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CHRISTINA SURER Die Rennfahrerin zeigt ihre neue Liebe

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Abschied voM Schacher Seppli

Ruedi Rymann 1933–2008

15. September 2008 CHF 4.50


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editorial

Dominic Geisseler Chefredaktor

Vor de Himmelstür … Liebe Leserin Lieber Leser Wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir. Wenn Sie die ersten paar Worte hören, haben Sie schon die Melodie dazu im Kopf, diese poetische, melancholische Ballade, die einen dann stundenlang, tagelang begleitet. «I bi der Schacherseppeli, im ganze Land bekannt …» Wer die Volksweise komponiert und getextet hat, lässt sich nicht mehr genau eruieren. Aber wer sie am schönsten interpretiert und uns zu Tränen gerührt hat, das war Ruedi Rymann. Er wird den «Schacherseppli» nie mehr singen. Aber sein Lied wird uns weiter begleiten. Es ist ein Stück Schweiz. Eine wunderbare Ehrbezeugung an unsere Sprache, unser Brauchtum, an unser Land.

I bi der Schacherseppeli, im ganze Land bekannt. Bi früehner s flöttisch Bürschtli gsy, jetzt bini ä Vagant. Bi z friede wenn i z Nacht chly Stroh, der Tag mys Schnäpsli ha, und wenn der Herrgott Gsundheit git, s isch alls wos bruicht, ja, ja.

Ruedi Rymann Sein berühmtestes Lied wird uns noch lange begleiten.

S gaht uf der Wält gar artig zio, i has scho mengisch gseh, dass d Lyt wäg däm verfliochtä Gäld änand tüend gruisig weh. Wie schön chennts doch hie unne sy, der Vogel uf em Boim, är singt: Chum liag dys Ländli a, diä Schwyz isch doch ä Troim.

Der grösste Schweizer Hit Melodie und Text gehen zurück auf ein altes Volkslied, am schönsten interpretiert hat es Ruedi Rymann.

S isch mengä hüt ä richä Maa, doch äbe wies cha gah, er stirbt und mioss sys liebe Gäld dä andrä Lytä la. Mä treit ä uf ä Chilehof grad näbe ärmschtä Maa, ä jede mioss as glich Ort hi, s isch sicher wahr, ja, ja.

Und gaht de s Himmelstürli uif, staht breit de Petrus da. Er rüeft mer zio: Eh, salü Sepp, bisch dui nun oi scho da. Chumm nume ine, chum und leg dys Himmelsgwändli a. Diä arme und verlassne Lyt müens schön im Himmel ha.

Wie gleitig gaht diä Zyt verby, es Jährli und nu eis. Es dunkt eim, sett nid mögli sy, jetzt bini scho ä Greis. Und gaht de s Himmelstürli uif, und wott ich ine gah, so rüefeni: He, Peterus, der Schachersepp isch da.

Ich wünsche Ruedi Rymann, dass er es so schön im Himmel hat wie sein Schacherseppli. Herzlichst

SI Style. Das neue Schweizer Fashion-Magazin: Über 200 Seiten Mode, Beauty, Design, Reisen, Sex und Kultur. Dazu: Superstars gewähren SI Style exklusive Einblicke in ihr Privatleben. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte




#38

inhalt

15. September 2008 ABO: 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch www.schweizer-illustrierte.ch

Diese Woche aktuell 6 Leute 16

Ruedi Rymann Die Schweiz trauert. FolkloreExperte Martin Sebastian über das Leben des bescheidenen Stars. Sven Epiney über seinen Freund

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Christina Surer Verliebt. Wie Martin um sie warb. Warum sie den Verlobungsring vom Ex noch trägt

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Peter Bodenmann Empört. Der Ex-SP-Boss über Strompreise, das Chaos im Bundesrat und warum sich Moritz Leuenberger einen neuen Job suchen soll!

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Christian Stucki Ganz stark. Der böse Eidgenoss. Dazu: Wie König Jörg sich ins Sägemehl zurückkämpft

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Philippe Jordan Im Takt. Mit 6 spielte er Klavier, mit 12 Violine. Jetzt dirigiert er in Zürich den «Ring»!

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Daniel Mori Klare Sicht. Der smarte Visilab-CEO über seine clevere Geschäftsidee und Katze Gribouille

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Robert Bösch Spektakuläre Berge. So haben Sie die Schweiz noch nie gesehen. Die schönsten Touren!

120 Hans-peter Ulli Im Hoch. Mit 52 startet der FilmSchauspieler jetzt richtig durch. Besuch im Appenzell 126 Party New York Fashion Week 128 Notabene Helmut Hubacher

Fotos Thomas Buchwalder, Bruno Voser, Robert Bösch, Titelfoto Kurt Reichenbach

130 was macht eigentlich Alfredo 116 Horoskop 129 Leserbriefe shopping Das Magazin für lustvolles Einkaufen Objekte der Begierde 75 top fit Neue Lunge! Ohne Transplantation würde Sandra Ryser heute langsam ersticken. Jetzt kann sie tanzen! 997 Patienten hoffen wie sie auf ein zweites Leben Organ spenden Was Sie wissen müssen 83 die besten Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme 101 Weekend Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele 63

tv Täglich vom 20. bis 26. 9.

www.schweizer-illustrierte.ch Podcast oder WEB-TV? Sie entscheiden! Wenn Bundesräte, Moderatoren, Sänger, Missen und international bekannte Models bei Ihnen am Bildschirm auf­tauchen, dann schauen Sie garantiert SchweizerIllustrierte-Web-TV! www.schweizer-illustrierte.ch/web-tv

24 VollGas

u So schön kann Liebe sein. Christina

Surer ist wieder in festen Händen. Um das Herz der Rennfahrerin zu gewinnen, legte sich der acht Jahre jüngere Berufskollege Martin Tomczyk mächtig ins Zeug. Obwohl sie einander bereits 11 Jahre kennen – gekuschelt wird erst seit April!

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Volles rohr

u So schön kann Siegen sein. Stucki

Christian ist 23 und seit dem Sieg am Kilchberg-Schwinget ein ganz «Böser». Seinen Job als SanitärInstallateur findet der Berner praktisch: «Ein vorzügliches Training.»

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Vollendet

u So schön kann Klettern sein! SI-Fotograf Robert Bösch arbeitet hart für seine Bilder. Für ihn ist klar: «Die Schweiz ist ein Bergsteiger-Paradies.» Jetzt zeigt er die schönsten Touren. Klassiker und Geheimtipps!

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Empfang der Olympia-sieger

Der König ist zurück

familienbande Neun Wochen war Roger Federer nicht mehr zu Hause bei Schwester Diana und den Eltern Lynette und Robert. Der Vater: «Ich leide immer, wenn Roger spielt.»

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riumphaler Empfang für die Goldjungs aus Peking: Tausende feierten auf dem Basler Marktplatz mit Roger Federer, Stanislas Wawrinka und Fabian Cancellara. Dabei hatte sich «King Roger» vorher noch ernsthafte Sorgen gemacht: «Hoffentlich stehen nicht nur zwei Leute auf dem Platz», sagte er. Für ihre Goldmedaillen bekamen die drei je fünf Kilo Basler Läckerli. Und für Rogers neues Heim in Wollerau SZ gabs noch einen Kirschbaum. «Den lasse ich vielleicht besser im Garten meines Vaters. Bei mir verdurstet das arme Ding garantiert.» Robert Federer war nicht nur deswegen erleichtert: «Ich leide immer stark mit, wenn Roger spielt. Umso glücklicher bin ich, dass er in New York so toll gespielt hat.» Die nächste Gelegenheit, um seinen Vater glücklich zu machen, bietet sich Roger am kommenden Wochenende im Davis Cup gegen Belgien. Und dort ist auch Freund Stan mit von der Partie. Die FederinkaShow geht also weiter … alejandro velert



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Royale Star-Parade! Fabian Cancellara, Stanislas Wawrinka und Roger Federer (v. l.) auf dem Balkon des Rathauses in Basel. schweizer illustrierte

Fotos HervĂŠ Le Cunff

das bild




kachelmanns welt

Morgestraich

Fotos Fabienne Bühler, Reuters

Ottmar Hitzfeld Der neue NatiTrainer zieht Lörrach dem Steuerparadies Wollerau vor.



u Dieser Mann hat Stil. Ottmar Hitzfeld könnte nun wirklich leicht in der Schweiz allein wohnen und bei uns im Stüür­ paradies alle Steuern bezahlen (oder wie andere lustige Sportler aus Basel und Umgebung behaupten, dass alle Freunde plötzlich in Wollerau seien: Selten so gelacht, wenn man so viel Stutz hat, dass man auch in den wildesten Steuerhöllen Neuenburgs etwa 5438 Jahre Oeil de Perdrix und Raclette kaufen könnte). Aber das ist nicht das Thema, Ottmar Hitzfeld hat auch nicht von uns gewollt, dass man französische Vornamen plötzlich englisch aussprechen muss, und eben, er zahlt sogar noch Steuern in Deutschland (da wäre der Kanton NE ein Schleck dagegen!). Und er hat sich sogar in Lörrach, wo für ihn alles beim TuS Stetten vor vielen Jahren anfing, ein tolles Haus gebaut. Deshalb, liebe Basler, weil das Kennzeichen LÖ (Jogi Löw kommt auch dorther!) viel näher ist als Wollerau: Besucht ihn und macht dem Ottmar Mut. Er muss nicht mehr dieses verschrobene Hochdeutsch sprechen, was ihn beim FC Bayern als Nichtbayern verdächtig machte, Hitzfeld national schwätzt wieder Alemannisch, was in Stetten (D) genauso tönt wie in Riehen (Rieche, CH): Unter dem Blinklicht der Chrischona sind alle gleich. Auch wenn es uns gegen Luxemburg auf den kollektiven Seckel geschneit hat, wird die regio basiliensis obenaus schwingen, die auch den FC Basel nach oben gebracht hat: Der einzige Ort weltweit, der eine würdige Fasnacht vorweisen kann, wird am Ende immer gewinnen. Und mit ihm der Ottmar, der in Morgestraich-Hörweite aufgewachsen ist.

Jörg Kachelmann lebt und arbeitet im Appenzellerland und macht Wetter auf www.meteocentrale.ch

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Amanda Ammann

Miss Schuhbidu D

as Krönchen gibt sie Ende Monat weiter – doch in einem bleibt Amanda Ammann, 21, unbestrittene Königin: Noch nie hat eine Miss so fleissig Schuhe bei Vögele Shoes bestellt wie die Ost­schweizerin. «Zu Beginn meines Amtsjahres durfte ich ins Schuhlager und mitnehmen, was mir gefiel – ein Traum!» Inzwischen reihen sich auf Amandas Schlafzimmerboden – einen Schuhschrank hat die Studentin nicht – 80 Paar. Wert: rund 8000 Franken. «Natürlich sind das viele. Aber bei meinen Auftritten werden sie extrem belastet und sind schnell durchgelaufen.» Amandas Lieblinge: silbrige Riemchen-Pumps. «Die passen perfekt zu eleganten Kleidern.» Bald schlüpft Amanda aber vermehrt in Ballerinas und Turnschuhe: «Von dieser Woche an gehe ich wieder zwei Tage an die Uni – und dort passen Stöckelschuhe nicht!» barbara halter Vier Kandidatinnen setzen sich heute schon auf dem heissen Stuhl – jetzt exklusiv im Web-TV www.schweizer-illustrierte.ch/webtv


leute schuhkönigin Während des Missen-Jahrs sammelten sich bei Amanda zu Hause in Abtwil SG ganz schön viele Paar an. Ihre Favoriten: die silbrigen Pumps.


leute Rose Urs Herzog Distrikts-Chef Rotary u Mit Sonnenblumenkernen Leben retten! In der ganzen Schweiz gingen am Wochenende 12 000 Rotary-Mitglieder auf die Strasse und verkauften Tüten voller Sonnenblumenkerne. Der Erlös, 750 000 Franken, dient der Bekämpfung von Kinderlähmung in Indien. Der Initiant der Idee, der Arzt und Rotarier Urs Herzog, weiss nur zu gut, was Kinder­ lähmung anrichten kann. Als Kind litt er selber an dieser verheerenden Infektion. Mit seinem Sonnenblumenkernen-Geld können nun eine Million Kinder in Indien geimpft werden. Lieber Herr Herzog, wir hoffen, Sie freuen sich nicht nur an Blumenkernen, sondern auch an dem, was später mal daraus wird. Wie zum Beispiel unsere ausgewachsene, prächtig blühende Rose.

Fotos Goran Nitschke, Kurt Reichenbach, Getty, Corbis, Keystone (3)

kaktus Andreas Schönenberger Chef Google Schweiz u Die US-Softwarefirma Google erobert mit ihren Programmen die ganze Welt. Darum glauben die Chefgoogler wohl, sie könnten die Weltkarte auch gleich selber nach Belieben umgestalten. In einem von Google produzierten Werbecomic ist eine Europakarte zu sehen. Was sofort auffällt: Die Schweiz existiert nicht mehr! Dafür ist Deutschland etwas grösser. Haben die Googler doch tatsächlich die Schweiz zu Deutschland geschlagen – so quasi als südlichstes Bundesland. Wer diese Woche am Computer mit Google surft und dort die Suchworte «Google Schweiz Chef» und «Andreas Schönenberger» eintippt, erhält als besten Treffer einen Schweizer-Illustrierte-Text mit dem Titel «Kaktus der Woche».

Hobby-schumi PlüschSänger Ritschi auf der Kartbahn im Expodrom in Muntelier FR. Ritschi

Jetzt gibt er solo Gas u Kurzer

Boxenstopp – und dann gleich wieder Gas geben: Auf der Kartbahn ist Ritschi, 29, kaum zu bremsen. «Das macht einfach Spass. Ab und zu gönne ich mir den Temporausch.» Sonst sorgen beim Sänger von Plüsch die LiveKonzerte für Adrenalinkicks. Doch seit Anfang Jahr pausiert die Berner Mundart-Band. «Die Bühne vermisse ich schon. Ich bin halt eine richtige Rampensau.» Der ehemalige Schreiner mag darum auch die dreijährige PlüschPause nicht abwarten. «Ich arbeite an einer Solo-Platte.» Wann die Scheibe

erscheinen wird, ist offen – auch eine Band fehlt Ritschi im Moment noch. «Eines ist aber klar: Ich singe wieder Mundart. Etwas anders kann ich gar nicht.» Für alle ihre Fans haben Plüsch jetzt in Eigenregie eine DVD zusammengestellt. Neben dem Live-Konzert im Zürcher Volkshaus vom vergangenen Januar gibts Bonusmaterial zum Schmunzeln: die fünf Jungs bei ihrem ersten Auftritt vor elf Jahren. barbara halter Ritschi rast rasend durchs Web-TV und verschenkt zudem signierte DVDs. www.schweizer-illustrierte.ch/webtv

kopf der woche monica bellucci

1991

1995

2001

2003

2008

u Jus-Studentin, Model, Schauspielerin: So kletterte Monica Bellucci die Karriereleiter hoch. Zudem gilt sie für viele als schönste Frau der Welt! Kein schlechtes Label. Die italienische Schau­ spielerin propagiert pure Sinnlichkeit – ein Gegentrend zu Size zero. Am 30. September feiert sie ihren 40. Geburtstag – zusammen mit Ehemann Vincent Cassel und Töchterchen Deva, 4.

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leute vip-lounge stefanie heinzmann liebts schwarz-weiss und schaffts damit in die «Bunte». Das deutsche Klatschmagazin verpasst unserer Walliser Wunder­stimme allerdings das Siegel «Sonderbar» im Stil-Check und lästert über einen Auftritt Stefanies in ausgelatschten Hausschuhen und Pyjamahose. Stephan Weiler hat seine Zwischen­ prüfung für die Erwachsenenmatur bestanden. Die hatte unser Mister Schweiz wegen seiner Wahl verschieben müssen. Und das Ergebnis? «Bei den Sprachen so lala, aber in den naturwissen­ schaftlichen Fächern sehr gut.» Kim Angehrn ist auf dem besten Weg, in die Fussstapfen von Topmodels wie Nadine Strittmatter & Co. zu treten. Die Tochter von Ex-Boxer Stefan Angehrn begeistert ihre Agentur Scout so sehr, dass diese ihr feste Aufträge für ein Jahr garantierte. So kann die gross gewachsene Blonde jetzt hauptberuflich modeln. Mama und Papa gaben auch ihren Segen – nachdem Kim ihren Abschluss als Hotelfachkraft in der Tasche hatte. claudio zuccolinis Hund hat Format XXL. Ivo frisst gern viel, spielt gern wild und ist überdurchschnittlich intelligent. Der Komiker verordnete seinem Vierbeiner nun eine Knobelkiste mit versteckten Leckereien im Innern. Laut Anleitung soll das Spielzeug Hunde mindestens eine Stunde beschäftigen. Ivo schaffts in knapp einer Minute! Und hat danach wohl immer noch Hunger …

sonniger anblick Tamara Sedmak beim Frühstück am Pool in Sainte-Maxime (F). tamara sedmak

Knuspriges Frühstück u Duftende Lavendelbäume, viel Sonne und jeden Morgen ein knuspriges ­Croissant: In Südfrankreich fühlt sich Tamara Sedmak, 32, sichtlich wohl. Die TV-Moderatorin weilte zusammen mit ihrem Freund Norbert Dobeleit und Bekannten vier Tage in einem traumhaften Interhome-Landhaus bei Sainte-Maxime. «Wir waren den ganzen Tag am Meer, schlemmten leckeren

Fisch, tranken Rotwein – und genossen einfach das französische Savoir-vivre.» Südfrankreich bedeutet für Tamara aber noch sehr viel mehr: Als Kind – ihr Grossvater stammt aus Paris – verbrachte sie jeweils die Sommerferien an der Mittelmeerküste. Zudem wurde Tamara mit 14 Jahren am Strand von Saint-Tropez von einem Fotografen als Model entdeckt. barbara halter

Fotos Goran Nitschke, Kurt Reichenbach, Getty, Corbis, Keystone (3), RDB

Clemens lützen

Der neue Viva-Mann schuftet doppelt u Rumhängen

liegt nicht drin: Viva-Moderator Clemens Lützen, 22, hat gleichzeitig mit dem neuen Job beim Musiksender die Berufsmatura begonnen. «Zum Glück kann ich noch bei meinen Eltern wohnen.» Clemens wurde in Brasilien geboren und wie seine drei Geschwister adoptiert – eine Seltenheit im kleinen Dorf Gross bei Einsiedeln SZ. «Wir waren fast die einzigen Ausländerkinder. Das war hart für mich.» Heute weiss Clemens dafür, wie man sich durchsetzt: Auf den Viva-Job waren über 500 Männer scharf. bh

bunte familie Clemens Lützen zu Hause bei seinen Eltern Curt und Regula, mit Schwester Stefanie und deren Sohn Thierry.

Warum er ein Hahn im Korb ist und seiner Produzentin ins Ohr schreit – jetzt im Web-TV. www.schweizer-illustrierte.ch/webtv

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Abschied

… und gaht de Himmelstürli uif Er sang den «Schacher Seppli». Er war der «Schacher Seppli». Ruedi Rymann ist tot. Seine Lieder wird man nie vergessen. Ihn auch nicht.

Dezember 2007. Ruedi Rymann auf dem Velo mit dem Bayerischen Vorstehhund Brixe vor seinem Heimetli in Giswil OW.

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Abschied

der Schelm 2004 Ruedi lässt sich von seinen Töchtern Annemarie (r.) und Silvia küssen.

Von Martin Sebastian, 54, Folklore-Experte und Chefredaktor der Zeitschrift «Alpenrosen» Fotos Kurt Reichenbach

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ie Faszination um Ruedi Rymann ist einmalig, denn er verkörpert den Schacher Seppli im wahren Sinne des Wortes. Diese Begeisterung begleitete mich durch mein ganzes ­Leben. Schon lange bevor ich Ruedi ­Rymann persönlich kennenlernen ­durfte, löste «Dr Schacher Seppli» bei mir ­ starke Emotionen aus. In meinen ­Jugendjahren wurde dieses Lied, das eigentlich nur als Füller auf eine Schallplatte aufgenommen wurde, sehr schnell populär. Die Worte und die authentische Interpretation von Ruedi Rymann trafen sofort die Herzen der Schweizer. «Alles Echte und Edle ist einfacher Art.» Diese alte Weisheit könnte das Geheimnis dieses Liedes sein, das zu den besten Volksliedern unseres Landes zählt. Die darin erwähnten Lebensweisheiten sind schlicht und wahr sowie allgemeingültig. Das erfuhr ich auch in meinen Jugendjahren als Auslandschweizer in Afrika. «Dr Schacher Seppli» war für mich das bewegendste Lied. Das Heimweh plagte mich oftmals sehr, und beim Anhören dieses Liedes von ­Ruedi Rymann war der Schmerz fast unerträglich. Übrigens glauben viele, dass Rymann Texter und Komponist dieses Liedes sei. Richtig ist, dass er es auf seine Art arrangiert hat. Der wahre Ursprung ist nicht ganz genau nachvollziehbar, denn es u

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Das Geheimnis von Schacher Seppli: Alles Echte und Edle ist einfacher Art Anfang Dezember 2007 Ruedi Rymann posiert mit seiner Frau und den sechs Kindern im Ăœbungslokal des Jodlerklubs Giswil OW: Von links: Silvia, der einzige Sohn Peter, Trudi, Ruth, Annemarie, Ehefrau Hildi und Käthy.

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«Häb Fräid am Gniässa im Läbe», rät uns Ruedi in seinem Lied «Worum» Advent 2007 Die Schweiz erfährt, dass ihr Volksmusikheld Ruedi Rymann Krebs hat. gibt verschiedene Erklärungen zur Entstehung dieses Liedes. Ist eigentlich für uns auch nicht wichtig, denn für uns ist Ruedi Rymann der Schacher Seppli. Jedes Mal, wenn er das Lied vortrug, lebte er die Worte in den Versen. Er war der Vagabund aus dem Le­ ben. Privat blieb er der erdverbundene und urchige Wildhüter aus den Bergen. Der grosse Medienrummel bedeutete ihm gar nichts. Im Gegenteil. Er war viel lieber in «seiner» Natur oder zu Hause in seinem Heimetli in Giswil OW. Er lebte authentisch und doch volksverbunden. Interessant ist, wie Rymann die Leu­ te fasziniert. Es ist nicht ausschliesslich die ältere Generation, die ihn bewun­ dert, sondern alle Altersstufen lieben ihn. Die Jugendlichen kennen dieses Lied, und das nicht erst seit Rymanns

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Sieg Ende 2007 in der Fernsehsendung «Die grössten Schweizer Hits». Oft treffe ich Jugendliche, die das Lied an Festen oder Stammtischen selber anstimmen. Frage ich sie nachher, warum sie genau dieses Lied lieben, ­sagen sie: «Wir finden den Schacher Seppli cool.» Diese Geradlinigkeit, diese Ehrlichkeit, diese Echtheit, diese Ein­ fach­heit und seine Ausstrahlung be­ rühren auch unsere Nachkommen. Dieses Lied begleitete nicht nur mich durch mein Leben, sondern spendet ­vielen Menschen Trost und Hoffnung. So war es auch der testamentarische Wunsch meines Vaters, dass an seiner Abdankungsfeier «Dr Schacher Seppli» von Ruedi Rymann erklinge. Die persönlichen Begegnungen mit Ruedi Rymann kann ich in zwei Arten

einteilen. Traf ich ihn in offizieller Mis­ sion als Journalist, war er stets sehr freundlich, aber eher zurückhaltend. ­Irgendwie war es ihm nicht ganz wohl, einem neugierigen Befrager Auskunft über sein Leben geben zu müssen. Kam ich aber als Mensch mit ­Ruedi Rymann zusammen, war es für mich wie ein Treffen mit einem wunder­ baren Natur-Landesvater. Sein warmer Händedruck, sein urchiger Dialekt und sein grosses Herz verwandelten die Begegnung in ein nachhaltiges, kraft­ spendendes und eindrückliches Erleb­ nis. Ich wünschte mir nach Begegnungen mit Ruedi Rymann immer, dass es viel mehr Leute wie ihn geben sollte. Und auf eine Art stellt er für mich den idealen Landesvater dar. Vielleicht ist er das ja durch seinen berühmten


Abschied

Auf der Pirsch, 1982. Bis zu seiner Pensionierung war Ruedi Rymann Wildhüter.

Fotos Reto Hügin, Katja Grossi

Sommer 1997 Der frisch pensionierte Ruedi beim Mähen daheim im Garten. «Schacher Seppli» für uns Schweizer auch geworden: ein Landesvater, der durch seine Liebe und Gefühle für die wahren Dinge des Lebens die Menschen leitet. Geboren wurde Ruedi Rymann am 31. Januar 1933 in Sarnen. Er arbeitete als Knecht, Käser, Bauer und war bis zu seiner Pensionierung Wildhüter. Vor rund 50 Jahren gründete er zusammen mit Freunden den Jodlerklub Giswil. Er war in der Jugend selber ein erfolgreicher Schwinger und blieb immer ein grosser Anhänger dieser typisch schweizerischen Sportart. Er war ein Naturmensch, was auch auf seine Stimme zutrifft. Er war ein begnadeter Sänger, verständnisvoller Dirigent und zudem ein feinfühliger Komponist. Er verstand es, mit seinen Liedern alle Herzen zu erwärmen und die Menschen

trotz manchmal melancholischen Texten fröhlich zu stimmen. Auf den einsamen Streifzügen als Wildhüter ob Giswil kamen ihm die Ideen zu seinen neuen Versen und ­Melodien. Die Lieder von Ruedi Rymann sind nicht entstanden, sondern sie wurden geboren. So heisst einer seiner unvergesslichen Naturjodel «GemsläckidossäJuiz», und auch «Gemsjäger» wurde durch seine Arbeit angeregt. Dieses Lied handelt vom Seppli, dem das Wildern von Gämsen mehr Spass bereitet als das Werben um eine Frau. Ein weiteres bekanntes Lied von Ruedi Rymann ist «Der Häxeschuss», das ebenfalls einen persönlichen Hintergrund hat. Nebst der Natur bedeutete ihm die Familie alles. Seine Frau Hildi, 70, und seine sechs Kinder haben stets zusam-

mengehalten. Vier seiner fünf Töchter jodeln heute selber, Peter, Nachzügler und einziger Sohn, spielt Schwyzer­ örgeli. Der verträumte Ruedi Rymann hatte ein erfülltes Leben, in dem die Natur, die Familie und volksverbundene Traditionen wie Jodeln und Schwingen sehr wichtig waren. «Häb Fräid am Gniässa im Läbe», rät er uns im Lied «Worum». An diese Devise hielt er sich immer, und ich bin überzeugt, dass er – nachdem er nun selber als Schacher Seppli im Himmel angekommen ist – uns allen dieses Motto auf unserem weiteren Lebensweg mitgeben möchte. Wie Sven Epiney von Schacher Seppli Abschied nimmt, lesen Sie auf der nächsten Seite. schweizer illustrierte

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Abschied

Der grösste Schweizer Hit SF-Moderator Sven Epiney schreibt über Ruedi Rymann.

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«Du, Ruedi, warst mir so vertraut, als ob wir uns schon viel länger kennen würden»

ieber Ruedi. Nie werde ich den ersten Adventssonntag im Jahr 2007 vergessen. Wie Du da auf der Bühne gestanden bist, nach dem Final der «Grössten Schweizer Hits», als Sieger. Still rannen die Tränen über ­ Deine Wangen. Dieser Moment war so berührend, auch für mich. Bereits damals wusste ich, dass Du um Dein Leben ringst. Dass Du den Kampf gegen den Krebs wohl irgendwann verlieren würdest. Doch die Hoffnung war noch da, und Jammern hast Du nicht gekannt. Noch einmal hast Du gewonnen, nämlich die Herzen der Schweizerinnen und Schweizer. Mit dem «Schacher Seppli» und mit Deiner Jodelkunst. Aber auch mit Deiner Natürlichkeit, Deiner Herzlichkeit, Deiner Liebens­ würdigkeit und Bescheidenheit, die mir bereits bei unserer ersten Begegnung hinter den Kulissen der «Schweizer Hits» aufgefallen sind. Eine grosse Ehre war mir die Einladung zu Dir nach Hause in Giswil. Du und Deine Frau Hildi habt mir Euer Haus gezeigt, und wir haben zusammen ein «Obwaldner Cheli» mit Schnaps getrunken. Alles war ganz unkompliziert, es war fast, als gehörte ich in diesem Moment zur Familie, als ich mit Euch zusammen an Eurem Küchentisch sass. Du warst mir so vertraut, Ruedi, als ob wir uns schon viel länger kennen

würden als die paar Wochen, in denen wir miteinander zu tun hatten. Beim Abschied sagtest Du: «Chum wieder verbi.» Wie gerne hätte ich das getan. Wie traurig, dass es nun nicht mehr möglich ist. Die Nachricht von Deinem Tod erreichte mich, als ich an der Beerdigung meiner Gross­mutter war. Ich trauere nun doppelt. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es Deiner Familie jetzt geht, und bin in Gedanken auch bei ihnen, die einen lieben Menschen haben ziehen lassen müssen. Jedoch keiner geht ganz von uns, er geht nur voraus. Der Tod gehört zum Leben, genauso wie die Trauer. Ich wünsche Deiner Familie viel Kraft und Zeit zur Verarbeitung. Dass sie zusammen weinen, aber auch wieder lachen können. Und sie haben die Gewissheit, dass Du nicht nur in ihren Herzen, sondern auch in denen von unzähligen Schweizerinnen und Schweizern noch lange weiterleben wirst. Alles Irdische ist vergänglich, doch die Erinnerung an einen lieben Menschen ist unsterblich. Machs guet, Schacher Seppli! Danke, Ruedi – auch für mich bleibst Du unvergessen. Machs guet, Schacher Seppli!   Herzlichst


wenn die liebe lacht Für Christina Surer, 34, und Martin Tomczyk, 26, zählt vor allem eines: «Wir haben denselben Humor! Das Leben ist ernst genug.»

Junges Li 24

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Lovestory

iebesglück Zwei Rennfahrer im Rausch der Gefühle: christina surer ist bis über beide Ohren verliebt. Dabei passt martin tomczyk eigentlich nicht so recht in ihr Partnerschema: Der Münchner ist sieben Jahre jünger als sie!

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lovestory

«Ich bin froh, dass Martin keine Ex-Frauen hat, keine Scheidungskinder, keine Altlasten» christina surer

was sich liebt, das neckt sich: Christina und Martin bei einer Kissenschlacht im bayrischen Hotel Schloss Elmau.

Text Bettina Portmann Fotos thomas buchwalder

Z

um Herzen einer Frau führen viele Wege. Doch die Liebe von Christina Surer, 34, gewinnt ein Mann ganz klar über ihren vier­ beinigen Begleiter Rooky. Das wusste auch Martin Tomczyk, 26. Und es funktionierte. Seit April dieses Jahres sind die beiden Rennfahrer ein Paar. Was Martin aber auch wusste: Nur die Strategie allein führt nicht zum Sieg. Aufs Feintuning kommts an. Und genau in dieser Hinsicht gab der Dritte der letztjährigen deutschen TourenwagenMeisterschaft (DTM) Vollgas: «Die Winter­pause ist für einen Rennfahrer die beste Zeit, um eine Frau zu umwer­ ben.» Allerdings stimmte das Timing nur bedingt. Christina war zwar wieder Single und ausnahmsweise nicht im Seat Leon Supercopa auf Achse – trainierte aber rund um die Uhr für die

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Pro7-TV-Show «Stars auf Eis». Die Baslerin hatte nur ihre Schlittschuhe im Kopf – nicht aber der Münchner. Zur Um­garnung blieb ihm vorerst nichts weiter als das Telefon. Christina: «Seit jenen Novembertagen telefonieren wir täglich.» Für Martin eine komplett neue Erfahrung. «Ich hatte mit einer Frau noch nie länger als 30 Minuten am Stück telefoniert. Beim ersten Gespräch mit Christina hing ich zwei Stunden an der Strippe!» Martin liess nicht locker. Er schickte seiner An­gebeteten ihren Lieblingsduft von La Prairie, überraschte sie mit einer Shiseido-Badeessenz samt dazu­gehöriger knallgelber Quietschente. Wenn er Christinas Liebling auf vier Beinen hütete, grüsste er schon mal per MMS von Spaziergängen mit JackRussell-Mischling Rooky, und zu Silves­ ter schrieb er ihr gar einen Liebesbrief, dessen Worte er mit einem Legoherz «untermauerte». Auch wenn es Chris­tina lange nicht wahrhaben wollte,

auf einmal war es da: dieses «Die Welt ist nur in Ordnung, wenn wir zusammen sind»-Gefühl. Haben Sie denn dieses Mal besonders aufgepasst, in wen Sie sich verlieben? Christina Surer: Ich wollte mir sicher sein. Schliesslich hab ich schon viel erlebt und möchte mal ans Ziel kommen … … das da wäre? Eine Beziehung, die ewig hält und auf der ich aufbauen kann. Ich will nicht immer wieder von vorn anfangen. Obwohl ich es stets versuchte, passte es bis jetzt einfach nicht. Haben Sie eine Erklärung dafür? Ich merkte, dass ich nicht glücklich war, dass das nicht mein Leben ist. Gabs einen Auslöser für diese Erkenntnis? u Allerdings. Vergangenes Jahr hatte


tierisch verliebt Christina und Martin verbringen jede freie Minute zusammen – dabei sein darf nur Jack-Russel-Mischling Rooky.

er über sie

Der grosse Liebestest Wie gut kennen sich Martin und Christina bereits? Getrennt voneinander beantworteten sie 15 Fragen!

L Rooky ins Bett lassen. Korrekt: Martin küssen. § Pasta. L Die Betten. Korrekt: Kochen. § Morgan Freeman. § Nichts. § Eine Kerze. § Das Handy und die Handtasche. § Ein Legoherz mit einem wunderschönen Begleitbrief. § Energizing Body Spray von La Prairie. § «Wir haben noch keinen definiert.» L Moderatorin. Korrekt: Model. § Klamotten. § Boxershorts und Top. § 30 Minuten. § Weiss.

Was macht sie/er morgens als Erstes? Was könnte sie/er jeden Tag essen? Was macht sie/er am liebsten im Haushalt? Wer ist ihr/sein Lieblingsschauspieler? Was würde sie/er gerne an ihm/ihr ändern? Was steht auf ihrem/seinem Nachttisch? Was trägt sie/er ständig mit sich herum? Über welches Geschenk freute sie/er sich am meisten? Welches Parfum verwendet sie/er? Welches ist Euer Jahrestag? Was wollte sie/er als Kind werden? Wofür gibt sie/er das meiste Geld aus? Was trägt sie/er am liebsten im Bett? Wie lange braucht sie/er im Badezimmer? Was ist ihre/seine Lieblingsfarbe?

Sie über Ihn

L Mich wach küssen. Korrekt: TV einschalten. § Pasta. L Kochen. Korrekt: Den Tisch abräumen. § Nicolas Cage. L Weniger Reisegepäck. Korrekt: Nichts. § Viele Fernbedienungen. L Die Uhr. Korrekt: Das Handy. § Ein Büchlein mit Bildern von mir und Rooky. § Hugo Boss. § «Ein Datum haben wir noch nicht.» L Rennfahrer. Korrekt: Kindergärtner. § Kleider. § Boxershorts. § 15 Minuten. § Blau. schweizer illustrierte

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Lovestory

Auf einmal war es da, dieses «Die Welt ist nur in Ordnung, wenn wir zusammen sind»-Gefühl! ich nicht nur einen schweren Unfall, sondern innerhalb von fünf Monaten starben drei Menschen, die mir sehr nahestanden. Diese Verluste setzten in mir vieles in Gang. Wir sind nicht hier für ein langes Leben, sondern für ein gutes! Und so begann ich mich zu hinterfragen.

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Sie waren zuletzt verlobt. Was ist aus dem schönen grünen Diamantring geworden? Meinem Verlobungsring? Ja, genau dem. Hier, ich trage ihn noch immer. Warum auch nicht, ist doch ein schöner Ring. Böse Zungen behaupten, dass Chris­tina Surer von ihrem ursprünglichen «Beuteschema» abgewichen ist. Früher verliebte sich die schnelle Moderatorin ausschliesslich in Männer, die älter waren als sie. Gilt jetzt, ähnlich wie beim Auto – jüngeres Modell, mehr Drive? «Das Alter ist unwichtig. Gut ist, dass Martin keine Ex-Frauen, keine Scheidungskinder und sonstige Alt­lasten hat. Ich hingegen bringe meinen kleinen Rucksack mit. Immerhin war ich mal verheiratet.» Damit hat Martin kein Problem: «Mich interessiert die Gegenwart und die Zukunft. Wir ­kennen uns seit elf Jahren, da habe ich so einiges mitgekriegt.» Erstmals begegneten sich die zwei auf dem Hockenheimring. Martin war gerade 15 und dabei, seine Rennfahrerlizenz zu

Im fluss der liebe Für Christina und Martin ist klar: «Wir wünschen uns eine Familie.»

erwerben. Die 23-jährige Christina stand kurz vor ihrer Hochzeit mit Marc Surer. «Nie hätte ich gedacht, dass Martin der Mann ist, mit dem ich einmal zusammenkommen würde.» Ihre Wege kreuzten sich fortan immer wieder – auf und neben der Renn­strecke. Regelmässig interviewte die «Motorshow tcs»-Moderatorin den Audi-Werks­ fahrer. Heute pendelt das Paar auch abseits der Boxengasse gemeinsam – zwischen Christinas Wohnung in Basel und Martins Zuhause im bayrischen Rosenheim. Länger als zehn Nächte musste noch keiner allein schlafen. Christina, was lieben Sie an Martin? Seine Ehrlichkeit, Herzlichkeit und seine einfühlsame Art – er ist kein «Showman». Ein ganz Lieber. Er wirkt so ruhig trotz der Power, die er hat. Martin, was fasziniert Sie an Christina? Ich finde es toll, wie sie als Frau ihr Business leitet. Sie ist fokussiert, zieht alles durch, steht auf eigenen Beinen. Und – sie sieht toll aus! (Lacht.) Aber das ist eh eine Grundvoraussetzung … Sie sind beide Rennfahrer. Ist der Job ein Dauerthema? Martin: Nicht unbedingt. Präsenter ist das «Büro Christina». Neben den Rennen moderiert sie ja noch. Und ihr Handy klingelt ständig. Das hört sich an wie bei Jack Bauer aus der Serie «24». Zwischendurch muss ich sie zum Feierabend zwingen.

Christina: Das wirkt meistens! Ich bin viel ruhiger und gelassener geworden, seit ich mit Martin zusammen bin. Sie sind fast acht Jahre älter als er. Na und? Das ist halt so. Martin wirkt viel reifer. Und dass ich nicht mehr in das Klischee passe, das andere von mir haben, amüsiert mich nur. Martin: Diese Altersdiskussion kam nie auf. Mit jüngeren Frauen kann ich oft nicht die Gespräche führen, die ich mir vorstelle. Meine letzte Freundin war zwei Jahre älter als ich. Beim Kinderwunsch könnte der Alters­ unterschied doch noch zum Thema werden? Christina: Stimmt. Als es mit uns ernst wurde, wollte ich von Martin wissen, ob eine Familie für ihn in Frage käme. Denn ich wünsche mir eine. Wenn er Nein gesagt hätte, wäre ich nicht mit ihm zusammengekommen. Martin: Wir sind beide Familienmenschen. Christina: Mit Kindern könnte ich mir sogar vorstellen, ein zweites Mal zu heiraten. Vor meinem 40. Geburtstag Mutter zu werden wäre schön. Aber mal ehrlich, Christina, müssen Sie bei einem jüngeren Mann nicht höllisch auf die Boxenluder aufpassen? (Lacht.) Es ist viel anstrengender, einen Mann zu haben, der nicht zu einem passt. Ausserdem lässt sich Martin nicht in fünf Minuten um den Finger wickeln. Das dauert elf Jahre.  schweizer illustrierte

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interview

«Moritz, such dir einen neuen Job!» Jetzt bricht er sein Schweigen. Klipp, klar und kämpferisch: Der ehemalige SP-Präsident Peter bodenmann über Strombarone, unfähige Bundesräte, Energiesparlampen und ein Comeback von Christoph Blocher. Text Max fischer und christian rappaz Fotos SEdriK Nemeth / L’illu

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ir sitzen unter einem riesigen Kronleuchter in Ihrem Hotel in Brig. Dieser Lüster geht künftig kräftig ins Portemonnaie. Die Strompreise explodieren. Keine Angst. Es handelt sich um die Sparleuchte Candle Light Megaman, die stufenlos dimmbar ist. Das heisst: Wenn eine Lampe gedimmt wird, frisst sie weniger Strom. Und zwar ohne dass sich der Transformer erhitzt. Sie reden nicht nur übers Energiesparen … … wo denken Sie hin. Ich habe als Walliser Staatsrat als Erster in der Schweiz den Minergie-Standard für alle öffentlichen Gebäude durchgesetzt. Die Stromkonzerne begründen den Anstieg mit höheren Kosten bei Gas und Öl. Der Schweizer Strom wird mit Wasser und Uran produziert. Die Kraftwerke sind weitgehend abgeschrieben. Die Wasserzinsen sinken real. Nur das Uran wurde teurer. Dank der Wasserkraft kann man mit der Energie handeln. Und pro Jahr gewaltige Gewinne er­zielen. Die Frage ist nur: Müssen die Strombarone noch mehr profitieren? Könnte Energieminister Leuenberger nicht mehr Druck aufsetzen? Er ist der Chef-Architekt dieser Fehlkonstruktion. Und er wollte den Stromkonzernen sogar noch mehr Geschenke machen als der Gesamtbundesrat. Es ist für ihn mehr als schwierig, jetzt die Handbremse zu ziehen. Der Bock kann schlecht zum Gärtner mutieren. Sie sind nicht ein Herz und eine Seele mit Ihrem SP-Mitstreiter. Aus gutem Grund. Er wirkt total

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Von wegen graue Eminenz! Der ehemalige SP-Präsident Peter Bodenmann in seinem Briger Hotel Good Night Inn – unter einem Sparleuchter. schweizer illustrierte

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interview

«Die Schweiz ist ein Volk von Angsthasen. Die Strombarone verzichten nur unter Druck auf Preiserhöhungen und AKW» Peter Bodenmann desinteressiert. Seine Bilanz nach 13 Jahren als Energieminister ist desaströs. Hauptsächlich in den Be­reichen Ökologie und erneuerbare Energien. Da hat die Schweiz ihren Vorsprung verloren. Es fehlt ihm das Interesse für neue Lösungen. Zum Beispiel bei der Wind- und Sonnen­ energie. Die Schweiz bleibt stehen, während Forschung und Entwicklung voranschreiten. Überall sonst würde man einer solchen Person raten: «Such dir einen neuen Job, du hast das Ganze nicht begriffen!» u

Auch SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey steht momentan im Regen. Ich teile die Vorwürfe nicht, die man ihr macht. Sicher hätte sie ihren Kopf im Iran diskreter bedecken können. Aber bei ihrer politischen Arbeit er­ kenne ich keinen Faux-pas, der die Schweiz blossgestellt hätte. Ihre Aussenpolitik bewegt und gibt der Schweiz ein Image von Offenheit, was sie auch nötig hat. Persönlich mache ich ihr nur zwei Vorwürfe: Dass sie kein Konzept für einen Schweizer EU-Beitritt ent­ wickelt hat. Und dass auch sie das Thema erneuerbare Energien vernachlässigt. Die Energie-Problematik brennt Ihnen unter den Nägeln. Was läuft bei der

Stromliberalisierung falsch? Das Netz muss allen Schweizern gehören. Und deshalb allen Kantonen und Gemeinden zu gleichen Teilen. Und nicht nur gewissen. Bereits einmal abgeschriebene Netze darf man nicht ein zweites Mal abschreiben. Und für die so verbleibenden Investitionen darf eine nationale Netzgesellschaft nicht wie aufgrund der heutigen Verordnung überrissene Zinsen verlangen. Der Strom selber muss nicht teurer werden, weil die Überlandwerke dank der Wasser­kraft mit dem Stromhandel bereits in den letzten Jahren ihre Gewinne vervielfachen konnten.

Wie meinen Sie das konkret? Müssten die Atomkraftwerke ihre Risiken versichern, könnte niemand den teuren Atomstrom bezahlen. Umgekehrt läuft bei der Fotovoltaik eine Revolution ab, die selbst mich überrascht hat. Führend sind Schweizer Unternehmen wie Oerlikon Solar. Ihr Versprechen: Wer Solarzellen effizient in grossen Fabriken baut, kann bereits 2012 an guten Standorten Strom für 12 Rappen produzieren. Atomkraftwerke sind so überflüssig wie die Kröpfe der Walliser vor der Einführung von Jod.

Es geht auch anders … ... das rote Zürich senkt die Strompreise. Weil die Produktion nicht teurer geworden ist. Im Gegenteil: Andere Gemeinden und Kantone, die am Hochspannungsnetz beteiligt sind und über eine eigene Produktion verfügen, füllen ihre Kassen. Um darauf neue Steuergeschenke für grosse Vermögen und Einkommen vorzuschlagen.

Was kann der Bürger machen? Jeder kann Strom sparen. Die von Preiserhöhung Betroffenen können dagegen einsprechen. Damit die ElCom unter Carlo Schmid handeln muss (die Eidg. Elektrizitätskommission ist eine staatliche Regulierungsbehörde, Red.). Die Strombarone werden auf Preiserhöhungen und Atomkraftwerke nur verzichten, wenn wir sie unter Druck setzen.

Braucht es neue Kernkraftwerke? Jedes Velo muss man korrekt ver­ sichern. Atomkraftwerke immer noch nicht. Dabei sind sie die Atombomben der Terroristen im eigenen Land.

Die Unzufriedenheit mit der politischen Führung wächst. Wäre eine Volkswahl des Bundesrates die Lösung? Zuerst verlangten das die Sozialdemokraten. Dann hat sie die SVP nach der u


interview

«Christoph Blocher ist heute ein alter Herr, unfähig zur geringsten Innenschau» Peter bodenmann Entmachtung von Christoph Blocher zu einem Schwerpunktthema gemacht und eine Initiative angekündigt. Auf diese warten wir immer noch. Jetzt wiederholt Micheline Calmy-Rey den Vorschlag. Aber so weit wird es nie kommen. Die Schweiz ist ein Volk von Angsthasen. Die moderaten Vertreter von links, rechts und der Mitte sowie die Romands und die Tessiner haben zu grosse Bedenken, dann nicht mehr repräsentiert zu werden. Deshalb akzeptiert man ein «hinkendes System», das aber für alle offen ist.

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So wird die Politebene in ein Schlachtfeld verwandelt. Die Bevölkerung hat mehr denn je den Eindruck, dass sich die Par­ lamentarier lieber gegenseitig bekämpfen, statt sich um Probleme zu kümmern. Der wirkliche politische Kampf wäre tatsächlich, sich mit der Explosion der Strompreise, mit einer Verbesserung der Kaufkraft und Lösungen gegen die Rezession auseinanderzusetzen. Aber? Diese Themen werden sorgfältig unter dem Deckel gehalten. Oder haben Sie eine Partei gehört, die eines dieser Themen aufgegriffen hätte? Im Gegenteil. Bundesrätin Doris Leuthard wird nicht müde, zu wiederholen, die

Schweiz sei vor einer Rezession ­geschützt. Seit Jahren kommt vom Bundesrat nichts Konkretes, von den Parteien noch weniger. Sie haben nach der Affäre Nef den Rücktritt von Bundesrat Schmid verlangt. Überhaupt nicht. Ich habe nur geschrieben, dass ihn die Fehler in allen umliegenden Ländern zum Rücktritt gezwungen hätten. Das ist ein Unterschied. Aber Schmid ist immer noch der Gleiche, der er vor zehn Monaten war. Damals wurde er glänzend gewählt von denen, die jetzt seinen Rücktritt fordern. Seine Schwächen waren allen bekannt, heute werden sie sichtbar. Weshalb keine Rückkehr von Blocher? Unmöglich. Der Riss innerhalb der SVP ist in dieser Frage zu gross. Das würde auch nichts bringen. Blocher ist heute ein alter Herr, unfähig zur geringsten Innenschau. Noch immer hat er seine Abwahl nicht verdaut. Er ist überzeugt, von Nullen aus dem Bundesrat ge­worfen worden zu sein, wo er doch der Beste ist. Mehr und mehr erinnert er mich an seinen Bruder, der ihm mit seinem TV-Auftritt vor der Wahl enorm geschadet hat. Es kommt mir vor, wie wenn er jetzt genetisch eingeholt worden wäre. 

Umweltfreundlich Peter Bodenmann mit der Sparleuchte Candle Light Megaman.

Persönlich Geboren am 30. März 1952 (Stern­zeichen Widder) u karriere Studium und dann Teilhaber einer Anwalts- und Notariatskanzlei in Brig, von 1987 bis 1997 SP-Nationalrat, von 1990 bis 1997 Präsident der SP Schweiz, von 1997 bis 1999 Walliser Staatsrat, seit 1999 führt er in Brig das Dreisternehotel Good Night Inn u familie Bodenmann stammt aus gutem Haus, sein Vater Hermann war Walliser CVP-Ständerat und Präsident der Bankenkommission


porträt

Er ist der erfolgreichste Schwinger der Saison. Seit dem Sieg am Kilchberg-Schwinget gehört CHRISTIAN STUCKI, 23, als «Eidgenosse» zu den richtig Bösen. Dabei plagt den Berner Riesen vor allem die grosse Sorge: Bloss die Gegner nicht verletzen! ganz oben Seit seinem Sieg beim Kilchberger vor Wochenfrist gehört Stucki zur Gilde der Eidgenossen.

Text iso niedermann Fotos bruno voser

Foto Keystone

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as macht einer, der schon mit zehn Jahren Schuhgrösse 44 hat? Er haut wohl jenen einfach mal schnell aufs Maul, die ihm auf dem Schulhof blöd kommen. «Da liegt ihr beim Chrigu aber schön falsch!», lacht Andrea Stucki. Die 26-Jährige erinnert sich, wies bei ihrem drei Jahre jüngeren Bruder wirklich war: «Muesch di halt wehre», war der Rat, als er einmal zu Hause erzählte, wie man ihn in der Schule gehänselt hatte. Er nahms zu wörtlich. Am nächsten Tag kam er mit todschlechtem Gewissen nach Hause und erzählte ganz weinerlich, jetzt habe er aus Versehen einem der Pöbler einen Zahn rausgeschlagen.» 140 Kilo Lebendgewicht, verteilt auf 198 cm Länge. Schuhgrösse 52. Ein Bizeps wie die Taille eines Models. Das ist der Schwinger Stucki Chrigu aus Diessbach bei Büren im Berner Seeland. Ein Mann wie ein Baum. Dritter des Eidgenössischen 2004 in Luzern, 45facher Kranzgewinner, mit elf KranzfestSiegen, davon sechs allein in diesem Jahr. Und vor Wochenfrist Erster beim Kilchberg-Schwinget. Zurzeit sicher der stärkste Schwinger der Schweiz. Der ­Böseste der Bösen. Doch noch heute täuscht das imposante Äussere Chrigus über sein Wesen hinweg. «Ich bin ein gemütlicher, lieber Typ. Mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe», sagt Stucki. Und wie der Brocken von einem Mann das sagt: mit leicht belustigtem Unterton und u schweizer illustrierte

Ein ganz li


bärenkräfte Seine Arbeit als Sanitär­installateur ist für Chrigu auch Training. So ein Eisenrohr wiegt schon mal 50 Kilo.

eber Böser


porträt tierliebe Chrigu mit dem Cane Corso «Zeira» vor dem Elternhaus in Diessbach.

«Im letzen Moment habe ich vor der Hochzeit kalte Füsse gekriegt. Ich werde daraus lernen»

trophäenjäger Chrigu zeigt mit Schwester Andrea, Mama Daniela und Vater Willy im Wohnzimmer einige seiner Kränze. Die Treicheln hat der Vater gewonnen.

christian stucki sanfter Stimme. Eine richtige Berner «Gemütsmohre». Seine Gegner legt er zwar reihenweise ins Sägemehl. Doch obwohl er auch seine imposanten Hebel dazu einsetzt, tut ers nicht mit roher Ge­ walt. «Mir graut davor, mal einen Gegner zu verletzen», bekennt Stucki Chrigu. Riesenbaby. Kraftpaket. Gigant. Chrigu wird in den Medien gern auf ­ seine Physis reduziert. Nach dem sieg­ bringenden Gestellten mit seinem Ver­ bandskollegen Matthias Sempach im Kilchberg-Schlussgang hiess es, Roh­ kraft habe über Schnellkraft gesiegt. Man tut Chrigu damit wohl Unrecht. Bei sämtlichen Siegen des Schwingets legte er seine Gegner mit einem anderen Schwung auf den Rücken. Das spricht für seine Technik. Und Mutter Daniela erzählt nicht ohne Stolz von den ball­

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sportlichen Talenten ihres «Kleinen», wie sie Chrigu liebevoll scherzend nennt: «Er hält noch heute den BälleliwurfRekord im Dorf. Und einmal qualifizierte er sich fast ohne Training für die Schwei­ zer Meisterschaft im Minigolf. Im Fuss­ ballklub war er ebenfalls erfolgreich. Doch er musste aufhören, als es keine Kickschuhe mehr gab in seiner Grösse.» So nebenbei brachte es Christian Stucki aus Vergnügen auch im Hornus­ sen zu meisterlicher Fähigkeit. Im ­ 3.Liga-Team Diessbachs ist er ein sicherer Wert, und die Kollegen attestieren ihm das Zeug zum NLA-Hornusser. Der erste Schwinger- und Schlägerkönig gleichzeitig? «Das wär schon was», lacht Stucki, «aber mir liegt das Schwingen halt schon mehr am Herzen.» Kein Wunder bei einem, den sein Vater Willy –

ebenfalls 13 Mal als Kranzschwinger erfolgreich – schon als Siebenjährigen in den Schwingkeller mitnahm. Schwing-Riese Chrigu kann also vieles. Nur im Reden, da ist der fröhliche Berner kein Riese. Und dieses Manko ist auch der Grund für Stuckis bisher herbs­ te Niederlage. Die er aber nicht auf dem Schwingplatz erlitten hat. Im August dieses Jahres wollte er seine langjährige Freundin vor den Traualtar führen. Die Kärtchen waren bereits verschickt, als die Vermählung noch platzte. «Ja, man kann sagen, dass ich im letzten Moment kalte Füsse bekommen habe. Ich stand der Heirat schon vorher skeptisch ge­ genüber, aber ich hatte nicht den Mut, darüber mit meiner Partnerin zu reden. Ich habe aber ganz sicher daraus gelernt u für künftige Beziehungen.» schweizer illustrierte

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porträt

muskelspiel Vater Willy, selbst 13 Mal bekränzt, brachte Chrigu als Knirps zum Schwingen.

Jetzt wohnt Stucki Chrigu wieder als Single allein in der Wohnung in Ottiswil. Und es eilt nicht mit einer neuen Beziehung, «auch wenn an den Schwingfesten schon so das eine oder andere hübsche Meitschi am Ring steht, das wohl weniger wegen des Schwingens gekommen» sei. Stucki Chrigu lernt, seine freie Zeit, die sowieso rar ist, gut zu nutzen. Besser jedenfalls als nach der RS, als ihn

eine Infektion am Bein – wahrscheinlich hervorgerufen durch einen Pilz – ausser Gefecht setzte. An Stuckis Bein entstanden hässliche Wunden von zerstörtem Gewebe. 18 Monate lang konnte er nicht schwingen, 14 Monate war er komplett arbeitsunfähig. Sein Arzt bezeichnete ihn sogar als «todkrank». Und der Antrieb, das Beste aus der Situation zu machen, fehlte ihm. «Ich lag nur zu Hause rum, schaute Fernsehen, statt

etwas Schlaues mit der Zeit anzufangen. Heute würde ich beispielsweise in dieser Zeit eine Fremdsprache lernen.» Nie war Stucki nervöser als bei seinem ersten Kampf nach der Genesung. Bis er realisierte, dass alles wieder einwandfrei funktionierte. Trotzdem würde er auch heute nie ganz auf die Karte Schwingen setzen. «Wenn ich ein paar gute Sponsoren fände, würde ich schon gerne ein bisschen reduzieren bei meiner Arbeit als Sanitär-Installateur. Aber erstens mache ich meinen Job gerne. Und zweitens ist er ein vorzügliches Training für mich. Zumal ich halt auch lieber mal mit den Kollegen gut essen gehe, als noch eine zusätzliche Trainingseinheit einzuschalten.» Der gelernte Forstwart ist eben flexibel. Und offen für Neues. «Ich bin kein Traditionalist. In unserer Familie hängt man nicht nur an Althergebrachtem. Ich mag zwar das Jodeln, aber ich höre genauso gerne mal Amy Winehouse oder Justin Timberlake. Und dass immer mehr Städter das Sennenhemd anziehen und als Zuschauer an die Schwingfeste kommen, stört mich keineswegs.» Auch wenn die den sanften Riesen vom Land manchmal so unverhohlen anglotzen, dass er sich wünscht, «einmal ganz klein und unscheinbar zu sein». Doch nur kurz. Dann klopft er zufrieden auf seinen Bärenbauch und lacht: «Ich esse halt gern. Und ich gefalle mir so, wie ich bin.»

könig jörg: bald bereit, ins Sägemehl zurückzukommen Im Juli wurde Schwingerkönig Als es Anfang Juli beim Appenzeller Doch Kämpfer Jörg ist auch ausserhalb Jörg Abderhalden, 29, an des Sägemehlrings hartnäckig. «Er hat ein Kantonalen in Herisau in der rechten der Schulter operiert. Jetzt sehr gutes Körpergefühl», sagt Arzt Hofer. Schulter knallte, wusste der dreifache kämpft er in der Reha statt Und Therapeutin Petra Prader stellt in Schwingerkönig Jörg Abderhalden sofort: im Sägemehl. Mit Erfolg. Aussicht, dass «Jörg im nächsten Frühling «Das ist was Schlimmes!» Im ersten

dehnen Physiotherapeutin Petra Prader arbeitet mit Jörg Abderhalden im Klinikzentrum St. Gallen.

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Gang gegen Bruno Gisler hatte er sich die Schulter ausgerenkt. Im Spital dann die niederschmetternde Diagnose: Sämtliche Schultersehnen gerissen! Pierre Hofer, der ihn wenige Tage danach in St. Gallen operierte, spricht von «einer der schlimms­ ten Verletzungen für einen Schwinger». Die Operation verlief erfolgreich. «Sie haben alles wieder bestens hergestellt», sagt König Jörg. Mehrmals wöchentlich arbeitet Abderhalden seither in der Physio­ therapie an der Wiederherstellung seiner Schulter-Beweglichkeit. Die Schmerzen lassen nur langsam nach. «Und am mühsamsten sind die gewohnten täglichen Verrichtungen, die ich nicht oder nur eingeschränkt machen kann.»

wieder voll ins Schwingtraining einsteigen kann, wenn der Heilungsverlauf weiterhin so gut verläuft». Abderhalden selbst hat der Schwing­ abstinenz und der achtwöchigen Arbeitsun­fähigkeit auch Gutes abgewon­ nen: «Ich habe viel Zeit für meine Frau Andrea und die Kinder Lynn und Terry. Und ich kann mich auf die letzte Phase meiner Aus­bildung zum Schreinermeister auf dem Bürgenstock konzentrieren, die ich ­nächstes Jahr abschliesse.» Stucki Christians Sieg in Kilchberg hat er live gesehen. «Der ist mit seiner Grösse eine rechte Herausforderung für mich. Es ist wieder spannender geworden. Und das ist nur gut so!» iso niedermann


Opernstar

Wunderknabe Philippe Jordan dirigiert im Opernhaus Zürich erstmals Wagners «Ring des Nibelungen». Ein Leckerbissen!

Vererbtes Taktgefühl: Philippe JordaN, 33, sorgt seit 15 Jahren an den berühmtesten Häusern für Aufsehen. In Zürich dirigiert der Schweizer jetzt seinen ersten «Ring».

Text Caroline Micaela hauger Fotos HervÉ Le Cunff

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er gut aussehende junge Mann könnte Schauspieler in einer Vorabendserie oder Model für ein Fashion-Magazin sein. Philippe Jordan hat eine viel grössere Mission: die Musik. Der 33-jährige Zürcher mit den charismatischen Augen zählt seit 15 Jahren zu den talentiertesten Dirigenten seiner Generation. Kritiker loben sein Ausnahmetalent, er dirigiere «klar, kühl und klug wie die Grossväter». Jordan, dessen Weg sehr schnell sehr steil nach oben führte, war «Principal Guest ­Conductor» an der Berliner Staatsoper

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Unter den Linden. Der grösste Coup steht erst bevor: 2009 wird er für sechs Jahre Musikchef der Opéra national de Paris mit ihren zwei Häusern, 1600 Mitarbeitern und dem 174-köpfigen Orchester. Alexander Pereira hätte ihn auch gerne in die Limmatstadt geholt: als Nachfolger von Franz Welser-Möst. «Es ist toll, wieder in Zürich zu sein. Die Luxemburgerli und ein gutes Fondue haben mir gefehlt», sagt Philippe Jordan, der «verpartnert» ist und in ­Berlin wohnt. Sein eloquentes Auftreten signalisiert: Ich bin in der Welt zu ­Hause. «An der Schweiz mag ich die Genauigkeit und Grundehrlichkeit. Und dass es nie nur um die grosse Show geht.»

Kommende Woche gastiert Jordan in Zürich. Eine Saison lang dirigiert er erstmals in seiner Karriere Richard Wagners Gewalts-Zyklus «Der Ring des Nibelungen». «Von Kind an fasziniert mich dieses Festspiel», erzählt er. «Sagen, ­ Nixen, Feen, Götter – dem Zuschauer präsentiert sich ein Menschheitsthema, das alle beschäftigt. Im 16-Stunden-Epos, das aus vier Opern besteht, geht es um Leben und Tod und darum, was die Macht aus Menschen macht.» Für Philippe Jordan ist Richard Wagners Gesamtkunstwerk eine Art «erste Filmmusik, ein Vorläufer von ‹Herr der Ringe›». «Philippe wer?» Die Frage musste sich der Sohn des grossen Schweizer

Foto Keystone

«Vater war mein


Enormer Erfolg Jordan, 33, gilt als dirigierende Autorität. Zürich ist seine ­Heimatstadt, die Oper sein Arbeitsplatz.

n Vorbild» ­Maestros Armin Jordan nie gefallen lassen. Mit sechs Jahren spielte der Junior bereits Klavier, mit acht war er Mitglied der Zürcher Sängerknaben, mit elf beherrschte Philippe die Violine. 1994 wurde er Kapellmeister am Stadttheater Ulm, bis er 2001 in Houston sein DirigentenDebüt mit «Samson et Dalila» gab. Philippe Jordans Karriere ist­ eine Abfolge von Rekorden – er hat dabei aber die Bodenhaftung nie verloren. «Es passt nicht zu mir, dafür bin ich zu sehr Schweizer.» Vater Jordan über­ seinen talentierten Sohn: «Er ist ein­ Arbeitstier, sehr selbstkritisch, und das ist nebst seiner Bescheidenheit seine­ allergesündeste Eigenschaft.»

Es war der schmerzlichste Moment in Philippe Jordans Leben, als er während einer Hauptprobe zu «Doktor Faust» («Ich hörte die Himmels­glöck­ chen klingeln, war wie in Trance») vom Tod seines Vaters erfuhr. Dieser erlitt 2006 in Basel während der Premiere zu «Die Liebe zu den drei Orangen» einen Herzinfarkt. «Vater war mein Vorbild, und ich vermisse ihn», sagt Philippe­ Jordan. «Er ist heute noch intensiver bei mir, wenn ich Musik mache, als früher.» «Das Rheingold», 17., 19., 26. Sept., weitere Spieldaten des «Rings des Nibelungen» unter www.opernhaus.ch.

Tod einer Legende u Armin Jordan galt seit Ernest Ansermet als bedeutendster Dirigent der Schweiz. Philippe Jordans Vater leitete zwölf Jahre das Orchestre de la Suisse Romande, war Gast in weltbekannten Opernhäusern. Während einer Prokofjew-Premiere in Basel brach der 74-Jährige im September 2006 im Orchestergraben zusammen. Er starb kurz darauf im Spital.


Sieht klar Daniel Mori in seinem B端ro in Genf. Auf dem Tisch eine Auszeichnung f端r die Innovationskraft des Unternehmens.

Eine Stunde nachdem der Kunde den Laden betreten hat, sieht er wieder klar. Visilab-CEO Daniel Mori 端ber seine Gesch辰ftsidee, die Katze Gribouille, Tennis und Porsche.

Der Mann mit D


Schweizermacher

Text Max fischer Fotos Kurt reichenbach

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ebannt blickt Gribouille auf eine an einer Schnur zappelnde Maus. Dass diese aus Stoff ist, stört die Katzenmutter nicht. Auf jedes noch so kleine Zucken reagiert sie blitzschnell mit der Pfote. «Wir sind in Katzen vernarrt», sagt Daniel Mori in seinem Wohnzimmer im Haus am Genfer See. Und Gattin Agnes ergänzt: «Wir hatten sechs Junge, vier gaben wir weiter – Pompon und Plume haben wir behalten.» Keck kommen die jungen Gwundernasen auch an den Swimmingpool. Später machen sie die Terrasse unsicher. «Die Katzen halten uns den ganzen Tag auf Trab», sagt Daniel Mori und lacht verschmitzt. Spätestens an dieser Stelle wird klar: Für den CEO und Miteigentümer der Optikerkette Visilab gibt es neben dem Geschäfts- auch ein Privatleben. «Mit meiner Familie, guten Freunden, den Katzen und feinem Essen kann ich ­bestens entspannen», betont der Unternehmer. Wichtig für seinen Ausgleich sei zudem der Sport: «Er holt mich her­ unter. Und ich habe Zeit, mir Ideen und Projekte durch den Kopf gehen zu lassen.» Daniel Mori steigt in den Sommermonaten jeden Morgen zuerst ins Bassin. «Nach einigen flotten Zügen erreiche ich die richtige Betriebstemperatur», schmunzelt er. Regelmässig ist er auf dem Tennisplatz anzutreffen – «und im

Katzenfans Agnes und Daniel Mori spielen im Wohnzimmer in ihrem Haus am Stadtrand von Genf fürs Leben gern mit den Katzen Gribouille und Pompon.

urchblick

Winter auf den Skipisten». Die körperliche Tätigkeit sei wichtig, um gesund zu bleiben und «um Distanz zu schaffen zum Job». Eines vermisse er: «Ich habe früher leidenschaftlich Jazz-Gitarre gespielt. Dafür fehlt mir jetzt die Zeit.» Mitarbeiter erzählen, er sei ein fordernder, aber auch ein menschlicher Chef, der Wert auf Einsatz, aber auch auf Entfaltung lege. «Service und Kundenfreundlichkeit stehen bei uns zuoberst. Damit die Mitarbeitenden top sind, müssen sie sich wohlfühlen», so Mori. Einen Punkt hat der Schweizer Brillenpapst vergessen: Er liebt die Geschwindigkeit. Porschefahrer Mori drückt auch im Geschäftsleben aufs Gas. Spätestens eine Stunde nachdem ein Kunde den Laden betreten hat, sieht er wieder klar. Das Konzept: Zuerst gehts zum Sehtest. Dann wählt ein Kunde unter rund 3000 Modellen sein Lieblingsdesign aus. Ein Spezialist schleift anschliessend die Gläser im angegliederten Atelier dioptriengerecht zu. Und eine Kaffeepause später kann der Kunde die neue Brille aufsetzen. «Anders als unsere Konkurrenten haben wir die Kon­ fektion der Brille in die Filialen verlegt», erklärt Mori. Der hohe Serviceanspruch und die menschlichen Werte von Daniel Mori ­haben auch die Ski-Legende Bernhard Russi überzeugt, ab diesem Herbst für Visilab zu werben. «Ich trage nicht nur für die Spots eine schicke Brille», sagt Russi. «Ich brauche tatsächlich eine Sehhilfe, sonst habe ich den Durchblick nicht mehr», witzelt der im August 60 Jahre alt gewordene Skistar. Er habe es sich nicht leicht gemacht, als er an­ gefragt worden sei. «Ich testete Angebot und Service in fünf Filialen», sagt Russi. «Ich wollte selber erleben, wie die An­ gestellten mit den Kunden umgehen.» Als er Daniel Mori persönlich näher kennengelernt habe, sei für ihn der Entscheid klar gewesen: «Dahinter kann ich stehen, da mach ich mit. Mori ist ein Schaffer, der viele Ideen hat und selber anpackt. Er hat sich aus eigener Kraft hochgearbeitet.» Und noch etwas ist dem ehemaligen Skistar wichtig: «Es ist durch und durch eine Schweizer Firma.» Neben Bernhard Russi sind neu auch die Moderatorin Lolita Morena sowie das Model Xenia Tchoumitcheva als Werbeträgerinnen für Visilab im Einsatz. Sie sollen für noch mehr Schub sorgen. Im Gründungsjahr 1988 setzte Visilab gerade mal 7 Millionen Franken um. 1995 schweizer illustrierte

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Schweizermacher

Werbeträger Bernhard Russi waren es 25 und drei Jahre später bereits 50 Millionen. «2007 erwirtschafteten wir 171 Millionen.» Daniel Mori ist nicht aufzuhalten. Dabei kommt ihm nicht nur sein Geschäftssinn zugute: «Auch der liebe Gott hat die Hand im Spiel. Die Menschen werden immer älter», hält der Genfer fest. «Ab 40 hat fast jeder Probleme mit seiner Sehschärfe.» Ihnen allen kann Mori helfen: Über 60 Prozent der Bevölkerung tragen Brille oder Linsen. Mehr noch: «Früher war die Brille ein lästiges Übel. Heute ist sie ein trendiges Accessoire.» Den typischen Brillen­träger gebe es nicht mehr. «Beim Sport setzt jemand Linsen ein, im Geschäft trägt die gleiche Person eine dezente Brille und im Ausgang ein freches Modell»,

weiss Mori. Und er selber? «Jedes Jahr wechsle ich mein Basismodell. Bei den Sonnenbrillen habe ich ein Modell für den Sport und eines für die Freizeit.» Etwas kann er sich nicht verkneifen: «Ich schaue bei jedem Menschen zuerst auf die Brille.» Und? Mori holt einen ­Zeitungsartikel mit dem Titel «Der neue Kurer kommt an» hervor. «Sehen Sie, was eine Brille ausmacht», sagt er und zeigt auf das Bild des neuen UBS-Präsidenten mit der altmodischen, dicken Hornbrille und das aktuelle Foto mit ­einer filigranen Metallkonstruktion. Mori schmunzelt. Plötzlich aber verzieht er sein Gesicht: Gribouille spielt wieder mit einer Maus und bringt sie dann ihren beiden Jungen. Doch diesmal ist es kein Stofftier … 

Der hingucker xenia zeigt, was diese Saison im Trend ist: Pastelltöne und RetroLook sind angesagt. Out ist die recht­ eckige Brille.

«Mit einem Marktanteil von 22 Prozent

sind wir die Nummer eins im Schweizer Optik­geschäft», erklärt Daniel Mori, 53. In der Deutsch- und in der Westschweiz gibt es total 70 Filialen, 700 Mitarbeitende arbeiten für Visilab, davon sind 105 Lehrlinge. Das Unternehmen wird in der dritten Familien-Generation geführt. Der jetzige CEO und Mitbesitzer Daniel Mori hat in Genf ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen. Die 1988 gegründete Firma ist eine Tochter der PP-Holding-Gruppe (Pharmacie Princi­pale). Diese ist seit 1912 im Gesund­ heitsbereich aktiv.

Foto Claude Cuendet

«Vor meiner Zusage habe ich in fünf Visilab-Filialen Service und Freundlichkeit getestet»


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Alpinismus

200 Meter luft unter dem «füdli»

Spektakulärer gehts kaum: Bergführer Thomas Wälti im berühmten Dach am Chäserrugg. Im Hintergrund die westlichen Gipfel der Churfirsten, Walensee und links Kerenzerberg vor der untergehenden Sonne. Die «Dachroute» wartet immer noch auf eine freie Begehung. Wen wunderts?! besonderes Zustieg via Chäserrugg-Bahn, fix gebohrte Haken, Trittleitern erforderlich. Nichts für Anfänger! Einfachere und kürzere Routen findet man am westlichen und am östlichen Ende der Churfirsten.

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Alpinismus

Gratwanderung über der SChweiz

Kurz vor dem Gipfel des Doms und damit kurz vor Ende einer langen Grattour: Die Traversierung vom Täschhorn (4491 m) zum Dom (4545 m) zählt zu den grossen Überschreitungen in den Walliser Alpen. Höchster Gipfel im Hintergrund ist die Dufourspitze (4634 m) des Monte Rosa an der Grenze zu Italien. Der Dom ist der höchste ganz in der Schweiz stehende Berg. besonderes Einfache, aber nicht eintönige Hochtour mit fantastischem Ausblick. Teilweise brüchiger Fels. Wird bei ungünstigen Wetterverhältnissen rasch sehr anspruchsvoll.

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Alpinismus

im auge des adlers bis zum gipfel Früher stürzte er sich temporeich in die Tiefe – heute klettert er geschickt und behände in die Höhe: Bernhard Russi im sogenannten Adlerauge am Wellhorn ob Grindelwald BE. Unter ihm der vom Rosenlaui-Gletscher blank polierte, dunkle Fels.

besonderes Eindrücklich-imposante Sportkletterroute, 686 m Wandhöhe, Einstieg auf 2000 m ü. M., vorgängige Übernachtung im Grand Hotel unterhalb der Gletscherschlucht. Sonnenbeschienene Kletterei in nicht über alle Zweifel erhabenem Kalkstein.

Die einsamkeit der bergsteigerin

Tritt für Tritt und Schlag für Schlag die Wand hoch. Nur Steigeisen, Eispickel, Mut und Können. Evelyne Binsack im Aufstieg über die Lauper-Route (1932 erstmals durchstiegen) in der Eiger-Nordostwand. Lichten sich Nebel und Dunst, sieht man direkt hinab auf grüne Wiesen und hört das beruhigende Gebimmel von Kuh­ glocken. Etwas Beruhigung kann in dieser Wand durchaus nicht schaden! besonderes Ideale Vorbereitungstour für die «echte» Nordwand. Technisch nicht ganz so anspruchsvoll. 8 bis 15 Stunden ab Alpiglen.

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auf tuchfühlung mit der geschichte

Volle Konzentration in der klassischen Heckmair-Route der Eiger-Nordwand. Zahllose Dramen spielten sich bis heute in der 1800 Meter hohen Wand ab. Vom 21. bis 24. Juli 1938 wurde sie erstmals durchstiegen. Im Frühjahr 2008 durchstieg Ueli Steck die Wand in unvorstellbaren 2 Stunden 47 Minuten. Hier sichert Bergführer Kobi Reichen Oswald Oelz in der Spinne. besonderes Die Wand bleibt Könnern vorbehalten. Anfänger sollten sich mit dem Film «Nordwand» begnügen. Kinostart am 9. 10. schweizer illustrierte

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Alpinismus

Eine wand ohne kompromisse

Obwohl sie bereits 1985 erstbegangen wurde, zählt die Route «Kein Wasser, kein Mond» von Martin Scheel und dem Australier Kim Carrigan zu den härtesten Routen im Alpstein. Hier im Bild kämpft Andres Lietha. Die 100-Meter-Wand ist auf der Westseite des Wildhuser Schafbergs. besonderes Stellt hohe Anforderungen an Klettertechnik und Moral. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich weitere, lohnende und auch einfachere Routen.

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showeinlage des fotografen Robert Bösch in der Route «Elysium» im Alpstein.

Text edi estermann Fotos robert bösch

D

ie Finger krallen sich in den Fels, der Schweiss tropft, das Adrenalin fliesst. Bloss keinen Fehler machen jetzt. Der könnte ein paar hundert Meter weiter unten böse enden. Dann machts plötzlich «klick!». Da hängt ein Fotograf nebenan in der Wand. Und es scheint ihn trotz der spektakulären Situation bloss eine einzige Frage zu bewegen: Stimmt die Belichtung? Der Mann mit der Kamera ist Robert Bösch und die Situation sein Arbeitsplatz. Bösch ist Action- und Outdoor-Fotograf. Nicht irgendeiner. Der 54-Jährige zählt

zu den besten der Welt. Vielleicht ist er der Beste. Was er von sich natürlich nie behaupten würde. Dafür ist der Mann aus Oberägeri ZG viel zu bescheiden. Bösch sieht sich schlicht als Fotografen. «Meine Stärke ist vielleicht mein gutes Auge für die Möglichkeiten, die eine Landschaft und das Licht bieten», sagt er. Bösch kennt die eindrücklichsten Stellen – und verfügt über die Fähigkeit, überhaupt dorthin zu kommen. Denn hinter der Kamera siehts meist mindestens so spektakulär aus wie davor. Nur, Bösch hat auch noch die ganze Foto­ ausrüstung mit dabei! Immer wenn sich Abenteurer wie Evelyne Binsack oder Top-Bergsteiger wie Ueli Steck an neue Herausforderungen wagten, nahm Röbi Bösch diese Herausforderungen mit an – und fotografierte für die Schweizer Illustrierte. Als er in den 90er-Jahren eine Besteigung der Eiger-Nordwand fotografisch begleitete, war das eine der ersten «Eins-zu-eins-Reportagen» aus jener geschichtsträchtigen Wand. Inzwischen hat sich viel getan. Die Eiger-Nordwand ist für Bösch zu einem der am meisten genutzten Fotoplätze geworden. Diese Woche kommt «Schweiz alpin» in die Buchhandlungen. Nicht einfach ein «Best of»-Bildband von ­Robert Bösch, sondern die Umsetzung einer Idee, die er schon jahrelang mit sich herumtrug. Ein Fotobuch über die schönsten Touren in den Schweizer ­Alpen. Atemberaubende Bilder, ergänzt mit den wichtigsten Informationen zu der jeweiligen Tour. Als Bergsteiger sei er ziemlich viel in der Welt herumgekommen, sagt Bösch. «Es gibt höhere Gipfel, spektakulärere Wände und wildere Landschaften als in den Schweizer Alpen», so Bösch. «Aber es gibt wohl keine Region, wo auf engstem Raum eine

solche Vielfalt an bergsteigerischen Möglichkeiten zusammenkommt wie in den Schweizer Bergen.» Für Bösch ist die Schweiz ein Bergsteiger-Paradies. «Ich musste allerdings bald feststellen, dass die Möglichkeiten der Alpen den Rahmen meines Buches sprengen.» Aus dem ursprünglich geplanten Umfang wurde immer mehr. 272 Seiten sind es am Ende geworden, 260 Fotos. «Es wäre unsinnig, zu behaupten, die von mir vorgestellten Hochtouren und Felsrouten seien die eindeutig schönsten – aber es sind ­TopTouren. Klassiker ebenso wie auch einige Geheimtipps.» Böschs Fotos sind kaum je gestellt. Sie entstehen aus der Situation. Der Fotograf klettert in einer Zweierseilschaft. Bösch klettert also auch vor. «Die Intensität einer Tour, die Konzentration, die Anspannung, manchmal auch die Angst, aber immer auch die Genugtuung danach, es geschafft zu haben, überträgt sich nur so auch auf die Bilder.» Der Betrachter klettert mit. Lange hatte sich Robert Bösch gegen die Digitalfotografie gesträubt, letztlich kam er doch nicht daran vorbei. «Für mich ist ein Bild ein Schnittpunkt aus Raum und Zeit», sagt er. «Das Foto entsteht im Moment des Auslösens und nie danach.» Bild­ manipulation ist für ihn deshalb ein Tabu. Böschs Bilder haben so was auch gar nicht nötig. Jedes einzelne bringt uns die Schweizer Bergwelt in einer Art und Weise näher, wie wir sie noch kaum je gesehen haben.  

schweiz alpin Die schönsten Touren in Fels und Eis, 272 Seiten, AS Verlag, CHF 98.–


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping  Look Tintenfarben  Mode Grau & gut  Hotspot in Basel  Beauty So duftet Mann

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, Schlafmaske gesehen bei H & M

biologisches lifting Die Crème Liftactiv CxP Nuit von Vichy soll die Zellvermehrung über Nacht fördern. Apotheken. 50 ml u 44.90

u Dass Vitamin C der Haut hilft, jung zu bleiben, ist bekannt. Dass es aber in Verbindung mit Peptiden2 eine Art biologisches Lifting bedeutet, ist neu. Brandneu. Und vermutlich eine Art sanfte Revolution in der AntiAging-Pflege. Gelungen ist die technologisch raffinierte Verbindung der Firma Vichy, die im Bereich der Hautpflege für ihre Kompetenz bekannt ist. Die Crème Liftactiv CxP als Nachtpflege soll mittels Wirkstoff Hepes die Zellvermehrung sozusagen über Nacht fördern und damit die Haut jünger erscheinen lassen. Übrigens: Die Pflege gibts auch als Tagespflege für normale Haut und Mischhaut. Beatrice Schönhaus

oBJEKT DER BEGIERDE

Schön im Schlaf schweizer illustrierte

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shopping

look

tinten-töne Blaue Tinte in der Nuance Storm von Caran d’Ache. www.landolt-arbenz.ch u ca. chf 15.–. Pinsel Papeteriebedarf. Stiefeletten von Marc Jacobs bei Grieder. u chf 559.–

Herbstfarben

Tinte trifft Trend u «Huch!», denken so manche, wenn sie die neue Herbstfarbe Lila in Boutiquen und ­Warenhäusern entdecken. Die Farbe polarisiert, man weiss nicht, ob sie einem steht. «Keine Angst, Viola sieht nicht spiessig, brav und nach Oma aus», schreibt der hippe Online-Shop www.stylebop.com, «sondern glamourös und modern.» Dem stimmen wir zu, vorausgesetzt, man kombiniert sie richtig, die «Farbe der Veilchen»: nämlich zu Nachtblau, Viola und Aubergine – das passt. Ton in Ton, alles in den sogenannten Tintenfarben, wie sie diesen Herbst heissen. So wirkts edel und elegant. Und steht Blondinen genauso wie Rothaarigen und Brünetten. Ganz Modemutige wie Model Agyness Deyn kombinieren die Tintentöne mit der neuen «Dark Romance»: sprich Nieten, schwarzem Leder und einer Prise Rocker-Romantik. Fehlt dann nur noch der Liebste auf der Harley-Davidson, der einen abholt. beatrice schönhaus

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die farben dazu MonoLidschatten Amethyst, Berry Ice und Lilac von Estée Lauder. Fachhandel. u je chf 30.–

purple Gesteppte Tasche, sogenannter Clutch-Bag, von Miu Miu bei Bufalini, Tel. 044 - 262 47 62. Fachhandel. u chf 329.–

lilablau Kleid Soaked in luxury bei Companys. Leggings ebenfalls. u chf 119.– /49.90

meerblau Spitzenbesetztes T-Shirt aus der Kollektion Nulu bei Coop City. u chf 19.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus / Jeannette Gloor

nachtblau Kleid von See by Chloé bei Boutique Maud, Zürich. Fachhandel. u chf 670.–

zwetschgenblau Kurzcape mit kurzen Ärmeln von Companys. www.companys.ch u chf 399.– veilchenblau Doppelreihige Wolljacke von Madeleine. www.madeleine-mode.ch u chf 529.–

dunkelblau Grobstrickjacke von Tsesay bei Maud. www.maud.ch u chf 320.–

auberginen-Blau Satinkleid von Andrew GN bei Grieder. u chf 1900.–

schwarzblau Stiefeletten mit Krokoprägung von Free Lance bei Grieder. Fachhandel. u chf 880.– schweizer illustrierte

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Mode

detail knopfleiste Feminines Top von Nulu bei Coop City. www.nulu.ch u chf 59.90

detail rippenstrick Strickjacke mit gekürzten Ärmeln von Clockhouse bei C & A. u chf 29.90

shopping

Detail fleder­ mausärmel V-Neck-Pullover von Companys. www.companys.com u chf 149.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink, Auswahl Jeannette Gloor

detail Tunnel­ gürtel Stricktop mit Schalkragen von Liu Jo bei Grieder. u chf 350.–

detail aufsetztaschen Lurex-Kurzjacke aus Strick mit abgerundeten Enden von Massimo Dutti. u chf 135.–

Mode für den Herbst

Grau und gut detail Materialmix Allzweckjacke mit Strickeinsätzen aus der Remix Collection von Companys. u chf 599.–

u Die Farbe Grau hat eigentlich ein Image-Problem. Ihr haftet etwas Unauffälliges, Tristes und Trauriges an (graue Maus, grau in grau, grauer Alltag). Und doch: In der Mode hat sie eine Art Jokerfunktion, hat viele Facetten. Das reicht von Anthrazit, Aschgrau über Betongrau, Taubengrau, Mausgrau, Rauchgrau, Schiefergrau bis hin zu Silbergrau und Zementgrau.

Der Mensch kann übrigens etwa 500 verschiedene Grautöne unter­ scheiden. Das Beste an der Farbe – sie ist ein ­modischer Joker und passt zu Lila genauso wie zu Dunkelgrün, Ecru, Camel, Schwarz und Zitronengelb. Und schmeichelt so nebenbei noch dem Teint. Kombiniert mit einem glutroten Lippenstift, wirkt sie sogar äusserst erotisch! Beatrice Schönhaus schweizer illustrierte

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shopping

Hotspot

Handwerkskunst an bester Lage Am Marktplatz 34 in Basel findet man das gesamte Sortiment von Montblanc in gediegenem Ambiente. Infos www.montblanc.com

montblanc boutique, basel

Ein neuer Stern Montblanc nicht mehr nur für feinste Schreibkultur. Spätestens seit der Eröffnung der Basler Boutique kom­ men Liebhaber von Tradition und Hand­ werkskunst auch in den Genuss von Uhren, Schmuck, Juwelen, Lederwaren, Parfums und Accessoires. ursula Borer

der klassiker Füllhalter Dona­tion Pen «Arturo Toscanini» gibts auch als Kugelschreiber. u chf 775.–

Öffnungszeiten Mo bis Fr 9.30 bis 18.30 Uhr und Sa 9 bis 17 Uhr

elegant KalbslederBrieftasche Meisterstück Selection. Evtl. in Braun. u chf 515.–

cool Silber-Bracelet aus der Star Collection Icon. u chf 705.–

modisch MiniTasche Dalila aus aus Satin und Leder aus der Starisma-Linie. Evtl. in Braun. u chf 1170.–

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futuristisch Halskette aus Silber aus der Star Collection Icon. u chf 1640.–

zeitlos ChronoGMT Automatic aus der Star Collection mit Alligator-Armband. u chf 3575.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Chavela Zink

u Wer wünscht sich nicht einen Füll­federhalter von Montblanc, um ­Notizen zu machen und Papiere zu unterschreiben? Als 1906 mit dem Slogan «Keine Kleckse auf dem besten Sonntagsanzug» für den Sicherheits­ füller geworben wurde, konnte niemand ahnen, dass aus der Simplo Filler Pen Company eine solche Erfolgsgeschichte werden würde. Heute steht der Name


shopping

Beauty

edel Gewürze, Holz und Zitrone prägen den Herrenduft Lalique White. Fachhandel. 75 ml u chf 90.–

spannend Zart nach Neroli, Zeder, Weihrauch riecht Infusion d’Homme von Prada. Fachhandel. 50 ml u chf 80.–

exotisch Borneo 1834 enthält Patchouli, Vetiver, Süssholz. Von Serge Lutens, ab Oktober im Fachhandel. 50 ml u chf 155.–

futuristisch Der erste Duft von Porsche Design: The Essence. Fachhandel. 50 ml u chf 81.–

Kultig Jude Law soll ihn lieben: den Duft Dior Homme Sport. Fachhandel. 50 ml u chf 76.–

luxuriös Frankincense and Myrrh von Czech & Speake duftet nach Weihrauch. Fachhandel. 100 ml u chf 220.–

trendy Man Absolute von Jil Sander enthält Lavendel, Veilchen, Bergamotte. Fachhandel. 50 ml u chf 86.–

Sanfte Verführer u Düfte

beinflussen unser Gemüt – und zwar nicht erst, seit es wissenschaftlich erwiesen ist. Ambra, Patchouli, Ingwer, Vetiver und Sandelholz zum Beispiel wirken erotisierend. Und genau dies sind die Inhaltsstoffe der neuen ­Herrendüfte. Sie sind raffiniert und sinnlich komponiert. Wichtig ist, dass Mann die Parfums auch richtig dosiert und an den optimalen Stellen des

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­ örpers aufsprüht. «Behaarte Zonen und K solche, wo das Blut pulsiert, sind ideale Duftträger», rät die Zeitschrift «Men’s Health» den Herren. Im Abstand von 10 bis 20 Zentimetern sollte Mann am Morgen Brust und Nacken, am Abend dann Kniekehle und Achilles-Sehne parfümieren. Und wir Frauen können uns also einfach bloss darauf freuen. Beatrice Schönhaus

raffiniert Silver Shadow von Davidoff hat das Zeug zum Star. Fach­handel. 50 ml u chf 80.–

Longseller

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Neue Herrendüfte


shopping

Electronics

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Profi-knipser

u Diese digitale Spiegelreflex­ kamera wird selbst anspruchsvolle Amateur-Fotografen überzeugen. Canon hat in die EOS 50D viel Profitechnologie gesteckt. Der neue Bildsensor hat eine Auflösung von 15,1 Megapixeln. Damit sind starke Ausschnittvergrösserungen möglich und Fotos können grossformatig aus­ gedruckt werden. Bis zu 6,3 Bilder schafft die Kamera pro Sekunde. Auch der 3-ZollMonitor hat nun eine höhere Auflösung und bietet im Live-View-Modus eine bessere Übersicht. Bei Porträtaufnahmen hilft die automatische Gesichtserkennung. www.canon.ch Stephan Gubler

u Polaroid-Kameras machten die

Sofortbild-Fotografie möglich. Jetzt macht derselbe Hersteller dasselbe für die digitale Fotografie. Mit dem Minidrucker Pogo kann man Bilder von der Digital­ kamera direkt und überall ausdrucken. Auch Fotos von Kamerahandys lassen sich via Bluetooth-Funkverbindung empfangen und ausdrucken. Mit seinen Massen von 12 × 7,2 × 2,4 cm ist er so klein, dass er in jeder Hosen-, Jacken- oder Handtasche Platz findet. Tintenpatronen brauchts keine; die Farbkristalle sitzen gleich in den 5 × 7,6 cm kleinen Minifotos. www.­polaroid.com/pogo SG

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Druckfrisch Der Minidrucker Pogo von Polaroid ermöglicht Sofortbild-Fotos im digitalen Zeitalter. u CHF 209.–

Schnell Canons digitale Spiegelreflex­ kamera 50D knipst sechs Bilder pro Sekunde. Preis ohne Objektiv u CHF

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Taschendrucker

2098.–

Lichtwecker u Gerade in der dunklen Jahreszeit brauchts fürs Aufstehen Überwindung. Philips sorgt mit dem Wake-up Light dafür, dass es leichter fällt. 30 Minuten vor der Weckzeit beginnt das Licht an Intensität zuzunehmen. Wer dazu eine akustische Hilfe benötigt, kann sich von Vogelgezwitscher, Dschungelgeräuschen oder einem Windglockenspiel wecken lassen. Eine weitere Variante ist ein sanfter Weckton oder das eingebaute Radio. Die dimmbare Energiesparlampe lässt sich auch als Leselampe brauchen. Diese kann wie das Radio mit einem Sleep-Timer programmiert werden. www.internet.ch SG

Sonnig Das Philips-Wake-up-Light weckt mit Licht statt mit einem nervigen Ton. u CHF

229.90

uhr der woche steckbrief Riviera-Traum u Wer träumt nicht von der Riviera, wenn sich bei

uns der Herbst ankündet? Bei Baume & Mercier liessen sich die Designer bei der neuen Taucheruhr Riviera XL Diver Grand Bleu vom Flair der Côte d’Azur inspirieren. Die azurblau eloxierte drehbare Aluminiumlünette strahlt mit dem satinierten Edelstahlgehäuse und dem Armband um die Wette. Die gebläuten Zeiger auf dem versilberten Zifferblatt leuchten wie die Indexe auch nachts dank Superluminova unter dem Sternenhimmel. Ob im oder auf dem Wasser und Festland – die Riviera Diver wird auf jeder Spritztour zur sportlich­eleganten Begleiterin. Sarah Rieder

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GlAMOURÖS Riviera XL Diver Grand Bleu, Baume & Mercier. u chf 2900.–

Werk Mech. Automatikwerk, ETA-Kaliber 2834-2 Gehäuse Edelstahl, Boden und Krone verschraubt, Saphirglas, wasserdicht bis 200 Meter Armband Edelstahl Varianten In Schwarz mit Kautschukband Wer trägt sie? Taucher, sportliche Männer Bezugsquelle Tel. 022 - 999 51 51, www.baume-et-mercier.com


Neu

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1 Hosen-Liebling mit erhöhtem Bund, H & M, Trend Kollektion. u chf 69.90 2 Süsses Quadrat Delikatess-Caramels, Migros Sélection. u chf 6.40 3 Schmuckes Tuch Wollschal mit Applikationen, Coop City. u chf 59.90 4 Kleine Geheimnisse fürs Tagebuch Nostalgia, HoffInterieur, Orell Füssli. u chf 17.90 5 KulinaRisches Fest Schlemmerrezepte von Restaurantbesitzer Gérard Depardieu und Spitzenkoch Roland Trettl. Collection Rolf Heyne. u chf 97.90 6 RobusT-Natur Kult-Boots Engineer von Red Wing. www.redwing-europe.com u cHF 429.– 7 RössliFans Kokarde-Pin für Kids von Spiegelburg. Im Buchhandel. u chf 4.90 8 Cooler Sitz Stapelbarer Design-Stuhl von Interio. u chf 189.– 7

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink

«Ruhig ein wenig Spitze zeigen» Sich zur Kontrolle seitlich vor den Spiegel stellen. Der BH sitzt gut, wenn das Rückenteil auf gleicher Höhe liegt wie die BH-Bügel und der BH gerade um den Körper verläuft. Zudem sollten Bügel und Steg flach auf dem Oberkörper aufliegen, die Brust den Cup schön ausfüllen und die Träger nicht einschneiden. u Auf was ist noch

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Andrea Zeltner, 33, Calida-Presseverantwortliche

experten-fragen

u Wann sitzt ein BH perfekt?

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zu achten? Die Wäsche sollte sich weich und angenehm anfühlen. Mate­ rialien aus Naturfasern sind besonders hautverträglich. u Wann ist die Zeit reif für ein neues Modell? Wenn der entsprechende BH den Halt und Tragekomfort nicht mehr bietet. Dies kann auch durch falsche Pflege ausgelöst werden. BH im Waschbeutel bei niedriger Temperatur

ohne Weichspüler waschen. Einen neuen BH brauchts auch, wenn sich die Cup-Grösse verändert und während der Schwangerschaft. u Welche Modelle kommen unter ein helles Top? BHs in den angesagten Haut-Tönen, welche keine Nähte aufweisen mit flachen Abschlüssen. Etwas Spitze darf aber immer hervorschimmern. Ursula Borer schweizer illustrierte

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Das Gesundheitsmagazin

top fit

 Schweiz  Zu wenig Organe  Ausweis Leben retten  Promis Wir spenden!

Foto Kurt Reichenbach

Lebensfreude Tanzen bedeutet Sandra Ryser sehr viel. «Dank der neuen Lunge kann ich wieder unbeschwert atmen.»

Tanz ins neue Leben

Ihr Bruder starb an der Erbkrankheit. Sandra nicht. Sie hatte Glück. Ihre neue Lunge hält der Belastung stand. schweizer illustrierte

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top fit

Organspende

«Endlich kann ich frei atmen!» Ohne Sauerstoff im Rucksack konnte Sandra Ryser nicht mehr aus dem Haus. Ihrer neuen Lunge verdankt sie ein zweites Leben.

S

o nahe liegen Trauer und Freude zusammen! Sandra Ryser, 23, verlor am 9. März 2007 ihren ­Bruder. Er starb an den Folgen seiner zystischen Fibrose. «Andi war gut zwei Jahre älter als ich. Wir hatten ein enges Verhältnis, verstanden uns oft ohne Worte», sagt die Berner Oberländerin, die an derselben Krankheit leidet. Auch sie war dem Tod geweiht. Doch Sandra hatte Glück. Sie erhielt im Mai 2007 eine neue Lunge. Die zystische Fibrose (CF), auch Mukoviszidose genannt, ist eine gene­ tisch bedingte, angeborene Stoffwechsel­ krankheit. Die Drüsen dieser Patienten produzieren ein zähflüssiges Sekret, das sich in der Lunge, in der Bauchspeichel­ drüse, im Dünndarm oder in den Gallen­ wegen festsetzt. In den Bronchien ver­ ursacht der mit Bakterien und Pilzen besiedelte Schleim chronischen Husten, häufig wiederkehrende Lungeninfekte und schwere Lungenentzündungen. Zu­ dem geht dabei das Lungengewebe zu­ grunde. Das erschwert CF-Patienten mit zunehmendem Alter das Leben. Sauer­ stoffmangel und akute Atemnot sind dramatische Folgen der Krankheit. Auch für Sandra Ryser war das Leben eine Qual. «Bis zur neunten Klasse ging es mir noch relativ gut, ob­ wohl ich etwa zwei bis drei Mal pro Jahr eine 14-tägige intravenöse AntibiotikaTherapie machen musste.» Die Atemnot wurde aber grösser, und im Herbst 2006 entschloss sich die junge Frau für eine Transplantation. «Nach Andis Tod liess ich mich auf die Lungen-Warteliste set­ zen. Bereits benötigte ich zusätzlichen Sauerstoff rund um die Uhr. Mein Leben vor der Transplantation empfand ich als nicht mehr lebenswürdig.» Einen Monat musste sie warten. Dann war es so weit. Im Universität­spital Zürich hatte man eine Lunge für sie

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schweizer illustrierte

g­ efunden. «Das Telefon läutete, eine hal­ be Stunde später sass ich schon im roten Rega-Heli, dann ging alles ganz schnell.» In einer achtstündigen Operation setzte ihr das Team unter Prof. Walter Weder ein neues Atmungsorgan ein. «Rücken und Rippen taten mir noch lange weh», sagt Sandra Ryser. Den Unterschied beim Atmen bemerkte sie erst auf dem Hometrainer, als sie wieder langsam Sport treiben konnte. «Auf der Intensiv­ station fürchtete ich zu ersticken. Denn ich war zeitlebens an einen Widerstand beim Atmen gewohnt, und der fiel weg.» Für sie eine neue Situation: «Es atmete einfach.» Gewöhnen musste sich Sandra Ryser auch an eine sehr strukturierte Lebensführung. «Die 40 Pillen täglich gilt es, absolut regelmässig und pünkt­ lich einzunehmen.» Aber damit nicht genug. Der zähe Schleim der zystischen Fibrose hat die Bauchspeicheldrüse der jungen Frau arg in Mitleidenschaft gezogen. Bereits mit 13 Jahren erkrank­ te sie an Diabetes. Zurzeit spritzt sie sich bis zu sieben Mal täglich Insulin. Wie alle Transplantierten müs­ sen auch Menschen mit einer neuen Lunge aufpassen, dass ihr Körper das fremde Organ nicht abstösst. «Dazu erhält Frau Ryser sogenannte Immun­

Prof. Annette Boehler Leitende Ärztin Klinik für Pneumologie, Uni­ spital Zürich; medizinische Leitung Lungen­trans­plan­ tationsprogramm.

«Bei uns leben 28 Pa­ tienten seit zehn Jahren mit einer Spenderlunge. Ohne wären sie alle tot»

«Damit meine neue Lunge sauber bleibt, muss ich täglich 40 Pillen schlucken» Sandra Ryser suppressiva», sagt Prof. Annette Boeh­ ler, Leitende Ärztin an der Klinik für Pneumologie am Universitätsspital Zürich. «Sehr wichtig ist, dass Lungen­ transplantierte nicht an einer Infektion erkranken. Denn durch die Immun­ suppression, die das Abwehrsystem un­ terdrückt, ist der Körper sehr anfällig. Virostatika und ­Antimykotika schützen gegen Infekte durch Viren oder Pilze.» In Sandras Pillen-Cocktail ge­hört täglich auch Mittel zur Säure­blockade des Magens. Und natürlich braucht sie weiterhin die Medikamente wegen der zystischen Fibrose. Das sind Pan­kreasfermente und Vitaminpräpa­ rate. Und dann muss die angehende Primarlehrerin auch jeden Tag zweimal die Nasennebenhöhlen mit Salzwasser spülen, um die Bakterien auszuschwem­ men. Dazu kommen regelmässige Inha­la­tionen, die ihr helfen, eine mikrobielle Besiedelung der verpflanzten Lunge zu verhindern. Schliesslich muss sie täglich ihre Lungenfunktion testen und ein Pro­ tokoll führen. «All diese Aufgaben erfüllt die Patientin mit sehr grosser Zuverläs­

Fotos Dick Vredenbregt

Text Martin Schuppli


sigkeit», sagt Prof. Boehler. «Diese so­ genannte Therapie-Adhärenz ist für Menschen mit einer transplantierten Lunge extrem wichtig.» Die Erfahrungen mit transplan­ tierten Lungen sind heute gross. In ­Zürich wurde erstmals im November 1992 ein Atmungsorgan verpflanzt. «Heute leben 28 Patienten seit 10 Jah­ ren mit einer neuen Lunge, 3 sogar seit 15 Jahren. Dank der Konstanz des be­ treuenden Teams kennen wir alle diese Patienten schon vor der Transplantation und haben sie danach über die Jahre be­ treut.» Prof. Boehler ist stolz, «dass wir so vielen Menschen helfen konnten. Denn ohne eine neue Lunge wäre jeder von ihnen längst tot.» Sandra Ryser geniesst ihr Leben in vollen Zügen. Sie treibt viel Sport. Un­ ternimmt mit ihrer Mutter anstrengende Wanderungen, tanzt zwei- bis dreimal pro Woche Ballett, spielt Tennis, im Win­ ter fährt sie Ski. «Meine Lebensqualität hat sich entscheidend verbessert. Aller­ dings mit Einschränkungen.» Reisen in die Ferne darf Sandra nur unternehmen, wenn sie im Notfall mit einem Non-Stop-Flug zurückkehren kann. Auch muss sie eine in Englisch übersetzte Krankengeschichte mitneh­ men. Eine gewisse Gefahr besteht auch, wenn sie andere CF-Patienten trifft oder überhaupt mit kranken Menschen in Kontakt kommt. Das stresst Sandra ­Ryser aber nicht. «Als ich aus dem Spi­ tal entlassen wurde, hatte ich Angst, ich könnte mir einen Infekt holen. Mittler­ weile hat sich das gelegt. Heute halte u

SPRECHSTUNDE Sandra Ryser in der Sprechstunde bei Prof. Annette ­Boehler. Mit dem Micro-Spyrometer misst die junge Frau täglich ihre Lungenfunktion. Dieses Protokoll bespricht sie dann mit der Fachärztin.


Organspende

SI-Grafik / Nigel Simmonds

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997 Patienten Hoffen auf ein neues organ

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ich mich an strenge hygienische Mass­ nahmen. Etwa Hände waschen und ­desinfizieren. Und sollte ich doch einmal einen Infekt auflesen, sollte ich mich ­sofort im Universitätsspital Zürich ­melden.» So oder so muss Sandra jeden Monat zur Kontrolle nach Zürich, denn für die medizinische Betreuung ist ausschliesslich das Unispital zuständig. Wie lebt eine junge, lebensfrohe Frau mit dem Wissen, dass sie mögli­ cherweise nicht so alt werden kann wie ihre Freundinnen und Freunde? Sandra Ryser hat sich auch darüber Gedanken gemacht: «Vor der Transplantation beschäftigte es mich ab und zu sehr, vor allem wenns mir gesundheitlich be­ sonders schlecht ging. Dann waren mir meine Eltern, mein Bruder und meine Freundinnen und Freunde eine grosse Stütze. Zudem freute ich mich immer an den kleinen Sachen im Leben. Sie gaben mir viel Kraft. Jetzt lebe ich sehr inten­ siv und sehe jeden Tag als Geschenk an. Über meine Lebenserwartung mache ich mir keine grossen Gedanken mehr.» u

1 hornhaut Wer an Kerato­ konus leidet, braucht eine neue Hornhaut. Keine Warteliste. 2 Lungen Sie werden einzeln oder als Paar verpflanzt. 43 Leute warten auf ein Spenderorgan. 3 herz Die Transplantation ist eigentlich kein Problem mehr. Aber es fehlt an Spendern mit schlagkräftigem Organ. 23 warten. 4 leber Sie regeneriert rasch und kann als Teil verpflanzt werden. Dieses könnten auch Lebende spenden. Trotzdem warten 118 Kranke auf ein Organ. 5 bauchspeicheldrüse Ist sie geschädigt, müssen Betroffene Insulin spritzen. 49 Betroffene warten auf ein Spenderorgan. 6 nieren Jeder Mensch hat zwei Nieren. Eine könnte man deshalb problemlos spenden. 764 warten in der Schweiz darauf. 7 dünndarm Wenn nötig, wird auch ein Dünndarm verpflanzt. Keine Wartenden.


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Organspende

«Organspender sollten ihre Angehörigen Ein ausgefüllter Spenderausweis allein nützt wenig. Darüber reden ist

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ür Transplantationen brauchts ein gespendetes Organ. Davon hats in der Schweiz zu wenig. Pro Million Einwohner werden bei uns nur zwölf Organe gespendet. Letztes Jahr starben 50 Menschen, die auf der Warteliste standen. Schicksal? Dr. Franz Immer sagt, was Spender wissen müssen. Welche Organe oder Organteile können heute transplantiert werden? Es sind sieben Organe: Herz, Lunge, Leber, zwei Nieren, Pankreas oder Inselzellen sowie Dünndarm. Und welche können Lebende spenden? Vor allem eine Niere, vereinzelt auch Teile der Leber.

PD Dr. Franz F. Immer Direktor Swisstransplant und Herz-Spezialist in Bern.

Hirntoten werden die meisten Organe entnommen. Warum? Sie sind unsere Hauptspender. Der

Hirntod wird im Spital diagnostiziert. Er tritt ein, wenn das Hirn nicht mehr durchblutet wird und abgestorben ist. Kreislauf und Atmung funktionieren dann nur noch mit medizinischer Unterstützung. Welches ist das rarste Spenderorgan? Am meisten Empfänger warten auf eine Niere. Am wenigsten Angebote haben wir bei den Herzen. Das liegt vor allem daran, dass viele Spender ältere Menschen sind. Ihre Herzen eignen sich leider selten für eine Transplan­ tation. Und welche Organe entnimmt man Toten? Bei toten Spendern, den sogenannten «non-heart-beating donors», kann man zurzeit nur die Nieren, später eventuell auch die Leber verwenden. Bei dieser Spendergruppe handelt es sich etwa um Menschen die nach einer erfolglosen Reanimation unter Spital­ bedingungen sterben. Ihr Tod wird anhand der üblichen Kriterien dia­ gnostiziert. Wir hoffen diese Form der Organ­spende in der Schweiz im nächs­ ten Jahr wieder einführen zu können. Erfährt der Patient etwas über den ­Spender, die Spenderin? Nein, die bleiben anonym. Obwohl viele ­Empfänger ihren Spendern und deren Familien danken möchten. Ist keiner zu alt, ein Spender zu sein? Prinzipiell kann man in jeder Altersklasse spenden. Das heutige Durchschnittsalter der Spender liegt bei 50 Jahren. Aber es gibt auch über 80-Jährige. Wer eignet sich nicht als Spender? Patienten mit schweren Infektionen oder Krebsleiden. Swisstransplant muss diese Risiken zusammen mit den Kollegen auf der Intensivmedizin bei potenziellen Spendern zum Schutze der Empfänger nach genauen Proto­kollen suchen und ausschliessen. Was ist neu am Transplantationsgesetz? Früher konnten die Spendezentren jenen Menschen einen Teil der Organe zuteilen, die bei ihnen auf der Warte­ liste standen. Heute gehen wir davon aus, dass alle Menschen in der Schweiz


informieren» wichtiger. Text Martin Schuppli die gleichen Chancen haben sollten, sodass Organe national zugeteilt ­werden. Wer erhält also ein Organ? Das wird nach klar definierten Krite­ rien entschieden: Medizinische Dring­ lichkeit und Nutzen für den Patienten auf der Warteliste haben Vorrang. Zudem berücksichtigen wir, wie lange ein Patient schon auf eine lebens­ rettende Transplantation wartet. Wenn ich spenden will, muss ich einfach einen Ausweis im Portemonnaie tragen? Nein. Noch wichtiger ist, dass man seine Angehörigen informiert. Sie müssen es wissen, sie geben im Notfall den entscheidenden Hinweis. Denn Ärzte und Pflegende haben keine Zeit, bei einem Verletzten nach einem möglichen Ausweis zu suchen. 

frank baumann 51, Komiker und TV-Moderator. «Gewisse Ersatzteile findet man leider nicht im Baumarkt. Noch nicht.»

melanie winiger, 29, Ex-Miss-Schweiz, Schauspielerin. «Ich trage eine Spenderkarte, weil ich damit vielleicht das Leben eines anderen Menschen retten und hoffentlich verlängern kann.»

Organ spenden! simone niggliluder, 30, 14-fache OLWeltmeisterin. «Auch ich bin froh, im Ernstfall auf die Solidarität von Spendern zählen zu können. Deshalb trage auch ich eine Organspenderkarte!»

Mehr Informationen erhalten Sie bei Swisstransplant unter der Gratis­ telefonnummer 0800 57 02 34 oder auf www.swisstransplant.org. Wichtig: Swisstransplant führt kein Register. Wer also einen Spenderaus­ weis hat, sollte unbedingt mit seinen Angehörigen darüber sprechen und das Kärtchen immer auf sich tragen.


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

lex vögtli

Beben im Bauch «Ein Bild muss mich nähren

Foto Nelly Rodriguez

– länger als drei Sekunden», sagt Lex Vögtli. Die Baslerin lädt zur ersten Einzelschau, angerichtet in Olten: köstliche Kunst, aber keine leichte Kost.

liebeswirren «Eros», 2006, Öl auf Leinwand, 100 × 200 cm, Lex Vögtli.

u Schon der Ausstellungstitel «Der Bild» stösst einem auf. Dies geschieht wohl nicht zum letzten Mal; das Kunstmenü von Lex Vögtli, 36, im Kunstmuseum Olten ist üppig. Über 80 Gemälde, Skulpturen und ein Video sind auf mehrere Räume und Stockwerke verteilt. Das Dessert lockt

bereits im Eingang. Dick aufgetragen hat Vögtli die pastellfarbenen Schichten der Crèmetorte in «Need», einem ihrer zehn Gemälde, die sie in diesem Jahr erstmals am PC komponierte. Als Kirsche auf dem Kuchen dient ein organartig geblähter, pinkfarbener Ballon. Schummrig und schwarz im Hintergrund: eine Brust und ein Eisengitter. Gezielt baut die gebürtige Solothurnerin Störungen in ihre Bilder ein – Elemente, die den Gedankengang erschüttern, irritieren, umleiten. «In Vögtlis vom Surrealismus beeinflussten Bildern findet sich stets etwas Angenehmes u schweizer illustrierte

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kultur

die besten

Das klassenzimmer Bühnenbild aus Kantors Stück «Die tote Klasse».

blass und bloss «Akt», 2006, Öl auf Leinwand, 103 × 174 cm, von Lex Vögtli. und etwas Unangenehmes, manchmal gar Ekliges», erklärt Kuratorin Patricia Nussbaum. Lex Vögtli, die in Basel wohnt und ein Atelier im grenznahen Elsass besitzt, ergänzt: «Es geht um Menschen und um Gefühle. Aber ich stelle die Menschen nicht dar. Mich interessiert ihr Innenleben.» Ein Buch, das Lex Vögtli inspiriert, ist «Die Blechtrommel» von Günter Grass. Die wegen Oskars schrillem Schreien zerspringenden Gläser mit Präparaten sieht Vögtli als Sichtbarmachen von inneren Prozessen. Einsamkeit, Verletzlichkeit («Emo», 2008) und Lebenskrisen sind zentrale Themen in ihrem Œuvre, das sie grösstenteils sehr farbenfroh gestaltet. Die Absolventin der HGK Basel und TeilzeitZeichenlehrerin ist ein hinter- und tief­ gründig denkender Mensch, aber kein Kind von Traurigkeit. Aus ­etlichen Werken sprüht der Witz – speziell aus ihren Miniatur-Skulpturen. Im Künstlerhaus S11 in Solothurn sorgten sie dieses Frühjahr für gute Laune. Lex Vögtli, die für ihr Leben gern tanzt, experimentiert leidenschaftlich mit Stilen, Medien und Materialien. Im Gegensatz zu den diesjährigen Arbeiten, die intuitiv entstanden sind und sich der Seelenlandschaft widmen, arbeitete sie 2006/07 nach Themen. Vögtli schöpfte aus der griechischen Mythologie, aus Märchen, aus der Kunst- und Kulturgeschichte. Wenn die umtriebige junge Frau nicht zum Unterricht ans Gymnasium nach Muttenz eilt, ist sie noch vor Mittag in ihrem Atelier. Erst gegen 22 Uhr fährt Lex Vögtli nach Hause – direkt an den Herd. Obwohl ihr Lebenspartner, der Klang-Installations-Künstler Gilbert Engelhard («SONOgames»), als Koch arbeitet, schwingt sie in der Küche die Kelle. Zaubert aus dem, was der Kühlschrank hergibt, zu später Stunde Köstlichkeiten auf den Tisch – eine regelrechte «KochKünstlerin»! Manuela herzog u

kunstmuseum Olten Bis 26. 10. Di–Fr 14–17, Do bis 19, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 062 212 86 76, www.kunstmuseumolten.ch, Publikation CHF 38.–

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schweizer illustrierte

tadeusz kantor

Die toten Schüler u «Nicht das Kunstwerk als Produkt ist wichtig, sondern der Entstehungsprozess selbst, der geistige und seelische Aktivitäten freisetzt.» Der Satz stammt vom Polen Tadeusz Kantor (1915 bis 1990), der in den 70er-Jahren von Krakau aus die europäische Theaterwelt erobert. Er beeinflusst auch viele freie Theatergruppen in den USA durch das Ineinanderfliessen von Kunstperformance und einstudierter Inszenierung. Zu Kantors wichtigsten Bühnenstücken

auf rädern Skulpturale Installation aus «Die tote Klasse».

gehört «Die tote Klasse». Hier konfrontiert der Regisseur vergreiste und verstorbene Mitschüler mit Marionetten, die sie selbst als junge Menschen darstellen. In der Ausstellung wirkt die skulpturale Installation «Kinder auf ­ihrer Schulbank» (o.) wie ein Magnet. Kantor gehört zu den bedeutendsten polnischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er war als bildender Künstler, Theater­ regisseur, Bühnenbildner und Kunstund Theatertheoretiker tätig. Seine Arbeit gilt als Gesamtkunstwerk. In der Ausstellung zu sehen sind nebst mehreren Installationen auch zahlreiche Zeichnungen, Filmaufnahmen von Kantors Performances und Theaterauftritten. Die dokumentarischen Happening-Fotografien des Polen Eustachy Kossakowski geben Einblick in die Welt des grossen Erneuerers.  km migros museum Zürich Bis 16. 11. Di–Fr 12–18, Do bis 20, Sa/So 11–17, Tel. 044 277 20 50, www.migrosmuseum.ch


louis ernest Reguin

Schichten

Musik

u Eine sichere Hand, ein gutes Auge, viel technisches Wissen und Liebe zum Detail brauchts für die Minia­ turmalerei auf Email. Der Neuenburger Künstler Louis Ernest Reguin (1872–1948) war darin ein Meister. Auf wenigen Quadratzentimetern trug er Schicht für Schicht die pulverisierte und mit Ölen angemischte Emailfarbe auf. Die Porträts und Landschaften schuf Reguin für betuchte Auftraggeber. Erstmals sind seine WINZIG «Paysage à l’aurore», Werke in der Doppelschau öffentlich zugänglich. isw 16 × 12,5 cm, von Louis E. Reguin.

musée international d’Horlogerie / Musée des Beaux-Arts La Chaux-de-Fonds NE Bis 19. 10. Di–So 10–17 Uhr, Tel. 032 - 967 68 61 / Tel. 032 - 967 60 76, www.mih.ch, Publikation CHF 57.–

heinz mollet

Scheinen u Die

Formen auf der Leinwand erinnern an Mikro­ organismen. Wäre da nicht der Titel «Blüten», der diese Assoziation widerlegt. Genau dies ist der Anspruch des Berner Künstlers Heinz Mollet, 61, an seine Malerei. Ihm geht es nicht ums Abbilden, vielmehr evo­ ziert er eine Mehrdeutigkeit, in der sich der Betrachter verlieren kann. So sucht und erfindet Mollet in ver­ Schweben «Blüten III», 2001, schiedenen Werkphasen immer wieder Formen, die als von Heinz Mollet (Privatbesitz). etwas scheinen, das sie dann doch nicht sind.  isw Galerie beatrice brunner Bern Bis 3. 10. Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr, Tel. 031 - 312 40 12, www.beatricebrunner.ch

2. Internationales Akkordeonfestival Zug

Vielfalt auf Knopfdruck

u Die schier unbegrenzten Klangmöglich­ keiten des Akkordeons faszinieren Musiker aus aller Welt und haben dem Instrument einen festen Platz in Folk, Jazz und Klassik gesichert. Das Programm des 2. Akkordeonfestivals in Zug verspricht einen exquisiten Einblick in diese Vielfalt. Christian Zehnder (Duo Stimmhorn) spielt zu Beginn mit seinem Zehnder Kraah Trio gewohnt stimmgewaltig und archaisch. Internatio­ nale Grössen wie der Österreicher Otto Lechner, Régis Gizavo aus Madagaskar oder die Italiener Luciano Biondini und Gianluigi Trovesi versprechen weitere aussergewöhnliche und überraschende Klangerlebnisse. REA

chollerhalle, Zug 18.–27. 9. Tel. 041 - 761 37 38, Tickets Tel. 0900 325 325, www.akkordeonfestival.ch

FRED fleisher

Schmunzeln u «Als

Entdecker der versteckten Seite des Lebens will ich Dinge sichtbar machen, die sonst nicht bemerkt würden.» Der New Yorker Fred Fleisher, 35, stellt triviales Spielzeug wie Puppen oder Kuscheltiere mittels Montage in einen neuen Kontext. Ernsthaft, aber nicht humorlos. Zum Repertoire des Künstlers gehören auch Malerei und Video. Für die aktuellen Zeichnungen bediente er sich ferngesteuerter Autos und überliess Grinsend «Big Grin», 2007, die Kontrolle der Strichführung teilweise dem Zufall.ISW Objekt von Fred Fleisher.

Virtuos Musik auf hohem Level: Akkordeonist Gianni Coscia und Gianluigi Trovesi, Bassklarinette.

galerie & edition stephan witschi Zürich Bis 11. 10. Mi–Fr 14–18, Sa 13–17 Uhr, Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch

schweizer Meister

Schätze aus der Bernhard Eglin Stiftung u Dank der Bernhard Eglin Stiftung konnte das Kunstmuseum Luzern seit 1933 eine der profi­ liertesten Sammlungen Schweizer Kunst der letzten 250 Jahre aufbauen. Die Ausstellung zum 75. Jahrestag der Stiftung zeigt daraus die 100 wichtigsten Werke und stellt sie 50 Exponaten aus der Sammlung des Museums gegenüber. Von Füssli, Anker, Böcklin, Zünd bis Oppenheim und Loewensberg sind grosse Schweizer Künstler vertreten. Eine Installation mit jüngeren Beständen der Stiftung (kuratiert von Künstler John M. Armleder) und ein Kabinett, gewidmet dem Leben und Werk des Stifters verbinden gekonnt Vergangenheit mit Gegenwart. REA

Arnold böcklin Bildnis des Sohnes Arnoldo, 1862.

kunstmuseum luzern Bis 5. 10. Di–So 10–17 Uhr , Tel. 041 - 226 78 00, www.kunstmuseumluzern.ch, Publikation CHF 58.–

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die besten

film

Tp p 88i8 ANTISTAR Stefano (Valerio Mastandrea, M.) ist in einer mediokren Punkband gestrandet.

Vom Punkrocker zum Manager Die italienische Tragikomödie Non pensarci von Gianni Zanasi zeigt, dass «La famiglia» auch nicht alle Probleme löst. Aber die Idylle hält keine zehn Minuten. Verfehlungen aus der Vergangenheit kommen hoch, Gerüchte werden kolportiert und alte Vorwürfe hervor­ gekramt. Bald zeigt sich jedoch, dass nicht nur Stefano eine schlechte Figur macht: Der Vater ­musste sich nach einem Herzinfarkt aus dem Geschäft zurückziehen, die Mutter sucht ihr Heil in der Esoterik, die Schwester schmeisst ihren Job im Delfinarium, und der Bruder ist drauf und dran, aus Trennungsschmerz oder grundsätzlicher Unfähigkeit die Fabrik zu ruinieren. So legt Regisseur Gianni Zanasi die nötigen Grundlagen für eine Geschichte, die je nach Inszenierung zur Soap, Tragödie oder Komödie

OHNE IDEOLOGISCHEN BALLAST

Gianni Zanasi Regisseur.

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schweizer illustrierte

Vielleicht kommt Regisseur Gianni Zanasi, 43, doch noch in die Gänge. Sein neuester Film «Non pensarci» wurde am Filmfestival von Venedig zumindest anerkennend bemerkt und mit drei Preisen belohnt. Der Regisseur tut gut daran, sich ein wenig an Nanni Moretti zu orientieren. Zanasi, der im «roten» Bologna Philosophie studierte, hat sich von den ideologischen Fesseln teilweise befreit und findet zu tiefgründigem Humor. Damit ist er auch für ein breiteres Publikum ausserhalb Italiens ein Versprechen für die Zukunft.

ABWÄRTS Wieder zu Hause entdeckt Stefano den drohenden Bankrott der Familienfirma. werden könnte. Non pensarci ist in keine eindeutige Richtung gegangen. Wie sich Stefano um die Kinder des Bruders kümmert, hat etwas Komödiantisches. Der Kampf um die Firma und um die Rettung von Vermögen und Arbeitsplätzen ist dafür sehr ernst. Man hofft, dass der schlaksige Gitarrist Verhandlungs­ geschick entwickelt, denn mit den Gewerkschaften ist nicht zu spassen. «Non pensarci» ist eine einfühlsame Geschichte, die wieder einmal aufzeigt, wie wichtig eigentlich der Zusammenhalt in der Familie ist. Thomas Küng NON PENSARCI (I) 2007, V: Xenix, L: 103 Min., R: Gianni Zanasi, D: Valerio Mastandrea, Anita Caprioli, Giuseppe Battiston, Caterina Murino. Kinostart 18. 9.

Foto Contrasto

u Auf gut eingesetzte Klischees fällt man im Kino gerne rein. Vor allem dann, wenn es nicht dabei bleibt. Wohin wendet sich ein Italiener Mitte dreissig, der mit seiner Rockband nicht vom Fleck kommt und von seiner Freundin betrogen wird? Er geht heim zu Mama. Stefano (Valerio Mastandrea) hat auf Erfolg und Bewunderung gesetzt. Er will von Rom aus seiner Familie zeigen, dass er nicht in der Provinz versauern und einen ungeliebten Job in der Familien-AG antreten will, um danach ein Leben lang eingemachte Kirschen zu verkaufen. Doch jetzt kriecht er zu Kreuze und lässt sich in Rimini von Mutter, Vater, Bruder und Schwester umarmen, bis es schmerzt.


bücher & cds

Bezaubert vom Glück des Augenblicks

Orhan Pamuk begibt sich auf die Suche nach der Liebe und beschreibt die Widersprüchlichkeit des Lebens.

u Kemal ist ein potenter Mann in vielerlei Beziehung. Der Dreissigjährige hat in Amerika studiert und führt erfolgreich ein Unternehmen, das Textilien ex­portiert. Seine zukünftige Frau Sibel ist attraktiv, intelligent und bezeichnet Paris als ihre zweite Heimat. Das Leben der Oberschicht in Istanbul Mitte der 70er-Jahre ist von einer gewissen Freizügigkeit geprägt. Sex vor der Ehe ist kein Tabu mehr. Den Verlust der Jungfräulichkeit, erklärt Kemal seiner Zukünftigen, sei mit Liebe und Vertrauen begründet. Der blutjungen Füsun macht er weis, es sei ein Ausdruck von Modernität. Jeden Nachmittag trifft er das märchenhaft schöne Mädchen, und selbst am Tag seiner Verlobung schlafen Kemal und Füsun miteinander. Es könnte eine perfekte Ménage-à-trois sein, aber Füsun, die zwar aus einfachen Verhältnissen stammt, aber lange nicht so naiv ist, wie Kemal glaubt, verlässt ihn und verschwindet. Ein Jahr später kehrt sie zurück, verheiratet und be­gehrenswerter denn je. Kemal geht nun im Haus der Familie ein und aus und entwickelt eine Obsession: Alles, was Füsun angefasst hat, steckt er ein, seien es Haarklammern oder ein kleiner Porzellanhund. Er will damit in ihrem ehemaligen Liebesnest ein Museum der Unschuld einrichten. Die Zeit des Wartens und der unerfüllten Liebe gehört zum Anrührendsten, aber auch Beklemmendsten, was in den letzten Jahren in einem

drei neue cds

1

pop/rock Metallica Death Magnetic (Universal Music)

Die neunte Studio-CD der US-Schwermetaller wurde von Rick Rubin produziert, der schon aus AC/DC, Red Hot Chili Peppers oder Johnny Cash das Beste rausgeholt hatte. 10 Tracks mit 76 Minuten Spielzeit, mit wilden Gitarrensoli zurück zu den ­Wurzeln, von düster-unheilschwanger bis ultra-hart. Elias Fröhlich

Hörbuch Der wüstenplanet Frank Herbert (Lübbe Audio) u In der Verfilmung des SF-Klassikers spielte Jürgen Prochnow die Rolle des Wing Commanders. Nun prägt seine Stimme die erste ungekürzte Hörbuch-Fassung. Eine faszinierende Welt voller Mythen und Geheimnisse, perfider Intrigen und gigantischer Weltraumschlachten. Erinnerungen unterwegs verloren Ruth Klüger (Zsolnay) u Dem KZ entkommen, emigriert die Wienerin 1947 nach Amerika, um dort als Germanistin Karriere zu machen. Der universitäre Alltag ist geprägt von einer dünkelhaften Männerwelt. Doch die Feministin setzt sich durch und entdeckt auch ihre Heimat wieder.

Liebesroman geschildert wurde. Mit seiner Geschichte einer unmöglichen Liebe beschreibt Orhan Pamuk die Suche nach dem Wesentlichen im Leben. Unbeirrt glaubt Kemal an das Glück des Augenblicks, auch wenn es nicht in Erfüllung geht. Der letzte Satz des Buches lautet: «Jeder soll wissen, dass ich ein glück­liches Leben geführt habe.» Genau in dieser Widersprüchlichkeit liegt der Reiz dieses überaus elegant erzählten Romans. Peter M. Hetzel

Orhan Pamuk Das Museum der Unschuld (Hanser)

2

jazz ENRICO PIERANUNZI plays Domenico Scarlatti (CamJazz)

Applaus erhält Enrico Pieranunzi von Jazz- und Klassikliebhabern. Jetzt bringt der italienische Pianist die Disziplinen unter einen Hut: zum Glück nicht, indem er Klassik verjazzt, sondern indem er die Scarlatti-Sonaten spielt und in separaten Stücken als Ausgangsmaterial für Improvisationen nimmt. Hanspeter vetsch

autobiografie Licht, schatten und bewegung Volker Schlöndorff (Hanser) u Filmgeschichte hat er schon geschrieben, nun legt der Regisseur seine Auto­ biografie vor, die ganz ohne Eitelkeiten auskommt. Von den Anfängen in Paris bis zur Zusammenarbeit mit Arthur Miller oder Max Frisch spannt der Autor den Bogen. krimi lebenslänglich Liza Marklund (Kindler) u Annika Bengtzon hat eine schwere Zeit. Das Haus ist abgebrannt, der Mann geht fremd und ein spektakulärer Mord erschüttert Stockholm. Prompt gerät die Journalistin zwischen alle Fronten. Überaus spannend und mit einer herrlich unkonventionellen Heldin.

3

Klassik david Daniels J. S. Bach: Arien und Kantaten (Virgin Classics)

Ist das der neue Bach-Ton? Die Alt-Arien aus der h-Moll-Messe, Johannesoder Matthäus-Passion klingen mit David Daniels’ wundervoll geführter CountertenorStimme wie sinnliche Balladen. Perfektion mit Wärme und sattem Klang kommt auch vom Spitzenensemble The English Concert. Uli von Erlach schweizer illustrierte

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hitparade Hochspannung

DVD

Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Kino

Lach-Garantie

CD Single

Perry wird nicht selten mit Liebesgrüsse aus dem Jen­ Der Mann vom Dienst: Madonna verglichen. Diese seits: Holly (Hilary Swank) Bruce Wayne (Christian mit Gerry (Gerard Butler). Bale) räumt als Batman auf. outete sich gar als ihr Fan.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 88

(1) P. S. Ich liebe dich Regie: Richard LaGrave­ nese. Mit Hilary Swank, G. Butler, G. Gershon. Universum Film Step Up to the Streets Regie: Jon Chu. Mit Briana Evigan, Robert Hoffman, Will Kemp. Constatin Film Saw IV Regie: Darren Lynn Bousman. Mit Tobin Bell, Costas Mandylor. Ascot Elite (2) Keinohrhasen Regie: Til Schweiger. Mit Til Schweiger, Nora Tschirner. Warner Home Video (10) 27 Dresses – Kleider machen Bräute Regie: Anne Fletcher. Mit K. Heigl, J. Marsden. Videophon AG (3) Jumper Regie: Doug Liman. Mit H. Christensen, Samuel L. Jackson, J. Bell. Kinowelt Home Entertainment (4) Into the Wild Regie: Sean Penn. Mit Emile Hirsch, Marcia Gay Harden, William Hurt. Universum Film (6) Ein Schatz zum Verlieben Regie: Andy Tennant. Mit M. McConaughey. Warner Home Video (5) Cloverfield Regie: Matt Reeves. Mit Lizzy Caplan, J. Lucas, T. J. Miller. Paramount Home Entertainment (R) Stirb langsam 4.0 Regie: Len Wiseman. Mit Bruce Willis, Timothy Olyphant, Justin Long. TCFHE schweizer illustrierte

Für Kinder

Starparade

CD Album

klingeltöne

Die Band um Büne Huber begeistert – jetzt mit ihrem siebten Studio-Album.

Coldplay haben Madonna als Klingelton-Königin letzte Woche eiskalt abserviert.

(1) the dark knight Regie: Ch. Nolan. Total 105 270 Be­sucher. 2. Woche

(1) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI Music Switzerland AG

THE RIMINI FLASHDOWN Patent Ochsner Universal Music Switzerland GmbH

(2) Viva la vida Coldplay EMI

YOU DON’T MESS WITH THE ZOHAN Regie: Dennis Dugan. Total 14 217 Be­sucher. 1. Woche (2) MAMMA MIA! Regie: Phyllida Lloyd. Total 283 991 Be­sucher. 7. Woche

(2) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi Universal Music Switzerland GmbH

(3) MAMMA MIA! Soundtrack Universal Music Switzerland GmbH

(4) I KISSED A GIRL Katy Perry EMI

(3) ALL SUMMER LONG Kid Rock Warner Music (Switzerland) AG

(5) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(3) this is the life Amy Macdonald UNI

(3) BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS Regie: Dany Boon. Total 143 000 Be­sucher. 17. Woche (4) the MUMMY: TOMB OF THE DRAGON EMPEROr Regie: Rob Cohan. Total 51 553 Be­sucher. 3. Woche (6) HAPPY-GO-LUCKY Regie: Mike Leigh. Total 11 615 Be­sucher. 2. Woche

(7) GIVE IT 2 ME Madonna Warner Music (Switzerland) AG

(R) vom selben stern Ich + Ich Universal Music Switzerland GmbH

(1) GIVE IT 2 ME Madonna WMS

(5) this is the life Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(4) VIVA LA VIDA Coldplay EMI Music Switzerland AG

(6) SWEET ABOUT ME Gabriella Cilmi UNI

(4) das hat die welt noch nie gesehen Söhne Mannheims Musikvertrieb AG

(2) POINT DE SUTURE Mylene Farmer Universal Music (Switzerland) AG

(5) mercy Duffy UNI

(5) The NANNY DIARIES Regie: Berman Springer, Shari & Robert Pulcini. Total 24 795 Be­sucher. 3. Woche (7) the bank job Regie: Roger Donaldson. Total 17 477 Be­sucher. 4. Woche

(6) Viva la vida Coldplay EMI Music Switzerland AG

(9) Hard Candy Madonna Warner Music (Switzerland) AG

(7) BETTER IN TIME Leona Lewis SBM

(8) disturbia Rihanna Universal Music Switzerland GmbH

(1) ALL HOPE IS GONE Slipknot Musikvertrieb AG

(8) so soll es bleiben Ich + Ich UNI

ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE Regie: Jonathan Levine. Total 2335 Be­sucher. 1. Woche Das GEHEIMNIS VON MURK Regie: Sabine Boss. Total 2786 Be­sucher. 1. Woche

BEGGIN’ Madcon Sony BMG Music Entertainment

GANGDALANG Phenomden Nation Music GmbH

(10) can you hear me Enrique Iglesias UNI

(R) 4 MINUTES Madonna Warner Music (Switzerland) AG

Ewig Peter Maffay Sony BMG Music Entertainment

FEEL THE RUSH Shaggy MV


Nicht verpassen!

Heiss!

TOP 100

Belletristik

Sachbuch

TV Unterhaltung

Top-Event

Die Sims ziehen in ein brandneues Apartment und knüpfen viele Kontakte.

Der Mittelteil der Lehmann- Rhonda Byrne scheint die Trilogie spielt in den frühen Leser noch immer zu beglü80er-Jahren in Berlin. cken – auch ihren Verlag!

Hat ihr Comeback als Showmasterin mit Bravour bestanden: Susanne Kunz.

Die japanischen Meistertrommler lassen die Festhalle in Bern erbeben.

SIMS 2 – APARTMENT LIFE Electronic Arts

(2) der kleine Bruder Sven Regener Eichborn

(2) the secret – das geheimnis Rhonda Byrne Goldmann

1 gegen 100 SF 1 1. 9. 08 666 400 Zuschauer

Yamato Festhalle Bern 16.–21. September www.starticket.ch

(1) drakensang: das schwarze auge DTP Entertainment AG

(3) der katalane Noah Gordon Blessing

fussball: WM-Qualifikation SF zwei 6. 9. 08 616 800 Zuschauer

OneRepublic X-tra Zürich 15. September www.ticketcorner.com

Kassensturz SF 1 2. 9. 08 611 800 Zuschauer

Snoop Dogg Maag EventHall 16. September www.starticket.ch

(6) WORLD OF WARCRAFT Activision Blizzard

Das Ende eines ganz normalen Tages Franz Hohler Luchterhand Literaturverlag (4) berufung John Grisham Heyne

GUINNESS BUCH DER REKORDE 2009 Bibliographisches Inst. und F. A. Brockhaus, Mannheim (1) Duden die deutsche rechtschreibung. stand 2006 Der Duden Bibliographisches Inst. und Brockhaus Mannheim (7) Shaolin Bernhard Moestl Droemer/Knaur

(4) SIMS 2 IKEA HOME STUFF – ADD-ON Electronic Arts

DOK: der Arzt im rollstuhl SF 1 4. 9. 08 562 100 Zuschauer

Philipp Fankhauser Kulturfabrik Kofmehl 19. September www.ticketcorner.com

(9) WORLD OF WARCRAFT the burning crusade – add-on Activision Blizzard

(1) Ich hab Dich im Gefühl Cecelia Ahern Krüger

(5) Das Geheimnis der Herzmagneten Rüdiger Schache Nymphenburger

Puls SF 1 1. 9. 08 538 900 Zuschauer

Jason Mraz Kaufleuten Zürich 16. September www.ticketcorner.com

(3) Need for speed prostreet Electronic Arts

(5) Feuchtgebiete Charlotte Roche DuMont

(6) Ich bin dann mal weg Hape Kerkeling Malik

Rundschau SF 1 3. 9. 08 525 000 Zuschauer

Orpheum Basel Stadtcasino Basel 19. September www.ticketcorner.com

(5) sins of a solar empire Kalypso Media GmbH

Die Katze Joy Fielding Goldmann

tag und nacht SF 1 5. 9. 08 496 600 Zuschauer

Sophie Zelmani Kongresshaus Zürich 20. September www.ticketcorner.com

SIEDLER: AUFBRUCH DER KULTUREN Ubisoft

(7) EINE GANZ ANDERE GESCHICHTE Hakan Nesser BTB Verlag

(3) Zivilgesetzbuch (ZGB), Obligationenrecht (OR) Ernst J. Schneiter Orell Füssli Der letzte Zeuge Rochus Misch Pendo

der Alte SF 1 2. 9. 08 488 100 Zuschauer

Blues Man Das Zelt Winterthur 20. September www.ticketcorner.com

(R) ASSASSIN’S CREED Ubisoft

(8) Lasset die Kinder zu mir kommen Donna Leon Diogenes

(10) Bestellungen beim universum Bärbel Mohr Omega-Verlag, Aachen

Deal or No Deal – Das Risiko SF 1 3. 9. 08 480 300 Zuschauer

Stiller Has soundDock 14 Dietikon 19. September www.ticketcorner.com

(8) COUNTER STRIKE: SOURCE Electronic Arts

(6) Der Chinese Henning Mankell Zsolnay

(9) warum unsere kinder tyrannen werden Michael Winterhoff Gütersloher Verlagshaus

Edelmais & Co. SF 1 7. 9. 08 466 000 Zuschauer

Aargauer Symphonie Orchester Tonhalle Zürich 15. September www. ticketcorner.com

die besten

PC-GameS

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

schweizer illustrierte

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Heidi und Daneli frisch verliebt. Aber hält ihre Liebe ewig?

Der Musical-Erfolg geht weiter!

Letztes Jahr war es die Show-Sensation der Saison: Ewigi liebi, das fröhliche, witzige Musical mit den grössten Schweizer Mundart-Hits. Jetzt gibts in Zürich die lang ersehnte Reprise – mit vielen neuen Darstellern.


DAS ENSEMBLE von «Ewigi Liebi» strahlt vor Vorfreude auf die Premiere am 18. September in Zürich.

Jaaaa, sie singen wieder! Schönste News für alle Musicalfans: EWIGI LIEBI, das erfolg­ reichste Schweizer Mundart-Musical, spielt wieder! In der Zürcher Die Macher von «Ewigi Liebi» Maag MusicHall startet am 18. September die zweite Spielzeit.

E

wigi Liebi» ist eine Schweizer Erfolgs­ geschichte: Mehr als 100 000 Be­ sucher haben letztes Jahr das Erfolgsmusical mit den grössten Schweizer Hits gesehen. Der Erfolg war so gross, dass die Spieldauer zwei­­mal verlängert wurde. Dieses Frühjahr gewann die Produktion den Prix Walo. Auch das «Ewigi Liebi»-Livealbum stürmte die Hitparaden – darum haben die Produzenten beschlossen, «Ewigi Liebi» ab dem 18. September nochmals auf die Bühne zu bringen. Mit neuen Einfällen, Über­ raschungen und neuen Darstellern. Aber natürlich nicht ohne die Elemente, die das Musical zum Erfolg machten: die grössten

Schweizer Mundart-Hits von «Alperose» bis «Schwan», von «Kiosk» bis «Ewigi Liebi». Alle live gespielt und live gesungen und ver­ packt in eine fulminante Liebesgeschichte, bei der es um Liebe, Verrat und Miss­ verständnisse geht und es an Humor nicht fehlt: Dänu und Heidi, die in ihrer Jugend ein Liebespaar waren, treffen fast dreissig Jahre später wieder aufeinander. Sie schwelgen in Erinnerungen, und die alte Liebe flammt wieder auf. Am liebsten würden sie das Rad der Zeit noch einmal zurückdrehen, um Dinge ungeschehen zu machen. Und dank einer wundersamen Begegnung scheint dieser Wunsch nicht ganz unmöglich. Happy End?

u ERFOLGSPRODUZENTEN Darko Soolfrank (l.) und Guido Schilling (2. v. l.) wissen, wie man Musicals macht: Sie produzierten bereits die legendären Erfolge «Space Dream» und «Deep» und machten so nebenbei mit der Maag MusicHall das Zürcher Industriequartier zu einem Mekka der Schweizer Showszene. Für ihre neuste Produktion «Ewigi Liebi» engagierten sie ebenfalls zwei Erfolgsgaranten: Top-Autor Roman Ricklin (r.) und Star-Regisseur Dominik Flaschka (2. v. r.). Ein Dreamteam!

Meinungen der Stars

«Toll! Muss man gesehen haben» u Walter andreas müller «Dieses

Musical macht mir Eindruck. Es ist witzig, clever, hat Drive und mit den Mundart-Hits einen grossen Wiedererkennungs­effekt. Ich schaus mir sicher noch mal an.»

«Ich habe mich köstlich amüsiert!» u Dani Fohrler «Das Musical ‹Ewigi

Liebi› bleibt mir wegen dem herzigen Murmelichörli quasi in ‹ewiger Erinnerung›. Obwohl ich kein ausgesprochener MusicalFan bin, habe ich mich köstlich amüsiert.»

«Nach dem Musical ist man gut drauf» u Paloma würth «Ein echtes GuteLaune-Stück. Das Musical ist mit so vielen musikalischen Überraschungen gespickt, dass man als Zuschauer am Schluss einfach eine gute Laune hat.»

«Profes­ sionell und einfach gut!» u Sandra Studer «Mich hat die pro­ fessionelle Produktion von ‹Ewigi Liebi› beeindruckt. Was Dominik Flaschka in die Hand nimmt, wird einfach gut. Auch ­Roman Riklin hat gute Arbeit geleistet.»


Spielen, was das Zeug hält Neue Gesichter, zweite Spielsaison, viel Drive und noch mehr Pep. Das ­Erfolgsmusical «Ewigi Liebi» hat in der Szene bereits Kultstatus erreicht.

E

s ist eine einmalige Chance und macht viel Spass, ein Musical ganz auf Schweizerdeutsch zu singen, das gespickt ist mit Liedern, die man schon kennt und gerne hört und ­mitträllert», sagt Marianne Varga. Die Basler Schauspielerin, die klassisches Ballett studierte, spielt in der neuen Fassung von «Ewigi Liebi» das junge Heidi. Sie ist eine von vier Neubesetzungen in den Haupt­ rollen von «Ewigi Liebi». Ihr Bühnenpartner, Nathanael Schaer, der den jungen Daneli spielt, war schon letztes Jahr dabei und freut sich auf die Wiederaufnahme des Erfolgsmusicals: «Es ist toll, wenn man spürt, wie nah man mit diesem Stück beim Publikum ist.» Ein neues Gesicht in «Ewigi Liebi» in der Besetzung der trick­ reichen Verführerin Sabe: Die Berner Sängerin und Schauspielerin Martina Lory fühlt sich da ganz in ihrem Element und findet: «Toll ist, dass ‹Ewigi Liebi› Klischees sehr selbstironisch auf die Schippe nimmt. Da kann man spielen, was das Zeug hält.» Sandra Léon, ebenfalls aus Bern, ist da gern mit von der Partie. Sie spielt die aufgestellte Gret und brilliert mit einem echten Natur­jodel. Wie gut, dass die Rolle des Herrn Lieberherr vom erfahrenen Schauspiel-Haudegen Enzo Scanzi verkörpert wird. Er verleiht der Schlüsselfigur die nötige Dramatik – das aber mit einem humorvollen Augenzwinkern. Dank dem jungen, spielfreudigen Ensemble strotzt «Ewigi Liebi» vor Schwung und Dynamik. Regisseur Dominik Flaschka ist es mit sicherem Gespür erneut gelungen, die Schlüsselrollen mit perfekt gecasteten Charakteren zu besetzen. Für die Zu­schauer ist es sehr spannend, neue, unverbrauchte Lieblinge zu entdecken. Flaschka und sein Bühnen-Kreativteam beweisen dabei ein ­sicheres Gespür für Stars, die perfekt harmo­ nieren. Unterstützt von einer hochkarätigen Live-Band wird «Ewigi Liebi» zu einem einzig­ artigen Musical-Erlebnis für Jung und Alt. Ein Abend, an dem man mit einem Lächeln im Gesicht und einem guten Gefühl im Bauch nach Hause geht. Garantiert!

Spass-ZWist Die Bernerinnen Sandra Léon (l.) und Martina Lory glänzen in ihren Rollen als Gret und Sabe.

u Marianne Varga

studierte klassisches Ballett, tanzte an der Staatsoper Budapest und absolvierte die Swiss Musical Academy in Bern.

u Nathanael Schaer hat gerade in München die Schauspielschule abgeschlossen und spielt die zweite Saison in «Ewigi Liebi».

u Martina Lory

absolvierte auch die Swiss Musical Academy und studiert Psychologie und Musikwissenschaft an der Uni in Zürich.

u Sandra LÉOn

spielte bereits als 14-Jährige im Musical «Evita» mit und kommt auch frisch von der Swiss Musical Academy.

u Enzo Scanzi

ist ein erfahrener Allrounder im Theater­ business. Nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Theaterleiter.

Heidi und Dänu – Ein Traumpaar, wie es im Märchenbuch steht u DREAMTEAM Das berühmte englische Sprichwort besagt: «Never change a

winning team.» Besonders gilt dies für die Besetzung der Rollen von Heidi und Dänu in der Jetzt-Zeit in «Ewigi Liebi». Caroline Sommer und Christoph Wettstein haben diese beiden wichtigen Parts bereits letztes Jahr mit Bravour gemeistert. Kein Wunder, dass sie für die neue Inszenierung von «Ewigi Liebi» wieder erste Wahl waren. Die beiden erfahrenen Darsteller, die schon an vielen internationalen Produktionen mitgewirkt haben, freuen sich über die Reprise: «Es ist doch super, dass in der Schweiz ein Stück auf Anhieb so viel Erfolg hat. Darum sollte man es pflegen.» DREAMTEAM Caroline Sommer und Christoph Wettstein als Heidi und Dänu.


Mit w端rziger Unterst端tzung von


Klamauk mit der Kulttruppe A «Ewigi Liebi» besticht nicht nur durch viele unverfälschte Schweizer Hits. Das Musical beweist auch viel Humor und selbstIronie. Das Zürcher Trio Eden ist hier tonangebend.

EWIG SCHRÄG Die Zürcher Comedy-Truppe Trio Eden als Murmeltierfamilie im Musical «Ewigi Liebi»: Steppend und singend kommentiert sie das Geschehen der Rahmenhandlung.

usser «Ewigi Liebi» gibt es wohl kein anderes Musical, bei dem eine scheinbare Nebenrolle zu einem Hauptteil des Stückes mutiert und ihm so die nötige Doppelbödigkeit, den Schuss Ironie gibt. «Schuld» daran sind vor allem die Darsteller Helmi Sigg, Guy Landolt und Midi Gottet, die in ihrer Rolle als Murmeltierfamilie brillieren, die das Geschehen aus ihren Löchern singend und tanzend kommentiert. Diese schräge Truppe verleiht der Story Drive und enthebt sie definitiv der Banalität. Bekannt wurden die drei als Trio Eden, und berüchtigt sind sie für ihre abgedrehtwitzigen Comedy-Shows, die keine humoristischen Grenzen kennen. In schweren Pelzkostümen turnen die drei Zürcher Kultfiguren in «Ewigi Liebi» einen Abend lang über die Bühne, versuchen sich in Stepptanz und Chorgesang und sorgen damit immer wieder für Lacher, bei denen kein Auge trocken bleibt. Vor allem dann nicht, wenn ein Murmeltier plötzlich für sich die homoerotische Dimension von «Liebi» entdeckt und im rosafarbenen Pelz auf die Bühne stürmt. Es ist das erste Mal, dass das Trio Eden auf diese witzige Art in ein Bühnenstück integriert ist. Daneben hat die Zürcher Kulttruppe sieben abendfüllende Bühnenprogramme produziert und Mitte der 90erJahre mit der Sendung «Eden TV» eine Pionierleistung im Schweizer Privatfern­ sehen geschaffen. Helmi Sigg, Guy Landolt und Midi Gottet treten zudem auch regelmässig mit eigenen Programmen als SoloComedians auf.

Hinter der Bühne: Professionelle perfektion bis in die kleinsten Details u HANDWERK Wer das Bühnenbild, die Kostüme und das Styling der Darsteller von «Ewigi Liebi» sieht, staunt, wie echt, wie charakteristisch das Leben in einem typischen kleinen Schweizer Bergdorf nachgestellt wurde. Alles aus dem Brockenhaus, könnte man meinen. Weit gefehlt: Die Kulissen wurden in den berühmten Bavaria Filmstudios bei München gefertigt, und jedes Kostüm wurde auf den entsprechenden Darsteller massgeschneidert. Verantwortlich hierfür zeichnet die Kostümbildnerin und Modedesignerin Katrin Kündig und ihr Team. «Es sind zum Teil sehr aufwendige Arbeiten», sagt die Kostümspezialistin aus Adliswil bei Zürich. «Die Murmelikostüme haben wir extra in einer Manufaktur in Ungarn fertigen lassen.» Und wenn bei der kunterbunten Inszenierung mal eine Naht platzt, ist sie von den Backstage-Profis schnell wieder geflickt.

Im Kostümatelier wird der letzte Schliff an die ­Murmelikostüme gelegt. IN DER MASKE lässt sich Stephan Luethy für den Auftritt schminken.


Imposantes Bühnenbild Zu den Highlights von «Ewigi Liebi�� zählt zweifellos auch das grandiose BÜHNENbild. In der Maag MusicHall wurde ein Schrottplatz und das Bergdorf Trueb nachgebaut.

dETAILGENAU Das Bühnenbild von «Ewigi Liebi» aus Eisen und Holz.

B

ühnenbildner Simon Schmidmeister hat nichts dem Zufall überlassen. Bevor er sich ans grosse Werk machte, bastelte er das bewegliche Bühnenbild für das Musical «Ewigi Liebi» in einem Modell aus Mecanoteilchen detailgetreu nach und probte jede Szene im Mini­format. So schaffte er es, in den speziellen Dimensionen, die die Maag MusicHall in Zürich als Theater bietet, eine Kulisse zu bauen, die einzigartig stimmungsvoll und beweglich ist und dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, er sei mitten im Bergdorf Trueb der 70er-Jahre gelandet. Eine weitere Glanzleistung des Produktionsteams, das aus einer alten Fabrikhalle im Zürcher Industriequartier, in der früher Zahnräder hergestellt wurden, vor sechs Jahren ein hochmodernes Thea­ter mit tausend Sitzplät-

zen baute. Heute gehört die Maag ­MusicHall zu den wichtigsten Kulturbetrieben im Raum Zürich. Denn neben Eigenproduktionen wird die Halle erfolgreich für verschiedene Grossevents und Produk­tionen vermietet. Bau und Unterhalt der Maag MusicHall erfolgte durch private Gelder und erhielt keine Zuschüsse der ­öffentlichen Hand.

GROSSANDRANG Die Maag MusicHall zieht das Publikum an.

tICKETS & sPEZIALANGEBOTE – eWIGI lIEBI IST MEHR ALS EIN mUSICAL! u Tickets ticketportal-Hotline Tel. 0900 101 102 (CHF 0.99/Min.). Online-Bestellung: www.ewigiliebi.ch u Vorverkaufsstellen Migros City Billettservice, bei allen Hotelplan-Filialen, Hauptbahnhof Zürich (SBBKundendienst), an 200 weiteren SBB-Billettschaltern. Alle Vorverkaufsstellen und weitere Infos sind unter www.ewigiliebi.ch ersichtlich.

Ticketpreise Dienstag bis Samstag 19.30 Uhr Samstag 14.30 Uhr Sonntag 14.00 und 19.00 Uhr Unbedingt Vorverkauf benützen! Bitte Spielplan beachten: www.ewigiliebi.ch ≠ Preiskategorie 1 CHF 109.– CHF 99.– ≠ Preiskategorie 2 ≠ Preiskategorie 3 CHF 79.– ≠ Preiskategorie 4 CHF 59.– Freitag und Samstag 19.30 Uhr ≠ Preiskategorie 1 CHF 119.– ≠ Preiskategorie 2 CHF 109.– CHF 89.– ≠ Preiskategorie 3 ≠ Preiskategorie 4 CHF 69.– Preise exkl. VVK- und Bearbeitungsgebühren. Im Ticketpreis inbegriffen: Fahrt mit ZVV, Zone 10 (Stadt Zürich, 2. Klasse).

u familienticket (Samstag 14.30 Uhr, Sonntag 14.00 Uhr, 19.00 Uhr) CHF 249.– (2 Erwachsene und 2 Kinder bis 16 Jahre), CHF 279.– (2 Erwachsene und 3 Kinder bis 16 Jahre). ­ Preise exkl. VVK- und Bearbeitungsgebühren. Buchung nur über ticketportal 0900 101 102 (CHF 0.99/Min.) möglich. u «Ewigi Liebi»-Gutscheine «Ewigi Liebi»-Gutscheine erhältlich für CHF 119.–. Buchung über ticketportal 0900 101 102 (CHF 0.99/Min.) oder unter www.ticketportal.com. u VIP & Show Vor dem Musical geniessen Sie

ein gediegenes 3-Gang-Menü im Theaterbistro «K2» und nehmen danach in der Loge Platz. Buchung und Menübeschrieb unter www.ewigiliebi.ch oder 0900 101 102 (CHF 0.99/ Min.).

u Rollstuhlplätze Rollstuhlplätze müssen über die Hotline 0900 101 102 (CHF 0.99/Min.) oder über info@ticketportal.com gebucht werden. u GRUPPEN Gruppenpackages ab 15 Personen mit Steh- oder Sittingdinner in einer Lounge buchen Sie unter 044 - 444 26 26 oder unter www.ewigiliebi.ch. u RailAway: «Ewigi Liebi» & Bahn Profitieren Sie vom RailAway-Kombi-Angebot. Erhältlich am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min.). Weitere Informationen unter www.ewigiliebi.ch oder www.railaway.ch.


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

 Reisen Toskana in der Pfalz (D)  Betty Bossi Thymian  GaultMillau «Candela», St. Gallen  Auto Honda Jazz

PRIVATINSEL Der Österreicher Dietrich Mateschitz setzt auf den Fidschis neue Massstäbe im Luxustourismus.

LAUCALA ISLAND AUF DEN FIDSCHIS

7 Sterne für die Red-Bull-Insel u Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz erweitert sein Imperium – mit dem Luxusresort Laucala Island auf den Fidschis. Klar, dass da die üblichen fünf Sterne nicht genügen. Sieben sollen es sein, und dafür sind die 25 Residenzen auf der Privatinsel besonders fidschianischchic konzipiert; kleiner als 127 Quadrat­ meter ist keine. 360 Mitarbeiter kümmern

sich um die höchstens 50 Gäste. Lang­ weilig solls nie werden: Tauchen, Schnorcheln, Reiten und Golf (18 LochAnlage) gehören genauso zum Freizeit­ programm wie Törns mit der eigenen Flotte oder Expeditionen in den Regenwald. Info www.hideaways.de

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weekend

Reisen

www.weltweit

Nach Athen ins DesignHotel – Und zu Madonna! u Madonna singt am 27. September im Olympia-Stadion Athen, und das nahe gelegene Designhotel Life Gallery (Spa, Top-Restaurant) bietet ein tolles Package an: 2 VIP-Tickets, eine Übernachtung, Transfer und Madonna-CD für CHF 1520.–. Info www.bluegr.com

Nil luxuriös: Reisen auf dem Suiten-Schiff! u So elegant sind die Suiten auf der neuen «MS Nile Excellence»! Holz­ vertäfelung, getrennter Wohn- und Schlafbereich, Plasma-TV. 1 Woche auf dem Fluss, 4 Tage in Kairo! Bordsprache ist Deutsch. Premiere im Dezember. Ab CHF 2800.–. Info www.nicko-tours.de

Sugar Beach, Mauritius: Hamam und fünf Sterne u Das «Sugar Beach Resort» an der Westküste von Mauritius ist noch eleganter geworden. Hamam, Fitnessbereich (Kickboxen, Powerspinning), Tamarina-Golfplatz und der fünfte Stern. Attraktive «Early Bird»-Angebote bei Manta. Info www.manta.ch

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TosKana In der Pfalz Zypressenalleen, Zitronenbäume: Der Garten bzw. Park des Hotels Meurer ist etwas Einmaliges.

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nördliche Pfalz (D)

Im Garten der Zyp Die «Toskana», wie sie leibt und lebt! Das Anwesen der Gebrüder Meurer bildet ein mediterranes Paradies. Aber auch wegen des Weines fährt man gern in die Nordpfalz.

M

an muss nicht in Richtung Süden fahren, um die Schönheit der Toskana zu erleben. In Grosskarlbach bei Deidesheim in der nördlichen Pfalz liegt das einmalige Anwesen der Gebrüder Meurer, ursprünglich ein Weingut, heute ein Hotel mit mehreren Restaurants. Das Allerschönste aber ist der Park, der vergessen lässt, dass wir uns nördlich der Alpen befinden. Pfauen spazieren durch Zypressenalleen, unter Feigen- und Zitronenbäumen. Fast kann man sich verlieren in dieser üppigen Natur, die gemeinsam mit Mauern, Nischen, eisernen Toren und Treppen ein mediterranes Gartenkunstwerk schafft. Im Sommer entfaltet das einmalige Ambiente seine ganze Pracht. Aber auch der Winter hat sei­nen Reiz, wenn im Dezember sich die


Altes Rathaus Freinsheim ist einer der schönsten Orte der Nord-Pfalz.

Elegant Die Orangerie, ein Ort für Feste. Im Dezember gibts hier den Adventsmarkt.

geschmackvoll In den 15 Doppelzimmern herrscht Landhausstil vor.

Fotos Selbach / laif, Marcus Thele / dpa

ressen und Weine Orangerie in einen Adventsmarkt mit Stil verwandelt. Die 15 geschmackvollen Doppelzimmer des Hotels sind im Landhausstil gehalten, die meisten gewähren einen Blick in den Park. u Einmalig schön sind die verschiedenen Terrassen. Und die Gourmetküche kann man auch in der «Weinstube» oder der «Turmstube», in «Meurers Bistro» (mit offenem Kamin) geniessen. Im «Gartensaal», im Stil eines Palladio erbaut, ist seit diesem Frühling eine Weinbar eingerichtet, wo Top-Winzer der Region ihre edlen Tropfen vorstellen. Im «Gartensaal» gibts auch leichte Tagesküche, zum Beispiel Pennette mit Polpo, Basilikum und Pomodorini. u Direkt beim Winzer lassen sich die besten Weine der Region erproben. Einmalig und oft prämiert wurden die Weine

vom Weingut Knipser auf dem Johannishof in Laumersheim. Ein mehr als 130 Jah­re alter Familienbetrieb, heute geführt von Volker und Werner Knipser. u Auch die Weine vom Weingut Schneider in Ellerstadt prämierte der GaultMillau-Wein-Guide 2006 und feierte

Markus Schneider als «Entdeckung des Jahres». Ob «Einzelstück» oder «Felsenberg», die Weine des Quereinsteigers haben Erfolg. u Wer noch Platz hat im Auto, dem sei ein Besuch in der Palatina Keramik empfohlen: Pflanzentröge aus eigener Töpferei, aber auch Kübelpflanzen und Kunsthandwerk (Grosskarlbach, Hauptstr. 51, Tel. 0049 - 6238 92 90 08, www.palatinakeramik.de).  Isabell Teuwsen

check-in In 21/2 Stunden ab Basel über A5 und A61 & Restaurant Gebrüder Meurer, Grosskarlbach, DZ ab Eur 98.–, Tel. 0049 - 6238 678, www. restaurant-meurer.de u Angebot Arrangement «Toskana in der Pfalz», 2 Übernachtungen im DZ, 4-Gang-Candle­ light-Dinner, EUR 160.– p. P. u Restaurant «Freundstück» im «Ketschauer Hof», Deidesheim, Tel. 0049 - 6326 70 000, www.ketschauer-hof. com u Wein Weingut Knipser, Laumersheim, Tel. 0049 - 6238 742, www.weingut-knipser.de, Weingut Schneider, Ellerstadt, Tel. 0049 - 6237 7288, www.weingutschneider.de u anreise u Hotel

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Wallis-Spezial Wandern

Neuer Zug auf alten Wegen

Der «Lötschberger» Der neue Zug der BLS ins Wallis fährt über das Luogelkinviadukt bei Hohtenn.

Die Lötschberg-Bergstrecke gehört zu den spektakulärsten Bahnrouten. Jetzt wird sie noch aufgewertet: Mit dem Lötschberger wird die alte Strecke ganz modern.

S

tefanie Heinzmann ist begeistert: «Wow, dieser Schriftzug ist aber schön – modern und frisch.» Sie hat die neue Zugskomposition «Lötschberger» bereits getestet. Ihr Fazit: «Die Sessel sind wirklich sehr bequem.» Die BLS als Betreiberin der Bergstrecke am Lötschberg hat ein völlig neues Konzept entwickelt. Der «Lötschberger» ist nicht nur ein Zug, sondern eine neue Marke, welche die Reisenden von der Planung über die Anreise, die Wanderung, die Besichtigung bis zum Restaurantbesuch begleitet – das Alternativangebot zum neuen,

schnelleren Tunnel. Der Zug startet in Bern und fährt über die traditionelle, spektakuläre Strecke nach Goppenstein und bis Brig. Die Züge haben bequeme Sessel, grosse Fenster mit Panoramasicht und 14 Info-Bildschirme, die dem Gast Informationen über die Reiseroute und Region liefern. Zudem versorgen Steckdosen in der 1. und 2. Klasse Computer und andere Elektrogeräte mit Strom. Die neuen Züge, die in Villeneuve fertiggestellt wurden, sind ab 14. Dezember im Einsatz. Wer jetzt in die Wanderschuhe steigen will, nimmt die momentan verkehrenden Pendel-


«Sind diese Sitze bequem!» Stefanie Heinzmann hat den «Lötschberger» bereits getestet.

Mit der BLS zum Wandern ins Wallis

Brücke über den Milibach auf dem Lötschentaler Höhenweg. züge – denn das Wallis lockt mit der Lötschberger-Südrampe. Dort ging auch Stefanie als Kind oft wandern. «Heute komme ich leider kaum mehr dazu.» Der Walliser Shootingstar ist zurzeit vor allem in Deutschland unterwegs. «Es ist unglaublich, was da abgeht. Für mich ist das natürlich eine Riesenchance. Und es macht unheimlich Spass», freut sich die 19-Jährige. Trotzdem vergisst sie ihre Heimat nicht. Sie versucht einmal pro Woche nach Hause zu kommen, etwas, das in den letzten vier Monaten nicht immer geklappt hat.

u Wandertipp

Die Lötschberger Südrampe: Der Höhenweg führt von Hohtenn der Bahnlinie entlang nach Lalden. In allen Dörfern kann man wieder den Zug besteigen. Die ganze Wanderung dauert rund sechs Stunden. Buchbar als RailAway-Angebot. Stefanies Schweizer Tournee im Dezember: Pratteln (10. 12.), Reinach (11. 12.), Zug (12. 12.), Erstfeld (13. 12.), Luzern (17. 12.), Bern (18. 12.), Amriswil (19. 12.), Mels (20. 12.). u Weitere Infos www.bls.ch/loetschberger, www.stefanieheinzmann.de

u Sagenweg Der Höhenweg Lauchernalp–Fafleralp im Lötschental

ist ein idealer Tagesausflug. Die Wanderung dauert etwa 2,5 Stunden. Auf acht Baumstämmen sind alte Lötschentaler Sagen verewigt. u Lötschentaler Höhenweg Der ganze Höhenweg geht von der Fafleralp auf die Faldumalp mit der Möglichkeit zur Verlängerung nach Jeizinen/Gampel. Die Wanderzeit beträgt über sechs Stunden. Von jeder Alp bestehen Abstiegsmöglichkeiten zu den Dörfern im Tal. u Lötschberger Südrampe der Klassiker unter den Wanderrouten. Kaum Höhen­ unterschiede und bei jedem Dorf die Möglichkeit, wieder den Zug zu besteigen. Eindrückliche Ein- und Ausblicke auf der Lötschberger Südrampe.


Wallis-Spezial Wandern

Dominique Perret im stiebenden Schnee «Das Wallis ist einzigartig schön und variantenreich.»

Rock ’n’ Roll am Berg

Der Meister des Freeride heisst Dominique Perret. Der 45-Jährige hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und reist dafür um die halbe Welt. Doch auch nach Trips in Alaska und dem Himalaja ist das Wallis für ihn das Paradies. Und die Wallis SkiCard der Schlüssel dazu.

W

enn man Skifahren mit Musik vergleiche, sei das «normale» Skifahren die klassische Musik, bei der man einer Partitur folge. «Freeride dagegen ist der Rock ’n’ Roll oder der Jazz. Der Rocker und der Freerider folgen ihrer Intuition und lassen ihrer Kreativität freien Lauf», redet sich Dominique Perret ins Feuer. Schon als 2-Jähriger sei er auf Ski gestanden – Schnee und Kälte seien ihm, der in La Chaux-de-Fonds geboren wurde, in die Wiege gelegt worden. Während 15 Jahren fährt er als Junior Rennen – um dann zu merken, dass er eigentlich viel lieber neben der Piste wäre. Der Maschineningenieur schafft, wovon andere träumen: Er lebt vom Skifahren in freier Natur. Dank Mitarbeit beim Skiausrüster Stöckli und seinem eigenen Film- und Foto-Unternehmen Vertical Zoo ist er dauernd auf Achse. Den Mount Everest ist er schon runtergefahren, Geschwindigkeitsrekorde hat er aufgestellt, und 2000 wurde er von spezialisierten Journalisten in Paris zum «Freerider des Jahrtausends» gewählt. «Ich bin einfach nur glücklich. Und um das weiterzugeben, mache ich

Filme – wenn danach einige Menschen beschliessen, ihre Träume zu verwirklichen, habe ich meinen Job gut gemacht.» Freeride habe nichts mit lebensgefährlichen Sturzabfahren zu tun – «mein Grossvater fuhr im Pulverschnee und machte damit bereits das, was wir heute Freeride nennen. Es geht darum, seinen Instinkt wiederzu­ gewinnen und auch mal selber eine Spur zu legen, statt immer nur den anderen zu folgen.» Das schönste Gebiet dafür ist für Perret «sein» Wallis: «Es hat einfach alles – verschiedene Terrains, Gletscher, Wald­ stücke, weite Ebenen und eben auch breite Pisten, die erlauben, seinen eigenen Weg zu finden.» Um grösstmögliche Freiheit zu haben, ist Perret immer mit der Wallis SkiCard unterwegs. «Sie erschliesst mir 50 der schönsten Skigebiete.» Jetzt im Herbst gehe er auf die Gletscher in Zermatt und Saas-Fee, komme dann der erste Schnee, werde sein erster Ausflug sicher nach Verbier führen. «Das ist meine Heimbasis.» u Weitere Informationen www.skier.ch, www.wallis.ch

Verbier ist die Heimbasis von Dominique Perret, der immer mit der Wallis SkiCard unterwegs ist.

Wallis SkiCard – Skifahren und mehr u Die Wallis SkiCard erschliesst über 50 renommierte

Skigebiete. Und als Bonus kommen die Walliser Thermalbäder Leukerbad, Ovronnaz, Saillon sowie die Fondation Gianadda in Martigny dazu. Diese Combi-Card verschafft privilegierten Zugang zum grössten, mit einem einzigen Abonnement zugänglichen Wintersportgebiet der Welt! Dank ausgefeilter Technik passiert der Karteninhaber das Drehkreuz, ohne am Schalter anzustehen. Die Punkte werden am Drehkreuz automatisch abgezogen. Komplett «hands free». Die Karte basiert auf einem Prepay-System, und die aufgeladenen Punkte sind während zweier Jahre gültig. Verkauf bei allen teilnehmenden Walliser Bergbahnen und in der Autobahnraststätte Le Relais du St-Bernard in Martigny. Informationen 027 327 3570, info@valais.ch


Wallis-Spezial Wandern

Aidan spielt ebenfalls schon Hockey Chris McSorley geniesst in Nendaz mit seinem Sohn die Sonne.

«Nendaz ist so schön – warum F Oh, der Mann kann lächeln: Chris McSorley, Trainer des Hockey-Clubs Servette für einmal ganz «charming». Das muss am Ferienort Nendaz liegen –«a beautiful place», wie er strahlend sagt.

erien sind ihm ja eigentlich zuwider: «Ich könnte immer nur arbeiten. Ferien sind das einzige Thema, worüber ich mit meiner Frau streite.» Doch heute ist er gut gelaunt, der starke Mann des HC Genf-Servette. Normalerweise kennt man den Trainer, General Manager und Mitbesitzer als aggressiven Boss an der Bande, der mit Adlerblick aufs Feld starrt und seinen Emotionen schon mal freien Lauf lässt. Hier in Nendaz gibt er seiner Mannschaft für den Saisonstart den letzten Schliff. Der Zentralwalliser Ferienort ist mit dem Club fest verbunden – die Mannschaft kommt hier ins Trainingslager, dafür sponsert Nendaz den Club. «Wir sind auf Kurs. Unser Ziel ist ganz

klar der Meistertitel», gibt sich McSorley selbstbewusst. Wie er das erreichen will? Mit harter Arbeit. «Mir ist egal, wenn wir einen Match verlieren, wenn wir ihn mit gezogenem Schwert verloren haben. Aber ich akzeptiere es nicht, wenn nicht jeder alles gibt.» Gut vorstellbar, dass es schwierig ist, seine An­ forderungen zu erfüllen: Mit seiner Dreifachfunktion und zusätzlich einem Lehrauftrag an der ETH Lausanne setzt er den Standard für persönlichen Einsatz. «Ich switche zwischen den Funktionen hin und her. Dafür habe ich den schönsten Job der Welt – es ist das, was ich mir immer erträumt habe.» Und kommt McSorley mal ins Schwärmen, ist er nicht mehr zu bremsen: «Nendaz ist der


Der See des Cleuson-StaudammS bietet im Herbst ein Naturschauspiel, er leuchtet türkis.

Alphorn-Festival am Lac de Tracouet. Wer das Alphornspiel lernen will, ist in Nendaz richtig.

klimaschädigend wegfliegen?» ideale Ort, um zu relaxen. Das Angebot für Familien ist aussergewöhnlich. Und es ist der ideale Ort für junge Leute wie meine Spieler: Die Boys haben ihre Nachtclubs, und die Girls können shoppen.» Weiterer Pluspunkt: Die Sonnenstunden in Nendaz sind vergleichbar mit jenen der Côte d’Azur. «Wieso soll ich in die Ferien fliegen und das Klima schädigen, wenn ich es hier so schön habe?» Als Kanadier liebt Chris McSorley den Schnee und das Skifahren. «Letzen Winter waren meine Frau und ich auf den Pisten des Mont Fort. Die Aussicht … wow, grandios.» u Weitere Informationen www.nendaz.ch, www.geneva-hockey.ch

Nendaz, das Land der Suonen und des Wassers

Suonen sind eines der Wahrzeichen von Nendaz.

u Familien willkommen Auf dieses Label ist Nendaz stolz. Angebote für Kinder, aber auch eine Liste mit Babysittern sind auf dem Tourismusbüro erhältlich. u Suonen Nirgends sonst gibt es auf so kleinem Raum so viele traditionelle Bewässerungskanäle. 98 km Wanderwege führen entlang den acht Suonen, von denen sechs Wasser führen. Insgesamt gibt es 250 km Wanderwege. u Mountainbike Neun ausgeschilderte Mountainbike-Strecken zwischen 800 und 2900 m ü. M., Bergbahnen, die Velos ohne Aufpreis transportieren – ein Paradies. u Der Cleuson-Stausee leuchtet im Herbst türkis! Und der Lac Désert (Wüstensee) ist ein Naturwunder. u Der japanische Garten hinten im Tal von Tortin wird wegen seines speziellen Ökosystems so genannt. Zen in Nendaz.


En Guete

mit Köchin Sibylle Sager

Heut würzt er die Welt

weekend

Thymian würzt nicht nur Saucen und Suppen, sondern gern auch Fleisch.

Bei den Griechen besänftigte er Koliken und Kopfweh, den Römern gab Thymian Mut. Uns lässt er vom Süden träumen.

1

Zutaten (für eine Cakeform von ca. 24 cm, gefettet) 600 g Hackfleisch (Rind), 200 g Kalbs­ brät, 2 Schalotten, grob gehackt, 2 Knoblauchzehen, gepresst, 1 Bund Petersilie, grob gehackt, 2 Teelöffel Thy­mianblättchen, 2 Messerspitzen Cayennepfeffer, 1/2 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Braten im Ofen: ca. 40 Min. u Alle

Zutaten in einer Schüssel von Hand gut kneten, bis sich die Zutaten zu einer kompakten Masse verbinden, die nicht mehr an den Händen klebt. Masse mit nassen Händen zu einem Braten formen, in die vorbereitete Form legen. Braten im Ofen ca. 40 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, vor dem Tranchieren zugedeckt ca. 10 Min. stehen lassen. Dazu passen Bratensauce, Kartoffelstock.

2

Kerngehäuse entfernt, an der Rösti­ raffel gerieben, 250 g Camargue-Reis, kalt abgespült, gut abgetropft, ca. 9 dl Fleischbouillon, heiss, 1 dl Rahm, 1 Esslöffel Olivenöl, 400 g Rindsfilet, in ca. 2 cm grossen Würfeln, 1/2 Tee­löffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 1 Std. u Öl warm werden lassen. Schalotte und Thymianblättchen andämpfen. Quitte ca. 2 Min. mitdämpfen. Reis beigeben, unter Rühren dünsten, bis er glasig ist. Bouillon unter häufigem Rühren nach und nach dazugiessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist. Ca. 50 Min. köcheln, bis der Reis al dente ist. Rahm darunterrühren, zugedeckt auf aus­geschalteter Platte warm halten. Öl in einer Bratpfanne heiss werden lassen. Filet portionenweise ca. 2 Min. braten, würzen, unter den Reis mischen.

tipp

Camargue-Reis mit Rind und Quitten

Zutaten (für 4 Personen) 1 Esslöffel Olivenöl, 1 Schalotte, fein gehackt, 1/2 Esslöffel Thymian­ blättchen, 1 Quitte mit einem Tuch ab­gerieben, geschält, längs geviertelt,

3

Feta-Cake mit Thymian

Hackbraten im Ofen

Die Masse eignet sich auch für Hamburger.

Zutaten (für eine Backform von 25 cm ∅, gefettet) 300 g Mehl, 1 Teelöffel Backpulver, 1/2 Teelöffel Salz, 200 g Feta, in Würfeli, 50 g Kräuter (z. B. glattblättrige Peter­ silie und Thymian), fein gehackt, 11/2 dl Milch, 1 dl Olivenöl, 2 Eier Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen ca. 1 Std.

u Mehl, Backpulver und Salz mischen. Feta und Kräuter beigeben, mischen. Milch, Öl und Eier gut verrühren, ­daruntermischen, in die vorbereitete Form füllen. Backen ca. 1 Std. in der unteren Hälfte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. Herausnehmen, etwas abkühlen, aus der Form nehmen, auf einem Gitter auskühlen. Haltbarkeit Der Cake schmeckt frisch am besten.

4

Saftige TrutenMedaillons mit CountryKartoffeln Zutaten (für 4 Personen) Kräuter-Cashew-Butter 100 g Butter, weich, 1/2 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 50 g CashewNüsse, fein gehackt, geröstet, schweizer illustrierte

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1/2

Esslöffel glattblättrige Petersilie, fein gehackt, 1 Teelöffel Thymianblättchen, 1/4 Teelöffel Salz, 1 Esslöffel glattblättrige Petersilie, 1 Teelöffel Thymianblättchen Country-Kartoffeln 1 kg Frühkartoffeln, ungeschält, längs in Vierteln, 3 Esslöffel Bratcrème, 1/2 unbehandelte Zitrone, nur abgeriebene Schale, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 1 Teelöffel roter Pfeffer, 1 Teelöffel schwarzer Pfeffer, 1 Teelöffel Rosenpaprika Truten-Medaillons 700 g Trutenbrust, beim Metzger bestellt, in 4 Medaillons geschnitten, 1 Esslöffel Bratcrème, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Teelöffel Fleur de Sel Vor- und zubereiten ca. 50 Min. Backen/Braten im Ofen ca. 30 Min. Für die Kräuter-Butter Butter und Zitronenschale mit den Schwingbesen des Handrührgerätes ca. 5 Min. rühren, bis die Butter heller ist. Nüsse und Kräuter daruntermischen, salzen. Butter mit einem Spachtel auf einem

Backpapier ca. 5 mm dick ausstreichen, zugedeckt ca. 20 Min. im Tiefkühler fest werden lassen. Beliebige in heisses Wasser getauchte Förmchen (z. B. Herzen) ausstechen. Petersilie und Thymian mischen, über die Butterherzen streuen, diese zugedeckt bis zum Servieren kühl stellen. Für die Kartoffeln Heiss-/Umluftofen auf 200 Grad vorheizen. Kartoffeln mit allen restlichen Zutaten in einer grossen Schüssel mischen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen. Backen ca. 15 Min. in der unteren Hälfte des Ofens. Ein zweites Back­blech in die obere Hälfte des Ofens schieben, Hitze auf 240 Grad erhöhen. Medaillons mit der Bratcrème be­streichen, würzen, auf das heisse Blech legen. Braten im Ofen ca. 5 Min. mitbraten, Medaillons wenden, ca. 5 Min. fertig braten. Servieren Truten-Medaillons auf Tellern anrichten. Kräuter-Cashew-Butter darauflegen, Country-Kartoffeln salzen, dazu servieren.

u NÄCHSTE SENDUNG

Montag, 22. September, 20.05 Uhr auf SF 1 Das Menü Lauchsüppli, Wildgeschnetzeltes mit Quittenschaum, Quitten-Rosenkohl-Gemüse, Safran-Knöpfli, Heidelbeer-Törtli Mehr Info www.aldente.ch «al dente»-Traumschiff Letzte Plätze frei! Begleiten Sie Sibylle, Sven, Studi und Alberto vom 12. bis 19. 10. 2008 auf die grosse kulinarische Kreuzfahrt. Mediterrane Genüsse und beste musikalische Unterhaltung mit Special Guest Maja Brunner sind garantiert. 1 Woche ab CHF 2595.–. Infos www.aldente.ch/traumschiff

impressum Nr. 35, 97. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Dominic Geisseler Verlagsdirektor Urs Heller Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.

Schweiz

Der Reiseführer für Gourmets

2008

800 Restaurants getestet, bewertet und kommentiert


Gaultmillau

KPrädikat Weltklasse J Eine der besten Adressen I Kreative Küche auf hohem Niveau HG Kreative Küche FE Bietet mehr als das Alltägliche 12/20 Gute Adresse! restaurant Candela Sonnenstrasse 5 9000 St. Gallen Tel. 071 - 246 46 46 Mo bis Fr ab 11 Uhr geöffnet Sa und So ab 17 Uhr EC-Direkt, Postcard Alle Kreditkarten www.restaurantcandela.ch

weekend

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Sie brennen für ihren Job Küchenchef Ralph Leisi, Gastgeber Monika Gerster und René Engler (r.).

Neue Flamme für die Olma-Stadt Restaurant Candela, St. Gallen Wirt René Engler legt im neuen Lokal nochmals einen Zacken zu, Küchenchef Ralph Leisi zündet ein paar kulinarische Highlights auf den Tellern.

D

as neue «Candela» kann sich sehen lassen – und zwar nicht nur bei Kerzenlicht. Das gross­ zügige Lokal ist in einem modernen Backstein-Gebäude zwischen St. Gallens Altstadt und den Olma-Hallen unter­ gebracht. Wirt René Engler – vor­mals Gastgeber im Altstadt-Restaurant «Engeli’s» – legte nochmals einen Zacken zu, die Küche ist inspiriert und delikat. Unser Essen startete mit einem Highlight: Die Lasagne vom geräucher­ ten Sockeye-Wildlachs mit Wasabicrème und Sesamkräutern war eine Wucht. Es folgte gleich der zweite Hit des Abends – eigentlich nur ein «Zubrot» zur Tomatensuppe: Die geröstete Brot­

scheibe mit Oliventapenade und Enten­ bruststreifen schmeckte umwerfend gut, die Suppe selbst war uns aber zu dick­ flüssig. Wunderbar hingegen das geräu­ cherte Forellenfilet mit getrockneten Aprikosen an Limonendressing und garniert mit Salaten – ein einfaches, aber grossartiges Gericht. Bei den Hauptspeisen fehlten dann leider die «magic moments»: Zanderfilet und Jakobsmuscheln waren zwar gut, mit dem pampigen Basilikum-Kartoffel­ püree dazu konnten wir allerdings wenig anfangen. Und das vegetarische grüne Thai-Curry war gar gewöhnlich für ein Lokal dieser Klasse.

Für den Genuss der Käsespezia­ litäten – zum Beispiel verschiedene Fondues – wurde im Neubau eine origi­ nalgetreue Appenzeller Stube einge­ richtet. Seit wenigen Wochen verfügt das «Candela» zudem auch über eine Terrasse, die dazu einlädt, draussen zu essen. Zum Restaurant-Konzept gehört noch eine Bar, die sich im Gebäude gleich nebenan befindet. Sie heisst – in Anlehnung an das Restaurant Candela – «Candlelight-Bar». Wer will, kann sich hier die Kalorien eines Mehrgangmenüs gleich wieder abtanzen. 

Fotos Reto Hügin

wein-tipp Mischung aus Weiss- und Rotwein In der Regel ist es verboten oder zumindest unüblich, Weiss- und Rotweintrauben zu mischen. Natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahmen. So wird etwa Cham­ pagner aus weissen und roten Trauben produziert – und der Bündner Schillerwein. Die

südafrikanische Abfüllung La Motte 2004 (13 %) setzt sich aus 11 % Viognier (weiss) und 89 % Syrah (rot) zu­ sammen. Der dabei entstandene Wein leuchtet in dichtem Rubinrot und präsentiert sich als fleischiger Rotwein mit delikater Struktur. Hat viel Charme und Finesse. Und nach dem ersten Schluck

hinterlässt er einen seidigen Eindruck. Ein idealer Tischwein, der die Stimmung beim Philo­ sophieren und Diskutieren lockert. Passt zu Grilladen von Fleisch und Fisch. Die 04er-Abfüllung ist jetzt reif und sollte nicht mehr zu lange gelagert werden.

Schuler St. Jakobs-Kellerei 6423 Seewen SZ Tel. 041 - 819 31 31 www.schuler.ch Jetzt trinken. Trinktemperatur: 16 bis 17 Grad. u chf 35.90

schweizer illustrierte

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weekend

Auto

schon gefahren honda jazz

Aufgepeppter Allrounder Der neue Honda Jazz hat das Zeug, in die Fussstapfen seines erfolgreichen Vorgängers zu treten. Zu den bekannten ­Qualitäten des japanischen ­Verkaufsschlagers kommen nun weitere Stärken dazu.

H

onda hat Lust auf mehr. Seit sieben Jahren bauen die Japaner mit dem Honda Jazz einen cleveren Kleinwagen, der mit in­zwischen zwei Millionen verkauften Einheiten zum Bestseller geworden ist – vor allem bei der Generation über fünfzig. Der Nachfolger soll künftig auch weitere Zielgruppen in seinen Bann schlagen. Makoto Taguchi, Chef von Honda Schweiz, erklärt es im Marketing-Jargon: «Der neue Jazz soll nicht nur die bestehenden B-SegmentKunden, sondern auch ‹A-SegmentUpgrader› und ‹C/D-Segment-Down­

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schweizer illustrierte

sizer› ansprechen.» Der Jazz soll also auch in benachbarten Kundenrevieren wildern, und jeder soll ihn einfach gernhaben. Neben dem rundum auf­ gefrischten Karosseriedesign fällt auf, dass der muntere Fünftürer-Floh nichts von seiner Funktionalität eingebüsst, sondern davon gar noch mehr erhalten hat. Äusserlich um fünf Zentimeter länger und zwei Zentimeter breiter

Schaltzentrale Der Jazz-Fahrer geniesst dank vielen Fensterflächen und erhöhter Sitzposition eine ausgezeichnete Rundumsicht.

geworden, verfügt der Jazz im Innern über noch etwas mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Die Rücksitze lassen sich nach wie vor wie im Kino hoch­ klappen – und neu genügt ein einfacher Handgriff, um sie so nach vorne zu versenken, dass eine völlig ebene Kofferraumfläche entsteht. Das Cockpit wurde modernisiert und mit allerlei Nischen und Ab­lageflächen versehen. Moderner sind auch die Motoren geworden. Die beiden verfügbaren Benziner leisten 15 bis 20 Prozent mehr als beim Vorgänger, verbrauchen gleichzeitig aber etwas weniger Sprit. Leichtfüssig bewegt sich der Jazz denn auch durch den Stadt­verkehr, Parkmanöver machen dank erhöhter Sitzposition, guter Rundumsicht und engem Wendekreis richtig Spass. Aber auch auf Landstrassen und der Autobahn darf sich der 1100 Kilo leichte Jazz durchaus blicken lassen. herbie schmidt


news

Nissan QashQai+2 GESTRECKTER CROSSOVER u Neu kommt Nissans Erfolgsmodell Qashqai auch als Siebensitzer zu uns. Der Qashqai+2 ist mit seinen 4,52 Metern um 21 Zentimeter länger als das Standardmodell. Die zweite Sitzreihe ist um 10 Zentimeter verschiebbar, die zusätzliche dritte Sitzreihe lässt sich im Laderaumboden versenken. Der Stauraum wuchs von 410 auf 500 Liter – bei ausgebauter dritter Sitzbank wird der Qashqai+2 zum Transporter. Zudem erhielt der Crossover einen schmaleren Grill und geliftete Stossfänger. Das serienmässige Panorama-Glasdach ist um 14 Zentimeter länger geworden. Angetrieben wird der Qashqai+2 von den schon bekannten Benzin- (141 PS) und Dieselmotoren (150 PS). Der Preis: ab CHF 35 300.–.

VIELSEITIG Der neue Honda Jazz ist ein moderner Allrounder für viele Altersklassen.

steckbrief

ZEITGEMÄSS Der neue Jazz macht eine gute Figur und ist einfach zu beladen. u name Honda Jazz

u verkauf ab November 2008

u motoren Benzin 90, 100 PS

u preis ab CHF 19 900.–

u 0 bis 100 km/h 11,4 bis 13,6 s

u konkurrenten Daihatsu Cuore, VW

u spitze 177 bis 182 km/h

Lupo, Peugeot 106 / Citroën C1 / Toyota Aygo, Renault Twingo, Hyundai i20 u unser urteil Der neue Honda Jazz präsentiert sich als würdigen Nach­ folger seines erfolgreichen Vorgängers. Mit noch mehr Platz und Variabilität dürfte er viele neue Fans gewinnen.

u verbrauch 5,1 bis 5,2 l/100 km

(vorläufige Angaben) u CO2-Ausstoss 120 bis 123 g/km

(vorläufige Angaben) u energieeffizienz-kategorie A

(vorläufige Angabe)

Cadillac CTS-V ATHLET IM MASSANZUG u Der neue Cadillac CTS-V zeigt mit seinen 564 PS den europäischen Businessboliden Audi RS 6, BMW M5 und Mercedes E 63 AMG die Zähne. Dazu versah Cadillac den 6,2-l-V8 mit einem Kompressor. Das ergibt 564 PS und imposante 777 Nm. In 4,2 Sekunden gehts so auf Tempo 100, mit 6Stufen-Automat (Option) bis 282 km/h – und mit 6-Gang-Getriebe gar bis Tempo 308! Der CTS-V fühlt sich auf der Rennstrecke genauso wohl wie als luxuriöser Gleiter auf der Strasse. Nur unter Vollgas wummert der V8 des Limousinen-Sportlers böse, sonst brummelt er dezent. Dazu passt das Cockpit mit Nobelflair und Qualität auf Europa-Niveau. Die Preise für die Schweiz sind noch nicht bekannt. schweizer illustrierte

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Der Herbst beginnt harmonisch

woche vom 21. bis 27. September 2008 Am 22. um 17.44 Uhr tritt die Sonne ins Zeichen Waage, mit der Tagesund Nachtgleiche startet der Herbst. Zwei harmonische Aspekte am gleichen Tag (Mars–Neptun und Venus–Pluto) weisen auf positive Nachrichten aus der Umwelt oder Kultur. Etwas schwie-

riger der 23. mit der Konjunktion Mars–Merkur, eine Konstellation, die nicht selten auf Unfälle und Probleme im Verkehrs­ wesen (Streiks etc.) hinweist. Eine Spannung zwischen Venus und Saturn könnte Übergriffe gegen Frauen und gesundheitliche Probleme namhafter Künstler bedeuten.

widder 21.–30. 3. Sie sollten sich am 22. um Ihre Familie oder Ihr Haus kümmern, am 24. Ihren Hobbys nachgehen oder Einladung annehmen! Günstig für sportliche Aktivitäten. 31. 3.–9. 4. Sie amüsieren sich am 25. glänzend. Problem (von Februar?) dürfte aktuell werden. Nutzen Sie am 23. und 27. die positiven Einflüs­ se, um etwas dagegen zu unternehmen. 10.–20. 4. Sie haben am 23., 24. und 27. gute Karten, um den Partner zu überzeugen. Gehen Sie diplomatisch vor. Am 22. und 26. könnte eine alte Liebe erneut aufflammen.

stier 21.–30. 4. Der 22. wäre exzellent für neue Kontakte oder Schreibarbeiten. Am 24. fühlen Sie sich im engsten Kreis wohl, am 26. und 27. stehen Sport und Hobbys an erster Stelle. 1.–10. 5. Sie sind auf Glückskurs, zeigen sich kreativ, machen Nägel mit Köpfen. Ein Pro­ jekt oder eine Begegnung von Februar könnte gute Re­ sultate versprechen, für einige einen Volltreffer. Nur am 23. könnte ein finanzielles Problem wieder auftauchen. 11.–20. 5. Gute Chancen für neue Vorhaben, wenn Sie vor dem 13. geboren sind. Eher neutral für alle anderen.

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind kreativ, knüpfen neue Kontakte (24.). Günstig auch für offene Aussprache. Am 26. und 27. ziehen Sie sich in Ihre Schale zurück, sind nicht grad gesellig. 1.–10. 6. Es fällt Ihnen nicht leicht, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Am 23. und 27. kommen Sie gut voran. Nur um den 5. Geborene werden mit familiärem Problem konfrontiert (23. und 24.). 11.–21. 6. Sie fühlen sich gut in Schuss, können Ber­ ge versetzen. Kontakte sind nützlich. Günstig für Reisen, Weiterbildung. Ihr Charme ist am 22. unwiderstehlich.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie beschäftigen sich mit fami­ liären Dingen oder Wohnungsfragen. Gute Ergebnisse am 26. und 27., kleine Hindernisse am 22. (Pannen, Repara­ turen?). 2.–12. 7. Sie eliminieren alles Überflüssige aus Ihrem Leben. Gemeinsam mit Partner können Sie einen Erfolg verbuchen; speziell am 23. und 27. fühlen Sie sich wohl. 13.–22. 7. Die Stimmung in den eigenen vier Wänden könnte angespannt sein. Es kommt zu Miss­ verständnissen oder Verzögerungen (23., 24., 27.), auch chronische Beschwerden könnten wieder akut werden.

löwe 23. 7.–1. 8. Exzellente Woche für Kontakte, Reise, einen Besuch. Am 24. können Sie sich offen aus­ sprechen, sollten sich aber körperlich schonen! 2.–12. 8. Projekt (von Februar?) könnte jetzt gute Ergebnisse bringen (am 23. und 27.): durch Immobilien, Erbschaft, Dividenden? 13.–23. 8. Exzellente Woche! Venus und Merkur versprechen interessante Begegnungen, neue Horizonte, am 22. (!) wahre Sternstunden zu zweit und unvergessliche Momente voller Leidenschaft. Man liegt Ihnen zu Füssen. Auch sind Sie physisch in Bestform.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Am 22. könnten Sie alte Freunde treffen. Am 26. und 27. hätte eine Diät oder Kur gute Chancen auf Erfolg. Eine grössere Überraschung winkt am 24. 3.–12. 9. Sie sind konstruktiv, machen ­Nägel mit Köpfen. Nach einer Bilanz eliminieren Sie alles Unnötige. Vor allem um den 5. Geborene haben das Glück auf ihrer Seite, einigen gelingt ein Volltreffer (neue Firma, neuer Posten, schicksalhafte Begegnung?). 13.–23. 9. Neue Situation in Ihrer Partnerschaft nimmt langsam Form an. Am 21. müssen Sie radikal umdenken.

waage 24. 9.–3. 10. Sie können am 22. nur schwer Ihre Gefühle verbergen, sind nicht grad optimistisch. Neues Projekt (mit Freunden?) hat am 24. gute Chance. Man hört auf Sie. 4.–13. 10. Guter Zeitpunkt für diskrete Verhandlungen (Immobilien?) wäre der 23. oder 27. ­Problem von Februar könnte jetzt Lösung finden. Einige werden von Behörde zur Kasse gebeten. 14.–23. 10. Sie amüsieren sich blendend, sind Mittelpunkt des Gesche­ hens (22.). Venus und Mars versprechen leidenschaft­ liche Stunden, niemand kann Ihnen derzeit widerstehen.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie ziehen sich am 22. in Ihre Schale zurück. Am 24. sind Sie gut gelaunt, finden An­ schluss. Allerdings könnte dies einem Kollegen ein Dorn im Auge sein … Günstig für neue Projekte: der 26. und 27. 3.–12. 11. Sie spielen die Rolle des Vermittlers (zwischen Freunden?) mit Erfolg. Am 23. und 27. hat ein neues Projekt Rückenwind. Um den 5./6. Geborene können schönen Treffer landen, beruflich und privat. 13.–22. 11. Sie sollten sich am 23. aus Klatsch und Intrigen heraus­ halten, chronische Probleme nicht unterschätzen.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie haben gute Karten, um ein Projekt zu starten (24.). Unterstützt Sie ein Freund? Am 26. und 27. sollten Sie die Lage ruhig analysieren. 3.–12. 12. Man vertraut Ihnen grössere Verantwortung an (Konsequenz von Februar?). Sie sollten sich dabei nicht blind auf die Hilfe von Freunden verlassen (am 23., 27.)! Sie müssen Ihre Kräfte gezielt einsetzen. 13.–21. 12. Es könnte (im Freundeskreis?) zu aufregender Begeg­ nung kommen. Ihr Charme öffnet Ihnen Tür und Tor, und einige knüpfen wertvolle Kontakte an (am 22. und 23.).

steinbock 22.–31. 12. Sie sind an manchen Tagen ­nervös (22.), sollten Partner gegenüber diplomatischer sein. Nutzen Sie günstige Einflüsse am 26. und 27., um altes Problem zu klären. 1.–10. 1. Sie haben gute Karten, um ein Vorhaben über die Bühne zu bringen (23. und 27.), können so Ihre Finanzen aufbessern (durch schrift­ liche Arbeiten, künstlerische Projekte). Am 23. sollten Sie sich nicht überschätzen! 11.–20. 1. Sie haben den Ein­ druck, dass sich die ganze Welt gegen Sie verschworen hat (23. und 27.). Nutzen Sie Chancen am 22. und 24.

wassermann 21.–30. 1. Sie sind effizient und konstruktiv. Gute Nachricht gibt Ihnen Auftrieb, am 24. hört man auf Sie. Differenzen mit Partner oder Freunden am 27. 31. 1.–9. 2. Sie sollten bei finanziellen Abmachungen mög­ lichst diskret vorgehen (am 23. und 27.). Am 25. könnte eine Diskussion ausarten, giessen Sie nicht noch Öl ins Feuer! 10.–19. 2. Traumwoche! Sie sind unwiderstehlich, könnten eine schicksalhafte Begegnung machen. Auch viel Spass auf Reisen, Erfolg mit neuen Projekten (22., 25. und 26.). Körperlich sind Sie in Bestform.

fische 20. 2.–1. 3. Der 22. wäre günstig für Reise, Treffen oder Weiterbildung. Bei Auseinandersetzungen mit Partner sollten Sie am 26. und 27. mehr Verständnis zeigen! 2.–10. 3. Partnerschaft könnte gute Ergebnisse versprechen. Freunde sind ebenfalls eine grosse Hilfe (am 23. und 27.). Körperlich sollten Sie allerdings einen Gang zurückschalten! 11.–20. 3. Einige freuen sich am 22. über einen unerwarteten Gewinn. Am 21. aber könnte es anders kommen als erwartet. Besonders um den 18. Geborene erleben tief gehende Umwälzung, einen Neubeginn.

ihr tages-horoskop 116

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


spiele

Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 21. September 2008, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

schweizer illustrierte

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spiele

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­ staben. Bei richtiger Lösung ergeben die zweiten und die fünften Buchstaben, jeweils von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abwei­ chungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schnei­ den Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 21. sept. 2008

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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spiele

Rebus

Auflösung aus Heft 37 wer häts – ohä lätz

kreuzwort chaos Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Sudoku mittel

   

        Èschwer 









   

   

 

# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



 



 



    







 



 C È# O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

sudoku Mittel                            È

        

        

        

        

        

        

Schwer                           

        

        

        

        

        

         



goldvreneliRätsel

 

 

schlafanzug

raten und rechnen

Gewinner aus Heft 33 Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Maria Ackermann Lüsselstrasse 3,4227 Büsserach Sara Baumgartner Ebnetstrasse 32, 9032 Engelburg Marlise Gafner Flurweg 8, 4912 Aarwangen Rosa Vögeli-Parigger Mittelholzerstrasse 7, 9015 St. Gallen Begi Pereira Dorfstrasse 132, 5326 Schwaderloch goldvreneli-rätsel (Lösung: «Anschauung») Thomas Hürlimann Schulhausstrasse 17, 6318 Walchwil Nadia Riesen Hauptstrasse 15, 8574 Illighausen Markus Abegg Zollerstrasse 52, 8703 Erlenbach

zitat zwischen zahlen 1. Nufenen, 2. Aendern, 3. Reinach, 4. Rose D’Or, 5. Engadin, 6. Neuwert, 7. Hundwil, 8. Alpnach, 9. Enquete, 10. Novelle, 11. Dichten, 12. Eiscafe, 13. Birseck, 14. Elmiger, 15. Soutane, 16. Connery, 17. Hexerei, 18. Medrano, 19. Interna Lösung Narren­haende beschmieren Tische und Waende. rebus 1 HIMM E L 2 T EM P E L 3 E NT E = ELEMENT

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Filmstar

KOCH UND KULT Hans-Peter Ulli in der Küche seines Hauses in Stein AR. Und als Ändy im Axpo-Spot mit Köbi Kuhn.

Gleich zwei Mal ist HANS-PETER ULLI in den nächsten Monaten auf der Kino-Leinwand zu bewundern. Zum Kult wurde er aber mit Köbi Kuhn am Stammtisch.

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Ein Pfunds-Kerl


im Hoch

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Filmstar

«Ich habe kein Problem mit Nackt-Szenen. Wenn ich spiele, bin ich ja nicht ich selbst» HANS-PETER ULLI Text SANDRA CASALINI Fotos ROLF EDELMANN

D

ass Freud und Leid oft nah beisammenliegen, erfuhr Hans­Peter Ulli, 52, nie intensiver als in letzter Zeit. Seit gut vier Jahren glücklich mit der Opernsängerin Antonia, 51, verheiratet, läufts auch beruflich optimal für ihn. Seine Werbespots sind Kult: Als Taxifahrer kurvte Ulli für Swisslos Murat Yakin durch die Gegend. Und als Ändy sass er mit Ex-Nati-Trainer Köbi Kuhn am Stammtisch. Jetzt startet Hans-Peter Ulli auch als Schauspieler richtig durch: Er drehte dieses Jahr nicht weniger als drei Filme. Die Komödie «Geld oder Liebe» lief im Sommer. In «Champions» spielt Ulli an der Seite von Marco Rima einen alternden Eishockey-Goalie. Und in «Räuberinnen» mimt er einen fiesen Bischof, steht mit Nils Althaus, Mathis Künzler und Viktor Giacobbo vor der Kamera. Beide Filme kommen Anfang 2009 in die Kinos. Kommenden Freitag ist er als Gast bei der SF-Soap «Tag und Nacht» am Bildschirm zu sehen. Und ab 4. Oktober steht er in der Operette «Die Fledermaus» auf der Bühne des Stadttheaters Bern. An diesem Mann kommt die Schweiz eben nicht vorbei! Mitten in den Dreharbeiten zu «Champions» der Schock: Hans-Peter Ullis jüngere Schwester Brigitte starb mit 48. «Sie war zwar lange krank. Trotzdem kam die Nachricht für mich aus heiterem Himmel.» Ulli haderte, litt, aber er drehte weiter. «Das war gut so. Vor der Kamera konnte ich den ganzen

GROSSE LIEBE Hans-Peter mit Gattin Antonia in der Stube. Er reicht knapp unter die Decke.

Tag jemand anderes sein.» Doch auch der Erfolg hat seinen Preis: «Die Be­ erdigung meiner Schwester mussten wir nach meinem Drehplan richten. Das ist doch verrückt, oder?» Mittlerweile hat Hans-Peter Ulli gelernt, mit seiner Trauer umzugehen. «Nur am Samstag­ abend – dem Zeitpunkt, als es geschah – komme ich manchmal ins Grübeln. Vor allem wenn ich allein zu Hause bin.» Zum Glück ist meist Antonia da. Die Amerikanerin ist Hans-Peters dritte Ehefrau. Kennengelernt hat sich das Paar vor acht Jahren am Stadttheater St. Gallen. Ulli: «Sie sang ‹La Traviata›. Ihre Stimme faszinierte mich.» Für bei-

de war schnell klar, dass sie zusammengehören. «Antonia ist eine wunderbare Künstlerin und eine tolle Köchin. Sie ist zärtlich und verständnisvoll. Ich wäre nichts ohne sie», schwärmt Hans-Peter Ulli. «Ich kann ein richtiger Muff sein – und sie hält mich aus!» Antonia lacht. «Das vergebe ich ihm. Abgesehen davon ist Hans-Peter nämlich mein Traummann.» Auch Antonia Brown Ulli war bereits zweimal verheiratet, lebte bis vor vier­ einhalb Jahren in Florenz. Ihre Tochter Sussan, 13, blieb bei ihrem Vater in Italien, als Antonia in die Schweiz zügelte. «Das war eine schwere Entscheidung


Filmstar

HARMONIE Hans-Peter und Antonia Ulli waren zuvor beide bereits zweimal verheiratet. für mich. Aber ich wollte sie zu nichts zwingen.» Den Sommer verbringt Sussan jeweils im Appenzellerland, wo HansPeter und Antonia seit vier Jahren leben. Antonias Tochter möchte Sängerin und Schauspielerin werden. Ihr Vorbild: der Stiefvater! «Sie glaubt, ich sei hier ein grosser Star», sagt Hans-Peter Ulli ­lachend. «Ich finde es toll, dass sie ihre Träume verwirklichen möchte.» Ein Traum ist für Hans-Peter und Antonia Ulli auch mit ihrem Häuschen in Stein AR in Erfüllung gegangen. Es gibt zwar keine Zentralheizung, und die Räume sind gerade mal 1,85 Meter hoch. Hans-Peter misst 1,82 Meter. Doch das Ehepaar fühlt sich wohl und geniesst das Landleben. «Wir sind gut integriert im Dorf», sagt Hans-Peter Ulli. Der Zürcher ist im «Komitee zur Wieder­

einführung der Landsgemeinde», seine amerikanische Frau im Turn- sowie im Landfrauenverein. Zudem erteilt sie dem Schützenchörli Gesangsunterricht. «Dass man mich ab und zu am Fern­ sehen oder im Kino sieht, ist hier kein grosses Thema», meint Hans-Peter Ulli. Das könnte sich noch ändern. Vor allem falls die Steiner im Herbst in die Kinos pilgern, um «Räuberinnen» zu sehen. Darin ist Hans-Peter Ulli nämlich so zu sehen, wie Gott ihn schuf. 170 «füdliblutte» Kilo. Ein Problem hat er damit nicht. «Wenn ich spiele, bin ich ja nicht ich selbst. Nur wenn die Szene vorbei ist, ich nackt vom Set gehe und alle immer noch schauen, ists mir schon ein bisschen peinlich.» Dabei fände er es wichtig, dass man auch im Kino einmal ­unperfekte Körper sehe und damit

s­ ignalisiere, dass man sich auch ohne Traummasse wohlfühlen kann. «Ausserdem habe ich eine Frau, die mich sexy findet, so wie ich bin.» Aber eigentlich habe er vor dem Dreh von «Champions» viel mehr Respekt gehabt als vor einer Nackt-Szene. «Ich kann zwar ‹schliifschüenle›, hatte aber trotzdem ganz schönen Bammel davor. Schliesslich musste ich aber nur in einer einzigen Szene gedoubelt werden. Darauf bin ich stolz!» Keine Probleme hatte er hingegen mit dem Bündner Akzent, den er sich für die Rolle zulegen musste. «Als Sohn einer Österreicherin und eines Emmentalers bin ich da flexibel.» Und wer ihn erst einmal auf der grossen Leinwand erlebt hat, ist ganz bestimmt nicht nur von Hans-Peter Ullis Sprache beeindruckt!  


party

amerika trifft paris Gehts nach dem US-Designer Marc Jacobs, werden die Frauen im Frühling und Sommer 2009 in einem Mix aus Western-Lady und Pariser Grande Dame durch die City flanieren.

Fotos Chris Moore, Getty (8), Reuters, Face to face, AP/Keystone (3), Cinetext, Corbis, Wenn, Dukas

Verliebte Jungs, ein Bubikopf und Stars à gogo New York Fashion Week: Halb hollywood sass bei Marc Jacobs in der ersten reihe

M

neue flamme Marc Jacobs (r.) und sein sexy Boyfriend Lorenzo. Jacobs mutierte nach seiner Rehab-Kur vom Pfui (kl. Bild) zum Beau.

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schweizer illustrierte

ode? Kann, muss aber nicht immer interessieren. Als Victoria Beckham mit neuer raspelkurzer Frisur bei Marc Jacobs neben Latina-Star Jennifer Lopez Platz nahm, war der Catwalk Nebensache. Die zündholzdürre Posh stahl dem «grössten Designer des Jahrzehnts» fast die Show. Wollte sie damit von ihrem eigenen, miserabel laufenden Label DVB Style ablenken? Jacobs wars egal! Erstens, weil sich Mode-Autorität Suzy Menkes («Herald Tribune») in Lobpreisungen überbot. Und zweitens ist Jacobs in sexy Lorenzo Martone verliebt, einen smarten Werber aus Rio. Übrigens: Mailand und Paris sehen je länger, je altbackener aus. In Manhattan ist der Mix extrem cool. Hier sitzt halb Hollywood in der ersten Reihe: von It-Girl Lindsay Lohan bis Über-Diva Bette Midler. Text Giuseppe cerrato Look Der Fashion-Channel im Web-TV zeigt Impressionen der neusten Kollektionen. www.schweizer-illustrierte.ch/webtv

Feurig Tritt sie in die Fussstapfen von J. Lo? Der kubanisch­stämmige Star Eva Mendes bei der Calvin-Klein-Show.


number one TennisStar Serena Williams.

kaffeeklatsch «Vogue»-Chefin Anna Wintour plaudert mit Tennis-Ass Maria Scharapowa.

swiss Connection Uma Thurman und ihr Genfer Verlobter Arpad Busson.

männer und musen An der Met-Gala wurden Marc Jacobs und sein Freund Lorenzo Martone (l.) von Muse Sofia Coppola und Supermodel Helena Christensen (r.) begleitet.

n Diane ro ck en ab Schauspielerinne igner Des , ank Sw ary Hil l.), Kruger (v. n Legend. Joh er sik Mu Tommy Hilfiger und

Diven zeigten an der Fashion Week den Jungs die kalte Schulter. Lindsay Lohan und Freundin Samantha Ronson waren in New York unzertrennlich. Lindsay hat sich offiziell zwar noch nicht geoutet, die Gerüchteküche jedoch brodelt. Lust auf andere Ufer verspürt auch Kylie Minogue. Sie schwärmt für die verstorbene Filmdiva Tallulah Bankhead. «Ich würde für sie lesbisch werden.» 

Vo ll fr a u B Michael Kors. ette Midler und Designer macht sich dieAus Size zero Diva nichts. R echt so!

schau mich an Victoria Beckham mit Bubenkopf konkurriert mit Jennifer Lopez’ Mähne.

trend Girl liebt girl

Geschäft u n d e r Das el») läuft, Heidi ist w in e l u ä r f l Kors. Next Top Mod («Germany’slum backstage bei Michae K happy. Die

funkelnder blick Nicole Richie fiel mit silbernem Kopfschmuck auf.

lust auf neues Pop-Star Kylie Minogue steht auf Tallulah Bankhead.

ist es Liebe? Die Spatzen pfeifens von den Dächern: Lindsay (l.) und Samantha sollen ein Paar sein. schweizer illustrierte

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Notabene

Keiner will es

A

cht Verteidigungsminister habe ich im Bundeshaus erlebt. Drei würde ich für diensttauglich erklären: Nello Celio, Kaspar Villiger, Adolf Ogi. Samuel Schmid ist keine Ausnahme. Das VBS, Departement für Vertei­ digung, Bevölkerungsschutz und Sport, hiess bis 1995 EMD, Eidgenössisches ­Militärdepartement. Ob VBS oder EMD, es war und ist das ungeliebteste aller Departemente. Kaum ­einer übernahm es freiwillig. Norm ist, der zuletzt Gewählte muss dran glauben. Um es so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Von 1980 bis 2000 zum Beispiel hatten wir fünf Verteidigungsminister. Das ergibt eine durchschnittliche Dienstzeit von gerade noch vier Jahren. 2001 wurde Samuel Schmid zum Bundesrat gewählt. Als Neuer landete er im VBS. Nach den Wahlen 2003 hätte er gerne ins Justizdepartement ­gewechselt, musste jedoch Christoph Blocher den Vortritt ­lassen. Jetzt ist Schmid Rekordhalter. In den letzten vier Jahr­ zehnten war keiner länger beim Militär als er. Nello Celio erzählte mir mal, wie er als Bundesrat das EMD führte. Ein Korpskommandant forderte öffentlich einen «Friedensgeneral». Celio handelte sofort. Er kommandierte die sieben Korpskommandanten zu sich: «Meine Herren, es ist die Rede von einem Friedensgeneral. Der Friedensgeneral bin ich, Chef EMD. Diskussion geschlossen!» Das war der Unterschied zu Schmid. Celio wechselte nach drei Jahren ins Finanzdeparte­ ment. «Meinst du, ich sei von Lugano nach Bern gekommen, um mich jeden Tag im EMD grün und blau zu ärgern», koket­ tierte er beim selbst gekochten Risotto. «Mit Rotwein», wie er betonte. Celio sperrte den Kredit für die vom EMD bean­ tragten US-Kampfflugzeuge Corsair. Mit der Begründung «wir brauchen keine Grossmachtarmee im Taschenformat». Der Tessiner Bundesrat regierte souverän. Schmid reagiert. Meistens zu spät. Kaspar Villiger brauchte einen neuen Generalstabs­ chef, heute Armeechef. Wie stümperhaft Schmid das Dossier Nef vergeigte, wissen wir. Nun darf er im zweiten Anlauf nach­ holen, was er nicht kann. Sofern er nicht doch aufgibt. Villiger holte mit Arthur Liener einen unbequemen Vordenker. Der auch als höchster Offizier immer zuerst Bürger und Demokrat war. «Genau so einen brauchen wir», betonte Villiger. Mit ­Liener gelang ihm ein Volltreffer. Unfähige, ob Oberst oder

Helmut Hubacher ­ ivisionär, hatten unter ihm nichts zu lachen. Liener war in D meinen 34 Jahren als Nationalrat der beste Generalstabschef gewesen. Georges-André Chevallaz war ein erfolgloser Finanz­ minister. Er verlor jede Abstimmung. Zweimal zum Beispiel beim Versuch, die Mehrwertsteuer einzuführen. Nach einer Abstimmung stellt sich der zuständige Bundesrat den Me­dien. Wenn er wieder verloren habe, solle er wenigstens eine ­ernste Miene machen und nicht doof lächeln, ermahnten ihn seine Kollegen. So ist das eben im Kollegialsystem. Chevallaz wurde ins EMD strafversetzt. Er blieb auch dort überfordert. Für die Beschaffung von 420 LeopardPanzern beantragte er einen Kredit von 4,5 Milliarden Fran­ ken. Fast eine Milliarde zu viel, wie wir in der Militärkommis­ sion nachweisen konnten. Sonst schaute Chevallaz die Schweiz am liebsten von oben im Helikopter an. Nach drei Jahren gab er auf. Für ihn folgte sein Lausanner Spezi Pascal Delamuraz. Der musste die versalzene Leopardsuppe auslöffeln. Auch er hielt es im EMD nur drei Jahre aus. 1987 wählte die Bundesversammlung Arnold Koller in den Bundesrat. Zugeteilt wurde ihm natürlich das EMD. Koller sollte neue Kampfflugzeuge beschaffen. Im Rennen ­waren vier Typen: F-16, F/A-18, Mirage, Gripen. Die beiden Letzten schieden aus. Die zwei Amerikaner F-16 und F/A-18 waren Favoriten. Damit waren Höchstpreise garantiert. Denn eine echte Konkurrenz gab es nicht mehr. Die beiden US-­Lieferanten taten sich gegenseitig nicht weh. Koller blieb zwei Jahre. Der Bruchpilot wurde ein guter Justiz­ minister. Sein Nachfolger entschied sich dann für den F/A-18. 100 Millionen Franken das Stück. Das EMD/VBS hat entweder einen Chef auf Abruf oder einen, der zum Bleiben verknurrt wurde. Damit haben die Mili­ tärs das Sagen. Besonders ausgeprägt war das unter Bundesrat Rudolf Gnägi. Sein Generalstabschef Jörg Zumstein war der starke Mann. Hinter dem Rücken von Bundesrat und Parlament organisierte und finanzierte er eine illegale «Geheim­armee». Zumstein war ein «Putschgeneral». Das hatte eine parlamenta­ rische Untersuchungskommission herausgefunden. Fazit: Samuel Schmid ist bei Weitem nicht der einzige Versager als Verteidigungsminister. Im Gegenteil, er ist in «guter» Gesellschaft.  Helmut Hubacher, 81, ehemaliger SP-Präsident und Buchautor

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leser

«Vasella ist wohltuend» bisschen leichter als ‹Excalibur›, dafür aber um einiges länger. Wie eine Frau eben …»

der NovartisDaniel Vasella, 55, am Teich Koi-Fischen. mit el Zentrale in Bas

u Interview Daniel

vasella, SI 37/2008 «Herr Vasella hat recht: Wer gesund ist, denkt ans Geld. Und wer krank ist, denkt an die bestmögliche Behandlung. Man kann das auch gleich in die Wirtschaft um­setzen. Wir ziehen über die letzten noch in der Schweiz verbleibenden Weltkonzerne her und stellen deren Topmanager als böse und gierig dar. Und wenn diese Unter­nehmen dann – samt Tausenden von Arbeitsplätzen – verschwunden oder verkauft sind, weinen wir ihnen hinterher und beklagen uns über die ungerechte Welt.» Max Winiger, Zürich

Foto Kurt Reichenbach

«Es ist wohltuend, wenn man den Bericht über Daniel Vasella liest. Da zerfleischen sich 200 Politiker und einige Bundesräte an einem nicht gerade weltbewegenden Thema während Monaten und lassen die Tagesgeschäfte links oder auch rechts liegen, während ein CEO eines Schweizer Weltkonzerns mit weltweit 100 000 An­ gestellten ohne medienwirksames Auf­sehen und zum Wohle der Menschheit Grosses leistet. Sie – die Politiker – könnten sich Daniel Vasella als Vorbild nehmen und sich gescheiteren Themen im Leben zuwenden als der Frage, ob der etwas unglückliche Bundesrat es schon im November oder doch erst im Februar wusste!» Jörg Leuenberger, Bern wie eine frau eben … u bernhard russis 60. geburtstag, SI 34/2008 «Ich schliesse mich den guten Wünschen für Bernhard Russi gerne an – gestört hat mich der letzte Satz: «Wie ein Mann eben …» Ich habe einige Tage nach Bernhard Russi meinen 60. Geburtstag gefeiert und mit meinem Bergführer Carlo Micheli die Route ‹Another Day in Para­dise› in der Badile-Nordostwand geklettert. Diese Route ist ein kleines

Irène Ringier, Stäfa ZH

Elisabeth Kopp triffts! u kopp über schmid, SI 37/2008 «Den Beitrag von Frau alt Bundesrätin Kopp habe ich mit grossem Interesse und – ich gebe es zu – auch Genuss gelesen. Diese Frau ist nach wie vor kompetent, präsent und mit einem herausragenden Esprit ausgezeichnet. Ein Jammer, dass Frau Kopp damals zurückgetreten ist, denn nicht nur für mich war sie die beste Landes-ExekutivVertreterin, die die Schweiz je gehabt hat. Was für ein komfortables Land muss die Schweiz sein, um es sich leisten zu können, eine Elisabeth Kopp zum Rücktritt zu zwingen und einen Schmid weiterhin zu stützen!» Hanspeter Bühler, Weiach ZH

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

willi

«Ein historischer Moment, Vater. Unsere Ahnen waren 1291 bei der Gründung dabei, und wir erleben jetzt den Untergang der Schweiz.»


Was macht eigentlich …

ACTION! Alfredo Smaldini, 88, daheim in Rudolfstetten AG beim Üben. Text JACK STARK Foto Dick vredenbregt

M

it dem Lied «Granada» wurden Sie berühmt. Wie kamen Sie als Komiker auf «Granada»? Das geschah nicht von einem Tag auf den anderen, sondern war ein jahre­ langer Prozess. Aus vielen einzelnen Gags und Nummern wie meinen Paro­ dien auf Chinesen, Spanier, Preussen und mit stundenlangem Proben ergab sich ein Ganzes, zu dem die Musik und auch meine Mimik beim Aussprechen des Wortes «Granada» passten. Es vergingen zwanzig Jahre, bis die Num­ mer mehr oder weniger perfekt war. Wissen Sie, wie viele Male Sie sie gespielt haben? Sicher ein paar Tausend Mal. Während Jahren präsentierte ich im Luzerner Unterhaltungslokal «Floragarten» «Granada» allabendlich, ebenso bei meinem Gastspiel 1982 im Circus Knie. Und meist auch bei meinen bis zu 250 Auftritten pro Jahr. Ich schätze, ich spielte die Nummer an die 4000 Mal. Wie wurden Sie Komiker? Ich arbeitete als Kellner im Basler Restaurant Storchen, wo jeden Abend ein Orchester zum Tanz aufspielte. Eines Abends setzte ich mich in der

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Pause ans Schlagzeug, improvisierte wild drauflos, machte dazu allerhand Faxen und zog eine Show ab, der das Publikum begeistert applaudierte. Als der Bandleader dies sah, engagierte er mich sofort als Schlagzeuger. Obwohl ich gar nicht Schlagzeug spielen konnte. Danach tourte ich jahrelang mit Orchestern durch die Schweiz, bis ich 1966 mein erstes Soloprogramm als Komiker präsentierte. Sie traten in der ganzen Welt auf: Las Vegas, Paris, Palma de Mallorca, Santiago de Chile. Welches Engagement bleibt für Sie unvergesslich?

PERSÖNLICH Geboren als eineiiger Zwilling am 16. Dezember 1919 in Basel. Nach der ­Schule arbeitete Alfredo Smaldini als ­Kellner in einem Tanzlokal, wo sein komisches Talent entdeckt wurde. Als One-Man-Show reiste er um die ganze Welt und absolvierte bis zu 250 Auftritte pro Jahr. Der Komiker lebt seit vielen Jahren in Rudolfstetten AG, wo die Gemeinde ihm zu Ehren einen Alfredo-Smaldini-Weg geschaffen hat. www.alfredo.ch

Der Monat im «Olympia» in Paris 1982. Der französische Chansonstar Michèle Torr hatte mich in Genf gesehen und vom Fleck weg für seine Show enga­ giert. Ich war der Anheizer und hatte an der Premiere gleich acht Vorhänge und jeden Abend mehrere «Encores». Es gibt nicht viele Schweizer Künstler, die das von sich sagen können! Und es gibt wenige lebende Schweizer Künst­ ler, nach denen eine Strasse benannt ist. Hier in Rudolf­stetten gibt es zu meinen Ehren einen Alfredo-SmaldiniWeg. Da bin ich stolz darauf! Sie werden nächstes Jahr 90 Jahre alt. Treten Sie noch immer auf? Öffentliche Engagements sind nur noch äusserst selten. Und ab und zu trete ich auf Geburtstagspartys von guten Freunden auf. Dann lege ich 100-prozentige Professionalität an den Tag. Ich bin noch immer sehr ehrgeizig. Sie wirken fit. Wie halten Sie sich in Form? Ich mache täglich Gymnastik und schaue auf mein Gewicht. Das pendelt seit 40 Jahren zwischen 59 und 61 Kilo. Wenn ich über 61 Kilo bin, mache ich FdH, bis ich wieder auf 59 unten bin. Wie sieht Ihre tägliche Gymnastik aus? In meinem speziell eingerichten Übungskeller mache ich 20 Mal den Kopfstand. Spucke 400 Mal PingpongBälle gegen ein Brett und fange sie mit dem Mund wieder auf. Manchmal schaffe ich hundert hintereinander, ohne dass einer runterfällt. Jung hält mich auch Marteli, meine Lebens­ gefährtin seit zwanzig Jahren. Wie alt möchten Sie werden? Das liegt in den Händen vom lieben Gott. Ich bin ein gläubiger Mensch und bete jeden Abend. Nicht nur für mich, sondern auch fürs Marteli und für alle meine Freunde auf der ganzen Welt. Wissen Sie, wie der Komponist von ­«Granada» heisst? Nein, keine Ahnung. Er heisst Angel Agustín María Carlos Fausto Mariano Alfonso del Sagrado Corazón Lara y Aguirre del Pino, genannt Agustín Lara: ein ehemaliger Bordellpianist, der in Mexiko zum Superstar aufstieg – wie Alfredo Smaldini in der Schweiz. Märssi!

Foto RDB

… Alfredo? Der Komiker Alfredo Smaldini wird nächstes Jahr 90, macht noch jeden Tag 20 Mal den Kopfstand, spuckt 400 Mal Pingpong-Bälle gegen 7. 197 edo Alfr : pen Lip als li ein Brett. Seine Paradenummer «Granada» hat er Tausende Male präsentiert. Wiener



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