Page 62

Lasziv Penélope Cruz als verführerische Filmdiva Lena.

Rache ist süss – und ganz schön gefährlich

1

film noir los abrazos rotos (e) Pené­lope Cruz unter der Regie ihres Mentors Pedro Almodóvar als Filmdiva, die eine Liaison mit einem Regisseur hat. u Die Filme von Pedro Almodóvar

(«Volver», «Hable con ella») sind stets so stilvoll ausgestattet, dass der von Andy Warhols Pop-Art inspirierte spanische Regievirtuose eigentlich gar keine Geschichte zu erzählen brauchte. Auch «Los abrazos rotos» ist wieder ein hochästhetisches Kunstwerk. Penélope Cruz verkörpert die junge Lena, die dank ihrem alten Liebhaber, einem Produzenten, zum Film kommt. Beim Dreh von «Frauen und Koffer» verliebt sie sich in Regisseur Mateo (Lluís Homar). Der gehörnte Pro­duzent übt grausame Rache: Er verwickelt die Turteltauben in einen ­Autounfall, bei dem Lena ihr Leben und Mateo sein Augenlicht verliert. Zudem schneidet er bei der Fertigstellung von «Frauen und Koffer» die schlechtesten Sequenzen so zusammen, dass der Film lächerlich wirkt. Jahre später wird Mateo von der Vergangenheit eingeholt: Worauf er beschliesst, seinen Film nun selber zu vollenden. In Rückblenden fächert Almodóvar einen melodramatischen Film noir um Liebe und Eifersucht auf. Wie immer in seinem Œuvre liefert die Ausstattung

62

schweizer illustrierte

Hinweise zum Verständnis: So hängt in der Wohnung des Produzenten ein Bild mit einer Pistole, ein phallisches Symbol für (gefährlichen) Sex – wie der ­einschlägt, muss man wohl keinem fühlenden Menschen erklären: Wenn Penélope Cruz Tomaten und Knoblauch hackt, ehe sie sich ihrem Lover hingibt, ist das Sinnlichkeit pur! Die Kreuze wiederum stehen für die aufkeimenden Schuldgefühle. Und die Farbe Rot, die fast in jeder Szene mit Lena vorkommt, weist auf das tragische Ende ihrer Liebe hin. Der Film deutet an, dass für den leidenschaftlichen Cinephilen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gefährlich verschwimmen. Allerdings ist Almo­dóvar das Werk zu lange geraten. Ein gutes Werk, aber nicht eines von Almodóvars besten. christian jungen Deshalb ist der Film ein Muss u Penélope Cruz spielt unter ihrem Mentor Almodóvar temperamentvoll wie nie. u Er enthält viele Hommagen an Film­klassiker wie «Viaggio in Italia» mit Ingrid Bergman. u Man geniesst zu prachtvollen Bildern die Schönheit der spanischen Sprache. 88888 Länge: 128 Min., Regie: P. Almodóvar, Darst.: Penélope Cruz, Lluís Homar. Start: 13. 8.

mehr kino-tipps

2

kriegsfilm The hurt locker (USA) Elite-Soldaten der US-Armee entschärfen im Irak Bomben – und werden vom Angstkitzel abhängig.

Darum ist es der beste Irakfilm u Der Streifen von Regisseurin Kathryn

Bigelow ist atemberaubend spannend. u Der Krieg als Droge für Soldaten, der

sie vom Alltag entfremdet. u Drehbuchautor Mark Boal hat als

Journalist aus dem Irak berichtet. 88888 Länge: 131 Min., Regie: Kathryn Bigelow, Darst.: Jeremy Renner, Anthony Makie. Start: 13. 8.

3

beziehungskomödie Le code a changé (F) Ein Pariser Paar lädt Freunde zum Essen, bei dem es unter und über dem Tisch zum Geschlechterkampf kommt.

Das macht den Film sehenswert u Eine amüsante Comédie française über Lieben und Lügen von 40-Jährigen. u Es braucht nur einen Bruchteil einer Sekunde, um das Leben zu verändern. u Wie wahr! «In vino veritas»– im Wein liegt Wahrheit. 88888 Länge: 100 Min., Regie: Danièle Thompson, Darst.: Dany Boon, Emmanuelle Seigner. Start: 13. 8.

Foto Pathé Films AG

die besten

Kino

SI_2009_33  

People- und Lifestyle-Magazin

SI_2009_33  

People- und Lifestyle-Magazin

Advertisement