sehr viel kluge Forschung und noch mehr Innovation stecken. Das reicht von Kräuterkapseln für Haut und Haar über Hightech-Anti-Aging-Cremes bis hin zu einem neuen Duft auf der Basis von kandierten Orangen, roten Beeren, Pfingstrosen und Haselnüssen. Genau danach sehnt man

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schweizer illustrierte

sich im Januar – seis real oder virtuell. Denn nach all den festlichen Gerichten und Dekorationen wächst die Lust auf Vitaminreiches, Schlichtes und Frisches. So lautet unser Rezept: Detox-Tee kaufen (z. B. von Kusmi bei Jelmoli Gourmet Factory), viel Sport treiben und eines der neuen Produkte testen. Dann kann die nächste Party ruhig kommen. beatrice schönhaus

Kraft aus Kräutern Die Vital-Kapseln von Rausch stärken Haare, Haut und Nägel. Apotheken. u CHF 36.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Schön schweizerisch


Hotspot

Sehenswürdigkeit Wer als Tourist die Stadt Luzern entdeckt, kommt auf dem Rundgang bestimmt auch beim Mammut-Store am Weinmarkt 20 vorbei. Infos Tel. 041 – 410 10 88, www.mammut.ch

mammut-store, luzern

Sicher auf dem Berg u Wer in der Stadt Luzern auf SightSeeing-Tour geht, kommt bestimmt beim Mammut-Store am Weinmarkt 20 vorbei. Im wunderschönen Haus aus dem 19. Jahrhundert findet man auf drei Etagen alles, was das Outdoor-Herz begehrt. Aber nicht nur Extremsportler werden hier fündig. Jetzt aktuell: alles für auf und neben der Piste. Zum Beispiel Ski-Jacken mit

Comfort-Mapping (d. h., das Innenfutter wird in drei Zonen unterteilt und entsprechend ausgerüstet) oder Wanderschuhe fürs Winter-Walking. Am besten lässt man sich vom kompetenten Team ausführlich beraten! ursula Borer Öffnungszeiten Mo 12 bis 18.30 Uhr, Di/Mi/Fr 9 bis 18.30 Uhr, Do 9 bis 21 Uhr, Sa 9 bis 16 Uhr

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Neckisch Das MercyBeanie hält mit Alpaca-Wolle Ohren warm. Gibts in vier Farben. u CHF 60.–

Funktional Winterrucksack Respect hat diverse Fixierungsvarianten. 22 oder 30 Liter. u CHF 180.– Cool am Hang Jacke Diamond Men und Alagna Pants Men sind perfekt zum Freeriden. u CHF 1200.–/650.–

Wohlig Die Pilgrim-Jacke mit 180 Gramm Gänsedaunen gibts in fünf Farben. u CHF 370.– Griffig auf der Piste DamenFäustling Comfort Ride Mitten hält Finger warm. u CHF 100.–

Winter-Walking Winterwanderschuh Blackfin TL Women ist sehr vielseitig. u CHF 260.– schweizer illustrierte

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shopping

Electronics

Berührungsfreund u Dieser Desktop-Computer von HP hat keine Berührungsängste. Im Gegenteil. Dank Multitouch-Funktionalität lässt sich der Touchsmart 600 statt mit Tastatur und Maus via Bildschirm bedienen. Mit den Fingern kann man das aus Musik, Videos und Fotos bestehende Unterhaltungsprogramm steuern. Genügend Platz für die Bild- und Filmbibliothek bietet die Festplatte mit einem Terabyte Speicherkapazität. Ein optionaler TV-Tuner findet ebenso Platz wie ein Blu-ray-Brenner. Der 23-Zoll-Bildschirm lässt sich dank Anschluss für Spielkonsolen auch für Gamer nutzen. www.hp.com/ch sg

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Tast-sinn statt tasten HPDesktop-PC Touch­smart 600 u CHF 1699.–

Flachmann u Sonys neuster Walkman ist ein ausgesprochener Flachmann. Mit gerade mal 7,2 Millimetern gehört der 62 Gramm leichte A845 zu den dünnsten Multimedia-­Spielern. Trotzdem ist er mit den modernsten Technologien ausgestattet. Verschiedene Sound-Verbesserungsmöglichkeiten sorgen für kristallklare Höhen und satte Bässe. Störende Aussengeräusche lassen sich ebenfalls stark reduzieren. Bilder und Videos sehen nicht nur auf dem 2,5 Zoll grossen OLEDBildschirm gestochen scharf aus, sondern können sogar auf dem Fernseher abgespielt werden. www.sony.ch stephan gubler

3 Wegweiser u Speziell fürs Kinderzimmer hat Philips das Guidelight entwickelt. Das portable LED-Licht gibt es im Marienkäfer- oder Bienen-Design. Dank dem integrierten Bewegungsmelder schaltet sich das Licht automatisch ein, sobald das Kind aufsteht. Das Leuchtteil kann von der Ladestation weg und mit auf den Weg genommen werden. Die Lichtabgabe ist genügend sanft und sollte daher andere Familienmitglieder nicht aus dem Schlaf holen. Der kindersichere Wegweiser lässt sich auch ausschalten, wenn er sich nicht auf der Ladestation befindet. www.philips.ch sg

Schön, sicher & sparsam Das Philips-Guidelight sorgt automatisch für Licht im dunklen Kinderzimmer. u CHF 39.90

Ganz schön schlank Der SonyWalkman A845 mit 16 Gigabyte Speicher bietet viel Hightech auf kleinstem Raum. u CHF 319.–

uhr der woche

steckbrief

präzise Funk-technologie

Werk Funkwerk J615.61 Gehäuse Edelstahl, ­Saphirglas, wasserfest bis 50 Meter Armband Milanese-Band aus Edelstahl mit Sicherheitsverschluss Varianten Zifferblatt und Kalbslederband in Schwarz Wer trägt sie? Technikund Design-Freaks Bezugsquelle Tel. +49 711 365 337 75, www.junghans.de

u Die neue Milano ist ein schlichtes, schönes Bei-

spiel von Junghans für die kreative Verbindung von Technologie und Design. Die deutsche, bald 150-jährige Marke aus Schramberg ist bekannt für schlichte Formen und präzise Funk-Technologie mit höchster Ganggenauigkeit. Für Letzteres sind die Atom-Uhren verantwortlich, deren Zeit weltweit über Funktürme übertragen wird. Von dort wird die exakte Zeit via Signal auf Frequenzen ausgestrahlt, welche von Funk-Uhren entschlüsselt und auf dem Zifferblatt als exakte Ortszeit angezeigt wird. Hilfreich auch das neu entwickelte Grossdatum bei sechs Uhr. sarah rieder

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Preishit Die neue Milano von Junghans. u CHF 599.–


neu

Kunstvoll lernen Das Buch «365 Tage Kunst Gut gepolstert im Schneegestöber Damit echte entdecken», Prestel-Verlag, ist eine richtige Schatz- Kerle nicht frieren, packen sie sich in die Daunen­ kiste für Kids ab 7 Jahren. u CHF 36.90 jacke von Paul ein. PKZ-Filialen. u CHF 298.–

Ohne Spuren Mit dem Deo-Stick Rexona Women Crystal bleibt das kleine Schwarze von Deo-Streifen komplett unversehrt, Coop. 40 ml u CHF 5.95

Stylish auf der Piste Sicherheit geht vor. Lifestyler freuen sich deshalb über den Color Helmet von Bogner, www.indigosnow.de u ca. CHF 855.–

Fit im Alltag Die Shape-ups von Skechers stärken dank dynamisch rollenden Sohlen die Muskulatur. Ausgewählter Schuhfachhandel. u CHF 149.–

Rockig unterwegs Im Rock-Chic-Look wird man zum Kämpfer gegen die Kälte, mit einer coolen Tasche in Nieten-Optik von Charles Vögele. u CHF 29.95

Keine kalten Füsse mehr Die Socken mit dem klassischen Argyle-Muster von Burlington gibts jetzt auch in Pink. Jelmoli, Globus. u ab CHF 17.–

Mit Durchblick Mit dem Brillenmodell Renée vom Schweizer Label Götti gibt man dem Nerd-Look einen modernen Twist. Infos www.gotti.ch u CHF 567.–

© Fotostudio Schweizer Paul Seewer, Holmes Place

experten-fragen

shopping best buys

Swissness hält warm Das Schweizer Label Autark überzeugt durch seine Schnitte: Microfasermodell Sophie in coolem Pink. www.autark.ch u CHF 249.–

Beatrice Brügger, 36, Club-Managerin, Holmes Place Health Club Seepark, Oberrieden

«Fitnesstraining ist heute ganzheitlicher» u Wie geht man den Vorsatz «Fitter im

Jahr 2010» möglichst sanft und effektiv an? Das Fitnesstraining sollte gesundheitsfördernd, ganzheitlich und abwechslungsreich sein. Dabei ist die richtige Belastung des Trainings – Kraft, Ausdauer – genauso wichtig wie Erholung und Ernährung. Für den optimalen Start wäre vielleicht auch ein Fitnesscoach in

Erwägung zu ziehen. Wichtig ist generell, dass das Programm zielorientiert ist, regelmäs­sig trainiert wird und auch der Spassfaktor nicht zu kurz kommt. u Was gibt es bei Holmes Place für Möglichkeiten? Bei uns liegt der Fokus stärker auf dem Wohlbefinden. Deshalb denken wir, dass neben dem Training an Geräten auch Yoga und Pilates Bestandteil eines

Trainings sein sollten. Beliebter denn je ist unser Pilates-Reformer, der 500 Übungen ermöglicht. Tiefer liegende und schwächere Muskelgruppen werden dabei angesprochen, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen. Ganz nach unserem Konzept: «One life. Live it well.» Kristina Köhler www.holmesplace.ch schweizer illustrierte

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check-up ft f i r tes t e b nf n Saeile H

d Bett­nässer Schreibabys unscher Medizin leiden laut japani . Mit an zu viel Energietur kann diese sanfter Akupunk abgebaut werden.

r ü f r u t k n u p Aku ! s y b a B m e l Prob Text Lisa merz

N

Foto Dick Vredenbregt

um sp ür ba r

Ka dern? Das tut adeln bei Kleinkin Akupunkteurin Claudia ian jap r de it m t ch Ni h! we Grabner arbeitet auch doch ethode. Clau-M in ish on Sh ohne Nadeln. n he sc , te Akupunk­teurin ier om pl di r, ne ab dia Gr n. t, anstatt zu steche klopft und streich h, ic nl au st nd er «Die Erfolge si e lär ku ta ek sp un sehr obwohl es eine e. rig sagt die 33-Jäh ­Behandlung ist», m abner mit eine Gr Zuerst streicht eidr hl ta els grossen Ed flachen, fünfliber en Fuss den Meridian s bi pf Ko eck von gie er überschüssige En entlang, «um die em klopft sie mit ein nn abzuleiten». Da te. nk Pu lte äh f ausgew Edelstahlstift au n vo t ch wi und Atemwegs­ ge ch ei s Gl ungsbeschwerden au rd Ve t Damit werde da är kl er erhergestellt, erkrankungen. Yin und Yang wied rn kann sie helfen. r. Auch Bettnässe ne ab Gr n vo da nur so lange, ht ge de tzen Medikamente nü ft «O «Unsere Metho e wi Man muss die r alles Materielle an sie einnimmt. m e ­ wi aus, dass Yin fü ng Ya t. .» Bei einem 7-jäh und Blut steh sache bekämpfen Ur in Knochen, Fleisch ish ist on Ge Sh o e als di schlug Gegenteil, rigen Bettnässer en hingegen für das nn en kö hs en ac at W on im M be drei Kinder Therapie an: Nach be­ und Energie.» Da te das Gleich­ e Eltern wieder ra in ge se d n, un he e uc ng ra Ju r de Yin verb d un n aus den Fuge gt einschlafen. gewicht schnell r. Grab. «Die Klei- ruhi en hr fü n te gibts keine Wunde ei kh em an zd ot Kr Tr zu e nn kö nf chen abm gut auf diese sa keine Heilverspre nen sprechen extre e sind noch un­- ner: «Ich darf den Krankhei. Si Bei schwerwiegen n. be ge e te Akupunktur an en ss flü Akupunktur als ein en Umweltein n empfehle ich die r te zu ver­dorben von all e .» m ah ich sn gl as än nders empf gleitende M be e, nt zie ffi e ­ m und deshalb beso ce.co vor allem Schrei­ » www.kienbalan Grabner behandelt , Schulmedizin. en ng ru stö af hl Sc , nder babys, unruhige Ki

Besser barfuss joggen! u Virginia Forscher der Uni Virginia liessen 68 gesunde Sportler auf einem Laufband trainieren. Ergebnis: Moderne Laufschuhe können für Gelenke schädlicher sein, als barfuss zu joggen. Die Belastung sei sogar höher als bei High Heels. www.pmrjournal.org

Bei minus Piercings weg u Mainz Bei Minustemperaturen

sollten Piercings in der Nase, am Auge oder Bauch herausgenommen werden. Das Metall könnte nicht nur an der Haut festfrieren, sondern auch zu einer schwärzlichen ­Verfärbung führen. www.aerztezeitung.de

Schluss mit Kalorien u Nyon Weight Watchers startet mit einem neuen Punktesystem: Lebensmittel werden nicht mehr nach ­Kalorien, sondern nach dem ­Energiegehalt bewertet. Das über­arbeitete Programm soll mehr Freiheit und Spontaneität bieten. www.weightwatchers.ch

tipp

Kontrolle ab 40! Männer, lasst Eure Prostata bereits ab 40 untersuchen. Grund: Die KrebsPatienten werden immer jünger!

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check-up

Jetzt gilts ernst: Ran an den Speck! Startschuss für unsere Abnehmwilligen. Während 100 Tagen versuchen sie, ihr Wunschgewicht zu erreichen. Die Schweizer Illustrierte begleitet und unterstützt die sieben Kandidaten.

Name Adriana Thomann, 15 grösse 168 cm / gewicht 80 kg

«Wegen meinem Gewicht habe ich nicht gedacht, dass ich so schnell eine Lehrstelle finde! Doch es hat geklappt. Bis zum Beginn im ­Sommer möchte ich deshalb unbedingt zehn Kilo weniger wiegen.»

Text Lisa Merz

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Name Evelyn Lüber, 37 grösse 170 cm / gewicht 108 kg

Name Frieda Longobardi-Gamma, 65 grösse 157 cm / gewicht 70 kg

«In der zweiten Schwangerschaft nahm ich 25 Kilo zu! Ich möchte mich fitter fühlen und in einem normalen Laden Kleider kaufen können, ohne mich nach Elefantengrössen umschauen zu müssen.»

«Wenn ich in den Spiegel sehe, gefalle ich mir nicht. Das Kleiderkaufen ist eine Tragödie. Ich mag ausgefallene Schnitte und Muster, aber das finde ich einfach nicht in meiner jetzigen Grösse.»

Foto Dick Vredenbregt

G

emeinsam gelingt vieles ein­ facher. Auch das Abnehmen. Und wenn man dann noch in der Öffentlichkeit steht, gibt es keine Aus­ reden mehr. Diese sieben Personen stellen sich der Aufgabe. Stellvertretend für all die vielen Abnehmwilligen, die sich für unsere Serie «Wir nehmen ab» beworben haben. Ab dieser Woche können ihre Forschtritte verfolgt wer­ den. Wie kann die Mutter anders kochen, damit ihr Mann und ihre Kinder trotz­ dem zufrieden sind? Was motiviert die Rentnerin, sich mehr zu bewegen? Gelingt es dem Geschäftsmann, regel­ mässig und gesund zu essen? Dr. Samuel Stutz begleitet wäh­ rend 100 Tagen unsere Kandidaten und steht ihnen mit Rat zur Seite. Auch für alle anderen, die gerne ein paar Kilos verlieren möchten, gibt es Unterstüt­ zung. Besuchen Sie unsere Homepage: www.schweizer-illustrierte.ch un­ ter «Wir nehmen ab» und erhalten Sie jeden Tag nützliche Tipps. Erstes Etap­ penziel: gemeinsam 1000 Kilo weniger in einem Monat. Zusätzlich werden unter allen Teilnehmenden fünf WellnessWeekends im Grand Resort Bad Ragaz verlost. 


wettbewerb

Gewinnen Sie ein WellnessWeekend! u Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Aktion «Wir nehmen ab» werden als Hauptpreis fünf WellnessWeekends in GaultMillaus «Hotel des Jahres 2009» verlost. Im traum­haften Grand Resort Bad Ragaz stehen den Gewinnern die neuen, modernen Spa-Lofts für je zwei Per­sonen zur Verfügung, samt Frühstück, täglich frischem Ragazer Wasser und Obst, Fitness­ lektionen, freiem Zugang zu den Tamina Thermen und zum To B. Wellbeing & Spa. Kurz: ein Weekend der Superlative! Die einmalige Kombination von Luxus­ hotellerie, Gastronomie, Wellbeing mit eigenem Thermalwasser und Gesundheit machen den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Also: Jetzt mit­ machen bei der Aktion «Wir nehmen ab»! Unter www.schweizer-illustrierte.ch einloggen und regis­trieren lassen.

Name Andrea Spycher, 29 grösse 170 cm / gewicht 85 kg

«Dünn war ich noch nie – das ist auch nicht mein Ziel. Ich möchte für mich, meine Kinder, meine Gesundheit und auch für meine Beziehung abnehmen, die durch mein Selbstbild leidet.» Name Helga Meister, 41 grösse 168 cm / gewicht 70 kg

«Ich habe meinen Mann und mich, ohne sein Wissen, angemeldet. Vor vier Jahren haben wir schon einmal beide 13 Kilo abgenommen. Nun ist leider alles wieder drauf.» Name Charles Meister, 51 grösse 180 cm / gewicht 96 kg

Das Grand Resort Bad Ragaz ist GaultMillaus «Hotel des Jahres 2009».

«Ich war schon etwas überrascht von der Aktion meiner Frau – aber sie hat recht. 10 Kilo sollten runter. Wir haben das Glück, dass wir über Mittag zu Hause essen können. Für genügend Bewegung sorgen unsere zwei Hunde.» Im Helenabad lässt es sich im warmen Themalwasser wohlig entspannen. Name Peter Kiefer, 53 grösse 177 cm / gewicht 103 kg

«Als freischaffender Bauleiter bin ich ständig unterwegs. Da ist es schwierig, sich gesund zu ernähren. Ich habe Diäten ausprobiert, bei deren ich nur Shakes trinken konnte, genutzt hats nur kurzfristig.»

der tipp zum abnehmen

Trinken Sie öfter eine Tasse warmen Tee. Das löscht den Durst und dämpft auch den Hunger.

www.resortragaz.ch

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dr. stutz meint Eines der grössten gesundheitlichen Risiken ist Stress am Arbeitsplatz. Das haben grosse Untersuchungen in jüngster Vergangenheit zur Genüge bewiesen. Es ist doch erstaunlich, dass kaum ein grosses Unternehmen etwas gegen die immer unerträglichere Belastung seiner Mitarbeiter unternimmt. Zwar hängen in den meisten Firmen wohl­klingende Leitbilder. Die Realität sieht aber meistens ganz anders aus: ganz­tägige ­Meetings am Laufmeter, Zykluskonferenzen, welche die ganze Belegschaft für Wochen lahmlegen, fortlaufend neue Budgetrunden, weil die alten Budgets plötzlich wieder über Bord geworfen werden, und externe Seminare kurz vor Jahresende, welche die Mitarbeiter demotivieren und von der eigent­ lichen Arbeit fernhalten. Die Chefs und Personaldienste der börsen­ kotierten Unternehmen würden einmal gut daran tun, ihre Mitarbeiter zu fragen, was sie über ihr Unternehmen und ihren Job wirklich denken. Das wäre die heilsamste Diagnose, die ihnen die Augen öffnen und jede Menge Veränderungen in Gang setzen würde. Ich habe sehr viel ­Kontakt mit Unternehmen aus allen Branchen. Am un­erträglichsten ist das Stress­ niveau in der Gesundheitsbranche.

Entsprechend hoch ist die Ausfallquote infolge Erschöpfung und Krankheit. Die Rezepte gegen Stress in grossen Firmen sind einfach: Sitzungen auf das absolute Minimum zusammenstreichen, Büro­türen öffnen, wieder mehr direkte menschliche Kontakte, E-Mail-Flut eindämmen, den Mitarbeitern mehr Handlungsspielraum geben, Kreativität fördern, Fehler zulassen und aus ihnen lernen. Weiter: Hierarchien abbauen, die Ressourcen und Erfahrungen der Mitarbeiter aller Stufen bewusst an­zapfen. Herzlich, Ihr

Arbeitsstress macht krank und führt zu Burnout.

Samstag, 23. Januar, 18.10 Uhr

Psychotherapie Burnout, Depression, Selbstmordgedanken: Rebekka A. unterhält sich im Studio mit Dr. Jeanne Fürst über ihre Lebenskrise. Der Chefarzt Psychiatrie der Klinik Schützen Rheinfelden, Dr. Hanspeter Flury, legt dar, wie die moderne ­Psychiatrie solche Fälle therapiert und neue Chancen aufzeigt. www.gesundheitsprechstunde.ch

Illustration Joel Stutz

TV-Tipp


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Kunst im Jura

Pop und Pep

Doppelausstellung Avantgarde in Moutier? Das jurassische Kunstmuseum zeigt die junge einheimische Künstlerszene. u Sie erinnern sich: «Er war Superstar. Er war populär. Er war so exaltiert. Because er hatte Flair. Er war ein Virtuose. War ein Rockidol. Und alles rief: Come on and rock me, Amadeus.» Na? Genau: Falkos Superhit aus den Neunzigern. Auch wenn das Bild perfekt zu dem Hit passt – sein Schöpfer, Jean-Thomas Vannotti, 35, nennt es «La figure emblématique de l’avant-garde». Was ja – nur nebenbei – auch zu Falko passen würde. Zu Wolferl sowieso. Der Neuenburger Vannotti verbindet in

seinen fotorealistischen Werken klassische Form und zeitgenössische Sujets. Parallel dazu läuft «Carte blanche», eine Schau, die jurassischen Kunstschaffenden alle zwei Jahre die Räume in der Villa Bechler zur Verfügung stellt. Gezeigt werden Gemälde, Fotografien, Zeichnungen und Installationen. anina rether MuSée Jurassien des arts Moutier BE Bis 31. 1. Mi 16–20 Uhr, Do–So 14–18 Uhr, Tel. 032 - 493 36 77, www.musee-moutier.ch schweizer illustrierte

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die besten

Kultur

Rolf Iselis Universum «Überlagerte Erdströme», 1996, (o.), «Stockschwumm vor dem Gring», 1974, und «Mann aus dem Jalontal», 1996 (rechts aussen). Rolf Iseli in seinem Berner Atelier, 2007.

«rolf iseli – zeitschichten» – grosse retrospektive in bern

Von Erdbildern und luftigen Figuren

u Kaum hat man den Fuss in die Ausstellung von Rolf Iseli, 76, gesetzt, und schon wird man von der Wucht seiner Bilder überrollt. Die oft grossformatigen Werke strahlen eine archaische Kraft aus: Echter Stacheldraht bricht aus dem Papier hervor, Nägel bohren sich ins Bild, Weidenstäbchen liegen auf rauer Oberfläche, die mit rötlicher Erde und Gouache-Farben bearbeitet wurde. Die gleiche Power auch in den Kalt­nadel-Arbei­­ten, wo seine Striche tiefe Furchen im Blatt zurücklassen.

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Der junge Rolf Iseli katapultiert sich gleich mit einem Skandal in die Schweizer Kunstszene: 1957 erhält er für ein Werk, das mit Tusche vollgespritzt ist, das Eidgenössische Kunststipendium. Doch der Berner lässt sich durch aufgebrachte Kunstkritiker nicht beirren. Er bleibt am Puls der Zeit. Es folgen Teilnahmen an der Documenta Kassel, der Bien­nale Venedig, an Gruppen- und Einzelausstellungen. Vom abstrakten Expressionismus wechselte Iseli kurz zur Pop-Art, und Ende der 60er-Jahre zog er sich in die

ländliche Umgebung von St-Romain im Burgund zurück. 1971 entsteht dort das erste Erdbild. Iseli verwendet Materialien aus seiner nächsten Umgebung: Erde, Stroh, Bienenwaben, Draht, Nägel. Auch entdeckt er die menschliche Figur als Motiv. Die Berner Schau umfasst 100 Werke aus allen Schaffensperioden. kati moser

kunstmuseum BERN Bis 21. 3. Di–So 10–17, Di bis 21 Uhr, Tel. 031 328 09 44, www.kunstmuseumbern.ch, Publikation CHF 49.–


Artclips from Austria

Tierisch

theater

u Der Berner Gerhard Johann Lischka kuratiert bereits

zum dritten Mal eine Video-Kunst-Ausstellung, diesmal in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wien. In thematischen Gruppen wie Moving, Abstracting, Transforming, Animating, Narrating, Acting aufgeteilt, werden die Werke österreichischer Videokünstler unter «Hörduschen» zeitgleich abgespielt, sodass der Besucher nahtlos von einem zum anderen pendeln Was guckst du? «Ce qui roule» kann. Ein Kulturerlebnis der besonderen Art. rea von Rainer Ganahl. Galerie Henze & Ketterer Wichtrach BE Bis 27. 2. Di–Fr 10–12 Uhr, 14–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr, Tel. 031 - 781 06 01, www.henze-ketterer.ch Sinnesschulung

Humorvoll

u Sein Werk strahlt Stille und Präsenz aus. Durch die Reduktion aufs Wesentliche, gewürzt mit einer Prise Humor und Poesie, zeugen die Arbeiten von Christian Rothacher (1944–2007) von grossem Erfindungsreichtum: wie sein Hauptwerk «Fontana, der als Erster durch die Leinwand gesprungen ist; uns bleiben die Feuerringe», das auch in der Ausstellung zu sehen ist. Der Aarauer Künstler war Mitglied der legendären Dino-Eier oder Stiefel? «Ohne ­Ateliergemeinschaft Ziegelrain.  rea Titel» von Christian Rothacher.

Galerie Marlene Frei Zürich Bis 30. 1. Di–Fr 12–18.30 Uhr, Sa 12–16 Uhr, Tel. 044 - 291 20 43, www.marlenefrei.com

Ein abend nach noten: «z’abig hät züri en zauber»

Nostalgie in Nöten

u Das waren noch Zeiten: Wenn Beromünster seine Klänge über den Äther schickte, waren alle in der guten Stube ums Nussbaumholz-Radio versammelt. Findige Zürcher Tourismus-Verantwort­ liche wollen nun mit Nostalgie das Geschäft ankurbeln. Kosten darfs allerdings nicht zu viel. Und so aktivieren sie vier längst wegrationalisierte RadioorchesterMusiker und einen vermeintlichen Startenor. Im Aufnahmestudio werden die schönen, alten Schnulzen auf CD gepresst. Ein theatralischer Liederabend, der zu Tränen rührt und die Lachmuskeln stimuliert. Hauptprotagonist ist Christian Jott Jenny und das Zürcher Kur und Bad Orchester. Regie führt Sabine Boss. Das Buch zum Stück schrieb Michael Rüegg.

isolde schaffter-wieland

theater rigiblick Zürich 3./27. 2. und 25. 3., Tickets Tel. 044 - 361 83 38, www.theater-rigiblick.ch

Holzschnitte

Betörend

u Eine harmlose Hinterhofszene im chinesischen Irgendwo. Gedankenverloren blickt die Frau in den Garten, wo der Hausmeister eben seinen Besen aus der Hand gelegt hat. Doch, halt! Was nestelt er da an seinem Hemd rum? Wieso kaut sie so selbstvergessen auf dem ihren? Den Holzschnitten des Grafikers Peter Emch liegen chinesische Zeichnungen aus dem 18. Jahrhundert zugrunde, die subtil die erotische An- Versteckte Erotik zeigt sich in ziehung zwischen Mann und Frau thematisieren.  rea den Holzschnitten von Peter Emch.

Grafische Sammlung der ETH ZÜRICH Bis 5. 2. Mo–Fr 10–17 Uhr, Mi 10–19 Uhr, Tel. 044 - 632 40 46, www.graphischesammlung.ch, Publikation CHF 20.–

Stark Christian Jott Jenny, Markus Landolt, Bruno Brandenberger, Richard Secrist, Andres Joho, Claude Hutter.

Kunst im Islam

Die Kunst der Ornamentik

u Allein das von Jean Nouvel entworfene Gebäude des Islam-Museums in Paris ist eine Reise wert. Nun aber führt kein Weg mehr an einem Besuch vorbei. In der aktuellen Schau «Meisterwerke aus der Khalili-Kollektion» werden 471 ausgewählte Stücke aus der berühmten Sammlung des iranischen Kunstliebhabers Nasser D. Kahlili gezeigt. Schriften, Stoffe, Teppiche, Keramik, Glas, Goldschmiedekunst, Preziosen aus dreizehn Jahrhunderten. Eine besondere Rolle in der islamischen Kunst, und dementsprechend auch in der Schau, nimmt die Kalligrafie ein. Die kunstvollen Zeugnisse der arabischen Welt sind zum ersten Mal in Europa zu sehen. rea

Institut du monde arabe Paris (F) Bis 14. 3. Di–So 10–18 Uhr, Tel. +33-1-40 51 38 38, www.imarabe.org, Publikation EUR 37.– schweizer illustrierte

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die besten

kino

Unheil naht Bundespräsident (Bruno Ganz) mit Gattin (Marie Bäumer).

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drama der grosse kater (CH/D) Zwei Tage im Leben des Schweizer Bundespräsidenten, genannt Kater. Von Liebe, Intrigen und einem sterbenden Kind.

u Katers Beliebtheit ist am absoluten Tiefpunkt angelangt. Sogar in der eigenen Partei werden Stimmen gegen ihn laut. Da beschliesst der Magistrat, den bevorstehenden Staatsbesuch des spanischen Königspaars zum Medien­ event aufzubauschen, um sich kurz vor den Wahlen der Bevölkerung im besten Licht zu zeigen. Doch der Bundespräsident macht die Rechnung ohne seine Neider. Und diese sind im engsten Umfeld auszumachen. Am perfidesten verhält sich sein Ver­ bündeter und Jugendfreund, Fraktions­ chef Dr. Stolzer (Ulrich Tukur), genannt Pfiff. Seit Kater ihm Marie (Marie ­Bäumer), die Verlobte, ausgespannt und sie ge­ehelicht hat, hegt Pfiff Rache­ gelüste. Der Zeitpunkt, diese in die Tat umzusetzen, scheint nun gekommen. Denn so selbstbewusst Kater auch ist, so verwundbar ist er auch. Sein krebs­ kranker Sohn liegt – von den Medien bis anhin geheim gehalten – im Spital im Sterben. Was liegt für Pfiff also näher, als die Aufmerksamkeit der Medien am Tag des Staatsbesuchs auf das Kinder­ spital zu lenken und so mit einem

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schweizer illustrierte

Schlag Karriere und Ehe seines ver­ hassten Vorgesetzten zu zerstören? Der in der Schweiz wohnhafte deutsche Regisseur Wolfgang Panzer hat mit «Der grosse Kater» einen spannenden Film vorgelegt mit einer glänzenden ­Besetzung. Bruno Ganz spielt den Bundespräsidenten so glaubwürdig, als hätte er in seinem Leben nichts anderes gemacht. Sehr schön, wenn er sein sibyllinisches Lächeln hervorholt oder wenn Schalk in seinen Augen auf­ flammt. Der Film basiert auf dem 1998 publizier­ ten, zum Teil autobiografischen Roman «Der grosse Kater» (Ammann-Verlag) von Thomas Hürlimann: «Als der Roman erschien, stiess er in der Schweiz auf Unverständnis. Damals hiess es: Bei uns ist doch alles viel harmloser. Das sagt heute niemand mehr.»

mehr kino-tipps

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Fantasy-Drama The Imaginarium of Doctor Parnassus (USA) Für die Unsterblichkeit verspricht ein alter Schausteller dem Teufel seine Tochter. Das spricht für den Film u Die Geschichte ist äusserst originell und verzaubert das Publikum. u Es ist die letzte Rolle des 2008 verstorbenen Oscar-Gewinners Heath Ledger. u Kult-Regisseur Terry Gilliam läuft mit diesem Film zu Hochform auf. 88888 Länge: 122 Min., Regie: T. Gilliam, Darst.: H. Ledger, J. Depp, J. Law. Im Kino.

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kati moser

Tragikomödie A Serious Man (USA) Das Leben von Larry Gopnik gerät aus den Fugen, als ihn seine Frau ­verlässt. Larry sucht geistliche Hilfe.

Warum der Film ein Muss ist u Er gewährt einen kurzen Blick hinter die Kulissen unserer Regierung. u Er behandelt Universalthemen wie Liebe, Macht und Intrigen. u Grosses Aufgebot an Schauspielerpersönlichkeiten aus dem deutschen Raum.

Darum ist der Film zu empfehlen u Der Streifen lebt von einer entwaffnenden Einfachheit und Frische. u Die charmante Geschichte ist unberechenbar und urkomisch gespielt. u Coen-Brüder-Fans kommen in dieser schwarzen Komödie auf ihre Kosten.

88888 L.: 91 Min., R.: W. Panzer, D.: B. Ganz, M. Bäumer, U. Tukur, J. v. Dohnanyi. Start 21. 1.

88888 Länge: 105 Min., R.: Ethan und Joel Coen, Darst.: M. Stuhlbarg, R. Kind. Start: 21. 1.

Foto Frenetic Films

Bundespräsident auf der Abschussliste


bücher & cds

Jeder Mensch hat seine eigene Biografie Der Blick in ein anderes Leben ist spannend. Besonders dann, wenn es sich um Persönlichkeiten handelt, die in der ­Gesellschaft etwas bewegten und zu Legenden wurden. Der Entdecker Die ganze welt im sinn Jason Roberts (Blessing) u Beim Flanieren in einer Biblio­ thek zog ein türkisfarbenes Bändchen die Aufmerksamkeit des amerikani­ schen Schriftstellers Jason Roberts auf sich. «Exzentriker auf Reise um die Welt» versammelte sieben Por­ träts von Weltenbummlern im 18. und 19. Jahrhundert. Alles Sonderlinge – ausser James Holman, der Blinde Reisende genannt. «Seine Geschichte mag an manchen Stellen unwahr­ scheinlich anmuten, aber sie ist Die modemacherin Die kunst, chanel zu sein. coco chanel­ ­erzählt ihr leben Aufgezeichnet von Paul Morand (Schirmer Graf) u Sie war die erste Unter­ nehmerin, die mit Stil, Eleganz und eiserner Disziplin ein Weltimperium schuf. Coco Chanel liess den Schriftsteller Paul Morand während ihres Exils in der Schweiz (1946) in ihre Seele blicken. Erst ein Zufall hat die verstaubten Notizen im Jahr 1976 wieder zutage gebracht. Eindrücklich. ISW

drei neue cds

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pop/rock elvis presley Elvis 75 (Sony Music)

Zum 75. Geburtstag des Rock ’n’ Roll-Königs gibts Geschenke für die Fans: Die grössten Elvis-Hits von 1954 bis 1977 wurden remastert wiederveröffentlicht inklusive des postumen Nr.-1-Hits «A Little Less Conversation». Erhältlich: DoppelCD, 3er-Set (75 Titel) oder 4-CD-Box mit 100 Songs. H. elias fröhlich

wahr», betont Roberts. Als «eines der grössten Wunder der Welt, die er mit so viel Klugheit erkundete», wurde er von Charles Darwin und Richard Burton verehrt. Holmans Lebens­ geschichte ist ein einziges Abenteuer und wurde jetzt dem Vergessen entrissen. 1786 geboren, war der jung erblindete Mann stets allein unter­ wegs. Von Land zu Land, ohne die jeweilige Sprache zu kennen. Mangels Geld reiste er wie die Einheimischen: mit dem Schiff, zu Pferd oder zu Fuss. Der unerschrockene Weltentdecker bestieg den Vesuv während eines Ausbruchs, erfror beinahe in sibiri­ scher Gefangenschaft, jagte wilde Ele­ fanten in Ceylon, verfolgte Sklaven­ händler vor der afrikanischen Küste. Packend. isolde schaffter-wieland

Der sportler open das selbstporträt Andre Agassi (Droemer) u Open bedeutet auch offen. Und so beschreibt der Tennisstar seinen Werdegang an die Weltspitze. Verschafft Einblick in die vom Vater bestimmte Kindheit, erzählt vom Schulabbruch, seinem Weg vom Rebellen zum humanitär engagierten Menschen. Spricht über Depressionen und Doping und verrät, wie er mit Steffi Graf wieder ins Leben fand. Hautnah. ISW Der musiker John Lennon Philip Norman (Droemer) u Die tausend Seiten starke Biografie eignet sich bestens für Einsteiger. Hauptthemen der Hommage sind die Kindheit des charismatischen Musikers und natürlich die legendäre Beatles-Zeit. Die späteren Solo-Jahre kommen für Fans etwas zu kurz. Der Autor stürzt den ­Mythos nicht mit Enthüllungen vom Sockel und verzichtet darauf, Lennons dunkle Seiten auszuleuchten. Leichtfüssig. ISW

Der menschenfreund albert schweitzer 1875–1965 Nils Ole ­Oermann (C. H. Beck) u Er war ein Meister der Selbstinszenierung. Der Theologe, Urwalddoktor, Besteller-Autor und Philosoph Albert Schweitzer. Der Biograf schöpft aus bisher unbekannten Quellen. Erzählt, weshalb der Friedensnobelpreisträger entschied, Mediziner zu werden, und beleuchtet achtsam auch seine politische Rolle in den 50er-Jahren. Ehrlich. ISW.

Die heilige hildegard von bingen. ein leben im licht Heike Koschyk (Aufbau TB) u Sie war eine Visionärin. 1098 geboren, leitete Hildegard von Bingen eines der ersten Nonnenklöster, verfasste Werke über Religion, Medizin, Musik und Kosmologie. Ihr Wissen um die heilende Kraft der Natur hat Jahrhunderte überdauert und ist aktueller denn je. Die Autorin und Heilpraktikerin spürt dem Leben der Mystikerin gekonnt nach. Faszinierend. ISW

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jazz JOHN WOLF BRENNAN The Speed of Black (Leo)

«Lost in Violin», «Murmelitanz» oder «Black (W)hole» heissen die Stücke auf John Wolf Brennans erster SoloCD seit Jahren. Ein bisschen verschroben klingt auch die Musik des irisch-schweizerischen Pianisten. Wobei sich immer wieder Passagen finden, in denen Ohr und Herz einfach geniessen dürfen. Eine Trouvaille. hanspeter vetsch

Klassik Marko simsa Mozart für Kinder (Jumbo)

Via «Zauberflöte» führt Marko Simsa durch die musikalische Welt Mozarts. Stellt Instrumente und das Orchester vor und erzählt, wie die Oper entsteht. Nie anbiedernd, sondern interessant und schön für ­Menschen ab fünf Jahren. Natürlich mit viel Musik und echten Sängern, mit denen man mitsingen kann. uli von erlach schweizer illustrierte

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Leseraktion von

und

Für 75 Franken vier Tage ans Meer! Traumweekend zu zweit im Fünfsternhotel Flug, Food und Doppelzimmer für 75 Franken pro Person

Die

-Jubiläumsaktion, nächste Woche in der


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Kristallklar! Der St.-Elias-Nationalpark. Natur pur in Alaska.

MIT KUONI NACH ALASKA UND KANADA

Berge, Bären & Blockhütten u Ein Katalog nur für Abenteurer! Kuoni weist in Kanada und in Alaska den Weg – zu kristallklaren Seen, zu gewaltigen Gletschern und in romantische Block­ hütten mit Holzfäller-Feeling. Unterwegs ist man im Wohnmobil oder im Mietwagen. Besonders heiss wirds, wenn man am Ozean Buckelwale beobachten kann oder hautnah dabei ist, wenn mächtige

Grizzlybären Lachse jagen. Geheimtipp im grossen Angebot: die «Knik River Lodge» und der St.-Elias-Nationalpark unweit von Anchorage in Alaska; wer Lust und Mut hat, übernachtet am Gletschersee im Zelt. Edelweiss fliegt direkt nach Calgary und Vancouver. INFO www.kuoni.ch

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weekend

Reisen Pulver gut Die Schweizer Skiregionen Les Portes du Soleil und Chablais bieten 650 Kilometer Pisten. Sie sind für Schneesportler – wie hier in Les Crosets – ein Paradies.

www.weltweit

Musik und Meer: Die «Wiener» in der Ostsee u Eine aussergewöhnliche Kreuzfahrt! Auf der Reise nach St. Petersburg (Bild), Helsinki und Kaliningrad (7.–17. Juli) sind die weltberühmten Wiener Phil­harmoniker an Bord! Reise ab der Schweiz, Voll­ pension, alle Konzerte ab CHF 7320.– (Innenkabine). INFO www.kuoni.ch

Engelberg: Preiswert und Kids-freundlich u Auf der Schnäppchen-Suche? Im Jugendstilhotel Terrace in Engelberg gibts drei Nächte all inclusive ab CHF 480.–, abendliches Themenbuffet, Skipass, Getränke und Mittagessen am Berg inbegriffen. Toll für die Eltern: Kids werden von 16 bis 21 Uhr betreut! INFO www.terrace.ch

Wandern im Wallis: Barry ist dabei! u In Champex-Lac gehts durch den Schnee, in Martigny durch die Walliser Rebberge – und immer wandert Barry mit! Die ­Bernhardiner-Hunde überwintern im Tal. Die 90-Minuten-Spaziergänge mit Jella, Ivoire und Helios begeistern die ganze Familie. INFO www.fondation-barry.ch

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Chablais VS – ferien im iglu der zukunft

Vom Whitepod ab Die Konstruktion ist wissenschaftlich fundiert, das Interieur luxuriös: Das Whitepod Resort am Fusse der Dents du Midi lädt zum umweltgerechten Winterplausch.

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chweizerische Gemütlichkeit trifft auf französischen Charme. Dazu 650 Kilometer Skipisten – all das gibts in der Region Portes du Soleil– Chablais im Unterwallis. Genialer Coup im Gebiet zwischen Genfersee und Dents du Midi ist das topmoderne Whitepod Resort oberhalb von Monthey. u Die 15 Rundzelte auf einer Holzplattform sind nach den Prinzipien der Geo­däsie (Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erde) konstruiert. Die topmodernen Iglus fügen sich «organisch» in die Landschaft ein. Geheizt wird mit einem Holzofen, geschlafen auf Naturbetten. Ein Bad ist selbstverständlich auch vorhanden. Im kleinen «Dorf» gibts auch ein Spa, wo sich müde Skifahrer unter anderem bei einer Fussmassage erholen können. Gegessen wird im Restaurant


Die Pods sind luxuriös und trotzdem umweltfreundlich. Das Whitepod Resort gewann einen Umwelt-Award.

Die einmalige Konstruktion der Iglus erlaubt vom Bett aus freien Blick in den Pulverschnee oder den Sternenhimmel.

in den Pulverschnee Le Chalet des Cerniers. Die Whitepods sind nur mit Ski oder Schneeschuhen zu er­ reichen, das Gepäck wird abgeholt. Als Belohnung für die Einsamkeit hat man sieben Kilometer Skipisten mit zwei Liften zur Verfügung – alleine! u Die längste Abfahrt im riesigen Skigebiet Les Portes du Soleil ist die Piste Abricotine. Acht Kilometer freie Fahrt in dem grandiosen Alpenpanorama bis ins französische Ardent bei Avoriaz. Für Mutige ist die «verrückteste Buckel­ piste der gesamten Alpen» nicht weit: «Schweizer Wand» heisst der Furcht ein­ flössende Hang oberhalb von Champéry mit Blick auf die Dents du Midi. Wenn man überhaupt den Blick von der holprigen Pis­ te lösen kann: Nur Top-Skifahrer sollten sich auf die steilen 400 Meter Höhenunterschied zwischen dem Pass Chavanette und

Les Pas–Planachaux wagen. u Gemütlicher ists bei «Gaby», dem legendären Bergrestaurant in der Nähe von Champoussin. Hier wird im Sommer der Raclette- und Geisskäse hergestellt, der im Winter zu feinsten Spezialitäten verarbeitet wird.

u Sind die Kinder quenglig, und ist das

Wetter schlecht? Dann ab in den Aqua­ parc nach Le Bouveret! So nah kann die Karibik sein. In vier verschiedenen Welten können Kinder und Erwachsene planschen, rutschen, schwimmen und sich vom Skifahren erholen.  Monique Ryser

check-in u Anfahrt

Mit dem Zug durch den Lötschberg nach Visp, mit dem Auto Richtung Vevey, dann Richtung Sion u Attraktive Angebote Spezialangebote im White­pod Resort für eine Nacht ab 350 Franken (2 Personen), www.whitepod.com. Angebote für Übernachtungen in der Region über www.chablais.info u Nacht­leben Der «Delirium Club» in Collombey-le-Grand ist erste Adresse fürs Partyvolk. Ein eigener Bus fährt von Monthey Karibik im Wallis «Echte» Piraten bis in die Morgenstunden hin und zurück unterhalten im Aquaparc. schweizer illustrierte

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En Guete Kulinarische Ferien Grapefruit-Chutney.

Sonne im Winter

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mit Köchin Sibylle Sager

Sie haben den Ruf, sie seien bitter. Aber das stimmt nicht! Das Fruchtfleisch der Grapefruits ist süss und passt zu vielen Gerichten.

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GrapefruitChutney

Zutaten (ergibt ca. 4 dl) 3 Esslöffel Weissweinessig, 4 Esslöffel Rohzucker, 1 Grapefruit, nur Saft (ergibt ca. 1 dl), abgesiebt, 3 Grapefruits, filetiert (siehe Tipp), in Würfeli, 3 kleine Schalotten, längs halbiert, in ca. 2 mm dicken Scheiben, 1/2 Teelöffel Zimt Vor- und zubereiten ca. 40 Min.

u Alle Zutaten in einer Pfanne mischen, aufkochen. Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Rühren ca. 30 Min. köcheln, bis die Masse dickflüssig ist. Chutney, siedend heiss, bis knapp unter den Rand in ein sauberes, vorgewärmtes Glas füllen, sofort verschliessen. Haltbarkeit: kühl und dunkel ca. 4 Monate. Einmal geöffnet, das Glas im Kühlschrank aufbewahren. Chutney rasch verwenden. Passt zu Entrecôtes.

Entrecôtes

tipp

Grapefruit filetieren: Boden und Deckel abschneiden, Schale ringsum bis aufs Fruchtfleisch wegschneiden. Fruchtfilets mit einem scharfen Messer zwischen den weissen Häutchen herauslösen.

Zutaten (für 4 Personen) 4 Rindsentrecôtes (je ca. 200 g, ca. 2 cm dick), Bratbutter zum Braten, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 10 Min. u Fleisch ca. 30 Min. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Entrecôtes beidseitig bei grosser Hitze je ca. 1 Min. anbraten. Hitze reduzieren, Fleisch beidseitig bei mittlerer Hitze je ca. 11/2 Min. fertig braten (à point), würzen. Dazu passt Grapefruit-Chutney und Reis.

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GrapefruitQuark-Becher

Zutaten (für 4 Personen) 250 g Magerquark, 125 g Rahmquark, 2 Esslöffel Zucker, 1/2 Vanillestängel, nur ausgekratzte Samen, je 1 helle und 1 rosa Grapefruit, filetiert, 3 Esslöffel Saft aufgefangen, 120 g Cornflakes Vor- und zubereiten ca. 15 Min.

u Magerquark mit Rahmquark, Zucker und Vanillesamen gut verrühren, aufgefangenen Grapefruitsaft darunterrühren. Cornflakes in Portionenschalen geben, Quark und Grapefruit-Filets darauf verteilen.

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Grapefruit-Sirup

Zutaten (ergibt ca. 8 dl) 5 Grapefruits, nur Saft (ergibt ca. 7 dl), abgesiebt, 400 g Zucker Vor- und zubereiten ca. 20 Min.

u Saft mit dem Zucker unter Rühren aufkochen, evtl. abschäumen. Sirup, siedend heiss, bis knapp unter den Rand in eine saubere, vorgewärmte Flasche füllen, sofort verschliessen. Haltbarkeit: kühl und dunkel ca. 4 Monate. Einmal geöffnet, die Flasche im Kühlschrank aufbewahren. Sirup rasch verwenden.

u nächste sendung

Montag, 25. Januar, 20.05 Uhr, SF 1 Mehr Info: www.aldente.ch zuschauer-wettbewerb Frage Curry ist ein typisches Gericht aus … Antwort: Indien Tel. 0901 55 88 01 Antwort: Japan Tel. 0901 55 88 02 (CHF 0.80/Anruf) Mitspielen auch per wap.aldente.ch Teilnahmeschluss während der Sendung: 25. 1., ca. 20.50 Uhr


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

weekend

Restaurant Aklin Kolinplatz 10 6300 Zug Tel. 041 - 711 18 66 Samstag ab 18 Uhr geöffnet, Sonntag Ruhetag Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard www.restaurantaklin.ch

Gewagt und gewonnen Gastgeber Gregor Walker und Küchenchef Olivier Rossdeutsch geben dem «Aklin» ein frisches Gesicht.

Der neue Weg hat sich gelohnt «Aklin», Zug Küchenchef Olivier Rossdeutsch stammt aus dem Elsass, darum haben viele Gerichte einen eindeutigen «Twist». Aber es gibt auch ganz Edles, etwa Ragout vom Maine-Hummer.

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eit 1787 liegt das Restaurant ­Aklin im Herzen der Zuger Altstadt. Vor über zehn Jahren nun haben die Compagnons Gregor Walker und ­Olivier Rossdeutsch das schöne Lokale von der legendären Margrit Aklin übernommen. Damals war das Restaurant fester Teil der Zuger Kultur und der Liebling vieler Zuger. An die neuen Wirte musste sich die heimische Society aber erst gewöhnen, denn die beiden gingen einen eigenen, neuen Weg. Heute hat das «Aklin» sein eigenes Gesicht, seine eigenen Gäste und zelebriert eine ambitionierte Küche, in der die alten «Aklin»-Klassiker auf die Küche des ­Elsässers Olivier Rossdeutsch treffen.

Die Herkunft des Chefs verbirgt die Karte nicht. Viele Gerichte haben einen eindeutigen elsässischen «Twist». Etwa die Suppe von Sauerkraut mit knusprigen Speckchips. Ein perfekt ­gelungener Küchengruss. Auch Luxusprodukte haben auf der Karte Platz. Das Ragout vom Maine-Hummer mit Nudeln und Cognac-Morchel-Schaum schmeckt ausgezeichnet. Schade nur, dass sich hier die Morchel ausserhalb ihrer Saison ins Gericht mischt. Nun ein «Aklin»Klassiker: Kalbsleberli mit Rösti. Sie werden kurz in Butter angezogen, mit ­einer knusprigen Rösti schnörkellos aufgetragen. Das Rindsfilet wurde mit einer Tranche von Gänseleber und schwarzem

Perigord-Trüffel serviert. Hier bleibt uns die herausragende Fleischqualität in Erinnerung. Mit den Trüffel-Aromen wurde hingegen etwas gar üppig gespielt. War da etwa Trüffelöl im Spiel? Versöhnend wieder die feinen Desserts, besonders der «Eiscafé Aklin». Kein besonders origineller Nachtisch, aber kaum irgendwo besser zu haben. Im «Aklin» gibt es die meisten Gerichte auch als kleinere Portion. Das finden wir kundenfreundlich. Die Küche ist nicht gerade light, und man kann neben Geld auch ein Paar Kalorien sparen. Auch die kleinen Portionen schmecken nämlich gut.  

Fotos Bruno Voser

wein-tipp Gruss aus Mallorca Mallorca ist eine der begehr­ testen Feriendestinationen. Und so sind auch die Weine der Baleareninsel bekannt und beliebt geworden. Miquel Gelabert ist ein begeisterter Winzer und Tüftler, experi­ mentiert ständig mit neuen Rebsorten und schwimmt

gerne gegen den Strom. Oft schon wurde er als «el Loco (der Verrückte) von Manacor» belächelt – bis sein Chardonnay und Muscat als beste Weine Spaniens aus­ gezeichnet wurden. Der Gran Vinya son Caules 2004 (13,5 %) ist ebenfalls ein aussergewöhnlicher Wein,

100 Prozent Callet und zwölf Monate in französischen Barriques ausgebaut, un­fil­triert abgefüllt. Der Wein braucht Zeit, um im Glas sein volles Potenzial zu zeigen. Dann erinnert das Bouquet an Erdbeeren, Leder, Heu. Kein Alltagswein, aber edel für spezielle Gelegenheiten!

Mavino by Globalwine Räffelstrasse 25 8045 Zürich Tel. 043 - 277 08 34 www.mavino.ch u CHF 39.50

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Auto

SCHON GEFAHREN TOYOTA LAND CRUISER

Luxus fürs Gelände Der Toyota Land Cruiser verwöhnt mit viel Platz und Luxus. Und ist so eigentlich für den Einsatz im Gelände fast zu schade. Obwohl er sich ­gerade dort besonders wohlfühlen würde.

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eit 1951 baut Toyota seinen Offroader Land Cruiser. Und hat ihn seither ständig weiter­ entwickelt, ohne aber den Charakter zu verändern. So sagt Philipp Rhomberg, Chef Toyota Schweiz, zur jüngsten Auflage: «Der neue Land Cruiser setzt die legendäre Tradition von Qualität, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit fort und besticht durch eine Fülle von Innovationen.» Während das robust anmutende Design des Geländewagens kaum verändert wurde, verwöhnt der Innenraum mit modernstem Luxus – vom Soundsystem mit 17 Laut­

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sprechern über eine Drei-ZonenKlimaautomatik bis hin zur elektrisch umklapp­baren dritten Sitzreihe. Eine neue Fahrwerkskontrolle verhindert übermässiges Wanken der Karosserie in Kurven. So lässt es sich mit dem Land Cruiser nun auch angenehm und sicher über kurvige Land­ strassen gleiten. Doch die eigentliche Domäne bleibt das Gelände. Dort wühlt

Kommandozentrale Trotz diversen Schaltern für die elektronischen Helfer ist das Cockpit sehr übersichtlich gestaltet.

sich der Fünf- oder Siebenplätzer dank Allrad­antrieb mit Torsen-Zentraldiffe­ renzial, verbesserter Traktionskontrolle sowie diversen elektronischen Hilfen spielend durch ausgetrocknete Bach­ bette, Sanddünen oder Schlammgruben. Selbst weniger geübte Geländefahrer werden dank vier wählbaren Fahrpro­ grammen (Schlamm & Sand, Schotter, Buckel, Felsen) zu Offroad-Experten. Besonders beeindruckend ist die so­genannte Crawl-Control – eine Art Tempomat fürs Gelände. Wird sie per Knopfdruck aktiviert, kämpft sich der Land Cruiser mit 0,8 bis maximal 5,5 km/h selbstständig durchs Gelände. Der Fahrer braucht nur noch zu lenken. Hilfreich – nicht nur im Gelände – sind vier Aussenkameras. Anhand ihrer Bilder lässt sich der 4,76 Meter lange Toyota millimetergenau durch sonst unübersichtliche Stellen oder in Park­ lücken dirigieren. Jürg A. Stettler


news

FIAT DOBLÒ KANTIGER RAUMRIESE MIT PLATZ FÜR SIEBEN u Nach neun Jahren und rund einer Million Exemplaren erneuert Fiat seinen kantigen Familienriesen Doblò. Die neue Generation des City-Vans rollt im Februar an und soll dann vor allem mit einer Menge Platz punkten. Mit bis zu sieben Sitzen und bereits in Version als Fünfsitzer mit 790 Liter Ladevolumen tritt der auf 4,39 Meter gewachsene Konkurrent von Renault Kangoo, VW Caddy und Co. an. Parallel startet auch seine Kastenwagenversion Cargo in sieben Aufbauvarianten. Beim Antrieb wird der Doblò als 95-PS-Benziner und in drei Dieselvarianten (90, 105 und 135 PS) zu haben sein; im Sommer folgt die Erdgas-/Benzin-Variante. Noch nicht bekannt sind die Preise.

Offroad-Klassiker Der Toyota Land Cruiser überzeugt auch in der neusten Generation durch seine umfassenden Geländefähigkeiten.

Toyota Land Cruiser

Robust Mächtige Front und schlichtes Heck, neu ohne Reserverad. u Motoren Diesel 173 PS, Benzin 282 PS u 0 bis 100 km/h 9,2 bis 12,4 s u Spitze 175 bis 180 km/h u Verbrauch 8,0 bis 10,8 l/100 km u CO2-Ausstoss 210 bis 256 g/km u Energieeffizienz B bis E u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 58 000.– u Konkurrenten Mercedes GL, Hyundai

ix55, Jeep Grand Cherokee, Mitsubishi

Pajero, Land Rover Discovery4, Nissan Pathfinder, Range Rover u. a. u Unser Urteil Optisch bleibt sich der neue Toyota Land Cruiser treu und strahlt weiterhin Robustheit aus. Technisch hat der Geländeklassiker dank elektronischen Helferlein nun einiges mehr drauf und erleichtert auch unerfahrenen Piloten das Durchkommen in unwegsamem Gelände.

AUDI A8 EIN NEUER LUXUSLINER MIT LEUCHTDIODENLICHT u Im unaufgeregten Design des Vor­ gängers, aber auf 5,14 Meter Länge gewachsen und mit viel Hightech startet im Frühjahr der neue Audi A8. Zum Verkaufsstart gibt es die Luxus­ limousine erst als V8-Benziner 4.2 FSI mit 372 PS, als V8-Diesel 4.2 TDI mit 350 PS und als V6-Diesel 3.0 TDI mit 250 PS. Alle verfügen über 8-StufenAutomatik und Allrad. Im Sommer folgt ein frontgetriebener 204-PSDiesel mit Stopp-Start-Automatik. Die Langversion folgt noch dieses Jahr, ein Hybrid wohl Ende 2011. Zu den Highlights dieses Luxusliners gehören das optionale Voll-LED-Fahrlicht und das neue Multimediasystem. Die Preise starten bei CHF 110 700.–. schweizer illustrierte

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«Der Vollmond am 30. wird für viele exzellent!»

woche vom 24. bis 30. Januar 2010 Schwierige Mars-Aspekte (Mars–Venus am 27. und Sonne–Mars am 29.) und der Vollmond am 30. lassen eine kritische Situation in der internationalen Politik erwarten sowie verstärkt bewaffnete Ausschreitungen, Explosionen, Naturkatastrophen (Vulka-

ne?). Da das Horoskop des Iran stark davon betroffen ist, könnte sich die Krise nicht nur zuspitzen, sondern interna­tional Wellen schlagen (mit weiteren negativen Auswirkungen für März?). Einer der wenigen positiven Aspekte am 24. lässt hoffen, dass Reformen (Wirtschaft?) zu einer Besserung führen.

widder 21.–30. 3. Sie wirken unwiderstehlich, man liegt Ihnen zu Füssen! Sonne und Venus versprechen aufregende Begegnungen, heisse Flirts, neue Freunde (am 25., 26., 29.). 31. 3.–9. 4. Sie bekommen Schützenhilfe von Freunden, kommen mit einem neuen Projekt (Kunst, humanitär?) gut voran, speziell am 26. und 30. Am 29. handeln Sie erfolgreich. 10.–20. 4. Sie sind am 27. und 29. nervös und gereizt. Folgen Sie Ihrer Intuition, denn mit den richtigen Worten, unterstützt von ­Freunden, können Sie die Lage besser kontrollieren.

stier 21.–30. 4. Sie stehen unter Druck, lassen sich zu voreiligen Reaktionen verleiten. Bleiben Sie ­speziell am 27., 29., 30. ruhig! Gesundheitlich sind Sie ebenfalls anfälliger (Infektionen?). 1.–10. 5. Lassen Sie sich nicht zu einer Geste hinreissen, die Sie später bereuen (am 27., 30.). Daheim ist die Stimmung gereizt, oder eine Panne nervt. 11.–20. 5. Sie sollten derzeit Schritt für Schritt vorgehen (speziell am 25. und 28.), die Lage möglichst ruhig analysieren. Vorsicht bei wichtigen Abmachungen, die auf Anfang Januar zurückgehen.

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind ganz in Ihrem Element, lernen neue Freunde kennen, entdecken aufregende neue Horizonte. Charme, Kreativität und Kommunikation sind Ihre Stärken (am 24., 25., 29.). 1.–10. 6. Sie sind unwiderstehlich, erleben unvergessliche Momente voller Romantik und Leidenschaft (26., 30.!). Schicksalhafte Begegnungen, Versöhnung? 11.–21. 6. Sie werden am 25. und 29. mit einer schwierigen neuen Situation konfrontiert und müssen improvisieren. Vielleicht sind die Konsequenzen besser als erwartet? Am 27. handeln Sie clever.

krebs 22. 6.–1. 7. Machen Sie eine kleine Pause! Nützen Sie die Chancen am 24., um ein kniffliges Pro­blem (Finanzen, Wohnung?) mit dem Partner zu besprechen. 2.–12. 7. Sie sind zerstreut, und ein Problem von Anfang Januar (Verspätung?) könnte geklärt werden. Gehen Sie kein Risiko ein, zeigen Sie Verständnis für den Partner (am 25.). 13.–22. 7. Eine unerwartete Situation ist exzellent für Ihre Zukunft (am 25., 29.!) und verspricht mehr Power und mehr Unabhängigkeit. Eine Begegnung mit Folgen, Liebe auf den ersten Blick, neuer Job?

löwe 23. 7.–1. 8. Sie stürzen sich kopfüber ins Kampfgeschehen, sind einem heissen Flirt nicht abgeneigt (am 24.). Etwas explosiv wird der 27. oder 29.: ­Eifersuchtsszene, Ärger mit dem Partner? 2.–12. 8. Sie sind nervös und ungeduldig (vor allem vor dem 5. Geborene), feiern aber nach Herzenslust. Dabei schlagen Sie (am 27., 29., 30.!) über die Stränge, sollten gesundheitlich vorsichtiger sein. 13.–23. 8. Ihre Beziehung und Kommunikation sind nicht perfekt, und oft (25., 28.) ist Sand im Getriebe. Klärende Gespräche günstig am 27.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie kommen im Team schneller voran (24.). Am 25., 28. stellen Sie schwierige Fragen, kommen aber mit ganz neuen Methoden bestens voran. Am 27. Glück durch den Partner. 3.–12. 9. Sie sind kreativ, haben gute Argumente, harmonieren mit dem Umfeld (am 24., 28.). Projekte von Mitte Dezember bringen gute Ergebnisse, verschobene Termine werden nachgeholt. 13.–23. 9. Sie müssen sich mit einer überraschenden ­Situation anfreunden, was am 27. und 30. (Vollmond) nicht einfach ist. Grosse innere Bereicherung am 29.

waage 24. 9.–3. 10. Jetzt sind Sie am Drücker, können Ihre Zukunft absichern. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie schätzt, Ihr Charme wirkt: Versöhnung, ­Begegnung? Unvergesslich der 24., 25., 27. 4.–13. 10. Venus bringt Frühlingsgefühle, Mars neue Leidenschaft, und Sie fühlen sich im siebten Himmel. Gehen Sie aus, nehmen Sie Einladungen an! Super der 26., 27., 30. 14.–23. 10. Sie fühlen sich wohl, sind im Einklang mit der Natur und dem Kosmos. Künstler sind inspiriert, Singles verliebt, Liierte schweben in höheren Sphären.

skorpion 24. 10.–2. 11. Kleine Hindernisse können Sie leicht überwinden (25., 27., 29.). Vor dem 28. Geborene haben Glück, könnten voll ins Schwarze treffen: neuer Job, eigene Firma, Heirat? 3.–12. 11. Ein Projekt oder ein Angebot von Jahresanfang kommt wieder zur Sprache, entwickelt sich nach Wunsch (am 28.). Der Vollmond am 30. könnte hektisch werden: Sie ecken an, sind gereizt. 13.–22. 11. Dank Ihrer Kreativität können Sie ein heikles Problem aus der Welt schaffen (am 25., 29.), finden den richtigen Dreh. Bleiben Sie auf festem Boden!

schütze 23. 11.–2. 12. Ihre Ideen finden Anklang, Sie sind kreativ und dynamisch. Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor (am 26., 27., 29.). Sie erleben Stunden voller Leidenschaft und Sinnlichkeit. 3.–12. 12. Unvergessliche Momente und Herzklopfen (am 27., 29.): Liebe auf den ersten Blick, Versöhnung? Der Vollmond am 30. ist ­exzellent und verspricht aufregende Begegnungen. 13.–21. 12. Sie sind kreativ, erweitern Ihr Wirkungsfeld (u. a. gut für Kunst, Humanitäres etc.). Aber unerwartete Ereignisse können Ihre Planung stören (am 25., 27., 29.).

steinbock 22.–31. 12. Sie können sich gut entfalten, haben mehr Bewegungsfreiheit als in den letzten Wochen: echte Chancen, bessere Finanzen, einen Aufstieg (am 27.). 1.–10. 1. Sie müssen sich mit finanziellen Hindernissen beschäftigen, sind im Druck, speziell am 27. und am 30. (Vollmond). Günstig für eine Aussprache, eine Reise, die Unterzeichung eines Vertrages wäre der 24. 11.–20. 1. Sie sind in einer Phase mit neuen Chancen, neuen Aufgaben. Besonders um den 14./15. Geborene haben gute Karten, gehen erfolgreich neue Wege (25., 29.).

wassermann 21.–30. 1. Sie sind auf der Überholspur! ­Exzellent für aufregende Begegnung wird der 25., Ihr Charme wirkt Wunder: heisser Flirt, gesteigerte Libido? Super der 27. und 29. 31. 1.–9. 2. Sie erreichen mit Charme einfach alles, stehen im Mittelpunkt (am 27. und 29.). Stunden voller Leidenschaft und Romantik am 26. Am 30. (Vollmond) sind Sie ungeduldig, könnten anecken. 10.–19. 2. Sie entdecken neue Interessen (z. B. neue Disziplinen wie Meditation, asiatische Gymnastik usw.). Exzellent der 27., Vorsicht am 25. (zerstreut?).

fische 20. 2.–1. 3. Traumwoche! Jupiter bringt ­tolle neue Möglichkeiten, schöne Angebote und Erfolge, meist mit mehr Geld oder Prestige verbunden. Beste Tage: der 27./28., schwierig nur der 25. (Missverständnis?). 2.–10. 3. Ein Projekt von Dezember hat Rückenwind, eventuelle Verzögerungen werden aufgeholt. Günstig für Diskussionen, Reisen, Weiterbildung usw. (28.). 11.–20. 3. Sie sind am 27. gut gelaunt, man kommt Ihnen entgegen. Am 25. könnten Sie gereizt sein. Um den 14./15. Geborene müssen eine neue Situation verteidigen.

ihr tages-horoskop 70

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


publireportage

Seven

Pirmin Zurbriggen

Paloma Würth

Stéphane Lambiel

Marc Sway

Ueli Kestenholz

Ford-botschafter ­Soul-Sänger Seven, Generaldirektor Ford Schweiz ­Oliver Stegmann, Sängerin und Moderatorin Paloma Würth sowie Sänger und Songschreiber Marc Sway (v. l.).

Ford gibt seiner Marke ein Schweizer Gesicht D

Ford ist sympathisch und vielseitig. Nicht zuletzt deshalb fahren auch eine ganze Reihe von Prominenten auf die Marke ab.

avid Dimitri, Gian Simmen, Patent Ochsner und viele mehr gehören zu den Ford-Botschaftern. Oliver ­Stegmann, Generaldirektor von Ford Schweiz, ist stolz auf seine prominente Ford-Grossfamilie: «Sie stellt die breite Vielseitigkeit unserer Marke unter Beweis. Denn so unterschiedlich unsere Botschafter sind, so vielseitig sind auch unsere Modelle.» Die prominenten

Marken-Botschafter aus Sport und Kultur geben den einzelnen Modellen, aber auch der Marke Ford ein Gesicht. «Sie leben Ford», ist Oliver Stegmann überzeugt. Zumal sich die prominenten Ford-Fahrer nicht des Geldes wegen, sondern in erster Linie aus Überzeugung und Freude gegenüber der Marke und ihren mannigfaltig einsetzbaren Modellen für ein Ford-Produkt entschieden haben. u www.ford.ch


Seven

Pirmin Zurbriggen

Paloma Würth

Stéphane Lambiel

Seven stylt sein eigenes Auto

Marc Sway

Ford lässt seine Marken-Botschafter nicht nur Autos fahren, sondern sie auch selber gestalten.

Ueli Kestenholz

S

oul-Sänger Seven fühlt sich wie im siebten Himmel: «Wer kann von sich behaupten, ein nach ihm benanntes Auto zu fahren und es erst noch selber mitgestaltet zu haben?» Tatsächlich fährt der Schweizer Künstler den schwarzen Ford Fiesta Seven Edition nicht nur im Alltag und zu seinen Konzertauf­ tritten, er war bei der Konfiguration der exklusiven, auf 250 Exemplare limitierten Sondermodellreihe auch aktiv beteiligt. «Unterwegs ist mir eine gute Soundanlage enorm wichtig. Ich verbringe viel Zeit im


publireportage

Schweizer Soul-sänger seven u Attitude and style zeigt Seven als erfolgreicher Texter und Songwriter auf seinem aktuellen Album «Like a Rocket». u Seven News FORD präsentiert die exklusive KLEINTHEATER TOUR «SEVEN – ACOUSTIC ­STORIES» mit Gitarre, Bass, Schlagzeug. Ferner tritt Seven als Special Guest bei Art on Ice in Zürich auf. u Weitere infos unter www.sevensoul.ch

Auf Tour Wenn er nicht gerade auf der Bühne steht, ist Seven im Sondermodell Seven Edition unterwegs.

Ford Fiesta 1.4 Titanium

u Motor/Antrieb 1,4-l-Vierzylinder-Benziner, 96 PS, manuelles Fünfgang-Getriebe, Frontantrieb u Fahrleistungen 0–100 km/h in 12,2 s, Spitze 175 km/h u Abmessungen L × B × H = 3,95 × 1,72 × 1,48 m, Kofferraum 295 bis 979 l, Gewicht 1490 kg u Verbrauch 5,7 l/100 km, Energieeffizienz B, CO2-Ausstoss 133 g/km u Preis ab 23 000 Franken (Dreitürer)

Seven Edition – Da ist Musik drin

Fotos peterrauch.ch

Seven Edition Auch optisch weiss das gemeinsam von Ford und dem Schweizer Soul-Sänger Seven gestaltete Fiesta-Sondermodell zu gefallen.

Auto, höre ständig Musik – vor allem jene Stücke, an denen ich gerade arbeite. So habe ich in meiner rollenden Werkstatt schon viele Songs fertiggestellt.» Nur schon deshalb stand für Seven fest, dass sein nach ihm benanntes Sondermodell eben­ falls über eine ausgezeichnete Musik­ anlage verfügen muss. «Und da ich wäh­ rend der Fahrt viel telefoniere, war mir bei der Konfiguration ‹meines› Sondermodells zudem wichtig, dass es über eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung verfügt.» Zusammen mit den hübschen Alufelgen

und dem Seven-Dekor entstand für 24 240  Franken ein exklusives, äusserst attraktives, praktisches und sicheres Fahr­ zeug. Nie zur Diskussion stand die Farb­ lackierung der Seven Edition. «Schwarz ist bei Autos meine absolute Lieblingsfarbe.» Der Musiker, er ist ein riesiger Autonarr («schon als Kind spielte ich immer nur mit Autos»), träumt denn auch von einem matt­ schwarzen Ford Mustang aus den Sechzi­ gern. «Eines Tages werde ich mir diesen Traum wohl erfüllen», schmunzelt der 31-jährige Soul-Sänger.

Beseelt Die Soundanlage mit USB-Anschluss für den MP3-Player ist das Herz der Seven Edition. u EXKLUSIV Der Ford Fiesta Seven Edition ist als Fünftürer in Schwarz metallic erhältlich und verfügt über 16-Zoll-Felgen, Sitzheizung sowie ein Audio­ system mit USB-Anschluss und Bluetooth-Freisprechanlage. Zusätzlich gibts einen Video-­MusicPlayer von Sony mit exklusivem Seven-Soul-Mix.


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schweizer illustrierte

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Spiele Sudoku

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schwer

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Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Gertsch, 2. Engadin, 3. Ischias, 4. Zugetan, 5. Windows, 6. Intrige, 7. Roderer, 8. Dialekt, 9. Neuling, 10. Imboden, 11. Carving, 12. Hundert, 13. Tornado, 14. Schuess, 15. Allmend, 16. Tarnung, 17. Thuerig, 18. Bardill, 19. Ingrimm, 20. Staende Lösungssatz: Geiz wird nicht satt bis er den Mund voll hat.

REBUS

Lösung: RUNDE

1 BESEN 2 SCHATTEN 3 S (I) O N N E = SENSATION SUDOKU mittel 8 9 7 6 4 2 3 5 1

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KREUZWORTRÄTSEL

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

LÖSUNG: REIFENPANNE

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Lösung: 926

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weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


kunst

Giovanni Segantini war einer der begnadetsten Maler der Schweiz. Jetzt 旦ffnet Ur足enkelin Diana Segantini das private Reich des 足Lebensk端nstlers.

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Segantinis schweizer illustrierte


Wie vor 100 Jahren! Diana und Ragnhild Segantini im Murano-Salon des K端nstlerhauses in Maloja GR. In der Hand Briefe aus dem privaten Nachlass. An der Wand ein Bild von Giovanni Segantinis Sohn Gottardo.

gute Stube

schweizer illustrierte

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kunst

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

S

chliesst Diana Segantini die Augen, beginnt in ihrem Kopf eine Zeitreise. Sie stellt sich vor, wie sich ihr Urgrossvater Giovanni Segantini, seine Frau Bice und die vier Kinder im Esszimmer des dreistöckigen Hauses in Maloja zum Abendbrot versammeln. Es ist das Jahr 1899. Im Chalet Kuoni spendet ein Kachelofen Wärme. Draussen pfeift der berüchtigte Maloja-Wind durch die Gassen. Der angesehene italienische Künstler ist hungrig. Er hat den ganzen Tag unter freiem Himmel am Mittelteil seines Alpen-Triptychons gemalt. Es soll den wahren Geist des Gebirges sichtbar machen. Oft wird er in der Abgeschiedenheit von seiner grossen Liebe Bice Bugatti begleitet. Sie liest ihm während der Arbeit aus Romanen vor. Giovanni Segantini gilt als Meister der Hochgebirgsmalerei und des realis-

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schweizer illustrierte

tischen Symbolismus. Sein Talent wird zu jener Zeit europaweit bewundert. Hier im Oberengadin findet er nach einer zermürbenden Odyssee von Mailand über Savognin endlich seine Heimat. Doch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu. Mit 41 Jahren stirbt er an einer Bauchfellentzündung auf dem Schafberg bei Pontresina. Segantinis letzte Worte: «Voglio vedere le mie montagne» – «Ich möchte meine geliebten Berge sehen!» «Rund 600 Werke hat er in seinem kurzen Leben hinterlassen», sagt Kunsthistorikerin Diana Segantini, 33. «Die meisten befinden sich in Sammlungen und den grossen internationalen Museen.» Dass seine Werke hundert Jahre später sogar die Rekordmarke von neun Millionen Dollar durchbrechen, hätte sich der staatenlose Wahlschweizer, der zeitlebens an der Armutsgrenze lebte, nie träumen lassen. Das Erbe des Künstlers wird seit 1974 von der gebürtigen Norwegerin Ragnhild Segantini, 70, und ihrer Toch-

ter Diana bewahrt. Sämtliche persönlichen Gegenstände des Malers sind in der Casa Segantini in Maloja aufbewahrt. Diana: «Das Holzhaus wurde 1882 von einem Churer Ingenieur Namens Kuoni erbaut. Ich habe hier meine Kindheit verbracht, kenne jedes Möbelstück, jeden Winkel und fast jedes Geheimnis. Trotzdem fühle ich mich nicht wie in einem Museum.» Es ist, als ob die Uhr stehen geblieben wäre. Die kunstvoll geschnitzten Stühle aus dem Designer-Clan der Bu­gattis, die Murano-Leuchter, Jagdtrophäen, Ölbilder, Fotografien, Briefe, ja sogar das Sonntagsgeschirr – alles wurde von Generation zu Generation weitervererbt und im Alltag benutzt. Die Räume wurden alle originalgetreu belassen – wie zu Giovanni Segantinis Zeiten. Vor Kurzem hat Diana Segantini das Zepter übernommen, um ihre Mutter zu entlasten. Und dem altersschwachen Haus neues Leben einzuhauchen. «Wir planen komplementär zum Segantini-


«Viele denken: Wer diesen Namen trägt, hat bestimmt die wertvollsten Bilder zu Hause hängen» Diana Segantini Im Atelier Der «letzte» Segantini in Familienbesitz. Urenkelin Diana mit «Unvollendete Landschaft». Malte am liebsten draussen Giovanni Segantini und Bice vor dem Bild «Das Pflügen», 1888. Utensilien Am Todestag im Rucksack mit dabei: Pinsel, Palette und Ölfarben.

Segantini hoch vier Führungen durch Wohnhaus und

Atelier der Familie, mit Apéro oder Dinner (ab fünf Personen), Termine nach Vereinbarung, Info www.segantini.org Ausstellung «Segantini & Bugatti», bis 4. April, Casa Segantini in Maloja, Mittwoch und Sonntag, 15–17 Uhr Biografie «Das Schönste, was ich sah» von Asta Scheib, Hoffmann und Campe Segantini-Museum in St. Moritz, bis 20. April, geöffnet Dienstag bis Sonntag, www.segantini-museum.ch

Trophäen Der Künstler war ein leidenschaftlicher Jäger. Dahinter die Tür zu seinem Atelier.

Museum in St. Moritz ein Zentrum, wo alle persönlichen Bereiche des Künstlers rundum miteinander vernetzt sind», sagt die Urenkelin. Sie arbeitet für die Stiftung Weltethos von Theologe Hans Küng, studierte Internationale Beziehungen. Und beherrscht zehn Sprachen ­fliessend, darunter Arabisch, Türkisch, Norwegisch. Wer Segantinis Reich besichtigen möchte, kann dies bei einer privaten Führung tun. Der exklusive Rundgang beginnt im Wohnhaus des Künstlers. Imposant: der Murano-Salon mit dem monumentalen Landschaftsbild von ­Giovanni Segantinis Sohn Gottardo. Auch er machte als Künstler Karriere. Im Bugatti-Salon dinieren Gäste bei einem exklusiven Fünfgänger im Original-Dekor. Ein Höhepunkt ist die Besichtigung des Pavillons, dem runden Holz­ atelier von Giovanni Segantini. Er war als Modell für die Weltausstellung in Paris gedacht. Gemalt hat er hier selten, ihn zog es im Sommer wie Winter raus in u schweizer illustrierte

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Foto AKG-Images

Die Natur als Religion Segantinis «Ave Maria bei der Überfahrt», 1886, Öl auf Leinwand.

die Natur. Am Boden liegen Exemplare der «Neuen Zürcher Zeitung» aus dem Jahr 1881. Sie dienten seit Generationen als Wärmedämmung. In einer Ecke lehnt Segantinis Staffelei. Daneben sein Malkasten und die Farbpalette samt Rembrandt-Tuben. Hier ist auch der einzige Segantini im ganzen Haus zu bestaunen. Eine unvollendete Arbeit des Künstlers, der jede Leinwand mit Fuchsrot grundierte, «damit die Farben satter leuchten». Die Armut in Segantinis Leben, sein Kampf um Geld und Ansehen prägten sein ganzes Leben. Die Mutter starb, als er ein Kind war. Der Vater machte sich aus dem Staub nach Amerika. Arm wie eine Kirchenmaus, wurde er zu einer Tante nach Mailand abgeschoben. Büxte aus, landete in Waisenhäusern. Mit 18 entdeckte man sein Talent. Er durfte auf der Kunstschule Brera in Mailand studieren. Malen war seine Welt. Die Natur seine Religion. Der Maler hinterliess einen gewaltigen Bilderkosmos, aus dem viele Menschen beim Betrachten Glück und Ruhe schöpfen. Trotzdem waren auch die Nachkommen Giovanni Segantinis nie auf Rosen gebettet. Diana Segantini: «Generationen vor uns verkauften aus Geldnot fast alle Werke an Sammler und Mäzene. Viele denken, weil man diesen Namen trägt, hätte man die wertvollsten Bilder zu Hause hängen. Leider ist dem nicht so. Wir haben uns damit abgefunden. Zudem sind der Unterhalt des Hauses und die Ausstellungen im Atelier teuer und aufwendig. Bis jetzt haben wir Ende Jahr immer draufgelegt.» Dass Diana Segantini und ihre Mutter Ragnhild ein «offenes Haus» pflegen, liegt in den Genen. «Giovanni war sehr geschätzt im Dorf. Er setzte sich für sozial Schwache ein, jeder war in seiner Stube willkommen», sagt Diana mit ­Respekt. Sie erzählt, dass auch ihr Vater diese tolerante Einstellung geerbt hatte. Ihr wurde die markante Segantini-Nase vererbt. Obwohl die junge Frau schon früh in den Weltmetropolen Paris und New York zu Hause war, kehrt sie gerne nach ­Maloja zurück. Um das Erbe weiterzuführen und Giovanni Segantinis Leben zum Erlebnis zu machen. Der Lebenskünstler wäre stolz gewesen auf seine engagierte Urenkelin.  

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Lauberhorn

Richtung Ski-Oly Er wird immer unheimlicher: carlo janka, 23, gewinnt die traditionsreiche Lauberhorn-Abfahrt als Beinahe-Neuling. Und bleibt im Volksfest cool wie eh und je. Stolz Mama Ursula und Papa Reto reisten aus Obersaxen ins Berner Oberland und sahen, wie ihr Carlo überlegen wieder die Führung im Gesamt-Weltcup übernahm.

Text alejandro velert

U

m ihn herum kocht die Stimmung über. 30 000 SkiFans in Wengen sind ausser Rand und Band. Für Carlo Janka kein Grund, seine Coolness einmal abzulegen. Dabei hat der Bündner gerade die LauberhornAbfahrt und 53 000 Franken Prämien in zwei Tagen gewonnen! «Man siehts mir halt nicht so an, aber der Sieg hier ist für mich ganz speziell.» Teufelskerl? Ski-Gott? Wohl beides. Manch Ski-König, auch ein Russi oder Cuche, hat in Wengen (noch) nie ge­ wonnen – «Jänks» gleich bei seiner zweiten Teilnahme. Das Erfolgsgeheimnis? «Keine Ahnung, ich fahre einfach.» Trainer und Konkurrenten aber schwärmen: unglaubliches Gefühl, bedingungsloser Trainingseinsatz, mentale Stärke. Unter Druck gesetzt fühlt sich Carlo deswegen nicht: «Vor dem Start fokussiere ich mich aufs Wesentliche, das reicht.» Auf dem Heimweg wird Carlos Coolness nochmals auf die Probe gestellt: Als er sich am Samstag, sichtlich erschöpft, in einen Zug nach Lauterbrunnen quetschen möchte, wird er von einem Bahnarbeiter angeschnauzt: «He, du, auf dem Perron warten, der Zug ist voll!» Carlo zuckt mit den Schultern und steht hinten an. Als ein Fan eingreift und dem Bahnangestellten erklärt, dass das doch der Carlo sei, schnauzt dieser: «Den kenn ich nicht.» Immerhin: Kurz darauf findet Jänks im nächsten Zug Platz. Ebenfalls nicht aus der Ruhe zu bringen ist OK-Präsident Viktor Gertsch. Sein Lieblingsspruch: «Das Wetter findet draussen statt. Mit oder ohne mich.» Viele Emotionen zeigt in Wengen dafür Marco Büchel: Seine letzte Fahrt am Lauberhorn beendet er auf dem Podest – und erhält an der Pressekonferenz von den Journalisten Standing Ovations. Büxi hat Tränen in den Augen. Apropos Erfolgsgeheimnis: Silvan Zurbriggen (Dritter der Super-Kombi) isst jeden Tag zwei Honigbrötchen zum Frühstück. «Das einzige natürliche Antibiotika für Menschen. Ich schwöre darauf.» Bundesrat Ueli Maurer schwört hin­gegen auf «seine» Armee: «Ohne sie könnte ein solches Ski-Fest nicht durchgeführt werden. Was die Truppe hier leistet, ist fantastisch.» Fotos Kurt ReichenbaCh

Bad in der Menge Carlo Janka bahnt sich den Weg durch die begeisterten Fans zur Siegerehrung. Emotionen? Mässig wie immer.


Small Talk mit Ueli Maurer

mp

Herr Bundesrat, Sie sind heute erstmals das Lauberhorn runtergefahren. Beeindruckt? Ein super Erlebnis! Zum Glück haben wir es gemütlicher genommen als die Profis. Wie oft fahren Sie Ski? Sooft es geht. Ich mag den Schnee ­generell, er verzaubert die Landschaft. Etwa zehnmal pro Saison. Werden wir sportlich: An welchen ­Schwächen müssen Sie noch arbeiten? (Lacht laut.) Ich komme zwar überall runter, aber es sieht wahrscheinlich furchtbar aus. Da ist noch viel Potenzial! Welchem Fahrer drücken Sie die Daumen? Früher Vreni Schneider. Heute fasziniert mich der Cuche. Aber eigentlich sind alle, die hier runterfahren, Super-Typen. Sie also auch. (Lacht.) Ich bin nicht gefahren, nur gerutscht! Interview alejandro velert

Füsse hoch Silvan Zurbriggen geniesst im Teamhotel Belvédère den Kombi-Podestplatz.

Wer sich sonst noch in Wengen blicken liess …  www.schweizer-illustrierte.ch

Fotos Urs Bucher / EQ Images

Stammgäste Ex-Slalomqueen Erika Hess und Gatte Jacques Reymond lassen sich seit zehn Jahren kein LauberhornRennen entgehen.

Alte Kumpels Die Senioren im Team von SwissSki: Marco Büchel (l.), 38, und Didier Cuche, 35.

Mit Überblick Armeechef Ueli Maurer auf Ski im Startbereich des LauberhornRennens.

Bestens postiert Rad-Crack Markus Zberg verfolgte das Rennen mit seiner Frau Karin unterhalb des Hundschopfs.

Skisport im Blut Völkl-Chef Gregor Furrer mit Rico Molitor, Sohn von Wengen-Rekordsieger Karl, Olympia-Sieger Pirmin Zurbriggen und Adolf Ogi, einst Direktor des Ski-Verbandes (v. l.). Wengener Legenden Der sechsfache Wengen-Sieger Karl Schranz (r.) und OK-Präsident Viktor Gertsch, seit 40 Jahren im Amt. schweizer illustrierte

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Party

Bruno Ganz (l.), Filmehefrau Marie Bäumer, «Der grosse Kater»-BuchAutor Thomas Hürlimann. Komiker Beat Schlatter (l.) mit Tim Levi Keller, 14, der im Film den Kater im Kindesalter spielt.

Ein Ganz guter Film Filmpremiere «Der grosse Kater» im eiskalten Bern

F

rieren und posieren: Bei klirrenden Minusgraden rollt Bern den roten Teppich für den «Grossen ­Kater» aus – und die fröstelnden Stars rücken ganz eng zusammen. Schriftsteller Thomas Hürlimanns Werk «Der grosse Kater» feiert Film-Premiere. In der Hauptrolle Bruno Ganz, der den Kater mimt, ­einen Bundespräsidenten inmitten von Intrigen und Machtspielchen. Keiner kann Ganz’ Leistung besser ­beurteilen als der letztjährige Bundespräsident, Hans-Rudolf Merz, der zu Fuss zur Premiere kommt: «Bruno Ganz hat den Präsidenten besser gespielt, als ich es in der Realität gewesen bin.» Der Hauptdarsteller ist der Meinung, Poli­tiker bräuchten nicht gute Schausspieler zu sein, «aber sie müssen gut lügen können, wenns drauf ankommt». Die Premierenparty steigt da, wo im Film die pompöse Staatsempfangs-Szene gedreht wurde – im ­Hotel Bellevue Palace. Und bei reichlich Häppli und noch mehr Cüpli steuert mancher Party-Gast auf einen anderen grossen Kater zu. Text Marcel Huwyler, Fotos Bruno Voser u Lesen Sie auch unsere Filmkritik – Seite 58.

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Wärme tanken. Während Bruno Ganz noch Interviews gibt, schmiegt sich die frierende Film-Ehefrau Marie Bäumer an ihn.

Macht dem roten Teppich Konkurrenz: Marco Solari, Filmfestival Locarno.


small talks mit

Bruno Ganz Der 68-jährige Schweizer Schauspieler Bruno Ganz spielt im Film den Bundespräsidenten.

Der echte und der falsche: Bundesrat Hans-Rudolf Merz beim Fachsimpeln mit Bruno Ganz (r.) im Berner Hotel Bellevue Palace.

Wären Sie gern ein echter Bundesrat? Ich habe eine gewisse Achtung vor diesen Leuten, denn sie haben eine nicht un­bedingt angenehme Arbeit. Und beim Spielt im Film sich selber: «Tagesschau»-Mann ­geringsten Fehler gibts ein Riesengeschrei. Matthias Aebischer, Ehefrau Patricia Gschwind. Da habe ichs als Schauspieler angenehmer. War es spannend, im Bundeshaus zu drehen? Schon speziell, so im Zentrum unserer politischen Macht herumzumarschieren. Ich hatte ein merkwürdiges Gefühl dabei.

Hans-Rudolf Merz Bundesrat Hans-Rudolf Merz, 67, ist Filmfan und beeindruckt von Bruno Ganz’ Leistung. Genossen die Premiere in vollen Zügen: SBBChef Andreas Meyer, Gattin Marie-Theres.

Martin Rapold, im Film der BundesratsChauffeur, Kollegin Renate Portenier.

In «Grosser Kater»-Laune: Schauspielerin Christiane Paul, Bruno Ganz, Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (r.).

Gibts im echten Bundesrats-Alltag auch so viele Intrigen, wie man sie im Kinofilm sieht? Nein, Intrigen gibts bei uns nicht. Man muss seine Interessen vertreten, hat ein Departement, eine Aufgabe und wird manchmal von allen Seiten bedrängt. Dann muss man halt da und dort mal etwas ellbögeln. Aber Bösartigkeiten im engsten Sinn gibts nicht. Bruno Ganz spielt einen Bundesrat, wären Sie umgekehrt gerne einmal im Filmgeschäft? Als Kantischüler wollten wir einen Krimi drehen. Alles ging schief, ich habe schnell gemerkt, dass das nicht mein Fach ist. Über Ihr Präsidialjahr gäbs auch einen Film! O ja, mit Sicherheit. Ich hatte ein sehr spannendes Jahr mit vielen Ereignissen und Erlebnissen. Darunter hatte es einzelne, die man sehr gut verfilmen könnte.

party-facts Tatort Film im Kino Ciné Bubenberg in Bern, danach Party im Hotel Bellevue Palace Hoppla 1 Grausamer Feierabend-Verkehrs-Lärm beim roten Teppich Hoppla 2 Bruno Ganz’ Chauffeur verfuhr sich Bodenständig Die Gäste wurden mit Linien-Bussen der Verkehrsbetriebe Bern transportiert Party-Rating

Bücherfreunde unter sich: Thomas Hürlimann, Schriftsteller-Kollege Adolf Muschg, «Der grosse Kater»-Verleger Egon Ammann (v. l.).

Urs Gasche, Regierungsrat und Finanzdirektor des Kantons Bern.

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«Schon fast unheimlich, wie brillant dominant Bruno Ganz den Film prägt» schweizer illustrierte

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Notabene

Die eitlen Selbstgerechten

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Helmut Hubacher

ine Lehrerin schilderte mir ihr Dilemma. Sie Der ausgestreckte Mittelfinger löste folglich grosse kam mit einem Buben kaum mehr zurecht. Worte aus. Busacca fasste drei Spielsperren. Was hatte er Als er sich erneut unmöglich aufführte, ­eigentlich verbrochen? Er reagierte wie ein Mensch. Nun ist rutschte ihr die Hand aus. Zum ersten Mal er halt Schiedsrichter. Der sollte nach Meinung der Selbst­ in 35 Jahren verpasste sie einem Schüler gerechten wohl unfehlbar sein. eine Ohrfeige. Der Weltverband Fifa, also Sepp Blatter, bewies Stil. Er Sie meldete den Vorfall sofort der ­teilte dem Tessiner den wichtigen WM-Qualifikationsmatch Rektorin. Die machte nicht viel Federlesen: Russland gegen Deutschland zu. Das war ein demonstrativer «Du weisst, dass man das nicht tut. Aber ich Vertrauensbeweis für Busacca. Zugleich eine «Ohrfeige» für habe mit dir noch nie Probleme gehabt. Also ziehen wir ­einen die eitlen Fussballgewaltigen. Strich darunter.» Dem sage ich souveräne Personal­führung. Der Schiedsrichter ist eine Reizfigur. Mein SchwieIn einem solchen Fall sind offenbar häufig die Eltern das gervater war ein friedfertiger Mensch. Beim Match im alten grössere Problem. Oft seien sie schnell bereit, ein grosses «Ge- Basler Joggeli-Stadion gabs spätestens in der 75. Minute schiss» zu veranstalten. Und gar mit dem Anwalt zu drohen. «Mais». Mit den Umstehenden. Auslöser war stets der SchiedsItem. Die Lehrerin sprach mit der Mutter. Die wollte wissen, richter. Ich hatte lange nicht einmal geahnt, dass mein Schwiewas ihr Bub angestellt habe. «Ich hätte ihm zwei gervater sich so erhitzen konnte. Auf dem HeimOhrfeigen gegeben», quittierte sie den Fall. Sie ist «Wir sind ja weg war er munter und entspannt. Er hatte Dampf abgelassen. Russin. in vielem Massimo Busacca ist nicht nur ein sehr guter Das ist doch vielen unter uns auch schon passiert. Man fühlt sich beleidigt, ohnmächtig gut. Als Schiedsrichter, er beweist auch Sozialkompetenz. über die erlittene Erniedrigung. Dann meldet sich tüchtig Er ist sich beispielsweise nicht zu schade, mal ein Spiel von Junioren oder Sträflingen zu pfeifen. die innere Stimme mit der bösen Versuchung: berühmt» 2008 leitete er den Final in der Champions «Am liebsten würde ich mal dreinhauen.» League: Manchester United gegen Barcelona. Die In einer ähnlichen Situation muss sich Massibeiden Starfussballer Ronaldo und Messi be­ mo Busacca befunden haben. Er ist der zurzeit berühmteste Fussball-Schiedsrichter der Schweiz. Am vergange- dankten sich bei ihm mit einer ungewöhnlichen Geste. Sie nen 19. September pfiff er den Cupmatch Baden gegen die schenkten Busacca ihre Trikots. Das ist noch nicht manchem Berner Young Boys. Schon beim Einlaufen, also noch vor Spiel- Schiedsrichter passiert. beginn, wurde Busacca angepöbelt. Die Schwachköpfe schrien Und nun dies. Der internationale Verband für Fussball«Arschloch» oder «Idiot». Das ungefähr war ihr Wortschatz. Geschichte hat kürzlich Massimo Busacca zum weltbesten Er habe sich, so Busacca, noch nie so erniedrigt gefühlt. Und Schiedsrichter gewählt. Ein paar Herren stehen derzeit in reagierte mit dem ausgestreckten Mittelfinger. Die Deutschen schäbigen Kleidern da. Die kleine Schwäche Busaccas musssagen dem «Stinkefinger». Im Fussballtempel herrschte te unbedingt an die grosse Glocke gehängt werden. Da hat die eingangs erwähnte Rektorin vorgemacht, was Klasse ist. Bestürzung. Wir sind ja in vielem gut. Als tüchtig berühmt. Frauen Urs Meier ist Obmann der Schiedsrichter. Er weilte über dieses Wochenende in Köln. Von dort aus kommentierte und Männer. Gelegentlich sind wir wohl zu kleinlich. Könnten er in der Fernseh-«Sportschau» den angeblich gravierenden kleine Vergehen gelassener angehen. Ohne grosses Getue. Vorfall. Er hoffe, Busaccas Karriere werde damit nicht «zu- Ein Italiener hat uns auf seine Art durchschaut: «In Italien ist ein Zug, der 15 Minuten verspätet ist, noch pünktlich. In nichtegemacht. Aber die Szene wird Konsequenzen haben.» Aufgeregte und wichtigtuerische Herren beim Fussballver- der Schweiz werden die Leute schon bei einer Minute Ver band doppelten nach. Sie spekulierten, ob der Schiedsrichter spätung nervös.» auch für internationale Spiele gesperrt werde. Sie taten das mit blasser Miene, als ob sie gerade von einer Beerdigung Helmut Hubacher, 83, ehemaliger SP-Präsident und gekommen wären. ­Buchautor

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Leser Tolle ski-nati! u Didier Cuche, SI 1/2010 «Endlich mal hat es Didier Cuche auf die Titelseite geschafft. Herzlichen Dank für die umfangreiche Berichterstattung über unsere ganze Ski-Nati.» E. Rüttimann, Rickenbach Sulz ZH

kontroverse u Niklaus Hollenstein, der «Sheriff» von Niederbüren SG, SI 53/2000 «Ich bin entsetzt, zu welchen Methoden der Gemeindepräsident gegriffen hat. Ich will die Untat der Knaben nicht beschönigen, es gehört ihnen eine Strafe. Aber doch nicht, indem man Methoden aus dem Mittelalter anwendet und sie öffentlich an den Pranger stellt.»

Held der Kinderherzen René Prêtre wird das Mädchen operieren. Es ist erst einen Tag alt.

«Wir sind Dr. Prêtre unendlich dankbar!» u René Prêtre, Swiss Award,

SI 2/2010 «Wir freuen uns sehr, dass Dr. Prêtre Schweizer des Jahres geworden ist. Vertrauten wir doch ihm und seinem Team vor bald neun Jahren unseren damals drei Monate alten Sohn für die erste Herzoperation an. Ein Jahr später folgte die zweite. Danach ging es nur noch bergauf! Heute geht es unserem Sohn gut, worüber wir unendlich dankbar sind.» Familie Roth, Bonstetten ZH

«Beim Bericht über den Swiss Award im Hallenstadion kann man feststellen, mit

Helga Klee, Schulratspräsidentin, Berneck SG

wie vielen Mitarbeitern die Schweizer Illustrierte da mitwirkte, um umfassende Informationen mit Bildern einzuholen und das Ganze dann innerhalb von Stunden zu verarbeiten, damit wir am Montag im Be­sitze ihrer Neuigkeiten sind. Gratuliere!»

«Ihr Artikel über Damian lässt aufhorchen: Da begeht ein 13-Jähriger Vandalismus, und die Eltern nehmen ihn in Schutz und sagen, was für ein lieber und anständiger Bub ihr Damian doch sei. Mit seinen Schandtaten beweist er aber genau das Gegenteil! Die Eltern sollen doch den angerichteten Schaden von immerhin 4000 Franken von Damians Sackgeld bezahlen. Ich hoffe, dass Damian und seine Kumpels ihre Lehren draus ziehen. Sie sollten sich gemeinnützig betätigen müssen, um der Langeweile zu entgehen.»

Peter Strickler, Wädenswil ZH

P. Ricklin, Freienbach SZ

eine sauerei u Dr. Stutz meint: Schwein gehabt!, SI 2/2010 «Gratulation zu dieser Kolumne. Da wurde aus einer Grippe eine echte Sauerei gemacht!»

das herz öffnen u Nadia Brönimann, SI 53/2009 «Es ist die Seele, die wir lieben, und die Liebe, die wir über den Körper austauschen können. Darum bin ich überzeugt, dass es einen Seelenpartner gibt, der über das Bewusstsein verfügt, um mit Nadia Brönimanns Lebensgeschichte klarzukommen. Lassen Sie sich überraschen und öffnen Sie Ihr Herz!»

Regula Hartmann, Neukirch TG

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

Esther Ebnöther, Feusisberg SZ

willi

impressum Nr. 3, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch

Foto Kurt Reichenbach

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«Jetzt hat die Krise auch uns beide erfasst. Du kannst dir keinen zweiten Pfeil mehr leisten und ich mir kein Pferd.» schweizer illustrierte

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Die Liste

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renzo blumenthal

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von daniela zivadinovic

Ex-Mister-Schweiz, Model und Biobauer Renzo Blumenthal, 33, hat mit seiner Frau Ladina, 27, per 1. Januar 2010 den Bio-Bauernhof ­ seiner Eltern über­ nommen: «Ich habe jetzt zwar mehr Verantwortung, aber zum Glück sind meine Eltern genug fit, um weiterhin mitanzupacken.»

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Unser Traumhaus bauen Die Bewilligung liegt vor. Jetzt muss nur noch der Schnee schmelzen, dann legen wir los. Es gibt ein ebenerdiges Haus mit Panoramasicht und viel Platz für Moreno und weitere Kinder.

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Ferien machen Ich brauche nur eine Woche Ferien, am liebsten mit Strand und Meer. Die Malediven und Mauritius habe ich gesehen, jetzt reizt mich Sizilien. Dort will ich mit Moreno im Sand spielen.

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schweizer illustrierte

Den Betrieb erfolgreich weiterführen Per Anfang Jahr haben Ladina und ich den Hof meiner Eltern übernommen. Wir setzen weiterhin auf Milchproduktion und die Aufzucht von Kühen. Viel hat sich nicht verändert, da meine Eltern genug fit sind, um weiterhin mitzuhelfen. Auf einer Ranch im Ausland leben Nach getaner Arbeit träume ich vom Lagerfeuer mit Renzo-Bier und Essen unter dem Sternenhimmel. Noch einmal Formel 1 fahren Letztes Jahr konnte ich den Rausch auf der Renault-Rennstrecke nahe bei Nizza geniessen. Das Gefühl, auf 220 km/h zu beschleunigen und dabei die Wahnsinnskräfte zu spüren, ist unbeschreiblich. Ein neues Produkt meiner Renzo-Linie lancieren Nach der Salatsauce «Heublumenduft» mit Heublumen von unserem Hof plane ich verschiedene Fertiggerichte. Ladina in ein Wellness-Wochenende entführen Am liebsten ins Hotel Dolder Grand in Zürich. Es soll ein wunderschönes Hotel sein. Einen Champions-League-Final schauen Am liebsten Real ­Madrid gegen Barcelona im Stadio San Siro in Mailand. Wer gewinnt, spielt keine Rolle. Mir gehts um die Atmosphäre und das Erlebnis. Ein Geschwisterchen für Moreno bekommen Allerdings muss ich mich gedulden, bis Ladinas Ausbildung zur Pädagogin für Klein­ klassen abgeschlossen ist. Aber danach soll ein Kind folgen – ob Bub oder Meitli, ist egal.

Foto Marc van Svoll / Keystone

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Meiner Frau Ladina Blumen schenken Nach unserem Auftritt beim Swiss Award und der darauffolgenden nervtötenden Diskussion um ihren vermeintlichen Hängebusen verdient sie einen riesigen Strauss weisser Rosen, ihrer Lieblingsblumen.


The Classical Company Switzerland

Foto Detlef Schneider

Ihr Auftritt, Lang Lang!

Wunderkind Lang Lang Sein Talent und seine Präsenz machen ihn einzigartig. Ein Genie kommt in die Schweiz: Der 1982 in Shenyang (China) geborene Starpianist Lang Lang gibt drei exklusive Klavierkonzerte und tritt im Februar in Zürich, Bern und Genf auf. Die Schweizer Illustrierte lädt zum Klassik-Highlight 2010. Sichern Sie sich noch heute Ihre Tickets und lassen Sie sich vom Tastenvirtuosen in die Welt der Musik entführen. Mit drei Jahren nahm er Klavierunterricht, mit fünf gewann er die ersten Wett­

bewerbe. Von Peking aus eroberte das Wunderkind die Welt, trat in allen grossen Konzerthallen von New York bis Tokio auf. «Mein Antrieb ist die Liebe zur Musik», sagt Lang Lang. Der Unicef-Botschafter bestritt nicht nur die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking, sondern verzauberte das Publikum auch an der Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama in Oslo mit Charme, Magie, Talent und Präsenz.

Eine Konzertreihe der

BestellecnkeStise Ihre Ti rner.ch www.ticketco 0 800 Tel. 0900 80 .) (CHF 1.19/Min

Tournee-Daten u Sonntag, 7. Februar, Tonhalle Zürich u Freitag, 12. Februar, Casino Bern u Sonntag, 14. Februar, Victoria Hall Genf Ticket-Preise von CHF 38.– bis CHF 180.– (zzgl. Gebühren) Durchführung DTC Classics GmbH



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