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Sekundarstufe I und Schreibzentrum

Texte meistern Leitfaden für das Verfassen von Masterarbeiten Daniel Ammann und Thomas Hermann

© 2016 PH Zürich, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Prorektorat Ausbildung; Abteilung Sekundarstufe I in Zusammenarbeit mit dem Schreibzentrum der PH Zürich


Vorwort

«Das ist die klassische Situation der Schreibenden. Die stunden­ lange, vielleicht tagelange Kon­ frontation mit dem weissen Pa­ pier und mit dem Bewusstsein, dass im Anfang das Wort war, aber welches Wort – das Wort, das gleich anfangen wird, nichts in alles Mögliche zu verwandeln. Denn im Anfang steht nichts auf dem weissen Papier, kein einzi­ ges Wort.» Inger Christensen, dänische Schriftstellerin, 1935– 2009

Das Verfassen einer Masterarbeit entspricht einem grösseren Projekt, das mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Um ein solches Projekt zu planen und bei der Durchführung die Übersicht zu behalten, ist ein gutes Projektmanagement zentral. Dieses umfasst unter anderem die wissenschaftliche und methodische Vorgehensweise, die Meilensteine des Forschungsprozesses und den Schreib­ prozess. Der Schreibprozess ist ein anspruchsvolles Geschäft, denn Schreiben und Denken hängen eng zusammen. Aber das Denken erfolgt nicht linear, sondern assoziativ. Wie können die Gedanken aufs Papier gebracht werden, dass sie auch für andere nachvollziehbar sind? Wie gelingt die Verknüpfung zwischen eigenen Gedanken und theoretischen Konzepten? Wie gelingt die Projektplanung und wie kann der Schreibprozess in Gang gehalten werden? Auf diese und andere Fragen gibt der vorliegende Leitfaden Antworten. Er ist als Instrument zur Unterstützung für Studierende der Abteilung Sekundarstufe I entstanden, die eine Masterarbeit verfassen. Er eignet sich aber genauso gut für Studierende, die eine Bachelorarbeit schreiben oder für Teilnehmende der Weiterbildung, die eine grössere schriftliche Arbeit verfassen. Der Leitfaden bietet eine Unterstützung im Projektmanagement, beim wissenschaftlichen und methodischen Vorgehen sowie während des Schreibprozesses. Er eignet sich zudem für eine Standortbestimmung während des Verfassens einer grösseren Arbeit. Im Gespräch mit Betreuenden oder Kolleginnen und Kollegen kann die Verfasserin bzw. der Verfasser beispielsweise analysieren, wo sie bzw. er im Prozess steht und welche weiteren Schritte zu planen sind. Daniel Ammann und Thomas Hermann haben diesen Leitfaden vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Schreibberatung entwickelt. Es ist ihnen gelungen, ein praktisches Modell – das «Dreimaldrei des Schreibens» – sowie unterstützende Fragen und Toolboxen zu erstellen. Wir danken den beiden Autoren und denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die durch ihre Rückmeldungen zum Gelingen dieses Leitfadens beigetragen haben. Wir wünschen Ihnen als Schreibende die Neugier, eine Fragestellung, die mit dem Berufsfeld zu tun hat, lesender- und schreibenderweise zu erkunden und dadurch zu neuen Erkenntnissen und Einsichten zu gelangen. Dazu braucht es auch eine Portion Gelassenheit, wenn der Prozess zwischendurch ins Stocken gerät. Am Ende steht das, was Sie aus dem anfänglich weissen Papier in «alles» für Sie «Mögliche» verwandelt haben – um auf das Eingangszitat zurückzu­ kommen.

Christine Bieri und Ilaria Ferrari, Verantwortliche für die Masterarbeit Esther Kamm, Abteilungsleiterin Sekundarstufe I


Inhaltsverzeichnis

In 80 Seiten um die Welt?

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Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt Was machen Sie wann? – Von der Agenda zum Zeitplan

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Toolbox Das Dreimaldrei des Schreibens

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Was untersuchen Sie? – Vom Thema zur Fragestellung

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Toolbox Ihr Projektjournal

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Wie gehen Sie vor? – Von der Fragestellung zur Methode

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Toolbox Typen wissenschaftlicher Arbeiten

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Was halten Sie fest? – Von der Recherche zur Dokumentation

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Toolbox Exzerpieren und zusammenfassen

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Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt Führen Sie durchs Programm! – Ihre Rollen beim Schreiben

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Toolbox Den Schreibprozess in Gang halten

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Überzeugen Sie! – Wissenschaftlich argumentieren

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Toolbox Der rote Faden

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Texten Sie durch! – Verständlich formulieren, richtig zitieren

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Toolbox Feedback einholen

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Überarbeiten Sie! – Die Rohfassung als Beta-Version

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Toolbox Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit

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Übung macht den Master

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Literaturverzeichnis

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Register

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In 80 Seiten um die Welt?

«Wissenschaftlich zu schreiben heisst zunächst, ein Thema aus der Zufälligkeit der Wahr­ nehmung auf eine Ebene der Verallgemeinerbarkeit zu he­ ben. Wer wissenschaftlich schreibt, produziert Wissen bzw. Erkennt­nisse, und zwar so, dass andere Wissenschaftler/innen oder Praktiker/innen sie nutzen, weiter­entwickeln und anwenden können.» Andrea Frank, Stefanie Haacke und Swantje Lahm, Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf (2013, 5)

Leitfaden

Masterstudiengang

An die 80 Seiten oder rund 24 Tausend Wörter trennen Sie noch von der fertigen Masterarbeit. Das erscheint viel, wenn man noch ganz am Anfang steht. Wie bei einer langen Wanderung nehmen Sie ein gutes Stück Weg unter die Füsse. Stimmen Sie sich darauf ein und nehmen Sie die erste Etappe in Angriff. Es gilt aber nicht nur, Seiten zu füllen und Textkilometer hinter sich zu bringen. Sie erkunden ein neues Gebiet und legen für sich und andere einen aus­ führlichen Reisebericht ab. In erster Linie wird mit der Masterarbeit ein Thema bearbeitet. Sie stellen Fragen und suchen nach Antworten. Für eine wissenschaftliche Arbeit gelten dabei bestimmte Spielregeln. Eine Masterarbeit ist kein Erlebnisprotokoll, keine Zusammenfassung wichtiger Fachliteratur und auch nicht eine dokumentierte Aufstellung von Unterrichtsideen. In Ihrer Masterarbeit beleuchten Sie einen spezifischen Themenaspekt. Aus dem breiten Spektrum Ihrer Fachgebiete aus dem Studium greifen Sie lediglich eine Frage­stellung heraus und gehen dem Problem mit wissenschaftlichen Mitteln auf den Grund. In 80 Seiten können Sie nicht um die ganze Welt reisen. Denken Sie deshalb nicht an die Erforschung grosser Meere und weiter Kontinente. Untersuchen Sie lieber ein kleines Waldstück, einen See, eine Gebirgsformation oder folgen Sie dem Lauf des Flusses durch ein konkretes Tal. Wie Sie dabei im Einzelnen vorgehen und worauf Sie bei der Abfassung Ihrer schriftlichen Arbeit achten müssen, erfahren Sie in diesem Leitfaden. Er enthält Hinweise zur Planung und Durchführung Ihres «Projekts Masterthesis», gibt Anregungen, wie Sie Ihre Ideen zu Papier bringen und in allen Phasen des Prozesses auf Kurs bleiben. Zudem lernen Sie einige Werkzeuge und Regeln kennen, die Ihnen die Überarbeitung und Schlussredaktion erleichtern. Weitere Unterstützung finden Sie bei Ihren Betreuerinnen und Betreuern, in den Kolloquien, Methodenberatungen, Einführungen in die Bibliotheksrecherche sowie Workshopangeboten des Schreibzentrums der PH Zürich. Zu rechtlichen Aspekten, fach­lichen Anforderungen und offiziellen Weisungen zum Masterstudiengang orientieren separate Wegleitungen.

Daniel Ammann und Thomas Hermann

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Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt


Was machen Sie wann? – Von der Agenda zum Zeitplan

Der lineare Text ist kein Abbild des Schreibprozesses

Anleitungen zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten zählen mitunter an die zwanzig Teilschritte auf – von der anfänglichen Themensuche und Recherche über die inhaltliche Gliederung und das Ausformulieren des Roh­textes bis zur Überarbeitung und Schlusskontrolle der druckfertigen Fassung. Die einzelnen Aufgaben lassen sich grob in drei Etappen einteilen: eine Planungs- und Orientierungsphase, eine Entwurfsphase und eine Überarbeitungsphase. Da Schreiben ein vielschichtiger und dynamischer Prozess ist, greifen Planen, Formulieren und Überarbeiten jedoch ineinander und führen über mehrere Zwischentexte zum Endprodukt. Am Schluss präsentiert sich die Masterarbeit zwar als linearer Text mit Anfang, Mitte und Schluss, aber die einzelnen Kapitel werden nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge verfasst. Beim Schreiben sind Sie stets auf mehreren Ebenen aktiv und müssen parallele «Baustellen» betreuen. Die Gliederung, die Sie sich anfangs zurechtgelegt haben, kann sich im Verlauf der Arbeit als unpraktisch erweisen und muss angepasst werden. Beim Ausformulieren tauchen neue Fragen auf, die weitere Recherchen nötig machen. Oder eine Kollegin macht Sie im Feedback auf Lücken in der Argumentationskette aufmerksam. Das alles hat Folgen für die zeitliche Planung. Erstellen Sie einen Zeitplan Der Studiengang gibt für die Planung Ihrer Masterarbeit bereits eine grobe Terminstruktur vor: Anmeldung – Einführungsveranstaltung – Erstkontakt mit den Betreuungspersonen – Projektskizze – Kolloquien – Präsentation und Abga­ be. Planen und steuern Sie Ihr Projekt sorgfältig entlang dieser Stationen und fügen Sie Arbeitsschritte und Meilensteine in Ihre Agenda ein.

Vom Explorieren zum Fokussieren

Hinweise und Muster zur Zeitplanung Boeglin 2012, 28–40 Esselborn-Krumbiegel 2014b, 24–30 Frank, Haacke u. Lahm 2013, 74–78 Heimes 2011, 53–55, 105 Kornmeier 2016, 333–334 Scheuermann 2013, 62–68 Wolfsberger 2016, 53–68 Wymann 2015, 123–124 Voss 2016, 49–61

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—— Setzen Sie sich vor allem für die Themenfindung, die Einarbeitung ins ­Stoffgebiet und die Präzisierung der Fragestellung enge Fristen, höchstens ein paar Wochen. Nachdem Sie einen ersten Überblick gewonnen haben, hilft Ihnen eine fokussierte Forschungsfrage oder Arbeitshypothese, die weitere Materialsuche einzugrenzen und das methodische Vorgehen realistisch zu planen. —— Nach Ablauf eines Viertels der verfügbaren Zeit sollten Sie eine solide Wissensgrundlage erarbeitet haben, d. h., Sie haben relevantes Material recherchiert, Fachliteratur gesichtet und ausgewertet und für Ihre Arbeit einen Bauplan bzw. ein Exposé mit Forschungsdesign erstellt. —— Literaturrecherchen, eigene Datenerhebungen, Fragebogen oder Interviews (inkl. Pretest) erfordern sowohl in der Vorbereitung wie bei der Durch­führung viel Zeit. —— Rechnen Sie mit Unvorhergesehenem und bauen Sie grosszügige Zeitreserven ein, damit Sie bei allfälligen Verzögerungen trotzdem auf Kurs bleiben. Zeitlücken lassen sich sinnvoll überbrücken: Während Sie auf die Rücksendung der Fragebogen warten, können Sie weitere Belege aus der Fachliteratur zusammentragen, Argumentationslinien vorskizzieren oder an Ihrem Theoriemodell feilen. Falls bereits ausformulierte Textblöcke oder Skizzen

Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt


«In fact, many professionals who make their living from ­writing state that planning and revising takes about 85 per cent of the time assigned to a task. The drafting stage is just a bridge between careful planning, and structuring ­information.» Sky Marsen, Professional Writing (2007, 2)

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«Halten Sie im Schreibtagebuch fest, wie Sie Ihren Schreibzeit­ plan umsetzen und was dabei funktioniert und was nicht.» Christian Wymann, Der Schreibzeitplan (2015, 29)

Link-Tipps

vorliegen, können Sie dazu jetzt schon ein Feedback einholen. Fragen Sie Kolleginnen und Kollegen rechtzeitig an. Legen Sie regelmässige Schreibzeiten fest und tragen Sie diese wie andere Verpflichtungen in Ihren Kalender ein. Zu Beginn Ihres Projekts können häufige kurze Arbeitszeiten nützlich sein. Sobald Sie aber tiefer ins Thema vordringen, sollten Sie Zeitfenster für längere Denk- und Schreibphasen reservieren – keine Marathons, aber doch 3 bis 4 Stunden am Stück. Planen Sie unbedingt Ruhepausen und Ferien ein und halten Sie sich daran. Setzen Sie sich Zwischentermine: Wann gehen Projektskizze, Forschungsdesign, Exposé oder ein ausformuliertes Probekapitel an die Betreuer? Wie viel Zeit ist für die Lektüre und Zusammenfassung ausgewählter Fachbücher vorgesehen? Zu welchem Zeitpunkt sollen Peer-Feedbacks eingeholt werden? Wann beginnt die Überarbeitung der ersten vollständigen Rohfassung? Schliessen Sie einzelne Arbeitsschritte bewusst ab. Wenn Sie einen Meilenstein erreicht haben, gönnen Sie sich eine Belohnung.

Reflektieren Sie Ihre Schreiberfahrung Treten Sie immer mal wieder einen Schritt zurück und schauen Sie, wo Sie stehen und was noch zu tun ist. Passen Sie Ihren Schreibzeitplan an, wenn Sie feststellen, dass einzelne Arbeitsschritte mehr Zeit als vorgesehen brauchen. Setzen Sie Prioritäten und überprüfen Sie Ihr Vorgehen an Forschungsfrage und Projektskizze, damit Sie nicht unnötig Zeit in Nebenschauplätze oder marginale Themenaspekte investieren. Notieren Sie lieber einen Hinweis im Pro­ jektjournal (Toolbox S. 11) und prüfen später, ob Sie diesen Punkt weiterverfolgen wollen. Welche Schreibstrategien Sie anwenden und welcher «Schreibtyp» Sie sind, wirkt sich auf den Fortschritt Ihrer Arbeit aus. Durch regelmässige Schreibpraxis und wachsende Vertrautheit mit dem wissenschaftlichen Formulieren werden Ihnen Stärken und Schwächen Ihres Arbeitsstils und Ihrer Schreibroutinen bewusst. Brüten Sie die Ideen zuerst im Kopf aus oder kommen die guten Einfälle beim Schreiben? Texten Sie gern drauflos und vertrauen darauf, dass die Struktur sich unterwegs herauskristallisiert? Oder gehen Sie anhand einer detaillierten Gliederung vor und formulieren dann Abschnitt für Abschnitt? Werten Sie Ihre Schreiberfahrungen aus und stimmen Sie Ihren Zeitplan auf Ihre Arbeitsweise ab. Zur Ermittlung Ihres Schreibtyps bietet das Schreibzentrum der GoetheUniversität einen Online-Test mit nützlichen Tipps an: www.starkerstart.uni -frankfurt.de/43833603/_schreibtypentest. Die Schreibtrainerin Ulrike Scheuermann (2009, 159) hat für die Planung ­eines Schreibprojekts einen speziellen «Schreibstreckenplaner» entworfen: Die Vorlage kann als Word- und PDF-Datei heruntergeladen werden unter w ­ ww. ulrike-scheuermann.de/ulrikes-buecher/schreibdenken/.

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Toolbox Das Dreimaldrei des Schreibens Planen, Formulieren und Überarbeiten erstrecken sich über den ganzen Schreibprozess. Deshalb sprechen wir hier von drei sich ergänzenden und überlagernden Aktivitäten: Steuern, Texten und Prüfen. Beim Schreiben Ihrer Masterarbeit schlüpfen Sie abwechselnd in verschiedene Rollen und lassen jeweils eine dieser Funktionen in den Vordergrund rücken: Mal sind Sie Projektmanager/in, mal Schriftsteller/in, mal Redaktor/in.

Steuern

Sie legen die Agenda* fest. Sie klären Voraussetzungen und Bedingungen Ihrer Arbeit, setzen inhaltliche und methodische Schwerpunkte und erstellen einen Zeitplan mit Meilen­steinen .

Texten

Sie formulieren den Textentwurf. Sie stellen Forschungsfrage und Vor­ gehens­weise vor, fassen den aktuellen Wissensstand zusammen und präsentieren Ihre Ergebnisse und Argumente als eigenen Fliesstext.

Prüfen

Sie sehen Zwischentexte kritisch durch und holen in verschiedenen Entwurfsphasen Feedback ein. Sie überarbeiten die Rohfassung inhaltlich und sprachlich und unterziehen das Manuskript vor der Abgabe einer sorgfältigen Schlusskontrolle.

Steuern

Prüfen

Texten

gi er en

Kor rigier en

ren izie Modif

Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt

Argumenti ere n

Planen

n iere fer Re

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Mo de rie re

di Re

Syd Field, Das Drehbuch: Die Grundlagen des Drehbuch­ schreibens (2010, 225)

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n

«Das Schwierigste am ­Schrei­ben ist zu wissen, was man ­schreiben soll. Wer hun­ dertzwanzig leere Seiten ­Papier vor sich hat, kann sich nur dann durch das scheinbar undurch­ dringliche Gewirr kreativer ­Entscheidungen, Lösungen und Wahlmöglichkeiten arbeiten, wenn er genau weiss, was er tut und wohin er will. Sie brauchen eine Art Strassenkarte, ­einen Führer, eine Richtung – eine Entwicklungs­linie, die Sie vom Anfang bis zum Ende führt.»

Fo ku ss ie

* von lat. agenda = «Dinge, die zu tun sind»


Was untersuchen Sie? – Vom Thema zur Fragestellung Die Idee zu einer Masterarbeit kann langsam wachsen oder plötzlich zünden. Vielleicht haben Sie sich während des Studiums für ein Thema besonders inte­ ressiert und wollen es im Rahmen eines Master-Projekts vertiefen. In dem Fall haben Sie schon einen Vorsprung: Sie kennen die zentrale Fachliteratur und sind über den aktuellen Wissensstand informiert. Vielleicht stösst aber ein Kollege oder eine Dozentin eine Idee an, oder Sie fühlen sich von einer ­Ausschreibung angesprochen, obschon das Thema Neuland für Sie ist. Beide Wege sind möglich und sinnvoll. Wichtig ist, dass Sie mit Neugier und Lust einsteigen. Lassen Sie sich nicht vom Sprichwort «Aller Anfang ist schwer» entmutigen. Im Gegenteil – geniessen Sie den Einstieg. Das leere Blatt zu Beginn lässt alle Optionen offen!

«Die meisten Studierenden ver­ schätzen sich zu Beginn mit dem Themenumfang und übernehmen sich tendenziell. So wie ein Stein, den man ins Wasser wirft, Kreise zieht, tauchen beim Bearbeiten eines Themas zahl­ reiche zusätzliche Aspekte auf, die man berücksichtigen zu müs­ sen glaubt, sodass der Umfang der Arbeit rasch wächst. Bevor Sie bei einem zu breit an­ gelegten Thema alle Bereiche nur oberflächlich streifen, soll­ ten Sie lieber ein kleines The­ mengebiet sorgfältig ausleuch­ ten.» Silke Heimes, Schreiben im Studium (2011, 40–41)

Das Thema eingrenzen Mit der Wahl Ihres Themas fassen Sie einen ersten wichtigen Beschluss. Dabei kann das Thema zunächst noch offen formuliert sein, zum Beispiel «Zweisprachiger Unterricht». Beim Recherchieren und Einarbeiten werden Sie schnell feststellen, dass dieses Thema sehr breit ist und historische, geografische, bildungspolitische oder fachdidaktische Facetten umfasst. Wenn Sie über all das schreiben würden, hätten Sie im Nu 80 Seiten gefüllt, ohne irgendwo in die Tiefe gehen zu können. Nehmen wir an, Sie interessieren sich für das didaktische Konzept des fremdsprachigen Sachunterrichts, wie es unter dem Begriff Content and Lan­guage Integrated Learning (CLIL) bekannt ist. Damit haben Sie schon eine wesentliche Eingrenzung vorgenommen. Weitere Einschränkungen sind nötig, etwa bezüglich der Sprachkombinationen, die Sie untersuchen möchten: Wollen Sie Ihre Untersuchung in einer rätoromanischen Schule mit deutsch-romanischem Unterricht ansiedeln oder im Kanton Zürich die Kombination Französisch-Deutsch oder Englisch-Deutsch unter die Lupe nehmen? Die Eingrenzung des Themas reduziert zwar das Untersuchungsfeld, rückt aber gleichzeitig neue Aspekte und Zugänge in den Vordergrund. Das ist der Zeitpunkt, wo Sie eine klare und unmissverständliche Forschungsfrage formulieren sollten. Mit der richtigen Frage ans Thema herangehen Eine präzise forschungsleitende Frage steuert Ihr Projekt. Richten Sie Ihre weiteren Arbeitsschritte auf die Forschungsfrage aus. Stellen Sie sich diese als Leuchtturm vor, den Sie ständig im Auge behalten, damit Sie sich im Meer des Wissens nicht verlieren: —— Recherchieren Sie gezielt nach Literatur, die Antworten auf Ihre Fragestellung verspricht. —— Wählen Sie Informationsquellen und Forschungsansätze, die aussagekräftige Daten liefern und zur Klärung Ihrer Frage beitragen.

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«Eine gute, d. h. klare, fokussier­ te, beantwortbare Forschungs­ frage hilft dir, dein Thema radi­ kal einzuschränken: Nur was zur Klärung deiner Frage beiträgt, hat Platz im Inhaltsverzeichnis. Mit jedem Kapitel deiner Arbeit beantwortest du einen Teil dei­ ner Forschungsfrage.» Judith Wolfsberger, Frei geschrieben (2016, 80)

—— Lassen Sie sich beim Texten und Überarbeiten stets von Ihrer Fragestellung leiten. So schweifen Sie nicht vom Thema ab und sparen Platz und Energie für das Wesentliche. Nehmen Sie sich für die Formulierung Ihrer Forschungsfrage genug Zeit. ­Nähern Sie sich einem komplexen Gegenstand mit einer möglichst einfachen und eindeutigen Frage. Mit diesem entscheidenden Schritt g ­ renzen Sie nicht nur das Thema ein und legen die Untersuchungsebene fest (z. B. Lehrplan, Schule, Unterricht, Klasse, Lernprozess). Der Fragetyp stellt auch die Weichen für Ihren methodischen Zugang (Was? Wie? Wo? Warum?). Im Weiteren wird die Hauptfrage in der Regel durch wenige Teilfragen unter­gliedert. Hier ein paar Beispiele zum Oberthema «Lehrmittel für den zweisprachigen Sachunterricht Englisch–Deutsch im Kanton Zürich»: «Welche Lehrmittel und Lernmedien werden in einer bestimmten Schulgemeinde eingesetzt?» → Bestandesaufnahme und Charakterisierung der verwendeten Lehrmittel.

Aspekte eines Themas über ­Teilfragen erschliessen

«Wie schätzen Lehrpersonen ein bestimmtes Lehrmittel ein?» → Beschreibung und Evaluation eines ausgewählten Lehrmittels aufgrund von Erfahrungen und Kriterien der Lehrpersonen. «Wie wird das Lehrmittel in der ersten Klasse der Oberstufe eingesetzt?» → Beschreibung der Unterrichtspraxis auf verschiedenen Leistungsniveaus. «Wie wirkungsvoll ist das Lehrmittel?» → Die Frage nach der Wirksamkeit ist zwar schnell gestellt, aber schwer zu beantworten. Wie kann die Wirkung eines Lehrmittels überhaupt gemessen und verglichen werden? Über welchen Zeitraum werden Daten erhoben? Welche Rolle spielen weitere Einflussfaktoren wie Motivation, Einstellung, Unterrichtsgestaltung, Lernformen, Klassenzusammensetzung, Lehrperson etc.?

Hinweise zu Fragestellung und Themeneingrenzung Voss 2016, 63–80 Huemer, Rheindorf u. Gruber 2012, 54–60 Wolfsberger 2016, 77–85 Frank, Haacke u. Lahm 2013, 24–25, 30–31 Kruse 2015, 77–80 Ulmi et al. 2014, 59–64 Bensberg 2013, 36–37 Franck 2011, 71–75 Karmasin u. Ribing 2014, 23–27 Esselborn-Krumbiegel 2014a, 85–88

Testen Sie Ihre Fragestellung In einer ersten Projektskizze geben Sie Auskunft über (1) Problemstellung und Ausgangslage, (2) Erkenntnisinteresse und Ziel sowie (3) mögliche Fragestellun­ gen, denen Sie in Ihrer Arbeit nachgehen. Siehe dazu auch den Dreisatz-Test zur Fragestellung (Ulmi et al. 2014, 62):

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Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt

1. Ich untersuche / arbeite an / forsche über …

= Thema

2. weil ich herausfinden möchte, wer /was / wann / wo / welche / warum / wie / ob …

= Frage (Erkenntnisinteresse)

3. um zu zeigen, wie / warum / ob …

= Frage (Absicht)

Aus diesem Dreischritt lässt sich oft schon das methodische Vorgehen ableiten. Versuchen Sie einmal, Ihre Frage aufgrund Ihres heutigen Wissens – und mit etwas Fantasie – probeweise zu beantworten. Wenn dies schwerfällt, deutet das darauf hin, dass die Frage nicht präzise genug gestellt ist.


Toolbox Ihr Projektjournal Sie haben sich bereits ins Thema vertieft, eine Kapitelstruktur ausgearbeitet oder erst eine vage Vorstellung des Themas im Kopf? Fangen Sie auf jeden Fall früh mit ­Schreiben an. Ein persönliches Journal erweist sich als ­unentbehrliches Hilfsmittel. Legen Sie sich ein Lern- und Arbeitstagebuch zu, in dem Sie laufend Fragen und Ideen notieren, Thema und Vorgehensweise reflektieren und vorläufige Erkenntnisse dokumentieren. Kritzeln Sie Hefte voll, führen Sie ein gepflegtes Notizbuch oder halten Sie Ihre ­Aufzeichnungen in einer Textverarbeitung oder einem Blog fest. Layout, Stil und Korrektheit sind dabei Nebensache. Die Sprache braucht nicht wissenschaftlich zu sein. Schreiben Sie ruhig salopp. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie Ihre ­Gedanken ausformulieren und Ihre Sätze schriftlich fixieren.

«Schriftliches Fixieren dient nicht nur als Gedächtnisstüt­ ze oder zur Dokumentation und Kommentierung von Erleb­ tem, sondern wird zum eigentli­ chen Denk- und Reflexionswerk­ zeug ...» Corinne Wyss und Daniel Ammann, «Rundum reflektieren» (2015, 32)

Folgende Leitfragen können Sie zu Journaleinträgen stimulieren und Ihren ­Forschungsprozess in Gang setzen:

Motivation, Bedeutung des Themenfeldes, Reflexion

—— Was möchte ich mit meiner Arbeit bewegen? Was kann ich zum Thema beitragen? —— Wo komme ich im Alltag oder im Berufsfeld mit dem Thema in Berührung? —— Was fasziniert mich am Thema? Worüber möchte ich etwas erfahren?

Forschungsgegenstand, Vorkenntnisse, Erkenntnis- und Praxisinteresse

—— —— —— ——

Arbeitsschritte, Methodenwahl

—— Wie soll ich im Einzelnen vorgehen? —— Welche Methoden kommen in Frage? Wo liegen deren Vor- und Nachteile?

Adressaten

—— Wen möchte ich ansprechen? Wer wird von meinen Erkenntnissen profitieren?

Aufbau, Argumentation

—— Wie hängen die einzelnen Punkte zusammen? —— Welche Gründe sprechen dafür und dagegen? —— Welche Argumente überzeugen oder lassen sich durch Belege aus der Literatur stützen?

Illustration

—— Mit welchen Beispielen könnte ich diesen theoretischen Ansatz, dieses Modell, Vorgehen etc. veranschaulichen?

Reflexion, Kritik

—— Was hat mich bei der Lektüre eines Beitrags beeindruckt, weitergebracht, geärgert oder verunsichert? —— Welche Schlüsse lassen sich daraus für meine Forschungsfrage ziehen? —— Wo liegen die Stärken und Schwächen (dieser Theorie, Argumentation etc.)?

Themenspeicher

—— Diesen Aspekt kann ich noch nicht einordnen. Ich prüfe später, ob das zum Thema gehört beziehungsweise wie relevant es ist.

Pendenzen

—— Über diesen Punkt muss ich mir noch Klarheit verschaffen. Wer könnte mir weiterhelfen? Wo muss ich recherchieren?

Worum geht es in meiner Arbeit? Worauf richtet sich mein Fokus? Was weiss ich schon über das Themengebiet? Welche Fachdisziplinen sind betroffen? Auf welche Theorien beziehe ich mich? Was möchte ich herausfinden? Welche Resultate erwarte ich?

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Wie gehen Sie vor? – Von der Fragestellung zur Methode «Gute Fragen lösen Lern­ prozesse aus: Sie machen die Spannung zwischen Wissen und Nichtwissen bewusst, erzeugen also kognitive Dissonanz und führen damit in einen inneren Suchprozess.» Swantje Lahm, Schreiben in der Lehre (2016, 85)

Wenn Sie Ihre Forschungsfragen beantworten, sollten Sie einige Prinzipien des wissenschaftlichen Denkens befolgen. Ausgehen von Annahmen Bei der Formulierung Ihrer Fragestellung gehen Sie einerseits von Ihrem Interesse aus, andererseits zielen Sie mit der Frage in ein Gebiet, in dem noch Forschungsbedarf besteht. Obschon Sie die Resultate noch nicht kennen, gehen Sie von gewissen Annahmen aus. Diese Hypothesen oder Vorannahmen können auf eigenen Beobachtungen basieren oder auf Resultaten aus früheren oder ähnlichen Studien. Überprüfen Sie nach der Auswertung Ihrer Daten, ob die Befunde Ihre Annahmen bestätigen oder widerlegen. Häufig verlangen Resultate nach neuen Erklärungsansätzen und führen zu Frage­stellungen und Hypothesen, die in künftigen Forschungsarbeiten untersucht werden müssten. Richtig fragen Die Fragestellung muss so formuliert sein, dass Sie diese mit vertretbarem ­Aufwand beantworten können. Die Frage: «Wie nutzen Schweizer Kinder Medien in ihrer Freizeit?» können Sie mit einer eigenen empirischen Studie im Rahmen einer Masterarbeit nicht beantworten, wohl aber die Frage nach der Mediennutzung von Sekundarschülern/-innen einer bestimmten Klasse. Um gültige Antworten auf Ihre Fragen zu erhalten, müssen Sie geeignete Kriterien finden. Wenn Sie herausfinden wollen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen starker TV-Nutzung und Übergewicht, dann sind Indikatoren wie Alter, Körpergewicht, Nutzungsdauer und Freizeit­verhalten der untersuchten Personen wichtig und können miteinander in Verbindung gebracht werden. In einer Fallstudie hingegen könnten Sie unter­suchungen, welche Bedeutungen Jugendliche einem bestimmten TV-Format zuschreiben.

«Alle wissenschaftlichen Texte bauen auf dem auf, was ande­ re bereits erarbeitet haben. Wie aber findet man dieses Wissen, und vor allem, wie kann man si­ cher gehen, dass man alles, was relevant ist, auch berücksichtigt hat? Der Vorgang, der diese Su­ che bezeichnet, nennt sich ‹Re­ cherchieren›, das Festhalten der bibliographischen Angaben ‹Bib­ liographieren›.» Otto Kruse, Lesen und Schreiben (2015, 80)

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Aufarbeiten des Forschungsstands Literaturrecherchen zu Beginn Ihres Projekts sind kein lästiges Beiwerk zu Ihrer eigenen Arbeit. Vielmehr helfen sie herauszufinden, ob vor Ihrer Masterarbeit schon ähnliche Studien durchgeführt wurden. So vermeiden Sie Umwege und profitieren von den Erfahrungen anderer. Je präziser Ihre Forschungsfrage ­gestellt ist, desto gezielter können Sie nach relevanter Literatur suchen. Wenn Sie in Ihrer Arbeit über den Forschungsstand schreiben, tun Sie ­Folgendes: —— Sie zeigen mit Blick auf verwandte Studien, wie wichtig Ihr Thema ist. Dabei gewinnen Sie einen Überblick über das Gebiet. —— Sie zeigen, mit welchen Methoden andere vor Ihnen ähnliche Aufgaben ­angegangen sind. So schauen Sie anderen Forschenden über die Schulter und können deren Wissen und Know-how für sich nutzen. —— Sie fassen kurz die wichtigsten Ergebnisse bisheriger Studien zusammen und weisen auf Forschungslücken hin.

Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt


Ihr Vorgehen im Einzelnen Zielsetzung und Fragestellung bestimmen das methodische Vorgehen bei der ­Datengewinnung und -auswertung ebenso wie Überlegungen zur Auswahl der Stichprobe und der Planung der Erhebungs- und Auswertungsphase. Methoden der Datenerhebung Ob Sie eine Literaturarbeit oder ob Sie eine empirische Arbeit schreiben, es stellt sich immer die Frage, welches «Datenmaterial» Sie untersuchen und auswerten wollen. Ihre Datensammlung besteht aus einer Sammlung von ­ Fachliteratur und / oder den Daten, die Sie in Ihrer Untersuchung erfassen. Ihre eigenen Daten erhalten Sie zum Beispiel durch Interviews mit Auskunfts­ personen; Beobachtungen, die Sie schriftlich als Feldnotizen oder mit Fotound Videoaufnahmen fest­halten; ­Fotos / Videos, die Ihre Auskunftspersonen machen, oder mittels ­Fragebogen ­(Umfrage, Survey). Abhängig davon kann es sinnvoll sein, mehrere Methoden einzusetzen. So können Sie Ihre Probanden bitten, ihre Freizeit fotografisch zu dokumentieren. Anschliessend führen Sie ein Interview durch, bei dem Sie auch auf die Fotos eingehen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Methodentriangulation. Obschon grössere quantitative Untersuchungen den Rahmen einer ­Masterarbeit sprengen (und auch wegen der Überforschung des Schulfelds problematisch sind), kann eine begrenzte schriftliche Befragung von wenigen Schulklassen in Kombination mit vertiefenden Interviews einzelner Schülerinnen und Schüler sinnvoll sein.

«Sollten Sie eine empirische ­Arbeit schreiben, ist es ­wichtig, die Rahmenbedingungen zu ­nennen, unter denen Ihre Untersuchungen stattgefunden ­haben. Erklären Sie, wen oder was Sie in Ihre Unter­suchungen einbezogen haben, wen oder was Sie ausgeschlossen haben, und begründen Sie Ihre Auswahl in Hinblick auf Ihre Forschungs­ frage.»

Stichprobe, Setting, Tools und Pretest Wählen Sie Ihre Untersuchungspersonen nach begründeten und nachvollzieh­ baren Kriterien aus. Klären Sie mit ihnen Fragen wie Anonymität und Verwendung der Daten. Können Sie Ihren Auskunftspersonen zusichern, dass sie Einblick in die Resultate Ihrer Studie erhalten, z. B. in Form einer Zusammenfassung, die Sie ihnen nach Abschluss Ihrer Arbeit zukommen lassen? Bei quantitativen Untersuchungen hilft Ihnen ein Pretest, Ihre Erhebungs­ instrumente zu testen und für den Ernstfall zu optimieren. Für die Auswertung der Daten stehen mehrere Methoden und Datenanalyseprogramme zur Auswahl. Informieren Sie sich rechtzeitig über Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Programme und eignen Sie sich ­entsprechende Kompetenzen an.

Silke Heimes, Schreiben im ­Studium (2011,  46)

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Toolbox Typen wissenschaftlicher Arbeiten Die folgenden Beispiele von Grundtypen lassen sich kombinieren. Ein solcher Methodenmix kann einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen, bedeutet aber einen Mehraufwand und sollte daher sorgfältig geprüft werden.

Literaturarbeit

Eine Literaturarbeit fasst bestehende Arbeiten zu einem Thema mit Blick auf ausgewählte Punkte zusammen und setzt die Arbeiten kritisch zueinander in Beziehung. Sie sammeln Wissen, bündeln es und führen eine eigene Argumentation vor. Begriffe: Überblick, Zusammenfassen, Kontrastieren, Synopse ...

Dokumenten- oder Quellenanalyse

Schriften von Behörden und Institutionen geben Aufschluss über Entwicklungen (z. B . des Fachs «Textiles Werken» im Kt. Zürich) oder den unterschiedlichen Umgang mit einem Gegenstand (z. B . Vergleich aktueller Lehrpläne zum Textilen Werken aus verschiedenen Kantonen). Begriffe: Korpus, Analyse / Inhaltsanalyse, Vergleichen, Synopse ...

Quantitative Studie

Wollen Sie möglichst repräsentative Ergebnisse zu einer Fragestellung erhalten, dann machen Sie eine Umfrage bei vielen Personen. Die Fragen sind zentral und die Antworten sollen brauchbare und eindeutig interpretierbare Resultate liefern. Ein Pretest zeigt, ob das Ganze funktioniert. Begriffe: Sample/Stichprobe, Fragebogen, Rücklauf, Operationalisieren, repräsentative Auswahl, Pretest , Umfrage/Survey ...

Interventionsstudie

Sie untersuchen, wie eine Unterrichtsmethode funktioniert. Dazu bereiten Sie eine Lektion vor und lassen diese in verschiedenen Klassen durchführen. Der Wissensstand der Schülerinnen und Schüler wird vor und nach der Sequenz erhoben und mit Klassen verglichen, denen der gleiche Lernstoff auf andere Weise vermittelt wurde. Begriffe: Didaktik, Setting, Kontrollgruppe, Kompetenzen, Standards, AngebotNutzen-Analyse, Fachdidaktik ...

Qualitative Studie

Sie befragen oder beobachten eine kleine Anzahl von Personen, um herauszufinden, welche Bedeutungen sie bestimmten Dingen oder Phänomenen beimessen. Begriffe: Interview (einzeln oder in Gruppen), Transkript, teilnehmende Beobachtung, Feldnotizen, Foto- oder Videostudie ...

Fallstudie (Case Study)

Sie beschreiben, analysieren und interpretieren einen «Fall», etwa eine Schuleinheit oder eine Person. Dieser steht für eine Gruppe, die sich durch gemeinsame Merkmale auszeichnet (z. B . Geschlecht, Alter, Herkunft, Verhalten).

Experiment

In Experimenten lösen Probanden eine kleine Aufgabe oder nehmen an einem Rollenspiel teil. Das Verhalten wird minutiös beobachtet, festgehalten (beschrieben oder videografiert) und quantitativ ausgewertet. Experimente müssen so beschrieben sein, dass sie jederzeit wiederholt werden können. Begriffe: Versuchsanordnung, Labor, Probanden/-innen ...

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Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt


Was halten Sie fest? – Von der ­Recherche zur Dokumentation «Recherchieren heisst: Informationen suchen, beschaffen, auswählen. Dokumentieren heisst: Informa­ tionen sichten, ordnen, festhal­ ten.» Klaus Niedermair, Recherchieren und Dokumentieren (2010, 8)

«Schneeballsystem: Sie lesen ein Buch, sehen sich an, welche Lite­ ratur dort zitiert ist, lesen diese, nehmen die dort zitierte Litera­ tur – und so weiter.» Fabian Franke, Annette Klein und André Schüller-Zwierlein, Schlüsselkompetenzen: Literatur recherchieren in Bibliotheken und Internet (2010, 7)

Zitieren nach dem Chicago Manual of Style (2010): stud.phzh.ch/zitieren www.chicagomanualofstyle.org

Bei der Formulierung und Eingrenzung Ihrer Forschungsfrage haben Sie bereits geprüft, ob es zu Ihrem Thema Fachliteratur gibt. Eine solche Einstiegssuche verschafft Ihnen einen ersten Überblick über das Forschungsgebiet und zeigt auf, ob das Thema schon erschöpfend abgehandelt wurde. Nachdem Sie Ihr Exposé erstellt und sich für ein konkretes methodisches Vorgehen entschieden haben, folgt nun die gezielte thematische Recherche. Suchen Sie in Bibliothekskatalogen, auf Fachportalen und in elektronischen Datenbanken nach einschlägigen Begriffen. Je nach Trefferzahl müssen Sie Ihre Suchbegriffe weiter oder enger fassen und auch nach verwandten Begriffen sowie Ober- und Unterbegriffen suchen. Bei einer Untersuchung zur GenderThematik sollten Sie zum Beispiel daran denken, dass der Begriff «Gender» in der wissenschaftlichen Diskussion erst seit einigen Jahrzehnten gebräuchlich ist. Ältere Untersuchungen oder pädagogische Abhandlungen zur Geschlechter-Thematik sind darum nicht unter diesem Begriff zu finden und bedienen sich anderer Fachausdrücke (Geschlechterrollen, Geschlechtsidentität, schulische Mädchen- bzw. Bubenarbeit, geschlechterbewusste Pädagogik etc.). Suchen und Sichten: die Leseliste Fachlexika, Lehrbücher, Einführungstexte und Übersichtsartikel zum Thema – sogenannte Tertiärquellen – helfen zu Beginn, denn oft zitieren sie wichtige Fachpublikationen, die wiederum auf weiterführende Monografien, wissenschaftliche Aufsätze, empirische Untersuchungen und aktuelle Forschungs­ berichte verweisen. In einem nächsten Schritt prüfen Sie, ob die ausgewählten Texte verfügbar und geeignet sind. Dabei sollen Sie nicht jedes Buch von Anfang bis Ende lesen. Gewinnen Sie zuerst einen Überblick. Abstracts, Inhaltsübersichten, zusammenfassende Darstellungen oder das Schlagwort­register im Anhang zeigen, ob der betreffende Text einen inhaltlichen, theoretischen oder ­methodischen Beitrag zur Klärung Ihrer Forschungsfrage gibt? Welchen Aspekt Ihres Themas deckt die Publikation ab? Auf welche Teilfragen Ihrer Unter­suchung liefert der Text Antworten? Kommt ein Werk in die engere Wahl, sollten Sie es genau lesen und auswerten. Die Quellen dokumentieren: Literaturverwaltung Legen Sie für Bücher, Artikel oder andere Medienquellen gleich zu Beginn einen Steckbrief an. Halten Sie darin die genauen Daten der Veröffentlichung fest und notieren sich am besten auch Ihre persönliche Bezugsquelle. Vielleicht brauchen Sie das Werk zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal und sind dann froh, wenn Sie noch wissen, in welcher Bibliothek es zu finden ist. Alle Texte und Medien, die Sie als Grundlage für Ihre Arbeit heranziehen und aus denen Sie wörtlich oder zusammenfassend zitieren, müssen Sie in der Literaturliste Ihrer Masterarbeit mit bibliografischen Angaben ausweisen. Denn Leserinnen und Leser Ihrer Arbeit sollten auf die gleiche Quelle zugreifen und Ihre Aussagen überprüfen können – egal, ob es sich um ein Printmedium, eine

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Wissenschaftlicher Nachweis

Quellen aus erster und zweiter Hand

Lesestrategie

Fachvokabular

www.citavi.ch www.zotero.org www.zettelkasten. danielluedecke.de www.mendeley.com www.endnote.com

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Online-Ressource, einen Film oder eine Lernsoftware handelt. Darum müssen Sie auch Ihre Fragebogen, Interviewtranskripte oder statistische Auswertungen in den Anhang Ihrer Arbeit aufnehmen. Verwenden Sie möglichst zitierfähige und wissenschaftliche Quellen. Modulskripte, Kursunterlagen, Pressemitteilungen, Broschüren, Wikipedia-Artikel oder private Websites taugen allenfalls zur Illustration, genügen in der Regel aber den Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit nicht. Zurückhaltung ist ausserdem bei «Quellen zweiter Hand» geboten: Wenn Sie sich in Ihrer Arbeit beispielsweise auf die Bildtheorie Christian Doelkers stützen, so sollten Sie den Autor möglichst aus seinen eigenen Publikationen zitieren (Primärliteratur) und seine Aussagen nicht als Sekundärzitate aus Werken über ihn (Sekundärliteratur) entnehmen. Vorbereitung und Nachbereitung Formulieren Sie vor dem Lesen einige konkrete Fragen an den Text und legen Sie Leseziel und Zeitrahmen fest. Soll Ihnen der vorliegende Aufsatz einen theoretischen Rahmen oder anschauliche Beispiele liefern? Suchen Sie nach Erkärungen für ein Phänomen oder nach stichhaltigen Beweisen? Welche Position vertritt der Autor? Arbeitet der Text mit bekannten Modellen oder entwickeln die Verfasser/innen einen eigenen Ansatz? Je klarer Ihre Erwartungen und Fragen an den Text, desto effizienter und ergiebiger gestaltet sich die Lektüre. Achten Sie besonders auf Definitionen und wichtige Fachbegriffe. Diese bilden das Werkzeug Ihrer eigenen Argumentation. Wenn Sie mit unterschiedlichen Quellen arbeiten, gilt es zu prüfen, ob sich die vorliegenden Texte auf ähnliche Annahmen stützen und Fachbegriffe in der gleichen Bedeutung ver­wenden. Fassen Sie schliesslich die – für Ihre Fragestellung oder Hypothese – zentralen Punkte schriftlich zusammen und halten Sie aussagekräftige Belegstellen als wörtliche Zitate (mit Quelle und Seitenangabe) fest. Literaturverwaltung Neben Ihrer Textverarbeitung oder Karteikarten bieten sich zur Verwaltung von Literatur und Zitaten online und offline auch spezielle Softwareprogramme an wie «Citavi» (nur Win), «Mendeley», das kostenlose Firefox-Tool «Zotero» oder der ebenfalls kosten­lose «Zettelkasten nach Niklas Luhmann». Überprüfen Sie Ihre Bedürfnisse und Vorkenntnisse sorgfältig. Unter Umständen lohnt sich die Anschaffung und das zeitaufwendige Einarbeiten in ein professionelles Tool wie Endnote nicht, wenn Ihre Literaturliste lediglich fünf oder zehn Seiten umfasst und Sie ohnehin nur mit einem Zitierstil arbeiten. Womöglich ist es praktischer und geht schneller, wenn Sie die nötigen Angaben einfach direkt als Literaturverzeichnis erfassen. Zudem bieten einige Softwarelösungen den gewünschten Zitationsstil zwar per Knopfdruck an, aber die Literaturangaben werden trotzdem nicht korrekt dargestellt und müssen dann Eintrag für Eintrag bereinigt und an die formalen Vorgaben angepasst werden.

Forschen und dokumentieren – Ihre Masterarbeit als Projekt


Toolbox Exzerpieren und zusammenfassen «Schon beim Sammeln von Fachliteratur kann man arbeits­ ökonomisch vorgehen, wenn man sofort in vorher angelegte Dateien zu einzelnen Thesen hi­ nein exzerpiert. Folgt dann das nächste Exzerpt, wird es gleich mit dem vorigen verwoben, das vorhandene Material schafft Schreibstimuli.» Martin Fix, Texte schreiben: Schreib­prozesse im Deutschunterricht (2008, 230)

Für Ihre Masterarbeit lesen und verarbeiten Sie eine beträchtliche Menge an Fachliteratur. Sie eignen sich neues Wissen an und versuchen einen Teil davon weiterzuvermitteln. Mit Blick auf Ihr Forschungsprojekt muss Wichtiges von Unwichtigem unterschieden und in Ihrem Text mit eigenen Überlegungen und Erkenntnissen verknüpft werden. Sie geben zum Beispiel die Resultate einer wissenschaftlichen Studie mit eigenen Worten wieder (Paraphrase) oder illustrieren einen Standpunkt mit einem wörtlichen Zitat aus der Fachliteratur (Exzerpt). Damit Ihnen die gelesenen Bücher und Artikel beim Schreiben zur ­Verfügung stehen, müssen die Ausgangstexte reduziert und komprimiert werden. Dabei können Sie sich an folgende Schritte halten: —— Überfliegen Sie den Text vorerst und formulieren Sie eigene Fragen. —— Lesen Sie nun genau. Markieren Sie wichtige Passagen (auf Kopien oder im eigenen Buch). —— Fassen Sie die zentralen Aussagen und Argumente knapp und nachvollziehbar zusammen. Was trägt der Text zum Thema bei, wie geht er vor? Zusammenfassungen müssen auch ohne Kenntnis des Originaltextes verständlich und in eigener Sprache formuliert sein.

«Wissenschaftliche Literatur liest und verarbeitet man, um sich auf die Informationen, Positionen und Fragen beziehen zu können, die für das jeweilige Thema relevant sind. Indem man sich auf die Literatur bezieht, beteiligt man sich – auf dem je eigenen Niveau – an der fach­ lichen Diskussion. Das heisst, man gibt nicht nur Wissen wieder, sondern man entwickelt es weiter, indem man sich vor dem Hintergrund der eigenen Fragestellung mit dem bestehenden Wissen auseinandersetzt.»

—— Übernehmen Sie wesentliche und aussagekräftige Textstellen wörtlich (und zeichnen diese unmissverständlich als Zitat aus) oder fassen Sie das Wichtigste mit eigenen Worten zusammen. Fügen Sie in beiden Fällen die bibliografischen Angaben als Kurzbeleg mit den Seitenzahlen des Originaltextes in Klammern hinzu. —— Halten Sie Ideen und Kommentare zum Text (z. B . im Projektjournal oder Zettelkasten) fest. Gibt es Lücken oder Widersprüche in der Argumentation, Einschränkungen und Vorbehalte? Wirft die Lektüre neue Fragen auf? Wie bezieht sich der Text auf andere Befunde oder Bücher zum Thema? Schliesst er an bestehende Theorien und Modelle an? Wollen Sie die Aussagen durch eigene Beobachtungen und Erkenntnisse relativieren oder gar durch zusätzliche Belege oder eigene Daten infrage stellen? Überlegen Sie, welche Punkte für Ihre eigene Fragestellung und ­Argumentation von Bedeutung sind und wo Sie in Ihrem Text darauf ­Bezug nehmen. Fassen Sie Ihre Position bereits in eigene Sätze, um den ­Gedankengang später in Ihre Arbeit zu übernehmen.

Andrea Frank, Stefanie Haacke und Swantje Lahm, Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf (2013, 31)

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Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Führen Sie durchs Programm! – Ihre Rollen beim Schreiben «Zu vermeiden ist alles, was den Lesefluss behindert (wie z. B. hohe Fremdwortdichte, ­bedeutungsunscharfe Wörter, ­lange Schachtelsätze …) und ­einen Text unnötig aufbläht (wie unwichtige Inhalte, Selbst­ verständlichkeiten, unnötige Wiederholungen, unnötige Weitschweifigkeit …»

Denken Sie an Ihre Leserinnen und Leser! Mag sein, dass Betreuer und ­Betreuerin Ihrer Arbeit mit dem Thema bestens vertraut sind. Trotzdem sollten Sie sich auf eine breitere Leserschaft einstimmen: Mitstudierende, Kolleginnen und Kollegen im Schulfeld oder weitere Personen, die sich für Ihr Forschungsthema interessieren und für die Ihre Ergebnisse von Nutzen sind. Beschreiben Sie deshalb nicht, weshalb Sie sich für dieses Thema entschieden haben und was Sie daran begeistert. Wecken Sie das Interesse beim Leser und bei der Leserin. Werfen Sie die Forschungsfrage wie einen Köder aus und machen Sie auf praxistaugliche Lösungen neugierig.

Stefan Kühtz, Wissenschaftlich formulieren (2015, 16)

Leseführung ist Gedankenführung Mit einem klaren und logischen Aufbau haben Sie bereits den Grundstein gelegt. Die Masterarbeit erzählt die Geschichte Ihres Forschungsprojekts und begleitet Ihre Leserinnen und Leser von der Forschungsfrage über das methodische Vorgehen und die Beweisführung bis zu Fazit und Ausblick. Nicht alles, was Sie zum Thema gelesen und an Daten erarbeitet haben, gehört in die fertige Arbeit. Beschränken Sie sich auf die inhaltlichen Eckpfeiler. Was brauchen die Leserinnen und Leser an Hintergrundwissen und Theorie, um Ihrem Gedankengang zu folgen und zu den gleichen Schlussfolgerungen zu kommen? Wovon sind Sie ausgegangen, wie gehen Sie Schritt für Schritt vor und zu welchen Ergebnissen und Erkenntnissen führt das?

Moderieren

Referieren

Argumentieren

Beim Texten rückt jeweils eine von drei Funktionen in den Vordergrund (vgl. «Das Dreimaldrei des Schreibens» S. 8): —— Sie leiten durchs Programm: Sie kündigen Inhalte an, schaffen Verknüpfungen, rekapitulieren bisherige Ausführungen und ziehen Bilanz. —— Sie werfen Fragen auf und stellen eigene Vermutungen an. Wovon gehen Sie aus, worauf konzentrieren Sie sich und was wollen Sie mit Ihrem Beitrag erreichen? —— Sie führen in den Gegenstand ein und geben den aktuellen Stand des Wissens wieder. Wozu wurde bereits geforscht und publiziert? Welche ­Themenaspekte sind noch weitgehend unbearbeitet? Welche F ­ iguren, ­Modelle, Theorien und Forschungsrichtungen haben die bisherige ­Diskussion, den wissenschaftlichen «Diskurs», dominiert und geprägt? —— Sie fassen ausgewählte wissenschaftliche Beiträge zusammen und ­ordnen diese in den Forschungsdiskurs ein. Sie geben relevante Ansätze und Positionen anderer Autoren in verkürzter Form wieder, interpretieren deren Resultate und diskutieren diese mit Blick auf Ihre eigene Fragestellung. —— Sie legen Ihr Vorgehen plausibel dar. Sie setzen inhaltliche Prioritäten und erläutern Ihre Schritte. —— Sie setzen sich vertieft mit einzelnen Aspekten auseinander: Sie prüfen, vergleichen und kommentieren unterschiedliche Ansätze, ziehen nachvollziehbare Schlüsse und präsentieren überzeugende Lösungen.

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«Wer Überschriften nicht ver­ ständlich formulieren kann, hat im Regelfall selbst nicht rich­ tig verstanden, was er zu Papier bringen will.» Martin Kornmeier, Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht (2016, 103)

«So genannte advance organizers, Vorankündigungen zur Strukturierung Ihres Textes, soll­ ten Sie regelmässig einsetzen, um das Verständnis Ihrer Leser zu unterstützen und den roten Faden sichtbar zu machen.» Helga Esselborn-Krumbiegel, Richtig wissenschaftlich schreiben (2014a, 141)

Bleiben Sie beim Thema und schildern Sie Ihren Weg fortwährend aus. Für Leserinnen und Leser hat schon das Inhaltsverzeichnis eine wegweisende Funktion. Das ist der «Packzettel» Ihrer Arbeit. Allgemeine Überschriften wie «Einleitung», «Theorie» oder «Schlussteil» bieten zwar eine grobe Orientierung, verwehren jedoch den Blick auf den Inhalt. Das wirkt wenig einladend. Setzen Sie deshalb auf jeder Gliederungsebene aussagekräftige Überschriften und Zwischentitel. Wenn Sie in einem Kapitel den theoretischen Hintergrund oder den aktuellen Forschungsstand darstellen, dürfen Sie den Leserinnen und Lesern schon im ­Titel verraten, was auf sie zukommt. Überschriften wie «Natürlicher Zweit­sprach­­erwerb und Piagets Entwicklungsetappen», «Berufswahl zwischen Selbst- und Fremdbestimmung» oder «Wissensvermittlung durch Bilder» sind hilfreiche Wegweiser und bereiten auf die Lektüre vor. Das Gleiche gilt für An- und Abmoderationen im Text selbst. Wie bei einem Radio- oder Fernsehbeitrag braucht es hier Navigationshilfen: Einführungen, Überleitungen, Zwischenbilanzen, erläuternde Kommentare und abrundende Zusammenfassungen. Setzen Sie die Moderation jedoch gezielt und mit Mass ein. Hüten Sie sich vor Floskeln und pseudowissenschaftlichem Imponier­ge­ habe. So sollte es zum Beispiel nicht klingen: «Nachstehend werden die relevanten wissenschaftlichen Modelle und theoretischen Grundlagen des Themas im Detail vorgestellt und forschungsbasierte Kriterien für ihre Umsetzung in der Praxis erörtert ...» Kommen Sie gleich zur Sache. Benennen Sie die Inhalte und bringen Sie die zentralen Schlüsselbegriffe: «In seinem Angebots- und Nutzungsmodell beschreibt Helmke (2003) ver­schiedene Faktoren der Unterrichtsqualität. Am Beispiel einer Lektion im Fach Mathematik werden nun die individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler genauer untersucht.» Eine solche Anmoderation führt mitten ins Thema und schlägt zugleich eine Brücke zu früheren Kapiteln, in denen Sie theoretische Modelle vorgestellt und Merkmale für die Wirksamkeit von Unterricht diskutiert haben. Es gibt mehr als genug Gründe, einen Text nicht zu lesen. Wer also Leserinnen und Leser erreichen will, sollte ihnen keine Steine in den Weg legen.

«Eine Theorie fasst die Gesamt­ heit des aus Überlegungen, Be­ rechnungen, Beobachtungen und Experimenten gewonnen Wissens zusammen und stellt eine wissenschaftliche Annähe­ rung eines Faches an einen Aus­ schnitt der Wirklichkeit dar.» Matthias Karmasin u. Rainer ­Ribing, Die Gestaltung wissen­ schaftlicher Arbeiten (2014, 87)

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Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Toolbox Den Schreibprozess in Gang halten «Sich über die Ursache einer Schreibblockade klar zu werden, ist oft schon der erste Schritt zu ihrer Auflösung.» Martha Boeglin, Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt (2012, 47)

Hilfe im Umgang mit Schreib­ blockaden Esselborn-Krumbiegel 2015 Wolfsberger 2016, 40–48 Frank, Haacke u. Lahm 2013, 89–97 Pyerin 2014, 33–43 Scheuermann 2009, 34–44.

Im Verlauf Ihres Projekts wird es zu Stockungen, Unsicher­heiten oder Rückschlägen kommen. Deshalb ist es ratsam, mit dem ­Schreiben früh­ zeitig zu beginnen. Schreiben hilft beim Denken. Begriffliche Unklarheiten, Lücken in der Argumentation oder inhaltliche ­Widersprüche kommen beim Formulieren unweigerlich ans Licht. Entwickeln Sie Ihre Ideen schreibend. Im Projektjournal sollen Sie auch über fehlende Motivation klagen, über konzeptuelle Knöpfe und methodische Zweifel n ­ achdenken. Notieren Sie unzensiert und in unwissenschaftlicher Sprache, wo Sie sich eingeengt und ausgebremst fühlen. Halten Sie sich vor Augen, dass scheinbar unproduktive Phasen zum ­kreativen Schreibprozess dazugehören. Wenn gar nichts mehr geht, ­setzen Sie sich einen Termin und ­erlauben Sie sich, in der Zwischenzeit ohne schlechtes Gewissen etwas ­anderes zu tun: spazieren gehen, Sport ­treiben, ­aufräumen, ein Buch lesen. Oder Sie nehmen sich das alphabetische Literaturverzeichnis vor, b ­ earbeiten Schaugrafiken und überprüfen Zitate und Quellen. Denkstau, Vermeidungsstrategien oder die sprichwörtliche Schreibblockade haben viele Ursachen. Ein paar Beispiele mit Lösungsansätzen:

Perfektionismus und Versagensängste

Angst vor Fehlern, Blamage, unzureichender Leistung oder negativen Konsequenzen. Der innere Kritiker findet alles schlecht, was Sie zu Papier bringen. → Klären Sie Rahmenbedingungen und Erwartungen. Holen Sie schon früh Feedback ein. Besprechen Sie Ihre Bedenken mit Betreuenden und anderen. Besuchen Sie eine Schreibberatung.

Betroffenheit, «heisses Eisen»

Das Thema ist zu persönlich. Das Schreiben wird zur emotionalen Doppelbelas­tung. → Ihre Motivation und Ihr Engagement in Ehren, aber wenn Sie zu nah am Thema dran sind, sollten Sie sich überlegen, ein weniger heikles Thema zu wählen.

Fülle, «kognitive Überlast»

Das recherchierte Material wächst Ihnen über den Kopf und hemmt den Schreibfluss. → Grenzen Sie weiter ein, brechen Sie das Thema herunter. Nehmen Sie sich überblickbare Portionen und bewältigbare Teilaufgaben vor: einen wichtigen theoretischen Ansatz erläutern, einen Fachbegriff einführen, ein Beispiel illustrieren.

Leere, «Horror Vacui»

Sie haben das Gefühl, noch zu wenig zu wissen. Sie können erst schreiben, wenn Sie den kompletten Durchblick haben. → Beginnen Sie mit dem, was Sie bereits wissen und verarbeitet haben. Sie können später ergänzen. Nähern Sie sich schreibend dem Ziel. Nutzen Sie Ihr Projektjournal als Textwerkstatt und Denkwerkzeug.

Nebenschauplätze, Ablenkung

Schreibunlust und Motivationsmangel müssen nicht mit dem Schreiben selbst zu tun haben: Konflikte im persönlichen Umfeld, Unruhe, Sorgen, Übermüdung wirken sich ebenfalls störend aus. → Identifizieren Sie die Ursachen und bearbeiten Sie die Problemherde. Suchen Sie Unterstützung. Schaffen Sie einen Rückzugsort zum Schreiben.

Schreibbiografie, fehlendes Know-how

Bisherige Erfahrungen und unsere Einstellung zum Schreiben spielen eine prägende Rolle. → Erinnern Sie sich an positive Schreiberlebnisse. Informieren Sie sich über die ­wichtigen Etappen von Schreibprozessen. Finden Sie heraus, welcher Schreibtyp Sie sind.

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Überzeugen Sie! – Wissenschaftlich argumentieren «Argumentieren heisst, andere von der Richtigkeit oder Falsch­ heit einer Aussage zu überzeu­ gen.» Otto Kruse, Lesen und Schreiben (2015, 99)

Wissenschaftlich argumentieren Esselborn-Krumbiegel 2014b, 104–113, 121–129 Kruse 2015, 99–104 Karmasin u. Ribing 2014, 82–86, 95–98 Beinke et al. 2011, 131–141 Pyerin 2007, 137–138 Rost 2012, 213–214

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Wenn Ihre Arbeit nicht wichtig wäre, würden Sie sie nicht schreiben. Ebenso wollen Leserinnen und Leser ihre Zeit nicht mit belanglosen Texten verbringen. Deshalb gilt es, mit guten Argumenten zu begründen, warum das, was Sie tun, wichtig und richtig ist. Dies beginnt mit der Themenwahl: Es soll für die Leserin nachvollziehbar sein, warum Ihr Projekt inhaltlich relevant ist. Dabei geht es darum, den eigenen Zugang zum gewählten Thema mit den gesteckten Zielen, Erkenntnisinteressen, Hypothesen und Fragestellungen, aber auch mit der Darlegung des Forschungsstandes zu verknüpfen. Wenn Sie wissen, was andere schon zu ähnlichen oder gleichen Fragen herausgefunden haben, können Sie Ihre Ziele realistischer einschätzen und wirken überzeugender, als wenn Sie vorgeben, ein nicht beackertes Feld zu betreten. Wissenschaftlich geschulte Leser schenken der Begründung der Methodenwahl einen besonders kritischen Blick. Legen Sie also möglichst überzeugend dar, warum Sie so und nicht anders vorgehen. Schliesslich wollen Sie mit Ihren Ergebnissen Ihre Hypothesen verifizieren oder falsifizieren, d. h., Sie erörtern, warum diese zutreffen oder warum nicht. Hier geht es darum, die Früchte der eigenen Arbeit selbstbewusst zu prä­sen­ tieren. Dokumentieren Sie, was die wichtigsten Befunde Ihrer Studie sind. Dabei beantworten Sie Ihre Fragestellung, stellen dar, was an Ihren Resultaten allgemeingültig ist und wie die Ergebnisse im Kontext verwandter ­Forschungen zu interpretieren sind. Der «doppelte Anker» Die stringente Gliederung Ihrer Arbeit legt zwar den Grundstein, aber auch in den einzelnen Kapiteln und Abschnitten muss Ihre Argumentation nachvollziehbar sein und die Leserinnen und Leser überzeugen. Achten Sie beim Formulieren darauf, dass Sie Schlussfolgerungen erläutern, begründen und wenn möglich durch Befunde aus der Fachliteratur belegen. Einzelne Fakten, Ergebnisse und Ihre Denkschritte sollen dabei nicht nur additiv aneinandergereiht, sondern auch sprachlich und logisch miteinander verknüpft werden. Eine blosse Aufzählung bildet noch keine Argumentationskette. Vielleicht hilft es, wenn Sie Ihre Beweisführung vor dem Ausformulieren als Flussdiagramm aufzeichnen, um die Bausteine Ihrer Argumenation und deren Zusammenhänge sichtbar zu machen (vgl. Esselborn-Krumbiegel 2014a, 138–139). Je weniger man an Argumenten rütteln kann, desto überzeugender wirken sie. Mit der doppelten Verankerung gelingt das besonders gut. Gemeint ist: ­Alles, was Sie in Ihrer Arbeit thesenartig postulieren oder behaupten, müssen Sie zweifach begründen.

Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Beispiel A Begründung der Relevanz Ihres Themas «Mediennutzung von 4.-Klässlern/innen» 1. Anker Sie haben beobachtet, dass 10-Jährige über eine grosse Erfahrung und breite Kenntnisse zu Medien verfügen, und wollen als zukünftige Lehrperson mehr darüber erfahren. 2. Anker Die jährlich publizierten KIM-Studien aus Deutschland zeigen, dass die Nutzung elektronischer Medien bei 10-Jährigen zunimmt. Sie wollen nun herausfinden, ob die Nutzungszahlen in der Gemeinde X sich mit denjenigen aus Deutschland vergleichen lassen. Beispiel B Begründung für die Methodenwahl «teilnehmende Beobachtung» zum Thema «Verhalten von Kindern auf dem Kindergartenpausenplatz» 1. Anker In Vorgesprächen mit Kindergartenkindern haben Sie festgestellt, dass diese nur bedingt Aussagen machen können zu dem, was sie so in der Pause machen. Sie entscheiden sich deshalb gegen Interviews mit Kindern und für die teilnehmende Beobachtung auf dem Pausenplatz. 2. Anker Sie zitieren eine oder mehrere Studien, die ebenfalls mit teilnehmender Beobachtung kleine Kinder auf dem Pausenplatz erforscht haben. In diesem Fall würden Sie zusätzlich erläutern, worauf Sie beim Beobachten besonders achten wollen, wie Sie Ihre Beobachtungen festhalten (mit Feldnotizen, Fotos, Video) und wie Sie Ihre ­Beobachtungen auswerten werden – und auch hier setzen Sie möglichst doppelte Anker. Beispiel C Präsentation des Ergebnisses zu «Vorbildern von Jugendlichen» 1. Anker Sie haben herausgefunden, dass sich 12-jährige Mädchen punkto ­Vorbilder stärker an Schauspielerinnen und Models orientieren, während gleichaltrige Jungen eher Sportler verehren. Dies deckt sich mit den von Ihnen gemachten Beobachtungen auch ausserhalb der untersuchten Stichprobe. 2. Anker Sie kennen Studien zu medialen Vorbildern und Idolen von Jugendlichen, die zum gleichen Schluss kommen. Ziehen Sie diese zur Untermauerung Ihrer Befunde bei.

«Das Minimalgerüst ­einer ­Argumentation bilden ­mindestens eine These und ein Argument.» Martin Fix, Texte schreiben (2008, 102)

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Toolbox Der rote Faden «In jedem Kapitel Ihrer Arbeit muss Ihre zentrale Fragestellung für Sie und andere erkennbar sein. Überlegen Sie beim Schrei­ ben immer, ob das Geschriebe­ ne in Zusammenhang mit Ihrem Hauptanliegen steht und dem Erkenntnisinteresse Ihrer Arbeit dient.» Silke Heimes, Schreiben im ­Studium (2011, 49)

«Ein geübter Schreiber führt den Leser durch seinen Text. Er kün­ digt zum Beispiel an, welche In­ halte den Leser erwarten, oder er fasst das Geschriebene noch einmal zusammen. Diese Mit­ tel des Schreibers bilden für den Leser eine Verstehenshilfe. Die Gesamtheit dieser Verstehens­ hilfen, die ein Autor dem Leser bietet, wird hier als roter Faden bezeichnet. Der rote Faden orientiert den Leser über den inhaltlichen Ver­ lauf und über die Struktur des Textes. Um den Leser über sei­ nen Schreibplan zu orientieren, hat der Verfasser eine Vielzahl von Möglichkeiten. Mit ihnen macht er seinen Textbauplan durchsichtig und ermöglicht es dem Leser, einen Leseplan auf­ zubauen.»

Ein gut moderierter und klar aufgebauter Text mit einer von A bis Z nachvollziehbaren Argumentation hat das, was man einen «roten Faden» nennt: eine transparente Struktur, in der Wort für Wort und Satz für Satz zueinander passen und Absätze und Kapitel in logischer Reihenfolge präsentiert werden. Der rote Faden führt die Leserinnen und Leser durch die Lektüre. Der Fachbegriff für den roten Faden heisst «Kohärenz». Beim Planen und Schreiben Ihrer Arbeit behalten Sie drei zentrale Aspekte von Kohärenz im Auge. Thematischer Fokus Inhaltlicher Zusammenhang besteht, wenn die Fragestellung, die ­Auswertung und Diskussion der Ergebnisse zusammenpassen. Der Leserin, dem Leser ist von Beginn an klar, worum es geht und wie Sie zu Ihrem Ziel gelangen. Thematische Exkurse, die nicht der Beantwortung der Forschungsfrage dienen (z. B . «historischer Überblick») gehören nicht in Ihre Arbeit. Inhaltliche Abfolge Die Makrologik garantiert, dass der systematische Aufbau funktioniert. Eine wissenschaftliche Gliederung in Kapitel und Unterkapitel schafft Ordnung und Transparenz. Überschriften weisen klar auf den Inhalt hin. Übergänge zwischen Kapiteln werden moderiert, und wo nötig fasst ein Fazit ein Kapitel knapp zusammen. Sprachliche Verknüpfung Wörter, Sätze und Abschnitte in Ihrer Arbeit beziehen sich aufeinander und bilden eine logische Sinnkette. Dies erreichen Sie, indem Sie an Vorangehendes und Bekanntes anknüpfen und auf Nachfolgendes hinweisen. Sie argumentieren, indem Sie Ihre Gedanken begründen und / oder mit anderen vergleichen. So vermeiden Sie gedankliche «Fallmaschen».

Christiane Beinke et al. Die Seminararbeit: Schreiben für den Leser (2011, 150)

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Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Texten Sie durch! – Verständlich formulieren, richtig zitieren Wenn Sie sich an die Rohfassung heranwagen, haben Sie bereits einiges an Text produziert: eine Projektskizze, Stichwortlisten, Inhaltsübersichten, ein Exposé, methodische Überlegungen, Zusammenfassungen von Fachbüchern, ­Kommentare zu theoretischen Ansätzen und Modellen. Das Schreiben beginnt also nicht erst, wenn Sie alles zu Ihrem Thema wissen und es nur noch verschriftlichen müssen. Im Projektjournal finden sich womöglich längere Passagen, die Sie in Ihre Rohfassung übernehmen können.

«Die Schreibtisch-Technik: ­ rechen Sie aus dem Bildschirm B aus, nutzen Sie Ihren ganzen Schreibtisch als Arbeitsfläche.» Daniel Perrin und Nicole Rosenberger, Schreiben im Beruf (2008, 30)

«‹Sprache tanken›: Lesen Sie vor dem Formulieren Texte von an­ regender sprachlicher Qualität. Die gute flüssige Sprache klingt in Ihnen nach und unterstützt Ihre eigene Formulierungsar­ beit.» Andrea Frank, Stefanie Haacke und Swantje Lahm, Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf (2013, 58)

Den Schreibprozess einleiten Bei der ersten Niederschrift geht es nun darum, Ihre Gedanken auszuformulieren und zu Papier beziehungsweise in die Textverarbeitung zu bringen. Das provisorische Inhaltsverzeichnis dient Ihnen hierbei als Orientierungsrahmen. Nehmen Sie sich für eine längere Schreibeinheit eine klar definierte Teil­auf­ gabe vor und legen Sie ein Etappenziel fest, z. B. ein bestimmtes Unterkapitel, in dem Sie Ihre Fragestellung mit dem aktuellen Forschungsstand verknüpfen. Erstellen Sie einen groben Bauplan, sei es als geordnete Stichwortliste oder in Form einer Mind-Map oder eines Clusters. An welches Kapitel und welches Vorwissen schliessen Sie an? Wie steigen Sie konkret ins Thema ein? Welche Punkte wollen Sie unbedingt zur Sprache bringen? Und wohin führt die Reise? Machen Sie sich zudem Gedanken zum Umfang des geplanten Textteils, damit Sie sich darauf einzustellen können, ob Sie sich kurz fassen müssen oder weit ausholen dürfen. Legen Sie Notizen, Exzerpte, Textentwürfe, Projektjournal, Fachartikel und weitere Materialien neben sich bereit. Um sich auf den wissenschaftlichen Ton einzustimmen, kann es helfen, vor dem Schreiben Texte mit Vorbildcharakter zu lesen. Denken Sie beim Ringen um passende Formulierungen daran, dass Sätze nicht immer auf Anhieb gelingen. Wenn Ihnen das passende Wort nicht einfällt, setzen Sie lieber einen Platzhalter und schreiben Sie weiter. Vielleicht stellt sich der gewünschte Begriff nach einer Weile von selbst ein oder Sie vertagen die Wortsuche auf später. Sie können auch mit einem Planungstext beginnen und zuerst im Projekt­ journal ungezwungen darüber schreiben, was Sie in diesem Kapitel sagen wollen – so, als würden Sie einem Freund oder einer Freundin von Ihrem Vorhaben erzählen. Wenn der Schreibfluss später ins Stocken gerät, können Sie sich anhand Ihres Bauplans oder dieses Überblicks wieder orientieren. Wenn es gar nicht mehr weitergeht, unterbrechen Sie kurz oder beschreiben Sie im Projektjournal, wo es hakt und weshalb Sie festsitzen. Formulierungsarbeit kann anstrengend sein. Geben Sie also nicht gleich auf, wenn es eine Weile dauert, bis Sie beim Schreiben in Fahrt kommen. Feste Schreibzeiten und ein angenehmer Schreibort können die Formulierungsarbeit zusätzlich unterstützen. Denken Sie daran: Übung macht den Master.

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«Wörtliche oder sinngemässe Übernahmen aus anderen Texten müssen formal als solche kennt­ lich gemacht und inhaltlich kor­ rekt wiedergegeben sein.» Stefan Kühtz, Wissenschaftlich formulieren (2015, 15)

Wörtlich zitieren

Sinngemäss paraphrasieren

«Was der Duden für die ­deutsche Rechtschreibung ist, ist sei 1906 das Chicago ­Manual of Style für die richtige Zitier­ weise nach dem amerikanischen System.»

Fremdes und Eigenes zusammenführen Anders als bei einer frei erfundenen Kurzgeschichte oder in einem Praktikumsbericht müssen Sie in Ihrer Masterarbeit auf den sogenannten Fachdiskurs und die bisherige Forschung zu Ihrem Thema Bezug nehmen. Zum Handwerkszeug des wissenschaftlichen Schreibens gehört somit auch, dass Sie Konzepte herleiten und reflektieren, Begriffe und Definitionen aus der Fachliteratur übernehmen und für Ihre Bedürfnisse weiterent­wickeln. Wenn Sie sich zu spät auf den Schreibprozess und das Formulieren einlassen, kann es sich als schwierig erweisen, eine eigene Richtung und den eigenen Ton zu finden. Deshalb hilft es, von Beginn an Ideen, Hypothesen, provisorische Erklärungen oder Fragen im Projektjournal festzuhalten. Gleichzeitig zeichnen Sie auf diese Weise Ihren Erkenntnisweg auf. Dieser ständige Dialog zwischen eigenen Annahmen und Antworten aus der Forschung, zwischen Vermutungen und verbürgten Erkenntnissen fliesst in Ihre Arbeit ein und verleiht dieser eine spannende Dynamik. Für die tägliche Formulierungsarbeit bedeutet dies, dass Sie zwischen fremden Aussagen und eigenen Feststellungen oder Behauptungen klar trennen. Trotzdem soll beides zu einem einzigen Text zusammengefügt werden. Wörtliche und sinngemässe Zitate Die Spielregeln des wissenschaftlichen Schreibens verlangen, dass Sie fremdes Gedankengut als solches ausweisen und die verwendeten Quellen benennen. Beim wörtlichen Zitat übernehmen Sie die Textstelle exakt so, wie sie im Original zu finden ist. Falls Sie doch vom ursprünglichen Wortlaut abweichen, etwas ergänzen oder weglassen, müssen Sie dies durch [eckige] Klammern kennzeichnen. Selbstverständlich darf der Sinn dadurch nicht verändert werden. Deshalb ist es im wissenschaftlichen Schreiben äussert wichtig, Hinweise auf Fachliteratur und Zitatquellen genau zu belegen. Bei einem sinngemässen Zitat übernehmen Sie den Wortlaut nicht im O-Ton, sondern fassen mehr oder weniger mit eigenen Worten zusammen und ver­ weisen in (runden) Klammern auf die besagte Quelle. Dass es sich hier um eine Zusammenfassung der Worte eines anderen Autors handelt, können Sie zu­ sätz­lich durch eine Anmoderation deutlich machen. In jedem Fall sollen Ihre Lese­rinnen und Leser wissen und nachprüfen können, was Sie wo entnommen haben. Eine Anleitung zum Umgang mit Zitaten und Fachliteratur nach dem ­Chicago Manual of Style finden Sie unter: stud.phzh.ch/zitieren. Ausserdem liefert ein zusätzliches «A–Z» Antworten und Beispiele zu vielen Detailfragen rund ums Zitieren: stud.phzh.ch/zitieren/az.

Markus Krajewski, Lesen Schreiben Denken (2015, 93)

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Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Toolbox Feedback einholen «Feedback ist die ­wichtigste ­Voraussetzung dafür, beim ­Schreiben dazuzulernen. Der Blick von aussen auf einen Text, den Sie gerade geschrie­ ben ­haben, hilft Ihnen, Ihre Text­ blindheit zu überwinden und zu verstehen, was Sie tatsächlich gesagt haben.»

Rückmeldungen auf Ihre Arbeit sind in jeder Projektphase nützlich und möglich, von der Planungsskizze bis zum ausformulierten Text. Überlegen Sie früh, wann und zu welchen Textteilen Sie ein Feedback wünschen. Fragen Sie potenzielle Kandidaten rechtzeitig an und setzen Sie Termine. Wählen Sie Personen aus, die Ihnen nicht zu nahe stehen und bitten Sie um ehrliche, vielleicht sogar schonungslose Kritik. Freundschaftliches Schulterklopfen und ein aufmunterndes «Das wird schon werden!» helfen dem Text nicht weiter. Nehmen Sie kritische Rückmeldungen aber auch nicht persönlich.

Otto Kruse, Lesen und Schreiben (2015, 170)

Feedback steuern Damit eine Feedback-Runde für Sie und Ihre Testleser/innen optimal verläuft, sollten Sie folgende Punkte beachten: —— Teilen Sie den Feedback-Gebenden mit, in welchem Stadium der ­Herstellung sich der Text befindet. Handelt es sich um einen ersten Aufriss, einen Zwischentext oder ist das schon fast das fertige Kapitel? —— Steuern Sie das Feedback durch zwei oder drei präzise Fragen zum Text. Setzen Sie Prioritäten: Fragen Sie in erster Linie nach Inhalt und Sprache. Machen Sie deutlich, dass es nicht um Rechtschreibung und Komma­setzung geht. Überzeugen die Argumente? Ist das Theoriemodell v ­ erständlich, die Anwendung nachvollziehbar? Genügt die Information oder wird zu viel oder zu wenig erklärt? Wo lässt sich treffender formulieren, kürzen, zusammenfassen? Ist das Sprachregister stimmig, der Ton zu trocken, zu persönlich? Wünscht man sich mehr Beispiele zur Illustration? —— Lassen Sie Problemzonen anstreichen. Feedback-Geber können z. B . in der Randspalte Ausrufe- und Fragezeichen setzen, wo sie etwas besonders gelungen oder unklar finden. Als Variante können Sie den Leser, die Leserin auch bitten, Ihren Text mit eigenen Worten zusammenzufassen. —— Sprechen Sie beim Austausch nur über den Text. Stellen Sie der Feedback-Geberin Rückfragen, aber lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Ihren Text zu verteidigen oder zu erklären. (Wenn der Text falsch verstanden wird, dann haben Sie vielleicht nicht deutlich genug formuliert.) Die Verantwortung für den Text bleibt bei Ihnen Beherzigen Sie die Rückmeldungen Ihrer Testleser/innen, aber prüfen Sie auch und übernehmen Sie nicht blind jeden Änderungsvorschlag. Sie ­entscheiden. Vorrang haben Hinweise auf Fehler in der Argumentationslogik, Wiederholungen, inhaltliche Widersprüche oder Gedankensprünge. Da Sie nah am Thema dran sind und mehr Vorwissen mitbringen, ist für Sie ­manches ­selbstverständlich und einleuchtend, was andere nicht nachvollziehen können.

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Überarbeiten Sie! – Die Rohfassung als Beta-Version «Einer muss sich nämlich immer plagen, wenn Verständigung zu­ stande kommen soll: der Schrei­ ber oder der Leser.» Wolf Schneider, Deutsch fürs Leben (2007, 9)

«Formulieren Sie für jedes Kapi­ tel Ihrer Arbeit einen ­zentralen Satz!» Helga Esselborn-Krumbiegel, Von der Idee zum Text (2014b, 197)

Inhalt Gesamteindruck Thematische Ausrichtung Systematik und Stringenz Methode Der rote Faden (Kohärenz) Vollständigkeit / Redundanz Präzision

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Wenn die Rohfassung steht, fängt die Arbeit am Text erst an. Writing is Re­ writing. Wie beim Rohschnitt eines Filmes oder der Beta-Version einer neuen Software, gilt es nach der ersten Niederschrift, das vorhandene Material zu begutachten und in mehreren Durchgängen in eine Endform zu bringen. Lassen Sie Ihren Text vor der Überarbeitung eine Weile ruhen und holen Sie in dieser Zeit Feedback ein. Lesen Sie ihn dann aufmerksam und kritisch durch. Gehen Sie dabei schrittweise und systematisch vor: Prüfen Sie Ihren Text zuerst mit Blick auf Inhalt und Gliederung, nehmen Sie anschliessend Sprache und Stil unter die Lupe und kümmern Sie sich ganz am Schluss um Form und Korrektheit. Trimmen Sie Ihren Text Treten Sie einen Schritt zurück und lassen Sie das Geschriebene wie einen Fremdtext auf sich wirken. Manchmal hilft es, die Arbeit in einem anderen Format oder einer anderen Schrift auszudrucken. Lesen Sie nicht dort, wo Sie normalerweise schreiben und arbeiten. Setzen Sie sich zum Beispiel in eine Bibliothek, auf eine Parkbank oder an den Küchentisch. Machen Sie am Rand Notizen für die Überarbeitung. Streichen Sie während der Lektüre wichtige Punkte an. Setzen Sie Fragezeichen, wo etwas unklar oder unverbindlich bleibt. Markieren Sie Passagen, die Ihnen zu umfangreich oder zu knapp vorkommen. Überarbeitung – da sind sich Autorinnen und Autoren einig – ist die wichtigste Phase für das Gelingen eines Textes. Nachdem Sie so viel Energie ins ­Formulieren und Schreiben gesteckt haben, mag das mühsam sein. Aber betrachten Sie es als willkommene Chance: Jetzt können Sie das Beste ­herausholen und dem Text den letzten Schliff verpassen.

—— Kommen Ziel und Hauptaussage Ihrer Arbeit deutlich zum Ausdruck? Sind die ­relevanten Aspekte des Themas berücksichtigt? Passt die Methode? —— Ist die Forschungsfrage präzise formuliert und wird sie zufriedenstellend ­beantwortet? Haben Sie Ihre Behauptungen begründet? Werden Thesen mit Belegen aus der Fachliteratur oder durch eigene Forschungsresultate abgestützt? Werden Antworten, Lösungen und Ergebnisse in nachvollziehbaren Schritten ­hergeleitet? Ist die Argumentation schlüssig oder weist sie noch Lücken oder ­Widersprüche auf? —— Ist die hierarchische Kapitelabfolge stimmig? Sind die einzelnen Gliederungspunkte angemessen gewichtet und beziehen sich aufeinander? Zeichnen Sie die Struktur des Textes nach und prüfen Sie, ob sich Leseführung und Argumentation durch Umstellung einzelner Kapitel optimieren lassen. —— Haben Sie sich auf das Wesentliche beschränkt? Was nicht unmittelbar zum ­Thema und zur Klärung Ihrer Forschungsfrage beiträgt, sollten Sie weglassen – zum Beispiel ­theoretische Modelle, auf die Sie dann im praktischen Teil gar nicht mehr Bezug nehmen. Achten Sie auf unnötige Wiederholungen und Redundanzen. —— Werden die zentralen Fachbegriffe eingeführt und konsequent verwendet?

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«Wer seinen Stil verbessert, schult auch sein Denken.» Ludwig Reiners, Stilfibel (2009, 5)

Sprache Abschnitte Satzbau Wortwahl

Machen Sie auch bei der Überarbeitung von Sprache und Stil eine Triage*: Behandeln Sie grosse Probleme vor den kleineren. An oberster Stelle stehen Verständlichkeit und Schlüssigkeit. Ein Text ist wie eine Flaschenpost: Alles, was es zum Verständnis der Botschaft braucht, muss im Text mitgeliefert werden. Drücken Sie sich deshalb möglichst klar und einfach aus. Wissenschaftliche Texte gelten oft als abstrakt, kompliziert und trocken. Das muss nicht sein. Wenn Sie ein paar wichtige Grundsätze beherzigen, erreichen Sie Ihre Leserinnen und Leser auch mit einem anspruchsvollen Thema.

—— Reduzieren Sie unstrukturierte, schwer verständliche oder ausufernde Kapitel oder Absätze. Schaffen Sie Ordnung: Abschnitte sind Denkschritte. Konzentrieren Sie sich auf die zentrale Aussage und bauen Sie logische und zusammenhängende Sätze. Aufzählungen machen noch keinen Fliesstext. —— Packen Sie Hauptsachen in Hauptsätze. Verzichten Sie auf lange Einschübe und abschwächende «Vorreiter» («Es ist offensichtlich, dass ...»). —— Variieren Sie Satzlänge und Konjunktionen. —— Angehängte Nebensätze sind leichter zu verstehen als vorangestellte. Hüten Sie sich vor Bandwurm- und Schachtelsätzen. —— Halten Sie sich mit Passivkonstruktionen zurück. Verwenden Sie aktive und aussagestarke Verben. —— Verzichten Sie auf unnötigen Fachjargon, substantivierte Wendungen, aufgeblähte Formulierungen. —— Wählen Sie anschauliche, prägnante und geläufige Begriffe. Meiden Sie Floskeln, Füll- und Flickwörter (sehr, auch, durchaus, eigentlich, vielleicht, vergleichsweise, natürlich, spannend ...).

Schlusskontrolle: Vor der Abgabe sollten Sie das vollständige Manuskript noch einmal ausdrucken und letzte Fehler beseitigen. Lassen Sie den Text zusätzlich von einer Person Korrektur lesen, die sich mit neuer Rechtschreibung und Kommaregeln auskennt.

Korrektheit Layout Formalia Grammatik Gender Checklisten für die Überarbeitung Frank, Haacke u. Lahm 2013, 68–69, 137 Heimes 2011, 106 Kornmeier 2016, 253–259 Pyerin 2014, 143–146 Scheuermann 2009, 237.

—— Sind die formalen Anforderungen für eine wissenschaftliche Arbeit erfüllt? Ist der Text vollständig? Haben Sie auf gendergerechte Sprache geachtet? —— Überprüfen Sie Layout, Textformatierung, Zitate (exakter Wortlaut), Quellennachweise, Literaturverzeichnis sowie Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung. —— Achten Sie auf Einheitlichkeit bei der Verwendung von Fachausdrücken sowie in der Darstellung und Schreibweise (Titelblatt, Überschriften, Tabellen, Bildlegenden, Anführungszeichen, Blockzitate).

* Der Begriff stammt aus der Katastrophenmedizin, wo Opfer vor der Behandlung nach der Schwere ihrer Verletzungen eingeteilt werden.

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Toolbox Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit Das detaillierte Exposé liefert bereits eine Vorlage für die Struktur Ihrer Arbeit. Darin skizzieren Sie Thema und Fragestellung des Projekts, formulieren die Zielsetzung, nennen erwartete Ergebnisse, begründen und erläutern Ihre Vorgehensweise und resümieren den aktuellen Forschungsstand. Aus diesem Überblick entwickeln Sie im Verlauf der Arbeit das definitive Inhaltsverzeichnis.

Einleitung Thema, Interesse Fragestellung Vorgehen Aufbau der Arbeit

Führen Sie ins Thema und die grundlegende Problematik ein: Worum geht es in Ihrer Arbeit? In welcher wissenschaftlichen Disziplin ist Ihr Projekt angesiedelt? Welche Bedeutung hat dieses Forschungsgebiet? Welche konkrete Frage untersuchen Sie und wie soll diese beantwortet werden? Von welcher Vorannahme/Hypothese gehen Sie aus? Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit? Wie wollen Sie vorgehen? Wie ist die Arbeit aufgebaut?

Wissensstand Theoretischer Bezugsrahmen Definition der Fachbegriffe Stand der Forschung Positionierung Ihrer Arbeit

Auf welche Vorkenntnisse, Theorien und Modelle stützen Sie sich? Mit welchen begrifflichen Definitionen und Instrumenten arbeiten Sie? Welche Vorarbeit haben Sie schon geleistet? An welches Vorwissen knüpfen Sie an? Was haben bisherige Forschungsarbeiten an Erkenntnissen gebracht? Welche Aspekte sind bereits abgedeckt, wo bestehen noch Forschungslücken?

Methodik

Begründen Sie die Wahl Ihrer Methode und erläutern Sie die einzelnen Arbeitsschritte. Wie soll Ihr Vorgehen zur Klärung der Ausgangsfrage beitragen?

Darstellung der Resultate

Präsentieren Sie die relevanten Ergebnisse Ihrer Untersuchung in einer systematischen Übersicht. Erklären Sie Grafiken, Tabellen und Abbildungen im Begleittext.

Auswertung der Ergebnisse Interpretation der Resultate Diskussion, Schlussfolgerungen

Werten Sie Ihre Resultate mit Blick auf die Fragestellung und in Bezug auf Resultate anderer Studien aus. Diskutieren Sie die Befunde. Welche Folgerungen lassen sich ziehen? Worauf liefern die Ergebnisse eine Antwort? Was bleibt unklar?

Zusammenfassung und Ausblick

Fassen Sie die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektieren Sie deren ­Bedeutung. Welche Schlüsse lassen sich ziehen? Welche Einsichten eröffnen sich für die Praxis, für Ihr künftiges Berufsfeld, für weitere Untersuchungen und Forschungsprojekte?

Literatur Anhang

Führen Sie alle Werke, aus denen Sie im Text zitiert oder auf die sich Ihre Arbeit stützt, in einem alphabetischen Literaturverzeichnis gemäss Chicago Manual of Style auf. Dokumentieren Sie im Anhang weitere Quellen und Untersuchungsinstrumente wie Fragebögen, Beobachtungsprotokolle, Interviewtranskripte und Bildnachweise.

Hinweise zum Aufbau ­wissenschaftlicher Arbeiten Heimes 2011, 95 Kruse 2015, 86–88 Esselborn-Krumbiegel 2014b, 115–130 30

Wählen Sie am Schluss für die einzelnen Haupt- und Unterkapitel präzise und aussage­kräftige Überschriften. Damit geben Sie Ihren Leserinnen und Lesern einen attraktive Orientierungshilfe.

Formulieren und präsentieren – Ihre Masterarbeit als Produkt


Übung macht den Master Am Ende Ihrer Reise, wenn die Arbeit abgeschlossen ist, sollten Sie noch einmal auf den gesamten Projektverlauf zurückblicken. Ziehen Sie Ihr persönliches Fazit. Was haben Ihnen diese achtzig Seiten gebracht? Wie ist der Schreib­prozess verlaufen? Was haben Sie dazugelernt? Wo lagen die Highlights? Was würden Sie beim nächsten Projekt anders anpacken? Selbst wenn Sie nicht gleich wieder eine grössere wissenschaftliche Arbeit in Angriff nehmen, kommen Ihnen die gemachten Erfahrungen zugute:

Wissensvermittlung

Schreibprozess

Das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit hat viel mit Informationsaufbereitung und Wissensvermittlung zu tun. In Ihrer Masterthesis haben Sie gelernt, sich entlang einer Fragestellung in ein Thema einzuarbeiten, wichtige Erkenntnisse zusammenzutragen und mit wissenschaftlichen Methoden nach Antworten zu suchen. Sie haben sich Wissen angeeignet, sich kritisch damit auseinandergesetzt, einen Teil davon in Ihre Argumentation einfliessen lassen und in Ihrer Arbeit weitergegeben. Die Grundprinzipien für das Verfassen von Texten lassen sich auf andere, nicht nur wissenschaftliche Textsorten übertragen. Berichte, Anträge, Gutachten, ­Elternbriefe, Arbeitsaufträge etc. unterliegen den gleichen Produktionsbedingungen: Auch Sie müssen geplant, präzise formuliert und punkto Informationsgehalt, Sachlogik, Wortschatz auf ihr Lesepublikum abgestimmt sein.

Arbeitstechniken

Schreiben ist ein lebenslanger Lernprozess. Vielleicht haben Sie im Verlauf Ihrer Arbeit erkannt, wie Sie am besten funktionieren, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, wie sie sich über eine weite Strecke motivieren und an einer Aufgabe festbeissen können. Sie haben fremde Texte kritisiert und sich anverwandelt, aber auch kritische Rück­ meldungen auf Ihre Texte bekommen und verarbeitet.

Umgang mit Fachtexten

Im privaten und beruflichen Alltag werden Sie immer wieder mit Forschungs­ergebnissen und pädagogischen Empfehlungen konfrontiert. Der eigene Umgang mit Fachliteratur oder die Auswertung empirischer Daten haben Ihnen gezeigt, wie und unter welchen Voraussetzungen neue Erkenntnisse gewonnen werden und welchen Einschränkungen wissenschaftlich haltbare Aussagen unterliegen.

Projektmanagement und Schreibbegleitung in der Schule

Als Lehrperson werden Sie Schülerinnen und Schüler bei der Planung und ­Durchführung von Projekten begleiten und Schreibprozesse coachen. Ihre ­Erfahrungen mit Feedback können Sie im Unterricht direkt nutzen, indem Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zu konstruktiven Rückmeldungen anleiten, ihnen Techniken der Textüberarbeitung vermitteln oder – analog zu Ihrem Projektjournal – das Führen eines persönlichen Lern- oder Arbeitstagebuchs anregen.

Überlegen Sie sich schliesslich, wie Sie Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse einem weiteren Publikum zugänglich machen könnten – sei es im Rahmen einer Weiterbildung oder in Form eines journalistischen oder wissenschaftlichen Artikels.

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Literaturverzeichnis Beinke, Christiane, Melanie Brinkschulte, Lothar Bunn und Stefan Thürmer. 2011. Die Seminar­arbeit: Schreiben für den Leser. UTB 8390. 2., völlig überarbeitete Aufl. Konstanz: UVK. 232 Seiten. Bensberg, Gabriele. 2013. Survivalguide Schreiben: Ein Schreibcoaching fürs Studium; Bachelor-, Master- und andere Abschlussarbeiten; Vom Schreibmuffel zum Schreibfan. Berlin: Springer. 225 Seiten. Boeglin, Martha. 2012. Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt: Gelassen und effektiv studieren. UTB 2927. 2., durchgesehene Aufl. München: Wilhelm Fink. 188 Seiten. Bohl, Thorsten. 2008. Wissenschaftliches Arbeiten im Studium der Pädagogik: Arbeits­ prozesse, Referate, Hausarbeiten, mündliche Prüfungen und mehr ... 3., überarbeitete Aufl. Weinheim u. Basel: Beltz, 2008. 139 Seiten. Bräuer, Gerd. 2003. Schreiben als reflexive Praxis: Tagebuch, Arbeitsjournal, Portfolio. 2. unveränderte Aufl. Freiburg im Breisgau: Fillibach. 200 Seiten. Bräuer, Gerd. 2016. Das Portfolio als Reflexionsmedium für Lehrende und Studierende. UTB 4141. 2., erweiterte Aufl. Opladen: Verlag Barbara Budrich. 137 Seiten. The Chicago Manual of Style. 2010. 16. Aufl. Chicago: The University of Chicago Press. Online unter www.chicagomanualofstyle.org (freier Zugang innerhalb des PHZHNetzwerkes oder mit VPN). Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2014a. Richtig wissenschaftlich schreiben: Wissenschafts­ sprache in Regeln und Übungen. UTB 3429. 3., durchgesehene Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 168 Seiten. Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2014b. Von der Idee zum Text: Eine Anleitung zum wissen­ schaftlichen Schreiben. UTB 2334. 4., überarbeitete Aufl. Paderborn: Ferdinand ­Schöningh. 221 Seiten. Esselborn-Krumbiegel, Helga. 2015. Tipps und Tricks bei Schreibblockaden. UTB 4318. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 187 Seiten. Field, Syd. 2010. Das Drehbuch: Die Grundlagen des Drehbuchschreibens; Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch. Überarbeitete und aktualisierte Neuausg. Berlin: Autorenhaus Verlag. Fix, Martin. 2008. Texte schreiben: Schreibprozesse im Deutschunterricht. UTB 2809. 2. Aufl. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 284 Seiten. Franck, Norbert. 2011. Fit fürs Studium: Erfolgreich lesen, reden, schreiben. 10., aktualisierte Aufl. München: dtv. 208 Seiten. Frank, Andrea, Stefanie Haacke und Swantje Lahm. 2013. Schlüsselkompetenzen: Schreiben in ­Studium und Beruf. 2., aktualisierte u. erweiterte Aufl. Stuttgart: Metzler. 218 Seiten. Franke, Fabian, Annette Klein und André Schüller-Zwierlein. 2010. Schlüsselkompetenzen: Literatur recherchieren in Bibliotheken und Internet. Stuttgart: J. B. Metzler. 145 Seiten. Haines, Maria. 2009. ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit. UTB 3292. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 160 Seiten. Heimes, Silke. 2011. Schreiben im Studium: das PiiP-Prinzip. Mit 50 Tipps von Studierenden für Studierende. UTB 3457. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 112 Seiten. Huemer, Birgit, Markus Rheindorf und Helmut Gruber. 2012. Abstract, Exposé und Förderantrag: Eine Schreibanleitung für Studierende und junge Forschende. UTB 3762. Wien: Böhlau. 164 Seiten. Karmasin, Matthias und Rainer Ribing. 2014. Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten: Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master-, Magister- und Diplomarbeiten sowie Dissertationen. 8., aktualisierte Aufl. Wien: Facultas. 167 Seiten. Knigge-Illner, Helga. 2009. Der Weg zum Doktortitel: Strategien für die erfolgreiche Promotion. 2., völlig neu bearbeitete Aufl. Frankfurt/M.: Campus Verlag. 242 Seiten. Kornmeier, Martin. 2016. Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht: Für Bachelor, Master und Dissertation. UTB 3154. 7., aktualisierte u. ergänzte Aufl. Bern: Haupt. 342 Seiten. Krajewski, Markus. 2015. Lesen Schreiben Denken: Zur wissenschaftlichen Abschlussar­ beit in 7 Schritten. 2., durchgesehene Aufl. Köln: Böhlau. 118 Seiten.

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Kruse, Otto. Keine Angst vor dem leeren Blatt: Ohne Schreibblockaden durchs Studium. 12., völlig neu bearbeitete Aufl. Frankfurt/M.: Campus, 2007. 266 Seiten. Kruse, Otto. 2015. Lesen und Schreiben: Der richtige Umgang mit Texten im Studium. 2., überarb. Aufl. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft. 188 Seiten. Kühtz, Stefan. 2016. Wissenschaftlich formulieren: Tipps und Textbausteine für Studium und Schule. UTB 3471. 4., erweiterte Auf. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 112 Seiten. Lahm, Swantje. 2016. Schreiben in der Lehre: Handwerkszeug für Lehrende. UTB 4573. Opladen: Verlag Barbara Budrich. 190 Seiten. Marsen, Sky. 2007. Professional Writing: The Complete Guide for Business, Industry and IT. 2nd ed. Basingstoke: Palgrave Macmillan. 304 Seiten. Niederhauser, Jürg, in Zusammenarbeit mit der Dudenredaktion. 2011. Die schriftliche Arbeit. Mannheim: Dudenverlag. 80 Seiten. Niedermair, Klaus. 2010. Recherchieren und Dokumentieren: Der richtige Umgang mit Literatur im Studium. UTB 3356. Konstanz: UVK. 208 Seiten. Perrin, Daniel und Nicole Rosenberger. 2008. Schreiben im Beruf: Wirksame Texte durch effiziente Arbeitstechnik. Aufl. Berlin: Cornelsen Scriptor. 132 Seiten. Plümper, Thomas. 2012. Effizient schreiben: Leitfaden zum Verfassen von Qualifizierungs­ arbeiten und wissenschaftlichen Texten. 3., vollständig überarbeitete Aufl. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag. 182 Seiten. Pyerin, Brigitte. 2014. Kreatives wissenschaftliches Schreiben: Tipps und Tricks gegen Schreib­blockaden. 4. Aufl. Weinheim u. Basel: Beltz Juventa. 157 Seiten. Reiners, Ludwig. 2009. Stilfibel: Der sichere Weg zum guten Deutsch. 2. Aufl. München: dtv. 267 Seiten. Rost, Friedrich. 2012. Lern- und Arbeitstechniken für das Studium. 7., überarbeitete u. aktualisierte Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 390 Seiten. Samac, Klaus, Monika Prenner und Herbert Schwetz. 2014. Die Bachelorarbeit an der Pädagogischen Hochschule: Ein Lehr- und Lernbuch zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. 3., überarbeitete und erweiterte Aufl.. Wien: facultas.wuv. 150 Seiten. Sandberg, Berit. 2012. Wissenschaftlich Arbeiten von Abbildung bis Zitat. Lehr- und Übungsbuch für Bachelor, Master und Promotion. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag. 326 Seiten. Schärf, Christian. 2012. Schreiben Tag für Tag: Journal und Tagebuch. Mannheim: Dudenverlag. 159 Seiten. Scheuermann, Ulrike. 2009. Wer reden kann, macht Eindruck – wer schreiben kann, macht Karriere. Wien: Linde. 262 Seiten. Scheuermann, Ulrike. 2013. Schreibdenken: Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln. Opladen: Verlag Barbara Budrich. 127 Seiten. Schneider, Wolf. 2007. Deutsch fürs Leben: Was die Schule zu lehren vergass. 17. Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. 223 Seiten. Schneider, Wolf. 2011. Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch. 192 Seiten. Schnur, Harald. 2010. Schreiben: Eine lebensnahe Anleitung für die Geistes- und Sozial­ wissenschaften. Wiesbaden: VS Verlag. 135 Seiten. Topsch, Wilhelm. 2006. Leitfaden Examensarbeit für das Lehramt: Bachelor- und Masterarbeiten im pädagogischen Bereich. 2., überarbeitete u. erweiterte Aufl. Weinheim: Beltz. 168 Seiten. Ulmi, Marianne, Giesela Bürki, Annette Verhein und Madeleine Marti. 2014. Textdiagnose und Schreibberatung: Fach- und Qualifizierungsarbeiten begleiten. UTB 8544. Opladen & Toronto: Verlag Barbara Budrich. 275 Seiten. Voss, Rödiger. 2016. Wissenschaftliches Arbeiten ... leicht verständlich. 4., überarbeitete Aufl. UTB 8447. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft. 200 Seiten. Wolfsberger, Judith. 2016. Frei geschrieben: Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaft­ liche Abschlussarbeiten. UTB 3218. 4., bearbeitete Aufl. Wien: Böhlau. 259 Seiten. Wymann, Christian. 2015. Der Schreibzeitplan: Zeitmanagement für Schreibende. UTB 4308: Opladen u. Toronto: Verlag Barbara Budrich, 2015. 126 Seiten. Wyss, Corinne und Daniel Ammann. 2015. «Rundum reflektieren: Von der praktischen Erfahrung zum planvollen Handeln.» In Schreiben und Reflektieren: Denkspuren zwischen Lernweg und Leerlauf, hrsg. v. Monique Honegger, Daniel Ammann u. Thomas Hermann, 23–34. Bern: hep Verlag.

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Register

Fachbegriff 16, 21, 24, 28, 30

Literaturarbeit 13, 14

Fachliteratur 4, 6, 9, 13, 15, 17, 26, 28, 31

Literaturrecherche Siehe Recherche

Fallstudie 14

Literaturverwaltung 15

Schneeballsystem 15

Abstract 15

Feedback 6, 7, 8, 21, 27, 28, 31

Literaturverzeichnis 21, 29, 30

Schneider, Wolf 28

Adressaten 11, 31

Feldnotizen 13, 23

Luhmann, Niklas 16

advance organizers 20 Siehe auch Leseführung

Field, Syd 8

Marsen, Sky 7

Schreibprozess 6, 8, 21, 25, 26, 31

Fix, Martin 17, 23

Meilensteine 6, 7, 8

Schreibstrategie 7

Agenda 6, 8

Fokussieren 6

Schreibstreckenplaner 7

Analyse 13, 14 Anhang 15, 16, 30

Formulieren 6, 8, 11, 21, 25–26

Methode 10, 11, 12–14, 28, 30, 31 Methodenmix 14

Forschungsdesign 6, 7

Schreibtypentest 7

Anmoderation 20, 26

Methodentriangulation 13

Forschungsfrage 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 15, 19, 24, 28 Siehe auch Fragestellung

Sekundärliteratur 16

Anonymität und Verwendung von Daten 13

Methodenwahl 11, 22, 23

Sekundärzitat 16

Mind-Map 25

Setting 14

Moderation 8, 19, 20, 24, 26

Standards 14

Monografie 15

Steuern 6, 8, 9, 27

Motivation 11, 21

Fotostudie 14

Stichprobe 13, 14, 23

Ober- und Unterbegriffe 15

Fragebogen 6, 13, 14, 16, 30

Stil 11, 28, 29

Operationalisieren 14

Fragestellung 4, 6, 8, 9, 10, 12, 13, 14, 16, 17, 19, 22, 24, 25, 30, 31

Survey 13

Paraphrasieren 17, 26

Synopse 14

Peer-Feedback 7 Siehe auch Feedback

Teilfragen 10, 15

Arbeitstagebuch Siehe Projektjournal Arbeitstechniken 31 Argumentation 6, 8, 11, 14, 16, 17, 19, 21, 22, 22–23, 23, 24, 27, 28, 31 Aufbau 11, 19, 24 Siehe auch Gliederung Auswertung 12, 13, 16, 24, 30, 31 Beinke, Christiane 24

Forschungsstand 12, 20, 22, 25, 30 Siehe auch Wissensstand

Franck, Norbert 10 Frank, Andrea 4, 6, 10, 21, 25, 29

Scheuermann, Ulrike 6, 7, 21, 29 Schlusskontrolle 6, 8, 29

Schreibblockade 21

Schreibtisch-Technik 25

Perfektionismus 21

Terminologie Siehe Fachbegriff

Perrin, Daniel 25

Tertiärquellen 15

Gedankenführung Siehe Leseführung

Planen 6, 8 Planungsphase 6

Texten 8, 10 Siehe auch Formulieren

Gender 15, 29

Pretest 6, 13, 14

Themeneingrenzung 9–10

Gliederung 6, 11, 20, 28, 30

Primärliteratur 16

Themenwahl 6, 9, 11, 22

Heimes, Silke 6, 9, 13, 24, 29, 30

Probanden 13, 14

Theorie 11, 17, 19, 20, 30

Horror Vacui 21

Projektjournal 7, 11, 17, 21, 26, 31

Überarbeiten 6, 8, 10, 28–29, 31

Huemer, Birgit 10

Projektmanagement 31

Überarbeitungsphase 6

Hypothese 6, 12, 16, 22, 26, 30

Projektskizze 6, 7, 25 Siehe auch Exposé

Überlast, kognitive 21

Citavi 16

Inhaltsverzeichnis 15, 20, 25, 30

Prüfen 8

Ulmi, Marianne 10

Cluster 25

Interventionsstudie 14

Pyerin, Brigitte 21, 29

Umfrage 13, 14

Datenbanken 15

Interview 6, 13, 14

Qualitative Studie 14

Versuchsanordnung 14

Datenerhebung 6, 13

Interviewtranskript 16, 30

Quantitative Studie 13, 14

Videostudie 14

Definition 16, 26, 30

Karmasin, Matthias 10, 20

Quellen 15, 16, 21, 26, 29, 30

Voss, Rödiger 6, 10

Diskurs 19, 26

Klammern 26

Quellenanalyse 14

Wirkungsforschung 10

Dokumentenanalyse 14

Kohärenz 24, 28

Recherche 6, 9, 12, 15

Dreimaldrei des Schreibens 8, 19

Kontrollgruppe 14

Wissensstand 8, 9, 19, 30 Siehe auch Forschungsstand

Bensberg, Gabriele 10 Beobachtung, teilnehmende 14, 23 Beta-Version Siehe Rohfassung Bibliothekskataloge 15 Bildnachweis 30 Boeglin, Martha 6, 21 Case Study Siehe Fallstudie Chicago Manual of Style 15, 26, 30

Dreisatz-Test zur Fragestellung 10 Einstiegssuche 15 Endnote 16 Esselborn-Krumbiegel, Helga 6, 10, 20, 21, 28, 30 Experiment 14 Explorieren 6 Exposé 6, 7, 15, 25, 30 Siehe auch Projektskizze Exzerpt 17, 25 Siehe auch Zitat

34

Kornmeier, Martin 6, 20, 29 Korrektur 8, 29 Krajewski, Markus 26 Kruse, Otto 10, 12, 22, 27, 30 Kühtz, Stefan 19, 26 Lahm, Swantje 12 Siehe auch Frank, Andrea Lerntagebuch Siehe Projektjournal Leseführung 19, 24, 28 Siehe auch roter Faden Lesestrategie 15, 16

Referieren 8 Reflexion 11 Reiners, Ludwig 29 Rohfassung 7, 8, 25, 28 Rollenspiel 14 Rosenberger, Nicole 25 roter Faden 20, 24, 28 Rücklauf 14 Rückmeldung Siehe Feedback Ruhepausen Siehe Zeitplan Sample 14

Überschriften 20, 24, 29, 30

Wissensvermittlung 31 Wolfsberger, Judith 6, 10, 21 Wymann, Christian 6, 7 Wyss, Corinne 11 Zeitplan 6–8 Zettelkasten 16 Zitat 15–17, 21, 26, 29 Zotero 16 Zusammenfassung 4, 7, 14, 15, 17, 19, 20, 25, 26, 30 Zwischentexte 6, 8, 27


Angebote des Schreibzentrums unter: stud.phzh.ch/schreibzentrum

Impressum Pädagogische Hochschule Zürich Prorektorat Ausbildung, Abteilung Sekundarstufe I Lagerstrasse 2, 8090 Zürich Autoren Daniel Ammann, Prof. Dr., Dozent für Medienbildung und Mitarbeiter des Schreibzentrums an der PH Zürich Thomas Hermann, Dr. phil., Leiter des Medien- und ­Didaktikzentrums MDZ an der PH Thurgau Bildnachweis S. 8: «Dreimaldrei-Modell» © Daniel Ammann Layout / Produktion: Regula Müller, Daniel Ammann Lektorat: Nora Heinicke (1. Aufl.), Michael Sasdi, Sarah Zgraggen © 2012, 2016 Pädagogische Hochschule Zürich 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 2016

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In 80 Seiten können Sie nicht um die ganze Welt reisen. Denken Sie beim Schreiben einer grösseren Qualifikationsarbeit deshalb nicht an die Erforschung weiter Meere und unbekannter Kontinente. Unter­suchen Sie lieber ein kleines Wald­stück, einen See, eine Gebirgsformation oder folgen Sie dem Lauf des Flusses durch ein Tal. Texte meistern gibt Hinweise zur Planung und Durch­führung eines Forschungsprojekts und zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Ideen zu Papier bringen und in allen Phasen auf Kurs bleiben.

Texte meistern 2016  

Leitfaden für das Verfassen von Masterarbeiten. © PH Zürich 2016, Prorektorat Ausbildung, Abteilung Sekundarstufe I in Zusammenarbeit mit d...

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