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marc berthod Der Skistar zeigt sein Oberengadin

Mit si gruen marc forster Foto-Shooting bei Bryan Adams in London

rolf knie Intime Einblicke in sein Innerstes zum 60. Geburtstag

ÂŤIch bereue nichtsÂť 33 10. August 2009 CHF 4.50


Inhalt 42

u Herr der Bilder Zu Besuch bei Rock-Star Bryan Adams in London. Unser Hollywood-Regisseur Marc Forster lässt sich für einmal gern herumdirigieren.

HEFT 33, MONTAG, 10. August 2009

Titel 16

Rolf Knie 60! Der Lebenskünstler öffnet auf Mallorca seine Finca – und sein Herz

Leute Foto Hervé Le Cunff; Titelfoto Thomas Buchwalder

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Tagebuch des stv. Chefredaktors Leute Familie Federer, Martin Suter, Stan Wawrinka, Ursus & Nadeschkin, Zoe Scarlett, Melanie Oesch, Adolf Ogi Barbara Burtscher Fliegt die 24-Jährige als erste Schweizerin auf den Mond? Diego Benaglio So lebt unser MeisterGoalie mit Schatz Nadin in Wolfsburg Bea Petri Die Schmink-Königin, ihr Stapi-Prinz und ihre Grossstadt-Oase Marc Berthod Der Skistar zeigt «Meine Schweiz»: sechs Seiten Oberengadin schweizer illustrierte




Inhalt Schicksal 24

Das Wunder von Zignau Familie Balliet überlebte den 150-m-Sturz. Unverletzt!

Gesellschaft 30

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Dr. Beat Richner Zwischen Heimweh, Hilfe und Hadern. Der unermüdliche Kinderarzt zu Besuch in der Schweiz Marc Forster Unser Starregisseur ist «Hear the World»-Botschafter. Und spricht über seine neue Vater-Rolle!

Shopping 45

u Natürlich «Hier kann ich Kraft schöpfen. Die Landschaft vermittelt Ruhe und Geborgenheit.» Ski-Ass Marc Berthod zeigt seine Heimat: «Im Oberengadin findet jeder, was er sucht.» Und er verrät, was es zum perfekten Wochenende braucht.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 55 56 58

HPV-Impfung! Schützt Frauen beim Sex Ruhiggestellt! In den Alters- und Pflegeheimen werden viel zu viel Pillen verteilt Dr. Samuel Stutz Couchepins Fiasko

Die Besten 59

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 67

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party 86

Filmfestival Locarno

Fotos Remo Nägeli, Achim Multhaupt

Und …

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u Ausserirdisch «Mit etwas Glück stehe ich bald auf dem Mond.» Und das meint Physiklehrerin Barbara Burtscher ganz ernst!

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u Meisterlich «Auf meiner neusten Tätowierung ist noch Platz für die Namen unserer Kinder.» Bei Diego Benaglio läufts rund!

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

88 90 33 76 89

Notabene von Peter Scholl-Latour Die Liste von Blues Max Impressum Horoskop Leserbriefe

.schweizer-illustrierte.ch

Zu Gast bei der «Schminkerin der Nation» So lebt die Make-up-Artistin Bea Petri in ihrer Wohlfühl-Oase mitten in Zürich. Natürlich nur im Web-TV der Schweizer Illustrierten. schweizer illustrierte




tagebuch

Ganz nah dran Charlene & Myla Typisch Roger

Federer. Völlig entspannt und gewohnt souverän hat er auch die ganze Aufregung um seine Zwillinge gelöst – und seinen eigenen Weg gewählt. Er hat Wort gehalten und das erste Bild von Charlene und Myla wie versprochen auf Facebook veröffentlicht. Damit lässt er seine Millionen Fans auf der ganzen Welt teilhaben an seinem Glück. Gleichzeitig gelingt es ihm, seine Privatsphäre maximal zu schützen. Auch wir halten Wort. Und möchten Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, das erste wunderbare Bild der glücklichen Familie nicht vorenthalten: Unsere Grafikabteilung hat deshalb alles unternommen, um das technisch bescheidene Facebook-Foto in bestmöglicher Qualität und ganz gross zeigen zu können. Das Bild der Woche, auf Seite 8

Andrea Müller, stv. Chefredaktor

Marc Forster Mick Jagger, Annie Lennox,

Harry Belafonte und Plácido Domingo – sie alle waren schon hier, im privaten Fotostudio von Rockstar Bryan Adams in Chelsey, London. Als neuster Botschafter für die Phonak-Initiative «Hear the World» stand jetzt HollywoodStarregisseur Marc Forster vor Bryan Adams’ Linse. Und die Schweizer Illustrierte darf als erstes Medium überhaupt bei einem solchen Foto-Shooting in London dabei sein. Marc Forster schildert, warum ihm das Thema Gehörlosigkeit so nahegeht, er erzählt die traurige Geschichte seines fünf Jahre älteren, gehörlosen Bruders Wolfgang. Bryan Adams entpuppt sich übrigens als perfekter Gastgeber. Er hält sich höflich und mit britischem Understatement im Hintergrund, offeriert in seiner Küche zum Zmittag ein feines Sushi-Plättli und erkundigt sich danach in seinem Wohnzimmer höchstpersönlich, welchen Typ Kaffee er unserer Unterhaltungschefin Bettina Portmann wohl auftischen dürfe. Marc Forster wechselt unterdessen das Thema und schwärmt von seinem Töchterchen Lia Enéa und seiner neusten Rolle – der des frischgebackenen Vaters! Ab Seite 42

Star ohne Allüren Auf der Londoner Dachterrasse von Rocker Bryan Adams erzählt Hollywood-Regisseur Marc Forster SI-Unterhaltungschefin Bettina Portmann von seinem Baby Lia Enéa: «Mein Supermädchen!»

Rolf Knie Unglaublich: Diese Woche wird

Rolf Knie 60 Jahre alt. Seit mehr als 30 Jahren begleitet die Schweizer Illustrierte nun schon seine Karriere. Rolf Knie polarisiert! Nicht alle mögen ihn, viele lieben und bewundern das Multitalent. Der Mann ist ein Phänomen – Clown, Schauspieler, Maler. Vier Tage lang begleitete SI-Chefreporter René Haenig den Lebenskünstler auf Mallorca. Erleben auch Sie die faszinierendste Persönlichkeit aus der Schweizer Zirkusdynastie – ab Seite 16

Foto Fabienne Bühler

Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

SI Style. Das neue Schweizer Fashion-Magazin. Volle 156 Seiten Mode, Beauty, Design, Reisen, Sex und Kultur. Dazu: Superstars gewähren SI Style exklusive Einblicke in ihr Privatleben. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte




bild der woche



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die federers zu viert

Die grössten Kleinsten

Foto Robert Federer via Facebook

L

a-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu …» Pardon: Hier schaut die ganze Welt zu – und trotzdem dösen Charlene Riva & Myla Rose selig weiter. Der erste Fototermin der eineiigen Zwillings­ mädchen findet wohlbehütet im familiären Rahmen statt. In gewohnt entspannter Federer-Manier präsentieren Mirka, 31, und Roger ihren zuckersüssen Nachwuchs. Und wenn Grosspapa Robert den Auslöser drückt, riskiert die Kleinste sogar einen Kamerablick. Für Entzücken sorgt beim Schweizer Tennis-Ass nicht nur der Anblick seiner Babys: «Beide Mädchen hatten den Schluckauf, als wir das Foto machten. Das war lustig.» Zwei Wochen liess King Roger seit der Geburt von Myla und Charlene am 23. Juli in der Zürcher Klinik Hirslanden verstreichen – um einen Tag vor seinem 28. Geburtstag mit dem exklusiven Familienfoto seinen Fans das grösste Geschenk zu machen. Der Start ins öffentliche Leben scheint für die «Federlis» geglückt. Ab heute gehen mit Mirka und Roger auf Schritt und Tritt vier kleine Füsschen mit. Bettina portmann


Street-parade

Zürcher Street-Parade 2009

Abtanzen unterm Wolkenbruch – für die Tanzgruppe Splashcats kein Problem. «Wir nennen uns ja PlanschKatzen und tragen wasserfeste Schminke.» Nicht alle sind so regenresistent wie die fünf Winterthurerinnen. Viele Raver blieben der Street-Parade am vergangenen Samstag fern: «Normalerweise ziehen 800 000 TechnoFans ums Zürcher Seebecken – dieses Jahr sind es deutlich weniger», sagt Street-Parade-Sprecher Stefan Epli. Stimmungstief? «Im Gegenteil! Wer trotz Regen tanzt, hat mehr Bewegungsfreiheit und doppelt Spass.» Flaute herrschte nur im Sanitätszelt: Die Hitzeopfer blieben aus. Trotzdem, das Partymotto «Still have a dream» trifft ins Schwarze. Epli: «Wir träumen von Sonne an der Street-Parade 2010.» Sylvie Kempa

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Foto Thomas Buchwalder

Dancing in the Rain

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nachgefragt bei

Martin Suter Preisverdächtig «Giulias Verschwinden» feierte Premiere am Filmfestival in Locarno (siehe S. 86). Der Schweizer Bestsellerautor Martin Suter verfasste dazu das Drehbuch.

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Stan wawrinka

«Ich will Roger nicht kopieren»

Lesen Sie das grosse Interview nächste Woche in SI Style (ab 17. August am Kiosk).

Herr Wawrinka, Roger Federer ist zwischen Wimbledon und US Open Vater geworden, Sie werden es im turnierarmen Februar. Sind Tennis­ spieler bessere Familienplaner? (Lacht.) Es scheint so … Dürfen wir uns auf einen kleinen Stan oder eine kleine Ilham freuen? Ilham und ich haben noch keine Ahnung. Aber wir wollen es schon im Voraus wissen. Und wenns so weit ist, werden wir es für uns behalten. In der SI Style sagen Sie, dass Sie sich mit Ihrer Partnerin die Haus­ arbeit teilen – ab Februar also auch das Wickeln und Schöppelen? Ja, sicher! All die Aufgaben rund ums Baby kenne ich schon. Ich

denke, sie werden mir keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Gute-Nacht-Liedchen singen auch nicht? Oh, ich bin ein sehr schlechter Sänger … Auf dem Platz haben Sie Roger zuletzt besiegt. In Sachen Familie bräuchte es dafür Drillinge! In diesem Bereich suche ich den Wettkampf mit Roger nicht. Und ich will ihn auch lieber nicht überflügeln. Drillinge wären wohl ganz schön aufwendig. Und eine Hochzeit mit Ilham? Wird es geben. Aber nicht mehr 2009. Das hat für uns nicht Priorität. Ich will Roger ja nicht kopieren. Interview iso niedermann

Ursus & Nadeschkin

Bunte Gags u Sommerpause?

Ursus & Nadeschkins Ideen-Lager in der Roten Fabrik, Zürich. Urs: «Einige Notizen sind 20 Jahre alt.»

Fehlalarm! Die Zürcher Komiker Urs Wehrli, 40, und Nadja Sieger, 41, alias Ursus & Nadeschkin, sammeln Gag-Ideen. Im September ziehen sie mit «Perlen, Freaks & Special Guests» durch Schweizer Theater (www.ursus­ nadeschkin.ch). «Wir stellen unsere Lieblingskünstler aus aller Welt vor.» Japanische Synchrontänzer, französische Clowns oder deutsche Wunderstimme. Und welche Rolle spielen sie selbst im Programm? Nadja: «Für einmal sind wir nur das Verbindungsglied ‹&›.» sylvie Kempa

Fotos Hervé Le Cunff, Gian Paul Lozza / SI Style, Dick Vredenbregt

Herr Suter, «Giulias Verschwinden» ist eine Komödie übers Älterwerden. Kann man übers Älterwerden überhaupt lachen? (Lacht.) Was bleibt einem anderes übrig? Irgendwann rennt man morgens vergeblich dem Tram hinterher und liest die Menükarte im Restaurant nur noch mit Brille. Vor ein paar Jahren, als die Idee für diesen Film entstand, hatte ich einen Albtraum: Ich war 40 Jahre alt. Kurz darauf wachte ich auf, nur um festzustellen, dass ich in Wirklichkeit Mitte fünfzig bin … Meine Frau meinte damals: Jetzt waren wir ein Leben lang jung, und plötzlich sind wir alt! Wären Sie gern noch mal zwanzig? Das nicht. Die Zeit war für mich emotional unruhig. Heute habe ich nicht mehr das Gefühl, ständig etwas zu verpassen – das geniesse ich. Aber wenn mir jemand anbieten würde, dass ich von nun an nicht mehr älter werde, würde ich dankend annehmen. Dann steckt viel Persönliches von Martin Suter in «Giulias Verschwinden». Durchaus. Normalerweise vermeide ich ja Autobiografisches. Aber bei diesem Thema war es unumgänglich. Mein mittlerweile leider verstorbener Freund und Regisseur Daniel Schmid und ich haben oft übers Altwerden gewitzelt. Irgendwann sagten wir: Lass uns einen Film daraus machen! Nach Daniels Tod landete das Projekt in der Schublade, bis Produzent Marcel Hoehn vorschlug, den Film mit Regisseur Christoph Schaub umzusetzen. Im Film boykottiert eine Protagonistin ihre eigene Geburtstagsparty. Haben Sie das je gemacht? Nicht in dieser Form. Aber ich bin tatsächlich kein grosser Geburtstagsfeierer. Das liegt bei mir schon am Datum: den 29. Februar gibts nicht jedes Jahr. Das kommt mir gelegen. Und wie war Ihr 60. Geburtstag letztes Jahr? Toll. Mein Freund Stephan Eicher hat mir ein Überraschungsständchen gebracht. Am 8. Oktober läuft «Giulias Verschwinden» im Kino an. Was kommt als Nächstes? Anfang 2010 erscheint mein Roman «Der Koch». Im selben Jahr wollen Stephan Eicher und ich mit unserem eigenen Musical Premiere feiern. Zuerst geniesse ich jetzt aber noch das Tessin – und werde mit meinen zwei dreijährigen Kindern eine Runde im Pool drehen. Interview Nina Siegrist

Rückkehr von Rang 22 in die Tennis-TopTen, MastersQualifikation, Vaterschaft: Stan Wawrinka peilt grosse Ziele an.


Leute

Foto Massimo Bellotto, Make-up Tamara Cottiati

Huch! So posiert das Basler Pinup-Model Zoe Scarlett für das italienische Sprudelgetränk Abbondio.

Zoe Scarlett

Saftige Posen für trockene Kehlen u Das

Pin-up-Model Zoe Scarlett, 24, hat mit ihren BurlesquePosen schon regelmässig für trockene Kehlen gesorgt. Neuerdings wird sie diese auch wieder befeuchten: Zoe ist das neue Werbegesicht für das italienische Süssgetränk Abbondio. Sie räkelt sich ab diesem Herbst auf den kleinen Sprudelfläschchen, die sich weltweit fast eine Million Mal verkaufen. «Ich bin ausser

mir vor Freude und kann mein Glück noch gar nicht fassen», jubelt die Basler Singlefrau. Und damit nicht genug Ehre: Zoe soll sich die Kampagne mit Über-Pin-up Dita Van Teese, 36, teilen. «Das ist sozusagen der Ritterschlag für jedes Pin-upModel», so Scarlett. «Ich bin stolz, dass ich dank dieser Weltkampagne in der gleichen Liga wie Dita agiere.» Andrea vogel schweizer illustrierte

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Leute wer liebt wen

Der Boom der Babys u Zum ersten Mal Eltern geworden sind Fiona Hefti, 29, und ihr Ehemann Christian Wolfensberger, 38. Juri Eric kam am 2. August, eine Minute nach Mitternacht, zur Welt. Die Miss Schweiz 2004 und heutige Journalistin: «Wir sind unglaublich glücklich und dankbar. Jetzt sind Juri und ich daran, uns kennenzulernen.»

u Auch Sandra Boner, 34, und ihr Freund Matthieu Haudenschild geniessen erstes Elternglück. Die SF-«Meteo»-Moderatorin hat am 4. August in Solothurn Nelson Théophile (3000 Gramm, 47 Zentimeter) geboren. u Ebenfalls Vater geworden

ist SI-Chefredaktor Nik Niethammer, 47. Seine Partnerin Tamina Kallert, 35, brachte am 7. August Söhnchen Konstantin (3270 Gramm, 52 Zentimeter) zur Welt, die Eltern sind «überglücklich».

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Adolf Ogi besucht 81 Kinder in Trogen AR. Viele von ihnen sind Waisen oder behindert. Adolf Ogi

«Ich sah das Elend und musste handeln» u Krisen, Konflikte, Kriege. Oft war alt Bundesrat und Uno-Mann Adolf Ogi, 67, im Balkan unterwegs: «Ich sah das Elend und musste handeln.» Vor neun Jahren rief er deshalb die Stiftung Swisscor ins Leben, die seither jeden Sommer ein medizinisch betreutes Lager für Kinder aus Krisenregionen organisiert. Orthopäden, Zahn- und Augenärzte kümmern sich heuer im Kinderdorf Pestalozzi

in Trogen AR um Prothesen, Karies und Brillen von 81 kleinen Patienten aus Bosnien-Herzegowina und Alba­ nien. Bei Sportturnieren, Ausflügen und in Gesprächen lernen die Kinder zudem Toleranz und ein friedliches Miteinander. Ogi zeigt sich kämpferisch: «Die Welt ist aus dem Gleich­ gewicht geraten. Doch wir können etwas dagegen tun.» Christine Zwygart

Rose

kaktus

mathias Häberli Direktor Flughafen Bern-Belp u Für einmal wurden im Flughafen Bern-Belp keine Koffer, sondern Emmentaler Käse durchleuchtet. Der Grund: Eine zehn Zentimeter lange Maschinenfeder ist einer Käserei in die Tagesproduktion gefallen. Was nun? Alles wegwerfen? Der Käser hat eine Idee und bittet die Flughafenmitarbeiter um Hilfe. Kurzerhand schieben diese die sieben Laibe Emmentaler durch die Röntgenmaschine – und finden die verlorene Feder. Lieber Herr Häberli, wenn Sie unser Päckchen bekommen, dann müssen Sie es nicht röntgen, wir verraten Ihnen schon jetzt, was drin ist: unsere Rose.

Adrian Weber Gemeindeammann Herznach AG u Ein Hausbesitzer im 1315-Seelen-Ort Herznach will Solarzellen auf seinem Dach. Der Kanton Aargau ermuntert ihn extra dazu, stellt gar Fördermittel in Aussicht. Doch der Gemeinderat unter Ammann Adrian Weber sagt Nein, argumentiert mit kantonalen Vorschriften und Ortsbildschutz. Stimmt nicht, sagt der Kanton, das Begehren liege allein in der Kompetenz der Gemeinde, die Solaranlage hätte problemlos bewilligt werden dürfen. Lieber Herr Weber, unser grünes Mahnmal soll Sie künftig positiv anstacheln, wenn Sie über Öko-Anlagen entscheiden müssen.

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Fotos Kurt Reichenbach, Bruno Voser (2), RDB / SonntagsBlick

u SF-Korrespondent Christoph Nufer, 37, ist zum zweiten Mal Vater geworden. Töchterchen Nina Carlotta (3515 Gramm, 52 Zentimeter) erblickte am 20. Juli das Licht der Welt. Christoph, Ehefrau Julia und der zweijährige Franz freuen sich über den Familienzuwachs.


Süss. Volksmusik-Star Melanie Oesch herzt am Volksschlager Open Air in Zofingen AG den neun Monate alten Bernhardiner Otto.

Oesch’s die dritten

Tapsiger Freund für Melanie

V

Das VolksmusikSextett Oesch’s die Dritten («Ku-KuJodel») hat eine Patenschaft für Bernhardiner-Hunde übernommen.

olksmusik-Star Melanie Oesch, 21, ist verliebt – in Otto, den neun Monate alten Bernhardiner. «Der Hund hat innert Sekunden mein Herz erobert», schwärmt die Berner Jodlerin. Sie und ihre Familie setzen sich für die Hospiz-Bernhardiner ein. Denn nachdem die Mönche am Grossen St. Bernhard vor fünf Jahren die bekannte Zucht aufgeben mussten, ist die Zukunft der Rettungshunde in Gefahr. «Diese spezielle Rasse muss doch erhalten werden. Sie gehören zur Schweizer Tradition – wie das Jodeln auch», erklärt Melanie besorgt. In der Sendung «Schlagersommer» (17. 8., 20.00 Uhr, SF 1) werden Oesch’s die Dritten darum erstmals zu Ehren von Otto und seinen Artgenossen ihren neuen Titel «Was hat der Bernhardiner in dem Fässchen drin» vorstellen. andrea vogel


Unheimlich Rolf Knie – zwischen Pablo ­Picasso und Dr. Hannibal Lecter. Genie und Wahnsinn liegen oft eng beieinander.


Titel

Rolf Knie, gibt es eine dunkle Seite an Ihnen? Als Fünfjähriger stand er als Clown in der Manege, mit 35 sagte er dem Circus Knie Adieu. Wurde Schauspieler. Dann Kunstmaler. Zu seinem 60. Geburtstag öffnet Rolf Knie das Tor zu seiner Finca auf Mallorca und zu seinem Herzen. Und gewährt Einblicke in sein Innerstes.

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Der Duft der Farben Rolf Knie in seinem FreiluftAtelier auf Mallorca. «Ich male täglich mindestens fünf, sechs Stunden. Ich liebe das – aber manchmal ist es harte Knochenarbeit.»

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titel

ÂŤIch kann machen, was ich will: Die Leute verlangen meine Zirkusbilder. Das ist schon ein bisschen frustrierendÂť schweizer illustrierte

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titel r­ oten, gelben, blauen und grünen Farbtuben, dazwischen Pigmentpulver­beutel, Tusche, ein Bolzenschneider, um die Zeltblachen, auf die er malt, zu zerlegen, und an den Wänden Zettel mit hinge­ kritzelten Telefonnummern. Für die Bilder des Schweizer Kunstmalers blättert man gut und gerne 20 000 Franken hin. Knie hat sich mit seinem eigenen, unverkennbaren Stil einen Namen gemacht. Seine Motive sind Szenen aus dem Zirkus.

Nacktarbeiter «Picasso malte ebenfalls mit entblösstem Oberkörper. Hier im Süden geht man sonst vor Hitze ein.»

«Sollte ich eines Tages am Duft meiner Farben verrecken, weiss ich: Es hat sich gelohnt» Text René Haenig Fotos thomas buchwalder

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s muss am Ende der Sackgasse sein! Ich drehe die dritte Runde im Kreisel – unschlüssig. Die Klimaanlage im Auto dröhnt höllisch laut. Das Navi schweigt. Weit und breit keine Finca. Nur ein staubiges, bewaldetes Grundstück hinter einem eingedrückten, rostigen Drahtzaun. Ein Schild «SE VENDE» ragt in den Abendhimmel. Links gehts zum Golfhotel. «Es ist das zweitletzte Haus», hatte mir Rolf Knie am Telefon gesagt. Ich bat ihn vor dem Abflug in Zürich, mir seine Adresse auf Mallorca via SMS zu schicken. «SMS? Damit kenne ich mich nicht aus», kam die Antwort. «Rufen Sie an!» Das könnte ich jetzt tun. Nur: Ich höre schon seinen bissigen Kommentar. Als ich Rolf Knie vor vier Jahren persönlich kennenlernte, war er mir, ehrlich gesagt, nicht sehr sympathisch. Er wirkte unheimlich, arrogant – etwas Furcht einflössend. Wenn er einen mit seinem stechenden Blick fixiert, meint man in das Gesicht von Dr. Hannibal Lecter aus dem Psycho-Thriller «Das Schweigen der Lämmer» zu blicken. Nach der vierten Runde im Kreisel also geradeaus in die Sackgasse. Einen halben Kilometer weiter tauchen links

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und rechts Villen auf. Schicke Gegend. Und sicher. Als ich vorhin die einzige Einfallstrasse nach Santa Ponça reinfuhr, stand ich im Stau. Strassensperre! Polizisten leuchteten jedem mit Halogen-Taschenlampen ins Gesicht. Erst als ich die Uniformierten passierte, sah ich die drei Schwarzafrikaner, die mit hinter dem Kopf verschränkten Händen am Randstein hockten. Seit fast 20 Jahren lebt Rolf Knie auf der Balearen-Insel. «Ich fühle mich hier so sicher wie in der Schweiz.» Er hat noch ein Haus in St. Gallenkappel. Hinter uns schliesst sich das grosse schmiedeeiserne Tor mit den Elefantendarstellungen. Rolf Knie in blau-weissen Badeshorts, Sonnenbrille, nackter Oberkörper, braun gebrannt, weisse Haare auf der Brust, Farbspritzer an den ­Beinen. So rennt er hier jeden Tag rum. Nur wenn er in den Pool springt, ent­ledigt er sich seiner Badeshorts. Egal, ob Gäste zu Besuch sind oder nicht. Ist ja sein Reich! Vor dem Atelier im hinteren Teil der Finca warnt ein Schild: «PROHIBIDA LA ENTRADA – ACHTUNG Eintritt streng verboten! No entry!» Der Atelierboden ist mit Farbklecksen übersät. Unter der Decke Neonleuchten, ein Tisch, doppelt so gross wie eine Tischtennisplatte, ­Regale, vollgestopft mit unzähligen

Wann haben Sie Ihr letztes schlechtes Bild gemalt, Herr Knie? Das kommt immer wieder vor. Die liegen dort. (Er nickt mit dem Kopf kurz zu einem Stapel Bilder in der Ecke seines Ateliers.) Die missglückten nehme ich im nächsten Frühjahr wieder hervor und übe ein bisschen an ihnen. Und die, bei denen die Farbe noch nicht trocken ist, spritze ich einfach mit dem Gartenschlauch ab. Viele grosse Künstler waren unter Drogeneinfluss kreativ. Na ja, bei mir ist es höchstens der Duft der Farben. Riechen Sie mal! Hier im Atelier hängt ein ganz spezieller Geruch in der Luft. Da werde ich manchmal fast geil. Es sind zum Teil Farben, die in der Verarbeitung nicht ganz ungiftig sind, aber das ist mir scheiss­ egal. Sollte ich eines Tages am Duft meiner Farben verrecken, weiss ich: Es hat sich gelohnt. Nie mit Drogen experimentiert? Das entspricht nicht meinem Charakter. Ich will unabhängig sein. Drogen machen abhängig. Ich trinke nicht mal Alkohol. Selbst als Jugendlicher hab ichs nie probiert, allein aus Angst, mein Vater könnte es erfahren. Er warnte meinen Bruder Fredy und mich: Wenn ich euch mal rauchen oder trinken sehe, hau ich euch eins uf d Schnure. Aber es gibt bestimmt auch eine dunkle Seite an Ihnen? Ja, die habe ich sicherlich … … und die kommt in Ihren zum Teil ­deftigen Aktbildern zum Ausdruck? Diese Bilder entstanden nach der Scheidung von meiner ersten Frau in den 80er-Jahren. Damals stellte ich die Frauen als solche an den Pranger, «vierteilte» sie und was weiss ich noch. Mich quälte ständig die Frage: Warum? Aber du bekommst bei einer Scheidung genauso wenig eine Antwort wie beim Tod. Andere brauchen in so einer Situation einen Psychiater, ich ver­ arbeitete die Trennung mit Malen. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie diese Bilder heute betrachten?


Verliebt Rolf und seine Ehefrau Belinha auf der Terrasse ihrer mallorquinischen Finca. ÂŤWenn sie nicht da ist, tigere ich durchs Haus wie ein gehirnamputierter Schimpanse und bin unproduktiv.Âť


titel Sie sind super. Aber ich werde nicht mit ihnen identifiziert. Das ist schizophren, manchmal auch frustrierend. Ich kann machen, was ich will: Die Leute verlangen meine Zirkusbilder. Dann haben Sie sich dem Diktat der Masse gebeugt? Nein! Ich habe auch sonst viele andere Sachen gemacht. Aber ich komme immer wieder zu meinen Wurzeln zu­rück – und die liegen im Zirkus. Wo sind die Aktbilder heute? Die allermeisten stehen bei mir im Keller. Eins hängt bei Ex-Fussball-Star Rolf Blättler. Ein anderes wollte ich vor Jahren unbedingt zurückkaufen – aber der jetzige Besitzer, diese «Schweinebacke», hat es nicht rausgerückt. Am nächsten Tag sind wir für morgens verabredet. Rolf Knie ist ein Frühaufsteher. Vor allem jetzt, wo die Vorbereitungen für seinen «Salto Natale»-Weihnachtszirkus auf Hochtouren laufen, ist er schon mal um fünf Uhr auf den Beinen. Am Vorabend drückte er mir den Schlüssel zum Tor seiner Finca in die Hand. «Behalte ihn die nächsten Tage, dann musst du nicht klingeln.» Thomas, der Fotograf, und ich schauen uns ungläubig an. «Ihr könnt kommen und gehen, wann ihr wollt. Wenn ihr Lust habt, zu baden, mein Pool steht euch offen.» So ist Rolf Knie. Er vertraut grundsätzlich jedem. Sagt er. «Jeder Mensch, den ich sehe oder treffe, ist für mich erst mal ein guter Mensch – bis er mir beweist, dass er ein Arschloch ist.» Diese Vertrauensseligkeit sorgt für manche Diskussion zwischen ihm und seiner zweiten Ehefrau Belinha, 51. «Bei ihr ists umgekehrt. Belinha begegnet den Menschen zunächst mit Skepsis, ist aber dafür danach umso herzlicher.» Rolf Knie, was bedeuten dir Frauen? Das Weib war und ist seit je der Antrieb für uns Männer – sei es in der Kunst, in der Politik oder sonst wo. Und bei Frauen gilt: Geld und Erfolg machen uns Männer für sie sexy. Hast du das selbst so erlebt? Sicher doch! Ob als Schauspieler auf der Bühne oder als Clown im Zirkus, es gab immer Groupies, und in meiner Jugend habe ich das genossen – und die Groupies sicher auch. Man soll aber immer fair bleiben. Als ich mit meinem Sohn Gregory vor Jahren mal in Genf in einer Boutique stand, sprachen wir über das Thema, und ich sagte ihm: Was immer du machst und wie du mit Frauen umgehst, es muss so sein, dass sie eine Riesenfreude haben, wenn sie

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dich wiedersehen. Auf einmal höre ich eine Frau sagen: «Da hat dein Vater vollkommen recht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Rolf wiedersehe.» Es war eine alte Freundin aus Jugendtagen, die unser Gespräch verfolgt hatte. Übrigens: Weisst du, welches weltweit die schönsten Frauen sind? Du verrätst es mir sicherlich. Das sind die, die irgendwo auf einem Bahnhof oder am Flughafen an dir vorbeieilen. Du kannst alles in sie hineininterpretieren, und die Frau wird dich niemals enttäuschen. Als Junger hast du dich laut eigenen Aussagen alle drei Wochen neu verliebt. Wie ist das jetzt – mit 60? Das Schönste heute ist, mich immer wieder neu in Belinha zu verlieben. Bei deiner ersten Heirat warst du gerade 24. Zu jung? Das würde ich nicht sagen. Meine erste Frau war eine wunderbare Person. Und ich? Ich war sicher ein kleiner Filou. Das führte irgendwann dazu, dass wir uns auseinanderlebten. Und heute – immer noch ein Filou? Nein, nein! Mit Belinha bist du seit 25 Jahren ­zusammen, seit 18 verheiratet. Gibts Dinge, die du heute anders machen würdest? Ich würde alles genau so tun, wie ichs getan habe. Belinha und ich haben es bis heute extrem lustig zusammen, wir lachen uns manchmal kaputt über uns – selbst im Bett. Ausserdem: Wie viele Frauen mit 51 haben so einen Body wie meine. So etwas sehe ich heutzutage selbst bei einer 20-Jährigen selten. Okay, Belinha hat einen harten Grind. Du etwa nicht? Ach, ich weiss nicht … Knallt ihr oft aneinander? Praktisch nie. Wir sind hin und wieder unterschiedlicher Meinung, respektieren das aber auch gegenseitig. Aber irgendwer hat sicher das letzte Wort? Ich versuche Belinha mit Argumenten zu überzeugen, und es gelingt mir meist. Sie als Portugiesin ist mehr die Emotionale. Ich sage oft zu ihr: Du darfst vor lauter Emotionen und ­Gefühlen das Denken nicht vergessen. Das hört keine Frau gern … (Lacht.) Meine muss es von mir hören. Wie hältst du es mit der Treue? Dazu äussere ich mich nicht. Treue ist etwas Individuelles. Würdest du einen Seitensprung gestehen? (Grinst.) Hörst du schlecht? Ich sagte eben, dass ich mich dazu nicht äussere. Das ist eine Angelegenheit zwischen zwei Menschen in einer Partnerschaft. Es gibt ja Männer, die haben nur Freu-


Jugendtraum Den Opel GT/I leistete sich Rolf Knie vergangenes Jahr. «Mit diesem Auto sind viele Erinnerungen an meine Jugend ­verbunden. Die Mädchen fuhren darauf ab.»

«Der Geruch meiner roten Clown-Nase ist mir geblieben. Wonach sie riecht? Nach abgestandener Schminke. Und nach MastixKlebstoff» Garten-Fan Rolf zieht auf seiner Finca Tomaten, Feigen, Oliven und viele Bäumchen. «Die verschenke ich an Freunde auf der Insel.»

de, wenn sie sehen, dass ihre Frau mit einem anderen bumst. Aber dann kommt der Papst daher und sagt, dass das nicht richtig ist. Ich bin aber nicht der Papst. Wenn der Mann Freude dran hat und die Frau auch, dann sollen sie das von mir aus zehn Mal am Tag tun. Wärst du so nachsichtig? Das musst du jetzt nicht auf mich ummünzen. Wie tolerant bist du denn? Sehr! Die Liebe zu einer anderen Person sollte immer grösser sein als der Egoismus und die Selbstherrlichkeit. Zwei Tage später fahren wir mit Rolf Knie am Abend zu den Klippen von Cap Negret. «Der Sonnenuntergang dort ist traumhaft», verspricht er. Das Naturschutzgebiet mit den Inseln Es Malgrat und Illa dels Conills liegt auf dem Weg zwischen seiner Finca in

Santa Ponça und Port d’Andratx, dem nächsten Ort. Rolf brettert in seinem gelben Opel GT/I voraus, Thomas, der Fotograf, und ich versuchen in unserem Seat-Leon-Leihauto hinterherzurasen. Zum Glück sehen wir immer noch gerade seine Bremslichter, wenn er abbiegt. Knie hat sich mit dem Old­ timer, Baujahr 1973, einen Jugendtraum erfüllt. «Als ich noch beim Circus Knie war, hatten wir so einen als Werbe­ fahrzeug. Bei den Mädels war ich damit der Held», erzählt er grinsend. Als wir auf die Klippen zulaufen, ruft er besorgt: «Geht nicht so nah ran, da gehts achtzig Meter steil runter.»  Salto Natale vom 11. 11. 2009 bis 3. 1. 2010 in Zürich Kloten, Vorverkauf unter Tel. 0900 - 66 77 88 (CHF 1.15/Min.). Oder: www.saltonatale.ch schweizer illustrierte

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Schicksal

Sie leben! Das Wunder von Zignau «Jesus, hilf uns!», schreit David Balliet, bevor er, seine Frau Isabelle und die beiden Kinder Lea und Aaron mit dem Land Rover am Sonntag letzter Woche bei Zignau GR 150 Meter in die Tiefe stürzen. Text alexandra roder Foto Christian Lanz

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Totalschaden Mit ihrem Land Rover Discovery stürzen David und Isabelle Balliet und die Kinder Lea und Aaron 150 Meter in die Tiefe. Und überleben unverletzt. Jetzt sparen die Balliets wieder für einen Land Rover. Vater David: «Weil es ein sicheres Auto ist.»

dann muss ihr Mann scharf nach rechts abbiegen, um über die Weide bis zur Strasse zu gelangen, die ins Dorf führt. Plötzlich blockieren die Räder, das schwere Fahrzeug gerät auf dem nassen Hang ins Rutschen. David legt den Rück­ wärtsgang ein. Hofft, dass die Räder wie­ der greifen. Vergeblich. Vollgas geben? Zu spät. Die Kurve hat er verpasst. Vor sich das tiefe Tal. Der Land Rover durch­ bricht einen Zaun. Pfosten fliegen durch die Luft. «Haltet euch fest!», schreit der Vater. Dann gehts steil runter. «Ich wuss­ te, was jetzt passiert, steht nicht mehr in meiner Macht.» Isabelle: «Ich sah uns schon alle im Spital liegen.» Der Wagen

rutscht weiter. David lässt das Steuer los und greift nach der Hand seiner Frau. Zehn Meter schlittert das Auto weiter, dreht zur Seite, kippt. «Jesus, hilf uns!», schreit David, schreit Isabelle, «Jesus, hilf uns!», schreit Lea. Der Wagen fällt auf die Räder, dreht sich erneut in die Fallrichtung. Noch 100 Meter bis ins Tal ... Mitten in der Wiese prallt der Land Rover heftig auf eine kleine Bodenwelle, die Vorderräder graben sich in die Erde, das Heck wird in die Höhe katapultiert, der Wagen überschlägt sich vornüber, landet mit voller Wucht auf dem Dach. «Gott, beschütze uns!» Die Kinder wei­ nen. Doch jetzt wird der Hang erst rich­ tig steil.

Foto Kantonspolizei Graubünden

och oben am Hang über dem Dorf Zignau im Bündner Ober­ land steht David Balliet, 31, mit seiner Frau Isabelle, 28, und Baby Aaron im Arm. Fassungslos schauen sie ins Tal. «Gehts?», fragt David seine Frau. Sanft umfasst er ihre Schultern, drückt sie vor­ sichtig an sich. Sie nickt. Wischt sich wieder Tränen aus dem Gesicht. Beide reden leise. Warten. Danken Gott. Zignau gehört zur Gemeinde Trun. Kanalreiniger David und die Primar­ lehrerin Isabelle Balliet aus Buch am Irchel ZH besitzen hier in der Surselva ein kleines Maiensäss. Auf der Alp Sursi hats weder fliessend Wasser noch Strom, ringsherum stotziges Weideland. Nur mutige Autofahrer mit geländetaug­ lichem Wagen trauen sich, bis vors Haus zu fahren. Montag, 3. August. Ein verreg­ neter Nachmittag. Perfekt für einen Ausflug in die Therme von Vals. Das Gras ist feucht. David Balliet macht eine klei­ ne Testfahrt. Der Wagen hält. Die Kinder werden eingepackt. Das neun Monate alte Baby Aaron im Kindersitz fixiert. Auch Lea, 9, Davids Tochter aus erster Ehe, muss sich hinten anschnallen – wie immer. Im Schritttempo lässt David den Ge­ ländewagen bergab rollen. Seine Frau dreht sich auf dem Beifahrersitz nach hinten. Kontrolliert nochmals die Kopf­ stützen am Kindersitz. Noch 20 Meter,


Am Abgrund David und Isabelle Balliet mit Baby Aaron drei Tage nach dem Horror.

Nachbarin Imelda Bundi, 73, die gerade den Mittagstisch abräumt, schaut just in diesem Moment aus dem Fenster: «Ich schrie, der Herrgott solle seine Schutzengel schicken. Mir stockt jetzt noch der Atem.» Sie sei dann sofort mit ihrem Sohn ins Auto gestiegen. Man habe mit dem Schlimmsten gerechnet. «Als wir bei der Unfallstelle anka­ men, stand das kleine Mädchen mit dem Baby im Arm, kreideweiss, tropfnass und völlig verdreckt im Regen», erzählt Bundi. Der Mann sei gerade dabei ge­ wesen, seiner Frau durchs Fenster aus dem Wagen zu helfen. «Alle vier zitterten am ganzen Körper.» Totalschaden. Die Familie aber erlitt keinen Kratzer.

«Ich wusste: Was jetzt passiert, steht nicht mehr in meiner Macht» David Balliet Die Leute im Dorf sprechen von einem «Wunder», dem Wunder von Zig­ nau. Balliets reisen vorzeitig aus den Fe­ rien nach Hause. Erst dort, in Buch am Irchel bei Zürich, bemerken sie, dass sie ihre Katze in der Hektik vergessen ha­ ben. So kehren sie in ihrem Zweitwagen, einem Saab, bereits drei Tage nach dem Horror auf die Alp Sursi zurück. Ohne Lea, die bei der Grossmutter bleibt.

Der Schock, die Erinnerung sitzen immer noch tief. Jetzt scheint die Son­ne. David und Isabelle warten vor ihrem Maiensäss. Sie warten auf ihren 2-jäh­ rigen Kater Saab. Saab heisst er darum, weil David einen Saab fährt. Kater Saab hatte einen Bruder. Der hiess Landi we­ gen dem Land Rover. Landi aber starb vor Kurzem, wurde von einem Auto überfah­ ren. Landi hatte keinen Schutzengel.  schweizer illustrierte

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weltraumfahrt

Eine Ferienwoche in den USA endet mit einem ausserirdischen Angebot: Die Schweizerin Barbara Burtscher darf jetzt fßr die Nasa arbeiten. Und hebt darum ab – nicht nur vor Freude.

Auf dem Weg


ÂŤCommanderÂť am Werk NasaCenter Huntsville, USA: Die Schweizerin Barbara Burtscher, 24, im Simulator des Spaceshuttles (l.) und im Astronautenanzug beim Reparieren eines Ăœbungs-Satelliten.

zum Mond

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Fast wie echt Burtscher pilotiert im Simulator den Spaceshuttle (linker Monitor, rechts), der von ihr geflogene, virtuelle Shuttle ist auf dem rechten Monitor zu sehen.

Notfall Barbara Burtscher übt die Landung mit einem Fallschirm ins Wasser.

Text marcel huwyler

E

s gibt Schüler, die würden ihre Lehrer am liebsten auf den Mond schiessen. Für Physiklehrerin Barbara Burtscher ist diese Verwünschung eher ein Wunsch. Und seit wenigen Tagen Motivation – für das grösste Abenteuer ihres Lebens. «Klar, will ich mich auf den Mond schiessen lassen», sagt die 24-Jährige, «und zwar richtig!» Eigentlich besuchte Barbara Burtscher nur einen Lehrer-Fortbildungskurs in den USA. An einem «Space Camp» der Raumfahrtbehörde Nasa durfte sie teilnehmen. Ende Juli 2009, in Huntsville, Alabama, sieben Tage lang Spass haben, Lehrerkollegen aus aller Welt treffen und die Nasa kennenlernen. Einfach nur ein ganz normaler Kurs für Lehrer. Es kam alles ganz anders. Seit einer Woche ist Barbara Burtscher wieder daheim. Das Weltall ist für sie plötzlich ganz nahe gerückt. Die Nasa hat ihr ein unglaubliches Angebot gemacht. Die Physiklehrerin der Kanti Wattwil SG darf für die US-Raumfahrtbehörde arbeiten. Und wird vielleicht gar zum Mond fliegen. Als Astronautin! «Was ich mache, kann ich meistens sehr gut.» Die 24-Jährige spricht nicht

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«Die Nasa-Leute lobten mich: Noch nie habe ein Weltall-Neuling eine Mission derart perfekt gemeistert» Barbara Burtscher gern über sich und ihre Talente. Etwas verschämt erzählt sie darum von ihren zwei Firmen, die sie trotz ihren jungen Jahren mit ihrem Freund Martin Signer gegründet hat. Eine für Finanzberatung, eine für Astrophysik. «Und wenn mir ­etwas Spass macht, laufe ich halt zu Höchstleistungen auf», erklärt die Astrophysikerin – es klingt fast wie eine Entschuldigung. Wie hoch solche BurtscherHöchstleistungen aussehen, hat auch die Nasa gemerkt. Und wie! Eigentlich will die Nasa den über 80 Lehrpersonen aus vielen Ländern einfach nur Anregungen für den Physikunterricht mitgeben und mit ihnen spie­lerisch ein paar Astronautentests durchführen. Für einige der Lehrer bedeutet das Höchstbelastung für Hirn und Magen – «für mich ein Riesenvergnügen!», schwärmt Barbara Burtscher und erzählt dann, wie es ihr ergangen ist. Eine Miniatur-Rakete, die sie basteln muss, fliegt präziser und höher als diejenigen ihrer 80 Lehrerkollegen – und die Nasa-Leute nicken anerkennend. Ein Minihitzeschild, das sie konstruiert, hält als einziges dem Feuer stand – und die Nasa-Leute nicken noch mehr. Im weissen Astronautenanzug flickt sie einen Satelliten in Rekordzeit, bei der Ber-

gungsübung im Wasser rettet sie nicht nur sich selber, sondern bringt auch gleich noch ein paar Kollegen in Sicherheit – und die Nasa-Leute machen sich plötzlich Notizen. In der Zentrifuge schliesslich behält die Schweizerin Übersicht und Mageninhalt, «und ich bettelte sogar darum, noch viel wilder herumgewirbelt zu werden», berichtet Burtscher und lacht und gestikuliert beim Erzählen wie ein Kind auf der Achterbahn. Am Ende der Woche der Höhepunkt: eine dreistündige Mission im Simulator des Spaceshuttles. Die Nasa bestimmt den Kommandanten – «ich weiss auch nicht, warum die ausgerechnet mich wählten», sagt Barbara Burtscher und guckt wie eine Schülerin, die beim Schummeln erwischt worden ist. Andere Lehrer-Piloten vor ihr, das hat Burtscher beobachtet, hätten den virtuellen Spaceshuttle beim Landen bös in die Bäume krachen lassen. Die Schweizerin dagegen schafft einen makellosen Start, einen beispielhaften Flug und eine Eins-a-Landung. Plötzlich seien Nasa-Leute ins Cockpit gestürmt, hätten ihr gratuliert und geschwärmt, noch nie zuvor habe ein Neuling eine Mission derart perfekt gemeistert. «Excellent, Commander Burtscher!»


weltraumfahrt

«Space Camp» Eine der Nasa-Hallen in Huntsville, USA. Hier trainiert Barbara Burtscher ihre simulierten Weltall-Einsätze.

Dann nehmen die Nasa-Chefs die junge Schweizerin beiseite. Und reden ein ernstes Wort mit ihr: Man habe sie getestet, beobachtet und beurteilt. Bestnoten! Riesentalent! Dann macht man ihr zwei Angebote. Erstens: Sie dürfe – als erste Ausländerin überhaupt – jeden Sommer im Nasa-«Education Center» andere Lehrer aus aller Welt unterrichten. «Und zweitens ...», Barbara holt ihren blauen NasaOverall und deutet andächtig auf das «Space & Rocket»-Emblem und den «US Space Academy»-Pin. «Und zweitens hat die Nasa mich ermuntert, mich als Astronautin zu bewerben. Ich hätte grosse Chancen.» Man suche Lehrerinnen für das nächste, grosse Vorhaben: den Flug zum Mond und den Bau von Mondstationen. «Mit etwas Glück stehe ich also in ein paar Jahren auf dem Mond.» Bis dahin muss ihr die Erde genügen. Und die Schule. Lehrerzimmer statt Cockpit, Kreide- statt Mondstaub. Diese Woche unterrichtet die Physiklehrerin bereits wieder an der Kanti Wattwil. Und kann ihren Schülern nun endlich und exklusiv berichten, wie es sich denn nun wirklich anfühlt: wenn man als Lehrerin auf dem besten Weg ist – zum Mond geschossen zu werden.  

Wie das weltraum-märchen begann

Raumschiff statt Klassenzimmer Lehrerin Barbara Burtscher (l.) mit ihrer Kanti-Schülerin Stefanie Lang im US-«Space Camp».

u Ihre grosse Chance bei der Nasa verdankt Barbara Burtscher einer Physikschülerin. Die 17-jährige Stefanie Lang aus Rapperswil SG teilt mit ihr eine grosse Leidenschaft: Astronomie. Burtscher ermunterte ihre Schülerin, bei einem Wettbewerb des Staatssekretariats für Bildung und Forschung mitzumachen – Stefanie gewann. Ihr Preis: eine Woche US-AstronautenTraining. Die Physiklehrerin durfte ihre Schülerin begleiten. Während Burtscher das Nasa-Training mit anderen Lehrern absolvierte, traf sich Stefanie im «Space Camp» mit weiteren Wettbewerbsgewinnern aus aller Welt. Beim AstronautenTraining lernte sie das Leben und Forschen im All kennen. Barbara Burtschers öffentlicher Astronomie-Tag: Samstag, 12. Sept. 2009, Kantonsschule Zug. Gastreferent: Ex-Astronaut Claude Nicollier. Zu sehen ist u. a. Burtschers Astronomie-Live-Beobachtungsshow, die sie neuerdings auch im «Nasa Space Camp» präsentieren darf. www.astronomietag.ch

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«Ich sehne mich oft nach den Bergen»

Sein Schaffen ist einzigartig. Elend, Korruption, Finanzkrise – Dr. Beat Richner, 62, kämpft für die Ärmsten in Kambodscha. Der Zürcher über rettende Spenden, Heimweh und sein neues Buch, das Prozesse auslösen könnte. Text Christine Zwygart Fotos Monika Flückiger

K

lare Luft, stille Landschaft, imposante Berge. Auf der Oberfläche des Stazersees spiegeln sich die Tannen des nahen Waldes – und plötzlich ertönen zarte Töne. Eine SoloSuite von Bach für Cello, Beat Richner sitzt auf dem Steg am Ufer und spielt. «Die Bergwelt gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und Standfestigkeit», sagt der 62-Jährige. Als Kind war er oft im Bündnerland, heute ist er für drei Konzerte aus Kambodscha in die Schweiz zurückgekehrt. Vermissen Sie unsere Schweizer ­Landschaft manchmal in der Fremde? O ja. Kambodscha ist ziemlich flach. Ich sehne mich oft nach den Bergen, im Schlaf träume ich sogar davon. Und was fehlt Ihnen im Alltag sonst noch aus der Heimat? Die europäische Kultur. Die Schweiz ist ein Rechtsstaat, das Leben hier ist paradiesisch. In Kambodscha kämpfen viele Menschen jeden Tag um ihre Existenz. In unseren Spitälern sehen wir dieses Elend und die Armut, das Gefühl der Ohnmacht potenziert sich. Sie werden für Ihr Engagement auch kritisiert. Haben Sie manchmal Angst um Ihr eigenes Leben?

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Nicht direkt. Auch wenn ich mich in Phnom Penh nach wie vor nicht frei bewegen kann; das wäre zu gefährlich. Mehr zu schaffen macht mir jedoch, dass diejenigen, die mich kritisieren und attackieren, seit 18 Jahren nicht imstande oder nicht willens sind, ein Gesundheitssystem zu errichten, das Wirkung hat. Wie siehts zurzeit in Ihren Spitälern aus? Juli bis Oktober sind strenge MonsunMonate. Dengue-Fieber und Malaria nehmen zu, weil der Staat die Brut­ stätten der Mücken nicht vernichtet – obwohl internationale Organisationen das Geld dafür auszahlen. Eine Um­ frage in unseren Spitälern hat gezeigt: Nur 20 Prozent der Familien erhalten Tabletten, die das Wasser reinigen sollen. Das Geld verschwindet in den Ministerien, die Korruption blüht. Spüren Sie die Finanzkrise? In Kambodscha schlossen 60 Prozent der Textilfabriken, 120 000 Menschen haben ihren Job verloren. Die Lage ist dramatisch, die Regierung tut nichts. Damit die Spenden für unsere Spitäler nicht einbrechen, leiste ich einen enormen Effort. Deshalb bin ich jetzt auch in der Schweiz und gebe Konzerte – wegen der Finanz-Grippe (lacht). Mussten Sie auch schon sparen? Anfang Juni informierte ich die ­leitenden Ärzte, dass wir wohl die Saläre aller 2100 Mitarbeiter um u

Idyllischer Moment Beat «Beatocello» ­Richner am Ufer des Stazersees, der ­zwischen Pontresina und St. Moritz liegt.


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«Ich hadere mit der Schweiz. Der Staat läuft Gefahr, zu verlottern, weil alle dem Geld nachrennen. Vor allem die Elite» 20 Prozent kürzen müssen. Damit hätten wir 1,2 Millionen Franken einsparen können. Im letzten Moment erhielten wir eine Einzelspende von 3 Millionen. Was für eine Erleichterung! Denn für die Motivation der Mitarbeiter wäre das nicht gut, wenn ich die   Löhne zusammenstreichen müsste. Wer ist der grosszügige Spender? Er bleibt anonym. Ich weiss nur, dass er aus Grossbritannien stammt. Kommen die Touristen noch immer in Scharen nach Kambodscha? Die Zahlen sind um 60 Prozent eingebrochen – wohl wegen der Wirtschaftskrise. Dennoch besuchten mein letztes Konzert in Siem Reap noch immer   260 Personen. Das ist viel. Sie arbeiten und leben seit 1991 in Kambodscha. Ich habe gehört, Sie schreiben nun ein Buch über Ihre Erlebnisse? Jawohl, das Buch sollte Ende November erscheinen. Ich befasse mich darin mit der Gesundheitspolitik, dem Sinn der Kindermedizin und den Problemen der Entwicklungshilfe. Viele Kapitel spielen auch in der Schweiz, da ich zwei-, dreimal pro Jahr für eine Woche hier bin. Und dann erzähle ich auch viel Autobiografisches – immerhin bin ich seit 18 Jahren in Kambodscha. Das ist fast ein Drittel meines Lebens. Sie zeigen das Spannungsfeld zwischen dem Reichtum in der Schweiz und der Armut in Kambodscha auf. Genau. Unser Stiftungspräsident hat eben die ersten 64 Seiten gelesen. Ich schreibe schon sehr kritisch, und deshalb warnte ich ihn vorab: Jede Seite könnte einen Prozess auslösen! Doch er meinte: Das Buch provoziere höchstens ein paar rote Köpfe in ­Politik- und Wirtschaftskreisen. Und das ist gut so. Denn ohne Druck ­verändert sich nichts. Werden Sie mit dem Alter milder oder härter in Ihren Urteilen? Die Fakten werden immer grotesker und absurder. Wenn ich mit meinem Urteil härter würde, müsste ich eine Revolution anzetteln. Aber das mache ich nicht. Deshalb versuche ich die Fakten so aufzuzeigen, dass jeder versteht, dass in Kambodscha ein passiver Völkermord verübt wird – und

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alle etwas dazu beitragen, um die Gerechtigkeit zurückzugewinnen. Gelingt Ihnen das? Ja, schon. Sonst hätten wir in den letzten 18 Jahren nicht 350 Millionen Franken Spendengelder gesammelt. Das ist viel für ein Projekt, das nicht in der Schweiz angesiedelt ist. Doch die Touristen sehen die Armut auf ihren Reisen. Sie sehen, dass diese Menschen für medizinische Behandlung nichts bezahlen können. Länder wie Amerika und Deutschland interessieren sich für Ihr Modell, wie man in einem Drittweltland ein Spital be­treiben kann. Das macht doch Hoffnung. Internationale Gelder sollen nicht in die Kassen der korrupten Regierungen fliessen, sondern direkt in die Projekte. Dieser Grundsatz findet immer mehr Anerkennung. Und das freut mich natürlich. Kürzlich besuchte der neue thailändische Premierminister Kambodscha, und auch er interessiert sich für unser Modell und besuchte mich. Was ist typisch schweizerisch an Ihnen? Das ist schwer zu sagen. Ich hadere manchmal sehr mit der Schweiz. Denn der Staat läuft Gefahr, zu verlottern, weil alle dem Geld nachrennen.   Vor allem die Elite. Und doch habe ich immer Heimweh (lacht). Was werden Sie aus der Schweiz zurück nach Kambodscha mitnehmen? Die Berge in meiner Erinnerung. Und die enorme Solidarität, die ich in   meinen Konzerten im Engadin und in Zürich spürte. 

Persönlich Beat Richner Geboren in Zürich am 13. März 1947 (Fische) u karriere Medizin-Studium. 1974/75 arbeitete er bis zum Einfall der Roten Khmer in Kambodscha. Flucht in die Schweiz, Arbeit im Kinderspital Zürich. 1980 Eröffnung einer eigenen Praxis. 1991 kehrte er nach Kambodscha zurück: Heute leitet Richner dort fünf Spitäler u Musik Als Beatocello spielt er jeden Samstag in Siem Reap auf seinem Cello und sammelt so Geld für die Spitäler u Spenden PC 80-60699-1


impressum Nr. 33, 98. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­ redaktor Andrea Müller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Sekreta­riat Sandra Hofer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Sara Schrepfer creative Director Jean-Robert Schaffter Nachrichtenchefin Alexandra Roder Unterhaltungs­chefin Bettina Portmann wirtschafts­chef Max Fischer Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchef Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel chefreporter René Haenig Nachrichten Christine Zwygart (Politik), Marcel Huwyler, Thomas Kutschera, Nina Siegrist, Lisa Merz (Volontärin) Unterhaltung Daniela Zivadinovic (stv. Unterhaltungs­chefin), Sandra Casalini, Giuseppe Cerrato (Mode), Bar­bara Halter, Andrea Vogel (Leitung Leute), Sylvie Kempa (Volon­tärin) Sport Ilona Scherer, Alejandro Velert kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Manuela Herzog, Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler Gesundheit Verena Thurner (Leitung), Martin Schuppli Koordina­tion Sonderhefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Fabienne Hubler, Sabine Senn (Volontärin) Fotografen Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Rolf Edelmann, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Arsène Saheurs, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Layout/Produk­tion Björn Vondras (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­ grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (Satztechnik) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller si-web Edna Lisak, Sarah Loffredo Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Hanspeter Künzler, Chris von Rohr, Peter Scholl-Latour, Elizabeth Teissier Buchhaltung Mirella Vignoni

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Benaglio: Es läuft und läuft und läuft ... Wie der gute alte Käfer! In der VW-Stadt Wolfsburg ist Meister-Goalie diego benaglio Inbegriff der Verlässlichkeit – getreu dem legendären Werbeslogan für das Kultmobil. Auch privat läufts mit seiner Verlobten nadin rundum perfekt. Text Ilona scherer Fotos achim multhaupt

I

rgendwann überkommts Nadin doch noch. Geduldig hat die 26-jährige Aargauerin beim Interview ihres Verlobten zugehört. Nun gähnt sie herzhaft. «Was ist los?! Rede ich so langweilig?», fragt Diego Benaglio, 25, seinen Schatz mit gespielter Empörung. Sie lachen. Man spürt: Dieses Paar ist schwer verliebt, nach neun Jahren immer noch. Aber auch schwer normal! Ihr Zuhause in der VW-Stadt Wolfsburg: eine Doppelhaushälfte im bürgerlichen Stadtteil Kästorf. Ihr Lieblingsrestaurant: das «Casa Antigua» um die Ecke. Ihre Hobbys: Kino, Essen gehen, Freunde treffen. Im Sommer sitzen sie gern gemütlich im Strandcafé am Allersee. Oft trifft man sich mit dem zweiten Schweizer Goalie beim VfL, dem 21-jährigen Marwin Hitz, und dessen Freundin Cayetana. Und wenn Diego mal länger als einen Tag trainingsfrei hat, dann bucht das Paar spontan im Internet ein Hotelzimmer («Praktisch gelegen muss es sein») und fährt mit dem ICE in 50 Minuten nach Berlin, um die Hauptstadt zu erkunden. Der Dienstwagen – ein silberner VW Touareg – bleibt dann in der Garage. Im Designer-Outlet in Wolfsburg war Diego erst einmal: «In meiner Grösse etwas Brauchbares zu finden, ist schwierig», sagt der 1,94-Meter-Hüne. Generell liebts Benaglio sowieso bescheiden. Daran hat sich nichts geändert, seit er im Januar 2008 von Madeira nach Norddeutschland wechselte und einen Monat später Pascal Zuberbühler als Nummer 1 in der Fussball-Nati abgelöst hat. Vor rund drei Monaten wurde er sensationell deutscher Meister mit dem VW-Verein. «Die Feier war gigantisch, aber schnell abgehakt», sagt Diego prag-

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Wolfsburg zu Füssen, Zürich im Herzen Diego mit Meisterschale (l.) und Freundin Nadin. Hinten die VW-Türme, Wahrzeichen der «Autostadt».

«Auf meiner neusten Tätowierung ist noch Platz für die Namen unserer Kinder» diego benaglio

matisch. Denn es läuft und läuft und läuft – wie im legendären Werbeslogan für das VW-Kultmobil. Am vergangenen Freitag starteten die Wolfsburger nun als Gejagte in die neue Bundesliga-Saison. Das 2:0 im Startspiel in der VolkswagenArena gegen den VfB Stuttgart wirft den Goalie nicht aus der Bahn. Er ist überzeugt: «Von der Titelverteidigung zu sprechen, wäre sowieso vermessen. ­Favorit sind die Bayern – wie jedes Jahr!» Wie ein Kind freut sich Benaglio indessen auf das Abenteuer Champions League, das Mitte September beginnt. Die zweite grosse Herausforderung in diesem Herbst für den gebürtigen Zürcher: die Qualifikation für die FussballWM 2010 in Südafrika. Mit dem Freund-


Fussball

schaftsspiel gegen Italien am Mittwoch in Basel wird die entscheidende Phase eingeläutet. Wegweisend wird die EMQualifikationspartie am 5. September gegen Tabellenführer Griechenland sein: «Als Gruppenzweite haben wir eine gute Ausgangslage. Ich bin überzeugt, dass wir uns für die Endrunde qualifizieren», sagt Diego. Die Kehrseite des Erfolgs: Nadin sieht ihren Verlobten immer seltener. Zum Glück sei sie jedoch eine Frau, die sich sehr gut selber beschäftigen könne, freut sich der Torhüter. Wenn er weg ist, lernt Nadin für ihr Fernstudium. Nachdem sie ein BWL-Studium aufgegeben hatte («Es war einfach zu schwierig, mir das selber beizubringen»), hat sie nun

einen Lehrgang als Ernährungsberaterin an einer Fern-Uni begonnen. Sie macht dies «in erster Linie für mich und Diego: Als Spitzensportler muss man auf die Ernährung achten, weil sich das auf die Leistung auswirkt.» Seit einiger Zeit arbeitet Nadin, die ihren Freund seit sieben Jahren im Ausland (Stuttgart, Madeira, Wolfsburg) begleitet, auch wieder: Sie unterstützt die Inhaberin eines Wolfsburger FitnessStudios, in dem sie auch selber ihre perfekte Figur in Schuss hält. «Ich kann mir gut vorstellen, dass ich später als Ernährungsberaterin arbeite», sagt Nadin. Sie ist überzeugt, dass es diesen Beruf braucht: «Man muss sich nur die Jugend in Deutschland anschauen …»

Apropos Nachwuchs: Der ist bei Diego und Nadin natürlich auch geplant. Irgendwann. Wie genau Diego vorauskalkuliert, davon zeugt seit letztem Winter sein «Glücks-Tattoo» auf dem linken Unterarm: «Auf den zwei Bannern ist noch Platz für die Namen unserer Kinder.» Zur geplanten Hochzeit lässt sich das schöne Paar aber nicht viel entlocken. Einen Termin gebe es nicht, beteuern sie. Warum nicht am 23. Oktober 2010? Genau zehn Jahre, nachdem sich Diego und Nadin auf der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin ineinander verliebt hatten? Diego Benaglio schmunzelt. «Wir werden es mitteilen – wenn es dann passiert ist.»  schweizer illustrierte

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Ehemann zu B Urban wie New York, sonnig wie St-Tropez: Die «Schminkerin der Nation» Bea Petri hat sich mitten in Zürich eine Grossstadt-Oase eingerichtet. Liebster Gast: der Schaffhauser Stadtpräsident Thomas Feurer – ihr frisch angetrauter Gatte.

Kuscheln auf Distanz Weil Bea Petri und ­Thomas Feurer getrennt wohnen, geniessen sie gemeinsame Stunden umso mehr. Wie hier auf Beas Dachterrasse im Zürcher Kreis 4.

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Besuch

Portr채t

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Porträt

«In Sachen Style betrachtete ich Thomas als eine Art Projekt. Es ist gelungen» Bea Petri Text sylvie Kempa Fotos Marcel nöcker

T

rotz Hochzeit getrennte Wohnungen? Für Bea Petri, 54, und ihren Ehemann Thomas Feurer, 56, kein Problem. Im Gegenteil: «Wir ­haben beide unser eigenes Leben, das ist unser Glücksrezept!» Diesen Sommer gaben sich die erfolgreichste Maskenbildnerin der Schweiz und der Schaffhauser Stadtpräsident nach zwei glücklichen Beziehungsjahren das Jawort. Nun ist Bea Petri die neue First Lady der MunotStadt. Und wie eine First Lady wohnt sie auch. Aber eben nicht in Schaffhausen. Nicht mit ihrem «Thomi» zusammen. Es quietscht leise. Ein Intercity ­Zürich–Bern fährt am Haus vorbei. Bereits der fünfte, seit Bea Petri begonnen hat, sich die Zehennägel zu lackieren. Es wirkt, als würde der Zug ihr Schlafzimmerfenster queren. «Ein bisschen wie ein Bewegt-Bild, oder?», schwärmt die Kunstliebhaberin. Die wenigen Wände ihres zweistöckigen Lofts, hoch über dem Zürcher Hauptbahnhof, sind mit Bildern übersät: ein Spörri über dem Esstisch, ein Timmermahn neben dem Bett – sogar ein Tinguely mit persönlicher Widmung: «Für Beatrice, frohe Ostern!» Die gelernte Pharmakantin hatte den Künstler kurz nach ihrer Umschulung zur Visagistin im Jahr 1988 für ein TV-Interview geschminkt. Beas Nägel sind fertig: Lollipop-Rot. «Die absolute Trendfarbe diesen Sommer!» Sie muss es wissen. Ihrem Geschmack vertrauen sogar Bundesräte. Ruth Dreifuss liess sich bei ihrer Wahl am 10. März 1993 von der Berner Makeup-Artistin rote Lippen schminken. «Und das, obwohl ich praktisch nie Lippenstift trage», erinnert sich die Genfer alt Bundesrätin. Auch Ehemann Thomas wurde von Bea in Sachen Style «generalüberholt», wie er selber sagt. Als er sie vor fast drei Jahren bei einem Abendessen mit Freunden kennenlernte, habe er «ohne Haarschnitt, mit ausgeleierten Jeans und T-Shirt» wohl eher einen schlechten Eindruck gemacht, ist der ökoliberale Politiker überzeugt. Seine Liebste bestätigt: «Thomis Humor und seine Intelligenz

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faszinierten mich, aber rein äusserlich war er für mich ein Projekt!» Ein leises Surren. Der Lift, der mit Spezialschlüssel bis in Beas Wohnung fährt, kündigt einen Gast an. Die Visagistin wirft einen prüfenden Blick in den Spiegel, zupft ihr leichtes Kleidchen zurecht. Thomi kommt zum Abendessen – im massgeschneiderten Anzug. Jeans und T-Shirt gibts zwar immer noch, aber nur, wenn das Ehepaar ein ruhiges Wochenende mit Thomas’ «Sägelböötli» auf dem Untersee verbringt. «Ruhig im wahrsten Sinne des Wortes», scherzt er. «Bea segelt am liebsten ohne Wind!» Luftig mag sie es nur zu Hause. Als Bea ihre Wohnung vor zwei Jahren kaufte, waren die Bauarbeiten noch im Gang. «Zum Glück! So konnte ich ein paar Wände, die mir nicht passten, aus dem Bauplan streichen.» Entstanden ist – anstelle eines 6-Zimmer-Appartements –

Persönlich bea petri Geboren in Bern am 23. 7. 1955 (Löwe) u familie In vierter Ehe mit Thomas Feurer, 56, Stadtpräsident von Schaffhausen. Mutter von Lia, 30, und Kim, 27, aus erster Ehe u karriere Gelernte Pharmakantin. Als Maskenbildnerin seit 1982 für nationale und internationale Film-, Theater- und TV-Produktionen tätig. 2003 gründete sie die erfolgreiche «Schminkbar» in Zürich

ein lichtdurchflutetes Loft für zwei Millionen Franken. Die Geschäftsfrau investierte ihr ganzes Erbe, das sie durch den Verkauf der Haaf-Apotheke ihrer Eltern in Bern erhielt. «Eigentlich wollte ich ein eigenes Hotel auf Bali kaufen. Aber als ich dorthin reiste, um alles zu organisieren, wuchs mir das Vorhaben über den Kopf.» Jetzt besitzt Bea halt eine Eigentumswohnung, die «zum Grossteil der Bank gehört». Eine Altersvorsoge. Und ein Erbe für ihre beiden Töchter. Lia, 30, und Kim, 27, necken ihre Mutter gerne damit, sie

Übersichtlich Von ihrer Lieblingsecke im Schlafzimmer hat Bea Petri den Zürcher Hauptbahnhof und die ganze Limmatstadt im Blick.

Mutig Bea Petri kombiniert türkisfarbene Panton-Chairs mit Spörri-Bild und Brockenstuben-Leuchter.


Extravagant Das Tigerfell sei ihr «dekadentestes Stück», sagt Bea. Es gehört seit 30 Jahren zu ihrem Hausrat.


Drei Engel für die Schönheit Bea Petris Töchter Lia und Kim (r.) sind oft zu Besuch und bereits Geschäftsführerinnen in Mamas «Schminkbar».

Beas Hilfsprojekt

Zukunftschancen In Beas Schule lernen junge Afrikanerinnen moderne Berufe. In Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, richtete Bea Petri vergangenes Jahr eine Schule für Maskenbildnerinnen und Kosmetikerinnen ein. Zu deren finanzieller Unterstützung gründete sie den Förderverein NasMode. Informationen auf www.nasmode.com.

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solle doch endlich ins Altersheim ziehen. «Damit wir das Loft übernehmen können!» – «Erst will ich mal Grossmutter werden», gibt Bea zurück. Ein kleines Enkelchen, das wär toll. Andererseits … Das Älterwerden macht der Schönheitsexpertin Sorgen. Nicht wegen der Falten. «Die können auch attraktiv sein.» Nicht wegen der Figur. Bea hat makellose Beine und würde auch vor einer Schönheitsoperation nicht zurückschrecken. Nein, Bea fürchtet sich, «nicht mehr richtig sehen zu können». Sie ist weitsichtig, muss einseitig eine Linse «mit starker Korrektur» tragen. «Mit dem rechten Auge schaue ich in die Ferne, mit dem linken in die Nähe.» Sie kneift ein Auge zu, guckt keck ihren ­Gatten an. Beide kichern. Doch das Alter hat auch seine guten Seiten, gibt sich das Liebespaar überzeugt. Man sei gefestigt, bringe Lebenserfahrung und eine gewisse Gelassenheit in die Beziehung. Er heiratete zum ersten Mal. Für Bea ist es die vierte Ehe. «Aber diesmal wirds halten», sind Beas Töchter überzeugt:

«Thomas ist der ­beste Mann, den Mama je hatte!» Als wolle er diese Aussage bestätigen, holt Thomas Feurer den Wasserschlauch, geht auf die unterste der drei zur Wohnung gehörenden Terrassen und giesst die halb vertrockneten Margeriten. Dann macht er sich am Aussengrill zu schaffen. Zum Znacht gibts Fischfilet. Bea legt drinnen afrikanische Musik auf. Leichte fröhliche Rhythmen. «Keine Ahnung, was das ist. Diese CD haben mir die Schüler ­meiner Kosmetik-, Masken- und CoiffeurSchule in Burkina Faso geschenkt.» Bea eröffnete die Schule im vergangenen November mithilfe der Stiftung Swisscontact (siehe Infobox). «Mit Ausbildungsmöglichkeiten kann man jungen Menschen in Drittweltländern am meisten helfen», weiss die Unternehmerin. In Ouagadougou, der Filmfestival-Metro­ pole des afrikanischen Kontinents, sind ­moderne Berufe gefragt, jedoch fehlt es an Lehrstellen. «Ich will dafür sorgen, dass Filmcrews ihre Maskenbildnerinnen nicht mehr aus Paris einfliegen lassen müssen – sondern einheimische, profes-


Porträt

Mutig und stilvoll – so lebt die Make-upArtistin in ihrer Wohlfühloase in Zürich. Jetzt auf www.schweizer-illustrierte.ch

Frisch vermählt Ein romantisches Hochzeitsfest besiegelt die Liebe von Bea Petri und Thomas Feurer. Ihren Nachnamen behält Bea bei: «Aber die Bürger von Schaffhausen dürfen mich gerne Frau Feurer nennen.»

Foto Malu Barben

sionell ausgebildete Mädchen engagieren.» Einen ganzen Monat verbrachte Bea Petri in der Hauptstadt Burkina Fasos. «Als ich zurückkam, hielt Thomi um meine Hand an. Hast mich wohl vermisst, gell!», neckt sie ihn. Diesen Herbst will Bea wieder nach Afrika reisen. Und ihren Thomi nimmt sie diesmal einfach mit. Beas Liebe zum Schwarzen Kontinent zeigt sich in ihrer Wohnung. Zum Brockenhaus-Asia-Chic sind marokkanische Holzschalen und bunte Sitzkissen gekommen. Bea kombiniert mutig, trägt aus ­aller Welt zusammen. Im Gang hängen sechs Hirschgeweihe. «Die schenkte mir Ursula, die Frau von Schauspieler Ma­ thias Gnädinger. Sie ist Jägerin.» Unterm Bett liegt ein Tigerfell, das Bea vor 30 Jahren «halb illegal aus einer Konkursmasse rettete». Und thailändische Tempellampen schmücken die Terrasse, von der aus das Paar beim Abendessen die Sonne im Zürcher Häusermeer versinken sieht. Thomas Feurer drückt seiner Bea die Hand. Ehering? Fehlanzeige. «Für uns zählen andere Dinge. Vertrauen, Ehrlichkeit und Selbstständigkeit.» Aus demselben Grund behält sie auch ihren Nachnamen. Obwohl: «Wenn mich die Bürger von Schaffhausen mit Frau Feurer ansprechen, fühle ich mich schon geschmeichelt», gibt Bea zu. Der rote japanische Ahorn auf der Dachterrasse leuchtet in der Abendsonne. Je nach Wind ertönt die sanfte Stimme der SBB-Ansagerin: «Auf Gleis 11 folgt der Intercity nach Schaffhausen.»  

«Eheringe brauchen wir nicht. Uns verbindet unsere Lebens­ einstellung» thomas Feurer


«Wir Männer hören schlechter zu» Er hat ein Auge fürs Bild. Doch als «Hear the World»Botschafter fokussiert marc forster für einmal ganz aufs Ohr. Unser Star-Regisseur über sein Engagement – und sein Töchterchen Lia Enéa. Text bettina portmann Fotos fabienne bühler

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© Photo by Bryan Adams

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err Forster, bei bestimmten ­Themen hören Männer ganz plötzlich schlecht. Kennen Sie dieses Phänomen? (Lacht.) Und ob! Ich gehe sogar noch weiter: Wir Männer hören generell schlechter als Frauen – vor allem hören wir schlechter zu. Ein Problem unserer Gesellschaft überhaupt. Im Vergleich zu früher sind die Menschen heute viel zu stark abgelenkt. Zuhören ist eine Kunst. Die Sie offenbar beherrschen – als ­Botschafter für «Hear the World», die weltweite Initiative von Phonak. Das Thema Hören beschäftigt mich sehr. Mein ältester Bruder Wolfgang kam gehörlos zur Welt. Ich musste mich also zwangsläufig von frühester Kindheit an damit auseinandersetzen. Wie erlebten Sie den täglichen Umgang mit ihm? Wolfgang war fünf Jahre älter als ich. Damals gab es weder SMS, E-Mail noch Chatrooms. Telefone waren das einzige Kommunikationsmittel. Weil sich Gehörlose nur schwer an Gesprächen beteiligen können, sind sie unglaublich schnell ausgeschlossen. Wolfgang lernte von den Lippen lesen – sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Er war hochintelligent. Und trotzdem war eine gewisse Vereinsamung da. Rein vom sozialen Umfeld her stellen sich einem gehörlosen Menschen unzählige Probleme. Uns Hörenden ist oft gar nicht bewusst, wie wichtig der Ton ist. Ihnen als Regisseur liegen aber sicher Bilder näher? Bilder sind für mich sehr wichtig. Aber erst beim Vertonen hauche ich meinen Bildern eine Seele ein. Geräusche und Über den Dächern von London Auf der Dachterrasse von Bryan Adams Zuhause im trendigen Musik prägen unser Unterbewusstsein. Stadtteil Chelsea entsteht das offizielle «Hear the World»-Bild mit Marc Forster (r.). Zeitaufwand? Sechs Minuten. Rekord? Bryan Adams: «Für Plácido Domingo brauchte ich nur drei Minuten.» Ihr Bruder nahm sich vor elf Jahren das


gesellschaft


gesellschaft Familienglück Nach fast vier Jahren Beziehung sind Marc Forster, 39, und seine Partnerin Dana Kohler, 30, zu dritt. Töchterchen Lia Enéa kam am 1. Juni im Paracelsus-Spital in Richterswil ZH zur Welt.

«Dana und ich haben uns sehr mit dem Elternwerden befasst. Eltern ­können viel falsch machen» marc forster Da mein richtiger Vater verstorben ist, kommt Dustin fast einer Vaterfigur gleich. Jetzt, wo Sie selbst Vater sind: Was möchten Sie Ihrer Tochter mit auf den Weg geben? Sicherheit, Liebe und Wärme – damit sie sich zu einer selbstständigen und selbst­ sicheren Person entwickeln kann. Ich wünsche mir, dass Lia ihr Herz immer weit offen hält. Dana und ich haben uns sehr mit dem Elternwerden befasst. Eltern können viel falsch machen. Auf einmal mussten Sie sich mit nicht

Bryan adams fotografiert weltstars u Ein Leben ohne Gehör wäre für Bryan Adams unvorstellbar. Deshalb unterstützt der kanadische Musiker seit 2006 «Hear the World» – als offizieller Fotograf. Die weltweite Initiative des Schweizer Hörsystemherstellers Phonak soll das Bewusstsein für die Themen Hören und Hörverlust fördern. Über 30 Weltstars, darunter Mick Jagger, Annie Lennox und Harry Belafonte, wurden bislang mit der typischen Geste – der Hand hinterm Ohr – von Bryan Adams Na hören Sie mal! Für «Hear the World» rückt der Rockstar prominente Kollegen ins rechte Licht. abgelichtet. www.hear-the-world.com

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alltäglichen Themen befassen – etwa mit dem Kauf eines Kinderwagens. O ja, das war schwierig. Dana und ich schauten zig Modelle an. Doch wir packen Lia lieber ins Tragtuch – das ist etwas Grossartiges. Je länger man das Kind bei sich trägt, umso einfacher ist es später für das Kind – es hat dann die Wärme und Sicherheit der Eltern immer in sich. Wir tragen Lia mindestens drei Stunden täglich auf uns. Sie geraten ja total ins Schwärmen! Be­einflussen Ihre jüngsten Erfahrungen als Vater bald Ihr Filmschaffen? Das kann ich noch nicht sagen. Momen­ tan bin ich an einem Film mit dem Titel «Disconnect». Er handelt von ­Menschen, die sich in dieser von Tech­ nologie geprägten Welt entfremden und doch näherkommen – durch Internet, Facebook und Blackberrys. Genau die Technologien, die Ihrem ver­ storbenen Bruder eine grosse Kommunikations-Plattform hätten auftun können … Davon bin ich überzeugt. Gerade deshalb wünsche ich mir oft, Wolfgang wäre noch am Leben. 

Fotos Thomas Buchwalder, Hervé Le Cunff

Leben. Stand sein Suizid in Zusammenhang mit seiner Gehörlosigkeit? Vielleicht … der Selbstmord hatte in erster Linie mit seiner Schizophrenie zu tun. Wobei diese sicherlich in Zu­ sammenhang mit seiner Gehörlosigkeit akzentuiert wurde. Als «Hear the World»-Botschafter wurden Sie von Rock-Sänger Bryan Adams ­fotografiert. Sie kennen sich auch privat. Wir wurden uns bei einem Abendessen bei Dustin Hoffman vorgestellt. Seitdem sind wir befreundet. Bryan hat eine herzliche Art. Er ist liebevoll und offen. Normalerweise dirigieren Sie die Akteure vor der Kamera. Für einmal mussten nun Sie Regieanweisungen entgegennehmen. Ich habe es genossen! Privat mag ich es sehr, wenn ich mich nicht um alles zu kümmern brauche. Als Regisseur bin ich dagegen ein Kontrollfreak. Sie sagten einmal: «Für mich ist das ganze Leben eine Art Traum.» Seit der Geburt Ihrer Tochter Lia Enéa trifft das wohl ganz besonders zu? Absolut! Das erste Mal Vater zu werden, war für mich wie ein Wunder. Ich kann das gar nicht beschreiben. Versuchen Sies trotzdem? Es gibt so viele Facetten zu diesem Wunder. Eine davon ist das Erwachen in einem selbst. Dadurch wird man sich seines eigenen Lebens bewusster. Ihr Töchterchen sei ein «super Mädchen». Was macht sie so speziell? (Lacht.) Alles, was sie tut, ist so lieb, herzig, süss und so unschuldig. Dabei ist es für Babys doch gar nicht einfach – sie kommen in diese Welt und müssen sich anpassen. Wenn ein Erfolgsregisseur wie Sie Vater wird, schneits bestimmt Gratulations­ kärtchen aus Hollywood … Viele Freunde und Bekannte schrieben und gratulierten. Darüber freute ich mich sehr. Dustin Hoffman auch? Ja, auch Dustin hat geschrieben. Er ist ein wichtiger Mensch in meinem Leben.


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Objekt der Begierde

Bildschön u 1959 brachte Olympus die erste Kamera mit dem Namen Pen auf den Markt. Sie musste die Vorgabe erfüllen, so kompakt und einfach zu bedienen zu sein, dass sie immer und überall mit dabei sein konnte. Genau wie ein Stift (engl. Pen). Heute, 50 Jahre später, kommt die erste digitale Pen auf den Markt. Die E-P1 ist klein wie eine Kompaktkamera und macht dank hochwertigen Wechselobjektiven Fotos mit der Qualität einer Spiegelreflexkamera. Die Programmautomatik erlaubt es, einfach draufloszuknipsen, während Profis alles manuell einstellen können.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Kristina Köhler

Stephan Gubler

Retro-Chic Die 12,3-MegapixelKamera Olympus E-P1 sorgt mit Wechselobjektiven für tolle Bilder, ihr Retro-Design macht nostalgisch, www.olympus.ch. u ab CHF 1199.–

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Look

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer

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Memory-Scents

Den Sommer verlängern u Mit ein wenig Glück steht uns ein verlängerter Sommer, ein sogenannter Indian Summer, bevor. Leider ist auf das Wetter wenig Verlass. Umso mehr setzen wir auf die Parfümeure, die mit ihren neuen Düften Ferien-Erinnerungen aufleben lassen. Die sinnlichen Kreationen verzaubern uns mit Jasmin, Magnolien, Iris, Heliotrop, Rosen, Basilikum und Bergamotte. Und versetzen uns an die Küste von Mykonos oder in den Sonnenuntergang in der Karibik – und das alles durch die Nase. Für einen modernen Dreh sorgen neuartige Holz-Kombinationen mit Pinien und Zedern, Tonkabohnen oder Kräuter- und Gewürznoten. Modern und romantisch zugleich, genau wie die Aushängeschilder der Parfums, etwa Julia Restoin Roitfeld für Jil von Jil Sander (Tochter der Chef­redaktorin der französischen «Vogue» und Model). Was für ein schöner Ausklang für einen heissen Sommer!

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Ursula Borer

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1 Wie eine Meeresbrise A scent by Issey Miyake mit Jasmin, Moschus, Hyazinthe und Zeder. Ab Anfang September. EdT 150 ml u CHF 172.– 2 Wie ein Sonnenuntergang Jil von Jil Sander mit rosa Pfeffer, Lavendel, Heliotrop und Vanille. Ab Mitte September. EdP 50 ml u CHF 135.– 3 Wie ein Sommerflirt Sensuous von Estée Lauder mit Jasmin, Ylang Ylang, schwarzem Pfeffer und Honig, Ab 21. September. EdP 100 ml u CHF 104.– 4 Wie eine Inselschönheit Idylle von Guerlain mit Rosen, Himbeeren, Litschi und Patschuli. Ab 1. Oktober. EdP 100 ml u CHF 184.– 5 Wie im griechischen Olymp Cèdre Olympe von Armani Privé mit Zedernholz, BitterOrange, Bergamotte und Gewürznoten. Globus Zürich. EdT 100 ml u CHF 180.– 6 Wie eine italienische Reise Pegaso von Etro mit Basilikum, Bergamotte, Neroli und schwarzem Pfeffer. Globus Basel, Luzern, Zürich. EdT 100 ml u CHF 160.– 7 Wie das süsse Leben Wanted von Helena Rubinstein mit Ylang Ylang, Magnolie und diversen Hölzern. Ab August. EdP 100 ml u CHF 149.–. Alle Düfte sind im Parfümeriefachhandel erhältlich.

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Mode

Kajol Grosser indischer Seidenschal mit kleinen Fransen von En Soie, Zürich. u CHF 240.– Preity Zinta Ärmellose Bluse aus Baumwolle und Seide von Globus. u CHF 89.90

Deepika Padukone Jeans-MicroShorts mit kleinem Anhänger aus Leder von H & M. u CHF 49.90 Bipasha Basu Baumwoll-Rip-Shirt mit hübschen Metall-Applikationen von Karen Millen, Zürich. u CHF 130.–

Priyanka Chopra Geräumige Fransentasche zum Umhängen von H & M. Aus Lederimitat. u CHF 34.90

Aishwarya Rai Bachchan Zehensandalen aus Leder, etwa bei En Soie, Zürich. u CHF 98.90

Ferien-Lieblinge

Indischer Sommer u Aishwarya

Rai Bachchan machts vor: Die indische Filmkönigin sieht in ihren komfortablen Freizeit-Outfits auch offscreen beneidenswert gut aus. Das Geheimnis: Sie mischt ihre klassische, bequeme Grundgarderobe (weisse Hosen, Blusen und T-Shirts, perfekt sitzende Jeans, schwarzer Blazer) mit traditionellen indischen Stücken. Etwa mit Kurtas in leuchtenden Farben (lange

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indische Blusen), goldenen oder silbernen Zehensandalen (aber auch High Heels à la Bollywood), bedruckten Seidenschals und erlesenem Goldschmuck. Ähnlich feminin-glamouröse Sommerlooks mit India-Feeling tragen auch Aishwaryas Berufskolleginnen wie Priyanka Chopra oder Deepika Padukone. Die Krönung dieser Outfits: eine XL-Bollywood-DivenSonnenbrille. Kristina Köhler

Kareena Kapoor Handgefertigtes Armband mit echter Goldfarbe, Platin und Kordel. Ines Boesch, Zürich, www.ines boesch.ch. u CHF 175.– Shilpa Shetty Chakra Balancing Body Mist, Aroma-Körper-Spray von Aveda, www.aveda.ch. u CHF 61.50

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Inge Zinsli, Auswahl Terry Parrella

Rani Mukherjee Ring mit Schmucksteinchen von C & A, Zürich. u CHF 9.90


Hotspot

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Coole Nische Im Drachen-Center an der Aeschenvorstadt 24 in Basel kommen Linsenträger und Sonnenbrillen-Fans günstig auf ihre Kosten. Infos www.eye-zone.ch, Tel. 061 - 271 64 90.

eyezone, basel

Totaler Durchblick u Grün oder doch lieber braun? Dank Farblinsen wird man bei Eyezone in Basel zum Chamäleon. Wer korrigierte Linsen für den Durchblick braucht, wählt zwischen diversen Modellen. Seit Kurzem lockt der Ray-Ban-Shop-inShop Sonnenbrillen-Fans an. Ikonen wie die Blues Brothers (Wayfarer) und Tom Cruise in «Top Gun» (Aviator) habens vorgemacht! Wers lieber elegant hat,

freut sich über die handgemachten Modelle von Persol. Die haben schon Marcello Mastroianni und Steve ­McQueen begeistert. Besonders ­attraktiv: Alle Sonnenbrillen sind «tax-free», und es gibt regelmässig Spezial­angebote! ursula borer Öffnungszeiten Mo bis Fr 8 bis 20 Uhr, Sa 8 bis 18 Uhr

Party-Gag Fluoreszierende Fun-Lenses erheitern jede Party. 2 Stück u CHF 49.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Countdown Linsenbehälter Countact mit Timing-Funktion, in diversen Farben. u CHF 9.90

Think Pink Den Wayfarer-Klassiker von 1950 gibts im neuen Ray-BanShop-in-Shop in vielen coolen Farben, z. B. in Baby-Pink. u CHF 183.70

Kultig wie Steve McQueen Hand­ gemachtes Modell von der italienischen Kult-Marke Persol. u CHF 273.50

Style-Pilot Seit 1937 ist die Aviator von Ray-Ban nicht mehr wegzudenken. Degradé-Modell. u CHF 182.95

Farbspiele Ob in Blau, Grün, Braun oder Pearl: 1 Day-Bi-ColorFarblinsen. 2 Stück u CHF 14.90

Cool wie auf MTV Das Modell Endurance von Carrera ist Stammgast auf MTV, verschiedene Farben. u CHF 182.– schweizer illustrierte

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Mit gemahlenem Turmalin Inner Light Dual Foundation, talkfreier Mineralpuder, Aveda, www.aveda.ch. u CHF 52.50

Fülle Watershine Lipgloss in Natural Glow, Maybelline. u CHF 15.90

Ein Hauch nichts Zarter Rosen-Vanille-Duft Stella Nude, Stella McCartney. Ab September. u CHF 99.–

Rosenholz Lipliner, der Lippen auch natürlich ausfüllt. Praline d’or, Chanel. Ab 24. 8. u CHF 33.–

Kuss-Mund Lipgloss mit MangoButter, Manhattan. In grösseren Migros-Filialen. u CHF 7.90

Fünf Mal zart Nude-Lidschattenpalette: Enthält sechs Farben in drei verschiedenen Texturen. Wiederbestückbar. Bobbi Brown. Bei Globus. u CHF 95.–

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Ganz schön nackt! u Was

ist befreiender, als im Sommer luftig-leichte Kleider zu tragen, die die Haut unbeschwert atmen lassen? So puristisch soll auch die Kosmetik für die Sommertage sein. Alles ist möglichst leicht, wirkt natürlich und lässt uns gleichzeitig unwiderstehlich aus­ sehen und duften. Die essenzielle Ausstattung: Tagescreme mit UV-Schutz, ein auf die aktuelle Hautfarbe abgestimmter

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Rosiges Quartett Most-wanted Nudes Palette: Lidschatten plus Blush, Clinique. u CHF 52.–

Concealer, ein Lipgloss in der Lippenfarbe, ein rosa Rouge, feiner Schimmerlidschatten, schwarze Mascara sowie eine leichte Bodymilch und ein ultrazartes Sommer-Eau. Zur neuen, befreienden «Nacktheit» passt ein seelisches Reinigungsritual, das Ballast abwerfen lässt: Im Notizbuch können wir alle Sorgen aufschreiben und unseren Wünschen Ausdruck geben. Kristina Köhler

Viel Schwung Mit dem High Impact Curling Mascara, Clinique. u CHF 35.–

Bändigung Glättet, pflegt: Depsea Smoothing Foundation, Shu Uemura. Coiffeur Haene, Zürich, www.haene.ch. u CHF 50.–

Philosoph Keel’s Simple Diary, ein philosophischer Kalender. TaschenVerlag. Fachhandel (ab Okt.). u CHF 22.60

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Inge Zinsli

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Beauty


rauschfrei u Denon präsentiert mit dem D-F107DAB das weltweit erste Hi-Fi-Mini-Komponenten-System mit DAB+-Tuner. Mit diesem Digitalradio-Format finden in Zukunft mehr Sender auf gleich vielen Frequenzen Platz. Der Re­ceiver-Baustein der nur 25 × 25 Zentimeter kleinen Anlage liefert 2 × 65 Watt. Neben dem eingebauten CDSpieler gibts zahlreiche Anschlussmöglichkeiten, etwa für Plattenspieler, USB-Stick und MP3-Player. Wer mehr Sound als von den mitgelieferten Zwei-Weg-Lautsprechern will, kann sogar einen externen Subwoofer anschliessen. www.denon-hifi.ch stephan gubler

ohrenschmaus u Während die neusten Fernseher immer flacher, grösser und schöner werden, lässt ihr Klang oft zu wünschen übrig. Wer zu den hochaufgelösten Bildern auch einen tollen Sound geniessen will, sollte sich den Panorama von Bowers & Wilkins ansehen beziehungsweise anhören. Er wurde für Konsumenten entwickelt, die einen perfekten Klang wünschen, ohne dafür die Stube mit Lautsprechern be­setzen zu müssen. Bass, Mittel- und Hoch­töner sind alle in einem einzigen Edelstahl-Gehäuse untergebracht. Das integrierte Audio-/Video-Soundsystem verfügt über fünf analoge und digitale Eingänge und lässt sich bequem fern­ steuern. www.bwgroup.ch sg

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viel sound im praktischen format Der Panorama Soundbar von B & W sorgt für echte Heimkino-Atmosphäre. u CHF 3000.–

soundstark Die Mini-Hi-Fi-Anlage Denon D-F107DAB ist für DAB+ gerüstet. Gibts in Schwarz und Silber. u CHF 1290.–

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Electronics

scharf chatten u Wer sich bei Video-Chats ins beste Licht rücken will, kann dies mit der portablen Webcam C905 von Logitech tun. Dank Carl-Zeiss-Objektiv mit Autofokus liefert sie selbst bei schlechten Lichtverhältnissen oder Gegenlicht gestochen scharfe Bilder. Mit einer maximalen Auf­lösung von 720 p erreicht sie hochauflösende Qualität. Das eingebaute Mikrofon sorgt für gut verständliche Gespräche und filtert störende Hintergrundgeräusche heraus. Die Notebook-Webkamera kann sowohl am Notebook befestigt als auch mit dem mitgelieferten Standfuss auf einem Schreibtisch aufgestellt werden. www.logitech.com sg

Luxus-chat Portable Logitech-Webcam C905 in HD-Qualität. u CHF 149.–

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schön auf gebräunter haut

Werk Mechanisches Automatikwerk Gehäuse Edelstahl, entspiegeltes Saphirglas, wasserdicht bis 50 Meter Armband Weisses Alligatorlederband mit Faltschliesse Varianten Modell mit Wochentag, Datum, Gangreserve Wer trägt sie? Reise­ freudige und Puristen Bezugsquelle Tel. 032 9123 123, www.ebel.com

u Die neue weisse Hexagon Classic von Ebel mit

zweiter Zeitzone bei sechs Uhr überzeugt nicht nur mit einem puristischen Design. Ihre im Flugzeugund Autobau bekannte Monocoque-Konstruktion mit den grossen Schrauben ist ebenfalls charakteristisch. Zudem schützt die geschlossene einschalige Bauweise des Stahlgehäuses das mechanische Werk mit Selbstaufzug optimal. Die schrägen Bandanstösse sorgen für einen perfekten Sitz des von Hand genähten Lederarmbandes. Mit einem Durchmesser von 45,4 mm sticht diese elegante Uhr auf sonnengebräunter Haut besonders schön heraus. sarah rieder

Reisetüchtig Die neue Ebel Classic Hexagon GMT. u CHF 4950.–

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2 1 Happy Birthday Buch «101 Spiele für Kindergeburtstage», Moses-Verlag. u CHF 16.90 2 Cooler Blick Augen-Roll-on Moistprotect von Zoé erfrischt mit Vitamin C, Migros. 150 ml u CHF 16.50 3 Gekühlte Beauty Refresh-Make-up-Set über Nacht ins Eisfach – und Beauty-Produkte bleiben tagsüber kühl, www.tintamar.ch. u CHF 35.50 4 Gesund erfrischen Wellness-Drink Veritee mit Grüntee. Apotheken, Sun Store, Manor. 50 cl u CHF 1.95 5 Aua ade Disco-Click von Kik hilft bei Insektenstichen. Apotheken, Drogerien. u CHF 14.90 6 Süsser Genuss Ganz neu bei Sprüngli: Duchesse Blut­orange. u CHF 6.– 7 Vom Dermatologen «The Peeling» B Sand von Dr. Brigitta Cavegn fördert Zellerneuerung. Manor, Apotheken. u CHF 48.– 8 Süss & sexy Pyjama-Shorts, Manor. u CHF 15.90

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Wie pflegt Mann sich heute? Zwischen 30 und 35 lässt auch bei Männern die Regenerationsfähigkeit der Haut nach. Müdigkeit und Falten zeichnen sich sichtbar ab. Höchste Zeit also, dass auch Männer zur Anti-Falten-Pflege greifen. u Warum ist Vichy Homme Liftactiv C ideal für sie? Es vermag selbst ausgeprägte Falten zu glätten und

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André Eiermann, Marketingleiter Vichy, www.vichyconsult.ch

experten-fragen

u Weshalb braucht Männerhaut Pflege?

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schenkt der Haut ein gesundes und frisches Aussehen. u Was kann es, und wie oft muss man es anwenden? Vichy Homme Liftactiv C fördert die Er­neuerung der Haut und verleiht ihr neue Stützkraft. Anwendung: täglich morgens und/oder abends, auch nach der Rasur, anwenden. u Wann sieht man den ersten Effekt? Bereits ab der ersten Anwendung

wirkt die Haut geglättet. In nur acht Tagen werden die Falten ausgeglichen. Nach einmonatiger Anwendung wirkt die Haut verjüngt, und die Müdigkeitsspuren sind praktisch verschwunden! u Was ist drin? Hyaluronsäure und AHA. Geeignet für alle Hauttypen und für alle Männer ab 30 Jahren. Beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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ex! Schutz beim S en, dass alle ig ze Neue Studien rauen von der sexuell aktiven F ebärmutterImpfung gegen G ren. halskrebs profitie

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SA Text DR. MED.

ngen der Impfstu­ n neue Auswertu ge ei z ­ en, n ei ist s alskreb xuell aktive Frau er Gebärmutterh en, dass auch se di bt ha 0 ge 25 V nd HP Ru s. eb Kontakt zu its re be heimtückischer Kr e di n io kt eine Infe in der Schweiz ngsweise sogar hu Frauen erkranken zie be s­ Au ch m Na hohe sterben daran. emacht haben, in pro Jahr. Gegen 90 zweiter durchg g profitieren. an un pf er Im t Veh HP st er ass von ein m i dem Brustkrebs be lle d: Frauen sfä un de Gr edingten To m einfachen ne ei s Au ­Stelle der krebsb – om n in der Regel Das Zervixkarzin n 16 und 26 habe he sc wi z ­ m r jüngeren Frauen. de ist ktion mit nur eine he Fachbegriff – ine oder eine Infe ke e­ hg r so der medizinisc rc de du s, n or m stofftype sartigen Tu r vier HPV-Impf de Prototyp eines bö . rsacht wird durch Viren veru n macht. n ein hohes Er­ drei Buchstabe e di – iese Frauen habe D HPV rus­ n, re Vi r die anderen Vi 0 verschiedene ankungsrisiko fü kr ung s ­stehen für rund 12 pf Bi Im d. e sin di n durch fährlichste typen und können ne ei ­ von denen 4 am ge al en m M zu en , tiv en ak rd r sexuell geschützt we m sa rk wi ei­ sr s zu 75 Prozent de au re keinen sich im Laufe ih andene Infektion st er üb n tio schen infizieren a­ ek m nf llo ui r einer Ne humanen Papi enden Schutz vo ch ng tu Lebens mit den n ei ne sw io kt Au fe r ch eine ozent der In etet. Der Ruf na en viren. 70 bis 90 Pr den übrigen bi In f alle sexuell aktiv s. au au g un en pf lg Im Fo VHP r de lt we heilen ohne r­ ch ka der Fa n die Viren Zervix wird deshalb in en au Fr ist Fällen verursache d sis un Ba r lf individuelle Vulva-, Vagina ­immer lauter. Au zinome, bösartige zen. ar lw ta ni möglich. Ge e e ut wi he , dies schon Analtumoren so hren gibt es in Arbeiten zeigen Ja b ne al de nh ie ei ch ei rs Ve Seit zw en ab V Kn bei Impfung gegen HP HPV-Impfung auch der Schweiz eine Emp­ dass die Australien n e lle wi ie n fiz er of nd ut Lä La rksam ist. In wi namens Gardasil. en ig hr alb bereits sh -jä de 14 rd sie alle 11- bis oder Österreich wi ­ fehlungen sollen Ge en st er m n. ohle t vor de für Knaben empf z.ch Mädchen möglichs t werden. Der pf , www.doktorstut im .ch ge in hr dm ke g.a er ba sv w. ww ­ schlecht m Ko . ik) ordentlich hoch raktive Web-Klin Schutz ist ausser nnt. Jetzt (inte ka be e in ke d plikationen sin

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H1N1: keine Immunität u LANGEN (D) Auch wer jetzt Schweinegrippe hat, muss sich später impfen lassen. Denn eine so mild verlaufende Infektion könne keine Immunität hinterlassen. Das die Warnung aus dem PaulEhrlich-Institut. www.aerztezeitung.de

Ess-Trends im Fokus u BASEL Die Ergebnisse der zweiten Studie der Coop-Initiative erstaunen: 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung geben an, immer bis oft gesund zu essen. Und unter «schnellem und gesundem Essen» verstehen die meisten «Salat». www.coop.ch/esstrends

Positive Ergebnisse u BERLIN Eine höhere Überlebensrate zeigten 229 Patientinnen mit fortgeschrittenem, metastasierendem HER-2-negativem Brustkrebs bei der Therapie mit oraler Chemo und dem Krebsmedikament Nexavar in einer Phase-II-Studie. www.baynews.bayer.de

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Schlaf vor Mitternacht schützt laut einer japanischen Studie Blutgefässe und Herz. Also: Gehen Sie mit den Hühnern ins Bett!

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Heimalltag: Statt Betreuung Senioren ruhigstellen! In Alters- und Pflegeheimen werden zu viele Neuroleptika verschrieben, findet der Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein und fordert ein anderes Betreuungskonzept. Text Martin Schuppli

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lte Menschen in Heimen sind oft einsam. Sie haben Mühe, soziale Kontakte zu pflegen. Tagsüber langweilen sie sich, nachts schlafen sie schlecht. Vielen Senioren mangelt es an Abwechslung und Aufgaben, es fehlt eine Tagesstruktur. Das macht aggressiv oder depressiv. In den Heimen gibts zu wenig Personal. Und weil niemand Zeit hat, sich um die Bedürfnisse der Rentner zu kümmern, erhalten sie Pillen. Der Griff zu Medikamenten, die ruhigstellen, ist naheliegend. Gerade ­Demenzkranke sind starken Stimmungschwankungen unterworfen. In Schweizer Pflege- und Altersheimen gehört der Einsatz von sogenannten Anti-Psychotika praktisch zum Alltag. Eine gefährliche Entwicklung. «Mich stört vor allem die Abgabe von Neuroleptika», sagt Dr. Albert Wettstein, Zürcher Stadtarzt. «In der Schweiz werden bis zu 48 Prozent aller Demenzkranken mit derartigen Psychodrogen ruhiggestellt. Das ist zu viel, angemessen sind diese höchstens bei 20 Prozent der Heimbewohner ohne Demenz und bei 35 Prozent mit der Krankheit.» Die Medikamente, die einst für Schizophrenie-Kranke entwickelt wurden, haben oft gewaltige Nebenwirkungen. Neuroleptika, auch Nervendämpfungsmittel genannt, können etwa Krämpfe auslösen, unwillkürliche Zuckungen verursachen oder den Speichelfluss erhöhen. Es besteht auch ein Risiko, an Diabetes zu erkranken, unter Herzrhythmusstörungen zu leiden. Generell erhöht sich die Todesfallrate. «Natürlich gibt es Demenzkranke, die unter Wahnsymptomen leiden», sagt Dr. Wettstein. «Und die sind auf Neuroleptika angewiesen. Diese Medikamente können viel Leid verhindern. Aber das richtige Mass ist nötig.» Generell empfiehlt der Zürcher Stadtarzt, dass in Heimen die medizinischen Mass-

Jassplausch Finden sich vier Kartenspieler, bringt ein gemütlicher Schieber viel Abwechslung in den sonst oft eintönigen Heimalltag.

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Dr. Albert Wettstein Stadtarzt in Zürich.

Fotos Kurt Reichenbach, Dick Vredenbregt, Keystone

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Neuroleptika


gibts Pillen nahmen nach drei Monaten überprüft werden. «Denn es ist gut möglich, dass sich die Verhaltensstörung verändert und man die starken Mittel reduzieren oder gar langsam absetzen kann.» Zudem warnt der Arzt davor, Neuroleptika gegen benzodiazepinhaltige Pillen auszutauschen. «Das ist keine Alternative. Denn diese Mittel machen süchtig.» Aber was tun mit aggressiven Heimbewohnern? Oder mit dementen Senioren, die nachts wach sind und tagsüber schlafen wollen? «Generell sollten sich Demenzpatienten tagsüber in ­hellen, lichtdurchfluteten Räumen aufhalten können.» Zudem findet Dr. Wettstein, dass für ältere Menschen eine Beschäftigung ganz wichtig ist. Sie sollten Aufgaben übernehmen, sich be­wegen. Betreuungspersonen sollten mit ihnen spielen, tanzen, basteln, vorlesen oder

k chercoleptika Neu ZU Häufig eingesetzte «RUHIGSTELLER»: Prazine® Nozinan®  Risperdal®  Dipiperon®  Haldol®  

Auch der Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein verordnet Demenzpatienten beruhigende Medikamente: «Und zwar sedierende Anti-Depressiva. Damit erzielen wir hervor­ ragende Ergebnisse. Diese Pillen machen nicht abhängig.»  Trittico®  Tolvon®

Musik hören. «Die Patienten müssen tagsüber müde werden, und nachts soll man sie schlafen lassen.» Für ein solches «Animationsprogramm» brauchts allerdings Zeit und Geld und viel Personal. Ein Ding der Unmöglichkeit also. Und die Grossfamilie existiert kaum mehr. Pflege- und Altersheime sind oft die einzige Alternative, wenn ältere Menschen nicht mehr allein zu Hause leben können.  

tipp

Nickerchen hilft! Unterbrechen Sie lange Autofahrten mit 20-Minuten-Schläfchen auf Rastplätzen. Das wirkt besser als Koffein.

Gesunde Pflaumen u Pflaumen Essen Neben verdauungsfördernden Ballaststoffen gilt die Prunus domestica als eine der mineralstoff- und vitaminreichsten Früchte. Vitamin B, C und Zink unterstützen das Immunsystem. Das Kalzium ist gut für feste Knochen, und Kalium fördert den Zellstoffwechsel sowie die Entwässerung. Darüber hinaus glänzen Pflaumen mit dem höchsten Anteil an Antioxidanzien, den Früchte nur bieten können. Diese Inhaltsstoffe helfen beim Schutz vor Krebs und Herzinfarkt.

der fall Schutz vor Grippe Kann man sich mit Vitaminen und Mikronährstoffen gegen eine Ansteckung mit den Schweinegrippe-Viren schützen?

«

Hugo Schurgast Wissenschaftlicher Leiter, Burgerstein AG, Rapperswil-Jona SG.

Natürlich gibts vorbeugende Massnahmen. Die wichtigste: Leben Sie so gesund wie möglich. Essen Sie viel Früchte und Gemüse. Trinken Sie genügend Wasser. Vermeiden Sie Stress, schlafen Sie genug. Zudem gilt es, die hygienischen Massnahmen zu beachten. Also oft Hände waschen. Und dann kann man mit einer optimalen Nährstoff-Versorgung das Immunsystem stärken, sodass unser Körper weniger anfällig für Infekte ist. Grundsätzlich empfehle ich, regelmässig und langfristig zum Frühstück oder Mittagessen ein ausgewogenes, richtig dosiertes und gut verwertbares Multivitamin-Mineral-Präparat einzu-

nehmen. Es sollte unter anderem 15 Milligramm Zink und 50 Mikrogramm Selen enthalten. Bei über 40 Viren ist eine Hemmung der Aktivität durch Zink nachgewiesen, darunter Grippe-, Hepatitis- sowie Herpes-Viren. Zusätzlich schützt auch die regelmässige Einnahme eines retardierten und daher doppelt so gut verwertbaren Vitamin-C-Präparates. Die Tagesration sollte etwa ein Gramm betragen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Menge in der Lage ist, die Häufigkeit von Erkältungen und grippalen Infekten zu reduzieren. Auch Vitamin C kann man zum Frühstück oder Mittagessen schlucken. Kinder ab zehn Jahren haben denselben Nährstoffbedarf wie Erwachsene. Von sechs bis neun Jahren benötigen sie etwa zwei Drittel. Dreibis fünfjährige Kinder haben etwa den halben Nährstoffbedarf von Erwachsenen. www.burgerstein.ch

»

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dr. stutz meint Unser Gesundheitsminister tritt ab. Seine Bilanz beim Austritts-Check sieht ernüchternd aus. Bundesrat Pascal Couchepin hinterlässt seinem Nachfolger und den kommen­ den Generationen ein einziges Schla­ massel. Das Gesundheitswesen ist 60 Milliarden schwer, und es ist kein Ende abzusehen. Im Gegenteil. Bis in 20 Jahren werden sich die Ausgaben verdoppeln. Die Krankenkassen zehren von den Reserven und brauchen ­horrende Prämienaufschläge, um zu überleben. Die Grundversorgung ist gefährdet, die Hausärzte sind demoti­ viert wie nie zuvor. Die Pharma­ industrie, eine der wenigen gesunden Branchen in unserem Land, droht mit Stellenabbau. Seit Couchepin im Amt ist, jagt ein Hirngespinst das andere: Senkung der Labortarife, Praxisgebühr, Verbot der Selbstdispensation. Keine

dieser Massnahmen wird den Kosten­ anstieg bremsen. Der einst so stolze Walliser Politiker ist mit seiner Politik gescheitert. Natürlich wurde er vom Parlament ausgebremst und zermürbt. Wir brauchen einen Gesundheitsminis­ ter, der uns eine schonungslose Dia­ gnose stellt und uns einen Therapie­ vorschlag unterbreitet, der nachhaltig wirkt. Ich bin sicher, dass niemand im Parlament und im Volks so weiter­ wursteln will wie bisher, wenn klar ist, dass dies der direkte Weg in den ­Systemzusammenbruch und in die Zweiklassenmedizin ist. Herzlich, Ihr

Pascal Couchepin im Check Die Diagnose ist kein Grund zur Freude.

tipp

Laufen! Bei Verschluss der Beinarterien ist tägliches Laufen genauso wirksam wie ein Kathetereingriff.

Faszination Körper u MEDIZINLEXIKON Dass unser

Illustration Joel Stutz

check-up

KOLUMNE

Körper ein unglaublich kompliziertes Gebilde ist, wird spätestens nach der Lektüre dieses gewichtigen Buches bewusst: Das Lexikon erklärt fundiert und gleichzeitig verständlich unseren Körper und seine Funktionen. Die Zeichnungen des weltweit erfolgreichen und berühmten medizinischen Illustrators Johannes Sobotta machen das Buch zu einem Sehvergnügen der beson- Der Atlas der Anatomie ist im deren Art. Verlag H. F. Ullmann erschienen www.ullmann-publishing.com und kostet CHF 67.–.


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Foto Rémy Steinegger, Martin Hesse, © Heimatmuseum Reutlingen

Inspiration LiteraturNobelpreisträger Hermann Hesse beim Malen in Montagnola.

ausflug zur kunst – folge ii von III

Weltbürger im Tessin

Das Museum Hermann Hesse in Montagnola gewährt einen fundierten Einblick in das Leben des grossen LiteraturNobelpreisträgers und Malers.

u Kurvenreich führt die Strasse von Lugano nach Montagnola. Vorbei an schmucken Villen und schönen Gärten. Ein Weg, den auch Hermann Hesse (1877–1962) oft gefahren ist. Hinauf zu seiner geliebten Collina d’Oro, dem

Paradies, wo er sich 43 Jahre lang seine Inspirationen holte. Hier, mit Blick auf den Luganersee und die umliegenden Berge, schrieb der Literatur-Nobelpreisträger (1946) Meisterwerke wie «Siddharta» und malte Hunderte von Aquarellen. u schweizer illustrierte

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die besten

Kultur

Ort der Begegnung Regina Bucher, Direktorin des Museums Hermann Hesse. Das Museum Hermann Hesse wurde 1997 in der Torre Camuzzi eingerichtet, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Casa Camuzzi steht. In dem hellblauen Haus lebte Hesse – nachdem er seine Familie verlassen hatte – von 1919 bis 1931. «Hier scheint die Sonne inniger, und die Berge sind röter, hier wächst Kastanie und Wein, Mandel und Feige, die Menschen sind gut, gesittet und freundlich …» Regina Bucher, 51, ist die Herrin des Hauses. Dank ihrer Begeisterung und der Liebe zum Werk des grossen Mannes, hat die Hamburgerin aus dem Museum ein Ort der Begegnung gemacht. Es herrscht eine gemütliche, einladende Atmosphäre. Zwei Videos geben Einblick in Leben und Denkweise des Meisters. An Hörstationen ertönt Gelesenes und Rezitiertes. Die erklärenden Texte sind kurz, meist mit Zitaten von Hesse ergänzt. «Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.» Im Hauptraum im zweiten Stock thront auf dem Schreibtisch des Literaten die stattliche Schreibmaschine, eine Smith Premier No. 4, mit der Hesse über 35 000 Briefe geschrieben haben soll. Daneben, in einer Vitrine, reihen sich Bücher aneinander. Es ist «die Bibliothek der Weltliteratur», wie Hesse seine Sammlung nannte. Die Bibel

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Vertrautheit «Frühling in Montagnola» malte Hermann Hesse 1934. Mit der deutschen ­Juristin Elisabeth Rupp (r.) unterhielt Hesse seit 1917 eine intensive Korrespondenz. ist genauso vertreten wie Werke von Gogol oder Molière. Bevor wir in den dritten Stock gehen, machen wir einen Abstecher in den kleinen Innenhof: drei Tischchen, Hortensienbüsche, eine grüne Oase der Ruhe. «Hier ist das Reich von Knulp», sagt Regina Bucher und zeigt lachend auf die kleine Schildkröte, die gemächlich an uns vorbeizieht. Im dritten Stock finden Wechselausstellungen statt. Zurzeit sind Maria Holzleitner, Margherita Osswald-Toppi und Elisabeth Rupp zu sehen, drei Künstle-

rinnen, die in Hesses frühen Tessiner Jahren zu seinem Freundeskreis zählten. «Er hat mit seiner asketischerotischen ­Ausstrahlung auf Frauen eine grosse Faszination ausgeübt», sagt Regina Bucher schmunzelnd. kati moser museo hermann hesse Montagnola TI Täglich 10–18.30 Uhr, «Begegnungen auf der Collina d’Oro» bis 6. 9., regelmässig Lesungen und Konzerte, Audioguides zu Hesses Lieblingsorten, Tel. 091 - 993 37 70, www.hessemontagnola.ch


FONDATION PIERRE GIANADDA

Grazil

musik

u Sie tanzt, als gäbe es im Leben der jungen Frau nichts

Orpheum Extrakonzert

anderes. Anmutig, leichtfüssig, selbstvergessen. «La danseuse chez le photographe» des Franzosen Edgar Degas ist nur einer der Höhepunkte der Ausstellung in Martigny. «De Courbet à Picasso» ist eine Schau der Superlative, gespickt mit Namen wie Manet, Monet, Renoir, Pissarro, Matisse und vielen mehr. Die Werke stammen aus dem berühmten Moskauer Schwebend «La danseuse chez le ­Puschkin-Museum. km photographe» von Edgar Degas. FONDATION PIERRE GIANADDA Martigny VS Bis 22. 11. täglich 9–19 Uhr, Tel. 027 - 722 39 78, www.gianadda.ch, Publikation CHF 45.– «FOR YOU / PARA USTED»

Erschütternd

u Der Mann ist tot. Oder etwa nicht? Das Entsetzen in seinen Augen lässt nichts Gutes erahnen. 22 Künstlerinnen und Künstler dokumentieren anhand von 35 meist kürzeren Arbeiten und einigen Grossinstallationen das heutige Videoschaffen in Lateinamerika. Sie erzählen in bewegten Bildern vom Leben und Sterben in all seinen Facetten. Technisch reicht das Spektrum von vermeintlich «primitiven» Aufnahme- Erstarrt «Videoart: The Iberoameverfahren bis zu höchst komplexen Produktionen. km rican Legend» von Martin Sastre.

DAROS EXHIBITIONS Zürich Bis 6. 9. Do 12–20, Fr–So bis 18 Uhr, Tel. 044 - 447 70 00, www.daros.ch

Junge Interpreten, grosse Komponisten u Gleich zwei Ausnahmetalente der jungen Solistengeneration eröffnen die Tonhalle-Konzertsaison: die 18-jährige amerikanische Pianistin Claire ­Huangci und die 23-jährige norwegische Geigerin Vilde Frang. Auf dem Programm stehen Edvard Griegs Klavierkonzert in a-Moll und Sergej Prokofjews Violinkonzert Nr. 1. Begleitet werden die Musikerinnen vom legendären Tschaikowsky-Sinfonieorchester des Moskauer Rundfunks unter der Leitung von ­Vladimir Fedoseyev. Die Solistinnen treten im Rahmen der Extrakonzerte der ­Orpheum Stiftung Zürich auf, die sich der Förderung international auf­ strebender Musikerinnen und Musiker verschrieben hat. anina rether

tonhalle Zürich 19. 8. 19.30 Uhr, Vorverkauf Ticketcorner Tel. 0900 - 800 800 (CHF 1.19/Min), www.orpheum.ch

«DIE VERSCHWÖRUNG»

Tiefgründig

u Der Soldat steht mit dem Rücken zum Betrachter. Was macht er genau? Stöbert er in verbotenen Papieren, oder ordnet er sie einfach neu? Die Ausstellung «The Conspiracy / Die Verschwörung» ist nicht ganz beim Wort zu nehmen. Sie lehnt sich vielmehr am ­provozierenden Text «Le Complot de l’Art» des ­französischen Philosophen Jean Baudrillard an. Hier wird behauptet, dass Kunst überall existiere – Waffenkammer «March», 2008, ausser in der Kunst selbst.  km HD-Video von Corey McCorkle.

Ausgezeichnet Die Pianistin Claire Huangci gastiert weltweit in den besten Häusern.

KUNSTHALLE BERN Bis 6. 9. Di–Fr 11–18, Sa/So ab 10 Uhr, Tel. 031 - 350 00 40, www.kunsthalle-bern.ch

«DAS PORTRÄT. FOTOGRAFIE ALS BÜHNE»

Sein und Schein

u Ein rotes Tuch auf dem Rasen, die zarten Schultern eines Mädchens, ihr kupferfarbenes Haar in einem Wasserzuber: ein ungewöhnliches Porträt, das uns Hellen van Meene (l.) zeigt. Doch die holländische Fotografin ist für ihre überraschenden Aufnahmen bekannt. Fotografische Porträts stehen nach wie vor hoch im Kurs. In den letzten Jahrzehnten wurde eine unorthodoxe Strategie des Porträtierens verfolgt. Die Ausstellung «Das Porträt. Fotografie als Bühne» beleuchtet die unterschiedlichsten Zugangsweisen der vertretenen Fotografen – und verdichtet sich zu einem Panorama des Menschenbildes von heute. kati moser

KUNSTHALLE WIEN (A) Bis 18. 10. täglich 10–19, Do bis 22 Uhr, Tel. 0043 - (0)1 521 89 12 01, www.kunsthallewien.at, Publikation EUR 29.–

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Lasziv Penélope Cruz als verführerische Filmdiva Lena.

Rache ist süss – und ganz schön gefährlich

1

film noir los abrazos rotos (e) Pené­lope Cruz unter der Regie ihres Mentors Pedro Almodóvar als Filmdiva, die eine Liaison mit einem Regisseur hat. u Die Filme von Pedro Almodóvar

(«Volver», «Hable con ella») sind stets so stilvoll ausgestattet, dass der von Andy Warhols Pop-Art inspirierte spanische Regievirtuose eigentlich gar keine Geschichte zu erzählen brauchte. Auch «Los abrazos rotos» ist wieder ein hochästhetisches Kunstwerk. Penélope Cruz verkörpert die junge Lena, die dank ihrem alten Liebhaber, einem Produzenten, zum Film kommt. Beim Dreh von «Frauen und Koffer» verliebt sie sich in Regisseur Mateo (Lluís Homar). Der gehörnte Pro­duzent übt grausame Rache: Er verwickelt die Turteltauben in einen ­Autounfall, bei dem Lena ihr Leben und Mateo sein Augenlicht verliert. Zudem schneidet er bei der Fertigstellung von «Frauen und Koffer» die schlechtesten Sequenzen so zusammen, dass der Film lächerlich wirkt. Jahre später wird Mateo von der Vergangenheit eingeholt: Worauf er beschliesst, seinen Film nun selber zu vollenden. In Rückblenden fächert Almodóvar einen melodramatischen Film noir um Liebe und Eifersucht auf. Wie immer in seinem Œuvre liefert die Ausstattung

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Hinweise zum Verständnis: So hängt in der Wohnung des Produzenten ein Bild mit einer Pistole, ein phallisches Symbol für (gefährlichen) Sex – wie der ­einschlägt, muss man wohl keinem fühlenden Menschen erklären: Wenn Penélope Cruz Tomaten und Knoblauch hackt, ehe sie sich ihrem Lover hingibt, ist das Sinnlichkeit pur! Die Kreuze wiederum stehen für die aufkeimenden Schuldgefühle. Und die Farbe Rot, die fast in jeder Szene mit Lena vorkommt, weist auf das tragische Ende ihrer Liebe hin. Der Film deutet an, dass für den leidenschaftlichen Cinephilen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion gefährlich verschwimmen. Allerdings ist Almo­dóvar das Werk zu lange geraten. Ein gutes Werk, aber nicht eines von Almodóvars besten. christian jungen Deshalb ist der Film ein Muss u Penélope Cruz spielt unter ihrem Mentor Almodóvar temperamentvoll wie nie. u Er enthält viele Hommagen an Film­klassiker wie «Viaggio in Italia» mit Ingrid Bergman. u Man geniesst zu prachtvollen Bildern die Schönheit der spanischen Sprache. 88888 Länge: 128 Min., Regie: P. Almodóvar, Darst.: Penélope Cruz, Lluís Homar. Start: 13. 8.

mehr kino-tipps

2

kriegsfilm The hurt locker (USA) Elite-Soldaten der US-Armee entschärfen im Irak Bomben – und werden vom Angstkitzel abhängig.

Darum ist es der beste Irakfilm u Der Streifen von Regisseurin Kathryn

Bigelow ist atemberaubend spannend. u Der Krieg als Droge für Soldaten, der

sie vom Alltag entfremdet. u Drehbuchautor Mark Boal hat als

Journalist aus dem Irak berichtet. 88888 Länge: 131 Min., Regie: Kathryn Bigelow, Darst.: Jeremy Renner, Anthony Makie. Start: 13. 8.

3

beziehungskomödie Le code a changé (F) Ein Pariser Paar lädt Freunde zum Essen, bei dem es unter und über dem Tisch zum Geschlechterkampf kommt.

Das macht den Film sehenswert u Eine amüsante Comédie française über Lieben und Lügen von 40-Jährigen. u Es braucht nur einen Bruchteil einer Sekunde, um das Leben zu verändern. u Wie wahr! «In vino veritas»– im Wein liegt Wahrheit. 88888 Länge: 100 Min., Regie: Danièle Thompson, Darst.: Dany Boon, Emmanuelle Seigner. Start: 13. 8.

Foto Pathé Films AG

die besten

Kino


bücher & cds

Ein Mann schwankt zwischen zwei Frauen

Glasklar, lakonisch: Peter Stamm beschreibt eine Parallelwelt, in der es kein richtiges Leben im falschen geben kann.

u Alexander ist Architekt, seine Frau, er kennt sie seit dem gemeinsamen Studium, heisst Sonja. Ihre Perfektion degradiert jeden Mann zum Schul­ jungen, so attraktiv, gebildet, kreativ und zugleich ziel­ strebig ist sie. Ein begehrenswertes Gewächs aus wohlhabendem Hause. Dagegen gleicht Iwona aus Polen eher einer unscheinbaren Primel. Tief religiös erzogen und mit den Attributen matronenhafter Weiblichkeit versehen, unterwirft sie sich dem Mann völlig. Sie hängt in demütiger Treue an Alexander, was diesen zugleich abstösst wie auch ungemein erregt, sodass er sich immer wieder in ihrem kitschig eingerichteten Schlafzimmer wiederfindet. Dann bricht er den Kontakt ab. Sieben Jahre lang ist der Architekt im Grossraum München damit beschäftigt, seinen Besitz zu mehren und am Status quo zu arbeiten. Wie aus hei­ terem Himmel erreicht ihn ein Brief von Iwona, der mit den distanzierten Worten «Lieber Alexander, vielleicht können Sie sich noch an mich erinnern» eingeleitet wird. Anstatt zur Tagesordnung überzu­ gehen, wird Alexander getrieben von der Gier nach ihrem «weissen, unberührten Fleisch» und baut sich eine Parallelwelt auf, in der er das Sagen hat und kom­ men und gehen kann, wie es ihm passt. «Es gibt kein richtiges Leben im falschen», sagte der Philosoph Theodor W. Adorno einmal, und Peter Stamm

drei neue cds

Foto Gaby Gerster

1

pop/rock songs by george harrison Let It Roll (EMI)

«Die erste Solo-HitsCollection 1970–2002» des stillen Beatle, der 2001 starb, heisst es auf dem CD-Cover. Unter den berührenden Songs inklusive «My Sweet Lord» sind «Something», «Here Comes the Sun» und «While My Guitar Gently Weeps» in Live-Version plus   «All Those Years Ago». elias fröhlich

beweist in seinem Roman mit glasklarer Verbindlichkeit die Richtigkeit dieser Feststellung. Der Leser fühlt sich als Beobachter einer Tragödie von ­klassischem Ausmass, deren Ende er vorhersehen kann, die ihn aber auf sich selbst zurückwirft. «Hast du das nie erlebt, dass du etwas getan hast, obwohl du wusstest, dass es falsch war?», fragt Alexander, der in seinem falschen Leben nichts richtig gemacht hat. Peter m. Hetzel

Peter Stamm lotet gekonnt die Untiefen der Beziehungen aus.

für psychos Flammenbrut Simon Beckett (Rororo) u Lange bevor der Brite Simon Beckett zum Best­ sellerautor wurde, legte er seinen dritten Roman, im Original 1997 erschienen, bewusst als einen psychologischen Thriller an. Eine junge, unabhängige Geschäftsfrau wünscht sich ein Kind und sucht einen Samenspender. Prompt gerät sie an   einen Psychopathen, dessen seelische Abgründe ganz besonders abnorm sind. Für geistige Meine spirituelle autobiograPHie Dalai Lama (Diogenes) u In aller Herrgottsfrühe beginnt der Tag des Dalai Lama. Vor dem Frühstück um fünf hat er schon auf dem Laufband gejoggt und meditiert. Die schönste, die vollkommene Entspannung findet   er in seinen acht bis neun Stunden Schlaf. Nicht nur deshalb strahlt diese auto­ biografische Schrift ein wohltuendes, eben buddhistisches Charisma aus.

Peter Stamm Sieben Jahre (S. Fischer)

für republikaner die frau des präsidenten Curtis Sittenfeld (Aufbau-Verlag) u Alice, die Erzählerin des Romans, ist mit dem Politiker Charlie Blackwell verheiratet, sie entspricht ziemlich genau dem Vorbild Laura Bush. Auch sie arbeitete als Grundschullehrerin und als Schulbibliothekarin. Bei diesem Schlüsselroman handelt es sich nicht um politische Satire, sondern um ein detailliertes Porträt einer Frau im Fokus der Weltöffentlichkeit.

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3

Warum das Buch uns fesselt u Weil es der Psychologie des Geschlechterkampfes eine neue Facette gibt. u Weil der Autor lakonisch, aber mit unmissverständlicher Sprache «den Finger in die Wunde» legt. u Weil die Läuterung des Helden zu jeder griechischen Tragödie gehört.

jazz daniel pezzotti Cellobration (TCB)

Cello und Jazz?! Dass das durchaus passen kann, hat Daniel Pezzotti als Sideman schon auf vielen CDs internationaler Top-Acts bewiesen. Erstmals als Leader präsentiert er mit einer handverlesenen Gästeschar ein beeindruckendes Showcase, das seine Talente (etwas zu) facettenreich aufblitzen lässt. Hanspeter Vetsch

Klassik italian concertos für trompete/Sopran (Tudor)

Das ist swingende   Sommermusik vom Besten: Leichtfüssig, mit silbern virtuosem Ton spielt Gábor Tarkövi, Solist der Berliner Philharmoniker, die Konzerte von Vivaldi, Scarlatti, Albinoni u. a. Der akustische Clou: In manchen Stücken sekundiert Sopranistin Mojca Erdmann den Trompeter im Duett. uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

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Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Lach-Garantie

Für Kinder

Starparade

DVD

Kino

CD Single

CD Album

Klingeltöne

Tom Cruise als Stauffenberg: Der Hitler-Attentäter wurde erschossen.

Der Kampf um die Nuss geht in die dritte Runde – diesmal bei den Dinos.

Der Track von DJ David Guetta und Kelly Rowland bringt Schwung und Laune.

Der King of Pop ist tot. Lang leben Michael Jacksons Lieder!

Bimmelt uns in den Ohren: Lady Gagas kühler Sound lässt Handys heiss laufen.

(1) OPERATION WALKÜRE – DAS STAUFFENBERG ATTENTAT Regie: Bryan Singer. Mit T. Cruise. MGM (2) DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE Regie: Eric Brevig. Mit B. Fraser, J. Hutcherson, A. Briem. PECOM (3) MARLEY & ICH Regie: David Frankel. Mit O. Wilson, J. Aniston, A. Arkin. TCFHE (5) TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN Regie: Catherine Hard­ wicke. Mit K. Stewart, R. Pattinson. Ascot Elite (4) GRAN TORINO Regie: Clint Eastwood. Mit C. Eastwood, A. Her, B. Vang. Warner Home Video (10) PASSENGERS Regie: Rodrigo Garcia. Mit A. Hathaway, P. Wilson, C. Horsdal. Ascot Elite FREITAG, DER 13. Regie: Marcus Nispel. Mit J. Padalecki, D. Panabaker, A. Yoo. Paramount HE (6) SHOPAHOLIC – DIE SCHNÄPPCHENJÄGERIN Regie: P. J. Hogan. Mit I. Fisher, H. Dancy. Touchstone Home Video (9) BRIDE WARS – BESTE FEINDINNEN Regie: Gary Winick. Mit A. Hathaway, K. Hudson, K. Johnston. TCFHE (8) TRANSPORTER 3 Regie: Olivier Megaton. Mit J. Statham, R. Knepper, F. Berléand. Universum Film

(1) ICE AGE 3: DAWN OF THE DINOSAURS 3D Regie: Carlos Saldanha. Total 430 716 Besucher. 5. Woche THE HANGOVER Regie: Todd Phillips. Total 34 915 Besucher. 1. Woche

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(1) WHEN LOVE TAKES OVER David Guetta feat. Kelly Rowland EMI Music Switzerland AG (2) I KNOW YOU WANT ME (CALLE OCHO) Pitbull Universal Music Switzerland GmbH (2) HARRY POTTER 6: SEXY BITCH THE HALF-BLOOD PRINCE David Guetta feat. Akon Regie: David Yates. EMI Music Switzerland Total 110 284 Besucher. AG 3. Woche (3) BRÜNO (6) I GOTTA FEELING Regie: Larry Charles. The Black Eyed Peas Total 92 503 Besucher. Universal Music 4. Woche ­Switzerland GmbH

(1) POKER FACE (1) KING OF POP Michael Jackson Lady Gaga Sony Music ­Entertainment UNI Switzerland (2) STRIKE The Baseballs Warner Music (Switzerland) AG

(2) WHEN LOVE TAKES OVER David Guetta feat. Kelly Rowland EMI (3) MICHAEL JACKSON – (8) I KNOW YOU WANT ME (CALLE OCHO) THE ESSENTIAL HITS Pitbull Michael Jackson Sony Music ­Entertainment WMS Switzerland (4) THE COLLECTION (3) THRILLER Michael Jackson Michael Jackson Sony Music ­Entertainment SME Switzerland

(6) ALLE ANDEREN Regie: Maren Ade. Total 12 692 Besucher. 4. Woche

(3) HEAVY CROSS Gossip Sony Music ­Entertainment Switzerland

(7) BILLY TALENT III Billy Talent Warner Music (Switzerland) AG

(4) TRANSFORMERS: REVENGE OF THE FALLEN Regie: Michael Bay. Total 86 090 Besucher. 6. Woche (5) STATE OF PLAY Regie: Kevin Macdonald. Total 52 170 Besucher. 6. Woche

(5) FUCK YOU (8) THE E.N.D. (THE Lily Allen ENERGY NEVER DIES) EMI Music Switzerland AG The Black Eyed Peas Universal Music Switzerland GmbH (6) IZ ON (7) NEW DIVIDE Linkin Park Söhne Mannheims Warner Music Musikvertrieb AG ­(Switzerland) AG

(4) BILLIE JEAN Michael Jackson SME

(7) ILLUMINATI – ANGELS & DEMONS Regie: Ron Howard. Total 294 048 Besucher. 12. Woche (8) COCO AVANT CHANEL Regie: Anne Fontaine. Total 41 216 Besucher. 9. Woche

(4) AYO TECHNOLOGY Milow Universal Music ­Switzerland GmbH

(9) THE FAME Lady Gaga Universal Music Switzerland GmbH

(6) HEAL THE WORLD Michael Jackson SME

(10) BOOM BOOM POW The Black Eyed Peas Universal Music ­Switzerland GmbH

(10) AYO TECHNOLOGY (10) ALI E RADICI Milow Eros Ramazzotti Sony Music ­Entertainment UNI Switzerland

(9) TWO LOVERS Regie: James Gray. Total 8718 Besucher. 4. Woche

(9) POKER FACE Lady Gaga Universal Music Switzerland GmbH

SONGS FROM THE UNDERGROUND Linkin Park Warner Music (Switzerland) AG

(7) BOOM BOOM POW Black Eyed Peas UNI

(5) PARLA CON ME Eros Ramazzotti SME

(R) DAS FEYR VO DR SEHNSUCHT Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi UNI


Belletristik

Sachbuch

TV Unterhaltung

Top-Event

Lust auf ein Baseballspiel? Das Aufbauspiel Sims 3 ist der aktuelle Favorit.

Geschichten von einem Kater und anderen Sonderlingen.

Wie schreibt man das noch mal? Der Duden gibt kompetent Auskunft.

Emil Steinberger startet einen Angriff auf Bauchmuskeln im Sommerlager.

Heiss: Natalia Imbruglia singt am Rock oz’Arènes in Avenches.

(1) SIMS 3 Electronic Arts

(4) DER KÖNIG VON OLTEN Alex Capus Knapp Verlag

SOMMERLACHER SF 1 2. 8. 09 565 000 Zuschauer

ROCK OZ’ARèNES Arènes d’Avenches 12.–15. August www.ticketcorner.com

(2) ANNO 1404 Ubisoft

(1) DAS MÄDCHEN ­SEINER TRÄUME Donna Leon Diogenes

(4) DUDEN DIE DEUTSCHE RECHTSCHREIBUNG Duden Biblio. Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (2) MICHAEL JACKSON – BLACK OR WHITE Hanspeter Künzler Hannibal

DONNSCHTIG-JASS SF 1 30. 7. 09 559 600 Zuschauer

PRIMAL SCREAM X-tra Zürich 16. August www.ticketcorner.com

(3) LANDWIRTSCHAFTSSIMULATOR 2009 Astragon

DAISY SISTERS Henning Mankell Zsolnay

(1) GLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN ... Eckart von Hirschhausen Rowohlt

SF BI DE LÜT – LIVE SF 1 2. 8. 09 531 200 Zuschauer

OPEN AIR GAMPEL Festivalgelände Gampel 13.–16. August www.ticketcorner.com

DIVINITY 2: EGO DRACONIS DTP Entertainment AG

(2) FRAU SORGEDAHLS SCHÖNE WEISSE ARME Lars Gustafsson Hanser

(3) MEINE SPIRITUELLE AUTOBIOGRAPHIE Dalai Lama XIV. Diogenes

ALPENFESTUNG – LEBEN IM RéDUIT SF 1 30. 7. 09 524 500 Zuschauer

BRANDI CARLILE Schüür Luzern 12. August www.starticket.ch

(4) AGE OF EMPIRES III (GOLD) Microsoft

(3) ALLE SIEBEN WELLEN Daniel Glattauer Deuticke im Zsolnay ­Verlag

(6) LOCKRUF SAUDIA Teresa Fortis WOA

ALPENFESTUNG – LEBEN IM RéDUIT SF 1 27. 7. 09 522 400 Zuschauer

(5) WORLD OF WARCRAFT: WRATH OF THE LICH KING – ADD-ON Activision Blizzard

(5) DIE HÜTTE William P. Young Allegria

(8) THE SECRET – DAS GEHEIMNIS Rhonda Byrne Goldmann

FERNWEH SF 1 27. 7. 09 477 900 Zuschauer

PARADISE BOAT – DJ ANTOINE Lausanne-Ouchy 15. August www.ticketcorner.com ANNAKIN Kaufleuten Zürich 17. August www.ticketcorner.com

(8) GTA IV Take 2

(7) SECHSELÄUTEN Michael Theurillat Ullstein HC

(7) ÜBER STOCK UND STEIN Nik Hartmann Fona Verlag

ALPENFESTUNG – LEBEN IM RéDUIT SF 1 31. 7. 09 462 800 Zuschauer

(6) CALL OF JUAREZ 2 Ubisoft

(9) MÄNGELEXEMPLAR Sarah Kuttner Fischer (S.), Frankfurt

(5) 50 ERFOLGSMODELLE ALPENFESTUNG – LEBEN Mikael Krogerus IM RéDUIT Kein & Aber SF 1 28. 7. 09 460 300 Zuschauer

(R) SIMS 2 (SUPER DELUXE) Electronic Arts

(10) BRUNO, CHEF DE POLICE ­ Martin Walker, Michael Windgassen Diogenes (8) ZERSTÖRT Karin Slaughter Blanvalet

(9) DUDEN DIE DEUTSCHE RECHTSCHREIBUNG: DUDEN KORREKTOR Biblio. Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim REMEMBER THE TIME – MICHAEL JACKSON Peter Mischer Lingen

(10) HARRY POTTER AND THE HALF-BLOOD PRINCE Electronic Arts

Heiss!

die besten

PC-games

TOP 100

Nicht verpassen!

JEREMY MENUHIN FRIENDS Kirche Saanen 12. August www.ticketcorner.com DELILAHS Kaufleuten Zürich 13. August www.ticketcorner.com

SCHLAGERSOMMER 09 SF 1 27. 7. 09 445 600 Zuschauer

THE THERMALS Volkshaus Basel 13. August www.starticket.ch

ALPENFESTUNG – LEBEN IM RéDUIT SF 1 29. 7. 09 421 400 Zuschauer

BIG ZIS Kaufleuten Zürich 18. August www.ticketcorner.com

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Cessna-Safari Die kleine Maschine führt die Gäste von Camp zu Camp. Zu Abenteuerferien und dramatisch schönen Wildbeobachtungen.

MIT DER CESSNA VON CAMP ZU CAMP

«Fly-in-Safari» in Namibia u Sehr exklusiv: In Namibia in sechs Tagen gleich drei verschiedene BushCamps besuchen – eine Cessna machts möglich! Die Highlights im 5000-Franken-Programm: Im Jeep gehts auf Safari, die berühmten Big Five im Visier. Der Brunch wird unter Kameldornbäumen serviert. Eine Wanderung führt zum Sundowner an den Sesriem-Canyon.

Und abends gibts in den komfortablen Lodges ein wild-romantisches Candle-Light-Dinner. Ausgangspunkt ist Windhoek. Veranstalter vor Ort? Wilderness Safaris. Spezialist für SafariBuchungen ist in der Schweiz? Rotunda Tours. INFO www.rotunda.ch

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weekend

Reisen

Malediven total

für honeymooner: Hilton Iru fushi Resort & Spa u Das neuste Top-Hideway der HiltonGruppe liegt im unberührten NoonuAtoll. Verliebte sind hier unter sich. Im romantischen Restaurant Flavours (asiatisch) schwebt man über der Lagune. Info www.manta.ch, www.irufushi.com

für schnorchler und Taucher: Eriyadu u Die Tropeninsel im Nord-Male-Atoll gilt als Geheimtipp unter Schnorchlern und Tauchern. Am Riff tummeln sich Schildkröten, Hai- und andere Gross­ fische. Die Anlage ist gemütlich: Superluxus sucht man vergebens. Info www.eriyadumaldives.com

für familien und kinder: Bandos u Der Neuzugang im Manta-Katalog ist ideal für Familien. In 20 Minuten mit dem Schnellboot erreichbar, bietet Bandos eine tolle Infrastruktur, viele Sportmöglichkeiten und Flexibilität, um die schönsten Tage zu geniessen. Info www.bandosmaldives.com

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Lilie im Meer Die De-luxe-Wasser-Villas sind vom Riff umgeben. Wer keine Lust zum Gehen hat, steigt in den Golf-Cart.

Highlight Malediven: «Lily Beach resort & Spa»

Wo Wein und Wa Die Malediven sind um eine Attraktion reicher: Lily Beach ist das erste All-inclusive-Resort mit fünf Sternen und 119 Luxus-Villen. Eine Destination zum Schlemmen, Schnorcheln und Träumen.

A

ls Gott das Paradies auf Erden schuf, hatte er die Malediven vor Augen. Doch feinster weisser Sand, schattige Palmen und bunte Fische allein machen die Menschen nicht glücklich. Sie wollen ein Dach über dem Kopf, mehrere Restaurants zur Auswahl und einen zuvorkommenden, kompetenten Service, der ihnen während der schönsten Zeit des Jahres jeden Wunsch von den Lippen abliest. u Schlaraffenland. Die neuste Luxusdestination auf der Insel Huvahendhoo im Ari-Atoll heisst «Lily Beach» – Lilien ­gehören hier zur Vegetation. Eine ­Besonderheit ist das Konzept des total sanierten und im Mai neu eröffneten Resorts. Als erste Fünf-Sterne-Anlage wird eine luxuriöse All-inclusive-Variante offeriert, die rund um die Uhr kulina-


Für Sonnenanbeter Schöner gehts nicht: Poolanlage der vier Sunset-Water-Suiten.

Tropisch Die Innendekoration der 119 Villen ist in einem warmen, luftigen Stil gehalten.

Foodstation Dreimal täglich wird im Hauptrestaurant Lily Maa frisch angerichtet.

Abtauchen Vom privaten Sonnendeck zum Riff schnorcheln – und wieder zurück!

sser fliessen rische Freiheiten auf höchstem Niveau garantiert (Getränke inbegriffen). Zwei Re­staurants locken: «Lily Maa» mit Sandboden und Blick zur Lagune bietet Frühstück, Lunch und Dinner. Das asiatische «Tamarind»-Gourmetlokal scheint über dem Meer zu schweben und überzeugt mit einer exzellenten Show-Küche. Zudem werden am Mittag an den beiden grossen Pools Snacks serviert. u Klein, aber fein ist der Outdoor-Pool mit Jacuzzi, jede der De-luxe-Water-Villen hat einen! Innen wurden edle Hölzer und Naturstein verwendet. Das Design: modern mit maledivischem Flair. Neckisch: Wer eine der 36 De-luxe-WaterVillen bucht, schreitet über einen Glasboden mit Blick ins Universum der Fische. Direkten Zugang zum Riff hat man vom Balkon aus. Wie es sich für ein

All-inclusive-Hotel gehört, sind Schnorchelausrüstung, nicht motorisierte Sportarten, Sunset-Fishing und eine DhoniFahrt auf eine unbewohnte Insel und in die umliegenden Fischerdörfer gratis. u Krabbenrennen & Co. Kindern steht der Kids-Club mit liebenswerter Betreu-

ung zur Verfügung. Ob Schatzsuche oder Face-Painting – kleine Gäste sind hier glücklich. u Die Seele baumeln lassen im Tamara Spa mit sechs Behandlungszimmern und den Ingredienzen der Luxusmarke Terrake. Hier träumt man während der vierhändigen Lomi-Lomi-Massage von der Erlebniswelt unter Wasser. Die Crew der Tauchschule Ocean Pro kennt die interessantesten Tauchspots des Inselatolls. 

Caroline Micaela hauger

check-in u Anreise Edelweiss Air fliegt einmal wöchentlich von Zürich nach Malé, mit dem Maldivian Air Taxi landet man in 25 Minuten in Lily Beach u Attraktives Angebot 1 Woche Beachvilla, inkl. Flug, Flugtransfers und «Platinum Plan all inclusive» für CHF 4685.– p. P., Lagoon Villa CHF 5000.–, De Luxe Water Villa CHF 6400.– (bis Oktober 2009) u Sport Banana-Boot USD 30.– / 10 Min., Wasserski USD 45.– u Hailight Abends Rochen- und Haifischfütterung am Dhoni-Steg u Infos Maledivenspezialist Manta-Reisen, Tel. 044 - 277 47 00, www.manta.ch

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En Guete Frisch So schmeckt der Kuchen am besten.

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mit Köchin Sibylle Sager

Süsse Früchtchen

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Ob rot, ob blau – sie verzaubern uns frisch gepflückt, aber auch als Kuchen, Mousse oder Strudel: Ohne Beeren wäre der Sommer nur halb so schön.

Blaubeerkuchen

Zutaten (für eine quadratische Springform von ca. 23 cm ∅, gefettet, auf ein Backofengitter gestellt) Boden 100 g Frischkäse (z. B. Philadelphia), 200 g Müesli-Mischung, fein gehackt, 50 g dunkle Schokolade (z. B. Crémant), fein gehackt Füllung 500 g Frischkäse (z. B. Philadelphia), 200 g Tofu, gehackt, 1 dl Rahm, 150 g Zucker, 1 Päckli Vanillezucker, 2 Eier, 1 Eigelb, 1 unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale und Saft, 2 Esslöffel Mehl, 250 g Blaubeeren oder Heidelbeeren (siehe Tipp), 2 Esslöffel Zucker, 1 unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale und Saft Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Backen ca. 50 Min.

u Für Boden Frischkäse, Müesli und Schokolade mischen, auf Formenboden verteilen. Mit nassem Löffelrücken oder Glas andrücken, ca. 15 Min. kühl stellen. Für Füllung Frischkäse, Tofu und Rahm

gut verrühren. Zucker und alle Zutaten bis und mit Mehl beigeben, darunterrühren, 1/3 der Masse auf dem Teigboden verteilen. Blaubeeren mit Zucker, Zitronenschale und -saft fein pürieren, 3/4 darauf verteilen, mit der hellen Masse bedecken, restliches Püree löffelweise daraufgeben, mit Holzspiesschen zu einer Garnitur verziehen. Backen ca. 50 Min. in der unteren Hälfte

tipp Heidelbeeren können den Cholesterin­ spiegel positiv beeinflussen. Aber Vorsicht: Zu viele der frischen klei­ nen Beeren können abfüh­ rend wirken.

des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Danach im ausgeschalteten, leicht geöffneten Ofen ca. 1 Std. abkühlen. Herausnehmen, in der Form auf einem Gitter auskühlen. In Quadrate von ca. 5 cm schneiden. Der Kuchen schmeckt frisch am besten.

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Himbeermousse

Zutaten (für 4–6 Personen) 500 g Himbeeren, 1/2 Zitrone, nur Saft, 1 Esslöffel Kirsch, 6 Esslöffel Puderzucker, 4 Blatt Gelatine, ca. 5 Min. in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft, 2 Ess­löffel Wasser, siedend, 2 dl Rahm, 4 Teelöffel Doppelrahm schweizer illustrierte

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Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Ziehen lassen ca. 30 Min. Kühl stellen ca. 5 Std. u Himbeeren und alle Zutaten bis und mit Puderzucker mischen, zugedeckt ca. 30 Min. ziehen lassen. Pürieren, durch ein Sieb streichen. Gelatine mit dem Wasser auflösen, mit 4 Esslöffel Masse verrühren, sofort gut unter die restliche Masse rühren. Kühl stellen, bis die Masse am Rand leicht fest ist, glatt rühren. Rahm steif schlagen, sorgfältig darunterziehen, zugedeckt ca. 5 Std. kühl stellen. Servieren Die Mousse mit 2 Löffeln sorgfältig abstechen, auf Tellern an­richten. Mit Doppelrahm verzieren. Vorbereiten Die Mousse kann 1–2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

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Getränkter Maiskuchen mit Beeren

Zutaten (für eine Springform von ca. 26 cm ∅, gefettet) Rührteig 150 g Butter, 150 g Zucker, 1 Prise Salz, 3 Eier, 150 g gelbes Maismehl (siehe Hinweis), 50 g Weiss­mehl, 1 Teelöffel Backpulver, 100 g Schwarze Johannisbeeren (Cassis), 100 g Rote Johannisbeeren Guss 1 dl Wasser, heiss, 2 Esslöffel Ahornsirup, 1 Esslöffel Zitronensaft, 1 Esslöffel Puderzucker, wenig Puderzucker zum Bestäuben Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Backen ca. 40 Min.

u Butter in einer Schüssel weich rühren. Zucker und Salz darunterrühren. Ein Ei nach dem anderen darunterrühren, weiterrühren, bis die Masse heller ist. Mehl und Backpulver mischen, unter die Masse mischen, Teig in die vorbereitete Form füllen. Beeren darauf verteilen. Backen ca. 40 Min. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, etwas abkühlen. Für Guss Wasser und alle Zutaten bis und mit Puderzucker in einer kleinen Schüssel verrühren. Kuchen mit einer Stricknadel dicht einstechen, mit Guss beträufeln. Formenrand entfernen, Kuchen mit dem Formenboden auf einem Gitter auskühlen. Vor dem Servieren bestäuben. Hinweis Maismehl gibts im Reformhaus und ­mexikanischen Spezialitätenläden.

u das «al dente»-team macht bis Ende

August eine Pause. u nächste sendung Montag, 24. August,

20.00 Uhr auf SF 1.

Mehr Info: www.aldente.ch


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

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Legen Wert auf gemütliche Atmosphäre: Gastgeberpaar Heidi und Fabrice Bischoff.

Wirtschaft zum Frieden Herrenackerstrasse 11 8200 Schaffhausen Tel. 052 - 625 47 67 Sonntag und Montag Ruhetag EC-Direct, keine Postcard Alle Kreditkarten www.wirtschaft-frieden.ch

Der Frischekick im alten Wirtshaus Wirtschaft zum Frieden, Schaffhausen Mitten in der Altstadt gelegen, erlebt das 1445 erbaute Haus ein fulminantes Comeback: dank dem Wirken von Heidi und Fabrice Bischoff.

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abrice und Heidi Bischoff haben es geschafft. Die am Untersee auf­ gewachsene Wirtin und der am Genfersee gross gewordene Küchenchef haben dem geschichtsträchtigen Gast­ haus mit seiner einzigartigen Ambiance nach wechselvollen Jahren wieder zu neuer Blüte verholfen. Die engagierten Wirtsleute legen viel Wert auf eine gepflegte Atmosphäre und einen persön­ lichen, aufmerksamen und professio­ nellen Service. Genauso wichtig ist für sie eine gute, schmackhafte und tradi­ tionelle Küche, die der Chef persönlich mit viel Engagement und Freude für ­seine Gäste zubereitet. Dabei bietet er ­frische Produkte in bester Qualität – zu

fairen Preisen! Das Angebot wird laufend der Saison angepasst. In der heimeligen Gaststube und im lauschigen Garten gibt es mittags einen leichten Lunch. Auch zusätzliche Speisen werden spontan am Tisch angeboten. Die Weinkarte enthält eine Vielzahl von guten einheimischen und ausländischen Tropfen. Zum Auftakt erfreuten wir uns an einem knackigen Gourmetsalat, garniert mit pochierten Flusskrebsschwänzen, Cherrytomaten und Croutons. Der im Dampf auf den Punkt gegarte Kabeljau Royale wurde auf einem Bett aus ­grünem Lauch und neuen Kartoffeln serviert – begleitet von einer milden Rahmsauce mit roten Peperoni. Ein Genuss auch

die sorgfältig poelierten Kalbsmilken auf Blattspinat an einer gut abgeschmeck­ ten Morchelsauce. Der Spinat machte zwar für das Auge keinen marktfrischen Eindruck. Auf der Zunge gab er jedoch keinerlei Anlass zur Klage. Zur Nach­ speise liessen wir uns eine lauwarme Tarte Tatin mit einer Kugel Vanilleeis servieren. Auf Empfehlung der für den Service zuständigen Wirtin begleitete uns zuerst ein einheimischer Müller-Thurgau aus dem Weingut Baumann in Oberhallau, später ein Bandol von der Domaine Lafran-Veyrolles.  

Foto Dick Vredenbregt

wein-tipp Mit Vorsicht geniessen Den Wein der deutschen Weinkellerei Anthony Hammond’s Garage Winery fällt in erster Linie optisch auf: Sein Name Sugar Babe bedeutet so viel wie leicht bekleidete Schönheit. Und die ziert auch gleich das Etikett. In der Flasche befindet sich

Rüdesheimer RieslingSpät­lese 2008 (8,5 %). Und nach dem ersten Schluck ist die Namenstaufe des Weines verständlicher: Neben Pink-Grapefruit-, Pfirsichund Rhabarberaromen taucht eine intensive Süssnote auf. Sie erinnert an kandierte Äpfel und Zuckerwatte. Ein

Wein mit Restsüsse also. Fruchtzucker, der während der Gärung nicht zu Alkohol umgewandelt worden ist. Der Riesling Sugar Babe (mit Krondeckel!) passt zu aromatischen Thai-Gerichten, eignet sich aber auch als Festwein, wenn man die Gäste verblüffen will.

Riesling & Co 4944 Auswil Tel. 062 - 965 43 65 www.rieslingco.ch Jetzt trinken. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 19.50

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Auto

schon gefahren Audi a5 sportback

Der Kniff mit dem Hinterteil Nach Coupé und Cabrio rollt Audi den A5 Sportback auf den Markt. Mit dem eleganten ­Hinterteil soll er ein Familien­ auto sein, das mit den Qualitäten eines Coupés, aber auch eines Kombis punktet.

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utodesigner Nuccio Bertone schuf 1969 mit dem Audi 100 S Coupé ein Fahrzeug mit prak­ tischem Fliessheck – aus heutiger Sicht eine Stilikone. 40 Jahre später lancieren die Ingolstädter erneut eine Fliessheck­ variante, nennen sie nun aber Sport­ back. Das scheint besser zur heutigen Spitzenposition im Premiumsegment zu passen. Dank internen Grössen wie Walter de’Silva muss auch nicht mehr auf fremde Designhilfe zurückgegriffen werden. Ebenfalls aus de’Silvas Feder stammt das A5 Coupé, das er als seinen schönsten Wurf bezeichnet.

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Der elegante Zweitürer dient dem Sportback als Basis, gleichzeitig bedien­ ten sich die Designer aber auch beim 100 S Coupé. So ist zum Beispiel das hintere Dreiecksfenster, der sogenannte Schwib, auch ein wichtiges Design­ merkmal des Sportback. Mit 4,71 Meter Länge überragt der neue Viersitzer den A5 um 8 Zentimeter. Der verlängerte Radstand schafft dabei mehr Platz für

Bewährt Im Cockpit des Sportback hat Audi nichts verändert. Wie im Coupé und Cabrio wird hier gewohnt hohe Qualität geboten.

die Fondpassagiere und das Gepäck. Die neue Grösse ist elegant unter einer flach abfallenden Hecklinie mit grosser Klappe untergebracht. Der Kofferraum lässt sich einfach beladen und bei hochgeklappter Rücksitzbank ist er beinahe so gross wie im Kombimodell A4 Avant. Erwartungsgemäss erfreut der A5 Sportback mit bewährter AudiTechnik. So fährt sich das Familien­ coupé gewohnt agil und komfortabel, auf der Autobahn erweist es sich als geschätzter Reisegleiter. Auch Motoren und Getriebe stammen aus den reich dotierten Konzernregalen und können praktisch alle Wünsche erfüllen. Dank einem neuen System, das beim Bremsen und im Schiebebetrieb die Energie in der Batterie zwischenspeichert, wird zusätzlich Sprit gespart. Zudem steht für den 2.0 TFSI und 2.0 TDI eine Stopp-Start-Automatik zur Verfügung. susan rocchetti


news

bMW 760i ZWÖLF ZYLINDER UND ACHT GÄNGE u Bereits vor 22 Jahren genierte sich BMW nicht, den ersten deutschen V12-Motor der Nachkriegszeit in den 750i (300 PS) einzubauen. Jetzt wird im neuen 760i diese Ära wieder belebt. Beatmet wird der 544 PS starke Alu-Motor mittels Biturboaufladung. Bereits ab 1500 U/min stemmt der V12 satte 750 Nm auf die Antriebswelle und wuchtet den 7er in 4,6 s auf 100 km/h. Auch dank der nagelneuen Automatik mit acht Stufen (!) sollen Verbrauchswerte um 13 l/100 km möglich sein – ein fairer Wert für einen 6,0-Liter-Motor. Im Oktober geht der 760i für CHF 199 800.– an den Start. Als Langversion mit endlos viel Beinfreiheit im Fond sind CHF 17 200.– mehr fällig.

Emotional Die coupéhafte Silhouette bleibt dem viertürigen Sportback erhalten.

audi a5 sportback Charakter Die dynamische Front des A5 zeichnet auch den Sportback aus. u Name Audi A5 Sportback

u Preis ab CHF 52 000.–

u Motoren Benzin 180, 211, 265 PS,

u Konkurrenten Mercedes CLS,

Diesel 170, 190, 240 PS u 0 bis 100 km/h 6,6 s bis 8,7 s u Spitze 228 bis 250 km/h u Verbrauch 5,2 bis 9,3 l/100 km u CO2-Ausstoss 139 bis 220 g/km u Energieeffizienz-Kategorien A bis E u Verkauf ab September 2009

VW Passat CC u. a. u Unser Urteil Der A5 Sportback bietet

im Alltag durchaus ähnliche Ladequalitäten wie ein Lifestyle-Kombi. Dank bewährter Qualität und breiter Auswahl an Motoren und Getrieben ist er eine prüfenswerte Alternative zu konventionellen Kombimodellen.

VW POlo SO NAH AM GOLF UND DOCH EIN KLEINWAGEN u Gross ist er geworden, der Kleine! Der VW Polo hat in der Länge um 5 cm zugelegt und ist somit nur noch 23 cm kürzer als der Golf (4,20 m). Das sind die messbaren Werte. VW hat ihm aber auch mehr Emotionen eingehaucht. Die Front überzeugt mit sportlicher Frontlippe, rassigen Scheinwerfern und Wabengrill. Auch der Innenraum wirkt hochwertiger und eleganter als der Vorgänger. VW bietet eine gewohnt grosse Auswahl an Motoren mit 60 bis 105 PS. Neu ist der 1,6-Liter-Diesel, der sich bei 75 PS mit 4,2 l/100 km begnügt. Den hübschen Polo gibts ab sofort als Fünf- und ab Herbst als Dreitürer für CHF 16 900.– (Basispreis). schweizer illustrierte

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Vom heissen Flirt bis zu tiefer Liebe: Alles ist möglich!

woche vom 16. bis 22. August 2009 Der Neumond am 22. (in der 3. Dekade Löwe) wird von widersprüchlichen Aspekten begleitet: Am 17. und 18. bildet Mars harmonische Winkel zu Sonne und Neptun (mutige Reformen bei Umwelt und Energie), eine Spannung hingegen zu Uranus (am 19.): Dies

weist auf Anschläge sowie Unfälle im Flugverkehr hin. Merkur in Opposition zu Uranus (am 21.) unterstreicht diese Spannungen noch. Positiv: Venus–Saturn am 19. und Venus–Uranus am 22. deuten auf heisse Flirts, aber auch Liebe auf den ersten Blick sowie Gefühle mit Tiefgang und solide Freundschaften.

widder 21.–30. 3. Zu Hause könnte die Stimmung am 16./17. angespannt sein, zeigen Sie mehr Geduld! Hobbys sorgen am 18./19. für glänzende Laune. 31. 3.–9. 4. Sie sollten sich am 17. um Ihren Nachwuchs kümmern und fühlen sich am 19. erleichtert. Hobbys geniessen! Einem Flirt sind Sie nicht abgeneigt. 10.–20. 4. Superwoche! Mars verleiht zusätzliche Energie, Neptun bringt eine gesteigerte Kreativität (am 17., 18. und 20.). Ihre Projekte kommen bestens voran (dank Jupiter u. a.!), eine positive Wende ist exzellent für Ihre Karriere.

stier 21.–30. 4. Sie entdecken neue Horizonte (am 16./17.), können zugleich am 18. und 19. ein fami­ liäres Problem regeln. Am 20. und 21. spannen Sie aus. 1.–10. 5. Mit Ihrem sprichwörtlichen Charme regeln Sie am 16./17. ein Problem, geniessen das Leben in vollen Zügen. Am 19. ecken Sie mit einer Bemerkung an, am 21. können Sie einen Fehler ausbügeln. 11.–20. 5. Sie sind derzeit etwas anfällig (Viren?), speziell am 17. und 20. Vorsicht auf Reisen (mit Wasser!) sowie in finanziellen oder juristischen Fragen. Besser läufts am 19. und 22.

zwillinge 21.–31. 5. Sie können am 16. und 17. Punkte sammeln und dank Schlagfertigkeit Probleme regeln. Günstig für Kontakte, Reisen, Examen werden der 18. und 19. 1.–10. 6. Sie freuen sich am 17. über nette Geste oder einen Gewinn, sind am 19. offen für Probleme Ihrer Umgebung. Günstig für offene Aussprache. 11.–21. 6. Mars in Ihrer Dekade verleiht Ihnen erstaunliche Energie (17., 18.). Folgen Sie Ihrer inneren Stimme! Der Neumond am 20. ist exzellent (für offenes Gespräch oder Besuch usw.). Am 19. und 21. sollten Sie aber kürzertreten!

krebs 22. 6.–1. 7. Eher neutral. Der Mond ist am 16. und 17. günstig, hören Sie auf Ihre innere Stimme! Am 20./21. finden Sie die richtigen Worte. 2.–12. 7. Ihr Charme wirkt am 16. bestens, doch am 17. sind Sie empfindlich wie eine Mimose. Fortschritte am 19., inter­essante Erkenntnisse am 21. 13.–22. 7. Sie stehen im Mittelpunkt, geniessen das Leben in vollen Zügen. ­Venus lässt manche Herzen schneller schlagen. Unvergessliche Flirts? Liebe auf den ersten Blick? Optimal: der 17., 19. und 22. Finanzielles beschäftigt Sie ab dem 20. (Neumond).

löwe 23. 7.–1. 8. Lassen Sie sich am 18. und 19. verwöhnen, laden Sie Ihre Batterien auf (Massagen, Kosmetik etc.). Am 20. und 21. sind Sie gut in Schuss, am 22. kontaktfreudig. 2.–12. 8. Am 19. sollten Sie sich nicht nur von Ihren Emotionen leiten lassen! Nehmen Sie sich mehr Zeit für sich (20., 21.), streicheln Sie Ihr Ego. 13.–23. 8. Happy Birthday! Am 17. wäre es von Vorteil, sich offen auszusprechen. Der Neumond am 20. in Ihrer Dekade könnte eine gesteigerte Nervosität bedeuten. Achten Sie mehr als sonst auf Ihre Gesundheit!

jungfrau 24. 8.–2. 9. Freundschaftliche Kontakte und interessante neue Horizonte am 16./17. Am 20. und 21. sollten Sie eine Pause einlegen, neue Kräfte sammeln! 3.–12. 9. Günstig für neue Projekte, ein Treffen (Freunde) oder einen Besuch wäre der 17. Eine gemeinsame Reise? Am 21. könnten Diskussionen ausarten. Bleiben Sie cool. 13.–23. 9. Mars verleitet zu ungestümen Reaktionen oder leichtsinnigen Gesten (Sport!). Die um den 17./18. Gebo­ renen werden mit unerwarteten Situationen konfrontiert, die Ihnen nicht ins Konzept passen.

waage 24. 9.–3. 10. Sie reagieren am 16. über­ empfindlich, sollten Ihre Gefühle besser kontrollieren! Angenehm werden hingegen der 18. und 19., ideal für ein Treffen mit Freunden. 4.–13. 10. Am 17. könnte es Pro­ bleme mit einer Kollegin oder Mitarbeiterin geben. Der 19. ist günstig für ein neues Projekt. 14.–23. 10. Traumwoche! Sie sind kaum zu bremsen und gewinnen neue Freunde, entdecken neue Horizonte. Exzellent für eine Reise, ein Treffen etc. werden der 17. und 18. und der Neumond am 20. Vielleicht eine schicksalhafte Begegnung?

skorpion 24. 10.–2. 11. Der 16. und 17. sind exzellent für Reise oder Ihre Weiterbildung. Am 18. und 19. klappt nicht alles nach Wunsch, aber am 20. und 21. können Sie aufholen. 3.–12. 11. Am 16. und 17. sind Sie der Hahn im Korb, Ihr Charme wirkt. Kleine Hindernisse oder Span­ nungen im Job (am 19.). Folgen Sie am 21. Ihrer Intuition! 13.–22. 11. Neumond am 20. signalisiert Komplikationen, manchmal berufliche Hindernisse. Einige sind anfälliger als sonst (Viren?), sollten auf Ernährung achten (auf Reisen). Um den 17. Geborene erleben positive Wende.

schütze 23. 11.–2. 12. Am 18./19. kommt man Ihnen entgegen. Berufliche Hindernisse am 20. und 21. erfordern hingegen diplomatisches Vorgehen. 3.–12. 12. Sie sind ganz in Ihrem Element, entdecken neue Horizonte, lernen neue Menschen kennen (am 19.). Verpflichtungen (beruflich?) sind hingegen am 21. belastend. 13.–21. 12. Eine Superwoche! Trotz einigen Verzögerungen (Merkur) sind Sie weiterhin der Liebling der Sterne. Speziell Jupiter, Ihr Herrscher-Planet, bringt ­tolle Chancen, beruflich und/oder privat!

steinbock 22.–31. 12. Man schätzt Ihre Offenheit und Integrität. Am 16. und 17. kommt Ihre Hilfe genau zur richtigen Zeit. Der 20. und 21. sind günstig für Schreib­ arbeiten, Studien, Kontakte sowie eine Reise. 1.–10. 1. Sie sollten am 17. den anderen oder dem Partner vertrau­ en! Am 21. freuen Sie sich über eine Nachricht oder ein Geschenk. 11.–20. 1. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie mag (17., 19., 22.). Dank Ihrer Redegewandtheit errei­ chen Sie mehr als durch Power. Eine Begegnung könnte zu einer radikalen und positiven Wende führen (am 21.).

wassermann 21.–30. 1. Ruhige Woche, ideal um auszuspannen und um neue Kräfte zu sammeln (22.). Angeregte Diskussionen (mit dem Partner?) am 18. und 19. steigern die Libido. 31. 1.–9. 2. Sie ziehen sich ein wenig zurück, finden Zeit, sich mit Ihrer eigenen Person zu beschäftigen. Hören Sie am 19. auf die Meinung des Partners, der die Lage objektiver sieht. 10.–19. 2. Sie sind körperlich gut in Schuss, einige entwickeln einen sechsten Sinn. Allerdings sollten Sie realistisch handeln (am 17., 19.) sowie gesundheitlich jedes Risiko meiden.

fische 20. 2.–1. 3. Sie geniessen das Leben (am 16./17.). Angenehme Momente (u. a. mit Nachwuchs). Am 20./21. erreichen Sie mit Diplomatie mehr als erhofft. 2.–10. 3. Sie fühlen sich wohl, erleben schöne Momente voller Romantik (16. und 17.). Am 21. könnte es ganz anders kommen als erwartet ... 11.–20. 3. Venus bringt unvergessliche Momente voller Leidenschaft (19., 22.). Oder Liebe auf den ersten Blick! Mars verleitet zu hef­ tigen Reaktionen, dadurch könnte viel Geschirr zu Bruch gehen (19.!). Langfristig aber werden Beziehungen tiefer.

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Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

0901 - 59 89 01

u zum persönlichen Astro-Code

0901 - 59 89 02

u Zugang mit persönlichem Astro-Code

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop


Spiele Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 16. August 2009, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­ staben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, jeweils von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abwei­ chungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schnei­ den Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 16. august 2009

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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Spiele Rebus

Gewinner aus Heft 28

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

goldvreneli-rätsel (Lösung: «Sensationen») Berta Puppato Hauptstrasse 50, 4133 Pratteln Walter Beetschen Hardrain 9, 4052 Basel Karin Eggspühler Goldacker-Weg 18, 8047 Zürich

Sudoku

Auflösung aus Heft 32

mittel

goldvreneli-Rätsel

        



    Èschwer





 



«Sehr gerne werde ich diesen Apfelschuss für Sie ausführen. Bei dieser Wirtschaftslage muss man ja um jeden Auftrag froh sein.»

 





 

willi







 

 

È

    

# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

  

   





So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

kreuzwort chaos

rebus 1 RO HR 2 MA US 3 BIR N E = ROMAN

nostalgie

sudoku Mittel

wer häts – ohä lätz



 È

        

        

        

        

        

        

        

        

         

Schwer

 

# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

weekend

Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Beatrice Dennler Mittelstrasse 3, 4900 Langenthal Lena Stampfli Ringstrasse 14, 4614 Hägendorf Regula Stadelmann Guggerweg 8, 6182 Escholzmatt Sylvia Juillerat Deutes 21, 2720 Tramelan Sabrina Steiner Lindenstrasse 24, 8307 Effretikon



raten und rechnen

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zitat zwischen zahlen 1. Gewitzt, 2. Passugg, 3. Huefter, 4. Maloney, 5. Silence, 6. Viamala, 7. Katzman, 8. Scharia, 9. Bucheli, 10. Heilsam, 11. Amnesie, 12. Altdorf, 13. Abstrus, 14. Zwingli, 15. Cosinus, 16. Dossier, 17. Cholera, 18. Christo, 19. Bigband Lösung Gross ist nicht alles, was ein grosser Mann tut.

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Meine Schweiz Marc Berthod zeigt sein Oberengadin

Das Oberengadin – Paradies nur für Jetset und Geldadel? Mitnichten! Ski-Ass Marc Berthod stellt seine Heimat vor: «Hier findet jeder, was er sucht.» Und er verrät seine Lieblingsplätze «on top of the world».

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Vielseitig au schweizer illustrierte


Naturbursche Hoch über dem Silvaplanersee sammelt Ski-Profi Marc Berthod Kraft für die kommende Saison.

f der Höhe

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Meine Schweiz

Text Alejandro Velert Fotos Remo Nägeli

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in schöneres Himmelsblau als im Engadin gibt es nirgends. Sagt zumindest Ski-Star Marc Berthod, 25. Und der muss es ja wissen, schliesslich ist er hier zur Welt gekommen. «Ich gebe aber zu, dass ich nicht ganz objektiv bin», sagt er und lacht. Der St. Moritzer zieht hoch oben auf der Corviglia einen tiefen Zug frischer Berg­ luft ein, blickt von seinem Mountainbike runter ins Tal Richtung Silvaplanersee und sagt: «Los, fahren wir weiter und lassen die Murmeli wieder allein.» Und tatsächlich: Ist die Luft rein, lugen überall Murmeltiere aus ihrem Bau! Es gibt kaum einen Quadratmeter im Corviglia-Gebiet, den Marc Berthod nicht kennt. «Schon als Dreijähriger bin

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ich hier die Pisten runtergesaust.» Im Sommer verwandelt sich die Gegend in ein Biker- und Wander-Paradies – und für Marc in ein Trainingsgelände: «Auf dem Biketrail von Celerina zur Seilbahnstation Marguns überprüfe ich jeweils den Stand meiner Fitness.» Dabei ist die Strecke für einen Konditionstest eigentlich viel zu schade – das Panorama mit den Gletschern der 4000 Meter hohen Berninagruppe auf der gegen­­ überliegenden Talseite ist atemberau­ bend. Ein Verpflegungsstopp im Bergrestaurant Trutz wird zum Familientreffen. Marcs Eltern, Martin und Silvia Berthod, sind ebenfalls auf Bike-Tour und machen am gleichen Ort Rast. Beim Blick auf die Speisekarte gesteht Marc: «Die bekannten Bündner Spezialitäten wie Capuns, Pizokel oder Nusstorte sa-

gen mir nicht viel. Zum Glück ist die Auswahl hier gross genug.» Um die kulinarische Vielfalt muss sich im Engadin ohnehin niemand sorgen: Vom Kebab-Stand fürs kleine Portemonnaie bis zu über 30 GaultMillauRestaurants für Gourmets ist im Hochtal alles zu finden. Marc hat allerdings andere Vorlieben. Seine Restaurant-Tipps: das «Julier Palace» in Silvaplana («das Mega-Cordon-bleu mit Pommes und Hot-Sauce ist Extraklasse!») oder die «Churrascaria Innfall» in St. Moritz, wo Claudio Bernasconi argentinisches Rindfleisch in allen Variationen anbietet. Obwohl seine Skikarriere ihn die meiste Zeit des Jahres zum Globetrotter macht, fühlt Marc sich seiner Heimat stark verbunden. «Hier kann ich Kraft schöpfen. Die Landschaft mit den vielen Seen vermittelt mir Ruhe und eine Art


Action wie auf der Ski-Piste Marc Berthod zeigt im Corviglia-Gebiet seine VollbremsTechnik auf dem Bike.

Postkarten-Idylle Der 4049 Meter hohe Piz Bernina, von Pontresina aus gesehen (oben), und die Kirche San Peter hoch über Samedan (rechts).

Geborgenheit.» Wer St. Moritz und Umgebung vor allem mit Jetset-Rummel in Verbindung bringe, habe ein völlig falsches Bild: «Die grosse Qualität des Engadins liegt im breiten Angebot. Hier findet jeder, was er sucht. Und für die wunderschöne Natur muss man sowieso nichts bezahlen.» Das Wandern in dieser Natur ist auch des Berthods Lust: «Nicht mit Wander-, sondern in Turnschuhen, aber mit grosser Leidenschaft.» Über 500 Kilo­ meter erstreckt sich das Wanderwegnetz des Engadins: Entlang den zahlreichen Seen bieten sich gemütliche Spaziergänge an, ambitioniertere Wanderer können sich auf Gletschern im Bernina-Massiv austoben. Die Lieblingswanderung des zweifachen Weltcup-Siegers führt durch duftende Föhrenwälder zum Hahnensee auf 2153 m ü. M. «Von der Corvatsch-Mit-

telstation Murtèl gehts in Richtung Fuorcla Surlej, dort beginnt die Abstiegsroute zum Hahnensee. Der letzte Teil der Tour verläuft hinunter nach Surlej. In gut drei Stunden hat mans geschafft.» Abkühlung verspricht ein Sprung in den Lej Marsch in der Nähe der Olympia­ schanze. An schönen Sommertagen beträgt die Wassertemperatur trotz 1813 m Höhe angenehme 20 Grad. Und die Grillstellen laden zum Wurstbraten ein. «Als Kind war dieser See mein Lieblingsort, das Jagen von Kaulquappen meine Lieblingsbeschäftigung!» Auch sein neuestes Hobby, das Kanufahren, kann Marc in seiner Heimat perfekt ausüben. «An Seen fehlt es uns hier ja nicht. Nur wenn man ins Wasser kippt, ists ab und zu etwas kalt. Aber zum Glück beherrsche ich die Eskimorolle ganz gut.» Besser jedenfalls als das

schmale Rennruderboot seines Vaters. «Aus diesem bin ich mal ins Wasser gekippt und habe es nicht mehr aufs Boot geschafft. Ich musste an Land schwimmen und wurde dort von japanischen Touristen empfangen, die mich fleissig fotografierten!» Wenn die Sonne hinter den Bergen untergeht, ist Marc am ehesten in der Bar Secondo in St. Moritz oder in der pulsierenden «Pitschna Scena» im Hotel Saratz in Pontresina anzutreffen. Hier finden immer donnerstags Konzerte mit Blues, Rock, Pop, Funk oder Jazz statt. Als Spitzensportler kann er sich zwar nicht die Nächte um die Ohren schlagen. «Aber für ein Leben als Mönch hat das Engadin einfach zu viel zu bieten.» Nächste Woche Gardi Hutter zeigt ihr Tessin. schweizer illustrierte

Fotos Swiss-Image, Robert Bösch

«Hier kann ich Kraft schöpfen. Die Landschaft vermittelt Ruhe und Geborgenheit» Marc berthod

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Meine Schweiz

Oberengadin Das 1 Schlemmen & schlafen

Weltbekannt Das Badrutt’s Palace Hotel im Herzen von St. Moritz.

Märchenhaft Schellenurslis Kampf um eine grosse Glocke – ein Stück Kulturgeschichte.

u Mondän Das Badrutt’s Palace Hotel ist der Inbegriff von Luxus in St. Moritz – hier trifft sich der Jetset. Das Fünf-Sterne-Haus mit 159 Zimmern und 38 Suiten gilt als Wahrzeichen von St. Moritz. Preise von CHF 280.– (Einzelzimmer) bis CHF 5600.– (Hans-Badrutt-Suite). www.badruttspalace.com u Familiär WLAN, Bodenheizung und frisches Brot gibts nicht nur im Hotel, sondern auch auf dem Campingplatz Madulain. Wer kein eigenes Zelt hat, kann sogar einen Wohnwagen mieten. Süss: Übernachten in ausgebauten Weinfässern mit Schellenursli-Bemalung. Preise von CHF 3.– (für Hund) bis CHF 70.– (für Wohn­ wagen). www.campingmadulain.ch u Urchig In der Alpschaukäserei Morteratsch in Pontresina können Gäste das traditionelle Käserhandwerk miterleben. Bis Ende September wird täglich von 9.30 bis 11.30 Uhr ein leckerer Brunch mit lokalen Spezialitäten angeboten – Voranmeldung empfohlen! www.alp-schaukaeserei.ch

Handarbeit In der Schaukäserei Morteratsch wird auf offenem Feuer Käse und Ziger hergestellt.

2 Agenda u 21.–23.

8 New Orleans Jazz Festival in Celerina. Internationale Bands und Solo-Künstler sorgen für den «Swing» u 27.–30. 8. / 5.–6. 9. Die Engadiner Kulturtage bieten eine vielseitige Veranstaltungsreihe u 15.–16. 8. Auf dem Silvaplanersee findet der 32. Engadin Surfmarathon statt u 21.–30. 8. Das St. Moritz Art Masters 2009 zeigt zeitgenössische Kunst und KlassikHighlights u 6. 9. Die verkehrsfreie Albulapassstrasse lädt zum autofreien Biken und Wandern

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3 Top-Angebot

Bergbahnen inklusive! u Profitieren Sie vom Angebot «Bergbahnen inklusive»! Rund 90 Engadiner Hotels bieten mit der zweiten Übernachtung die kostenlose Nutzung der 13 Bergbahnen und teilweise auch der öffentlichen Verkehrsmittel an. Für die bekannte Sommerkampagne «Bergbahnen inklusive!» liessen sich Ski-Star Marc Berthod und Ski-, Mode- und Filmlegende Willy Bogner gewinnen. www.engadin.stmoritz.ch


perfekte Wochenende www 4 Sport & Fun

Infos zur Ferienregion Oberengadin www.engadinstmoritz.ch, www.myswitzer­land.com

Für Aufsteiger u Adrenalin-Junkies können sich in 18 Klettergärten austoben. www.engadin. stmoritz.ch/region/aktivitaeten/ls.klettern/

5Entdecken

Für Biker u Auf über 400 km Trails finden sowohl Gelegenheitsbiker wie die echten Cracks die richtige Herausforderung. www.engadin.stmoritz.ch/mtb

& erleben

Für natur-liebhaber u Bis Mitte September können mit einem ­Wochen- oder Tagespatent an den stillen Bergseen oder am Ufer des Inns Berg­ forellen, Äschen, Saiblinge usw. gefischt werden. www.fliegenfischerschule.ch / www.engadinfisch.ch

Fotos Daniel Martinek (2), Kur- und Verkehrsverein St. Moritz, Swiss-Image, Handout, Christof Sonderegger, Justin Hession

Atemberaubend Hoch- und Klettertouren inmitten der höchsten Berge der Ostalpen.

6 Kids-Day!

für wellness-fans u Der Wellness-Bereich des denkmalgeschützten Grand Hotel Kronenhof in Pontresina steht in der Regel auch für externe Besucher offen. www.kronenhof.com

Familienspass u Von Maloja nach Casaccia sind fünf Wanderrouten entlang der Via Bregaglia ausgesteckt – ideal für Familien mit Kindern von 3 bis 7 Jahren. Infos gibts in den Tourismusbüros Maloja und Stampa. Geisterfahrt u Von Alp Grüm aus rattert jeden Dienstag und Donnerstag eine Stollenbahn in die Tiefe. Anmeldung für die geführte Besichtigung des Ökostromlehrpfads empfohlen. www.rhb.ch / www.pontresina.ch

7Nach 22 Uhr

u Spanischer

Historisch Die «Bodega» liegt im alten Gewölbekeller des ehemaligen Weinhandelshauses.

Touch In der «Bodega» des Hotels Misani in Celerina finden jeden zweiten Montag ab 22.30 Uhr coole Partys mit DJ statt. www.hotelmisani.ch u Marc Berthods Tipp Das «Secondo» an der Plazza dal Mulin ist ein beliebter Treffpunkt in St. Moritz. Vormittags gibts reichhaltiges Frühstück, ab 17 Uhr ist Easy Listening angesagt, und wenn es dunkel wird, folgen ­ die härteren Beats bis in die frühen Morgenstunden.

Kunstvolles Fliegenfischen Mit professioneller Anleitung für jedermann lernbar.

Eintauchen Im 2000-m2-Spa des «Kronenhofs» ist genug Platz, um die Seele baumeln zu lassen. schweizer illustrierte

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Party

Kurz bevor der Platzregen kommt: alt Bundesrätin Ruth Dreifuss mit Denise Benedick (l.) auf der Piazza Grande.

Die Gastgeberin und ihre Gäste: Filmproduzentin Ruth Waldburger mit den Stände­ räten Felix Gutzwiller (l.) und Claude Janiak am «Dîner politique».

Ein «Ehrenleopard» für den Regisseur des Innendepartementes. Bundesrat Pascal Couchepin freut sich über die unerwartete Auszeichnung.

Beim Risottoessen: Frédéric Maire (r.) unterhält sich mit Jean-Frédéric Jauslin, dem Chef des Bundesamtes für Kultur, über sein letztes Jahr als FestivalPräsident.

Ein Pardo für Pascal! Premieren und viel Prominenz am 62. Filmfestival Locarno

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Verschnaufpause: Bestseller- und Drehbuchautor Martin Suter in seinem Hotel in Losone.

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Marco Solari mit Ehefrau Michela. Sie hatte die Idee, Couchepin mit dem Goldenen Leoparden zu verabschieden.

r hat ihn! Stolz hält Pascal Couchepin auf dem Monte Verità seinen Goldenen Leoparden in den Händen. FestivalPräsident Marco Solari hat ihm diesen kurz zuvor überreicht, ganz spontan und eigenmächtig: «Ich habe selbst entschieden. Ein Festival muss nicht immer demokratisch sein.» Die Gratulanten kommen in Scharen: Noch-Festival-Direktor Frédéric Maire und sein Nachfolger Olivier Père schütteln dem Bundesrat ebenso die Hand wie Roger Schawinski («Ich bin wieder ins Filmgeschäft eingestiegen»). Thema Nummer eins am anschliessenden Manor-Empfang sowie am «Dîner politique» von Filmproduzentin Ruth Waldburger: «Monsieur Cinéma» Nicolas Bideau. Als oberster Schweizer Filmförderer erntet er derzeit harsche Kritik. Felix Gutzwiller: «Spannend, dieser Knatsch.» Auffallend locker und leger zeigen sich die hohen Tiere. Sympathisch: die Bankiers Josef Ackermann, im Freizeitlook, und Oswald Grübel, beim Abendsonne-Geniessen mit Partnerin Renate Häusler. Text Nina Siegrist, Fotos Hervé Le Cunff


No comment! Noch will FDPPräsident Fulvio Pelli nicht sagen, ob er Bundesrat werden will. Er geniesst mit Frau Claudia lieber den lauen Sommer­ abend an der Manor-Soiree im Hotel Eden Roc Ascona.

Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (r.) und Lebenspartnerin Juliana Müller – sie sind seit 15 Jahren ein Paar – freuen sich vor allem über den Kurzfilm-Wettbewerb.

Seine Filmförderungsstrategie Der Deutsche-Bank-Chef ganz wird heiss diskutiert: Nicolas casual. Josef Ackermann macht Bideau (l.), hier mit Ivo Kummer, mit Gattin Pirkko Ferien in Ascona Direktor Solothurner Filmtage. und beehrt ab und zu das Festival.

«Vom Winde verweht»: Sunnyi Melles, Schauspielerin und Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein.

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay zeigt sich auch auf der Piazza Grande sturmerprobt.

«Jetzt denken alle, wir haben was miteinander.» Garantiert kein Paar: Filmemacher Samir, SF-Moderatorin Monika Schärer.

Begrüssten an der Manor-Soiree sämtliche Gäste persönlich: Leopard-Club-Präsident Rolando Benedick (r.) und sein Nachfolger, Manor-Chef Bertrand Jungo, zusammen mit ihren Ehefrauen Doris (l.) und Denise.

Foto Karl-Heinz Hug / SonntagsBlick

«Warum ich neu einen Bart trage? Weil der wächst, wenn man sich nicht rasiert!» Viktor Giacobbo zeigt sich in Locarno gewohnt schlagfertig. An seiner Seite: Schauspielerin Sabina Schneebeli.

UBS-Chef Oswald Grübel ist ein begehrter Gesprächspartner und erhält allerlei Komplimente – nicht nur von Partnerin Renate Häusler. «Ich bewundere seinen Mut», sagt etwa Pascal Couchepin in seiner offiziellen Ansprache.

Auf Maire folgt Père. Ab 2010 ist Olivier Père (r.) künstlerischer Er ist Co-Produzent des FestivalDirektor. Marco Cacciamognaga, films «Baba’s Song». Roger Schawinski mit Gattin Gabriella Festival-Geschäftsleiter (l.). Sontheim und Tochter Lea.

Frank A. Meyer (M.) und seine Gäste vor dem Hotel Castello del Sole in Ascona: (v. l.) alt Kanzler Gerhard Schröder und Micheline Calmy-Rey, Roswitha und Hans-Rudolf Merz, Lilith Frey, Jacques Barrot, der mit dem Europapreis ausgezeichnete Pascal Lamy, Pascal Couchepin, Michela und Marco Solari. schweizer illustrierte

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Notabene

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Clintons Besuch beim «geliebten Führer»

Peter Scholl-Latour

s lohnt sich also doch, eine Atombombe zu Vor dem Hintergrund der Gespräche, die Clinton mit dem be­sitzen. Man kann sich ausmalen, wie Amerika mit «geliebten Führer» persönlich führte, erscheint die feierliche VerheisNordkorea und seinem Staatschef Kim Jong Il sung Obamas, er würde dafür sorgen, dass weltweit die apokalyptische ­um­gesprungen wäre, wenn er den Drohungen und Untergangsdrohung, die von der Atomwaffe ausgeht, beendet werde, Einschüchterungen seiner Gegner lediglich seine als ein Versprechen, das jeder Realistik entbehrt. Der US-Präsident ­gerät ­unsinnig aufgeblähte, mit konventionellen Waffen mit seinen übertriebenen Versprechungen in den Verdacht, auch bei ­erbärmlich ausgerüstete Armee entgegensetzen ­anderen Fragen, die die Weltsicherheit berühren, einen künstlichen könnte. Bestimmt hätte sich nicht eine so hochran- ­Optimismus zu schüren. Halten wir uns an die Vision einer Atomwaffen-freien Welt. gige Persönlichkeit wie der ehemalige Präsident der USA, Bill Clinton, auf den Weg nach Pjöngjang gemacht. Die Befreiung Welcher verantwortliche russische Politiker – Wladimir Putin zumal – von zwei US-Journalistinnen, die zu 12 Jahren Arbeitslager verurteilt würde auch nur im Traum daran denken, das einzige Potenzial waren und mit Clinton den Heimflug antreten durften, wird kaum mehr preis­zugeben, das ihm eine strategische Parität mit den USA sichert. Von der Volksrepublik China, die sich neben Amerika als zweials ein Vorwand gewesen sein, irgendeine Form von Modus Vivendi mit dem unberechenbarsten aller «Schurkenstaaten», wie George W. Bush te Weltmacht profilieren möchte, bis zum Staat Israel, der der nuklearen Abschreckung sein Überleben anvertrauen muss, liess sich kein einziger zu sagen pflegte, auszuhalten. Illusionen sind nicht angebracht. Es müssen zwinPartner im nuklearen Klub finden, der bereit wäre, ein gende Gründe vorgelegen haben, um Präsident Obama und «Mit ­Instrument abzuschaffen, das ihm Unverletzlichkeit seine Aussenministerin Hillary Clinton zu bewegen, einen Interesse ­garantiert und die konventionelle eigene Unterlegenheit so hohen Emissär auf diese Reise zu schicken, die manchen kompensiert. Kritikern in Südkorea und Japan wie ein Canossa-Gang wird Iran auf Mit besonderem Interesse wird das Mullah­erscheinen muss. Unsere Kenntnisse über die inneren das seltsame ­Regime von Teheran auf das seltsame Treffen von Pjöngjang geblickt haben. Gerüchte sind aufgekommen, Zustände Nordkoreas sind sehr begrenzt. Deutlich wird man den veröffentlichten Pressefotos entnehmen, dass der Treffen von dass es den Iranern endlich gelungen sei, alle Elemente «geliebte Führer», wie Kim Jong Il sich nennt, schwer, viel- Pjöngjang für eine bescheidene, aber weit ausgreifende Nuklearleicht tödlich erkrankt ist. Die Nachfolgekämpfe dürften rüstung zu fabrizieren, und dass die Revolutionsgardisten des Ayatollah Khamenei nur auf einen opportunen bereits im Gange sein, und die Reaktionen dieses Systems, geblickt Zeitpunkt warten, um den Stand ihrer Aufrüstung vor dem man fast alles zutrauen kann, sind unberechenbar. haben» Unlängst war in Washington noch von einer aller Welt durch eine spektakuläre Test-Explosion sichtbar ­radikalen Verschärfung der Sanktionen die Rede. Die Befürchtung, es zu machen. würden von Nordkorea aus Raketentechnik oder sogar Nuklearsubstanz Auch am Persischen Golf befindet sich die Administration Obaan unsichere Kandidaten geliefert, besteht weiter. Aber zumindest vor- ma in Bedrängnis. Die Ungewissheit über die wahren Kräfteverhältnisse läufig ist die Zuspitzung der Krise abgebaut oder verzögert. Die einzige im Iran erschwert jede Diskussion über eine immer noch erhoffte Grossmacht, die wirklich Einfluss auf die nordkoreanische Planung ­Kompromisslösung in Atomfragen. Sie entmutigt auch die europäischen ausüben könnte, bleibt weiterhin die Volksrepublik China. Bei aller Partner Washingtons, sich auf zusätzliche drakonische Massnahmen Sorge, die die nukleare Aufrüstung dieses kleinen stalinistischen ­gegen diese Mullahkratie einzulassen. So wie im Fall Nordkoreas China die einzige gewichtige Macht Nachbar­staates dem Politbüro in Peking bereiten mag, wäre es für China weit unerträglicher, wenn sich in Pjöngjang ein radikaler Regime- ist, die irgendwelchen Einfluss ausüben könnte, so wäre im Falle Irans die US-Diplomatie auf engen Schulterschluss mit Russland angewiesen. wechsel vollzöge und Washington seinen Einfluss ausdehnen könnte. Ein Verzicht Nordkoreas auf sein Raketen- und Atombomben- Doch Moskau wird sich für eine solche schlichtende Rolle nur dann beArsenal steht wohl kaum zur Debatte. Eine solche Wende würde voraus- reitfinden, wenn Obama – in strikter Abkehr von der Expansionspolitik setzen, dass sich dieses Land einer umfassenden internationalen seines Vorgängers in Zentralasien – dem Kreml in diesem strategischen Kontrolle unterwirft. Die Bombe bleibt der einzige Trumpf, über den Vorfeld der früheren Sowjetunion wieder weitreichenden Einfluss  Kim Jong Il und seine Umgebung verfügen, und diese Karte verstehen zugesteht. diese ja offenbar überaus listenreich auszuspielen, wie die Provokation Peter Scholl-Latour, 85, Nahost-Experte und Buchautor der jüngsten Manöver beweist.

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Leser Mit Ski-Schatz Lara Gut in den Ferien am Mittelmeer. Den SILesern hats gefallen.

«Das hübsche Ski-Girl macht eine gute Figur» u Lara Gut, SI 32/2009

«Das hübsche Ski-Girl Lara Gut macht immer eine gute Figur. Sowohl auf den Brettern als auch im Bikini am Strand. Ich freue mich jetzt schon auf die Wintersaison, die bald vor der Tür steht.» Seppi Grossmann, Küssnacht am Rigi SZ

«Schön, dass man Lara Gut für einmal nicht nur im Skidress sieht. Besonders gut hat mir das Foto auf dem Boot mit ihrer Mutter gefallen. Die beiden scheinen ein sehr gutes und inniges Verhältnis zueinander zu haben. Das ist ja heute nicht mehr selbstverständlich. Hoffentlich bleibt die junge Dame trotz ihres Erfolgs so normal.»

wissen, dass dies nicht in seinem Sinne gewesen wäre. Seine Familie und sein Privatleben möchte er verständlicherweise anfangs von der Öffentlichkeit fernhalten. Schliesslich hat er auch noch ein Privat­ leben! Es müssen ja nicht immer alle alles über ihn wissen, auch wenn er wahrscheinlich der beliebteste und berühmteste Schweizer Sportler ist.» Martina Risi-Brugger, per E-Mail

Foto Marcel Nöcker

Mia und Silvio Zuccolini, Scharans GR

federer hat schliesslich auch ein privatleben u Federer-Zwillinge, SI 31/2009 «Haben die Leute eigentlich das Gefühl, kaum sind Rogers Zwillinge auf der Welt, werden sie von den Medien abgeblitzt und auf der ganzen Welt präsentiert? Wer Roger ein bisschen kennt, sollte eigentlich

Freude am kaktus in der schönen bergwelt Arosa u Reaktion Kaktus, SI 32/2009 «Herzlichen Dank für den Kaktus, welchen ich als Tourismusdirektor von Arosa für unsere kürzlich lancierte Wortkreation ‹Klimaasyl› erhalten habe. Die Reaktionen auf die Aktion sind überwältigend. Neben Lob gab es natürlich auch Kritik für die provokative Umsetzung des viel zu wenig beachteten Themas. Mit dieser Wüstenpflanze vor Augen werden wir uns auch in Zukunft für die Umsetzung von weiteren klimaneutralen Projekten in Arosa engagieren, damit uns die wunderschöne Bergwelt noch lange Zeit so artenreich erhalten bleibt und auch weiterhin von Touristen aus dem In- und Ausland als Erholungsort geschätzt werden kann. Der Ehrenplatz auf dem Schreibtisch auf 1800 Meter über Meer gefällt dem Kaktus ausgezeichnet. Vielleicht sogar der höchstgelegene Schweizer-IllustrierteKaktus, der je vergeben wurde?» Pascal Jenny, Tourismusdirektor Arosa

«Langsam nervt der Kult um die Ikone Federer. Kaum sind die Promimädchen auf der Welt, werden sie von allen Seiten hellseherisch analysiert, und über ihre Zu­kunft wird spekuliert. Schlimm! Der Mensch denkt, Gott lenkt.» A. Schreiber, Bern

Andrea Moser, Mettmenstetten ZH

grosse freude für die Grosseltern von lilly u Lilly Zuccolini, SI 32/2009 «Wir möchten Ihnen für den ausgezeichneten Bericht mit den wunderbaren Fotos über unsere Enkelin Lilly, Sohn Claudio und Schwiegertochter Alexzandra gratulieren und danken. Wir Grosseltern hatten grosse Freude an diesem Bericht und sind natürlich stolz, unsere Enkelin Lilly, die wir erst gerade einige Tage bei uns zum Hüten hatten, in der Schweizer Illustrierten mit so wunderschönen Fotos zu sehen.»

etwas ganz anderes sah. Keine Natur­ brücke, sondern zwei Fabelwesen, die sich küssen. Vielleicht habe ich ein wenig viel Fantasie.» S. Chiappini, Chiasso TI

Frauen, die häufig ihre männer wechseln u Anita Buri, SI 31/2009 «Ich freue mich wöchentlich auf die Schweizer Illustrierte. Nur finde ich es schade, dass Sie oft über Frauen wie Anita Buri berichten, die ihre Männer wie Unterhosen wechseln.» Marlyse Tscherry, per Fax

fabelwesen im bild vom parc ela entdeckt u Schweizer Naturparks, SI 29/2009 «Ich finde das Bild vom Parc Ela in der Schweizer Illustrierten wunderschön. Ich betrachtete es lange, bis ich plötzlich

«Pascal Jenny kreierte den Werbespruch ‹Arosa = Klimaasyl› sicher nicht in der Absicht, die ökologische Veränderung unseres Klimas zu verharmlosen. Vielmehr dachte er an die Vorzüge von Bergdestinationen, in denen man gesunden, abgasfreien Sport treiben kann und nachts bei Schlafzimmertemperaturen von unter 20 Grad einen wohltuenden Schlaf ge­ niessen darf.» Peter Lüscher, Redaktionsleiter der «Aroser Zeitung»

Korrigendum u Ein Käse für Koller, SI 32/2009 Nicht Oscar-Preisträger Xavier Koller liebt Käse «leider gar nicht», wie wir in der letzten Ausgabe versehentlich schrieben, sondern seine Tochter Clio, 13. Der in L. A. wohnhafte Starregisseur mag im Gegenteil Greyerzer, Sbrinz und höhlen­gereiften Emmentaler – «und natürlich Cervelat», wie seine Schwester May Koller versichert. (Die Red.)

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

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Die Liste

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Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von SYLVIE KEMPA

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Alltags-Komödie Der Komiker Werner Widmer alias Blues Max, 58, wohnt mit seiner Lebenspartnerin Elke, 44, im Zürcher Kreis 5. Er ist Vater von drei Kindern: Mario, 31, Nina, 30, und Rafael, 21. Nach seinen Sommerferien in der Toskana zieht er wieder mit seinem Programm «Endlich Popstar» durch die Schweiz. Tourdaten auf www.bluesmax.ch. schweizer illustrierte

Einen Rosamunde-Pilcher-Filmclub gründen Und dann sonntagabends gemeinsam bangen, seufzen und darauf wetten, wer am Schluss stirbt oder wer wen heiratet. Handynummern kopieren Ich muss dringend eines meiner viel­beschäftigten Kinder bitten, nötigen oder bestechen, die auf meinem Handy gespeicherten Telefonnummern auf meinen Computer zu ­kopieren. Denn: Sollte ich jetzt das Handy verlieren – Hilfe!

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Mit Paul abmachen und mit Adrian und Heinz und Cornelia. So ist das halt, wenn man in der Stadt lebt. Freunden begegnet man nur noch, wenn man Termine vereinbart.

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Martin Suter ansprechen Wenn er das nächste Mal neben mir in der Migros auf den Traiteur wartet, will ich ihm sagen, was für aufwühlende Hühnerhaut-Sätze er schreibt.

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Bedienungsanleitungen lesen Ich besitze ein paar tolle Haushaltsgeräte, mit denen ich jede Menge Spass haben könnte – wenn ich wüsste, wie man sie bedient.

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Blumen kaufen In unserer Effizienzgesellschaft sind Blumen ein absolut notwendiger Luxus. Man sollte sie grundlos verschenken – auch an männliche Freunde.

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Den Rücken strecken Langsam, aber sicher spüre ich das ewige Gitarrenspielen im Rückgrat. Nun stehen morgendliche Yoga-Übungen auf dem Programm, sonst muss ich bald auf Blockflöte umsteigen.

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Hornhaut hobeln Die Styling-Berater in den Medien mahnen uni­sono: «Frauen schauen auf die Füsse. Ungehobelt bleibt ungeküsst!»

Edles Papier und Tinte besorgen Ich will Elke, meiner Liebsten, schon lange einen Brief schreiben. Vor allem, um ihr für die köstliche Rüeblitorte zu danken, die sie immer bäckt.

Foto Geri Born

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Den Busch bändigen Der Bambus auf unserer Dachterrasse wuchert wie die Frisur von Howard Carpendale. Ich muss ihn unbedingt zurückbinden, damit der Grill bedienbar bleibt.


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People- und Lifestyle-Magazin

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