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NUTZFAHRZEUGE Magazin

STREETSCOOTER ERFOLG AUS VERSEHEN?

#2

2018


EINE LIGA FÜR SICH. DER NISSAN NAVARA. NISSAN NAVARA DOUBLE CAB 4X4 VISIA 2.3 l dCi, 120 kW (163 PS) Leasingsonderzahlung: € 0,– Laufzeit: 60 Monate Gesamtlaufleistung: 100.000 km

Monatliche Leasingrate:

€ 190,–1 (NETTO)

Gewohnt kraftvoll, überraschend intelligent – der NISSAN NAVARA ist ein erfahrener Teamchef, mit dem Sie bei jedem Einsatz bestens aufgestellt sind. Er verbindet die enorme Leistungsstärke eines Pick-ups mit dem komfortablen Fahrverhalten eines Pkws – alles inklusive 5 Jahren Garantie2 bis 160.000 km. Mehr erfahren auf nissan-fleet.de

160.000 KM

AUF ALLE NISSAN NUTZFAHRZEUGE2

DIE NISSAN NUTZFAHRZEUGE. NISSAN. STOLZER PARTNER DER UEFA CHAMPIONS LEAGUE.

Gesamtverbrauch l/100 km: innerorts 6,8, außerorts 5,8, kombiniert 6,1; CO₂-Emissionen: kombiniert 159,0 g/km (Euro 6, Messverfahren gem. EU-Norm). Abb. zeigt Sonderausstattung. 1Berechnungsbeispiel für das gewerbliche Leasing bei einer Laufzeit von 60 Monaten bis 100.000 km exkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Überführung und Zulassung. Gültig für alle bis zum 31.12.2017 abgeschlossenen Leasingverträge für den NISSAN NAVARA Double Cab 4x4 VISIA 2.3 l dCi, 120 kW (163 PS). Leasingbeispiel Gewerbeleasing Plus: ein Kilometerleasingangebot der NISSAN LEASING, Geschäftsbereich der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Jagenbergstraße 1, 41468 Neuss, für Geschäftskunden, die Mitglied in einem Verband mit Rahmenabkommen mit der NISSAN CENTER EUROPE GMBH sind. Nur bei teilnehmenden NISSAN Händlern. 25 Jahre Garantie bis 160.000 km für alle NISSAN Nutzfahrzeug-Modelle sowie für den NISSAN EVALIA. Ausgenommen ist der NISSAN e-NV200, für den 5 Jahre/100.000 km gelten, wobei sich die 5 Jahre Garantie aus 3 Jahren/100.000 km Herstellergarantie und kostenfreien 2 Jahren NISSAN 5★ Anschlussgarantie des teilnehmenden NISSAN Partners zusammensetzen. Der komplette Umfang und Inhalt der Anschlussgarantie kann den NISSAN 5★ Anschlussgarantiebedingungen entnommen werden, die der teilnehmende NISSAN Partner für Sie bereithält. Einzelheiten unter www.nissan.de. NISSAN CENTER EUROPE GMBH, Postfach, 50319 Brühl.


Editorial

Sie arme Sau!

Die Zeiten, in denen (Nutz-)Fahrzeugmagazine einfach nur über neue rollende Vehikel berichtet haben, sind vorbei. Den neuen Sprinter? – Haben wir in unserer zweiten Ausgabe auch dabei. Großraum Japan? Bitte sehr!

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Ersatz muss her. Aber welcher? Ihre Kunden, Ihr Einsatzgebiet – alles in der Stadt nebenan. Die Sonne scheint. Die Vögel zwitschern. In der Luft ein Hauch von Stickoxid. Fahrverbote schimmern am Horizont. Feinstaubalarm. Da geht man nicht mal eben zum Händler des Vertrauens und ordert den nächsten Diesel. Es geht immerhin um reichlich Geld, welches für die nächsten Jahre investiert werden soll. Im alten Transporter wartet noch die teure Inneneinrichtung des Laderaums. Die muss in den Neuen. Und außerdem muss die rollende Visitenkarte noch beklebt werden. Der Arbeitsplatz „Transporter“ ist selten ein beliebig austauschbarer Verbrauchsartikel.

Ausgabe #2 – Mai 2018

Zu lange gewartet? Wartungsstau? Oder einfach Pech gehabt? Auf jeden Fall sind Sie jetzt in Schwierigkeiten. In echten Schwierigkeiten. Denn Ihr Transporter ist kaputt. Das heilige Blechle hat ausgedient, der Schaden ist irreparabel. Sie sind gerade aus dem Flugzeug gefallen. Aber ohne Fallschirm. Spüren Sie den Gegenwind? Denn Sie können auf Ihr Fahrzeug nicht verzichten. Sie brauchen den Transporter. Morgen haben Sie einen wichtigen Auftrag zu erfüllen. Der Wagen ist voll Ware, voll Material, voll Werkzeug.


Editorial

Doch in ein Magazin, das einen Überblick über die Welt der Nutzfahrzeuge geben will, gehört mittlerweile auch ein gewichtiger Teil, in dem über alternative Antriebe berichtet wird. Und das nicht nur theoretisch, weit weg vom Geschehen. Mit dem StreetScooter, dem Coup der Deutschen Post, sind wir mittendrin. Und warum Erdgas eine echte Alternative ist, verraten wir ebenfalls. Nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern vom Fahrersitz. Einen Aufreger haben wir auch: Warum verhindern Politik und Industrie eine Technologie, die den Diesel fit für die Zukunft macht? Die zweite Ausgabe des Nutzfahrzeuge-Magazins führt fort, was wir mit der ersten begonnen haben – lassen Sie uns gemeinsam eintauchen in die spannende Welt der Nutzfahrzeuge.

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Und vielleicht haben wir ja einen Fallschirm für Sie dabei. Also einfach klicken, blättern, lesen!

Ihr

Lutz Odewald


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FOTO | LUTZ ODEWALD

Ausgabe #2 – Mai 2018


Inhalt

INHALT 01

DER BEWEGTE MENSCH 12 MEWA Mit der richtigen Techno­ logie werden Profis nicht nur mobil, sondern auch passend zum Gewerk richtig eingekleidet. Wir fragen einen Experten, worauf beim Einkauf von Berufsbekleidung zu achten ist.

02

DAS BEWEGT UNS 18 DIE FEINSTAUBFRESSER Mit dieser Technologie ist der Diesel noch lange nicht tot!

6

Ausgabe #2 – Mai 2018

26 FIAT Es gibt längst langjährig erprobte Alternativen zum Diesel. Warum Volkswagen und Fiat auf das Gas aus der Erde setzen ... 38 STREETSCOOTER Eine Erfolgsstory, die mit einer Abfuhr begann. Der Streetscooter macht die Deutsche Post zum Autokonzern.


Inhalt

04

DAS BEWEGTE MOBIL

52 DANGEL Vive la France – Allrad aus dem Elsass für fleißige Franzosen. 62 LIQUI MOLY Der Tiger im Tank - warum ein Spediteur aus Sachsen auf die Kraft der Additive aus dem Saarland setzt.

118 SPRINTER Der Branchen-Primus aus Stuttgart setzt in Sachen Verbindung neue Maßstäbe.

UNSERE PARTNER

68 GEDORE Zu Besuch beim größten Schmiedehammer Europas. 80 MATADOR Die schwarze Alternative für preisbewusste Nutzfahrzeug-Piloten. Kupplungslamellen neue

Coverfoto RANTA IMAGES

Ausgabe #2 – Mai 2018

DIE MACHEN BEWEGUNG

104 TOYOTA Die Bully-Alternative aus dem Land der aufgehenden Sonne - viel Transporter zu fairem Preis.

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03

90 NISSAN Kasten klar und gut – der Nissan NV400 ist ein Großraumtransporter der alten Schule. Wir haben den Sumo-Transporter getestet.


W e b s e it e

facebook

Das Sprungbrett in die Welt der Nutzfahrzeuge. Und der ideale Überblick, um sich zu informieren, zu stöbern oder einfach zu schauen, was sich in der spannenden Welt der Nutzfahrzeuge tut. nutzfahrzeuge-magazin.de

Ein Blick hinter die Kulisse. Was stellen die Protagonisten gerade an? Auf welchem Event stecken sie, welches sind die neusten News. Fotos, Videos und Infos auf der schnellsten Community weltweit.

Youtube

In s t a g r a m

Können Nutzfahrzeuge sexy sein? Na klar! Wenn Profis die rollenden Transporthilfen gekonnt in Szene setzen. Und die Idee dahinter stimmt. Videos mit Sinn und dem Gespür für den Nerv der Zielgruppe.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Und wir haben viel mehr als 1000 Bilder. Also sind wir auch da zu Hause, wo Bilder zu Hause sind. Nutzfahrzeuge können auch schön. Vorbeigucken! #nutzfahrzeuge

ILLUSTRATION | HELENA MELIKOV

Nutzfahrzeuge Ausgabe #2 – Mai 2018

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STAY IN TOUCH


Nutzfahrzeuge

HENDRIK PUGGE Der Organisator.

LASSE DREWS Der Ideen-Manager.

Im Laufe des letzten Jahrzehnts gibt es kaum ein Nutzfahrzeugmodell, welches nicht von ihm bewegt worden ist. Wenn er nicht am Steuer von Kastenwagen, Kipper oder Pickup unterwegs ist oder im Büro an den Stories schraubt, gondelt er mit seinem Jeep durch Matsch und Morast. Oder heckt neue Vorhaben rund um das Thema Nutzfahrzeuge aus.

Wie kommt ein ordentlicher Tierarzt, sogar ein promovierter, nur auf diese Seite? Kein Problem, wenn er in unserem Verlag nicht nur für Titel rund um seinen eigentlichen Berufsstand, sondern auch gleich für die Betreuung all unserer Kunden im Bereich Verkauf zuständig ist. Und sich nicht scheut, zwischen Kleintierhaltung, Pflegetag und Automobilindustrie hin und her zu switchen.

Sie wussten noch gar nicht, dass Ihr Unternehmen dringend eine Multimedia-Kampagne, eine Sonderpublikation oder ein Event benötigt? Nach dem ersten Kontakt mit Lasse Drews denken Sie anders. Wikingertour, Advertorial oder YouTube-Channel – think big and think crazy ist das Motto des geborenen Organisators und bekennenden Norddeutschen. KONTAKT mail@nutzfahrzeuge-

Ausgabe #2 – Mai 2018

LUTZ ODEWALD Der Schreiber.

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magazin.de


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Der bewegte Mensch


DER BEWEGTE MENSCH Wir sind den Professionals an die Wäsche gegangen. Wer Hightech nur im Auto sucht, sollte sich folgende Zeilen nicht entgehen lassen!


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FOTO | MEWA

Ausgabe #2 – Mai 2018

Der bewegte Mensch


Text  KATJA RANZ

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Die richtige Handwerkerkleidung für jede Gelegenheit finden

Ausgabe #2 – Mai 2018

Der bewegte Mensch

Kleider machen Hand­ werker!


Der bewegte Mensch

DRINNEN ODER DRAUSSEN? Zahlreiche Berufe werden unter dem Begriff Handwerk zusam-

mengefasst, doch unterscheiden sich die Tätigkeiten und Bedürf-

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Ausgabe #2 – Mai 2018

nisse: Ein Dachdecker ist beiArbeitskleidung für Handwer-

spielsweise anderen witterungs-

ker/-innen soll vor allem ro-

bedingten Einflüssen ausgesetzt

bust sein. Doch gibt es durchaus

als ein Möbeltischler. Die Jahres-

noch andere Anforderungen, die

zeiten sollten bei der Wahl der Fir-

an Handwerkerkleidung gestellt

menkleidung ebenfalls berück-

werden. Ob auf dem Bau, im Be-

sichtigt werden – eine Fleecejacke

trieb oder beim Kunden: Für jede

für den Herbst und eine warme

dieser Gelegenheiten muss das

Jacke für den Winter, bestenfalls

Outfit stimmen.

im einheitlichen Look – so sind die Mitarbeiter einer Firma auf

Der Leiter der Produktentwick-

den ersten Blick zu erkennen.

lung bei MEWA Textil-Service,

BÜCKEN, STRECKEN Tipps, worauf bei der Suche nach ODER BODENLEGEN? Mark

Weber,

gibt

hilfreiche

der richtigen Handwerkerklei-

Bestimmte

dung geachtet werden soll.

sind für einige Handwerksberu-

FOTOS | MEWA

Bewegungsabläufe


tiert sich an Outdoor-Kleidung: Sie

dies bei der Wahl der Kleidung:

ist bequem, funktional und sieht gut

längere Jacken für Handwerker,

aus. Die modernen Gewebe sind

die häufig über Kopf arbeiten,

robust, elastisch und angenehm zu

und einen elastischen Hosen-

tragen, außerdem atmungsaktiv

bund für diejenigen, die sich häu-

und schnell trocknend.

Der bewegte Mensch

fe typisch – berücksichtigen Sie

fig bücken müssen. An besonders

MITARBEITER SIND DIE Gewebe der Kleidung extra ver- BESTEN BERATER strapazierten Stellen sollte das stärkt sein, um frühzeitige Ab-

Bei der Planung sollten die Mit-

nutzungen zu vermeiden.

arbeiter miteinbezogen werden, denn sie wissen am besten, wel-

TRADITIONEN UNTERSTÜTZEN

che Anforderungen die Kleidung

Einige Handwerksberufe haben

die neue Ausstattung wird da-

traditionell geprägte Zunftklei-

durch ebenfalls erhöht.

erfüllen muss. Die Akzeptanz für

dung: z. B. Dachdecker und Zimmermänner oder Maler mit ihrer

EXPERTEN FRAGEN

typisch weißen Kleidung. Diese

Unterstützung bei der Wahl der

Traditionen und optischen Vor-

richtigen Arbeitskleidung und

gaben sollten bei der Wahl des

hilfreiche Tipps finden Sie außer-

Outfits beachtet werden.

dem bei Textildienstleistern wie MEWA, die Unternehmen euro-

KLEIDUNG, DIE MITDENKT

paweit mit Berufs- und Schutz-

Werkzeuge sind die wichtigsten

kleidung versorgen. „Durch re-

Begleiter eines Handwerkers –

gelmäßige

achten Sie auf genügend Taschen

und Trageversuche kennen wir

und Schlaufen, um diese griffbe-

die Bedarfe der Branchen sehr

reit zu haben.

gut“, erklärt Mark Weber. „Gerne

NICHT NUR FUNKTIONAL, SONDERN AUCH GUT AUSSEHEND Moderne Arbeitskleidung orien-

werksbetriebe ganz individuell“.

www.mewa.de

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beraten wir auch kleinere Hand-

Ausgabe #2 – Mai 2018

Kundenbefragungen


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns


02

DAS BEWEGT UNS

Ist der Diesel wirklich "out"? Auf keinen Fall! Deutsche Ingenieurskunst könnte die Lösung für den Bestand sein. Eine erprobte Alternative für jetzt und heute ist Erdgas. Fiat setzt auf die Kraft des KlimaSchoners. Und warum wird die Post zum Autokonzern? Wir durften stromern.


Das bewegt uns

DER DIESEL DER DIESEL IST TOT? IST TOT?

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Wird heutzutage über den Verkehr der Zukunft gesprochen, fällt der Name Diesel meist gar nicht mehr. Das Image des rußigen Stinkers ist einfach zu schlecht. Die nach wie vor massiven Versuche der Industrie, Betroffenen die nötigen effektiven Maßnahmen in Form von Hardwareumrüstungen zukommen zu lassen, tun ihr Übriges.

Text & Fotos  LUTZ ODEWALD

FOTO | AWAKENEDEYE | ISTOCK


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns


Das bewegt uns

Dabei gibt es längst bezahlbare und effektive Methoden, dem Diesel zu deutlich mehr Sauberkeit zu verhelfen, ohne der Motorentechnologie ihre Effektivität zu nehmen. Ein Beispiel, wie das zu bewerkstelligen ist, stammt von der Baumot Group aus Königswinter. Denn die produzieren ein System, welches im täglichen Einsatz quasi im Vorbeigehen sämtliche Euro-Normen mit Bravour besteht. Auf der Straße, nicht auf dem Prüfstand!

PIPI FÜR DEN AUSPUFF

Zu Kosten, die sehr überschaubar

Wer dem Diesel neue Manieren,

bleiben. Und geeignet auch für äl-

sprich saubere Abgase, anerziehen

tere Diesel.

will, dem wird von Industrie und

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Politik momentan vor allem das Doch nach wie vor treten Zulas-

Update seiner Motorensoftware

sungsstellen auf die Bremse, wenn

nahegelegt. Denn das regelt die

es um die Genehmigung zum Ein-

Verbrennung des Diesels in jedem

satz im Fahrzeug geht. Ein Schelm,

seiner Betriebszustände. In kaltem

wer darin die Verhinderung von

Zustand mogelt die Steuerung die

Technologie und die Besitzstands-

Abgase am SCR-Katalysator vor-

wahrung der Autoindustrie sieht.

bei. Das erhöht den Verbrauch und

Wir haben uns einmal genauer an-

vor allem den Schadstoffausstoß,

geschaut, wie Baumot den Diesel

ist aber nötig, denn so wird der Mo-

auch bei älteren Fahrzeugen wieder

tor geschont. Zudem benötigt der

hoffähig machen könnte – wenn

Katalysator für seine Reinigungs-

sie denn dürften.

leistung eine gewisse Betriebstem-


Das bewegt uns

Die Abgasrückführung setzt sofort

streckenverkehr

erreicht

ein. Dies stresst allerdings den Mo-

wird. Die ist nötig, damit der Harn-

tor, denn so gelangen kalte Abgase

stoff, der im AdBlue enthalten ist,

wieder zurück in die Brennkam-

zu Ammoniak umgewandelt wird.

mer. Damit werden mehr Ruß-

Erst das stürzt sich nämlich heiß-

partikel erzeugt, die sich gern als

hungrig auf die Stickoxide aus der

glasharte Schicht an den Dieselin-

Dieselverbrennung. Produkt die-

jektoren anlagern und so zu Mo-

ser hitzigen Molekül-Liaison sind

torschäden führen können. Und

ungefährlicher Stickstoff und Was-

der Katalysator setzt sich eher zu.

serdampf. Klappt aber alles nicht,

Kurzum: eine technisch eher un-

wenn das Abgas unter 200 Grad

sinnige Maßnahme. Aber Hauptsa-

erwärmt und damit zu kühl ist.

che Maßnahme, mag sich die Poli-

kaum

tik dabei denken. Und da sämtliche Die neu aufgespielte Software un-

Maßnahmen zur Abgasreinigung

terbindet das Kaltstart-Verhalten,

von den Herstellern getragen wer-

das sogenannte „Thermo-Fenster“.

den sollen, sind auch diese an einer ABBILDUNG | XXX

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peratur, die im städtischen Kurz-

Ausgabe #2 – Mai 2018

Mit einem separat eingebauten Heiz­element wird das Abgas in der Frühstartphase des Motors elektrisch vorgeheizt. So "angefeuert" kommt es als heißes Gas im Katalysator an, wo die Reinigungsreaktion sofort beginnen kann.


Das bewegt uns

» Das Prinzip der Ingenieure von Baumot: Sie erwärmen die Abgase „künstlich“ mit einem eigenen Heiz­­element mit 400 Watt Leistung, dem sogenannten „AmmoniakGenerator. « möglichst kostengünstigen Lösung interessiert, nicht an einer möglichst technisch sinnvollen.

VORGLÜHEN FÜR DEN HARNSTOFF Das Prinzip der Ingenieure von Baumot: Sie erwärmen die Abgase „künstlich“ mit einem eigenen

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Heizelement mit 400 Watt Leistung – dem sogenannten „Ammo-

Steuergerät, welches die korrekte

niak-Generator“ – und reduzieren

Menge an Ammoniak freigibt. Die

damit sämtliche Negativeinflüsse

eigentliche Motorsteuerung des

des abgeschalteten Thermofens-

Fahrzeugs bleibt dabei unangetas-

ters drastisch. Der SCR-Kat kann

tet. Das macht die BNOX-Anlage

sofort effektiv mit dem AdBlue ar-

extrem kompatibel, auch mit älte-

beiten, die Reinigungswirkung des

ren Diesel-Fahrzeugen, also Euro

Ammoniaks setzt bereits nach rund

5, teils sogar Euro 4. Rund 95 Pro-

60 bis 90 Sekunden ein. Die schad-

zent aller Euro 5-Diesel sollen sich

stoffreiche Kaltstartphase entfällt.

technisch umrüsten lassen können.

Das Bauteil ist kompakt und findet

Unabhängige Messungen beschei-

daher in nahezu jedem Fahrzeug

nigen dem System eine enorme

seinen Platz. Zusätzlich zu dem

Reinigungswirkung. Mehr als 90

Heizelement benötigt die BNOX

Prozent weniger Stickoxide sto-

getaufte Anlage noch ein eigenes

ßen derart nachgerüstete Fahrzeu-


Das bewegt uns

Der Trick mit dem vorgeheizten Abgas klappt nicht nur bei aktuellen Dieselmodellen, sondern sorgt auch bei älteren Fahrzeugen für nahezu perfekt reduzierte Schadstoffe. Das ist bei Kosten von rund 1500 Euro gerade für Fahrzeuge im Bestand spannend.

ge aus, und das im Betrieb auf der Straße gemessen. Die so erreichten Werte genügen selbst strengen Euro 6-Varianten, die Nachrüstung sichert also wirklich den zukunftssicheren Einsatz der „al-

meter. Vernachlässigbare Größen,

des Dieselmotors steigt um rund

wenn man den aktuellen Wertver-

fünf Prozent. Das liegt vor allem an

lust des Diesels und die drohenden

dem erhöhten Energieverbrauch

Fahrverbote berücksichtigt.

der Lichtmaschine, die das Heiz-

Rund 1.500 Euro veranschlagt

system versorgen muss. Zwei bis

Baumot für das komplette System.

drei Liter AdBlue verbraucht ein

Der Einbau ist in einer Fachwerk-

umgebauter Diesel pro 1.000 Kilo-

statt nach rund einem halben Tag ABBILDUNG | XXX

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Preis der Technik: Der Verbrauch

Ausgabe #2 – Mai 2018

ten“ Schätzchen. Fahrverbote ade!


Das bewegt uns Ausgabe #2 – Mai 2018

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Platz ist in dem kleinsten Motorraum, hier einem Euro-5-Diesel von Volkswagen. Die Effizienz der Baumot-Technologie ist längst nachgewiesen, wird seit langem erfolgreich bei Baumaschinen und anderem schweren Gerät eingesetzt. FOTOS | XXX


Das bewegt uns

www.baumot.de

Fahrverbote nein, blaue Plakette nein - die Allianz von Politik und Industrie mauert gegenüber jeder Lösung zur Dieselkrise. erledigt. Übrigens sind die Experten von Baumot keine Anfänger, sie rüsten schon lange Lkws, Busse und vor allem auch Baustellenfahr-

Das Mauern von Herstellern und

zeuge mit ihren Reinigungs- und

Politik zum Schutz der heimischen

Filtersystemen aus.

Automobilindustrie ist fatal, denn sionen, verursacht durch steigen-

sichtlich, denn weder unsere Bun-

de Zulassungen von Benzinern.

desregierung noch die Automo-

Und die Konkurrenz in Form von

bilhersteller zeigen sonderliches

E-Mobilen, gerade im städtischen

Interesse daran, Hardwarelösun-

Lieferverkehr, wird dadurch groß-

gen nachrüsten zu lassen. Bisher

gemacht. Es ist klar, dass Soft-

haben die Anlagen von Baumot

ware-Updates die Lücke zu den

keine Freigabe des Kraftfahrtbun-

EU-weit vorgeschriebenen Grenz-

desamtes. Damit werden sie auch

werten nicht werden schließen

nicht anerkannt, sollte ein Priva-

können. Es ist also zu befürchten,

tier auf eigene Kosten umrüsten

dass der Diesel weiter unter Druck

und dann auf Euro 6 umschlüsseln

gerät, obwohl die Technik zu sei-

wollen, um damit den Wert seines

ner Säuberung längst vorliegt. Für

Fahrzeugs zu erhalten und Fahr-

Verbraucher und Umwelt ein lang-

verbote zu umgehen.

fristig teurer Bärendienst…

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Zu schön, um wahr zu sein? Offen-

Ausgabe #2 – Mai 2018

schon jetzt steigen die CO2-Emis-


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Ausgabe #2 – Mai 2018

E

Das bewegt uns


Text  LUTZ ODEWALD Fotos  THOMAS STARCK

Das bewegt uns

Alternative E

Fotos  LUTZ ODEWALD

ERDGAS

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Wussten Sie, dass es längst eine saubere Alternative gibt zur reichlich unausgereiften Elektro-Rollerei? – Bezahlbar, längst erprobt, nahezu unerschöpflich vorhanden und heute schon im Einsatz!

Ausgabe #2 – Mai 2018

die echte Alternative E


Das bewegt uns

E

Jahr arbeitete Nicolaus August Otto auch an Experimenten mit Viertakt-Motoren. Ein Jahr später, 1863, wurde die erste Gaskraftmaschine entwickelt. Die Entwicklung eines Viertakt-Motors mit

Methan ist das kleinste Molekül,

Verdichtung eines Gas-Luft-Ge-

welches das Atom Kohlenstoff bil-

misches erfolgte 1876."

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Ausgabe #2 – Mai 2018

den kann. Ein Klunker C, drum herum vier kleine Wasserstoffato-

Während vor und insbesondere

me: fertig ist der Grundbaustein

nach dem Zweiten Weltkrieg Erd-

des Erdgases. Und da die Atome

gas als Antrieb von Fahrzeugen

eigentlich nichts miteinander zu

einen Boom erlebte, verdrängten

tun haben wollen, ist ihre Bindung

die zunächst billigeren Spritsorten

reichlich energiegeladen. Wenn

Benzin und Diesel den flüchtigen

man dem Methan seine Auflösung

Energieträger wieder. Eine Hoch-

erlaubt, geschieht dies explosiv

burg blieb Italien, da in Nordita-

und mit reichlich Knall.

lien Erdgas gefördert wird.

EIN WENIG GESCHICHTE

Während sich alle Welt auf die

Diese Energie, die dem Erdgas in-

Stromer stürzt und hier große

newohnt, lässt die Herzen von In-

Anstrengungen

genieuren schon seit Ende des 19.

werden, um eine klimaverträgli-

Jahrhunderts schneller schlagen.

che Alternative auf die Straße zu

Denn so lange gibt es schon Mo-

bringen, geht Erdgas als Antrieb

toren, die die Energie des Gases in

ziemlich unter. Nutzfahrzeugrie-

Bewegung umsetzen sollen. Zitat

se Mercedes-Benz etwa beerdigt

Wikipedia: "1862 baute Étienne

klammheimlich seine Modellpa-

Lenoir das erste Gasmotorenfahr-

lette. Die Nachfrage ist momentan

zeug, noch bevor es Benzin- und

einfach zu gering, was eigentlich

Dieselfahrzeuge gab. Im gleichen

komplett unverständlich ist.

unternommen


Das bewegt uns

An Tankstellen wird aus Erdgas

übrigens

CNG

(Compressed Natural Gas). Und wie beim Fleischer um die Ecke wird Erdgas nicht in Litern, sondern in Kilogramm abgefüllt. Der Energiegehalt von einem Kilogramm Erdgas entspricht ungefähr 1,5 Litern

ETWAS MEHR TECHNIK Wenn Erdgas für Moto-

» Mit einem Druck von 200 bar wird das Gas in Flaschen gepresst, die im Fahrzeug mitgeführt werden. «

ren genutzt werden will, dann in komprimierter Form. Mit einem Benzin oder 1,3 Litern Diesel.

im Fahrzeug mitgeführt werden.

Überschlägt man die momentanen

Riesenvorteil: Der Motor bleibt

Preise an der Tankstelle, kosten

der gewohnte Otto-Motor. Es er-

100 Kilometer Fahrt mit Benzin

höht sich nur die Kompression,

grob 6,17 Euro, mit Erdgas 3,32

denn das Gas-Luft-Gemisch hat

Euro. Das rechnet sich.

bei Zündung reichlich Wumms im Brennraum. FOTO | LUTZ ODEWALD

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das Gas in Flaschen gepresst, die

Ausgabe #2 – Mai 2018

Druck von 200 bar wird


Das bewegt uns

13 Millionen Tonnen

» Obwohl Erdgas zunächst einmal ein fossiler Brennstoff ist, fällt seine Ökobilanz fast erschreckend gut aus. «

Stroh nicht genutzt. Würde man diese Halme verwerten, könnte man bis zu vier Millionen

Pkws

freundlich

klima-

betanken.

Bis zu 75 Prozent CO2 würden eingespart. Das ist natürlich eine theoretische Betrachtung, denn zum einen benötigt der Acker eiAuch für die Umwelt. Denn CNG

nen Teil des Strohs als natürliche

erzeugt bei seiner Verbrennung

Düngung zurück, zum anderen

nahezu keinen Feinstaub. Obwohl

wird man kaum jemals jeden Halm

Erdgas zunächst einmal ein fossi-

erwischen können. Doch neben

ler Brennstoff ist, fällt seine Öko-

Stroh gewinnt man Bio-Methan ja

bilanz fast erschreckend gut aus.

auch aus Gülle, Klärschlamm und

Stickoxide fallen kaum noch ins

anderen Materialien.

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Gewicht (-96 Prozent), Kohlendioxid wird reduziert (-36 Prozent)

Ganz und gar „öko“ wird es, wenn

– da kommt kein moderner Ben-

Methan komplett aus regenerativer

ziner oder Diesel mit. Noch bes-

Energie gewonnen wird. Audi hat

ser wird es, wenn das Erdgas nicht

eigene Windräder in der Nordsee,

aus fossilen Lagerstätten gewon-

durch die mit der dort gewonne-

nen wird, sondern Bio-Methan ins

nen Energie zunächst Wasserstoff

Spiel kommt. Statt auf den Feldern

und daraus dann Methan zusam-

oder im Stall zu stinken, können

mengesetzt wird. „Power-to-Gas“

die Energieträger quasi an jeder

werden solche Anlagen genannt.

Ecke genutzt werden. Wie eine Studie des Deutschen Biomas-

Und vergleicht man E-Mobilität

se-Forschungszentrums

(DBFZ)

mit Erdgas-Mobilität, dann wird ja

zeigt, werden zum Beispiel allein

auch der Strom aus der Steckdose

in Deutschland jährlich acht bis

nicht rein regenerativ gewonnen,


Aber allein 300.000 verkaufte Fiat

dem reichlich Kohle verfeuert wird

Panda mit "Natural Power"-Auf-

– vom Gewinn der seltenen Erden

kleber sausen auf Europas Straßen

für die Akkus und deren späterer

herum. Fiat spricht von insgesamt

Entsorgung gar nicht zu reden.

740.000 verkauften Gas-Fahrzeu-

Wirft man all dies in die Waagscha-

gen seit 1997. Selbst der so skur-

le, kratzt sich der normal interes-

rile Multipla wurde einst mit Erd-

sierte Bundesbürger verwundert

gas ausgestattet.

Das bewegt uns

sondern durch einen Strommix, in

den Kopf und fragt sich, warum er nicht längst auf Gas umgestellt hat oder warum er auf teure und wenig reichweitentaugliche E-Mobile warten soll.

WAS WIRKLICH ROLLT Wie schon geschrieben, beerdigt die Marke mit dem Stern so allmählich ihre Erdgasmodelle. Ganz anders VW und der Fiat-Konzern: Die pushen den Einsatz von CNG. Während Volkswagen aufgrund seiner Dieselaffäre den Sprung nach vorne wagt – irgendwann muss man ja mal raus aus den Negativschlagzeilen – zieht Fiat weDabei wird unterschieden zwi-

schon aus historischer Sicht Pio-

schen monovalentem Antrieb, bei

niere in Sachen Erdgas. Und den

dem ausschließlich Gas an Bord

Zug in Sachen E-Mobilität hat

ist, sowie bivalentem Antrieb, bei

man in Italien leider komplett ver-

dem der Otto-Motor zusätzlich

schlafen und findet einfach keinen

auf Benzin zurückgreifen kann

bezahlbaren Zugang mehr, um

und daher zwei Tanksysteme mit

hier noch aufzuspringen.

sich führt. Dies ist allerdings wieFOTO | LUTZ ODEWALD

31

Denn eigentlich sind die Italiener

Ausgabe #2 – Mai 2018

gen fehlender Alternativen nach.


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns


FOTOS | THOMAS STARCK

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns

E


Das bewegt uns

D U C AT O

der

deutlich

schwerer

und trübt daher die Verbrauchsbilanz. Doch Reichweitenverlängerung ist ein Argument, denn gerade in Deutschland will die CNG-Technologie – obwohl technisch

längst

ausgereift

– einfach nicht aus den Kinderschuhen. Noch immer gibt es nur rund 900 Tankstellen im ganzen Auto-Musterland, während Diesel und Benzin aus rund 15.000 Zapf-

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Ausgabe #2 – Mai 2018

hähnen sprudeln. Und das trotz der steuerlichen Bevorzugung des

Notbenzintank mit 15 Litern Fas-

Gaspreises, die erst jüngst bis 2023

sungsvermögen – für Handwerker

verlängert wurde.

auf Kurz- oder Mittelstrecke gar kein Problem, zumal die Flaschen

ITALIENISCHES GASMENÜ

unter dem Ladeboden montiert

Der Fiat Ducato mit Erdgasan-

nehmen. Sie fassen 36 Liter Erd-

trieb ist monovalent aufgebaut,

gas und sichern eine Reichweite

besitzt also nur einen sehr kleinen

bis 400 Kilometer.

FOTOS | LUTZ ODEWALD

sind und daher keinen Platz weg-


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns


Das bewegt uns Ausgabe #2 – Mai 2018

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D O B O LO

Der Fiat Doblo Cargo kann mit

Der dritte Nutzfahrzeug-Kandi-

Benzin oder Erdgas verwendet

dat mit Erdgas ist der Mini-Van

werden, er ist bivalent ausgelegt.

Fiorino. Auch er ist bivalent auf-

Der 120-PS-starke Motor mit

gebaut, 45 Liter Benzin und 13 kg

1,4 Litern Hubraum kann daher

Erdgas können getankt werden.

auf 22 Liter Benzin und 24,6 Kilo

Auch hier sitzen die Gastanks un-

Erdgas (mit langem Radstand) zu-

ter dem Ladeboden, kosten daher

rückgreifen. Die maximale Reich-

keinen Stauraum. Die Reichweite

weite gibt Fiat mit 600 Kilometern

geben die italienischen Frohnatu-

an. Da die Gasflaschen unter dem

ren mit optimistischen 960 Kilo-

Fahrzeug montiert sind, bleibt der

meter an.

Laderaum unangetastet. FOTOS | LUTZ ODEWALD


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegt uns


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Im Test

STREETSCOO

– Erfolg aus Verse Aachen


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OTER

ehen

Text  WOLFGANG SCHÄFFER

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Nee, nee, das kann nicht sein! Hinter diesen alten, verrottet wirkenden Backsteinmauern sollen wirklich hochmoderne Elektrofahrzeuge gebaut werden? Das kann eigentlich nicht sein. Und doch, es ist so. In einem ehemaligen Waggonwerk in Aachen baut das Unternehmen StreetScooter die gleichnamigen Elektrotransporter. Unglaubliche 15.000 Stück in diesem Jahr. Die 100-prozentige Tochter der Deutschen Post macht damit etablierten Autoherstellern eine lange Nase.

Ausgabe #2 – Mai 2018

Fotos  OLIVER FARYS


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leisen Piepton - flüsterleise, wenn eine E-Maschine für Antrieb sorgt. „Stille Post“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Lediglich ein paar kleine Lämpchen leuchten auf und zeigen, dass der Transporter bereit zur Arbeit ist. Ich habe mich für den Klassiker, das Modell Work Box, entschieden, um Vor- und gegebenenfalls auch Nachteile des Autos zu testen.

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Also los. Der Wählhebel auf R Einsteigen, losfahren. Der Street-

(Neben R bietet der StreetScooter

Scooter ist ein ganz einfach ge-

auch Eco sowie D für sportlicheres

stricktes Arbeitstier, mit dem jeder

Anfahren), ein leichter Druck mit

auf Anhieb auch ohne langatmige

dem rechten Fuß aufs Pedal und

Einweisung zurechtkommt. Gut,

schon rollt der 4,71 Meter lange,

wer bisher ausschließlich mit Ben-

2,08 Meter breite und 2,04 Meter

zinern oder Dieseln unterwegs war,

hohe Wagen an. Der Raum hin-

der muss sich wohl daran gewöh-

ter dem Auto ist dabei auf einem

nen, dass das Drehen des Zünd-

Bildschirm im Armaturenbrett

schlüssels keine Motorgeräusche

zu sehen. Eine Rückfahrkamera

auslöst. Es bleibt – bis auf einen

ist nämlich serienmäßig an Bord.

FOTO | SVG

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Ausgabe #2 – Mai 2018

» Beim Weg in die Aachener Innenstadt zeigt sich auf Anhieb die große Stärke eines E-Fahrzeugs. «


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VIDEO ABSPIELEN Denn bei aller Einfachheit haben

gen, tritt kräftig aufs Gas, um zu

die Entwickler darauf geachtet,

zeigen, was sein Auto so drauf hat.

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Ausgabe #2 – Mai 2018

dass die Alltagstauglichkeit extrem hoch ist. Rempler beim Zurückset-

Doch sportliche Ambitionen die-

zen können somit weitestgehend

ser Art hat der E-Transporter nun

vermieden werden. Beim Weg

wirklich nicht. Schon bei der Kon-

in die Aachener Innenstadt zeigt

zeption des Transporters, der seine

sich auf Anhieb die große Stärke

Wurzeln in der Rheinisch-West-

eines E-Fahrzeugs. Der Work Box

fälischen Technischen Hochschule

schiebt mit seinem gerade einmal

(RWTH) Aachen hat, ging es vor

51 PS starken Elektromotor beim

allem darum, einen Transporter zu

Ampelstart zügig nach vorn. An-

entwickeln, der vor Ort emissions-

ders als bei Verbrennungsmoto-

frei unterwegs ist und dabei einen

ren liegt das volle Drehmoment

möglichst hohen Nutzwert bietet.

vom Start weg an. Da bekommt selbst der Fahrer des Porsche 911

Das Ziel ist erreicht, daran besteht

auf der Nachbarspur große Au-

kein Zweifel. So kann sich der Fah-


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rer über eine Reihe von werkssei-

Ich jedenfalls fühle mich auf An-

tig installierten Annehmlichkeiten

hieb pudelwohl und bestens aufge-

freuen, die für einen Transporter

hoben hinterm Lenkrad des Work,

keinesfalls die Regel sind. Außer

kann gelassen auf die Bremslich-

der bereits erwähnten Rückfahr-

ter des Elfers schauen, der an der

kamera gibt es eine Sitzheizung,

nächsten Ampel ohnehin wieder

einen

vor mir halten muss.

mehrfach

verstellbaren

Fahrersitz sowie ein in der Länge und Höhe verstellbares Lenkrad.

Ich hingegen muss schon nach we-

Seitenscheiben und Spiegel sind

nigen Kilometern Übung so gut

elektrisch bedienbar, die Front-

wie gar nicht aufs Bremspedal tre-

scheibe ist beheizbar und das In-

ten, da der Elektromotor auch als FOTO | SVG

fotainmentsystem beinhaltet zudem eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung eine

sowie

Navigationsfunktion.

Das kann sich mehr als sehen lassen. Auf der anderen Seite aber steht die Fahrerkabine, mit einer ausreichenden Anzahl an Staufächern und Ablagen, auch für Robustheit. Der komplette Fußraum ist FOTO | SVG

aus einem wasserabweisenden Material gefertigt und der Armaturenträger sowie

Griffe aus hartem Kunststoff. Die Strapazen des tagtäglichen Einsatzes im Lieferverkehr hinterlassen da nicht so schnell unansehnliche Spuren.

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Türen sind ebenso wie die

Ausgabe #2 – Mai 2018

die Innenverkleidungen der


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Fahrwerk leben. Den hohen Nutzwert des StreetScooters schmälert das nicht die Spur.

» Wie groß der wirklich ist, macht der Blick ins Ladeabteil deutlich. «

Wie groß der wirklich ist, macht der Blick ins Ladeabteil deutlich. Hier tut sich generell eine glattflächige Box mit einem Volumen von 4,3 Kubikmetern auf, weder Radhäuser noch sonstige Ausbuchtungen behindern das Stapeln von Kisten oder Paketen. Und auch Ausbauer, wie beispielsweise in diesem Fall Sortimo, haben leich-

Bremse und Generator agiert, um

tes Spiel, ihre Einbauten passge-

mit der beim Verzögern gewon-

nau im Work Box einzubauen. Der

nenen Energie den Akku immer

Zugriff auf die Regale erfolgt ent-

wieder mit neuer Energie zu ver-

weder durch die weit nach oben

sorgen. Für diese Art des Abbrem-

schwenkende Heckklappe oder

sens braucht es nur wenige Kilo-

durch Schiebetüren an den Sei-

meter im Stadtverkehr, dann hat

ten. So lässt sich fast jede spezielle

man den Bogen raus. Zumal es in

Anforderung eines Handwerks-

der City ohnehin immer nur mit gemäßigtem Tempo

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Ausgabe #2 – Mai 2018

geht.

voranDement-

sprechend lässt es gut auf

sich

auch

mit

dem

schlech-

tem Straßenbelag etwas hölzern wirkenden


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Fragen, die schnell zu beantworten sind. Zu haben sind die kurzen Versionen mit einem Akku, der entweder 20 oder 40 Kilowattstunden (kWh) leistet. Das Ladevolumen beträgt 720 beziehungsweise 585 Kilobetriebs oder eines Paketdienstes

gramm. Ebenfalls unterschiedlich

umsetzen. Auch, weil zur Ange-

sind natürlich die Reichweiten

botspalette von StreetScooter in-

und Ladezeiten. In sieben Stun-

zwischen auch ein „Work Pure“

den ist die kleinere Batterie an

(reines Fahrgestell, auf dem unterschiedliche

Aufbau-

ten stehen können) sowie ein „Work Pick-up“ zählen. Alle drei Modelle sind als L auch in einer Langversion (5,78 Meter/Pickup 5,84 Meter) zu haben. Doch zurück zum Work Box, mit dem die Fahrt durch Aachen geht. Der Klassiker erregt selbst in der Stadt, in der er beheimatet ist, noch immer

oder später am Baumarkt – immer wieder wird der E-Transporter

begutachtet

oder es kommen Fragen zum möglichen Ladevolumen, zur Reichweite oder zur Ladezeit.

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der Altstadt direkt am Dom

Ausgabe #2 – Mai 2018

große Aufmerksamkeit. Ob in


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Ausgabe #2 – Mai 2018

» Fast 70 Kilometer gefahren, Radio an, Navigation aktiv, Heizung zum Ausprobieren zwischenzeitlich mit voll Power im Einsatz, Licht eingeschaltet und dazu noch viele Stopps … «


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einem 230-Volt-Anschluss kom-

rerplatz – auf dem auch Fahrmo-

plett aufgeladen, etwa 13 Stun-

dus, Ladezustand und Serviceinfos

den dauert es bei dem großen

abzulesen sind – noch immer eine

Akku. Die Reichweiten liegen laut

Reichweite von mehr als zehn Ki-

Normwert bei 113 und 232 Kilo-

lometern an. Das ist beim Einsatz

metern. Doch StreetScooter spielt

so vieler elektrischer Verbraucher

hier mit offenen Karten, gibt 80

beeindruckend. Vor allem auch,

und 145 Kilometer an. Quasi als

da der Work Box außerhalb der

Garantiesiegel spricht das Unter-

Stadtgrenze auf teilweise stark

nehmen in dem Zusammenhang

ansteigenden Strecken immer mal

von „Post approved“. Denn bei der

wieder unter Beweis stellt, dass er

Deutschen Post laufen die front-

selbst da nicht schlapp macht.

getriebenen E-Transporter nun schon seit einigen Jahren, bewei-

Zurück auf dem Gelände von

sen im alltäglichen Einsatz nicht

StreetScooter stelle ich den Wagen

nur ihre Zuverlässigkeit, sondern

in eine lange Reihe von E-Trans-

eben auch die Angaben zu realen

portern, deren Kunststoffkarosse-

Reichweiten. Die lassen sich nach dem Tag und um Aachen herum auf alle Fälle bestätigen. Fast 70 Kilometer gefahren, Radio an, Navigation aktiv, Heizung zum Ausprobieren zwischenzeitlich mit Vollpower im Einsatz (es wird schnell warm), Positionslicht vorn, Bremslicht und vordere Blinker in LED-Tech-

rien in Weiß, Gelb (der Post vorbe-

nologie,

H7-Frontscheinwerfer

halten) oder Kommunal-Orange

mit Höheneinstellung für Lasten-

eingefärbt sind. Auffällig sind die

niveauausgleich) und dazu noch

massiv ausgeführten Stoßfänger

viele Stopps – dennoch zeigt das

und Schutzleisten, die bei mögli-

Kombiinstrument vor dem Fah-

chen Parkremplern einen ersten

Ausgabe #2 – Mai 2018

eingeschaltet (Tageslicht,

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Licht


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StreetScooter nicht. 35.950 Euro kostet der

ausschließlich

in Weiß erhältliche

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Work Box mit dem Schutz bieten. Klasse ist auch, dass

20 kWh Akku, 40.950 Euro, wenn

diese Teile, ebenso wie die Außen-

die größere Batterie eingebaut ist.

spiegel, verschraubt sind. Damit

Der Pure – in Weiß und Orange

lassen sie sich schnell, leicht und

zu haben – auf dessen Fahrgestell

damit vermutlich auch kosten-

inzwischen auch Kühlaggregate

günstig austauschen, sollten sie

und andere Spezialaufbauten ge-

trotz Rückfahrkamera und se-

testet werden, beginnt bei 31.950

rienmäßig vorhandener elektro-

Euro. Wer sich für den Pick-up

nischer Stabilitätskontrolle doch

entscheidet, der muss mindestens

einmal beschädigt werden. Ich

33.950 Euro berappen. L-Versio-

hab den Work Box glücklicher-

nen kosten 4.500 Euro mehr. Alle

weise unbeschädigt wieder bei

Preise verstehen sich ohne Mehr-

StreetScooter abgeliefert, musste

wertsteuer. Sowohl die günstigen

deshalb nicht Hand anlegen und

Reparaturmöglichkeiten als auch

ausprobieren, wie lange es dauert,

die

einen Stoßfänger auszuwechseln.

und der geringe Verschleiß ma-

Lediglich das Anschließen an die

chen sich auf Dauer aber bezahlt

Ladesäule habe ich mir nicht neh-

und relativieren die Anschaf-

men lassen. Das ist mit wenigen

fungskosten. Zudem sind sämt-

Handgriffen erledigt.

liche StreetScooter vor Ort eben

niedrigen

Wartungskosten

ohne Emissionen unterwegs und Was fehlt? Natürlich der Blick auf

werden damit auf Dauer ungehin-

die Preisliste. Dabei wird klar: Wirk-

derte Zufahrt in alle Innenstädte

lich günstig sind die Produkte von

haben.


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Ausgabe #2 – Mai 2018

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Die machen Bewegung


03

DIE MACHEN BEWEGUNG

Wie kann man Allrad in Fahrzeuge bekommen, die sonst nur mit einer angetriebenen Achse unterwegs sind? Und was unterscheidet einen chemischen SchraubenschlĂźssel (Additiv) von einem echten Hammer (Stahl)?


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Die machen Bewegung


Text & Fotos  LUTZ ODEWALD

Die machen Bewegung

Im Portrait

DANGEL

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Schon zu Zeiten von seliger Ente und R4 gab es Tüftler, die unter das frankophone Blech mehr als nur eine Antriebsachse gezaubert haben. Eine erste Adresse dafür war und ist das elsässische Sontheim. Wir waren in der legendären Allradschmiede von Dangel und haben geschaut, wie aus braven Nutzfronttrieblern stattliche Geländemeister werden.

Ausgabe #2 – Mai 2018

FRANZOSENKRABBLER


Die machen Bewegung

» Bei den neuen Modellen benötigen wir nur noch neun statt früher n 27 Löchern in der Karosse. « Robert Lacker, Dangel-Chef Dangel arbeitet seit vielen Jah-

Expert/Traveller

ren mit den Produkten von Ci-

beizubringen. Ein strategischer

troen und Peugeot. Und auch der

Schachzug, denn Dangel war be-

eine oder andere Fiat – vor allem

reits frühzeitig als Umbau-Part-

in Form des Ducato – erlebte im

ner für die Allrad-Lösung des

schönen Elsass bereits die Ver-

PSA-Konzerns eingebunden. „Wir

wandlung vom schnöden Lasten-

waren direkt bei der Entwicklung

esel zum flotten Offroad-Kracher.

dabei“, erklärt Dangel-Chef Ro-

Rund 40.000 Fahrzeuge wurden

bert Lacker nicht ohne Stolz. So

bisher in Sontheim umgebaut, seit

gelang es, den Aufwand für den

Firmengründer Henry Dangel in

Umbau von Front- auf zuschalt-

den 1970ern den ersten Peugeot

baren Allrad angenehm schlank zu

504 zum veritablen Pistenschreck

halten – etwa durch schon vorge-

umwandelte.

sehene Befestigungspunkte für die

das

Krabbeln

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Ausgabe #2 – Mai 2018

von Dangel zu montierenden TeiJetzt haben die Franzosen tief ins

le. „Bei den neuen Modellen benö-

Portemonnaie

Rund

tigen wir nur noch neun statt frü-

viereinhalb Millionen Euro inves-

her n 27 Löchern in der Karosse.“

tierte der Umbauer in neue Ferti-

Angenehm vor allem für die Kasse

gungsanlagen und Werkzeuge, um

der Kundschaft: „Wir konnten die

der aktuellen Baureihe von Citroen

Preise trotz der Neuentwicklung

Jumpy/Space Tourer und Peugeot

um rund 17 Prozent senken.“

gegriffen:


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Die machen Bewegung


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Die machen Bewegung


Die machen Bewegung Ausgabe #2 – Mai 2018

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» Wir konnten die Preise trotz der Neuentwicklung um rund 17 Prozent senken. «


Die machen Bewegung

Erstaunlich, denn immerhin wur-

nen Liter mehr Kraftstoff. Theo-

den rund 90 Prozent aller Spe-

retisch, da diese Maßnahme nur

zialteile der neuen 4x4 Traction

dann Sinn macht, wenn es grob

Control genannten Allradversio-

wird. Und da dort auch mit dem

nen von Dangel neu entwickelt.

Gaspedal gearbeitet wird, ist der

Für die beiden motorentechnisch

Mehrverbrauch in der Realität na-

identischen Modelle Jumpy und

türlich höher. Dagegen fallen die

Expert wird der Dangel-Umbau

90 Kilo Mehrlast, die für den Ein-

in den Motorenvarianten 2.0L

bau der Visko-Kupplung und der

BlueHDi 120 und 150 CV ange-

zusätzlichen Kardanwelle inklusi-

boten, die die Euro6-Norm er-

ve weiterer Allrad-Komponenten

füllen. Zum Einsatz kommen in

zu Buche schlagen, ganz erfreulich

den kleinen Transportern eine

ins Gewicht. Sie garantieren doch,

Visco-Kupplung und eine eigens

dass die Nutzlast nahezu komplett

entwickelte elektronische Stabi-

erhalten bleibt.

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Ausgabe #2 – Mai 2018

litätskontrolle. Das Setup wird komplettiert durch eine modera-

Und wie schlägt sich der kleine

te Höherlegung um 20 Millimeter

Franzose tatsächlich im Gelände

sowie Schutzplatten unter Motor

und auf der Straße? Die kurvigen

und Getriebe. Auf Wunsch kön-

Straßen des Elsass bereiteten dem

nen allerdings auch beachtliche 60

Kastenwagen naturgemäß keine

Millimeter zusätzliche Bodenfrei-

Probleme, schließlich war er mit

heit die Berührung von Karosse

gewohntem Frontantrieb und al-

und Untergrund vermeiden hel-

len technischen Finessen heutiger

fen. Und auch ein Sperrdifferen-

Vehikel ausgestattet. Flott düst er

zial kann geordert werden.

im Eco-Modus durch kleine elsäs-

Im asphaltierten Alltag treiben

sische Dörfer in den Hügeln rund

den Dangel-Umbau seine ange-

um Sontheim. Erst auf dem fir-

triebenen Vorderräder an, die hin-

meneigenen kleinen Testgelände

tere Achse läuft wie gewohnt ein-

direkt hinter der Fertigung offen-

fach nur mit. Wird der Allrad mit

barte der Dangel-Umbau dann sein

dem Drehschalter am Armaturen-

wahres Naturell. Tapfer erklomm

brett zugeschaltet, gönnt sich der

der Citroen auch steile Anstiege,

Transporter theoretisch rund ei-

watete unerschrocken durch tiefe-


Die machen Bewegung Ausgabe #2 – Mai 2018

59

» Flott düst er im Eco-Modus durch kleine elsässische Dörfer in den Hügeln rund um Sontheim. «


Die machen Bewegung

sere Fahrzeuge auf normalem As-

» Unser aktueller Umbau ist sogar auf der ParisDakar mitgefahren. «

phalt bewegt“, erklären die Dangel-Ingenieure. Das aber bei jedem Wetter und jedem Straßenzustand. Wir durften uns in den Höhenlagen des Elsass durch die letzten Schneeberge wühlen, die der Citroen Jumpy auch auf seinen Straßenreifen locker schaffte. Genau das Richtige, etwa für Wartungsarbeiten an Windkraftanlagen, auf

re Wasserfurten und ließ sich auch

unbefestigtem Baustellengelände

durch abenteuerliche Verschrän-

oder in Feld und Flur.

60

Ausgabe #2 – Mai 2018

kungspassagen nicht aus der fahrerischen Ruhe bringen. Sobald

Wer das Vergnügen hat, sich auf

der Wahlschalter am Armaturen-

dem Firmengelände ein wenig ab-

brett auf „4WD“ steht, spielen die

seits der modernen Fertigungs-

Hinterräder beim Antrieb mit und

straße umzuschauen, entdeckt ver-

sorgen für den nötigen Vortrieb,

dächtig aufgerüstete und beklebte

wenn es matschig, rutschig oder

Mobile, die offensichtlich nicht für

uneben wird. Noch einen Dreh

Werkstatt oder Warentransport

weiter, und die Differenzialsperre

gedacht sind. „Unser aktueller Um-

sorgt dafür, dass auch dann Kraft

bau ist sogar auf der Paris-Dakar

an die Achse fließt, wenn ein Rad

mitgefahren. Und zwar ohne einen

in der Luft hängt. So wühlt sich

technischen Defekt“, wirft sich Ro-

der kleine Franzose auch dreibei-

bert Lacker stolz in die Brust. Der

nig wieder in rettende Gefilde.

Manager lebt seine Marke.

Offroad-Wunder darf man natür-

Der neue Liebling aller ländlichen

lich nicht erwarten, denn trotz

oder alpinen Postboten, Wind-

des Allrads sieht auch Dangel den

kraftversorger,

hauptsächlichen Einsatz seiner

cher, Kleinwohnmobilisten und

Krabbelkünstler auf der Straße.

Handwerker wird durch den Um-

„Zu rund 75 Prozent werden un-

bau rund 6.600 Euro teurer. Die

Baustellenbesu-


Die machen Bewegung

können sich schnell lohnen, wenn Schneewehe

oder Matschpiste die Zufahrt blockieren und der Auftrag verloren geht. Die Wartungsintervalle sind auf freundliche 40.000 Kilometer ausgedehnt worden. Allein die Visco-Kupplung möchte einmal im Jahr die Werkstatt sehen. Der in Deutschland für den Vertrieb zuständige Spezialist De Bondt weist darauf hin, dass für den geplanten Umbau die Option K601 beim Peugeot- oder Citroen-Händler anzugeben sei. Die Verwandlung zum Allradler wird dann im Zwei-Rechnungs-Geschäft durchgeführt.

www.dangel.com

FACTS AUTOMOBILES DANGEL GRÜNDUNG 1968 durch Henry Dangel STANDORT Sontheim / Elsass ALLRADUMBAUTEN SEIT 1980 MITARBEITERZAHL 100 PRODUKTION - bis 15 Fahrzeuge täglich - alle 44 bis 50 min ein Fahrzeug VERTRIEB UND KONTAKT IN D De Bondt fahrzeugaufbauten.info

Ausgabe #2 – Mai 2018

Termindruck

61

im


Ausgabe #2 – Mai 2018

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Der DieselDoper

LIQUI MOLY

Text & Fotos  LUTZ ODEWALD

Die machen Bewegung

Technologie

Dirk Sauer ist Überzeugungstäter. Der Spediteur aus dem sächsischen Frankenberg schwört auf die Additiv-Technologie von Liqui Moly. Warum es das Schlückchen extra sein muss, hat er bei einem Besuch verraten.


Schlaf hat ihm offensichtlich nicht

stoff oder Schmiermittel genie-

geschadet, denn Sauer nutzte die

ßen häufig eine ähnliche Reputa-

„echte Goldgräberstimmung da-

tion wie Warzensalbe, Wahrsager

mals“ und verfügt heute über ei-

oder Wunderheiler. Braucht kein

nen Fuhrpark mit 25 Fahrzeugen,

Mensch, und bitte nicht in meinen

17 Angestellten sowie einer eige-

Motor. „Totaler Quatsch,“ ist sich

nen Werkstatt. Seine Lkws kauft

Fahrzeuge kreuz und quer durch

der Sachse ge-

die Republik flitzen, ist der Um-

braucht, meist di-

gang mit den Zaubermittelchen

rekt nach Auslauf

kein Hexenwerk. Der Franken-

des

berger ist überzeugt vom zusätz-

trags des Vorbe-

lichen Schluck aus der Pulle. „Wir

sitzers. Dadurch

hier im Osten hatten schon vor

sind im Fuhrpark

der Wende mit minderwertigem

alle großen Na-

Diesel und Ölen zu kämpfen. Da-

men

her ist der Umgang mit Additiven

Gewartet

und

für uns Alltag gewesen“, begrün-

repariert

wird

det der Spediteur seine unvorein-

in der eigenen

genommene Haltung.

Werkstatt,

Leasingver-

vertreten.

bis

hin zur MotorenDer 45-jährige Unternehmer ist es

instandsetzung.

gewohnt, mit seinen Fahrzeugen

„Ich hab zwei wirklich gute Leute

sorgsam umzugehen. Schließlich

hier, die sorgen sich um alles“, er-

ist er ein echter Selfmademan und

klärt Sauer seine Strategie. An sei-

hat nach der Wende ganz klein an-

ne Fahrzeuge lässt er nur sehr un-

gefangen. „Ich bin nachts Taxi mit

gern fremde Finger: „Wenn einer

einem Kleinbus eines Verwandten

liegenbleibt, fahren wir los und

gefahren. Umsonst. Dafür durf-

machen den Lkw wieder flott oder

te ich tagsüber den Transporter

schleppen ihn notfalls bis hier-

benutzen, um Kühlschränke zu

her ab. Kommt aber nur ein- oder

transportieren.“ Der mangelnde

zweimal im Jahr vor.“ Die häufigste

Ausgabe #2 – Mai 2018

der Sachsenspedition, für den 25

» Wir hier im Osten hatten schon vor der Wende mit minderwertigem Diesel und Ölen zu kämpfen. Daher ist der Umgang mit Additiven für uns Alltag gewesen. «

63

Dirk Sauer sicher. Für den Chef

Die machen Bewegung

Zusätzliche Additive für Kraft-


Die machen Bewegung

» Wir sind da stark, wo nicht umgeladen werden darf, etwa bei Andruckwalzen von großen Druckmaschinen. Das ist unsere Nische. «

auch die Fahrer alle. Wer da etwa vor dem Berg den Tempomat nicht ausmacht, dem ziehe ich die Sicherung raus.“ Die Spezialität der Sachsenspedition sind Maschinentransporte:

64

Ausgabe #2 – Mai 2018

„Wir sind da stark, wo nicht umSchadensursache sind abgerauch-

geladen werden darf, etwa bei An-

te Kupplungen. Rund drei bis vier

druckwalzen von großen Druck-

Jahre hält der Unternehmer seine

maschinen. Das ist unsere Nische.“

Fahrzeuge, dann werden sie wie-

Dabei legen die Lkws von Sauer

der weiterverkauft.

zwischen 8.000 bis 10.000 Kilometer pro Monat zurück. „Das

Der Verzicht auf neue Fahrzeu-

war auch mal anders. Wir hatten

ge und damit auf Rundum-sorg-

schon 45 Mitarbeiter, haben deut-

los-Pakete zwingt den Spediteur

lich längere Touren gefahren und

zur Vorsicht: „Wir müssen ver-

auch Fremdaufträge angenom-

schleißarm arbeiten. Das wissen

men.“ Doch der Konjunkturknick


Stressfreier ist er auch dank Liqui Moly unterwegs. Dabei kam die Zusammenarbeit mit den Ulmern eigentlich eher aus einer Notlage

Die machen Bewegung

» Liqui Moly bot den Ölcheck kostenlos an und kam dem Übeltäter auch auf die Spur. «

heraus zustande. „Wir hatten kurz nacheinander zweimal einen Motorenplatzer. Und haben dann alle anderen Fahrzeuge gleich mit gecheckt. Resultat war gleich in mehreren Fahrzeugen richtig Pudding in den Ölwannen. Und da haben wir jemanden gesucht, der das für uns analysiert.“ Liqui Moly bot den Ölcheck kostenlos an und kam dem Übeltäter auch auf die Spur. Der Öllieferant hatte nämlich minderwertige Ware geliefert. Das Motorenöl war mit Altöl gestreckt. „Da habe ich zum einen sofort den Hersteller gewechselt. Und bin Aktion bei Liqui Moly gelandet.“

Sauer hat vorsichtig werden las-

Seit mehr als fünf Jahren ist Sauer

sen. „Heute fahren wir nur noch

mittlerweile überzeugter Kunde,

für unsere eigenen Kunden. Da

„auch wenn es auf den ersten Blick

bleibt unterm Strich genau so viel

etwas teurer ist“. Doch der Spedi-

hängen wie bei der ganzen Auf-

teur vertraut der Marke mit dem

tragsfahrerei. Und ich lebe deut-

„Made in Germany“-Siegel. „Auf

lich stressfreier.“

Dauer fahre ich damit auf jeden

65

2008 brachte einen Einbruch, der

Ausgabe #2 – Mai 2018

natürlich dank der


Die machen Bewegung

Fall

preiswerter,

toren kann man einen subjektiven

denn ich schone

Einfluss von außen, etwa durch

meine

Motoren.

den Fahrer, ausschließen. Und

Und dank der Zu-

schon da haben wir rund drei Li-

sammenarbeit mit

ter pro Stunde an Diesel gespart.“

dem

Außendienst

„Auf Nummer Sicher“ lautet die

von Liqui Moly habe ich auch mei-

Devise von Dirk Sauer: „Wir

ne Ölsorten auf wenige Produkte

wechseln

herunterfahren können und be-

schon nach rund 80.000 Kilome-

komme so natürlich einen ande-

tern mit kompletter Motorölspü-

ren Einkaufsrabatt.“

lung. Da sind wir akribisch, und

unsere

Motorenöle

66

Ausgabe #2 – Mai 2018

das zahlt sich für uns auch aus.“ Sauer hat sich auch mit den ande-

Getankt wird fast ausschließlich

ren Produkten von Liqui Moly be-

auf dem Betriebshof, nur selten

schäftigt. „Zunächst habe ich das

unterwegs. So steuert Sauer auch

Super Diesel-Additiv getestet. Wir

die Qualität des verwendeten Die-

haben zwei Blockheizkraftwer-

sels, dem er das Super Diesel-Ad-

ke im Einsatz, im eigenen Betrieb

ditiv von Liqui Moly beifügt. „Das

und auch in einem privaten Fern-

wirkt wirklich. Zum einen bestä-

wärmenetz. Mit den Stationärmo-

tigen die Fahrer, dass der Motor


Kessel haben, darf man sicher sein, dass Dirk Sauer in seiner Sachsenspedition auch weiter das eine oder andere Schlückchen Zauber-

Die machen Bewegung

» Probleme mit dem Diesel im Winter haben wir auch keine mehr, selbst bei knackigen Temperaturen. «

saft für seine Motoren einsetzen wird.

FACTS runder läuft. Dann mussten wir bisher nach rund 200.000 Kilometern die Injektoren wechseln. Jetzt sind nach der gleichen Distanz kaum noch Reparaturen oder gar ein Injektorentausch nötig.“ Und während der Redakteur ob der Kälte beim Rundgang durch den Betrieb auf und ab hüpft, fällt dem mobilen Sachsen ein weiterer Vorteil beim Einsatz eines anderen Additivs ein: „Probleme mit dem Diesel im Winter haben wir

SACHSENSPEDITION GRÜNDUNG 1991 FAHRZEUGE 25 Einheiten MITARBEITER 17 FAHRER deutsch, polnisch SPEZIALITÄT nationale Maschinentransporte

auch keine mehr, selbst bei knackigen Temperaturen. Da setze ich ‚Diesel

von Liqui Moly mit Produkten wie dem Additiv „Motorspülung“ oder dem „DPF-Schutz“ weitere kostbare Mixturen im

67

Und da die Hexenmeister

Ausgabe #2 – Mai 2018

fließ-fit‘ ein.“


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Die machen Bewegung


Firmenporträt Gedore

Die machen Bewegung

Im Portrait

DER HAMMER IN REMSCHEID

69

So draufhauen wie die Werkzeugmacher aus Remscheid kann keiner. Was niemanden verwundert, denn sie haben den Größten. Und zwar den größten aller Schmiedehämmer, die in Europas Werkzeugbau im Einsatz sind. Und das soll auch so bleiben.

Ausgabe #2 – Mai 2018

Interview & Fotos  LUTZ ODEWALD


Die machen Bewegung

Wenn das stählerne Trumm auf

Stahl- und Werkzeugbau – dort,

den

Eisenrohling

wo das Herz des deutschen Me-

knallt, dann jagen die Schock-

tall- und Werkzeugbaus noch heu-

wellen die Beine hoch. Denn ob-

te schlägt. Und es schlägt laut und

wohl der gewaltige ölhydraulische

hart, mit mehr als 125 kJ. (Um-

Schmiedehammer von Lasco ein

rechnung in Tonnen?)

glühenden

70

Ausgabe #2 – Mai 2018

eigenes Fundament besitzt, tief im Boden der Industriehalle veran-

Die Jungs, die mit langen Zangen

kert, ist die Wucht der Schläge so

die schweren Rohlinge (bis zu 85

groß, dass die Vibrationen bis in

Kilo Gewicht) aus dem Schmie-

die Haarspitzen zittern. Wir sind

deofen nehmen und unter dem

ganz dicht am Herzen des Rem-

Hammer platzieren, könnten mit

scheider Traditionsunternehmens

der Nummer auch im Zirkus auf-

Gedore. Ganz dicht an Tradition,

treten. In jeder Hand einen vol-

am Geruch von heißem Eisen, an

len Bierkasten am ausgestreckten


Übung. Lärm, Hitze und der immer wiederkehrende Schock des

Die machen Bewegung

der glühenden Esse eine leichte

gewaltigen Hammerschlags – das Schmieden von Werkzeug kann sehr archaisch sein. Eigentlich, so verrät es mir Geschäftsführer Chris Metzler im Gespräch, müsste man die Hämmer der gewaltigen Schmiede – insgesamt vier – mittlerweile wegrationalisieren: zu viel Handarbeit, zu viele Bearbeitungsschritte bis zum fertigen Produkt, viel zu aufwendig und kostenintensiv. Schließlich ist Gedore ein innovatives Unternehmen, an dessen Tore längst schon die Herausforderungen der Industrie 4.0 klopfen. Doch die rund 60 Mitarbeiter hier und ihre antiquiert wirkenden, urtümlichen Werkzeuge in einer der ältesten Produktionsstätten Gedores sind wichtig für hernd 100-jährigen Betriebes. Hier schlägt nicht nur ein Hammer auf Stahl ein. Hier wird Qualität in den Stahl geschlagen: Nicht billig, kein Guss, kein Fernost. Eine Qualität, die Gedore zu einem der Vorzeigeunternehmen der deut-

Ausgabe #2 – Mai 2018

das Selbstverständnis des annä-

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» Hier schlägt nicht nur ein Hammer auf Stahl ein. Hier wird Qualität in den Stahl geschlagen. «

Arm: für die starken Männer an


Die machen Bewegung

schen Werkzeugbranche gemacht

Steuerung des Hammers vollstän-

hat. Seit fast einhundert Jahren.

dig erneuert, wodurch die gesamte

Wenn es um ihre Schmiede geht,

Bedienung jetzt den neuesten Stan-

müssen die Controller bei Gedore

dards entspricht und damit noch

ihre Excel-Tabellen beiseite legen.

prozesssicherer ist. Die Gesenke

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Ausgabe #2 – Mai 2018

werden jetzt mit SchraubspannUnd so wurde der größte der vier

keilen befestigt statt wie bisher mit

Oberdruckhämmer

jüngst

Schlagkeilen. Dadurch wird ein

nach mehr als 30 Jahren Dauerbe-

werkzeug- und anlagenschonen-

trieb aufwendig überholt und für

deres Arbeiten ermöglicht: High-

weitere Generationen von Werk-

tech trifft Handwerk.

erst

zeug fit gemacht. Dabei wurde der Hammer vollständig demontiert

Das Werkzeug, welches hier und

und komplett überarbeitet: der

in den restlichen Fertigungsstät-

Antrieb, der Hammerbär und sei-

ten von Gedore produziert wird,

ne Führungen ebenso wie die 120

genießt weltweit einen legendären

Tonnen schwere Schabotte und die

Ruf. Legendär, weil es in Sachen

Ständer. Darüber hinaus wurde die

Qualität und Langlebigkeit, aber


Die machen Bewegung Ausgabe #2 – Mai 2018

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» Legendär, weil es in Sachen Qualität und Langlebigkeit, aber auch in Sachen Innovation stets Maßstäbe setzen konnte. «


Die machen Bewegung

auch in Sachen Innovation stets

Schraubenschlüsseln und Loch-

Maßstäbe setzen konnte. Die Ge-

eisen. Die GEbrüder DOwidat

dore-Kassette etwa als Synonym

waren in REmscheid schnell so

für die Steckschlüsselsätze ist im

erfolgreich, dass sie expandieren

Kfz-Handwerk weit verbreitet.

mussten, Mitarbeiter einstellten

Wer bei Gedore malocht, der ar-

und dorthin zogen, wo noch heu-

beitet für den Branchenprimus.

te das Stammwerk beheimatet ist:

Und das will hier, wo Stahl seit

an die Stursbergerhöhe in Rem-

Ewigkeiten in Form und Funk-

scheid-Lüttringhausen.

tion gebracht wird, etwas heißen.

Heute ist das Familienunterneh-

Rundum Tradition – Klingen aus

men nach wie vor im Familienbe-

Solingen, Zangen aus Wuppertal,

sitz der Dowidats. Mit Dr. Chris-

und eben Werkzeuge aus Rem-

tian Dowidat ist bereits die vierte

scheid. Holz und Wasser sind seit

Generation im Unternehmen tätig.

Alters her die Grundbestandteile

Er kümmert sich um Business-In-

der Wirtschaftskraft des Bergi-

novationsmodelle der Werkzeug-

schen Landes. Das Holz wurde zu

fabrik in Remscheid und ist als Ge-

Holzkohle, welches die Schmie-

sellschafter aktiv, genau wie seine

defeuer in Gang hielt. Bis an die

Mutter Karen Dowidat. Längst ist

Oberfläche ziehen sich die reichen

das Unternehmen weltweit auf-

Erzvorkommen im nahen Sieger-

gestellt, hat mehr als 2.500 Mitar-

land. Und das Wasser trieb bald die

beiter an 16 Standorten sowie ein

ersten Hammerwerke und Schleif-

Gesamtsortiment von weit mehr

steine an. Noch 1845 zählte man

als 40.000 Artikeln. Darüber hin-

hier mehr als 600 Schmiede.

aus hat es auf offensichtlich sehr

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Ausgabe #2 – Mai 2018

harmonische Art und Weise ge1919 gründen die drei Brü-

schafft, Tradition und Moderne

der Otto, Karl und Willi Dowi-

gewinnbringend und zukunfts-

dat eine Werkzeugfabrik. Ohne

sicher zu vereinen – so wie beim

großes Kapital, in einem kleinen

Schmiedehammer, der den Boden

Fachwerkhaus, begannen sie mit

zum Beben bringt.

der Fertigung von verstellbaren


Die machen Bewegung Ausgabe #2 – Mai 2018

» Längst ist das Unternehmen weltweit aufgestellt, hat mehr als 2.500 Mitarbeiter an 16 Standorten und ein Gesamtsortiment von weit mehr als 40.000 Artikeln. «

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Im Gespräch mit Chris Metzler


Die machen Bewegung

Im Gespräch mit Chris Metzler Herr Metzler, was zeichnet Gedore heute aus, welches Selbstverständnis haben Sie? Das ist vordergründig natürlich unsere Fertigungskompetenz. Die hat nämlich so keiner der Akteure am Markt. Mehr als 40.000 Artikel, de-

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Ausgabe #2 – Mai 2018

ren weitaus größter Teil nach wie vor „made in Germany“ ist. Das ist unsere DNA, die ist tief in uns verankert. Und das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Dahinter steht aber unsere Verantwortung. Wer gefordert ist, Werkzeug von Berufs wegen in die Hand zu nehmen, der hat es verdient, dass er mit Qualität arbeitet. Und dass er sicher arbeitet.


Wie begegnet ein Unternehmen, welches sich in einem eher konventionellen Umfeld wie dem Werkzeugbau befindet, den Anforderungen an Globalität und Industrie 4.0? Ganz klar durch Innovation. Denken Sie nur an unsere

Die machen Bewegung

» Immer wieder sind wir in der Lage, unsere Werkzeuge noch ein wenig bedienerfreundlicher zu machen, noch etwas sicherer, noch etwas präziser. «

Drehmomentschlüssel. Immer wieder sind wir in der Lage, unsere Werkzeuge noch ein wenig bedienerfreundlicher zu machen, noch etwas sicherer, noch etwas präziser. Dadurch machen wir den Profis die Arbeit leichter und sind in der Lage, uns erfolgreich am Markt zu behaupten. Natürlich arbeiten wir auch international und lernen auch hier dazu. An den meisten unserer Standorte arbeiten wir nicht nur hochprofessionell, sondern auch hochmodern und damit effizient. Eine – zuge-

Schmiedehämmern professionell und gewinnbringend gearbeitet wird! Wo sehen Sie die Wachstumsmärkte von Gedore? Wir haben gerade unsere neue Linie „Gedore red“ vorgestellt. Damit dehnen wir unsere Aktivitäten in preissensible Märkte aus.

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ja schon gesehen. Wobei auch bei den großen

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geben sehr charmante – Ausnahme haben Sie


Die machen Bewegung

Also Baumarkt und Internet? Warum nicht? Warum sollen wir uns neuen und attraktiven Absatzmärkten verschließen? Wich-

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tig ist uns aber, dass unser Markenkern, ob Blau oder Rot, erhalten bleibt. An Qualität und Sicherheit gibt es keine Abstriche, denn das ist unsere unternehmerische Verantwortung unseren Kunden gegenüber. Das ist aber nicht alles. Wir sind seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt aktiv. In Brasilien etwa gibt es Gedore seit mehr als 50 Jahren. Und in In-


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» Es geht uns, den Mitarbeitern, der Unternehmens­ führung und den Eigentümern, darum, die Themen Wirtschaftlich­ keit, Werterhalt und soziale Verantwortung zu dien haben wir bereits verknüpfen. 1960 mehrere Tausend Mitarbeiter gehabt. Die « Menschen in diesen aufstrebenden Märkten haben aber nicht die finanziellen Mittel, sich die teuren Gedore-Produkte zu leisten. Mit Gedore red erschließen wir also auch hier neue Gruppen von Anwendern. Da nehmen wir eine ganz wichtige soziale Verantwortung wahr, so sehen

mensführung und den Eigentümern – darum, die Themen Wirtschaftlichkeit, Werterhalt und soziale Verantwortung zu verknüpfen. Dazu stehen wir. Und fühlen uns durch unseren Erfolg auch langfristig bestätigt.

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Es geht uns – den Mitarbeitern, der Unterneh-

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wir das.


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Im Interview

IM ZWEITEN LEBEN MATADOR

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Mit Stephan Stüwert

Der slowakische Reifenhersteller Matador hat die Welt der Nutzfahrzeuge für sich entdeckt und will sich Marktanteile in dem boomenden Geschäft sichern. Wir konnten mit Stephan Stüwert einen der verantwortlichen Manager zum „Schwarzen Gold“ aus Púchov befragen.


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Interview  LUTZ ODEWALD Foto  LASSE DREWS

Stephan, Du vertrittst mit Matador eine noch recht unbekannte Marke am deutschen Markt. Was macht Matador aus, wo kommt der Reifen eigentlich her? Der Ursprung von Matador liegt in Púchov, in der Nordslowakei. Gegründet wurde das Unternehmen schon 1905 im damaligen Pressburg, heute Bratislava, also noch zu Zeiten der Öster-

» 2015 HABEN WIR 110 JAHRE MATADOR FEIERN KÖNNEN. ALSO GANZ VIEL TRADITION. «

reichisch-Ungarischen Monarchie. Und schon 1925 wurden bei Matador die ersten Reifen hergestellt. 2015 haben wir 110 Jahre Matador feiern können. Also ganz viel Tradition.

Werk Slowakei Puchov Deine Visitenkarte verrät aber, dass in dem Unternehmen heute nicht mehr nur Slowaken das Ruder in der Hand haben. Richtig. Nach einer wechselvollen Geschichte mit unterschiedlichen Besitzern ist Matador

und mit immer neuen Innovationen. 2015 etwa haben wir eine neue Generation von Lkw-Reifen eingeführt. Und seit 2017 haben wir mit der Profilinie MPS 400 einen neuen Van Ganzjahresreifen am Start. Für Offroader haben wir übrigens nicht erst seit 2012 neue Reifen und seit FOTO | MATADOR

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und produziert am originalen Standort weiter

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2007 von Continental übernommen worden


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MPS 400 VARIANT ALL WEATHER 2 Seit 2017 neue Profillinie

2016 den "MP 72" im Sortiment, die haben wir schon seit 1933 auf dem Zettel, damals mit dem ersten

tschecheslowakischen

Geländereifen

"Goliath". Reifen sind nun selten im Fokus von spannenden Geschichten rund um Fahrzeuge. Was macht Matador denn stark? Der

Reifenwechsel

in

der

Werkstatt hat häufig eine ähnliche Bedeutung wie der Besuch beim Arzt. Ohne Reifen geht es nicht, jedoch macht ein Besuch beim Spezialisten sel-

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Ausgabe #2 – Mai 2018

ten Spaß. Nur wenn sie nicht funktionieren, merkt man es sofort. Matador ist heute eine Marke mit Continental-Ent-

» REIFEN HABEN EINE ÄHNLICHE BEDEUTUNG WIE DER ZAHNARZT ODER DIE WERKSTATT. «

wicklungs-Know-how, die sich im Preis-Leistungs-Segment etabliert hat. Wir profitieren hier von den Innovationen und der technischen Entwicklung der Continental-Produkte. Das


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betrifft die verbauten Materialien, deren Mischungen und die Profilgestaltung. Vereinfacht kann man sagen: Wir bieten einfach sehr viel Reifen für das Geld.

Nein. In früheren Zeiten, sozialistischen Zeiten, na klar, da haben wir Skoda oder Lada ausgerüstet. Heute aber wird Matador im zweiten oder dritten Reifenleben eingesetzt. Die Fahrzeuge, deren Halter uns wählen, sind im Schnitt etwa fünf bis zehn Jahre alt, haben die ersten Reifen also runter. Wir sind also echte Spezialisten, wenn es um gute Qualität zu sehr vernünftigen Preisen geht. Du sitzt heute mit uns, also Spezialisten für leichte Nutzfahrzeuge, zusammen. Was bietet Ihr unseren Lesern und Usern denn?

Stephan Stüwert ist seit 2016 als Key-Account-Manager für Deutsch­ land bei Continental Reifen und hier für die Marke Matador verantwortlich. Erste Kontakte mit "seiner" Marke hatte er schon 2007 im Rahmen eines Praxissemesters im dualen Studium bei Continental, bei dem er zwei Monate in Púchov eingesetzt war. Der 34-jährige Norddeutsche hat danach lange im Außendienst das Reifenersatzgeschäft und den Aftermarket betreut, kennt sich im Bereich der Werkstätten sowie rund um das „Schwarze Gold“ also bestens aus.

Das ist auch super, denn genau diesen Markt haben wir genauer unter die Lupe genommen und mit dem "MPS 400" im letzten Jahr einen echten Ganzjahresreifen eingeführt, den ich gern als eierlegende Wollmilchsau für Gewerbetreibende bezeichne: "Echter" Ganzjahresreifen, weil er mit einem Schneeflo-

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Erstausrüster?

Stephan Stüwert

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Wann kommt Matador unters Auto? Seid Ihr


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ckensymbol klarmacht, dass er auch auf winterlichen Straßen eingesetzt werden darf. Das ist ganz wichtig, denn dieses Symbol ist seit 01.01.2018 Vorschrift. Symbole draufkleben ist ja nicht so schwer. Was zeichnet denn Eure Wollmilchsau aus? Eine verlässliche Performance bei allen Witterungsbedingungen. Das ist natürlich immer ein Zielkonflikt innerhalb der Reifeneigenschaften. Unser Ziel ist es immer für jede Kundenanforderung das bestmögliche Produkt anzubieten. Daher funktioniert der MPS 400 eben sowohl im Sommer – kostensparend mit wenig Abrieb auf heißem Asphalt – als auch bei Regen oder Schnee, wenn die Fahrbahn rutschig wird und Grip gefragt ist. Entscheidend ist, wann ich das Fahrzeug unter jeder Bedingung zum Stehen bekomme. Und mit unserer neuen Silikamischung, also den Zutaten, die wir bei der Herstellung verwenden, heben wir diesen Zielkonflikt auf ein neues Niveau.

» IN DEM REIFEN STECKEN ACHT JAHRE ENTWICKLUNGS­ ARBEIT. «

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Und richtig: Symbole draufmalen reicht nicht. In dem Reifen stecken acht Jahre Entwicklungsarbeit. Hast Du noch einen Tipp parat für unsere Leser, wenn es um die Reifenwahl ganz allgemein geht? Fragt nach Matador! (lacht) Im Ernst: Ganzjahresrei-


die mit ihrem Fahrzeug jeden Tag ihre Brötchen verdienen müssen. Aber auf das Schneeflockensymbol achten! Eure Leser sind ja nicht nur im Sommer Profis, die müssen ihre Fahrzeuge auch bei Regen oder Schnee sicher fahren können.

Die machen Bewegung

fen sind eine gute Wahl für Profis,

» EIN REIFEN IST EIN WERKZEUG, UM DAS FAHRZEUG VON A NACH B ZU BEKOMMEN. «

Und ein Reifen ist ein Werkzeug, um das Fahrzeug von A nach B zu bekommen. Spart der Handwerker bei seinem Werkzeug?

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VIDEO ABSPIELEN

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www.matador-reifen.de


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Matador. Eine Marke von Continental.

DER PROFESSIONELLE ALL ROUNDER Mit Matador-Reifen sind Sie für jede Fahrsituation gewappnet, denn die Reifen werden von Profis entwickelt. Die langjährige erfolgreiche Erfahrung von Matador in der Reifenentwicklung spiegelt sich in seinen dynamischen, effizienten und modernen Produkten wider. Als Teil der renommierten Continental Gruppe besitzt Matador, dank der europäischen Produktion und der technologischen

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Kompetenz, eine lange Tradition bei der Erfüllung von hohen Qualitätsanforderungen.

FOTOS | MATADOR

» DER MATADORREIFEN MEISTERT JEDE HERAUS­FORDERUNG. «


1999 Das LKW Reifen Joint Venture zwischen Matador und Continental startet eine erfolgreiche Partnerschaft. 2015 110 Jahre Marke Matador

1905 Gründung und Eintragung der Marke Matador

2017 Eine neue Van A/S Reifen-Serie MPS 400 Variant All Weather 2, ausgestattet mit M+S und Schneeflockensymbol, wird eingeführt

1925 Die ersten Reifen der Marke Matador werden produziert.

Der professionelle Alleskönner.

MEILENSTEINE

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Matador.

1950 Der erste Reifen im neuen Werk in Puchov wird produziert.

FOTOS | MATADOR

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» 2010 CONTINENTAL ÜBERNIMMT DIE VOLLSTÄNDIGE MEHRHEIT AN MATADOR. «

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1993 Privatisierung der Gumárne Barum Púchov


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Das bewegte Mobil


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DAS BEWEGTE MOBIL

Showdown zwischen Japan und Deutschland - zwei Japaner und ein deutscher Klassenbester in Tests. Nissan und Toyota treffen auf den neuen Mercedes Sprinter.


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R E H C S I N A P R A E J K I S S A L K

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Nis

0 0 4 V san N

Mit 17 bist Du dabei. Die Klasse der Großraum­ transporter rund um Sprinter, Crafter und Co. eint das maximale Ladevolumen. Herrlich viel Platz hinten und reichlich Bumms vorn unter der Haube – das hat der Nissan-Sumo auch. Was er noch hat, haben wir genauer unter die Lupe genommen.


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Text  LUTZ ODEWALD

Der NV400 ist ein Vertreter der

Fotos SVG

reinen Transporter-Lehre. Ähnlich einem Zen-Mönch, der jedes Überflüssige weglässt, bis durch die Askese das Wesentliche zum Vorschein kommt. Kein Elektronik-Schnickschnack, keine Wellness-Oase, kein Bling-Bling. Man merkt dem NV400 an: Hier kommt einer, der malochen will.

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» KEIN ELEKTRONIKSCHNICK­ SCHNACK, KEINE WELLNESSOASE, KEIN BLING-BLING. MAN MERKT DEM NV400 AN: HIER KOMMT EINER, DER MALOCHEN WILL. «

Dazu passt der 2,3-Liter große Turbodiesel, der aus dem Renault-Regal stammt und den es in sechs Stärken gibt. Der 110 PS starke Einstiegsmotor passt, wenn in Länge und Höhe eher an den innerstädtischen Verkehr gedacht wird, die Abmaße und Traglasten also überschaubar bleiben. Wenn neben Material auch Werkzeug mit muss, die Abmessungen größer werden und auch die eine oder andere schwere Maschine an Bord ist, dann dieselt es sich mit 130 PS schon kommod, auch über Land. Für die ganz Eiligen, oder fürs grobe Geschirr, stehen stolze 170 PS zur Verfügung. Um Euro 6 zu erfüllen, verfügt der Nissan über einen extra Ladestutzen für AdBlue. Mit dem Harnstoff im Tank, der während des Verbrennungsprozesses eingespritzt wird,


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lassen sich auch strenge Umweltschutzzonen befahren. Vier Längen und drei Laderaumhöhen lassen sich kombinieren mit

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» MIT DEM SECHSFACH GESTUFTEN TAKTSTOCK LASSEN SICH DIE GÄNGE GUT SORTIEREN, DER GROSSE JAPANER FLITZT FLOTT UM JEDE ECKE ODER BRUMMELT ENTSPANNT IM VERKEHR MIT. «

Front- oder Heckantrieb. Wer es braucht, schnallt sogar Zwillingsreifen auf die Hinterachse. Für unsere Testfahrten kreuz und quer durch den Hannoveraner Großstadtdschungel, aber auch über Stadt und Land im Weserbergland, konnten wir den 170 Pferdchen die Sporen geben. Mit dem sechsfach gestuften Taktstock lassen sich die Gänge im Quickshift-Getriebe gut sortieren, der große Japaner flitzt flott um jede Ecke oder brummelt entspannt im Verkehr mit. Auch nach Zuladung von einer Tonne Nutzlast verlor der NV400 kaum an Puste. Die maximal dreieinhalb Tonnen Zuglast konnten wir allerdings nicht abfordern, es fehlte der Haken am Gefährt. Das zulässige Gesamtgewicht reicht von 2,8 bis zu stolzen 4,5 Tonnen. Die kantige Karosse ist schön übersichtlich und lässt sich gut auch rückwärts in kleinste Lücken manövrieren. Trotzdem macht auch hier eine Rückfahrkame-


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ra Sinn. Zwar will sie kombiniert werden mit einem größeren Infotainment-Paket mit Display, doch schon nach einem Hecktreffer ist die vermeintlich eingesparte Ausgabe wieder futsch, den Ärger gibt es allerdings gratis dazu. Wer sich in einem karg eingerichteten originalen japanischen Dojo wohlfühlt, der versteht die Ästhetik des Innenraums. Es zählt die Funktion. Reichlich Ablagen entschädigen aber für die Kunststoff-Tristesse der Oberflächen, und sie sorgen dafür, dass Fahrers Utensilien nicht haltlos durch die Gegend sausen. Die Sitze sind schön straff und daher nicht nur langlebig, sondern auch für die Langstrecke zu gebrauchen. Das gilt vor allem, wenn sich nur zwei Personen im vorderen Abteil aufhalten. Werden es drei, dann freut sich der Fahrer über seinen Einzelsitz, denn naturgemäß wird es

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auf der Doppelsitzbank dann etwas enger. In Sachen Ausstattung knüpft der NV400 an gewohnte japanische Tugenden an – nicht übertrieben preiswert, aber dank reichlicher Ausstattung schon in der Serien-


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version trotzdem ein Schnäpp-

Vernetzung mit dem Hersteller –

chen. Fahrerairbag, ABS und ESP

das ist nicht das Ding des NV400.

der neuesten Generation, Bergan-

Ein Transporter der alten Schule

fahrassistent und Anhänger-Sta-

eben. Klar, kantig, kernig. Und kos-

bilitäts-Programm

Serie,

tengünstig, denn die Preise für den

ein Beifahrerairbag ist optional

NV400 starten bereits bei 24.600

erhältlich. Wird der Kombi, also

Euro netto.

sind

der neunsitzige Personentransporter gewählt, dann kommt ein Seitenairbag für den Fahrer dazu. Zusätzlich hat der kantige Lasten-Japaner ESP, Klimaanlage, Licht- und Regensensoren sowie Tempomat an Bord. Nicht für Geld und gute Worte gibt es dagegen all die Hightech-Zutaten, mit denen Mercedes und Volkswagen ihre Sprinter und Crafter würzen. Ausgefeilte Telematik? Daten­­übermit­tlung an den Hersteller, um vorausschauende Wartungs­ intervalle mit automa­ tischer

Termin­ vergabe

in

der

Marken­­werkstatt zu kombinieren? Echtzeit-­Naviga­tion mit etlichen

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Zusatz­­funktio­nali­täten? Selbstfahr-­ Funktionen

und

Antikollisions­

system? Lediglich ein Spurhalte­ system ist optional erhältlich. Nicht an Bord. Man könnte es auch so ausdrücken: Bevormundung des Fahrers und unkontrollierbare Datenkrake aufgrund allumfassender

» EIN TRANSPORTER DER ALTEN SCHULE EBEN. KLAR, KANTIG, KERNIG.«


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FACTS NISSAN NV400 Motor |  2,3-l-Turbodiesel Euro 6 mit 110, 130, 145, 163 oder 170PS Euro 6  | ja Verbrauch |  ab 6,4 l/100 km Antrieb |  Vorder-, Hinter- oder Allradantrieb (Allrad über Oberaigner) Länge |  ab 5,09 bis 6,84 m max. Gesamtgewicht  |  4,5 t max. Nutzlast  |  2,2 t max. Anhängelast  |  3.500 kg Preise |  ab 23.290 € netto

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WWW.NISSAN.DE


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Toyotas Proace

Ein Meister der Vielfalt


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Mehr drin, fünf Jahre Garantie und 2500 Euro gespart

Auf dem Markt der leichten Nutzfahrzeuge ist viel in Bewegung und Toyota mischt ordentlich mit. Die Japaner haben das Meistermodell des PROACE neu aufgelegt. Zielgruppe sind Handwerksbetriebe. Angeboten wird nun erstmals eine zweite Variante des mittelgroßen Transporters: Der PROACE Meister MAX. Beide Vertreter der neuen Generation locken mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und einem guten Preis-LeistungsVerhältnis. Text  ROBERT ESCHELMEYER


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Köln

Das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen brummt. Toyota will sich in diesem Segment weiter etablieren und hat mit den neuen Meistermodellen des PROACE einen großen Schritt getan. Um den diversen Ansprüchen der Handwerksbranche gerecht zu werden, setzt das Unternehmen neben Funktionalität und Zuverlässigkeit vor allem auf eins: Vielfalt. Getestet haben wir einen viertürigen PROACE Meister als Kastenwa-

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gen in der Standardlänge L1 (4,96 Meter) mit 1,6-Liter-Dieselmotor und Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Farbe: Basaltgrau – passend zum Kölner Himmel an diesem niederschlagsreichen Frühlingstag. Vom Regen durchnässt bin ich nach der Einweisung durch den Produktmanager froh, mich hinter das Steuer und damit ins Trockene setzen zu können. Das Fahrvergnügen lässt sich durch die Wetterlage nicht trüben. Ich fühle mich gleich wie zuhause, als wäre ich nie in einem anderen Vehikel unterwegs gewesen.


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» das Unternehmen setzt neben Funktionalität und Zuverlässigkeit vor allem auf eins: Vielfalt. «


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» Letzteres bleibt auch auf nassem Asphalt oder bei einer Spritztour über holprige Wald- und Wiesenwege mit tiefen Pfützen nicht auf der Strecke. «

Die 116 Pferdestärken sorgen bei Vorderradantrieb und niedrigem Geräuschpegel für eine flotte Beschleunigung, wobei sich die Gänge sauber

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schalten lassen. Im dichten Stadtverkehr macht die Maschine ihre Sache gut. Der eine oder andere Pkw wird an der Ampel locker abgehängt. Zur Geltung kommen ebenfalls die funktionstüchtigen Bremsen, die geschmeidige Lenkung und das insgesamt angenehme Fahrgefühl. Letzteres bleibt auch auf nassem Asphalt oder bei einer Spritztour über holprige Wald- und Wiesenwege mit tiefen Pfützen nicht auf der Strecke. Dank des wirkungsvollen Traktionskontrollsystems hat man den trotz seiner Größe erstaunlich agilen PROACE selbst bei schwierigen Bodenverhält-


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nissen stets unter Kontrolle. Weitere Features wie serienmäßige Airbags, eine elektronische Stabilitätskontrolle, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, ein Toter-Winkel-Warner oder ein Brems- und Berganfahrassistent runden das moderne Sicherheitssystem ab. Zu haben ist die von uns getestete Version für 24.500,00 € netto. Preisvorteil: 2.500,00 €. Damit kostet sie bei gehobener Ausstattung nur 500 € mehr als das Basismodell. Bei uns waren noch eine Metallic-Lackierung im Wert von 520 € und ein Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera für 900 € dabei – so beträgt der Gesamtwert 25.920,00 €. Den

unter dem Comfort-Preis liegt. Bei der Garantie für den PROACE hat Toyota draufgesattelt. Sie läuft nicht wie werksüblich über drei, sondern über fünf Jahre. Zudem bleibt sie im Falle eines Weiterverkaufs während dieser Zeit europaweit bestehen, was sich werterhaltend auswirken dürfte. Darüber hinaus wirbt der

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Hier erhält man die maximale Ausstattung für eine Summe, die 250,00 €

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Meister MAX gibt es im Angebot ab 25.950,00 € ohne Mehrwertsteuer.


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» Besonders stolz ist man bei Toyota auf die Vielfältigkeit der neuen Generation. «

japanische Hersteller mit attraktiven Leasing- und Finanzierungskonditionen. Das Wartungsintervall von 40.000 Kilometern oder zwei Jahren ermöglicht geringe Unterhaltskosten. Besonders stolz ist man bei Toyota auf die Vielfältigkeit der neuen Generation. Und das durchaus zu Recht. Fünf Karosserievarianten, drei Längen und drei Hecktürkonfigurationen bieten eine breite Palette, um das

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Gefährt dem individuellen Bedarf anzupassen. Neben dem von uns getesteten Kastenwagen, den man auch verglast bekommen kann, steht der PROACE als Kombi, reines Fahrgestell oder mit Doppelkabine zur Auswahl. Die Außenlänge reicht von 4,61 (Compact) bis 5,31 Meter (L2), der Radstand beträgt 2,93 (Compact) beziehungsweise 3,28 m (L1 und L2). Als kürzestes Fahrzeug in seinem Segment stellt der Compact eine Marktneuheit dar. Toyota hat es bei ihm verstanden, die Vorteile eines Kleintransporters, etwa einen Wendekreis von nur 11,3 m, mit den Fähigkei-


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ten eines mittelgroßen Transporters, wie z. B. eine Zuladung von einer Tonne, zu kombinieren. Der Laderaum kommt bei 2,16 m Länge und 1,63 m Breite und 1,40 m Höhe auf ein Volumen von 4,6 m³. Dank des neuen Smart-Cargo-Systems kann er sogar noch vergrößert werden. Hierzu öffnet man die Trennwand durch eine breite Klappe auf der Beifahrerseite zur Fahrerkabine hin. In Verbindung mit einer hochklappbaren Sitzbank erhöht sich die Ladelänge dann beispielsweise für Rohre oder Elektroleitungen um 1,16 m auf 3,32 Meter und das Volumen auf 5,1 m³. Beim L2 beläuft sich die Laderaumlänge auf 2,86 m und das Volumen auf 6,1 m³. Durch Einsatz des Smart-Cargo-Systems ergibt sich ein Zuwachs auf 4,03 m bzw. 6,6 m³. Bei der getesteten Mediumversion L1 kann der Laderaum von 2,51 auf 3,67 m verlängert und das Volumen von 5,3 auf 5,8 m³ vergrößert werden. Das lässt genug Platz für einen Aufbau. In Kooperation mit dem renommierten Fahrzeugeinrichter Sortimo bietet Toyota hier für 3.800,00 € netto eine funktionsorientierte Globelyst-Komplettlösung an. Aber auch andere Optionen wie ein isolierter Kühlausbau sind möglich. Die nur 54 Zentimeter hohe Ladekante ermöglicht eine einfache Be- und Entladung. Durch ein Fenster in der Trennwand kann man von der Fahrerkabine aus

bei der Dachhöhe, die zwischen 1,90 m (L1) und 1,94 m (L2) nur minimal variiert. Damit passen alle Versionen problemlos in Parkhäuser und Tiefgaragen. Dafür ist die Ladehöhe auf 1,40 m begrenzt. Die maximale Nutzlast liegt je nach Motorisierung zwischen 1,00 und 1,36 Tonnen, die größtmögliche Anhängelast wird mit 1,80 bis 2,50 t und das zulässige Gesamtgewicht mit 2,61 bis 3,10 t angegeben.

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Ganz auf den Stadteinsatz ausgerichtet präsentiert sich der PROACE

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die Ladefläche stets im Blick behalten.


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Dank der Fahrzeugbreite von 1,92 m (ohne Außenspiegel) finden in der Fahrerkabine der Meistermodelle drei Insassen nebeneinander Platz. Auf dem linken Beifahrersitz schränkt allerdings das Gehäuse des Schaltgetriebes bei großgewachsenen Insassen etwas die Beinfreiheit ein. Ist die Mitte nicht besetzt, lässt sich

die

Rückenlehne

mit einem Handgriff zu einer praktischen Arbeitsunterlage umwandeln. Das Smart-Cargo-System beinhaltet ein zusätzliches Staufach unter dem mittleren Sitz. Der PROACE verfügt am Heck serienmäßig über geschlossene Flügeltüren, die bis 180° und beim L2 sogar bis 250° (L2) aufschwingen. Alternativ dazu stehen verglaste Varianten als Heckflügeltüren und Heckklappe zur Verfügung – jeweils inklusive Heckscheibenheizung und -wischer. Die Öffnung der seitlichen Schiebetür ist mit 93,5 Zentimetern breit ge-

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nug, um eine Europalette durchzubekommen. Optional kann eine zweite Seitentür eingebaut werden, die ein bequemes Durchladen ermöglicht. Den von uns getesteten Kastenwagen bietet Toyota in zwei Ausstattungslinien an. Die funktionale Basisausstattung umfasst unter anderem ABS und Zentralverriegelung. Bei der Comfort-Ausstattung werden darüber hinaus serienmäßig elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber sowie Klimaanlage und Radio geboten.


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Ausgabe #2 – Mai 2018

» Dank der Fahrzeugbreite von 1,92 m finden in der Fahrerkabine der Meistermodelle drei Insassen nebeneinander Platz. «


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In puncto Treibstoff setzt Toyota beim PROACE ganz auf das saubere Diesel. Entscheiden kann sich der Kunde zwischen fünf kraftvollen und effizienten Vierzylinder-Motoren, die wie bei der vorigen Generation im französischen PSA-Werk in Valenciennes produziert werden. Auf die Straße bringen sie zwischen 95 PS (1,6 Liter Hubraum, Fünfgang-Schaltgetriebe) und 177 PS (2,0 Liter Hubraum, Sechsstufen-Automatikgetriebe). In Verbindung mit dem Start-Stopp-System überzeugen die Selbstzünder mit einem niedrigen Kraftstoffverbrauch – alle liegen nach Werksangaben unter sechs Liter je 100 Kilometer und erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Zur Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes sind die Dieselmotoren mit der Abgasreinigungstechnik SCR ausgestattet. Ein besonderes Highlight ist die Heckkamera. Bei unserem mit Multi-

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Ausgabe #2 – Mai 2018

mediasystem ausgestatteten PROACE sendet sie 180°-Aufnahmen der


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FACTS Name |  Toyota Proace Meister und Proace MeisterMAX Motor |  1,6 Liter Diesel mit 116 PS und 2,0 Liter Diesel mit 122 PS Zuladung bis zu  |  1000 bzw. 1360 kg Anhängelast (gebremst/ungebremst)  |  1800/750 bzw. 2500/750 kg Verbrauch |  5,6 bzw. 5,7 l/100 km (Werksangabe) Preis |  ab 23.500 bzw 24.950 Euro (zzgl. MwSt.)

hinteren Fahrzeugumgebung aus der Vogelperspektive auf den sieben Zoll großen Touchscreen, dessen Farbmonitor durch hohe Auflösung besticht. Nähert man sich einem Hindernis, zoomt die Kamera automatisch auf den entscheidenden Bereich, sodass die verbleibende Entfernung exakt angezeigt wird – eine große Hilfe beim Rangieren. Das gilt auch für die Parksensoren (jeweils vier vorne und hinten), die bei beiden Meisterva-

Connected Services vernetzt. Es liefert also beispielsweise Echtzeit-Verkehrsmeldungen und aktuelle Kraftstoffpreisinformationen. Die Audioanlage mit Digitalradio hat gute Klangqualität.

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Das Navigationssystem ist benutzerfreundlich und mit

Ausgabe #2 – Mai 2018

rianten dazugehören.


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Der Innenraum des PROACE ist für ein Nutzfahrzeug hochwertig verarbeitet, die voll verkleidete Fahrerkabine erinnert eher an das Interieur eines Pkw. Das ergonomische Cockpit mit seinen klar strukturierten Instrumenten ist schick gestaltet und bietet zahlreiche Ablagemöglichkeiten

sowie

Fächer, mit denen sich der mobile und durchdachte Arbeitsplatz optimal organisieren lässt. Die verwendeten Kunststoffe wirken robust. Auch auf Details wurde geachtet, beispielsweise bei der Alu-Verzierung der Bedienknöpfe. Die Position auf den bequem gepolsterten und verstellbaren Sitzen ist angenehm hoch, der Einstieg dadurch komfortabel. Spezielle Schonbezüge schützen vor schnellem Verschleiß. Nach Abschluss der Testfahrt hat der Regen aufgehört. Dennoch würde ich am liebsten hinter dem Steuer sitzen bleiben. Der PROACE macht

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Ausgabe #2 – Mai 2018

richtig Spaß. Kompakte Maße, ordentlich Stauraum und viele praktische Funktionen: Mit dem neuen Modell liefert Toyota einen Transporter, der auch bei vielen Handwerkern großen Anklang finden dürfte – zumal das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Die Japaner vermarkten ihn als robusten und zuverlässigen Partner für alle Herausforderungen des beruflichen Alltags. Und natürlich überzeugt der Meister vor allem mit seiner Vielfalt.


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Mehr zum Toyota Proace sehen Sie auf unserem Nutzfahrzeugkanal auf Youtube .

NUTZFAHRZEUGE

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Youtube

Ausgabe #2 – Mai 2018

VIDEO ABSPIELEN


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegte Mobil

Transporter

KOMMUNIK PLATZHIRS Mercedes präsentiert den neuen Sprinter, der mit neuartigem Navi und Flottensteuerung punkten kann.


Das bewegte Mobil Ausgabe #2 – Mai 2018

Text  FRANK JUNG Fotos  DAIMLER AG

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KATIVER SCH


Das bewegte Mobil

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Ausgabe #2 – Mai 2018

FRANK JUNG „Kleine – Punkt – angebracht –

derem die Nutzung eines Systems

Punkt – Möglichkeit“. Wie bitte?

namens „what3words“ möglich.

Können Sie sich vorstellen, Sie

Bei der neuartigen Variante zur

sprechen diese an sich ziemlich

Positionsbestimmung ist die gan-

unsinnige Wortkombination zu

ze Welt in lediglich drei mal drei

Ihrem Transporter und das Navi

Meter große Quadrate unter-

leitet Sie anschließend zuverläs-

teilt. Jedem dieser Quadrate sind

sig zu Ihrem gewünschten Ziel-

drei Worte zugeteilt. Der Vorteil?

ort? Im neuen Sprinter kommt

Zielorte lassen sich so zuverlässig

erstmals das neue MBUX-Mul-

punktgenau ansteuern, was zum

timediasystem mit 7-Zoll- oder

Beispiel bei Großbaustellen von

10,25-Zoll-Touchscreen-Display

eminentem Nutzen sein kann.

zum Einsatz. Damit ist unter an-

Moderne Vernetzung


modernsten

Vernetzungs­

optionen und den Diensten von Mercedes Pro Connect wird der

Das bewegte Mobil

Mit

neue Sprinter zudem Teil des Internets der Dinge. Ein einfacheres Flotten-­ Controlling und die optimierte Kommunikation zwischen Flottenmanager und Fahrer gehören zu den Innovationen, die den Arbeitsalltag leichter und effizienter machen sollen. Zum Marktstart werden acht Pakete mit zentralen flotten-, fahrzeug-, fahrer-

und

standortbasierten

Diensten eingeführt. Dazu zählen beispielsweise Fahrzeugstatus, Fahrzeuglogistik, Wartungsund Reparaturmanagement oder ein digitales Fahrtenbuch. Genutzt werden die neuen Dienste unter anderem mit dem völlig neuen MBUX-Multimediasystem über ein bis zu 10,25-Zoll großes HD-Display, eine Touchscreen-­ Steuerung und Sprachbedienung.

Mehr

als

1.700

Sprinter-Varianten

verschiedene lassen

sich

über Aufbauarten, Antriebskonzepte, Kabinengestaltung, Aufbaulängen, Tonnagen und Laderaumhöhen generieren. Die Bandbreite reicht von zwei Einzelsitzen in

Ausgabe #2 – Mai 2018

1.700 VARIANTEN

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» Ein einfacheres Flotten-Controlling und die optimierte Kommunikation zwischen Flotten­ manager und Fahrer gehören zu den Innovationen. «


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegte Mobil


um Heck- und Allradantrieb wird um einen neuen Vorderradan-

» Mit „Easy Mounting“ hat MercedesBenz Vans außerdem ein neues System entwickelt … «

Das bewegte Mobil

Das bisherige Antriebskonzept

trieb als Einstiegstyp ergänzt. Bei dieser Version steigt konstruktionsbedingt die Nutzlast um 50 Kilogramm gegenüber dem Heckantrieb, eine 80 Millimeter niedrigere Ladekante macht das Be- und Entladen sowie das Einund Austeigen deutlich komfortabler. Zu den technischen Höhepunkten des neuen Sprinter zählen zwei neu entwickelte Getriebe für den Frontantrieb - eine 9-Gang-Wandlerautomatik

als

Neuheit im Large-Van-Segment und ein ebenfalls neu entwickeltes 6-Gang-Schaltgetriebe.

der Kabine eines gewerblich ge-

Zu den Optimierungen im Fahrer-

nutzten Fahrzeugs bis zu 20 Sitz-

raum gehören ergonomisch ge-

plätzen für 19 Passagiere plus

formte Sitze, Keyless-Start und

Fahrer. Mit „Easy Mounting“ hat

eine verbesserte Klimaanlage. Ein

Mercedes-Benz Vans außerdem

variables Ablagenkonzept sorgt

ein neues System entwickelt, mit

dafür, dass alles seinen Platz findet.

xus-Variante verfügt der Sprinter

Beladbare Radkästen und ausge-

in jeder Sitzreihe im Fond über

baute Laderaumhöhen in Kombi-

USB-Ladebuchsen und Stauraum

nation mit dem Frontantrieb ver-

für Smartphones.

größern die Einsatzmöglichkeiten des Laderaums. Das maximale

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TRAGFÄHIGE baut werden können. In der Lu- RADKÄSTEN Tourer leichter ein- und ausge-

Ausgabe #2 – Mai 2018

dem Sitzreihen aus dem Sprinter


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Das bewegte Mobil


Wischwasser wird dabei durch

Tonnage reicht bis 5,5 Tonnen.

die Wischerarme geleitet, direkt

LED-Leuchtleisten sorgen für op-

vor die Wischblätter gespritzt und

timale Sichtverhältnisse im Lade-

ohne Verzögerung weggewischt

raum und die Hecktüren lassen

– für eine optimierte Sicht auch

sich noch einfacher bis zur Seiten-

während der Scheibenreinigung.

wand öffnen.

Mercedes hat angekündigt, in Zu-

Das bewegte Mobil

Ladevolumen liegt bei 17 m3, die

kunft auch wieder Elektromodelle Zu den Assistenz- und Regelsys-

bei den leichten Nutzfahrzeugen

temen im neuen Sprinter gehö-

ins Programm zu nehmen. Den

ren beispielsweise eine Rückfahr-

Anfang macht der eVito, der ab

kamera mit Bild im Innenspiegel,

sofort bestell- und ab der zweiten

ein modernes Park-Paket mit

Jahreshälfte 2018 lieferbar sein

360-Grad-Rundumsicht, ein Re-

wird. Auf den Vito folgt 2019 der

gensensor und Wischer mit inte-

eSprinter.

griertem „Wet Wiper System“. Das Übrigens: Mit „Kleine – Punkt – angebracht – Punkt – Möglichkeit“ werden Sie direkt zur Bushaltestelle vor dem Terminal des Flug-

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FACTS

MERCEDES SPRINTER

hafens von Rotterdam geleitet.


Das bewegte Mobil

FACTS

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MERCEDES SPRINTER

 Nutzfahrzeug als Kastenwagen, Kombi, Pritsche oder Fahrgestell mit Einzel- oder Doppelkabine, Heck-, Front- und Allradantrieb  3,0 bis 5,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, zulässiges Zug-Gesamtgewicht: bis zu 8,75 Tonnen  Längen |  5,27 bis 7,37 Metern  Breite |  1,99 Meter (2,43 Meter mit Außenspiegeln)  Höhen |  2,36 bis 2,83 Metern  Radstände |  3,30 bis 4,33 Metern  Ladevolumen | 7,8 bis 17 Kubikmeter  Anhängelast |  bis zu 3,5 Tonnen  2,1-Liter-Diesel mit 84 kW/114 PS, 105 kW/143 PS und 120 kW/163 PS  Drehmoment von 300 bis 380 Nm  Verbrauch |  6,8 bis 9,7 Liter  CO2-Emissionen |  178 bis 253 g/km  Abgasnorm |  Euro 6  Preis |  ab 19.900 Euro netto [23.680 Euro brutto], Fahrgestell mit Frontantrieb  Preis |  ab 29.910 Euro netto [34.880 Euro brutto], Kasten mit Frontantrieb  3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel, 140 kW/190 PS  Heckantrieb, maximales Drehmoment: 440 Nm bei 1.600 – 2.600 U/min  Durchschnittsverbrauch |  9,5 l/100 km,  CO2-Ausstoß |  249 g/km  Abgasnorm |  Euro 6  Preis ab  |  41.470 Euro netto [49.350 Euro brutto] Kasten mit Heckantrieb


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Ausgabe #2 – Mai 2018

Das bewegte Mobil


FOTO | LUTZ ODEWALD


NUTZFAHRZEUGE Magazin

Imressum

Impressum

Ausgabe #2

Hans-Böckler-Allee 7 30173 Hannover Tel. 0511.85 50-0 Fax 0511.85 50-24 03 info@schluetersche.de www.schluetersche.de

Geschäftsführung

Lutz Bandte, Stefan Schnieder

Projektverantwortung und Sales Lasse Drews Tel. 00511 8550-2477 drews@schluetersche.de

Hendrik Pugge Tel. 00511 8550-1113 pugge@schluetersche.de

Text

Lutz Odewald, Katja Ranz, Wolfgang Schäffer,

Artdirektion & Layout Helena Melikov www.melikov.de

Lektorat

Dr. Oromiya Deffa

Fotos

Lutz Odewald, Thomas Starck, Lasse Drews, MEWA, SVG, Daimler AG

Erscheinungsweise

Vier Ausgaben im Jahr

Webseite

www.nutzfahrzeuge-magazin.de

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Instagram

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Ausgabe #2 – Mai 2018

Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Robert Eschelmeyer, Frank Jung

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Verlag & Herausgeber


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Nutzfahrzeuge #02/2018  

Sie sind hart, sie sind stark und sie sind nützlich - der beste Freund des Machers. Erleben Sie Nutzfahrzeuge neu. Informieren, verstehen, g...

Nutzfahrzeuge #02/2018  

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