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Das grosse Sonderheft

Didier Burkhalter Der neue Bundesrat ganz privat

Star-Autorin

Zoë Jenny

Endlich ein Baby!

Gezeugt im Reagenzglas: «Es war eine Tortur.» Wie Frauen sich ihren Kinderwunsch erfüllen

39 Angelina Jolie mit Tochter Zahara

Halle Berry mit Tochter Nahla

Madonna mit Sohn David Banda

21. September 2009 CHF 4.50


Titelfotos Thomas Buchwalder, Getty Images, Dukas, colourpress.com; Inhaltsfoto Laurent Crottet / Le Matin

Inhalt

HEFT 39, MONTAG, 21. September 2009

Titel 14

u Der

28

neue Star im Bundesrat Am Tag nach der Wahl zeigt er am Donnerstag letzter Woche endlich Emotion: Didier Burkhalter und Gattin Friedrun Sabine bei der Ankunft in ihrer Heimat Neuenburg.

Zoë Jenny Das intime Bekenntnis der Basler Bestsellerautorin. Und: Welche Wege aus der Kinderlosigkeit führen

Leute 7 8

39 96

Tagebuch des Chefredaktors Leute Nella Martinetti, Michelle Hunziker, Roman Kilchsperger, Sarah Meier, Ferdy Kübler, Klaus Wildbolz, Anita Fetz Maya Boog Die Wahlbaslerin ist der Star im SF-Opernspektakel «La Bohème» Daniel Spoerri Der Schweizer Kunststar zeigt sein «Kunststaulager» bei Wien

schweizer illustrierte




Inhalt Politik 28

Didier Burkhalter Der neue Bundesrat: Was er will, wie er lebt, wen er liebt

Sport 43

Mark Streit Der 31-jährige Eishockey-Star aus Bern verrät, warum er in Manhattan keine Frau fürs Leben findet

Abenteuer 46

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Xavier Rosset 300 Tage auf der Insel: Auch die Schweiz hat einen Robinson!

Die Besten 53

u Von der Hängematte in die Waschküche! Sie macht nicht nur am Fallschirm oder auf dem Töff eine gute Figur: Opernstar Maya Boog ist bereit für ihren grossen Auftritt in «La Bohème» – in einer Berner Waschküche.

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Shopping 63

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 77 78

80

Impfen Als Erstes die Schulkinder! Herzstillstand Sekunden entscheiden über Leben oder Tod. Im Notfall hilft nur der Defibrillator Dr. Stutz meint: Hilfe, unsere Kids sind fett statt fit! Da gibts nur eins: Bewegung!

Weekend 83

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party Fotos Thomas Buchwalder, Xavier Rosset, Fabienne Bühler

102 Rot-Kreuz-Ball, «Dolder Grand», Zürich

46 u Auf

Die Insel! Der Walliser Robinson Xavier Rosset erlebte 300 einsame Tage – und traf seinen Freitag.

Und …

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u Ins Museum! Der Schweizer Kunststar Daniel Spoerri erfüllt sich einen grossen Traum.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

104 106 92 105

Notabene von Chris von Rohr Die Liste von Vreni Schneider Horoskop Leserbriefe/Impressum .schweizer-illustrierte.ch

Miss Schweiz – die schönste Woche des Jahres

Diese Woche stehen die Finalistinnen nochmals im Mittelpunkt: Web-TV-Porträts, sexy Bikini- Shootings und Impressionen aus dem Camp. schweizer illustrierte




tagebuch

Kinderwunsch – Wunschkind Zoë Jenny

Prominenter SI-Leser US-Schauspieler George Clooney studiert die Schweizer Illustrierte. Eine Reportage über das Mendrisiotto in der Ausgabe Nr. 34 gefiel ihm besonders gut.

«Es war schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Schwanger zu werden, war eine Tortur.» Zoë Jenny sagt es ruhig und bestimmt. Und bricht damit ein Tabu. Zum ersten Mal erzählt eine prominente Schweizerin, wie sie ihr Kind im Reagenzglas hat zeugen lassen. «Wie mir geht es vielen Frauen», ist die Basler Schriftstellerin («Das Blütenstaubzimmer») überzeugt. «Ich will uns Mut machen.» Denn es gibt Wege aus der Kinderlosigkeit. Etwa jedes zehnte Paar in der Schweiz bleibt dauerhaft oder vorübergehend ungewollt kinderlos. Bei jedem zweiten Paar liegt der Grund in der Zeugungsunfähigkeit des Mannes. Und nur zu 16 Prozent an der Unfruchtbarkeit der Frau. Jedes zehnte Paar bekommt vom Arzt dieselbe Diagnose zu hören wie Zoë Jenny und ihr Mann Matt: unerklärte Unfruchtbarkeit. Die 35-Jährige entschliesst sich im Herbst 2008 zu einer Nik Niethammer, künst­lichen Befruchtung. Unzählige Klinikbesuche, Spritzen und Chefredaktor Blut­entnahmen später endlich der erlösende Anruf: «Sie sind schwanger.» Eine tiefe Verzweiflung sei von ihr abgefallen, erinnert sich Zoë Jenny im Gespräch mit Redaktorin Daniela Zivadinovic. «Ich hätte wildfremde Menschen auf der Strasse umarmen können.» Das intime Bekenntnis von Zoë Jenny – ab Seite 14. Vom Kinderwunsch zum Wunschkind – wir widmen dem Thema in dieser Ausgabe eine zweite grosse Geschichte. Reporterin Sylvie Kempa traf Gabriella und Martin Huber. Das Ehepaar hat nach mehreren erfolglosen Hormonbehandlungen vor drei Jahren einen Buben adoptiert. Die Mutter erinnert sich: «Als ich Joël zum ersten Mal im Arm hielt, schmiegte er sich an mich und schlief sofort ein. Da wusste ich: Ich kann ihn lieben.» Adoption, der Weg aus der Kinderlosigkeit – ab Seite 20.

George Clooney Ab sofort können Sie, liebe

Foto HFPA

Leserin, lieber Leser, sich rühmen, mit US-Schauspieler George Clooney etwas gemein zu haben: Auch der ehemals «sexiest man alive» liest die Schweizer Illustrierte. Von einer Reportage über das Mendrisiotto war er besonders angetan. Clooney, der ein Haus am Comersee besitzt, erzählte unserer Mitarbeiterin Marlène von Arx, warum er oft im Tessin unterwegs ist. «Besonders im Mendrisiotto gibt es schöne Bergstrassen, die ich mit meinem Motorrad gern befahre.» Ausserdem verriet uns der schöne George, warum er sich kürzlich in einem Spital im Tessin verarzten liess. «Ich schlug die Hand blöd gegen die Schiebetür eines Mini-Busses. In Lugano wurde sie geröntgt und bandagiert. Ich war höchstens zwanzig Minuten in der Klinik, alle waren sehr nett. Euer Gesundheitssystem funktioniert tipptopp.» Das Lob des Weltstars wird unseren neuen Gesundheits­minister Didier Burkhalter freuen. Auch ihm widmen wir diese Woche eine grosse Reportage. Dazu: ein Blick in sein privates ­Fotoalbum – ab Seite 28. Ich wünsche Ihnen viel Lesevergnügen mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

al dente. Das Magazin für Geniesser. Die besten Adressen für Fein­schmecker an Bieler-, Murten- und Neuenburgersee. «AL DENTE» AM TV Die Betty-Bossi-Rezepte. GOURMET-QUIZ mit Super-Preisen. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte




Leute

michelle hunziker, nella martinetti

Freud und Leid Z

Bella Nella 14 Kilo hat Entertainerin Nella Martinetti abgenommen, seit sie Krebs hat.

wei erfolgreiche Schweizerinnen. Beide im Tessin geboren, beide im gleichen Sternzeichen (Wassermann). Vergangene Woche sorgten Michelle Hunziker, 32, und Nella Martinetti, 63, aber für ganz unterschiedliche Schlagzeilen. Für Michelle lacht das Glück: Ab dem 3. Oktober moderiert sie zusammen mit TV-Gigant Thomas Gottschalk «Wetten, dass …?», Europas erfolgreichste TV-Show. Das ist der Ritterschlag des deutschsprachigen Fernsehens für «La Hunziker», die in Italien längst ein Superstar ist. Nella Martinetti hingegen kämpft um ihr Leben. Die niederschmetternde Diagnose: Bauchspeicheldrüsen-Krebs. Im Moment unterzieht sie sich einer Chemotherapie, aber die grosse Entertainerin weiss: «Mir bleibt nicht mehr viel Zeit.» Ihr grösster Wunsch: noch einmal ans Meer reisen. Wir wünschen Nella so sehr, dass dieser in Erfüllung geht! sandra casalini


schweizer illustrierte

Fotos Arsène Saheurs, Sascha Baumann / Getty Images

Belle Michelle Ihr Höhenflug nimmt kein Ende. Bald moderiert Michelle Hunziker mit Thomas Gottschalk «Wetten, dass …?».




Leute

klaus wildbolz

Sein erster Film in Mundart

nachgefragt bei

Roman Kilchsperger

u Ein spezieller Dreh für Klaus Wildbolz, 72. Für den SF-Schweizer-Film «Sonntagsvierer» steht er in seiner Heimat vor der Kamera – zum ersten Mal. «Es macht Spass, in Mundart zu drehen», sagt der Schauspieler. Und mit der letzten Klappe vergangenen Freitag in Küsnacht ZH ist für den Berner privat eine «heavy Zeit» zu Ende gegangen. Vor anderthalb Jahren starb seine Ehefrau Barbara an Krebs. Seit gut neun Monaten hat er in der 41 Jahre jüngeren Nadine von Vöhren eine neue Liebe gefunden. «Wer hätte gedacht, dass ich noch mal so ein Zauberwesen wie Nadine treffe?», sagt Wildbolz. «Das Leben steckt doch voller Überraschungen.» Genau davon erzählt übrigens auch der Film … AV

Mann der ersten Stunde TV-Star Roman Kilchsperger, 39, moderiert die Morgenshow bei Radio Energy Zürich (das zum Ringier-Konzern gehört). Er ist seit dem Start am 15. 8. 2003 mit dabei.

Interview sandra casalini

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hakan yakin

Papi Haki: Baby Nr. 4 u Das

ging aber schnell: Seit 16 Monaten sind Fussball-Star Hakan Yakin, 32, und Tanja Micic, 27, ein Paar – jetzt ist die Bankangestellte im sechsten Monat schwanger. Geplant? «Was heisst schon geplant?», so Yakin zu «SonntagsBlick». «Wir freuen uns riesig.» Für den

Hakan Yakin und Tanja Micic werden Eltern. Haki: «Ich möchte bei der Geburt dabei sein.»

Nati-Kicker ist es das vierte Kind: Mit seiner Ex-Freundin Tanja Fuchs hat er Tochter Sheyla, fast 6, aus der Bekanntschaft mit Vjosa Jusufi stammen die Zwillinge Aron und Derian Jon, 1. Obs diesmal ein Bub oder ein Mädchen wird, möchten die Eltern nicht verraten. SC

Fotos Handout, Hervé Le Cunff, Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker, Rolf Edelmann, Thomas Buchwalder

Herr Kilchsperger, vergangenen Freitag lehnte das Bundesverwaltungsgericht den Rekurs von Radio Energy Zürich gegen den Konzessionsentscheid ab. Wann und wie erfuhren Sie davon? Eigentlich wusste ich es schon am letzten Dienstag. Da hab ich Roger Schawinski beim Spiel FCZ – Real getroffen. Er hat genüsslich am Weinglas genuckelt und war super drauf – da wusste ich, das wars dann wohl. Ich bin sicher, er war schon informiert an jenem Abend. Am Freitag haben mich dann die Kollegen von Energy angerufen. Das war nur noch die Bestätigung. Was ging in diesem Moment in Ihnen vor? Wie gesagt, ich war vorbereitet. Aber es brodelte schon im Bauch. Dass so etwas in der Schweiz passiert, ist schrecklich des­illusionierend. Warum, glauben Sie, hat das Gericht so ­entschieden? Ich weiss es nicht. Selbst jene, die eine Konzession haben, geben zu, dass das ganze Verfahren ein Witz ist – leider ein furchtbar schlechter! Was bedeutet der Entscheid für Sie persönlich? Können Sie sich vorstellen, bei einem anderen Radio zu moderieren? Darüber habe ich mir jetzt noch keine Gedanken gemacht. Bei Radio 24 war ich ja schon über zehn Jahre. Und zu Radio 1? Na ja, Schawinski sagt, dieses Radio sei sein Spielzeug – leider tönt es genau so. Wie ist die Stimmung im Energy-Team momentan? Kämpferisch oder eher resigniert? Wir haben bis heute tapfer gekämpft. Ich denke, dass der Schild des Glaubens langsam löchrig wird. Zu wenig Unterstützung kam bisher von politischer Seite. Dabei hätten diese Leute jetzt eine Top-Chance, sich für 277 000 jung gebliebene Menschen einzusetzen. Diese magere Hoffnung haben wir noch. Gibt es noch eine Chance für Energy Zürich? Wissen Sie, nicht nur das Team, auch die Hörerschaft war immer zu optimistisch. Es ist Zeit, sich mit dem Gedanken zu tragen, dass Energy Zürich Ende Dezember tot ist. Gerade zu Weihnachten. Auch das noch!


Ferdy Kübler

«Diese Zuneigung tut mir gut» u Dicke Post für Ferdy ­Kübler: An die 600 Gratula­tions­schreiben bekam die Rad­legende aus Birmensdorf ZH zu seinem 90. Geburtstag. Von ihm unbekannten Menschen, gar aus Chile. Mit dabei auch ein Brief von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. Und von Sportminister Ueli Maurer: «Sie sind für mich ein grosses Vorbild.» Der Tour-de-France-Sieger 1950 ist überwältigt. Ferdy national: «Ich kann leider nicht jeden Brief handschriftlich beantworten. Darum: ein ganz herzliches Dankeschön an alle!» TK

Mit pinker Schleife ein Zeichen setzen: Sarah Meier und Mami Bettina.

sarah meier

«Krebs darf kein Tabu sein» u Jeden Tag erkranken in der Schweiz 14 Frauen an Brustkrebs. «Es kann jede treffen, aber ich versuche das Risiko zu senken», sagt Eiskunstläuferin Sarah Meier, 25. «Als Profisportlerin lebe ich sehr bewusst und gesund.» Dazu gehört auch regelmässige Selbstkontrolle. «Falls ich mal etwas Seltsames entdecke, lasse ich es von meiner Mama untersuchen. Krebs darf kein Tabu sein!» Sarahs Mutter

­Bettina, 54, ist Ärztin und posiert mit ihrer Tochter zusammen für die aktuelle Brust­krebskampagne der Krebsliga. Diesen Sonntag findet in Wetzikon ZH der Brustkrebs-Soli­da­ ritätslauf statt. AV Mehr Infos unter www.pink-ribbon.ch Auch Ex-Miss Christa Rigozzi setzt sich für die Brustkrebs-Prävention ein. Das Fotoshooting jetzt im Web-TV auf www.schweizer-illustrierte.ch

Ricco Müller mit Schwester Lorena, 16, Mami Andrea, 47, und Papi Walter, 53, alle ge­hörlos. Schwester Victoria, 26, ist hörend. mister gay ricco müller

Der schönste Schwule der Welt

u Er ist der erste Schweizer, der zum Mister Gay International gewählt wurde, zum schönsten Schwulen der Welt: Ricco Müller, 24, aus Domat/Ems GR. «Seit der Wahl gingen bei mir über 400 Anfragen für Interviews und Foto­termine in aller Welt ein», erzählt Ricco. Das ist für ihn nicht so einfach, denn er ist gehörlos, braucht für Gespräche einen Dolmetscher – wie auch fast seine gesamte Familie. Die ist extrem stolz auf Ricco, der als Cutter und Fotograf arbeitet. Mami Andrea: «Es ist toll, dass er sich als gehörloser, homosexueller Mann zeigt und zu sich steht!» sC

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Leute wer liebt wen

Willkommen, Nina & Timothy! u Doppelte Freude beim Circus Knie! Vergangenen Freitagmorgen wurden Franco Knie, 55, und seine Frau Claudia, 42, Eltern von Nina Maria Dora und Timothy Charles. Der glückliche Vater: «Alles verlief gut. Die drei sind müde, aber wohlauf.» u Die Hochzeitsglocken läuteten vergangenen Samstag in Stans NW: Ex-Handballstar Carlos Lima, 39, gab der Anwältin Ellen Fortkord, 39, das Jawort. Mit dem Paar freuen sich Ellens Töchter Louisa, 10, und Paulina, 8, die die Eheringe überbrachten. u Zurück im Liebeshoch sind Cécile

Bähler, 28, und Christian Kauffmann, 38. Nach der Trennung vor drei Monaten und vielen Spekulationen um neue Partner bestätigt die Wetterfee exklusiv gegenüber der Schweizer Illustrierten: «An jeder Beziehung muss man arbeiten, auch wir. Es hat sich gelohnt: Wir sind wieder glücklich zusammen.» Nadia Styger, 30, startet als Single in die neue Saison: Sie hat sich nach drei Jahren von ihrem Partner, Ingenieur Christian Felder, 35, getrennt. «Stygis» Kollegen dürfen sich allerdings keine grossen Hoffnungen machen: «Ich möchte keinen Skirennfahrer!»

Fotos Kurt Reichenbach, Bruno Voser (2), Thomas Buchwalder, EQ Images, SF

u Skirennfahrerin

Anita Fetz

Kochen – das fetzt! u Sie ist eine leidenschaftliche Geniesserin.

«Essen ist was Wunderbares», sagt Anita Fetz, 52. Ihre bevorzugte Küche: urchig schweizerisch. «Wie Gnagi, Kartoffelstock, Erbsli.» Steht die SP-Ständerätin selber am Herd, kocht sie italienisch. Coniglio mit Gemüse oder Pollo aus dem Ofen sind die Standardgerichte. Welche Gäste Anita Fetz und Ehemann Fritz Jenny gerne als Gast an ihrem Tisch bewirten würden, verrät die Politikerin dem Magazin «al dente», das nächste Woche der Schweizer Illustrierten beiliegt. Isabel Notari

So läuft der Hase! Oder eben nicht mehr. Anita Fetz werkelt in der Küche ihres Hauses im Kleinbasel.

Rose

kaktus

Joseph Deiss Alt Bundesrat u Von wegen «graue Maus». Alt Bundesrat Deiss sorgt für internationales Aufsehen. Als erster Schweizer hat er einen Auftritt in der kultigen USZeichentrickserie «South Park». Darin vermittelt Comic-Deiss in einem diplomatischen Streit. Auch im realen Leben drängt Deiss aufs internationale Politparkett: Die Schweiz bewirbt sich mit ihm für das Präsidium der Uno-Generalversammlung 2010/11. Lieber Herr alt Bundesrat, wer jetzt immer noch behauptet, Sie seien farblos, wird spätestens dann Ruhe geben, wenn Sie vor der Uno mit unserer roten Rose am Revers auftreten.

Stephan Klapproth Moderator «10 vor 10» u Plapperroth statt Klapproth. In «10 vor 10» vom letzten Mittwoch interviewt Stephan Klapproth den neuen Bundesrat Didier Burkhalter. Doch Klapproth, zapplig, selbstverliebt und Worthülsen drehend wie immer, schafft es, dem Magistraten lauter dämliche Fragen zu stellen. Bei Filmaufnahmen, die zeigen, wie Couchepin seinem Nachfolger ein Briefcouvert übergibt, schwurbelt Klapproth gar: «Da drin waren wohl nicht die Schlüssel zur Atombombe …» Für Ihren inszenierten Sauglattismus finden wir, Herr Klapproth, keine schön gedrechselten Worte, sondern sagen plump, aber klar: Kaktus. schweizer illustrierte

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Kinderwunsch Intimes Bekenntnis «Ich probierte alles, um schwanger zu werden: Akupunktur, Massagen, Hypnose und Insemination», sagt die Basler Star-Autorin Zoë Jenny («Das Blütenstaubzimmer»).

Schriftstellerin zoË jenny bricht ein Tabu. Sie liess ihr Kind im Reagenzglas zeugen. Aus purer Not. Jetzt spricht die Baslerin erstmals darüber: «Wie mir geht es vielen Frauen. Wir müssen uns Mut machen.» Denn: Es gibt Wege aus der Kinderlosigkeit!

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«Es war ein schweizer illustrierte


e TorturÂť schweizer illustrierte

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Kinderwunsch Text daniela zivadinovic Fotos thomas buchwalder

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reitagnachmittag, 14 Uhr, im Grand Hotel Les Trois Rois. Schriftstellerin Zoë Jenny, 35, ist zu Besuch bei ihrem Vater in Basel. Sie bestellt kalte Schokolade und ein Poulet-Sandwich. «Darauf habe nicht ich Lust, sondern das Baby!», witzelt sie. Das Bäuchlein der Schweizer Bestsellerautorin zeichnet sich deutlich ab. Sie ist im fünften Monat schwanger. Ihre elegante schwarze Hose und die offenen High Heels machen sie zur «Yummy Mummy» – einer attraktiven Mutter, wie die Leute in Zoë Jennys Wahlheimat England sagen. Nur: Was hier so selbstverständlich und natürlich wirkt, ist das Ergebnis einer vierjährigen Leidenszeit. Mit Happy End. Davor aber mit Wut, Trauer, Verzweiflung. Und der Frage: Warum ich? Warum wir? Zoë und ihr Ehemann, der englische Tierarzt und Pharma-Berater Matthew Homfray, 29, lernen sich im April 2002 im Hotel Suvretta House in St. Moritz kennen. Er ist Sohn einer alten und sehr wohlhabenden englischen Land­adelsfamilie. Im Juli vor einem Jahr krönen sie ihre Liebe mit einem rauschenden Hochzeitsfest in St. Moritz. Zum perfekten Glück fehlt nur noch ein Baby. Doch dieser Wunsch bleibt dem Paar unerfüllt – bereits seit drei Jahren, als sie heiraten. Grund? Unbekannt. Kurz nachdem Zoë 2003 zu ihrer grossen Liebe nach London zieht, ist klar: «Wir wollen Kinder.» Die beiden probieren es eineinhalb Jahre. Ohne Erfolg. Sie lassen sich testen. Die Diagnose des Arztes: «Unerklärte Unfruchtbarkeit.» Das können Zoë und Matt nicht glauben. Und suchen einen zweiten Arzt auf. Der gelangt zum selben Ergebnis: Medizinisch sei zwar alles in Ordnung, aber die Chance, schwanger zu werden, gleich null – weil es schon so lange nicht geklappt hat. «Erst war ich nur hässig, dann unendlich traurig.» Zoë Jenny ist aber noch lange nicht bereit, ihren Kinderwunsch auf­zu­ geben. Wie ihr geht es vielen Frauen. Auch in der Schweiz. Die ungewollte Kinder­ losigkeit kann an hormonell bedingten Eizellreifungs-Störungen oder an beschädigten oder fehlenden Eileitern liegen. Immer häufiger sind aber auch Männer zeugungsunfähig: wegen zu wenig, zu wenig beweglichen oder nicht genügend normal geformten Spermien. Untersuchungen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass es bei fast jedem zweiten kinderlosen Paar an der Zeugungsunfähigkeit des Mannes liegt und nur zu 16 Prozent an

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«Yummy Mummy» Zoë Jenny zögerte die künstliche Befruchtung so lange wie möglich hinaus. Doch: «Meine Biouhr tickte unaufhörlich.»


19. Juli 2008 Zoë Jenny und Matthew Homfray geben sich in St. Moritz das Jawort.

«Das Schlimmste? Nicht zu wissen, weshalb ich mir all das antun muss» zoË jenny der Unfruchtbarkeit der Frauen. Bei jedem fünften Paar sind beide betroffen. Und jedes zehnte Paar bekommt dasselbe zu hören wie Zoë und Matt. Das sei furchtbar: «Mir wäre lieber gewesen, man hätte eine konkrete medizinische Ursache ge­ funden», erzählt Zoë. «Es war sehr schwer, mich mit einer so hoffnungs- und sinn­ losen Diagnose abfinden zu müssen.» Sie taten es trotzdem? Ich musste über viele Jahre lernen, den Kinderwunsch loszulassen. Die Ärzte wiesen uns nicht auf künst­ liche Befruchtung hin. Natürlich sprachen Matt und ich dennoch darüber. Doch ich wollte diese Möglichkeit so lange wie möglich hinauszögern. Ich wusste: Wenn es damit nicht klappt, muss ich mich definitiv mit der Kinderlosigkeit abfinden. Also entschied ich mich zuerst für alles andere: Akupunktur, Massagen, Hypnose und intrauterine Insemination. Bei dieser Methode werden Spermien in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Zoë und Matt versuchen dies zwei­mal – vergebens. Kurz vor der Hochzeit gelangt Zoë zur Überzeugung: Jetzt muss das Thema ruhen! Das Paar führt trotzdem intensive Gespräche und be­ schliesst, auch ohne leiblichen Nach­ wuchs ist ein glückliches und sinnvolles Leben möglich.

Matt und Zoë denken an Adoption. «Doch Matt wollte, dass wir zuerst alles versuchen, zumal Adoptieren in England ein unglaublich langer und komplizierter Prozess ist. Ausserdem muss man nach­ weisen, dass man vorher alles getan hat, um schwanger zu werden.» Der letzte Schritt zur Schwanger­ schaft ist oft die In-vitro-Fertilisation, die Befruchtung im Reagenzglas. Matt plädiert deshalb kurz nach der Hochzeit im vergangenen Herbst dafür. Er hat auch schon die Londoner Privatklinik Assisted Reproduction & Gynaecology Centre ins Auge gefasst. Sie gilt als re­ nommiertestes Reproduktionszentrum Englands und weist eine aussergewöhn­ lich hohe Erfolgsrate auf – 55 Prozent beim ersten Befruchtungszyklus. Trotz­ dem scheut sich Zoë nach wie vor, den entscheidenden Schritt zu wagen. Warum änderten Sie Ihre Meinung dann doch noch? Ich hörte meine Biouhr immer lauter ticken. Und ab 35 nimmt die Fruchtbar­ keit weiter ab. Ich wollte auch wirklich alle Möglichkeiten ausschöpfen. Obwohl ich die Hoffnung bereits aufgegeben hatte und nicht mehr an ein leibliches Kind glaubte. Der Vorteil: Ich ging lockerer zur Behandlung. Dachte, jetzt beweise ich Matt nur noch, dass es wirklich nicht geht. Die In-vitro-Fertilisation beginnt für Zoë im Spätherbst 2008 nach diversen

Tests. Zuerst senken Medikamente die Eigentätigkeit ihrer Eierstöcke, damit mehr als eine Eizelle heranreifen kann. Dank der anschliessenden Hormon­ behandlung entwickeln sich 15 Eizellen. Ständig muss Zoë zur Blutentnahme und für Spritzen auf Abruf in die Klinik eilen, manchmal bis zu dreimal täglich – auch spätabends. «Ein Fulltime-Job», erin­ nert sie sich. «Beide Arme und mein Bauch waren zeitweise völlig versto­ chen. Die unzähligen Spritzen schmer­ zen und lösen extreme Stimmungs­ schwankungen aus.» Die herangereiften Eizellen werden Zoë in einer Operation unter Vollnarko­ se entnommen und im Reagenzglas be­ fruchtet. Der nächste heikle Schritt ist der Embryonentransfer – der Arzt muss die am besten geeignete Eizelle mit einer Kanüle ideal in der Gebärmutter platzie­ ren. Eine neue Methode – die PolkörperUntersuchung wird demnächst auch in der Schweiz eingeführt. Wegen der damit verbundenen Check-ups steigen die Kos­ ten der In-vitro-Fertilisation allerdings auf rund 10 000 Franken (gegenüber den bisherigen 4000 bis 9000 Franken pro Versuch). Wie erlebten Sie die künstliche ­Befruchtung? Sie war eine körperliche und mentale Tortur. Noch viel schlimmer, als ich es mir je vorgestellt hatte – obwohl ich sehr gut informiert war. Was war das Schlimmste? (Überlegt lange.) Nicht zu wissen, weshalb ich mir das alles antun muss. Die zahlreichen Schicksale, die ich in der Klinik mitbekam. Die pure Ver­ zweiflung, wenns bei einem Paar mal wieder nicht klappte. Der mentale Stress, ständig mit der Kinderlosigkeit konfrontiert zu sein. Trotz allem bleibt Zoë zuversichtlich und hofft mit Matt auf den Erfolg beim ersten Zyklus. Statistisch gesehen müs­ sen Frauen in der Schweiz mehrmals antreten: Durchschnittlich braucht es 1,6 Behandlungszyklen. Matt steht seiner Frau während der ganzen Zeit zur Seite: «Glücklicher­weise hat er einen starken Charakter. Da wir beide die Behandlung wollten, litt unsere Beziehung nicht darunter.» Ihnen bleibt allerdings kaum Zeit zum Nach­ denken – bis zu dem Moment, als ihr der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt wird. Danach gilt: zwei Wochen warten und bangen. Wie empfanden Sie diese Zeitspanne?

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Kinderwunsch

«Viele Menschen sind unangenehm berührt, wenn ich über meine künstliche Befruchtung spreche» zoË jenny

Ich fiel in ein Loch. Zwei Monate war ich voll damit beschäftigt, und von einem Tag auf den anderen gibts nichts mehr zu tun. Wir mussten nur noch abwarten – die Ungewissheit war schlimm. Und dann endlich … … erfuhren Sie, dass es eingeschlagen hat. Ein unglaublicher Moment! Der Anruf kam, als wir auf dem Weg zur Klinik waren. Wir konnten unser Glück kaum fassen und empfanden unglaubliche Dankbarkeit. Eine tiefe Verzweiflung fiel von mir ab. Ich hätte wildfremde Menschen auf der Strasse umarmen können! Sie haben sich entschlossen, öffentlich über Ihre künstliche Befruchtung zu sprechen. Weshalb? Vielen Frauen geht es wie mir. Ich weiss, wie schmerzhaft ein unerfüllter Kinderwunsch ist! Deshalb müssen wir uns Mut machen. Das Thema künst­ liche Befruchtung ist ein Tabu, obwohl die Geburtenrate in der westlichen Welt stetig abnimmt. Das liegt auch daran, dass viele Paare nicht über die Möglichkeiten der heutigen Reproduk­ tionsmedizin aufgeklärt werden. Viele sind unangenehm berührt, wenn ich über meine künstliche Befruchtung spreche. Dieses Unter-den-TeppichKehren ist ungesund.

Fotos Rolf Edelmann, Dukas (2), Reuters

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Typisch für die Baslerin: Sie setzt ihre Erfahrungen in ihren Romanen um – so wie sie es 1997 in ihrem hochgelobten

Erstlingswerk «Das Blütenstaubzimmer» tat. Im Buch thematisiert sie das Leben eines Scheidungskindes, das sich nir­ gends daheim fühlt. Und beschreibt damit einen Teil ihres eigenen Lebens. Sie wuchs bei ihrem alleinerziehenden Vater, dem Verleger Matthyas Jenny, auf. «Auch in meinem neuen Buch fliessen meine Erlebnisse der letzten Monate und Jahre ein», sagt die Schriftstellerin. In «The Sky Is Changing» geht es um ein kinderloses Paar in London. Das Werk erscheint nächsten Mai, erstmals gleichzeitig auf Deutsch und Englisch. Klar spricht Zoë auch offen über die Behandlungskosten: Rund 20 000 Franken hat das Paar selbst berappt, weil es die Dienste einer Privatklinik in Anspruch nahm. Auch weniger begü­ terte Paare brauchen nicht auf den mög­ lichen Ausweg aus der Kinderlosigkeit zu verzichten: In England werden bis zu drei Behandlungszyklen von der Kran­ kenkasse übernommen. Nicht so in der Schweiz: Hier müssen alle ­Kosten voll­ umfänglich selbst getragen werden. Zoë wird unruhig. «Jetzt brauche ich Kohlenhydrate!» Sie bestellt Penne mit Tomatensauce. Und strahlt glücklich: «Doch. Die Tortur hat sich gelohnt. Wir bekommen unser Wunschkind – und es wird jeden Tag spüren, wie sehnlich wir es erwartet haben.» Wege aus der Kinderlosigkeit: die Adoption ab Seite 20

Strahlend Schauspielerin Halle Berry, 43, verdankt Tochter Nahla, 1, der modernen Medizin. Nun ist sie erneut schwanger – wieder wurde nachgeholfen.

Modern Sängerin Céline Dion, 41, bekam ihren Sohn René-Charles, 8, mithilfe des eingefrorenen Samens ihres Mannes René Angélil, 67. Ein acht Jahre lang tiefgefrorener Embryo verhilft ihr zum erneuten Mutterglück.


Zufrieden Schauspielerin Katharina von Bock, 40, («Lüthi und Blanc»), bekam Emma, 7, und Julius, 3, dank künstlicher Befruchtung. Sohn Henri, 2, kam auf natürlichem Weg zur Welt.

Katharina von bock & co.

Kinderglück dank moderner Medizin

«Körperlich schmerzhaft» Peter Fehr Facharzt FMH Gynäkologie und spezialisiert auf Reproduktionsmedizin. Herr Fehr, ist künstliche Befruchtung immer noch ein Tabu? Ja, viele Menschen haben das Gefühl, zu versagen, wenn es mit dem Kinderkriegen nicht klappt. Bei den Männern wird es mit Impotenz gleichgesetzt. Warum fällt es vielen Paaren schwer, mit ihrem Kinderwunsch zu Ihnen zu kommen? Erst mal muss sich das Paar einig sein, dann ist da auch noch die finanzielle Barriere. Die Behandlungen sind körperlich schmerzhaft. Deshalb sollten Betroffene genau wissen, worauf sie sich einlassen. Was ist mit der psychischen Belastung? Die ist enorm. Vor allem wenn es nicht klappt. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit einem Psychiater gesetzlich vorgeschrieben. Wann raten Sie von einer künstlichen ­Befruchtung ab? Technisch gesehen ist die Erfolgschance bei einer Frau über 42 Jahren sehr klein. Daher gibt es viele, die sich im Ausland behandeln lassen. Dort gibt es einen regelrechten Eizellenspender-Boom.

Künstliche Befruchtung

Fürsorglich Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez mit ihren einjährigen Zwillingen Max (l.) und Emme. Vor der künstlichen Befruchtung versuchte sie es mit Spinatdiät und Liebe nach Stundenplan.

Ursache Bei Frauen oft hormonell bedingte Eizellreifungs-Störungen und beschädigte oder fehlende Eileiter. Bei Männern zu geringe Anzahl Spermien. Zu wenig bewegliche Sper­ mien. Oder die Zahl der normal geformten Spermien ist zu klein. Weitere Faktoren Stress, Rauchen, starkes Über- oder Untergewicht. Häufigste Methoden Bei der In-vitro-Fertilisa­ tion kommen im Glas die entnommenen Eizellen in Kontakt mit den Spermien. Intrazytoplasmatische Spermieninjektion Spermium wird direkt in die entnommene Eizelle injiziert.


Kinderwunsch

Wenn Natur und Medizin versagen: Dank Adoption finden Gabriella und Martin Huber doch noch ihr Familienglück. Und Joël Eltern, die ihn lieben. Text Sylvie Kempa Fotos Hervé le Cunff

G

ratuliere, sie werden Eltern!» Dass sie das noch hören werden, glaubten Gabriella, 43, und ­Martin Huber *, 45, nicht mehr. Es ist der 10. Januar 2006. «In 14 Tagen können Sie Ihr Baby abholen.» Gabriellas Herz macht einen Sprung. Kurz vor dem Auflegen fragt sie: «Ist es ein Bub oder ein Mädchen?» – «Es ist ein Joël.» Vor Glück verschlägt es ihr die Sprache. Endlich. Der blonde Wirbelwind ist inzwischen bald vier Jahre alt. Er turnt am Bettgestell. Eine Duplo-Eisenbahn schlängelt sich zwischen Kuschel-Schildkröte und Spielzeugautos hindurch. Im CD-Player läuft «Capt’n Sharky». Das ehemalige Bügelzimmer der Hubers ist jetzt Joëls Reich. Am 28. Januar 2006 holen seine neue «Mama» und sein neuer «Papa» den zwölf Wochen alten Säugling bei der Pflegefamilie ab. «Mir klopfte das Herz bis zum Hals», erinnert sich Gabriella. «Aber als ich Joël das erste Mal im Arm hielt, schmiegte er sich an mich und schlief sofort ein. Ich spürte: Ich kann ihn lieben. Also gehört er zu uns.» Damit endet eine zehnjährige Leidensgeschichte. Der Jurist Martin und die Hauswirtschaftslehrerin Gabriella feiern am 2. September 1995 Hochzeit. «Wir wollten jung Eltern werden und sofort eine Familie gründen.» Als Gabriella ein Jahr lang nicht schwanger wird, lassen sich beide medizinisch untersuchen. Das Problem liege bei Martin, sagt der Arzt: «Ihre Spermien sind zu wenig beweglich. Sie werden auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen.» Das Paar entschliesst sich zur Befruchtung im Reagenzglas. Gabriella lässt Hormon-Behandlungen, Spritzen, Arztkontrollen über sich ergehen. «Irgendwann wurde ich böse auf Martin», erinnert sie sich. «Es lag ja nicht an mir, und doch musste ich meinen Körper u * Name auf Wunsch geändert

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«Unser W


Ende gut, alles gut Joëls Adoption kostete Gabriella und Martin 7000 Franken. Und viel Geduld mit den Behörden: «Aber wir würden es jederzeit wieder tun!»

Wunschkind!»


kinderwunsch

«Wir adoptierten ein ­Schweizer Kind, damit es seine Wurzeln nicht verliert» Gabriella Huber u hinhalten.» Zwei Zyklen schlagen fehl. Die Versuche kosten 32 000 Franken und weitere vier Jahre. Am 15. März 2001 reichen Gabriella und Martin bei der Schweizerischen Fachstelle für Adoption ein Gesuch ein. «Für uns kam nur ein in der Schweiz geborenes Kind infrage – wir wollten es nicht entwurzeln.» Es sieht zunächst gut aus für die Hubers. Ihre gesundheitlichen, finanziellen und sozialen Verhältnisse entsprechen den Vorschriften. Im Sommer 2002 kommt ihr Eltern-Dossier erstmals in die engere Auswahl für eine Adoption. Doch der zuständige Vormund wählt eine andere Familie aus. Auch beim zweiten Mal. Beim dritten und vierten ebenso. «Das Warten ist das Schlimmste», sagt Gabriella. «Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, könnte der Kinder-

wunsch in Erfüllung gehen.» Jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, schnellt ihr Puls in die Höhe. Fünf Jahre lang. Am 25. Oktober 2005 fährt eine 25-jährige Frau mit dem Taxi ins Kantonsspital Luzern. Sie gebärt wenige Stunden später einen gesunden Jungen: Joël, den Göttlichen, nennt sie ihren Sohn und gibt ihn zur Adoption frei. Die Widerrufungsfrist lässt sie verstreichen. Dieses Mal greift der Vormund zum Telefon und ruft das Ehepaar Huber an. Strampler, Bettchen und Kinder­ wagen kaufen, Windeln und Pflegeartikel besorgen – das, wofür Eltern sonst neun Monate Zeit haben, müssen die Hubers in wenigen Tagen erledigen. Und dann kauft Gabriella plötzlich mit einem Kinderwagen ein. «Der Junge ist Ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten», u


Ein Kind Adoptieren u Fakten 1980 wurden in der Schweiz

Familienbande Gabriella und Martin geniessen das späte Glück mit Joël. In der Schweiz geht nur jeder dritte Adoptionswunsch in Erfüllung.

1583 Kinder adoptiert, 2008 nur noch 575. Der Grund für den Rückgang: strengere Regeln bei Auslands-Adoptionen. Herkunft der im 2008 adoptierten Kinder: 192 aus der Schweiz, 70 aus Europa, 74 aus Amerika (Brasilien, Kolumbien), 136 aus Afrika, 100 aus Asien (Indien, Thailand), 1 Kind aus Ozeanien, 2 Kinder waren staatenlos. Fast die Hälfte der Adoptionen in der Schweiz betreffen Kinder, die vom Stief­ vater oder der Stiefmutter adoptiert werden. u Wer Darf adoptieren? Bei Inlands-Adoption: einjähriges Pflegeverhältnis zwischen Kind und Adoptiveltern, 5 Jahre Ehe oder zurückgelegtes 35. Altersjahr beider Adoptiveltern, 16 Jahre Unterschied zwischen Kind und Adoptiveltern. Auch Unverheiratete können adoptieren, wenn sie mindestens 35 Jahre alt sind. Homosexuellen Paaren bleibt eine Adoption verwehrt. Infos: Terre des Hommes www.tdh.ch / www.adoption.ch u Änderungen im gesetz In einer Motion fordert die Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber aus Zürich, das Mindestalter von Adoptiveltern von 35 auf neu 30 Jahre zu senken.


kinderwunsch

Kunterbunt Schauspielerin Angelina Jolie, 34, mit Pax, 5, aus Vietnam, Maddox, 8, aus Kambodscha und Zahara, 4, aus Äthiopien (v. l.). Mit Brad Pitt, 45, hat sie drei leibliche Kids.

Umstritten Madonna, 51, mit David, 3, und Mercy, 4 (l.), aus Malawi. Eine Richterin lehnte den Adoptionsantrag für Mercy erst ab, weil Madonna die Anforderungen nicht erfüllte.

Ähnlich Schauspielerin Sharon Stone, 51, adoptierte Buben, die ihr gleichen: Quinn, 3, Laird, 4, und Roan, 8, (v. l.). Das Sorgerecht für den Ältesten liegt bei Stones Ex-Mann Phil Bronstein, 58.

Madonna & co.

Die Adoptivkinder der Stars

Fotos Dukas (3), Getty Images, Bulls, People Picture

Ersehnt Nach einer Fehlgeburt 1990 adoptierte Schauspielerin Nicole Kidman, 42, mit Tom Cruise, 47, die Kinder Connor, 14, und Isabella, 16.

finden Wildfremde im Supermarkt. Er hat ihr volles, lockiges Haar, ihre blauen Kugelaugen. Nur im Charakter unter­ scheidet Joël sich von seinen Adoptiv­ eltern: «Wir sind beide eher zurückhal­ tend – Joël ist offen und kontaktfreudig. Auf dem Spielplatz umarmt er auch gern mal fremde Kinder.» Der Wunsch nach einem leiblichen Baby ist mit der Adoption nicht ver­

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Wegbereitend Der schwule Schlagerstar Patrick Lindner, 48, adoptierte Daniel, 11, aus Russland.

schwunden. «Anfangs dachten wir: Jetzt ist der Druck weg – jetzt passiert viel­ leicht doch noch ein Wunder.» Aber dar­ auf will sich das Ehepaar nicht verlassen. Gabriella und Martin stellen das Gesuch für eine weitere Adoption. Diesmal las­ sen die Behörden nicht so lange auf sich warten. Vor einem Jahr kommt der Anruf: «Ein Mädchen.» Doch nach der ersten Begegnung lehnt das Paar ab:

Unschlüssig Schauspielerin Meg Ryan, 47, nannte ihre Tochter Daisy, 4, aus China erst Charlotte – und taufte sie später um.

«Wir spürten nicht dasselbe wie damals bei Joël.» Nun wird Joël ein Einzelkind bleiben. Ein Wunschkind mit zwei Müttern. Denn da gibt es noch diese Frau, die er irgend­ wann kennenlernen wird, die ihm zum Geburtstag und zu Weihnachten ein Kärtchen schickt – unterschrieben mit «Dis Buuchmami».   Die Kolumne von Eva Kohlrusch, S. 27


Kinderwunsch eva kohlrusch

«Es geht um Sehnsucht und um eine durchaus egoistische Freude» People-Expertin Eva Kohlrusch ist «Bunte»-Kolumnistin. Gemeinsam mit ihrem Mann kümmerte sie sich acht Jahren um eine Pflegetochter.

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ieser sehnsüchtige Wunsch, ein Kind zu haben – warum verblasst er nicht, wenn der Körper nicht mitmachen will? Schnell reagieren selbst gute Freunde mit Vorbehal­ ten: Ist es nicht egoistisch, wird es nicht zur Obsession, zu an­ massend, zu trickreich, wenn man unbedingt ein Kind will, sei es mithilfe künstlicher Befruchtung oder per Adoption? Die Selbst­ befragung holt Beglückendes hervor: Es geht um die archaische Sehnsucht nach nicht endender Wiederholung; das Verlangen, sich selbst fortzusetzen. Und es geht um die durchaus egoistische Freude, einer schutzlosen kleinen Seele die Welt zu öffnen, sich darin noch einmal selbst zu spiegeln, geliebt zu werden von einem gänzlich unvoreingenommenen Wesen. Wer an Adoption denkt, stösst auf Konflikte. Das Kind wird ja aus seinem Kulturkreis in eine Fremdheit gerissen, viel­ leicht nicht einmal um seiner selbst willen, sondern weil du dir in den Kopf setztest, auf diese Weise gegen das Elend der Welt anzutreten. Vergiss nur ja nie, dass geeignete Eltern für ein Kind gesucht werden, nicht ein passendes Kind für Menschen, die unbedingt Eltern werden wollen! Was das betrifft, verwirren manche Vorbilder, seit Prominente mit merkwürdigem Eifer dazu übergingen, sich – wie Angelina Jolie oder Madonna – Adoptiv­ kinder aus buntesten Ländern zusammenzupflücken, als ginge es um Gutmenschen-Statements. Und doch: Niemandem sei unter­ stellt, dass da nicht auch der Blitzschlag Liebe im Spiel ist. «Er hat mir das Herz gestohlen», sagte Elton John, als er einen kleinen rumänischen Jungen adoptieren wollte. Das Land lehnte ab; der Sänger sei unverheiratet und mit 62 Jahren zu alt.

Diese Vernunft ist richtig, doch weiss ich, dass selbst ein längst zu den Akten gelegter Kinderwunsch schnell wieder aufflammen kann, wenn ein reales Kind vor dir steht. Als mir eines Tages eine türkische Grossmutter leise, leise ihre vierjährige Enkeltochter in den Weg schob, weil sie meinte, ich könne dem Kind eine gute Zukunft bescheren, war da gar kein rationales Abwägen – es passierte, was bei allen Liebesgeschichten passiert: Es war um mich geschehen. Ich träumte von Adoption, war aber einverstanden, die kleine Özlem als geliehenes Kind zu mir zu nehmen. Du wirst sie eines Tages wieder hergeben müssen, mahnten meine Freundinnen. Dieses vor­bedachte, eventuell radikale Loslassenmüssen geht wohl als Schmerz bei allen Pflegeeltern mit – und wird doch nicht ver­hindern, dass man sich ganz und gar einlässt. Für uns folgten acht glücklichste Jahre. Mein Mann und ich sassen am Wochenende stets mit Özlems Grosseltern und sämtlichen Mädchen unseres Dorfes am Tisch. Als sie 14 war, nahmen die Grosseltern sie mit zurück in die Türkei. Diese Wunde schmerzte lange. Özlem verkraftete den Bruch schneller; auf gewisse Weise kam sie ja «nach Hause». Was also ist es, das uns den tiefen Wunsch nach einem Leben mit einem Kind ins Herz legt? In seinem Buch «Kindergeschichte» schreibt Peter Handke: «Es war nicht bloss Verantwortung, was der Mann beim Anblick des Kindes fühlte, sondern auch Lust, es zu verteidigen, und Wildheit: Die Empfindung, auf beiden Beinen dazustehen und auf einmal stark geworden zu sein.» Danach sehnen sich nicht nur Eltern.  Mitarbeit René haenig, Marcel Huwyler, Lisa Merz


Bundesrat

Hier küsst der Chef Geschafft! Die FDP stellt den neuen Innenminster. Didier Burkhalter feiert die Wahl mit seiner Frau Friedrun Sabine und den drei Söhnen in Bern. Auch politisch ist der 49-Jährige auf Schmusekurs und zeigt sich bereits vor Amtsantritt sehr kollegial.

Herzlich und vertraut Friedrun Sabine gratuliert ihrem Mann zur Wahl in den Bundesrat.

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Foto Michael Buholzer / Reuters


Bundesrat

«Der Teamplayer Burkhalter wird mehr Ruhe in den Bundesrat bringen» Politologe Georg Lutz

Fotos Israel aus dem Album von Pierre Cornu, Teamkollege und heutiger Generalstaatsanwalt NE

1981 Wer führte schon damals das Team? Didier Burkhalter! Seine Fussballmannschaft der Uni Neuenburg war zu einem Turnier in Israel geladen. Das Bild zeigt die Equipe bei einem Unterhaltungsabend.

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1969 Didier (unterste Reihe, 4. von rechts) und seine Schwester Marina (oberste Reihe, 7. von links) in ihrer Primarklasse in Auvernier NE. schweizer illustrierte

1981 Jerusalem. Mittelstürmer Burkhalter lässig gekleidet (hintere Reihe, 3. von rechts).


1970 Fürs Klassenfoto trug der zehnjährige Didier (Kreis) stolz eine Uhr. Schulkamerad Thierry Amstutz: «Er war ein guter Schüler, machte gerne Fangis.»


bundesrat

Didier Burkhalte Er ist der 112. Bundesrat der Schweiz. Ein persönlicher Einblick: Wen liebt der Neuenburger? Welche Musik hört er, welche Filme faszinieren ihn? Und wo tankt der 49-Jährige Energie?

Text Christine Zwygart Fotos Kurt Reichenbach

Seine Familie Sie sind im Bundeshaus hautnah dabei. Vater Eric, Sohn Loïc, Ehefrau Friedrun Sabine, die Söhne Nathaniel und Adrien (v. l.). Ein kleiner Schreck am Wahlmorgen für die Angehörigen: Der Zug von Neuenburg nach Bern fällt aus – doch sie schaffens noch rechtzeitig.

Fotos Keystone, Richard Leuenberger/L’express, Peter Gerber/Blick

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uf die einen wirkt er farblos, ­reserviert, schon fast aufreizend staatsmännisch. Andere schwärmen von seinem frischen Auftreten, den perfekt sitzenden Anzügen, dem George­-Clooney-Look. Didier Burkhalter selber ist es am liebsten, wenn man nur über sein politisches Schaffen urteilt: «Ich ­regiere und entscheide gern. Aber diese Show um meine Person mag ich nicht», sagte der 49-Jährige schon vor der Wahl. Doch nun steht der Neuenburger definitiv im Rampenlicht. Sein Gang zum ersten Mittagessen als frisch gewählter Bundesrat – Entrecôte mit Pommes Allumettes im Berner Café Fédéral – wird begleitet von Kameras und Mikrofonen. Dafür fällt seine erste Pressekonferenz kurz aus: Der Freisinnige will keine persönlichen Fragen beantworten, bleibt sachlich und kühl. «Bundesrat zu sein, ist in erster Linie ein Amt. Eine ehrenvolle Aufgabe. Es ist wichtig, dass man versucht, diese Aufgabe so gut wie möglich zu machen.» Was er sagt, tönt geschliffen. Seine Arme ruhen verschränkt auf der Tischplatte. Dieser Mann ist noch keine drei Stunden Bundesrat – und scheint mit Ruhepuls dazusitzen. Auf Nachfragen versichert er dann doch: «Ja, ich freue mich über die Wahl.» Didier Burkhalter kann charmanter sein. Viel charmanter. Ein Sommertag Mitte August am Ufer des Neuenburgersees: Leger im Kurzarmhemd und ohne Kittel sitzt er in einer Beiz, trinkt ein Mineralwasser – dem Kaffee hat er im Frühsommer abgeschworen. Hier fühlt er sich wohl, hier ist er daheim – schon sein Leben lang. Und dann plaudert er los, locker und witzig. Offen, aber nicht zu vertraulich. «Ich fühle mich im Herzen jung. Auch wenn ich schon seit 25 Jahren ­Politik mache.» Unterstützung und Kraft gibt ihm seine Familie: Ehefrau Friedrun Sabine, 42, und die Söhne Loïc, 21, u

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Sein Haus Die Bundesratsfamilie wohnt am Hang über Neuenburg – mit Blick auf Stadt und See.

Seine Karr rung, 11 Jahiere 14 Jahre Stadtreg Nationalrat, re Grossrat (Bild), 4 Jiea 2 Jahre Stä nderat. hre

Sein Idol

Sein Buch

Ein Vorbild hat Burkhalter nicht. Viel Respekt zeigt er jedoch für den ehemaligen USPräsidenten Abraham Lincoln. «Weil er Mut und klare politische Visionen hatte.»

Der Neuenburger ist auch Buchautor: 2007 erschien La Maladière auf Deutsch und Französisch. Burkhalter beschreibt darin Geschichte und Werdegang des neuen Stadions, das er wesentlich prägte.

Seine musik Der neue Bundesrat mag Musik, die «ich mit meiner Frau zusammen höre und die sie glücklich macht». Einer seiner persönlichen Lieblingssongs ist «The River» von US-Rockidol Bruce Springsteen.


rs Welt Auvernier, Hauterive, Neuenburg – er lebte schon immer am See. «Ich wurde sozusagen mit den Füssen im Neuenburgersee geboren»

Seine Filme Burkhalter geht «ziemlich oft» ins Kino. Die letzten Filme, die er gesehen hat, sind von Clint Eastwood: «Gran Torino» und «Changeling».


bundesrat Nathaniel, 19, und Adrien, 17. «Ich habe keine Hobbys», erzählt Didier Burk­ halter. «Wenn ich nicht arbeite, verbrin­ ge ich die Zeit mit meiner Familie. Wir sind oft zusammen, obwohl die Buben bereits grösser sind.» Seine österreichische Frau begegne­ te ihm vor 26 Jahren in London – oder wie er es mit seinem welschen Charme ausdrückt: «Wir wollten beide Englisch lernen, haben aber Liebe gelernt.» Von da an gings schnell: Friedrun Sabine, gerade mal 16 Jahre alt, kehrte kurz in ihr Heimatdorf Amerlügen in Vorarlberg zurück, um die Koffer zu packen. Dann zog sie in die Schweiz, drei Jahre später heiratete das Paar. «Wir haben alles sehr jung gemacht.» Seine Frau war stets an seiner Seite, hat mit ihm die politische Ochsentour miterlebt und mitgetragen. Glückwunschkarten, E-Mails, SMS. Die ganze Schweiz freut sich mit dem neuen Bundesrat. Und dieser will versuchen, den zahlreichen Gratulanten zu antworten. «Auch wenn es für mich schwierig sein wird, so viele SMS zu schreiben.» Durchbeissen und durch­ halten – das kennt Didier Burkhalter aus der Politik. «Il faut se battre.» Man muss

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«Ich habe keine Hobbys. Wenn ich nicht arbeite, verbringe ich die Zeit mit meiner Familie» Didier Burkhalter kämpfen: Dieser Satz fällt im Gespräch mit ihm öfter. Gehts um Dossiers und Geschäfte, dann wird der Vollblutpoliti­ ker leidenschaftlich und blüht auf. In Bern gilt er als guter Zuhörer, als loyal und angenehm. Und er hat konkrete Vorstellungen, was er als Magistrat er­ reichen will: «Die Schweiz sollte viel mehr Selbstvertrauen zeigen. Dafür braucht es das Beispiel eines stärker ge­ einten Bundesrates.» Konkordanz, Kollegialität, Konsens. Didier Burkhalter scheint ein VorzeigeBundesrat zu sein, noch bevor er sein Amt überhaupt angetreten hat. Und ein Vorzeige-Bürger: So kauft er ab und zu eine Arbeitslosenzeitung. Und der Pro­ testant glaubt an Gott, auch wenn er nicht oft in die Kirche geht. Ist dieser Mann tatsächlich so makellos? Steht er immer nur auf der Gewinnerseite?

Wer nach Niederlagen sucht, wird kaum fündig. «Doch, da gibt es schon ein Ereignis, das mich geprägt hat.» Didier Burkhalter lehnt sich im Stuhl zurück, überlegt genau, wo er mit seiner Erzählung beginnen soll. Vor zwölf Jahre bewarb sich der Frei­sinnige für einen Sitz im Neuen­ burger Regierungsrat – auf Wunsch der Partei. «Doch die Kandidatur war über­ stürzt. Ich zog sie zurück.» Gleichzeitig forderte ihn sein Job in der Stadt­ regierung, er ass und schlief zu wenig. Und da passierte es: An einem FussballGrümpelturnier – «Ich war eigentlich nur zum Apéro geladen, spielte aber lieber mit» – brach er sich das Bein. Und zwar acht Mal! Die ­Rehabilitation nahm drei Jahre in An­ spruch. «Aus diesem Vorfall lernte ich, mit mehr Abstand an eine Sache her­ u


Bad in der Menge Friedrun Sabine und Didier Burk足halter gehen Hand in Hand auf den Bundesplatz. Hier warten die angereisten Freunde und Bekannten aus Neuenburg auf ihren neuen Bundesrat.


bundesrat anzugehen und mir auch mal Ruhe zu gönnen.» Als Innenminister wird er jedoch anpacken müssen. Die Baustellen im Departement sind zahlreich: Kosten­ explosion im Gesundheitswesen, die 6. IV-Revision, die angedrohte Renten­ senkung in der Pensionskasse. Da war­ tet eine Herkulesaufgabe auf ihn, an der sich andere bereits die Zähne aus-­ ge­bissen haben. Didier Burkhalter wird auch hier kämpfen, andere Ansätze su­ chen. Ganz nach seinem Credo: «Wenn alle gleich denken, sucht niemand mehr nach einer besseren Lösung.» Noch fünf Wochen bleiben bis zum Amtsantritt. Zeit, die der Neo-Bundes­ rat nutzen wird, um sein Leben neu zu organisieren. Fehlen wird ihm in Bern der Neuenburgersee, an dem er auf­ge­ wachsen ist. Didier Burkhalter schwärmt von den einsamen Spaziergängen mor­ gens um fünf Uhr dem Ufer entlang. «Das sind fantastische Stunden.» Dieser Mann soll farblos und reser­ viert sein? Von wegen! Er hat Herz und Köpfchen. Ein echter Staatsmann.  Mitarbeit: Thomas Kutschera und Yan Pauchard / L’illustré.

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Festlicher Empfang Klein und Gross gratulieren Burkhalter, als er einen Tag nach der Wahl erstmals wieder heimischen Boden betritt. Er ist der neunte Bundesrat aus dem Kanton Neuenburg.


«Didier ist intelligent und mutig»

Foto Laurent Crottet / Le Matin

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Fussball-Legende idier Burkhalter ist ein Mann, der nicht viel spricht. Er ist ein Macher. Gilbert Facchinetti, 73, Ehrenpräsident Ich lernte ihn kennen, als er in der Neuenburg Xamax. Neuenburger Stadtregierung war, aber auch als Fussballer. Er kommt aus einer Fussballer-Familie. Ich habe mit seinem Vater Eric gespielt. Unser neuer Bundesrat trug als Junior das Trikot von Neuchâtel Xamax. Ebenso seine Söhne – auch sie wackere Fussballspieler. Um beim Fussball zu bleiben: Es ist vor allem Didier Burkhalter zu verdanken, dass wir Neuenburger seit Frühling 2007 ein neues, prächtiges Heimstadion haben, das Stade de la Maladière. Es war ein schwieriges Dossier, das Burkhalter zu einem guten Ende führte: Die Maladière ist ein Komplex, in dem Fussball, Geschäfte und öffentliche Institutionen harmonisch unter einem Dach vereint sind. Ebenso aktiv beteiligt war Burkhalter an der Reorganisation der Spitäler in unserem Kanton. Mit ihm als Bundesrat wird niemand in der Schweiz enttäuscht sein. Konrad Adenauer beschrieb einmal einen guten Politiker: Er müsse intelligent und mutig sein. Didier ist beides.»


OpernStar Diva? Von wegen! Opernstar Maya Boog ist der Typ Frau, mit der man(n) Pferde stehlen, Motorrad fahren oder Fallschirm springen kann.

Grosser Auftritt in der Waschküche Als Opernstar erregt Maya Boog international Auf­sehen. Auch privat beeindruckt die Zürcherin – mit Motorradfahren oder Fallschirmspringen.

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Opernstar Text René haenig Fotos Thomas buchwalder

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ie sieht verdammt gut aus, trinkt gern ein Bier, liebt Motorräder, mags stürmisch beim Segeln und traut sich sogar, am Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen. Maya Boog entspricht so gar nicht dem Klischee einer Operndiva. Dabei zählt die Zürcherin zu den gefragtesten Sopranistinnen im In- und Ausland. «Um das Publikum zu rühren, muss diese Sängerin nicht einmal singen», rühmte Deutschlands Hauptstadtzeitung «Der Tagesspiegel». Und die international renommierte «Opernwelt» attestierte der Schweizerin: «Ihre darstellerische und sängerische Leistung lässt in keiner Phase unberührt.» Maya Boog wird auch als Mimi in «La Bohème» am diesjährigen Kulturspektakel des Schweizer Fernsehens alles geben. SF inszeniert Puccinis Oper mitten im Berner Gäbelbach-Quartier. Statt auf einer herkömmlichen Bühne singt Boog dort unter anderem in Wohnungen und in der Waschküche. «Ich bin gespannt, wie das wird», verrät die Sängerin. Es ist ein kleines Wunder, dass Maya auf der Bühne brilliert und Publikum wie Kritiker gleichermassen verzückt. «Singen konnte sie zwar bereits als Kind sehr gut – wie ein Engel», erinnert sich Boogs Tante, Susi Huber, eine Gesangslehrerin. «Allerdings war sie furchtbar schüchtern.» Schwer zu glauben, wenn Maya Boog vor einem steht: quicklebendig, sprühend und von einer entwaffnenden Offenheit. Genau das schätzte auch Basels ehemaliger Opernchef Michael Lakner, der die Zürcherin 2001 an den Rhein holte. Boog mauserte sich schnell zum Publikumsliebling. Dabei gilt die studierte Kirchenmusikerin streng genommen als Quereinsteigerin. «Allerdings eine mit einem extrem guten Stilempfinden», wie Lakner lobt. «Was sie anpackt, ihr gelingt es einfach – weil sie so unglaublich unverkrampft an ihre Arbeit herangeht.» Maya, die mit zwei Brüdern in einem katholischen Elternhaus in Thalwil ZH aufwuchs, trällerte schon als Vierjährige in der Stube. «Es gibt sogar noch alte Musikkassetten aus dieser Zeit», sagt sie lachend. Musik gehört bei Boogs zum Leben wie bei anderen die Butter aufs Brot. Der Vater ist Musiklehrer am Gymi, die Mutter Sängerin – «und auch sonst gabs in unserer Sippe viele Musiker». Alle Kinder müssen ein Instrument lernen – Maya Geige und Klavier. Dass sie trotz ihrer extremen Schüchternheit bei ­Gottesdiensten singt, erklärt sie so: «Die

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Selbstbewusst Maya: «Früher machte ich mir immer über alles Sorgen – das ist vorbei!»

«Maya besitzt alles, was man für eine grosse Karriere braucht» Michael Lakner, Ex-Operndirektor Theater Basel

Leute konnten mich auf der Empore nicht anstarren, da es sich ja nicht gehört, sich in der Kirche umzudrehen.» An der Musikhochschule Köln predigt Professorin Klesie Kelly ihrer Schülerin: «Du musst mehr Vertrauen in dich haben.» Mit Erfolg. «Dass Maya heute so

SF-Kulturereignis

u Mit der Idee, «La Bohème» in einem

Berner Hochhaus an verschiedenen Schauplätzen zu inszenieren, knüpft das Schweizer Fernsehen an den letztjährigen Erfolg von «La Traviata» im Zürcher Hauptbahnhof an. Live am Dienstag, 29. September, 20.05 Uhr auf SF 1, TSR 1, RSI LA 1, Arte und HD suisse. Live-Stream: www.laboheme.sf.tv

auftrumpft, macht mich stolz. Sie ist zart, aber zäh – und manchmal braucht sie es, andere ein wenig zu schocken.» Etwa mit ihrem Fallschirmsprung. «Das würde der kleinen, zierlichen Maya doch kaum einer zutrauen», sagt Kelly. Und die Sache mit dem Töff­ fahren? «Den Führerausweis machte ich als 19-Jährige, nachdem mein Freund mich verlassen hatte. Er besass ein Motorrad. Natürlich gabs deswegen zu Hause auch eine Riesendiskussion.» Zurzeit hat sie zwar keine eigene Maschine, aber irgendwann will sie sich wieder einen Töff zulegen. Vor zwei Jahren machte sie zudem den Segelschein. Ihr Traum: «Irgendwann ein Häuschen am Thunersee – und wieder einen Partner. Nicht, weil sie eine starke Schulter zum Anlehnen bräuchte, wie sie betont, «sondern um die schönen Momente im Leben zu teilen». Sie war schon einmal verheiratet – sieben Jahre. Im Moment konzentriert sie sich aber voll und ganz auf ihre Rolle als Mimi in «La Bohème». Auch wenn sie da als zarte, zerbrechlich wirkende Femme fra­gile in Berns Waschküchen herumhuscht, schüchtern ist Maya Boog höchstens noch, wenns ihre Rolle verlangt. 


Der 20MillionenDollarMann

Sport

Beherzt Bei den New York Islanders war Mark Streit letzte Saison der Topscorer. Jetzt will er einer der besten Verteidiger der NHL werden.

Sein Fünfjahresvertrag in New York macht Mark StreiT zum Multi-Millionär. Der 31-jährige Eishockeystar aus Bern über seinen Kontostand und Schauspielerin Hilary Duff. Und: Warum er in Manhattan keine Frau fürs Leben findet. schweizer illustrierte

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Sport Text bettina portmann Fotos lozza

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err Streit, «Finanzkrise» muss ein Fremdwort für Sie sein – nach Ihrer ersten Saison bei den New York Islanders dürften vier Millionen US-Dollar mehr auf Ihrem Konto liegen … (Lacht.) Abzüglich Steuern! Aber klar, es stimmt, ich verdiente vergangenes Jahr sicherlich sehr gut. Sie sind ein reicher Mann. Was tun Sie mit dem Geld? Ein Freund von mir ist Vermögens­ berater und investiert es für mich. Konservativ? Aber natürlich. In Sachen Geldanlagen fahre ich die sichere Schiene. Einen Luxus, den Sie sich gönnen? Es reizte mich, mal einen Porsche, den Cayenne GTS, zu fahren. Das tat ich während meiner vergangenen Saison in New York. Kaufen würde ich mir aber eher einen Mercedes SL. Den durfte ich diesen Sommer in der Schweiz fahren, und er hats mir angetan. ­Irgendwann werde ich mir aber bestimmt den Traum eines läs­ sigen Eigenheimes erfüllen. Ob in Bern oder in Zürich weiss ich noch nicht.

Unzähmbarer Ehrgeiz Mark Streit: «Wenn man sich zufriedengibt, gehts bergab.»


«An meiner Seite ist der Alltag ­alles andere als glamourös. Das findet nicht jede Frau angenehm» Sie können sich auch zwei Häuser leisten! (Lacht.) Möglich. Momentan gönne ich mir gutes Essen und schöne Ferien. Dieses Jahr flog ich mit zwei Freunden nach Las Vegas und Miami. Vermissen Sie im Sommer Ihre Schlittschuhe? Im Anschluss an eine anstrengende und lange Saison bin ich erst mal froh, sie los zu sein. Doch im August kommt dieses Kribbeln wieder. Dann freue ich mich auf meine «Schlöf». Und die drücken dann gewaltig? Es ist immer wieder hart. Zum Glück bleibe ich jeweils von Blasen verschont. Doch die ersten Wochen auf dem Eis sind eine Plage. Besonders bei 35 Grad. Die Beine brennen, und alles tut weh. Da kann das Wetter abends noch so schön sein – ich schaffs nicht mehr von der Couch runter. Was genau lieben Sie an Ihrem Job? Das Spiel! Die Nervosität davor und die Zeit auf dem Eis. Die Intensität. Wo werden Sie sich diesen Kick holen, wenn Sie nicht mehr spielen? Dieses Gefühl werde ich bestimmt vermissen. Deshalb geniesse ich jeden Moment auf dem Eis. Später suche ich mir eine neue Herausforderung. Während der Saison leben Sie von Spiel zu Spiel – eine Mischung zwischen Stress und Wartezeit. Zeit, um abzuschalten, habe ich nicht. Die Anspannung bringe ich dann weder aus dem Kopf noch aus dem Körper. Wenn die Saison vorbei ist, falle ich erst in ein Loch – eine Art schwereloser Zustand. Was tun Sie dann? Abwarten – es dauert eine Weile, bis ich alles verarbeitet habe. Danach beginnt die Erholungsphase. Während der regulären Saison fliegen Sie zu über vierzig Auswärtsspielen. Wie nutzen Sie diese Zeit? Dann lese ich oft Magazine, die mir mitgebracht wurden – die «Weltwoche», den «Spiegel». Manchmal schaue ich auch DVDs, höre Züri West auf dem iPod oder diskutiere mit einem Kollegen. Müssen Sie Ihr Hotelzimmer teilen? Anrecht auf ein Einzelzimmer hat man

nach 600 NHL-Spielen. Ich habe erst 300. Also teilte ich mein Zimmer – mit Sean Bergenheim. Da ich schon zu Hause alleine bin, ziehe ich unterwegs ein Doppelzimmer mit Gesellschaft vor. Keine Frau also, die den Schlüssel zu Ihrer Zweizimmerwohnung in Garden City auf Long Island besitzt? (Lacht.) Ausser meiner Putzfrau? Keine. Ich bin alleinstehend. Ihr ehemaliger Mitspieler und Nachbar Mike Comrie ist mit Schauspielerin Hilary Duff liiert. Hat sie Ihnen nie eine ihrer Freundinnen vorgestellt? Wir waren schon einige Male zum Essen aus, doch sie nahm selten eine Kollegin mit. Abgesehen davon, in den In-Clubs von Manhattan finde ich kaum die Frau fürs Leben.

Wie müsste diese denn sein? Selbstständig und selbstsicher. Sie müsste ihr eigenes Leben haben. An meiner Seite ist der Alltag alles andere als glamourös. Das findet nicht jede Frau angenehm. Besonders junge Frauen haben diesbezüglich Illusionen. Geben Sie es zu: Dass Sie sich noch immer vor dem Hochzeitstanz fürchten, ist der wahre Grund für Ihr Single-Dasein. (Lacht.) Im Ernst: Ich war zweieinhalb Jahre in einer Beziehung. Und jetzt geniesse ich es mal ohne: unabhängig zu sein, tun und lassen zu können, worauf ich Lust habe. Und was würden Sie sich von einer guten Fee wünschen? Gesundheit! Und vielleicht doch noch Tanzstunden oder eine Südsee-Insel … 


Abenteuer

Foto Xavier Rosset

Xavier – allein auf der Insel! Seine Socken hat er in Verbier vergessen. Noch viel mehr als die Mßcken plagt ihn aber auf Tofua die Einsamkeit.

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Jetzt hat auch die Schweiz ihren Robinson! Lange träumte er nur davon – dann erfüllt sich der Walliser Xavier Rosset seinen grossen Wunsch: 300 Tage auf einer einsamen Insel im Pazifik. Nach 170 Tagen findet er auch seinen Freitag.

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Abenteuer Text Lisa Merz

Fotos Xavier Rosset, Fabienne Bühler

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on jetzt an zählt nur noch eins: Überleben. 300 Tage will er hier ausharren. Xavier Rosset sitzt auf einem Felsen und blickt dem Motorboot nach, das ihn ausgesetzt hat. Mittwoch, 15. Oktober 2008. 4 Uhr nachmittags. Das also ist Tofua. 64 Qua­ dratkilometer Urwald mit einem Krater­ see in der Mitte. Eine unbewohnte Vul­ kaninsel im Südpazifik, 2000 Kilometer nördlich von Neuseeland; fünf Stunden Bootsfahrt trennen ihn von der Zivili­ sation. Im Gepäck: ein Schweizer Sack­ messer, eine 70 Zentimeter lange Mache­ te, ein Notfallkoffer mit Antibiotika und Desinfektionsmittel, ein Satellitentele­ fon mit Solarpanel. An Kleidern hat er das, was er trägt: Shirt und Baumwoll­ hosen, Clocks und Cap. «Ich fühlte Freude und Angst zugleich», erzählt der 33-jährige ProfiFreeride-Snowboarder aus Verbier. 14 Monate hat sich der Walliser auf das Abenteuer vorbereitet. «Seine» Insel im Internet gesucht, das Visum eingeholt. Wird er die Einsamkeit durchstehen? Ohne seine Freundin Nataly? Wird er Nahrung und Trinkwasser finden? Der erste Sonnenuntergang. Xavier beobachtet das Spektakel, bis die letzten roten Streifen am Horizont verblassen. Gegen 20 Uhr ist es dunkel. Er legt sich auf den Boden, schläft ein. Der Schweizer Robinson erwacht vor Sonnenaufgang. Kratzt sich am ganzen Körper, von Mückenstichen geplagt. Trinken! Essen! Xavier macht sich auf die Suche nach Wurzeln, Muscheln, Fischen und Früchten. Trinkt Kokosmilch, be­ kommt Durchfall. Mit einem Plastiksack sammelt er von nun an Regenwasser. Doch das ist voller Mückenlarven. Um es zu säubern, lässt er das Wasser durch sein T-Shirt sickern. Schon bald hört er damit auf. Vorräte kann er keine anlegen,

Ausgesetzt Xavier winkt zum Abschied, nun ist er ganz auf sich gestellt.

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die feuchte Hitze verdirbt alles. Mit einem Silk­faden und einem Haken fängt er Barra­ kudas. Ein einziges Mal fängt er einen Hummer. Ein Festessen. Zum Snack gibts täglich Kokosnüsse. Oft beisst er einfach in eine trockene Maniokwurzel: «Was würde ich jetzt für ein Glas Walli­ ser Wein geben! Oder ein Fondue!» Zum Glück hat er sich in der Schweiz noch 14 Kilo angefuttert. Jeden Tag ritzt Xavier mit dem Sack­ messer eine Rille in einen Palmen­ stamm. Bei zehn angelangt, hat er ­genug. Will nach Hause! «Ich dachte an ­ Raclette, Nataly und einen vollen Kühlschrank.» Doch statt dem Inselkoller nachzugeben und abzuhauen, baut er sich eine Hütte. Kokosnussblatt um Kokosnussblatt flicht er zu einem Dach. Vor allem in der Nacht ist er froh darum – und um die Lufthansa-Decke, die er bei der Hin­reise noch hat mitgehen lassen. Wenn es stürmt, kann er nicht schla­ fen. Es ist stockdunkel, Xavier hört nur den tobenden Wind. Höllenlärm. Die Hütte wird fast auseinandergerissen. Wasser dringt durchs Dach. Alles ist nass. Er kauert am Boden. «Was mache ich hier? Warum bin ich nicht in meinem Chalet?» Er wartet. Das Warten wird zu seiner zweiten Natur. Eben ritzt er den 60. Strich in die Palme, da meldet sich überraschender Besuch. Ein Segelboot! Xavier rennt ihm entgegen, gibt Zeichen. Die sechs Nor­ weger bestaunen den weissen Wilden. Er zeigt ihnen seine Hütte, lädt sie zu ­einer Kokosnuss ein und führt sie stolz zum Vulkan. Bei ihrer Abreise schenken sie ihm ein Kilo Reis, eine Zwiebel, eine Dose Tomaten, zwei Büchsen Corned Beef. Am Abend gönnt sich Xavier ein Risotto. «Exquisit!» Die Selbstgespräche der ersten Tage gibt er auf. «Ich musste mich anstren­ gen, nicht verrückt zu werden.»

Kokosnuss Zum Zmorge, zum Zmittag, zum Znacht. Daneben gibts jeden Tag Wurzeln und frische Fische.

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Zu Hause Am Abend wird die Hütte zur Rauchhöhle – bestes Mittel gegen die Mücken.


Bereits nach zehn Tagen wirds eng: «Ich dachte an Raclette, Nataly und einen vollen Kühlschrank» Xavier Rosset

Tagebuch «Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe?» Zeit, um nachzudenken, hat er ja. Ein einziges Mal benutzt Xavier das Satellitentelefon, um mit Nataly zu spre­ chen. Nach einem Erdbeben beruhigt er sie. Sagt, dass er sie vermisst. Seine neue Freundin Piggy tröstet ihn. Das Wild­ schweinchen wiegt ein Kilo, als Xavier es in seiner selbst gebauten Falle, einer Grube, findet. Er befreit es, füttert es je­ den Tag mit Kokosmilch. Piggy bleibt bei ihm, wird seine Gefährtin, sein Freitag. Überall Spinnen und Schlangen. Sie sind ungefährlich, der Romand findet sie so­ gar «relativement cool». Eine Infektion am rechten Daumen bringt ihn in Lebens­

Piggy Jeder Robinson braucht seinen Freitag. Das Ferkel ist Xaviers einziger Freund. schweizer illustrierte

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Abenteuer

Wieder vereint in Verbier Freundin Nataly, 26, wartete 300 Tage auf ihren Robinson.

«Ich vertraute Xavier, er weiss, wo seine Grenzen sind» gefahr. Der Arzt sagt per Satelliten­ telefon, was er tun soll: Mit der Rasier­ klinge schneidet Xavier die Wunde auf, der Eiter fliesst ab. 270 Ritze im Stamm. Ferkel Piggy kann sich jetzt selber versorgen. Eines Morgens ist es im Dschungel verschwun­ den. Am 19. Juni 2009 schnitzt Rosset die letzte Rille in den Stamm – 300! Auch die Leute vom Motorboot haben mit­ gezählt und vergessen nicht, ihn in die Zivilisation zurückzuholen. In Verbier feiert Xavier Rosset ­seine Heimkehr mit einem Raclette. Maman wäscht ihm das zerlöcherte Shirt und die zerrissenen Hosen. Der Geruch von Erde und Sonne bleibt haften. Der Stoff ist immer noch steif von Schweiss und Salz. «Gewaschen habe ich mich selten. Süsswasser war kostbar.» Er erzählt, wie er sich die Zähne putzte: mit Kokosnuss-Blattfasern. «Die taugten auch gut als WC-Papier.» Nataly zieht die Brauen hoch, lächelt ungläubig. «Das wäre nichts für mich.» Wollte sie ihn denn nie begleiten? «Nein, das war von Anfang an klar. Das ist Xaviers Abenteuer.» Langsam gewöhnt sich der ­Schweizer Robinson wieder daran, auf einem Stuhl zu sitzen, in einem Bett zu schlafen. Und an sein Leben im kleinen Chalet in Verbier, wo er im Winter als Snow­

Foto Fabienne Bühler

Nataly Bodenmüller

board- und Skilehrer arbeitet. «Auch hier ­ mache ich, was ich will.» Wenn er nicht gerade an seinem Film über sein Abenteuer ­ arbeitet, ist er mit seinen Freunden im verwilderten Gar­ ten. Sie sitzen ums ­ Feuer und fach-

simpeln darüber, dass überall das Geld regiert. Überall? Sicher nicht auf Tofua. Zwar ist der Bart in­zwischen rasiert, doch Xavier hat ihn im Blut – den Insel­ rhythmus.   www.xavierrosset.ch


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Michel comte

Moderne Medaillons

Formatwechsel Zeitgleich mit seiner aktuellen Retrospektive in Zürich ist im Berner Oberland ein ganz neuer Michel Comte zu entdecken.

Fotos Michel Comte

u In seinem Beruf ist der renommierte Fotograf als Chamäleon bekannt. Michel Comte, 55, überrascht immer wieder durch seine ungewöhnliche Vielseitigkeit: Wenn das Leben voraussehbar wird, macht er sich auf zu neuen Ufern. So auch mit seiner Arbeit «Circle Series». Statt im Hoch- oder Querformat präsentiert er seine Motive im mutigen Rund. Modell standen dem Schweizer Starfotografen auch Menschen aus seinem Freundeskreis. Galeristin Irene Schönholzer: «Wir zeigen diese neuen Bilder zum ersten Mal und finden sie eine spannende Ergänzung zur Schau im Museum für Gestaltung.» isolde schaffter-wieland

«Circle Series» Die neueste Fotoarbeit des in Amerika lebenden Schweizers Michel Comte ist exklusiv in Gstaad zu sehen.

Galerie lovers of fine art Gstaad BE Bis 15. 11. Di–Fr ­10–12.30/14.30–18, Sa 11–16 Uhr, Tel. 033 - 744 00 44, www.fineartgstaad.com, Publikation CHF 50.– (Steidl Verlag) schweizer illustrierte

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Kultur andra borlo: world-music aus der Innerschweiz

die besten

Mit Tönen auf Reisen

Hammerstimme Die Luzernerin Andra Borlo ist eine der wenigen Frauen, die mit tiefer, sonorer Stimme singen. Damit begeistert sie ihre Schweizer Fans – und Stars der argentinischen Musikszene.

u Zum Glück hat Andra Borlo nicht auf die Stimm- und Gesangsexperten gehört. Die rieten ihr nämlich einst, ein ganzes Jahr zu schweigen, dann eine aufwendige Opera­ tion machen zu lassen und anschliessend Gesangsstunden zu nehmen. Um endlich «richtig» singen zu lernen. Für solch weltfremde Ratschläge hatte die heute 40-Jährige kein Musikgehör. Sie foutierte sich um Heiserkeit und Sängerknötchen. Vertraute lieber auf ihr Bauchgefühl und setzte auf speziellen Sound. Mit ihrer tiefen, rauen Stimme betört, fasziniert und verführt die passionierte Musikerin das Publikum. Ihre erste Solo-CD produzierte die Innerschweizerin vor drei Jahren. «New York Diary» (Universal Music) entstand im Big Apple, wo Andra Borlo für einige Zeit lebte. Das musikalische Spektrum der Frau, die nur selten ohne Hut aus dem Haus geht, umfasst Soul, Blues, Jazz, Tango und Pop. Die Scheibe gefiel, und Musikkritiker fanden schnell eine Bezeichnung für den speziellen Borlo-Sound: Alternative ­Acoustic Pop. Die studierte Politik-Wissenschafterin ist eine Frau von Welt. Sie wurde in Chicago geboren, wuchs in Luzern auf und nahm sich vor dem Studium zwei Jahre Zeit, um alleine von Alaska nach Feuerland zu reisen. «Die Kultur, die Musik und die Menschen in Südamerika ziehen mich in ihren Bann. Mit meinem Temperament passe ich dort fast besser hin als in die Schweiz.» Andra findet überall Inspiration für ihre Lieder. Sie trällere auch beim Einkaufen und auf dem Velo vor sich hin. «Ständig entstehen Melodien und Bilder in meinem Kopf, zu denen ich dann mit der Gitarre Akkordfolgen suche.» Und diese ­tönenden Skizzen muss man lesen können. Darum sei das Teamwork mit dem Produzenten Beni Mosele ein Segen. Etwa wenn der Song klingen soll, «wie wenn Marilyn Monroe mit einem Sonnenstich unter Wasser singen und farbige

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schweizer illustrierte

Andra Borlo in ihrer Luzerner Wohnung. Ihr Herz schlägt für die Kultur Südamerikas. Fische an ihr vorbeiziehen würden. Er versteht das …» Sie lacht. Beni Mosele flog auch mit nach Argentinien, wo im 2008 die CD «Pieces of ­Buenos Aires» entstand. Andra Borlo gelang es, Argentiniens bekannteste Musiker zu gewinnen. Wie sie das geschafft hat? Mit Charme und ihrer unverwechselbaren Stimme. Im kulturellen Schmelztiegel der südamerikanischen Grossstadt entstand eine CD, auf der sich sanfte Tangoeinflüsse mit leisen Bossa-nova-Tönen, bluesig-rockigen

Unbändige Musik Auf der neuen CD von Andra Borlo spielen auch argentinische Stars mit.

Klängen, poetischem Folk abwechseln. Neben ihrem argentinischen «HausGitarristen» Carlos Ramirez, der sie auch auf Konzerten in der Schweiz begleitet, ist Walter Rios, ein begnadeter Bandoneon-Meister, mit von der Partie. Der argentinische Musiker spielte einst im Orchester des legendären Astor Piazzolla. Ihn kann man auf der aktuellen Tournee leider nicht hören. Aber Andra Borlo schafft es auch im Duo mit Carlos, ihr Schweizer Publikum zu verzaubern. Martin Schuppli

tournee 3. 10., Mahogany Hall, Bern; 15. 10., Kulturfabrik Bigla, Biglen BE; 24. 10., Ref. Kirche, Muri BE; 25. 10., Salzhaus, Winterthur ZH; 22. 11., El Lokal, Zürich; 27. 11., Werk- und Wohnheim zur Weid, Rossau ZH; Infos www.andraborlo.com


collezione riccardo molo

Wiederentdeckt

theater

u Riccardo

Molo (1883–1934) sammelte leidenschaft­ lich Bilder. Der Tessiner Geschäftsmann lebte in ­Berlin, Argentinien und vor allem in Italien. So erstaunt es wenig, dass seine Sammlung mehrheitlich auf die ­italienischeMalerei der zweiten Hälfte des 19. so­ wie Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerichtet war. Nach 75 Jahren erblicken über 50 Werke bedeutender Künstler erneut das Tageslicht. Darunter jene von Sommerfreuden «Bimbi al mare», ­Giovanni Fattori und Gaetano Previati.  km 1895/1896, von Niccolò Cannicci. pinacoteca cantonale giovanni züst Rancate (Mendrisio) TI Bis 10. 1. 2010 Di–Sa 9–12/14–18, So 10–12/14–18 Uhr, Tel. 091 - 646 45 65, www.ti.ch/zuest, Publ. CHF 35.– Rudolf de crignis

Tiefgang u Je

länger man die Zeichnung von Rudolf de Crignis (1948–2006) betrachtet, umso mehr wird man sich der Tiefe bewusst, die der 1987 nach New York ausgewan­ derte Künstler seinem Werk verlieh. Die Auseinander­ setzung mit der Tradition der Minimal Art und des Radical Paintings führten de Crignis zu scheinbar ­monochromen Bildern. Während es in der Galerie ­Rosenberg Arbeiten auf Papier zu entdecken gibt, zeigt Rasterhaft Tempera und Bleistift das Haus Konstruktiv grossformatige Ölbilder. km auf Papier von Rudolf de Crignis. galerie rosenberg Zürich Bis 17. 10. Mi–Fr 12–18.30, Sa 11–16 Uhr, Tel. 044 - 311 79 52, www.galerie-rosenberg.ch. HAUS KONSTRUKTIV Zürich Bis 25. 10., Tel. 044 - 217 70 80

Zwei Adaptionen von Georg Büchners Drama

«Woyzeck» schräg u Liebe und Eifersucht gehen oft Hand in Hand. So auch bei Georg Büchners Drama «Woyzeck». Der einfache Soldat Franz tritt Marie und ihrem gemeinsamen unehelichen Kind seinen gesamten Sold ab. Doch dann beginnt Marie eine Affäre, und der von Eifersucht geplagte Franz sinnt auf Rache … In Luzern startet die Theatersaison gleich mit zwei Adaptionen des Stücks. Gezeigt werden Woyzeck, ein Musical von Tom Waits und Robert Wilson aus dem Jahre 2002, eine Koproduktion mit dem Lucern Festival, inszeniert von Andreas Herrmann. Und die Oper Wozzeck von Manfred Gurlitt, trotz frappierender Ähnlichkeiten mit Alban Bergs epischer Oper von 1925 ein durchaus respektables Werk. rea

theater Luzern «Woyzeck»: 25. 9., 1./3./4./8. 10. «Wozzeck»: 24./26. 9., 2./10. 10. Weitere Daten und Infos Tel. 041 228 14 14, www.luzerner-theater.ch

adelheid duvanel

Tiefgründig

Foto Fabienne Bühler

u Das

Bild ist bunt, mit Filzstiften gemalt. Fröhlich – würde man meinen. Doch bei Adelheid Duvanel ­ (1936–2006) verbirgt sich sogar hinter der Farbe tiefe Traurigkeit. «Chronistin der Ausgegrenzten» wird Duvanel genannt. Die Schriftstellerin, die immer auch malte, erzählt in ihren Kurzgeschichten von verstörten, kranken, scheiternden Menschen. Menschen wie sie selbst, die sich oft zwischen Depressionen und Aufent­ halten in der psychiatrischen Klinik bewegte. km museum im lagerhaus St. Gallen Bis 22. 11. Di–Fr 14–18, Sa/So 12–17 Uhr, Tel. 071 - 223 58 57, www.museumimlagerhaus.ch, Publikation CHF 34.–

Filzstift Verzweifelte Blicke, auf Karton gebannt. Von Adelheid Duvanel. Erliegt dem Reiz des Verbotenen Wiebke Kayser als Marie.

die pracht der indischen Königshöfe

Die Schätze der Maharadschas u Ein lebensgrosses Elefantenmodell, über und über geschmückt mit Tierjuwelen, Textilien und Geschirr. Und das ist erst der Anfang. Mehr als 250 prunkvolle Objekte aus der Welt der Maharadschas zeigt die Schau des berühmten Kunst- und Designmuseums: drei Throne, eine Sänfte aus vergoldetem Silber, mit Edelsteinen besetzte Waffen, höfische Gemälde, einen Rolls-Royce, Turbanjuwelen und Schmuck. Die königlichen Samm­ lungen von Udaipur und Jodhpur stellen eindrucksvolle Gemälde zur Verfügung. Die aussergewöhnliche Ausstellung umfasst den Zeitraum vom 18. Jahrhundert, als die Ära der Maharadschas begann, bis zum Ende der britischen Herrschaft im Jahre 1947. Anina Rether

victoria and albert museum London (GB) 10. 10 bis 17. 1. 2010. Täglich 10–17.45 Uhr, Fr 10–22 Uhr. Tel. +44 20 79 422 000, Publikation GBP 27.–, www.vam.ac.uk

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kino

die besten

Unheimlich Auf der verwahrlosten Raumfähre «Kassandra» geht nicht alles mit rechten Dingen zu.

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Weite des Weltraums, man wird aber immer wieder in die klaustrophobisch enge, verlassene Welt des Raumschiffs zurückgeworfen. In diesem Wechselspiel machen auch die Schauspieler eine gute Figur. Hauptu Der Film spielt im 23. Jahrhundert. Und darstellerin Schwabroh («Tatort», «Oeschenen») vermag den Film zu das Szenario ist düster: Die Menschheit tragen. Unterstützt wird sie von stark lebt nicht mehr auf der Erde, sondern in unzähligen Raumsta­tionen im Weltall. Der besetzten Rollen: Martin Rapold Frachter «Kassandra» ist zur Station 42 («Snow White», «Achtung, fertig, unterwegs. Ärztin Laura (Anna Katharina Charlie!») spielt den undurchsichtigen Schwabroh) überwacht die Passagiere, Marshall Samuel Decker, und Yangzom die sich tiefgefroren im Kälteschlaf Brauen («Aeon Flux») kann sich als be­finden. Doch etwas scheint nicht zu weiblicher Computer-Nerd Miyuki Yoshida bestens in Szene setzen. Leider stimmen, denn auf der «Kassandra» ereignen sich merkwürdige Dinge. Da taut kam bei der wuchtigen Produktion aber das Drehbuch zu kurz. In der Story Laura die eingefrorene Crew auf und versteckt sich die eine oder andere kommt dem Rätsel auf die Spur. Ungereimtheit, und der eingebauten «Cargo» ist ein Novum für die Schweiz. Liebesgeschichte hätte etwas mehr Einen Kinofilm in diesem Stil hat es bisher nicht gegeben. Sieben Jahre arbei- Raffinesse sehr gutgetan. Benjamin Bögli tete das Regiegespann Engler/Etter an diesem Sci-Fi-Projekt, das schliesslich Darum ist der Film eindrücklich u in einer Winterthurer Industriehalle Vom Look her kann «Cargo» durchaus abgedreht wurde. Entstanden ist eine mit amerikanischen Vorbildern mithalten. u beachtliche Produktion, die vor allem Top-Schauspieler; auffallend: Yangzom visuell überzeugt. Dem Filmer und Brauen als Computer-Freak. u seiner Crew gelang es, über die volle Obwohl das Szenario düster ist, hat Strecke eine der Story entsprechende der Film frische und amüsante Momente. bedrohliche Atmosphäre zu er88888 zeugen. Der Streifen ist in düsteren, aber messerscharfen Bildern gehalten. Länge: 120 Min., Regie: Ivan Engler, Ralph Dadurch erlebt man als Zuschauer die Etter, D: A. Schwabroh, M. Rapold. Start: 24. 9. Science-Fiction Cargo (CH) Premiere in der heimischen Filmlandschaft: Ivan Engler drehte den ersten Schweizer Science-Fiction-Thriller.

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mehr kino-tipps

2

Action District 9 (USA) Eine vor 20 Jahren in Johannesburg gelandete Gruppe von Ausserirdischen soll durch die Regierung in ein Ghetto versetzt werden.

Was ist am Film besonders u Hauptdarsteller Sharlto Copley ist eine der Entdeckungen des Jahres. u Die unberechenbare und gehaltvolle Story machen den Film spannend. u Selten ist die südafrikanische Metropole Kulisse für einen US-Film. 88888 Länge: 112 Min., Regie: Neill Blomkamp, D: S. Copley, J. Cope, N. Boltt. Im Kino.

3

Komödie Julie & Julia (USA) Köchin Julia Child machte mit einer TVSendung in den 60ern den Amerikanern die französische Küche schmackhaft.

Darum ist der Film köstlich u Oscar-Preisträgerin Meryl Streep zeigt einmal mehr, was sie draufhat. u Die Geschichte um die TV-Koch­ sendung ist voll am Puls der Zeit. u Hobby-Köchinnen und -Köche werden inspiriert nach Hause gehen. 88888 Länge: 123 Min., Regie: Nora Ephron, Darst.: M. Streep, A. Adams. Im Kino.

Foto Ascot Elite

Eiskalte Fracht an Bord der «Kassandra»


bücher & cds

Arroganz kann diese Wunden nicht heilen

Jean Ziegler beschreibt den wachsenden Hass der Armen und Entrechteten auf ihre Ausbeuter. Eine berührende Anklageschrift. u Jeder sechste Bewohner dieser Welt ist unterernährt, 100 000 Menschen sterben täglich an den Folgen des Hungers. Gleichzeitig verwenden die USA die Hälfte ihrer Maisernte für Biosprit. «Nahrung zu ­verbrennen, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.» Jean Ziegler wählt starke Worte, formuliert anklagende Sätze, bündelt sie in geisselnde Kapitel. Ausdrücke wie «kannibalische Weltordnung» und «Strategie der Doppelzüngigkeit» gehören zu seinem Standard-Wortschatz. Anklagen, aufrütteln, abkanzeln – das tut der Genfer Soziologe mit Berner Wurzeln auch in seinem neuesten Buch. Der ehemalige Uno-Sonderbericht­ erstatter gilt als Anwalt der Armen und Schrecken der Mächtigen. Ziegler: «Der Westen bleibt taub, blind und stumm gegenüber den Identitätsbekundungen, in denen sich der brennende Wunsch der südlichen Völker nach Emanzipa­ tion und Gerechtigkeit äussert. Er versteht diesen Hass nicht.» Doch nur wer begreife, welche traumatischen Verletzungen Kolonialismus und Sklaverei angerichtet haben, könne korrekt handeln. Ziegler beschreibt, dass sich die Gräueltaten von damals nicht mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen lassen – er nennt dies eine «verletzte Erinnerung», die auf die

drei neue cds

Foto Keystone

1

pop/rock nelly furtado Mi Plan (Universal Music)

Sie ist ein globaler Superstar: die Grammy-Gewinnerin und Kanadierin mit portugiesischen Wurzeln. Ihre vierte, spanisch gesungene Studio-CD, bietet elf beschwingt-fröhliche und rhythmische Titel inklusive Duette mit Josh Groban und Latino-Stars wie Alejandro Fernández und Julieta Venegas. Ein Hit! H. Elias fröhlich

Arroganz des Westens treffe. Seine Forderungen sind deutlich: Entschuldung der Entwicklungsländer, Streichen der west­lichen Agrarsubventionen und Stoppen der Produktion von Bioethanol. Für das Buch, das 2008 auf Französisch erschienen ist, erhielt der Autor in Frankreich den Literaturpreis für Menschenrechte: «Für sein Engagement für die am stärksten ausgebeuteten Menschen auf diesem Planeten.» Christine Zwygart

abenteuerlich die kinder der ­meerfrau Konrad Hansen (Hoffmann und Campe) u 1725: Zwei Brüder stranden an der Ostseeküste und trotzen dem Widerstand der Einheimischen. Kurz darauf entreissen sie der Flut eine rätselhafte Frau. Mit ihr kommt die Liebe an Land. Ties und Momme leben mit Lena ein ungewöhnliches Dreiecksverhältnis, dem vier Kinder entspringen. Stephan Benson erzählt die (verkürzte) Familiensaga meisterhaft. isw mitreissend das recht auf rückkehr Leon de Winter (Diogenes) u Bram Mannheim lebt in   Tel Aviv und betreibt eine Agentur, die Eltern hilft, ihre verschwundenen Kinder wiederzufinden. Man schreibt das Jahr 2024. Zwei Jahrzehnte zuvor war Bram ein bekannter Hochschullehrer in Princeton, dann   verschwand sein vierjähriger Sohn spurlos und sein Leben brach zusammen. Intensiv erzählter und bewegender Roman. KM

Jean Ziegler Der Hass auf den Westen (C. Bertelsmann)

nervenaufreibend unruhe Julia Leigh (Liebeskind) u Die verstörende Familiengeschichte ist keine leichte Kost. Es wird gelitten, und das nicht zu knapp. Schon auf der ersten Buchseite überträgt sich die Titel gebende Unruhe auf den Leser. Die zugleich kühle wie poetische Sprache schlägt einen in ihren Bann. Das kleine Buch der australischen Autorin ist grosse Kunst. Bereits ihr Erstling «Der Jäger» war ein weltweiter Erfolg. REA

2

3

Anwalt der Armen Der in Genf lebende Soziologe Jean Ziegler kämpft mit starken Worten. Deshalb ist das Buch packend u Weil zornige Worte uns aufzeigen, wie der Süden über den Westen denkt. u Weil Ziegler vor Ort selber gesehen und gehört hat, was er beschreibt. u Weil die Welt aus ihrer Geschichte lernen kann – wenn der Mensch hinhört.

jazz oliver tabeling Walking along the river (Unit)

Schweizer Jazzer mit der Weltelite zu vergleichen, ist heikel. Und doch: Die Musik, die Oliver Tabeling (Piano), Michael Chylewski (Bass) und David Meier (Schlagzeug) im Basler Jazzclub Bird’s Eye aufgenommen haben, erinnert an Bands wie EST. Viel Interplay also und keine stilistischen Scheuklappen. hanspeter vetsch

Klassik Maria João Pires Der späte Chopin (DG)

Wenn es denn einen «späten Chopin» gibt: Pianistin Maria João Pires ergründet dessen letzte Werke (op. 58 bis 68) unspektakulär und befreit von jedem romantischen Balast. Klarheit und Schlichtheit verbinden sich mit expressivem Ausdruck. Rarität: die abgeklärte Cello-Sonate mit Klavier. uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 58

Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Lach-Garantie

Für Kinder

Starparade

DVD

Kino

CD Single

CD Album

Klingeltöne

Vin Diesel und Michelle ­Rodriguez lassens auch im vierten Teil krachen.

Brillant! Der Österreicher Christoph Waltz spielte die Kollegen an die Wand.

Nach dem Kracher «Boom Boom Pow» sind die Black Eyed Peas wieder zuoberst.

Die Neue von Gotthard: harte Nummern, Hymnen und tolle Balladen.

Star-DJ David Guetta ­erobert mit seinem ­Sommer-Hit Platz 1.

(1) FAST & FURIOUS – NEUES MODELL. ORIGINALTEILE  Regie: Justin Lin. Mit V. Diesel, P. Walker. Universal Pictures Video (2) DER KAUFHAUS-COP  Regie: Steve Carr. Mit K. James, J. Mays, K. O’Donnell. Sony Pictures HE FORBIDDEN KINGDOM  Regie: Rob Minkoff. Mit Yifei Liu, Jackie Chan, Jet Li. Koch Media (4) DER VORLESER  Regie: Stephen Daldry. Mit K. Winslet, D. Kross, R. Fiennes. Ascot Elite (8) THE WRESTLER  Regie: Darren Aronofsky. Mit M. Rourke, E. R. Wood, M. Tomei. Frenetic Films (3) KNOWING  Regie: Alex Proyas. Mit N. Cage, A. Pickering, B. Mendelsohn. Ascot Elite 17 AGAIN  Regie: Burr Steers. Mit Z. Efron, M. Perry, L. Mann. Warner Home Video (6) BEVERLY HILLS ­CHIHUAHUA  Regie: Raja Gosnell. Mit J. Lee Curtis. Walt Disney (9) DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON  Regie: David Fincher. Mit B. Pitt, C. Blanchett. Warner Home Video (7) DER FREMDE SOHN  Regie: Clint Eastwood. Mit A. Jolie, J. Malkovich, J. Donovan. Universal Pictures Video

(1) INGLOURIOUS BASTERDS  Regie: Quentin Tarantino. Total 96 693 Besucher. 3. Woche THE FINAL DESTINATION 4 (3-D)  Regie: David R. Ellis. Total 19 482 Besucher. 1. Woche (2) THE HANGOVER  Regie: Todd Phillips. Total 193 308 Besucher. 7. Woche

(1) I GOTTA FEELING The Black Eyed Peas  Universal Music ­Switzerland GmbH

NEED TO BELIEVE Gotthard  Musikvertrieb AG (3) PROTOTYP Polo Hofer  Sound Service Wigra AG

(3) THE PROPOSAL  Regie: Anna Flechter. Total 127 508 Besucher. 6. Woche

(4) IF A SONG COULD GET ME YOU Marit Larsen  Sony Music Entertainment Switzerland (2) WHEN LOVE TAKES OVER David Guetta feat. Kelly Rowland  EMI Music Switzerland AG (6) HEAVY CROSS Gossip  Sony Music Entertainment Switzerland

(1) WHEN LOVE TAKES OVER David Guetta feat. Kelly Rowland  EMI (2) I KNOW YOU WANT ME (CALLE OCHO) Pitbull  WMS

(5) LOS ABRAZOS ROTOS  Regie: Pedro Almodóvar. Total 31 930 Besucher. 4. Woche

schweizer illustrierte

(2) ONE LOVE David Guetta  EMI Music Switzerland AG

(3) POKER FACE Lady Gaga  UNI

(1) I LOOK TO YOU Whitney Houston  Sony Music Entertainment Switzerland

(6) SEXY BITCH David Guetta feat. Akon  EMI

(R) CELEBRATION Madonna  Warner Music (Switzerland) AG

(4) STRIKE The Baseballs  Warner Music ­(Switzerland) AG

(7) UMBRELLA The Baseballs  WMS

JULIE & JULIA  Regie: Nora Ephron. Total 6231 Besucher. 1. Woche

(3) SHE WOLF Shakira  Sony Music Entertainment Switzerland

(4) IF A SONG COULD GET ME YOU Marit Larsen  SME

(7) ICE AGE 3: DAWN OF THE DINOSAURS (3-D)  Regie: C. Saldanha. Total 680 121 Besucher. 11. Woche TAKING WOODSTOCK  Regie: Ang Lee. Total 5253 Besucher. 1. Woche

(8) RELEASE ME Agnes  Warner Music ­(Switzerland) AG

(7) IF A SONG COULD GET ME YOU Marit Larsen  Sony Music Entertainment Switzerland HEIMATLAND & ­STÄRNEHAGEL Katharina Michel  Universal Music ­Switzerland GmbH (6) DIE LIEBE BLEIBT Semino Rossi  Universal Music ­Switzerland GmbH

(9) I GOTTA FEELING Black Eyed Peas  UNI

(5) WIR KINDER VOM BAHNHOF SOUL Jan Delay  Universal Music ­Switzerland GmbH (R) MILOW Milow  Universal Music ­Switzerland GmbH

(5) DAS FEYR VO DR SEHNSUCHT Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi  UNI (R) BOOM BOOM POW Black Eyed Peas  UNI

(6) CORALINE (3-D)  Regie: Henry Selick. Total 9174 Besucher. 2. Woche (8) HARRY POTTER 6: THE HALF-BLOOD PRINCE  Regie: David Yates. Total 273 949 Besucher. 9. Woche

(7) EVACUATE THE DANCEFLOOR Cascada  Universal Music ­Switzerland GmbH (10) SEXY BITCH David Guetta feat. Akon  EMI Music Switzerland AG (9) RUN THIS TOWN Jay-Z / Rihanna / Kanye West  Warner Music ­(Switzerland) AG

(8) THRILLER Michael Jackson  SME


Nicht verpassen!

Heiss!

TOP 100

Belletristik

Sachbuch

TV Unterhaltung

Top-Event

Virtuelles Leben: In «Sims 3» sorgt jeder für so viel Spannung, wie er braucht.

Die brandneue Bibel Hugo Loetscher (x) schreibt die Landkarte sei- der Weltrekorde findet ner Empfindsamkeit nieder. ­reissenden Absatz.

Stürmer-Star Alex Frei schoss das wichtige 0:1 gegen die Letten.

In Zusammenarbeit mit der BBC werden die Dinos zu neuem «Leben» erweckt.

(1) SIMS 3  Electronic Arts

(1) WAR MEINE ZEIT MEINE ZEIT Hugo Loetscher  Diogenes

(1) GUINNESS BUCH DER REKORDE 2010  Biblio. Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim

FUSSBALL: WM-QUALIFIKATION  SF zwei 9. 9. 09 885 200 Zuschauer

(2) DUDEN DIE DEUTSCHE RECHTSCHREIBUNG Duden  Biblio. Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (4) GLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN ... Eckart von Hirschhausen  Rowohlt, Reinbek

SF BI DE LÜT  SF 1 11. 9. 09 668 900 Zuschauer

WALKING WITH DINOSAURS  Hallenstadion Zürich 23.–27. September www.ticketcorner.com BÉJART BALLET LAUSANNE  Theater 11 Zürich 23.–27. September www.ticketcorner.com ÉLECTION DE MISS SUISSE 2009  Arena Genf 26. September www.ticketcorner.com MILOW  Kaufleuten Zürich 26. September www.ticketcorner.com

(2) STÖCK WYYS STICH 10  Optobyte

ZEIT DEINES LEBENS Cecelia Ahern  Krüger, Frankfurt

(3) ANNO 1404  Ubisoft

(2) SIEBEN JAHRE Peter Stamm  Fischer (S.), Frankfurt

(6) LANDWIRTSCHAFTSSIMULATOR 2009  Astragon

(5) DAS ANDERE KIND Charlotte Link  Blanvalet

KASSENSTURZ  SF 1 8. 9. 09 633 000 Zuschauer

(3) LOCKRUF SAUDIA Teresa Fortis  WOA

SCHWEIZER FILM: VITUS  SF 1 13. 9. 09 600 900 Zuschauer

(5) WORLD OF WARCRAFT: (4) DIE HÜTTE WRATH OF THE LICH KING William P. Young  – ADD-ON  Allegria Activision Blizzard

(6) MEINE SPIRITUELLE AUTOBIOGRAPHIE Dalai Lama XIV.  Diogenes

DOK SERIE: AUF UND DAVON  SF 1 11. 9. 09 561 400 Zuschauer

SCHUPFART FESTIVAL  Flugplatz Halle Schupfart 25.–27. September www.ticketcorner.com

(9) COUNTER STRIKE: SOURCE  Electronic Arts

(3) DER ANWALT John Grisham  Heyne

MISTER SWATCH Jürg Wegelin  Nagel & Kimche

DER ALTE  SF 1 8. 9. 09 508 100 Zuschauer

(4) WOLFENSTEIN  Activision Blizzard

ALTE LIEBE Elke Heidenreich / Bernd Schroeder  Hanser

DER HASS AUF DEN WESTEN Jean Ziegler  C. Bertelsmann, München

AL DENTE  SF 1 7. 9. 09 451 500 Zuschauer

HAPPY BIRTHDAY – 100 JAHRE BENNY GOODMAN  Tonhalle St. Gallen 27. September www.ticketcorner.com 2RAUMWOHNUNG  Maag Event Hall Zürich 27. September www.starticket.ch

(7) AGE OF EMPIRES III (GOLD)  Microsoft

IM KOMA Joy Fielding  Goldmann

PULS  SF 1 7. 9. 09 448 400 Zuschauer

THE HIVES  Alte Börse Zürich 24. September www.starticket.ch

CHAMPIONS ONLINE  Atari

2666 Roberto Bolaño  Hanser

(5) DUDEN DIE DEUTSCHE RECHTSCHREIBUNG: DUDEN KORREKTOR  Biblio. Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (7) THE SECRET – DAS GEHEIMNIS Rhonda Byrne  Goldmann

DOK: FÜR DIESE WUNDE GIBT ES KEIN PFLASTER  SF 1 10. 9. 09 393 800 Zuschauer

OLIVER POCHER  Stadtcasino Basel 28. September www.ticketcorner.com

(R) GTA IV  Take 2

(7) HERR ADAMSON Urs Widmer  Diogenes

(8) 50 ERFOLGSMODELLE SPORTPANORAMA  Mikael Krogerus  SF zwei 13. 9. 09 Kein & Aber 372 200 Zuschauer

die besten

PC-games

TOM GAEBEL  Kaufleuten Zürich 24. September www.ticketcorner.com

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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Die Fussballsaison ist so spannend wie schon lange nicht mehr: YB führt die Meisterschaft an, die Favoriten rennen hinterher. Jetzt gilt es, kein Spiel mehr zu verpassen: Mit Bluewin TV sind Sie jederzeit live dabei. Genau wie Marco Wölfli, Torhüter der Überraschungsmannschaft YB.

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Jetzt zählt jedes Spiel D

er 27-jährige Marco Wölfli gibt sich bescheiden: «Noch ist nichts gewonnen. Wir sind am Anfang der Meisterschaft und hatten einfach einen sensationellen Start. Aber jetzt gilt es, Schritt für Schritt den Weg weiterzugehen.» Der Grenchner, der ausser einem kurzen Gastspiel bei Thun seit zehn Jahren für die Young Boys zwischen den Pfosten steht, will trotz dem ersten Rang in der Tabelle auf dem Boden bleiben. «Träumen ist erlaubt, aber mit Träumen gewinnt man keine Meisterschaft.» Jetzt zählt jedes Spiel: Rappelt sich der taumelnde FC Basel auf und startet zur Konterattacke? Wie hält sich der in der Champions League engagierte FC Zürich in der Meisterschaft? Und vor allem – kann

YB seine Erfolgsserie weiterführen? Die Tickets für Spitzenspiele sind immer sehr schnell ausverkauft. Als Abonnent von Bluewin TV aber kein Problem: Bluewin TV liefert seinen Kunden mehr als 160 Spiele der Axpo Super League live: Für 2.50 Franken kann man genau das Spiel auf Einzel­ abruf empfangen, das am spannendsten ist. Das exklusive Sportangebot von Bluewin TV wird von Teleclub geliefert. Neben den erwähnten Spielen der Axpo Super League werden alle Spiele der deutschen Bundes­ liga, alle Spiele der Uefa Champions League und die Top-Spiele der europäischen Ligen (Frankreich, Italien, Spanien, Portugal) im Einzelabruf frei Haus geliefert. Bluewin-TVKunden können ganz nach ihren Wünschen auswählen und Spiele einzeln beziehen.

Wer gar nichts verpassen will, wählt zusätzlich zu Bluewin TV das Teleclub Sportabo: Hier laufen bis zu 24 Livekanäle – man kann von Spiel zu Spiel zappen und ist überall live dabei! Und: Im Sportabo gibts auch Spiele der englischen Premier League, die im Einzelabruf noch nicht erhältlich sind. Bluewin TV plus Teleclub Sportabo ist darum genau das, was Marco Wölfli sich in seiner neuen Wohnung in der Region Bern eingerichtet hat, in die er mit seiner Freundin gezogen ist. Denn: «Ich schaue gerne Spiele der englischen Liga. Der englische Fussball hat Tempo, das Spiel ist aggressiv und schnell – einfach ehrlicher Fussball.» Was Wölfli besonders schätzt: Bluewin TV kommt über den normalen Telefonan-


publireportage

yb-goalie marco wölfli hat zu Hause Bluewin TV mit Teleclub Sportabo. Wenn er will, kann er vergangene Matches nochmals anschauen.

schluss. Das heisst konkret: Ein einziger Anschluss fürs Telefon, Internet und Fernsehen genügt! Der Kabelanschluss erübrigt sich damit von alleine. Und weil Wölfli auch andere Interessen hat als «nur» Fussball, ist er auch Fan von Teleclub on Demand bei Bluewin TV. Dort gibts Topfilme auf Knopfdruck und auch neue Hollywood-Blockbuster. Jeden Monat aktualisiert stehen gegen eine Gebühr Hunderte von Film-Highlights auf Abruf für 24 Stunden zur Verfügung. «Das finde ich sehr praktisch. So wird mir der Weg zur Videothek vor allem auch bei schlechtem Wetter erspart, und ich kann genau dann schauen, wann ich Lust habe.» u Weitere Infos

www.swisscom.ch/tv

Bluewin TV – grosse Auswahl und alles in einem Das bietet Bluewin TV u Über 140 TV-Sender – alle Schweizer Programme, Sender der Nachbarländer bis hin zu internationalen Kanälen sowie Themenkanälen für Kinder, Kultur oder Natur. u Über 130 Radiosender in Top-Qualität aus aller Welt. 50 dieser Sender kann man sich aus Tausenden von Internet-Radiosendern zusammenstellen. u Kino-Highlights jeden Monat aktualisiert und immer auf dem neusten Stand. Der On-Demand-Service erlaubt per Knopfdruck, Filme für 24 Stunden zu mieten. u Bluewin TV ist Fernsehen der neuen Generation: Das Fernsehen kommt aus derselben Leitung wie Telefon und Internet. Die einfache Programmierung erlaubt Einzelund Serienaufnahmen, die Live-Pause ermöglicht es, Sendungen zu unterbrechen, ohne etwas davon zu ver­passen. Zusätzlich gibt es viele Bluewin-TV-Inhalte, auch im hochauflösenden HDTV-Format.

Speziell für Sportfans u Live-Sport-Events – über 160 Spiele der Axpo Super League, alle Spiele der Uefa Champions League, alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga und die Top-Partien der italienischen, spanischen, portugiesischen und französischen Liga. Die Spiele können on demand angeschaut werden – man bezahlt also nur, was auch wirklich interessiert und geschaut wird. u Wer sportlich gar nichts verpassen will, wählt zusätzlich zu Bluewin TV das Teleclub Sportabo mit über 24 Livekanälen. Hier sind auch Spiele der englischen Liga inbegriffen. Zappen ausdrücklich erlaubt! Infos und Anmeldung In allen Swisscom Shops, auf der Demo-Plattform unter www.swissscom.ch/tv oder unter Tel: 0800 800 800


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Dunkle Faszination Rouge Allure in Hysteria (Schwarz-Aubergine) und in Maniac (Schwarz-Rot). Dazu gibts die passenden Nagellackfarben. Von Chanel. u CHF 46.–

Objekt der Begierde

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born

Schön obskur!

u «Die Farbe Schwarz ist von einer absoluten Schönheit», schwärmte einst Coco Chanel. Sie hätte die neue Make-up-Kollektion von Peter Philips, dem Creative Director Création Maquillage Chanel, geliebt. Denn mit Noirs Obscurs experimentiert Philips mit der ganzen Bandbreite der geheimnisvollen Farbe. Faszinierend dabei: die drei schwarzen Lippenstifte von Rouge Allure, einem Schwarz-Rot, einem Schwarz-Aubergine und einem SchwarzBraun. Fein auf die Lippen aufgetupft, sorgen sie auch tagsüber für ein wenig verwirrendschöne Exzentrik. KRISTINA KÖHLER

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Look Wellbeing

shopping

Hier gehts nur um mich Zeit für mich Barbara trägt einen Karo-Mantel von Lionella bei Grieder, der im Herbst auch strassentauglich ist. u CHF 490.– Karo-Becher von En Soie. u CHF 105.– Decken von Eskimo, Fachhandel. Diverse Windlichter, gesehen bei Globus. u ab CHF 65.90

u Wenn der Sommer zu Ende geht und mit ihm so manche Liebes­ geschichte, kann man schon mal leicht melancholisch werden. Die Aussicht auf lange, dunkle Abende allein mit dem PC oder Flatscreen und ohne Kuschel­ partner, als einzige Abwechslung der Pizza-Kurier, der klingelt. In solchen Momenten braucht man ein paar Stunden für sich, mit sanfter Musik, Kerzen, einem duftenden Aromabad und ganz viel Kräutertee. Dann kann man sich die Wünsche von der Seele schreiben, am besten in ein stylisches Büchlein, zum Nachlesen. Zum Ritual der Entschleunigung gehören auch lange Telefongespräche mit der besten Freundin, das Neuordnen der Herbst­ garderobe und das Einfachnur-an-sich-selber-Denken. Wer will, schreibt sich in einen Yoga- oder Tango-Kurs ein. Oder geht endlich mal einen Tag in den Day-Spa. Denn wer sich selber mag – den mag bald auch wieder jemand Neues.

beatrice schönhaus


Zum Entschleunigen CD «Beyond» von Tina Turner. Ex Libris, www.exlibris.ch. u CHF 24.90

Zum Entspannen Duftendes LavendelBad von Crabtree & Evelyn. u CHF 32.–

Zum Schwelgen Handgebundener Band «Another Fashion Book», Grieder. u CHF 93.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, Styling Marisa Pichler

Zum Drüberziehen Stulpen von Dcha bei Ochsner Sport. Div. Farben. u CHF 19.90

Zum Kuscheln KaroKissen mit Quasten von En Soie, www.ensoie.ch. u CHF 90.–

Zum stilvollen Wärmen Ballerinas mit Beutel aus Kaschmir/ Wolle von Grieder. u CHF 165.–

Zum Einhüllen Strickmantel von Anna Purna bei Vivaia Zürich (Set mit Kleid). u CHF 1990.– Schal Anna Purna. u CHF 590.–

Zum Notieren Ledergebundenes Notizbuch von Pinetti bei Globus. u CHF 79.90

Zum Gernhaben Strukturierte Tagesdecke zum Reinkuscheln von Manor. u CHF 39.90 schweizer illustrierte

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Mode

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Wie Rihanna Dominantes Armband von H & M trägt man auch in Kombi mit anderen. u CHF 9.90

Wie Taylor Swift Mädchenhaftes Pailletten-Top mit Satinband-Trägern von Mango. u CHF 89.–

Wie der King of Pop Modemutige tragen den Pailletten-Blazer von Maje wie Michael Jackson. u CHF 759.–

Wie Katy Perry Eine Prise Kitsch erheitert den Alltag: Tasche mit Blumenornamenten von Manor. u CHF 69.90

Glitz & Glam

«Red Carpet»-Momente u Bei ihnen kanns nie genug Glitz & Glam sein: Stars wie Beyoncé (sie räumte gleich drei Trophäen an den MTV Video Music Awards ab) oder der vor Kurzem gestorbene King of Pop (seine Outfits erleben ein Revival). An ihnen haben sich die Designer als Stil-Vorbilder inspiriert. Darum sah man auf den Laufstegen Rüschen, Ornamente, Pailletten, glänzenden

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Satin oder Lurex. Wer sich im Alltag davon eine Prise aufs modische Frühstücksbrötchen streuen möchte, kombiniert ein Einzelteil «Street ware»tauglich. Den Pailletten-Blazer z. B. mit Jodhpur-Hosen, gestreiftem RollkragenPulli und lässigen Sneakers oder den Lurex-Jumpsuit mit langer, dunkler Strickjacke und Overknee-Boots – ganz Diva light, sozusagen. ursula borer

Wie Lily Allen Gold-Jumpsuit im Disco-Look aus Stretch-Lurex, entdeckt bei H & M. u CHF 49.90

Wie Beyoncé Je höher, desto besser: Statement-Heels von Givenchy, bei Brunello, Zürich. u CHF 898.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Melanie Albisser

Wie Victoria Beckham RüschenJupe aus Satin à la parisienne von Mango. u CHF 79.–


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Hotspot

Outdoor-Mekka Wer es nicht an die Löwenstrasse 60 in Zürich schafft, schaut im Shop in Basel vorbei oder ab November in Luzern und Bern. Infos Tel. 043 233 00 66, www.mammut.ch

Kuschlig Gestrickte HightechJacke mit ­Fleece-Einsatz Saipal ist ideal zum Wandern. u CHF 320.–

Mammut-Store, zürich

Wenn der Berg ruft seit der gelernte Seilmacher Kaspar Tanner 1862 in Dintikon bei Lenzburg seine Seilerei gründete, hat sich der handwerkliche Familienbetrieb in ein innovatives Bergsportunternehmen entwickelt, das weltweit tätig ist. OutdoorFans dürfen sich freuen! ursula Borer Öffnungszeiten Mo 12–19 Uhr, Di–Fr 9.30–19 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa 9–17 Uhr

Stark Karabiner lässt sich im Alltag auch als Schlüsselanhänger verwenden. u CHF 8.–

Federleicht Rucksack Lithium Z chillifire aus Leichtgewichtsmaterial. 15 Liter u CHF 120.–

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Wetterfest 3-Lagen-Jacke Makalu aus Dry-TechStretch trotzt Wind und Wetter. u CHF 500.–

Sicher Bergseil Tusk 9,8 mm yellow macht Kletter-Touren sicherer. 60 Meter u CHF 300.–

Alpin Modisch geschnittene Soft-Shell-Jacke Windstopper ist absolut winddicht. u CHF 350.–

Praktisch Robuste DamenTrekkinghose Zip Off Pants mit abnehmbaren Beinen. u CHF 160.–

Cool College-Shirt Sloper mit Mammut-Print macht sich auch an der Party gut. u CHF 70.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

u Wenn City-Girls und -Boys plötzlich den Drang nach Bergluft verspüren, tun sie gut daran, sich um die rechte Ausrüstung zu kümmern und sich Tipps vom Profi zu holen. Im neuen Mammut-Store an der Löwenstrasse 60 in Zürich gibts beides: von der Unterwäsche über Kletterschuhe bis hin zu Schlafsäcken, und das alles mit kompetenter und freundlicher Beratung. Kein Wunder,


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Beauty Pflegerasur Rasierschaum mit befeuchtender Aloe vera. Roger & Gallet, z. B. bei Coop City. u CHF 22.–

Aromakur Das AprèsRasage-Fluid stärkt die Haut mit ätherischen Ölen. Decléor, Manor. u CHF 47.–

Nur keine Müdigkeit! Liftactiv Augen revitalisiert, strafft, aktiviert. Vichy, Apotheken. u CHF 32.–

Anti-Stress-Programm AfterShave-Balm Energy Q10 beruhigt die Haut. Nivea for Men. u CHF 11.90

Feuchtigkeit! Transparentes Feuchtigkeitsgel Aquapower Absolute, Biotherm Homme. u CHF 49.–

Männer-Beauty

DufteTypen u Auch Männer haben ihre kleinen Schönheitsprobleme. Etwa rote Rasurpickelchen, eingewachsene Barthaare, fahle, gespannte Haut, Augenringe. Die Kosmetikindustrie leistet Erste Hilfe mit neuen, gezielten Problemlösern. Noch ungewohnt ist dabei der Einsatz der Aromatherapie (etwa bei der Décleor-Männerpflegelinie Men Skincare). Bei dieser lindert Weihrauchextrakt Rasurbrand,


© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Wärmender Komfort Terre d’Hermès mit Shiso, Minze und Hölzern, Hermès. u CHF 126.–

Schöne Haut! Auch nach der Rasur mit Razor Bump Relief. Kiehl’s, Zürich. u CHF 41.–

Sommerregen CK Free mit Jackfrucht, Absinth, Eisenholz. Calvin Klein (ab 1. Okt.). u CHF 72.–

ätherisches Gewürznelkenöl beruhigt kleine Schnittwunden, ätherisches Eukalyptusöl reguliert die Sebumbildung und soll dadurch die Haut in ihr natürliches Gleichgewicht zurückbringen. Insofern lassen sich auch die neuen Düfte aromatherapeutisch einsetzen. Wie etwa Terre d’Hermès: Minze und Zitrone wecken den Geist, warme Hölzer schenken ein entspanntes Wohlgefühl. Kristina Köhler


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2 1 Scharfe Krallen Nagellack Silicium Color Care von La Roche-Posay ist dank UV-Schutz farbecht. Apo­theken. uCHF 21.– 2 Softie Beuteltasche aus Kunstleder, Vögele. uCHF 29.90 3 Federschmuck Glamouröse Haarreifen von Verlocke, www.verlocke. com. uCHF 25.95 4 Om zum Trinken Botanic Water Carpe Diem von Kombucha, Coop. 5 dl uCHF 1.40 5 Urchig Träumen Karo-Bettwäsche von Mexx, www.kremer.ch. uab CHF 129.–/25.– 6 Swiss Made Spielerisch aufräumen mit dem Holz­wägeli von Szäni, www.szaeni.com. uCHF 249.– 7 Think Pink Damen­polo von Lacoste neu in Neonfarben, LacosteBoutiquen. uCHF 179.– 8 Beatles-Revival-Fans freuen sich über die digital überarbeiteten remastered Versionen aller 14 Alben von Emi Music, www.thebeatles.com. uje ab CHF 23.90

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Jetzt braucht das Haar Pflege! geschädigtes Haar wieder seidigglänzend? Das Wichtigste: Pflege und Regeneration von innen. Das bedeutet feuchtigkeitsspendende Shampoos und Repair-Haarmasken. Mindestens einmal, bei Bedarf zweimal circa 10 Minuten einwirken lassen. Kleiner Tipp: Sollte das Haar nach der Sonne matt, leblos oder gar

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Valentino, 48, prominenter Beauty-Unternehmer

experten-fragen

u Wie pflege ich sommer- und sonnen­

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zu hell wirken, lässt eine schonende Tönung es wieder glänzen. u Wie stylen Sie die Kandidatinnen für die Miss-Schweiz-Wahl am 26. September? Ziel unseres Looks ist glänzendes, schönes Haar, natürliche Eleganz und ganz wichtig: ohne eine zu starke Ver­ änderung der Missen! u Der wichtigste Trend? Im Herbst gilt: Je kürzer das Haar,

desto gerader sollte die Struktur und desto grafischer der Schnitt sein. u Was gefällt Ihnen persönlich am besten? Ich finde Frauen mit kurzem Haar sexy und reizvoll. u Haben Sie einen Geheimtipp? Zwei bis drei Liter Wasser trinken am Tag stärkt Haut und Haar von innen und sorgt gleichzeitig für ein frischeres Aussehen. Beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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neu


Login im september

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Garantiert Freude

Karina Berger, Leiterin der Miss Schweiz Organisation: «Das Fotobuch ist ein Abschiedsgeschenk an Whitney und ihre Sponsoren.»

melectronics bietet nebst fachmännischer Beratung und seinem Tiefpreisschwur auf alle elektronischen Geräte eine Garantiedauer von mindestens 2 Jahren.

Bilderbuchmomente eines Amtsjahres u Ab nächster Woche wird Karina Berger

der neu gekrönten Miss Schweiz mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Geschäftsfrau und Mutter, die selber oft genug für Fotoaufträge vor der Kamera steht, drückt privat auch selber gerne auf den Auslöser: «Es macht mir grossen Spass, Momente einzufangen und das Beste aus jedem Motiv herauszuholen.» Dabei legt die Hobbyfotografin grossen Wert darauf, dass die Schnappschüsse trotz digitalem Zeitalter in einem handfesten Format verewigt werden: «Über Fujifilm erstelle ich auch für mich persönlich Fotobücher. Die Handhabung ist einfach: Vom Internet lädt man die Gratis-Software runter, und schon kann man loslegen.» Zudem achtet

Karina Berger darauf, dass ihre Fotodaten stets sicher verwahrt sind: «Jedes Mal, wenn ich meinen Computer herunterfahre, macht er ein automatisches Back-up, sodass alle Änderungen oder neuen Fotos gespeichert werden.» Yvonne Helfenstein

Foto-Services im Internet www.fujifilm.ch: Nebst den Fotobüchern sind uns auf dieser Homepage auch coole Taschen zum Selbergestalten aufgefallen. www.melectronics.ch: Auch hier ist die Auswahl an Fotobüchern gross. Originell ist die Zaubertasse. Wird sie mit warmer Flüssigkeit gefüllt, kommt das aufgedruckte Fotomotiv zum Vorschein. Weitere Anbieter www.ifolor.ch, www.belcolorfoto.ch, www.snapfish.ch Wollen Sie Handy, Fernseher und Co. sorgen­los geniessen? melectronics bietet vom kleinsten MP3-Player bis hin zur Abwaschmaschine auf alle Produkte eine Garantie von 2 Jahren. Dieser einmalige Service umfasst auch Reparaturen und Ersatzgeräte während der gesamten Garan­ tiedauer. Bei anfallenden Reparaturen während der Garantiezeit verlängert sich die Garantie automatisch um ein weiteres Jahr.

das experten-interview Welche Möglichkeiten gibt es, digitale Bilder zu entwickeln?

Die Möglichkeiten, digitale Bilder zu «entwickeln», sind heute enorm zahlreich. Neben den populären Fotobüchern kann man je nach Bildqualität vom Poster bis hin zum Mini-Sticker fast alle Formate und auch unterschiedlichste Materialien wie etwa Textilstoffe bedrucken. u Wie stellt man am besten sicher, dass digitale Bilder nicht verloren gehen?

Die Bilder automatisch auf einer (externen) Festplatte zu sichern, ist im Moment die sicherste und schnellste Lösung. CD/DVDs sind auch eine günstige Möglichkeit, allerdings sollten diese alle 3 bis 4 Jahre neu kopiert werden. u Verschlechtert sich die Qualität digitaler Bilder durch mehrfaches Kopieren? Beim mehrfachen Kopieren verschlechtert sich die Qualität nicht, erst bei mehrfacher Bearbeitung des Bildes oder bei der Auswahl eines Ausschnittes. Daher im Zweifelsfall immer auch die Originalbilddatei abspeichern.

Das M-Garantieangebot gilt schweizweit in allen melectronics-Filialen. Sämtliche melectronics-Standorte und eine Auswahl von Produkten finden Sie unter www.melectronics.ch. Foto Geri Born

Peter Stijnman Digitalfotografie-Experte bei Canon Schweiz.


check-up ft E­ f i r EIN t e b HW E SCRIPP G

egie Nicht Neue Impfstrat ersonen die gefährdeten P pft werden, sollten zuerst geimLinie die sonder n in erster V ir usüber träger.

t s r e u z n e f Imp : ! r e d n i k l u h c die S R

URNE Text VERENA TH

n Pandemien von beiden historische r de en ne ei hw die Sc Die Untersuchung ie Impfung gegen 1918 und 1957. n te Da üh nf er Ei ich r re de r vo hand umfang an en grippe steht kurz rd wu e wi t so usbreitung erechnet jetz rusträgern und -a Vi rung. Und ausg n vo alu r ev ne ei ng rbreitu -Forscher mit hwindigkeit der Ve sc Ge er : heizen zwei US ch an re n n sio ge Unterla gie die Diskus iert. Mit diesen an m , neuen Impfstrate us nn na we hi uf rt, ra ie ss laufen da ierten sie, was pa gruppen impft. Die Empfehlungen primär ältere ch ters n Al hi te an m s bi im e st wi be t lt dass nich und gezie fhorchen: Sowohl nisch Kranke Ergebnis lässt au s Da 18, Personen, chro nso n, lle ie-Muster wie 19 pft werden so bei einem Pandem n, be . Schwangere geim ar rn st te El ne n se re ch de nder und junge Erwa em all r vo wo wo , dern vor allem Ki e 57 di wie 19 übrigens auch für bei einem Verlauf Die Strategie trifft logen als auch io ankten und kr em er id n Ep e he Di sc . zu er ältere Men eh saisonale Grippe e die ni lva Ga St n optimale rategi und Dr. Aliso starben, ist die ImpDr. Jan Medlock n e te di de ist hr fä en st ge t auf die vordringlich Am e. ich gle setzen dabei nich e di he l gendlic n im nen in der Rege n Kindern und Ju vo ng fu bis Personen, bei de rwe hren und von 30ufe beobachtet ter von 5 bis 19 Ja Al s schwersten Verlä da e di , nen. f diejenigen hrigen Erwachse den, sondern au d laut ihren 39-jä sin e könnte vor allem s gi te da d ra st Un pf n. Im ite e es Di Virus verbre r. de wenn beim Ausvor allem Schulkin wichtig werden, nn da ie Untersuchungen an rn te negrippe-Pandem stecken ihre El uch einer Schwei br rVe Diese wiederum e r Di zu f g. of un st er nd Impf der Bevölk noch nicht genüge g un und die den Rest n pf ge m lo hi io rc em Du id ne iden Ep , also ei t ch Ergebnisse der be rten Fachjournal fügung stünde ni r ung ga mmie samten Bevölker ge r r de he wurden im reno sc uor rs te -F beiden US ntlicht. Die Un öglich wäre. Die m ra st «Science» veröffe m pf Im Co er he es sc t, dass mit di en eine briti ig ug ät ze st er be üb n d ge sin pt un op ch nen ie praktisch gest die im vergange tegie eine Pandem putersimulation, . m ka t lta su Re . Juni zum gleichen ck werden kann lung von Medlo ncemag.org ie sc w. w w Die Impfempfeh nungen ch re Be f au rt sie und Galvani ba

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Vorsicht bei Langstrecken u boston Das Risiko einer venösen

Thrombose erhöht sich laut einer Studie der Harvard Medical School pro 2 Stunden Reisedauer um 18 %. Im Alter, bei Übergewicht oder früheren Thrombosen: Kompressionsstrümpfe tragen oder Medis nehmen! www.hms.harvard.edu

HPV: Impfung ist sicher u ATLANTA Die Impfung gegen

Gebärmutterhalskrebs mit Gardasil ist laut einer Analyse des USMelderegisters sicher. Bei über 23 Millionen Impfungen in den USA kam es zu keiner Häufung von unerwünschten Nebenwirkungen. http://jama.ama-assn.org

Dicke Kinder, arme Kinder u BARCELONA Bei dicken 12-jährigen Kindern sind die Gefässe ähnlich beschaffen wie bei Erwachsenen mit chronischer Herzschwäche. Das hat eine Studie ergeben, die am Kardiologenkongress vorgestellt wurde. Die Kinder hatten auch alle Merkmale eines metabolischen Syndroms.

tipp

Schlaf, Kindchen! Kinder, die weniger als 8 Stunden schlafen, sind laut einer Studie hyperaktiver als Kinder mit längerer Nachtruhe.

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check-up

defibrillator

Lebensrettender Stromschlag Einen Herzstillstand zu überleben, ist fast so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Das soll sich ändern – mit Defibrillatoren an öffentlich zugänglichen Orten und sogar zu Hause.

Text dR. MED. SAMUEL STUTZ

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Prof. Thomas Lüscher, Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich.

«In Zukunft könnten Defibrillatoren, ähnlich wie Fiebermesser oder Blutdruckmessgeräte, in allen Haushalten Eingang finden»

Defibrillation Die heutigen modernen Defis sind sehr einfach zu bedienen. weisungen gibt und den Elektroschock nur bei Bedarf abgibt. Nach dem Schock weist das Gerät den Anwender genau an, in welchem Rhythmus die Herzmassage durchgeführt werden muss. Vier von fünf Patienten mit Herzstillstand können durch eine unverzügliche Defibrillation gerettet werden. Die Erfolgsquote sinkt jede Minute um zehn Prozent. Alle Fachleute sind sich deshalb einig: Es reicht nicht, wenn es nur in Spitälern oder Krankenwagen Defis gibt. Deshalb werden diese lebensrettenden Geräte an immer mehr öffentlichen Orten installiert. Der neuste Trend sind Defis in Mehrfamilienhäusern oder sogar Privathaushalten, wo herzkranke Personen leben. Prof. Thomas Lüscher,

Direktor der Klinik für Kardiologie am Universitätsspital Zürich, empfiehlt, den Defi in allen öffentlichen Gebäuden wie Fussballstadien, Hallenbädern, Kinos, Discos, Restaurants, Hotels, Geschäftsund Amtshäusern zu platzieren. «In Zukunft könnten diese Geräte, ähnlich wie Fiebermesser oder Blutdruckmess­ geräte, aber auch in allen Haushalten Eingang finden.» Wichtig ist, dass nach überstandenem Herzstillstand nach den Ursachen gefahndet und die Vorbeugung intensiviert wird. Die Massnahmen reichen von Lebensstiländerungen und Medikamenten bis hin zu Operationen.  Mehr Infos: www.doktorstutz.ch >Der Defi für zu Hause

Fotos Dick Vrendenbregt, RDB

ans-Rudolf Merz hat ihn überlebt. Michael Jackson nicht. Den Herzstillstand. In der Schweiz erleiden jedes Jahr 8000 Menschen ­einen solch dramatischen Moment. ­Weniger als fünf Personen von hundert überleben einen Herz-Kreislauf-Stillstand ausserhalb des Spitals. In fast drei Vierteln aller Fälle ereignet er sich zu Hause. Deshalb kommen die professionellen Retter oft zu spät. Um das Kammerflimmern zu stoppen und einen normalen Herzrhythmus herbeizuführen, braucht es eine sogenannte Defibrillation. Heute gibt es moderne, automatische und damit «dubelisichere» Defibrillatoren oder kurz Defis. Sie machen jedermann, ob alt oder jung, von einer Sekunde auf die ­andere zum Profi, weil das Gerät dem Anwender Schritt für Schritt klare An-


k chefc ll Not zastillstand Her rICHTIGES vERHALTEN Wenn der Betroffene keine ­Reaktion auf lautes Ansprechen und Schütteln zeigt und keine Atmung festgestellt werden kann:  Notruf

144 alarmieren! mit der HerzLungen-Wiederbelebung beginnen: 2 Atemstösse in die Nase, 30 kräftige Brustkorb-Kompressionen.  Defibrillator holen lassen.  Ohne Unterbruch mit der HerzLungen-Wiederbelebung fortfahren.  Elektroden des Defibrillators an den vorgezeichneten Stellen aufkleben.  Den Patienten nicht berühren und Schock auslösen.  Den Anweisungen des Defibrillators folgen.  Sobald die Rettungskräfte eintreffen, den Patienten ihnen übergeben.  Unverzüglich

www.helpbyswissheart.ch


KOLUMNE

dr. stutz meint Übergewichtige Kids Jetzt machen einzelne Kantone mobil gegen die Bewegungsarmut ­unserer Kinder. Auf Kosten der Steuerzahler. bedenkt, dass sich die Kosten für Bewegungsarmut und Übergewicht allein im Kanton Zürich auf fast eine halbe Milliarde Franken pro Jahr belaufen. Und trotzdem sind sie ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Jeder von uns wird mit einem natürlichen Spieltrieb und Bewegungsdrang ge­boren. Dann dauert es nur gerade mal vier bis sechs Jahre, bis diese angeborenen Triebe in den Zwängen der Erwachsenenwelt und dem fehlenden Vorbild der Eltern erstickt werden. Später soll die Fehlentwicklung mit Millionenaufwand wieder korrigiert werden. Das ist krank. Solange jeder Kanton seine eigenen Purzelbaumprojekte macht, statt dass auf Bundesebene eine Bewegungsrevolution ausgelöst wird, die auf jeder Stufe unserer Gesellschaft ansetzt, werden wir bald amerikanische Verhältnisse haben, was das Übergewicht angeht.

TV-Tipp

Samstag, 26. September, 18.10 Uhr

Besser hören Wie hörschwache Kinder mit der ­Behinderung umgehen. Und Ueli Beck, die Radiolegende, ­erzählt im Studio, wie man als 79-Jähriger mit einem modernen Hörgerät Lebensqualität bewahrt. Moderatorin Dr. Jeanne Fürst befragt eine Akustik-Expertin, auf was es bei den Hörhilfen ankommt. www.gesundheitsprechstunde.ch

Purzelbaumprojekte sind ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft. Wir haben es immer noch nicht kapiert: Die kollektive Bewegungsverweigerung ist mit Abstand das grösste Gesundheitsproblem unserer Zeit. Herzlich, Ihr

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Solarium Wer sich vor 30 regelmässig UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent, warnen Krebsforscher.

Illustration Joel Stutz

Zwei Millionen Franken setzt die ­Zürcher Regierung ein, damit sich Kindergärtler und Schüler wieder mehr bewegen und sich gesünder ernähren. Insgesamt elf Projekte ­werden in den nächsten vier Jahren realisiert. Die Kinder sollen sich zusätzlich eine Stunde pro Tag bewegen. Lehrpersonen sollen ein gesundes Znüni essen und damit Vorbilder sein. Die Eltern werden ermutigt, mit ihren Sprösslingen wieder mehr zu unternehmen, als sie nur gelangweilt den Spielkonsolen zu überlassen. Auch Zahn­pflegerinnen kommen zum Einsatz, sogar Lehrlinge und schwangere Frauen werden eingebunden. Trotzdem sei man schon zufrieden, wenn die Zahl über­gewichtiger Kinder nicht weiter zunimmt, liess der Regierungsrat verlauten. Die 2 Millionen Franken wirken wie ein Tropfen auf den heissen Stein, wenn man


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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Nachts im Museum Wilde Träume zwischen Polarbär und Blauwal – das American Museum of Natural History machts möglich!

Matratzenlager in New York

Im Museum ist der Bär los u Wenn der Nachtwächter das Licht löscht und die Eingangspforte schliesst, ver­ wandelt sich das weltbekannte American Museum of Natural History in ein fröhliches Matratzenlager. Das Mitter­ nachts-Abenteuer beginnt! «Sleepovers» heisst die seit Jahren erfolgreiche Aktion, die Kindern und Jugendlichen in New York einen Blick hinter die Kulissen bietet. Für

die Naturkundefans (auch Familien sind willkommen) gibt es viel zu sehen: Nach dem Snack gehts zur Dino-Show ins IMAXTheater. Danach darf vom Mammut-Saal bis zum 94 Meter langen Blauwal alles erforscht werden, bevor die Augen zufallen. Info Sleepovers, ab USD 129.– pro Person www.amnh.org

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weekend

Reisen

www.weltweit

«Playitas» – ein Resort für Sportbegeisterte u «Playitas» heisst das neu aufgerichtete Familienresort auf Fuerteventura, und Sportler fühlen sich da besonders wohl. Die Neuheiten: olympisches Schwimmbecken, 18-Loch-Golfplatz und Kids Sports Academy. Edelweiss fliegt hin. Info www.helvetictours.ch

Bernina-Express Im Panoramawagen durch die Bergwelt.

Yas Island – neue Ferieninsel vor Abu Dhabi u Abu Dhabi will mitspielen im Tourismus-Roulette, der Emir richtet gross an: Erstmals ist die Formel 1 mit einem Grand Prix zu Gast (1. November). Pünktlich zum Rennen werden auf der Insel Yas Island gleich sieben neue Hotels eröffnet! Info www.yasisland.ae

Lärchen & Gletscher So schön ist das Engadin im «goldenen Herbst».

GOLDENER HERBST IM «KRONENHOF» PONTRESINA GR

Biken, wellnessen «Indian summer»? Den gibts auch im Engadin! Der «Kronenhof» bittet zu goldenen Herbst­tagen mit viel Wellness und Sport nach Pontresina.

Ferienhaus mitten auf dem Golfplatz u Davon träumt jeder Golfer: ein Ferienhaus direkt neben den Fairways! Bel­villa bietet 2000 Adressen an, vorzugsweise in Italien, Spanien und Portugal. Die «Casa Alto Do Cerro» bei Faro (Bild) bietet zehn Golfern Platz: 194 Euro pro Woche pro Person. Info www.belvilla.de

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D

er Herbst ist im Engadin genauso schön wie der Winter – nur deutlich ruhiger und preiswerter! Auf ihre Rechnung kommen alle: Wanderer, Biker, Wellnesser und Gourmets. Klaas Doornbos ist Chefconcierge im Grand Hotel Kronenhof in Pontresina, GaultMillaus «Hotel des Jahres 2008». Seine sechs Tipps für tolle Tage im Engadin. u Tipp 1: Wild beobachten! Der Nationalpark ist einen Tagesausflug wert. Das Val Trupchun ist die «Hirscharena» der Alpen. Im Val Languard bei Pontresina trifft man auf Steinwild und putzige Murmeltiere. Geführte Wanderungen. u Tipp 2: Gletscher-Trekking! Alpintechnische Kenntnisse brauchts nicht, aber ein geübter Bergwanderer sollte man schon sein, wenn man sich zum Gletscher-Trekking auf der Diavolezza und auf dem Persgletscher


Elektro-Bikes! Mit dem Flyer schafft man selbst die wunderschöne Engadin-Tour von Pontresina nach Scuol.

Spa mit Aussicht Der «Kronenhof» Pontresina ist ein Top-Hotel.

und schlemmen! entschliesst. Ein Erlebnis der Extraklasse mitten im Berninamassiv. Zweimal wöchentlich gehts zum Klettersteig Piz Trovat Diavolezza. Atemberaubender Panoramablick auf Palü und Bernina! u Tipp 3: Bernina-Express! Die Bahnfahrt im Panoramawagen auf der Strecke Albula–Bernina (Unesco-Weltkultur­ erbe!) ist einmalig schön. Der Concierge reserviert zum Mittagessen auf der Alp Grüm gerne einen Tisch … Weiterfahrt nach Tirano über den weltberühmten Kreisviadukt in Brusio. u Tipp 4: Biken ohne Stress! Die Flyer­Bikes sind elektrogetrieben. Da schafft man auch die klassische Engadin-Tour von Pontresina nach Scuol, vor allem wenn der Maloja-Wind «schiebt». Golden leuchtende Lärchenwälder säumen den Weg.

u Tipp 5: Vollmond-Trekking! Am 2./3./4.

Oktober steigt man von der Alp Languard erst hoch zur Georgyhütte (Nachtessen), dann weiter zum Piz Languard. Ein Vollmond-Abenteuer mit Teleskop und Sternenhimmel!

6: Den «Kronenhof» testen! Was bietet ein «GaultMillau-Hotel des Jahres»? Bernd Schützelhofers gepflegte 16-Punkte-Küche natürlich. Aber auch einen 2000 m2 grossen Spa mit traumhafter Gletschersicht. Und Fünfsterneservice rund um die Uhr. «Herbst-Special» (pro Nacht, zwei Personen) inkl. Frühstücksbuffet, Gourmetdiner und Spa ab CHF 390.–.  URS HELLER u Tipp

check-in u Das Hotel Grand Hotel Kronenhof, Pontresina, Gault-

Millaus «Hotel des Jahres 2008». 112 Zimmer und Suiten u Das Herbst-Package CHF 390.– pro Nacht für zwei Personen inkl. Frühstücksbuffet und Gourmet-Diner (Juniorsuite CHF 530.–) u Wellness «Abhängen» auf 2000 m2. Schwimmen mit Gletschersicht. 10 % Rabatt auf alle Spa-Behandlungen ­u Freie Fahrt Hotelgäste reisen auf allen Bahnen zum Nulltarif Am Grill «Kronenhof»-16-PunkteChef Bernd Schützelhofer. u Infos www.kronenhof.com, www.pontresina.ch schweizer illustrierte

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En Guete Zartes Wild Ein Klassiker im Herbst.

Reiche Ernte

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weekend

mit Köchin Sibylle Sager

Pilze, Wild und Trauben: Der Herbstwind wirbelt nicht nur Laub durch die Gegend. Er kündet auch von feinen Speisen, Ernte eines grossen Sommers.

Wildgeschnetzeltes mit Steinpilzen

Zutaten (für 4 Personen) Bratbutter zum Braten, 600 g Rehoder Hirschfleisch (z. B. Schlegel, Nuss), in ca. 5 mm breiten Streifen, quer halbiert, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 4 Tranchen Bratspeck, in ca. 1 cm breiten Streifen, 100 g Steinpilze (siehe Tipp), längs in ca. 8 mm dicken Scheiben, 2 Schalotten, fein gehackt, 1 Knob­ lauchzehe, gepresst, 1 dl Weisswein, 1 Esslöffel Maizena, 11/2 dl Wildfond oder Fleischbouillon, 2 dl Rahm, 50 g Baumnüsse, grob gehackt, ge­ röstet, 1 Teelöffel Thymianblättchen Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch portionenweise je ca. 3 Min. braten, herausnehmen, würzen. Bratfett auftupfen, Speck in derselben Pfanne langsam knusprig braten, auf Haushaltpapier abtropfen. Pilze in derselben Pfanne kurz andämpfen, 4 Scheiben für die Garnitur warm stellen. Schalotten und Knoblauch beigeben, ca. 2 Min. mitdämpfen, Wein dazugiessen, vollständig einköcheln. Maizena mit Fond und Rahm anrühren, dazugiessen, aufkochen, bei mittlerer

Hitze zugedeckt ca. 15 Min. köcheln. Fleisch, Baumnüsse, Speck und ­Thymian beigeben, nur noch heiss werden lassen, anrichten, garnieren.

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Süsssaure Trauben Zutaten (für 4 Gläser von je ca. 3 dl) 5 dl Wasser, 5 dl Weissweinessig, 150 g Zucker, 2 Vanillestängel, längs aufgeschnitten, Samen ausgekratzt, 2 Nelken, 1 Esslöffel Pfefferkörner,

tipp Die aromatischen Steinpilze (Saison: August bis Oktober) nicht waschen, sondern mit einem trockenen Pinsel reinigen.

1 Teelöffel helle Senfkörner, 1 kg weisse kernenlose Trauben (z. B. Alpha Fruits) Vor- und zubereiten ca. 35 Min. u Alle Zutaten bis und mit Senfkörner aufkochen, Hitze reduzieren. Trauben portionenweise ca. 8 Min. kochen, mit Vanillestängeln in die sauberen, vorgewärmten Gläser geben. Flüssigkeit auf ca. 4 dl einkochen, siedend heiss bis knapp unter den Rand in die Gläser füllen, sofort verschliessen. Zum Auskühlen auf isolierender Unterlage auf den Kopf stellen. Haltbarkeit kühl und dunkel ca. 6 Monate. Einmal geöffnet, Glas im Kühlschrank aufbewahren, Trauben rasch konsumieren.

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Winzerplätzli

Zutaten (für 4 Personen) 4 Schweinsplätzli (z. B. Nierstück, je ca. 100 g), Bratbutter zum Braten, schweizer illustrierte

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Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 200 g blaue Trauben (evtl. kernenlose), halbiert, 4 Scheiben Raclettekäse (ca. 150 g), halbiert, wenig Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Fleisch ca. 30 Min. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Plätzli beidseitig je ca. 1 Min. braten, würzen, herausnehmen. Hitze reduzieren, Bratfett auf­tupfen. Trauben beigeben, ca. 3 Min. andämpfen, herausnehmen. Plätzli in die Pfanne zurückgeben. Trauben und Käse darauf verteilen. Zugedeckt ca. 5 Min. bei kleinster Hitze ziehen lassen, bis der Käse geschmolzen ist, würzen. Dazu passen Spätzli.

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KaninchenHackbällchen mit Steinpilzen

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 12 Stück) Hackbällchen 200 g Kaninchenfilets, fein gehackt, 1 Scheibe Toastbrot,

ohne Rinde, eingeweicht, gut ausgedrückt, 1 frisches Ei, 1 Schalotte, fein gehackt, 1/2 Esslöffel Thymianblättchen, 1/2 Teelöffel Salz, 1 Messerspitze Cayennepfeffer, Olivenöl zum Braten Sauce 1 dl Portwein, 21/2 dl Wildfond oder Fleischbouillon, 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Schalotte, fein gehackt, 100 g Steinpilze, in ca. 3 mm dicken Scheiben Vor- und zubereiten ca. 45 Min. u Für die Hackbällchen Kaninchenfilets und alle Zutaten bis und mit Cayennepfeffer gut mischen. Masse mit den nassen Händen zu baumnussgrossen Bällchen formen. Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Bällchen portionenweise je ca. 5 Min. anbraten, herausnehmen, Hitze reduzieren, evtl. Bratfett auftupfen. Für die Sauce Wein in dieselbe Pfanne giessen, Bratsatz lösen, bei mittlerer Hitze etwas einköcheln. Fond dazu­ giessen, aufkochen, auf die Hälfte ein­kochen, Hitze reduzieren. Bällchen wieder beigeben, ca. 10 Min. köcheln. Öl in einer Pfanne warm werden lassen, Schalotte andämpfen, Pilze ca. 4 Min. mitdämpfen. Servieren Bällchen mit den Steinpilzen anrichten, Sauce darüberträufeln.

u NÄCHSTE SENDUNG

Montag, 21. 9. 2009, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 22. 9., 1.00 und 13.45 Uhr, SF 1) Mehr Info: www.aldente.ch u Menü für Bodenständige

Apfel-Fenchel-Randen-Salat, Suure Mocke mit Kartoffelstock, Dessert mit frisch gepresstem Saft


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse! Brasserie le Mirage Stansstaderstrasse 90 6370 Stans 041 - 611 08 30 Sonntag Ruhetag Alle Kreditkarten ausser Diners EC- und Postcard www.brasserie-lemirage.ch

weekend

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Très chic & schmackhaft Gastgeber Walter Blaser (l.) und sein junger Küchenchef Thomas Amstutz haben sich ganz der französischen Tradition verschrieben.

Œuf en Cocotte und Bouillabaisse Brasserie le Mirage, Stans NW Echt französische Küche im Herzen der Schweiz: Gastgeber Walter Blaser und Thomas Amstutz in der Küche überraschen auch mit ihren Bordeaux-Tipps.

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rster Eindruck beim ersten Augenschein im französisch inspirierten Restaurant vor den Toren des Kantonshauptorts Stans: zwei Mirages III RS, die eine «black», die andere «white» – das Hobby des Besitzers. Im Windschatten der alten Kampfflieger: eine hübsche Brasserie (mit ausdrucksstarken Bildern des verstorbenen Luzerner Künstlers Pöldi Häfliger). Und ein junger Koch (Thomas Amstutz), der seinen Job ganz ordentlich macht. Imponiert hat er uns mit einer fast vergessenen, urfranzösischen Vorspeise: Œuf en Cocotte, ein echtes Cholesterintöpfli! Mit dem Eigelb vermischen sich frische Morcheln (nicht zu knapp!) und

kräftiger Gruyère. Untadelig auch der Tafelspitz: Amstutz zählt auf einen guten Metzger aus der Region, schneidet das zarte Fleisch dünn auf und legt es über frische, knackige Spargeln; die Vinaigrette dazu ehrt den Chef. «Tout Stans» ordert Deftigeres: das Entrecôte Café de Paris, offenbar die Spezialität des Hauses; Kräuterbutter und Frites waren untadelig. Die Bouillabaisse mit Knusperbrötchen und Sauce rouille, die Zwiebelsuppe und die Black Tigers merken wir uns für den nächsten Besuch vor. Die Speisekarte ist gut, die Weinkarte besser: Was da etwa unter der Rubrik Bordeaux aufgelistet ist, freut

den Kenner, zumal neben «grossen» Schlössern auch echte Geheimtipps gelistet sind. Dieses Erfolgsrezept kommt uns bekannt vor: Richard Beaudoux wendet es in seiner Brasserie Bodu in Luzern seit Jahren an. Gastgeber im «Mirage» ist Routinier Walter Blaser; er wird von einem freundlichen Serviceteam unterstützt. Einen Tipp zum Schluss: Buchen Sie einen Holztisch in der Brasserie; dort ists gemütlicher als im weiss aufgedeckten Gourmetstübli Le Mistral. Im Sommer wird im Garten serviert, praktisch unter den Mirageflügeln. 

Foto Bruno Voser

wein-tipp RosÉ aus St-Tropez Der Rosé M de Minuty 2008, Côtes de Provence AOC (12,5 %), wird unweit von St-Tropez produziert. Ein typischer Ferienwein, der aber auch zu Hause hervor­ragend schmeckt. Vinifiziert wurde er aus den Trauben Grenache,

Cinsault und Tibouren und leuchtet in blassem Pink. In der Nase ist er trocken und delikat, im Gaumen gradlinig und rassig. Mineralische und pfeffrige Aromen sind auszumachen. Ein frischer, sympathischer Durstlöscher, der im Finale fruchtige Noten

von weissem Pfirsich und Aprikosen aufweist. Der Rosé ist neu im Manor-Sortiment erhältlich und jetzt schon ein absoluter Renner. Ideal zum Apéro, zu einem Gemüseteller, zu vegetarischen Kreationen, Risotto mit Pilzen, Fisch oder Spargeln.

Manor www.manor.ch Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 10 bis 13 Grad. u CHF 14.95

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Auto

schon gefahren mazda 3 mps

Kompakter Sportler Seit diesem Frühjahr rollt der neue Mazda 3 auf unseren Strassen. Seither warteten viele Fans auf die rassige Sportversion MPS. Endlich ist der Golf-GTI-Schreck da.

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equem in den Sportsitzen Platz nehmen und den Startknopf drücken. Jetzt will ich aber los!, scheint der Mazda zu brüllen. Allein der Auspuffsound kündigt an: Hier geht es sportlich zu. Im Drehzahlmesser leuchtet feuerrot das MPS-Logo, daneben die LED-Anzeige für den Ladedruck des Turbos. Man hält das Lederlenkrad fest in der Hand, hat den Schleifpunkt der eher straffen Kupplung fein austariert, und schon prescht der Mazda 3 MPS los. Dank dem kurzen Schaltstock werden die einzelnen Gänge sozusagen aus dem Handgelenk eingelegt. Im dritten,

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vierten, fünften, ja selbst im sechsten Gang spurtet der GTI-Jäger vehement voran. 380 Nm Drehmoment und 260 PS sind nicht nur auf dem Papier eindrücklich, sie müssen auch gebändigt werden. Das ist nicht immer ganz einfach und verlangt bei hohem Leistungseinsatz nach einer starken Hand: Trotz serienmässigem Sperrdifferenzial zerren die Kräfte doch deutlich spürbar an der

Betont Das moderne Cockpit zeichnet sich durch sportliche Akzente aus. Rote Ziernähte und Alu-Pedalerie sind Standard.

Lenkung des Fronttrieblers. Sonst wird der Fahrer aber von schierer Freude gepackt: Die Seitenneigung der Karosserie ist gering. Das Fahrwerk ist sportlich komfortabel abgestimmt, trotzdem lässt er sich agil und schnell um Kurven jagen. Optisch trumpft der MPS mit Lufthutze und mächtigem Heckspoiler auf. Das geschwungene Frontdesign bleibt nur ihm vorbehalten und soll ihn von seinen zivileren Schwestermodellen abheben. 25 Kilo weniger Gewicht und ein effi­zienteres Motormanagement sollen zudem den Verbrauch gegenüber dem Vorgänger um einen halben Liter senken. Wer aber die unbändige Fahrfreude im MPS erleben will, muss sich wohl eher mit 11 Litern abfinden. Dagegen ist Mazdas Preispolitik lobenswert: Für unter CHF 40 000.– ist der MPS eine prüfenswerte Alternative zur meist teureren GTI-Konkurrenz. SUsan rocchetti


news

Alfa mito multiair DEM ALFA GEHÖRT EIN SPORTLERHERZ u Fiat spricht von einem Generationen­ wechsel im Motorenbau. Mit Multiair wollen die Turiner das Defizit an Effi­ zienz bei herkömmlichen Turbomotoren dank einer ganz neuen Technologie ausräumen. Das Resultat: zehn Prozent weniger Verbrauch und Emis­ sionen bei über zehn Prozent mehr Leistung. Alfa ist stolz, denn der hüb­ sche Mito ist das erste Modell aus dem Fiat-Konzern, das von der neuen Motorengeneration profitiert. Zum Start gibts den 1,4-Liter-Multiair mit 135 PS (ab CHF 25 850.–). In 8,4 Sekunden erreicht er die 100-km/h-Marke. Der Verbrauch liegt bei 5,6 l/100 km. Später folgen weitere Leistungsvarianten mit 105 und 170 PS.

Auffällig Der Lufteinlass auf der Motorhaube verbessert die Kühlung des Triebwerks.

mazda 3 mps

Auslese Weiss, Schwarz, Grau oder Rot: Für den MPS stehen vier Farben zur Wahl. u Name Mazda 3 MPS u Motoren Benzin 260 PS u 0 bis 100 km/h 6,1 s u Spitze 250 km/h u Verbrauch 9,6 l/100 km u CO2-Ausstoss 224 g/km u Energieeffizienz-Kategorien F u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 39 500.– u Konkurrenten Ford Focus ST und RS,

Opel Astra OPC, Renault Megane RS, Seat Leon Cupra, VW Golf GTI u Unser Urteil Der Mazda 3 MPS ist ein Athlet. Die herausragenden Fahreigen­ schaften und das angemessene Platz­ angebot können sicher einige sport­ begeisterte Familienväter überzeugen. Auch weil der faire Anschaffungspreis das Familienbudget nicht allzu stark belasten dürfte.

Land rover discovery 4 Mit mEHR ELEGANZ UND KRÄFTIGERem MOTOR u Der neue Land Rover Discovery 4 vereint zwei Tugenden: Auf dem Boule­ vard vor dem Strassencafé gefällt er mit rustikaler Eleganz – auf Schotter­ pisten in der Wildnis kann ihn praktisch kein Hindernis stoppen. Die Front wurde überarbeitet und lehnt sich mehr am Range Rover an. Auch im Inneren hat sich einiges getan. Alles wirkt luxuriöser und erinnert stark an eine Limousine. Im Strassenbetrieb wurden ihm die starke Seitenneigung und das Aufschaukeln in Kurven abtrainiert, gleichzeitig aber auch die Messlatte im Gelände höher gelegt. Neu ist zudem der 3,0-LiterV6-Dieselmotor mit 245 PS und einem Verbrauch von unter 10 l/100 km. Der Preis: ab CHF 79 850.–. schweizer illustrierte

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Harmonie zwischen Mars und Merkur

woche vom 27. September bis 3. Oktober 2009 Merkur war seit Anfang Monat rückläufig, er wird nun wieder «direkt» auf dem Tierkreis, in der 3. Dekade Jungfrau. Das bedeutet: Viele Termine und Begegnungen der letzten Wochen werden nach Verzögerungen nun wieder aktuell. Es geht

vorwärts in der Kommunikation. Am 1. kommt es zu einem harmonischen Sextil zwischen Mars und Merkur, was günstig für Abkommen, diplomatische Treffen ist. Am 2. sehen wir die Dinge durch eine rosarote Brille, machen uns Illusionen … oder halten uns Probleme der Umwelt und Religion in Atem?

widder 21.–30. 3. Der Partner spielt derzeit eine Hauptrolle und könnte einen Wechsel herbeiführen. Nicht alles ist immer so klar, wie Sie es sich wünschen (am 29., 30.). Gut für Kontakte: der 28. 31. 3.–9. 4. Sie sind zufrieden mit den Resultaten eines Projektes vom letzten Frühjahr (am 29.). Oder hat ein freundschaftlicher Kontakt positive Folgen? Nächste positive Etappe: Mitte Oktober. 10.–20. 4. Sie sind aktiv, neigen aber dazu, weit übers Ziel zu schiessen. Am 27. oder 1. sollten Sie rechtzeitig die Bremse ziehen! Gute Ergebnisse am 2.

stier 21.–30. 4. Venus sorgt für schöne Stunden, man liegt Ihnen zu Füssen (am 2.). Am 27. aber sollten Sie weniger erwarten. 1.–10. 5. Schöne Stunden in Liebe oder Freundschaft, neue Sympathien. Ihr Charme verfehlt kaum seine Wirkung (am 2.!). Nur um den 7. Geborene könnten vor einer schwierigen Wahl stehen (Folge von Frühling?). 11.–20. 5. Sie sind konstruktiv, übernehmen mehr Verantwortung. Ihre Argumente sind exzellent (am 27., 28.). Nur am 2. haben Sie es schwer, die Lage klar zu beurteilen. Mutige Entscheidung öffnet neue Wege.

zwillinge 21.–31. 5. Sie amüsieren sich glänzend, gehen Hobbys nach (28.). Gute Chancen für neues Projekt (Schreiben?). Am 27. sollten Sie nicht zu streng urteilen! 1.–10. 6. Vor dem 8. Geborene ziehen sich ein wenig zurück, sind nicht auf der gleichen Wellenlänge (am 2.), alle anderen haben derzeit gute Karten, können Gewinn verbuchen. 11.–21. 6. Geduld! Sie haben den Eindruck, auf der Stelle zu treten. Oft mit Restriktionen verbunden, manchmal mit einer neuen Verantwortung (am 29., 2. und 3.). Am 1. kündigt sich eine Besserung an.

krebs 22. 6.–1. 7. Am 27. öffnet Ihnen Ihr Charme neue Horizonte, Sie geniessen es, im Mittelpunkt zu stehen. Danach könnte ein häusliches oder familiäres Problem Sorgen machen (am 29. und 30.). Treten Sie am 2. kürzer. 2.–12. 7. Venus verspricht schöne Stunden, niemand kann Ihnen widerstehen. Amor schiesst einige Pfeile ab (am 2.), Sie schweben in höheren Sphären. Nur am 27. sind Sie ungeduldig. 13.–22. 7. Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an, gibt Ihnen zusätzliche Energie. Gute Kontakte sind nützlich (am 1.!), oft sehr solide.

löwe 23. 7.–1. 8. Tun Sie am 3. den ersten Schritt. Dadurch gibt es eine gute Ausgangsposition. Man hilft Ihnen weiter. Am 30. sind Sie nicht gerade grosszügig. 2.–12. 8. Projekte oder Begegnungen von März haben jetzt Folgen: Erfolg durch oder mit dem Partner? Investitionen? Erledigen Sie Papierkram, gehen Sie auf Nummer sicher! 13.–23. 8. Finanzielle Fragen bereiten Kopfzerbrechen, dank klugen Entscheidungen lösen Sie ein Problem von Ende August (günstig der 29., 30. oder 2.). Am 1. agieren Sie geistreich und schlagfertig.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sollten mehr auf Wünsche des Partners eingehen und kompromissbereit sein (am 1.). In einer finanziellen Angelegenheit sind Sie nicht sehr realistisch (am 2.). 3.–12. 9. Man erliegt Ihrem Charme, Sie sonnen sich in der Bewunderung. Unvergesslich: der 2. (Begegnung, Flirt?). Um den 9. Geborene stehen beruflich vor schwieriger Wahl. 13.–23. 9. Sie sind weiterhin in einer hektischen Zone, müssen sich mit einer ganz neuen Situation anfreunden. Ab 30. sehen Sie etwas klarer, können einen Schritt weiterkommen.

waage 24. 9.–3. 10. Sie sind am 28. gut in Schuss. Am 29. und 30. kommt es anders als erwartet, und Sie müssen improvisieren. Am 2. sind Sie müde und nervös. 4.–13. 10. Sie sind am 27. leicht reizbar (Probleme mit Angehörigen?), am 29. aber gut gelaunt. Um den 10. Geborene können sich entfalten, sind mit Resultaten eines Projektes von März zufrieden. Einige landen schönen Treffer. 14.–23. 10. Sie sind ziemlich nervös, gesundheitlich anfälliger als sonst. Unternehmen Sie etwas gegen chronische Beschwerden, meiden Sie voreilige Reaktionen (28.).

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie können am 28. und 29. nur schwer Ihre Gefühle kontrollieren, ziehen sich in Ihre Schale zurück. Am 1. sind Sie voll im Einklang mit Ihrer Umgebung. 3.–12. 11. Charmanter denn je; Sie erleben schöne Stunden, gewinnen Sympathien (am 2.). Oder kommt es zu Versöhnung? Neue Projekte haben Rückenwind. 13.–22. 11. Sie entdecken neue Horizonte, gewinnen Freunde. Gleichzeitig können Sie mit innovativen Ideen einen Erfolg verbuchen, langfristig die Weichen stellen. Begegnung von Mitte August kommt wieder zur Sprache.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie gewinnen neue Freunde. Ihre Projekte haben Rückenwind. Sie sammeln Pluspunkte (speziell am 28.). Am 27. sollten Sie Ihre sprichwörtliche Toleranz zeigen! 3.–12. 12. Man könnte Ihnen Steine in den Weg legen (am 2.), die Kommunikation mit einer Kollegin ist schwierig. Nach dem 8. Geborene sind auf Erfolgskurs, können Gewinn verbuchen. Oder ein privates Highlight? 13.–21. 12. Geduld! Sie sind in Ihrer Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt. Ab 1. kündigt sich eine Besserung an, und die Wolken verziehen sich.

steinbock 22.–31. 12. Sie haben sich zu viel vorgenommen. Droht jetzt Zeitdruck? Am 29., 30. und 2. sollten Sie nicht auf Klatsch hören! Nachricht sorgt am 1. für gute Laune. 1.–10. 1. Sie sind der Mittelpunkt des Geschehens, Ihre Ausstrahlung verfehlt kaum ihre Wirkung. Vielleicht eine aufregende Begegnung? Oder Versöhnung? Am 2. erleben Sie unvergessliche Momente. 11.–20. 1. Sie sind am 27. nicht gerade tolerant. Diskus­sionen könnten ziemlich laut werden. Am 1. und 2. ist die Stimmung besser, eine positive Veränderung bringt gute Laune.

wassermann 21.–30. 1. Sie kommen zügig voran, entdecken neue Horizonte (28., 3.). Günstig für Reise, wichtige Termine, Schreibarbeiten usw. Gegen Ende Woche klären Sie ein Missverständnis. 31. 1.–9. 2. Jupiter signalisiert Rückenwind (dank einflussreichen Freunden?). Begegnung von März könnte jetzt positive Folgen haben, für einige geht ein Wunschtraum in Erfüllung (am 29.). 10.–19. 2. Sie kümmern sich um finanzielle Dinge und sollten dabei möglichst realistisch handeln. Am 1. haben Sie gute Karten, am 2. aber sind Sie zu leichtsinnig.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sind am 27. ziemlich ungeduldig, könnten den Partner vor den Kopf stossen. Auch am 1. lassen Sie sich zu sehr von Ihren Gefühlen leiten. Diplomatie bringt am 28. Erfolg. 2.–10. 3. Ihr Partner zeigt Ihnen, wie sehr er Sie mag. Legen Sie (am 2.) nicht jedes Wort auf die Waagschale! Am 29. bietet man Ihnen überraschend Hilfe an, Sie können ein Problem lösen. 11.–20. 3. Sie fühlen sich seit Ende August gebremst, ärgern sich über Verspätungen oder Missverständnisse. Der 29. dürfte hektisch werden, am 1. verbuchen Sie einen Erfolg.

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Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


Spiele Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 27. September 2009, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­ staben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die sechsten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Zitat von Alberto Moravia.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abwei­ chungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schnei­ den Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 27. sept. 2009

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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Spiele Gewinner aus Heft 34

weekend

Rebus

Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Michele Galliker Eigen, 6027 Römerswil Lydia Buchser Chênes 19, 2740 Moutier Marc Schöller Dorfstrasse 15, 1714 Heiternried Margrith Gehri Zentralstrasse 30, 6003 Luzern Franz Lussi Spitalgasse 6, 8400 Winterthur

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

goldvreneli-rätsel (Lösung: «Drahtesel») Manuela Burri Frauenfelderstrasse 19, 8370 Sirnach Anneliese Schudel Kreuzbühlstrasse 1, 8600 Dübendorf Christian Nigg Wartstrasse 11, 7312 Pfäfers

Sudoku

Auflösung aus Heft 38

mittel

goldvreneli-Rätsel

   

                       

Èschwer

# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



 

 

               

È willi

 

So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

kreuzwort chaos

rebus 1 B (K) ALL ON 2 Z (D) E IT UNG 3 K OR B = KONDITOR

kreditkarte

sudoku Mittel

wer häts – ohä lätz

È

  # O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

        

        

        

        

        

        

        

         

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raten und rechnen

È

«Nur die Gämsen sind Trophäen. Der Habsburger ist ein Erbstück.»

                 

        

        

        

        

        

        

        

         

zitat zwischen zahlen 1. Negativ, 2. Islamit, 3. Reineke, 4. Dichten, 5. Urheber, 6. Zukunft, 7. Roesten, 8. Heimweh, 9. Estrich, 10. Myanmar, 11. Tilgung, 12. Suspekt, 13. Imitate, 14. Elmiger, 15. Bottich, 16. Ovation, 17. Ladegut, 18. Maessig, 19. Illegal Lösung Im Lobe ist mehr Zudringlichkeit als im Tadel.

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Kunst

Seine Tische mit Geschirr und Essensresten hängen in allen wichtigen Kunstmuseen der Welt. Jetzt hat der Schweizer DANIEL SPOERRI bei Wien selbst ein Museum eröffnet: das «Kunststaulager». Ein Ort zum Staunen!

Kunsthaus für


Böse oder gute Geister? Spoerri schreitet im «Kunststaulager» seine Skulpturenparade der «Prillwitzer Idole» ab.

die Ewigkeit

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Spurensicherung Spoerris «Fallenbilder» sind Klassiker der Kunstgeschichte. Geschirr und Essensreste werden fixiert und an die Wand gehängt. Zum Beispiel in seinem Esslokal in Hadersdorf bei Wien.


Kunst Text Caroline Micaela Hauger Fotos Fabienne Bühler

E

r nennt sich Universaldilettant. Trotzdem hat Daniel Spoerri in seinem Leben viel erreicht. Er war dreimal verheiratet und Solotänzer am Stadttheater Bern. Legte eine Kar­riere als Eat-Art-Künstler hin und errichtete in der Toskana einen Skulpturenpark mit 100 Installationen seiner besten Freunde. Einen Wunsch hatte der 79-jährige Schweizer Kunststar noch: ein eigenes Museum. Keines im herkömmlichen Sinne, denn das Wort «Privatmuseum» mag er nicht. «Es hört sich steif und etwas egozentrisch an – und es gibt schon genug davon.» Sein Traum ging in ­Hadersdorf, 70 Kilometer westlich von Wien, in Erfüllung. Das Kloster am Hauptplatz mit hohen Decken und dunk­ len Klausen wurde zum Ausstellungshaus Ab Art. Im alten Dorfkino eröffnete der Genussmensch das Restaurant Eat Art. Die zwei Spoerri-Häuser sind ein Geschenk des Himmels. «Von Italien und der Schweiz bin ich gewohnt, keine staatliche Unterstützung zu erhalten. Es war fast verdächtig, wie positiv mein Projekt in Österreich aufgenommen wurde.» Munter öffnet Daniel Spoerri mit einem alten Schlüssel und in Begleitung seiner Assistentin Gabriele Fail das Tor zum neuen Reich. Zehn prachtvolle Räume umfasst das öffentlich zugängliche «Kunststau­lager», das seit Juli immer mehr Fans anlockt. Kunst, wohin man blickt. Perfekt ins rechte Licht gerückt! Das meiste stammt vom Künstler selber. Der Autodidakt – ein Meister des schwarzen und weissen Humors – entwickelt seit fünf Jahrzehnten eine eigenständige Objektsprache. «Alles ist abartig, bevor es ­akzeptiert ist», sagt der Hausherr und beginnt mit der Führung durch sein skurriles Imperium. Wo früher leise Gebete gemurmelt wurden, gibt es Eigenwilliges zu ent­ decken: Tierschädel, Schrumpfköpfe, ausgestopfte Alligatorenbabys, Penisse, die in zerschreddertes Geld getaucht wurden, Puppen ohne Köpfe, Köpfe ohne Augen … Daniel Spoerri schafft aus banalen Fundobjekten Assemblagen und subversiv-ironische Welten. Sein Ideenreichtum scheint unerschöpflich. Die Inszenierungen wirken spielerisch, mit einem leichten Hang zum Gruseln. Selbst das harmlose Gemüsebeet im ­Garten prüft die Wahrnehmung der ­Besucher: In tönernen Krügen wachsen

Tomatenstauden. Es sind Kinder-Urnen. Spoerri: «Hier schliesst sich der Kreislauf der Natur. Aus Staub und Erde wächst neues Leben.» Lange wurde Daniel Spoerri nur auf seine «Fallenbilder» reduziert. Die Idee, dem Zufall eine Falle zu stellen, entstand in den 60er-Jahren bei verrückten Eat-Art-Happenings im Restaurant Spoerri in Düsseldorf. Er fixiert mit Leim und Kunstharz vorgefundene Situa­ tionen auf der Tischunterlage – Essensreste, Geschirr und andere Gegenstände. Und hängt diese wie ein Stillleben vertikal an die Wand. Die Fressgelage kosten bis zu 150 000 Franken. Neu inszenierte und arrangierte «Fallenbilder» – Spoerris jüngster Coup – sind schon ab 10 000 Euro zu haben. «Ausser Fett und Seife kann man alles konservieren. Knochen werden ausgekocht, Brot zum Beispiel wird hart wie Holz. Das Ganze mit Leim bepinselt – und es ist haltbar für die Ewigkeit.» Die «tableaux-pièges» und einige seiner kultigen «Brotteig-Objekte» dekorieren sein neu eröffnetes Esslokal in ­Hadersdorf bei Wien. Hier wird Donnerstag bis Sonntag angerichtet (z. B. Pferdefleisch, Stubenküken mit Marillenrisotto). «An der Speisekarte arbeiten wir noch», sagt Spoerri. Ekel und Genuss gehören für ihn zusammen: «Hahnenkamm, Innereien, Stierhoden – das wären Gerichte, die mir gefallen würden.» Wie kommt ein Kosmopolit dazu, seine Zelte in Wien und Umgebung aufzuschlagen? «Hier ist das Klima intellektueller. Italiener unterhalten sich am liebsten über Wein und Frauen, Kultur hat wenig Platz.» Ein Teil des Jahres verbringt Spoerri in seinem 17 Hektar grossen Skulpturenpark in Seggiano südlich von Florenz. «Dort besitze ich vier Häuser, die unterhalten werden müssen. Der Platz für meine Fund- und Kunststücke ist limitiert. Viele meiner Werke waren in Galerien und Lagern in ganz Europa verstreut. Die Idee, alles unter ein Dach zu bringen, gärte schon lange. Dank den Hadersdorfer Häusern kehre ich nun in den Schoss meiner Donau-Heimat zurück.» Eine Heimat, die nicht immer schön war. Daniel Isaac Feinstein wurde 1930 in Galati, Rumänien, geboren. Er war elf, als sein Vater, ein zum Protestantismus konvertierter Jude, von Faschisten ermordet wurde. Spoerris Mutter war Schweizerin, sie floh mit ihren sechs Kindern nach Zürich. «Meine Jugend war so schrecklich, dass ich nie eigene Kinder wollte», erzählt er. Onkel Theophil ­Spoerri, Rektor der Universität Zürich,

Auftrag Am Schreibtisch von Spoerris Wiener Wohnung entsteht ein «Fallenbild» für einen Arzt.

«Ich will auch unappetitliche Sachen zeigen, nicht nur die schön gepützelte Welt» Daniel Spoerri adoptierte den kleinen Daniel. Dieser hatte eine kreative Ader und lernte später Jean Tinguely kennen, Meret Oppenheim, Dieter Roth, Bernhard Luginbühl, César, Yves Klein, Man Ray, Niki de Saint Phalle. 1960 gründete Spoerri die Künstlervereinigung Nouveaux Réalistes. Andenken an diese Freundschaften finden sich in seiner Wundertüten-Wohnung am Naschmarkt in Wien. Seit zwei Jahren lebt Spoerri hier allein. In der Atelier-Stube wird klar: Wir betreten die Höhle eines Sammlers. Unglaublich, was dieser rastlose Geist in seinem Leben zusammengetragen hat! Stolz zeigt er seine Spazierstocksammlung. Das Prunkstück ist ein geschnitztes ­Modell von einem afrikanischen Medizinmann. Spoerri hortet Sparschäler, gezackte Teigrädchen, Kochbücher, Stoffe, Masken, Totenschädel, ToraRollen-Halter – und sogar Koprolithen: «Versteinerte Echsen-Scheisse!», sagt er stolz, während er die aussergewöhnlichen Fundstücke in den Händen hält. Klar, dass man sie sofort berühren möchte. Der Jahrmillionen alte Tierkot ist schwer wie Eisen. Typisch Spoerri: Dem Professor an der Kölner Fachhochschule für Kunst und Design gelingt es, selbst etwas so Banales wie Exkremente zum Kunstobjekt zu erklären.   «Kunststaulager» Hadersdorf bei Wien, www.spoerri.at oder www.danielspoerri.org schweizer illustrierte

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publireportage

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Party

Milliardär und Unternehmer Adriano Agosti mit Gattin Lauri – sie in einem Kleid von Meryl.

Freuten sich auf das Dinner, kreiert von «Dolder»- Novartis-Mann Thomas Chef Karsten Walzl: Andreas Schmid, VR-Präsident Wellauer mit seiner Flughafen Unique, mit Ehefrau Françoise. Gattin Marianne.

Viel Glanz für einen guten Zweck Die Rotkreuz-Gala im Zürcher «Dolder Grand»

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as gibt es Schöneres, als zu schlemmen und zu feiern – und das erst noch, um zu helfen! 400 gut betuchte Gäste besuchten am Samstag die Gala des Schweizerischen Roten Kreuzes im «Dolder Grand» und leisteten bereits mit dem Eintritts­ticket à CHF 620.– einen Beitrag an das Hilfsprogramm für die Opfer vergessener Katastrophen. Gastgeber Marco Illy von der Credit Suisse bot mit Co-Sponsor Dior einiges: eine Modeschau mit den neusten Winter­trends, feurige Musik der Gipsy Queens und eine grosse Benefiz-Auktion, bei der auch das Tennisracket von Stanislas Wawrinka unter den Hammer kam. Prinzessin Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg hatte es auf eine Uhr für Gatte Lambros Milona abgesehen. Während Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann gar nicht erst mitsteigerte («Das sprengt mein Budget!»). Sonova-CEO Valentin Chapero setzte auf Kunst: «Vor zwei Jahren haben wir ein tolles Bild ersteigert – vielleicht klappts diesmal wieder.» Unternehmer Adriano Agosti liebäugelte mit einer Ducati: «Damit würde ich dann gleich über den Simplon düsen.» Und Verlegergattin Raquel Marquard war froh, dass kein Rennauto im Angebot war: «Davon hat Jürg nämlich schon genug.» Fazit: Wenn Charity so viel Spass macht, sitzt das Portemonnaie trotz Krise locker. Text Nina Siegrist, Fotos Bruno Voser

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Gastgeber (v. l.): Marco Illy (CS), Hilda BurgerCalderon, Rotkreuz Botschafterin Celia Gräfin von Bismarck, Markus Mader (SRK).

Prinzessin Lilly zu Sayn-WittgensteinBerleburg in einem Kleid von Roberto Cavalli. Immobilienhändler Jürg und Raquel Thomas Hollinger Marquard: Sie trägt und Monique. Ihr John Galliano (Dior). Décolleté entzückte.


Silvia Affolter führte charmant in Englisch und Deutsch durch den Gala-Abend.

Hotelplan-Chef Christof Zuber mit Ehefrau Tania (sie hat ihr Glitzerkleid in Mailand gekauft).

Ringier-Konzernchef Christian Unger mit Gattin Annette.

Thomas Kern, CEO Unique, mit Ehefrau Joy.

Grosses Herz: Unter­ nehmer Beat Curti mit Ehefrau Regula.

Ex-Miss-Schweiz Amanda Ammann in einem Kleid von Lisbeth Egli. Sie freute sich auf die Dior-Modeschau.

Valentin Chapero, CEO von Sonova, und seine Frau Amira in Prada.

Tomas Prenosil, CEO Glamouröser Auftritt: Sprüngli, mit Vera Schlumpf Zürichs schillernde Hotel­ (in Roberto Cavalli). besitzerin Ljuba Manz.


Notabene

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Yes, we gähn!

Chris von Rohr

or vielen Jahren, wo wir mit unserer Rock- Agrarsubventionen. Besonders stossend die absurde MarktunterBand Krokus noch ganz am Anfang stan- stützung der Milch – nein, leider nicht der Muttermilch, sondern den, gingen wir mal auf die Gemeinde. Wir der Kuhmilch – und ihrer zum Teil börsenkotierten, gewinnträchwussten, dass es jede Menge leer stehen- tigen Konzerne wie zum Beispiel Emmi (73 Mio.) oder Nestlé de Keller gab, und wir brauchten dringend (5,3 Mio.). Soll mir das bitte einer erklären! Ich bin mir fast sicher, ein Probelokal. Schnell machte man uns dass die Pharma-Branche auch noch ihre Finger in irgendwelchen klar, dass da nichts läuft. Kein Platz für üppigen Subventionstöpfen drin hat. Man nehme nur den Schweiunnütze Musiker! Wir waren echt sauer auf negrippe-Hysterie-Feldzug. Wer übernimmt nun nach der abdie Engwinkel-denkenden Verwalter und surden Angstmacher-Kampagne und der angeblichen Pandemie Bürokraten. Aus heutiger Sicht bin ich ihnen jedoch dankbar, die hohen Kosten für die fix bereitgestellten 16 Millionen Spritdenn sie waren mitverantwortlich, dass wir noch härter und zen, Gesichtsmasken und die kaum richtig getesteten Massen kom­promissloser an unser Vorhaben rangingen und das Heft an Impfstoffen? Ja, genau: wir! And yes, we gähn! selbst in die Hand nahmen. Das Problem vieler, vor allem linker Politiker ist, dass In der letzten Gemeinderatssitzung der Stadt Solo- sie ihre unausgegorenen Ideen schlecht berechnen, nämlich imthurn gabs rote Köpfe. Man lehnte einen Stadttheaterumbau für mer Best Case und auf Kosten der Steuerzahler. Ihr Zauberwort rund 14 Millionen Franken ab. Gut so! Nicht dass ich heisst sanieren, undurchdachte Sofortmassnahmen, gegen gutes, volksnahes Theater etwas einzuwenden «Ich glaube statt das Übel bei der Wurzel zu packen und Nachhaltiges einzuleiten. Das ist gerade wieder bei der IV hätte, im Gegenteil, aber was die Polit-Druiden end- an Träume, und CO2-Baustelle deutlich zu sehen. Das sind aber lich lernen müssen, ist: Rechnen! Es ist nämlich ein klares No-Go, mit 8 Millionen Franken Ausgaben aber an die falschen Signale für die Zukunft. Fremdes Geld zu beginnen und dann plötzlich bei 14 Millionen an- solche, die gibt sich bekanntlich schneller und besser aus als das zukommen. Wir kennen dieses Prinzip ja nicht erst man selbst eigene. Doch wo führt das hin? seit dem unseligen Neat-Debakel. Wenn man etwas Ich glaube sehr wohl an Träume, aber an sol­genauer hinschaut, werden die Planungs- und Bau- verwirklichen che, die man selbst verwirklichen kann und muss. Die aufträge trotz «anonymen» und natürlich kosten- kann und grossen Hindernisse sind ein wichtiger Teil des Weges. dachfreien Wettbewerbsausschreibungen meistens Der Mensch vermag das Unmögliche möglich zu masorglos an die mit den richtigen politischen Verbin- muss» chen. Er kann sehr viel erreichen, wenn die Haltung, dungen vergeben. Obwohl man es auch anders, vor der Plan stimmen und das Feuer der Leidenschaft allem billiger machen könnte. brennt, aber auch nur, wenn er selbstkritisch bleibt und begreift, Eigentlich bin ich ein Subventionsgegner, vor allem dass es langfristig nichts bringt, wenn ihm jemand einen Fisch anwenns um Unterhaltungskunst geht. Zu freizügige Staatssubven- statt einer Fischerrute gibt, mit der er selbst aus eigener Kraft ­fischen tionen killen meiner Meinung nach oft Kreativität und Dringlich- kann. Alles andere ist unbefriedigende Symptombekämpfung. keit. Und die brauchst du, um was Aussergewöhnliches zu leisten. Und die, die wirklich nicht mehr zu einem würdigen Leben imWer wenig Mittel hat, wird erfindungsreich und kämpferisch. Der stande sind: die Abgeschobenen, die Randständigen, die GebrechStaat sollte in diesen Prozess nicht zu fest eingreifen. Aber die lichen, die Benachteiligten, die Kranken und psychisch kaputt GeFüllhorn-Abteilung in Bern unterstützt ja querbeet fast alles, was machten. Denen soll echte Unterstützung zukommen von klaren aufheult und genug Lobbying macht. Wussten Sie, werte Leser, und wachen Menschen, die noch checken, wer wirklich auf Hilfe eigentlich, wo unsere Steuergelder nebst der Kultur überall hin- angewiesen ist und wer nur ein cleverer, dreister Schmarotzer fliessen? Es sind mittlerweile an die 400 (!) Subventionsposten, unseres arg gebeutelten Sozialsystems ist. Also, wacht auf, ihr total 30 Milliarden! Geldverzettler, und gebt das Geld jenen, die es wirklich brauchen! Wir unterstützen unfreiwillig mit Millionen die Inter­ Die anderen werden es schon auf die Reihe kriegen, wenn es ihnationale Atomenergie-Agentur und das Zentrum für sicherheits­ nen mit ihrer «Kunst», ihrer gesunden Milch und ihren sonstigen politische Friedensführung, was immer das heissen mag! Den Projekten wirklich ernst und dringlich ist.  ­teuersten Zuckerpreis weltweit lässt sich der Bund 30 Millionen kosten. Richtig üppig werden die Bundesgeschenke bei den Chris von Rohr, 57, Musikproduzent und Autor

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Leser

«Jetzt hat Roger drei starke Frauen daheim» u Mirka Federer: Muse, Mutter

und Managerin: SI 38/2009 «Die Story über Mirka war überfällig. Sie ist in der Tat die starke Frau hinter unserem Tennis-Star. Trotz ihren jungen Jahren hat Mirka das Tennisprofi-Umfeld ihres Mannes Roger perfekt im Griff. Schön, dass die Schweizer Illustrierte der Muse, Mutter und Managerin ein Kränzchen windet.» H. K. Kobler, per E-Mail

«Mirka fasziniert mich. Sie ist Mutter von Zwillingen, Frau des besten Tennisspielers der Welt, und sie sieht fantastisch aus! Oft habe ich Mühe mit dem Klischee, hinter jedem starken Mann stehe eine starke Frau. Aber bei den Federers scheint das zu stimmen. Oder besser gesagt: Jetzt hat Roger sogar drei starke Frauen daheim! Ich wünsche der jungen Familie nur das Beste. Und ich hoffe, dass wir bald mehr Bilder der Babys sehen werden.» A. Huber, per E-Mail

Chris von Rohr ist Super u «Notabene» von Kolumnist Chris von Rohr «Lieber Herr von Rohr. Herzliche Gratula­ tion zu Ihrem ‹Notabene› vom 24. August (‹Die Seuchenprediger›). Sie haben es auf den Punkt gebracht. Ich bin voll Ihrer Meinung. Generell: Ihre ‹Notabene› finde ich immer ganz toll. Machen Sie weiter so!» Patricia Kempf, per E-Mail «Danke dem Zeitgenossen Chris von Rohr für seine klaren Worte. Ich unterschreibe seine Ansichten voll und ganz.»

Besitzer eines Le-Copain-Begleithundes bisher noch nie etwas an die Ausbildung ihrer Hunde bezahlen mussten. Unsere Organisation Le Copain stellt die Begleithunde gratis zur Verfügung. Die IV hat bis anhin keine Beiträge an uns geleistet.» Nicole Boyer, Le Copain, Schweizerischer Verein für die Ausbildung von Hilfshunden für motorisch Behinderte

Liebe Frau Boyer Vielen Dank für Ihre Präzisierung – wir bitten, den Fehler zu entschuldigen! Die IV plant, sich ab Januar 2010 an den Ausbildungskosten für Begleithunde zu beteiligen. Die Redaktion

Marianne Marty, per E-Mail

schreiben sie uns ihre meinung

wer bezahlt den Le-Copain-Hund? u Der behinderte Felix Illi hat einen ­Begleithund, SI 38/2009 «Besten Dank für den Bericht über Felix Illi und seine Begleithündin Chiva. Der Artikel und die Fotos sind super. Wir möchten aber unbedingt präzisieren, dass die

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

Wenn es die Russis nicht schaffen, wer dann? Wir! u Bernhard und Mari Russi haben sich getrennt, SI 37/2009 «Fünf Seiten über die Trennung von Bernhard und Mari, dazu das Titelbild und ein Kommentar. Und das Ganze gipfelt mit der Feststellung im Text: ‹Wenn es die Russis nicht schaffen – wer dann?› Wir! Nächstes Jahr sind wir 30 Jahre verheiratet. Und es gibt gewiss Hunderte, Tausende Ehepaare, die ‹es schaffen›. Nur sind wir eben alle keine Promis, sondern bloss normale Bürger.» Arthur und Jeannette Flückiger, Bern

impressum Nr. 39, 98. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chefredaktor Andrea Müller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


Die Liste

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vreni schneider

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von iso niedermann

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Meinen Mann zum Geburtstag überraschen Marcel wird am 18. Oktober 40. Da will ich mir etwas sehr Spezielles einfallen lassen. Das Beschenken ist bei uns beiden ja eher schwierig. Wir haben doch alles.

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Fotos einordnen Die Bilder unserer Söhne Florian und Flavio türmen sich. Ich hab aber noch nicht mal das Album der ersten Lebensjahre der beiden geschafft. Das will ich endlich aufarbeiten!

4 5 Skilegende und Vollblut-Mami Auf den Pisten ist die beste Schweizer Skirennfahrerin der Geschichte unerreicht (3-mal Olympiagold, 3 WMTitel, 3 Gesamtweltcupsiege, 55 Weltcuprennsiege). Und jetzt ist die Elmerin Vreni Schneider, 44, als zweifaches Mami von Florian, 5, und Flavio, 3, im Schuss.

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schweizer illustrierte

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Den Schlafrhythmus ändern Meist bin ich bis weit nach Mitternacht mit Haushalt oder Büroarbeiten beschäftigt. Ich muss früher ins Bett! Gräber besuchen Ein trauriges, aber wichtiges Projekt. Aus diversen Gründen konnte ich nicht an einige für mich wichtige Beerdigungen. Jetzt will ich die Gräber auf verschiedenen Friedhöfen in Ruhe besuchen. Mehr Sport treiben Meine Mutteraufgaben erfüllen mich. Die verblei­ bende Freizeit beanspruchen vor allem Partner und Podiumsgespräche. Jetzt will ich für Körper und Geist vermehrt wieder Gutes tun. Olympia-Gastfamilie besuchen Meine drei Olympiamedaillen 1994 in Lillehammer wurden durch die Privatunterkunft unseres Teams bei einer lieben Familie begünstigt. Ich sah diese letztmals vor elf Jahren. Jetzt möchte ich ihr mit meinen drei Männern einen Besuch abstatten. Loslassen können Ich habe mich damit immer schwergetan, vor allem natürlich bei den Buben. Da möchte ich etwas gelassener werden. Ein Buch schreiben Der Titel: «Das Leben nach der Karriere». Ich verdanke dem Skisport so viel. Doch das Allergrösste kam danach: das Muttersein. Der Übergang in dieses neue Leben – eine Super-Erfahrung! Mit einem Delfin schwimmen Ich habe Wasser zwar lieber in Form von Schnee. Doch Delfine haben auch mich als Nicht-Wasserratte stets fasziniert. Ihre Sensibilität – unglaublich!

Foto RDB / SonntagsBlick / Goran Basic

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Ski fahren mit Kurt Aeschbacher Ich habe an dieser Stelle kürzlich gelesen, dass Kurt das Carven lernen will. Ich war schon mehrmals bei ihm in der TV-Sendung und bewundere seine einfühlsame Art. Es wäre mir eine Ehre, seine Skilehrerin sein zu dürfen!



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