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StÉphane Lambiel Heisser Flirt mit den Sugababes

Dominique Gisin & Fabienne Suter Unsere Ski-Girls über Männer, Mode und Marotten

Tina turner Sie rockt. Sie tanzt. Sie verzaubert. Mit 69 besser denn je!

Das macht sie so stark 6

2. Februar 2009 CHF 4.50


Inhalt 30

u Mia Aegerter Jetzt wird alles anders! Die Schau­ spielerin und Sängerin aus Freiburg hat in München ihre Liebe und Oase gefunden. Mit Freund Julian und einer neuen CD meldet sie sich zurück.

HEFT 6, MONTAG, 2. Februar 2009

Titel Foto Thomas Buchwalder, Titelfoto Andrea Macpherson / JBG Photo / Swisspress

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Tina Turner Besser denn je! Ihr guter Freund André Béchir schildert ihr pri­ vates Leben. Er verrät, warum die RockQueen so jugendlich wirkt. Ihre Musik. Ihre Mode. Ihre kleinen Geheimnisse

Leute 7 8 30

Tagebuch des Chefredaktors Leute Federer, Sulander, Brangelina, Patricia Schmid, Les Sauterelles, Weiler Mia Aegerter «Chopf oder Buuch»! Zu Besuch beim Multitalent und seinem Freund Julian in München

Sport 26

Dominique Gisin & Fabienne Suter Ein Gespräch über Frauen-Freundschaften, Figurprobleme und sexy Boys schweizer illustrierte




Inhalt Krisengipfel 36

Grosse WEF-Parade Mit Bundespräsident Hans-Rudolf Merz in Davos. Worüber er mit Putin fachsimpelte – auf Russisch!

Kultur 44

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Patric Scott Geissenpeter in Berlin. Mit Disziplin in den Popstar-Himmel Ted Scapa Schloss-Museum. Ein Besuch in seinem Kunst-Eldorado

Shopping 47

u Fabienne Suter & Dominique Gisin Ganz stark. Unsere Ski-Girls geniessen einen der letzten ruhigen Momente vor der Ski-WM. Sie gehen shoppen, gönnen sich ein Stück Torte und tratschen über Männer, Mode und Marotten.

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Top Fit 57

Body-Building für Kinder! So turnen sich die Kids gesund: «Es ist einfach cool!»

Die Besten 61

u Patric Scott Der Ostschweizer Musical-Darsteller ist auf dem Sprung zum Popstar.

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 69

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party 86

Art on Ice Zürich: Das neue Leben von Eis-Prinz Stéphane Lambiel

Fotos Hervé Le Cunff, Oliver Mark, Kurt Reichenbach

Und …

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u Hans-Rudolf Merz Unterwegs zum Gipfel. Trotz Stress beim WEF lässt sich der Bundespräsident den Marsch auf die Schatzalp nicht nehmen.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

88 90 74 78 89

Notabene von Chris von Rohr Die Liste von Susanne Kunz Impressum Horoskop Leserbriefe .schweizer-illustrierte.ch

Ob Mia Aegerter, Patric Scott, Dominique Gisin, Fabienne Suter oder die Schlummermutter der MusicStars – sie alle sind Programm im SI-Web-TV. Natürlich nur auf www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte




tagebuch

69 – und kein bisschen leise Tina Turner

Nik Niethammer, Chefredaktor

Auf wenige Dinge kann man sich heutzutage noch verlassen: Am Morgen geht die Sonne auf, Tramchauffeure fahren einem vor der Nase weg, und Tina Turner hat umwerfende Beine. Nach acht Jahren Pause stöckelt die Rocklady wieder über die grossen Bühnen – und wie! «Es ist erstaunlich: Alles, was die Leute sehen wollen, sind die Beine von Tina Turner», sagt die 69-Jährige und lacht. «Man muss auf der Bühne etwas anziehen, bei dem die Menge vor Freude brüllt. Und ich kann das. Ich denke, dass ich dafür noch gut in Form bin. Für Hosen, die nur zu den Knien gehen. Und für High Heels.» Am 15. und 16. Februar kommt Tina Turner für zwei restlos ausverkaufte Konzerte nach Zürich. Dass sie wieder auftritt, ist ihrer Freundin Sophia Loren zu verdanken: «Tina», sagte Sophia, «du hattest genug freie Zeit. Arbeite gefälligst wieder.» Wer ist diese Frau, die sich mit fast 70 Jahren in hautenge Leggings zwängt, die so aussehen, als ob sie furchtbar kneifen? Wie wurde die überzeugte Buddhistin trotz vielen Schicksalsschlägen zur erfolgreichsten Rocksängerin aller Zeiten? Chefreporter René Haenig sprach mit André Béchir, Chef der Konzertagentur Good News und enger Freund von Tina seit 37 Jahren. DRS-3-Ikone Ernst Buchmüller beschreibt die geheimnisvolle Kraft von Tinas Musik. Und Redaktorin Steffi Hidber reiste nach Köln zum ersten Konzert ihrer Europa-Tournee. Was ihre Fans in der Schweiz erwartet, wo Tina Turner joggen geht und was sie sich von Zeit zu Zeit gönnt, lesen Sie – ab Seite 16

Barack Obama Glauben Sie mir:

Foto Marcel Nöcker

Was ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, jetzt anbiete, gibt es weltweit nur ein einziges Mal. Es ist das Titelbild unserer letzten Ausgabe im XXLFormat (160 × 110 cm). Und Sie können es gewinnen. Jede Woche wird unser Cover einmal als Poster gedruckt; es ziert dann eine Woche lang das Eingangsportal unserer Redaktionsräume im Zürcher Seefeld. Später schicken wir Zu gewinnen Das XXL-Poster mit Obama. das Super-Poster unserem Titel-Star. Bei Barack Obama verzichten wir aus naheliegenden Gründen darauf. Packen Sie die Gelegenheit beim Schopf: Schreiben Sie mir, warum wir gerade IHNEN dieses Poster schenken sollen. Die originellste Begründung gewinnt, E-Mail und Postadresse sind unten aufgeführt. Viel Spass mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

Schweizer Illustrierte, Stichwort Obama, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte




nachgefragt bei

Marc Rosset Tennis-Olympiasieger Marc Rosset, 38, über den Grand-Slam-Thriller von Melbourne, die Emotionen und die Zukunft seines ehemaligen Davis-Cup-Teampartners Roger Federer.

Fotos Clive Brunskill / Getty Images, AP / Keystone, People-Press

Herr Rosset, was hat letztlich den Ausschlag gegen Roger Federer gegeben? Nadal war taktisch einfach besser. Roger hat mich aber auch ein bisschen enttäuscht. Es war wieder eine Niederlage auf die gleiche Art! Rafa spielte bei jedem seiner Siege gleich. Aber Roger reagiert nicht drauf, obwohl er langsam die Mittel kennen müsste. Kein Serve and Volley, kaum Netzangriffe. Das zeigt mir: Roger braucht definitiv einen Coach! Spielt nicht auch das Alter eine Rolle? Federer ist 27. Ist das alt?! Natürlich hat ein 22-Jähriger mehr Möglichkeiten, sich zu verbessern. Roger dagegen kann nur noch in Nuancen Fortschritte machen. Trotzdem hat er noch vier, fünf Jahre an der Spitze vor sich, wenn er von Verletzungen verschont bleibt. Und ich bin sicher, er wird Sampras’ Rekord von 14 Grand-Slam-Titeln verbessern! Viele sagen, Federer habe seinen Zenit überschritten. Nervt ihn das? Ich glaube schon. Doch es stachelt ihn wohl enorm an. Ich habe ihn zum Beispiel am US Open live gesehen. Er ist viel emotionaler geworden, auch gegenüber den Medien kämpferischer und kommunikativer. Ein Roger Federer gibt sich nie zufrieden mit der Nummer zwei. Er zweifelt nicht daran, dass er wieder der Beste sein kann.



Wie hat sich denn Rogers Persönlichkeit in den Jahren an der Weltspitze verändert? Er ist ein Mann geworden! Aber mich erstaunt, dass er von seiner Art her genau der Gleiche geblieben ist. Er ist noch immer ein unglaublich netter Mensch. Und das ist extrem schwierig, wenn alle etwas von dir wollen. Ich bin ihm 2008 einige Male begegnet. Er ist aufmerksam geblieben wie eh und je. Er vergisst niemanden, mit dem er einmal zu tun hatte. Es gab noch nie eine Welt-Nummer eins, die so sympathisch und auch der Öffentlichkeit gegenüber so offen geblieben ist. Federer bezeichnet Olympia 2012 mit dem Tennisturnier in Wimbledon als Fernziel. Was brauchts, dass er vorher sagt: Genug, ich höre auf? Mit seinem klugen, kräfteschonenden Spiel kann ers tatsächlich schaffen, so lange top zu sein. Hört er vorher auf, gibts für mich zwei mögliche Gründe: Entweder sieht er keine realistische Chance mehr, Grand Slams zu gewinnen, oder er siegt in Paris, holt 15 Grand Slams und wird mit der Schweiz Davis-Cup-Sieger. Dann könnte es sein, dass ihm plötzlich die Motivation fehlt. Interview Iso Niedermann

Erst die Tränen, dann der Trost vom Champion. Roger Federer, 27, und Rafael Nadal, 22, nach dem denkwürdigen Final am Australian Open 2009. Eine Geste der Freundschaft. schweizer illustrierte


Leute

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Foto Valeriano Di Domenico / EQ Images


Leute

ari sulander

Stiller Champion

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aben Sie je versucht, einem Wächter vor dem Buckingham Palace ein Lächeln abzuringen? Und mussten frustriert aufgeben? Dann sollten Sie es nie bei Ari Sulander, 40, probieren! Der ZSC-Goalie lächelt selbst dann nur verhalten, wenn er als Erster seiner Mannschaft die sieben Kilogramm schwere Silver Stone Trophy – den Siegerpokal der Champions Hockey League – in die Höhe stemmt. Zähne zeigt der beste und wertvollste Eis­ hockeyspieler Europas eigentlich nur seinen Gegnern. Und setzt dabei auf sein Team, seine Fanghand und seine Coolness. Denn wie es sich für einen Finnen gehört, entlockt ihm das Prost bei einer gemütlichen Runde Bier höchstens ein Zwinkern und die Bemerkung: «Ich dachte, wir wollen einen trinken und nicht reden.» Taten sagen eben mehr als Worte … bettina portmann

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Leute BRAD PITT & ANGELINA jolie

Alle Hände voll zu tun

Schweizer Rock-Urgesteine: Peter Glanzmann, 57, Toni Vescoli, 66, Düde Dürst, 62, Freddy Mangili, 67 (v. l.). Ihr grösster Hit: «Heavenly Club». LES SAUTERELLES

Sie rocken in der Beatles-Stadt u In

den Sechzigern wurden sie die «Swiss Beatles» genannt. Jetzt geht für die Sauterelles ein Traum in Erfüllung: Ende August reisen sie nach Liverpool und stehen anlässlich der «Beatles Week» auf der Bühne des berühmten Cavern Club. Dort rockten schon ihre Vorbilder. Mit dabei:

180 Sauterelles-Fans, für die zehn unterschiedliche Kulturprogramme geboten werden! Und Frontmann Toni Vescoli freut sich: «Dieses Erlebnis mit ihnen zu teilen macht es für uns noch spezieller.» Sandra casalini Infos und Anmeldungen unter: www.sauterelles.ch

6 Monate und schon Stars: Zwillinge Knox und Vivienne. u Das erste Bild, privat, zu acht! Angelina Jolie, 33, und Brad Pitt, 45, sind eben mit ihren sechs Kindern auf dem Narita-Flughafen bei Tokio gelandet, wo Brad seinen neusten Kinofilm, «Der seltsame Fall des Ben­jamin Button», vorstellt. Mit ihrem Auftritt bereiten die Hollywood-Stars letzte Woche nicht nur Gerüchten um die angeschlagene Gesundheit ihrer Zwillinge ein Ende. Sie zeigen auch, dass ihre beiden Jüngsten in Sachen Style bereits die Grössten sind: Knox trägt im Partnerlook mit Papa eine coole Schiebermütze, Vivienne verzieht ihr Schmollmündchen schon fast so hübsch wie Mama. Familie Jolie-Pitt ist übrigens schon bald zu neunt. Äthiopische Behörden bestätigen, dass «Brangelina» ein zweijähriges Mädchen adoptieren möchten. SYLVIE KEMPA

Frau Schmid, Sie eröffneten ­vergangene Woche in Paris die Haute-CoutureShow von Jean Paul Gaultier! Hatten Sie Lampenfieber? (Lacht.) Jean Paul Gaultier informierte mich drei Minuten vor Beginn, dass ich als Erste über den Laufsteg müsse. Das war eine spontane Entscheidung. Ich hatte schon ziemliches Herzklopfen. Liefen Sie mit leerem Magen? Sicher nicht. Backstage gabs ein Mega-Buffet mit Sandwiches, Früchten und Makrönchen. Ich habe mich mit einem Gurken-Sandwich, Äpfeln und Tiramisù eingedeckt. Was verdienen Sie an so einer Show? Zwischen 1000 und 2000 Euro. Das ist zwar viel Geld, aber ich war über fünf Stunden anwesend, die Castings nicht eingerechnet. Und Supermodels wie Natalia Vodianova verdienen locker das Zehnfache. Wohin jetten Sie als Nächstes? Zuerst besuche ich meine Eltern in Rothrist. Danach fliege ich von Zürich nach New York für die Fashion-Shows und zurück nach Paris für die Prêt-àporter-Schauen. Dazwischen muss ich mich noch um eine neue Wohnung in Manhattan kümmern. Mir wird es also nicht langweilig. Giuseppe Cerrato

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Richtig spitze Das Aargauer Topmodel Patricia Schmid eröffnete die HauteCouture-Show von Gaultier. Ein Adelsschlag!

Fotos RDB / Reuters, AFP, Keystone (2), Thomas Buchwalder

Vier Fragen an Patricia Schmid, 23


Nach der Landung in Tokio: Klein Knox kuschelt sich an Papa Brad, Zwillingsschwester Vivienne an Mama Angelina. Ihre Geschwister Pax, 5 (l.), Maddox (verdeckt), 7, Zahara, 4, und Shilo, 2, sind das viele Herumreisen schon gewohnt.

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Leute wer liebt wen

Schmetterlinge bei «MusicStar»? u Kaum haben die «MusicStar»Kandidaten ihre WG bezogen, kursieren bereits erste Gerüchte: Leonardo Ritzmann, 19, und Jenny Rey, 19, sollen sich ineinander verguckt haben. «Nur weil wir beide Single sind, muss man uns nicht gleich etwas andichten», wehrt sich Jenny. Und Sonnyboy Leo: «Wir sind kein Paar!» Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden … u Vergangene Woche sorgte eine Meldung für Aufregung: Das ­Ski-Supertalent Lara Gut, 17, soll vergeben sein! Die süsse Tessinerin dementiert. «Das ist vorbei!» Und wer war der Glückliche? Lara: «Ein Eishockeyspieler des SCB.»

Nachfolger gesucht! Seine Tage als schönster Schweizer sind gezählt. Am 2. Mai gibt Stephan Weiler in Lugano seinen Titel ab.

u Der Nächste bitte! Michelle Hunziker, 32,

soll einen Neuen haben. In Mailand wurde sie turtelnd mit Musikproduzent Gabriele Parisi, 37, gesichtet. Der hat wenigstens Erfahrung im Umgang mit Prominenten: Seine Ex ist Popstar Laura Pausini. u Einen weiteren Schritt in ihrer Beziehung

Fotos Sandro Bross, RDB, Tilllate, SF, Keystone

wagen Eva Camenzind, 29, und Lukas Frei, 43. Die Moderatorin und der Werber beziehen in Zürich eine gemeinsame Wohnung. Die beiden sind seit gut einem Jahr ein Paar.

stephan weiler

Der Mann für ein Jahr u Unser Mister Schweiz muss sich warm anziehen! Ab kommender Woche stehen seine möglichen Nachfolger in den Startlöchern. Welcher der 16 Anwärter tatsächlich Chancen auf den Thron von Stephan Weiler, 24, hat? Urteilen Sie selbst – in der nächsten Ausgabe der Schweizer Illustrierten. So viel sei jetzt

schon verraten: Auf den Drogisten aus St. Gallen könnte ein Gefängniswärter, ein Kioskinhaber oder ein Personal Trainer folgen. Seinen Tipp für den Sieger verrät Stephan Weiler allerdings schon heute: «Bleib dir treu, denn allen recht machen kannst du es eh nicht.» bettina portmann

Rose

kaktus

verko Kulundzic Tapferer Retter aus Gossau SG u Und plötzlich ist er ein Lebensretter! Als in der Wohnung einer 93-jährigen Frau in Gossau ein Feuer ausbricht, fackelt Verko Kulundzic, 25, nicht lange. Er handelt. Weil niemand auf sein Klopfen reagiert, drückt er die Tür ein und findet die betagte Frau auf dem Gang. Kulundzic nimmt sie auf den Arm und versucht, ihr Gesicht vor dem Rauch zu schützen. Dass er sich mit dieser Rettungsaktion selber in Gefahr bringt, daran denkt der junge Mann in diesem Moment nicht. Für diesen selbstlosen und mutigen Einsatz schicken wir Ihnen, lieber Herr Kulundzic, eine Rose.

rené fasel Präsident Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) u Prominente wie Lolita Morena, Gilbert Gress, Stéphane Lambiel lächelten die letzten Monate von den Plakatwänden – mit riesiger Zahnlücke! Eine lustige Idee, um die Eishockey-WM in Bern und Kloten zu promoten. Zu lustig für Herrn Fasel. Der gelernte Zahnarzt liess die Kampagne kurzerhand stoppen: Fehlende Zähne seien schlecht fürs Image des Sports. Wir finden, fehlender Humor ist noch viel schlechter fürs Image, und schicken unseren Kaktus. Vielleicht zaubert der ein Lächeln in Ihr Gesicht, lieber Herr Fasel. schweizer illustrierte

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Tina! Die Soul-Queen ist zurück! Nächste Woche rockt tina turner in ihrer Wahlheimat ­Zürich. Ein enger Freund gibt Einblick in ihr privates Leben. Verrät, warum sie so jugendlich wirkt. Alles über ihre Musik, ihre Mode, ihre kleinen Geheimnisse.

Megastar Tina Turner beim Auftakt ihrer Welttour im US-amerikanischen Kansas City. Unglaublich! Die ewig junge Rocklady wird im November 70.


tina Turner

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Lebensfreude pur «Privat ist Tina herzlich und direkt. Und sie besitzt eine gehörige Portion Humor», weiss André Béchir.


tina Turner

Gute Freunde Tina Turner, André Béchir. Text rené haenig

S

ie ist der Superstar: Tina Turner, 69, Sternzeichen Schütze, ge­boren und aufgewachsen in Nutbush, einer ländlichen Gemeinde im amerikanischen Tennessee. Welt­ berühmt geworden mit Hits wie «Let’s Stay Together», «Private Dancer» und «Better Be Good to Me». Ihre Alben verkaufen sich rund um den Globus millionenfach. Tina – die Rocklady! Er ist der Mann, der den Superstar in die Schweiz holte: André Béchir, 59, Stern­ zeichen Stier, aufgewachsen in Hinwil im Zürcher Oberland, gelernter Eisen­ betonzeichner. Er organisierte mit 19 sein erstes Konzert überhaupt und 1972 das erste von Tina Turner in der Schweiz. Béchir – Mister Good News! 36 Jahre ist das her. Heute verbindet Tina Turner und André Béchir eine tiefe Freundschaft. Sie besucht ihn zu Hause, er umgekehrt sie in ihrer Villa in Küsnacht bei Zürich – und bleibt dabei doch zurück­ haltend bescheiden. Herr Béchir, gehen wir von einer Skala von 1 bis 10 aus: Als wie stark würden Sie Ihre Freundschaft zu Tina Turner einschätzen? (Überlegt kurz.) Ganz sicher zwischen 8 und 10. Auch wenn wir uns nicht allzu oft sehen oder sprechen, nicht die Quantität ist bei unserer Beziehung wichtig, sondern die Qualität. Erinnern Sie sich eigentlich noch an die erste Begegnung mit ihr? Klar! Es war im November 1972, anlässlich ihres ersten Konzerts im Kongresshaus Zürich – noch mit ihrem damaligen Ehemann und Bühnen­partner Ike zusammen. Ich war der Junge vom Lande, gerade 23, neu im Musik­ business und entsprechend schüchtern. Ich war ziemlich beeindruckt von dieser

«Uns verbindet eine Art Seelenverwandtschaft. Jeder weiss, dass er auf den anderen zählen kann» André Béchir, Mister Good News

Frau. Tina faszinierte mich unglaublich – ihre Show und wie sexy sie auftrat. Hat Tina Sie damals überhaupt wahr­genommen? O ja! Vor allem dass ich so zurück­haltend war, ist ihr in Erinnerung geblieben. Und wie entwickelte sich Ihre Beziehung weiter? Wir sahen uns jedes Mal, wenn sie in der Schweiz war. Sie schätzt es, dass ich ihre Privatsphäre respektiere und Dinge, die sie mir anvertraut, auch bei mir bleiben. Mich interessierte immer der Mensch Tina, nicht das, was die Medien berichten. Und was bedeutet Ihnen persönlich diese Freundschaft? Unglaublich viel! Auch wenn wir uns nicht so oft sehen, aber wenn wir uns zwei-, dreimal pro Jahr treffen, dann ist es jedes Mal ein Wiedersehen mit grosser Freude. Tina und mich ver­bindet so etwas wie eine Art Seelen­verwandtschaft. Jeder von uns weiss, dass er auf den anderen zählen kann. Sprechen Sie sie mit Tina an oder mit ihrem bürgerlichen Namen Anna Mae? Immer mit Tina! Und worüber plaudern André und Tina? Über alles Mögliche! Über die Zukunft, über das, was jeder von uns gerade macht, was er erlebt hat, und sonstige persön­ liche Belange. Wir vertrauen uns auch gegenseitig persönliche Gedanken an. Welcher Song von Tina ist Ihr persönlicher Hit? Ich finde «Break Every Rule» besonders gut, weil dieses Lied auch mein Motto widerspiegelt: Manchmal muss man gewisse Regeln brechen. Aber man muss wissen, wie man sie bricht und inwieweit man sie brechen darf. Und es gibt immer Regeln, die man brechen darf. Auch das verbindet Tina und mich in gewisser Weise. Sie hat es in den Siebzigern eben­ falls gewagt, solo einen Neuanfang zu wagen. Dazu gehört viel Kraft, aber auch Mut. Wie meinen Sie das? Damals glaubte niemand mehr an Tina. Die Presse nicht, selbst die Platten­ firma war sich nicht sicher, obs Tina noch mal schafft. Ich erinnere mich noch genau – zu ihrem ersten Solo­auftritt Ende 1975 im Zürcher Kongresshaus kamen 700 Leute. Zwei Jahre später war die Halle ausverkauft. Tina glaubte an sich, genauso wie ich an mich glaubte, als ich ins Unter­haltungsbusiness ein­ gestiegen bin. Haben Sie Tina in dieser harten Zeit zugesprochen? Nein. Ich hielt mich stets zurück. Wenn ich nicht direkt gefragt werde, mische ich mich nicht ein. u schweizer illustrierte

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Fotos Reflex (2), People Image, Dukas, Dick Vredenbregt

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u Was schätzen Sie an ihr besonders? Ihre Herzlichkeit, die Direktheit, Spontaneität und ihre fröhliche Art. Tina soll eine gehörige Portion Humor besitzen. Absolut! Das hat auch viel damit zu tun, dass sie echte Freude am Leben hat. Das spürt man einfach. Sie kann andererseits aber auch sehr ernst werden. Spricht Sie Schweizerdeutsch? Sie kann wohl Grüezi sagen und Tschau, aber wir reden eigentlich immer englisch miteinander. Tina lebt seit Jahren mit ihrem Lebenspartner Erwin Bach bei Zürich. Was bedeutet ihr die Stadt? Sehr viel. Sie schätzt vor allem die Zurückhaltung der Menschen. Hier dreht man höchstens den Kopf nach ihr, lässt sie aber in Ruhe. Ursprünglich kam sie ja wegen Erwin Bach in die Schweiz. Sie ist aber längst ein Teil von Zürich respektive Küsnacht geworden, wo sie lebt. Bei Events oder auf dem roten Teppich sieht man sie allerdings kaum. Ja. Sie entscheidet auch sehr selektiv, wohin sie geht. Sie lebt eigentlich nicht anders als die meisten von uns. Wir wählen ja auch, an welchen Anlass wir gehen wollen und wohin nicht. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich Tina Turner unter anderem mit dem Buddhismus. Wie sehr beeinflusst das ihr Leben? Der Buddhismus bedeutet ihr sehr viel, sie lebt danach. Und man weiss, dass ihr der Glaube enorm geholfen hat in ihrem Leben. Werden Sie bei Tinas Konzerten im ­Hallenstadion irgendwo hinterm Vorhang stehen und heimlich zuschauen? (Lacht.) Ich arbeite wie immer. Muss mit den Leuten, die an der Show be­teiligt sind, bereits abrechnen und, und, und. Um Tina live zu geniessen, besuche ich eines ihrer Konzerte an einem anderen Ort. Aber ich werde sie in Zürich sicher treffen. Ob vor oder nach dem Konzert, das entscheidet alleine sie. Ein letzter Satz von Ihnen an Tina vor ihrem Auftritt in Zürich? Tina, bleib gesund, sodass wir noch viele schöne Stunden miteinander verbringen können und unsere Freundschaft die nächsten Jahrzehnte bestehen bleibt – you’re simply the best!

Tina Turner, live in Concert, 15./ 16. Februar, Hallenstadion Zürich. Beide Konzerte sind ausverkauft! schweizer illustrierte

Kind ihrer Zeit Mitte der 70er trug Tina Schlaghose, Hippiehut und eine offenherzige Bluse.


tina Turner

10 Dinge, die Sie über Tina noch nicht wissen 1 2 6

Zu Tinas engsten Freunden zählen neben André Béchir Boutiquen-Königin Trudie Götz, Autoimporteur Walter Frey und dessen Gattin Barbara (Tina sang an seinem 60. Geburtstag «Happy Birthday»), der Arzt «Schurli» Romberg und seine Frau Esther (Schwester von Walter Frey), BulgariGeschäftsführerin Susanna Erb, Beat und Regula Curti sowie der Medienunternehmer Roger Schawinski und Ehefrau Gabriella.

Stolz 1973 landeten Ike & Tina Turner mit «Nutbush City Limits» einen grossen Hit. Drei Jahre später verliess sie ihren Ehemann, 1978 war Tina rechtskräftig geschieden.

Ihre Häuser Tinas Anwesen «Anna Fleur» bei Nizza (l.) umfasst vier Hektar Wald sowie ein Amphitheater. Die Villa «Algonquin» (r.) liegt in Küsnacht ZH direkt am See.

Ihre Hauskantine ist der GourmetTempel «Kunststuben» in Küsnacht ZH (hier feierte sie Weihnachten, sie betritt das Lokal jeweils diskret durch die Küche). 19-Punkte-Koch Horst Petermann: «Tina liebt Pasta, Risotto mit Langusten, Rucola-Salat, Beeren zum Dessert. Süsses mag sie nicht.»

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Ihren Lebenspartner Erwin Bach lernte Tina 1986 kennen: «Egal, wo er hingeht, ich werde mit ihm gehen.» Die beiden geniessen ihre Zeit am liebsten bei einem Buch und einem guten Rotwein.

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An ihre Haare lässt sie nur StarCoiffeur Danniel Saner ran. Mit 26 bleichte Zum 69. Geburtstag am 26. Novem­ sie ihr Haar. Es ging dabei so kaputt, dass sie ber wünschte sie sich von Petermann Ente à seither Perücken trägt. Figaro Saner nimmt sich auch Tinas künstlicher Haarpracht an. la Tennessee – «gut durchgebraten, mit Rotkraut und ohne Preiselbeersauce». Zu ihren Gästen in Küsnacht zählen Lionel Richie, Eros Ramazzotti, Oprah Winfrey (Haus­besitzer ist Kunstguru Kaspar Fleischmann). Aufgrund der häufigen Schläge ihres Ex-Ehemanns Ike wurde bei Tina eine operative Nasenrekonstruktion notwendig. Ihre Beine sind bei Lloyd’s of London für 2,35 Millionen Euro versichert. Drei Fotos hat Tina Turner auf ihrer Tour stets bei sich: Das erste zeigt ihren langjährigen Lebensgefährten, den Deutschen Erwin Bach, 53. Das zweite ihre Villa im südfranzösischen Ville­francheSeit über 20 Jahren schwört sie sur-Mer unweit von Nizza, das dritte ihr auf die Tipps des Londoner Mediziners gemietetes Haus in Küsnacht ZH. Dr. Rajendra Sharma. Vor Tourneen macht sie eine fettarme Diät, verbunden mit einer Sauerstoffkur. Mit Privattrainer joggt sie am Zürichsee. Ihr Schönheitsgeheimnis: zehn Stunden Schlaf und tagsüber nur zwei Mahlzeiten. Während ihrer Hallenstadion-Konzerte logiert sie übrigens im «Dolder Grand».

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Tina, als Baptistin geboren, lebt seit 1974 nach buddhistischen Lehren. Sie glaubt, im 15. Jahrhundert vor Christus schon einmal gelebt zu haben – als ägyptische Pharaonin Hatschepsut (das Gleiche behauptet übrigens auch US-Filmstar Ann Miller).

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«Die wildeste Gross­ mutter» des Showbiz hat zwei erwachsene Söhne, die längst eigene Kinder haben. Tina: «Unser Verhältnis ist eher wie das zwischen Brüdern und Schwestern. Ich liebe sie alle, aber ich bin nicht kuschelig, keine Glucke.» schweizer illustrierte

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tina Turner kommentar

Mit Tina auf der Autobahn Ernst Buchmüller Der 57-jährige Autor und Regisseur gehört zur Gründergeneration von DRS 3 und interviewte in den 80ern Tina Turner vier Mal.

Jahr für Jahr gewagter 60er

Fotos Getty Images, Corbis, Fotex, Ullstein, Stephan Pick, TA / Thomas Burla

Am Anfang ihrer Karriere kleidet sich Tina ladylike. Die Hippiewelle ist 1964 (Bild) noch nicht über die Welt geschwappt. Der Outfit-Kodex in Dallas und Fort Worth ist deshalb konservativ. Schon damals Tinas Markenzeichen: Perücken – mit bravem Pony-Schnitt!

70er

Die Ära des Glam-Pops ist angebrochen. Tina Turner beginnt, Stoff wegzulassen. An diesem Open-AirAuftritt 1970 trägt sie ein Maxi-Outfit mit Halterneck. Heiss!

80er

Nach ihrem Comeback setzt Tina als eine der Ersten auf grosse Labels. 1987 performt sie im Leder-Mini des tunesisch-französischen Designers Azedine Alaia. Sexy!

90er

Auch Pop-Königinnen gehen mit der Mode! In den puristischen Neunzigern zeigt Tina 1996 Bein in einem Mini-Teil von Azedine Alaia im Lingerie-Look. Gewagt!

2009

Für die laufende Tournee zeichnen Giorgio Armani und US-Designer Bob Mackie für die Bühnen-Looks. Die High Heels vom Pariser Kult-Schuster Christian Louboutin. Classy!

«Das müsst ihr unbedingt hören, das ist sensationell!» Wir rümpften alle etwas die Nase beim Anblick dieser Single, die uns der Promotion-Mann der Plattenfirma ans Herz legen wollte. «Hör doch auf, Tina Turner geht schon gegen die 50 und hat in den letzten Jahren nur schreckliche Platten besungen.» 1983 waren wir bei DRS 3 Trendsetter in Sachen Musik, und warum sollten wir «Let’s Stay Together» spielen? Weil es ein absoluter Hühnerhaut-Song war! Gesungen mit der Inbrunst von «Ich zeigs euch allen!». Wir spielten die Single dann so oft, bis das Vinyl fast durchsichtig wurde. Auch die ein Jahr später erschienene LP «Private Dancer» gehörte über Jahre zu unseren Favoriten. Die Lady war wieder da – und wie! Etwas älter zwar als alle anderen Hitparadenstürmer, doch das interessierte plötzlich niemanden mehr. Denn diese Stimme transportierte Leben: ein Leben wie eine Achterbahn mit tiefsten Tiefen, höchsten Höhen und einem unglaublichen Willen, sich nicht kaputt­ machen zu lassen. Der Rest ist Geschichte: über 170 Millionen verkaufte Alben, 8 Grammys, ausverkaufte Welttourneen und 2000 (mit 61 Jahren!) eine phänomenale Abschiedstour. Live ist Tina Turner am besten – mit ihrer Energie, der unverwechselbaren Stimme und … ihren Beinen. Tinas Super-Stimme ist nicht einfach nur schön und glatt, sondern voller Ecken und Kanten. Ein Ton von ihr, und wir wissen genau, was Sache ist. Vielleicht war das Leben zwischen Villa am Zürichsee und Villa in Südfrankreich etwas zu bedächtig, und so steht sie jetzt mit bald 70 wieder auf den Bühnen der Welt. Ich bin gespannt, wie «Nutbush City Limits» an ihrem Heimspiel im Zürcher Hallenstadion klingt. Dieser Song über ihre persönlichen Wurzeln ist für mich Tina Turner pur: die perfekte Hochzeit zwischen Rhythm & Blues, Rock ’n’ Roll und Pop. Übrigens: Der hier besungene High­way 19 wurde 2001 in Tina Turner Highway umbenannt. Diese Frau überholt eben alle auf ihrer ganz persönlichen Autobahn. schweizer illustrierte

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tina Turner

Tina live!

Konzert? Ach was. Ein Riesenspektakel! Tina Turner liess sich für ihre «50th Anniversary Tour» ganz schön was einfallen. SI-Redaktorin Steffi Hidber war beim Start in Köln dabei.

Foto Stephan Pick

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as kann doch gar nicht wahr sein! Tina Turner und mich trennen über 30 Jahre. Der Anblick ihrer Beine lässt mich vor Neid erblassen. Wow! Was wohl erst in den vielen teils schon ergrauten Köpfen der 15 000 Fans in der ausverkauften Kölner Konzert­ arena abgeht? Doch zum ­Sinnieren lässt uns die Popdiva zum Glück keine Zeit. Tina Turner zeigt bei der EuropaPremiere ihrer neuen Tour, wie man sein Publikum rockt! Zu den ersten Takten von «Steamy Windows» fährt die 69-Jäh­ rige auf einer hydraulischen Plattform auf die Bühne herab. Im schwarzen Pail­ letten-Shirt und passenden DreiviertelLeggings, die der US-Stardesigner Bob Mackie entwarf, setzt Tina erst mal ihre legendären Beine in Szene. Die Füsse stecken in schwarzen Louboutin-High-Heels, deren Absatzhö­ he uns Frauen schon das einfache Gehen fast un­möglich macht. Tina aber hüpft in den Stilettos fröhlich und trittsicher mit ­ihren Tänzerinnen um die Wette, der wuschlige Lockenkopf wippt fröhlich im Takt der Musik. Erst nach zwei weiteren Songs begrüsst Tina ihr Publikum, der heutige Abend stelle eine kleine Zusam­ menfassung ihrer musi­kalischen Vergan­ genheit dar: «I hope you like it.» Vier sexy Tänzerinnen, zwei hoch­ talentierte Background-Sängerinnen und eine siebenköpfige Band – Tina legt eine richtige Megashow aufs Parkett. Die

Bühne wirkt mit einem grossen Projek­ tions-Bildschirm und einer Galerie mit zwei Treppen auf den ersten Blick recht einfach. Sie enthüllt erst im Laufe des Konzerts, was in ihr steckt: Kletter­türme (bei «We Don’t Need Another Hero»), riesige Windräder (bei «Goldeneye») und gar eine schwenkbare Aussichts­ plattform, auf der Tina zum Finale über der Konzertarena schwebt. So richtig stockt einem der Atem aber bei Tinas Outfits. Alle sind sie sexy, glitzernd und zeigen viel Bein. Zu Hits wie «What’s Love Got to Do with It» oder «Private Dancer» singen ihre Fans inbrünstig mit. Nah­aufnahmen an den Bildschirmen, die die Bühne flankie­ ren, zeigen zwar, dass die Turner inzwi­ schen ganz schön ins Schwitzen gekom­ men ist, doch ihre Energie beeindruckt. Und erst ihre Live-Stimme … Nach der 30-minütigen Pause – bei Popkonzerten sonst absolut un­üblich – setzt sich die frisch gestärkte Tina für ein paar «ruhigere» Songs auf einen Bar­ hocker. Ihre wunderschöne akustische Version von «Help» singt sie mit so viel Inbrunst, dass ihr das Publikum die kollektive Hühnerhaut mit Standing Ovations dankt. Es wird aber gleich wie­ der groovy mit «Let’s Stay Together», und die grossen Stimmungsbringer wie «Jumping Jack Flash» und «Simply the Best» werden mit wilden Tanzeinlagen angereichert, während im Hintergrund

Live-Konzertausschnitte aus den Siebzi­ gern und Achtzigern ablaufen. Dabei wird deutlich, wie alterslos Tina Turner eigentlich ist: Zwischen der Frau auf den bewegten Bildern und der davor ausge­ lassen ab­rockenden Diva zeigt sich kein nennenswerter Unterschied. Nach der letzten Zugabe «Be Tender with Me Baby» will Tina wissen: «Did you have a good time?» Mit dem zufriedenen «Me too» schreitet die Queen of Rock dann endgültig von der Bühne, während­ dessen ein offizieller Abspann zum Kon­ zert läuft, in dem sämtliche Bandmit­ glieder, Sänger, Tänzer und Tourmanager minutiös aufgelistet werden. Ein Kino-Abspann nach einem Konzert? Nach einer derart souveränen Produktion überhaupt keine Über­ raschung: 21 Songs, 6 Kostümwechsel und 140 Minuten beste Unterhaltung von einer Frau, die mit ihrer Energie, Ausdauer und ihrem rohen Talent zu Recht allen Beyoncés, Rihannas und Christinas ein grosses Vorbild ist. Tina! Welcome to Zurich, wir freuen uns auf dich! 

Steffi Hidber, 35, arbeitete neun Jahre als Musikredaktorin und Moderatorin für Schweizer Medien. schweizer illustrierte

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«Bode Miller – der sieht gut aus!» Unsere schnellsten WM-Trümpfe mal ganz Frau: ­fabienne suter und dominique gisin beim Einkaufsbummel über Frauen-Freundschaften, Figurprobleme und sexy Rennfahrer-Kollegen.


SKI-WM

Modische Interessen Fabienne Suter (l.) und Dominique Gisin diskutieren im Esprit-Shop von Garmisch 端ber ein Gilet. Zu sexy solls bei beiden nicht sein. schweizer illustrierte

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SKI-WM Text alejandro velert Fotos hervé le cunff

S

ie sind die schnellsten Schweizerinnen auf Ski: Dominique Gisin in der Abfahrt, Fabienne Suter im Super-G. Eine Woche vor den Titelkämpfen geniessen die beiden WM-Hoffnungen am Rande der Weltcuprennen von Garmisch etwas Freizeit mit einem Spaziergang durchs Dorf. In einer Boutique tauschen sie für einmal ihre Verbandskleidung gegen Modisches ein. Ohne jedes Logo. Zwei «gewöhnliche» junge Frauen beim Shoppingbummel. Frau Gisin, stört es Sie eigentlich nicht, dass Sie immer die Verbandskleider und Kappe oder Stirnband tragen müssen? Das ist halt unsere Berufsbekleidung. So wie für den Arzt der Kittel oder für den Banker der Anzug. Ich finde es schön, wenn wir einheitlich und als Team auftreten können. Frau Suter, wie kleiden Sie sich in Ihrer Freizeit? Ich mag schöne Oberteile, bin aber nicht so ein Fashion-Victim. Gisin: Ich habe einen sportlichen Stil. Und ich bin absolut unfähig, mit hohen Schuhen zu laufen. Das ist aber nicht so schlimm. Ich bin mit meinen 172 Zentimetern schon gross genug. Darf die Kleidung auch mal sexy sein? Gisin: Ich trage seit zwei Jahren ­wieder Röcke, immerhin. Aber richtig sexy, das ist nicht mein Stil. Aber nicht wegen Figurproblemen, oder? Suter: Wir sind kleine Tanks, aber sonst gehts! (Beide lachen laut.) Der Sport bringt es nun mal mit sich, dass man ein bisschen stämmig ist.

«Figurprobleme? Wir sind halt kleine Tanks. Aber sonst gehts schon ...» fabienne suter «Es gibt viele No-Gos. Aber Männer mit aufgemotzten Autos – das geht gar nicht!» dominique gisin Stört Sie das? Gisin: Im Gegenteil, ich hätte noch so gerne noch mehr Training und etwas festere Beine. Der Sport ist unser Leben und steht vor allem anderen. Suter: Zu jeder Sportart gehört eine bestimmte Figur. Kunstturnerinnen sind meist klein, wir haben halt trainierte Beine und die Eule im Gesicht. Die Eule im Gesicht? Suter: Die Bräune im Gesicht, die beim Skibrillen-Rand aufhört, das nennen wir Eule im Gesicht (lacht). Und wer ist die hübscheste männliche Eule im Weltcup? Suter: Spontan kommt mir der Bode Miller in den Sinn. Der sieht wirklich gut aus. Gisin: Oder Aksel Svindal. Wie muss ein Mann sein, damit er Ihnen gefällt? Suter: Männlich, sein Auftritt muss mich überzeugen. Gisin: So wie Clint Eastwood im Film «Der Gute, der Böse und der Hässliche». Aber im Ernst, auch wenn das Optische nicht völlig unwichtig ist:

Sie haben das Zeug für eine WM-Medaille u Fabienne

Suter

wurde am 5. Januar 1985 in Sattel SZ geboren. Im Februar 2008 feierte sie beim Super-G in Sestriere ihren ersten Weltcupsieg. Im März 2008 doppelte sie beim Weltcupfinale in Bormio mit dem zweiten Erfolg nach. Die 1,68 m grosse Schwyzerin spielt in der Freizeit begeistert Fussball und Volleyball. Sie wohnt mit Eltern und Geschwistern in Sattel.

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schweizer illustrierte

u Dominique

Gisin

gilt seit einigen Jahren als eines der grössten Talente im Schweizer Skirennsport. Die am 4. Juni 1985 geborene Engelbergerin wurde aber immer wieder durch schwere Verletzungen zurückgeworfen. Vor drei Wochen feierte sie im österreichischen Zauchensee in der Abfahrt ihren ersten Weltcupsieg, eine Woche später doppelte sie in Cortina nach.

Letztlich steckt das Interessante hinter der Fassade. Und was ist bei Männern ein absolutes No-Go? Gisin: Wow, da gibt es viele (lacht). Was gar nicht geht, sind Männer mit aufgemotzten Autos. Suter: Genau. Und Schönlinge, die an einem vorbei in den Spiegel schauen und checken, ob die Frisur noch sitzt. Sind Sie beide Single? Suter: Ja, ich schon. Ich bin halt viel unterwegs. Das stört mich aber nicht speziell. Gisin: Mein Freund Tom und ich sind schon seit eineinhalb Jahren zusammen. Zum Glück ist er sehr tolerant, er steht hinter dem, was ich mache. Es wäre sicher schwierig, wenn er kein Verständnis für meinen Job hätte. Denken Sie bereits übers Heiraten oder Kinderkriegen nach? Gisin: Bis vor ein paar Jahren habe ich immer mit «nie» geantwortet. Jetzt bin ich schon so weit, dass ich «vielleicht» sage. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Suter: Eine konkrete Lebensvorstellung mit Mann, zwei Kindern und einem Hund habe ich nicht. Ich mag Kinder sehr und habe einen fünf­ jährigen Göttibuben, der supersüss ist. Sie haben beide nicht ganz alltägliche Hobbys: Frau Gisin, Sie fliegen und haben ein Golf-Handicap 9. Ich lerne gerade für meine Privat­ piloten-Lizenz, wenn ich Zeit habe. Beim Golfen steht vor allem die ­Erholung im Vordergrund. Frau Suter, Sie spielen gerne Fussball … Gisin: … und ob, Fabienne ist mit Abstand die Beste von uns allen! Suter: Ich habe schon früher an den freien Tagen zu Hause in Sattel oft mit den Buben mitgespielt, am liebsten als Stürmerin. Und ab und zu treffe ich auch ins Tor. Im Fernsehen sehe ich mir gerne die englische Liga und die Schweizer Nati an.


Süsse Verführung In der Fussgängerzone von Garmisch geniessen Fabienne und Dominique eine Agnes-Bernauer-Torte. «Das Kalorienzählen lassen wir für einmal!»

Star in England ist Cristiano Ronaldo … Suter (lacht): Stimmt. Und das ist genau der Typ Mann, den ich absolut nicht mag. Da sind mir Charakterköpfe wie Steven Gerrard vom FC Liverpool schon viel lieber. In einem Café lachen und scherzen Fabienne und Dominique ausgelassen. Von Rivalität keine Spur. Konkurrentinnen sind die beiden Innerschweizerinnen nur auf der Piste. Teilen Sie zwei sich immer das Hotelzimmer? Gisin: Immer wenn wir in den gleichen Disziplinen am gleichen Ort starten. Ohne sich je auf die Nerven zu gehen? Gisin: Nein, Fabienne ist eine extrem angenehme Zimmerpartnerin. Wir haben nur einen anderen Rhythmus, was das Aufstehen betrifft. Suter: Dominique hat keine nervigen

Macken. Okay, sie redet ziemlich viel, aber das geht schon (lacht). Ist es möglich, im Weltcup-Zirkus richtige Freundschaften zu pflegen? Gisin: Ja, klar. Gerade Fabienne oder auch Tamara Wolf sind meine Freundinnen von klein auf. Als ich in Zauchensee die Abfahrt gewann, haben sich viele Fahrerinnen für mich gefreut – und zwar aufrichtig. Sie wissen, wie viel Arbeit und wie viele Opfer hinter so einem Sieg stecken. Keine Missgunst – oder gar Zickenkrieg? Suter: Nein, das hält sich sehr in Grenzen. Wir trainieren alle hart. Und wenn eine Fahrerin ein Rennen gewinnt, dann hat sie es auch verdient. Gegen Ende des Nachmittags werden die Diskussionsthemen ernster. ­Fabienne und Dominique kommen auf den Horror-Sturz von Daniel Albrecht in Kitzbühel zu sprechen.

Wie sehr beschäftigt Sie die gesundheitliche Situation von Dani Albrecht? Suter: Es ist immer ein Schock, wenn so was passiert. Es tut sehr weh, wenn ich an ihn denke. Unfälle sind leider ein Teil des Sports, den wir ausüben. Aber trotz Schock fahren Sie nun nicht mit angezogener Handbremse? Suter: Nein, wem würde das nützen? Wenn Dani wieder aufwacht, soll er sich über gute Resultate der Kollegen und Kolleginnen freuen können. Gisin: Der Skirennsport ist gefährlich, aber er ist unser Leben. Wir hoffen jeden Tag, dass aus Innsbruck gute Nachrichten kommen und Dani bald zurückkehrt. Er ist ein grosses Symbol für den Aufschwung des Schweizer Skisports. Er wird uns in Val d’Isère sehr fehlen.  Zwei Jung-Stars, die sich gut verstehen. Dominique und Fabienne im Web-TV. www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

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musik

Ihr grösster Hit Mia Aegerter und ihr Freund und Bandkollege Julian Feifel bei einer der spontanen Jam-Sessions in der Küche ihrer Münchner Altbauwohnung.

Mia blickt nach vorn Gute Zeiten – schlechte Zeiten. mia aegerter hat beides hinter sich. Lange wars still um das Multitalent. Jetzt singt sie sich zurück – mit Freund Julian an ihrer Seite.


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Musik

«Musik spiegelt doch immer die eigene Persönlichkeit wider. Und die verändert sich nun mal» Mia Aegerter Kraft tanken Mia und Julian im Nymphenburger Schlosspark in ihrer Wahlheimat München. «Wir sind oft hier, der Ort hat etwas Magisches.»

Text rené haenig Fotos thomas buchwalder

M

ünchen, Ringstrasse, nahe der Donnersbergerbrücke: ein ­Jugendstil-Mietshaus, schmutzig grau. Täglich wälzen sich hier 123 000 Autos vorbei. Der Lärm liegt im Schnitt bei 86 Dezibel. Es ist Deutschlands meistbefahrene Strasse. Einen Ruhe- und Rückzugsort stellt man sich anders vor … Doch genau hier, wo die bayerische Metropole am lautesten pulsiert, hat Mia Aegerter, 32, ihre Oase gefunden und in den vergangenen anderthalb Jahren an ihrem neuen Album gearbeitet – mit zum Teil sehr ruhigen Songs. Das erstaunt zunächst. Doch dann öffnet Mia die Tür zu ihrer Altbauwohnung, ihrer Insel. Seit vier Jahren wohnt sie hier gemeinsam mit ihrem Freund und Bandkollegen ­ Julian Feifel, 42. Hohe Decken, warme Holzböden, farbige Wände, ein kleiner Balkon auf den Hinterhof – und kein Ton vom Verkehrslärm ist zu hören. Zwei Jahre war es ruhig um Mia. Zumindest musikalisch. Ihr letztes Album «Vo Mänsche u Monschter» hatte nicht den Erfolg, den sich die Freiburgerin wünschte. Einige Radio­ stationen weigerten sich 2006 gar, die Single «Meischterwärk» überhaupt zu spielen. Begründung: Die Songs seien angeblich zu rockig! Mia kann darüber nur den Kopf schütteln. «Musik spiegelt doch ­immer auch die eigene Persönlichkeit wider. Und die verändert sich nun mal.» Positiv überrascht zeigt sich der Musikchef von Radio Energy Zürich, Ronny Nenniger, vom neuen Album «Chopf oder Buuch». «Es ist um einiges erfrischender, und ich habe das Gefühl, Mia hat sich musikalisch gefunden.» Beson-

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ders erfreulich aus seiner Sicht: «Die CD ist richtig schön produziert, eine solide Pop-Scheibe.» Sie werde sicher massiv einschlagen, so Nennigers Prognose. Mia ist nachdenklicher geworden. Die Medienschelte nach ihrem Auftritt in der «MusicStar»-Jury vor drei Jahren ging nicht spurlos vorüber. Sie ist vorsichtiger, fast schon scheu. Und wie sieht sie selbst ihr neues Album? «Es ist leichter – im Vergleich zum Vorgänger.» Mias Stärke, so sagt ihr Freund Julian, seien vor allem ihre Qualitäten als Songwriterin. «Sie bringt Texte zu Papier, die ich so noch bei niemandem gehört habe.» Feifel muss es wissen. Er ist Musikproduzent, Komponist und selbst Sänger. Bei Mia steht er als Gitarrist auf der Bühne. Er spielte bereits mit Grössen wie Peter Maffay, Eric Burdon, Ian Anderson von Jethro Tull, Roger Hodgson und Paul Young. «Mia sind tiefgründige Themen sehr wichtig», weiss ihr Freund. Weshalb er bei manchen ihrer schweizer­deutschen Texte auch nachfragen muss, was sie denn meint. Kennengelernt haben sich die beiden vor fünfeinhalb Jahren in Berlin. Im Gegensatz zu Mia funkte es bei Julian sofort. «Als sie mit ihren grossen Augen ins Musikstudio kam, wars um mich geschehen.» Und Mia? «Ich hatte damals gerade eine Beziehung hinter mir, lebte seit einem halben Jahr wie eine ‹Eremitin› und hatte meinen Fokus auf alles andere als einen neuen Freund gerichtet.» Gemeinsam stehen sie auf der Bühne, sie singt, er spielt Gitarre – und irgendwann wird auch bei der Schweizerin aus Freundschaft Liebe. «Am Anfang habe ich mich gewehrt gegen eine Beziehung mit Julian. Produzent und Partner in einem, so dachte ich, das geht gar nicht. Aber es funktioniert gut bei uns.» Auch wenns hin und wieder passiert, dass

e­ iner von beiden nachts über einem neuen Song grübelt und plötzlich aufspringt, um Noten oder Textzeilen aufzuschreiben oder auf der Gitarre zu spielen. «Dann sitzen wir frühmorgens in der ­Küche und jammen gemeinsam», sagt Mia lachend. Und die Nachbarn? «Alles Künstler, da hat sich bisher noch keiner beschwert.» Beschweren kann sich Mia auch nicht, was ihr zweites Standbein, die Schauspielerei, angeht. Letztes Jahr war sie in der RTL-Actionserie «112 – Sie retten dein Leben» zu sehen. Und noch dieses Jahr soll der Mystery-Thriller «Hinter Kaifeck» mit Benno Fürmann und Alexandra Maria Lara in den Hauptrollen in die Kinos kommen. «Mia spielt dort zwar nur eine kleine, aber sehr anspruchsvolle Rolle», sagt ihre deutsche Agentin Sabine Lutter. Sie arbeitet seit zwei Jahren mit Mia und schätzt an der Schweizerin besonders ihre Vielschichtigkeit. «Mia kann problemlos in Komödien spielen, aber auch sehr ernsthafte und tragische Rollen verkörpern.» Als besonders angenehm empfindet Lutter die Art von Mia Aegerter. «Sie ist ein ­absoluter Sonnenschein-Typ und sehr professionell», lobt sie. In Zukunft konzentriert sich Mia weiter auf ihre Musik und die Schauspielerei. Abgehakt hat sie dagegen für sich das Thema Moderation. 2004 stand sie fürs ZDF-Jugendmagazin «Bravo TV» vor der Kamera. «Das war für mich zu wenig kreativ», sagt sie rückblickend. «Dort habe ich nur wiedergegeben, was andere Leute für mich geschrieben haben.» Im Gegensatz zu ihrer Musik, wo sie in ihren Texten auch Einblicke in ihre Seele gibt.  Offene Worte im Web-TV: Mia über ihre ­Vergangenheit und ihre Zukunftsaussichten. Jetzt auf www.schweizer-illustrierte.ch


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Foto Kurt Reichenbach

WEF

Unterwegs auf die Schatzalp Bundesrat Hans-Rudolf Merz, seine diplomatische Beraterin Andrea Rauber Saxer (r.), Kommunikationschefin Tanja Kocher (hinten) und zwei Polizisten.

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Gipfelst


Am World Economic Forum in Davos trifft sich die Elite aus Wirtschaft und Politik. Mittendrin: Bundespr채sident Hans-Rudolf Merz. Er ist in Bestform. Und hat keine Angst vor grossen Tieren.

체rmer unter sich schweizer illustrierte

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NEU NEU

OHNE KÜNSTLICHE AROMEN UND FARBSTOFFE

Sattelfest: Bundesrat Merz findet fü

Freundschaftlich. Hans-Rudolf Merz im Gespräch mit Friedensnobelpreisträger Kofi Annan.

Sachlich. Mit Wladimir Pu Sprachtalent Merz auf Ru

Text Nina Siegrist Fotos Kurt Reichenbach

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ZT! JREOT BIEREN P

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Treten selten zusammen auf:

Fotos Kurt Reichenbach, Keystone, Sabine Brauer / Hubert Burda Media

or dem Hotel Belvédère herrscht Hochbetrieb, die Zeit reicht nicht einmal, um zwischen der Ankunft von Chinas Premier Wen Jiabao und derjenigen des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton die chinesische gegen die amerikanische Flagge auszutauschen. Egal, Clinton nimmts locker. Gestärkt von seinem Imbiss-Stopp im «Heidiland» (Birchermüesli und Apfelstrudel!), plaudert er im roten Strick­pulli leger über das Wetter, seine Frau ­Hillary und deren «Boss» Barack Obama, der, so findet er, «ein tolles Team» zusammengestellt habe. Mittwochnachmittag letzter Woche in Davos. Das World Economic Forum rollt an – und mit ihm die politischen Schwergewichte. Im Hotel Pöschtli versammelt sich die Schweizer Politprominenz. An der Bar sitzt Micheline Calmy-Rey. Und in der Lobby, direkt neben den Sicherheitsbeamten, die die gelieferten Brötchen scannen, steht Bundespräsident Hans-Rudolf Merz. Mit Handschuhen und Mütze ausgerüstet wartet er, pünktlich wie immer, auf seine Delegation. Um 17.30 Uhr marschiert er los in Richtung «Belvédère». Er ist bereit für seine Eröffnungsrede, erzählt, dass es ihm besser gehe denn je: «D Pumpi funktioniert wieder.» Dann bedankt er sich beim ­Polizisten, der ihn begleitet hat, tritt kurz darauf ans Rednerpult. Nach 20 Uhr im «Pöschtli». WEFGründer Klaus Schwab hat zum Dinner geladen, und die Grössten der Grossen sind gekommen: Ministerpräsidenten wie Wladimir Putin, Nobelpreisträger wie Kofi Annan, Royals wie Prinz u

Guido Westerwelle und sein Lebenspartner Michael Mronz sind routinierte Partygänger.


WEF

r jeden die richtigen Worte

tin unterhält sich ssisch.

Royal. Auch Prinz Haakon von Norwegen findet unseren Bundespräsidenten «very nice».

die frischgebackenen Eltern, Banker Urs Rohner (l.) und Nadja Schildknecht, hier mit Verleger Hubert Burda. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey setzt im «Pöschtli» farbliche Akzente.

Youtube-Gründer Chad Hurley eilte in Turnschuhen an die traditionsreiche Burda-Night.

Blaues Blut trifft Schauspiel-Queen: Begum Aga Khan (l.) und Burda-Gattin Maria Furtwängler sorgten für Glamour. schweizer illustrierte

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WEF

Fachgespräche vor dem Dinner: ­ Nestlé-VR-Präsident Peter Brabeck (l.) und WEF-Gründer Klaus Schwab.

Diskutieren über neue Chancen: Medienmanagerin Christiane zu Salm und Verleger Michael Ringier.

u Haakon von Norwegen. Auch unser Finanzminister ist da, schüttelt Hände, erhält Komplimente für seine Rede. Merz findet für jedes Gegenüber die richtigen Worte. Mit Putin fachsimpelt er – auf Russisch! Und zwar über Eishockey. Er teilt ihm die Zwischenresultate des gleichzeitig stattfindenden ChampionsLeague-Spiels ZSC Lions gegen Magnitogorsk mit. Die Stimmung ist gut – aber nicht euphorisch. Nestlé-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck erklärt: «Die traurigen Gesichter verraten, dass wir in einer grossen Krise stecken – und, noch viel schlimmer, dass im Moment keine Lösung in Sicht ist.» Diskutiert wird auch über die UBS-Boni: Gerechtfertigte Lohnbestandteile oder unsinnige Belohnung auf Staatskosten? Nicht alle sind sich einig. Mittwochnacht, «Belvédère». Ver­ leger Hubert Burda hat zu seiner traditionsreichen WEF-Party geladen. «In schwierigen Zeiten ist das Miteinander wichtiger denn je», findet seine Gattin, Schauspielerin Maria Furtwängler. Während ihr gegen 1 Uhr morgens «ehrlich gesagt» die «hohen Hacken» etwas wehtun, setzt Youtube-Gründer u


small talk mit Hotelier Ernst Wyrsch

Clinton im Casual Look: der ehemalige US-Präsident bei seiner Ankunft in Davos.

Herr Wyrsch, gerade hat Gordon Brown die Suite von Bill Clinton übernommen … … genau! Der Zeitplan war so eng, dass es sich fast nicht gelohnt hat, die Bettwäsche zu wechseln (lacht). Nein, Spass beiseite, ich und meine 300 Mit­arbeiter sind schnelle Wechsel gewohnt. Die Suiten werden gereinigt und den Bedürfnissen des neuen Gastes angepasst – bei Bill Clintons Fernseher zum Beispiel müssen wir alle Sport­kanäle programmieren. Danach kontrollieren ein Sprengstoffhund sowie die Sicherheits­leute des Gastes die Räume, und die Suite wird versiegelt. Haben die prominenten Gäste viele Spezialwünsche? Oft sind die Begleitpersonen komplizierter als die VIPs selbst. Letztere mögens oft einfach:

Bündnerfleisch und Gersten­suppe statt exquisite Häppchen. Spürt man die Wirtschaftskrise daran, was Gäste konsumieren? Ja, der Umsatz bei Essen und Getränken ist um 25 Prozent zu­rück­gegangen. Statt teuren Champagner servieren viele Firmen Bündner Weisswein und setzen damit ein Zeichen. Die Einbussen konnten wir aber dank dem Mehr an Teilnehmern kompensieren. Was war Ihr persönliches Highlight am WEF 2009? Als passionierter Golfspieler ging für mich ein Traum in Erfüllung: Ich habe eine Einladung in den Augusta National Golf Club erhalten – einen der exklusivsten Golfplätze der Welt. Von wem? Das verrate ich nicht. Bill Clinton? (Ernst Wyrsch lacht verschmitzt.)

Fotos Kurt Reichenbach, Getty Images

Passionierter Gastgeber Im Steigenberger Grandhotel Belvédère empfängt Ernst Wyrsch die WEF-Prominenz.


Am Rande des WEF bietet das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) ein Experiment der skurrilen Art an: Für eine Stunde können Manager in die Haut

eines Flüchtlings schlüpfen – Geiselnahme und Leben im Zelt inklusive. An der Aktion teilgenommen hat auch US-Milliardär Richard Branson (im blauen Hemd).

Chad Hurley auf bequeme Turnschuhe – in denen er allerdings ziemlich schnell wieder abrauscht. Der deutsche FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hingegen bleibt noch lange an der Party: «Es ist toll, so viele interessante Leute kennenzulernen.» Gleicher Meinung ist Zurich-Film-Festival-Geschäftsführerin Nadja Schildknecht. Am WEF verbringt sie mit ihrem Lebenspartner, dem CS-Banker Urs Rohner, ein paar Tage ohne Söhnchen Leon, 5 Monate. Donnerstagmorgen, kurz nach 9 Uhr. Thomas Borer trinkt mit Oligarch ­ iktor Vekselberg einen Kafi im Café V Schneider. Kofi Annan verrät kurz nach der Präsentation einer neuen Klimaschutz-Kampagne im Lift des Sunstar-Parkhotels, dass er an Sonnentagen wie diesen gerne langlaufen würde. Und im Hotel Belvédère – «das gibts doch nicht», sagt Rezeptionistin Valentina Tibesh – ist der Zigarettenautomat schon wieder leer! Bundespräsident Merz hat inzwischen ausgiebig gefrühstückt, bereits seinen morgendlichen Spaziergang gemacht und die anstehenden Gespräche mit vier Staats- und Regierungschefs vorbereitet. Politische Beziehungspflege im Stundentakt – sogar das Mittagessen ist minutiös geplant: Auf der Schatzalp soll Merz seine Kollegin Micheline ­Calmy-Rey und den Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Alijew, treffen. Die Fahrt mit der Seilbahn ist bereits organisiert. Doch als der Vormittagstermin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht zustande kommt, entscheidet Merz sich um: Er schnürt seine Wanderstiefel, trägt Sonnencrème auf und stapft mit zwei Mitarbeiterinnen und zwei Polizisten los. «Schatzalp, 1 Stunde», steht auf der Tafel im Tal. 40 Minuten später trifft Merz auf dem Gipfel ein.  u

Foto AFP

TOpManager Als Flüchtlinge


Porträt

Er ist jung. Er sieht gut aus. Und vor allem – er kann singen. Musical-Darsteller patric scott weiss, was er will: Popstar werden. Dafür lässt der Ostschweizer auch die Hüllen fallen.

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Geissenpeter schweizer illustrierte


Text rené haenig Fotos mark oliver

Auf dem Sprung In Berlin arbeitet Patric Scott an seiner Karriere als Popstar. Er tourte bereits mit den Sugababes, ­Melanie C und Yvonne Catterfeld.

in Berlin

E

s gibt zwei Wege in den PopstarHimmel: Der schnelle führt über Castingshows – anfangs steil nach oben. Wenig später gehts dafür im Höllentempo wieder ab in die Bedeutungslosigkeit. Der mühsame Weg verlangt Disziplin, Verzicht, bedeutet harte Arbeit – und mitunter Höllenqualen. Patric Scott, 23, aus Gams SG will Popstar werden. Scott schaut ein bisschen aus wie Zac Efron aus «High School Musical». Er ist aufgeweckt und intelligent. Vor allem aber kann er singen und tanzen. Ein Musical-Star ist Patric bereits. Als Geissenpeter eroberte er bei «Heidi» auf der Seebühne Walenstadt die Herzen des Publikums, für «Tanz der Vampire» geisterte er am Berliner Theater des Westens über die Bühne, gab unter anderem den bayerischen Märchenkönig Ludwig in «Elisabeth» im Zürcher Theater 11 und ist jetzt bis 8. Februar in Basel im Musical «Joseph» zu sehen. «Ich will seit meiner Kindheit nur eines – singen», sagt Patric Scott. Den englischen Namen verdankt der Ostschweizer seiner Mutter. Sie hat australische Wurzeln. Eigentlich heisst er Patric Scott Kaiser. So stehts im Pass. Auf dem Klingelschild steht nur Kaiser. Seit zwei Jahren lebt er in BerlinNeukölln, dem Stadtviertel mit der berüchtigten Rütli-Schule. Sie beherrschte 2006 deutschlandweit die Schlagzeilen wegen der Gewaltexzesse von Schülern. Unterm Dach eines aus der Jahrhundertwende stammenden Altbaus hat der Musical-Darsteller sein Drei-Zimmer-Reich. Und eine Terrasse mit traumhaftem Rundumblick über die Häuser der Mil­ lionen-Metropole. «Ich fühle mich extrem wohl – passiert ist mir hier noch nie etwas. Trotz dem schlechten Ruf.» Im Gegensatz zum Trendviertel Kreuzberg, wo Patric schon mal in der U-Bahn-Station überfallen wurde und am helllichten Nachmittag sein Nokia-Titanium-Handy hergeben musste. «Die Typen drohten mit einem Messer, und kein Passant reagierte.» Trotz Angst forderte er von den Räubern, ihm wenigstens seine SIMKarte zu lassen. Selbstbewusst. Und mit Erfolg. So schlägt er sich durchs Leben. «Patric wusste in der 5. Klasse, dass Musik sein Leben ist und er irgendwann auf der Bühne steht. Ich habe so jemanden wie ihn noch nie erlebt», erinnert sich sein Primarschullehrer Michael Dürr. Auch musikalisch machte Patric früh u schweizer illustrierte

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Porträt

«Patric wird sich als Popsänger einen Namen machen. Er braucht einen langen Atem, aber den hat er» martin de vries, musikproduzent

Popstar-Pose Patric im Berliner Kunsthaus Tacheles. Zu seinen musikalischen Vorbildern zählen Babyface und Michael Jackson. auf sich aufmerksam. «Er sang Solo­ stücke schon fast perfekt», lobt Dürr. Kein Wunder. «Als Zweijähriger lief er ständig mit dem Radio rum», erzählt seine Mutter Cécile. Mit vier singt Patric im Kinderchor Balzers FL, mit sieben nimmt er klassischen Gesangsunterricht, und mit dreizehn lässt er sich in Jazz-, Pop- und Rock-Gesang ausbilden. Sabine Fiegl, die ihn vier Jahre unterrichtete: «Er war ungewöhnlich zielstrebig, immer gut vorbereitet und hatte sein

u

Ziel klar vor Augen.» Dafür nimmt er auch Kritik in Kauf. Er habe meist kurz leer geschluckt und sich anschliessend an die Arbeit gemacht, um die Schwachpunkte auszumerzen. «Patric hat mich wahnsinnig beeindruckt», sagt Fiegl. Rückendeckung bekommt er in all den Jahren von Vater Peter und Mutter Cécile. Das Paar führt seit 19 Jahren das Schloss-Restaurant Sargans. Man kann dort tafeln wie im Mittelalter. «Ich musste früh mithelfen», erzählt Patric. «Ab­ waschen, Keller aufräumen, Toiletten ­putzen.» Einmal im Jahr tritt Patric heute bei seinen Eltern auf: Das Ganze nennt sich «Movie & Musical Dinner». Im Hause Scott/Kaiser gilt: Alle drei Kinder dürfen beruflich machen, was sie wollen. Patric: «Einzige Bedingung – was wir beginnen, müssen wir abschliessen.» Die Eltern und seine beiden älteren Schwestern unterstützen ihn auch, als er mit 15 als einer der Jüngsten für drei Jahre an die renommierte Hamburger Musical Stage School geht. Das erste Jahr verbringen Vater und Mutter sogar im Wochenwechsel bei ihrem Sohn. «Das war Bedingung, um ihn überhaupt mit erst 15 bei uns aufzunehmen», sagt Kim Moke, damals Direktorin der Stage School. Sie attestiert dem Schweizer «eine unheimliche Qualität im Popmusik-Gesang». Ein

weiterer Pluspunkt aus ihrer Sicht: «Patric kommt durch seine Ausstrahlung und Stimme sehr sympathisch rüber.» In der Tat. Er ist unkompliziert, ohne Allüren, Typ 17-jähriger unbekümmerter Teenie. Gerade dass er so jung aussieht, nervt ihn allerdings auch ein wenig. Seine Managerin Doris de Vries will Patric jetzt in einer Soap platzieren. «Um sein Gesicht bekannter zu machen.» Bei zwei Castings landete er bereits auf Rang zwei für die Hauptrolle. So arbeitet er weiter als Musical-Darsteller und an seinem ersten Album. Die Single «Naked» und vor allem das dazugehörige Video sorgten im Sommer für Aufsehen. Vor allem Schweizer Medien regten sich über «den nackten Geissenpeter» auf. Patric juckts nicht. Musikproduzent Martin de Vries, der unter anderem Soulsängerin Joy Denalane und Pop-Röhre Jeanette Biedermann betreut, arbeitet seit fünf Jahren mit Scott. «Patric wird sich als Popsänger einen Namen machen. Er braucht zwar einen langen Atem, aber den hat er.» Auch Kim Moke ist überzeugt, dass es Patric schaffen wird. «Seine bisherige Karriere zeigt, was passiert, wenn man eine Vision hat.»  Musik ist sein Leben. Ob als Geissenpeter im Musical oder nackt im Video-Clip. Jetzt auf www.schweizer-illustrierte.ch


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping  Look Schlittelspass  Mode Neue Basics  Hotspot Zürich  Beauty Teint

Diva der Sonnenbrillen Die Diorissima 1 von Dior ist eines der exzentrischsten Modelle der kommenden Saison. Im Fachhandel. www.safilo.ch u CHF 455.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born

Objekt der Begierde

Sonnenlust u Die grauen Tage sind zwar noch nicht gezählt, doch kann man dem Winter modisch ein Schnippchen schlagen. Mit der aufsehenerregenden OversizeSonnenbrille Diorissima von Dior können wir tun, als obs bereits Frühling wäre. Sobald sich Sonnenlicht am

Ende des Tunnels zeigt, verhilft das Modell in Rot, Pink oder Schwarz zu einem Oscarreifen Auftritt mit Sommerferienfeeling. Besonders glamourös ist der Ton-inTon-Look (wie von Dior gezeigt): etwa rote Sonnenbrille zu rotem Trench, roten Accessoires und Nägeln. Kristina Köhler schweizer illustrierte

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Look

shopping

Trend Rodeln

Schlittelspass u Über den schneereichen Winter freuen sich dieses Jahr nicht bloss Skifahrer und Snowboarder. Auch das Schlitteln ist wieder im Trend. Dies belegen gut besuchte Schlittelbahnen und leer gekaufte Regale in Sport­ geschäften. Der Davoser-Schlitten gehört wie immer zu den Verkaufshits, er geniesst Kult-Status. Doch daneben gibts neue Modelle: Kinder lieben den Bob mit Steuerrad, Abenteuerlustige den aufblasbaren Speed-Tube. So unterschiedlich die Formen der Schlitten sind, so unterschiedlich auch die Lenkmechanik. Während die Richtungswahl bei einigen mit den Füssen erfolgt, geschieht dies beim Ghosky etwa durch Gewichts­ verlagerung wie bei einem Skateboard. Egal, wie die Wahl ausfällt; eines sollten Eltern und Kinder nie vergessen: Ein Helm gehört beim Schlittelspass mit dazu!

stephan gubler

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Rassig zum Rodeln Mütze Roxy, im Fachhandel und bei Quiksilver, Zürich. u CHF 59.– Wattierter Blouson von Moncler. VMC und Fach­ handel. u CHF 798.–Hose von Kookaï, gesehen bei Manor. u CHF 135.– Kult-Boots Zdar, VMC und Sportfachhandel. u CHF 249.–. Schlitten Ghosky lässt sich wie ein Skateboard lenken. www.ghosky.ch u 448.–


Der Individuelle Dank Identifikationsnummer ist jeder Schlitten aus der Schweizer Wisli Werkstatt ein Unikat. www.slittino.ch u ab CHF 345.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Haare und Make-up Rebecca für Time, Styling Jeannette Gloor, Redaktion Beatrice Schönhaus

Der Nachttaugliche Zwei Sitze und optionale Halogen-Lampe – der Swiss Bob Eko Snow Comet mit Lenkrad und Bremse. www.apesa.ch u CHF 159.–

Der Klassiker Der OecoplanSchlitten «Davoser» von Coop. Aus umweltgerechtem FSC-Fichtenholz. www.coop.ch u ab CHF 68.–

Der Ausserirdische Das Fun-Ufo eignet sich für Kinder ab 8 Jahren. Zwei Bremsen verhindern Abflüge. www.fcw.ch u CHF 25.95

Der Abenteuerlustige Der aufblasbare VW-Tiguan-Schlitten passt für Einsatz auf Schnee und Wasser. www.shop.amag.ch u CHF 119.–

Der Elegante Der Freischwinger-Schlitten S 333 wurde von Holger Lange für die Möbelfirma Thonet entworfen. www.seleform.ch u CHF 526.– schweizer illustrierte

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Mode

Mit schönen Details Gerafftes Viskose-Shirt mit Tasche von Apartment Zürich gefällt Puristen. u CHF 249.–

Moderner Klassiker Kaschmir-Kurzarmpulli in Framboise von Manor u CHF 99.– kann mit schmalem Gürtel aufgepeppt werden und passt perfekt zum Pencil-Skirt von H & M. u CHF 29.90

Frischer Farbtupfer Lindengrünen Pullover von Manor trägt man jetzt zu weit geschnittenen Jeans. u CHF 59.90

Cooler Farbverlauf Langer FeinstrickPullover von Vince passt zu engen Lederhosen. Eclectic Zürich. u CHF 300.–

neue Basics

Gute Investition u Nicht nur Banken & Co. sind von der Finanzkrise betroffen. Auch in der Modewelt hat man reagiert. Auf den Laufstegen konnte man darum viele neue Klassiker sehen: den Blazer, die Marlene-Hose, den Pencil-Skirt und das Etui-Kleid. Neben diesen Key-Pieces stehen auch gut gemachte Basics auf der Shopping-Liste. Statt sich überstürzt den ausgefallenen Party-Dress

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unter den Nagel zu reissen (der leider oft nur einmal ausgeführt wird), investiert man längerfristig. Mit wechselnden Accessoires getragen, sind auch Basics ein Hingucker und halten sich mehr als eine Saison im Schrank. Das Motto für 2009: Wer spielerisch seine Garderobe mit neuen Kombinationen recycelt, kommt gut über die Runden und regt zudem seine Fantasie an! ursula borer

Fotostudio Schweizer Illustrierte Inge Zinsli, Auswahl Melanie Albisser

Vielseitig kombinierbar Strickkleid aus Merinowolle passt zu Strümpfen, Leggins oder Slim Pants. CPH Zürich. u CHF 279.–


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Hotspot

Für Edles & Exklusives lohnt sich der Besuch beim Interior-Geschäft Roomdresser, Stauffacherstrasse 37 in Zürich. Tel. 043 - 317 11 44, info@roomdresser.ch, www.roomdresser.ch

Roomdresser, Zürich

Heimeliger Luxus u Wer auf der Suche nach etwas Luxus fürs geliebte Daheim ist, sollte den Roomdresser im Zürcher Kreis 4 besuchen. Das neue Geschäft der Innenarchitekten Doris Ambühl und Martin Piffner beherbergt edelste Produkte mit besonderen Entstehungs-

geschichten. Mit dabei: Dinge von angesagten Newcomern wie Autoban oder Matthew Hilton. Neben dem Shop gibts auch Profi-Beratung für die Inneneinrichtung, die Lichtplanung und für Farben und Textilien. Erwerben lassen sich dabei auch die Stoff- und Tapeten-

Kollektion der Haute-CoutureDesignerin Anne Gelbard, die sonst für John Galliano (Dior) entwirft. Kristina Köhler

Öffnungszeiten Montag bis Freitag 10 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr


© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Stills Paul Seewer

Orient lässt grüssen Das etwas andere Tee-Set der Designerin Martine Goron.

Kunst am Krug Modell mit orientalischen und BoudoirElementen. Als Set mit zwei Tassen. u CHF 462.–

Couture-Kissen Kissenkreation der Pariser Designerin Anne Gelbard. u CHF 117.–

Tisch aus Gold Beistelltisch Sgabello von Opinion Ciatti. u CHF 604.–

Edles Tischkleid Servietten und Tischläufer Lulu von Luiz. u ab CHF 104.–

Luxus-Klasse «Blüten»-Kissen aus Kaschmir. Claudia Barbieri. u CHF 896.–

Zuhause fürs Tier Futuristisch anmutender Hundekorb, Gaia & Gino. u CHF 827.–


Porenverfeinerndes Fluid mit Kupfer Biopur Pore Reducer Non-Stop Purifying Moisturizer von Biotherm. 50 ml u CHF 46.–

Crème mit Zitronensäure Spot Solution for Acne-Prone Skin von Mary Kay. www.marykay.de u CHF 30.50

Perlenextrakt-Peeling Perlance Enzyme Peeling Powder von Monteil sorgt für ebenmässigen Teint. 30 ml u CHF 81.–

Nachtcrème mit Vitaminen Anti-MitesserNachtcrème Byebye Spot von Nivea Visage Young. 75 ml u CHF 9.40

Schaum mit Salizylsäure Lipo-SolSchaum von Louis Widmer, Apotheken. 150 ml u CHF 16.50

Reinigung mit Tonerde Waschgel, Peeling & Maske: Pure 3 in 1 von Garnier. 150 ml u CHF 11.50

Helfer für den perfekten teint

Pause für Pickel & Co. u Nicht schon wieder ein Pickel vor dem Date! Stress, ungesundes Essen und verschmutzte Luft hinterlassen Spuren wie Hautunreinheiten, glänzende Haut, erweiterte Poren und Rötungen. Damit Mitesser & Co. mal Pause machen, reguliert man die Talgproduktion, hemmt Entzündungen und fördert die Durchblutung. Geheimwaffen für den perfekten Teint sind tonisierender

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Mattierendes Zink-Fluid Reguliert Talg: Effaclar M von La Roche-Posay. Apotheken. 40 ml u CHF 22.60

Perlenextrakt (z. B. Peeling von Monteil) und mattierende Tonerde (Garnier Pure 3 in 1). Pflege mit Zink, Vitamin C und E reduziert Talgbildung. Crèmen mit Salizyl- und Zitronensäure be­ kämpfen Bakterien. Kupfer-Extrakte wirken astringierend; und wichtig für empfindliche Haut: Bromelain (AnanasEnzym) und Hamamelis beugen Entzündungen vor. ursula borer

Bibeli-Stift mit Hamamelis SOSStick Bye-bye Spot von Nivea Visage Young. u CHF 9.90

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Chavela Zink. Alle Produkte sind, wenn nicht anders angegeben, im Parfümeriefachhandel und in Warenhäusern erhältlich

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Beauty


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Electronics

musikalischer wolkenkratzer u 1966 brachte Brionvega das Radio Grattacielo auf den Markt. Jetzt folgt mit dem RR227 eine Neuauflage des Wolkenkratzer-Radios. Die Radio-Skala ist vertikal und horizontal auf das Gehäuse geprägt. So kann es wie sein kultiger Vorgänger stehend oder liegend aufgestellt werden. Ausser dem Retro-Design ist natürlich alles auf dem neusten Stand der Technik. Neben dem MW-/UKW-Radio gibts einen MP3-Spieler. Dieser bezieht den Sound von SD-Speicherkarten oder via USB-Stick. Das von Marco Zanuso entworfene Radio ist erhältlich in Weiss, Schwarz, Rot. www.fabotech.ch sg

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Neuer Klassiker Brionvega-Radio RR227. u CHF 298.–

Augenweide u Diese Brille sieht nicht nur aus wie aus

einem Science-Fiction-Film. Die Myvu Crystal ist der zukunftweisende Weg, um zu Hause und unterwegs Fotos und Videos zu schauen. Die grad mal 82 Gramm leichte Brille lässt sich mit Geräten wie etwa iPod oder iPhone verbinden. Dann kommt man in den Genuss von Darstellungen in voller VGA-Qualität von 640 mal 480 Bildpunkten. Die StereoOhrhörer sind gleich in die Videobrille integriert. Eine Akkuladung ermöglicht eine Laufzeit von etwa vier Stunden. www.engelberger.ch Stephan gubler Futuristisch Die Videobrille Myvu Crystal ermöglicht den ungestörten Genuss von Videos und Fotos. u CHF 399.–

bITTE LÄCHELN! u Wer mit dem Sony Ericsson C510 Cyber-shot Leute fotografiert, bekommt immer lächelnde Gesichter auf den Bildern. Der Grund dafür ist die Smile-ShutterTechnologie, die für digitale Kompakt­ kameras entwickelt wurde und nun erstmals in einem Kamerahandy zum Einsatz kommt. Damit die Gesichter auch schön scharf sind, hat die 3,2-Megapixel-Kamera Autofokus und eine automatische Bild­ korrektur. Ebenfalls eine Premiere ist die Möglichkeit, durch Drehen des Handys von Porträt- zu Landschaftsaufnahmen zu wechseln. Eingebaut sind auch ein MP3-Player sowie ein FM-Radio. www.sonyericsson.ch sg

Smile Dank Smile-Shutter-Technologie entgeht dem Sony Ericsson C510 kein Lächeln. u CHF 339.–

uhr der woche steckbrief Tanz der Brillanten u Lila, die Modefarbe schlechthin, zeichnet auch

die neue Happy Sport Carré von Chopard aus. Das violettfarbene Lederarmband ist exakt auf den Ton des Guilloché-Zifferblatts abgestimmt und rückt die Edelstahluhr ins modische Rampenlicht. Am Handgelenk getragen, lässt jede Bewegung die fünf Diamanten und zwei Amethysten übers Zifferblatt tanzen. Damit diese Glas und Zifferblatt nicht zerkratzen, steckt jeder Brillant in einer Goldhülse. Das Konzept der «Happy Diamonds» entwickelte Chopard übrigens bereits 1976. Die Grundidee dazu: ein Wasserfall mit unzähligen, in der Sonne glitzernden Wassertropfen. Sarah rieder

Hip! Die neue Happy Sport von Chopard. u CHF 6800.–

Werk Quarzwerk von ETA Gehäuse Edelstahl, poliert, entspiegeltes Saphirglas, wasserdicht bis 30 Meter Armband Leder in Lila mit Dornschliesse Varianten Verschiedene Farben und Materialien Wer trägt sie? Sportlich verspielte Ladys Bezugsquelle Tel. 022 - 719 31 31, Infos www.chopard.ch

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experten-fragen

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1 Zarte Lippen Labello Light-Kiss-Pomade mit Lotus-Extrakt, Coop. u CHF 4.90 2 Perfektes Dinner dank dem Ratgeber «Heute bei mir!», Knesebeck-Verlag, Buchhandel. u CHF 19.70 3 Totaler Durchblick Glamour-Girls stehen auf die XL-Sonnenbrille von Gucci, Fachhandel. u CHF 400.– 4 Wie eine Lady Coole Retro-Tasche von Avant Première, Manor. u CHF 79.90 5 Stylishe Kids Auch an den Kleinen geht der Trenchcoat-Trend nicht vorbei. Modell von Campus Kids, Manor. u CHF 39.90 6 Ganz schön heiss Wasserkocher BR3048 Quick & Hot von Tefal heizt in 3 Sekunden, Warenhäuser. u CHF 149.– 7 Sauer macht lustig Super-Sour-Fruchtgummis von Smams. Migros. 200 g u CHF 3.80 8 Design-Klassiker Schale von Verner Panton Dekor, Fachhandel. 4er-Set u CHF 58.–

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Daniela Keller, 41, Einrichtungs-Beraterin bei Möbel Märki, Infos www.moebelmaerki.ch

Bei Sofas sind klare Formen gefragt u Worauf sollte man beim Sofakauf

achten? Wichtig ist, dass man ein Modell wählt, das dem Lebensstil und dem persönlichen Geschmack entspricht. Darum gilt: Qualität und Design steigern Freude und Lebensdauer merklich. u Welche Trends zeichnen sich ab? Nach wie vor sind Polstermöbel mit klaren und geraden Formen in Schwarz, Weiss,

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Mocca, Sand und Cappuccino sehr gefragt. u Welche Rolle spielen die Materialien? Leder hat den Vorteil, dass es pflegeleicht, strapazierfähig und sehr langlebig ist. Doch: Wer krallenwetzende Haustiere hat, sollte sich lieber für ein Mikrofaser-Modell entscheiden. Moderne Textilien überzeugen vor allem durch ihre Optik, Gemütlichkeit und die attraktiven

Preise. u Was tut man gegen Flecken? Der beste Fleckenschutz ist, nichts auszuschütten. Passierts trotzdem, sollte man unbedingt die richtigen Reinigungsmittel verwenden. Darum handelt klug, wer sich vorher darüber informiert, welches Produkt für welche Flecken geeignet ist. Sehr oft ist es sonst zu spät! ursula Borer

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

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Das Gesundheitsmagazin

top fit

 EOM  Krafttraining für Kids  Turnstunde  3 Mal die Woche  Fit & clever  So gehts!

Spontane Aktivitäten lassen sich bei Kindern durch ein gezieltes Training um einen Viertel erhöhen.

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Neue Erkenntnisse: Kinder, die zweimal pro Woche ihre Muskeln trainieren, sind aktiver – und besser drauf.

Bewegte Kinder schweizer illustrierte

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Kindgerechtes Body-Buildin Unsere Kinder bewegen sich wenig, sie essen falsch und werden immer

Text MARTIN SCHUPPLI

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usgelassene Stimmung in der Turnhalle Buechholz in Zollikon ZH. Die 1.-Sek-Schüler sind voller Eifer beim Krafttraining. Tanja ab­solviert Rückenstrecker, Julia Kniebeugen mit Gewichten, Amir trainiert intensiv die Über-Kopf-Presse, und Titus müht sich mit Bankdrücken ab. Und alles für wissenschaftliche Zwecke. Der Zürcher Kinderarzt und Privatdozent Urs Eiholzer bewies mit einer wissenschaftlichen Studie, dass sich Kinder,

die in einer Turnstunde mehr gefordert werden, ausserhalb des Trainings ­häufiger und intensiver bewegen. «Wir konnten sowohl die altersabhängig abnehmende Lust auf Bewegung dokumentieren als auch den positiven Einfluss des Trainings auf die Bewegungslust», sagt der Leiter des Pädiatrisch-Endo­krinologischen Zentrums Zürich. Das von ­ Eiholzer gegründete PEZZ befasst sich hauptsächlich mit der Betreuung und Abklärung von Kindern mit Wachstums- und Hormon­ störungen.

eom – Body-Building jetzt auch für Kids u Das Entwicklungsorien-

tierte Muskeltraining EOM geht aus dem herkömmlichen Krafttraining hervor. Es verbindet das Wissen von Kinderärzten, Ent­wicklungs- und Hormonspezialisten sowie Sportwissenschaftern. u Leistungssportler und Turnlehrer setzen die Erkenntnisse des klassischen Krafttrainings kind- und jugendgerecht um. EOM wurde vom Pädiatrisch-Endokrino­

logischen Zentrum Zürich (PEZZ) entwickelt und vereint jahrelange Er­ fahrung und Erkenntnisse im Bereich Bewegungs­ medizin und Wachstumsstörungen. u Eine Bewegung gezielt und kontrolliert auszuführen bedingt Koordination und Kraft. EOM verbindet den Aufbau koordinativer Fertigkeiten mit einem auf den Entwicklungs- und Leistungsstand des jungen Menschen individuell

zugeschnittenen Training der Muskulatur. u Bei kleineren Kindern stehen spielerische ­Elemente ohne Gewichte im Vordergrund. Später werden traditionelle Krafttrainingsübungen einbezogen. Um die Belastung präzise steuern zu können, werden neben dem Körper­ gewicht auch Zusatz­ gewichte eingesetzt. Die Trainingsfortschritte sind schon nach wenigen Wochen messbar.

Bewegung war für unsere Vorfahren überlebenswichtig. Früher gab es keine Fast-Food-Tempel, und Pizzas konnten sich die Jäger und Sammler auch nicht telefonisch vor die Flimmerkiste bestellen. Wollten sie essen, mussten sie sich bewegen. «Unser Bauplan stimmt nicht mehr für die heutigen Bedürfnisse», sagt Dr. Urs Ei­ holzer. «Wir sind nicht dafür gebaut, den ganzen Tag auf einem Bürostuhl zu sitzen. Bewegen wir uns zu wenig, steigt das Risiko für Krankheiten. Unbewegte leiden häufiger an Über­ gewicht, Bandscheibenvorfällen, Arthrosen, Osteo­porose und andern Zivilisa­ tionskrankheiten.» Mit dem Krafttraining fördern Eiholzer und sein Team also nicht nur die Muskulatur bei den Jugendlichen, sondern auch die spontanen Be­wegungen. «Darunter ver­ stehen wir jede Bewegung, die ein Kind während 24 Stunden ausserhalb eines gelenkten Trainings macht. Kinder haben ja eine spontane Bewegungslust, einen sogenannten Spieltrieb.» Der Wissenschafter geht davon aus, dass bei Kindern und wahrscheinlich auch bei Erwachsenen zwei unterschiedliche Mechanismen die Bewegung steuern: «Erstens gibt es die ökonomische Steuerung. Sind Lift und Treppe vor­handen, wählen Erwachsene die bequemere Variante, also den Lift. Und dann besitzen wir noch die nicht ökonomische Steuerung. Sie entspricht dem Spieltrieb, der Bewegungsfreude. Und die geht geradezu verschwenderisch mit Energie und Kraft um.» Die Bewegungen steuert der sogenannte Aktivistat im Hirn, vergleichbar mit dem Hungerzentrum. Dr. Eiholzer geht davon aus, dass beim Kind die nicht ökonomische Bewegungssteuerung, der Spieltrieb also, stärker aus­geprägt ist als beim Erwachsenen. «Das führt dazu, dass Kinder nach einer anstrengenden Velotour oder einer langen Wanderung immer noch genügend Energie besitzen für ausgelassene Spiele, während sich Erwachsene lieber gemütlich aus­ ruhen.»

Fotos Dick Vredenbregt

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BEWEGUNG


g: «Es ist einfach cool!» dicker! Jetzt ist klar: Krafttraining macht gesund und glücklich!

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Tanja, 13, 1. Sek. Zollikon

Titus, 13, 1. Sek. Zollikon

Manchmal finde ich es richtig anstrengend, wenn ich am Morgen Kraft­training sowie eine Spiel-Turnstunde habe und abends noch Leichtathletik-Training

So turnen ist eine gute Idee. Dass ich mehr Kraft habe, merke ich im Judo genauso wie als Goalie im Unihockey. Dort brauche ich Schnelligkeit und Kraft

Übung auf dem Bild: Rückenstrecken. Tanja macht regelmässig Leichtathletik. Liebt vor allem Hochsprung, Hürdenlauf und Sprint. Fühlt sich gut im Krafttraining.

Übung auf dem Bild: Bankdrücken. Sportlehrer Renato Petrò kontrolliert die richtige Ausführung. Titus spielt Uni­hockey, trainiert Judo.

Amir, 13, 1. Sek. Zollikon

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Julia, 12, 1. Sek. Zollikon

In den Beinen habe ich mehr Kraft, das merke ich deutlich. Mein Fussball­ trainer beim SC Zollikon findets cool, dass wir an dieser Studie teilnehmen

Ich merke schon, dass das Krafttraining was bringt. Denn ich konnte das Gewicht steigern. Und ich bin kräftiger geworden

Übung auf dem Bild: Über-Kopf-Presse. Amir spielt leidenschaftlich Fussball und fährt Snowboard.

Übung auf dem Bild: Kniebeugen mit Gewicht. Julia spielt gerne Fussball, geht in die Pfadi (Cheeky).

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Wie sollte nun das Training für Kinder und Jugendliche aussehen? Wie oft sollten sie sich pro Woche körperlich betätigen, dass es Auswirkungen auf die alltägliche, auf die spontane Bewegung hat? «Zwei 45-minütige Trainingseinheiten pro Woche erhöhen die spontane Bewegung um einen Viertel, führen also zu einer hochsignifikanten Zunahme der spontanen Aktivität. Das zeigen unsere bisherigen Erfahrungen mit dem kind­ gerechten Krafttraining. Wir nennen es EOM, ‹Entwicklungsorientiertes Muskeltraining›. Es nimmt Rücksicht auf die aktuelle Entwicklungssituation des einzelnen Kindes», sagt Dr. Urs Eiholzer. Gefährlich ist das Body-Building für die Kinder nicht. Dazu Dr. Eiholzer: «Alles hängt von der Qualität der Betreuung ab. Unsere Kinder lernen zuerst noch ohne Gewicht, wie sie die Übungen richtig ausführen müssen. Dabei stehen Körperhaltung und Bewegungskontrolle im Vordergrund. Ist das Training optimal abgestimmt, besteht keine Gefahr. Im Gegenteil: Wir gehen davon aus, dass es zum Beispiel den im Eishockey gehäuft vorkommenden Hüftproblemen oder Hüftarthrosen vorbeugt. Im Rahmen des von uns geführten Kraft­trainings traten bisher keine Verletzungen auf. Die Kinder hatten im Vergleich zu den normal trainierenden Jugendlichen weniger Verletzungen.» Da der heutige Turnunterricht vorläufig nicht so schnell geändert wird, empfiehlt Dr. Eiholzer den Eltern, ihre Kinder für eine Sportart in einem Klub zu motivieren. «Dort können sie unter fachkundiger Leitung ihren Spieltrieb ausleben. Sie kräftigen ihre Muskulatur und üben sich gleichzeitig in Teamfähigkeit.» Kinder, die sich mehr bewegen, haben auch grösseren Hunger. Da liegts auf der Hand, dass sie lernen müssen, sich richtig zu ernähren. Und wo lernen sie das am besten? In der Schule oder zu Hause, wo die Eltern ebenfalls falsch essen? «So wie man lernen muss, sich zu bewegen, muss man auch lernen, sich zu ernähren», sagt der Kinderarzt. «Dabei spielt nicht nur die sogenannte gesunde Ernährung eine Rolle. Auch davon kann man nämlich dick werden. schweizer illustrierte

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PD Dr. Urs Eiholzer ist Kinderarzt, ­Gründer und Leiter des PädiatrischEndokrinologischen Zentrums Zürich (PEZZ).

«Man kann auch von einer sogenannt gesunden Ernährung dick werden» Eine Gewichtszunahme ist immer die Folge von Zuviel. Kinder müssen lernen, mit unangenehmen Gefühlen umzu­ gehen. Nicht jeder Hunger muss sofort mit Schokolade gestillt werden. Dies den Kindern beizubringen müsste eigentlich Aufgabe der Eltern sein. Das Lernen, Hunger und andere Unlustgefühle aus­ zuhalten, beginnt bereits ab der Geburt – vor allem in der Beziehung mit der Mutter.»  Infos zur Studie: www.lustaufbewegung.ch

so sieht eine optimale turnstunde aus u Dr. Urs Eiholzer fordert,

dass Kinder ihre Muskula­ tur mindestens zweimal pro Woche intensiv und kon­ trolliert trainieren sollten. Der Bund schreibt an der Volksschule drei Lektionen Sport à 45 Minuten vor. «Wir finden, zwei Lektionen sollten teilweise für das EOM zur Verfügung stehen. Die dritte Lektion wäre dann aber komplett für die restlichen Inhalte des Lehrplans reserviert.» u Wichtig: Kinder sollten zu Beginn des intensiven Muskeltrainings eine genügende Rumpfstabilität und Ganzkörperkoordina­ tion aufbauen. Das wirkt sich positiv auf die ganze Körperhaltung aus. Damit diese Basis erarbeitet

werden kann, verlangt Eiholzer, dass die Kids schon im 4. bis 6. Schuljahr zweimal 15 Minuten ­Training pro Woche ab­ solvieren. u Ab der Oberstufe, also ab dem 7. Schuljahr, trainieren die Jugendlichen dann gezielt mit Gewichten. Ausreichend sind zweimal 30 Minuten. «Vorausge­ setzt, sie trainieren effizient und intensiv», sagt Eiholzer. Für die Schülerinnen und Schüler stehen Spass und Motivation im Zentrum, dazu gehören Erfolgs­ erlebnisse. u Beim EOM wird kein Kind überfordert, sondern seinen individuellen Voraus­setzungen entspre­ chend gefordert. «So wird

jedes Kind seine Fort­ schritte sehen können.» Konkret könnten drei Wochen­lektionen so aussehen: u Sportstunde 1 10 Minuten spielerisches Aufwärmen 30 Minuten EOM 5 Minuten Auslaufen u Sportstunde 2 Thema Leichtathletik 20 Min. Hochsprung 25 Minuten Spielsport (Unihockey, Handball, Basketball, Fussball) u Sportstunde 3 10 Minuten koordinatives Aufwärmen mit Musik 30 Minuten EOM 5 Minuten Auslaufen

Foto Dick Vredenbregt

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BEWEGUNG


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Extravagant «Moscow. Fashion Week», 2004. Aus der Serie «Luxury» des Briten Martin Parr.

Martin Parr

Foto Martin Parr

Oberschicht im Visier

u Die Schönen und die Reichen lieben es, zu feiern und ebenso sich in Szene zu setzen. Das «Schmusen» mit einem Nackthündchen zieht an der Fashion Week in Moskau (o.) den Blick genauso an wie das enge, unvorteilhafte Kleid einer Be­ sucherin am Pferderennen in Ascot.

Entdeckt solches Martin Parr, 56, dann Gnade den Abgelichteten. Denn der britische Magnum-Fotograf hält mit der Kamera nichts lieber fest als alles, was skurril, absurd oder merkwürdig wirkt. Die neue Serie «Luxury» umfasst 32 Aufnahmen, die zwischen 2004 und

2008 entstanden sind. Parr zeigt Men­ schen in einer Welt voller extravaganter und eitler Kostbarkeiten. kati moser galerie nicola von senger Zürich 7. 2. bis 21. 3. Di–Fr 11–18, Sa bis 17 Uhr, Tel. 044 - 201 88 10, www.nicolavonsenger.com schweizer illustrierte

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die besten

Kultur

Farbenpracht «Kairouan III», 1914, Aquarell von August Macke. «auf der suche nach dem orient – von bellini bis klee»

Morgenland küsst Abendland Das Zentrum Paul Klee zeigt eine dreiteilige Reise durch die Kunst und Kultur von Okzident und Orient. Auch historische und politische Aspekte sowie Fragen der Identität werden beleuchtet. u Keine zwei Wochen verbrachte das Künstler-Trio Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im Frühjahr 1914 in Tunesien. Die Früchte dieser Studien­ reise haben bis heute nichts von ihrer Faszination und Leuchtkraft ein­ gebüsst. Eine schmucke Auswahl jener Arbeiten bildet das Herzstück der neuen Ausstellung im Zentrum Paul Klee. Auch andere Europäer wie JeanEtienne Liotard, Eugène Delacroix, Gustave Guillaumet und Henri Matisse bringen ihre Orient-Begeisterung in der dreiteiligen Schau zum Ausdruck. Der erste Teil, «Auf der Suche nach dem Orient – von Bellini bis Klee», startet mit kultur- und kunstgeschichtlichen Exponaten sowie Gemälden aus der Blütezeit der islamischen Kultur und Wissenschaft. Auch die Beziehung zwischen Orient und Okzident wäh­ rend der Kreuzzüge und zu Beginn des westöstlichen Handelsverkehrs wird analysiert. Venedig war damals zentrales Handels- und Kunstzentrum. Ein High-

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light ist Gentile Bellinis Gemälde «Sultan Mehmet II» von 1480. Die Folgepräsentationen «Traum und Wirklichkeit. Zeitgenössische Kunst aus dem Nahen ­Osten» (28. 2.–30. 9.) und «Paul Klee – Teppich der Erinnerung» (29. 5.–30. 8.) schliessen das spannende Ausstellungsprojekt ab.  manuela herzog Zentrum paul klee Bern 7. 2. bis 24. 5. (erster Teil) Di–So 10–17 Uhr, Tel. 031 - 359 01 01, www.zpk.org

Eselritt Paul Klee und August Macke mit Fremdenführer, 1914, (o.). Links: «Ansicht von Kairouan», 1914, Aquarell von Paul Klee.


corinne güdemann

Verhüllt

theater

u Unmöglich, sich der Malerei und der Zeichnungen der Zürcher Künstlerin Corinne Güdemann, 38, zu ent­ziehen. Mit poetischer Leichtigkeit hüllt sie ihre Protagonisten in Farben und Stoffe, versteckt die Gesichter hinter einem Schleier oder unter wallendem Tuch. Muster und Ornamente werfen sich in Falten, fesseln den Blick. Doch beim genauen Hinschauen werden Ahnungen wach. Die Befindlichkeit der Ver- Sinnlich Ölmalerei «Bürde», 2008, hüllten ist durch den Stoff hindurch zu spüren.  isw von Corinne Güdemann.

Galerie stephan witschi Zürich Bis 14. 3. Mi–Fr 14–18, Sa 13–17 Uhr oder auf Anfrage, Tel. 044 - 242 37 27, www.stephanwitschi.ch, Publikation CHF 55.– Matias Spescha

Reduziert

u Seine Formensprache ist klar, die Farbpalette zu-

rückhaltend. Das Lebenswerk des Bündner Malers und Plastikers Matias Spescha (1925–2008) ist unverkennbar, die Handschrift konsequent. Formen auf rauem Jutestoff, oft eher rund als eckig, erinnern an Landschaften oder Architektur. Die aktuelle Schau, die der Künstler noch persönlich geplant hat, zeigt eine Auswahl von Arbeiten aus den Jahren 1960 bis 2008: gross­ Klassisch Mischtechnik auf formatige Bilder, Eisenskulpturen, Papier-Collagen.  isw Karton, 2008, von Matias Spescha.

mobiles Berufstheater

Die Macht der Sprache

u Aberglauben, archaische Ängste und Triebe prägen das Landleben eines Paares. Schicksalsergeben fügt sich die Frau in ihren Alltag. Bis sie den Müller, einen sprachgewandten Aussenseiter, kennenlernt. Dieser gibt sich mit vorgefassten Antworten nicht zufrieden, und prompt wird er von der Dorfbevölkerung angefeindet. Doch die Frau ist fasziniert, und der Müller bringt sie gar zum Schreiben. Die Welt der Wörter und der Sprache tut sich auf und verändert mit ungeheurer Wucht ihr Leben. Messer in Hennen des Schotten David Harrower thematisiert den Konflikt zwischen Stillstand und Entwicklung sinnlich, grotesk, verwunschen und poetisch. rea

Theater Kanton Zürich Winterthur Ab 5. 2. Div. Spielorte, Infos Tel. 052 - 212 14 42 oder www.theaterkantonzürich.ch

galerie Elisabeth costa Pontresina GR Bis 13. 3. Di–Fr 15–18.30 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 081 - 842 76 70, www.elisabethcosta.ch Verena voser

Berührt

u Bei Übergängen geht es immer um Trennung und

Verbindung. Optisch markieren Striche, Linien, Risse, Brüche oder Hindernisse diese Schnittstellen. Die Zuger Künstlerin Verena Voser, 56, erforscht und thematisiert in ihrem Schaffen die Berührungspunkte zwischen zwei Flächen, Räumen oder Ebenen. In ihren Arbeiten kommt Porzellan eine grosse Bedeutung zu. Es steht für die Verbindung von Elementen und Mate- Poetisch Ausschnitt aus der Arbeit rialien, die sich scheinbar nicht vereinen lassen.  isw «sinuous, 3» von Verena Voser.

Wozu fragen, wenn die Antworten schon feststehen? «Messer in Hennen» von David Harrower.

galerie carla renggli Zug Bis 28. 2. Di–Fr 14–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 041 - 711 95 68, www.galerie-carlarenggli.ch, www.verenavoser.com

«Futurism 100!» in London

Modern Times auf Italienisch u Anlässlich des 100. Jahrestages des «Futuristischen Manifestes» am 20. Februar zeigt die Estorick Collection eine Hommage an den Futurismus. Zu sehen sind Werke des italienischen Malers und Skulpteurs Umberto Boccioni (1882– 1916), eines der bekanntesten Futuristen. Sein Landsmann, der 45-jährige Luca Buvoli, (Bild links: Videostill von «A Very Beautiful Day After Tomorrow», 2007) lebt in New York und beleuchtet in seinen Videoarbeiten die Verknüpfung von ­Futurismus, Faschismus und demagogischen Strategien von heute. ANINA RETHER

Estorick Collection London (GB) Bis 19. 4. Mi–Sa 11–18, So 12–17 Uhr, Tel. +44 (0)20 7704 9522, www.estorickcollection.com

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die besten

Film

T 88ipp 888

Bedrängt Schwester Aloysius (Meryl Streep) unterstellt Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman) sexuelle Übergriffe.

Gnadenloser Kampf an der Schule Das Duo Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman kämpft in Doubt um Wahrheit und Glaube. Oscar-verdächtig. aufgenommen, und Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman) vermittelt eine Lebensfreude, die die Direktorin nicht versteht. Doch auch sie muss erkennen: Seinen Predigten hören die Gläubigen gerne zu. Dieser Mann ist Schwester Aloysius so suspekt wie alles Neue. Es passt also durchaus ins Schema, als ihr die junge Schwester James (Amy Adams) seltsame Beobachtungen um Pater Flynn rapportiert. Schnell ist zwei und zwei zusammengezählt: Der Pater ist hinter den Knaben her – vor allem hinter dem schwarzen. Schwester Aloysius stellt den Pater zur Rede, dieser kann nicht alle Zweifel zerstreuen. Regisseur John Patrick Shanley schrieb

ganz LEISE AN DIE SPITZE Philip Seymour Hoffman fehlt, was viele männliche Stars auszeichnet: gutes Aussehen, schöner Body, Charisma. Oder Skandale. Während eines guten Jahrzehnts spielte sich der dickliche 41-Jährige aber durch teilweise starke Filme, bis ihm 2005 der nicht ganz überraschende Paukenschlag gelang: In «Capote» von Bennett Miller verkörperte Hoffman den exzentrischen, aber genialen Schriftsteller Truman Capote und wurde dafür mit Star Philip Sey- einem Oscar belohnt. Auch für seine Rolle in «Doubt» erhielt der mour Hoffman. Amerikaner eine Nomination als bester Schauspieler.

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Naiv Schwester James (Amy Adams) steht zwischen den Fronten und ist ratlos. bereits das Theaterstück, auf dem der Film basiert. Dass das Stück auf der Bühne zum Grosserfolg wurde, überrascht nicht. Die Dialoge sind präzis, die Handlung auf engem Raum geeignet fürs Theater. Dazu ist auch die thematische Aktualität gegeben. Was im Film hinzukommt, ist das schlicht überwältigende Duo Streep/Hoffman. Die beiden Vertreter der ­Kirche kämpfen gnadenlos gegeneinander – wie in einem Gerichtssaal, in dem eigentlich nur Gott richten dürfte. Und dieser schweigt. Ein packender Film. Thomas Küng

DOUBT, usa 2008, V: Disney, L: 104 Min., R: John Patrick Shanley, D: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis. Kinostart 5. 2.

Foto RDB / imago stock&people

u In «Doubt» ist das Leben eng, freudlos und von Verboten versalzen. Nicht einmal Gedanken sind frei – die schon gar nicht. 1964 in der Bronx: In der katholischen Schule St. Nicholas versucht Schwester Aloysius (Meryl Streep), alles zu bewahren, wie es schon immer war. Die Knaben hier, die Mädchen dort. Anstand, Schweigen, Gottesfurcht. Wer nicht spurt, dem zeigt die Direktorin schnell und deutlich, wo Gott hockt. Aber auch Schwester Aloysius kann nicht verhindern, dass sich die Zeiten ändern. Die bestehende Ordnung wird infrage gestellt, Einflüsse von aussen dringen in ihr Reich. Erstmals wird auch ein schwarzer Knabe in die Schule


bücher & cds

Dem Leben abtrotzen, was es zu bieten hat

Wie schon so oft ist Sex der Motor, der Philip Roth antreibt. Der zentrale Satz im Roman lautet: «Man tut, was zu tun ist.»

u Marcus Messner stirbt drei Monate vor seinem zwanzigsten Geburtstag am 31. März 1952. Aufgeschlitzt von der Stahlklinge eines Bajonetts – irgendwo in einem koreanischen Schützengraben. Hätte er doch nur nicht freiwillig das College in Winesburg verlassen. Hätte er doch einfach seinen Stolz und starken Willen besser im Griff gehabt. Er wäre als Bester seines Jahrgangs abgegangen. Aber die Ursache für den Studienab­ bruch liegt in der verlogenen Prüderie und bigotten Doppelmoral jener Jahre. Mit einem lautstarken «Sie können mich mal!» macht Marcus seinem Unmut beim Dekan der altehrwürdigen Anstalt Luft. Als Sohn eines jüdischen Metzgers aus Newark, New Jersey, will er möglichst weit weg von Zuhause, um später Rechtsanwalt zu werden. Doch er verstösst gegen die ungeschriebenen Gesetze des Colleges und verliebt sich in jenes Mädchen, das sich bereitwillig allen Kommilitonen hingibt. Auch Olivia ist auf der Flucht vor ihrer Fami­ lie, hat einen Selbstmordversuch hinter sich und war deshalb in einer psychia­ trischen Klinik. Hartnäckig buhlt Marcus um die melancholische Schöne. Und treibt damit sich und das Mädchen beharrlich ins Verderben. Das Mitgefühl für seine vielfach ge­ brochenen Figuren macht Philip Roth in jeder Zeile erfahrbar. Der grosse amerikanische Romancier beschreibt das Dunkel dieser tragischen Seelen in

drei neue cds

1

pop/rock bruce springsteen Working On a Dream (Sony Music)

Der Boss für einmal   ganz poppig. Die zwölf energiegeladenen Songs, eingespielt mit seiner   E-Street Band, entstanden spontan im Studio. Von genial bis na ja: An den neuen Springsteen muss man sich gewöhnen. Die Sound-Palette: Rock, Balladen, Uptempo, von Country bis Blues und – Kitsch. elias Fröhlich

Für milchtrinker DIE KUH Florian Werner (Nagel & Kimche) u Pünktlich zum chinesischen Jahr des Stiers hat der Autor ein anekdotenreiches und informatives Buch zu Leben, Werk und Wirkung der   Kuh geschrieben. Den einen ist sie heilig, für andere ist sie ein Klimakiller. Hommage an einen faszinierenden Paarhufer. für tabulose fleckenteufel Heinz Strunk (rororo) u Einst tourte er mit Charlotte Roche («Feuchtgebiete») gemeinsam durch die Lese­ säle. Jetzt revanchiert sich Heinz Strunk: Aus der Sicht eines Pubertierenden schreibt er über Onanie, homo­ erotische Fantasien und Verdauungsprobleme. Vulgär, aber stets auch lustig.

allen Schattierungen und Nuancen. Über dem Buch schwebt von den ersten Seiten an eine Art Todeshauch, so sehr nimmt man am unweigerlichen Schicksal der Hauptfiguren Anteil, begreift die Em­pörung des Protagonis­ ten, der für eine kurze Episode des Aufbegehrens den vollen Preis zahlt. Dieser Roman ist der Versuch, dem Leben ein letztes Mal und sei es nur in der Fantasie, alles abzutrotzen, was es zu bieten hat. Philip Roth ist es meisterhaft gelungen.

für anspruchsvolle Vergessene museen Susanne Röckel (Die Andere Bibliothek) u Sechs Erzählungen ent­ führen in entlegene Regionen wie Loon Bay am nördlichen Polarkreis. So karg wie die Landschaft ist auch die Sprache der Erzählerin. Frei von jeder Überfrachtung entwickelt der Stil eine eigene, ganz besondere Musikalität.

philip roth Empörung (Hanser)

für teenager sylvie und die verlorenen stimmen Tim Binding (Knaur), ab 12 Jahren u Bis jetzt hat Sylvie, 13, stets gedacht, sie sei völlig normal. Doch dann verschwindet ihr Vater, ein schrulliger Erfinder. Und nichts ist mehr normal – Sylvie taucht in eine geheimnisvolle Welt ein.

2

3

peter m. hetzel

jazz enrico rava New York Days (EMC)

Seit Jahrzehnten zählt der Italiener Enrico Rava zu den Leitfiguren des europäisch geprägten Jazz. Hörbar sind im Spiel des Trompeters aber auch die Erfahrungen, die er in den Sechzigern in New York ge­sammelt hat. Jetzt hat der Lyriker dort mit einer All-Star-Band eine CD aufgenommen: ein Meisterwerk. hanspeter vetsch

Klassik bruckner sinfonien 7 & 9 D. Russell Davies (Arte Nova)

Bruckner nicht zum Schwelgen und Wohlfühlen, sondern spannungs­ geladen, schlank, durchsichtig. Dirigent Russell Davies deckt komplexe Konstruktionen auf, er interpretiert Romantik modern, sehnsüchtig. Das Bruckner Orchester Linz spielt die Sinfonien in fast kammermusikalischem Geist. uli von Erlach schweizer illustrierte

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hitparade

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 66

Herzschmerz

 Für den Abend zu zweit

Lach-Garantie

Für Kinder

DVD

Kino

CD Single

So schön und so brutal: Angelina Jolie (o.) zeigt in «Wanted» vollen Einsatz.

Das «Titanic»-Paar Leo­ nardo DiCaprio und Kate Winslet ist auferstanden.

Sagt und singt ihrem Das neue Bligg-Album liefert Lodert weiter: «Das Feyr vo Bräutigam im Video gehörig eine gelungene Liaison dr Sehnsucht» sorgt immer die Meinung: Katy Perry. von Hackbrett und Rap. noch für heisse Ohren.

(1) Wanted Regie: T. Bekmambetow. Mit M. Freeman, J. McAvoy, A. Jolie. UP-Video (2) Leg dich nicht mit Zohan an Regie: Dennis Dugan. Mit A. Sandler, J. Turturro. Sony Pictures HE Bangkok Dangerous Regie: Oxide Pang Chun & Danny Pang. Mit N. Cage, C. Yeung. Ascot Elite Street Kings Regie: David Ayer. Mit K. Reeves, F. Whitaker, N. Harris. TCFHE (3) The Dark Knight Regie: Christopher Nolan. Mit C. Bale, H. Ledger, Sir M. Caine. Warner Home Video (4) Mamma Mia! Regie: Phyllida Lloyd. Mit M. Streep, P. Brosnan, C. Firth. Universal Pictures Video (5) Keinohrhasen Regie: Til Schweiger. T. Schweiger, N. Tschirner, M. Schweighöfer. Warner Home Video (r) P.S. Ich liebe dich Regie: R. LaGravenese. Mit H. Swank, G. Butler, G. Gershon. universum film (6) Saw IV Regie: Darren L. Bousman. Mit T. Bell, C. Mandylor, S. Patterson. Ascot Elite (8) Jagdfieber 2 Regie: M. O’Callaghan, T. Wilderman. Sony Pictures HE

REVOLUTIONARY ROAD Regie: Sam Mendes. Total 26 142 Besucher. 1. Woche

(1) HOT N COLD Katy Perry EMI Music Switzerland AG

(1) 0816 Bligg Universal Music Switzerland GmbH

(1) Australia Regie: Baz Luhrmann. Total 187 380 Be­sucher. 4. Woche

(2) infinity 2008 Guru Josh Project K-tel Int. Switzerland AG

(2) FUNHOUSE Pink Sony BMG Music Entertainment

(8) SAW v Regie: David Hackl. Total 20 622 Be­sucher. 1. Woche

(4) RUN Leona Lewis Sony BMG Music Entertainment

(3) THIS IS THE LIfe Amy Macdonald Universal Music Switzerland GmbH

(2) Infinity 2008 Guru Josh Project KTE

(2) SEVEN POUNDS Regie: Gabriele Muccino. Total 31 745 Be­sucher. 2. Woche

(5) Broken strings James Morrison feat. Nelly Furtado Universal Music Switzerland GmbH (9) Sober Pink Sony BMG Music Entertainment

(4) Z’LÄBE FÄGT Gölä EMI Music Switzerland AG (7) SOUL Seal Warner Music (Switzerland) AG

(5) EIN STERN (DER DEINEN NAMEN TRÄGT) DJ Ötzi feat. Nik P. UNI (4) this is the life Amy Macdonald UNI

(6) ROSALIE Bligg Universal Music Switzerland GmbH

(9) ROCKFERRY Duffy Universal Music Switzerland GmbH

(6) SO WHAT Pink SME

(3) das feyr vo dr sehnsucht, Jodlerklub Wiesenberg, Francine Jordi Universal Music Switzerland GmbH (10) Human The Killers Universal Music Switzerland GmbH

THE CRYING LIGHT Antony & The Johnsons Musikvertrieb AG

(7) ROCK ’N’ ROLL TRAIN AC/DC SME

(6) ONE OF THE BOYS Katy Perry EMI Music Switzerland AG

RUN Leona Lewis SME

(7) if i were a boy Beyoncé Sony BMG Music Entertainment

(10) SPIRIT Leona Lewis Sony BMG Music Entertainment

(10) Rosalie Bligg UNI

I HATE THIS PART The Pussycat Dolls Universal Music Switzerland GmbH

(5) HOTEL ENGEL DJ Ötzi Universal Music Switzerland GmbH

(9) HEAVEN Gotthard SBM

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(3) MADAGASCAR ESCAPE 2 AFRICA Regie: E. Darnell / T. McGrath. Total 542 898 Besucher. 7. Woche (4) VICKY CRISTINA BARCELONA Regie: Woody Allen. Total 104 011 Be­sucher. 7. Woche (5) Bedtime Stories Regie: Adam Shankam. Total 60 704 Be­sucher. 4. Woche (6) buddenbrooks Regie: Heinrich Breloer. Total 42 860 Be­sucher. 4. Woche (r) BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS Regie: Dany Boon. Total 315 599 Be­sucher. 37. Woche (7) RIGHTEOUS KILL Regie: Jon Avnet. Total 9856 Be­sucher. 2. Woche

CD Album

Starparade

klingeltöne

(1) Das Feyr vo dr sehnsucht Jodlerklub Wiesenberg, Francine Jordi UNI (3) hOT N COLD Katy Perry EMI

© Carmen Sauerbrei

Hochspannung


Nicht verpassen!

Heiss!

TOP 100

Belletristik

Sachbuch

Das Action-Game basiert auf der Fantasy-Film­trilogie nach J. R. R. Tolkien.

Kehlmanns Geschichten­ «Yes, he can» sogar Bücher labyrinth erinnert an «Short schreiben: der neue USCuts» von Robert Altman. Präsident Barack Obama.

DER HERR DER RINGE: DIE EROBERUNG Electronic Arts

(1) Ruhm Daniel Kehlmann Rowohlt

(r) Hoffnung wagen Barack Obama Riemann

(1) GTA IV TAKE 2

(5) Leichenblässe Simon Beckett Wunderlich

(1) 50 Erfolgs­modelle Mikael Krogerus Kein & Aber

(2) WORLD OF WARCRAFT: WRATH OF THE LICH KING – ADD-ON Activision Blizzard

(4) das spiel des engels Carlos Ruiz Zafón S. Fischer, Frankfurt

(4) The Secret – Das Geheimnis Rhonda Byrne Goldmann

MIRROR’S EDGE Electronic Arts

(3) Feuchtgebiete Charlotte Roche Dumont

Bank, Banker, Bankrott René Zeyer Orell Füssli

(3) CALL OF DUTY 5: WORLD AT WAR Activision Blizzard

(2) das volle leben. frauen über 80 erzählen Susanna Schwager Wörterseh (6) Brida Paulo Coelho Diogenes

TV Unterhaltung

Top-Event

Ski-alpin-Weltcup-Infos von Lebensfreude pur versprüht den Profis Bernhard Russi (l.) das Zirkus-Theater «Afrika! und Matthias Hüppi. Afrika!» von André Heller. Ski alpin: Weltcup: Abfahrt Männer, Kitzbühel SF zwei 24. 1. 09 809 900 Zuschauer Kassensturz SF 1 20. 1. 09 785 600 Zuschauer

AFRIKA! AFRIKA! Hallenstadion Zürich 8. und 9. Februar www.ticketcorner.com

Schweizer Film SF – Die Premiere: Das Fräuleinwunder SF 1 25. 1. 09 673 200 Zuschauer dok: notfall in davos SF 1 23. 1. 09 629 300 Zuschauer

Kaiser Chiefs Volkshaus Zürich 6. Februar www.ticketcorner.com

(3) GOMORRHA Roberto Saviano Hanser

Wetten, dass ...? SF 1 24. 1. 09 606 500 Zuschauer

(2) Das Geheimnis des Herzmagneten Rüdiger Schache Nymphenburger

SF bi de Lüt SF 1 23. 1. 09 561 200 Zuschauer

Die Meister des Shaolin Kung Fu Bärenmatte Suhr 5. Februar www.ticketcorner.com Tower Of Power Volkshaus Zürich 4. Februar www.ticketcorner.com

(R) WORLD OF WARCRAFT (8) Nach Hause Activision Blizzard schwimmen Rolf Lappert Hanser

(9) shaolin Bernhard Moestl Droemer/Knaur

Giacobbo / Müller SF 1 25. 1. 09 540 700 Zuschauer

Emilia Torrini Bierhübeli Bern 10. Februar www.starticket.com

(10) AGE OF EMPIRES III (GOLD) Microsoft

(10) Das Perlen­ mädchen Barbara Wood Krüger, Frankfurt

Ein amerikanischer Traum Barack Obama Hanser

Vereidigung von Barack Obama SF 1 20. 1. 09 537 500 Zuschauer

Linard Bardill Nordportal Baden 8. Februar www.starticket.com

(4) FALLOUT 3 Bethesda Softworks

(7) Das volle leben. männer über 80 erzählen Susanna Schwager Wörterseh Warnschuss Sandra Brown Blanvalet

Tyrannen müssen nicht sein Michael Winterhoff Gütersloher Verlagshaus (6) Ich bin dann mal weg Hape Kerkeling Malik

1 gegen 100 SF 1 19. 1. 09 513 300 Zuschauer

Stiller Has Kulturkarussell Rössli Stäfa 6. Februar www.ticketcorner.com

Puls SF 1 19. 1. 09 510 100 Zuschauer

Children of Bodom Konzertfabrik Z7 Pratteln 4. und 5. Februar www.ticketcorner.com

(7) COUNTER STRIKE: SOURCE Electronic Arts

(5) COMMAND & CONQUER: RED ALERT 3 Electronic Arts

die besten

PC-GameS

André Rieu Hallenstadion Zürich 6. Februar www.ticketcorner.com

The Rasmus X-tra Zürich 5. Februar www.ticketcorner.com

Quellen Kino, CD, DVD, Games, Top-Event: Media Control AG; Buch: Swiss Books / Media Control AG; Kino: Procinema; TV-Quoten: Publica Data; (R) = Wiedereintritt

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

 Reisen Funzi Keys, Kenia  Betty Bossi Orientalische Suppen G  aultMillau «La Vetta», Tschuggen Grand Hotel, Arosa  Auto Mazda3 Hatchback

Paradies für schlittler

Auf die Rigi!

u Für Skifahrer gibts heissere Destinationen. Aber für Schlittler ist die Rigi ein Paradies: 10 Kilometer Schlittelwege und eine Airbord-Strecke (4 km) sind präpariert – von Rigi Kulm bis zur Station Klösterli, von Staffelhöhe nach Rigi Kaltbad. Für nur 10 Franken gibts erstklassiges Leihmaterial, und die beiden Zahnradbahnen bringen die Schlittler blitzschnell wieder an den Start zurück; der atemberaubende Blick übers Nebelmeer ist im Preis inbegriffen. Besondere Attraktion: Bis Ende Februar wird jeden Freitag auch nachts geschlittelt! Wer mag, fährt im Fondue-Nostalgiewagen zum Gipfel.

Info www.rigi.ch

Freie Fahrt für fröhliche Schlittler – auf der Rigi, dem Erlebnisberg über dem Nebelmeer. schweizer illustrierte

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weekend

Reisen

www.weltweit

Private Selection: 45 charmante Adressen u Die Private Selection Hotels legen ihren neuen Guide auf. 45 privat geführte, charmante Adressen im ErstklassSegment werden angeboten. Zum Beispiel das «Estelle» in Saintes-Mariesde-la-Mer (Bild). Camargue-Feeling vom Feinsten! INFO www.privateselection.ch

Mit der «Orient Pandaw» auf dem Mekong u Thurgau Travel ist Pionier für Fluss-

kreuzfahrten in Südostasien. Perle im Angebot: eine Reise auf dem Mekong durch Kambodscha und Vietnam an Bord der neuen «RV Orient Pandaw». Die 13tägige Traumreise gibts ab CHF 4390.–. INFO www.thurgautravel.ch

Auch Sheraton ziehts auf die Malediven u Seit 1. Dezember ist auch Sheraton im boomenden Malediven-Geschäft. «Full Moon» heisst das Resort, das ab Malé in 20 Speedboot-Minuten zu erreichen ist. Attraktion: Der «Aquum Spa» auf einer eigens angelegten Wellness-Insel! INFO www.fullmoonmaldives.com

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Einfach luxuriös Jeder Bungalow auf Funzi ist im Kenia-Style individuell eingerichtet.

the funzi keys – Das perfekte Hideaway für Möc

Robinson-Crusoe Seinen inneren Robinson ausleben und trotzdem auf keinerlei Luxus verzichten? Vor der Küste Kenias liegt die passende Insel dazu. Der Privatstrand bietet Entspannung pur.

D

ie grösste Herausforderung auf der Insel Funzi besteht nicht darin, sich trotz ausgedehntem Ausschlafen am Frühstückstisch noch ein Gipfeli zu sichern. Sondern sich mit Haut und Haar dem süssen Nichtstun hinzugeben. Auf dem ein Kilometer langen und dreissig Meter breiten Eiland schuf das Besitzerehepaar Claudia und Alessandro Torriani eine Insel vom Alltag: Feste Essenszeiten, Kleidervorschriften, Mücken und Fernseher gibt es nicht. Im Paradies unter schweizerisch-kolumbianischer Leitung kommen gestresste Grossstädter und Workaholics deshalb genauso zur Ruhe wie von Paparazzi gejagte Hollywood-Stars. u Das südlich von Mombasa gele­ge­ne Luxusresort Funzi Keys ist vom


Sandbank Hier werden die Gäste auf Wunsch «ausgesetzt» – mit Champagner natürlich.

The Place to be! Im Haupthaus befinden sich Bar und Restaurant. Der Pool liegt nebenan.

Star-like Auf Funzi zeigt sich der einzige Privatstrand Kenias von seiner schönsten Seite.

htegern-Abenteurer

Fotos Marcel Nöcker, Bettina Portmann

-Feeling de luxe Festland her einzig mit dem Boot oder Kleinflugzeug zu erreichen. In Ausnahmefällen fliegt sogar der Chef persönlich. Ein Holzsteg führt durch dichte Mangroven direkt an den weissen, von Palmen gesäumten Sandstrand. Ein Ort der Ruhe, dem sogar Meeresschildkröten ihre gelegten Eier anvertrauen. u Die im kenianischen Stil eingerichteten Bungalows stehen in grosszügigen Abständen am Strand verteilt. Aus der mitten im Raum stehenden JacuzziBadewanne ist der Indische Ozean zu sehen. Für Neuankömmlinge liegen auf dem Bett ein bunter Sarong und ein Poloshirt bereit. Wer den Wink versteht, weiss spätestens jetzt, dass es hier ausser Bikini und Badehose zum Glücklichsein nicht mehr braucht.

u Frühstück gibt es morgens, mittags

oder spätabends. Kurz: Der Gast bestimmt, wann, wo und was er gerne essen möchte. Köstliche Pancakes, süchtig machende Lobster-Bisque und feinste Pasta à la Mamma werden rund um die Uhr serviert. Lust auf Champagner-Frühstück? Wird auf

der vorgelagerten Sandbank im Schatten gespannter Bastmatten arrangiert … u Wer zwischen Faulenzen und Essen Bewegung sucht, dem bieten sich jegliche Wassersportmöglichkeiten. Um die anschliessend müden Knochen kümmert sich die hoteleigene Masseurin. Und «Dr. Feel Good» bestätigt schon nach wenigen Handgriffen, was man bereits zu wissen glaubte: Sie arbeiten zu viel. bettina portmann

check-in u Anreise

Wöchentliche Linien- oder Charterflüge nach Mombasa. Weiterreise per Kleinflugzeug (15 Minuten) oder Boot (2 Stunden) u Hotel Bungalows für zwei Personen ab CHF 260.– pro Person und Tag. Mahlzeiten, Getränke und Transfers inklusive u Klima Die beste Reisezeit: Juli bis April u Visa Für CH-Bürger ist ein Visum erforderlich. Es kann bei der Einreise für USD 50.– bezogen werden u Infos Paradiesisch ruhen Einschlafen www.private-safaris.ch, www.thefunzikeys.com mit dem Meeresrauschen im Ohr. schweizer illustrierte

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En Guete

Betörend Die KokosSuppe mit einer Rispe grünem Pfeffer.

weekend

mit Köchin Sibylle Sager

FernwehSuppen

1

Das Rezept der Verführung kennt keine Grenzen. Suppen aus fernen Ländern zelebrieren mit Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer die Kunst der Andeutung.

Kokossuppe

Zutaten (für 5 Personen, ergibt ca. 1,2 Liter) 5 dl Kokosmilch, 3 dl Wasser, 4 Kaffirlimetten-Blätter, gequetscht, 2 cm frischer Galgant, gequetscht, 1 Stängel Zitronengras, gequetscht, 1 Rispe grüner Pfeffer, gequetscht, 100 g Shiitake-Pilze, in Vierteln, 5 frische Maiskölbchen, in ca. 5 mm dicken Scheiben, 1 Teelöffel Zucker, 1 Teelöffel Salz, 1 Esslöffel Fischsauce, 200 g Rotbarbenfilets, schräg in ca. 2 cm breiten Streifen, einige Tropfen Chiliöl Vor- und zubereiten ca. 1 Std.

u Kokosmilch und Wasser mit allen Zutaten bis und mit Pfeffer aufkochen. Hitze reduzieren, zugedeckt ca. 30 Min. köcheln, absieben, in die Pfanne zurück­ giessen. Pilze und alle Zutaten bis und mit Fischsauce beigeben, Suppe aufkochen,

2

Suppe mit Poulet

Hitze reduzieren, zugedeckt ca. 10 Min. köcheln. Fischstreifen beigeben, zuge­ deckt bei kleiner Hitze ca. 5 Min. ziehen lassen. Suppe in vorgewärmten Suppen­ tassen anrichten, wenig Chiliöl darüber­ träufeln.

tipp

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 8 dl) 1 Esslöffel Öl, 1 Knoblauchzehe, in Scheibchen, 1 Stück Galgantwurzel oder Ingwer (ca. 20 g), in Scheibchen, 2 Stängel Zitronengras, gequetscht, in Stücken, 8 dl Hühnerbouillon, 200 g Pouletbrüstli, 50 g Shiitake-Pilze, in ca. 3 mm dicken Scheiben, 50 g kleine Champignons, halbiert, 1 Bundzwiebel mit dem Grün, schräg in feinen Ringen, 1/2 Esslöffel Fischsauce, 2 Esslöffel Korianderblättchen, zerzupft Vor- und zubereiten ca. 30 Min.

Zitronengras ist im Kühlschrank ca. 2 Wochen, tiefgekühlt ca. 3 Monate haltbar.

u Öl warm werden lassen. Knoblauch, Galgant und Zitronengras ca. 3 Min. andämpfen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, ­Pouletbrüstli beigeben, zugedeckt bei kleiner Hitze ca. 10 Min. ziehen lassen. Herausnehmen, zugedeckt beiseite stellen. Suppe absieben, in die Pfanne zurückgiessen, aufkochen, Hitze re­

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duzieren. Pilze und Bundzwiebel beigeben, ca. 8 Min. ziehen lassen. Fischsauce beigeben. Poulet in sehr feine Streifen schneiden, in vor­ gewärmte Suppen­tassen verteilen, Suppe dazugiessen, Korianderblättchen darauf verteilen.

3

Rüebli-Suppe orientalisch

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 1 Liter) 2 Esslöffel Koriandersamen, 1 Esslöffel Kreuzkümmel, 1 Esslöffel Butter, 2 Zwiebeln, fein gehackt, 500 g Rüebli, grob gerieben, 1 Teelöffel Salz, 8 dl Wasser, 20 g Butter, 100 g Halbweissbrot, in kleinen Stücken, 100 g Crème fraîche Vor- und zubereiten ca. 1 Std.

u Koriandersamen und Kreuzkümmel in einer weiten Pfanne bei kleinster Hitze ca. 20 Min. rösten; sie dürfen keine Farbe annehmen. Herausnehmen, in einem Mörser grob zerstossen. Butter in derselben Pfanne warm werden lassen. Zwiebeln kurz an­dämpfen, Rüebli beigeben, salzen, ca. 5 Min. mitdämpfen. 2 Teelöffel der gerösteten Gewürze beigeben. Wasser dazugiessen, auf­kochen, Hitze reduzieren, zugedeckt ca. 20 Min. köcheln. Suppe pürieren. Butter in einer beschichteten Brat­ pfanne warm werden lassen. Brotstücke beigeben, mit den restlichen gerösteten Gewürzen bestreuen, ­knusprig rösten.

Servieren Suppe in vorgewärmten Suppentellern anrichten, wenig Crème fraîche darauf verteilen, geröstete Brotstücke darüberstreuen. Tipp Rüebli mit Butter, Zwiebeln und Salz 5 Min. bei 120 Grad im Steamer dämpfen. 2 Teelöffel der gerösteten Gewürze und 8 dl Wasser beigeben, 5 Min. bei 120 Grad fertig garen. Suppe pürieren.

u Nächste sendung

Montag, 9. Februar 2009, 20.05 Uhr, SF 1 Mehr Info: www.aldente.ch u Das Menü Schoggi-Rindsfilet-Möckli,

scharfe Honig-Zwiebeli, KapernOrangen-Salat, Liebes-Nüdeli, MangoMohn-Cubbler u E-Newsletter

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weekend

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Bergoase für Feinschmecker «La Vetta», Tschuggen Grand Hotel, Arosa Das Haus wirbt kräftig mit Mario Bottas «Bergoase». Eine Gourmet-Oase ist das «Tschuggen» auch. Dafür sorgt Chef Ivan Gotfredsen mit seinen 25 Köchen.

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r steht für höchste Qualität in Grandhotel-Küchen: Ivan Gotfredsen. Das war im «Kempinski» St. Moritz so, das zeichnet sich jetzt auch im «Tschuggen» ab: Was die 25-köpfige Brigade in der riesigen Küche anpackt, hat Qualität – vom Loch-Fyne-Lachs in Mario Bot-tas Wellness-Bergoase bis zu den BioEiern auf dem Frühstücksbuffet. Und natürlich machts auch in den beiden TopSpots Spass: Im «Grand Restaurant» stellen die Halbpensionsgäste ihren Fünfgänger aus einem attraktiven Angebot selbst zusammen. Das kleine GourmetRestaurant La Vetta, unübersehbar von Carlo Rampazzi gestaltet, ist Abend für Abend gut besetzt.

Dass man im «Vetta» recht keck ans Werk geht, zeigte das Amuse-Bouche: glasierter Schweinebauch-Würfel, Tintenfisch-Terrine mit ein paar Kaviar-Körnern, erfrischendes Glühwein-Granité! Den Bündner Kalbstafelspitz hätten wir auf den ersten Blick nicht identifizieren können: Er war zum Carpaccio geschnitten, geliert (!) – und verblüffend gut im Geschmack. «Lukas’ Variation vom kanadischen Hummer» wurde uns wärmstens empfohlen. Lukas (Stalder) ist der Souschef, variiert wird wie folgt: Hummer-Bisque, Hummer-Tatar, Hummerschwanz, verpackt in einen kleinen griechischen Teig. Dazu noch was zum Schmunzeln: «Hummer-Crèmeschnitte», mit Hummerfleisch

zwischen Blätterteig-Schichten. Ein kleiner Abstecher Richtung Italien lohnte sich auch: Carnaroli-Risotto mit Chorizo, Oliven, Tomaten und Jakobsmuscheln. Höhepunkt des Abends: Ein französisches Perlhuhn («label rouge»), im Ofen geduldig gebraten, mit wunderbaren Steinpilzen und einem exzellenten Jus. Den Applaus muss sich die Brigade mit Restaurantleiter Stefano Bonomi teilen: Wie akkurat der italienische Routinier den Vogel aufschneidet, wie liebevoll er Brust und Bein arrangiert, ist grosse Klasse. PS. Ivan Gotfredsen übernimmt im nächsten Jahr ein kleines Hotel in Frankreich. Den Sommer über kocht Alexander Kroll («Carlton», St. Moritz) im «Tschuggen».

Fotos Fabienne Bühler

wein-tipp Exotischer Tropfen aus Argentinien Die Kellerei Domino del Planta wird von Argentiniens bekanntester Önologin, Susana Balbo, und ihrem Mann, dem Weinproduzenten Pedro Marchevsky, geführt. Sie haben sie 1999 in Mendoza, Argentiniens grösster und

wichtigster Weinzone, gegründet. Hier gedeiht auch die Traubensorte Torrontes, aus der aromatische Weissweine vinifiziert werden. Der Torrontes 2007 Crios de Susana Balbo (14 %) duftet exotisch. Noten von türkischem Süssgebäck, Marzipan und Jasminblüten

sind auszumachen. Im Gaumen ist er rassig und spritzig. Der Wein ist ideal zum Apéro oder gar in Kombination mit exotischer Küche oder Krustentieren. Wer Sauvignon Blanc oder deutschen Riesling mag, wird von diesem argentinischen Tropfen begeistert sein.

Baur au Lac Wein Urdorf www.bauraulacwein.ch Jetzt trinken. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 13.90

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Auto

SCHON GEFAHREN MAZDA3 HATCHBACK

Starke Nummer Mit dem Mazda3 stecken die Japaner ihr wichtigstes Modell in ein neues Kleid. Der auf Sportlichkeit getrimmte Fünftürer überzeugt aber auch mit günstigem Verbrauch.

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er Mazda3 muss als Weltauto den Geschmack aller Kunden treffen, gleichzeitig aber extrem funktional und sportlich sein», erklärt Designchef Kunihiko Kurisu seine Mission. Entstanden ist nicht etwa ein langweiliges Mainstream-Auto, sondern ein charakterstarkes Fahrzeug. Scheinwerfer, Fünf-Punkte-Grill und Gürtel­ linie sind beim neuen Mazda3 so gestylt, dass alle Designlinien aufs Wagen­zen­ trum zulaufen, was zusätzliche Dynamik erzeugt. Im Interieur dominieren da­ gegen geschwungene Linien. Genauso wichtig wie die Optik ist Mazda die

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Umweltverträglichkeit. Daher wurde der Neue trotz Mehrausstattung – er ist nun mit adaptivem Kurvenlicht sowie Spurwechsel-Assistent erhältlich – um bis zu 15 Kilogramm abgespeckt. Zudem wird zusammen mit den Direkteinspritzungs-Benzinern ein neuartiges Start-Stopp-System (SISS) angeboten, das den Spritverbrauch um rund zehn Prozent senken soll. Ohne

Sportlich Das Cockpit mit dem nach oben ins Blickfeld des Fahrers gerückten NavigationsDisplay gefällt mit sportlicher Note.

SISS auskommen müssen vorerst die neuen Dieselmotoren. Aber auch so machen die beiden 2,2-Liter-Selbstzünder mit 5,4 oder 5,6 l/100 km Verbrauch, neuer Katalysatoren-Technologie und Energieeffizienz A eine gute Figur. Die laufruhigen Turbodiesel gefallen mit viel Durchzugskraft aus dem Tourenkeller. Dazu passen das ausgewogene Fahrwerk und die direkte Lenkung, dank der der Mazda3 auch enge Kurvenpassagen gekonnt meistert. Ab Juni ist der sportlicher gezeichnete Japaner zu kaufen. Die Frage nach der leistungsstarken MPS-Version – in der Schweiz entschieden sich bisher 17 Prozent der Kunden dafür – entlockt Kurisu ein gequältes Lächeln. Offiziell darf er die Existenz der Sportversion nicht bestätigen. Fast produktionsreife Erlkönige legen aber nahe, dass der MPS im März als Weltpremiere am Genfer Autosalon stehen dürfte. jÜRG a. sTETTLER


news

VW Caddy 4Motion Allrounder wird Fit Fürs Gelände u Volkswagen verpasst dem Allrounder Caddy einen permanenten Allradantrieb. Über eine elektronisch geregelte Haldex-Kupplung wird die Antriebskraft nun auf alle vier Räder verteilt. Damit macht VW den als Kastenwagen oder als Familienfahrzeug mit fünf oder sieben Plätzen erhältlichen Caddy fit fürs leichte Gelände. Serienmässig verfügt er über Berganfahr-Assistent und ESP. Angetrieben wird er vorerst einzig vom 1,9-Liter-Turbodiesel mit 105 PS in Kombination mit manuellem Sechsganggetriebe. Der Vierzylinder ist serienmässig mit einem Partikelfilter versehen und soll mit 6,6 Litern auf 100 Kilometer auskommen. Zu kaufen ist der Caddy 4Motion ab CHF 31 420.–.

Ausdrucksstark Die neue Front mit grossem Kühlergrill und mandelförmigen Leuchten verleiht dem Mazda3 einen markanten Auftritt.

steckbrief

Zentriert In Front und Heck laufen die De­signlinien in der Fahrzeugmitte zusammen. u Name Mazda3

u Preis ab CHF 24 000.–

u Motoren Benzin 105 bis 150 PS,

u Konkurrenten Ford Focus, Hyundai

Diesel 109 bis 185 PS u 0 bis 100 km/h 8,2 und 12,2 s u Spitze 184 und 213 km/h u Verbrauch 4,5 und 7,7 l/100 km u CO2-Ausstoss 119 und 183 g/km u Energieeffizienz-Kategorien von A bis D u Verkauf ab Juni 2009

i30, Kia C’eed, Opel Astra, Peugeot 307, Renault Mégane, VW Golf u. a. u Unser Urteil Abgespeckt und optisch klar aufgefrischt tummelt sich der Mazda3 bald im Golf-Segment. Er tritt vor allem mit agilem Fahrverhalten, präziser Lenkung und laufruhigen Dieseln gegen seine Konkurrenz an.

Bentley Continental GTC Speed luxuriöser Frischluft-Bolide u Bentley hat sein Cabrio Continental GTC zum Fitnesstraining geschickt. Als Speed-Variante verfügt der luxuriöse 2+2-Sitzer nun über einen 610 PS starken V12-Biturbo. Satte 50 PS mehr als das «schwächere» StandardModell. Der Brite stürmt damit in nur 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Bei geschlossenem Verdeck erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h. Offen sind es 312 km/h und natürlich jede Menge Frischluft. Optisch ist der Bentley Continental GTC Speed an schwarzen Lüftungsgittern, 20-ZollFelgen, einer tiefergelegten Karosserie und grösseren Auspuff-Endrohren zu erkennen. Zu kaufen ist er im Herbst zu Preisen ab CHF 355 935.–. schweizer illustrierte

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Erst günstig – dann wird die Stimmung explosiv!

woche vom 8. bis 14. Februar 2009 Günstige Aspekte bis zum Vollmond am 9. (in den 2. Dekaden Wassermann und Löwe) könnten auf wirtschaftliche Reformen und eine (kurze?) Besserung an den Börsen hinweisen. Ab 9. sind die Spannungen in der Überzahl, und am 11. und

12. sind verstärkt Brände, Explosionen, Anschläge und Unfälle im Transport­wesen möglich. Auch Streiks und soziale Spannungen könnten für Schlagzeilen sorgen, und die Stimmung an den Börsen könnte wieder nach unten weisen.

widder 21.–30. 3. Sie sind vital, geniessen das ­Leben in vollen Zügen. Venus in Ihrer Dekade verspricht unvergessliche Stunden voller Leidenschaft, und Mars gibt Ihnen Power (8., 12.!). 31. 3.–9. 4. Ruhige Woche. Am 9. und 13. amüsieren Sie sich blendend, sind der Hahn im Korb. Ansonsten eher neutral. 10.–20. 4. ­Projekte von Jahresende könnten wieder zur Sprache kommen, eine Lösung zeichnet sich ab (am 11. und 14.). Freunde spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine originelle Idee könnte positiv für Ihre Karriere sein (am 9. und 12.).

stier 21.–30. 4. Sie habens derzeit nicht leicht, wissen nicht, wo Sie zuerst anpacken sollten. Gehen Sie Schritt für Schritt vor, legen Sie sich nicht mit Behörden an, speziell am 8., 11. und 12.! Meiden Sie auch jedes körperliche Risiko! 1.–10. 5. Neutral. Nur am 9. sind Sie nervös und reizbar, doch am 11. fühlen Sie sich wohl, ge­ hen Ihren Hobbys nach 11.–20. 5. Der Vollmond ist nicht grad exzellent, Sie sind leicht reizbar (9., 10.). Ausserdem sind vor dem 14. Geborene zu leichtgläubig, sollten bei Abmachungen oder Verträgen vorsichtig sein (am 12.!).

zwillinge 21.–31. 5. Sie sind auf Erfolgskurs. Gleich­ zeitig verbringen Sie unvergessliche Momente voller Lei­ denschaft und Romantik, sind unwiderstehlich (am 8. und 12.). Eine gute Nachricht (Ausland)? 1.–10. 6. Sie sollten kleine Pause einlegen, sich um Ihre Gesundheit kümmern (Massagen, Sport usw.). Am 9. und 13. fühlen Sie sich wohl im engsten Kreis. 11.–21. 6. Sie entdecken neue Horizonte, schmieden Reisepläne (9., 13.). Trotz ei­ nigen Hindernissen kommen Sie recht gut über die Run­ den, können sich auf Ihre Intuition verlassen (am 12.).

krebs 22. 6.–1. 7. Sie können sich nur schwer an neue Situation gewöhnen. Komplikationen machen am 9., 11. und 12. Kopfzerbrechen. Ärger durch Papierkram? Besser läufts am 10. (Aussprache?). 2.–12. 7. Sie sind am 11. offen für neue Kontakte oder klärendes Gespräch. Komplikationen am 13. (Panne, Diskussionen mit Ange­ hörigen?). 13.–22. 7. Missverständnisse (von Ende Ja­ nuar?) könnten jetzt wieder zur Sprache kommen, eine Lösung ist in Sicht. Um den 13./14. Geborene erleben ­positive Wende, können langfristig die Weichen stellen.

löwe 23. 7.–1. 8. Diskussionen mit Partner könnten heftig ausfallen. Mit Charme und Humor ­können Sie die Lage entschärfen (am 8., 11. und 12.). Günstige Woche für Kontakte, Reisen, Schreibarbeiten (8., 12.). 2.–12. 8. Ruhige Woche, ideal um sich verwöh­ nen zu lassen (am 13.): Massagen, Stunden in Spa usw. Am 9. können Sie nur schwer Ihre Gefühle kontrollieren. 13.–23. 8. Berufliche Projekte, die seit einiger Zeit auf Eis liegen, kommen voran (am 12.). Sie sehen klarer. Bei Investitionen oder Verträgen sollten Sie auf der Hut sein!

jungfrau 24. 8.–2. 9. In einer starken Beziehung kann es zu einem Neubeginn kommen – eine echte Re­ naissance. Günstig der 10., etwas kritisch der 12. 3.–12. 9. Neutrale Einflüsse. Vielleicht günstig für eine kleine Pause? Am 11. und 12. reagieren Sie instinktiv rich­ tig. 13.–23. 9. Sie sind schlagfertig und kontaktfreudig, überzeugen mit Ihren Argumenten (7., 9.). Die vor dem 15. Geborenen sollten am 11. und 12. weniger ungeduldig oder dickköpfig sein und mehr auf den anderen hören! Langfristig zeichnet sich eine grosse Wende ab …

waage 24. 9.–3. 10. Superwoche! Ein Wunschtraum geht in Erfüllung. Venus verspricht heisse Flirts, un­ vergessliche Momente. Ausserdem sind Sie physisch in Bestform (8., 12.). 4.–13. 10. Sie finden mehr Zeit für sich, können kleine Pause einlegen. Am 9. sollten Sie Freunde treffen oder neues Projekt beginnen. Am 13. ­berührt Sie jemand sehr. 14.–23. 10. Sie sind ab 9. (Vollmond) gut in Schuss. Am 11., 12. und 14. sind Sie der Mittelpunkt des Geschehens. Neue Interessen bewirken, dass Sie einem Ideal näherkommen (Liebe auf den ersten Blick?).

skorpion 24. 10.–2. 11. Komplikationen und Hinder­ nisse daheim, speziell am 8., 11. und 12. Meiden Sie jedes körperliche Risiko, giessen Sie nicht noch Öl ins Feuer! Diskussionen (mit Angehörigen) können leicht aus­ arten. 3.–12. 11. Sie sind am 9. ungeduldig, ärgern sich über Hindernisse (Beruf?). Besser läufts am 11., oft dank der Hilfe guter Freunde. Neues Projekt kommt besser voran als geplant? 13.–22. 11. Am 9. (Vollmond) sind Sie nicht grad gut gelaunt. Machen Sie den anderen klar, welche Verpflichtungen Sie zu Hause haben (11., 12.).

schütze 23. 11.–2. 12. Traumwoche! Jupiter verspricht eine Glückssträhne. Venus signalisiert unvergessliche Momente voller Leidenschaft (8., 12.). Ihr Charisma und Ihre Kreativität sind echte Trümpfe. 3.–12. 12. Sie lernen am 9. interessante Menschen ken­ nen, entdecken neue Horizonte. Und am 13. sind Freunde eine grosse Hilfe. Nur am 11. könnte es zu Komplika­tionen kommen. 13.–21. 12. Sie sind kreativ, einigen gelingt (am 9. und 12.) Volltreffer (neue Sympathien, Superidee?). Nur die um den 12./13. Geborenen sind etwas gebremst.

steinbock 22.–31. 12. Sie müssen sich mit häuslichen oder familiären Angelegenheiten beschäftigen (oft mit Papierkram verbunden). Am 10. sind Sie gut gelaunt, am 12. hingegen unter Druck. 1.–10. 1. Sie sind in einer ruhigen Übergangsphase, können ein wenig ausspannen. Am 11. freuen Sie sich über Kontakt oder Nachricht, doch am 13. sind Sie ziemlich nachdenklich. 11.–20. 1. Ihre Projekte haben wieder Rückenwind, nach einigen Wo­ chen kommen Sie wieder gut voran. Am 11. und 12. können Sie einen Vorsprung gewinnen trotz schwieriger Lage.

wassermann 21.–30. 1. Sie sind kaum zu halten, stürzen sich kopfüber in ein neues Projekt. Dabei helfen Ihnen Jupiter und Freunde. Ausserdem geniessen Sie das ­Leben in vollen Zügen, sind unwiderstehlich (8., 13.). 31. 1.–9. 2. Sie sind am 9. auf der gleichen Wellenlänge mit Ihrer Umgebung, man versteht Ihren Standpunkt. Am 13. sind Sie aufgeschlossen für neue Disziplinen. 10.–19. 2. Sie sind am 9. (Vollmond) ziemlich nervös und könnten weit über das Ziel hinausschiessen. Anschliessend sind Sie auf Erfolgskurs und kommen Ihren Idealen näher.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sollten sich am 8., 11. und 12. aus Intrigen heraushalten, Kritik nicht zu ernst nehmen! Vor dem 23. Geborene machen sehr positive Wandlung durch und verändern sich vorteilhaft. 2.–10. 3. Ange­ nehme Woche ohne grössere Hindernisse. Nur am 11. könnten Diskussionen mit Partner etwas ausarten, seien Sie toleranter. 11.–20. 3. Sie verhandeln geschickt, Projekt von Januar bringt jetzt positive Reaktionen. Ihre Freunde könnten sich dabei sehr nützlich machen (am 12.). Veränderung kommt auf die vor dem 13. Geborenen zu.

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Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

0901 - 59 89 01

u zum persönlichen Astro-Code

0901 - 59 89 02

u Zugang mit persönlichem Astro-Code

Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

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Horoskop


Spiele Diese Woche drei Goldvreneli zu gewinnen!!!

So kommen Sie zum Goldvreneli: Übermitteln Sie Ihr Lösungswort via Telefon 0901 908 119 (ohne Vorwahl). Der Anruf kostet Sie 1 Franken. Sprechen Sie das Lösungswort und Ihre Adresse auf das Band. Via Postkarte (A-Post): Schweizer Illustrierte, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich. Anruf- und Einsendeschluss ist am Sonntag, 8. Februar 2009, 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Zitat zwischen Zahlen

Wer häts – ohä lätz

Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buch­ staben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die dritten Buchstaben, jeweils von unten nach oben gelesen, ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach.

Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abwei­ chungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. So können Sie 20 Franken gewinnen Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schnei­ den Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss: Sonntag, 8. februar 2009

zahlenschlüssel

Die Auflösungen finden Sie in der nächsten Nummer

Kreuzwort-Chaos

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.

Raten und rechnen Jedes Symbol bedeutet eine Ziffer von 0 bis 9. Gleiche Symbole bedeuten gleiche Ziffern. Ersetzen Sie die Symbole durch die richtigen Ziffern – und die Rechnung geht in alle Richtungen auf.

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Spiele Rebus

Auflösung aus Heft 5

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wer häts – ohä lätz

kreuzwort chaos Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

Sudoku mittel

 

   

 

 

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  # O N C E P T I S È0 U Z Z L E S



   

 

  

 



  

 

 

  

   



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So gehts Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.

sudoku Mittel                            È

        

        

        

        

        

         

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raten und rechnen

Gewinner aus Heft 1 Wer häts – ohä lätz: 20 Fr. Daniel Haas Horburgstrasse 87, 4056 Basel Anita Martinoni Bahnhofstrasse 5, 6440 Brunnen Roger Leibundgut Baselstrasse 64, 4500 Solothurn Helen Eng Späretweg 12, 2545 Selzach Barbara Meier-Hunziker Im Feld, 8484 Neschwil goldvreneli-rätsel (Lösung: «Barrikade») Sabine Jakob Ettenhusen 30, 8314 Kyburg Ida Ondrejicka Thesenacher 45, 8126 Zumikon Irma Heckendorn Magnolienpark 18, 4052 Basel

zitat zwischen zahlen 1. Express, 2. Imkerei, 3. Neutron, 4. Kuettel, 5. Liliput, 6. Eiswein, 7. Inferno, 8. Naegeli, 9. Episode, 10. Rivella, 11. Ruessel, 12. Erosion, 13. Golowin, 14. Eieruhr, 15. Neigung, 16. Duenger, 17. Antibes, 18. Enkelin, 19. Muttenz, 20. Pfiffig Lösung Ein kleiner Regen daempft ein grosses Gewitter. rebus 1 T U (H) B E 2 H A N (T) D 3 BECH ER = THEATER

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kunst

Böse Geister, gute Freunde Für Sammler Ted Scapa ist das Leben mit Kunst ein vitales Bedürfnis. In seinem Eldorado in Vallamand VD treffen Weltkulturen aufeinander.

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Sammeln, bis die 足Mauern platzen! Seit 30 Jahren lebt Ted SCAPA in einem Schloss voller Erinnerungen. Jetzt ist seine wilde Kunst足 sammlung in Basel zu sehen.

端rs Museum


kunst Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

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ürzlich machte sich Ted Scapa um fünf Uhr früh auf zu einer Safari durch sein Schloss. Bewaffnet mit einer Digitalkamera, reiste er von Afrika nach Ozeanien über China bis nach Südamerika. Die Erinnerungen an ein halbes Jahrhundert Sammelwut liessen ihn schwindlig werden: Was für ein Trip durch die Kulturen innerhalb der eigenen vier Wände! Oder besser gesagt Mauern. Denn Ted Scapa und seine Frau Meret bewohnen seit 30 Jahren das 200-jährige Schloss Vallamand im gleich­namigen Dorf am Murtensee. Scapa nennt sein Château Ruine. Von aussen wirkt es leicht ver­ kommen. Das Innenleben dagegen zeugt von der Offenheit eines Weltenbürgers, der auch ein Herz- und Augenmensch ist. Seine Wohnräume hat er all die Jahre schichtweise aufgefüllt mit Objekten, die er liebt. Ab Mittwoch ist ein bedeutender Teil seines bunten Sammelsuriums unter dem Namen «Scapas Memories» im Museum Tinguely in Basel zu sehen. Wer das Glück hat, die Schatzkammer des 78-Jährigen zu betreten, dem verschlägt es schon im Treppenhaus die Sprache. Ein lebensgrosser Terrakotta-Krieger aus der Tonarmee des ersten Kaisers von China beschützt die Schlossbewohner. Es ist nicht der einzige «böse Geist» mit guten Absichten. Wie Drittweltdelega­ tionen bevölkern die Figuren, Masken und Fetische jede Ecke – vom Fenstersims im Billardraum bis zur Kommode in der Küche. Die erhabene Schönheit der Körper und die gleichmässigen Gesichtszüge wirken sinnlich oder fratzenhaft, Furcht einflössend oder expressiv. Manche sind mit echten Haaren und Zähnen versehen, die Körper grazil und nackt. Andere be­ stechen durch sexuelle Attribute. Ein Kaminfeuer im Wohn­zimmer verscheucht die Kälte aus den Gemächern. Kerzen verleihen Ted Scapas Paralleluniversum etwas Barockes. Jedes Unikat der oft anonymen Schöpfer hat sich über Jahre sein Plätzchen im kulturellen Biotop erobert. Sie korrespondieren wie zufällig mit anderen Trouvaillen aus seiner Sammlung. Mit Bildern von Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Christo, Marc Chagall, A. R. Penck, Antoni Tàpies oder Jörg Immendorff verschmelzen sie zum Gesamtkunstwerk. Mitten drin im magischen Reich: Ted Scapa, Cartoonist, Künstler, Verleger, Teppichmacher mit holländischen Wurzeln und dem Schalk eines Brummbären. Heute noch ist der «Spielhaus»-Erfinder

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Besetzt! Mit Jean Tinguely und Keith Haring auf dem Klo verweilen.

Afrikanische Skulpturen und Köpfe auf einer Lackkommode in der Küche.

das älteste Kind des Schweizer Fern­ sehens. «Mir ist egal, ob etwas original oder nach alten Vorbildern gefertigt ist. Auch der Wert oder die Herkunft sind für mich nicht entscheidend», erklärt Scapa seine Sammelleidenschaft. Er hasst Scheuklappen und verfolgte nie eine kunsthistorische Strategie. Nicht Gier, sondern Neugier, Intuition, Kreativität, Ästhetik, Naivität trieben den Kommunikator an. «Ob Souvenirs von einem Strassenstand in Namibia oder rituelle Statuetten von Aus­ grabungen aus Indonesien – meine innere Stimme inspirierte mich zum Kauf. Kunst ist für mich eine grenzüber­ greifende Erfahrung, ohne Trennung zwischen gut oder schlecht, trivial oder hochstehend, schwarz oder weiss.» Neuerwerbungen sind immer noch willkommen. Obwohl sogar das stille Örtchen mit Werken von Jean Tinguely und Keith Haring belegt ist. «Vor zwei Monaten entdeckte ich in Amsterdam

afrikanische Schutzschilder mit ausdrucksstarken Gesichtern. Herrje – ich musste sie einfach haben!» Die Ausstellung «Memories» ist eine Hommage an die Freundschaft. Die Idee stammt vom scheidenden Direktor Guido Magnaguagno. Scapas Busenfreunde Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle haben einen Ehrenplatz. Freundschaft und Liebe geben Ted Scapa Kraft. Denn was seine Familie in den letzten Jahren durchlebte, war wie ein Trip durch die Hölle. Scapa selber erkrankte schwer, konnte den Dämon besiegen. Seine Frau Meret ist seit einem Sturz auf Krücken angewiesen. Nie versiegen wird der Schmerz, den der sechfache Vater 2005 wie ein Tsunami überrollte. Seine Tochter Ghita, die in Hongkong promovierte und seine engste Vertraute in Sachen Kunst war, brachte damals Zwillinge zur Welt. «Als ob es gestern wäre», murmelt Ted Scapa und erzählt von den traurigsten Stunden sei-


Billardzimmer mit Scapa-Teppich, Terrakottakriegern, einer Nana von Niki de Saint Phalle und Antoni-Tàpies-Gemälde (hinten rechts.).

«Viele sehen Schloss Vallamand als ein in die Jahre gekommenes Bijou. Für mich ist es eine Ruine»

nes Lebens und wie nah Freud und Leid beisammen liegen. «Wir sassen an Ghitas Bett in Zürich. Die Babys Gill und Chet waren wohlauf. Zu Hause in Vallamand erreichte uns ein Anruf, der Mutter ginge es plötzlich schlecht. Sofort fuhren wir zurück nach Zürich – doch Ghita war bereits tot.» Die 42-jährige Partnerin von Medienprofi Jürg Wild­berger starb an einem Aorta-Riss. Bis heute herrscht Unklarheit, wie es zum Drama kommen konnte. Die Unvollkommenheit des Augenblicks hat Ted Scapa gelehrt, dass Momentaufnahmen nicht für die Ewigkeit gemacht sind. «Mit dieser Ausstellung möchte ich meiner Tochter Ghita und ­allen Völkern dieser Erde etwas zurückgeben. Das Wesentliche habe ich erst vor Kurzem entdeckt: «Das Wesentliche ist der Mensch.» 

Spieltrieb Scapas Enkel lieben den 30 000 m2 grossen Garten mit Seeanstoss.

Scapa Memories, 4. Februar bis 19. April, www.tinguely.ch schweizer illustrierte

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Glänzend: Sandra ­Studer ­moderierte die Show souverän.

Nubya kam als Partygast und stand bald singend auf der Bühne.

«Da will ich auch mal ­stehen.» Fabienne Louves träum­te vom Art-on-IceAuftritt.

Sugarboy Stéph verzaubert Petit Prince und Sugababes heizen ein bei Art on Ice

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anz ehrlich: Der Mann ist nicht nur unglaublich sexy, der kann auch richtig gut singen!» Suga­babe Amelle hatte sich von Stéphane ­Lambiel zum gemeinsamen Auftritt überreden lassen. Danach war auch sie hin und weg vom Publikums­liebling. Melanie Oesch liess die Zuckerpuppen zu nächtlicher Stunde mit ihrem Zungenschlag staunen. Und hatte einen Vorschlag: «Wäre doch spannend, mal jemanden bei Art on Ice zu unserer Volksmusik laufen zu lassen!» ZSC-Löwenbändiger Sean Simpson hielt trotz Europameister-Feier in der Nacht zuvor lange durch. «Ich hatte meiner Tochter Rachel den Showbesuch längst versprochen. Wie konnte ich ahnen, dass wir ­Lions am Vorabend Hockeygeschichte schreiben?» Die Oropax-Chaoten Volker und Thomas Martins bekannten, «für einmal nicht nur des Gratis-Essens wegen gekommen zu sein». Und spätestens als Eisprinz Stéph an der Seite der Babes mit John Lennons «Imagine» Hühnerhaut erzeugte, konnte sich auch Sarah Meier wieder vorstellen, das Eiskunst­ laufen beschwerdefrei zu geniessen. Lambiel liess alle träumen. Und sagte: «Das ist es, was mich glücklich macht!» Text iso niedermann, Fotos bruno voser

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Zuckersüsse Girls mit gepfeffertem Auftritt: Die Sugababes Keisha, Heidi und Amelle (v. l.) räumten ab.


Party

Verliebt: Ex-Schiedsrichter Urs Meier und Partnerin Andrea Kratzer.

Ku-Ku-Jodel meets Popmusik: Oesch’s die Dritten – Mike, Melanie, Kevin (r.) – fandens «geil».

Traumtänzer: Stéphane Lambiel begeisterte an der After-ShowParty als Sänger und Bühnenpartner der Sugababes Amelle (l.) und Keisha.

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Diskussionslos zufrieden: «Arena»Chef Reto Brennwald mit Gattin Maja.

Sugababes-Fans: Christine Maier mit ihren Kindern Naomi und Robin.

Freak out! Für Art-on-IceMit­organisator Oliver Höner gabs nach gelungener Premiere kein Halten mehr.

party-facts Gastgeber Art on Ice Zürich Tatort AfterShow-Party im Swissôtel Oerlikon Most wanted Stéphane Lambiels Auftritt nach dem Auftritt – unser Eisprinz als Sänger ist bereits legendär! Frage des Abends Un­inspiriert und musikalisch nicht auf der Höhe – was war nur mit Daniel Powter los? Sympathisch Die drei Sugababes-Weltstars waren kein bisschen divenhaft, ihr Privatkonzert am frühen Morgen war eine Wucht

Manegenwechsel: Franco Knie liess «Art on Ice? Gerne am Dessertbuffet!» Orosich mit Ehefrau Claudia verzaubern. pax-Brüder Volker (l.) und Thomas Martins.

Party-Rating «Die Art-on-Ice-Gala ist ein Genuss, die Party danach ein exklusives Spektakel!»

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Notabene

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Meh Schnee!

Chris von Rohr

s soll mir ja keiner auf den Gedanken kom­ strecken – dicht gefolgt von den Krokussen, die den wider­ men, Frau Holle nächstes Jahr eine Näh­ spruchslosen Schlussakkord schmettern. maschine oder gar neues Bettzeug zu schen­ Als Kind bringt einen der Schnee auf mindestens ken. Sonst kriegt er es mit mir zu tun! Meine tausend Ideen und Fantasien. Ich erinnere mich, wie ich mir Kioskfrau ist zwar gegenteiliger Meinung, jeweils wünschte, es möge so lange schneien, bis man nur noch aber mein Credo, um den Winter zu über­ durch frei geschaufelte Tunnels von Haus zu Haus huschen leben, war schon immer: Das Frieren macht kann und der ganze Erwachsenenzirkus da draussen komplett mehr Sinn, wenn Schnee liegt anstatt Regen lahmgelegt wird, die Schule ausfällt und man nur noch spie­ und grau sur grau. Da ich nicht in den len kann. Paradiesisch war es aber schon, wenn die Schnee­ wunderbaren Bergen wohne, ist es für mich ein kleines decke so dick war, dass sie die ganze Welt in eine Schaumstoff­ Wunder, wenn mal wieder, wie unlängst, einen ganzen Monat matte verwandelte, und ich darin hemmungslos Saltosprünge lang das leuchtende Weiss vor meiner Türe liegt. üben oder mich als Schneewalze über einen Abhang hinunter­ Ich liebe den Schnee. Nicht den Sagex aus der Kanone, rollen konnte. Grosse Schneekugeln mit dem Grossvater los­ sondern das Luftig-Flockige, das vom Himmel kommt und zutreten war neben dem Bauen von unförmigen Schneemän­ aus Bäumen und Büschen einen Märchenwald und ein Land nern der Klassiker. Später kamen die Iglus und die nächtlichen der Unschuld zaubert. Das erste Judihui entfährt Schlittenrennen. Selbstverständlich musste der mir, wenn fünflibergrosse Waschlümpen auf die «Vielleicht Schnee auch gekostet werden, und ich legte mich trübe Welt niederschweben und alles zudecken. fehlt den dann einfach Arme und Beine schwenkend in den Diese Gedämpftheit, die Farben des Lichts, ein­ Schnee, um mir meinen Schutzengel zu malen. fach grandios! Wie das Intro eines heiss geliebten SchneeErwachsene erblühen zuweilen auch in Songs ist dieser Anblick schon ein Fest für mich. motzern jugendlicher Frische, wenn sie sich ins Schnee­ Der Refrain folgt, wenn ich später zwischen gar­ paradies begeben. Obwohl sonst ein Volk von Gfrör­ lis und Stubenhöcks, zieht es die meisten von uns nierten Tannen spaziere und es unter meinen Füs­ schlicht ein auf schneesichere Hügel, wo man sich wie früher sen knirscht. Die Geräusche, die der Schnee mit Erlebnis, sich bringt oder verändert, sind einmalig. Mein mit Schneebällen attackiert, über Abhänge rutscht Favorit ist das Gerassel von Schneeketten unter wie ich es und neidisch den Gutbetuchten nachspottet, die den Rädern. Herrlich! Entsprechend geht es mir hatte» sich eine Kutschenfahrt durch die Winternacht auf den Geist, wenn die Stimme des Winters von leisten. Sogar diejenigen, die sich sonst gern eher Banausen gestört wird, die das Glitzern und Funkeln, die leicht geschürzt in den Medien dieser Welt präsentieren, ganze Magie, übersehen und nüchtern oder abgelöscht von schlüpfen plötzlich in klobige Moonboots und ziehen farbige der «Sauerei» sprechen, die das weisse Nass mit sich bringt. Kaffee­wärmer über ihre kostspielig behängten Öhrchen, wenn Vielleicht fehlt diesen Schneemotzern schlicht ein der Schneegott ruft. Abends, wenn sich die illustren Gäste ihre Erlebnis, wie ich es an Weihnachten 67 hatte. Es war Nacht. gelangweilten Näschen mit einer weissen Linie von innen pu­ Es schneite, und ich packte mein Geschenk, das weisse dern, sprechen sie in diesem Zusammenhang auch gerne von Doppelalbum der Beatles aus, spielte all die neuen Songs rauf Schnee. Schnee, richtigen Schnee empfinde ich heute mehr und runter und blickte immer wieder aus meinem Fenster denn je als Balsam für die arg gequälte und gestresste Seele. hinüber zur Strassenlaterne. Die Schneeflocken tanzten dort Ich schätze, der diesjährige Winter hat den Zenit längst wie wild zu den Götterklängen, die aus meinem Batterie­ überschritten. Bald wird Frau Holle ihre Fensterläden dicht­ plattenspieler kamen. Ich habe selten etwas Schöneres erlebt machen und sich in den wohlverdienten Sommerschlaf be­ als dieses Gefühl von Geborgenheit, Freude und Zuversicht. geben. So soll es sein. Also lasst sie gefälligst in Ruhe und Irgendwann ertönen immer die letzten Takte. Das weckt sie dieses Jahr nicht an Ostern wieder auf! Denn dann perfekte Outro meines Winterhits sieht so aus, dass aus der spielt bald meine andere Lieblingsmusik …  schmelzenden Schneedecke bereits die ersten Schneeglöck­ chen und Winterlinge ihre spitzen Gwundernäschen hervor­ Chris von Rohr, 57, Musikproduzent und Autor

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Leser

«Wo bleibt die Würde?» Albrecht am Dramatischer Sturz: Daniel in Kitzbühel. g inin Tra m 22. Januar bei

u Daniel Albrechts Horrorunfall,

SI 5/2009 «Wenn ich mir Ski-Abfahrtsrennen, Auto- oder Motorradrennen ansehe, frage ich mich, warum die Rennpisten nicht nur noch entschärft zugelassen werden. Könnten mit diesen Entschärfungen solch schlimme Unfälle wie der von Daniel Albrecht nicht ein für alle Mal auf ein Minimum reduziert werden? Den Siegern würden so sicherlich ebenso viel Applaus, Ehrungen und Sponsorengelder zufliessen.» Hans Gamliel, per E-Mail

«Guten Tag, Herr Niethammer. Was Sie in der neusten Ausgabe Ihrer Zeitschrift zum schweren Unfall von Daniel Albrecht geboten haben, ist unter jeder Menschenwürde! Stellen Sie sich vor, es würde sich um jemanden aus Ihrer Familie handeln und Sie müssten solche Bilder in den Medien sehen. Leider sind Sie nicht der Einzige, der solche Fotos veröffent­licht hat. Muss man denn immer wieder Bilder zeigen, die die Sensationslust stillen?» Antje Lässer, per E-Mail

«Liebe Frau Lässer. Glauben Sie mir: Daniel Albrechts Unfall hat uns ebenso Ringier Verlosung 2008

betroffen gemacht wie Sie. Der Unfall hat Fragen über die Sicherheit im Skirennsport aufgeworfen. Aufgabe der Medien ist es, zu informieren, zu hinterfragen, einzuordnen. Deshalb haben viele Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehstationen die Bilder abgedruckt oder ausgestrahlt. Sie zeigen eindrücklich und anschaulich, was bei einem Fahrfehler mit Tempo 140 passiert. Den Vorwurf, wir hätten die Menschenwürde von Daniel Albrecht verletzt, weise ich entschieden zurück. Es gibt von diesem Unfall Bilder, die wir bewusst nicht veröffentlicht haben und nie veröffentlichen würden. Die Schweizer Illustrierte hat im Fall von Daniel Albrecht sorgfältig, zurückhaltend und mit Respekt gegenüber dem Fahrer und seinen Angehörigen informiert.» Nik Niethammer, Chefredaktor SI

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Nik Niethammer (l.) gratuliert den Gewinnern der Ringier Jahresverlosung 2008. Frieda Kiener, Cornelia Reichmuth, Anton Haldner-Knöpfel, Bärbel Kretz und Karlheinz Odermatt (v. l.) gewannen Bargeld zwischen 10 000 und 100 000 Franken.

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Die Liste

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Susanne Kunz

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von SYLVIE KEMPA

2 3 4 5 6 7 8 Komisches Talent Susanne Kunz, 30, wagt einen beruflichen Tapetenwechsel: Künftig müssen Söhnchen Elfen, 3, und Partner David ein paar Abende mehr auf ihren Schatz verzichten. Mit «Schlagzeugsolo» steht der TV-Star («1 gegen 100») nämlich demnächst als Comedian im Theater am Hechtplatz in Zürich auf der Bühne.

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schweizer illustrierte

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Meine Perücke frisieren Ich brauche sie für meinen nächsten Auftritt als Elsbeth Schneider in «Schlagzeugsolo». Die Perücke ist ganz zerdrückt, weil ich sie in einer Kartonschachtel aufbewahre.

Einen richtig guten Haarföhn kaufen Man darf die Perücke ­nämlich nur mit Kaltluft föhnen. Das kann mein alter Föhn nicht. Und meinem gebleichten Haar kann die kühlere Luft ja auch nicht schaden. Meine norwegische Freundin besuchen Ich habe sie als 16-Jährige während meines Austauschjahrs in den USA kennengelernt. Nun möchte ich zusammen mit ihr, ihrem Mann und ihrem Baby auf einem Boot den Fjorden entlangtuckern. Vom 5-Meter-Turm springen Das Sprungbrett meiner Wahl steht im Strandbad Biel. Dort touchiert man beim Eintauchen mit den Füssen die Pflanzen, die am Seeboden wachsen. Grauslig! Einen französischen Weichkäse vertilgen Ich liebe herrlich bestialisch stinkenden Käse! Am besten schmeckt er mir in Kombina­ tion mit einem frischen Baguette und einem Glas herbem Rotwein. Den Schweizer Nationalpark im Engadin besuchen Mein dreijähriger Sohn Elfen kennt den Park nur aus dem Globi-Buch. Wandern, «Gemschi»-Watching und Blasenpflaster kleben sind in den letzten Jahren definitiv zu kurz gekommen! Mit Salzwasser gurgeln Das ist ein Grossmutter-Rezept gegen Halsweh. Auch ich blieb nämlich von der Grippewelle nicht verschont. Meinen Kleiderschrank ausmisten Ich lagere zu Hause nicht nur meine privaten Kleider, sondern auch die Outfits für meine Fernseh­ sendungen. Da kommt einiges zusammen! Meine Klamotten ordentlich verwalten ist mindestens ein 50-Prozent-Job. Tanzen, bis die Sonne aufgeht Irgendwann lade ich meine liebsten Partytiger ein, mit mir draussen in der Natur zu gutem Minimal Techno die Nacht durchzufeiern. Nach New York fliegen Ja, genau! Ich war nämlich noch NIE da!

Foto Geri Born

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People- und Lifestyle-Magazin

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