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schaun EUR 3,90 Heft 2/2014

www.schaumedia.at

GENUSS, KULTUR & OUTDOOR-FEELING

SO SCHMECKT DER WILDE WESTEN

DIE BISONS VOM TRIESTINGTAL LOTTE TOBISCH GESTEHT

FÜR DEN OPERNBALL WAR ICH EINE FEHLBESETZUNG GEFAHR FÜR UNSERE ROTEN FREUNDE

EICHHÖRNCHEN ZITTERN VOR US-INVASION 13 SEITEN EXTRA

P. b. b. Verlagsort 1110 Wien / 10Z038372M

EVENT-NAVIGATOR MIT DEM BESTEN PROGRAMM

HIER KANN MAN NOCH DEN WINTER GENIESSEN

HÜTTENZAUBER VOR DER HAUSTÜR

SCHAU-TV SPEZIAL

WIR BRINGEN UNSERE SEHERINNEN UND SEHER INS BILD


TICKETS Der Besuch der Alten Dame

Masters of Dirt 2014

Simpl Revue

ab 20.02.2014 Ronacher

ab 21.02.2014 Wiener Stadthalle

Circus Roncalli

Il Divo

ab 12.09.2014 Rathausplatz Wien

am 01.10.2014 Wiener Stadthalle

30 seconds to Mars

bis 30.04.2014 Kabarett Simpl Wien

Holi Festival of Colours am 17.05.2014 Wien-Ticket.at Arena wien

Roger Cicero & Big Band

David Garrett

Die fantastischen Vier

am 01.11.2014 Wiener Stadthalle

am 03.12.2014 Wiener Stadthalle

am 22.10.2014 Wiener Stadthalle

am 01.07.2014 Marx-Halle Wien

Wir haben die besseren Karten. Mit Wien-Ticket gehört eines der größten Ticketing-Service-Unternehmen Österreichs zur Wien Holding. 365 Tage im Jahr sind bei Wien-Ticket Veranstaltungen jeglicher Art buchbar. Von Shows, Kabarett, Tanz & Ballett über Konzerte der größten Stars bis hin zu Theater, Oper und Operette. www.wien-ticket.at, Tel.: 01/58885 facebook.com/wienholding www.wienholding.at

Das Unternehmen der


ÖSTERREICHISCHE POST AG

schaubild des monats

Schön, glatt und elegant kam sie daher, die Sondermarke zum Wiener Opernball 2012. Als noble Visitenkarte – genau so wie unser imperiales Staatsfest selbst, dessen Wurzeln bis in die Zeit des Wiener Kongresses zurückreichen. Tolles ist ihnen da gelungen: der Gräfin Schönfeldt, der Lotte Tobisch, der Sacher-Chefin Gürtler – und Frau Treichl-Stürgkh. Sie waren und sind dafür verantwortlich, dass seit bald 60 Jahren die Welt nach Wien blickt, wenn es in der Oper „Alles Walzer!“ heißt. Sie haben nicht gleich die Reißleine gezogen, wenn schräge Baumeister, mürrische ­Operndirektoren und schrille Third-Class-Stars versuchten, das Fest aus seinen Angeln zu heben und für sich selbst zur Bühne zu machen. Sie wussten und wissen genau, dass Harmonie und alte Traditionen allein kein guter Motor sind, schon gar nicht in einer kreativen Stadt. Ihnen sei einmal ganz anders für den Opernball gedankt – nämlich ganz allein für ihren Mut zuzulassen, auszuprobieren und Schrilles zu dulden. Ohne ihren Mut wäre Wiens letzter Operette – dem Opernball – der Stoff schon ausgegangen und dieser wäre bald vergessen. Genauso wie die wunderschöne, ­aalglatte Marke zum schönsten Fest der Welt, das zu Wien passt wie kaum ein anderes. Denn Wien ist zum Glück immer noch Oper und Ball. 2014 februar

schau  3


schauplätze

schautv

CHRISTOPH BERNDL

auch schau gibt’s ! im Fernsehen Sie en nn kö So n ue ne s ch Österrei f Ihrem Sender augerät Fernseh empfangen.

Chefredakteur

So findet man schau TV via Satellit automatisch Sendersuchlauf starten, neu gefundene Sender speichern, schau TV gewünschtem Speicherplatz zuordnen.

Jubiläum fürs Wein-Stift(erl): 900 Jahre Stift und Weingut Klosterneuburg.

Transponder 3 Frequenz 11,244 GHz FEC 5/6 Symbolrate 22.000 Service ID 13255

So findet man schau TV via Antenne im Raum Wien Kanal 34 DVBT W2 Service ID 1106 sowie in den Kabelnetzen von A1 TV in ganz Österreich Kabel und Kabel Plus in Niederösterreich und im Burgenland

schau social Tauschen Sie sich mit Freunden, anderen Nutzern und uns über aktuelle Themen aus: facebook.com/schautv

Die nächste Ausgabe von schau erscheint am 26. Februar 2014. IMPRESSUM. schau – Magazin für Genuss, Kultur & Abenteuer. Eigentümer und Verleger: schau media Wien Ges.m.b.H., Leberstraße 122, 1110 Wien. Herausgeber: Gerhard Milletich, Rudi Mathias. Chefredakteur: Christoph Berndl. Chef vom Dienst: Alexander Grübling. Gastautoren dieser Ausgabe: Nina Fietz, Helmut A. Gansterer, Roland Graf, Bernhard Hachleitner, Alex Kristan, Hedi Mathias, Julia Pühringer, Nikolaus Schrefl, Werner Schuster, Helmut Strutzmann. Mitarbeit: Nina Nekoui. Cartoon: Rudi Klein. Lektorat: Jürgen Sallachner. Redaktionsanschrift: Leberstraße 122, 1110 Wien, Tel: +43/1/740 32-0, Fax: +43/1/740 32-780, E-Mail: office@schaumedia.at. Anzeigen-Koordination: Monika Steiner, Tel: +43/1/740 32-733. Anzeigen­verkauf: Sabine ­Kejval +43/1/740 32-253. Druck: Druckerei Berger, Wiener Straße 80, 3580 Horn. Erschei­nungs­­weise: 10 x jährlich. Einzelpreis: EUR 3,90. Jahres­ bezugspreis: EUR 35. Abo: d.borka@schaumedia.at. Herstellungsort: Wien. Die in den Artikeln ver­tretenen Mei­nun­gen der Autoren sind nicht u ­ nbedingt identisch mit denen des He­raus­gebers. Kalender- bzw. ­Veranstaltungstipps repräsentier­en eine Auswahl des Redaktionsteams und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der Termine: keine Gewähr.  www.schaumedia.at OFFENLEGUNG GEMÄSS § 25 MEDIENGESETZ: MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER: ­SCHAU MEDIA WIEN GES.M.B.H., LEBERSTRASSE 122, 1110 WIEN. GESCHÄFTSFÜHRER: GERHARD MILLETICH. DIE SCHAUMEDIA WIEN GES.M.B.H. IST IM SINNE DES § 25 ABS. 3 MEDIENGESETZ BETEILIGT AN: SCHAU TV G.M.B.H. GRUNDLEGENDE RICHTUNG: MAGAZIN FÜR DIE OSTREGION MIT INFORMATIONEN ZU DEN THEMENFELDERN GENUSS, KULTUR & ABENTEUER.

4  schau

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So findet man schau TV via Satellit manuell

FOTO: ADRIAN BATTY, ILLUSTRATION: ANDREAS RAMPITSCH

Ist denn jetzt eigentlich schon Winter? Diese Frage stellt man sich zu Recht, wenn man an das Wetter der letzten Wochen denkt. In Gesprächen merkt man: Längst haben sich, wenig überraschend, zwei Lager gebildet. Während die einen das ungewöhnlich milde Klima genießen, sehnen andere Schnee und winterliche Kälte herbei, weil beide eigentlich zum Winter dazugehören. Auch wenn wir aufs Wetter keinen Einfluss haben, so wissen wir, wo sich der Winter richtig genießen lässt. Für die aktuelle Ausgabe haben wir gemütliche Hütten recherchiert. Ob Häuserl am Stoan, Peilsteinhaus, die Skihütte am Jauerling oder eine Weinbergrunde am Csaterberg mit Einkehr „Beim Franz“ – unsere Ausflugstipps bringen Outdoor-Feeling und Genuss punktgenau auf einen Nenner. Mit etwas Glück schaut auch der Winter da und dort noch vorbei und macht das Freizeiterlebnis damit perfekt. Außerdem in diesem Heft: Lotte Tobisch verrät, warum sie für den Operball eine Fehlbesetzung war (S. 22), der Serienstart zur Reihe rund um „100 Jahre Erster Weltkrieg“ (S. 34) sowie Andreas H. Bitesnich mit seiner „Zwischenbilanz“ im Kunst Haus Wien (S. 37), in der auch Porträts aus dem schau Magazin zu sehen sein werden. Viel Spaß beim Lesen.


78 Auf Weltreise mit Kaya Yanar: Der deutschtürkische Comedian mit neuer Show in Wien.

In dieser Ausgabe 14

Bei bodenständigen Schmankerln und urigem Kachelofen unvergessliche Momente erleben. Auf geht’s: Die nächste Hütte ist näher als man denkt!

22 Lotte Tobisch gesteht: „Für den Opernball war ich eine Fehl­ besetzung.“

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Hüttenzauber einmal anders

22 Für den Opernball eine Fehlbesetzung

Hüttenzauber vor der Haustür: Hier kann man noch den Winter genießen.

Sie tanzt nicht Walzer, trinkt keinen Alkohol und hasst ­„dieses gesellschaftliche ­Getue“: Den Opernball hatte Lotte ­Tobisch aber trotzdem immer im Griff.

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30 Auf Stöckelschuhen über den Heldenplatz

Ein Gespräch mit den „Staatskünstlern“ Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader über ihr Projekt „BÖsterreich“.

Lokallegenden: Zu Gast in der Wiener ‚Inkognito‘-Bar.

26 Gefahr für unsere roten Feunde: Eichhörnchen zittern vor US-Invasion.

34 Neue Serie

1. Weltkrieg 1914/2014: Schauplätze, die Europas Geschichte prägten. Teil 1: Sarajevo. 60 Die Vinothek im Regal

Die besten österreichischen Weine aus dem Supermarkt. 62

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Action in der Ost-Region: Mit schau TV in die „Holidays“.

Das zweite Leben der Fässer

Was geschieht eigentlich mit ­Barrique-Fässern, wenn der Wein einmal abgefüllt ist? Findige Projekte, die für Nachhaltigkeit in Winzerkellern sorgen.

Iso Grifo im ‚Garagengold‘: Wir holen ein wildes Tier aus dem Winterschlaf.

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Auf Weltreise mit Kaya Yanar

Der deutsch-türkische Comedian im Interview.

Die Bisons vom Triestingtal: So schmeckt der Wilde Westen.

COVERFOTO: WWW.PICTUREDESK.COM

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vorschau event-navigator februar Alle Termine auf www.schaumedia.at/eventnavigator.html

So entgeht Ihnen nichts. Die besten Termine für Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

SO SCHMECKT DER WILDE WESTEN

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DIE BISONS VOM TRIESTINGTAL

HIER KANN MAN NOCH DEN WINTER GENIESSEN

HÜTTENZAUBER VOR DER HAUSTÜR

LOTTE TOBISCH GESTEHT

FÜR DEN OPERNBALL WAR ICH EINE FEHLBESETZUNG

Ab DO 27. 2. FOTOGRAFIE

Ab DONNERSTAG

27 FOTOGRAFIE

Andreas H. Bitesnich

FOTO: ANDREAS H. BITESNICH

Kunst Haus Wien

2014 februar

37_49_navigator_feb_K_LWC.indd 37

Zwischenbilanz.

Der österreichische Star-Fotograf Andreas H. Bitesnich feiert 2014 seinen 50. Geburtstag und zieht Zwischenbilanz. Im Rahmen einer großen Retrospektive im KUNST HAUS WIEN gewährt er einen Einblick in sein persönliches fotografisches Universum. Bitesnich ist es gelungen, in den verschiedenen Genres der Fotografie, mit denen er sich in den letzten 25 Jahren beschäftigt hat, jeweils einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu entwickeln. In seiner Aktfotografie erregte er bereits früh in seiner Laufbahn durch einen skulpturalen Umgang mit dem menschlichen Körper und durch perfekte Lichtsetzung Aufsehen. In seiner Reisefotografie schuf Bitesnich mit dem Buch „Indien“ einen Meilenstein der fotografischen Auseinandersetzung mit anderen Kulturkreisen. Die Ausstellung versammelt in einer eigenen Porträtgalerie auch wichtige Schlüsselbilder aus dem Schaffen des Porträtfotografen Bitesnich. Zu den jüngsten Teilen von Bitesnichs Werk zählen die Ergebnisse seiner fotografischen Auseinandersetzung mit wesentlichen Metropolen der Welt. Die Ausstellung bietet auch einen Blick hinter die Kulissen: Erstmals werden zahlreiche Dokumente ausgestellt, die es erlauben, die Arbeitsweise des Fotografen hautnah mitzuverfolgen. Kontaktbögen und Polaroids, Buchdummies und dokumentarisches Filmmaterial ergeben ein besonders spannendes Making-of zur Ausstellung und zum Werk von Andreas H. Bitesnich. W ANDREAS H. BITESNICH

27. Februar bis 9. Juni, Kunst Haus Wien 3., Untere Weißgerberstraße 13, Tel. 01/712 04 91, www.kunsthauswien.com

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GEFAHR FÜR UNSERE ROTEN FREUNDE

EICHHÖRNCHEN ZITTERN VOR US-INVASION 13 SEITEN EXTRA

EVENT-NAVIGATOR MIT DEM BESTEN PROGRAMM

SCHAU-TV SPEZIAL

WIR BRINGEN UNSERE SEHERINNEN UND SEHER INS BILD

16.01.2014 15:13 Uhr

standards

GENUSS, KULTUR & OUTDOOR-FEELING

EUR 3,90 Heft 2/2014

P. b. b. Verlagsort 1110 Wien / 10Z038372M

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Ab sofort: schau fürs iPad

001_schau_2_2014_Ruecken_3mm.indd 1

4 Inhalt und Impressum 6 Cartoon von Rudi Klein 37 vorschau: Der Event-Navigator 68 Lokallegenden 70 Garagengold 74 Waldecks Wallfahrten 80 schauschau: Hotspots & Society Abo unter Tel: 01/740 32-752

16.01.2014 11:14 Uhr

Produkte der schau media Wien

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klein(e) rundschau

Die Zweitmeinung von Rudi Klein ILLUSTRATION: RUDI KLEIN

Fasching ist ein verhängnisvoller Irrtum. Der Versuch, die eigene jämmerliche Gestalt durch eine noch hässlichere Verkleidung zu kaschieren, bringt logischerweise rein gar nichts. Fasching ist auch nicht lustig. Da ist ein Versuch, telefonisch Kinokarten in einem Megaplex-Kino zu reservieren, erheblich lustiger. Auch heben erhebliche Alkoholmengen kaum den Unterhaltungswert von jämmerlich verkleideten Gestalten. Schlimmer sind nur noch Dentisten, die ganzjährig in Strache-Kostümen umherwandeln.

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februar 2014


© Mathias

Up to date mit

Wir sind aktuell. schau aktuell – das Newsmagazin der Centrope-Region auf schau TV

Die Ostregion ist unser Spielfeld. Olivia Macho und Anqi Hu präsentieren auf schau TV, was die Centrope-Region zwischen Eisenstadt, St. Pölten, Wien und Bratislava so bewegt.

www.schaumedia.at

schau TV – den ersten Erlebnissender der Ostregion (Wien, Bgld., NÖ) – empfangen Sie nonstop über Satellit, kabel plus, aon TV und im Großraum Wien zusätzlich via Antenne.


fans Bei mir gibt’s die „Heißeste Liga Österreichs“!

Outdoor-Feeling erleben, Freiheit genießen, Kultur entdecken: All das und noch viel mehr bietet die Welt von schau TV. Unsere Markenzeichen sind starke Storys, Berichte, die unter die Haut gehen und top-aktuelle News – all das präsentiert in faszinierenden Bildern. Hauptdarsteller bei uns sind aber unsere SeherInnen. Wir haben einige besucht und sie nach ihren liebsten ­Sendungen befragt.

Dominik Timpel, jeden Montag ab 18 Uhr

Ja, ich schau TV!

Die besten Tipps für den Urlaub ­zwischendurch: Moderatorin Jesse Schwarz zeigt, wo sich eine Auszeit lohnt. Plus: die besten Freizeittipps. Am 19. Februar, 18 Uhr.

„schau aktuell“ informiert über das ­Neueste aus Wien, dem Burgenland und Niederösterreich. Täglich zur halben Stunde auf schau TV.

Das Magazin rund ums Thema Wohnen bringt wertvolle Wohntipps, Impressionen, Wohngespräche und informiert über aktuelle Projekte. Am 29. Jänner um 18 Uhr.

8  schau

FOTOS: RENE WALLENTIN, PETRA RAUTENSTRAUCH, RUDOLF MATHIAS, STEFAN FÜRTBAUER

Die Nummer eins der Regionalliga OstBerichterstattung: Unser Experte Kurt Garger analysiert Woche für Woche die Spiele der „Heißesten Liga Österreichs“. Jeden Montag, 18 Uhr.

FOTOS: XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Das sind die Highlights auf schau TV

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Alle Infos zum Empfang sieh e Seite 4

Niko und Gabriel klicken sich gerne durch die Mediathek auf www.schaumedia.at. Dort sind alle Sendungen abrufbar – an sieben Tagen pro Woche, rund um die Uhr.

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fans

Ilse und Andi kuscheln gerne vor dem TV-Gerät: „Durch das Schleifenprogramm und die Wieder­ holungen entgeht uns nichts. Unsere Lieblingssendung ist ‚Neue Zeiten‘“.

„Unsere Lieblingssendung ist ‚Neue Zeiten‘“. Ilse und Andi

Olivia Macho, jeden Donnerstag ab 18 Uhr im „Eventnavigator“

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FOTOS: RENE WALLENTIN, ADRIAN BATTY

Die Top-­ Veranstaltungstipps sehen Sie bei mir! Laura und Madita sind Fans der Sendung „Holidays“. Am liebsten sind ihnen Beiträge über Action-Sport.

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Lachen ist gesund: ­Waltraud und Josef schwören auf Gesundheitstipps von Hademar Bankhofer. „Der weiß, wie’s geht“.

Nina liebt News: „Ich mag regionale Nachrichten. Mit ‚schau aktuell‘ bin ich immer up-to-date.“

„Ich will wissen, was vor meiner Haustür passiert. schau TV zeigt es mir.“ Nina

„Der Hademar weiß, wie’s geht. Danke, Dr. Bankhofer, für die tollen Tipps.“ Waltraud und Josef

Bei mir gibt’s den Urlaub zwischendurch! Jesse Schwarz, am 19. Februar ab 18 Uhr in „Holidays“

„Mit dem ‚Eventnavigator‘ können wir unsere Freizeit optimal ­planen.“ Stefan, Angi, Mia und Malil

Stefan, Angi, Mia und Malil lassen sich gerne vom „Eventnavigator“ inspirieren. „So können wir unsere Freizeit ­perfekt planen.“

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fans Ich kenne alle aktuellen Trends!

Erni und Fritz: „Dass man jederzeit ins laufende 60-Minuten-Programm einsteigen kann, finden wir komfortabel. Da macht es auch nichts, wenn man einmal vor dem Fernseher einnickt.“

Stephanie Andert am 5. Februar ab 18 Uhr in „Neue Zeiten“

Jakob, Lisa und Oma Margarete lieben die kreativen TV-Formate: „Vor Weihnachten ­haben wir täglich die Adventgeschichten ­geschaut. Das war wirklich super!“

„Es macht nichts, wenn man einmal vor dem Fernseher einnickt. “

„Die Heißeste Liga Österreichs“ auf schau TV. Montag um 18 Uhr ist ein Pflichttermin für Flo.

Erni und Fritz lieben das 60-Minuten-Schleifenprogramm.

„Die Regionalliga Ost ist Emotion pur. Jeden Montag bin ich mit von der Partie.“ Florian, Fußball-Fan

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FOTOS: RENE WALLENTIN, RUDOLF MATHIAS

schau Männchen-Fan: Noch ist Fini zu jung für schau TV. Von unserem ­Maskottchen ist sie allerdings ­begeistert.


Eines der bekanntesten Wandergebiete im Wienerwald ist der Peilstein – mit gepflegten Wanderwegen, einer Gipfelhütte mit Aussichtswarte und spektakulären Kletterfelsen.

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Raus in die Natur, rauf auf den Berg und rein in die Hütte! Hier geht es anders zu als im Tal – gemütlicher, ruhiger, einfacher. Bei bodenständigen Schmankerln und urigem Kachelofen unvergessliche Momente erleben. Auf geht’s: Die nächste Hütte ist näher als man denkt!

Hüttenzauber einmal anders TEXT VON NINA FIETZ

ENDLICH OBEN! Oben am Berg. Fernab von Lärm, Stress und Hektik des Alltags. Frei. Der Blick frei, soweit das Auge reicht – er streift sanft über die Landschaft, die einem zu Füßen liegt. Helle Sonnenstrahlen tauchen die Natur in ein besonderes Licht. Die Luft ist klar und frisch – die Lunge holt sich einen tiefen Atemzug davon. Die Stille draußen lässt wieder die innere Stimme zu Wort kommen, die einem sagt, was gut tut. Und gut war die Wanderung hier herauf, nach dem sitzenden Besuchsmarathon, der üppigen Völlerei der Feiertage und dem dunklen Winter.

Gut, dass dort drüben schon die gemütliche und kuschelig warme Hütte auf die Einkehrer wartet. Denn schöne Hütten gibt es gottlob nicht nur in den großen Skigebieten der Alpen, sondern auch direkt vor unserer Haustüre. Das Hüttenangebot ist scheinbar unüberblickbar – schau hat für Sie je eine urige, skurrile, richtig gemütliche und ganz moderne Hütte ausgewählt. Jede für sich ist ein Unikat mit besonderem Flair und lädt zum Ausflug auf den Berg ein. Für die perfekten Wanderungen rundherum hat schau den Hüttenwirten ihre persönlichen Tipps entlockt. 2014 februar

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FOTO: WWW.BARZ

Schöne Hütten, ganz nah


Das urige Wirtshaus hat eine unverwechselbare Atmosphäre und lockt seit Generationen die Einkehrer zum k ­ uscheligen Kachelofen.

Jägerwiese Gh zum Agnesbrünnl

TOUR 1

Hermannskogel 542m e aß s tr n e h Hö

Anfahrt Mit dem Autobus 35A oder 39A bis

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Neustift am Walde

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Salmann sdorfe r Höh e l e i te n gasse

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zur Station Agnesgasse. Mit dem Auto über die Höhenstraße bis direkt zum Parkplatz des Häuserl am Stoan. Ausgangspunkt Station Agnesgasse Route Von der Station Agnesgasse führt der Weg über die Mitterwurzergasse. Dort biegt Him me man rechts ab und geht durch die Salmannslstr aß Weingärten. Dann links halten in die dorfer e Zierleitengasse am Neubergen – mit wunderbarem Weit- und Wienblick und mitten in den Weingärten. Dort, wo nur mehr ein Haus zu sehen ist, geht es rechts hinauf durch den Hohlweg zum Häuserl am Stoan. Der Weg ist ein wenig steil, aber trotzdem ganz gut zu gehen. Bis hierher rund 40 Minuten. Nach einer ordentlichen Einkehr kommt man über die Salmannsdorfer Höhe ­hinunter durch den Wald

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Himmelwiese

Zierleiten

Andreas Fitzka, Betreiber des „Häuserl am Stoan“

Zum Häuserl am Stoan

Grüass di a Gott Wirt

Häuserl am Stoan

„Alle sind willkommen – Familien, Kinder, Wanderer mit Hunden.“

START

wieder zurück zur ­Agnesgasse. Tipp: Wer gern eine richtig lange Wanderung mag, geht den kompletten Stadtwanderweg 2 (rot markiert) weiter. Über den Hermannskogel, die Himmelwiese und Sisi-Kapelle, retour über den Gspöttgraben. Einkehrmöglichkeit Häuserl am Stoan ­(Do–So 11–23 Uhr), Gasthaus Jägerwiese (täglich außer Di 8–19 Uhr) Besonderheiten Der Blick auf Wien ist beeindruckend. Man sieht vom Donauturm bis zum Leithagebirge – bei guter Sicht sogar bis zum Schneeberg. Weiters Lebensbaumkreis und Sisi-Kapelle. Länge/Dauer ca. 5 km, ca. 1,5 Stunden, Info Tipp von Andreas Fitzka, Häuserl am Stoan, www.amstoan.com

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TOUR 2

Auf den Jauerling (960m) – das Sonnendach der Wachau

Niederösterreich

Benking

Jauerling

L 7133

x 961m

Oberndorf

Mitterndorf ut

Naturparkhaus

We i l e r g

Burgstock x 962m

S-Bar Skilift Peilstein

Anfahrt Mit dem Auto auf der S5 bis

FOTOS: STADTAUSSTELLUNG, BUBU DUJMIC (3), LUCKY BIEBL, PRIVAT

Krems, dann weiter auf der B3 bis Spitz, dort biegt man rechts auf die B217 ­Richtung Ottenschlag/Mühldorf ab. Nach 2 km links abbiegen auf die L7133 bis Oberndorf/Jauerling. In Oberndorf geradeaus 500m bis zur Talstation. Von Melk kommend über die Donaubrücke auf der B3a bis zum Kreisverkehr in ­Emmersdorf, der B3 Richtung Krems folgen und nach 1,5 km in Schallemmersdorf links abbiegen auf die L7133. Durch Maria Laach geradeaus bis Oberndorf, Parkplatz an der Talstation. Ausgangspunkt Parkplatz der ­Talstation Route Dem Straßenverlauf folgend ein Stück bergwärts bis Oberndorf. Vor der Kapelle rechts in den Feldweg einbiegen. Nach ca. 400 Metern wird daraus

So führt die erste Tour gleich nach Wien – denn Hütten müssen nicht weit weg und hochalpin sein. Sie können auch ganz nah zur Stadt sein und sogar öffentlich erreichbar. Im „Häuserl am Stoan“ (siehe TOUR 1) findet man eine urige und authentische Hütte, die einen in eine andere Welt entführt. Mit ihren Gartenzwergen, Lebkuchenherzen, Sprücherln und allerlei Krimskrams ist sie ein wenig skurril – und doch fühlt man sich hier gleich pudelwohl. Das Häuserl ist seit 90 Jahren in Familienbesitz und integriert gekonnt noch originale Ausstattung mit zeitgemäßen Anbauten. Andreas Fitzka erzählt trocken: „Es ist nicht das Schönste – es ist einfach ein altes Wirtshaus. Aber es ist unverwechselbar und wir betreiben es mit viel Liebe.“ Und dann gerät Fitzka ins Schwärmen: „Ja, klar kochen wir auf unserem Original-Holzofen 2014 februar

START

noch. Da stehen die Suppenhäfen drauf und manchmal gibt es den originalen Holzofen-Schweinsbraten. Man muss aufpassen, dass nix verbrennt, denn hinten ist es viel heißer als vorn. Natürlich haben wir auch einen modernen Kombi-Dämpfer.“ Das besondere Flair ist bekannt, denn es sind schon Generationen an Gästen, die mit Kindern und Enkelkindern wiederkommen und sich am wohligen Kachelofen wärmen. „Wir wollen diese Traditionen weitergeben. Alle sind willkommen – Familien, Kinder, Wanderer mit Hunden“, so Fitzka. Hier oben ist alles anders und so wird selbst der manchmal grantelnde Wiener streichelweich, wenn er die Aussicht auf die nahe Stadt und hin bis zum Schneeberg genießt. Zum Abschluss meint Fitzka: „Die Leute haben sich hier noch etwas zu erzählen. Sie freuen sich, dass Zeit ist für Gesprä-

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ein kleiner Pfad. Diesem folgt man erst leicht rechts und dann wieder nach links. Beim Güterweg erreicht man die weite Hochebene mit schönen Ausblicken. Dem Weg folgend durchquert man den Weiler Grub, erreicht die Hauptstraße und geht links. Der Straße folgend quert man Benking und erreicht den Weitwanderweg „Jauerling-Runde“ (gelb beschildert, markiert). Nach Benking, bei einer Scheune rechts auf einen Güterweg und dann in den Wald. Über den Waldpfad gelangt man zum Naturparkhaus mit dem höchsten Donau- und Wachaublick. Von hier folgt man den Kehren ­hinauf zum Jauerlinger Gipfelkreuz und erreicht den Parkplatz des Naturparkhauses. Geradeaus weiter bis zur Landstraße, dieser folgend hinunter bis Oberndorf, in der Ortsmitte rechts,

­vorbei bei der Kapelle und weiter zur Skihütte und S-Bar. Einkehrmöglichkeit Skihütte mit ­S-Bar im Skigebiet Jauerling. Geöffnet zu Betriebszeiten des Skilifts. Telefon während des Liftbetriebs 0680/20 85 634, außerhalb der Betriebszeiten 0664/11 22 015 bzw. Naturparkgasthaus, geöffnet Do–So und Feiertag 10–17.30 Uhr. Besonderheiten Sonnendach der ­Wachau. Selbst bei Nebel genießt man hier oben oft strahlenden Sonnenschein. Die moderne S-Bar hat einen Architekturpreis gewonnen. Länge/Dauer ca. 6,8 km, ca. 2,5 Stunden Info Tipp von Lucky Biebl, Skihütte und S-Bar am Skigebiet Jauerling (Winter), www.jauerling.at/gastronomie

Wiesmannsreith

„Ja, bei uns ist es so gemütlich, dass es oft spät wird – oder eher schon wieder früh.“ Lucky Biebl, Betreiber Skihütte am Jauerling

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Nostalgie, Romantik und persönlicher Charme: Das sind die Zutaten, die den Besuch einer Hütte so einzigartig macht. Wenn auch noch Service und Küche stimmen, dann ist es perfekt.

che ohne Blick auf die Uhr. Sie fühlen sich wohl und bleiben sitzen.“ Am Jauerling – über den Wolken

Der nächste Hüttenwirt lacht schelmisch, wenn er sagt: „Ja, bei uns ist es so gemütlich, dass es oft spät wird – oder eher schon wieder früh.“ — Lucky Biebl hat heuer zum sechsten Mal im Winter sein Gasthaus Mariandl am Kirchenplatz in Spitz geschlossen, um hier oben im Skigebiet Jauerling die Skihütte und S-Bar zu betreiben. Das Skigebiet ist klein, aber fein und seit 2012 erstmals der Snowboard-Weltcup hier Station gemacht hat, wird es immer bekannter. Die Hütte befindet sich direkt an der Talstation und ist rundum modern. Die architektonische Ausführung mit einer Panoramaglas-Konstruktion nach vier Seiten sorgt für perfekten Ausblick und hat einen Architekturpreis gewonnen. Auch sonst

ist man hier mit großen Flatscreens und Soundanlage, gratis WLAN und Internet-Terminal, Pistenbeschallung und spezieller Lichtplanung für den Abend bei Flutlichtbetrieb up to date. Eine gemütliche Atmosphäre hat die Hütte trotzdem – wohl nicht zuletzt wegen dem obligaten Kachelofen und dem Team rund um Biebl. In der Küche schwingt er selbst den Kochlöffel. Und so gibt es nicht nur die klassischen Hüttenschmankerl, sondern auch Köstlichkeiten aus regionalen Produkten, Kindermenüs und Mehlspeisen. Untypisch für eine Skihütte kredenzt man hier edle Weine, sind doch die Spitzenwinzer so nah. Biebl gefällt vor allem die Abwechslung zwischen der Skihütte und dem Gasthaus: „Die Leute sind auf der Piste ganz anders. Nämlich einfach gut drauf.“ Dazu trägt der strahlende Sonnenschein bei, der hier oft herrscht, auch wenn im Tal über der Donau dichter Nebel liegt.

TOUR 3 Auf den Peilstein (716 m)

Peter Kühmayer und K ­ arin Stangl sorgen für das ­leibliche Wohl der Gäste des Peilsteinhauses.

Anfahrt Mit der Bahn von Wien oder

Peilstein x 716m

Peilsteinhaus

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Schwarzensee

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Neuhaus B 18 Bhf WeißenbachNeuhaus

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Weissenbach an der Triesting

Niederösterreich

Wr. Neustadt bis Leobersdorf, weiter mit Bahn oder Bus nach Weissenbach an der Triesting. Mit dem Auto A2 bis Abfahrt Leobersdorf, B18 über Berndorf nach Weissenbach an der Triesting. Dort parken am Bahnhof oder weiter nach Neuhaus. Ausgangspunkt Bahnhof Weissenbach an der Triesting Route Vom Bahnhof der roten Markierung Richtung Peilsteinhaus folgend, auf dem Weg Nr. 448 bzw. 01, über die Bahn und die Straße (Vorsicht!) und ­gerade weiter durch das Gelände eines Sägewerks. Dann geht es mit leichtem Anstieg in den Wald, am Ortsrand von Neuhaus wieder hinab zur Straße (Holzbrücke) und durch den Ort. Die historischen Großbauten erinnern an längst vergangene Kurhotelzeiten. Dann rechts Richtung Schwarzensee, mit lohnendem Abstecher zur Burg, und an bezeichneter Stelle von der Landstraße weg links zum Peilstein. Über eine Viehweide aufwärts und im Wald auf gutem Fußweg eine Forststraße kreuzen und

weiter zu einer Kreuzung. Der Markierung folgend links ansteigen und nach einem längeren Waldstück auf eine Wiese. Diese leicht ansteigend überqueren und im Wald zur nächsten Wiese. Auch diese queren, dann weiter zum ­nahen Fahrweg und in Kürze zum Peilsteinhaus mit seiner neuen Aussichtswarte mit tollem Panorama. Rückweg auf derselben Strecke. Wer es kürzer mag: Von Schwarzensee (Parkplatz) auf bezeichnetem Weg in ­einer halben Stunde zum Peilsteinhaus. Einkehrmöglichkeit Peilsteinhaus, ganzjährig geöffnet, Mo + Di Ruhetag. Besonderheiten Kurortatmosphäre in Neuhaus, Burg Neuhaus, Peilsteinhaus, Blick auf die Peilstein-Kletterwände, aufregender Blick bis Wien, Schneeberg, Rax und westliches Voralpenland. Eine familienfreundliche Tour, Rodeln auf der Forststraße. Länge/Dauer ca. 9 km, ca. 3 Stunden (1 3/4 Stunden bergauf) Info Tipp von Peter Kühmayer, ­Peilsteinhaus, Tel. 02674/87 333 www.peilsteinhaus.gebirgsverein.at

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TOUR 4

Weinbergrunde am Csaterberg – Zum Franz

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Klein-Csaterberg

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Steinmuseum Vinothek Gh Zum Weinberg

Hoch Csater

FOTOS: PRIVAT, WWW.PICTUREDESK.COM, SÜDBURGENLAND TOURISMUS/HANS-PETER NEUN

Klein Csater

Denn mit seinen 960 Metern ist der Jauerling der höchste Berg in der Region und wird als das „Sonnendach der Wachau“ bezeichnet. Die Sonne begleitet einen auf der Wanderung durch den Naturpark Jauerling (siehe TOUR 2) und Biebl gesteht: „Ich kann die Wanderung empfehlen – sie ist angeblich echt schön, aber gegangen bin ich sie selber nicht. Ich hab’ mit Wandern nix am Hut.“ Dafür helfen Freunde vom Naturpark Jauerling-Wachau gerne aus der Patsche, immerhin kennen die Tourismusprofis die Gegend wie ihre Westentasche. Danke! Alpin-historischer Boden

Der Peilstein ist ein großes Klettergebiet mit alpin-historischer Bedeutung. Seit jeher holten sich herausragende Bergsteiger hier das nötige Rüstzeug für die Wagnisse in den großen Gebirgen der Welt. Und so findet man auch in diesen Wänden in Anspielung an die „großen“ in­ 2014 februar

ternationalen Berge Namen wie ­„Cimone“ (Monte Cimone, 2165 m, Italien) und „Matterhorndl“ (Mat­ terhorn, 4478 m, Schweiz). Ganze Generationen an Kletterern sind hier aufgewachsen und auch heute wird der Peilstein allen Anforderungen an ein Sportklettergebiet gerecht. Über 800 Routen in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden und bestens abgesichert bieten Spitzenkletterern, aber auch Anfängern und sogar Kindern ideale Trainingsbedingungen. Nach einer Kletterpartie oder einer schönen Wanderung (siehe TOUR 3) wartet das Peilsteinhaus auf müde Einkehrer. Die Hütte liegt direkt beim Gipfel, lockt mit einer Aussichtswarte und ist ganzjährig bewirtschaftet. Wer mag, kann hier sogar übernachten – oder sich eben nur wärmen und gut essen. Dass man sich hier wohl fühlt, dafür sorgen seit über 20 Jahren Peter Kühmayer und Karin Stangl. Sie kochen täglich frisch und saisonal

Buschenschank Zum Franz

Burgenland

Franz Chaloupka, Chef von „Beim Franz“

Anfahrt Mit dem Auto von Wien kommend über die A2 Abfahrt Pinkafeld oder Lafnitztal, weiter über die B57 nach Oberwart und Großpetersdorf bis Kohfidisch. Dort der Ortsdurchfahrt folgend bis zur beschilderten Abzweigung links Richtung „Csaterberg“. Ausgangspunkt Parkplatz Steinmuseum, Vinothek, Gasthof zum Weinberg. Route Der Rundweg führt in einer 8erSchleife über den Csaterberg und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Man startet Richtung Kohfidisch, geht dann in die obere Kellergasse und diese entlang bis zum Wald. Am Feldweg hält man sich rechts und gelangt auf einem Asphaltweg ins Tal links. Bei der Kreuzung geht es geradeaus, weiter auf ei-

nem Waldweg und bei einem geschotterten Forstweg links. Am Waldrand sieht man eine Kapelle. Weiter zum Weinberg und bei der Kreuzung nimmt man den Asphaltweg rechts, zurück zum Gasthof zum Weinberg. Einkehrmöglichkeit Beim Franz, ­täglich außer Di + Mi, Gasthof zum ­Weinberg, täglich 8–20 Uhr

Besonderheiten Geologische Besonderheit ist das reichhaltige Vorkommen von Süßwasseropalen, sehenswertes Steinmuseum, Vinothek. Länge/Dauer ca. 5,1 km, ca. 1,5 ­Stunden Info Tipp von Franz Chaloupka, Beim Franz, www.facebook.com/BeimFranz schau  19


– nur auf Pommes, Schnitzel und Telefonieren am Handy muss man hier verzichten. Kühmayer meint schmunzelnd: „Ja wirklich, wir hat­ ten noch nie einen Fritter – und wir kommen auch ohne ganz gut aus. Das ‚Handyverbot‘ war ein bisserl ein Gag. Aber die Leute nehmen es eigentlich fast schon dankbar an. Ich telefonier’ selber nicht so gern.“ Sprach’s, und bald ist das Telefonat mit ihm beendet. Dafür widmet sich das Duo mit viel Engagement den Gästen, kümmert sich um den frischen Wurf Hunde und sorgt dafür, dass bei Schnee die Forststraße fürs Rodeln nach Schwarzensee gut präpariert ist. schau erfährt noch, dass das Peil­ steinhaus (des Alpenvereins und nicht zu verwechseln mit der Peil­ steinhütte der Naturfreunde) sehr familienfreundlich und die kurze Tour von Schwarzensee herauf sogar mit dem Kinderwagen machbar ist. Bei der Tourenbeschreibung hilft wieder überaus freundlich der Berg­ experte Csaba Szépfalusi, Alpinrefe­ rent beim OeAV sowie Bergbuchau­ tor (www.csaba.at), danke! 20  schau

Kleine Hütten, kleine Berge

Unsere letzte Wanderung führt ins Südburgenland. Dass auch kleine Hütten auf kleinen Bergen begeistern können, beweist die Hütte „Beim Franz“ am Csaterberg (257m, siehe TOUR 4). Als Weinberg ist er ein Geheimtipp, der kleinste – aber be­ stimmt einer der schönsten im gan­ zen Burgenland. Umgeben von gro­ ßen Wäldern bildet der Csaterberg eine idyllische Lichtung und ist nur über eine einzige Zufahrt (Kohfi­ disch) erreichbar. Beschaulich geht es „Beim Franz“ her – das ist ein alter

Der Weg zum Csaterberg führt durch ein sehr klein strukturiertes Weinbaugebiet.

Streckhof, urig mit Antiquitäten und Holz eingerichtet und etwas ganz Be­ sonderes. Gekocht werden jeden Tag andere Spezialitäten und Heurigen­ klassiker. Wer unbedingt den leckeren Holzofen-Schweinsbraten mit Sauer­ kraut mag, sollte ein paar Tage vorher telefonisch bestellen. Der Chef Franz Chaloupka redet nicht gern und so gibt uns Tourismuschef Hans-Pe­ ter Neun (Danke an Südburgenland Tourismus!) gerne Auskunft: „Der Wanderweg wurde brandneu entwi­ ckelt. Er wird erst gelb markiert und mit der Nummer 8 versehen. Es ist ein sehr gemütlicher Weg, den jeder

ohne Probleme bewältigen kann. Die Karte gibt es beim Tourismusbüro, aber verlaufen wird man sich auch ohne nicht, denn die gesamte Strecke führt bis auf ein kleines Stück in offe­ ner Landschaft am Rande der Wein­ gärten entlang.“ Wenn doch, dann fragt man einfach bei den bekannt gemütlichen und gastfreundlichen Südburgenländern und da kann es schon passieren, dass man gleich zum ersten Glaserl Wein eingeladen wird. Als geologisches Schmankerl bietet der Csaterberg ein reichhaltiges Vorkommen an Süßwas­ seropalen. Der Opal war schon im ­alten Rom ein begehrtes Symbol von Macht und Glück und noch heute wird ihm eine Vielzahl an Heilwir­ kungen zugeschrieben. Wer mehr wissen mag, sollte unbedingt die ­sehenswerte Ausstellung im Steinmu­ seum besuchen. Es liegt also ganz an Ihnen, mehr oder weniger (Höhen-)Meter zu ma­ chen und die Freiheit am Berg zu spüren. Erwandern Sie sich wunder­ bare Natur­erlebnisse und genießen Sie schöne Stunden beim Hütten­ zauber der anderen Art!  /// februar 2014

FOTOS: CORBIS, WALTER LASCHOBER

Der Weg zur Hütte lässt sich bei entsprechender Witterung auch mit einer Schneewanderung verbinden.


WIE MAN WIENER WIRD Von Julya Rabinowich über Haya Molcho bis zu Frenk Schinkels – 20 Prominente aus Kultur, Wirtschaft und Sport und ihr Leben in der neuen Heimat. Direktbestellung beim Bohmann Verlag per E-Mail an j.goetterer@bohmann.at oder unter Telefon 01/740 32-167

„Wie man Wiener wird“, Bohmann Verlag 2013, Text: Barbara Sternthal, Fotos: Harald Eisenberger 160 Seiten, Format 24 x 29 cm, € 29,50, ISBN: 978-3-99015-031-3


Sie tanzt nicht Walzer, weil ihr „bei den Drehungen übel wird“. Alkohol trinkt sie auch keinen. Und überhaupt hasst sie „dieses gesellschaftliche Getue“. Wie es Lotte Tobisch trotzdem schaffte, den Opernball immer im Griff zu haben, warum sie sich mit allen Menschen versteht (nur mit den „Blöden“ tut sie sich schwer) und was es mit ihrem neuen Buch auf sich hat, verrät sie im Interview.

Für den Opernball eine Fehlbesetzung INTERVIEW VON ALEXANDER GRÜBLING UND CHRISTOPH BERNDL

„Ich hasse dieses gesellschaftliche Getue.“ Lotte Tobisch

den Opernball 15 Jahre lang souverän zu organisieren. Obwohl sie laut eigener Aussage dafür „eine Fehlbesetzung“ ist. „Ich bin eher ein Einsiedler, das Gegenteil von einem 22  schau

Party-Menschen. Ich habe früher beim Opernball immer gesagt, ‚ich bin eine totale Fehlbesetzung‘. Ich tanze nicht Walzer, es wird mir übel bei den Drehungen und Alkohol trinke ich eigentlich nahezu überhaupt keinen – nur ab und zu Magenbitter. Ich hasse dieses gesellschaftliche Getue, ich komme ja selber aus so einer Familie – aber ich kann’s und weiß, wie es geht.“ Die Legende vom Künstler-Ball

Sie weiß, wie es geht – das glauben wir ihr aufs Wort. Eines ihrer Rezepte ist sicher Spaß: „Ich habe immer gesagt, ernsthaft machen, aber nicht ernst nehmen. Man muss schon aufpassen, es gibt Dinge, die muss man ernst nehmen, aber nicht alles.“ Ja, das sagt sich so leicht, Frau Tobisch. Aber war das denn immer so einfach, beim „Ball der Künstler“? „Tja, das ist so eine Sache … ein Ball der von überall anreisenden Künstler war’s nie. Das ist eine jener frommen Legenden. Früher sind alle Künstler gekommen. Früher gab es aber auch ein Opern­ ensemble. Die großen Opernsänger der Vorkriegszeit, der Kriegszeit und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit, die haben hier in Wien gelebt und sind zum Opernball gekommen. Und wenn der Domingo zufällig in Wien ist zu der Zeit, dann kommt er selbstverständ-

buchtipp

Langweilig war mir nie – Warum es sich lohnt, neugierig zu bleiben Lotte Tobisch erzählt anhand der Stationen ihres Lebens vom Widerstand gegen überholte Konventionen, vom Bewahren der Lebensfreude, von gesellschaftlichen Befindlichkeiten, von lebenslangen Freundschaften und dem effizientesten Mittel gegen das Altern: ihre unstillbare Neugier. 128 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-85033-752-6, Brandstätter Verlag, 19,90 Euro. www.cbv.at

februar 2014

FOTOS: PETER RIGAUD

DIE ERSTE AUFLAGE ihres Buches ist bereits vergriffen, was nicht nur Lotte Tobisch sehr überrascht. „Das hätte ich mir nie gedacht“, sagt sie. Wir, ehrlich gesagt, auch nicht. Zum Interview empfängt sie uns in ihrer charmanten Innenstadt-Wohnung im letzten Stock eines Gründerzeithauses – bei Kaffee und Keksen. Die Wohnung steckt voller Erinnerungen. Zahlreiche Fotografien zieren die Wände. Lotte Tobisch scheint aber auch ein Faible für Nippes-Figuren aller Art zu haben. (Ihr letzter Vitrinen-Neuzugang: eine etwas zu groß geratene Ameise aus Murano-Glas, Anm.) So manch einer wird melancholisch, wenn er alte Fotografien betrachtet. Nicht so Lotte Tobisch – die Melancholie scheint nicht ihre Welt zu sein. Sie hat etwas Erhabenes, sie scheint immer über den Dingen zu stehen. Anders hätte sie es wohl nicht geschafft,


Lotte Tobisch über das Organisieren des Opernballs: „Ernsthaft machen, aber nicht ernst nehmen.“


Zu Besuch bei Bruno Kreisky in Mallorca (re.). Seine berühmte weiße Boxerhündin war übrigens die Tochter von Lotte Tobischs Hund Dagobert.

„Die alten Schauspieler vom Burgtheater sind früher auch alle gern zum Opernball gegangen. Heute gehen sie wohl lieber auf Clubbings.“ Lotte Tobisch über Opernballgäste gestern und heute

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lich auch. Aber extra angereist ist nie ein Künstler. Das ist eine Legende. Die Künstler haben das nie so ernst genommen. Die alten Schauspieler vom Burgtheater sind auch alle gern hingegangen und haben sich schön angezogen. Die heute – denen macht das keinen Spaß, die gehen wohl lieber auf Clubbings.“ Und die Rolle der Politiker? „Also der Kreisky, der ein kluger Mann war, der hat den Opernball sicher nicht geliebt. Der hat nur gewusst, dass das dazu gehört. Er hat den Opernball geschickt für sich genutzt. Der hat sich den spanischen König eingeladen, die Kronprinzessin von den Niederlan-

den, der hat sich die Shirley McLane eingeladen … der hat die Sache benützt für sich, für das Land, als Aufputz. So macht man das. Und das ist auch was für die Presse, nicht nur immer der Lugner, gegen den ich nichts habe. Aber die Politiker heute machen das nicht mehr. Ist das eine Hemmung? Kreisky war in dieser Hinsicht ein Profi.“ Ob sich Lotte Tobisch heute manchmal über Politiker ärgert, wollen wir wissen. „Ich habe mich neulich so über unsere Politik geärgert. Da war ich in einer größeren Gesellschaft, die haben sich nachher totgelacht, die haben gesagt: ‚Sie sind fabelhaft,

Lotte Tobisch mit ihren Eltern Nora und Karl Tobisch von Labotyn 1930.

Frau Tobisch, in Ihrem Alter regen Sie sich noch auf?‘. Ja, ich kann mich immer noch aufregen, auch wenn ich schon gelernt haben sollte, dass ich mich nicht mehr aufregen brauche. Aber über ein gewisses Maß an Blödheit rege ich mich immer noch auf. Mit blöden Leuten tue ich mich schwer. Die Blödheit ist ja oft schon so, dass man es nicht aushält. Da werde ich wild. Falsch machen darf jeder was, aber Versäumnisse aus reiner Dummheit – das ist unerträglich.“ Also, Frau Tobisch, zum Untertitel ihres Buches „Warum es sich lohnt, neugierig zu bleiben“. Ist das ein ­Rezept für ein erfülltes Leben? „Ja sicher, man muss immer neugierig bleiben und man darf nichts in sich hineinfressen. Mich interessiert alles. Und ich lasse mich nicht unterkriegen.“ Welche Rolle spielt Geld in ihrem Leben? „Ich kaufe nur das, was ich brauche oder was mich freut. Ich kaufe nie was auf Wert. Ich habe überhaupt keine Beziehung zu Geldbesitz – aber Gott sei Dank hab’ ich eine Pension. Es gab eine lange Zeit, da habe ich sehr wenig gehabt. Aber ob viel oder wenig – ich komme mit allem zurecht.“ /// februar 2014

FOTOS: PRIVATARCHIV LOTTE TOBISCH (5)

Macht auch als Installateurin eine erstaunlich gute Figur (li.). Beim Papstbesuch lernte sie Johannes Paul kennen, auf dem Opernball den großen Curd Jürgens (unten).


BEZAHLTE ANZEIGE

Was genau bedeutet Energie sparen? Und wo und wie kann man tatsächlich Energie sparen? Warum sollte ich ü ­ berhaupt Energie sparen? Wenn man sich überlegt, welche Faktoren tagtäglich auf uns und unsere Umwelt einwirken, liegt es natürlich nahe, sich auch um die Folgen Gedanken zu machen.

Energie sparen – warum eigentlich? WIE WIRD ES IN 50 JAHREN AUF DER ERDE AUSSEHEN? Haben wir noch genug ­Ressourcen, um zu überleben und Leben zu garantieren? Hier wird der Aspekt der Nachhaltigkeit deutlich. Wir müssen unsere Umwelt und unsere Natur erhalten, um den nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen. Auf der Grundlage dieser Ziele muss man sich selbst die Frage stellen, wie man Nachhaltigkeit fördern und unterstützen kann. Der nächste logische Schritt ist Energiesparen.

dafür, dass Standby-Geräte komfortabel abgeschaltet werden können und nicht die ganze Nacht Strom verbrauchen. So einfach kann Energie oder Strom sparen sein. Weiter geht es im Badezimmer: Mit einem wassersparenden Duschkopf kann bei der täglichen Dusche der Wasserverbrauch um die Hälfte reduziert werden. Zusammen mit einem Duschcoach wird die Dusche zu einem echten Energiesparer. Wenn zusätzlich die Wasserhähne mit unseren Strahlreglern ausgestattet werden und auch der zu hohe Wasserbedarf der WC-Spülung gereEnergie sparen im Haushalt gelt ist, sieht die nächste Wasserkann einfach sein rechnung gleich viel freundlicher aus. Und da Warmwasser gespart Der Energiespar-Shop der Energie wird, fallen auch die Heizkosten Burgenland bietet ein umfangrei- niedriger aus. Energie sparen ist ches Sortiment an energiesparenden beim Wasser sparen also nur ein Produkten an. Bei uns fängt Ener- paar Handgriffe entfernt! giesparen im Wohnraum an: Ener- Auch zum Thema Heizkosten sengiesparlampen und LED-Lampen ken haben wir nützliche Energiespasorgen für eine niedrigere Strom- rer im Angebot: Elektronische Heizrechnung und sparen gleichzeitig körperthermostate steigern den viel CO2 ein. Neben dem Austausch Wohnkomfort und verringern – von Leuchtmitteln kann mit unse- ganz nebenbei – die Heizkosten. ren Energiesparprodukten jeden Tag Türdichtungen und FensterabdichStrom gespart w ­ erden. Steckdosen- tungen helfen gegen Zugluft und leisten und Zeitschaltuhren sorgen unnötigen Wärmeverlust durch

2014 februar

info

Einfach Energiesparartikel online kaufen Es gibt viele Möglichkeiten, wertvolle Energie zu sparen. Das neue Online-Service der Energie Burgenland bietet ein umfangreiches Sortiment an Energiespar­ artikeln und zahlreiche Informationen und Tipps zum Thema Energiesparen. Im Energiespar-Shop, betrieben durch Grünspar, wird eine breite Produktpalette angeboten. Diese reicht von Energiesparlampen bis zu Standby-Schaltern und Geräten, mit denen die Heizkosten optimiert werden können. Alle neuen Services unter www.energieburgenland.at

schlechte Isolierung. Türschließer sorgen für stets geschlossene Türen. Damit wird Heizkosten sparen nicht nur unkompliziert, sondern erhöht auch noch das gute Wohngefühl. Energie sparen wird zu einem Luxusgefühl. Für eine energiesparende Festbeleuchtung stehen unsere LED-Lichterketten bereit. Nicht nur zur Weihnachtszeit sorgen sie innen und außen für eine sparsame und gleichzeitig festliche Beleuchtung. Im Büro macht unser Grünspar PAK als Papierkorb eine exzellente Figur und hilft effektiv dabei, Schmierpapier zu sammeln. Für die musikalische Untermalung der Arbeit sorgt unser energiesparendes Solarradio mit Kurbel – auch gut geeignet für den kleinen Workout zwischendurch. Also: Energie sparen ist im Haushalt an vielen Stellen möglich und weder kompliziert noch teuer. Ganz im Gegenteil: Mit den energiesparenden Produkten vom Energiespar-Shop der Energie Burgenland schonen Sie gleichzeitig die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Genug Gründe also, schon heute mit dem Energiesparen zu beginnen. /// schau  25


Walnüsse, Bucheckern, Eicheln und Haselnüsse stehen bevorzugt auf dem Speiseplan der Eichhörnchen

26  schau

februar 2014


Was nach einer Schlagzeile aus dem Ressort Innenpolitik klingt, bezieht sich auf die kleinen roten Eichhörnchen in ­unseren Parks und Wäldern. Die sind nämlich angeblich bedroht durch die Invasion ihrer schwarzgrauen Verwandten, die aus Nordamerika eingeschleppt wurden.

Schwarze Bedrohung für unsere roten Freunde

FOTOS: WIKIMEDIA/DARREN T A BRADNICK

TEXT UND ILLUSTRATION VON HEDI MATHIAS

WAS SICHER NUR ein gut gemeinter Versuch war, die possierlichen Grauhörnchen und engen Verwandten unserer Eichhörnchen aus Amerika in Europa ansässig zu machen, erwies sich – wie leider so oft, wenn der Mensch ins natürliche Gefüge eingegriffen hat – als in weiterer Folge problematisch für das Gleichgewicht der Natur. Eigentlich wollten wir ja nur einen Bericht über das Eichhörnchen – oder auch liebevoll „Eichkatzerl“ genannte Tierchen – bringen, das wir aus Parks und Wälder kennen. Aber einmal in die Materie vertieft, fand sich viel Spannendes rund um diese kleinen Nagetiere. Das rote Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) ist ein uns seit Kindheitstagen bekanntes Tier. In Wien ist es in allen größeren Parks vertreten und erfreut Jung und Alt durch sein possierliches und dort, wo es von Menschen auch gefüttert wird, äußerst zutrauliches Verhalten. In den Wäldern unserer Alpen, wo sein natürlicher Lebensraum ist, bekommt es der Mensch nicht so leicht zu sehen. Sein Körperbau ist ein Ergebnis der Evolution – perfekt für das Leben auf den Bäumen. Der Schwanz dient als Steuerruder bei Sprüngen von Ast zu Ast, die langen gebogenen Krallen bieten auch beim schnellen Kopfüber-Klettern an glatten Stämmen guten Halt. Die Farbe des Felles variiert übrigens von Rot bis Schwarzbraun. Im Winter zeigen sich auf den Ohren lange Fellpinsel – auch ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Grauhörnchen. Das Eichhörnchen hält keinen Winterschlaf, im Winter ist aber seine Tätigkeit sehr eingeschränkt. Für die kalte Jahreszeit vergräbt es gerne Vorräte, und da es nicht alle wiederfindet, ist es für viele Neupflanzungen verantwortlich. 2014 februar

Aufgrund seiner Geschicklichkeit konnte dem Eichhörnchen eigentlich kein anderes Tier wirklich gefährlich werden, denn selbst sein ärgster Fressfeind, der Marder, zieht bei wilden Verfolgungsjagden in den Baumwipfeln meist den kürzeren – besonders dann, wenn sich das Eichhörnchen ganz plötzlich von einem hohen Ast in die Tiefe stürzen lässt und mit großen Sprüngen verschwindet. Doch gegen einen unsichtbaren Feind ist das kleine Tierchen nicht gefeit – und dieser Feind heißt Parapoxvirus. Diese Pockenkrankheit, die nicht auf den Menschen übertragbar ist, wurde von den Grauhörnchen, die Ende des 19. Jahrhunderts in der englischen Grafschaft Bedfordshire ausgesetzt wurden, eingeschleppt. Die so genannten „Eichhörnchen-Pocken“ lösten eine hohe Sterblichkeit unter den europäischen roten Eichhörnchen aus, während die Grauhörnchen gegen den von ihnen eingeschleppten Erreger immun sind. Diese Krankheit und die Tatsache, dass sich das fast doppelt so große und bei der Nahrungswahl anspruchslose Grauhörnchen in der Natur besser durchsetzen konnte, haben dazu geführt, dass der Bestand in England stetig expandierte und heute aus mehreren Millionen Exemplaren besteht. Durch die weitere Ausbreitung wurde und wird allerdings das heimische Eichhörnchen aus seinen Lebensräumen verdrängt und ist auf den Britischen Inseln mittlerweile nur mehr selten anzutreffen. Auch in Italien, in einer Parkanlage in der Nähe Turins, entkamen vor etwa fünfzig Jahren einige Grauhörnchen aus einem Gehege und vermehrten sich entsprechend; heute sind sie bereits in allen Parkanlagen des Piemont anzutreffen. Mittlerweile hat sich

info

Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gehört zur ­Familie der Nagetiere. Sein Verbreitungsgebiet ist Mitteleuropa. Größe (Kopf – Rumpf) 20 – 25 cm, Schwanz 15 – 20 cm, Gewicht: 200 – 400 g. Nahrung: Baumsamen, ­Bucheckern, Eicheln, Nüsse. Das Eichhörnchen ist ganzjährig aktiv, es hält nur Winterruhe, keinen Winterschlaf. Die Fellfärbung reicht von hellrot bis schwarzbraun, die Bauchseite ist weiß. Im mit Moos und Gras ausgepolsterten Nest („Kobel“) zieht es jährlich zwei Würfe mit je 2 – 5 Jungen groß, die nackt, blind und taub zur Welt kommen und nach sieben Wochen das Nest verlassen.

das Grauhörnchen in Europa verbreitet, wenn auch nicht so rasant wie in England. Jedenfalls hat diese Entwicklung die internationale Artenschutzunion IUCN und eine Reihe anderer Umweltschutzorganisationen auf den Plan gerufen, die das einheimische Rote Eichhörnchen in Europa gefährdet sehen. Und damit auch den Mischwald, denn das Grauhörnchen liebt es an den Rinden zu nagen und richtet damit großen Schaden an. Gelder werden flüssig gemacht im Kampf gegen die graue Invasion. Und wo Geld ist, gibt es viele Interessenten, sei es in der Pharmaindustrie oder in der Jagd- und Waffenlobby. Doch anscheinend ist der Lebensraum am europäischen Kontinent noch vielfältig genug, um eine so rasante Verbreitung des Grauhörnchens nicht zu ermöglichen. Und erfreulicherweise konnte man auch schon Antikörper gegen die Pocken bei den roten Eichhörnchen nachweisen. Das lässt hoffen, dass wir uns auch noch in Zukunft in unseren Parks und Wäldern am lustigen Treiben der rotbraunen Hörnchen erfreuen können. /// schau  27


schaugeschichte

Wenn dieses Jahr in ­Klosterneuburg 900 Jahre Stift Klosterneuburg und gleichzeitig auch 900 Jahre Weingut Stift Klosterneuburg gefeiert werden, kann man natürlich auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.

Jubiläum fürs Wein-Stift(erl) ZUR ZEIT der Klostergründung Vermutlich, weil der neue Kaiser gen und Landespatron und ein Hype für Bildung. Die Vorrangstellung deckte sich das Herrschaftsgebiet dem Schicksal seines Vaters entge­ um seine Reliquien setzte ein – Ag­ als Fürstensitz, der große Grundbe­ der Babenberger in etwa mit dem hen wollte. Leopold war nicht untä­ nes’ Brautschleier, ja selbst der Hol­ sitz, Scriptorum und Kunstwerkstät­ Land entlang der Donau zwischen tig und investierte in einige Kloster­ lerbusch, in dem er sich angeblich ten machten aus dem Stift Kloster­ Enns und March. Die Mittel für gründungen, ließ neben dem bereits verfangen hatte, oder seine Gebeine, neuburg eines der reichsten Klöster die Klostergründung erhielt Leo­ bestehenden weltlichen Kollegiali­ denen wundertätige Wirkung nach­ Mitteleuropas. 1171 bis 1181 entstand pold, der Babenbergerherzog, der tätsstift der Augustiner-Pfarrherren gesagt wurde und deren Verehrung hier der Verduner Altar, ein präch­ später der Heilige genannt werden die „niwenburg“ als Regierungssitz dem Stift weitere Einträge sicherte. tiges Beispiel mittelalterlicher Gold­ sollte, durch eine umstrittene Ent­ und repräsentative Pfalz errichten. Klöster hatten im Mittelalter eine schmiedekunst. Wissenschaft und scheidung: Deutsche Adelige unter Am 12. Juni 1114 erfolgte die Grund­ sehr große Bedeutung, sie waren kul­ Kunst waren ein wesentlicher Be­ Führung des Kaisersohnes erhoben steinlegung für die Kirche des von turelle, geistige und spirituelle Zent­ standteil des Klosterlebens. So war sich gegen Kaiser Heinrich IV. Leo­ Markgraf Leopold III. gegründe­ ren. Sie sorgten sich um Kranke, ga­ Klosterneuburg ein Zentrum geo­ pold entzog seinem Kaiser die Un­ ten Chorherrenklosters und so fei­ ben Reisenden Unterkunft, verliehen graphischer und astronomischer terstützung und half dessen Sohn, ert man 2014 das 900-Jahr-Jubiläum. Gelder wie heute eine Bank, betrie­ Studien, es entstanden die ersten dem späteren Kaiser Heinrich V. Die späteren Jahrhunderte machten ben Handwerk, Landwirtschaft und brauchbaren Landkarten und kunst­ Nicht ganz uneigennützig, erhielt aus dem Babenberger einen Heili­ Handel, und vor allem sorgten sie volle Globen. er doch die Schwester des neuen Von Habsurgern geschätzt Kaisers, Agnes, zur Frau. Agnes war Kaiser Karl VI. wollte sein eigenes Escorial. schon im zarten Alter von sieben Auch wenn die nächste Generation Jahren mit Herzog Friedrich von Und das plante er in Klosterneuburg. der Babenberger unter Heinrich Ja­ Staufen verheiratet worden, hatte somirgott die Residenz der Baben­ mit ihm in 26 Ehejahren elf Kin­ berger von Klosterneuburg nach der bekommen und war mittler­ Wien verlegte, Klosterneuburg weile verwitwet. Obwohl sie bei der blieb auch in späteren Zeiten be­ Eheschließung mit dem Babenber­ liebt. Auch die Habsburger schätzen ger bereits 34 Jahre alt war, sollte sie die Stadt und das Stift. Der Habs­ ihm noch weitere 18 Nachkommen burger Kaiser Karl VI. konnte zwar schenken. 1700 den Spanischen Erbfolgekrieg Das Verhältnis zum Schwager und nicht für sich entscheiden, wollte Kaiser Heinrich V. war sehr gut, zu­ aber sein eigenes Escorial, und das sätzlich zu der beträchtlichen Mit­ plante er in Klosterneuburg. Denn gift gab es großzügige Schenkun­ durch das Grab des Heiligen Leo­ gen, mit denen sich Heinrich die polds symbolisierte Klosterneuburg Treue seines Schwagers sicherte. 28  schau

februar 2014

FOTOS: STIFT KLOSTERNEUBURG/JUERGEN SKARWAN, STIFT KLOSTERNEUBURG (3)

TEXT VON HEDI MATHIAS


das spirituelle Fundament der „Mo­ narchia Austriaca“. Die bestehende mittelalterliche Klosteranlage sollte nach Vorbild des Madrider Escori­ als einem barocken Klosterpalast weichen. Nach dem Tod des Kai­ sers wurden die Bauarbeiten einge­ stellt, seine Tochter Maria There­ sia investierte lieber in das Projekt Schönbrunn. Mit dem Leopoldi­ hof wurde so der ehemalige Wohn­ trakt des Heiligen Leopold für die Nachwelt erhalten und kann auch heute noch im Rahmen der „Sakra­ len Tour“ besichtigt werden. Auch die 900-jährige Geschichte des Weinbaus in Klosterneuburg ist eine Erfolgsstory. Der Weinbau war den Chorherren ein großes An­ liegen und ebenso die weitere Ver­ besserung von Ertrag und Qualität. Die Spezialisierung in den Wein­ bau hatte dann 1860 mit Unterstüt­ zung des Stifts die Gründung einer der ersten Weinbauschulen weltweit zur Folge. Ein wesentliches Problem, das damals in Europa den Weinpro­ duzenten Probleme machte, war der Mehltau. In Klosterneuburg experi­ mentierte man mit amerikanischen 2014 februar

Mit der Galerie der Moderne unterstützt das Stift sakrale ­zeitgenössische Kunst. Bild oben: „Kreuzigung“ von Eva Kaiser, 2005.

tipp

Highlights zum Jubiläumsjahr Stiftsfest: „900 Jahre Stift Klosterneuburg – Ein Tag der Begegnung“, 15. Juni 2014, Stiftsgelände Jubiläumsfest „900 Jahre Weingut Stift Klosterneuburg“, 30. August 2014, Stiftsgelände Historische Ausstellung „Kreuz, Ring & Infel – 66 Pröpste in 9 Jahrhunderten, ab 13. Februar 2014, ­Galerie Sala Terrena. Alle Termine unter www.stift-klosterneuburg.at

Reben und ahnte nicht, dass man so den Teufel mit dem Beelzebub aus­ treiben wollte. Mit den fremden Re­ ben kam nämlich die Reblaus nach Europa und richtete Mitte des 19. Jahrhunderts katastrophale Schä­ den an und gefährdete gar den Fort­ bestand des europäischen Weinbaus. Doch der Direktor der Klosterneu­ burger Weinbauschule, August Wil­ helm Freiherr von Babo – er er­ fand auch die Klosterneuburger Mostwaage, die noch heute im Ge­ brauch ist –, fand die Lösung für das Problem: Ebendiese amerika­ nischen Rebstöcke, die gegen den Schädling resistent waren, wurden als Grundlage für den neuen euro­ päischen Weinbau verwendet. Und so verdanken wir eigentlich dem Klosterneuburger Wein-Know-how auch die edlen Tropfen Frankreichs und Italiens – und natürlich auch unsere österreichischen Spitzen­ weine. 1114 legte Leopold III. den Grund­ stein für die damals größte Kirche des Landes. 900 Jahre später steht das Jubiläumsjahr 2014 unter dem Motto: Glaube – Begegnung –

Friede. Das Friedensengagement der Augustiner-Chorherren stellt einen wesentlichen Schritt zur Begegnung von Mensch zu Mensch dar. Das Stift Klosterneuburg ist seit 900 Jah­ ren ein Ort der Begegnung für Men­ schen aller Nationalitäten und sozi­ aler Herkunft – bei religiösen und kulturellen Veranstaltungen kom­ men sie ins Gespräch über „Gott und die Welt“. ///

Wie das Stifterl zu seinem Namen kam Ende der 50er Jahre, nachdem die Austrian Airlines nach dem Staatsvertrag den Flugbetrieb wieder aufnahmen, wollte man dort auch beim Ausschank des Weins an Bord patriotisch sein und statt französischem Rotwein einen heimischen Tropfen servieren. Die Wahl fiel auf den St. Laurent des Stiftes Klosterneuburg. Der Wein, in kleinen Flaschen abgefüllt, erfreute sich bald großer Beliebtheit und wurde in Anspielung auf den Erzeuger „Stifterl“ genannt.

schau  29


Auf Stöckelschuhen über den Heldenplatz INTERVIEW: JULIA PÜHRINGER

„Little Britain“ auf Österreichisch?

Die Idee zu „BÖsterreich“ stammt von Ofcza­ rek höchstpersönlich. Den Gedanken, es könnte sich dabei um etwas Ähnliches wie „Little Britain“ auf Österreichisch handeln, weist er allerdings von der Hand. „Wir haben eine völlig andere Dramaturgie und erzählen eine völlig andere Welt. Wiewohl ich großer Anhänger des britischen Humors bin, der ziemlich schonungslos, hart und brutal ist.“ Vor einem Jahr hat er sich gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Tamara Metelka, Gedanken gemacht. „Wir erzählen uns wahnsinnig gern verrückte Geschichten, die uns passieren oder die wir bei anderen sehen, und mit der Idee bin ich zum Palf und dann mit ihm gemeinsam zur Superfilm gegangen, mit der wir beide über ‚Braunschlag‘ verbunden sind.“ Auch beim ORF fand man die Idee gut – ein Team von zehn Autoren wurde zusammengestellt. „Wenn zehn Autoren an einem Drehbuch arbeiten, stellt einen das doch vor Herausforderungen“, so Robert Palfrader, der selbst an den Drehbüchern mitgeschrieben hat: „Die Schwierigkeit war, 30  schau

Hat sich Palfraders Nase nachgießen lassen: Ofczarek als Robert Palfraders Schwester

das Ganze in einen Guss zu bekommen. Da war ich sehr froh, dass ich das gemeinsam mit dem Thomas Maurer gemacht habe. Wir haben das zusammengebastelt, das ist wie bei einem Möbelstück: Es reicht nicht, die richtige Holzverbindung zu finden, das richtige Holz auszuwählen, sondern man muss noch hobeln, schmirgeln und schleifen und lackieren, damit daraus ein Möbel wird.“ So peinlich!

Erkennt man sich in all den Figuren manchmal wieder? Ofcza­rek: „Ja, es ist natürlich immer etwas von mir anwesend, sonst hat’s kein Leben. Ich versuche in jeder Figur irgendetwas von mir einzubringen … was ja „Ich krieg’ meine Watschen, eigentlich auch ein ich bin das gewöhnt, ich hab’ furchtbares Fazit ist.“ Zum Schämen findet kein Problem damit.“ er das nicht. „Ich bin Robert Palfrader ist keine Rolle zu peinlich ein begeisterter Österreicher. Ich war lange genug Ausländer, weil ich in der Schweiz aufgewachsen bin, da hab’ ich einen gewissen Stolz aufgebaut. Aber wenn ich dann als Frau mit Stöckelschuhen über den Heldenplatz gehen muss und auf alt geschminkt bin, da schäm’ ich mich. Das möcht’ ich dann nicht. Da möcht’ ich mich die 100 Meter führen lassen. Ich schau’ ja aus wie ein mittelalter Transvestit. Oder ich dreh’ im 8. Bezirk, da wohn’ ich, ich will da nicht als Was-auch-immer beim Bäcker vorbeigehen und ‚Grüß Gott‘ sagen. Das kann ich nicht!“ Robert Palfrader erschüttert diesbezüglich nichts mehr. „Da hab ich einen gewissen Vorsprung vor dem Niki. Ich bin bereits FOTOS: ORF/SUPERFILM

DER SCHAUPLATZ: Ein luxuriöser Wellness-Tempel im Burgenland, einer der Drehorte der TV-Groteske „BÖsterreich“, in dem Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader, das kongeniale Darsteller-Dreamteam aus „Braunschlag“, gemeinsam an die 80 Rollen spielen. Wir haben in der Weinbar Ofczarek (Rotwein) und Palfrader (Seidl Bier) getrennt voneinander darüber befragt. Ein Interview wie ein Suchbild-Rätsel: Am Ende wissen wir wenig, sind aber trotz kryptischer Andeutungen voller Vorfreude.

februar 2014


Ein Gespräch mit den „Staatskünstlern“ Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader über ihr geheimnisvolles Projekt „BÖsterreich“, die Kunst der Überhöhung, über ­Demütigungen, falsche Nasen und das Hinüber-Sein. Und ein Versprechen: „Man wird es nicht für möglich halten, was wir da aufführen!“ Ist gekauft.

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„Der Maurer hat eine Geschichte geschrieben, wo der Niki und ich gesagt haben, ‚Nein, das ist so arg, das spielst dir selber, Depperter‘. So was hat man noch nicht gezeigt.“

info

BÖsterreich „BÖsterreich“ wird Teil des neuen „DIE.NACHT“-Formats. Nicholas ­Ofczarek („Braunschlag“) und ­Robert Palfrader („Wir sind Kaiser“) spielen gemeinsam an die 80 Figuren, gedreht wurde in Wien, im Burgenland und in der Steiermark. Zu erwarten ist laut Palfrader „keine Comedy, weniger Satire als Groteske“. Am Drehbuch schrieben neben Ofczarek und Palfrader auch Hosea Ratschiller, Lukas Tagwerker, Thomas Maurer sowie „Flüsterzweieck“, die beiden Theaterkabarettistinnen Ulrike Haidacher und Antonia Stabinger, die Palfrader im Rabenhof Theater entdeckte. „BÖsterreich“ wird ab April im TV zu sehen sein. www.superfilm.at

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bei ‚echt fett‘ im Hühnerkostüm bei mir zuhause vorbeigegangen und die Nachbarn haben mich erkannt, weil ich den Kopf in der Hand gehabt hab. Ich hab’ diese Demütigungen bereits hinter mich gebracht. Mein Sohn ist neulich ans Set gekommen, er ist jetzt 13, und ich bin in einem Frauenkostüm gewesen und hab’ ihn begrüßt und komplett vergessen, wie ich ausschau’, und er hat mich dann mit den Worten empfangen: Du bist so peinlich! Ich krieg’ links und rechts meine Watschen, ich bin das gewöhnt, ich hab’ kein Problem damit.“ Ist Palfrader eine Figur ans Herz gewachsen? Ja, ein Tiroler Wirt. Palfrader bricht genussvoll in das wilde Tirolerisch seiner Rolle aus, es fallen die Worte „Bolschewikenschweine“, „Scheißgruabn“ und „linkslinkes

G’sindel“. Wo holt man sich da die Inspiration? „Ich bin ja Südtiroler, väterlicherseits. Wir haben einfach die Schraube so lange angezogen, bis es nimmer gegangen ist. Das ist unsere Arbeit: Überhöhung, Überhöhung, Überhöhung.“ Es scheint großen Spaß zu machen, auch wenn bis zu 16-stündige Drehtage samt langen Stunden in der Maske durchaus eine Herausforderung sind, wie auch Ofczarek bestätigt: „Das gehört wirklich zum Anstrengendsten, was ich jemals gemacht habe. Sobald du abgedreht bist, gehst du in die Maske und der andere dreht mit dem Double weiter. Und dann sieht man sich wieder und erkennt sich manchmal nicht. Ich habe einmal die Schwester von Robert Palfrader gespielt. Das war schön. Das hab’ ich ihm auch nicht verraten, das hat

er erst am Set gesehen. Ich habe mir seine Nase nachgießen lassen, ich habe mich selber nicht erkannt, als ich mich in der Ausspiegelung gesehen hab’!“ Er zeigt stolz Falsche-Nasen-Fotos auf dem Handy herum. Wir sind beeindruckt. Ist es anstrengend, sich in so kurzer Zeit in so viele Rollen einzuarbeiten? „Das ist eigentlich Akkordarbeit. Aber nach sechs Wochen ist man einerseits wie auf 100.000 Volt und gleichzeitig auf Sparstrom. Was ja auch ein toller Zustand ist: hinüber.“ Schlapfen und sonst nichts

Aber ganz ehrlich, was erwartet uns jetzt bei „BÖsterreich“? So recht können wir uns nichts darunter vorstellen. Palfrader beruhigt: „Das gelingt uns selbst relativ selten, dass februar 2014

FOTOS: ORF/SUPERFILM/INGO PERTRAMER (3)

Robert Palfrader


Geschichten erzählen, so verrückt, wie aus dem Leben gegriffen. Palfrader und Ofczarek schlüpfen in jede Rolle, die ihnen das zehnköpfige Autorenteam - auf den Leib - schreibt.

wir uns vorstellen können, was wir da machen. Wie das im Endeffekt funktionieren wird, wenn alles fix fertig montiert ist, was wir da zusammengeschrieben und -gespielt haben … Etwas, was ich Ihnen glaubhaft versichern darf: Egal, ob man’s lieben oder hassen wird, man wird es nicht für möglich halten, was wir da aufführen. Wir haben öfter darüber gesprochen, der Niki und ich, vielleicht ist es die Lust, etwas zu tun, woran wir auch scheitern können. Wir wollten uns ein bisschen aus der Komfortzone hinausbewegen, ein Risiko eingehen und etwas tun, das noch keiner gemacht hat. Manchmal hat es einen guten Grund, warum’s noch niemand gemacht hat, einfach weil es ein Blödsinn ist. Aber manchmal hat’s halt noch keiner gemacht, weil er’s sich nicht getraut hat. Wir hoffen halt, dass es eher das eine und nicht das andere ist.“ Reizvoll sei es

einerseits gewesen, andererseits wahnsinnig kompliziert. „Und jetzt müssen wir zwei armen Hunde das alles spielen …“, klagt Palfrader erschöpft. Er ist seit vier Uhr auf. Dabei haben sich die beiden alles selbst eingebrockt. „Wissen Sie, ich hab’ heute meine erste Nacktszene gespielt, ich habe den heutigen Tag – und ich hab’ mir zweimal die Hände gewaschen – die meiste Zeit meine primären Geschlechtsmerkmale in der Hand gehalten und sonst nichts. Ich hab’ Schlapfen angehabt. Das war mein Kostüm.“ Schreibt man sich so was selbst? „Nein, das hat der Maurer geschrieben. Und der Maurer hat auch eine Geschichte geschrieben, wo der Niki und ich gesagt haben, ‚Nein, das ist so arg, das spielst dir selber, Depperter‘. So was hat man noch nicht gezeigt.“ Mit Zuschauerreaktionen ist jedenfalls zu rechnen. ///

… mit guter Aussicht auf Besserung Das Neurologische Therapiezentrum Gmundnerberg in Altmünster zählt mit seinen 120 Ein- und Zweibett zimmern und der neuesten Diagnose- und Therapieausstattung zu den modernsten Rehabilitationseinrichtungen Europas. Unser klinisches Programm beinhaltet die neurologische Rehabilitation folgender Krankheitsbilder: ❙ ❙ ❙ ❙ ❙ ❙

Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Hirnblutung) Hirntumore und Störungen der Hirnleistung Morbus Parkinson und andere neurodegenerative Erkankungen Multiple Sklerose Wirbelsäulenerkrankungen mit Lähmungen und Sensibilitätsstörungen Polyneuropathie mit Gangstörung

Unser multidisziplinärer Therapieansatz umfasst die Zusammenarbeit von Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Ernährungsberatung und aktivierender Pflege, um den individuell besten Therapieerfolg für jeden PatientInnen zu erzielen.

Gmundnerberg 82, 4813 Altmünster | Tel.: 07612/88000 (Mo-Fr) | office@ntgb.at | www.ntgb.at

Die Rehabilitationsmaßnahmen sollen einerseits Restfunktionen aktivieren und andererseits Regenerationsprozesse aktiv auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gang setzen. Ziel ist es, eine weitgehende Selbständigkeit des Menschen in seinem Lebensumfeld zu erreichen. Als österreichische Rehabilitationsklinik entsprechen wir den Qualitätskriterien der österreichischen Sozialversicherungsträger, sind zertifiziert nach Joint Commission International (JCI) und bieten Behandlung auf höchstem Niveau. Das NTG Gmundnerberg steht PatientInnen aller Kranken- und Pensionsversicherungen zur Verfügung. Ein Betrieb der VAMED Gruppe.


geschichteschau

2014 ist es 100 Jahre her, dass der Erste Weltkrieg begann – und damit der Zerfall der K & k-Monarchie, des großen Habsburgerreichs. In einer neuen Serie besucht SCHAU die wichtigsten historischen Schauplätze und zeigt, wie sie heute aussehen und was man dort erleben kann.

Der taumelnde Kontinent SARAJEVO 1914. Die Lateinerbrücke, der offene Wagen des Thronfolgers Franz Ferdinand, das Attentat des Gavrilo Princip, auslösendes Moment, aber nicht fundamentale Ursache für den Ersten Weltkrieg, der damit so absurd begann. Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek waren am Bahnhof in Sarajevo angekommen, gerade an einem Tag, der für die Serben bis heute heilig ist: Der 28. Juni – die Schlacht am Amselfeld, der Veitstag. Bis heute Stolz, Trauer und Identifikationsmetapher für viele Menschen hier.

Die Kronen Zeitung berichtet über das Attentat in Sarajevo.

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nem Cabrio, dahinter weitere Autos mit Polizisten und Gefolgsleuten des Thronfolgers. Das Paar kam direkt aus dem Urlaub, hatte angenehme Tage in Ilidža (Kurort nahe Sarajevo) verbracht. Sie waren auch privat in Sarajevo gewesen, auf einen Einkaufsbummel, vollkommen ungestört und nicht belästigt, wie zwei Privatpersonen. An diesem 28. Juni feierte das Paar auch seinen Hochzeitstag. Ein Paar, das an sich nicht standesgemäß war – ein Habsburger und eine Bürgerliche. Es hatte viel Kraft gekostet, die Ehe am Wiener Hof durchzusetzen. Deshalb sah man jetzt vieles locker, besonAttentat am Veitstag ders bei der Kulisse in Sarajevo. Die blühende Stadt, mit traumhaften, An einem 28. Juni, dem serbischen großen Villen an den Berghängen, Feiertag, so sind sich viele Historiker war die erste elektrifizierte Metroeinig, hätte ein österreichischer pole in der K & k-Monarchie und Kronprinz nicht nach Sarajevo fah- ein Produktivitätszentrum der Moren dürfen. Es war ein Sonntag, derne. Der Tag und die Ereignisse in herrliches Wetter, sieben Fahrzeuge Sarajevo sind nahezu eine Metapher fuhren in einer Kolonne den Appel- für einen Krieg, der irrational beKai entlang, der Polizeikomman- gonnen wurde und sich zur größten dant, der Bürgermeister mit Fes Material- und Menschenvernich(Kopfbedeckung muslimischer Wür- tungsschlacht der bisherigen Gedenträger), der Erzherzog im offe- schichte ausweiten sollte. Man hatte februar 2014

FOTOS: ARCHIV VON SCHLOSS ARTSTETTEN, WIKIMEDIA/KARL TRÖSTL

TEXT VON HELMUT STRUTZMANN


NEUE SERIE „1. Weltkrieg 1914/2014“ Schauplätze, die Europas Geschichte prägten

nach der Niederlage 1913 ein Attentat auf das Paar geplant – ein Bombenattentat. Der erste Anschlag ging schief. Es gab einen lauten Knall, Splitter, die Thronfolgergattin wurde leicht verletzt, Franz Ferdinand selbst bewahrte Ruhe, kümmerte sich um die Verletzte und begab sich dann zum Rathaus. Hier absolvierte er seine Aufwartungen und setzte dann – seine Frau führte inzwischen offizielle Gespräche mit einflussreichen suleimanischen Frauen – die Fahrt fort. Der Zufall führte Regie

Beinahe wäre wieder nichts geschehen, wenn sich der Fahrer nicht ver2014 februar

irrt hätte und falsch abbiegen wollte in die – nomen est omen – Franz-Joseph-Straße. Als der Irrtum offensichtlich war, wurde abgekuppelt, der Wagen sollte zurückrollen. In der Franz-Joseph-Straße stand Gavrilo Princip, Mitglied der Bombenverschwörer. Er hatte gehört, dass das erste Attentat schief gegangen war. Jetzt sah er die neue Gelegenheit. Eigentlich wollte er eine weitere Bombe werfen, doch die hatte sich in seinem Gürtel verklemmt. So nahm er die Pistole und schoss auf das Ehepaar. Gavrilo Princip traf Franz Ferdinand mitten am Hals und die Gemahlin in die Bauchschlagader. Beide waren tödlich verletzt, sie starben nur wenig später.

1914. Der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie verlassen das Rathaus in Sarajevo. Kurz darauf werden sie Opfer eines folgenreichen Attentats.

Als die Nachricht vom Tod bekannt wurde, läuteten in Sarajevo die Glocken – in einer Stadt, die Kirchen und Moscheen zuhauf besitzt. Hier findet man sogar die größte Moschee des Balkans. Muslime, römische und orthodoxe Katholiken, Juden waren in der bosnischen Hauptstadt beheimatet. Das Attentat und die folgenden Untersuchungen erinnern an den Anschlag auf John F. Kennedy – tagelange Verhöre, Verdächtigungen, Erschütterung in den europäischen Königreichen, eine Stimmung der Lähmung: Und wenig spürbarer Jubel in Sarajevo. Der Auslöser für den Ersten Weltkrieg war hiermit gezündet worden. schau  35


TIPP: Lateinerbrücke, ­ehemals „Princip-­ Brücke“, Schauplatz des Attentats auf den habsburgischen Thronfolger

TIPP: Altes Rathaus, später befand sich darin die ­Nationalbibliothek. Das Gebäude würde erst kürzlich restauriert und erstrahlt nun in neuem Glanz.

Sarajevo heute

TIPP: Sahat Kula Glockenturm TIPP: Downtown Sarajevo

FOTOS: 2005 TOURISM ASSOCIATION OF FEDERATION OF BIH (4)

Eine Stadt der Gegensätze und scheinbaren Widersprüche. Abrupt endet der Pracht-Boulevard, zwei Meter später desolate Gebäude, vernagelte Fenster, Ruinen, die noch an den Bürgerkrieg der 90er Jahre erinnern. Und dann wieder Cafés mit Preisen bis um ein Zehntel billiger, Schnaps, zahnlosen Alten und bunt tätowierten Jungen. Weit draußen das desolate Olympia-Stadion, einst Stolz und Signal für eine neue Dimension. Heute ist es eine baufällige G’stätten mit Betonruinen und Tribünen. Einmal im Jahr findet hier noch ein großes Konzert statt, im Dienste des Friedens, denn Musik ist überall in Sarajevo. /// TOURISMUSVERBAND BOSNIEN UND HERZEGOWINA www.bhtourism.ba

Lokale und Nightlife in Sarajevo CAFE TITO Beliebtes Studentencafe im kommunistischen Style. www.caffetito.ba UNDERGROUND CLUB  Für leidenschaftliche Jazz-Fans: Club nahe der Lateinerbrücke. www.facebook.com/undergroundclubsarajevo CHEERS PUB  Ideal um einen Sightseeing-Tag mit einem Bier abzuschließen. www.facebook.com/cheers.pubsarajevo

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vorschau event-navigator februar Alle Termine auf www.schaumedia.at/eventnavigator.html

So entgeht Ihnen nichts. Die besten Termine für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. W

Ab DO 27. 2. FOTOGRAFIE

Ab DONNERSTAG

27 FOTOGRAFIE

Andreas H. Bitesnich

FOTO: ANDREAS H. BITESNICH

Kunst Haus Wien

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Zwischenbilanz.

Der österreichische Star-Fotograf Andreas H. Bitesnich feiert 2014 seinen 50. Geburtstag und zieht Zwischenbilanz. Im Rahmen einer großen Retrospektive im KUNST HAUS WIEN gewährt er einen Einblick in sein persönliches fotografisches Universum. Bitesnich ist es gelungen, in den verschiedenen Genres der Fotografie, mit denen er sich in den letzten 25 Jahren beschäftigt hat, jeweils einen eigenen, unverwechselbaren Stil zu entwickeln. In seiner Aktfotografie erregte er bereits früh in seiner Laufbahn durch e ­ inen skulpturalen Umgang mit dem menschlichen Körper und durch perfekte Lichtsetzung ­Aufsehen. In seiner Reisefotografie schuf Bitesnich mit dem Buch „Indien“ einen Meilenstein der fotografischen Auseinandersetzung mit anderen Kulturkreisen. Die Ausstellung versammelt in einer eigenen Porträtgalerie auch wichtige Schlüsselbilder aus dem Schaffen des Porträtfotografen Bitesnich. Zu den jüngsten Teilen von Bitesnichs Werk zählen die Ergebnisse seiner fotografischen Auseinandersetzung mit wesentlichen Metropolen der Welt. Die Ausstellung bietet auch einen Blick hinter die Kulissen: Erstmals werden zahlreiche Dokumente ausgestellt, die es erlauben, die Arbeitsweise des Fotografen hautnah mit­ zuverfolgen. Kontaktbögen und Polaroids, Buchdummies und dokumentarisches Filmmaterial ergeben ein besonders spannendes Making-of zur Ausstellung und zum Werk von Andreas H. Bitesnich. W ANDREAS H. BITESNICH

27. Februar bis 9. Juni, Kunst Haus Wien 3., Untere Weißgerberstraße 13, Tel. 01/712 04 91, www.kunsthauswien.com

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vorschau folks&music

Olivia Macho präsentiert ab sofort den Event-Navigator: jeden Donnerstag um 18:50 Uhr auf schau TV.

Alle Termine auf www.schaumedia.at/eventnavigator.html

schauTV kurz&bündig

musik

FR 28. 2. FASCHINGSKONZERT NÖ Unterhaltsames und Beschwingtes aus Operette und Musical passend zur „dritten Jahreszeit“, moderiert und dirigiert von Franz Josef Breznik, es spielt das Orchester der Bühne Baden. Mit Andrea ­Malek, Reinwald Kranner, KS Sebastian Reinthaller. 28. Februar, Bühne Baden, Theaterplatz 7, Tel. 02252/253 253, www.buehnebaden.at

DO 6. 2. ACIES QUARTETT NÖ Gegründet 2000, wurde das Acies Quartett 2006 im Elite-Wettbewerb „Gradus ad parnassum“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Die Vier sind ‚Artists of the Year 2007‘ (Bank Austria/Creditanstalt) und Künstler des Jahres 2007 (Ö1). 2008 gewannen sie den Musica-Juventutis-Wettbewerb des Wiener Konzerthauses. Heute spielen sie Werke von Haydn, Moser und Schubert. 6. Februar, Schloss Zeillern, Schloßstraße 1, Tel. 07472/601-454, www.avb.amstetten.at

SO 2. 2. CHINESISCHES NEUJAHRSKONZERT W Symphonisches Konzert. Am Programm stehen „Ein Kerzenlicht brennt über tausend Herbste“, „Ich sehe den König im Zelt angekleidet schlafen“, „Frau Generalin Yang“, „Auf einer Insel, eisiges Rad will sich drehen“, „Großer Kampf am Tigerkäfig“ und „Das Loblied der Pekingoper“.

Söhne und Synthie-Pop. Die Mannheimer und die Briten kommen – und jede Menge Akkordeons. AKKORDEON

Zum 15. Mal WENN AM 22. FEBRUAR das Akkordeonfestival Vienna mit einem Doppel-Konzert des Duos Klaus Paier & Asja Valcic und den von Publikum und Kritik heftig akklamierten WeltWienmusik-„Newcomern“ Donauwellenreiter beginnt, dreht sich danach einen guten Monat lang für nicht wenige kulturaffine Menschen in der musikverrückten Donaumetropole vieles – um nicht zu sagen: alles – um das Akkordeon. Das Festival versteht es dabei von jeher, die vielen künstlerischen Optionen, die das Akkordeon birgt, in ihrer ganzen Vielfalt in seinem Programm abzubilden, lokale und regionale Spielarten gleichberechtigt mit internationalen Musikern zum Zug kommen zu lassen, Traditionspflege und Innovationsanspruch nicht als Gegensätze zu sehen und in einer dynamischen Mischung Neuentdeckungen und Liebgewonnenes gleichermaßen zu bieten.

22 POP

Akkordeon Festival Konzerthaus Weinviertel

W,N KLASSIK

Träumereien KODÁLY, RACHMANINOW UND DVORÁK – sie alle sehnten sich in ihrer Musik oft nach erfüllten Träumen und der Seligkeit früherer Zeiten. Mit den „Tänzen aus Galánta“ vertonte der ungarische Komponist Kodály seine Erinnerungen an die glückliche Kindheit. In seiner ersten großen Komposition, einem Klavierkonzert, zeigte sich Rachmaninow schon als 17-jähriger Virtuose von seiner verträumten Seite. Antonín Dvorák nahm sich vor, mit seiner Symphonie in GDur „ein von meinen anderen Symphonien verschiedenes Werk zu schreiben“, was ihm zweifellos auch gelang. Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich spielt unter seinem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada. Solist ist Bernd Glemser, der in seiner Jugend 17 Wettbewerbe und Spezialpreise in Folge gewonnen hat.

MO 17. 2. KIRCHSCHLAGER / KORENY W Bela Koreny ist ja nicht „nur“ der Besitzer der Broadway-­ Piano-Bar, sondern ausgebildeter Pianist und Komponist. Das Konzerthaus hat ihn mit einem Liederzykus beauftragt. Koreny selbst begleitet Angelika Kirchschlager bei der Uraufführung von „Herbstreise“.

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Ab SAMSTAG

W AKKORDEON FESTIVAL Ab 22. Februar, verschiedene Locations, Tel. 0676/512 91 04, www.akkordeonfestival.at

2. Februar, Musikverein 1., Bösendorferstr. 12, Tel. 01/505 81 90, www.musikverein.at

17. Februar, Konzerthaus, 3., Lothringerstraße 20, Tel. 01/24 20 02, www.konzerthaus.at

W

Spielt Rachmaninows erstes Klavierkonzert: Bernd Glemser.

W NÖ KODÁLY, RACHMANINOW UND DVORÁK 23., 25. Februar, Musikverein, 1., Karlsplatz 6, Tel. 01/505 81 90, www.musikverein.at 24. Februar, Festspielhaus St. Pölten Kulturbezirk 2, Tel. 02742/90 80 80-222, www.festspielhaus.at

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KONZERT TIPPS

kurz&bündig

W

musik

SYNTHIE-POP

Messe für die Masse „TO GO FROM NOTHING to that in seven years was amazing“. Bis heute denkt Labelboss Daniel Miller gerne an den Tag zurück, an dem Depeche Mode, die er 1980 in London entdeckt hatte, am 18. Juni 1988 das riesige Rose Bowl Stadion in Pasadena (Kalifornien) mit 70.000 Zuschauern ausverkauften. Obwohl sich auch Dave Gahan, Andy Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke Anfang der 80er grässlich kleideten, holten sie doch aus ihren analogen Synthesizern Melodien heraus, die rasch Englands Interesse wecken sollten. Auch 25 Jahre später ist die Zuneigung, die Depeche Mode von ihrer treuen Fangemeinde entgegengebracht wird, riesig. Die Konzerte sind musikalische Messen für die Massen. Depeche Mode haben mehr als 100 Millionen Tonträger weltweit verkauft und kürzlich ihr 13. Studioalbum veröffentlicht. „Delta Machine“ wird auch von Kritikern als ihr bestes, überzeugendstes elektronisches Album seit „Violator“ eingestuft. Depeche Mode stehen seit über drei Jahrzehnten an der Spitze der internationalen Musikszene. Jetzt erfreuen sie ihre Fans live mit ihrem aktuellen Album „Delta Machine“.

W DEPECHE MODE 8. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

W SOUL, GOSPEL, REGGAE, ROCK, BALLADEN

FOTOS: ROLAND SZABO, WERNER KMETITSCH PHOTOWERK, ANTON CORBIJN, LSK

Die Söhne hautnah IN MEHR ALS eineinhalb Jahrzehnten haben sich die Söhne Mannheims zur absoluten Kultband entwickelt. Aus der musikalischen Kommune ist eine der populärsten Formationen der Gegenwart hervorgegangen, die immer wieder mit einem breitgefächerten Spektrum und enormer Leidenschaft überzeugt. Die bunte Truppe mit vier Sängern, zwei Rappern, zwei Schlagzeugern, zwei Gitarristen, einem Bassisten, einem Keyboarder und einem DJ umfasst jetzt insgesamt 13 Musiker. Die Band steht nach wie vor für eine spektakuläre Performance, die die Fans mitreißt. Nach ausverkauften Arena- und OpenAir-Shows im Jahr 2011 wollen die Söhne ihrem Publikum in kleineren ­Locations hautnah gegenübertreten. W SÖHNE MANNHEIMS 28. Februar, Gasometer, 11., Guglgasse 12, Tel. 01/960 96, www.planet.tt

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SA 15. 2. ANDREA BERG W Der gutgeschmäcklerische deutsche Schlager ist spätestens Ende der siebziger Jahre gestorben. Während Sänger wie Guildo Horn und Dieter Thomas Kuhn im neuen Jahrtausend die Erblast mit Witz, Ironie und Augenzwinkern beleben, ist es der 1966 in Krefeld geborenen Andrea Berg ernst mit ihrer Umsetzung der leichten Muse. 15. Februar, Stadthalle 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

SA 22. 2. SCHANDMAUL W Die deutschsprachige Mittelalter-Folk-Rock-Band spielt neben den klassischen Instrumenten der Rockmusik auch Schalmei, Drehleier und Dudelsack. Für Ende Jänner haben sie eine neue CD mit dem Titel „Unendlich“ angekündigt. 22. Februar, Gasometer, 11., Guglgasse 8 , Tel. 01/332 46 4120, www.planet.tt

SA 1. 2. LAKIS & ACHWACH W Thessaloniki ist dieses „Fest der Griechen“ mit Lakis & Achwach und Freunden gewidmet. Zusätzlich wird eine DVD zum 30-jährigen B ­ estehen der Musikgruppe rund um Lakis Jordanopoulos präsentiert. 1. Februar, Metropol, 17., Hernalser Hauptstraße 55, Tel. 01/407 77 407, www.wiener-metropol.at

Die Vielfalt der Talente verschmilzt bei den Söhnen Mannheims zu einer Einheit.

FR 21. 2. JOHN MAYALL W Man nennt John Mayall den weißen König des schwarzen Blues oder auch den „Vater des britischen Blues“. Zu den Mitgliedern seiner Begleitband „The Bluesbreakers“ zählten Künstler wie Eric Clapton, ­Peter Green, Mick Taylor, Ginger Baker, John McVie oder Mick Fleetwood. Sein „ungehobelter, aber energiegeladener Gesang“ (Mayall) ist nicht zu kopieren und die Soloeinlagen beweisen, wie der Mann ganz für sich allein groovt. 21. Februar, Porgy & Bess, 1., Riemergasse 11, Tel. 01/512 88 11, www.porgy.at

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vorschau klang&sang

schau social

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kurz&bündig

tanz

Ab DI 18. 2. SWAN LAKE RELOADED W Die bekannte Geschichte um Prinz Siegfried und die schöne Odette ist in die ­Moderne transportiert: Die Schwäne sind, gekleidet in weißem Pelz, heroinabhängige Prostituierte. Rotbart, der sich als Zuhälter und Drogendealer die Macht über seine Umgebung verschafft, versorgt die Schwäne mit dem begehrten Stoff. Mit Beats unterlegt, gesamplet, verfremdet: Ähnlich der Handlung erfährt auch die berühmte Musik Tschaikowskis einen Neuanstrich. Bis 23. Februar, Halle E im MQ, 7., Museumsplatz 1, Tel. 01/524 33 21-0, www.halleneg.at

Ab MI 19. 2. MOMIX BOTANICA W Der amerikanische TanzIllusionist Moses Pendleton und seine Modern Dance Company MOMIX verzaubern Jung und Alt mit raffinierten surrealistischen Bildern, für die diesmal die Formen der ­Natur Pate gestanden haben. Harmonisch verbinden sich Moses Pendletons außergewöhnliche Choreografien mit Klängen von Vogelzwitschern bis Vivaldi. Mit Humor und ­ausgeprägtem Schönheitssinn schafft Pendleton ein Tanz­ theater für Herz und Kopf, das jeder versteht.

Erwin, das Naturtalent. Für Jugendliche gibt’s „Love Songs“ und für Kinder einen Star von der Südsee. BALLETT

Zeitgenössisch MIT DEM BALLETT AM RHEIN kommt eine der bedeutendsten und meistgefeierten deutschen Ballett-Compagnien erstmalig nach St. Pölten. Unter der künstlerischen Leitung des Schweizer Choreografen Martin Schläpfer hat das in Düsseldorf und Duisburg ansässige Ensemble in den vergangenen Jahren eine einmalige Erfolgsgeschichte innerhalb der Kulturlandschaft Deutschlands geschrieben. Von einer breiten stilistischen Vielfalt geprägt, umfasst das Repertoire der Compagnie wichtige Meisterwerke des 20. Jahrhunderts und setzt mit Arbeiten jüngerer Künstler einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich des zeitgenössischen Tanzes. Im Festspielhaus präsentiert Martin Schläpfer mit seinem Ballett am Rhein drei ganz unterschiedliche Stücke nach Musik von A ­ lfred Schnittke, György Ligeti und Johannes Brahms.

Zu Gast in St. Pölten: Das Ballett am Rhein.

SAMSTAG

NÖ BALLETT AM RHEIN 22. Februar, Festspielhaus St. Pölten, Kulturbezirk 2, Tel. 02742/90 80 80-222, www.festspielhaus.at

22 BALLETT

Ballett am Rhein Festspielhaus St. Pölten

Bis 25. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

TANZ Ab MO 10. 2. RED BULL FLYING BACH W Bach und Breakdance passen nicht zusammen? Das ­Gegenteil beweisen die vierfachen Breakdance-Weltmeister Flying Steps und Opernregisseur Christoph Hagel mit ihrer faszinierenden Performance Red Bull Flying Bach. Mit ihrer einzigartigen und innovativen Übersetzung von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ sprengen sie die Grenzen zwischen Hoch- und Jugendkultur. Das ungewöhnliche Projekt wurde 2010 mit dem ‚ECHO Klassik Sonderpreis‘ ausgezeichnet. Bis 16. Februar, Halle E im MQ, 7., Museumsplatz 1, Tel. 01/524 33 21-0, www.halleneg.at

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In „Love Songs“ tanzen Jugendliche über das Phänomen „Liebe“.

Liebe, getanzt IVES THUWIS REALISIERTE in den letzten zehn Jahren viele Produktionen mit jugendlichen Darstellern – so auch „Love Songs“. Darin begibt sich der bekannte Choreograf gemeinsam mit Jugendlichen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, Sehnsüchte und Bedürfnisse. All die Konflikte, das Wünschen und Begehren übersetzt „Love Songs“ in die universelle Sprache des Tanzes. Das Material kommt aus den eigenen Erfahrungen, Ansichten, Meinungen und Erinnerungen der jugendlichen Akteure. W LOVE SONGS 24. bis 27. Februar, Dschungel Wien, MuseumsQuartier, 7., Museumsplatz 1, Tel. 01/522 07 20, www.dschungelwien.at

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MUSICAL, ERETTE O P E R &O P

OPERETTE

Very happy

Ab SAMSTAG

15 OPERETTE

Zwei Herzen im Dreivierteltakt Bühne Baden „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ ist auch ein Hit-Feuerwerk: Mit „Ob blond, ob braun“, „Auch du wirst mich einmal betrügen“, „Du bist meine schönste Träumerei“ u. v. m.

W FOTOS: GERT WEIGELT, ANI ANTONOVA, LUKAS BECK, BARBARA PÁLFFY

KINDEROPER

Superstar von der Insel ERWIN LEBT AUF der schönsten Insel in der südwestöstlichen Südsee, isst für sein Leben gern Kokosnuss-Kotelett und Olannaschnitzel und macht mit seinen Freunden, den Dschangel Kings, Musik. Und er liebt Rosa, obwohl er das selbst noch gar nicht weiß. Für ihn könnte es jedenfalls immer so weitergehen. Doch eines Tages kommt Professor Hoggins, ein forscher Forscher, der die Welt auf der Suche nach außergewöhnlichen Tönen und Klängen bereist, und entdeckt Erwins sensationelle Naturstimme. Er weckt in ihm die Neugier auf die große weite Welt und nimmt ihn mit: Erwin wird ein Superstar. Aber ist er noch so glücklich wie früher auf der Insel? W ERWIN, DAS NATURTALENT Ab 23. Februar, MuTh, 2., Obere Augartenstraße 1E, Tel. 01/347 80 80, www.muth.at

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EIN KLEINES STADTTHEATER in den 20er Jahren. Ein Sänger, ein Schauspieler und ein Dirigent versuchen sich erfolglos daran, Operetten zu schreiben. Als ein energischer Theaterdirektor „so rasch wie möglich“ ein Auftragswerk bestellt, werden ihr Talent und ihre Freundschaft auf die Probe gestellt. Und eine Operette ist keine Operette ohne einen zündenden Walzer. Ein schillernder Figurenreigen, Theater am Theater, eine schwungvolle Komödie, eingebettet in ein Panoptikum der berühmtesten Robert-Stolz-Melodien. Neben dem titelgebenden Walzer „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“ hören Sie spritzige Tanznummern, komödiantische Duette und unvergessene Hits wie „Ob blond, ob braun“, „Auch du wirst mich einmal betrügen“ und „Du bist meine schönste Träumerei“. Keine Soubrette zu glamourös, kein Herz zu entflammt, kein Happy End zu happy! Und wenn am Ende alles in überschwängliche Revue ausbricht, wird die Bühnenwelt zur Weltbühne, und wir wissen: Mehr Operette geht nicht. NÖ ZWEI HERZEN IM DREIVIERTELTAKT Ab 15. Februar, Bühne Baden, Theaterplatz 7, Tel. 02252/253 253, www.buehnebaden.at

kurz&bündig

oper

Ab Fr 28. 2. TURANDOT W Erst 80 Jahre nach der Uraufführung am 25. April 1926 wurde Puccinis letzte Oper erstmals an der Volksoper aufgeführt. Die fantastische und opulente Inszenierung der Frankokanadier Renaud Doucet und André Barbe aus dem Jahr 2006 gehört zu den ­beliebtesten Regiearbeiten in der Gunst des Volksopern­ publikums. Bis 23. März, Volksoper, 9., Währingerstraße 78, Tel. 01/514 44-0, www.volksoper.at

Ab SO 16. 2. ADRIANA LECOUVREUR W Im Haus am Ring ist die 1902 in Mailand uraufgeführte Oper noch niemals erklungen, obgleich der veristische Stil des Komponisten Francesco Cilea und die komplexe Liebesund Eifersuchtsgeschichte der Oper nichts an Wirkung fehlen lassen. Adriana Lecouvreur liebt und wird vom Grafen von Sachsen wiedergeliebt – und findet doch durch ein vergif­ tetes Blumenbukett ihrer ­Konkurrentin den Tod. Bis 12. März, Staatsoper, 1., Opernring 2, Tel. 01/514 442250, www.wiener-staatsoper.at

Ab MO 17. 2. PLATÉE W Im März 1745 entstand ­„Platée“ für die Hochzeit des französischen Thronfolgers in Versailles. Eine große Tragédie wäre diesem Ereignis angemessen gewesen, doch JeanPhilippe Rameau schuf eine raffinierte Parodie. Und so fand die Liebesintrige um eine hässliche, eitle Sumpfnymphe in Versailles keinen großen ­Anklang – als verklärende Hochzeitsoper war sie in der Tat denkbar ungeeignet. In ­Paris aber wurde „Platée“ ab 1749 sofort zu einem der erfolgreichsten Stücke Rameaus. Das Publikum ergötzte sich an der fein komponierten, subtilkomischen Musik und den Sprach- und Lautspielen. Auch seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist sie wieder die meistgespielte Oper Rameaus. Bis 28. Februar, Theater an der Wien, 6., Linke Wienzeile 6, Tel. 01/588 85, www.theater-wien.at

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Auch Amy Winehouse war 27, als sie – viel zu früh – starb.

kurz&bündig

show

Ab DO 13. 2. [A]URA W In [A]ura werden die Zuschauenden selbst zu Schöpfern. Sie finden in den Wochen vor der Premiere auf feinsinn. org ein einzigartiges Feature, mit dem sie die Choreografien und Inhalte von [A]ura mitgestalten und remixen können. Als User können sie sich so ein virtuelles Denkmal setzen, das dann doch eigene, unvorhersehbare Wege geht.

Ab DIENSTAG

25

Bis 15. Februar, KosmosTheater, 7., Siebensterng. 42, Tel. 01/523 12 26, www.kosmostheater.at

SHOW

The 27 Club MI 12. 2. PROTESTSONGCONTEST W Der Protestsongcontest 2014 geht nach einer Dekade des Protests in sein elftes Jahr. Immer noch hallen die Stimmen der Unzufriedenen und der Entrüsteten laut und eindringlich in der ehrwürdigen Halle des Rabenhof Theaters wider. Ob zahnlose Justiz, grün gepinselte Radwege, der Euro an sich oder doch die gute alte heilige Mutter Kirche – alles ist willkommen im härtesten Casting zwischen Wien Erdberg und der Hollywood Bowl: Das Gemeindebau-Theater sucht den Protestsong-Superstar 2014.

MQ, Halle E

SHOW

12. Februar, Rabenhof, 3., Rabengasse 3, Tel. 01/712 82 82, www.rabenhof.at

FR 14. 2. JODELN W Markus Hering und Bettina Stucky lesen aus dem Heimatroman „Der Bergdoktor“, Erika Stucky singt und jodelt. Doch aufgepasst! Bevor Sie sich jetzt Tickets kaufen, sollten Sie vielleicht noch wissen, dass die TV-Serie „Der Bergdoktor“ auf einer Heftromanserie beruht – und vor allem, dass Erika Stucky eine amerikanisch-schweizerische JazzSängerin und Akkordeonistin ist, die auch schon mal Tom Waits legendäres „Rain Dogs“Album neu interpretiert oder eben mit der Band „Roots of Communication“ vor Jodlern und anderen alpinen Einlagen nicht zurückscheut. 14. Februar, Konzerthaus, 3., Lothringerstraße 20, Tel. 01/242 002, www.konzerthaus.at

42  schau

SHOW

Stunt-Action pur DAS MATCH DER WELTWEIT BESTEN FreestyleMotoX-Helden geht wieder in die nächste Runde. Die Masters of Dirt zeigen wieder, was sie drauf haben, Stunts mit Motocross Bikes, BMX, Mountainbikes, Quads und Minibikes – und das immer höher, weiter und schneller. Geboten wird Stunt-Action pur, also nichts für schwache Nerven. Die Rider gehen an ihre Grenzen und werden ihre Mega-Jumps aus dem letzten Jahr noch übertrumpfen. Ein dreistündiges Spektakel für die ganze Familie mit dem gewissen Etwas.

JIMI HENDRIX, JANIS JOPLIN, Ex-Rolling-Stone Brian Jones, The Doors-Frontmann Jim Morrison und Kurt Cobain – Sie alle hatten eines gemeinsam: Ein Leben am Limit, das viel zu früh tragisch endete – mit nur 27 Jahren, getreu der Lebensphilosophie „live fast, love hard, die young“, der sich die Ausnahmekünstler mit Leib und Seele verschrieben hatten. „The 27 Club“ begibt sich auf eine faszinierende Zeitreise zu den größten Momenten des Rock’n’Roll und bringt die grandiose Musik unsterblicher Legenden auf die Bühne. 13 hochkarätige Vollblutmusiker aus Großbritannien verneigen sich in einer einzigartigen Hommage vor ihren Idolen, die ganze Generationen prägten und Musikgeschichte schrieben. Die unverkennbaren Stile von Hendrix, Cobain & Co vermischen sich mit eigenen Arrangements zu einem mitreißenden Ganzen – fast so, als würden die unvergesslichen Legenden des 27 Club gemeinsam in einer großen Band spielen. Denn: Legends Never Die … W THE 27 CLUB 25. Februar bis 2. März, MQ, Halle E, 7., Museumsplatz 1, Tel. 01/524 33 21-0, www.halleneg.at

W MASTERS OF DIRT 21. bis 23. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

februar 2014

FOTOS: MANFRED H. VOGEL, MASTERSOFDIRT.COM, THUNERSEESPIELE/SANDRA STUDER, MICHAEL REITER

Legends Never Die


SHOW TIPPS

Olivia Macho präsentiert ab sofort den Event-Navigator: jeden Donnerstag um 18:50 Uhr auf schau TV.

schauTV Club 27 und eine alte Dame. Eine Show erinnert an Rock-Legenden, ein Musical bringt Douwes und Kröger.

kurz&bündig

show

MUSICAL

Alfred töten

Ab MITTWOCH

19

DIE STADT GÜLLEN bereitet sich auf den Besuch von Claire Zachanassian vor, die als reichste Frau der Welt in ihre Heimatstadt zurückkehrt. An ihr Erscheinen ist die große Hoffnung geknüpft, die marode finanzielle Situation der Stadt zu beenden. Alfred Ill soll an seine ehemalige Beziehung mit Claire anknüpfen und sie davon überzeugen, Güllen großzügig zu unterstützen. Bei einem Empfang für die berühmte Tochter der Stadt stellt sie zwei Milliarden in Aussicht, wenn Alfred stirbt. Das moralische Entsetzen ist groß und das Angebot wird – vorerst – kategorisch abgelehnt. Die Vereinigten Bühnen Wien haben ein neues Musical in Auftrag gegeben, basierend auf dem Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt. Das Autoren-Team besteht aus Michael Reed (Musik), Wolfgang Hofer (Liedtexte), Moritz Schneider (Musik) und Christian Struppeck (Buch). In den Hauptrollen: Pia Douwes und Uwe Kröger.

MUSICAL

Der Besuch der alten Dame Ronacher Pia Douwes und Uwe Kröger sind in den Hauptrollen des neuen Musicals zu erleben.

Bis 16. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

Ab DI 18. 2. DIE ZUCKERWATTECOMBO W „Komm ein bisschen mit nach Italien“ – mit den weltfernen und lebensfrohen Liedern der Wirtschaftswunderzeit, in denen nur der Bossa Nova an allem schuld ist, in denen man Tipi-tipi-tipso seinen TeenyWeeny-Strandbikini ausführt und eventuell auch mit zwei kleinen Italienern von den ­süßesten Früchten träumt. ­Augenzwinkernd dargebracht von einem gut gelaunten ­Gesangstrio und einem ­bestens ein­gestimmten Instrumental­ensemble, ganz im trashig-legendären Stil der 50er und 60er Jahre.

W DER BESUCH DER ALTEN DAME Ab 19. Februar, Ronacher, 1., Seilerstätte 9, Tel. 01/588 85, www.vbw.at

W

SHOW

Let’s rock again

In göttlicher Mission rocken „Jake“ und ­„Elwood“ mit ihrer exzentrischen Performance und dem unverwechselbaren Tanzstil von nun an wieder die Bühnen dieser Welt.

2014 februar

Ab FR 7. 2. DIE MYSTISCHEN KRÄFTE DES SHAOLIN KUNG-FU W „Shamis Weg nach Shaolin“ erzählt die Geschichte eines Kindes auf seiner Suche nach Meisterschaft. Die Show zeigt die faszinierenden und geheimnisvollen Übungen der Mönche, ihre meisterliche Beherrschung des Qi Gong, lässt Stöcke und Eisenstangen auf ihren Körpern zerschmettern und Speerspitzen gegen die empfindlichsten Körperstellen gerichtet sein. Die Zuschauer werden in die geheimnisvolle Welt des Zen-Buddhismus entführt – und des Kung-Fu, der Mutter aller Kampfsportarten.

Bis 20. Februar, Metropol, 17., Hernalser Hauptstraße 55, Tel. 01/407 77 407, www.wiener-metropol.at

SIE SIND ZURÜCK – die Blues Brothers. Stilgemäß mit schwarzen Sonnenbrillen, schwarzen Anzügen und schwarzen Hüten ausgestattet und natürlich mit rockigem Blues, schwärzestem Soul und flotten Sprüchen. Um ein von Nonnen geführtes Waisenhaus, in dem die Brüder einst aufgewachsen waren, vor der Schließung zu retten, bieten sie an, Geld für den Erhalt der Einrichtung zu beschaffen. Mit Live-Konzerten wollen sie das nötige Kleingeld von 5.000 Dollar auf (zumindest halbwegs) legalem Wege zur Begleichung der Steuerschulden einspielen.

DI 11. 2. BEST OF BROADWAY W Die sieben Starsolisten von Best of Broadway begeisterten bereits ein internationales Publikum. Jetzt bringen sie die Highlights ihrer Lieblingsrollen aus sechzehn Musicals nach Wien: The Phantom of the Opera, Aida, Tanz der Vampire, Jekyll & Hyde, Elisabeth, Mozart, Die Schöne und das Biest, Jesus Christ Superstar, Rebecca, Cats, Troja, Evita, West Side Story, Queen, Hair und Mamma Mia.

W THE BLUES BROTHERS ARE BACK Ab 12. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

11. Februar, Stadthalle, 15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

schau  43


vorschau kichern&kudern

Olivia Macho präsentiert ab sofort den Event-Navigator: jeden Donnerstag um 18:50 Uhr auf schau TV.

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schauTV

MI 5. 2. ERMI-OMA B Ermi-Oma nimmt das Publikum mit hinein in ihr 13 Quadratmeter kleines Altenheimzimmer – und in ihre Seele. Welche Rolle die Schwierigtochter spielt und wie es ­Ermi-Oma dennoch schafft, nicht zur „resistenten Pflegestufe 7“ zu mutieren.

Ein neues Duo und ein Zauberer. Gemeinsames Programm von Fälbl und Nowak und Tricky Niki lädt zum Partnertausch. N

Liebe und Hiebe „WIE KANN DAS GEHEN?“, fragen sich viele. „Drei leibliche Schwestern seit über zehn Jahren gemeinsam auf der Bühne?“ Bei den Dornrosen geht das ausgezeichnet. Ihre Themen sind jene, die sich ihrer Jugend sowie ihrem Geschlecht entsprechend aufdrängen. So suchen sie nach Lösungen, wie sie das Leben sinnvoll verbringen können, parlieren über Mann und Frau, Kind und Kegel, gewähren immer wieder Einblicke in ihre Kindheit, und es ist nicht zu übersehen: Hier stehen drei absolut unterschiedliche Charaktere auf der Bühne! Das wird für den Zuseher zu einem reizvollen Hin und Her zwischen Geschwisterliebe und -hiebe. Es ist also nicht die hohe Politik, nein, es sind die kleinen, aber so wichtigen Dinge des Lebens, welche mit scharfsinnigem Witz in Lieder aus eigener Feder verpackt werden.

5. Februar, Kulturzentrum Mattersburg, Wulkalände 2, Tel. 02626/620 96, www.bgld-kulturzentren.at

DI 18. 2. HEILBUTT & ROSEN NÖ Im „Flotten4er“ können Sie die Versuche zweier Pärchen verfolgen, die ihre Partnerschaft beleben wollen. ­Beobachten Sie sie auf der ­rasanten Achterbahnfahrt zwischen Peinlichkeiten, blanker Geilheit, Hemmungen und ­unterdrückten Sehnsüchten. 18. Februar, Das Mozart Amstetten, Mozartstraße 5, Tel. 07472/601-454, www.avb.amstetten.at

DI 25. 2. ANGELIKA NIEDETZKY W Wer Lust hat, zwei Schritte vor und einen zurück zu gehen und seine guten Vorsätze bereits nach dem Schlussakkord des Neujahrskonzertes über Bord geworfen hat, der fühle sich herzlich willkommen zum diesjährigen NiedetzkyMarsch! Aber Vorsicht: Das ­Leben ist kein Wunschkonzert … 25. Februar, Stadtsaal 6., Mariahilfer Straße 81, Tel. 01/909 22 44, www.stadtsaal.com

Ab DI 11. 2. BLUM & OBERHAUSER W Marie und Bernd erwarten ihr erstes Kind. Geprägt von Hoffnungen, Ängsten und Vorfreude durchleben die beiden schon im Vorfeld auf einer ­Kindergeburtstagsparty alle Höhen und Tiefen des Elterndaseins. Und bald schon wird den beiden klar: Schlaflose Nächte ist nicht der einzige Umstand, mit dem sie als frisch gebackene Eltern zu kämpfen haben werden … 11. & 14. Februar, Orpheum, 22., Steigenteschgasse 94 b, Tel. 01/481 17 17, www.orpheum.at

44  schau

KABARETT

NÖ UNVERBLÜMT 21. und 22. Februar, Bühnenwirtshaus Juster Gutenbrunn 3, Tel. 02874/6253, www.buehnenwirtshaus.at

KABARETT

Eckel wundert sich ÜBER 10.000 SCHLAGZEILEN rattern jedes Jahr durch das menschliche Gehirn. Meistens denkt man sich nur noch: Uff. Klaus Eckel vermutet, das Problem ist Folgendes: Die Erde wiegt 5,972 Trillionen Tonnen. Das Gehirn 1,3 Kilo. Die ganze Welt passt einfach nicht unter eine Schädeldecke. Und so widmet er sich in seinem neuen Programm ganz dem Staunen und Wundern. Er fragt sich: Was wäre, wenn – negative Gedanken dick machen würden? – der Neandertaler vor der Keule das iPad erfunden hätte? – man sich im Internet ein neues Gewissen kaufen könnte? – die Idioten aller Länder ein eigenes Land gründen müssten? – beim Pyramidenbau eine Gewerkschaft mitgesprochen hätte? – der Sensenmann völlig unerwartet den Löffel abgibt?

FOTOS: MANFREDO WEIHS, JOHANNES ZINNER, MORITZ SCHELL, FELICITAS MATERN

kurz&bündig

kleinkunst

NÖ WELTWUNDERN 22. Februar, Congress Casino Baden, Kaiser Franz-Ring 1, Tel. 02252/444 96-444, www.ccb.at

Es wird Zeit, das Gehirn auf den Kopf zu stellen, meint Klaus Eckel.

februar 2014


KABARETTS& KLEINKUN T

W SHOW

Humor nach Noten DIE MUSIK GALT schon immer als die große Leidenschaft von Otto Schenk, der eigentlich Dirigent werden wollte, bevor ihn der Ruf der Bühne ereilte. Doch spätestens als Opernregisseur an der Metropolitan Opera New York oder der Wiener Staatsoper konnte er seine Passion ausleben. Als genauer Beobachter der bekanntesten Dirigenten seiner Zeit sammelte er eine Fülle von Anekdoten und Parodien, die er in diesem Programm ebenso zum Besten gibt wie literarische Leckerbissen rund um das Thema Musik, Oper und die Welt der Sänger. Seine Lesungen, seine Parodien und Rezitationen werden umrahmt und untermalt von musikalischen Gustostückerln, dargeboten von der Ungarischen Kammerphilharmonie, unter der Leitung von Konrad Leitner. Am Höhepunkt des Abends tritt Otto Schenk selbst ans Dirigentenpult und dirigiert in unnachahmlicher Form. W OTTO SCHENK 13. Februar, Stadthalle,15., Vogelweidplatz 14, Tel. 01/79 999 79, www.stadthalle.com

Die Ungarische Kammerphilharmonie begleitet Otto Schenk durch seinen humorvollen Abend zum Thema Musik. Und am Schluss erklimmt Schenk selbst das Dirigentenpult.

KABARETT

Schwierige Charaktere DIE NEUE SHOW „PartnerTausch“ beweist einmal mehr Tricky Nikis Vielseitigkeit als charmanter Entertainer. Er kombiniert freche Comedy mit Bauchrednerkunst und Top-Zauberei. Viele „Freunde“ reißen sich darum, in der neuen Show mitwirken zu dürfen. Leider sind es größtenteils schwierige Charaktere: Der 331-jährige russische Vampir Viktor verwechselt die Bretter, die die Welt bedeuten, mit einer Selbsthilfegruppe für Burn-Out-Patienten. Erika, die rustikale Domina vom Land, sucht verzweifelt nach dem Mann für Hof und Leben. Dr. Julius Ehrlich, eigenen Angaben zufolge weltschnellster Kopfrechner, Wissenschaftler, Astronaut, Unterhosenmodel, Frauenversteher – und letzter großer Casanova von Welt. Claire-Sophie de la Rose, in die Jahre gekommener Ex-Musical-Star, will nach etlichen (misslungenen) Schönheits-OPs ihre allerletzte Chance auf ein Comeback nutzen. W PARTNERTAUSCH 18. bis 21. Februar, Simpl, 1., Wollzeile 36, Tel. 01/512 47 42, www.simpl.at

W 2014 februar

Tricky Niki kombiniert Bauchreden mit Zauberkunst.

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kleinkunst

DO 27. 2. ERWIN STEINHAUER B In „Das Glück is a Vogerl“ singt Erwin Steinhauer Wienerund Heurigenlieder und erzählt dazu G’schichtln rund um Wein und Wien sowie Anek­ doten vom Nowak und vom Opernsänger Leo Slezak. Begleitet wird er dabei von den OÖ. Concert-Schrammeln, in der authentischen Besetzung mit zwei Geigen, Schrammelharmonika und Kontragitarre. 27. Februar, Kulturzentrum Eisenstadt, Esterhazystraße 5, Tel. 02682/646 80, www.bgld-kulturzentren.at

Ab FR 14. 2. PÖCHACKER & PASCHKE NÖ Warum werden Hund und Herrl über die Jahre immer ähnlicher? Kann man Hundeerziehung auch bei Menschen anwenden? Bleibt der Partner an Schleppleine eher treu? Sollte es auch Menschenfreilaufzonen geben? Wieso hören Hunde einen weit entfernten Vogel, aber nicht den Pfiff des Besitzers? Was denken unsere Hunde über uns? Ein tierisches Kabarettprogramm über Hunde und ihre Menschen von und mit Susanne Pöchacker und Steffi Paschke. Bis 15. Februar, Babü Wolkersdorf, Hauptstraße 41, Tel. 02245/4304, www.babue.com

Ab MO 17. 2. FÄLBL & NOWAK W Männer haben ihre Glanzzeit hinter sich. Sie leiden unter der Doppelbelastung Autowaschen und Fußballschauen. Sie sterben früher als die Frauen, nachdem sie ein belangloses Leben zwischen ­Hypochondrie und Burnout geführt haben. Männer sind OUT. Doch es gibt zwei, die IN sind und komplett anders: Christoph & Reini. Mit nimmermüdem Elan führen diese beiden Helden das weiter, was ihre Vorväter als Jäger, Gammler und Verwaltungsbeamte begonnen haben: ein Leben voll Mutterwitz und Abenteuer als rücksichtsvolle Karrieremänner, gigantische Liebhaber und zärtliche Väter. Sie sind „Zwei Helden für nix“. 17. & 19. Februar, Orpheum, 22., Steigenteschgasse 94 b, Tel. 01/481 17 17, www.orpheum.at

schau  45


vorschau theater

Olivia Macho präsentiert ab sofort den Event-Navigator: jeden Donnerstag um 18:50 Uhr auf schau TV.

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schauTV kurz&bündig

theater

Ab DO 30. 1. DAS GEISTERHAUS W Isabel Allendes 1982 veröffentlichtes Debüt trägt deutlich autobiographische Züge und ist eine turbulente und phantastische Familienchronik. Zugleich legt der Text Zeugnis von siebzig Jahren chilenischer Geschichte ab – vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zur Zeit der Militärdiktatur. Vierzig Jahre nach der Machtübernahme Pinochets kommt dieses Epos über „Schmerz, Blut und Liebe“ nun erstmals auf die Bühne. Ab 30. Jänner, Akademietheater 3., Lisztstraße 1, Tel. 01/514 444740, www.burgtheater.at

Ab SO 9. 2. WUNSCHLOSES UNGLÜCK W Peter Handkes 1972 entstandene semi-biographische Erzählung „Wunschloses ­Unglück“ ist die literarische Aufarbeitung eines Suizids. Sieben Wochen nach dem Selbstmord seiner Mutter begann Handke mit der Niederschrift. Poetisch und präzise entsteht die Erinnerung an eine Frau, die versucht, ihrer Herkunft im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien, geprägt von sozialer ­Repression und religiösem Dogmatismus, zu entkommen.

Zu viel und zu wenig Liebe: „Zwei Vier Sex“, „Quartett“ und „Wunschloses Unglück“. KINDERTHEATER

Ab DIENSTAG

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KINDERTHEATER

Malanda

Trolle treffen

Akzent

WOLLTET IHR IMMER schon einmal … … in ein Land reisen, in dem die wunderschönsten Träume wahr werden? … Feen begegnen, die sich kichernd zwischen Grashalmen verstecken? … Trolle treffen, die ihr Troll-Lied trällern? … mit einem Glühwürmchen über die Geheimnisse des Träumens plaudern? … ein Traummännlein kennen lernen, das die einzigartige Gabe besitzt, den Traumsand herzustellen? … der Fee der guten Träume begegnen, die am Traumfließband die schönsten Träume wahr werden lässt? … auf die Fee der bösen Träume treffen? … ein Zauberelixier brauen und das Traumland, das in Gefahr ist, retten? Wenn das so ist, kommt nach Malanda und eure Traumreise kann beginnen.

Empfohlen für Kinder von 4–12 Jahren und all jene Menschen, die nie aufgehört haben, Märchen zu lieben.

W MALANDA – DAS FEENLAND DER TRÄUME 11. bis 22. Februar, Akzent, 4., Theresianumgasse 18, Tel. 01/501 65-3306, www.akzent.at

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Ab 9. Februar, Burgtheater-Kasino, 1., Am Schwarzenbergplatz 1, Tel. 01/514 44-4830, www.burgtheater.at

Ab DO 20. 2. MARIA MAGDALENA W Im Haus des Tischlermeisters Anton: Tochter Klara ist mit dem Kassierer Leonhard verlobt. Doch sie liebt ihn nicht. Und Leonhard hat es auf Klaras Mitgift abgesehen. Friedrich Hebbels analytisches Drama von 1844 zeigt die kleinbürgerliche Familie als Käfig überkommener patriarchalischer Anschauungen. Schon der Titel verweist deutlich auf die biblische „Sünderin“, die die Verachtung der Pharisäer auf sich zieht. Das Trauerspiel handelt von ­Menschen, die unfähig sind, ­miteinander zu reden. Ab 20. Februar, Burgtheater, 1., Universitätsring 2, Tel. 01/514 44-4440, www.burgtheater.at

46  schau

ENGLISCHSPRACHIGES THEATER

Ewig jung und schön

Dorian Gray bleibt jung und schön, nur sein Porträt altert – und zeigt seine schlechten Seiten.

NACHDEM DAS VIENNA INTERNATIONAL Theatre nach 37-jährigem Bestehen im Juni 2012 geschlossen wurde, haben sich Eric Lomas, Alan Burgon, Paul Elsbacher und Julia Thorne zur Gründung eines neuen englischsprachigen Theaters für Wien entschlossen: Der Open House Theatre Company, mit der Zielsetzung, englischsprachiges Theater in höchster Qualität sowohl für Erwachsense als auch für Kinder und Jugendliche zu produzieren. Im Theater Brett zeigen sie eine Bühnenadaption von Oscar Wildes „The Picture of Dorian Gray“. W THE PICTURE OF DORIAN GRAY Ab 15. Februar, Theater Brett, 6., Münzwardeingasse 2, Tel. 0680/225 12 90, www.openhousetheatre.at

februar 2014


THEATER TIPPS

Ab MITTWOCH

12 LUSTSPIEL

Weh dem, der lügt Landestheater Niederösterreich

LUSTSPIEL

Wer einmal lügt …

FOTOS: ARCHIV THEATER AKZENT, HANNAH NEUHUBER, YASMINA HADDAD AUFGENOMMEN IM LANDESMUSEUM NIEDERÖSTERREICH, ROLF BOCK

GRILLPARZERS LUSTSPIEL entspinnt sich um das Versprechen des Küchenjungen Leon, den Neffen des Bischofs aus feindlicher Gefangenschaft zu befreien, ohne dabei ein einziges Mal zu lügen. Und gerade weil Leon immer die Wahrheit spricht, nimmt ihn niemand ernst und seine Pläne bleiben unentdeckt. Als es schließlich zur erfolgreichen Flucht kommt, findet Leon in der Tochter des Feindes Unterstützung. Edrita, die sich zu ihm hingezogen fühlt und vor einer arrangierten Heirat in ihrer Heimat fliehen möchte, wagt viel, ehe sie schließlich doch noch den Ersehnten zum Mann bekommt. In „Weh dem, der lügt!“ geht es nicht nur um die Frage nach Lüge und Wahrheit, sondern auch um das Zusammentreffen zweier völlig unterschiedlicher Kulturen, die sich feindlich gegenüberstehen und voll von Vorurteilen sind. Für „Weh dem, der lügt!“ kehrt Burgschauspieler Florentin Groll als Gast ans Landestheater Niederösterreich zurück. Zuletzt war er hier in Ibsens „Gespenster“ zu sehen.

BÜHNE IM BERG

Goethes „Faust“ EINE VERHÄNGNISVOLLE WETTE zwischen Faust und Mephisto – darum dreht sich der Klassiker der deutschen Literatur von J. W. Goethe. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens gerät Faust an den Teufel ­namens Mephisto. Sollte Faust je einen Augenblick der Zufriedenheit erleben, gewinnt Mephisto dessen Seele. Im Gegenzug wird Faust die ewige Jugend gewährt. Welchen Lauf die Tragödie nimmt, erfährt man ab ­Februar an einem ungewöhnlichen Spielort. Im Festsaal des Bergwerks der Seegrotte ­Hinterbrühl kann man die komprimierte und dennoch werktreue Inszenierung von Andreas Berger in einem einzigartigen Ambiente erleben. Ob man das Drama um die „Gretchenfrage“ und die Suche Fausts nach dem Sinn des ­Lebens bereits kennt oder nicht: Keinesfalls sollte man sich die außergewöhnliche Aufführung der Bühne im Berg entgehen lassen. NÖ FAUST VON J. W. GOETHE 7. Februar bis 9. März, Seegrotte Hinterbrühl 2371 Hinterbrühl, Grutschgasse 2a, Tel. 02236/263 64 64, www.buehne-im-berg.at

2014 februar

NÖ WEH DEM, DER LÜGT! Bis 13. März, Landestheater Niederösterreich, St. Pölten, Rathausplatz 11, Tel. 02742/90 80 60-0, www.landestheater.net

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theater

SO 23. 2. ZWEI VIER SEX B Alex und Doris sind seit fünf Jahren verheiratet. Sind sie glücklich? Sind sie’s nicht? Als Alex sie mit dem Verlangen konfrontiert, mit einem anderen Paar den offenen Partnertausch im eigenen Bett zu praktizieren, will sie nicht spießig sein und willigt nach langem Zögern ihm zuliebe ein. Um das „Gleichgewicht der Kräfte“ zu erhalten … 23. Februar, Kulturzentrum Güssing, Schulstraße 6, Tel. 03322/421 46-0 www.bgld-kulturzentren.at

Ab SO 2. 2. DREI MAL LEBEN W Yasmina Reza beschreibt mit Sensibilität, Humor und hinterhältiger, abgrundtiefer Bösartigkeit in drei Variationen das ­Zusammentreffen zweier Ehe­­­paare. Was fast als Komödie in Feydeau’scher Manier beginnt, wächst sich aus zu ei­nem Alptraum à la Buñuel. Mit Barbara Horvath, Sinikka Schubert, Oliver Baier und Nicolaus Hagg. Bis 23. März, stadtTheater, 1., Walfischgasse 4, Tel. 01/512 42 00, www.stadttheater.org

Ab DO 6. 2. QUARTETT W Elisabeth Trissenaar als ruchlose Marquise de Merteuil und Helmuth Lohner als zynischer Vicomte de Valmont in Heiner Müllers Adaption des Briefromans „Gefährliche Liebschaften“. Es inszeniert Hans Neuenfels. Ab 6. Februar, Theater in der Josefstadt, 8., Josefstädterstraße 26, Tel. 01/42 700, www.josefstadt.org

FR 21. 2. ZU VIEL LIEBE B Erst erhält die Inhaberin eines Blumengeschäfts überraschend den Laufpass von ihrem Geliebten, später fällt der Kunde aus alles Wolken, als er erkennen muss, dass seine Ehefrau die neue Geliebte jenes Mannes ist. Was folgt, sind Eifersucht, Leidenschaft, Raserei und jede Menge Komik. 21. Februar, Kulturzentrum Oberschützen, Hauptplatz 8, Tel. 03353/66 80, www.bgld-kulturzentren.at

schau  47


vorschau pinsel&strich

schau social

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W

messe & ausstellung

WERKSCHAU

Kein Wilder mehr

Ab DO 20. 2. BLEIB AKTIV! NÖ Niederösterreichs größte Seniorenmesse, die „Bleib aktiv!“, feiert ihren zehnten Geburtstag. Zum Jubiläum wird dabei ein wahres Feuerwerk an Stars erwartet, unter vielen anderen Prof. Hademar Bankhofer und Ingrid Wendl.

IN DEN LETZTEN Jahren hat die PopulärKultur in Form von Comic- und SchundheftInventar Einzug in Siegfried Anzingers Tafel­ bildern gehalten – vor allem Cowboy- und Indianerszenen – , die er etwa mit traditionellen ikonografischen Motiven aus der Heiligen Schrift verbindet. Der Künstler bricht stets Erwartungshaltungen, schlägt künstlerische Haken und überrascht mit neuen Werkblöcken. Der Schwerpunkt der rund 80 Arbeiten umfassenden Schau liegt auf neuen Gemälden, die der Künstler eigens für die Ausstellung geschaffen hat. Ergänzt werden die malerischen Arbeiten mit Zeichnungen, Aquarellen und Pastellen. Ein Teil der Ausstellung widmet sich auch ausgesuchten Bildern im Kontext von Anzingers Biennale-Teilnahme im Jahre 1988. Diese Arbeiten führen die Distanzierung des Künstlers zum Label der „Wilden Malerei“ vor Augen.

20. & 21. Februar, VAZ St. Pölten, Kelsengasse 9, Tel. 02742/714 00, www.vaz.at

Ab DO 13. 2. BAUEN & ENERGIE W An die 600 Top-Unternehmen präsentieren auf knapp 45.000 m2 Ausstellungsfläche Neuheiten und Bewährtes zu Hausbau, Zubau, Ausbau, Alarmsystemen, Baustoffen, Boden-Wand-Decke, Energie-, Heizungs-, Klima- und Haustechnik, Fenster-Toren-Türen, Fertighaus, Finanzierung, Innenausbau und Wellness-Einrichtungen. Bis 16. Februar, Messe Wien, 2., Messeplatz 1, Tel. 01/727 20-0, www.bauen-energie.at

Ab FR 31. 1. SCHLOSS ESTERHÁZY B 300 Jahre Baugeschichte des Schlosses, Kunstgenuss und die Lebensweise der Esterházyschen Fürsten können in den Räumlichkeiten des Schlosses Esterházy erlebt werden – auch mit Audioguides. Glanzlichter dieser Sonderausstellung sind Kostbarkeiten aus den Sammlungen der Fürsten wie Porzellan aus Frankenthal und Tafelsilber der Wiener Firma Würth. Raum­ archäologie und Kunstgenuss gehen in dieser Ausstellung der Esterházy Privatstiftung Hand in Hand. Sie dokumentieren die Meisterschaft von Künstlern, die Gönnerschaft und den Repräsentationszwang von Fürsten sowie die Wandelbarkeit von aristokratischen Interieurs. Der prunkvolle Haydnsaal mit seiner hervorragenden Akustik ist einer der schönsten Konzertsäle der Welt und zählt zu den absoluten Highlights der Schloss­ besichtigung. Ab 31. Jänner, Schloss Esterházy, Eisenstadt, Tel. 02682/63854–12, www.esterhazy.at

48  schau

W SIEGFRIED ANZINGER Ab 13. Februar, Bank Austria Kunstforum, 1., Freyung 8, Tel. 01/537 33 26, www.bankaustria-kunstforum.at

Siegfried Anzinger: Das orangene Schlauchboot, 2013, Leimfarbe auf Leinwand, 130 x 100 cm.

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AUSSTELLUNG

Gestochenes Burgenland WIE WIRD EIN junger Forscher zum Sammler? Am Ende seines Geschichtsstudiums, als Felix Tobler für eine Dissertation zur Geschichte seiner Heimatgemeinde Draßburg recherchierte, stieß er auf Ansichten sowie Porträts in den graphischen Techniken. In der Folge entwickelte er geradezu eine Leidenschaft für diese „gestochen scharfen“ papierenen Zeugnisse der Geschichte, Landschaft und des Volkslebens des burgenländischwestungarischen Raumes. Anfangs wurde er in Bibliotheken und Bildarchiven fündig, bald entdeckte er Antiquariate und später den weltweiten Internethandel als reichhaltige Fundorte. So hat er eine repräsentative Sammlung von weit über tausend Blättern erworben. Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Blick auf bedeutende VertreterInnen des Klerus, des Adels, der Ökonomie und Politik, aus Kunst, Wissenschaft und des Militärs aus vier Jahrhunderten, die die Geschichte und Gegenwart des Burgenlandes mitgeprägt haben. B GESTOCHEN SCHARF Ab 12. Februar, Landesmuseum Burgenland, Eisenstadt, Museumg. 1–5, Tel. 02682/719-4000, www.landesmuseum-burgenland.at

Raimondo Graf Montecuccoli

februar 2014


MUSEEN &UNGEN AUSSTELL

Böse und schöne Dinge. Sehenswerte Ausstellungen in Wien, Niederösterreich und im Burgenland. AUSSTELLUNG

FOTOS: LOTHAR SCHNEPF, SAMMLUNG TOBLER, WERKBUNDARCHIV – MUSEUM DER DINGE/FOTOS ARMIN HERRMANN, ARIK BRAUER

Geschmacklos? „WOLLEN WIR ERKENNEN, worin der gute Geschmack besteht, müssen wir zuerst den schlechten Geschmack beseitigen.“ Mit diesem Ziel eröffnete Gustav E. Pazaurek, Direktor des Stuttgarter Landesgewerbemuseums, im Jahr 1909 eine „Abteilung der Geschmacksverirrungen“. Für diese Abteilung entwickelte er eine komplexe Systematik zum Erfassen von Geschmacksfehlern aller Art. Das Hofmobiliendepot stellt sich der Frage des guten und schlechten Geschmacks heute und zeigt die vom Werkbundarchiv – Museum der Dinge Berlin entwickelte Ausstellung. Etwa 60 Objekte aus dem ehemaligen Pazaurek’schen „Schreckenskabinett“, 100 historische Objekte aus dem Museum der Dinge in Berlin und weitere historische Stücke aus dem Hofmobiliendepot und anderen Wiener Sammlungen werden mit ungefähr 260 aktuellen Objekten – vom Designerstück bis zur Massenware – konfrontiert. W BÖSE DINGE EINE ENZYKLOPÄDIE DES UNGESCHMACKS Ab 19. Februar, Hofmobiliendepot, 7., Andreasgasse 7, Tel. 01/524 33 57, www.hofmobiliendepot.at

W

USB-Stick in Form eines Fingers, China, 2009.

Ab SO 23. 2. FRAUENLEBEN IN NIEDERÖSTERREICH NÖ Frauengeschichte ist keine Geschichte der großen Ereignisse und Taten. In den Mittelpunkt der Ausstellung werden daher auch bewusst nicht „Ausnahmefrauen“ gestellt, sondern Frauen von nebenan. „Frauenleben“ wird mit Hilfe von „Frauenschicksalen“ erzählt. Arbeiterinnen kommen ebenso zu Wort wie Adelige, Bürgerinnen, Bäuerinnen und Klosterfrauen. Der zeitliche Bogen spannt sich vom Mittelalter bis zur Generation unserer Großmütter. Die Auswahl der teils realen, teils fiktiven Frauen reflektiert das breite Spektrum denkbarer Geschicke und zeigt Möglichkeiten und Grenzen von Lebensbewältigung auf. Ab 23. Februar, Landesmuseum Niederösterreich, St. Pölten, Kulturbezirk 5, Tel. 02742/90 80 90, www.landesmuseum.net

Ab MITTWOCH

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AUSSTELLUNG

Böse Dinge Hofmobiliendepot

AUSSTELLUNG

Auszug aus Ägypten DER HERAUSRAGENDE VERTRETER der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Arik Brauer, hat einen neuen Zyklus an Kunstwerken geschaffen: 24 Bilder, die die Geschichte des Auszugs der Juden aus Ägypten darstellen. Das Jüdische Museum Wien zeigt diese anlässlich des 85. Geburtstags des Universalkünstlers. Der Bilderzyklus bildet auch den illustrativen Inhalt für eine neue Ausgabe der Haggada – jenes Buchs, das am Seder-Abend, der den Beginn des Pessach-Festes markiert, gelesen wird. Zu Pessach erinnern sich Juden aus aller Welt an die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. W ARIK BRAUERS NEUE PESSACH-HAGGADA Bis 25. Mai, Jüdisches Museum Wien, 1., Dorotheergasse 11, Tel. 01/535 04 31, www.jmw.at

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kurz&bündig

ausstellung

Aus Arik Brauers Bilderzyklus über den Auszug der J­ uden aus Ägypten.

Ab FR 14. 2. ERIC FISCHL W Der US-amerikanische M ­ aler, Grafiker und Bildhauer Eric Fischl (* 1948 in New York) zählt zu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Figuration. Sein Werk ist durch einen an den amerikanischen Realismus anknüpfenden Stil gekennzeichnet. Die Motive sind häufig dem familiären Kontext entnommen. Die ­Kompositionen, die Szenen schnappschussartig einfangen, wirken wie Filmausschnitte. Bis 18. Mai, Albertina, 1., Albertinaplatz 1, Tel. 01/534 83-0, www.albertina.at

Ab DO 30. 1. FRANZ SEDLACEK W Der Maler und Grafiker Franz Sedlacek (1891–1945) zählt zu den wichtigsten österreichischen Künstlern der Zwischenkriegszeit. Befremdend, bizarr und abgründig sind seine surrealen Bilderwelten, von denen eine unheimliche Sogwirkung ausgeht. Zu Lebzeiten international erfolgreich, wurde sein Schaffen erst in den 1990er Jahren wieder neu entdeckt. Bis 21. April, Wien Museum, 4., Karlsplatz, Tel. 01/505 87 47-0, www.wienmuseum.at

schau  49


schauvorbei Die Wiener Volkshochschulen sind nicht nur ein riesiger Wissenspool. Sie bieten auch eine Fülle an Aktivitäten im kreativen und sportlichen Bereich an – von A wie Arabisch bis Z wie Zumba. So sollte für jeden, der in seiner Freizeit etwas dazulernen möchte, etwas dabei sein. Heuer liegt ein Schwerpunkt auf Europa.

Mag. Doris Zametzer, ­Direktorin der Volks­ hochschule Landstraße, setzt auf Europa im Programm.

SEEG

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Europa mitten im Dritten TEXT VON HEDI MATHIAS, FOTOS: RENE WALLENTIN

IN WIEN-LANDSTRASSE hat sich die Direktorin der dortigen Volkshochschule allerdings darauf spezialisiert, neue Impulse für ein besseres Zusammenleben in Europa zu schaffen. „Der dritte Wiener Gemeindebezirk ist Heimstätte zahlreicher Botschaften, internationaler Organisationen, Kulturstätten und Co. In keinem anderen Bezirk gibt es ähnlich viele Einrichtungen dieser Art. Da liegt es doch nahe, auch ein Programm auf die Beine zu stellen, dass dieses Potential nutzt“, führt Mag. Doris Zametzer, die seit der Errichtung der VHS 3 dort Direktorin ist, aus. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Seit sie begonnen hat, die SymposienReihe zum Vereinten Europa zu gestalten, hat sie in ihrem Haus in der Hainburger Straße so regen Zustrom wie keine andere Einrichtung der Wiener Volkshochschulen.

Mag. Doris Zametzer, Direktorin der Volkshochschule Landstraße

info

Europagespräche:

„Mit der einfachen und breit verständlichen Aufbereitung komplexer Themen im Zusammenhang mit Osterweiterung und anderen europäischen Anliegen haben wir völlig neue Zielgruppen ansprechen können, die begeistert unsere Vorträge und Tagungen besuchen“, führt sie weiter aus. So lädt die VHS Landstraße im Rahmen eines EU-Projektes viermal pro Jahr ein, „einen Tag

Freitag, 14. März 2014: 15:00 – 19:00 Uhr „Irland – der keltische Tiger ist wieder da!“ Freitag, 16. Mai 2014: 16:00 – 19:00 Uhr „Europawahl 2014 – Wohin geht die Reise?“ Fotoausstellung „Ungewöhnliche Begegnungen – PolizistInnen tref­ fen Migranten“ von 13. Februar bis 4. März 2014. www.vhs.at/landstrasse

Doris Zametzer, in deren Haus natürlich auch sämtliche anderen VHS-Kurse auf dem Programm stehen, hat im heurigen Europajahr noch einiges vor: Zum Thema „EU als Friedensprojekt“ wurde von Mag. Doris Zametzer eine Ausstellung konzipiert, mit der vom 27. März bis 15. April der Jahrestage „100 Jahre Beginn 1. Weltkrieg“, „75 Jahre Beginn 2. Weltkrieg“ und „25 Jahre Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs“ gedacht

wird. Es kann wieder einmal eine erfolgreiche Ausstellung erwartet werden, bei der sich Menschen begegnen können. Die Gänge in dem modernen Gebäude der VHS Landstraße eignen sich übrigens hervorragend für Ausstellungen. „Wir haben bereits bei der Planung der Räumlichkeiten Einfluss nehmen können und hier ganz bewusst eine Möglichkeit der Begegnung geschaffen“, erklärt Mag. Doris Zametzer. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, möglichst vielen Menschen eine Plattform für ihre Weiterbildung zu bieten. So arbeitet man auch eng mit den Schulen im Bezirk zusammen, um bereits die Jugend für die zahlreichen Aktivitäten und Möglichkeiten an der Volkshochschule zu interessieren. Nicht unbedeutend ist auch die soziale Komponente: Wo sonst kann man noch auf so ­angenehme und preiswerte Weise Menschen kennenlernen, die ähnliche Interessen haben? Das Spektrum des Kursangebotes ist dermaßen groß, dass sich ein Blick ins Programm auf alle Fälle lohnt: Vielleicht interessiert Sie auch ein Besuch in einer Moschee, das Basteln mit gebrauchten Kaffeekapseln, die Geschichte der Eisenbahn, veganes Kochen und in Folge vielleicht der Vortrag „Glücklich geschieden!“? Der Zeitpunkt ist günstig, jetzt im Februar beginnt das neue Semester!  ///

T S u a F

GOEThE

SEEGROT

präsentiert:

in Europa“ zu verbringen. Diese Europagespräche sollen dem Verständnis für die Kultur und Geschichte des vorgestellten Landes dienen und Beziehungen entstehen lassen. Geboten wird jeweils mit einem MiniSprachkurs eine kleine Einführung in die Sprache (dies wurde selbst­ verständlich bei der Vorstellung Deutschlands nicht weggelassen), ein Portrait des jeweiligen Landes und eine Podiumsdiskussion. Kulinarische Kostproben machen das Kennenlernen noch zusätzlich schmackhaft. Im letzten Jahr wurden so unsere Nachbarländer Ungarn und Deutschland, aber auch die Benelux-Staaten und Portugal vorgestellt. Fortgesetzt wird die Reihe im März mit Irland und im Mai mit dem Thema Europawahl. Schwerpunkt-Thema: „Die EU als Friedensprojekt“

Wichtige Termine auf einen Blick:

Komplexe Themen werden verständlich aufbereitet

GROTTE

„Ich lade alle Interessierten ein, mit uns Europa von neuen Seiten zu entdecken. “

TE

4 1 0 2 . 3 0 . 9 0 – . 2 0 . 7 0 www.buehne-im-berg.at


Skifahren und Snowboarden, das kann wohl jeder im Wintersportland Österreich. In der Ost-Region aber regiert die Action. Der Trend geht immer mehr dahin, Neues auszuprobieren. SCHAU holidays hat sich die spannendsten Alternativen zum klassischen Wintersport genauer angesehen.

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Action in der Ost-Region

a in ‚Holidays‘ Mehr zum Them och am Mittw um 18.00 Uhr. g pfan Infos zum Em auf Seite 4.

TEXT VON NINA NEKOUI

SCHNEE, Spaß und viel Action – das begeistert ganz besonders Klein und Groß. Neben Skiern in unter­ schiedlichen Längen und Breiten sowie Snowboards haben Sport­ begeisterte bereits alles ausgetes­ tet: Jetzt muss auch mal was Ande­ res her. schau Holidays hat sich im Rahmen des Wintersporttages der Naturfreunde umgesehen und die neuesten und attraktivsten Schnee­ sportarten ausprobiert. Ob kinder­ tauglich oder doch nur für Risi­ kobegeisterte geeignet, das wurde von Moderatorin Jesse Schwarz ge­ nau geprüft. Auf dem Programm des Wintersporttages am Annaberg in Niederösterreich standen unter anderem Schnupperkurse für Ski­ touren, Snowbiken, Lawinensuch­ übungen, Schneeschuhwandern, Geocaching mit GPS und ein Kin­ derland. Jesse ist für ihre Zusehe­ rInnen in den Schneeanzug ge­ sprungen und hat gar keine Scheu gezeigt, die Wintersportdisziplinen auszuprobieren.

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schau TV Ausflugs-, Abenteuer- und Urlaubstipps in der Ost-Region bei „Holidays“ am 19. Februar um 18 Uhr auf schau TV.

Ganz ohne Brett geht es beim Ski­ touren, oder auch Skibergsteigen genannt, auch nicht: Abseits prä­ parierter Skipisten besteigt man den Hang, um dann den frischen Pul­ verschnee zur wohl verdienten Ab­ fahrt zu nutzen. Immer mehr Ös­ terreicher wollen dieses einmalige Sporterlebnis erfahren, das sowohl Geist als auch Körper fordert. Man besteigt unberührte Hänge und Berge und kann die stille Winter­

landschaft hautnah genießen. Was viele nicht wissen: Skitouren zählen gar nicht zu den neuesten Trends, hat man diesen Schneesport doch schon gezwungenermaßen vor der Entwicklung der Skiliftanlagen be­ trieben. Was einen Kick besonders für Risikobegeisterte ausmacht – die große Gefahr der drohenden Lawi­ nen ist meist gegenwärtig, denn durch das Befahren der unpräpa­ rierten Pisten ist die Gefahr des Schneeabrutschens hoch. Es emp­ fiehlt sich also in jedem Fall, in Be­ gleitung eines erfahrenen Instruc­ tors die Skitour zu starten. Diese staatliche geprüften Skitourenbe­ gleiter kennen die Ursachen und Auswirkungen der Lawinen genau und wissen im Falle eines Schnee­ abrutschens, wie man vorzugehen hat. Zur Grundausrüstung zählen weiters warme Skibekleidung, Pro­ viant und ein Erste-Hilfe-Paket. „Radeln“ im Schnee

Tour durch Pulverschnee

FOTOS: PETRA RAUTENSTRAUCH (2)

Jesse Schwarz ist bestens gerüstet für einen Wintertag im Schnee. Beim Wintersporttag am Annaberg lernt sie viele neue Aktivitäten im Schnee kennen.

schau TV

„Ein Tag im Schnee und dann ab in die Sauna – das ist ein perfekter Urlaubstag!“ Jesse Schwarz

Ein weiterer actionreicher Schnee­ sport ist das Snowbiken. Diese Dis­ ziplin kann auch im Rahmen des Wintersporttages am niederöster­ reichischen Annaberg ausprobiert werden. Hier handelt es sich eben­ falls um eine Wintersportart, wel­ che vielen Menschen neu erscheint, die jedoch so neu gar nicht ist. Be­ reits im Jahr 1949 erhielt Engel­ bert Brenter den österreichischen Musterschutz für seinen „Sitzski“. Heute ist das außergewöhnliche Schneegefährt bereits eine aufre­ gende Alternative zu Ski und Snow­ schau  53


Blauer Himmel und frischer Pulverschnee, das sind die perfekten Voraussetzungen für eine Skitour.

Tipps: Spaß, Action und Wellness

Skitouren Schneefeeling aus dem 19. Jahrhundert: Hier zieht man sich am besten warm an. Wandertouren im frischen, unberührten Pulverschnee und Abfahrten durch den Tiefschnee: beim Skitouren bekommt man das Schneeabenteuer der ­Superlative. Skitouren wird jedoch nur mit erfahrenen Tourengehern und entsprechender Ausrüstung empfohlen. Naturfreunde Österreich www.naturfreunde.at info@naturfreunde.at

FAMILY

Action-Wanderung? Wenn’s mal keinen Schnee gibt: Action-Wanderungen vereinen Risiko und atemberaubenden Spaß für Groß und Klein. Ein Wald wird zum Hindernisparcours oder man seilt sich von Staumauern oder gar Brücken ab. Der berühmte „Flying Fox“ über Flüsse ist ebenfalls Teil der Action-Wanderungen. Entsprechend gesichert können Kinder ab 10 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern an den Wanderungen teilnehmen. Termin- und Preisanfragen bei: Jimmy Moser 0664/1122122 office@best-trip.at www.best-trip.at

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ABENTEUER

GENUSS

Eisfischen

Loisium Wine Spa Resorts

Wer seinen trüben Alltag vergessen möchte, dem ist die Stille der Stauseen Österreichs ans Herz zu legen. Zum Beispiel am Stausee Ottenstein kann man mit Bernhard Berger das Eisfischen lernen bzw. wie man erfolgreich Fische fängt.

Nach einem ausgiebigen Tag im Schnee ist Aufwärmen angesagt: Das Loisium Wine & Spa Resort Langenlois bietet pure Entspannung mit Blick über die Weingärten. Der ganzjährig angenehm warme Outdoorpool, zwei Saunakabinen, zwei Dampfbäder, sowie spezielle Wärmeliegen sorgen dafür, dass unterkühle Glieder wieder auftauen.

Schnupperfischen für Familien, Schulen und Betriebsausflüge unter www.stauseefischer.at.

LOISIUM Wine Spa Resorts Loisium Allee 2 A-3550 Langenlois Tel. +43 2734 77100-0 www.loisiumlangenlois.at

FAMILY

Gemeindealpe / Schneeberg Sesselbahn In Mitterbach am Erlaufsee erstreckt sich die Gemeindealpe als ideales Wintersportgebiet für Skifahrer und Snowboarder. Der Snowpark und eine neue Beschneiung sorgen für jede Menge Spaß und Action für Familien. Ein besonders kinderfreundliches Schigebiet findet man bei der Schneeberg Sesselbahn. Mit dem Salamander Kinderland überzeugt das Gebiet als perfektes Ausflugs- und Urlaubsziel für Familien. www.gemeindealpe.at www.schneebergsesselbahn.at

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FOTOS: WWW.PICTUREDESK.COM, STAUSEEFISCHER 2013 (2)

ABENTEUER


board geworden. Snowbiken begeistert natürlich besonders junge Menschen und birgt, laut Experten, nahezu kaum Verletzungsgefahren. Dies deshalb, weil der Körper mit dem „Schnee-Rad“ nicht fix verbunden ist. Trotzdem ist es ratsam, einen Helm und wasserdichte Bekleidung zu tragen. Fische aus dem Eisloch

Abseits des Wintersports und des Wintersporttages in Niederösterreich hat sich eine weitere Winterdisziplin etabliert. Kanada, Finnland, Norwegen oder Russland – das sind eigentlich jene Länder, wo Eisfischen leidenschaftlich betrieben wird. Immer mehr erlangt dieses Hobby nun auch in Österreich Bedeutung. Besonders in Niederösterreich, wie zum Beispiel am Stausee Ottenstein, werden Hechte und andere Fische gefangen. Durch ein Loch im Eis, welches mit einem speziellen Werkzeug gebohrt wird, wird mit einer Angelrute gefischt.

Diese Rute ist im Vergleich zur normalen Fischerrute eher klein konstruiert. Die Saison der Eisfischer ist von zwei Faktoren abhängig: Das Eis des Sees sollte so fest gefroren sein, dass es tragfähig ist. Weiters ist es ganz wichtig, die entsprechenden Schonzeiten der Seebewohner zu berücksichtigen. So beginnt beispielsweise die Schonzeit des Hechts im Februar und die des Flussbarsches ab März. Ist man richtig ausgerüstet, wird Eis­fischen zum Erlebnis für die ganze Familie. Jedoch ist nicht zu vergessen – wie beim gewöhnlichen Fischen ist auch beim Eisfischen Ruhe angesagt. Jedes Geräusch kann die Seebewohner verschrecken und dann wartet man vergeblich auf einen erfolgreichen Fang. Herzerwärmend

Vor und nach jeder körperlichen Betätigung ist jedenfalls Aufwärmen angesagt. Wie bei jedem ande-

„Man muss nicht nach Skandinavien, Russland oder Kanada reisen, um Eisfischen zu können!“

ren Sport ist es wichtig, seinen Körper vor der Bewegung aufzuwärmen. Das minimiert die Verletzungsgefahr um ein Vielfaches. Aber auch nach dem Sport ist ein Wieder-Aufwärmen angesagt und – ganz wichtig – Entspannung. Denn gerade nach der Bewegung im Schnee empfiehlt es sich, den Körper mit Wärme und Energie zu versorgen. Wo würde das besser gehen als in einer Sauna? Die allseits bekannte „Schwitzstube“ birgt zahlreiche Qualitäten: Sie dient in erster Linie dazu, Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Aber es wird hier nicht nur der Körper erwärmt, sondern auch das Herz. Laut neuesten Studien ist die Sauna nämlich der Lieblingsplatz der ÖsterreicherInnen, um zu flirten. Wie gut, dass nahezu jedes Wellnesshotel eine Sauna besitzt … ///

Bernhard Berger, „Stauseefischer“

GEMEINDEALPE MITTERBACH

DAS SKIGEBIET MIT FUN- UND ACTION-GARANTIE! Die Gemeindealpe Mitterbach ist das ideale Skigebiet für all jene, die Winterspaß und Skivergnügen einmal anders erleben möchten.

www.gemeindealpe.at

• 15 km schwungvoll angelegte Pisten für tollkühne Ski-Virtuosen, Snowboarder und ambitionierte Wintersportler • FIS-taugliche Strecke • mit 70 % Gefälle die steilste Piste Niederösterreichs • Freeride-Gelände • Snowpark • Speedstrecke • Skiline Höhenmeterstatistik • ausgeschilderte Routen für Tourengeher und 11,5 km Panoramaloipe für Langläufer • Liftanlagen: 4er-Sesselbahn bis zur Mittelstation 2er-Sessellift zum Gipfel Schlepplift im Snowpark Übungslift bei der Talstation BEZAHLTE ANZEIGE

FOTO: WWW.WEINFRANZ.AT

DIE HIGHLIGHTS DER GEMEINDEALPE MITTERBACH


Altes, überliefertes Wissen trifft auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Ganzheitliche Gesundheit ruht auf drei Säulen: richtige Ernährung, ausgewogene Bewegung und mentale Fitness.

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So wird Ihr Heim zur Wellness-Oase

schau TV

a Mehr zum Them Wohnlust 29. Jänner am Mittwoch, um 18.00 Uhr. g pfan Infos zum Em auf Seite 4.

TEXT VON VANESSA RAUSCH, FOTOS: STEFAN FÜRTBAUER

Andrea ZaunerDungl ist Fachärztin für Physikalische Medizin & Rehabilitation, TCM- und Burn-out-Expertin. 2002 trat sie das Erbe ihres Vaters Willi Dungl an und erklärt uns, warum Wellness eigentlich eine Lebenseinstellung ist.

WILLI DUNGL war österreichischer Gesundheitsexperte und Gesundheitscoach, sein Einsatz für Spitzensportler wie Niki Lauda, Steffi Graf und zahlreiche internationale Formel-1-Piloten brachte ihm den Beinamen „Fitnesspapst“ ein. Seine Vorstellung von Gesundheit war eine ganzheitliche – also ein Zustand, für den viele Faktoren zusammenspielen müssen: Leib, Seele, Einflüsse von außen. Die von ihm entwickelte „Dungl-Philosophie“ ruht auf den drei Säulen richtige Ernährung, ausgewogene Bewegung und mentale Fitness. Der geistigen Grundhaltung ihres Vaters verpflichtet, führt An­drea Zauner-Dungl zusammen mit ihrer Schwester, der Pharmazeutin Claudia Krist-Dungl, das Dungl Zentrum in Wien. Viel altes, überliefertes Wissen trifft hier auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse; ergänzt durch eine traditionell-chinesisch-medizinische Sichtweise. Mit der Wellness ist das so eine Sache. Assoziiert man da gemeinhin Bilder von einem schönen Hotel mit Saunalandschaft, gutem Essen und allem, was einen „Verwöhnurlaub“ so ausmacht, so hat Wellness für Andrea Zauner-Dungl recht wenig mit „weichplantschen“ als vielmehr mit einer Haltung zu tun. Man besinnt sich hier der Ursprünge der „Wellness“, ein vom Sozialmediziner Albert Dunn begründetes ganzheitlichen Konzept der Gesundheitsvorsorge, das mit dem Vorhandensein von Wohlbefinden und Würde definiert wird. Sehr weitgefasst meint das eine Integration von Körper-EmotionSpiritualität-Intellekt-Umwelt und

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Sozialer Aktivität. Durchaus über­ raschend, dass es sich hier ausgerechnet um ein US-amerikanisches Konzept handelt!

„Für Wohlbefinden gibt es kein Patentrezept.“ Andrea Zauner-Dungl

Energiekonto funktioniert wie Bankkonto

Mehr denn je müssen wir Menschen lernen, zu selektieren: Bedeutsam und Unbedeutsam auseinanderhalten, um nicht vorzeitig unsere Energien zu verschleißen. Die Ärztin vergleicht unsere Lebensenergie „Chi“ mit einem Bankkonto, das von unseren Eltern einst „grundausgestattet“ wurde: „Dieses Energiekonto funktioniert wie ein Bankkonto: Man kann darauf einzahlen und davon abheben; man kann sogar Schulden machen! Allerdings ist es wie bei einem richtigen Bankkonto oft so, dass man gar nicht merkt, wenn die ersten Schulden da sind, und je größer die Schulden, desto stärker greift die Bank ein. Die komplette Kon­ trolle übernimmt die Bank in klassi-

schau TV ab Mittwoch, 29. Jänner um 18.00 Uhr

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Teesorten für den Winter: Hagebutte, Hibiskus, Holunder, Lindenblüten, Orangenschale, Zimt, Gewürznelken.

schen Situationen wie dem Urlaub, wenn sich der Gestresste zunächst einmal erschlagener fühlt als zuvor – hier fordert die Bank ihren Tribut in Form von ordentlicher Zinsrückzahlung, bis das Vertrauen allmählich wieder aufgebaut ist.“ Einzahlungen tätigen

Die Burn-out-Expertin empfiehlt daher im Sinne einer Rücklagenbildung und eines Zinsendienstes regelmäßig auf das Energiekonto einzuzahlen. „Kurzurlaube lösen die Problematik im Allgemeinen nicht. Viel wichtiger ist es, sich im Alltag, im Routineleben Pausen zu gönnen“, so Zauner-Dungl. Die können vielfältig sein. Je nach Vorliebe kann dies der regelmäßige Spaziergang nach dem Mittagessen sein oder ein entspannendes Bad oder eine feine Gesichtsmaske. Wichtig ist ein „Raum“, ein Rückzugsort, der von der Umwelt auch akzeptiert wird. Manchmal muss man sich den auch schaffen – im Sinne einer Haltungsänderung vom Gedanken des „Ich kann nicht so egoistisch sein“ hin zu einem „Ich habe die Verantwortung, mir Zeit für mich zu nehmen, damit das System funktioniert“. TIPP1: Die große Bedeutung von Wärme erkennt man laut Zauner-

Dungl schon daran, dass viele Menschen, wenn sie übermüdet sind – also ein Energiedefizit haben – einfach frieren. Im Umkehrschluss kann man den Körper mit Wärme positiv im Sinne des Energiehaushaltes unterstützen. Ein angenehmes Bad eignet sich hierfür natürlich optimal. TIPP2: Jene, die Stille nicht mehr gewohnt sind, werden sich anfangs schwer tun, Ruhe auszuhalten und sogar zunächst mit Nervosität reagieren. Das weiß man aus verschiedensten Studien zum Thema Burn-

out. Auch hier ist das Bad eine gute Unterstützung, um Ruhe wieder zu erlernen. Auch wenn es Phasen im Leben gibt, in denen man funktionieren muss, in denen man einfach durch muss, so gilt es dennoch, dass nach einer solchen Akutphase eben wieder ein Dauerbetrieb möglich sein muss, der die Energiereserven berücksichtigt. Generell gilt es in jedem Fall, etwas an Tempo rauszunehmen: „Je rascher wir unterwegs sind, desto eher verlieren wir Mitmenschen, die nicht mithalten können.“ ///

Eine nährende Gesichtsmaske für die kalte Jahreszeit, die leicht und einfach zuzubereiten ist, für jeden Hauttyp geeignet: 20 Minuten einwirken lassen. Zutaten: Avocado, 1 EL Topfen, Spritzer Zitronensaft, ein bisschen Honig als Emulgator.

Wohntipps: Zum Nachmachen FARBE

MATERIAL

Manche mögen’s „Hot“

Öl nicht nur zum Kochen

Warme Farben gehören in den Bereich der Entspannung: Gelbtöne, Orangetöne, sanfte Rottöne, verschiedene Erdtöne … bewirken Wohlbehagen. Grelle Farben sollte man meiden. Außerdem werden jene, die einen hohen Blauanteil haben, als kalt empfunden und können stressen. Bitte beachten: Rot gehört zu den warmen Farben – allerdings sollte es gut dosiert eingesetzt werden, da Rot auch anregend wirken kann. Helles Orange wirkt vitalisierend; Gelb wirkt behaglich und wärmend und steht für Leichtigkeit und Heiterkeit.

Natürliche ätherische Öle sind reich an Duftstoffen, die über das Limbische System entspannend oder anregend wirken. Wichtig: 1. Es müssen natürliche Öle verwendet werden (Apothekerqualität), da synthetisch hergestellte Öle nicht den gleichen Effekt auf das Limbische System haben. 2. Duftlampen sind weniger empfehlenswert, da nach Verdampfen des Wassers das verbliebene Öl in der Schale verbrennt und wiederum reizend wirkt. Stattdessen: Öl direkt auf einen Duftknopf oder ein Taschentuch träufeln.

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LICHT

... kommt irgendwo ein Lichtlein her Farbtemperatur beachten! Licht, das ins Weiß-bläuliche geht, wirkt kalt – gelbliches Licht dagegen wirkt eher warm. Kerzenlicht sorgt gerade in der kalten Winterzeit für eine angenehme, warme Atmosphäre – einzig, auf ein feuerfestes ­Gefäß ist natürlich zu achten! Eine indirekte Beleuchtung wird generell als angenehm empfunden und eignet sich gut als Grundbeleuchtung eines Raumes. Direkte Beleuchtung ist dann gezielt z.B. als Leselicht hinzuzufügen.

DESIGN

BUCHTIPP

Geister bleiben draußen

Einfach gut

Ecken haben nach chinesischer Auffassung schon ihre Berechtigung: Um böse Geister abzuwehren, wird hier das Prinzip der „Geisterwand“ angewendet. Der Glaube besagt, dass böse Geister nicht ums Eck gehen können – daher sollten Ecken und Kanten vor dem Entspannungsbereich ­verlegt werden; im Entspannungsbereich selbst haben spitze Winkel nichts verloren: Denn alle runden, fließenden Formen wirken eher entspannend.

Es ist wesentlich leichter, Gesundheit zu erhalten, als sie wiederzuerlangen. Basierend auf der Dungl-Philosophie begleitet Sie das Buch mit vielen praktischen Ratschlägen zu mehr körperlichem und geistigem Wohlbefinden. Und räumt nebenbei auf mit so manchen Irrtümern. „Gut Leben“, Andrea ZaunerDungl und Claudia Krist-Dungl. Taschenbuchausgabe, 352 Seiten, 12,95 Euro Goldegg Verlag ISBN: 978-3-902903-67-9

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Ab sofort erhältlich!

Wien in Infografiken 41 Themen, umgesetzt in Form von aufwendigen Infografiken, versammelt das Buch „Gezählt, gemessen, inszeniert“. Direktbestellung beim Bohmann Verlag per E-Mail an j.goetterer@bohmann.at oder unter Telefon 01/740 32-167 „Gezählt, gemessen, inszeniert – Wien in Infografiken“, Bohmann Verlag 2013, 96 Seiten, Format 25 x 25 cm, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-99015-033-7


Super im Markt: Weine 2014 Golser Abräumer Das Golser Winzerpaar Hans und Christine ­Nittnaus (die vielen Weinbau-treibenden „Nittnäuse“ im Ort ­unterscheidet meist der Name der Frau) zählt zu den Seriensiegern im Supermarkt-Wein-Guide. Vor allem die Süßweine der Seewinkler sind eine Preis-Leistungs-Empfehlung. Heuer gab es die „Goldene Flasche“ für sechs Produkte aus einem Weinbaubetrieb, die die Höchstwertung von drei Flaschen erreichen konnten (ADEG). HANS UND CHRISTINE NITTNAUS, 7122 Gols, Unt. Hauptstr. 105, www.nittnaus.net

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Kamptaler Rabe Der Langenloiser Rudolf Rabl ist ­Auszeichnungen ­gewohnt; seine Weißweine mit dem charakteristischen schwarzen Vogerl (SPAR) sind bei ­vielen Bewertungen unter den Sorten­ siegern. Diesmal überzeugten unter den Rieslingen und Grünen Veltlinern die Kamptal DAC ­Reserven „V.O.“ und „Käferberg“. WEINGUT RABL, 3550 Langenlois, Weraingraben 10, Tel. 02734/2303, www.weingut-rabl.at

Stötteras Großer

Neckenmarkts Titan

Der Name Alfred ­Fischer steht für Weinhandel, aber auch für eigenen ­Anbau. Auf Pacht­ flächen verzichtet man, zugekauft ­werden Trauben, die im markanten Weingut in Stöttera verarbeitet werden. Mit dem Pinot Blanc (ZIELPUNKT) fand man ebenso ins Buch wie mit der Blau­fränkisch ­Reserve.

Die Neckenmarkter Josef „Pepi“ Tesch und Sohn Christian schaffen den Spagat zwischen lagerfähigen Rotwein-Gra­ naten („Titan“) und günstigen Alltagsweinen. Die mit „B“ für Blaufränkisch und „Z“ für Zweigelt benannten Einstiegsweine gefielen der Jury; Begeisterung brach beim Blaufränkisch (Lage Hochberg, SPAR) aus.

ALFRED FISCHER, 7023 Pöttelsdorf-­ Stöttera, Rosenthalgasse 2–6, Tel. 02626/5238, www.alfredfischer.at

TESCH, 7311 Neckenmarkt, Herrengasse 26, Tel. 02610/43610 www.tesch-wein.at

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Die Vinothek im Regal TEXT VON ROLAND GRAF

Solange Prestige mehr zählte als Geschmack, hatten „Etiketten-Trinker“ nur Verachtung für im Supermarkt erhältliche Weine übrig. Doch immer mehr Winzer entscheiden sich für den (logischen) Weg in den Handel.

buchtipp

FOTOS: CORBIS, FRANZISKA LIEPE (4)

Weinkaufen im Supermarkt 2014 – Die 500 besten ­österreichischen Weine unter 13 Euro Alexander Jakabb und Konrad Hackl sind das eingespielte Team, das zum siebenten Mal Empfehlungen zur Wein-Fülle im Handel ausgesprochen hat. Das Buch ist nach Handelsketten sortiert, schließlich will man ja vor allem die Tipps für „seinen“ jeweiligen Supermarkt kennen. Verlag Weinplanet, 300 Seiten, Fotos aller Weine, ISBN 978-3-200-03316-0, 9,90 Euro www.weinkaufen.at

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FAST ALLE namhaften Weinproduzenten seien mittlerweile im Supermarktregal zu finden, sagt Al­fred Fischer, der die Handelsszene seit mittlerweile drei Jahrzehnten kennt. Sein 1931 gegründeter Betrieb im burgenländischen Stöttera agierte als „klassischer Wirtshaus-Zulieferer“, der merkliche Rückgang des Gastro-Geschäfts veranlasste Fischer aber schon in den frühen 1980er Jahren, auch den Handel als Vertriebsschiene zu nutzen. Eine lange Zeit, wie aus seinen Erinnerungen an einen längst nicht mehr existierenden Kunden der ersten Stunde – „die Konsum-Märkte des Salzkammerguts“ – klar wird. Mittlerweile hat sich die Zusammenarbeit zwischen Winzern und Supermarktketten einigermaßen differenziert. Zu den vorhandenen Eigenprodukten, etwa von der BILLA-eigenen Wegenstein-Kellerei, kommen die eigens entwickelten Marken wie die vom Joiser Leo Hillinger aufgebaute „Flat Lake“-Serie (Hofer) oder die nach den Vorgaben des Andauers Hans Schwarz gefüllte „Back to red“-Serie als Varianten. Daneben finden sich eigene Abfüllungen für den Handel wie jene vom Golser Winzer Hans Nittnaus für die ADEG-Gruppe.

Dazu kommt die klassische „Listung“ als Artikel in den Handelshäusern, wie sie auch für andere Artikel vom Apfel bis zur Zahnpasta üblich ist. Doch der starke Absatzkanal hat auch seine eigenen Gesetze, die neben dem möglichst niedrigen Preis vor allem von der für den Einsatz vorhandenen Menge und der ganzjährigen Verfügbarkeit diktiert werden. Fragt man Alfred Fischer nach dem Rezept für einen idealen Handelsketten-Wein, betont er daher auch die Haltbarkeit und Verlässlichkeit: „Man sollte jahrgangstypische Weine in einer verlässlichen Qualität bieten“, so der Supermarkt-Veteran.

xander Jakabb schon vor acht Jahren erkannt. Gemeinsam mit dem Winzer-Berater Konrad Hackl kostet er seither die von den Handelsketten angebotenen Weine aus Österreich für seinen Führer „Weinkaufen im Supermarkt“. Gut die Hälfte der heuer 1.000 Proben wurde für so gut befunden, dass sie im Guide beschrieben werden. Als besonderes Service wird zu jedem Wein auch eine Speise empfohlen. Zielgruppe sind schließlich genussorientierte Hausfrauen (und -männer) eher als Weinsnobs; „individuelle Geschmacksvorlieben hat schließlich keineswegs nur eine Elite“, wie es Alexander Jakabb formuliert. Die Bewertungen erfolgen dementsprechend mit einem – an der realen Konsum-Situation orientierten – Augenzwinkern. Die Höchstnote von drei Flaschen in ihrem Guide kommentieren Jakabb/ Hackl mit: „Eine zweite Flasche wäre kein Fehler.“ Und immerhin sagt dieser „Durst“ über die Qualität mehr als alle Punkte und Sterne etablierter Weinführer. ///

(Super-)Markt-Führer

Für den Konsumenten ist die Auswahl durchaus beachtlich: „Unsere Filialen haben je nach Größe zwischen 200 und 300 verschiedene Weine im Sortiment, 60 Prozent davon aus Österreich“, rechnet Mag. Michael Hrobath von der „Spar Weinwelt“ vor. In den deutlich größeren Interspar-Märkten kann man aus 600 heimischen Weinen wählen. Dass hier Orientierung nötig ist, hat der Genuss-Journalist Ale­

innen! ch Gerlow sen 10 x das Bu

Wir ve im Supermarkt „Weinkaufen mit Betreff il Ma “. 14 20 nnspiel“ wi Ge au ch „s ngenial.at ko @ nt ce vin an:

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Das zweite Leben der Fässer Was geschieht eigentlich mit ­Barrique-Fässern, wenn der Wein einmal abgefüllt ist? Mit findigen Projekten sorgen Handwerker für Nachhaltigkeit in Winzerkellern. Denn zum Wegwerfen ist das Holz mit der markanten (meist roten) Oberfläche viel zu schade. GENIAL! Mehr sagt Willi Heißenberger gar nicht, wenn die Rede auf den nachwachsenden Rohstoff Holz kommt. Der mittelburgenländische Tischler ist eine der treibenden Kräfte hinter der Recycling-Bewegung für ein bislang übersehenes Material, das in Ostösterreich fast allgegenwärtig ist. Tausende Barrique-Fässer zu 225 Liter liegen in den Winzer-Kellern und sorgen für maximal drei Jahre dafür, dass die feinen Holzaromen in den Wein einziehen. Danach sind die rund 700 Euro teuren Eichenfässer ausgelaugt und werden entsorgt. Einige wenige finden zwar den Weg in diverse Keller-Stüberl oder als Lokal-Dekoration, der große Rest fin62  schau

det aber keine vernünftige Verwertung mehr. Zumindest bisher endete das Leben der Weinfässer mit ihrer letzten Befüllung. Mit einem sechsstündigen Zwangsstopp aufgrund einer Flugverspätung begann allerdings ein Experiment, das die Mödlinger HTL-Professoren Rüdiger Baumgartner, Robert Wolf und Wilhelm Heißenberger mit ihren Schülern unternahmen. „Warum sollen diese herrlichen Holzgebilde einfach ausrangiert werden?“, fragten die nach der Möbelmesse in Köln gestrandeten Studenten ihre Lehrer, die eigentlich auch keine richtige Antwort darauf wussten. Aus diesem Brainstorming am Flughafen entstand so eine spontane „Operation Lazarus“, für die man nur mehr die Winzer begeistern musste. Leben nach der Cuvée

Den drei „Holz-Musketieren“ der größten Schule Österreichs kam dabei vor allem die Verwurzelung Heißenbergers im Mittelburgenland zugute. Nicht irgendein Winzer, sondern der Deutschkreutzer Pa-

rade-Betrieb Albert Gesellmanns erklärte sich schnell bereit, mit „Willi“ Heißenberger gemeinsam für ein zweites Leben der gut 100 jährlich ausgemusterten Fässer des Hauses zu sorgen. „Wir wollten aber nicht irgendwelche Wischiwaschi-Dinge bauen, die im Grunde niemand braucht“, war für die fünf Studenten klar. Zumal das Bearbeiten der Fassdauben nicht gerade einfach ist, schließlich bieten sie weder eine glatte Kante noch eine gerade Fläche. Der Mödlinger Versuch, der heuer in mehreren Diplomarbeiten mündete, stellt dabei nicht das erste Projekt zur Wiederverwertung der teuren Gebinde dar. Die Strafanstalt im nahen Hirtenberg fertigt seit Jahren auf Anfrage in ihrer Tischlerabteilung aus den Fassdauben Kerzenhalter. Zu einer echten Serienproduktion allerdings reichte diese Initiative rund um die zerlegten Fässer nicht aus. Der auf Design und Marktstudien setzende Ansatz der HTL versucht hier, auch längerfristig für einen Kreislauf des hölzernen Materials zu sorgen. februar 2014

FOTOS: ARCH. WOLF/HTL MÖDLING (2), HTL MÖDLING (2)

TEXT VON ROLAND GRAF


info

Das kleine Fass-ABC Bei Wind und Wetter lagern die Manhartsberger, slawonischen oder französischen Eichen-Hölzer bis zu vier Jahre im Freien. Durch diese Freiluft-Lagerung werden die harten Gerbstoffe ausgespült. Danach werden die Dauben zugeschnitten und zu Fässern geformt; je nach Wunsch des Kunden mit 225 Liter (Barrique) oder mit noch mehr Fassungsvermögen. Legt man einen Anschaffungspreis von 700 Euro und drei Jahre Verwendung zugrunde, macht das Fass ca. einen Euro pro gefüllter ­Bouteille aus. Akazie – Das traditionelle Fassholz, ehe die französischen Eichenbarriques ihren Siegeszug angetreten haben. Biowinzerin Ilse Maier („Geyerhof“) verwendet es in Furth/Göttweig genauso wie Harald und Nancy Seymann im Pulkautal. www.geyerhof.at, www.seymann-wine.at Kastanie – Markante Aromen aus dem „Maroni“-Fass schätzen vor allem Rotweinwinzer wie der Kleinhöfleiner Rudolf Kaiser, der seinen Cabernet Sau­ vignon darin reifen lässt. Das Golser Brüderpaar Helmut und Herbert Bernthaler lässt für seinen „Chastanie“ hingegen Chardonnay den einzigartigen Geschmack des Holzes ziehen. www.bio-wein-bernthaler.at, ­ www.weingut-kaiser.at

Offenbar mit Erfolg: Denn was als schulischer Versuchsballon in Sachen Nachhaltigkeit begann, zieht mittlerweile beachtliche Kreise: Nicht nur, dass die Prototypen der Mödlinger beim Deutschkreutzer Wein-Festival im Juli 2014 einen prominenten Platz finden werden, es haben sich auch weitere Winzer gemeldet. Schließlich freut sich jeder über die Wiederbelebung der scheinbar faden Behältnisse. ///

info

Kirsche – Für mehr als Experimente hat das farblich schöne, im Geschmack aber eher „hantige“ Hartholz unter Winzern bisher nicht gereicht: Der Golser Winzerhof Allacher hat z. B. kurz mit dem farblich interessanten, aber zu intensiven Holz geliebäugelt. Toasting – Mit Gasbrennern werden die Fässer ausgebrannt, um die intensiven Röstaromen zu erzielen. Je nach Wunsch des Winzers erfolgt das „Toasting“ zwischen 20 Minuten und zwei Stunden: Medium ist die beliebteste Röstung, „heavy toasting“ die intensivste der vier Varianten. Zigarillos – Die nach ihrer Form (besonders hoch, dafür schmal) benannten Fässer für noch mehr Holzkontakt des Weins fertigt der Traditionsbetrieb Schneckenleitner in Waidhofen/Ybbs. Die seit 1628 bestehende Fassbinderei ist einer der großen heimischen Player in Sachen Barrique und Co. www.schneckenleitner.co.at

Ausflugstipp HTL Mödling

Abt. Innenraumgestaltung und ­Möbelbau 2340 Mödling, Technikerstraße 1–5, Tel.: 02236/408750 www.htl.moedling.at

Weingut Gesellmann

7301 Deutschkreutz, Langegasse 65 Tel.: 02613/803600 www.gesellmann.at

2014 februar

Nicht zu fassen: Fünf S ­ tudenten der HTL Mödling und ihre Professoren h ­ auchen alten Fässern ­wieder neues ­Leben ein.

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Die Bisons vom Triestingtal TEXT VON ROLAND GRAF

info

Europas Bison-Bestand 70 Millionen Bisons grasten um 1800 auf den nordamerikanischen Prärien, ehe die Nahrungsquelle vieler Indianerstämme gnadenlos dezimiert wurde. In Europa wird der Bestand – private Züchter und Tiergärten zusammen genommen – auf maximal 2.000 Tiere geschätzt. Da vor allem die Zoos vielfach untereinander Bisons austauschen, setzen Züchter lieber auf Jungtiere direkt aus Amerika, um einen zu kleinen Genpool („Inzucht“) zu vermeiden.

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MIKES BEGRÜSSUNG ist nichts für schwache Nerven. Kaum dem Fahrzeug entstiegen, erschreckt die Besucher schon der zahme „HausBüffel“ von Verena und Eduard Kocher. Das schlaue Tier – „mittlerweile hat er auch gelernt, dass man die Küchentüre aufdrücken kann“ – wurde so etwas wie das Maskottchen der Familie. Während sich Verena Kocher und Sohn Lukas heute am „Gut Edibichl“ um Mikes Artgenossen kümmern, leitet Eduard hauptberuflich eine Triestingtaler Bank. Der Weg zum Bisonzüchter stellte also keine logische Entscheidung dar, sondern eine spontane. Ein Fernsehbericht über das gesunde Fleisch, das zu 95 % importiert werden musste, weckte 2005 das Interesse der Thenneberger Familie. Dann begann das jahrelange Warten, schließlich wollte man die ersten Exemplare aus Tiergarten-Beständen beziehen. Als tatsächlich eine Büffelkuh aus Schönbrunn eintraf, war die Freude groß, denn das Muttertier entpuppte sich als trächtig. Heute grasen auf dem 12 Hektar großen Areal 40 Bisons. „Bullen werden schon einmal 1.200 Kilo schwer“, erklärt Verena Kocher die nicht einfache Arbeit mit den Prärie-Herrschern. Selbst in der Rinderzucht einfache Arbeiten wie das Auskratzen der Hufe oder Setzen der Ohrmarken erledigt man besser vom Traktor-Anhänger aus. Trotz des Freilaufs der Tiere sei der Aufwand nicht zu unterschätzen, „erst unlängst hat wieder ein Züchter im Seewinkel aufgegeben, da er nicht mehr genug Zeit für seine Bisons hatte.“ Dem weiteren Wachstum des österreichischen Büffelbestands setzt

vor allem die Bürokratie zu. Sechs Wochen verbringen die nordamerikanischen Jungtiere in Quarantäne, ehe sie nach Europa gebracht werden, wo erneut sechs Wochen zur Untersuchung anstehen. Erst dann werden die rund ein Jahr alten Wildbüffel in ihre neuen Weidegründe entlassen. Die Büffel-Diät

So majestätisch der Anblick der Bisonherde ist, speziell wenn sie im Abendlicht am Hügelkamm im Triestingtal erscheint, stellt der Büffel auch ein Nutztier dar. Denn sein Fleisch gilt als ernährungswissenschaftlicher Geheimtipp. Bison enthält kaum Fett und Cholesterin. Der Anteil liegt niedriger als z. B. bei Hühnerfleisch. Dazu kommt ein erhöhter Gehalt an den Spurenelementen Zink und Selen. „Perfekt für die Diätküche“, schwärmt Verena Kocher, die neben dem Filetstück (Lungenbraten um 100 Euro/Kilo) auch Leberkäse, Luftgetrocknetes, Salami und Frankfurter Würstel vom Büffel führt. Die hohe Nachfrage stellt somit auch das Einzige dar, was den Thenneberger Büffelzüchtern Sorgen bereitet. Momentan wird lediglich drei bis vier Mal im Jahr geschlachtet. Bei einer 100 Tiere umfassenden Herde, so der Traum der Kochers, wäre monatlich für Nachschub an gesundem Fleisch gesorgt. Denn erst nach drei bis vier Jahren auf der Weide werden die Tiere verwertet – 600 Kilo wiegen die schlachtreifen Bisons dann. Ein gutes Drittel dieses Gewichts macht das verwendbare Fleisch aus, doch auch der Rest wird ganz im Sinne der nachhalti-

Sorgen bereitet den Thenneberger Büffelzüchtern eigentlich nur eines: die hohe Nachfrage nach Bisonfleisch.

FOTOS: RADIM VRSKA (2)

Gnadenlos gejagt und zu Tausenden abgeschlachtet wurden die nordamerikanischen Bisons im 19. Jahrhundert. Heute grast eine ganze Herde friedlich im niederösterreichischen Alpenvorland.

februar 2014


Umblättern für unsere Genusstipps ➜

Die erstaunlichen Eigenschaften des Bisonfleischs hat auch Österreichs Vorzeige-Sportlerpaar Marlies Schild und Benjamin Raich für sich entdeckt.

2014 februar

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toptipps „Bisonfleisch ist p ­ erfekt für die ­Diätküche“ Verena Kocher, Bisonzüchterin

gen Tierhaltung verarbeitet. „Das Fell wird für Decken verwendet, auch die Köpfe präpa­rieren wir“, so Verena Kocher. Selbst die Bisonknochen sind weit verträglicher als jene vom Kalb; „Gichtkranke etwa vertragen eine Suppe daraus, während sie keine Rindsuppe essen sollten.“ Bison-Kochbuch

Die erstaunlichen Eigenschaften des Fleisches hat auch Österreichs Vorzeige-Sportlerpaar Marlies Schild und Benjamin Raich mittlerweile für sich entdeckt. Durch einen Zufall gelangte Papa Schild an einen Bisonschinken aus der Kocher’schen Produktion und war begeistert. Seitdem kommt die cholesterinarme Alternative immer

wieder zum Frühstück aufs Brot der Skifahrer. Die Nachfrage von privater Seite wie auch von immer mehr G ­ as­tronomen hat zum jüngsten P ­ rodukt der „Bisonfamilie“ Kocher geführt: einem eigenen Kochbuch rund um die sanften Riesen. Denn in der Küche muss der Umgang mit dem fettfreien Fleisch durchaus g­ elernt werden, um es nicht „tot“ zu braten. Faustregel: „Halbe Temperatur und halb so lange Garzeit im Vergleich zu Rindfleisch.“ Entsprechend gut eignet sich das geschmacklich eher an Wildbret als an Rind erinnernde Fleisch für Ragouts, Curries und andere saftige Gerichte. Wer etwa das Glück hatte, Verena Kochers Bison-Gulasch zu kosten, wird den nächsten Ab-Hof-Verkauf am „Gut Edibichl“ herbeisehnen. ///

Auch Klassiker lassen sich mit Bison zubereiten – Harry Luf serviert in Grünbach etwa „Altwiener Backfleisch“.

Buchtipp: Bisonkochbuch

Bison ab Hof

Büffel-Wirte

Das Züchter-Ehepaar Verena und Eduard Kocher hat seine eigenen Küchenerfahrungen mit dem BüffelFleisch zu Papier gebracht. So verwandelt sich der fett- und kalorienarme Bison in 41 Rezepten u. a. zu Zwiebelrostbraten, aber auch Curry und Lasagne.

Lukas Kocher führt den größten heimischen Bison-Betrieb und gibt sein Wissen gern weiter: Besichtigungen sind nach Anmeldung möglich, regelmäßig findet auch ein Ab-HofVerkauf der Büffel-Spezialitäten statt (Termine finden sich auf der Homepage).

Die Menge an heimischem Büffelfleisch ist relativ überschaubar. Daher folgt das Angebot in der Gastronomie (noch) den Schlacht-Terminen von Gut Edibichl, dennoch gibt es bereits echte Fans des gesunden Fleisches unter den Wirten. Als Gast fragt man am besten gleich bei der Reservierung an, ob es beim Besuch auch Bison auf der Karte geben wird.

BISONKOCHBUCH Kral Verlag, 114 Seiten, 41 Fotos, ISBN 978-3-99024-109-7, 26,90 Euro www.kral-verlag.at

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BIOHOF EDIBICHL 2571 Altenmarkt, Thenneberg 23, Tel. 0664/404 12 01 www.bisonfleisch.at

DORNAUSTUBE

ZUR SCHUBERTLINDE

Ehrensache, dass es beim Altenmarkter Wirten auch Bisonfleisch gibt; Familie Fuchs hat schließlich nur einen Fußweg zu den Weiden der Kochers.

Auf Vorbestellung serviert man das Büffelfleisch auch am Schneeberg: Harry Luf macht daraus u. a. Altwiener Backfleisch.

2571 Altenmarkt, Thenneberg 42, Tel. 02673/2621 www.dornaustube.at

2733 Grünbach, Badstraße 4, Tel. 02637/2252 www.schubertlinde.at

februar 2014

FOTOS: R. GRAF, RADIM VRSKA

Buffalo Grill: Alles rund ums zottelige Wildrind


so schmEckt a la cartE – das ProbiEr-abo

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In den 80er Jahren war für die Stars der Austropop-Szene Carlo Bahrers ‚Inkognito‘ hinter der Volksoper Treffpunkt Nummer eins in Wien. Nicht selten beflügelte sie die tolle Stimmung in dem pubartigen Lokal zu neuen musikalischen Höchstleistungen. Auch heute noch steht im ‚Inkognito‘ Hausherr Carlo hinter der Theke seiner kleinen Nachtbar und verzaubert das ­Publikum mit dem Flair jener Zeit, in der Wien letztmalig internationale Musik­ geschichte schrieb.

Die Theke des Austro-Pop TEXT VON RUDI MATHIAS

info

Inkognito Wien 9, Lustkandlgasse 6 Tel.: 01/319 65 88 19.30 bis 4 Uhr, täglich geöffnet, www.carlo-bahrer.com

68  schau

FÜR FALCO, FENDRICH, Ambros, Wilfried, Werger, Joesie Prokopetz, Alf Poier, Thomas Spitzer, Marianne Mendt & Co war das ‚Inkognito‘ eine Mischung aus Wohnzimmer, Chillout-Location und Kreativplattform. Und Hausherr Carlo Bahrer erste Anlaufstelle fürs echte Leben. Doch selbst wenn hier „Privates“ seiner prominenten Gäste verheißungsvollen Anfang und oft tränenreiches Ende fand, all dies blieb im ‚Inkognito‘ inkognito. „Als es mich über Umwege Mitte der siebziger Jahre wieder zurück nach Wien verschlug“, erzählt Carlo Bahrer, der auch heute noch gemeinsam mit Barmann „Hubsi“ Wallner seine Gäste verwöhnt –, „wollte ich damals ein Lokal für mich und meine Freunde aufsperren, und an der Türklingel entscheiden, wer von jenen, die ich nicht kenne, rein darf und wer nicht“. Doch es kam völlig anders: Carlo Bahrers erster Gast war Udo Huber, der eines Tages, als es noch gar keine Türklingel gab, mitten im Lo-

kal stand und die neue Location in­ spizierte. Völlig begeistert strömten dann schon ziemlich bald im Fahrwasser von Radiomann Huber, der damals an der Volksoper am Höhepunkt seiner „Komparsenkarriere“ war, seine Freunde nach und Carlos erste Gäste wurden Wilfried, Uli Bär samt ihren Musikverlegern bis hin zu Stars wie Marisa Mell und Helmut Berger sowie der dazugehörigen Medienbranche. Hier startete Angelika Milster ihre Cats-Karriere und Falco hatte dort, wo man später durch die Schaffung eines unnötigen Garderobekammerls die Bar um jene Fläche verkleinerte, damit das ‚Inkognito‘ Raucherlokal bleiben darf, hinter einem alten Paravent seine eigene Ecke. Obwohl die Blütezeit des Austropop Geschichte ist, kommen auch heute noch viele der Gäste von damals gerne in Carlo Bahrers Bar vorbei. Auch Mercedes Echerer – die es als blutjunge Künstlerin im Alter von 21 Jahren kennen lernte und sich bei Carlo heute noch genauso wohl-

fühlt wie in den wilden Jahren: „Das tolle am ‚Inkognito‘ ist für mich, dass man hier nicht nur interessante Menschen trifft, sondern auch als Frau ohne Begleitung kommen kann und sich behütet fühlt, denn Hausherr Carlo wacht auch heute noch über seine Gäste, damit sie auch zur späten Stunde das beste „Erdäpfelgulasch der Welt“, wie Al­sergrundBezirksvorsteherin Martina Malyar weiß, ungestört genießen können. Das beste Erdäpfelgulasch

Malyar, der es in den letzten Jahren gelungen ist, den Alsergrund zu einer Art Broadway von Wien zu machen – nirgendwo sonst gibt es in der Donaumetropole mehr Theaterbühnen als im Neunten –, kommt aber auch deswegen gern hierher, weil man kaum sonstwo in Wien das Flair der 80er Jahre samt der dazugehörigen Musik so authentisch erleben kann. Was auch immer die Gründe sein mögen, ins ‚Inkognito‘ zu gehen: Hätte der gelernte Fleischhauer februar 2014


Carlo Bahrer ist ein perfekter Gastgeber. Bei ihm fühlt man sich sofort wohl.

FOTOS: INKOGNITO/RUDI MATHIAS

Carlos „Kennzeichen“ – aus der Maske des ‚Inkognito‘ kreierte Carlo Bahrer Handtaschen, Gürtelschnallen, Sonnenbrillen & Co.

Carlo Bahrer nicht irgendwann ein­ mal den Weg des Lebenskünstlers eingeschlagen, wäre er nicht ausge­ wandert, als Steward zur See gefah­ ren … und hätte es ihn Mitte der siebziger Jahre nicht zurück nach Wien getrieben, hätte es das ‚Inkog­ nito‘ „… an der Oper left side down oder was weiß ich wo ...“, wie Falco in seinem Hit „Vienna Calling“ be­ schreibt, wahrscheinlich nie gege­ ben, und Carlo wäre nie zum Doyen der heimischen Barbesitzer gewor­ den. Auch wenn der gebürtige „Karl Borromäus aus Neusiedl an der Zaya“ längst schon von der Stadt Wien für seine Fähigkeiten, den Kreativbündeln unserer Stadt Hei­ mat zu geben, ausgezeichnet wurde, sei ihm für sein Engagement an die­ ser Stelle nochmals gedankt – ge­ nauso wie seiner Ehefrau Ingrid und Tochter Carla, die den Ausnahme­ gastronomen Carlo nach wie vor die Kraft geben, damit wir auch heute noch an jener Theke anstoßen kön­ nen, wo Wien einst Musikgeschichte schrieb. Bitte läuten. /// 2014 februar

Gut behütet: Mercedes Echerer und Alsergrund­ bezirksvorsteherin Martina Malyar (li.) fühlen sich in Carlo Bahrers Bar gut aufgehoben.

Das Who-is-who der Austropop-Szene fühlte sich immer schon in der ­‚Inkognito‘-Bar wohl.

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Schneelose Winter in Ostösterreich haben viele Vorteile! Sie ermöglichen, dass Menschen ihre Höhlen öffnen, um wilde Tiere aus dem W ­ interschlaf zu holen. Einen Iso Grifo etwa.

Italian Stallion

Zeigen Sie uns Ihr GARAGENGO LD garagengold@ . schaumedia.a t

TEXT VON ALEX KRISTAN, FOTOS: ADRIAN BATTY

WIE DIE MEISTEN  60er-JahreAutos italienischen Ursprungs steht auch der Iso Grifo im Verdacht, das schönste Auto der Welt zu sein! Die wenigsten kennen ihn und wenn überhaupt, dann nur aus dem Bubenalter, wo er in keiner ernsthaften Matchbox-Sammlung fehlen durfte! Die Chance, heute einen originalen Iso Grifo im Maßstab 1:1 in freier Wildbahn zu sehen, ist in etwa so groß wie eine Sichtung des Polarlichts in Groß-Schweinbarth. Doch was genau steckt hinter dem geduckten Sportcoupé, das vor 50 Jahren Ferrari-, Maserati- und Lamborghini-Fahrer auf der Autobahn in die nackte Verzweiflung trieb? Erst kühl, dann heiß

Renzo Rivolta, 1908 in Desio nahe Mailand geboren, übernahm 1939 die Kühlschrank-Fabrik Isothermos, konzentrierte sich nach dem Krieg aber auf die Produktion von Zwei­ rädern (Isomoto) und baute auch den Kabinenroller Isetta. Durch den Isetta-Lizenzverkauf an BMW finanziell relativ flexibel, beschloss Rivolta ein Luxuscoupé nach eigenen Vorstellungen zu bauen. Er gründete ein weiteres Unternehmen, die Iso Auto­ veicoli S.p.A. und zeigte 1962 seine erste Kreation in Form des Iso Ri70  schau

volta GT. Nur ein Jahr später wurde die nächste, deutlich sportlichere Schöpfung namens Iso Grifo mit dem Corvette V8 Triebwerk, das auch schon im Rivolta zum Einsatz kam, auf dem Turiner Autosalon präsentiert. Viele Köche verfeinern den Brei

Italienischer Chic aus jedem Blickwinkel. Nur unter der Haube bollert „Power made in USA“.

Maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Grifo hatte TechnikGuru Giotto Bizzarrini, der für das Chassis verantwortlich zeichnete. Bizzarrini war ein ehemaliger Ferra­ ri-Mitarbeiter, der im Streit mit dem Commendatore die heiligen Hallen in Maranello verließ, um ein eigenes Konstruktionsbüro in Livorno zu ­eröffnen. Das Design des Iso Grifo kam wie schon beim Rivolta aus dem Hause Bertone. Genauer gesagt vom jungen Giorgio Giugiaro, den Giuseppe Bertone vier Jahre zuvor zum Designchef befördert hatte und der auch den Goldesel Golf 1 für VW entwarf. Trotz der betörenden italienischen Hülle lästerte die eingefleischte Ferrari- und Lamborghini-Gemeinde über das amerikanische Herz im Iso Grifo. Ein Chevy V8 Aggregat mit unten liegender Nockenwelle könne doch nie und nimmer dem Vergleich mit einem opulenten V12-Motor aus februar 2014


„Abgesehen vom Design mag ich das Understatement des Wagens.“ Martin P., Grifo-Besitzer

2014 februar

bella italia standhalten. Das alles er- „Mit dem Grifo absolut kein Probzählt uns der Besitzer dieses schwar- lem“, meint Martin P., der sein Auto zen Grifo, Martin P., während der nach der zwei Jahre dauernden KomProbefahrt. Wir spüren, wie uns die plettrestaurierung als äußerst zuver365 PS beim Beschleunigen in die lässig und langstreckentauglich beLedersitze pressen, glauben die schreibt. „Abgesehen vom Design 250 km/h Spitze aufs Wort und be- mag ich das Understatement des Wakommen eine ungefähre Ahnung gens“, erzählt er uns. „Die Leute sedavon, was das Mitte der sechziger hen zwar, dass das etwas sehr SelteJahre ohne Tempolimits und kaum nes ist, suchen aber immer sofort das Verkehr auf den schnürlgeraden ita- Ferrari-Pferd.“ Die dann üblicherlienischen Autobahnen bedeutet weise kommende Frage „Was ist das haben muss. für eine Marke?“ beantwortet Martin P. mit „Ein Iso“, welches wiede„Runter“ an die ligurische Küste rum ein „Aha, aber welche Marke?“ zur Folge hat. Wie sollte es auch anFür einen Sportwagen bietet der ders sein, bei einer homöopathiGrifo höchsten Fahrkomfort, man schen Stückzahl von 412. Auch wenn sitzt zwar im Keller, aber sehr kom- Sie den gleichen Designer haben, ist fortabel und würde am liebsten ein Einser-Golf mit einem Iso Grifo gleich weiter bis runter an die liguri- ungefähr so vergleichbar wie eine sche Küste nach Portofino strömen. Swatch mit einer IWC ... ///

info

Unser Autor Er ist als Stimmenimitator mit seiner „Individual Comedy“ einer der beliebtesten Acts bei TopEvents in ganz Österreich. Er parodiert seine Alter Egos in einer Qualität, die sogar die Originale selbst verblüfft. Derzeit tourt er mit seinem ersten Bühnen-SoloProgramm durch Österreich: JETLAG für A ­ NFÄNGER. Infos und Termine dazu auf www.alexkristan.at.

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Die Absicht, eine moderne Interpretation des Iso Grifo vorzustellen, kommt dem lächerlichen Versuch gleich, eine Jugendstil-Anrichte aus Kohlefaser zu finden.

Iso zertifiziert TEXT VON ALEX KRISTAN

Maserati Ghibli DER 2013 vorgestellte Ghibli tritt in große Fußstapfen. Der erste Ghibli wurde 1966 als zweisitziges Sportcoupé vorgestellt und stammt wie der Iso Grifo aus der Feder Giugiaros. Er ist die dritte Serie, die den großen Namen tragen darf, ist erstmals kein Coupé, sondern eine viertürige Limousine und soll den Einstieg in die Maserati-Welt erleichtern. Dessen nicht genug ist er auch der erste Maserati ever, der auch mit einem 6-Zylinder-Dieselmotor erhältlich ist. Wie bitte?? Ja! Auch in Modena ist die Botschaft angekommen, dass große Stückzahlen am europäischen Markt ohne ein DieselAggregat illusorisch sind. Doch keine Angst. Einmal kurz auf die Taste SPORT neben dem ledernen Wählhebel gedrückt und schon gibt’s wieder il grande concerto am Heck. Zwar nicht vom Dieselmotor, sondern von den beiden Soundmodulatoren zwischen den Endrohren … was aber nicht stört, solange es röhrt.

Lancia Thema

Ford Mustang

WAS LANCIA  als Verschmelzung zwischen Qualität und Ästhetik beschreibt, verursachte anfangs bei vielen eingefleischten Lancisti Krämpfe. Doch die Neujustierung der Marke Lancia war überlebensnotwendig. Man besann sich der eigentlichen Ur-Werte von Gründer Vincenzo Lancia und entwickelte gemeinsam den neuen Lancia Thema auf Basis des Chrysler 300. Herausgekommen ist ein überaus feines Auto, mit besten Fahreigenschaften, das jeglichen Komfort- und Qualitätsansprüchen gerecht wird. Das Flaggschiff aus dem Hause Lancia soll als eleganter Gran Turismo amerika­ nische Großzügigkeit und italienische Grandezza vereinen.

GEHT ES  um Karrosserieform und technische Daten, darf man Vergleiche zwischen Iso Grifo und dem neuen Ford Mustang ziehen: 426 PS aus einem 5 Liter V8 Motor befeuern das neue Jubiläumsmodell, das Ford pünktlich zum 50-jährigen Jubliäum des Mustang für die Fans auf den Markt bringt. Als eine Art „Einstiegsversion“ darf die Version mit dem 2,3 Liter Vierzylinder Eco-Boost-Motor mit rund 309 PS und 400 Nm Drehmoment verstanden werden. Für beide Motorvarianten stehen ein manuell schaltbares 6-Gang-Getriebe oder eine 6-Gang-Automatik mit Schaltwippen am Lenkrad zur Auswahl. Ab 2015 auch bei uns erhältlich. www.ford.at

www.lancia.at

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FOTOS: HERSTELLER (7)

www.maserati.at


toptipps

Klein, stark und smart Die neuen Radnabenmotoren der ­ ctive- und Performance-Line von A Bosch sind besonders klein (auch die Akkus) und trotzdem sehr agil. Das Display Nyon berechnet Reichweiten präziser als bisher, optimiert Routen und liest nebenbei noch SMS vor. www.bosch-ebike.de

2014 wird bunt: Scheibenbremsen für Rennräder, Riemenantriebe, kleine E-Motoren und viel Farbe. ÜBER EINE SCHMIERIGE Kette hat sich wohl schon jeder Radfahrer geärgert. Die saubere Alternative heißt Riemenantrieb. Er läuft ohne Öl und schaut schick aus. Bisher reagierten die Riemenantriebe aber sehr empfindlich auf Verwindungen des Rahmens, deshalb kamen sie nur bei sehr stabilen, exakt gefertigten – und damit teuren – Fahrrädern in Frage. Der deutsche Hersteller Continental hat nun mit dem „Conti DriveSystem“ einen eleganten Riemenantrieb vorgestellt, der größere und weitere Zahnprofile benutzt und besser mit den bei Fahrradrahmen üblichen Toleranzen harmonieren soll. Damit könnte sich das System auch bei preisgünstigeren Rädern durchsetzen. Mit der Kraft der Scheibe

Bei Mountain- und Trekkingbikes sind Scheibenbremsen längst Standard. Bei Rennrädern und Tourenrädern mit Rennlenker waren sie bisher selten anzutreffen. Mit neuen Modellen der großen Hersteller und einzelner Spezialisten, die, wie von den Felgenbremsen gewohnt, über die Schaltbremsgriffe bedient werden können, sollte sich das ändern. Hauptvorteil 2014 februar

ist die bessere Dosierbarkeit, vor allem bei Nässe und langen Abfahrten. Einen besseren Schutz gegen „Patschen“ bieten schlauchlose Reifen, wie sie bei Autos schon seit Jahrzehnten Standard sind. Vom Rennrad kommend, finden sie heuer auch im Bereich der Tourenräder Eingang.

Der Motor ist eine Scheibe Einfacher geht es nicht: Das Hinterrad gegen ein Smartwheel tauschen – und schon wird aus einem herkömmlichen Fahrrad ein E-Bike. Mittles Crowdfunding hat die New Yorker Firma Flykly Kapital zusammengetragen. Vorbestellungen sind online bereits möglich (590 Dollar). www.flykly.com

Klein, smart und stark

Bei den E-Bikes werden die Motoren und Akkus kompakter, die Steuerungen smarter. Damit steigt die Alltagstauglichkeit und es gewinnt die Optik. Apropos: Waren die Elektroräder bisher vor allem in dezenten Farben zu haben, sind viele der neuen Modelle in kräftigen Farbtönen lackiert. Bei Kleidung und Helmen geht der Trend sogar in Richtung Neon. Schön? Auf jeden Fall sichtbarer, was im Straßenverkehr Sicherheitsvorteile bringt.

Leasen statt kaufen Fahrräder von Merida können nicht nur gekauft, sondern auch geleast werden – etwa im Merida-FlagshipStore von RLS-Sport (Wien 14 und Pressbaum). Für Firmen und Selbständige können sich Steuervorteile ergeben, Anzahlung ist keine nötig. Die Laufzeit beträgt 60 Monate. www.rls-sport.at

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Ich begleite meinen Chef und Pilgervater Phil Waldeck auf allen Reisen als Fotograf. Ich war auch dabei, als er Ernest Hemingways Kultstätten in Havanna und auf Key West besuchte. Er schaute sich Hem’s Schreibpulte genau an, die ohnehin jeder kennt. Aber niemand kennt die neurotische Ordnung der Dinge auf dem Schreibtisch von Waldeck. Hier enthülle ich das Geheimnis. Die Fotografie zeigt zwei ElektroZigaretten, eine Tabatiere für echte Tschicks und ein kleines Bic-Feuerzeug, weil alle drei Dupont-Feuerzeuge des gnädigen Herrn zur gleichen Zeit leer wurden und die Ersatz-Patronen zwei Kontinente entfernt lagen. Das Glas dürfen wir uns als voll mit Coke Zero vorstellen, vielleicht auch mit Havanna-Club. Oder mit Hem’s Hammer, einem Cocktail, der in Hemingways Lieblingsbar Sloppy Joe’s auf Key West ausgeschenkt wird. – Helmut A. Gansterer

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Waldecks Wallfahrten

Ein Müßiggänger spaziert durch die Stadt und fährt rund um Wien herum.

TEXT VON PHIL WALDECK. FOTO: HELMUT A. GANSTERER

MONTAG 11:00 UHR ORT: WIEN, TRIESTERSTRASSE LOKALITÄT: ZWEIRAD-BÖRSE SÜD, CAFE REITWAGEN BETR.: SO TUN, ALS OB ES SOMMER WÄRE

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illkommen, kluge Leserinnen, schöne Leser, zur ielleicht erinnerte ich mich an die Kälte des 30. dreißigsten Wallfahrt. Bei der vorigen Wallfahrt beklagte Geburtstags, weil ich heute erstmals bei Minus-Graich, dass die Zahl 29 keinen Zauber habe. Die Zahl 30 ist den unterwegs bin. Es soll Yetis geben, die den Winter schon besser. Sie glänzt sogar. Obwohl sie gefährlich ist. lieben – einige sogar in der sinnlichen ost-österreichiViele zucken zusammen. Das liegt vielleicht daran, dass schen Region B-NÖ-W, für die das schau Magazin zuständig ist. der 30. Geburtstag als der Fürchterlichste gilt. Die Engländer sagen über ihn: „It differentiates the Ich bin entschieden ein Südling. Trotzig – als fast EinYoung from the Old“. Die Jungen blicken ihm bang ziger, vielleicht Letzter – fahre ich noch ein Schräglageentgegen, die Älteren denken mit Entsetzen an ihn zu- Gerät. Genauer: Einen Scooter mit drei Rädern. Seine rück. Die meisten feiern ihn gar nicht. Lieber suchen zwei Vorderräder, die parallelogrammisch verbunden sie wie verletzte Tiere einen stillen Winkel. Dort win- sind, erlauben eine stabile Schräglage bis 40 Grad. Viel seln sie und lecken ihre Wunden. Wer will schon er- schräger traut sich’s eh keiner. Der Moto-GP-Jungstar Marc Marquez erreicht 56 Grad, allerdings mit Ellbowachsen werden? Ich pilgere schon lang durch die Welt. Der 30er liegt weit gen-Schleifblöcken und klebrigen Rennreifen. zurück. Und doch erinnere ich mich präzise an diesen Vorteil des Dreiradlers: tolle Stabilität durch DreiHöllentag. Ich saß auf einer schneeweißen Balustrade punktauflage und Dreirad-Bremse (siehe auch Modes italienischen Berg-Städtchens Ostuni. Die Sonne lag tor-Kasten). Die gesündeste Möglichkeit, die Bikefreundlich auf mir und der gelben Katze, die mir zuge- Saison über den Winter zu retten, sofern du klug laufen war und im Schoß schnurrte. Im Inneren aber bekleidet bist. herrschte Eiseskälte. Praktisch Tropfsteinhöhle. Ich weiß noch, dass ich dachte: „Wie gern hätte ich noch ein gutes Italienisch gelernt. Das zahlt sich aber jetzt nicht mehr ch fahre zu einer Adresse, die schon im Namen Südaus.“ Noch schlimmer geht es Singles unter den Damen. Sie liches verspricht: Die Zweiradbörse Süd. Dort wird wissen: Jetzt haben sie nur noch 15 Jahre Zeit, ehe das mir warm. Ich wandle durch soldatische Formatiograusame Verdikt des Kabarettisten Bernhard Ludwig nen neuer 2014-Modelle. Vorfreudig notiere ich künfgilt: „Die Chance, mit 45 noch einen klassen Mann zu tige Test-Geräte. Im ersten Stock schwimme ich durch kriegen, gleicht der Wahrscheinlichkeit, in der Arktis von einen Ozean fröhlich lackierter Vespas. Beim ItaloEinkleider Dainese studiere ich neue Jacken-Designs, einem Cocker-Spaniel zerfleischt zu werden.“ da meine alten Jacken wieder über die VanillekipferlTage und den Silvester-Suff schrumpften. Im Cafe Reitwagen blättere ich im gleichnamigen Motorradmagazin. Ich liebe diese goscherte, vollendet unkorrekte Publikation meiner Freunde „Berzerk“ und „Zonko“. Ich verdanke ihr lebensverlängernde Lockerungen des Zwerchfells. Der Reitwagen begleitet meine Biker-Existenz seit einer gefühlten Ewigkeit. Ist er am Ende auch schon 30 und drüber?

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Ich pilgere schon lang durch die Welt. Der 30er liegt weit zurück. Und doch erinnere ich mich präzise an diesen Höllentag. Ich saß auf einer schneeweißen Balustrade des italienischen BergStädtchens Ostuni. Die Sonne lag freundlich auf mir und der gelben Katze, die mir zugelaufen war und im Schoß schnurrte. Im Inneren aber herrschte Eiseskälte. Praktisch Tropfsteinhöhle. 2014 februar

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MITTWOCH, 22:15 UHR ORT: GUMPOLDSKIRCHEN LOKALITÄT: MELKERHOF BETR.: DER WALLFAHRER ALS WEINPATE

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tell Dir die schönste, räumlich großzügigste Gewölbe-Immobilie in einer romantischen Ortschaft vor. Dazu eine Besitzerin, für die der Satz erfunden wurde: „Some girls have it all“. Dann bist du im Melkerhof zu Gumpoldskirchen. Margit Aigner ist auffällig fesch, angenehm frech und hat lustige Augen trotz Riesenarbeit. Sie ist erfolgreiche Winzerin in Fortsetzung einer Traditionsfamilie. Und sie hält den Melkerhof derart ausgebucht mit Hochzeiten und Festen, dass sie leider darauf verzichten kann, ihn auch als regulären Gasthof zu führen. Es lohnt sich fast zu heiraten, um den Melkerhof kennen zu lernen. Ich kam billiger dazu. Es reichte eine Arbeit der angenehmen Art. Sie ist Ing. Wilhelm Schedlbauer zu danken. Willi war mein Mittelschul-Kommilitone an der HTL. Wir lernten in Mödling „Maschinenbau“ und tranken in Gumpoldskirchen. Willi erzählte mit Freude davon, und so rückte ich auf Wunsch der einschlägig Mächtigen der Gemeinde in einen der höchsten Ränge der österreichischen Weinwirtschaft: Wein-Pate in „Gumpolds“. Noch dazu in einem Jahr, da die blutjunge „alte Weinkönigin“ nach fünfjähriger Regentschaft von der blutjungen neuen Weinkönigin abgelöst wurde. Großes Fest, feine Fach-Referate, Christian Kamper als glänzender Moderator. Den Segen bot ein Geistlicher, der attraktiv wie „Dornenvogel“ Richard Chamberlain auftrat. Gottlob ist er als Diakon eh verheiratet und Vater zweier Kinder, sonst wäre er an diesem Abend von Sünderinnen in irdische Existenzen verführt worden. Vom Festvortrag des Wein-Paten war zweierlei verlangt. Erstens eine grundsätzliche Würdigung des Weins, nicht zuletzt der Gumpoldskirchner Traditions-Reben Zierfandler und Rotgipfler. Und eine Darstellung deren Verbindung zu den „Studenten“ der HTL-Mödling. Diese Verbindung war streng wissenschaftlich in vier Teilen darzustellen. 76  schau

Dreirad-Roller überzeugen als italienische Piaggio-MP3 längst in der Praxis. In der Stadt als schlanker MP3-300 Yourban (23 PS, Preis unter EUR 7.000), überland als luxuriös-geräumiger MP3500 Touring (40 PS, Preis unter EUR 9.000). Niemand griff freudiger zu als die Franzosen. Nun bieten sie per Peugeot selbst einen Dreiradler an. Auch eine Firma Quadro spielt mit. Beide sind Kind kluger Eltern. Das Dreirad-Prinzip ist überzeugend. Meine Wette: auch BMW und KTM und Honda-Yamaha-Suzuki werden sich mit Spezial-Modellen dieser Idee beugen. Mein „Löwe im Winter“ bleibt zunächst der ausgereifte Piaggio MP3-500-Touring mit Unterleibs-Schutzdecke und Top-Case und dem Stauraum eines sportlichen Roadsters.

Erstens die Anreise von Mödling nach Gumpolds, zu Fuß oder im Auto von älteren Mitschülern aus reichem Haus (man maturiert dort mit 19). Zweitens die Rückreise, die dreimal so lang dauerte und zuweilen an marode französische Soldaten nach Waterloo erinnerte. Drittens die verständnisvolle Gastfreundschaft der bodenständigen Gumpoldskirchner, obwohl wir (im Rückblick) viel zu laut, zu frech und zu besserwisserisch waren. Viertens die merkwürdige Tatsache, dass die trinkende „Gumpolds-Fraktion“ der HTL Mödling, darunter Willi Schedlbauer und ich, im späteren Berufsleben eher mehr erreichte als der „Club der Abstinenzler“, der in dieser fast kitschig-schönen Ortschaft Gumpoldskirchen ein „Sodom & Gomorrha“ sah. Was Gumpolds ja nie war. Nur jeder Dritte von uns verlor dort seine Unschuld. Und nie an die streng erzogenen Gumpoldskirchner Mädchen, immer an ortsfremde Serviererinnen. Die Karriere-Unterschiede lagen wohl im Wein, dem gesündesten Grundnahrungsmittel. Heute glaubt die Wissenschaft zu wissen, warum die Franzosen trotz hohem Wein- & Butter-Konsum die besten Herz-Werte haben. Und man versteht besser, warum Goethe trotz drei Flaschen Wein pro Tag seine ewigen Werke wie Faust schreiben konnte. Allerdings würde kein heutiger Weinfreund, der meinen Gumpoldskirchner Wein-Paten-Wein trinkt, die schlechten, kraftlosen, sächsischen Weine Goethes anrühren. 22.15 Uhr. Die Arbeit ist getan. An der Theke der Vorräume des Festsaals schließt Melkerhof-Chefin Margit Aigner meine Holde und mich ins Herz. Sie teilt auch meine Liebe zur Zigarette und holt Schätze aus ihrem Wein-Tresor. Ein freundlicher Buchhändler legt Bücher zur Signatur vor. Was für ein schöner Abend – selbst für die Region „Ost-Österreich“, die für schöne Abende das höchste Talent hat. ///

kolumne

Der Autor Philipp „Phil“ Waldeck schreibt die Kult-Kolumne „Waldecks Wanderbriefe“ in der autorevue.

Der Fotograf

FOTOS: HERSTELLER (4) Foto: SCHAU tV

Noch was Südliches ist an der Zweiradbörse Süd. Sie liegt an der Stelle der Triester Straße, die schon den Weg ins Mildere weist: ins wärmere Südburgenland via Südautobahn, ins Neusiedl-Burgenland via Abzweigung Ebreichsdorf. Das gilt auch für Harley-Dealer Ferdinand Fischer’s nahes American Restaurant, das den treuen Wallfahrtslesern wohlbekannt ist. Die dortigen Harleys erinnern zusätzlich an brennheiße Ritte durch Arizona, New Mexico und Kalifornien. Unvergesslich „Death Valley“. Auch das hilft gegen Schnee und Eis.

Helmut A. Gansterer schreibt für trend und profil, sein Buch „Endlich alle Erfolgsgeheimnisse“ ist ein aktueller Bestseller. Er wurde von Waldeck und schau als Fotograf entdeckt.

februar 2014


© Mathias

Up to date mit

schau schau schau schau – die Promisendung der Ostregion auf schau TV

Gäste, Feste, Prominenz & Co. Stephanie Andert ist dort, wo es in der Ostregion etwas zu feiern gibt, und für schau TV dabei, wenn zwischen Podersdorf, Wiener Rathausplatz und St. Pölten die Post abgeht.

2014 februar

schau  77 www.schaumedia.at

schau TV – den ersten Erlebnissender der Ostregion (Wien, Bgld., NÖ) – empfangen Sie nonstop über Satellit, kabel plus, aon TV und im Großraum Wien zusätzlich via Antenne.


schaustars

Auf Weltreise mit Kaya Yanar TEXT VON NICOLE FRIESENBICHLER

Um fremde Kulturen und die Suche nach dem Paradies dreht sich Kaya Yanars neuestes Bühnenprogramm „Around the World“. Im April gastiert der deutsch-türkische Comedian in ­Österreich. schau hat er verraten, warum ihn das Fernweh plagt, sein Programm ein Rohdiamant ist und er Witze über Österreicher lieber sein lässt.

78  schau

Unterhalten statt provozieren

Durch die Sat.1-Show mit der klingenden Frage „Was guckst du?!“ schaffte der Comedian 2001 den Durchbruch. Sein Komik-Talent entdeckte er erst mit Anfang 20, als er neben dem Studium als Animateur und Moderator jobbte. „Als Kind war ich eher schüchtern“, erinnert sich Yanar. „Ich habe zwar immer viel gelacht und hatte Humor, aber dass ich das Talent habe, andere zum Lachen zu bringen, war mir gar nicht bewusst.“ Live auf der Bühne zu stehen reize ihn besonders. „Ich liebe den direkten Austausch mit meinem Publikum.“ Für den KultKomiker ist es dabei jedes Mal aufs Neue eine spannende Herausforderung, sein Bühnenprogramm zu perfektionieren. „Das ist ein Rohdiamant, den man ständig schleifen muss. Aber das macht auch richtig Spaß.“ Was beim Publikum ankomme und was nicht, merke er schnell. „Wenn die Leute lachen, bin ich am richtigen Weg.“ Daher orientiere er sich beim Überarbeiten des Programms in erster Linie an den Lachern. Auch wenn er bei seinen Auftritten gerne kulturelle Eigenheifebruar 2014

FOTOS: NADINE DILLY (2)

VOM TÜRKISCHEN Türsteher über den indischen Taxifahrer bis zum italienischen Kleinkriminellen: Kult-Comedian Kaya Yanar versteht es, in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen und mit Klischees verschiedener Kulturen zu spielen. Nur eine Nation scheint dabei verschont zu bleiben: Ausgerechnet wir Österreicher. „Das liegt daran, dass ich mich weigere, etwas zu tun, was nicht authentisch ist“, erklärt Yanar im Gespräch mit dem schau Magazin. Er habe zwar einmal Silvester im Pinzgau gefeiert, insgesamt aber zu wenig Zeit hierzulande verbracht, um beurteilen zu können, was „typisch österreichisch“ ist. „Ich hab’ schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen deswegen“, gesteht der 40-Jährige schmunzelnd. Doch vorerst kommt auch sein aktuelles Bühnenprogramm „Around the World“, mit dem er im April erneut durch Österreich tourt, ohne „Ösi-Witze“ aus. Stattdessen erzählt der gebürtige Frankfurter mit türkischen Wurzeln lustige Geschichten von seinen Reisen und der Suche nach dem Paradies, die ihn unter anderem nach Amerika und Asien geführt hat.


„Wenn die Leute lachen, bin ich am richtigen Weg.“ Kaya Yanar, Comedian

Weltenbummler Kaya Yanar kommt im Frühling wieder nach Österreich.

2014 februar

ten auf die Schippe nimmt – provo- lauber würde er sich auch nicht zieren will der Comedian mit seinen ­ bezeichnen. Bungee-Jumpen beiWitzen nicht. „Ich will in erster Li- spielsweise wäre nichts für ihn. „Da nie unterhalten. Und ich habe keine hab’ ich viel zu viel Schiss davor. politische Botschaft“, betont Yanar. Zurecht, weil ich bin einer, der, Nicht nur in seinem neuen Bühnen- wenn er sich irgendwelchen Gefahprogramm, sondern auch in Yanars ren aussetzt, eine auf die Nase Freizeit spielt das Reisen eine zent- kriegt“, lacht Yanar. rale Rolle. „Ich hab’ immer noch Trotz allem reizt ihn das Neue – dieses Fernweh. Jetzt bin ich 40 und nicht nur auf Reisen, sondern auch es hört nicht auf, dass ich mir die beruflich. Der Comedy will er zwar Welt angucken möchte“, schildert treu bleiben, aber ein neues Kinoder Comedian. Der Grund dafür ist projekt würde ihn schon reizen. Bei schnell erklärt: „Ich bin wahnsinnig seinem ersten Film „Agent Ranjid neugierig und mich interessiert ein- rettet die Welt“, in dem Yanar nicht fach, wie andere Kulturen und Län- nur die indischstämmige Putzkraft der mit dem Leben so fertig werden.“ Ranjid verkörpert, sondern auch am Das Spannende am Reisen sei das Drehbuch mitgeschrieben hat, sei Sammeln neuer Eindrücke. „Es gibt die Produktionsdauer zu kurz gewefür mich nichts Langweiligeres, als sen. „Was Kinofilme betrifft, sehe mir acht Stunden die Sonne auf den ich noch eine Menge Potential“, erBauch scheinen zu lassen.“ Auch klärt der Comedian. „Das Kino hat wenn Strandurlaube nicht das Seine für mich einfach eine besondere sind, als klassischen Abenteuerur- Magie.“ ///

info

Around the world live Kaya Yanars bereits sechste Tournee feierte im Oktober Pre­ miere. Nach Auftritten in Villach, Salzburg und Innsbruck kommt der Kult-Comedian im Frühjahr ­erneut nach Österreich – unter ­anderem am 12. und 13. April in die Wiener Stadthalle. www.kaya-yanar.de

schau  79


schauschau Ballettstars verbrachten „Perfect Weekend“ im Reiters Supreme

Ihre Namen stehen nicht nur in Wien, sondern auch in New York und Paris fett gedruckt auf den ­ rogrammen. Die Ballett-Superstars der Wiener Staatsoper Olga Esina und Kirill Kourlaev sind nicht P nur auf der Bühne, sondern auch im realen Leben tatsächlich ein Paar. Sie als schwer Verliebte zu ­inszenieren war für den Fotografen Markus Kloiber also nicht w ­ irklich schwer. Nächster großer ­Auftritt von Olga Esina: die Hauptrolle in „Schwanensee“ am 16. März an der Staatsoper. Das traumhafte „Reiters Supreme“ genossen auch Sonja Klima und der slowenische Popstar ­„Neisha“. Letztere hatte einen wahren Reigen prominenter Journalisten am Rockzipfel hängen. Ihre musikalische Power bewies Neisha dem Hausherrn und Hotel-Visionär Karl J. Reiter am hauseigenen Klavier. An der Cocktailbar bei ein paar herrlichen Gin Tonics waren sich die Gäste aus L ­ aibach einig: Wir kommen wieder.

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Staraufgebot im Nobelressort ­„Reiters Supreme“: Die Ballett-­ Superstars der Wiener Staatsoper ­verbrachten ein herrlich verliebtes ­Wochenende. 1 OLGA ESINA UND KIRILL ­KOURLAEV ließen sich von HIP ­VIENNA eng umschlungen zum Thema „The PERFECT WEEKEND“ ­inszenieren. 2 SONJA KLIMA stand ebenfalls auf der Produktionsliste. Sie wurde vom ART-Fotografen MARKUS KLOIBER mit einem edlen Lipizzaner-Hengst ­ in Szene gesetzt. Schwarz auf Weiß ­sozusagen. 3 Ein wahres A ­ ufgebot an slowenischen Star-­Journalisten: SPELA STAMOL, MATEJA PLANJEK KRISTANIC, ­SIMONA DECKO, ALEX CAKS, PETRA KANCLER, NEJC SIMSIC. 4 Hotel-Visionär und Reiters-SupremeChef KARL J. REITER mit dem slowenischen Popstar NEISHA. Sie kam, sah und spielte ziemlich relaxt – kein Wunder, nach der Massage eines im Ressort anwesenden Shaolin-Mönchs ist man entspannt. Ob man will oder nicht.

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FOTOS: KARL SCHÖNDORFER

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Filmball Start-off im Hotel Bristol Auftakt zur feucht-fröhlichen Geschmacksmache auf den Wiener Filmball im März. Edi Finger jr. startet im Hotel Bristol das Filmball Vienna Jahr 2014. Die 5. Auflage des Block­ busters geht am 14. März über die Bühne. US-Super­star ­Susan Sarandon und der deutsche Leinwandheld Heiner ­Lauterbach stehen schon auf der Gästeliste. Unter den ­Gästen des Neujahrsempfangs: Film-Legende Waltraut Haas, Schauspielerin Brigitte Kren, Film-Produzent Norbert Blecha, die Grande Dame des Kabaretts, Edith Leyrer, ­Schauspielerin Pia Baresch, John-Harris-Boss Ernst Minar. Gerhard Weishaupt, Mercedes-Wiesenthal-Chef Otmar ­Nagelreiter sowie Bristol-Hoteldirektor Gerald Krischek. Mister Filmball EDI FINGER JUNIOR mit seinen Ball-Ladys.

Die nagelneue New Yorkerin in der Wiener City beim Film-Schauen: ANNA NETREBKO.

Schwedischer Star aus „Thor“ und „Melancholia“ bei uns in Wien zu Gast: STELLAN SKARSGÅRD hebt die Hand und meinte damit in etwa frei übersetzt: Servas die Madl, griass eich die Buam.

Freude im Hotel BRISTOL: Filmproduzent NORBERT BLECHA und Legende ­Waltraut „Haasi“ HAAS.

Er inszenierte bereits „Goethe“ und „Nordwand“: Regisseur PHILIPP STÖLZL mit seinem Produzenten NICO HOFMANN (links).

„Medicus“ TOM PAYNE war Opfer einer groß angelegten Autogramm-Jagd. Hier erklärt er seine Verteidigungs-Strategie.

OLIVIER MARTINEZ segnet sein ernstes Schulterklopfen Gesicht mit einer als mediale Disziplin: ROBERT MEYER, Unterschrift ab. CHRISTIAN RAINER.

Medicus-Premiere: Netrebko inkognito, Martinez nicht!

Tanzschul-Chefin YVONNE RUEFF mit Ganzkörper-Pianist ANDY LEE LANG im Tanzfieber, ok, sagen wir Tanzlaune.

2014 februar

Zur Wien-Premiere „Der Medicus“ flogen die Stars Olivier Martinez, Tom Payne, Stellan Skarsgård auch tatsächlich ein. Beim gemeinsamen Fototermin zeigte sich Ladykiller Olivier Martinez entspannt. Lachen wollte er nicht: „Ich lächle nicht ohne Grund. Ich brauche einen Anlass dazu. Wenn ich fotografiert werde, finde ich das nicht lustig“, sagte er. Der Mann von Halle Berry und Ex-Mann von Kylie Minogue, Juliette Binoche und Mira Sorvino geht wahrscheinlich in den Keller lachen. Er ist ja ein Schau­ spieler – die können lachen, wo und wie sie wollen. Selbst dann, wenn ­ihnen gar nicht danach zumute ist :-) schau  81


schauschau Langenlois mit Musik und Literatur Filmball im Wiener Rathaus

27. März, 19.00 Uhr, Hotel Loisium LOISIARTE, so nennt sich das Festival für zeitgenössische Musik und Literatur. Zum Thema „Vier Tage – vier Himmelsrichtungen“ geht es heuer los. Das Festival begeistert seit 2006 Musik- und ­Literaturliebhaber gleichermaßen. Mit einer feinen ­Kombination aus zeitgenössischer Komposition, ­Lesungen aus der Weltliteratur und tatsächlich ­erstklassiger Kammermusik ist ein genussreiches ­Kulturerlebnis garantiert. Anmeldungen unter: 02734/32240

14.03., 19.30 Uhr, Wiener Rathaus Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon wird den Filmball Vienna 2014 adeln und der deutsche ­Schauspieler ­Heiner Lauterbach hat auch schon ­zugesagt. Weitere Stars werden folgen. Das Show-­ Highlight der glanzvollen Nacht: Rock’n’ Roll-Legende Peter Kraus. Der Sänger feiert heuer seinen 75. Geburtstag und wird wieder einmal beweisen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Andy Lee Lang wird die Laudatio auf seinen Kollegen halten.

Brasilien im Burgenland 5. April , 19.30 Uhr Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt „Saudades do Brasil – Musik aus Brasilien” Der brasilianische Gitarrist und Sänger Alegre Corrêa, der ­regelmäßig mit Jazz-Größen wie Al Jarreau auf der Bühne steht, und seine Partnerin Carol Pereyr entführen als musikalische ­Weltenbummler gemeinsam mit ihrem Ensemble in die faszinierende Welt Brasiliens. Dabei steckt viel Sehnsucht, Verlangen, aber auch sanfte Melancholie in den „Saudades do Brasil“, die sich vor allem durch raffinierte Arrangements, mitreißende Rhythmen und eine unglaubliche Vielfalt an Melodien und ­vokalen Ausdrucksmöglichkeiten auszeichnen.

5. April 19.30 Uhr, Literatursalon Wartholz Auf dem Bahnhof in einer abgelegenen Provinzstadt wird eine Bombe gefunden. Ein ­Lehrer glaubt auf einem Fahndungsfoto seinen Lieblingsschüler Daniel zu erkennen, der sich nach einer Israel-Reise in religiöse und politische Phantastereien verrennt … Hört sich ziemlich ­kriminell an, ist es auch. Wer auf vorgetragene Spannung steht, der sollte sich Karten checken. Und zwar unter dieser Telefonnummer: 02666/52289

Rosenmontag in Jois 3. März, 19.30 Uhr, 19.30 Gasthaus Rausch Heuer wird uns Kabarettist Josef Burger mit ­ einem Soloprogramm „best burger in town“ s ­wieder einen lustigen Abend bereiten. Dass dann in Jois so gelacht wird, dass man es ’rüberhören wird bis nach Weiden am See, ist selbstverständlich vorprogrammiert.

Nadja Maleh „Jackpot“ in Eisenstadt 28. März, 18.30 Uhr, Kultur- & Kongresszentrum Eisenstadt Was sind die Spielregeln fürs Glück und wo kann ich sie downloaden? Wie knacke ich den ganz großen Jackpot?! Das Glück klopft im Leben ­jedes Menschen einmal an die Tür. Nur blöd, wenn man grad nicht zu Hause ist, weil man im Casino sitzt! In ihrem 3. Soloprogramm versetzt Nadja Maleh die Zuseher in eine Spielhölle, den Tempel des Glücks! Sie nimmt einen mit auf melancholische Reisen über Liebe, Glück und die kleinen Aggressionen des Alltags. Geben Sie Ihrem Glück eine Chance – Ihr Einsatz, bitte!

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ILLUSTRATION: ANDREAS RAMPITSCH

Reichenau: Lesung mit Norbert Gstrein „Eine Ahnung vom Anfang“

februar 2014


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schau Magazin Februar 2014  

Das Magazin für Genuss, Kultur & Abenteuer mit Programm für Wien, Niederösterreich und Burgenland.

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