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Ausgabe: intern

Auflage: 1.000 Exemplare

Frühjahr 2019

Foto: Michael Öttl

11. Jahrgang

die Weltordnung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Voraussetzungen sind in Bewegung. War bisher die EU ein Sammelbecken von gleichgesinnten Nationen, so wird dieser Grundkonsens von vielen Völkern zunehmend dynamisch in Frage gestellt. Hoffen wir im gemeinsamen europäischen Interesse, dass der bevorstehende Brexit nicht zum Menetekel für die gesamte europäische Gemeinschaft wird und dieser Spaltpilz nicht auch noch auf andere europäische Nationen übergreift. Im Gegensatz zu Wilhelm Tells Erkenntnis, dass „der Mächtigste am stärksten allein ist“, zeigt die europäische Nachkriegszeit, dass nur der Erfolg aus einer Gemeinschaft erwächst. Dies gilt übrigens auch für die Handwerksinnungen. Herzlichst Michael Öttl Obermeister

Foto: BIV

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Höhenzugangstechnik - Kletterei Sicheres Arbeiten in der Höhe oder in der Tiefe Christian Kohl

Instandhaltungsaufgaben wie Reinigungstätigkeiten oberhalb von sieben Metern im Bereich Fassaden, Atrien im Gebäudeinneren, aber auch Baumschnitt sowie Wartungsaufgaben unterhalb von Brücken, Schächten oder Brunnen gehören mittlerweile zum täglichen Leistungsportfolio der Gebäudedienstleister. Bis sieben Meter mit Leitern laut Berufsgenossenschaft, bis 20 Meter mit Teleskopstangen, bis 50 Meter in Innenbereichen mit Arbeitsbühnen, Gerüstbau oder mit Industriekletterern stehen dem Gebäudedienstleister als Alternativen zur Verfügung, um wirtschaftlich und vor allem sicher in der Höhe oder Tiefe arbeiten zu können. Die Kletterei gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Mit einer Gebäudedienstleistung fing alles an... Als 1995 der Berliner Reichstag als Kunstprojekt des Künstlerpaares Christo und Jeanne-Claude verhüllt wurde, war das Arbeiten am Seil in Deutschland eigentlich noch verboten. Nur durch eine Sondergenehmigung der Berufsgenossenschaft konnte die Verhüllung von Industriekletterern – wie man sie heute umgangssprachlich nennt – durchgeführt werden.

Ein denkwürdiges und gleichzeitig historisches Projekt, denn die damals beteiligten Höhenarbeiter entschlossen sich, Sicherheits- und Arbeitsstandards für die Seilzugangstechnik zu definieren. So wurde im selben Jahr der Fach- und Interessenverband für seilunterstützte Arbeitstechniken e.V. (FISAT) gegründet. Seit fast 25 Jahren werden nunmehr die verschiedensten Arbeiten mit Hilfe der

Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg


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Seilzugangs- und Positionierungstechnik (kurz „SZP“) an hochgelegenen und schwer zugänglichen Arbeitsplätzen durchgeführt: Montage- und Reinigungsarbeiten, Inspektionen, Reparaturen, Wartungen und Dokumentationen an Hochhäusern, Kirchtürmen, Windenergieanlagen, Industriegebäuden, Silos und Funkmasten – um nur einige Beispiele zu nennen. Doch nicht nur Arbeiten in der Höhe werden mittels SZP schnell und flexibel erledigt - auch Arbeiten in der Tiefe, wie zum Beispiel in Brunnen oder Revisions-

aus. Die Arbeitsgruppe besteht aus den Verbänden DPMC (Frankreich), ANETVA (Spanien), SOFT (Norwegen) und dem FISAT. Der Einsatz von Höhenarbeitern ist mit der Richtlinie 2009/104/EG des europäischen Parlaments und Rates legitimiert. Die Richtlinie wird durch die Betriebssicherheitsverordnung in deutsches Recht umgesetzt und durch die Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 Teil 3 konkretisiert. Das System des FISAT geht nicht nur mit geltendem deutschen und europäischen Recht

kräfte nicht oder nur schwer erreichbar sind. Aus diesem Grund ist die Kameradenrettung ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung und Prüfung. So ist jeder Höhenarbeiter in der Lage, seinen Kollegen innerhalb kurzer Zeit an einen für die Rettungskräfte gut erreichbaren Ort zu verbringen. Des Weiteren muss mindestens einer der Höhenarbeiter über die Qualifikation Level 3 (Aufsichtführender Höhenarbeiter) verfügen. Dieser ist zusammen mit dem Auftraggeber für die Erstellung einer objektbezo-

schächten werden unter höchsten Sicherheitsstandards durchgeführt. Es ist eine erstaunliche Entwicklung, die die SZP in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Bildlich gesehen könnte man mit Recht behaupten, dass die Berufsgenossenschaften früher die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, als es um die Anwendung von Seilen zum Erreichen von Arbeitsplätzen ging.

konform, sondern erfüllt auch die Anforderungen der ISO Standards 22846-1 und 22846-2 (Rope Access Systems). Letztendlich heben die Verwendung ausschließlich geprüfter und zugelassener Ausrüstung, das dreistufige Zertifizierungssystem des FISAT (Höhenarbeiter der Qualifikationen Level 1 bis 3), die auf ein Jahr beschränkte Gültigkeit der Ausweise und die damit verbundene jährliche Unterweisungspflicht (§12 ArbSchG und §4 DGUV Vorschrift 1) FISAT Höhenarbeiter auf internationales Niveau – somit können sie weltweit eingesetzt werden.

genen Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung verantwortlich. Überhaupt ist eine fundierte Einsatzplanung die solide Basis für eine sichere Abwicklung von Höhenarbeiten. Auch wenn „Höhenarbeiter“ kein Beruf, sondern eine Zusatzqualifikation ist, so kommt neben der eigentlichen Arbeitsaufgabe dem Thema Einsatzplanung ein wesentliches Maß an Aufmerksamkeit zu: Es werden Rettungspläne erstellt, Absperrungen festgelegt, Anschlagpunkte für die Seile und Zugangswege definiert, die Mitarbeiter eingewiesen, Fremdgewerke integriert, Kommunikation gewährleistet und vieles mehr. Wenn sich Höhenarbeiter also nicht sofort an die eigentliche Arbeitsaufgabe machen, dann hat das seinen guten Grund – nur wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die erforderliche Arbeit sicher durchgeführt werden kann, ist die Anwendung von Seilzugangstechnik zulässig! Auch der Aufbau der Seiltechnik, der Seilstrecken und deren sichere Verbindung mit den Anschlagpunkten ist eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe, die man nicht „mal schnell nebenbei“ macht. Höhenarbeiter arbeiten immer redundant

Und heute? Heute sprechen wir von einem anerkannten Arbeitsverfahren. Doch wie kam es dazu? Wie funktioniert SZP und was sind die gesetzlichen Grundlagen dafür? Seit 1995 gestaltet der FISAT als Interessenverband der Branche in entscheidenden Gremien maßgeblich die Entwicklung der SZP mit. Er erarbeitet einheitliche Sicherheits und Arbeitsrichtlinien, formuliert Standards, Ausbildungs- und Prüfungsordnungen, entwickelt diese ständig weiter und gewährleistet die Umsetzung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Mit dem European Committee for Rope Access (ECRA) existiert auf Verbandsebene eine Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hin-

Die Realität „Trocken wie Zunder“ wird der aufmerksame Leser die letzten Zeilen erlebt haben. Aus diesem Grund wechseln wir jetzt von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien in die Realität der Baustelle. Was erwartet mich als Auftraggeber, wenn ich mir Höhenarbeiter auf die Baustelle hole? Zuerst wird auffallen: Sie kommen nie alleine. Alleinarbeit ist grundsätzlich verboten. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Höhenarbeiter im Falle eines Falles für Rettungs-


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schließen sich dazu, eigene Mitarbeiter mit der Zusatzqualifikation Seilzugangs- und Positionierungstechniken auszustatten. Wie läuft also so eine Ausbildung ab? Die Kurse für Höhenarbeiter finden in Ausbildungsbetrieben statt, die eigenverantwortlich und vom zertifizierenden Verband wirtschaftlich unabhängig arbeiten. Wie schon beschrieben, hat sich eine dreigliedrige Qualifikationsstruktur etabliert. Es gibt drei Levels, die aufeinander aufbauen. Kommen wir zunächst zu den Zulassungsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Höhenarbeiter nach FISAT Level 1: Die Anwärter müssen mindestens 18 Jahre alt sein, sie müssen über einen gültigen Ausbildungsnachweis als betriebliche Ersthelfer verfügen, der nicht älter als 24 Monate ist und von einer DGUV zertifizierten Stelle durchgeführt wurde und sie müssen eine gültige arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr vorweisen. Nach der üblichen Kursdauer von vier Tagen folgt am fünften Tag eine theoretische und praktische Prüfung durch einen unabhängigen Zertifizierer. Nach bestandener Prüfung erhält der Teilnehmer ein Zertifikat

Ausbildung in „Die Kletterei“

Foto: www.seilundfels.de

Fazit Es wird deutlich, dass Höhenarbeiten einen nicht zu unterschätzenden organisatorischen Aufwand bedeuten. Umso wichtiger ist es für den Auftraggeber zu wissen, dass er selbst einiges dazu beitragen kann, um den reibungslosen Ablauf einer Seiltechnikbaustelle zu unterstützen. Unumgänglich ist eine Baustellenbesichtigung vorab. Diese kostet natürlich Zeit und Geld und so sieht man schon die erste Hürde vor sich. Hier empfiehlt es sich fair zu verhandeln. Eine gute Planung schützt vor unangenehmen Überraschungen und kann unterm Strich auch Kosten sparen. Eine große Hilfe ist es, wenn den Höhenarbeitern ein Ansprechpartner zugewiesen wird, der auch während der gesamten Arbeitszeit erreichbar und vor Ort ist. Klären Sie vorher Zugänge und Schlüsselmodalitäten wie zum Beispiel für Dachausstiege. Informieren Sie Anwohner, Mitarbeiter oder Anrainer über die Arbeiten. Schaffen Sie vorab die nötigen Voraussetzungen für die Arbeiten. Es können zum Beispiel keine Jalousien gereinigt werden, wenn diese nicht heruntergelassen wurden. Und erwarten Sie nicht das Unmögliche – auch für Höhenarbeiter gelten physikalische Gesetze.

Glasreinigung in der Höhe

Foto: www.seilundfels.de

Die Ausbildung Immer mehr Unternehmen ent-

und einen Ausweis. Die Gültigkeit muss mittels einer jährlichen Wiederholungsunterweisung aufrechterhalten werden. Ein gültiges Level 1 Zertifikat ist neben den bereits genannten Voraussetzungen für die Ausbildung zu Level 2 nötig. Level 3 kann ab dem 21. Lebensjahr und nach 250 nachgewiesenen Arbeitstagen als Level 2 absolviert werden.

Christian Kohl, Inh. Seil und Fels. n

Kühlturm Wartungsarbeiten n

Foto: www.seilundfels.de

– also an zwei voneinander unabhängigen Systemen: einem Tragsystem und einem Sicherungssystem. Am Tragsystem steigt der Höhenarbeiter auf oder seilt sich ab. Das Sicherungssystem dient nur dazu, den Höhenarbeiter im Notfall aufzufangen. Beide Seilsysteme müssen zuverlässig und wirksam vor Fremdeinflüssen, wie zum Beispiel dem Zugriff dritter oder vor scharfen Kanten, geschützt werden.


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Innung Inside

Minijobs beschäftigen die Unternehmen Mitgliederversammlung Michael Zwisler

verschiedensten Ebenen, hier eine Änderung im Sinne aller Betroffenen zu erreichen. Weiter ging Zwisler auf die bislang vier Verhandlungsrunden zum Rahmentarifvertrag und die Forderungen der Gewerkschaft ein. Aktuell gebe es keine Verhandlungen, es werde in sogenannten Expertengruppen diskutiert.

Obermeister Michael Öttl informierte über die Arbeit des Vorstandes und über aktuelle Themen der Branche.

Geschäftsführer Michael Zwisler skizzierte Entwicklungen, Veränderungen und deren Auswirkungen für die Betriebe.

Foto: Innung Südbayern

in einem Schreiben an Alexander Dobrindt (Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag) mitzuteilen und auf Änderung zu drängen. Geschäftsführer Michael Zwisler begrüßte in seinem Bericht zunächst drei neue Mitgliedsbetriebe und informierte dann über neue Seminare und Kurse der Innung für das Jahr 2019. Dann sprach er ausführlich über die Problematik der Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze bei zehn Wochenstunden ab dem 1. Januar 2019 und den Aktivitäten auf Foto: Innung Südbayern

Mitgliederversammlung. Neben einem Rückblick auf die Vorstandratssitzung in Berlin und den Gesprächen mit Andrea Nahles und Hermann Gröhe zu wichtigen Branchenthemen, auf das Zukunftsforum Gebäudedienste 2018 in Hamburg und den Gesprächen mit der Landeshauptstadt München über die Gestaltung des Lohnkostenanteils nahm vor allem das Thema Minijobs breiten Raum im Bericht des Obermeisters ein. Zu diesem Thema bat Öttl die Mitglieder, ihre Mitarbeiter dazu zu be-

Unter dem Stichwort „Neues aus der Gesetzgebung“ informierte Geschäftsführer Zwisler über den ab 1. Januar 2019 bestehenden Anspruch auf Brückenteilzeit und die Voraussetzungen, die arbeitnehmer- und arbeitgeberseitig erfüllt sein müssen. So kann ein Mitarbeiter bereits nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit seine Arbeitszeit ohne Begründung reduzieren lassen. Auch zum Thema Abrufarbeit und zur Behandlung von Urlaubsansprüchen (hier über eine aktuelle Entscheidung des EuGH vom November 2018) informierte Michael Zwisler unter Verweis auf die Folgen für die Praxis. Zum aktuellen Sachstand bei der GHW informierte Horst Laschitz. Neben der geplanten räumlichen Konzentration auf den Standort in der Kirchtruderinger Straße sollen unter anderem das Sortiment gestrafft (bessere Einkaufskonditionen!) und der Lieferservice noch weiter verbessert werden. n

Zum aktuellen Stand bei der GHW informierte Horst Laschitz die Mitglieder.

Foto: Innung Südbayern

wegen, sich der konzertierten Aktion des Bundesinnungsverbandes anzuschließen und ihren Unmut mit der Entwicklung bei den 450-Euro-Jobs

Foto: Innung Südbayern

Obermeister Michael Öttl berichtete den Mitgliedern der Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg über die Aktivitäten seit der letzten

Gut besucht war die Mitgliederversammlung der Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg.


Innung Inside

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Glänzende Leistung Gebäudereiniger-Handwerk kürt Bundessieger 2018 Wolf-Rüdiger Schwarz

te überaus herausragende Kenntnisse und ist nun bundesweit der jahrgangsbeste Geselle im GebäudereinigerHandwerk. Der Chemiepark in Bitterfeld bot als einer von Deutschlands größten Chemiestandorten eine beeindruckende Umgebung für den diesjährigen Leistungswettbewerb. Auf einer Fläche von 1.200 Hektar sind mehr als 300 Unternehmen mit 11.000 Beschäftigten tätig. Den zweiten Platz belegte Anja Szartowicz aus Berlin und Aaron Blank aus Bayern den dritten Platz. Die Gesellen mussten sich im Laufe des Tages unterschiedlichen Herausforderungen stellen. So galt es die Sicherheitsfliesen eines alten Küchenbereiches mit der richtigen Maschine zu bearbeiten und die richtige Chemie auszuwählen. Im nächsten Prüfungsbereich hatte die Jury ein hoch empfindliches Stabparkett eines Seminarraumes gewählt. Besonders nachhaltig wurde es dann an einem Glasfahrstuhl. Hier zeigten die Prüflinge aus 10 verschiedenen Bundesländern, wie entmineralisiertes Wasser stark verschmutztes Glas zum Glänzen bringt und das ganz ohne Einsatz von Chemie. Der Wettbewerb, der seit den 60er Jahren in attraktiven Objekten in ganz

Deutschland durchgeführt wird, zeigte erneut einer breiten Öffentlichkeit die Bandbreite und Vielfältigkeit, vor allem aber auch die handwerkliche

Böhm, Mitglied des Bundesvorstandes, lobte in seiner Rede anlässlich der Siegerehrung die hohe Leidenschaft, die alle Beteiligten auch vom

Foto: BIV

Das Gebäudereiniger-Handwerk prämierte im Rahmen des Bundesleistungswettbewerbs den diesjährigen Bundessieger seines Handwerks. Christoph Rakowski aus NordrheinWestfalen überzeugte am 15. November 2018 im Kongresszentrum „MetallLabor Dr. Adolf Beck“ im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen in drei verschiedenen Disziplinen. Der 22–jährige zeig-

V.l.n.r.: Armin Schenk, Oberbürgermeister von Bitterfeld-Wolfen, Thomas Keindorf, Kammerpräsident, drittplatzierter Aaron Blank aus Burgbernheim (Bayern), Roland Böhm, Bundesvorstandsmitglied.

Fertigkeit der hervorragend ausgebildeten Gesellinnen und Gesellen. Der Chemiepark in Bitterfeld-Wolfen stellte mit seiner beeindruckenden Historie und seiner heutigen Bedeutung eine ganz besondere Prüfungsatmosphäre dar. Vor 125 Jahren wurde hier die Chemieindustrie begründet. AEG aus Berlin und die Chemische Fabrik Grießheim aus Frankfurt bauten jeweils eine Elektrolyse und die AGFA, ebenfalls aus Berlin, errichtete eine Farbenfabrik in Wolfen. Zu einem Leuchtturm der Leichtmetallindustrie wurde der Standort Bitterfeld durch die Elektrochemie. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Jury und die zahlreichen Gäste erlebten einen tollen Wettbewerb, den die ausrichtende Innung Sachsen-Anhalt Süd hervorragend organisierte. Roland

Chemiepark Bitterfeld-Wolfen in die Vorbereitungen steckten. Die Teilnehmer des Bundesleistungswettbewerbs sind die jeweils besten Gesellen ihres Bundeslandes. Wie in jedem Jahr konnten sich die drei Erstplatzierten nicht nur über Glückwünsche und Urkunde, sondern auch über eine Siegerprämie aus dem CarlGegenbauer-Preis, gefördert durch die Unternehmensgruppe Gegenbauer, freuen, den der namensgebende Stifter in seinem Testament begründete. Aus den Händen von Roland Böhm erhielt der Sieger im Beisein des Oberbürgermeisters von Bitterfeld–Wolfen, Armin Schenk und des Kammerpräsidenten, Thomas Keindorf, den 1. Preis in Höhe von 2.500 Euro, die Zweitund Drittplatzierten eine Prämie in Höhe von 1.500 bzw. 500 Euro. n


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Digitale Arbeitswelt

Vom Waschraum zum Internet Digitale Materialwirtschaft für Sanitärraumspender Wolf-Rüdiger Schwarz

Nach wie vor ist es so, dass die Sanitärräume als kritischste Zone für die Übertragung von Keimen und Bakterien innerhalb eines Gebäudes gelten. Mag

digitale Problemlösung ersetzt werden. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: Geringere prekäre Situationen für den Benutzer in den Sanitärräumen, ver-

mir und wurde schließlich zum Thema meiner MBA-Arbeit. Nach einigen Überlegungen wurde mir klar, dass wir durch das Sammeln von Daten unnötige Arbeitszeit, also unnötige Kosten, vermeiden und Kosteneinsparungen erzielen könnten, die den Wert unserer Produkte um ein Vielfaches erhöhen würden.“ Das war der Start für das Entwicklungsprojekt, dass den Namen KATRIN „Live“

Foto: Metsä Tissue GmbH

trägt.

Die Verbrauchssituation in den Sanitärräumen wird zukünftig digital überwacht.

es zum einen daran liegen, dass keine professionellen Spender in den Sanitärräumen installiert sind, ist es aber in den meisten Fällen so, dass Verbrauchsmaterialien wie Seifen, Handtuch- oder Toilettenpapier nicht im ausreichenden Maße dem Nutzer zur Verfügung steht. Oftmals liegt es daran, dass die Verbrauchsmaterialien nicht auf den Nutzungsgrad der Örtlichkeiten abgestimmt sind, sehr häufig aber auch daran, dass das analoge Nachfüllen von Verbrauchsmaterialien durch Gebäudedienstleister nicht dem tatsächlichen Verbrauch entspricht. In der Regel ist es vertraglich zwischen dem Auftraggeber und dem Gebäudedienstleister so festgelegt, dass die Verbrauchsmaterialien in den Sanitärräumen einmal täglich geprüft und ergänzt werden. Dieses analoge Prozedere wird aber zukünftig verstärkt durch eine

brauchsgerechte Ergänzung durch den Gebäudedienstleister. Die Idee Markus Reivala, Vice President, Product Development, Metsä Tissue GmbH, berichtet: „Vor einigen Jahren haben mir meine Kollegen aus dem großen Verbraucherteam vorgeschlagen, elektronische Sensoren in unsere Papierhandtuchspender einzubauen. Mit diesen Sensoren können Sie online sehen, wie viele Handtücher im Spender verfügbar waren. Es war eine interessante Idee, aber es waren kaum Vorteile zu erkennen. Welchen Nutzen hätte es für uns oder unsere Kunden, beispielsweise für Reinigungsunternehmen und deren Mitarbeiter? Welche Hilfe würde es bringen? Wäre es rentabel oder würden nur Kosten entstehen? Die Idee blieb bei

Fazit Das zukünftige Smart-Waschraumkonzept basiert auf einfach zu installierenden, drahtlos über ein Netzwerk verbundenen Sensoren. Sie liefern beispielsweise Daten zur Nutzung der Toilettenanlagen, zum Verbrauch von Handtüchern und Seife sowie zur tatsächlichen Füllmenge von Spendern. All dies hilft bei der Vorhersage des Reinigungsbedarfs. Darüber hinaus stehen nützliche Informationen zu Lagerbeständen und zum Nachfüllen von Spendern über Computer, Tablet oder Smartphone zur Verfügung. Das System teilt dem Wartungspersonal rechtzeitig mit, wenn ein Nachfüllen erforderlich ist, wodurch unnötige Überprüfungen oder Nachfüllbesuche entfallen. Das System liefert auch Statistiken zu Besucherzahlen und Verbrauch. Die intelligente Waschraumlösung bietet einen erheblichen Mehrwert. Dies macht die Arbeitszeit effizienter, reduziert die Wartungs- und Wartungszeiten, verbessert die Servicequalität und senkt die Kosten. Dadurch kann besser sichergestellt werden, dass die Reinigung und der Service die versprochene Qualität einhalten. Und wenn etwas vergessen wird, erinnert das System das Reinigungsteam daran! n


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Wissen

Erniedrigende Vorstellungsgespräche Leider immer noch der Alltag Wolf-Rüdiger Schwarz

Führungskräfte legen nach wie vor großen Wert auf Vorstellungsgespräche. Aber akademische Beweise deuten darauf hin, dass sie ein recht fehlerhaftes Mittel sind, um herauszufinden, wie ein potenzieller Mitarbeiter in Zukunft arbeiten könnte, so der Gastprofessor der Cass Business School Stefan Stern in einem kürzlich erschienenen Arfür

„The

Informationen fließen in beide Richtungen „Personalbeschaffer sollten sich daran erinnern, dass sie nicht die

Conversation“.

Fehler im System Personalbeschaffer sind von Natur aus anfällig für Vorurteile und Verzerrungen; oft werden sie von Bewerbern angezogen, die sie an ihr jüngeres Selbst erinnern. Unstrukturierte Vorstellungsgespräche bieten die Gelegenheit, nützliche Informationen zu bekommen. Leider bieten sie jedoch keine Garantie dafür. In strukturierten Gesprächen können extrovertierte Personen einen guten Eindruck hinterlassen und den Personalchef durchaus überzeugen - und dennoch nach der Einstellung den Aufgaben der neuen Stelle nicht gewachsen ist. Introvertierte Menschen verkaufen sich dagegen unter Umständen schlecht und halten ihre wahren Fähigkeiten und Potenziale verborgen. Potentiale erkennen! Die Rolle des Interviewers sollte darin bestehen, das Potenzial eines Kandidaten zu bewerten, da es selten vorkommt, dass ein Kandidat den Anforderungen der neuen Aufgabe gerecht wird. Es kann manchmal Wo-

Foto: Fotolia

tikel

chen dauern, bis selbst die besten Neueinsteiger in einem neuen Arbeitsumfeld ihr volles Potenzial entfalten können. Darüber hinaus sind

Bevor der Daumen gesenkt wird, gilt es unbedingt alle potentiale eines Bewerbers auszoloten!

es gerade Unternehmen, die behaupten, die besten, stärksten und widerstandsfähigsten Mitarbeiter zu bevorzugen, die dies oft als Deckmantel für ein professionelles Umfeld oder eine Kultur nutzen, in der diese Menschen schlecht behandelt werden. Dies ist weder eine Formel zur Bindung von Qualitätspersonal noch ein Weg zur Steigerung der Produktivität. Die Art der Beziehung zwischen Chef und Mitarbeiter bedeutet, dass jede Interaktion - selbst während des Vorstellungsgesprächs - schief gehen kann - das bringt schon die Arbeitsplatzhierarchie mit sich. Die Arbeit kann jedoch schwierig genug sein, ohne Angst davor, gemobbt oder eingeschüchtert zu werden - Sachverhalte, die an Arbeitsplätzen noch viel zu verbreitet sind.

einzigen sind, die während eines Vorstellungsgesprächs Bewertungen vornehmen. Wie bei jedem Gespräch fließen Informationen in beide Richtungen, und Bewerber sind mehr denn je in der Lage, sich gegen das zu wehren, was sie als ungerecht empfinden“ , so Professor Stern. Er spielt damit auf die Geschichte einer jungen Engländerin an. Ihr waren aufdringliche Fragen über das Verhältnis ihrer Eltern gestellt worden. Sie behauptet, dass sie als eine „Under-Achieverin“ bezeichnet wurde - obwohl sie einen erstklassigen Abschluss hat und erst 22 Jahre alt ist. Als sie den Raum betrat, wäre der Personalchef gerade dabei gewesen, ihre Spotify-Playlists zu studieren und kommentierte anschließend ihren Musikgeschmack. n


-8Wir danken den Inserenten für die Unterstützung und bitten um Beachtung der Angebote! Einfach mal Danke sagen! Seit vielen Jahren folgt die Gebäude-

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reiniger Innung Südbayern und

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GebäudeDienstleister mit einer Gesamtauflage von 4.000 Exemplaren erscheint Juni 2019 im 11. Jahrgang.

+++ Herausgeber: Gebäudereiniger-Innung Südbayern +++ Dessauerstraße 7 +++ 80992 München +++

Fon: 089/14303876 +++ Fax: 089/14303956 +++ info@gebaeudereiniger-suedbayern.de +++ www.gebäudereiniger-südbayern.de +++ Verantwortlich für den Inhalt: Michael Öttl, Felix Schmidt, Michael Zwisler ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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GebäudeDienstleister Ausgabe Frühjahr 2019  

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