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Udo Jürgens

Singen, bis der Vorhang fällt

Manuela Pesko

Mein neues Leben

Grösser, kleiner, straffer

Vier Frauen zeigen ihren Traumbusen

Ladina & Renzo blumenthal

Ihr Baby-Glück! Bilder voller Zärtlichkeit

So süss ist unser Moreno

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23. Februar 2009 CHF 4.50

Inhalt

HEFT 9, MONTAG, 23. Februar 2009

Titel

Titelfoto Thomas Buchwalder, Inhalt Oliver Mark

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u Udo Jürgens Unterwegs: mit dem grossen Enter­tainer auf Tournee. Der Wahl-Schweizer verrät seine geheimen Rituale. Was ihn so stark macht. Und wovor er sich fürchtet.

Ladina & Renzo Blumenthal Moreno! Die ersten Bilder ihres Familienglücks. Warum sich der Ex-Mister bei der Geburt seines Sohnes schuldig fühlte

Leute 7 8 24

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Tagebuch des Chefredaktors Leute Bundesrat, Hamilton, Nuri/Florido, Petri, Spuhler, Weiler, Heinzmann Manuela Pesko «Ich sehne mich nach einem Mann»: das neue Leben der Snowboard-Weltmeisterin Linard Bardill Besuch in seinem Paradies. Der Bündner Liedermacher singt mit Pippo Pollina über Heimat in der Fremde

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Inhalt Gesellschaft 32

Amanda Ammann Hilfe für die Ärmsten der Armen! Als Glücksbringer aus der Schweiz in Afrika. Ihr ergreifendes Tagebuch

Reportage 72

Udo Jürgens Nah. «Mit meiner eigenen Generation habe ich gebrochen»: So haben Sie den Mega-Star und Wahl-Schweizer noch nie gesehen

Shopping 37

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Top Fit 46

u Manuela Pesko Ihr Traummann? «Er muss ein Herz aus Gold besitzen, ehrlich sein und dunkle Haare haben. Snowboarden? Das bringe ich ihm notfalls selbst bei!»

Der perfekte Busen! Grösser, kleiner, straffer. Silikon, Hyaluron, Eigenfett: Die Methoden für die Traumbusen werden immer raffinierter. Und: Was sie kosten

Die Besten 51

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 59

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party 80

Swiss Music Awards, Zürich; OscarAtmosphäre bei Arthur Cohn, Los Angeles

Fotos Fabienne Bühler, Marcel Nöcker, Beda Filliger

Und …

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u Sabrina F. «Silikon kam für mich nicht infrage.» Macrolane verhalf der 28-Jährigen zum Traumbusen.

u Amanda Ammann Die Ex-Miss auf Mission in Afrika. «Ich helfe gern!»

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

88 90 68 89

Notabene von Mona Vetsch Die Liste von Fabienne Heyne Horoskop Leserbriefe / Impressum

.schweizer-illustrierte.ch

Diese Woche im Web-TV Amanda Ammann, Renzo Blumenthal, Fabienne Heyne; GaultMillauKöche verraten Tipps und Tricks, ShoppingExperten zeigen die neusten Mode-Trends. schweizer illustrierte



tagebuch

Todes-Schmerz, Baby-Glück Adolf Ogi

Es ist das Schlimmste, was Eltern widerfahren kann. Ein Kind zu verlieren. Letzte Woche erreichte uns die traurige Nachricht: Matthias, der 35-jährige Sohn von alt Bundesrat Adolf Ogi, verlor seinen Kampf gegen den Krebs. Wir wussten seit langer Zeit vom Drama im Hause Ogi, haben aber den Wunsch der Familie respektiert, nicht darüber zu berichten. Im Namen der Redaktion, sicher aber auch im Namen aller Leserinnen und Leser, spreche ich Ihnen, lieber Adolf Ogi, liebe Katrin und Caroline Ogi, unser herzlichstes Beileid aus. Ich wünsche Ihnen Kraft und Zuversicht in diesen schweren Stunden.

Udo Jürgens Er ist der letzte grosse

Nik Niethammer, Chefredaktor

Enter­tainer. Hat mehr als 900 Lieder geschrieben. Er ist 74 – und füllt noch immer die grossen Hallen. Unsere Autorin ­Stephanie Ringel hat den Wahl-Schweizer auf seiner Tournee in Deutschland begleitet. Sie zeichnet das Bild eines Mannes, der streng ist mit sich selbst. Der unglaublich diszipliniert sein Handwerk ausübt. Der alles erreicht hat – und mit seinem Leben trotzdem hadert. Viele Leute hätten noch immer nicht begriffen, dass Udo Jürgens kein Schlagersänger ist, sagt Ringel. «Darunter leidet er sehr.» Lesen Sie die persönliche Reportage mit dem Titel «Singen, bis der Vorhang fällt» – ab Seite 72

Renzo Blumenthal

Es gibt Prominente, die es nie aufs Cover der Schweizer Illustrierten schaffen. Und es gibt Prominente, die uns immer wieder eine Titelgeschichte wert sind. Weil sie uns in ihre Seele blicken lassen. Weil sie die Tür zu ihrem Privatleben ein Stück weit aufstossen und wir an ihrem Alltag, ihren kleinen und grossen Freuden teilhaben dürfen. Zu diesen Prominenten gehört Renzo Blumenthal. Wir begleiten den Aufstieg des jungen Bio-Bauern aus dem bündnerischen Vella seit drei Jahren hautnah. Wir waren die Ersten, die über seine Beziehung zur attraktiven Lehrerin Ladina berichteten. Wir standen in der ersten Reihe, als die beiden ihre Traumhochzeit feierten. Und wir sind das erste Magazin, das exklusive Bilder des kleinen Moreno Blumenthal zeigen kann. Das Fotoshooting letzte Woche begann übrigens mit einem kleinen Zwischenfall: Kaum hatte Renzo Blumenthal seinen Junior der Windel entledigt, pinkelte der Kleine genüsslich auf die Kuscheldecke. Das Malheur blieb ohne Folgen: Gerade mal drei Monate alt, posierte Moreno wie ein Profi. Entstanden sind Fotos voller Zärtlichkeit und Glück. Es ist das Schönste, was einem jungen Paar widerfahren kann: ein gesundes Kind geschenkt zu bekommen. Lesen Sie – ab Seite 16

Titelheld Renzo Blumenthal schaffte es in drei Jahren sieben Mal aufs Cover der Schweizer Illustrierten. Die Erfolgsgeschichte begann im Mai 2005 – mit der Wahl zum Mister Schweiz.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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Fasnacht in Luzern

Foto Michael Buholzer / Reuters

Die Narren regieren

u Unsere Bundesräte Arm in Arm. Das schafft nur die Luzerner Fasnacht! Micheline Calmy-Rey grinst und winkt, Doris Leuthard hüllt sich in Pelz, Moritz Leuenberger leidet, Hans-Rudolf Merz versprüht Appenzeller Schalk, Ueli Maurer trägt die Rose einer Verehrerin, Eveline



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­ idmer-Schlumpf zeigt Bein, und Pascal W Couchepin spielt – einen Kopf kleiner als im Original – den Aussenseiter. Für das unverwechselbare Aussehen der NarrenRegierung sorgen die Fasnachtsmasken aus Lindenholz, die Ruedi Kyburz aus Schindellegi SZ geschnitzt hat. Christine Zwygart

Bild der Woche

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Bild der Woche

wiener opernball

«Alles Walzer!»

Foto Michael Tinnefeld / People Image

u Champagnerlaune bis vier Uhr früh. Und von Finanzkrise keine Spur! Der 53. Wiener Opernball sorgte trotzdem für Überraschungen: Der Ball der Bälle wurde zur Musik von Josef Haydn eröffnet. Erstmals forderten heuer die 160 Debütantenpaare mit «Alles Walzer!» die Gäste zum Mittanzen auf. Absolutes Novum: Ein

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beheizter roter Teppich garantierte gemütliches Defilieren. Einzig Baulöwe Richard «Mörtel» Lugner hielt in Sachen Damenwahl an Altbewährtem fest: prominent und blond. Doch «seine» Nicollette Sheridan («Desperate Housewives») walzerte bereits nach 15 Minuten mit einem Wiener Tanzlehrer. bettina portmann

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Happy Housewife Eine Baume & Mer- Elegant Bollywood-Schauspielerin cier am Handgelenk von Teri Hatcher. Aishwarya Rai lächelt für Longines.

Hobby-Pilot John Travolta besitzt nicht nur eine Breitling, sondern sogar einen eigenen Flughafen.

Durchblick Hollywood-Beau George Clooney wirbt seit zwei Jahren für Omega.

Wer schaut da noch auf die Uhr? TopModel Gisele Bündchen räkelt sich für Ebel.

lewis Hamilton & Co.

Stars ticken für die Schweiz

Fotos Tom Munro, Thomas Buchwalder

u Böse Zungen sagen, das Spannendste an Formel-1Weltmeister Lewis Hamilton, 24, sei seine Freundin, die Pussycat-Doll-Sängerin Nicole Scherzinger. Aber was kann der Engländer dafür, dass er fährt wie ein Schweizer Uhrwerk? «Ich bin nun mal ein Good Guy», sagt Hamilton über sich. Das haben sich auch die Uhren­ macher von Tag Heuer gedacht – und ihn als Marken­ botschafter verpflichtet. «Das passt, schliesslich dreht sich in meinem Leben alles um Hundertstelsekunden.» Der erste Star, der für Schweizer Uhren wirbt, ist ­Hamilton beileibe nicht. In der Top-Liga der Models, Sportler und Leinwand-Grössen ist das «Swiss Made» am Handgelenk seit je ein Muss. Alejandro velert

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Der Engländer Lewis Hamilton wurde 2008 jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. schweizer illustrierte

Leute nachgefragt bei

Stephan Weiler Frisch verliebt Zum Ende seines Amtsjahres hat Mister Schweiz Stephan Weiler, 25, seinen «Chäfer» wieder: Seine Ex, Jasmin Braunwalder, 20, ist auch seine Neue. Herr Weiler, Sie haben eine neue Frau an Ihrer Seite. (Lacht.) Nein, eigentlich nicht. Seit Anfang Februar bin ich wieder mit meiner Ex-Freundin Jasmin zusammen. Wie ist es denn dazu gekommen? Nach unserer Trennung im November sind wir uns immer wieder mal im Ausgang über den Weg gelaufen. Wir trennten uns ja nicht im Streit, so konnten wir unsere Gefühle füreinander neu entdecken. Hat Ihnen das Single-Leben nicht gefallen? Doch, es hatte durchaus seine Vorteile. Aber grundsätzlich bin ich eher der Beziehungs-Typ und sehr glücklich, wieder in einer Partnerschaft zu sein. Aber die dreimonatige Auszeit tat Jasmin und mir als Paar gut. Inwiefern? Für unsere Trennung gab es mehrere ­Gründe, aber der Druck, der durch meine Verpflichtungen als Mister Schweiz entstand, war sicher mit ein Faktor. Ich denke, wir haben beide gelernt, besser mit diesem Umstand umzugehen. Ich habe den Rummel um mich anfangs etwas unterschätzt. Und ich muss sagen, dass Jasmin das oft lockerer nehmen konnte als ich. Dafür war und bin ich sehr stolz auf sie. Glauben Sie denn, dass es im zweiten Anlauf besser klappt? Da sind wir sehr zuversichtlich. Das MisterJahr und die kurzfristige Trennung waren eine Art Bewährungsprobe für uns. Warum ist Jasmin die Richtige für Sie? Sie hat einfach eine tolle Ausstrahlung, die mich anzieht. Sie ist bodenständig und weiss, was sie will. Wir ergänzen uns sehr gut. Am 2. Mai geht Ihr Amtsjahr zu Ende. Freuen Sie sich? Ja und nein. Ich hatte ein fantastisches Jahr und habe viel gelernt. Aber ich freue mich auf mehr Zeit für Jasmin und mich selbst. Gibts schon Pläne für die Zeit danach? Zuerst steht eine grössere Reise nach Übersee an. Natürlich mit Jasmin. Danach widme ich mich meinem Medizinstudium. Interview SANDRA CASALINI schweizer illustrierte

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wer liebt wen

Drei Ladys mit Herzklopfen u Zwei

Rocker auf Schmusekurs: Zwischen den «Music­ Star»-Kandidaten Florina Kollegger, 18, und Michu Stalder, 25, (Bild) hat es gefunkt! Erst letzte Woche trennte sich Florina von Elektriker Andres, 20, jetzt schwärmt sie: «Michu wäre schon mein Typ.» Der Berner konnte die Bündnerin schon immer gut riechen: «Ich schnüffle gern an Florinas Haar.» u Alte Liebe rostet nicht: Michelle Hunziker, 32, wurde letzte Woche mit ihrem Ex, Luigi de Laurentis, 34, gesichtet. In der Promi-Beiz Celestina in Rom sollen sich die beiden zum «intimen Znacht» getroffen haben – und das, obwohl Michelle doch frisch liiert ist: mit Musikproduzent Gabriele Parisi, 37. u «Indiana Jones»-Star Harrison Ford, 66,

reitet ab sofort nicht mehr allein in den Sonnenuntergang: Wie die «New York Post» berichtet, will er seiner Freundin Calista Flockhart, 44, («Ally Mc­Beal») endlich das Jawort geben. Die Heirats­dokumente sind bereits bestellt, Indiana Jones hat seinen «Schatz» gefunden! u Die Schöne und der Camping-Lover:

Nasanin Nuri (l.) und Isabel Florido am Gala-Abend für die Rechte der Frauen. Am 12. 3. zeigt SF 1 einen DokFilm über Nasanin. NASANIN NURI & ISABEL FLORIDO

Schöne Hilfe für Frauen u Als sie 14 war, erdrosselte ihr Vater

ihre Mutter. Jetzt setzt sich Miss Earth «Baywatch»-Nixe Pamela Anderson, 41, Schweiz Nasanin Nuri, 22, gegen Gewalt lernte beim Zelten Jamie Padgett, 42, kennen. Da ihr Haus in Los Angeles renoviert an Frauen ein. Ihre Stiftung Soleyes soll wurde, campierte sie in Malibu und verliebte «traurigen Augen wieder ­Sonnenschein sich dort in den muskelbepackten Elektriker. schenken». Gesammelt wurde dafür vergan-

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genen Samstag an einem Gala-Abend in Bern. Unterstützt wird Nasanin von Schauspielerin Isabel Florido, 38. Nasanin: «Toll, dass sich so viele Leute für Frauenrechte ein­setzen. Ich allein kann die Welt nicht ändern. Aber gemeinsam schaffen wirs vielleicht.» sandra casalini

Rose

kaktus

PetER SPUHLER Unternehmer u Noch vor ein paar Tagen sah es düster aus für Rieter, einen der führenden Anbieter für die Textilund Automobilindustrie mit weltweit 15 000 Beschäftigten. Nun ist Rettung in Sicht. Der Thurgauer Unternehmer Peter Spuhler schiesst bei Rieter 57 Millionen Franken ein und erhöht so seinen Aktienanteil. Nun ziehen – das war Spuhlers Bedingung – die Banken nach. Damit ist Rieter aus dem Gröbsten raus. Spuhlers Engagement ist ein Lichtblick in wirtschaftlich schweren Zeiten. Auch wir lassen deshalb etwas springen, selbst wenns nur elf Fränkli sind: für unsere Rose der Woche.

Stephan Wiederkehr CEO Billag AG u Seltsame TV-Werbung, unfreundlicher Kundendienst, unveröffentlichte Geschäftszahlen – die Billag steht in der Dauerkritik. Politiker von links bis rechts möchten die Inkassostelle nun abschaffen. Der CEO sagt nichts dazu. 55 Millionen kassiert die Firma jährlich für das Einziehen der Radio- und Fernseh­ gebühren, der Gewinn bleibt geheim. Der Boss schweigt dazu. Lieber Herr Wiederkehr, wir hätten letzte Woche gern mit Ihnen gesprochen. Leider lehnten Sie ab. So deponieren wir unsere Interview-Anfrage noch einmal. Mit Nachdruck. Und mit Kaktus.

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Leute

«I love Stefanie!» Erst eine Liebeserklärung beim Live-Act von Sänger Lionel Richie ...

... dann den begehrten Echo-Musikpreis! Stefanie Heinzmann kann ihr Glück in Berlin kaum fassen.

Stefanie Heinzmann

Fotos Marcel Nöcker, Getty Images, AP, SF, Dukas, Keystone

«Das ist total geil!» u Sie kommt aus dem Wallis und eroberte am vergangenen Samstag Deutschland: Bei der Gala vor 10 000 Zuschauern in der O2-World-Arena in Berlin gewann Stefanie Heinzmann, 19, einen der renommiertesten Musikpreise Europas, den Echo! In der Kategorie Künstlerin National Rock/Pop setzte sie sich gegen Sarah Connor, LaFee, Annett Louisan und Ina Müller durch. Den Tränen nah und «total sprachlos» bedankte sie sich auf ihre Art: «Ich hätte doch auf meinen Bruder hören und eine Rede vorbereiten sollen. Scheisse, das ist total geil! Danke, Leute!» Als Überraschungsact trat Stefanie zuvor schon an der Seite von R&B-Sänger Lionel Richie, 59, auf. Der bedankte sich ebenfalls auf seine Art: «I love Stefanie!» Wie Stefanie auch in der Schweiz abräumte – S. 82

BEA PETRI

Flinke Hände und ein grosses Herz

Bea Petri bei der Arbeit in ihrer KosmetikSchule in Afrika.

u Wer bei Gesichtsmasken und Pediküre an Oberflächliches denkt, liegt im Fall von Bea Petri, 53, falsch! Vergangenen Herbst eröffnete die Star-Visagistin in Burkina Faso eine Kosmetik-Schule. Dazu gründet sie am 28. Februar in ihrer Zürcher Schminkbar den Förderverein Nas Mode. Petri: «Eine KosmetikAusbildung ermöglicht vielen jungen Frauen einen Job im Umfeld des afrikanischen Filmschaffens.» SC

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Titel

Ganz dä Papä! Gerade mal drei Monate alt, posiert Moreno schon wie ein Profi. Ex-Mister-Schweiz RENZO BLUMENTHAL: «Bei seiner Geburt fühlte ich mich schuldig!»

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Spielen «Flügerli» Moreno liebt es, die volle Aufmerksamkeit seines Papis zu haben. Bio-Bauer Renzo: «Ich freue mich darauf, mit ihm in den Stall zu gehen.»

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Titel Schauen «Moreno hat ständig Angst, etwas zu verpassen», weiss Ladina. «Das erinnert mich ein bisschen an Renzo.»

«Vatersein ist ein 24-StundenJob. Daran musste ich mich erst gewöhnen» RENZO BLUMENTHAL

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Text SANDRA CASALINI Fotos THOMAS BUCHWALDER

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onnerstagmorgen, 9.30 Uhr. Auftritt Moreno Blumenthal. Papi Renzo, 31, trägt seinen drei Monate alten Sprössling im Maxi-Cosi. Blonder Haarflaum, tiefblaue Augen – und ein Lächeln, dass auch im ärgsten Schneetreiben die Sonne aufgeht! Gerade hat er noch geschlafen. Jetzt zieht er sich mit Mami Ladina, 26, kurz zum Stillen zurück. Eine Viertelstunde später – Moreno ist satt, wach und gut gelaunt. Jetzt kanns losgehen. Nur noch kurz die Windeln wechseln. Renzo Blumenthal macht das ganz unkompliziert auf dem fürs Fotografieren bereitgestellten Bett. Er ist schnell. Aber nicht schnell genug:

Kaum der Windel entledigt, pinkelt der Kleine genüsslich auf die nicht gerade preiswerte Kuscheldecke. «Sorry», sagt Renzo und grinst von einem Ohr zum anderen. Auch Ladina kann sich ein Lachen kaum verkneifen und versteckt sich hinter der Schweizer Illustrierten, in der sie gerade blättert. Auf dem Titel: die 16 neuen Mister-Kandidaten. Herr Blumenthal, in zwanzig Jahren könnte Ihr Sohn von diesem Titelbild lächeln. Renzo: Das glaube ich nicht. Aber wenn er möchte, unterstützen wir ihn. Ladina: Ich denke, Moreno wird mehr Freude daran haben, mit seinem Papi in den Stall zu gehen und Traktor zu fahren, als an der Tatsache, dass Renzo 2005 Mister Schweiz war. Gleicht er denn seinem attraktiven Papa?

Ladina: Die Augen hat er von Renzo. Und den eher spärlichen Haarwuchs auch! Der Sturkopf kommt von uns beiden. Moreno ist aufmerksam und möchte nichts verpassen. Er schläft tagsüber nicht viel. Renzo: Dafür «pfust» er nachts bereits von neun bis sechs Uhr durch. Soll Moreno einmal Ihren Bio-Bauernhof übernehmen? Ladina: Das würde uns sicher Freude machen. Aber er muss nicht. Renzo: Es gibt ja vielleicht noch mehr. Ladina: Mehr was? Renzo: Kinder! Ladina: (Lacht.) Ich muss erst einmal meine zehn verbliebenen Schwangerschaftskilo abnehmen. Und du denkst schon ans nächste? Sie sollen nach der Geburt gesagt haben,

dass Moreno ein Einzelkind bleibt. Ladina: Das stimmt so nicht. Im ­Gegenteil: Wenn es klappt, hätten wir sehr gerne irgendwann ein zweites Kind. Renzo: Jetzt geniessen wir aber erst einmal Moreno. Ein Kind ändert alles. Was denn zum Beispiel? Ladina: Die Zeit bekommt eine ganz andere Bedeutung. Als Mami kann ich nicht mehr «schnell» aus dem Haus – bis man mit dem Baby parat ist, dauert es eine halbe Stunde, gerade im Winter. Ausserdem merke ich, wie unpraktisch unsere Welt eingerichtet ist: überall Treppen und enge Eingänge, die mit Kinderwagen kaum passierbar sind. Renzo: Mein Alltag hat sich nicht sehr verändert. Neu ist, dass ich nun so viel Verantwortung für diesen kleinen Menschen habe.

Was hat Sie überrascht an der Elternrolle? Renzo: Dass es ein 24-Stunden-Job ist. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Ladina: Ich habe nicht damit gerechnet, dass meine Zeit und meine Kräfte mit einem Baby dermassen knapp bemessen sein werden. Ich hatte mir vorgenommen, pro Tag eine halbe Stunde zu turnen. Keine Chance! Wenn Moreno denn mal tagsüber schläft, mache ich den Haushalt. Wie haben Sie denn Ihre Elternpflichten aufgeteilt? Renzo: Ich helfe, wo ich kann. Ich koche auch. (Ladina lacht laut.) Gut, vielleicht nicht jeden Tag. Aber ich wechsle Windeln und bin fürs Baden zuständig. Samstag ist Badetag. Dass Ladina mehr macht, liegt in der Natur der Sache: Ich kann halt nicht stillen. u schweizer illustrierte

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Schmusen Renzo ist ein Vollblut-Papi. Wickeln und baden? ÂŤKein Problem!Âť

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Titel Ich möchte Moreno sicher noch einen Monat lang voll stillen, und damit auch nicht aufhören, wenn er Brei gefüttert bekommt. Möchten Sie irgendwann wieder als Lehrerin arbeiten? Ladina: Ich kanns mir schon vor­ stellen, zur Abwechslung einen Tag pro Woche – wenn Moreno grösser ist. Dann kann er mit Papi in den Stall. Renzo: Darauf freue ich mich am meisten. Zu meinen schönsten Kind­ heitserinnerungen gehört, wie ich mit meinen Brüdern im Kuhstall rumtobe. Wird Ihr Sohn da auch mithelfen müssen? Renzo: Ja sicher, das gehört dazu. Ladina: Er soll nicht seine ganze Freizeit mit Misten und Melken ver­ bringen. Aber durch die Beschäftigung mit den Tieren lernt er auch, Ver­ antwortung zu übernehmen. Haben sich schon Diskussionen über Erziehungsfragen ergeben? Renzo: Bis jetzt noch nicht. Wir haben da ähnliche Ansichten. Ladina: Wir sind strenge, aber herzliche Eltern. Respekt und Anstand sind uns wichtig. Was hat sich für Sie als Paar geändert? Renzo: Wir haben viel weniger Zeit füreinander. Ladina: Das ändert sich bestimmt wieder. Im Moment bin ich noch nicht bereit, Moreno länger abzugeben. Wie haben Sie die Geburt erlebt? Renzo: Ladina hatte Wehen, wollte aber warten, bis die Fruchtblase platzt. Ich bin selten so schnell von Vella nach Chur gefahren. Im Spital gings dann gleich los. Ich war hilflos und hatte ein schlechtes Gewissen: Ich war schuld, wegen mir litt sie solche Schmerzen. Ladina: Während der Geburt konnte Renzo mir nichts recht machen. Ich wollte nur meine Ruhe. Moreno war zwar ein Sterngucker – er schaute nach vorn statt nach hinten –, aber es lief alles problemlos. Ich war erstaunt, wie fit ich gleich danach war. Wie kamen Sie auf den Namen Moreno?

«Während der Geburt konnte Renzo mir nichts recht machen. Ich wollte nur meine Ruhe!» LADINA BLUMENTHAL

Schlafen Ein kurzes Nickerchen für Moreno – ein paar Minuten Zweisamkeit für Mami und Papi. Renzo: Wir wollten uns vom Geschlecht überraschen lassen und rechneten eher mit einem Mädchen. Ladina: (Lacht.) Als Renzo sagte: «Es ist ein Bub!», sagte ich erst mal: «Red keinen Blödsinn!» Renzo: Der Mädchenname stand fest, doch für einen Jungen hatten wir noch zwei zur Auswahl. Als wir ihn sahen, sagten wir spontan: «Moreno.» Auch wenn das «der Dunkle» heisst und er blond ist. Wir mögen den Klang des Namens. Zur Geburt bekamen Sie kistenweise Stofftiere, die Sie ins Kinderspital brachten. Gehen Ihnen die Schicksale von Kindern jetzt, wo Sie Vater sind, näher? Renzo: Ja. Was ich dort gesehen habe, hat mich wahnsinnig berührt. Ein gesundes Kind zu haben ist unendlich viel wert. Ladina: Wir möchten uns bei allen bedanken, die etwas geschickt haben. Sie machten nicht nur uns, sondern

auch den kleinen Patienten im Kispi eine grosse Freude. Dann gibts zur Taufe wohl wieder ­massenweise Spielzeug? Renzo: Eigentlich brauchen wir nichts mehr. Ausserdem steht für die Taufe noch kein Datum fest. Ladina: Ich möchte auf jeden Fall, dass meine 93-jährige Ur-Grossmutter, also Morenos Ur-Ur-Nani, diese noch erlebt. Und was die Geschenke betrifft: Uns ist wichtig, dass Moreno beschei­ den bleibt. Momentan reichen Moreno ein lachsfarbener Nuggi und eine weiche Decke zum Glück. Dass sein Papi ihm nach dem Posieren diesmal die Windeln auf dem Boden wechselt, stört den kleinen Mann nicht im Geringsten. Schliesslich lassen sich auch Teppiche bestens «markieren».  Renzo Blumenthal über Alltag, Papisein und Zukunftspläne, jetzt im Web-TV. www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

Hair & Make-up Daniela Koller, Styling Danae Loucatos, Outfits Renzo: Hose Boss, Shirt Paul Kehl, Strickjacke Casual Concept, alles von PKZ; Ladina: Kleid Boss, Leggins Blue Dog, beides von Feldpausch; Moreno H & M

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«Über Geld, Sex und Religion redet man nicht.» Mein Seit ihrem Rücktritt vom Profisport geniesst es die

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t manuela pesko. Wir haben es trotzdem getan. Snowboarderin, endlich mehr Frau sein zu kĂśnnen.

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anuela Laura Pesko, 30, hat ihr Snowboard noch längst nicht in die Ecke geschmissen. Auch wenn die Bündnerin zu Beginn der Saison ihre aktive Karriere als Spitzensportlerin beendet hat, über unberührte Schneehänge fräst sie noch immer. Auch waghalsige Sprünge in der Halfpipe machen sie nach wie vor happy. Nur boardet sie jetzt statt unter den Augen gestrenger Punkterichter vor der Kamera von Filmregisseur und Modedesigner Willy Bogner.

Frau Pesko, jetzt, wo Sie nicht mehr auf Wettkampftour sind – was möchten Sie unbedingt einmal tun? Mein Traum ist eine Weltreise, mindestens vier Monate unterwegs. Und wohin? Die Regionen, wo es Schnee hat, kenne ich alle, also ziehts mich dorthin, wo ich Sommer, Sonne und Wasser geniessen kann. Australien und Südamerika reizen mich besonders. Irgendwann ist die Weltreise vorbei – und dann? Sport wird ein Teil meines Lebens bleiben, allein schon deshalb, weil ich ein absoluter Bewegungsmensch bin. Aber ich würde gerne eine Ausbildung im Bereich Kommunikation beginnen. Sie haben Ihre Matur mit Schwerpunkt Mathe und Physik absolviert. Keine Ambitionen, da anzuknüpfen? Vor meiner Snowboardkarriere wäre das eine Option gewesen – aber jetzt? Dafür pulsiert das Leben um mich herum zu sehr. Und mir haben sich Türen aufgetan, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Ihr Traumjob? Ich interessiere mich für vieles. Das macht es wohl auch so schwierig, mich auf einen Job festzulegen. Ich glaube, das ergibt sich einfach. Sind Sie der Typ, der die Dinge auf sich zukommen lässt, oder planen Sie alles? Einen gewissen Grundplan habe ich schon. Den Wechsel vom Spitzensport hin zur Actionfilm-Branche bei Willy Bogner habe ich mir gut überlegt. Aber gewisse Sachen lasse ich offen. Mit wem haben Sie vorab über Ihren Rücktritt gesprochen? Mit niemandem! Nicht mal mit meinen Eltern oder meinem Bruder. Mir war klar, dass das eine Entscheidung ist, die ich allein treffen muss. Und ich wollte vermeiden, dass irgendwer versucht, mich zu überreden.

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Hätte es denn jemand geschafft? (Überlegt lange.) Hm, ich glaube nicht. Meiner Familie hab ich es erst kurz vor der offiziellen Mitteilung gesagt. Und wie reagierten sie? Mein Vater sagte spontan: Ich gratuliere dir zu deinem Mut. Zu wem haben Sie ein engeres Verhältnis – zu Ihrem Vater oder zu Ihrer Mutter? Zu beiden gleich gut. Besonders eng ist es aber zu meinem Bruder. Wie kommt das? Vielleicht weil ich mit ihm zusammen in einer WG wohne. Spielten finanzielle Überlegungen bei Ihrem Rücktritt eine Rolle? Daran habe ich nicht gedacht. Natürlich muss ich mir Gedanken machen, was ich in Zukunft beruflich tun will. Aber ich kann noch ganz gut leben vom Snowboardfahren. Haben Sie so gut verdient, dass Sie sich zur Ruhe setzen könnten? Das kommt immer auf den Standard an, den man will. Ausserdem: Über Geld redet man doch nicht. Wir schon. Okay. Wenngleich ich nicht so viel verdiene wie andere Schweizer Sportstars. Was bedeutet Ihnen persönlich Geld? Ich brauche es zum Leben. Ich will ein Dach überm Kopf, Essen auf dem Teller, gehe auch mal gern ins Restaurant und in die Ferien. Aber Geld ist für mich nicht mehr als ein Beruhigungsmittel. Sind Sie sparsam? (Lacht.) Nein, sicher nicht! Ich gebe das Geld der Wirtschaft zurück, was ja in diesen kritischen Zeiten wichtig ist. Und wofür geben Sie Ihr Geld aus? Vor allem für Essen. Ab und zu gehe ich auch shoppen. Und einmal im Jahr mache ich richtig Ferien. Heuer habe ich allerdings Ferien von meinem Sponsor TUI geschenkt bekommen, was mich riesig freut. Sie tauchen an Events in Kleidern des Luxuslabels Talbot Runhof auf, tragen ein Cartier-Armband … … wenn mir etwas wirklich gefällt, kaufe ich es – wobei ich schon auf den Preis schaue. Es gibt auch für mich eine Schmerzgrenze. Die liegt wo – beispielsweise bei einem Abendkleid? Bei 2000 Franken. Und wie viele Abendkleider hängen in Ihrem Schrank?

Lange Abendkleider habe ich gar nicht so viele – vielleicht drei oder vier. Und kurze? Sicher einige mehr. Schreiten Sie gern über rote Teppiche? Das kommt auf den Event an. Man trifft ja teilweise auch ganz lustige Leute bei solchen Anlässen. Wo sehen Sie sich in zehn Jahren? Erfolgreiche Geschäftsfrau, etabliert im Job. Vielleicht mit einer Familie. Was heisst vielleicht? Ich würde schon gern eine Familie haben, aber dafür brauche ich erst mal den richtigen Partner. Womit wir beim Thema wären. (Grinst.) Schlau eingefädelt! Ernsthaft: Im Spitzensport ist es kaum möglich, eine Beziehung zu führen. Ich glaubte das früher nie, wenn mir das jemand erzählte. Aber ich habe es selbst erlebt, war zehn Monate im Jahr rund um die Welt unterwegs. Da kann man nicht von einem Partner verlangen, zu warten und für einen da zu sein, wenn man mal wieder nach Hause kommt. Würden Sie sich nicht manchmal eine Schulter zum Anlehnen wünschen? Natürlich sehne ich mich auch nach einem Mann. Es wäre schön, wenn ich

«Grundsätzlich bin ich harmoniebedürftig, aber wenn mir was nicht passt, kann ich sehr deutlich werden»

Foto Peter Mathis Bogner

Text René haenig Fotos fabienne bühler

In Action Manuela fetzt beim Dreh für Willy Bogner auf dem Corvatsch GR über den Schnee.

abends nach Hause kommen und sagen könnte: «O, massierst du mich bitte!» Welche Ansprüche stellen Sie an einen Mann? Er muss ein Herz aus Gold besitzen, eine gute Ausstrahlung haben, ehrlich sein, ein bisschen sportlich – und er muss mit mir umgehen können. Was heisst das denn? (Lacht lauthals.) Ich habe sehr viel Energie. Es kann vorkommen, dass ich sage, wir machen jetzt dies und jenes, und zwei Minuten später fällt mir was völlig anderes ein. Muss er snowboarden können? Nicht unbedingt. Das kann ich ihm ja beibringen. Aber mir fällt gerade noch was ein, was er unbedingt haben muss. Was denn? Ich muss mit ihm gut reden können, und er sollte mir auch mal einen Tipp als Freund und nicht nur als Partner geben. Und wie soll er aussehen? Ich hab gern dunkle Haare. Könnten in einer Beziehung bei Ihnen auch mal die Fetzen fliegen?

Grundsätzlich bin ich eher harmoniebedürftig, aber wenn mir was nicht passt, kann ich sehr deutlich werden. Würden Sie einen Seitensprung ­verzeihen? Schwer zu sagen. Vertrauen ist in einer Beziehung für mich das A und O. Ich wünsche mir, dass man sich in die Augen schauen kann und jeder genau weiss, woran er beim anderen ist. Wollen Sie irgendwann heiraten? Sicher. Das gehört für mich dazu. Und erst danach Kinder bekommen? Das ist mir eigentlich egal. Aber Kinder wollen Sie? Klar! Ich habe immer gesagt, dass ich drei Kinder möchte, aber vielleicht sind es dann doch nur zwei. Wie denken Sie über One-Night-Stands? Das ist nichts für mich. Der Gedanke, mit jemandem im Bett zu landen, den ich nicht kenne, behagt mir überhaupt nicht. Und welche Rolle spielt für Sie Sex in einer Beziehung? (Lacht verschämt.) Wie beim Geld gilt: Über Sex und Religion rede ich nicht.  schweizer illustrierte

Das Fotoshooting mit Manuela Pesko fand im Hotel Carlton in St. Moritz statt.

Ungeschminkt Offen und ohne Hemmungen spricht Manuela über ihre Sehnsüchte.

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musik Text Thomas Kutschera Fotos Marcel Nöcker

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ir habens gerade ein wenig stressig», sagt Linard Bardill, 52, und legt die Füsse auf den alten Holztisch. «Aber das hält jung!» Vor drei Tagen Palermo, dann Rom und Hausen am Albis ZH – jeden Abend ein Auftritt, alles unter erschwerten Bedingungen: Bardills Bühnenpartner Pippo Pollina, 45, hat hohes Fieber, das Portemonnaie mit den Gagen geht verloren, dann eine Panne mit dem kleinen Tourbus. «Umso mehr geniesse ich den Zwischenstopp hier in meinem Paradies.» Bardills Paradies liegt in Scharans, einem Nest mit 800 Einwohnern hoch über dem Talboden des Domleschg. Seit 1987 lebt der erfolgreiche Bündner Liedermacher und Autor hier oben in einem burgähnlichen Haus. Mit seiner Lebensgefährtin und zwei gemeinsamen Kindern; Sohn Liun, 5, kam mit Downsyndrom zur Welt. Einen Steinwurf entfernt hat sich der gebürtige Churer 2007 einen Lebenstraum verwirklicht: sein Atelier. Ein rotbraun gefärbter Betonbau mit über 500 Rosetten an den Wänden. An den nicht überdachten Innenhof schmiegt sich, durch eine Glasfront getrennt, das Studio. «Das Atelier ist Refugium, kreatives Zentrum und Stätte für Begegnungen.» Das Werk des Architekten Valerio Olgiati ist der exotischste Bau im Ort. Unter Einheimischen sorgte das Haus für Diskussionen. Bardill: «Für viele war es eine Provokation. Doch mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt.» Stundenlang sitzt Bardill im Studio. Lässt die Blicke hinauf zum Piz Beverin schweifen. Komponiert am Mac Kinderlieder, schreibt an einem Buch über männliche Sexualität. Vor Kurzem entwarf er für die Region Flims-LaaxFalera ein neues Kinderskischul-Konzept. Das Atelier sei für ihn eine starke Quelle der Inspiration. «Ideen fliegen mir auch zu, wenn ich mit meinen Eseln Oro und Rosa unterwegs bin.» Mit Eseln war er schon Mitte Achtzigerjahre auf Wanderschaft. Wütende Lieder sang der studierte Theologe und kämpferische Linksaktivist damals, «gegen die fremde Bau-Mafia und den Bündner Erziehungsdirektor» – und war deshalb im Kanton offiziell geächtet. So zog er mit Eseln von Ort zu Ort, sang auf Dorfplätzen, unterstützt von seiner damaligen Frau an der Geige. Heute reist Bardill vor allem mit seinen begeisternden Kindermusik-Programmen durchs Land. Die politische

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Heimat in der Fremde: Das Thema der neuen CD des Bündner Liedermachers Linard Bardill und seines Freundes Pippo Pollina ist hochaktuell.

Scharans–

Integriert Bardills Atelier aus gefärbtem Beton liegt mitten im Dorfzentrum. Früher stand hier ein Stall.

Ort der Inspiration Barde Linard Bardill in seinem Atelierstudio in Scharans GR. Hinter der Glaswand der verschneite Innenhof, vor dem anderen Fenster die Hänge unterhalb des Piz Beverin.

Palermo retour Ader ist ihm geblieben. Auch bei seiner neusten Produktion, der CD mit Pippo Pollina. Den Sizilianer lernte er 1985 kennen, als Pollina in der Luzerner Alt­ stadt als Strassenmusiker spielte. Linard fragte ihn spontan, ob er mit ihm auftre­ ten wolle. Pollina: «Das war der Beginn einer tiefen Freundschaft.» Seit 18 Jah­ ren lebt er in Zürich, ist mit einer Zürcherin verheiratet. «Caffè Caflisch» heisst ihre neue CD. Zwölf lustvolle, aber auch nachdenk­ liche Lieder über die Heimat in der Fer­ ne. Im Jahr 1900 hatte Christian Caflisch aus Trin seiner Heimat den Rücken ge­ kehrt – wie so viele andere Zuckerbäcker aus armen Bündner Bergtälern. In Paler­ mo auf Sizilien baute er eine florierende Konditorei, das Caffè Caflisch. 75 Jahre später gings in die Gegen­ richtung. Pippo Pollina verliess seine Hei­ mat, um die weite Welt kennenzulernen.

Bardill: «Völker wandern ein, Völker wan­ dern aus.» Heute sei die Schweiz ein Ein­ wanderungsland. «Doch wir nehmen nur die Elite auf!» Ein Lied auf der CD heisst «Lampedusa». Auf dieser Insel vor Sizilien landen täglich Boote mit afrikanischen Flüchtlingen. «Vor diesem Drama dürfen wir die Augen nicht verschliessen!» Auf ihrer aktuellen EuropaTournee machen die beiden Barden mit «Caffè Caflisch» in 40 Städten halt. In der Schweiz gastieren sie jeweils in der mobilen Kulturplattform Das Zelt (www.bardill.ch, Tickets: www.daszelt.ch). Bardill würde sich freuen, dabei mal eine seiner Schulkolleginnen zu treffen. Mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ging er ein Jahr ins Gymi in Chur. «Als Justizministerin hat sie mit dem Thema Emigration ja viel zu tun. Sie ist eine integre Persönlichkeit, doch leider allzu oft auf der Blocher-Linie.»

Im Cheminée knistert das Arvenholz. «Vieni, Pippo! Spielen wir eins!» Bardill nimmt eine seiner Gitarren in die Hän­ de, eine akustische Lakewood. Intoniert «Uf und furt». «Pippo und Caflisch sind beste Beispiele, dass Integration eine grosse Bereicherung ist.» 

Freunde Bardill mit Pippo Pollina in seinem Studio am Üben für die gemeinsame Tournee. schweizer illustrierte

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Eine kleine Por Kakerlaken im Babybett! Säuglinge in Sträflingsanzügen! Als Miss Schweiz träumte Amanda ammann davon, Notleidenden zu helfen. In Kenia lernte sie jetzt das Antlitz des Elends kennen. 32

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ittwoch, 4. Februar 2009. Um fünf Uhr früh gehts los. Mit Stephan Holderegger, Initiant des Rhein Valley Hospitals in Kenia, fahre ich nach Zürich zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin erzählt er mir seine Lebensgeschichte: zystische Fibrose, beidseitige Lungentransplantation, begeisterter Marathonläufer und SwissAward-Nominierter 2003. Kurz vor Ab-

Hilfe!

tion Glück flug lerne ich den Fotografen Nicolas Senn kennen. Ein leidenschaftlicher Hackbrettspieler. Neun Stunden später in Nairobi. Endlich treffe ich Mama ­Matata: Ruth Schäfer, eine 1 Meter 52 «kleine», braun gebrannte Appenzellerin, führt seit mehr als acht Jahren das Rhein Valley Hospital. Sie sorgt für «Hakuna Matata» (keine Probleme). Da ich vor ihrem festen Händedruck gewarnt wurde, be-

grüsse ich sie lieber mit drei Küsschen. Wir starten unsere zweistündige Fahrt nach Nakuru. Ein Horror-Trip! Mittellinie gibts keine, jedes ent­gegenkommende Auto scheint unseren Bus zu streifen. Mir bleibt das Herz stehen! Donnerstag. Mein Frühstück kommt mir fast wieder hoch, als wir im schwarzen Land Rover mit St. Galler Kennzeichen über die Holperstrasse

Lichtblick im Elend ­Amanda Ammann will den Ärmsten der Armen helfen. Dafür reiste sie ins Rhein Valley Hospital in Kenia. Und verabreichte stundenlang Entwurmungssäfte. Von ihrem Einsatz berichtet die ehemalige Miss Schweiz exklusiv im Tagebuch.

zum Rhein Valley Hospital nach Kasambara fahren. Heute ist Babytag! Im Warteraum sitzen etwa 20 Mütter mit ihren Babys. Die Kleinen sollen alle gegen Röteln geimpft werden. Zwei Krankenpfleger zeigen mir, wie Daten erfasst und die Babys gewogen werden. Beim Wägen darf ich mithelfen! Die Mütter schauen sehr ruhig zu. Ich würde mich gern mit ihnen unterhalten, doch sie sprechen u schweizer illustrierte

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hilfe!

Der Engel Kenias In ihrem Hospital sorgt Ruth Schäfer für Schweizer Ordnung und Sauberkeit. Amanda: «Ruth erbringt eine wahre Heldentat!»

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kuru National Park! Ich sehe Zebras, ­Dikdiks, Flamingos, Pelikane, Paviane, Schildkröten, Kapuzineräffchen. Löwen suchen wir vergebens. Dafür entdecken wir Babygiraffen und ein Babynashorn! Mama Nashorn steht nur zwei Meter entfernt. Wir sind mucksmäuschenstill! Montag. Auf dem Weg zu einem weiteren Camp sehe ich Gefangene in ihrem schwarz-weiss gestreiften Gewand am Strassenrand arbeiten. Mama Matata erklärt mir, dass sogar Babys, die im Gefängnis geboren werden, ein schwarz-weiss gestreiftes Kleidchen tragen. Dieses Camp ist um einiges grösser als jenes, das wir am Samstag besuchten. Die Kinder sind weniger dreckig … aber immer noch sehr schmutzig. Als wir ankommen, rufen sie: «Misungo, Misungo», was «Weisse» bedeutet. Auf dem Rückweg nach Nakuru werden wir von Polizisten angehalten. Der Grund: die MegaMercedes-Eskorte des Präsidenten. Rund 20 verdunkelte Mercedes und andere Sicherheitswagen preschen an uns vorbei. Am Strassenrand stehen viele Menschen, doch keiner winkt dem Präsidenten zu. Das sagt so ziemlich alles.

Dienstag. Besichtigung des Regierungsspitals in Nakuru. Ich werde auf das Schlimmste vorbereitet. Ein Schlachthof in der Schweiz sei sauberer als dieses Krankenhaus. Zuerst besuchen wir die Geburtenabteilung. Unzählige Frauen sitzen mit Neugeborenen auf alten Eisenbetten und dreckigen Laken. Mamma mia! So viele Babys! Die Instrumente im Kreisssaal: voller Rost! Neben einem sechs Monate alten Baby sitzt doch tatsächlich eine Kakerlake im Bettchen. Ich habe die ganze Zeit hier in Kenia kein so grosses Insekt gesehen. Mich schüttelts. Mittwoch. Gern würde ich länger bleiben, um zu helfen und die Menschen hier besser kennenzulernen. Doch es ist Zeit für die Rückreise in die Schweiz. Ich freue mich auf meinen Schatz Matthias, meine Familie, meinen Hund. Aber ich bin mir sicher: Ich werde wiederkommen! Und mit Mama Matata vielleicht sogar den Kilimandscharo besteigen. Dann natürlich mit Matthias!   Zwischen Glamour und Not: Amanda Ammann im Web-TV. www.schweizer-illustrierte.ch

Glücksbringer aus der Schweiz in kenia

Ein Herz für Kinder Amanda: «Die Tage in Kenia waren prägend. Ich komme wieder!»

u Katastrophale hygienische Zustände und eine mangelhafte medizinische Versorgung sind Alltag in Kenia. An sich nicht lebensbedrohende Krankheiten führen oft zum Tod, weil Spitäler nicht erreichbar, unbezahlbar oder überbelegt sind. Seit der Eröffnung des Rhein Valley Hospitals im Mai 2004 werden mit Schweizer Hilfe jährlich 15 000 Pa­tienten behandelt und zwei Millionen Liter Trinkwasser abgegeben. Spendenkonto PC 90-113180-3, Verein Rhein Valley Hospital KasambaraGilgil Kenia, 9450 Altstätten, www.rhein-valley-hospital.org

Fotos Beda Filliger

kein Englisch. Zu Mittag esse ich einen Burger. Auf dem Tellerrand steht mit Ketchup in Suaheli «Karibu» – willkommen – geschrieben. Zurück in Nakuru trifft mich der Schlag! Überall hängen Strassenkinder herum – geflasht vom Leim, an dem sie sniffen. Ausser Mama Matata und mir sind weit und breit keine Weissen zu sehen … Freitag. Wir fahren erneut zum Hospital. Hoher Besuch ist angesagt: Der Schweizer Botschafter kommt zur Essensausgabe. Vor dem Eingang warten neben vielen Frauen, Männern und Kindern auch Reporter vom «Citizen». Sie drehen einen Bericht über Mama Matata. Die Sonne brennt. Als wir mit der Verteilung von Essen beginnen, gibts weder Gedränge noch Geschubse. Hier herrscht Schweizer Ordnung und Disziplin – verordnet von Mama Matata. Neben Mais gibts einen Pack Tee, Kochfett, Kekse, Bohnen. Ich komme ganz schön ins Schwitzen. Zur Feier des Tages gehen wir Cheeseburger und frische Pommes essen. Köstlich! Samstag. Wir besuchen ein kleines Camp einige Kilometer vom Rhein Valley Hospital entfernt. Noch nie im Leben habe ich so dreckige Kinder gesehen: Ihre Haut ist ausgetrocknet. Das Gesicht von Staub bedeckt, mit Rotz verklebt. Am liebsten hätte ich sie alle umarmt. Im Schatten packen wir die Medikamente aus. Ich verabreiche den Kindern Entwurmungsmittel. Am süssen Saft haben die Kleinen ihre Freude, sie sperren die Münder weit auf. Nach dieser Aktion sehe ich selber wie ein Dreckspatz aus. Ich rede mit verzweifelten Menschen. Unvorstellbar, wie es hier aussieht, wenn die Regenzeit beginnt. Cholera und Massensterben sind vorprogrammiert. Sonntag. Weil heute Feiertag ist, fahren wir auf Safari – in den Lake Na-

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping © Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Model Colin von www.kids-models.ch, Kleider Polo Ralph Lauren

 Look 4 Mal Blazer  Mode Gold her!  Beauty aus der Apotheke  Hotspot aus den USA

Heiss geliebt Die Schaukelschnecke (und all die andern hübschen Spielsachen) von Wisa-Gloria gibts über www.shop.wisa-gloria.ch. u CHF 216.50

Objekt der begierde

Kindertraum u Post-Baby-Boomer wissen: Die Spielzeuge und Kinderwagen der Schweizer Firma Wisa-Gloria waren in den 60er-Jahren der Stoff, aus dem die Kinder­träume waren. Allen voran die Schaukelschnecke: Sie wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Dann ver­schwand die Firma

plötzlich vom Markt und mit ihr die Kinderwagen, Schaukelpferde und Tretautos. Bis Werner Haderer ihnen zu neuem Leben verhalf. Besonders die wiederaufgelegten Wisa-Gloria-Klassiker werden wieder weiter Kulturgeschichte schreiben. Und Kind um Kind erfreuen. Beatrice schönhaus schweizer illustrierte

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Look Manhattan-Chic Ohrringe H & M

u CHF 9.90 Halskette, Kleid,

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Jacke & Armreif Mango   u CHF 29.90/89.90/99.90/39.90 Clutch von Picard bei Globus u CHF 199.– Schuhe von Givenchy bei Monadico, Zürich u CHF 1098.–

Blazer-Variationen

Wandelbarer Frühling u Ohne sie geht gar nichts: Schön, dass es die neuen Blazer in vielen Spielarten gibt. Die Kurzjacke (zwar maskulin geschnitten) kommt be­sonders zur Geltung zu weiblichen ­Kleidern mit grossen Prints (Blumen, grafisch oder ethno). Die XL-Variante darf durchaus vom klassischen Schwarz abweichen und macht den Boyfriend-Look perfekt. (Er heisst so, weil Girls aussehen, als hätten sie das Outfit dem Liebsten aus dem Schrank geklaut.) Gesehen an Katie Holmes oder dem Model Agyness Deyn. Der klassische, den wir alle noch im Schrank haben, wird jetzt mit heissen Leggings mit Print- oder Latex-Optik aufgepeppt und mit überlangen Blusen kombiniert. Wers extravagant mag, kombiniert einen Frack mit Slim Jeans und rockigem Shirt – ganz im neckischen Stil der Pariserinnen. Trägt man dazu noch Statement-Shoes, bekommen die Looks so richtig Power. Frühling, du kannst kommen! ursula Borer

Jede Woche neu: Styling-Trends und Fashion-Shows im Web-TV. Natürlich nur auf www.schweizer-illustrierte.ch

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Boyfriend-Look Hut Goorin von VMC, Zürich u CHF 98.– Ohrringe H & M u CHF 5.90 Jacke Zara u CHF 89.90 Shirt Maje u CHF 109.– Armreifen H & M u CHF 5.90 Gürtel Replay bei Globus u CHF 129.– Jeans Mango u CHF 89.90 Tasche & Schuhe von Pura Lopez bei Grieder u CHF 398.–/450.–

u CHF 528.– Bluse Mango

u CHF 69.90 Leggings American

Apparel u CHF 72.–Armreifen H & M

u CHF 6.90 Tasche New Yorker

u CHF 9.95 Schuhe Fendi bei Grieder u CHF 840.–

Parisienne-Chic Jacke Mango u CHF 55.– T-Shirt Sinful von Globus u CHF 129.– Gürtel Galliano bei Grieder u CHF 140.– Jeans Denham bei VMC, Zürich u CHF 298.– Schuhe Givenchy bei Brunello, Zürich u CHF 998.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Auswahl Melanie Albisser, Haare und Make-up Brigitte für Time mit Produkten von Bobby Brown, Model Olivia für Time

Depression-Chic Ohrringe H & M

u CHF 3.90 Jacke Sandro bei Globus

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Mode Wie eine Elfe Gold­kette und CharmsAnhänger mit Steinen. Antares, Zürich. u CHF 350.–/150.–

Wie ein Orakel Medaillon mit Kette von Ela Stone, entdeckt bei Crème, Zürich. u CHF 159.–

Wie eine Prinzessin Runde MetallOhr­hänger mit orientalischen Ornamenten gibts bei H & M. u CHF 3.90

Wie ein Ritter Schlichtes Modell mit Ornamenten, gefunden bei Zoé, Zürich. u CHF 224.–

Wie ein Maharadscha Herrschaftlicher XL-Ring aus Metall mit Makassar-Holz von Zoé, Zürich. u CHF 79.–

Wie eine Glücksfee Dukaten-Charm-Bracelet gibts bei Manor. u CHF 16.–

Wie eine Königin Breites Band im 60er-Jahre-Stil von Zoé, Zürich. u CHF 145.–

gold-vorrat

u Bei wackliger Finanzlage setzt auch die Mode auf bleibende Werte. In dieser Saison steht altes Gold auch beim Schmuck wieder ganz hoch im Kurs. Dabei muss es gar nicht echt sein, ausser man sieht es als eine Investition. Üppige und grossformatige Teile wie aus einer Schatzkammer, aus einer Schatztruhe eines Piraten oder vom Hals einer morgenländischen Prinzessin. Zum

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Look gibts eine Prise Märchenwelt mit dazu. So können wir einen kurzen Moment träumen und uns über dieses Jahr hinwegtrösten. Denn dazu ist die Mode schliesslich auch da. Damit das Gold richtig zum Strahlen kommt, trägt man es mit intensiven Farben wie Türkis, Grün, Pink, Orange und auch Weiss – am schönsten natürlich zu gebräunter Haut. ursula Borer

Wie ein Sultan Offene Kette mit Glasperlen und Quasten von Avant Première bei Manor. u CHF 35.90

Fotos Paul Seewer, Auswahl Melanie Albisser

Maharadschas Erbe

Beauty Vitamin-Kick Preiselbeer-Saft Plus von Biotta enthält Vitamin A, C, B1, B2, B3, Mineralstoffe und Tannin. 50 cl u CHF 4.60

Entgiften Wellness-Entschlackungstee von Sidroga hilft, mit Kräutern den Körper zu entgiften. u CHF 7.90

Energie-Schub Traubenzucker Cranberry Sinergy von Sidroga überbrückt das Energieloch. 40 g u CHF 2.20

Vitalisierung Feuchtigkeitscrème Wildrose von Weleda belebt die Haut zu 100 Prozent natürlich. 30 ml u CHF 20.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, alle Produkte gibts in Apotheken

Straffheit Körperpeeling Lipidiose Nutritive von Vichy glättet und entfernt trockene Hautschüppchen. 200 ml u CHF 22.90

Feuchtigkeit Feuchtigkeitscrème Hydreane Legere von La Roche-Posay mit Thermalwasser für empfindliche Haut. 40 ml u CHF 24.–

frühlingsfit

Fragen Sie Ihren Apotheker u Nach Noro-Virus und Grippewelle sind wir eigentlich froh, wenn wir keine Apotheke von innen mehr sehen müssen. Falsch gedacht! Neben krankheitslindernden Produkten finden BeautyFans alles, was das Herz begehrt – und mehr. Das Besondere: Apotheken-

Beauty setzt nicht nur auf Schön-, sondern vor allem auf Gesundheit. Giftstoffe und Schlacke transportiert man mit wohlriechenden Wellness-Tees ganz fix aus dem Körper. Wer seinem Körper genügend Vitamine (z. B. mit Gemüse- oder Früchtesäften) zuführt,

ist fitter und weniger krankheitsanfällig. Auf der Suche nach Anti-CellulitePflege, der idealen Haarkur, einer effizienten Fusscrème oder nach einer Feuchtigkeitspflege für empfindliche Haut fragen Sie am besten einfach Ihren Apotheker. ursula Borer schweizer illustrierte

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shopping

Hotspot

American Apparel, Zürich

California Dreaming u Wer schon in Kalifornien war, wird bei American Apparel in Zürich wehmütig. Auf drei Stockwerken gibts farbenfrohe, funkige Street- und Sportswear, die perfekt das sonnige kalifornische Lebensgefühl widerspiegelt. Das Angebot des grössten amerikanischen Bekleidungsherstellers reicht von poppig-funktionaler Unterwäsche,

hipper Sportbekleidung über junge, bequeme Alltagskleidung und sexy Partyoutfits bis zu hübschen Kinder­ sachen. Daneben gibts eine Menge Accessoires, auch für modebewusste Schosshunde. Kristina Köhler Öffnungszeiten Mo–Mi und Fr 10–19 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa 10–18 Uhr

Tierisches Wohl Auch für kleine pelzige Begleiter gibts eine feine Auswahl an bunten Accessoires. u ab CHF 23.– (Welpen-Outfit)

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Fabienne Bühler, Stills Paul Seewer

Schön schrill American Apparels zweiter Shop in der Schweiz bietet auf drei Etagen flippige Streetwear. Rennweg 35, Tel. 044 - 210 23 55, www.americanapparel.net

XX-Large Robuste, ganz weiche OversizeTote in rauchigem Silber. Ideal für Sportsachen, fürs Einkaufen und im Sommer für die Bade­ sachen. u CHF 111.–

Viel rumgekommen Geräumige Denim-Tasche mit einigen der Städte, in denen American Apparel erhältlich ist. u CHF 43.–

College-Stil Der lange, extra softe Cardigan aus Baumwolle passt genauso ins Büro wie zum gemütlichen Home-Outfit. u CHF 74.–

Unique Die Retro-Sonnenbrillen stammen alle von einer aufgekauften Fabrik, die ihren Betrieb eingestellt hat. Deshalb sind sie alle einmalig. u CHF 68.–

Aqua-Farben sind der Trend für Frühling/Sommer. Hier etwa in Form einer schlanken Stretch Slim Jeans in AquaMint. Gibts in diversen Farben. u CHF 127.–

Sporty Spice Im Bodysuit Gloria macht man nicht nur beim Yoga oder Pilates eine gute Figur. Baumwolle, Jersey. u CHF 47.–

Electronics

shopping

1 schön edel

u Das iPhone wurde zum weltweiten Verkaufshit. Darunter litt die Exklusivität. Wer sein Handy einzigartig machen will, findet bei Phonesandstones Möglichkeiten. Der österreichische Juwelier und Designer Peter Aloisson hat Knöpfe, Klammern und Rahmen aus Stahl und Gold mit Swarovski-Steinen gesch affen. Diese lassen sich mit speziellen Haftpads auf­kleben. Und es gibt nicht nur fürs iPhone 3G glitzernde Applikationen. Auch Handys von Nokia, Sony Ericsson, Moto­rola und anderen lassen sich mit einem Touch Glamour veredeln. www. phonesandstones.ch Stephan Gubler

Schön bunt u Dass Festnetztelefone

so bunt und poppig aussehen können wie ein Handy, beweist Switel mit dem DF851. Kein Wunder, es wurde vom langjährigen Nokia-Senior-Designer Tej Chauhan entworfen. Das Gerät sieht nicht nur toll aus, es ist auch umweltfreundlich. So unterbricht das Ladegerät automatisch die Stromzufuhr, wenn das Gerät geladen ist. Und: Es gibt eine Reduktion der elektromagnetischen Strahlung von bis zu 75 Prozent, egal, ob sich das Handgerät in oder ausserhalb der Basisstation oder im Gesprächsmodus befindet. Erhältlich bei Media Markt, M-Electronics und FNAC. www.switel.com SG

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Das Gute Schön, schnurlos und strahlungsarm ist das Switel-Festnetztelefon DF851. u CHF 99.–

3 Schön stabil u Sonys

Cyber-shot W220 ist unerschütterlich. Die Digitalkamera mit 12,1 Megapixeln besitzt zwei Bildstabilisatoren. Der elektronische verkürzt mit einer hohen Lichtempfindlichkeit von ISO 3200 die Belichtungszeit. Zusätzlich gleicht ein optischer Bildstabilisator durch Ausgleichsbewegungen der Linsen eine wackelige Kamerahaltung aus. Das Vierfach-Zoom-Objektiv deckt Brennweiten von 30 bis 120 Millimetern ab. Ein HDAusgang ermöglicht es, Bilder in hochauflösender Qualität an einem Full-HDoder HD-ready-Fernsehgerät zu betrachten. www.sony.ch SG Die unerschütterliche Damit nichts verwackelt, hat Sonys Cyber-shot W220 gleich zwei Bildstabilisatoren. u CHF 329.–

Bling-Blings Handys wie das iPhone 3G lassen sich mit Phonesandstones-Applikationen verschönern. u ab CHF 49.90

uhr der woche

steckbrief

Eleganter Reisebegleiter u Weltenbummler und Abenteurer werden die neue Admiral 24h von Longines sowohl aus praktischer wie auch aus ästhetischer Sicht schätzen. Dabei fällt die zweite Zeitzone mit einer 24-StundenAnzeige auf der Lünette besonders auf. Sie wird ganz einfach mit einem zweiten roten Stundenzeiger angezeigt. Auch die Heimzeit lässt sich auf einen Blick sekundengenau ablesen, wobei Zeiger und Ziffern mit Superluminova beschichtet sind. Hilfreich ist ebenfalls das grosse Datum bei drei Uhr. Das meteograue Zifferblatt bildet mit Gehäuse und Armband aus Edelstahl einen einheitlich sportlichen und eleganten Look. Sarah Rieder

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Sportgeist Die neue Admiral 24h von Longines. u CHF 2600.–

Werk Mechanisches Automatik-Kaliber L704 Gehäuse Edelstahl, Boden und Krone verschraubt, Saphirglas, wasserdicht bis 100 Meter Armband Edelstahl mit dreifach gesicherter Faltschliesse Varianten Verschiedene Wer trägt sie? Viel reisende, sportlich-elegante Männer Bezugsquelle Tel. 032 942 52 25, www.longines.com

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Inge Zinsli

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experten-Interview

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1 Erfrischend Der Mundspray von Swissdent. Tel. 044 - 363 11 11. www.swissdent.com u CHF 14.50 2 Sexy Top von Martin Margiela: Boutique Roma. www.boutique-roma.ch u CHF 789.– 3 Verspielt Geheimtipp: Schmuck aus der Boutique Ammann, Luzern. Tel. 041 - 410 32 32. u ab CHF 39.90 4 Edel Teedose aus dem Sortiment von L’Art du thé, Luzern. www.art-du-the.ch u CHF 160.– 5 Lecker Die Macarons von Eric Baumann. www.confiseriebaumann.ch. 100 g u CHF 9.50 6 Stylish Ski Watea 84 von Fischer. Fachhandel. www.fischersports.com. Ohne Bindung u CHF 899.– 7 Relaxend BombayChai-Tee von Mighty Leaf bei Votre Santhé Zürich, Tel. 043 - 277 54 72. www.votresanthe.com. 100 g u CHF 9.40 8 Praktisch Knie- & Ellbogen-Pflaster von Hansaplast. Fachhandel. u CHF 4.90 7

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Laura Mercier, Star-Make-up-Artistin, Gründerin Laura Mercier Cosmetics (bei Globus)

Pfirsich-Rouge, Farbbalm und sexy Augen u Welches sind Ihre Produkte-Lieblinge

fürs Frühjahr? Zu den zarten Farben und hellen Spitzenstoffen vom Laufsteg passt ein zartes Pfirsich-Rouge oder mein neuartiger Sonnen-Micropuder, der die Wangen ohne Glitzer zum Leuchten bringt. Meine Favoriten sind zudem die getönten Lipbalms, die praktischen Augen-Design-Kits für perfekte Lid-

striche, Lidschatten und Wimpern sowie die neuen Nagellacke ohne aggressive Inhaltsstoffe. u Madonna, Sarah Jessica Parker, Julia Roberts oder Mariah Carey – viele Stars schworen jahrelang auf Ihre Make-up-Kunst. Jetzt ist Schluss, sagen Sie. Warum? Die Arbeit war einzigartig, aber anstrengend. Man muss stets in perfekter körperlicher und seelischer

Verfassung sein, um den permanenten Druck auszuhalten. Wenn sich ein freundschaftliches Arbeitsverhältnis entwickelt, wie etwa mit Sarah Jessica oder Julia, ist es etwas relaxter. Dennoch muss man rund um die Uhr für einen Einsatz parat stehen. Es war Zeit, mein eigenes Leben zu leben und meine Firma weiterzuentwickeln. Kristina Köhler schweizer illustrierte

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top fit

 Silikon-

Der perfek «Die Verkleinerung ist das Beste, was ich je gemacht habe. Pro Brust wurden 650 Gramm entfernt» ALESSANDRA A., 28

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«Ich habe meine drei Kinder voll gestillt. ­Danach waren meine Brüste leer. Jetzt habe ich Silikon-Implantate» SIBYLLE N., 48

Fotos Marcel Nöcker

Aufgespritzt, gefüllt und weggeschnitten: Die Meth

Das Gesundheitsmagazin Implantate  Kein Risiko mehr  Hyaluron  Grösse auf Zeit  Eigenfett  Natürlich

te Busen

oden für den Traumbusen werden immer raffinierter.

«Nach zwei Kindern und einer Liposuction liess ich mir Eigenfett in die Brust spritzen» SYLVIA p., 35

«Silikon kam für mich nicht infrage. Deshalb habe ich mir den ­Busen mit Macrolane vergrössern lassen» SABRINA F., 28 schweizer illustrierte

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top fit

BRUST-OP

Grösser, kleiner, straffer: Der Für die einen sind sie zu klein, für die andern zu schlaff oder zu gross. Fachärzte zeigen Lösungen auf.

Vorher

nachher

Text VERENA THURNER

Dr. Christophe Christ ist Facharzt FMH für Plastische und Ästhetische Chirurgie an der Clinic Utoquai in Zürich.

Silikon-Implantat Frauen mit sehr kleinen Brüsten oder nach Schwangerschaften und Stillen profitieren von einem Implantat. Tauchen keine Probleme auf, hält es lebenslang. Vorher

nachher

Silikon-Implantat

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Verkleinerung Wenn bei bestehenden Rückenschmerzen mehr als 500 Gramm Gewebe pro Brust entfernt wird und die Patientin erfolgreich abgenommen hat, zahlen die Kassen. sich sehr natürlich an. «Es gibt sogar Frauen, deren Partner nichts von den Implantaten wissen.» Das einst umstrit­ tene Silikon wurde übrigens rehabili­ tiert: Die amerikanische Gesundheits­ behörde FDA hat Silikon-Implantate wieder zugelassen. u Kosten einer Vergrösserung: etwa CHF 14 000.–

Verkleinerung

Die Verkleinerung der Brust ist eine an­ spruchsvollere Operation. Der Eingriff hinterlässt mehr Narben: eine senkrech­ te von der Brustwarze zur Falte und eine rund um die Warzen. Beim Eingriff wird Brustdrüsengewebe und Haut entfernt. Auch nach einer Verkleinerung muss die Patientin mehrere Wochen einen straff sitzenden Büstenhalter tragen. «Die Ver­ kleinerung der Brust ist ein sehr erfolg­ reicher Eingriff, denn die Patientinnen sind danach glücklich. Die meisten fra­ gen sich, warum sie diesen Eingriff nicht früher gemacht haben», sagt Dr. Christ. Wenn folgende Punkte erfüllt sind, be­ zahlen die Krankenkassen den Eingriff: Es muss mehr als 500 Gramm Gewebe

pro Brust entfernt werden, die Patientin ist normal gewichtig, sie muss Schmer­ zen im Rücken und Nacken haben und diese erfolglos therapiert haben. u Kosten einer Verkleinerung: CHF 14 000 bis 18 000.–

Straffung

Bei der sogenannten Mastopexie wird vorwiegend Haut entfernt und die Brust geliftet. Eine Straffung kann auch kom­ biniert werden mit einem Implantat, wenn nur noch Haut und kein Brust­ drüsengewebe mehr vorhanden ist. Der Eingriff hinterlässt wie bei der Brust­ verkleinerung eine senkrechte Narbe von der Brustspitze bis zur Brustfalte und eine Narbe rund um die Brust­warze. «Dieser Eingriff wird vor allem von Frau­ en gewählt, die bereits zwei, drei Kinder geboren haben und deren Brustvolumen stark abgenommen hat, weshalb ein grosser Hautüberschuss besteht», sagt Dr. Christ. u Kosten einer Straffung ohne Implantat: etwa CHF 15 000.– Kosten einer Straffung mit Implantat: CHF 16 000 bis 18 000.–

Fotos Dick Vredenbregt, Dr. Christ, Dr. Davis, Dr. Otte

Mit einem Implantat kann der Plastische Chirurg Grösse und Form der Brust be­ einflussen. Dr. Christophe Christ findet eine Vergrösserung um zwei Körbchen sinnvoll. Der Eingriff findet ambulant und unter Vollnarkose statt. Es gibt drei Varianten bei der Schnitttechnik: in der Achsel, am Rand oder mitten durch die Brustwarze und der horizontale Schnitt in der Falte unterhalb der Brust. «In un­ serer Klinik wird meistens die Variante mit dem Schnitt in der Falte unter der Brust praktiziert. Von der Achsel her ist der Weg zur Brust sehr lang, und das diffizile Gewebe um die Brustwarzen möchten wir nicht antasten.» Das Implantat, gefüllt mit Silikon­ gel oder Kochsalzlösung, wird je nach ­Situation unter das Brustdrüsengewebe geschoben oder zusätzlich unter den Brustmuskel. Vor allem bei sehr schlan­ ken Frauen kommt die letzte Variante zum Zug. «Damit verhindern wir das so­ genannte Rippling, die Faltenbildung», erklärt Dr. Christ. Nach dem Eingriff muss die Patientin vier Wochen lang ei­ nen speziellen Büstenhalter tragen, und zwar Tag und Nacht. Zu Komplikationen kann es kommen, wenn eine Kapsel­ fibrose, eine Verdickung der Bindegewe­ be­hülle, entsteht. Das ist allerdings sehr selten und lässt sich nur schwer beein­ flussen. «Wenn diese Komplikation ein­ tritt, muss das Implantat entfernt wer­ den», sagt der Plastische Chirurg. Die Selbstuntersuchung der Brust, Mammo­ grafie und Stillen werden durch das Im­ plantat nicht tangiert. Die Brust fühlt

Weg zum Wunschbusen Vorher

nachher

Macrolane Um mindestens eine Körbchengrösse lässt sich die Brust mit der Substanz auf Basis von Hyaluronsäure vergrössern. Nach einem Jahr muss nachgespritzt werden. Vorher

nachher

Fett-Transfer Immer mehr Frauen entschliessen sich, ihre Brüste mit Eigenfett, das vorher abgesaugt wurde, zu vergrössern. Nach drei Monaten steht das Resultat fest und hält lebenslang.

Macrolane

Vergrösserung mit Hyaluronsäure Mit Macrolane, einem Gel auf Basis von Hyaluronsäure, steht seit gut einem Jahr in der Schweiz eine neue Substanz zur Brustvergrösserung zur Verfügung. Geeignet ist dieses körpereigene Material vor allem für Frauen mit einer eher kleinen Brust, für «leere» Brüste nach der Stillzeit, nach extremem Gewichtsver-

lust oder für Frauen, die sich vor einem Implantat oder einer Operation in Vollnarkose fürchten. «Den Eingriff lassen auch immer mehr Frauen machen, die mal schauen wollen, wie es denn wäre mit mehr Oberweite», sagt Dr. Jens Otte von der Beautyclinic in Zürich. Auch hier ist eine Volumensteigerung um eine Körbchengrösse realistisch – auf Wunsch aber auch mehr.

Auch für diese Methode brauchts einige Voraussetzungen: Die Haut sollte nicht zu dehnbar sein. Der StretchTest hilft bei der Beurteilung: Die Hautfalte, die der Arzt bildet, sollte dicker als zwei Zentimeter sein. «Für Patientinnen mit stark hängender Brust, eignet sich diese Methode nicht», erklärt der Chirurg. Der Eingriff wird in Lokal­ anästhesie durchgeführt. Ein winziger Schnitt, seitlich von der Brust in Warzenhöhe, genügt, um die dünne Kanüle einzuführen. Die Sub­stanz wird zwischen Brustdrüse und Brustmuskel eingespritzt. Danach formt der Arzt mit der Hand die Brust, ­damit sich das Material gleichmässig ­ verteilt. Dauer des Eingriffs: ungefähr 30 Minuten. Die Krebsvorsorge durch die Mammografie wird nicht tangiert, da die Substanz hinter die Brustdrüsen zu liegen kommt. Wie die körpereigene Hyaluronsäure baut sich auch Macrolane mit der Zeit ab. Wird nach einem Jahr nicht nachgespritzt, hat die Brust nach zwei, drei Jahren ihre ursprüngliche Grösse wieder erreicht. Will eine Frau also den Effekt behalten, sollte einmal pro Jahr nachgespritzt werden, zu einem deutlichen niedrigeren Tarif. u Kosten je nach Volumen u etwa CHF 5500.–

Dr. Jens Otte ist Plastischer und Ästhetischer Chirurg und Leiter der Beautyclinic in Zürich.

Dr. Clarence P. Davis leitet die Swissestetix-Institute in Zollikon ZH und Rapperswil SG.

Eigenfett-Transfer

Eine gleichsam natürliche Methode der Brustvergrösserung ist diejenige mit Eigenfett. Viele Frauen, die sich vor einem Implantat fürchten, wählen immer öfter diesen Eingriff. Voraussetzung: Irgendwo am Körper der Patientin sollte Fett zum Absaugen vorhanden sein. «Ideal ist diese Methode auch für Frauen, die ihre Implantate nach Komplikationen ent­fernen mussten», sagt Dr. Clarence P. Davis, Leiter der Swissestetix-Institute in Zollikon ZH und Rapperswil SG. Volumenmässig ist eine zusätzliche Körbchengrösse realistisch. Normalerweise wird zwischen 150 und 300 ml pro Seite eingespritzt. «Dabei spielt die Hautspannung eine grosse Rolle. Bei Eigenfett handelt es sich um eine

Flüssigkeit. Man kann also den Druck in der Brust nicht einfach beliebig erhöhen, sonst läuft das Fett einfach wieder raus», ergänzt Dr. Davis. Das entnommene Fett wird in ­Lokalanästhesie ins subkutane, den Drüsenkörper umgebende Bindegewebe gespritzt. Komplikationen nach dem Eingriff sind äusserst selten. An den Swissestetix-Instituten ist nach nunmehr gut 80 Eigenfett-Transplanta­ tionen noch keine einzige Nebenwirkung aufgetreten. «Wenn es postoperative Einschränkungen gibt, kommen diese eher von der Liposuction als vom Brust­ aufbau», erklärt Dr. Davis. Die Patientin darf nach dem Eingriff während zehn Tagen keinen Büstenhalter tragen, da das Fett an den Druckstellen absterben könnte. Die Fettzellen, die innerhalb von einem bis drei Monate nicht anwachsen, werden ganz einfach abgebaut. Das Resultat ist also nach drei Monaten stabil und hält lebenslang. Wenn es nach dieser Zeit den Erwartungen entspricht, muss nicht nachgespritzt werden. Wünscht die Patientin

mehr, kann das Volumen problemlos erhöht werden. Das eingespritzte Fett reagiert selbstverständlich auf Veränderungen. Nimmt also eine Frau stark ab, wird sich das auch an ihrem Busen zeigen. Bei einer Zunahme des Körpergewichtes wird der Busen ebenfalls grösser. Eine Frage, die Dr. Davis immer wieder hört, betrifft das Brustkrebsrisiko. Wird es durch das eingespritzte Eigenfett erhöht? «Die Fett-Transplantation führt nach unserem Wissensstand nicht zu einer erhöhten Rate von Brustkrebs», beruhigt der Facharzt. Auch bei einer Mammografie kann ein erfahrener Radiologe die Verkalkungen, die durch den Eingriff hervorgerufen werden, problemlos von Mikroverkalkungen unterscheiden. Der Preis einer Brustvergrösserung muss immer im Zusammenhang mit der Liposuction gesehen werden, setzt sich also aus der Fettabsaugung und der Brustvergrösserung zusammen. u Kosten: Je nach Grösse der Fett­ depots, die zur Verfügung stehen, CHF 8000.– bis 12 000.– 

Foto Dick Vredenbregt

top fit

BRUST-OP

Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

 Kunst Timmermahn  Ballett «Traviata»  Film «The Wrestler»  Bücher Katja Doubek

Irène Wydler

Strich für Strich

Fotos Kurt Reichenbach

Ihr wichtigstes Werkzeug ist der BlEistifT: Irène Wydler ist Zeichnerin. Eine ausgezeichnete – im wahren Sinne. Hat die Luzernerin doch schon mehrere Preise gewonnen. u Mit einem kratzenden und schleifenden Geräusch gleitet der Stift übers weisse Blatt. Locker führt Irène Wydler, 65, den Winzling in ihrer Hand. «Diese Bleistiftstumpen sind mir die liebsten.» In Stehvermögen Irène Wydler zeichnet stundenlang an der Wand in ihrem Atelier. einem kleinen Gefäss sind Dutzende davon

versammelt, erinnern an Zigarettenstummel. Die an die Wand gepinnten Zeichnungen scheinen zu vibrieren. Ein ­Kreisen und Schwingen erobert den Raum. Dem Tanz der Linien kann sich der Betrachter nicht entziehen. Dieses Gefühl ist der Zeichnerin vertraut. «Be­sonders bei grossformatigen Arbeiten gerate ich in diesen Sog der Bewegung.» Doch der Schwung erfordert Disziplin und Zeit. «Ich will diese Flüchtigkeit bewahren, die Kraft, das Treibende nicht erstarren lassen, sondern spürbar machen.» Die Arbeitsspur soll transparent bleiben. u

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Kultur Irène Wydler ist eine intuitive Schafferin. Gesehenes, Gedachtes oder Gelesenes fliessen ein ins Werk. In den 80er-Jahren fesselten sie architektonische Strukturen: Türme, Gasometer, Industriebauten und das Endlose und Repetitive von Fabrik­ hallen. In einem späteren Werkzyklus («vom Fliegen») zeichnete sie Gebilde wie Zeppeline. Schwebend in ihrer ganzen Schwere. Oder Kugeln, die durch den Raum wirbeln und sich im Laufe der Serie öffnen und zu Gefässen werden. Aktuell sind es Kreisel und glockenartige Gebilde («Tänzer»), die durch ihre drehende Bewegung Raum schaffen und die Zeichnung dreidimen­sional wirken lassen. Nach der Ausbildung an der Schule für Gestaltung in Luzern lebte Irène Wydler in Paris und studierte an der Universität Vincennes. Begann mit Bleistift zu zeichnen, «weil dies so unmittelbar ist», und entdeckte die Druckgrafik. Im ersten Raum des Luzerner Ateliers steht eine Presse, auf der sie sowohl Kupferdrucke als auch Lithografien herstellen kann. «Bei der Druckgrafik stehe ich stark im Dialog mit dem Material.» Am Radieren reizt die Künstlerin der Widerstand der Kupfer­ platte, das Ritzen und Kratzen mit den Werkzeugen. Bei der Lithografie hingegen liebt sie den Stein als feinen Malgrund. Wie gut sie die Techniken beherscht, zeigt der 3. Preis an der Internationalen Grafik-Triennale Prag 2004. In den drei Atelierräumen stehen überall Tische. Darauf verteilt: Arbeiten in verschiedenen Stadien, Schachteln mit Bleistiften, Pastellkreiden und Rötel. Sie zeugen davon, dass Wydlers jüngste Werke farbig sind: orange, gelb bis rot. Dazwischen liegen Notizen und aufgeschlagene Skizzenbücher. «Sie sind für mich etwas Elementares. Hier zeichne ich meine Alltagswahrnehmungen und Ge­danken auf. Die Skizzenbücher sind für mich wie Steinbrüche, in denen ich immer wieder schürfe.» isolde schaffter-Wieland

die besten

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Galerie Graf & Schelble Basel Bis 21. 3. Di–Fr 14–18, Sa 10–16 Uhr, Tel. 061 - 261 09 11, www.grafschelble.ch

Schwindelfrei «Tänzer», 2006, Bleistift auf Papier (95 × 130 cm) von Irène Wydler.

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Das Atelier im 250-jährigen Bauernhaus in Rüeggisberg BE, Auftragsarbeit «Tassilo». Timmermahn: Maler, Musiker, erzähler

Er malt, was er sieht. Frei von der Seele weg u Ein Zwerg, der heimlich aufräumt? In Timmermahns Welt ist alles möglich. «Man sieht ihn nicht, aber er ist immer da», sagt der Berner Geschichtenerzähler geheimnisvoll. Sagen und Märchen passen in dieses Haus der Weltkulturen. Sein 250-jähriges Domizil in Rüeggisberg BE ist ein Kraftort, gebaut auf alten Klostermauern. Im Dachstock des Bauernhauses: das Atelier des Multitalents. Seit dem Auftritt in den 90er-Jahren bei Jetset-Galerist Andy Illien in Zürich ist Timmermahn, 67, in der Kunstwelt ein stiller Star. Der Glamour färbte nicht auf ihn ab: Er plappert niemandem nach dem Mund, bleibt seinem schrulligschrägen Stil bis heute treu. Bis Ende Februar stellt das Wohnform-Center Münsingen bei Bern 125 Bilder aus – so viel Timmermahn gabs noch nie! Die Werke kosten zwischen 800 und 18 000 Franken. Mickey Mouse auf Dollarnoten, Elvis als Baby mit Schmalztolle, tanzende ­Elefanten: Die Fülle an Sujets, die er während Jahrzehnten mit Pinsel und Fantasie verfolgte, erinnert an eine ­Lebensreise. Den Künstlernamen wählte er als 25-Jähriger – «mit einem H als mahnender Komponente». Sogar sein Pass lautet auf Timmermahn – geboren wurde er 1942 in Louisiana (USA). Tim Klein, der Enkel des Basler Bonbonfabrikanten André Klein, zeichnete als Bub am liebsten Engel: fliegende, sitzende, lachende, weinende. «Die Lehrer trieben mir die Flausen aus.» Seit 40 Jahren verfasst das Multitalent zudem Texte

und Theaterstücke, wie die bekannten Walterli-Geschichten. Im März tritt der Alleinunterhalter mit dem «Beschtoffer»-Stück auf. Nebenbei rockt er mit seiner Band Los Hobos und dem Programm «Blyb uf em Trottoir, Johnny!». Es handelt von Sehnsüchten, für die selbst das Universum zu klein ist. Der Lebenskünstler liebt sein «Nest» im Schwarzenburgerland. Zur Familie gehören Frau Sandra, ein Rudel Tibetische Tempelhunde, Appenzeller Sennenhunde und Rätisches Grauvieh. Trotzdem zieht es den Biker und Gau­ loise-Bleu-Raucher immer wieder in die Ferne. «Ich muss wissen, dass ich wegkann.» Seine neuste Harley steht schon in der Garage. Timmermahn spürt den Frühling!Caroline Micaela Hauger Wohnform Münsingen BE Bis 28. Februar, www.objektform.ch

Moderne Zeiten brechen an Timmermahns Bilderkosmos – wohnzimmertauglich.

thomas Müller

Gezeichnet

Ballett

u Der Deutsche Thomas Müller, 50, gehört zu den wenigen Künstlern, die ausschliesslich im Medium der Zeichnung arbeiten. Seine Motive sind grösstenteils abstrakt, auch wenn sich konkrete Ansätze finden lassen. Etwa in einer Zeichnung mit blauem Kugelschreiber, die an ein Wollknäuel denken lässt. Oder wie im Bild nebenan, wo dicke grüne Streifen an Algen im Strom erinnern. Bleistift, Farbstift, Kreide, aber auch Verwirrt «Bleistift, Acrylfarbe, Kugelschreiber sind Müllers Werkzeuge.  km Ölfarbe», 2008, von Thomas Müller.

galerie schlégl Zürich Bis 21. 3. Di–Fr 14–18, Sa 11–13/14–16 Uhr, Tel. 044 - 383 49 63, www.galerieschlegl.ch Brad Rimmer

Porträtiert u Schnell muss der Fotograf sein, der sich «China im Wandel der Zeit»«Fantasia zum Thema macht. Brad Rimmer, 46, sto Giacomettis coloristica, hat sich der Herausforderung gestellt. In der Serie 1913» «How now Mao» porträtiert er Menschen vor einfach gehaltenem Hintergrund (r.). Das Ganze erscheint wie eine bildnerische Rückbesinnung auf eine Zeit, die so nicht mehr ist, die aber noch lange das Leben in China beeinflussen wird. Die Beziehung des Menschen zur Mongolei «Zhang Deshui in Xiang Umwelt ist zentral in Rimmers Arbeit.  km Shawan», 2008, von Brad Rimmer.

«La Traviata» auf der Tanzbühne u Nirgends wird so schön gelitten und gestorben wie auf der Opernbühne. Eine der berühmtesten Opern, Verdis «La Traviata», kommt nun auf die Grosse Bühne im Basler Theater – als Ballett. Grosse Gefühle brauchen keine Worte. Die Choreografie Traviata – ein Ballett von Richard Wherlock rückt dem Melodram mit tänzerischen Mitteln zu Leibe. Der Ballettdirektor stützt sich auf die literarische Vorlage «Die Kame­liendame» von Alexandre Dumas. Die Kurtisane Violetta heisst also wieder Marguerite Gautier, und statt Verdis Arien erklingt Musik von Ravel, Saint-Saëns, Poulenc, Satie oder Schostakowitsch. Ein Erlebnis der besonderen Art. anina rether

theater Basel 20. 3. um 20 Uhr, 23. 3. um 19 Uhr, Tel. 061 - 295 11 33, www.theater-basel.ch

Photoforum pasquart Biel BE Bis 22. 3. Mi–Fr 14–18, Sa/So ab 11 Uhr, ­ Tel. 032 - 322 44 82, www.pasquart.ch paolo serra

Geschichtet u Paolo Serra kennt sich gut aus in der traditionellen Maltechnik. In seinem Atelier bindet der Italiener eigenhändig Eigelb und Pigmente. Er weiss, wie man Lacklasuren auf Holztafeln anbringt und wie man mit Blattgold als Untergrund vorgeht. Sein Wissen fliesst in seine Kompositionen ein. Es sind dies Quadrate und Rechtecke, die Serra oft mit bis zu mehreren Hundert hauchdünnen Schichten belegt (r.). Die so gewonnene Leuchtend Hunderte von dünnen Leuchtkraft entschädigt für die viele Arbeit.  km Farbschichten bereichern das Werk.

Kurzes Glück, langer Abschied: Kameliendame Marguerite Gautier (Ayako Nakano).

galerie henze & ketterer & triebold Riehen BS Bis 11. 4. Di–Fr 10–12/14–18, Sa 10–16 Uhr, Tel. 061 - 641 77 77, www.ghkt.artgalleries.ch, Publikation CHF 66.–

Fotos © Van Gogh Museum, Amsterdam / Ismael Lorenzo

vincent Van Gogh und die Farben der nacht

Helle Stunden unter dunklem Himmelszelt u Von unzähligen Postkarten und Kalendern kennen wir Vincent van Goghs zauberhafte «Sternennacht» (l.). Nach fast zwanzig Jahren ist das Meisterwerk aus der Sammlung des Museum of Modern Art (MoMA), New York, wieder einmal in Amsterdam zu bewundern. Die einzigartige Schau widmet sich ausschliesslich den Abend- und Nachtkompositionen des Begründers der modernen Malerei. Jene Stunden in der ruhenden Natur waren für ihn Quellen der Kraft und Inspiration. Die in fünf Themen gegliederte Ausstellung vereint 32 Gemälde, 19 Zeichnungen und 5 Briefskizzen von van Gogh. manuela herzog

Poetisch «Die Sternennacht», 1889, Vincent van Gogh.

Van gogh museum Amsterdam (NL) Bis 7. 6. Täglich 10–18, Fr bis 22 Uhr, ­ Tel. 0031 - 20 570 52 52, www.vangoghmuseum.nl, Publikation EUR 24.95

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Film

die besten

Der Held Auch ein Herzinfarkt kann «The Ram» (Mickey ­Rourke, l.) nicht stoppen.

Mit letzter Kraft in die Schlussrunde

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Drama THE WRESTLER (USA/F) Mickey Rourke als abgehalfterter Wrestler könnte einem leidtun – wenn er nicht so grossartig wäre.

u Was soll dieses Theater? Schon vor dem Kampf besprechen die beiden Gegner, wer gewinnen soll und erst noch wie. Die beiden Kollegen inszenie­ ren im Ring ein Duell auf Biegen und Brechen. Das Publikum tobt, neutrale Beobachter wundern sich. Wrestling – das weiss jeder – ist eine Riesenshow. Und doch: Diese Kämpfer gehen oft bis an ihre Grenzen. Es muss Blut fliessen! In «The Wrestler» von Darren Aronofsky stimmt dies mehr, als einem lieb wäre. Randy «The Ram» Robinson (gespielt von einem umwerfenden Mickey ­Rourke) war vor zwanzig Jahren eine ganz grosse Nummer im Wrestling. Jetzt arbeitet er als Fleischverkäufer im Supermarkt und kann die Miete seines Wohnwagens kaum bezahlen. Aber er trainiert unbeirrt, spritzt sich seine Muskelpräparate wie eh und je und kämpft an den Wochenenden, um vielleicht doch noch das Comeback zu schaffen. Ein grosser Kampf, und «The Ram» wäre wieder im Geschäft. Wieso nicht gegen den «Ayatolla», so wie vor über

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einem Jahrzehnt? Und dabei stell­ vertretend für alle Amerikaner grad noch mit den Iranern abrechnen? Für Träume hat es im mitreissenden und streckenweise erschütternden Film wenig Platz, denn für Randy ist mehr als nur ein Zug abgefahren. Gelegentlich trifft er sich mit der Strip­ perin Cassidy (Marisa Tomei ist mit dieser Rolle – wie Rourke – für einen Oscar nominiert). Die beiden verstehen sich nicht schlecht. Aber kann daraus wirklich etwas Ernsthaftes werden? Ein Herzinfarkt scheint den aufge­ brauchten Muskelprotz endgültig ausser Gefecht zu setzen. Weinerlich erinnert er sich seiner Tochter und sucht die Versöhnung mit ihr. Ein neues Leben müsste beginnen. Aber eigentlich kann Randy nur eines: kämpfen bis zum Umfallen – selbst wenn der Verlierer von vornherein feststeht. THOMAS KÜNG

mehr film-tipps

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drama auf der strecke (CH/D) Ein Ladendetektiv verliebt sich. Als er dem vermeintlichen Freund der Angebeten nicht hilft, gibts ein Unglück. Das macht den Film zum Muss u Zeigt, wie wichtig Zivilcourage im Alltag sein kann. u Schweizer Kurzfilm, der bis nach Hollywood Wellen schlägt. u Glanzleistung von Roeland Wies­­nekker als verknorztem Ladendetektiv.

88888 V: Swiss Films, R: Reto Caffi, D: Roeland Wiesnekker, Julie Bräuning. Im Kino.

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das andere festival ewz.stattkino 09 Auch die 10. Ausgabe des Festivals bietet zusätzlich zu den Filmen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

Warum der Film ein Hammer ist u Jedem Sportsheld graut vor einem Abstieg wie diesem. u Mickey Rourke ist authentisch bis zum Exzess. u Spektakuläre Kampfszenen, die unter die Haut gehen.

Darum lohnt sich ein Besuch u Für Tango-Fans: «Le Bal» mit Performance und Tango-Party, am 26. 2. u Für Kinder: «Pippi Langstrumpf geht von Bord», am 25. 2. u Für einsame Herzen: «Shoppen» mit Flirt-Party, am 27. 2.

88888 V: Frenetic, R: Darren Aronofsky, D: Mickey Rourke, Marisa Tomei. Kinostart 26. 2.

88888 zürich Bis 28. 2. Tel. 044 - 260 99 90, www.ewz.stattkino.com

bücher & cds

Ein Abenteuer wie ein nostalgischer Kinofilm

Katja Doubek kann zwar fluchen wie ein Mann, als Autorin kämpft sie jedoch mit den Waffen einer Frau. u Heutzutage kapern Piraten gigantische Öl­tanker und erpressen Lösegeld. Anfang des 18. Jahrhunderts plünderte der Freibeuter Bartholomäus Roberts in nur drei Jahren 400 Schiffe, und dies bei grosser Konkurrenz. Allein auf den Inseln Hispaniola, heute Haiti, und Tortuga sollen sich fast 4000 Piraten herumgetrieben haben. Kein Wunder, blühte das horizontale Gewerbe und gediehen die Schankwirtschaften. Aber es gab auch Frauen, die sich den mordlustigen Gesellen nicht willenlos hingaben. Da war zum einen die legendäre Anne Boney, die als uneheliche Tochter eines irischen Anwalts in South Carolina aufwuchs und sich unsterblich in den Abenteurer James Bonny verliebte. Er nahm sie mit auf die Bahamas-Insel New Providence, einem der damals wichtigsten Treffpunkte der karibischen Piraten. Aber ihr Mann entpuppte sich als ­notorischer Trinker. Sie liess ihn sitzen, um aus­ gerechnet als Mann verkleidet eine Spelunke zu eröffnen. Dort traf sie den Steuermann Jack Rackham und heuerte mit ihm auf dem Schiff des Piratenkapitäns Charles Vane an. Als dieser ein holländisches Sklavenschiff kaperte, fiel ihnen Mary Read in die Hände, die als Matrose verkleidet ihren kargen Lebensunterhalt verdiente. Kein Honigschlecken in einer Männerwelt, in der dem Gegner kurzerhand das Enter-

drei neue cds

Foto Katja Doubek

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pop/rock morrissey Years of Refusal (Universal Music)

Als Sänger der stilbildenden 80er-Indie-Band The Smiths ist er noch heute Kult. Retro-Rock, derb-punkige Gitarren und Power-Drums, Flamenco-Gitarren und kitschige Mariachi-Klänge plus Traum­balladen wie «I’m Throwing   My Arms around Paris»: Genie bleibt Genie! elias fröhlich

messer in die Gedärme gerammt wurde. Das Leben dieser frühemanzipierten Frauen schildert Katja Doubek, 50, in den Farben eines nostalgischen Cinemascope-Filmes. Nie verkaufen sich Anne und Mary unter Niveau, ihre Waffe ist die List und nicht grobe Gewalt. Das mussten auch die Männer erkennen, als den beiden Frauen der Strang drohte. Doch ihre Schwangerschaft rettet sie vor dem Tod. Und macht sie unvergesslich. Peter M. Hetzel

Katja Doubek Die Münchner Journalistin würzt ihren Abenteuerroman mit einer Prise Kitsch.

Für hartgesottene leichenblässe Simon Beckett (Wunderlich) u Womit lenkt sich ein deprimierter Forensiker ab? Natürlich mit Leichen und am besten auf der legendären Bodyfarm in Tennessee. Nur knapp einem Mordanschlag entkommen, reist der Engländer David Hunter an die Stätte seiner beruflichen Anfänge. Aber auch hier wird er erneut mit einem psychotischen Serienkiller konfrontiert. Simon Beckett erweist sich als Meister seines Faches. Nervenkitzel ist garantiert. Für Psychos Vertrauen ist gut Jürg Acklin (Nagel & Kimche) u Ein Mann sitzt im Rollstuhl und tippt die Manuskripte seines Bruders ab. Das, was er dort liest, gefällt ihm ganz und gar nicht, denn es ist die literarisierte Ankündigung eines Amoklaufs. Geschickt spielt der Psychoanalytiker Jürg Acklin nicht nur mit der Gefühlswelt seiner Hauptfigur – er weiss auch überaus trickreich die Leser zu manipulieren.

königin der meere Katja Doubek (C. Bertelsmann)

für chaoten Charlie steckt fest! Hilary McKay (Fischer Schatzinsel), ab 6 Jahren u Der siebenjährige Charlie ist ein richtiger kleiner Chaot, und sein bester Freund Henry steht ihm in nichts nach. Auch weil sich die beiden am liebsten streiten. Wenn sich Henry zur Pyjama-Party ansagt, dann läuten bei den Erwachsenen alle Alarmglocken. Zu Recht. Die beiden treiben Charlies Eltern fast in den Wahnsinn und bringen die Leser zum Lachen.

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Warum das Buch begeistert u Abenteuer-Romantik vertreibt die ­Tristesse des Alltags. u Freibeuterin Anne Bonny lehrt die ­Männerwelt das Fürchten. u Dazu kann Pirat Jack Rackham nur noch sagen: «Furzdonnerschlag!»

jazz Keith jarrett Yesterdays (EMC)

Das Trio mit Keith Jarrett (Piano), Gary Peacock (Bass) und Jack DeJohnette (Schlagzeug) hat quasi immer Erntezeit. Besonders ergiebig war 2001: Auf bisher drei CDs wurden Standards veröffentlicht. Jetzt hat Jarrett weitere Konzertmitschnitte freigegeben, auf denen das Trio in Höchstform erklingt. hanspeter vetsch

Klassik Opernarien mit Lisa Della Casa (Orfeo)

Sie war die grösste Schweizer Opern­ sängerin, ein Weltstar mit unverwechselbarer Stimmkultur. Auf dieser CD zu ihrem 90. Geburtstag sind auch Mozart und Richard Strauss zu hören, wo sie Massstäbe setzte. Dazu Werke, die man mit der Primadonna weniger kennt.   Ein Muss für ihre Fans! uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

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Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Lach-Garantie

Für Kinder

Starparade

DVD

Kino

CD Single

CD Album

Klingeltöne

Putzwut: Wall-E, der kleine Roboter, säubert die Erde von Unrat und Schrott.

Birgt ein blutiges Geheimnis: Robert Pattinson und die scheue Kristen Stewart.

Herzschmerz: Der Brite James Morrison singt über eine zerbrochene Liebe.

Wechseln sich mit dem Thronen schön ab: Bruce Springsteen und Bligg.

Lodert weiter: «Das Feyr vo dr Sehnsucht» sorgt immer noch für heisse Ohren.

(1) WALL-E – DER LETZTE RÄUMT DIE ERDE AUF  Regie: Andrew Stanton. Walt Disney

(N) TWILIGHT  Regie: Catherine Hardwicke. Total 36 855 Besucher. 2. Woche (1) THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON  Regie: David Fincher. Total 58 665 Besucher. 2. Woche (2) SLUMDOG MILLIONAIRE  Regie: Danny Boyle. Total 54 496 Besucher. 3. Woche (N) BRIDE WARS  Regie: Gary Winick. Total 13 315 Besucher. 1. Woche

(1) BROKEN STRINGS James Morrison feat. Nelly Furtado  Universal Music Switzerland GmbH (3) RUN Leona Lewis  Sony Music Entertainment Switzerland

(2) WORKING ON A DREAM Bruce Springsteen  Sony Music Entertainment Switzerland (1) 0816 Bligg  Universal Music Switzerland GmbH

(1) DAS FEYR VO DR SEHNSUCHT Jodlerklub Wiesenberg & Francine Jordi  UNI (2) HOT N COLD Katy Perry  EMI

(3) REVOLUTIONARY ROAD  Regie: Sam Mendes. Total 77 816 Besucher. 4. Woche (4) LE TRANSPORTEUR III  Regie: Olivier Megaton. Total 23 641 Besucher. 2. Woche

(4) INFINITY 2008 Guru Josh Project  K-tel

(4) SOUL Seal  Warner Music (Switzerland) AG

(7) RUN Leona Lewis  SME

(N) POKER FACE Lady Gaga  Universal Music Switzerland GmbH

(6) THIS IS THE LIFE Amy Macdonald  UNI

(6) AUSTRALIA  Regie: Baz Luhrmann. Total 269 125 Besucher. 7. Woche

(7) ALLEIN ALLEIN Polarkreis 18  Universal Music Switzerland GmbH

(N) IT’S NOT ME, IT’S YOU Lily Allen  EMI Music Switzerland AG (7) FUNHOUSE Pink  Sony Music Entertainment Switzerland

(N) HOTEL FOR DOGS  Regie: Thor Freudenthal. Total 9658 Besucher. 2. Woche

(6) SOBER Pink  Sony Music Entertainment Switzerland

(5) BOLT  Regie: Chris Williams / Byron Howard. Total 46 026 Besucher. 3. Woche (7) VALKYRIE  Regie: Bryan Singer. Total 42 622 Besucher. 3. Woche

(N) MIN TAG MusicStars  Universal Music Switzerland GmbH

(2) TROPIC THUNDER  Regie: Ben Stiller. Mit B. Stiller, J. Black, R. Downey Jr. Paramount HE (3) DAS LÄCHELN DER STERNE  Regie: George C. Wolfe. Mit D. Lane, R. Gere, C. Meloni. Warner Home Video (4) WANTED  Regie: T. Bekmambetow. Mit M. Freeman, J. McAvoy, A. Jolie. Universal Pictures Video (8) P.S. ICH LIEBE DICH  Regie: Richard LaGravenese. Mit H. Swank, G. Butler, G. Gershon. Universum Film (5) BANGKOK DANGEROUS  Regie: Oxide Pang, Danny Pang. Mit N. Cage, P. Waley, C. Yeung. Ascot Elite (6) STREET KINGS  Regie: David Ayer. Mit K. Reeves, F. Whitaker, N. Harris. TCFHE (7) LEG DICH NICHT MIT ZOHAN AN  Regie: Dennis Dugan. Mit A. Sandler, J. Turturro, E. Chriqui. Sony Pictures HE (9) SEX AND THE CITY  Regie: Michael P. King. Mit S. J. Parker, K. Cattrall, K. Davis. Ascot Elite (R) MAMMA MIA! – DER FILM  Regie: Phyllida Lloyd. Mit M. Streep, P. Brosnan, C. Firth. Universal Pictures Video schweizer illustrierte

(2) HOT N COLD Katy Perry  EMI Music Switzerland AG

(N) KABARET Patricia Kaas  Sony Music Entertainment Switzerland (N) CRACK A BOTTLE (3) UN’ALTRA DIREZIONE ­Eminem / Dr. Dre / 50 Cent  Nek  Universal Music Warner Music Switzerland GmbH (Switzerland) AG

(N) DANCE WITH SOMEBODY Mando Diao  Universal Music Switzerland GmbH

(N) TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN Soundtrack  Warner Music (Switzerland) AG (N) FRIENDS 4 EVER beFour  Universal Music Switzerland GmbH (8) SPIRIT Leona Lewis  Sony Music Entertainment Switzerland

(3) INFINITY 2008 Guru Josh Project  KTE (4) ROSALIE Bligg  UNI

(5) EIN STERN (DER DEINEN NAMEN TRÄGT) DJ Ötzi feat. Nik P.  UNI (N) BROKEN STRINGS James Morrisson feat. Nelly Furtado  UNI (10) ALLEIN ALLEIN Polarkreis 18  UNI (9) ROCK ’N’ ROLL TRAIN AC/DC  SME

Belletristik

Sachbuch

TV Unterhaltung

Top-Event

Auf der Suche nach der Freiheit: Osteuropäer Nico Bellic ziehts in die USA.

Nach oben geschwappt: «Alle sieben Wellen» des österreichischen Autors.

Der Zürcher René Zeyer über Machtgier und Geltungssucht von Bankern.

«Glücklicher Tag» für Röbi Koller: Sein Format toppte den Kassensturz.

Klarer Kopf dank klarer Brühe: Vor jedem Auftritt löffelt Udo eine Suppe.

(1) GTA IV  TAKE 2

(5) ALLE SIEBEN WELLEN Daniel Glattauer  Deuticke im Zsolnay Verlag (1) RUHM Daniel Kehlmann  Rowohlt, Reinbek

(1) BANK, BANKER, BANKROTT René Zeyer  Orell Füssli

HAPPY DAY  SF 1  14. 2. 09 679 300 Zuschauer

UDO JÜRGENS  Hallenstadion Zürich 27. Februar www.ticketcorner.com

(2) 50 ERFOLGSMODELLE KASSENSTURZ  Mikael Krogerus  SF 1  10. 2. 09 Kein & Aber 659 700 Zuschauer

HELMUT LOTTI  Kongresshaus Zürich 28. Feburar und 1. März www.ticketcorner.com

(3) AGE OF EMPIRES III (GOLD)  Microsoft

(4) EMPÖRUNG Philip Roth   Hanser

(N) DER UBS-CRASH Lukas Hässig  Hoffmann und Campe

DOK: FORTSETZUNG FOLGT  SF 1  13. 2. 09 608 500 Zuschauer

OASIS  Hallenstadion Zürich 1. März www.ticketcorner.com

(5) CALL OF DUTY 5: WORLD AT WAR  Activision Blizzard

(2) LEICHENBLÄSSE Simon Beckett  Wunderlich

(6) HOFFNUNG WAGEN Barack Obama  Riemann

SKI ALPIN: WM, VAL D’ISERE: SLALOM FRAUEN  SF zwei  14. 2. 09 592 300 Zuschauer

PATRICIA KAAS  KKL Luzern 1. März www.ticketcorner.com

(7) WORLD OF WARCRAFT  Activision Blizzard

(9) DIE FRAUEN T. C. Boyle  Hanser

(7) DAS GEHEIMNIS DES HERZMAGNETEN Rüdiger Schache  Nymphenburger

THE TEN TENORS  Kongresshaus Zürich 27. Februar www.ticketcorner.com

(6) COUNTER STRIKE: SOURCE  Electronic Arts

(7) DAS SPIEL DES ENGELS Carlos Ruiz Zafón  Fischer (S.), Frankfurt

(R) WER BIN ICH – UND WENN JA, WIE VIELE? Richard D. Precht  Goldmann (4) HAUSI LEUTENEGGER Karl Wild, Hans Leutenegger  Huber, Frauenfeld

SKI ALPIN: WM, VAL D’ISERE: SLALOM MÄNNER  SF zwei  15. 2. 09 578 900 Zuschauer DOK: IM SCHATTEN DER LAWINEN  SF 1  12. 2. 09 563 900 Zuschauer

(4) DER HERR DER RINGE: (8) DAS VOLLE LEBEN. DIE EROBERUNG  FRAUEN ÜBER ACHTZIG Electronic Arts ERZÄHLEN Susanna Schwager  Wörterseh (R) FAR CRY 2  (R) GIFTNAPF Ubisoft Paul Wittwer  Nydegg Verlag

MUSICSTAR  SF 1  15. 2. 09 534 800 Zuschauer

LESUNG: DANIEL KEHLMANN  Kaufleuten Zürich 25. Februar www.starticket.ch ROSANNE CASH BAND  Albisgüetli Zürich 27. und 28. Februar www.ticketcorner.com

(9) EIN AMERIKANISCHER SF BI DE LÜT  TRAUM SF 1  13. 2. 09 532 300 Zuschauer Barack Obama  Hanser

BIG ZIS  moods Zürich 28. Februar www.starticket.ch

(8) COMMAND & CONQUER: RED ALERT 3  Electronic Arts

(6) BRIDA Paulo Coelho  Diogenes

(3) THE SECRET– DAS GEHEIMNIS Rhonda Byrne  Goldmann

EIN FALL FÜR ZWEI  SF 1  10. 2. 09 519 500 Zuschauer

TRUCK STOP  Albisgüetli Zürich 26. Februar www.ticketcorner.com

(N) FLIGHT SIM X-GOLD W32  Microsoft

(R) DAS VOLLE LEBEN. MÄNNER ÜBER ACHTZIG ERZÄHLEN Susanna Schwager  Wörterseh

(N) IM NAMEN DER ANKLAGE Carla Del Ponte, Chuck Sudetic  Fischer (S.), Frankfurt

DEAL OR NO DEAL  SF 1  11. 2. 09 510 500 Zuschauer

THE SCRIPT  Volkshaus Zürich 28. Februar www.ticketcorner.com

Foto Manfred Bockelmann/Sony BMG

(2) WORLD OF WARCRAFT: WRATH OF THE LICH KING – ADD-ON  Activision Blizzard

Heiss!

die besten

PC-games

TOP 100

Nicht verpassen!

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

schweizer illustrierte

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

 Reisen Seidenstrasse  Betty Bossi Portulak  GaultMillau «Lej da Staz», St. Moritz  Auto Mini Cabrio

Foto Christoph Sonderegger

Nächtlicher Skispass Die Pisten sind gut beleuchtet wie hier in Savognin GR auf 1207 m ü. M.

nachtabfahrten Auf ski und schlitten

Der Zauber der Pistennächte

u Unter den Brettern die im Scheinwerferlicht glitzernde Piste, über den Berggipfeln der romantische Nachthimmel mit funkelnden Sternen: Gut präparierte und aus­geleuchtete Pisten und Schlittelwege gibt es von A wie Andermatt bis Z wie Zwei­simmen. Mondscheinschlitteln Nätschen, Andermatt: 7. 3. 17.30–20 Uhr, Tel 041 887 14 45, www.andermatt.ch. Vollmondparty, Ski-/Schlittelabfahrt,

Tschenten, Adelboden: 11. 3. Tel. 033 673 11 06, www.tschentenalp.ch. Snowboardpark Bodmi, Grindelwald: 24./27. 2. 19–22 Uhr, Tel. 033 - 854 12 12, www.grindelwald.com. Rothorn Paradies, Zermatt: 11. 3./9. 4. um 19 Uhr, Tel. 027 - 967 26 75, http://bergbahnen.zermatt.ch. www.myswitzerland.com

schweizer illustrierte

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LeserReise

weekend

Mystisch Die Dämmerung bricht über die usbekische Stadt Chiwa herein.

Der schönste Platz der Welt, so Reiseexperten, sei der Registan-Platz in Samarkand.

Farbenfroh Auf den orientalischen Märkten in Usbekistan gibts Waren aus ganz Asien.

leserreise der schweizer illustrierten Traditionell Die Nomaden Usbekistans leben in Zelten, Jurten genannt.

Entdecken Sie die Magie der Seidenstras­ se. Wir bieten Ihnen eine Traumreise nach Usbekistan. Begleitet werden Sie von Asien­ experte Peter Achten.

Peter Achten Der Asienexperte und Ex-«Mister Tagesschau» begleitet die SI-Reisenden.

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schweizer illustrierte

Usbekistan, Perle S

chlanke Minarette, leuchtend blaue Kuppeln, verwunschene Paläste, blühende Oasen: Die glanzvolle Vergangenheit der Seidenstrasse wird Ihr Herz öffnen. Die Magie des alten Handelsweges erlebt man am lebendigsten in Usbekistan, dem wichtigsten Abschnitt der legendären Handelsroute. Der Besucher spürt noch heute den Geist des Karawanenhandels, der nebst Waren auch Wissen, Philosophie und Religionen zwischen Orient und Okzident transportierte. Auf Ihrer Schweizer Illustrierte-Leserreise werden Sie an acht Tagen von Peter Achten begleitet. Der langjährige Asien­ spezialist bei SF und Radio DRS teilt mit ­Ihnen sein Wissen über Land und Leute. Sie besuchen die mythischen Städte Samarkand, Buchara und Chiwa, Orte und Bauwerke, so alt wie Rom und Babylon. In einer Landschaft aus Wüsten, Oasen,

Baumwollfeldern und Bergzügen begegnen Sie Bewohnern, westlich aufgeschlossen und doch fest eingebunden in ihre Jahrtausende alte Kultur, beeinflusst von Hunnen, Mongolen, Arabern, Nomaden. Was hat sich in Usbekistan nach dem Ende der Sowjetunion geändert? Wie gross ist die neue Freiheit unter dem allmächtigen Präsidenten Karimov? Welchen Einfluss hat Russland heute? Dies sind nur einige der Fragen, denen Peter Achten auf der Reise nachgehen wird. Im Gespräch mit einfachen Händlern, mächtigen Gestaltern des Landes und kirchlichen Würdenträgern gibt er tiefe Einblicke ins Land. u Profitieren Sie vom attraktiven Reiseangebot nach Zentralasien und besuchen Sie vom 22. September bis 5. Oktober 2009 mit der Schweizer Illustrierten ein Land, das erst seit Kurzem auf der «touristischen Weltkarte» steht!

Kasachstan

Süd-Aralsee

Usbekistan Chiwa

Urgentsch

Buchara

Taschkent Fergana Samarkand

Turkmenistan Iran

Afghanistan

Route Die SI-Leser besuchen die wichtigsten und schönsten Orte Usbekistans.

der Seidenstrasse

Fotos Look, Corbis, Photolibrary, Anzenberger, RDB

u Die

Highlights der UsbekistanReise: Kulturmetropole Taschkent, orientalischer Basar mit Waren aus ganz Asien. Chiwa: Die Altstadt ist Stadtteil und Museum zugleich und gehört zum Unesco-Welterbe. 4000 Felsgravuren aus der Stein- und Bronzezeit in der malerischen Sarmisch-Schlucht. Abendessen in der Medrese Nodir Devon Begi. Übernachtung in einem landestypischen, aber komfortablen Nomadenzelt in der Wüste mit Musik und Lagerfeuer-Stimmung. Gemeinsames Kochen mit einer usbekischen Familie. Keramikkurs bei einem Meister des Fachs. Kamelritt durch rotsandige Wüste. Der schönste Platz der Welt in Samarkand: Registan. 350-km-Zugfahrt mit Einheimischen durch Wüstengebiete. Atlas-Seide: wichtiges Kultur- und Exportgut des Mittelalters; wir besuchen eine der wenigen

Manufakturen. Nachtessen bei einer russischen Modedesignerin. Ein Koranschul-Leiter empfängt die SI­Leser und berichtet vom Alltag in seiner Ausbildungsstätte. Fergana: Die grösste, reichste und am dichtesten besiedelte Oase Mittelasiens mit Obst- und Gemüseplantagen, umgeben von Baumwollfeldern und Wäldern von Maulbeerbäumen.

Faszinierende Architektur Die leuchtend blauen Kuppeln der Bauten in Buchara. Die 14-tägige Reise (22. 9.–5. 10.) kostet CHF 5900.– (exkl. Flugtaxen von CHF 286.–, Stand Februar 09). Durchgeführt wird die Reise von der auf Korrespondentenreisen spezialisierten Cotravel AG in Allschwil (www.cotravel.ch, Tel. 061 - 308 33 00). Detailprogramm/Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch uKosten/Leistungen:

bestellung detailprogramm Senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur SI-Leserreise «Usbekistan» an folgende Adresse: Name Vorname

Tel.

Adresse

PLZ Ort 

Ausschneiden und einsenden an: SI-Leserreisen, c/o Cotravel AG, Baslerstr. 364, Postfach, 4123 Allschwil

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En Guete Genuss mit Köpfchen Für den Pep sorgt auch der Portulak.

weekend

mit Köchin Sibylle Sager

Der grüne Frischekick

1

Seine kleinen, zarten Blättchen schmecken angenehm salzigsäuerlich. Portulak frischt damit aber weit mehr als nur Saucen, Salat und Suppen auf.

Hüttenkäseköpfchen

Zutaten (für 4 Personen für 4 Förmchen von je ca. 13/4 dl, mit wenig Öl aus­ge­stri­ chen, ganz mit Klarsichtfolie ausgelegt) Köpfchen 4 Rüebli (je ca. 120 g), Salzwasser, siedend, 350 g gekochte Randen, fein gerieben, gut abgetropft, 250 g Hüttenkäse, 2 Esslöffel Akazienhonig, 2 Teelöffel frischer Ingwer, fein gerieben, 1/4 Teelöffel Sambal Oelek, 3/4 Teelöffel Salz, 100 g Portulak Sauce 1 Esslöffel Aceto balsamico bianco, 2 Esslöffel Sonnenblumenöl, 1/4 Teelöffel Sambal Oelek, Salz und Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Kühlstellen ca. 1 Std.

u Für die Köpfchen vom Rüebli mit dem Sparschäler längs breite Streifen abschälen. Rüeblistreifen im Salzwasser portionenweise ca. 2 Min. blanchieren, herausnehmen, kurz in kaltes Wasser legen, abtropfen. Förmchenränder mit je ca. 3 Streifen auslegen, restliche Streifen quer überlappend hineinlegen. Randen und alle Zutaten bis und mit Sambal Oelek mischen, salzen, satt in die Förmchen füllen. Die überlappenden Rüeblistreifen einschlagen, Köpfchen mindestens 1 Std. kühl

stellen. Portulak auf die Teller verteilen, ­Köpfchen darauf stürzen. Für die Sauce Aceto, Öl und Sambal Oelek gut verrühren, würzen, über den Salat träufeln.

2

Knusperbeutel mit Portulaksauce Zutaten (für 4 Personen) 8 tiefgekühlte Weizenteigblätter für Frühlingsrollen (je ca. 250 × 250 mm), angetaut

tipp Winterportulak ist auf Gemüsemärkten und in Lebensmittelmärkten von November bis Mai erhältlich.

Füllung 3 Bundzwiebeln mit dem Grün, Zwiebeln und 1/3 des Grüns in feinen Streifen, restliches Grün längs in Vierteln (zum Binden), 4 kleine Ziegenfrischkäse (je ca. 40 g), quer halbiert, Salz und Pfeffer, nach ­Bedarf, 1 Esslöffel Olivenöl Sauce 75 g Portulak, 1,8 dl Halbrahm, 11/2 Teelöffel Maizena, mit wenig Wasser angerührt, Salz und Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 8 Min. u Für die Füllung Dämpfkörbchen in eine weite Pfanne stellen, Wasser bis knapp unter das Körbchen einfüllen. Zwiebeln mit dem Grün beigeben, zugedeckt aufkochen, bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. weich garen, auskühlen. Zwiebelgrün zum Binden beiseite­legen. Käse würzen, mit wenig Öl beträufeln, auf die Mitte der Teigblätter legen, Bundzwiebeln darauf verteilen. Blätter zu Beuteln formen, mit dem beiseitegelegten Zwiebelgrün zusammenbinden, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Backen ca. 8 Min. in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens.

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Sauce Portulak mit dem Rahm pürieren, in eine Pfanne geben, aufkochen, Maizena unter Rühren mit dem Schwingbesen beigeben, nochmals aufkochen, würzen.

3

Crêpes-Torte

Zutaten (ergibt 8 Stück) Crêpes 3 Esslöffel Mehl, 2 Prisen Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 11/2 dl Milch, 2 frische Eier, verklopft, 2 Esslöffel Sonnenblumenkerne, geröstet, Bratbutter zum Backen Füllung ca. 300 g Frischkäse (z. B. St. Morêt, Philadelphia Cream Cheese), 1 Esslöffel Senf, 1 Knoblauchzehe, gepresst, je 21/2 Esslöffel Peter­silie, Kerbel, fein gehackt, 1/4 Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle, 200 g Portulak, 1 Bund Radiesli, in feinen Scheiben, 50 g Sprossen (z. B. Rucola- oder Zwiebelsprossen)

Sauce 3 Esslöffel Kräuteressig, 4 Ess­löffel Gemüsebouillon, ausgekühlt, 1 Esslöffel Sonnenblumenöl, Salz und Pfeffer, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 1 Std. Quellen lassen ca. 30 Min. u Für die Crêpes Mehl, Salz und Pfeffer mischen. Milch, Eier und Sonnenblumenkerne beigeben, zu einem glatten Teig rühren. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 30 Min. quellen lassen. Wenig Bratbutter in einer kleinen beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. So viel Teig hineingeben, dass der Boden dünn überzogen ist, Hitze reduzieren. Sobald sich die Crêpe von selbst löst, wenden, fertig backen. Mit dem rest­ lichen Teig 5 weitere Crêpes backen. Crêpes nebeneinander auf einem Gitter auskühlen. Für die Füllung alle Zutaten bis und mit Kräuter verrühren, würzen. Crêpes ausbreiten, mit der Masse bestreichen, dabei ringsum einen Rand von ca. 1 cm frei lassen. Crêpes mit Portulak, Radiesli und Sprossen belegen, auf einer Platte aufeinanderschichten, dabei leicht andrücken, in 8 Stücke schneiden. Hinweis Die Torte lässt sich mit einem elektrischen Messer besonders gut in Stücke schneiden.

u Sendedaten

Montag, 23. Februar, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholungen: 24. 2., 1.00 Uhr SF 1) Mehr Infos unter www.aldente.ch zuschauer-wettbewerb Frage Kaffeebohnen werden … Antwort: geröstet Tel. 0901 55 88 01 Antwort: geschält Tel. 0901 55 88 02 (CHF 0.80/Anruf) Mitspielen auch per wap.aldente.ch Teilnahmeschluss: 2. 3. 2009

GaultMillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse! Hotel Restaurant Lej da Staz 7500 St. Moritz-Celerina Tel. 081 - 833 60 50 Täglich geöffnet EC-Direct, keine Postcard Alle Kreditkarten, ausser Diners www.stazersee.ch

weekend

12/20

Kalbsragout & Kuchen Vielseitigkeit ist Trumpf im «Lej da Staz». Lukas Kuster und Christine Fitzinger sind die Gastgeber.

Das Kalbsragout vom Stazersee

«Lej da Staz», St. Moritz Aufgepasst, der Stazersee ist jetzt auch eine Gourmetadresse (mit trendigem Kleinhotel)! Der junge Berner Chef Lukas Kuster steht am Herd. Auch abends.

W

anderer, Mountainbiker und Kutschenfahrer hatten das «Lej da Staz» am Stazersee schon immer zum Ziel. Jetzt sind auch Gourmets und Lifestyler unterwegs: Trendsetter Jürg Mettler («Misani», Ce­ lerina) hat das Haus übernommen, auf­ gepeppt und ausgestattet. Mit gross­ flächigen Bildern von Michel Comte (nackte Blondinen am See) – und mit einem jungen Küchenchef: Der Berner Lukas Kuster schreibt die vor allem abends vielversprechende Karte. Wer lange genug durch den Schnee Richtung Naturschutzgebiet gestapft ist, hat sich den selber geschnittenen

Puschlaver Salsiz, die währschafte Suppe mit Bergheu von der Alp La Rösa oder die beliebten Älpler-Makkaronen wohl verdient. Wir entschieden uns für einen vorbildlich präzis zubereiteten Mascarpone-Risotto mit Waldpilzen. Rustikal gings weiter: Das saftige Kalbsragout wurde in einem riesigen Einmachglas und auf einer guten Berg­ käsepolenta serviert. Etwas eleganter die aufgeschnittene Entenbrust mit karamellisiertem Chicorée auf OrangenCouscous, verlockend auch die im­ posante geschmorte Lammhaxe mit Cremolata, die den Langläufer am Nebentisch ziemlich beschäftigte.

Abends wirds romantischer am Sta­ zersee. Und es liegt plötzlich eine dop­ pelt so dicke Karte auf. Die span­nendsten Positionen: ein offenes OchsenschwanzRaviolo. Sautierte Kalbsmilken an Ma­ deira auf Champagnerkraut. Puschlaver Rindsfilet mit Sauerkirschkompott. Der verwegenste Vorschlag: Gänseleber im Brotmantel mit pikanter Zuckerwatte! Nachzutragen bleibt: Das Kuchen­ buffet (täglich frisch aus dem eigenen Ofen) ist sehr verführerisch. Und: Ein paar sehr stimmungsvolle Zimmer gibts auch. Die meisten mit Dusche. 

Foto Bruno Voser

wein-tipp Preisgünstiger Schaumwein Champagner geniesst den Ruf, der König der Schaumweine zu sein. Zu Recht. Allerdings hat der Genuss auch einen königlichen Preis. Eine günstigere Alternative ist ProseccoSchaumwein. Zwar sind

sie in der Struktur einiges lieblicher als Champagner – die Produktionsweise ist ja auch anders –, aber ein gut vinifizierter Prosecco ist stets eine willkommene Gaumenfreude. Ein sicherer Wert ist der Prosecco Spumante Ca Vittoria Extra Dry (11,5 %). Er duftet blumig

verspielt und prickelt im Gaumen dezent, aber sehr bestimmt. Noten von Quitten und Jasmin erfreuen im Abgang. Ein äusserst zugänglicher und süffiger Prosecco. Der ideale Schaumwein zu einem ungezwungenen Apéro.

Vinothek Brancaia, Zürich, www. vinothek-brancaia.ch Jetzt trinken. Trinktemperatur: 6 bis 8 Grad. u CHF 17.50

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weekend

Auto

SCHON GEFAHREN MINI CABRIO

Offen für alles Zwei Jahre nach Neuauflage des Dreitürers rollt auch die neue Offenversion des Mini an. Der kultige Kleinwagen gibt sich gereift – und bleibt doch seinem Charakter treu.

D

ie kleinen Dinge sind das Salz in der Autosuppe: Details, die zwar niemand braucht, die aber der Nachbar (noch) nicht hat. Das jüngste Beispiel nennt sich nun «Always Open Timer», sitzt im Mini Cabrio links vom Drehzahlmesser auf der Lenksäule – und ist völlig sinnfrei: ein Rundinstrument, das quasi die Sonnenstunden des Autolebens misst, also jene Zeit, die wir offen fahren. Klingt absurd und kostet CHF 240.– extra, es dürfte aber die Fans begeistern. Zumal freche Preise für Optionen die Gemeinde der MiniEnthusiasten noch nie gestört haben.

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Sein Erfolg gibt dem Mini recht: Der nostalgische Kleinwagen verkauft sich seit seiner Wiederbelebung durch BMW wie «warme Weggli» – auch weil er eben der etwas noblere Kleinwagen ist. Und die zweite Generation dürfte einen noch höheren Cabrioanteil erreichen. Der ästhetisch fragwürdige, weit hinausragende Überrollbügel ist passé: Künftig fährt der Bügel erst bei

Pep mit Problemchen Das Cockpit ist sehr hübsch und wunderbar unkonventionell, der nostalgische Mitteltacho aber kaum ablesbar.

Gefahr aus. Das Verdeck öffnet sich in nur 15 Sekunden auf Knopfdruck, sogar bis Tempo 30, und lässt sich weiterhin im Stil eines Schiebedaches auch teilweise öffnen. Dafür schrumpft der ohnehin kleine Kofferraum bei offenem Dach noch weiter. Auch Beinraum im Fond ist knapp. Aber im Mini zählt eben vor allem Fahrspass. Die Idealbesetzung liefert der Cooper S. Der 175-PS-Turbomotor tönt famos und sorgt für bissige Dynamik. Auch im schwächeren Cooper oder im besonders eiligen John Cooper Works garantiert die messerscharfe Lenkung Vergnügen – und das unab­ hängig vom Wetter das ganze Jahr. Angesichts der Verve, mit der der Mini um Kurven saust, sehen wir ihm die mitunter herbe Federung nach. Und loben, dass der Gokart für Erwachsene dank Details wie der Start-Stopp-Abschaltung an der Ampel günstige Verbrauchswerte ermöglicht. Timothy Pfannkuchen

news

TOYOTA PRIUS HYBRIDPIONIER IN DER DRITTEN GENERATION u Ohne den seit 1997 gebauten Prius hätten sich Hybridautos wohl niemals durchgesetzt. Doch während etwa die einst hämisch reagierenden deutschen Autohersteller erst dieses Jahr mit Benzin-Elektro-Hybriden folgen, lanciert Toyota schon die dritte Auflage. Der erneuerte Prius bleibt ein sogenannter Vollhybrid, kann also auch rein elektrisch fahren. Sein 1,8-Liter­Benziner leistet 98, das gesamte Hybridsystem inklusive Elektromotor 134 PS. Genaue Daten für Europa fehlen noch, doch soll der Fünftürer geräumiger und sparsamer (bisher laut Werk 4,3 Liter je 100 Kilometer) sein. Die Lancierung erfolgt im Juli. Der Preis des neuen Prius ist noch nicht bekannt.

Immer Saison Frischluft und Fahrspass bietet der Mini Cabrio unabhängig vom Wetter.

steckbrief

Farbenwahl Das Verdeck gibt es in Schwarz, aber auch in Dunkelblau oder Dunkelbraun. u Name Mini Cabrio u Motoren Benzin 120, 175, 211 PS u 0 bis 100 km/h von 6,9 bis 9,8 s u Spitze von 198 bis 235 km/h u Verbrauch von 5,7 bis 7,1 l/100 km u CO2-Ausstoss von 137 bis 169 g/km u Energieeffizienz von A bis C u Verkauf ab Ende März 2009 u Preis ab CHF 31 600.– u Konkurrenten Citroën C3 Pluriel, Fiat

500 Cabriolet, Mitsubishi Colt CZC, Nissan Micra C+C, Peugeot 207 CC, VW Beetle Cabrio u. a. u Unser Urteil Wie bereits der Dreitürer und der Clubman (Kombi), so nun die Neuauflage des Cabrios: Im Detail wird der Mini erwachsener, doch Optik, Charme und Fahrspass bleiben unverändert top. Die Crux sind neben wenig Kofferraum die recht stolzen Preise.

AUDI R8 V10 FSI ZWEI ZYLINDER MEHR FÜR DEN FLACHMANN u Von wegen Wirtschaftskrise: Immerhin knapp 120 Stück des Mittelmotorsportlers R8 konnte Audi letztes Jahr in der Schweiz absetzen. Auch dieses Jahr sollen es gut 100 werden, davon etwa 90-mal der neue V10 FSI. Statt des V8 mit 420 PS verrichtet hier der vom Lamborghini Gallardo bekannte V10 mit 525 PS seinen Dienst. Dennoch gibt sich der 5,2-Liter-Motor nicht wild, sondern kultiviert. Zum Sprung bereit ist er aber stets: Bis Tempo 100 ver­ gehen keine vier, bis Tempo 200 nur zwölf Sekunden. Erst bei 316 km/h Spitze ist Schluss. Der Verbrauch soll laut Audi bei 13,7 Litern auf 100 Kilometer liegen. Der Preis für den 1,6-TonnenAllradler: ab CHF 221 400.–. schweizer illustrierte

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Gut möglich, dass Sie sich jetzt verlieben!

woche vom 1. bis 7. März 2009 Positive Aspekte (Sonne–Jupiter–Venus) sowie Merkur in günstigem Winkel zu Uranus (3.) und Mars (2.) deuten auf kulturelle Highlights. Sie sorgen für Fortschritte in diplomatischen Fragen, vielleicht gar für eine Besserung in der Wirtschaft und bei den Börsen.

In persönlichen Horoskopen profitieren davon vor allem die 2. Dekaden Wassermann, Widder, Zwillinge, Löwe, Waage und Schütze: Sie sind gut inspiriert, beweisen künstlerisches Flair. Oder kommt es zu aufregenden Begegnungen? Gut möglich, dass Sie sich jetzt verlieben und Ihren Traumpartner finden!

widder 21.–30. 3. Spass am 3., Komplikationen am 5. Die vor dem 24. Geborenen gehen ganz neue Wege, manchmal durch äussere Umstände erzwungen. Am 2. oder 5. haben Sie es nicht einfach. 31. 3.–9. 4. Eine GoldWoche! Jupiter und Venus bringen Glück, Sie können schöne Treffer landen, speziell am 3. und 4.! Freunde wollen helfen, oft mit guten Resultaten im Mai. Oder Herzklopfen? Versöhnung? 10.–20. 4. Sie sind in Form und geistig sehr rege. Dank Ihrer Schlagfertigkeit und Ihrer Einsatzfreude kommen Sie schnell voran (4., 5.).

stier 21.–30. 4. Offene Aussprache am 5., etwas Stress hingegen am 7. (Panne?). Vor dem 25. Geborene verändern sich sehr positiv, beginnen eine tief gehende Wandlung (bis Mitte 2010!). 1.–10. 5. Komplikationen wegen Jupiter nerven (am 2.?). Doch mithilfe eines Freundes können Sie eine Lösung finden (am 3. oder 5.). Bei neuen Projekten die juristische Seite nicht vernachlässigen! 11.–20. 5. Diskussionen arten leicht aus, Sie verlieren schnell die Geduld. Am 2. sollten Sie kürzertreten (Gesundheit!), am 5. holen Sie wieder auf.

zwillinge 21.–31. 5. Relativ ruhig. Nur am 3. sind Sie sehr berührt von einer Geste. Am 7. ist Ihre gute Laune ansteckend. 1.–10. 6. Alles sollte nach Ihren Wünschen klappen, privat und beruflich! Venus bringt Frühlingsgefühle und Herzklopfen, am 3. und 5. schweben Sie wie auf Wolken. Viel Spass auch auf Reisen, bei neuen Hobbys. Was Sie jetzt beginnen, verspricht gute Ergebnisse im Mai. 11.–21. 6. Sie agieren effizient, sind überzeugend und setzen Ihre Vorstellungen durch. Günstig für Kontakte, sportliche Aktivitäten usw. (am 3. und 5.!).

krebs 22. 6.–1. 7. Günstig für Treffen mit Freunden wird der 1., etwas hektisch der 5. Sie können Ihre Gefühle nur schwer kontrollieren. Die um den 23./24. Geborenen erleben eine grössere Umwälzung. 2.–12. 7. Privat hängt bei einigen der Haussegen schief (am 6.?). Langfristig hingegen günstig für die um den 10. Geborenen, die Nägel mit Köpfen machen, grössere Entscheidungen treffen. 13.–22. 7. Am 2. fühlen Sie sich wohl (im Freundeskreis), zeigen sich von Ihrer besten Seite. Positive Veränderungen am 3. und 5. (Vertrag, Ausland?).

löwe 23. 7.–1. 8. Gönnen Sie sich eine kleine Pause. Am 3. sind Sie im Einklang mit Ihrer Umgebung. Nur am 7. sind Sie nervös und können nur schwer Ihre Gefühle kontrollieren. 2.–12. 8. Weiterhin Glück dank Partner. Juristische Probleme lösen sich am 3. in Ihrem Sinne. Privat erleben einige eine Sternstunde: Venus verspricht Momente voller Leidenschaft. 13.–23. 8. Mars und Merkur in Opposition verleiten zu überstürzten Reaktionen. Vorsicht bei Verträgen, Abmachungen, Investitionen. Versuchen Sie, die Dinge realistisch zu sehen!

jungfrau 24. 8.–2. 9. Am 1. und 5. blendende Laune: Sie treffen Freunde, gewinnen Sympathien. Schwieriger hingegen der 3. (Ärger mit dem Boss, Kollegen?). Vor dem 27. Geborene erleben eine positive Wandlung. 3.–12. 9. Ihr Partner hat derzeit den besseren Überblick, Sie sollten seine Ratschläge befolgen. Am 5. können Sie ­finanzielle Fragen diskutieren. 13.–23. 9. Sie fühlen sich bei Ihren Freunden wohl (2. und 7.), kommen mit neuem Projekt gut voran. Nur um den 14./15. Geborene könnten (3., 5.) eine unerwartete Wende erleben (Partner?).

waage 24. 9.–3. 10. Neue Horizonte (am 3.), Sie erweitern Ihren Bekanntenkreis. Komplikationen am 5. Um den 24./25. Geborene müssen sich mit grösserer ­Änderung (bedingt durch kollektive Ereignisse?) anfreunden. 4.–13. 10. Weiter auf Erfolgskurs! Venus und Jupiter signalisieren schicksalhafte Begegnungen, einige sind im siebten Himmel (am 3. und 5.!). Versöhnung? Heirat? Alle Hoffnungen sind erlaubt. 14.–23. 10. Sie sind schlagfertig, setzen Ihre Vorstellungen durch (am 3. und 5), geniessen das Leben. Auch körperlich sind Sie in Bestform.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind am 1. und 7. nicht sehr geduldig, am 5. aber glänzender Laune. Vor allem um den 25./26. Geborene sind in einer Phase positiver Veränderungen, kommen ihren Zielen näher. 3.–12. 11. Langfristige Planung sollte falsche Entscheidungen verhindern. Am 3. könnte juristisches Problem auftauchen, das sich am 5. zuspitzt. Vorsicht in Gelddingen! 13.–22. 11. Missverständnisse und Verzögerungen (am 2.!), einige neigen zu überstürzten Reaktionen. Am 3. und 5. können Sie aufholen, Sie bekommen unerwartet Hilfe.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sollten am 3. Verständnis zeigen und zu Konzessionen bereit sein. Ihre finanzielle Situation könnte sich positiv verändern (am 1.), mit Konsequenzen bis 2010. 3.–12. 12. Ihre Erfolgssträhne hält an, speziell am 3. und 5. gelingt einigen ein Volltreffer. Ausserdem sorgt Venus für unvergessliche Stunden (am 4. und 5.!). Sie sind im siebten Himmel. Schicksalhafte Begegnung? Versöhnung? 13.–21. 12. Exzellente Karten. Am 2. und 3. gelingt einigen schöner Treffer (u. a. mit künstlerischen Projekten), Sie sind kreativ und gut inspiriert.

steinbock 22.–31. 12. Am 1. sind Sie Hahn im Korb, am 5. sollten Sie auf Wünsche des Partners eingehen. Um den 23./24. Geborene kommen ihren wahren Zielen ­näher (am 1.). 1.–10. 1. Sie sollten sich um Ihre Finanzen kümmern, können am 3. und 4. einen Gewinn verbuchen. Komplikationen hingegen wegen einer Angehörigen oder Kollegin (am 3.?). 11.–20. 1. Sie sind am 2. gut gelaunt, am 7. hingegen dickköpfig und nicht sehr tolerant. Die um den 12./13. Geborenen können mit einer positiven ­(finanziellen?) Veränderung rechnen (am 3. und 5.).

wassermann 21.–30. 1. Sie zeigen sich am 3. von Ihrer Schokoladenseite, stehen im Mittelpunkt. Am 7. sollten Sie Ihre Gefühle besser kontrollieren! 31. 1.–9. 2. Jupiter und Venus signalisieren Erfolg, speziell am 3., 4. und 5.! Exzellent, um grössere Vorhaben zu beginnen (eigenes Unternehmen, Heirat, Nachwuchs?). Alle Hoffnungen sind erlaubt, oft mit guten Resultaten im Mai. 10.–19. 2. Sie sind physisch in Bestform, redegewandt, kontaktfreudig. Am 2., 3. und 5. treffen einige ins Schwarze, kommen Idealen näher. Am 6. sollten Sie etwas kürzertreten!

fische 20. 2.–1. 3. Am 1. und 5. sind Sie im Einklang mit Ihrer Umgebung, können Missverständnis klären. Hektisch der 3. (Panne, Ärger mit Angehörigen?). Um den 21./22. Geborene erleben positive Wandlung. 2.–10. 3. Sie bekommen diskret Hilfe angeboten (2., 6.). Nach dem 7. Geborene unterziehen eine Partnerschaft einer strengen Prüfung, sie wollen sich nicht länger mit halben Lösungen zufriedengeben. 11.–20. 3. Am 2. und 7. sind Sie guter Laune (Glück im Spiel?), müssen aber am 5. nachgeben. Günstig für neue Projekte wird der 3.

ihr tages-horoskop 68

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop

Spiele Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 1. März 2009, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­staben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die fünften Buchstaben, jeweils von oben nach unten gelesen, ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 1. März 2009

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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Spiele Rebus

Auflösung aus Heft 8

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wer häts – ohä lätz

kreuzwort chaos Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Sudoku mittel

 

  

 

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# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



  

 









  

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# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

sudoku Mittel                            È

        

        

        

        

        

         

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goldvreneliRätsel

 besonders



raten und rechnen

Gewinner aus Heft 4 Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Anna Schibli Viktoriastrasse 116, 3084 Wabern Silvia Egli Riet, 9606 Bütschwil Claudia brenn Rosenheimstrasse 6, 8630 Rüti Thomas Locher Untergomerkinden, 3415 Schafhausen Aurel Manser Böhlisjockes 14, 9057 Weissbad goldvreneli-rätsel (Lösung: «Uhrmacher») Romy Vonarburg Höchhusmatt 13, 6130 Willisau Mia Biasotto Schwägalpstrasse 1, 9107 Urnäsch Peter Frehner Widenacker 16, 8525 Niederneunforn

zitat zwischen zahlen 1. Daniela, 2. Atemnot, 3. Streuli, 4. Gruyere, 5. Eintopf, 6. Diskont, 7. Asepsis, 8. Erregen, 9. Caesium, 10. Hermann, 11. Triftig, 12. Nuntius, 13. Interim, 14. Seeland, 15. Ibrahim, 16. Steuern, 17. Tischri, 18. Dessous, 19. Inexakt, 20. Einfuhr Lösung Das Gedaechtnis ist Diener unserer Interessen. rebus 1 TR EP PE 2 K I ND 3 SO N (D) N E = EPISODE

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unterwegs Autorin Stephanie Ringel traf Udo Jürgens in Köln,

Düsseldorf und Dortmund.

Singen, bis der Vorhang fällt Er ist der letzte grosse Entertainer. Der Wahl-Schweizer hat über 900 Lieder geschrieben, mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft. Jetzt ist er zum 22. Mal auf Tournee. Udo Jürgens zeigt uns seine geheimen Rituale: wie er sich stärkt, was er isst und trinkt, wer der Baron an seiner Seite ist. Und: wovor er sich fürchtet.

Geschafft! Im Bademantel und mit Blumen im Arm tritt Udo ­Jürgens nach der letzten Zugabe zu den jungen Fans. «Mit meiner eigenen Generation habe ich abgeschlossen.» schweizer illustrierte

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Stilles Abendessen Vor dem Auftritt isst der Mega-Star immer das Gleiche: eine klare Brühe, dazu ein Butterbrot. Text Stephanie Ringel Fotos Oliver mark

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do Jürgens, den weissen Bademantel um den schlanken Körper geschlungen, steigt von der Bühne. Schwer stützt er sich am Geländer der Metalltreppe, seufzt ein «Hach», ein «Huch». Hinter den schwarzen Vorhängen der Bühne beginnt der geschützte Raum des Künstlers. Im Saal sind die Neonlichter an, nur Autogrammjäger warten noch auf ihr Glück. Die 13 000 Plätze in der LanxessArena in Köln waren ausverkauft. Schon nach wenigen Liedern sind die ersten Fans von ihren Sitzen aufgesprungen, nach vorne gestürmt und haben, an die

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Bühne gelehnt, ihrem Meister gelauscht. Jetzt ist Udo Jürgens kaputt. Drei Stunden hat er gesungen, Klavier gespielt, gesteppt, getanzt. Am Ende der Stufen, trüb durch eine Lichterkette beleuchtet, nimmt ihn sein Manager und langjähriger Zürcher Freund Freddy Burger in die Arme und klopft seinem Star auf die Schulter. Das wichtigste Konzert der Tournee war ein Hammer. Und so trägt der Erfolg in dieser zweiten Februarwoche zwei Männer, die seit 32 Jahren zusammenarbeiten, durch den gleissend hellen Flur und irgendwie auch darüber hinaus in dieses wichtige Jahr, das mit grossen Ereignissen vollgepackt ist: Udo Jürgen Bockelmann alias Udo Jürgens wird im September 75 Jahre alt.

Er gibt im Herbst 28 zusätzliche Konzerte. Es wird ein Film über sein Leben erscheinen, und er schreibt ein neues Buch mit Kurzgeschichten. Zur gleichen Zeit haben sich die Musiker des Orchesters Pepe Lienhard längst umgezogen und sitzen im Tourbus, der sie ins Hotel bringt. Lienhard trägt nun statt Anzug braune Cordhosen und Wollpulli. Sein Talisman, der kleine Plüschbär, den ihm seine Töchter Nina und Lara einst schenkten, ist eingepackt. «Ich könnte mich jetzt mit Udo in einem feinen Restaurant absondern», sagt er im Vorbeigehen, «aber ich bin gerne bei meiner Band.» Jetzt, wo die Anspannung von Jürgens abgefallen ist, entspannen sich

«Ich weiss nicht, wie lange ich noch kann. Meine Lebenszeit nach vorne ist kürzer als nach hinten»

Leben aus dem Koffer Crèmes, Bürsten, Kämme, Kleider: In der Pause tauscht Udo Jürgens den verschwitzten Anzug gegen einen frischen.

auch die Menschen, die für ihn arbeiten, mit ihm verwandt sind, ihn verehren: Musiker, Techniker, Tourmanager, Finanzkontrolle, Catering, Freunde. Für sie ist Jürgens nicht nur der Arbeitgeber, er ist ein Phänomen. Er sei in dreissig Jahren gerade mal vier Tage krank gewesen! Er hat zwei Ehen hinter sich. Die Bühne als Heimat ausgewählt statt die Familie mit den beiden Kindern Jenny, 42, und John, 45. Er kommt nie zu spät und duldet keine Verspätung. Wenn Tonprobe um fünf Uhr nachmittags ist, sitzt er um fünf vor fünf am Flügel. Dem Flügel, von dem er sagt: «Mein ganzes Leben sitze ich an diesem Platz, es scheint der richtige zu sein.»

Jürgens duscht, trägt «Eau sauvage» auf, zieht Jeans, Hemd und Lederblazer an. Die Kontaktlinsen hat er gegen seine randlose Brille getauscht. Das Make-up ist abgewaschen, nur auf den perfekt manikürten Fingernägeln glänzt durchsichtiger Lack. Im Saal verteilt er noch signierte Autogrammkarten. Doch kaum haben die Fans zweimal durchgeatmet, sitzt er in seinem Mercedes-Geländewagen auf dem Weg ins Restaurant nach Düsseldorf. Am langen Holztisch im Steakhaus Gehrys drückt Udo Jürgens die Hand seiner Tochter Jenny und schaut stolz auf deren Ehemann, Philosophieprofessor Thomas Druyen, sein – so Jürgens – «bester Freund und Gesprächspartner».

«Er empfiehlt mir ein Buch. Oder ich ihm. Wenn wir reden, vergessen wir die Welt.» Plötzlich kommt einem ein alter Song ins Gedächtnis, den er einst mit Jenny ge­ sungen hat. «Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden und eine Hand, die deine hält …» Ein Klassiker für Millionen Mädchen auf der Suche nach dem Glück. «Papa, was möchtest du essen?» «Mmhh, was meinst du?» Der Kellner tritt an den Tisch. «Was ist das Beste?», fragt der Sänger. «Unser amerikanisches Steak», antwortet der Kellner. «Das nehme ich, 180 Gramm, medium-blutig.» Am Ende des Tischs sitzt Nicolaus Dumba, Spitzname «Der Baron». Der alte Herr spricht wenig und lächelt viel. u schweizer illustrierte

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«Früher haben wir vorm Konzert eine Flasche Wodka gekippt» Orchester-chef Pepe Lienhard

Freunde fürs Leben Manager Freddy Burger (l.), Orches­ter-Chef Pepe Lienhard (Mitte) und Jürgens sind seit 32 Jahren ein Team.

Alles im Griff Der Physiotherapeut Andreas Stomme massiert den Sänger vor fast jedem Konzert. Auf Jürgens warten drei Stunden Bühnenmarathon. In den Kärntner Kindertagen gingen Udo und er zusammen Ski fahren, später Mädchen aufreissen. Seit sieben Jahren tourt er mit Jürgens: «Ich bin seine gute Seele. Nach dem Aufwachen ruft Udo mich als Ersten an und fragt: ‹Und? Wie gehts?›» Der Baron packt für den Künst­ ler dessen Koffer. Richtet Gesichts­ crèmes, Make-up, Bürsten, Kämme. Er kocht jenen Lindenblüten-Tee, der in zwei Gläsern während des Konzerts auf dem Flügel steht. Und er besorgt den ­legendären Bademantel. Immer. Udo Jür­ gens hat kein Portemonnaie – der ­Baron trägt seine Kreditkarten und das Geld. Kurz: Er ist sein Mann für alle Fälle. Dmitri Kuschnir lehnt sich im Stuhl zurück. Jung, Technik-affin, immer im Laufschritt unterwegs, ist er das Ge­ genteil vom Baron. Der russischstäm­

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Momente der Nähe Noch wenige Minuten, bis das Konzert beginnt. Sängerin Natascha Wright schenkt Jürgens ein breites Lächeln.

mige Österreicher, dank seinem Bärtchen von allen kurz «Lenin» genannt, kennt den Tourneeplan aus dem Effeff, berechnet Distanzen zwischen den Spielorten, notiert Verbesserungswünsche, die ihm Jürgens während der Show zuruft. Seit 13 Jahren, da war er gerade mal 21, ist Lenin an Udos Seite. «Ich weiss Sachen von ihm, die kennt nicht mal die Familie», sagt er sanft. Zwischen zwei Bissen entschlüpft Jürgens: «Viele Leute haben immer noch nicht begriffen, dass ich kein Schlagersänger bin! Es geht doch nicht um Schnulzen und den ewig gleichen Rhythmus!» Jürgens ist Entertainer, Chansonnier, und so will er auch verstanden sein. Als Künstler, der seit den 60er-Jahren mit Energie und Durchhaltevermögen ein Chronist des politischen und sozialen

Lebens in Europa ist. Er besingt die Medien-Gesellschaft («Total vernetzt»), den Umweltschutz («Tanz auf dem Vulkan»), Auswandererschicksale («Griechischer Wein») und fiese Nachbarn («Ein ehrenwertes Haus»). Madonna, die playback trällert, oder Barbra Streisand, die ihre Texte nicht auswendig kann, werden in den Feuilletons der internationalen Zeitungen besprochen. Jürgens nicht. Obwohl er aus dem Kopf singt und spielt. Fehlerfrei. Drei Stunden lang schaut er nicht einmal auf ein Notenblatt, einen Liedzettel. Der deutsche Kritiker Hellmuth Karasek sagte kürzlich: «Wäre Deutsch eine Weltsprache, hätte Jürgens eine Karriere wie Frank Sinatra machen können.» Jenny küsst den Vater auf die Wange, der Baron bezahlt die Rechnung,

Jürgens drückt seinen Schwiegersohn. Um zwei Uhr morgens gleitet der Sänger dann auf den Beifahrersitz seines Jeeps und wird ins Hotel gefahren. Der Morgen danach. Um 12 Uhr schlendert Physiotherapeut Andreas Stomme in die Hotellobby. Der 37-Jährige hat schon eine Stunde Gymnastik mit Jürgens hinter sich und die glänzende Aussicht auf ein gutes Frühstück vor sich. Bald darauf treten durch die Flügeltür: der Baron, Lenin, Jürgens im Daunenmantel. Im alteingesessenen Café Heinemann, nur wenige Minuten entfernt, sitzen alte Damen mit blau-grauen Haaren «Aberbitte-mit-Sahne»-mässig vor mächtigen Kuchenstücken und starren den Mann an, zu dessen ­Liedern sie einst tanzten. Jürgens geht zügig durch den Saal, setzt sich und bestellt, was er meis- u schweizer illustrierte

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unterwegs tens isst: «Strammen Max», ein Schinkenbrot mit Spiegelei, dazu ein kleines Bier. Nachdenklich sagt er: «Man muss sich mit dem Alter anfreunden. Ich mach mir schon Sorgen, weil ich nicht weiss, wie lange ich noch kann. Die Lebenszeit nach vorne ist viel kürzer als nach hinten. Nur auf der Bühne fühle ich mich jung. Mit meiner eigenen Generation habe ich abgeschlossen: Die gehen zum ‹Musikantenstadl› und leben im Altenteil. Zu mir kommen viele junge Leute. Mindestens so viele Männer wie Frauen!» Und die sagen über ihren Udo: «Er findet für unsere Gefühle, Nöte, Ängste die richtigen Worte.» Zeitgleich startet in Köln der Doppelstock-Tourbus mit dem Orchester Richtung Westfalenhalle in Dortmund. Lienhard war am Morgen shoppen. Seine Ausbeute: Jazz-CDs und Schallplatten. Jetzt steht er an der Espresso-Maschine und holt sich einen Kaffee. Dann setzt er sich in die letzte Reihe, stellt den Kaffee auf das Tischchen vor sich und sagt: «Udo stellt immer öfter das Orchester in den Vordergrund. Wir beginnen jedes Konzert mit einem langen Solostück. Das wäre vor

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zehn Jahren undenkbar gewesen!» Lienhard greift nach einer Plastiktüte, holt zwei grosse Stücke Old-AmsterdamKäse heraus – ein Geschenk eines Fans. «Den essen wir heute Abend nach dem Konzert im Bus. Den Rotwein habe ich auch schon besorgt.» So unbeschwert geniesst Jürgens nie, darauf achtet sein Mitarbeiterstab. Was, wenn der Käse verdorben oder vergiftet wäre? Mit dem Bus erreicht der Jeep von Jürgens den Parkplatz der Westfalenhalle. Nun ist auch Alexander «Alex» Grabowsky wieder zum Team gestossen. Der Fahrer hatte zwei Tage frei. Routiniert checkt der Baron im Hotel ein: Senior Suite Nr. 816, sechzig Quadratmeter, 250 Euro pro Nacht. Danach geht er die wenigen Meter über einen schneebedeckten Innenhof in die Konzerthalle, in die Garderobe. Vor dem Spiegel baut er wieder Crèmes, Bürsten, Kämme auf. Prüft den Anzug und die Hemden, stellt die Smokingschuhe bereit. Im Eiskühler zwei Flaschen Pinot Grigio von Feinkost Käfer in München. Wie immer. Alex holt in der Tour-Küche die klare Brühe für Jürgens. Seine Hände umfassen eine grosse Löwenkopfterrine,

darauf ein Teller mit vier Butterbroten. Sacht tippt er mit dem Fuss an die Garderobentür. Der Baron öffnet, Alex tritt ein, Lenin hinaus und postiert sich vor der Tür. Der Physiotherapeut baut die Massagepritsche auf, aus dem Radio plätschern Fussball-Bundesliga-Meldungen. Jürgens setzt seine Brille ab und löffelt langsam. Kaum fertig, legt er sich auf die Liege. Stomme deckt ihn mit Handtüchern zu und knetet eine Stunde. Dann Dusche, Make-up, Ankleide. Noch zehn Minuten bis zum Konzert. Pepe Lienhard kommt herein, das Saxofon in der Hand. «Früher haben wir vorm Konzert eine Flasche Wodka gekippt», erinnert er sich, «heute trinke ich nur Wasser.» Jürgens, jetzt im schwarzen Anzug, greift zum Weinkühler, schenkt sich gegen die Nervosität den Pinot Grigio ein und prostet seinem OrchesterChef zu. Aus der Halle schwappt das Gemurmel von 12 000 Gästen durch die schwarzen Vorhänge hinter die Bühne. Jürgens lobt das Kleid einer Geigerin, drückt Sängerin Natascha Wright die Hand. «Noch zwei Minuten!», ruft der Techniker. Jetzt tigert Jürgens auf und

ab. Seine Hände gleiten über eine imaginäre Tastatur. Er tritt an die eiserne Treppe, stützt sich mit beiden Unterarmen aufs Geländer. Es geht ein Ruck durch den gebückten Körper. Das Orchester posaunt. Er steigt die Stufen hoch, geht an seiner Thermoskanne mit Lindenblüten-Tee vorbei, tritt auf die dunkle Bühne, setzt sich an den Flügel. «Hier», hat er zuvor gesagt, «hier spüre ich die Wärme des Publikums.» Der Spot geht an, Jürgens holt tief Luft und singt die ersten Zeilen seines jüngsten Hits «Einfach ich». Ein Lied wie der Spiegel seiner Seele: «Bist ganz still, schaust mich an, kennst mich gut, kennst mich lang, doch ganz tief in dir drin fragst du dich immer noch, wer ich bin …»  Konzerte der «Einfach ich»-Tour in Zürich: 27. 2. (noch Restkarten) und 5. 12. im Hallenstadion. Das Orchester Pepe Lienhard geht vom 21.–29. April in der Schweiz auf Tournee. Für «Let’s Swing» formiert es sich zur Big Band und spielt Songs von Duke Ellington bis Glenn Miller. www.pepelienhard.ch

«Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden und eine Hand, die deine hält ...»

Seltenes Glück Jenny Jürgens hat beim Konzert in Köln mitgefiebert. Danach geniessen Vater und Tochter ein gemeinsames Abendessen.

Party

«Ich bin sprachlos und finde diesen Klotz extrem cool» stefanie heinzmann

Die schottische Chart-Stürmerin Amy Macdonald holte zwei Awards und begeisterte live.

Mannoman 2. Swiss Music Awards: Männerfreundschaften und Walliser Power

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Abräumerin: Stefanie Heinzmann holte zwei Preise (beste Newcomerin und bester Song national).

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y Man Is a Mean Man» heisst der beste Schweizer Song des vergangenen Jahres. Zu Deutsch: «Mein Mann ist fies»! Dabei konnte von Gemeinheiten keine Rede sein, als vergangenen Donnerstag im Zürcher «Kaufleuten» die Swiss Music Awards vergeben wurden. Im Gegenteil: Doppel-Gewinnerin Stefanie Heinzmann fand alles «ü hüere güet» und hat ihre Fans «ü hüere gäru». Und die Jungs unterhielten sich miteinander so gut, dass sie die anwesenden ­Ladys fast vergassen: Laudator Chris von Rohr umarmte herzlich Kuno Lauener von Züri West. Soul-

Foto David Biedert / tilllate.com

Der deutsche Rapper Sido (l., bestes Album international) fand Stress «echt geil».

Laudator Chris von Rohr (l.) gratulierte DoppelGewinner Kuno Lauener (Züri West).

n – «ü hüere güet»! Schlussbild: Die Gewinner Züri West, Sido, Amy Mac­ donald, Bligg und Stefanie Heinzmann (v. l.) und die Mode­ ratoren Melanie Winiger und Marco Fritsche auf der «Kauf­leuten»Bühne. Abwesende Sieger: Leona Lewis und DJ Antoine.

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Neu-Eltern Marc Sway und Severine: Ausgang ohne Baby Naomi Ayleen.

Stiefel, Schlips, ­Tirolerhut: Soul-Man Seven mit seiner Freundin Zahra.

Familienausflug: Bligg (r.) feierte seinen Preis mit Mami Angela und Bruder Sam.

Sänger Seven und Italo-Star Nek schlossen eine grenzüberschreitende Freundschaft. Gute Verlierer gabs übrigens auch: Marc Sway gratulierte Stefanie Heinzmann, und DJ Tatana meinte: «Ich hab ja letztes Jahr ge­wonnen.» In Sachen Laudatio war das Spektrum breit – von sehr holprig bis ziemlich witzig (die schwangere Mona Vetsch: «Ich bin auch ins Newcomer-Geschäft eingestiegen. Ich produziere Schweizer Nachwuchs»). Gedankt wurde hingegen kurz und schmerzlos. Die schottische Chartstürmerin Amy Macdonald liess ein «Merci, danke schön – ihr sprecht so viele Sprachen» verlauten. Und Kuno machte es einfach berndeutsch: «Auf diese Steine können Sie bauen. Tschou zäme!» Text SANDRA CASALINI, Fotos FABIENNE BÜHLER, HERVÉ LE CUNFF

Zeigte, was alle ­dachten: Carlos Leal schlotterte auf dem roten Teppich.

Musik statt Leinwand: Nadja Schildknecht (Zürich Film Festival).

Was fürs Auge: Raquel Alvarez und Carolin Ruppert («Germany’s Next Topmodel»), Ex-Miss Jenny Ann Gerber (v. l.).

Mona Vetsch und Bänz Friedli: «Ich bin nicht der Vater ihres Babys!»

Italo-Herzensbrecher Nek gab trotz Kälte geduldig Autogramme auf dem Teppich.

party-facts Gastgeber IFPI Schweiz (Dach­ verband der Ton- und Tonbild­ trägerhersteller) Tatort «Kauf­ leuten», Zürich Most wanted Etwas zu trinken! Glücklich, wer sich bis zur Bar durchkämpfen konnte TopThema Der Dresscode: Cocktail­ kleid trotz Kälte auf dem roten Teppich Highlight Stress stellte seine neue Single «Tous les mêmes» vor. Wie sagte seine Gattin Melanie Winiger ganz objektiv? «Geil, sexy, talentiert!» Hoppla! Noch holpriger als Universal-MusicChef Ivo Sacchis Rede war Nadja «Naddel» Abd El Farrags Gang

«MusicStar»-Moderator Max Loong mit seiner Liebsten Chhaya Dewan.

Blues-Sänger Philipp Fankhauser mit Manager Roger Guntern (l.).

Sängerin Natacha mit Silberkäppi und ihrem Herzbuben Gianclaudio De Luigi.

Die Moderatoren Marco Fritsche und Melanie Winiger (im Kleid von Gucci).

Party-Rating

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«Draussen eiskalt, drinnen eng und heiss – aber eine tolle Show!»

Hollywood

Jacqueline Bisset (l.) und Veronique Peck sind gern bei ihrem Freund Arthur Cohn zu Gast.

Die beiden Hauptdarsteller aus Cohns neustem Film: Eddie Redmayne und Maria Bello.

Arthur statt Oscar Wo trifft sich die Elite der Traumfabrik? Klar, beim Schweizer Arthur Cohn!

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ie Einladung an sein jährliches Pre-OscarDinner in Los Angeles kommt einem Ritterschlag gleich. Wer zu den 43 Auserwählten von Arthur Cohn zählt, trifft auf die Spitzenleute der Filmgiganten Dreamworks und New Line, auf die Star-Agenten und mächtigen Anwälte, die die ­Millionen-Gagen der Stars aushandeln. Und: auf den sechsfachen Oscar-Preisträger persönlich! Zum erlauchten Kreis gehören dieses Jahr die Stars von Cohns neustem Film «The Yellow Handkerchief» Maria Bello und Eddie Redmayne. Auch dabei sind die Schauspielerin und Taufpatin von Angelina Jolie Jacqueline Bisset und Veronique Peck, die Witwe der Hollywood-Legende Gregory Peck. u

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Aus Hollywood nicht weg­ zudenken: der sechsfache Oscar-Preisträger Arthur Cohn und der französische Filmstar Elsa Zylberstein.

small talk mit Star-Fotograf Michel comte

RTL-Moderatorin Frauke Ludowig fand den Abend «exclusiv»! Seit vergangenem Juli verheiratet: Michel und Ayako Comte.

Auf «Bunte»Chefredaktorin Patricia Riekels Kleid verweilten viele Blicke.

Herr Comte, wann immer es Ihnen möglich ist, folgen Sie Einladungen von Arthur Cohn. Was macht gerade sein Pre-OscarDinner für Sie so besonders? Wie all seine Empfänge ist auch dieser eine fast familiäre Zusammenkunft von Leuten, die alle auf ihre Art etwas

Besonderes leisten und viel Talent haben. Das ergibt eine einmalige Stimmung. Cohns Anlässe sind immer sehr gediegen und fein. Was verbindet Sie mit Arthur Cohn? Ob in Schanghai oder Basel, in Beverly Hills oder Paris: Uns verbinden viele denkwürdige Erinnerungen an Orte, an denen ich seine Filmpremieren miterleben durfte. Und er ist immer ein grossartiger Botschafter der Schweiz. Wem würden Sie persönlich einen Oscar verleihen? In diesem Jahr sicher Mickey Rourke – ein sehr enger Freund von mir, der wirklich schwere Zeiten durchgemacht hat. Und welche der für die Kategorie «Beste Hauptdarstellerin» nominierten Schauspielerinnen würden Sie gerne fotografieren? Meryl Streep! Es gibt momentan keine talentiertere und vielseitigere Schauspielerin als sie.

Hollywood Der Schweizer Filmproduzent – stets mit gelber Kra­ watte – gibt zu jedem seiner Gäste in der Begrüssungs­ rede eine kleine Anekdote zum Besten. Als Tischkarten dienen Praliné-Schachteln der Confiserie Hanselmann in St. Moritz. Eigens vom Gastgeber mit rotem Filzstift be­ schriftet. Frauke Ludowig, die RTL-Society-Moderato­ rin, meint deshalb überzeugt: «Der Abend kann wirklich den gleichen Namen tragen wie meine Sendung: ‹Ex­ clusiv›!» Fotos DimitrY loiseau / swiss press, sabine brauer

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Ein stets gern gesehener Gast bei Cohns Anlässen: Schauspielerin und Moderatorin Désirée Nosbusch.

«Platoon»-Produzent Arnold Kopelson mit seiner charmanten Frau Anne.

party-facts Gastgeber Arthur Cohn Tatort Beverly Hills Hotel, Los Angeles Most wanted Ein Sitzplatz direkt an der Seite des Gastgebers Menü Vorspeise: frischer Spargel; Hauptgang: Fisch mit Gemüse; Dessert: Apfelkuchen Kommentar des Abends Maria Bello: «Arthur, du hast nicht nur das grösste Herz, das ich kenne – auch das grosszügigste!» Party-Rating «Hollywood präsentiert sich für einmal ganz entspannt ‹en famille›!»

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Notabene

Die tierische Rebellion der Mäusejugend

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Mona Vetsch

ie schnell sich doch die Dinge kratzt, weil sie sich langweilt. «Eine Zumutung», sagt Madame. ändern können! Man musste «Die Küche ist ganz klar unser Revier. Und nicht einmal ja das Schlimmste befürchten, vor­gestellt hat sie sich!» als Vater Kellenberger vor vier Tatsächlich lässt das Vieh jegliche Manieren vermissen. Wochen von der Schwanger- Habe ich schon festgehalten, dass wir nichts, aber auch gar schaft seiner Tochter Sandra nichts mit Ratten gemeinsam haben? Rein genetisch ist der erfuhr. «Mit sechzehn!», brüllte Unterschied zwischen Mäusen und Ratten zehnmal grösser als er und geriet in wilde Raserei. jener zwischen Menschen und Schimpansen. Es soll also bloss Richtig bedenklich wurde keiner auf die Idee kommen, uns Nager in denselben Topf zu sein Zustand jedoch erst, als am selben Abend auch noch das werfen. Wir reagieren sehr empfindlich darauf, wie das Beispiel WLAN-Modem seinen Geist aufgab. Stumm, vom Schicksal meines Vetters Theo tragisch zeigt. gebrochen, sass Kellenberger auf dem Kanapee, und dort Theo hatte immer Hunger, und anders als unsereins liess hockte er noch, als Kindsvater Luca mit schuldbewusst er sich nicht mit Abfällen abspeisen. Theo hatte Grösseres im Sinn. Er dinierte prinzipiell im Vorratsschrank. Als sie eines gesenktem Kopf bei ihm vorstellig wurde. Fragen Sie mich nicht, was dann geschah. Am Ende ­Tages dann diese Mäusefalle hineinstellten, hat er sich aus­ des Abends jedenfalls hatte Luca das Modem neu geschüttet vor Lachen. «Keine Maus ist heute noch installiert, zwei Flaschen Bier mit Kellenberger «Keine dumm genug, auf den alten Käsetrick reinzugetrunken («Fritz, für dich!») und die Erlaubnis Maus ist fallen!», sagte er, und er werde uns ein für alle Mal erhalten, am Wochenende bei seiner Freundin zeigen, wie das System der Falltüre funktioniere, zu übernachten. Ein Wunder? Vielleicht. Doch heute noch wir sollten nur alle gut aufpassen. Er trabte in den just ­diese Wendung zum Guten führte uns Mäuse dumm kleinen Käfig, stellte sich auf die Hinterbeine und zog mit der einen Pfote das Käsestück vom Haken, von der Glockengasse 5 geradewegs in die Kata­ genug, auf während er mit der anderen den Draht festhielt, strophe. Tom, der Jüngste bei Kellenbergers, begann den alten damit dieser nicht zurückschnappen konnte. nämlich gegen das Familienidyll zu rebellieren. «Es ­Tatsächlich: Die Feder bliebt gespannt und die Falltüre offen, und Theo grinste uns siegessicher ist eine schwierige Zeit für ihn», sagte Frau Kellen- Käsetrick zu, als er sich den Käse in den Mund schob. berger zu Frau Maroni aus dem ersten Stock, als reinzudiese sie auf Toms merkwürdiges Aussehen anLeider reichte sein Plan aber nur bis zu sprach. «Man muss Verständnis haben.» Was seine fallen» diesem Punkt. Als der kleine Mensch eine halbe geschminkten Augen, die überlangen Haare und Stunde später die Falle kontrollierte, da hielt Theo die schwarz lackierten Fingernägel betraf, fand ich das ja noch immer verzweifelt seinen Haken fest. Das Tor zur Freiheit auch, aber vor einer Woche ging Tom eindeutig zu weit. «Wenn stand weit offen, aber Theo war trotzdem gefangen. Ach, hätte San­dra ein Kind haben darf, dann will ich wenigstens eine er ihn doch gleich getötet! Aber der kleine Mensch tat GrauRatte!», rief er am Familientisch. «Eine Ratte?!», gab sein sameres: Er steckte Theo nämlich in ein Laufrad – er hielt Theo Vater zurück. «Warum nicht gleich einen Biochemie-Kasten, offenbar für einen schlanken Hamster oder für eine dieser dann kannst du die Pest- und Cholera-Erreger selber züchten! verblödeten Tanzmäuse. Beides ungeheure Beleidigungen! Kommt nicht infrage!» Ich applaudierte lautlos. Frau KellenVetter Theo hat dann das einzig Richtige getan: Er ist berger aber sah ­ ihren Mann mit hochgezogenen Brauen an. sofort und ohne Umschweife gestorben. Ja, Theo hätte bestimmt Lange, sehr lange. «Also gut», sagte er schliesslich, «morgen gewusst, wie wir die Ratte da unten loswerden können. Unsere gehen wir eine kaufen.» Kleinen finden schon keinen Schlaf mehr vor lauter Angst, so Jetzt hockt das Vieh da unten in seinem Verschlag, laut nagt sie an ihren Gitterstäben. Ich werde wohl hinuntergleich bei der Küchentüre. Ich kann es von hier oben auf dem gehen und für Ruhe sorgen müssen. Ich sei schliesslich der Mann Regal zwar nicht sehen, aber ich höre, dass sich die Ratte be- im Nest, sagt Madame, und damit hat sie leider recht.  wegt, ich höre, wie ihr nackter, schuppiger Schwanz über die Späne gleitet, ich höre, wie sie mit ihren Krallen am Gitter mona vetsch, 33, ist Moderatorin bei DRS 3 und beim SF

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W I E ST E H E N I H R E ST E R N E H E UTE?

«Danke, Schweizer Ski-Nati!» u WM-Helden und Hans Erni

gegen Mark van Huisseling, SI 8/09 «Über den Bericht von Mark van Huisseling, der mit seiner Monstersonnenbrille zu den bestverdienenden Schweizer Kolumnisten gehören soll, habe ich mich nicht sonderlich gefreut. Viel eher an den populären Kreativen der Schweiz wie Hans Erni. Oder auch an den Schweizer WM-Medaillengewinnern, die mit ihrem ehrlichen Lächeln wieder einmal mehr bestätigen, dass der Skisport viel Spass und Freude bereitet.» Kurt Vittori, Littau LU «Die Berichte über Lara Gut, Didier Cuche und Carlo Janka habe ich mit Genuss verschlungen. Carlo-Cool ist einfach ein gelungener Kerl, seine Sprüche sind Kult. Lara ist ein bildhübsches, witziges und hochtalentiertes Girl. Und Routinier Cuche ist einfach ein Teufelskerl. Danke, Schweizer Ski-Nati!» Loredana Paul, per E-Mail Glauben Sie, ich sei so naiv u Kaktus der Woche an SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, SI 8/2008 «Vielen Dank für den Kaktus, er wird bei mir einen Ehrenplatz erhalten. Aber im Ernst: Glauben Sie, ich sei so naiv, um nicht zu wissen, dass das Milizparlament Interessenvertreter aller Art kennt? Es geht gar nicht um die Interessenvertretung. Die gehört selbstverständlich zum Parlament. Auch die Krankenversicherungen dürfen Interessenvertreter im Parlament haben, solange diese nicht zur Unternehmensspitze gehören. Weshalb? Es geht bei meinem Vorstoss nicht um die Interessenvertretung, sondern um die Gewaltentrennung. Die Krankenversicherungen führen im Auftrag des Bundes das

Krankenversicherungsgesetz durch und haben dabei gegenüber den Versicherten hoheitliche Kompetenzen. Sie können beispielsweise Verfügungen erlassen. Damit gehören sie zur sogenannten mittelbaren Verwaltung und sind gleich zu behandeln wie die Suva, die SBB und viele weitere Körperschaften mehr.»

S TA R - A S T R O L O G I N

ELIZABETH

TEISSIER HAT D I E ANT WO RTE N

Jacqueline Fehr, Winterthur

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«Nein, keine Slalomski! Die sind speziell für Buckelpisten.»

impressum Nr. 9, 98. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Die Liste

fabienne heyne

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von bettina portmann

2 3 4 5 Charmante Quasselstrippe Sonntags kritisiert, motiviert und juriert Fabienne Heyne, 25, bei «MusicStar». Die Kommunika­tionsfachfrau moderierte sechs Jahre lang beim Musiksender Viva und rief vergangenen Dezember ihr Songbird Festival ins Leben. Die Bündnerin wohnt im Zürcher Kreis 6 und ist Single.

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Neue Waschlappen kaufen Die bunten Baumwolllappen aus dem Kuchilada in Chur gibt es in allen Farben. Meine alten, verlöcherten müssten längst ersetzt werden!

Das Debüt-Album von La Roux kaufen Die Songs der 20-jährigen Britin klingen melodramatisch und mitreissend. Ein musikalisches Must-have! Ich möchte La Roux für mein Singer/Songwriter-Festival Songbird gewinnen, das ich im Dezember veranstalte. Ein Vermicelles-Wettessen lancieren Mein Schwager Dani und ich lieben Vermicelles und kriegen davon nie genug. Der Plan: Zwei Herausforderer finden und mit Dani als Team gegen diese antreten. Mit Micheline Calmy-Rey talken Die Bundesrätin ist eine hervorragende Rhetorikerin. Ich bewundere ihr Talent, die Zuhörer mit viel Menschlichkeit und Respekt zu begeistern. Eine Gesprächsrunde mit ihr als Gast am TV moderieren zu dürfen wäre für mich das Grösste! Pflanzen giessen Meine Gewächse auf der Dachterrasse stossen nahrungstechnisch an ihre Grenzen. Der Grund: Ich muss fünf Mal mit voller Giesskanne fünf Stockwerke hoch- und runtergehen. Dafür bin ich schlichtweg zu faul. Ein Konzert von Sade besuchen Ein Live-Konzert von Sade – egal, wo auf der Welt – würde mein musikalisches Gemüt beglücken. Eine Verkleidungskiste zusammenstellen Ist mein Gottikind Niccolo alt genug, sollen «Verkleiderlis spielen» und «Zum Spass Pfannkuchen an die Decke werfen» zum Highlight mit seinem Gotti gehören! Urdhva Dhanurasana Vinyasa out und Supta Kurmasana beherrschen Diese beiden Astanga-Yoga-Positionen sollen mich im Yoga technisch und geistig weiterbringen. Skiferien à la Wham! verbringen Der Videoclip zu «Last Christmas» zeigt acht Freunde in einem Schweizer Chalet. In tollsten 80er-JahreKlamotten philosophieren sie vor dem Cheminée bei Orangenpunsch und Kaffee Lutz – genau das Richtige für mich und meine Freunde! Nach Nepal reisen Dieser Wunsch soll genau dann in Erfüllung gehen, wenn ich genug Zeit und Raum habe, länger wegzubleiben.

Foto Geri Born

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