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schaun Genuss, Kultur & ABenteuer

Heft 7-8/2013

www.schaumedia.at

neu Auf

Das beste von der Tschauner­ Bühne

Donna Leon Exklusiv

WAs wir von Brunetti lernen Können otto schenk

jetzt darf uns der schmäh nicht ausgehen

wo wir uns abkühlen

Sarah Wiener

Wie ich mit Genuss die Welt Rette Adi Hirschal

Jedermann auf Wienerisch urlaub für die ohren

P. b. b. Verlagsort 1110 Wien / 10Z038372M

musik für den sommer wie damals 21 SEITEN EXTRA

Im Wald ist’s auch im Sommer kalt

Programm für Wien, Niederösterreich und Burgenland


www.noe-landesausstellung.at Jetzt Fan werden


Foto: Österreichische post ag

schaubild des monats

2013 juli/august

Egon Schiele gilt zu Recht als Weltkünstler. Längst lässt man kein Jubiläum rund um ihn aus, um seine Genialität zu würdigen. Auch auf Briefmarken. Selbst die Gemeinde Neulengbach, die den Künstler wegen seiner für das damalige Bürgertum zu freizügigen Arbeiten in Untersuchungshaft nahm und seine Zeichnungen beschlagnahmte, ist heute stolz auf sein dortiges Wirken. Heute unbegreiflich, oder? Aber Hand aufs Herz: Sollten wir nicht – während nun auch mit der Eröffnung des Schiele-Geburtshauses am Bahnhof Tulln die Bundesbahn Schiele zu ihrem Maskottchen macht (Seite 40) – nachdenken, wo unsere kulturgesellschaftliche Reise seit den Befreiungsschlägen der späten 1960er-Jahre hingeht? Sind wir nicht schon voll dabei, auf die Zielgerade einer neuen Biederkeit und Prüderie hinzusteuern? Oder sind es nur die monetären Förderungsstrukturen, die mutige Gegenwartskultur heute zur Ausnahmeerscheinung machen? – R.M. schau  3


schauplätze

schautv

Christoph Berndl

auch schau gibt’s ! im Fernsehen Sie en nn kö So n ue ne s ch Österrei f Ihrem Sender augerät Fernseh empfangen.

Chefredakteur

Die nächste Ausgabe von schau erscheint am 28. August 2013.

So findet man schau TV via Satellit automatisch Sendersuchlauf starten, neu gefundene Sender speichern, schau TV gewünschtem Speicherplatz zuordnen.

So findet man schau TV via Satellit manuell

Roger Hodgson ist die Seele der Kultband Supertramp. Im Juli kann man ihn live erleben.

So findet man schau TV via Antenne im Raum Wien Kanal 34 DVBT W2 Service-ID 1106 sowie in den Kabelnetzen von A1 TV in ganz Österreich kabelplus in Niederösterreich und im Burgenland

schau social Tauschen Sie sich mit Freunden, anderen Nutzern und uns über aktuelle Themen aus: facebook.com/schautv

ImpressuM.  schau – Magazin für Genuss, Kultur & Abenteuer. Eigentümer und Verleger: schau media Wien Ges.m.b.H., Leberstraße 122, 1110 Wien. Herausgeber: Gerhard Milletich, Rudi Mathias. Chefredakteur: Christoph Berndl. Chef vom Dienst: Alexander Grübling. Gastautoren dieser Ausgabe: Helmut A. Gansterer, Bernhard Hachleitner, Desiree Kratochwil, Marie-Luise Kriegl, Alex Kristan, Hedi Mathias, Klara Neuber, Julia Pühringer, Nikolaus Schrefl, Werner Schuster, Manon Steiner, Thomas Askan Vierich. Cartoon: Rudi Klein. Lektorat: Bernhard Plos. Redaktionsanschrift: Leberstraße 122, 1110 Wien, Tel. +43/1/740 32-0, Fax: +43/1/740 32-780, E-Mail: office@schaumedia.at. Anzeigen-Koordination: Monika Steiner, Tel. +43/1/740 32733. Anzeigen­verkauf: Sabine Kejval +43/1/740 32-253, Julia Rötzer +43/2682/9000-1634. Druck: Druckerei Berger, Wiener Straße 80, 3580 Horn. Erschei­nungs­­weise: 10 x jährlich. Einzelpreis: EUR 3,90. Jahres­bezugspreis: EUR 35. Abo: d.borka@schaumedia.at. Herstellungsort: Wien. Die in den Artikeln ver­tretenen Mei­nun­gen der Autoren sind nicht u ­ nbedingt identisch mit denen des He­raus­gebers. Veranstaltungstipps repräsentier­en eine Auswahl des Redaktionsteams und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit der Termine: keine Gewähr.  www.schaumedia.at

4  schau

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Transponder 3 Frequenz 11,244 GHz FEC 5/6 Symbolrate 22.000 Service-ID 13255

Foto: Adrian Batty, Illustration: Andreas Rampitsch

Die verheerenden Überschwemmungen der letzten Wochen bestimmten die Nachrichten. Auf schau TV haben wir ausführlich berichtet. Aber auch in der Vorbereitung der aktuellen Ausgabe waren wir gedanklich stets bei jenen Menschen, die durch die Flut zum Teil ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Auch Kultur- und Festspieleinrichtungen, vor allem entlang der Donau, hat es schwer getroffen. In der Wachauarena zum Beispiel stand das Wasser drei Meter hoch – und das kurz vor der Premiere. Unermüdlich arbeiteten Helfer, Bundesheer und Freiwillige Feuerwehr an der Beseitigung der Schäden. Dann kam die gute Nachricht: Die Festspiele können stattfinden. Auf www.schaumedia.at brachten wir dazu bereits am 12. Juni einen Bericht. Heute präsentiert sich die Wachau wieder so, wie wir sie kennen und lieben, als eines der schönsten Ausflugsziele des Landes. Was wir alle tun können, um die Menschen der Region weiter zu unterstützen? Ganz einfach: die Wachau besuchen und genießen. Alle Infos zum Programm gibt es auf www.wachau.at. In dieser Ausgabe finden Sie aber noch viele andere inspirierende Ideen für einen entspannten Sommer. Entdecken Sie mit uns kühle Wälder, urige Hütten und tiefe Höhlen, lauschen Sie Donna Leon und Otto Schenk im Exklusiv-Interview oder naschen Sie mit uns Beeren. Viel Spaß beim Lesen!


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In dieser Ausgabe 18

Adi Hirschal „Jedermann“ auf Wienerisch im Lustspielhaus

In Höhen und Tiefen

Ob auf dem Berg, im Wald, am Wasser oder gar in einer Höhle: schau zeigt die schönsten Plätze, um sich an heißen Tagen ab­zukühlen.

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Otto Schenk Die Theaterlegende im Interview

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30 Willkommen in der Welt von schau

Das Beste von der Tschauner Bühne auf schau TV. Plus: Sommergäste bei „Gansterer zur Geisterstunde“

Donna Leon Die BestsellerAutorin über „Tierische Profite“

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Eine Prise Süden schau CD-Tipps:

Musikempfehlungen für einen Sommer wie damals

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Wilde Beeren: das neue Buch der Wiener Food-Fotografin Luzia Ellert

Kurz einmal die Welt retten

Interview: Mit „Zukunftsmenü“ präsentiert Sarah Wiener ein Plädoyer für den bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. 88 Falco war ein wildes Tier

Die deutsche Sängerin Anke Schaubrenner tourte früher mit Falco. Jetzt hat sie nach 20-jähriger Pause ein Solo­ album herausgebracht. 90 „What the fuck are we doing?“

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Wir trafen MetallicaDrummer Lars Ulrich in Cannes anlässlich der Promo für den Metallica-Film. So was hat die Welt noch nicht gesehen …

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Wie eine ehemals kleine Tischlerei zum Welktmarktführer wurde: Porträt der Firma List.

La Bohème in St. Margarethen Heuer führt Robert Dornhelm Regie. Das wird ein Spektakel!

CoverFoto: Corbis

schaun Genuss, Kultur & ABenteuer

eur 3,90 heft 7-8/2013

Alle Termine auf www.schaumedia.at/eventnavigator.html

So entgeht Ihnen nichts. Die besten Termine für Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

jahrgang 2013/ausgaBe 7-8

www.schaumedia.at

vorschau event-navigator juli/august

neu auf

Was Wir von Brunetti Lernen können otto schenk

Ab DoNNerSTAg

jetzt Darf uns Der schmäh nicht ausgehen

11 JULI

Operette

Der Bettelstudent Seefestspiele Mörbisch

Ab DO 11. 7.

Wie ich mit genuss Die WeLt rette

Zeitenwende.

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13.06.2013 14:52 Uhr

urLauB für Die ohren

musik für Den sommer Wie DamaLs

genuss, kuLtur & aBenteuer

11. Juli bis 24. August (Mi resp. Do–So), Seefestspiele Mörbisch tel: 02682/66210­0 (außerhalb der Festspielzeit) 02685/8181­0 (während der Festspielzeit) www.seefestspiele­moerbisch.at

aDi hirschaL

jeDermann auf Wienerisch

P. b. b. Verlagsort 1110 Wien / 10Z038372M

B Der BetteLStUDeNt

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Wo Wir uns aBkühLen

sarah Wiener

Operette

Zeitenwende bei den Seefestspielen. Nach 20 (sehr erfolgreichen) Jahren unter Harald Serafin hat heuer Kammersängerin Dagmar Schellenberger das ruder übernom­ men. 2004 hat sie hier die Gräfin Mariza und ein Jahr später die Lustige Witwe gesungen. Zum einstand hat sie einen Umbau vorneh­ men lassen: Durch den neu überdachten Vor­ platzbereich mit einer Fläche von 5.000 m2 auf zwei ebenen wird gewährleistet, dass auch bei ungünstigeren Wettersituationen kein Besucher mehr den Naturgewalten ausgesetzt ist. eine terrasse an der Oberkante der beste­ henden tribüne bietet jetzt platz für ca. 400 personen. In 15 Meter Höhe haben diese einen traumhaften Blick über den gesamten Neu­ siedler See und das pannonische Umland. Zu sehen und zu hören gibt es heuer Carl Millöckers Operettenklassiker „Der Bettel­ student“: In polen will sich ein Oberst an Kom­ tesse Laura rächen, nachdem sie ihn öffentlich blamiert hat, und vermittelt ihr einen armen Schlucker als Bräutigam. Muss man dazu­ schreiben, dass alles gut ausgeht? Zusätzlich gibt es „Klassik am See“ (etwa eine Verdi­Gala am 23. 7.) und Sonderveranstaltun­ gen wie „Der Watzmann ruft“ (15. 7.) und eine Schlagernacht (16. & 17. 7.), Für nächstes Jahr plant Schellenberger, im „Mekka der Operette“ ein klassisches Musical aufzuführen, und zwar „Anatevka“.

2013 juli/august

Das Beste von Der tschauner Bühne

Donna Leon exkLusiv

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21 SEITEN EXTRA

schau

Im Wald ist’s auch im Sommer kalt Wo wir uns diesen Sommer abkühlen

standards

Ab sofort: schau fürs iPad & Tablet

FOtOS: SeeFeStSpIeLe MörBISCH

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im WaLD ist’s auch im sommer kaLt

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Inhalt und Impressum Starporträt von Andreas H. Bitesnich

12 Leserbriefe 14 Cartoon von Rudi Klein 44 schau Märchen 49 vorschau: Der Event-Navigator 78 Waldecks Wallfahrten 82 Garagengold 92 schauschau: Hotspots & Society

ProGrAmm für Wien, niederösterreich und BurGenlAnd

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13.06.2013 16:54 Uhr

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Produkte der schau media Wien

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daschauher bitesnich Krimi-Autorin Donna Leon schafft es mit ihren Krimis Jahr für Jahr in die Bestsellerlisten. In ihrem neuen Roman „Tierische Profite“ geht es um „unappetitliche Geschäfte“. Mit schau plaudert sie im Exklusiv-Interview über Kritik an ihren Büchern, Vegetarier und den „offenen Krieg gegen Frauen“.

Es ist falsch, Tiere so zu behandeln, wie wir es tun text von christoph berndl

„Ich weiß nicht, was mein Erfolgs­ geheimnis ist.“ Donna Leon, Bestseller-Autorin

schau: Was hat Sie dazu gebracht, Ihr erstes Buch zu schreiben?

Ist das vielleicht eines Ihrer Erfolgsgeheimnisse?

Donna Leon: Ich hatte ein Gespräch mit dem berühmten italienischen Dirigenten Gabriele Ferro. Wir sprachen über den Tod von Herbert von Karajan und fragten uns, wie es wäre, wenn man ihn ermordet hätte – wie, wann und wo und wer. Da dachte ich mir, das wäre eine gute Kriminalgeschichte. Und ich fragte mich: Könnte ich so etwas schreiben? Ich war eine Akademikerin, ich unterrichtete englische Literatur an einer Universität – was wusste ich schon über Kriminalgeschichten? Ich schrieb also ein Buch. Ich hatte ziemlich viel Glück, dass das Buch in den Staaten veröffentlicht wurde, danach wurde ein weiteres veröffentlicht und dann fand mich Gott sei Dank Diogenes und meine Karriere kam ins Rollen.

Nein. Ich weiß nicht, was mein Erfolgsgeheimnis ist. Mir war immer wichtig, dass es Spaß macht. Es machte mir sehr viel Spaß, das erste Buch zu schreiben und so war es auch bei allen weiteren. Jetzt bin ich in einer Position, wo ich sagen kann: Wenn es keinen Spaß macht, dann mache ich es nicht.

Es war also ein Zufall?

Es war ein totaler Zufall. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum ich nie so ernst und geradezu feierlich damit umging wie manch andere Autoren, die überzeugt davon sind, etwas Besonderes zu sein. 6  schau

info

Tierische Profite: Commissario Brunnetis einundzwanzigster Fall Ein toter Mann, der von niemandem vermisst wird, weder von den Venezianern noch von Touristen. Und ein teurer Lederschuh am Fuß dieser Leiche. Brunetti muss all seine Menschenkenntnis aufbieten und sein ganzes Kombinationstalent, um diesen Fall zu lösen, der ihn bis aufs Festland nach Mestre führt. 327 Seiten, 22,90 Euro, Diogenes Verlag. ISBN: 3257068581 www.diogenes.ch

Mussten Sie sich anfangs mit kritischen Stimmen auseinander­ setzen?

Nein, weil ich das Buch niemals jemandem gezeigt habe! Ich kann nicht über meine Bücher sprechen, auch jetzt noch nicht – was soll ich auch groß sagen? Ich schreibe ein Buch und jemand wird ermordet – das ist auch schon die ganze Konversation. In Ihrem neuen Buch „Tierische Profite“ behandeln Sie das Fleischgeschäft. Das ist ja kein allzu appetitliches Business?

Es ist ekelhaft. Ich habe keinerlei Neigungen dazu, Fleisch zu essen, vor allem aber denke ich, es ist juli/august 2013


Donna Leon by Andreas H. Bitesnich, 2013. Für das schau-Magazin porträtiert Bitesnich exklusiv monatlich eine Persönlichkeit. www.bitesnich.com

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„Ich kann nicht glauben, dass diese Welle der Gewalt gegen Frauen in einem Land wie Italien passiert.“ Donna Leon, Bestseller-Autorin

Bei uns ein Star, in Venedig weitgehend unerkannt: Donna Leon lebt in der Lagunenstadt und liebt ihre Anonymität – denn ihre Brunetti-Romane erscheinen nicht auf Italienisch.

In unserer Welt passieren grässliche Dinge. Was denken Sie, sind die Schlimmsten?

In Italien, mal abgesehen von der Politik, schockiert mich der unge­ nannte aber doch offene Krieg gegen die Frauen. Jeden zweiten Tag lese ich in der Zeitung eine Geschichte über eine Frau, die angeschossen wurde oder über die man Säure ge­ gossen hat oder die mit Gas atta­ ckiert wurde. Meistens von Exmän­ nern, Exfreunden, Stalkern. Ich 8  schau

kann nicht glauben, dass diese Welle der Gewalt in einem Land wie Ita­ lien passiert. Man liest ja von solchen Dingen in Ländern wie Pakistan: ich denke da an Brautverbrennungen und dergleichen. Was momentan in Mode zu kommen scheint, ist das Werfen von Säure. In den letzten drei Monaten habe ich von einigen Fällen gelesen. Es ist fast wie ein Trend ge­ gen Frauen, die „Nein“ sagen. Der Sommer kommt und für viele ist das die Lesezeit schlechthin. Welche Bücher kommen bei Ihnen mit in den Urlaub?

Ich habe wenig Zeit, um zu Lesen. Ich schreibe, gehe in die Oper, ar­ beite im Garten, gehe spazieren. In der Schule las ich Charles Dickens, weil ich ihn so sehr liebe. Aus ­irgendeinem Grund las ich nie die Bücher von Thomas Mann, doch jetzt hole ich das nach und ich finde ihn wundervoll. Letztes Jahr habe ich „Buddenbrooks“ gelesen – gran­ dios! Was für ein großartiges Buch. Jetzt bin ich beim „Zauberberg“ und den möchte ich im Sommer fertig­ lesen. Kommissar Brunetti (Held in Donna Leons Kriminalromanen, Anm.), hat als Person einen sehr speziellen Charakter. Er schafft

es immer, das gute Leben zu leben, egal in welcher Situation. Was können wir alle von ihm lernen?

Nichts Absichtliches, denn die Bü­ cher sind keine Predigten. Was ich aber sehr an Brunetti mag, ist, dass wenn etwas passiert, dann denkt er nach, bevor er urteilt. Er will immer wissen, wieso jemand etwas getan hat. Die Bücher beschäftigen sich mehr mit dem „Warum“: warum je­ mand etwas getan. Und nicht „Wer“. Wenn etwas passiert, dann sollte man nachdenken, bevor man sich auf eine vorgefertigte Meinung schmeißt. Man muss mit Menschen sprechen, ihnen zuhören – denn allzu oft übersehen wir das Offen­ sichtliche. So wie die Frau, die nicht merkt, dass ihr Mann mit blonden Haaren an der Kleidung heimkommt. Oder der Mann, dem nicht auffällt, dass seine Frau sehr oft im Fitnesscenter ist. Nachdenk­ lich und aufmerksam sein: das ge­ hört zu Brunetti. Er tut nicht, was die Regeln ihm als richtig diktieren, sondern was laut seiner menschli­ chen Erfahrung richtig ist. Furcht­ bare Dinge passieren rund um Bru­ netti. Aber er hält inne und denkt nach. Vielen Dank für das Gespräch! ///

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Fotos: Alexander Grübling, Regine Mosimann/© Diogenes Verlag

Beim Durchblättern des schau-Magazins ist Donna Leon emotional tief berührt. Die Natter-Story (Ausgabe 4/2013) entlockte ihr ein erschrockenes „Eeeeh“

schlicht falsch, Tiere so zu behan­ deln, wie wir es tun. Ich bin Vegeta­ rierin, weil ich kein Fleisch mag. Es ist kein Prinzip, keine Religion – ich mag einfach kein Fleisch. Würde ich keine Schokolade mögen, würde ich die auch nicht essen. Fleisch und Fisch mag ich nicht. Ich bin nicht dagegen, aber ich mag es einfach nicht. Dazu kommt natürlich das Problem mit der Produktion. Ge­ rade hatten wir ja den Skandal mit dem Pferdefleisch und dann wun­ dern sich die Leute: Wie kann das passieren? Ganz einfach: Es passiert, weil die Leute nur drei Euro für ein Kilo Fleisch bezahlen wollen – das geht einfach nicht. Man kann kein gutes Fleisch für diesen Preis haben: irgendetwas wird damit nicht in Ordnung sein.


Die ganze geschichte:

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Mehr geschichten und informationen gibt es auf


schaufenster

Das wird ein Lesesommer. schau-Buchtipps für Alm, Berghütte, Balkon, Freibad, Park oder Strand. Manfred Waba

Die Traumwelten von St. Margarethen Bühnenbildner Manfred Waba hat im Bereich des Open-Air-Theaters seinen eigenen Stil ­entwickelt, der neben all den großen Freilichtbühnen der Welt mühelos bestehen kann. „Die Traumwelten von St. Margarethen“ entführt die Leser in die märchenhafte Welt der Opernfestspiele von St. Margarethen. Der Regisseur und Bühnenbildner zieht darin Bilanz über sein umfangreiches Schaffen, welches im Jahr 1996 begann. Dem Leser bieten sich intime Einblicke in die Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens, in dem auch viele Prominente zu Wort kommen: Marcel Prawy, Ernst Märzendorfer, Robert Herzl, u.v.a. DIE TRAUMWELTEN VON ST. MARGARETHEN Verlag S.Arts, 144 Seiten, Euro 34,90 ISBN: 978-3950276220 www.manfred-waba.com

sünden

Sommerzeit ist Lesezeit. Wir haben die besten Tipps für alle Leselustigen.

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Chefinspektor Harald Schirmer, Leiter der Kriminalpolizei Mödling, findet auf den Leichen zweier Brüder rätselhafte Botschaften. Im ständigen Konflikt mit Vorgesetzten und polizeilichen Strukturen stehend, lenkt er die Nachforschungen in eine Richtung, die in höheren Kreisen nicht gern gesehen wird, gerät doch eine bekannte Persönlichkeit der Stadt ins Visier der Ermittler … SÜNDEN: Chefinspektor Schirmer ermittelt – Ein Mödling-Krimi Von Thomas EPPENSTEINER Berenkamp Verlag, 206 Seiten, Euro 12,50 ISBN: 978-3850932936 www.berenkamp-verlag.at

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Österreichs Nationalparks

Bu avigator schau-Eventn

Weite Steppen, wild wuchernde Ur- und Auwälder, sanfte Tallandschaften, zerklüftetes Kalkgebirge und das ewige Eis der Gletscher: die ökologische und landschaftliche Vielfalt der sechs österreichischen Nationalparks ist beeindruckend. Der neue Reiseführer ­„Österreichs Nationalparks – Geheimnisse, Schätze, ­Paradiese“ entführt die Leser in diese ­bemerkenswerten Schutzgebiete und Naturjuwelen unseres Landes. ­Nationalpark-Ranger und Bauern aus den einzelnen Nationalparks und deren Umgebung erzählen über Reiz, Herausforderung und Leidenschaft ihrer ­Aufgaben und b­ eschreiben die Naturschönheit der ­Nationalparks.

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e im Norde

Der Wild

nalpark hste Natio r nördlic t inmitten al liegt de er arbeite Im Thayat hedlmay Sc rd ft ha s. Bern llandscha ich Ta n rre he te isc Ös romant lt dieser er der Vielfa hedlmay rnhard Sc e. außen.“ Be ellose West einfach dr warze, ärm n bin ich te s sch e bs da lie ein en d „Am Rück chuhe un , auf dem Wanders nörd­ eingenäht im er“ trägt gute er eu ng rd ist Ra Wort „Betr ha s rn da ess Be ist atal. Vorne lt all der Str rks Thay Natur fäl Nationalpa s. „In der wichtig“, Logo des Österreich mehr so tionalpark ch nicht ge­ lichsten Na h selbst au 05 ist der dic 20 st . verträumt . Du nimm en ab sch dir ch den n bis vo r hat er au dabei ein Jah t n au be sch d er gen. Im sel sagt er un ute führt Retz gezo sucht. He azer nach ten Mal be bürtige Gr l zum ers rk Thayata e durch sen Nationalpa ch Erwa pen und lässt sie Schulgrup wälder. Er rüne Laub d lauscht sommerg kosten un ren ee stb aken der süße Herb stollen Qu dem liebe weiß, mit ihnen Bernhard g. lin üh Fr chst Frösche im Diptam wä r seltene de rk Pa r nur bei wo im lamande yer die Feuersa Schedlma ecken rst Ve Bernhard und dass s ihren WU in Wetter au die er hat an der et feuchtem er sich an rt, arbeit die ert stu nn n Wie . Gern eri em“ Na­ in Schulen zum Thema kommen lt te in „sein ention, fäl n Momen mit einer Gewaltpräv me“ im besondere ich r wa l oblembäu : „Einma aya, als „Pr ngsgebiet, ist betionalpark an der Th Siedlu chler ten -Tis un r pe r Hobby direkt vo geisterte Schulgrup nalarzstorch r im Natio ein Schw rmal und Range plötzlich Ein ande yatal te. Tha de k eg par asser lan erw nd Wa uns im W er den Dachs üb 77 huschte ein — Ranger Thayatal

nschene eine verwu andschaft Märchenl der Thaya am Ufer k Romanti voll wilder

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österreichs nationalparks Falter Verlag, 256 Seiten, Euro 22,90 ISBN 978-3-85439-497-6 www.falter.at

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WienPop

Draussen in der Wachau

aus dem leben hödlmosers

Leichter Proviant

Die Musikexperten Walter Gröbchen, Thomas Mießgang, Florian Obkircher und Gerhard Stöger haben mit 130 Protagonisten gesprochen und fünf Jahrzehnte Wiener Popgeschichte in Form einer Interviewcollage zu einer Erzählung verdichtet: von den ersten Vorläufern des Rock’n’Roll in den Fünfzigerjahren bis hin zum Ausklingen des Hypes um die Elektronikszene nach der Jahrtausendwende.

Für seinen „etwas anderen literarischen Reisebegleiter“ hat Walter Grond Beiträge namhafter Autorinnen und Autoren des deutschsprachigen Raums versammelt, die sich den Orten, Wegen und Themen der Wachau aus erfrischend neuen, schrägen und unkonventionellen Perspektiven annähern. Entzückend, nicht nur für Wachau-Fans!

40 Jahre ist das Buch alt, mit dem Reinhard P. Gruber berühmt wurde: in den engeren Grenzen der Steiermark wie in den weiteren des deutschen Sprachraums und der Welt. Und Ruhm und Ruf seiner legendären Figur, des Hödlmoser, begleiten ihn bis heute. Ein Höhepunkt der AntiHeimatliteratur, eine detaillierte und sarkastische Darstellung von ­Personen auf dem Land und ihren Problemen.

Eine Landpartie in 100 Gedichten – vom Frühling bis in den Spätherbst – durch die „Sonnenseite Österreichs“: den burgenländischen Seewinkel. Zu Fuß, per Rad, vom freien Feld aus oder vom Liegestuhl im Garten. Natur, Vegetation, Essen, Garten und Küche liefern dafür verlässliche Bilder.

wienpop Falter Verlag, 400 Seiten, Euro 39,90 ISBN: 978-3854394730 www.falter.at

2013 juli/august

draussen in der wachau – Der etwas andere Reisebegleiter Haymon Verlag, 164 Seiten, Euro 17,90 ISBN: 978-3852186825 www.haymonverlag.at

leichter Proviant Edition Lex Liszt 12, 112 Seiten, Euro 17, ISBN: 978-3-99016-045-9 www.lexliszt12.at

AUS DEM LEBEN HÖDLMOSERS Deutscher Taschenbuch Verlag, 128 Seiten, Euro 7,90, ISBN: 978-3423134675 www.dtv.de

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leserschau Was denken Sie? Hier ist Platz für Ihre Meinung: Anregungen und Kritik, aber gerne auch Lob bitte an office@schaumedia.at oder per Post: schau-Magazin, Leberstraße 122, 1110 Wien. Im Juni blickten wir hinter die Kulissen des Jazzfest. Noch bis 10. Juli geben sich in Wien internationale Top-Acts die Klinke in die Hand.

toptipps So schmeckt mein Urlaubsla Mit den richtigen Gewürze nd: n und Kräutern kann man in eine bestimmte regionale richtung würzen. Einfache Gerichte wie ein Fleischspieß, ein Eintopf, Gemüse oder auch Salat schmecken mit wenigen Handgriffen Italienisch, Französisch, Japanisch oder Arabisch.

Wenn die Bezeichnung „Kulturmacher“ auf jemanden zutrifft, dann auf Fritz Thom. Der gebürtige Burgenländer organisiert seit 1991 das JazzFest Wien. Dass es das international renommierte Festival auch heute noch gibt, ist nicht nur seinem Riecher für Musik zu verdanken.

Mit Haut und Haaren dem Jazz verfallen edia.at/ www.schaum musik.html im TV in Die Kulturmacher Nachgefragt, Uhr am 10. 6. um 18:52 Infos zum Empfang auf Seite 4.

Ratatouille (Frankreich):

Fritz Thom über die Fernwärme Wien als Location des JazzFest Wien.

info

JazzFest Wien 2013 17. Juni bis 10. Juli 2013, verschiedene Locations in Wien. Highlights: Bobby McFerrin, Paolo Conte, Mike Stern/Victor Wooten, Bonnie Raitt, Brian Ferry, Bobby Womack, George Benson, Natalie Cole, u.v.a.m. JazzFest Wien TicketCenter: Tel.: 01/408 60 30 www.viennajazz.org

das JazzFest Wien blieb, die locations änderten sich: volkstheater, verschiedene Museen von Kunsthalle bis Kunstforum und 20erhaus. seit 16 Jahren wird auch das areal der Fernwärme Wien in der spittelau bespielt. „Wenn amerikaner diese location sehen, haben sie sehr große ehrfurcht davor. in einer künstlerisch gestalteten industrieanlage spielt man eben nicht alle tage“, so Thom. Wie man zu namhaften Künstlern kommt? das sei gar nicht so einfach: „die gagen sind teilweise sehr hoch und in den letzten Jahren stark gestiegen. Konzerte sind mittlerweile zur haupteinnahmequelle für Musiker geworden. deshalb spielt hier auch überzeugungsarbeit eine wichtige rolle. ein brian Ferry hat schon alles geld der Welt verdient. der kommt natürlich auch deshalb, weil er die staatsoper als Konzertlocation schätzt.“ das lineup des diesjährigen JazzFest ist der beste beweis dafür. sein tipp für angehende Konzertveranstalter: „die Kosten gering halten. Und nur ja nicht mit zu großen locations beginnen!“ ///

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FoToS: JAzz FEST WIEN (2), A.WHITEHEAD, MARINA CHAVEz, WoJTEK KRAJNIK, BLERTA KAMBo

„Wenn Amerikaner das sehen, haben sie große Ehrfurcht davor. In einer künstlerisch gestalteten Industrieanlage spielt man nicht alle Tage.“

juni 2013

Ein typisches Kraut der französischen Küche ist Estragon. Ein schlichtes Spie­ gelei schmeckt mit ein wenig getrockne­ tem Estragon gleich tres francais. Soll es südfranzösisch sein, würzt man mit Knoblauch, Tomaten und mediterranen Kräutern – klassischerweise ratatouille. passt auch lavendel (Foto), Dazu zialische Kraut schlechthin! das proven­ Salate, lammkoteletts, Eintöpfe, sogar Wein – alles kann man mit lavendel würzen.

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Caprese (Italien):

Das JazzFest Wien gehört zu den größten Jazzfestivals Europas. Internationale Stars geben sich hier Jahr für Jahr die Klinke in die Hand. Heuer u.a. zu hören: 1 Brian Ferry 2 Bonnie Raitt 3 Mahalia Rai Banda 4 Bobby Womack 5 Elina Duni

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Die italienischsten aller Kräuter sind Basilikum (frisch), oregano und ros­ marin (Foto, frisch oder getrocknet): Tomaten, Mozzarella, viel Basilikum und oli­ venöl sind ein einfacher sommerlicher Snack. oliven mit oregano und ros­ marin einlegen! rosmarin schmeckt auch zu Süßem, z.B. einem Auflauf mit Aprikosen.

Frankfurter Soße (Deutschland):

Kerbel (Foto) und Petersilie sind beim nördlichen nachbarn sehr beliebt. Daraus und allen möglichen frischen Kräutern (u.a. Sauerampfer) wird mit zerstampften harten Eiern und/oder Mayonnaise die berühmte Frankfurter Soße zu Kartof­ feln zubereitet. Dazu Apfelwein trinken!

Köfte (Levante/ Maghreb): Falafel duften nach Kreuzkümmel (Foto) – und auch viele Fleischspieße und Fleischlaberln (Köfte) rund ums östliche und südliche Mittelmeer. Cumin oder Kreuzkümmel ist nicht zu verwechseln mit dem nord­ europäischen Kümmel, sieht ähnlich aus, schmeckt aber ganz anders.

Pho (Vietnam):

Die thailändische und vietnamesische Küche duftet nach frischem Koriander­ kraut. Der Duft ist nicht jedermanns Sa­ che, aber man kann und sollte ran gewöhnen – es schmeckt sich da­ wundervoll. Immer frisch dazugeben, zum Beispiel in eine klare Suppe (Pho).

Sill och kräftor (Skandinavien):

Die nordländer lieben

ihren Dill (Foto): Darin legen stücke (sill) ein, genießen sie Hering­ Flusskrebse (kräftor) mit Pellkartoffeln, Schmand, Schnittlauch und viel Dillspitzen.

Shiso (Japan):

In der japanischen Küche wird sehr zu­ rückhaltend ge­ würzt: Ein wenig Ingwer, Sojasauce, Pfeffer, Sesam und dieses auch optisch sehr schöne gezackte Kraut, das es in rot oder grün gibt: Perilla oder Shiso (Foto). Schmeckt im Salat, in Saucen fach kurz vor dem Gar­Ende oder ein­ über gebra­ tenen Fisch gestreut.

Curry (Indien):

Kurkuma (vor allem wegen der gelben Farbe, aber auch wegen des Aromas), Koriandersamen, erdigen Kardamom­ kapseln, Kreuzkümmel, Gewürznelken, Zimt, lorbeer (Foto), Pfeffer Muskat sind die duftenden und Grundzuta­ ten jedes Marsalas, was wiederum zusammen mit Gemüse und/ oder Fleisch ein Curry ergibt.

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Nicht alles. Manches geht auch nicht. Man kann auch Gewürze falsch einsetzen, zu lange mitkochen oder eben nicht kochen, je nach dem. Vor allem mit bitteren Aromen muss man vorsichtig sein. Muss ich Chemiker werden, um ein guter Koch zu sein?

Natürlich nicht. Wir reißen die chemischen Fragen nur an, um Zusammenhänge und Kochtechniken wirklich erklären zu können. Für die Kombinationen der Aromen haben wir ein Farbleitsystem entworfen. Da sehen Sie auf einen Blick, mit welchem Gewürz Sie ein bestimmtes Aroma verstärken oder mit einem neuen Aroma kontrastieren können. Unser oberstes Ziel war: Kochen ohne Kochbuch, also ohne Rezept. Was befähigt einen Journalisten und einen Physiker eigentlich dazu, kompetent übers Kochen zu schreiben?

Wir sind ambitionierte Hobbyköche. Thomas A. Vilgis beschäftigt sich auch wissenschaftlich mit Aromen und ist Experte für die experimentelle Molekularküche . Ich habe viel Historisches und Kulturelles rund ums Würzen beigetragen – und Jahre an Recherchearbeit .

AlExAnDEr GrüBlInG

Alle Termine und

Ungewöhnliche Locations

Mit Lavendelwodka aromatisierter Rotwein als Aperitif. Oder Artischocken mit Vanille. Oder gekochte Honigmelone mit Lorbeer. Also kann man einfach alles wild kombinieren?

BErlIn (7), FoTolIA,

Die Mexikaner sind die Könige des Chilis in allen Varia­ tionen: scharf, sehr scharf, aber auch mild, räucherig, fast süß, getrocknet oder frisch: Sie heißen Anaheim, Cascabel, Cayenne, Chilaca, Arbol, Chipotle, Guajillo, Habanero, Jalapeno oder Mulato – und schmecken alle anders. Damit werden Moles und Salsa gewürzt. Einfach Tomaten, Zwiebeln, Koriandergrün und diverse Chilisorten zusammenrühren und mit nacho­Chips durchprobieren.

FoToS: KnUT KooP

Salsa (Mexiko):

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schau tv

begonnen hat alles  an- „etwas auf die grüne Wiese zu stelfang der 1970er-Jahre: damals stu- len“, sprich: open air-Konzerte zu dierte Fritz Thom an der tU Wien organisieren. das Jazzfestival in velund organisierte die ersten Kon- den hat er übrigens auch ein paar zerte, etwa von Chick Corea oder Jahre lang veranstaltet. „open airstan getz. das erste Jazzfestival or- Konzerte sind in jeder hinsicht eine ganisierte Thom 1976. auch die ers- herausforderung. ich habe aber ten Konzerte in Wiesen stellte er auf bald gemerkt, dass das fürs Publidie beine. die ersten rapper holte kum etwas zu unbequem ist.“ deser ebenso nach Wien wie auch Fela halb sei er in andere locations ausKuti und andere größen des afro gewichen, in den Musikverein etwa. beat, etwa die Watts Prophets. die dem damaligen bundestheater-geersten locations, die der „JazzFest- neralsekretär georg springer habe er Macher“ bespielte, waren das audi- geschrieben, dass die Wiener staatsmax und die sophiensäle. ganz oper eine optimale location fürs ohne Unterstützung aus der Politik Jazzfest Wien wäre. „das waren ging es aber nicht: „helmut Zilk war langwierige verhandlungen damals. ein unglaublicher Motor für die Wir mussten ein system aufsetzen, Kultur in Wien“, sagt Fritz Thom: um einen reibungslosen ablauf zu „die vergnügungssteuer für Kon- gewährleisten. die staatsoper ist ein zerte hat er als Kulturstadtrat abge- in sich total abgeschlossenes system. schafft.“ sie ist ja eigentlich nicht zur vermietung gedacht“, erklärt Thom die anHelmut Zilk als Jazz-Fan fänglichen herausforderungen. die stadt Wien und einige Firmen sponals Zilk 1984 bürgermeister wurde, serten das Festival zu beginn. damit „war der Weg für ein Jazzfestival in war der Weg frei. Unter dem naWien frei“, so Thom: „Paris, Mont- men „off opera“ fanden in der reux, nizza, den haag und andere staatsoper die ersten Konzerte im große städte hatten ihr eigenes Jazz- rahmen des JazzFest Wien statt. ab festival. Zilk wollte auch eines in 1992 wurde das Konzept eines urbaWien haben“, betont Thom: „Zilk nen Festivals „verfeinert“. dazu gewar mit einem unglaublichen Weit- hörte etwa auch, besucher dazu zu blick ausgestattet. er hat Jazz etwa animieren, mit öffentlichen verauch im Fernsehen gefördert. er war kehrsmitteln anzureisen. stichwort ein großer Jazz-Fan.“ Thom liebt es, „Konzertticket als Fahrschein“.

schau: Was unterscheidet Ihr Buch von den vielen anderen zum Würzen??

Zum Beispiel?

1

schau Online Highlights:

text von alexander grübling

5 Fragen und 5 Antworten zu „Aroma – Die Kunst des Würzens“

Thomas Askan vierich: Wir sagen nicht nur, welches Kraut oder Gewürz zu welcher Grundzutat und zu welchem anderen Gewürz passt, wir sind die Einzigen, die auch erklären, WARUM das passt. Also nicht nur: Rosmarin schmeckt zu Lamm, weil das die Griechen so machen. Sondern: weil die Aromen, also die Chemie im Lammfleisch zu den Rosmarinaromen passen. Wenn man diese chemischen Zusammenhänge kennt, kann man plötzlich auch Dinge kombinieren, von denen die traditionelle Küche keine Ahnung hat.

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juni 2013

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jazzfest wien

Sommerloch? Den Organisatoren des Jazzfest Wien kann man gar nicht genug danken. Veranstaltungen wie diese machen (unter anderem) Wien zu dem, was es sein will bzw. auch schon teilweise ist – zu einer Weltstadt. Einziges Manko, das man aber nicht dem Jazzfest ankreiden kann: Im Sommer ist kulturell in Wien wirklich nichts los. Vielleicht könnte man das Jazzfest im Juli oder August ansetzen, um diese „tote“ Zeit ein wenig zu beleben? Oder wie wäre es mit einem Festival – wie dem Nova Rock – auf der Donauinsel oder mit einer anderen Location? Dann könnte ich endlich mit Rad oder U-Bahn „anreisen“, und nicht mit dem Auto. Roland K., via E-Mail

Eine Anregung, die wir gerne an die Macher des Jazzfest Wien weitergeben werden. Was Ihre Kritik, Wien wäre im Sommer kulturell eine „tote Stadt“, angeht, möchten wir 1. widersprechen und 2. auf unseren Sommer-Navigator verweisen (ab Seite 49). Dort finden Sie eine Auswahl der besten Kultur­ termine im Juli und August. Für eine Listung aller Termine empfehlen wir ­Ihnen gerne den Eventnavigator online unter: www.schaumedia.at/eventnavigator.html Dort können Sie sich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. – Die Redaktion

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aroma-buch

17.05.2013 08:33 Uhr

Gaumen auf Reisen Vielen Dank für den interessanten Beitrag über das Aroma-Buch (Ausgabe 6/2013, Anm.). Ich habe mir das Buch besorgt und muss sagen, dass sich mir als ambitionierte Hobby­ köchin (normalerweise kocht mein Mann) völlig neue Perspektiven aufgetan haben. Ich traue mich jetzt auch, Zutaten zu kombinieren, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe. Dafür bekommt ihr von mir ein dickes Plus. Danke! Lisa Neuhold, via E-Mail

Ein Lob, das wir gerne an den BuchAutor und schau-Mitarbeiter Thomas A. Vierich weitergeben. Er hat eineinhalb Jahre für das Buch „Aroma – die Kunst des Würzens“ recherchiert und ist ein echter Experte, der auch privat gerne zum Kochlöffel greift. Leider hat er für uns noch nichts gekocht, aber vielleicht kommt das noch :-) Hier seine Antwort: Sehr geehrte Frau Neuhold, das freut uns sehr, dass Sie unser Buch inspiriert hat! Wenn es einmal einfach nur schnell gehen soll, darf ich Sie (und alle anderen interessierten Leserinnen und Leser) auf „Sehr schnell kochen“ hinweisen – ebenfalls aus meiner ­Feder und aus dem Hause Stiftung Warentest. Kein Gericht dauert länger

als 30 Minuten, darunter Klassiker wie Salzburger Nockerln oder auch Exotisches. Überraschend lecker und einfach! – Thomas A. Vierich

schau-märchen

Foto: Ian Ehm

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gutes rad

Auf die Größe kommt es an

Auszeit auf dem Drahtesel

Mit großer Freude lese ich alle Monate „schau“. Vor allem die Beiträge über Natur und Tier sowie die Märchen und die vielen bunten Fotos gefallen mir sehr gut! Nur eine Bitte: Die Schriftgröße ist manchmal viel zu klein. Bei längeren Textpassagen – wie zum Beispiel das Märchen – braucht man ja schon fast eine Lupe!

Nette Geschichte übers Radfahren mit Kristina Bangert! Wien bemüht sich ja jetzt, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Da kann ich nur sagen, das wird viel Arbeit! Es gibt aus meiner Sicht noch viel zu wenige Radwege. Deshalb ist das Rad (noch) keine Alternative für mich, obwohl ich gerne damit z.B. in die Arbeit fahren würde.

Herr Günther, Wien

Herr Herzog, Wien, telefonisch

Vielen Dank für Ihre Anregung! Anmerkung zur Märchenserie im schau-Magazin: Diese läuft noch bis Ende 2013. – Die Redaktion.

gutes rad II

Helmpflicht Man muss den Verkehr für Radfahrer sicherer machen! Wie wäre es mit mehr Radwegen in autoreichen Gegenden? Oder Tempo 30 in ganz Wien? Außerdem bin ich für eine Helmpflicht! Wie viele Verletzte gibt es jährlich, weil beim Radfahren kein Helm getragen wurde? Ines G., Wien, per E-Mail

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visiting mozart

1010 Wien, Domgasse 5 | Tel.: +43-1-512 17 91 t채glich 10 - 19 Uhr | www.mozarthausvienna.at


klein(e) rundschau

Die Zweitmeinung von Rudi Klein Illustration: Rudi Klein

Klimaveränderungen verlaufen immer äußerst enttäuschend. Dabei ist das Grundprinzip relativ einfach: das Wetter wird schlicht und ergreifend schlechter. Das haben sogar die dummen Saurier begriffen: sie sind ausgestorben und haben sich damit eine Menge Gejammer erspart. Von diesen Erkenntnissen ist die Menschheit noch weit entfernt. Noch versucht sie sich mittels jeder Menge von Elektrogeräten der Katastrophe entgegenzustemmen. Da kann man nur viel Spaß wünschen.

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juli/august 2013


DesignerOutletParndorf DesignerOutletParndorf.at


schaufenster

Wohlfühlfaktor, Design und Genuss: In Wien tut sich täglich was. Wir sind für Sie unterwegs und stellen Brandneues vor. Möbel für vierbeiner

Tierisches Design Christine Mair hat ihre Leidenschaft zur Berufung gemacht. Schon immer mit einem handwerklichen Talent ausgestattet, hat sie jetzt ihre Ideen und Kreationen in Produkten für die ­besten Freunde des Menschen umgesetzt. Das Besondere: Alle Produkte werden aus hochwertigen Materialien und Naturprodukten mit viel Liebe zum Detail handgefertigt. Das wichtigste ist der Wohlfühlfaktor für die Vierbeiner, denn diese haben ganz besondere Ansprüche und Bedürfnisse. Da der Design-Faktor aber nicht vergessen wird, lassen sich die ­Möbel und Accessoires gut im Indoor- und Outdoorbereich integrieren. Viele Produkte können auch von den Kunden nach eigenen Vorstellungen mitgestaltet werden. So entstehen ganz persönliche Einzelstücke. Animal’s Creation Heimstättesiedlung 2/1/5 2401 Fischamend Tel. 0676/319 52 51 www.animalscreation.com

schau tv

tine Mair. besucht Chris Zu sehen in 21. 8., Wohnlust am r. Uh 0 .0 18 um pfang Infos zum Em 4. auf Seite

16  schau

Alle Kreationen können an Kundenwünsche angepasst werden.

juli/august 2013


upcycling

Fotos: animal‘s Creation, refished, M. Tschuggmall, lichterloh (2)

REFISHED

Beim Kauf jedes Produkts ist klar erkennbar, welche Menschen und Orte dahinter stehen.

Das junge Fair Fashion ­Label REFISHED macht aus mehrfach verwendetem M ­ aterial Produkte mit mehr Verantwortung im Massenkonsum. Kambodschanische Zement- und Fischfuttersäcke werden zu stylishen Accessoires weiterverarbeitet. Jede Tasche der ersten Kollektion „CEMENT“ wird in einer Kollektivwerkstatt sozial benachteiligter Menschen in Phnom Penh genäht und trägt am Etikett deren Namen. Das Sortiment reicht von Geldtaschen über Handyhüllen bis zur großen Shoppingtasche namens „Soulmate“. Liebevoll per Hand gefertigt, ist jedes Stück ein Unikat.

 fassprobe

Wein mundgerecht gemacht. Johannes Völlenklee hat 2007 während einer Rucksackreise die schönsten Weinbaugebiete der Welt bereist. Doch leider fehlte im Reisegepäck der Platz für eine feine Weinauswahl. Was man aus Frankreich schon kennt, aber hierzulande fehlt: Qualitätswein in kleinen Flaschen. Mangels Alternative hat er die ­Sache nun selbst in die Hand genommen: ein guter, authentischer Wein, produziert von und mit Winzern, die Weinbau im Einklang mit der Natur betreiben. Mit Fassprobe hat man die Möglichkeit – spontan und unkompliziert – große Weine in kleinen ­Flaschen zu genießen.

refished fair fashion Tel. 0650/312 32 22 www.refished.com

fassprobe 3., Erdbergstraße 48/53 www.fassprobe.at

 anker brotfabrik

lichterloh Der Designspezialist Lichterloh hat unter dem Titel „Austrian Design 20/21“ seine Schauräume in der ­Anker Brotfabrik eröffnet. Die Initiatoren möchten österreichisches ­Design der Zwischen- und Nachkriegsjahre publik machen. Exponate prominenter Gestalter wie Carl Auböck, Josef Frank und Oswald Haerdtl werden ebenso gezeigt wie bisher Unbekanntes und Unentdecktes. austrian 20/21 Lichterloh schauraum   10., Absberggasse 27 www.lichterloh.com

2013 juli/august

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line schau On Höhlen der

Die schönsten . 7. auf: Ostregion ab 10

umedia.at/ www.schar.h natu tml

schabeusutchv t die

Holidays see am 4. 7. Burgruine Land Uhr. um 18.00 pfang Infos zum Em auf Seite 4.

Viele streichen heuer die ­ ernreise. Schöne Plätze, die F zum Verweilen einladen, gibt es auch in und um Wien.

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Ob am Berg, im Wald, am Wasser oder gar in einer Höhle: schau zeigt die schönsten Plätze in Österreichs Naturparadiesen, um sich an heißen Tagen ab­zukühlen! Außerdem: drei spezielle schau-Touren durch Wald und Gebirge.

In Höhen und Tiefen text von Manon steiner, Fotos: Adrian Batty

Es ist sommer, draußen ist es heiß und die Sonne scheint ununterbrochen: so lautet zumindest die Hypothese. Lang genug hat es gedauert. Aber irgendwie kann man es uns dennoch nicht Recht machen, denn kaum ist die 28-Grad-Grenze endlich überschritten, hört man auch schon wieder von allen Seiten ein jammerndes „Es ist zu heiß“. Eines gleich vorweg: Wenn der Beton kocht, muss man nicht den ersten Flieger in die Antarktis buchen, um sich wieder abzukühlen. Denn auch das Gebiet in der und rund um die Großstadt Wien ist reich an natürlichen „Klimaanlagen“. schau hat sich in Ostösterreich umgesehen und neben kühlen Plätzchen, abseits von Hitzewelle und Massentourismus, auch wunderschöne Erlebnistouren gefunden. Zwischen Rax und Schneeberg

Für Natur- und Wanderfreunde bieten die Wiener Hausberge an heißen Sommertagen eine willkommene Abkühlung. So war die Rax bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel, das neben dem Adel auch Berühmtheiten wie Sigmund Freud und Viktor E. Frankl anlockte. Man muss ja nicht gleich tagelange Touren unternehmen und steile Felswände hinaufkraxeln. Man kann zum Beispiel mit einer gemütlichen Tour zur uri2013 juli/august

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gen Speckbacherhütte in Breitenstein beginnen, wo man mit bodenständiger Hausmannskost versorgt wird und zumindest einen Ausblick auf Rax und Schneeberg bekommt (siehe Tour 1). Besonders stolz ist Hüttenwirtin Margarete Hanel auf ihre ­cremigen Malakofftorten und den Rhododendron vor der Hütte: „Es ist der größte und älteste in ganz Europa, der seit nunmehr hundert Jahren auf dem Gelände der Speckbacherhütte gedeiht.“ Auch im Weichtalhaus, ein Stückchen weiter nördlich, kann man sich ausruhen oder auf anspruchsvollen Klettersteigen und Wanderrouten seine Kondition verbessern. Die Schutzhütte ist eine Unterkunft der Naturfreunde: eine alpine Freizeitund Umweltorganisation, deren Motto „Wir leben Natur“ sich in zahlreichen günstigen Freizeit- und Sportangeboten zeigt. „Unsere Philosophie lautet: Freizeit muss leistbar bleiben“, so Doris Wenischnigger, zuständig für die Öffentlichkeits­ 20  schau

arbeit der Naturfreunde. Auch Umweltaktionen werden vom Verein veranstaltet. So fanden zum 41. Weltumwelttag am 5. Juni eine Woche lang insgesamt 100 Aktionen unter dem Motto „Umsteigen vorm Aufsteigen – klima:aktiv die Berge erleben“ statt. Wenischnigger erklärt: „Umweltschutz ist auch oder gerade bei kleinen, alltäglichen ­Dingen sehr wichtig.“ Wer lieber ­relaxen will, kann sich im romantischen Höllental an einer der Kieselbänke ausbreiten. Für Hartgesottene bringt die Schwarza mit ihren acht Grad Wassertemperatur eine ordentliche Abkühlung. (Badeempfehlungen siehe S. 24) Nasswald, die Quelle Wiens

Wieder ein wenig weiter nördlich gelangt man in den Nasswald bei Schwarzau im Gebirge, Wiens wichtigstes Gebiet, wenn es um die Wasserversorgung geht. Durch den Verzicht auf Chemie und Monokultur

Wirtin Margarete Hanel mit ihrer schmackhaften Malakofftorte. In der Mitte der berühmte Rhododendron.

sorgt die Forstverwaltung Nasswald für das reine Trinkwasser der Großstadt. Mit den Felsen und Bächen wird der Wald überdies zu einem mystischen Ort, in dem man sich gerne für ein paar Stunden verliert. Man kann auch die Gedächtnisstätte von „Raxkönig“ Georg Hubmer besuchen, der 1882 gemeinsam mit seinem Bruder als Holzknecht in den Nasswald kam und heute als Pionier in der Erschließung neuer Rohstoff- und Energiereservoirs gilt. Die Rax hat eben für alle Geschmäcker etwas zu bieten. Das bestätigt Renate Buchner von der Markt­ gemeinde Reichenau an der Rax: „Vom einfachen Spaziergang bis hin zum anspruchsvollen Klettersteig: auf der und rund um die Rax findet man zu jeder Jahreszeit das passende Sport- und Outdoorprogramm.“ Wald, Natur und Kultur

Auch der Naturpark Landseer Berge – an der burgenländisch-niederösterjuli/august 2013


Tour 1

Edlach an der Rax

Reichenau an der Rax

B27

Zur Speckbacherhütte (Rax)

B27

START x

Gasthof Flackl (548m)

Niederösterreich

x Stojerhö

he 810m

x Kasbichl

968m

Anfahrt von Wien: auf der A2 bis Knoten ­ eebenstein, anschließend S6 bis Gloggnitz S und weiter auf der B27 bis Reichenau. Mit dem Zug: ab Wien Meidling über Wr. Neustadt bis ­Payerbach-Reichenau, von dort weiter mit dem Bus nach Reichenau. Ausgangspunkt Gasthof Flackl in ­Reichenau Route Vom Gasthof geht es auf einer Hofzufahrtsstraße gerade hinauf bis zu einer Rechtskehre. Dort links über einen kleinen Steg auf die andere Grabenseite und der blauen oder gelben Markierung (ähnliche Wege) folgend hinauf zur Stojerhöhe. Danach steigt man auf dem rot markierten Waldweg weiter zur Speckbacherhütte. Nach der Rast folgt man der roten Markierung Richtung Edlach und kehrt so zum Ausgangspunkt zurück.

reichischen Grenze – bietet Abwechs- sich eine Wanderung auf die Anlung und lädt zum Wandern, Rad- höhe Hameau. Diese stellte einst fahren, Schwimmen, Reiten und den höchsten Punkt des Englischen sogar Bogenschießen ein. Am wich- Gartens von Graf Lancy dar, der dort tigsten ist aber das Zusammenspiel kleine Hütten für seine Gäste er­ von Mensch und Natur: „Der Na- richten ließ. Nach holländischem turpark setzt Impulse für eine regio- ­Vorbild wurde vor jede Hütte ein nale Entwicklung, um damit die Baum gepflanzt, weshalb man die Wertschöpfung zu erhöhen sowie Anordnung „Holländerdörfl“ nannte. die Lebensqualität der Bevölkerung Später lässt man sich im skurril-liebzu sichern“, weiß Beate Steiner vom lichen Wirtshaus „Häuserl am Stoan“ Naturparkbüro. Besonders schön ist mit Schmankerl versorgen und geder geschützte Naturwald. Deshalb nießt den Ausblick auf Wien. liebt Förster Heinrich Schwarz seinen Beruf: „Der Wald schafft für Höhlen im und unterm Berg uns Entspannung und Inspiration. Bei jedem Spaziergang entdeckt Nach Wald und Berg geht es in den man etwas Neues“ (siehe Tour 3). Untergrund. Auf dem bekannten Mit dem „Pauliberg“ hat der Park Karstplateau der Hohen Wand sind sogar einen „hauseigenen“ Vulkan angeblich über 248 Höhlen entstanund Mitteleuropas größte Burg­ den, wobei die Einhornhöhle als ruine in Landsee ist schon alleine einzige Schauhöhle gut begehbar ist: wegen ihrer über 800-jährigen Ge- „Sie ist eine kleine Höhle, die man bequem erreichen kann“, so Höhschichte interessant. Wer die Nähe der Stadt vorzieht, lenbetreiber Otto Langer. Sein kommt auch im schattigen Wiener Großvater entdeckte sie im Jahr 1927 Wald auf seine Kosten. Dort lohnt und baute die Höhle so aus, wie sie 2013 juli/august

Speckbacherhütte

x Baumgartner

1037m

Einkehrmöglichkeit Speckbacherhütte

Besonderheiten Stojerhöhe: bei schönem Wetter fantastischer Ausblick auf Rax, Schneeberg und Gahns Länge/Dauer 12 km / 3 bis 4 Stunden Info Tipp von Renate Buchner, www.reichenau.at

„Der Wald schafft für uns Inspiration. Bei jedem Spaziergang entdeckt man etwas Neues.“ Heinrich Schwarz, Förster im Naturpark Landseer Berge

info

Speckbacherhütte Betrieben von Margarete und Martin Hanel Adresse: Speckbacher Straße 51, 2673 Breitenstein Tel. 02664/24 26 Website: www.speckbacherhuette.at Öffnungszeiten:_ Montag bis 17 Uhr, Mittwoch bis Sonntag bis 22 Uhr, Dienstag Ruhetag

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seit den 20er-Jahren besichtigt werden kann. (siehe Tour 2) Langer ist natürlich stolz auf sein Erbe: „Es gibt nicht viele Leute, die sagen können, dass ihnen eine Höhle gehört.“ Die Seegrotte in der Hinterbrühl wiederum haben wir einer Sprengung des damaligen Gipsbergwerks Hinterbrühl im Jahr 1912 zu verdanken. Das dadurch freigesetzte Wasser brach in die Gänge und Stollen ein und gründete den größten unterirdischen See Europas, den man per Boot erkunden kann. Von Bädern und Flüssen

Swimmingpools sind out, Baden in der Natur liegt immer mehr im Trend. Nirgendwo sonst wird die angenehme Abkühlung so zum Erlebnis. Legendär ist etwa das Wiener Gänsehäufl an der Alten Donau. Hier wurde einst der Naturbadekult begründet (siehe Kasten rechts). Der urige Charme hat bis heute überlebt. Auch Flussbäder haben in Österreich eine lange Tradition und viele,

die heute noch betrieben werden, gehen auf die k.u.k.-Zeit zurück: wie z.B. das Kampbad von Plank. Auch der Ottensteiner Stausee bietet Erholung und im frei zugänglichen Flussbad Stiefern im Naturpark Kamptal kann man sogar grillen. Wer Badewannentemperaturen bevorzugt, ist hier allerdings falsch: je nach Außentemperatur hat der Kamp 16 bis 21 Grad. Fährt man ein Stückchen weiter Richtung Tschechien, stößt man bald an die Thaya, die mit ihren 19 bis 22 Grad ebenfalls gut „beschwimmbar“ ist. Nahe der Grenze befindet sich das Strandbad Drosendorf. In den 1970er-Jahren stand das Bad kurz vor dem Verfall und wurde lange Zeit nicht betrieben, bis sich Journalistin und Autorin Mella Waldstein des Bades annahm: „Es lag mir am Herzen und die Stadt suchte einen Pächter.“ Gemeinsam mit Susanne Meiringer versorgt sie ihre Gäste in den Sommermonaten. Beide Flüsse entsprechen der Stufe zwei auf einer Wertskala von fünf Höhlenführer Stefan Kontsky vor dem Eingang der ­Einhornhöhle. Darin sind Tropfsteine und Zähne von Höhlenbären zu bewundern. Sommerlicher Badespaß in der Panoozza Lacke (Bild links unten).

Tour 2 zur Einhornhöhle und weiter Bildtext Das Manuskript muss nach der Überprüfung im Verlag satzfertig gemacht werden. Der Verfasser soll ein leserliches Manuskript liefern

Niederösterreich

Anfahrt von Wien: auf der A2 Abfahrt Wöllersdorf ins

Oberpiesting Bahnhof

START

B21 Burgruine x Starhemberg 542m Zitherwirt

x

Einhornhöhle 588m Herrgottschnitzerhaus

Naturpark Hohe Wand

22  schau

L87

Piestingtal, auf der B21 weiter bis zur Ausfahrt Markt Piesting Zentrum, dem Straßenverlauf immer geradeaus folgend bis nach Oberpiesting mit dem Zug: von Wien Meidling ca. eine Stunde mit Umstieg in Wr. Neustadt Ausgangspunkt Bahnhof ­Oberpiesting Route Vom Bahnhof aus sieht man bereits die Ruine Starhemberg, die das erste Ziel darstellt. Unter der R­uine Starhemberg gibt es die Möglichkeit, beim Zitherwirt einzukehren. Ab dem Zitherwirt sind Wegweiser bis zur Einhornhöhle angebracht. Über die Einhornhöhle geht‘s weiter zum Naturpark Hohe Wand, wo man weiterwandern und die Natur genießen oder auch klettern kann. Einkehrmöglichkeit Zitherwirt Besonderheiten Burgruine Starhemberg, Einhornhöhle (Eintritt: Erwachsene 4 Euro; Kinder 2,50 Euro) und Naturpark Hohe Wand (Eintritt: Erwachsene 1,80 Euro; Kinder 1 Euro) Länge/Dauer eine Strecke: 6 km / 1,5 bis 2 Stunden Info Tipp von Otto Langer, www.zitherwirt.at

info

Einhornhöhle Betrieben von „Zitherwirt“ Otto Langer Adresse: Dreistetten 42, 2753 Markt Piesting Tel. 02633/42 553 oder 0664/23 43 467 E-Mail: zitherwirt@cnet.at Website: www.zitherwirt.at Öffnungszeiten: bei Schönwetter vom Ostermontag bis Ende September an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 17 Uhr

juli/august 2013


„Es gibt nicht viele Leute, die sagen können, dass ihnen eine Höhle gehört.“ „Zitherwirt“ Otto Langer, Betreiber der Einhornhöhle

zusatzFotos: Stadtgemeinde Drosendorf/Manfred Horvath, www.picturdesk.com

Spezial: FKK-Pionier als erster Badewaschl In vielen Ländern  ist Nacktbaden noch immer ein Tabu. Auch hierzulande wird die Freikörperkultur zwar praktiziert, ist aber auch meist nur an bestimmten, sogenannten FKK-Stränden erlaubt. Das war allerdings nicht immer so. Bis ins 18. Jahrhundert war das ­kleiderlose Badevergnügen in vielen Teilen Mitteleuropas nichts Außergewöhnliches (Männer und Frauen waren aber meist getrennt). Das änderte sich im biederen 19. Jahrhundert. Bis man durch die vermehrte Verstädterung und der abklingenden Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts begann, sich vermehrt mit Körper und Natur zu beschäftigen: woraus dann auch die Körperkultur entstand. FKK in Österreich

Vor allem in Deutschland entwickelte sich diese rasch weiter zur Freikörperkultur und zum Nudismus (bzw. Naturismus). In Österreich haben wir die FKK-Kultur vor allem einem Mann zu verdanken. Es war exakt im Jahr 1900, als der Na2013 juli/august

turheilkundler Florian Berndl eine kleine Insel in der Alten Donau pachtete, um dort ein Gegenmodell zum prüden Stadtbürgertum aufzustellen. Bald mussten sich die Gänse am Gänsehaufen ihren Weideplatz mit größeren Zweibeinern teilen. Berndl errichtete einfache Hütten und empfing langsam immer mehr Badegäste, die ebenfalls genug vom beengenden Stadtleben hatten und einander und der Natur näher sein wollten. Stets nur mit einer weißen und für damalige Verhältnisse sehr kurzen, leinenen Badehose – wenn

überhaupt – bekleidet, die Haare ungekämmt, der Bart lang und struppig, war Berndl ein Querdenker, der sich weigerte mit dem Strom seiner Zeit zu schwimmen. Ein neuer Kult

Mit seinem Äußeren und dem modernen Bade- und Naturerlebnis löste er einen regelrechten Kult aus. Vor allem Vertreter des Bürgertums, Politiker, Intellektuelle und Künstler – wie Max Burckhard oder Hermann Bahr – frequentierten sein Etablissement. Doch mit zuneh-

Naturist Florian Berndl in seiner typischen Aufmachung. Der Naturliebhaber wollte von Biederkeit und Kleidungsstücken befreien.

mender ­Begeisterung der Wiener stieg auch das Interesse der Wiener Gemeinde. Diese witterte ein lukratives Geschäft und man beschloss kurzerhand, Berndl von seiner Pacht zu befreien. Obwohl man in Berndls kleinem Strandbad für die damalige Zeit ungewöhnlich freizügig herumlief: nackt war man nicht, oder ­jedenfalls nicht offiziell. An angeblicher Unzucht hängte man die Kündigung des Pachtvertrags auf. Wenig später eröffnete die Stadt Wien das Gänsehäufel und unterteilte es prompt in getrennte Bereiche. Berndl durfte als Oberbademeister bleiben, was den Exzentriker erboste, da er sich nicht gerne unterordnete. Nach mehreren Auseinandersetzungen wurde er 1913 des Geländes verwiesen. Den Rest seines Lebens verbrachte er mit seiner Familie am Bisamberg, bis er 1934 an den Folgen eines Sturzes im Alter von 78 Jahre starb. Berndl war als Idealist und Freiheitsliebhaber seiner Zeit weit voraus. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Naturismus von der breiten Masse entdeckt und praktiziert. schau  23


Förster Heinrich Schwarz im Naturpark Landseer Berge.

info

„Um den Heidriegel“ (Naturpark Landseer Berge)

­ bfahrt Markt St. Martin, auf Landesstr. A L232 weiter nach Neudorf (Parkplätze beim Gasthaus zum Pauliberg). Mit dem Bus: von Wien/Südtiroler Platz (Linie 1155) Ausgangspunkt ehemalige Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland“ in Neudorf bei Landsee Route von Neudorf wandert man der rot-weißen Markierung folgend über das Steinerne Stückl und die Filzwiese nach Landsee. Dann folgt man den beschilderten Waldwegen über den Pfefferriegel zur Burgruine Landsee (627 m). Über den Judensteig geht’s Richtung Kobersdorf. Bei der Abzweigung rechts Richtung Lindgraben abbiegen und nach Neudorf zurückkehren. Immer wieder im Blickpunkt: die mächtige Burgruine Landsee. Einkehrmöglichkeit „Gasthaus zum Pauliberg“ in Neudorf, Rudis Spezialitätenbeisl „Zur Schloßruine“ in Landsee Besonderheiten Die Burgruine

Lindgraben

Neudorf bei Landsee x

Landsee

x

l rriege Pfeffe

Bushaltestelle

Burgruine Landsee 627m Filz w

L232

Heidriegel 659m

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Markt St. Martin

START

Gasthaus Pauliberg

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24  schau

Anfahrt von Wien: über die S31 bis

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Burgenland

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Tour 3

Auch für Menschen ist der kleine Wald am Donau-Altarm ideal zum Genießen der Natur und zum Abkühlen, aber Gelsenspray nicht vergessen! Zum Schwimmen zieht man lieber weiter in die Tiefen der Lobau. Im Nationalpark Donau-Auen gibt es einige zum Baden freigege-

bene Gewässer: wie die idyllischwilde Dechantlacke oder die größere Panozzalacke in der Oberen Lobau. Im Normalfall hat das Wasser Trinkwasserqualität, allerdings sollte man sich aufgrund des Juni-Hochwassers vor einem Ausflug über die aktuelle Lage informieren. Zuständig dafür ist die MA 39 (Infos unter 01/795148039 oder www.wien.gv.at). ///

ns te

Adresse Naturparkbüro: Kirchenplatz 6, 7341 Markt St. Martin Zuständig: Beate Steiner Tel. 02618/52 118 E-Mail: info@landseer-berge.at Website: www.landseer-berge.at

Abkühlung im Urwald

Ju de

Naturpark Landseer Berge

und haben eine „gute“ Wasserqualität. Auch in Wien finden sich ein paar kühle Plätzchen. So zum Beispiel in einem der letzten Wiener Urwälder am „Toten Grund“ bei der Neuen Donau. Eigentlich ist der Tote Grund kein Badeparadies für Naturisten, sondern ein Naturschutzgebiet.

Landsee (Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro; Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre 2,50 Euro) und der Judensteig; die g ­ esamte Tour ist sehr gut für Familien geeignet. Länge/Dauer 15 km / 3 bis 4 Stunden Info Tipp von Beate Steiner, ­ www.landseer-berge.at

juli/august 2013


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In dieser Saison werden im Schiele Museum nicht nur zahlreiche neue Werke aus bedeutenden Sammlungen gezeigt, es ist auch ein neues Schiele-Buch erschienen.

Egon Schiele Der Anfang Das erste Grundlegende Buch zum Früh­ werk Schieles ist eine Analyse der ersten Schaffensphasen ebenso wie die Darlegung der sozialen, kulturellen und künstlerischen Rahmenbe­ dingungen für das Werden des Jahrhundertkünstlers. Im Schiele Museum kostet es statt 34 nur 29 Euro. Es bietet eine umfassende Darstellung der Herkunft, Kindheit und Jugend Schieles bis in das Jahr 1909. Zahl­ reiche Dokumente lassen die Anfänge des Künstlers in neuem Licht erscheinen. Die

Familiengeschichte erzählt vom hochherrschaftlichen Le­ bensstil der Tullner Zeit und sozialen Abstieg der Familie Schiele, vom frühen Tod des syphiliserkrankten Vaters und vom raschen Entschluss des Malers und Zeichners zu ei­ ner Künstlerkarriere. Damit wird der Lebensweg Schieles von der behüteten Kindheit in Tulln über die Gymnasial­ zeit in Klosterneuburg hin zur Studienzeit in Wien und dem selbstbewussten Austritt aus der Akademie der Bildenden Künste im Lichte neuer ­Erkenntnisse lebendig. ///

Egon Schiele Museum Tulln Die Ausstellung „Egon Schiele. Der Anfang“ läuft bis 27. Oktober. Information & Anmeldung für Führungen und Vermittlungsaktionen Martina Deinbacher T: 02742/90 80 90-999 E: info@egon-schiele.eu Adresse: A-3430 Tulln, Donaulände 28 T: 02272/64570 www.egon-schiele.eu Öffnungszeiten Mi bis So, Ft: 10 bis 17 Uhr


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