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Dani Albrecht Training auf Mallorca

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30. Mai 2009 CHF 4.50

Martina Hingis «Mein neuer Freund Andi, meine Zukunftspläne»

Verliebt ins neue Leben

Mit SI Gruen


Inhalt

HEFT 23, samstag, 30. mai 2009

Titel Titelfoto Thomas Buchwalder, Inhaltsfoto Fabienne Bühler

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u whitney

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toyloy und dj antoine Die Miss Schweiz spielt im neuen Musikvideo des erfolgreichen Baslers eine verführerische Rolle – auf Kosten eines jungen Russen! Hautnah dabei beim Dreh in Marokko.

Martina Hingis Die Tennis-Königin zeigt erstmals ihren Andi! Liebesdetails, Vorlieben, Zukunftspläne – im Interview

Leute 7 8 24 34 42

Tagebuch des Chefredaktors Leute Röbi Koller, Mascha Santschi, Anna Maier, Céline Bolomey, Leonard Heinz Lattmann Sein «Paradiesli» auf dem Campingplatz ist total ausgebrannt Mike Müller Weshalb der beliebte TVUnterhalter auf den Hund gekommen ist DJ Antoine Der Star-DJ hat auch einen Hang zu Kitsch, Rubel und Lamborghini schweizer illustrierte




Inhalt Leute 95

Bertrand Piccard Der Pionier präsentiert erstmals ausgewählten Gästen sein SolarLeichtflugzeug. Wir verlosen VIP-Tickets!

Sport 30

38

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Dani Albrecht «Wovor soll ich noch Angst haben?» Der Ski-Star nach seinem Horror-Sturz im grossen Interview Bernard Challandes So lebt der Meistertrainer vom FCZ: Besuch beim Familienmenschen und Büchernarr in Wettswil ZH

Kunst 90

u bernard challandes Auf dem Fussballplatz kann er fuchsteufelswild werden. Aber daheim bei seiner Anouk ist der Meistertrainer vom FCZ ein ganz «netter Löwe». Seine Frau und seine vier Kinder sind ihm das Allerwichtigste.

Fabrice Gygi Ein Rebell aus Genf vertritt die Schweiz an der Kunstbiennale in Venedig. Auch am Start: Silvia Bächli

Shopping 49

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Top Fit 61 65

Kaiserschnitt Immer mehr Schwangere wählen diese Variante. Pro und Kontra Check-up Cholesterin-Management

Die Besten 67

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Blaise Kormann / L’illustré, Rolf Edelmann, Hervé Le Cunff

75

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u beatrice müller Die «Tagesschau»-Ikone würde gern mit einem Fernfahrer Europa erforschen.

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u Daniel albrecht Nach dem künstlichen Koma: Der Ski-Star kämpft auf Mallorca für sein Comeback.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 96 98 84 97

Notabene von Peter Scholl-Latour Die Liste von Beatrice Müller Horoskop Leserbriefe / Impressum

.schweizer-illustrierte.ch

Die Nummer 1 im Web-TV Martina Hingis spricht erstmals über ihr Leben nach dem Profisport. Jetzt im Web-TV der Schweizer Illustrierten. schweizer illustrierte




tagebuch

Ein Weltstar meldet sich zurück Martina Hingis

Nik Niethammer, Chefredaktor

Hin und wieder kehrt Urs Heller, Leiter der Ringier-Zeitschriften, zu seinem alten Beruf zurück: dem des Journalisten. Am liebsten dann, wenn ihn ein Interviewpartner besonders fasziniert. Martina-Hingis-Geschichten sind bei der Schweizer ­Illustrierten sein Revier. Urs Heller: «Sie spielte Tennis wie von einem anderen Stern. Sie ist ein echter Star – mit Charme, Ecken und Kanten. Ich habe mich sehr darüber geärgert, wie der Internationale Tennisverband Martina trotz nachweislich gravierenden Mängeln im Testverfahren eiskalt abserviert und gesperrt hat. Dass sie nach dem Dopingurteil zwei Jahre lang nicht einmal mehr als Zuschauerin auf eine Tennistribüne durfte, ist skandalös.» Wie die frühere Weltranglisten-Erste über ihre Dopingsperre denkt, was sie an ihrem Freund Andreas Bieri mag und wie sie ihre Zukunft sieht: Lesen Sie das sehr private Gespräch mit Martina Hingis – ab Seite 16.

Foto Marcel Nöcker

Glück und Leid

Kennen und mögen sich seit 15 Jahren Urs Heller und Martina Hingis. Beim Interview oberhalb von Rüschlikon ZH mit dabei: Martinas achtjährige Holsteiner Schimmelstute Catch the Wind («Cätschli»).

Wie nahe Glück und Leid beisammen sind, wurde uns in den vergangenen Tagen bei unseren Recherchen einmal mehr deutlich bewusst. Oberhalb von Aarwangen BE steigt ein Rekrut in der Mittagspause zum Schwimmen in die Aare. Mit ihm suchen zwei Kollegen Abkühlung. Während die beiden ans Ufer zurück­ kehren, bleibt der 21-jährige Landwirt trotz intensiver Suche verschwunden. Ein furchtbarer Schlag für die Eltern, die einen Bauernhof führen, für seine Freundin, seine Kameraden. Während eines heftigen Gewittersturms ist ein 31-jähriger Mann zur falschen Zeit am falschen Ort. Beat S., Gemeinde­ gärtner von Romanshorn TG, wird auf dem Hafenplatz in seinem Kleintransporter von einem Baum erschlagen. Beat S. hinterlässt seine Frau Sandra und seinen sieben Monate alten Sohn Oliver. Die Aufzählung ist nicht vollständig. Es sind Tragödien, die uns betroffen machen, auch wenn wir die Opfer nicht persönlich kennen. Ihre Schicksalsschläge führen uns vor Augen, wie zerbrechlich unser Leben ist. Und erinnern uns daran, häufiger innezuhalten, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. Und dankbar dafür zu sein, wie gut es uns eigentlich geht. Wir erzählen Ihnen diese Woche zwei Schicksalsgeschichten, die gut ausgegangen sind: Nach der Explosion eines gasbetriebenen Kühlschranks auf dem Campingplatz Türlersee bei Zürich zerreisst ein ohrenbetäubender Knall die Idylle. 17 Wohnwagen gehen bei dem Inferno in Flammen auf, 17 Menschen werden teils schwer verletzt. Ruth und Heinz Lattmann, seit 39 Jahren Camper am Türlersee, verlieren alles. Aber das Wichtigste wird ihnen nicht genommen: ihr Leben. – Auf Mallorca trifft unser Reporter Alejandro Velert Skirennfahrer Dani Albrecht. Im grossen Interview spricht der 26-Jährige zum ersten Mal nach seinem fürchterlichen Sturz über seine Gefühle, seine Zukunftsängste und seine neue Lust auf Glace. Das Drama vom Türlersee – ab Seite 24. Das grosse Interview mit Dani Albrecht – ab Seite 30. Ich wünsche Ihnen friedvolle Tage mit Ihrer Schweizer ­Illustrierten! schweizer illustrierte




bild der woche

Foto Geri Born, Hair & Make-up Sandra Hofer, T-Shirt Girlz Don’t Cry

Bianca Gubser, Raquel Alvarez & co.



Die It-Girls D

as erste It-Girl, das Mädchen mit dem gewissen Etwas, war die amerikanische Schauspielerin Clara Bow. Das war 1927. Seither gabs unzählige weitere It-Girls – von Twiggy bis Paris Hilton. Ihr Merkmal: stylish, sexy, cool und hip. Auch die Schweiz hat ihre It-Fraktion. Die Models Raquel Alvarez, 22, und Racha Fajjari, 25, Schau­ spielerin Karin Lanz, 32, Moderatorin Zoe Torinesi, 28, (oben v. l.) und die Models Bianca Gubser, 20, und Lea Deak, 21, gehören dazu (unten v. l.). Sie alle sind dicke Freundinnen und tragen ihr Lebensmotto auf der Brust: «Girlz Don’t Cry» – «Mädels weinen nicht!» Dass T-Shirt wurde übrigens von Fajjari selbst entworfen: «Wir sind alles selbst­ bewusste Frauen, die Spass am Leben haben. Und es uns erlauben können, mit unseren Reizen nicht zu geizen.» Man siehts. andrea vogel

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Leute wer liebt wen

Liebesglück und Liebesaus? u Herzliche Gratula­tion! Der dreifache Schwingerkönig Jörg Abderhalden, 29, ist zum dritten Mal Vater geworden. Am 26. Mai, einen Tag vor ihrem 29. Geburtstag, hat seine Frau Andrea eine gesunde Tochter auf die Welt gebracht. Das Schwesterchen von Lynn, 5, und Terry, 3, heisst Jill. Der Schwingerkönig: «Wir sind sehr glücklich.» u Liebeskrise bei Isabel

Florido, 38? Die Schauspielerin sucht derzeit dringend eine kleine Wohnung in Zürich! Freunden zufolge hat sie sich von ihrem Freund Stephan Sonder­egger, 33, getrennt. Florido gibt sich jedoch zugeknöpft: «Kein Kommentar.» u Glückstage für Rapper Stress, 30. Er verbringt diese Woche Ferien mit seiner Frau Melanie Winiger, 30, auf Mauritius. Damit nicht genug: Sein aktuelles Album «Des rois des pions et des fous» hat soeben Platinstatus erreicht – und sogar die «New York Times» hat ihn in einem grossen Artikel porträtiert. u Frisch verliebt ist Katja Diethelm, 25,

Fotos Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Bruno Voser, RDB, Keystone

letztjährige Miss-Schweiz-Finalistin. Die Juristin ist seit sechs Wochen mit Marc Schlittler, 35, Inhaber von PR-Fact, zusammen.

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Experimentierfreudig – nicht nur bei Filmrollen: Céline Bolomey an einer Kostümprobe. Céline bolomey

Schön erfolgreich u So farbig ihre Kleider, so düster ihre Rolle: Im Drama «Du bruit dans la tête» (derzeit im Kino) spielt Céline Bolomey, 33, eine Singlefrau, die einen geheimnisvollen Fremden bei sich aufnimmt. «Privat würde ich mir

das zweimal überlegen», sagt die Genferin, die mit ihrem Freund glücklich in Paris lebt. Glück hat sie auch im Beruf: Die Rolle brachte ihr den Schweizer Filmpreis Quartz ein. sYLVIE KEMPA

Rose

kaktus

Christian Gross Ex-Trainer FC Basel u Sein Name war Programm: Gross sind seine Leistungen und Verdienste um den Schweizer Fussball. Zehn Jahre lang hat uns FC-BaselTrainer Christian Gross grossartige Unterhaltung geboten. Mit den Baslern hat der 54-jährige Zürcher viermal den Schweizer Cup und viermal den Meistertitel gewonnen, führte seine Mannschaft gar in die Champions League. Aber auch neben dem Platz zeigte Gross als intelligenter, charakterstarker Gentleman Grösse. Jetzt hat ihn Basel entlassen. Lieber Herr Gross, für zehn tolle Jahre gebührt Ihnen eine – besonders grosse – Rose.

Emanuel Schläppi Gemeindepräsident von Grindelwald BE u Der Gletschersee ob Grindelwald BE hält die Region in Atem. Moräne-Abbruch, Hochwasser in der Lütschine, Überschwemmungen – alles ist möglich. Die Bevölkerung ist gewarnt, Massnahmen sind bereits eingeleitet. Und dann das: Der Gemeindepräsident von Grindelwald denkt in dieser Situation an den Profit. Das Naturschauspiel könnte langfristig das Interesse an der Region ankurbeln und Touristen anziehen, sagt er in einem Interview. Lieber Herr Schläppi, scheinbar sind Sie auf der Suche nach neuen Attraktionen. Wir schicken Ihnen eine: unseren Kaktus!

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Leute Schöne Aussicht Mascha Santschi im Wohnzimmer ihres Mietshauses in Meggen LU – hier lebt sie gemeinsam mit ihrem Freund, Red-Bull-Manager Daniel Kallay.

Röbi Koller

In guter Mission u Soeben sind TV-Moderator Röbi ­ ­ Koller, 51, und seine Frau Esther Della Pietra, 45, von einer zehntätigen Reise in den peruanischen Anden zurück­ge­kehrt – als Botschafter der Bethlehem Mission Immensee. Koller: «Ich bin beeindruckt, was die Organisation alles auf die Beine stellt.» In Peru wurde ein Solarnetzwerk errichtet: Duschen, Öfen, Lama-Schermaschinen – alles funktioniert mit Solarenergie. «Auf über 4000 Meter über Meer gibts weder Brennholz noch Kohle. Dank den Solar­ kochern können die Bauern ihren Kindern jetzt ein warmes Zmittag zubereiten.» www.bethlehem-mission.ch Andrea vogel

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Mascha Santschi

Die RosenKavalierin u Neuer

Job, neue Stadt, neue Wohnung: Es hat sich viel getan bei Mascha Santschi, 28. Nachdem die Vize-Miss-Schweiz 2000 im vergangenen Jahr ihr Anwaltspatent gemacht hat, arbeitet die Bernerin nun als Gerichtsschreiberin am Obergericht in Luzern. Zudem engagiert sie sich in der Jungen Wirtschaftskammer Schweiz (JCIS). Deren jüngster Coup: Sie ergatterten ein Haarbüschel des Formel-1-Königs Michael Schumacher. Daraus wird nun ein Diamant hergestellt. «Den Edelstein versteigern wir zugunsten der Multiple-Sklerose-Gesellschaft», so Mascha Santschi. Sie selbst verkauft am Pfingstsamstag (30. Mai 2009) in ihrer Wahlheimat Luzern Rosen zugunsten MS-Betroffener. Aus der Glamour-Welt hat sich Mascha verabschiedet, ihr Miss-Bern-Krönchen verstaubt auf dem Estrich. «Im Moment engagiere ich mich lieber für Benachteiligte. Aber vielleicht zeige ich die Krone ja irgendwann mal meinen Kindern.» René Haenig

Leonard

Fotos Thomas Buchwalder, Marcel Kaufmann / bmi-Bild, Hervé Le Cunff

Glück & Trauer u Es läuft gut für Schlagerbarde Leonard, 44: Auftritte im In- und Ausland. Und seit zwei Jahren eine harmonische Fernbeziehung zum Hannoveraner Lutz Bäse, 43. «Wir sehen uns fast jede Woche», sagt Leonard. Das Titellied seiner aktuellen CD «Lass’ mir ein bisschen von dir hier» hat er aber nicht für seine grosse Liebe geschrieben. «Es ist für meinen Vater, der vergangenen Juli gestorben ist. Ich vermisse ihn sehr und habe seinen Tod noch lange nicht verarbeitet.» Lutz unterstützt seinen Freund, wo er nur kann: «Für Leonard würde ich sofort in die Schweiz ziehen, wenn ich einen guten Job hätte.» sandra casalini


Leute nachgefragt bei

star-check

Andreas Thiel

Fotos Marcel Nöcker, People Picture, Thomas Buchwalder, SF, Stefan Kubli

Ausgewandert Politsatiriker Andreas Thiel, 38, und seine Verlobte Bettina, 31, wohnen seit zwei Wochen in Island. Herr Thiel, Grüezi! Hvernig líður þér? Was heisst das denn? Das heisst: Wie geht es Ihnen? Sie sprechen also noch kein Isländisch? Doch, ich kann akzentfrei auf Isländisch sagen, dass ich kein Isländisch spreche. Als meine Verlobte und ich beschlossen hatten auszuwandern, besuchte ich einen Notfall-Intensivkurs. Mein Wortschatz reicht, um Menükarten zu lesen. Und was schmeckt Ihnen am besten? Isländisches Essen ist schrecklich! Total fade. Sogar das Chilipulver in den Piz­ze­ rias schmeckt wie getrocknete Hagebutte. Doch wir haben ein gutes indisches Restaurant entdeckt. Da Bettina und ich Vegetarier sind, passt das. Wieso sind Sie eigentlich ausgewandert? Weil wir Island lieben! Aber wir sind nur halb weg. Die Zürcher Wohnung behalten wir. Bettina macht in der Schweiz eine YogaAusbildung und unterrichtet in Island. Ich trete in der Schweiz auf, schreibe hier meine Kolumnen und versuche, nun eine meiner Buch-Ideen auf Papier zu bringen. Wie sieht Ihr Zuhause in Island aus? Eine Dreizimmerwohnung im Zentrum von Reykjavík – mit Meerblick und ungefähr 45 Steckdosen. Wieso denn das? Im Sommer ists hier von 3 bis 23 Uhr hell, aber im Winter braucht man rund um die Uhr künstliches Licht. Deshalb ist hier wohl jeder zweite Laden ein Lampen-Geschäft. Sind Sie schon fertig eingerichtet? (Lacht.) Wir besitzen erst eine Matratze und vier Stühle. Wie humorvoll sind die Isländer? Ihr Humor ist trockener als unserer, fast ein bisschen englisch. Wie Ihrer! Da haben Sie sicher schon viele Freunde gefunden. Wo denken Sie hin! Die Isländer sind noch verschlossener als die Schweizer. Aber wir sind ja zu zweit … … und seit zwei Jahren verlobt. Wann wollen Sie endlich heiraten? Ich sage nur wo: in Island.

1 13,6 % Lena

Welcher Kindername ist am herzigsten?

«Lena ist ein einfacher und dennoch spezieller Name. Als ich ihn das erste Mal hörte, stellte ich mir ein kleines, freches Mädchen vor. Und so eines habe ich dann auch gekriegt.» Anna Maier, 31

2 8,8 %

3 7,2 %

4 6,8 %

5 6,8 %

u Der Trend geht in Richtung altmodisch und kurz – oder exotisch. Zumindest bei den herzigsten Kindernamen. Auffallend: Die ersten fünf Plätze sind von Aurora Mädchennamen belegt. Michelle Hunzikers, 32, und Erst auf Platz sechs stehen Eros Ramazzottis, 45, gemeinNoël (Sohn von Melanie same Tochter heisst Aurora, 12. Winiger) und Leon (Sohn von Nadja Schildknecht).

Das gesamte Ranking sehen Sie auf www.schweizerillustrierte.ch Die Schweizer Illustrierte führt mit dem Online-Markt­forschungsinstitut Marketagent.com jede Woche eine repräsentative Umfrage in der ganzen Schweiz durch (Basis: ca. 500 Befragte).

Amira «10 vor 10»-Frau Daniela Lager, 45, hat neben Töchterchen Ami­ ra, 5, noch den 3-jährigen Tarek.

Mara Malou So heisst das Töchterchen von «glanz & gloria»-Moderatorin Nadja Zimmermann, 32.

Lilly Kurz und knapp: der Name von Komiker Claudio Zuccolinis, 38, halbjähriger Tochter.

Interview sylvie Kempa schweizer illustrierte

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Titel

ÂŤJetzt will ich beim Reiten meine Grenzen auslotenÂť, sagt Martina Hingis, 28. Die beste Tennisspielerin der Welt startet gut gelaunt und ziemlich verliebt in ein neues Leben. Der ZĂźrcher Anwalt Andi Bieri, 38, ist der 1,90 Meter grosse Mann an ihrer Seite.

Die Pferdefl


Streicheleinheiten für «Cätschli»: An sechs von sieben Wochentagen reitet Martina Hingis mit ihrer Schimmelstute Catch the Wind oder mit ihrem Wallach Darconi aus.

üsterin

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«Andi ist schlagfertig, selbstbewusst. Er spielt gut Tennis, hat Humor und ein grosses Herz»

Martina Hingis wurde in der Suite 315 des Zürcher Hotels Baur au Lac fotografiert

Martina Hingis

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Titel Das erste Bild! Martina Hingis, 209 Wochen lang die Nummer 1 im Welttennis, stellt ihren Freund vor: Andi Bieri, 38, Anwalt mit eigener Kanzlei in Z端rich.


Sattel und Stiefel statt Racket. Martina Hingis startet ab Oktober wieder an nationalen Concours.

STALL MIT SEESICHT u «Ein Fünfsternehotel für Pferde», sagt

Sandra Gachnang lachend. Sie führt mit ihrem Mann Fabian den Stall Gehrimoos in Rüschlikon ZH. Tatsächlich: Martinas acht­ jährige Holsteiner Schimmelstute Catch the Wind («Cätschli») und der elfjährige Wallach Darconi stehen in sehr gepflegten, video­überwachten Stallungen, Baujahr 1926. Geritten wird im Wald, auf dem eigenen Springplatz – mit Traumsicht über den Zürichsee. Martina: «Hier sind meine Lieblinge in besten Händen.» Stall Gehrimoos, Rüschlikon ZH. Martinas Pferde sind auf einem noblen Gestüt untergebracht. Ausgeritten

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Titel

«Andi ist aus lauter Liebe aufs Pferd gestiegen, aber er hatte fürchterlich Schiss. Kann ich kaum verstehen!» Martina Hingis Text URS HELLER Fotos MARCEL NÖCKER, THOMAS BUCHWALDER

M

und (hoch!) gesprungen wird mit Sicht auf den Zürichsee.

artina, sind Sie glücklich? Das bin ich. Ich kann jetzt Dinge geniessen, die während meiner Karriere zu kurz gekommen sind. Mein Haus am Zürichsee, das ich nach meinen Ideen eingerichtet und umgebaut habe. Meine Pferde, die mir viel bedeuten. Zürich, die Stadt, in der ich früher zu wenig unterwegs war. Ja, und frisch verliebt bin ich auch. Wo verliebt sich ein Weltstar wie Sie? An coolen Partys? In Clubs? Bei Facebook? Im «Sprüngli». Ich liebe Schoggi und bin häufig dort. Dort habe ich Andi wieder getroffen. Wir kennen uns von früher, aber diesmal hats gefunkt. Seit drei Monaten sind wir zusammen. Andi? Erzählen Sie uns mehr von ihm. Er heisst Andreas Bieri, ist 38 Jahre alt und 1,90 Meter gross. Er ist Anwalt und hat zusammen mit seinem Partner eine eigene Kanzlei in Zürich. Er hat Humor, ist schlagfertig, hat ein gesundes Selbstbewusstsein und ein grosses Herz. Sein Sternzeichen? Stier. Das merkt man hie und da (lacht)! Ich sehe trotzdem schwarz: Der Mann kann nicht reiten! Das ist tatsächlich ein Schwachpunkt (lacht)! Letzte Woche ist er aus lauter Liebe zu mir mal auf eines meiner Pferde gestiegen, aber er hatte fürchterlich Schiss. Das kann ich kaum verstehen. Aber sonst ist Andi sehr sportlich: Er spielt Tennis für GC, war mal die Nummer 15 der Schweiz. Und er fährt sehr gut Ski. Und er zieht demnächst bei Ihnen ein? Noch haben wir zwei Wohnungen. Aber wir versuchen, uns so oft wie möglich zu sehen. In letzter Zeit eigentlich täglich, was ich sehr geniesse. Wir waren auch gemeinsam in Florida in den Ferien. Ihm zuliebe reite ich nicht mehr an sieben Tagen pro Woche, sondern nur noch an fünf oder sechs … Was brauchts für eine gute Beziehung? Vertrauen, Selbstständigkeit. Jeder

muss dem anderen einen gewissen Freiraum gewähren. Und: An einer guten Beziehung muss man arbeiten. Ich vermisse das Wort «Treue». Das ist im Wort Vertrauen inbegriffen. Ist man zufrieden mit seinem Partner, sucht man nichts anderes. Haben Sie ihm schon mal einen richtigen Liebesbrief geschrieben? Oder sind Sie eher ein SMS-Kid? Liebesbrief …? Eher SMS. Oder noch besser: telefonieren! Das ist einfacher. Und jetzt, wo ich meinen Freund in der Schweiz habe, ist die Rechnung auch nicht mehr so horrend wie früher. Den «Eltern-Test» hat Andi ja auch schon bestanden. Sie haben ihn zu Hause vor­gestellt. Klar. An Mamis Geburtstag, bei unse­ rem Lieblings-Chinesen «Min Kang Yuan» in Küssnacht am Rigi. Und er hat mich seiner Mutter vorgestellt. Ging alles prima. Sie waren nicht immer so glücklich. Schon gar nicht am 3. Dezember 2005. Da traten Sie in Glattbrugg vor die Presse und erklärten in einer siebenminütigen Rede Ihren Rücktritt. Weil man Ihnen vorwarf, in Wimbledon Kokain als Doping konsumiert zu haben, und beide Proben einen positiven Befund ergaben. Es war ein schlimmer Tag. Wir haben die Pressekonferenz zwar gut vor­ bereitet. Aber wenn man dann vor die Mikrofone tritt, ist es nicht einfach. Sie bleiben dabei: Sie haben nicht gedopt. Punkt. Ich bin nicht der Typ, der nicht zu seinen Fehlern steht. Habe ich Mist gebaut, stehe ich hin, erkläre den Sachverhalt und entschuldige mich. Aber ich kann mich nicht für etwas entschuldigen, das ich nicht getan habe. Ich konsumiere nun mal kein Koks. Die Folgen waren brutal. Der Internationale Tennisverband (ITF) hat Sie trotz gravierenden Mängeln im Verfahren für zwei Jahre gesperrt. Und ziemlich lausig behandelt. Kann man sagen. Wimbledon beispielsweise lädt jedes Jahr seine «past champions» zum Turnier ein. Auch ich habe wieder meine Tickets ge­kriegt. Aber dann wurde mir vom ITF schweizer illustrierte

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Titel

«An meinem 29. Geburtstag läuft die Sperre ab. Dann bin ich frei und kann mein Leben neu ordnen» Martina Hingis unmissverständlich klargemacht, dass ich während meiner Sperre bei Wettkämpfen die Stadien nicht betreten darf. Das hat mich sehr getroffen. Es gab Tränen. Nein. Aber ich habe innerlich gekocht. Ich hatte in Wimbledon bereits ein Haus gemietet und mich darauf gefreut, als Fan bei diesem Turnier dabei zu sein. Dass ich darum den Superfinal Federer gegen Nadal verpasst habe, reut mich noch heute! Sie haben das Urteil akzeptiert, nicht dagegen angekämpft. Wir haben lange darüber diskutiert, aber Mario (Mario Widmer, Manager und Lebenspartner von Martinas Mutter Melanie Molitor) hat mir abgeraten. Ich hätte jahrelang durch die Instanzen und durch die Gerichte ziehen müssen. Das kann und will ich nicht. Im Herbst läuft die Sperre ab. Ja, an meinem 29. Geburtstag. Am Tag danach, am 1. Oktober, bin ich wieder frei. Dann darf ich in den olympischen Disziplinen wieder Wettkämpfe bestreiten. Dann kann ich mein Leben neu ordnen und zusammen mit der Agentur und meinen Sponsoren neue Pläne schmieden. Aufs grosse Tennis-Comeback dürfen wir uns nicht freuen? Für ein Comeback auf der Tour reichts nicht mehr. Ich spiele zwar an gewissen Tagen immer noch richtig gut, allerdings nicht zwei Sätze lang. Nochmals konditionell quälen mag ich mich nicht. Aber für Exhibitions bin ich immer zu haben: Da beisst man auf die Zähne, macht zwei, drei Spiele und kann sich anschliessend wieder erholen. Verfolgen Sie Tennis noch am Bildschirm? Frauenturniere ehrlich gesagt weniger. Männerturniere eher, wenn ich dafür nicht mitten in der Nacht aufstehen muss, weil sie in Australien stattfinden … Roger Federers Karriere interessiert Sie bestimmt. Auch Sie waren 209 Wochen lang die Nummer 1 auf der Welt. Auch Sie mussten akzeptieren, dass man das nicht ewig sein kann. Ich kenne den Weg, den Roger jetzt geht. Aber für mich ist er noch immer der beste Tennisspieler der Welt.

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Er spielt besser als alle anderen, auch wenn man zugestehen muss, dass Nadal physisch unglaublich stark ist. Trotzdem: Ich «fäne» immer mit Roger. Haben Sie noch Kontakt zu Ihren früheren Gegnerinnen? Tennisfreundschaften pflegt man an den Turnieren. Ist man weg, wirds auch schwieriger mit den Freundschaften. Aber wenn ich beispielsweise in Miami bin, treffe ich Anna Kurnikova oder Monica Seles. Monica ist super – die hat ganz cool bei einer riesigen TV-Show mitgemacht. Was für eine Show? «Dancing with the Stars», ein TanzWettbewerb mit prominenten Teilnehmern. Also so etwas würd ich jederzeit auch gerne machen! Ich müsste allerdings ein paar Stunden nehmen. So gut tanze ich auch wieder nicht … Ich sehe Sie eigentlich eher als Spring­ reiterin denn als Turniertänzerin. Nun, ich freue mich auf meine nächsten Starts bei Springkonkurrenzen. Aber man muss das richtig einordnen: Ich will bei nationalen Prüfungen starten, gewissermassen vor der Haustür. Vielleicht mal mit meinen Kollegen vom Reitstall bei Turnieren im nahen Ausland. Eine wirklich gute Reiterin werde ich nie. Das tönt aber sehr bescheiden. Tolle Reiter wie Guerdat oder Pessoa sind mit Pferden aufgewachsen. Wie ich mit dem Racket. Oder Sergio García mit dem Golfball. Diesen Rückstand kann ich nie wettmachen. Aber ich will beim Reiten meine Grenzen ausloten, das schon. Wie gross ist denn der «Stall Hingis»? Mein bestes und teuerstes Pferd, Kolibri’s Perle, steht in einem deutschen Stall und wird von Profi-Reiter Hansi Dreher für einen GP-Start vor­bereitet. Ich selber reite zwei Pferde: Catch the Wind, eine Holsteiner Schimmelstute. Und Darconi, ein Wallach. Ein weiteres Pferd ist in der Zucht. Dann stehen Sie also um sechs Uhr morgens auf und misten den Stall aus? Das dann doch nicht. Früh aufstehen ist nicht mein Ding! Ich geniesse den Luxus, dass das Pferd bereitsteht,

wenn ich in den Stall komme. Aber abspritzen – das mach ich selber. Einmal pro Woche reite ich mit meiner Mutter aus. Dann sprechen wir über alles im Leben – wie früher auf dem Tennisplatz. Wir verstehen uns nach wie vor sehr gut, ich bin auch froh, dass sie in der Nähe wohnt. So weiss ich, wo ich hin kann, wenn mein Kühlschrank leer ist … Ich bin auch sehr dankbar, was Mario für mich macht. Wir sind ein gutes Trio. Wie verbringen Sie Ihren Tag? Ich geniesse meine neuen Freiheiten. Ich schlafe aus, stehe um neun im Stall, geniesse den Nachmittag im Garten, treffe Freunde. Und lerne für die Motorbootprüfung. Ich habe zwar ein Boot, aber noch keinen Führerschein … … und Sie gehen shoppen. Welche ­Designer füllen Ihre Schränke? Ich mag Dior sehr, aber auch Cavalli, Dolce & Gabbana, Versace. Ich habe auch schon heftiger eingekauft. Jetzt sind mir meine Pferde wichtiger. Keinen Schuh-Tick? Einen kleinen schon. Aber wenn ich in der «Gala» sehe, was Beyoncé oder Rihanna da so im Schwank haben, bin ich ganz bescheiden. Wo trifft man Sie in Zürich? Auf der Welt? In Zürich hat mir mein Freund Restaurants gezeigt, die ich zuvor nicht gekannt habe: «La Côte», «Lasalle», «Jdaburg», «Madonna» zum Beispiel. Hie und da bin ich an der Bar vom «Helvetia» oder vom «Widder». Meine Lieblingsstädte sind London, Paris. Und nach New York möchte ich auch mal wieder. Sie haben nach monatelanger Pause diese Woche zum ersten Mal wieder drei Interviews gegeben, was Ihnen sicher nicht leichtgefallen ist. Ich bin fast sicher: Dafür werden Sie sich selber «belohnen». Hab ich schon. Ich habe bei Grieder ein neues Kleid gekauft, genauer zwei – eines von Dolce & Gabbana und eines von Patrizia Pepe. Es war «2 für 1»-Aktion. Ich bin jetzt Schnäppchenjägerin.  Martina Hingis ist zurück! Die TennisKönigin spricht über ihren Rücktritt und blickt in die Zukunft – jetzt im Web-TV auf www.schweizer-illustrierte.ch


Eine Schönheit! Martina Hingis geniesst das Leben ohne Spitzensport. «Ich hole nach, was während meiner Karriere zu kurz kam.»


Schock Heinz Lattmann und seine Frau Ruth vor dem Wrack ihres Wohnwagens. 39 Jahre campierten sie jedes Wochenende hier am zürcherischen Türlersee auf Standplatz 121.

«Das war 24

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Schicksal

17 Verletzte forderte ein Brand auf dem Campingplatz am Türlersee. Für Heinz und Ruth Lattmann aus Zürich ist eine Welt zusammengebrochen: Von ihrem geliebten Wohnwagen blieb nur noch ein Wrack übrig.

unser Paradiesli» 25


Schicksal Fast alles verkohlt Heinz Lattmann im Schlafzimmer seines ausgebrannten Wohnwagens.

Text Thomas Kutschera Fotos Christian Lanz

E

s stinkt nach geschmolzenem Plastik und verkohltem Holz. «Die Feuerwalze war ein paar hundert Grad heiss.» Heinz Lattmann steht in seinem Wohnwagen, der am Vorabend komplett ausgebrannt ist. «Das war einmal unser Schlafzimmer.» Der 63-Jähri­ge hat Tränen in den Augen. «Das Feuer hat alles zerstört. Einzig die Jasskarten und ein paar Kleider sind uns geblieben. Die lagen im Einbauschrank über dem Bett. Aber sie stinken jetzt grässlich. Hoffentlich geht das in der chemischen Reinigung wieder weg», erzählt der Zürcher. Seine Frau Ruth, 61, hat heute Morgen auch etwas Unversehrtes gefunden: das Jass-Kässeli. Ganz vorsichtig hat sie es geöffnet. Der Inhalt war nicht versengt: 326 Franken 50 Rappen. «Sonst bleiben nur schöne Erinnerungen. Wir hatten viele gemütliche Jass-Abende hier auf dem Campingplatz.» Mit der Idylle ist es zurzeit vorbei auf dem Campingplatz Türlersee bei Hausen am Albis ZH. Am Montag, 26. Mai, wütete um 15.20 Uhr ein infer­ nalischer Brand und verwüstete 17 Wohnwagen. Erst habe es einen riesigen Knall ge­geben, berichten Augenzeugen. Dann greift das Feuer innert Sekunden auf die Wohnwagen über. Wegen der riesigen Hitze explodiert eine Gasflasche nach der andern, glühende Metallteile werden bis zu 300 Meter herumgeschleudert. Die Feuerwehr evakuiert die Campingplatzgäste, leistet einen gefährlichen Einsatz. Die Bilanz des Flammenmeers: 17 Verletzte, die meisten von ihnen erleiden Rauchgasvergiftungen. Ein Mann, der das Unglück fotografiert, wird von einem Metallfetzen am Bein verletzt und mit der Rega ins Spital geflogen. Später stellen Experten fest: Brandursache war ein technischer Defekt. Bei einem Wohnwagen entwich aus einer undichten Stelle Gas. Dieses entzündete sich im Bereich eines ebenfalls mit Gas betriebenen Kühlschranks. «Wir hatten Glück im Unglück», sagt Heinz Lattmann, der den Verein

«Das Feuer hat alles sind uns geblieben. Camping- und Naturfreunde Türlersee seit zehn Jahren präsidiert. Er und ­ seine Frau waren zum Zeitpunkt des Unglücks bei der Arbeit. «Ich hörte am Radio davon und fuhr sofort los», sagt der Apparate-Glasbläser. Um 16.20 Uhr traf er auf dem Campingplatz ein. «Die Feuerwehr war noch am Löschen, die Gefahr bereits gebannt. Als ich meinen zerstörten Wohnwagen sah, stand mir fast das Herz still.» Lattmann lobt Polizei und Feuerwehr. «Die brachten unsere drei intakten Gas­ flaschen sofort in Sicherheit.» Dann habe er seine Frau geholt. «Ruth wollte den Platz unbedingt sehen.» Doch die folgende Nacht habe sie kein Auge zugetan. u «Der Schock sitzt tief.»


zerstört. Einzig die Jasskarten und ein paar Kleider Die lagen im Einbauschrank über dem Bett»

u «Gasflaschen sind grundsätzlich ungefährlich», sagt Robert Nyffenegger von der Beratungsstelle für Unfall­ verhütung (bfu). Doch es gilt, folgende Ratschläge zu befolgen: u Zu Beginn der Camping- und Grillsaison soll man Gasflasche, Schläuche und Ventil eingehend prüfen. Poröse oder brüchige Schläuche sofort auswechseln! u Für Wohnwagenbesitzer empfiehlt es sich, ihre Gasgeräte regelmässigen Kon­ trollen zu unterziehen. Infos zum Caravan Control Service unter www.propan.com. u Gasflaschen nur stehend lagern und benützen.

u Vorsicht beim Anzünden des Gasgrills: Gelingt der erste Versuch nicht, sollte der Gashahn zugedreht werden. Warten, bis sich das ausgeströmte Gas verflüchtigt hat, erst dann nochmals versuchen. u Grill-Handschuhe bereithalten, um den Gashahn zuzudrehen, wenn trotzdem Gas aus einer undichten Stelle austritt. u Beim Flaschenwechsel: Hahn schliessen, Flasche erst dann wechseln. u Gasflaschen nie im Keller oder Unter­ geschoss lagern. «Gas ist schwerer als Luft und bleibt im Raum eingesperrt. Ein Funke genügt für eine Explosion. Optimal ist die Lagerung auf dem Balkon.»

Foto Niklaus Wächter / Reportair

TIPPS FÜR DEN Sicheren UMGANG MIT GAS

Unfallort Der Campingplatz am Türlersee: 190 Aren, 180 Stellplätze. Der verheerende Brand wütete im Teil am rechten Bildrand.

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Schicksal Das Ende Lattmanns müssen zuschauen, wie ihr ausgebrannter Wohnwagen entsorgt wird.

«Nächstes Jahr sind wir sicher wieder hier. Und bauen uns ein neues Paradiesli auf» Heinz Lattmann tritt aus seinem ver­ kohlten Wrack. Seit 39 Jahren sind er und seine Frau Stammgäste, immer auf Standplatz 121. «Von April bis September verbringen wir jedes Wochenende hier, ausser wenns Katzen hagelt.» Auch in den Ferien sind die Lattmanns am Türlersee, in Zürich wohnen sie in einem Genossenschafts­ block. «Der Wohnwagen war unser zweites Heimetli, unser Paradiesli», so Ruth Lattmann. «Hier haben wir eine wunderschöne Landschaft und eine grosse Campingfamilie.» 30 000 Franken hat Heinz Latt­ mann vor neun Jahren für den Wohn­ wagen bezahlt, einen Tabbert Comtesse Private Edition. «Dieses Modell gabs nur in zehnfacher Ausführung, so was bekomme ich nie wieder!» Viel Liebe und viele Arbeitsstunden habe er in seinen Wagen gesteckt: den Fernseher ein­ gebaut, Solarzellen aufs Dach montiert. «Den kleinen Schrank unter dem Vor-

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zelt hab ich selbst gezimmert, mit Furnier in spanischem Stil. Das kann mir keiner mehr bezahlen.» Den Schaden an Wagen und Inventar schätzt Lattmann auf 70 000 Franken. Dem Nachbarn habe es den ganzen Weinvorrat zerstört. «Die ­ guten Magnumflaschen – alle ge­ schmolzen.» Ein Greifbagger fährt vor. Er ent­ sorgt die Trümmer auf dem Camping­ platz in einem grossen Container. Als Nächstes ist der Wohnwagen der Latt­ manns an der Reihe. Es kracht und ächzt. Ruth Lattmann schaut ent­geistert, hält eine Hand vor den Mund. Innert Augenblicken ist «ihr Heimetli» definitiv ein Haufen Schrott. «Mit dem Löschwasser sind giftige Stoffe ins Erdreich gelangt. Deshalb wird nun der Humus abgetragen», erklärt Heinz Lattmann. Er nimmt seine Ruth an die Hand. «Doch nächstes Jahr sind wir sicher wieder hier, auf Standplatz 121. Und bau­ en uns ein neues Paradiesli auf.» 


INTERVIEW

«Ich weiss jetzt, was wirklich zählt» Auf Mallorca kämpft daniel Albrecht um die ­ Rückkehr an die Weltspitze. Der Ski-Star spricht nach dem Horror-Sturz erstmals über seine Ängste, die Zukunft und den plötzlichen Heisshunger auf Glace.

Sprint am Strand Daniel Albrecht beim Morgenlauf auf Mallorca. Reichts wieder für die Weltspitze? «Für eine Prognose ist es zu früh.»


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INTERVIEW Text ALEJANDRO VELERT Fotos HERVé LE CUNFF

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aniel Albrecht, haben Sie Zukunftsängste? Nein, was soll mir jetzt noch Angst machen? Das Schlimmste habe ich überstanden. Aber Sie werden vielleicht nie mehr im Weltcup Ski fahren können. Stimmt. Und ich weiss nicht mal, wo ich nachher einen Job suchen könnte. So gesehen ist meine Situation ganz schön ungemütlich. Aber wissen Sie was? Es stellt sich bei mir einfach keine Angst ein. Ich habe Zukunftsängste ohne Angst (lacht). Rein äusserlich scheinen Sie schon fast wieder der Alte zu sein. Sie bereiten sich mit Ihren Kollegen wie jedes Jahr auf Mallorca auf die neue Saison vor. Ganz so einfach ist die Situation nicht. Ein Schädel-Hirn-Trauma ist nicht wie ein Beinbruch, den man auskurieren kann. Vor zwei Monaten brauchte ich eine halbe Stunde, um zwei Sätze zu lesen. Und kapiert habe ich trotzdem kein Wort! Ich habe nach wie vor Defizite, auch wenn ich grosse Fortschritte mache. Wenn ich zum Beispiel mit dem Fahrrad auf eine Kreuzung zufahre, muss ich mehrmals überlegen, wer jetzt Vortritt hat. Dinge, die vorher selbstverständlich waren … … muss ich nun ständig hinterfragen. Ich überlege fast den ganzen Tag, ob ich vielleicht gerade etwas Falsches gesagt oder getan habe. Es ist quasi eine permanente Selbstkontrolle im Gang. Trotzdem wirken Sie nicht angestrengt, sondern offener und auch emotionaler als früher.

Emotional Daniel Albrecht im Gespräch mit Sportredaktor Alejandro Velert im Restaurant Boy in Playa del Muro. Interessant, dass Sie das sagen. Das hat meine Freundin Kerstin auch schon beobachtet. Vielleicht offenbare ich mehr Emotionen, weil ich unsicherer bin als vor dem Unfall. Früher habe ich mein Ding einfach durchgezogen. Jetzt bin ich immer im Zweifel, ob ich das Richtige tue oder nicht. Das Gute daran ist, dass ich bei dieser Selbstbeobach-

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«Meine Freundin Kerstin sagt, ich sei emotionaler und offener geworden» daniel albrecht tung sehr viel über mich und mein Verhalten lerne. Was für Veränderungen beobachten Sie bei sich selber? (Lacht.) Ich habe ständig Lust auf Glace, weiss Gott wieso. Und ich bin lockerer geworden, wenn mal etwas nicht klappt. Ganz allgemein mache ich mir mehr Gedanken, ich weiss jetzt, was im Leben wirklich zählt und was eigentlich egal ist. Wie ist es für Sie, wieder im Kreis Ihrer Kollegen zu sein? Es ist sehr schön, sie alle wiederzu sehen. Sie nehmen Rücksicht auf meine Situation und bombardieren mich nicht mit Fragen, auch wenn ihnen diese teilweise unter den Nägeln brennen. Welche Momente der vergangenen ­Wochen sind Ihnen am stärksten in Erinnerung geblieben? Am liebsten denke ich an den Tag zurück, als ich aus dem Inselspital entlassen wurde. Da wurde mir klar, dass die ganze Geschichte auch anders hätte ausgehen können. Ich war nur noch froh, dass ich so viel Glück gehabt habe. Da ist es dann auch ziemlich wurst, was in Zukunft sein wird. Wir gross waren Ihre Sorgen, dass Sie bleibende Schäden davontragen könnten? Komplexe Gedanken oder Zusammenhänge habe ich erst wieder herstellen können, als es mir besser ging. Vorher waren meine Ängste oder Sorgen im gleichen Masse reduziert wie meine Fähigkeiten – zum Glück. In der Anfangszeit habe ich es einfach hingenommen, wenn etwas nicht geklappt hat. Was braucht es, damit Sie Ihre Karriere fortsetzen können? Das kann im Moment niemand be­ antworten. Wenn ich achtzig Prozent meiner Kraft wiedererlange, reicht das vielleicht, um ein Skirennen zu ge­winnen. Aber wenn Koordination und Reaktion nicht perfekt sind, bin ich zwar ein toller Skifahrer, aber nicht mehr Weltspitze. So einfach ist das.

Kondition büffeln Daniel Albrecht und Trainer Martin Rufener auf Bike-Tour, die der Schweizer Ex-Steherweltmeister Max Hürzeler organisiert.


Und die Weltspitze ist Ihr erklärtes Ziel? Als Kind habe ich immer gesagt, ich wolle mal Ski-Weltmeister werden. Die Erwachsenen fanden das süss, aber mir war es ernst. Ich wusste aber auch, dass der Weg dorthin hart und der Grat schmal ist. Und jetzt sind Sie in der gleichen ­Situation? Ganz genau. Ich bin jetzt kein Kind mehr, sondern etwa auf der Stufe eines Nachwuchsathleten. Aber meine Einstellung ist die gleiche wie früher. Ich hatte früher keine Angst vor diesem Weg – und habe auch jetzt keine. Ich werde alles probieren und alles geben. Wo das alles hinführt, werden wir sehen. Gut möglich, dass es nicht klappt. Aber die Sport-Fans hoffen auf ein Comeback-Märchen, in dem Daniel Albrecht am Ende mit einer Goldmedaille auf dem Podest steht. Ja, ich spüre diese Erwartungshaltung ebenfalls. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Ich möchte mich auch nicht als Superman präsentieren. Das wäre auch gegenüber den anderen Patienten, die mit mir im Spital lagen, nicht fair. Ganz grundsätzlich: Für irgendwelche Prognosen ist es noch viel zu früh. Und ich habe auch wenig Lust, wöchentlich eine Wasserstandsmeldung abzugeben, ob das Märchen nun stattfindet oder nicht. Wie viel Zeit geben Sie sich für Ihr ­Comeback? Finanziell habe ich keinen Druck. Mein Sponsor, Ochsner Sport, hat den Vertrag mit mir kürzlich um zwei Jahre verlängert, obwohl ich noch im Spital lag. Im kommenden Winter werde ich sehen, wie weit ich komme. Und wenn die Lage nicht aussichtslos ist, versuche ich es im darauffolgenden Winter wieder. Spätestens danach wäre Schluss. Wenn das Comeback klappen sollte: Können Sie sich vorstellen, je wieder über den Zielsprung in Kitzbühel zu springen? Das habe ich mich auch schon gefragt. Werde ich eine Blockade haben? Ich weiss es nicht. Die Zeit wird uns die Antworten liefern. Vom Gefühl her liege ich voll im Plan. Wie meinen Sie das? Ich habe schon immer gesagt, dass ich bis 35 fahren werde und eine Saison wegen Verletzungen oder eines Unfalls verpassen werde. Meine Trainer sagten immer, ich dürfe nicht so denken. Aber man muss im Skirennsport auch realistisch sein. Jetzt ist es tatsächlich passiert – und so gesehen bin ich immer noch voll im Plan, ich bin ja erst gerade 26 geworden (lacht). 


Was für ein Hun Bellen statt klatschen. Wenn Komiker Mike Müller mit seinem Terrier Lupo auf der Bühne steht, heisst es für alle Hunde: «Wir kommen mit rein.» 34

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Text Barbara halter Fotos Marcel Nöcker, Hervé le Cunff

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ch, ist der süss! Doch wenn Lupo bedrohlich knurrt und sein Zahnfleisch zeigt, bleibt dem Be­trachter das Jöööh im Hals stecken. «Das Streicheln lässt man besser bleiben.


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Hundeschau Mike Müller und sein weisser Terrier Lupo auf der Bühne im Theater Neumarkt in Zürich. Die Hunde der Zuschauer sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

detheater! Er ist halt ein kleiner Problemhund – und ein Kontrollfreak», sagt Mike Müller, 45, über seinen Vierbeiner. In Sachen Be­ kannt­heitsgrad macht der Parson-RussellTerrier seinem Herrchen Konkurrenz. Den ganzen Tag trippelt Lupo an der Seite des Komikers, schnuppert TV-Luft in «Giacobbo / Müller» und be­ sitzt bereits ein gleichnamiges Theater­

programm: In «Lupos Hundeshow» steht er im Theater Neumarkt neben Mike Müller auf der Bühne. Dieser plaudert zu Beginn des Abends locker über Philo­ sophie und Tierliebe – die 27 Semester Philosophie waren also nicht für die Katz. Zur Auflockerung gibt es lustige Filmchen aus dem Internet. Danach de­ gustiert Müller Hundeleckerli und führt

Ratespiele mit dem Publikum durch – als Gewinn lockt ein monstermässig grosser Büffelhautknochen. Der «Hauptakteur» verkriecht sich währenddessen unter den Tisch. Lautstarkes Gebell ertönt erst, als ein Artgenosse der Bühne zu nahe kommt. Denn: An diesem mun­ teren Abend dürfen die Zuschauer für einmal ihre vierbeinigen Lieblinge mit­ bringen. Da sich der zweijährige Terrier noch im Flegelalter befindet, braucht der Kleine Erziehung. Um Gehorsam zu üben, fährt der Schauspieler einmal pro Woche mit seinem Vierbeiner aufs Land zur Hundetrainerin Franziska Tribelhorn in Bubikon ZH. Dann zieht er sein Hünde­ ler-Outfit an: robuste Schuhe, am Hosen­ bund ein Säckchen mit Leckerli und in der Tasche «das Schwein», Lupos Lieb­ lingsspielzeug. Mike wirft «das Schwein» weit weg, während Lupo brav liegen bleiben muss. Erst wenn er den Befehl kriegt, rennt er raketenmässig schnell los und sucht das Gummi-Vieh. «Gut, sehr gut», ruft Tribelhorn den beiden zu. «Terrier haben einen starken Jagdtrieb, den kann man ihnen nicht abtrainieren. Solche Übungen bieten aber einen Ersatz dafür», erklärt sie. Die Zürcherin bildet nicht nur Hunde und ihre Besitzer aus, sondern hat auch eine eigene Zucht. In ihrem grossen schweizer illustrierte

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Für einen grossen Auftritt braucht es kein grosses Auto. Einen grossen und vorbildlichen Auftritt legt hin, wer schlank, agil und dynamisch rüberkommt – wie der Mazda2. Mit tiefen Verbrauchswerten, erstklassiger Sicherheitsausstattung und eingebautem Umweltbewusstsein hat er die Zeichen der Zeit erkannt. Ein agiles Auto für alle, die Streifzüge durch die City lieben, dabei aber keinesfalls auf Komfort verzichten möchten. Zur Auswahl stehen drei Motorisierungen: Benzin 1.3 (75 oder 86 PS), 1.5 (103 PS) und 1.6 Diesel mit DPF (90 PS). Manuelles Schaltgetriebe oder Automatikgetriebe (1.5). Übrigens: Den Mazda2 erhalten Sie bereits ab CHF 16 720.—. www.m{zd{.ch

Mazda-Garantie 3 Jahre oder 100 000 km. Energieeffizienz-Kategorie A – D, Verbrauch gesamt 4,2 – 6,8 l/100 km, CO 2 -Emissionen 112 – 162 g/km (Durchschnitt aller Neuwagenmodelle: 204 g/km).


tierisch So ist es brav! Einmal wöchentlich fährt Mike Müller mit Lupo zu dessen Züchterin nach Bubikon.

«Den kleinen kurzhaarigen Rüden fand ich auf Anhieb einen lustigen Siech» mike müller Gehege tummelt sich gerade wieder ein Wurf putzmunterer fünf Wochen alter Hundebabys. «Genauso alt war Lupo, als ich das erste Mal hierherkam», erzählt Müller. «Als Kind hatten wir einen Dackel. Und ich habe mir seit Langem einen eigenen Hund gewünscht. In den letzten Jahren war ich aber ständig beruflich unterwegs.» Mit der TV-Sendung «Giacobbo / Müller» kam Beständigkeit in Mikes Leben – und dazu ein frecher Terrier. Bevor Müller den Welpen nach Hause nehmen konnte, hatte er ihn mehrmals besucht. Schliesslich will die Züchterin sicher sein, dass ihr Schützling an einen guten Platz kommt. Und wie fiel die Wahl auf Lupo? «Das ist halt so eine Sache. Viele meinen ja, dass man vom Hund

ausgewählt wird. Aber das glaube ich nicht. Den kleinen kurzhaarigen Rüden fand ich einfach auf Anhieb einen lustigen Siech», sagt Müller. Auch die äusserlichen Gemeinsamkeiten zwischen Hund und Herrchen möchte der Komiker nicht überbewerten: «Dann hätte ich wohl ­einen Mops kaufen müssen», meint er ironisch. Als ständiger Begleiter ist der Terrier auch dabei, wenn das Team Giacobbo / Müller seine Sendungen ausheckt. «Viktor und mich verbindet eine unsägliche Tierliebe. Er verstand sich auf Anhieb mit Lupo. Viktor ist der Einzige, der nie angeknurrt wird.» Glück gehabt!  Lupos Hundeshow: 9. Juni, 20 Uhr, Theater Neumarkt, Zürich

Hunde ausbilden

Neues Gesetz Jeder neue Hundehalter muss mit seinem Tier einen Praxiskurs besuchen. Wer zuvor noch nie einen Hund hatte, absolviert zudem einen obligatori­schen Theoriekurs. Franziska Tribelhorn bietet beide an: www.tribis.ch. Hundetrainer findet man auch über das Bundesamt für Veterinärwesen: www.bvet.admin.ch.


Starkes Team Bernard Challandes und seine Anouk daheim in Wettswil ZH. Sie geniessen den Meistertitel.

Trainer Christian Gross vom FC Basel wird gefeuert – Bernard challandes vom FC Zürich als Meistermacher gefeiert. So lebt der Familienmensch, Zampano und Bücherfreak.

Der «nette Löw

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eÂť von ZĂźrich


fussball

«Meine Frau Anouk würde die Mannschaft nach Sympathie oder Aussehen der Spieler zusammenstellen» Bernard challandes

Überglücklich FCZ-Trainer Bernard Challandes nach dem entscheidenden Sieg in Bellinzona.

Text Max fischer Fotos BLAISE KORMANN / L’ILLUSTRÉ

Foto TI-Press /  Keystone

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ieser Mann ist eine Saftwurzel. An der Seitenlinie tigert er wild herum, rudert wie ein Verrückter mit den Armen. Und wenn er mit seinem massigen Körper und weit aufgerissenen Augen, die dann fast so gross wie Tennisbälle sind, auf den Schiedsrichter losgeht, weiss Bernard Challandes, 57, selbst am besten: «Dann hat man Angst vor mir!» Das wolle er aber gar nicht. Er sei auch nie unanständig, nur impulsiv. Und eigentlich ein lieber Kerl. Als «netten Löwen» sieht er sich selber. «Oft wirft man mir vor, ich sei zu lieb und zu anständig», sagt der Meistertrainer des FCZ, lacht und schüttelt den Kopf. Jetzt sei es für ihn eine Genugtuung, dass man auch «als lieber Trainer» einen Titel gewinnen könne. Tatsächlich akzeptiere er gegenüber den Spielern vieles, gibt er zu. «Ich akzeptiere die Niederlage, ich akzeptiere ein schlechtes Spiel, aber ich toleriere keine schlechte Einstellung.» Fehle die Bereitschaft, alles zu geben, werde er fuchsteufelswild. schweizer illustrierte

Teamwork wie auf dem Fussballplatz Bernard Challandes rührt die Spaghetti, Ehefrau Anouk reicht die Toma

Er lebe diese Einstellung mit dem Team. Und als Familienmensch auch zu Hause. «Ich versuche, auch meine Kinder zu überzeugen. Es bringt nichts, wenn man nur Befehle gibt und kleine Roboter zu Hause hat.» Die Familie ist sein Ein und Alles. «Sie kommt bei mir an erster Stelle.» Ehefrau Anouk, 50, ehemaliges Mitglied des Ski-Nationalmannschaftskaders, nickt und sagt: «Er ist ein guter Vater.» In ihrem Heim in einer Terrassensiedlung in Wettswil im Zürcher Säuliamt lebt nur noch der jüngste Bub, der 16-jährige Jules. Mehdi, der in Yverdon kickt, sowie die Töchter Chloé und Maude sind ausgezogen, zur Familie gehört noch die ­siebenjährige Hundedame Zoa. Nie käme es für Bernard Challandes infrage, irgendwo auf der Welt eine Mannschaft zu trainieren und Frau und Kinder allein zurückzulassen. «Was habe ich von Renommee und Geld, wenn ich alleine und unglücklich bin?», fragt er. Wenn sein privates Glück litte, würde er als Trainer sofort aufhören. Anouk und er seien über dreissig Jahre verheiratet, bei ihr hole er Kraft, da tanke er auf. Am Fusse des Üetli-

bergs spazieren die beiden oft oder unternehmen mit Jules Mountainbike-Touren. Die immer noch sehr sportliche Anouk, die mehrmals an der Patrouille des Glaciers teilgenommen hat: «Ich muss Bernard jeweils antreiben, bis er an die frische Luft mitkommt.» Das sei doch normal, kontert er: «Ich bin von morgens früh bis abends spät während sieben Tage pro Woche Fussballtrainer. Da leg ich mich zu Hause gern mal hin, lese oder schaue einen Film.» Als gelernter Bibliothekar und Ex-Lehrer liebe er Bücher. «Ich lese die alten französischen Klassiker, aber auch Zeitgenössisches. Sowie Literatur zu Führung, Motivation und Psychologie.» «Nur über Fussball sprechen wir fast nie», sagt Ehefrau Anouk fast vorwurfsvoll. «Das hat seinen Grund», erwidert Bernard. «Meine Frau stellt die Mannschaft nach den Kriterien auf, ob ein Spieler sympathisch ist oder gut aussieht.» Beide lachen. Und beide freuen sich aber riesig über den Gewinn des Schweizer-Meister-Titels. Anouk: «Nach viel Kritik und harten Zeiten ist das fantastisch!» Und Bernard: «Er ist eine


tensauce zum Probieren, und Sohn Jules raffelt den Parmesan.

wunderbare Belohnung und eine Anerkennung für die Arbeit, die das ganze Team geleistet hat.» Über hundert SMS hat er erhalten. Auch von Köbi Kuhn, von Ottmar Hitzfeld und Daniel Jeandupeux, den er noch von Gymi-Zeiten her kennt. Trotz Erfolg beim FCZ bleibt Challandes bescheiden und, wie er selber sagt, auch demütig. «Ich betrachte oft den Himmel und danke.» Und ebenfalls typisch: Wenn seine Frau alle zwei Wochen in die jurassische Heimat fährt, kocht Bernard für sich und Jules. Verschmitzt lacht er: «Ab und zu trickse ich ein wenig. Beim Uitikoner ‹Leuen›-Wirt Hansjörg Bernegger, wo die Mannschaft des FCZ vor den Spielen jeweils isst, lasse ich etwas vorkochen und serviere es zu Hause.» Aber die Familie sei dahintergekommen, meint er schmunzelnd. Als Feinschmecker gibt er aber auch am Herd eine gute Figur ab. Bei unserem Besuch hackt er flink Zwiebeln und Knoblauch, brät das Ganze kurz an und gibt es zur Tomatensauce, kümmert sich dann um die Spaghetti und öffnet einen Valtellina Superiore Prestigio. Während Anouk den Salat herrichtet. Bernard: «Es ist wie im Fussball: Das Entscheidende ist Teamwork.» 


Die Kulisse FĂźr den gemeinsamen Auftritt von Whitney Toyloy und DJ Antoine (kl. Bild rechts) entsteht im Palmenwald nĂśrdlich von Marrakesch eine filmreife Zeltstadt.

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show

Ein Traum in der Wüste

Zwei Männer fahren im Lamborghini durch Marokko. In einer Oase warten sexy Bauchtänzerinnen. Darunter Whitney Toyloy, die küssen will. Im neuen Musikvideo von DJ Antoine gehts kitschig zu und her. Egal – ein junger Russe bezahlt den Spass. schweizer illustrierte

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Text sylvie kempa Fotos Fabienne bühler

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ikeriki! Der Hahn im Hof der Villa «Dar Abesque» in Marrakesch kräht um 6 Uhr früh. Miss Schweiz Whitney Toyloy sitzt mit verschlafenen Augen am Frühstückstisch und löffelt ein Pistache-Joghurt. «Was soll ich für den Dreh anziehen?», fragt sie Antoine Konrad, 33, alias DJ Antoine, der gerade ein Stück Fladenbrot mit Ziegenbutter bestreicht. «Etwas, das sexy ist», antwortet an seiner Stelle der russische Sänger und Gastro-Erbe Mikhail «Mish» Tyurin, 21. Und Antoine fügt nach einem Schluck Kaffee hinzu: «Aber das heisst nicht, dass du halb nackt sein musst!» Gelächter. Die drei haben sich bereits angefreundet. Seit zwei Tagen weilen sie für den Dreh des Musikvideos «One Day, One Night» in Marrakesch. «Sie könnte Miss Marokko sein», flüstert eine einheimische Bauchtänzerin ihrer Freundin zu, als Whitney am Filmset eintrifft: einer künstlichen Zeltstadt mitten im Palmenwald. Im goldenen Fransenkleid, mit Riemchen-Sandalen und Zehn-Zentimeter-Absätzen stiehlt die 18-Jährige allen die Show. Sogar DJ Antoine, obwohl der in Marokko ein Superstar ist. «Seine Musik wird in den Clubs in Casablanca auf und ab gespielt», schwärmen die Tänzerinnen. Sie sind erstaunt, dass ihr Held ein echter Eidgenosse ist – und nicht Amerikaner. In der Schweiz entstand auch die Idee zum Musikvideo. Letzten Dezember im Genfer In-Club Platinum: Mish drängt sich zum DJ-Pult vor. «Ich möchte einen Song mit dir aufnehmen», schreit er Antoine ins Ohr. Das Finanzielle werde er schon regeln. Mishs schwerreiche Familie betreibt in Russland mehrere Clubs und Restaurants, während er in Leysin VD Wirtschaft studiert.

«Auf Knopfdruck sexy zu sein, ist schwierig» Whitney toyloy, miss Schweiz «Langsamer gehen, mehr mit den Hüften wackeln!» Whitney folgt konzentriert den Regieanweisungen. Versucht, trotz Mückenschwärmen nicht zu blinzeln und mit ihren Absätzen nicht über Steine zu stolpern. «Dabei auch noch sexy zu wirken, ist echt eine Kunst», sagt sie. Erst kurz vor Mitternacht gibts Abendessen. Couscous-Töpfe mit Gemüse, Lamm und Poulet. Zum Dessert kündigt Gastgeber Youssef «die beste Pastilla der Stadt» an. Whitney probiert die klebrige Masse als Erste, verzieht den Mund: «Ist da Fleisch drin?» – «Bes-

tes Taubenfleisch», bejaht Youssef stolz. Ein paar Bissen wandern heimlich zur Katze unter den Tisch. Später, bei einer gemütlichen Runde um die Shisha, eine Wasserpfeife, mit Erdbeergeschmack, gerät Youssef in Erzähllaune: «Brigitte Bardot verbrachte in meinem Riad ihre Ferien. Und Yves Saint Laurent feierte hier schon Geburtstag.» Nächster Tag, Drehort Wüste: Zwischen Geröll, Staub und Steinen steht ein silberner Lamborghini Gallardo. Um Kratzer zu vermeiden, wird der 300 000 Franken teure Mietwagen per Sattelschlepper hergebracht. Antoine setzt sich ans Lenk-

Das drehbuch uDer Clip erzählt die Geschichte von

Antoine und Mish, die im Lamborghini durch die Wüste düsen. Als das Benzin ausgeht, wandern sie zu Fuss weiter. In einer Oase angelangt, feiern der DJ und der Sänger inmitten von Bauchtänzerin­nen eine Party. Im Getümmel kommt ein Mädchen (Whitney Toyloy) Mish sehr nahe. Doch kurz bevor sie ihn küsst, wacht Mish auf: Er sitzt an einer Tramhaltestelle, die Lippen dicht an Walter Roderers Gesicht. «Es ist ein typisch russisches Video mit viel Kitsch und einer Schweizer Pointe», findet DJ Antoine. Die Oasen-Party Orientalische Bauchtänzerinnen verführen Antoine und Mish in der Beduinen-Zeltstadt. Zu sehen ab 13. Juni.

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Die Fast-Kuss-Szene Whitney Toyloy findet Knopfdruck sexy zu sein». Sänger Mish


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small talk mit Whitney Toyloy

Unter der Sonne Marokkos DJ Antoine (roter Anzug) und der russische Sänger Mish (l.) spielen Lamborghini-Panne in der Steinwüste bei Marrakesch. rad, Sänger Mish auf den Beifahrersitz. Klappe, Film ab! Ein Kameramann lehnt sich aus der offenen Schiebetür eines nebenherfahrenden Kleinbusses. Mish bewegt stumm die Lippen zur Musik. Nach fünf Anläufen ist die Szene im Kasten. Eine Horde Dorfkinder beobachtet das Geschehen. Antoine, Papa des neunjährigen Sebastian, hat sichtlich Spass mit den Kleinen. Später schreibt er seiner Mutter ein SMS: «Ich will unbedingt noch mehr Kinder.» Beim Drehort-Wechsel darf Antoine den Lamborghini selber fahren. Er drückt aufs Gaspedal, 90 anstatt der erlaubten 60 Stundenkilometer. Aus dem Autoradio tönt «Habibi, Habibi» der marokkanischen Popsängerin Samira Said. Prompt nimmt ein Polizeiwagen die Verfolgung auf. Antoine sieht ihn im

es schwierig, «auf betört sie trotzdem.

Rückspiegel und bremst langsam ab. Die Beamten überholen ihn, lachen und gestikulieren, machen Handy-Fotos und brausen davon. Wann werden sie wohl zum nächsten Mal zwischen all den Töffli, Esel-Gespannen und Kamelen einen silbernen Lamborghini entdecken? Am letzten Tag holt sich Antoine noch schnell Babouche-Finken in seiner Lieblingsfarbe Knallrot auf dem Markt. Whitney kauft Hamam-Seife und Honignüsse für ihren Freund Karim und die Familie. Nur Mish investiert seine Dirham nicht. «Ich habe für Dreh und Reise 150 000 Franken ausgegeben, das ist sogar für mich viel Geld», sagt er. «Aber nicht so viel, dass es wehtut.»  Das Making-of dieses Musikvideos – jetzt auf www.schweizer-illustrierte.ch

Frau Toyloy, Ihre Rolle im neuen Videoclip von DJ Antoine verlangt, dass Sie mit einem fremden Mann auf Tuchfühlung gehen. Was sagt Ihr Freund Karim dazu? Er weiss, dass dies zu meinem Job gehört. Ich küsse den Mann im Clip ja nur beinahe. Die Szene endet, bevor sich unsere Lippen berühren. Und wenn das Drehbuch mehr verlangt hätte? Ich würde nie einen anderen Mann als meinen Freund Karim küssen! Auch nicht für einen Job. Wie hoch war Ihre Gage für diesen Fast-Kuss? Ein symbolischer Betrag von tausend Franken plus Spesen. Ich bin ein Fan von Antoines Musik. Es ehrt mich, in seinem Videoclip mitspielen zu dürfen. Und ich hatte so viel Spass beim Dreh, dass es mir gar nicht wie Arbeit vorkam. Haben Sie nun die Schauspielerei entdeckt? Ein interessantes Rollenangebot würde ich nicht ablehnen. Aber ich träume nicht davon, Schauspielerin zu werden. Wie lag Ihnen die Rolle der Verführerin? Es ist mir nicht leichtgefallen. Ich habe zwar in der Schule vier Jahre Theater gespielt, aber auf Knopfdruck sexy zu sein, ist schwierig. Nehmen Sie als Nächstes einen Song mit DJ Antoine auf? Besser nicht! Wenn ich singe, hält das niemand aus!

Der Gast-Star Antoine (l.) engagierte für den Videodreh ein Idol Feierabend Im Minivan lassen sich Antoine, Whitney, Mish und die Filmcrew zurück ins Luxus-Gästehaus chauffieren. seiner Kindheit: Volksschauspieler Walter Roderer. schweizer illustrierte

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Tony Rizzo & Team Sanrizz für Keune Carré-Schnitt mit roten Hair-Extensions.

Patrick Cameron für WElla Elegante Hochsteckfrisur für den glamourösen Auftritt.

Hair Days Internationale Star-C H Elegant, chic und schillernd: An den Hair days von Coiffure Suisse präsentieren inter­nationale Hairstylisten die angesagtesten Frisuren.

aarspray-Duft liegt in der Luft! Der Verband Coiffure Suisse und die grossen Lieferanten der Branche laden zu den Hair Days 09. Rund 3500 Coiffeusen und Coiffeure aus der ganzen Schweiz strömen am 18. Mai in die Zürcher Maag Halle. Die spektakulären Shows der internationalen Hairstylisten begeistern alle und bieten viele neue Ideen für die eigene Arbeit: Hochsteck-Künstler Patrick Cameron für

Wella tanzt wie ein Wirbelwind über die Bühne, wirft Haarteile durch die Luft und legt im Handumdrehen die langen Haare seiner Models zu den ­glamourösesten Frisuren. «Alles ganz easy und super, super elegant», ruft der quirlige und charismatische Neuseeländer, der heute in London lebt, ins staunende Publikum. Für seine Show liess er sich von den Pin-up-Bildern der 40er- und 50erJahre inspirieren. Sexy und sehr weiblich

Ohne sie geht nichts! Die Sponsoren der Hair Days 09

Kuno Giger, Präsident Coiffure Suisse, Doris Merz Nardone, Managing Director Paul Mitchell, und Nicole Geiger, Schulungsleiterin Dobi-Inter AG (v. l.).

Dominique Chariatte, General Manager Redken, Jean-Pierre Markus Schumacher, Country Manager Wella Suisse, Wilhelm Pfister, Geschäftsführer Goldwell, KMS California, Volpert, Generaldirektor L’Oréal Professionnel Products, und Martin Tenzer, General Manager L’Oréal Professionnel (v. l.). und Nicolà Wagner, Geschäftsführer Keune (v. l.).


publireportage

MOndo Valentino für Goldwell Inspiriert von japanischen Geishas.

Anna pacitto für L’Oréal Professionnel Voluminöse, extravagante Kreation.

oiffeure zeigen ihre Trends tanzen die Ladys über den Laufsteg! Unter dem Motto Garten und Blumen stehen die Krea­tionen von Anna Pacitto für L’Oréal Professionnel. Die Kanadierin kreiert auf der Bühne mit Glätteisen, Haarteilen und viel Haarspray voluminöse und extra­ vagante Frisuren. Bei Mondo Valentino für Goldwell gibt es danach viel nackte Haut und schrille Outfits zu sehen. Die Models des bekannten Zürcher Figaros zeigen

Haarkreationen, die ein Mix aus japa­ nischer Geisha, den 30er-Jahren und der Disco-Ära sind. Wie von einem Bildhauer geschaffen, sehen die Frisuren aus. Die Haare werden unter einem Netz gebündelt und modelliert. Ein Kopfschmuck für den exklusiven Gala-Auftritt! Kurz und klar wie­ derum sind die Schnitte von Tony Rizzo & Team Sanrizz für Keune. Der gebürtige Italiener verhilft Frauen zu dramatischen

konzentriert Anna Pacitto vollendet ihre Kreation. Die Kanadierin arbeitet viel mit Haarteilen – wie bei dieser extravaganten, bienenstockartigen Frisur.

Haartrends auf dem Laufsteg Mondo Valentino zeigt in der Maag Halle in Zürich eine tolle Show. Rund 3500 Coiffeure sehen zu und lassen sich inspirieren.

In Aktion Tony Rizzo & Team Sanrizz schneiden auf der Bühne. Die Frisuren des englischen Hairstylisten sind ­prägnant, klar und raspelkurz. Für mutige Frauen!

Auftritten: «Commercial but fashion» ist seine Devise. Wer es kurz mag, lässt sich vom Meister einen ­Carré-Schnitt mit Stirn­ fransen verpassen. Rote, lange Hair-Exten­ sions sorgen für besondere Hingucker. Die Fachveranstaltung zeigt: Es ist alles er­ laubt. Frisuren sind Unikate, die individuell für die Kundin kreiert werden. Es gibt kein Diktat der Haarlängen mehr – was es braucht, ist höchstens ein bisschen Mut!

Star-Figaro Der quirlige Patrick Cameron wirbelt über die Bühne und steckt im Handumdrehen elegante Hochsteckfrisuren im Stil der Pin-upGirls der 40er- und 50er-Jahre.


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping Duftet wie Ferien Huile du Voyageur mit Tiaré von Guerlain. Mit Goldschimmer und in edlem Flakon im Fachhandel und Jelmoli. u CHF 78.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Schmetterlings-Gürtel Claire’s, Styling Beatrice Schönhaus

Objekt der begierde

Virtuell reisen

u Ein Hauch von Tiaré-Blüten in der Luft, schimmernde, leicht gebräunte Haut: eine Ferienfantasie? Nein, das ist die Wirkung des neuen Huile du Voyageur von Guerlain. Entworfen im Rahmen der Terracotta-Serie von Star-Visagist Olivier Echaudemaison für den Sommer. Passend zum Körperöl gibts ein sinnliches Eau sous le Vent. Beide Produkte enthalten Johannisbrotbaum-Extrakt und wirken durch die sogenannte Tan-Booster-Technologie. Das Schönste am Ganzen: Das russische Mega-Model Natalia Vodianova repräsentiert die Linie. Sicher ist: Öl und Spray verschönern jeden noch so tristen Bürotag!

Beatrice Schönhaus schweizer illustrierte

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shopping

Look

Sommer-Garten

Schatz, wirf den Grill an u Weg vom Sofa und ran an den Grill! Darauf haben wir lange gewartet (und die schönen Flipflops und trägerlosen Sommer-Outfits im Schrank gebunkert). 30 Grad und Sonnenschein. Jetzt gehts endlich raus auf den Balkon, in den Garten oder ab in den Park! Ob T-Bone-Steak, Bratwurst oder Maiskolben (werden besonders lecker mit aromatisiertem Oliven-Öl), gegessen wird draussen im ­Sommer-Garten! Echte Kerle trinken das Bier direkt aus der Flasche. Girls geniessen den Sommer-Cocktail im witzigen Plastikkelch. Bunte ­Accessoires und Möbel wie die praktischen Blumenkisten Balconee, gemusterte Kissen, gestreifte Decken und farbige Liegestühle überdecken die Aussicht auf die Autobahn. Und mit Fackeln, windgeschützten Kerzen, Lichterketten und Lampions zaubert man auch im anonymen Mieterblock ganz fix ein richtiges «Holiday-Feeling»! ursula borer

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Ab ans Salatbuffet Salatbesteck für den knackigen Sommer­ salat gibts bei Interio. u CHF 12.90

Es werde Licht Lampion im Sixties-Stil schafft romantische Atmosphäre, bei Manor. u CHF 12.–

Tafelfreuden Sorgen für ein schicke Tafel: Teller Solig von Ikea. u CHF 3.95/6.95 Sommernachtstraum Für echtes Sommernachts-Ambiente sorgen die Fackeln von Fly. u CHF 5.90

Picknick-Feeling Mit der Decke von Interio wirds auch im Park gemütlich. u CHF 29.90

Mobile Lounge Mit mehreren Matratzenkissen bastelt man eine Mini-Lounge, Migros. u CHF 20.90

Auf dem Sonnendeck Im Liegestuhl von Fly lässt man auf dem Balkon die Seele baumeln. u CHF 69.–

Coole Erfrischung Darüber freuen sich Gross & Klein: Eis am Stil zum Selbermachen von Ikea. u CHF 2.95

Balkonfreuden Sorgen für Frische auf dem Balkon: Blumentöpfe Balconee von www.designselection.ch. u je CHF 58.– schweizer illustrierte

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shopping

Mode

Fischschwarm Foulard mit FischePrint. Beck Söndergaard, bei Burger. u CHF 89.–

Magnolie Kleines Täschchen aus Seide von En Soie, Zürich. u CHF 49.–

La Violette Sommerkleid mit abnehmbaren Trägern. Von Zara. u CHF 99.–

Zebra-Studie T-Shirt mit Zebra von Lauren Moshi, Fidelio, Zürich. u CHF 249.–

Unterwasserwelt Bikini mit FischePrint. John Galliano. Burger, Zürich. u CHF 198.–

Tier- und Pflanzen-Prints

Die Evolution grüsst u Fischlein schwimmen über Foulards, Gorillas blicken angriffslustig von T-Shirts, und Pflanzen ranken sich über Sommerkleider. Die Welt von Flora und Fauna beschäftigt die Designer. Alexander McQueens oder Christopher Kanes Sommerkollektionen zeigen Prints, die aus dem Biologie-Unterricht stammen könnten. Oder aus den Büchern eines der bedeutendsten

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Naturwissenschafter: Charles Darwin, der Wesentliches zur Evolutionstheorie beisteuerte. Der Brite wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Sein Opus diente McQueen als Inspirationsquelle für seine ungewöhnlichen Entwürfe. Andere Kreative haben mitgezogen und bescheren einen artenreichen Modesommer – nicht nur den Naturund Tierfreunden. Kristina Köhler

Dornröschen Seidenhemd mit Blüten Odd Molly, z. B. bei Feldpausch. u CHF 149.–

Englische Rose Blumen-Clutch mit Halter in Form eines Armreifs. Karen Millen, Zürich. u CHF 220.–

Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Daniela König

Romantische Blüten Peep-Toes mit grossen Blütenprints, Karen Millen, Zürich. u CHF 265.–


Hotspot

Jung & frech Mitten im Zürcher Niederdorf gibts die coole Lacoste-Red!-Linie und eine Riesenauswahl an funky Sneakers. Infos Tel. 044 - 251 68 00 oder www.lacoste.com.

Lacoste boutique, zürich

Ich glaub, ich seh rot u Hier tanzt das Krokodil! Lacoste hat sich einer Frischzellenkur unterzogen. Für die aktuelle Red-Linie (fotografiert von Kult-Fotograf Terry Richardson) liess sich Art Director Christophe Lemaire ganz von den Sixties inspirieren: enge Schnitte, poppige Farben und grafische Prints. Auch Marco Fritsche und Ex-Miss Tanja Gutmann liessen es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung an

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Paul Seewer

Auf die Plätze Dank grossem Zifferblatt kommt er nicht zu spät zum Date. u CHF 295.–

der Niederdorfstrasse 22 in Zürich über den (für einmal) grünen Teppich zu schreiten. Schliesslich gibts auch eine coole Vespa zu gewinnen (noch bis 31. Mai). Und: Nur hier sind die exklusiven limitierten Sneaker-Kollektionen zu haben. Also nichts wie hin! ursula Borer öffnungszeiten Montag bis Freitag 9.30 bis 20 Uhr und Samstag 9.30 bis 18 Uhr

Ab an die City-Rallye Mit der Schachbrett-Jacke ist man immer vor allen anderen im Ziel. u CHF 299.–

Ab in die Badi Sexy: Im grün karierten Bikini wird man auch ungebräunt zum Blickfang. u CHF 129.–

Ab aufs Green Gewagt: Im Mini zeigen Mutige schon vor dem Abschlag, was sie haben: schöne Beine. u CHF 149.– Ab zum Date-Marathon Bequem: Den Sneaker im Retro-Design gibts in diversen Farbkombis. u CHF 119.–

Ab ins Fitness Praktisch: Die Sporttasche lässt sich ganz klein zusammenfalten. u CHF 79.–

Ab an die Sommerparty Wie in den 80ern: trägerloses Jersey-Kleid im NeonLook. u CHF 199.– schweizer illustrierte

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Magische Augen Magic Kajal von Givenchy. Fachhandel. u CHF 26.–

Betonte Augen Kajal Eyeliner Duo von Dr. Hauschka. Fachhandel. u CHF 25.–

Mehr Glamour Mascara Volume Glamour von Bourjois. Fachhandel, Warenhäuser. u CHF 19.90

Dramatische Augen Kohl Minerals Powder Liner von L’Oréal. Fachhandel, Warenhäuser. u ca. CHF 20.90

Dita-VonTeese-Effekt Laque Liner von Lancôme. Fachhandel. u CHF 43.–

Mehr Volumen Mascara Tele­ scopic Explosion von L’Oréal. Fachhandel. u CHF 23.90

Erotische Nägel Nagellack in Piha Black von Lancôme. Fachhandel. u CHF 34.– Lange Wimpern Wasserfester Mascara von Deborah. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 17.95

Dramatische Augenblicke Set 5 Couleurs Designer von Dior. Fachhandel. u ca. CHF 89.50

Der Duft dazu Zitronen­ blüte und Veilchen enthält der Duft Couture von Kylie Minogue. 30 ml u CHF 45.–

Mehr Ausstrahlung Teil des Eye Design Sets von Laura Mercier bei Globus. u CHF 170.–

Make-up-Trend Schwarz

Dunkler Zauber Das ist in der Mode keine Farbe, sondern ein fast magisches Lebensgefühl. Zudem haben die Filme von Wim Wenders und SchwarzWeiss-Fotos von Peter Lindbergh Mode­ magazine weltweit zu Hommagen an dieses Thema bewegt. Auch in der Beauty ist es einer der grossen Trends. Die ­Smokey Eyes, also schwarz um­ randete Augen, machten den Anfang. u Schwarz:

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Nun gibts viele neue Beauty-Produkte, mit denen man Augen, Lippen und Nägel dramatisch betonen kann. Praktisch an der Farbe: Sie passt immer. Die Gefahr dabei: dass man zu dick aufträgt und aussieht – wie Amy Winehouse nach durchzechter Nacht. Also immer schön moderat damit um­gehen! Die neuen Texturen machens möglich. beatrice schönhaus

Dichtere Wimpern Mascara False Lash Effect von Max Factor. Fachhandel, Warenhäuser. u CHF 24.90 © Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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Beauty


Sparsamer Filmstar u Samsungs Videokamera HMXH105 kommt bei der Datenspeicherung ohne bewegliche Teile aus. Möglich macht dies eine 32 Gigabyte grosse Solid State Disk (SSD), welche Platz für bis zu sechs Stunden Film in der vollen HD-Auflösung 1080i bietet. Der Vorteil gegenüber einer Festplatte: die Unempfindlichkeit gegen Erschütterungen sowie ein achtmal geringerer Stromverbrauch. Wer mehr Speicher braucht, kann mit SDHC-Karten nach­rüsten. Der Camcorder ist mit einem Schneider-Kreuznach-Objektiv mit zehnfachem Zoom ausgestattet. www.samsung.ch Stephan Gubler

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Scharfes Heimkino u Panasonic liefert mit der SC-BTX70 Kinofeeling für die Stube. Dafür verantwortlich ist der Blu-ray-Spieler, welcher hochauflösende Filme wiedergeben kann. Auch DVDs sehen besser aus als auf herkömmlichen Abspielgeräten. Hinter der motorbetriebenen Frontabdeckung hat es Platz für einen iPod. Ein SD-KartenSteckplatz ist ebenfalls vorhanden. Ein Verstärker mit 375 Watt sorgt dafür, dass auch der Sound wie im Kino ist. Wer nicht die ganze Stube mit Lautsprechern ausstatten will, findet mit dieser 11,3 Zentimeter tiefen 2.1-Anlage das ideale HeimkinoSystem. www.panasonic.ch SG

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Vielseitig Das Panasonic-HeimkinoSystem spielt Blu-ray, DVD, CD und Inhalte ab SD-Karte ab. u CHF 1306.–

sparsam und Unerschütterlich Der Samsung-Camcorder HMX-H105 mit Solid-State-Disk-Speicher. u CHF 999.–

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Electronics

Rundum Sicher u Symantec bietet mit Norton 360 Version 3.0 eine RundumSicherheitslösung für alle PC-Besitzer. Die einfach zu installierende Software kann weit mehr als gegen Viren schützen und vor gefährlichen Websites warnen. Mit dem Identitätsschutz können Käufe im Internet und Bankgeschäfte sicher getätigt werden. Wichtige Dateien, Fotos, Videos und Musik werden online gespeichert. Dafür gibts zwei Gigabyte Platz. Damit der Computer noch schneller und effizienter läuft, wird er automatisch optimiert. Pro Software lassen sich drei Computer betreiben. www.norton.ch SG

Sorglos Norton 360 Version 3.0 schützt und optimiert Computer und Netbooks. u CHF 119.–

uhr der woche steckbrief Ganz in weiss u 18 Millionen Schmuckstücke im Jahr stellt der Kristallkonzern Swarovski her. Nun steigt er mit Kristall auch in die Welt der Uhren ein. Unter der Kreativleitung von Nathalie Colin sind 45 in der Schweiz hergestellte Damen-Armbanduhren entstanden. Die brandneue Octea Sport verknüpft die Anforderungen an leistungsstarke Taucheruhren mit der Anmut graziler Kristalle, welche die einseitig drehbare Lünette und das Kautschukband zum Funkeln bringen. Ganz in Weiss gehalten, ist sie auf sonnengebräunter Haut ein zeitlich genaues Schmuckstück, das mit Frau baden, tauchen, segeln oder zum Rendezvous geht. Sarah Rieder

Glitzerstück Die neue Octea Sport von Swarovski. u CHF 980.–

Werk Quarzwerk von ETA Gehäuse Edelstahl mit Kristalllünette, Saphirglas, wasserdicht bis 200 Meter Armband Weisser Kautschuck mit sechs Kristallen und Dornschliesse Varianten Metall-Armband, weitere Farben Wer trägt sie? Wasserratten, Sonnenanbeterinnen Bezugsquelle Tel. 044 - 925 71 11, www.swarovski.com/ watches schweizer illustrierte

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2 1 Sommertauglich Schuhwerk von Simple gibts über www.dld.ch. u CHF 100.– 2 Sexy Bikini von Le Mont St. Michel bei Erbudak, Tel. 044 - 240 04 14. BH/Höschen u CHF 119.–/98.– 3 Glücksbringend Die T-Shirts von Elsi Brandwein gibts über www.elsibrandwein.ch. u ab CHF 79.– 4 Superedel Füller und Pen of the Year 2009 von Graf von FaberCastell. Fachhandel. u CHF 3500.– 5 Energiespendend Lift Body Lotion aus der neuen Vitality-Linie von Fenjal. Fachhandel, Warenhäuser. u CHF 15.90 6 Stylish Tischsets & -läufer von Chilewich. Fachhandel, www.chilewich.ch. u ab CHF 14.– 7 Einzigartig Taschen-Unikate von Tarqua. Fachhandel, www.tarqua.ch. u ab CHF 1100.– 8 Kuschlig Stoffraupe aus der Linie von Treehouse, www.treehousecompany.ch. u CHF 69.–

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«Ein Happy End für Bademode» Tauschaktion? Die Badesaison ist eröff­ net, und Beldona möchte diese so richtig anfeuern. Ab sofort können alte oder schlecht sitzende Bikinis und Badeanzüge beim Kauf eines neuen Modells «ein­ getauscht» werden. Die Eintauschprämie beträgt 20 Franken. Die Tauschaktion läuft in allen unseren 70 Filialen und

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Sabina Furler, Geschäftsführerin Beldona, www.beldona.ch

experten-fragen

u Um was geht es bei der Beldona-

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dauert noch bis Ende Juni. u Was geschieht mit den alten Modellen? Wir geben sie der Organisation Caritas, welche diese in Second-Hand-Läden verkauft. Zudem gehen fünfzig Prozent des Erlöses an ein Hilfswerk. Es ist sozusagen ein «Happy End» für die Bademode. u Was sind die wichtigsten Bademoden-Trends? Auffällige

Colourblocks. Aber auch raffinierte Unis mit speziellen Raffungen und anderen schönen Details sind überall präsent. Dann leichte Badestoffe mit UV-Schutz in feiner Glanzoptik. Zu den Trendfarben: Blau in allen Variationen, vom tiefen Smaragdton bis zum wässrigen Türkis. Und Rot in allen Facetten. Dabei spielt Korallrot eine der Hauptrollen. Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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neu


Das Gesundheitsmagazin

Fotos Reuters, Getty Images, WireImage

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Prominente Frauen machens vor: Claudia Schiffer, Madonna und Angelina Jolie bevorzugen Schneiden statt Pressen.

Die KaiserschnittGesellschaft Jedes dritte Kind in der Schweiz kommt per ­Kaiserschnitt zur Welt. Meistens ohne ­medizinische Notwendigkeit.

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top fit

kaiserschnitt

Sanfter dank Skalpell? Der Start ins Leben erfolgt immer öfter durch Kaiserschnitt. Schneiden oder Pressen? Die Vor- und Nachteile.

Text VERENA THURNER

G

ebären wie Madonna, Claudia Schiffer, Angelina Jolie, Victoria Beckham oder Britney Spears? Kaiserschnitt als Lifestyle-Trend? In der Schweiz kommt bereits jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Die Unterschiede in den Kantonen sind beträchtlich: Während in Zug die Kaiserschnittrate bei 40 Prozent liegt, werden im Kanton Jura nur knapp 19 Prozent der Kinder per Schnitt geboren. Ist ein Kaiserschnitt tatsächlich so viel sanfter und risikoloser für die Gebärende als eine vaginale Geburt? Und was ist mit dem Wohl des Kindes? Ist der Wunsch-Kaiserschnitt wirklich der bequemere Weg ins Leben? Oft wird eine Sectio vor dem errechneten Geburts­ termin durchgeführt. Erst in den letzten Wochen vor der Geburt steigt aber das Hormon Cortisol beim Fötus stark an. Dieses Hormon löst wichtige Prozesse aus: Die Lungen des Ungeborenen reifen. Das Cortisol wandert in die Plazenta und löst dort eine Hormonkaskade aus, die die Wehen auslöst. Diese Prozesse werden bei einer Wunsch-Sectio gestört. Oft leiden Kaiserschnitt-Babys

Dr. Reto Stoffel ist Facharzt Geburtshilfe und Gynäkologie in Richterswil ZH und Bäch SZ.

«Oft versteckt sich hinter dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt die Angst vor dem Unbekannten» 62

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Ein Kaiserschnitt birgt die Risiken einer grossen Operation wie Narkoseprobleme, Thromboembolien, Infekte und Blutungen.

unter Anpassungsstörungen, sie atmen schwächer und unregelmässiger als vaginal geborene Säuglinge. Aber auch für die werdende Mutter ist ein Kaiserschnitt nicht problemlos: Gegenüber einer vaginalen Geburt gibt es die Risiken einer grossen Operation wie Narkose, Thrombosen oder Infektionen. Und die Gefahr, bei einem Kaiserschnitt zu sterben, ist höher als bei einer vaginalen Geburt. Was geschieht bei einem Kaiserschnitt? Die werdende Mutter bekommt eine Spinalanästhesie, dabei wird das Narkosemittel nahe dem Rückenmark gespritzt. Die Gebärende bleibt bei Bewusstsein, spürt aber vom Bauchnabel

an abwärts nichts vom Eingriff. Der Arzt oder die Ärztin öffnet die Bauchdecke mit einem 12 bis 14 Zentimeter langen Schnitt oberhalb der Schambehaarung. Mit einem zweiten Schnitt eröffnet der Operateur die Gebärmutter und holt das Kind. Bei der Misgav-Ladach-Methode wird weniger geschnitten, dafür mehr gedehnt und gerissen. Dadurch werden weniger Muskeln durchschnitten, und die Heilung geht schneller vor sich. In der Regel dauert der Eingriff eine halbe bis drei viertel Stunden. Es gibt selbstverständlich auch Argumente für einen Kaiserschnitt: «Mütterlicherseits können eine Schwangerschaftsvergiftung oder eine Placenta


Das sind die Vorund Nachteile Wunsch-kaiserschnitt

Vorteile

Ein Kaiserschnitt dauert eine halbe bis drei viertel Stunden. Durch die Spinalanästhesie spürt die Gebärende keine Schmerzen.

u Eltern können bestimmen, wann das Kind geboren werden soll. u Dank Anästhesie keine Schmerzen bei der Geburt. u Selten geburtstraumatische Verletzungen des Kindes. u Keine Dehnung des Beckenbodens und der Scheide. Daher weniger Probleme mit eventueller späterer Blasenschwäche.

Nachteile

u Mögliche Anästhesieprobleme. u Erhöhtes Risiko von Thromboembolien, Infekten und Blutungen. u Mehr Atemnotsyndrome des Kindes. u Probleme durch die Gebärmutternarbe bei weiteren Schwangerschaften. u Bis drei Tage nach dem Kaiserschnitt Schmerzen vom Bauchschnitt. u Drei bis vier Wochen erhöhte Empfindlichkeit.

Natürliche geburt

Vorteile

Die Wassergeburt ist eine natürliche Form des Gebärens. Das 34 bis 36 Grad warme ­Wasser wirkt entspannend.

u Grössere Befriedigung durch normale Geburt. u Kürzere Hospitalisations- und Genesungszeit.

Fotos Katja Lehner-Grossi, Photolibrary Group, Helmut Rüffler / Eltern / Picture Press

u Schmerzen beim Intimverkehr durch zu enge Scheide sind nach einer natürlichen Geburt weg. u Keine Schmerzen im Bauchbereich.

Nachteile

u Geburtstraumatische Verletzungen des Kindes. u Dehnung des Beckens und der Scheide durch lang dauernde Geburten oder durch ein schweres Kind. u Eventuell vermindertes sexuelles Empfinden bei bereits weiten Scheidenverhältnissen vor der Geburt. u Einige Tage nach der Geburt kann das Sitzen mühsam sein.


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kaiserschnitt praevia – das bedeutet, dass die Plazenta vor dem Muttermund liegt –, Herzprobleme oder ein hoher Blutdruck Grund für eine Sectio sein», sagt Dr. Reto Stoffel. «Auch bei falscher Lage des Kindes wie Steiss- oder Querlage sowie Frühgeburten und gewissen Missbildungen des Babys ist ein Kaiserschnitt angesagt», ergänzt der Facharzt ­Geburtshilfe und Gynäkologie in Richterswil ZH und Bäch SZ. Zu einem Notkaiserschnitt kommt es, wenn die Sauerstoffversorgung des Kindes durch eine Nabelschnurkompression kritisch ist. Ebenfalls sofort handeln muss der Arzt bei einem Geburtsstillstand durch falsche Rotation des Kopfes, bei enger Beckenmitte oder bei Blutungen unter der Geburt. Warum entscheiden sich denn immer mehr schwangere Frauen für einen Kaiserschnitt ohne Notwendigkeit? Oder sind es doch eher die Ärzte, die lieber eine planbare Operation vorziehen und dabei auch noch mehr verdienen? «Meist geht der Wunsch für einen Kaiserschnitt von den Frauen aus. Oft ist die Angst vor dem Unbekannten der Grund. Sie fürchten sich vor dem, was eine Ge-

burt mit sich bringt. Es ist nicht einmal unbedingt die Angst vor den Schmerzen», erklärt Dr. Stoffel die Gründe, die Frauen in seiner Praxis angeben. Ein weiterer Grund ist das Planbare. Das Kind soll dann kommen, wenn es gerade ins Konzept passt. Heute gebären Frauen viel später als früher. Sie stehen oft in einer anspruchsvollen Position, sind gewohnt Verantwortung zu übernehmen, die Arbeit zu organisieren. Warum nicht auch die Geburt eines Kindes? Dem Gynäkologen bleibt oft nur die Aufzählung der medizinischen Gründe für einen Kaiserschnitt, um die Frauen von einer natürlichen Geburt zu überzeugen. «Ängstlichen Schwangeren versuche ich, das Selbstvertrauen zu stärken. Ich rate ihnen auch, die bestehende Zeit zu nutzen, um ihren Entscheid reifen zu lassen», sagt Dr. Reto Stoffel. «Jedes Paar muss für sich entscheiden, was für es und das Kind das Beste ist. Wichtig ist, dass dieser Entscheid verantwortungsvoll und nicht auf Anraten von Freundinnen und Bekannten fällt», ergänzt er. Das Ziel sollte letztlich ein gesundes Kind und eine gesunde Mutter sein. 

Selbstständige Babys u Babys ohne Windeln? Wie soll das gehen? Rita Messmer, die Autorin verschiedener Bücher über Kinder­ erziehung, demonstriert es in «Ihr Baby kann’s!» und an ihren drei Kindern. Wenn Eltern lernen, ihre Kinder in der «sensiblen Phase» abzuholen, kann ein Baby durchaus ohne Windeln aufwach­ sen, wie es ja auch bei gewissen Natur­ völkern passiert. Der Begriff «sensible Phase» wurde von Maria Montessori geprägt. Ziel ist es, vor allem das Selbstbewusstsein und die Selbst­ ständigkeit von Babys zu fördern.

Rat und Hilfe zur Förderung Ihres Kindes: «Ihr Baby kann’s!» von Rita Messmer, Beltz Verlag, CHF 24.90, www.ritamessmer.ch.


check-up CHOLESTERIN-MANAGEMENT

Kampf dem Infarkt!

Fotos Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Hohe Cholesterin-Werte gefährden Herz und Hirn. Neue Studien untersuchen jetzt die Rolle des HDL, des guten Cholesterins. Interview VERENA THURNER

Herr Dr. Landmesser, bis vor Kurzem hat man bei hohen Cholesterin-Werten in erster Linie versucht, das LDL, also das schlechte Cholesterin, zu senken. Wo setzen heute die neuen Therapien an? Neue Therapie-Ansätze werden gegenwärtig in klinischen Studien untersucht, vor allem inwiefern das Anheben des HDL-Cholesterins, des guten Cholesterins, vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann. In eigenen Studien haben wir jedoch gesehen, dass die Funktion des guten Cholesterins bei Patienten mit einer Herzkranzgefäss-Erkrankung beein-

trächtigt ist. Deshalb muss auch die Funktion des HDL wieder hergestellt werden. Welches war bis heute das Mittel der ersten Wahl zur Normalisierung der hohen Cholesterin-Werte? Das Mittel der Wahl sind die sogenannten Statine. Diese Medikamente haben gezeigt, dass sie effektiv vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Neue Mittel zielen auf die Erhöhung des HDL. Wird dabei gleichzeitig das LDL beeinflusst? Ein Medikament, welches das HDL erhöht und das LDL senken kann, ist die Nikotin­

säure. Ein B-Vitamin, das in hoher Dosis günstige Effekte zeigt. Hier gibt es allerdings ein Problem mit der Verträglichkeit. Diese Substanz kann einen ‹Flush› auslösen, also eine Wärmewelle. Die ist zwar nicht gefährlich, aber un­ angenehm. Da man jetzt den Mechanismus für diesen ‹Flush› aufklären konnte, werden neuere Präparate eine bessere Verträglichkeit haben. Eines dieser neueren Präparate wird gegenwärtig in einer grossen Studie an über 20 000 Patienten untersucht. Welche Rolle spielt die Qualität des HDL?

PD Dr. Ulf Landmesser ist Leiter Translationale Forschung an der Klinik für Kardiologie des Unispitals Zürich. Eine sehr wichtige. Deshalb reicht es nicht, das HDL nur anzuheben. Wir müssen auch die Qualität verbessern. Dazu gibt es eine interessante Geschichte: Am Gardasee gibt es eine Familie, die trotz einem niedrigen HDL sehr gut vor einem Herzinfarkt geschützt ist. Man hat heraus­ gefunden, dass eine Protein­ komponente dieses HDL, das sogenannte ApoA1-Milano, gefässschützend wirkt. Eine Infusion dieses Proteins war sogar mit einem Rückgang der Ablagerungen in den Herzkranzarterien verbunden. Das dürfte eine interessante neue Möglichkeit für die Zukunft sein.


Leseraktion von

und

Spass für die ganze Familie Mit dem Viano gratis in den Europa-Park fahren. MercedesBenz und die Schweizer Illustrierte machen es möglich.

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ei den Viano Family Days erhalten 500 Familien die Chance, mit dem komfortablen Familienvan gratis in den Europa-Park zu fahren. Bewerben Sie sich, und vielleicht fahren Sie schon bald nach Rust (D). Bei Ihrem Besuch fotografieren Sie mit der zur Verfügung gestellten Pentax-Digitalkamera fünf vorbestimmte Sujets. Diese Fotos werden von einer Jury bewertet. Der Teilnehmer mit der witzigsten Bildreportage gewinnt einen Viano im Wert von 65 000 Franken. Atemberaubend Die Achterbahn «Blue Fire» bietet Nervenkitzel pur.

u Hauptpreis Der Mercedes-Benz Viano überzeugt

als praktisches Reisemobil genauso wie als eleganter Businessvan. Er bietet bis zu acht Personen Platz oder schluckt bis zu 4160 Liter Gepäck. Zudem gefällt er mit moderatem Verbrauch und erfüllt höchste Sicherheitsansprüche. Als Hauptpreis der Viano Family Days winkt ein voll ausgestatteter Viano Trend 2.2 CDI. u Sofortpreise Europa-Park Mit der Achterbahn «Blue Fire» und dem Themenbereich Island wartet der Europa-Park in Rust (D) mit spannenden Neuheiten auf. Unter allen Teilnehmern werden 3 mal 2 Tage im Europa-Park sowie 8 mal 1 Familieneintritt verlost.

u Sofortpreise Pentax und Fotopick Mitmachen

bei den Viano Family Days lohnt bis zum 28. Juni 2009 auf alle Fälle. Denn unter allen teilnehmenden Familien werden eine Spiegelreflexkamera Pentax K-m, fünf Kompaktkameras Pentax Optio A40, fünf Kompaktkameras Pentax Optio S12 sowie Entwicklungs-Gutscheine von Fotopick verlost.

u Mitmachen Unter www.viano-family-days.ch oder bei ausgesuchten Mercedes-Benz-Händlern anmelden. Erzählen Sie, weshalb ausgerechnet Ihre Familie ideal zum Viano und in den Europa-Park passt. Unter allen Teilnehmern werden dann 500 Fahrten nach Rust (D) verlost. Diese 500 Familien dürfen dort einen Tag verbringen und am Fotowettbewerb um den Hauptpreis im Wert von 65 000 Franken teilnehmen.

Dies gilt es zu beachten u Teilnahmeberechtigt an den Viano Family Days 2009 sind Familien mit Wohnsitz in der Schweiz mit mindestens einem im gleichen Haushalt lebenden Kind (unter 12 Jahren). Unter allen Bewerbern werden danach 500 Familien ausgewählt. Diese können dann mit einem Mercedes-Benz Viano in den Europa-Park fahren und sich um den Hauptpreis, einen voll ausgestatteten

Viano Trend 2.2 CDI im Wert von 65 000 Franken, bewerben. Mitmachen und sich bewerben lohnt aber in jedem Fall, denn ab Bewerbungsschluss (28. Juni 2009) werden wöchentlich attraktive Sofortpreise unter allen Teilnehmern verlost. Anmelden können Sie sich übers Internet unter www.viano-family-days.ch oder bei ausgesuchten Mercedes-Benz-Händlern in Ihrer Region.


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Hoch hinaus Mit seinen acht Metern Höhe gehört Yoshitomo Naras «Torre de Málaga» zu den kleineren Ausstellungsobjekten der Art Unlimited. art basel

(K)eine Kunst?

Ausstellungstipps Basel steht zurzeit ganz im Zeichen der Kunst. Informieren Sie sich bei

uns, was am Rheinknie nicht verpasst werden darf.

u Van Gogh ist bereits da. Nächste Woche werden auch Picasso, Warhol und Co. eingeflogen: Die Art Basel, die weltgrösste Kunstmesse, öffnet zum 40. Mal ihre Pforten. Über 300 Galerien aus der ganzen Welt präsentieren Klassiker des 20. und 21. Jahrhunderts. Für Werke, die den

üblichen (Bilder-)Rahmen sprengen, bietet die Art Unlimited massig Platz. Seit neun Jahren zeigen etablierte, aber auch junge oder wenig bekannte Künstler gigantische Skulpturen, Installationen, Performances. Basel ist zurzeit im Kunstfieber. Neben der Art und van Goghs

Landschaften im Kunstmuseum sind weitere Highlights auf den folgenden Seiten zu entdecken. Art BASEL 10. bis 14. 6. Mi–Sa 11–19 Uhr, Führungen unter Tel. 061 - 701 20 77, www.artbasel.ch, Publikation CHF 65.– schweizer illustrierte

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die besten

Kultur

In der Mittagshitze Es scheint, als ob die Bewohner der «Via Corsi», 2008, in ihren Häusern Siesta halten. Acrylmalerei von Tobias Weber.

Zwischen Nacht und Tag Noch ist die Strasse vor dem «Salon Anna», 2008, menschenleer. Tobias Weber liebt das Querformat (248 × 70 cm). Scope! Tobias WEber

Auslöschen, was den Blick vernebeln könnte u Studiert hat er Architektur. Im Herzen ist er Maler: Der Luzerner Künstler Tobias Weber, 35, ist erstmals an der zeitgenössischen Kunstmesse Scope dabei. «Absolut faszinierend, so nahe der Art, dem Heiligen Tempel der Gegenwartskunst, auszustellen.» Scope wurde vom amerikanischen Künstler Alexis Hubshman, 38, gegründet und gab 2007 ihr Debüt in Basel. Seit 2002 ist sie zu einer wichtigen, eigenständigen Art- Show geworden, die unter anderem in Miami, New York und London stattfindet. Für junge Künstler wie Tobias Weber ist der Auftritt vor internationalem Publikum eine grosse Chance. Seine Werke fallen auf. Einerseits durch ihr Querformat, andererseits durch die Dominanz eines einzigen Farbtons. «Mir geht es um das Fokussieren des Sujets. Was den Blick vernebelt, lasse ich weg.» Bei der Motivwahl schlägt seine Verbun-

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schweizer illustrierte

denheit mit der Architektur durch. Doch nicht ästhetische Bauten reizen sein Auge. Als Beobachter des urbanen Raums ­fotografiert Weber Tiefgaragen, Autobahnen, Abbruchobjekte, aber auch Schrottplätze. Zweckbauten oder Unorte holt er aus der Anonymität. Schönt und wertet sie auf. Am Computer ana­ lysiert er seine Sujets, vereinfacht und abstrahiert. Nach diesem ersten Schritt wird er zum Maler. Am Schluss zeichnet er direkt aus der Farbtube die dunkelblauen Konturen auf die Leinwand. Ein Akt höchster Konzentration. «Ich setze mir Kopfhörer auf und höre dabei laute Elektromusik.» Auf seinen neusten ­Werken porträtiert er vermehrt auch Menschen.  isolde Schaffter-Wieland Galerie Alex Schlesinger / Scope Sportplatz Landhof, Basel, Di–Sa 11–19, So bis 17 Uhr, www.scope-art.com

Treffsicher «Billard», 2009, ist an der Scope zu sehen. Tobias Webers Werke kosten zwischen 4000 und 8000 Franken.


Alejandro cardenas

Neue Positionen

theater

u Die Liste 09 bietet, im Gegensatz zur Art Basel, eine Plattform für junge Kunst. In ihrer 14. Ausgabe wurden 64 Galerien aus 24 Ländern ausgewählt. Die Hälfte der diesjährigen Künstler wie der New Yorker Ale­ jandro Cardenas geben in Basel ihr Debüt. Eine gezielte Auswahlpolitik von jungen, zukunftsweisenden Galerien und Kunstschaffenden geben der «Liste» ihre einzig­ artige Bedeutung. Als Sondergast zeigt die Kunsthalle Porträt Gouache von Alejandro Bern eine Reihe spannender Künstlerprojekte.  km Cardenas, Gallery James Fuentes NY.

liste 09 – the young art fair / gallery james fuentes (USA) Burgweg 15, Basel. 9.–14. 6. Di–Sa 13–21, So bis 19 Uhr, www.liste.ch nic hess

Edle Räume

u Volta5 zieht vom Hafenquartier in eine Markthalle aus dem Jahr 1929. Unter der imposanten Kuppel des historischen Baus zeigen 95 Galerien vorwiegend Künstler auf dem Weg zum Durchbruch. Aber auch solche, die schon angekommen sind. Wie den Zürcher Nic Hess, 41, dessen Werke in bedeutenden Sammlungen im In- und Ausland zu finden sind. Der Zeichner und Installationskünstler bevorzugt Arbeiten Glamourös «Szenario», 2007, mit Lichtkasten (r.) und Mixed Media.  km Lightbox von Nic Hess.

volta 5 / galerie figge von rosen (d) Markthalle, Viaduktstrasse 10, Basel. 9.–13. 6. Di–So 12–20 Uhr, www.voltashow.com

Blind date: unterwegs mit Jule, Roger und Anita

Auf den Spuren der Liebe

u Drei Menschen machen sich auf zu einem Blind Date: die junge, schlagfertige Single-Frau Jule, der Musikrebell Roger und die zwanzig Jahre ältere Anita. Bei der liebestollen, interaktiven Theaterreise mit dabei ist das Publikum. Statt im Sessel zu sitzen, folgt man jeweils einer der Figuren auf den verschlungenen Pfaden von Liebe, Lust und Leidenschaft per Schiff, Bus, Tram und Rhein-Taxi an unbekannte Orte. Die Erzählstränge verknüpfen sich zunehmend und enden in einem gemein­ samen Finale. Regie: Ruth Widmer und Roland Suter. Die Geschichten zu «Blind Date» wurden von Sarah Gärtner, Lukas Holliger und Michèle Salmony di Stefano geschrieben. Premiere: 4. 6. isw

Theaterfalle Basel Bis 4. 7. ab 19 Uhr, Tickets Tel. 0900 325 325, Tel. 061 383 05 20, www.blind-date.theaterfalle.ch

rubén S. hechavarría

Heisse Schau

u Die zeitgenössische, kuratierte Hot Art ist ein Show­ casting für die junge Avantgarde. Dieses gewährt Sammlern, Kuratoren und Kunstinteressierten span­ nende Einblicke in die neuesten Tendenzen. Die meis­ ten Künstler zeigen ihr Schaffen erstmals an einer Messe in Europa und stammen vorwiegend aus Lateinamerika. Vertreten und gefördert werden sie durch internationale Galerien. So auch Rubén Salvia Drei Einzelwerke des Kubaners Hechavarría, 41, der in Holguín auf Kuba lebt.  ISW Rubén S. Hechavarría, gemalt 2007.

hot art Fair – Balelatina / Havana Galerie (Zürich) Brasilea Kulturhaus, Westquai 39, beim Dreiländereck, Basel. 3.–8. 6. Mi–Di 12–21 Uhr, www.hot-art-fair.com

Blind Date Die Schauspieler der TheaterFalle reisen mit dem Publikum an ungewöhnliche Schauplätze in Basel.

Vom mittelalter bis in die gegenwart

Frischer Blick auf alte Sammlung

u Zu den Aufgaben eines Museums gehört auch die Präsentation jener Werke, die dem Publikum oft verborgen bleiben. Sei dies aus konservatorischen Gründen oder weil sie schlicht keinen Platz finden. Der «glückliche» Umstand, dass das Museum Kunst Palast saniert werden muss, gibt den Verantwortlichen die Möglichkeit, einige ihrer Schätze wieder einmal ans Tageslicht zu befördern. Und den Besuchern somit ein teilweise gewagtes ­ Seh-Abenteuer zu bieten. Etwa bei den Alltagsdesigns, wo Sanitätswägelchen (l.), Rasier­apparate oder Gefässe, schön inszeniert, ihre Wirkung nicht verfehlen. kati moser

museum kunst palast Düsseldorf (D) Bis 23. 8. Di–So 11–18 Uhr, Tel. 0049 - 211 8990 200, www.museum-kunst-palast.de, Katalog EUR 48.–

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die besten

Film

In der Höhle des Löwen John Connor (Christian Bale) entdeckt, wo die Roboter gebaut werden.

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Science-Fiction terminator salvation (USA) Keine Zeitreise und doch die ­ ltimative Konfrontation: Roboter u in­filtrieren die Freiheitskämpfer.

u Laut, spektakulär und ein atem­ beraubendes Action-Tempo von Anfang bis Ende – «Terminator Salvation» bietet, was man erwartet, und setzt noch einen oben drauf: Ab jetzt kann man nicht mehr sicher sein, dass Roboter gefühl- und herzlos sind. John Connor (Christian Bale) kämpft im Jahr 2018 gegen Skynet und seine Maschinen, die auf der Erde die Macht übernommen haben. Nun erfährt John, dass er seinen Vater Kyle Reese (Anton Yelchin) retten muss. Logisch nur für «Terminator»-Kenner: Connors Vater ist noch ein jugendlicher Teenager. Wenn also der Kleine stirbt, würde John Connor nie geboren … Und ohne Connor hat Skynet gesiegt. So läuft der Kampf auf zwei Ebenen: Einerseits arbeiten die verzweifelten Menschen an der Wunderwaffe gegen die Roboter, anderseits weiss jeder, dass alles am Überleben von Connors Vater hängt. Was ist nun wichtiger? Regisseur McG («Charlie’s Angels») setzt auf grosse Gesten und überwältigende Tricks. Lebten frühere «Terminator»-Filme auch von der

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Konfrontation zweier Gegner, wird jetzt vor allem Masse geboten. Am Boden, zu Wasser und in der Luft sind Ver­ folgungsjagden und Explosionen im Minutentakt zu verdauen. Die subtile Ausnahme im krachenden Chaos: Der Verbrecher Marcus Wright (Sam Worthington) wird im Jahr 2003 hingerichtet und gibt seinen Körper für medizinische Zwecke frei. 15 Jahre später wacht er auf und infiltriert ohne sein Wissen als Roboter mit Herz und Hirn die Reihen der Menschen. Somit läuft für die gerissenen Maschi­ nen alles nach Plan: Selbst John Connor ist zunächst von Wrights guten Ab­ sichten überzeugt. Doch als er in der Zentrale von Skynet steht und die Produktion der kommenden RoboterHeere sieht, ist er nicht mehr sicher, ob Marcus Wright ihn nicht doch in eine Falle gelockt hat. thomas künG

mehr film-tipps

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drama crossing over (USA) Wer illegal in die USA will, muss ziemlich clever sein und sehr viel ein­ stecken können.

Was für den Film spricht u Gute Schauspieler, u. a. Harrison Ford. u Er zeigt, wie unterschiedlich die «Amerikaner» sind. u Klar wird: Gesetze sind hart. Noch schlimmer sind keine Gesetze. 88888 V: Elite, R: Wayne Kramer, D: Harrison Ford, Ray Liotta, Start: 4. 6.

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Familiendrama Pandora’s Box (B/F/D/TR) Auf der Suche nach der plötzlich verschwundenen Mutter kommen sich ihre Kinder selbst auf die Spur.

Warum «Terminator»-Fans auf ihre Rechnung kommen u Ein kurzer Trick-Auftritt von Schwarzenegger sorgt für Lacher. u Die neuen Strategien auf beiden Seiten sind gut durchdacht. u Ein offenes Ende verspricht Fortsetzung.

Der Film stellt harte Fragen u Wäre es nicht besser, die Vergangenheit ruhen zu lassen? u Sind Kinder verpflichtet, ihre Mutter zu lieben? u Wer ist bereit, seine dementen Eltern zu pflegen?

88888 V: Disney, R: McG, D: Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Start: 4. 6.

88888 V: Trigon, R: Yesim Ustaoglu, D: Derya Alabora, Övül Avkiran, Start: 4. 6.

Foto © Sony Pictures GmbH

Roboter überraschen als Herzspender


bücher & cds

Virtuoses Drama voller Kraft und Spannung

Gil Adamson hat sich für ihren ersten Roman lange Zeit gelassen und mit dem erzählerischen Debüt einen Volltreffer gelandet.

u Wie eine Hexe flieht die Frau die verlassene Stras­ se entlang. Schwarz ge­ wandet, die Haare wirr im Gesicht. Mary Boulton ist neunzehn Jahre alt und bereits Witwe. Witwe durch die eigene Hand. Ihr auf der Spur sind die Brüder des Toten. Rothaarige Zwillinge, mit Gewehren bewaffnet und tollwütigen Hunden im Schlepptau. In den Wäldern von Montana gilt anno 1903 nur das Gesetz der Stärkeren. Mary rennt um ihr Leben, sucht und findet Unterschlupf, flieht ein ums andere Mal, immer höher in die Berge. Ihre Häscher wissen, dass dort der Tod durch Erfrieren, Verhungern oder durch wilde Tiere auf sie lauert. Rettung in letzter Not ist der Einsiedler William Moreland. Geflohen vor der Zivilisation, weil er keine Angst vor der Einsamkeit hatte und die Tage im Einklang mit der Natur verbringen wollte, um die wilden Tiere mit der eigenen Hand füttern zu können. Doch Gil Adamson lässt mit keinem Satz Zweifel aufkommen, dass sich ihre tragische Heldin in einer brutalen Welt des Fressens und Gefressenwerdens befindet. Ihr Roman liest sich so lyrisch leicht wie archaisch brutal. «Ein ein­ drucksvolles Debüt, kraftvoll, wunder­ bar geschrieben», lobt ihr Landsmann Michael Ondaatje, der mit seinem Roman «Der englische Patient» ein vergleichbar beeindruckendes Werk

drei neue cds

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pop/rock Placebo Battle for the Sun (Musikvertrieb)

Das britische Power-Trio um Brian Molko und Stefan Olsdal stellt mit der sechsten CD den neuen Drummer Steve Forrest vor. Zum Sound zwischen Indie-Rock und Punk gesellt sich mit der Single «For What It’s Worth» ein poppiger Tanztitel. Placebo treten im Sommer an den Open Airs in Locarno und Nyon auf. Elias Fröhlich

vorgelegt hat. Zehn Jahre hat die Kana­ dierin an ihrem Erstling gefeilt, um ihn dann schnöde in einer häuslichen Schublade verschwinden zu lassen. Ihrem Mann sei Dank, dass das Manu­ skript in die richtigen Hände gelangt ist. Unter anderem wurde das Buch mit dem Canada First Novel Award ausge­ zeichnet. Zu Recht, denn Gil Adamson hat virtuos ein Drama inszeniert, das sich wunderbar für die Leinwand in Cinemascope eignet. peter m. hetzel

Gil Adamson wurde 1961 in Toronto geboren. Ihren Erstling liess sie erst in einer Schublade verschwinden.

für flaneure der könig von olten Alex Capus (Knapp) u Der ungekrönte König von Olten heisst Köpfli. Der schwarz-weisse Kater der Familie Zeltner geht in den Häusern der Altstadt ein und aus. Herr Zeltner ist übrigens der «gütigste Stadt­ polizist, den Olten je gehabt hat». Alex Capus kennt sein Revier, und er schätzt die Menschen, die dort leben. Als erzählender Flaneur setzt er seiner Wahlheimat ein würdiges Denkmal. für Hedonisten Dandy in der unterwelt Sebastian Horsley (Blumenbar) u Keine andere Nation kann so dem Hedonismus frönen wie die Briten. Dandys wie Oscar Wilde, Quentin Crisp oder Lord Byron gingen in die Geschichte ein. Ein Gesamtkunstwerk aus Soho: Sebastian Horsley erzählt sein Leben als überwältigendes Punk-Märchen, das ausser Kontrolle gerät. Bizarr, charmant, stilsicher und auf keiner Seite langweilig.

gil adamson In weiter Ferne die Hunde (C. Bertelsmann)

für rothäute meine mutter Jean Regnaud / Emile Bravo (Carlsen), ab 8 Jahren u Mit Jeans Mutter ist das so eine Sache: Sie ist verschwunden. Wohin genau, weiss er auch nicht. Für seine Lehrerin Madame Moinot erfindet er eine Erklärung: «Meinpapaistchefundmeine­ mamasekretärin.» Aber das stimmt nicht. Mama ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen. Eine unglaubliche Geschichte als Comic in Buchform, kongenial inszeniert.

2

3

Die Stärken des Buchs u Die atemberaubende Spannung einer

fast klassischen Abenteuergeschichte. u Die zentrale Botschaft: Die Hoffnung

stirbt zuletzt. u Poetik und Kraft der Worte, die sich erst

durch langsames Lesen erschliessen.

jazz Nils wogram Pretty Good News (Unit)

Er ist einer der umtriebigsten Jazzer der Schweizer Szene und mithin gefährdet, sich zu verzetteln. Doch was immer der Posaunist Nils Wogram tut, tut er konzentriert und mit Verve. Auf der neuen CD seiner Band Lush gibts intelligenten Groove mit Lounge-tauglichen Passagen: Hinhören! Hanspeter vetsch

Klassik SChuberts «FOrelle» Carmina Quartett (Solo Musica)

Jeder kennt das Forellenquintett, doch das Carmina Quartett (mit Kyoko Tabe, Piano, und Petru Iuga, Kontrabass) lässt es neu, frisch, heiter und durchdacht in höchster Perfektion erklingen. Dazu Schumanns Klavierquintett: ohne romantisches Pathos, dafür mit präzis dosiertem Gefühl für Details. uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

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Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Lach-Garantie

Für Kinder

Starparade

DVD

Kino

CD Single

CD Album

Agenten-Streifen voller Drama mit Rosario ­ Dawson und Will Smith.

Tom Hanks muss einen ­Terror-Anschlag gegen den Vatikan verhindern.

Perfektes Debüt für Daniel Schuhmacher, Sieger der TV-Show «DSDS».

Die Punk-Rocker sind nach Alles andere als gaga: fünf Jahren Plattenpause Die Lady ist von der Topwieder zurück – und wie! Posi­tion nicht zu vertreiben.

(1) SIEBEN LEBEN   Regie: Gabriele Muccino. Mit W. Smith, R. Dawson, W. Harrelson. Sony Pictures HE (2) DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND   Regie: Scott Derrickson. Mit K. Reeves, J. Connelly, K. Bates. TCFHE VICKY CRISTINA BARCELONA   Regie: Woody Allen. Mit S. Johansson, P. Cruz, J. Bardem. Frenetic Films (3) AUSTRALIA   Regie: Baz Luhrmann. Mit N. Kidman, H. Jackman, D. Wenham. TCFHE (4) MADAGASCAR 2   Regie: Eric Darnell, Tom McGrath. Dreamworks

(4) ILLUMINATI – ANGELS & DEMONS   Regie: Ron Howard. Total 64 123 Besucher. 2. Woche (1) STAR TREK   Regie: J. J. Abrams. Total 29 686 Besucher. 2. Woche

ANYTHING BUT LOVE Daniel Schuhmacher   Sony Music Entertainment Switzerland

21ST CENTURY BREAKDOWN Green Day   Warner Music (Switzerland) AG RELAPSE Eminem   Universal Music Switzerland GmbH

17 AGAIN   Regie: Burr Steers. Total 9472 Besucher. 2. Woche

FAIRYTALE Alexander Rybak   EMI Music Switzerland AG

(2) THE FAME Lady Gaga   Universal Music ­Switzerland GmbH

(2) X-MEN ORIGINS: WOLVERINE   Regie: Gavin Hood. Total 65 271 Besucher. 4. Woche (3) DUPLICITY   Regie: Tony Gilroy. Total 37 820 Besucher. 3. Woche

(2) POKER FACE Lady Gaga  Universal Music Switzerland GmbH

(1) SOUNDS OF THE UNIVERSE Depeche Mode   EMI Music Switzerland AG (4) MILOW Milow   Universal Music Switzerland GmbH

(5) RIGHT ROUND Flo Rida   WMS

(8) WILD CHILD   Regie: Nick Moore. Mit E. Roberts, N. Richardson. Universal Pictures Video (7) JAMES BOND 007 – EIN QUANTUM TROST   Regie: Marc Forster. Mit D. Craig, O. Kurylenko, M. Amalric. MGM (6) BEDTIME STORIES   Regie: A. Shankman. Mit A. Sandler, K. Russell, G. Pearce. Walt Disney (5) THE WARLORDS   Regie: Peter Chan. Mit J. Li, A. Lau, T. Kaneshiro. KSM (9) DEATH RACE   Regie: Paul W. S. Anderson. Mit J. Statham, J. Allen. Universal Pictures Video

THE LAST HOUSE ON THE LEFT   Regie: Dennis Iliadis. Total 3018 Besucher. 1. Woche (7) SLUMDOG MILLIONAIRE  Regie: Danny Boyle. Total 277 184 Besucher. 17. Woche UN BARRAGE CONTRE LE PACIFIQUE   Regie: Rithy Panh. Total 3718 Besucher. 1. Woche (5) CRANK 2: HIGH VOLTAGE   Regie: Brian Taylor. Total 54 024 Besucher. 5. Woche (8) LAST CHANCE HARVEY  Regie: Joel Hopkins. Total 42 616 Besucher. 7. Woche

(5) WHEN LOVE TAKES OVER David Guetta feat. Kelly Rowland   EMI Music Switzerland AG (6) HALO Beyoncé   Sony Music Entertainment Switzerland

«BLACKOUT 2» Method Man / Redman   Universal Music Switzerland GmbH

(R) HALO Beyoncé   SME

(3) DES ROIS DES PIONS ET DES FOUS Stress   Universal Music Switzerland GmbH (6) 2009 DJ Antoine   Phonag Records AG

JAI HO! (YOU ARE MY DESTINY) A. R. Rahman and The Pussycat Dolls   UNI (6) PRIMAVERA IN ANTICIPO (IT IS MY SONG) L. Pausini & J. Blunt   WMS IRGENDWAS BLEIBT Silbermond   SME

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(1) AYO TECHNOLOGY Milow   Universal Music Switzerland GmbH

(3) RIGHT ROUND Flo Rida feat. Ke$ha   Warner Music (Switzerland) AG

(4) WE MADE YOU Eminem   Universal Music Switzerland GmbH IS IT TRUE? Yohanna   EMI Music Switzerland AG

STRIKE The Baseballs   Warner Music (Switzerland) AG

BOOM BOOM POW The Black Eyed Peas   Universal Music Switzerland GmbH

(10) 0816 Bligg   Universal Music Switzerland GmbH

Klingeltöne

(1) POKER FACE Lady Gaga   UNI (2) DAS FEYR VO DR SEHNSUCHT Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi  UNI (3) AYO TECHNOLOGY Milow   UNI

(4) INFINITY 2008 Guru Josh Project  KTE

WE MADE YOU Eminem   UNI


Belletristik

Sachbuch

TV Unterhaltung

Top-Event

Farmer’s Best: Die GameGemeinde verbringt die Freizeit auf der Farm.

Liebeserklärung des ­grossen Erzählers Alex Capus an seine Kleinstadt.

Humorvolle Mischung: Eckart von Hirschhausen ist Arzt und Comedian.

Unsinnige Jagd auf Gesunde: Kassen verschwenden Prämiengelder.

Simon Enzler steigt humorvoll in die Niederungen des helvetischen Alltags.

(1) LANDWIRTSCHAFTSSIMULATOR 2009   Astragon

(1) DER KÖNIG VON OLTEN Alex Capus   Verlag Textwerkstatt

(1) GLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN … Eckart von Hirschhausen   Rowohlt, Reinbek

KASSENSTURZ   SF 1 19. 5. 09 680 500 Zuschauer

SIMON ENZLER   Casino Herisau 3. Juni www.ticketcorner.com

(3) WORLD OF WARCRAFT: (2) SECHSELÄUTEN WRATH OF THE LICH KING Michael Theurillat   – ADD-ON  Ullstein HC Activision Blizzard

(2) ÜBER STOCK UND STEIN Nik Hartmann  Edition Fona

SF BI DE LÜT   SF zwei 2. 5. 09 607 400 Zuschauer

MAXIMO PARK   Kulturfabrik Kofmehl 6. Juni www.ticketcorner.com

(4) AGE OF EMPIRES III (GOLD)   Microsoft

DAS MÄDCHEN SEINER TRÄUME Donna Leon   Diogenes

(3) SCHÜLERJAHRE Remo H. Largo, Martin Beglinger   Piper

1 GEGEN 100   SF 1 18. 5. 09 551 500 Zuschauer

SLADE   Garden Club Winterthur 7. Juni www.starticket.ch

(2) EMPIRE: TOTAL WAR   Sega

(3) ALICE Judith Hermann   Fischer (S.), Frankfurt

(4) 50 ERFOLGSMODELLE PULS   Mikael Krogerus  SF 1 18. 5. 09 Kein & Aber 527 600 Zuschauer

(8) FIFA 09   Electronic Arts

(5) ALLE SIEBEN WELLEN Daniel Glattauer  Deuticke im Zsolnay Verlag

EIN ANDERES LEBEN Per O. Enquist   Hanser

GIACOBBO / MÜLLER   SF 1 24. 5. 09 512 600 Zuschauer

(5) COUNTER STRIKE: SOURCE  Electronic Arts

(4) DAS BONUSGEHEIMNIS Martin Suter   Diogenes

(5) THE SECRET – DAS GEHEIMNIS Rhonda Byrne  Goldmann

FUSSBALL: SCHWEIZER CUP, FINAL   SF zwei 20. 5. 09 510 500 Zuschauer

(6) SIMS 2 (SUPER DELUXE)   Electronic Arts

(6) MÄNGELEXEMPLAR Sarah Kuttner   Fischer (S.), Frankfurt GRABKAMMER Tess Gerritsen   Limes

DOK: SHERPAS – DIE WAHREN HELDEN AM EVEREST   SF 1 21. 5. 09 505 300 Zuschauer LIEBESGESCHICHTEN   SF 1 22. 5. 09 501 600 Zuschauer

PAM ANN   Volkshaus Zürich 4./5. Juni www.ticketcorner.com

(R) FIFA MANAGER 09   Electronic Arts

(6) ZIVILGESETZBUCH (ZGB), OBLIGATIONENRECHT (OR), Ernst J. Schneiter   Orell Füssli (9) SHAOLIN Bernhard Moestl   Droemer/Knaur

(R) NEED FOR SPEED UNDERCOVER   Electronic Arts

FÜR IMMER DER DEINE Nicholas Sparks   Heyne

MUSIKANTENSTADL   SF 1 23. 5. 09 443 200 Zuschauer

(10) FAR CRY 2   Ubisoft

(7) DER VERBOTENE ORT Fred Vargas   Aufbau-Verlag

(7) SCHLANK IM SCHLAF FÜR BERUFSTÄTIGE Detlef Pape, Rudolf Schwarz, Elmar Trunz-Carlisi   Gräfe und Unzer DAS NEUE BUCH DER VERRÜCKTEN EXPERIMENTE Reto U. Schneider   C. Bertelsmann, München

THE ALL AMERICAN REJECTS   Abart Zürich 3. Juni www.ticketcorner.com DUFF MCKAGAN’S ­LOADED   Schüür Luzern 9. Juni www.starticket.ch

Heiss!

DER KRIMINALIST   SF 1 19. 5. 09 398 700 Zuschauer

die besten

PC-games

TOP 100

Nicht verpassen!

JONESMANN   Club OH Zürich 6. Juni www.starticket.ch COMEDY-LESUNG: LORENZ KEISER   Kaufleuten Zürich 4. Juni www.starticket.ch LYNYRD SKYNYRD   Tägerhard Wettingen 4. Juni www.ticketcorner.com

NEW FOUND GLORY   Härterei Club Zürich 8. Juni www.starticket.ch

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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VOM ERSTEN TAG AN, ALLES WAS IHR KLEINER SCHLINGEL BRAUCHT

FELIX “So gut wie es aussieht” für Junior-Katzen hält, was der Name verspricht: •Zarte und saftige Stückchen in köstlichem Gelee. •Eine spezielle Zubereitung die so lecker schmeckt, als hätten Sie sie selbst zubereitet. Zusätzlich bietet die besondere Rezeptur für Junior-Katzen Ihrem kleinen Racker alle notwendigen Proteine, Vitamine, und Mineralstoffe, die er im ersten Jahr für seine Abenteuer braucht.

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend Sightseeing der besonderen Art «Sevva» – Hongkong aus der 25. Etage. Mit Bar und Restaurant.

TRENDY: «SEvVA», HONGKONG

Wagyu & Cakes on the Top u Hongkong sehen – und schlemmen! Sevva heisst die neue Trend-Adresse in der noch immer boomenden Stadt. Der Club liegt im 25. Stock des Prince’s Building, über einer Designer-ShoppingMall. Trendsetterin Bonnie Gokson bietet eine atemberaubende 360-GradSicht auf Hafen und Skyline und eine coole (Piano-)Bar. Die Küche?

Östliche und westliche Ingredienzen werden wild gemischt. King-Crabs, Wagyu-Beef und Ochsen­zunge gibts genauso wie Maccaroni und Krabben-Spaghetti. Geheimtipp: «Miss B’s Sweets» – ein Buffet voller Torten und Kuchen. Info www.sevvahk.com schweizer illustrierte

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weekend

Reisen

www.weltweit

350 Appartements in 16 coolen Städten Sparen beim Schlafen? Belvilla bietet 350 meist gut gelegene City-Appartements in 16 Metropolen an. London zum Beispiel: Ab 39 Euro pro Nacht und Person kann man Oxford Street, Kings Road und Carnaby Street unsicher machen. INFO www.belvilla.de

«The Gray»: Small Luxury Hotel in Mailand Zu den Small Luxury Hotels gehören 500 individuelle Hotels in über 70 Ländern. Neu dabei etwa «The Gray», ein Designhotel in Mailand, zwischen Duomo, Galleria und Scala gelegen. Mit cooler «G-Bar» und «Aria-Terrasse». DZ ab 230 Euro. INFO www.slh.com/italy/milan/milgra.html

Dubai: Luxuriös fliegen wie ein Emir! Wer mit Emirates bis 15. September in der Businessclass nach Dubai fliegt, wird rundum verwöhnt: ChauffeurService ab Haustüre. Lie-flat-Sessel für einen gesunden, tiefen Schlaf. Und eine Gratisnacht in «The Address Downtown Burj Dubai», dem Luxus­ hotel im höchsten Gebäude der Welt! INFO www.emirates.com/ch

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Chanias Herzstück Auf der belebten Hafenpromenade spielt sich das beschauliche Leben der westkretischen Stadt ab.

CHANIA / griechenland

Der wilde Duft vo Die zweitgrösste Stadt im Westen der griechischen Insel Kreta bleibt ein Geheimtipp. Es locken die hübsche Altstadt und der malerische Hafen. Aber auch verträumte Buchten und kühle Schluchten.

Z

weimal täglich übt der Hafen von Chania seine magische Anzie­ hungs­kraft aus: In den frühen Morgenstunden, wenn die Fischer von ihrer nächtlichen Arbeit zurückkehren und den frischen Fang feilbieten. Und am Abend, wenn die purpurrote Sonne ins Meer eintaucht, die ersten Lichter angehen und die Tische vor den Taver­ nen von Touristen in Beschlag genom­ men werden. Dann herrscht bis tief in die Nacht ein fröhliches Stimmengewirr, das bis in die engen Gassen der Altstadt zu hören ist. u Im Halbrund des Hafenbeckens liegen die Restaurants dicht beieinander. Die venezianische Anlage, der Blick auf schaukelnde Boote und das offene Meer haben Charme. Das Gleiche gilt für die schönen Herrschaftshäuser in der


Eindrücklich Das Hinterland von Chania bietet viel Grün und imposante Schluchten.

Entspannend Mit Pferd und Kutsche lässt sich Chania angenehm entdecken.

Einladend Die Tage im gemütlichen Familien­ hotel Geraniotis Beach verfliegen im Nu.

Fotos World Pictures, Walter Bibikow / Corbis, FAN / a-life, Laif

n Kreta verkehrsberuhigten Altstadt. Die meis­ ten sind in den letzten Jahren restauriert worden. Hie und da erkennt man auch Spuren aus der Türkenzeit, wie etwa die einstige Moschee im Hafen, die in die Kirche Agios Andreas umgewandelt wur­ de. Boutiquen und zahlreiche Tavernen beleben die Altstadt. u Zum Baden bietet sich die bezaubern­ de Bucht von Gramvoussa am Libyschen Meer an. Sie liegt etwa 50 Kilometer von Chania entfernt, in der Nähe von Paläo­ chora. Um an den Strand zu gelangen, muss man die Insel in südlicher Richtung durchqueren. Der Weg führt an Orten wie Kandaros vorbei, das während des Zweiten Weltkriegs im Freiheitskampf gegen die Deutschen eine wichtige Rolle spielte. Man trifft aber auch auf male­ rische Landschaften, Olivenhaine und

Weinberge. Der Duft wilder Kräuter kit­ zelt die Nase: Rosmarin, Thymian und Origano werden auf den einheimischen Märkten angeboten. u In Paläochora fahren im Sommer Boote nach Agia Roumeli, von wo aus man in die berühmte Schlucht von Sama­

ria, die längste Europas, gelangt. Für die sechsstündige Wanderung brauchts gutes Schuhwerk, Wasser und Proviant. u Ein gemütliches Familienhotel ist das «Geraniotis Beach», ganz im kreti­ schen Stil gehalten. Die rustikal eingerich­ teten Bungalows haben alle Terrasse oder Balkon mit Meerblick. Die grosszügige Gartenanlage grenzt an den geschützten Strand von Platanias, wo Schildkröten ab Mai ihre Eier legen.  kati moser

check-in u Anreise Direktflüge mit Swiss oder Air Berlin nach Heraklion, weiter mit Mietauto. Falls Transfer gewünscht, vorher im Reisebüro buchen u Attraktives Angebot Eine Woche im Geraniotis Beach Hotel in Chania mit DZ, Frühstück, Flug: ab CHF 898.– pro Person (www.esco.ch) u Restaurant Tamam, traditionelles Restaurant in einem restaurierten Hamam, Tel. +30 821 - 09 60 80 u Sehenswert Der minoische Palast von Knossos sowie das Archäologische Museum von Heraklion u Infos Tel. 043 - 211 71 13, www.esco.ch

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En Guete Bombastisch, dieser Smoothie.

Sibylle Sager

Sommer im Glas

weekend

mit Köchin

Sie stillen nicht nur den Durst, sondern auch den kleinen Hunger. Coole Drinks für heisse Tage sind garantiert everybody’s Darling.

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Pink-PantherSmoothie

Zutaten (ergibt 1 Portion von ca. 5 dl) 150 g Erdbeeren, in Stücken, 1 Baby-Banane, in Stücken, 2 dl Milch, 1 dl Cranberry-Saft, 4 Esslöffel Müesli-Mischung (z. B. Crunchy, siehe Tipp) Vor- und zubereiten ca. 5 Min.

u Erdbeeren zusammen mit restlichen Zutaten fein pürieren.

2 3 Beeren-Drink

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 6 dl) 20 Eiswürfel, zerstossen, 100 g Jo­ hannisbeeren, 1/4 Teelöffel Zimt, 4 dl Cranberry-Saft, 4 Zimtstangen Vor- und zubereiten ca. 10 Min.

u Eis, Johannisbeeren und Zimt mischen, in 4 gekühlte Gläser verteilen. Cranberry-Saft dazugiessen, mit je einer Zimtstange verzieren.

AprikosenHirse-Drink

Zutaten (ergibt 1 Portion von ca. 31/2 dl) 2 Esslöffel Hirseflocken, 3 Esslöffel Wasser, 4 Aprikosen, halbiert, entsteint ­(ergibt ca. 150 g), 180 g Aprikosenjoghurt, 1/2 Teelöffel Zitronensaft, 1/2 Esslöffel Zitronen­melissen-Blätter, fein gehackt, Zucker, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 20 Min.

tipp

u Hirseflocken in ein Mixglas geben, Wasser dazugiessen, ca. 15 Min. stehen lassen. Aprikosen und restliche Zutaten beigeben, fein pürieren. Kühl servieren.

Smoothies können in Kombination mit Müesli eine vollwertige Mahlzeit ergeben. Sie helfen zudem, den täglichen Bedarf an Flüssigkeit zu decken.

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4

MelonenSmoothie

Zutaten (ergibt 1 Portion von ca. 5 dl) 200 g Melone (z. B. Netzmelone), in Stücken, 180 g Joghurt nature, 5 Esslöffel Cornflakes, 1 Esslöffel Limettensaft, 11/2 Tee-löffel Zucker, 6 Zitronenmelissen-Blätter Vor- und zubereiten ca. 5 Min. u Melone

zusammen mit restlichen Zutaten fein pürieren.

5

Pfirsich-Drink

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 5 dl) 2 Pfirsiche, 1/2 Esslöffel Zitronensaft,

u NÄCHSTE SENDUNG

Montag, 15. Juni 2009, 20.05 Uhr, SF 1 4 dl Wasser, 1 Beutel Schwarztee (z. B. Earl Grey), 4 Esslöffel Roh­ zucker, 16 Eiswürfel Vor- und zubereiten ca. 20 Min. u Von den Pfirsichen mit dem Sparschäler 4 lange, dünne Streifen abschälen, mit dem Zitronensaft mischen, zugedeckt kühl stellen. Rest in Würfeli schneiden, in eine

Musik ist Lebensfreude – kochen und essen auch! Schweizer Volkslieder und chüschtige Rezepte passen also gut zusammen. Jodlerin Melanie Oesch – ihr «Ku-Ku-Jodel» ist der «Grösste Schweizer Hit» – und Komiker Peach Weber spielen deshalb als Kandidaten für einen guten Zweck. Pfanne geben. Wasser dazugiessen, aufkochen. Pfanne von der Platte nehmen, Tee beigeben, zugedeckt ca. 2 Min. ziehen lassen, absieben. Zucker beigeben, rühren, bis er sich aufgelöst hat. Tee auskühlen, zugedeckt ca. 1 Std. kühl stellen. Eiswürfel in 4 gekühlte Gläser verteilen, Pfirsich-Drink dazugiessen, mit den beiseite gestellten Pfirsichstreifen verzieren.


GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse! Mandarin Oriental Hotel Geneva «Rasoi by Vineet» Quai Turrettini 1 1211 Genf Tel. 022 - 909 00 06 Keine EC-Direkt, keine Postcard Alle Kreditkarten Täglich geöffnet www.mandarinoriental.com/geneva

Schmelztigel Indische Elite-Küche, New Yorker Edel-Design, Genfer Charme: Küchenchef Anupam Banerjee verwöhnt auf hohem Niveau.

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Der beste Inder der Schweiz! «Rasoi by Vineet», Genf Wer sich etwas leisten will, ist hier gut bedient. Chefkoch Anupam Banerjee bringt auf den Punkt, was der Londoner Starberater Vineet Bhatia austüftelt.

D

as Mandarin Oriental Hotel hat sich den New Yorker Designer Adam Tihany geleistet: Während die Réception eher enttäuschend ge­ raten ist, profitiert das indische Lokal «Rasoi» von einer raffinierten, nüchternen und doch einladenden Einrichtung. Der Star des Lokals ist der Kochberater Vineet Bhatia, der aus der hochberühmten Oberoi-Schule stammt, die die indische Elite ausbildet. Vineet ist der einzige in­ dische Koch, der in der Londoner Gastro­ szene einen Stern erobert hat. In Genf setzt Anupam Banerjee die aromareichen und farbenfrohen Menüs um, während Vineet einmal pro Monat vorbeischaut und die Karte anreichert.

Die Menüs sind verlockend, aber nicht für jedermann erschwinglich. Bei einem Gourmet-Menü muss man mit 160 Franken, bei einem vegetarischen Menü mit 105 Franken rechnen. Ohne Getränke. Auf der Weinkarte zeigt sich, dass sich die hiesigen Gäste die teuers­ ten Etiketten leisten können. Auf dem Teller trifft man dann ebenso schlichte wie prächtige Leckerbissen an. Das «Ra­ soi» verarbeitet die besten Produkte und dosiert die Gewürze mit Fingerspitzen­ gefühl. Man findet sämtliche Klassiker der indischen Küche, die elegant und raffiniert interpretiert werden. Etwa die frischen Curry-Blätter mit Griess zu den herrlichen marinierten Gambas aus dem

Tandoor. Oder das Lammkarree mit Ing­ wer, auf den Punkt gegart, mit einem sä­ migen Masala-Püree sowie den traditio­ nellen schwarzen Linsen abgerundet. Im vegetarischen Menü kann man viele Entdeckungen machen: Linsen-To­ maten-Suppe mit Tikka-Kartoffeln und südindischen Gewürzen. Ein Leckerbis­ sen: das Kokosnuss-Samosa (Teigtasche) mit grünen Bohnen. Zum Dessert locken Schokolade-Samosa, Ganache-Moelleux und Sorbet mit Rosenblüten und Vanille. Ganz grosse Klasse! Eine gute Note ver­ dient auch der diskrete, stilvolle und sehr liebenswürdige Service. 

Fotos Mandarin Oriental Geneva

wein-tipp Grosser und kleiner Löwe aus der Toskana Das Castello Sonnino von Baron Alessandro de Renzis Sonnino befindet sich im toskanischen DOCG-Gebiet Montespertoli. Zu den GutWeinen gehören unter anderen der Basiswein, der Rosso Toscana Leone 2007 (13,5 %),

und der Topwein Sanleone 2003 (14 %). Ersterer ist dunkel in der Farbe mit kräf­ tigem Duft von Cassis, Lorbeer, Tabak und Zedernholz. Im Gaumen ist er trotz der aromatischen Intensität zu­gänglich und süffig. Auffallend ist die schöne Fruchtigkeit, Eleganz und der saftige Ab-

gang. Ein unkomplizierter Tischwein, aus den Sorten Syrah, Sangiovese, Canaiolo und Ancellotta vinifiziert, der perfekt zu Pasta passt. Der Topwein des Castello Sonnino ist zwar einiges teurer (CHF 44.50), aber auch entsprechend komplexer und wuchtiger. Unbedingt dekantieren!

Divino, Winterthur Tel. 052 - 264 26 50 www.divino.ch Bis 2010 schön. Trinktemperatur: 16 bis 18 Grad. u CHF 12.50

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weekend

Auto

schon gefahren lexus rx 450h

Der sanfte Muskelprotz Nicht nur der Hybridantrieb mit Benzin- und Elektromotor macht den neuen Lexus RX 450h zum Leisetreter im SUV-Segment. Auch sein Fahrverhalten ist vor allem auf entspanntes Reisen ausgelegt.

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igentlich fällt es ja schwer, SUVs im alltäglichen Strassenverkehr zu übersehen. Wenn schon nicht ihre schiere Grösse ins Auge sticht, dann ist es doch zumindest das grollende Motorengeräusch beim Anfahren, das die Blicke auf sich zieht. Und Radfahrer und Fussgänger warnt, die mit ihren Gedanken gerade ganz woanders sind. Nur beim neuen Lexus-SUV RX 450h muss man ganz genau hin­ hören. Sein Hybridantrieb ermöglicht flüsterleises rein elektrisches Fahren bis Tempo 30, solange die Batterie noch über ausreichend Ladung verfügt.

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Spätestens nach drei Kilometern Wegstrecke ist sie aber erschöpft, und dann muss der 249 PS starke V6-Benziner den Vortrieb übernehmen. Die beiden Elektromotoren – je einer an der Vorder- und der Hinterachse – unterstützen nur noch bei Bedarf. Gleichzeitig sorgen sie auch für den Allradantrieb, der je nach Fahrsituation automatisch zu­ geschaltet wird. Nimmt der Fahrer den

Spielraum Die Bedienung per Joystick auf der Mittelkonsole bleibt trotz den üppigen Einstellmöglichkeiten des Lexus intuitiv.

Fuss vom Gas oder bremst ab, speichern sie zudem als Generatoren Strom in die Batterie zurück. Die so gewonnene Energie macht sich auf der Tankquittung positiv bemerkbar – wenn auch nicht ganz in dem Masse, wie es der Prospekt verspricht. Die hohen Erwartungen erfüllt das Fahrverhalten, obwohl die Luftfederung in den Versionen «Tech» und «Limited» für den euro­ päischen Geschmack vielleicht etwas zu weich ausgelegt ist. Ihren Aufpreis wert sind deshalb die optionalen aktiven Stabilisatoren, die Wankbewegungen der Karosserie auch in flott gefahrenen Kurven auf ein Minimum reduzieren. Beim geringen Fahrgeräusch des RX 450h kommt die serienmässige Audioanlage bestens zur Geltung. Und sollte es den Passagieren dennoch mal langweilig werden, können sie den Energie­ fluss zwischen Motoren und Batterie im Zentraldisplay verfolgen. Andreas Faust


news

Mercedes S 400 Hybrid Luxuslimousine im Strom des Fortschritts u Zum optischen Facelift mit neuen Leuchten an Front und Heck spendiert Mercedes der S-Klasse im S 400 Hybrid den weltweit ersten Serien-Hybrid­ antrieb mit Lithium-Ionen-Batterie. Sein überarbeiteter V6-Benziner mit 279 PS wird von einem ins Automatikgetriebe integrierten Elektromotor mit 20 PS beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Beim Bremsen speichert dieser als Generator Energie zurück in die Batterie. Der Lohn: ein Verbrauch von im Schnitt 7,9 l/100 km. Gar nicht bescheiden zeigt sich der noble Viertürer punkto Ausstattung, die fast gleichauf mit dem Topmodell S 600 rangiert. Der S 400 Hybrid steht ab sofort beim Händler – ab CHF 132 300.–.

Hochgenuss Der Lexus RX 450h überzeugt mit Noblesse und sparsamem Hybridantrieb.

steckbrief

Detailarbeit Unter dem Dachspoiler verbirgt sich der Heckscheibenwischer. u Name Lexus RX 450h

u Konkurrenten Audi Q7, BMW X5,

u Motoren Hybrid; Benzin 249, Elektro

Hyundai ix55, Mercedes ML, Nissan Murano, Porsche Cayenne, Subaru Tribeca, Volvo XC90, VW Touareg u Unser Urteil Der Werksverbrauch dürfte im Alltag unerreichbar sein. Dennoch gefällt der Hybridantrieb im Lexus RX 450h mit sanfter Kraft­ entfaltung und einem für die Fahrzeugklasse geringen Verbrauch.

68 und 167, als Gesamtsystem 299 PS u 0 bis 100 km/h 7,9 s u Spitze 200 km/h u Verbrauch 6,3 l/100 km u CO2-Ausstoss 148 g/km u Energieeffizienz-Kategorie A u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 85 600.–

Skoda Octavia Scout Familienkombi mit Pfadfindertugenden u Als vernünftige Alternative zum SUV liegen Allradler mit Kombiheck derzeit im Trend. Auch der kompakte Skoda Octavia Scout kommt dank 18 Zenti­ meter Bodenfreiheit, Kunststoffplanken an Front und Heck, Unterbodenschutz, elektronischer Differenzialsperre und einem permanenten Allradantrieb in Wald und Feld bestens zurecht. Für den Vortrieb sorgt ein Turbo­ benziner mit 160 PS oder ein Diesel mit 140 PS. Beide sind aber nur mit manuellem Sechsganggetriebe erhältlich. Ebenfalls inklusive sind ein solider Festhaltegriff für den Beifahrer und ein adaptives Lichtsystem mit Kurvenlicht. Zu haben ist der Skoda Octavia Scout ab Juli zu Preisen ab CHF 39 600.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

woche vom 7. bis 13. juni 2009 Die Woche beginnt mit einem Vollmond (am 7.) in den 2. Dekaden Zwillinge und Schütze sowie in Spannung zu Saturn. Dies könnte auf diplomatische Komplikationen, Gewalt, Anschläge usw. hinweisen. Die Aspekte am 9./10 . sind widersprüchlich: Einerseits könnte

die Schweinegrippe wieder problematisch werden (ähnliche Einflüsse wie Ende April). Vielleicht bringt ein positiver Aspekt zwischen Uranus und Neptun (am 10.) einen wissenschaftlichen Fortschritt auf diesem Gebiet? Oder Anfang Juli, wenn Jupiter und Uranus einen positiven Winkel bilden?

widder 21.–30. 3. Sie könnten Ihr Budget überziehen (am 11. und 12.). Am 8. geben Sie Geld für einen guten Zweck aus. Oder ein unerwarteter Gewinn hebt Ihre Laune? Am 9. sind Komplikationen (Kollegen?) möglich. 31. 3.–9. 4. Der 7. (Vollmond) und 12. sind günstig für eine Aussprache, neue Projekte, Treffen mit Freunden. Am 11. hingegen werden Ihre Erwartungen enttäuscht. 10.–20. 4. Finanzielle Dinge und Freundschaften sind nicht immer kompatibel (am 9./10.). Am 11. und 13. sind Sie kreativ und gut inspiriert, aber realistisch bleiben!

stier 21.–30. 4. Sie sind in Top-Form, und Venus verleiht Ihnen unwiderstehlichen Charme. Am 8./9. erleben einige eine Sternstunde: gesteigerte Libido, aufregende Begegnungen. Neue Wege? 1.–10. 5. Saturn stärkt Ihr Selbstvertrauen, Sie können Ihre Zukunft absichern. Projekte von Oktober könnten jetzt positive Resultate bringen (speziell für um den 5. Geborene). 11.–20. 5. Sie werden mit einer undurchsichtigen Situation konfrontiert (oft eine Konsequenz von Ende April?). Vorsicht mit Gelddingen (am 9./10.)! Freunde könnten eine Hilfe sein.

zwillinge 21.–31. 5. Eine diskrete Beziehung sorgt für gute Laune (am 8.). Sich aus Klatsch heraushalten, Kritik hinter Ihrem Rücken gelassen nehmen! Am 11. sorgt eine Nachricht für gute Laune. 1.–10. 6. Saturn bremst, es kommt zu Verzögerungen (eine Folge vom vergangenen Herbst?). Oder chronische Beschwerden sind wieder stärker? Am 7. (Vollmond) sind Sie nicht in Hochform. 11.–21. 6. Sie werden gut mit einer neuen Situation fertig (am 9./10.), machen das Beste daraus. Nach dem 15. Geborene haben das Glück auf ihrer Seite (8., 13.).

krebs 22. 6.–1. 7. Eine Woche im Zeichen von ­Liebe und Freundschaft. Ihre Projekte (mit Freunden?) haben Rückenwind. Sie stehen im Mittelpunkt (8., 9.). Einige verbringen unvergessliche Stunden. 2.–12. 7. ­Saturn signalisiert allgemeine Stabilisierung in Ihrem Leben, mehr Selbstvertrauen. Günstig für langfristige Vorhaben. Am 7. sollten Sie weniger leichtgläubig sein. 13.–22. 7. Sie haben derzeit gute Chancen, bekommen von unerwarteter Seite Hilfe. Am 9., 10., 11. entdecken Sie neue Horizonte, der 13. ist günstig für Gelddinge.

löwe 23. 7.–1. 8. Rivalitäten und Komplikationen am Arbeitsplatz? Am 8., 11. könnte es Ärger mit einer Kollegin geben. Gesundheitlich auf der Hut sein, kein Risiko eingehen, Ihre Kräfte nicht überschätzen! 2.–12. 8. Der Vollmond am 7. ist günstig, Sie stehen im Mittelpunkt. Nehmen Sie eine Einladung an, gehen Sie aus, treffen Sie Freunde. Am 12. den Partner nicht vor den Kopf stossen! 13.–23. 8. Ein Problem mit dem Partner, das auf Ende April zurückgehen könnte, wird wieder akut (am 9. und 13.). Vielleicht sollten Sie mehr Verständnis zeigen?

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind in Hochform, können Berge versetzen. Niemand kann Ihnen derzeit widerstehen. Ideal u. a. für eine Reise (8., 9.) oder eine schicksalhafte Begegnung (Folge von Ende Januar?). 3.–12. 9. Sie haben es derzeit nicht leicht: Saturn bringt Einschränkungen, am 7. wird Ihre Geduld auf die Probe gestellt. Es ist schwer, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. 13.–23. 9. In Ihrer Karriere oder Partnerschaft könnte sich eine grosse Wende abzeichnen. Günstig für neue Ideen und Projekte werden der 9., 10. und 11.

waage 24. 9.–3. 10. Vielleicht sollten Sie Ihre ­Methoden ändern, eine neue Richtung einschlagen? ­Angenehme Momente am 8., 11. (Flirt, Begegnung?). Komplikationen mit Angehörigen am 9. 4.–13. 10. Der Vollmond am 7. ist positiv für Sie, und Sie gewinnen an Sympathie. Einzig am 11. läuft es nicht nach Ihren Vorstellungen. 14.–23. 10. Sie haben gute Chancen, und einige treffen voll ins Schwarze. Jupiter und Neptun symbolisieren eine Erweiterung Ihres Wirkungsfeldes, mehr Prestige usw. Ein Wunschtraum könnte in Erfüllung gehen.

skorpion 24. 10.–2. 11. Kurzweilige Woche! Am 8./9. fühlen Sie sich vom Partner verstanden, aber am 11./12. kann es hitzige Diskussionen geben. 3.–12. 11. Langfristige Vorhaben kommen gut voran. Projekte vom vergangenen Herbst könnten gute Resultate bringen. Freunde zeigen, dass auf sie Verlass ist (10.). Vorsicht mit Geldangelegenheiten am 7. (z. B. Geschäfte mit Freunden). 13.–22. 11. Sie sind sehr kreativ, und am 9., 10., 11. könnte es zu interessanten Begegnungen kommen. Nach dem 12. ziehen Wolken auf, und Sie fühlen sich unverstanden.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie geniessen das Leben und schlagen etwas über die Stränge, speziell am 8. und 9. Günstig für neue Kontakte oder eine Aussprache wird der 11. 3.–12. 12. Am 7. und 11. sind Sie nervös und reizbar. Vielleicht wird Ihnen jetzt die Rechnung für einen Fehler präsentiert? Oder Sie fühlen sich niedergeschlagen? Besser wird der 12. 13.–21. 12. Überlassen Sie die Initiative dem Partner, er setzt sich für Sie ein (am 7., 13.). Neue Kontakte bereichern Sie, durch methodisches Vorgehen können Sie einen Erfolg verbuchen (9., 10., 13.).

steinbock 22.–31. 12. Traumwoche! Venus verspricht Frühlingsgefühle (am 8., 9.), und Mars verleiht Ihnen zusätzliche Kräfte. Sie kommen einen grossen Schritt weiter. 1.–10. 1. Saturn symbolisiert mehr Selbstvertrauen und Stabilität. Sie treffen wichtige Entscheidungen und können Ihre Zukunft absichern (9., 10., 11.). Gleichzeitig entdecken Sie neue Horizonte. Am 7. erst abwarten. 11.–20. 1. Sie machen interessante Begegnungen, knüpfen wertvolle neue Kontakte. Eine grössere positive Wende zeichnet sich für um den 16./17. Geborene ab.

wassermann 21.–30. 1. Die Stimmung daheim könnte angespannt sein. Sie sind nervös, haben wenig Geduld für Probleme von Angehörigen (7., 8., 11., 12.). Achten Sie mehr auf Ihre Gesundheit (u. a. Kreislauf). 31. 1.–9. 2. Sie kommen gut über die Runden. Der Vollmond am 7. ist exzellent, Ihre Projekte haben Rückenwind. Auch eine gute Phase für freundschaftliche Kontakte. 10.–19. 2. Sie kommen Ihren Idealen näher, sollten sich am 9./10. nicht davon abbringen lassen. Am 13. läuft es nach Ihren Wünschen, und nächste Woche landen Sie einen Volltreffer.

fische 20. 2.–1. 3. Man liegt Ihnen derzeit zu Füssen. Besonders am 8./9. zeigt Ihr Charme Wirkung. Sie sind auch physisch in Bestform. 2.–10. 3. Der Vollmond am 7. ist nicht günstig, häusliche Probleme könnten verstärkt auftauchen (mit Angehörigen, Panne in der Wohnung?). Oder zu viel Arbeit führt dazu (am 11.), dass Sie den Partner vernachlässigen? 11.–20. 3. Sie sind gut inspiriert, um den 16./17. Geborene schlagen eine neue Richtung ein. Komplikationen (im Job, mit Kollegen?) sind am 8. möglich, besser läuft es am 10. und 11.

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Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

0901 - 59 89 01

u zum persönlichen Astro-Code

0901 - 59 89 02

u Zugang mit persönlichem Astro-Code

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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«Vollmond am 7. mit widersprüchlichen Aspekten»


Spiele Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 7. Juni 2009, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­staben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, jeweils von oben nach unten gelesen, ein arabisches Sprichwort.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 7. juni 2009

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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Spiele Gewinner aus Heft 18

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Rebus

Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Marlies Gisler Rosenweg 12, 6314 Unterägeri Conny Schindler Thonerstrasse 11, 8762 Schwanden Ursula Bertschi Büelstrasse 30, 8330 Pfäffikon Jakob Eisenhut Seminarstrasse 4, 8280 Kreuzlingen Margrith Strim Jubiläumsstrasse 43, 3005 Bern

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Auflösung aus Heft 22

Sudoku mittel

 



 





   

 

  

# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



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# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

 



kreuzwort chaos

 



 

 

goldvreneli-Rätsel



 

 Èschwer

goldvreneli-rätsel (Lösung: «Experiment») Karl Betschart Altgasse 74, 6340 Baar Peter Vock Grabäckerstrasse 1, 8957 Spreitenbach Nicole Ziegler Turnweg 19, 3013 Bern

 

So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

rebus 1 RE H 2 KO PPEL 3 PFE RD = REKORD

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sudoku Mittel

wer häts – ohä lätz

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«Mein Gemüse­garten sagt meinem Mann nichts. Er hat lieber Biergärten.»

                 

        

        

        

        

        

        

        

         

zitat zwischen zahlen 1. Anstoss, 2. Hausbau, 3. Golowin, 4. Ivanhoe, 5. Niedrig, 6. Experte, 7. Wuerfel, 8. Reineke, 9. Entwurf, 10. Wegenge, 11. Thurgau, 12. Harvard, 13. Cosinus, 14. Inserat, 15. Notlage, 16. Turbine, 17. Streuli, 18. Iridium, 19. McMahon, 20. Reprint, 21. Anpfiff Lösung Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel bedarf.

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Wer die Schweiz an der Kunstbiennale von Venedig vertritt, ist top. Fabrice Gygi aus Genf funktioniert die Kirche San Stae am Canal Grande zum Hilfsdepot um. Auch am Start: Silvia B채chli, die stille Zeichnerin aus Basel.

Rebellischer Pe


kunst

Schutzraum Gygis Installation in der Kirche San Stae in Venedig ist beklemmend.

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

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Mann mit Mut Gegenwartskünstler Fabrice Gygi verweilt kurz im Schaufenster seiner Galerie Darse in Genf.

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ieser Mann ein bedeutender Kunst-Crack? Fabrice Gygi wirkt eher wie ein Rockstar, der zu lange gefeiert hat. Die Sonnebrille tief im Gesicht, die Arme (und nicht nur die!) von oben bis unten tätowiert. Eine Haltung, die sagt: «Fuck you, ich will meine Ruhe.» Der erste Eindruck täuscht. Auch wenn der Genfer mit seinen irritierenden Installationen und Performances zu den Enfants terribles der Schweizer Kunstszene zählt, ist er eher ein schüchterner Kerl. Fotos von ihm gibt es kaum. Ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, kommt nicht infrage. «Grossen Rummel um meine Person und um das, was ich mache, mag ich nicht.» Trotzdem konzentriert sich ab dem 7. Juni die Kunstwelt auf ihn. Dann öffnet die 53. Biennale di Venezia ihre Tore, und Millionen Fans pilgern in die Lagunenstadt. 77 Nationen sind an der grössten Kunstschau unter der Leitung von Daniel Birnbaum vertreten. Motto 2009: «Fare Mondi – Making Worlds – Welten machen». Fabrice Gygi und Silvia Bächli vertreten die Schweiz. Der Genfer zeigt seine jüngste Installation in der prachtvollen Barockkirche San Stae. Die Baslerin stellt Zeichnungen im Pavillon auf dem Gelände der Giardini aus. Beide wurden auf Vorschlag der Eidgenössischen Kunstkommission gewählt – ein Ritterschlag unter Kulturschaffenden. Wir treffen Fabrice Gygi, 44, in seiner Galerie Darse in Genf. Er kommt mit dem Fahrrad, zündet sich erst mal eine Zigarette an. «Darse» bedeutet auf Arabisch Atelier. Hier stellt Gygi Werke junger Kollegen aus, die er als Dozent an der Lausanner Kunstakademie Ecal schweizer illustrierte

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kunst

«Mein erstes Kunstwerk waren die Tattoos auf meinen Armen. Ich war vierzehn» Fabrice Gygi

Enfant terrible Gygi arbeitet mit industriellen Materialien. Autoritäten begegnet er kritisch.

entdeckt (zurzeit Fabien Piccand). Im oberen Stock befindet sich sein Atelier, erreichbar durch eine steile Treppe. Atelier? Hier steht ja bloss ein Com­puter. Wo werden seine raumfüllenden, aufwendigen Installationen denn hergestellt? «Das meiste entwerfe ich am Bildschirm und gebe die Umsetzung dann in Auftrag», sagt er. «Manchmal habe ich fünf Minuten für ein Werk. Manchmal ist es ein äusserst langwieriger Prozess, wie jetzt für die Biennale. Das Ganze war eine echte Herausforderung für mich.» Gygis ersten beiden Vorschläge für San Stae am Canal Grande wurden abgelehnt. Erst beim dritten Anlauf klappte es. Ein sensibles Thema: 2005 wurde die Kirche während der Biennale geschlossen. Pipilotti Rists Video «Homo sapiens sapiens» galt als zu freizügig. 2007 sorgten Ugo Rondinone und Urs


­ ischer für Unmut, weil sie den histo­ F rischen Gräbern im Innern zu wenig Be­ achtung schenkten. Jetzt wurde nicht nur ein Vertreter des Vatikans beige­ zogen, sondern auch das Bauamt von ­Venedig. Fabrice Gygi: «Ich muss das Schlamassel jetzt ausbaden. Zum Glück bin ich Biennale-erprobt. 2002 vertrat ich die Schweiz in São Paulo.» Das Gotteshaus San Stae be­ spielt Fabrice Gygi mit einer Grossinstal­ lation. Sie erinnert daran, dass Kirchen in Krisenzeiten dafür bestimmt sind, geistige wie auch materielle Werte zu schützen. Mitten im Raum stehen zwei­ einhalb Meter hohe Eisenregale. Sie sind leer. Treffen die Hilfsgüter erst ein? Oder ist das Unglück bereits vorbei, und wur­ de der Inhalt des Depots an Notleidende verteilt? Das Fantasie-Experiment kann beginnen. Gygis Ansatz ist immer gesellschafts­ kritisch. Seine Arbeiten thematisieren die Formen der Macht und die Dualität eines Systems, das schützt und über­ wacht, angreift und bestraft. Der formale Minimalismus konzentriert sich auf Form und Farbe. Grau bedeutet für ihn abso­ lute Konzentration. «Ich reduziere mit

Computerkunst Sie entsteht im Kopf, dann setzt Gygi seine Projekte am Bildschirm um. Grau die Welt, um zur Ruhe zu gelan­ gen.» Ein Jahr hat der Vater eines Sohnes für die Kunstschau von Venedig gearbeitet. Hergestellt wurden die rie­ sigen offenen Gestelle in Frankreich. An der Biennale war Gygi noch nie, obwohl er seit zehn Jahren im Kunstbetrieb Massstäbe setzt. Sein erstes Kunstwerk probierte er an sich aus. «Ich war vierzehn Jahre alt, als ich mir die Tattoos selber stach.» Es folgte eine Lehre als Goldschmied. Er klaute ein Goldarmband und flog raus. Auch als Physiotherapeut scheiterte er später. Waren seine tätowierten Pranken

schuld? Als Graveur für Schmuck leckte er erstmals Blut. «Es gefiel mir. Die Kunst entdeckte ich langsam, obwohl sie immer in mir schlummerte.» Seit 1999 zählt Fabrice Gygi zu den Top-Shots der Schweizer Gegenwartskünstler. Dass durch die Biennale sein Bekanntheits­ grad über Nacht weitersteigt, ist ihm egal. «Erst mal ein Bierchen trinken», sagt Gygi und schliesst die Türe seiner Genfer Galerie hinter sich zu. Mehr über die Zeichenkünstlerin Silvia Bächli und ihren Auftritt an der Biennale – nächste Seite.


Vor Ort Silvia Bächli und ihr Werk im Schweizer Pavillon an der Biennale 2009.

«Stille tut mir gut» Silvia Bächli zeigt an der Biennale Papierarbeiten. Sie sind karg und sinnlich und entstanden in Island. Skizzen macht sie prinzipiell nie. Text Caroline micaela Hauger

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as Werk selber ist das Resultat», verrät die Künstlerin Silvia Bächli in ihrem Basler Atelier, das früher eine Ferrari-Garage war. «Ich mache nie Skizzen.» Gelingt der stillen Schafferin denn jede Zeichnung auf Anhieb? Sie schüttelt lächelnd den Kopf. «Ich vermale mich oft. Darum benutze ich auch kein teures Büttenpapier, sondern solches, das mich nicht reut.» Letztes Jahr verbrachte die in ­Baden geborene und in Basel lebende Künstlerin vier Monate in Island. Sie schleppte 120 Kilogramm Papier auf die Insel. In der unwirklichen, kargen Gegend am Polarkreis entstanden pro Tag rund 40 Bilder. Nur ein Bruchteil davon genügte ihrer strengen Qualitätskontrolle: «Ich behielt davon vielleicht vier, fünf Stück. Dieser Entscheid war sehr intuitiv und hat irgendwie auch mit künst­lerischer Freiheit zu tun.» Diese Woche reiste sie mit Lebenspartner und Künstler Eric Hattan nach

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Venedig, mit kleinen und grossen Bildern im Gepäck. «Ich glaube nicht, dass alle meine Sachen toll finden werden, doch damit kann ich leben», sagt sie vorsichtig. Im grossen Raum des Pavillons, der in den 50er-Jahren von Architekt Bruno Giacometti, dem Bruder des Künstlers Alberto Giacometti, geschaffen wurde, hängt Silvia Bächlis Hauptwerk. Die 33 Bilder wurden mit Tusche oder Gouache gemalt und bilden eine Einheit. Das hat sie kürzlich so entschieden. Der reduzierte architektonische Backsteinbau mit Flugdach über schlanken Stützen mitten in den lauschigen

Gärten der Länderpavillons ist die perfekte Hülle für Bächlis Präsentation. Doch was genau ist auf ihren zum Teil monumentalen Zeichnungen zu sehen? Man steht davor, und es liegt einem auf der Zunge. Trotzdem sucht die Erinnerung nach Wörtern und Erklärungen. Bächli pendelt gerne zwischen ab­strakten und konkreten Motiven. «Ich möchte keine Bildergeschichten erzählen, sondern Assoziationsfelder eröffnen.» Ob menschliches Körperteil oder Flugbahn einer Fliege – die Kunstprofessorin in Karlsruhe ist viel zu zurückhaltend, um dem Betrachter die Illusion zu rauben. 

La Biennale – Kunsttrip für die Sinne u 77 Nationen treffen sich vom 7. Juni bis 22. November in Venedig. Wer keinen Länderpavillon hat, zeigt sich im Arsenale (erstmals auch die Vereinigten Arabischen Emirate). Zum Begleit­programm gehören 38 Events. Musts: François Pinaults brandneues Kunst­palais. In der Punta della Dogana ist auch der Schweizer Urs Fischer vertreten. Yoko Ono wird an der Biennale für ihr Lebenswerk geehrt. Die Peggy Guggenheim Collection zeigt Robert Rauschenberg, die Fondazione Prada US-Künstler John Wesley. www.labiennale.org

2007 stellten Ugo Rondinone (Bäume) und Urs Fischer (Bilder) in San Stae aus.

Foto Eric Hattan, Kurt Reichenbach

kunst


premiere

Mit der Sonne abheben Zum Himmel wie einst Ikarus: Bertrand Piccard und André Borschberg stellen ihr solarbetriebenes Leichtflugzeug am 26. Juni in Dübendorf ZH erstmals ausgewählten Gästen vor. Text Alexandra Roder

So können Sie teilnehmen Coupon ausschneiden und einsenden an: Schweizer Illustrierte Solar Impulse Dufourstrasse 23 8008 Zürich Teilnahmeschluss 15. 6. 2009 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über die Verlosung kann keine Korrespondenz geführt werden. Mitarbeitende der Ringier AG und der Solar Impulse AG sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Foto Geri Born

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er Traum vom Fliegen: Für Bertrand Piccard und André Borschberg wird er erst richtig wahr, wenn er ganz ohne die Kraft von Brennstoff auskommt. Jetzt endlich, sechs Jahre nach der ersten Vorstellung ihrer grünen Vision an der ETH Lausanne, sind der Flugpionier Piccard und sein Partner dem erträumten Ziel ganz nah: die Welt im Flug umrunden, einzig mit der Kraft der Sonne. Im Zentrum steht ein solarbetriebenes Flugzeug. Am 26. Juni wird es nun erstmals auf dem Dübendorfer Militärflugplatz der Öffentlichkeit präsentiert. Gross wie ein Airbus 340, leicht wie ein mittelgrosses Auto und nicht mal annähernd so leistungsstark wie ein Motorrad: Die beiden Abenteurer versprechen ein technisches Meisterwerk aus dem Hangar zu rollen. Im mit Spannung erwarteten Leichtgewicht steckt auch enorm viel Arbeit. Der Lausanner Borschberg und sein Team haben jahrelang daran gearbeitet. «Ich habe eine grosse Verantwortung, etwas Gutes abzuliefern», sagt der 55-Jährige Ingenieur, Pilot und CEO von Solar Impulse – einem Flugzeug, das es noch nie gab. Der Waadtländer Piccard sieht darin gar einen Paradigmenwechsel. Nicht nur

Stolz präsentieren André Borschberg (l.) und Bertrand Piccard ein Modell des Solarflugzeugs. für ihn, der vor neun Jahren als erster Mensch die Welt mit einem Ballon umrundete und der Sohn des Tiefseeforschers und Abenteurers Jacques Piccard ist, sondern für die ganze Gesellschaft. Den Flugpionieren geht es nämlich nicht in erster Linie um das Abenteuer Luftfahrt, sondern vielmehr um die Sensibilisierung für alternative Energien und das Bestreben, die Menschheit zum nachhaltigen Umgang mit dem kostbaren Gut Energie zu animieren. «Wie kann die Fliegerei trotz knappen Ressourcen mit einem respektvollen Umgang mit der Natur vereinbart werden?», fragt Borschberg. Solar Impulse könne hier vielleicht eine Antwort liefern.

Mit der Sonne um die Welt: «Das ist sozusagen die Umkehr des Mythos Ikarus», schwärmte Bundesrat Pascal Couchepin anlässlich einer Präsentation des auf 115 Millionen Franken budgetierten Projekts. Ikarus stürzte wegen der Sonne ab. «Betrand Piccard fliegt dank der Sonne höher und höher», so Couchepin. Hoch hinaus, das wollen die beiden tatsächlich. «Solar Impulse ist das vielleicht erste grosse Abenteuer des 21. Jahrhunderts – ohne fossile Brennstoffe», sagt Piccard. Oder wie der Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung sagte: «Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein grosser Schritt für die Menschheit.» 

Solar Impulse Nehmen sie teil am abenteuer Die Schweizer Illustrierte verlost 10 tickets für die präsentation von solar impulse Am Freitag, 26. Juni 2009, um 11 Uhr auf dem Flughafen in Dübendorf ZH. Bertrand Piccard und André Borschberg präsentieren den Prototyp des Solarfliegers HB-SIA. Name Vorname Adresse PLZ Ort Telefon

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Notabene

Der endlose Streit um das Heilige Land

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Peter Scholl-Latour

ine amerikanische Karikatur hat es auf ­räumen, auf dem 2,5 Millionen Palästinenser zusammen­ den Punkt gebracht: Sie zeigt Benjamin gepfercht leben, wird Benjamin Netanjahu auf der sogenann­ Netanjahu, den unnachgiebigen Minister­ ten West Bank mit einem Problem ganz anderen Ausmasses präsidenten Israels, der eben Papst konfrontiert. Benedikt XVI. verabschiedet hat und sich Die amerikanischen Entscheidungsträger haben anschickte, anschliessend nach Washington es offenbar versäumt, einen Blick auf die Landkarte des zu reisen, wo Barack Obama ihn wie Heiligen Landes zu werfen. Dann hätten sie nämlich entdeckt, eine Heilsfigur erwartete: «Nach dem dass kompakte israelische Siedlungsblocks die palästinen­ Papst», stand unter der Zeichnung, «trifft sischen Städte Hebron, Ramallah, Nablus und Dschenin von­ Netanjahu jetzt auf den Messias!» einander abriegeln und sich östlich von Jerusalem bis zum Jor­ Der neue Präsident der USA, dessen Beliebtheits­ dantal ausgeweitet haben. Das Terrain, das der Fatah-Bewegung quote weiterhin hoch bleibt, leidet in seiner Amtsführung vor und deren Präsident Mahmud Abbas als potenzielles Staats­ allem unter den übertriebenen Hoffnungen seiner Anhänger, gebiet übrig bleibt, gleicht einem Flickenteppich, der von die von ihm Wunder erwarten. Der endlose Streit um das einem Netz israelischer Sicherheits- und Sperrgürtel durch­ ­Heilige Land sei das Krebsgeschwür, unter dem der ganze zogen ist. Welche israelische Regierung wird an der Tatsache rütteln können, dass auf der West Bank inzwi­ ­arabisch-islamische Orient leide und dessen Meta­ stasen sich bereits bis nach Pakistan und Afgha­ «In Israel schen 250 000 jüdische Kolonisten heimisch sind? nistan verhängnisvoll ausbreiteten. In seiner Be­ blickt man Am Schicksal Jerusalems droht jede Verständi­ ziehung zur islamischen Welt hat der «Schwarze gung zu scheitern, handelt es sich hier – nach der Mann im Weissen Haus» wohl den deutlichsten der AmtsAussage eines berühmten Orientalisten – nicht nur um ein Problem der Politik, sondern um ein Wandel gegenüber den Irrungen ­ seines Vor­ führung Urteil des Jüngsten Gerichts. gängers vollzogen, der von «Islamo-­Faschismus» redete und bei den Koran-Gläubigen im Ruf stand, Obamas mit Was nun Syrien und die von Israel seit seinen Feldzug gegen den Terrorismus mit einem wachsender 1967 besetzten Golan-Höhen betrifft, so wäre Kreuzzug zu verwechseln. Acht Jahre lang hat eine Lösung immerhin vorstellbar. In einer früheren ­George W. Bush bedingungslos und ohne Ein­ Sorge Amtsperiode hatte der heutige Regierungschef schränkung die Politik des Judenstaates unter­ entgegen» Netanjahu das Gespräch über eine Rückgabe dieses Territoriums an Damaskus, verbunden mit stützt und die spärlichen Hoffnungen auf ein halb­ wegs friedliches Zusammenleben zwischen Israelis und einer kontrollierten Demilitarisierung, erstaunlich weit voran­ Palästinensern im Keim erstickt. Das soll sich nun offenbar getrieben. Aber heute steht jeder Übereinkunft in diesem Raum unter Obama ändern. die mächtige Präsenz der schiitischen Hisbollah des Libanons In Jerusalem blickt man der Amtsführung dieses im Wege, die aufs Engste mit der Mullahkratie von Teheran ver­ multikulturell, ja multikonfessionell geprägten Staatschefs mit knüpft ist. Mit allen Mitteln versucht deshalb der Staat Israel, wachsender Sorge entgegen, seit Obama gebieterisch ver­ seine amerikanischen Freunde für einen vernich­tenden Präven­ langte, dass die «Hardliner», die heute in Israel das Sagen ha­ tivschlag gegen die Nuklear-Einrichtungen Irans zu gewinnen. ben, einen zweiten, einen palästinensischen Staat im Heiligen Dabei sollte Jerusalem bedenken, dass die eigene Unfähigkeit, Land akzeptieren. Er fordert ebenfalls, dass der Ausweitung das palästinensische Tunnel- und Versorgungssystem zwischen jüdischer Siedlungen in den Autonomiegebieten auf dem dem ägyptischen Sinai und dem Gaza-Streifen auszuschalten, West-Jordan-Ufer, die sich unter George W. Bush hemmungs­ jede Zerstörungsaktion gegen die tief eingebunkerten Produk­ los fortsetzte, ein Riegel vorgeschoben wird. Es bedürfte wirk­ tionsstätten der iranischen Atombombe höchst fragwürdig lich eines Magiers, um die Gebietsfetzen, die den Palästinen­ erscheinen lässt. Ganz zu schweigen vom beachtlichen Vergel­ sern als Staatsgebiet verbleiben, zu einem kohärenten Gebilde tungspotenzial, über das die Islamische Republik Iran im Um­  zusammenzuschliessen. Nachdem der ehemalige Regierungs­ kreis des Persischen Golfs verfügt. chef Ariel Scharon die siebentausend jüdischen Siedler von Gaza gezwungen hatte, diesen schmalen Landfetzen zu Peter Scholl-Latour, 85, Nahost-Experte und Buchautor

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«Der Altersunterschied spielt doch keine Rolle» u Francine &

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Traumhochzeit: Die Schlager-Königin Francine Jordi und der Ex-Radstar Tony Rominger haben sich das Ja-Wort gegeben.

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beatrice müller

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von sandra casalini

2 3 4 5 Bleibt uns erhalten Beatrice Müller, 48, dementiert Gerüchte, sie werde SF-ItalienKorrespondentin: «Ich bin und bleibe ‹Tagesschau›-Moderatorin und -Redaktorin.» Die Liebe zu Italien bleibt trotzdem bestehen: Mit ihrem Mann Heiner Hug besitzt sie ein Landhaus in der Toskana.

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Set-Besuch Ein grosser Traum von mir ist, einen namhaften Spielfilm-Regisseur beim Drehen zu begleiten. So könnte ich viel Praktisches übers Filmhandwerk lernen. Als TV-Journalistin würde mir das Ab­geschaute sicherlich nützen. Farbe bekennen Ich möchte mich ausgiebig mit der Farbenlehre beschäftigen. Die bunte Welt in meinem Kopf und die Bilder, die wir bei der «Tagesschau» täglich produzieren, würde ich danach sicherlich anders sehen. In Stein meisseln Ganz toll wäre es, einen Marmorblock vom Abbau im Steinbruch über den Transport bis zum Bildhauer und zu seinem letzten Bestimmungsort zu begleiten. Ein Buch verschlingen Irgendwann will ich Goethes «Faust» von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen – ohne Pause! Kochlehrling sein Ein zweiter grosser Traum von mir: einen Tag in der Küche von Alain Ducasse im «Plaza Athénée» im 8. Pariser Arrondissement den Drei-Sterne-Köchen bei der Arbeit zuschauen. Wer weiss, vielleicht liessen sie mich ja auch mit anpacken. Winzerplausch Dabei schaue ich einem Weinbauern bei der Arbeit über die Schulter – am liebsten zu verschiedenen Jahreszeiten. Computerkurs Mein technisches Wissen ist leider begrenzt, deshalb möchte ich das Innenleben meines Computers besser kennenlernen. Damit mir in Zukunft auch schwierige technische Dinge auf Anhieb gelingen … Fernfahren Heute werden unsere Konsumgüter quer durch Europa transportiert. Auf ihren Spuren mit einem Trucker unseren Kontinent zu erforschen – das wäre was für mich! Nachforschen Ich möchte mir endlich das restaurierte «Abendmahl» von Leonardo da Vinci in Mailand ansehen. Ich prüfe dann, ob die Person neben Jesus wirklich wie eine Frau aussieht. Das Leben leben und weiterhin all die vielfältigen Dinge tun, die ich jetzt schon tue.

Foto Rolf Edelmann

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