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Was tun mit dem Geld? 12 Experten-Tipps

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13. Oktober 2008 CHF 4.50

Leonie – Kind Nummer 5! Fßnf Kinder, eine zauberhafte Frau, zwei Hotels: Der Ski-Star startet in Zermatt nochmals durch

Pirmins Imperium

AUTO-EXTRA Gewinnen Sie einen Ford Fiesta Titanum


editorial

Urs Heller

Berg-Männer! UR Für diese Ausgabe der Schweizer Illustrierten bleibt der Smoking im Schrank, pfeifen wir auf rote Teppiche, Glanz & Gloria. Der Berg ruft, genauer: Männer aus den Bergen, die uns beeindrucken. SI-Reporter Thomas Kutschera und Fotograf Robert Bösch kletterten hoch Richtung Planggenstock im Urnerland und trauten auf 2520 m ü. M. ihren Augen nicht: eine 300 Kilo schwere Gruppe von glasklaren Bergkristallen – die grössten, die die Welt je gesehen hat! 18 Millionen Jahre lagerten die Kristalle im Berg, ehe sie am Ende eines 52 Meter langen Stollens entdeckt wurden. Strahler Franz von Arx hat noch heute feuchte Augen, wenn er von seinem Fund erzählt: «Mir blieb fast das Herz stehen, und ich dankte dem lieben Gott.» Die Reportage ab Seite 48

u PLANGGENSTOCK

u ZERMATT VS Pirmin Zurbriggen, bester Skirennfahrer aller Zeiten, gebirgskatholisch und bescheiden, startet in Zermatt nochmals durch. Seine Familie wird immer grösser: Die kleine Leonie ist bereits sein fünftes Kind. Auch das Hotel-, Restaurant- und Bar-Imperium des Familienclans Julen/Zurbriggen wächst stetig. Die «Tschuggene» (die Julens) gelten als reichster Clan im Ort. Freund und Feind attestieren ihnen engsten Zusammenhalt («wie Kletten»), Bescheidenheit und eine ungewöhnliche Arbeitskraft.

Foto Robert Bösch

Pirmin Zurbriggen ist in seinen beiden Hotels auch anzu­ treffen, aber es zieht ihn noch immer lieber auf die Piste. Er ist Präsident von Ski Wallis, setzt seriös und fachkundig ein beeindruckendes Nachwuchsförderungskonzept um. Zur­briggens eiserne Prinzipien: «Erst kommt die Schule. Dann der Sport. Die Kinder trainieren in einer ersten Phase in zehn dezentralen Stützpunkten, in der Nähe ihrer Familien

HELDEN DES ALLTAGS Die Strahler Paul von Känel, Elio Müller und Franz von Arx (v. l.) zeigen den neusten Fund: den grössten Kristall der Welt.

und ihrer Schule. Erst wenn sie älter sind, verlassen sie das Elternhaus.» Pirmin widmet diesem für den Schweizer Skisport wegweisenden Konzept 50 Prozent seiner Arbeitszeit. Natürlich ehrenamtlich. Die Reportage über Pirmins siebenköpfige Familie. Und eine Übersicht über das Zermatter Imperium des Clans ab Seite 26 Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche!

SI Style. 200 Seiten Fashion, Beauty & Celebrities! Der Schweizer BondRegisseur Marc Forster im exklusiven Style-Shooting und im Interview. Fünf GaultMillau-Köchinnen mit Gerichten, die einheizen. Zu Gast in Berlin bei Katy Perry («I Kissed a Girl»). Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte




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inhalt

13. Oktober 2008 ABO: 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch www.schweizer-illustrierte.ch Diese Woche aktuell 6

Leute

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Jens Korte Am Puls des Börsenbebens. So lebt der SF-Korrespondent an der Wall Street in New York Bär, Canepa, Martullo und weitere Prominente geben Tipps, wie man nun sein Geld anlegen soll Markus Gisler Der Finanzexperte im Interview

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pirmin Zurbriggen Auch die zweite Karriere unseres erfolgreichsten Ski-Stars ist Goldmedaillenwürdig! Sein jüngster Coup: Töchterchen Leonie

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Angelina jolie Mami, Gattin, Schauspielerin. Der Hollywood-Star sagt im Interview, was im Leben zählt

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julien sprunger Jung, aufstrebend und voller Pläne. Jetzt will der Eishockey-Profi in die NHL

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marcus weiss Der Schweizer tritt als Blue Man weltweit auf. Daheim ist aber Baby Jacob der Star

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Franz von arx & elio müller Sie fanden den grössten Kristall, den die Menschheit je gesehen hat

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westside Alles über Berns neues Wahrzeichen

GaultMillau 104 dominique gauthier ist Koch des Jahres 106 käthi fässler ist Köchin des Jahres

Fotos Bruno Voser, Kurt Reichenbach, Hervé Le Cunff, Titelbild Kurt Reichenbach

110 Party WM-Qualifikation Schweiz – Lettland in St. Gallen 112

Notabene Chris von Rohr

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was macht eigentlich Peter Zinsli?

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Horoskop Impressum Leserbriefe

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die besten Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme shopping Das Magazin für lustvolles Einkaufen Objekte der Begierde top fit Nano-Medizin Winzig, wirkungsvoll und revolutionär: Medikamente werden wirksamer, Diagnosen genauer Weekend Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

tv Täglich vom 18. bis 24. 10.

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www.schweizer-illustrierte.ch Sie sind unser Star! Kinofan? Dessous-Liebhaberin? Sportinteressiert? Reisebegeistert? Für jeden Geschmack findet sich eine passende Verlosung auf www.schweizer-illustrierte.ch/gewinnen

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zwei geben gas

u Solange Elsa ihn festhält, wird beim Abenteuer in Übersee

bestimmt kein Heimweh aufkommen. Julien Sprunger, Eishockey-Talent bei Fribourg-Gottéron, will jetzt die NHL erobern. Und seine Liebste «in zwei, drei Jahren heiraten».

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16 punkte für die chefin

u Diese Appenzellerin überzeugt selbst die kritischsten GaultMillau-

Experten: Käthi Fässler vom «Hof Weissbad» ist neue Köchin des Jahres! Unterstützt wird sie von ihrer 30-köpfigen Brigade.

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papi im dauerstress

u Im Zentrum der Finanzkrise: Jens

Korte berichtet täglich von der New Yorker Wall Street für das Schweizer Fernsehen. Für «Papakind» Max bleibt ihm nur am Samstag Zeit, wenn die Börse geschlossen ist. schweizer illustrierte




unkompliziert Posieren mit Kaffeesäcken? «Klar, das passt doch ausgezeichnet», sagt Roger Federer. Er hat gerade seinen Sponsoren-Vertrag mit Kaffeemaschinen-Hersteller Jura bis 2016 verlängert.

Roger Federer, Ana Ivanovic

Nabel der Tenniswelt

schöne kämpferin Ana Ivanovic begeistert in Zürich auf und neben dem Platz.

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ennis total in der Schweiz. Am Zurich Open kämpfen diese Woche Ana Ivanovic & Co. um Platz 1 in der Weltrangliste. Und eine Woche später kann das Schweizer Publikum am Davidoff Swiss Indoors in Basel Roger Federer live erleben. ­Während Basel eine Woche lang kopfsteht, bleibt King Roger cool: Selbst auf den offiziellen Fahrdienst verzichtet der Weltstar und fährt stattdessen selber mit dem Auto (einem Mercedes SLR McLaren) zur St. Jakobshalle. Dort wird Roger zwar kein roter Teppich, dafür aber ein GreensetBelag ausgelegt, der auf die Spielweise des 13-fachen Grand-Slam-Siegers zugeschnitten ist. Wo Roger und Mirka logieren, bleibt aber Geheimsache. «Jedenfalls nicht im Spielerhotel und nicht zu Hause», verrät Turnierdirektor Roger Brennwald einzig. Für den Start des Hauptturniers am Montag (20. Oktober) wartet dieser mit einer Premiere auf: Bei der Eröffnungszeremonie singt der Opernchor des Theaters Basel in Begleitung des FestivalOrchesters. Für diesen Event und Roger Federers Startspiel tags darauf sind auf www.davidoffswissindoors.ch noch Tickets erhältlich. Und wer den Kampf um den Thron im Frauentennis am Zurich Open live miterleben möchte, kann auf www.zurichopen.net Tickets ergattern. alejandro velert



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Foto Thomas Buchwalder, Camera Press / Keystone

leute

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vip-lounge Sheril Leemann ist in Poleposition für eine neue Karriere: Die Ex-Moderatorin von «Joya rennt» sprintet nicht mehr für die Dating-Show, sondern für eine Zürcher Entertainment-Agentur. Sie wird Sponsoring-Managerin – und darf jetzt neuerdings den verschiedenen Budgets nachrennen. Gregory Knie erfüllt sich einen Kindheitstraum: den Atlantik in einem Segelboot zu überqueren. Diesen Sommer schipperte er zusammen mit drei Freunden in einem Katamaran von Mallorca bis Cap Verde. Für den zweiten Teil der Strecke Cap Verde–Barbados muss er sich aber noch etwas gedulden. Gregory steckt mitten in den Proben für das neue Salto-Natale-Programm. «Aber so bald wie möglich steche ich wieder in See.» Michael Steiner dreht derzeit im Bergell den Mystery-Thriller «Sennentuntschi». Hat der Regisseur jedoch mal einen Tag frei, steht nicht süsses Nichtstun auf dem Programm, sondern harte Arbeit: Er hilft seiner Freundin Minerva Mondejar beim Umbau eines Ladenlokals im Zürcher Kreis 3. «Ich helfe noch so gerne. Denn Minerva eröffnet dort Anfang November ihre eigene Metro Gallery mit zeitgenössischer Kunst.» Tim Wielandt schreitet neuerdings allein über den roten Teppich. Seine Freundin Nina Sonder sei eifersüchtig, wird gemunkelt. Managerin Fara De Tomi bestätigt: «Nina ist bei öffentlichen Auf­ tritten nicht mehr dabei.» Bei der Closing Night des Zurich Film Festival war Nina jedoch sehr wohl da. Aber während Tim mit dem Pin-up-Model Zoe Scarlett für die Fotografen posierte, schlich sie sich via Hintereingang hinein. Nina Sonder(bar)? Silvia Kaufmann versuchts wieder einmal: statt Schlager nun mit Rock. Die ehemalige Finalistin des Grand Prix der Volksmusik trällert neu von «meinem Rocker, meinem kleinen süssen Schocker». Gemeint ist damit Jürgen Blackmore, Sohn des legendären Deep-Purple-Gitarristen Ritchie Blackmore. Er hat übrigens auch den Text geschrieben. Zarte Worte für harte Klänge – oder vielleicht doch eher umgekehrt?



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leute Das volle leben Hanny Fries, Emilie Lieberherr, Stephanie Glaser und Lys Assia im Zürcher Café Felix (v. l.).

Stephanie Glaser & Co.

u Was sind schon Carrie & Co. aus «Sex and the City» gegen diese vier Damen hier? Hanny Fries, 89, Stephanie Glaser, 88, Emilie Lieberherr, 83, und Lys Assia, 84, verkörpern «das volle Leben». So heisst der Bestseller von Susanna Schwager, in dem sie mit acht weiteren Frauen auf das Leben zurückblicken. Direkt. Ungekünstelt. Und mit Humor. Den haben die Seniorinnen bis heute nicht verloren. «Es interessiert offenbar die Jungen, was wir alten Weiber so treiben», witzelt Schauspielerin Stephanie Glaser. Das Buch ist ein Erfolg, geht in die dritte Auflage. Eine Lesung im Casinotheater Winterthur ist am 19. Oktober geplant, eine Hör-CD ebenfalls. Auch die Frauen sind mit über achtzig voller Tatendrang: Stephanie Glaser hat so­eben den SF-Film «Das Fräuleinwunder» abgedreht, Sängerin Lys Assia plant im Winter eine Konzerttournee in Kanada. Und Künst­ lerin Hanny Fries: «Wir waren schon immer selbstständige Frauen. Das bleiben wir auch im Alter!» Andrea vogel

Fotos Fabienne Bühler, Geri Born, RDB

Besuch der alten Damen




leute

Miss-Asia-König Donghua Li mit den 18 Miss-AsiaKandidatinnen auf dem Titlis, seinem Lieblingsberg in der Schweiz. Donghua Li

Spagat für ein Krönchen u Vom Olympiasieger zum MissenKönig: Donghua Li, 40, organisiert die erste Miss-Asia-Wahl in der Schweiz – gemeinsam mit Asianet: «Bei uns leben so viele schöne Asiatinnen. Sie ver­ dienen eine Krone.» Beim Fototermin posieren die 18 Kandidatinnen mit dem Kunstturn-Weltmeister vor einer der prachtvollsten helvetischen Kulissen: dem Titlis. Die meisten der jungen

Beautys sind in der Schweiz auf­ge­ wachsen. Einzig manche ihrer Hobbys erinnern an die alte Heimat: Karate, Tempeltanz, Akrobatik. Die Mongolin Erdenesuvd Baterdene, 18, trat schon als Schlangenmensch auf. Als Kind hat sie eine Zirkusschule besucht. Jetzt in Bern eine Lehre als Verkäuferin ab­geschlossen. «Verknoten werde ich mich bei der Miss-Wahl aber nicht.» Die

Schönheiten präsentieren sich am 18. Oktober im Grand Casino Basel. Könnte das für Donghua Li eine Ge­ legenheit sein, nach einer neuen Liebe Ausschau zu halten? Vor Kurzem hat er sich von seiner Freundin getrennt. «Nein, ich bin seit ein paar Wochen schon wieder in festen Händen», sagt er. «Sie ist Chinesin, aber keine Miss-Asia-Kandidatin.» Katja Richard

ursula andress

Fotos Bruno Voser, Dan Kennedy / Can Associates Ltd.

Ex-Bondgirl kämpft gegen Knochenschwund

einsatz Ursula Andress appelliert an das Gesundheitsbewusstsein der Frau.

u Als Muscheltaucherin Honey Ryder bezirzte sie 1962 im knappen Bikini Sean Connery alias James Bond. Heute lebt Ursula Andress, 72, auf einem Landsitz in der Nähe von Rom und widmet sich dort vor allem ihrem Garten. Keine Selbstverständlichkeit für die grosse Diva. Denn dem einstigen Sex-Symbol wurde beim routinemässigen Check-up Osteoporose diagnostiziert. «Ich war im ersten Moment schockiert, dachte, dass ich die Lust am Leben verliere.» Mit Hilfe ihres Arztes habe sie aber entsprechende Schritte unternommen, um die Knochenkrankheit zu behandeln und ihre Lebensweise umzustellen. «Osteo­ porose ist wie ein stiller Dieb. Man kann ihn in Schach halten», sagt die gebürtige Bernerin. Um anderen Frauen zu helfen, engagiert sich die Filmlegende nun für das Projekt «Timeless Women». Andress: «Ich will so alle Frauen über 55 er­mutigen, sich bei ihrem Arzt rechtzeitig durchchecken zu lassen.» rené haenig

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leute Rose marc adam Intendant des Stadttheaters Bern u Johann Strauss und die Gebrüder Grimm. Opernglas und Kaleidoskop. Champagnerglas und Schoppen. Das Stadttheater in Bern stellt sich ganz auf Eltern und deren Nachwuchs ein. Einmal im Monat stehen am Sonntagnachmittag Nannys parat, die mit den Kindern spielen und sie betreuen. Derweilen können Mami und Papi un­gestört Aufführungen wie «Die Fledermaus» oder «Der Barbier von Sevilla» geniessen. Der Hütedienst ist sogar gratis, einzig eine vorgängige Anmeldung ist nötig. Lieber Herr Adam, wir sind begeistert von Ihrer kinder- und elternfreundlichen Idee. Und öffnen den Vorhang für eine kleine Privatvorstellung. Gespielt wird «Der Rosenkavalier» – mit Ihnen in der Hauptrolle.

traumkörper Ariella Käslin und Niki Böschenstein rüsten sich für zwei Auftritte. Seine Krawatte bleibt beim Super-10-Kampf und beim Swiss Cup allerdings im Schrank.

Fotos Keystone, kpa, RDB, Action Press / Dukas, photocontrast, Imago

kaktus Cédric Wermuth Präsident der Jung­ sozialisten Schweiz u Auf ihrer Homepage steht: «Nur wenn wir laut sind, werden wir gehört.» Also sind Juso-Chef Cédric Wermuth und seine Leute primär einfach mal laut. Aber auch nicht viel mehr. Denn viel nachgedacht haben die Jungpolitiker wohl nicht, als sie an ihrem Bildungsprogramm herumwerkelten. Sämtliche Privatschulen wollen sie verbieten, Noten und Klassenlehrer abschaffen, und an der drei- oder zweigliedrigen Oberstufe gibts nur noch eine einzige Abteilung. Das nennt die Juso dann «tatsächliche Chancengleichheit». Im wirklichen Leben sieht das mit der Chancengleichheit leider anders aus. Sie, Herr Wermuth, hatten diese Woche mit Ihren Ideen beispielsweise nicht die kleinste Chance, unsere Rose zu bekommen.

ariella käslin und niki böschenstein

Schön anturnend!

u Diese Frau weiss, worauf es ankommt! Gleich zweimal wird Kunstturnerin Ariella Käslin, 21, an der Seite von Turn-Ass Niki Böschenstein, 23, ins Zürcher Hallenstadion einlaufen: beim Super-10-Kampf der Schweizer Sporthilfe am Freitag, 31. Oktober, und zwei Tage später beim Swiss Cup im Kunstturnen. Und die Olympia-Heldin erklärt verschmitzt, wie sie es bei solchen Team-Wettkämpfen mit der Geschlechter-Hierarchie hält: «Ich habe meine Gentlemen jeweils fest im Griff.» Zu­ mindest beim Super-10-Kampf werden Ariellas Kavaliere um eine starke Hand froh sein. Als Hommage an die Eis­

hockey-WM 2009 in der Schweiz steigt der Plausch-Event weitgehend auf Eis. Mit dabei auch die Olympia-Medaillengewinner Sergei Aschwanden und Nino Schurter sowie Sarah Meier, Denise Biellmann, Ralph Krueger oder Bruno Kernen. Und zumindest im Beauty-Wettstreit wird auch Rennfahrerin Christina Surer ein gewichtiges Wort mitreden. Die letzten rund 500 Tickets für den Super-10-Kampf sind erhältlich über www.ticketcorner. ch, Tel. 0900 800 800.  iso niedermann Wir verlosen zwei vip-tickets für den Super-10-Kampf vom 31. Oktober 2008. Teilnahme unter www.schweizer-illustrierte.ch/gewinnen

kopf der woche christiane hörbiger

1955

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1989

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2008

u Sie gilt als Doyenne der deutschsprachigen Schauspielzunft. Die Wienerin Christiane ­Hörbiger wurde durch die TV-Serie «Das Erbe der Guldenburgs» einem breiten Publikum bekannt und gilt in Österreich fast schon als National­ heilige. Pünktlich zu ihrem siebzigsten Geburtstag am 13. Oktober ist sie in einer neuen TV-Rolle zu sehen – als Dürrenmatts «alte Dame».

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die krise!

Profi Auf der Galerie der New Yorker Börse konzentriert sich Jens Korte auf die Schaltung mit dem Schweizer Fernsehen (o.). Pause Jens Korte mit seiner Ehefrau Heike und Söhnchen Max in den Brooklyn Hights.

Immobilienkrise, Milliardenverluste, Panik bei den Anlegern. Die Weltwirtschaft befindet sich in Schieflage. Jens Korte berichtet täglich für das Schweizer Fernsehen von der New Yorker Börse.

Unser Mann an

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der Wall Street 15


die krise!

Teamwork Im gemeinsamen Büro am Broadway tauschen sich Jens Korte und Ehefrau Heike über die Finanzlage aus.

«Das Rettungspaket der amerikanischen Regierung ist der grösste Banküberfall aller Zeiten» Text Nina Siegrist Fotos hervé Le Cunff

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er Welt wäre es lieber gewesen, die Vorhersage von Jens Korte, 39, hätte sich nicht bewahr­heitet. Doch jetzt ist sie da, die grosse Wirtschaftskrise. Und der Börsenexperte liefert uns seine Analysen direkt ins Wohnzimmer. Täglich sehen wir den Korrespondenten des Schweizer Fernsehens zuerst in der «Tagesschau», dann in «10vor10». Wir hören ihn auf DRS 4, lesen seine Kolumne in der «NZZ am Sonntag». Der Frankfurter ist überall und mittendrin, an der Wall Street in New York, dem Epizentrum des Bebens. Montag, 8.00 Uhr, 11 Broadway, Suite 410. Ein kleines Büro mit Fenstern zum Lüftungsschacht, nur wenige Gehminuten von der Börse entfernt. An einem der fünf Schreibtische sitzt Jens Korte, zwischen Papier­stapeln, leeren Coffee-to-go-Bechern und einem (noch) unberührten Frühstücksmuffin. Während im Hintergrund permanent der Börsensender CNBC läuft, liest er E-Mails von befreundeten Finanzanalysten. Jens Korte ist breit vernetzt. Die Broker an der Börse attestieren ihm ein

enormes Fachwissen («A great guy with much insight»). Das war nicht immer so: Als der Deutsche 1999 nach New York kam, hatte er vom Finanzgeschäft wenig Ahnung. Nach seinem Volkswirtschaftsstudium wollte er einfach nur im Ausland arbeiten, egal wo. Ein deutsches Wall-Street-Korrespondentenbüro bot ihm ein Praktikum an. Er kaufte sich das Video «Die Börse von A bis Z». Bei «E» habe er ausgeschaltet – zu langweilig, zu abstrakt. Dann folgte der Börsenboom, die grosse Euphorie. Jens Korte liess sich mitreissen. Er entwickelte ein sicheres Gespür für den Markt, knüpfte Kontakte. 2003 eröffnet er mit seiner damaligen Arbeitskollegin und heutigen Ehefrau Heike Buchter ein eigenes Korrespondentenbüro. New York German Press ist ein Familienbetrieb, die fünf Mitarbeiter stehen momentan im Dauereinsatz: Die Weltwirtschaft brennt, es gibt zu tun. 9.50 Uhr, 11 Broadway, Radiostudio. In einer zehn Quadratmeter grossen Kammer, die gleichzeitig als Umziehkabine und Stauraum dient, zeichnet Jens Korte Einspieler fürs Klassikradio Berlin auf. Dann geht er zurück an seinen Schreibtisch. In Europa laufen

die Vorbereitungen für die Abendnachrichten auf Hochtouren, und Kortes «Kunden» verlangen einen Lagebericht. «Es sieht nicht schön aus. Seit die USRegierung das Rettungspaket geneh­migt hat, gehts in grossen Schritten nach unten», sagt er zu einem Redaktor von Inforadio Berlin. Korte und seine Frau Heike, Korrespondentin für «Die Zeit», sind sich einig: «Dieser 700-MilliardenKredit war sinnlos. Der grösste Bank­ überfall aller Zeiten – ein Fehler, den die nächste Generation bezahlen wird.» Beide diskutieren mit Leidenschaft, immer ist die Börse ihr Thema Nummer eins. Auch dann, wenn sich das Paar einmal mehr ein spätes Abendessen kocht, während Sohn Max, 18 Monate, in seinem Bettchen schläft. Trotz grossem Börseninteresse: Er sei kein «Geldmensch», sagt Korte. Abgesehen von den alten Volkswagen-Aktien seines Grossvaters besitzt er kaum Wertpapiere. Gewohnt hat er früher stets in WG. Und heute, in der Zwei-Zimmer-Familienwohnung in Brooklyn, sucht man vergeblich nach Luxus. «Der ist mir nicht wichtig», sagt er. Viel lieber hätte er etwas mehr Zeit für die Familie, für Max, «ein Papakind», wie Korte stolz sagt. Am Samstag, wenn die Börse geschlossen ist und die Nanny Wochenende hat, geht er oft mit ihm auf den Brooklyn Market, kauft Vorräte für die nächste Woche. Mehr Freizeit liegt nicht drin: Das Joggen hat der Journalist, einst Finisher beim New York Marathon, aufgegeben. Der letzte gelesene u schweizer illustrierte

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die krise!

«Nur weil wir kein anderes Finanzsystem kennen, heisst das nicht, dass es nichts Besseres geben kann»

Make-Up Auf der Herrentoilette neben seinem Büro schminkt sich Jens Korte für die bevorstehende Fernsehschaltung. Einkaufstour Jens Korte mit Söhnchen Max auf dem Wochenmarkt in Brooklyn. Roman liegt Monate zurück. «Und an meinen letzten Friseurbesuch», erzählt er schmunzelnd, «kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern.» Einzig die Spiele seines Lieblings-Baseballteams, der New York Yankees, verfolgt er noch regelmässig. Baseballwissen ist in der Männerwelt der Börse ein wichtiger Türöffner. 13.30 Uhr, 11 Wall Street, Stock Exchange. Nach einem halben Dutzend Radioschaltungen hat sich Jens Korte auf der Herrentoilette geschminkt. «So mancher Mann ist schon rückwärts wieder aus der Tür geflüchtet, weil er mich beim Nasepudern gesehen hat und wohl dachte, er habe versehentlich die Damentoilette erwischt.» Jetzt ist Korte bereit für die SF-«Tagesschau» und sitzt auf der Galerie über dem Parkett. Die Kamera vor ihm wird ferngesteuert von den Technikern im Schaltraum der Börse. «Die Jungs haben mir in letzter Zeit viele zusätzliche Schaltungen er-

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möglicht. Heute Abend bring ich denen ein paar Packungen Cookies», sagt er. Dann wendet er sich dem Notenständer mit seinen Notizen zu. Ein paar Zahlen stehen da nur. Korte spricht frei. Nervosität kennt er nicht oder nur zwischen den Sendungen: «In der Börse darf ich nicht telefonieren, also muss ich für Telefoninterviews nach draussen oder ins Büro. Bei bis zu 16 Schaltungen täglich fühl ich mich oft so erleichtert, wenn ich rechtzeitig vor der Kamera oder vor dem ­Mikrofon stehe, dass ich während des Sprechens richtig entspannen kann.» 14.20 Uhr, 11 Broadway, zurück im Büro. Der Fernseher läuft. Ford ist fast pleite, und Jens Korte isst einen Tuna-Wrap. Er hat es geahnt. «Vielen Leuten ist noch nicht bewusst, was sich da über ihren Köpfen zusammenbraut», sagt er. Selbst hat er soeben einen Termin mit Bankern vereinbart: Er will sein Geld auf verschiedene Banken verteilen,

vielleicht etwas Öl kaufen. «Nichts ist mehr sicher», erklärt er, «man sollte deshalb nicht alle Eier ins selbe Nest legen.» Die Zukunft sei ungewiss, aber nicht zwingend schwarz: «Ob unser Kapitalsystem weiterhin existieren kann, ist fraglich. Aber nur weil wir nichts anderes kennen, heisst das nicht, dass es nichts Besseres geben kann.» 18.15 Uhr, 11 Wall Street, Stock Exchange. Nach «10vor10» und der Nachtausgabe der «Tagesschau» hat es Jens Korte geschafft: In der Schweiz ist es Mitternacht, und er kann durch­ atmen. Dass er täglich zu Tausenden von Leuten spricht, wird ihm oft erst bewusst, wenn er einen Termin in Zürich hat und ihn der Taxifahrer mit Namen begrüsst. Jens Korte mag die Anony­ mität. Er liebt New York und sein bescheidenes, aber aufregendes Leben. Jetzt will er nur noch eines: seinen Sohn Max ins Bett bringen.  


die krise! «Sich nur nichts aufschwatzen lassen! In solide Schweizer Titel investieren» heliane canepa

«Nur kaufen, was man kennt und versteht. Und nur liquide Aktien» michael bär

Unter die Matratze mit dem Geld? Oder erst recht investieren? Wir fragten 12 Prominente nach ihrer strategie und ihren tipps.

Was tun mit Text edi estermann, marcel huwyler, christine zwygart Fotos fabienne bühler

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«Ich würde jetzt UBSAktien kaufen – und bei 24 Franken dann wieder aussteigen» hans leutenegger

«Ich spare ganz konser­vativ und in­vestiere vor allem in meine dritte Säule» Bruno kernen

dem Geld? schweizer illustrierte

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die krise! «Novartis und Roche sind auf dem heutigen Niveau attraktiv. Gesundheitswesen und Medizinaltechnik bleiben attraktiv. Auch in einer Rezession» silvio denz

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Heliane Canepa, 60 Unternehmerin Die Ex-Nobel-Biocare-Chefin hat ihr Vermögen «gut diversifiziert» angelegt, wie sie sagt. «Man soll sich immer eine eigene Meinung bilden. Nie etwas kaufen, das man nicht versteht, und sich nie etwas aufschwat­ zen lassen.» Deswegen habe sie die aktuelle Finanzkrise auch nicht getroffen. «Die Aktienkurse werden über kurz oder lang wieder steigen. Ausserdem besitze ich keine obskuren oder exotischen Finanzpapiere.» Einige UBS-Aktien habe sie gekauft. «Ansonsten derzeit bloss keine Hektik, sicherlich nichts verkaufen.» Canepa ist überzeugt, dass wieder Ruhe und Stabilität einkehren werden. «Die Banken sollten endlich wieder tun,

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wofür sie da sind: die Wirtschaft mit Geld versorgen. Eine Rezession kann man auch herbei­reden.» Es gebe noch immer Dutzende von Schweizer Titeln, die unterbewertet seien. «Wer finanziellen Spielraum hat, kann jetzt gute Titel günstig erwerben. Aber Achtung: Cash bleibt King.»

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HANS LEUTENEGGER, 68 Bau-Unternehmer Der ehemalige Schauspieler und heutige Bau-Unternehmer aus Freienbach SZ hat eine konsequente Anlagestrategie: «50 bis 60 Prozent in Liegenschaften, 35 Prozent in Festgeld als Sicherheit für meine Firma, und mit ­5 Prozent bin ich an der Börse.» Die Finanzkrise habe ihn kaum getroffen. Leutenegger glaubt, dass sich bis in einem Jahr alles beruhigt hat – und er hat auch einen Indikator dafür: «Der Arbeitsmarkt in der Schweiz sieht nach wie vor gut aus.» Mit konkreten An­lagetipps ist er zurückhaltend. «Aktien der UBS für 18 Franken kaufen – und bei 24 Fran­ ken wieder aussteigen. So kann man das Pingpong-Spiel der Bank mitmachen und profitieren.»

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BRUNO KERNEN, 36 Ex-Skirennfahrer Als vor acht Jahren die DotcomBlase platzte, verlor Kernen viel Geld. «Dabei hatte ich für diese Kohle Kopf und Kragen auf den Ski riskiert», sagt er. Etwas entspannter beobachtet er die jetzigen Finanz-Turbulenzen. «Einen guten Teil meiner Ersparnisse habe ich sehr konservativ auf Spar­ konten angelegt. Und da ich selbst­ ständig erwerbend bin, investiere ich, so viel ich kann, in meine dritte Säule.» Den anderen Teil habe er bei der Ver­mögensverwaltung ABBR angelegt, wo Bruno Kernen auch Verwaltungsrat ist. «Die Aktienanteile in meinem Portfolio wurden dank der Weitsicht meiner Analysten frühzeitig minimiert und so mein Verlust in Grenzen gehal­ ten.» Im Moment empfiehlt Kernen: «Abwarten und Tee trinken. Die Kurse werden sicher wieder steigen, auch wenn wir noch eine Zeit lang warten müssen.» Und als ehemaliger Spitzen­ sportler weiss er, dass gute Ergebnisse

vor allem das Resultat harter Arbeit sind. «Deshalb erinnere ich mich in diesen Zeiten immer wieder gerne an den Lieblingsspruch meines Lehrers: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.»

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MAGDALENA MARTULLO-BLOCHER, 39 CEO und Delegierte des Verwaltungsrates EMS-Chemie Holding AG Sie muss nicht lange überlegen, wie und wo sie ihr Vermögen angelegt hat: «Ich habe alles in Aktien der EMSChemie investiert.» Seit Januar 2004 leitet Magdalena Martullo den Betrieb mit weltweit 2250 Mitarbeitern und besitzt mit Schwester Rahel Blocher die Mehrheit der Aktien. «Aufgrund der schlechteren Börsenlage hat sich auch mein Vermögen – auf dem Papier – verkleinert.» Doch sie sieht noch keinen Grund zur Panik, obwohl die Schweiz bereits mitten in einer Rezes­ sion stecke: «Konjunktur und Finanz­ markt werden sich wieder erholen, allerdings nicht vor 2010.» Und welche Titel würde sie im Moment kaufen? «Für mich gibts nur EMS-Aktien.»

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Ruedi Noser, 47 FDP-Nationalrat, Alleininhaber und VR-Präsident der Noser Gruppe Die Finanzkrise hat ihn nicht getroffen. «Die wenigen Aktien und Fonds, die ich besitze, habe ich mit der Idee gekauft, sie erst wieder bei meiner Pensionierung anzuschauen.» Und die liegt noch in ferner Zukunft. Fast 100 Prozent seines Vermögens steckt in der eigenen Firma. «Eine schlechte Risikoverteilung, dafür aber mit Herz­ blut», sagt Noser. Als Unternehmer reagierte er sehr wohl auf die Krise, die Unsicherheiten lassen ihn zurück­ haltend planen. «Eine Rezession findet dann statt, wenn alle Entscheidungs­ träger ihre Entscheide auf die lange Bank schieben. Und das ist im Moment so.» Das Wachstum stagniere deshalb. Bei seinen Börsen-Geschäften hält er sich ans Motto «Dann Aktien kaufen, wenn niemand sonst es tut». «Deshalb habe ich CS- und UBS-Aktien dazu­gekauft. Ob das richtig ist oder nicht, werden wir in ein, zwei Jahren wissen.»

Fotos Fabienne Bühler, Keystone, SF, Sonntag/Mittelland-Zeitung

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MICHAEL BÄR, 46 Financier Baer Capital Partners Vor einem Jahr verkaufte Michael Bär seine Aktien. Seither hält er zu fast 100 Prozent Cash in seinem Port­ folio. Zu gleichen Teilen in Euro und Schweizer Franken. «Keine Dollars», wie er betont. Angelegt bei sicheren Banken. Einige wenige Anlagen im Private-Equity-Bereich, also in nicht an der Börse kotierten Unternehmen, vor allem in Indien. «Ein Land, das die nächsten drei bis fünf Jahre stark boomen wird, weil es einen konsum­ freudigen Mittelstand von 500 Millio­ nen Konsumenten hat.» Bär rechnete mit dem Börsen-Crash. Übertrieben hohe Bewertungen, zu viel Liquidität im Markt, obwohl die Zentralbanken die Zinsen angehoben hatten. «Wenn sich der Staub gelegt hat, werden wir eine neue Welt vorfinden. Eine mit verstaatlichten Banken, hoher Inflation und weniger Vertrauen in die Finanz­ branche.» Derzeit rät Bär zu Vorsicht und Disziplin, keinem Aktivismus. «Nicht in die Bärenfalle treten, also nicht das Gefühl haben, man müsse sofort wieder investieren, wenn es aufwärtsgeht. Nur Produkte kaufen, die man kennt und versteht. Keine strukturierten Produkte und nur ­liquide Aktien. Syngenta zum Beispiel. Oder klassische Titel wie Novartis oder Nestlé. Relativ stabil – aber auch relativ langweilig.»


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Heliane Canepa Ärgert sich über die herbeigeredete Rezes­ sion und verbreitet Optimismus.

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MAGDALENA MARTULLO Behält das Geld in der Firma und investiert nur in EMS.

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RUEDI NOSER Schwimmt gern gegen den Strom und kauft dann, wenn andere verkaufen.

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rOMAN KILCHSPERGER Hat kaum mehr Spielgeld, sitzt auf UBS-Aktien und liebt den Kick.

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michael bär Investiert in Indien und warnt vor der «BärenFalle», dem zu frühen Investieren.

KURT AESCHBACHER Ist ein Aktien-«Rosinen-Picker» und will die Krise mutig aussitzen.

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HANS LEUTENEGGER Investiert in eigene Liegenschaften und rät zum Poker mit Grossbank-Aktien.

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BRUNO KERNEN Verlor vor acht Jahren viel Geld und investiert seither vorsichtig.

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SILVIO DENZ Nur Bares ist für ihn Wahres. Und er schwört auf Luxusgüter und Medizinaltechnik.

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wALTER wITTMANN Zahlt seine Hypothek ab und mahnt Börsenanfänger zur Vorsicht.

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DORIS FIALA Hat bei der UBS Geld verloren, ruft zum mentalen Kampf gegen die Rezession auf.

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Alfred herbert Das Börsen-Urgestein macht einen auf Schnäppchenjäger.


die krise! «Gier ist ein schlechter Berater – und Angst noch der schlechtere.» kurt aeschbacher zögert, wenn es angezeigt ist – es gehört langjährige Erfahrung dazu.» Wittmann glaubt, dass die Zeichen auf Rezession stehen. «Die Finanzmärkte nähern sich einer extrem pessimistischen Situation wie zuletzt im März 03.» Wer nicht über ein Millionenvermögen verfügt, dem rät er zum Schulden­ abbau. «Darüber hinaus zu Festgeld bei einer soliden Bank. Aktien kommen nur für versierte Anleger in Frage.» Wittmann empfiehlt Stop-LossGrenzen, die bereits beim Kauf fest­ gelegten Verkaufswerte. «Wer auf sicher gehen will, engagiert sich derzeit weder bei Aktien aus der Bankenund Versicherungsbranche noch bei strukturierten Produkten.»

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Roman Kilchsperger, 38 TV- und Radio-Moderator «Seit drei Jahren gehöre ich nicht mehr so richtig zum Zirkus», sagt Kilchsperger. «Ich habe mit der Familie ein Haus gekauft und bin so auch mein geliebtes ���Spielgeld› losgeworden. Bis dahin verfolgte ich fleissig die Strategie ‹Engagier dich für die Abgestürzten›.» Vor allem im deutschen Markt habe er am Morgen zusammengekauft, was grad mehr als 10 Prozent im Minus war.

«Wer keine A

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Walter Wittmann, 72 emeritierter Wirtschaftsprofessor «Ich habe just so viel flüssige Mittel, dass ich Ende März 2009 die Hypothek auf meinem Haus tilgen kann», sagt Wittmann. 60 Prozent seiner Anlagen hat er in Festgeld, den Rest in Erdöl- und Erdgasaktien (En­ cana, Royal Dutch und Petro Canada) sowie Goldminen (Barrick und Goldcorp). «Dazu einige Hightech-Standard­ werte, die nun komplett am Boden sind.» Wittmann investiert nicht langfristig, kauft und verkauft nach zu­verlässigen Indikatoren wie dem MACD. Der Finanzmisere konnte er so ent­wischen. «Ich bin rechtzeitig aus­gestiegen, habe seit Mai 07 Aktien­ positionen abgebaut. Das setzt voraus, dass man informiert ist und nicht

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Kurt Aeschbacher, 59 Fernsehmoderator Der TV-Mann und studierte Nationalökonom Aeschbacher hat sein Vermögen in moderner Kunst,

markus gisler, 55, Wirtschaftspublizist und Kommunikations-Trainer.

eit, das ersparte Geld unter der Matratze zu verwahren? Das Risiko, dass es dort ein Dieb stiehlt, ist grösser als das Risiko, dass die Bank pleitegeht. Sind kleine Banken sicherer als grosse? Doris Leuthard hat diese Woche bestätigt, dass man die Grossbanken nicht Konkurs gehen lassen werde. Aber selbstverständlich sind die Kantonalbanken noch sicherer. Einlagen bis 30 000 Franken sind gesetzlich gesichert. Soll man sein Geld auf mehrere Banken verteilen? Risikoverteilung war schon immer eine gescheite Strategie. Aber viele Konten zu verwalten ist kompliziert. Soll ich jetzt möglichst viel Geld sparen und wenig konsumieren? Wenn wir jetzt alle Geld ausgeben, statt

Foto Esther Herzog

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Silvio Denz, 52 Unternehmer, Art & Fragrance Der Mann hat eine feine Nase fürs Geld: 2000 verkaufte Silvio Denz seine Alrodo-Parfümeriekette ans französische Unternehmen Marionnaud. Sein auf 200 bis 300 Millionen geschätztes Vermögen hat er in eigenen Unternehmen, der Luxusindustrie, Weingütern, Immobilien, Kunst und Edelmetallen angelegt. «Rund 10 Prozent sind in Wertschriften investiert. Dort habe ich die Krise zu spüren bekommen», so Denz. Er sei zumeist langfristig en­gagiert. «Deshalb habe ich auf die Börsenturbulenzen nicht reagiert.» Der Finanzmarkt wird seiner Meinung nach anfällig bleiben. «Mein Credo: ‹Cash is king.› Ich finanziere sämtliche Investi­tionen autonom, ohne Bank­ kredite. Das gibt mir Unabhängigkeit und ermöglicht mir ruhigen Schlaf.» Denz glaubt, dass wir bereits eine «milde Rezession haben». Sein Aktienpaket werde er nicht ausbauen. «Ich investiere in Unternehmen, die ich selber führe, oder in Immobilien, die ich selber verwalte.» In seinem Portfolio befindet sich eine grössere Position Galenica-Aktien. «Die haben mir viel Freude bereitet. Auch Titel wie Novartis und Roche sind auf dem heutigen Niveau attraktiv. Gesundheitswesen und Medizinaltechnik wird ein Thema bleiben – auch in einer Rezession.»

«Wenn sich der Titel etwas erholte, hab ich ihn wieder rausgeschmissen.» Und in welcher Form hat ihn die Finanzkrise getroffen? «Mit dem Gejammer der Kollegen! Wie viele Jahrtausende haben die Menschen eigentlich ohne Börse gelebt? Und worüber haben die sich ­damals aufgeregt …? Zugegeben, die Familie sitzt auch auf ein paar UBS-Aktien. An denen hatten wir schon mehr Freude.» Im Loslassen sei er noch nie gut gewesen, «deshalb lasse ich auch die Bankaktien in Ruhe. Meine Reaktion äussert sich vor allem in Selbstgesprächen wie: ‹Soll ich jetzt rein, oder warten wir noch ein paar Tage?›» Kilchsperger denkt, dass sich die Weltwirtschaft in Jahresfrist wieder erholt. «Deshalb wär jetzt kein schlechter Zeitpunkt zum Einsteigen. Aber eben, das ist die Geschichte mit dem perfekten Timing. Ich glaube nach der grossen Korrektur aber eher mehr an Aktienanlagen als vorher.» Gestaffelte und gleichmässige Käufe in den nächsten Monaten seien wohl kein schlechter Tipp. «Aber etwas Kick und Risiko gehören eben auch dazu. Darum studier ich grad an Titeln wie ABB, Xstrata, IBM oder Toyota rum. Mal gucken, was der Bauch morgen meint …»


Immobilien und Aktien angelegt. Bei den Wertschriften sei er ein «RosinenPicker». «Mich interessieren Aktien von Firmen, die gut geführt sind, innovative Produkte herstellen und mit wenig Schulden eine kontinuierliche Dividendenpolitik verfolgen.» Derivate habe er hingegen immer gemieden, und von den Hedgefonds trennte er sich bereits vor längerer Zeit. Wegen der Finanz­krise hat sich der Wert seines Wert­papier-Portefeuilles um 30 Prozent reduziert. «Verkauft habe ich aber nichts, es ist nicht die erste Krise, die ich überstehe, und wer Aktien besitzt, muss wissen, dass die Kurse keine Einbahnstrasse nach oben sind.» Seine Strategien müsse man nicht in der Krise ändern, sondern grundsätzlich entscheiden, wie viel Risiko das Konto und die Nerven ertragen. Zu welchen Anlagen rät er? «Nur das kaufen, was man versteht.» Gier sei ein schlechter Berater – und Angst noch der schlechtere. «Im Moment würde ich die Kurszettel noch eine Weile zur Seite legen und ab­ warten, bis sich wieder eine Basis an Vertrauen in die Finanzmärkte einstellt. Ich bin überzeugt, dass die Titel, die jetzt am meisten gebeutelt werden, bei einer Kehrtwende die grössten Ge­winne machen. Hauptsächlich Pharma, Energie und Infrastrukturunternehmen wie eine ABB.» Besonders interessant scheinen Aeschbacher auch die Emerging Markets wie Russland, China und wohl auch Brasilien.

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DORIS FIALA, 51 Zürcher FDP-Nationalrätin und Unternehmerin Ihr persönliches Vermögen haben Doris Fiala und ihr Mann Jan unspektakulär angelegt: «Als selbstständig erwerben­ des Ehepaar zahlen wir beide in die Säule 3a ein. Zudem haben wir in ein Mehrfamilienhaus investiert, das wir selber bewohnen – und in die Aus­bildung unserer drei Kinder.» Die Fialas besitzen kaum Aktien und wurden deshalb von der Finanzkrise nur wenig getroffen. «Die Titel, die wir noch besitzen, sind mehr nostalgischer und emotio­ naler Art», sagt sie. Einen Verlust gibts trotzdem: Der Wert ihrer Fondsanteile bei UBS Fund Vitainvest 25 hat seit 2006 gegen 20 Prozent verloren. Fiala geht davon aus, dass die Zinsen kurzfristig noch weiter sinken werden als Versuch, die Krise in den Griff zu bekommen. «Die Rezes­sion steht meines Erachtens vor der Tür.» Bedeutend sei, inwieweit unsere Export-orientierte Industrie mit der Höhe des Schweizer Frankens zu kämpfen haben werde und ob es gelinge, der Rezession mental ungebrochen zu begegnen. «Das hat auch mit Psycho­logie der Massen zu tun», sagt die Zürcherin. Fiala rät, in die eigenen vier Wände zu investieren, also in ein Eigenheim. «Trotz extrem turbulenten Jo-Jo-Effekten glaube ich an jene börsenkotierten Gesellschaften, die eine solide Eigen­kapitalquote auf­weisen. Ich denke dabei immer noch an Holcim oder Roche als Beispiele.»

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ALFRED HERBERT, 72 «Cash-Guru» und Börsenexperte Seit über 55 Jahren ist Alfred Herbert an der Börse tätig: «Ich habe sieben grosse Haussen und Baissen erlebt – und überlebt. Von der aktuellen Baisse habe ich seit über einem Jahr gepredigt.» Herbert hält keine Bank-, keine Versicherungs- und keine US-Dollar-Anlagen. Alles Bargeld ist in Festgeldern parkiert. Im spekulativen Teil hat er rechtzeitig Leerverkäufe getätigt. Verluste gabs dennoch: «Auf Aktien, die schon seit Jahrzehnten in Familienbesitz und inzwischen abgeschrieben sind.» Für Herbert ist klar: «Wir sind schon in der Rezession.» Es sei immer so: «Weder Hausse noch Baisse, Inflation oder Rezes­ sion werden an­gekündigt. Sie sind einfach einmal da. Und wenn die Leute davon zu reden beginnen, sind wir schon mitten drin.» Nun rüstet sich der 72-Jährige für die «Schnäppchenjagd und den Wiederaufbau eines langfristigen Aktiendepots». Was rät er? Noch keine Banken- oder Finanzwerte. Das Augenmerk solle man auf solide Bluechips wie Nestlé, Holcim, Sonova und andere richten. Spekulativ sei der Himmel offen: «Swiss Life und andere gebeutelte Versicherungen für Trading, geschundene Aktien wie Oerlikon gibt es zuhauf. Aber auch hier gilt: Schneller raus als rein!» Der Kleinanleger solle jetzt einen seriösen Schweizer Aktienfonds kaufen. «Nur Lügner und Glückspilze treffen die Tiefstkurse», betont Herbert. «Beides sind schlechte Partner. Aber der Lawinenkegel ist dabei, im Tal aufzuschlagen. Also Zeit, die ersten ‹Objekte› einzusammeln.»

ktien hat, kann beruhigt schlafen» zu sparen, kurbeln wir zwar den Konsum an und steigern das Sozialprodukt, aber wir senken damit die Sparquote. Kann ich mich vollkommen aus der Krise heraushalten? Oder trifft es jeden von uns auf irgendeine Weise? Wer keine Wertschriften besitzt und einen gesicherten Job hat, muss sich keine Sorgen machen. Wer keine Aktien hat und sein Geld auf dem Sparkonto oder in Obligationen von sehr sicheren Schuldnern, kann ebenfalls ruhig schlafen. Was bedeutet die Krise für unsere Löhne? Das Drama führt in gewissen Ländern zu einer Rezession, in der Schweiz zumindest zu einem stark eingeschränkten Wachstum und dadurch tendenziell wieder zu einer steigenden Arbeitslosigkeit. Damit sind die Arbeit-

geber wieder auf der stärkeren Seite, und es wird schwieriger, Lohn­ erhöhungen geltend zu machen. Steigen wegen der Krise die Mieten? Im Gegenteil. Die Krise hat die Notenbanken gezwungen, die Leitzinsen zu senken. Damit verbilligen sich auch die Hypotheken. Weil die Hypozinsen in letzter Zeit gestiegen sind, sollten ­Mietzinserhöhungen ausbleiben. Soll man in Immobilien investieren? In einer Krise sind Sachwerte in der Regel eine gute Alternative. Allerdings können in einer Rezession auch die Immobilienpreise sinken, wie das Beispiel USA eindrücklich zeigt. In der Schweiz sind die Immobilienpreise jedoch nicht übermässig gestiegen. In Kunst? Der Kunstmarkt gilt als massiv über­

bewertet. In Kunst zu investieren erachte ich als ein unverantwortliches Risiko. Zudem braucht es Sachverstand. Und in Gold? Derzeit herrscht eine regelrechte Goldmanie! Die Banken sind total ausverkauft. Gold mag eine gewisse Sicherheit geben, aber Achtung: Gold schwankt im Wert. Jetzt ist es relativ teuer. Wenn sich die Lage beruhigt und plötzlich alle ihr Gold verkaufen, kann es böse Überraschungen geben. In Energiewerte wie Öl, Kohle und Gas? Der Ölpreis hat sich seit dem Höchststand von 147 Dollar pro Fass praktisch halbiert, die Aktien von Öl­konzernen sind massiv gesunken. Energiewerte sind für vorsichtige Anleger ein gutes Investment, weil der Ölpreis langfristig wieder steigen wird. schweizer illustrierte

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Pirmin Zurbriggen ist auf der ganzen Linie erfolgreich – und überglücklich! Seine Frau Moni hat ihm ein fünftes Kind geschenkt. Ein Mädchen.

«Das ist unsere


wunsch-baby Moni und Pirmin sind stolz auf ihr kleines Nesthäkchen: «Leonie ist so pflegeleicht und schläft in der Nacht schon fast durch.»

Leonie»

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Ein Familienbetrieb: Pirmins ältere Schwester ESTHER führt mit ihrem Mann FABIAN ZURBRIGGEN das Hotel. Die jüngere Schwester Heidi leitet den Wellnessbereich. Mutter Ida Zurbriggen kümmert sich ums Frühstücksbuffet. DZ mit HP ab CHF 130.–.

HOTEL PIRMIN ZURBRIGGEN SAAS-ALMAGELL

Die zweite Karriere von PIRMIN ZURBRIGGEN: siebenköpfige Familie, Hotel-Imperium, Förderprogramm für junge Ski-Stars.

Pirmins Welt

Das Hotel garni von MONI & PIRMIN liegt direkt neben der Gondelbahn. Es hat Suiten mit eigener Küche und Doppelzimmer. Jedes Appartement trägt den Namen einer Abfahrtsstrecke, in den Leuchtern von Heinz Julen hängen Pokale und Medaillen vom Hausherrn. DZ ab CHF 230.–.

APPARTHOTEL ZURBRIGGEN ZERMATT

DER ZURBRIGGEN/JULEN-CLAN Familienbande Den Geschwistern Julen und Zurbriggen gehören in Zermatt und in Saas-Almagell tolle Hotels, Bergbeizen und coole Bars.

In der trendigen Berghütte oberhalb von Zermatt arbeiten Chefin VRONY & MAX COTTING-JULEN an vorderster Front mit. Highlight ist die Sonnenterrasse mit Blick aufs Horu. Hier waren schon Prince William und Robbie Williams zu Gast. Neben dem Restaurant besitzt Vrony mit Bruder Heinz das View House in Zermatt, mit Ferienwohnungen ab CHF 400.– pro Tag.

Das Hotel garni leiten Monis Schwester LENI und ihr Mann THOMAS MÜLLER-JULEN. Zimmer und Suiten haben Glasfronten, in der Lobby flackert ein Kaminfeuer, durch den gläsernen Boden sieht der Gast die Badenden im Pool. Momentan wird das Haus erweitert, geplant sind Appartements. DZ ab CHF 200.–.

MEINE LIEBSTEN

Grösse: 182 cm Gewicht: 86 kg  Schuhgrösse: 42  Geboren: 4. 2. 1963 in Saas-Almagell  Sternzeichen: Wassermann  Skilänge: Slalomski 165 cm  Sponsoren: Nordica (Skiausrüstung), Craft (Kleider), Ford (Pirmin fährt einen Galaxy und einen Mondeo)

PIRMIN IN ZAHLEN

Der kreative Kopf der Familie heisst HEINZ JULEN. Die Häuser seiner Geschwister tragen seine Handschrift – in der Architektur wie bei der Inneneinrichtung. Der Designer kombiniert die Materialien Holz, Metall und Glas. Heinz besitzt in Zermatt das Restaurant Heimberg, die Bars Snowboat Caffè und Vernissage. Die drei Betriebe sind an den Zürcher Thomas Sterchi verpachtet.

VERNISSAGE, HEIMBERG & CO.

CHEZ VRONY

CŒUR DES ALPES

Fotos Kurt Reichenbach, Keystone, Charles Seiler, Joe Condron, Thomas Buchwalder, RDB, Sabine Wunderlin/SonntagsBlick, Glückspost/RDB, Christian Lanz, Blick Sport/RDB


BERNHARD RUSSI

«Pirmin hat eine sensationelle Karriere hingelegt und damit grosse soziale Freiheit erlangt»

STARS VON MORGEN Pirmin Zurbriggen ist Präsident des Walliser Skiverbandes. Er setzt ein wegweisendes Nachwuchskonzept um: «Erst kommt die Schule. Dann der Sport.» Seine Söhne Elia und Pirmin planen eine Rennfahrer-Karriere.

1983/84 Gesamtweltcup-Sieger 1985 Weltmeister Abfahrt, Bormio  1985 Weltmeister Kombination, Bormio  1985 Schweizer des Jahres  1986/87 Gesamtweltcup-Sieger  1987 Weltmeister Super-G, CransMontana  1987 Weltmeister Riesenslalom, CransMontana  1987/88 Gesamtweltcup-Sieger  1988 Olympiasieger Abfahrt, Calgary  1989/90 Gesamtweltcup-Sieger  2001 Olympischer Orden  2004 Ehrung zum «Eidgenössischen Jahrhundert-Sportler des Ski- und Schneesports» durch Swiss-Ski

STATIONEN & ERFOLGE

VORBILD Pirmin Zurbriggen duftet gern nach «Roger Federer». Getroffen hat er den Tennisstar schon mehrmals, so an den Sports Awards. «Was Roger menschlich und sportlich leistet, ist einmalig. Er ist ein Vorbild für unsere Jugend.» Zurbriggen spielt auch Tennis, sein jüngster Sohn Alain ist ein angefressener Tennisspieler.

MEIN LIEBLINGSDUFT

ZWIESPRACHE Pirmin ist gläubiger Katholik, Tischgebet und die sonntägliche Messe gehören bei der Familie dazu. «Der Glaube ist eine gute Basis fürs Leben.»

GANZ IN WEISS Pirmin Zurbriggen und Monika Julen heirateten am 30. 9. 89 in Saas-Almagell. Die Feier stieg danach in Zermatt. Die beiden lernten sich bei einem Mittagessen im Restaurant von Monis Eltern in Zermatt kennen. Pirmin hatte schon früher ein Auge auf Moni geworfen. Am Rande eines Skirennens beobachtete er, wie ein Fan Moni um ein Autogramm bat, in der Annahme, sie sei Maria Walliser. «Sie hat stinkfrech einfach mit deren Namen unterschrieben. Und ich dachte: Die gefällt mir!» 1990 kam der erste Sohn, Elia, auf die Welt, es folgten Pirmin jun. (1992), Maria (1994), Alain (1998) und Leonie (2008). Die ganze Familie ist sehr sportlich, Pirmin spielt gern mit Moni und Sohn Elia Golf. Sein Handicap: 11,9.


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familienglück Pirmin und Moni Zurbriggen mit ihren fünf Kindern: (v. l.) Alain, Leonie, Elia, Pirmin jun. und Maria auf dem Furi oberhalb von Zermatt.

Text barbara halter Fotos kurt reichenbach

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rfolgreicher Hotelier, Präsident des Walliser Skiverbandes, Nachwuchs-Trainer, Trainer-Coach und Vater von fünf Kindern! Der ehemalige Ski-Star Pirmin Zurbriggen, 45, führt ein ausgelastetes Leben. Und doch zieht es ihn in den vergangenen sechs Monaten so oft wie möglich nach Hause zu seiner Familie. Grund ist sein jüngster Coup – die süsse kleine Nachzüglerin Leonie. Nach zehn Jahren «Babypause» sei die Schwangerschaft zwar überraschend gekommen, aber keineswegs unpassend. «Wir haben uns ein fünftes Kind gewünscht», sagt Primin. Für seine Frau Moni, 41, war die Umstellung etwas intensiver. «Immerhin konnte ich mich neun Monate lang daran gewöhnen. Zudem sind die anderen Kinder schon so gross, dass ich Leonie richtig geniessen kann. Schön, dass sie da ist.» Monis Schwangerschaft verlief problemlos – wie bei all ihren Kindern. «Wir hatten grosses Vertrauen, dass alles gut kommt», erzählt Pirmin. «Monis Alter haben wir keine grosse Bedeutung beigemessen. Meine Schwester hat mit vierzig Kinder bekommen, und Monis Mutter war

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«Wir haben uns ein fünftes Kind gewünscht – und hatten grosses Vertrauen, dass alles gut kommt» pirmin zurbriggen auch so alt, als sie auf die Welt kam.» ­Ausser den üblichen Ultraschallbildern wünschten Moni und Pirmin keine Untersuchungen. Sie wollten nicht im Voraus wissen, ob es ein Bub oder ein Mädchen wird. «Das soll doch eine Überraschung sein!», findet der Ex-Skistar. Ganz heimlich war der Wunsch nach einem Mädchen aber da. Besonders bei Maria, 14, die sich schon lange ein Schwesterchen gewünscht hatte. Bei der Namenswahl durften alle mitreden, und «Leonie» gefiel ihnen auf Anhieb. Leonie ist der Sonnenschein der Grossfamilie Zurbriggen. «Entweder schläft sie seelenruhig, oder sie schenkt jedem, der in ihr Wägelchen schaut, ein herzergreifendes Lächeln.» Keiner schafft es, an ihr vorbeizugehen, ohne sie zu liebkosen. Und so viel Zuneigung wird belohnt: «Sie ist ganz pflegeleicht, schläft in der Nacht schon fast durch», schwärmt

Mama Moni. «Ausser wenn sie Hunger hat. Dann macht sie sich lauthals bemerkbar. Das ist unsere Leonie.» Obschon die Familie für Pirmin Zurbriggen Priorität hat, investiert er viel Zeit und Herzblut in seine Hotels in Zermatt und Saas-Almagell (siehe Seite 28). Seine ganz grosse Leidenschaft ist aber nach wie vor die Skipiste. Fast täglich fährt er auf einen Berg im Matterhorn Glacier Paradise. Das Präsidium von SwissSki lehnt er aber ab. «Die nötige Geduld und das politische Interesse fehlen mir.» Seit über zehn Jahren ist er im Skiclub Zermatt Trainer einer Gruppe von dreissig Kindern, darunter auch seine eigenen. Unter der Woche finden zweimal Trainings statt, am Wochenende ist Pirmin mit ihnen an Rennen unterwegs. Daneben kümmert er sich um Ski Wallis, macht Trainer-Coaching und schaut, dass in seinen Hotels alles rund läuft. «Wenn ich u


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stolz Vom Training direkt an den Kinderwagen – Elia kümmert sich rührend um sein 6 Monate altes Schwesterchen.

feierabend Moni und Leonie holen ihre Männer vom Skifahren ab.

vor Ort bin, dann als Allrounder.» Da kanns schon mal vorkommen, dass Pirmin den Mäher über den Rasen schiebt oder gar die Gäste am Bahnhof abholt. «Wenn ich mit unserem Elektromobil vorfahre, sind die meisten ziemlich baff.» Mit seinen beiden ältesten Söhnen pflegt Pirmin einen kameradschaftlichen Umgang. Unter der Woche besuchen Elia, 18, und Pirmin, 16, die Sporthandelsschule in Brig, wo sie auch wohnen. «Als die beiden auszogen, schlug mir das aufs Gemüt. Sie fehlen sehr zu Hause. Aber so ist der Lauf des Lebens! Gott sei Dank sind sie am Wochenende hier. Stolz macht mich zudem, dass auch unser Ältester immer noch mit uns in die Ferien kommt!» Ausserdem arbeiten Elia und Pirmin junior fleissig an ihrer eigenen Skirennfahrer-Karriere. «Dazu stehen die beiden inzwischen schon früher auf als ich – und wenn wir zu­ u

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Leonies ältester Bruder ist gleichzeitig ihr Götti: «Es war Papas Idee, und Mama hat mich gefragt, ob ich es machen möchte» elia zurbriggen sammen Tennis spielen, schlagen sie mir bereits die Bälle um die Ohren.» Für Elia gibt es noch einen ganz besonderen Grund, so oft wie möglich in sein Elternhaus zurückzukehren: Er ist Götti seiner kleinen Schwester Leonie geworden – und ganz stolz darauf. «Es war ­ Papas Idee, und Mama hat mich gefragt, ob ich es machen möchte.» Daheim im hellen Wohnzimmer liegt Leonie am liebsten auf ihrer Felldecke. Die Einrichtung trägt die Handschrift von Monis Bruder Heinz Julen: Von der Decke hängt einer seiner reich geschmückten Kronleuchter, und zum Hinsitzen laden Stühle und Sofa aus Arvenholz und Kuhleder. Von der Terrasse aus blicken die Zurbriggens direkt aufs Matterhorn. Doch Leonie bestaunt vor allem ihre bunten Plüschtiere und verfolgt alles, was im Haus passiert: Mama Moni kocht, Schwester Maria kommt von der Schule, und

Bruder Alain, 10, macht auf den Treppen­ stufen vor dem Eingang hurtig seine Hausaufgaben. Trotz regem Treiben bleibt Moni die Ruhe selbst: «Einzig bei Alain muss ich manchmal aufpassen, dass er nicht über Leonie stolpert, weil er oft wild durch die Wohnung rennt.» Ab Herbst dreht sich bei Zurbriggens jeweils alles um den Skisport. Dann fährt Primin frühmorgens mit seinen Kindern zum Skitraining auf den Gletscher. Am Mittag treffen sich alle im Furi, der Zwischenstation Richtung Skigebiet. Dort wartet bereits Moni mit dem Kinder­wagen. Die Jungs kommen in voller Montur. Beim Anblick ihrer sonnengebräunten Brüder, unter deren Shorts das enge Renntricot hervorschaut, gluckst Leonie vergnügt. Dann gibts für die Geschwister nur eines: die Kleine knuddeln und küssen. Denn eines ist klar: Dieses Mädchen fährt mit ihrem Charme jeden Sieg heim. 


interview

«Meine Kinder sind mein Leben»

Eine Frau der Extreme und der Extraklasse: Kinder am Laufmeter, FilmPremieren und die ganze Welt ein einzig Wohnzimmer. Dabei braucht Angelina Jolie nicht mehr als einen klitzekleinen Koffer. das zu ignorieren. Ich mache mir nur Sorgen, dass meine Kinder übers Internet von solchen Lügengeschichten Wind bekommen könnten und ich nicht recht weiss, wie ich ihnen das erklären soll. Verstehen Ihre Kinder denn, wieso Sie dauernd fotografiert werden? Wir sagen einfach, dass Mommy und Daddy Filme machen und die Leute deshalb Fotos von uns haben wollen. Aber richtig Sinn macht das ja nicht. Zahara hasst es, fotografiert zu werden. Man sagt uns immer, sie sehe so ernst aus. Dabei ist das nur, weil sie Zustände bekommt, wenn man ihr eine Kamera ins Gesicht streckt. Shiloh hingegen winkt den Paparazzi.

daddy cool Brad Pitt radelt am 7. Oktober durch New Orleans, einen ihrer vielen Wohnorte. Interview Marlène von Arx

A Fotos Dukas, ZVG

ngelina Jolie, Sie sehen richtig glücklich aus. Dabei heisst es in den Medien ständig, es gehe Ihnen nicht gut. Ich lese nur die «New York Times», die «Herald Tribune» oder den «Economist». Und diese Zeitungen schreiben nichts über mich. Aber ich habe gehört, ich sei deprimiert.

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Bei all den Klatschgeschichten könnte man aber deprimiert werden. Meine Kinder sind mein Leben, und sie machen mich glücklich. Solange es ihnen gut geht, ist mir der Rest egal. Manche Journalisten erfinden einfach Dinge über mich, und ich habe gelernt, schweizer illustrierte

Sie scheinen sich deswegen nur ­beschränkt aufzuregen. Woher kommt die innere Ruhe? Von meinen Kindern. Sie bringen mir so viel Freude und inneren Frieden. Ich kann den schlechtesten Tag haben, aber sobald ich nach Hause komme und meine Kinder sehe, ist alles vergessen. Sie lieben mich, für sie bin ich die Grösste. Ziehen Sie trotzdem noch in Betracht, weitere Filme zu drehen? Ich habe etwas fürs neue Jahr ins Auge gefasst – nach über einem Jahr Pause. Aber es läuft eine grosse Debatte zu Hause, ob ich überhaupt wieder ­arbeiten gehen soll. Jetzt sind Sie gerade auf Promotionstour für Ihren neuen Film «Changeling» von Clint Eastwood. Sie spielen darin eine Mutter, deren Kind entführt wird. Wie emotional war diese Rolle für Sie? Sehr stark. Die Entführung eines Kindes ist meine grösste Angst. Überhaupt, dass ihnen irgendetwas u


zigeunerleben Angelina Jolie mit ihren Kindern Pax, Zahara und Shiloh (v. l.) in New Orleans am 6. Oktober. Drei Tage sp채ter landete die Grossfamilie wieder in Frankreich.

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interview

«Ich will mich immer aufs ­Wichtigste beschränken» Angelina Jolie

getroffen Angelina Jolie im Interview mit SIMitarbeiterin Marlène von Arx (l.) in New York. angelinas erster offizieller Auftritt seit der Geburt: «Changeling»-Premiere, 4. Oktober. Wenn man mal die Hürde von drei bis vier Kindern genommen hat, spielt die Zahl nachher keine Rolle mehr. Es herrscht so oder so Chaos. Ausserdem haben wir ab und zu Hilfe. Es bringt ja den anderen Kindern auch nichts, wenn wir immer erschöpft sind.

Wie entwickeln sich eigentlich ihre drei Monate alten Zwillinge Knox und ­Vivienne? Ach, sie sind so süss. Sie gehen sehr aufeinander ein, suchen das Geschwisterchen mit den Händen und lächeln viel. Sie essen brav alle drei Stunden. Knox ist der coole, hört gerne Musik. Viv ist lebendiger und laut. Meine anderen vier Kinder haben sich mit ihnen angefreundet und sind ganz lieb mit ihnen.

Haben Sie die Zwillinge eigentlich zu Ehren Ihrer verstorbenen, franko­kanadischen Mutter in Frankreich zur Welt gebracht? Das hat mich sicher etwas getröstet, denn meine Mutter liebte Frankreich und wollte, dass meine Kinder Französisch lernen. Aber ich selber fühle mich weder französisch noch amerikanisch, meine Wurzeln sind überall. Ich habe sogar Indianer-Blut in mir, und wenn ich mich recht erinnere, ist mein Vater deutsch-tschechischer Abstammung.

Wie kommen Sie mit zwei Babys aufs Mal zurecht? Es ist doppelt so schwierig, macht aber auch doppelt so viel Spass. Heute litten wir alle unter dem Jetlag, und Brad war so lieb, mir die Kids um halb fünf Uhr morgens abzunehmen. Er sagte: «Du musst heute arbeiten und brauchst deinen Schlaf.» Ich versuchte noch etwas zu schlafen – mit wenig Erfolg bei dem Gepolter im Wohnzimmer … … kein Wunder mit sechs Kindern. Wie schafft man das überhaupt?

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Jetzt sind Sie vorübergehend nach Berlin gezogen, wo Brad Pitt den neuen TarantinoFilm dreht. Was tun Sie, damit jeder Ort auch ein Zuhause für die Kinder ist? Die meisten Bücher und Spielsachen haben wir in unserem Haus in Los Angeles. Wenn wir unterwegs sind, kaufen wir nicht immer alles neu. Manchmal hats an einem Ort Video­ games, manchmal hats keine – dafür einen grossen Garten oder einen Swimmingpool. Wir lassen die Kinder aber immer einen kleinen Koffer packen

mit dem Wichtigsten, was sie dabei­ haben wollen. Zum Beispiel? Maddox braucht seine Soldatenfiguren und Militärflugzeuge. Pax packt ein Seil und kleine Plüschäffchen ein. Zahara nimmt eine rosa Decke mit, die inzwischen vor Dreck nur so strotzt. Und Shiloh hat kleine quadratische Seidentücher, die sie un­bedingt dabeihaben will. Knox und Viv haben vorderhand noch keine Wünsche angemeldet … Und was packen Sie in Ihren Koffer? Kosmetika. Aber ich packe dauernd um, weil ich mich immer aufs Wichtigste beschränken will. Ich habe einen klitzekleinen Koffer, in den ich normalerweise nur ein paar Bücher, Hosen und flache Schuhe einpacke. Die Kinder nehmen immer mehr mit, vor allem Pax. Er hat den schwersten Koffer. Ihr Koffer steht nun in Berlin. Wie gefällt es Ihnen dort? Wir sind erst eine Woche da, aber ich entdecke allerlei tolle Sachen, die man mit Kindern unternehmen kann. Es gibt zum Beispiel diese Gymnastik­ hallen, wo die Kinder herumrennen und spielen können, und es gibt gute, gesunde Babynahrung. Haben Sie Freunde in Deutschland?

Foto Getty Images

passieren könnte. Während der Dreharbeiten musste ich die Kinder immer um mich scharen. Sie schliefen auch alle bei mir im Bett. Ich war ein emotionales ­Nervenbündel, heulte wegen nichts und umarmte alle ein bisschen zu oft. u


Ja, Brad arbeitet schon lange mit deutschen Architekten zusammen. Wir kennen ihre Familien und ihre Kinder. Ich habe Shiloh beim Spielen schon fleissig «nein, nein, nein» sagen hören. Die Kinder passen sich schnell an. Wie frei können Sie sich bewegen? Manchmal mieten wir eine Spielhalle und laden alle Leute ein, die wir ­kennen. Manchmal schleichen wir uns auch einfach unters Volk und hoffen, dass uns eine Weile niemand erkennt und es keinen Auflauf gibt. Andere Eltern haben in der Regel etwas mehr Verständnis für uns, weil sie ja auch mit ihren Kindern da sind und mit ihnen ihre Ruhe haben wollen.

Fühlen Sie sich manchmal isoliert? Ich hätte gerne mehr Freiheiten – ich wünschte, ich könnte einfach raus mit den Kindern, an den Eis- oder Bretzelstand gehen, so wie es meine Mutter mit mir machte. Aber ich schätze mich glücklich, dass ich mit den liebsten und lustigsten Menschen auf Erden und meinem besten Freund zusammen sein darf. Ich fühle mich also nicht isoliert. Stimmt es, dass Sie im Wahlkampf John McCain und Sarah Palin unterstützen? Ich bin traditionell demokratisch, aber ich möchte das Beste für die Vereinig­ ten Staaten. Natürlich frage ich mich, wie wir aus dieser Wirtschaftskrise rauskommen werden. Aber ich finde,

man sollte sich nicht auf eine Partei versteifen, sondern zuhören, was die Kandidaten sagen, und zu verstehen versuchen, was in der Welt vorgeht. Wäre Obama nicht der Traumkandidat für Ihre Multikulti-Familie? Natürlich ist es ein tolles Zeichen, wenn ein Afroamerikaner US-Präsident werden könnte, aber die Hautfarbe kann doch nicht der einzige Grund sein, weshalb man jemanden wählt. Mir gefällt zum Beispiel, was er zum Internationalen Gerichtshof sagt oder dass er bei Genoziden militärisch eingreifen will – das sind alles Dinge, die ich unterstütze. Und ich könnte mir auch vorstellen, ihn zu wählen. Wir werden also sehen … 


ohne statussymbole Julien und Elsa bevorzugen Kleinwagen und Vespa – mit dem «L». Für die Töffprüfung fehlt beiden die Zeit.

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Mit Vollgas nach Übersee Erst 22 – und schon der Star des Schweizer Eishockeys! Nun will Julien sprunger die NHL erobern. Seine Elsa fährt mit. Text iso niedermann Fotos bruno voser

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olche Sorgen möchte man haben: «Ich wiege jetzt schon 90 Kilo. Aber etwa zehn mehr dürften es bei meinen 1,94 Metern Grösse schon noch sein», sagt Julien Sprunger. Schatz Elsa kuschelt sich an ihren Liebsten und lacht: «Wenn du dich nur sonst nicht veränderst! 90 Kilo, 95 oder 100: Für mich bist du perfekt, so wie du bist!» Zahlen lügen bekanntlich nie. Juliens lauten so: mit 22 Jahren derzeit bereits in der 7. NLA-Saison, bis Ende 2007/2008 241 NLA-Matches, 78 Tore, 59 Assists, 230 Strafminuten. Eben gekürt zum MVP, dem «Most Valuable Player» auf Schweizer Eisfeldern. Der wertvollste unter rund 300 Spielern der höchsten Liga. Dazu seit 2005 26 Länderspiele mit 12 Skorerpunkten für die Schweiz. Zahlen weisen auch Wege. Im Falle Julien Sprungers ist klar wohin: in Richtung Nordamerika. In die National Hockey League NHL. Die Heimat des besten und bestbezahlten Eishockey- u schweizer illustrierte

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liebeslied Julien hat Elsa die neue Gitarre geschenkt, sie bringt ihm das Spielen bei.


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«Elsa ist kein Anhängsel, sondern eine starke, eigenständige Person» julien sprunger interessiert Im Internet hält sich Julien zu Hause über Weltpolitik und Wirtschaft à jour. sports der Welt. Noch stürmt der Schlaks für Fribourg-Gottéron. Den Klub, dem er mit Ausnahme eines ein­ zigen Spiels 2005 für La Chaux-de-Fonds die Treue gehalten hat, seit er als Dreijähriger mit Hockey begonnen hat. Dabei nahmen ihn Maman Nicole und Papa Jean-­Daniel damals aus dem be­ schaulichen Grolley ins nahe Fribourg mit, um ihn auf die Spuren seiner drei Jahre älteren Schwester Nathalie zu bringen: Eiskunstlauf! Seine Gegner wären heute froh, würde Julien Pirouetten drehen, statt sie schwindlig zu spielen. Doch vom sport­

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lichen Schrecken Sprunger werden sie in absehbarer Zeit auch so befreit. Nach­ dem der Freiburger schon 2004 als bes­ ter Spieler des Jahrgangs 1986 vom NHL-Klub Minnesota Wild gedraftet – quasi reserviert – wurde, ist er jetzt auf dem Sprung über den Atlantik. «Ich habe ein Angebot von Minnesota dieses Jahr abgelehnt und kann mir nun als Free Agent einen Klub aussuchen. Mit drei NHL-Vereinen bestehen konkrete Kontakte. Mein Ziel ist, noch vor Ende Jahr einen Vertrag zu unterzeichnen und nächsten Sommer in die NHL zu wech­ seln.»

Ein kleines bisschen Angst habe er schon vor der Fremde, bekennt Julien. Doch erstens habe seine kleine Schwes­ ter Aurélie, 17, auch eben ein Aus­ tauschjahr ganz allein in Berlin durchge­ standen. Und zweitens wird ihn Elsa in die schöne neue Hockeywelt begleiten. Elsa, mon amour! Ganz unbefangen zeigt Julien, wie sehr er seine Freundin braucht. «Sie hilft mir, die Füsse immer auf dem Boden zu behalten. Sie ist so weltoffen, klug. Und vor allem ist sie nicht einfach das Anhängsel eines Eishockey­ stars, sondern eine starke, eigenständige Persönlichkeit», schwärmt der sanfte u


sport bald gepackt Julien und Elsa rechnen damit, nächsten Sommer nach Übersee auszureisen.

«Die Hochzeit ist ein Thema. Doch wir warten lieber noch zwei, drei Jahre» elsa ritz u junge Mann, der auf dem Eis auch schon mal recht böse werden kann. Seit er die Gleichaltrige auf einem Dorffest in Grolley vor fast sechs Jahren kennengelernt hat, sind sie unzertrennlich. Eine echte Jugendliebe. Seit eineinhalb Jahren teilen sie eine Wohnung in Villars-sur-Glâne. Elsa Ritz studiert im ersten Semester Jus in Fribourg, nachdem sie ein Psychologiestudium nach einem Jahr wieder abgebrochen hat. Die Juristerei lasse sich auch in Nordamerika erlernen. «Ich habe mich schon nach möglichen Universitäten erkundigt. Es gibt gute Möglichkeiten, die sich mit ­Juliens Karriere vereinbaren lassen.» Harvard in Boston? Princeton in New York? UCLA in Los Angeles? Elsa und ­Julien lachen vielsagend. So leicht lassen sie sich nicht entlocken, wer im Rennen um den derzeit besten Eishockeyspieler auf Schweizer Eisfeldern vorne liegt. Wer immer es sein wird – der Klub macht vergleichsweise ein «Schnäppchen». Die NHL-Reglemente legen die Gehaltsobergrenze für einen «Rookie», einen Liga-Neuling, bei 787 000 Dollar fest. Plus zehn Prozent Wechsel-Handgeld. Mehr als das Doppelte, was Julien derzeit

bei Fribourg ­verdient. Da lässt sich doch ein schönes Luxusleben führen, oder? «Ich mag Mercedes oder Oldtimer, und ich mag auch Rolex. Aber ich würde mir so was nie anschaffen. Fribourg ist klein, da kennen sich die Menschen. Ich will nicht protzen. Das passt nicht zu unserer Herkunft. Unser Luxus ist, wenns drinliegt, mal eine spezielle Ferienreise wie jene im Vorjahr nach Mexiko. Und Elsa shoppt gerne in der einen oder anderen Boutique …» Die Reaktion folgt prompt: «Ich shoppe? Du bist doch genauso gerne mal dabei bei einem Einkaufsbummel in Zürich!» Noch ist es mit der NHL nicht so weit. Die Saison macht Julien fast sicher noch in Fribourg fertig. «Und ehe wir im Flieger nach Übersee sitzen, ist noch gar nichts gewiss», stellt Elsa klar. Zweifel an einer grossen NHL-Karriere Juliens hat man dennoch kaum. So wenig wie die beiden an ihrer gemeinsamen Zukunft: «Die Hochzeit ist ein Thema. Aber jetzt sähe es so aus, als würden wir nur wegen dem Ausland heiraten. So warten wir lieber noch zwei, drei Jahre. Und dann werden wir vielleicht auch für die Kinder bereit sein, die wir uns auf jeden Fall einmal wünschen.» 

nati-coach ralph kruEger zu julien «Ich arbeite sehr gerne mit Julien. Er stellt sehr hohe Ansprüche an sich, will immer Einfluss aufs Spiel nehmen. Gleichzeitig ist er ein extremer Teamplayer und setzt An­weisungen perfekt um. Wie kaum ein anderer Schweizer ist er fähig, im Spiel eins

gegen eins Torchancen zu erzwingen. Seine Auszeichnung als MVP ist mehr als verdient! Er hat punkto Talent und Können zweifellos das Zeug für die NHL. Physisch muss er noch zulegen. Doch charakterlich wird ers packen. Er muss einfach offen sein für eine Hockeywelt, in der dir niemand hilft.»


gesellschaft

Zu Hause ist Köbeli der Star Besuch daheim Marcus Weiss mit seiner Frau Anastasia und Baby im Garten seines Elternhauses in Feldmeilen ZH.

Er ist der einzige Schweizer Blue Man. Jetzt tritt Marcus weiss mit der berühmten blauen Show-Gruppe aus den USA zum ersten Mal in Basel auf. Text Katja richard Fotos rolf edelmann

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m liebsten würde ich hier bleiben», sagt Marcus Weiss, 40. Sehnsüchtig blickt er sich im grossen Garten um. Das erste Mal seit 22 Jahren ist er wieder in sein Elternhaus in Feldmeilen ZH zurückgekehrt. Hier lebte schon sein Grossvater Hans

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Fischer, damals ein berühmter Kinderbuchautor. Aus Las Vegas mitgebracht hat der Schauspieler seine eigene Familie: Frau Anastasia, 24, und das erst ­einen Monat alte Baby Jacob. Oder ­«Köbeli», wie der Vater zärtlich sagt. Geboren ist Marcus Weiss in New York, aufgewachsen am Zürichsee, für seine Schauspielausbildung zog er wieder in die USA. Zurück in die Schweiz

hat ihn nun die Blue Man Group gebracht. Die Show mit den drei blauen Männern ist von Boston bis Tokio berühmt. Marcus Weiss gehört seit 2000 zu den 40 «blauen Männern» weltweit und eröffnete seinerzeit die Show in Las ­Vegas. «Marcus hat dort sehr zu unserem Erfolg beigetragen, und wir sind glücklich, dass er zum Start in Basel am 25. Oktober dabei ist. Er ist ein Profi», lobt Phil Stanton, einer der drei Gründer der Blue Man Group. Zwei Anläufe brauchte Marcus Weiss, bis er in die Künstlertruppe aufgenommen wurde. «Ein guter Freund von mir war bereits dabei und einfach immer gut drauf. Das machte mich neugierig.» Was anfangs nur ein Job war, wurde ein Stück Identität: Nach neun Jahren fühlt er sich bei der Blue Man Group wie in


Noch immer ein wunder «Köbeli» gähnt und ist müde. Marcus Weiss und Anastasia geniessen ihn jede Minute. einer grossen Familie. Bis jetzt ist auch Marcus Weiss sehr glücklich mit seiner Wahl: «Und jetzt kann ich meine Arbeit sogar mit einem Aufenthalt in meiner alten Heimat verbinden.» Alles ging sehr schnell: Am 20. Dezember letztes Jahr heirateten er und Anastasia in Las Vegas. «Aber nicht auf die

Bunte Show Die Blue Man Group spielt mit Farben und Perkussion.

schnelle Tour», erzählt Marcus Weiss lachend. «Und am nächsten Morgen um acht Uhr fand die Feier für meinen CollegeAbschluss statt», ergänzt seine Frau. Der Altersunterschied spielt für beide keine Rolle: «Anastasia ist viel erwachsener als ich. Deshalb sind wir eigentlich wie Gleichaltrige.» Zwei Monate später war sie schwanger und begleitete ihn nach Europa. Die erste Zeit verbrachte das Paar in Stuttgart. Dort kam auch Jacob zur Welt. War es für die junge Mutter schwierig, so fern von der Heimat? «Natürlich habe ich meine Familie vermisst. Aber die Betreuung im Krankenhaus ist hier persönlicher und liebevoller als in den USA.» Und Anastasia ist stolz, dass ihr Baby hier geboren wurde: «Jacob hat sogar schon einen Schweizer Pass.» Sie könnte sich

sehr gut vorstellen, in der Schweiz zu leben. Marcus auch: «Mein Traum wäre eine Blue Man Show in Feldmeilen.» Zuerst kommt aber Basel. Bis Mitte Januar wird Marcus Weiss dort mit Farben spritzen, auf PVC-Rohren trommeln und Marshmallows über die Bühne spicken. Unter der blauen Schminke wird er allerdings nicht zu erkennen sein. «Ich stehe nicht als einzelner Star auf der Bühne. Wir sind alle austauschbar.» Eine wertvolle Erfahrung: «Man lernt, sein Ego zurückzustecken.» Dafür kann er auf der Bühne seine eigene Kindlichkeit ausleben. «Das macht mich sicherlich zu einem guten Vater.» Jetzt im Web-TV: Blue Man Marcus Weiss über grosse und kleine Wunder dieser Welt. www.schweizer-illustrierte.ch/webTV schweizer illustrierte

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erfolgsstory

Wie ein Sechser im Lotto: franz von arx und elio mĂźller entdeckten im Planggenstock den grĂśssten und kostbarsten Kristall, den die Welt je gesehen hat.

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Sie kĂśnnen Str schweizer illustrierte


strahler-beruf Franz von Arx (l.) und Elio M端ller an ihrem feucht-kalten Arbeitsplatz am Urner 足Planggenstock mit einem rund 18 Millionen Jahre alten Bergkristall.

ahlen!

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erfolgsstory

Cristal Inn Ihre Hütte befindet sich eng in den Fels geschmiegt auf 2520 m ü. M. (l.).

Text Thomas Kutschera Fotos ROBERT BÖSCH

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ohnung und Arbeitsplatz ­liegen in einer steilen Fels­ wand, Wind und Steinschlag ausgesetzt, auf 2520 m ü. M. Franz von Arx, 58, zieht seine Wollkappe an, letzte Nacht hat es geschneit. «Gib Obacht, Päuli, es ist glitschig», ruft er dem Kolle­ gen zu, der aus der grünen Stollentür aufs schmale Felsband tritt. Neben den beiden gehts 200 Meter senkrecht in die Tiefe. «Die einzigen Gäste sind die Bergdohlen. Aber wir sind ja auch zum Schaffen hier», sagt von Arx und lacht. Fast zärtlich legt er eine Hand auf seinen Arbeitslohn: den grössten «Zinggen» einer 1,20 Meter brei­ ten Gruppe von glasklaren Bergkristallen. «Der Fund meines Lebens. Jetzt muss

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der Heli ihn nur noch heil ins Tal runter­ bringen.» Der Fund ist Genugtuung für viele Jahre Chrampferei. 1992 hat die Geschichte ihren Anfang genommen: Die Berufsstrahler Franz von Arx aus Gurt­ nellen UR und Paul von Känel aus Rei­ chenbach BE steigen auf der Suche nach Kristallen erstmals in die Nordostwand des Planggenstocks. Dieser liegt östlich des Göscheneralpsees. Immer wieder ­seilen sich die beiden ab, suchen nach ­unentdeckten Klüften im harten Granit. Unter grossen Felsquadern auf einer Felsbank entdeckt von Känel einzelne Fluoritkristalle. Das Duo hat angebissen! Im Sommer 1994 errichten die zwei auf der luftigen Felsbank ihr vorüber­gehendes Domizil: eine an die Felswand ­geschmiegte Holzhütte. Hunderte von Kubikmetern

Gestein werden weggeräumt, bis der Kluft­eingang frei ist. «Der Berg liess uns keine Ruhe», er­ zählt Franz. Jeden Sommer verlassen sie für drei, vier Monate ihre Familien, kraxeln hoch zum Planggenstock, beziehen Quar­ tier im «Crystal Inn», wie sie ihre Wind und Wetter ausgesetzte Residenz nennen. 1996 haben sie eine zweite Kluft entdeckt. Der Eingang befindet sich 15 Meter unterhalb der Hütte, ist nur über eine Leiter erreichbar. Mit einem Lafettenbohr­ gerät und Sprengstoff treiben sie einen waagrechten, meist mannshohen Stollen in den Berg. Der Enge wegen oft in liegen­ der Position, in Lehm und Dreck. Das Arbeitstenue besteht aus alter Armee­ hose, Staubmaske und schaumstoffge­ polsterter Mütze. Von Känel: «Weil man immer wieder den Grind anschlägt.» u


STOLZ Franz von Arx mit der grössten, 300 Kilo schweren Gruppe des neuen Bergkristallfundes. Unten der Göscheneralpsee UR.

ENG Elio Müller auf dem Elektro-Zügli, neben ihm die Strahlerkollegen Franz von Arx und Paul von Känel (r.). Hinten der Stollenausgang.

«Plötzlich stiess der Bohrer ins Leere. Mir blieb fast das Herz stehen, und ich dankte dem lieben Gott» franz von arx

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ERFOLGSSTORY «Wir machen eigentlich Bergbau, gäll Päuli», sagt von Arx, früher Bauführer, und klopft dem Kollegen auf die Schulter. Notstrom-Aggregat, Belüftungsanlage, Heizung, Spaltgerät, Schaufeln, Lampen, Kabel: alles von der Heli Gotthard raufgeflogen. «Pro Tag brauchen wir 60 Liter Diesel.» Im Berg drin seis um die null Grad kalt und feucht. «Ohne Heizung und Belüftung wären wir schnell krank.» Um die Hunderte Tonnen Schutt ins Freie zu befördern, installierten sie ein ElektroZügli. Auch hier gilt: Kopf einziehen! Vor drei Jahren machten die beiden Strahler ihren ersten grossen Fund. Die «Sensation vom Planggenstock» ging um die Welt. Franz und Paul waren Helden. «Der Höhepunkt meiner Strahlertätigkeit», sagt Paul von Känel, 60. Deshalb habe er sich danach schweren Herzens vom Planggenstock verabschiedet. «Franz und ich sind ja fast ein Ehepaar.» Doch Franz machte weiter. Mit seinem Firmgöttibub Elio Müller, 22, aus Silenen UR, einem gelernten Maurer. «Schon als Bub ging ich strahlen», sagt Elio. Und Franz: «Er hat ein Herz aus Kristall.» Und so waren es Franz und Elio, die in den letzten beiden Sommern am Plang-

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«den Koller HABEN WIR NIE» Paul von Känel, Elio Müller und Franz von Arx (v. l.) in der Stube.

Zähne putzen mit Gletscherwasser, Plumpsklo, kein TV – das StrahlerLeben ist entbehrungsreich


genstock weiter auf Schatzsuche gingen. «Wir verstanden uns vom ersten Moment an», erinnert sich Elio. Das brauchts – das Leben am Fels ist kein Schleck. Drei auf drei Meter misst die Stube, die auch die Küche ist. Drei auf drei Meter auch das «Schlafzimmer», gleich oben. Kühlschrank und Handy-Empfang draussen in einer Felsnische, kein TV. Plumpsklo mit Hakle feucht um die Ecke, Zähne putzen in der Küche mit Gletscherwasser. Tagwacht ist um 6.30 Uhr. Elio schaltet den Gasherd an, der auch als Heizung dient. Zum Zmorge gibts Kaffee, Brot und Spiegeleier oder Müesli. Um 8.30 Uhr gehts «ins Loch». Zmittag um 14.30 Uhr. Chefkoch Franz: «Am liebsten haben wir Röschti mit Ge­ schnetzeltem oder unsere Strahlersuppe mit Siedfleisch und Gemüse.» Nach dem Mittagessen gehts wieder an die Arbeit, meistens bis 20 Uhr. Dann gibts Brot, Trockenfleisch und Wein. «Damit man gut schlafen kann», sagt Franz. An etwas hat sich Elio noch immer nicht gewöhnt: «Im Radio läuft immer Musikwelle 531. Und am liebsten hört Franz ‹Oesch’s die Dritten›.» 52 Meter tief sind die beiden nun schon im Felsen drin. Ein magischer Moment sei

es gewesen. Noch heute treibts Franz das Wasser in die Augen, wenn er an den 19. September denkt. Elio und er sind mit dem Presslufthammer am Bohren. Der Meissel ist einen halben Meter im Quarzband drin, da gibt er plötzlich nach. Es ist 11.20 Uhr. «Mein Herz schlug wie wild! Ich ahnte, dass wir wieder vor einem ganz grossen Fund standen.» Fieberhaft beginnen die beiden, den harten Felsen wegzuspitzen. Nach einer halben Stunde ein erneuter Durchbruch: Franz leuchtet mit einer Lampe durchs Loch – und blickt in eine einzigartig schöne, glitzernde Kris­ tallwelt. Die längsten Zacken sind über einen Meter lang. 18 Millionen ­Jahre lag der Schatz im Berg. «Glück, Ehrfurcht … es waren unbeschreibliche Gefühle. Ein Stück Natur in höchster Vollendung. Ich sagte dem lieben Gott Danke.» Sofort habe er dem Päuli telefoniert, er solle kommen – «damit er die Freude mit uns teilen kann». Die folgenden vier Nächte habe er nicht schlafen können, so auf­ gewühlt sei er gewesen. Franz greift zum Funkgerät, der Heli-Pilot meldet sich an. Acht Paletten mit 40 Kisten stehen auf dem Felsband, alle gefüllt mit funkelnden Kristallen. Elio

kontrolliert die Transportseile. Franz schliesst das Eisentor vor ihrer Schatzkammer. Dann kommt der Heli und fliegt die Kristalle mit ihren Findern runter auf die Göscheneralp. Franz atmet auf: alles heil angekommen! Die Ware wird inspiziert. Unter anderem vom StrahlerExperten Carlo Peterposten: «Ein sensationeller Fund! Schon der von 2005 war weltweit einzigartig. Doch der neue gefällt mir noch besser.» Einen siebenstelligen Betrag könnten sie wohl lösen, so schätzt von Arx, wenn sie die neuen Kristalle verkaufen würden. Die schönsten Kristalle werden nun gereinigt. «Damit sie glasklar funkeln», sagt Franz. Dann kommen sie in die Ausstellung in der Alten Kirche Flüelen, die anderen kommen in die eigene Sammlung oder werden verkauft. «Viele Besucher haben Tränen in den Augen, wenn sie die Kristalle sehen», sagt von Arx. Er freut sich auf den nächsten Sommer, wenn er mit Elio wieder auf Schatzsuche geht. «Gut möglich, dass im dunklen Gefängnis dort oben noch mehr Kristalle warten. Jahrmillionen lang waren die dort drin, die wollen raus – und wenn sie für uns bestimmt sind, werden wir sie finden!» 


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

 Musik Corin Curschellas  Theater «Afriopa»  Film «Elegy»  Buch Roger Graf

CORIN CURSCHELLAS

Die Schatzhüterin Fotos Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker

Sie ist ein Urgestein der Schweizer Musikszene: Nun liegt Corin Curschellas’ neues Album vor. «Grischunit» ist eine Ode an ihre rätoromanische Heimat.

Magisch In der Natur findet Corin Curschellas die Inspiration für ihre Musik. Wie hier im Wald ob ihrem Wohnort Rueun GR.

u Samtenes Moos bedeckt die Felsen, Fichten recken sich trotzig zum Himmel empor. Es ist grün und still. «Hier kann ich gut suchen. Und finden. Töne, Klänge, Ideen», sagt Corin Curschellas, 51, und lehnt gegen einen Baumstamm. Immer wieder geht sie den Weg hier hinauf in den

Wald. Ein paar Gehminuten weiter unten hat die Sängerin einen ihrer drei Wohnsitze, in Rueun, einem Nest im Bündner Vorderrheintal. In Zürich logiert die gebürtige Churerin in einer WG, in Paris lebt sie in der Wohnung des verstorbenen Schriftstellers Niklaus Meienberg. «Ich bin eine Pendlerin.» Doch das 350 Jahre alte, umgebaute Bauernhaus hier in der Surselva sei ihre Heimat. «An diesem Ort kann ich in aller Stille schaffen. Das Einzige, was ich hier höre, ist der innere Lärm.» Hier ist auch die Musik zu ihrer neuen CD entstanden. «Grischunit» heisst die u

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die besten

kultur

BÜNDNER WELTMUSIK Corin Curschellas mit ihrer Ukulele daheim in Rueun. Produktion: zehn Perlen Weltmusik, in drei rätoromanischen Idiomen und der Hochsprache Rumantsch Grischun gesungen. Die poetischen Texte haben befreundete Bündner Dichter wie Linard Bardill und Fabiola Carigiet geschrieben. Und der Albumtitel «Grischunit» bezieht sich auf das gleichnamige Mineral, das nur in Rätien vorkommt. Doch das Werk atmet auch die Luft der weiten Welt: Unterstützt wird die Sängerin von Topmusikern aus New York, unter ihnen Marc Ribot und Matt Johnson. «Die beiden helfen mir, meine Lieder in die weite Welt zu tragen.» Die Inspiration für ihre Musik komme aber in der heimatlichen Natur. Seis an einem Bach im Val S-charl, seis auf einer Alp. «Der Blues hockt eben in den Tälern», sagt sie mit einem Lächeln. Corin Curschellas ist in der Schweizer Musikszene eine singuläre Erscheinung. Zu Hause fühlt sie sich sowohl in der Rolle als Schauspielerin wie Komponistin oder Sängerin. Und auch in der Musik lässt sie sich nicht einschränken: ob Chanson, Rock, Jazz, Ethno oder Märchenplatten – ihre Bandbreite ist so gross wie die Liste der Zusammenarbeiten lang: Michael von der Heide, Polo Hofer, Walter Lietha, Max Lässer und viele mehr. Ab kommendem Mai ist sie wieder einmal mit dem Vienna Art Orchestra des Zürchers Mathias Rüegg auf Tour. Das Rätoromanische sei ein wunderschönes Erbe. «Das hab ich aber erst mit der Zeit entdeckt», gibt Curschellas zu. Je weiter sie sich von ihrer Heimat entfernt habe, umso mehr sei ihr bewusst geworden, dass es hier eine Sprache gibt, die nur noch von rund 50 000 Menschen gesprochen wird. «Nun gilt es, diesen Schatz zu bewahren.» Thomas Kutschera u

GESCHMEIDIGER STEIN Corin Curschellas, «Grischunit», Label Traumton, Berlin, www.corin.ch und www.myspace. com/corincurschellas

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Wo sind die gäste Hin? Jan Davidsz. de Heems «Früchte, Pastete und Trinkgeschirr». magie der dinge

Die Verführung des Vergänglichen u Die Zeit auf dem Bild scheint stillzustehen. Die Welt erstarrt, laut- und reglos, abwartend. Verlockend saftige Weintrauben, leuchtende Kirschen, eine üppige, bereits angebrochene Wildpastete bedecken die herbstliche Tafel. Wurde sie überstürzt verlassen? Der umgefallene Kelch deutet darauf hin. Was ist hier passiert? Die Wahrheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. So liefert das Bild ­Fantasiebegabten eine ideale Kulisse für einen historischen Krimi. In der Kunst hingegen bezeichnet man das Gemälde als Stillleben. Die Blütezeit erlebte diese Malerei, deren Motive unbelebte oder grösstenteils reglose Dinge sind, während des 17. Jahrhunderts. Doch noch heute faszinieren die stillen Bilder. Wegen der Kunstfertigkeit. Weil sie Sinnbilder der barocken Lebenslust sind. Aber auch weil sie uns an die Vergänglichkeit des Lebens mahnen, wenn auch verschlüsselt: Der umgestürzte Kelch symbolisiert das entleerte Leben. Der schwarze Hintergrund: Todesahnung und Ewigkeit. Die Zitrone: aussen hui, innen pfui. Die Pastete: Lasterhaftigkeit und Völlerei …

Die Magie der Dinge zeigt, dass vom Vergänglichen ein unwiderstehlicher Reiz ausgeht. Denn die Endlichkeit der Dinge berührt uns oft erst, wenn diese nicht mehr greifbar sind.  anina rether kunstmuseum Basel Bis 4. 1. 03, Di–So 10-17 Uhr, Tel. 061 - 206 62 62, www.kunstmuseumbasel.ch, Publikation CHF 59.–

Zum reinbeissen «Stillleben mit Birne und Insekten» von Justus Junker.


schätze der sammlung

Geschichtet

theater

u Auf witzige Weise hat der Schweizer Mark Divo, 42,

gewöhnliche Putzschwämme zweckentfremdet, hat sie zu einem Kunstwerk gruppiert und gerahmt (r., 146 × 146 cm). Der Name seiner Arbeit liefert den Titel zur Ausstellung «Konkret MegaMopp» im Seedamm Kulturzentrum. Nach zwanzig Jahren bietet dieses wieder einen Einblick in seinen stetig erweiterten Sammlungsbestand. Der Titel steht auch für das Wech- statt scheuern «Konkret Megaselverhältnis zwischen Tradition und Aktualität. mh Mopp», 2006, 146 × 146, Mark Divo. Seedamm kulturzentrum Pfäffikon SZ Bis 2. 11. Di–So 10–17 Uhr, Tel. 055 - 416 11 11, www.seedamm-kultur.ch uwe gräbner

Gespitzt

Afriopa – Kolonisa­tion von Afrika

Eine koloniale Clowneske

u Rote Nasen, guter Witz und ein grosses Herz. Das scheint die einzige Verbindung zwischen den beiden Clowns zu sein. Denn was hat die Schweiz schon mit Burkina Faso gemeinsam? Aus gegensätzlicheren Welten könnten die zwei nicht stammen. Doch zusammengeführt durch die Turbulenzen der Weltgeschichte führen sie eines Tages ein gemeinsames Business, dessen Wurzeln bis zu ihren Grossvätern zurückreichen. «Afriopa», eine Zusammenarbeit von Theaterschaffenden aus der Schweiz und Afrika, bringt das heikle Thema Kolonialismus humorvoll und trotzdem tiefsinnig auf die Bühne. Rea

drei Jahren zeigt Uwe Gräbner, 48, seine neuesten Arbeiten wieder in Basel. In Stuttgart geboren und heute in Genf lebend, zählt er zu den international bekannten Trompe-l’Œil-Malern. Frappant real und dennoch fiktiv – eben das Auge täuschend – sind seine Acryl-Gemälde. Gräbner bannt Alltagsgegenstände wie Bleistifte oder Ausschnitte davon in der ­Technik der Schichtenmalerei auf Holztafeln. Ein subtil hinter- Ausgedient «Beissholz», 2007, Acryl Casino aussersihl 17.–19. 10. Tel. gründiger Humor ist ihm eigen.  044 - 242 29 32, weitere AufführungsMH auf Holz, 36 × 10 cm, Uwe Gräbner. orte und Tickets unter www.afriopa.ch galerie lilian andree Riehen BS Bis 9. 11. Di–Fr 13–18, Sa 11–17, So 13–16 Uhr, Tel. 061 - 641 09 09, www.galerie-lilianandree.ch u Nach

Jörn vanhöfen

Gestapelt

u Wie ein grosses Spielzeug liegt der ausgeschlachtete

Sportwagen vor den Containern. Die Fotografie entstand dieses Jahr in Südafrika und ist Teil der neuen Serie «Disasters». Kunstfotograf Jörn Vanhöfen, 47, erzählt darin Geschichten. Er drückte immer dann den Auslöser, wenn eine reale Konstellation mehrfach deutbar war. So lässt er den Betrachter ins Rätseln ­geraten. Die Schönheit der Küste Süfafrikas hat hohl «Südafrika», Nr. 189, C-Print, Vanhöfen in einem neuen Bildband eingefangen.  mh 122 × 147 cm, von Jörn Vanhöfen.

Afriopa Ein Büro, zwei Clowns, vier lustige Szenen, drei traurige, Kartons und viel politisch Unkorrektes.

galerie Römerapotheke Zürich Bis 25. 10. Mi–Fr 14–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 042 317 17 80, www.roemerapotheke.ch, Publikation «Südafrikas Küste» (mare) CHF 84.–

Cäsar balmer

Den Alltag neu entdecken

u Sieht das hübsche Mädchen etwa aus, als wäre an ihr gesägt, gehobelt, geschliffen worden? Eben. Das ist der subtilen Kunst des Bildhauers Cäsar Balmer, 45, aus Luzern zu verdanken. Mit viel Gespür für sein bevorzugtes Material Holz schafft der Künstler verspielte Figuren und Objekte. Die Inspiration dafür findet der Luzerner in seinem Umfeld. Weit sucht er nicht. Bis zum Radiator. Oder zu einem kleinen Hund. Einer Autogarage. Die täuschend echten Nach­bildungen zeigen Dinge aus unserem Alltag, die unserer Wahrnehmung längst entschlüpft sind. Und verleiten gerade deshalb zum genaueren Hinschauen. Und zum Schmunzeln. rea

kunstwerkraum Winterthur Bis 25. 10. Do–Fr 17–20, Sa 14–17 Uhr, Tel. 078 - 889 83 51, www.kunstwerkraum.ch

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film

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die besten

BEWUNDERUNG David (Ben Kingsley) liegt Consuela (Penélope Cruz) zu Füssen.

Klagelied der Liebe Die Schauspieler Ben Kingsley und Penélope Cruz spielen in Elegy ein unvergessliches Liebespaar mit trüben Perspektiven. Kepesh (Ben Kingsley) hats im Griff: Der Literaturprofessor und Kunstexperte weiss, wann und wie er sich an seine Studentinnen heran­ machen muss, um keine Probleme mit der Uni-Leitung zu bekommen. Und er weiss auch, wie er als alternder Mann vorzugehen hat, um junge, hübsche Frauen rumzukriegen. Kepesh geniesst ihre Bewunderung, doch wenn es ihm zu viel wird, zieht er sich zurück. Der Fall ist klar: Es geht ihm allein um Selbstbestätigung. Da taucht Consuela (Penélope Cruz) im Hörsaal auf, und man versteht sofort, weshalb der weise Alte seine Vernunft ablegt. Der charismatische Professor sucht die Nähe zu Consuela. Doch dabei

bleibt es nicht. Er verliebt sich in die Schöne. Sich selbst kann Kepesh noch verstehen. Dass sich aber Consuela ebenfalls verliebt – das weckt Ängste beim mediengewandten Professor, der sonst alles unter Kontrolle hat. Träume von einer gemeinsamen Zukunft muss Kepesh verscheuchen, denn die wun­ derbare, selbstsichere Frau ist schliess­ lich dreissig Jahre jünger und liebt das Leben, wie es kommt. Die vitale Kuba­ nerin ist also nicht wirklich für Kepesh gemacht. Und als ob er dafür noch einen Beweis gebraucht hätte, stirbt sein bester Freund George (Dennis Hopper) an einem Herzinfarkt. Ist schon bald er an der Reihe? Kepesh muss dem Schick­ sal zuvorkommen: Am besten er be-

GIGANT DER AMERIKANISCHEN LITERATUR

Philip Roth US–Schriftsteller.

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Philip Roth, 75, ist mit einer literarischen Schaffenskraft ge­segnet, die bis heute nicht nachgelassen hat. Stets lässt er in seine Romane Autobiografisches einfliessen, sodass der Eindruck entsteht, man erfahre intime Details aus seinem Leben. So auch im Roman «Das sterbende Tier», auf dem der Film «Elegy» basiert. Roth ist immer wieder als Literatur-Nobelpreisträger im Gespräch. Aber bei der schwedischen Akademie haben es amerikanische Schriftsteller etwas schwerer als Europäer und Südamerikaner. 1998 erhält Roth immerhin den Pulitzerpreis für «American Pastoral».

ÜBERFORDERT Der Literaturprofessor sieht keine Zukunft für die ungleiche Beziehung. endet die Beziehung zu Consuela, noch bevor sie es tut. Die spanische Regisseurin Isabel Coixet hat sich den Roman «Das sterbende Tier» von Philip Roth vorgenommen und meisterhaft um­ gesetzt. Allzu intime Passagen lässt der Film weg, um den Figuren umso näher zu kommen. Denn die Verzweiflung über die Vergänglichkeit ist anfänglich vor allem das Thema des angejahrten Professors. Doch das Schicksal ver­ schiebt die Logik. Isabel Coixet in­ szeniert Elegy mit viel Gespür, auch wenn sie schonungslos direkt bleibt. Thomas Küng

elegy, USA 2008, V: Pathé Films, L: 108 Min., R: Isabel Coixet, D: Ben Kingsley, Penélope Cruz, D. Hopper. Kinostart 9. 10.

Foto RDB

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bücher & cds

Ermittler zwischen Frust, Stress und Euphorie Der Zürcher Roger Graf beschreibt, wie mühsam Polizeiarbeit sein kann. Aber eben auch wie spannend.

u Es ist heiss, glühend heiss in Zürich. Ein Klima, das Pathologen nicht un­ bedingt schätzen. Da kommt ihnen ein Skelett, das über fünfzehn Jahre auf dem stillgelegten Gelände einer Fabrik im Norden der Stadt gelegen hatte, gerade recht. Gross war der Mann ge­wesen, der unter einem Steinhaufen gefunden wurde, zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt. Knochenbrüche werden festgestellt und eine schmale Furche an einer Rippe, die auf einen Messerstich hinweist. Ein schwieriger Fall für die Ermittlungsgruppe um Damian Stauffer, denn die Aufgabe, anhand des Gebisses das Opfer ausfindig zu machen, erweist sich als äusserst schwierig. Spuren führen in die Homo­sexuellen-Szene, aber auch nach Österreich. Die Hinweise werden immer dürftiger, obwohl das Team hartnäckig ermittelt. Der junge Computerexperte Manuele Fontini durchforstet das Internet, die unkonventionelle Anna Herold führt Befragungen aller Art durch, und auch Stauffers engste Mit­arbeiterin Tanja Locher vermag die Ermittlungen zunächst nicht voran­ zubringen. Diese mühsame, aber immer spannende Polizeiarbeit steht im Mittelpunkt des neuen Krimis von Roger Graf. Hautnah vermittelt sich der Stress, der Frust und die Euphorie, wenn die Kriminalisten glauben einen winzigen Schritt voran­ gekommen zu sein oder wenn sie in eine Sackgasse geraten. Geradezu klassisch verwebt Roger Graf die privaten

drei neue cds

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pop/rock TRAVIS Ode to J. Smith (Universal Music)

Anhänger des schottischen Quartetts werden schon bei den ersten Gitarrenriffs erschrecken. Die Band, die bis anhin mit sanftem Melodie-Pop über zehn Millionen CDs verkauft hat, überrascht mit energievollem, aber nicht minder melodiösem Powerrock. Knackige Gitarrenakkorde und schwerblütige Balladen. elias fröhlich

Roman mann im dunkel Paul Auster (Rowohlt) u Was wäre wenn? Was wäre, wenn Amerika Krieg gegen sich selbst führte? Demokratische gegen republikanische Bundesstaaten, und nur ein Mann könnte den Konflikt beenden. Eine einsame, aber heilsame Provokation mitten im amerikanischen Wahlkampf. Erzählungen warum die erde rund ist Tim Krohn (Eichborn) u Bei den Puebloindianern war am Anfang eine singende Spinne, und die Bushongo aus dem Kongo überliefern, dass ihr Schöpfer die Erde erbrach. In 111 Nächten erzählen die Sterne dem vier­jährigen Mädchen Elisa die Mythen der Schöpfung aus aller Welt. Wundersam, zauberhaft.

Widrigkeiten seiner Protagonisten mit ihrem professionellen Auftrag, der sie bis an die Grenze ihrer Leistungsfähig­ keit bringt. Dieses Verbrechen ist ein undurchdringliches Labyrinth aus dem auch der Leser nur schwer heraus­ findet. Roger Graf kennt selbstver­ ständlich den Weg, erzählt präzise, mit coolem Understatement. Das Happy End ist aber nicht seine Sache, denn der Gerechtigkeit kann nicht immer Genüge getan werden. Wie im wirklichen Leben. Peter M. Hetzel

Roger Graf Der Mann am Gartenzaun (Pendragon)

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jazz Joe Lovano Symphonica (EMI)

Ob im Trio oder mit Big Bands: Joe Lovano, eine Lichtgestalt des Modern Jazz, hat Klasse in allen Formaten. Als Solist in einem Programm mit dem riesigen Klangkörper WDR Big Band & Rundfunk Orchestra hat er jetzt erstmals eine CD mit einem Symphonieorchester eingespielt. Grossartig. Hanspeter Vetsch

Jugendbuch Monsterjäger akademie Dean Lorey (Ravensburger) u Charlie hat Fantasie und tobt sich in seinen Träumen aus. Er verfügt über eine beängstigende Fähigkeit, denn die Monster seiner Albträume können real werden. Dies gilt es natürlich zu verhindern. Kann die «Wahrheitsforelle» Charlie vielleicht weiterhelfen? Hörbuch der aussenseiter Sadie Jones (Goya LiT) u Der elfjährige Lewis ist wie gelähmt vom Verlust seiner Mutter. Die Schwiegermutter dringt nicht zu ihm durch, und für seinen Vater ist es schwer, Gefühle zu zeigen. In seiner erzählerischen Radikalität an Ian McEwan erinnernd, rührt der Text ans Herz.

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Klassik Béla bartÓk Concertos/ Pierre Boulez (DGG)

Drei wenig bekannte Konzerte beschliessen die viel gerühmten BartókAufnahmen von Dirigent Pierre Boulez: für zwei Klaviere und Schlagzeug, für Viola, für Violine. Das ist spannendste Musik des 20. Jahrhunderts, auch dank Star-Interpreten wie Pierre-Laurent Aimard, Gidon Kremer oder Yuri Bashmet. uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade

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Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Für Kinder

Kino

Zuerst zynischer Waffen­ händler, dann Held: Robert Downey Jr. als «Iron Man».

Die US-amerikanische ­ Klein-Roboter Wall–E räumt auf, was auf der Erde Pop-Rock-Sängerin Pink zurückgelassen wurde. ist zurück. Ein Feuerwerk!

(1) Iron Man Regie: Jon Favreau. Mit R. Downey Jr., G. Paltrow, Jeff Bridges. Concorde Home Enter. (2) Love Vegas Regie: Tom Vaughan. Mit Cameron Diaz, Ashton Kutcher, Rob Corddry. TCFHE No Country for Old men Regie: Ethan und Joel Coen. Mit T. L. Jones, J. Bardem. Paramount Home Enter. (3) P. S. Ich liebe dich Regie: Richard LaGrave­ nese. Mit Hilary Swank, G. Butler, G. Gershon. Universum Film (6) Die wilden kerle 5 Regie: Joachim Masannek. Mit Jimi Blue Ochsenknecht, Sarah Kim Gries. TCFHE (4) Step Up 2: the Streets Regie: Jon Chu. Mit B. Evigan, R. Hoffman, Will Kemp. Constantin Film grey’s Anatomy – Season 4.1 Regie: Peter Horton u. a. Mit Ellen Pompeo, Sandra Oh. Touchstone Home Video 24 – Season 6 Regie: Brad Turner, Bryan Spicer. Mit Kiefer Sutherland, Mary Lynn Rajskub. Videophon AG (5) 21 Regie: Robert Luketic. Mit Jim Sturgess, Kevin Spacey, Kate Bosworth. Sony Pictures HE (R) Das beste kommt zum schluss Regie: Rob Reiner. Mit Jack Nicholson, Morgan Freeman. Warner Bros. Inc.

Wall-E Regie: Andrew Stanton. Total 36 540 Be­sucher. 1. Woche

SO WHAT Pink Sony BMG Music Entertainment

(1) DEATH MAGNETIC Metallica Universal Music Switzerland GmbH

(1) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI

(2) MAMMA MIA! Regie: Phyllida Lloyd. Total 376 375 Be­sucher. 11. Woche

(1) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI Music Switzerland AG

DIE SUCHE GEHT WEITER Rosenstolz Universal Music Switzerland GmbH

(2) this is the life Amy Macdonald UNI

(1) Tropic thunder Regie: Ben Stiller. Total 22 063 Be­sucher. 2. Woche

(2) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi Universal Music Switzerland GmbH

(3) Viva la vida Coldplay EMI

(5) BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS Regie: Dany Boon. Total 193 270 Be­sucher. 21. Woche (3) the dark knight Regie: Ch. Nolan. Total 181 071 Be­sucher. 6. Woche

(5) disturbia Rihanna Universal Music Switzerland GmbH (3) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(2) WETTSINGEN IN ­SCHWETZINGEN / MTV Söhne Mannheims / Xavier Naidoo Musikvertrieb AG (3) safari swiss edition Michael Mittermeier Sony BMG Music Entertainment A WEEKEND AT HOTEL CAMPARI DJ Antoine Phonag Records AG

(4) WANTED Regie: Timur Bekmam­betov. Total 75 048 Besucher. 4. Woche (6) YOU DON’T MESS WITH THE ZOHAN Regie: Dennis Dugan. Total 65 384 Be­sucher. 5. Woche (10) YOUNG@HEART Regie: Stephen Walker. Total 17 207 Be­sucher. 4. Woche

(6) Viva la vida Coldplay EMI Music Switzerland AG

(5) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(9) Rock ’N’ roll train AC/DC SBM

(4) ALL SUMMER LONG Kid Rock Warner Music (Switzerland) AG

(8) VIVA LA VIDA Coldplay EMI Music Switzerland AG

(8) EIN STERN (DER DEINEN NAMEN TRÄGT) DJ Ötzi feat. Nik P. UNI

(9) Just Dance Lady Gaga Universal Music Switzerland GmbH

(6) MAMMA MIA! Soundtrack Universal Music Switzerland GmbH

(r) das hat die welt noch nicht gesehen Söhne Mannheims UNI

ANOTHER WAY TO DIE Alicia Keys & Jack White Sony BMG Music Entertainment (7) BEGGIN’ Madcon Sony BMG Music Entertainment

(4) THE RIMINI FLASHDOWN Patent Ochsner Universal Music Switzerland GmbH HERZ GEWINNT HERZ VERLIERT Kastelruther Spatzen Universal Music Switzerland GmbH

GIB MIR SONNE Rosenstolz UNI

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(7) BABYLON A.D. Regie: Mathieu Kassovitz. Total 15 624 Be­sucher. 3. Woche

CD Album

Starparade

DVD

(9) HAPPY-GO-LUCKY Regie: Mike Leigh. Total 33 539 Be­sucher. 6. Woche

CD Single

Lach-Garantie

klingeltöne

So schnell lassen sich die Wieder konnte sich Katy Metal-Stars Metallica nicht Perry eine Woche als Klin­ vom Podest verdrängen. gelton an der Spitze halten.

(5) DISTURBIA Rihanna UNI (4) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi UNI

just dance Lady Gaga UNI

© Carmen Sauerbrei

Hochspannung


Nicht verpassen!

PC-GameS

Heiss!

TV Unterhaltung

Nach dem lustigen «Spore» Paulo Coelhos Geschichte herrscht unter den Games über Liebe und Mut wieder Waffengewalt vor. fasziniert die Leserschaft.

Die Einträge im Guinness Buch der Rekorde 2009 lassen staunen und lachen.

Frankreichs First Lady Carla Ein Kind von Traurigkeit: Annemieke van Dam in ihrer Bruni Sarkozy fand den Weg auf Gottschalks Couch. Rolle als Kaiserin Elisabeth.

(1) WARHAMMER ONLINE: (1) Brida AGE OF RECKONING Paulo Coelho STANDARD Diogenes Electronic Arts

(2) the secret – das geheimnis Rhonda Byrne Goldmann

Wetten, dass ...? SF 1 4. 10. 08 622 400 Zuschauer

(2) SPORE Electronic Arts

(3) Feuchtgebiete Charlotte Roche Dumont Buchverlag

la traviata im hauptbahnhof SF 1 30. 9. 08 577 400 Zuschauer

(3) CRYSIS WARHEAD Electronic Arts

(2) Das Ende eines ganz normalen Tages Franz Hohler Luchterhand Literaturverlag (4) DIE SCHWARZE SEELE DES SOMMERS Andrea Camilleri, Moshe Kahn Lübbe (5) der kleine Bruder Sven Regener Eichborn

(1) GUINNESS BUCH DER REKORDE 2009 Bibliographisches Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (4) Das Geheimnis der Herzmagneten Rüdiger Schache Nymphenburger (5) Shaolin Bernhard Moestl Droemer/Knaur

Giacobbo / Müller SF 1 5. 10. 08 543 500 Zuschauer

(7) Ausser dienst Helmut Schmidt Siedler

Deal or no deal SF 1 1. 10. 08 541 000 Zuschauer

(7) SIEDLER: AUFBRUCH DER KULTUREN Ubisoft

SF be de lüt SF 1 3. 10. 08 575 100 Zuschauer

Top-Event

Elisabeth – Die wahre Geschichte der Sissi Theater 11 Zürich 15. 10. 08 bis 4. 1. 09 www.ticketcorner.com roland kaiser Volkshaus Zürich 16. Oktober www.ticketcorner.com Klostertaler tournee 2008 Sportzentrum Huttwil 18. Oktober www.ticketcorner.com eskobar Rohstofflager Zürich 15. Oktober www.starticket.com les étoiles Russes de la danse Messezentrum Basel 15. Oktober www.ticketcorner.com Polo Hofer mit Roots 66 Tonhalle St. Gallen 16. Oktober www.starticket.com Philipp Maloney Schüür Luzern 7. Oktober www.ticketcorner.com

(6) STALKER CLEAR SKY Koch Media

(6) der katalane Noah Gordon Blessing

(3) Nachricht aus dem Jenseits Pascal Voggenhuber Giger

1 gegen 100 SF 1 29. 9. 08 538 200 Zuschauer

(5) SPORE (GALACTIC EDITION) Electronic Arts

die tocher der wanderhure Iny Lorentz Droemer/Knaur

(r) Bestellungen beim universum Bärbel Mohr Omega-Verlag, Aachen

birgits und Wams classe politique SF 1 5. 10. 08 521 100 Zuschauer

(9) COUNTER STRIKE: SOURCE Electronic Arts

(9) EINE GANZ ANDERE GESCHICHTE Hakan Nesser BTB Verlag

(6) Bushido Lars Amend, Bushido Riva Verlag

Dutti der riese SF 1 5. 10. 08 519 500 Zuschauer

calexico Volkshaus Zürich 17. Oktober www. ticketcorner.com

(8) SIEDLER: AUFSTIEG EINES KÖNIGREICHS Ubisoft

(7) Ich hab Dich im Gefühl Cecelia Ahern Krüger

(r) Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Richard D. Precht Goldmann

puls SF 1 29. 9. 08 484 700 Zuschauer

Ina müller band Kaufleuten Zürich 13. Oktober www.ticketcorner.com

(r) ich bin dann mal weg Hape Kerkeling Malik

DOK: Invasion der krokodile SF 1 2. 10. 08 420 900 Zuschauer

pippi langstrumpf in der villa Kunterbunt Theater Szene Bern 18. 10. 08 bis 17. 5. 09 www. ticketcorner.com

(R) WORLD OF WARCRAFT (10) berufung Activision Blizzard John Grisham Heyne

die besten

Sachbuch

(4) SIMS 2 – APARTMENT LIFE Electronic Arts

Belletristik

TOP 100

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping  Look Möbeltrends  Mode Weekender  Beauty Hoch dosiert  Hotspot in Basel

Objekt der Begierde

Schwarze Magie

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born

u Er versüsst zu jeder Zeit das Leben: der Noir-Eiscafé-Sirup. In kalter Milch oder in Desserts – zwei, drei Esslöffel genügen, um in Sekunden Köstlichkeiten herbeizuzaubern. Entstanden ist der klebrige Glücklichmacher in einer Kooperation zweier junger Schweizer Firmen, Masslos und Puris. Die Masslos-Macher, bekannt durch ihr Amboss-Bier, rösten jetzt auch Kaffee selbst (zu kosten im eigenen Café Noir, Neugasse 33, Zürich). Ihr leckerpraktischer Kaffeesirup wird von Puris, einer kleinen Sirup-Fabrikation auf dem Hirzel, produziert. Rein natürlich, etwa in Dropa Drogerien, Jucker Farmart. Kristina Köhler

Kaffee-Elixier PurisEiskaffee-Sirup ist auch zu bestellen: www.cafe-noir.ch, www.puris-sirup.ch u ca. CHF 14.–

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shopping

look

möbeltrends

Wildes Wohnen u Wer es gern exzentrisch mag, darf sich freuen. Wenn draussen Eiszeit herrscht, gehts im Wohnzimmer wild zu und her. Bei den Möbel-News stand die Natur Pate. Heisse Ethno-Accessoires werden mit coolen Design-Klassikern in Natur­ tönen kombiniert. Möbel in organischen Formen (z. B. die Neu-Auflage von Arne Jacobsens Egg Chair, 1958) werden gemischt mit Accessoires aus natürlichen Materialien. Geflochtenes steht neben glänzendem Metall, Hocker aus unbehandeltem Holz wohnen neben Steinvasen, Felldecken und Teppichen, die an Heuhaufen erinnern. Korallen und Vogelnester waren Inspiration für Vasen, Lampen und Schalen. Getrocknete Blätter, Tannzapfen, Schnecken und Hörner werden als Deko-Elemente umfunktioniert. Tierisch schön! Da fühlt sich auch ein Nilpferd wohl – auch wenns nur aus Plüsch ist. ursula borer

such das nilpferd Hand­ge­ arbeitete Korallenvase aus ver­ silbertem Zinn, Höhe 58 cm. www. freiwerk.ch, Globus u chf 1999.–, Wurzelhocker Woody aus recyceltem Teak u chf 149.–, geflochtene Metallschale u chf 39.90, DekoKaktusbällchen u je chf 3.95, Tabletttisch u chf 98.–. Alles Interio. Fellkissen Le hievre, beige u chf 145.–, Webpelzkissen, braun u chf 65.–. Beides Livingcase Zürich. Fellkissen, grau, Interio u chf 29.90, Beistelltisch, Nussbaum, von Emmanuel Gallina, gross und klein. u chf 933.– /848.–. Livingcase Zürich. Goldhorn, Interio u chf 17.90, Kerzenständer, Fly u chf 120.–, Kerze, Ikea u chf 3.95, Kupfer­ vasen und Teppich, Fly u chf 15.–/ 29.–/350.–, Mango-Vase, Pfister u chf 139.–, Fell-Plaid Cuddly, Mobitare u chf 349.–, Korb Jäppling, 3er-Set u chf 39.95, Trockenblumen Smycka u chf 19.80, Nilpferd Klappar Flodhäst u chf 24.95, Stuhl Nandor u chf 89.95. Alles Ikea. Lampe, Nussbaum, 140 cm. Möbel Märki. u chf 275.–


die welle Auf der organisch geformten Liege Heaven von Interio lässt es sich himmlisch faulenzen, lesen und tagträumen. u chf 798.–

die ranke Die Tischlampe Asuko von Pfister wurde aus Rattan-Fäden gefertigt und ist Lichtquelle und Objekt zugleich. u chf 199.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Chavela Zink, Styling Melanie Albisser

die see-anemone Das handgeschmiedete Teelicht die schnecke Das Schneckenhaus (ca. 20 cm Inka zaubert schönes Licht. Freiwerk, www.freiwerk.ch, lang) wirkt dank Goldfarbe ziemlich futuristisch. Gesehen bei Interio. u chf 12.90 Globus. Durchmesser 13 cm. u chf 149.–

die niere Eine Prise Retro-Chic: Die Clubtische aus glänzendem Kunststoff gibts gleich im Doppelpack. Perfekt für die WG, Fly. www.fly.ch u chf 220.–

der tannzapfen Deko-Fans drapieren die RattanFrüchte gekonnt auf dem Esstisch zum Wild-Menü. Gesehen bei Mobitare. 30 Stück u chf 33.–

das ei Ein echtes Sammlerstück: Egg Chair von Arne der gletscher Die Tontöpfe Tafoni erinnern an Jacobsen gibts neu in der dunklen Ledervariante. verwittertes Gestein aus den Alpen. Infos www. Livingcase, Tel. 043 - 233 30 80. u ab chf 20 000.– 18-avenue.com. Globus, Redbox. u je chf 19.90

der bernstein Lässt sich schön mit Naturmate­ rialien kombinieren: Der Stuhl aus Kunststoff ist in diversen Farben erhältlich bei Interio. u chf 189.–

das vogelnest Im Korbstuhl Kubu geniesst man den Lieblingskrimi und die heisse Schoggi. Erhältlich bei Fly. u chf 299.– schweizer illustrierte

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shopping

Mode

die rustikale Geräumige Tasche mit Ziernähten von Massimo Dutti. u chf 395.–

die edle Ledertasche von Navyboot. www.navyboot.ch u chf 498.– der leichtgewichtige Formschöner Trolley von Uccelli bei Globus. u chf 129.–

die sportliche Tasche aus der neuen Kollektion von Longchamp. www.longchamp.com. Fachhandel. u chf 920.– der stylishe Leichtgewichtiger Trolley von Tumi. www.tumi.com. Bei Jelmoli, Fachhandel. u chf 1050.–

der elegante Zweifarbiger Trolley von Samsonite Black Label, bei Jelmoli und Leder Locher. u chf 970.–

Gepäck für ein Weekend

Nichts wie weg! u Ein paar Tage in die Berge, für ein Shopping-Weekend nach New York oder einfach kurz mal weg, um Distanz zu schaffen: Das heisst sinnvoll packen. Ein paar Basics, die alle untereinander kombinierbar sind. Und wo verstauen? Ein Koffer ist zu gross, der Rucksack passt nicht. Die Antwort: Weekender. Also Taschen oder Trolleys, die die Gepäckmenge locker schaffen. Und die

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weich genug sind, um im Kofferraum oder Flugzeug-Gepäckfach versorgt zu werden. Und dann doch gut aussehen, denn man weiss ja nie, wem man begegnet. Jetzt bleibt nur noch die Entscheidung: Will man edles Leder, das etwas schwerer ist, oder Kunststoff, der abwaschbar ist. Und die Entscheidung, wen von den Liebsten man mitnimmt. Beatrice schönhaus

die loafer dazu Wildleder-Loafer von Massimo Dutti. www.massimodutti.com u chf 85.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink, Auswahl Jeannette Gloor

die trendige Stylishe Kunststofftasche in Steingrau von Boss. Fachhandel, Jelmoli. u chf 349.–


shopping

nährt Intense Nourishing Serum Face Delight von Kenzoki mit Pflanzensaft aus Reis, Kombucha- und Honig-Extrakt. 30 ml u chf 89.–

fördert zellaktivitätCrema Nera Restoring Serum von Giorgio Armani mit Obsidian-Mineral gibts bei Globus. 75 ml u chf 266.–

regeneriert zellen Age Reverse Serum von Fushi by Eva mit Arganöl und Aloe vera. Beauty Flash Zürich. 30 ml u chf 230.–

reinigt Poren Sérum Pureté von Carita mildert Hautunreinheiten mit Papaya- und WeisseWeide-Extrakten. 30 ml u chf 86.–

Yoga für die Haut Anti-Aging Longevity Serum von La Prairie fördert mit natürlichen Extrakten die Schutzfunktion. 50 ml u chf 284.–

Füllt Falten auf Falten-Füller Age Excellium Gold Elixier von Diadermine mit Micro-Gold-Komplex sorgt für glatten Teint. 30 ml u chf 29.90


Beauty

versorgt mit Energie Differently Intense Cure Expert Booster Serum von Lancaster mit Gingko und Rosskastanie. 30 ml u chf 122.–

strafft die Haut Sérum Phyto-Tenseur Extra-Firming Botanical von Clarins mit Inkanuss und Hibiskussamen. 30 ml u chf 105.–

repariert über nacht Absolue Nuit Ultimate βx Advanced Night Recovery von Lancôme mit BuchenholzExtrakt und Vigna-Samen. 30 ml u chf 320.–

Seren für jede haut

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink

Hoch konzentriert u Kaum muss man die Heizung auf­ drehen, braucht die Haut eine ExtraPortion Pflege. Seren sind da ideale Helfer. Ihr Vorteile sind die leichten Texturen und die hohe Dosierung der Wirkstoffe. Darum und wegen der höher «dosierten» Preisen sollte man sie auch immer sparsam auftragen – am besten morgens und abends unter der Crème auf die gereinigte Haut. Bei

Kenzoki wird trockene Haut mit ­Kombucha und Honig befeuchtet. Bei Giorgio Armani fördert das Anti-AgingMineral Obsidian die Zellaktivität. Papaya und Weisse Weide reinigen die Poren bei Carita. Lancôme setzt auf die reparie­ rende Wirkung von Pro-Xylane (Buchen­ holz-Extrakt), und bei Lancaster geben Gingko und Rosskastanie müder Haut den nötigen Energie-Kick! Ursula Borer

Liftet Prodigy Re-Plasty Lifting Radiance Extreme Concentrate von Helena Rubinstein. 40 ml u chf 370.–

Dr. brand


Hotspot

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Überraschung! Der neue Ochsner Shoes an der Gerbergasse 14, Basel, ist überraschend grossflächig. Im Untergeschoss gibts Männer-, Kinder- und Sportschuhe. Tel. 061 - 263 24 70

Ochser Shoes, basel

Imposant und licht u Basels City erhält ein neues Schuh­ geschäft, das sich sehen lassen kann. Wer die Ochsner Shoes-Filiale betritt, staunt über die Grösse der Räumlichkeit. Zwei Verkaufsebenen auf 670 m2 bieten eine enorme Auswahl an Schuhen und Accessoires, die dank luftiger Innen­ architektur überschaubar bleibt. Schuhsucher finden alles, die neuesten Converse-Boots, 70er-Jahre-inspirierte

Lederstiefel, sexy Heels, Turnschuhe, Männer- und Kinderprodukte. Ochsner Shoes macht sich mit dieser Filialen­ eröffnung auch gleich selbst ein Geschenk, denn das Unternehmen feiert einen runden Geburtstag: Ochsner wurde 1928 in Zürich gegründet. Kristina Köhler Öffnungszeiten Mo bis Mi 9 bis 18.30 Uhr, Do und Fr bis 20 Uhr, Sa bis 18 Uhr

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Stills Paul Seewer

Schmuck Ohr­ hänger und andere Schmuckstücke von Friis Company. u chf 29.90

geräumig Lacktasche mit Prägedruck und abnehmbarem Schulter­ riemen. u chf 89.90

robust Gefütterter Lederstiefel mit robuster Gummisohle. Von Esprit. u chf 239.90

Fein gerippt Schmaler Schal in diversen Farben. u chf 12.90

Atmungsaktiv Lackschuh von Geox mit kleiner Zierkordel aus Wildleder. u chf 199.90

Neu Dabei Im Sortiment gibts jetzt auch Kinderschuhe. Loafer von Barbie. u chf 39.90

sexy High Heels aus rotem Lack von Buffalo. u chf 149.90

Zierlich Peep-Toe mit Spitzenstoff und Wildlederabsatz. Von Buffalo. u chf 129.90

elegant Ankle-Boot aus feinem Leder und mit rutschfester Sohle. Von Oxmox. u chf 229.90

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u Immer mehr Fotokameras sind video­ tauglich. Dazu gehört auch die GECamera E1050 TW. Das T steht für Touch, was bedeutet, dass sich die Digitalkamera über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedienen lässt. W wie Wide bezieht sich auf das 28-Milli­meter-Weitwinkelobjektiv mit 5-fachem Zoom. Die 10-Megapixel-Kamera macht hochauflösende Videos mit 1280 × 720 Pixeln. Dank HDMI-Ausgang können die Bilder ohne Docking-Station auf dem Fernseher betrachtet werden. 14 Szenen-Einstellungen sorgen für gelungene Resultate bei unterschiedlichen Bedingungen. www.ge-camera.ch sg

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Zwei in einem Die GE-Camera E1050 TW fotografiert und filmt sogar im High-Definition-Format. u CHF 329.–

flacher hingucker u Elegant und superschlank präsentiert sich dieser Full-High-DefinitionLCD-Fernseher von JVC. Der LT42DS9 fällt zuerst durch sein minimalistisches Gehäusedesign auf. Der Rahmen um den Bildschirm mit 107 Zentimeter Diagonale ist unglaublich schmal und fällt kaum auf. Trotzdem konnten auch noch zwei Lautsprecher untergebracht werden. Der Bildschirm ist grade mal 3,9 Zenti­meter tief. Selbst an der dicksten Stelle, wo der Tuner untergebracht ist, ist der TV nur 7,4 Zentimeter dünn. Infos unter www.jvc.ch Stephan Gubler

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scharfer kombi

Electronics

Aufgeweckter blickfang u Dieses DAB-Radio

(Digital Audio Broadcast) von Pure Digital ist zum Einschlafen. Damit ist nicht gemeint, dass der Chronos II langweilig aussieht. Im Gegenteil: Das in Weiss und eloxiertem Aluminium erhältliche Gerät ist mit seinem modernen Design ein echter Blickfang. Es ist ein Sleep-Timer, welcher hilft, mit allmählich leiser werdender Musik einzuschlafen. Am Morgen kann man sich mit ansteigender Lautstärke wecken lassen. Die Helligkeit des Displays passt sich den Lichtverhältnissen im Raum an. www.pure.com/ch sg Augenweide und Ohrenschmaus Der Pure-Digital-Wecker Chronos II mit DAB- und UKW-Radio. u CHF 229.–

viel bild, wenig gehäuse Der Full-HD-Fernseher LT-42DS9 von JVC. u CHF

2999.–

uhr der woche

steckbrief

zeit fürs krönchen

Werk Quarzwerk von ETA Gehäuse Edelstahl, 42 Diamanten, Saphirglas, wasserdicht bis 50 Meter Armband Polierter Edelstahl mit Faltschliesse Varianten Verschiedene Modelle Wer trägt sie? Whitney Toyloy und andere ­modische Ladys Bezugsquelle Tel. 032 - 942 57 42, www.balmainwatches.com

u Bereits zum vierten Mal hat die Uhrenherstellerin

Balmain aus Saint-Imier die neue Miss Schweiz mit einer Uhr geschmückt. Die neue Elysées Lady Miss Swiss ist ein Chronograf aus glanzpoliertem Edelstahl mit 42 Diamanten. Ein junges, überaus elegantes Modell mit spielerischer Arabesque-Verzierung auf dem Perlmutt-Zifferblatt. Da haben Balmains Designer eine wahrlich schöne Uhr mit viel Charme entwickelt, die zur jungen Miss Schweiz 2008, Whitney Toyloy, nicht besser hätte passen können. Bestimmt wird dieser Chronograf oder ein anderes Modell aus dieser Kollek­tion an weiteren interessanten Frauen für Furore ­sorgen! sarah rieder

brillant Der neue Elysées Chrono Lady Miss Swiss 2008 von Balmain. u chf 1990.–

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Neu

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink

experten-fragen

1 Plüsch-Robis Maxi- und Mini-Rob, Spiegelburg. www.posch-kinderland.de u chf 37.90 2 ein New Yorker Weisser Eistee mit Blaubeersaft, Ginseng, Vitaminen. Arizona. Globus. www. trivarga.com u chf 4.50 3 Einwickler Wolljacke von Benetton. u chf 154.– 4 Bio-Straffer Intensive Anti-Age-Körpercrème, Laveré. Im Fachhandel. u chf 75.– 5 Basler Highlights Wallpaper-Kult-Stadtführer für Basel. Phaidon. u chf 16.90 6 Londoner Taler Edle schwarze Schokotaler von Prestat. Globus Delicatessa. u chf 15.90 7 Knautsch-Freunde KnautschSessel in zwei Grössen. La Redoute’s AM.PM. Tel. 0848 - 848 509, www.am-pm.ch u ab chf 95.– 8 Ab in die Kur Intensivkur für Haar und Kopfhaut. Philip B. Globus Zürich, Glattzentrum. u chf 58.– 7

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Camille Goutal, 33, Parfümeurin Annick Goutal, www.annickgoutal.com

«Ein parfümierter Nacken ist besonders sinnlich» u Ihre vier neuen Kreationen Les Orien-

talistes drehen sich um die Rohstoffe Ambra, Moschus, Myrrhe und Weihrauch. Sie erinnern an Weihnachten. Genau – und zugleich an die Ursprünge des Parfümierens, an den Orient und seinen geheimnisvollen Zauber. Das wollte ich einfangen. u Passen die Essenzen zu bestimmten Persönlichkeiten? Die

Essenzen verkörpern für mich eher bestimmte Themen: Amber steht für Opulenz, Weihrauch für Spiritualität, ­Myrrhe für Sinnlichkeit und Moschus für Mystik. Die vier Parfüminterpretationen sind übrigens miteinander kombinierbar und sowohl für Frauen als auch für Männer gedacht. u Wie parfümieren Sie sich selbst? Einen Duft aufzusprühen ist

die rascheste und intensivste Art. Das Auftupfen eines Parfüms ist für mich ein intimes Ritual für besondere Anlässe. Oft besprühe ich auch abends meinen Mantel, dann duftet er morgens schön frisch und ist nicht zu stark parfümiert. Besonders sinnlich ist auch das Parfümieren des Haares, des Haaransatzes und des Nackens. Kristina Köhler

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Das Gesundheitsmagazin

top fit

Fotomontage Andrea Bachmann, Fotos Chavela Zink, Image Source

 Medikamente  suchen kranke Zellen selbst  Haushalt  Dreck kann nicht mehr kleben  Kosmetik  Mikroteilchen schützen die Haut

Nano-Medizin besteht aus winzig kleinen Teilchen. Sie arbeitet genauer, zielgerichteter und ist dadurch auch viel wirksamer.

Nano-Docs kommen!

Diese Medizin ist unsichtbar. Und sie wirkt hundert Mal stärker. Ein Facharzt erklärt, wies funktioniert. schweizer illustrierte

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Winzig und Nanotechnik revolutioniert macht Medikamente wirks genauer. Ist das gefährlich? Text Martin Schuppli

N

anotechnologie erobert die Welt. In Medizin, Kosmetik und Haushalt. Sie revolutioniert die Heilkunst und perfektioniert die Labor­Diagnostik. Sie verhilft uns zu mehr Schönheit und erleichtert das Putzen. Sie macht Salben crèmiger, Würste rosiger und die Autoscheiben Schmutz abweisend. Und wer hats erfunden? Schweizer! Unter anderen die beiden Physiker und Nobelpreisträger Gerd Binnig und Heinrich Rohrer. Die beiden entwickelten 1981 am IBM-Forschungslabor in Rüschlikon ZH das Rastertunnelmikroskop.

PD DR. Patrick Hunziker ist Stv. Chefarzt in der Abteilung für Intensivmedizin am Unispital Basel.

«Diese bahnbrechende Erfindung macht es heute möglich, dass Mediziner, Bio­logen, Chemiker und Physiker in Teamarbeit extrem kleine Objekte entwickeln und beobachten können», sagt PD Dr. Patrick Hunziker, stellvertretender Chefarzt der Abteilung für Intensivmedizin am Unispital Basel. Nano-Objekte sind winzig klein. 5000-mal kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. «In der Nanotechnologie sind Materialien, Methoden und Instrumente fokussiert auf Dimensionen unterhalb eines Mikrometers. Also auf Einzelmoleküle, auf Atome, aber auch auf kleine supramolekulare Strukturen», sagt der Forscher und Arzt Patrick Hunziker. «Mit Nanotechnik könnte man etwa eine Röhre herstellen, die 100 000 Mal dünner ist als ein Haar, aber stärker

Foto Josef Stücker

«Nanotechnik kann dünner sein als ein Haar, aber stärker als ein Diamant»


NANOTECHNIK

top fit

wirkungsvoll die Medizin. Sie amer und Diagnosen ist als ein Diamant.» Und was nützt diese Technik? Niemand muss einen ­Satelliten anbinden, obwohl es mit einer Nanoröhre möglich wäre. Dr. Hunziker erklärt die Nanozukunft in der Medizin wie folgt: «In unseren Forscherteams arbeiten Mediziner, Che­ miker sowie Physiker daran, bei Diagno­ se und Therapie von Krankheiten, etwa Arteriosklerose, Krebs und Stoffwechsel­ erkrankungen, intelligentere Strategien zu entwickeln. Dabei hilft uns die Zwer­ gentechnik.» Nanomikroskope etwa erlauben den Einblick in lebendes Gewebe. Und mit den Nanosensoren können die Ärzte ein einziges krankes Molekül entdecken. «So ist es uns möglich, herauszufinden, wie sich eine Arteriosklerose entwickelt. Wir lernen, zu verstehen, wie es zu Herz­ infarkt und Schlaganfall kommt. Das hilft uns, die richtige Diagnose zu stellen, ­bevor Komplikationen auftreten», sagt Patrick Hunziker, der auch Gründungs­ präsident der Europäischen Gesellschaft für Nanomedizin ist. Ein weiteres Ziel der Basler For­ schungsteams ist, die im Labor bereits funktionierende gezielte Behandlung von Einzelzellen nun bei seltenen, aber schweren Erbkrankheiten anzuwenden. «Gewisse Speicherkrankheiten, etwa der sogenannte Morbus Gaucher, be­ ruhen auf defekten Zellfunktionen, was zu einer Anhäufung von toxischen Sub­ stanzen führt. Mit der Nanomedizin versuchen wir nun, genau diese Funktionen in den körpereigenen Zellen zu ersetzen. Dazu bringen wir ein NanoObjekt in die kranke Zelle ein, welches die beim Pa­tienten fehlende Enzym­ funktion enthält. Diese massgeschnei­ derte Therapie soll der kranken Zelle die Fähigkeit zurückgeben, die toxischen Substanzen abzubauen und damit die Krankheit selber zu bekämpfen.» Eine wichtige Funktion haben in Zukunft Nanokugeln, Nanocontainer und Nanocarrier. Sie sind mit Medika­ menten gefüllt und sollen im Körper ge­ zielt an krankhafte Zellen andocken und dort dann ihre Fracht deponieren. Ver­ suche damit erwiesen sich in der soge­

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INTELLIGENTEs Medikament So funktioniert der Prototyp: Seine Sensorenkanäle 1 bleiben verschlossen, solange die Umgebung sehr sauer, der pH-Wert also kleiner als 3 ist. Das eingeschlossene Enzym 2 reagiert erst bei einem pH-Wert von 4 bis 5. Dann attackiert es die gelben Zellen und entfaltet seine programmierte Wirkung. nannten präklinischen Phase, in Zellkulturen sowie in Tierexperimenten, als sehr vielversprechend. Und deshalb werden mittlerweile bereits erste klinische Studien durchgeführt. Was die winzig kleinen Objekte aus biologisch abbaubarem Kunststoff alles können, übersteigt unsere Vorstel­ lungskraft. Ein mit Medikamenten ge­ füllter Nanocarrier beispielsweise kann von den Spezialisten so programmiert

werden, dass er den Säuregrad seiner Umgebung erkennt und als Befehl ver­ steht, seine Poren zu öffnen und die ver­ packten Wirkstoffe erst beim Eintreffen am Ziel freizugeben. «Wenn wir mit einem Nanocontainer ein Medikament di­ rekt in die Zielzelle einbringen, beobach­ ten wir eine Verstärkung der Wirkung um das Hundertfache. Und die Nebenwir­ kungen auf nicht am Krankheitsprozess betei­ligte Zellen werden unterdrückt»,


NANOTECHNIK

Mini-Teilchen machen schön und sauber u Sonnenschutz Mikrokleine Partikel

schützen perfekt vor den schädlichen UVStrahlen. «Mithilfe der Nanotechnologie können Wirkstoffe hergestellt werden, die auch in der Kosmetik Verwendung finden», sagt Isabelle Frei Bosshart von Forschung und Entwicklung bei Juvena in Volketswil ZH. «Beispielsweise das mikronisierte Titandioxid. Dieses weisse Mineral wird so fein gemahlen, dass die winzig kleinen Teilchen zwar die unsichtbare UV-Strahlung reflektieren, die sichtbare Strahlung jedoch nicht. Das bringt den Vorteil, dass die aufgetragene Crème nicht weiss schimmert, aber trotzdem sehr wirkungsvoll ist.»

u Putzhilfe Dank Zwergentechnologie können Nanopartikel auf einer Ober­ fläche, etwa auf Glas, ganz speziell ausgerichtet werden. Sie bieten dann wässrigen, klebrigen oder fettigen Sub­stanzen nur ein Minimum an Halt. «Schmutzpartikel perlen oder laufen von derart behandelten Flächen problemlos ab, können einfach weggespült werden», sagt Franz Grünwald, Geschäftsführer der Nutrim AG in Rotkreuz ZG. «Der Hygienestandard steigt. Wer so putzt, spart Zeit und Geld. Und schont die Umwelt durch sparsamen Einsatz von Reinigungsmitteln.» Mehr Infos www.nutrim.ch

Schmutz perlt ab Auf herkömmlich gepflegten Oberflächen krallt sich Schmutz fest (l.). Nanoprodukte verändern die Struktur. Der Dreck perlt ab (M.) oder lässt sich wegspülen (r.).

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sagt Patrick Hunziker. Dies wird besonders für die Krebsbehandlung wichtig werden, wo ja eine besonders intensive ­Wirkung erwünscht, die häufig starken Nebenwirkungen aber gefürchtet sind. Intelligente Nanoteilchen Die Carrier finden sich auch in einem Gemisch von Zellen zurecht, und wenn man sie einem Patienten intravenös appliziert, legen sie den Weg zur Zielzelle selbstständig zurück. Ist das nicht gefährlich? Sind mögliche Nebenwirkungen überhaupt noch kontrollierbar? Für Patrick Hunziker eine zentrale Frage. «Wir wollen keine Technologie propagieren, sondern wir wollen herausfinden, was den Patienten nützt. Obwohl wir nur limitierte Ressourcen zur Ver­fügung haben, investieren wir diese etwa zur Hälfte in Fragestellungen, welche die Interaktionen von Nanotechnik und lebendem Gewebe sowie die Toxizität von solchen neuen Therapien und diagnostischen Methoden betreffen. Das Problem ist also erkannt und wird auch von anderen Forschungsgruppen intensiv bearbeitet. Die bisherigen Resultate weisen aber darauf hin, dass wir deswegen keine schlaflosen Nächte haben müssen.»  


Reisen, geniessen, rätseln!

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 Reisen «Lefay» am Gardasee  Betty Bossi Kochen mit Sibylle

KREUZFAHRT ZU DEN PINGUINEN ABENTEUER PUR Eine Kreuzfahrt ins Eis, an Bord der «Marco Polo» (500 Passagiere).

«Marco Polo»: Ziel Antarktis! u Kreuzfahrer steuern mit wachsender Begeisterung die Antarktis an: weil das Naturerlebnis einmalig und die Begegnung mit Hunderten von Pinguinen eindrücklich ist. Ideales Schiff? Zum Beispiel die «Marco Polo». Sie pflügt sich mit verstärktem Rumpf durchs Eis, wassert für seine Passagiere zehn wendige Zodiacs – nur so sind ganz besondere Exkursionen möglich.

An der nötigen Ausrüstung für Anwasserungen solls nicht fehlen: Jeder Passagier kriegt einen wärmenden Parka und Gummistiefel … Luxus gibts auch: Drinks auf den grossen Holzdecks, Diner in zwei verschiedenen Restaurants. – Bis 700 Euro Frühbucher-Rabatt! INFO www.transocean.de

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Reisen

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POOL MIT AUSSICHT Wer in den verschiedenen Pools des «Lefay Resorts» seine Bahnen zieht, blickt runter auf den Gardasee. Atemberaubend schön!

www.weltweit

Zypern: Dave Dollé sorgt für Sport & Fun u Das wird eine sportliche Woche! Kuoni lädt ab 26. November in den Vier­ sterne-Club Aldiana nach Zypern, und Personal Trainer Dave Dollé, schnellster Schweizer über 100 Meter, leitet die Sportkurse. Ab 1695 Franken, alles inbegriffen! INFO www.kuoni.ch

Emirates fliegen – und im «Atlantis» gratis schlafen! u Cooles Angebot für BusinessclassReisende: Wer bis Weihnachten mit Emirates Airlines nach Dubai fliegt, schläft eine Nacht gratis im brandneuen «Atlantis The Palm»! Ein verrücktes Hotel: 1539 Zimmer, 17 Restaurants, Aquapark, Delphinzentrum. INFO www.emirates.com

Delta Ascona: Ferien für Mutter und Baby u Dolcefarniente für gestresste Mamis? Das Parkhotel Delta Ascona bietet ein Drei-Nächte-Package ab 1470 Franken an – mit A-la-carte-Halbpen­ sion, Kinderbetreuung, Babynahrung aus der Delta-Küche, Babyfon und Relax-Massage fürs Mami. INFO www.parkhoteldelta.ch

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NEU ERÖFFNET: LEFAY RESORT & SPA AM GARDASEE (I)

Wellness an der Man schwimmt ungestört in riesigen Infinity-Pools – und blickt fasziniert runter auf den glitzernden Gardasee. Italian Style – das «Lefay ­Resort» setzt lustvoll neue Spa-Massstäbe!

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as Dörfchen Gargnano an der «Zitronenküste» des Gardasees wird immer mehr zur Jetset-Adresse. Direkt am Wasser die «Villa Feltrinelli», das Schickste wohl, was Europas HighEnd-Hotellerie zurzeit zu bieten hat. Und oben am Berg ein brandneues Fünfsterne-Resort: «Lefay», in Rekordzeit hochgezogen von der in ­ Brescia sehr einflussreichen Familie ­ Leali, die ihre Air Dolomiti gewinnbringend an Lufthansa veräussert hat und jetzt in der Hotellerie neue Massstäbe setzen will. Das Konzept: Wellness ohne Grenzen, tolle Architektur (Hugo Demetz, Süd­tirol), italienisches Design. Und eine Schweizer Direktorin: Ruth Betschart (ehemals «Giardino», Ascona). u Ab ins Wasser! Wer von Gargnano aus sechs Kilometer und hundert Kur-


BUON APPETITO! Frühstück und das leichte, mediterrane Nachtessen wird zwischen Zitronenbäumchen aufgetragen, mit Seesicht natürlich.

GROSSZÜGIG Schlechte Zimmer gibts nicht im «Lefay»: Alle sind mindestens 49 m2 gross, sind gestylt und haben einen Balkon zum See.

Zitronenküste ven hochgefahren ist in die Berge, taucht am besten gleich mal ab. «Lefay» bietet auf 3500 Wellness-Quadratmetern die wundervolle Qual der Wahl: planschen im 280 Quadratmeter grossen Salzwasserbad (zur Hälfte in der Halle, zur Hälfte im Freien)? Diszipliniert Bahnen ziehen im 25-Meter-Sportbecken? Chillen bei 36 Grad im in den Felsen geschlagenen Calidarium? Schwitzen kann man auch – im hypermodernen Fitness-Center, mit Personal Trainer, naturalmente! Die vielen Anwendungen und Therapien wurden unter ärztlicher Aufsicht im Haus entwickelt, «Lefay» kombiniert geschickt, was westliche und chinesische Medizin zu bieten haben. Auch outdoor lässts sich fitten. Wer die Herausforderung sucht, biegt ein auf die markierte Laufstrecke. Wers lockerer

mag, spaziert im energetisch-therapeutischen Garten … u Italienische Lebensfreude! So richtig asketisch wirds da oben nie. Die Zimmer (mit italienischem Marmor und Olivenbaumholz) sind mindestens 49 Quadratmeter gross, alle haben See-

sicht und Balkon. Die Küche, aufgetragen zwischen Dutzenden von Zitronenbäumchen im Restaurant La Grande ­Limonaia, ist von mediterraner Leicht­igkeit. Und in der durchgestylten Lobby ist das Ambiente erstklassig: Das Kaminfeuer lodert, ein blutjunger Pianist greift begnadet in die Tasten, Raucher finden in der «Smoker’s Lounge» alles, was ihr Herz begehrt. Spa Italian Style eben. Nur gerade zwei Autostunden von der Schweizer Grenze entfernt.  Urs Heller

check-in u DAS

HOTEL Lefay Resort & Spa in Gargnano. Fünfsterne-Resort hoch über dem Gardasee. Spa der Superlative mit Infinity-Pools, fünf verschiedenen Saunen, geheimnisvoller Relax-Grotte («Grotta Turchese») und raffinierten Anwendungen u DER PREIS «Lefay»-Gäste sollten in der Regel drei Nächte bleiben – ab 485 Euro pro Person, HP u DAS LEBEN AUSSERHALB Sightseeing und Bootstrips in Sirmione, Desenzano und Punto San Vigilio. Golf (Gardagolf, Arzaga, Bogliaco) u INFO www.lefayresorts.com schweizer illustrierte

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En Guete

wild Der kulinarische Herbst.

Sibylle Sager

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mit Köchin

Hansdampf in allen Töpfen

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Ob glatt oder kraus, Petersilie ist das beliebteste aller Küchenkräuter. Und zu diesen Gerichten passt Peterli besonders gut!

REHRÜCKEN MIT APFELBRUNOISE UND GRÜNEN knöpfli

Zutaten (für 4 Personen) Rehrücken 1 Rehrücken (ca. 11/2 kg), vom Metzger häuten, die kleinen Filets herauslösen sowie Fleisch links und rechts dem Rückgrat entlang bis fast auf die Rippen einschneiden lassen, 3 Esslöffel Calvados, 1/2 Teelöffel schwarze Pfefferkörner, 1 Esslöffel Wacholderbeeren, 11/2 Teelöffel Salz, 4 Esslöffel Bratbutter Apfelbrunoise 1 Esslöffel Butter, 1 rotschaliger Apfel, ungeschält, in Würfeli, 1/2 Esslöffel Zucker Sauce 3 dl Apfelwein, 1 Esslöffel Johannisbeergelee, 50 g Butter, in Stücken, kalt, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer aus der Mühle Knöpfliteig 200 g Mehl, 100 g Knöpflimehl, 1 Teelöffel Salz, 1 Bund glattblättrige Petersilie, gehackt, 11/2 dl Milchwasser (1/2 Milch, 1/2 Wasser), 3 frische Eier, verklopft, Salzwasser, siedend, 2 Esslöffel Bratbutter Vor- und zubereiten ca. 65 Min. Marinieren ca. 3 Std. Braten ca. 12 Min. Quellen lassen ca. 30 Min.

u Für den Rehrücken Fleisch auf eine grosse Platte legen, Calvados darüber­

träufeln. Pfeffer und Wacholder im Mörser fein zerstossen, Fleisch damit einreiben, zugedeckt im Kühlschrank ca. 3 Std. marinieren. Fleisch ca. 1 Std. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 240 Grad vorheizen. Fleisch salzen, mit den Rippen nach unten auf ein Blech legen. Bratbutter in einer kleinen Pfanne heiss werden lassen, über das Fleisch giessen. Braten ca. 10 Min. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. Kleine Filets dazu­ legen, ca. 2 Min. weiterbraten, Filets wenden. Ofen ausschalten, Fleisch ca. 10 Min. ruhen lassen, dabei die Ofen­ tür einen Spalt breit offen lassen.

tipp Meist werden in Rezepten nur die Blätter der Petersilie verwendet. Die Stiele sind jedoch ideal zum Würzen von Schmorgerichten, Voressen, Suppen und Fonds.

Für die Sauce Butter warm werden lassen. Apfelwürfeli beigeben, Zucker darüberstreuen, kurz andämpfen, zugedeckt warm halten. Apfelwein auf das Blech giessen, Bratsatz lösen, in eine kleine Pfanne absieben. Gelee beigeben, aufkochen, Flüssigkeit auf die Hälfte einkochen. Pfanne von der Platte nehmen. Butter portionenweise unter Rühren mit dem Schwingbesen beigeben. Dabei die Pfanne hin und wieder kurz auf die Platte stellen, um die Sauce nur leicht zu erwärmen; sie darf nicht kochen. Rühren, bis die Sauce crèmig ist, würzen. Tranchieren/servieren Fleisch den Rippen entlang waagrecht von den Knochen schneiden, schräg in ca. 2 cm dicke Medaillons schneiden, evtl. wieder auf den Knochen setzen. Kleine Filets ebenfalls schräg tranchieren, neben den Rehrücken legen. Apfelbrunoise dar­ über verteilen, Sauce separat dazu servieren. Dazu passt Cranberry-Kompott. Für die Knöpfli Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, in der Mitte eine Mulde eindrücken. Petersilie mit Milch­ wasser fein pürieren, Eier beigeben, schweizer illustrierte

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nach und nach unter Rühren in die Mulde giessen, mit einer Kelle mischen und so lange klopfen, bis der Teig glänzt und Blasen wirft. Zugedeckt bei Raum­ temperatur ca. 30 Min. quellen lassen. Teig portionenweise auf einem nassen Stielbrettchen ausstreichen. Mit einem langen, glatten Messer schmale Teig­ streifen vom Brettchen direkt ins leicht siedende Wasser schneiden oder durchs Knöpflisieb streichen. Sobald eine Por­ tion verarbeitet ist und die Knöpfli an die Oberfläche steigen, mit einer Schaum­ kelle herausnehmen, abtropfen, in eine Schüssel geben. Bratbutter in einer weiten Bratpfanne warm werden lassen, Knöpfli kurz anbraten.

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Schweinsplätzli mit Honigkruste

Olivenöl, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 4 Schweinsplätzli vom Nierstück (je ca. 100 g), 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Teelöffel Olivenöl Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für die Honigkruste Brotwürfeli und alle Zutaten bis und mit Pfeffer in einer Schüssel verrühren. Plätzli auf einer Seite würzen, auf die andere Seite die Krustenmasse vertei­ len, andrücken. Öl in einer beschichte­ ten Bratpfanne heiss werden lassen. Plätzli mit der Krustenseite nach unten bei mittlerer Hitze ca. 3 Min. anbraten, wenden, ca. 3 Min. fertig braten.

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Zutaten (für 4 Personen) Honigkruste 2 Scheiben Halbweissbrot vom Vortag (ca. 75 g), in Würfeli, 1 Bund Petersilie, fein gehackt, 2 Esslöffel flüssiger Honig, 2 Esslöffel

u Eiweisse in eine Schüssel, Eigelbe in je eine Tasse geben. Kräuter mit den Eiweissen gut verklopfen, würzen. Bratbutter in der «Piccolini-Pfanne» warm werden lassen. Kräutermasse in die Vertiefungen verteilen, bei mittlerer Hitze leicht fest werden lassen. Eigelbe daraufsetzen, fertig braten.

u nächste sendung

Montag, 20. Oktober, 20.05 Uhr auf SF 1 Das Menü: Vorspeise: Gefüllte Gougères, Hauptgang: Kalbsvoressen an Verjus mit Kürbis und Spinat, Dessert: Traubenpäckli mit Abricotineglace KräuterSpiegeleier

Zutaten (für 4 Personen) 4 frische Eier, 1 Bund Petersilie, fein gehackt, 1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Bratbutter zum Braten Vor- und zubereiten ca. 20 Min.

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impressum Nr. 42, 97. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Chefredaktor a. i. / Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter creative Director Jean-Robert Schaffter Nachrichtenchef Edi Estermann Unterhaltungs­chefin Susanne Walder Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler Nachrichten Christine Zwygart (Politik / stv. Nach­richten­ chefin), Max Fischer (Wirtschaft), Marcel Huwyler, Thomas Kutschera Unterhaltung/Leute René Haenig (stv. Unterhaltungschef, Chefreporter), Daniela Ziva­dinovic (Leitung Leute), Sandra Casalini, Giuseppe Cerrato (Mode), Barbara Halter, Bettina Portmann, Andrea Vogel kunst Caroline Micaela Hauger Sport Iso Niedermann (Leitung), Ilona Scherer, Alejandro Velert Koordination Sonderhefte Isabel Notari Kultur, Die Besten Isabell Teuwsen (Leitung), Manuela Herzog, Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler Gesundheit Verena Thurner (Leitung), Martin Schuppli Bildredaktion Ulli Glantz (Magazin Goal), Fabienne Hubler Fotografen Thomas Buchwalder, Rolf Edelmann, Katja Grossi, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Arsène Saheurs, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Design Beling Thoenen Design Layout/Produk­tion Björn Vondras (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Korrektorat Hannes Trüb, Stefan Bührer, Irène Müller si-web Edna Lisak (Leitung) Sekreta­riat Sandra Hofer, Kathrin Berchtold (Assistentin Verlagsdirektor) Buchhaltung Mirella Vignoni Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Andreas C. Englert, Zeno van Essel, Pierre A. Graenicher, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Hanspeter Künzler, Chris von Rohr, Peter Scholl-Latour, Susanna Steiner

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 5, quai Voltaire, F-75007 Paris, Tel. 0033-1-42 60 34 61, Fax 0033-1-42 60 54 69 BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA Tel. 203-637-6866, Fax 203-637-8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler leiter werbemarkt zeitschriften Martin Tamas Lesermarkt zeitschriften Dietrich Berg Product Manager Nicole Wesche Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf International Fax ++41-44-259 69 96 Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, CH-8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Fax 044 - 259 86 69 Druck Ringier Print Zofingen AG, 4800 Zofingen, Tel. 062 - 746 31 11 Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

Abonnementspreise (inkl. 2,4 % MwSt.) u Jahresabo CHF 183.– (Schweizer Illustrierte, al dente, Shopping,

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In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.

Schweiz

Der Reiseführer für Gourmets

2008

800 Restaurants getestet, bewertet und kommentiert


spiele

Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

weekend So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 19. Oktober 2008, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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spiele

weekend

Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 19. okt. 2008

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­staben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die fünften Buchstaben, jeweils von unten nach oben gelesen, ein Zitat von Werner Finck. zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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spiele

Rebus

Auflösung aus Heft 41 wer häts – ohä lätz

kreuzwort chaos Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Sudoku mittel

  

       Èschwer



 









    

   # O N C E P T I S È0 U Z Z L E S





 

 





       



 

    C È# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S

So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

 

sudoku Mittel                                     È

        

        

        

        

        

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goldvreneliRätsel

anschrift

raten und rechnen

Gewinner aus Heft 37 Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Regula Stadelmann Guggerweg 8, 6182 Escholzmatt Berta Aebischer Arvenweg 1, 5703 Seon Hans R. Leiser Rotackerstr. 25, 8304 Wallisellen Heidi Wintsch Trislerstrasse 7, 8952 Schlieren Barbara Locher Untergomerkinden 133, 3415 Schafhausen goldvreneli-rätsel (Lösung: «Schlafanzug») Madeleine Berner Höhestrasse 13, 5724 Dürrenäsch Ursula Schoch Hinterwuhrstrasse 33, 8450 Andelfingen Maria Felber Sustenweg 12, 6020 Emmenbrücke

zitat zwischen zahlen 1. Weltall, 2. Experte, 3. Rendite, 4. Bernina, 5. Ernesta, 6. Girlitz, 7. Obelisk, 8. Nikosia, 9. Nervoes, 10. Eilbote, 11. Neulich, 12. Hebamme, 13. Alphorn, 14. Toenung, 15. Dodo Hug, 16. Einhorn, 17. Ruecken, 18. Hamster, 19. Achtung Lösung Wer begonnen hat, der hat schon halb vollendet. rebus 1 TR EP P (I) E 2 SO NNE 3 HUN DE = EPISODE

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«Im Finanzwesen könnte es wieder bergauf gehen»

woche vom 19. bis 25. oktober 2008 Merkur kehrt am 25. an die gleiche Stelle im Tierkreis zurück wie am 10. September als die grosse Krise an den Börsen begann. Möglicherweise kommt es nun zu einer Besserung im internationalen Finanzwesen, und es geht bergauf? Auch der positive Aspekt

zwischen Sonne und Pluto am 22. könnte auf eine Wende auf den Märkten hinweisen, ist gleichzeitig symbolisch für Veränderungen auf dem Energiemarkt. Am 24. kann eine Spannung Mars–Pluto verstärkt Naturkatastrophen (Erdbeben), soziale Ausschreitungen, Streiks, Machtkämpfe usw. bedeuten.

widder 21.–30. 3. Venus signalisiert schöne Stunden, aufregende Begegnungen, manchmal eine Versöhnung (am 21., 24.!). Niemand kann Ihnen widerste­ hen. Günstig für künstlerische Projekte. 31. 3.–9. 4. Ver­ handlungen, Projekte von Mitte September bringen jetzt Erfolg. Oder eine Aussprache mit dem Partner? Weiterhin Hektik für um den 4./5. Geborene (Finanzen, Behör­ den?). 10.–20. 4. Der Partner hat jetzt bessere Karten. Am 22. kann es zu tief gehenden Umwälzungen kommen, die positiv für Ihre Zukunft sind (Partner, neue Firma?).

stier 21.–30. 4. Sie knüpfen neue Kontakte ­(Arbeitsplatz), sprechen sich mit Kollegen aus (19.). Nur am 21. und 25. kann es zu hitzigen Debatten kommen. Toleranter sein! 1.–10. 5. Sie sind auf der Überholspur und haben das Glück auf Ihrer Seite (oft eine Folge vom Frühjahr?). Einflussreiche Freunde, Chancen im Aus­ land? Langfristige Projekte versprechen gute Ergebnisse im Sommer 2009. 11.–20. 5. Sie kommen am 21. und 25. zügig voran, können einen Vorsprung gewinnen. Am 23. könnte Ihre Haltung falsch ausgelegt werden.

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind einem Flirt nicht abge­ neigt. Oder Sie machen eine interessante Begegnung, können ein Problem von Anfang September lösen und sich versöhnen. 1.–10. 6. Am 22. oder 25. könnte ein Projekt von September wieder aktuell werden und gute Ergeb­ nisse bringen. Oder Sie können sich aussprechen? Am 21. könnte Ihre Haltung falsch ausgelegt werden. 11.–21. 6. Sie verstehen sich glänzend mit Ihrer Umgebung, können Missverständnisse der letzten Wochen aufklären (22.). Am 24. legt man Ihnen Steine in den Weg.

krebs 22. 6.–1. 7. Ab 23. läuft es besser, Sie haben Rückenwind. Sie amüsieren sich glänzend (u. a. mit dem Nachwuchs?). Günstig für ein Treffen, eine Rei­ se etc. wird der 24. 2.–12. 7. Sie sind kaum zu bremsen. Der 24./25. wäre ideal für Sport und Hobbys. Missver­ ständnisse von Anfang September könnten am 20. oder 25. geklärt werden. Glück durch den Partner am 24. 13.–22. 7. Sie müssen sich um familiäre Probleme küm­ mern oder um eine Panne in Ihrer Wohnung. Besonders am 21. und 25. könnte Geschirr zu Bruch gehen.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie geniessen das Leben, sind charmanter denn je. Venus signalisiert Leidenschaft und Romantik (am 21.!), man liegt Ihnen zu Füssen. Eine ­Begegnung von Anfang September hat jetzt positive ­Folgen. 2.–12. 8. Sie können am 22. ein Missverständnis klären, das Sie seit Wochen belastet. Am 24./25. sind die Kontakte zu Angehörigen harmonisch. Körperlich jedes Risiko vermeiden! 13.–23. 8. Günstig für Kontakte, eine Reise, einen Besuch oder eine Versöhnung wird der 22. Positive Veränderungen geben Ihnen Auftrieb.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Ab 23. haben Sie gute Karten, neue Kontakte zu knüpfen oder um ein Problem zu lösen, das Ihre Beziehungen überschattet. Am 19. eine Ein­ ladung annehmen! 3.–12. 9. Sie sind in blendender Ver­ fassung, können Berge versetzen. Am 24. macht es sich bezahlt, dass Sie am Ball bleiben, am 25. sind Sie krea­ tiv, haben gute Kontakte zum Nachwuchs. 13.–23. 9. Sie können ein finanzielles Problem lösen und (am 22.?) ei­ nen Gewinn verbuchen. Am 19. oder 23. freuen Sie sich über eine gute Nachricht, am 21. sind Sie nachdenklich.

waage 24. 9.–3. 10. Freundschaften und Projekte haben am 21./22. Rückenwind. Ein Problem von Anfang September findet jetzt eine Lösung, Sie sind zufrieden. 4.–13. 10. Geduld haben, wenn es zu Verzögerungen oder Verspätungen kommt (am 20.). In finanziellen Dingen nicht voreilig handeln, auf den Rat eines Experten hören. Am 22. setzt sich ein Freund für Sie ein und hilft Ihnen weiter. 14.–23. 10. Sie haben Rückenwind, können ein grösseres Vorhaben über die Bühne bringen. Am 22./23. gehen Sie neue Wege, einige verändern sich vorteilhaft.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie müssen sich am 21./22. anstrengen, um am Ball zu bleiben. Ab 23. geht es bergauf, Ihre Projekte kommen gut voran. Am 24. Ihrem ­Instinkt folgen. 3.–12. 11. Sie sind kaum zu halten. Mars spornt Sie zu Glanzleistungen an, aber Sie könnten am 24. zu aggressiv sein und jemand vor den Kopf stossen. Am 25. ein Abkommen vorerst für sich behalten. 13.–22. 11. Sie ziehen Bilanz und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Am 19. und 23. sind Sie mit den Re­ sultaten zufrieden, am 22. treffen Sie voll ins Schwarze.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sind am 21. unwidersteh­ lich! Venus verspricht unvergessliche Momente voller Leidenschaft (am 24.). Der 21. und 22. sind günstig für Reisen, Verhandlungen, Projekte. Ein Missverständnis von Anfang September wird aufgeklärt. 3.–12. 12. Sie müssen Restriktionen in Kauf nehmen, sich auf das ­Wesentliche konzentrieren. Ein Projekt von Mitte Sep­ tember könnte zu teuer sein. 13.–21. 12. Sie haben gute Karten für ein neues Vorhaben (19., 23.). Nach dem 18. Geborene erleben eine positive Veränderung (22.).

steinbock 22.–31. 12. Anderen am 19. und 20. einen Schritt entgegenkommen. Ab 24. läufts besser, Sie kom­ men zügig voran. Gute Kontakte ins Ausland, günstig für schriftliche Arbeiten. Ein Problem von Anfang Septem­ ber findet jetzt eine Lösung. 1.–10. 1. Verzögerungen und Missverständnisse von September können geklärt wer­ den (am 20./21.). Am 25. hilft Ihnen ein Freund, auf ihn ist Verlass. 11.–20. 1. Sie müssen sich am 21. anstrengen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Am 22. können ei­ nige einen Gewinn verbuchen, sollten aber diskret sein.

wassermann 21.–30. 1. Aufregende Begegnungen im Freundeskreis? Aus einer Freundschaft wird mehr? Ihr Charme ist unwiderstehlich, einige erleben Stern­stunden (am 21.). Komplikationen am 22. 31. 1.–9. 2. Ein Projekt im Ausland oder eine Reise, die seit Mitte September ge­ bremst sind, werden nun aktuell, Sie können diverse Pro­ bleme lösen (am 22.). Am 24. toleranter sein! 10.–19. 2. Sie entdecken neue Horizonte, verhandeln geschickt. Günstig für Reisen (mit Freunden). Am 22. kündigt sich ein erfolgreicher Neubeginn an (nach dem 17. Geborene).

fische 20. 2.–1. 3. Sie knüpfen interessante Kon­ takte, können sich aussprechen. Am 19. amüsieren Sie sich. Schwierige Diskussion mit einer Kollegin (am 24.). 2.–10. 3. Sie sind in Bestform, könnten Bäume ausreis­ sen. Und Jupiter signalisiert Glück (oft durch einfluss­ reiche Freunde). Oder eine ältere Person unterstützt Ihre Vorhaben (am 20. und 24.)? 11.–20. 3. Eine grös­ sere Metamorphose in Ihrem Leben, die sich seit Mona­ ten abzeichnet, kommt am 22. in eine positive Phase. Besonders um den 18./19. Geborene müssen umdenken.

ihr tages-horoskop 92

Dr. Elizabeth Teissier

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


Westside special

Erlebnis

Westside u u u u

neues wahrzeichen von bern Das Freizeit- und Einkaufs­ zentrum Westside besticht durch die Libeskind-Architektur.

Die grosse Eröffnungsparty Das Gastroangebot Eintauchen ins Bernaqua Anton Gäumann, der Macher


Machten einen TOLLEN Job CEO Neue Brünnen AG und Gesamtprojektleiter Anton Gäumann, Architekt Daniel Libeskind, Moderatorin Sandra Studer.

Das Wunderwerk von Bern 800 Gäste feierten Daniel Libeskinds kühnen Bau. Das häufigste Wort war «Wow»!

B

ern hat einen Renzo Piano, einen Jean Nouvel und jetzt auch einen Libeskind. Nach 40 Jahren Vorbereitung und 40 Monaten Bauzeit betraten 800 Besucher aus Politik, Kultur und Wirtschaft gespannt das 500 Millionen teure Freizeit- und Einkaufszentrum Westside – und waren hingerissen von der futuristischen Wundertüte des New Yorker Stararchitekten Daniel Libeskind. Zu den Visionären der ersten Stunde zählten Laudator Max Meyer sowie Berns alt Stadtpräsident Klaus Baumgartner. Auch Nachfolger Alexander Tschäppät erinnert sich, dass sein Vater schon in den 60er-Jahren für einen neuen Stadtteil im Westen fieberte. «Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, es ist alles so herrlich schief», verriet Unternehmer Charles von Graffenried. Doppelten Grund zur Freude hatte Anton Gäumann, CEO Neue Brünnen AG und Gesamtprojektleiter, der am Tag darauf an der offiziellen Westside-Eröffnung seinen Geburtstag feierte. «Brünnen wird zum neuen Trendquartier. Darauf dürfen wir alle mächtig stolz sein.»

«WESTSIDE IST EINE WUCHT» Unternehmer Jürg Marquard strahlte mit TV-Lady Lolita Morena und Sängerin Francine Jordi um die Wette.

GUT DRAUF Züri-West-Beau Kuno Lauener mit Partnerin Kristina Tänzler.

MISS PRETTY Jennifer Ann G­ erber und ihr Freund Francesco.

HEISSE IDEE Mc-Donald’sChef Martin Knoll eröffnet in Westside das erste McCafé in der Deutschschweiz.


Westside special

DIE Zukunft im Fokus Thomas Held (Avenis Suisse, l.) und Peter Stähli vom Swiss Economic Forum in Thun.

ROTER TEPPICH Unternehmer Charles von Graffenried musste sich erst an die schiefen Ebenen in Westside gewöhnen.

POWERFRAU Gisèle Girgis, Mitglied der LIEBT ALLES, WAS GLÄNZT Eiskönigin Denise Biellmann kam mit Exmann Colin Generaldirektion des Migros-GenossenschaftsDawson zur Eröffnung der Shopping-Mall. Bundes. Von der ersten Stunde an dabei.

MACHER Beat Zahnd (Chef Migros Aare) und Projekt-Vorkämpfer Max Meyer (r., Migros Aare).

DIE JÜNGSTE IM LIBESKIND-CLAN Stararchitekt Daniel Libeskind mit ­ seiner süssen Enkelin Zohar und den beiden Söhnen Noam und Lev (r.).

GRUND ZUR FREUDE Migros-Konzernchef Herbert Bolliger, Gattin Beatrice. BESTENS VERNETZT Ruedi Baer (Eyezone) mit Martin Lehmann (Geschäftsleitung Mobilezone). KAMPF DER STADTVÄTER Berns Alexander Tschäppät und seine Vorgänger Klaus Baumgartner setzten sich beide stark für Westside ein.

13. FILIALE Globus-Direktor Marcel Dietrich (r.) stiess mit Claude Hauser (M.) und GlobusWestside-Geschäftsführer David Simon an.

party-facts GASTGEBER Migros Aare und Neue Brünnen AG für 800 VIPs FOOD ­Diniert wurde an 100 Tischen auf der Restaurant-Etage. Davor gabs Häppchen von Sushi bis Sprüngli COOL! Architekt Daniel Libeskind trug Westernboots und brachte seine jüngste Enkeltochter Zohar mit zur Eröffnungsparty SPRITZIG Die LiveModerationen von Kurt Aeschbacher und Sandra Studer in zwei verschiedenen Sälen des Multiplex-Kinos Party-Rating «Shopping hat einen Namen: Westside. Berns In-Adresse samt Kino und Bad!»



BEGEISTERT VON DER ARCHITEKTUR Nationalrat Pierre Triponez (r.) und seine Frau Heidi kamen mit Heidi und Mathias Tromp (Ex-BLS-Direktor) zur Party.

ZIEL ERREICHT André Bagioli (Centerleiter Westside) mit seinem Kommunikationsteam Sabine Hofer (l.), Franzisca Ellenberger und Caroline Loeffel (r.).


Food Court – Essen und mehr

Einen Moment ausruhen, den Blick heben und die imponierende Architektur des Food court auf sich wirken lassen. Schöner tafeln in Westside.

E

in Tag in einer Mall kann ganz schön anstrengend sein. So viele schöne Angebote, so viele Dinge, die man haben möchte. Die Stiefel von Humanic, die Tasche von Fossil oder der Rock von Nile Trading? Wenn derart der Kopf brummt, hilft nur eines: Pause einschalten, Food Court aufsuchen. Bei einer japanischen Nudelsuppe, einem Teller Spaghetti oder einen Kaffee und Kuchen von McCafé dann runterfahren und in Ruhe überlegen. Zu zweit an einem Tischchen kann ganz Privates besprochen werden. An den langen Tischen hingegen ist ein Gespräch mit dem unbekannten Nachbar durchaus erwünscht. Und muss man noch schnell was erledigen: Laptop auf den Tisch und los

gehts: Das Westside ist mit kostenlosem Wireless LAN ausgerüstet. Der Food Court ist das Gastrozentrum von Westside. Hier trifft man sich vor dem Kinobesuch, nach dem Badeplausch, während des Shopping-Bummels, zum Apéro oder zum Nachtessen. Das Tageslicht, das durch die schräg gestellten Glasscheiben auf den Hof fällt, verleitet zum Staunen und Schauen und lässt die Welt vergessen. 400 Quadratmeter gross, vorwiegend in elegantem Weiss gehalten, mit Farbtupfern in Form von riesgen orangen Vasen, ist der Food Court Treffpunkt und Mittelpunkt und trotzdem Ruhepol. Vom schnellen Snack bis zum Mittagsmenü ist hier alles zu haben.

Der Food Court ist nicht nur zum Essen da: Hier finden Konzerte und Veranstaltungen statt. Dann werden die Tische und Stühle weggeräumt, und es wird abgetanzt. Die Restaurants der Mall und des Food Court sind auch am Abend und an den ­Wochenenden geöffnet: u Cha Cha, McCafé, McDonald’s, Namamen und Spiga Montag bis Donnerstag 9.00 bis 23.00, Freitag 9.00 bis 00.30, Samstag 8.00 bis 00.30, Sonntag 10.00 bis 23.00 Uhr. BITs & BITES tägl. 6.00 bis 24.00 Uhr. u Migros Restaurant, Paul, Starbucks Montag bis Donnerstag 8.00 bis 20.00, Freitag 8.00 bis 22.00, Samstag 8.00 bis 17.00, Sonntag 10.00 bis 23.00 Uhr (Starbucks öffnet jeweils eine Stunde später).


Westside special

Riesige Auswahl für Schlemmer

stylish tafeln Der Food Court ist das Gastrozentrum in Westside und bietet alles, was das Herz begehrt.

Das totale Kinoerlebnis u elf Säle mit 2400 Sitzplätzen Wer hier nicht zum Kinofan wird, wird es nie: Das Pathé Westside ist nach Basel, Dietlikon, Genf und Lausanne das fünfte seiner Art in der Schweiz. Drei Säle sind mit Digitalprojektoren ausgestattet, in denen auch 3-D-Filme gezeigt werden können. Die Cinémas Pathé Westside bringen so das erste Digitalkino nach Bern. Alle Kinosäle sind rollstuhlgängig. Der Ciné Shop, die Ciné Bar und eine exklusive Smokers Lounge runden das Angebot ab. Das Pathé Westside zeigt klassisches, populäres Kino, aber auch herausfordernde Filme. Zum Programmangebot gehören auch spezielle Movie Nights und das NuggiKino für Familien mit kleinen Kindern. ­Einige Kinos sind multifunktional ausgerüstet und können für Firmen oder Kundenanlässe, Events oder Tagungen genutzt werden.

Das aktuelle Kinoprogramm unter www.westside.ch/Cinema.aspx

das foyer der Cinémas Pathé Westside.

u migros Restaurant Hier findet man alles, was der Gaumen begehrt. Das reichhaltige Migros-Buffet, die ­feinen Menüs, Zmorge und Znacht – alles da. Für Kinder: der Lilibiggs-Spielplatz.

u Cha cha «Positive eating» – das neue Esserlebnis in der Schweiz! Die leichte Thaiküche wird im Wok zubereitet. Speziell: Das Essen kommt im ZehnMinuten-Takt auf den Tisch.

viel platz, viel auswahl im Migros-Restaurant. Auch Kinder haben hier Spass.

gepflegtes essen ist im «cha cha» auch Abends nach Ladenschluss möglich.

u namamen Die japanische Ramen-Bar ist die erste in Bern. Traditionelle japanische Gerichte mit ­frischem Gemüse und Nudeln, schnell serviert.

u Spiga Getreide ist die Basis der Gerichte. Erstmals in der Schweiz bietet Spiga südländische Köstlichkeiten in mediterranem Ambiente.

Die erste ramen-bar in Bern serviert typische japanische Suppen mit Nudeln.

spiga heisst ähre auf italienisch. Der Name ist Programm.

u zumo Gesund muss es sein: frische Fruchtsäfte und Smoothies von höchster Qualität. u starbucks In einer Mall darf Starbucks nicht fehlen – der ideale ­Zwischenstopp für ermüdete Shopper.

u Paul Der Bäcker aus dem französischen Lille hat Croissants zum Abheben. u MccafÉ Das erste McCafé in Bern mit grossem Kaffee- und Kuchenangebot. In der Lounge wirds richtig gemütlich.


Eintauchen ins Bernaqua

Hier liesse sich sogar der Bär das Fell nass machen: Bernaqua ist die neue Wohlfühloase unserer Hauptstadt. Ein Ort, um sich ganz einfach treiben zu lassen.

E

ntspannung hat mit Schönheit zu tun. Mit Stille und Geborgenheit. All das erfüllt Bernaqua – das Erlebnisbad und Spa mit Fitnesspark in Westside. Wer müde ist, schwimmt mit ruhigen Zügen in die Mitte des Solaqua-Beckens, legt sich auf den Rücken, lauscht den be­ ruhigenden Klängen aus dem Nirgendwo, und lässt die wechselnden Farben durch die Augenlider scheinen. Stunden könnte man so verbringen. Und nie mehr rausgehen. Das ist nur eine Attraktion des von Star­ architekt Daniel Libeskind de­signten Bades. Ihm und den Betreibern von Westside ist es gelungen, eine völlig neue Dimension in die Badekultur zu bringen.

Einige Highlights: Flussbad: Die lichtdurchflutete Haupt­halle mit rund 300 Quadratmetern ist einzigartig in der Schweiz und hat die grösste varia­ble Gegenströmungsanlage der Welt. Unterwasser-Geysire sorgen für die Massage – und für Lacher. Attraktionsbecken: 35 Grad warmes Süsswasser sprudelt den ganzen Körper ein. Erlebnisbecken: Sprudeln zum Zweiten – auf Liegen, vom Boden, von den Wänden. Solaqua: 36 Grad warmes Solewasser, Farben, Licht, Klänge – Wassermeditation. Dampfgrotte: Die Hitze wird hinter einer Wand im Schrägraum erzeugt, das Becken ist in den Boden versenkt.

Wildwassercanyon: 80 Meter lang und nur für Abenteurer, die einen Wildbach und Stromschnellen nicht scheuen. Magic Eye, Black Hole und Emotion Ride: drei Rutschen, für Kinder und Erwachsene gleichermassen. Die roten Rutschen sind nicht nur spektakulär, sondern prägen auch die Aussenarchitektur. Auf der ersten Sinnesrutsche (Emotion Ride) werden Düfte, Klänge und Licht kombiniert. Kinderbecken: ein toller Platz zum Spielen – auch für die Kleinsten. Unter Anleitung Schiffchen fahren lassen oder im flachen Nass planschen. Ein Kinder-Canyon und bunte, Wasser speiende Quallen sorgen für gute Laune.


Westside special

lichtspiel Das Flussbad in Bernaqua, dem Erlebnisbad und Spa in Westside.

japanische teetasse Wer hier badet, kann fluoreszierende Quallen im Aquarium beobachten.

Double-Spa-Raum Mit der Freundin ins Spa, sich verwöhnen lassen und dazu tratschen.

In der Ruhe liegt die Kraft Der Ruheraum des ­Bernaqua-Spa. Hier werden alle Sinne angesprochen.

Für Businesspeople und Bern-Fans

Spa: Alles, was ein Spa bieten kann, ist in Bernaqua zu haben. Saunen, Massagen, Schönheitsbehandlungen, Fitnesspark. Das Römisch-Irische Bad lässt die Bade­ kultur der alten Römer widerauferstehen. Die anschliessende Bürstenmassage mit der eigenen Naturseife ist der Höhepunkt der Zeremonie. Die Saunalandschaft ist 1200 Quadratmeter gross und bietet Grotten, tropischen Regen und Salzkris­ talle. Im Fitnesspark gibt es modernste Cardio-Geräte mit integriertem Pulsmesser und Entertainment-System. u Öffnungszeiten und Preise www.bernaqua.ch

u Holiday Inn Westside hat alles, was es zum

kontraste Das «Holiday Inn» mit 144 Zimmern.

Verweilen braucht. Sogar ein Hotel. Das «Holiday Inn Bern Westside» bietet 144 Nichtraucherzimmer und elf Seminarräume an. Das Hotel eignet sich hervorragend für Tagungen, Meetings und Incentives. Meeting-Hosts betreuen die Tagungsteilnehmer rund um die Uhr, um sicherzustellen, dass sie sich ganz auf die Sitzung konzentrieren können. Die Brasserie Bits & Bites, eine Lobby-Bar und die Lounge/Terrasse bieten Platz für das leibliche Wohl. www.westside.ch/Hotel.aspx


Westside special Anton Gäumann feierte am Tag der Eröffnung, am 8. Oktober, seinen 48. Geburtstag.

Westside Der Herr der Dinge Der Star ist Architekt Daniel Libeskind. Doch ohne Anton Gäumann, CEO Neue Brünnen AG und Projektleiter, wäre Westside in Bern letzte Woche nicht eröffnet worden.

E

s ist vollbracht: Das Westside ist eröffnet, die Party war ein voller Erfolg, die ersten Gäste strömen ins Freizeit- und Einkaufszentrum im Westen der Stadt Bern. Ein schönes Geburtstagsgeschenk! Westside ist ein Geschenk an unsere Kunden. Wir mussten zu Beginn des Projekts ein Datum im Herbst 2008 fixieren, auf das wir hinarbeiten konnten. Spontan habe ich halt den 8. Oktober gewählt. Westside ist Shopping, Kino, Fitness, Wellness, Gastronomie, Unterhaltung und eine Altersresidenz. Wieso dieser Mix? Wir wollen etwas Einmaliges bieten. Westside hat diese Einmaligkeit. Dazu kommt, dass auch Wohnungen geplant sind und ein ganz neues Quartier mit 800 Wohnungen für 2500 Menschen entsteht. Westside ist wie eine Stadt in der Stadt und das Zentrum des neuen Quartiers.

Woher kommen Ihre Kunden? Wir gehen davon aus, dass die Kunden eine Anreise von 45 Minuten auf sich nehmen. Zentren wie Freiburg, Thun, ­Olten, Solothurn und Biel sind also im Einzugsgebiet. Da man hier nicht nur shoppen kann, sondern mit Bernaqua auch ein Wellness- und Fitnessangebot hat, lohnt sich ein Tagesausflug. Aber ich bin überzeugt: Auch Zürchern gefällts hier! Die Gastronomie und die Kinos sind auch abends geöffnet. Wird Westside zum neuen In-Treffpunkt für den Ausgang? Das kann ich mir gut vorstellen. Wir haben mit dem «cha cha» auch ein Lokal, das sich für gepflegte Essen eignet. Wo positionieren Sie Westside im Vergleich zu anderen Einkaufszentren? Wir haben einen ausgewogenen Mietermix mit Globus als Warenhaus und Fachgeschäften. Zudem verfügen wir

Robinienholz für die Aussenfassade. So gliedert sich Westside in die Landschaft ein.

über ein optimales Preis-LeistungsVerhältnis. Gibt es genügend Parkplätze? Wir haben 1275 Parkplätze. Noch besser aber ist die Anbindung mit dem ÖV: S-Bahnund Busstation direkt vor dem Haus! u alles wissenswerte www.westside.ch

Einmaliges Ambiente u shops für Alle Insgesamt 55 Shops sind in Westside zu finden. Erstmals in der Schweiz ist das Schuhgeschäft Humanic vertreten. Globus und die Migros, die auch Bauherrin ist, sind ebenso vertreten wie Fachgeschäfte wie Wolford oder Fossil. Speziell ist aber sicher die Architektur: Bereits in der Bau­ phase kamen viele Architekturfans aus aller Welt, um das Werk zu bestaunen. Das Interieur ist ganz in Weiss gehalten und bis ins Detail gestaltet. Sogar die Ruhebänke nehmen die Libeskind-Schrägen auf.


Gaultmillau

Talentiert Gauthier verwöhnt im «Beau Rivage» in Genf Stars wie Alain Delon und Sophia Loren.

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Koch des Jahres! Vom Tellerwäscher zum Starkoch – was für eine Karriere. Dominique Gauthier, 41, adelt das Restaurant Le Chat-Botté im Hotel Beau Rivage in Genf mit dem 18. Punkt. Text Knut Schwander und Caroline Micaela hauger Fotos Lionel FLusin/L’Illustré

J

eden Morgen um acht Uhr verab­ schiedet sich Dominique Gauthier in Frankreich von seiner Frau und den beiden Töchtern und macht sich auf den Weg Richtung Genf. Ein Zwischenstopp beim Gemüsehändler Pierre Rossaud, wo er Kürbisse, Zucchini­ blüten, Salate, Stiefmütterchen, Kapuzi­ nerkresse bestellt – und der Tag in der Küche kann beginnen. Gauthiers Reich ist die riesige ­Küche des noblen «Beau Rivage» in Genf. Seit 150 Jahren führt die Besitzer­ familie Mayer den Hotelpalast in der vierten Generation. Es dampft und bro­ delt unten in den Katakomben, es wird geschnetzelt und gehackt. Die 25-köp­ fige Brigade unter der Leitung von ­Dominique Gauthier ist in Aktion. Was der 41-jährige «Koch des Jahres» im Re­staurant Le Chat-Botté auf den Tisch zaubert, setzt kulinarische Massstäbe und wurde jetzt von GaultMillau Schweiz mit dem 18. Punkt belohnt. «Ich bin gerührt», gesteht der aus Gillonnay stammende Franzose. «Die Arbeit ist für mich und das Team nicht

immer einfach. Doch die Anerkennung erfüllt mich mit Stolz.» Lebhafter Blick, dynamische Stimme, athletischer Körperbau – Dominique Gauthier ist ein grosser Koch. Grosse Auftritte aber sind ihm fremd. Wer ihm und seiner Kunst noch näher kommen will, bucht den «Chef’s table». Der steht mitten in der Küche, mit freier Sicht auf Herd, Töpfe und Brigade. Gauthiers Talent und sein Sinn für einen «clin d’œil» im Teller, für schalk­ hafte Überraschungen, findet über die Kantonsgrenzen hinaus Anklang. Wie die schwarzen Trüffel! Diese raspelt er mit Grandezza über ein Langustinen-Tatar oder serviert sie als markante Sauce zum zarten Simmentaler Rind. Natürlich mit ge­trüffeltem Püree von Kartoffeln der Sorte Belle de Fontenay. Einen genialen Auftritt hat die schwarze Knolle auch als «Bonbon» auf dem Cocktailglas. Im Glas: Risotto mit einer Prise Sellerie. Eigentlich wollte er Schreiner wer­ den. Nach Wochenendjobs in der Küche seines Onkels begann Dominique als Tel­ lerwäscher. «Später rüstete ich Gemüse, als 14-Jähriger durfte ich an den Herd.» Seine erste Lehrstelle fand er im SterneRestaurant ­Hôtel de France. «Mein Chef

Mittelpunkt Dominique Gauthier mit seiner Frau Sandrine, den Töchtern Malaury (l.) und Maëva und Hund Cassetout.

versprach mir tausend Francs, wenn ich unter den fünf Besten meines Jahrgangs abschliesse. Ich gewann die Wette.» Der Ambitionierte arbeitete bei Jo Rostand in Antibes, Georges Blanc in Vonnas, war zehn Jahre lang die rechte Hand von Richard Cressac im «Beau Rivage». «Man schenkt mir hier so viel Vertrauen wie einem Selbstständigen», freut sich der Chef. Zu seinen Gästen zählen Sophia Loren, Alain Delon, Juan Carlos von Spanien. Und Prinzessinnen! «Ich komme gerade aus Bangkok zurück, wo ich der Tochter des Königs einen Kochkurs gegeben habe.» In der Freizeit ist Gauthier ganz für seine Familie da. «Ich helfe meinen Töchtern bei den Hausaufgaben, oder wir machen Ausflüge mit unserem Hund Cassetout.» Auf diesen Spazier­ gängen kommt es vor, dass der Kochfanatiker sogar Kastanienblätter sam­ melt, in welche er später in der Hotelküche Langustinen einwickelt.  HÔTEL BEAU RIVAGE Restaurant Le Chat-Botté Quai du Mont-Blanc 13, 1200 Genf Tel. 022 - 716 66 66 www.beau-rivage.ch

J

Natur Pur Chefkoch Gauthier bestellt beim Gemüsehändler Pierre Rossaud (l.) vor der Arbeit frische Salate, Zucchiniblüten und Kresse. schweizer illustrierte

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Tandem Käthi Fässler gibt seit zwölf Jahren im «Hof Weissbad» als Küchen­ chefin Vollgas. Unterstützt wird sie von Direktor Christian Lienhard.

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schweizer illustrierte

Hopp


Gaultmillau

Flickflauder bedeutet Schmetterling. Im modernen Anbau des ehemaligen Kurhauses beweist Käthi Fässler ihr Können.

Bauerntochter Käthi Fässler aus Brülisau ist stolz auf ihre Appenzeller Herkunft. Die Köchin des Jahres glänzt neu mit 16 Punkten. Ihr Reich: die Wohlfühloase «Hof Weissbad».

Appenzöll!

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Einmalig Bio-Bauer Sepp Dähler massiert seine Kabier-Rinder täglich mit Bier – von Hand. Japanisches Kobe-Beef im Appenzell: Käthi Fässler ist von der zarten Spezialität begeistert.

mit Kräutersulz Bernhard Streulis Käserei gehört zum Hotel. 100 Liter Milch werden alle zwei Tage zu Käse verarbeitet. Aus der Molke gibts Schönheitsbäder im hauseigenen Spa. Text caroline micaela hauger Fotos kurt reichenbach

M

enschen im Appenzellerland sind ein besonderer Schlag. Bescheiden im Charakter, laufen sie in aller Stille zur Hochform auf. Wie Küchenchefin Käthi Fässler. «Du verbrennti Zeene», war ihr erster Gedanke, als ihr Direktor Christian Lienhard den Auftrag gab, zu ihrem ZehnJahr-­Jubiläum im Hotel Hof Weissbad ein Rezeptbuch zu verfassen. «Wie chunnts, dass du so gärn chochsch? Diese Frage stellt man mir oft.» Käthi Fässlers Resultat war kein Hochglanzkochbuch, in dem sich die Delikatessen türmen, sondern eine kleine, feine Rezeptsammlung. Mit Anekdoten aus dem Leben der Brülis­ auer Bauerntochter und ihren LieblingsLeckereien von «Chottle a Moscht-Sosse» bis zum «Schlehe-Schnepsli us em Chöller vo de Grossmuetter».

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schweizer illustrierte

Seit dieser Woche ist die ganze Schweiz neugierig: Wer ist die Powerfrau, die eine 30-köpfige Brigade führt und vom GaultMillau zur neuen 16Punkte-Königin gekürt wurde? Käthi Fässler ist alles andere als eine glamouröse Küchendiva. Die bodenständige, burschikose, verschmitzte Appenzellerin inszeniert im erfolgreichsten Hotel­ betrieb der Schweiz (98 Prozent Aus­ lastung!) seit zwölf Jahren für drei Re­staurants spannende Kreationen mit traditionellem, regionalem Einschlag. Ihre Appenzeller Tracht hat sie längst an den Nagel gehängt. «Sie passt mir nicht mehr», gesteht Käthi Fässler herzhaft lachend. Erfahrungen sammelte sie im «Chez Max» in Zollikon, im Landgasthof Hubli in Davos Laret, im Romantik Hotel Säntis in Appenzell. «Das Ausland hat mich nie gereizt. Schon meine Mutter kochte im alten Kurhaus Weiss­bad. Legendär waren ihr

schmackhafter Wurst-Käse-Salat und die Forellen. Viele Gäste kamen des­ wegen. Auch mein Vater. Kurz darauf wurde hier geheiratet.» Gemütlich ist das Ambiente in der holzgetäfelten «Schotte-Sepp-Stobe» des modernen Hotelkomplexes. Das futuristische Gourmetlokal Flickflauder («Schmetterling») überrascht mit architektonischer Transparenz. Durch die gläsernen Flügel blickt der Gast auf den labyrinthförmigen Kräutergarten. Daneben nisten und überwintern die Krabbeltiere im biologischen Insektenhotel. Das naturnahe Konzept ist eng mit der Philosophie des Grandhotels am Fusse des Alpsteins verbunden. Direktor Christian Lienhard: «Schon 1750 reiste die betuchte Klientel aus Europa mit Pferd und Wagen zum Kuren an. Nach einem Bankrott erstrahlt das Haus seit 1994 in neuem Glanz.» Mit grandiosem Erfolg: Die 82 Zimmer und 5 Suiten sind auf


Gaultmillau

Kräuterfrau Käthi Fässler ist Expertin für Gemüse und Gewürze. Ihr Garten hinter dem Restaurant hat die Form eines Labyrinths.

«Wie chunnts, dass ech so gärn choch? Die Leidenschaft habe ich von meinen Grossmüttern geerbt» Wochen ausgebucht. Die Schwellenangst ist kaum mehr spürbar: Die einheimische Bevölkerung trifft sich an der Bar, und manch ein Bauer läuft im Sommer auch mal barfuss durch die Lobby. Auf dem 40 000 m2 grossen Gelände befinden sich zwei Wasserquellen, eine Forellen- und eine Rinderzucht sowie eine Käserei. Im Hüttli stellt Bernhard Streuli aus 100 Liter Biomilch jeden zweiten Tag Appenzeller Hof-Käse her. Das originale Kräutersulz-Rezept kennt auch er nicht: «Die Formel lagert im Bankschliessfach.» Die Molke wird im Spa zum Entschlacken benutzt. Eine Innovation ist auch die Ninkasi-BierKur, die Erholung und Regeneration verspricht. Und natürlich das Kabier-Fleisch von Bio-Bauer Sepp Dähler. Einmal im

Monat erhält Käthi Fässler vom Hof Blindenau eine Lieferung. Die Kälber werden nicht wie in Japan mit Sake, sondern täglich von Hand mit Bier von der Brauerei Locher massiert. «Das Kabier basiert auf dem Kobe-Beef-Prinzip. Das Fleisch ist himmlisch zart und dementsprechend teuer», weiss die Küchenchefin, die à la minute Filets, Entrecotes oder Hoh­ rückensteaks in die Pfanne haut. Die Auszeichnung erfüllt Käthi Fässler mit Stolz. Die 44-Jährige ist Single, sie lebt in einer Wohngemeinschaft in Appenzell. Ihr Arbeitstag ist intensiv. «Ich has schöö», sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht. Die Frau hat wie die Duracell-Häschen aus der Werbung Energie für zwei. Manchmal, sagt ihr Förderer Christian Lienhard, muss man

ihr fast die Batterien rausnehmen. Entspannen kann Käthi Fässler am besten in der Natur. Etwa beim Sammeln von Pilzen, Beeren oder wildem Schnittlauch: «Bei Streifzügen durch die Wälder entdecke ich viel Neues und Vertrautes.» Ungewohnt ist für die Teamplayerin, plötzlich im Rampenlicht zu stehen. Wie hoch hinaus möchte Käthi Fässler noch? «Mir gefällt, was ich mache», sagt die Appenzellerin. «Ich verschwende keine Energie für Wunschträume»   Hof Weissbad Restaurant Flickflauder 9057 Weissbad Tel. 071 - 798 80 80 www.hofweissbad.ch

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Gezittert bis zum Happyend Schweizer fussball lebt wieder: 2:1-sieg gegen lettland

D

er alt Bundesrat sprach stellvertretend für die 18 000 Fans in der St. Galler AFG Arena: «Jetzt packen wirs noch mit der Qualifikation für Südafrika!» Leon Schlumpf war mit seinem Enkel Ursin Widmer gekommen. Die LuxemburgPleite hatte er noch am Fernsehen gesehen. «Es war trotzdem ein Glückstag. Ich durfte just an jenem Tag meine Frau aus dem Spital nach Hause holen.» Sandra Gini war beeindruckt von der tollen Am­ biance im St. Galler Stadion: «Sensationell!», freute sich die Anhängerin von Hitzfelds Team. Ihr Bündner Slalom-Kollege Carlo Janka pflichtete ihr bei: «Für ein solches Spiel ist die AFG Arena genau ideal. Wo sonst gäbe es diese Stimmung?» Ex-FCSGund GC-Spieler Pascal Thüler scherzte: «Uff, das war wieder was für meine grauen Haare …» Text iso niedermann, Fotos bruno voser

unbeirrt Alt Bundesrat Leon Schlumpf kam mit Enkel Ursin: «Wir packens noch!» Leader unter sich Roger Federer besuchte das Team vor dem Match und sprach zu ihm über Siegeswillen. Alex Frei (l.): «Er hat uns beeindruckt!»

Östlich In St. Gallen näher der Heimat: die Türkei-Connection Haki Yakin (l.) und Kubi.

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party

Foto foto-net

grün statt weiss Die Ski-Asse Sandra Gini und Carlo Janka hatten Spass. relaxed Köbi Kuhn genoss den Match in St. Gallen – dieses Mal als «Privatmann».

befreit Ottmar Hitzfeld nach Spielende über seine Erleichterung: «Die ist riesengross!»

party-facts nati-vergangenheit Chappi (l.) traf sich mit ExTeamkollege Pascal Thüler.

tipp eins Sportoto-Direktor und Ex-Trainer Roger Hegi, begleitet von Tochter Annina.

chefs Jörg Schild (l.), Präsident Swiss Olympic, mit Vorgänger Walter Kägi.

Gastgeber Schweizerischer Fussballverband tatort AFG Arena St.Gallen most wanted Wann fällt endlich das erlösende Tor? sympathisch Ein Stadion ganz in Rot – und Nonstop-Anfeuerung über 90 Minuten kommentar Die Luxemburg-Schmach ist im AFGTollhaus fast ganz vergessen gegangen. Party-Rating «Stimmung auf WMNiveau im ChallengeLeague-Stadion. Besser als umgekehrt.»

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Notabene

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Energy–Drinks und Merci-Gmües

u bist, was du isst», heisst es oft. Ist es nicht auch umgekehrt, und ich esse, was ich bin? Vorhin beim Einkaufen war ich ein bisschen indiskret. Denn ich warf – natürlich nur zu Studienzwecken – ein paar Blicke in die Einkaufswägeli der anderen Leute. Da gibt es welche, die posten ein ganzes Gascho voller M-Budget-Energy–Drinks in Aludosen. Manche scheinen sich vor allem von Weissbrot, Aufschnitt, Mayonnaise und Joghurt zu ernähren. Andere nehmen den Slogan «Take five» offensichtlich ernst und greifen bei dem bunten Angebot von Früchten und Gemüsen zu. Ein paar diskrete Blicke später stellte ich für mich kurzerhand die Behauptung auf, dass ich imstande wäre, die Wägelchen den entsprechenden Personen zuzuordnen. Ein Blick auf die Postur, die Kleidung und die Gesichtsfarbe und ich weiss meistens, welcher Einkaufswagen zu wem gehört. Ich habe noch heute ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht ganz «ausesse». Das ist in mir drin, und ich bringe es wohl nie mehr weg. Dann denke ich an meine Mutter, die mir stets predigte: «Bueb, dänk a die hungrigä Chinder in Afrika, wo nüt zässä hend!» Auch wenn dieser Satz bald Fäden zog – berührt hat er mich doch. Aber den Spinat oder die Kutteln auf dem Teller mochte ich trotzdem nicht essen. Wenn ich heute meiner Tochter diese Botschaft mit etwas anderen Worten rüberbringe, sagt sie: «Chum Papi, mir schickä doch öppis abä zu de arme Chinder ...», oder sie holt etwas Geld aus ­ihrem Kässeli. Den süssen Fallen, die sie den grossen und kleinen Kindern in fast jedem Geschäft stellen, versuche ich elegant auszuweichen. Ja, ich glaube wirklich, dass Zucker und seine Ableger eines der grossen Übel unserer Zeit sind. Immer wieder drängt sich der Verdacht auf, dass Zucker nervös macht und uns zusammen mit dem vielen Fett das Geschmacksempfinden verkümmern lässt. Viele ­ Jugendliche sollen heute nur noch zwei Geschmacksrichtungen kennen: süss und salzig. Und was ist mit den vielen Zusatzstoffen? Sind die wirklich so böse, wie sie wirken? Ich weiss es nicht. Vermutlich würde mir ein Lebensmittelfachmann bestätigen, dass die Gifte aus der Luft, der Zigarettenrauch und vieles mehr für mich bedeutend schädlicher sind, als die bis zum Abwinken geprüften, ewig haltbaren Gerichte. Dennoch: So eine in Plastikfolie eingeschweiss­ te Fertigpizza ist doch nichts Anmächeliges! So was will ich nicht in mir drin haben. Dagegen ist eine selber gemachte, auch wenn sie ein bisschen sabbert, weil die frischen Champignons Wasser lassen, ein Fest der Sinne!

Chris von Rohr

Also heisst die Devise: Ran an die Kochtöpfe! Was Rock-’n’-Roll-Koch Jamie Oliver so erfrischend zelebriert, können wir auch: einen Blick in den Kühlschrank werfen und dann frisch von der Leber weg komponieren. Ein paar Rüebli, Tomaten, Zwiebeln und irgendein «Merci-Gmües» (zu gross geratene Zucchetti, mit denen die Nachbarn einen für kleine Gefälligkeiten entschädigen) sind bestimmt immer da. Dazu etwas Reis, Teigwaren oder Kuchenteig, es «Schlückli Wysse un echli Chäs gähn ihm d Chuscht» und fertig ist die leckere Création Rüschtchübeli. Eines nervt mich allerdings immer wieder: Viele Kinder sind äusserst schwierig zu verköstigen, sodass das Kochen zum Eiertanz wird. Man verhandelt, was sie unter Umständen bereit wären zu essen («Gmües u Salat han i nid gärn!»), und verfolgt dann gespannt den ersten Bissen, den sie in den Mund stecken und ­ihren Gesichtsausdruck. Welches Aufatmen, wenn es genehm ist! Es fällt mir schwer, zu glauben, dass man so viele Dinge nicht gernhaben kann! Aber anscheinend ist das Essen in vielen Familien keine Angelegenheit mehr, die lustvoll und ein bisschen dankbar zelebriert wird, um den Hunger zu stillen und dem Körper seinen Treibstoff zu geben, sondern ein einziger Machtkampf, bei dem die Kleinen Dreh- und Angelpunkt sind. Sie haben irgendwie gelernt, dass sie sich wie kleine Könige aufführen können, und falls das Essen für sie kein Festessen ist, dürfen sie es verweigern und sich etwas anderes aus dem Kühlschrank holen. Nicht mit mir! Ich bin bereit, Kompromisse einzugehen, lasse mich aber nicht von meinem Kind autoritär erziehen. Ferner achte ich darauf, dass der Hunger durch viel Bewegung natürlich geschürt wird. Und das Dessert gibts erst nach dem Essen. Ich gebe offen zu, den Menschen ein Stück weit nach seinem Essverhalten zu beurteilen: Wer seine Früchte vor dem Verzehr in kleine Schnitzli schnippelt, finde ich etwas zimperlich, aber vielleicht auch ein bisschen herzig – je nachdem, wie er sich sonst gebärdet. Beisst jemand aber herzhaft in einen Apfel, stellt er für mich das blühende Leben dar. Denn dieser Mensch verfügt über einen gesunden Beissapparat – was in jeder Lebenslage dienlich sein kann –, und er hat ausserdem gemerkt, dass das volle Aroma dieser biblischen Frucht nur richtig genossen werden kann, wenn man den Saft beim Abbeissen durch die Zahnlücken hindurch in die gesamte Mundhöhle strömen lässt. Also kann er nicht allzu ­gefühlstaub sein.  Wer hat Äpfel in seinem Einkaufschäreli? 

Chris von Rohr, 56, Musikproduzent und Autor

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leser

«Die Miss Schweiz hat einen Bärenvater» u Interview mit Bruno Zuppiger, SI 41/2008 «Mit grossem Interesse und Ver­ gnügen habe ich das Interview mit Herrn Nationalrat Bruno Zuppiger gelesen. Ein Mann mit Sachverstand, Humor, Ideen und wachem Geist. Einer, der die Sorgen der kleinen Leute, aber auch die Anliegen der Gewerbler und Firmenbosse kennt. Kein Wunder, wird er immer wieder als möglicher Bundesratskandidat gehandelt – er wäre ein hervorragender Magistrat. Solche Männer brauchen wir heute. Ich wünsche Herrn Zuppiger alles Gute und bin sicher: Von diesem Mann wird man noch viel hören.» I. Zollinger, Bern

Grosse Entdeckung u Schauspielerin Lisa Ivana Brühlmann, SI 41/2008 «Ich bin ein grosser Fan der neuen SF-TV-Serie ‹Tag und Nacht›. Nebst der ungeheuer attraktiven Sabina Schneebeli finde ich die Praxis­ assistentin Connie, gespielt von Lisa Ivana, eine grosse Entdeckung. Lisa spielt herz­ erfrischend natürlich, keck und mit einer wunderbaren Portion Frechheit. Darum habe ich mich sehr gefreut, in der Schweizer Illustrierten einen Bericht über das Jungtalent zu lesen.» Reto Suter, St. Gallen willi

«Sicher ist sicher! Ich habe jetzt unser Erspartes bei den kommunistischen Staatsbanken von Kuba und Nordkorea angelegt.»

Herrlich, diese Familie! u Miss Schweiz Whitney toyloy, SI 41/2008 «Die neue Miss Schweiz Whitney Toyloy ist eine wunderschöne Frau und eine würdige Vertreterin für unsere Schweiz. Aber auch Whitneys Familie ist ganz toll. Herrlich, wie auf den Fotos alle daheimsitzen und ihre Prinzessin beschützen. Vor allem Whitneys grosser, starker Vater kommt mir vor wie ein Bärenvater, der sein Kleines von allem Bösen fernhalten will. Ich hoffe, Whitney erlebt ein wunderschönes Missen-Jahr!» Thea Wunderli, Luzern

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizerillustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

Kernige Burschen sind mir lieber als bubis u bauernkalender, SI 41/2008 «Endlich mal etwas für uns Frauen! Der Kalender mit den knackigen Jungbauern ist ein Hit. Junge, frische und kernige Burschen sind mir viel lieber als diese Bubis, die man im Ausgang immer trifft. Ich werde den Kalender meinen Bürokolleginnen zu Weihnachten schenken. Mit einem muskulösen Jungbauern an der Wand arbeitet es sich doch gleich viel besser.» Regula Moser, Basel


Was macht eigentlich …

RUHESTANd Peter Zinsli mit seiner Frau Luzia, beide 74, daheim in Tschiertschen GR. Immer dabei: sein Sauerstoffgerät. Text Thomas Kutschera Foto Marcel NÖCKER

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reissig Langspielplatten, Tausende von Auftritten – in Bümpliz so gut wie in Kanada und in Spanien. In Festzelten, bei Wysel Gyr im Fernsehen. Ab 1959 sorgten «Peter Zinsli und sini Ländlerfründa» schweizweit für bodenständige Stimmung. 1996 der Rücktritt. Das hatte vor allem mit meinen körperlichen Beschwerden zu tun. Ich bin seit Jahren lungenkrank. Heute brauche ich ein Maschineli, das Sauerstoff zuführt. Dieser kommt über einen Schlauch in meine Nase. Er ist 25 Meter lang und mein ständiger Begleiter. Sie sind chronisch krank? Ja, ich habe eine Lungenüberblähung, das ist unheilbar. Die Ursache? Eine chronische Bronchitis. Dafür bin ich zum Teil selbst schuld. Ich rauchte 40 Jahre lang bis zu einem Päckli Parisienne pro Tag. Vor neun Jahren habe ich endlich aufgehört. Doch schon mein Grossvater war lungenkrank. Die genaue Diagnose bekam ich vor 14 Jahren. Im Februar 2001 wurden die befallenen Lungenteile wegoperiert. 2006 war eine neue Operation nötig. Es ging um Leben und Tod.

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schweizer illustrierte

Wie gehts Ihnen heute? Dank Medikamenten gar nicht so schlecht. Auch wenn ich schon nach ein paar Treppenstufen ausser Atem bin, trotz Maschineli. Ich nehme alles piano, piano. Jeder Tag ist ein Geschenk. Ich habe gelernt, Geduld zu haben. Spielen Sie noch Schwyzerörgeli? Selbstverständlich! Ohne wäre das Leben nur noch halb so schön! Ich spiele täglich eine halbe Stunde – damit ich das technische Niveau halten kann. Das Schwyzerörgeli muss rassig und zackig gespielt werden! Was steht sonst noch auf dem Programm? Nach dem Zmorge lasse ich mich per Autostopp einen Kilometer weit obsi

PERSÖNLICH Geboren am 15. Juni 1934 in Chur. Lehre als Schriftsetzer; auf dem zweiten Bildungsweg wurde Peter Zinsli Bankkaufmann. 36 Jahre bei der Graubündner Kantonalbank, da­neben Chef des Kur- und Verkehrvereins Tschiertschen, wo der zweifache Vater heute mit seiner Ehefrau Luzia lebt. Lernte mit 23 Jahren Schwyzerörgeli spielen, als Autodidakt. Unzählige Auftritte, zum Beispiel mit der Rockgruppe Gotthard in der TV-Sendung «Benissimo». Komponierte unter anderem einen Maria-Walliser-Marsch.

fahren. Dann spaziere ich nach Hause, ohne Maschineli. Anschliessend spiele ich eine halbe Stunde Klarinette. Das sei die beste Therapie, sagt mein Arzt. Ich habe über 400 Stücke komponiert; die übe ich noch regelmässig. Nach jedem Titel muss ich jeweils eine kleine Pause machen. Und am Nachmittag? Dann sitze ich in der Stube und lese. Zurzeit ein Buch über die Velo-Legende Fausto Coppi. Nach 22 Uhr, wenn meine Frau schon im Bett ist, höre ich rätoromanisches Radio: Das bringt schöne Ländlermusik. Sonst hört man heute doch nur noch volkstümliche Schlager! DJ Ötzi, das hat nichts mehr mit Volksmusik zu tun! Solches Zeug macht diese kaputt! Ihre zweite Leidenschaft, das Autofahren? Meinen alten Mercedes 230 fahre ich nur noch selten aus. Sonntags etwa: Beim Dorfkiosk hupe ich, dann bringt mir die Kioskfrau den «Sonntagsblick». Im Auto fühle ich mich gut, es gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Und manchmal fahre ich nach Chur hinunter. Zum Einkaufen? Nein, zum Kaffeekränzli mit Kollegen. Dann habe ich eine 2-Liter-SauerstoffFlasche dabei. Zur Runde gehört alt Bundesrat Leon Schlumpf. Seine Tochter ist eine gute Bundesrätin! Waren Sie an der Beerdigung von Ruedi Rymann? Ich entschuldigte mich aus gesund­ heitlichen Gründen. Rymann war ein grosser Jodler. Und ein guter Kollege, ich war einige Male mit ihm zusammen. Bei einem Auftritt zu DDR-Zeiten in Dresden beispielsweise. Haben Sie noch öffentliche Auftritte? Nur noch sehr selten. Zum Beispiel am einheimischen Sagi-Fest mit meiner Skischual-Abedmusig. Immer auf dem Programm: meine Klassiker «Bündner Gerstasuppa» und «Dr Wentala Schieber». Die Leute hören mich noch immer gern. Vermissen Sie das Rampenlicht? Nein, im Gegenteil. Angst vor dem Tod? Für die Kiste bin ich noch nicht parat. Ich versuche, mein Leben zu geniessen, wie es ist. 

Foto RDB

Zinsli (2. v. r.) mit seinen Ländlerfründa 1985.

… Peter Zinsli? Der Bündner gilt als der bekannteste Ländlermusiker im Land. Auch wenn er seit zwölf Jahren kaum mehr öffentlich auftritt. Die Schwyzerörgeli-Legende leidet an einer Lungenkrankheit.



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