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Mit Style! Das grĂśsste Fashion-Magazin

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22. September 2008 CHF 4.50

Edith Hunkeler Erst HorrorSturz, dann Gold! Wie der Sieg in Peking ihr Leben verändert.

Mark gab mir Kraft Wer wird Miss Schweiz? Das grosse Sonderheft

Matula & Sarah Traum-Hochzeit in Winterthur


editorial

Dominic Geisseler Chefredaktor

Zurück zur Natur! Liebe Leserin Lieber Leser Wann haben Sie das letzte Mal «Chumm, mir wei ga Chrieseli günne» gehört, wann «Det äne am Bergli, det schtat e wiessi Geiss» gesungen? Melodien und Texte, die uns an eine längst vergangene Kindheit erinnern, an eine heile Welt, in der es weder Barbiepuppen noch Vader Abrahams Schlümpfe gab. Doch jetzt feiert sie ein Comeback, unsere Volksmusik, und mit ihr unsere Schweizer Sprache. Und das in einer von der Globalisierung dominierten Zeit, in der Englisch schon im Vorschulalter zur Pflicht gehört. Nicht nur Ruedi Rymanns «Schacher Seppli» ist spätestens seit dessen Tod zum grössten Schweizer Hit aller Zeiten geworden. Auch das Musical «Ewigi Liebi» schlägt alle Rekorde. Bereits vor der fulminanten Premiere von letzter Woche waren über 40 000 Tickets verkauft. Und das Publikum tobt seither jeden Abend zu Mundart-Hits von Gölä, Kuno Lauener oder Baschi und schunkelt zu längst vergessen geglaubten Kinderliedern oder den so wunderbaren, witzigen Texten und Melodien von Mani Matter. Dass «Hemmige» oder «Dr Ferdinand isch gschtorbe» jeden Abend Tausende von Zuschauerinnen und Zuschauern zu Tränen rührt und zu stehenden Ovationen führt, hätte sich der Berner Troubadour wohl nicht in seinen kühnsten Träumen vorzustellen gewagt.

Ewigi Liebi Das Musical mit Schweizer Hits von Mani Matter bis Gölä bringt jeden Abend das Publikum zu stehenden Ovationen.

Wenn dieses Comeback jetzt auch noch bei unserem zweiten Volksgut, den Banken, gelänge, hätten wir vielleicht schon bald wieder eine heile Welt … Ich wünsche Ihnen eine schöne, sonnige Schweizer Woche!

Foto Hervé Le Cunff

Die Schweizer Musik ist im Aufwind. Die lange Zeit verpönten, belächelten und totgesagten Alpen-Klänge und Dialekte sind sozusagen von den Bergen heruntergestiegen und erobern die Städte zurück. Eine neue Art von Patriotismus, von Selbstbewusstsein ist am Entstehen. Das macht uns stolz. Und einzigartig.

Herzlichst

al dente. Das Magazin für Geniesser. SCHAFFHAUSEN: Die besten Adressen für Feinschmecker. «AL DENTE» AM TV Die Betty-Bossi-Rezepte GOURMETQUIZ mit Super-Preisen. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte




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inhalt

22. September 2008 ABO: 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch www.schweizer-illustrierte.ch

Diese Woche aktuell 6 Ruedi Rymann Abschied vom Schacher Seppli 12

Matula & Sarah Claus Theo Gärtners schönster Fall: Heirat in Winterthur! Grosses Doppel-Interview

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Edith Hunkeler Geschafft! Wie ein versteckter Liebesbrief von Mark sie zur Goldmedaille führte

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Heinz Frei Daheim. Der Goldhamsterer ist zurück!

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Johann N. Schneider-Ammann Der Nationalrat und Unternehmer sagt, wie der Werkplatz Schweiz überlebt. Trotz Börsen-Zickzack und Casino-Bankern

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Stan Wawrinka Heiss. Der Freund von King Roger

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Armee Wohin? Dossier. Miliz- oder Berufssoldaten? Grosse Umfrage bei Rekruten, Offizieren und im Volk!

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André Blattmann Der Armeechef über die Krise, die neuen Kampfjets, Roland Nef und Samuel Schmid

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Karl Haltiner Der ETH-Professor zur Army light

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Zurich Open Das Tennis-Extra mit Turnier-Agenda! Was Ana Ivanovic an der Schweiz so liebt, dass sie hier lebt. Warum Belinda Bencic, 11, so stark spielt

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Daniel Libeskind Gross. So baut der Star in Bern

118 Party «Ewigi Liebi» begeistert! Rock zum Kuscheln 120 Notabene Peter Scholl-Latour

Fotos Marcel Nöcker, Maurice Haas, Kurt Reichenbach; Titelfoto Marcel Nöcker

122 was macht eigentlich Ursi Spaltenstein 88 121

Horoskop Leserbriefe, Impressum

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shopping Das Magazin für lustvolles Einkaufen Objekte der Begierde top fit Ladykiller Herzinfarkt! Er ist längst nicht mehr nur Männersache: Bald jede zweite Frau stirbt am Infarkt Vorsicht Was die Beine über Ihr Infarktrisiko verraten! die besten Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme Weekend Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

tv Täglich vom 27. 9. bis 3. 10.

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www.schweizer-illustrierte.ch Ihr Programm diese Woche ist Vorzüglich! Wenn Roger Federer, die Models von Strenesse, die amtierende Miss Schweiz und angehende Supermodels auf Ihrem Computer rumspazieren, dann schauen Sie garantiert SI-Web-TV! www.schweizer-illustrierte.ch/webtv

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Willenskraft

u Was für Märchen das Leben doch schreiben kann! Erst ist sie ganz unten, dann die Beste der Welt: Edith Hunkeler erkämpfte sich in Peking das lang ersehnte Gold! Daheim in Dagmersellen LU wird die Rollstuhlsportlerin nicht nur von Shetlandpony Lady herzlich begrüsst.

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Schlagkraft

u Kein Mann der lauten Töne. Stan

Wawrinka gehört zu den Top Ten im Tennis. Und heizte seinem Freund Roger Federer nach Peking auch in Lausanne ein. Sein grösstes Ass aber ist die Liebe seiner Ilham.

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u Seine Werke sind Kult. Jetzt baute Architekt Daniel Libeskind in Bern Brünnen das Westside – mit 60 Läden, Kino, Freizeitbad, Seniorenheim. Schon die Fassade aus Robinienholz ist ein Hingucker!

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das bild

Fotos HervĂŠ Le Cunff

Letzter Gruss Seine Familie, die engsten Freunde und Fahnenträger stehen am Urnengrab von Jodler Ruedi Rymann.



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Abschied von ruedi Rymann

Adieu, Schacher Seppli

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er hat die Courage, die Ruhe und den Schneid, an diesem schweren Tag den «Schacher Seppli» zu singen? 1500 Trauergäste nahmen am Samstag an der Beerdigung von Jodlerlegende Ruedi Rymann in Giswil OW teil. Und sie alle fragten sich: Wer traut sich, im Gottesdienst Ruedis berühmtestes Lied zu singen? Rymanns Töchter Silvia und Annemarie hatten darauf verzichtet aus Furcht, dass ihnen vor lauter Trauer die Stimme versagt. Dann vielleicht Rymanns Sohn Peter, der die Asche seines Vaters ans Grab trug? Doch auch er sang nicht, erzählte in der Kirche dafür, wie sein «Däddy die besten Älplermagronen kochte» und ihn lehrte, dass Familie und Natur am wichtigsten sind. Bundesrat Samuel Schmid, ein Freund des Verstorbenen, würdigte Rymann als «gottbegnadeten Kenner der Volksmusik». Ruedi sei still, aber träf gewesen, sagte der VBS-Chef und verabschiedete «den Anti-Star» mit den Worten: «Petrus hat einem guten Mann die Tür geöffnet.» Und wer sang denn nun das berühmte Bewegend Peter Rymann trägt Lied? Niemand. Es war die Kirchenorgel, die schliesslich fein und leise die die Holz-Urne seines Vaters. «Schacher Seppli»-Melodie erklingen liess. Marcel Huwyler


leute

spanisches Königshaus

Fotos Getty Images (3), Dana Press, RDB

Küsschen für Papa F

rüh übt sich, wer eine erfolgreiche Königin werden will: Für Infantin Leonor von Spanien beginnt der Ernst des Lebens bereits mit drei Jahren. Vergangene Woche kam die Kleine in die Vorschule. Das exklusive Privatinstitut befindet sich ganz in der Nähe des ZarzuelaPalastes in Madrid, wo sie mit Vater Felipe, 40, und Mutter Letizia, 36, lebt. Für etwas mehr als 1000 Franken Schulgeld im Monat lernt Leonor nicht nur Lesen und Schreiben, sondern darf bereits unter Wahlfächern wie Klavier, Querflöte, Theater, Tanz oder

Chinesisch wählen. Der Unterricht beginnt morgens um 9.30 Uhr und endet am Nachmittag um 17.30 Uhr. Und: Auch das Prinzesschen trägt Schul­uniform – grauer Rock, weisses Polo-Shirt und blauer Pulli. Selbst aussuchen durfte sie die Farbe ihres Schulranzens. Als Mädchen entschied sie sich klar für Pink. Das gesamte Königshaus freut sich über den Auftritt der immer fröhlichen Leonor. Endlich positive Schlagzeilen – nach den Diskussionen über Letizias Schönheitsoperationen und die Scheidung von Leonors Tante Elena. ANDY ENGLERT


vip-lounge Fiona Hefti hat sich beim Joggen das rechte Wadenbein gebrochen. Statt wie geplant am Greifenseelauf teilzunehmen, humpelt die Ex-Miss nun an Krücken. Das Schlimmste sind für Fiona aber nicht die Schmerzen, sondern die «hässlichen Künzli-Therapieschuhe». Ihre hübschen Kleider bleiben momentan im Schrank – zu den klobigen Gesundheitstretern wären diese eine echte Mode-Sünde!

erster Schultag Leonor von Spanien mit Mama Letizia und Papa Felipe auf dem Weg zur exklusiven Privatschule. Letizia feierte am selben Tag ihren 36. Geburtstag.

Mladen Petric und seine Frau Despina freuen sich über die Geburt von Melina Charlize. Am Morgen des 15. September kam um 7.52 Uhr das Fuss­ baller-Töchterchen auf die Welt: 50 cm gross und 3000 g leicht. Despina ist froh, dass der Bauch weg ist. Hochschwanger hatte die gebürtige Griechin noch den Umzug von Dortmund nach Hamburg organisiert! Patricia Schmid schwingt obenauf. Seit sie für die Kampagne des japanischen Kosmetik-Giganten Shiseido posierte, arbeitet das Model nur noch für die Besten. Diese Woche jettet sie von ihrem Wohnsitz New York an die Prêt-à-porter-Schauen nach Paris. Die Edel-Marken Hermès und Jean Paul Gaultier haben bereits ihr Interesse bekundet. Die schöne Aargauerin bäckt jetzt eben grössere Brötchen! Yves Rossy fliegt über den Ärmelkanal – und zwar wie Ikarus! Getragen wird der Swiss-Pilot von Flügeln aus Karbon und Fiberglas, angetrieben mit Kerosin. Am Mittwoch startet der Westschweizer von Calais nach Dover. Happy Landing! Yangzom brauen schmückt sich mit Glücksarmbändern für einen guten Zweck. Die Schweizer Schauspielerin mit tibetischen Wurzeln ist Botschafterin der Schmucklinie «Maracharms». 20 Pro­zent des Verkaufspreises gehen an Projekte für Tibet. Yangzom: «Schönes tragen – und Gutes tun!» fabienne louves geniesst das WG-Leben. Im Juli ist der «MusicStar» bei Mami und Papi in Emmenbrücke ausge­zogen und wohnt jetzt mit zwei Kolleginnen in der Stadt Luzern. «Unsere Frauen-WG ist genial, wie ‹Sex and the City› – nur in Luzern!» schweizer illustrierte




leute Rose Alex Rübel Direktor Zoo Zürich u Er hat ein Stück Madagaskar in die Schweiz geholt. Lemuren, Chamäleons und Vögel bevölkern die MasoalaHalle des Zürcher Zoos seit fünf Jahren. Wo zu Beginn nur zaghaft zarte Pflänzchen sprossen, wächst heute ein regelrechter Dschungel. Den Besucherinnen und Besuchern gefällts – und es werden immer mehr! 1,7 Millionen Menschen wagen sich Jahr für Jahr in die tropische Hitze des Zürcher Regenwaldes. Damit ist der Zoo die meistbesuchte kulturelle Institution der Schweiz. Lieber Herr Rübel, wir gratulieren zum Erfolg des ehrgeizigen Projekts. Und senden Ihnen als Dankeschön unsere Rose. Aber bitte: Die ist ganz allein für Sie. Also nicht an Ihre Zootiere verfüttern und nicht im Masoala-Dschungel pflanzen!

kaktus

Fotos Rolf Edelmann, RDB, Corbis, WireImage, Dukas

hans-christoph steinhausen Kinder- und Jugendpsychiater u Es gibt Jugendliche, die prügeln und randalieren – eine unschöne Sache, die übel enden kann. Wie ist dem Problem beizukommen? Eine neue Idee dazu präsentiert Prof. Steinhausen im «Unimagazin»: Jeder Schüler tritt künftig ein Mal pro Jahr beim Schulpsychologen zu einem Test an. Und nicht – wie heute üblich – nur verhaltens­ auffällige Kinder. So sollen potenzielle Schläger schon vor der Tat entlarvt und therapiert werden. «Kontraproduktiv», warnen andere Fachleute. Die Testerei verwirre die Kinder mehr, als dass sie helfe. Lieber Herr Steinhausen, wir schicken Ihnen auch nicht ein Mal pro Jahr einfach so einen Kaktus. Sondern nur dann, wenns wirklich nötig ist.

Attraktive runde Nubya, Karina Berger, Maria Dolores Diéguez, Christa Rigozzi und Bianca Sissing an der Lacierungsparty von Lubex anti-age (v. l.) im Zürcher «Vertigo»-Club. karina berger & co.

Ihre Schönheits-Tipps

u Das Geheimnis des Jungbrunnens liegt in seinem Inhalt: Wasser. Auf mindestens zwei Liter stilles Mineralwasser täglich schwören Model Maria Dolores Diéguez, 26, Sängerin Nubya, 34, und die Ex-Missen Bianca Sissing, 29, und Christa Rigozzi, 25. Doch das sind nicht ihre einzigen Beauty-Tipps: Maria liebt Vollbäder mit Lavendel­ essenz. Nubya gönnt sich seit zehn Jahren monatlich einen Besuch bei der Kosmetikerin. Sport, gesunde Ernährung und die richtige Anti-Age-Pflege ist für alle Ehrensache. Das jedenfalls waren die Themen an der Lancierungsparty von Lubex anti-age. Gastgeberin

und Botschafterin Karina Berger, 40, lud in die noble «Vertigo»-Lounge in Zürich. Dort wurden bei Prosecco und Vollkorn-Häppchen nicht nur BeautyGeheimnisse gelüftet, sondern – wie immer unter guten Freundinnen – auch über Männer geplaudert. Nicht nur bei Christa, sondern auch bei Maria funkelte ein grosser neuer Diamant am Ringfinger! Auch ein Verlobungsgeschenk ihres Freundes, des Hollywood-Stars Joseph Fiennes? «Vielleicht», sagt Maria und schmunzelte vieldeutig. Nicht alle Geheimnisse werden so schnell gelüftet wie die des guten Aussehens. andrea vogel

kopf der woche peter fonda

1955

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1971

1996

2008

u Als «Captain America» prägte Peter Fonda in den Sixties eine ganze Generation: Doch an den Erfolg des Roadmovies «Easy Rider» konnte er nie mehr anknüpfen. Der 68-jährige Schauspieler und Regisseur kommt diese Woche als Jury­präsident ans Zurich Film Festival. Er lebt heute mit seiner zweiten Frau auf einer Ranch in Montana (USA). Tochter Bridget ist ebenfalls Schauspielerin.

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traumhochzeit

Darf ich bit Ein Fall für zwei: Claus Theo Gärtner und seine Sarah haben sich getraut. Im Winterthurer Standesamt gabs am Samstag das Ja-Wort, Tränen und Ringe für die Ewigkeit. 12

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Glänzender Einfall Claus Theo kaufte die Eheringe bei Tiffany in New York.


Bonnie & Clyde Matula im dunkelbraunen Nadelstreifen-Anzug, seine Sarah verzauberte im cognacfarbenen Rock mit goldigem Oberteil.

Fotos Keystone, Babirad Picture (3), hgm-presse

ten … Text nathalie zeindler

K

lappe! Und Action! Strahlend springt Matula alias Claus Theo Gärtner, 65, aus dem weissgrünen VW-Bus-Oldtimer und reicht, ganz Gentleman, seiner Braut Sarah Würgler, 29, die Hand. Der «Ein Fall für zwei»-Star traut sich. Dem sonst so

harten Privatdetektiv kommen im historischen Schlösschen Lindengut in Winterthur, wo die Heirat vollzogen wird, die Tränen. Gärtners Trauzeuge, der deutsche Schlagersänger Volker Lechtenbrink: «Es war wunderschön. Die Braut las einen Text der britischen Dramatikerin Sarah Kane vor, den sie leicht angepasst hatte. Claus Theo war

sehr gerührt und hatte Tränen in den Augen.» Im exklusiven Interview mit der Schweizer Illustrierten spricht das frisch getraute Paar über Liebe, Getrenntsein und Romantik. Sie wagen nach sechs Jahren Beziehung den Sprung ins Eheleben. Wird sich dadurch etwas ändern? u schweizer illustrierte

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Romantisch Im Museum Lindengut in Winterthur gaben sich der TV-Star und seine Schweizer Freundin das Ja-Wort.

u Claus Theo Gärtner: Vorläufig nichts. Kinder sind für uns derzeit kein Thema. Mit diesem Schritt wollten wir ein symbolisches Zeichen setzen und unsere Liebe besiegeln. Sarah Gärtner: Claus wird noch einige Jahre für «Ein Fall für zwei» in Frankfurt vor der Kamera stehen, während ich demnächst in Zürich die Diplomklasse einer Filmschule besuchen werde. Wir pendeln auch künftig zwischen unseren Wohn­ orten Berlin, Wiesbaden und Basel. Möglicherweise suche ich eine Wohnung in Zürich.

Wie wirkt sich dieser Schritt auf emotionaler Ebene aus? Claus Theo: Ich glaube daran, dass meine dritte Ehe ein Leben lang hält. Sarah und ich gehören zusammen, und deshalb hat sie auch meinen Namen angenommen. Sarah: Da wir uns mittlerweile gut kennen und eine Menge zusammen erlebt haben, war dieser Schritt nahe­ liegend. Zwischendurch sind wir oft

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claus theo gärtner

getrennt, und diese Tatsache ist nicht immer leicht zu ertragen. Claus Theo: Das muss nicht nur Nach­ teile haben. Manchmal hilft eine räum­ liche Trennung sogar, vor allem wenn jemand wie ich die ganze Woche über fünfzehn Stunden lang auf dem Set ist. In solchen Fällen leidet eine Beziehung eher darunter, weil der Partner emotio­ nal nicht wirklich verfügbar ist. Viel lieber nehme ich mir drei Tage frei, um diese intensiv mit Sarah verbringen zu können. Sarah: Es kommt vor, dass wir uns drei Wochen lang nicht sehen. Deshalb wirkt es irgendwie beruhigend, wenn man seine Beziehung legalisiert. In welchen Situationen kommt es in Ihrer Beziehung zu Schwierigkeiten? Sarah: (Lacht) Manchmal divergieren unsere Sichtweisen, aber dabei handelt es sich um Kleinigkeiten. Ein Beispiel: Da ich ein sensibles Gehör habe, stört es mich, wenn Claus gleichzeitig Fernseher und Radio einschaltet. Claus Theo: Sarah redet manchmal mit

ihrem Computer. Ich habe dann das Gefühl, ich sei gemeint. Aber das ist ein Trugschluss. Diese Differenzen fordern wohl kaum einen handfesten Ehekrach heraus. Welche Probleme stehen sonst noch im Vordergrund? Sarah: In Bezug auf unsere Altersdiffe­ renz von 36 Jahren wurden wir oft mit Vorurteilen konfrontiert, und das hat uns noch enger zusammengeschweisst. Claus Theo: Einige Leute in unserem Bekanntenkreis haben ihren Standpunkt revidiert. Kürzlich kamen wildfremde Leute in Wiesbaden auf mich zu und gratulierten mir spontan zur bevor­ stehenden Hochzeit. Andere meinen: «Was soll denn dieser Altersunter­ schied?» Aber Liebe ist älter als die Zeit. Sie spüren den Unterschied tatsächlich nicht? Sarah: Manchmal macht er sich schon bemerkbar, aber wenn man den rich­ tigen Umgang damit findet, stellt er kein grosses Problem dar. Man muss u

Fotos Babirad Picture (3), Keystone, Schneider-Press

Flittermobil Mit dem VW-Oldtimer fahren die Frischvermählten in die Stadt der Liebe. Die Braut muss dabei auch unterwegs auf nichts verzichten.

«Ich glaube daran, dass meine dritte Ehe ein Leben lang hält»


traumhochzeit

Alte Freunde Claus Theo Gärtner mit seinem Trauzeugen Volker Lechtenbrink.

schöne schwestern Sarah Würgler mit Rosen-Brautstrauss in der Rechten und ihrer Schwester Rona an der Linken.

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traumhochzeit

«In Bezug auf unsere Alters­ differenz wurden wir oft mit Vorurteilen konfrontiert. Das hat uns zusammengeschweisst» u gegenseitige Toleranz üben. Grund­ sätzlich bin ich der Meinung, dass der Partner nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann. Abgesehen davon bin ich zwischendurch auch ganz gern allein. Claus Theo: (Lacht) Zwangsläufig trifft dies auch auf mich zu. Sarah: Das hat nichts mit dir zu tun. Manchmal reicht ein Spaziergang, bei dem ich meinen Gedanken nachhängen kann. Claus Theo: Wer seine eigenen Gefühle nicht ernst nimmt, verkümmert in seelischer Hinsicht und fügt letztlich auch der Partnerschaft Schaden zu.

Manche Paare werden kurz vor der Eheschliessung von Panikgefühlen heimgesucht. Können Sie das nachvollziehen? Claus Theo: Überhaupt nicht. Wenn man sich entschlossen hat, diesen Weg zu gehen, macht man seine Entschei­ dung nicht mehr rückgängig. Wer daran zweifelt, hat zuvor nicht richtig nach­ gedacht. Sarah: Manchmal erlebte ich tatsäch­ lich solche Schrecksekunden, als ich dachte: Um Himmels willen, was machst du denn da? Neulich hat mir eine Freundin, die mittlerweile ver­ heiratet ist, erzählt, dass sie auch mit solchen Gedanken konfrontiert wurde. Das hat eben auch mit Respekt zu tun.

Foto Breuelbild/Juri Reetz

Herr Gärtner, Sie waren schon zweimal verheiratet. Wie erleben Sie diese Hochzeit? Es ist die erste Ehe, die ich mit allem Drum und Dran feiere. Bei meinen vorhergehenden Ehen waren nur die Trauzeugen und die Eltern präsent, und damit hatte es sich auch schon. Sie machten Sarah einen Heiratsantrag im italienischen Portofino bei einem Candle-Light-Dinner. Sie scheinen eine romantische Ader zu haben. Deswegen habe ich diesen Ort auch ausgewählt, das heisst, ich habe Sarah nicht verraten, wohin wir fahren. Leider waren nirgendwo Blumen erhältlich, und so klaute ich welche aus dem Hotel. Weil der Antrag so schön war, hat mir Sarah ihrerseits am folgenden Tag einen Antrag gemacht.

Romantik weicht in manchem Ehealltag oft der Routine. Was unternehmen Sie dagegen? Sarah: Unser Lebensstil ist sicherlich von Vorteil. Wenn wir längere Zeit aufeinander verzichten müssen, haben wir uns immer viel zu erzählen. Claus Theo: Manchmal sehne ich mich sogar nach ein bisschen Alltag, aber wir halten uns kaum länger als drei Tage an einem Ort auf. Sie spannen auch beruflich zusammen. Sarah: Ich habe schon Drehbücher für «Ein Fall für zwei» geschrieben, und manchmal unterstützt mich Claus im Rahmen meiner Tätigkeit bei der Thea­ terfalle in Basel. Irgendwann möchten wir ein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Wir sind eben ein Künstlerpaar. Wird eine Beziehung stärker, wenn man beruflich miteinander zu tun hat? Claus Theo: Davon bin ich überzeugt. Sarah: Wir haben einen ähnlichen Hintergrund. Wenn sich ein Partner in einem vollkommen anderen Beruf bewegt, kann er möglicherweise nur schwer nachvollziehen, weshalb der an­ dere für drei Wochen verreisen muss. Sprechen wir über Sarahs Heimat. Haben Sie eine schweizerische Eigenart von ihr übernommen? Claus Theo: Ich bin in dieser Bezie­ hung wohl ziemlich resistent. Das gilt jedoch nicht für die heimische Küche. Hin und wieder bereite ich ein Käse­ fondue zu. Sarah: Vielmehr bin ich ein bisschen deutscher geworden, weil ich lange Zeit in Deutschland arbeitete. Die Schweizer neigen eher dazu, sich zurückzunehmen und ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Claus Theo: Zu Anfang gab es einige Schwierigkeiten, als wir auf Reisen waren. Sarah raubte mir mit ihrer Schweizer Gemütlichkeit den letzten Nerv, weil sie mit sämtlichen Stewar­ dessen das Gespräch suchte. Ich dachte immer, das Flugzeug würde ohne uns losfliegen. Sarah: Im Laufe unserer Beziehung

tanz ins glück Claus Theo und seine Sarah legen eine flotte Sohle auf die Plättli.

haben wir uns beide verändert. Ich war Anfang zwanzig, als ich Claus kennenlernte. Damals rutschte ich in diese Beziehung hinein und musste lernen, mit den Medien umzugehen. Dieser Prozess dauert noch an. Themenwechsel: Inwiefern unterscheiden sich Ihre Geschmäcker? Claus Theo: Punkto Modestil habe ich mich von Sarah inspirieren lassen. Früher trug ich oft konservative An­ züge mit Schlips. Mittlerweile bevorzuge ich legere Freizeitkleidung. Sarah: Das habe ich dir aber nicht aufgedrängt, oder? Claus Theo: Überhaupt nicht. Ich finde, das passt äusserlich besser zusammen. Sarah: Unsere Geschmäcker unter­ scheiden sich insofern, als ich Kleider aus meiner Generation trage und entsprechende Musik höre. Aber vieles überschneidet sich. Mein Vater hat mir sämtliche Grössen der 60er-Jahre nähergebracht. Seitdem stehe ich auf Rock ’n’ Roll.  schweizer illustrierte

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goldene Hausfrau Edith Hunkeler hat bereits acht Stunden nach ihrer Heimkehr nach Dagmersellen LU ihre Olympia-Shirts durch die Waschmaschine gejagt.

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Von der Pech schweizer illustrierte


paralympics

Goldene vorfreude Als Edith ihre 1500-Meter-Bronzemedaille bejubelt, ahnt sie noch nichts vom Marathon-Gold.

- zur Goldmarie

Foto Keystone

Sie stürzte schwer, rappelte sich auf – und holte das lang ersehnte Gold. edith hunkeler verrät, wie ihre grosse Liebe Mark sie aus der Ferne unterstützte.

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Text bettina portmann Fotos marcel nöcker

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ine Geschichte wie im Märchen: Es war einmal im Jahre 1994, als ein blondes Mädchen mit strahlend blauen Augen nach Australien reisen wollte, um dort Englisch zu lernen. Dann geschah ein schrecklicher Autounfall, und die 22-Jährige sass plötzlich im Rollstuhl. Und keiner hätte je gedacht, dass sie die erfolgreichste Athletin der Schweiz werden würde. Vierzehn Jahre später träumt die junge Frau von olympischem Gold. Als der Traum in greifbare Nähe rückt, stürzt sie mitten im Wettkampf mit ihrem Rennstuhl. Und alle denken: Jetzt ists endgültig vorbei. Doch Edith Hunkeler, 36, gewinnt am 17. September in Peking paralympisches Gold. Wie es sich für ein Märchen gehört: in der Königsdisziplin – dem Marathon. Nach Edith Hunkelers Sturz im 5000Meter-Rennen fragt sich eine ganze Nation entsetzt: Wie kann ein Mensch nur so viel Pech haben? Als die Luzernerin dann über 1500 Meter Bronze gewinnt, geht ein Aufatmen durchs Land.

Am letzten Olympia-Tag, nach 42,195 Kilometern mit paralympischer Rekordzeit von 1 Stunde, 39 Minuten, 59 Sekunden endlich im Ziel, weiss jeder: Wenn es eine kann, dann Edith. Von der Pechmarie zur Goldmarie – ein Sportmärchen, das die Brüder Grimm nicht besser hätten schreiben können. Edith Hunkeler, wie nah liegen Glück und Pech für Sie zusammen? Sehr nah! Sieg und Niederlage – eine Gratwanderung. So schön es letztendlich ist, so tragisch wars zu Beginn. Das zu beschreiben, dafür fehlen mir noch immer die Worte. Nach Ihrem Marathon-Sieg lagen Sie schluchzend in den Armen Ihres Trainers André Fries. Es war die Erlösung. Wenn eine Vision Realität wird, ist das ein ziemlicher Schock. Zwei Jahre lang arbeiteten André und ich auf diesen Marathon hin. Zum Siegen gehört das Vorstellungs­ vermögen, sich gewinnen zu sehen. War es so, wie Sie sichs erträumt hatten? u Es war viel heftiger als in meiner

«So schön es letztendlich ist, so tragisch war es zu Beginn. Mir fehlen die Worte»

drama Beim 5000-Meter-Rennen verursachte Edith Hunkeler einen Massensturz, verletzte sich schwer und wurde disqualifiziert.


happy end Mark Wolf holt seine Edith am Flughafen ab. Mark: «Als ich nach dem Sturz lange nichts von Edith hörte, wurde ich nervös.»

Foto Keystone

paralympics


paralympics

Mark wolf

immer bei ihr Ein versteckter Liebesbrief von Mark half Edith in Peking, sich aufzuraffen.

u Fantasie.

Auch die Zieleinfahrt spielte sich in meinem Traum anders ab. In Peking merkte ich nicht mal, dass ich bereits im Ziel bin.

drei Tagen 60 000 Menschen meinen Sturz auf Youtube reingezogen. Bei irgendeinem Jahresrückblick werde ich ihn bestimmt zu sehen bekommen.

Wie das? Ich fuhr an dritter Stelle ins «Vogel­ nest». Ruhig, fast wie in Trance. Als ich das Zielband durchriss, glaubte ich, noch 400 Meter vor mir zu haben.

Wollten Sie in diesem Rennen zu viel? Jede kämpft. Und die Position entscheidet das Rennen. Ausserdem wird ruppiger gefahren. Unachtsam­ keiten und Stürze sind die Folge.

Sie wussten um Ihre letzte Goldchance. Machte Sie das nervös? Ich war erstaunlich ruhig. Irgendwie spürte ich, dass ich es schaffen würde. Das schrieb ich sogar in einem SMS an meinen Freund Mark.

Trotz Schmerzen gaben Sie nicht auf. Wie kriegten Sie wieder die Kurve? Ich wollte es! Das war Antrieb genug. Und ich wusste: Das, was ich trainiert hatte, war durch diesen Sturz nicht verloren gegangen.

Woher kam diese Zuversicht? Vielleicht brachte mir die Bronze­ medaille, die ich tags zuvor gewonnen hatte, die nötige Ruhe. Als ich in der Nacht vor dem Marathon nicht einschlafen konnte, nahm ich sie von meinem Nachttisch zu mir unter die Decke. Hinter dieser Medaille steckt so viel Leiden.

Wie im richtigen Märchen spielt auch bei Edith ein Prinz eine wichtige Rolle: Mark Wolf. Er konnte seine «Princi­ pessa» nur aus der Ferne unterstützen. Ediths Partner war in der Schweiz geblieben. Statt glänzender Rüstung und Schimmel gabs SMS, Skype und E-Mails.

Das erste Rennen an den Paralympics endete für Edith Hunkeler dramatisch. Noch 500 Meter fehlten ihr bis zur Ziellinie. Sie wollte taktisch fahren und sich in eine gute Position bringen. Ihre Gegnerinnen planten dasselbe und stiessen von hinten permanent an ihren Rollstuhl. Da passierte es: Die Luzernerin verursachte einen Massensturz. Die schmerzvollen Folgen: schwere Prellungen und Disqualifika­tion. Haben Sie sich den Sturz inzwischen angeschaut? Nein. Aber offenbar haben sich innert

Hätten Sie sich in Peking nicht doch eine Schulter zum Anlehnen gewünscht? Sicher wäre das schön gewesen. Doch Mark hatte noch vor meiner Abreise einen Brief in meinem Buch versteckt. Den las ich in Peking immer wieder, er gab mir so viel Kraft. Mark, wie unterstützten Sie Edith nach ihrem Sturz trotz der Distanz? Wir sind seit über sieben Jahren zu­ sammen. Ich weiss genau, was sie fühlt und braucht. Neben Ablenkung, Humor und Unterstützung sagte ich ihr aber auch schon mal deutlich, dass sie jetzt nicht in Selbstmitleid und Zweifel versinken darf.

Das klingt hart. Edith: Auch wenn ich lieber etwas anderes gehört hätte, ich war für seine klaren Worte dankbar. Mark: Ihr Sturz tat natürlich auch mir leid. Doch ihr Ziel war einzig und allein, Erfolg zu haben. Edith: Marks Haltung half mir sehr. Unterbewusst rüttelte mich das auf. Peking liegt hinter Ihnen, haben Sie jetzt Angst vor der grossen Leere? Diese Phase wird sicher kommen, aber wir werden auch das meistern. Sie haben Olympia-Gold in der Tasche, einen Mann an der Seite, sind 36 Jahre alt – jetzt fehlt nur noch eines, oder? (Lacht) Ich könnte jetzt vieles sagen, aber ich lasse es auf mich zukommen. Und vielleicht wird mir der Entscheid irgendwann auch abgenommen … Sind die Ringe schon gekauft? Edith: (Grinst) Da ist Mark gefragt … Mark: (Lacht) Bis jetzt hat Edith immer das Edelmetall mit­ gebracht …

Goldiges Duo Hunkeler & Frei in Peking. Auch der Goldhamsterer ist wieder daheim. Ein Besuch in Etziken SO, nächste Seite. u schweizer illustrierte

Foto Keystone

«Ich sagte Edith deutlich, dass sie jetzt nicht in Selbstmitleid und Zweifel versinken darf»

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paralympics

Weisch no? Zusammen mit Partnerin Rita blättert Heinz Frei im Bildband seiner Karriere. Zahllose Para­ lympics-Siege, WM-Titel und 102 Marathon-Erfolge stehen in seinem Palmarès.

Der Goldhamsterer is Zweimal Gold in Peking! Die imposante Erfolgssammlung des heinz frei, 50, steht nun bei 14 Paralympics-Titeln. So souverän wie er siegt keiner. Und doch hat seine Rita manchmal Angst um ihn. Text iso niedermann Fotos sedrik nemeth / L’illustré

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ein, reich wird Heinz Frei mit seinen vielen Siegen nicht. Grad mal 6000 Franken Prämien ­waren Gold im Einzelzeitfahren und beim Strassenrennen mit dem Handbike an den Paralympics in Peking wert. Da streichen andere Behindertensportler ganz andere Beträge ein. Für einen ­Paralympics-Sieg erhielten etwa die italienischen Athletinnen und Athleten bis zu 75 000 Franken. «Die Zeit des Professionalismus ist auch bei uns end-

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gültig angebrochen», sagt Frei, der gelernte Geometer, der heute mit einem 50-Prozent-Pensum im Paraplegikerzentrum Nottwil als Trainer und Athletenbetreuer arbeitet. «Das hat Aus­ wirkungen bei den Rennen. Weil es oft um viel Geld geht, wird rücksichtsloser gefahren. Die häufigen Kollisionen und Stürze sind wohl kein Zufall.» Kein Wunder, hat Rita manchmal Angst. Die 41-jährige Partnerin des

tiefergelegt Der Wechsel vom Rollstuhl ins Handbike hat Heinz Frei neu motiviert.

­ olothurners ist froh, wenn ihr Heinz S unbeschadet von den Wettkämpfen heimkommt ins gemeinsame Haus in Etziken SO. Seit zwei Jahren sind die beiden ein Paar. Heinz hat aus erster Ehe zwei Kinder, Yan, 19, und Tamara, 16, die aber nicht beim Vater leben. Rita ist selbst begeisterte Hobby­ sportlerin – beide waren schon zusammen am New-York-Marathon. So hat sie Verständnis für die häufigen Abwesen-


t zurück heiten von Heinz, wenn er seine Wettkämpfe bestreitet. Seit 1984 hat Heinz Frei nebst den 14 Paralympics-Gold­ medaillen – wovon eine 1988 bei Winterspielen im Langlauf – auch 12 WM-Titel und 102 Marathons gewonnen. Dazu hält er den Marathon-Weltrekord mit 1:20:14 Stunden. Eigentlich genug, um sich sportlich zur Ruhe zu setzen. An Rücktritt dachte Heinz Frei schon nach Athen 2004, als er erstmals seit Jahren ohne Gold heimkehrte. Der Wechsel vom Rollstuhl ins Handbike gab ihm dann aber einen neuen Schub. Dass er neue Herausforderungen zu meistern versteht, weiss man, seit er als 20-Jähriger auf einer Bergtour in Seelisberg verunfallte und im Rollstuhl landete. «Ich war damals zwei Jahre im Tief, doch der Sport gab mir einen neuen Lebenssinn.» Und Erfolgserlebnisse ohne Ende.   Mitarbeit: Christian Rappaz / L’illustré


interview

Bluten wir jetzt für die blanken Banker? Die Finanzwelt ausser Rand und Band! Das 900-Milliarden-Dollar-Geschenk für die amerikanischen Casino-Banker! Unternehmer Johann N. schneider-ammann sagt, wie der Werkplatz Schweiz überlebt. Text Max fischer Fotos Kurt reichenbach

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enn es toll läuft, kassieren die Investmentbanker wie Könige, gehts schlecht, muss der Staat einspringen. Die Abzockerei ist inakzeptabel, sie muss unterbunden werden. Die Krise macht mehr als deutlich: Es stimmt, dass die Gewinne privatisiert und die Pleiten sozialisiert werden. Und wenn die Staaten jetzt zur Rettung gezwungen sind, so werden sie hoffentlich verlangen, dass die Egoismen nicht schon morgen wieder zum Wucher ansetzen können. Auch Sie gelangen an den Staat. In einem Postulat wollen Sie vom Bundesrat wissen, ob er bei einer UBS-Übernahme ein Szenario parat hat. Die UBS hat volkswirtschaftlich eine sehr hohe Bedeutung für die Schweiz. Die Bilanzsumme ist fünfmal so gross wie das Bruttoinlandprodukt. Da ist es nicht gleich, was passiert. Ich will eine starke, verlässliche UBS! Die UBS ist doch vom Aktionariat her heute schon keine Schweizer Firma mehr. Wahrscheinlich nicht. Entscheidend ist nicht nur das Kapital. Die UBS-Führung ist noch immer schweizerisch und sehr gut qualifiziert. Die Strategie wird in Zürich bestimmt. Kurz: Die Bank ist nach wie vor ein Schweizer Unternehmen. Bei einer allfälligen zusätzlichen Kapitalspritze einer ausländischen Grossbank wird die UBS aber ein Stück weiter vom Schweizer Markt wegrutschen. Und das Risiko wird so grösser, dass die Verbundenheit zur schweizerischen Volkswirtschaft verloren geht. Bekommen Schweizer KMU jetzt die Krise von UBS und CS zu spüren?

Engagiert Der FDP-Nationalrat Johann N. Schneider-Ammann in einer Sessionspause vor dem Bundeshaus. «Jeder versucht zu günstigeren Krediten zu kommen.» Fairerweise muss man sagen, dass beide Grossbanken ihr Kreditvolumen gegenüber der KMU-Welt in den letzten Quartalen nicht vermindert haben. Die Frage ist: zu welchen Bedingungen? Diese sind sicher ambitiöser, um es vornehm auszudrücken. Und weniger vornehm ausgedrückt? Wenn ein Kredit erneuert werden muss, ist der Zins in der Regel nicht mehr so attraktiv wie vorher. KMU und Private zahlen mit Zinsauf­

schlägen für die Fehler der Banker. So einfach ist das nicht. Auch das Gegenparteienrisiko ist ein Faktor. Gibt es einen Markt für die Firmen, so versuchen diese, bei andern Instituten zu günstigeren Krediten zu kommen. Die Migros-Bank jubelt über einen Rekord-Neugeldzufluss von 1,7 Milliarden Franken, bei den Raiffeisenbanken ist es 1 Milliarde, zusammen mit den Kantonalbanken sind sie die Profiteure. Die Angst ist kein Rezept. Aber es gibt sie. Niemand will der Dumme sein. Das Vertrauen der beiden Grossen u schweizer illustrierte

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interview

«Die Inflation wird in den nächsten Wochen zurückgehen» Johann N. Schneider-Ammann ist im Moment angeschlagen. Solange die Unsicherheit herrscht, besteht für die UBS und die CS das Risiko, dass sich Leute mit ihrem Geld abwenden. Ich hoffe sehr, dass die Stabilität ganz rasch wieder zurückkehrt. Dann ­kehren auch die Grossbanken zurück. Wir brauchen diese unbedingt. u

Beim Swissair-Grounding stand die Schweiz wegen eines 3-Milliarden-Lochs kopf. Allein die UBS muss nun Rück­ stellungen von bis zu 60 Milliarden machen. Sind diese Dimensionen den Bank-­Managern bewusst? Ja, sicher. Und wenn die Krise etwas Gutes haben muss, dann dies: Alle, bis an die Spitzen der grossen Bank­ institute, realisieren wieder, dass sie Teil einer ganz realen Welt sind. Und dazu gehört auch, dass die extreme, so­genannt erfolgsabhängige Belohnung dramatisch korrigiert wird. Ist der Mensch einfach gierig? In gewisser Hinsicht ist er ganz offensichtlich schwach.

wird in den nächsten Wochen zurückgehen. Der Grund: Das Wachstum verlangsamt sich, und deshalb werden die Rohstoffpreise wieder sinken. Im November/Dezember geht es darum, vernünftige Lohnlösungen zu finden.

Was heisst das? Wegen der Teuerung erhält ein Arbeitnehmer mehr Lohn, kommt dafür aber in eine höhere Steuerklasse und hat unter dem Strich nicht mehr Geld. Das macht wenig Sinn.

Was heisst vernünftig? Wir sind bestrebt, die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erhalten.

Ein Tropfen auf den heissen Stein. Überhaupt nicht. Es geht um immerhin 600 Millionen Franken, die so in der Bevölkerung bleiben. Und zwar beim Mittelstand. Es geht hauptsächlich um Löhne zwischen 80 000 und 120 000 Franken. Diese Leute konsumieren und investieren. Wenn 600 Millionen sofort in die Wirtschaft zurückfliessen, können wir dem Negativtrend entgegenwirken.

Wie viel mehr Lohn gibts 2009? Weil die Märkte nicht mehr im gewünschten Mass da sind, ist es wenig sinnvoll, generelle Reallohn-Zusagen zu fordern. In der Maschinenindustrie handhabt jede Firma die Lohnfrage individuell. Firmen mit guter Perspektive werden etwas grosszügiger sein können als solche mit unsicherer Zukunft. Nochmals: Damit kann ich nichts kaufen. Wir prüfen auch anderes, um die Kaufkraft zu erhalten. Sofort wollen wir die kalte Progression ausgleichen.

In welcher Hinsicht? Unter anderem auch dort, wo es um das liebe Geld geht. Die Banken rechtfertigen ihre hohen Löhne und Boni mit dem Markt. Diese Erklärung akzeptiere ich für die unteren Stufen, für den Mittelbau und sogar für die breitere Direktions­ ebene. Nicht aber für die Top-Shots. Auf Stufe Generaldirektor spielt der Markt nicht mehr. Die Finanzkrise macht den Firmen zu schaffen. In den letzten Jahren haben aber die meisten fette Gewinne ein­ gefahren. Jetzt möchten die Arbeitnehmer mehr Lohn. Das verstehe ich. Zurzeit kommt aber einiges gleichzeitig auf uns zu. Erstmals seit 15 Jahren ist die Teuerung bei über 3 Prozent. Das hat mit den gestiegenen Energiepreisen und dem Wachstum in den Schwellenländern zu tun. Eine wunderbare Erklärung. Dafür kann sich aber der einfache Arbeiter bei der Ammann Group nichts kaufen. Lassen Sie mich erklären. Die Inflation

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Johann N. schneider-ammann in der Wandelhalle des Bundeshauses mit SI-Wirtschaftschef Max Fischer (r).

Persönlich Geboren am 18. 2. 1952 (Wassermann) ukarriere Chef/Mitinhaber der Ammann Gruppe Langenthal (3200 Angestellte, 1,4 Milliarden Umsatz), Präsident Swissmem (Maschinen-, Elektro- und Metall­ industrie) ufamilie verheiratet mit Katharina, zwei erwachsene Kinder uhobbys «Ich bin ein Bewegungsmensch und jede freie Minuten draussen»; auf dem Nachttisch liegen zwei Biografien über Carl Gustaf Mannerheim und Winston Churchill; liebt Mozartkonzerte

Ein anderes Problem ist der Strompreis. Diese Entwicklung ist ebenfalls alarmierend. Meine Industrie opponiert. Und die FDP-Fraktion will eine Sonderdebatte zum Thema. Gerade Sie waren doch auch für eine Liberalisierung des Strommarktes. Das stimmt. Mehr Wettbewerb müsste grundsätzlich zu tieferen Preisen führen. Das Parlament hat den un­ heilvollen Schritt gemacht und den Besitzern von Überlandleitungen gesagt: Ihr müsst euch in einer Gesellschaft ­zusammenschliessen, wir erwarten Versorgungssicherheit, und für die Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Energie werdet ihr entschädigt. Das kostet. Jetzt kommt die Elektrizitätswirtschaft mit Maximalforderungen, die zu weit gehen. Ich hoffe, dass wir das mit einer Vernunftsdebatte wieder auf die Schiene bringen. Die Elcom als Aufsichtsbehörde ist jetzt gefordert. Wie gehts mit der Energie weiter? Drei Kernkraftwerke gehen in überblickbarer Zeit vom Netz. Wenn die Wachstumsszenarien nach überstandener Finanzkrise wieder gelten, wird unser Energiebedarf grösser. Wenn der Verbrauch steigt und das Angebot kleiner wird, entsteht eine Lücke. Deshalb muss mindestens ein neues Kernkraftwerk der vierten Generation möglichst schnell in Betrieb genommen werden. Doch der Weg durch alle Instanzen dauert 20 Jahre. 


Stan – unser Schattenstar Text iso niedermann Fotos Maurice Haas

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ie Tennisanhänger im Land der Beckers und Grafs würden derzeit dem Himmel dafür danken: einen Spieler in den eigenen Reihen zu wissen, der dieses Frühjahr die Top Ten knackte, beim Masters-Series-Turnier von Rom im Final stand, mit Olympia-Gold im Doppel aus Peking heimkehrte und der mit 23 Jahren seine beste Zeit wohl noch vor sich hat. Jüngster Eintrag im Palmarès des Stanislas Wawrinka: Sieg am Wochenende mit der Schweiz gegen Belgien und damit Aufstieg in die Davis-Cup-Weltgruppe. Ironie des Schicksals: Stan Wawrinka könnte dank seinen tschechisch-deutschen Vorfahren tatsächlich

für den «grossen Kanton» spielen. Doch das ist kein Thema: «Ich bin mit ganzem Herzen Schweizer. Für unser Land im Davis Cup zu spielen bedeutet mir extrem viel. Und bei der Nationalhymne an den Olympischen Spielen kämpfte ich gegen starke Emotionen an.» Dabei gäb es durchaus Grund für Schweiz-Verdruss. Selbst das Olympiagold für unser Land hat ihm – zumal in der deutschen Schweiz – nicht zu der öffentlichen Wertschätzung verholfen, die einem Sportler seines Formats eigentlich gebührt. Der Grund ist einfach: Zu lang ist der Schatten des Basler Übersportlers Roger Federer. Man hat Respekt für Stan, aber die Begeisterung gehört King Roger. Wawrinka kann damit leben: «Ich verstehe die einseitige

kult-jubel Roger Federer «wärmt sich» auch in Lausanne an Stan: «Der ist richtig heiss!»

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Verteilung der Sympathien. Die Schweizer sind sich sogar eher noch zu wenig bewusst, was sie an Roger haben. Und diese Situation kommt mir nicht mal ungelegen. Rogers Schatten nimmt auch viel Druck von mir. Ich bin einfach glücklich, mit so einem Superspieler befreundet zu sein, so oft mit ihm spielen und trainieren zu dürfen.» In der Tat sind der vier Jahre ältere Roger und Stan nicht nur Erfolgspartner auf dem Platz, sondern stehen sich auch menschlich nahe: «Wir hatten schon vor Peking ein sehr gutes Verhältnis. Doch seit Olympia würde ich uns beide als wirkliche Freunde bezeichnen. Und das ist selten in einem Metier, wo es kaum echte Freundschaften gibt. Das Tennisgeschäft macht aus Menschen Egoisten. Aber mit Roger würde ich sofort in die Ferien reisen – hätten wir Zeit dazu.» Es habe ihn in China berührt, sagt Stan, dass sich Roger ihm geöffnet, ihm auch menschliche Schwächen und Bedenken gestanden hätte. Denn er sei im Vergleich zum «besten Spieler, den das ­Tennis jemals hatte», noch immer in der Position des Lehrlings. Diese Bescheidenheit zeichnet den Romand aus. Seine Bodenständigkeit hat mit seiner Herkunft zu tun, die im Tennismetier wohl einzigartig ist. In Saint-Barthélemy bei Lausanne wuchs Stan auf einem landwirtschaftlichen Gut auf, das Menschen mit sozialen und psychischen Problemen eine Heimat und Arbeitsstätte bietet. Stans Vater Wolfram und Mama Isabelle – beide ausgebildete Sozialpädagogen – führen die Institution. So lernte Stan nicht nur früh Tennis spielen. Er erfuhr zusammen

Foto EQ Images

Er gehört zu den zehn besten Tennisspielern der Welt. Doch selbst Olympiagold hat stanislas wawrinka, 23, nicht an die Spitze der Publikumsgunst katapultiert. Er kanns verkraften. Wichtiger ist ihm die Liebe seiner Ilham.


porträt relaxed «Der Top-Ten-Platz hat mich nicht im Geringsten verändert», sagt Wawrinka.

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porträt

«Ilham gibt mir Stabilität. Auf ihre Lebens­ erfahrung kann ich mich verlassen» Stan Wawrinka

p­liziert vor. Zu bescheiden, höflich und ruhig ist der 23-Jährige. Loyalität ist ihm wichtig. Wer sein Vertrauen hat, behält es. So ist mit Dimitri Zavialoff, 32, noch heute einer von Stans Jugendfreunden sein Trainer. Und es gibt für Stan keinen Grund zu wechseln: «Ich habe derzeit neun Spieler vor mir. Wie viele davon ich noch überholen kann, ist nicht vorher­ zusagen. Ich setze mir jedenfalls keine Limiten. Und meine wichtigsten Anliegen für die Zukunft sind sowieso die Gesundheit und meine Liebe zu Ilham!» mit seinen Geschwistern Jonathan, 26, Djanaée, 19, und Naëlla, 16, von ganz nah, dass es Menschen gibt, deren Sorge nicht Weltranglisten-Punkte sind, sondern die nackte Lebensfähigkeit. «Das hat mich als Typ geprägt», sagt er. «Und ich habe mich manchmal im oft oberflächlichen Tennisgeschäft schon etwas fremd gefühlt.» Dass Stan den Boden unter den Füssen trotz wachsender Popularität nie verliert, dafür garantiert seine Lebensgefährtin Ilham Vuilloud. Seit 2005 ist er mit der marokkanisch-stämmigen Walliserin liiert, wohnt mit ihr heute in einer Wohnung in Lutry. Ilham ist in der Westschweiz bekannt als Fernseh- und Radio­ moderatorin. «Sie hilft mir, mich auch mit den wesentlicheren Dingen des Lebens zu beschäftigen. Weil sie sich eigentlich für Sport überhaupt nicht interessiert, hält sie mir die Augen für die anderen Themen offen», erzählt die aktuelle Welt-Nummer 9.

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Inzwischen hat Ilham ihr Arbeits­ pensum allerdings auf 50 Prozent reduziert, sodass sie oft auf Stans Reisen dabei sein kann. Das hilft ihm, bei Siegen nicht abzuheben und auch Niederlagen zu verkraften. «Ilham gibt mir Stabilität. Auf sie und ihr Plus an Lebenserfahrung kann ich mich voll verlassen.» Diese grössere Lebenserfahrung rührt auch von den 11 Jahren her, die Stans Liebste älter ist als er. «Komisch, dass dies die Leute immer wieder beschäftigt», wundert sich Stan. «Für uns beide ist es kein Thema. Im umgekehrten Fall wundert sich ja auch niemand.» Aber immerhin, es ist eine weitere Gemeinsamkeit mit Freund Federer. Partnerin Mirka ist ebenfalls einige Jahre älter als Roger. «Vielleicht ist es ja für eine reifere Frau tatsächlich einfacher, das unstete Leben an der Seite eines Tennisprofis zu führen», vermutet Stan. Ein Leben mit Stan Wawrinka stellt man sich allerdings nicht allzu kom­-

Das Interview mit Roger Federer über seinen Freund Stan – jetzt im Web-TV.: www.schweizer-illustrierte.ch/webtv

stans vorlieben u Jeans oder Anzug? Wawrinka: «Jeans! Ich finde, die stehen mir besser.» u

Saucisson vaudois oder Filet?

«Ein Kompromiss: Filet vaudois.»

Schwingfest oder Paléo Festival? «Das Paléo vor meiner Haustüre. Ich

u

war letztes Jahr dort beim Pink-Konzert.» u

Deux-Chevaux oder Ferrari?

«Obwohl ich Oldtimer mag: Ferrari – mein Traum! Jetzt fahre ich einen BMW M3.» u

Paris Hilton oder Halle Berry?

«Halle. Weshalb, kann ich nicht sagen.» u

Blocher oder Calmy-Rey?

«Calmy-Rey. Nicht weil sie Calmy-Rey ist, sondern weil Blocher Blocher ist.» u Djokovic oder Nadal? «Nadal! Ich mag nicht, wie Djokovic sich mit seinen ­Parodien über Kollegen lustig macht.»

Foto RDB, Styling Tamara Gysi; Hair & Make-up Julia Grunz; Kleider VMC Jeans and Sportswear; Fidelio; adidas Originals Store, Boutique Booster, alle in Zürich

verträumt Stan mag zwar U2, würde sich aber eher als «Soft­ rocker» bezeichnen. Partnerin Ilham Vuilloud hilft ihm, seine sanfte Seite auszuleben.


armee-Krise

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david suter, wenslingen BL «Mir gefällt der Teamgeist hier in der RS. Das ‹Gschtürm› um die Armeeführung interessiert mich nicht so sehr.»

patrick stöckli, Althäusern AG «Ich mache meine 21 Wochen, und das wars dann. Wir sind eine coole Truppe. Einzurücken fällt mir aber immer schwer.»

Mark schmid, Russikon Zh «Höchste Zeit, dass wir die Grundausbil­ dung nun hinter uns haben. Jetzt wirds praxisbezogener und so auch spannender.»

marco baumberger, Goldach SG

«Ich tue hier meine Pflicht. Die Truppen­ gattung der Aufklärer gefällt mir. Man wird mental und körperlich gefordert.»

david moser, bern «Ich hab manchmal etwas Mühe. Vor allem wenn Vor­ gesetzte auf unsere Kosten nicht richtig kommunizieren.»

ralf lehmann, flawil sg «Der Drill in der Grundausbildung gefiel mir nicht. Jetzt, in der zweiten Hälfte der RS, wirds sehr viel spannender.»

benjamin frei, deitingen so «Wir haben eine tolle Kameradschaft, und Leute unterschied­ lichster Herkunft treffen aufeinander. Wo gibts das sonst?»

luca albrecht, langendorf so «Gut, dass wir eine Miliz haben. So sind nicht nur Rambos in der Armee. Ich finde die RS bisher ganz angenehm.»

Thomas ryser, heimiswil be «Wenn schon Militär, dann richtig. Deshalb bin ich zu den Aufklärern gegangen. Hochs und Tiefs gibts überall, auch bei mir.»

Tobias bützer, zug «Wir haben die Hälfte der RS – und ich bin froh. Die Diskus­ sionen um die Armeespitze sind mir egal. Zu weit weg.»

daniel eisenhut, mühlheim tg «Wir konzentrieren uns hier auf die Ausbildung. Nein, das ganze ‹Gschtürm› um die Armee ist kein Thema bei uns.»

ralph disch, elm gl «Ich finde das Ver­ halten von Nef und Schmid daneben. Sie waren nicht ehrlich. Genau das erwartet man aber von uns.»

lionel hof­stetter, nidau be «Ich hatte mir die RS anstrengender vorge­ stellt. Man lernt hier die kleinen Dinge des Lebens wieder ganz enorm schätzen.»

philipp stucki, winterthur zh «Politik interessiert mich nicht so sehr. Armeechef und Bundesrat können von mir aus tun und lassen, was sie wollen.»

alessio maag, bachenbülach zh «Wir sind dauernd engagiert, haben kaum Freizeit. Aber das Polit-Theater in Bern verfolgt man natürlich schon mit.»

claude brechbühl, nidau be

michael schärer, dübendorf zh «Ich bin ein positiv denkender Mensch. Deshalb macht mir das hier nichts aus. In der Armeediskussion halt ich mich raus.»

raphael graeser kreuzlingen tg «Mir gefällts hier, wir habens gut im Team. Wenn man mal drin ist, läufts. Schmid und Nef hätten ehrlich sein sollen.» schweizer illustrierte

«Die Armee brauchts, aber über die Form müsste man sich Gedanken machen. Ich bin für eine abgespeckte Version.»


stefano minuscoli, rapperswil sg

«Die ganzen Diskus­ sionen um die Armee sind viel zu weit weg von uns. Wir haben ganz andere, prak­ tischere Probleme.»

daniel röthlisberger, burgdorf BE

«Ich wäre lieber am Arbeiten. Hab grad ein bisschen Motivationsprobleme. Man könnte sich das hier auch sparen.»

michael zolliker, bülach zh «Es gibt hier ein biss­ chen zu wenig Action für meinen Geschmack. Die Armee-Diskussion läuft ohne uns. Zu wenig Information.»

luzian steiner, allschwil bl «Ich finde es etwas eintönig hier. Das ‹Gschtürm› um die Armee lässt mich kalt. Das wird sich bald wieder legen.»

lukas müller, wolhusen lu «Ich glaube, in der ganzen Armee-Debat­ te wurde sehr viel von den Medien aufge­ bauscht. Das ist alles nur halb so wild.»

jan böhler, fraubrunnen be «All die Leute hier würde man sonst wohl gar nie treffen. Das gefällt mir. Die Kameradschaft ist wirklich super!»

Armee wohin? kein feind, kein chef – kein sinn? Die Armee im Kreuzfeuer. Das Rüstungsprogramm wankt, der Departements­ chef auch. Wir wollten wissen, was los ist. Von Rekruten der Inf RS 13 in Liestal BL, angehenden Offizieren, dem Stellvertreter des Armeechefs – und in einer repräsentativen Umfrage.

samuel zihlmann, malters lu «Ich bin motiviert, habe gute Typen kennengelernt. Und viel erlebt. Der Durch­ haltewillen wird hier auf die Probe gestellt.»

fabian rothenfluh, luzern

«Es gibt viele Leer­ läufe, ich bekomme zu wenig Schlaf und bin immer müde. Die Armee-Debatte inter­ essiert mich nicht.»

Philippe flo­rinetti, genf

«Ich kann hier mein Deutsch verbessern, und einen Röstigraben gibts auch nicht. Krise? Ach, so schlimm kann das wohl nicht sein.»

johan rogenmoser, villars-sur-ollon vd

«Das Ganze ist eine gute Erfahrung. Ich finds interessant, lehrreich und heraus­ fordernd. Vor allem wegen der Sprache.»

sylvain stübi, mont-pÈlerin vd «Es ist streng hier, aber eine gute Erfahrung. Die ganzen Diskussionen um die Armee verfolge ich nicht so intensiv.»

loïc brawand, saignelégier ju «Man lernt interes­ sante Leute kennen – und ich lerne Deutsch. Alles geht irgendwann vorbei. Auch das hier.»

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armee-Krise

patrizia züger, 21, melano ti Obergefreiter, Single, KV-Angestellte, möchte zum Grenzwachtkorps GWK. «Für mich ist das die optimale Vorbereitung fürs GWK. Eine tolle Lebenserfahrung. Man kommt oft ans Limit. Armeekrise? Das glaube ich nicht. Hier bei uns läuft alles bestens.»

«Im Team ein Ziel erreichen, Verantwortung tragen, sich etwas verzichten – eine hervorragende Lebenserfahrung,

nicolas llense, 31, bülach ZH Oberwachtmeister, Metallbautechniker, bekam den OffiziersVorschlag im 4. WK. «Ich lerne hier, Leute zu führen. Auch in Ausnahmesitua­tionen. Die Diskussionen um die Armee beschäftigen mich zwar, aber an meiner Einstellung ändern sie nichts.»

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Text edi estermann Fotos kurt reichenbach

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dario rodi, 21, widnau sg Oberwachtmeister, Möbelschreiner, Single. «Ich bin stolz, bald Offizier zu sein. Jungen etwas weitergeben, im Team ein Ziel erreichen, Verantwortung tragen, das ist toll. Ich muss mich ins Ganze eingliedern, verzichten – das prägt.»

eingliedern, anpassen, auch mal auf die einen fürs ganze Leben prägt»

simon wyss, 20, hitzkirch lu Oberwachtmeister, Landschaftsgärtner, Single. «Meine Familie und mein Chef unter­stützen mich. Sie sind stolz, dass ich mir ein Ziel gesetzt habe. Ich werde danach vielleicht als Zeitmilitär arbeiten. Ich kann hier unbezahlbare Erfahrungen sammeln.»

bgestürzte Rekruten an der Jungfrau, ein tödliches Schlauchboot-Drama auf der Kander, ein Armeechef, der seine Ex-Freundin stalkt – und ein selbstgefälliger Verteidigungsminister, der bei alledem dilettantisch agiert und katastrophal kommuniziert. Die Armee in der Krise. Ein «Saustall» gar, wie sich SVP-Politiker ereiferten, der dringendst aufgeräumt werden müsse. Wo muss wer was aufräumen? Soll der politische Aktivismus vielleicht gar von hausgemachten Problemen ablenken? Eine militärische Lageanalyse. Ohne die fürchterlichen Unfälle der vergangenen Monate bagatellisieren zu wollen: Angesichts der Grösse der Armee passieren nicht mehr Fehler als in anderen grossen Organisationen auch. Das mediale Interesse ist selbstverständlich ungleich grösser. Und bei den jeweils folgenden Grundsatzdiskussionen schimmert es dann durch, das Hauptproblem: Welchen Auftrag hat die Armee heute noch? In welche Richtung soll sie gehen, die Sicherheitspolitik der Schweiz? Nicht Generäle befehligen unsere Armee, sondern Politiker. Letztlich wir, das Volk. Und wie lautet der Auftrag? «Raumsicherung und Verteidigung, subsidiäre Einsätze zur Prävention und Bewältigung existenzieller Gefahren, Beiträge zur Friedensförderung», steht im Militärgesetz. Bloss: Was heisst das? Die konkrete Ausgestaltung obliegt dem Parlament, den Parteien. Und die sind sich heute uneins wie nie: Die SVP hätte gern mehr Armee, die SP weniger und die Grünen gar keine. Zufrieden ist nur die Mitte. Wir sind heute in Europa um­ zingelt von Freunden. Der klassische Schutz des Territoriums, früher primäre Aufgabe der Armee, hat an Bedeutung verloren. Die Armee aber bleibt ein Notfallinstrument. Sie muss vorbereitet sein. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines solchen Notfalls heute gering ist. Geht im Quartier ein Brandstifter um, baut plötzlich jeder wieder auf die Feuerwehr. «Die Akzeptanz der Armee steigt schlagartig, wenn die Zeiten unsicherer werden», sagt Armeechef ad interim ­André Blattmann im Interview ab Seite 43. Gemäss unserer aktuellen LinkUmfrage sind es derzeit 61 Prozent. Die Aufgaben der Armee haben sich verschoben. Heute gehts um Wahrung des Wohlstandes, der inneren Sicherheit, den Schutz von Informationsund Energie-Netzwerken, die Hilfe bei schweizer illustrierte

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armee-Krise Naturkatastrophen und Grossanlässen. Unsere Milizarmee hat einen weltweit einzigartig hohen Anteil von 97,6 Prozent Wehrpflichtigen. Sie kann dabei immer nur eine Ergänzung zu Polizei, Geheimdienst und Feuerwehr sein. Denn momentane Bedrohungsformen lassen sich kriegerisch nicht bekämpfen: Handel mit Massenvernichtungswaffen, internationaler Terrorismus und organisierte Kriminalität. Der Ruf nach einer Berufsarmee (Umfrage unten) ist trügerisch: Experten schätzen, dass sich in der Schweiz

wohl bestenfalls 15 000 bis 20 000 Berufssoldaten rekrutieren liessen. Eine autonome Verteidigung wäre so unmöglich. Und billiger als eine Milizarmee ist das Modell auch nicht. Die Miliz wird also bleiben, wohl in angepasster Form. Was unisono auch fast alle von uns besuchten Rekruten befürworten. Am Donnerstag dieser Woche befindet der Nationalrat über das aktuelle Rüstungsprogramm, die Einkaufsliste der Armee. Eine «unheilige Allianz» von SVP und SP hat mit lautem Säbelrasseln angekündigt, es allenfalls zu boykottie-

ren und damit ihren Lieblingsfeind Samuel Schmid zu desavouieren. Eine Schlappe liesse den Verteidigungsminister wohl intensiver über einen vorzeitigen Rücktritt nachdenken. Am 1. Oktober will der Nationalrat in einer Dringlichkeitsdebatte über den Zustand der Armee diskutieren. Auch dort wird wieder viel von Armee-Krise die Rede sein. Vielleicht ist das Ganze ja aber tatsächlich eine Polit-Krise, wie Armeechef Blattmann vermutet. «Die Politiker sollen sagen, was sie von uns erwarten. Wir sind bereit.»

Die grosse Armee-Umfrage Armee Ja, eher verkleinert, ohne neue Kampfjets – und Schmid darf bleiben: dies das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage der Schweizer Illustrierten.

Braucht die Schweiz noch eine Armee? È È

È

n Ja  n Nein  n Weiss nicht / keine Antwort

detailinfos 69 % der Männer sagen Ja, 57,2 % der Frauen. Je älter, desto höher der Ja-Anteil. Während in D-CH 66,5 % Ja sagen, sind es in der W-CH 52,9 %. Markant der Unterschied zwischen Stadt (60,1 % Ja) und Land (72 % Ja).

Brauchen wir neue Kampfjets? È È

È

n Ja  n Nein  n Weiss nicht / keine Antwort

detailinfos Frauen sagen mit 79,6 % wuchtig Nein. Jüngere (15–29 Jahre) ebenfalls (77,9 % Nein). Vehementes Nein auch in der W-CH: 80,9 %. Und markant auch die höhere Ablehnung in grösseren Haushalten (3+): 80,9 %.

Milizsystem oder Berufsarmee? È È È

n Milizsystem  n Berufsarmee  n Weiss nicht / keine Antwort

detailinfos Frauen tendieren eher zu einer Berufsarmee (52,2 %). Ältere dagegen stehen klar für Beibehaltung der Miliz (59,8 % der 50- bis 74-Jährigen). Die W-CH wünscht sich deutlich eine Berufsarmee (66,5 %). 45,6 % in der D-CH.

Soll Samuel Schmid zurücktreten? È È

È

n Ja  n Nein  n Weiss nicht / keine Antwort

detailinfos Punkto Schmid herrscht Einigkeit über sämtliche Umfrage-Kategorien hinweg: Die Mehrheit sagt Nein. Mehr Männer noch (61,2 %) als Frauen (59,4 %) und mehr Nein (62 %) auf dem Land als in der Stadt (59,8 %).

umfrage-methode: Das Link-Institut Zürich führte im Auftrag der Schweizer Illustrierten vom 8. bis 13. September 2008 in der Deutsch- und der Westschweiz 1021 Telefoninterviews anhand repräsentativer Vorgaben nach Region, Alter, Geschlecht und Erwerbstätigkeit durch.

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Drei Generationen

Fotos Rolf Edelmann

familie walker diente in drei verschiedenen Armeemodellen. Nicht nur die Ausrüstung hat sich in den letzten 70 Jahren verändert.

aktiv-dienst im 2. weltkrieg «Ich habe immer gern Dienst getan. Die Kriegserlebnisse aus der Aktivdienstzeit haben mein ganzes Leben geprägt.»

Armee 61 «Teile unserer Ausrüstung waren damals schlecht, ich fror oft an die Füsse. Heute fände ich eine Berufsarmee effizienter.»

Armee 95 «Dienstkollegen habe ich fast keine, weil nur alle zwei Jahre WK war – mit immer anderen Leuten. So gabs keinen Kitt.»

Soldat Peter Walker, 90, mechaniker aus Kerns ow. geleistete diensTtage: 1000. Im Kriegs-Mai 1940 standen 700 000 Mann im Einsatz. Kampfpanzer fehlten. Vor dem Krieg kaufte die Schweiz 80 deutsche Messerschmitt-Flugzeuge, 1945 zählte man 530 Kampfflugzeuge. Pro Kriegsjahr gab der Bund gut 1 Milliarde Franken für Verteidigung aus. Soldaten-Sold 1943: 2 Franken.

Soldat josef walker, 62, schlosser aus ennetmoos nw. geleistete dienstTage: 333. In der Armee 61 (1961–1995) dienten 600 000 bis 800 000 Mann. Ausgaben Bund für Verteidigung jährlich 1,1 bis 6,2 Milliarden Franken. Ausrüstung Stand 1988: 504 Flugzeuge, 99 Helikopter, 2680 Panzer. 1963 Wechsel vom Karabiner zum Sturmgewehr 57. Soldaten-Sold 1986: 4 Franken.

Soldat Markus walker, 40, telematiker aus stans nw. geleistete diensttage: 305. Die Armee 95 (1995–2003) zählte erst 400 000 dann 360 000 Mann. Die jährlichen Bundesausgaben für Verteidigung sanken von 5,6 auf 3,6 Milliarden Franken. Ausrüstung: 240 Flugzeuge, 87 Helikopter, 2952 Panzer. 1990 Einführung Sturmgewehr 90. Soldaten-Sold 1995: 5 Franken.

Armee XXi – die aktuellen Zahlen

Gesamt-Dienstleistungspflicht: 260 Tage. Bestand: 20 000 Rekruten, 80 000 Reserve und 126 000 Aktive (davon 6000 Offiziere, 20 000 Unteroffiziere, 1300 Frauen). Anzahl Flugzeuge: 152

Anzahl Helikopter: 62 Anzahl Panzer: 1849 2007 geleistete Diensttage: 6,656 Millionen Sold pro Tag: Soldat CHF 5.–, Leutnant 12.–, Major 18.–, Divisionär 27.–

Die Verteidigungsausgaben im Jahre 2007 betrugen 3,6 Milliarden Franken (total Bundesausgaben: 54,4 Milliarden Franken).

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armee-Krise guten mutes Divisionär André Blattmann, 52, in seinem Büro im Bundeshaus Ost, Bern.

«Die Politiker sollen sagen, was sie wollen» Seit Roland Nef gehen musste, führt Divisionär André blattmann interimistisch die Armee. Der Zürcher über die Miliz, neue Kampfjets und den Rücktritt von Samuel Schmid. Text edi estermann Fotos Kurt reichenbach

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it welchem Gefühl gehen Sie morgens zur Arbeit? Mit Freude und Dankbarkeit, dass ich zugunsten der wichtigen Institution Armee arbeiten darf. Keine leichte Aufgabe, die Armeeführung in einer solchen Krise zu übernehmen … Als Stellvertreter muss man damit rechnen, dass man plötzlich die Füh­ rung übernehmen muss – oder darf. Es gab Handlungsbedarf, und ich war gefragt. Aber, ja, natürlich wünschte ich mir das «Gewässer» derzeit etwas ruhiger. Wir sind momentan weit weg vom üblichen Tagesgeschäft. Der Armeechef weg, der Luftwaffenchef und vielleicht auch bald der Departements­ chef weg: Wie wollen Sie das Vertrauen von Öffentlichkeit und Soldaten wieder zurückgewinnen? Das Volk will eine Armee, und es will

eine gut ausgerüstete Armee. Wir dürfen in der Bevölkerung noch immer auf einen sehr starken Rückhalt zählen. Und: Es gibt nur einen Weg, dieses Vertrauen nachhaltig zu wahren – mit guten Leistungen. Der Sohn muss aus der Rekrutenschule nach Hause kommen und sagen: «Es ist hart, aber gerecht und lehrreich.» Sie haben sehr eng mit dem zurück­ getretenen Armeechef Roland Nef zu­sammengearbeitet. Wie haben Sie auf die Vorwürfe gegen ihn reagiert? Wenn man jeden Tag zusammenarbei­ tet und dann plötzlich so etwas pas­ siert, macht einen das zuerst mal sehr betroffen. Wir haben in diesem ersten Halbjahr enorm gut kooperiert, konn­ ten wertvolle Inputs geben, der Armee Ruhe vermitteln, einige Dinge kon­ solidieren … Dann mags einen doppelt, wenn es dann heisst, das wars jetzt schon wieder. Er tat mir leid. Nef hat einen guten Job gemacht. Alles Weitere ist seine Privatsache.

Haben Sie noch Kontakt mit ihm? Selten, ja. Per Mail oder SMS. Nef konnte trotz gravierenden Charakter­ schwächen in der Armee Karriere machen. Auch der Unglückskadi von der Kander war charaktermässig nicht über alle Zweifel erhaben. Die Armee hat eindeutig ein Kader-Rekrutierungsproblem. Sehen Sie: Wir selektionieren bereits bei der Aushebung sehr gewissenhaft, anders als früher. Auch die Ausbildung zum Chef wurde mittlerweile systema­ tischer. Wir lassen unsere Kriterien derzeit von externen Experten überprüfen. Falls nötig, werden wir Ver­besserungen vornehmen. Ich glaube aber an das jetzige System. Bei einem Bestand von 120 000 aktiven Armee­angehörigen kann es immer mal einen geben, der den Kriterien nicht entspricht. Können Sie es sich überhaupt leisten, die Kriterien scharf anzusetzen? Sie haben viel zu wenig Berufskader. u schweizer illustrierte

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armee-Krise «Wir haben keine Krise der Armee, sondern eine Krise jener, die uns unseren Auftrag geben sollten» Lieber einen weniger – dafür einen guten. Keine Kompromisse.

u

Aber wie wollen Sie neue Berufskader gewinnen? Das Problem ist ja nicht neu. Jeder Departementschef seit dem Zweiten Weltkrieg versuchte es schon zu lösen. Ich bin jedem dankbar, der es versucht hat (lacht). Wahrscheinlich funktioniert es nur so, wie es bei mir damals auch war: durch das Vorbild der eigenen Vorgesetzten. Wem das imponiert, der entscheidet sich eher für eine militärische Berufskarriere. Wir haben dieses Jahr 60 junge Leute, die Berufsoffizier werden wollen. So viele wie schon lange nicht mehr. Die Übung Stabilo offenbarte massive Führungsprobleme. Ist unsere Armee überhaupt Ernstfall-tauglich? So wie es in der Presse nachzulesen war, würde ich mir auch Sorgen machen (lacht). Im Ernst: Diese Übung trug ja dazu bei, unsere Ernst­falltauglichkeit unter Beweis zu stellen. Es bringt keinem etwas, wenn wir so was veranstalten und danach so tun, als ob alles in bester Ordnung wäre. Wir wollen schliesslich Fortschritte machen und weiterkommen. Weshalb haben Sie den Bericht nicht klassifiziert? Er war als intern klassifiziert, nicht vertraulich oder geheim. Wir haben nichts zu verheimlichen. Im Gegenteil: Ich würde heute sogar noch proaktiver informieren. Das Armeebudget wurde in den letzten Jahren von 4,3 auf 3,6 Milliarden Franken gekürzt. Wie weh tut Ihnen das? Das tut sehr weh, wenn ich den Auftrag, den wir haben, und die Leistungen, die von uns erwartet werden, betrachte. Man kann nicht mit immer weniger Geld dasselbe leisten. Bekommt man Jahr für Jahr 20 Prozent weniger Lohn, kann man eine Zeit lang die Ferien streichen, auf das neue Sofa verzichten oder nur noch günstig einkaufen. Aber irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht oder eben überschritten. Und genau so ist es auch bei uns. Wenn wir kein neues Material

kaufen können, darf man auch nicht überrascht sein, wenn das Vorhandene mehr gebraucht wird und so höhere Unterhaltskosten anfallen. Politiker, die uns das Geld verweigern, sollten sich dessen bewusst sein. Sie haben eingangs von einer Krise gesprochen. Ich glaube, es ist weniger eine Krise der Armee, sondern eher eine Krise jener, die uns den Auftrag geben sollten. Was erwarten Sie also von der Politik? Das Parlament bestimmt, wie es bei uns läuft, und ich erwarte deshalb noch so gern konkrete Steuerungsmass­ nahmen. Sie müssen aber konkret sein. Und längerfristig verbindlich. SVP und Linke drohen, Ihnen beim an­stehenden Rüstungsprogramm einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das Rüstungsprogramm ist unsere gestraffte Einkaufsliste. Ich könnte nicht nachvollziehen, wenn man nun kurz vor dem Einkauf alles wieder umkrempeln würde. Das geschützte Mannschaftstransportfahrzeug kommt unseren Soldaten zugute, das ABCSchutzmaterial der ganzen Bevölkerung, der F/A-18 muss gewartet werden, er braucht den «grossen Service». Es ist gefährlich, auf Kosten der ­Sicherheit politische Spiele zu spielen. Können wir uns einen neuen Kampfjet denn überhaupt leisten? Ich komme selber aus der Luftwaffe. Der Jet ist wichtig für uns. Aber ich will auch Klarheit darüber haben, ob wir diese Flieger auch betreiben können. Nach dem Kauf muss das Geld für deren Unterhalt auf Jahrzehnte hinaus bereitgestellt werden. Also vielleicht gar kein neuer Jet? Alles ist möglich. Mit der Ausmusterung der Tiger­Kampfflugzeuge würde auch die beliebte Patrouille Suisse verschwinden. Wir brauchen die Tiger ja noch einige Jahre. Wenn er dann aus dem Verkehr gezogen wird, müssen wir prüfen, ob wir uns dieses beim Volk so beliebte Aushängeschild noch leisten können.

Munition. Ist der Engpass nun behoben? Ja. Es gab kurzfristig zu wenig Panzerfaust-Munition, und auch für den Granatwerfer-Aufsatz beim Sturmgewehr fehlte die Übungsmunition. Einsatz­munition war stets genügend vorhanden. So ein Engpass hätte mich als Kadi auch geärgert. Ich erwarte aber einen gezielten Munitionseinsatz, keine sinnlosen Baller-Übungen. Wir gehen sorgsam mit Steuergeldern um. Wie gross ist Ihrer Erfahrung nach die Bereitschaft der Wirtschaft, der Armee Leute zur Verfügung zu stellen? Sie ist kleiner geworden. Für mich ein klarer Hinweis, was ich zu tun habe. Seit ich als Chef der Armee im Einsatz bin, habe ich einen grossen Teil meiner Zeit darauf verwendet, mich bei Unternehmen für Kader einzusetzen. Unsere Schweiz ist sicherheitsmässig ein Schlaraffenland. Man könnte der Versuchung erliegen, dies als gottge­ geben anzusehen. Dem ist aber nicht so. Unsere Unternehmen sollten zur u

andré blattmann im Büro in Bern mit SI-Nachrichtenchef Edi Estermann (r.).

Persönlich Geboren in Richterswil ZH am 6. 3. 1956 ukarriere KV-Ausbildung, Betriebs­ ökonom HWV, Executive MBA Uni ­Zürich, ab 1984 Instruktionskorps der Fliegerund Fliegerabwehrtruppen, Kdt RS in Payerne, Stabchef FAK 4 ab 2001, Lehrgang in Monterey USA, von 2004 bis 2005 Kdt Zentralschule der Armee in Luzern, seit 1. Januar 2008 im Grad eines Divisionärs stellvertretender Chef der Armee ufamilie Blattmann ist verheiratet ukontakt www.vbs.admin.ch

Diesen Sommer fehlte in den WK die schweizer illustrierte

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armee-Krise «Ich arbeite gut mit Bundesrat Schmid zusammen. Ich sehe keinen Grund, dies zu ändern» Kenntnis nehmen, dass es ihnen unter anderem deshalb gut geht, weil sie in einem äusserst sicheren Umfeld agieren können. Unsere Banken sind nicht besser als die anderen. Was also macht den Unterschied? Wir bieten Ruhe, Kontinuität, Sicherheit. Und wer produ­ ziert das? Unter anderem wir, die Armee. Kommt dazu, dass ein Absolvent unserer Kaderschulen schlichtweg der bessere Kandidat ist in der Privat­ industrie. Bei uns hat er gelernt, auch unter schwierigsten Bedingungen zu führen. Diesen Mehrwert müssen wir den Unternehmen wieder in Er­innerung rufen. Deshalb treffe ich mich gerade diese Woche wieder mit ­Personalchefs grosser Firmen. u

Militär-Experte Karl Haltiner spricht sich im Interview mit uns für eine schlanke Freiwilligen-Miliz aus. Was halten Sie davon?

Ich bin ein heftiger Verfechter unseres Milizsystems. Nirgendwo sonst kriegen sie eine solche Durchmischung der Bevölkerungsgruppen zustande. Zudem verunmöglicht unser Arbeits­ markt eine Freiwilligen-Armee. Da gehe ich mit Herrn Haltiner nicht einig. Würde Ihnen ein baldiger Rücktritt von Bundesrat Schmid die Arbeit erleichtern? Dazu muss ich klar sagen: Wir arbeiten gut zusammen. Ich bekomme von ihm klare Vorgaben für meine Arbeit, geniesse seine volle Unterstützung. Er macht Sachpolitik für die Armee, und das ist für mich sehr wichtig. Solange dies so gut funktio­ niert, sehe ich keinen Bedarf für eine Änderung. Wir haben in einer Link-Umfrage die Schweizer Bevölkerung zur Armee

befragt. Überrascht Sie eines der Ergebnisse? (Siehe Seite 40.) Nein, eigentlich nicht. Diese Umfragen sind immer eine Momentaufnahme. Sobald die Zeiten etwas unsicherer werden, steigt die Akzeptanz der Armee schlagartig an. Bei der Frage zur Berufs­armee … Natürlich ist es bequemer, wenn man die anderen machen lassen kann. Und das Ergebnis bei der Kampfjet-Frage zeigt mir, dass wir hier noch sehr viel zu erklären haben. Diesen Auftrag nehme ich nun mit aus diesem Interview. Letzte Frage: Was antworten Sie dem Bundesrat, wenn er Sie für den Posten des Armeechefs anfragt? Ich würde ihm sagen, dass ich es mir überlege und dass man im Detail über die exakten Rahmen­ bedingungen sprechen müsste.


armee-Krise

Der Kalte Krieg ist vorbei. Braucht die Schweiz jetzt noch eine Armee? Wie soll die aussehen? ETH-Pro­fessor Karl Haltiner zu Wehrpflicht, Rambos und Milliardenkosten.

kein sturer militärkopf Der Militär­ soziologe und Titularprofessor Karl Haltiner, 62, vor dem ETH-Hauptgebäude in Zürich: «Die Armee muss sich der veränderten Bedrohungslage anpassen.»

«25 000 Freiwillige für eine Army light!» Text Max fischer Foto Marcel Nöcker

U

nsere Armee steht vor einem Scherbenhaufen. Ich bin nicht so besorgt. Die Armee XXI ist die wichtigste Reform seit Bestehen des Bundesstaates. Fast alles wurde umgekrempelt. Anpassungsschwierigkeiten gehören dazu, das ist in der Wirtschaft nicht anders.

Foto(s) Vorname Nachname

Was läuft falsch? Sorgen machen mir die politischen Rahmenbedingungen. 1991 sind mit dem Ende des Kalten Krieges die klassischen Elemente der Schweizer Verteidigungspolitik weggefallen. Die Frage stellt sich: Gegen wen verhalten wir uns jetzt neutral? Wir sind nicht mehr eine Eid-, sondern eine Drittel­genossenschaft. Das müssen Sie erklären. Ein Drittel wünscht eine Öffnung hin zu EU und Nato. Ein Drittel sehnt sich zurück in eine heile Schweizerwelt. Und ein Drittel schaut nach links, nach rechts und weiss nicht so recht, was es will. Diese Situation trifft … … auch auf das Parlament zu. Früher hatten wir eine bürgerliche

Mehrheit und eine Linke. Heute gibt es kreuz und quer unheilige Allianzen. Bei dieser Verunsicherung eignet sich die Armee als Projektionsfläche vorzüglich. Brauchen wir noch eine Armee? Ja. Staaten sind Garanten der territo­rialen Sicherheit, sie haben das Gewaltmonopol. Im Innern die Polizei, gegen aussen das Militär. Einspruch! In Europa besteht keine Gefahr eines zwischenstaatlichen Krieges. Deshalb müssen wir uns immer mehr fragen: Welche Armee brauchen wir? Ihr Vorschlag? Wir brauchen die Armee nicht mehr als Kriegsinstrument. Sie ist wie ein Militärsackmesser, ein Multifunktions­gerät mit einer grossen Klinge. Der Wert entsteht aber erst dadurch, dass das Messer noch ein paar kleinere, spezielle Klingen hat. Die Schweizer Armee muss weniger auf Landesverteidigung, dafür mehr auf Katastrophenhilfe und Raumsicherung ausgerichtet sein. Das heisst … … sie muss schnell einsatzbereit sein und eine längere Durch­halte­fähigkeit haben. Das ist jetzt nicht der Fall.

Nochmals. Wie sollte eine moderne Schweizer Armee aussehen? Ich schlage eine Freiwilligen-Miliz vor. Motivierte Freiwillige von 18 bis 50 würden auf der Basis verlängerbarer Mehrjahresverträge eine Rekrutenschule en bloc oder gesplittet sowie jährliche Dienste im Umfang von 20 bis 25 Tagen leisten. Entsteht so nicht eine Rambo-Truppe? Das kann man mit einem interessanten Anreizsystem steuern. Ich denke an Gratis-Krankenkassenzugehörigkeit, AHV-Bonus, Stipendien oder Ausbildungszertifikate. Die Gefahr ist kleiner als bei einer Berufsarmee, weil man ihr nur neben-, nicht vollzeitlich angehört. Heute umfasst die Armee 220 000 Leute. Wie gross wäre Ihre «Army light». Achtung: Mein Vorschlag geht nicht in Richtung Hobby-Truppe. Ich sehe etwa 30 000 Personen mit 25 000 Freiwilligen. Gerade weil die Präsenz tiefer und die Verfügbarkeit kürzer ist, müsste ein auf 5000 Personen erweiterter Kern von Berufsmilitärs für die Erhaltung des militärischen Know-hows sorgen. Und wie viel sparen wir so? Die volkswirtschaftlichen Nettokosten für die militärische Sicherheit würden von heute 8 auf 4 Milliarden halbiert.  schweizer illustrierte

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schutz) zurzeit wieder die Nase vorn. Vor ein paar Jahren erlebte die Pilotenbrille Aviator ihr Revival. Jetzt sieht man It-Girls wie das Modell Agyness Deyn mit der Wayfarer durch London ziehen. Fans des 50erJahre-Klassikers waren schon Marilyn Monroe, James Dean, die Blues Brothers und die Hauptdarsteller von «Miami Vice». Schön für uns: Die breitrandige, tiefschwarze Brille mit kleinen silbrigen BügelApplikationen gibts neu in knallbunten Varianten und gefällt vor allem Partygirls und -boys. ursula borer

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HighTech-news

Für den Wunschzettel u Im September zeigen fast alle Hersteller der Unterhaltungselektronik ihre Neuheiten für den Herbst. Auch dieses Jahr gibts wieder viele Hightech-News zu bestaunen! Bei den Digitalkameras geht das Rennen nach noch mehr Pixeln munter weiter. Und egal ob pink oder hellblau – die Knipser werden immer farbenfroher. Bei den Fernsehern geht der Trend hin zu immer noch flacheren Bildschirmen. Das ist der neuen OLED-Technologie zu verdanken. Nach Plasma und LCD wird es mit organischen, Licht emittierenden Dioden möglich, noch flachere Bildschirme herzustellen. Der erste wird von Sony Anfang 2009 in den Handel kommen: Er ist noch gerade mal drei Millimeter dick! Nicht flacher, dafür aber augenbetörend ist das Philips-Flaggschiff Aurea mit seinem leuchtenden Rahmen. Wetten, dass einige dieser Produkte ganz zuoberst auf dem Weihnachts-Wunschzettel stehen werden? stephan gubler

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Der Stiefel als Fetisch u Es könnten Kunstobjekte sein, die neuen Stiefel für die Herbstsaison. Das Besondere: ihre Höhe, die Details, die Qualität der Materialien. Ein Favorit der Designer war der Overknee-Stiefel mit schmalstem Schaft und aus feinstem (Wild-)Leder, wie ihn Akris, Fendi, Tommy Hilfiger oder Moschino Cheap & Chic zeigten. Mit flacher Sohle oder mit herunterklappbarer Krempe bringt der

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Overknee Pep in den Alltag (immer mit Strümpfen zu tragen!). Weniger wag­halsig sind kniehohe, ebenfalls schmale Stiefel. Zum Beispiel mit Quasten, Schnallen oder Nieten (Gucci), mit folkloristischen Stickereien (Hermès) oder futuristischem Keilabsatz (Viktor & Rolf, Louis Vuitton). Aber auch Stiefeletten und Ankle-Boots geizen jetzt nicht mit Reizen. Kristina Köhler

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Fogal, Bern

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Fogal-Filiale in Bern hat etwas von einem charmanten Kiosk, mit der leichten Glas-Fassade und dem klaren Grundriss. Ein Kiosk der Luxusklasse, sozusagen. Man findet darin all die feinen, vom Material her hochwertigen Strümpfe, Tops, Socken und Söckchen. Begehrt an den Défilés und weltweit gezeigt von Designern wie Marc Jacobs, YSL und Chanel. Ein Geheimtipp:

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Beauty-News

Die Farben des Glücks Sie wirken stimmungsaufhellend: Pastellfarben machen glücklich. Wer seine vier Wände nicht in Himmelblau oder zarten Fliederton tauchen möchte, umgibt sich mit hübschen pastellfarbenen Dingen, zum Beispiel den neuen Kosmetik-Produkten im Sixtys-Look. Die Farben sollen aber nicht nur fröhlich stimmen, sie sollen uns auch munter aussehen lassen. Pflegeprodukte mit u

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Edelsteinessenzen wie zum Beispiel von Bulgari oder Farfalla (bio-zertifiziert) wirken hautregenerierend und sollen dem Teint auch optisch eine besondere Frische verleihen. Er strahlt zusätzlich dank einer Pre-Make-up-Base in feinstem irisierendem Rosé, wie von Benefit. Den krönenden Abschluss bewirken ein Hauch Rouge und etwas Lippenfarbe in Pastell-Rosa. Kristina Köhler

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Electronics

spiel mit sound u Dieses Videospiel

macht aus der Stube einen Konzertsaal. Nach den Besitzern einer Xbox kommen jetzt auch Play­stationund Wii-Gamer in den Genuss von Rock Band. Die Instrument-Edition beinhaltet Mikrofon, Gitarre und Schlagzeug. Damit kann der Spieler ein Instrument spielen, der Computer übernimmt dann den Rest. Mehr Spass macht der Multiplayer-Modus mit richtigen Bandmitgliedern. Diese müssen nicht in derselben Stube stehen, denn via Internetverbindung geht das mit Spielern aus aller Welt. Infos www.abcsoftware.ch sg Musikalischer Spielspass Im ­ ideogame «Rock Band» können Hits aus V vier Jahrzehnten nachgespielt werden.

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Hat den bogen raus Die Arc Mouse im Bogen-Design von Microsoft. u CHF 79.90

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Mobil mit Musik Radio R306 mit AM/ FM-Empfänger und Stereolautsprechern von Sony Ericsson. u CHF 199.–

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nehmen a.b.art besticht durch klares Design und schlichte Eleganz. Die Uhr hat alles, damit man die genaue Zeit in Stunden, Minuten und Sekunden auf einen Blick erkennt, dank Superluminova-Beschichtung auch nachts. Ihre Klarheit und imposante Grösse von 46,5 mm Durchmesser erinnern an frühe Taschenuhren. Und in der Tat tickt in der MM das legendäre Handaufzugswerk Unitas 6498-1, ein ursprüngliches Taschenuhrwerk, das rhodiniert, mit Genfer Streifenschliff und gebläuten Schrauben veredelt worden ist. Eine Uhr, die das Zeug zum Klassiker hat. SARAH rIEDER

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stimulieren und der Haut helfen, sich zu regenerieren. Die Crème eignet sich besonders für die Zeit nach dem Sommer und dem Sonnenbaden, für trockene und sehr trockene Haut. u Vor welchem Hintergrund ist die Crème entstanden? Seit über 40 Jahren stellt das Schweizer Familienunternehmen dermatologische Heilmittel und hypo­allergene Hautpflege­

präparate her. Die innovative Forschung entsteht in Zusammenarbeit mit führen­ den europäischen Hautärzten und Klini­ ken. Unsere Produkte kann man aus­ schliesslich in Drogerien und Apotheken kaufen, damit sie von speziell geschultem Personal erklärt werden. u Für welches Alter ist die neue Crème gedacht? Für Frauen ab 30. Beatrice Schönhaus schweizer illustrierte

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Das Gesundheitsmagazin

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 Ursachen  Doppelbelastung  Prävention  Herz-Reha-Kurse  Risiko  So warnen Ihre Beine!

Ganz schön fragil Stress, Rauchen, ungesunde Ernährung und wenig Bewegung gefährden gerade Frauenherzen. Bald jede zweite Frau stirbt an einem Infarkt!

Foto Keystone

Ladykiller Herzinfarkt

Die Frauen holen auf! An einem Herzinfarkt sterben sie bereits häufiger als Männer. Und erst noch immer jünger. schweizer illustrierte

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top fit

HERZINFARKT

Was starke Frauen schwac

Frauen wollen es allen recht machen, der Familie und im Beruf. Manch

Text VERENA THURNER

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as ist die häufigste Todes­ ursache bei Frauen? Wissen Sie es? Tippen Sie wie die meisten auf Krebs? Irrtum! An erster Stel­ le stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Infarkt ist schon längst nicht mehr nur Männersache. Die Statistik aus dem Jahr 2005 zeigt: 42 Prozent der Todes­fälle bei Frauen sind auf Herz-Kreislauf-Krank­ heiten zurückzuführen, bei den Männern sind es 35 Prozent. Zwar sind die Zahlen leicht rückläufig, doch ausgerechnet bei jüngeren Frauen steigen die Spitalein­ weisungen wegen eines kranken Herzes rasant. «Zahlen aus Schweden, wo die Beruftätigkeit der Frauen sehr hoch ist, zeigen, dass die Doppelbelastung Beruf und Familie ein wichtiger Risikofaktor für einen Herzinfarkt ist», sagt Prof. Hugo Saner vom Inselspital Bern. Kommt dazu,

PROF. HUGO SANER ist Leitender Arzt kardiovaskuläre Prävention und Rehabilitation am Inselspital in Bern.

«Frauen klagen oft über andere Symptome bei einem Herzinfarkt als Männer» dass berufstätige Frauen einen eher ungesunden Lebensstil pflegen. «Sie rau­ chen mehr, trinken mehr, ernähren sich schlechter und treiben weniger Sport», ergänzt der Präventions- und Rehabili­ tationsspezialist.

Auch psychische Faktoren schei­ nen bei Frauen eine grössere Rolle zu spielen als bei Männern. «Frauen wollen es allen recht machen, sie wollen gefal­ len und tun sich schwer, Nein zu sagen», ergänzt Prof. Saner. Auch setzt Rauchen den Gefässen von Frauen deutlich stärker zu. Die im Rauch enthaltenen Sub­stanzen verengen die Gefässe und lassen den Blutdruck steigen. Rauchen verringert den schützenden Östrogen­ spiegel im Blut. Frauen, die gleichzeitig rauchen und die Pille nehmen, erhöhen ihr Herz-Kreislauf-Risiko deutlich. Fatal auch, dass die Symptome eines Herzinfarkts bei ungefähr einem Drittel der Frauen atypisch sind. Während Män­ ner über Schmerzen in der Brust klagen, die in den linken Arm oder Rücken aus­ strahlen, macht sich bei diesen Frauen ein drohender Herzinfarkt mit aty­ pischen Symptomen bemerkbar: «Diese


h macht

mal mit tödlichen Folgen. Schicksal?

Frauen verspüren Schmerzen im Oberbauch, in der Rückenpartie», erklärt Prof. Saner. Aber auch Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindelgefühle oder Übelkeit können bei Frauen Vorboten eines Herzinfarktes sein. Weil diese Symptome nicht typisch sind, wird ein Infarkt bei Frauen oft zu spät diagnostiziert. Falsch interpretiert wurden die Symptome auch bei Elisabeth Ritter. Sie fühlte sich nicht wohl. «Ich hatte Schmerzen im linken Arm und ging deswegen u

SPORT GEGEN HERZInfARKT Elisabeth Ritter (r.) trainiert zweimal pro Woche mit Physiotherapeutin ­Renate Ramseier im ­Rahmen des Präventions­ programms für Frauen.

SIGNALE BEACHTEN!

Fotos Katja Grossi, Kurt Reichenbach

Symptome Herzinfarkt u Heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust, die länger als 15 Minuten dauern. Oft verbunden mit Atemnot und Todesangst. u Manchmal ausstrahlender Schmerz in den ganzen Brust­kasten, beiden Schultern, Arme, Hals, Unterkiefer oder Oberbauch. u Mögliche Begleitsymptome sind blasse Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, unregelmässiger Puls. Symptome Hirnschlag u Plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein). u Plötzliche Blindheit eines Auges, Doppelbilder. u Plötzliche Sprechstörungen oder Schwierigkeiten, Ge­sprochenes zu verstehen. u Heftiger Drehschwindel, der das Gehen verunmöglicht. u Plötzlich auftretende, sehr heftige Kopfschmerzen.


HERZINFARKT zweimal zum Hausarzt. Er fand aber keine Ursachen und schickte mich wieder nach Hause», erzählt die 57-Jährige. Als die Schmerzen immer schlimmer wurden, meldete sich Elisabeth Ritter beim Notfallarzt. Der gab ihr Blutdrucktabletten und schickte sie ebenfalls wieder nach Hause. Die im Sicherheitsdienst arbeitende Frau litt vier Wochen lang an diffusen Schmerzen. Am 25. Juli, einem Freitagabend, war es besonders schlimm. «Ich hatte Angst und wollte endlich Gewissheit», erzählt sie. Sie liess sich ins Spital Olten einweisen. Dort bekam sie zuerst mal Nitroglycerin und fühlte sich schnell besser. Das für Montag angesetzte BelastungsEKG musste abgebrochen werden. Elisabeth Ritter erlitt dabei den Infarkt, der sich bereits seit Wochen mit atypischen Symptomen angekündigt hatte. «Ich wurde ans Inselspital nach Bern überführt. Dort setzte man mir zwei Stents ein. Ich hatte zwei Verengungen an einem Herzkranzgefäss an der Herz-Hinterwand.» Um den beunruhigenden Trend von rasant steigenden Infarkten bei Frauen zu stoppen, kontert das Inselspital mit einem Trainingsprogramm für Frauen

u

mit erhöhtem Herzinfarkt-Risiko. Es ist schweizweit das erste Präventions- und Lebensstilprogramm für Frauen, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden oder bereits einen Infarkt hatten. Das Programm basiert auf Erfahrungen von Prof. Saner: Bereits vor Jahren hatte der nämlich in Olten ein ambulantes Programm eingeführt, das heute europaweit als führend in der Herz­ rehabilitation gilt. «Das Programm beinhaltet diverse sportliche Aktivitäten, psychologisches Training und Ernährungs­beratung. Dazu bieten wir Arztvorträge rund um das Thema an. Hausaufgaben gibts in Form von körperlichem Training und Entspannungsübungen», erklärt Prof. Saner. Für Elisabeth Ritter ist der Kurs ein Segen: «Ich lerne endlich, meine Wünsche besser zu definieren, lerne, Nein zu sagen.» Zweimal pro Woche geht nun die Herzpatientin für je zwei Stunden von ­ ihrem Wohnort Gunzgen SO nach Bern ins Präventionsprogramm, und das drei Monate lang. Mehr Infos: Schweizer Herz- und Gefässzentrum Bern, Inselspital, 3010 Bern, Tel. 031 - 632 89 70, E-Mail kard_rehab@insel.ch.

Der ABI bringt es an den Tag Eine einfache Methode zeigt ein späteres Herzinfarkt-Risiko. Text VERENA THURNER

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as haben die Beine mit dem Herz zu tun? Sehr viel. Verengungen oder Verschlüsse der Beinarterien, die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), sind ein Indikator für einen drohenden Herzinfarkt oder Hirnschlag. Besonders gefährdet sind Raucher und Diabetiker. Sie haben ein um 300 bis 400 Prozent erhöhtes Risiko für eine PAVK. Die schlimmsten Folgen sind stechende Schmerzen in den Beinen, die zum Stillstehen zwingen, die sogenannte Schaufenster-Krankheit, schwarze Füsse oder Beine, auch als Raucherbein bekannt. «Schwere Fälle, bei denen oft nur die


Foto Universitätsspital Zürich

VERENGUNG Das oberste Bild zeigt eine hochgradige Verengung am Fuss. Beim mittleren ist sie leicht ausgeprägt, und das untere Bild zeigt eine gesunde Arterie. Amputation bleibt, sehen wir im Schnitt zweimal pro Woche», sagt Prof. Beatrice Amann-Vesti vom Unispital Zürich. Selten sterben Patienten mit einer PAVK an der Durchblutungsstörung am Bein. Die verengte Stelle wird durch eine Ballondilatation geöffnet und falls nötig mit einem Stent fixiert. Innerhalb von fünf Jahren stirbt aber ein Drittel der Patienten mit einer PAVK. Und zwar über die Hälfte davon an einem Herz­infarkt, 10 Prozent an einem Hirnschlag, 10 Prozent an einer anderen Gefässkrankheit, 25 Prozent an einer anderen Erkrankung. «Aufgrund dieser Tatsache ist das

PROF. BEATRICE AMANN-VESTI ist Direktorin der Klinik für Angiologie am Universitätsspital Zürich.

«Dank der Messung des ABI können Risikopatienten gezielt behandelt werden» Erkennen von Patienten mit einer PAVK in der Praxis des Hausarztes von enormer Bedeutung», weiss Prof. Amann. Die ­ Diagnose liefert die ABI-Messung, der Ankle-Brachial-Index oder KnöchelArm-Index. Der ABI ist eine einfache und zuverlässige Methode zur Erkennung einer PAVK. Dabei wird mit einem Doppler-Gerät der Blutdruck an drei Punkten am Fuss gemessen und mit einem normalen Blutdruck-Messgerät der Wert am Oberarm. Zur Berechnung des ABI wird der obere Druckwert am Knöchel durch den des Oberarms dividiert. «Ein Index von unter 0,9 beweist das Vorliegen ­einer

PAVK und bedeutet ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag», erklärt Prof. Amann. «Studien zeigen, dass bereits eine Abnahme um 0,1 das Infarktrisiko um 10 Prozent erhöht», fügt sie hinzu. Die ­Diagnose erlaubt die Erkennung der Hochrisikopatienten, bei denen durch eine gezielte Therapie die Prognose verbessert werden kann. Empfohlen wird eine ABI-Messung ab 60, für Diabetiker ab 50 und bei allen Patienten sofort, die Symptome der Schaufensterkrankheit zeigen. 

weltherztag u Kenne dein Risiko! Mit diesem Motto

ruft der Weltherzverband am 28. September, dem Weltherztag, die Bevölkerung auf, sich ihrer Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bewusst zu werden. Bis 30. September bieten 350 Apotheken einen einfachen Risikotest und individuelle Beratung an. Geprüft werden Blutdruck und Blutwerte, dazu kommt ein Fragebogen, der über die Risiko-Anlagen Aufschluss gibt. Weitere Informationen unter www.weltherztag.ch.


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Die italienische Malerei: von der renaissance bis zum 18. Jahrhundert

Das Erbe des Grafen Berühmt Der «Heilige Sebastian» von Raffael (Raffaello Sanzio), 1501/02, Öl auf Holz, Accademia Carrara, Bergamo.

u Er war Sammler, Mäzen, Kenner der Malerei und Gründer der Accademia Carrara in Bergamo: Graf Giacomo Carrara. Die Kunstakademie (1796) ist auch ein bedeutendes Museum, mit einer erlesenen Sammlung italienischer Meister. Das Kulturerbe mit über 1800 Werken wurde immer wieder durch Schenkungen bereichert. Mehr als 70 Schätze der Accademia sind aktuell in der Westschweiz zu sehen. Die Schau setzt den Akzent auf Künstler der venezianischen, florentinischen und Bergamasker Schule. Hinter den Œuvres stehen klingende

Namen wie Baschenis, Giovanni Bellini, Botticelli, Carpaccio, Lotto und Tizian. Zu den Juwelen gehört nebst dem «Heiligen Sebastian» von Raffael sicher das spätgotische «Porträt des Lionelle d’Este» von Pisanello. Zum Flanieren im barocken Venedig laden Canalettos und Guardis Stadtansichten ein: wahre Glanzlichter der italienischen Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts. isw

Fondation de l’hermitage Lausanne VD Bis 26. 10., Di–So 10–18, Do bis 21 Uhr, Tel. 021 - 312 50 13, www.fondation-hermitage.ch schweizer illustrierte

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die besten

kultur

kleines wird ganz gross Selten zeichnet Renée Levi vor, vieles entsteht spontan.

RenÉE Levi im Kunstmuseum thun

Dosierte Kunst – Kunst aus der Dose zielstrebig Mit intuitiver

Selbstverständlichkeit füllt die Basler Malerin Renée Levi grosse Räume. In Thun zeigt sie ihre Spray-Installationen.

u Renée Levis unfertig wirkenden Riesen-

werke sorgen allein schon durch ihre Dimensionen für Aufmerksamkeit. Auch die Farbenwahl – meist freches Neon in allen Varianten – sticht sofort ins Auge. Beharrlich hat sich die 1960 in Istanbul geborene Baslerin an die Spitze der Schweizer Szene gesprayt. Nicht als Graffiti-Queen, sondern als zeitgenössische Künstlerin, deren Renommee beachtlich ist. Ihre raumfüllenden Installationen bringen Farbe und Bewegung in den Luzerner Gross-

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ratssaal, die heiligen Hallen der Nationalbank in Zürich, der Credit Suisse am Paradeplatz, die Sammlung Centre Georges Pompidou in Paris. Renée Levi ist Malerin. Ihr Werkzeug ist aber nicht der Pinsel, sondern die Spraydose – und Rollen, wie sie für Maler­arbeiten verwendet werden. Die ausgebildete Architektin erzeugt mit re­duzierter Handschrift Linienformen auf grundierten Grossleinwänden. Manchmal stoppt sie den Vorgang und malt dann, die Bruchstelle gut sichtbar, weiter. Dann wieder sprayt sie minutenlang ohne Unterbruch – bis die Dose leer ist, das Bild voll, der Arm müde. Die Kompositionen präsentieren sich leichtfüssig, strahlen eine ausser­ gewöhnliche Intensität aus und erinnern an Ornamente, Schriftbilder, Arabesken.



Caroline micaela hauger

RenÉE Levi, kunstmuseum thuN Bis 23. November, Tel. 033 - 225 84 20, www.kunstmuseumthun.ch

Foto Heiner H. Schmitt

leichtfüssig kommen Levis Spraybilder daher. Die Künstlerin im Atelier in Basel.

Levis «One Liners» tragen Titel wie «Kemper», «Rumeur» oder «Galata». Sie entstehen im grosszügigen Atelier in der Nähe des St. Jakob-Parks in Basel. Hier arbeiten zwei: Renée Levi und Marcel Schmid. Ihr Mann hält ihr den Rücken frei und hilft der Mutter der gemeinsamen zehnjährigen Tochter Lea beim Transportieren des sperrigen Materials. «Ich gehe immer an die Grenzen – räumlich, körperlich», sagt sie. Die Betrach­tenden sind ihre Komplizen. «Alles bleibt sichtbar, ich vertusche oder verschönere nichts. Ebenso wenig stört mich, wenn der Zuschauer denkt: ‹Hey, das kann ich auch.› Er soll sich durch die vermeintliche Einfachheit animiert fühlen, den Faden weiterzuspinnen.» Dieses Kultur­ erlebnis im populistischen Sinne zieht sich durch Renée Levis gesamtes Schaffen. Arroganz und Abgehobenheit – in ihrem umfangreichen Werk haben sie keinen Platz. Für ihre erste grosse Einzelausstellung in einem Schweizer Museum seit 1999 («Im Rest Europas bin ich wohl bekannter») hat sie spannende Werke mitgebracht. Andere sind erst am Ent­ stehen (Foto oben). In der Ausstellung in Thun ergänzt die Künstlerin frühere Installationen mit neuen Arbeiten. «Die Museumsräume sind toll», schwärmt Levi. Das ehemalige Grand Hotel aus dem 19. Jahrhundert bietet einen interessanten Rahmen, mit seinen Cheminées, Deckenmalereien und dem alten Parkettboden. Gleichzeitig wird ein «Lager» entstehen, das einen retro­spektiven Blick auf das Schaffen der Dozentin erlaubt. Nebenbei gibt Renée Levi nämlich auch an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel jungen Talenten ihr Wissen und Können mit auf den Lebensweg.


pierre haubensak

Überlagert

theater

u Sechs

The Beatles Experience

Jahre schwang sie das Zepter im Hans Trudelhaus in Baden. Zurück in Zürich, eröffnet Brigitta Rosenberg dieses Wochenende ihre eigene Galerie. Im Giesshübel-Binz-Quartier, nahe Sihlcity, präsentiert sie künftig aktuelle Schweizer und inter­ nationale Kunst. Den Auftakt macht der Schweizer Pierre Haubensak, 73, mit Arbeiten auf Leinwand und Papier. Seine Arbeitsweise ist undogmatisch. geflecht 2008, Öl auf Leinwand, Gekonnt verflicht er Konzeption und Intuition. mh 50 × 40 cm, Pierre Haubensak. Galerie rosenberg Zürich 27. 9.–15. 11. Mi–Fr 12–18.30, Sa 11–16 Uhr, Tel. 044 - 311 79 52, www.galerie-rosenberg.ch average

Überprüft u Die internationale Gruppenausstellung «Average» widmet sich Fragen nach dem Alltag, der Norm, dem Mittelmass. Der Ausstellungsort könnte passender nicht sein. Denn Langenthal repräsentiert die Schweiz im Kleinen und war einige Zeit bevorzugte Gemeinde für Marktstudien und Abstimmungsprognosen. 15 Künstlerinnen und Künstler zeigen ihren Blickwinkel auf das Thema. Unter anderen: Christian Aebi, Gianni hausfrau «Manufrance», 2005, Motti, Fischli/Weiss und Valérie Mréjen. mh Video von Valérie Mréjen (F).

«Magical Mystery Tour» u Acht Jahre nur traten sie zusammen auf, doch diese hatten es in sich. Die Beatles kreierten nicht nur einen ganz neuen Sound, der sie zur einflussreichsten Band des 20. Jahrhunderts machte. Die Pilzköpfe aus Liverpool standen auch für Rock, Provokation und Rebellion und prägten damit eine ganze Generation. Nun sind ihre grössten Hits original­ getreu und in mitreissenden Live-Ver­ sionen in Zürich erlebbar. Vor 20 Jahren schlüpfte die Band Rain in die Rollen ihrer Vorbilder und verinnerlichte Be­wegung, Gestik, musikalische Nuancen. Kostüme, historische Aufnahmen und Projektionen unterstützen zusätzlich die Reise in die wilden 60er. rea

theater 11, 30. 9. bis 5. 10. täglich um 19.30 Uhr, Tickets Tel. 0900 800 800 (1.19/Min.), www.rain-show.com

kunsthaus langenthal BE Bis 2. 11. Mi/Do 14–17, Fr bis 19, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 062 - 922 60 55, www.kunsthauslangenthal.ch, Publikation CHF 36.– Ladies only!

Überliefert

u Unser Frauenbild ist geprägt von Klischees – durch Jahrhunderte weiterverbreitet und meist von Männern entwickelt. Das Kunstmuseum stellt Fragen nach der weiblichen (Bild-)Identität und ihren Veränderungen seit Ende des 17. Jahrhunderts. Neben Angelika Kauff­mann, Anna Elisabeth Kelly und Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) sind auch zeitgenössische Künstlerinnen vertreten. Dazu zählen Manon, Hannah Villiger, Pipilotti weiblich «Gelbe Form», 1934/35, Rist, Sylvie Fleury und Elodie Pong.  mh 60 × 55 cm, Sophie Taeuber-Arp.

Come together Sie klingen (fast) wie die Echten und sehen auch so aus: Rain – the Beatles Experience.

kunstmuseum st. gallen Bis 9. 11. Di–So 10–17, Mi bis 20 Uhr, Tel. 071 - 242 06 71, www.kunstmuseumsg.ch

balthus – zum 100. geburtstag

Cherchez les filles

u Balthasar Klossowski, genannt Balthus, scherte sich zeit seines Lebens nicht um Konven­ tionen. Der deutsch-polnische Maler entzog sich zeitgenössischen Strömungen und entwickelte in Anlehnung an die Freskentechnik des Quattrocento einen eigenen figurativen Stil. Skandale riefen seine Porträts junger Mädchen hervor, deren anzügliche Posen noch heute verstören. Balthus, seit seiner Kindheit mit der Schweiz verbunden, zog 1977 in das Grand Chalet in Rossinière VD, wo er bis zu seinem Tod 2001 zurückgezogen lebte. Nun zeigt die Fondation Gianadda Werke aus den grössten Sammlungen von Europa und den Vereinigten Staaten. rea

fondation pierre gianadda Martigny VS Bis 23. 11. Täglich 9–19 Uhr, Tel. 027 - 722 39 78, www.gianadda.ch, Publikation CHF 45.–

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film

die besten

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AUF DU UND DU WALL-E (r.) staunt über einen Roboter der übernächsten Generation.

Die Hoffnung im Müll Pixars neuester Animationsfilm WALL-E entwirft eine düstere Zukunft: Die Erde ist zugemüllt, von Mensch und Tier verlassen. leere Gegend tuckert, besitzt die Fähigkeit, sich selber zu reparieren, er hat ein Auge für die kleinen Details und die Zeugen vergangener Träume. So sammelt er für sein Eigenheim neckischen Krimskrams, den auch wir Menschen sammeln und im Keller anhäufen würden, weil wir das «irgendwann brauchen» könnten. Die Einsamkeit von WALL-E wird durchbrochen, als ein grosses Raumschiff auf der Erde landet. Ein Roboter der allerneusten Generation schwebt heraus, mit dem Auftrag, Leben zu finden. Die beiden neuen Freunde entdecken eine Pflanze, die im Raumschiff für Furore sorgt. Hier leben die Menschen in einer erschreckenden Glückseligkeit: Es wird

OHNE TRICKS ZUM GROSSEN ERFOLG

regisseur Andrew Stanton.

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Andrew Stanton, 42, ist einer der ganz Grossen im amerikanischen Animationsfilm. Mit dem Drehbuch zu «Toy Story» hatte er seinen Durchbruch bei Pixar, einem auf Computeranimation spezialisierten Studio. Für «Finding Nemo», 2004, erhielt Stanton einen mehr als verdienten Oscar. Obwohl Animationsfilme sehr teuer sind, sagt er: «Ich vertraue immer auf meinen eigenen Geschmack beim Schreiben oder Inszenieren. Alle Marketingberichte schmeisse ich ungelesen weg.» Bisher hat sich seine Unbeschwertheit ausgezahlt.

KEIN UNGEZIEFER Stetiger Begleiter von WALL-E: die Kakerlake mit der Endlosbatterie. nur noch ge­gessen, getrunken und ferngesehen. Keine Bewegung mehr. Alles, was anstrengend sein könnte, wird von Robotern erledigt. Als die Menschen nun zum ersten Mal in ihrem Leben im All eine Pflanze sehen, steigen Erinnerungen an längst vergessene Zeiten hoch. Wäre es nicht wunderschön, die Erde wieder zu beackern und zu be­leben? Regisseur und Drehbuch­ autor Andrew Stanton hat mit WALL-E einen Trickfilm gemacht, der zum Nachdenken anregt. Der «herzige» Roboter zeigt den Menschen, was ihnen seit Jahrhunderten fehlt: Gefühle und Engagement. Thomas Küng WALL-E, usa 2008, V: Disney, L: 98 Min., R: Andrew Stanton. Animationsfilm. Kinostart 25. 9.

Foto Keystone

u Erwachsene sind immer erleichtert, wenn sie den Kindern zuliebe in einen Animationsfilm gehen «müssen» und sich dieser als durchaus erwachsenentauglich erweist. WALL-E ist ein löbliches Beispiel dafür. 700 Jahren sind vergangen. Die Erde ist unbewohnbar für Mensch, Tier und Pflanzen. Nichts lebt mehr, alles ist Müll. Sogar das, was wie eine Ansammlung von Häusern und Wolkenkratzern aussieht, ist nur ein endloser Stapel von Müllpaketen, die der einzige Zurückgebliebene mit der Geduld einer Maschine aufeinanderschichtet: WALL-E. Der einsame Kämpfer sammelt den Müll der Menschen und presst ihn zu Würfeln. Der kleine Roboter, der auf Ketten durch die menschen-


bücher & cds

Manchmal ist überleben schlimmer als sterben «Weit gegangen» erzählt die wahre Lebensgeschichte eines sudanesischen Jungen auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg.

aufgezeichnet Dave Eggers fasst in Worte, was Valentino Achak Deng erlebte. u «Es ist für einen Jungen sehr leicht, im Sudan zu sterben», stellt Valentino Achak Deng fest. Er ist der dritte Sohn der ersten Frau seines Vaters. Und einer von Tausenden «Lost Boys», die Mitte der 80er-Jahre dem Bürgerkrieg im Sudan entfliehen wollen und sich auf einen gefährlichen Marsch durch das verwüstete Land nach Äthiopien ­machen, um in die Flüchtlingslager in Kenia zu gelangen. Die Flucht der Kinder durch unwegsames Gelände gleicht einem apokalyptischen Inferno. Wer nicht durch die Bomben der sudanesischen Luftwaffe oder Tretminen der Rebellen stirbt, dem werden Wege­lagerer und wilde Tiere zum Verhängnis. Wer Früchte, Pflanzen und Blätter isst, kann

drei neue cds

Foto Contrasto/Laif

1

pop/rock katy perry One of the Boys (EMI)

Nach «I Kissed a Girl», seit Wochen auf Platz 1 in den Charts, legt das kecke Girl aus Kalifornien das ebenso erfrischende Album nach. Elf freche Popsongs mit Titeln wie «Ur So Gay» sorgen für Zündstoff. «Was ich schreibe, hat Humor», sagt die unbeküm­ merte Katy. Madonna jedenfalls hat sich schon als ihr Fan geoutet. elias fröhlich

überleben, aber viele sterben am rohen Fleisch von Tierkadavern. Und obwohl Valentino mit allen Fasern seines entkräfteten Körpers an Gott glaubt, hat er mehrmals daran gedacht, sich umzubringen. Und doch hat er es geschafft. Erst ins Flüchtlingslager, später gar bis nach Amerika. Als Über­ lebender dieses Exodus ist man allerdings zugleich ein Untoter, bedrängt von der Qual der Erinnerung. Der mittler­ weile erwachsene Sudanese widerstand jedoch der Versuchung, einen Selbst­ erfahrungsbericht zu schreiben, wie es bereits viele gibt. Er erzählte stattdessen dem amerikanischen Schriftsteller Dave Eggers seine Geschichte. Und dieser fasste das Unglaubliche in Worte und löste damit die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit etwas auf. Wahrhaftigkeit ist der Schlüssel zu diesem Epos, dessen sprachgewaltige Bilder sich in das Gehirn des Lesers einbrennen. Von Khaled Hosseini, der in seinem Roman «Drachenläufer» die Gräuel der Taliban-Herrschaft beschrieben hat, stammt das schönste Kom­­ pliment, das man diesem Roman machen kann: «Es ist unmöglich, dieses Buch zu lesen, ohne erleuchtet, verwandelt und demütig zu werden.» Peter M. Hetzel

dave eggers Weit gegangen (Kiepenheuer & Witsch)

2

jazz adrian mears Birdseye View (TCB)

Ob als Posaunist, Kom­ ponist oder Arrangeur: Seit der Australier Adrian Mears in der Schweiz lebt, hat er sich zu einem Fixstern am europäischen Jazzfirmament entwickelt. Die zweite CD seiner Band bietet, was ihr Name New Orleans Hardbop verspricht: in die Zukunft fortgeschriebene Tradition. Ein Wurf. hanspeter vetsch

Kinder Jonathan und die zwerge aus dem all J. Gaarder (Hanser) u Wenn gelbe Zwerge die Welt bevölkern und die Menschheit verschleppen wollen, dann herrscht höchste Gefahr. Jonathan versucht zu retten, was zu retten ist. Er muss mit einem Würfel eine Sieben werfen, um seine Eltern und die anderen davor zu bewahren. Wunderbar illustriert. krimi der norwegische gast Anne Holt (Piper) u Ganz im Stil von Agatha Christie inszeniert die Autorin den Mord an einem Fernsehpfarrer. Jeder der zweihundert Gäste in einem eingeschneiten norwegischen Berghotel könnte der Täter sein. So muss die Ex-Kommissarin Hanne Wilhelmsen ihre grauen Gehirnzellen gehörig anstrengen. roman Zwei affen Silvio Blatter (DuMont) u Ist das Bild mit den Affen von Bruegel echt, das den Staatlichen Museen zu Berlin gehört? Für Martin Holm hat das Bild einen hohen Erinne­ rungswert. Er lässt eine Kopie erstellen und verliebt sich in die Kopistin. Schnell stellt sich heraus, dass es in der Kunst wie in der Liebe Original und Fälschung gibt. erzählungen salve papa! Wladimir Kaminer (Manhattan) u Der Autor hat schon immer sein privates Umfeld als Inspirationsquelle genutzt. Wer dessen Erlebnisse als Kleingärtner gern gelesen hat, wird auch an den Irrungen und Wirrungen des Vaters zweier Kinder seinen Spass haben.

3

Klassik gustav mahler Sinfonie Nr. 5 (RCA Red Seal)

Nächste Tranche von David Zinmans MahlerEin­spielungen mit seinem Tonhalle-Orchester. Jetzt die Fünfte, und da begeis­ tert nicht nur das berühmte Adagietto. Hellhörig lotet Zinman Abgründigkeiten ebenso aus wie elegische Pracht, trägt nie dick auf und lässt dem Stück dennoch die sinnliche Kraft. Uli von erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

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Herzschmerz

DVD

Kino

Sorgt im Pantoffelkino reichlich für Lacher: Lisa Kudrow (r.) mit «Clan». (1) P. S. Ich liebe dich Regie: Richard LaGrave­ nese. Mit Hilary Swank, G. Butler, G. Gershon. Universum Film (2) step Up 2: the Streets Regie: Jon Chu. Mit B. Evigan, R. Hoffman, Will Kemp. Constatin Film (3) Saw IV Regie: Darren Lynn Bousman. Mit Tobin Bell, Costas Mandylor. Ascot Elite (4) Keinohrhasen Regie: Til Schweiger. Mit Til Schweiger, Nora Tschirner. Warner Home Video 21 Regie: Robert Luketic. Mit Jim Sturgess, Kevin Spacey, Kate Bosworth. Sony Pictures HE (5) 27 Dresses – Kleider machen bräute Regie: Anne Fletcher Mit K. Heigl, J. Marsden. TCFHE (6) Jumper Regie: Doug Liman. Mit H. Christensen, Samuel L. Jackson, J. Bell. Kinowelt Home Entertainment (7) Into the Wild Regie: Sean Penn. Mit Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt. Universum Film (10) Stirb langsam 4.0 Regie: Len Wiseman. Mit Bruce Willis, Timothy Olyphant, Justin Long. TCFHE McLeods Töchter – Staffel 7.1 Regie: Geoff Bennett. Mit Bridie Carter. Koch Media schweizer illustrierte

 Für den Abend zu zweit CD Single

Lach-Garantie

Für Kinder

Starparade

CD Album

klingeltöne

Vor der Kamera lebt sie ihre Konnte sich eine weitere Woche oben halten: harte Seite aus: Angelina Jolie als Fox in «Wanted». die Pastorentochter Perry.

Die Erfolgsband erreichte nach wenigen Tagen Platin­ status: Patent Ochsner.

Nach Madonna und Coldplay hat sich Amy nun wieder «hochgeklingelt».

WANTED Regie: Timur Bekmambetov. Total 28 426 Besucher 1. Woche (1) the dark knight Regie: Ch. Nolan. Total 136 553 Be­sucher. 3. Woche

(3) this is the life Amy Macdonald UNI

(2) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi Universal Music Switzerland GmbH

(1) THE RIMINI FLASHDOWN Patent Ochsner Universal Music Switzerland GmbH (2) MAMMA MIA! Soundtrack Universal Music Switzerland GmbH

(3) MAMMA MIA! Regie: Phyllida Lloyd. Total 314 088 Be­sucher. 8. Woche

(3) ALL SUMMER LONG Kid Rock Warner Music (Switzerland) AG

(5) VIVA LA VIDA Coldplay EMI Music Switzerland AG

(2) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI

(2) YOU DON’T MESS WITH THE ZOHAN Regie: Dennis Dugan. Total 31 731 Be­sucher. 2. Woche (4) BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS Regie: Dany Boon. Total 160 150 Be­sucher. 18. Woche (6) HAPPY-GO-LUCKY Regie: Mike Leigh. Total 21 073 Be­sucher. 3. Woche

(5) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(3) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(4) GIVE IT 2 ME Madonna WMS

(9) BEGGIN’ Madcon Sony BMG Music Entertainment

(R) One chance Paul Potts Sony BMG Music Enter­ tainment

(5) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi UNI

(7) Viva la vida Coldplay EMI Music Switzerland AG

(4) vom selben stern Ich + Ich Universal Music Switzerland GmbH

(7) BETTER IN TIME Leona Lewis SBM

YOUNG@HEART Regie: Stephen Walker. Total 5441 Be­sucher. 1. Woche

(8) disturbia Rihanna Universal Music Switzerland GmbH

(6) POINT DE SUTURE Mylene Farmer Universal Music (Switzerland) AG

(8) so soll es bleiben Ich + Ich UNI

(7) The NANNY DIARIES Regie: Berman Springer, Shari & Robert Pulcini. Total 29 051 Be­sucher. 4. Woche (R) KUNG FU PANDA Regie: Mark Osborne, John Stevenson. Total 215 519 Be­sucher. 10. Woche (5) The MUMMY: TOMB OF THE DRAGON EMPEROR Regie: Rob Cohen. Total 58 578 Be­sucher. 4. Woche

(6) das hat die welt noch nie gesehen Söhne Mannheims Musikvertrieb AG

(7) Hard Candy Madonna Warner Music (Switzerland) AG

(R) Back to black Amy Winehouse UNI

(4) GIVE IT 2 ME Madonna Warner Music (Switzerland) AG

(R) LESSONS TO BE LEARNED Cilmi Gabriella Universal Music Switzerland GmbH

(9) can you hear me Enrique Iglesias UNI

(R) Just Dance Lady Gaga Universal Music Switzerland GmbH

(8) ALL HOPE IS GONE Slipknot Musikvertrieb AG

(6) mercy Duffy UNI

(1) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI Music Switzerland AG

(1) Viva la vida Coldplay EMI


PC-GameS

Belletristik

TOP 100 Sachbuch

TV Unterhaltung

Das ulkige Game hat den gleichen Vater wie die Sims-Familie: Will Wright.

Sven Regener beendet mit seinem neuen, witzigen Werk die Lehmann-Trilogie.

Steckt das Rezept fürs Lebensglück zwischen diesen beiden Buchdeckeln?

Geschlagen: Kassensturz Auch das Hallenstadion unterlag König Fussball (o. beehren Coldplay auf ihrer Valentin Stocker in Aktion). «Viva la Vida»-Welttour.

SPORE Electronic Arts

(1) der kleine Bruder Sven Regener Eichborn

(1) the secret – das geheimnis Rhonda Byrne Goldmann

fussball: WM-Qualifikation SF zwei 10. 9. 08 714 000 Zuschauer

coldplay Hallenstadion Zürich 28. September www.ticketcorner.com

(1) SIMS 2 – APARTMENT LIFE Electronic Arts

(3) Das Ende eines ganz normalen Tages Franz Hohler Luchterhand Literaturverlag (2) der katalane Noah Gordon Blessing

(2) GUINNESS BUCH DER REKORDE 2009 Bibliographisches Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (4) Shaolin Bernhard Moestl Droemer/Knaur

Kassensturz SF 1 9. 9. 08 703 100 Zuschauer

R.E.M. Hallenstadion Zürich 24. September www.ticketcorner.com

der Alte SF 1 9. 9. 08 541 000 Zuschauer

Bryan Adams Hallenstadion Zürich 23. September www.ticketcorner.com

STALKER CLEAR SKY Koch Media

(4) berufung John Grisham Heyne

(5) Das Geheimnis der Herzmagneten Rüdiger Schache Nymphenburger

zum Gedenken an ruedi rymann SF 1 13. 9. 08 510 100 Zuschauer

celtic woman Hallenstadion Zürich 27. September www.ticketcorner.com

(8) SIEDLER: AUFBRUCH DER KULTUREN Ubisoft

DIE SCHWARZE SEELE DES SOMMERS Andrea Camilleri, Moshe Kahn Lübbe (6) Feuchtgebiete Charlotte Roche Dumont Buchverlag

(3) Duden die deutsche rechtschreibung. stand 2006 Der Duden Bibliographisches Inst. und Brockhaus Mannheim Woran glaubt ein atheist? André Compte-Sponville Diogenes

al dente SF 1 8. 9. 08 509 800 Zuschauer

abdullah ibrahim piano solo KKL Luzern 26. September www.ticketcorner.com bob der baumeister Theater 11 Zürich 25. und 26. September www.ticketcorner.com

(4) WORLD OF WARCRAFT Activision Blizzard

(5) Ich hab Dich im Gefühl Cecelia Ahern Krüger

SF bi de lüt SF 1 12. 9. 08 506 500 Zuschauer

nazareth Garden Club Winterthur 24. September www.starticket.com

(10) COUNTER STRIKE: SOURCE Electronic Arts

(8) EINE GANZ ANDERE GESCHICHTE Hakan Nesser BTB Verlag

(7) Zivilgesetzbuch (ZGB), Obligationenrecht (OR) Ernst J. Schneiter Orell Füssli (6) Ich bin dann mal weg Hape Kerkeling Malik

Deal or No Deal – Das Risiko SF 1 10. 9. 08 475 900 Zuschauer

Julieta Venegas Volkshaus Zürich 28. September www.ticketcorner.com

GEHEIMAKTE 2: PURITAS CORDIS Koch Media

(10) der chinese Henning Mankell, Wolfgang Butt Zsolnay

(9) Bestellungen beim universum Bärbel Mohr Omega-Verlag, Aachen

sportpanorama SF 1 14. 9. 08 445 700 Zuschauer

span Bierhübeli Bern 26. September www.starticket.com

(6) Need for speed prostreet Electronic Arts

im park Christian Haller Luchterhand Literaturverlag

(R) Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Richard D. Precht Goldmann

Edelmais & Co. SF 1 14. 9. 08 445 700 Zuschauer

bob sinclar Le Mad Club Lausanne 26. September www. ticketcorner.com

Nicht verpassen!

(2) drakensang: das schwarze auge DTP Entertainment AG

Puls SF 1 8. 9. 08 508 300 Zuschauer

Top-Event

die besten

SPORE (GALACTIC EDITION) Electronic Arts

Heiss!

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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Reisen, geniessen, rätseln!

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 Reisen «Cipriani», Venedig  Betty Bossi Reiche Ernte im Herbst  GaultMillau «Kunsthof», Uznach SG

Das Martinsloch bei Elm GL

Foto Keystone

Naturspektakel Ende September scheint die Sonne zwei Minuten lang durch das Martinsloch auf den Elmer Kirchturm.

Ein Felsloch macht Furore u Sonnenanbeter kommen am 30. Septem­ ber um 9.32 Uhr auf ihre Kosten. Sie sind dabei, wenn ein 4,7 Kilometer langer Lichtkegel durch das 15 Meter breite Martinsloch runter ins Dorf scheint. Die Kirche in Elm wurde so gebaut, dass der Turm zwei Mal im Jahr (Frühling und Herbst) minutenlang von der Sonne bestrahlt wird – falls das Wetter mitspielt!

Naturforscher beschäftigt das Ereignis seit dem 16. Jahrhundert. Das Martinsloch liegt auf 2600 Meter Höhe in den Tschingel­ hörnern und gilt als einmaliges Natur­ phänomen. Seit 2008 gehört die Glarner Gebirgskette zum Unesco-Welterbe. Sonnenerlebnis Martinsloch 30. September und 1. Oktober, www.elm.ch

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weekend

Reisen

BELLA VENEZIA! Der Meerwasser-Pool des «Cipriani» ist von olympischem Ausmass. Man schlürft seinen Bellini (von Giuseppe Cipriani erfunden) und blickt Richtung San Marco.

Calatrava, La Fenice, Gelati und «Spritz» u Venedigs neuste Attraktion: die vierte Brücke – Ponte della Costituzione – über den Canal Grande. Der Spanier Santiago Calatrava hat sie bei der ­Piazzale Roma gebaut, futuristisch mit Glas und Stahl. Am 11. September wurde das imposante Bauwerk ohne Voran­ kündigung frei gegeben. Buchstäblich aus der Asche wieder auferstanden ist das Gran Teatro La Fenice nach einem fatalen Brand. Auf dem Programm: «Tosca», «Nabucco» und natürlich «Tod in ­Venedig» (www.hellovenezia.com).

CALATRAVA entwarf die vierte Brücke über den Canal Grande.

«Cipriani» Venedig: seit 50 Jahren das Hotel der Stars

PALAZZO GRASSI Eindrückliche Ausstellung: «Romani e i Barbari» u Die besten Ausstellungen: «Romani

e i Barbari» im Palazzo Grassi (www.­ palazzograssi.it), «American Art 1850– 1950» bei Peggy Guggenheim (www. guggenheim-venice.it). Die berühmten Gondolieri sind immer noch unterwegs – zum stolzen Preis von 250 Euro für die grosse Tour (bis Mitternacht). «O sole mio» singt keiner mehr, aber sie stellen immerhin ihr Handy auf lautlos. Für den Genuss zwischendurch: Die Gelateria da Nico (Zattere 922) ist den kleinen Umweg wert. In der «Hostaria Al Vecio Bragosso» (Strada Nova 4386) ist der Fisch wirklich frisch. Und: Man trinkt in Venedig nicht nur Bellini. Mega-in ist «Spritz» (Prosecco plus Bitter).

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Carpaccio, Bellini Die Schönen und Reichen dieser Welt fahren in Venedigs eleganten Wassertaxis vor allem eine Adresse an: das «Cip»! Nirgends ist der Service besser und der Sonnenuntergang ­dramatischer.

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uf den Commendatore ist Verlass. Giuseppe Cipriani beschied der Nach­welt vier Dinge, die man nicht missen möchte. Die Erfindung des Carpaccio (Originalrezept: ausschliesslich Rindfleisch, darüber Mayonnaise und einen Spritzer Worchestersauce). Die Kreation des Bellini (Prosecco, frischer Pfirsich, folglich nur zwischen April und August erhältlich). Die legendäre «Harry’s Bar».Und das «Cipriani», Venedigs erste Hoteladresse. Und eines der grossartigsten Häuser Europas. Dieses Jahr wird gefeiert: 50 Jahre «Cipriani». 50 Jahre Glanz & Gloria. u Clooney, Pitt und die Herren Bond. Die Ragazzi unten am «Cipriani»-Bootssteg sind einigermassen «Promi-resistent». Fast täglich checken Weltstars und Top-Politiker ein, die offizielle VIP-Liste des Hauses umfasst 200 Namen: (fast)


DOGARESSA-SUITE aus dem 15. Jahrhundert. Butler inklusive.

SCHÖNER WOHNEN Edle Zimmer, atemberaubende Aussicht.

«CIP’S CLUB» Dinieren am Wasser, auch für Nicht-Hotelgäste.

und das «Cipriani» alle amerikanischen und französischen Präsidenten, ebenso Michail Gorbatschow. Die italienischen Diven Sophia Loren und Claudia Cardinale. Prinzessin Diana. Und Hollywood checkt ein, nicht nur während des Filmfestivals: George Clooney, Brad Pitt, Johnny Depp, Angelina Jolie, Keira Knightley, Cathe­rine Zeta-Jones. Die James-Bond-Familie gehört auch zum Club: Sir Roger Moore, Daniel Craig, Eva Green. Die schönsten Suiten: «Palladio» (180-Grad-Sicht, ­ eigener Pool), «Dogaressa» im Palazzo Vendramin (15. Jahrhundert, mit Majordomus). u Sonnenuntergang über San Marco. Geld & Glamour haben im «Cipriani» verschiedene Treffpunkte. Den Meerwasser-Pool etwa von olympischem Ausmass. Die drei Bars. Die Restaurants Fortuny und Cip’s Club. Renato Piccolotto ist der Chef am Herd. Er hat sich in

diesem Haus vom Küchenjungen hochgekocht, legt eine ziemlich konservative Karte auf und glänzt vor allem mit den tagesfrischen Orate, Dentice und Branzini, die am Tisch akkurat von den Gräten befreit werden. Toll ists im «Cip’s»: Man schlemmt auf einem Holzdeck direkt am Wasser und verfolgt fasziniert den Sonnenuntergang über San Marco.

Revier. Die 100 Zimmer des Hauses haben alle eine tolle Sicht. Viele übers Wasser auf den Markusplatz, einige auf den gepflegten Garten. Der heisst wie der Spa «Casanova». Aus gutem Grund: Er war gemäss Überlieferung beliebtes Jagdrevier des Allzeit-Lovers, wohl wegen des Mädchenpensionats in der Nachbarschaft. URS HELLER u Casanovas

check-in u DAS HOTEL

Cipriani auf der Insel Giudecca (OrientExpress-Hotel). 36 Zimmer, 38 Juniorsuiten, 24 Suiten. DZ ab 870 Euro u RESTAURANTS «The Fortuny» (ab 30 Grad befreit die Direktion die Gäste vom Jackett­ CIPRIANI (links) auf Giudecca. zwang). Entspannter ist der «Cip’s Club» (auch für Nicht-Hotelgäste): erst einen Bellini, dann Pasta und Fritto misto u SPA Maria Galland, Treatment-Rooms mit kleinen Terrassen und Springbrunnen u FÜR NACHTSCHWÄRMER Das hauseigene Mahagoni-Boot fährt 24 Stunden unermüdlich von San Marco zum Hotel u INFO www.hotelcipriani.com schweizer illustrierte

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En Guete Für den Gluscht Die süsssaure Würze von Zwetschgen.

Sibylle Sager

Reiche Ernte

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mit Köchin

Nur der Herbst bietet eine solche Auswahl an Früchten und Gemüsen. Im Ofen über­ backen, freuts uns gerade dann, wenn es langsam kalt wird.

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ZwetschgenBrot-Auflauf

Zutaten (für eine ofenfeste Form von ca. 21/2 Litern, gefettet) 5 Esslöffel gemahlene Haselnüsse, 50 g Butter, weich, 2 Esslöffel Roh­zucker, 1 Nussbrot (ca. 400 g), vom Vortag, in ca. 1 cm dicken Scheiben, 1 kg Zwetschgen, halbiert, entsteint (ergibt ca. 900 g) Guss 5 dl Milch, 180 g ZwetschgenJoghurt, 4 Eier, 4 Esslöffel Rohzucker, 1 Prise Salz, Puderzucker zum Bestäuben Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Weiterverarbeiten ca. 50 Min.

u Nüsse auf den vorbereiteten Formenboden streuen. Butter und Zucker mischen, Brotscheiben damit bestreichen, quer halbieren, mit den Zwetschgen ziegelartig in die vorbereitete Form schichten. Für den Guss alle Zutaten bis und mit Salz gut verrühren, Guss über Brot

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Herbstgemüse

und Zwetschgen giessen, sofort backen. Backen ca. 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Auflauf mit Alufolie bedecken, damit das Brot nicht zu dunkel wird. Ca. 20 Min. fertig backen. Heraus­ nehmen, mit Puderzucker bestäuben.

tipp

Zwetschgen sollten so lange wie möglich am Baum ausreifen, damit sie ihr saftiges und süsssäuerliches Aroma optimal entfalten können.

Zutaten (für 6 Personen) 1 Esslöffel Bratbutter, 400 g Rüebli, evtl. längs ein­gekerbt, schräg in ca. 3 cm langen Stücken, 200 g Lauch, schräg in ca. 3 cm langen Stücken, 300 g Rosenkohl, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 3 Äpfel (z. B. Cox Orange), in Vierteln Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Weiterverarbeiten ca. 45 Min.

u Butter auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen ca. 5 Min. heiss werden lassen. Rüebli beigeben, ca. 15 Min. braten. Lauch und Rosenkohl zu den Rüebli auf das Blech geben, mischen, würzen. Äpfel darauflegen, ca. 30 Min. fertig braten.

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Herbst-Gratin

Zutaten (für eine ofenfeste Form von ca. 3 Litern, gefettet) Bratbutter zum Anbraten, 500 g Hackfleisch (Rind, Kalb, Schwein), 1 Zwiebel, fein gehackt, 500 g Champignons, je nach Grösse halbiert oder geviertelt, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 1 Sellerie (ca. 400 g), in dünne Scheiben gehobelt, 400 g mehlig kochende Kartoffeln, in dünne Scheiben gehobelt, 1/4 Teelöffel Salz Guss 1,8 dl Saucen-Halbrahm, 3 Esslöffel Milch, 2 Prisen Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle, 1/2 Teelöffel Paprika Gruyère-Streusel 50 g geriebener Gruyère, 2 Esslöffel Paniermehl, 1/2 Esslöffel Olivenöl Vor- und zubereiten ca. 35 Min.

Weiterverarbeiten ca. 35 Min. u Butter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. Hackfleisch portionenweise ca. 4 Min. anbraten, herausnehmen. Hitze reduzieren, Bratfett mit Haushaltpapier auftupfen, evtl. wenig Öl beigeben. Zwiebel andämpfen, Champignons mitdämpfen, Fleisch wieder beigeben, würzen, zugedeckt beiseite stellen. Sellerie, Kartoffeln und Salz gut mischen, die Hälfte in die vorbereitete Form geben, Fleisch darauf verteilen, restliche Kartoffel-Sellerie-Mischung darauf verteilen. Für den Guss Rahm und alle Zutaten bis und mit Paprika gut verrühren, über den Gratin giessen. Für die Streusel Gruyère, Paniermehl und Öl in einer Schüssel mit einer Gabel mischen, bis die Masse krümelig ist, auf dem Gratin verteilen, Form mit Alufolie bedecken.

Gratinieren ca. 20 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Folie entfernen, ca. 15 Min. fertig gratinieren.

u Sendedaten

Montag, 22. September, 20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholungen: 23. September ca. 1.00 und 13.45 Uhr SF 1). Mehr Info www.aldente.ch zuschauer-wettbewerb frage Wo wachsen Quitten? am Baum 0901 55 88 01 im Boden 0901 55 88 02 (CHF 0.80/Anruf) Postkarte an «al dente», Zuschauerspiel, Postfach 4865, 6002 Luzern Einsendeschluss 29. 9. 2008


Gaultmillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse!

weekend

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Gelungener Mix von Alt und Neu Gastgeber Christoph Köhli und Janine Hausmann beweisen Gespür und viel Geschmack.

Restaurant KunstHof Zürcherstrasse 28 8730 Uznach Tel. 055 - 280 30 00 Montag und Dienstag Ruhetag EC-Direct, keine Postcard Alle Kreditkarten ausser Diners www.kunsthof-uznach.ch

Im feinen Karussell der Aromen Restaurant Kunsthof, Uznach SG Nicht nur Störche fühlen sich hier wohl. Gastgeber Christoph Köhli und Janine Hausmann verschmelzen geschickt Tradition und Moderne – auch auf dem Teller!

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er «Kunsthof» ist kein Restau­ rant wie andere, in der geräu­ migen Anlage steht Historisches neben Zeitgenössischem. Vor Sicht­ betonwänden flackert ein Cheminéefeu­ er, die Dachbodenromantik ergänzen De­ signer-Garderobenschränke. Und wie es sich für Uznach gehört, setzen sich jedes Jahr die Störche ins gemachte Nest auf dem Dach. Sie sind beständiger als die Küchenmannschaft, denn Patrick Buser hatte hier nur ein kurzes Gastspiel. Einen längeren Aufenthalt wünscht man seinen talentierten und bei Spitzen­ köchen ausgebildeten Nachfolgern, dem jungen Paar Janine Hausmann und Christoph Köhli. Jung ist auch die Küche

des Nik-Gygax-Schülers. Er zeigt aber Respekt vor Tradition und Terroir, ist ­offen für Neues und hat dennoch keinen Hang zur Effekthascherei. Schon das Amuse-Bouche – ein Kafirlimetten-Süppchen mit Crevette, grüne Spargeln mit Sot-l’y-laisse und schwarzem Trüffel – war ein beein­ druckender Auftakt. «State of the art» war auch das Zweierlei von der Enten­ leber, fern vom Alltagstrott die Suppe von ­jungem Knoblauch samt geräucher­ tem Aal. Mit dem saftigen, zarten Gommis­ walder Kalbskotelett übertraf Köhli locker den einen oder anderen etablier­ ten Kollegen.

Im «Kunsthof» kommt eben Kunst von Kochenkönnen. Am originellsten ­geriet das Dessert: eine Variation von Crème brûlée aus Cassis, Vanille, Tonka­ bohne, Passionsfrucht und Rosmarin – ein Aromenkarussell, hübsch um hauch­ zarte Zuckerwatte drapiert: Fünfmal eine Karamellschicht knacken, dazwi­ schen Zuckerwatte naschen, das würde auch dem Nachwuchs passen. Für die Erwachsenen gibt es dafür einen kleinen, aber vorbildlich gestylten und klimatisierten Weinraum mit einer klug disponierten Auswahl in einem vernünftigen Preissegment. 

Fotos Dick Vredenbregt

wein-tipp Soave: Perfekter Begleiter zu Fisch Soave ist nicht etwa eine Traubensorte, sondern der Name eines italienischen Weissweins, der im Norden des Landes – um Soave herum – produziert wird. Erlaubt sind die Trauben­sorten Garganega,

Trebbiano, Pinot Bianco und Chardonnay. Steht auf dem Wein­etikett «Soave Classico», muss der Wein mindestens 70 Prozent der Garganega-Traube enthalten. Auf dem Schweizer Weinmarkt findet man neu die Weine der Kellerei Ca’Rugate. So auch den Soave Classico

2006, San Michele (12 %). Ein nahezu perfekter, gradliniger, mineralischer und saftiger Soave. Das pure Gegenteil eines buttrigen Chardonnay – denn hier wird Zurückhaltung zelebriert. Kulinarisch ist der Soave der beste Begleiter zu Fischgerichten jeder Art.

Bei Spar erhältlich. Jetzt trinken. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u chf 12.80

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publireportage 500 ABARTH Die Rennmaus ist mit ihren 135 PS ein enormes Kraftpaket. u EIGENSTÄNDIGE MARKE Lang lag die Sportmarke des FiatKonzerns im Dornröschenschlaf. Seit 2008 sticht der AbarthSkorpion wieder. Und das nicht nur als Label, sondern als eigenständige Auto­mobil­marke mit rund 120 Mitarbeitern im Turiner Mirafiori-Werk. Zwei sportliche Modelle warten bereits auf ihre Käufer: der Grande Punto Abarth und der 500 Abarth.

GRANDE PUNTO ABARTH Der 1,4-l-Turbobenziner des Kompaktsportlers leistet 155 PS.

Mit Abarth auf die Piste Ein exklusives Erlebnis voller Fahrdynamik. Abarth zeigt am Race & Glory Day, was in der Skorpion-Marke steckt. Und Sie können einer der ausgewählten Teilnehmer sein.

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barth – der Name steht für Emotion, Dynamik, Sport auf vier Rädern. Am Abarth Race & Glory Day, Sams­ tag, 11. Oktober 2008, lässt die neue Marke ihren Modellen Grande Punto Abarth und 500 Abarth freien Auslauf auf der Rennpiste von Lignières. Das Fahr­ sicherheitszentrum oberhalb des Bielersees, ist bestens für diesen exklusiven Anlass

geeignet. Neben ausgewählten Kunden darf ein Leser der Schweizer Illustrierten zusammen mit einer Begleitperson an diesem einzigartigen Event teilnehmen und selbst ins Abarth-Lenkrad greifen. Der Abarth Race & Glory Day bietet ein volles Programm: Der Begrüssung folgt eine theoretische Einführung durch TCSInstruktoren und ein Rennfahrkurs mit

verschiedenen Fahrübungen im 500 Abarth. Bei einem Wettbewerb besteht die Chance, eine heisse Abarth-Taxifahrt im Renntempo mit den Profi-Piloten Neel Jani und Joe Wyss zu gewinnen. Und das ist nicht alles: Nach dem Mittag­ essen können die Kursteilnehmer beim Einzelzeitfahren zeigen, was sie gelernt haben. Es folgen Siegerehrung und Schluss­ apéro. Und um das Abarth-Erlebnis ab­ zurunden, gibt es eine Reihe historischer Abarth-Fahrzeuge zu bewundern, die in Lignières die Tradition der Marke aufleben lassen.

Historische Wurzeln – Abarth gibt es schon seit 1949 KRABBELGRUPPE Schon vor 50 Jahren waren AbarthFahrzeuge in Rennsportkreisen äusserst beliebt.

Kleine und erschwingliche Autos mit Sport-Appeal: Das war die Vision des Österreichers Carlo Abarth, und er verwirklichte sie in seiner 1949 gegründeten Tuningschmiede. Abarths Kraftzwerge – meist auf FiatBasis – wurden Seriensieger und Rekordhalter. Für einen Rekordversuch nahm Abarth gar einmal 30 Kilo ab, damit er ins Cockpit passte. Insgesamt 15 000 Autos

verliessen bis 1971 die Turiner Werkstätten. Dann übernahm der Fiat-Konzern das Unternehmen und führte es zunächst als eigene Rennabteilung weiter. Mitte der 80er-Jahre gab es bei Fiat andere Prioritäten, und Abarth wurde zunächst eingemottet. Von ihrem Nimbus büsste die Marke jedoch nichts ein – die Wiederauferstehung ist ein Fest für Abarth-Fans aller Generationen.

Abarth Race & Glory Day – Samstag, 11. Oktober 2008, in Lignières: So können Sie mit dabei sein u Senden Sie eine SMS mit dem Keyword abarth sowie Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 974 (20 Rp. pro SMS) oder senden Sie ein E-Mail mit Ihrer Anschrift an si@abarth.ch, und Sie nehmen an der Schlussverlosung vom 2. Oktober 2008 teil.

u Teilnahmebedingungen Teilnahmeschluss ist der 1. Oktober 2008, 24.00 Uhr. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Pro Haushalt ist nur eine Person gewinn­ berechtigt. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht möglich.

Über das Gewinnspiel wird keine Korrespondenz geführt, und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeitende der FIAT Group Automobiles Switzerland SA und ihrer Partnerfirmen sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen.


Typisch Herbst! Es hat für viele von allem etwas

woche vom 28. September bis 4. Oktober 2008 Der Neumond (am 29. in der 1. Dekade Waage) wird von widersprüchlichen Aspekten begleitet: Merkur harmoniert mit Neptun am 28., Sonne in Spannung zu Neptun am 29. Das könnte auf Probleme mit unserer Umwelt deuten: einer-

seits mit Zwischenfällen, Unwettern, Überschwemmungen, andererseits könnten sich neue Lösungen zeigen. Günstiger Winkel zwischen Mars und Pluto am 2. symbolisiert gewisse Fortschritte in Energiefragen. Schwierige Venusaspekte deuten am 28. und 1. auf Unfälle in Freizeit und Sport.

widder 21.–30. 3. Diskussionen mit Partner sind nicht immer harmonisch (am 29., 1. und 2.). Vielleicht sollten Sie Konzessionen machen? Am 30. können Sie Missverständnis klären. 31. 3.–9. 4. Begegnungen von Anfang September kommen erneut zur Sprache. Es fällt Ihnen schwer, die anderen zu verstehen (am 29., 30. oder 3.). Lösung wäre Ende Oktober möglich. Problem mit Behörden könnte finanzielle Folgen haben. 10.–20. 4. Sie sollten bei Projekt mit anderen zusammenarbeiten. Am 30. sind Sie konstruktiv, am 1. und 2. leicht reizbar.

stier 21.–30. 4. Gute Kontakte zu Frauen, oft verbunden mit finanziellem Gewinn (am 30.). Heisser Flirt (28., 30.), was zu Diskussionen mit Partner führen kann. Am 1. können Sie nur schwer Ihre Gefühle kontrol­ lieren. 1.–10. 5. Was Sie derzeit beginnen, hat langfristi­ ge Erfolgchancen, beruflich oder privat. Speziell um den 4./5. Geborene könnten ins Schwarze treffen. Eigene Firma? Hochzeit? Nachwuchs? 11.–20. 5. Sie haben am 28. gute Karten, sind effizient. Ideal für Sport, Hobbys, Investitionen. Gute Chancen für mutiges Projekt am 2.

zwillinge 21.–31. 5. Sie amüsieren sich blendend (mit Nachwuchs oder kulturellen Ereignissen), verbringen schöne Stunden zu zweit (29.). Am 3. und 4. sollten Sie anderen einen Schritt entgegenkommen. 1.–10. 6. Fami­ liäres Problem könnte am 1. Kopfzerbrechen bereiten. Ab 2. haben Sie gute Chancen, um Lösung zu finden. Am 29. sollten Sie Eingebung folgen, am 4. etwas toleranter sein. 11.–21. 6. Sie können am 30. Ihr Ziel erreichen, wenn Sie diplomatisch vorgehen. Am 28., 1. und 4. finden Sie sich nur schwer mit einer neue Situation ab.

krebs 22. 6.–1. 7. Nach dem Neumond (am 29.) legt man Ihnen Steine in den Weg. In der Liebe aber soll­ te es nach Wunsch klappen, am 30. und 1. sind Sie der strahlende Mittelpunkt. 2.–12. 7. Begegnungen oder Pro­ jekte der 2. Septemberwoche könnten am 29. und 30. zu Komplikationen führen. Am 2. sehen Sie klarer. End­ gültige Lösung ist Ende November möglich. 13.–22. 7. Sie lassen sich zu leichtsinnigen Reaktionen hinreissen, überschätzen (am 30. und 1.) Ihre Kräfte. Einige sind auch gesundheitlich anfälliger (Magen, Nieren, Knie?).

löwe 23. 7.–1. 8. Neumond am 29. ist positiv für Sie (Begegnungen, kleine Reise, Besuch). Venus hin­ gegen könnte symbolisieren, dass Sie sich zurückziehen (28. und 1.). 2.–12. 8. Ihre Ideen finden Anklang (am 30.), ein Projekt von Anfang September entwickelt sich bestens (Resultate Ende Oktober!). Am 4. sind Sie charmant und folgen Ihrer inneren Stimme. 13.–23. 8. Sie sind körperlich in Superform, könnten Bäume ausreissen (am 2.). Exzellent für Sport oder Gesundheit. Am 28., 30. und 1. sind Sie kreativ, am 29. aber leichtgläubig.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie müssen sich am 29. um Ihre Finanzen kümmern und Einiges klarstellen. Am 1. sind Sie gesprächig und kontaktfreudig, am 4. zurückhaltend. Pro­ bleme mit Angehörigen? 3.–12. 9. Sie haben die Kontrolle, können langfristig planen, Unnötiges aus dem Leben elimi­ nieren. Um den 4./5. Geborene haben das Glück auf ihrer Seite (2.!), können sich verbessern (mehr Geld, Prestige?). Projekte von Februar bringen Ergebnisse. 13.–23. 9. Sie sind am 28. und 1. kurz angebunden, stossen auf Hindernisse. Günstig für eine Aussprache (Partner?) wäre der 2.

waage 24. 9.–3. 10. Sie sind am 29. (Neumond) nervös und reizbar. Ihnen fehlt zurzeit der richtige Durchblick. Gut gelaunt (Gewinn?) sind Sie am 30. 4.–13. 10. Eine Begegnung oder Verhandlung von Anfang September hat Konsequenzen, es fehlt aber noch an Klarheit. Sie neigen zu exzessiven Reaktionen. Eine Lö­ sung dürfte erst Ende Oktober möglich sein. 14.–23. 10. Sie stürzen sich kopfüber ins Kampfgeschehen, sind nicht grad zimperlich. Am 28. kommen Sie gut voran, am 1. und 2. stimuliert Sie Mars zu Glanzleistungen.

skorpion 24. 10.–2. 11. Venus in Ihrer Dekade symbolisiert Momente voller Leidenschaft. Ihr Charme ist magnetisch (30.), am 1. sind Sie im siebten Himmel. 3.–12. 11. Superwoche! Nutzen Sie die seltene Konstella­ tion (Saturn und Jupiter positiv!), um Weichen zu stel­ len. Freunde unterstützen Sie, um den 6./7. Geborene könnten voll ins Schwarze treffen, beruflich oder privat. Heirat? Nachwuchs? Aufstieg? 13.–22. 11. Sie freuen sich am 28. über Begegnung oder Geschenk, am 2. über unerwarteten Gewinn. Am 3. sollten Sie sich schonen.

schütze 23. 11.–2. 12. Gute Kontakte zu Freunden, Rückenwind für Projekte, speziell ab 29. (Neumond). Diskretes Treffen könnte am 30. Klarheit schaffen. Ein Neuanfang? 3.–12. 12. Verhandlungen über Projekt von Anfang September haben jetzt Konsequenzen (30. und 4.), konkrete Resultate aber erst Ende Oktober. Können Sie Missverständnisse klären? 13.–21. 12. Sie sind unter­ nehmungslustig, könnten Berge versetzen (am 2.!). Be­ sonders um den 14. Geborene setzen sich durch, oft dank Freunden. Am 29. sollten Sie die Lage objektiv analysieren.

steinbock 22.–31. 12. Sie ziehen in beruflicher Ange­ legenheit alle Register (am 29.), handeln am 1. und 2. voreilig. Venus verspricht schöne Stunden (am 30.) mit Herzklopfen (Begegnung, Versöhnung?). 1.–10. 1. Sie können Ihre Zukunft absichern. Am 2. haben Sie alle Trümpfe in den Händen, um Treffer zu landen. Etwas hektisch wird der 29. (Folge eines Missverständnisses Anfang September?). 11.–20. 1. Sie sind leicht reizbar (1. und 4.!), neigen zu leichtsinnigen Manövern (Verkehr?). Achten Sie auf Ihre Gesundheit (Rücken, Knie, Nieren).

wassermann 21.–30. 1. Beruflich könnte es derzeit bes­ ser laufen als im Gefühlsleben. Neumond (29.) ist güns­ tig für Weiterbildung, Examen, Reisen, am 30. können Sie Erfolg verbuchen. Private Komplikationen am 28. und 1. 31. 1.–9. 2. Sie sollten deutlich Ihre Meinung sagen, nicht auf Klatsch hören (am 29. und 1.). Missverständ­ nisse von Anfang September jetzt klären! 10.–19. 2. Sie können am 28. schönen Treffer landen, sind kreativ und beweisen einen 6. Sinn. Körperlich hingegen sollten Sie kürzertreten, kein unnötiges Risiko eingehen (am 2.).

fische 20. 2.–1. 3. Ihr Charme bezaubert, man liegt Ihnen zu Füssen. Venus symbolisiert interessante Begeg­ nungen, schöne Momente voller Romantik (30. und 1.!). Nur am 4. sind Sie reizbar. 2.–10. 3. Sie ziehen Bilanz (z. B. in einer Partnerschaft), konzentrieren sich aufs Wesent­ liche (2. und 4.). Jupiter signalisiert Hilfe durch Freunde, auch echte Glückssträhne (Gewinn, Beförderung, schick­ salhafte Begegnung?). 11.–20. 3. Komplikationen auf Gefühlssektor (28. und 1.?), aber positive Entwicklung am 2. Um den 11. Geborene erleben radikale Wende.

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop


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Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

weekend So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 28. September 2008, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

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Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­ staben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die fünften Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Zitat von Alberto Moravia.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abwei­ chungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schnei­ den Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 28. sept. 2008

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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spiele

Rebus

Auflösung aus Heft 38 wer häts – ohä lätz

kreuzwort chaos Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Sudoku mittel



   



 



 



# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S











  





Èschwer 





  

 

 

































 C È# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

 

sudoku Mittel                            È

        

        

        

        

        

        

Schwer                           

        

        

        

        

        

         



goldvreneliRätsel

haarnadel

raten und rechnen

Gewinner aus Heft 34 Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Sylvia Forster Chalet Blumenau, 3718 Kandersteg Michelle Schellenberg Rheinsfelderstrasse 13c, 8192 Zweidlen Regula Zehnder Leestrasse 4, 8132 Egg Blesi Gerhard am Löntsch 6, 8754 Netstal Aisha Luder Gässli 10, 4704 Niederbipp goldvreneli-rätsel (Lösung: «Weissstorch») Walter Troxler Lindenweg 7, 5620 Bremgarten Theres Müller Birchgasse 13, 5727 Oberkulm Erika Bornhauser Weingartenstrasse 7, 8803 Rüschlikon

zitat zwischen zahlen 1. Nepomuk, 2. Piccard, 3. Anregen, 4. Okeanos, 5. Gubrist, 6. Der Berg, 7. Eskimos, 8. Estrade, 9. Ochsner, 10. Theodul, 11. Benevol, 12. Insieme, 13. Biberli, 14. Knutwil, 15. Bergell, 16. Ohnehin, 17. Frieren, 18. Heureka, 19. Antenne Lösung Ein Kuesschen in Ehren mag niemand verwehren. rebus 1 RA BE 2 ST U HL 3 LA CH E = BESUCH

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Grosses Extra der Schweizer Illustrierten 11.–19. Oktober 2008

 Ana Ivanovic – sexy Bilder  Belinda Bencic – das Mega-Talent  Turnier-Agenda – alle Informationen

verführerisch Ana Ivanovic ist eine der Hauptattraktionen des Zurich Open.

Foto Ugo Zamborlini

Lust auf Zürich www.zurichopen.net schweizer illustrierte

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Zurich Open

laufsteg-tauglich Ana Ivanovic in einem Kleid von Matthew Williamson. «Ich fühle mich in langen Kleidern sehr wohl.»

Beau


ty mit Köpfchen Sie wohnt in Basel und ist der hellste Stern am Tennishimmel. Die Serbin ana ivanovic glänzt auf dem Court ebenso wie neben dem Platz. Bald ist sie in Zürich zu bewundern. Text jürgen kalwa

Fotos Lorenzo Agius / ContourPhotos.com / Getty Images, Imago

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er sich mit Ana Ivanovic unterhält, wird mehrere Dinge entdecken: Sie weicht keiner Frage aus. Und sie wirkt wie ein Mensch, der schon über vieles im Leben mehr als einmal nachgedacht hat. Sie ist trotz ihren Erfolgen ein Star ohne Allüren, ausgestattet mit einem gewinnenden Wesen und einem strahlenden Naturell. Eine Sportlerin, die in ihrer Freizeit auch an ihrer geistigen Fitness arbeitet und Bücher liest, die sie auf stundenlangen Streif­zügen durch die Geschäfte entdeckt. Für die WTA-Tour, die vom 11. bis 19. Oktober in Zürich Station macht, ist der junge Star denn auch in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Während die inter­nationale Turnierkarawane weiterzieht, bleibt das aussergewöhnliche Tennistalent der Schweiz erhalten. Sie sind in Belgrad aufgewachsen, aber mit 15 Jahren in die Schweiz gezogen. Warum? Wegen des Tennis. In Serbien gab es keine guten Anlagen, es fehlten Coaches, auch der Verband half uns nicht. Mein erster Trainingsplatz in ­Belgrad war ja ein leerer Swimmingpool! Da haben meine Mutter und ich entschieden, in die Schweiz zu gehen, wo mein damaliger Trainer und mein Manager Dan Holzmann lebten. Ich hatte auch die Chance, in die USA zu gehen, aber dort gefiel es uns nicht. Und der Rest der Familie? Mein Vater und mein Bruder blieben in Belgrad, wo sie noch immer leben. Die Trennung war sehr hart, weil unsere Familienbande sehr stark sind. Wir sehen uns so oft wie möglich. Aber es war trotzdem eine gute Entscheidung. Was verbinden Sie mit der Schweiz? Die Schweiz ist sehr friedlich und still. Ich bin gern in meiner Wohnung in

ihr grösster erfolg Im Mai dieses Jahres gewann Ana Ivanovic das French Open. Im Final besiegte sie Dinara Safina mit 6:4 und 6:3.

Basel, um mich zu entspannen. Und auf der Strasse spricht mich kaum jemand an. Man respektiert meine Privatsphäre. Was gefällt Ihnen an Basel? Es ist eine ruhige Stadt. Die Menschen sind locker. Es gibt gute Trainings­ möglichkeiten und sehr schöne Parks, um einen Spaziergang zu machen. Sie haben in jungen Jahren eine grosse Entscheidung getroffen. Sind Sie ein

spontaner Mensch? Ich bin nicht impulsiv, war schon immer etwas reifer als andere Teenager in meinem Alter. Ich versuche, jede Situation wie ein Schachspieler an­zugehen. Ehe du einen Zug machst, musst du dir bereits über die nächsten Gedanken machen. So gehen Sie auch in einen Tennismatch? Ja, manchmal. Aber oft muss man sich schweizer illustrierte

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Zurich Open

«Früher hatte ich Probleme mit meinem Aussehen und war nicht zufrieden» ana ivanovic

begehrt www.anaivanovic.com ist weltweit die meistbesuchte Webseite einer Sportlerin.

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Ich sehe ich mich überhaupt nicht als Sexbombe. Es gibt ein bekanntes Bild, auf dem Sie oben ohne mit einem Arm vor der Brust posieren. Kann so etwas nicht missverstanden werden? Das Bild finde ich sehr künstlerisch. Ich habe darin nichts Schlechtes gesehen. Aber ich weiss nicht, ob ich so etwas noch mal machen würde. Wahrscheinlich nicht. Dann schon lieber Fotos in attraktiver Abendgarderobe? Ich fühle mich in langen Kleidern wirklich sehr wohl. Und ich mag es, wenn man mich bei Fotoshootings frisiert und mich schminkt. Ich selber

mache mir meist nur einen Pferde­ schwanz und trage fast nie Make-up. Weshalb nicht? Ich finde Make-up zu schwierig (lacht). Ich bin wohl ein hoffnungsloser Fall. Mascara und Lipgloss – das ist alles. Ich habe Glück mit meiner Haut. Worauf achten Sie bei der Ernährung? Wie viele Teenager hatte ich früher Probleme mit meinem Aussehen und war nicht zufrieden. Vor zwei Jahren haben mein Fitnesstrainer und ich angefangen, uns mit dem Problem zu befassen. Ich bin seither viel fitter und habe gelernt, welche Nahrungsmittel gut für mich sind. Die Ergebnisse habe ich ziemlich schnell gesehen. u

Fotos Lorenzo Agius / ContourPhotos.com / Getty Images, Ugo Zamborlini

auf seinen Instinkt verlassen. Sonst ver­ liert man leicht den Fokus für den Punkt, um den man gerade spielt. Auf dem Platz gebe ich mir grosse Mühe, mich einfach nur auf den jeweiligen Schlag zu kon­ zentrieren. So als wäre es der Matchball. Damentennis ist neben dem Platz in den letzten Jahren sehr viel glamouröser geworden. Geniessen Sie das? Natürlich, es macht Spass. Ich finde es gut, dass man auch die glamouröse Seite von uns sieht. Jeder Frau gefällt es, wenn sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken kann. Und natürlich schmeicheln die Komplimente auch. Es sei denn, man betrachtet Sie als Sex­objekt.


seiten-wechsel Ana in einem Kleid von John Charles und Schuhen von Giorgio Armani.


Zurich Open

«Mascara und lipgloss, das ist alles» Make-up kommt bei Ana selten zum Einsatz. Nur für Shootings lässt sie sich gern ­frisieren und schminken.

u Kochen Sie selbst? Ich beherrsche ein paar Rezepte, aber nichts Kompliziertes. Ein gegrilltes Stück Fleisch mit Gemüse oder Pasta klappt immer. Und ich mache oft Fajitas. Aber wenn ich bestimmte Saucen zubereiten muss, funktioniert es weniger gut. Was macht Sie glücklich? Ich versuche immer, an meiner inneren Verfassung zu arbeiten. Es ist wichtig, sich in jedem Augenblick seines Lebens zu freuen und das zu geniessen, was man hat. Besitz und Äusserlichkeiten machen uns nicht glücklich. Und wenn wir zufrieden sind, sind die Chancen viel grösser, im Spiel noch besser zu werden. Der schönste Augenblick in Ihrer ­Karriere? Der Sieg beim French Open, ganz klar. Ich habe nicht nur mein erstes GrandSlam-Turnier gewonnen, sondern wurde Nummer eins in der Weltrang­ liste. Ich hatte danach tagelang das Gefühl, ich könnte Berge versetzen. Und der schwierigste Moment? Ich war sehr traurig, dass ich wegen

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einer Verletzung nicht an den ­Olympischen Spielen teilnehmen konnte. Ich wollte unbedingt für mein Land spielen, aber ich konnte nicht mal trainieren. Das war schwer. Ehrlich: Ich habe oft geweint. Tennis wirkt oft wie ein Boxkampf mit anderen Mitteln. Auch für Sie? Das ist ein sehr guter Vergleich. Tennis ist manchmal sehr brutal. Die blauen Flecken hat man einfach in seinem Inneren. Mir hilft es, mich auf mein eigenes Spiel zu konzentrieren. Be­

ana Persönlich geburtsdatum 6. November 1987 geburtsort Belgrad, Serbien wohnort Basel Grösse 186 cm gewicht 69 Kilogramm erste profisaison 2003 Spielhand Rechts, beidhändige Rückhand Turniersiege 7 aktuelle weltrang­ listen-position 3 preisgeld 5 728 832 Franken sponsoren Kleider und Schuhe: Adidas, Racket: Yonex, Sonstiges: Rolex hobbys Filme (vor allem Thriller), historische Bücher, Mode, Shopping

sonders dann, wenn ich eine Gegnerin nicht leiden kann und sie umso mehr schlagen will. Dann kann ich sehr emotional werden und vergesse leicht die wichtigsten Dinge: wie man sich richtig bewegt und wie man den Ball präzise schlägt … Sie studieren nebenbei an der Universität Belgrad. Welches Fach? Finanzwesen. Es ist ein Fernstudium. Es ist schwierig, das alles neben dem Sport und dem Reisen zu bewältigen. Aber mit meinem Abschluss kann ich nach meiner Tenniskarriere überall auf der Welt arbeiten. Die Finanzen waren aber nicht meine erste Wahl. Ich interessiere mich mehr für Psychologie. Ich lese viel über das Thema. Viele Fans wollen von Ihnen wissen, ob Sie einen Freund haben. Ja, das fragen wirklich viele Leute. Nein. Ich habe keinen festen Freund. Also kann sich jeder, der sich Hoffnungen macht, bei Ihnen melden? (Lacht.) Uff, ich bin noch zu haben. Aber wenn sich alle melden, wird das vielleicht ein wenig viel. 

Foto Ugo Zamborlini

«Es war hart, nicht an Olympia spielen zu können. Ich habe oft ­geweint» ana ivanovic


Zurich Open

Vorteil Belinda! Sie ist elf, ihren Gegnerinnen weit voraus und wird von Melanie Molitor trainiert. belinda bencic smasht in Martina Hingis’ Spuren. Text alejandro velert Fotos rolf edelmann

G

ross ist sie nicht. Grad mal 148 cm. Und besonders kräftig wirkt sie auch nicht. Aber wer Belinda, 11, spielen sieht, glaubt Zeuge eines (Tennis-)Wunders zu sein: Egal, wie und wo ihr die Trainer in der Molitor-Halle in Wollerau SZ den Ball hinspielen, Belinda schlägt zurück. Und das mit einer Wucht und Präzision, die Hobbyspieler erbleichen lassen. «Dabei war das eher ein lockeres Training», sagt sie keck. In ihrer Alterskategorie hat Belinda schon lange keine Gegnerinnen mehr. In ganz Europa nicht. Deshalb spielt sie an Turnieren bereits gegen die 14-Jährigen. Ist Belinda ein Wunderkind? Gar eine zweite Martina Hingis? «Ich kann mit solchen Ver-

gleichen nichts anfangen. Und an Wunder glaube ich nicht», sagt Melanie Molitor, 51, trocken. Die Mutter von Martina Hingis hat die 11-Jährige unter ihre Fittiche genommen. «Belinda schlägt mehr Bälle als andere Mädchen, so einfach ist das.» «Als Belinda zweieinhalb Jahre alt war, spielte sie zum ersten Mal Tennis und hatte riesigen Spass», erinnert sich Vater Ivan, 45, der 1968 mit seiner Familie aus der Tschechoslowakei in die Schweiz flüchtete. Schnell erkannte Ivan Bencic, dass seine Tochter in kurzer Zeit enorme Fortschritte machte. Als Belinda sechs war, «präsentierte» er sie Melanie Molitor – mit Erfolg. Seither arbeiten sie zusammen. Vor vier Jahren zog Familie Bencic wegen ihrer Tochter von Oberuzwil SG in die Nähe der MolitorTennishalle nach Wollerau.

gut aufgehoben Belinda mit der Trainer-Crew der Molitor-Halle. Melanie Molitor, Roberto Trojan und Tino Seidel (r.) kommen in den Trainings mit der 11-Jährigen ganz schön ins Schwitzen.

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Grosses Ziel vor Augen Belinda Bencic in der Molitor-Halle in Wollerau SZ. Hier trainiert sie t채glich drei Stunden.


Zurich Open

hier wird gekuschelt Belinda mit ihrer Katze Sisi und ihren Plüschtieren.

«Wir möchten, dass Belinda so normal wie möglich aufwächst» Vater Ivan Bencic Zweimal täglich, insgesamt drei Stunden, trainiert Belinda. «Ich habe auch schon mit Martina gespielt», sagt sie stolz. An den Wochenenden reist sie mit ihrem Vater von Turnier zu Turnier und sammelt dabei fleissig Pokale. Der widmet einen grossen Teil seiner Zeit der Tenniskarrie­ re seiner Tochter. Ins Bild des überehr­ geizigen Vaters will er nicht passen: «Wir möchten, dass Belinda so normal wie möglich aufwächst.» Dazu gehört, dass sie in Wollerau in die normale Primarschule geht. «Turnen und gewisse Freifächer muss sie zwar nicht besuchen, doch ihre Ausbildung vernachlässigen wir auf keinen Fall», sagt Ivan Bencic. Und obwohl Belinda die Schulbank ein paar Stunden weniger drückt als ihre «Gspän­ li», ist sie eine der Klassenbesten. Im Training achtet Melanie Molitor darauf, dass Belinda nicht als «Sonderfall» behandelt wird. «Am Vormittag trainiert sie eine Stunde allein. Am Nachmittag findet das Training in Gruppen statt, auch mit Mädchen, die eindeutig schwächer sind als sie», sagt Molitor. Ihre Philosophie sei schon immer das ganzheitliche För­ dern der Jungen gewesen, auch wenn das von aussen wenig wahrgenommen wor­ den sei. «Ein Mädchen, das im normalen Leben nicht bestehen kann, schafft es auch auf der Profi-Tour nicht», sagt sie. Und spätestens daheim unter­ scheidet sich Belinda überhaupt nicht

von gleichaltrigen Mädchen. Im Kinder­ zimmer stapeln sich zwar die Pokale und Medaillen, ansonsten regieren hier aber Gameboy, Plüschtiere und Kinder­bücher von «Hanni und Nanni». Und die Auf­ merksamkeit ihrer Eltern teilt sich Be­ linda hier mit ihrem Bruder Brian, 8. Auch er ist Jahrgangsbester im Tennis und spielt nebenbei Eishockey in Rap­ perswil beim SCRJ. Ins Schwitzen gerät darob vor allem Mutter Dana, 33, die den grössten Teil des Tages damit beschäf­ tigt ist, eins ihrer Kinder in irgendein Training zu chauffieren. «Das ist zwar ab und zu anstrengend, aber so verbringe ich viel Zeit mit meinen Kindern.» Familie Bencic richtet ihr Leben nach der sportlichen Zukunft ihrer Kinder aus. Ohne Unterstützung von Sponsoren und Gönnern, wäre das nicht möglich. «Ein ehemaliger Hockeykollege, Marcel Niederer, und Joachim Strehler von der Firma HRS unterstützen uns grosszügig. Dafür sind wir unendlich dankbar», sagt Vater Bencic. Ob sich der ganze Aufwand am Ende lohnt, weiss nie­ mand. Melanie Molitor: «Belindas Voraus­ setzungen sind sehr gut. Aber sie kann sich verletzen, verlieben, die Lust verlie­ ren, was weiss ich.» Vorläufig muss sich Melanie Molitor diesbezüglich aber keine Sorgen machen. Belinda über ihre Ziele: «Ist doch klar, ich möchte die Nummer 1 werden und Grand Slams gewinnen.» 

alles fürs Tennis Belinda und Brian spielen, Mami fährt sie hin und her, Papi betreut.

beeindruckend Belinda sammelt TennisPokale. Einige sind fast grösser als sie selbst. schweizer illustrierte

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Turnier-Agenda

Zurich Open

Vom 11. bis 19. Oktober ist das Hallenstadion the place to be: Das Zurich Open lockt zum 25-JahrJubiläum mit zwei Courts, einem attraktiven Zeltanbau und Gastro-Angeboten der Extra-Klasse.

Tickets

Spielplan*

Hotline 0901 56 44 56 (CHF 1.95/MIN.) Telefonisches Buchen ist von Montag bis Freitag jeweils von 8.00 bis 20.00 Uhr und am Wochenende von 9.00 bis 17.00 Uhr möglich. Bezahlung: nur mit Kreditkarte (American Express, MasterCard, Visa). www.zurichopen.net Buchen Sie Ihr Ticket einfach und schnell im Internet. Über den Navigationspunkt «Tickets» und den Link «Tickets bestellen» gelangen Sie direkt zum Buchungssystem. Dort können Sie Ihren Platz selbst auswählen und bestellen. Bezahlung: mit Kreditkarte. Vorverkauf Hallenstadion Zürich, Montag bis Freitag, 11.00 bis 17.00 Uhr. An Ihrem nächsten Bahnhof oder per Rail Service Tel. 0900 300 300 (CHF 1.19/ Min). Jelmoli Zürich: Montag bis Freitag, 9.00 bis 20.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 17.00 Uhr. Tageskasse im hallenstadion Ab 13. Oktober täglich ab 11.00 Uhr.

Qualifikation im Hallenstadion Zürich Datum Zeit Runde Samstag, 11. Oktober 10.00 Uhr Qualifikation, 1. Runde Sonntag, 12. Oktober 12.00 Uhr Qualifikation, 2. Runde Montag, 13. Oktober 12.00 Uhr Qualifikation, Finals Hauptturnier im Hallenstadion Zürich Datum Zeit Runde geplante Startzeiten Centre-Court* Montag, 13. Oktober Dienstag, 14. Oktober Mittwoch, 15. Oktober Donnerstag, 16. Oktober Freitag, 17. Oktober Samstag, 18. Oktober Sonntag, 19. Oktober

12.00 Uhr* 13.00 Uhr* 13.00 Uhr* 14.00 Uhr* 14.00 Uhr* 13.30 Uhr* 13.30 Uhr*

Einzel/Doppel, 1. Rd. auf 2 Courts Einzel/Doppel, 1. Rd. auf 2 Courts Einzel/Doppel, 1./2. Rd. auf 2 Courts Einzel/Doppel, 2. Rd. auf 2 Courts Einzel/Doppel, Viertelfinals auf 2 Courts Einzel/Doppel, Halbfinals Einzel, Final – 11.00 Uhr Doppel, Final

12/14/15.15/18/20.30 14/15.15/18/20.30 14/15.15/18/20.30 14/15.15/18/20.30 14/15.15/18/20.30 13.30/15

* Bei allen erwähnten Spielrunden und -zeiten handelt es sich um Richtangaben. Die genauen Spielzeiten werden jeweils am Vorabend (ab ca. 18.00 Uhr) auf www.zurichopen.net oder über die Infoline (0901 56 44 56, CHF 1.95/Min.) bekannt gegeben.

Die Eintrittspreise Tag Datum Spielplan Kat. 1 Kat. 2 Kat. 3 Sonntag * 12. 10. 2008 Qualifikation 19.– 19.– 19.– Montag 13. 10. 2008 1. Runde 89.– 59.– 39.– Dienstag 14. 10. 2008 1./2. Runde 89.– 59.– 39.– Mittwoch 15. 10. 2008 2. Runde 89.– 59.– 39.– Donnerstag 16. 10. 2008 2. Runde 129.– 89.– 49.– Freitag 17. 10. 2008 Viertelfinals 129.– 89.– 49.– Samstag 18. 10. 2008 Halbfinals 129.– 89.– 49.– Sonntag 19. 10. 2008 Finals 129.– 89.– 49.– Dauerkarte

13.–19. 10. 2008

680.–

480.–

290.–

* Papierticket unnummeriert

• Samstag, 11. 10. 08, Qualifi­kation: freier Eintritt, mit reduziertem Betrieb. • Tickets für den Qualifikations-Sonntag nur an der Tageskasse. • Systemgebühr CHF 1.50 pro Ticket. • Bearbeitungsgebühr CHF 12.50 pro Bestellung (per Internet, Telefon, schriftlich). An den Vorverkaufs­stellen muss mit einer individuellen Bearbeitungsgebühr gerechnet werden.

• Ticketversand erfolgt nach Zahlungseingang. • Tickets können nicht umgetauscht werden. • Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sind ermässigte Tickets er­hältlich; nur per Telefon 0901 56 44 56 (CHF 1.95/Min.) buchbar. • Für Rollstuhlplätze und Tickets für Begleit­ personen wenden Sie sich an den Veranstalter Telefon 0901 56 44 56 (CHF 1.95/Min.). schweizer illustrierte

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Zurich Open

Auf zum Kids Day! Wer das verpasst, ist selber schuld. Beim Kids Day am 13. Oktober warten im Hallenstadion tolle Aktivitäten, Preise, Tennisstars sowie Barbie – und das alles zum Nulltarif!

A

uf den Turnier-Montag freuen sich die kleinen Tennisfans besonders. Bis zu 1500 Kinder und Jugend­ liche zwischen 5 und 15 Jahren dürfen kostenlos ans Zurich Open – wer unter 13-jährig ist, darf gar gratis eine erwachsene Begleitperson mitnehmen. Ab 11 Uhr warten vor Ort auf die Kids jede Menge Aktivitäten. Die Migros Tennis Academy sorgt mit ihren Hindernisläufen dafür, dass es niemandem langweilig wird. Mit von der Partie sind auch einige Spielerinnen. Mit dem Gratis-Ticket können diese bei der «Arbeit» auf dem CenterCourt bewundert werden. Weiter winkt ein Treffen mit Barbie, die Autogramme

star zum anfassen Daniela Hantuchova nahm sich letztes Jahr viel Zeit für die Kids. verteilt und sich mit den Kindern foto­ grafieren lässt; zudem wird der brandneue Film «Barbie und das Dia­mantenschloss» gezeigt. Die Kids-Day-Ausweise, die auch zum Benutzen der öffentlichen Ver-

kehrsmittel des ZVV berechtigen, können in grösseren Filialen der Migros Zürich, in den Hallenbädern Zürich City und Oerlikon sowie beim Sportamt der Stadt Zürich abgeholt werden.

Jubiläums-Tombola: Gewinnen Sie tolle Preise! Das Zurich Open feiert! Vom 11. bis 19. Oktober 2008 werden im ­Hallenstadion 25 Jahre Frauentennis-Geschichte zelebriert. Zur Jubiläumsaustragung wurde mit diversen Tennisklubs bereits im Vorfeld eine Tombola mit attraktiven Preisen veranstaltet. Seit Ende April ­konnten die Vereine Lose bestellen und diese bei Vereins­ aktivitäten ­verkaufen, wobei die Klubs 25 Prozent der Einnahmen als Provision behalten konnten. Swiss Tennis und der Zürcher Kantonalverband für Sport sind die Träger dieser Tombola. Der gesamte Netto-Erlös der total 25 000

Lose (à CHF 5.–) mit Preisen im Gesamtwert von CHF 215 000.– kommt Projekten der Nachwuchsförderung der beiden Verbände zugute. Die restlichen Lose mit attraktiven Hauptgewinnen gelangen während des Zurich Open unter die Leute. Neben 2500 Sofortpreisen im Wert von CHF 20.– bis 70.– sind 300 Eintritte für den Final-Sonntag enthalten, die dann an der Hauptpreis-Verlosung teilnehmen. Viel Glück! Preise zu gewinnen gibt es von Bauknecht, Cecchetto, Enia Carpet, Giroflex, green.ch, Head, Hotel Tannenhof im Allgäu, Lanier, Nikon, Ricoh, Sanitas, Schweizer Illustrierte, Sony Ericsson, Tages-Anzeiger, Wilson.

multifunktional Drucken, kopieren, faxen und farbscannen mit dem Ricoh SP 3200sf. Wert: CHF 2010.–.

kaffeegenuss Eine Kaffemaschine Lavazza LB Guzzini von Cecchetto. Wert: CHF 490.–.

Fit trimmen Ein Gutschein von Sanitas für ein Fitness-Abo. Wert: CHF 1000.–.

ab ins allgäu Je 2 × 7 Nächte für 2 Personen im Hotel Tannenhof in Weiler inkl. HP und Tenniskurs. Wert: je ca. CHF 2400.–. heisses Teil Zwei MikrowellenKompaktöfen JEZ-CHIEF von Bauknecht. Wert: je CHF 1001.–.

in Touch Ski Xenon von Head inkl. Bindung. Wert: ca. CHF 970.–.

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DER NEUE NISSAN MURANO. ELEGANTER CROSSOVER. URBANPROOF. “ALL MODE 4x4-i”®-System O Innovativer, kratzfester Lack O Seitenund Rückfahrkamera O DVD-Entertainment-System* O Elektrische Heckklappe* O Hochwertiger Innenraum O Weitere Informationen unter www.nissan-murano.ch

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Zurich Open

Tennis vom Feinsten Die Startliste Position Name 1 Ana Ivanovic 2 Jelena Jankovic 3 Maria Scharapowa 4 Venus Williams 5 Anna Tschakwetadse 6 Agnieszka Radwanska 7 Marion Bartoli 8 Victoria Azarenka 9 Patty Schnyder 10 Agnes Szavay 11 Alize Cornet 12 Caroline Wozniacki 13 Flavia Pennetta 14 Dominika Cibulkova 15 Nadia Petrova 16 Maria Kirilenko 17 Shahar Peer 18 Anabel Medina Garrigues 19 Francesca Schiavone 20 Katarina Srebotnik 21 Amélie Mauresmo 22 Wild Card 23 Wild Card 24 Gold/Silver Exempt 25 Qualifikantin 26 Qualifikantin 27 Qualifikantin 28 Qualifikantin

Land Ser Ser Rus USA Rus Pol Fr Bul Sz Ung Fr Dä It Slk Rus Rus Isr Sp It Sln Fr

lokal­matadorin 2002 gewann Patty Schnyder das Zurich Open.

Leseraktion – kommen Sie an den Tennis-Event des Jahres! u Im Zürcher Hallenstadion kreuzen die weltbesten Spielerinnen ihre Schläger. Wer sitzt nach dem Zurich Open auf dem Tennis-Thron? Schafft Patty ­Schnyder einen Exploit und holt ihren zweiten Zurich-Titel? So sind Sie live dabei

und lernen die Nachwuchs­hoffnung Stefanie Vögele kennen! Für 99 Franken können Sie als Leserin oder Leser der Schweizer Illustrierten Exklusiv ein einmaliges Angebot nutzen! Das Angebot gilt für den Freitag, 17. Oktober (Viertelfinals).

Das Packet beinhaltet: • 1 Ticket 2. Kat. (Viertelfinalspiele ab 14 Uhr) • Apéro im Restaurant Vision von 17.15 bis 18.00 Uhr • Talk mit Nachwuchshoffnung Stefanie Vögele • 1 Jubiläumsbuch Teilnehmerzahl beschränkt!

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Das Tennisfieber hat mich gepackt – ich bin mit dabei! Name

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Anzahl Tickets (max. 4)

Bezahlung per ± Rechnung Kreditkartennummer

Foto Getty Images

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± Mastercard

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Unterschrift

Einsendeschluss: 6. Oktober 2008. Bestellungen gegen Rechnung (nur bis 30. 9. möglich) oder Bezahlung mit Kreditkarte. Füllen Sie den Talon bitte vollständig aus. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Eintritts­ billette und Gutscheine werden Ihnen per Post zugestellt. Bei Bestellungen mit Zahlungseingang nach dem 10. Oktober werden die Dokumente an der Tageskasse im Hallenstadion hinterlegt. Einsenden an: Schweizer Illustrierte, Leseraktion Zurich Open, Postfach, 8099 Zürich. schweizer illustrierte

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Architektur

Eine Stadt für 500 Millionen Franken Westside ist Freizeit- und Einkaufszentrum zugleich. Die Fassade aus Robinienholz setzt Akzente. Eindrücklich: die Lage über der A1.

Anfang Oktober eröffnet Westside! Schöpfer des visionären Stadtteils in Bern Brünnen ist Stararchitekt Daniel Libeskind, 62. Der New Yorker über die neue Erlebniswelt, alte Baustellen und warum er die Schweiz so mag.

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Im Westen


Bad-Meister Architekt Libeskind im von ihm entworfenen Freizeitbad Bernaqua in Bern Brünnen. «Die rote Rutsche sorgt für Spass und Unterhaltung.»

viel Neues

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architektur

Belebt, Beliebt Der futuristische Komplex ist ein architektonischer Hingucker (Illustration Studio Libeskind). Mit 60 Läden für Besucher! Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

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ine Vision wird Wirklichkeit: nach achtjähriger Bauzeit eröffnet am 8. Oktober in Bern Brünnen die Erlebnisdestination Westside ihre Tore. Der neue Stadtteil ist mit 141 000 Quadratmetern so gross wie 20 Fussballfelder. Von der Shopping Mall mit 60 Läden bis zum Altersheim bietet sie alles, was der moderne Mensch braucht. 500 Millionen Franken kostete das Projekt. Bauherrin ist die Neue Brünnen AG, eine 100-prozentige Tochter der Genossenschaft Migros Aare. Das faszinierende Design stammt von Star­ architekt Daniel Libeskind, in der Welt als «Zick-Zack-Expressionist» bekannt.

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Daniel Libeskind 60er-Jahre-Architektur geprägt. Urbanen Lifestyle suchte man hier bisher vergebens. Westside ist ja nicht einfach eine Metallbox auf einem Hügel. Es ist ein architektonisches Wahrzeichen mit inter­nationalem Flair. Etwas konkreter bitte? Ich hatte den Auftrag, eine Erlebnisdestination mit nationaler Ausstrahlung zu schaffen, samt Bahnhof und Tramverbindung ab 2010. Die Besucher erwartet ein kosmopolitisches Zentrum mit Restaurants, Hotel, Wohnungen, einem Multiplex-Kino, Läden und dem 10 000 Quadratmeter grossen Freizeitbad Bernaqua.

Wie gefällt Ihnen Ihr Wurf? F-A-N-T-A-S-T-I-C! Ich bin ehrlich begeistert und hatte bei der Bauinspektion kurz vor unserem Gespräch nur wenig zu bemängeln. Westside hat die Komplexität einer Kleinstadt – es gibt in der Schweiz nichts Vergleichbares.

Wird man Sie hier auch mal in Badehosen antreffen? Ha, ha, ha (Libeskind lacht, bis seine Augen schmale Schlitze sind). Nein, ich bin keine Wasserratte, aber ich schaue anderen gerne zu. Das Bad ist wirklich aussergewöhnlich. Es hat viele Räume und Winkel, in denen auch die Fantasie abheben und eintauchen kann.

Was ist daran so einmalig? Die Philosophie dahinter. Die Gegend ist von Autobahnschneisen und

Was bedeutet Westside für die Zukunft? Pro Jahr werden 3,5 Millionen Besucher erwartet, es entstehen 800 neue

schweizer illustrierte

1946 in Polen geboren, sein Vater war Holocaust-Überlebender. «Danny» kam als 13-Jähriger nach New York. Studierte Musik und Bühnenbild, wechselte 1970 zur Architektur. Hat Büros in New York (70 Mitarbeiter), Berlin, Zürich, Mailand. Trägt Schwarz. Seit 38 Jahren mit Nina verheiratet. Für sie liess er sogar ein Dinner mit der Queen sausen: «Sorry, aber ich wollte lieber mit meiner Frau essen gehen.» Wohnungen für 2700 Bewohner. Westside ist ein neuer Stadtteil im Westen von Bern, eine Mini-Metropole zum Verweilen, Leben, Entspannen. Und es ist eine Antwort darauf, wie verdichtetes Wohnen im 21. Jahr­ hundert funk­tioniert. Wer will, kann sogar seine alten Eltern besuchen – in der Senioren­residenz neben dem Haupt­eingang. Die spitz zulaufenden Baukörper tragen Ihre Handschrift. Die Idee dahinter? Am Anfang steht immer der Wunsch, etwas Einzigartiges zu machen. Westside hat wie jedes meiner Projekte ein unverwechselbares Profil; es setzt einen Kontrapunkt zur zwanzig Minuten entfernten Berner Altstadt. Die Fassade ist aus Robinienholz und verbindet sich auf natürliche Weise mit der Landschaft. Die «Cuts», die schräg verlaufenden


Westside ist eine Art Mini-Metropole der Zukunft. Sogar mit Hotel und Altersheim!

Ecken und Kanten Libeskind bei der Bauabnahme von Westside: «Das Erlebnisbad samt Spa war Neuland für mich.»

Schneisen auf der Fassadenstruktur, brechen die Geometrie. In der Nacht treten sie als leuchtende Bänder in Erscheinung. Ist Holz nicht altmodisch? Im Gegenteil. Es respektiert die Tradi­ tionen, altert prima, kann viel aushalten, ist organisch. Die hölzerne WestsideFassade bekommt übrigens durch die Witterung eine silberfarbene Patina. Was war Ihre grösste Herausforderung? Die ökonomischen, funktionellen und sozialen Faktoren zusammenzubringen. Die andere Schwierigkeit war, über einem Autobahntunnel zu bauen. Das Ding lebt ja, Leichtigkeit musste ins Spiel. Licht ist ein wichtiges Medium in meiner Arbeit. Es kann dramatisches Stilmittel sein, Gebäude aber auch weich erscheinen lassen. Ein Blickfang sind die Lichtecken, ich nenne sie Kristalle. Sie durchstossen das rechtwinklige System der Baukörper und werfen Tageslicht ins Innere. Besteht nicht die Gefahr, dass ein grosses Gebäude die Menschen klein macht? Natürlich – wenn Intimität und Emo­ tionen fehlen. Schlechte Architektur u


architektur

Bei Libeskind ist nichts unmöglich, seine Bauten sind Kunst und Kult Denver art Museum Futuristisch wie ein Raumschiff, 2006 eröffnet (Colorado, USA).

Memory Foundations Libeskinds ist der Generalplaner für Ground Zero mit dem 541 Meter hohen Freedom Tower in New York.

Foto Keystone

hat eine kraftstrotzende Gewolltheit, sie lässt die Leute ratlos zurück. Bei Westside mache ich mir keine Sorgen. Es ist ein unterteilter Riesenorganismus und befriedigt viele Bedürfnisse. In erster Linie ist es ein Konsumtempel. Waren amerikanische Malls ein Vorbild? Oh my dear, no! Natürlich ist Westside ein kommerzielles Projekt. Selbst die Museen, die ich baue, müssen kommerziell erfolgreich sein. Tatsache ist aber: Unser Lifestyle hat sich komplett gewandelt. Immaterielle Angebote und Leistungen nehmen an Bedeutung zu. Ich wünsche mir, dass Westside auch eine Plattform für Konzerte, kulturelle Events oder Modeschauen bietet.

Wie gut kennen Sie unser Land? Ziemlich gut, seit vielen, vielen Jahren. Mein Sohn und meine Schwiegertochter leben in Zürich. Ich habe hier, neben Berlin und Mailand, auch eines meiner Architektur-Studios. Welche Region bevorzugen Sie? Hm, ich weiss nicht. Ich habe die ent­legensten Schweizer Dörfer besucht. Seit Le Corbusier schaut die Welt auf dieses kleine Land und lobt seine ­Kreativität und Dynamik. Das mag ich. Haben Sie Kontakt zu Schweizer ­Kollegen? Klar, ich kenne Jacques Herzog und Pierre de Meuron, bin mit Mario Botta und Peter Zumthor bekannt. Man

respektiert die Arbeit des anderen, das finde ich ganz normal. Wir gehen alle anders an die Sachen ran. Die Welt wäre langweilig, wenn alle das Gleiche ­machen würden. Sie sind ständig unterwegs. Macht ein Leben «on the road» Spass? Ich reise wahnsinnig gern. Zurzeit arbeiten wir an 40 Projekten gleich­ zeitig. Meine Frau Nina ist meine engste Mitarbeiterin und begleitet mich fast immer. Unsere drei Kinder Lev, Noam und Rachel sind erwachsen. Ich habe früh gelernt, die Welt als Ganzes zu betrachten. Für mich gibt es nicht nur New York, wo unser Lebensmittelpunkt ist. Wenn wir unterwegs sind, wohnen wir gerne bei Freunden. Natürlich ist es


L-Turm In Toronto Gewagter Auftritt für das neue Sony-Center in Kanada.

Jüdisches Museum Berlin Kulturbau in Form eines geborsteten Davidsterns. nicht unangenehm, in fantastischen Hotels zu übernachten, zum Beispiel im «Dolder Grand» in Zürich. Wo befinden sich Ihre grössten ­Baustellen? Ich startete meine Karriere langsam, werde im Alter immer aktiver. In Asien sind gigantische Städte am Entstehen: Die Siedlung Keppel Bay in Singapur, das Stadtviertel Haeundae Udong in Südkorea. In Italien hält uns das Fiera-Milano-Projekt in Atem, in Brescia der Editoriale Tower. Und in New York sind die Arbeiten am WorldTrade-Center-Neubau in vollem Gang. Sie gewannen 2003 den Wettbewerb für den Wideraufbau von Ground Zero. Ihr Entwurf wurde mehrmals verändert. Das Ganze ist äusserst kontrovers und wird immer mit den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung stehen. Politiker, der Bürgermeister, die Familien der Opfer – alle fordern ein Mitspracherecht. Das Projekt ist ein nie da gewesenes Beispiel für demokratische Beteiligung. Ich habe den Masterplan entworfen. Bis 2012 werden fünf der höchsten Wolkenkratzer der Welt Downtown Manhattan ein neues Gesicht geben. Warum dieses Streben nach Höhe? Der 541 Meter hohe Freedom Tower entspricht dem Wunsch vieler Amerikaner, etwas zu ersetzen, was sie beim Anblick ihrer Stadt vermissen. Es wird ein Museum geben, Gärten, Wohnkomplexe, eine Memorial-Gedenkstätte, einen Wasserfall. Was seit 2004 im Entstehen ist, wird die Menschen zum Staunen bringen und ihre Seele berühren. 


murmeli-Spass Guy Landolt, Midi Gottet und Helmi Sigg (v. l.) vom Trio Eden als Murmeli mit Caroline Sommer (Heidi) und Nathanael Schaer (Daneli).

Die Murmeli sind zurück! Ein Abend mit Schweizer Hits: Das Musical «Ewigi LiebI» begeistert

D

er Erfolg geht in die zweite Runde. Und wie! Für die Schauspieler und das Team von «Ewigi Liebi» gibts an der diesjährigen Premiere erneut Standing Ovations. Mit einem riesigen Strahlen im Gesicht verlässt Mash-Sänger Padi Bernhard die Maag-Halle: «Beim Applaus bin ich fast geplatzt vor Stolz.» Vor 13 Jahren komponierte er den Song im stillen Kämmerlein. «Verrückt, was daraus geworden ist!» TV-Moderator Sascha Ruefer outet sich als grosser Gölä-Fan: «Wenn er singt, flippe ich völlig aus – einfach Weltklasse!» Leider teilt seine Freundin Vera diese Leidenschaft gar nicht. «Im Auto hören wir darum Radio. So gibts keine Diskus­sionen.» Und wie stehen die beiden zum Motto des Abends? «In der Realität bedeutet ewige Liebe vor allem ewige Arbeit an der Liebe!», findet Sascha. Ebenfalls zurückhaltend gibt sich Caroline Rasser. «Ewig tönt zwar gut – aber ich glaube vor allem an die Liebe im Hier und Jetzt.» Kommunikationsberater Patrick Rohr schaut in die Zukunft: «Ich bin seit acht Jahren mit meinem Freund Simon zusammen. Ich habe den Menschen gefunden, mit dem ich alt werden

Anstossen aufs neue Büro. Patrick Rohrs Firma wächst, SI-Chefredaktor Dominic Geisseler (l.) gratuliert.

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schweizer illustrierte

fantasy-Schriftsteller Suresh (r.) mit Zwillingsbruder Jyoti Guptara und dessen Freundin Rahel Münch.

stolzer Komponist Mash-Sänger Padi Bernhard mit seiner Frau Bea. Vor 13 Jahren schrieb er «Ewigi Liebi».

Profis im Show-Business Herbi Lips (l.) mit Gattin Christine, «Ewigi Liebi»-Produzent Darko Soolfrank.


party party-facts

bald mami Jasmin Clamor alias Lotti Stäubli (Ex-Acapickels), Schwester Iris Liechti.

mit neuer frisur Ex-Miss Anita Buri und ihre Salsa-Tanzlehrerin Elja-Dusa Kedves (l.).

verliebt Adrian Stern mit Freundin Mylen. Der Sänger arbeitet auch fürs Musical «Ewigi Liebi».

Gastgeber «Ewigi Liebi» und Schweizer Illustrierte tatort Maag Music Hall, Zürich food Tomaten-Mozarella-Salat, Penne, Schoggikuchen und Pralinen hingucker Ex-MissSchweiz Anita Buri überraschte mit neuer, raspelkurzer Frisur – Victoria Beckham lässt grüssen. Anita: «Ein Spontanentscheid beim Coiffeur» Party-Rating

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Gölä-Fan TV-Moderator Sascha Ruefer mit seiner Freundin Vera Schumacher.

am buffet Schauspielerin Caroline Rasser mit ihrem Lebenspartner Dani von Wattenwyl.

Schöne schwestern Vize-Miss Sabrina Knechtli (r.) mit ihrer jüngeren Schwester Nicole.

Kuschelrock & nackte Haut

«Ein turbulenter Musicalabend, gespickt mit den grössten Schweizer Hits – zum Mitsummen, mit Gänsehaut-Garantie!»

Sportliche Damen Bergführerin Evelyne Binsack (M.) mit Siebenkämpferin Linda Züblin (l.) und deren Schwester Sarah.

Hochzeit? Kerlis Schwanen-Outfit liess Rapper Bligg nicht mehr los.

party Universal Music: Rock, Rap & Schlager

T

rotz harten Klängen gings an der Party von Universal im Zürcher «Kaufleuten» echt kuschelig zu. Nicht nur Baschi schmiegte sich an Freundin Katy Winter. Auch Rapper Bligg nahm die estländische Musikerkollegin Kerli im weissen Schwanenkostüm gern in den Arm: «Ihr Outfit ist mega, sie ist die Tim-Burton-Queen.» Und Schlagerstar ­Francine Jordi liess sich von den wilden Jungs der Newcomerband Iglu & Hartly aus L. A. um Michael Jarvis sogar in den Backstage-Bereich entführen. Nach fünf Minuten hatte sie genug und tauchte wieder auf. Allein. Was ihr die Rocker hinter der Bühne zeigten, blieb ihr Geheimnis. Und Melanie Winiger? Kuschelte für einmal «Stress»-frei. Text Katja richard, Fotos Fabienne Bühler

Erfolgreiches Paar Baschi ist stolz auf seine Katy. Sie präsentierte ihre neue Single «Stranger».

«Stress»-Frei Melanie Winiger für einmal ohne Ehemann – dafür mit Fotograf Siro Micheroli. hautnah Schlagerstar Francine Jordi mit ­dem hemmungslosen Rocker Michael Jarvis aus L. A.


Notabene

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Die Auswüchse des Turbo-Kapitalismus

chlimmer konnte es nicht kommen. Die Bankenkrise wurde vor allem durch Immobilienspekulationen in den USA ausgelöst, aber all zu viele europäische Geldinstitute hatten sich daran beteiligt. Die Finanzwelt hatte mit unerschütterlichem Glauben auf die Auswüchse des TurboKapitalismus geblickt, der sich kaum auf eigene Industrieproduktion, sondern auf das erzielen von Rekordrenditen konzentrierte. «Der Markt regelt alles» hiess es noch unlängst bei Börsen-Gurus und Analysten in den seriösesten Gazetten. Bezeichnend, dass auch jene liberalen Politiker, die den Staat aus der Wirtschaft verdrängen und ihm jede Regulierungsautorität absprechen wollten, heute nach riesigen Milliardenzuschüssen rufen, die aus den Steuergeldern des Durchschnittsbürgers stammen. Die Ernüchterung ist grausam. Höchstkonservative Blätter warten mit überraschenden Titeln auf: «Wall Street in Trümmern» oder «Sterben an der Wall Street». Amerikanische Kommentatoren gehen weiter. Über den Zusammenbruch der Immobiliengiganten Fannie Mae und Freddie Mac schreibt der Präsident einer angesehenen Money-Management-Firma: «Der Mythos des freien Marktes endete mit der staatlichen Übernahme von Fannie Mae und Freddie Mac.» Welche Auswirkungen diese katastrophale Entwicklung – vor allem die bescheidenen Eigenheimbesitzer triffts – auf den amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf haben wird, ist noch nicht zu ermessen. Der Republikaner John McCain versucht das Steuer herumzureissen und geisselt mit den Tönen eines Gewerkschafters die Gier sowie die Inkompetenz der Wall-Street-Banker. Ob ihm die Anwärterin auf den Posten des Vizepräsidenten, Sarah Palin, die Gouverneurin von Alaska, die sich vor allem durch das Abschiessen von Elchen hervorgetan hat und sich selbst als eine «pitbull with lipstick», also als gefährliche Dogge mit Lippenstift, bezeichnet, mit ­ihrem hemmungslosen Populismus und ihren ultranationalistischen Parolen wirklich helfen kann, muss sich noch weisen. Der demokratische Hoffnungsträger Barack Obama verhält sich in seltsamer Passivität und scheint kaum noch fähig, ­entscheidende Vorteile aus der für ihn extrem günstigen Situa­tion zu schlagen. Die Krise der Wall Street ist auch auf Europa über­ geschwappt: Sie dürfte sich auf die Rivalität zwischen Angela

Peter Scholl-Latour

Merkel und ihrem Aussenminister Frank-Walter Steinmeier auswirken, deren Schlacht um die künftige Kanzlerschaft bereits entbrannt ist. Die Bundeskanzlerin, die niemals zögert, russische Autokraten oder roten Mandarine von Peking ins ­ Visier zu nehmen, sie zu demokratischem und markt­ wirtschaftlichem Verhalten zu ermahnen, hatte unlängst eine ­verstärkte ökonomische Bildung der Europäischen Union an die USA gefordert. Solche Thesen stossen heute auf resoluten Widerspruch. Die grosse Koalition von Berlin, die das Reform­ programm Agenda 2010 ihrer rot-grünen Vorgängerregierung unter Gerhard Schröder übernommen hat und weiter aus­ bauen wollte, stösst auf den Protest der eigenen Stamm­ wählerschaft, ob es sich nun um Anhänger der CDU oder der SPD handelt. Auch in Berlin wird umdisponiert, und jene Christ­demokraten, die der Wirtschaft die Priorität vor dem Staat einräumen wollten, müssen ihre Blamage eingestehen. Der Gewinner dieser deutschen Malaise heisst ­Oskar Lafontaine, der in seiner saarländischen Heimat bereits vorführt, wie seine fünfte Partei, die «Linke», Einfluss und Stimmen gewinnen kann. Die Linke wird zwar von ihren Gegnern weiterhin als Nachfolgepartei der kommunistischen Funktionäre der DDR diffamiert, aber das ist sie längst nicht mehr. ­ Gewiss hat der Links-Sozialist seine Schwächen und verbalen Exzesse. Ein wenig spielt dieser frankophile Volkstribun von der lothringischen Grenze die Rolle eines deutschen «Jako­biners». Aber seine Warnrufe, seine Verdammung des Turbo-Kapitalismus haben sich plötzlich als weitgehend berechtigt erwiesen. Der Hass schäumt bei den übrigen etablierten ­Parteien, wenn Lafontaine – im Verbund mit einem rednerisch hochbegabten Führungsgenossen, Gregor Gysi – eine gesellschaftliche Wende, die Einführung sozialistischer Reformen als absolute Priorität fordert. Der Saarländer verfügt noch über zusätzliche Trümpfe. Er ist bislang der einzige deutsche Politiker von Rang, der das Engagement der Bundeswehr in Afghanistan und deren Teilnahme am «globalen Kampf gegen den Terrorismus» als strategisch verhängnisvollen Irrweg anprangert. Sehr bald, wenn die Kämpfe am Hindukusch sich auch auf Pakistan ausweiten sollten, könnte er auch mit seiner Polemik gegen die unterwürfige Rolle der Bundesrepublik Deutschland in der Nato auf wachsende Zustimmung stossen.  Peter Scholl-Latour, 84, Nahost-Experte und Buchautor

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leser

«Von Christian wird man noch viel hören» ln: Kraftpaket mit Berner Wurzecki. Stu ian rist Ch der 23-jährige Schwinger

u Christian Stucki gewinnt

den kilchberg-Schwinget, SI 38/2008 «Mit Freude habe ich den Bericht über Christian Stucki gelesen. Schön, dass die SI auch über die Schwinger immer wieder Berichte macht. Der junge Mann ist sehr sympathisch. Und von ihm werden wir sicher noch viel hören. Weiter so! Wir drücken ihm die Daumen.» B. Stadler, Bern

«Sie müssten doch eigentlich den Unterschied zwischen Glocken und Treicheln kennen – oder nicht? Auf Seite 41 bezeichnen Sie nämlich die hinter der abgebildeten Schwingerkönig-Familie Stucki aufgehängten Glocken als Treicheln. Für eine Richtigstellung bin ich Ihnen dankbar, denn wir leben ja heute leider in einer Zeit, wo das Brauchtum und die Traditionen je länger, je mehr in Vergessenheit geraten.» Rolf Bolliger, Riken AG

Mann mit Durchblick u daniel mori ist der ceo von ­visilab, SI 38/2008 «Ich bin seit Jahren ein treuer Kunde von Visilab. Deshalb hat es mich besonders gefreut, mal zu sehen, wer hinter der Firma steht. Der Mann hat den Durchblick, nicht nur im Brillen­ geschäft. Ich werde weiter mit Freude dort meine Brillen aussuchen gehen. Danke für den guten Hintergrundbericht.»

Foto Bruno Voser

T. Wälti, per E-Mail

Sensationelle bergBilder u Robert Bösch und sein neues buch mit bergtouren, SI 38/2008 «Die Bilder von Bergfotograf Robert Bösch sind sensationell! Ein grosses Kompliment an den Künstler. Denn wenn ich mir vorstelle, wie er dieselbe Tour wie seine ‹Models› mit der ganzen Fotoausrüstung macht, bekomme ich allein beim Gedanken schweissnasse Hände. Schön, dass Sie der

Bergwelt immer wieder grössere Berichte widmen. In Ihrer Illustrierten kommt das so richtig zur Geltung.» Gody Widmer, Bern «Ich bin ein richtiger Bergfloh. Umso mehr habe ich mich über die Fotos von Röbi Bösch gefreut. Ich bewundere ihn und seine Arbeit seit Jahren. Bitte mehr solche Berichte über die Bergwelt, Seilschaften und Traumberge!» Reto Huber, Biel Berührende worte u Zum Tod von Ruedi Rymann, SI 38/2008 «Sven Epiney spricht uns aus dem Herzen. Seine Abschiedsworte an Ruedi Rymann sind sehr berührend. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die beiden Enkel und Grossvater sein könnten. Wir haben das gern gelesen. Danke.»

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

willi

Familie Vogel, Luzern

Jeder ist ein Individuum u interview mit peter bodenmann, SI 38/2008 «Mag sein, dass Herr Bodenmann noch den Durchblick hat, was im Bundeshaus geht. Mich stört aber diese arrogante Äusserung betreffend Christoph Blocher. Herr Bodenmann, wieso ver­ gleichen Sie Herrn Blocher mit dessen Bruder? Jeder Mensch ist ein eigenes Individuum und kann mit niemandem verglichen werden! Was ich leider heute in der Politik feststelle: Es geht nur um Selbstdarstellung der Personen und Parteien. Die Themen werden Nebensache. Schade, denn das hat das Schweizer Volk nicht verdient.» Marlies Artho-Kubli, Schmerikon SG Rose für alle in der CSS u Kaktus an CSS-CEO Georg Portmann, SI 37/2008 «Geschätzte Mitarbeitende. Mir hat die Schweizer Illustrierte in ihrer Ausgabe vom 8. September 2008 einen Kaktus verliehen, Sie haben eine Rose verdient. Eine Rose als Zeichen des Dankes für Ihren un­ermüdlichen Einsatz zugunsten der CSS.» Georg Portmann, Vorsitzender der Konzernleitung

(Schön, dass unser Kak­tus solche rosigen Folgen hat – Chapeau, Herr Portmann! Die Red.)

«Stell während den Hausaufgaben endlich den Fernseher ab! Eidgenössisch heisst nämlich auf Französisch fédéral und nicht Federer.»

impressum Nr. 39, 97. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Dominic Geisseler Verlagsdirektor Urs Heller Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Was macht eigentlich …

Leuchtend Ursi Spaltenstein findet ihr Glück heute auch beim Malen zu Hause. Text Seraina Benz Foto Fabienne bühler

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ie sagten am Telefon, Sie hätten eine Vorahnung gehabt, dass die Schweizer Illustrierte Sie bald anrufen würde. Haben Sie öfter solche Gedanken, die sich bewahrheiten? (Lacht.) Ja. Meine Vorahnungen bestätigen sich meistens. Ich spüre sehr viel. Ich war ganz sicher, dass die SI mich in nächster Zeit kontaktieren würde. Vermissen Sie manchmal die Arbeit am Mikrofon und vor der Kamera? Nein. Ich war zehn Jahre in den Medien und machte mich selbstständig, um Mentaltrainingskurse zu geben. In dieser Zeit fing ich an, mich für Computer und Webdesign zu interessieren. Als das Internet kam, ist es dann passiert. So bin ich in sanften Übergängen in diese Berufphasen reingekommen. Könnten Sie sich vorstellen, wieder einmal eine Sendung zu moderieren? Sicher, aber es müsste eine Sendung sein, die zu mir passt. Am ehesten könnte ich mir eine Lebensberatungssendung vorstellen. Trotzdem, wenn so ein Angebot morgen käme, wäre ich mir nicht sicher. Ich bin jetzt in einer Lebensphase, wo alles rund läuft. Wieso sollte ich das ändern wollen?

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Gab es für Ihren Wechsel vom Fernsehen zur Esoterik einen besonderen Grund? Als ich anfing, Vorträge zu halten und Kurse zu geben, baute ich sehr schnell mein Forum für Entspannung auf. Irgendwann musste ich mich entscheiden, was ich will. Der Wechsel zum Webdesign ist ganz ähnlich abgelaufen. Wo liegt heute Ihr beruflicher Fokus? Eindeutig auf dem Webdesign. Esoterische Beratungen mache ich nicht mehr. Es ist das Gleiche wie mit dem Fernsehen. Es kann sein, dass mich die Lust wieder packt. Im Moment widme ich mich dem kreativen Design.

Persönlich Geboren am 10. März 1959. Ursi Spaltenstein startete ihre Karriere 1982 beim Züricher Radio 24. 1985 wechselte sie zum Fernsehen DRS, um das «Sonntagsmagazin» zu moderieren. 1989 eröffnete sie ihr esoterisches Forum für Entspannung. 1997 erneuter Berufswechsel: Best4web für Webdesign entsteht. Seit elf Jahren verheiratet mit Roland Müller, lebt sie seit fast 30 Jahren im Kanton Aargau. www.ursispaltenstein.ch

Könnte man Sie trotzdem nach wie vor als Esoterikexpertin bezeichnen? Ja. Die Esoterik gehört zu meinem Leben. Das kann man nicht einfach ablegen. Meine Spezialgebiete sind Astrologie und Mentaltraining. Beides aber mache ich heute nur noch für mich. Durch Ihre TV- und Radiobeiträge über Esoterik wurden Sie zum «Esoterik-Ursi». Mochten Sie diesen Spitznamen? Er war mir egal. Solange ich nicht das Schätzchen der Nation bin, ist mir so was gleich. Es war doch ein prägnanter und passender Spitzname. Haben Sie ein privates «Rezept zum Glück»? Bleib dir selbst treu und tue recht. Das Wichtigste ist, seinen eigenen Weg zu gehen und die Dinge zu tun, die man machen will – und zwar jetzt. In der Gegenwart leben, das ist die Essenz. Sie beschäftigen sich mit Esoterik und IT. Ist das nicht widersprüchlich? Gar nicht. Sie ergänzen sich sogar sehr gut. Die feinstoffliche Seite wäre ohne die grobstoffliche zu einseitig und umgekehrt. Meinen Esoterikblog kann ich nur betreiben, weil ich mich mit IT auskenne. Webdesign ist technisch und auch künstlerisch. Das Internet ist der Spiegel unserer Welt, und deswegen ist es auch esoterisch. «Ursi’s Blog» hatte pro Tag bis zu 27 000 Leser. Worin liegt das Geheimnis dieses Erfolgs? In meinem Blog kommt alles vor, was schön ist. Das zieht viele Leute an. Meine Informationen sind auch seriös. Ausserdem ist mein Blog stark verlinkt, was viele Besucher bringt. Dies sind aber lediglich Phasen, denn die Dinge wandeln sich sehr schnell. Heute sind es um die 6000. Malerei, das machen Sie auch noch nebenbei? Genau. Für mich ist Malen eine Art zu entspannen. Ich male, was gerade kommt. Im Moment arbeite ich mit Ölfarben nach der Bob-Ross-Technik. Nach dieser Methode kann wirklich jeder malen – und es stimmt. In nur einem Tag malen Sie ein Bild. 

Foto Marcello Weiss

… Ursi Spaltenstein? Bei Radio 24 und dem SF-DRS-«Sonntagsmagazin» schrieb Ursi Spaltenstein in den 80er-Jahren Mediengeschichte. Heute er­findet Medienstar der 80er-Jahre. sich die Esoterikerin immer wieder neu: dank Webdesign und Malerei.


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People- und Livestyle-Magazin

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