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Zembe gbuch

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DEZEMBER LOGBUCH


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Zembe gbuch DEZEMBER LOGBUCH gemeinschaftliche Aufzeichnungen von Dennis Hasemann Sandra Rudel Thomas Schmitz


Anstatt eines Vorwortes Das, was Sie auf den nächsten Seiten lesen, war 2012 eine gemeinschaftliche Idee von Dennis Hasemann (dh), Sandra Rudel (sr) und Thomas Schmitz (ts), einen Dezember lang Tagebuch zu schreiben. Einunddreißig Mal haben wir aufgeschrieben, was uns zu Advent, Weihnachten und Winter einfiel. Für uns ein spannendes und lohnendes Projekt, das uns viel Freude bereitet hat. Nicht selten wurden dabei aber auch Erinnerungen aus lange vergangenen Tagen an die Oberfläche gespült und das war nicht immer nur schön, sondern auch genauso traurig und tat bisweilen ganz schön weh. Das Logbuch – wie wir es nannten – haben wir im Dezember des letzten Jahres Tag für Tag sowohl auf unserer Internetseite als auch auf Facebook veröffentlicht. Es fand eine große Leserschaft. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr entschlossen, die kleinen Geschichten auch dem wirklichen Leben zur Verfügung zu stellen und möchten sie Ihnen anstatt der traditionellen Weihnachtsgeschichte herzlich und gerne schenken. Mit uns wünscht Ihnen das gesamte Team von Schmitz – Die Buchhandlung und Schmitz Junior – Die Buchhandlung für Kinder eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest.

Dennis Hasemann Sandra Rudel Thomas Schmitz


DEZembe


Dezember-Logbuch Der Dezember ist ein ganz besonderer Monat. Aber sollen wir Ihnen etwas verraten? Davon bekommen wir in der Buchhandlung herzlich wenig mit. Wir erscheinen vollzählig zum Dienst, da ist es noch nicht hell und verlassen unseren Laden erst, wenn es längst wieder dunkel geworden ist. Hektisch ist es zuweilen, laut und manchmal einfach nur viel. Nicht, dass wir uns beschweren möchten. Die Weihnachtszeit mit ihren guten Umsätzen hilft übers Jahr und ermöglicht uns Ideen umzusetzen, die sonst so einfach nicht zu stemmen wären. Aber kaum hat der Dezember begonnen, ist er auch schon wieder Vergangenheit. Diesmal nicht, haben wir uns vorgenommen. Diesmal möchten wir wenigstens einige Minuten am Tag in uns gehen und festhalten, was unseren Dezember so einzigartig macht. Es ist ein ebenso gemeinschaftlicher wie vorsichtiger Versuch in einunddreißig kleinen Schritten. Was genau geschehen wird, wissen wir heute noch nicht. Wir lassen uns überraschen! Sie sich auch? Und in der Zwischenzeit warten wir auf den ersten Frost…

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Langsamkeit

01

Als Kind hatte ich eine ganz besondere Eigenschaft: Langsamkeit. Wenig konnte mich aus der Ruhe bringen. Immer habe ich erst abgewägt. Zum Beispiel, ob ich mir einen Riegel Schokolade schnell in den Mund stopfen sollte, um damit meinen Anteil an der ganzen Tafel zu sichern oder ob ich doch vielleicht so lange wartete, bis meine Geschwister ihre Schokolade längst aufgegessen hatten und ich sie dann mit genüsslichem Schmatzen zur Weißglut bringen konnte. Damit machte ich mir nicht immer Freunde. Auch nicht an Weihnachten. Vor der Bescherung wurde zu Abend gegessen. Drei von vier Kindern waren ziemlich schnell satt, damit es endlich losgehen konnte. Einer nicht. Einzig meine Tante schaffte es, mich aus meinen Trott zu bringen. Bei einem vorweihnachtlichen Abendessen stellte sie mir eine Kerze vor den Teller und zwar mit der Bemerkung, »damit der Thomas seinen Mund findet«. Da war ich beleidigt und habe gar nichts mehr gegessen. Deshalb konnte ich das kleine Mädchen so gut verstehen, das heute mit einem frisch erworbenen Fahrschein an dem Kettenkarussell vor unserer Buchhandlung stand und lange überlegen musste, welchen Sitz es denn wählen sollte. Es machte ihm überhaupt nichts aus, eine Runde auszusetzen, um dann einen zweiten Anlauf zu nehmen. Es ging in Gedanken wohl alle Möglichkeiten durch: ist innen sicherer oder außen schneller? Setz ich mich neben die nervige Cousine oder neben den fremden Jungen? Suche ich mir einen Platz ganz für mich alleine? Irgendwann entschied es sich dann doch und nicht nur seine Eltern atmeten auf. Und als das Karussell endlich Fahrt aufgenommen hatte und das Mädchen durch den Nachthimmel flog, war sie die glücklichste unter all den Himmelsstürmern. (ts)

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02 schnee


schnee 1 Heute war es wieder soweit… Der erste Schnee bedeckte mein Auto. Und prompt erinnerte ich mich an einen Abend im Dezember, der drei Jahre zurückliegt. Aufmerksame schmitzkatze-Leser wissen, dass ich nicht die routinierteste Autofahrerin war und mir mein erstes Auto gerade einmal ein halbes Jahr zuvor gekauft hatte. An diesem Abend im Dezember begann es kurz vor Feierabend, leicht zu schneien. Ich wollte nach Hattingen, überlegte nach dem ersten Schlittern, welcher Weg am ehesten gestreut sein würde und entschied mich dazu, der Buslinie zu folgen. Alles klappte prima, bis die Ampel am Ende einer Steigung auf Rot sprang. Ich stand irgendwo in der Mitte am Berg, alle fuhren an, nur mein Wagen wollte nicht. Sämtliche Tipps aus lange vergangener Fahrschulzeit kamen mir in den Sinn, aber mein Auto streikte. Ich konnte den Wagen noch auf einen freien Parkstreifen lenken und das war’s. Ich telefonierte, um mich abholen zu lassen und freute mich darauf, in einer halben Stunde wieder im Warmen zu sitzen. Während ich mir im Auto ein Buch schnappte und bedauerte, keine Kamera dabei zu haben, schneite es immer heftiger. Die nächsten Autos gaben an der Steigung auf, manche gelangten noch auf den Parkstreifen, andere blieben auf der Straße stehen. Alle paar Minuten betätigte ich den Scheibenwischer, um das Treiben draußen zu beobachten. Neben mir stand ein Audi. Am Steuer ein Mann, bei ihm drei Frauen. Auch er rutschte und kam nicht weiter. Also: Schieben! Der Fahrer schickte die drei Frauen hinaus in den Schnee – in nicht gerade wintertauglichem Schuhwerk… Unnötig zu sagen, dass die Damen schnell aufgaben! Nach über zwei Stunden und einem durchgelesenen Buch wurde ich aus dem komplett eingeschneiten Auto »befreit« und sah das ganze Chaos. Und dieser Anblick war wirklich surreal: Auf der ganzen Straße standen Autos kreuz und quer – getaucht in dieses wunderbare behagliche Schneelicht… (sr)

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kalte h


Kalte Hände

03

Montagmorgen, kurz vor acht. Ich ziehe die Haustür hinter mir zu und halte mich links, Richtung Frankenstraße. Die Kälte schleicht sich unter meine Jacke. Die Temperatur musste über Nacht ordentlich gesackt sein. Ich setze einen Fuß vor den nächsten und fluche. Im letzten Winter war alles noch so einfach, alles so klar strukturiert. Auf dem Küchentisch lagen nämlich meine Zigaretten, das Feuerzeug, mein Portemonnaie, daneben die Mütze und wenn es richtig kalt zu werden drohte, auch meine Handschuhe. Nachdem ich allerdings mit dem Rauchen aufgehört habe, hat die Ecke des Küchentisches so keine rechte Relevanz mehr und ich vergesse ein übers andere Mal meine Alltagshelfer. Ich schiebe meine Hände tief in die Jackentasche und lege einen Gang zu, damit ich den Bus auch bloß erreiche. Oder hat er wieder Verspätung, wie in der letzten Woche fast jeden Tag? Genau! Ein gutes Dutzend Leidensgenossen sehe ich am Bussteig. Mit ihnen warte ich noch eine geschlagene Viertelstunde bis der 194er endlich die Straße hoch schleicht. Die kurze Fahrt in dem hoffnungslos überfüllten Bus reicht nicht ansatzweise um ein wenig Leben in meine kalten Glieder zu bekommen. In Werden angekommen, schlage ich den Kragen meiner Jacke erneut tief in den Nacken und beschleunige meine Schritte, um schnell in die gut geheizte Buchhandlung zu kommen. Erst hier bemerke ich meine klammen Hände. Ich kann mich gut an die mahnenden Worte des Opas erinnern, der mir riet, kalte Hände immer mit kaltem Wasser wiederzubeleben – und an die Schmerzen, als ich es entgegen seinen Ratschlägen mit heißem Wasser versuchte (das muss doch einfach schneller gehen!). Heute Morgen versuche ich beides nicht. Heute Morgen reicht ein starker, heißer, frisch aufgebrühter Kaffee. (Aber den durfte ich wohl damals noch nicht trinken.) (dh)

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04

allgeme


Allgemeinbildung Es ist viele Jahre her und geschah wenige Tage vor Weihnachten. Mein Freund Gereon Buchholz, Redakteur der Werdener Nachrichten, bat mich, für ihn einen kleinen Fototermin zu übernehmen, da ich der Einzige sei, der mit seiner Minolta klar käme. Um 16.00 Uhr, so briefte er mich, käme zur Ludgerus-Basilika der frisch ernannte Bischof Luthe, um eine kleine Führung durch die Kirche zu erhalten. Ich sollte ein paar Fotos machen, Herrn Luthe sozusagen ins rechte Licht rücken. Das Zeitfenster war eng. Vor der Kirche standen bereits einige Werdener Honoratioren Spalier. Der Propst, ein Mitglied des Pfarrgemeinderates, eines der Ludgerusbruderschaft. Ich reihte mich ein. Wenige Minuten später fuhr eine große dunkle Limousine vor. Drei Männer stiegen aus. Aber wer war der Bischof? Der Fahrer wohl kaum, also blieb nur ein älterer weißhaariger Herr und sein Begleiter, ebenfalls ein Geistlicher. Der Weißhaarige kam mir bekannt vor, also hielt ich mit der Minolta drauf. Klack. Klack. Händeschütteln, bevor es in die große dunkle Basilika ging. Ich hatte den alten Herrn immer im Sucher, schoss ein Foto nach dem anderen. Klack. Klack. Bis der Blitz vermeintlich versagte… Vorsichtig ging ich zu dem zweiten Geistlichen, stellte mich als Lehrling der Werdener Nachrichten vor und fragte flüsternd: »Hat’s geblitzt?« Der Mann legte seine rechte Hand auf meine linke Schulter und schaute mir tief in die Augen. Dann sagte er, nicht ohne Milde in der Stimme: »Es blitzt immer, mein Sohn!« Na dann, dachte ich, ist ja gut. Leise bewegte ich mich Richtung Kirchenportal. Am Opferstock stand ein behinderter Mann und nestelte an seinem Portemonnaie. Er zückte einige Geldscheine, drei davon fielen ihm auf die Erde, ohne dass er es bemerkt hätte. Ich bückte mich und hob drei 1.000-Mark-Scheine auf. Einen kurzen Moment lang hatte ich den Impuls, einfach schnell die Kirche zu verlassen. Ich tat es selbstverständlich nicht und zupfte den alten Mann am Ärmel. »Sie haben da was verloren«, sagte ich zu ihm und gab ihm die Scheine zurück. Statt eines Dankes nahm er das Geld wortlos und schob es mit noch zwei weiteren Scheinen in den Schlitz des Opferstocks. 5.000 Mark, dachte ich und ging nachdenklich hinaus. Zwei Tage später erschien eine kurze Nachricht mit meinem Foto in den Werdener Nachrichten. Ich las und staunte nicht schlecht ob meiner schlechten Allgemeinbildung: Der Mann, den ich für Bischof Luthe hielt ist heute Papst. Die Person, die ich nach dem Blitz gefragt hatte und die mich vielleicht mit ihrer Antwort dazu ermahnt hatte, doch etwas aufmerksamer durchs Leben zu gehen, war Bischof Luthe. Den Mann am Opferstock hatte ich danach nie wieder gesehen. (Und bevor jemand fragt: Nein! Das Foto stammt nicht aus der Basilika.) (ts)

einbildu


unfair


UNFAIR

05

Die Frage bleibt seit fast fünfundzwanzig Jahren unbeantwortet: Darf eine Buchhändlerin im Dezember Geburtstag haben? Es ist aber auch unfair. Egal, wer in dieser Firma Geburtstag hat, immer sitzt man mal eine Stunde ungezwungen zusammen, plaudert, albert herum und stopft Kuchen in sich hinein. Wenn es sich eben einrichten lässt, wird das »Personal« geschont an diesem Tag. Nicht so im Dezember. Und erst recht nicht einen Tag vor Nikolaus. Wenn die Kollegin Mechthild Römer weit vor neun Uhr morgens angerauscht kommt, in der einen Hand den Ladenschlüssel, in der anderen ein Kuchenblech, muss sie aufpassen, dass sie nicht über Dutzende Pakete (die werden uns nämlich nachts angeliefert) stolpert. Sie schafft es oft nicht bis zum Kaffeautomaten, weil die ersten Menschen schon Bücher kaufen möchten. Und Kuchen? Der eigene am Vorabend selbstgebackene Kuchen? Er steht erst lange jungfräulich in der kleinen Küche, um dann in wenigen Minuten, vermutlich so zwischen zwei und drei am Nachmittag, verschlungen zu werden. Die Gratulanten sagen mit vollem Mund »Danke«, freuen sie sich doch über den erwarteten Zuckerschub, bevor es dann wieder zwischen Telefon, Geschenkpapierrolle und Registrierkasse zur Sache geht. Unsere Kunden möchten nämlich und sollen auch nicht unnötig lange warten. Alle paar Jahre passiert es, dass der Geburtstag unserer Kollegin auf ihren freien Tag fällt. Heute ist so ein freier Mittwoch und auch der befriedigt uns nicht wirklich. Wenn wir Mechthild auch ihren freien Tag von Herzen gönnen, fehlt uns in der Nikolaushektik doch die perfekte Übersicht einer Vollblutbuchhändlerin und das strahlende Gesicht eines Geburtstagskindes in einer Person. Es ist also egal: man kann es uns nicht recht machen. Trotzdem und aus der Ferne stehen wir aber gerade alle hier, um dich zu beglückwünschen und dir dein Geburtstagsständchen zu bringen. Die Blumen gibt es selbstverständlich morgen, bis dahin warten wir auch geduldig auf den Kuchen. Und in der Zwischenzeit schicken wir dir schon einmal eine kleine Rose und sagen: SCHÖN, DASS ES DICH GIBT! (ts)


06 hohoho


HOHOHO 1 Die Bitte wurde scheibchenweise vorgetragen. Ob ich wisse, welche Zeit wir gerade haben, wurde ich vor gut zehn Tagen von einer Freundin gefragt. »Klar, Winter!«, habe ich geantwortet. »Geht’s genauer?«, setzte sie nach. »Klar, Dezember!«, habe ich geantwortet. »Noch genauer?« »Klar, wir haben bald Weihnachten«, habe ich geantwortet. »Aber vorher?« Irgendwann reichte mir dieses Versteckspiel. »Liebe Julia«, habe ich da gefragt. »Spuck’s aus, was willst du von mir?« »Ich habe Tim versprochen, dass dieses Jahr der Nikolaus kommt und – wie soll ich es sagen – ich habe keinen Nikolaus.« Oh Gott, muss ich nicht nur gedacht, sondern auch leise gemurmelt haben. Mich zum Affen machen? »Natürlich musst du nicht, Tim wird das verstehen. Der arme Junge muss schon so viel verstehen in seinem kleinen Leben, das wird er dann auch noch begreifen. Aber traurig wäre er schon.« Da hatte sie mich. Einen kleinen Jungen traurig machen? Nein, das ginge selbstverständlich nicht. Ich willigte ein. Der Ton änderte sich rasch. Von »Wunderbar!« bis »Ich wusste es!« und »Ich habe schon ein Nikolauskostüm bei amazon bestellt, Größe 56 müsste dir doch passen.« »AMAZON? GRÖSSE 56?« »Ja klar, ich denke, die Größe brauchst du. One Size Fits all! Aber wenn du nicht willst, wir können das auch lassen. Dann müsste ich das nur auch den anderen Kindern erklären.« »ANDERE KINDER?« »Klar, aber nicht viele, insgesamt sind es sechs. Sind alles beste Freunde von Tim.« »SECHS KINDER UND WO SIND DIE ELTERN?« »Die sind natürlich auch da. Es wird ein bisschen eng in meinem Wohnzimmer, aber für den Nikolaus ist allemal Platz.« Sie zwinkerte mir wie einem Verbündeten zu. (ts)


hohoho


hohoho 2

07

Das alles ist, wie gesagt, zehn Tage her und gestern musste ich ran, ob ich wollte oder nicht. Ich packte den Anzug aus. Billigster Filz. Die Hose passte, die Jacke nicht. Sie spannte. Der Gürtel riss sofort. Ein Bart, als wäre ich einer von ZZ Top, die weißen Augenbrauen klebten, als wären sie an die Stirn getackert und die Mütze – wie von einem der sieben Zwerge. Ich kramte mein großes rotes Buch heraus, in dem ich die Informationen, die ich in der Zwischenzeit von den übrigen Eltern erhalten hatte, versteckt hielt: Malte ist lieb, sagt aber manchmal Wörter, die keiner hören möchte. Lena kann schon richtig schwimmen, bringt aber trotzdem den Schwimmlehrer zur Verzweiflung. Tom ist manchmal zu faul zu laufen. Und hören kann er auch schlecht. Dennis hat jetzt viele Freunde. Das war nicht immer so. Ich überlegte kurz, ob ich im Gernhardtschen Sinn die Falle zuschnappen lassen und den Spieß umdrehen sollte, ließ es dann aber bleiben. Sollte der Nikolaus eben an diesem Abend die Erziehungsarbeit der Eltern übernehmen. Gut getarnt eilte ich um halb sechs zu meinem Auto. »Ach guten Abend Herr Schmitz«, grüßte die Nachbarin freundlich. An der roten Ampel schauten zwei hübsche junge Frauen in den Wagen. Ich konnte ihr Lachen nicht hören, aber durchaus sehen, so heftig wie sie sich schüttelten. Am Zielort angekommen, wartete ich bis die Luft rein war und spurtete zur Haustür. Durch die Gegensprechanlage hindurch erkannte ich, dass man dringlichst auf den Nikolaus wartete. Aus dem Innern der Wohnung vernahm ich lauten vorweihnachtlichen Gesang. Als ich die gute Stube betrat, wurde es augenblicklich still. Nur einige Fotoapparate klickten und in der Ecke stand der Opa mit der Videokamera. Ich spielte, so gut es ging, verteilte vorbereitete Kleinigkeiten, freute mich über glänzende Kinderaugen, lehnte den angebotenen Glühwein mit dem Hinweis ab, ich sei ja schließlich im Dienst. Er hätte mir obendrein meinen mühsam zurechtgerückten Bart ruiniert. Einzig Dennis, der Älteste unter ihnen, bereits ein Schulkind, stellte sich immer so unauffällig wie möglich hinter mich. Er musste den falschen Bart erkannt haben und grinste mich frech an, als er sein Geschenk in Empfang nahm. Immerhin hielt er dicht. Spät am Abend, ich saß lange vor dem Fernseher und trank ein Glas Wein zur Belohnung und ein zweites für den Mut, den ich aufgebracht hatte und ein drittes, weil doch heute Nikolaus war, da klingelte mein Telefon. Julia bedankte sich herzlich: »Großartig, wirklich großartig! Das fand übrigens auch Tim. Es war das letzte, was er mir erzählte, bevor ein einschlief. Das hat der Thomas wirklich gut gemacht! Der war er doch. Oder?« (ts)

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fresko Die große Leidenschaft des Kinderbuchillustrators Štěpán Zavřel war die Freskenmalerei. Auf großen Flächen in nassen Putz seine Welt hinein arbeiten, das war sein Leben. Die Geschichten um den Exiltschechen, der in Venetien eine neue Heimat gefunden hatte, sind aberwitzig. Einmal soll ein reicher Bauer aus Vittorio zu ihm gekommen sein und winkte mit einem großen Auftrag. Die Giebelwand seines großen Hauptgebäudes sei fensterlos und weiß. Was es denn kosten würde, wenn Štěpáne ein Fresko schaffen würde – die Weihnachtsgeschichte wäre doch perfekt für einen guten Katholiken. Man öffnete eine erste Flasche Wein und Štěpán Zavřel diktierte seine Bedingungen. »Für Stall und Krippe möchte ich 200 Flaschen Wein haben«, soll Zavřel die Verhandlung eröffnet haben. »Für Mutter Maria bekomme ich 300 Flaschen. Josef kriegst du gratis dazu und für den ganzen Rest, Hirten, Schafe, Ochsen, Esel und so, gibst du mir noch einmal 300 Flaschen. Aber wenn du möchtest, dass ich dir das Jesuskind, den Sohn Gottes in die Krippe lege, zahlst du 500 Flaschen extra und zwar vom besten Wein, den du hast.« Der Bauer rechnete und am darauffolgenden Nachmittag soll er mit Traktor und Hänger gekommen sein, um 1300 Flaschen Wein zu liefern. Ich hatte die Geschichte natürlich nie vergessen und nie wirklich geglaubt. Irgendwann ergab sich die Möglichkeit sie zu verifizieren. Ich traf Štěpán Zavřel in einem kleinen Hotel, im Albergo Fratte in Fregona und wir aßen zu Abend. Erst tat er so, als würde er nicht verstehen. Das tat er oft, wenn er über eine Geschichte nicht wirklich reden wollte. Dann sagte er nur: »Alles Quatsch! An der Sache ist nichts dran. Irgendwo von muss ich doch leben. Mein Prinzip war immer, lediglich die Hälfte in Naturalien, die andere Hälfte cash.« Wir tranken noch eine Weile und flüsterten über die Bedienung mit den wunderschönen großen rehbraunen Augen, lachten viel und spät in der Nacht wollte ich ihn einladen und bezahlen. Er winkte ab. »Ich muss hier nicht bezahlen.« Ob ich beleidigt oder ungläubig geschaut habe, weiß ich nicht mehr genau. Er zeigte aber nur mit dem Kopf auf die Wand hinter mir. Den Raum zierte ein Fresko in einer Größe von mindestens zwei mal sechs Metern. Štěpán Zavřel ist mittlerweile seit dreizehn Jahren tot. Er starb durch einen schweren Unfall. An Weihnachten würde er achtzig Jahre alt werden. Auf seinem Grabstein steht, er wäre unsterblich, durch das, was er geschaffen hätte. Gerade war ich wieder in Fregona. Das Bild in dem Hotel ist immer noch an der Wand und man ist sichtlich stolz darauf. (ts)


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kugeln

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Wenn die Kundin nicht eine honorige Juristin wäre, würde ich ihr glauben? Tatsache ist, sie steht an unserer Ladentheke und möchte ein Buch abholen – ein mehrkiloschweres Pons-Wörterbuch Italienisch-Deutsch/Deutsch-Italienisch. Oh, ob sie einen Italienischkurs an der Volkshochschule belegen möchte, frage ich sie und füge an, wenn sie den Inhalt des Buches beherrsche, könne sie mehr als jeder Italiener. Die Dame geht auf meinen kleinen Scherz nicht ein, sondern erklärt mir zunächst, wenn überhaupt noch ein Wörterbuch, dann hätte das bis in alle Ewigkeit die Farbe Grün und nie wieder Gelb. Das musste seinen Grund haben, dachte ich mir und forderte sie mit meinem Schweigen auf, doch mit ihrer Geschichte fortzufahren. Italienischunterricht habe sie schon einige Semester und im letzten Jahr habe sie sich das erste Mal getraut einen etwas längeren Brief an die italienische Familie in der Toskana zu schreiben, bei der sie seit Jahren in den Sommerferien ein kleines Haus miete. Und da die Familie so nett und herzlich und die Dame des Hauses so wissbegierig sei, habe sie sich eben an ihren ersten ausführlicheren Text gewagt - natürlich nicht ohne Wörterbuch. Also beschrieb sie Satz um Satz die Gepflogenheiten des deutschen Weihnachtsfestes, vom Adventskranz über den Gänsebraten bis hin zum Schmücken des Weihnachtsbaumes. Bei der Übersetzung des Wortes Christbaumkugel haderte sie mit sich und schlug in eben jenem gelben Wörterbuch nach. Der gab ihr die Vokabel ‚Palla‘ vor, die sie auch brav übernahm, den Brief beendete und über die Alpen schickte. Nach den Feiertagen, als der Italienischkurs wieder aufgenommen wurde, las sie stolz ihren ersten Brief vor und wunderte sich doch etwas, dass der Kursleiter betreten schwieg. Nach dem Unterricht hielt er seine Schülerin zurück und erklärte ihr, Christbaumkugel würde im italienischen ‚pallina die natale‘ heißen. ‚Palla‘ bedeute exakt übersetzt Kugel und so würde umgangssprachlich gerne der männliche Hoden genannt… Seit dieser Geschichte am Morgen plagen mich nun zwei Fragen: Was denken Italiener von deutschen Weihnachtsbräuchen? Wo verbringt die Juristin ihren nächsten Urlaub? (ts)


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dezembertage Die Erinnerung tut immer noch weh. Ich hatte eine schöne und intensive Beziehung zu meinen Großmüttern. Beide hatten ihre Eigenheiten, waren auf ihre eigene Art speziell, wie Omas nun mal sind. Die eine scheute keine politische Diskussion, der Petitionsausschuss war ihre Lieblingsanschrift und ich mochte es sehr, wenn ich ihre Wohnung betrat und im Radio Johnny Cash über St. Quentin stänkerte. Meine kleine Oma, die acht Kinder plus Mann durchgebracht hat, die nach all den Jahren nie verlernt hatte, zu lachen, war ein echtes Kind des Ruhrgebietes. Eine, eigentlich die einzige die ich kenne, die sich ihrer tiefen Lachfalten nie schämte. Meine andere Großmutter war schon seit Jahren nicht mehr die, die sie einmal war. Innerhalb weniger Jahre überlebte sie mehrere Schlaganfälle und war danach ein Pflegefall. Bevor sie dieses Schicksal ereilte, war sie die ordentlichste und feinste Dame, die ich je kennen durfte. Als ehemalige Bankkauffrau war sie eine ausgesprochen akribisch genaue Frau. Ihre eigentlichen Erkennungsmerkmale waren allerdings ihre immer geröteten Wangen, ihr vom Friseur wöchentlich kunstvoll gelegtes rubinrotes Haar und ja – auch sie lachte herzlich und gerne. Mit ihrer Liebe, ihren Gefälligkeiten der kleinen oder auch größeren Art, mit ihren unkonventionellen Geschichten haben sie geholfen, mich einigermaßen heile durch meine Kindheit und Jugend zu begleiten. Als sie vor zwei Jahren innerhalb von nur wenigen Dezembertagen beide starben, waren sie gerade einmal siebzig und einundsiebzig Jahre alt. (dh)

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War das nicht ein schöner Wintertag? Vergeben und vergessen, dass am Morgen die Heizung ausgefallen war. Die gefrorenen Finger wärmte ein Tee, den uns die Kollegin gleich literweise kochte und die milchig-matte Sonne tauchte die Grafenstraße in wunderbar mildes Licht und entschädigte fürs Bibbern. So kann es noch lange bleiben. Ich schaffte heute Morgen vor dem Schnee schaufeln die ersten drei Schlindermeter mit nur einem Anlauf und freue mich später auf den allabendlichen Gang mit der Kiepe zum sorgsam gestapelten Holz. Zu sehen, wie der Winter sich durch den Stapel frisst, gehört für mich ebenso zu den erfreulichen Alltagstätigkeiten, wie das Füttern des Ofens mit trockenen Buchenscheiten, damit das Feuer auch ja nicht erlischt. Es muss ja nicht gleich wieder so heftig werden, wie im vorletzten Jahr. Schnee auf Schnee. Damals weckte mich meine Partnerin an Heiligabend laut fluchend, weil sie das Auto des Nachbarn freigeschaufelt hatte. Das vielstimmige Schrappen der Eiskratzer am frühen Morgen ist für mich allerdings eine sehr schöne Melodie. Der Grund dafür ist ein einfacher: Ich bin der einzige in unserer Straße, der ein Auto mit Standheizung hat. Auf den nächsten Morgen programmiert, sorgt sie dafür, dass ich fröhlich pfeifend in meinen sauber abgetauten, warmen Wagen steigen und meinen fleißigen Nachbarn leise lächelnd einen guten Morgen zunicken kann. In aller Regel grüßt keiner zurück. (ts)

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weihnachtsbäckerei Als Dennis vor ein paar Tagen über seine beiden Omas schrieb, stimmte mich das richtig traurig. Ebenso wie er, bin ich ein Oma-Kind und jedes Jahr zur Weihnachtszeit stellte sich mir die gleiche Frage: Was schenkt man einer alten Dame, die wirklich alles hat und von sich selbst sagt, dass sie glücklich und zufrieden ist, solange ihr das Essen schmeckt? So hatte ich mich vor Jahren an den Adventsonntagen in die Küche gestellt und Plätzchen gebacken. Und nach Weihnachten (und ganz ehrlich: bis kurz vor Ostern) erzählte sie mir bei unseren täglichen Telefonaten, dass sie wieder ein paar Plätzchen gegessen hätte und wie lecker sie wären und wie sorgsam sie sich das Gebäck einteilen würde, damit sie möglichst lange etwas davon hätte. Danach wurde die adventsonntägliche Backerei zur Tradition. Jahrelang. In diesem Sommer starb meine Oma. Und immer wieder gibt es diese unberechenbaren Momente, in denen mir bewusst wird, dass jemand, der lange Jahre ein wichtiger und liebevoller Begleiter war, fehlt. An den Adventsonntagen zum Beispielen, an denen dieses Mal keine Backbücher gewälzt, keine Zutaten eingekauft werden und kein vorfreudiger Plätzchenduft in der Luft liegt… (sr)

chtsbäck


jesus a schrott


jesus auf dem schrottplatz

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Zu Weihnachten schenkte meine Oma mir regelmäßig einen kleinen Christophorus-Anhänger. »Damit er dich beschützt!«, sagte sie und befestigte ihn jedes Jahr liebevoll an meinem rechten Hosenträger. Sobald draußen die Luft so warm war, dass ich meine Lederhose anziehen konnte, kam er an eine Gürtelschlaufe. Und so war Christophorus, der den kleinen Jesus bekanntlich durch einen Fluss trug, mein permanenter Begleiter und Beschützer. Und? Ich hatte Glück in meinen jungen Jahren. Nie kam ich unters Auto, kein Blitz traf mich und als ich einmal im Herbst beim Versuch, Kastanien aus einem Baum zu schütteln, buchstäblich abschmierte, trug ich wohl einige Schrammen davon, aber – immerhin – es war nichts gebrochen. Auf meiner letzten Wanderung über die Alpen fehlte mir wohl ein solcher Talisman, trotzdem hatte ich den Eindruck, das ein oder andere Mal hielt jemand seine schützende Hand über mich. Immer, wenn ich den Weg nicht fand, stand eine freundliche ältere Dame neben mir und erklärte ihn mir (es waren tatsächlich immer ältere Frauen). Rechtzeitig wurde ich vor Tücken auf der Strecke gewarnt, Alternativrouten gleich mitgeliefert. Und als ich einige Kilometer vor Trento nach stundenlangem Dauerregen völlig durchnässt an einer Schnellstraße stand und nicht mehr weiter wollte, hielt genau an der Stelle ein Linienbus. Der Fahrer nickte nur kurz und ließ mich einsteigen. Nicht einmal Geld wollte er für die Fahrt ins Zentrum. Dort drückte mir der Portier eines kleinen Hotels gleich einen Schlüssel in die Hand, obwohl ihm klar sein musste, dass ich mit Betreten des Gästezimmers sofort den Raum unter Wasser setzten würde. Ich hatte wirklich Glück. Tags darauf verließ ich Trento über eine Radtrasse und kam nach einigen Stunden an einem Schrottplatz vorbei. Zwischen all dem Gerümpel ragte dort eine drei Meter hohe Jesus-Statue heraus. Mit ausgebreiteten Armen, bildete ich mir ein, hätte Jesus lange auf mich gewartet. Ob es Neugier war oder das minutenlange Innehalten einen tieferen Grund hatte: Jedenfalls murmelte ich ein kaum hörbares »DANKE« als ich mich endlich wieder auf den Weg machte. Das war doch das mindeste… (ts)

auf dem tplatz


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weihnac


weihnachtspost Über Weihnachtspost freue ich mich wie ein kleiner Junge. Wunderschön finde ich die Idee, zum Jahresausklang ein frohes oder fröhliches, ein friedliches oder besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen, normalerweise verbunden mit einem guten Rutsch ins Neue Jahr. Wenn dann auch noch eine hübsche Karte gefunden wurde, die sogar eine kleine Spur kitschig sein darf, und der Absender auch noch eigenhändig unterschrieben hat, besteht die Chance, dass der Gruß in einer großen Weihnachtskartensammelkiste jahrelang überlebt. Ich hänge sehr an dieser Tradition, dass ich hoffe, sie bleibt mir noch lange erhalten, obwohl es ja wirtschaftlich unvernünftig und ökologisch bedenklich ist, Tonnen von Papier kreuz und quer durch die Republik zu schicken. Vielleicht sind deshalb ja auch so viele Menschen dazu übergegangen, Weihnachtsgrüße per Email zu versenden, mit angehängten Dateien, die trabende Elche, tanzende Weihnachtsmänner oder swingende Tannenbäume zeigen. Händler neigen sogar dazu, noch einmal auf ihre (dann mittlerweile meist im Preis gesenkten) Produkte hinzuweisen. Solche Mails werden von mir nicht nur sofort in den Papierkorb verschoben, sondern selbst dort unverzüglich gelöscht. Irritierend finde ich auch, wenn mir Weihnachtspost-Poeten – wie neulich geschehen – ein erstrahltes Fest (fehlt da nicht ein v?), gesellige Weihnachten oder viele Lichtblicke im neuen Jahr wünschen. Und auch der Satz »Weihnachten naht schon wieder und das Jahr geht zu Ende« hat keinen Unterhaltungs- und kaum einen Erkenntniswert. Das verzweifeltwitzige »Frohe Ostern« hätte sich wiederum ein anderer Absender auch sparen können. Ich bin wirklich zu gewöhnlich, um auch nur einen Funken Humor darin zu finden. Dass man einen kleinen, lieb gemeinten Weihnachtsgruß auch diskret übermitteln kann, hat vor einigen Jahren meine Tochter bewiesen. Den in goldenen Sternchen buchstabierten Freundschaftsbeweis versteckte sie geflissentlich unter meinem Teller. Ich fand ihn erst Stunden später und er wurde mein NumberOne-Geschenk des Jahres 2005. (ts)

chtspost


gabriel


gabriele

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Meine erste Schreibmaschine bekam ich geschenkt als ich vierzehn Jahre alt war. Weihnachten 1974 befand sich in einem festlich verpackten Karton eine Gabriele-Reiseschreibmaschine der Firma Triumph-Adler. Gleichzeitig bekam ich ein Wikingerschiff als Modellbausatz geschenkt. Das weiß ich aber nur noch, weil ich aus lauter Not und mit großem Eifer die achtseitige Bastelanleitung abgeschrieben habe. Mit meiner Gabriele, versteht sich. Ich begann das Unterfangen am ersten Weihnachtstag nachmittags um fünf, nach der Weihnachtstorte und konnte so vor den Erwachsenen-Schwafeleien aus dem Wohnzimmer fliehen. Ich arbeitete sehr konzentriert, immer ein Buchstabe nach dem nächsten. e und n oder s und r waren ja schnell zu finden. Aber an den w’s und p’s und c’s verzweifelte ich oft. Irgendwann stand einer der Erwachsenen hinter mir und bekam einen Lachkrampf, nachdem ihm klar war, was ich tat. Kopfschüttelnd und laut lachend ging er ins Wohnzimmer und erzählte dem Rest der Verwandtschaft von einem Jungen, der in seinem Zimmer säße und so abstruse Dinge täte, wie eine Bastelanleitung mit seiner neuen Errungenschaft auf ein Blatt Papier hacken. Alle lachten. Einzig mein Onkel, der Ruhigste und Stillste und Vorsichtigste unter meinen Onkeln, stand auf, stemmte seine Arme in die Hüften und rief: »Und wenn der Junge den Text dreimal abschreiben möchte, dann ist das in Ordnung. Ich weiß nicht, was es da zu lachen gibt.« Im Nachhinein betrachtet hatte er mir, ohne es zu ahnen, nicht nur das Weihnachtsfest gerettet. Er hat mich ein Stück selbstbewusster gemacht und wer weiß – schließlich war ich ausgesprochen stur damals – vielleicht hätte ich nie wieder eine Schreibmaschine angefasst in meinem Leben. Also klapperte ich weiter, hämmerte Buchstabe für Buchstabe und spannte Seite um Seite in meine Gabriele. Am darauffolgenden Tag konnte ich kurz vor dem Zubettgehen Vollzug melden. Ich hatte meinen ersten eigenen Text (ab)geschrieben. Die Originalbastelanleitung brauchte ich jetzt nicht mehr und warf sie in den Papierkorb. Und bevor jemand sich das Bild genauer ansieht, nein die abgebildete Schreibmaschine ist keine Gabriele und wesentlich älter. (ts)

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16 grappa


grappa Am Donnerstag stehe ich bei meinem Italiener, warte auf Gorgonzola-Nudelnto-go, als mich eine ungeheure Lust nach einem Grappa überfällt. »Ach, geben Sie mir doch einen doppelten Grappa«, bitte ich den Mann am Tresen. »Welchen?«, will er wissen und aus Angst, zu viel Geld ausgeben zu müssen, sage ich »A la casa!« Der Signore hinterm Tresen nimmt ein Grappaglas, greift nach einer Flasche hinter sich und stolpert wohl über seine Gedanken. Dann zwinkert er mir zu und flüstert: »A la casa? Ich gebe richtigen Grappa. Aber nix dem Chef sagen.« Er geht an die Vitrine zu seiner Rechten, in der offenbar Kostbarkeiten lagern und stellt mir eine ordentliche Portion auf den Tisch. Das Getränk ist wirklich nicht zu vergleichen mit einem Hausgrappa! Dann geht er wieder seiner Arbeit nach und verschwindet bald darauf im Vorratskeller. Das sieht der Kellner, kommt zu mir, stößt freundschaftlich gegen meine Schulter und sagt: »A la casa? Der Kollege hatte keine Ahnung wasse ein richtiger Grappa.« Er geht zur Vitrine, schüttet mir eine ordentliche Portion des eben genossenen vorzüglichen Schnapses ein und verschwindet mit einem lauten und ehrlichen Salute. Mittlerweile – meine Getränke habe ich mit Zufriedenheit vernichtet – kommt der Chef mit meinem Essen aus der Küche. Zu meiner Rechnung stellt er mir ein Glas Grappa auf den Tisch: »A la casa? Der Kollege weiß nicht, was gut ist. Dieser hier ist aus der Vitrine ist wirklich etwas Besonderes. Ist doch bald Weihnachten.« Ich trinke, nein: ich kippe den Grappa, lobe den Mann für seinen guten Geschmack, zahle und vergesse auch nicht, ein angemessenes Trinkgeld zu geben. Dann wanke ich hinaus. Draußen vor der Tür schüttele ich verdutzt und vergnügt den Kopf. Soviel Aufmerksamkeit war ich wirklich nicht gewohnt. Und wenn vom heutigen Tage an irgendwann mir irgendjemand etwas von der Servicewüste Deutschland erzählen möchte, immer dann werde ich ihm von dieser kleinen Begebenheit erzählen. (ts)


essen!


essen? essen!

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Bei der Auswahl des richtigen und passenden Weihnachtsessen sind demokratische Strukturen in einem Haushalt oft hinderlich. »Fondue«, sagt die eine. »Nein, danke, lieber Raclette«, sagt die andere. Das Wort Spaghetti höre ich und zucke zusammen. Eine Suppe vorneweg ist ja ok, aber doch bitte keine Käse-LauchSuppe. »Lamm ist wirklich was Feines«, ertönt es, um gleich mit einem »Ich mag kein Lamm« niedergemetzelt zu werden. Eine ganze Gans ist deutlich zu viel und überhaupt, da jeder vermutet, dass ich kochen werde, ist ein solcher Vogel auch deutlich zu riskant in der Zubereitung. Nur in einem sind sich alle einig: Bloß keine Ente! Auch wenn ich etwas beleidigt bin – schließlich habe ich mich in den letzten zwei Jahren an einer Ente versucht – sehe ich doch ein, ein weiteres Mal besser darauf zu verzichten. Vor zwei Jahren konnte ich alles auf den alten defekten Ofen schieben. Schon der permanente Blick der alten Tante damals hinter die Glasscheibe in die Backröhre, ließ keine Zweifel in ihr Urteilsvermögen. »Das wird nichts!«, stammelte sie immer wieder und schüttelte langsam und bedächtig ihr weises Haupt. »Das kann nichts werden!« Immerhin versuchte sie die Situation mit Ratschlägen wie »Du musst sie begießen, aber verbrenn‘ dir nicht die Finger« zu retten. Es half aber nichts. Das Weihnachtsmenü des Jahres 2010 ging als »Gummi an Kartoffelklößen mit Rotkohl« in die Geschichte ein. Auch im letzten Jahr hatten wir Pech. Der Ofen war wohl neu, weshalb ich einen weiteren Enten-Versuch starten wollte. Als ich aber an Heiligabend bei dem Metzger meines Vertrauens nach einer Ente frage, brach nicht nur die Beleg-, sondern auch die gesamte Kundschaft in schallendes Gelächter aus. Ich würde ja reichlich früh kommen, spöttelte die Besitzerin. »Und nu?«, hatte ich sie gefragt. »Na ja«, antwortete sie. »Da müssen sie wohl anderes Spezialitäten-Gedöns (OTon) nehmen.« Dann packte sie mir die Taschen voll mit dem Rest Entenbrüsten und –keulen die noch in der Auslage lagen. Ich hatte aber leider nur ein Rezept für eine ganze Ente und so gab es erneut »Gummi an Kartoffelklößen mit Rotkohl.« In diesem Jahr werde ich mich durchsetzen. In diesem Jahr bereite ich ein traditionelles Essen vor, bei dem nichts schief gehen kann: es gibt Kartoffelsalat mit Würstchen. Da kann ich nichts falsch machen, jeder wird satt und mindesten die wunderschönen Kreaturen auf dem Foto werden es mir danken. (ts)

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TANnenbaum 1 Mein Tannenbaum misst fünfzehn Zentimeter. Vom ersten Advent bis zu den Heiligen Drei Königen steht er bei uns auf dem Küchentisch. Ich erfreue mich jeden Tag aufs Neue. Dabei ist der kleine Baum sehr unscheinbar. Er steht auf einem scharlachroten Sockel groß wie ein Fingerhut. Auch die Farbe seiner Nadeln ist ziemlich unecht – tannengrün ist es auf jeden Fall nicht. Sein Schmuck sind Christbaumkugeln groß wie Stecknadelköpfe und Kerzen aus Glas, kleine Stifte mit roter Haube (warum eigentlich nicht gelb?). Seine Spitze ziert ein wunderschöner Stern. Ich kann mich gut erinnern, wie ich ihn fand. An einem Adventswochenende vor acht Jahren fror ich bei Minustemperaturen in der Trierer Innenstadt und flüchtete mich in ein Antiquitätengeschäft. Dort hatte man eine Weihnachtsausstellung eingerichtet. Mannshohe Weihnachtsmänner, künstliche metergroße Weihnachtsbäume, Krippen aller Art, alte Weihnachtsbaumkugeln, stockfleckige Lamettapäckchen. Irgendwo zwischen all dem heiligen Krempel entdeckte ich ihn. Verständlicherweise unauffällig, wartete er auf einen ganz bestimmten Käufer – auf mich! Charlie Brown im Kopf, der ja sein Comicleben lang in der Weihnachtszeit auch immer kleine verkrüppelte Bäume mit nach Hause schleppte und mit einem Lächeln im Gesicht jedes Mal die Beschimpfung »Charlie Brown, du bist ein Holzkopf!« ertrug, nahm ich den Tannenbaum und ging zur Kasse. Achtzig Euro sollte ich bezahlen, schließlich sei das wertvolle Stück aus den Fünfzigern und »so einen Baum suchen Sie heute vergeblich, mein Herr!« Der Händler staunte nicht wenig, als ich ohne zu handeln vier Zwanziger auf den Tisch legte. So gesehen, war es der teuerste Tannenbaumkauf meines Lebens. Bedenke ich aber die vielen Wochen, die er mich durch Weihnachtszeiten begleitet hat und sicherlich noch lange begleiten wird, geradezu ein Spottpreis. Das Leben ist eben relativ. (ts)

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Die Kollegin platzt in meine Überlegungen, was zu Schreiben sei an diesem 19. Dezember. Gerade saßen wir zusammen und warfen Ideen in einen Pool: eine Tannenbaumgeschichte (aber hatten wir nicht gestern erst eine)? Eine Weihnachtsfeierstory (am besten die, bei der der Kollege nachts am Klinikum in einen Tannenbaum gefallen war und höflich gegrüßt hatte)? Die Geschichte eines Leberhakens (Sambuca gemixt mit Jägermeister) nach einer Weihnachtsfeier? Genau in dieser Sekunde kommt Kollegin Schwamborn in die kleine Küche über der Buchhandlung und bringt warmen Mohnkuchen von der Nachbarin – damit wir nicht vom Fleische fallen. Wissen Sie eigentlich, wie viel Kilo ich zugenommen habe, in den letzten Wochen? Und hat irgendjemand eine Ahnung, wie ich das Zeug wieder los werde? Angefangen in dieser Saison hat es mit einer Marzipantorte aus Düsseldorf, viele tausend Kalorien schwer, die eine Kundin uns geschickt hat, weil wir sie immer so gut mit Literaturtipps versorgen. Diese Torte erreichte uns am Weihnachtsmarktwochenende, an dem sowieso die ganze Stadt nach Glühwein, Holzfällersteak, Reibeplätzchen, Waffeln und Crêpes roch. Dass drei meiner Mitarbeiter im Dezember Geburtstag haben, erwähnte ich an anderer Stelle, dass sie alle leckeren Kuchen mitgebracht hatten, auch. Die Kundin mit dem Mohnkuchen ist nicht die einzige, die uns verwöhnt: Berliner Brot bekommen wir, Spritzgebäck, Lebkuchen und gerade mache ich ein Paket auf von einer lieben Kollegin aus Nippes. Sie bedankt sich für die gute Zusammenarbeit in den letzten Monaten. Womit sie das macht? Mit Schokolade, allerallerbester Schokolade. Da muss man – Kalorien hin oder her – einfach zubeißen. Und wenn ich ehrlich bin: in dieser Zeit halte ich meinen Adrenalinspiegel tagsüber mit einer Kanne Kaffee künstlich hoch und kompensiere das abends mit einer Flasche Wein. Den Kaffee trinke ich schwarz, das ist kalorienneutral. Aber Wein? Sind das nicht so round about 700 Kalorien zusätzlich? Kriegt man ja alles mit Bewegung wieder weg. Aber außer Augen auf, Augen zu, Augen auf am Morgen habe ich im Moment wenig Bewegung (rein sportlich betrachtet). Ich werde das Problem in die Zange nehmen. 1. Alkoholzufuhr drosseln. 2. Schocktherapie (beispielsweise durch den gewagten Blick morgens in den Spiegel. Jetzt weiß ich endlich, wie Pupillen sich erweitern, wenn sie sich erschrecken!). 3. Der erste Schritt ist, wenn man mit anderen darüber redet! Dann wird man sich nämlich des Problems bewusst und vielleicht gibt es Trost oder aber man findet Gleichgesinnte und schon ist alles halb so schlimm? Und ab morgen – großes Ehrenwort – wird alles anders! Oder nächste Woche? Oder nächstes Jahr? (ts)

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lilly »He, euch ist ein Kind geboren«, höre ich Eugenie Herdmann sagen. Als Engel verkleidet, scheint sie sich zu entrüsten. Wie kann man nur – wenn auch lediglich in einem Krippenspiel – mit einem der größten Wunder des Lebens so beiläufig umgehen, wird sie sich denken und setzt noch einmal nach: »HE, EUCH IST EIN KIND GEBOREN!« Auch wir müssen natürlich aufpassen, dass wir bei aller Hektik und dem ganzen Stress in der Vorweihnachtszeit das Wesentliche, Wichtige, Schöne und Wunderliche nicht aus den Augen verlieren: LILLY IST DA! Unsere Kollegin Anika ist Mutter geworden und überglücklich. Es hatte sich ja schon angekündigt in den letzten Monaten, der Bauch wuchs und zu den vielfältigen Interessen einer ausgesprochen guten Buchhändlerin gesellte sich noch ein weiterer großer Themenbereich, der im selben Tempo mitwuchs: Mutter werden mit allem drum und dran. Gefühlt erst vor wenigen Tagen ist sie in den dringenden Mutterschutz gegangen – mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sie immer wieder betonte. Und jetzt ist Lilly schon sagenhafte acht Tage alt und beginnt sich langsam auf dieser Erde einzurichten. Ein gutes Zuhause hat sie sich allemal ausgesucht. Die Eltern sind stolz und fürsorglich – wir sind gerührt. Und wie! Das Einverständnis von Anika und Christian vorausgesetzt, gestatten wir einen kleinen Blick auf den neuen Erdenbürger – einen kleinen verschwommenen Blick, schließlich möchten wir die Privatsphäre der kleinen Lilly von der ersten Sekunde an achten. Wir sagen einfach, herzlich Willkommen, schön, dass du da bist und wenn dich irgendwann mal jemand ärgern will in deinem Leben, sag Bescheid. Wir kommen dann und verhauen ihn! Versprochen! (ts)


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Beim Anblick des ersten Schnees schweifen die Gedanken zurück zu dem kleinen Hügel am Elternhaus, der von allen etwas großspurig »Berg« genannt wurde. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein konnten auf ihm Mutproben mit dem Fahrrad absolviert werden. Wer es schaffte, am Ende zu drehen, ohne in die Büsche zu sausen, war ein Held! Sobald Schnee lag, war der Berg unser »Winterberg«. Unermüdlich ging‘s mit dem Schlitten runter. Runter natürlich viel lieber als rauf. Glücklich war, wer einen Erwachsenen dabei hatte, der den Schlitten wieder den »Berg« hinauf zog. Noch glücklicher, wer einen coolen Schlitten hatte! Meiner war extrem cool, wenn auch auf ganz andere Weise. Mein Opa, der ja handwerklich sehr begabt war, hatte meiner Mutter, als sie ein Kind war, einen Schlitten gebaut. Aus blaugestrichenen Holzpaneelen und mit zurecht gebogenen Eisenkufen. Anfangs fand ich diesen geerbten Schlitten so richtig blöd, er war nicht so schnell wie die neuen Holzschlitten und erst recht nicht so schnittig wie die aus Plastik. Natürlich gab es keinen neuen, schließlich war der, im wahrsten Sinne des Wortes, »alte« noch gut. Und wenn Opa und ich die Kufen mit Kerzenresten bearbeiteten, fuhr er sogar fast so schnell wie die anderen. Vielleicht war es dieses gemeinsame Pflegen des Schlittens, vielleicht auch Opas Geduld, mit der er mich immer wieder und wieder samt Schlitten unseren Berg hinauf zog – irgendwann war für mich mein Schlitten der schönste und coolste schlechthin. Immerhin konnte keiner meiner Freunde mit einem selbstgebauten Schlitten samt nettem Opa aufwarten. Und eines Tages werde ich den elterlichen Dachboden erkunden, mir den Schlitten und ein paar Kerzenstummel schnappen und den Hügel der Kindheit noch einmal hinunter sausen! (sr)

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tannenbaum 2 Was dem Ganzen vorausging, weiß ich nicht mehr. Vielleicht waren alle ausverkauft, vielleicht konnte man sich nicht einigen, vielleicht waren sie zu groß, zu klein, zu krumm, vielleicht wurde er auch schlicht und einfach vergessen... Jedenfalls standen wir am Morgen des 24. Dezembers ohne Weihnachtsbaum da. Das ging gar nicht – zumindest darin waren wir uns einig! Doch was nun? Opa war ein Tüftler, es gab nichts, was er nicht konnte. Und so verschwand er im Keller und legte los. Die Zeit verging, nur ab und an drang das Geräusch eines Bohrers zu uns hoch. Stunden später tauchte er wieder auf. Mit einem wunderschönen Weihnachtsbaum! Vollkommen perplex schauten wir ihn an. Wie hatte er das bloß wieder hinbekommen? Seine Erklärung war eine ganz einfache: Mit einem Besenstiel, einer Bohrmaschine, etwas Leim und vielen, vielen Tannenzweigen! Und in meiner Erinnerung ist dies immer noch der schönste und geradeste und dichteste Weihnachtsbaum, den wir je hatten! (sr)

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Die Kleinen haben mir eine große Freude gemacht in diesem Advent. Dabei hatte ich Erzgebirgsfiguren noch nie wirklich beachtet. Erst die schöne Weihnachtsgeschichte von Arnd Brummer, die wir in den letzten Tagen sage und schreibe zweieinhalbtausend Mal (alle in Weihnachtspapier eingepackt von Julia und wer sonst noch so eben Zeit hatte! DANKE!) an Freunde und Kunden verschenkt haben, brachte mir das himmlische Orchester etwas näher. Es führte dazu, dass auf den Straßen in unserem Ort wieder mehr geredet wurde. Und wenn in diesen Tagen in Werden von Geflügeltem die Rede war – nicht immer war zwingend die Vorfreude auf den Heiligabend-Gänsebraten gemeint. Im Haushaltswarengeschäft an der Hauptstraße machte man in diesem Jahr mit Erzgebirgsfiguren verstärkt Umsatz und vielleicht wird immer noch gerätselt, warum das so ist. Man stellte mir persönlich viele Orchestermitglieder vor, darunter einen Hornisten aus dem Jahre 1952. Die rührendste Geschichte erfuhr ich allerdings von einer lieben Kundin, die mich vor meinem Laden abpasste und mir gestand, dass sie schon die ganze Woche lang tagein, tagaus Bücher kaufen würde, immer in der Hoffnung, wir schenkten ihr unsere kleine Geschichte jedes Mal erneut. Aber das ginge doch auch einfacher, hatte ich ihr gesagt und dann wollte ich doch wissen, was so besonderes sei, an »You’ll Never Walk Alone«? »Mein Vater«, erzählte sie mir, »war Kriegsversehrter mit nur noch einem Arm. Ich war noch ein junges Mädchen als er im Winter 1973 starb. Da können Sie sich sicherlich vorstellen, wie das erste Weihnachtsfest ohne ihn ausgesehen hat. Wenn wir etwas nicht waren, dann in Weihnachtsstimmung. Irgendwann war ich es dann leid und holte wenigstens das Erzgebirgsorchester, das der Vater immer so sehr geliebt hatte, aus dem Keller, kramte es aus der Kiste und baute es auf. Die Familie sah gespannt zu. Und ob Sie es mir glauben oder nicht, als ich die letzte Figur, den Dirigenten aufs Podest stellte, fiel ihm der linke Arm ab… Irgendwie betrachteten wir das als ein Zeichen des Himmels und nachdem sich unser langes lautes Lachen gelegt hatte, war Weihnachten gerettet.« Und da ich doch Thomas heiße – der Ungläubige – wurde ich in ein adventlich geschmücktes Haus eingeladen und durfte den Versehrten fotografieren. Tatsächlich: Er steht auch nach fast vierzig Jahren einer vielköpfigen Weihnachtskapelle vor und sorgt für den richtigen Takt. Ich füge das Beweisfoto an. (ts)

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erinnerung Jutta B. ist in unserem Haus die Frau mit der größten Lebenserfahrung. Im November wurde sie neunzig Jahre alt. Mein letzter Gang an jedem Morgen, bevor ich das Haus verlasse, ist mit einem Becher Kaffee in der einen Hand und der Tageszeitung in der anderen die Treppe hinunter, hinein in das kleine Wohnzimmer, in dem sie mich jeden Tag erwartet. Wir sitzen dann zusammen und reden miteinander. Das heißt, eigentlich redet sie, kommentiert die neuesten Nachrichten, erfreut sich an Lyrik und wenn jemand verreist, hat sie einen aufgeschlagenen Atlas vor sich – schließlich muss man ja informiert sein. Ab und an erzählt sie Begebenheiten von früher. Das macht sie nicht häufig, schließlich möchte sie niemanden nötigen. Gestern Mittag saßen wir eine Stunde beieinander und ich wollte es endlich wissen: »Jutta, welche Erinnerungen hast du an Weihnachten?« Es sei immer ein ähnlicher Ablauf gewesen, erzählt sie mir zögerlich. Eine Woche vor dem Fest wurde das Hauschwein geschlachtet und verarbeitet, der Vater wäre einen Tag vor Heiligabend immer in den Wald gegangen, um heimlich einen Tannenbaum zu schlagen, die gute Stube sei immer geheizt worden an dem Abend (übrigens das einzige Mal im ganzen Jahr) und »wir Kinder sind immer mit einem Gefühl von Erwartung und Beklemmung gleichermaßen in das Weihnachtszimmer gegangen, wenn das helle Glöckchen erklang.« Es wurde gesungen und jede der drei Schwestern bekam ihr Geschenk; eins, mehr nicht. Den Rest des Abends verbrachten die drei dann immer mit einem besonderen Tauschgeschäft. »Natürlich gab für jede von uns einen süßen Teller und wir hatten eine große Freude daran zu tauschen, drei Haselnüsse zum Beispiel gegen eine Paranuss. Unsere jüngste Schwester zog dabei immer den Kürzeren, sie konnte nämlich noch nicht zählen.« Man muss Menschen einfach nur lange genug zuhören. »Da war noch etwas«, erzählt die alte Dame leise in die Dämmerung hinein. »1943. Ich war längst Studentin in Freiburg und meine Schwester war in der Kinderlandverschickung ganz in der Nähe. Ich konnte sie also besuchen. Das Weihnachtssingen fand in einer klirrend kalten, sternenklaren Nacht statt. Bald danach zog uns die Heimleitung an die Seite und steckte uns zwei Zugkarten in die Hand. Wir durften – damit hatten wir nie, nie gerechnet – am Tag darauf die lange Fahrt nach Hause antreten. Wo doch die Weihnachtszüge immer Frontsoldaten vorbehalten waren. Als Wegzehrung bekamen wir am Weihnachtsmorgen jede ein hartgekochtes Ei mit und als wir die eiserne Ration pellten, murmelte ein Soldat zum nächsten ›Ein ganzes Ei für einen alleine. Dass es so etwas noch gibt!‹« (ts)

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Mein Bär war meine erste Liebe. Ich bekam ihn geschenkt vermutlich an Weihnachten 1963 und wer auch immer ihm den Namen gab, der dicke braune Bär hieß von Stunde an Ajax. Im Haus beobachtete er jeden meiner Schritte. Im Bett lag er neben mir, beim Essen saß er vor mir, selbst beim wöchentlichen Bad hockte er auf der Wannenkante und bekam den ein oder anderen unfreiwilligen Spritzer ab. Einen Sturz in die Fluten nahm er mit stoischer Ruhe hin, obwohl dieses eine Mal fatale Folgen für ihn hatte. Da meine Mutter mir nämlich verboten hatte, meinen Ajax mit in die Wanne zu nehmen, musste ich den nassen Bären hinterher ziemlich schnell wieder trocken bekommen. Ich setzte ihn also auf den Kohleherd, wälzte ihn hin und her, bis er nach kurzer Zeit kein flauschiges Fell, sondern nur noch verkokelte, struppige Reste desselben hatte. Unserer Liebe hat das keinen Abbruch getan, im Gegenteil, es schweißte uns nur noch mehr zusammen. Einmal zum Beispiel durfte ich, selten genug, bei meiner Patentante übernachten. Erst abends auf der Couch im kleinen Zimmer fiel mir auf, dass Ajax mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu Hause traurig darauf wartete, dass ich endlich käme, womit mir und meiner Tante eine lange Nachtwanderung beschert wurde. Den ersten Lachkrampf in meinem Leben bekam ich übrigens, als mein Vater an einem Mittwochabend ankündigte, er würde sich das Fußballspiel Borussia Dortmund gegen Ajax Amsterdam im Fernsehen anschauen. Wie konnte man nur einen ganzen Fußballverein nach meinem Bären benennen? Ein bisschen stolz machte es mich allerdings auch. An Weihnachten gab es ein besonderes Ritual. Am Morgen nach der Bescherung stand ich immer als erster auf, nahm meinen Bären und trug ihn ins schwach erleuchtete, immer noch geheimnisvolle Weihnachtszimmer. Es war mittlerweile ausgekühlt, roch aber betörend nach Christbaum, Kerze und dem Zigarettenrauch meines Vaters. Dann zeigte ich meinem Freund all die Sachen, die ich geschenkt bekommen hatte. Ich schwöre, ich kann mich genau erinnern: er brummte immer leise und nickte anerkennend. Ein letztes Mal passierte das am Weihnachtsmorgen 1973. Kurze Zeit später zwang mich das Leben dazu, erwachsen zu werden und für meinen Ajax war kein Platz mehr. Er wanderte in eine Kiste und einige Jahre später, zu einem Zeitpunkt an dem ich überhaupt nichts mehr mit dem kleinen Jungen von früher zu tun haben wollte, warf ich ihn in den Müll. Es war eine der allergröbsten Fehlentscheidungen in meinem Leben. (ts)


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sarah Ein Bär ist wohl ein Garant für Kindheitserinnerungen, aber er ist sicherlich nicht der einzige. Da wird mir im Nachgang an meine kleine Verbeugung vor einem ganz besonderen Freund, doch folgende Geschichte erzählt. Auch diese ist mindestens vierzig Jahre alt und in den Hauptrollen befinden sich eine Mutter, die Puppe Sarah und ein vielleicht fünfjähriges Mädchen, dass noch kein K sprechen kann. Das war aber offensichtlich nicht alles, was die Kleine noch nicht konnte. Ein gewisses Maß an Fürsorge – zum Beispiel für ihre Sarah – fehlte zu diesem Zeitpunkt noch völlig. Oft genug blieb die kleine blonde Puppe nach dem Spielen im Hof liegen, egal ob es nun regnete oder nicht. »Wenn du dich nicht um deine Puppe kümmerst«, muss die Mutter zum wiederholten Male gesagt haben, »ist sie eines Tages verschwunden.« Und tatsächlich, kurze Zeit später verschwand Sarah auf Nimmerwiedersehen. Die Mutter hatte sie schlicht auf die nahe Müllkippe geworfen. Wochen später, die Zeit hatte den Vorfall überdauert, das Weihnachtsfest nahte und das kleine Mädchen wurde nach einem Wunsch gefragt. »Ich wünsche mir vom Tristtindchen meine Sarah zurück«, war wohl der einzige geäußerte Wunsch. Und so machte sich wohl die von Gewissensbissen geplagte Mutter spätabends auf, um den Müllplatz nach der Puppe abzusuchen. Stunden später wurde sie fündig. Sarah hatte gelitten in den Wochen, aber eine Plastiktüte hatte Schlimmeres verhindert. Die Puppe konnte auf jeden Fall gerettet werden. Ein paar chirurgische und kosmetische Eingriffe waren wohl nötig, auch ein Desinfektionsbad, dann lag Sarah unterm Baum. Nach eigenem Bekunden, war es eines der schönsten Weihnachten, das das Kind je erlebt hatte. (ts)


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Es hat für mich immer so etwas wie ein Number-One-Geschenk zu Weihnachten gegeben. Im letzten Jahr war es zum Beispiel eine Uhr, als großzügigen Ersatz für einen dreisten Diebstahl. Als Kind war es einmal ein Fahrrad mit Griffschaltung und Rallyestreifen, obwohl meine Eltern den ganzen Herbst beteuerten, in diesem Jahr sei wirklich wenig Geld für Geschenke vorhanden. Es war vor Jahren ein original Michelinmännchen, das ich tags darauf an mein erstes Auto – einen feuerwehrroten R4 - schraubte oder eine etwas mitgenommene Schallplatte, als es kaum mehr Platten auf dem Markt gab, ich aber keinen CD-Spieler besaß. Ein Geschenk aber werde ich immer in allerschönste Erinnerung behalten. Einige Tage vor Weihnachten kam meine Tochter, die damals vielleicht sechs oder sieben Jahre alt war, zu mir, um schon mal einen deutlichen Hinweis auf ihre Weihnachtsbemühungen zu geben. Diesmal, raunte sie mir ins Ohr, bekäme ich etwas ganz Praktisches. Am Heiligen Abend drückte sie mir dann ein flaches Päckchen in die Hand. Ich öffnete vorsichtig die Klebestreifen und schaute auf ein Kreuz. Zwei Holzleisten waren mit Wachsmalkreide angemalt und wurden mit einem weißen Wollfaden zusammen gehalten. »Das wird dich immer beschützen«, sagte sie und wünschte mir frohe Weihnachten. Was soll ich sagen? Etwas Praktischeres hatte ich tatsächlich noch nie bekommen, immerhin hat der Schwur bis heute hervorragend gewirkt, obwohl es schon einige brenzlige Situationen gegeben hatte in der Folgezeit. Mehr kann man doch nicht erwarten. Vom Leben nicht und erst recht von keinem Geschenk. (ts)

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schlitten 2 Wissen Sie eigentlich, wie schön Schnee sein kann? Wie sehr hätte ich mir Schnee gewünscht, weiße Weihnachten sind einfach großartig. Die Wetterkapriolen der letzten Wochen hingegen einfach ein Graus. Vor 20 Jahren, als ich mit meinem nigelnagelneuen Davos-Holzschlitten auf der Ruhr verzweifelt darum kämpfte vom Eis zu kommen, war das anders. Seit dem ersten Weihnachtsfeiertag saß ich jeden Tag mit meinem Weihnachtsgeschenk vor der Haustür. In den Händen Skiwachs und eine Schweineschwarte. Man möchte vorbereitet sein, wenn denn endlich der lang ersehnte Schnee vom Himmel fällt. So sehr ich aber auch immer wieder bittend Richtung Wolkendecke blickte, nichts passierte. So vergingen mehrere Tage. Es wurde zu einem Ritual. Aufstehen, der Blick aus dem Fenster, nichts. Graue Straßen und gerupfte Bäume, mehr nicht. Meinen Flitzer präparierte ich trotzdem jeden Tag, schließlich ist Vorbereitung alles. Ich konnte es kaum fassen, als ich es schon von meinem Bett aus sah. Freudig springend eilte ich unter der Decke hervor. Es hatte fünf Tage gedauert, aber das war jetzt egal. Nichts konnte mich nun noch aufhalten. »Sei vorsichtig«, hörte ich meine Mutter lauthals hinter mir her rufen, aber da war ich auch schon ums Eck. Der Schellenberger Wald als Ziel auserkoren, mehrere steile Hänge und Pisten wollten gerodelt werden. Und ich rodelte sie alle, vorwärts, kopfüber oder zu zweit. Nur eine Strecke war mir nicht geheuer. Steil war sie nicht, auch besonders gefährlich schien sie nicht zu sein. Und doch, sie hatte etwas Gruseliges. Die Piste war in unmittelbarer Nähe zur Ruhr. Nur die Großen trauten sich tatsächlich hinunter. Bis heute weiß ich nicht, was mich doch auf diese Piste trieb. Die Fahrt war kurz, der Bremsweg zu lang. Ich rutschte auf die Ruhr, unter mir nur eine dünne Eisschicht und in mir ein pochendes Herz. Ich hatte wohl mehr Glück als Verstand. Zentimeter für Zentimeter paddelte ich, auf meinem Schlitten liegend, zum rettenden Ufer. »Sei vorsichtig…«, hallte es in meinem Ohr. (dh)

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Lässt sich das eigene Leben gliedern, auch wenn man sich bewusst ist, dass alle Grenzen fließen? Lassen sich neue Lebensabschnitte an bestimmten Tagen fest machen oder an bestimmten Ereignissen? Und wenn ja, was sind das für Begebenheiten? Den ersten bewussten Schnitt im meinem Leben gab es mit vier und läutete eine heftige Trotzphase ein. An einem lausigen Oktobermorgen erklärte ich meiner Mutter, das Wasser sei mir definitiv zu kalt und ich würde mich fort an nie, nie wieder waschen. Der zweite Schnitt kam verzögert. An meinem zehnten Geburtstag – ein warmer sonniger März-Mittwoch lief ich hinaus auf die Straße und erklärte jedem, der es hören oder nicht hören wollte, ich sei nun erwachsen. Mein Freund Thomas, ein knappes Jahr jünger, ein bisschen tumber, aber leider einen Kopf größer als ich, bestand allerdings darauf, dass ich erst erwachsen wäre, wenn er es auch sei. Er unterstrich seine Aussage mit seiner Faust in meinem Gesicht. Ich musste also noch zehn Monate im Stadium des Kindseins ausharren. An einem Sonntag im Mai, da war ich Anfang zwanzig, stand ich am Rande eines Bolzplatzes als ein Junge mich rief: »Hey, Sie, wollen Sie mitspielen?« Er konnte mich unmöglich gesiezt haben. Aber, was soll ich sagen, außer mir war da keiner und der Junge rief ein zweites Mal: »Hey Sie, ja Sie, jetzt stellen Sie sich nicht so an, wir brauchen noch einen Mann!« Ich erspare Ihnen weitere Schockerlebnisse, nach denen nichts mehr so war, wie noch gerade eben. Auch den Wechseltag eines Mannes. Im Gegensatz zu den Wechseljahren einer Frau, ist es beim Mann ja nur ein einziger Tag, nämlich der, an dem er zum ersten Mal zum Urologen geschickt wird und an den freundlich lächelnden Arzthelferinnen erkennt, die meinen gar nicht mich. Die lächeln immer und schauen einfach durch mich hindurch. Habe ich alles hinter mir. Aber gestern hat es mich wirklich aus der Kurve gehauen: ich stand an der Kasse eines Museums und die freundliche junge Mitarbeiterin des Hauses strahlte mich an, nur um im selben Moment nach meinem Seniorenpass zu fragen, damit sie mir eine Ermäßigung geben könne. Ich lächelte gequält zurück und zahlte den vollen Betrag. Man hat ja seinen Stolz. Auch noch im hohen Alter. Trotzdem, langsam werde ich mich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass meine Uhr tickt, die Zeit langsam abläuft und überlege gerade, ob ich mich als Vorbereitung schon einmal von einem Kollegen mit einem Rollstuhl durch die Buchhandlung schieben lasse. (ts)

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alternative Ich vergesse immer sehr schnell. Wenn ich nach anstrengenden Tagen im Dezember ein bißchen ausspannen möchte, zieht es mich oft dorthin, wo ich bereits einen Teil meiner Kindheit verbracht habe. Ich fahre zur westfriesischen Insel Ameland. Dort freue ich mich dann auf einen besinnlichen-beschaulichen Jahresausklang mit Freunden und einem guten Essen am Abend abseits der bundesdeutschen Böllerei. Bin ich aber erst einmal da, fallen mir all die Dinge ein, die ich doch jedes Jahr aufs Neue erfolgreich verdrängt hatte. Ameländer Jugendliche beginnen bereits am Sylvestermorgen mit der Knallerei und lassen den ganzen Tag über nicht nach, spät am Abend errichten sie sogar brennende Barrikaden auf den kleinen Dorfkreuzungen, um den Autofahrern das Leben schwer zu machen. Und auf gutes Essen kann man lange warten, ist dem Ameländer an einem Tag wie Sylvester die Familie sehr wichtig, was bedeutet, die allerallermeisten Restaurants und Kneipen haben schlicht geschlossen. Doch einmal hatten wir Glück. Durch hartnäckiges Nachfragen erhaschten wir einen Tisch im Restaurant Griffel für viertel vor acht. Hungrig erschienen wir pünktlich, nur um von der hübschen Kellnerin zu hören, wir mögen doch bitte ganz schnell bestellen, wenn wir noch etwas Essen möchten, das Restaurant schließe nämlich um acht... Deshalb entschwinde ich in diesem Jahr Richtung Süden. In dem kleinen Ort Eibelstadt nahe Würzburg steht ein kleines Hotel auf den Grundmauern eines 400-Jahre alten Hofes. Dort versprach man uns ein ruhiges Zimmer, ein anständiges Essen und Sitzen bis zum frühen Morgen. Was will man mehr? (ts)

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Das war’s. Das Jahr ist rum und wir ein wenig müde. Nicht nur die vergangenen vier Wochen waren anstrengend, die ganze Zeit war aufregend. Neben alltäglicher Arbeit haben wir noch en Passant eine neue Buchhandlung gebaut, die eine oder andere Veranstaltung organisiert, einen Kinderbuchalmanach aus der Taufe gehoben, der deutschlandweit große Beachtung findet und zwei schmitzkatzen geschrieben. Das alles haben wir sehr gern gemacht und sie haben auf der Straße, im Laden wie im Netz großen Anteil daran genommen. Dafür möchten wir uns bedanken. Wir empfinden das nicht als selbstverständlich. Es spornt uns an, weiter für sie am Ball (Buch) zu bleiben. Kommen Sie gesund ins neue Jahr. Vielleicht treffen wir uns an der einen Stelle oder in der anderen Situation wieder. Wir würden uns sehr freuen. Und bis dahin: Danke und machen Sie es gut! Dennis Hasemann – Sandra Rudel – Thomas Schmitz

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er h DEZEMBER LOGBUCH gemeinschaftliche Aufzeichnungen von Dennis Hasemann Sandra Rudel Thomas Schmitz

Gestaltung: Dirk Uhlenbrock, www.ersteliga.de © für diese Ausgabe 2013 Edition Schmitz


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Weihnachtsgabe 2013