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Fiona, Linda & Christa über

Sex, Babys und gute Vorsätze

Nik,Judith & Mario Unsere

Helden aus dem Glashaus

Mona Vetsch Zurück aus der Baby-Pause spricht sie erstmals über ihre Mutter-Gefühle

Mein grosses Glück mit Baby Dimitri 53

28. Dezember 2009 CHF 4.50


Titelfotos Fabienne Bühler, Adrian Portmann, Thomas Buchwalder; Inhaltsfoto Adrian Portmann; Fiona: Kleid, Galliano, Grieder les Boutiques; Ring, Monica Vinader, GLAM.in. Linda: Kleid, H & M; Schmuck, Rhomberg. Christa: Kleid, D & G, Grieder les Boutiques. Alle Zürich.

Inhalt

HEFT 53, MONTAG, 28. DEZEMBER 2009

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Titel

Mona Vetsch Comeback am TV nach der Babypause! Die Moderatorin erzählt von ihren ersten Erfahrungen als Mami

Leute

 FIONA

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HEFTI, LINDA FÄH, CHRISTA RIGOZZI Happy new year! So sexy feiern die drei berühmtesten Blondinen der Schweiz Silvester. Im Interview geben sie sich genauso unverhüllt – und sprechen über Sex, Babys und Vorsätze für 2010.

Tagebuch des Chefredaktors Bild der Woche Die Federers Leute Hausi Leutenegger, Boris Blank, Brigitte McMahon, Philipp Galizia, Julia Sakar, Äneas Humm, Fabian Cancellara Wernli, Hartmann & Torriani So geht es den Erfolgsmoderatoren zurück im Alltag Die Millenniums-Kinder In den frühen Morgenstunden des 1. 1. 2000 geboren – heute sind sie aufgeweckte kleine Stars! SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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Inhalt

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 NIK HARTMANN, JUDITH WERNLI, MARIO TORRIANI Was für ein Erfolgs-Trio! Die drei «Jeder Rappen zählt»-Moderatoren sind wieder daheim und erzählen begeistert von ihren Eindrücken und Emotionen in der Glasbox.

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 NADIA

BRÖNIMANN Hausbesuch in Einsiedeln. Als Bub geboren lief in ihrem Leben vieles schief. Jetzt ist sie 40.

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 FELIX

GUTZWILLER Wird er noch zum Gesundheitspolizisten? Der Ständerat will Sportliche finanziell belohnen.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

88 90 72 76 89

DJ Antoine Erstmals zeigt der Erfolgsmusiker, wie er mit seinem Sohn Sebastian die Feiertage im Burgund geniesst Linda Fäh, Fiona Hefti & Christa Rigozzi Blond, sexy und Lust aufs 2010! Nadia Brönimann Selbst nach der Geschlechtsumwandlung ist nicht alles einfacher. Aber sie ist nicht mehr «bitter»

Politik

Niklaus Hollenstein Der «Sheriff» von Niederbüren SG greift durch Felix Gutzwiller Normalgewichtige sollen profitieren, sagt der «Gesundheitspolizist»

Shopping

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

Ernährung Warum viele ungesund essen Rauchen Höchste Zeit, damit aufzuhören!

Die Besten

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party

Fifa World Player Gala in Zürich

Und …

Notabene von Peter Scholl-Latour Die Liste von Stefan Gubser, Schauspieler Impressum Horoskop Leserbriefe .schweizer-illustrierte.ch

Ideen für Ihre Silvester-Party im SI-Web Zaubern Sie Ihren Gästen ein feines Menü, und servieren Sie einen edlen Tropfen dazu. Inspiration gibts in unserer umfangreichen Rezept-Sammlung.

Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach, Dick Vredenbregt

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Leute


TAGEBUCH

Bleiben Sie uns gewogen!

Nik Niethammer, Chefredaktor Besuch im Burgund SI-Unterhaltungschefin Bettina Portmann (2. v. l.) mit DJ Antoine, Mutter Marie-Therese Konrad, Sohn Sebastian und Stylistin Jana Müller.

Fotos Stephan Pick, Thomas Buchwalder, Geri Born, Adrian Portmann

Helden aus dem Glashaus SI-Reporterin Sandra Casalini (2. v. r.) im Gespräch mit Nik Hartmann, Mario Torriani und Judith Wernli (v. l.).

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MillenniumsBabys Zehn Jahre danach lud SI-Reporter Thomas Kutschera erneut zum Fotoshooting.

Blondinen-Power SI-Reporter Giuseppe Cerrato holte Linda Fäh, Fiona Hefti und Christa Rigozzi (v. l.) erstmals gemeinsam vor die Kamera. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Vor Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, liegt Heft 53. Es ist die letzte Ausgabe der Schweizer Illustrierten 2009. Wir haben für Sie noch einmal alles gegeben, brennen zum Jahresende ein buntes Feuerwerk an spannenden Geschichten ab. Wir zeigen Ihnen das jüngste Bild der Federlis, der süssen Zwillinge Myla Rose und Charlene Riva von Mirka und Roger Federer. Und verraten Ihnen, wie das Foto entstanden ist. Wir stellen Ihnen Philipp Galizia vor. Neben Erich Vock der heimliche Star im Strassenfeger-Musical «Die kleine Niederdorfoper» (restlos ausverkaufte Vorstellungen bis Ende Februar). Der Mann ist komisch und rührend zugleich – und trifft mitten ins Herz. Wir trafen die Helden der Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» zum grossen Interview. Judith Wernli und Mario Torriani sprechen zu Hause bei Nik Hartmann über eine Woche der grossen Gefühle. Judith Wernli bringt es auf den Punkt: «Die viel kritisierte Schweiz ist ein bisschen näher zusammengerückt. Das Ergebnis ist grossartig und wird dazu beitragen, dass viele Menschen in Afrika ein ‹besseres› Leben bekommen.» Wir besuchten Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein, den «Sheriff von Niederbüren». Er hatte die Namen von fünf jugendlichen «Vandalen» im Amtsblatt publiziert. Die Mutter eines der betroffenen Jungen sagte unserer Reporterin Lisa Merz: «Wir fühlen uns an den Pranger gestellt. Die letzten Tage waren schlimm.» Wir baten die blonden Missen Linda Fäh, Christa Rigozzi und Fiona Hefti zum ersten gemeinsamen Fotoshooting. Und plauderten mit ihnen über Babys, Sex und gute Vorsätze für 2010. Wir erinnerten uns an die Millenniumsnacht vom 31. Dezember 1999. Damals besuchten drei SI-Reporterteams in der ganzen Schweiz die Erstgeborenen des neuen Jahrtausends. Die Titelgeschichte sorgte damals für grosses Aufsehen. Zehn Jahre später lud SI-Reporter Thomas Kutschera – auch er war damals in den Gebärabteilungen unterwegs – sieben Millenniums-Babys ins Fotostudio nach Zürich. Wir sprachen mit FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller über seinen Vorstoss, einen gesunden Lebensstil mit einer Krankenkassen-Prämienreduktion zu belohnen. Wir begleiteten Mona Vetsch nach St. Moritz. Der TV-Liebling stand erst zum zweiten Mal nach der Babypause wieder vor der Kamera. Mona Vetsch spracht mit SI-Reporterin Daniela Zivadinovic über ihr grosses Mutterglück mit Söhnchen Dimitri («Er ist absolut unkompliziert und interessiert, ein ‹Anfängerkind»). Wir fuhren ins Burgund zu DJ Antoine. Und zeigen als erstes Magazin, wie der erfolgreichste DJ der Schweiz mit Sohn Sebastian sein Ferienhaus geniesst. Und wir besuchten Nadia Brönimann an ihrem 40. Geburtstag zu Hause in Einsiedeln. Die berühmteste Transexuelle der Schweiz blickt mit SI-Reporterin Sandra Casalini auf ihr bewegtes Leben zurück. Ohne Reue und Bitterkeit. Ich hoffe, es ist etwas dabei, das Ihren Geschmack trifft. Das wars von uns für Sie in diesem Jahr. Bleiben Sie uns auch im neuen Jahr gewogen. Und freuen Sie sich mit uns auf viele aufregende Geschichten aus der Welt der Stars und Prominenten, der Meinungsmacher aus Politik, Wirtschaft und Kultur, der stillen Helden des Alltags. Herzlichst – Ihr Nik Niethammer


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BILD DER WOCHE

MIRKA UND ROGER FEDERER

 Zart klammert sich Myla Rose an den Ärmel von Roger, 28, die grossen Augen leuchten über Pausbäckchen. Und Charlene Riva, die lehnt zufrieden an der Brust einer strahlenden Mirka, 31. Schon fünf Monate alt sind die «Federlis» der Nation, sechs Kilo schwer und zurzeit in den Ferien in Dubai. Dort feierten sie mit ihren Eltern ihr erstes Weihnachtsfest, unterm Tannenbaum, bei 25 Grad. In der Woche vor dem 4. Adventssonntag waren Grossvater Robert und Grossmutter Lynette für vier Tage zu Besuch. «Dass wir als Familie zusammen sein können, ist das schönste Geschenk!», sagt Robert Federer. Also hat er stolz die Familie fotografiert, Roger stellt das Bild auf seine Homepage und schreibt: «Viele Freunde und Fans haben nach einem neuen Bild gefragt. Unsere ganze Familie wünscht ein sicheres und glückliches 2010!» STEPHANIE RINGEL

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Foto Robbie Federer

Hier lacht das Glück

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LEUTE NACHGEFRAGT BEI

Fränzi Aufdenblatten Endlich ganz oben Skirennfahrerin Fränzi Aufdenblatten, 28, gewann am 20. Dezember beim Super-G in Val d’Isère ihr erstes Weltcup-Rennen. Fränzi Aufdenblatten, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem ersten Weltcup-Sieg! Haben Sie ausgiebig gefeiert? Und ob! Stygi (gemeint ist Team-Kollegin Nadia Styger) und ich wollten den Erfolg zusammen feiern, sie war ja Zweite geworden. Wir sind zusammen mit ein paar Betreuern zu Swiss-Ski-Trainer Stefan Abplanalp nach Thun gefahren, weil er sturmfrei hatte. Seine Freundin Tanja Frieden fährt derzeit in den USA Snowboard-Rennen. Und was haben Sie dort gemacht? Stefan und Tanja haben sich kürzlich einen Whirlpool gekauft. Und dort drin sind wir dann alle bis weiss Gott wann in der Früh gelegen, haben gelacht und gefeiert. Aber keine Sorge, es war halb so wild, wie es wahrscheinlich tönt. Ein Mitglied des «Cool and Clean»-Teams von Swiss Olympic fands nicht lustig, dass Sie im Zielraum Champagner getrunken haben. (Lacht.) Das ist skandalös, nicht wahr? Aber im Ernst: Ich habe mit drei Vierteln des Inhalts die Journalisten vollgespritzt und selber nur einen Schluck genommen. Geniessen Sie die Feiertage nun umso mehr, oder trainieren Sie erst recht? Das Programm bleibt dasselbe, mit oder ohne Sieg. Aber die Trainings fallen mir in diesen Tagen ziemlich leicht. Gönnen Sie sich auch ein Festmahl, oder gibts Pasta ohne Sauce? Ich mache so viel Sport, dass ich mir über die Festtage alles gönne, wozu ich Lust habe – ohne schlechtes Gewissen. Und für mich als Walliserin gehört dazu natürlich auch ein Schluck Wein. Zieht es Sie als Skifahrerin eigentlich auch in der Freizeit auf die Skipisten? In Zermatt ist es viel zu schön, um nur zu Hause zu sitzen. Aber ich bin wie eine faule Touristin unterwegs: Ich gehe erst nachmittags um drei auf die Piste, fahre zwei, drei mal runter, suche mir ziemlich schnell eine sonnige Terrasse und faulenze ein wenig. Interview ALEJANDRO VELERT

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Boris Blank in der Küche des PastaLadens seiner Frau Patrizia Fontana an der Scheuchzerstrasse in Zürich. Pfarrer Ernst Sieber liess sich vom thailändischen Starfotografen in Szene setzen.


Wow! Die ehemalige Triathletin Brigitte McMahon im Technikraum im Schwimmbad in Baar ZG.

MCMAHON, BLANK, SIEBER

Perfekt in Figur und Pose

 Sie kann sich sehen lassen. Vor vier Jahren

trat Triathletin Brigitte McMahon, 42, zwar vom Spitzensport zurück, die Figur der dreifachen Mutter ist aber top wie zu ihren besten Zeiten. Für den thailändischen Starfotografen Chamni Thipmanee, 60, posierte sie stahlhart im Badeanzug. Auch andere Schweizer Persönlichkeiten wie Pfarrer Ernst Sieber, 82, oder Musiker Boris Blank, 57, standen vor

Chamnis Linse. Die Bilder entstanden für die Schweizer Lancierung des thailändisches Gastronomie-Labels Thai Select. Blank zeigte sich übrigens tief beeindruckt von der «schweizerischen» Effizienz des Thailänders. «Die Fotos wurden innert zehn Minuten geschossen, und trotzdem hat Chamni eine wahnsinnige, ja fast schon meditative Ruhe ausgestrahlt.» ANDREA VOGEL SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Fotos Chammi Thipmanee, RDB

Starfotograf Chamni Thipmanee.

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WER LIEBT WEN

Ist Sepp Blatter frisch verliebt?  Lets Party! Zwei Monate nach dem Ja auf dem Standesamt stieg am 20. Dezember in der Nähe von Zürich die Hochzeitsparty unseres Nati-Goalies Diego Benaglio, 26, und seiner Nadin, 26. Liebe ist, wenn man es – wenn auch verspätet – mit über hundert Freunden krachen lässt!  Zwei Wochen konnten sich das brasilianische Topmodel Gisele Bündchen, 29, und Ehemann Tom Brady, 32, nicht einigen. Jetzt stehts fest: Ihr Wonneproppen hört auf den Namen Benjamin. Und nicht etwa auf Leon, den beliebtesten brasilianischen Jungennamen.

HAUSI LEUTENEGGER

Leichter lebt es sich noch besser

Fotos Marcel Nöcker, Rolf Edelmann,dpa/Keystone (2), Daniel Kellenberger/TagesAnzeiger, Michael Spillmann/Aargauer Zeitung, Tim de Waele/Pixathlon

 Sind Sepp Blatter, 73, und Inaara Begum Aga Khan, 46, das neue Traumpaar? Die «Münchner Abendzeitung» berichtet von «strengem Frost» in der langjährigen Ehe der Begum. Hingegen sei «sie neuerdings sehr oft an der Seite von Fifa-Chef Sepp Blatter».

ROSE

KAKTUS

KURT RÖTHLISBERGER Präsident Aktion Nez rouge Aargau  Eine wunderbare Sache! Man genehmigt sich ein paar Gläschen und wird dann sicher nach Hause chauffiert. Über 10 000 Transporte hat Nez rouge letztes Jahr durchgeführt. Nun hat Kurt Röthlisberger, ein ehemaliger Fussball-Schiedsrichter, ein Pionierprogramm auf die Beine gestellt. Unter den 300 freiwilligen Chauffeuren, die an Silvester im Aargau unterwegs sind, gibts ein paar Junglenker, die ihren Ausweis wegen zu schnellen Fahrens abgeben mussten. «Hier lernen sie Verantwortung übernehmen.» Tolle Idee, diese Aktion «Suche Engel». Herr Röthlisberger, nächstens finden Sie unsere Rose im Briefkasten.

BRUNO SAUTER Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit ZH  Sie gehören zum Bild vieler grosser Städte: die Verkäufer des Strassenmagazins «Surprise». 40 Asylbewerber, die diese Arbeit in Zürich zum Teil schon seit Jahren ausübten, haben ihren Job verloren. Bisher hatte das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit Ausnahmeregelungen erlaubt. Künftig dürfen Asylbewerber nur noch in Branchen wie Landwirtschaft oder Pflege arbeiten. Viele der 40 Verkäufer benötigen nun mehr Sozialhilfe. Ein kleinkarierter, bürokratischer Entscheid, sagen viele Kritiker. Finden wir auch, lieber Herr Sauter, und schicken Ihnen unseren Kaktus. Möge er Sie im neuen Jahr zu besseren Ideen anstacheln.

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 Auf Wolke sieben schwebt Piero

Esteriore, 32. Auf Facebook verkündet der Schnulzen-Barde, er habe nicht mehr daran geglaubt, doch jetzt liege eine Hochzeit im Bereich des Möglichen. Eine Bitte: Damits nicht beim virtuellen Schwärmen bleibt, bitte Foto der Kandidatin laden!

 «Ich habe schon vier Kilo abgenommen!», sagt Hausi Leutenegger, 69, stolz. Für die Doku-Soap «leichter leben» auf SF 1 (immer sonntags 18.15 Uhr) schwitzt der schwerreiche Unternehmer und einstige Bob-Olympiasieger mit zwei Personal Trainern und kocht mit einer Ernährungsberaterin – sowohl zu Hause in Genf als

auch in seiner zweiten Heimat Gran Canaria. Doch Hausi will mehr: «Zwei weitere Kilo müssen runter!» Schon jetzt macht Leutenegger beim Dünen-Spaziergang eine besonders gute Figur. Auch seine Velotouren startet er mit neuem Elan: «Früher kurierte ich kleine Wehwehchen mit Whisky. Heute gehe ich lieber früh ins Bett.» SC


LEUTE JULIA SAKAR & ÄNEAS HUMM

Stimmgewaltige Nachbarn

 Zwei Gesangstalente und Fast-Nachbarn: Julia Maria Sakar, 13, alias Julia Star und der Tenor Äneas Humm, 14, trennen von ihrem Wohnort am linken Zürichsee-Ufer gerade mal fünf Kilometer – und verbindet ein unglaubliches Stimmtalent. Als Fünfjähriger trat der Wädenswiler Humm den Zürcher Sängerknaben bei, 2009 gewann er den Schweizer Jugendmusikpreis. Julia aus Bäch SZ, das Popsternchen aus Dieter Bohlens «Supertalent», nimmt derzeit ihre erste CD auf. «Auch wenn ich beim ‹Supertalent› rausgeflogen bin, weiss ich: Ich werde ein Popstar.» AV

Hausi Leutenegger geniesst sein leichteres Lebensgefühl in den Dünen von Playa del Inglés auf Gran Canaria. Die grossen Gesten haben sie bereits intus: Sängerin Julia Sakar und Tenor Äneas Humm.

FABIAN CANCELLARA

Abgetaucht mit dem Velo

Kein Training für die nächste Tour de l’Eau, sondern ein anstrengender Nebenjob für «Fäbu».

 Als wäre sein Beruf nicht anstrengend genug! Für ein Fotoshooting auf Fuerteventura radelte Radstar Fabian Cancellara, 28, mit seinem Velo in einem Swimmingpool. «Dreissigmal musste ich abtauchen und in Position gehen, bis das Bild perfekt war. Aber es hat riesigen Spass gemacht!» Probleme machten unter Wasser vor allem Helm und Lunge: «Am Velo haben wir Gewichte befestigt. Aber den Helm zog es immer noch oben, und ich selber musste vor dem Abtauchen ausatmen, damit der Körper keinen Auftrieb hat.» Besser hatte es da der Fotograf: Der Swimmingpool hat auf der einen Seite eine Glaswand. AVE

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LEUTE Wer ist hier das «Chalb»? Kleinkünstler und Kabarettist Philipp Galizia im Stall seines Nachbarn in Muri AG.

Publikumsliebling in «Die kleine Niederdorfoper»: Philipp Galizia als Zungen-Miggel (r.) stiehlt Sven Epiney alias Bunker-Willy die Show (im Hintergrund Yvonne Kupper und Thomas Meienberg).

PHILIPP GALIZIA

Er macht gern «s Chalb»

Als Zungen-Miggel ist er der heimliche Star der «Niederdorfoper»: Dabei bezaubert der Aargauer Philipp Galizia auch als Solokünstler – mit leisen Tönen und schwarzem Freiämter Humor.  Natürlich liegt es auch an seinem Äusseren. «Mis Grindli sieht schnell lustig aus», sagt Philipp Galizia, 44. Aber nicht nur. Das Stottern, seine embryoartige Haltung, sein verschmitzter Charme. Sein Lachen: Als Zungen-Miggel ist der Aargauer der Liebling im Dialekt-Musical «Die kleine Niederdorfoper». «Die Figur ist natürlich sehr dankbar geschrieben», präzisiert Galizia. «Im Stück ist er der Clown, den man einfach gernhaben muss.» Clown war als Kind sein Traumberuf. Geworden ist er Fotograf. Dann Kontrabassist. Das Clowneske hat den eingefleischten Murianer jedoch nie losgelassen. Vor allem der Witz seiner Heimat hat es ihm angetan: «Die Freiämter haben einen sehr eigenen Humor. Furztrocken, ja fast schon schwarz.»

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Galizia galt in Muri schon immer als Dorforiginal. Als Kleinkünstler verzauberte er dann die Region. Und nun erobert er mit der «Niederdorfoper» den Rest der Schweiz. Das Musical um das Bäuerchen Heiri im Sündenpfuhl Zürich ist bis zum Ende seiner Spielzeit im Februar restlos ausverkauft. Soeben wurde darum bekannt gegeben, dass der MundartKlassiker nun auch 2011 aufgeführt wird. «Es ist schön, mal ein regelmässiges Einkommen zu haben», sagt Galizia. Angefangen hat der Vater von zwei kleinen Kindern als Mitglied der Familie Trüeb. Als Kontrabassist beim legendären Pfannestil Chammer Sexdeet sammelte er dann Kleinkunstpreise wie das Cornichon oder den Salzburger Stier – und genug Erfahrung für seine Solo-

«Ich mag den magischen Moment, wenn sich das Lachen und das Weinen zuwinken» PHILIPP GALIZIA


Fotos Christian Lanz, Simon Egli

stücke. Deren drei hat er nun bereits aufgeführt. Und erzählt darin in leisen Tönen – sowohl auf dem Kontrabass wie auch verbal – leicht morbide Landgeschichten. Knochentrocken und bissig. «Galizia hat ein wahnsinniges Potenzial auf der Bühne», sagt Heiri-Darsteller Erich Vock, 47. «Ich habe sein Solostück ‹Läufig› gesehen und wusste, er ist die Idealbesetzung für den ZungenMiggel. Er ist komisch und rührend zugleich. Und trifft damit mitten ins Herz.» Genau das ist die Absicht Galizias: «Ich mag den magischen Moment, wenn sich das Lachen und das Weinen zuwinken.» ANDREA VOGEL

Soloprogramm Philipp Galizia spielt in seinem dritten Soloprogramm «Läufig. Ein Hundejahr» einen Anlageberater in der Midlife-Crisis.

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ERFOLGSSTORY

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Staraufgebot für einen guten Zweck In die Glasbox auf dem Bundeshausplatz kamen Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur – wie hier DJ Bobo. Grosses Bild: Die drei Glashaus-Helden treffen sich fürs Interview bei Nik Hartmann daheim in der Nähe von Zug. Foto Keystone

Die Helden vom Glashaus Sechs Tage in der Glasbox auf dem Berner Bundesplatz und über sieben Millionen Franken machten JUDITH WERNLI, MARIO TORRIANI und NIK HARTMANN zu den Lieblingen der Nation. Die DRS-3- und SF-Moderatoren über Herzblut, Verzicht, Emotionen – und ihre Rückkehr in den Alltag. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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ERFOLGSSTORY Text SANDRA CASALINI Fotos THOMAS BUCHWALDER

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wanzig Freunde bat Judith Wernli, 36, am 19. Dezember auf den Bundesplatz zu kommen, um sie abzuholen, wenn sie die Glasbox verlässt. «Damit jemand da ist, wenn ich rauskomme.» Nötig wäre das nicht gewesen: Judiths Freunde fanden kaum Platz in der Menge, die den neuen Landeshelden zujubelte, als diese ihre gläserne Bleibe verliessen. Sechs Tage lang wuchs das Moderatoren-Trio in einer nie gesehenen Spendenaktion über sich hinaus. Nach dem Vorbild einer holländischen Radiound TV-Show verbrachten Judith und ihre Kollegen Mario Torriani, 33, und Nik Hartmann, 37, sechs Tage und Nächte im Glaskasten auf dem Berner Bundesplatz und sammelten mit der Aktion «Jeder Rappen zählt» (JRZ) Spendengelder für den Kampf gegen Malaria. Wer in der Schweiz Rang und Namen hat, kam für Interviews vorbei. Von den Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey und Eveline Widmer-Schlumpf über Stars wie Gölä oder DJ Bobo bis hin zu Miss und Mister Schweiz. «Eines Morgens spazierte Bundespräsident Merz vor der Box durch und zog seinen Hut vor uns», erzählt Mario Torriani begeistert. Was für ein Kompliment! Drei Tage nach dem Auszug sitzen die drei «JRZ»Moderatoren gemütlich an Nik Hartmanns Küchentisch. Bei Kaffee und Gipfeli lassen sie das Erlebte Revue passieren. Die Stimmung ist dabei fast so überschäumend wie im Glaskasten. Sie befinden sich ja noch immer im Höhenflug. Was war denn so toll daran, sechs Tage in einer Glasbox eingeschlossen zu sein? Nik: Obwohl wir eingeschlossen waren, hatten wir die Freiheit, Radio zu machen wie nie zuvor. Judith: Dazu kam, dass wir endlich auch unser Publikum sehen konnten. Das ist ja sonst eher selten bei Radiomoderatoren. Wir hatten so viel Spass – jede Minute, die ich im Bad verbrachte, reute mich. Mario: Ich musste mich jeweils zwingen, nicht wieder aufzustehen, wenn ich mal im Bett lag. Durchschnittlich schliefen wir alle nur gut drei Stunden pro Nacht. Auch das Essen klingt nicht gerade nach einem Gourmet-Menü. Judith: Stimmt. Es gab Shakes zum Anrühren, Joghurt und Früchte. Das war sehr sättigend, und ich habe während der Zeit auch nicht abgenommen. Mario: Trotz der dürftigen Nahrung hatte ich nie Hunger und auch keine Lust, etwas anderes zu essen. Das lag

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«Der Alltag hatte mich sofort wieder. Auf der Strasse werde ich aber öfter angesprochen als vorher» MARIO TORRIANI


«Als Radiomoderatorin wars ungewohnt, dass es Kommentare zu meiner Kleidung gab» JUDITH WERNLI

«Wir verzichteten bewusst auf Schlaf, Essen und den Kontakt mit unseren Liebsten» NIK HARTMANN SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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Die drei Musketiere Judith, Nik und Mario (v. l.) sind sich einig: «Wir würden jederzeit wieder in die Glasbox ziehen!»

«Durchschnittlich schliefen wir alle nur gut drei Stunden pro Nacht» MARIO TORRIANI wohl daran, dass Essen und die Glasbox von Anfang an nichts miteinander zu tun hatten. Nik: Nur als draussen mal einer genüsslich ein Take-away-Curry verschlang – das war schon hart. Aber wir verzichteten ja bewusst auf allen Luxus wie Schlaf, Essen und den Kontakt mit unseren Liebsten. Wir wollten damit zeigen, dass wir wirklich mit Herzblut bei der Sache sind und nicht nur eine geile Show liefern wollen. Judith: Allerdings. Ich war nie zuvor so motiviert, alles zu geben! Über eine Million Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Malaria. Mit «Jeder Rappen zählt» sammeln DRS 3, SF und die Glückskette für die Opfer dieser Krankheit, investieren zum Beispiel in Moskito-Netze, die vor den Überträgern schützen. Für die drei Moderatoren stand von Anfang an fest: «Klar, dass wir das machen.» Begonnen hats für jeden mit einer Reise in ein von Malaria betroffenes Gebiet. Mario Torriani machte sich in Tansania ein

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Bild von der Situation, Judith Wernli reiste nach Laos, Nik Hartmann nach Mosambik. «Die Lebensfreude, die ich dort gesehen habe, wollte ich mit auf den Bundesplatz nehmen», sagt Nik. Was war das Schwierigste an den sechs Tagen in der Glasbox? Judith: Man war doch irgendwie abgeschottet von der Aussenwelt. Das war nicht immer einfach. Mario: Ich fand es zunehmend schwerer, allen gerecht zu werden. Mit einer solchen Menschenmenge und diesen Spenden hatten wir nicht gerechnet. Deshalb möchten wir uns auch an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen bedanken! Ihr emotionalster Moment in der «Kiste»? Mario: Es gab öfter Situationen, in denen ich den Tränen nahe war. Zum Beispiel, als ein kleines Mädchen ihr Kässeli vor mir leerte und erklärte, sie spende ihr Erspartes statt eines Weihnachtsgeschenkes für ihren Vater. Judith: Oder als jemand mir ein Hunderternötli hinstreckte und sagte,

er müsse aber fünfzig Franken zurückhaben, sonst reiche das Geld nicht mehr bis Monatsende. Wie haben Ihre Familien und Freunde diese Zeit wahrgenommen? Nik: Sehr positiv. Vermutlich auch, weil sie guten Gewissens nonstop Fernsehen schauen durften. Mario: Ich hatte auch nur positive Reaktionen aus meinem Umfeld. Sogar meine «härtesten Kritiker» waren begeistert. Zwar ist es für ihre Liebsten nichts Ungewöhnliches, den Papi am Bildschirm zu sehen oder die Tochter am Radio zu hören – sie aber Tag und Nacht in einem gläsernen Kasten vor dem Bundeshaus zu wissen, war auch für sie speziell. «Meine Familie hat mich sehr unterstützt», erzählt Judith Wernli. So fragten ihre Eltern, Besitzer eines Fenstergeschäftes, ihre Kunden an, ob sie statt Weihnachtsgeschenken das Geld «JRZ» spenden dürften. Es kamen 7000 Franken zusammen! Mama und Papa Wernli winkten auch mal kurz von aussen in die Glasbox. Judiths Partner hingegen mochte nicht in der Menge stehen. Mario Torrianis Familie kam schnell vorbei, Töchterchen Emilia liess dem Papi eine Zeichnung bringen. Nik Hartmanns Liebste blieben lieber


ERFOLGSSTORY zu Hause. Nik: «Für mich wäre es frustrierend gewesen, sie nur durch eine Scheibe sehen zu können. Umso mehr freute ich mich darauf, sie zu Hause in die Arme zu nehmen.» Wie war das Heimkommen für Sie nach sechs Tagen «Ausnahmezustand»? Mario: Der Alltag hatte mich sofort wieder. Kindern ist egal, was Papi gerade «Wahnsinniges» erlebt hat. Auf der Strasse werde ich aber öfter angesprochen als vorher. Judith: Für mich als Radiomoderatorin wars schon ungewohnt, dass es Kommentare zu meiner Kleidung gab. Oder eindeutige Angebote! Sie standen fast 24 Stunden lang unter Beobachtung, hielten auch mit Tanzeinlagen nicht zurück. Ist Ihnen im Nachhinein etwas davon peinlich? Nik: Peinlich? Das Wort gibts nicht für mich! Judith: Klar machte ich mir manchmal Gedanken, wie ich da wohl aussah. Aber ich glaube nicht, dass ich mich für etwas schämen muss.

Fotos SF

Im Gegenteil! Mit ihrer Authentizität tanzten, lachten und redeten sich Judith Wernli, Mario Torriani und Nik Hartmann in die Herzen der Schweizerinnen und Schweizer. Die Belohnung folgte jedenfalls für Nik sofort: Er bekam vergangene Woche den Publikumspreis der Sendung «glanz & gloria» überreicht – eine Auszeichnung auch für seine Leistung als Wandervogel von «SF bi de Lüt». Kurz darauf der Wermutstropfen für den Erfolgsverwöhnten: Nik und seine Frau Carla hatten ihr Baby Melchior mit zur Preisverleihung genommen. Darf man so was? Nik: «Wir hatten beide Lust hinzugehen, und wegen des Stillens sahen wir keine andere Möglichkeit, als den Kleinen mitzunehmen. Er döste die ganze Zeit über, war nie im Rauch, und wir gingen früh nach Hause. Ich denke nicht, dass wir uns etwas vorzuwerfen haben.» Und schliesslich, sagt Nik, gehöre der «Glory» auch ein bisschen seiner Familie – allen voran Gattin Carla. «Ohne sie hätte ich das alles gar nicht geschafft.» Ob er wieder in die Glasbox auf dem Bundesplatz einziehen würde? Da sind sich Nik und seine «Gspänli» Judith und Mario einig: «Jederzeit!»  Sie können immer noch für «Jeder Rappen zählt» spenden: mit dem Vermerk «private JRZ-Aktion» auf das Postkonto der Glückskette: 10-15000-6 Glückskette, 1211 Genf

Tansania In Daressalam begibt sich Mario mit einer lokalen Hilfsorganisation auf Mückenjagd. «Es zerriss mir das Herz, totkranke, von Malaria gezeichnete Kinder sterben zu sehen.»

Laos Judith trifft auf Menschen, die noch nie Europäern begegnet waren. «Über 40 Prozent leiden hier unter Durchfall und sind deshalb geschwächt und anfälliger für Krankheiten wie Malaria.»

PERSÖNLICH MARIO TORRIANI  GEBURTSDATUM 25. Januar 1976

 PRIVAT Verheiratet mit Anna, 31, Kinder

Emilia, 3, und Giacomo, 8 Monate.

 KARRIERE Marios Radio-Karriere führte

von Canal 3 über Radio 24 zu DRS 3. Ab 2001 moderierte er die Morgensendung. Am Bildschirm sah man ihn erstmals bei Tele 24, seit zwei Jahren moderiert er das SF-Wissenschaftsmagazin «Einstein».  MARIO 2010 «2009 war ein ereignisreiches Jahr, mit der Geburt von Giacomo, vielen beruflichen Verpflichtungen und einer Reise in die USA mit zwei kleinen Kindern. 2010 strebe ich etwas mehr Ruhe an. Ein drittes Kind? Ich denke, wir legen mindestens ein Jahr Pause ein und sehen dann weiter.»

PERSÖNLICH JUDITH WERNLI  GEBURTSDATUM 10. Mai 1973

 FAMILIE Seit einiger Zeit verliebt und in festen Händen.  KARRIERE Judith arbeitete nach der KV-Lehre und der journalistischen Ausbildung am Medienausbildungszentrum MAZ bei den Lokalradios Zürisee und Argovia, moderiert seit 6 Jahren bei DRS 3, seit 2 Jahren die «Morgenshow». Ist nebenher «Jugend und Sport»-Leiterin und führt Skilager.  JUDITH 2010 «Meine beruflichen Ziele habe ich erreicht. Das Radio ist meine Welt und meine Heimat – ich träume nicht von einer TV-Karriere. Privat schaue ich mal, was sich ergibt. Hochzeit und Kinder sind momentan noch kein Thema.»

PERSÖNLICH NIK HARTMANN Mosambik Nachts umschwirren Nik Malariamücken – tagsüber singt er mit Kindern PfadiLieder: «Jedes vierte Kind stirbt hier.»

 GEBURTSDATUM 1. Juni 1972

 FAMILIE Verheiratet mit Carla, 37, Kinder Constantin, 7, Frederik, 4, und Melchior, 9 Monate.  KARRIERE Nach abgebrochenem JuraStudium moderierte Nik bei den Lokalradios Extra Bern und Radio 24. 2005 begann er als Moderator von «Fensterplatz» beim SF. Seit drei Jahren moderiert er «SF bi de Lüt» – dabei wandert er unter anderem mit seiner Hündin Jabba «über Stock und Stein».  NIK 2010 «Ein verrücktes Jahr geht zu Ende. Im März kam Melchior zur Welt, im Juli zogen wir ins neue Haus. Zwar gäbe es Platz für ein weiteres Kind, doch wir sind so glücklich mit unseren drei Buben, dass wir momentan nicht daran denken. 2010 nehme ich, was kommt.»

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POLITIK

Gemeindepräsident NIKLAUS HOLLENSTEIN sorgt in Niederbüren SG für Recht und Ordnung: Die Namen von Vandalen veröffentlicht er in der Dorfzeitung. Auch Damian, 13, und dessen ganze Familie hat er damit belastet.

Der Sheriff von 22

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Schadensort Nr. 1 Gemeindepr辰sident Hollenstein vor der Scheune, bei der Scheiben eingeschlagen wurden.

Schadensort Nr. 3 Die f端nf Jungs demolierten diesen Verkehrspfosten und warfen ihn auf den nahen Pausenplatz.

n Niederb端ren

Fotos Keystone / Michele Limina

Schadensort Nr. 2 Beim Christbaum der Dorfkirche Niederb端ren rissen die Vandalen die Lichterkette herunter.


POLITIK Text LISA MERZ Fotos MARCEL NÖCKER

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amian, 13, schluckt, als er den ersten Satz des «Schweiz aktuell»-Moderators hört: «Eingeschlagene Scheiben, demolierte Inselpfosten, kaputte Strassenlampen – solche Vandalenakte sind keine Seltenheit.» Damian schluckt noch mal – das Schweizer Fernsehen berichtet hier über ihn und seine vier Kollegen. Und weil der Gemeindepräsident des 1400-Seelen-Dorfes Niederbüren so rigoros vorgegangen ist: Niklaus Hollenstein, 54, verfolgt eigene Methoden, um in seinem Ort für Recht und Ordnung zu sorgen. Der CVP-Politiker hatte am 17. Dezember 2009 die Vor- und Nachnamen sowie die Adressen der fünf 12- und 13-Jährigen in der Dorfzeitung – dem «Mitteilungsblatt» – veröffentlicht. Seit dieser Anprangerung sind Damians Eltern Jeannette, 41, und Erwin, 41, aus Oberbüren SG im Dauerstress. «Die letzten Tage waren schlimm. Das Telefon klingelt ununterbrochen, Zeitungen, Radio und Fernsehen wollen ein Interview», sagt die Hausfrau. Aber: «Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, die Öffentlichkeit zu suchen.» Ihren Familiennamen – so bittet sie – solle die Schweizer Illustrierte nicht nennen. «Es ist schon genug schlimm, dass unser Sohn mit vollem Namen im ‹Mitteilungsblatt› stand!», so der Vater, von Beruf Maurerpolier, wütend. Gemeindepräsident Hollenstein ist überzeugt, im Recht zu sein. «Ich habe die Namen veröffentlicht, damit nicht weiterhin Unschuldige verdächtigt werden», sagt der dreifache Familienvater. Einige Dorfbewohner nennen ihn schon Sheriff. «Schliesslich handelt es sich bei den Sachbeschädigungen nicht einfach um einen Lausbubenstreich! Der Schaden liegt bei 4000 Franken.»

In den Ausgang oder nicht? Ob Burka-Tragen oder Littering: Verbote sorgen im ganzen Land für heisse Köpfe.

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Was war passiert? Am 27. November wird zwischen 21 und 22 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung der Tanne vor der Niederbürener Kirche heruntergerissen. Fenster einer leer stehenden Scheune werden eingeschlagen, ein Verkehrspfosten umgehauen. Als Hollenstein am nächsten Tag davon erfährt, reicht er bei der Kantonspolizei postwendend Anzeige gegen unbekannt ein, sucht im «Mitteilungsblatt» nach Zeugen. Der Scheuneninhaber setzt 200 Franken Belohnung aus. Zehn Meldungen gehen bei Hollenstein ein: Damian und seine Kollegen sind überführt. Der «Schweiz aktuell»-Beitrag ist zu Ende. Damian setzt sich an den Küchentisch, nimmt den Kopf zwischen die Hände. Er spricht nicht viel, hört aber genau zu, was seine Mutter erzählt. «Er ist ein lieber Bub und benimmt sich anständig in der Schule. Er ist sicher kein Saugof.» Es sei das erste Mal, dass er so etwas «gebosget» habe. Warum ist Damian an jenem Abend nicht einfach im Jugendtreff geblieben? Der Junge zuckt mit den Schultern. War ihm in jenem Moment bewusst, dass er etwas Schlimmes anstellt? Seine Antwort kommt leise: «Nein.» Langsam getraut er sich zu erzählen. «Es war in einer Schulstunde. Plötzlich klopfte es an die Türe. Die Lehrerin öffnete, ein Polizist sagte meinen Namen. Erst da realisierte ich, dass ich etwas wirklich Schlimmes getan hatte.» Der Polizist bringt den Realschüler auf den Posten. Er und seine vier Kollegen werden in verschiedenen Räumen befragt. «Wo warst du am Freitag, dem 27. November? Hast du die Lichterkette runtergerissen?» Nach drei Stunden geben alle fünf Buben die Sachbeschädigungen zu. Für Sheriff Hollenstein dauern die drei Stunden zu lang. «Warum haben sie es nicht gleich gestanden?» Er gibt sich resolut. «Man muss den

«Damian ist ein lieber Bub und benimmt sich anständig in der Schule. Er ist sicher kein Saugof» MUTTER JEANNETTE

 Viel zu reden gab in der Zürcher

Unterländer Gemeinde Dänikon das Ausgehverbot ab 22 Uhr für schulpflichtige Jugendliche. Das hatte die Gemeindeversammlung im Juni 2008 beschlossen. Anlass waren in erster Linie Lärmklagen. Letzten Mai jedoch wurde eine entsprechende Beschwerde vom Zürcher Verwaltungsgericht gutgeheissen: Die Ausgangssperre wurde wieder aufgehoben. Dänikon ist kein Einzelfall:

Juhui Jugendliche freuen sich, dass das Ausgehverbot in Dänikon aufgehoben wurde.


«DAS VORGEHEN IST SEHR FRAGWÜRDIG»

Bruno Baeriswyl, Präsident der Vereinigung schweizerischer Datenschutzbeauftragten.

Jugendlichen Grenzen setzen! Gerade in diesem Alter können wir noch etwas bewegen. Wenn Bevölkerung, Eltern und Politik weiterhin vor dem zunehmenden Vandalismus kuschen, müssen wir die Folgen auch gemeinsam verantworten.» Dass er durch die Namensveröffentlichung den Familien Schaden zufügt, glaubt Hollenstein nicht. Er empfiehlt seine Methode auch anderen Gemeindepräsidenten. Verständnis dafür zeigt Hannes Germann, Präsident des Schweizerischen Gemeindeverbandes: «Ich sehe diese Massnahme als Hilferuf und als Not-

bremse gegen die steigende Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen.» Damians Mutter findet es gut, dass Vandalismus nicht akzeptiert wird. «In unserer Familie haben wir Regeln: Man macht keine Sachen kaputt, man entschuldigt sich.» Damian zählt die Strafen auf, die er nach den Sachbeschädigungen aufgebrummt bekam: einen Monat Hausarrest, danach drei Monate spätestens um sechs Uhr abends zu Hause sein. «Die entstandenen Kosten muss ich aus meinem Sackgeld zahlen, den Rest beim Vater auf dem Bau abarbeiten. So einen Seich mache ich nie mehr!» 

Ausgangsverbote für Jugendliche wurden auch in Gossau SG, Kerzers FR, im Bezirk Zurzach AG sowie in mehreren Berner Gemeinden, beispielsweise Interlaken, erlassen. In verschiedenen Kantonen gab es entsprechende Vorstösse auf kantonaler Ebene. Ein Burka-Verbot gilt auf der Gemeindeverwaltung von Grenchen SO. Wer dort ein amtliches Geschäft abwickeln will, darf nicht vollkommen verhüllt sein. Diese Weisung hat vor einem Monat

Stadtpräsident Boris Banga erlassen. Der ehemalige SP-Nationalrat: «Unsere Beamten müssen erkennen können, wen sie vor sich haben.» In Gossau SG und Wallisellen ZH ist seit ein paar Monaten ein Spuck-Verbot in Kraft. Es drohen Ordnungsbussen von 30 beziehungsweise 60 Franken. Ein Konfetti-Verbot gibts in Diepoldsau SG. Der Grund: Nach dem fasnächtlichen Gula-Gula-Umzug 2007 gingen diverse Reklamationen ein, da

bunte Papierschnitzel in Gärten liegen geblieben waren. Wer in der Stadt Luzern seine Zigarettenkippe in den Strassengraben schnippt, muss mit einer Busse von 40 Franken rechnen. Im Februar hat das Stimmvolk ein Littering-Verbot klar gutgeheissen, seither sind zivile Patrouillen unterwegs. In der Stadt St. Gallen wird mit 50 Franken gebüsst, wer seinen Abfall auf öffentlichem Grund nicht im Eimer entsorgt. TKU SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Foto David Baer / Tages Anzeiger

Solidarische Familie Mami Jeannette, Papi Erwin, beide 41, und Schwester Sabrina, 17, halten zu ihrem Damian, 13 (hinten). Auf dem Schoss Malteser-Mischling Charly.

Herr Baeriswyl, ist der Niederbürener Gemeindepräsident zu weit gegangen? Das Vorgehen ist sehr fragwürdig, weil es über bestehende gesetzliche Grundlagen hinweggeht. Was heisst das konkret? Nur Strafverfolgungsbehörden, also Polizei und Staatsanwaltschaft, dürfen über laufende Strafuntersuchungen informieren. Es ist also ganz klar nicht die Aufgabe eines Gemeindepräsidenten, Vandalen an den Pranger zu stellen. Das verletzt das Amtsgeheimnis. Dürfen Polizei und Staatsanwaltschaft Namen und Adressen veröffentlichen? Es gibt Fälle, wo Namen und sogar Bilder veröffentlicht werden können. Wenn beispielsweise nach Schwerverbrechern gefahndet wird oder eine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Hollenstein empfiehlt auch anderen Gemeinden, die Namen von Vandalen zu veröffentlichen. Das finde ich sehr problematisch! Damit ruft er praktisch dazu auf, sich nicht an rechtsstaatliche Vorgaben zu halten. Wenn man mit unserem Jugendstrafrecht nicht einverstanden ist, muss man die Gesetze ändern. Der Vater eines Jungen hat die Gemeinde Niederbüren wegen Verletzung von Amtsgeheimnis und Datenschutz angeklagt. Könnte er damit Erfolg haben? Ja. Für das Vorgehen des Gemeindepräsidenten scheint es keinen Rechtfertigungsgrund zu geben. Dies wird der Richter zu entscheiden haben.

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Die MillenniumsKinder! Sie kamen als erste Kinder des neuen Jahrtausends auf die Welt – in den frühen Morgenstunden des 1. Januar 2000. Jetzt feiern sie ihren zehnten Geburtstag. Und posieren schon wie KLEINE STARS.

Was, das waren wir? Rahel Meier, Lorenzo Carle, Ayshe Demirel, Marco Corradi, Ahmed Demirel (Ayshes Zwillingsbruder), Michelle Kaspar und Julia Durrer (im Uhrzeigersinn) halten das Poster der Schweizer Illustrierten vom 3. Januar 2000. Nicht alle waren damals auf diesem Titelbild abgelichtet, zwei von ihnen wurden mit den insgesamt 28 Neugeborenen in der grossen Reportage porträtiert.

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MILLENNIUM


«Ich wünsche mir, dass ich es gut habe in der Schule» RAHEL MEIER

Text THOMAS KUTSCHERA Fotos GERI BORN

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s war die Millenniums-Nacht – die berühmte Nacht vom 31. 12. 1999 auf den 1. 1. 2000. Die Nacht, in der mit viel Party und Feuerwerk das neue Jahrtausend eingeläutet wurde. Ich erinnere mich noch gut, wie ich landauf, landab unterwegs war und in Spitälern Millenniums-Babys besuchte – Kinder, die in dieser Nacht geboren wurden. Unter anderem Lorenzo Carle. Seine Mutter Annette aus Rüti ZH erzählte mir, dass sie nach ersten Wehen am 30. Dezember ins Spital gekommen sei: «36 Stunden

LORENZO CARLE Wohnort Rüti ZH Geboren 06.41 Uhr Charakter Hilfsbereit, ehrgeizig Lieblingsfächer Mathi, Turnen Hobbys Tauchen, Pilze sammeln Das regt mich auf Wenn man mich beschimpft oder beleidigt. Lieblingsmusik Peach Weber, CD mit griechischen Sagen Schönstes Erlebnis Dass ich auf die Welt gekommen bin. Traurigstes Erlebnis Als ich unsere jungen Büsi verschenken musste. Lieblingsspiel Tschau Sepp Vorbild Hab ich keines. Traumberuf Meeresbiologe Wünsche Keinen Stress und viel Freizeit. Und ich wäre gern mal Hundebesitzer.

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lang tat sich nichts. Um Mitternacht stiess ich mit meinem Freund und dem Personal an. Der Champagner wirkte Wunder: Um 6.41 Uhr kam Lorenzo zur Welt.» Zehn Jahre später wollten wir wissen: Wie gehts den Millenniums-Babys heute? Wie sehen sie aus? Sieben der damals Geborenen luden wir zu uns ins Fotostudio ein. Die Zehnjährigen kamen in Begleitung ihrer Eltern und Geschwister, hatten richtig den Plausch. Und waren mächtig stolz, als sie mit ihren Babyfotos abgelichtet wurden. Ganz aufgeregt fragte mich Marco Corradi: «Werde ich jetzt ein kleiner Star?» Marco, du bist einer!


MILLENNIUMS-KINDER MARCO CORRADI Wohnort Dottikon AG Geboren 00.02 Uhr Charakter Ehrlich, ehrgeizig, grosszügig Lieblingsfächer Rechnen, Turnen Hobbys Fussball spielen, Computerspiele Das regt mich auf Streit Lieblingsmusik Rapper Soulja Boy Schönstes Erlebnis Als ich das erste Mal geflogen bin. Traurigstes Erlebnis Der Tod von meinem Grosspapi Lieblingsspiel Compi-Autospiel GTA Vorbild Fussballer Andrea Pirlo Traumberuf Wissenschafter, Fussballer Wünsche Einmal eine Familie mit vielen Kindern zu haben. Und ein guter Fussballer zu werden.

RAHEL MEIER JULIA DURRER Wohnort Dallenwil NW Geboren 00.22 Uhr Charakter Spontan, fröhlich Lieblingsfächer Englisch, technisches Gestalten, Schwimmen Hobbys Singen, Pfadi, Gitarre spielen Das regt mich auf Streit Lieblingsmusik Sina Schönstes Erlebnis Zeltferien in Frankreich

Traurigstes Erlebnis Es kommt mir keines in den Sinn. Lieblingsspiel Eile mit Weile Lieblingstiere Pinguin, die Kaninchen auf unserem Bauernhof Vorbild Hab ich keines. Traumberuf Coiffeuse Wünsche Gesundheit. Und einmal eine eigene Familie haben.

Wohnort Winterthur ZH Geboren 05.18 Uhr Charakter Ruhig, lustig, kreativ Lieblingsfächer Sport, Handarbeit, biblische Geschichte Hobbys Basteln, schreiben Das regt mich auf Wenn andere mir alles nachmachen. Lieblingsmusik Das Schlaflied Bajuschki baju Schönstes Erlebnis Die Geburt meiner Schwester Mirjam Traurigstes Erlebnis Ich hatte zehn wunderschöne Jahre. Lieblingsspiel Rollenspiele mit andern Kindern Vorbild Pfadi-Leiterinnen, Lehrerinnen Traumberuf Kindergärtnerin Wünsche Dass ich es gut habe in der Schule. Und dass ich mehr Fantasie ins Leben bringen kann.

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AYSHE DEMIREL

AHMED DEMIREL

Wohnort Mumpf AG Geboren 01.46 Uhr Charakter Mutig Lieblingsfächer Turnen, Werken Hobby Zeichnen Das regt mich auf Streit Lieblingsmusik Popduo Aly & AJ Schönstes Erlebnis Für Ahmed und mich: Als wir unseren Kater Simba bekamen. Traurigstes Erlebnis Auch für uns beide: Als Simba starb. Vorbild Mutter und Vater Traumberuf Bäckerin Wunsch Keine Kriege mehr. Mal auf einer Insel leben.

Wohnort Mumpf AG Geboren 01.41 Uhr Charakter Unentschlossen. Für Entscheidungen brauche ich meist Zwillingsschwester Ayshe. Lieblingsfach Realien Hobby Fussball spielen

Das regt mich auf Für andere einkaufen Lieblingsmusik Michael Jackson Vorbild Habe keines. Traumberuf Weiss noch nicht. Wunsch Frieden. Und einen Tag nur mit Tieren leben.


MILLENNIUMS-KINDER

«Mit Julia schloss ich heute spontan Freundschaft» MICHELLE KASPAR

MICHELLE KASPAR Wohnort Gränichen AG Geboren 00.00 Uhr Charakter Lustig, kontaktfreudig, bequem Lieblingsfächer Englisch, Singen, textiles Werken Hobbys Turnen, basteln Das regt mich auf Streit, Lügen Lieblingsmusik Silbermond Schönstes Erlebnis Ägyptenreise diesen SommerTraurigstes Erlebnis Tod

von Grosi, Grosspape und meinem Hamster Sternli Lieblingsspiel Uno, Jassen Lieblingstier Mein Büsi Tinkerbell Vorbild Ariella Kaeslin Traumberuf Köchin Wünsche Ich möchte einen Bauernhof mit tausend Tieren. Und dass meine Familie und ich gesund bleiben.

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Betursiffüfrt

Bon gesundetnil Lebenss

Prämienreduktion dank gesundem Lebensstil. Dies der Vorschlag der FDP. Präventivmediziner und Ständerat FELIX GUTZWILLER über ein freiwilliges, persönliches Gesundheitsmanagement. Interview VERENA THURNER Foto DICK VREDENBREGT

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er auf einen gesunden Lebensstil achtet, soll laut Vorschlag der FDP eine Prämienreduktion bei der Krankenkasse erhalten. Angesprochen sind vor allem Versicherte mit höheren Krankheitsrisiken. Professor Gutzwiller, statt Foie gras und Champagner schlagen Sie uns Knäckebrot und Rüeblisaft vor? Wollen Sie uns die Festtage vormiesen? Natürlich nicht. Meine Philosophie ist und war immer eine andere. Aber: Nicht jeden Tag Foie gras und Champagner! Laut dem neusten FDP-Vorschlag wollen Sie aber einen gesunden Lebensstil belohnen. Warum das? Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der demografischen Gesundheitsrevolution. Die Leute werden immer älter, immer gesünder alt. Das heisst aber auch, dass Sie als mündiger Mensch Ihr Gesundheitsmanagement selber in die Hand nehmen müssen, wenn Sie die 90 bis 100 Lebensjahre auch ausschöpfen wollen. Unsere Vorstellung zielt darauf ab, noch mehr Leute zu motivieren, das Gesundheitsmanagement zu übernehmen, soweit es machbar ist. Und mit diesem Management wollen Sie nun nach den Rauchern den Übergewichtigen den richtigen Weg zeigen? Es geht nicht so sehr nur um Übergewichtige. Es geht vor allem um Krankheiten, die durch einen ungesunden Lebensstil verursacht werden. Selbstverständlich ist nicht jede Krankheit selber verschuldet. Ein wichtiger

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Sportlich In der «Chesa Grischuna» in Klosters GR, seinem Feriendomizil.

Gesundheitspolizist Felix Gutzwiller Teil ist Schicksal. Bei einem Teilbereich spielt aber das eigene Verhalten eine wesentliche Rolle, wie zum Beispiel bei Suchtmittelkonsum oder Rückenproblemen als Resultat mangelnder Bewegung, die oft zu einer Invalidisierung führen. Trainiert man seine Muskeln regelmässig, kann man massiv dazu beitragen, dass es eben gerade nicht zu Problemen des Rückens kommt. Letztlich ist es eine Frage des eigenen Lebensstils, ob man diese Verhaltensweise selber managt. Das ist die Stossrichtung. Wie soll das FDP-Modell funktionieren? Anreiz ist der Grundgedanke bei unserem Vorschlag. Wir wollen zum Beispiel keine Fettsteuer auf den Lebensmitteln, das finde ich eher

problematisch, sondern einen Anreiz schaffen, für Personen, die sich freiwillig gesundheitsbewusst verhalten wollen. Die Zielvereinbarungen können selber oder zusammen mit dem Hausarzt gesetzt werden. Bei Erreichen der Ziele profitiert der Versicherte von einer Prämienreduktion. Und wenn zum Beispiel Übergewichtige nicht mitmachen? Müssen die mit höheren Prämien rechnen? Nein, das hat keine Konsequenzen, soll auch keine haben. Denn schweres Übergewicht ist ja auch genetisch bedingt und durch Verhaltensänderungen schwierig zu beeinflussen. Wenn ein Übergewichtiger, ein Rückenpatient oder ein Alkoholabhängiger ein persönliches Gesundheitspro-


Das ist so. Auf der andern Seite sehen wir, dass zum Beispiel Bewegung viel schnellere Resultate liefert. Beim Rauchen zeigen erste Studien, dass durch einen Rauchstopp Herz-KreislaufKrankheiten reduziert werden konnten. Eine Gewichtsreduktion ist vor allem im Hinblick auf die enorm steigende Zahl von Zuckerkranken wichtig. Also: lieber langfristig als gar nicht. Wie geht es nun mit dem FDP-Vorschlag weiter? Wir liefern zusätzliche Vorschläge und werden das Projekt sowohl auf der technischen als auch auf der politischen Ebene vorantreiben. Es gibt noch Fragen zur Umsetzung, die gelöst werden müssen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein kleines elektronisches Dossier, ähnlich wie beim E-Banking, entwickelt wird, auf dem jeder seine persönlichen Daten, Bewegungsaktivitäten, Ernährung, Gewicht notiert. Was tun Sie, dass Sie mit 60 und Ihrer doch starken Arbeitsbelastung so fit sind? Ich setze vieles von dem, was ich fordere, um. Neben der Ernährung ist Bewegung das A und O. Die Zeit dafür hat einen festen Platz in meiner Agenda, wie andere wichtige Termine. Ich gehe regelmässig ins Studio zum Krafttraining, für die Ausdauer steige ich aufs Velo oder gehe wie jetzt in Klosters auf die Langlaufloipe. Für die Beweglichkeit mache ich Yoga. Und für die Psychohygiene trainiere ich Kickboxen. Dabei kann ich alle Spannungen abbauen. Daneben achte ich auf die Ernährung, steige regelmässig auf die Waage. Kein einziges Laster? Einem Glas Wein bin ich nicht abgeneigt. Ich bin durchaus ein Genussmensch. Es gibt auch sehr viel anderes, was man geniessen kann, wie zum Beispiel Literatur. Was wollen Sie uns als Nächstes verbieten? Alkohol, Sex …? Ich weiss, dass ich für viele ein rotes Tuch bin. Nehme aber in Anspruch, dass ich noch nie jemandem etwas verboten habe. Im Gegenteil: Ich deklamiere immer wieder das Recht der Erwachsenen, sich selber zu schädigen, wenn sie bereit sind, die Konsequenzen zu übernehmen, und niemand sonst beeinträchtigt wird. Verbote sind für mich tabu. Beim Rauchstopp zum Beispiel habe ich nicht auf die Raucher gezielt, sondern für den Schutz von Nichtrauchern gekämpft. Ein liberales Menschenbild geht einher mit dem Recht auf Selbstbestimmung. 

Felix Gutzwiller

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«MEIN HERZ SCHLÄGT FÜR SYLVIE»

Sylvie und Felix Gutzwiller sind ein attraktives Paar. Sie haben sich vor 30 Jahren beim Tennis kennengelernt. Der Professor der Präventivmedizin und die PR-Fachfrau wohnen in Zürich.

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«KICKBOXEN FÜR DIE PSYCHOHYGIENE»

Sport ist für ihn das A und O. Immerhin war er als Bub einmal schnellster Basler über 100 Meter. Seine bevorzugten Sportarten sind Kickboxen, Ski, Langlauf, Velo, Krafttraining und Yoga. BMI: 24.

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«GESUNDHEIT IST MEIN THEMA IM PARLAMENT»

Gesundheitsthemen beschäftigen ihn als Arzt und Politiker. Seine neuste Forderung: eine Reformierung des Tarifsystems im Gesundheitswesen und die Einführung der Vertragsfreiheit.

PERSÖNLICH

 Geboren in Basel am 22. 2. 1948 (Fische)  KARRIERE Medizinstudium in Basel, Master of Public Health in Harvard, Boston, Direktor Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Lausanne (1983), seit 1988 in Zürich  POLITIK Seit Dezember 2007 FDP-Ständerat  GOOGLE 68 400 Einträge

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Fotos Hervé Le Cunff, Rolf Edelmann, Keystone

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gramm verfolgt und das Ziel erreicht, bekommt er eine Prämienreduktion. Will jemand kein Programm befolgen, heisst das nicht, dass er deswegen mehr bezahlen muss. Die Prämie wird dann ganz einfach nicht gesenkt. Von Diskriminierung der Übergewichtigen, wie in vielen Zeitungen zu lesen war, ist keine Rede. Es lässt sich vergleichen mit der freiwillig gewählten höheren Franchise. Versicherte, die eine höhere Franchise wählen, haben auch eine niedrigere Prämie als diejenigen, die nur die Pflicht-Franchise bezahlen. Haben dann Menschen, die sich schon immer gesundheitsbewusst verhalten haben, ein Anrecht auf eine Prämienreduktion? Nein, leider nicht rückwirkend. Aber es gibt immer Verbesserungspotenzial. In Zukunft könnten sie mitmachen. Letztlich geht es um den Eigenwert des gesunden Lebensstils. Der sollte eigentlich im Vordergrund stehen. Nach welchen Kriterien soll das Modell umgesetzt werden? Nochmals, unser Modell ist ein selber gewähltes, freiwilliges Gesundheitsprogramm mit Zielvereinbarungen. Diese Ziele werden nach einfachen und verlässlichen Kennzahlen überprüft. Der Body-Mass-Index (BMI) ist sicher nicht die beste Wahl, und wir setzen da auch keine Grenze, ab welchem Wert sich ein Programm aufdrängt. Das Gewicht ist sicher ein Referenzwert oder die Sauerstoffsättigung. Die ist sehr einfach zu ermitteln, und damit kann die Bewegungsmasse kontrolliert werden. Dazu ein paar Übungen zur Messung der Kraft. Das ist relevant. Ein Beispiel: Ein Mann ab 50 Jahren, der seine Kraft nicht trainiert, verliert 1 bis 2 Prozent Muskelmasse pro Jahr. Trainiert er aber regelmässig seine Muskeln, ist er mit 80 noch immer auf dem gleichen Niveau wie mit 50. Und wer kontrolliert die Zielvereinbarungen? Die Referenzwerte müssen nicht die Krankenkassen kontrollieren. Ich kann mir vorstellen, dass die Kontrolle durch einen Hausarzt oder eine Sportklinik erfolgen könnte. Mit einem Zertifikat bestätigen diese, dass der Versicherte das angestrebte Ziel erreicht hat, eventuell mit zusätzlichen Angaben wie zum Beispiel Blutdruck, Sauerstoffsättigung. Die Kosten im Gesundheitswesen lassen sich durch schlankere Schweizerinnen und Schweizer aber nicht so schnell senken. Eine Gewichtsreduktion ist doch eher ein langfristiges Projekt.

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Luxuspause Mona Vetsch während des Drehs in der Bar des Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz.

Sie ist wieder da! Mit einer Serie über St. Moritz meldet sich MONA VETSCH aus der Babypause zurück. Die Radio- und TV-Moderatorin über Söhnchen Dimitri und die hundert Dinge, die sie als Mami lernen musste.

«Mein Sohn ist ein E


TITEL

n Einstiegsmodel»

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Text daniela zivadinovic Fotos fabienne bühler

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er Kutscher muss sich fünf Minuten gedulden. Mona Vetsch steht im Zimmer des Hotels Laudinella in St. Moritz-Bad und bürstet sich ihr Haar. «Dimitri brauchte mich noch kurz.» Sie wirft ihren écrufarbenen Wollmantel über («Den habe ich in Paris gekauft»). Klein Dimitri wird bei Papa Stephan bleiben. Und Mona ist bereit für ihre Erkundungstour durch St. Moritz. Die 34-jährige TV-Lady wirft für die dreiteilige Doku-Serie «St. Moritz – ein Wintermärchen» einen Blick hinter die Kulisse des Lieblingsortes der Schönen und Reichen.

Frau Vetsch, erstmals haben Sie die Weihnachtstage nicht mit Ihrer Familie im Thurgau verbracht, sondern mit Ihrem Mann Stephan und Ihrem sechs Monate alten Sohn Dimitri in St. Moritz. Ja, bisher feierte ich immer mit meinen Eltern und Verwandten. Wobei ich ja jetzt meine eigene Familie habe. An manchen Tagen wache ich aber auf und denke: Ups, ich habe ein Kind. Es gibt Momente, in denen ich das noch gar nicht glauben kann. Mit der Moderation von «St. Moritz – ein Wintermärchen» melden Sie sich am TV zurück. Haben Sie Ihre Arbeit während des Mutterschaftsurlaubs vermisst? Ich war schon für DRS 3 und «Jeder Rappen zählt» im Einsatz. Mein Wiedereinstieg war schleichend. Vermisst habe ich während der letzten sechs Monate nichts – es gab ja so viel zu tun! Für angehende Mütter gibts keine Lehre oder Ausbildung, irgendwann kommen die Wehen und wenige Stunden später ist man Mutter. Ich hab mich auf diese neue Rolle nicht gross vorbereitet, und so gab es hundert Dinge, die es zu lernen galt. Was denn so? Zum Beispiel, wie ich Dimitris Bauchnabel desinfizieren muss, bevor die Nabelschnur-Kruste abfällt. Oder wie ich mit ihm am besten einkaufen gehe – im Babybjörn, im Tragetuch oder im Kinderwagen? Und irgendwann merkte ich, dass sich Strampler mit Druckknöpfen auf der Seite am leichtesten anziehen lassen. Das tönt alles unheimlich banal, braucht aber seine Zeit, bis es sich einpendelt. In welchen Bereichen fordert Dimitri Sie auch noch? Selbst ernannte Fachleute haben mir versichert, er sei ein «Anfängerkind», also ein gutes Einstiegsmodell für mich.

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Strahlend schönes Mami Mona Vetsch auf dem Balkon des Badrutt’s Palace Hotel.


TITEL Knusperhäuschen «Palace»-Chef-Patissier Stefan Gerber weiht Mona Vetsch in seine süssen Geheimnisse ein.

«Seit ich selbst Mami bin, bewundere ich meine eigene Mutter noch viel mehr als früher» MONA VETSCH Schreiphasen und Koliken kennt er kaum, er ist unkompliziert und interessiert. Unruhig wird er eigentlich nur, wenn um ihn herum nichts läuft. Ein Sonderprogramm muss ich ihm nicht bieten. Solange Menschen in seiner Nähe sind, ist er zufrieden. Im Moment liest er auch gern Zeitung mit Ihnen. Ja, genau. Der Inhalt interessiert ihn aber weniger, viel lieber mag er, das Papier mit Genuss zu verspeisen. Wahrscheinlich gibts kein Kind, das so viel Druckerschwärze geschluckt hat (lacht). Manche Frauen beschweren sich, im Mutterschaftsurlaub geistig unterfordert zu sein. Für meine intellektuelle Nahrung war in erster Linie mein Mann zuständig. Daneben habe ich viel gelesen. Gerade am Anfang, als Dimitri viel schlief, ging das problemlos. Wie kamen Sie und Stephan auf den Namen Dimitri Henri? Er hat uns gut gefallen, weil er einen schönen Klang und eine positive Ausstrahlung hat. Wir haben lange gesucht, bis wir einen Namen fanden, der uns an niemand Blödes erinnert und uns beide überzeugt. Wie haben Sie die Geburt erlebt? Ich wollte im Vorfeld möglichst nichts

darüber wissen. Als es so weit war, gings zum Glück relativ rasch. Nach ein paar Stunden kam unser Sohn auf natürlichem Weg zur Welt. Und die zusätzlichen Kilos sind auch schon alle weg: Sie sind rank und schlank. Ja, mein Glück war wohl, dass ich schon in der Schwangerschaft nur wenig zugenommen habe. Und danach machte ich mir nicht viele Gedanken ums Abnehmen. Vielleicht hat das geholfen. Auf jeden Fall können Sie jetzt im kleinen Schwarzen moderieren, oder? Nein, zum Glück nicht (lacht). Ich porträtiere in der Sendung die Menschen, die hier im Hintergrund wirken und ermöglichen, dass man in St. Moritz in höchstem Luxus schwelgen kann. Dabei sind Sie eine erklärte Cüpli-AnlassGegnerin. Jawohl! Daran hat sich nichts geändert. Die Cüpli-Sause findet ohne mich statt. Ich zeige nur, wie sie zustande kommt. Ich führe Gespräche mit verschiedenen Protagonisten. In der Sendung möchten wir zeigen, was reiche Menschen in St. Moritz suchen – und finden. Wie organisieren Sie Ihr Familien- und Berufsleben in Zukunft? Im nächsten Jahr reduzieren mein Mann und ich unsere Pensen, sodass wir beide gleich viele Prozente haben. Dimitri wird

von uns und in der Krippe betreut. Ich moderiere weiterhin die Morgensendung auf DRS 3 und die Reisesendung «Fernweh». Meine Mutter hat mich regelrecht angebettelt, «Fernweh» nicht aufzugeben, damit sie Dimitri über längere Zeit hüten kann (lacht). Ihre Mutter hat vier Kinder grossgezogen. Versorgt sie Sie mit guten Tipps? Nein, und das schätze ich sehr. Unglaublich, wie sie uns vier Kinder erzogen hat und dabei immer geduldig und gut gelaunt war. Dafür bewundere ich sie heute noch viel mehr als früher. Sie freut sich, wenn wir vorbeikommen, aber sie redet mir nicht drein. Es ist toll, dass Dimitri mehrere Bezugspersonen hat. Ich selbst bin auch so aufgewachsen, im Dorf gab es immer eine Gemeinschaft, in der wir Kinder uns wohlfühlten. Leisten Sie bei Dimitri schon Erziehungsarbeit? Ich habe mir sagen lassen, dass man Babys am Anfang nicht erziehen und auch nicht genug verwöhnen kann. Alle anderen Weisheiten habe ich aus Remo Largos Buch «Kinderjahre». Oder von Fachpersonen wie Ärzten, Hebammen, Kinderkrankenschwestern und Mütterberaterinnen. Diese Leute sind Gold wert und leisten unglaublich gute Arbeit. Wie macht sich Ihr Mann als Vater? Er ist als Partner ein Geschenk, und als Vater ist ers genauso. Ich habe in allen Belangen grosses Glück und realisiere, wie wertvoll es ist, wenn man gute Arbeitgeber und intakte Familienverhältnisse hat. Durch Dimitri sind unsere Familien noch näher gerückt, das finde ich sehr schön.  Hinweis auf die Sendung: Doku-Serie «St. Moritz – ein Wintermärchen» mit Mona Vetsch auf SF 1, 28. und 29. Dezember, 21.00 Uhr, 30. Dezember, 20.50 Uhr

Kutschenfahrt Mona Vetsch im Gespräch mit SI-Redaktorin Daniela Zivadinovic in St. Moritz. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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FAMILIENGLÜCK

Hinter dem Mischpult ist er der Partylöwe. Privat sucht DJ ANTOINE die Abgeschiedenheit. Erstmals zeigt der Basler, wie er mit Sohn SEBASTIAN sein Ferienhaus im Burgund geniesst, und er verrät, warum Glaube und Luxus in sein Leben gehören.

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Die Männer p SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


r pension

Morgendliche Kuschelrunde Im Ferienhaus im Burgund (F) geniessen DJ Antoine und Sohn Sebastian gem端tliche Tage.

schweizer illustrierte

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FAMILIENGLÜCK

«Am ersten Tag meiner Ferien bricht alles über mich herein. Dann will ich die ganze Welt verändern» ANTOINE KONRAD

Männer am Herd «An unsere Spaghetti kommt keine Fertigsauce!» Papi Antoine und Sebastian kochen gern – aber nie, ohne dabei Musik zu hören.

Text BETTINA PORTMANN Fotos STEPHAN PICK

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as 1000-Seelen-Dörfchen mitten im Burgund liegt rund drei Autofahrtstunden von DJ Antoines Zuhause in Sissach BL entfernt. Hier trägt man blaue Arbeitsoveralls statt Pelzmäntel, am Strassenrand stehen Schubkarren statt Offroader, und statt Partybeats erklingt nachts der Ruf eines Käuzchens. Für Antoine Konrad, 34, ist es der perfekte Rückzugsort. Den 1999 gekauften Stall verwandelte der international erfolgreichste DJ der Schweiz innert fünf Jahren in ein schmuckes, französisches Landhaus. Seitdem geniesst hier Antoine alljährlich seine sieben Wochen Sommerferien und bringt unter dem Jahr wenn immer möglich seinen Sohn Sebastian, 9, mit. Jetzt zum ersten Mal auch über Weihnachten. Darum steht die mit Kerzen

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und elektrischen Lichtern geschmückte Blautanne – «damits auch ja immer leuchtet» – nicht in Antoines 11-Zimmer-Jugendstilvilla. Ausserdem gabs zum Dessert an Heiligabend auch keine Schokotorte der Chocolaterie Pompadour in Amsterdam – ein Novum für den Mann, der von sich sagt: «Ich bin ein Mensch, der Routine braucht.» Herr Konrad, sind Sie ein Langweiler? Andere mögen das so sehen. Doch ich brauche Traditionen, Rituale. Ich gehe gerne in dieselben Restaurants, an denselben Ort in Urlaub – darum dieses Haus im Burgund. Mir wird das nicht langweilig. Klar bin ich auch offen für Neues, aber ich liebe das Heimkommen. Welche Bedeutung haben Traditionen in der heutigen Zeit für Sie? Sie geben uns Halt. Kinder beispielsweise brauchen Regelmässigkeiten und feste Abläufe. Gerade deshalb sind mir

die Weihnachtstage wichtig. Sie haben etwas Spirituelles. Ich kann in mich gehen, sinnieren, übers Leben nachdenken und alte Kratzer glätten. Ausserdem sind sie gemütlich: Als Kind schaute ich «Sissi» und durfte nonstop Pyjama tragen. Heute probiere ich mit Sebastian die Geschenke aus, nehme den ganzen Tag Kalorien zu mir und höre gute Musik. Weihnachtszeit – Zeit der Familie. Fehlt Ihnen da eine Frau an der Seite? Sehr sogar. Ich werde melancholisch. Deshalb rief ich vor ein paar Jahren die «Kollegen-Weihnacht» ins Leben. Am 26. 12. treffen sich meine SingleFreunde bei mir zu Hause. Mittlerweile sind auch ein paar Frauen willkommen – doch wir malen ihnen Schnäuze an. Gibt es Momente, in denen Sie eine Partnerin besonders vermissen? An Sonntagen! Das ist der Kuscheltag der Woche. Da Sebastian Mittwoch und Donnerstag bei mir verbringt, bin ich


Das Wandern ist der Konrads Lust. Und Kleider auch: Antoine besitzt 150 Paar Schuhe.

sonntags wirklich alleine. Dann schaue ich DVD. Oder DVD. Oder DVD. Im Ernst: Egal, was ich unternehme, der Tag endet meist mit einer DVD. Meine Sammlung ist beachtlich! In Sissach wie auch in Ihrem Ferienhaus stehen viele Heiligenbilder und geweihte Kerzen. Wie leben Sie Ihren Glauben? Ich spreche jeden Abend im Bett mein Gebet. Wenn Sebastian bei mir ist, bete ich mit ihm vor dem Einschlafen ein Ave-Maria und das Vaterunser – wie es meine Grossmutter früher bei mir tat. An das Klappern ihres Gebisses kann ich mich noch gut erinnern. Wann fühlen Sie sich Gott nah? Am ersten Tag meiner Ferien. Dann bricht alles über mich herein. Ich werde spirituell und will die ganze Welt verändern. Oder ich gehe in eine Kirche. Dort überkommt mich so ein Kribbeln, ich bin berührt und fühle mich wie gereinigt. u

Schaumschlacht Im Männerurlaub steht für Papi und sein «Schätzeli» Spass an erster Stelle. schweizer illustrierte

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FAMILIENGLÜCK

«Wann ich eine Partnerin vermisse? An Sonntagen! Das ist der Kuscheltag der Woche» ANTOINE KONRAD  War Gott schon einmal nicht für Sie da? Ich glaube, er ist immer da. Klar gibt es Schicksalsschläge. Doch unser Verstand ist zu klein, um zu verstehen, warum und wozu etwas passiert. Wer glaubt an Sie? Meine Familie und meine Fan-Gemeinde. Jeden Mittwoch nach der Schule kommt Ihr Sohn für zwei Tage zu Ihnen. Was unternehmen Sie dann? Den Mittwochnachmittag starten wir immer gleich: Wir essen eine Pizza, fahren kurz nach Mariastein oder ins Kloster Einsiedeln und zünden eine Kerze an, gehen zu Starbucks was trinken, checken dann die neusten CDs im Ex Libris und starten danach Sebastians Wunschprogramm. Vergangene Woche war das Schlittschuhlaufen. Welches ist Ihre gemeinsame Lieblingsbeschäftigung? Im Spielzeugladen bei den «Auteli» stehen. Meistens werde ich schwach und kaufe ihm eines. Oder zu Hause gemeinsam Musik hören. Dann teste ich ihn und frage, was ihm gefällt. Er hat ein Gespür für gute Musik. Da Sebastian schon recht gut Klavier spielt, wollen wir nächstes Jahr zusammen einen Song aufnehmen.

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Wie erklärt Sebastian Papis Beruf? Papi macht Musik und Partys. Mag er eigentlich Ihren extravaganten Kleidungsstil? Ihm gefällts. Auch dass ich am Elternabend der einzige Vater bin, der aus dem Rahmen fällt, findet er cool. Ich hingegen komme mir dann eher komisch vor. Sie sind wahrscheinlich auch der einzige Vater mit Schulhausplatz-Verbot. Ich hole Sebastian tatsächlich nicht mehr von der Schule ab. Das letzte Mal wollten 150 Schüler ein Autogramm von mir. Alle kamen eine Stunde zu spät zum Mittagessen nach Hause. Plagt Sie als Scheidungsvater das schlechte Gewissen, nicht immer für Ihren Sohn da sein zu können? Leider ja. Denn die Zeit, die ich mit Sebastian habe, kommt mir manchmal sehr kurz vor. Dass ich mit meiner ExFrau Deborah ein gutes Einvernehmen habe, hilft jedoch sehr. Wie machen Sie Sebastian bewusst, dass Ihr Wohlstand nicht selbstverständlich ist? Ich zeige ihm auf, dass es vielen Kindern auf der Welt nicht so gut geht wie ihm. Zum Beispiel anhand eines Projektes in

Peru, Diener der Armen in Cuzco, welches ich unterstütze. Sie können auf ein geschäftlich erfolgreiches Jahr zurückblicken. Sind mit dem Kontostand Ihre Ansprüche gestiegen? Ich habe mich an einen gewissen Luxus gewöhnt, das stimmt. Ich leiste mir gerne was Schönes. Doch ich brauche nicht immer Hummer und Rindsfilet. Ich mag genauso gerne Pasta. Doch Minimalismus ist nicht Ihr Ding. (Lacht.) Ich bin mit meinen 1 Meter 95 auch nicht klein. Mir gefallen halt grosse Dinge. Diesen Sommer leistete ich mir für mein Haus im Burgund ein grosses schwarzes Eingangstor … … ein gigantisches! Im Wissen, dass Sie ein Schloss zu kaufen gedenken, könnte man Ihnen Grössenwahn unterstellen. Das mit dem Schloss stimmt nicht. Ich bin auf der Suche nach einem Herrschaftshaus – ein anständiges Heim für meine Familie. Schliesslich wünsche ich mir zwei weitere Kinder – natürlich nur mit der richtigen Partnerin. Wen werden Sie also zu Silvester um Mitternacht küssen? Niemanden. Dann sitze ich im Auto zwischen Partys in Zürich und Montreux. Die richtige Frau zu finden, bleibt ein Vorsatz fürs neue Jahr. Wann würden Sie diese Ihrem Sohn vorstellen? Nach einer langen Bewährungsphase. Etwa dann, wenn ich auch in der Schweizer Illustrierten von ihr erzählen würde. 

Styling: Antoine trägt Edo Popken, Sebastian trägt Outfits von Jelmoli. Haare und Make-up Jana Müller

Zeit zu zweit Im Alltag sehen sich Antoine und Sebastian zwei Tage pro Woche. Antoine: «Damit mich mein Sohn immer erreichen kann, habe ich ihm ein Handy gekauft.»


So sexy rutsch


HAPPY 2010

Die drei berühmtesten Blondinen der Schweiz schweben im Glück! Miss Schweiz LINDA FÄH sowie Ex-Missen FIONA HEFTI und CHRISTA RIGOZZI zeigen Party-Mode und verraten, warum auch 2010 ein Superjahr wird.

chen Blondinen SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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«Ich heirate im neuen Jahr. Wann? Nur so viel: Es wird über 20 Grad warm sein» CHRISTA RIGOZZI

Bella ciao Auch Christa braucht mal Abwechslung. «Die letzten vier Jahre habe ich Silvester gearbeitet. Dieses Jahr stossen Giovanni und ich romantisch zu zweit auf den Malediven an.»

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Alle dabei Linda Fäh stösst im Club Bolero in Winterthur auf 2010 an. «Ich werde ein auffälliges silberglänzendes Kleid tragen. Ich freue mich, Silvester mit Dejan und meinen besten Kollegen zu feiern.»


HAPPY 2010

«Ich rauche nicht! Ich trinke nicht! Deshalb werde ich auch keinen Vorsatz fassen» LINDA FÄH

«Babykilos? Ich nehme es locker. Mutterwerden ist schliesslich keine Krankheit» FIONA HEFTI

Die Party ruft Glamour-Mami und NZZ-Modejournalistin Fiona Hefti hat Lust auf gewagte Looks. «Für Silvester habe ich mich für ein sexy Kleid und Elf-Zentimeter-High-Heels entschieden.»

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Text GIUSEPPE CERRATO Fotos ADRIAN PORTMANN

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Sex nach zehn Jahren? Wir sind immer noch wild aufeinander

Sie heiraten 2010 Ihren Verlobten Giovanni! Sì! Ich freue mich riesig. Wann denn? Nur so viel: Es wird über 20 Grad warm sein. Christa Sie sind seit zehn Jahren Rigozzi, 26 liiert. Brennt das Feuer der Leidenschaft noch? Giovanni und ich sind immer noch wild aufeinander. Ich bin Stier, er Fische – eine sinnliche astrologische Kombination, sagt man.

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Können wir uns also bald auf ein Baby freuen? Immer schön der Reihe nach. Zuerst wird geheiratet, dann kommen die Bambini. 2011? Das wird sich zeigen. Im neuen Jahr ziehen wir von Fribourg ins Tessin. Wir bauen ein Haus in Monte Carasso bei Bellinzona. Verbringen Sie Silvester im Tessin? Nein, mit Giovanni auf den Malediven. Nachdem ich viermal an Silvester für

Wenn ich etwas im Leben ändern will, warte ich nicht bis Silvester

Wo feiern Sie Silvester?! Im Club Bolero in Winterthur – mit meinem Freund Dejan und meiner Clique. Was ziehen Sie an? Ein gewagtes Outfit Linda Fäh, 22 von Lisbeth Egli. So sexy wie das Pailletten-Gilet? So würde ich nie in den Ausgang. Nein, es ist ein kurzes Cocktailkleid, das silbern glänzt. Und wie frisieren Sie Ihre Mähne?

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Entweder lege ich sie in grosse Locken und trage die Haare offen. Oder ich stecke sie an einer Seite hoch. Welche schlechte Eigenschaften wollen Sie 2010 ablegen? Ich rauche nicht! Ich trinke nicht! Aber eben: Nobody is perfect – ich auch nicht. Doch wenn ich etwas ändern will, gehe ich die Sache sofort an und warte nicht bis Silvester. Das klingt diszipliniert. Das bin ich in allen Belangen. Dann rutschen Sie ohne Beziehungsprobleme ins neue Jahr?

Ich fühle mich sexy – trotz ein, zwei Babykilos zu viel

Ihr Söhnchen Juri kam am 3. August zur Welt. Sie sehen fantastisch aus. Wo sind denn die Babykilos geblieben? Die zwölf Kilogramm, die ich zugenommen Fiona Hefti, 29 habe, schmelzen durchs Mamisein langsam weg. Keine makrobiotische Diät und PowerYoga à la Madonna? Gott, nein! Mutterwerden ist doch keine Krankheit. Auch wenn mein Körper nie mehr so aussehen wird wie früher, bin

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ich glücklich wie noch nie. Ich verderbe mir dieses Gefühl nicht mit Diäten. Allerdings habe ich mich während der Schwangerschaft sportlich betätigt. Wie denn? Drei Monate vor der Geburt ging ich täglich schwimmen und besuchte YogaStunden. Ich bin sicher, dass durch die Yoga-Übungen meine Organe nach der Geburt wieder zu ihrem angestammten Platz zurückfanden. Hat sich Ihr Modegeschmack, seit Sie Mami sind, verändert? Ich kleide mich praktischer. Aber Neujahr feiere ich nicht in Jeans!

Anlässe gearbeitet habe, ist es Zeit für Zweisamkeit. Dann stossen Sie im Pareo und Bikini an? Auf jeden Fall nicht im Abendkleid. Und welche Vorsätze haben Sie für 2010? Es sind immer die gleichen. Weniger rauchen, mehr Sport und gesünder essen … … die Sie dann nicht einhalten? Richtig. Ich bin zu sehr ein Genussmensch. Typisch Stier. Ihr schönstes Erlebnis im alten Jahr? Ich habe Eros Ramazzotti an seinem Konzert im Zürcher Hallenstadion backstage getroffen. Wir plauderten, und er verglich mich mit Michelle Hunziker. Mamma mia, was für ein Kompliment.

Das Missen-Jahr bringt Dejan und mich nicht auseinander. Wir haben uns sogar nach fünf Jahren Beziehung wieder frisch verliebt. Das haben wir dem Krönchen zu verdanken. Wie geschieht so was? Zu Beginn gabs Zweifel, ob unsere Liebe dem Druck standhalten würde. Doch die kurzen Trennungen tun uns gut. Dejan geht wunderbar und sehr positiv damit um. Er ist ein Goldschatz. Und welche Männer sind ein Ablöscher? Wenn aus seinem T-Shirt-Ärmel Achselhaare hervorlugen. Und wenn der Brustpelz aus dem Hemdausschnitt quillt. Das muss auch nicht sein. Und nach was duftet Ihr Freund? Er benützt Dior Homme. So sexy!

Stossen Sie im Gala-Dress an? Nein, ich habe Lust auf ein sexy Kleid. Mein Mann und ich werden zuerst mit dem Baby feiern, danach gehen wir aus. Ich freue mich schon auf meine Elf-Zentimeter-High-Heels. Jetzt, da sich der Schwerpunkt wieder in die Mitte meines Körpers verschoben hat, ist das möglich. Was nehmen Sie auf jeden Fall ins neue Jahr mit? Ich möchte vermehrt auf mein Bauchgefühl achten. Das habe ich schon immer getan, aber seit ich Mutter bin, weiss ich, dass es das Beste ist. Und wie stehts mit Vorsätzen? Pilates-Stunden würden meiner Bauchdecke nicht schaden. 

Erste Doppelseite: Linda Fäh: Blazer und Paillettenleggins, H & M; Schmuck, Rhomberg. Fiona: Smokingkleid: Michalsky, GLAM.in; Ring: Monica Vinader by GLAM.in. Christa Rigozzi: Morgane Le Faye by Eclectic; Hose: Michalsky by GLAM.in; Fliege: Kostümania; Kreolen: Objects of Desire. Zweite Doppelseite: Christa: Lisbeth Egli; Kreolen: Objects of Desire. Linda: Gilet und Seidenhose, H & M; Schmuck, Rhomberg. Fiona: Cocktailkleid by Malene Birger, Grieder les Boutiques; Strümpfe, Fogal; Bracelet, Sabrina Dehoff by Monsieur Dubois. Alle in Zürich. Wir bedanken uns beim Club Diagonal, Zürich, und Moser Geschirrvermietung (Sektschalen), Winterthur. Styling Christina Noli, Haare und Make-up Rebecca Naterop und Peter Schell für Time

HAPPY 2010


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping OBJEKT DER BEGIERDE

Feiern wie 1880

Gläserne Dekadenz Le Rituel: Champagner von Piper-Heidsieck mit Stiletto-Kristallgläsern von Christian Louboutin. Jelmoli, Hofer Weine, Zürich.  CHF 480.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler. Solange Vorrat

 Um 1880 wurde richtig gefeiert. Besonders ausgelassene Abende umfassten das «Ritual», Champagner aus Damenschuhen zu trinken. Das Champagner-Haus Piper-Heidsieck nimmt dieses Ritual der Belle Epoque humorvoll auf. Zusammen mit dem Schuhpapst Christian Louboutin (rote Schuhsolen sind sein Markenzeichen) entstand die Luxus-Geschenkbox Le Rituel. Die Hauptakteure dabei: ein von Louboutin dekorierter Champagner Cuvée Brut sowie ein handgefertigtes Kristallglas in Form eines Pumps. Natürlich mit dem berühmten Louboutin14-Zentimeter-Absatz.

KRISTINA KÖHLER

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shopping

LOOK

SILVESTER

SternenGlanz

 Silber übertrifft alle anderen Metalle an Helligkeit – dank seinem grossen Reflexionsvermögen. Die perfekte Farbe also, um an Silvester ein wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Auch Stars setzen bei festlichen Anlässen gerne auf die glänzenden oder funkelnden Silberroben, wie etwa Angelina Jolie. Dabei besonders begehrt: lange Abendkleider aus fliessenden Stoffen (wie bei Bottega Veneta), asymmetrische One-Shoulder-Kleider (etwa Calvin Klein), sexy knielange Bandeau-Kreationen (Blumarine), langärmlige Cocktailkleider, Etuikleider mit dezenten Puffärmeln oder edle Vintage-Modelle. Dabei zu beachten: dem Outfit die Hauptrolle überlassen und nur mit kleinen Silberaccessoires kombinieren. Im alten Ägypten trug Silber übrigens den poetischen Namen Mondmetall. Ein romantischer Gedanke, in der Silvesternacht mit Mond und Sternschnuppen um die Wette zu funkeln. KRISTINA KÖHLER

Hoffnungsvoller Sprung ins Jahr 2010 Abendkleid, C & A.  CHF 249.–, Strass-Clutch, Manor.  CHF 49.90, Strass-Sandalen, Get Fashion, Zürich.  CHF 49.–, Diadem, Tansini, Zürich.  CHF 128.–, Ohrstecker, Manor.  CHF 19.90

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Letzter Blick zurück ... Abendkleid von Polar, bei Zoro, Zürich.  CHF 990.–, Satin-Peeptoes, Buffalo.  CHF 119.–, Clutch, Manor.  CHF 39.90


Eisblumen Diadem mit kleinen Blüten aus Strasssteinen. H & M.  CHF 9.90

Ansteckendes Funkeln Creolen und Ohrstecker in Perlenform. 2er-Set, H & M.  CHF 7.90

Märchenblüte Abendtasche in Blütenform mit zwei Bändeln. Coop City.  CHF 99.90 Schneekönigin Strickjacke, mit Pailletten bestickt. Just Cavalli, Burger.  CHF 498.– Glitzer-(Rau-)Reif Silberfarbener XLArmreif. Entdeckt bei Mango.  CHF 34.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Paul Seewer, Auswahl Jeannette Gloor, Haar & Make-up Brigitte (Time), Model Inna (Time)

Sternschnuppenstreif Stretchgürtel mit silbernen Pailletten, H & M.  CHF 14.90 Silber an der Hand Geräumige Silberclutch aus Lederimitat, gefunden bei Coop City.  CHF 49.90

Funkelndes Gewebe Oberteil mit Fledermausärmeln. Yes or No, Manor.  CHF 39.90

Plötzlich Prinzessin Lange Handschuhe für Ball oder Fest. Böhny, Zürich.  CHF 48.50

Schillernde Schönheit Langärmliges Cocktailkleid von Mango.  CHF 99.90

Moderne Cinderella Funkelnder Stiletto, gesehen bei Zara.  CHF 79.90 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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shopping

MODE

Geflochten Goldring von Bahina Jewels. www.bahina-jewels.com  CHF 1250.–

Romantisch Power-Ringe aus der stylischen Kollektion von Kurz. www.kurzschmuckuhren.ch  ab CHF 8900.–

Raffiniert Lila Goldringe aus einer Auswahl von Tiffany.  CHF 1700.–

Kunterbunt Cocktail-Ringe aus der Linie Paloma’s Sugar Stacks von Tiffany & Co.  je ab CHF 1400.–

Grafisch Silberringe aus der Linie von Ego Collection. Infos www.egocollection.ch  ab CHF 290.–

Traumhaft Cocktail-Ring im klassischen Stil von Tiffany.  ab CHF 1700.–

Grosser Auftritt  Sie veredeln jedes festliche Kleid, bringen die Augen der Trägerin zum Strahlen – und sind eine Art LangzeitInvestition: Cocktail-Ringe. Im Moment gilt: Je bunter und grösser, umso besser! Es gibt sie von mittelpreisig (zum Beispiel bei Christ Schmuck, www.christ-swiss.ch, oder Ego Collection) bis kostbar (etwa bei Tiffany & Co.). Auch im Bereich Mode-

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schmuck findet man sie. Wichtig beim Tragen: Die Hände sollten top gepflegt sein und die Nägel am besten pastellfarben lackiert. Wagemutige experimentieren mit Nude, Hellgrau oder Jadegrün wie bei Chanel. Rot aber sieht zu kitschig aus dazu. Das Kleid zum CocktailRing sollte immer in einer Kontrastfarbe gehalten sein, das ergibt einen richtigen Power-Mix. BEATRICE SCHÖNHAUS

Kraftvoll Cocktail-Ringe von Tiffany.  ab CHF 1700.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

COCKTAIL-RINGE


HOTSPOT

Schneeweiss präsentiert sich die neue und erste Boutique der Zuger Uhrenmarke Cimier am Limmatquai vis-à-vis dem Zürcher Rathaus. Tel. 044 202 30 30, www.cimier.com

FLAGSHIP STORE CIMIER, ZÜRICH

Zeit auf kleinem Raum  «Das nennt man Glück», meint Martin Bärtsch, Geschäftsführer Montres Cimier, bei der Übernahme des BijouxUhren-Geschäfts Bruppacher am Limmatquai 56. In nächster Nachbarschaft zu Rathaus und Zunfthäusern ein idealer Standpunkt für Einheimische und Touristen. Gerade mal 35 m2 umfasst das neu gestaltete Aushängeschild der vor sechs Jahren in Baar wiederbelebten Uhren-

© Fotostudio Schweizer Illustrierte, Dick Vredenbregt

Wintermärchen Olympiasiegerin Tanja Frieden gewidmeter Quarz-Chronograf.  CHF 1390.–

Hingucker Mit Unitas-HandaufzugsWerk, Ex-Nationalliga-ATorhüter Jörg Stiel gewidmet.  CHF 2250.–

marke. Ganz in Weiss gehalten, stellt das puristische Design die Vielfalt der CimierUhren in den Vordergrund. Die Swissmade-Zeitmesser im mittleren Preissegment bieten drei Jahre Garantie und ticken mit mechanischen oder QuarzWerken. Schmuck von Pandora und Pirchner bereichert das Angebot. SARAH RIEDER OFFEN Mo–Fr 9.30–19, Sa 9.30–17 Uhr

Stopper Für Sportler: Quarz-Chronograf mit Datums-, Wochentags- und Monatsanzeigen.  CHF 1250.–

Völlig schräg In Sektoren aufgeteilter Zeitmesser, UnitasHandaufzugswerk.  CHF 2550.–

Tag oder Nacht? Sonne oder Mondsichel zeigen es bei 12 Uhr. Unitas-Handaufzugswerk.  CHF 2850.–

Birdie Für Golfer mit ruhiger Hand dank speziellem Energieglas am Gehäuseboden.  CHF 780.– SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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BEAUTY

shopping

Schöne Tigresse Translucent Powder, wiederauffüllbar: Year of the Tiger, Estée Lauder.  CHF 110.–

Samtene Hände Minitube Handcreme mit marokkanischer Rose. Limited Edition. Von L’Occitane.  CHF 12.–

Lilie, Mango und Karamell EdT Something about Sofia von Benefit. Globus.  CHF 55.–

Leuchtende Samtlippen Lang haftende Farbe, Honig, Vitamin E: Color Sensational Gloss, Red Love, Maybelline.  CHF 16.90

Beuteltierchen Ist Necessaire und kleine Clutch in einem. Von H & M. Solange Vorrat.  CHF 9.90 Zarter Pfleger Mit BioKornblumenextrakt: belebende Tagescreme I am Natural Cosmetics. Migros.  CHF 10.90

24 Stunden dichter Wimpernkranz Mascara Singulier von Yves Saint Laurent. In vier Farben.  CHF 49.–

Augenblick! LidschattenQuartett Velvet Plum. Der dunkle Ton ist auch Eyeliner. Bobbi Brown.  CHF 70.–

Kleines fürs Täschchen  Nicht nur Kinderherzen freuen sich auf Silvester, auch Erwachsene. Besonders, wenn Romantiknaturen festlich ausgeführt werden. Damit frau die ganze Nacht engelhaft schön bleibt, empfiehlt sich ein vorgepacktes Necessaire mit Mini-Beauty-Helfern. Dieses schmuggelt sich im Täschchen an jeden beliebigen Ort. Was kommt rein? Etwa Concealer, Puderdose, Gloss,

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Mascara, ein Minitiegel Augenpflege (etwa Gin Zing von Origins), eine Minitube Handcreme und ein Taschenspray mit dem Lieblingsduft. Übrigens ein guter Grund auszugehen: In China lockt man so alle schlechten Erinnerungen des letzten Jahres aus dem Haus. Und wer nach durchtanzter Nacht heimkehrt, öffnet das Fenster. Dann fliegt das Glück herein. KRISTINA KÖHLER

Drei Wünsche Sexy Starlet-Set, enthält eine magische Foundation, Rouge, Mascara. Benefit, Globus.  CHF 95.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

BEAUTY-NEWS


1 WEGWEISER

ELECTRONICS

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LICHTGESTALT

 Berauschende Fotos sind in der digitalen Fotografie nicht erwünscht. Darum gibt es bei der Canon Powershot G11 gleich ein doppeltes Rauschreduzierungssystem. Die Pixel des 10-MegapixelBildsensors sind grösser dimensioniert und nehmen eine höhere Lichtmenge auf. Zusätzliche Vorteile beim Fotografieren bei schwachem Licht bietet der neue Bildverarbeitungsprozessor, welcher die Helligkeit in zu dunklen Bildbereichen anpasst, ohne dass helle Bildpartien davon berührt werden. Sehr praktisch ist der dreh- und schwenkbare Bildschirm. www.canon.ch SG

WENIGER IST MEHR Canons Powershot G11 macht auch bei wenig Licht tolle Fotos.  CHF 898.–

 Die neusten Navigationsgeräte

können weit mehr, als Autofahrern den richtigen Weg zum Ziel zu zeigen. Dies beweisen die neuen Modelle Live von Tomtom. Der Live-Service beinhaltet gleich drei Dienste. HD-Traffic ermittelt, wie viele Handy-Nutzer sich wie schnell und in welche Richtung bewegen. Mit Google lassen sich Geschäfte, Unternehmen und viele andere Orte von Interesse finden. Ebenfalls ermitteln kann man das aktuelle Wetter und Fünf-Tages-Vorhersagen. Drei Modelle aus dem mittleren und oberen Preissegment sind ab sofort erhältlich. www.tomtom.com STEPHAN GUBLER

VIELSEITIG Tomtom-Navigationsgeräte mit den Live-Services sorgen für eine stressfreie Fahrt ans Ziel.  ab CHF 349.–

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FLACHMANN

 Ganz schön flach präsentiert sich Panasonics SC-HC3. Das elegante Micro-HiFi-System überzeugt nicht nur durch seine Traummasse, sondern auch mit einem raffinierten Slide-Öffnungsmechanismus. Hinter der Alu-Front versteckt sich ein CD-Spieler. iPods lassen sich ebenfalls direkt anschliessen. Für noch mehr musikalische Unterhaltung sorgt das FM-Radio mit 45 Stationsspeichern. Der eingebaute Verstärker liefert 2 × 20 Watt Sound an die Lautsprecher. Andere Geräte wie TV oder Spielkonsole lassen sich via Audio-Eingang anschliessen. www.panasonic.ch SG

ELEGANTER MUSIKANT Das MicroHiFi-System SC-HC3 von Panasonic mit Radio, CD-Spieler und iPod-Anschluss.  CHF 349.–

UHR DER WOCHE

STECKBRIEF

ZUM TRÄUMEN SCHÖN  Keine Frage: Die Mondphasenuhr 1931 von Louis Erard mit 152 Diamanten (1,4 ct), Qualität Top Wesselton VS-SI, und blaugrauem PerlmuttZifferblatt ist eine traumhaft schöne Uhr. Das verführerische Perlmutt-Zifferblatt brilliert mit acht Full-Cut-Diamanten als Stundenindexe zwischen den grossen Zahlen 3, 6, 9 und 12, der Mondphasenanzeige oberhalb 6 Uhr, einem Datumskreis sowie dem Wochentag und Monat unterhalb 12 Uhr. Und die Aufzugskrone ist mit einem Onyx-Cabochon geschmückt. Perfektion bis ins letzte Detail. SARAH RIEDER

Unwiderstehlich Die neue Mondphasenuhr 1931 von Louis Erard.  CHF 5965.–

Werk Mech. Automatikwerk ETA mit Dubois-DéprazModul 9000 Gehäuse Edelstahl, unten und oben Saphirglas, wasserdicht bis 50 Meter Armband Graues Satinband mit Faltschliesse Varianten Weisses Perlmutt-Zifferblatt, Lederband Wer trägt sie? Romantikerinnen Bezugsquelle Tel. 032 - 957 66 30, www.louiserard.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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Prosit 2010 Den Champagner Cuvée Perrier-Jouët Belle Epoque 2002 gibts dieses Jahr in der Geschenkbox mit zwei Flûte-Gläsern, Globus.  CHF 239.–

Burlesque ins neue Jahr Sexy ins neue Jahr mit Lingerie von C & A: Modell Stretchsatin. BH  CHF 19.90, Gürtel  CHF 9.90, String  CHF 9.90

Silvester-Queen Abtanzen bis zum Morgengrauen mit dem perfekten Party-Täschchen: Metallic-Modell im Glamrock-Stil. Entdeckt bei Manor.  CHF 19.90

Prickelnder Jahresbeginn Perfektes Silvester-Dessert: Das neue Sorbet Chamgagne Rose von Mövenpick gibts bei Manor, Globus und LeShop.ch. 500 ml  CHF 17.90

Es werde Licht Nach dem Neujahrs-Spaziergang relaxt man auf dem Sofa im gedämpften Licht von der Lampe Neo, 41 cm/56 cm, von Fly.  CHF 49.–/89.–

Herzhaft sinnieren Bei einem Glas des limitierten Superior-Bacardi-Rums lässt man das letzte Jahr Revue passieren. 888 Stück bei Globus.  CHF 59.–

Kalte Hände ade Ganz schön keck: Gefütterte Kunstlederhandschuhe von Clockhouse bei C & A peppen die karge Winterlandschaft im Nu farblich auf.  CHF 14.90

Couture-Inspiration Das perfekte «Coffeetable Book» für Fashionistas: «Backstage Dior» aus dem Te-Neues-Verlag gibts im Buchhandel.  CHF 163.–

Gesund walken Dank rollenden Sohlen schreitet man mit dem Fitness-Shape-ups von Sketcher topfit ins neue Jahr. Gibts bei Ochsner Sport.  CHF 149.–

Dario Scala, 28, National Make-up Artist Lancôme

EXPERTEN-FRAGEN

«Ich tauche Lippen in bordeauxfarbenen Lack»  Ihr derzeitiger Make-up-Liebling? Die vibrierende und magische Farbe Pflaume für die Augen. Enthalten ist sie etwa im Lidschattenquartett Ombre Absolue Quad in Feline Plum (Lancôme).  Der Look für Silvester? Das Muss für eine rauschende Silvester-Party: intensiv betonte Katzenaugen (mit Kajalstift in Plum Sparkle). Dazu würde ich die Lippen in eine sinn-

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lich-warme Farbe tauchen. Der Laque Fever in Bordeaux Idol ist Lippenstift und Gloss in einem.  Ihr Produkte-Favorit für Frauen jeglichen Alters? Der Highlighter wie etwa der Blush Subtil Highlighter von Lancôme. Das ist ein Must-have für jede Frau. Er verleiht sofortige Frische und erzielt bei reiferer Haut einen optischen Lifting-Effekt.  Ihre Usertipps für die

neue Lancôme-iPhone-Applikation? Die iPhone-Applikation ist ein praktisches Mittel, um mit jeder Lancôme-Kollektion seinen eigenen Look zu kreieren. Die Nutzerin kann sich so in wenigen Schritten die Möglichkeiten und Kombinationen der Looks anschauen. Und es gibt meinen Blog! www.blog-make-up.com/author/ dscala KRISTINA KÖHLER

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Lancôme

shopping best buys

NEU


check-up FT NG F I R RU T E B NÄH ER

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Wissen: top Flop! Umsetzung: URNER Text VERENA TH

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Schönheit boomt!

 OLTEN Laut einer repräsentativen

Studie von Acredis sind 87 Prozent der Schweizerinnen mit ihrem Körper unzufrieden. Die am meisten durchgeführten Schönheitsoperationen in diesem Jahr sind Brustvergrösserungen, Nasen- und Augenlidkorrekturen. www.artemedic.ch

Fett macht hungrig

 DALLAS Nahrungsmittel mit

einem hohen Anteil an gesättigten Fetten torpedieren das Sättigungsgefühl. Das ergaben Experimente am Medical Center der Uni Texas, die an Ratten durchgeführt wurden. Vor allem das Palmöl erwies sich als Übeltäter. www.tabula.ch

Osteoporose tötet!

 SYDNEY Nach einem durch Osteoporose bedingten Bruch ist das Sterberisiko zehn Jahre lang erhöht. Jede weitere Fraktur verlängert das Risiko um zusätzlich fünf Jahre. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer Hüftfraktur. www.jama.ama-assn.org

TIPP

Saures Aufstossen bessert sich, wenn der Betroffene ein paar Kilo abnimmt. Auch Medikamente wirken dann effektiver.

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check-up

RAUCHSTOPP

Höchste Zeit, mit dem Rauc h Zehn Jahre weniger leben! Wollen Sie das? Das droht Ihnen, wenn Sie weiter rauchen. Aber das ist nur das eine: Ihre Gesundheit nimmt so oder so Schaden durch das Rauchen.

Text DR. MED. SAMUEL STUTZ

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ie Warnhinweise könnten nicht grösser sein. Auch in ihrer Deutlichkeit sind sie nicht zu überbieten. Von «tödlich» ist die Rede. Und doch tun sie es, jeden Tag. Und zwar nicht einmal, sondern mehrmals. Vielleicht zehn, zwanzig oder sogar dreissig Mal täglich. Für jemanden, der nie im Leben geraucht hat, ist es schwer zu verstehen, wie man sich so etwas jahrelang antun kann. Es gibt kaum einen Raucher, dessen Gesundheit nicht irgendwann Schaden nimmt. Fast jeder zweite bekommt im Verlauf seines Lebens eine chronische Bronchitis, oft mit schlimmen Folgen. Zwischen 45 und 50 droht bereits ein Herzinfarkt, der womöglich tödlich endet. Das ist keine Drohung, sondern bittere Realität. Besonders ab 40 ist Rauchen extrem gesundheitsschädigend und gefährlich, weil es in diesem Alter meistens auch noch mit anderen Gesundheitsrisiken wie hohem Blutdruck und zu viel Cholesterin im Blut einhergeht. Raucher haben gemäss einer neuen Studie aus Oxford mit fast 20 000 Männern, die in der angesehenen Medizinzeitschrift «British Medical Journal» veröffentlicht wurde, eine um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung gegenüber ihren nicht rauchenden Geschlechtsgenossen. Schuld sind meistens frühe Herzinfarkte. Dasselbe nimmt man auch für Frauen an. Doch nicht nur die Gesundheit leidet, sondern auch das Portemonnaie. Jemand, der 30 bis 40 Jahre raucht, vernichtet im Laufe seines Lebens gut und gerne eine Summe, die in etwa dem Vermögen seiner Pensionskasse entspricht. Nicht berücksichtigt bei dieser Berech-

nung ist die verminderte Arbeitsleistung durch die vielen Rauchpausen und gehäuften krankheitsbedingten Absenzen. Konservative Schätzungen gehen von zwei bis vier Wochen aus, die ein Raucher summa summarum pro Jahr fehlt. Wenn Sie sich jetzt provoziert fühlen, habe ich genau das erreicht, was ich beabsichtigte. Sie sollen sich aus einer Trotzreaktion heraus die nächste und die übernächste Zigarette anzünden und denken: Mit so etwas muss der mir nicht kommen! Rauchen Sie ruhig weiter. Auf diese paar Zigaretten kommt es nun auch nicht mehr an. Spätestens mit der überübernächsten werden die ersten Zweifel kommen. Sie werden sich ganz leise fragen, ob es vielleicht doch nicht so gescheit ist, alle Warnungen in den Wind zu schlagen. Vielleicht spüren Sie auch schon die ersten negativen Folgen Ihres jahrelangen Nikotinkonsums. Richtig schmecken und riechen können Sie schon lange nicht mehr. Daran haben Sie sich inzwischen gewöhnt. An den morgendlichen Husten wahrscheinlich auch. Aber da ist dieses beängstigende Gefühl, nicht mehr richtig zu mögen, wenn Sie aufs Tram

TIPP

Ritsch, ratsch Ein Pflaster mit einem Ratsch wegreissen verursacht weniger Schmerzen, als es behutsam abzuziehen.

rennen müssen oder mit Ihren Kindern Fussball spielen. Ganz geheuer ist es Ihnen auch nicht, wenn Sie an den hohen Blutdruck und das Cholesterin denken, das nicht mehr in Ordnung ist. Plötzlich geht Ihnen durch den Kopf, dass Sie einmal zu den 9000 Toten gehören könnten, die in der Schweiz jedes Jahr auf das Konto des Rauchens gehen. Ihnen ist das vielleicht egal. Aber was ist mit all jenen, die Ihnen anvertraut sind? Vielleicht kommen Sie, wenn Sie ehrlich sind, zum Schluss, dass Ihnen das Rauchen längst keinen Genuss mehr bereitet. Dass es nur noch reine Gewohnheit ist oder sogar die Angst vor dem Entzug, der Sie zurückhält aufzuhören. Wahrscheinlich beschert Ihnen das Rauchen nach all den Jahren mehr Nachals Vorteile. Den Stress, den Sie mit der Zigarette bekämpfen wollen, haben Sie ohnehin. Dazu kommt der Stress, immer und überall Zigaretten verfügbar zu haben. Der kurze Kick, den das Nikotin mit sich bringt, ist schnell verrauscht. Versuchen Sie, sich in den nächsten Tagen an folgenden Gedanken zu gewöhnen: Ich muss nicht mehr rauchen, ich habe es gar nicht mehr nötig. Und vielleicht geht es mir gar nicht so schlecht, wenn ich aufhöre. Ihr Arzt ist dazu da, Ihnen die Angst vor dem Entzug zu nehmen und Sie davon zu befreien, etwas nur deshalb zu tun, weil Sie glauben, nicht anders zu können. Ihr Arzt hat Wege und Mittel, die Ihnen den Entzug massiv erleichtern und Ihnen das unstillbare Verlangen nach der Zigarette nehmen. Gehen Sie zu Ihrem Arzt! Und machen Sie sich zum neuen Jahr das schönste Geschenk, das es gibt: Gesundheit – und zehn wertvolle Jahre Ihres Lebens dazu!


c hen aufzuhören! K CHEcChstopp – Raut! jetz

Den Rauchstopp vor Augen ins neue Jahr! Oder wollen Sie zu den 9000 Toten gehören, die in der Schweiz jährlich auf das Konto des Rauchens gehen?

Foto Keystone

DIESE PUNKTE SOLLTEN SIE BEACHTEN!

Treffen Sie mit Ihrem Arzt eine Vereinbarung, und halten Sie die wesentlichen Punkte in einem kurzen Vertrag fest:  Wie gross ist Ihre Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören?  Unternehmen Sie in den nächsten drei Monaten einen ernsthaften Aufhörversuch?  Wie läuft die Vorbereitung? Unterstützt Sie Ihr Arzt mit Medikamenten?  Wann ist der Tag null?  Wer ist mein Rauchstopp-Götti? Der Arzt selber? Oder ein guter Freund oder Verwandter?  Was, wenn ein Rückfall droht? Kann ich meinen Arzt anrufen oder eine andere Vertrauensperson?  Habe ich genügend Alternativen, um mich abzulenken, meinen Stress zu bekämpfen und mich zu beruhigen?  Wie lange nehme ich die Medikamente, die mir mein Arzt verschrieben hat?  Was tun wir, wenn es einen Rückfall gibt?  Haben mein Arzt oder meine Angehörigen eine Belohnung ausgesetzt, wenn ich es schaffe?


check-up

KOLUMNE

DR. STUTZ MEINT Ein kleines Handicap, und schon wird ein Kind nicht mehr zur öffentlichen Schule zugelassen. Bezahlen wir dafür Steuern?

Es gibt Leserbriefe, da verschlägt es mir die Sprache. Als Arzt und als Vater. «In meiner Ohnmacht wende ich mich an Sie», schreibt die verzweifelte Mutter eines neunjährigen Buben, der wegen einer seltenen Gefässerkrankung einen Hirnschlag erlitt. Dank einer intensiven sechswöchigen Therapie im Inselspital Bern, in welche Neuropsychologie, Logopädie, Ergotherapie, Werken und so weiter involviert waren, geht es dem Buben inzwischen wieder deutlich besser. Ursprünglich war die ganze rechte Seite gelähmt. Übrig geblieben sind noch eine Konzentrationsschwäche und ein Zittern im rechten Arm. «Wir hatten Glück im Unglück»,

schreibt die Mutter. Und dennoch ist sie entsetzt: Die Schule will ihren Jungen nicht mehr, da die Lehrer offensichtlich überfordert sind. «Für alle Ausländerkinder findet man einen Weg, um sie zu integrieren. Sobald man aber ein Handicap hat, wird man so schnell wie möglich abgeschoben. Für Kinder mit Schlaganfall gibt es keine Schule. Es ist unser Recht als Steuerzahler, dass unsere Kinder in eine öffentliche Schule gehen dürfen!» Diese verzweifelten Zeilen brauchen keinen ergänzenden Kommentar.

Unflexible Schule «Tatzen» für Lehrer und ein unmenschliches Schulsystem.

DER FALL Bleaching der Zähne

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Dr. Richard Grimmel leitet eine Praxis für ästhetische Zahnmedizin in Dübendorf ZH. www.grimmel.ch

Rauchen, gefärbte Nahrungsmittel wie Tee, Kaffee, Rotwein, Schoggi, Bärendreck und Mineralisationsstörungen oder Zahnerkrankungen führen zu Zahnverfärbungen. Auch werden die Zähne mit zunehmendem Alter dunkler. Ihr Zahnarzt hilft, die Ursachen zu klären, und findet die geeignete Bleichmethode. Nur die natürliche Zahnsubstanz und nicht etwa Füllungen oder Kronen können gebleicht werden. Welche Möglichkeiten habe ich? 1. Frei käufliche Bleichmittel: Hier be-

TV-TIPP

Samstag, 2. Januar, 18.10 Uhr

steht das Risiko von Unter- oder Überdosierung. Der Schutz von Zahnfleisch und möglichen empfindlichen Zahnbereichen ist ungenügend. Oft ist das Ergebnis wenig zufriedenstellend. 2. Home-Bleaching: Bleichen mittels eines Medikamententrägers, einer sogenannten Bleichschiene, mit Gel vom Zahnarzt. Die Bleichschiene wird individuell hergestellt, spezielle Patientenbedürfnisse werden dabei berücksichtigt. Die Zähne werden über mehrere Wochen deutlich aufgehellt. Selbstverständlich können Schiene und Gel mehrere Male angewendet werden. 3. In-Office-Bleaching: In der Zahnarztpraxis werden für 30 bis 60 Minuten hoch dosierte Bleichmittel eingesetzt. Oft sind mehrere – kostenintensive – Besuche nötig. Das Langzeitergebnis ist nicht besser als beim Home-Bleaching.

Zerstört die Substanz, die beim Bleichen verwendet wird, nicht den Zahnschmelz? Zahnbleichgele können wie alle Arzneien Nebenwirkungen haben. Typisch sind – vorübergehend – empfindliche Zähne und Reizungen des Zahnfleisches. Zahnbleichgele enthalten Peroxide in verschiedenen Konzentrationen und Rezepturen. Am besten untersucht und als unbedenklich eingestuft sind Bleichgele mit zehn Prozent Carbamidperoxid. Diese greifen den Zahnschmelz weniger an als zum Beispiel Orangensaft.

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Was muss ich danach beachten? Für einige Tage sollten Sie färbende Nahrungsmittel meiden und nicht rauchen. Die Zahnfarbe stabilisiert sich etwa zwei Wochen nach dem Bleichen.

Hoffnung Gelähmte können ihre Arme und Beine wieder bewegen – ein Traum der Menschen, seit es die Medizin gibt. Forscher der ETH und der Universität Zürich haben Bewegungsroboter entwickelt, die erstaunliche Fortschritte bringen. Eine Spezialsendung von «Gesundheit Sprechstunde» über Lokomaten und Armins. www.gesundheitsprechstunde.ch

Foto Dick Vredenbregt, Illustration Joel Stutz

Ich möchte meine Zähne weisser machen lassen. Was muss ich beachten?


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Mischa Maisky, 61, in seinem Haus bei Brüssel. Seine indische Goldkette trägt er jeden Tag – als Talisman.

MISCHA MAISKY

Foto: Anina Rether

Eine romantische Seele HAUSBESUCH Mischa Maisky sind grosse Gefühle in der Musik wichtiger als akkurates Spiel. Damit wurde er zu einem der grössten Cellisten unserer Zeit. Nun kommt er in die Schweiz.

 Schon nach dem ersten Takt ist klar: Das Tempo ist mutig gewählt. Verwegen gar. Mischa Maiskys Bogen flitzt über die Saiten seines Cellos, als wäre der Teufel hinter den Noten her und gälte es, sie vor ihm zu retten. Schlägt Haken, bremst ab, deutet an, nur um Anlauf zu holen zum 

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Foto Dieter Nagl/AFP

die besten

KULTUR

Ungebremste Spiellust Mischa Maisky ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Hier mit Geiger Julian Rachlin und Jewgenij Kissin am Piano.

Sammler In Maiskys Haus stehen Spieluhren und Musikautomaten, auch Unikate aus der Schweiz. grossen Endspurt. Zum Schluss ist gewiss: Kein Ton ging verloren. Alle gerettet. Darf man die erste Cellosuite von Johann Sebastian Bach derart interpretieren? Mit so viel Verve und Herzblut? Mischa Maisky darf das. Der lettische Cellist ist einer der Grossen seiner Zunft, und seine ungewöhnlich romantischen Interpretationen barocker Musik sind längst salonfähig. «Ich bin überzeugt, Bach war ein lebensfroher Romantiker. Schliesslich hatte er zwanzig Kinder», sagt er augenzwinkernd. Unwillkürlich wandert sein Blick zur Vitrine, wo sich die Fotos seiner Tochter und der drei Söhne aneinanderreihen. Auf dem Couchtisch, wohl nur scheinbar nachlässig liegen gelassen, zwei Alben von der Hochzeit mit Evelyn vor zwei Jahren. Maisky freut sich sichtlich. An barocker Lebenslust mangelt es dem 61-Jährigen gewiss nicht.

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Das war nicht immer so. Sein Leben gäbe genug her für einen Schicksalsroman. Wenn auch mit Happy End. Das weiss Maisky, ganz Medienprofi, natürlich auch. Bereitwillig und nicht ohne Pathos erzählt er von den Schwierigkeiten seiner jüdischen Kindheit in Russland. Von der Aufnahme in die Meisterklasse des grossen Rostropowitsch. Vom Arbeitslager, in das er gesteckt wurde, zur Strafe für die Emigration seiner Schwester nach Israel. Von seiner eigenen Repatriierung. Von der Suche nach Heimat. Und natürlich von der Musik, die ihn unentwegt begleitet. «Auch jetzt, wenn ich mit Ihnen rede. Ich höre immer Musik. Sie verlässt meine Ohren nie.» Seit über dreissig Jahren lebt Mischa Maisky in der Nähe von Brüssel. Im Zentrum von Europa gelegen, ein idealer Ort für den weltberühmten Cellisten, der die meiste Zeit unterwegs zum nächsten Konzert ist,

Junges Glück Maisky mit Evelyn und dem jüngsten Sohn. Er wurde in Luzern geboren. irgendwo auf dem Globus. Sein wertvolles Instrument übrigens bekommt im Flugzeug einen eigenen Sitz. Eingetragen auf den Namen Mrs. Cello Maisky. Beim Musizieren sei ihm die Authentizität der Gefühle enorm wichtig. «Ich spiele nicht nur mit dem Kopf und den Händen. Sondern auch mit dem Herzen.» Dass sein Herz gross ist, ist nicht nur bei der direkten Begegnung mit dem Musiker zu spüren. Sondern – und vor allem – in seinen Konzerten. ANINA RETHER KONZERT Tonhalle Zürich, 19. 1. 2010, um 19.30 Uhr mit Mischa Maisky (Cello), Reto Bieri (Klarinette) und dem Kammerorchester Basel. Weitere Auftritte 21. 1. Kulturcasino Bern, 22. 1. Victoria Hall Genf, 23. 1. Tonhalle St. Gallen. www.migros-kulturprozent-classics.ch und www.mischamaisky.com


Foto Dieter Nagl/AFP

GESAMTSCHAU

Vagabundenleben

THEATER

 Die zurückgehaltene Energie, die für Varlins Bilder so typisch ist, scheint verloren. Ob sich der Zürcher Künstler von der Müdigkeit seines Sujets anstecken liess? In der Casa Cavalier Pellanda ist nun eine umfangreiche Werkschau zu sehen. Schriften, Karten und Malerei aus sechs Jahrzehnten werden gezeigt. Varlin, dem Vielgereisten, der sich zeitlebens von der Schweizer Kunstszene fernhielt, würde die Ausstellung Erschöpft «Clochard Wolz», 1944, im kleinen Biasca bestimmt entsprechen. REA von Varlin.

CASA CAVALIER PELLANDA Biasca TI Bis 31. 1. 2010 Mi/Sa/So 14–18, Fr 16–19 Uhr, geschlossen 1. 1. 2010, Tel. 091 - 743 32 44, www.casapellanda.ch DAS INNERE AUGE

Poetischer Blick  Wie die Frau ihre Arme ausbreitet. Als ob sie gleich davonfliegen würde. Ob das an der Musik aus dem Radiorekorder liegt? Das Foto einer Seri-Indianerin stammt von Graciela Iturbide, der berühmtesten zeitgenössischen Fotografin Mexikos. Zwischen Dokument und Poesie angesiedelt, symbolisiert das Bild die Frage, wie die indianische Kultur in der heutigen Zeit fortbestehen kann. Die aktuelle Schau Voller Symbolkraft «Mujer ángel», widmet sich dem Gesamtwerk der Künstlerin. REA 1979, Foto von Graciela Iturbide.

FOTOMUSEUM Winterthur ZH Bis 7. 2. 2010 Di–So 11–18, Mi 11–20 Uhr, Tel. 052 - 234 10 60, www.fotomuseum.ch, Publikation CHF 65.–

NEUES VOM RÄUBER HOTZENPLOTZ

Pulverdampf und Kanonenrauch!  Das musste ja so kommen! Wachtmeister Dünklimoser, seines Zeichens Dorfpolizist und nicht grad einer von der schlausten Sorte, liess sich doch tatsächlich seine Uniform stehlen. Peinlich, peinlich. Und wer wars? Ja wer wohl! Hotzenplotz natürlich, der grimmige Schurke. Er entführt das Grosi und fordert auch noch Lösegeld. Doch zum Glück sind da ja noch der clevere Kasperli und sein treuherziger Freund Seppli, die schrullige Witwe Schlotterbeck, die in die Zukunft sehen kann, und ihr «Hundodil» Wasti. Der wird, ungeachtet seiner beschränkten Fähigkeiten, kurzerhand zum Polizeihund befördert. Ob das gut geht? REA

THEATER AM HECHTPLATZ Zürich 2. 1.–28. 2. 2010 div. Spielzeiten, Kasse täglich 10–14 Uhr, Tel. 044 - 261 12 65, www.maerchenbuehne.ch

ZEIT ÜBER ZEIT

Drunter und drüber  Martin

Thönen ist fasziniert von der Vielfalt der Natur. So bündelt er sein Schaffen in Werkgruppen, die Namen tragen wie «Garten», «Sonne», «Welt von oben», «Moose und Flechten», «Steine und Wald». Seine neusten Arbeiten laufen unter dem Titel «Zeit über Zeit». Der Berner Künstler zeigt neue Holzschnitte, Kalender, Editionen und Mappenwerke. Als Mitglied der Gilde der Schweizer Bergmaler schafft er auch Berg- Im Fluss Holzschnitt aus der Serie landschaften von beeindruckender Plastizität. REA «Zeit über Zeit» von Martin Thönen.

So ein Schurke Hotzenplotz entkommt aus dem Spritzenhaus und plant Übles.

GALERIE ART+VISION Bern Bis 9. 1. 2010 Di–Fr 14–18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr, Tel. 031 - 311 311 31 91, www.martinthoenen.ch

INNENRÄUME VON ITALIENISCHEN PALAZZI

Die versteckte Pracht

 Feinster Marmor, prachtvolle Deckenmalereien, vergoldete Stuckaturen, riesige Kuppeln, ausladende Treppen und wertvolle Steinböden. Die italienischen Palazzi strotzen nur so von Prunk und Luxus. Kein Wunder, hat sich die deutsche Fotografin Candida Höfer, 65, die sich seit Jahren ganz der Abbildung von Innenräumen verschrieben hat, nun dem Florenz der Renaissance zugewandt. Ihre aktuelle Arbeit ist den prachtvollen Räumen einiger der schönsten florentinischen Gebäude und Palazzi gewidmet. REA

PALAZZO MEDICI RICCARDI Florenz (I) Bis 24. 1. 2010, täglich ausser Mittwoch, 9–19 Uhr. Tel. +39 (0)55 276 03 40, www.palazzo-medici.it SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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Fantasiewelt Max (Max Records) fühlt sich bei den wilden Kerlen wohl.

König Max und seine zottligen Untertanen

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FANTASY WHERE THE WILD THINGS ARE (USA) Die Verfilmung des berühmten gleichnamigen Kinderbuches überrascht durch wenig Kitsch und viel Herz.

 Auf dem Küchentisch in seinen Wolfspelz gewickelt, träumt sich Max auf die Insel der wilden Kerle. Aus Protest. Denn Max fühlt sich alleine gelassen, seine Eltern sind geschieden, und die Mutter bringt ihren neuen Freund mit nach Hause. Zeit für Max, auszuchecken – in eine ganz andere Welt. Hier wird er von den wilden Kerlen zum König ernannt, hier hat er Spass mit seinen zottligen Riesenkumpels, hier fühlt er sich wohler als in der kühlen Einsamkeit seiner zerrütteten Familie. Doch je tiefer er eintaucht, umso mehr merkt der Neunjährige, dass auch in seiner real gewordenen Fantasiewelt nicht alles Gold ist, was glänzt. «Where the Wild Things Are» oder zu Deutsch «Wo die wilden Kerle wohnen» ist eines der erfolgreichsten Bilderbücher überhaupt. Weltweit ging es über 19 Millionen Mal über den Ladentisch. Nun hat Hollywood ausgerechnet Kultautor und Regisseur Spike Jonze beauftragt, das wunderbare Märchen von Maurice Sendak zu verfilmen. Erstaunlich, denn Jonze hat sich mit schrägen Streifen wie «Being John

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Malkovich» oder «Adaptation» in die Herzen von schwarzhumorigen Intellektuellen gefilmt. Und nicht in jene mit Vorlieben für weichgezeichnete KinderFantasy! Die Studiobosse von Warner gingen das Risiko ein und machten für den Film 100 Millionen Dollar locker. In der «New York Times» erklärte Regisseur Jonze die Reaktionen von Warner auf seinen fertigen Film: «Es war, wie wenn das Studio einen Jungen erwartet hätte, ich aber ein Mädchen zur Welt brachte.» Samtene Kuschelästhetik à la Hollywood gibt es definitiv keine. «Where the Wild Things Are» hat mehrheitlich den Look des amerikanischen Independentkinos und vor allem: eine Seele. So mag der Streifen auf Kinder trotz viel Originalität und Witz zuweilen etwas zu melancholisch wirken. BENJAMIN BÖGLI

MEHR KINO-TIPPS

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SCIENCE-FICTION AVATAR (USA) Im neuen Film von James Cameron bevölkern die Menschen einen neuen Planeten namens Pandora. Nomen est omen.

Darum ist der Film zu empfehlen  Cameron kreiert eine komplett neue, atemberaubende Welt.  Die antiimperialistische Geschichte ist clever aufgezogen und inszeniert.  Es ist der erste Spielfilm von James Cameron seit «Titanic» (1997). 88888 Länge: 162 Min., Regie: James Cameron, Darst.: S. Weaver, M. Rodriguez. Im Kino.

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DRAMA FISH TANK (GB) Ein britisches Mädchen sieht rot und fliegt von der Schule. Auch die Mutter ist gegenüber der Rebellin machtlos.

Deshalb ist der Film ein Muss  Die Geschichte gefällt sowohl Kindern als auch Erwachsenen.  Hauptdarsteller Max Records liefert eine erstaunlich reife Leistung.  Der Streifen geht visuell und inhaltlich über den 08/15-Kinderfilm hinaus.

Darum lohnt sich der Film  Die gefeierte Regisseurin inszeniert schonungslos und konsequent.  Laiendarstellerin Katie Jarvis gibt ein umwerfendes Debüt als Schauspielerin.  Die dramatische Geschichte im wolkigen England birgt Überraschungen.

88888 Länge: 101 Min., Regie: Spike Jonze, Darst.: M. Records, C. Keener, M. Ruffalo. Im Kino.

88888 Länge: 124 Min., Regie: Andrea Arnold, Darst.: M. Fassbender, K. Jarvis. Im Kino.

Foto Warner Bros.

die besten

KINO


HISTORISCHE ROMANE

Faszinierende Zeitreisen in unbekannte Welten Geschichtsromane sind heimliche Bestseller. Kein Wunder, haben es Umberto Ecos Welterfolg «Der Name der Rose» und «Die Päpstin» von Donna Woolfolk Cross bis ins Kino geschafft.

GRANDIOS DIE GOTTESSUCHERIN Peter Prange (Droemer)  Sie war eine der aussergewöhnlichsten Frauen der europäischen Renaissance: Gracia Mendes, geborene Nasi. Im tiefsten Herzen war sie eine gläubige Jüdin, aber ihr war ein Leben als Scheinchristin vorbestimmt. Als eine der reichsten Frauen der Welt bot sie jedoch Königen und Päpsten die Stirn. Portugal im Jahr 1496: Als Dom Manuel die fromme Infantin Isabella von Spanien heiraten will, stellt diese eine ungeheure Bedingung. Er soll Lissabon von allen Juden «säubern». Weil der König diese als gute Handwerker und Handelsleute jedoch nicht durch Flucht

verlieren will, lässt er sie zwangstaufen – 20 000 Menschen an einem einzigen Tag! Wer sich dem Befehl nicht unterordnete, starb. 25 Jahre später erzählt Philippa ihrer zwölfjährigen Tochter von der blutgetränkten Taufe. Gracia beschliesst, dem Glauben ihrer Väter treu zu bleiben. Koste es, was es wolle. Widerwillig heiratet sie den reichen Francisco Mendes, den sie erst für einen Verräter hält. Als er viel zu früh stirbt, übernimmt sie das begonnene Werk ihres Mannes: möglichst viele Juden vor der Vernichtung zu schützen. Dabei wird Gracia selbst zur Verfolgten, muss alles aufgeben, woran ihr Herz hängt. Ihre Flucht führt sie von Lissabon über Antwerpen nach Venedig und Konstantinopel. Je verzweifelter sie versucht, ihrem Glauben die Treue zu halten, desto mehr verstrickt sie sich in Schuld an den Menschen, die sie liebt. Der Autor Peter Prange, 54, zeichnet das Leben dieser bedeutenden Frauengestalt historisch authentisch und in starken Bildern nach. ISOLDE SCHAFFTER-WIELAND

BLUTRÜNSTIG DAS ZEICHEN DES SIEGES Bernard Cornwell (Wunderlich)  Wenn Nick Hook den Bogen spannt, trifft jeder Pfeil. Eine Familienfehde zwingt ihn als Söldner nach Frankreich. Kaum zurück, zieht er mit Henry V in den Krieg. Und steht 1415 in Azincourt mit 6000 Engländern fünfmal mehr Franzosen gegenüber. Kein Buch für Zartbesaitete. ISW TIEFGRÜNDIG HIOBS BRÜDER Rebecca Gablé (Ehrenwirth)  England 1147: Sie sind behindert, ausgegrenzt und eingesperrt auf einer Insel. Doch eines Tages öffnet eine Sturmflut den Verstossenen den Weg in die Freiheit. Losian führt sie auf das gebeutelte Festland zurück und ahnt plötzlich, dass er Schuld am tobenden Krieg trägt. Filmreife Geschichte. ISW FESSELND IM ZEICHEN DER MADONNA Susana Fortes (Limes)  Florenz: Die Kunststudentin Ana will das Geheimnis des Bildes «Madonna im Schnee» entschlüsseln. Dabei verfängt sie sich in einem Intrigennetz, dessen Fäden sich bis zum 26. April 1478 spannen. Jenem Tag, als die Familie Medici Opfer einer blutigen Verschwörung wurde. Basiert auf Tatsachen. ISW

SCHICKSALHAFT SIE KAMEN BIS KONSTANTINOPEL Frank S. Becker (Philipp von Zabern)  Konstantinopel 674 n. Chr.: Der Islam drängt nach Osten, Europa versinkt in Barbarei. Vor dieser Kulisse spielt sich die zweite Begegnung des irischen Priesters Padraich, des arabischen Flottenkommandeurs Daud und der schönen Griechin Pelagia ab. Historisch bedeutende Epoche. ISW

MAGISCH DIE SPUR DER HEXE Nerea Riesco (Scherz)  Spanien 1610: Die junge Hexe Mayo ist mit dem Esel Beltrán auf der Suche nach ihrer Ziehmutter. Dabei folgt sie Inquisitor Alonso Salazar y Frias auf den Fersen, der beweisen will, dass Hexerei reiner Aberglaube ist. Als Mayo seinem Novizen einen Liebeszauber mischt, hat dies fatale Folgen. Mystisch und leicht. ISW

ABENTEUERLICH DAS LEONARDO-PAPIER Susanne Goga (Diana)  England 1821: Georgina Fielding interessiert sich mehr für Geologie als für die Ehe. Nachdem sie eine wertvolle Fossiliensammlung und ein rätselhaftes Notizbuch geerbt hat, begibt sie sich mit Reiseschriftsteller Justus auf Spurensuche. Und die führt sie zu Leonardo da Vincis «Codex Leicester». Faszinierend. ISW

LEIDENSCHAFTLICH DIE ROSE VON ASTURIEN Iny Lorentz (Knaur)  Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Die eine ist die Tochter des asturischen Grafen Roderich, die andere war als Mädchen ihre Sklavin. Maites Hass auf den Adeligen und seine Sippe ist deshalb gross. Und so entführt sie Ermingilda, als diese auf dem Weg zu ihrem Bräutigam ist. Süffig und sinnlich. ISW

MITREISSEND DER BASTARD VON TOLOSA Ulf Schiewe (Droemer Knaur)  Jaufré Montalban zieht 1096 in den Krieg, um Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Nach vielen Schlachten und der Ermordung seiner Geliebten will er zurück auf seine Burg bei Toulouse. Doch dort wird er nicht mit offenen Armen empfangen. Gewaltiges Kreuzritterepos. ISW

OPULENT ZU EHREN DES KÖNIGS Rosemarie Marschner (dtv)  König Ludwig XIV. ist erst vier, als er dem über 20 Jahre älteren Nicolas Fouquet begegnet. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege. Doch der genusssüchtige und materialistische Sonnenkönig fürchtet die Macht des kultivierten und begabten Vicomte. Und will seinen Tod. Höfisches Sittengemälde. ISW SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Matterhorn-Feeling Die besten Pisten, die besten Beizen der Alpen.

FÜR SCHNEE-FANS, FAMILIEN UND SCHLEMMER

Zermatt – die Nr. 1 der Alpen  Jetzt haben wirs noch schwarz auf weiss: «Zermatt – Matterhorn» ist gemäss ADAC (16 Millionen Mitglieder) das «beste Skigebiet der Alpen». Die deutschen Tourismusprofis halten mit Lob nicht zurück: «Die Pisten sind überaus abwechslungsreich und teilweise rekordverdächtig.» Das Dorf inmitten von Viertausendern punktet auch bei den

Familien (Rang 5): Die Schlittelbahn Rotenboden–Riffelberg wird besonders empfohlen. Und neben den Pisten? «Feinschmecker und Geniesser werden nirgends mehr verwöhnt als in Zermatt. Von Käseschnitte bis Kaviar gibts alles», findet der GaultMillau Schweiz. UH INFO www.valaisinfo.ch, www.zermatt.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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REISEN

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Ski mit Swatch oder Supercard!

Schnell auf die Piste und nie an die Kasse? Ticketcorner machts möglich! CEO George Egloff sagt, wie einfach OnlineSki-Ticketing funktioniert. Ticketcorner-CEO George Egloff «Online auf die Piste!»

«Ski fahren ohne Anstehen». Was heisst das? Der Skifahrer logt sich auf der Ticketcorner-Website ein und bucht bequem übers Internet ein Angebot eines Skigebiets seiner Wahl. So wird seine persönliche Ticketcard aufgeladen. Anschliessend geht der Gast direkt zum Lift und ab auf die Piste, ohne an der Tageskasse anstehen zu müssen. Was brauchts dazu? Eine Ticketcard. Wie funktioniert Online-Ticketing? Ein Chip in der Ticketcard, der über Funk gelesen wird, identifiziert den Benutzer und schaltet bei der Bahn das Drehkreuz frei. Diese Technik nennt sich «Radio Frequency Identification» oder abgekürzt RFID und wird in Skigebieten oder Sportstadien seit mehreren Jahren eingesetzt. Welche anderen Karten kann man noch zur Ticketcard machen? Auf www.ticketcorner.com ist die Auswahl der Ticketcards ersichtlich: die Coop Supercard, die VIP Membercard, die Ticketcorner VIP Membercard und die Ticketcorner Entry Card. Was ist mit den Leuten, die noch keine der oben angegebenen Karten besitzen? Können die auch von dem Ski-Ticketing von Ticketcorner profitieren? Ja. Viele Kunden besitzen noch Skikarten der vergangenen Skisaison. Auch diese funktionieren bei Ticketcorner einwandfrei. Und wer mit der Swatch-Snowpass-Uhr unterwegs ist, kann ebenfalls bequem und ohne Kosten online buchen. Wie ist das Feedback auf das Ticketcorner-Ski-Ticketing? Die neue Generation von Wintersportlern schätzt diese einfache Abwicklung, weil mehr Zeit für die Piste gewonnen wird. INFO www.ticketcorner.com/ski

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«BERNERHOF» – DAS WANDERHOTEL IN GSTAAD BE

Der Hotelier schnees

Im schicken Gstaad hat ein gemütliches Viersternehotel riesigen Erfolg. Weil sich alles ums Wandern dreht. Weil «Bernerhof»Hotelier Thomas Frei persönlich die Spur legt.

F

ür Thomas Frei ist klar: «Wandern ist unser Thema. Zu allen Jahreszeiten. Dass meine Frau Claudia oder ich täglich mit unseren Gästen unterwegs sind, ist Konzept, Ehrensache und macht uns auch noch Spass. Im Winter ganz besonders: Wandern oder Schneeschuh laufen durch die verschneite Landschaft ist ein eindrückliches Erlebnis.»  «Come up – slow down!» So wirbt Gstaad um seine Gäste. Im «Bernerhof» nimmt man dies ziemlich wörtlich. Erst gehts ans üppige Frühstücksbuffet, dann in die Berge: Schneeschuh-Wanderwochen, Senioren-Winterwanderwochen und Skifahren für Junggebliebene stehen aufdemProgramm,ebenso(drei)Schnuppertage für Einsteiger. «Viel Vergnügen für wenig Pulver», verspricht der Hausherr, und tatsächlich: Eine Woche im


Wandern durch den Winter! Naturerlebnis, Erfolgserlebnis. Und im sonnigen Saanenland besonders schön.

Gaststube (Trüffel-)Fondue, Potaufeu, Cordon bleu.

«Blun-Chi» China-Küche! Die kleinen Tische sind heiss begehrt!

Cigar-Lounge mit prall gefülltem Humidor Hier raucht der Chef.

eschuhwandert mit angenehmen Viersternehotel mitten im Dorf gibts ab 1100 Franken (und ohne Einzelzimmer-Zuschlag), die täglich vierstündigen Wanderungen und Schneeschuh-Trips mit den Gastgebern und Nachtessen inbegriffen.  iPhone und Ski-Safari. Wer auf eigene Faust durchs Dorf und in die Berge zieht, profitiert von einer Weltneuheit: An der «Bernerhof»-Réception gibts nicht nur einen iPod mit runtergeladener Lieblingsmusik, sondern auch ein iPhone mit eigener App – Google Earth weist den Weg ins nächste Sportgeschäft, auf die Piste oder zum besten Hobelkäse! Ohne App, dafür mit Bergführer Ernst B. Frautschi und Fellen gehts im März auf SkiSafari. Voraussetzungen: gute Kondition, offener Parallelschwung und Stemmschwingen in jedem Gelände!

 Vier

Sterne – vier Restaurants! Für Erholung nach dem Wandern und Skifahren ist gesorgt. Etwa im kleinen, feinen, neuen Spa: Hallenbad, Dampfbad, Sauna, Kneippzone, Massagen gegen Muskelkater. Etwa in den vier Restaurants: Thomas Frei, selber Feinschmecker

und Mitbegründer des «Davidoff Saveurs»-Gourmet-Festivals, lädt in verschiedene Restaurants (mit 13 GaultMillau-Punkten): Traditionelles und (Trüffel-)Fondues in der heimeligen Gaststube, dazu China-Küche (im stets ausgebuchten «Blun-Chi») und Pasta (im trendigen «Basta»). Grossartig die neue Smokers’ Lounge. Schliesslich ist Thomas Frei GaultMillaus «Cigar Man of the Year»! URS HELLER

CHECK-IN  DAS

HOTEL «Bernerhof» – vier Sterne und 45 renovierte Zimmer mitten in Gstaad. Sympathische Familiensuiten. Kein Einzelzimmerzuschlag  DIE VIER RESTAURANTS Mal gemütlich, mal chinesisch, mal Lifestyle pur (im neuen «Basta»). Wunderschöne Cigar-Lounge, exzellente Weinkarte!  DER PREIS Ab CHF 170.– inkl. Frühstücksbuffet und Spa. Tolle Pauschalen, etwa eine Woche Schneewandern inkl. A-la- «Bernerhof» Wohlfühlcarte-Halbpension und Mittags-Picknick ab CHF 1350.–! Hotel mitten in Gstaad. Für  INFO www.bernerhof-gstaad.ch, www.cigarman.ch Wanderer und Gourmets. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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EN GUETE Fünf vor zwölf müssten die Dinks spätestens parat sein.

SIBYLLE SAGER

Prosit aufs neue Jahr!

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mit Köchin

Noch ein letztes Mal Gas geben im 2009! So feiern Sie Silvester mit spritzigen Drinks, wertvollen «Bödeli» und leckeren Snacks.

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LIMETTEN-DRINK

Zutaten (ergibt ca. 91/2 dl) 1 Limette, heiss abgespült, in dünnen Scheiben, 2 dl Schweppes Tonic, kalt, 1 Flasche süsser Prosecco, kalt Vor- und zubereiten ca. 5 Min.

 Limettenscheiben und Schweppes in Gläser verteilen, mit Prosecco auffüllen.

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CHORIZO-OLIVENGUGELHOPF

Zutaten (für eine Gugelhopfform von ca. 2 Litern, gefettet, mit Paniermehl ausgestreut) 600 g Mehl, 6 Teelöffel Backpulver, 3/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 11/2 Esslöffel Rosmarinnadeln, fein geschnitten, 225 g Chorizo (spanische Paprikawurst), kalt, in Würfeli, 50 g entsteinte schwarze Oliven, in feinen Streifen, 5 dl Milch, 2 Eier, 3 Esslöffel

Weisswein, 2 Esslöffel Olivenöl Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Backen ca. 1 Std.  Mehl und alle Zutaten bis und mit Rosmarin in einer Schüssel mischen. Chorizo und Oliven daruntermischen. Restliche Zutaten verrühren, zum Mehl geben, zu einem glatten Teig verrühren, in die vorbereitete Form füllen. Backen ca. 1 Std. auf der untersten Rille des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, kurz abkühlen, auf ein Gitter stürzen, auskühlen.

TIPP So entkorken Sie die Champagner- oder Proseccoflasche im Nu: Zapfen zwischen die Rillen eines Nussknackers klemmen und vorsichtig nach oben drehen.

Lässt sich vorbereiten Gugelhopf 3 Tage im Voraus backen, in Folie verpackt im Kühlschrank aufbewahren. Gugelhopf tiefkühlen. Haltbarkeit ca. 1 Monat. Auftauen in der Folie bei Raumtemperatur ca. 1/2 Tag.

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MITTERNACHTSSUPPE

Zutaten (ergibt ca. 2 Liter) 2 Esslöffel Butter, 1 Zwiebel, fein gehackt, 600 g mehlig kochende Kartoffeln, in Würfeln, 250 g Sellerie, in Würfeln, 1,3 Liter Gemüsebouillon, 2 dl Milch, 2 Teelöffel Lebkuchengewürz, 1 Dose rote Bohnen (ca. 425 g), abgespült, abgetropft, Salz, nach Bedarf, Pfeffer aus der Mühle, 1,8 dl Halbrahm, flaumig geschlagen Vor- und zubereiten ca. 40 Min. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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 Butter warm werden lassen. Zwiebel beigeben, andämpfen. Kartoffeln und Sellerie beigeben, kurz mitdämpfen. Bouillon und Milch dazugiessen, würzen, aufkochen. Hitze reduzieren. Zugedeckt ca. 15 Min. weich köcheln, pürieren, in die Pfanne zurückgiessen. Bohnen beigeben, aufkochen, evtl. würzen. Suppe in Tellern oder Tassen anrichten, mit dem Rahm garnieren.

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FEIGENPANNA-COTTA

Zutaten (für 4 Förmchen von je ca. 1 dl, kalt ausgespült) Dörrfeigen in Sirup 4 dl Wasser, 1 dl weisser Portwein, 150 g Dörrfeigen Panna cotta 4 dl Rahm, 1 Esslöffel Zucker, 1/2 Päckli Vanillezucker, 2 der Dörrfeigen in Sirup,

in Würfeli, 4 Blatt Gelatine, ca. 5 Min. in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft Vor- und zubereiten ca. 45 Min. Marinieren ca. 12 Std. Kühl stellen ca. 3 Std.  Für die Feigen Wasser und Portwein ca. 5 Min. kochen, über die Dörrfeigen giessen, zugedeckt ca. 12 Std. marinieren. Feigen herausnehmen, Flüssigkeit auf zwei Drittel einkochen, beides zugedeckt kühl stellen. Für das Panna cotta Rahm mit Zucker und Vanillezucker aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 5 Min. köcheln. Pfanne von der Platte nehmen, Feigenwürfeli beigeben, mit dem Mixstab fein pürieren. Gelatine unter die heisse Flüssigkeit rühren. Masse in die vorbereiteten Förmchen füllen, auskühlen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 3 Std. fest werden lassen. Servieren Panna cotta mit einer Messerspitze sorgfältig vom Förmchenrand lösen, Förmchen kurz in kaltes Wasser tauchen, auf Teller stürzen. Restliche Feigen bis zum Stielansatz längs einschneiden, mit Sirup auf Tellern anrichten.

NÄCHSTE SENDUNG Montag, 28. Dezember 2009, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 29. 12., 1.00 und 13.45 Uhr, SF 1) SILVESTER-PARTY-MENÜ Mini-Gemüse an Tapenade, RavioliVariationen, Exotik-Schnee, Mitternachts-Fächer Mehr Info: www.aldente.ch

IMPRESSUM Nr.53, 98. Jahrgang. Erscheint montags BEGLAUBIGTE AUFLAGE 232519 Exemplare ISSN 0036-7362 ABONNEMENTS-DIENST (TELEFON GRATIS) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch REDAKTION Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch INTERNET www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch CHEFREDAKTOR Nik Niethammer VERLAGSDIREKTOR Urs Heller STV. CHEFREDAKTOR/LEITER SI ONLINE Andrea Müller MITGLIED DER CHEFREDAKTION Stephan Sutter SEKRETARIAT Sandra Hofer (Assistentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Sara Schrepfer CREATIVE DIRECTOR Jean-Robert Schaffter NACHRICHTENCHEFIN Alexandra Roder WIRTSCHAFTSCHEFIN Nina Siegrist UNTERHALTUNGSCHEFIN Bettina Portmann SPORTCHEF Iso Niedermann BILDCHEF Markus Schnetzer TEXTCHEFS Natascha Knecht, Jan Morgenthaler AUTORIN Stephanie Ringel CHEFREPORTER René Haenig NACHRICHTEN Marcel Huwyler, Thomas Kutschera, Lisa Merz (Volontärin) UNTERHALTUNG DanielaZivadinovic(stv.Unterhaltungschefin), SandraCasalini,GiuseppeCerrato (Mode),BarbaraHalter,AndreaVogel(Leitung Leute)SPORT Ilona Scherer, Alejandro Velert KUNST Caroline Micaela Hauger KULTUR, DIE BESTEN Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde SchaffterWieland SHOPPING Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler GESUNDHEIT Verena Thurner (Leitung) KOORDINATION SONDERHEFTE Isabel Notari BILDREDAKTION Ulli Glantz (stv. Bildchef), Fabienne Hubler FOTOGRAFEN Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Rolf Edelmann, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt LAYOUT/PRODUKTION Björn Vondras (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Infografiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (Satztechnik) DESIGN Beling Thoenen Design KORREKTORAT Stefan Bührer, Irène Müller SI ONLINE Franco Bassani, Anouk Haimoff, SylvieKempa(Volontärin), EdnaLisak,SarahLoffredo,Ramona Thommen (Praktikantin), Javier Vázquez STÄNDIGE MITARBEITER Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Peter Scholl-Latour, Samuel Stutz, Elizabeth Teissier BUCHHALTUNG Mirella Vignoni

BÜRO PARIS Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69

Abonnementspreise (inkl. 2,4 % MwSt.)

BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv

 JAHRESABO CHF 189.– (Schweizer Illustrierte, al dente, Shopping,

VERLAG Ringier AG, 4800 Zofingen VERLAG DER RINGIER-ZEITSCHRIFTEN Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 MARKETING Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler LEITER WERBEMARKT ZEITSCHRIFTEN Martin Tamas LESERMARKT ZEITSCHRIFTEN Roland Kühne PRODUCT MANAGER Nicole Wesche PRODUKTIONSLEITER Roland Winkler ANZEIGENVERKAUF INTERNATIONAL Fax +41-44-259 69 96 SYNDICATION UND NACHDRUCKRECHTE RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Fax 044 - 259 86 69 DRUCK Ringier Print Zofingen AG, 4800 Zofingen, Tel. 062 - 746 31 11 VERTRIEB IM AUSLAND Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz AUSLANDS-ABONNEMENTSPREISE Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original SA; Previon AG; Presse TV AG; Radig AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd.; Ringier Vietnam Company Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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weekend

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Ein Trio mit Klasse Küchenchef Pierre Crepaud, Direktorin Paola Masciulli und Restaurantleiter Olivier Vernet (v. l.).

Aufgeblüht auf 1700 Metern über Meer «Le Mont Blanc» im «Le Crans», Crans-Montana VS Top-Adresse mit spitzen Aussicht und herausragendem Küchenchef: Pierre Crepaud ist unsere «Entdeckung 2010» in der Romandie.

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ine Lodge wie in den Rocky Mountains, luxuriös und liebevoll eingerichtet, elegant von der Lounge bis zum Spa: Crans-Montana lockt mit einer neuen Top-Adresse. Und mit einem ausgezeichneten Küchenchef: Der Franzose Pierre Crepaud, seit Jahren schon im Wallis zu Hause, blüht im «Le Crans» sichtlich auf. Er ist GaultMillaus «Entdeckung des Jahres 2010» in der Romandie. Paola Masciulli, die jugendlich-muntere Direktorin, empfängt die Gäste, wenn das Wetter es erlaubt, am liebsten auf der halbmondförmigen Terrasse vor dem runden Restaurant – natürlich auch jetzt im Winter. Diese liegt etwas

tiefer, damit sich der Panoramablick ins Gebirge in alle Richtungen öffnet. Aber auch vom Restaurant Le Mont Blanc – übrigens wunderschön auf 1700 Metern über Meer gelegen – geniesst man einen atemberaubenden Blick auf die herrlich verschneiten Alpengipfel. Alles ist perfekt, der Service effizient und liebenswürdig. Chef Crepaud überrascht mit optisch wie geschmacklich vorzüglichen Gerichten. Zum beispielhaften Gazpacho gabs eine Zucchettiblüte. Das Cuit-cru-Gemüse erinnerte an Kreationen von Michel Bras in Laguiole, vor allem an seinen Gargaillou von jungem Gemüse. Die Geflügelbrust à la Rossini

war exakt gebraten und wie die meisten Gerichte wunderschön mit Bergkräutern verziert, die Foie gras schmackhaft und schmelzend, das Geflügel butterzart. Die Côte d’Agneau war perfekt, und das rosa Kalbskotelett wurde von einer köstlichen, mit Trüffel aromatisierten Mousseline begleitet. Auch die Desserts lagen ganz auf der Linie der vorangegangenen Genüsse, besonders die in Form einer Rolle präsentierte Crème brûlée auf aromatischen Erdbeeren. Die Weinkarte ist superb, das Angebot an glasweise erhältlichen Qualitätsweinen geradezu magistral. 

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WEIN-TIPP EIN ETWAS LEICHTERER AMARONE! Der Amarone della Valpolicella 2006 (15 %) von Andrea Baltieri aus der Selection Schwander ist eine Trouvaille. Philipp Schwander, der einzige Master of Wine der Schweiz, hat den Amarone-Produzenten immer

wieder zur Kelterung einer etwas leichteren und daher auch günstigeren Version angeregt. Mit Erfolg. Dieser Amarone besitzt nämlich trotzdem die charakteristische Eleganz und Vielschichtigkeit eines schweren Amarone. Er begeistert mit tiefem,

schwärzlichem Purpur, feinem, sich bei Luftzufuhr entfaltendem Duft. Am Gaumen betört er mit grosser Fülle, Aromen nach dunklen, sehr reifen, schwarzen Kirschen; reich, komplex und ausserordentlich lang. Passt zu Parmesan oder kräftigen Fleischgerichten.

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SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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weekend

AUTO

SCHON GEFAHREN KIA VENGA

Klein und verlockend Noch ist gar nicht entschieden, ob der neue Kia Venga auch in die Schweiz kommen wird. Dabei wäre der schicke und äusserst variable Van eine ideale Ergänzung für Kias Kleinwagen-Palette.

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s war einmal ein Auto, das verkaufte sich so oft, dass gleich ein ganzes Marktsegment nach ihm benannt wurde. Doch die Zeiten haben sich geändert – die Verkäufe in der Golf-Klasse, also im Segment der Kompaktautos, sind rückläufig. Stattdessen machen inzwischen Kleinwagen in allen Karosserievarianten rund ein Drittel aller abgesetzten Autos in Europa aus. Daran ist nicht nur die wirtschaftliche Lage schuld: Kleinwagen haben sich vom spartanisch-sparsamen Fortbewegungsmittel zu attraktiven Lifestyle-Mobilen entwickelt. Bei Kia stehen

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künftig gleich drei Modelle zur Auswahl: Das Schrägheckmodell Rio macht Kleinfamilien mobil. Das Mini-SUV Soul passt vor allem Jungen. Und der kleine Van Venga soll neu diejenigen gewinnen, die nichts mehr beweisen müssen und sich bei der Wahl des Autos von Komfort- und Funktionalitätserwägungen leiten lassen. Die Länge des komplett in Europa entwickelten Venga bleibt mit 4,07 Metern

Salonwagen Billiges Plastik sucht man im Venga-Interieur vergebens. Optik und Verarbeitung sind über alle Zweifel erhaben.

parkierfreundlich. Aber die Platzverhältnisse im Innern fallen üppig aus. Eine verschiebbare Rückbank verlängert wahlweise das Gepäckabteil oder den Knieraum im Fond. Vom einstigen Manko koreanischer Autos – dem plastikbefrachteten Interieur – ist im Venga nichts mehr zu sehen. Die Kunststoffe wirken hochwertig, die Oberflächen schmeicheln den Händen. Die kleineren Diesel bekunden etwas mehr Mühe mit dem etwa 1200 Kilo schweren Venga als ihre stärkeren Benzin-Brüder, glänzen dafür mit guten Verbrauchswerten. Ein Spritsparpaket mit Leichtlaufreifen und Schaltanzeige wird wohl ebenso lieferbar sein wie eine Stopp-Start-Automatik. Erstaunlich ist nur, dass der Schweizer Importeur noch nicht über die Lancierung des kecken Venga entschieden hat. Schliesslich heisst «venga» auf Spanisch «komm». ANDREAS FAUST


Platzhalter Das mehrheitsfähige Design dürfte dem Kia Venga Kundschaft sichern.

NEWS

FORD FOCUS ECONETIC KOMPAKTER MIT VERBRAUCHSABSCHLAG  Beim Wettbewerb um die geringsten Verbräuche schickt die Autoindustrie derzeit schon die zweite Generation von Spritsparmodellen ins Rennen. Auch Ford optimierte den Focus Econetic und stattet ihn daher ab Anfang 2010 mit einer optionalen Stopp-StartAutomatik aus. Damit genügen dem 109 PS starken Turbodiesel des Fünfplätzers lediglich 3,8 l/100 km, die einem CO2-Ausstoss von 99 g/km entsprechen. Der «Eco-Mode» des Bordcomputers honoriert eine besonders sparsame Fahrweise mit einer Blumengrafik im Display – ein Schelm, wer da an den Honda Insight denkt. Die Preise des sparsamen Ford Focus Econetic starten bei CHF 32 350.–.

KIA VENGA Raumwunder Im Heck lassen sich bis zu 1253 Liter Gepäck verstauen. Motoren Benzin 90 bis 125 PS, Diesel 75 bis 128 PS  0 bis 100 km/h 10,9 bis 17,4 s  Spitze 157 bis 185 km/h  Verbrauch 4,5 bis 6,7 l/100 km  CO2-Ausstoss 117 bis 155 g/km  Energieeffizienz-Kategorien von A bis C  Verkauf noch nicht bekannt  Preis noch nicht bekannt 

Konkurrenten Citroën C3 Picasso, Hyundai Matrix, Lancia Musa, Nissan Note, Opel Meriva, Renault Modus u. a.  Unser Urteil Die optimale Raumausnutzung bei knappen Aussenabmessungen ist der grosse Trumpf des Kia Venga. Und auch seine Verbrauchswerte können sich sehen lassen. Ein wenig mehr Pfiff beim Design hätte allerdings nicht geschadet. 

VW SCIROCCO R SPORTCOUPÉ MIT LEISTUNGSZUGABE  Der Scirocco bedeutet für VW einen Spagat: Er firmiert als emotionales Sportmodell im Programm, darf aber dabei nicht das Markenimage der Vernunft unterminieren. Den Sportsgeist bedient das neue Topmodell Scirocco R mit seinem 265 PS starken Turbobenziner aufs Beste: In 5,8 Sekunden spurtet der Dreitürer unter betörendem Röhren auf Tempo 100. Mit optionalem Doppelkupplungsgetriebe soll er sich dabei nur 8,0 l/100 km genehmigen. Andererseits könnte das Interieur mit seinen wie massgeschneiderten Sportsitzen ein wenig frischen Designwind vertragen. Die Preise des ab sofort lieferbaren Scirocco R beginnen bei CHF 52 500.–. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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«Jetzt gibts interessante Begegnungen»

WOCHE VOM 3. BIS 9. JANUAR 2010 Kunst und Kultur, Showbusiness usw. könnten diese Woche für Schlagzeilen sorgen: Venus und Merkur bilden am 5. eine Konjunktion (Überlagerung auf dem Tierkreis in der 2. Dekade Steinbock), sind aber gleichzeitig dissonant zu Jupiter und Neptun. Auch Pro-

bleme bezüglich Umwelt, Turbulenzen an den Börsen, schwierige (diplomatische) Verhandlungen. Es kommt zu interessanten Begegnungen, man fängt Feuer, verliert aber etwas den Kontakt zur Realität. Mars–Pluto (am 3.) steht oft für Machtkämpfe, Ausschreitungen, Naturkatastrophen (Erdbeben) …

WIDDER 21.–30. 3. Nach den Spannungen der letzten Woche sehen Sie wieder klarer. Aber am 6. objektiver sein. Hindernisse durch eine neue Situation am 3., 8., 9. 31. 3.–9. 4. Missverständnisse oder Verspätungen (auf Reisen!) nerven, speziell am 4. und 6. Am 3. und 9. können Sie mit guten Argumenten überzeugen. Körperlich sind Sie gut in Schuss (7.). 10.–20. 4. Ein grösseres Vorhaben erweitert Ihren Horizont, stellt oft eine Bereicherung dar. Freunde sind eine grosse Hilfe, und einigen gelingt ein Volltreffer. Am 4., 6., 8. sind Sie zu leichtgläubig.

STIER 21.–30. 4. Sie können ein Problem der letzten Wochen lösen, wenn Sie klug vorgehen (am 9.). An eine positive Veränderung müssen Sie sich erst gewöhnen (am 3.), gute Laune am 4. 1.–10. 5. Sie sind unwiderstehlich, lernen interessante Menschen kennen (am 5., 9.). Günstig für Reisen, wichtige Termine. Am 4. und 6. neigen Sie zu Exzessen (Alkohol, Ernährung?). 11.–20. 5. Ein unerwartetes Ereignis, z. B. im Freundeskreis, kann zu einer radikalen, positiven Wende führen (am 5.). Vorsicht mit Vorgesetzten, Behörden (am 6., 8.).

ZWILLINGE 21.–31. 5. Sie bleiben am Ball und beweisen Ausdauer (am 4., 6.). Günstig für langfristig Vorhaben, (z. B. Immobilien). Am 3. auf einen Kompromiss eingehen! 1.–10. 6. Sie sind in Diskussionen schlagfertig. Am 3. treffen Sie den richtigen Ton, aber am 5. könnte man Sie falsch verstehen. 11.–21. 6. Sie haben eine gute Nase (u. a. für Investitionen), können am 3. und 8. ins Schwarze treffen. Neue Interessen stellen oft eine grosse (innere) Bereicherung dar. Am 4., 6. sollten Sie aber auf der Hut sein, sich nicht zu viel versprechen.

KREBS 22. 6.–1. 7. Sie fühlen sich am 4. wohl im engsten Kreis, verbreiten gute Laune. Am 6. machen Probleme (Angehörige, Wohnung?) Kopfzerbrechen. Um den 25. Geborene müssen sich mit einer neuen Situation anfreunden (am 3.). 2.–12. 7. Sie überziehen Ihr Budget (am 3.), es kann hitzige Debatten geben (Partner?). Am 4./5. sind Sie kontaktfreudig, sollten aber ein verlockendes Angebot gründlich prüfen. 13.–22. 7. Am 5. sind Sie der Mittelpunkt, einigen winkt eine Überraschung. Das könnte aber Ihrem Umfeld nicht passen (am 7., 8.).

LÖWE 23. 7.–1. 8. Sie lassen nicht locker, gehen den Dingen auf den Grund. So schaffen Sie sich eine gute Ausgangsposition (am 6.), können am 8. Gegner überzeugen. 2.–12. 8. Sie handeln schnell, könnten dadurch am 9. auf Widerstand stossen. Dank Energiereserven überwinden Sie alle Hindernisse, können am 7. eine positive Bilanz ziehen. 13.–23. 8. Sie können gemeinsam mit dem Partner einen schönen Erfolg verbuchen, wenn Sie seine Ratschläge befolgen (am 8.). Am 4., 6. könnte man Sie für einen Fehler zur Kasse bitten.

JUNGFRAU 24. 8.–2. 9. Sie finden sich in einer neuen Situation trotz Hindernissen gut zurecht. Am 3. geht ein Machtkampf zu Ihren Gunsten aus. Folgen Sie am 4. und 8. Ihrem Instinkt, klären Sie ein Missverständnis auf. 3.–12. 9. Sie stehen im Mittelpunkt, amüsieren sich glänzend und lernen neue Menschen kennen. Unvergessliche Momente am 5. und 9. (schicksalhafte Begegnung?). Am 6. und 8. sind Sie nicht gerade objektiv. 13.–23. 9. Gönnen Sie sich eine kleine Pause, schonen Sie Ihre Kräfte. Am 5. sind Sie übersensibel.

WAAGE 24. 9.–3. 10. Sie müssen sich anstrengen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Am 3. könnte es hart auf hart gehen, kompromissbereit sein. Am 6. ruhig bleiben, diplomatisch vorgehen. 4.–13. 10. Man legt Ihnen Steine in den Weg, die Stimmung ist gespannt. Missverständnisse ärgern (am 4., 5., 6.), könnten zu einer Krise führen. 14.–23. 10. Sie haben gute Karten für ein neues Vorhaben, bekommen im richtigen Moment Hilfe angeboten. Ihre Situation bessert sich (am 8.), aber am 4. und 6. sollten Sie bei Verhandlungen vorsichtig sein.

SKORPION 24. 10.–2. 11. Sie sind auf der Überholspur (am 4). Zeigen Sie am 8. Ihre Gefühle weniger offen, überdenken Sie einen wichtigen Schritt nochmals! 3.–12. 11. Sie sind schlagfertig, knüpfen neue Kontakte (am 4., 5.). Oder eine Begegnung lässt Ihr Herz schneller schlagen? Sie erleben unvergessliche Momente. Am 6. und 8. realistisch denken. 13.–22. 11. Wichtige Entscheidungen gut überdenken, sich nicht mit Behörden oder Vorgesetzten anlegen (am 4., 6., 8.!). Ein überraschendes Ereignis (5.) wirkt sich langfristig positiv aus.

SCHÜTZE 23. 11.–2. 12. Sie ruhen sich auf Ihren Lorbeeren aus, sind am 6. glänzender Laune: ideal für ein Treffen mit Freunden etc. Am 4. stehen Sie mit dem linken Fuss auf, sind ein wenig gestresst. 3.–12. 12. Man kann kaum mit Ihnen Schritt halten. Am 5. und 7. sind Sie effizient, können Ihren Vorsprung halten. Am 3., 6. und 9. mehr Rücksicht nehmen, nichts überstürzen! 13.–21. 12. Sie sind auf Erfolgskurs, kreativ, inspiriert. Am 3. und 7. entdecken Sie neue Horizonte, kommen Ihren Idealen näher. Am 4., 6., 8. realistisch bleiben.

STEINBOCK 22.–31. 12. Sie stehen unter Druck, müssen sich an eine neue Situation gewöhnen, die Ihnen nicht gefällt (3., 6.). Am 4. freuen Sie sich über eine Nachricht, am 7. sind Sie überempfindlich. 1.–10. 1. Sie feiern die Feste, wie sie fallen, niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Am 5. gewinnen Sie Sympathien, am 6., 8. machen sich einige Illusionen. 11.–20. 1. Sie überziehen Ihr Budget, sind (am 4., 6.) grosszügig. Gute Laune am 5., kleine Missverständnisse am 7. Um den 13./14. Geborene gehen neue Wege, die sie weiterbringen.

WASSERMANN 21.–30. 1. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Am 4. und 8. hat ein neues Vorhaben gute Chancen (mit Resultaten im September!). 31. 1.–9. 2. Sie sind am 3. nervös und gereizt, sollten kein unnötiges (körperliches) Risiko eingehen. Bei Diskussionen (mit dem Partner) sind Sie nicht sehr objektiv, können aber am 7. einen Fehler ausbügeln. 10.–19. 2. Sie sind voller Selbstvertrauen und können einen schönen Treffer landen (am 8.). Allerdings sehen Sie vieles durch eine rosarote Brille, könnten sich etwas vormachen (4., 6.).

FISCHE 20. 2.–1. 3. Sie können sich durchsetzen, sind aber wenig diplomatisch. Am 3. stossen Sie auf Widerstand, am 8. agieren Sie instinktiv richtig. Am 5. können Sie den Partner um den Finger wickeln. 2.–10. 3. Sie gewinnen im Handumdrehen die Sympathien, eine Begegnung lässt manche Herzen schneller schlagen (4.,5., 9.). Oder aus Freundschaft wird mehr? Am 6., 8. sind Sie nicht objektiv. 11.–20. 3. Sie kommen gut voran. Am 5. könnte der Dialog nützlich sein und ein Missverständnis klären. Ein Neuanfang sollte positiv für Ihre Zukunft sein.

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die zweiten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die fünften Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL *

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WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Blatter, 2. Maloney, 3. Etliche, 4. Dreirad, 5. Tremola, 6. Haschee, 7. Castres, 8. Ittigen, 9. Eieruhr, 10. Leitung, 11. Gagarin, 12. Katzman, 13. Cezanne, 14. Etueden, 15. Urmeter, 16. Luftzug, 17. Glarner, 18. Silvana, 19. Allegro, 20. Doerfer Lösungssatz: Das Glueck gleicht dem Balle, es steigt zum Falle.

REBUS

Lösung: SEIDE

1 T (V) O R 2 K (F) E R Z E 3 PUDEL = VORFREUDE

6 8 3 9 7 2 4 5 1

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KREUZWORTRÄTSEL

Lösung: SPEISEKARTE schwer

8 5 4 1 9 3 2 7 6

Lösung: 469

2 7 6 4 5 8 3 1 9

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 1 2 7 8 4 5 9 6 3

schwer

Rebus

Auflösung aus Heft 52

4 9 5 3 1 6 8 2 7

weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

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Lösung: 723

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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GESELLSCHAFT

Am 14. Dezember feierte NADIA BRÖNIMANN ihren 40. Geburtstag. Zeit für eine kleine Rückschau auf ihr schweres Leben. Ohne Bitterkeit und Reue.

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Mit dem Leben v SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


n versรถhnt

Weiblicher denn je Nadia Brรถnimann mit vierzig. In Einsiedeln fand sie ihr Zuhause.


GESELLSCHAFT

«Mein Suizidversuch vor vier Jahren war ein Akt purer Verzweiflung» NADIA BRÖNIMANN

Heimelig Nadia mit ihrer Katze Sirah. Gerade erst sind sie in ihr kleines Häuschen gezogen.

Text SANDRA CASALINI Fotos KURT REICHENBACH

J

a», sagt Nadia. Sie könne sich noch gut an diesen Moment erinnern. In jener Nacht im Mai 2005. Nadia steht in der Küche ihrer kleinen Wohnung in Zürich Oerlikon, in der rechten Hand ein Küchenmesser. Langsam, fast andächtig, setzt sie die Klinge an – und schneidet sich die Pulsadern auf. Warm, fast unwirklich, rinnt das Blut ihren Arm hinunter. «Es war ein Akt purer Verzweiflung», sagt Nadia Brönimann. «Ich hatte utopische Vorstellungen davon, wie ich sein sollte.» Heute finde sie verwerflich, was sie damals getan hat. «Ich wollte mein Leben wegwerfen.» Aber dieser Tiefpunkt brachte die Wende. Nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik kehrte sie Zürich und allen früheren «Angewohnheiten» wie Partys und Drogen den Rücken und zog ins beschauliche Einsiedeln. «Hier war ich zum ersten Mal gezwungen, mich

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SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

mit meinem wirklichen Ich zu beschäftigen – nicht mit der Primadonna, die ich vorher gern raushängen liess.» Auf langen Spaziergängen ging sie immer wieder den gleichen Fragen nach: Wer bin ich? Was will ich vom Leben? Und: Wäre ich glücklicher geworden, wenn ich geblieben wäre, wer ich war: Christian? Geboren als Bub in Süddeutschland, ins Heim gegeben, als Adoptivkind in Heiden AR aufgewachsen. Bereits als Sechsjähriger spürt Christian: Er ist anders. Als Jugendlicher lässt er sich im Hotelfach und in der Textilbranche ausbilden, glaubt, des Rätsels Lösung gefunden zu haben: Er ist schwul. Aber es passt immer noch nicht. Es folgen Jahre der Irrungen und Wirrungen, geprägt von massivem Drogenkonsum, «Jobs» als Steward, Stricher, Dragqueen. Im Sommer 1998 lässt Christian am Unispital Zürich eine Geschlechtsanpassung vornehmen – nach intensiven psychologischen Abklärungen und hormonellen Vorbehandlungen. Im Frühling 2001 ver-

Erinnerungen Nadia schaut sich oft Fotos aus alten Zeiten an. «Dabei verdrücke ich auch mal die eine oder andere Träne.»

öffentlicht Nadia ihre Lebensgeschichte unter dem Titel «Die weisse Feder». Sie ist berühmt – und ihre Probleme sind bei Weitem nicht gelöst! Ihren Körper betrachtet sie auch Jahre nach der Operation als «Baustelle», die Schmerzen sind teilweise kaum erträglich. Sexualität wird zum Krampf, Beziehungen mit Männern gehen in die Brüche. Und Nadia fragt sich immer öfter: Wars das wert? War die Operation die richtige Entscheidung? «Ich habe darauf auch heute keine Antwort», sagt Nadia und schiebt sich nachdenklich einen Mandarinen-Schnitz


Ein Junge namens Christian Schon als kleiner Bub merkt Christian, dass er anders ist. Mit 18 macht er erste Erfahrungen in der Schwulenszene. 1996 weiss Christian, dass er Nadia sein mรถchte. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

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GESELLSCHAFT

Ganz Frau Nadia legt Wert auf ihr Aussehen. «Aber ich gehe heute auch ungeschminkt aus dem Haus. Früher wäre das undenkbar gewesen.» in den Mund. «Meine Weiblichkeit stelle ich nicht infrage. Aber vielleicht wäre es möglich gewesen, sie zu leben, ohne meinem Körper so viel Schaden zuzufügen.» Eigentlich spiele das heute keine Rolle mehr. «Ich kann nichts rückgängig machen. Ich bin, wie ich bin.» Nadia Brönimann ging einen weiten Weg. Als sie noch in ihrer kleinen Zürcher Wohnung hauste, war sie so dünn, dass sich die Hüftknochen durch die Hosen abzeichneten. Tabletten und Drogen hatten ihre Spuren hinterlassen. Das Gesicht zugepflastert mit Make-up. Heute, mit vierzig, ist Nadia einfach Nadia. Ein paar Kilos mehr auf den Rippen zaubern weibliche Rundungen. Das Älterwerden hat seinen Schrecken verloren. «Man kanns ja eh nicht ändern.» Auch mit der Tatsache, dass sie nie eine biologische Frau sein wird und ein Leben lang Hormone schlucken muss, hat sich die Transsexuelle abgefunden. Gerade ist sie mit ihren Katzen Sirah und Gineli in ein hübsches Häuschen gezogen, hat ihre drei Stockwerke heimelig eingerichtet. Antike Möbel, alte Bücher, gerahmte Fotos sorgen für einen Touch Nostalgie. Über der Eingangstür hängt ein Bild von Klein Christian als Schüler. Im Schlafzimmer das einzige Foto von Nadia als Baby und eines, das sie mit ihrem leiblichen

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SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

«Ich bin dankbar für das, was ich habe. Auch wenn in meinem Leben vieles schieflief» NADIA BRÖNIMANN Vater zeigt. Ihren richtigen Eltern gegenüber – sie sind inzwischen beide verstorben – hegt Nadia keine negativen Gefühle. «Sie sind in meinen Gebeten – und ich glaube gern daran, dass sie meine Schutzengel sind.» Zu ihren Adoptiveltern hat Nadia keinen Kontakt. Sie können nach wie vor nicht mit dem Leben und Leiden ihres Sohnes umgehen, der zur Tochter wurde. «Ich versuche, sie zu verstehen und zu akzeptieren», sagt Nadia. «Auch wenn es einer meiner Herzenswünsche ist, sie wiederzusehen.» Wie gerne würde Nadia ihrer Familie ihr heutiges Leben zeigen – nicht als schrille Dragqueen und Partykönigin, sondern als Frau, die sich gern daheim zurückzieht und seriös arbeitet: Teilzeit bei einer Marketing-Agentur, als Internet-TV-Moderatorin, bei Vorträgen an Schulen. Und: Nadia hat sich einen Kindheitstraum erfüllt und kürzlich eine Single aufgenommen. Das Stück heisst «Merci beaucoup» und ist Programm

dafür, wie Nadia Brönimann heute fühlt. «Ich bin dankbar für das, was ich habe. Auch wenn in meinem Leben vieles falsch lief: Ich stehe dazu und schaue ohne Bitterkeit zurück.» Nur die Sache mit den Männern, die kann sie nicht so locker sehen. Bis jetzt gab es keinen, der mit Nadias Geschichte klarkam. «Wenn es ernster wird, springen die meisten wieder ab. Ich verstehe das zwar, aber es macht mich trotzdem traurig und auch wütend. Ich wünsche mir nichts mehr als einen Partner, mit dem ich mein Leben teilen kann.» Daran, dass es vielleicht nie jemanden geben wird, der seinen Eltern seine Liebste vorstellen möchte mit den Worten «Das ist Nadia, sie hiess früher Christian», mag Nadia Brönimann nicht denken. «Vielleicht muss ich mir in zehn Jahren eingestehen, dass wohl keiner stark genug für mich und meine Vergangenheit ist. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf!» 


PARTY

Die Spielmacher vom FC Barcelona: Wurde zweimal ausgeAndrés Iniesta (r.) und Xavi. zeichnet: Cristiano Ronaldo.

Liverpool-Bande: Stürmer Fernando Komm in meinen Arm, Kleiner: Torres (r.) und Kapitän Steven Gerrard. Kaká (l.) und Daniel Alves. Gruppenbild mit Herr: Kommentator Günter Netzer mit Ehefrau Elvira und Tochter Alana.

«Komme ich ins Fernsehen?»: Franz «der Kaiser» Beckenbauer, Vize-Präsident DFB.

Eine Königin, viele TorschützenKönige und Kullertränen

Royaler Glanz: Königin Rania von Jordanien, die Mitbegründerin der «1 Goal – Bildung für alle»-Kampagne, mit FifaPräsident Joseph Blatter.

Text STEPHANIE RINGEL, Fotos BRUNO VOSER

Foto Fabrice Coffrini / AFP

S

ie kommt ohne Diadem und ohne rauschende Robe an die Fifa World Player Gala, aber mit einer donnernden Botschaft. Königin Rania von Jordanien, 39, Mitbegründerin der Fifa-Kampagne «1Goal – Bildung für alle» zur Schweizer Illustrierten: «Es ist mein Herzensanliegen, dass Kinder zur Schule gehen dürfen. Universale Bildung ist das schönste Tor, das je erzielt wurde!» Sepp Blatter, Fifa-Präsident, ehrt die Königin dafür mit dem Presidential Award, einem von sechs Preisen des Abends. Was Murat Yakin selbstbewusst prophezeit, tritt nach 90 Minuten ein: Uefa-Präsident Michel Platini ruft Lionel Messi zum Weltfussballer des Jahres 2009 aus. Für die Frauen siegt zum vierten Mal die Brasilianerin Marta, nimmt den Preis entgegen, dankt unter Tränen Gott «für all die schönen Dinge» in ihrem Leben. Wie sagt Blatter: «Fussball bedeutet Menschlichkeit. Fussball ist Gefühl!»

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Stolz präsentiert Elmar Leder- Urs Meier, Chef Schweizer gerber, Ex-Stadtpräsident Spitzenschiedsrichter, Zürich, seine Begleitung. und Andrea Kratzer.

Die schillerndsten Fussball- Jean-Pierre Hoby mit Zürichs brüder der Schweiz: Stadtpräsidentin Corine Hakan (l.) und Murat Yakin. Mauch, Juliana Müller (r.).

Foto Muriel Hilti / tilllate.com

Weltfussballer des Jahres 2009: Die Brasilianerin Marta gewann zum 4. Mal in Folge; Lionel Messi, Superstar beim FC Barcelona, sagt: «Das ist der beste Abschluss eines fantastischen Jahres.»

PARTY-FACTS

Diese Beine sind Gold wert

Gastgeber Weltfussball-Verband Fifa Tatort Kongresshaus Zürich Hoppla der Saal hat den grauen Charme eines Sitzungszimmers Glück gehabt Flugzeug verspätet, Gepäck nicht da. Die Deutsche Inka Grings, nominiert als Weltfussballerin, hatte ihr Kleid im Handgepäck – Schuhe kaufte sie «in zwei Minuten», kurz vor Beginn der Gala Party-Rating

Erst schäkerte sie mit Real-Star Kaká auf dem roten Teppich, dann rockte sie den Saal: Laura Pausini.

«Abend mit ‹09 war gut›-Stimmung und ‹2010 ist WM›-Gefühl»

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NOTABENE

Berlin und die Katastrophe von Kundus

D

Peter Scholl-Latour

as dichte Lügengewebe, in das sich deutsche eines Besseren belehren und von seiner unsinnigen Fehlbeurteilung Politiker verstrickt hatten, ist mit den abbringen müssen. Bombenanschlägen von Kundus zertrümmert Da ereignete sich vor einigen Wochen die Katastrophe von worden. In Afghanistan hat für Berlin endlich Kundus. Diese zentrale deutsche Festung wurde zunehmend von den die Stunde der Wahrheit geschlagen. Bisher aus Süden vorrückenden Taliban bedrängt. In Reichweite dieses deuthatte sich die Regierung Merkel hartnäckig schen Bollwerkes wurden sogar zwei riesige Tanklastwagen entführt, davor gedrückt, den Einsatz der Bundeswehr die in einem Flussbett stecken geblieben waren. Die Taliban hatten am Hindukusch als «Krieg» zu bezeichnen. Ur- wohl die Bevölkerung aufgefordert, die gestrandeten Fahrzeuge sprünglich mag es ja tatsächlich ein Stabilisie- anzuzapfen, um sich für den Winter mit Brennstoff einzudecken. rungsauftrag gewesen sein, der den sogenannten Isaf-Streitkräften Die ganze Schwäche der deutschen Position wurde deutlich, als von den Vereinten Nationen erteilt wurde, um bei der afghanischen sich zu nächtlicher Stunde kein Spähtrupp aus der Festung Kundus Bevölkerung ein Gefühl relativer Sicherheit aufkommen zu lassen. herauswagte, um nach dem Rechten zu sehen. Stattdessen forderte Das deutsche Kontingent befand sich gegenüber den Ameri- der kommandierende Oberst Klein den schonungslosen Einsatz amekanern, Briten und Holländern, die im Siedlungsgebiet des Staats- rikanischer Bomber an. Der US-Oberbefehlshaber für Afghanistan, volkes der Paschtunen vor allem im Süden und im Osten des Landes General McCrystal, hatte seiner Air Force die Order erteilt, nur noch das Schwergewicht der Kämpfe zu tragen hatten, in einer relativ im Falle akuter Gefechtsberührung zu intervenieren und im Zweifelsprivilegierten Position. Die nördlichen Provinzen boten fall durch Tiefflüge verdächtige Ansammlungen zu ein günstigeres Terrain, weil dort mehrheitlich das Volk «Die zerstreuen. Diesem Befehl hat der deutsche Kommander Tadschiken siedelt, das sich im Schicksalsjahr 2001 Garnisonen deur von Kundus zuwidergehandelt, aus seinem Bericht der pro-amerikanischen «Nordallianz» angeschlossen an seine Vorgesetzten geht hervor, dass es ihm gar hatte, weil es mit den Paschtunen und den Taliban alte der Bundes- nicht darum ging, die entführten Tankwagen zu treffen, Fehden auszutragen hatte. die sich dort ansammelnden Afghanen – ob wehr haben sondern Aber seither sind acht Jahre vergangen. Die Garninun Taliban oder nicht – zu «vernichten». Kein Wunder, sonen der Bundeswehr haben sich in betonierte Festun- sich in dass die US-Stäbe, die wegen ihrer Brutalität so oft gen verwandelt. Patrouillen bewegen sich fast nur noch betonierte gescholten worden waren, diese Tötung von mehr als in einem Radius von zwanzig Kilometern rund um die einhundert Afghanen auf blossen Verdacht hin in Bollwerke Masar-e Scharif, Kundus und Faisabad. Noch Festungen schärfster Form anprangerten und die deutschen fiel es deutschen Kommentatoren leicht, die rüden verwandelt» Partner der Heuchelei bezichtigten. Kampfmethoden der US-Special-Forces zu kritisieren, Inzwischen hatte sich in Berlin ein Regierungsaber die eigene «Friedensmission» der Isaf erwies sich bald als wechsel vollzogen. Verteidigungsminister Jung, dem jede Führungsverlogene Utopie. Während das Pentagon nach Amtsübernahme qualität abging, ist durch den jungen und eleganten Baron zu GuttenBarack Obamas von der wahllosen Bombardierung ziviler Ziele berg ersetzt worden, der das deutsche Verteidigungsministerium nun Abstand nahm und versucht, die «Herzen und Gemüter» der mehr auf Vordermann bringen muss. Seine am Hindukusch kämpBevölkerung zu gewinnen, gerieten die Deutschen ihrerseits in fenden Soldaten hat zu Guttenberg immerhin von der Lüge der den Schlamassel und unter den zunehmenden Beschuss des afgha- «Nichtkriegsführung» befreit. Schon seit geraumer Zeit geniesst dienischen Widerstandes. Auf Dauer konnte diese Präsenz von bewaff- ser bayerische Politiker grosse Beliebtheit bei der Bevölkerung, liegt neten «Ungläubigen», den «Kuffar», in einem zutiefst muslimischen in der positiven Beurteilung sogar vor Kanzlerin Merkel. Da wundert Land von keinem wahren Korangläubigen hingenommen werden. es nicht, dass er Zielscheibe von Missgunst und Neid wurde. Sogar Unter Berufung auf das verdienstvolle, aber inzwischen ver- von Rücktrittsforderungen war die Rede, und es ist zu hoffen, staubte Kriegsrecht, das mehrheitlich vor hundert Jahren entworfen dass dieses schäbige Intrigenspiel beendet wird und das deutsche wurde, klammerte sich die Bundesrepublik weiterhin an die groteske Parlament von der bisherigen Verschleierungstaktik abrückt. Es ist Behauptung, in Afghanistan könne von einem Krieg nicht die Rede höchste Zeit, dass die Amerikaner beraten, wie dieses hoffnungslose sein, sondern es gehe darum, diese Nation in Freiheit und Fortschritt Militärabenteuer in Zentralasien in der einen oder andern Form  wieder aufzubauen. Die jüngste Präsidentenwahl, aus der Präsident abgebrochen wird. Hamid Karsai nur durch skandalösen Wahlbetrug als «Sieger» hervorging, hätte den damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Jung PETER SCHOLL-LATOUR, 85, Nahost-Experte und Buchautor

 JA, ich bestelle ein Jahresabo der Schweizer Illustrierten (inkl. Sonderhefte) und bezahle jährlich CHF 189.–. Ich spare CHF 45.– gegenüber dem Einzelverkauf. (1031116)

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LESER

«Ich wünsche ihr alles Gute und Liebe»

WILLI

 Nella Martinetti, SI 50/2009

«Ich habe eben den Bericht über Nella Martinetti gelesen. Ich wünsche ihr alles Gute und Liebe sowie Gottes Beistand in ihrer so schweren Krankheitszeit. Niemand ist ohne Schuld. Wenn wir vergeben, so werden wir von einer Last befreit. Ein Weiterleben gibt es auf jeden Fall.»

«Seit diesem Klimagipfel bin ich sicher, dass es 2010 aufwärtsgeht. Zumindest mit dem Meeresspiegel.»

Foto Dick Vredenbregt

Anna Martha Heiniger, Affoltern

DER ERSTE GEWINN Sudoku, SI 51/2009 «Ein SI-Weihnachtsengel hat mir eine schöne Perlenkette mit dazu passenden Ohrringen gebracht. Für dieses Geschenk möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Es erfreut meine Seele, denn ich habe noch nie bei einem Wettbewerb gewonnen. Umso mehr freut mich dieses schöne Geschenk.» Uschi Donati, per E-Mail

«TOLLES GESCHENK»  Auto-Extra, SI 42/2009 Nadia Thossy Tanner heisst die Gewinnerin des Wettbewerbs in der SI-Beilage Auto. Der Preis ist ein Mazda 6 2.5 SW Sport im Wert von 46 181 Franken. Vor Kurzem konnte die 34-jährige Mutter den Kombi bei Raphael Meister, Geschäftsführer der Garage Germann AG in Frauenfeld TG, abholen (Bild). «Ein tolles Geschenk.» Wir gratulieren und wünschen sichere Fahrt.

SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@ schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.


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DIE LISTE

STEFAN GUBSER

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von RENÉ HAENIG

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SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Kartoffelstock machen Dazu einen feinen Hackbraten. Bis dato bin ich, was Kochen anbelangt, ein absoluter Banause. Aber ich würde gerne mal meine Frau mit ihrem Lieblingsgericht überraschen.

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Um die Welt laufen Auf Nebenwegen. Meinen Berechnungen nach bräuchte ich 6 Jahre, 3 Monate und 2 Wochen. Unterwegs halte ichs mit dem Spruch von Laotse: «Willst du die wertvollen Dinge sehen, so brauchst du nur dorthin zu blicken, wohin die grosse Menge nicht sieht.»

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Meine Eltern und meine Tante glücklich machen Sie sind zwischen 84 und 92 Jahre alt. Ihnen möchte ich 2010 den glücklichsten Tag bescheren – und damit meine Liebe und meinen Dank zeigen, für alles, was sie für mich getan haben.

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In die Handtasche meiner Frau schlüpfen Und darin einen Tag verbringen. Nimmt mich schon wunder, was sie den ganzen Tag treibt.

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Den Kilimandscharo besteigen Seit ich als Kind den Film «The Snows of Kilimanjaro» gesehen habe, fasziniert mich der Mythos dieses Berges.

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Grossvater werden Ich hoffe, meine Tochter Stefanie liest das und «macht e chli fürschi».

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Einen Tag lang töpfern Dabei könnte mir meine Schwester zeigen, wie sie ihre kreativen Wunderwerke zaubert.

Einen Liebhaber spielen Nicht irgendeinen, sondern den von Charlize Theron in einem Film von Marc Forster. Aber bitte nicht die Fortsetzung von «Monster».

Tanzen, bis sich die Zeltstangen biegen Dazu würde ich mit meinen Freunden Nadja und Chrigel zum Herräng Swing Dance Camp nach Schweden fahren.

Auf dem Rücken eines Walfisches reiten Dann würde ich gern das Meer erforschen – bevor wir es komplett leer gefischt und mit unserem Dreck vollständig verunreinigt haben.

Foto Kilian Kessler

Kriminell erfolgreich Stefan Gubser, 52, als Seepolizist Reto Flückiger. In «Der Polizistinnenmörder» spannt er wieder mit seiner deutschen Kollegin Eva Mattes zusammen. Im Rahmen der SF-Reihe Schweizer Film am 3. Januar, 20.05 Uhr, auf SF 1. Als «Tatort» am 17. Januar, 20.15 Uhr, ARD.

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