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MISSALE – VROOM, C. DE, Processionale et chorale ad normam missalis Romanae ecclesiae in usum Fratrum Minorum Recollectorum. Denuo editum et augmentatum. Antwerpen, Jacobs, 1707. Mit gestoch. Titelvign. und zahlr. in den Text gedruckten Noten. 192 S. Ldr. d. Zt. (leicht beschabt). (125) 200,Sehr seltenes Prozessionale (liturgisches Gesang- und Gebetbuch für den Gebrauch bei Prozessionen). – Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, Titel mit klösterlichem Besitzvermerk, S. 77/78 am Bundsteg eingerissen, etw. gebräunt und fleckig (einige Bl. stärker). – Beilage.

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NIZOLIUS, (M.), Thesaurus Ciceronianus, omnia M. T. C. verba, omnémque loque(n)di atque eloquendi varietatem complexus. Nunc iterum, Caelii Secundi Curionis Herculeo labore atqu(e) industria, quarta parte auctior. Basel, J. Herwagen, 1559. Fol. Mit Holzschnitt-Drucker-

OVIDIUS NASO, (P.), Metamorphoseon libri XV. Venedig, Ravani, 1548. Fol. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken, 15 Textholzschnitten und zahlr. Holzschnitt-Initialen. 6 Bl., 340 S., 1 Bl. Spät. Hpgt. (Gelenke beschäd., beschabt und bestoßen). (49) 500,EDIT 16 CNCE 37960. STC 481. Essling 245. – Vgl. Essling 230. – Nicht bei Adams. – Die Holzschnitte stammen aus früheren Rusconi-Ausgaben. – Eine Lage lose, vereinzelte Wurmspuren und kleine Ausrisse, stellenw. etw. gebräunt und stärker fleckig. – Exlibris.

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OVIDIUS NASO – (CARTARI, V.), Il Flavio intorno a i fasti volgari. Venedig, G. Scoto, 1553. Mit großer Druckermarke auf dem Titel. 12 Bl., 438 S. Pgt. des 18. Jhdts. (Rücken und Gelenke mit wenigen Wurmlöchern, etw. fleckig). (56) 400,Einzige Ausgabe. – STC 151. Adams C 783. IA 132.714. EDIT 16 CNCE 9750. Haym 328, 7: „Opra assai rara. Si può considerare un ampio comento dei Fasti di Ovidio.“ – Der Kommentar ist in der Form eines Trialogs zwischen Flavio und Licinio, zwei gebildeten jungen Männern, und dem unwissenden, aber geschichtlich sehr interessierten Erotimo gehalten; damit gelingt Cartari zwei Jahre nach Erscheinen seiner Übersetzung von Ovids Festkalender ins Italienische recht geschickt die Vermittlung des mythologischen und historischen Wissens, das für das Verständnis des in den Fasti behandelten altrömischen Brauchtums nötig ist, und bietet – nicht nur Erotimo – eine erzählte Kulturgeschichte des alten Rom. – Lage b in sich verbunden, Vorderschnitt tintenfleckig, leicht gebräunt, tls. mit kleinen Wasserrändern. – Vollständiges Exemplar mit dem letzten weißen Blatt.

(NICOLAUS DE HANAPIS, Virtutum vitiorum exempla, Auszug): Exempla sacre scripture (ex Veteri et Novo testamento collecta). Paris, J. Barbier für J. Petit, o. J. (ca. 1508). Mit Metallschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 104 nn. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. unter Verwendung eines Manuskripts d. späten Mittelalters (Schließbänder fehlen, vereinzelte Wurmspuren, gebräunt, fleckig und bestoßen). (158) 600,Moreau, 1508, 159. – Vgl. Adams H 34. – Nicht im STC. – Mehrfach aufgelegter Auszug aus den „Virtutum vitiorum exempla“, dem einzigen, in verschiedenen Versionen im Druck erschienen Werk des Nicolaus de Hanapis (um 12251291), früher irrtümlich dem hl. Bonaventura zugeschrieben. – Nicolaus de Hanapis war seit 1288 letzter lateinischer Patriarch von Jerusalem und päpstlicher Legat für Syrien, Zypern und Armenien (vgl. LThK VII, 578). – Titel mit der Druckermarke des Jean Petit (Renouard, Marques, 888). – Vorsätze mit Wurmspuren und Ausrissen, Titel im oberen Rand restauriert, letzte Bl. mit breiter Wurmspur (etw. Buchstabenverlust); gebräunt und fleckig, Ränder mit leichten Feuchtigkeitsspuren. – Titel mit Besitzvermerk von Georg Triendorfer (Pfarrer in Oberbayern), datiert 1666.

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VD 16 N 1790. – Nicht im STC und bei Adams. – Vgl. Zaunmüller 244. Schweiger II, 269. – Vorsätze leimschattig, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand und Stempel, einzelne Unterstreichungen mit Tinte, leicht wasserrandig, wenig fleckig.

MIZAULD, A., De hortensium arborum insitione opusculum. Paris, Morel, 1560. Mit Druckermarke auf dem Titel. 28 num. Bl. Mod. Pp. (152) 400,Erste Ausgabe. – Adams M 1497. STC 314. Janson 392. – Nicht bei Hunt. – Seltene Schrift zum Gartenbau. – Der Mediziner Antoine Mizauld (ca. 1510-1578), der „französische Äskulap“ aus Monluçon (Schelenz 407), war u. a. Leibarzt von Margarete von Valois. – Vorliegend sein erster Beitrag zur pomologischen Literatur. Er wurde später als viertes Buch der „Historia hortensium“ inkorporiert. Janson urteilt über die Schriften des „Divine physician“: „The style of its fruit-chapters, alternating between plain and elegant, led Du Petit-Thouars to the discovery that long sections were copied nearly intact from books by Davy Brossard and Agostiono Gallo.“ – Wenig fleckig.

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marke auf dem Titel und dem letzten Bl. 8 Bl., 3096 (recte 2192) Sp., 6 Bl. Etw. spät. Ldr. (Gebrauchsspuren). (54) 250,-

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PASTORALE ad usum Romanum accommodatum canones et ritus ecclesiasticos qui ad Sacramentorum administrationem aliaque Pastoralia officia in Dioecesi Frisingensi rite obeunda pertinent complectens. Iussu et auctoritate Viti Adami episcopi de novo excusum. Ingolstadt, Eder, 1625. 4°. Mit gestoch. Titel. 6 Bl., 574 S. Blindgepr. Ldr., monogr. und dat. „I. S. P. 1662“, auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Hinterdeckel gebrochen, alt restauriert). (160) 200,Vgl. VD 17 12:121195X (nur ein unvollständiges Exemplar). – Eine von 2 Varianten aus demselben Jahr. Im Unterschied zu dem im VD 17 verzeichneten Druck ist in unserem Exemplar die letzte Ziffer des Erscheinungsjahres seitenrichtig gedruckt. – Mehrf. gestempelt, Titel mit hs. Besitzvermerk, die ersten Blätter tls. gelöst, am Beginn kleine, alt restaurierte Randläsuren, am Ende einzelne Wurmspuren.

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PATRICIUS, F., De institutione rei pub(licae) libri novem. Multò quàm antea emendatiores per I. Nicodonum. Paris, M. Julian, 1578. 12°. 16 nn., 380 num., 35 nn. Bl. Leicht läd. goldgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen. (97) 600,-

zu Teil 2, zuerst von Kessler für die Basler Ausgabe von 1498 verwendet, zeigt im Mittelfeld Papst, Kaiser, Könige, Klerus und Volk, in einer gotischen Halle versammelt, auf dem Dach Fahnen mit dem Basler Wappen, darüber der Heilige Geist. In den Seitenfeldern je 6 Porträts weltlicher und kirchlicher Personen. – Die erste Lage gelöst, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, einzelne Marginalien mit Tinte, gebräunt, stellenw. wasserrandig und fleckig. – Siehe Abbildung und Seite 40.

Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Vgl. Mortimer 418 (Ausg. 1518). – Eines der beiden politischen Hauptwerke des italienischen Humanisten Patrizi (14131494) in einer seltenen Pariser Ausgabe. – Vorsatz leimschattig, mit Besitzvermerk von 1770, Bl. 184 mit 2 Einrissen, tls. mit schmalem Wasserrand, wenig fleckig.

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(PAULUS DIACONUS), Homiliarius doctorum. 2 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Froben, 1513. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel, monogr. und dat.: „DS 1511“, und Holzschnitt auf dem Zwischentitel. 172, 77 num., 1 nn. Bl. Mod. Hpgt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (49) 500,VD 16 P 1052. Hieronymus 106, Anm. – Diese Ausgabe nicht im STC, bei Adams etc. – Seltener Druck der auf Paulus Diaconus zurückgehenden Homilien-Ausgabe. – Die beiden Teile, pars hiemalis und pars aestivalis, enthalten Auszüge aus Väterhomilien für die Sonn- und Feiertage, der Schluß mit Homilien der Heiligen. – Die große Druckermarke zeigt den Basilisken als Basler Wappenschildhalter unter einem Bogen vom Meister DS (Bock, Meister DS, 35. Heitz, Basler Büchermarken, 4). – Der Titelholzschnitt

PAUSANIAS, De veteris Graeciae regionibus commentarii. Frankfurt, Wechel für Aubry und Schleich, 1624. Mit 2 wdh. Druckermarken. 16 Bl., 628 S., Sp. 629-746, 76 Bl. Ldr. d. Zt. (beschabt). (9) 200,Hoffmann III, 206. Schweiger I, 225. – Nicht im STC. – Teils etwas freie, elegante Übersetzung ins Lateinische durch Romolo Amaseo, mit kritischen Noten zur Übersetzung vom klassischen Philologen Friedrich Sylburg, der als gelehrter Korrektor für Wechel tätig war. – Lage Fff in sich verbunden; gleichmäßig gebräunt.

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PÉPIN, G., Sermones in epistolas quadragesimales. 2 in 1 Bd. Lyon, B. Bonyn (für J. Giunta), 1541. Mit wdh. Titelholzschnitt, wdh. Holzschnittbordüre und wdh. Verlegermarke am Schluß. 6 nn., 130 num., 10 nn., 332 num., 1 nn. Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (72) 500,-

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PERNEDER, A., Imp. Caes. Justiniani Institutiones, Das ist Ein Außszug und Anleittung etlicher Keyserlichen, unnd deß heiligen Römischen Reichs geschribner Rechten: Sampt angehängtem gerichtlichen Proceß, Lehenrecht, Halßgerichtsordnung, Summa Rolandini von Contracten und Testamenten, Reguln Bartholomaei Socini, &c. 5 Tle. in 1 Bd. Ingolstadt, W. Eder, 1592. Fol. Mit 5 Druckermarken auf den Titeln, doppelblattgr. Tabelle, doppelblattgr. Holzschnitt-Tafel (Arbor consanguinitatis), 20 schematischen Textholzschnitten und 15 wdh. Textholzschnitten (von 4 Motiven). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen, sign. und dat. „L L 1592“ (Deckel minimal wurmstichig, beschabt und bestoßen). (110) 800,VD 16 P 1508. Stalla 1127. Stintzing-L. I, 574. – Spätere Ausgabe aller 5 Werke Perneders. Stintzing und Landsberg unterscheiden 3 Textbearbeitungen, vorliegend die dritte und letzte im Erstdruck. – Innengelenke gebrochen, wenige teils restaurierte Wurmspuren, kaum fleckig.

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Nr. 265 Von Gültlingen IV, 193, 98 (nur 4 Ex. in Spanien und 1 in Italien). – Vgl. Adams P 628 und STC 344 (frühere Ausgaben). – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken, Einträgen und Federproben von alter Hand, gelöschter Name auf der Druckermarke des ersten Teils, wasserrandig und wenig fleckig. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.

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VD 16 P 1978. Adams P 934. Wellcome I, 4970. Graesse 111. Caillet 8578. Houzeau-L. I, 4860. – Siebte in Deutschland gedruckte Ausgabe. – Peucer war der Schwiegersohn Melanchthons und „nimmt die erste Stelle unter den Wittenberger Paracelsisten ein. In seinem [vorliegenden] Hauptwerk versucht er, die Lehre von den Arcanen mit den Fortschritten der Chemie in Einklang zu setzen“ (HirschH. IV, 579). – Enthält ferner Beiträge über Orakel, Magie, Meteorologie, Chiromantie, Astrologie etc. – Vorsätze leimschattig, Titel mit hinterlegtem Ausschnitt, leicht fleckig. – Gestoch. Exlibris.

– Sermonum ad sacros evangeliorum sensus explicandos pars quadragesimalis. Venedig, Bertano, 1588. 499 num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Metallschließen (etw. fleckig und wenig bestoßen). (120) 300,EDIT CNCE 32920. – Nicht bei Adams und im STC. – Etw. fleckig. – Die Rollenstempel des Einbandes zeigen die Heilige Afra sowie die heiligen Bischöfe Narzissus, Ulrich und Simpert. Der Legende nach bekehrte Narzissus die Prostituierte Afra in Augsburg zum christlichen Glauben, sie starb wegen ihres Glaubens den Märtyrertod. Die Afraverehrung erfuhr durch die Bischöfe Simpert und Ulrich im 8. und 9. Jahrhundert eine besondere Förderung. – Exemplar aus dem Kloster Thierhaupten mit dem Exlibris des Abtes Benedikt Gaugenrieder (vgl. Warnecke 2168). – Der Abt errichtete 1591 in der Benediktinerabtei Thierhaupten eine Druckerei, dessen Leitung der weltliche Faktor Josias Wörli übernahm. Neben religiöser Erbauungsliteratur, Predigten und Belehrungsschriften in deutscher Sprache wurden dort auch fünf Titel des Abtes gedruckt. Die Druckerei erhielt 1594 das kaiserliche Druckprivileg und einen zehnjährigen Nachdruckschutz. In seinem Bittschreiben an Kaiser Rudolf II. nennt Gaugenrieder als Grund für die Einrichtung der Offizin nicht Gewinnstreben, sondern die ehrenvolle Beschäftigung für die Mönche (vgl. Reske 918-919).

PEUCER, C., Commentarius de praecipuis divinationum generibus. Recognitus ultimò, & auctus. Frankfurt, Wechels Erben, de Marne und Aubry, 1593. Mit wdh. Druckermarke (ohne die 2 gefalt. Tabellen). 16 Bl., 738 S., 27 Bl. Hldr. des späten 18. Jhdts mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (110) 250,-

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PHILIPP I., LANDGRAF VON HESSEN, Unser freuntlich dienst, und was wir liebs unnd guts vermügen. (Marburg, Ch. Egenolff d. Ä), 1539. Fol. 3 Bl. Lose Bögen, ohne Einband. (65) 200,VD 16 ZV 26686. – Schreiben des Landgrafen an Herzog Georg von Sachsen mit der Rechtfertigung des Vorgehens gegen einen Schreiber und geheimen Boten des Herzogs Heinrich von Braunschweig. Diesen hatte der Landgraf bei der Jagd aufgegriffen und bei ihm Briefe gefunden, die Aufschluß über das Vorgehen Heinrichs gegen die protestantischen Stände gaben. „Datum Lichtennaw donnerstags nach Sebastiani unnd Fabiani Anno etc. XXXIX“ (= 23. 1. 1539). – Unbeschnittene Bögen (mit dem letzten weißen Bl.), Ecken tls. geknickt, Ränder leicht gebräunt.

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Aus dem Kloster Tegernsee 261

(PIRSTINGER, B.), Tewtsche Theologey. (München, H. Schobser, 1528). Fol. Mit Titelbordüre. 251 Bl. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rollen- und Plattenstempeln, 4 ziselierten Metallbeschlägen sowie intakten Schließen (minimale Altersspuren). (91) 3.000,Erster Druck der ersten Ausgabe. – STC 698. VD 16 P 2922. Dodgson II, 425, 12 c Anm. Schottenloher 92. – Von Berthold Pirstinger (1465-1543), Bischof von Chiemsee, nach seinem Verzicht auf den Bischofssitz (1526) verfaßt. – „Bertholds deutsche Theologie ist von bedeutendem Werthe sowohl in sprachlicher, als noch viel mehr in theologischer Beziehung“ (Wetzer-W. II, 474). – Die schöne Holzschnittbordüre von Jörg Breu d. Ä.(?) zeigt oben Gottvater, unten Maria mit dem Kinde, links Petrus, rechts Paulus und in den Ecken die vier Evangelistensymbole. Der prachtvolle Einband aus dem Kloster Tegernsee ist 1531 datiert, zu seiner Platte und den Stempeln vgl. Kyriss 32 und Tafeln 69-70. – Auf dem Titel dreizeiliger Kauf- und Besitzeintrag des Klosters, datiert 1528. – Stellenw. minimal fleckig, insgesamt vorzüglich erhalten und äußerst dekorativ gebunden. – Siehe Abbildungen Tafel 9. First issue of first edition. – On title three-line purchasing and ownership entry of the monastery, dated 1528. – Here and there minimally soiled, altogether very well preserved and in an extremely decorative binding. – Contemporary pigskin over wooden boards with roll and medallion stamps, 4 chiselled metal fittings and intact clasps (minor signs of wear). – The magnificent binding from the Tegernsee monastery is dated 1531, as to its medallion and stamps compare Kyriss 32 and plates 69-70. – See illustrations on plate 9.

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PLATINA, B., De vita & moribus summorum pontificum historia, cui aliorum omnium, qui post Platinam vixerunt ad haec usque tempora, pontificum res gestae additae. Köln, Cervicornus (für Hittorp), 1529. Fol. Mit figürlicher Titelbordüre von Anton Woensam. 6 Bl., 284 S., 50 Bl. Stark beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (54) 800,VD 16 P 3260. STC 765 (Sacchi). Adams P 1416. Merlo 420. – Die Papstgeschichte des Humanisten Platina erschien erstmals 1479 und „ist ausgezeichnet durch die elegante Schreibweise. Sein Urtheil ist nicht immer unparteiisch, bei Paul II. aber geradezu ungerecht und von persönlichem Hasse beeinflußt“ (Wetzer-W. X, 91). NACHGEB.: BEDA (VENERABILIS), De natura rerum et temporum ratione libri duo. Nunc recens inventi, & in lucem editi. (Hrsg. von J. Sichardus). Basel, H. Petri, 1529. 16 nn., 74 num. Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 B 1439. STC 74. Adams B 449. – Titel mit Besitzvermerk des Minoritenklosters Roermond (Niederlande) sowie Rasur (minimaler Bildverlust), durchgehend mit schmalem Wasserrand.

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PLATON, Omnia opera tralatione Marsilii Ficini, emendatione et ad Graecum codicem collatione Simonis Grynaei repurgata. Basel, (H. Froben und N. Episcopius), 1551. Fol. Mit 2 Druckermarken

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auf dem Titel und letzten Bl. sowie einigen Holzschnitt-Initialen und -Diagrammen. 6 Bl., 952 S., 24 Bl. Spät. restauriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärkere Gebrauchsspuren). (49) 800,STC 702. Adams P 1447. VD 16 P 3279. Schweiger I, 248. Hoffmann III, 302. – Spätere Ausgabe der von Ficino besorgten lateinischen Übersetzung, die im 15. Jhdt. in Florenz und Venedig erschienen war (vgl. Hieronymus, Griech. Geist, 142). – Vorsatz und Titel mit hs. Besitzeintrag von 1891, vereinzelt etw. wasserrandig.

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– Omnia opera, ex vetustissimorum exemplarum collatione multo nunc quàm antea emendatiora. Basel, H. Petri, (1556). Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und einigen figürlichen Initialen. 6 Bl., 690 (recte 686) S., 23 Bl. Stark beschäd. blindgepr. Hpgt. d. Zt. (54) 1.500,Erste Ausgabe bei Heinrich Petri. – VD 16 P 3276. STC 702. Adams P 1438. Hieronymus, Griech. Geist, 143. – Schöner griechischer Druck, mit zahlreichen Änderungen und Ergänzungen gegenüber der Grynaeus-Ausgabe von 1534. NACHGEB.: ATHENAEUS, Dipnosophistarum, hoc est argutè scitéq(um) in convivio differentum Libri XV. Basel, J. Walder, 1535. Mit Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Bl. 34 Bl., 333 (recte 337) S. – Seltene zweite Ausgabe. – VD 16 A 4003. STC 50. Adams A 2097. Schweiger I, 70. Hoffmann I, 422. Hieronymus, Griech. Geist, 303. – Vgl. Schraemli 1 (EA 1514): „In der Form von Tischgesprächen werden Gegenstände der altgriechischen Sitte, der Kochkunst, der Tafelfreuden usw. behandelt. Obschon es sich nicht um ein eigentliches Kochbuch handelt, enthält es

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doch eine Anzahl von Rezepten und wird zur Fundgrube für den Kulturhistoriker des gastronomischen Gewerbes. Wir erhalten Kunde von berühmten Köchen und von den Kochbüchern der alten Griechen. Die Sammlung ist von höchstem Wert als Quellenwerk, und ohne sie wäre uns manch Interessantes über unser Fach, d. h. über die Essund Trinksitten, unbekannt geblieben.“ – Vorsätze beschädigt, Titel mehrfach gestempelt und mit hs. Einträgen, kleine Wurmspuren im Fußsteg, stellenw. wasserrandig.

Adams R 334. Schmidt, Grüninger, 87. Benzing, Straßburg, 1549. Muller 27.56. Zinner 909. Shirley 22. VD 16 R 1037. Eitner VIII, 183. Sabin 69126. Alden 508/12. – Vgl. Smith, Rara, 82. – Zweite Grüninger-Ausgabe, erstmals 1503 bei Schott erschienen. – Das erste enzyklopädische Werk der neueren Geistesgeschichte, das in 12 Büchern die freien Künste und Naturwissenschaften behandelt, darunter Musik (mit Noten), Astronomie, Medizin und Geometrie. – Die vorliegende Ausgabe von Grüninger erheblich erweitert, unter den neuen Abschnitten die „Ars memorandi Ravennatis et Beroaldi“ und die „Introductio architecturae et perspectivae“ von M. Waldseemüller. – Die schönen ganzseitigen Holzschnitte meist mit allegorischen Darstellungen der behandelten Wissenschaften und Künste, ferner „The oldest printed illustration of the structure of the eye“ (Choulant-Frank, S. 80 und 126 ff.). – Des weiteren allegorische Darstellungen der behandelten Wissenschaften und Künste, anatomische Darstellungen etc. Diese Holzschnitte wurden teils aus der Erstausgabe übernommen (so der Titel; vgl. Nagler, Monogr. IV, 2232, der irrigerweise glaubt, der Zierat unten Mitte sei ein Monogramm), teils stammen sie aus dem Fundus von Grüninger: „Der Unterschied dieser illustrirten Grüninger'schen Publicationen von denen der früheren Drucker ist ein gewaltiger“ (Muther S. 83, Nr. 573). – Die fehlenden Tafeln in Faksimile beigebunden, ebenfalls das Textblatt. – Nur stellenw. leicht gebräunt und fleckig, unten wasserrandig. – Das Exemplar gewinnt besondere Bedeutung durch das auf dem letzten Blatt verso eingedruckte, in der Platte 1578 datierte HolzschnittExlibris von Michael Lösch aus Passau (Warnecke 1191). – Siehe Abbildung.

First edition by Heinrich Petri. – Additional bound: Rare second edition. – Endpapers damaged, title with multiple stamps and with ms. annotations, small worm traces at lower margin, waterstains here and there. – Contemporary heavily damaged blind-pressed half vellum.

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QUINTILIANUS, M. F., Oratoriarum institutionum lib. XII. Frankfurt, E. Cervicornus und H. Fuchs, 1521. Fol. Mit Titelbordüre von A. Woensam von Worms. 6 nn., CLIX num. Bl. Hldr. des 18. Jhdts. (Kapital mit Fehlstelle, wenige Wurmlöcher, beschabt, bestoßen). (137) 800,STC 721. Adams Q 25. VD 16 ZV 12898. Ebert 18435. Merlo 1040, 426. – Nachdruck der 1519 in Paris gedruckten Ausgabe des Badius Ascensius, mit einer Vorrede von Gottfried Hittorp, Philipp Melanchthon gewidmet. – Die breite Titeleinfassung mit Johannes und der Taufe Jesu. – Schöner Druck von Quintilians Hauptwerk, in dem er die Erfahrungen seiner Lehrtätigkeit als Redner zusammenfaßt und im 10. Buch einen Abriß der griechischen und römischen Literaturgeschichte gibt. – Erste 4 Bl. mit kleinem Wurmloch am Kopfsteg, Marginalien und Unterstreichungen in Tinte von mehreren alten Händen, gebräunt, etw. fleckig. – Vollständiges Exemplar mit dem letzten weißen Blatt. – Siehe Abbildung. Reprint of the edition by Badius Ascensius, printed in Paris in 1519, with a foreword by Gottfried Hittorp, dedicated to Philipp Melanchthon. The wide title border with John the Baptist and the baptism of Jesus. – First 4 leaves with small wormhole at upper margin, marginalia and underlinings in ink by several contemporary hands, browned, a little soiled. – Complete copy with the last blank leaf. – Half calf of the 18th century (turn-in with defect, some wormholes, scratched, scuffed). – See illustration.

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– L'institutioni oratorie tradotte da Oratio Tascanella. Venedig, G. Giolito de' Ferrari, 1566. 4°. Mit 2 Druckermarken und einigen hübschen Initialen. 20 Bl., 679 S. Hldr. des 19. Jhdts. mit Rsch. (leicht beschabt). (56) 250,Bongi II, 219. Ebert 18480 (bespricht alle 4 Ausgaben bei Giolito; vorliegt die erste). – Vgl. STC 546 (nur die letzte Giolito-Ausgabe 1586). – Schöner Druck des Hauptwerks der antiken Rhetorik.

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(REISCH, G.), Margarita philosophica cu(m) additionibus novis. Straßburg, J. Grüninger, 1508. 4°. Mit zahlr. (15 ganzseit.) Textholzschnitten (ohne die Weltkarte und die Falttafel). 319 Bl. (statt 320; ohne das Bl. DD III). Blindgepr. Schweinsldr. des ausgehenden 16. Jhdts. mit intakten Schließen (geringe Altersspuren). (50) 3.000,-

Second Grüninger edition, first published by Schott in 1503. – The first encyclopedic work of the more recent history of thought which in 12 books deals with the liberal arts and natural sciences, among them music (with notes), astronomy, medicine, and geometry. – The present edition by Grüninger considerably enlarged. – The missing plates bound-in as facsimile, the text leaf as well. – Only here and there slightly browned and soiled, waterstains at bottom. – This copy is particularly important as on the last leaf verso is the printed woodcut exlibris of Michael Lösch from Passau (Warnecke 1191) dated 1578 in the plate. – Blind-pressed pigskin of the late 16th century with working clasps (minor signs of wear). – See illustration.

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(RICCHIERI), L., Lectionum antiquarum libri triginta. Postrema editio, cui accesserunt capitum & rerum indices omnium locupletissimi. (Frankfurt), A. Wechel, C. Marne und J. Aubry, 1599. 30 Bl., 1430 Sp., 78 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (54) 300,VD 16 R 2168. STC 740. Adams R 454. – „A collection of notes on the classics and on general topics in sixteen books, each with a separate dedication including one to Jean Grolier, then treasurer of Milan. The work was reprinted at Basel by Johann Froben in 1517“ (Bietenholz-D. III, 155). – Das interessante Werk des Humanisten Lodovico Ricchieri (Gelehrtenname Caelius Rhodiginus; 1469-1525) mit Beiträgen über griechische und römische Musik und Theater, ferner über Medizin (Augen- und Ohrenkrankheiten, Stumme, „Plutus cur caecus effigatur“), Mathematik, Astronomie, Naturwissenschaften und sehr viel über Sprichwörter. Vermutlich wurde Ricchieri von den „Adagia“ des Erasmus beeinflußt. – Titel großteils hinterlegt, stellenw. wasserrandig und mit kleinem Mäusefraß.

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(RICHER, E.), Obstetrix animorum. Ad iuventutem Galliae, optimarum artium studiis deditam. Paris, A. Drouart, 1600. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 nn., 175 num., 1 nn. Bl. Läd. flex. Pgt. d. Zt. (49) 250,Erste Ausgabe. – Cioranescu 59494. – Nicht bei Buisson. – Wenig bekannter pädagogischer Klassiker des französischen Theologen (vgl. Hoefer XLII, 247). – Zahlr. alte Anmerkungen.

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ROSCIUS, J., Icones operum misericordiae. 2 Tle. in 1 Bd. (nur Tafeln). Rom, (B. Bonfadini für B. Grassi), 1586. Fol. 2 gestoch. Titel und 14 (statt 15) Kupfertafeln. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig). (54) 500,Erste Ausgabe. – EDIT 16 CNCE 34634. STC 587. Adams R 780. Cicognara 2047. Mortimer 446. Passavant 6, 160. – Die Kupfer zeigen die Werke der Barmherzigkeit, sieben „operae ad corpus“ und sieben „operae ad animum“. Die Kupfer laut Titel von dem römischen Stecher Mario Cartaro (der erste Titel von Cristofano Cartaro signiert). Die Tafeln des ersten Teils folgen Vorbildern von Philippe Galle aus dem Jahr 1577 (Mortimer). Entgegen den Angaben bei Mortimer ist in unserem Exemplar keine der Tafeln mit Text auf der Rückseite versehen. Die Tafeln durchgehend numeriert, einschließlich der Titel. – Es fehlt Tafel 2 mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts. – Einzelne Kupfer mit tls. hinterlegten Randaus- oder -einrissen, stellenw. stärker fleckig.

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SACHSENSPIEGEL. Auffs newe ubersehen, mit Summariis und newen Additionen. Durch Ch. Zobel mit besonderem fleis zugericht. Leipzig, (Steinmann), 1582. Fol. Mit Titelvign., Verlegermarke sowie ganzseit. Wappenholzschnitt (im Text). 6 nn., 528 (recte 540) num., 43 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen (Gebrauchsspuren). (93) 1.800,STC 343. VD 16 D 739 (verbesserte Neuaufnahme). Dreyer 36. Homeyer 27. – Vierte Zobelsche Ausgabe mit deutschlateinischem Paralleltext. – Für alle Zobelschen Ausgaben ist charakteristisch, daß sie neben dem Text auch Ergänzungswerke, Glossen, Remissorien, Vokabularien und andere Erschließungsmittel enthalten (vgl. Kaspers 37). – Der Einband signiert „RC“ mit Rollen- und Plattenstempeln, vorne Kruzifixus mit eherner Schlange, Moses, Adam und einem Propheten sowie einer Inschrift nach Ezechiel: „So war ich leb spricht unser Gott wil ich ni“, hinten ein Lutherporträt mit dem Spruch „In silencio et spe sit fortitudo vestra. Martinus Luter“. – Titel mit hs. Besitzvermerk, dreiseitig angerändert und mit kleinem, hinterlegten Papierdurchbruch, anfangs einzelne kleine Wurmlöcher, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Fourth edition by Zobel with German-Latin parallel text. – Title with ms. ownership entry, margins mounted with paper slips and with small backed perforation, some worming at the beginning, slightly browned, hardly soiled. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards with 2 intact clasps (signs of wear). – See illustration.

Nr. 271

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SALZBURG – (NINGUARDA, F.), Manuale parochorum. Accomodata pro provincia Salisburgensi. Ingolstadt, D. Sartorius, 1582. 4°. Mit Titelholzschnittvign. 34 Bl., 431 S. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen (Rücken alt überklebt). (72) 250,Erste Ausgabe. – STC 515. Adams L 1288. VD 16 N 1773. Stalla 1465. Dopsch-S. II, 169 f. und 1380 ff. – Enthält die auf den Provinzialsynoden gefaßten Durchführungsbestimmungen der Beschlüsse des Trientiner Konzils für die Diözese Salzburg. – Stellenw. wenig fleckig, insgesamt sehr schönes Exemplar aus der Bibliothek des Stiftes St. Peter in Salzburg.

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SANNAZARO, J., Opera omnia, latine scripta. Venedig, Aldus, 1570. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Schluß. 104 num. Bl. Hpgt. d. 19. Jhdts. mit Rsch. (leichte Gebrauchsspuren). (49) 250,STC 605. EDIT 16 CNCE 33994. Renouard 211,20. Adams S 314. Naiditch-B. 1080. – Einzelne Blätter mit kleinem Eckausriß, stellenw. etw. fleckig. – Mod. Exlibris.

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Alte Drucke und alte Theologie

SANNAZARO, J., Arcadia. Nuovamente corretta & ornata d'alcune annotationi da T. Porcacchi. Con la vita dell'auttore. Venedig, F. & A. Zoppini, 1583. 12°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 287 S. – NACHGEB.: DERS., Rime. Nuovamente corrette et reviste. Ebda. 1583. Mit Druckermarke auf dem Titel. 95 S. Flex. Pgt. d. Zt. (beschabt, fleckig). (56) 100,-

Adams S 1134. STC 627. Naiditch-B. 194. Renouard I, 170. Fock 44. Ebert 21225: „Eine der seltneren Aldinen.“ – Aldus-Druck auf der Grundlage der Giuntine, besorgt von A. Asulanus. – Mit hs. Besitzvermerken aus dem 17. und 18. Jhdt. sowie vereinzelten Unterstreichungen und Marginalien in Tinte. – Mod. Exlibris.

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Spätere Ausgaben, nicht im STC, bei Adams etc. – Vgl. Wiese-P. 245 und 324. – I. Verfaßt vom bedeutenden neapolitanischen Petrarkisten, der seine Berühmtheit diesem Hirtenroman verdankt; erstmals 1504 erschienen. – II. Die „Rime“ wurden erstmals in seinem Todesjahr 1530 gedruckt. – Buchblock gelöst, letztes Bl. mit Randausriß, gebräunt, fleckig.

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SIBYLLINA ORACULA de Graeco in Latinum conversa, et in eadem annotationes. S. Castalione interprete. Basel, J. Oporinus, 1546. 12 Bl. (das letzte weiß), 135 S. Hldr. d. 19. Jhdts. (stärker beschabt und bestoßen). (54) 600,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – VD 16 S 6280. STC 813. Adams S 1060. Schweiger I, 258. Hieronymus, Griech. Geist, 461. – Sebastian Castellio (Sébastien Châtillon; 15151563), seit 1553 Professor für griechische Sprache in Basel, verteidigt in der Widmung „die Göttlichkeit der Sibyllinen gegen die Thesen christlicher Fiktion bzw. Unchristlichkeit“ (Hieronymus). – Vorsatz gestempelt, wenig fleckig.

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SIGONIO, C., Fasti consulares, ac triumphi acti à Romulo rege usque ad Ti(berium) Caesarem. Basel, N. Episcopius der Jüngere, 1559. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Blatt. 18 Bl. (letztes weiß), 388 S., 12 Bl. Pgt. um 1800 (fleckig). (49) 500,VD 16 S 6436. STC 815. Adams S 1116. – Zweite Ausgabe des erstmals in Venedig 1556 erschienenen Werkes. – Leicht gebräunt (Titel stärker), kaum fleckig.

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Van der Vekene E/a 020.E. VD 16 S 6679 (dat. um 1558). Ritter 2132. Muller 540, 1. – Die klassische Reformationsgeschichte aus protestantischer Sicht erschien erstmals 1555. – Laut van der Vekene sind mindestens 6 Varianten dieses Drucks bekannt. „Eine Reihe von typographischen Vergleichen ... haben ergeben, daß dieses Werk sowohl mehrfach neugesetzt als auch im Text verbessert wurde ... Wir erheben keinen Anspruch darauf, alle Varianten ausfindig gemacht zu haben“ (van der Vekene). – Laut Muller druckte Theodosius Rihel erst 1560 selbständig, nachdem er sich von seinem Bruder Josias getrennt hatte. – Oben knapp beschnitten, wenige Anstreichungen einer zeitgenössischen Hand, gering gebräunt und kaum fleckig.

SCHATZGER, K., Omnia opera. Ingolstadt, Weißenhorn, 1543. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und kleinem Holzschnittwappen auf dem letzten Bl. 6 nn., 333 num., 15 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kapital eingerissen, etw. fleckig und beschabt, eine Schließe defekt). (54) 800,Einzige Gesamtausgabe. – Adams S 438. VD 16 S 2319. Stalla 146. Paulus 29. – Nicht im STC. – Schatzger war einer der heftigsten Gegner Luthers in Süddeutschland. – Die lange Vorrede stammt von Eck. – Das Schlußblatt mit der Unterschrift der Herzöge Wilhelm und Ludwig von Bayern enthält eine besondere Empfehlung dieser Ausgabe. – Titel mit Numerierung, gegen Ende kleine Wurmlöcher, insgesamt gutes Exemplar.

SILIUS ITALICUS, De bello Punico secundo. Venedig, Aldus, 1523. Mit 2 wdh. HolzschnittDruckermarken. 210 num., 2 nn. Bl. Ldr. d. 19. Jhdts. mit Deckel- und Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 400,-

SLEIDAN, J., Commentatorium de statu religionis & reipublicae, Carolo Quinto Caesare, libri XXVI. Straßburg, Th. Rihel, um 1560. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 872 S., 10 Bl. Pp. um 1800 mit dezenter Rvg. (beschabt und bestoßen). (156) 200,-

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SOLINUS, C. J., Polyhistor, seu Rerum orbis memorabilium collectanea. Köln, E. Cervicornus und H. Fuchs, 1520. 4°. Mit Titelbordüre von Anton Woensam von Worms nach Holbein und 3 Holzschnitt-Initialen. XCII num., 12 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen (Kopf eingerissen, beschabt, bestoßen, fleckig). (54) 1.200,STC 818. VD 16 S 6964. Ebert 21399. Schweiger II, 959. – Nicht bei Adams. – Das Kompendium der merkwürdigsten Dinge, Anfang des 3. Jahrhunderts von Solinus hauptsächlich aus Plinius zusammengestellt, behandelt seltsame Tiere und Fabelwesen, Astrologisches, bemerkenswerte Eigenschaften der Steine etc. (vgl. die ausführliche Beschreibung bei Thorndike I, 326 ff.). – Die Titeleinfassung mit der Enthauptung des Täufers Johannes von Anton Woensam (Merlo 1040, 425) ist eine sehr gute Kopie der Holbeinschen von Basel 1518 (vgl. Pflugk-Harttung 18). Eine größere, schwarzgrundige Initiale „C“ mit Drachen und kniendem Kind mit Schwert wohl auch von Woensam (nicht bei Merlo). NACHGEB.: PIUS II., PAPST, Cosmographia in Asiae & Europae eleganti descriptione. Paris, H. Estienne für J. Hongot, 1509. (Ohne die Karte). 12 nn., 152 num. Bl. – STC 352. Adams P 1344. Renouard 6, 3. – Vgl. Atabey 955: „A geographical and historical survey of the known world, influenced by his close study of Ptolemy's geography. This work was to form the basis of the 16th century cosmographies of Franck and Munster.“ – Ohne die Holzschnittkarte, wie in den meisten in öffentlichem Besitz befindlichen Exemplaren; möglicherweise war sie nur einem Teil der Auflage beigegeben. – Seltener, früher Stephanusdruck. Nachgebunden ferner: Pomponius Mela, De situ orbis libri tres. Köln, E. Cervicornus und H. Fuchs, 1520. 43 (statt 44) num., 10 (statt 12) nn. Bl. (ohne Bl. XXXIII und das erste und 8. nn. Bl.). – Dionysius Periegeta, Orbis descriptio in Latinos versus transposita. München, W. Stoeckel (Mona-

Alte Drucke und alte Theologie

censis), 1518. 23 (statt 24) Bl. – Ohne das letzte Blatt. – Bindung in Auflösung begriffen. Erster Druck (Solinus) mit altem, hs. Besitzvermerk auf dem Titel. Letztes Blatt des 2. Druckes (Pius) verso mit einer Aufstellung der osmanischen Streitkräfte, lateinisch und in Tinte von alter Hand. Der letzte Druck (Dionysius) mit reichen Marginalien und Interlinearbemerkungen, ebenfalls in Tinte, jedoch von anderer Hand. Einzelne Wurmlöcher (geringer Buchstabenverlust). Alle Drucke gebräunt und fleckig. – Exlibris der Fürstlich Auerspergschen Fideikommißbibliothek zu Laibach.

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The abridgment of the most peculiar things, compiled by Solinus at the beginning of the 3rd century mostly from Plinius, deals with strange animals and fabulous creatures, astrological themes, remarkable characteristics of stones etc. (compare detailed description by Thorndike I, 326 ff.). – Additional bound: Without the woodcut map like in most of the copies in public possession; probably only enclosed in a part of the issue. – Rare, early printing by Stephanus. – Binding almost unstuck. First issue (Solinus) with old ms. ownership entry on title. Last leaf of 2nd issue (Pius) verso with formation of the Ottoman troops, in Latin and in ink by contemporary hand. Isolated wormholes (minor loss of letters). All printings browned and soiled. – Exlibris. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 intact clasps (top turn-in torn, scratched, scuffed, soiled).

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SOLINUS – SALMASIUS, C., Plinianae exercitationes in C. J. Solini polyhistora. 3 Tle. in 1 Bd. Utrecht, Voskuyl für vande Water, Ribbe und Halma, 1689. Fol. Mit 3 wdh. gestoch. Titelvign., wdh. gestoch. Kopfvign. und 43 Textholzschnitten. 25 Bl., 63, 625 S., 1 Bl., S. (625)-943, 16, 157 S., 5 Bl., 27 S., 1 Bl., 259, 20 S. Pgt. d. Zt. mit reicher Vg. (fleckig, Vordergelenk aufgeplatzt). (54) 300,-

NACHGEB.: (HUTTICH, J.), Collectanea antiquitatum in urbe, atque agro Moguntino repertarum. Mainz, J. Schöffer, 1520. Mit Titelbordüre, 40 tls. ganzseit. Textholzschnitten und kleiner schwarzgrundiger Druckermarke am Schluß. 22 Bl. – Seltene erste Ausgabe. – STC 427. VD 16 H 6467. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 1829 (zweite Ausgabe 1525). – Nicht bei Adams. – Sammlung römischer Inschriften im Mainzer Raum, diese in großen Holzschnitten abgebildet, „eine Reihe von Sarkophagen und Steinen mit Inschriften, sowie ein großer eichelförmiger Felsen, der sogenannte lapis glandis, die als die ersten archäologisch-antiquarischen Darstellungen von grossem Interesse sind“ (Muther 1737). Die schöne Titelbordüre mit sieben Darstellungen von Kaisern und der Geschichte der Lukretia. – Siehe Abbildung Tafel 8. Title with ownership entry (Johannes Marquard, 1520), pp. 309-13 with ink traces, p. 311/12 with larger break in text due to ink corrosion; some marginalia and underlinings, a little browned and soiled. – On upper paste-down large woodcut exlibris with parts in contemporary hand colouring, with caption: „Io: Maquardo ab Husen EQ: I. C.“ (not by Warnecke). The Marquard von Husen (Hausen) were a noble family in the „Oberbaden“ region. Johannes Marquard is probably identical with the author of several ms. treatises which are kept today in the Heidelberg university library. – Contemporary blind-pressed calf (heavily scratched and scuffed, some worming). – See illustration on plate 8.

SUETONIUS TRANQUILLUS, XII Caesares. (Hrsg. von J. B. Egnatius. Venedig, Aldus' Erben und A. Soceri, 1521). Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende. 60 nn., 320 num. Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (Gebrauchsspuren). (49) 400,EDIT 16 CNCE 37658. Adams S 2035. STC 651. Dekesel S 103. Renouard I, 157, 8. Ebert 21904. – Mit der bereits in der ersten Ausgabe (1516) enthaltenen Widmung an Grolier sowie der Einführung und den „Annotata“, die Erasmus von Rotterdam für die Basler Ausgabe von 1518 zusammengestellt hatte. – Der Herausgeber (1473-1553), ein Mitschüler von Papst Leo X. und Lehrer des Poliziano, zählte zum engeren Freundeskreis des Aldo Manuzio und ist einer der bedeutendsten venezianischen Humanisten. Als Diplomat der Serenissima war er mit Grolier in Verbindung getreten und blieb bis in sein Alter mit ihm freundschaftlich verbunden. – Enthält auch von Sextus Aurelius „A D. Caesare Augusto usque ad Theodosium“, von Eutropius „De gestis Romanorum lib. X“ und von Paulus Diaconus „Libri VIII de gestis Romanorum“. – Mit dem weißen Blatt D8. – Titel mit Rasur (Papierdurchbruch), kaum fleckig. – Gestoch. Wappenexlibris.

TACITUS, P. C., Historia Augusta actionum diurnalium: additis quinque libris noviter inventis. Andreae Alciati Mediolanensis in eundem annotationes. Basel, J. Froben, 1519. Fol. Mit Titelbordüre von A. Holbein, einigen Einfassungen und Leisten von A. und H. Holbein sowie U. Graf, zahlr. Initialen und Druckermarke am Ende (alles in Holzschnitt). 14 Bl., 379 S. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen, einzelne Wurmspuren). (91) 3.000,VD 16 T 12. Adams T 23. Schweiger II, 998. His 10. Woltmann II, 207, 7, 209, 12, und 213, 39. Kat. Basel 1960, 119. – Mit Vorwort und Anmerkungen von Andreas Alciatus. – Die Titelbordüre mit der Darstellung der Teutoburger Schlacht und der Verleumdung des Apelles, datiert 1517, stammt von Ambrosius Holbein, der übrige Buchschmuck mit teils figürlichen Leisten und Initialen von Hans und Ambrosius Holbein sowie Urs Graf. – Titel mit Besitzvermerk (Johannes Marquard, 1520), S. 309-13 mit Tintenspuren, S. 311/12 mit größerem Ausbruch im Text infolge von Tintenfraß; einige Marginalien und Unterstreichungen, etw. gebräunt und fleckig. – Auf dem vorderen Spiegel großes, alt teilkolor. Holzschnitt-Exlibris, überschrieben: „Io: Maquardo ab Husen EQ: I. C.“ (nicht bei Warnecke). Die Marquard von Husen (Hausen) waren ein Adelsgeschlecht im Oberbadischen. Johannes Marquard ist wohl mit dem Verfasser mehrerer handschriftlicher Traktate identisch, die heute in der UB Heidelberg aufbewahrt werden.

Brunet V, 92: „Ouvrage estimé.“ Ebert 20124. Graesse VI/1, 249. Schweiger II, 961. – Erstmals 1629 erschienen. – Die Holzschnitte zeigen Pflanzen, Münzen und Diagramme. Interessant auch der teils mit arabischen Lettern gedruckte, erstmals 1663 erschienene Anhang über Manna und Zucker. – Gedruckte Widmung eingebunden, partienweise stark gebräunt und fleckig.

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TACITUS – BERNEGGER, M., Ex C. Cornelii Taciti Germania et Agricola, quaestiones miscellaneae. Hrsg. von J. Freinsheim. Straßburg, o. Dr., 1640. Mit gestoch. Titel. 383 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). (22) 200,Erste Ausgabe in einer von 3 Varianten. – VD 17 3:307379. – Ohne Variantenunterscheidung: Schweiger II, 1032. Ebert 22223. – Nicht bei Goldsmith. – Titel mit schöner Bergwerksdarstellung: Zwei Bergleute an der Haspel mit Eimern und Hauer unter Tage.

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Alte Drucke und alte Theologie

Erste Ausgabe in der Bearbeitung des Erasmus von Rotterdam. – VD 16 T 397. STC 852. Adams T 325. Vander Haeghen II, 55. Schweiger II, 1057: „Neue Recension, doch wie es scheint, ohne neue handschriftliche Hilfsmittel.“ – Buchblock von Einbanddecke gelöst, Vorsatz mit eingeklebter Schenkungsnotiz, Titel angerändert, mit Einträgen und Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, vereinzelt mit Marginalien und Unterstreichungen, die letzten Blätter mit großen Ausrissen (stellenw. Textverlust); wasserrandig, fleckig und etw. gebräunt.

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– (Comoediae sex). A M. Antonio Mureto locis prope innumerabilibus emendatus, et lectionum varietate recens auctus. Editio prioribus accuratior. Frankfurt, J. Sauer für P. Fischers Erben, 1598. Mit 2 wdh. Druckermarken auf dem Titel und am Ende und 6 großen Textholzschnitten von Jost Amman. 16 Bl., 316 S., 1 weißes Bl., 81 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Schließen defekt, beschabt, bestoßen, fleckig). (22) 200,VD 16 T 498. – Vgl. Becker 72. – Nicht im STC und bei Adams. – Die 6 Lustspiele des Terenz, hrsg. und kommentiert vom neulateinischen Dichter M. A. Muret (1525-1585). – Murets Kommentar erschien erstmals 1555 (Ebert 22489), die Ammanschen Holzschnitte wurden seit 1574 verwendet; sie zeigen die Personen der Stücke in einem jeweils unterschiedlich eingefaßten Oval. – Spiegel und Titel mit alten Besitzvermerken (teils gestrichen), Unterstreichungen und einige Interlinearversionen von alter Hand, gebräunt, fleckig.

287 Nr. 287 NACHGEB.: BOECKLER, J. H., In Taciti primordia annalium & historias commentatio. Straßburg, J. F. Spoor, 1664. 8 Bl., 825 (recte 823) S. – Erste Ausgabe. – Goldsmith D 1256. Schweiger II, 1032. DAZU: TACITUS, C., (Opera) accurante M. Berneggero. Straßburg, G. A. Dolhopf und J. A. Zetzner, 1664. Mit gestoch. Titel. 570 Bl. – VD 17 547:695101K. – Ohne Variantenunterscheidung: Goldsmith T 52. Schweiger II, 1002. Ebert 22162: „Mit einem guten Index.“ – Nachdruck der erstmals 1638 erschienenen Ausgabe in einer von 2 Varianten. Kommentarband: Titel verso gestempelt, Block gelockert, Exlibris. – Werkausgabe: Hs. Besitzvermerk auf dem Vorsatz. – Beide Drucke gleichmäßig leicht gebräunt, sonst recht sauber.

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TERENTIUS (AFER), P., (Comoediae). Opera Des(iderii) Erasmi Roterodami. Basel, Froben, 1532. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 10 Bl., 389 S. (ohne das letzte Blatt). Stark läd. Pp. des frühen 19. Jahrhunderts. (150) 300,-

THOMAS A KEMPIS, Closter Practic. Jetzunder aber durch A. Neumayr inn unsere Teutsche sprach gebracht. Thierhaupten, Klosterdruckerei (J. Wörli), 1597. Mit 11 tls. wdh. ganzseit. Textholzschnitten. 1 nn., 279 num. Bl. Goldgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Bezug mit kleiner Fehlstelle, beschabt und bestoßen). (158) 2.000,Erste Ausgabe. – VD 16 T 1034. – Vgl. STC 447 (Ausg. 1598). – Nicht bei Adams. – Gebets- und Erbauungsbuch für Ordensgeistliche, im STC als „rearrangement“ bezeichnete freie Bearbeitung von „De imitatione Christi“. Der Übersetzer, besser wohl Kompilator, war Beichtvater im Kloster Altomünster. – Seltener Druck aus der von Abt B. Gaugenrieder 1591 begründeten Klosterdruckerei in Thierhaupten, die nur bis 1599 bestand und aus der ca. 40 Drucke bekannt sind. – Die Holzschnitte mit Szenen aus dem Leben Jesu, dem Leben des hl. Augustinus und dem Klosterleben. – Fliegender Vorsatz entfernt. – Siehe Abbildung. First edition. – Prayer and devotional book for monks in holy orders, free adaptation called „rearrangement“ at STC of the „De imitatione Christi“. The translator, or better compilator, was confessor at the Altomünster monastery. – Rare issue from the monastery printing office at Thierhaupten founded by abbot B. Gaugenrieder in 1591, this press existed only until 1599 and about 40 printings are known. – The woodcuts with scenes from the life of Christ, the life of St Augustine and monastic life. – Fly-leaf removed. – Contemporary gilt stamped calf over wooden boards with 2 working clasps (cover material with small defect, scratched and scuffed). – See illustration.

Alte Drucke und alte Theologie

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TOLOMEI, C., De le lettere libri sette. Venedig, Bonelli, 1576. Mit Holzschnittkarte im Text. 8 nn., 287 num., 1 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (49) 300,-

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EDIT 16 CNCE 26363. – Vgl. Gamba 993. – Nicht im STC und bei Adams. – Spätere Ausgabe des Briefstellers, dessen Musterbriefe mitunter zu umfangreichen Essays ausufern. Wichtig für das Verständnis der Renaissance-Briefkultur. – Mit hs. Besitzvermerk auf Vorsatz und Titel, dieser am unteren Rand beschnitten (kein Textverlust), gebräunt und etw. fleckig.

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– Elucidarius carminum et historiarum. Vel vocabularius poeticus. Una cum vocabulis communibus Saracenorum in latinum translatis. Straßburg, R. Beck, 1516. 4°. 60 Bl. Mod. Pp. (54) 500,VD 16 T 1604. Ritter 2343. Schmidt IV, 23, 24. Muller 229, 29. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Die schöne Titelbordüre mit dem lüsternen Alten taucht in mehreren Straßburger Drucken auf. – Ganz leicht gebräunt.

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DAZU: DERS., Sermones hyemales. Auctoris vitam in fronte libri praefiximus. Ebda. 1570. Mit Druckermarke auf dem Titel. 16 Bl., 752 S. – Beiliegen der Catechismus Romanus in der bei Plantin 1572 erschienenen Ausgabe und der erste Bd. der Conciones de tempore et sanctis des Ludovicus Granatensis, Plantin-Moretus 1597.

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(TORRENTINUS, H.), Elucidarius carminum et historiarum. Vel vocabularius poeticus. Una cum vocabulis communibus Saracenorum in latinum translatis. Hagenau, H. Gran für J. Rynman, 1510. 4°. 60 Bl. Mod. Ldr. (54) 500,STC 865. VD 16 T 1596. Adams T 818. Benzing, Hagenau, 23, 100. – Noch frühe Ausgabe (EA 1498), in zahlr. Bearbeitungen und Übersetzungen bis ins 17. Jahrhundert erschienen. – „Der erste Versuch eines historischen Wörterbuchs“ (ADB II, 245). Behandelt neben lateinischen auch griechische und hebräische Begriffe. Besonders bemerkenswert sind das lateinisch-türkische Verzeichnis „Vocabula Saracenorum“ sowie der kurze Abschnitt „De oleribus & ge(m)mis“ am Schluß. – Torrentinus (eigentlich van der Beke), von seinen Zeitgenossen gerühmt, lehrte an der Schule der Brüder des gemeinsamen Lebens in Groningen (vgl. Bietenholz-D. III, 331). – Etw. fleckig.

VILLANI, M., Istorie. Che continua quelle di Giovanni suo fratello. Florenz, Giunta, 1581. 16 Bl., 560 S., 22 Bl. Spät. Pgt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (49) 300,STC 726. EDIT 16 CNCE 28497. Lozzi 1958. – Vgl. Gamba 1030. – Nachdruck der Ausgabe 1577. – Stellenw. stärker fleckig. – Exlibris.

VINCENTIUS (FERRER), Sermones de sanctis. Eisdem denuo summa cura per Damianum Diaz recognitis. Antwerpen, Ph. Nuyts, 1570. Mit Druckermarke auf dem Titel. 10 Bl., 580 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (1 Schließe fehlt, bestoßen, fleckig). (158) 250,Spätere Ausgabe, bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Vgl. LThK X, 630 f. – Der heilige Vincentius Ferrer (um 1350-1419) zählt zu den größten Bußpredigern des Mittelalters. – Titel mit altem Besitzvermerk, die beiden letzten Bl. der Tabula nach S. 578 verbunden, S. 480/81 verklebt, Schnitt fleckig und am Fuß gestempelt, wenige alte Marginalien und Unterstreichungen, gebräunt.

TORQUATUS, A., Weyssagung des hochberumbten Astrologi vo(n) verenderung der vornembsten Reich der gantzenn Welt. (Erfurt, M. Maler), 1535. 4°. 4 Bl. Mod. Umschlag. (69) 600,VD 16 T 1581. Von Hase 596 b. – Vgl. Zinner 1614 und 1615. Thorndike V, 179. Knappich 225. – Eine von drei deutschsprachigen Ausgaben von „De reversione Europae prognosticum“ aus dem Jahr 1535. – Titel mit altem Besitzvermerk in Tinte und Feuchtigkeitsspur, leicht fleckig. – Selten.

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– Ain wunderbarlich Büechlin und prophecej ... von den letsten zeitten und dem endt der welt, Newlich durch ain Gotseligen der Kirchen liebhaber, gaistlichem und weltlichem Standt zu ainer bösserung, verteütscht unnd in druckh geben. O. O., Dr. und J. (München, A. Schobser, 1540). 4°. 24 Bl. Ohne Einband. (50) 200,Erste Ausgabe dieser deutschen Übersetzung. – STC (Suppl.) 65 (dat. ca. 1545?). VD 16 (+ Abt. III App.) V 1210. – Vgl. LThK X, 630 f. – Zweite von drei bekannten deutschen Übersetzungen des „Mirabile Opusculum“ von Vincentius Ferrer. – Etw. fleckig, unbeschnitten.

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VITRUVIUS (POLLIO, M.), I dieci libri dell' architettura, tradotti et commentati da Monsig. D. Barbaro. Venedig, F. de' Franceschi, 1584. 4°. Mit breiter Titelbordüre, 2 gefalt. HolzschnittTafeln (in Pag.) und zahlr. Textholzschnitten. 4 Bl., 505 (recte 507) S. Beschäd. Ldr. d. Zt. (4) 800,STC 735. Adams V 918. EDIT 16 CNCE 28172. Fowler 413. Cicognara 720. Mortimer 549, Anm. Ebhardt 73, Anm. Riccardi I/2, 615. – Dritte Ausgabe der Übersetzung Barbaros. – „A reprint of the edition in Italian of Venice, 1567, with reworked plates. The woodcut border of the title page is the same as that used in the Venice 1565 quarto edition of Alberti“ (Fowler). – Die beiden Falttafeln in der Paginierung jeweils als eine Seite gezählt. – Titel mit Einriß, die erste Lage im Falz restauriert, Unterstreichungen und Marginalien mit Tinte, einzelne Tafeln knapp beschnitten, stellenw. leicht gebräunt und etw. fleckig. – Siehe Abbildung. Third edition of Barbaro's translation. – Title with tear, first quire restored at guard, underlinings and marginalia in ink, some plates closely trimmed, here and there slightly browned and a little soiled. – Contemporary damaged calf. – See illustration.

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Alte Drucke und alte Theologie

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VITRUVIUS POLLIO, M., Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem Bawen verteutscht durch D. Gualtherum H. Rivium (W. H. Ryff). Basel, S. Henricpetri, (1575). Fol. Mit Druckermarke am Ende und ca. 190 Textholzschnitten von G. Pencz, P. Flötner, V. Solis und H. Brosamer. 18 Bl. (letztes weiß), 681 S., 1 Bl. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rollenstempeln und intakten Schließen (minimale Altersspuren). (91) 8.000,-

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STC V 470. Benzing, Ryff, 188. Ebhardt 74. Ornamentstichslg. Berlin 1812. Fowler 412, Anm. Riccardi I/2, 616, 1/26. – Vgl. Kruft 187 und Abb. 34. – Vierte und letzte Ausgabe der Ryffschen Übersetzung (EA Nürnberg 1548). – Titel mit Besitzvermerk des Münchner Augustinerklosters von 1731, einzelne Bl. mit restaurierten Eckausrissen (kein Textverlust), ein Holzschnitt bis zum Bildrand beschnitten, am Beginn und Ende einzelne Kritzeleien, kleine Wurmspuren, stellenw. wasserrandig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

Zweite deutsche Ausgabe der Ryffschen Übersetzung (EA Nürnberg 1548). – VD 16 V 1766. Benzing, Ryff, 186. Ebhardt 73. Ornamentstichslg. Berlin 1811. Fowler 412. Riccardi I/2, 615, 1/22. – Vgl. Kruft 187 und Abb. 34. – Nicht im STC, bei Adams und Millard. – Das berühmteste Architekturbuch des Altertums behandelt neben der eigentlichen Baukunst auch Gegenstände der Technik, z. B. die sog. Eimerkunst, das „Tympanon“ (zur Wasserbeförderung), Getreidemühlen, Wasserorgel, Thermalquellen, Wagen zum Wegemessen, Sonnenuhren, bautechnische Hilfsmittel und Gefäße und Röhren zur Verstärkung der Schauspielerstimmen. – Nur stellenw. ganz unbedeutend fleckig, einige Randglossen in feiner roter Tintenschrift (Inhaltsangaben), insgesamt sehr schönes und dekorativ gebundenes Exemplar aus der Bibliothek Carl Heideloff (gestoch. Exlibris; Warnecke 792). – Siehe Abbildung Tafel 7. Second German edition of the translation by Ryff (first edition Nuremberg 1548). – Only here and there minor soiling, some marginal notes in fine red letters in ink (summaries), altogether very beautiful copy in a decorative binding from the library of Carl Heideloff (engraved exlibris; Warnecke 792). – Contemporary pigskin over wooden boards with roll-stamps and intact clasps (minor signs of wear). – See illustration on plate 7.

– Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem Bawen. Verteutscht durch G. H. Rivium. Jetzt aber an vilen Orten verbessert. Basel, S. Henricpetri, (1614). Fol. Mit Druckermarke am Ende und zahlr. tls. ganzseit. Textholzschnitten von G. Pencz, P. Flötner, V. Solis und H. Brosamer. 16 Bl., 613 S., 1 Bl. Pgt. unter Verwendung eines spätmittelalterlichen Manuskripts. (4) 1.500,-

Fourth and last edition of Ryff's translation (first edition Nuremberg 1548). – Title with ownership entry of the Munich Augustinian monastery of 1731, some leaves with restored corner tear-outs (not affecting text), one woodcut cropped up to plateline, a few scribblings at the beginning and the end, minor worming, here and there waterstained and browned. – Vellum by using a late medieval manuscript. – See illustration.

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VITRUVIUS POLLIO – POLENI, G., Exercitationes Vitruvianae. 3 Tle. in 1 Bd. Padua, Manfrè, 1739-41. Fol. Mit ganzseit. Textkupfer und 4 gestoch. Kopfvign. von A. Visentini sowie zahlr. (tls. ganzseit.) Textholzschnitten. 2 Bl., 360 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (49) 1.000,-

Alte Drucke und alte Theologie

Fowler 250: „An important early critical and bibliographical work.“ Riccardi I/2, 295, 28: „Bella edizione.“ Ebhardt 78. Cicognara 612. – Kaum fleckig. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.

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(ZACCHIA, L.), Lettere del gran Mahumeto imperadore de' turchi. Ridotte nella volgar lingua da Lodovico Dolce. Venedig, G. Giolito de' Ferrari, 1563. Mit Druckermarke auf dem Titel. 192 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig). (56) 600,Zweiter Druck der ersten italienischen Ausgabe. – STC 455 (unter Muhammad II.). EDIT 16 CNCE 26436. Bongi II, 163 Anm. Schefer 2570. Göllner 1047. Blackmer 955. – Fingierte Türkenbriefe des Johanniters Laudivio Zacchia Vezzanese, in zahlreichen Drucken in lateinischer Sprache seit 1472 verbreitet (vgl. Göllner 26). – Titel mit kleinen Fehlstellen (hinterlegt) und altem, hs. Besitzvermerk, leicht gebräunt, fleckig.

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KONVOLUT – 9 alte Drucke und Drucke klassischer Autoren in 9 Bdn. Rückgänge aus der Sammlung Kemp aus unserer Auktion 60. 15201721. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (71) 600,139 (Bonaventura, 1611), 145 (Camillo, 1552), 151 (Claudianus, 1602), 152 (Claudianus, 1650), 156 (Cyprianus, 1690), 172 (Epistola de non apostolicis quorundam moribus, 1520), 181 (Estienne, 1581), 262 (Manuzio, 1721) und 331 (Valla, 1543). – Altersspuren.

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Vergil, Opera, Venedig 1522 (Adams V 470). – Drei altkolor. Tafeln aus H. Weigels Trachtenbuch, Nürnberg 1577 (VD 16 W 1487). – Ein Blatt („Abentdantz“) aus Rüxners Turnierbuch (Simmern 1530; VD 16 R 3541). – Ein großer Holzschnitt aus H. Schäuffeleins „La danse des noces“ (um 1535; Hollstein 82). – Ein Blatt mit Textholzschnitt aus J. Adelphus, Barbarossa, Straßburg 1520/30 (Kristeller 177 oder 207). – Weiterhin ein großer Wappenholzschnitt (Löffelholz von Kolberg) und sechs meist kleinere Blätter. – Etw. gebräunt und stellenw. leicht fleckig, geringe Gebrauchsspuren.

BUCHHOLZSCHNITTE – PFINZING, M., Theuerdanck. 7 Textblätter mit 9 Holzschnitten (Bildgr.: ca. 15,5 x 13,5 cm) aus der 3. Ausgabe. Augsburg, H. Steiner, 1537. Blattgr.: Ca. 28 x 18,5 cm. Unter Passepartouts. (72) 300,VD 16 M 1652. – Blätter XXV, XXXVI-XXXVIII, XLI, XLII und LXV. – Ein Bl. mit kleinem, geklebten Einriß, etw. wasserrandig, leicht gebräunt.

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– SAMMLUNG von ca. 25 Blättern aus meist deutschen Drucken des 16. Jhdts. Verschied. Formate. Tls. unter Passepartout. (91) 600,Sechs Blätter mit je zwei ganzseitigen Textholzschnitten (Waffen und militärische Geräte) aus: Vegetius Renatus, De re militari (vier aus der Ausgabe Erfurt 1511; VD 16 V 465). – Sechs Blätter mit je einem großen Textholzschnitt aus:

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EINBLATTDRUCKE – „ALA MODO MONSIERS. Die Newe umbgekehrte Welt.“ Einblattdruck mit Kupferstich (ohne den beweglichen Teil) und dreispaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg? um 1630). Blattgr.: 35,2 x 27,2 cm. (104) 500,-

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Nr. 303 Paas P-1227. Harms I, 119. Coupe 10. – Ein für die Alamode-Thematik geradezu prototypisches Beispiel, „in dem die Gegenüberstellung der alten und neuen Mode anhand ihrer Vertreter geboten wird. Dabei versinnbildlicht ein als Bild- und Differenzachse fungierender, auf dem Kopf stehender Gaukler die umgestülpte Welt. Er spricht von seiner Freiheit, sich die Welt vorzustellen, wie er allein es für richtig halte und impliziert mit dem Spruch, 'unser sein zween', den er zum Stutzer hin richtet, dessen Komplizenschaft. Der 'Engeländischen' Begleiterin des Stutzers ist zwischen ihre Beine, unter einem klapparen Rock ein Affe gesetzt, der sein Hinterteil entblößt“ (J. Münkner, Eingreifen und Begreifen, Berlin 2008, S. 106, Anm. 183). – Zur zweifelhaften Angabe des Textautors „Caspar Uttenhovius“ vgl. bei Harms. – Es fehlt die bewegliche Rockschürze. – Tls. bis in die Einfassungslinie beschnitten, Falze stellenw. hinterlegt, rückseitig alte Notizen und Montagespuren, etw. knittrig, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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– AUGSBURG – CONFESSIO AUGUSTANA – „Triumphus Augustanae confessionis Jubilaeus primus ... Anno 1630 ... Das Erste Freuden- und Heilreiche Jubelfeste Augspurgischer Confession ... Im Jar Christi 1630“. Einblattdruck mit großem Kupferstich (30 x 37 cm) und vierspaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Augsburg 1630). Blattgr.: 44 x 37,9 cm. (50) 300,Jantz 3309. Drugulin II, 1846. Marsch 52 (S. 66). Paas P-1256. Harms IV, 167. – Das große, eindrucksvolle Flugblatt, zum einhundertjährigen Jahrestag der Augsburger Konfession erschienen, thematisiert Verteidigung und Triumph des evangelischen Glaubens in drastischer Weise. Marsch vermutet die Entstehung auf Grund bestimmter Bildinhalte allerdings erst nach dem Fest. – Linke obere Ecke mit großem restaurierten Ausriß (minimaler Darstellungsverlust), kleine Quetschfalte in der Bildmitte, linker Rand knapp beschnitten, aufgezogen, leicht fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– BAYRISCHER HIASL – „Transport des Matthias Klostermayrs, oder Bayerischen Hießels ... in das gemeinschaftliche Zuchthauß zu Buchloe ...“ Einblattdruck mit großer Radierung (21,9 x 37,8 cm) und typographischem Text. Augsburg, Rugendas, o. J. (1771?). Blattgr.: 28,8 x 43,7 cm. (50) 200,Drugulin 4901. Hayn, Vier neue Curiositäten-Bibliographieen, 25. – Sehr seltenes Einzelblatt mit der Ankunft des „Hiasl“ im Gefängnis von Buchloe, wo er bis Mitte Februar bleiben sollte, entstanden vielleicht unmittelbar unter dem Eindruck der Ereignisse um seine Verhaftung. – Der Verleger Johann Georg Lorenz Rugendas d. Ä. dürfte auch der Stecher der sehr detailreichen, im Figurenstil fast schon karikierenden Darstellung sein. – Partienweise laienhaft alt ankoloriert, mit einigen restaurierten Schäden auf dünnes Papier aufgezogen, mehrere kleine Wurmlöcher, berieben, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 86.

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– – Folge von 5 alt ankolor. Einblattdrucken (Kupferstichen) mit Episoden aus dem Leben des Räubers Matthias Klostermayer, genannt „Bayrischer Hiasl“. Augsburg, Will, o. J. (ca. 1771/75). Verschied. Querformate. (50) 500,Drugulin 4900. Hayn, Vier neue Curiositäten-Bibliographieen, 20 und 26: „Sehr selten!“ (tls. mit anderen Blättern). – Fünf Blätter einer unter dem Titel „Ausführliche Relation“ beim Augsburger Verleger Johann Martin Will um oder bald nach 1771 erschienenen Folge über die Untaten und die Verhaftung des Bayerischen Hiasl im Januar des Jahres 1771. Da die bei Hayn aufgeführten Blätter nur zum Teil mit unseren übereinstimmen, ist von einer größeren Serie auszugehen. In ihrem ganzen Umfang liegt diese Folge vielleicht in dem einzigen über den KVK nachweisbaren Exemplar vor (München, Bayerisches Nationalmuseum, mit zwölf Blättern). – Hier vorhanden: I. „Mat-

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thäus Klostermayer oder der so genannte Bayerische Hiesel.“ – II. „Verwegne That des Berüchtigen Bayrischen Hiesel nebst seinen Cammeraden, welche unweit Augspurg auf einem Dorf vormittag zwischen 9. und 10. Uhr den 14. Dezbr. 1770. Frevelhaffter Weiss in ein Haus eingefallen ...“ – III. „Die Gefangennehmung des Bayrischen Hiesel, samt 9 seiner Cameraden in Osterzell 12. Stund ober Augspurg d. 14. Ian. 1771.“ – IV. „Anrede des Bubens nach der Gefangennehmung an den Bayerischen Hiesel in Osterzell, den 14. Januarii früh zwischen 7. und 11. Uhr 1771“. – V. „Transport des Bayrischen Hiesel ... von Buchlo nach Dillingen ... den 13. 14. und 15. Hornung 1771.“ – Ein Bl. mit Ausriß am Rand des Textes (geringer Buchstabenverlust), knapp beschnitten, etw. knittrig, rückseitig Montagespuren, berieben, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 87.

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– BERUFE – FLASCHNER – NÜRNBERG – „Anfang der Flaschner Handwercks Zeichen Anno 1663.“ Einblattdruck (Kupferstich). O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1663-1734). Plattengr.: 22,2 x 35,2 cm. – „Fortsetzung der Flaschner Handwerks Zeichen von Anno 1663 bis 1767.“ Einblattdruck (Kupferstich). O. O. (Nürnberg), P. Küffner, 1727-1803. Plattengr.: 27,1 x 35,7 cm. – „Fortsetzung ... von Anno 1663 bis 1815“. Einblattdruck (Kupferstich von A. Meixner). O. O. und J. (Nürnberg 1768-1815). Plattengr.: 27,2 x 36 cm. (50) 300,Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 167 (alle drei Blätter). – Äußerst seltene, über den KVK nicht nachweisbare Stiche mit der Auflistung aller Nürnberger Flaschner-Meister von 1615 bis 1815. In jeweils vier Spalten angeordnete Listen mit dem Namen des Meisters, seinem Zeichen und dem Datum der Meistergerechtigkeit. Die Platten wurden offenbar mehrfach ergänzt, erkennbar an den unterschiedlichen Schriften, auf dem zweiten Blatt nennt sich der Stecher der Continuatio, Joseph Kellner, mit Datum 1767. Dies erklärt auch die Feststellung von Müller: „Auf einigen Abdrücken finden sich einige Zeichen mehr, als auf andern.“ – Interessant vor allem das ältere Blatt, auf dem einige Mitglieder der Familie Pachelbel verzeichnet sind, darunter Johann Pachelbel (1613-1677), der Vater des Komponisten, der Weinhändler (daher das Zeichen der Weintraube) und Flaschner gewesen ist (Eintrag unter der Jahreszahl 1639). – Ränder etw. fleckig und mit einzelnen Läsuren; leicht gebräunt. – Aus der Sammlung Hans Hopf (Rückseiten gestempelt).

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– BRAUNSCHWEIG – KARL V., RÖMISCHDEUTSCHER KAISER, Mandat des kaiserlichen Kammergerichts gegen den Landfriedensbruch des Schmalkaldischen Bundes. Einblattdruck mit großer Holzschnitt-Initiale. Speyer, 14. 7. 1542. Qu.-Fol. (33,5 x 41,7 cm). (65) 300,Seltener Einblattdruck, nicht bei Knaake, Kuczynski, in den Flugschriftensammlungen und bei Hinz, Brauschweigs Kampf um die Stadtfreiheit. – Gegen die Fürsten des Schmalkaldischen Bundes und die Stadt Braunschweig gerichtetes Mandat auf Grund von deren Anwerbung von Truppen nach Herzog Heinrichs Überfall auf die Städte Goslar und Braunschweig. – Auf dem vollen, unbeschnittenen Bogen, leichte Faltspuren.

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– CHRISTIANA DI SANTACROCE – FLORENZ – „Santa Christiana da Santa Croce“. Einblattdruck (Kupferstich) mit großer Darstellung in der Mitte (28,3 x 20,5 cm), umgeben von 18 kleinen Rundbildern und gestoch. Schrift von D. del Falcino nach S. Stradano. O. O., Dr. und J. (Florenz, ca. 1590). Blattgr.: 50 x 36 cm. (104) 600,Von großer Seltenheit, von uns nur ein Exemplar in der Biblioteca Marucelliana in Florenz nachweisbar. – Nicht bei Piazzi (Werkkatalog Falcino, Siena 1985). – Prachtvolle, der Großherzogin der Toskana, Christine von Lothringen (1565-1636, Großherzogin ab 1589) gewidmete Tafel mit Szenen aus dem Leben ihrer Namenspatronin. Das Blatt wurde im Auftrag des Augustiner-Eremiten Onorio Martini aus S. Croce di Valdarno nach einer Zeichnung des Scipione Stradano (eigentlich: van der Straet; 1536-1605) angefertigt. Über diesen Künstler weiß man fast nichts, er wird in den gängigen Lexika nicht erwähnt. Wahrscheinlich war er ein Bruder des Giovanni Stradano (Jan van der Straet; 1523-1605). Der Auftraggeber Martini hat 1593 eine Vita der Heiligen verfaßt. Eine zeitlich nahe Entstehung unseres Blattes zu dieser Schrift ist zu vermuten. – Das Blatt war offenbar schon im 18. Jahrhundert sehr selten. So wird in einer 1759 in Florenz erschienenen Vita der Heiligen berichtet, die Familie Menabuoi habe ein Exemplar in ihrem Besitz. Dieses wird dort als wichtige Bildquelle für die Wundertätigkeit der Heiligen ausführlich beschrieben: „Nella casa Menabuoi di Firenze è stata sempre tradizione, che essa discenda da S. Croce, e sia della famiglia della beata Cristiana. Quindi vi si conservava una tavola incisa in rame rappresentante il passaggio al Paradiso della Beata Cristiana, e le esequie celebratele nella Chiesa del suo Convento coll'assistenza delle dieci Monache morte innanzi a lei, e con gran concorso di popolo. Nel contorno sono diciotto circoli con inscrizione intorno a ciascheduno; e in questi circoli sono rappresentate le azioni e i miracoli della medesima

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Einzelblätter

Nr. 305

Beata, spiegati nelle dette inscrizioni ...“ (S. LXXXIV ff.). – Alt auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, bis an den Rand der Einfassung beschnitten, an der linken unteren Ecke ein wenig Verlust der Rahmenlinie, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

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EINBLATTDRUCKE – DAMIENS – „Monstre assassin du roy.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit großer Darstellung und gestoch. zweispaltigen Text. Augsburg, Steislinger, o. J. (1757). Blattgr.: 33,5 x 32,3 cm. (158) 200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Seltenes Flugblatt über Robert Damiens (1715-1757), der 1757 ein Attentat auf König Ludwig XV. von Frankreich verübt hatte. Die Darstellung zeigt Damiens von oben auf dem eisernen Folterbett. Monströs war nicht die Tat an sich, die den König nur leicht verletzte, sondern waren die folgenden Torturen bis zur Hinrichtung durch Vierteilung am 28. März 1757. – Nur wenige Exemplare nachweisbar (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, BSB München). – Ränder stellenw. mit hinterlegten Läsuren, faltig und leicht fleckig.

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– – „Vorstellung der verruchten That des Mörders Damien, so er an Ihro Königl. Maj. Ludwig dem XV. 1757. den 6ten Jenner begangen.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit drei Darstellungen und gestoch. Text. Augsburg, Will, o. J. (1757). Blattgr.: 20 x 32,3 cm. (158) 200,-

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Seltenes Flugblatt über das Attentat auf König Ludwig XV. von Frankreich durch Robert Damiens (1715-1757), der nach grausamen Folterungen am 28. März 1757 gevierteilt worden ist. Die drei Darstellungen zeigen die Attacke auf den König, den Gefangenen auf einem eisernen Bett sowie das Tatwerkzeug und die verschiedenen Stationen der Hinrichtung. – Bis an die Einfassung beschnitten, etw. knittrig, leicht wasserrandig und gebräunt.

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– DIENSTBOTEN – „Der Allamodischer Niemandt bin ich genandt. Allem Wahrlosen gesind gar wol bekandt.“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung und vierspaltigem gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (um 1650). Plattengr.: 25,2 x 32 cm. Unter Passepartout. (104) 600,Coupe 57. – Vgl. Harms IV, 10. Brückner 207 (seitenverkehrte Variante bei Fürst in Nürnberg). – „Das Thema des personifizierten Niemand, der als der sonst nicht faßbare Urheber vieler Mängel des Alltags gilt, wird hier relativ zurückhaltend mit der Kritik am Allamodewesen verbunden. Der Text ist ein Monolog des Niemand, der seine Unschuld beteuert. Bei jeder Unzulänglichkeit in einem Haushalt werde er zum Sündenbock gemacht, und er zählt auf, an welche Untugenden er hier bei Mägden, Knechten und Kindern denkt“ (Harms). – Sehr selten, ein weiteres Exemplar unserer Fassung ist nur im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg nachweisbar (Inv.-Nr. 19785/1293). – Nicht im VD 17. – Mehrere kleine, restaurierte Löcher mit geringem Buchstabenverlust, etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 83.

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Drugulin I, 2572. Hampe 282. Thieme-B. XXXIII, 431. – Sehr schönes und seltenes Blatt mit der Darstellung der Sorgen eines Hausherren nicht nur mit seinen Dienstboten, sondern auch der Frau, den Kindern und sogar dem Vieh, darunter eine gereimte Erklärung, schließend: „Es macht dem Mann viel Angst und Leyd, Und er verdirbt in kurtzer Zeit.“ – Über den KVK nicht nachweisbar, nicht im VD 17. – Ränder mit kleinen Läsuren, kleiner Einriß des Mittelfalzes hinterlegt, geringe Leimspuren im Text, rückseitig minimale Montagespuren. – Siehe Abbildung.

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verantwortlich gemacht. Dabei präsentiert der Verfasser seine Geschichtsdeutung als erwartungsgemäß eingetretene Prophezeiung, deren Ausgang im Scheitern der jesuitischen Intrigen ebenfalls schon vorausgesagt werden kann.“ – Knapp, tls. bis in die Bordüre beschnitten, mit einzelnen kleinen Löchern auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, leicht fleckig und gebräunt.

– – „Hierinnen mann befind daß recht loß Haussgesind.“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung von P. Troschel (32,5 x 20,3 cm) und dreispaltigem gestochenen Text. O. O. (Nürnberg), Fürst, o. J. (um 1650). Blattgr. 34 x 26 cm. (104) 500,-

– DREISSIGJÄHRIGER KRIEG – „KURTZER BERICHT der uhralten weissagung von dem jtzigen zustandt der gantzen werden Christenheit ...“ Einblattdruck mit Radierung (15,5 x 22,9 cm) und dreispaltigem typographischen Text. O. O. und Dr. 1620. Blattgr.: 35 x 24 cm. (104) 350,Drugulin II, 1432. Paas P-534. Harms II, 159. Jantz 3183. Niemetz 90: „Auch in dem Blatt 'Kurtzer Bericht' wird allein die Societas Jesu für den Kriegszustand in Böhmen

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– – TILLY – „Eigentliche Contrafactur, Wie Kön. May zu Schweden den alten Corporal Tyllen nach dem Aprill schicket, und was er ihm für eine Last zu tragen auffgesacket habe.“ Einblattdruck mit Kupferstich (15,5 x 22,3 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (1632). (50) 300,Seltene Druckvariante. – Drugulin II, 1989. Paas P-1715: „Anti-Catholic lampoon, in which Count Tilly is depicted as a vagabond April fool on his way to Rome to seek refuge there from the Swedes.“ – Paas führt vier Varianten an, davon eine datierte. Im VD 17 nur die häufigere Fassung mit Titelbeginn „Wie Königl. Mayst. zu Schweden ...“ (1:090819E). Unsere Fassung demgegenüber auch im Beschreibungstext geringfügig verändert, der Kupferstich mit schematischer Ansicht von Rom wohl von anderer Platte, ebenfalls andere Zierinitiale und Trennungsbordüre zwischen den Textspalten. – Gefaltet, ein Falz mit restauriertem Ausbruch (etw. Textverlust), gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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EINBLATTDRUCKE – DREISSIGJÄHRIGER KRIEG – TILLY – „Wie gewonnen, so zerronnen, Dieses hat gegenwärtiger armer keyserlicher Cavallier, Rittmeister Brigrant genandt ... auch mit grossen Schaden erfahren“. Einblattdruck mit Radierung (16,1 x 10,7 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (1631). (50) 300,Paas P-1466: „Anti-Catholic lampoon about the reversal of fortune for Tilly's soldiers“. – Spott auf die kaiserliche Armee nach der Niederlage gegen die Schweden bei Frankfurt an der Oder. – Paas führt sechs (!) Varianten an, die teils datiert sind. Die drei Fassungen im VD 17 nicht mit unserer identisch, ebenso abweichend (u. a. die Radierung seitenverkehrt) Harms II, 279. – Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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– „ERMANUNG FÜR DIE JUGEND.“ Einblattdruck mit 3 Reihen zu je 4 Holzschnitten nach B. Beham und typographischem Text. Basel, S. Apiarius, o. J. (um 1569). Blattgr.: 37,5 x 25 cm. (104) 1.200,Erste Ausgabe. – HKJL I, Nr. 484 (Abb.). Halle, Newe Zeitungen, 414: „Außerordentlich seltenes und interessantes Flugblatt.“ Brückner, Populäre Druckgraphik, S. 44 und Abb 45. Ecker 60. – In vier Reihen mit je vier Strophen und zwei darübergesetzten Versen angeordnete Bilderfolge. Eine „Warnung der Jugend vor dem Laster mittels Bild und Text. Mit den zwölf Bildern von Bettlern werden die Folgen der verschiedenen Laster vorgeführt, in den Versen darüber erklären die Figuren selbstkritisch die Ursachen für ihren Bettlerstatus. Der Reihe nach erscheinen ein ehemaliger

Alchimist, einer, der in der Jugend nichts gelernt hat, eine Buhlerin, einer, der seine Lehre abgebrochen hat, ein Buhler, eine faule und ungehorsame Magd, ein Spieler, eine Unehrenhafte, ein Prasser, ein Raufbold, ein Vielfraß und ein Bettler von Geburt. Die einzelnen Figuren sind durch eine Linie voneinander getrennt, die Landschaft zieht sich jedoch über alle vier Bilder des Holzstocks. Dem jugendlichen Leser wird empfohlen, sich der Armen und Bettler anzunehmen. Die Holzschnittmotive sind freie Kopien nach Barthel Behams Holzschnitt der Zwölf Vaganten.“ (HKJL). – Wie alle bekannt gewordenen Exemplare (es dürften kaum mehr als fünf sein, darunter eines im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, ein weiteres wurde in unserer Auktion 34 verkauft) auf die Rückseite eines Korrekturbogens gedruckt. Dessen Text stammt von den Kapiteln „Das Testament Isaschar“ und „Das Testament Jude“, aus „Testament und Abschrift der zwölf Propheten“, erschienen 1569 in Basel (VD 16 T 584, der Drucker unbekannt; dieser dürfte allerdings mit dem Drucker unseres Flugblattes identisch sein, während die Datierung des Buches wiederum einen Anhaltspunkt zur Datierung des Flugblattes gibt). Die Zweitverwendung für Korrekturbögen, die große Seltenheit und die Tatsache, daß es sich bei den bekannten Exemplaren fast nur um Makulaturblätter handelt, lassen allein den Schluß zu, daß dieses Flugblatt nach dem Druck mit einem Verkaufsverbot belegt und die Auflage bis auf wenige Exemplare vernichtet worden ist, aus welchen Gründen auch immer. Reske (S. 85) erwähnt jedenfalls, daß Samuel Apiarius seine „Neuen Zeitungen“ der 1580er Jahre gewöhnlich unter fingierter Adresse oder anonym erschienen ließ – er hatte offenbar schlechte Erfahrungen gemacht. – Rechter Rand beschnitten, es fehlen ca. 2,5 cm von Bild und Text, ein ca. 6 cm langer hinterlegter Einriß, entlang des rechten Rands einzelne kleine Löcher mit wenig Darstellungsverlust, etw. leimfleckig (Makulatur) und leicht gebräunt, kleine Randläsuren. – Siehe Abbildung.

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Nr. 315

Nr. 316

– FEUERWEHR – MÄLZEL – „Erstickungs Wehre Erfunden und ausgeführt von Johann Maelzel“. Einblattdruck (Kupferstich). O. O., Dr. und J. (Wien, Hofdruckerei, 1814). Blattgr.: 37,2 x 46,5 cm. (50) 250,-

Erkenntnis Gottes dienen solle. In der Mitte ein Reichsapfel (Symbol irdischer Macht?), davor die Philosophen Heraklit und Demokrit. – Ein ähnliches Nürnberger Blatt verzeichnet Drugulin (I, 762) mit Stechersignatur G. Scherer, datiert um 1660. – Nicht im VD 17, von uns kein weiteres Exemplar nachweisbar. – Bis an die Einfassung beschnitten, rechte obere Ecke mit großem, restaurierten Eckabriß (hs. ergänzt, Verlust von Schraffur und den letzten beiden Wörtern des Titels). – Siehe Abbildung.

Sehr seltener Kupferstich, der eine kaum bekannte Erfindung Mälzels dokumentiert: Ein Apparat, der Frischluft, ähnlich wie bei einem Taucher, über Schläuche in eine Beatmungsmaske preßt, ermöglicht es Feuerwehrleuten, die Brandbekämpfung auch in unbelüfteten Räumen wie Kellern vorzunehmen. Die Erfindung sollte in dem vorliegenden Kupferstich wohl noch vor der Reihenproduktion des Apparats bekannt gemacht werden, hat aber offenbar weder Verbreitung noch Wirkung erlangt, vielleicht aufgrund technischer Unzulänglichkeit. Erfolge feierte Mälzel zu dieser Zeit mit seinen Musikautomaten und in der Zusammenarbeit mit Beethoven. – Zu diesem Kupferstich sind auch ein typographisches Erklärungs- und ein Titelblatt erschienen („Beschreibung der von Johann Melzel erfundenen Erstickungs-Wehre“); in dieser Form über den KVK in einem Exemplar in der ÖNB in Wien nachweisbar. – Ränder mit minimalen Läsuren, Faltspuren, gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– FÜNF SINNE – „ANBILDUNG der Aeusserlichen fünf Sinnen, die sich an dem (Menschen befinden).“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung und zweispaltigem gestochenen Text. O. O. (Nürnberg), Fürst, o. J. (ca. 1630). Blattgr.: 31,4 x 38,2 cm. (61) 300,Hampe 229. – Überaus seltenes, prachtvolles Blatt in kräftigem Abdruck. – Die Sinne, dargestellt anhand von Liebespaaren unterschiedlichen Alters, mit der moralischen Deutung im Text, daß die Sinneswahrnehmung letztlich der

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– GRAZ – „Abbildung der Vornehmen Vestung und Statt Graetz in der Steyermarckt. 1667.“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung (24,5 x 37,6 cm) und gestoch. zweispaltigen Text. O. O. (Nürnberg), Fürst, (1667). Blattgr.: 29,6 x 38,2 cm. (104) 400,Hampe 165. Drugulin I, 59. – Nicht bei Fauser und im VD 17. – Leicht veränderter Nachstich der Grazansicht in Vogelperspektive aus der Österreich-Topographie von Matthäus Merian, wobei eine ältere Platte mit neuer Titelei versehen worden ist (deutlicher Unterschied in der Abdruckstärke). – Knapp, rechts auch bis in die Darstellung beschnitten, stellenw. hinterlegt, etw. knittrig, leicht gebräunt und fleckig. – Selten.

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– GRÖNLÄNDER IN NÜRNBERG – „Die ohnlängst in Nürnberg befindlichen und nach der Natur abgezeichneten Bildnüße, der aus der Straße David in Grönländischen Familie ...“ Einblattdruck mit Kupferstich von J. O. Berndt und zweispaltigem typographischen Text. Nürnberg, Berndt, o. J. (um 1770). Blattgr.: 38 x 28,2 cm. (50) 150,-

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Seltener, großformatiger Erlaß mit der ausführlichen Begründung der Verhängung der Reichsacht über Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen, der den unter Reichsacht stehenden Ritter von Grumbach unterstützt und an seinen Hof geholt hatte. – Auf dem vollen, unbeschnittenen Bogen, Falze mit kleinen Einrissen und leicht gebräunt.

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Überaus seltenes und ungewöhnliches Blatt mit der Beschreibung der legendären, nach biblischem Zeugnis von Kain gegründeten Stadt Henoch. In der Mitte eine große Ansicht (26,4 x 15,2 cm) mit der Errichtung der Stadtmauern im Hintergrund, im Vordergrund die Familie Kains bei Ackerbau und Viehzucht inmitten zahlreicher Tiere, darunter Elefanten und Löwen. Auf den vier kleinen Seitentafeln (je 13 x 8,5 cm) dazu die Abbildung einer Kürbispflanze („Pepones“), des weißen Falken, mehrerer Meerestiere (darunter Seehund, Delphin und Meerfloh) sowie eines Kranichs. An den Rändern je eine Textspalte mit der Beschreibung der Stadt in acht zwölfzeiligen Strophen. – Der Stil der Stadtansicht ist nahe verwandt mit den Illustrationen des Prager Kupferstechers Johann Hiller (nachweisbar 1716-1746, vgl. Dlabacz, Allgemeines Künstlerlexikon für Böhmen, Bd. I, 1815, S. 628-31), der auch die Illustrationen zu Myllers „Peregrinus in Jerusalem“ angefertigt hat. Darin finden sich neben einigen Stadtansichten auch botanische und zoologische Darstellungen. So zeigt die Tafel „La Ragna, die Meer-Spinne“ einige der auf unserem Blatt dargestellten Meerestiere in exakt derselben Weise. Hiller hat seine Illustrationen also offensichtlich für den vorliegenden Einblattdruck zweitverwendet. Dafür spricht auch die unterschiedliche Abnutzung der Platten: Während die Mitteltafel tiefschwarz und kräftig ist, wirken die kleinen Bilder sämtlich etwas blaß. – Wohl alt auf festes Papier aufgezogen und fast bis an die Plattenränder beschnitten, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 93.

Nr. 317 Drugulin II, 4201: „Das Ganze war ein Schwindel.“ Halle, Newe Zeitungen, 1807 (datieren beide fälschlich 1736). – Berichtet im Titel von einer angeblich grönländischen Familie, die sich in Nürnberg aufgehalten hat. Der Erklärungstext darunter mit Informationen über das Land, seine Bewohner und den Walfang. Der sehr schöne Stich im Rocaille-Rahmen (Datierungskriterium) zeigt das „Grönländer“-Paar vor seiner Behausung in einer Phantasielandschaft. – Auf größeres Papier aufgezogen, vereinzelt wenig fleckig.

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– – „Strasse-Davit-Familiae.“ Einblattdruck (Kupferstich) von J. O. Berndt. Nürnberg o. J. (um 1770). Plattengr.: 17,4 x 24 cm. (50) 300,Drugulin II, 4200: „Das Ganze war ein Schwindel“ (verzeichnet unter 1736). – Sehr schöner Stich mit dem angeblichen Grönländer-Ehepaar von phantastischem Alter, das 1768 in Nürnberg gewesen sein soll. Hier die beiden frontal vor ihrer Wohnhöhle in weiter Seelandschaft wiedergegeben, links vorne ein Seehund, im Hintergrund ein Segelschiff und ein Wal. – Kein weiteres Exemplar nachweisbar. – Breitrandig, gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– GRUMBACHSCHE HÄNDEL – MAXIMILIAN II., RÖMISCH-DEUTSCHER KAISER, Mandat der Verhängung der Reichsacht über Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen. Einblattdruck aus zwei mont. Blättern mit großer Holzschnitt-Initiale. Wien 12. 12. 1566. 76,3 x 59,4 cm. (65) 300,-

– „HANOCH, die Erste Statt der Welt.“ Einblattdruck mit 5 Kupferstichen und zwei typographischen Textspalten. O. O., Dr. und J. (Prag, J. Hiller, um 1730?). Blattgr.: 27,1 x 49,3 cm. (104) 300,-

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– JESUITEN – „INSIGNIA IESUITARUM. das ist, Aller Jesuiten oder Esauiten rechtes, eigentliches und Natürliches, mit Schildt und Helm geziertes Wapen ...“ Einblattdruck mit Kupferstich (13,6 x 22,4 cm) und dreispaltigem typographischen Text. O. O. und Dr. 1620. 36,5 x 26,2 cm. (50) 400,Harms II, 158. Niemetz 79 und 232 (mit zahlr. weiteren Nachweisen): „Geballte Anklage jesuitischer Allmachtsbestrebungen. Die Wappensatire zeigt die Societas Jesu inzwischen im Zentrum der römischen Hierarchie, während der Papst und ein Kardinal nur noch 'deß Wappens Spießgeselln' sind. In der Mitte der Graphik baut sich nun ein Wappen aus zahlreichen Kriegsgeräten auf, wodurch die Programmatik des Jesuitenordens zum Ausdruck gebracht werden soll.“ – Linker Rand und ein Eckabriß hinterlegt, bis auf einen schmalen Rand um die Bordüre beschnitten, wenig gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 94.

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Stadtansicht mit den Festungsanlagen, unten ein Plan. – Zum Frankfurter Kupferstecher und Verleger Peter Fehr (1681-1740), der auch das Krönungsdiarium Kaiser Karls VI. (1711) und Lersners Stadtchronik (1734) illustriert hat, siehe AKL XXXVII, 495. – Von uns kein weiteres Exemplar nachweisbar. – Stellenw. in Rot alt ankolor., bis an die Einfassungslinie beschnitten, etw. knittrig, rückseitig Bibliotheksetikett, etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 94.

Unbekannter Drucker 326

EINBLATTDRUCKE – „JHESUS SYRACH. Das X. Capitel.“ Einblattdruck mit HolzschnittInitiale. Nürnberg, D. Rasch, 1559. Blattgr.: 23,4 x 13,7 cm. (50) 300,Einziges bekanntes Exemplar, bibliographisch von uns nicht nachweisbar. Auch für den Drucker, dessen Impressum mit „Daniel Rasch. Schrifftgiesser zu Nürmberg“ angegeben ist, konnte kein Nachweis gefunden werden. Wahrscheinlich ist er ein Verwandter des in Frankfurt am Main 1559-63 tätigen Johann Rasch (vgl. Reske 231). Daniel Rasch hat offenbar vergeblich versucht, als Drucker in Nürnberg Fuß zu fassen. Das in einer besonders schönen Type meisterlich gesetzte Flugblatt wird vielleicht eine Probe seines Könnens gewesen sein. Es enthält eine Warnung vor der Hoffart, ausgehend vom zehnten Kapitel des Ecclesiasticus. – Gebräunt und fleckig.

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– JUDEN – FRANKFURT AM MAIN – „Vorstellung der gäntzlich ab gebranden Iuden gaß zu Franckfurt am Mäyn, welches geschehen Mittwochen den 14ten Januarij Abends zwischen 8 und 9 Uhr 1711.“ Einblattdruck (Radierung mit Plan und kleiner Stadtansicht). O. O. (Frankfurt), Fehr, o. J. (1711). Blattgr.: 28,2 x 24,1 cm. (104) 250,Nicht bei Drugulin, im Kat. Halle, bei Fauser etc. – Sehr seltenes Dokument zur Frankfurter Stadtgeschichte mit der Darstellung des sogenannten „Großen Judenbrands“ im Jahre 1711, neben dem acht Jahre späteren „Großen Christenbrand“ einer der schlimmsten Brandkatastrophen, die die Stadt je heimgesucht hat. – Oben eine panoramaartige

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– KARIKATUREN – Die zwölf Töchter des Herrn Schmidt („Herr Schmidt! Wir haben eine Bitt“). Einblattdruck (altkolor. Kupferstich). Nürnberg, Renner, o. J. (ca. 1830). Blattgr.: 35,8 x 30,6 cm. (50) 200,Reizvolles Blatt zu dem beliebten Tanzlied „Herr Schmidt, Herr Schmidt, was kriegt die Jule mit?“ In der Mitte ein Rundbild mit dem Ballsaal, wo der Vater, Herr Schmidt, von Freiern in meist studentischer Kleidung umringt ist. Außen zwölf Hochovale mit den Töchtern und einem Vers über die jeweilige Mitgift. – Mit Plattennr. 265. – Der Nürnberger Verleger Georg Nikolaus Renner firmierte unter der Adresse „G. N. Renners Kunsthandlung“ von 1826-35 (vgl. Brückner 226), danach unsere Datierung. – Sehr selten. – Knick- und Faltspuren, leicht gebräunt und fleckig.

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– – BISMARCK – „Le Grand Ôgre allemand.“ Einblattdruck (altkolor. Lithogr.) mit lithogr. Text. Epinal, Pinot und Sagaire, o. J. (um 1870). Blattgr.: 40,7 x 27,9 cm. (50) 200,Bismarck als Ungeheuer, die gekrönten Häupter Europas verschlingend. Karikatur der „Imagerie“ von Epinal aus der Zeit um den deutsch-französischen Krieg 1870/71. – Auf Trägerpapier aufgelegt, etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 82.

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Holländer, Die Karikatur und Satire in der Medizin, 1921, S. 175-187. Weber, Tableau de la caricature médicale, 1936, S. 116-119. – Skurriles Flugblatt, das die verbreitete Cholera-Angst und die damit zusammenhängenden Heilmethoden der Volksmedizin verspottet. Ein Händler in Gestalt eines Affen weist auf eine Nußschale mit der Aufschrift „Cholera“. Der Schutz vor der Cholera ist die Nuß, die es zu knacken gilt. Dazu bietet der Händler Metallplatten an, „wie ein Teller gross, auf die Herzgrube gelegt und brav Pfefferminz genossen, dann, ihr lieben Leutchen, hat's keine Gefahr!“ Die Behandlung der Cholera durch Pfefferminztee in Verbindung mit dem sogenannten „Carlisleschen Instrument“, einer speziell geformten Metallplatte, war in der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet und natürlich weitgehend wirkungslos. – Kräftiges, sauberes Kolorit. – Selten, über den KVK nur ein Exemplar in der Wellcome Library nachweisbar, ein weiteres besitzt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. – Breite Ränder leicht fleckig, Ecken mit Einstichspuren. – Siehe Abbildung Tafel 10.

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populären Gedicht (unter der Darstellung abgedruckt), das den Tagesablauf des Tabakschnupfers beschreibt. – Mit Plattennr. 312. Der Stecher und Entwerfer war Hans Geuder (1814-1842). – Der Nürnberger Verleger Georg Nikolaus Renner firmierte unter der Adresse „G. N. Renner & Schuster“ von 1835-37 (vgl. Brückner 226), danach unsere Datierung. – Sehr selten. – Leichte Knick- und Faltspuren, etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 10.

– – MEDIZIN – „Der Praeservativ-Mann gegen die Cholera“. Einblattdruck (Radierung) mit altkolor. großer Darstellung (ca. 19,5 x 17 cm) und gestoch. Schrift. O. O., Dr. und J. (Nürnberg? um 1840). Blattgr.: 31,3 x 22,2 cm. (50) 250,-

– – TABAKSCHNUPFER – „Welch eine Wonne wenn man frühe, ein gutes Prieschen zu sich nimmt.“ Einblattdruck (altkolor. Kupferstich von H. Geuder) mit zweispaltigem gestoch. Text. Nürnberg, Renner und Schuster, o. J. (ca. 1836). Plattengr.: 32,9 x 27,4 cm. (50) 200,Stehender alter Mann in antiquierter Kleidung und in ebensolchem Ambiente, geradezu bösartig karikiert, bedient sich aus einer großen Schnupftabakdose. Illustration zu einem

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– KOALITIONSKRIEGE – „ABBILDUNG der am Rheinstrom passirten französischen Armée 1797“. Einblattdruck (Radierung mit großer altkolor. Darstellung und gestoch. Text). Wien, Löschenkohl, o. J. (1797). Blattgr.: 32,5 x 37,7 cm. (104) 1.000,Nicht bei Witzmann, Löschenkohl, und im Katalog des Historischen Museums der Stadt Wien, Ausstellung „Hieronymus Löschenkohl“, Wien 1959. – Einziges von uns nachweisbares Exemplar. – Darstellung der verschiedenen Ränge der französischen Armee mit leicht karikierenden Zügen anläßlich der Besetzung der linksrheinischen Gebiete durch die Franzosen am Ende des Ersten Koalitionskriegs. – Löschenkohl (1753-1807) war der führende „Bildberichterstatter“ seiner Zeit in Wien, der versuchte, vom ständigen Hunger nach den neuesten Nachrichten durch die Produktion einer Fülle von Blättern zu profitieren: „Heute langt die Nachricht von einer Schlacht an; morgen liefert Löschenkohl sie gestochen ... Die meisten solchen Bilder wurden verschlungen“ (der Schriftsteller Franz Gräffer, zitiert nach: Das 18. Jahrhundert und Österreich, Bd. 13, S. 111f.). – Einzelne restaurierte und hinterlegte Randschäden, etw. angeschmutzt und berieben. – Siehe Abbildung Tafel 10.

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EINBLATTDRUCKE – KOMETEN – FRANKFURT AN DER ODER – „Warhaffte Contrafactur. Eines newen Wunderzeichens, so den 18. Aprilis An. 1631. zu Franckfurt an der Oder von Menniglich gesehen worden.“ Einblattdruck mit Radierung (11,8 x 18,3 cm). O. O., Dr. und J. (Frankfurt an der Oder? 1631). 33,5 x 20,5 cm. (50) 600,-

nach der Schrift des Greifswalder Mathematikprofessors David Herlitz erschienen, die ebenfalls der Lübecker Verleger und Drucker Hans Witte gedruckt hat. Auf diese Schrift wird im Erklärungstext gleich zweimal verwiesen. Das Blatt ist offensichtlich nicht vorrangig zu Informations-, sondern vor allem zu Werbezwecken produziert worden (der Text vielleicht ebenfalls von Herlitz verfaßt). Witte ging dabei so vor, wie die Werbestrategen des Buchhandels bis heute arbeiten: Einiges andeuten, das Interesse wecken, und wenn der Leser es dann konkret wissen will, auf das eigentliche Produkt verweisen. – Der große, im Text erklärte Holzschnitt zeigt den Durchgang des Komten durch die figürlich dargestellten Sternbilder (wahrscheinlich auch für die Abhandlung von Herlitz geschaffen). – VD 17 (29:720107N) nennt unter übereinstimmendem Titel als Drucker Hans Meyer. Da Meyer erst ab 1640 mit eigener Offizin in Lübeck tätig war (Reske 568), ist dies nur so zu erklären, daß er das Flugblatt Wittes reproduziert hat. – Faltspuren, mehrere kleine Randeinrisse, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Bibliographisch und über den KVK von uns nicht nachweisbar, nicht im VD 17. – Einblattdruck von größter Seltenheit, wohl einziges Exemplar. – Berichtet von dem zu dieser Zeit mehrfach beschriebenen Phänomen der „Nebensonnen“, die in der Regel Unheil verkündeten. In diesem Fall wurde die Beobachtung von zwei Nebensonnen, Regenbögen und Rauchwolken unmittelbar nach der Eroberung der Stadt Frankfurt an der Oder durch die Schweden gemacht. Wahrscheinlich wurde das Flugblatt in der besetzten Stadt gedruckt und verbreitet, daher auch ohne Nennung des Verlegers. Die Erscheinung wird als Zeichen und Warnung Gottes interpretiert: die Menschen sollten Buße tun, um das Unheil doch noch abzuwenden. – In der linken unteren Ecke der Radierung ein kleines Zeichen, dem Planetensymbol des Saturn ähnlich. – Ränder etw. brüchig und mit einzelnen Hinterlegungen, untere rechte Ecke gestaucht, etw. wasserrandig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– – HERLITZ – „Von dem Cometen oder geschwentzten newen Stern, welcher sich im September dieses 1607. Jahrs hat sehen lassen.“ Einblattdruck mit großem Holzschnitt (16,1 x 35,3 cm) und zweispaltigem typographischen Text. Lübeck, Witte, o. J. (1607). Blattgr.: 31 x 36,8 cm. (50) 500,Brüning 695. – Nicht bei Drugulin, im Kat. Halle, bei Harms, Zinner etc. – Sehr seltenes Flugblatt über den im September 1607 zu beobachtenden Kometen, wohl kurz

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– – LAIBACH – „Warhaffter und glaubwürdiger Bericht, eines erschrecklichen Wunderzeichen, so sich den 28. Januari dieses 1664. Jahrs, früe um 8. Uhr, an der Sonnen erzeiget, und in dem Fürstentum Crain bey Ober-Laybach zum H. Creutz, von sechs PP. Capucin. neben ihrem Provincial ist gesehen worden ...“ Einblattdruck mit Radierung (15,5 x 18 cm). Nürnberg, Fürst, (1664). Blattgr.: 37,3 x 29,3 cm. (50) 400,Hampe 116. Drugulin II, 2600. Halle, Newe Zeitungen, 1292 – Vgl. Harms I, 197. – Wohl spätere Druckvariante, nicht identisch mit der von Harms beschriebenen Fassung, der auch VD 17 23:676345Z entspricht (unsere Variante nicht im VD 17). Die Titelzeilen und der zweispaltige Beschreibungstext wurden in Teilen neu gesetzt, weswegen die senkrechte Trennungsbordüre zwischen den Spalten nun nicht mehr die Höhe des Textspiegels erreicht. – Eine

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Sonnenfinsternis, dargestellt in Form einer die Sonne von links oben überlagernden Mondsichel. Die linke Seite der Radierung zeigt die Kapuzinermönche bei der Beobachtung in weiter Landschaft, die rechte fünf verschiedene Visionen, die in der verbleibenden Sonnenscheibe gesehen worden seien (Kriegsvorahnungen). – Vollständig hinterlegt mit Falzeinriß, kleiner Wumspur in der Darstellung und geringem Randausbruch in der rechten unteren Bordüre (jeweils wenig Darstellungsverlust), Faltspuren, tls. bis in die Bordüre beschnitten, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Blattgröße weiter reduzieren zu können. – Mit Einriß am oberen Rand auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen (dieses mit Sammlerstempel „Hans Hopf“), seitliche Ränder knapp beschnitten, gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– – NÜRNBERG – „Abbildung und Beschreibung deß wunderwürdigen unvergleichlichen Cometen. 1680. Der erstmals zu Anfang des Wintermonats vor Aufgang der Sonnen erschienen, und anjetzt nach derselben Untergang sich entsetzlich sehen lässet.“ Einblattdruck mit großer Radierung (Stadtansicht von Nürnberg, 14,8 x 23,5 cm) und typographischer Betitelung. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Schollenberger, 1680). Blattgr.: 19 x 24,3 cm. (50) 400,Unbekannte Variante. – Vgl. Drugulin II, 3026. Halle, Newe Zeitungen, 5160. Brüning 1300. VD 17 1:620915V (alle in der Fassung mit zweispaltigem Erklärungstext). – Auf die Titelzeilen und den Kupferstich reduzierte Variante des von Schollenberger publizierten Flugblattes anläßlich der Erscheinung und Beobachtung eines großen Kometen im Dezember 1680 über Nürnberg. Daß es sich tatsächlich um eine (nachfolgende) Druckvariante handelt und nicht nur um den Kopf des ursprünglichen Blattes, wird anhand der Einfügung der Jahreszahl 1680 in ganz anderer Type zwischen die dritte und die vierte Titelzeile deutlich. Da in diesem „Handzettel-Format“ das datierte Impressum am Fuß weggefallen war, mußte das Jahr nachträglich eingefügt werden. Zudem ist der typographische Titel in den oberen Bereich des Kupferstichs eingedruckt worden, wohl um die

– – – „Astronomische Abbildung des dermals bei uns sichtbaren Cometen den 30ten August um 1. U. 20 m. Vormittag zu Nürnberg. A° 1769. entworfen von J. C. H. Phil. Astron.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit gestoch. Beitext von Chr. D. Henning. Nürnberg (1769). 17 x 18 cm, Blattgr.: 20,2 x 25,4 cm. (50) 200,Sehr seltener Einblattdruck zur Kometenbeobachtung des Jahres 1769 in Nürnberg, gestochen und publiziert von Christoph Daniel Henning (1734-1803), einem Nürnberger Kupferstecher und Verleger. Der Name des Inventors ist als Johann Conrad Heppe (1745-1806) aufzulösen, ein Nürnberger Uhrmacher, der sich hier als Dilettanten-Astronom bezeichnete und betätigte. Die Darstellung zeigt den Kometendurchgang durch das Sternbild des Stiers. – Nur ein Exemplar in der HAB Wolfenbüttel nachweisbar. – Ränder etw. fleckig, rückseitig Stempel der Norica-Sammlung Hans Hopf. – Siehe Abbildung.

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– – – „Des Neüen Wunder großen Comet Sterns, Von West west-Süd gegen Nordost eigner Lauff Sambt der gegend und beschaffenheit des Observatorij in der Pastey auf der Vösten in Nürnberg observirt und vor augen gestelt ...“ Einblattdruck mit großer Radierung von J. J. von Sandrart (Observatorium auf der Nürnberger Burg, 19 x 26,7 cm) mit gestoch. Betitelung. O. O. (Nürnberg), Sandrart, o. J. (1681). Blattgr.: 25,4 x 28 cm. (50) 400,-

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Drugulin II, 3022. Halle, Newe Zeitungen, 1415. VD 17 12:667836D. – Nicht bei Brüning. – Ursprünglich ohne Begleittext publizierte Darstellung der Beobachtung des großen Kometen von 1680 von der Eimmartschen Sternwarte auf der Nürnberger Burg aus (im Vordergrund ist der große hölzerne Doppelquadrant zu sehen, den Eimmart konstruiert hatte, vgl. G. Wolfschmidt, Astronomie in Nürnberg, Hamburg 2010, S. 97). – Der Text oberhalb der Radierung mit Beobachtungsdaten und ohne die üblichen Unheilsdeutungen und Aufforderungen zur moralischen Besserung. Die schöne Radierung in einem kräftigen, klaren Abzug und mit der Stechersignatur, offensichtlich ein früherer Zustand als in der Zweitverwendung mit angehängtem typographischen Text (siehe die folgende Nummer). Das Blatt ist ein bedeutendes Dokument der in dieser Zeit auch die Einblattdrucke verändernden Haltung zur Kometenbeobachtung, die sich allmählich von Aberglauben und Unheilsprophetie abwandte und die Erscheinungen naturwissenschaftlich zu erfassen begann. Daher steht hier auch die Darstellung der Sternwarte mit zahlreichen Beobachtern im Vordergrund. – Oberer Rand mit kleinen Einrissen, Mittelfalz mit minimalen Papierdurchbrüchen hinterlegt, Ecken rückseitig mit Montagespuren, links unten mit Loch (außerhalb des Plattenrands), leicht angestaubt, wenig fleckig. – Verso mit kleinem Rundstempel der Stockholmer Sammlung Christian Hammer (Lugt 1237). – Siehe Abbildung Seite 98.

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– – – „Deß Neuen Wunder-großen Comet-Sterns, Von West west-Sud gegen Nord-Ost eigner Lauff, samt der Gegend und Beschaffenheit deß Observatorii in der Pastey auf der Vösten in Nürnberg observirt und vor Augen gestellet ...“ Einblattdruck mit großer Radierung von J. J. von Sandrart (Observatorium auf der Nürnberger Burg, 19 x 26,3 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Sandrart, 1681). Blattgr.: 36,3 x 28 cm. (50) 400,Vgl. Drugulin II, 3022. Halle, Newe Zeitungen, 1415. VD 17 12:667836D. – Nicht bei Brüning. – Sehr seltene Druckvariante (Titel von Drugulin, im VD 17 und gegenüber unserer vorigen Nummer leicht abweichend und typographisch gesetzt, nicht gestochen) ohne Signatur des Stechers und Verlegers Johann Jakob von Sandrart. – Beobachtung des großen Kometen von 1680 von der Eimmartschen Sternwarte auf der Nürnberger Burg aus; im Vordergrund ist der große hölzerne Doppelquadrant zu sehen, den Eimmart konstruiert hatte (vgl. G. Wolfschmidt, Astronomie in Nürnberg, Hamburg 2010, S. 97; der vorliegende Einblattdruck in übereinstimmender Betitelung hier als bedeutende Bildquelle zur Kenntnis des Observatoriums in Anm. 173 zitiert). – Im Gegensatz zu der naturwissen-

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derrahmen plastisch hervortretende Rahmenbordüre verwandelt das Flugblatt, das als Medium in erster Linie der Information diente, nun zum dekorativen Schauobjekt und Erinnerungsstück. Der visionäre Schrecken früherer Zeiten wird von einer beschaulichen Nachtstimmung abgelöst. Nach der 1759 erfolgten Bestätigung der von Halley vorhergesagten Periodizität war der letzte Rest des Glaubens an Kometen als Himmelszeichen ohnehin verloren gegangen. Lichtenberg parodierte die Angst vor Kometen 1778 gar als Aprilscherz (Brüning 1838), allerdings fürchteten sich die Menschen nun vor allem vor Kollisionen von Kometen mit der Erde, nachdem zahlreiche bislang unbekannte Kometen entdeckt worden waren. – Guter, kräftiger Druck. – Bis an die Einfassungslinie beschnitten und auf überstehendes Trägerpapier mont. – Siehe Abbildung Seite 100.

schaftlichen Beobachtung, wie sie die Radierung darstellt, der in der Druckvariante hinzugefügte Begleittext mit den üblichen Unheilsdeutungen und der Aufforderung zur moralischen Besserung (Textbeginn: „Erstaune MenschenHertz ob diesem Himmels-Wunder!“). Um 1680 wendete sich die Kometenbeobachtung allmählich vom Aberglauben zum empirischen Erkennen von Naturphänomenen. – Unten knapp beschnitten (Verlust des Impressums?), ebenso linke Seite (geringer Bildverlust in der Darstellung), und mit kleinen Randläsuren auf größeres Trägerpapier mont., wenig gebräunt, kaum fleckig. – Sammlerstempel Hans Hopf in der rechten unteren Ecke und rückseitig. – Siehe Abbildung Seite 99.

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– – – „Prospect, ein Theil der Häusser am Schießgraben gegen Morgen anzusehen. Nebst den Comet, welcher den 9. September Ao. 1769 ... zu sehen gewesen.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit gestoch. Beitext von P. Küffner. O. O. (Nürnberg), Küffner, (1769). Blattgr.: 18 x 22 cm. (50) 300,Drugulin II, 4876. – Sehr spätes und außerordentlich seltenes Kometenflugblatt mit malerischer Nachtansicht des Schießgrabens in Nürnberg. Der Komet ist hier nur noch Beigabe, die Nachtstimmung verstärkend. Die wie ein Bil-

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– – – „Vernünfftige Erkantniß und eigentliche Verwandniß, deß den 16(.-)26. Decembris erstesmal zu Abends um 1. Uhr der Grössern allhier zu Nürnberg erschienenen entsetzlichen Cometens.“ Einblattdruck mit großer Radierung (Ansicht von Nürnberg, 17,3 x 31 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O. und Dr., 1680. Blattgr.: 40,3 x 32,8 cm. (50) 600,-

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Drugulin II, 3025. Halle, Newe Zeitungen, 1413. Brüning 1311 (betitelt: „Erkanntnuss und Bewandniss ...“). – Für die Geschichte der Kometendeutung im Spiegel der Flugschriften besonders interessanter Einblattdruck, der sich gegen eine prophetisch-moralische Deutung derartiger Himmelserscheinungen ausspricht, durch „Vernüfftlinge ..., welche ihre ungegründete Meinungen mehr aus dem Gestirn einer hirnlosen Vernunfft, als deß weiten und breiten Horizonts lesen und einsammeln ... Dann unerachtet alle Cometen ... als ein natürliches Werck, ihren gewiesen Grund und Ursprung der Erscheinungen, nach aller der Gelehrtesten und Sternkündigen Astronomorum einhelligen Beystimmung, an dem Himmel haben.“ Die Kometenerscheinungen der Jahre 1680 und 1682 (Halley) waren Auslöser einer kontrovers geführten Diskussion um ihre Deutung. Unser Flugblatt dürfte als Reaktion auf unheilsverkündende Bußaufrufe wie der von Schollenberger publizierte Druck (Brüning 1300) entstanden sein. – Die schöne Nürnberger Stadtansicht mit weitem Umfeld, davor eine Beobachtergruppe. – Mit einigen Einrissen und Randläsuren (darunter zwei Ausrisse am Rand der Radierung, geringer Darstellungsverlust) auf größeres Trägerpapier mont., wenig gebräunt, vereinzelt fleckig. – Sammlerstempel Hans Hopf in der rechten unteren Ecke und rückseitig. – Selten. – Siehe Abbildung.

Einblattdruck (altkolor. Kupferstich, die Kometenbahn beweglich mont.) mit gestoch. Beitext. Nürnberg, Berndt, (1769). 18,5 x 13 cm, Blattgr.: 22 x 17,8 cm. (50) 400,Brüning 1800. Drugulin 4877. Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 203. – Ganz sachliche, rein astronomische Beschreibung des Auftretens des Kometen vom August 1769 (C/1769 P1, Messier) und seiner Bahn, die in Form einer flachen Kurve beweglich über das Abbild des Sonnensystems montiert ist, daran die jeweils sichtbare Form des Schweifs. Im Erklärungstext wird behauptet, der Komet sei mit jenem des Jahres 1680 identisch, ebenso sei dieser schon 1305, 1380, 1456, 1531 und 1607 beobachtet worden. Am oberen Rand ein Maßstab von „200. Millionen Englischen Meilen“. – Die Angabe „Querfolio“ bei Brüning hat dieser fälschlich aus dem folgenden Eintrag (Nr. 4878) von Drugulin übernommen. – Nur wenige Exemplare nachweisbar, selten. – Sauber und fleckenlos, rückseitig Stempel der Sammlung Hans Hopf sowie Etikett mit Stempel der Sammlung Guido von Volckamer auf Kirchensittenbach, München (nicht bei Lugt). – Siehe Abbildung Tafel 11.

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– – – „Vorstellung des Sonnen Systems, und der Bahn des Cometen oder Irrsterns, welcher in Augustmonats A: 1769 ... sichbar erschinen ist.“

– – – „Wahre eigentliche Abbildung des widerum den 10/20 Decembris dieses mit Gott zu Endeilenden 1680sten Heil-Iars ... erschröcklich erschienenen, und in des H. Reichs Stadt Nürnberg

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das erstemal observirten WunderCometen.“ Radierter Einblattdruck mit großer Stadtansicht von Nürnberg (16,7 x 29,5 cm), radierter Betitelung und radiertem zweispaltigen Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Hoffmann, 1680). Blattgr.: 21,6 x 29,5 cm. (50) 300,Drugulin II, 3027. Halle, Newe Zeitungen, 1414. Brüning 1334. VD 17 1:620907D (alle mit dreispaltigem Erklärungstext). – Seltener Einblattdruck der Kometenbeobachtung vom Dezember 1680, wohl eines der frühesten Flugblätter zu diesem Ereignis. – Daß einige ältere Verzeichnisse (Heß, Robinson) ebenfalls Exemplare ohne den typographischen Text anführen, läßt auf die Verbreitung einer Teilauflage schließen, die allein aus der Radierung bestand. Vergleicht man die Texte, so ist dies sogar sehr wahrscheinlich. In der radierten Bilderläuterung heißt es noch ganz in der unheilsverkündenden Auslegungstradition: „Wann Gott sich zornig zeigt, so lässt er Sterne reden/ die Diener seiner Rath, und helle Straff-Propheten.“ Im typographischen Text werden dagegen andere Töne angeschlagen: „Hat nun dieser Comet eine Bedeutung, so überlaß man desselbigen Auslegung GOtt ...“ Dies dürfte Indiz genug sein, unseren Druck als die ursprüngliche Form (im queroblongen „Handzettelformat“) zu identifizieren, die unter dem Eindruck derjenigen Flugblätter, die sich in der Folgezeit dezidiert gegen eine moralische Kometendeutung wandten, modifizert und inhaltlich abgemildert worden ist. – Die Darstellung mit panoramaartiger Stadtansicht von Nürnberg, rechts im Vordergrund ein Astronom mit Fernrohr und Globus bei der Beobachtung des Kometenschweifs. – Mit fünf kleinen Ausrissen (Verlust einiger Buchstaben und minimaler Ausbruch am Rand der Darstellung) auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, bis an die Einfassungslinie beschnitten, in der unteren rechten Ecke alte bibliographische Notiz, gebräunt (Falz stärker) und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 101.

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– – NÜRNBERGER NEBENSONNEN – „Abriß und Entwerffung der unterschiedlichen Sonnen/Regenbögen und anderer Exhalationen, Welche den 19. Aprilis dieses 1630. Jahrs, frü Morgens zwischen 7. und 8. und dann, nach Mittag, von zwey biß fast halb sechs Uhrn, weit unnd breit auch unter dem Nürmbergischen Horizonte ... gesehen worden.“ Einblattdruck mit Holzschnitt (15,5 x 24,5 cm) und dreispaltigem Text. (Nürnberg), Fuld, (1630). Blattgr.: 39,5 x 25,3 cm. (50) 300,Drugulin II, 1831. Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens VIII, 65 (Artikel Sonne, ausführlich zur Deutung). – Nicht bei Brüning. – Hauptsächlich über Nürnberg beobachtete Himmelserscheinung, die in zweierlei Hinsicht gedeutet wurde: Meteorologisch als Ankündigung von schlechtem Wetter mit viel Regen, religiös als Wunderzeichen Gottes, das die Menschen an Besserung gemahnen soll. – Bis an den Rand der Bordüre beschnitten, diese rechts unten durch kleinen Eckabriß mit geringem Verlust, Darstellung mit kleinem Einriß, linke Seite etw. wasserrandig. – Rückseitig zwei Stempel der Norica-Sammlung des Kaufmanns Hans Hopf (1854-1918, nicht bei Lugt; Stempel gering durchschlagend). – Siehe Abbildung Seite 102.

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– – – „Parelia [graece], oder ungewöhnliche Zeichen umb die Sonnen, wie sie unter dem Nürnbergischen Horizonte den 19 Aprilis Anno 1630 etliche stund vor mittag ... gesehen worden.“ Radierter Einblattdruck mit Stadtansicht von Nürnberg, radierter Betitelung und radiertem zweispaltigen Text. O. O. (Nürnberg), Pfann, o. J. (1630). Radierung: 22,5 x 19,3 cm, Blattgr.: 37,4 x 25,4 cm. (50) 500,-

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Drugulin II, 1830. Halle, Newe Zeitungen, 1064. F. Roßmann, Eine frühe bemerkenswerte Halo-Darstellung, in: Zeitschrift für angewandte Meteorologie, Bd. 48, H. 2 (1931), S. 44f. – Nicht bei Brüning und im VD 17. – Sehr seltenes Flugblatt mit der Beschreibung eines Halos, eines atmosphärischen optischen Effekts infolge von Lichtbrechung an Eiskristallen. – Unterhalb der Himmelserscheinung mit zwei Nebensonnen die Stadtansicht von Nürnberg mit etwas Umland im Vordergrund. Der gereimte Text mit einer Unheilswarnung, endend: „Gott droht durch die Natur“. – Erstes Wort des Titels in griechischen Buchstaben, rechts unten Signatur des Nürnberger Stechers Johann Pfann (sculpsit et excudit). – Auf sehr feinem, dünnen Bütten. – Über den KVK nur zwei Exemplare nachweisbar, verzeichnet auch in der Halo-Bibliographie im Internet (www.halo-bibliographie.net). – Sauberer Abzug mit etwas Plattenton. – Ränder mit kleinen Läsuren und vereinzelt fleckig. – Siehe Abbildung Seite 102.

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– KURIOSITÄTENKABINETTE – NÜRNBERG – „Mit Bewilligung der Königl. PolizeiDirection wird Herr Guee bei seiner Durchreise die Ehre haben, einem hochverehrten Publikum bekannt zu machen, daß er ein Kabinett von Natur-Seltenheiten sehen lassen wird.“ Einblattdruck mit kleinem Holzschnitt und typographischem Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg um 1810/20). Blattgr.: 34,7 x 19,6 cm. (50) 250,-

Handzettel eines fahrenden niederländischen (?) Kuriositätenkabinetts mit der Auflistung seiner „Schauobjekte“ und der Öffnungszeiten. Als „Schauplatz“ ist der Gasthof „Zum Goldenen Adler“ in der Adlerstraße angegeben. Dieser befand sich am alten Roßmarkt in Nürnberg, der um 1810 in Adlerstraße umbenannt worden war. Bei den ausgestellten „Naturseltenheiten“ handelt es sich meist um siamesische Zwillinge und andere Mißgeburten von Menschen und Tieren, daneben exotische Tiere verschiedenster Art. Der Holzschnitt in einem Kranz zeigt die „Hauptattraktion“, zwei an der Brust zusammengewachsene Kinder. – Einziges nachweisbares Exemplar. – Leichte Knickspuren, Ränder kaum fleckig und gebräunt. – Aus der Sammlung Hans Hopf (rückseitig gestempelt).

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– „LA(CO)NICE. Sat sapienti. Gnúeg mann kennt di'.“ Einblattdruck mit großer Radierung (16,4 x 30 cm, mit beweglichem Teil) und vierspaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Straßburg, J. von der Heyden, um 1630). Blattgr.: 31 x 30,2 cm. (104) 500,Vgl. Drugulin II, 1761. Harms I, 142. Wäscher 71 (alle mit Varianten). – „Das Blatt verspottet den Kleiderluxus und die moralische Verderbtheit der Dienstmägde. Die Präsentation der vier Frauen im Vordergrund des Bildes mit den den einzelnen Personen zugeordneten Texten darunter entspricht der Tradition der Alamode-Flugblätter aus dem Verlag von Johann Klocker“ (Harms). – Die Schürze der drit-

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ten Magd als anhebbarer Papierstreifen montiert (verdeckt den zerrissenen Rock). – Bis an der Rand der Darstellung und tls. bis in die Bordüre beschnitten (Verlust des Druckvermerks?), oben links Ausriß bis in die Darstellung, am oberen Rand kleiner, hinterlegter Ausriß (Buchstabenverlust im Titel), einige hinterlegte Einrisse und Randschäden, etw. gebräunt und fleckig. – Aus der Sammlung G. W. Günther in Nürnberg mit rückseitigem Stempel (Lugt 1114). – Siehe Abbildung Seite 103.

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– MEDIZIN – NÜRNBERG – „Eigentlicher entwurff eines weißgelblichten und kalchichten Steins, welcher bey einem steürischen Emigranten, Herrn H. A. P. F. Z. N. ... nahe am Elnbogen des rechten Arms ... sich durch die Haut allgemächlich heraußbegeben im Monat Martio A° 1654.“ Einblattdruck (Kupferstich) von G. Walch mit zwei Darstellungen und gestoch. Text. O. O. (Nürnberg), Walch, o. J. (1655). Blattgr.: 20,5 x 15,8 cm. (50) 300,Drugulin II, 2399. Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 205. – Äußerst seltenes medizinisches Flugblatt, das offenbar eine schwere Knochenkrebserkrankung dokumentiert. Der monogrammierte Name wird von Müller als „Hans Adam Praunfalken Freyherrn zu Nürnberg“ aufgelöst. Dieser ist als letzter seiner Familie im Jahre 1655 verstorben. – Der

Stecher Georg Walch (1610 – um 1656) wirkte als Kunsthändler und Musikdirektor in Nürnberg. – Nur ein Exemplar in der Universitätsbibliothek Erlangen nachweisbar, nicht im VD 17. – Auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, rechter Rand etw. gedunkelt, leicht gebräunt, Sammlerstempel Hans Hopf. – Siehe Abbildung Seite 103.

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– MEILENZEIGER – AUGSBURG – „Künstliche anzaygung viler Stätt, wieweit von Augspurg in dieselben zu raisen sampt der fürnembsten Flecken, Dörffer und Klöster ... gar lustig und nutzlich zu gebrauchen.“ Altkolor. Einblattdruck (Holzschnitt, 34,4 x 27,5 cm) mit typographischer Betitelung. Augsburg, H. Rogel (d. J.), o. J. (um 1600). Blattgr.: 39 x 30,7 cm. (50) 500,Unbekannte Druckvariante. – Vgl. VD 17 23:676005G (Fassung mit tls. abweichender Schreibung einzelner Wörter im Titel). Gier-J. 412 (im Titel stark abweichende Erstfassung). – Ein kreisförmiger Meilenzeiger in zwölf Segmenten, von denen jedes die Wegstrecke zu einer größeren Stadt (darunter Frankfurt, München, Regensburg, Salzburg, Speyer und Straßburg) sowie jeweils einigen Orten an der Strecke angibt. Frühe, wenn man der Verlagswerbung glauben darf („zuvor dergleichen an tag nie kommen“) sogar erste Darstellung eines Meilenzeigers in dieser Art. In der Mitte eine kleine Ansicht der Stadt Augsburg in Vogelschau, reduziert auf die Hauptgebäude, in den Ecken Personifikationen der vier Windrichtungen. – In seiner Urfassung stammt das

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Nr. 345 her „Füll“ oder „Hintere Füll“ genannt. – Der Holzschnitt mit imposanter Darstellung des ausgestellten Löwen. – Auf grobem Papier mit einigen Knickspuren und einzelnen alt hinterlegten Einrissen etw. abgegriffen, stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung Seite 104.

351 Nr. 344 Blatt aus der Druckerei von Hans Rogel d. Ä. (um 1565; vgl. die Abb. bei Gier-Janota). Dessen Sohn, der in die Verlagsadresse den Zusatz „In Jacober Vorstatt am Karrengäßlin“ aufnahm, führte die Offizin seines Vaters nach dessen Tod (um 1592/93) weiter und hat offenkundig auch den Meilenzeiger neu aufgelegt (mit demselben Holzstock und neuer Schrift). Die Datierung „ca. 1602“ im VD 17 orientiert sich an der Angabe bei Gier-Janota (S. 1234), die sich wiederum auf einen gesicherten Druck bezieht. Wahrscheinlich ist die im VD 17 beschriebene Fassung (Titelanfang: „Künstliche anzaygung viler Städt“) etwas später als die vorliegende, weil hier seitlich vom Impressum zusätzlicher Buchschmuck hinzugefügt worden ist. – Leuchtendes, sauberes Kolorit der Zeit. – Auf leicht überstehendes Trägerpapier aufgezogen, leichte Knickspuren. – Siehe Abbildung Tafel 11.

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– MENAGERIE – Plakat einer Wandermenagerie. Einblattdruck mit großem Holzschnitt (25 x 33 cm) und typographischem Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg um 1820). Blattgr.: 40,3 x 34,3 cm. (50) 400,Ankündigung der Tierschau einer Wandermenagerie, in der „ein grosser Löw“, „ein schönes Amerikanisches TiegerThier“, ein Pavian und „ein kleines Pferd mit 6. Füssen, welches 400. Kunst-Stücke macht“, zu sehen waren. Die Ortsangabe „im grauen Wolf auf der Füll beym Neuen Thor“ bezieht sich auf die heutige Lammsgasse in Nürnberg, frü-

– – „Mit Hoch-Obrigkeitlich-gnädiger Erlaubnuß, wird dem Publico ... zur Präsentation mitgebracht einige wilde Thiere, nemlich: Zwey Crulanische Meer-Löwen, oder: die weise Wallfisch-Bären“. Einblattdruck mit MezzotintoRadierung (16 x 20,6 cm) und typographischem Text. O. O., Dr. und J. (um 1780/1800). Blattgr.: 37,8 x 24,7 cm. (50) 400,Von uns nicht nachweisbares Plakat einer niederländischen Wandermenagerie zweier „holländischer Schiff-Leute, gebürtig von der Stadt Amsterdam“, die Eisbären und weitere in Grönland („Crulanien“) gefangene Tiere in einer eigens dafür aufgebauten Hütte präsentierten, was im späten 18. Jahrhundert sicherlich einer Sensation gleichkam. Entsprechend der gestalterische Aufwand für das Flugblatt mit sehr schöner Radierung in Crayonmanier, die Eisbärenjagd an der Küste Grönlands, dazu mehrere Segelschiffe und einen Wal im Hintergrund zeigend. – Aus der NoricaSammlung Hans Hopf (was auf einen Nürnberg-Bezug des Drucks hindeuten könnte; zwei Stempel verso). – Mittelfalz leicht gebräunt, Ecken knittrig und mit rückseitigen Montagespuren, schmale Ränder etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 104.

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– METEOROLOGIE – ERLANGEN – „Größe der Hagel-Steine, welche 1778. den 8. Juni des Abends um 9 Uhr in der Gegend um Erlang gefallen.“ Einblattdruck (Kupferstich) nach C. S.*****. Nürnberg, Henning, o. J. (1778). Plattengr.: 27,7 x 18,3 cm. (50) 250,-

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Nr. 347 Drugulin II, 5006. – Abbildung von je drei verschieden großen Hagelkörnern, die in der Nähe der „Maille-Bahn“ und des Vogelherds sowie im Botanischen Garten und der Neustadt von Erlangen gefallen sind. – Nur ein Exemplar in der HAB in Wolfenbüttel nachweisbar. – Faltspuren, etw. fleckig, rückseitig Stempel der Sammlung Hans Hopf, Nürnberg. – Siehe Abbildung Seite 105.

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– – FORNARIUS – „Ventorum ac tempestatum, quae per ipsos ventos fiunt verissima descriptio, qua pluvias, serenitate(m) aeris ... et multa alia singulis diebus cognoscere quimus. Dno Christophoro fornario Clodiensi auctore. Christophoro Blanco scultore“. Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung (Windrose mit Sternbildern, 32 x 31 cm) und gestoch. Text. Rom, Cesar Capranica, 1599. Blattgr.: 45 x 33 cm. (50) 800,Einziges nachweisbares Exemplar. – Le Blanc I, 332, 5. – Prächtige Windrose, entworfen von Christophorus Fornarius aus Chioggia, gestochen von Christofano Bianchi (nachweisbar in Rom 1598-1612) und gewidmet dem Kardinal Ascanio Colonna (1560-1608), dessen Wappen auch die Mitte ziert. Die Funktion der Rose wird wie folgt beschrieben: „Verissima descrittione e proprietà delli venti, e mutatione de tempi, per la quale si può cognoscere di giorno in giorno s'ha da esser pioggia o bon tempo, e li tempi sani, e mal sani, et altre cose, la quale serve insino alla fine del mondo“, kurz gesagt: sie diente der Wettervorhersage. Auf dem äußeren Rand die Symbole der zwölf Sternzeichen, in den äußeren Zwickeln je eine Nereide. – Über den KVK nur ein Eintrag der Staatsbibliothek Berlin nachweisbar (datiert 1579, Titel abweichend), dieses Exemplar jedoch im Krieg verloren. – Auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, Mittelfalz, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 105. Sole copy to be recorded. – Magnificent compass rose for weather forecast. On outer margin the symbols of the twelve signs of the zodiac, in each of the outer corners a nereid. – Only one entry recorded by KVK of the Berlin State library (dated 1579, title differing), this copy however lost in the war. – Mounted on projecting supporting paper, middle fold, slightly browned. – See illustration on page 105.

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– – NÜRNBERG – „Abbildung der Größe, u. ganz besondern Farbe der 6. Zoll langen, u. 3. Zoll diken Schlossen, ... welche d. 13. August 1802. Nachmittags, zwischen Nürnberg, Stadling ... bis Bernbach, u. Bula gefallen sind.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit altkolor. Darstellung und gestoch. Text. Nürnberg, „bei Frau Kraerin unter den langen Krämen u. bei Fr. Daucherin am Tuchgäslein“, o. J. (1802). Blattgr.: 20,4 x 17,3 cm. (50) 300,Kiefhaber, Monathliche historisch-litterarische-artistische Anzeigen, 6. Jg., Nürnberg 1802, S. 119. Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Zweite Fortsetzung, Nürnberg 1821, S. 28. – Für die historische Klimaforschung außerordentlich interessantes Blatt mit der „accuraten Figur und Farbe“ eines riesigen, ca. 16 x 10 cm großen Hagelkorns (= „Schlosse“) von zackigem Umriß, rötlicher Färbung des äußeren Mantels (Sandeinlagerungen?) und gräulichem Inneren mit blau-grauem Kern, in dem ein dünner rötlicher Kanal verlief. Laut Beischrift verlagsseitig koloriert. – Zwar erwähnen Kiefhaber und Müller das Blatt, doch fehlt es in allen neueren Verzeichnissen. Ein weiteres Exemplar ist nicht nachweisbar. – Auf größeres Trägerpapier aufgezogen, kaum fleckig. – Aus der Sammlung Hans Hopf, Nürnberg. – Siehe Abbildung Tafel 11.

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– – PYRLAEUS – „Wind Taffel Christian Pyrlaei, Pfarrers zum Hohen Turm: Darinnen die gemeinesten 16. Winde, mit ihrer gründlichen und gewissen Witterung ... durch alle 12. Monat deß Jahrs, mit Fleiß beschrieben sind.“ Einblattdruck mit großer Radierung (Windrose: 33 x 31 cm) und typographischer Betitelung. Leipzig, Grahl, o. J. (um 1610). Blattgr.: 40,2 x 31 cm. (50) 400,Eine Windrose, die die angeblichen meteorologischen Auswirkungen von 16 verschiedenen Windrichtungen jeweils für die einzelnen Monate des Jahres in Form eines Schaubildes beschreibt. Zusammen 192 Schriftzeilen bilden einen

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Strahlenkranz, ausgehend von der Rose im Mittelpunkt. In den Zwickeln zwischen quadratischer Umfassungslinie und dem Strahlenkreis vier Personifikationen (geflügelte Köpfe) der vier Hauptwindrichtungen. In dieser graphischen Anordnung offenbar eine Neuheit; zumindest wird in der Betitelung behauptet, daß „deßgleichen zuvor in Druck nie außgangen“ sei. – Der Verfasser war ein als Astronom und Naturwissenschaftler dilettierender Geistlicher, über den, wie auch den Verleger und Kupferstecher Conradt Grahl, nicht viel bekannt ist (nicht bei Reske). – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, über den KVK nur ein Exemplar (British Library). – Aufgezogen und knapp beschnitten, stellenw. bis in die Ränder der Darstellung (geringer Verlust, tls. auch durch kleine Ausbrüche), Ränder etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 106.

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– MOSCHEROSCH – „Newer Haupt- und Köpff Kram Das ist: Kurtzer Bericht von allerhand seltzamen und wunderbarlichen Köpffen, so hin und wider gefunden und gesehen werden.“ Einblattdruck mit Kupferstich und dreispaltigem typographischen Text. Nürnberg, Fürst, o. J. (ca. 1650). Blattgr.: 34,3 x 25,1 cm. (158) 400,Vgl. Hampe 277. VD 17 1:088684H (beide mit einer bei Fürst erschienenen Druckvariante mit neu gesetztem Text, betitelt: „Ein New auffgethanener Köpffkram“). Dünnhaupt (Moscherosch) 73 (Straßburg 1645). – Auf das Sprichwort „Viel Köpf, viel Sinn“ bezugnehmendes satirisches Gedicht von Johann Michael Moscherosch. Der in zwei Fassungen von Fürst publizierte Einblattdruck ist wahrscheinlich eine Wiederholung des bei Aubry in Straßburg erschienenen Flugblattes (hier ist das Pseudonym von Moscherosch angegeben, Philander von Sittewalt, Dünnhaupt datiert 1645). – Sehr selten, in dieser Variante von uns nur ein Exemplar im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg nachweisbar. – Ränder mit mehreren restaurierten Ausrissen (einiger Verlust der Einfassungsbordüre), hinterlegter Falzdurchriß mit zwei kleinen Fehlstellen in der Darstellung, bis an die Bordüre beschnitten, etw. gebräunt und fleckig.

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– MUMIEN – Plakat eines Panoptikums. Einblattdruck mit Holzschnitt (11 x 15,4 cm) und typographischem Text. O. O., Dr. und J. (Schweiz um 1820?). Blattgr.: 28,3 x 23,2 cm. (50) 200,Ankündigung der Zurschaustellung von „vier ächten egyptischen Sandmumien, zwei Männern, einem Knaben und einem Weib“, nach Meinung „wissenschaftlich berühmter Doktoren“ alle 2300 Jahre alt. – Der einfache Holzschnitt zeigt eine Szene aus der Wüste mit Kamelreitern, daneben ein Stempel des Kantons St. Gallen als bewilligende Behörde. Unten beschnitten, es fehlen Zeit und Ort der Veranstaltung sowie das Impressum. – Seltenes Dokument der nach Napoleons Ägyptenfeldzug verbreiteten Ausstellung von Mumien im frühen 19. Jahrhundert – Kein weiteres Exemplar nachweisbar. – Auf großes Trägerpapier aufgezogen.

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– NAPOLEON – „Porto Ferrajo auf der Insel Elba“. Einblattdruck (Radierung). Nürnberg, Campe, o. J. (ca. 1814). Plattengr.: 19,7 x 27,2 cm). (50) 200,-

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Kat. Slg. Crane, 1913, Nr. 2896. – Antinapoleonisches Flugblatt anläßlich der Gefangensetzung Napoleons auf der Insel Elba, radiert und verlegt von Friedrich Campe (Beischrift: „Die Ketten so er uns geschmiedet, nun lasten sie auf ihm allein. Die Menschheit mag, nach bittern Leiden, sich einer bessern Zeit jetzt freun.“) – Mit Ansicht von Portoferraio, einem kleinen Profilporträt Napoleons im Hochoval sowie seitlich zwei Kompositionen von Symbolen für die zerstörerische Zeit der Napoleonischen Kriege und des kommenden blühenden Friedens. – Selten. – In zwei Exemplaren vorliegend: das eine altkoloriert und breitrandig, aber von minimal verrutschter Platte sowie etwas gebräunt und fleckig, das andere nicht koloriert in einem sauberen Abruck und nur wenig gebräunt und fleckig.

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– NÜRNBERG – „Explication der von einem Hochlöbl. Magisterat der Kayl. freyen Reichsstadt Nürnberg zur Belustigung des commandirenden Herrn Generalen ... Fürsten von Stolberg ... auf dem sogenannten Duzend Deich ... den 4 Febr. 1763 gehaltenen Schlitten Farth.“ Einblattdruck (Kupferstich) nach I. L. Promig. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1763). Plattengr.: 38,7 x 23,7 cm. (158) 200,Drugulin II, 4791. Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 144. – Erinnerungsblatt an ein prunkvolles Schlittenfest zu Ehren des kaiserlichen Generalfeldzeugmeisters Christian-Karl zu Stolberg-Gedern (1725-1764), der sein Winterquartier am Ende des Siebenjährigen Kriegs in Nürnberg genommen hatte. – Schmaler Rand mit einigen hinterlegten Einrissen; etw. knittrig und gebräunt.

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– NÜRNBERGER FISCHERSTECHEN – „Friedliebender Fischer-Campff, den zwölfften Brachmonds deß 1671sten Jahrs auf der Pegnitz angestellt, und gehalten.“ Einblattdruck mit Holzschnitt (13,2 x 24,9 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1671). 33 x 27,7 cm. (50) 400,FdF 591b. Halle, Newe Zeitungen, 1326. Drugulin II, 2774. – Sehr schönes und seltenes Dokument zum Nürnberger Fischerstechen, dessen Tradition bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht. Die Darstellung mit sechs kleinen Fischerbooten und einem größeren Kahn, darauf Fahnenträger und Musiker. Der Text in sieben vierzeiligen Strophen. – Nur zwei Ex. im Germanischen Nationalmuseum und der Stadtbibliothek Nürnberg (entspricht Bibliotheca Norica Williana I/2, 1409, und VD 17 75:707898R); alle Nachweise über den KVK sind Microfiche-Reproduktionen. – Bis an den Rand der einfassenden Bordüre beschnitten und hinterlegt (Rücklage nur an den Rändern aufgeleimt), kaum gebräunt und fast fleckenlos. – Siehe Abbildung.

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– NÜRNBERGER PUPPENHAUS der Anna Köferl. – „Abriß, Entwerffung und Erzehlung, was in dem, von Anna Köferlin zu Nürnberg, lang zusammen getragenem Kinder-Hauß ... anzutreffen.“ Einblattdruck mit großem Holzschnitt (29,5 x 27 cm) und typographischer Betitelung. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1631). Blattgr.: 35 x 29,5 cm. (50) 500,-

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Alexander-S. 305. – Kulturgeschichtlich sehr interessantes, rares Nürnberger Flugblatt zur Geschichte des Puppenhauses. Dieses hatte man im 16. Jahrhundert zunächst als kostbar ausgestattetes Statussymbol für Reiche hergestellt. „Später sollte das Puppenhaus ein Baustein in der kindlichen Erziehung und Unterhaltung sein. So glaubte man, die Mädchen auf ihre späteren Aufgaben vorbereiten zu können. Ein Beispiel ist das Puppenhaus der Anna Köferlin aus Nürnberg (1631), die mittels eines Werbeblattes zur Besichtigung gegen ein Entgelt einlud. Die Geschichte des Puppenhauses im 17. und 18. Jahrhundert ist geprägt durch Einzelstücke adeliger oder großbürgerlicher Familien“ (M. Freese, Die Gartenkultur im Kinderspiel, München 2006, S. 35). – Exemplare finden sich in der Sammlung Gustav Freytag (Universitätsbibliothek Frankfurt), im British Museum und im Münchener Stadtmuseum (koloriert). VD 17 (75:710508P) verzeichnet eine Variante mit angehängtem vierspaltigen Erklärungstext. Dort wird der Name mit „Köserlin“ angegeben, (wohl bezugnehmend auf den Artikel „Das Puppenhaus der Anna Köserlin“ in: Kinderleben in der deutschen Vergangenheit, Leipzig 1900, S. 67). Der Buchstabe ist jedoch eindeutig als „f“ zu lesen, zumal der Familienname eigentlich „Käferlin“ lautet, denn so ist auch das Monogramm „HK“ des Holzschnitts aufzulösen: „Hans Käfer“, darunter die kleine Darstellung eines Maikäfers. – Bis an den Rand der Umfassungsbordüre beschnitten, Falze, mehrere kleine Löcher und Papierbrüche in der Darstellung (geringer Verlust), rechter Rand mit dunklem Fleck, sonst nur leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

Antipäpstliches Flugblatt von äußerster Seltenheit. – Vgl. E. Weller, Polemische, satirische und Lehr-Gedichte, in: Serapeum XXIX, 1868, S. 253, Nr. 158 (datiert um 1620). Paas P-299 (beide eine Variante mit dreispaltigem Text). – Gereimter Dialog, in dem Petrus den Papst als seinen Statthalter zur Rechenschaft zieht. Der Papst antwortet auf die Anschuldigungen mit einem Bekenntnis; dieses endet: „Ich aber bin der Antichrist“. Der schöne Holzschnitt mit einer wüsten Prügelei um den Schlüssel zwischen Petrus und dem Papst, dem ein Dämon beisteht. – Paas führt noch zwei weitere Varianten an, deren früheste die Jahreszahl 1577 trägt (PA 72: „The woodcut was done by Tobias Stimmer, and the verses may have been written by Johann Fischart“). – In der Variante Paas P-299 (diese auch bei Weller), deren Titel ganz mit unserer übereinstimmt, folgt auf das Bekenntnis des Papstes noch eine Antwort Petri; dagegen fehlt hier die einfassende ornamentale Bordüre unserer Variante. Vermutlich ging unsere Fassung der von Paas voraus. – Auf Papier mit dem Wasserzeichen eines großen Adlers (ähnliche Formen bei Piccard ins ausgehende 16. Jahrhundert datiert). – Linker Rand und mehrere größere Einrisse hinterlegt, etw. gebräunt und stockfleckig. – Siehe Abbildung.

– PAPSTTUM – „Deß Bapstes Frevel unnd Sanct Peters Eyffer uber Christi des Herren Binde und Löse Schlüssel“. Einblattdruck mit großem Holzschnitt von T. Stimmer. O. O., Dr. und J. (gegen 1600?). Blattgr.: 32,5 x 20,5 cm. (50) 400,-

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– PARIS – THESENBLATT – „Legislatori. Theses utriusque juris ... tueri conabitur Petrus Josephus Bernardus Costerius ... die Sabbati 16 Julii, anno Dom. 1791.“ Einblattdruck mit großem Kupferstich (33,1 x 38,6 cm) nach Raffael und zweispaltigem typographischen Text. (Paris), Ballard, (1791). Blattgr.: 74,3 x 52,4 cm. (104) 250,Juristische Doktoratsthesen zum kirchlichen und bürgerlichen Recht an der École de Droit in Paris unter dem Vorsitz von Pierre-Louis Goulliart (1731-1800). – Der Kupferstich nach einem Fresko Raffaels im Vatikanischen Palast zeigt die Präsentation der Gesetzestafeln durch Moses

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Nr. 361 (wohl nach Tafel 36 aus Nicolas Chap(e)rons „Sacrae historiae acta a Raphaele Urbin. in Vaticanis xystis“, Rom 1649; vgl. Le Blanc I, 629, und Nagler II, 492), mit den Adressen der Verleger Gallays und Hecquet (über ausgekratzter alter Signatur). – Breite Ränder etw. wasserrandig, Faltspuren, leicht gebräunt.

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– – – „Liberatori. Israel. Theses utriusque juris ... tueri conabitur Petrus Josephus Bernardus Casterins ... die Jovis 14 Julii, anno Dom. 1791.“ Einblattdruck mit großem Kupferstich (29,6 x 39,3 cm) nach Raffael und zweispaltigem typographischen Text. (Paris), Ballard, (1791). Blattgr.: 75,4 x 52,3 cm. (104) 250,Juristische Doktoratsthesen zum kirchlichen und bürgerlichen Recht (u. a. Scheidungsrecht) an der juristischen Fakultät der Pariser Universität unter dem Vorsitz von Michel Vasselin. – Der Kupferstich nach einem Fresko Raffaels im Vatikanischen Palast zeigt die Auffindung des Mosesknaben (wohl nach Tafel 29 aus Nicolas Chap(e)rons „Sacrae historiae acta a Raphaele Urbin. in Vaticanis xystis“, Rom 1649; vgl. Le Blanc I, 629, und Nagler II, 492), die Signatur in der Platte ausgekratzt. – Breitrandig, Faltspuren, Falze mit einzelnen kleinen Brüchen, leicht fleckig und gebräunt.

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Nr. 362

– PORTRÄTS – AUGSBURG – „Contrafactur des Ehrwirdigen und gelerten Herren Matthei Herbsten, des Helffer ampts Verwalthers jetztger zeit zu S. A(n)nen Ist Geborn, Anno. 1552. den 13. Januarii.“ Einblattdruck mit großem Holzschnitt (21,3 x 16,8 cm) und zweispaltigem typographischen Text. Augsburg, J. Schultes d. Ä., o. J. (1590). Blattgr.: 28,4 x 17 cm. (108) 300,-

Vgl. Strauss 960 (Porträt im 34. Jahr, d. i. 1585). – In dieser Variante von uns nicht nachweisbarer Porträtholzschnitt, der den Prediger an St. Anna in Augsburg, Matthäus Herbst, in seinem 39. Lebensjahr zeigt. Der Text mit kurzer, gereimter Vita. – Der Augsburger Drucker Hans Schultes d. Ä. (um 1577-1619) firmierte hier unter der sonst nicht dokumentierten Adresse „Brieffmaler neben der newen Metzg“. Er war eigentlich Schachtelmacher und Formschneider, versuchte aber, als Mitglied der Briefmalerzunft auch Druckerzeugnisse herzustellen, was ihm die Buchdruckerzunft übelnahm und ihn in einige Prozesse verwickelte. Dennoch gelang es ihm, eine Druckerei aufzubauen, die sich in den 1590er Jahren zu einer großen Offizin entwickelte (vgl. auch Reske 43 und Gier-J. 1229f.). – Bis in die Einfassung beschnitten, rückseitig geringe Montagespuren, kaum gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– – FRANZ I., KÖNIG VON FRANKREICH – Einblattdruck (Holzschnitt nach E. Schön). O. O., Dr. und J. (Nürnberg, um 1570?). Blattgr.: 34,5 x 28,4 cm. (104) 600,Das vorliegende, höchst seltene Blatt ist eine um das Wappen in der rechten oberen Ecke ergänzte spätere Variante eines zu Lebzeiten von Franz I. entstandenen Porträtholzschnitts (Geisberg 1286) von Erhard Schön (um 1491-1542). Dieser war als Zeichner und Entwerfer von Holzschnitten ab ca. 1514 in Nürnberg tätig. Die starken Ausbrüche der Umfassungslinie deuten auf einige Abnutzung des Stocks hin, was in der betitelten Erstfassung nicht der Fall ist. Der

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Abdruck des Fragments eines reich bebilderten Holzschnitt-Kalenders auf der Rückseite, ein Werk des in Nürnberg 1563-78/81 nachweisbaren Druckers Hans Clemens Koler, läßt auf einen veränderten Nachdruck des Schönschen Holzstocks in der Werkstatt Kolers schließen. Der Terminus ante quem unserer Fassung liegt daher etwa bei 1580. Ein weiteres Exemplar im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (die Ausbrüche der Umfassungslinie hier noch stärker als im vorliegenden Exemplar). – Knapp beschnitten, unterer Rand mit mehreren langen, tls. hinterlegten Einrissen und ein wenig leimschattig, oberer Rand mit kleiner Sammlungssignatur in Rot (Hofbibliothek Donaueschingen?) und kleiner Leimspur, rückseitig Montagespuren. – Siehe Abbildung.

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– – NÜRNBERG – „Wahre Bildnuß deß Weyland Ehrwürdigen unnd Wolgelehrten Herrn Johannis Fabricii, gewesenen Predigers zu Nürnberg bey S. Laurentzen.“ Einblattdruck mit großem Holzschnitt-Portr. (von H. Glaser, 17,4 x 14 cm) und typographischem Text. O. O. und Dr. (Nürnberg, Halbmayer?), 1626. Blattgr.: 30,5 x 16,6 cm. (104) 250,Vgl. Roettinger, Beiträge zur Geschichte des Sächsischen Holzschnittes, Straßburg 1921, S. 94. Strauss I, 352, 23. – Erinnerungsblatt für den Nürnberger Prediger an St. Lorenz, Johannes Fabritius (1496-1558), unter Benutzung des von Hans Glaser 1555 angefertigten Holzschnitt-Porträts. – Sehr selten, ein Exemplar im British Museum. Ein weiterer, 1628 datierter Druck trägt die Verlegeradresse des Simon Halbmayer in Nürnberg (ein Exemplar im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg). – Nicht im VD 17. – Leicht gebräunt und fleckig, oberer Rand rückseitig mit Montagespuren. – Siehe Abbildung.

Nr. 365

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– POSTWESEN – KÖLN – „Durch windt durch schnee ich armer held ...“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung (22,7 x 18,5 cm) und gestoch. dreispaltigen Text. O. O. (Köln), Altzenbach, o. J. (um 1620/30). Blattgr.: 35 x 24,7 cm. (50) 400,Hirtsiefer, G., Durch windt durch schnee ich armer held – Eine Kölner Botendarstellung vom Anfang des 17. Jahrhunderts, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 71 (2000), S. 107-112. – Äußerst seltener, über den KVK nicht nachweisbarer Druck (auch nicht im VD 17), der einen Fuß- oder Ordinari-Boten mit einem adressierten Brief in der Hand vor der Stadtkulisse von Köln zeigt, im Mittelgrund der Rhein. Der Bote gehörte wohl zur Postlinie zwischen Osnabrück und Münster, die 1615 eingerichtet worden war und Köln mit eingeschlossen hat. Diese Botenpost verkehrte regelmäßig (wöchentlich) und wurde während des Friedenskongresses 1648 verdoppelt. Sonne, Wind und Regen setzen dem Boten zu. Die Verse darunter kommentieren in ironischer Weise das Schicksal des armen Boten, der sein schwer verdientes Trinkgeld anschließend im Wirtshaus läßt. Indessen weisen ihn seine Kleidung und das Wappen an seiner Brust als offiziell bestallten Nachrichtenboten aus. – Hinterlegter waagerechter Falzdurchriß in der Mitte, rechter Rand hinterlegt, einige Knickspuren, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 366

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– – NÜRNBERG – „Der Neüe Allamodische Postpot.“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung (23,6 x 20,7 cm) und gestoch. zweispaltigen Text. O. O. (Nürnberg), Fürst, o. J. (um 1630?). 31 x 20,7 cm. Blattgr.: 38,8 x 28,7 cm. (50) 500,Harms-R. 4. Hampe 415. – Nicht im VD 17. – Äußerst seltener, über den KVK nicht nachweisbarer Druck, der die Bedeutung, die Aufgaben und die Schwierigkeiten der Zeitungsboten thematisiert und laut Katalog Coburg (HarmsRattay) indirekt auch das Nachrichtenwesen seiner Zeit kritisiert. Ein Nürnberger Bote mit Stadtwappen an der Brust trägt in der Hand einen Zettel mit der Aufschrift „Gute Zeutung aus Türckey und Ostindien“. Sonne und Regenwolken begleiten seinen Weg, im Hintergrund ist eine Ansicht der Stadt Nürnberg zu erkennen. Während die Darstellung einen offiziellen, ganz seriösen Boten nach den neuesten Maßstäben zeigt (siehe Titel), haben die Alexandriner darunter satirischen Charakter. Das Postwesen unterstand in dieser Zeit dem Kaiser. „Der Postbote dieses Blattes grenzt sich in seiner seriösen Aufmachung, durch seinen Auftraggeber und seinen rechtlichen Stand ganz entschieden gegen den Zeitungsverkäufer anderer Blätter ab“, doch wurde dem Boten (als potentiellem Nachrichtenfälscher) immer noch viel Mißtrauen entgegengebracht. „Nicht die Zeitung erscheint als kritikwürdig, sondern die Person, die sie austrägt. Damit steht das Blatt von Paul Fürst in der Tradition der Flugblätter, die Kritik am Berufsstand der Nachrichtenübermittler und Zeitungsboten üben“ (alle Zitate aus Harms-Rattay). – Kleiner hinterlegter Falzeinriß, Ränder mit geringen Läsuren, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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– REFORMATION – „MARTINUS LUTHERUS SS. theologiae D. redivivus. H. e. antitypus orthodoxae religionis christiano ... Eigentliche Abbildung und Entgegensetzung der wahren Christlichen Lutherischen Religion, und der Papistischen Abgötterey, gestellet auff das erste Lutherische Jubel-Jahr“. Einblattdruck mit großer Radierung (25,6 x 25,3 cm) und vierspaltigem typographischen Text. O. O. und Dr. 1617/18. Blattgr.: 39,7 x 29,5 cm. (104) 300,-

Nr. 367

Paas P-331. – Vgl. Harms II, 130. Coupe 260 (beide in anderer Fassung). – Plakative allegorische Gegenüberstellung von der lutherischen Religion als dem Leben und von der katholischen als dem Tod, gedruckt zum Reformationsjubiläum 1617 in mehreren Fassungen (die Urfassung wohl Paas P-300). – Unsere Variante nicht im VD 17, dort nur die häufigere Fassung mit etwas veränderten typographischen Titelzeilen (VD 17 1:091713H). – Im oberen Bereich der Darstellung einzelne kleine, hinterlegte Löcher, links knapp beschnitten, Faltspuren mit geringen Falzeinrissen, etw. gebräunt und fleckig.

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– REGENSBURG – „Nachdem die Röm: Kays: Mayest: Unser Allergnedigster Herr, von Augspurg glücklich verrichteter Wahl, zu Regenspurg neben dem new erwehlten Römischen König Ferdinando IV. zu Ungarn und Böhmen König, den 26. Maij alten Stylo glücklich angelangt.“ EinNr. 368

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den Felßeckerischen Erben“ angenommene Datierung um 1717 ist unzutreffend. Der Verlag firmierte zwischen 1693 und 1712 mit diesem Impressum (vgl. Reske 742f.). Mit über zehnjähriger Verspätung hätte ein Flugblatt wohl kaum noch Sinn gehabt. – Kein Ex. in der BSB München. – Mit einzelnen Einrissen auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

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Sehr seltene Variante. – Hampe 271. – Vgl. Hohenemser 4671. Wäscher 8 und 84. J. R. Westphal, Darstellung von Unrecht in Flugblättern der Frühen Neuzeit, Mönchengladbach 2008, S. 146: „Auch das Flugblatt 'Von den neun Häuten der bösen Weiber' schreibt den Frauen viele böse Eigenschaften zu, die durch acht Tierhäute symbolisiert werden. Diese Häute sollen der Frau durch Prügeln abgezogen werden, damit die schöne Menschenhaut, d. h. eine Frau, die ihrem Mann treu und liebevoll ergeben ist, sichtbar wird.“ – Zuerst um 1570 erschienen, im 17. Jahrhundert nachgedruckt, hier vom Nürnberger Verleger Paulus Fürst. Gegenüber der Urfassung kaum verändert, nur die einzelnen Szenen sind mit Beischriften versehen worden. Eine weiterere, stärker abweichende Fassung ist 1680 erschienen – das Thema hatte offenbar nicht an Aktualität eingebüßt. – Oberer Rand mit Wurmspuren (geringer Verlust der Bordüre), tls. knapp beschnitten, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

Nr. 369

blattdruck mit Radierung (25 x 30,5 cm) und zweispaltigem typographischen Text. O. O. (Augsburg), M. Zimmermann, (1653). Blattgr.: ca. 57 x 36 cm. (158) 300,-

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Vgl. Drugulin II, 2386 (Variante mit Titel: „Aygentliche Abbildung ...“). – Nicht bei Harms und im VD 17. – Darstellung und Beschreibung der Feierlichkeiten zur Königskrönung Ferdinands IV. in Regensburg am 18. Juni 1653. Die Radierung unterteilt in elf Felder, im größten mittleren die Krönung im Regensburger Dom, weiterhin eine Außenansicht des Doms, Ritterschläge, Umzüge, der gebratene Ochse und die Krönungsmedaille. – Der Textbeginn nimmt wohl auf vorangehende Einblattdrucke Bezug, die den Einzug und die Wahl Ferdinands in Augsburg geschildert hatten. – Zum Drucker Zimmermann, tätig in Augsburg 16481668, siehe: W. Seitz, Notizen zu Martin Zimmermann, Kunstführer in Augsburg, Augsburg 1983. – Untere Hälfte etw. gebräunt und mit einzelnen kleinen Randläsuren. – Selten. – Siehe Abbildung.

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– ROTHENBERG BEI SCHNAITTACH – „Eigentliche Vorstellung der Vestung Rothenbergs nebenst den 21. September, Anno 1703. erfolgten Auszug.“ Einblattdruck mit Radierung (17 x 23,8 cm) und dreispaltigem typographischen Text. Nürnberg, Felsecker, o. J. (1703). Blattgr. 39,7 x 32,6 cm. (104) 450,Drugulin II, 3647. Lentner 10283: „Seltenes Flugblatt.“ – Ansicht der im Spanischen Erbfolgekrieg von den kaiserlichen Truppen geschleiften Festung mit ausführlicher Beschreibung der Kriegsereignisse. – Die in manchen Bibliothekskatalogen wohl auf Grund der Verlegeradresse „bey

– SACHS – „Von den neun Häuten der bösen Weiber, wie jede Haut mit Nammen genennet wird, und was sie für Tugenden haben.“ Einblattdruck mit Radierung (6,2 x 32,5 cm) und fünfspaltigem typographischen Text. Nürnberg, Fürst, 1640. Blattgr.: 28,5 x 37,3 cm. (50) 400,-

– SALZHANDEL – KARL V., RÖMISCHDEUTSCHER KAISER, Mandat, die Salzzölle auf der Weser betreffend. Erlassen in Regensburg am 17. 7. 1541. Einblattdruck mit großer Holzschnitt-Initiale. Kassel 27. 8. 1541. 39,2 x 28,8 cm. (65) 250,Sehr seltene, von der Stadt Kassel publizierte Verordnung mit einem von Kaiser Karl V. etwa drei Wochen zuvor erlassenen Mandat, die Braunschweigischen Salzzölle auf der Weser und ein deshalb bei Holzminden aufgehaltenes landgräflich-hessisches Schiff betreffend (vgl. Ch. von Rommel, Neuere Geschichte von Hessen, Bd. I, Kassel 1835, S. 255; das Mandat abgedruckt in den „Hessischen Landesordnungen“, Bd. I, Kassel 1749, S. 423). – Auf dem vollen, unbeschnittenen Bogen, leichte Faltspuren. – Beiliegend ein weiterer Einblattdruck dieser Zeit, ein offener Brief des Landgrafen Philipp I. von Hessen-Kassel an den Herzog von Braunschweig, dessen „erlogenes Famoß oder Schmehebüchlein“ gegen den Herzog Johann Friedrich von Sachsen betreffend.

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– SCHIESS-SCHEIBEN – „SCHEIBENBILD. ADLER.“ Einblattdruck (altkolor. Lithogr.). Neuruppin, Oehmigke und Riemschneider, o. J. (ca. 1870). 33,5 x 41,7 cm. (50) 200,Kaiserlicher Reichsadler mit Zielscheibe vor der Brust. Neuruppiner Bilderbogen mit der Verlagsnr. 2673. – Mit einigen Einschußlöchern, Einrissen und kleinem Eckabriß aufgezogen und restauriert. – Siehe Abbildung Tafel 12.

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– SONNENKALENDER – „La presente Tavola insegna di di in di a quante hore et a quanti minuti il Sole si levi; et a quante hore, et a quanti minuti sara il mezzodi Appresso ti mostra in che di di ciascun mese il Sole entra nel suo segno.“ Einblattdruck (Holzschnitt) mit 12 kleinen Darstellungen (Zodiakus). O. O., Dr. und J. (Italien, wohl frühes 17. Jhdt.). Blattgr.: 39,7 x 27,3 cm. (91) 600,-

dessen Blätter Schreckensnachrichten für die französische Seite verbreiten, preist marktschreierisch seine Ware an, darunter der Stich mit dem Titel „Der höchst glückliche Entsatz von Turin“, der am 7. September 1706 mit dem Sieg der österreichischen Seite endete (verzeichnet: Drugulin II, 3792). Die Ansicht von Antwerpen mit Datum 1706 bezieht sich auf die niederländischen Eroberungen des Duke of Marlborough usw. Links der Duc de Fevillade, der die französischen Belagerungstruppen vor Turin kommandiert hatte, rechts „Der Spanisch-Neapolitanisch- und Mayländische Franzos“. – Von uns kein weiteres Exemplar nachweisbar. – Ränder leicht fleckig, wenig gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 114.

Von uns nicht nachweisbares Blatt mit einer Tabelle, aus der für jeden Tag des Jahres die Zeit des Sonnenaufgangs, die Mittagszeit und der Tag, an dem die Sonne in jedem Monat in ihr Zeichen eintritt, abzulesen sind. An den Rändern Darstellungen der zwölf Tierkreiszeichen übereinander, jeweils unter einer Arkade und vor schwarzem Grund. – Rechts unten Monogramm „M S P“ mit Anker (nicht bei Nagler, Monogrammisten). – Mit einigen Randläsuren und kleinen Löchern (geringer Darstellungsverlust) vollständig hinterlegt, bis an die Einfassung beschnitten, gering gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 113.

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– SPANISCHER ERBFOLGEKRIEG – ZEITUNGSHÄNDLER – „Italianisch-Savoischer Bielder und Novitaeten Kramer.“ Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung und dreispaltigem gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (1706). Plattengr.: 18,5 x 27,3 cm. Unter Passepartout. (104) 500,Äußerst seltenes Propagandablatt der kaiserlich-österreichischen Seite im Spanischen Erbfolgekrieg, gestaltet als Karikatur eines Kaufrufs. Ein Händler „neuer Zeitungen“,

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– SPIELKARTEN – FORTIFIKATIONEN – „Das Festung Baues Spiel. In welchem die unterschiedene Wercke, so zu die beschützung der Festungen u. Lager dienen, fleissig u. eigentlich auf die aller neueste art, in grund gelegt ... sind.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit 53 kleinen Darstellungen und gestoch. Text. Amsterdam, Schenck, o. J. (um 1700). Blattgr.: 45,3 x 59,3 cm. (107) 300,Vgl. Radau-H. 229 (spätere seitenverkehrte Fassung, zerschnittenes Ex.). – Bogen mit einem Kartenspiel zum Ausschneiden, am oberen Rand die Spielregeln, links eine Legende, in der Mitte die Stecheradresse vor einem Vorhang, daneben der Grundriß einer „completen Vestung“. Die 52 Karten folgen dem Vorbild von Gilles de la Boissières „Jeu des fortifications“ und zeigen meist Details von Festungsanlagen nach neuer Bauart mit unterschiedlichen Formen von Bastionen. – Bis an die Einfassungslinie beschnitten, ein größerer restaurierter Einriß, wenig gebräunt.

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Bogen mit einem Kartenspiel zum Ausschneiden, am oberen Rand die Spielregeln, rechts ein Register, in der Mitte die Stecheradresse in einer Kartusche aus Trophäen, daneben die Auszeichnung eines Kriegshelden durch den König. Die 52 Karten folgen dem Vorbild von Gilles de la Boissières „Jeu de la guerre“ und zeigen Schlachten, Formationen, Belagerungen, Kriegsgericht, Anwerbung etc. – Schmaler Rand mit einigen hinterlegten Läsuren und Ausrissen mit Textverlust, hinterlegter senkrechter Falzdurchriß, wenig gebräunt und fleckig.

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Hollstein V, 7. Harms-R. 140. – Nach einem Holzschnitt von Tobias Stimmer angefertigter Kupferstich mit der Beschreibung der Straßburger astronomischen Uhr, die in den Jahren 1571-74 von den Brüdern Habrecht errichtet worden ist (vgl. Kat. Stimmer, Basel 1984, S. 97-117). Der beschreibende Text stammt von Johann Fischart. – „Die Straßburger Uhr war nicht nur ein Zeitmesser, sondern in der üppigen gestalterischen Ausführung ein Sinnbild der göttlichen und menschlichen Zeit“ (Harms-Rattay). – Blasser Abzug. – Rechter Rand mit großen, restaurierten Ausrissen (Darstellungsverlust), Ränder mit einigen tls. hinterlegten Schäden, bis an die Einfassungslinie beschnitten, Falze hinterlegt, etw. knittrig und gebräunt.

EINBLATTDRUCKE – SPIELKARTEN – MILITÄRWESEN – „Das Kriegs-Spiel. Darinnen alles das jenige, was bey denen Marschen und Lägern der Kriegs-Heere, in den Schlachten, Gefechten, Belagerungen, und andern Kriegs-Verrichtungen beobachtet wird, ... vorgestellet ist.“ Einblattdruck (Kupferstich in Rotdruck) mit 53 kleinen Darstellungen und gestoch. Text. Amsterdam, Schenck, o. J. (um 1700). Blattgr.: 51,9 x 61,8 cm. (107) 200,-

– STRASSBURG – ASTRONOMISCHE UHR – „Eigentliche Fürbildung Und Beschreibung Deß Kunstreichen Astronomischen und Weitberumbten Uhrwercks zu Straßburg im Münster.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit großer Darstellung (48,4 x 25,2 cm) nach T. Stimmer und gestoch. Text. Straßburg, Brunn, 1621 (Chronogramm). Blattgr.: 52,5 x 33,5 cm. (104) 150,-

Münchner Wirtshausordnung von 1631 381

– VERORDNUNGEN – MÜNCHEN – Wirtshausordnung Kurfürst Maximilians I. Einblattdruck aus zwei Teilen. O. O., Dr. und J. (München 1631). Blattgr.: 66,3 x 44 cm. – Mit papiergedecktem Siegel. (104) 300,VD 17 12:128532N. – „Ordnung der Wirth und Preuen, sonderlich wie dieselbige sich gegen den Gösten mit der Zehrung halten sollen.“ Enthält u. a. eine Beschreibung der Menüfolge und Anweisungen für den Ausschank von Bier und Wein. – Stellenw. etw. gebräunt (tls. leimschattig) und stockfleckig, unbeschnittene Bögen.

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– WAPPEN des Hector Pömer. Holzschnitt von H. S. Beham, dat. 1521. 29,5 x 19,5 cm. (Blattgr.: 42 x 33 cm). (50) 800,Pauli 1352. Hollstein 284. – Prachtvoller Wappenholzschnitt, der früher Dürer zugeschrieben wurde. Das Monogramm „R A“ mit Datierung 1525 dürfte sich auf den Formschneider beziehen (der Nürnberger Hieronymus Resch?). – Hektor Pömer, Propst von St. Lorenz, gehörte dem ratsfähigen Nürnberger Patriziergeschlecht der Pömer von Diepoltsdorf an. Er war der bedeutendste Vertreter dieses Geschlechts und berief als Förderer der Reformation Andreas Osiander zum Prediger an St. Lorenz. Neben dem Allianzwappen die Standfigur des hl. Laurentius, unten das Motto Pömers „Omnia munda mundis“ in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache. – Kräftiger, sauberer Abruck, die breiten Ränder leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 115.

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– WUNDERGEBURT – FLORENZ – „Czu Wissen das diss monstrum geboren worden ist in disem iar so man zelt M. D. und vi. umb sant Jacobs tag zu florentz ...“ Einblattdruck mit großem Holzschnitt (23,5 x 16,2 cm) und vierzeiligem typographischen Text. O. O., Dr. und J. (Deutschland 1506?). Blattgr.: 31,5 x 20,5 cm. (50) 1.200,Holländer 314. Ecker 189. Ewinkel 326. – Die wohl früheste Darstellung des „Monsters von Florenz“, einer Art Vogelmensch, der angeblich von einer Nonne geboren worden sein soll. Laut Holländer zu den „kakodämonischen Ungeheuern“ zählend, bei deren Darstellung „alle möglichen phantastischen Mittel angewandt wurden, um ein möglichst bizarres Gebilde aufs Papier zu bringen.“ Besonders in der Verbildung der Genitalien zeige sich nach Holländer die Dokumentation des Satanischen. Da die Darstellung, von der es mehrere Fassungen gibt, kein medizinisch erklärbares Phänomen zeigt, wird sie von Holländer in die Kategorie „Monstra fabulosa“ eingeordnet. Der in späteren Fassungen erheblich erweiterte Beitext führt aus, man habe das Kind auf Befehl des Papstes verhungern lassen. – Sehr selten (ein altkoloriertes Exemplar in der BSB München). – Ränder mit einigen Ausbrüchen und Löchern (Darstellung nur gering betroffen mit einzelnen, sehr kleinen Löchern, die Einfassungslinien stellenw. mit kleinen Ausbrüchen), linker Rand bis an die Einfassungslinie beschnitten, stärker leimschattig, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 12. Probably the earliest illustration of the „monster of Florence“, a kind of bird-man who was allegedly born to a nun. – Very rare (one copy in contemporary hand colouring at BSB Munich). – Some breaks and holes to margins (minimally affecting illustration with some very small holes, border lines here and there with small breaks), left margin cut up to border line, with stronger glue traces, soiled and browned. – See illustration on plate 12.

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– – FREIBERGER „MÖNCHSKALB“ – „Das Munchkalb zu Freyberg“. Einblattdruck (Holzschnitt) mit großer Darstellung (14,5 x 9,4 cm) und typographischem Titel. O. O., Dr. und J. (Wittenberg, wohl 1523). Blattgr.: 16,5 x 10,7 cm. Auf Trägerpapier aufgelegt, dieses in mod. Brosch. eingebunden (leichte Gebrauchsspuren). (50) 600,-

Nr. 376 Vgl. Koepplin-F. 246. Holländer 324. – Mißgeburt eines Kalbs am 8. Dezember 1522 in Waltersdorf bei Freiberg in Sachsen, die von der lutherischen Seite in Kombination mit dem sogenannten „Papstesel“ zur Propaganda gegen das Mönchtum und den Papst verwendet worden ist. Die Verbreitung der Gestalt des Kalbs ging von einem anonymen Einblattdruck aus (Geisberg 1592). Nach diesem Urbild fertigte Lucas Cranach d. Ä. (bzw. seine Werkstatt) mehrere Holzstöcke an, die sich mehr oder weniger unterscheiden. Die meisten wurden als Buchholzschnitte verschiedener Ausgaben der von Melanchthon und Luther verfaßten Schrift „Deuttung der zwo grewlichen Figuren ...“ (VD 16 M 2980 ff.) verwendet, aber es gibt auch die höchst seltene, den Bibliographen unbekannte Ausgabe als Einzelblatt mit unbedruckter Rückseite. Diese Fassung, die hier vorliegt, unterscheidet sich nur in wenigen Details von dem in der Erstausgabe der „Deuttung“ abgedruckten Buchholzschnitt (Koepplin-Falk, Abb. 201). Vielleicht handelt es sich dabei um die zunächst als Einblattdruck verbreitete Urform der Cranachschen Fassung. Einen weiteren, etwa gleichzeitigen Einblattdruck zu diesem Thema veröffentlichte Johann Köbel in Oppenheim mit dem gefälschten Impressum des Erfurter Druckers Michael Buchfürer (Halle, Newe Zeitungen, 121; siehe auch den beiliegenden Aufsatz von Martin von Hase aus dem Gutenberg-Jahrbuch 1935). – Trägerpapier als Heft gebunden; mit eingeklebt die zwei Buchholzschnitte aus einer Ausgabe der „Deuttung“ mit bedruckter Rückseite, das „Mönchskalb“ doppelt, aus zwei verschiedenen Ausgaben. – Schmaler Rand, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 115.

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Nr. 377

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Flugblatt über einen mit verkrüppelten Armen und Beinen geborenen Jungen. Sachliche Beschreibung, bis auf die Mutmaßung am Schluß: „Zu dieser unglücklichen Geburt soll ein eben so beschaffener elender Zettler welcher auf einen Wägelein herum gefahren, und von dem Weibe mit Entsetzen erblickt wurd die betrübte Veranlassung gegeben haben.“ – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, von großer Seltenheit (im KVK nur ein Exemplar in der Staatsbibliothek Göttingen). – Gering gebräunt. – Rückseitig Stempel der Sammlung Hans Hopf.

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Hautkrankheit. Das genügte, „um aus einem Neugeborenen einen kleinen Affenteufel zu machen. Nur die Warnung, daß die schwangeren Personen sich bei der Betrachtung dieser Mißgeburt in acht nehmen sollten, steht im Widerspruch zur geheuchelten moralischen Absicht“ (Holländer). – Ränder ein wenig knittrig, kaum gebräunt. – Stempel der Sammlung Hans Hopf auf dem Verso. – Siehe Abbildung Seite 116.

EINBLATTDRUCKE – WUNDERGEBURT – HILPOLTSTEIN – „Abbildung der elenden Geburt einer armen Taglöhners frau in Hilpoltstein in Nürnbergischen.“ Einblattdruck (Kupferstich) mit kleiner Darstellung im Rund und gestoch. Erklärungstext. O. O., Dr. und J. (1788). Plattengr.: 20,5 x 17,2 cm. (50) 250,-

– – NÜRNBERG – „Wahrhafftige abschilderung einer schrecklichen und bewunderns würdigen Mißgeburth weibl. Geschlechts, so eine ledige Weibs person in Stein ohnweid von Nürnberg 1739 den 20 febr: zur welt gebohr:“ Einblattdruck (Kupferstich) mit Darstellung und gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1739?). Blattgr.: 34,2 x 20,8 cm (50) 300,Drugulin II, 4259. Hofmann-Randall, Kat. Erlangen, 39. Holländer 273. – Mädchen in Gestalt eines Affen, das bereits zwei Tage nach der Geburt gestorben ist. Holländer erklärt die Gestalt als das Zusammentreffen einer Hasenscharte mit der kongenitalen Ichthyosis, einer angeborenen

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– – NÜRNBERGER VIERLINGE – „Merkwürdige Geburth der in Nürnberg den 16 April 1793. vier lebendig zur Welt gebohrnen Kinder, so aber bald nach der heiligen Tauffe wieder gestorben sind. In zwei schönen Liedern.“ Einblattdruck mit Holzschnitt und zweispaltigem typographischen Text, beidseitig bedruckt. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1793). Blattgr.: 21,7 x 18,4 cm. (50) 200,Drugulin II, 5569. Bibliotheca Norcia Williana, Bd. VIII, S. 99, Nr. 492: „Ein elendes bänkelsängerisches Blatt.“ – Schlichtes Flugblatt mit volkskunstartiger Darstellung der Vierlinge ohne weitere Erklärung. Stattdessen zwei Lieder zur Andacht: „Wunderbahrer Gott und Schöpfer“ und „Wenn kleine Himmelserben“. – Sehr selten, über den KVK nur ein Exemplar in der Nationalbibliothek in Straßburg nachweisbar. – Mimimal gebräunt, Verso mit Stempel der Norica-Sammlung Hans Hopf. – Beiliegend ein weiterer Druck zu diesem Anlaß: „Merkwürdige Beschreibung der von einer Nürnberger Bürgers-Frau, vier zur Welt lebendig gebohrnen, und durch die heilige Taufe wiedergebohrnen Kinder“ (ohne Impressum und Jahr, Doppelblatt). – Über den KVK nicht nachweisbar.

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Nr. 382

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– – ZIRNDORF – „Wahrhaffte und merckwürdige Beschreibung und Abbildung zweyer seltsamen Wunder-Kinder ... Welche den 31. May 1742 zu Zirndorff ... geboren, den 1. Junii aber wieder gestorben.“ Einblattdruck mit kleinem Holzschnitt und typographischem Text. Schwabach, Steinmarck, o. J. (1742). Blattgr.: 33,3 x 19 cm. (50) 300,-

Holländer 136. Halle, Newe Zeitungen, 470. Drugulin, Porträt, 6289. Panzer, Verzeichnis von Nürnbergischen Portraiten, 67. – Betont hochformatige Darstellung des stehenden, ca. 2,30 m großen „Riesen Franck“, der aus Geldern stammte. Obwohl deutlich kleiner als sein Landsmann van Albert, der neunzehnjährig 2,68 m groß war, suggeriert die Abbildung, er reiche bis in die Wolken. Das Gewand ist das eines erwachsenen Mannes von Stand, in den Händen hält er Pokal und Schwert. Indessen zeigt der Gesichtsausdruck überraschend deutlich, wie sich ein Vierzehnjähriger gefühlt haben mag, der als Schauobjekt durch die Lande ziehen mußte. – Stellenw. leichte Falten, auf größeres Trägerpapier alt aufgezogen mit nach Art alter Kanzleischrift kalligraphierter Betitelung, Ränder leicht gebräunt. – Sehr selten. – Siehe Abbildung Tafel 12.

Drugulin II, 4353. Hofmann-Randall, Kat. Erlangen, 40. J. F. Volrad Deneke, Arzt und Medizin in der Tagespublizistik des 17. und 18. Jahrhunderts, Berlin 2010, S. 43. – Zuerst in zwei gestochenen Fassungen in Nürnberg erschienenes Flugblatt, hier von einem Schwabacher Drucker mit einer schematischen Darstellung in Holzschnitt übernommen. – Dem Titel zum Trotz eine recht sachliche Beschreibung dieser „Wundergeburt“ von am Unterleib zusammengewachsenen Zwillingen, ohne jede moralische Deutung. – Faltspuren, leicht gebräunt. – Aus der Norica-Sammlung Hans Hopf (rückseitig gestempelt). – Siehe Abbildung.

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– WUNDERGESTALT – NÜRNBERG – „Anthonj Franck aus dem Land zu Gellern geburtig seines Alters 14 Jahr seine Länge ist 3 1/2. Eln, Kam in Nürnberg Anno 1575“. Einblattdruck (Radierung). O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1575?). Blattgr.: 31 x 13 cm. (50) 500,-

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– – – „Dis baurn Mädl arbeith mit den fyessen ohne händt machet 6 Stückh“. Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung und gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, erste Hälfte des 18. Jhdts.). Blattgr.: 18,7 x 14,5 cm. (50) 250,Holländer 120 (Ex. im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg). Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 177 (nicht datiert). – Darstellung einer jungen Bauersfrau in Tracht, die auf Grund gelähmter oder verkrüppelter Arme die Spinnerei, die sie mit den Füßen ausführt, zum Broterwerb betreibt. – Die Lokalisierung des Drucks bzw. der Darstellung nach Müller (ohne Kriterien, vielleicht anhand der Tracht?). Das British Museum datiert um 1710. – Kräftiger, dunkler Abdruck, fast bis an die Einfassungslinie beschnitten, kaum gebräunt und fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung Seite 117.

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EINBLATTDRUCKE – WUNDERGESTALT – NÜRNBERG – „Lazarus, et Johann Coloredo, â Genua, Nat(i): 12. Mart: 1617. Venerunt. Norib: 1644. den 10. 8bris.“ Einblattdruck (Radierung) mit gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1644). Blattgr.: 14,1 x 11,7 cm. (50) 300,-

Drugulin II, 1864. Paas P-1527. Stopp, Botanische Einblattdrucke und Flugschriften vor 1800, Bd. II, Nr. 147. – Vgl. Holländer 198 und 203 (Variante). – In mehreren Fassungen veröffentlichtes Flugblatt über einen an der Nürnberger Stadtmauer wohl aus Efeu gewachsenen Löwen, der laut Holländer als Prophezeiung des schwedischen Löwen (Gustav Adolf) gedeutet worden ist, der den päpstlichen Drachen angreifen werde. – Auf größeres Trägerpapier aufgezogen, knapp beschnitten, leicht gebräunt, vereinzelt fleckig. – Siehe Abbildung.

Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 176. VD 17 12:658264B. – Vgl. Holländer 106 (erwähnt einige Flugblätter dazu). – Eine der bizarrsten „Wundergestalten“, der Graf Colloredo von Genua, dem sein „parasitärer“ Zwilling unterhalb der Brust angewachsen war. – Sehr seltener kleiner Handzettel, gedruckt zur Erinnerung an den Besuch der Brüder am 10. Oktober 1644 in Nürnberg. – Bis an den Plattenrand beschnitten, rückseitig Stempel der Norica-Sammlung Hans Hopf. – Siehe Abbildung.

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– WUNDERZEICHEN – NÜRNBERGER LÖWE – „Warhafftiger und Natürlicher Abrieß deß mit wunder zuschaueten, (Von imselbst) gewachsenen Löwens an einer Mauer, so kürtzlich Ersehen, und noch zu sehen ist zu Nüremberg in diesem 1631 Jars“. Einblattdruck (Radierung) mit großer Darstellung, gestoch. Betitelung und zweispaltigem gestoch. Erklärungstext. O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1631). Blattgr.: 25 x 14,5 cm. (50) 300,-

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– ZEELAND – „Prospect des Sturms welcher auf der Reise von Rotterdam aus, nach Seeland und Cadsant sich erhoben, Anno, 1733. den, 28, Julij.“ Einblattdruck (Kupferstich) von J. A. Delsenbach mit deutscher und französischer Betitelung unter der Darstellung. (Nürnberg? 1733). 19,9 x 31,2 cm. (50) 200,Drugulin II, 4164. – Nicht bei Knuttel. – Im Jahre 1733 hatte Johann Adam Delsenbach zusammen mit dem niederländischen Gesandten Gallieris eine mehrmonatige Reise durch einige Städte Hollands und die Provinz Zeeland unternommen und später durch einige Zeichnungen dokumentiert (vgl. AKL XXV, 548). – Der Kupferstich gibt einen Seesturm vor der Küste Zeelands wieder. Dargestellt ist ein im Sinken begriffenes Schiff, das Delsenbach selbst gesehen

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hat, was er mit dem Zusatz „ad vitam fecit“ in der Stechersignatur bekräftigt. – Bis an die Umfasssungslinie beschnitten und alt auf überstehendes Trägerpapier aufgezogen, gering gebräunt, Trägerpaier etw. fleckig. – Sehr selten.

kleinere Einrisse und Ausbrüche mit geringem Text- und Darstellungsverlust) auf leicht überstehendes Trägerpapier aufgezogen, etw. gebräunt und fleckig. – Sehr selten. – Siehe Abbildung Tafel 11.

– ZEITMESSUNG – HAMBURG – „Der grosse Stunden-Weiser, aller Länder auff der gantzen runden Erd-Kugel.“ Einblattdruck (altkolor. Holzschnitt) mit großer Darstellung („Erdkreis“, 33 x 32,5 cm), typographischer Betitelung und Erklärungstext (ohne die beweglichen Teile?). O. O. (Hamburg?), Dr. und J. (um 1680?). Blattgr.: 43,5 x 34,7 cm. (50) 500,Vgl. VD 17 1:627598D. – Prachtvolles Blatt in kräftigem Altkolorit, eine der frühesten Darstellungen der Zeitzonen der Erde, bezogen auf die Stadt Hamburg. Zu den Tag- und Nachtstunden in einem inneren Kreis sind ringsum die Städtenamen der jeweiligen Zeitzone strahlenförmig angeordnet, auf dem Umfassungskreis Darstellungen von Ländern, Landschaften, Tieren, Bewohnern und einer Stadt (Hamburg?), in den Ecken die vier Winde. – VD 17 (nach dem Exemplar der Staatsbibliothek Berlin) verzeichnet eine Variante, deren Text inhaltlich weitgehend mit dem vorliegenden Druck übereinstimmt, aber neu gesetzt worden ist (vgl. vor allem die Titel). Aufschluß über die Bestimmung des Blattes könnte die veränderte Schlußzeile „Ein mehrers ist auß der generalen Beschreibung“, die im Berliner Exemplar „nemlich in No. 358, wohin diese Stunden-Uhr gehört, zu ersehen“, in unserem aber „nemblich in No. 49 ...“ endet. Dies weist darauf hin, daß der Druck nicht als Flugblatt, sondern als Beigabe zu Büchern gedacht war (so auch die im VD 17 erwähnte weitere Variante, die zu Happels „Mundus mirabilis tripartus“, Ulm 1687, gehört) . – Eventuell fehlt ein beweglicher Zeiger. – Mit einigen Schäden (Falze,

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– ZOOLOGIE – HAMBURG – „Eigentliche Abbild- und Beschreibung des Einhorn-Fisches, welcher in dem Elb-Strohm bey niedrigem Wasser gefangen, und im Februario 1736 in Hamburg an der Cayen in einem Schiffe gezeiget worden.“ Einblattdruck mit Radierung (9,3 x 24 cm) und typographischem Text. Hamburg, „im güldenen A, B, C. bey der Börse“ (= Th. von Wierings Erben), o. J. (1736). Blattgr.: 40,9 x 34 cm. (50) 500,Halle, Newe Zeitungen, 1806. – Nicht bei Drugulin. – Bericht mit einer sehr schönen Abbildung, die genauestens die Musterung der Haut des in der Elbe gefangenen Narwals wiedergibt. Wie aus den Erläuterungen hervorgeht, hat man diesen als eine „Art von Wallfisch“ identifiziert, der „in verschiedenen Grönländischen Reise-Beschreibungen erwehnet wird“. – Zur Hamburger Druckerei „Im güldenen ABC“, die von dem Holländer Thomas von Wiering gegründet worden ist, siehe Reske 342. Dessen Erben druckten vor allem Flugschriften, Kalender und Leichenpredigten. – Von großer Seltenheit, über den KVK nur ein einziges Exemplar in der Universitätsbibliothek Leiden nachweisbar. – Im unteren Drittel ca. 15 cm langer Riß (nicht Rand, wohl produktionsbedingt), Faltspuren, Ränder etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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– – NEAPEL – „Dieser schön und grosse Welt berümte Buffelo, ist 1745 aus Africa nacher Neappolis an dem Fürsten Madalona über schieckt worden, allwo Diese und andere Thierr ... Würdig

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gehetzt werden.“ Einblattdruck (Radierung) mit zweispaltigem deutsch-französischen gestoch. Text. O. O., Dr. und J. (1745). Plattengr.: 27 x 39,3 cm. (50) 200,Faust III, 409. – Imposante Abbildung eines gewaltigen Wasserbüffels, der von einem schwarzen, mit Federn bekleideten und geschmückten Eingeborenen geführt wird. Am Hof des Herzogs von Matalone fand demnach wöchentlich eine Hatz mit teils exotischen Tieren statt. Über ihn und seine aufwendige Hofhaltung berichtet Casanova im elften Kapitel seiner Erinnerungen. – Schmale Ränder etw. fleckig, leichte Knickspuren. – Selten.

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– – NÜRNBERG – „Abbildung des großen Ochsens ... aus Altbernheim ...“ Einblattdruck (Radierung) mit gestoch. Erklärungstext. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Kellner?, 1804). 17,3 x 29,5 cm. Blattgr.: 22 x 36,3 cm. (50) 250,Vgl. Kiefhaber I, 196 (Variante, gestochen von Kellner). – Nicht bei Drugulin. – Weitere Abbildung des in einigen Drucken beschriebenen, immens großen Mastochsen aus Altbernheim (Burgbernheim), der schließlich in Nürnberg geschlachtet worden ist. Gewicht und Datum sind hier angegeben: „Er kam nach Nürnberg den 27. Aug. 1803, ... lebendig hat er auf der Heiwaage den 28. Merz 1804 am Gewicht gehabt 25. Centner“. – Ränder mit leichten Knickspuren, wenig fleckig und gebräunt.

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Nr. 392

– – – „Abbildung des schönen, grossen und fetten Ochsens von einer holländischen Art, der im Leben 25. Centner und 40 Pfund gewogen, und zu Nürnberg den 12. April Anno 1775 geschlachtet worden ist.“ Einblattdruck mit Radierung (16,8 x 21,6 cm) und zweispaltigem typographischen Erklärungstext. Nürnberg, Henning, o. J. (1775). Blattgr.: 42,5 x 36,5 cm. (50) 250,Faust III, 316. Drugulin II, 4961. Halle, Newe Zeitungen, 1775. – Selten, KVK ohne Nachweis (aber in der Universitätsbibliothek Erlangen und der Stadtbibliothek Nürnberg in je einem Ex. vorhanden). – Zwei winzige Bindelöcher in den breiten Rändern, minimale Randläsuren, wenig gebräunt.

399

– – – „Accurate Abbildung des grossen Ochsen von der Schweitzer Art, der im Leben 30. Centner gewogen hat, und zu Nürnberg ... den 27. Martii 1782 geschlachtet worden ist.“ Einblattdruck (Radierung) mit gestoch. Erklärungstext. Nürnberg, Henning, o. J. (1782). 21 x 35,5 cm. Blattgr.: 35,3 x 42,5 cm. (50) 250,Drugulin II, 5100. – Leichte Knickspuren, breite Ränder etw. gebräunt. – Sehr selten. – Siehe Abbildung.

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Nr. 395

– – – „Dieser Ochs 6. Jahr alt, ist auß dem Anspachisch'n Ort Altenbernheim von Hr. Georg Paul Leuchs ... gekauft ... worden ... am Gewicht hate er auf der Nürnberg: Heu-Waage ... Centner ... 1803.“ Einblattdruck (Radierung) mit gestoch. Erklärungstext. O. O., Dr. und J. (1803). 21 x 34 cm. Blattgr.: 34 x 43,2 cm. (50) 300,-

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Nr. 399

dazu der Schnabel und das ganze Tier von vorne, nach der Zeichnung „ad vivum“ eines G. I. Ostertag aus Lindau. – Mehrere kleine Rostflecken, obere linke Ecke leicht wasserrandig, sonst kaum gebräunt. – Aus der Sammlung des Ansbacher Philologen Dr. Thomas Stettner (vgl. Lugt 2370, anderer Stempel). – Siehe Abbildung.

Kiefhaber I, 196. – Nicht bei Drugulin. – Flugblatt mit einem unglaublich großen Mastrind. Gewicht und das genaue Datum sollten wohl handschriftlich nachgetragen werden, was hier aber unterblieben ist. – Auf leicht bläulichem Papier. – Ränder mit leichten Knickspuren, rechts fünf winzige Löcher, kaum gebräunt. – Aus der NoricaSammlung Hans Hopf (Stempel verso). – Siehe Abbildung.

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– – PELIKANE AM BODENSEE – „Natürliche Abbildung einer Kropfgans, Kropfvogels, Onocrotalus Alhautel oder Wasser-Vielfraß.“ Einblattdruck (Mezzotintoradierung) mit großer Darstellung (26,9 x 20,7 cm) und gestoch. Erklärungstext. Augsburg, Will, o. J. (1768). Blattgr.: 37,2 x 23,2 cm). (50) 600,Faust II, 225. – Bericht über eine ornithologische Sensation im Juli des Jahres 1768, als etwa 100 Pelikane von Süden über die Schweizer Berge kamen und sich im Bodensee niederließen. Offenbar handelte es sich um den in Südosteuropa und Kleinasien beheimateten Krauskopfpelikan. Im April 2010 wurde erstmals in neuerer Zeit ein Exemplar dieser Art im Bodenseegebiet gesichtet. Das vorliegende Flugblatt ist vielleicht das einzige Zeugnis einer älteren Dokumentation von Pelikanen am Bodensee. Allerdings ist es so selten wie das Ereignis selbst. – Die schöne Radierung mit einer großen seitlichen Ansicht eines Pelikans,

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INKUNABELBLÄTTER – PLINIUS SECUNDUS, C., Historia naturalis. Blatt mit großer in Deckfarben und Gold eingemalter Initiale „A“. Venedig, N. Jenson, 1472. Blattgr.: 42,3 x 28,4 cm. (91) 300,Goff P 788. – Das erste Blatt der Lage f mit dem Beginn der Beschreibung von Afrika. – Die buntfarbige Initiale auslaufend in zwei Caudae mit langen roten und blauen Früchten sowie etwas Federwerk und Goldpunkten, das goldene „A“ in quadratischem Feld mit Ranken vor mehrfarbigem Grund. – Gold gering abgeplatzt, mehrere alte Marginalien, breite Ränder leicht gebräunt und minimal fleckig.

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– SCHEDEL, H., Das Buch der Chroniken. Ca. 60 Bl. mit zahlr. Textholzschnitten nach M. Wolgemut und W. Pleydenwurff, fast alle aus der deutschen Ausgabe. Nürnberg, A. Koberger, 1493. Blattgr.: Ca. 45 x 30 cm. (72) 400,-

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INKUNABELBLÄTTER – SAMMLUNG von 9 Einzelblättern aus großformatigen Wiegendrucken, meist rubriziert und mit eingemalten Initialen. Ca. 1480-95. (91) 250,Enthält die Blätter A II, B III und H III aus einer kommentierten Ausgabe der Constitutiones von Papst Clemens V. (wohl Nürnberg, Koberger, 1482; GW 7095), vier besonders breitrandige Blätter, je eines aus dem 22. Buch einer Ausgabe des „Speculum naturale“ des Vincent de Beauvais (hier über Geschlechtsteile und die Vermehrung von Tieren) und dem 14. Kapitel eines exegetischen Werks sowie zwei aus einer Postille des Nikolaus von Lyra über die Apostelgeschichte und den Jakobusbrief, weiterhin die Blätter XXXV und CCLVI aus einer deutschen Ausgabe der Schedel-Chronik mit sieben Textholzschnitten (Stadtansicht von Troya mit großem Ausriß). – Vereinzelt etw. fleckig und gebräunt, mäßige Gebrauchsspuren.

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– SAMMLUNG von 9 Blättern aus kleinformatigen Inkunabeln und Drucken des frühen 16. Jhdts., darunter 3 mit je einem Textholzschnitt. (91) 250,Enthält u. a. zwei Blätter mit Textholzschnitt (Aesop und Raetus sowie Jäger mit mehreren Tieren) aus einer lateinischen Ausgabe der Fabeln des Aesop (Basel, Wolff, 1498; Schramm XXI, 816) sowie ein Blatt mit großer Turnierdarstellung aus der „Chronique de St. Denis“ (Paris 1514). – Einzelne Bl. mit Läsuren, stellenw. fleckig und gebräunt. – Beiliegend 3 faksimilierte Blätter der „Chronik von Jerusalem“.

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MAKULATURBLÄTTER – KONVOLUT – Cirka 10 Bl. aus mittelalterlichen Handschriften. Meist 15. Jhdt. – Fragmente mit starken Gebrauchsspuren. (91) 150,-

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MINIATUREN – KREUZIGUNG mit Maria und Johannes. Deckfarbenminiatur auf Pergament. Süddeutschland? Mitte 15. Jhdt. Blattgr.: 33 x 24,4 cm, Darstellung ca. 24,5 x 18 cm. (50) 2.000,Aus einem Missale stammende ganzseitige Miniatur, ursprünglich wohl dem Textbeginn des Canon missae („Te igitur“) gegenüber eingebunden. Die Gebrauchsspuren an den Blatträndern mit einigen Fingerflecken sowie der noch vorhandene Blattweiser zeugen jedenfalls von häufiger Benutzung. Die Darstellung befindet sich auf dem Verso des Blattes (Recto ohne Text) und ist von einer breiten Bordüre in Blau mit roten Rahmenleisten und goldenen Blüten eingefaßt. Die vier Ecken werden durch goldene Medaillons mit punzierten Blüten und grüner Umfassung markiert. Im oberen Bereich sind die Figuren – der erhöhte Körper Christi vollständig – von punziertem Goldgrund in Form eines Rautenmusters hinterlegt. Die Darstellung der Körper ist überaus linear gehalten und weist nur wenig plastische Werte auf. Gerade der Kruzifixus wirkt mit seinen dünnen, zerbrechlichen Armen recht hölzern und steif. Während im Gewand Mariens noch gewisse Reminiszenzen des weichen Stils der Zeit um 1400 anklingen, weisen die hart gebrochenen Falten im Gewand des Johannes auf

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eine spätere Zeit hin, wohl die Jahrhundertmitte. Eine Entstehung im süddeutschen, vielleicht auch fränkischen Raum kann aufgrund bestimmter Charakteristika der Gesichter vermutet werden. Die Darstellung ist zwar nicht von erstrangiger, doch für eine wohl provinziell anzunehmende Miniaturistenschule von durchaus beachtlicher malerischer Qualität. – Stellenw. etw. Farbabrieb, an den Rändern auch verlaufene Farbe und Verwischungen, Ränder stark fingerfl. und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 13. Full page illumination from a missal, originally probably bound-in opposite the beginning of the text of the Canon missae („Te igitur“). – The illustration is not of first-rate quality, however a remarkable artistic work taking into consideration that it comes from a provincial school of miniaturists. – Here and there colour rubbed off a bit, blurred at margins, the latter with heavy thumbing and browning. – Crucifixion with Mary and John. Gouache illumination on vellum. – See illustration on plate 13.

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– NÜRNBERG – WAPPENMINIATUR eines Allianzwappens mit drei Schilden. Deckfarben auf Papier. Thüringen (oder Franken?), Anfang des 18. Jhdts. Blattgr.: 34,3 x 43,3 cm. (50) 500,Wahrscheinlich thüringisches Wappen mit einem frontalen Mohrenkopf als Helmzier und drei Schilden. Mitte: Mohr von der Seite – links (geviertelt): Lämmer vor rotem Grund und Schrägbalken – rechts: drei silberne Kugeln vor rotem Schrägbalken („E. C. v. der Ölsnitz“, als einziges ausgeschrieben). Über dem Wappen Schriftband, monogrammiert „G. St. T v S. Wet R.“ – Auf Papier mit Wasserzeichen eines steigenden Einhorns mit Beizeichen (Piccard 124785, Nürnberg 1720). – Falze mit Randeinrissen, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 2. Nr. 401

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PERGAMENTBLÄTTER – ANTIPHONAR – 2 Doppelblätter aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Wohl Deutschland, 12. Jhdt. Blattgr.: 34 x 46 cm. Mit zahlr. Initialen und Hervorhebungen in Rot. 2 Sp. Lose in restaurierter Hlwd. des 19. Jhdts. (100) 4.000,Gut erhaltene Makulaturblätter in romanischer Minuskelschrift, jeweils 30 Zeilen, durchgehend mit Neumen. – Die beiden Doppelblätter, wohl aus derselben Handschrift stammend, sind zusammengeheftet, jedoch nicht in dieser Reihenfolge zusammengehörig. – Enthalten sind u. a. Gesänge zu Pfingsten und den Sonntagen nach Pfingsten. – Makulaturblätter mit Einschnitten am Falz, knapp beschnitten (minimaler Buchstabenverlust), die Ränder tls. mit Klebespuren, fleckig und gebräunt.

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– – 7 Einzelbätter aus einem lateinischen Antiphonar. 16./17. Jhdt. Blattgr.: 49,5 x 35,5 cm. Mit einigen in Blau, Rot und schwarzer Tinte eingemalten Initialen. Choralnotation auf 5 roten Linien; Text schwarz, vereinzelt rot. 7 Zl. Schriftspiegel: 35 x 23 cm. (72) 200,Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Weiteres Bl. aus einem anderen Antiphonar beiliegend.

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– WAPPENMINIATUR mit Greifen. Federzeichnung mit Deckfarben auf Pergament. Deutschland (norddeutsche Hanse?), dat. 1633. Blattgr.: 25,4 x 21,5 cm. (30) 250,Imposantes Wappen, auf dem das Symbol des goldenen Greifs gleich vierfach vorkommt. Zwei große Greifen halten den geviertelten Schild, bestehend aus: goldenem Greif auf blauem Grund – sechs goldenen und roten Schrägbalken – goldenem Turm auf blauem Grund – Silberzacken vor rotem Grund mit blauem Schrägbalken, darauf goldenen Lilien (von links oben nach rechts unten). Im Oberwappen schwarzer Helm mit goldenem Greif als Zier. Unten, zwischen den Trägerfiguren eingehängt, der Orden, eine goldene Kette mit Muscheln und Medaillon (Herkules besiegt Hydra?). Im Postament unleserliche Künstlersignatur mit Jahreszahl 1633. – Der goldene Greif auf blauem Grund deutet auf die Fürsten von Rostock hin, Silber und Rot sind die Farben der Hanse. – Doppelblatt mit Faltspuren, tls. etw. Farbabrieb, leicht fleckig und gebräunt. – Beiliegend das Testament eines Bürgers namens Anthoine Magnin: französische Urkunde auf Pergament, dat. Chambéry, 17. 12. 1570 (ca. 74 x 84 cm).

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BOLOGNA – COMMENTARII de Bononiensi scientiarum et artium instituto. Bde. I-VI (von 7) in 9 Bdn. Bologna, Volpe, 1731-83. 4°. Mit 9 gestoch. Titelvign., 155 gefalt. Kupfertafeln und 3 gefalt. Tabellen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rsch. mit geringen Absplitterungen, stellenw. fleckig, etw. beschabt und bestoßen). (103) 2.500,Brunet II, 186. Ebert 5051. Graesse II, 238. – Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Studien aus dem von Eustachio Manfredi gegründeten Bologneser Institut (vgl. DSB IX, 77). – Mit Abhandlungen von Boscovich, Canterzani, Frisi, Galvani, Manfredi, Michelotti, Molinelli, Morgagni, Riccati, Scheuchzer, Slop von Cadenberg, Trombelli, Veratti, Zanotti etc. – Titel und Vorsatz gestempelt; wenig fleckig und gering gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 14. Research papers on scientific studies of the Academy of science of Bologna. – Title and endpaper stamped; hardly soiled and minimally browned. – Contemporary half calf

with spine label and gilt back (spine label with minor splitoff, here and there soiled, a little scratched and scuffed). – See illustration on plate 14.

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BONNET, CH., Considerations sur les corps organisés. 2 Bde. Amsterdam, Rey, 1762. Mit 2 gestoch. Titelvign. XLII S., 2 Bl. (das letzte weiß), 274; XX, 328 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt, wenig bestoßen, kleine Wurmspuren). (152) 500,Erste Ausgabe. – Blake 58. Wellcome II, 200. Waller 11788. Pritzel 982. DSB II, 286. Garrison-M. 472: „Bonnet's theory of generation offered the best synthesis of 18th century ideas of development and remained a leading authority until von Baer. Bonnet believed in the performation of the embryo. He used many of Haller's arguments to support his own opinions.“ – Der erste Band mit kleinem Wurmloch im oberen Rand, geringe Gebrauchsspuren.

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Freeman 189 (I), 677 (II), 916 (III und IV), 1066 (V und VI), 1189 (VII), 1238 (VIII), 860 und 1297 (IX), 1266 (X), 311 und 312 (XI) sowie 313 (XII/1). – Bd. XII/2 nicht bei Freeman. – Vorsatz mit Besitzvermerk, tls. fleckig und gebräunt. – Ohne Rückgaberecht.

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EUSTACHIO, G. N., Opusculum de aere, situque Beneventanae civitatis: in quo plurima ad rem medicam, philosophiam, geographiam, ac astronomiam pertinentia, disseruntur. Neapel, G. B. Sottile für S. Bonino, 1608. 4°. Mit 6 (5 ganzseit.) Textholzschnitten. 4 Bl., 108 S., 2 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken mit kleinen Fehlstellen, Kanten restauriert, fleckig). (7) 1.000,Einzige Ausgabe. – STC 323. Jöcher I, 444. Wellcome I, 2093. – Ausgehend von einer geographischen Beschreibung der italienischen Stadt Benevento und angefügt an sie, untersucht der Arzt Giovanni Nicolò Eustachio aus Gambatesa in der Molise, über den außer dieser seiner Schrift kaum etwas bekannt ist, die räumlichen Aspekte des aer Beneventanus und faßt das allgemeine Wissen seiner Zeit über die Zusammenhänge zwischen den Winden und den Jahreszeiten konzis zusammen. Die Verbindung von Benevent mit dem Wind kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern ist etymologisch-religiös motiviert: der ursprüngliche Name der Stadt, Maleventum, ist schon in der Antike aus Gründen der günstigeren Vorbedeutung in Beneventum umbenannt worden. – S. 51/52 mit kleinem Einriß am Seitensteg, leicht gebräunt, gering fleckig. – Siehe Abbildung. Sole edition. – Starting with a geographic description of the Italian town Benevento, the physician Giovanni Nicolò Eustachio from Gambatesa in the Molise, investigates the spatial aspects of the aer Beneventanus and summarizes the general knowledge of his time on connections between the winds and the seasons. The association of Benevent with the wind is not without reason, but is motivated by an etymological religious way: the original name of the town, Maleventum, has been changed already in the Ancient World into Beneventum on account of a more favorable omen. – P. 51/52 with small tear in margin, slightly browned, minimally soiled. – Contemporary limp vellum (spine with minor defects, edges restored, soiled). – See illustration.

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COLLINI, (C. A.), Betrachtungen über die vulkanischen Berge. Aus dem Französischen übers. (von A. T. von Gersdorff). Dresden, Walther, 1783. 4°. Mit gefalt. Kupfertafel und gefalt. Tabelle. 108 S. Hldr. d. Zt. (Deckelbezüge erneuert, Rücken beschabt). (7) 500,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 5612. – Titel und folgendes Bl. mit kleinen, hinterlegten Randläsuren, etw. gebräunt und fleckig.

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CUVIER, G., Die Erd-Umwälzungen. Leipzig, Abel, 1851. Mit gestoch. Portr. und 2 gefalt. Tabellen. 12, 274 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (etw. beschädigt). (8) 120,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 6371. – Block gelockert, fleckig. – DAZU: WANDELAINCOURT, A., Nouvelle physique. Paris 1782. – PETTENKOFER, M. VON, Vorträge über Canalisation und Abfuhr. München 1876.

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DARWIN, CH., Gesammelte Werke. Bde. I-XII (von 16) in 12 Bdn. Stuttgart, Schweizerbart, 187578. Mit zahlr. Abb. im Text und auf Tafeln. Hlwd. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). (75) 200,-

FORSTER, J. R., Enchiridion historiae naturali inserviens. Halle, Hemmerde und Schwetschke, 1788. 8 Bl., 224 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (wenig berieben und etw. bestoßen). (75) 200,Erste Ausgabe. – Stafleu-C. 1827. Wood 346. Schlenker 110.1. Horn-Sch. 6904. Zimmer I, 228. „The book is quite rare.“ – Fliegender Vorsatz gebräunt und mit Eintrag von alter Hand in Tinte; leicht fleckig. – 2 Beilagen.

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FUCHS, J. N., Ueber den gegenseitigen Einfluss der Chemie und Mineralogie. München, Lindauer, (1824). 4°. 20 S. Pp. d. Zt. (fleckig). – Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 814. (158) 80,-

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GEGENSTÄNDE einer öffentlichen Prüfung aus der Naturlehre der Körper im Kurfürstlichen Schulhause zu Neuburg. O. O. und Dr., 1781. 38 S. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). – Nur ein Exemplar im KVK. – Titel gestempelt. (22) 100,-

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GÜTLE, J. K., Einladung an Freunde der Wissenschaften zu Vorlesungen über die ganze Experimentalphysik. (Nürnberg 1798). 4°. 8 S. Ohne Einband. (158) 150,-

GÜTLE – BEYSPIEL einer unglaublichen Arroganz oder Antikritik des Mechanikus Gütle, als ein Beytrag zur Menschenkentniss, zum Druke befördert von der Künstlergesellschaft in Nürnberg. (Nürnberg 1795). 19 S. Ohne Einband. (158) 150,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Gütle hatte im dritten Teil seiner „Kunst in Kupfer zu stechen“ heftig auf die Rezension seiner „Anleitung zum Kupferstechen“ geantwortet, die im ersten Stück des „Journals der bildenden Künste“ geübt worden war. In der vorliegenden Broschüre wird nun darauf wiederum heftig repliziert. – Stärker fleckig.

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GROSSEN STÜRME und Ueberschwemmungen in Teutschland, England, Frankreich, Rußland und in andern Ländern Europas im Jahre 1824, Die. Leipzig, Fleischer, 1825. VII (recte VIII) S., 1 Bl., 150 S. Orig.-Brosch. (kaum Gebrauchsspuren). (158) 120,Erste Ausgabe. – Laut KVK erschien im selben Jahr auch ein Nachdruck in Cannstatt. – Etw. fleckig.

JONSTON, J., Thaumatographia naturalis, in decem classes distincta. Amsterdam, Blaeu, 1632. 12°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 7 Bl., 501 S., 1 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (49) 200,Erste Ausgabe. – Krivatsy 6268. Wellcome I, 185. GarrisonM. 287. Norman 1177: „A treatise on natural wonders, was divided into ten categories: the new stars, the elements, meteors, minerals, plants, birds, quadrupeds, insects and other 'bloodless' animals, fish, and men.“ – Diese Ausgabe nicht bei Eales, Osler, Waller etc. – Kompendium des gesamten zoologischen Wissens. – Gelenk gebrochen, Titel mit Besitzeintrag von alter Hand, die Lage S verbunden, tls. fleckig (Titel stärker), leicht gebräunt.

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Vgl. Poggendorff I, 973. – Gütle hielt seine Vorlesungen in seiner Privatwohnung „in der neuen Gasse“. – Datierung von zeitgenössischer Hand: „Mense Decbr. 1798“. – Braunfl., Randschäden.

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HELMUTH, J. H., Volksnaturlehre. 5. verm. Aufl. Wien, Bauer, 1800. Mit mehrf. gefalt. Kupfertafel. 1 Bl., 461 S., 12 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken mit kleinem Signaturschild, Hinterdeckel mit Wurmspur, etw. beschabt). (22) 100,Vgl. Poggendorff I, 1061. Böning-S. 2222: „Naturkundlicher Unterricht für einfache Leser, der diese befähigen soll, die natürlichen Erscheinungen aus ihren Gründen und Ursachen zu verstehen. Auf diese Weise will der Autor Aberglauben abbauen, den er in den unteren Volksklassen besonders verbreitet und Schaden anrichten sieht.“ – Seit 1786 bis weit ins 19. Jhdt. in der Braunschweiger Schulbuchhandlung aufgelegt, in der eine ebenfalls als 5. Auflage bezeichnete Ausgabe erschien, jedoch erst 1803. Mit dieser ist der vorliegende Druck nicht identisch; er ist der einzige in Wien herausgekommene und recht selten (nicht von Böning und Siegert erfaßt). – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel gestempelt, vereinzelt Anstreichungen, gering gebräunt.

GOTTSCHED, J. CH., Erste Gründe der gesammten Weltweisheit. 7. verm. und verb. Aufl. Bd. I (von 2). Leipzig, Breitkopf, 1762. Mit gestoch. Frontisp., 16 gefalt. Kupfertafeln sowie einigen gestoch. Kopfvign. und Textholzschnitten. 9 Bl., 596 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckelund Rvg. (beschabt und bestoßen). (79) 150,Goed. III, 361, 40. – Das philosophisch-naturwissenschaftliche Hauptwerk Gottscheds. Enthält Abhandlungen zu Astronomie, Physik und Anatomie mit erläuternden Kupfern (der zweite Band war nicht mehr illustriert). – Das Frontispiz mit kleinem Papierdurchbruch am Rand, leicht gebräunt, kaum fleckig.

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KECKERMANN, B., Systema astronomiae compendiosum. Hanau, Antonius' Erben, 1611. Mit Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Bl. sowie mehreren schematischen Textholzschnitten. 4, 295 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (100) 1.500,Erste Ausgabe. – Zachert-Z. II, 885. Houzeau-L. I, 2921. Poggendorff I, 1233. Lalande 155. Zinner 36. – Nicht im STC. NACHGEB.: DERS., Systema geographicum. – (Brevis commentatio nautica). 2 Tle. Ebda. 1611. 192, 76 S. – Erste Ausgabe. – Zachert-Z. II, 885. – Nicht im STC. – Vgl. Poggendorff I, 1234 (Ausg. 1612). DERS., De natura et proprietatibus historiae, commentarius. Ebda. 1610. Mit Druckermarke auf dem Titel. 223 S. (ohne das gefalt. Blatt). – Erste Ausgabe. – STC K 37. CLC K 15. – Es fehlt die Falttafel. DERS., Contemplatio gemina. Prior, ex generali physica de loco; altera, ex speciali, de terremotu. Nunc secundum edita. 2 Tle. Ebda. 1607. Mit Druckermarke auf dem Titel. 12 Bl., 248 S. – STC K 36. Poggendorff I, 1233. DERS., Introductio ad lectionem Ciceronis. Ebda. 1610. Mit Druckermarke auf dem Titel. 80 S. – STC K 38. Fliegende Vorsätze entfernt, Spiegel mit Klebespuren, Titel mit rasiertem Besitzvermerk und Stempel (Papierdurchbrüche restauriert, ohne Textverlust), stärker gebräunt und fleckig. – Sammelband mit fünf seltenen Schriften des Danziger Astronomen und Mathematikers.

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Fly-leaves removed, paste-down with glue traces, title with erased ownership entry and stamp (paper perforations restored, without loss of text), stronger browned and soiled. – Sammelband with five rare treatises by the Danzig astronomer and mathematician. – Contemporary vellum (soiled, scratched and scuffed).

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Gamba 1977: „Queste Lettere furono scritte contre gli Atei, e però suol denominarsi la raccolta anche col nome dell'Ateo convinto'.“ – „He has the distinction, though, of having written the best scientific prose in Italian after that of Galileo. The most notable were the then celebrated 'Lettere contro l'ateismo', his short stories and poetic works, his many letters on scientific and other scholarly topics, and the singular essay on odors“ (DSB IX, 3). – Titelei und letzte Blätter etw. wurmstichig (tls. hinterlegt), die S. 295-298 lose, leicht fleckig, wasserrandig.

KESSLER VON SPRENGSEYSEN, CH. F., Untersuchung über die Entstehung der jetzigen Oberfläche unserer Erde, besonders der Gebirge. Leipzig, Kummer, 1787. Mit 6 gefalt. kolor. Kupfertafeln von J. St. Capieux. 10 Bl., 251 S. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (131) 300,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1250. – Durchschossen. – Vorsatz gestempelt, stellenw. etw. gebräunt und fleckig.

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KIRCHER, A., Ars magna lucis et umbrae. Ed. altera priori multò auctior. Amsterdam, Janssonius und Weyerstraet, 1671. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Portr., gefalt. Kupfertafel (statt 4), 43 (4 ganzseit.) Textkupfern und über 400 Textholzschnitten. 15 Bl., 810 (recte 710) S., 5 Bl., Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Gebrauchsspuren). (54) 1.500,Dünnhaupt 7.2. De Backer-S. IV, 1050, 9. Ferguson I, 466. Brockett 6731. Tissandier 8. DSB VII, 357. – Zweite Ausgabe der großangelegten Abhandlung über optische Phänomene, Fluoreszenz, Farben- und Strahlungslehre, Lichtbrechung, Parabolspiegel, Astronomie usw., dabei auch die früheste Andeutung des Prinzips einer Laterna magica; ferner Ausführungen zu Sonnenuhren und Flugmaschinen. – Enthalten ist das gefaltete Kupfer „Horoscopium Catholicum“. – Es fehlen die Kupfer mit den Sternbildern. – Das Frontispiz angefalzt, mit Besitzvermerk von alter Hand und kleinem Einriß unten, das gefaltete Kupfer auf beiden Seiten bis zum Bildrand beschnitten, tls. fleckig, unterschiedlich gebräunt.

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MIKROSKOPIE – (LEDERMÜLLER, M. F.), Versuch, bey angehender Frühlings-Zeit die Vergrößerungs Werckzeuge zum nüzlich u. angenehmen Zeitvertreib anzuwenden. Nürnberg, Wirsing, 1764. Fol. Mit gestoch. kolor. Titel und 11 (statt 12) kolor. Kupfertafeln von A. L. Wirsing nach Ledermüller. 48 S. Hldr. um 1900 (Schwanz etw. läd., beschabt und bestoßen). (158) 400,Nissen 1158. Pritzel 5145. Hunt 581: „Effective plates.“ Plesch 442. De Belder 207. Cobres 265. Rautenberg, Beiträge zur Kenntnis alter naturwissenschaftlicher Werke V (in Beiträge zur Entomologie IV, S. 656) mit ausführlicher Beschreibung und Würdigung: „Von sämtlichen Arbeiten Ledermüllers ist dieses Werk am schönsten ausgestattet. Da das Werk ein Rarissimum ist, haben es die Verfasser naturwissenschaftlicher Nachschlagewerke selbst nie gesehen. Der eigentliche Wert der Abbildungen liegt in der Wiedergabe mikroskopischer Beobachtungen, welche hier zum ersten Male veröffentlicht werden.“ – Mit deutsch-französischem Paralleltext. – Die wunderbar kolor. Kupfer mit Abbildungen von Teilen der Apfelblüte, Reseda, Birnenblüten, Weinstock, Rosen etc. – Es fehlt Tafel 3 (Feuerlilie). – Gestoch. Titel neu angefalzt, angestaubt und stark fleckig. Erste Tafel und S. 1 und 47/48 angestaubt und fleckig, sonst nur leicht gebräunt und wenig fleckig, tls. etw. wasserrandig. Druck auf kräftigem Papier. – Siehe Abbildung Tafel 16.

LINNÉ, C. VON, Continuatio altera selectarum ex amoenitatibus academicis Caroli Linnaei dissertationum quas edidit, et additamentis auxit L. B(iwald). Graz, Lechner, 1769. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 9 Bl., 277 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Rücken mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (8) 200,Hulth 72 (mit genauer Inhaltsangabe und als einziger Bibliograph mit korrekter Kollation; er beschreibt – wie in unserem Exemplar – nur 2 Tafeln; die zweite Tafel wurde irrigerweise mit „III“ numeriert). Heimann 336 Anm. Pritzel 5425 Anm. (fälschlich dat. 1767, zählt 4 Tafeln). – Die erste „Continuatio“ zur Grazer Ausgabe der „Amoenitates Academicae“ war 1766 erschienen. – Eine Tafel mit kleinem Einriß, stellenw. fleckig.

MAUPERTUIS, (P.-L.-M.) DE, Saggio di cosmologia. Tradotti, e con note illustrati da O. degli Arrighi Landini. Venedig, Sansoni, 1768. Mit gestoch. Frontisp. 198 S. Mod. Hpgt. (7) 300,Erste italienische Ausgabe. – Vgl. Poggendorff I, 85. DSB IX, 189: „A philosopher as well as a scientist, Maupertuis proved himself a powerful and original thinker in 'Essai de cosmologie'.“ – Die französische Erstausgabe war 1750 erschienen. – Stark wasserrandig und fleckig, etw. gebräunt. – Unbeschnitten.

Second edition of the large-scale treatise on optical phenomena. – Lacks the copperplates with constellations. – Frontispiece mounted at joint, with ownership entry by contemporary hand, small tear at bottom, the folded copperplate cut on both sides up to plateline, partly soiled, variable browning. – Contemporary calf with gilt back (signs of wear).

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MAGALOTTI, L., Lettere familiari. 2 in 1 Bd. Venedig, Coleti, 1732. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titelvign. 8 Bl., 420 S. Hldr. des 19. Jhdts. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (83) 200,-

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(OKEN, L., Abbildungen zur allgemeinen Naturgeschichte für alle Stände. Stuttgart, Hoffmann, 1843). Fol. Mit 158 (statt 164) meist ganz- oder teilkolor. lithogr. Tafeln. Spät. Hldr. mit Rsch. und Rvg. (minimal beschabt und bestoßen). (125) 300,-

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Nissen 3006. Anker 376. Horn-Sch. 16535. Wood 498. Huber 206. – Tafelband der „once well-known and widely distributed popular natural history“ (Nissen) mit ihren in frischen, leuchtenden Farben kolorierten Tafeln zur Geognosie, Botanik, menschlichen Anatomie und Zoologie. – Das in seiner Zeit sehr geschätzte Werk war in 14 Teilen erschienen. Der Tafelband wurde seit 1833 in Lieferungen publiziert und ist daher oft inkomplett. – Ohne Titel und Textteil, stellenw. gering fleckig.

Aus dem Besitz von Ernst Mach 435

PICTET, M. A., Versuch über das Feuer. Aus dem Französischen. Tübingen, Cotta, 1790. Mit gefalt. Kupfertafel. VIII, 199 S. Pp. d. Zt. (Bezug tls. aufgeplatzt, bestoßen und leicht berieben). (66) 250,Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff II, 445. Ferchl 411. Duveen 652. Neu 3276. Fischer 33. Cole 1036: „The caloric theory of heat is favored and the author points out how his ideas coincide with those of Lavoisier.“ – Mit wenigen Tintenflecken. – Mit dem Besitzstempel des österreichischen Physikers Ernst Mach (1838-1916) auf dem Titel und dem e. Besitzvermerk von dessen Sohn Heinrich (1874-1894) auf dem Vorsatz.

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PLINIUS SECUNDUS, C., L'histoire du monde. Le tout mis en François par A. Du Pinet. 2 Bde. Lyon, Tardif, 1584. Fol. Mit 4 wdh. Druckermarken auf den Titeln und Zwischentiteln. 4 Bl., 31, 678 S., 78 Bl. (das erste weiß); 14 Bl., 745 S., 52 Bl. (das erste weiß). Spät. läd. Ldr. mit Rvg. und goldgepr. Wappensupralibros auf beiden Deckeln. (49) 600,-

Nr. 440 979. Ornamentstichslg. Berlin 1776. Feldhaus, Technik der Vorzeit, 1372. Riccardi I/2, 669, 1.4. – Es fehlt die Lage B. – Auf S. 60 (recte 58) ist der Kupferstich montiert.

STC 357. Baudrier IV, 370. Schweiger II, 795. Ebert 17318, Anm. – Diese Ausgabe nicht bei Adams. – Dritte Ausgabe dieser Übersetzung. – Titel mit Siegelabdruck, Vorsätze leimschattig, stellenw. fleckig. – Mod. Exlibris.

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POLENI, G., De castellis per quae derivantur fluviorum aquae habentibus latera convergentia liber. Padua, J. Cominus, 1718. 4°. Mit Kupfertafel. 3 Bl., 65 S., 2 Bl. Interims-Brosch. (lädiert). (49) 300,Erste Ausgabe. – Riccardi I/2, 292, 11: „Bella edizione.“ DSB XI, 66: „With reports on experiments on water flow and on the force exerted by an impacting fluid.“ – Vgl. Poggendorff II, 492. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, etw. fleckig.

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Vorsätze leimschattig, einzelne Tafeln bis zum Rand beschnitten, stellenw. fleckig. – Wappenexlibris von 1860. – Aus der Bibliothek Macclesfield.

– DASS. Mit Kupfertafel. 3 Bl., 65 S., 1 (statt 2) Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Stehkanten- sowie reicher Rvg. (49) 800,Erste Ausgabe. – Ohne das Kolophon mit der Druckermarke. VORGEB.: ZONCA, A., Novo teatro di machine et edificii per varie et sicure operationi. Padua, Bertelli, 1656. Mit gestoch. Titel und 39 (statt 42) ganzseit. Kupfern im Text, auf 2 Tafeln und 2 Tafelseiten. 2 Bl., 115 S. (ohne die S. 9-16). – Vierte Ausgabe (erstmals postum 1607 erschienen). – STC

First edition. – Pre-bound: Fourth edition (first published posthumously in 1607). – Lacks quire B. – On page 60 (recto 58) the engraving is mounted. – Endpapers with glue traces, some plates cut up to plateline, here and there some soiling. – Armorial bookplate of 1860. – From the Macclesfield library. – Contemporary restored calf with spine label and gilt outside edges, richly gilt back.

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PYTHAGORAS – JAMBLICHUS, Peri biou Pythagorikou logos (graece). De vita Pythagorica liber, Graece & Latine. Accedit Malchus, sive Porphyrius, de vita Pythagorae: cum notis Lucae Holstenii, & Conradi Rittershusii. Itemque anonymus apud Photium de vita Pythagorae. Amsterdam, Petzolds Witwe und Sohn, 1707. 4°. Mit gestoch. Portr. 7 Bl., 219 S., 8 Bl., 67, 93 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, leicht berieben). (9) 500,Erste Ausgabe dieser Bearbeitung mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Hoffmann II, 530, 2. Schweiger I, 176: „N. Rigaltii handschriftliche Conjecturen sind benutzt.“ – Wie alle alten Schriften von oder über Pythagoras sehr selten. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

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Alchemie – Chemie

SCHEUCHZER, J. J., Geestelyke Natuurkunde. 15 in 8 Bdn. Amsterdam, Schenk, 1735. Fol. Mit gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Portrs., 15 wdh. gestoch. Titelvign. und 760 Kupferstichen auf 758 (5 doppelblattgr.) Tafeln. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (87) 6.000,-

Salzburger Einband 445

Einzige holländische Ausgabe. – Nissen, ZBI, 3661. – Vgl. FdF 1855. Horn-Sch. 19267. Pritzel 8174. LanckoronskaOe. I, 32: „Ein wichtiges Denkmal des Tafelwerkes und die Überleitung zum illustrierten Buche, vor allem zur illustrierten Bibel.“ – Die holländische Ausgabe der berühmten „Physica sacra“. – Die Vorlagen stammen von dem Züricher Maler J. M. Füßli, die Kupfer stachen u. a. Corvinus, Friedrich, Heumann, Sedlezky und Sperling. – Das Werk enthält die in Latein und Deutsch beschrifteten Kupfer der Originalausgabe. – Unbeschnitten, stellenw. minimal fleckig. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe. – Baader II/2, 141, 16. ADB XXXIII, 553. Wurzbach XXXIII, 300. – Lehrbuch des späteren Abtes von St. Peter in Salzburg; enthält u. a. seine Thesen über das kopernikanische System, die im gleichen Jahr auch separat erschienen. – Die Kupfer mit physikalischen Versuchen (2) und zur Astronomie (4). – Auf dem Vorderdeckel das Wappen des Verfassers mit Monogramm B(eda) A(bbas) S(ancti) P(etri) und Datierung 1753, auf dem Hinterdeckel das Wappen von Sankt Peter; Vorsatz mit montiertem Vermerk zu Praefekt Joseph Sta(i)mpfl, stellenw. fleckig.

Sole Dutch edition of the famous „Physica sacra“. – The work contains the copperplates of the first edition with captions in Latin and German. – Untrimmed, here and there minor soiling. – Contemporary half calf (stronger scratched and scuffed). – See illustration.

446 441

SCHRANK, F. VON PAULA, Briefe naturhistorischen, physikalischen und ökonomischen Inhaltes an Herrn Bernhard Sebastian Nau. Erlangen, Schubart, 1802. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln und 2 Textkupfern. 4 Bl., 384 (recte 382) S. Pp. d. Zt. (berieben). (158) 200,Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII, 916, 32. Zimmermann 123. Hagen II, 139, 29. Horn-Sch. 19756. – Abhandlungen des früheren Direktors des Botanischen Gartens in München über die Grundfragen der Embryologie. „Praeformation = Evolution oder Epigenesis waren die grundsätzlichen Fragen der Embryologie des 18. Jahrhunderts. Schranks Auffassung in diesen Fragen ist die epigenetische“ (Zimmermann 82). – Recht sauber.

442

– Hexaemeron (graece). Eine physikalisch-theologische Erklärung der sechs Schöpfungs-Tage. Augsburg, Veith und Rieger, 1829. Mit gestoch. Frontisp. XII, 239 S., 2 Bl. Läd. Orig.-Broschur. (158) 200,-

– Sammlung naturhistorischer und physikalischer Aufsäze. Nürnberg, Raspe, 1796. Mit gestoch. Titelvign. und 7 gefalt. Kupfertafeln. XVI, 456 S. Pp. d. Zt. (fleckig). – Erste Ausgabe. – De BackerS. VII, 916, 27. (158) 300,-

444

SCHRANK – ABHANDLUNGEN einer Privatgesellschaft von Naturforschern und Oekonomen in Oberdeutschland. Hrsg. von F. von Paula Schrank. Bd. I (alles Erschienene). München, Lindauer, 1792. Mit 6 gefalt. Kupfertafeln. XV, 339 S. Pp. d. Zt. – De Backer-S. VII, 915, 18. – Stellenw. fleckig. (158) 250,-

STURM – HILPERT, J. W., Zum Andenken an Dr. Jacob Sturm, den Ikonographen der deutschen Flora und Fauna. Nürnberg 1849. 4°. Mit gestoch. Portr. 24 S. Lwd. d. Zt. – Enthält eine kommentierte Bibliographie. (158) 100,-

Alchemie – Chemie 447

BAUMÉ, (A.), Kleine chemische Schriften. Aus dem Französichen übers. Frankfurt, Guilhauman, 1800. Mit gefalt. Tabelle. 521 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (lädiert). (56) 100,Erste deutsche Ausgabe. – Bolton 287. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, Titel gestempelt, stellenw. minimal fleckig.

448

Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII, 917, 46. Zimmermann 142 und 112: „Natur ist für Schrank nicht die Göttin Natur, sondern immer die Schöpfung.“ – Unbeschnitten.

443

SEEAUER, B., Philosophia antiquo-nova ad usum juventutis academicae. 2 Tle. in 1 Bd. Salzburg, Mayr, 1745. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 6 Kupfertafeln. 13 Bl., 219 S., 4 Bl., 399 (recte 397) S., 10 Bl. Goldgepr. Ldr. mit Wappensupralibros auf beiden Deckeln (Gelenk etw. eingerissen, Schließbänder fehlen, stellenw. stärker beschabt und bestoßen). (158) 300,-

BERTHIER, P., Handbuch der Probirkunst. Deutsch bearb. von C. Hartmann. Nürnberg, Schrag, 1834. Mit 13 ausklappbaren gefalt. Tafeln. 12, 865 (recte 867) S., 1 Bl. (Anzeigen), 30 S. (Erklärung der Tafeln). Mod. Lwd. (16) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Bolton, Suppl. I, 89. Ferchl 40 (fälschl. mit 15 Tafeln). – Im selben Jahr wie die französische Erstausgabe erschienen. „Was widely used by mineralogists and mining engeneers because his analytical procedures were simple, relatively accurate, and practical“ (DSB II, 72). – Vorsatz mit Besitzeintrag von alter Hand, Titel mit Ausriß am Falz (professionell restauriert), Vorwort verbunden, am Ende wasserrandig. – Nicht im Jahrbuch.

449

BOYLE, R., Specimen de gemmarum origine & virtutibus. Hamburg und Amsterdam, G. Schultz und J. Janssonius van Waesberghe, 1673. 12°. Mit gestoch. Titel. 9 Bl., 206 S. Mod. Pp. (leicht fleckig). (16) 400,-

Alchemie – Chemie

129

Zweite lateinische Ausgabe. – STC B 1953. Fulton 98. Kobell 12. Sinkankas 865. – Übersetzung des im Jahr zuvor erschienenen Essay about the Origine & Virtues of Gems, „the beginning of the modern development in knowledge of crystal structure“ (Fulton S. 67). „One of the principal reasons for writing this work, according to Boyle, was to determine if the use of pulverized gemstones, still recommended as curative ingredients in medicines, had any basis in chemical fact. He admits that water-soluble ingredients in certain stones conceivably could be leached out while in the digestive tract and thus afford some curative effect, but, on the whole, Boyle scoffs at the numerous medicinal virtues assigned to gemstones“ (Sinkankas S. 143). – Titelei neu angefalzt, stärker gebräunt. – Siehe Abbildung.

450

CROLL, O., Basilica chymica. 2 Tle. und Anhang in 1 Bd. Frankfurt, Tampach, (1622). 4°. Mit gestoch. Titel von E. Sadeler. 7 Bl., 283 S., 12, 8 Bl., 80 S., 8 Bl., 24 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen). (36) 800,Ferguson I, 185. Duveen 150 (am Schluß nur 20 S.). Caillet 2702. Neu 1055. Krivatsy 2915. Rosenthal 245. – Vgl. DSB III, 471. Partington II, 175. Wellcome I, 1673. Waller 2217. Brüning 908. Lesky 152 (die letzteren für die EA 1609). – „Crolls Hauptwerk enthält zahlreiche klare Vorschriften besonders anorganischer Arzneimittel. Unter den Ärzten ist er der bedeutendste Chemiker des 16. Jahrhunderts, zahlreiche Arzneimittel gehen auf ihn zurück“ (Ferchl 109). – Eine ausführliche Würdigung findet sich bei Schelenz 404. Zur Abhängigkeit Crolls von Paracelsus vgl. Thorndike V, 649-51. – Der prächtige Kupfertitel (hier in einem schwachen Abdruck von abgenutzter Platte) mit 6 kleinen Porträts berühmter Alchemisten und alchemistischen Zeichen ist abgebildet in Kat. Wolfenbüttel, Chemie, S. 68 (dort mit deutscher Titelkartusche). – Zur Ausgabe: Das Werk ist erstmals 1609 erschienen (eine Ausgabe 1608 existiert nicht), wurde 1610 in Köln nachgedruckt und schließlich mehrfach undatiert von J. Hartmann ediert (Croll war bereits 1609 verstorben). – Die Datierung der vorliegenden Ausgabe nach dem Privileg, das schon von Kaiser Ferdinand II. stammt (die früheren Ausgaben mit dem Privileg Rudolfs II.). Diese Ausgabe ist mit keinem der im VD 17 aufgeführten Drucke identisch. Bemerkenswert ist, daß die Widmung das Datum der Erstausgabe trägt („Pragae, anno 1608“), während die Holzschnitt-Kopfbordüre auf dem ersten Blatt am Anfang der Widmung fehlt. Dies entspricht VD 17 1:641549K, hier aber mit Widmung von 1611. In unserem Druck ist offenbar eine frühe Fassung der Widmung mit dem erneuerten Privileg verbunden worden. Ebenso wurde der gestochene Titel der Erstausgabe (mit dem seit etwa 1611 ergänzten Impressum) wiederverwendet, was die starke Abnutzung der Platte erklärt. – Stärker gebräunt und fleckig. „Croll's major work contains numerous clear regulations regarding in particular anorganic medicaments. Among the physicians he is the most prominent chemist of the 16th century, numerous medicaments go back to him.“ – Re edition: The work was first published in 1609 (a 1608 edition does not exist), was reprinted at Cologne in 1610 and finally edited by J. Hartmann several times without date (Croll died already in 1609). – The date of the present edition after the privilege whichs goes back already to emperor Ferdinand II (the earlier editions with the privilege of Rudolf II). This edition is not identical with any of the issues mentioned in VD 17. – Stronger browned and soiled. – Contemporary vellum (soiled, rubbed and scuffed).

Nr. 449

451

(ENCYCLOPÉDIE, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. Paris um 1760). Fol. Daraus: 22 Kupfertafeln. Lose. (158) 80,Vorhanden: „Chymie“, Tafeln 1-15, 15 bis und 16-18 mit Abbildungen von Geräten und Vorrichtungen für chemikalische Untersuchungen, und „Caracteres de Chymie“, Tafeln 2-4. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

452

FICTULD, H. (PSEUD.), Des längst gewünschten und versprochenen chymisch-philosophischen Probier-Steins erste Claß (von 2). 2. verm. Aufl. Frankfurt und Leipzig, „Bey Veraci Orientali Wahrheit und Ernst Lugenfeind“, 1753. 170 S. Mod. Broschur. – Brüning 4697. – Titel mit Besitzvermerk, fleckig. (158) 150,-

453

GLAUBER, J. R., Miraculi mundi ander Theil (– Continuatio). 2 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Jansson, 1657-60. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 10 Bl., 113, 133 S. Pp. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (68) 300,-

130

Alchemie – Chemie

Nr. 453

Erste deutsche Ausgabe. – Dünnhaupt 9.V und 9.III. – Die beiden Kupfertafeln in der Continuatio zeigen Alchemisten, einmal beim Holzbrennen im Freien und einmal im Labor mit Destilliergerät. – Fliegender Vorsatz entfernt, Titel verso mit rasiertem Stempel, die beiden Kupfer tls. bis zum Bildrand beschnitten, einzelne Vermerke mit Tinte, unterschiedlich gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

454

HEMB, M., De lapide philosophorum primitiae quaedam. Defensurus ... M. G. Bonsach. Kopenhagen, Universitätsdruckerei, 1713. 4°. 1 Bl., 16 S. Heftstreifen. (3) 100,Brüning 3472. – Dissertation von Matthias Gerhard Bonsach unter dem Vorsitz von Matthias Hemb an der Universität von Kopenhagen. – Titel gestempelt, angeschmutzt und seitlich mit Ausriß, etw. fleckig.

455

Erste Ausgabe. – Bircher A 1648. Wellcome III, 261. Ferchl 233. Krivatsy 5601. Brüning 1797. – Sehr seltene Sammlung von Geheim- und Zauberrezepten des Erfurter Mathematikers, ein Lehrbuch der Medizin auf astrologischer Grundlage. Diagnose bei Krankheiten und ihre Therapie sollen mit Hilfe von Kräutern und mathematisch verschlüsselten Metallsiegeln unter astrologischen Aspekten geschehen, „perhaps suggested by the medieval treatise of the PseudoHermes on fifteen stars, stones and herbs“ (Thorndike VIII, 304). – Ohne die 4 Bl. Lobreden „Mantissa EuphemeticaEncomiastica“, die den meisten bekannten Exemplaren fehlen. – Nur ganz leicht gebräunt, sonst schönes Exemplar aus der Bibliothek des Klosters Banz.

HIEBNER VON SCHNEEBERG, I., Mysterium sigillorum, herbarum & lapidum oder Vollkommene Cur und Heilung aller Kranckheiten. (Erfurt), J. Birckner, 1651. 4°. Mit gestoch. Titelvign., Textkupfer und einigen Diagrammen im Text. 1 Bl., 166 S., 16 Bl. (ohne die letzten 4 Bl.) Hldr. d. Zt. (leicht beschabt). (158) 300,-

456

HOEFER, F., Histoire de la chimie. 2 Bde. Paris, Hachette und Fortin, 1842. X S., 1 Bl., 510; VIII, 518 S. Hldr. d. Zt. (Bd. I mit Wurmgang im Vordergelenk, beide Bde. beschabt und leicht bestoßen). (126) 100,Erste Ausgabe. – Duveen 297. Bolton 199: „A work of great research, especially in regard to earliest authentic records as derived from ancient manuscripts. The whole work is a valuable compendium, especially for those unfamiliar with the language of Kopp's 'Geschichte'.“ – Vorsatz von Bd. I mit eingeklebtem doppelblattgr. Motto; tls. fleckig und etw. gebräunt. – Exlibris.

Alchemie – Chemie

457

131

LANGE, J. (ÜBERS.), Chymisches Zwey-Blat. Das ist: Zwey vortreffliche chymische Tractätlein: Das erste, Eröffneter Eingang zu deß Königs verschlossenem Pallaste Anonymi Philalethae. Das ander, Von dem Stein der Weisen, wie man den recht bereiten soll, Fratris Ferrarii Monachi. Beyde zum ersten mahl ins Teutsch übers. von J. Lange. Frankfurt und Hamburg, Ch. Guth, 1673. Mit gestoch. Frontisp. 94 S., 1 Bl., 72 S. Pp. um 1840 mit Rsch. (leicht beschabt). (100) 800,Erste deutsche Ausgabe. – Brüning 2257. Ferguson II, 7. Rosenthal 911. Duveen 214 (nur Ferrarius). – Vgl. Ferchl 294 (Ausg. 1674). – Rothermunds Datierung „1672“ dürfte irrig sein. – Übersetzung eines für Lange zeitgenössischen und eines älteren alchemistischen Werkes, von denen „das letzte gleichsam die Theoriam, und das erste die Praxin deß Philosophischen Wercks erkläre“ (Vorrede). Die Vorlagen sind unbekannt, möglicherweise auch fingiert. – Titel gestempelt, leicht gebräunt, einige zeitgenössische Anstreichungen und Marginalien in Rot und Grün. – Siehe Abbildung.

458

LEWIS, W., Physikalisch-chymische Abhandlungen und Versuche. Tl. I (von 2). Berlin, Wever, 1764. Mit gefalt. Frontisp. und 4 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 576 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff I, 1443. Ferchl 312. Ferguson II, 30. – Behandelt hauptsächlich die Geschichte des Goldes und die damit angestellten Versuche sowie die Verwandlung gläserner Geschirre in Porzellan. Der zweite Teil erschien 1767. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, mehrf. gestempelt, etw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

459

Nr. 457 Sabbattini 495. – Zweite Ausgabe (EA 1703). – NACHGEB.: PRAETORIUS, J., Collegium curiosum privatissimum physiognom-chiromant-metoposcop-anthropologicum. Frankfurt und Leipzig, Stock, 1713. Mit gestoch. Portr. und 4 gefalt. Holzschnitt-Tafeln. 7 Bl., 128 S. – Dünnhaupt 71.2. – Vgl. Sabattini 443. – „Vermutlich eine posthume deutsche Bearbeitung seiner lateinischen Schriften 'Ludicrum chiromanticum' und 'Metoposcopia'“ (Dünnhaupt). – Die Diagramme und Tafeln zeigen Horoskope und chiromantische Figuren. – Buchblock tls. von Einbanddecke gelöst, Vorsatz mit eingeklebter Bibliotheksmarke, leicht gebräunt. – Wohlerhalten.

REYHER, S., Dissertatio de nummis quibusdam ex chymico metallo factis. Kiel, Reumann, 1692. 4°. Mit 2 Textkupfern, doppelblattgr. Stammtafel und einigen Textholzschnitten. 4 Bl., 141 S., 1 Bl. Ohne Einband. (158) 300,Erste Ausgabe. – Duveen 505. Neu 3488. Lipsius 334 (mit falschem Vornamen). Ferguson II, 261: „Chapters on Chemical Enigmas, Goldmaking among the Egyptians, on Mercury, on the goodness of chemical gold etc.“ – Wenig fleckig.

460

ROLFINCK, W., Disputatio chimica secunda, de objecto chimiae, et I. metallis perfectis, sole et luna. Respondente J. Haberstro. (Jena), Steinmann, 1637. 4°. 10 Bl. Heftstreifen. (3) 100,Nicht bei Ferguson und Brüning. – Titel angestaubt, leicht gebräunt.

461

SCHALITZ, CH., Die von Aberglauben, Vanitaeten und Teuscherey gereinigte Chiromantia und Physiognomia. Leipzig, Stock, 1716. Mit gestoch. Portr. und 20 Kupfertafeln. 61 S. Pgt. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (Deckel aufgebogen und leicht bestoßen). (110) 400,-

462

SCHEELE, K. W., Mémoires de chymie. Traduits du suédois & de l'allemand. 2 in 1 Bd. Dijon und Paris, Barrois und Cuchet, 1785. Mit gefalt. Kupfertafel. 2 Bl., VI, 269 S., 1, 2 Bl., VI, 246 S. Restauriertes Ldr. d. Zt. (152) 600,Erste französische Ausgabe. – Bolton 803. Moström 266 a. Partington III, 210. Waller 11229. Smeaton 24. Cole 1168: „Mme. Picardet made most of the translations and Guyton de Morveau added a few notes.“ – Der Schwede C. W. Scheele (1742-1786) war einer der bedeutendsten Chemiker des 18. Jahrhunderts. Mit den einfachsten Hilfsmitteln der von ihm geleiteten Apotheke entdeckte er eine Fülle organischer und anorganischer Stoffe wie Chlor, Arsen und Glycerin. Unabhängig von J. Priestley entdeckte er 1772 den Sauerstoff. – Obere äußere Ecke teilw. mit kleinem Wasserrand.

132

Alchemie – Chemie

Nr. 458

463

SENDIVOGIUS, M., Novum lumen chemicum aus dem Brunnen der Natur durch handangelegte Erfahrung bewiesen. Nürnberg, Fleischmann, 1766. Mit gestoch. Frontisp. und gefalt. Portr. 7 Bl., 356 S., 6 Bl. Pp. d. Zt. (Gelenke stellenw. wurmstichig, Bezug tls. aufgeplatzt, fleckig und bestoßen). (158) 200,Brüning 4982 (ohne das Porträt). – Vgl. Ferguson II, 365367 (andere Ausgaben). – Späte Ausgabe des erstmals 1604 in Prag erschienenen Traktats. – Mit dem prächtigen Porträt des Verfassers. – Frontispiz verso gestempelt; gegen Ende leicht wasserrandig; fleckig und etw. gebräunt.

464

THURNEISSER, L., Pison. Das erst (einzige) Theil. Von kalten, warmen, minerischen und metallischen Wassern, sampt der vergleichunge der Plantarum und Erdgewechsen. Frankfurt/ Oder, J. Eichorn, 1572. Fol. Mit 2 wdh. Holzschnitt-Bordüren (eine als Einfassung des typographischen Titels, eine mit Portr.-Holzschnitt in der Mitte) und etlichen kleinen Textholzschnitten. 10 Bl., 420 S., 27 Bl. Mod. Ldr. im Stil der Zeit. (50) 2.000,Erste Ausgabe. – Durling 4356. Brüning 455. STC 862. VD 16 T 1206. Wellcome I, 6293. Ferguson II, 452. Partington II, 154. Hirsch-H. V, 582. Eickermann 176: „In Frankfurt an der Oder – ältester ständiger Druckort der Mark Brandenburg – hatte 1571 die Drucklegung des Pison begonnen.

Thurneysser war eigens nach Prag gereist, um dort für den Druck und Vertrieb das Privilegium zu erhalten; gegen eine Gebühr von 30 Gulden wurde es am 3. April 1571 erteilt. Das Buch enthält eine reiche Renaissance-Titelumrahmung, die sich vor S. 1 wiederholt und im Titeloval statt des Titels das Bild Thurneyssers von der Hand Frantz Friederichs zeigt; weiter enthalten sind kleine Holzschnitte – teils von Peter Hille, teils von Eichorn selbst angefertigt – mit der Darstellung alchemistischer Symbole und Gerätschaften.“ – Pison ist der mythische Strom, der im Paradies ein Land mit Gold und Edelsteinen umfließt. Thurneisser beschreibt ganz im Stile der Signaturenlehre die medizinische Kraft der neben den Gewässern wachsenden Pflanzen und Kräuter. Vor allem aber gibt er einen Überblick über die bekannten Thermalquellen und formuliert erstmals quantitative Methoden zur Analyse der Wässer. – Die geplanten drei Ergänzungsbände sind nicht mehr erschienen. – Leicht gebräunt, teils etw. knapp beschnitten, einige alte Anmerkungen, insgesamt wohlerhalten und in einem bemerkenswert gut gearbeiteten modernen Einband, der den Stil der Zeit perfekt trifft. – Siehe Abbildung. First edition. – „Pison“ is the mythical river which in paradise flows round a country with gold and precious stones. Thurneisser describes in the style of the doctrine of signatures the medicinal power of plants and herbs growing next to lakes and rivers. But he gives mainly an overall view of the known thermal springs and formulates for the first time quantitative methods for the analysis of waters. – The three planned supplementary volumes were never published. – Slightly browned, partly a little closely trimmed, with some contemporary notes, generally well preserved and in a remarkably well designed modern binding in the style of the epoch. – See illustration.

Astrologie – Astronomie

133

Astrologie – Astronomie 466

Einzige Ausgabe. – STC 37. Adams 1296. VD 16 A 3110. IA 106.413. Ortroy 98. Stalla 74. Houzeau-L. I, 2394. Zinner 1476. Zinner, Astronom. Instrumente, 234. Schottenloher (Apian) 32. Günther 37-39. – Mit Illustrationen reich ausgestattete Monographie über das zur Winkelmessung und zur Bestimmung von Gestirnpositionen dienende astronomische Instrument des Quadranten; die Holzschnitte zeigen Instrumente, Beispiele für die Messung von Flächen und Höhen und schöne figürliche Darstellungen von Sternbildern. „Ein Abschnitt von ganz eigenthümlichem Charakter beschliesst das Werk; wir möchten die neue Disciplin, die darin von Apian's reger Phantasie begründet wird, als digitale Chronologie und Astronomie bezeichnen. Da wird gezeigt, wie man durch gewandten Gebrauch der Finger Astrognosie treiben, d. h. sich über den Ort der wichtigeren Fixsterne unterrichten könne“ (Günther 39). – Titel mit 2 kleinen, alt hinterlegten Einrissen, Bl. D 3 mit 2 längeren, gut lesbaren gelehrten Marginalien von alter Hand in lateinischer Sprache; leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig. – Vorsatz mit Exlibrisstempel H. D. Pfann (= Hendrik Daniël Pfann, 1889-1957, der erste der drei gleichnamigen Amsterdamer Antiquare). – Siehe Abbildung.

Nr. 464

465

WELLING, G. VON, Opus mago-cabbalisticum et theosophicum, darinnen der Ursprung, Natur, Eigenschafften und Gebrauch des Saltzes, Schwefels und Mercurii, in dreyen Theilen beschrieben wird. Bad Homburg, Helwig, 1735. 4°. Mit 15 (13 gefalt.) Kupfertafeln. 4 Bl., 582 S., 11 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt, Schwanz defekt). (71) 800,Dritte Ausgabe (EA Frankfurt 1719). – Gardner 576. Schelenz 212. Ferchl 573. Rosenthal 904. Ferguson II, 543. Kopp II, 240. Gilly-H. 76. – Vgl. Duveen 616. Hoover 872. Caillet 11399 (5. Ausg. 1784): „Welling a essayé de donner une théorie numérale de l'art hermétique.“ – Erste vollständige Ausgabe des „merkwürdigen theosophischen Buches“ (Rosenthal 904), dessen „durchaus mystischer Inhalt höchst unklar ist“ (Kopp). – Literarische Berühmtheit erlangte das Opus durch Goethe und Fräulein von Klettenberg (Kippenberg 1626). – Über die Tafeln schreibt Gardner: „This learned work contains 15 fine Cabbalistic Plates, some of which Hargrave Jennings has reproduced in his work on the Rosicrucians.“ Eine Beziehung zu den Rosenkreuzern sieht Kopp aber nicht: „Ich habe keine Anzeichen gefunden, daß Welling dem Rosenkreuzer-Bunde angehört habe.“ – Der erste Teil vom Salz war unter Wellings Pseudonym Sallwigt erstmals 1719 erschienen, dann nochmals (diesmal nur mit dem Monogramm des Pseudonyms) 1729. – Leicht gebräunt, die Tafeln auf besserem Papier und sehr sauber. Third edition (first edition Frankfurt 1719). – First complete edition of the „strange theosophic book“ (Rosenthal 904). – The first part on salt was first published in 1719 under Welling's pseudonym Sallwigt, then again (this time only with the monogram of the pseudonym) in 1729. – Slightly browned, the plates on better paper and very clean. – Contemporary calf with spine label (some scratching, bottom turn-in defective).

APIAN, (P.), Quadrans astronomicus et iam recens inventus et nunc primum editus. Ingolstadt, P. Apianus, 1532. Fol. Mit großem Titelholzschnitt und 48 Textholzschnitten. 26 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken mit älterem Material erneuert, leicht fleckig). (91) 2.000,-

Sole edition. – Richly illustrated monograph on the astronomical instrument of the quadrant for angle measurement and determination of star positions; the woodcuts show instruments, examples for measurement of surfaces and elevations and beautiful figurative illustrations of constellations. – Title with 2 small tears backed in former times, leaf D 3 with 2 longer and legible academic marginalia by contemporary hand in Latin; slightly browned, occasionally a little soiled. – Endpaper with exlibris stamp H. D. Pfann (= Hendrik Daniël Pfann, 1889-1957, the first of the three Amsterdam antiquarians of the same name). – Contemporary limp vellum (rebacked with older material, slightly soiled). – See illustration.

467

ARGOLI, A., Ptolemaeus parvus, in genethliacis iunctus Arabibus. Lyon, Vilort, 1652. 4°. Mit einigen Diagrammen im Text. 4 Bl., 247 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gebrauchsspuren). (49) 400,Goldsmith A 638. Lalande 233. Riccardi I/1, 51, 11. – Nicht bei Houzeau-Lancaster. – Argoli war Professor für Mathematik an der Universität in Padua und Wallensteins Lehrer in der Astrologie (vgl. Thorndike VII, 122). – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Etiketts, leimschattig, ein Bl. mit kleinem Randausriß.

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468

Astrologie – Astronomie

Nr. 466

Nr. 468

BABO, J. M., Anleitung zur Himmelskunde in leichtfaßlichen astronomischen Unterhaltungen. München, Strobel, 1793. Mit 16 Kupfertafeln. 12 S., 2 Bl., 158 S., 1 Bl. (Errata). Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (160) 300,-

than two-dozen stars, he resorted to the Latin alphabet. Thus, just a few years before the invention of the telescope enormously increased the number of visible stars, Bayer produced a stellar nomenclature that astronomers still use.“ – Siebte und letzte Ausgabe. – „Die Sternkarten 1-48 stellen je ein Sternbild gemäß der Beschreibung des Ptolemäus dar, die 49. Sternkarte die von den Holländern eingeführten Sternbilder am Südpol und die beiden letzten Sternkarten den nördlichen und südlichen Sternenhimmel mit der Milchstraße“ (Zinner). – Titel mit restaurierter Randläsur, einzelne Tafeln leicht gebräunt und etw. fleckig.

Houzeau-L. 8933 (fälschlich mit 27 Tafeln, wohl verlesen aus der ebenfalls irrtümlichen Angabe „Mit 17 Kupfern“ auf dem Titel). – Spiegel mit hs. Besitzvermerken, fliegende Vorsätze entfernt, Titel gestempelt, mit getilgtem Eintrag und tls. lose, eine Tafel bis zum Bildrand beschnitten, einzelne kleine Flecken. – Nicht im Jahrbuch. – Siehe Abbildung.

469

BAYER, J., Uranometria, omnium asterismorum continens schemata, nova methodo delineata, aereis laminis expressa. Ulm, Wohler, 1723. Fol. Gestoch. Titel und 51 gefalt. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Gebrauchsspuren). (151) 15.000,GK 13.9816. Ebert 1786, Anm. – Vgl. Zinner 3951. Thorndike VII, 47. DSB I, 530. Darmstaedter 106. Kenney 13 (jeweils die EA 1603): „Johann Bayer, municipal advocate in Augsburg and German astronomer, was the first to reform the ancient method of distinguishing stars as contained in Ptolemy's 'Syntaxis'. He introduced the method of assigning to each star in a constellation one of the twenty-four letters of the Greek alphabet. For constellations with more

DAZU: DERS., Explicatio characterum aeneis Uranometrias imaginum, tabulis, insculptorum, addita, commodiore hac forma tertium redintegrata. Ebda. 1723. 4°. 7 Bl., 94 S. – Hldr. d. Zt. mit Rtit. – Georgi I, 107. – Dritte Ausgabe des erstmals 1624 erschienenen seltenen Begleitbands zur „Uranometria“. Zu jedem Sternbild enthält er Tabellen der Sterne in der Reihenfolge ihrer Helligkeit sowie die Bezeichnung mit griechischen und lateinischen Buchstaben. – Titel mit professionell restaurierter Fehlstelle (kleiner Bildverlust in der Titelvignette), stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Seite 123. Seventh and last edition. – Title with restored tear in margin, some plates slightly browned and a little soiled. – In addition: Contemporary half calf with spine title. – Title with professionally restored defect (minor loss of illustration in title vignette), here and there a little soiled. – Contemporary half calf with spine title (signs of wear). – See illustration on page 123.

135

Astrologie – Astronomie

Nr. 471

470

Einzige Ausgabe. – DSB II, 220. Kenney 24: „Bode's two sky atlases were for a long time indispensable tools for astronomers. His 'Uranographia' surpassed all its predecessors by listing over 17,000 stars and containing, for the first time, the nebulae, star clusters, and double stars discovered by William Herschel.“ – Tls. stärker fleckig. – Siehe Abbildung.

BEYER, H., Quaestiones novae in libellum de sphaera Iohannis de Sacro Bosco, adiectis tabulis quae in priore editione desiderantur. Wittenberg, Seitzens Erben, 1550. Mit Druckermarke auf dem Titel und 2 gefalt. Tabellen. 4 nn., 84 num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., monogr. und dat. „AVG 1558“ (etw. fleckig und bestoßen). (110) 800,-

(Only plate volume). – Sole edition. – Partly stronger soiled. – Contemporary half calf (stronger scratching and scuffing). – See illustration.

IA 118.456. Houzeau-L. I, 2527. Zinner 1978. – Nicht im VD 16, im STC und bei Adams. – Beliebtes, vielfach aufgelegtes astronomisches Lehrwerk auf der Basis von Sacroboscos „Sphaera“. NACHGEB.: HESIOD, Poema inscriptum, erga kai hemerai (graece), id est, Opera & Dies. Item selecta aliquot Graecoru(m) epigrammata. Zürich, Froschauer, 1548. Mit ganzseit. Textholzschnitt und gefalt. Tabelle. 119, 95 S. – VD 16 W 1131. Vischer C 393. – Nicht bei Adams. – Die griechischen Epigramme mit einer lateinischen Übersetzung durch den Zürcher Reformator und Schwiegersohn Zwinglis, Rudolf Walther. – Titel des ersten Werkes ankoloriert, Tabelle des zweiten Werkes mit Einriß; gering gebräunt und stellenw. etw. fleckig. – Aus dem Wiener Konvent der Unbeschuhten Karmeliten.

471

BODE, J. E., Uranographia sive astrorum descriptio. (Nur Tafelband). Berlin, Selbstvlg., 1801. Imp.-Fol. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 20 doppelblattgr. Kupfertafeln. 2 Bl. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (151) 15.000,-

Widmungsexemplar 472

CLAVIUS, CH., Gnomonices libri octo. Rom, F. Zanetti, 1581. Fol. Mit gestoch. Titel, Druckermarke am Schluß und zahlr. Diagrammen im Text. 8 Bl., 654 S., 1 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (91) 5.000,Erste Ausgabe. – STC 186. Adams C 2098. IA 140.824. Houzeau-L. I, 11383. Zinner, Astronom. Instrumente, 281. De Backer-S. II, 1220, 3. – Vgl. DSB III, 311. – Der in Bamberg geborene Clavius wurde von seinen Zeitgenossen der „Euklid des 16. Jahrhunderts“ genannt; er war mit Galilei befreundet und lehrte am Jesuitenkolleg in Rom. „Durch seine eingehenden Untersuchungen über Sonnenuhren und Astrolabe und seine Bücher darüber übte er einen großen Einfluß aus“ (Zinner). Houzeau und Lancaster sind des Lobes voll: „C'est le plus grand ouvrage existant sur la gnomonique.“

136

Astrologie – Astronomie

geht auf ihn zurück. – Die S. 137/38 in der Paginierung übersprungen. – Titel mit Blattweiserausriß, professionell gereinigt. – Siehe Abbildung. First edition. – The Dominican E. Danti (actually Pellegrino Rainaldi) in the services of Cosimo I of Florence was occupied, among other things, with the reform of the calendar, the meridian in S. Petronio of Bologna can be traced back to him. – Page 137/38 missed out in the pagination. – Title with torn out bookmark, professionally cleaned. – Modern vellum. – See illustration.

474

DERHAM, W., Physico-Theologia. Magyar nyelvre forditotta Segesvári István. Wien, Trattner, 1793. Mit gefalt. Kupfertafel. 63, 552 (recte 752) S. Leicht läd. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (114) 120,Petrik I, 521. – Vgl. DSB IV, 41. Lalande 361 (englische EA 1714). – Nicht bei Giese. – Wohl erste und einzige ungarische Ausgabe des im 18. Jahrhundert sehr verbreiteten Werks. – Gelenk etw. aufgeplatzt, Respektblatt mit hs. Besitzeinträgen, stellenw. mit Marginalien und Unterstreichungen mit Tintenbleistift, wasserrandig, wenig fleckig.

475

Nr. 472

Erste Ausgabe. – STC D 434. Houzeau-L. I, 3037. Zinner 5053 (nennt irrig zu Beginn 8 Blätter). Poggendorff I, 570. Thorndike VII, 144: „Dieterich held that the influence of the heavens was manifest in human sympathies and antipathies, astral diseases and remedies, Saturnine herbs, animals, stones, regions and cities. The planets should be observed in collecting herbs and compounding love philtres. The hermaphroditic hyena was susceptible to lunar incantations.“ – Unter dem Titel „Novus Orbis“ wurde das Werk 1631 erneut aufgelegt. – Einzelne Bl. mit Einriß (Titel), ein Bl. mit Eckabriß (kein Textverlust), wenig fleckig.

Titel mit Besitzvermerk des Prager Jesuitenkollegs, anfangs und gegen Ende wasserrandig. – Auf dem (unterlegten) vorderen Vorsatz handschriftlicher Schenkungsvermerk des Verfassers an seinen Schüler und Nachfolger Paulus Pistorius (Boemus), datiert 18. Nomember 1581. – Siehe Abbildung. First edition. – Title with ownership entry of the Prague Jesuit college, waterstains at the beginning and towards the end. – On (backed) upper endpaper donation note in manuscript by the author to his student and successor Paulus Pistorius (Boemus), dated 18th November 1581. – Contemporary limp vellum (soiled, scratched and scuffed). – See illustration.

„The earliest astronomical treatise in Italian“ 473

DANTI, E., Trattato dell'uso et della fabbrica dell'astrolabio. Con l'aggiunta del planisferio del Roias. Florenz, Giunti, 1569. 4°. Mit 2 Druckermarken und 23 Textholzschnitten. 4 Bl., 194 (recte 192), 38 S., 5 Bl. Mod. Pgt. (56) 2.000,Erste Ausgabe. – Adams D 123. DSB III, 558. Riccardi I/1, 389, 1. Roller-G. I, 277. Houzeau-L. I, 3288: „Rare. Dans cet ouvrage, l'auteur, en comparant d'anciennes observations avec les mesures modernes, émet l'idée que les changements survenus dans l'écliptique indiquent seulement une diminution lente de l'obliquité.“ – Der Dominikaner E. Danti (eigentlich Pellegrino Rainaldi) befaßte sich im Dienst Cosimos I. von Florenz unter anderem mit der Kalenderreform; der Meridian in S. Petronio von Bologna

DIETERICH, H., Elogium planetarum coelestium et terrestrium, macrocosmi & microcosmi, ob inusitatam rerum varietatem. Straßburg, Rihel für Glaser, 1627. 7 Bl., 272 (recte 262) S. Mod. Umschl. unter Verwendung eines barocken Drucks. (69) 800,-

First edition. – Some leaves with tear (title), one leaf with torn off corner (not affecting text), minor soiling. – Modern wrappers by using a baroque printing.

476

GHEYN, J. DE, Arataea, sive signa coelestia. Amsterdam, Janssonius, 1621. Fol. Mit 43 (statt 44) kolor. Kupfertafeln von Dolendo nach J. de Gheyn. 1, 1 (weißes) Bl. Leicht läd. flex. Pgt. d. Zt. (100) 8.000,Erste separate Ausgabe von de Gheyns Sternbilderkupfern nach der berühmten Leidener Aratea-Handschrift. – Hollstein VII, 119, 51-95. Passavant 35-55. Bibl. Belgica III, G 320. Brunet II, 1766. – Vgl. Thieme-B. XIII, 530. – Erstmals waren die Kupfer 1600 im „Syntagma Arateorum“ von Grotius erschienen. – Die Kupfer in unserem Exemplar in kraftvollen Farben koloriert; der Titel und die Numerierung der Tafeln übermalt. – Es fehlt die nicht numerierte Tafel mit dem Himmelsglobus. – Titel gestempelt, mit restauriertem Randausschnitt, die Kupfer tls. mit kleineren Einrissen, an den Rändern stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Astrologie – Astronomie

137

First separate edition of de Gheyn's copperplates with signs of the zodiac after the famous Leiden Aratea manuscript. – The copperplates in our copy in strong colouring; title and numbering of plates painted over. – Lacks the unnumbered plate with the celestial globe. – Title stamped, with restored marginal cut-out, copperplates partly with smaller tears, here and there soiled at margins. – Contemporary slightly damaged limp vellum. – See illustration.

477

HELMONT, F. (M. VAN), Paradoxal Discourse, oder: Ungemeine Meynungen von dem Macrocosmo und Microcosmo. Hamburg, Liebernickel, 1691. Mit 2 ganzseit. Textholzschnitten. 1 Bl. (statt 3), 369 (recte 389) S. Mod. Pgt. (40) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Ferguson I, 379. Ferchl 224. Duveen 284. – Helmont war der wichtigste Alchemist und Naturforscher im Gefolge des Paracelsus. – Die englische Originalausgabe war 1685 erschienen. – Gebräunt, etw. fleckig und gering wurmstichig.

478

HEYDEN, CH., Practica Auff das M. D. LXVII. Jar. Nach der heyligen Geburt Jhesu Christi. Jn gutem zu trewer warnung geschrieben. Nürnberg, Knorr, 1566. 4°. Mit fünfteiligem Titelholzschnitt. 12 Bl. Mod. Hlwd. (leicht berieben und verblaßt). (69) 600,Einzige Ausgabe. – VD 16 H 3319. Zinner 2421. Kenney 82. Richel 32. – Nicht im STC, bei Houzeau-L. etc. – Der Verfasser, Sohn des bekannten Sebald Heyden, lehrte in Nürnberg Mathematik. Er gab jährlich neue Prognostica heraus, „worin er sich zum öftern in die Theologie einmischte, und sich dadurch Feinde und Gegner erweckte“ (Jöcher-A. II, 1989). – Der Titelholzschnitt zeigt Mars, Saturn, Merkur, Sonne und Mond. – Seitenränder gebräunt, fleckig. – Siehe Abbildung.

479

Nr. 473 Planetenkonstellationen. – Wenig fleckig. – Titel mit hs. Besitzvermerk des Kapuzinermönches Giovanni da Cento (1772), der den Band in die Bibliothek seines Klosters Cento (Emilia-Romagna) einstellte; Vorsatz mit Exlibris, Stempel und hs. Besitzvermerk des schwedischen Sammlers Thore Virgin (1886-1957). – Siehe Abbildung Tafel 14.

LE VERRIER, U. J., Théorie du mouvement de Mercure. Paris, Bachelier, 1845. 165 S. Orig.Brosch. (stark beschädigt). (8) 300,-

Minor soiling. – Title with ms. ownership entry of the Capuchin monk Giovanni da Cento (1772) who introduced the volume in the library of his monastery Cento (EmiliaRomagna); endpaper with exlibris, stamp and ms. ownership entry of the Swedish collector Thore Virgin (1886-1957). – Decorative binding. – Contemporary damaged calf with gilt back and gilt on sides. – See illustration on plate 14.

Erste Ausgabe. – Sparrow 133. – Vgl. DSB VIII, 277. Houzeau-L. II, 1103. – Bedeutende Arbeit Le Verriers, kurz vor der aufsehenerregenden Entdeckung des Planeten Neptun entstanden. – Stärker fleckig. – Unbeschnitten.

Bologneser Fächereinband 480

MONTEBRUNI, F., Ephemerides novissimae motuum coelestium. 2 Tle. in 1 Bd. Bologna, Ferroni, 1650. 4°. Mit 2 Holzschnitt-Titelvign., zahlr. Textholzschnitten und Holzschnitt-Druckermarke auf dem letzten Bl. 39, 633 S. (2 Bl. Zwischentitel zwischengeb.), 1 Bl. Beschäd. Kalbldr. d. Zt. mit Deckel- und Rückenvg. (100) 1.500,Riccardi II, 180. Houzeau-L. I, 15161: „ D'après les tables de Lansberg, pour le méridien de Bologne. Dans la part I de la publication 4°, il y a un catalogue d'étoiles, réduites à 1650.“ – Die Holzschnitte mit den Monatsarbeiten sowie

481

MUNHOZ DE ABREU E CASTELO-BRANCO, A. C., Oraculo prophetico, prolegomeno da teratologia, ou historia prodigiosa, em que se dà completa noticia de todos os monstros. Tl. I (alles Erschienene). Lissabon, Almeida, 1733. 4°. 96 S. Mod. Pp. (49) 400,Einzige Ausgabe. – Silva I, 75. – Nicht bei Lalande, Houzeau-Lancaster und Brüning. – Über Kometen, Meteore und andere „monströse“ astronomische Erscheinungen als Vorzeichen historischer Ereignisse; verfaßt vom Portugiesen Anselmo Caetano Munhoz de Abreu, über den biographisch nur bekannt ist, daß er Arzt war und 1759 noch am Leben. – Erste und letzte Lage fleckig, ganz leicht gebräunt. – Äußerst selten.

138

Astrologie – Astronomie

„Wolfgangi liber sum“ (gekauft für 2 Gulden und 4 Kreuzer). – Insgesamt vorzüglich erhalten und prachtvoll gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 15. First edition of this very rare fundamental work for astrology. – Purchasing entry on endpaper dated 1596. – Altogether very well preserved and in a magnificent binding. – Contemporary pigskin over wooden boards with rollstamps and intact clasps (minor signs of wear). – See illustration on plate 15.

483

PEURBACH, G., Theoricae novae planetarum ab Erasmo Reinholdo auctae. Wittenberg, H. Lufft, 1553. Mit 2 gefalt. Holzschnitt-Tafeln und zahlr. Textholzschnitten, davon 2 mit beweglichen Teilen. 8 nn., 252 num. Bl. (Bl. Nr. 7 und 8 weiß). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln, monogr. und dat. „I W C 1560“, mit intakten Schließen (beschabt, fleckig). (50) 1.500,STC 339. Adams P 2276. VD 16 P 2062. Houzeau-L. I, 2252. Lalande 75. Zinner 2072: „Wenig Änderungen gegenüber der Ausgabe von 1542. Koppernick gelegentlich erwähnt.“ – Noch frühe Ausgabe des „bevorzugten Lehrbuchs der Astronomie des 16. Jahrhunderts“ (Kat. Schweinfurt 235) mit Kommentar des Wittenberger Mathematikers Erasmus Reinhold (erstmals 1542 erschienen). – Die beweglichen Teile zur Figur auf Bl. 64 lose und mit schmalem Papierstreifen wieder fixiert. VORGEB.: JOHANNES DE SACROBOSCO, Libellus de sphaera. Cum praefatione Ph. Melanthonis. Wittenberg, J. Krafft, 1558. Mit zahlr. Textholzschnitten, davon 3 (statt 4) mit beweglichen Teilen. 134 nn. Bl. – VD 16 ZV 8727. Zinner 2204. – Nicht im STC und bei Adams. – Enthält außerdem von Johannes de Sacrobosco den Computus ecclesiasticus und von Erasmus Reinhold die Themata quae continent methodicam tractationem de horizonte. – Der Holzschnitt auf Bl. B7 ohne bewegliche Teile, ansonsten vollständiges Exemplar mit den beiden letzten weißen Blättern. Die beiden Tabellen am Ende des Bandes eingebunden. – Beide Drucke etw. gebräunt und leicht fleckig. – In wohlerhaltenem zeitgenössischen Einband mit figürlichen Plattenstempeln (nicht bei Haebler): auf dem Vorderdeckel die Allegorie der Geduld nach dem Kupferstich von Beham (Pauli 141), auf dem Hinterdeckel die Opferung Isaaks. – Siehe Abbildung.

Nr. 483

482

PEGIUS (PEGIE), M., Geburts stunde(n)buch darine(n) eines jetlichen Menschens Natur und Eigenschafft, sampt allerley zufählen, auß den gewissen Leuffen deren Gestirn ... gefunden werden mag. Basel, S. Apiarius für S. Henricpetri, 1570. Fol. Mit Titelholzschnitt, Druckermarke am Ende und einigen tls. schematischen Textholzschnitten. 442 Bl. (Bl. **6, A8 und Y6 weiß). Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rollenstempeln und intakten Schließen (minimale Altersspuren). (91) 7.000,Erste Ausgabe dieses sehr seltenen und für die Astrologie grundlegenden Werkes. – STC 680. VD 16 P 1130. Zinner 2526 (beide nennen irrtümlich nur 438 Bl.). Houzeau-L. I, 4912. Honeyman 2437. ADB XXV, 318: „Voluminöses Lehrbuch der 'wissenschaftlichen' Astrologie (Arithmetik, Geodäsie und Astronomie); sie sollen die Basis des gelehrten Unterrichts bilden. So beginnt denn auch das Werk mit den vier Species, dann kommt die eigentliche Sterndeutekunst nebst zahlreichen astronomischen Einschaltungen, und den Beschluß machen Chronologie und Kalenderkunst.“ – Verfaßt von dem Salzburger Juristen und Astrologen Martin Pegie (um 1523-1592). Durch die Tätigkeit seiner Frau als Hellseherin geriet Pegie selbst in den Verdacht der Zauberei, beide wurden 1582 inhaftiert. Nie verurteilt, blieben sie zeitlebens in Gefangenschaft. Von den Rollenstempeln sind 2 signiert: Christus am Kreuz „M G“, auf dem Stein „1558“ (Haebler I, 150.2, und Kyriss in FS Haebler 1937, S. 138.2), ferner Marke „MG“ (Haebler I, 150.6, und Tafel I, 25, sowie Kyriss in FS Haebler 1937, S. 139.6). – Auf dem Vorsatz 1596 datierter Kaufeintrag

Early edition of the „favourite textbook of astronomy of the 16th century“. – The movable parts of the figure on leaf 64 loose, but fixed with a small paper strip. – Pre-bound: The woodcut on leaf B7 without movable parts, otherwise complete copy with both last blank leaves. The two tables bound-in at the end of the volume. – Both issues a little browned and slightly soiled. – In contemporary well preserved binding with figurative medallion stamps (not by Haebler). – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards, monogram and date „I W C 1560“, with working clasps (scratched, soiled). – See illustration.

484

ROST, J. L., Der aufrichtige Astronomus. Nürnberg, Monath, 1727. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 14 Kupfertafeln. 7 Bl., 336, 24 S., 4 Bl. InterimsPp. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (97) 400,Dünnhaupt 30.2. Houzeau-L. I, 8848. Poggendorff II, 701. – Zweite Ausgabe, erstmals 1726 erschienen. – Einführung in die Astronomie in 70 Aufgaben als Ergänzung zu Rosts

Astrologie – Astronomie

139

„Handbuch“ von 1718. – Titel mit Fehlstelle (minimaler Textverlust), Vorsatz und Titel mit hs. Einträgen, leicht fleckig.

485

SANTBECH, D., Problematum astronomicorum et geometricorum sectiones septem. Basel, H. Petri und P. Perna, 1561. Fol. Mit zahlr. Textholzschnitten. 10 Bl., 294 S., 1 Bl. Hpgt. d. 19. Jhdts. (leicht fleckig, wenig beschabt, kaum bestoßen). (91) 4.000,Adams R 281. Houzeau-L. I, 2500. Zinner 2273. Bierens de Haan 4126. VD 16 S 1646. – Nicht bei Kearney. – Erste Ausgabe, sowohl als zweiter Teil von Santbechs Regiomontan-Ausgabe („De triangulis planis“) als auch separat veröffentlicht. – Besonders hübsch die Holzschnitte zur Artillerie-Berechnung mit Städten, Burgen, Türmen und Kanonen. – Stellenw. leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. First edition, published as second part of Santbech's Regiomontan edition („De triangulis planis“) as well as separately. – Particularly nice are the woodcuts to artillery calculation with towns, fortresses, towers and cannons. – Here and there slightly browned and soiled. – Half vellum of the 19th century (slightly soiled, minimally scratched, hardly scuffed). – See illustration.

486

SCHÄRER, J. R., Gemeinnüzige Unterhaltungen über die Himmelskunde. Bern, Haller, 1785. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 6 Bl., 120 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt, etw. bestoßen). (22) 80,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. VII, 59. – Populäre Himmelskunde aus der Feder von Johann Rudolph Schärer (1756-1829), Lehrer und Pfarrer im Kanton Bern, entfaltet in 4 astrotheologischen Gesprächen à la Fontenelle. – Titel gestempelt, gering fleckig.

487

489

SZERDAHELY, G. A., Historia Uraniae Musae, quam recens detexit Herschelius carmine exposita. Editio secunda. Wien, Trattner, 1788. 48 S. Mod. Ldr. (16) 200,Petrik III, 532. De Backer-S. VII, 1781, 21. – Die erste Ausgabe war im selben Jahr in den „Ephemerides“ des Wiener Hofastronomen Maximilian Hell erschienen. – Der dezent intarsierte Einband spielt auf die astronomische Thematik des Werkes an. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand.

TREU, A., Nucleus astrologiae correctae, das ist, kurtzer Bericht vom Nativitätstellen. Nürnberg, J. Dümler, 1651. 4°. Mit gestoch. Titel. 5 Bl., 95 S., 1 Bl. Mod. Hpgt. (Deckel aufgebogen, beschabt). (69) 500,Erste Ausgabe. – Houzeau-L. I, 5195. Thorndike VIII, 315. STC T 677. – Abdias Treu war Professor in Altdorf; seine Schriften sind in streng anti-kopernikanischem Geist geschrieben. „Dem kommentarischen Aberglauben stand Treu ablehnend gegenüber, und überhaupt bemühte er sich, über die Astrologie richtigere Anschauungen zu verbreiten“ (ADB XXXVIII, 592). – Titel gestempelt und mit kleinem Eckabriß (ergänzt), das verso unbedruckte Schlußblatt unterlegt, etw. knittrig und mit kleiner Wurmspur am unteren Rand, gebräunt und gegen Ende mit Feuchtigkeitsspur.

STURM, J. CH., Wahrhaffte und gründliche Vorstellung von der Stern-Wahrsagerey das ist, von der Nativität-Stellung wie auch Bedeutung und Eintheilung derer 12. Himmlischen Zeichen unter die Planeten, Länder und Städte. Coburg, Pfotenhauer, 1722. Gefalt. Titel, 11 Bl., 115 S., 6 Bl. Mod. Pp. (Rücken lädiert, etw. bestoßen). (83) 200,Erste Ausgabe. – Zachert-Z. IV, 1622. ADB XXXVII, 40. – Postume Schrift des Philosophen Johann Christoph Sturm (1635-1703), hrsg. von dessen Sohn Georg Reichard. – Anfangs im Falz wurmstichig, etw. gebräunt und fleckig.

488

Nr. 485

490

VIMERCATO, G. B., Dialogo della descrittione teorica et pratica de gli horologi solari. Ferrara, V. Panizza, 1565. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. Diagrammen im Text (ohne die Falttafel). 4 Bl., 171 (recte 163) S. Mod. Broschur. (56) 400,Adams V 807. Mortimer 541. Riccardi I/2, 601, 2. – Zweite Ausgabe (EA Venedig 1557). – „First of two 1565 editions. Panizza placed an extra leaf at the front of the volume with an address to the reader complaining of the treatment he received from his author“ (Mortimer). – Es fehlt die Falttafel, die anstelle der „fehlenden „ Seiten 109-116 gedruckt wurde. – Titel mit Besitzvermerk (datiert „1600“), gereinigt.

140

491

Astrologie – Astronomie

Nr. 491

Nr. 491

SAMMELBAND mit 6 Schriften, gedruckt in Nürnberg, Ingolstadt, Basel und Frankfurt, 153345. Fol. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über vier Bünden und Holzdeckeln mit zwei intakten Messingschließen (beschabt und bestoßen). (47) 15.000,-

Totentanz-, Kinder- und Tier-Alphabet). Als große Eingangsinitiale „S“ wird ein Gelehrter mit Astrolabium gezeigt. Die schöne Druckermarke am Ende zeigt die Verklärung Christi (vgl. Grimm 310 und Dodgson I, 557, 8).

Prachtvoller, zeitgenössisch angelegter Sammelband mit teils sehr seltenen astronomischen, astrologischen und horologischen Drucken aus dem deutschen Sprachraum, außergewöhnlich in seiner Zusammenstellung von wissenschaftsgeschichtlich bedeutenden, in einer Zeitspanne von kaum mehr als einem Jahrzehnt gedruckten und sämtlich reich mit Holzschnitten illustrierten Werken: I. SCHÖNER AUS KARLSTADT, J., De iudiciis nativitatum libri tres. Item praefatio D. Philippi Melanthonis. Nürnberg, J. vom Berg und U. Neuber, 1545. Mit Titelholzschnitt-Kopfleiste und -Vign., schöner, figürlicher Druckermarke am Ende und zahlr. Holzschnitt-Initialen im Text. 8 nn., CLII num. Bl. – Erste Ausgabe eines der frühesten astronomisch-astrologischen Werke, die unter dem Protestantismus enstanden sind. – STC 792. Adams S 681. VD 16 S 3470. Roller-G. I, 410. Zinner 1884. Lalande 65. Houzeau-L. I, 4827. Caillet 9997. Rosenthal 3532. Hartfelder 384. – Das astrologische Hauptwerk der Nürnberger Schule mit einem Vorwort von Melanchthon. Schöner war neben Rhaeticus der erste bedeutende Astronom, der Kopernikus anerkannte und dessen Hauptwerk zum Druck beförderte. Er versucht in vorliegendem Werk, das kopernikanische System auf die Astrologie zu übertragen. – Die vielen Initialen aus 12 verschiedenen Alphabeten (u. a.

II. APIAN, P., Instrumentum primi mobilis ... Accedunt ijs Gebri filii Affla Hispalensis astronomi ... libri IX. de astronomia. Nürnberg, J. Petreius, 1534. Mit Titelholzschnitt nach Dürer, ganzseit. Wappenholzschnitt von Brosamer und zahlr. schematischen Textholzschnitten. 40 Bl., 146 S. – Erste Ausgabe. – VD 16 A 3087 und J 8 (beide Einträge mit falscher Kollation). IA 106.423. Adams A 1292. Zinner 1553. Ortroy 107. – Das wissenschaftsgeschichtlich gesehen wichtigste Werk Apians, „where he calculates sines for every minute, with the radius divided decimally. These are the first such tables ever printed“ (DSB I, 179). – Der zweite Teil enthält den ersten gedruckten Angriff auf die ptolemäische Astrologie überhaupt, geschrieben von einem arabischen Astronomen, der im 12. Jhdt. in Sevilla lehrte (vgl. DSB II, 37 ff.). – Mit dem letzten weißen Blatt. III. DERS., Horoscopion generale dignoscendis horis. Ingolstadt, (P. Apian), 1533. Mit großem Titelholzschnitt von H. Brosamer und einigen Textholzschnitten. 20 Bl. – Einzige Ausgabe. – STC 37. Dodgson II, 385, 2. Adams A 1290. IA 106.416. VD 16 A 3085. Stalla 80. Ortroy 100. Schottenloher, Apian, 37. Houzeau-L. I, 2395. Zinner 1512: „Das Horoscopium ist eine Art geometrisches Quadrat und dient zur Zeitbestimmung.“ Apian versuchte, die unzureichenden astronomischen Instrumente zu verbessern und den Zeitgenossen Hilfsmittel an die Hand zu geben, um komplizierte mathematische Berechnungen und Messungen durchzuführen. Das Horoscopion ist dem Stundenquadranten von Regiomontanus ähnlich.

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IV. DERS., Instrument Buch. Ingolstadt, (P. Apian), 1533. Mit großem Titelholzschnitt, ganzseit. Wappenholzschnitt auf dem Titel verso und zahlr. Textholzschnitten (ohne die Tafeln). 54 Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 A 3111. STC 37. IA 106.417. Stalla 77. Schottenloher, Apian, 35. Zinner 1514. Stillwell 812. Honeyman 113. Libri rari 13. Ornamentstichslg. Berlin 1697. Ortroy 104. – Behandelt astronomische und geodätische Instrumente mit entsprechenden Abbildungen. Die schönen Holzschnitte stammen von H. Brosamer und M. Ostendorfer. – Es gibt zwei Druckvarianten, die vorliegende mit Titel in Rot und Schwarz und eine mit Titel in Schwarzdruck. Wie meist fehlen die neun Tafeln, die man, dem Aufdruck der ersten zufolge, separat auf ein „Brettlein“ leimen sollte. V. MÜNSTER, S., Fürmalung und künstlich beschreibung der Horologien, nemlich wie man der sonnen uren mit mancherley weys und form, und auff allerley gattung entwerffen soll. Basel, H. Petri, 1537. Mit Titelholzschnitt (Wandsonnenuhr) und ca. 65 Textholzschnitten. 4 Bl., CLVII S. – Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 M 6654. Hieronymus 448 A. Ornamentstichslg. Berlin 1740. Zinner 1672. Zinner, Astronomische Instrumente, 456. HouzeauL. I, 11355. Burmeister 51. – Für die Praxis gedachte Beschreibung der Konstruktion verschiedener Sonnenuhren. – „Umgearbeitete und ins Deutsche übersetzte Ausgabe der Horologiographia ... mit großenteils denselben Holzschnitten wie jene, teils ersetzt, teils auch anders angeordnet. Neu ist der Titelholzschnitt, doch entgegen Major S. 80 kaum von Holbein selber gezeichnet, sondern vom Formschneider selber im Auftrag des Autors oder Druckers nach der Sonnenuhr der Falttafel verkleinert“ (Hieronymus). – Mit dem letzten weißen Blatt. VI. ASTRONOMIA. Teutsch Astronomei. Von Art, eygenschafften, und wirckung. Der XII. Zeychen des Himels. Der VII. Planeten ... Item C. Ptolomei ... verteutscht. Frankfurt, C. Jacob, 1545. Fol. Mit Titelholzschnitt, Druckermarke am Ende und 94 Textholzschnitten (zahlr. wdh., darunter eine kleine Weltkarte vom Zeichner des Jacob). 76 Bl. – Einer von 2 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – VD 16 A 3966 oder 3967. Graesse I, 242. Zinner 1869. Benzing (Jacob, in AGB IV, 10) 28 (alle ohne Unterscheidungsmerkmale). – Nicht im STC und bei Adams. – „Dieses mit zahlreichen Holzschnitten der Sternbilder, Windrose, Armillarsphäre und Horoskopen geschmückte Buch wurde nach einer sehr alten Handschrift gedruckt, die Hans Orth von Bacharach zur Verfügung gestellt hatte. Hans Orth ist also nicht der Verfasser des Buches, wie gelegentlich behauptet wird. Vielmehr kommen die im Buch vereinigten Schriften bereits im 15. Jahrhundert in deutschen Handschriften vor“ (Zinner). Vorsätze und erste sowie letzte Bl. mit einzelnen Wumspuren, Blatt D5 der letzten Schrift mit großem, fachmännisch restaurierten Eckabriß, tls. knapp beschnitten, wenige Darstellungen angeschnitten (einzelne Bl. mit größeren Darstellungen gefalt.); gelegentlich kleine Einrisse und Randschäden, etw. fingerfl., sonst nur wenig fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildungen. Sammelband with 6 treatises, printed at Nuremberg, Ingolstadt, Basle and Frankfurt, 1533-45. – Contemporary, magnificent Sammelband with partly very rare astronomical, astrological and horological printings from the Germanspeaking area; it is a remarkable compilation of scientific works printed within a period of hardly more than ten years and all richly illustrated with woodcuts. – I. First edition of one of the earliest astronomic-astrological works written during protestantism. – II. First edition. – Scientifically most

important work by Apian. – III. Sole edition. – IV. First edition. – Deals with astronomical and geodetical instruments with respective illustrations. The beautiful woodcuts are by H. Brosamer and M. Ostendorfer. – There are two issues, the present one with title in red and black and one with title in black printing. Missing, as most of the time, are the nine plates which should be glued separately on a small wooden board. – V. Description of the construction of various sundials meant for usage. – VI. One of 2 issues in the year of editio princeps. – Endpapers and first as well as last leaves with minor worming, leaf D5 of last treatise with large corner tear-out (corner enclosed loosely), partly closely trimmed, some illustrations cut (some leaves with larger folded illustrations); occasionally small tears and marginal damages, some fingermarks, but generally only minimally soiled and browned. – Contemporary blind-pressed pigskin over four bands and wooden boards with two working brass clasps (scratched and scuffed). – See illustrations.

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(ARDÈNE, J.-P. DE ROME D'), Trattato sulla cognizione, e cultura de' giacinti. Tradotto dal francese. Viterbo, Zenti, 1763. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 112 S. Leicht läd. Pgt. d. Zt. (49) 200,Vgl. Hunt 210. Plesch 128 (beide die EA Avignon 1759). – Nicht bei Nissen. – Seltene Monographie über die Kultur der Hyazinthen. – Rücken gebrochen, einzelne Wurmspuren, wenig fleckig.

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BLACKWELL, ELISABETH, Vermehrtes und verbessertes Kräuter-Buch. Bde. I-IV (von 6) in 4 Bdn. Nürnberg, Fleischmann und Lannoy für Eisenberger, 1757-60. Fol. Mit 4 kolor. gestoch. Titeln und 404 altkolor. Kupfertafeln. Restauriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale von Bd. I und IV etw. lädiert, Gelenke tls. gering eingerissen, beschabt und etw. bestoßen). (126) 8.000,Nissen 169. Pritzel 812. Plesch 63. Stafleu-C. 546. Heilmann 355: „Die von Trew hergestellten Nachbildungen in Kupferstich sind bedeutend besser als die Originale der Mrs. Blackwell.“ – Vorhanden: die Tafeln 1-400 sowie 322b und 341b; die Tafelnummern 75 und 269 doppelt vergeben. – Der deutschsprachige Titel von Bd. I datiert auf 1750. – Wenige Tafeln gebräunt; stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 16. Existing here: plates 1-400 as well as 322b and 341b; plate numbers 75 and 269 existing twice. – The German-language title of vol. I dated 1750. – Some plates browned; a little soiled here and there. – Contemporary restored calf with spine label and gilt back (turn-ins of vol. I and IV a little damaged, joints partly minimally torn, scratched and somewhat scuffed). – See illustration on plate 16.

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BOITARD, P., Traité de la composition et de l'ornement des Jardins. Troisième édition, entièrment refondue. Paris, Audot, 1825. Qu.-4°. Mit 97 Kupfertafeln (davon 1 kolor.). 6, 156 S., 1 Bl. Spät. Hldr. (stärker beschabt und bestoßen). (49) 200,-

to practice on. Brookshaw published a trio to these little books in 1817, one each on flowers, fruit, and birds, but the first issues are exceedingly rare. Even that determined botanical bibliographer, Blanche Henrey, had to admit to having seen 'only the second edition (1819) of each of these works' and a copy ot the one on fruit in its 1817 issue, which formed lot 89 of the Arpad Plesch sale in 1975, was catalogued as 'the only recorded copy of the first edition'. There is at least one more copy in existence, in the Oak Spring Garden Library“ (Raphael). – Fliegende Vorsätze entfernt, Titel mit Blindstempel, stellenw. fleckig.

Ganay 186. Ornamentstichslg. Berlin 3484. – Die erste Auflage war 1818 unter dem Titel „Essai sur la composition et l'ornement des jardins“ erschienen. – Tafel 22 als Frontispiz eingebunden. – Vorsätze erneuert, tls. gebräunt und fleckig. – Gestoch. Exlibris von George Matthens (Matthews) Esqu. Springvale (1818-1847). – Siehe Abbildung Tafel 15.

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BROOKSHAW, G., Groups of Flowers. – (Six Birds). Drawn and accurately coloured after nature, with full directions for the young artist: designed as a companion to the treatise on flower painting. 2 (von 3) Tln. in 2 Bdn. London, Longman, 1817. Fol. Mit 24 (12 kolor.) Kupfertafeln. 9 Bl. Mod. Hldr. unter Verwendung alten Materials. (54) 600,Erste Ausgabe. – Nissen 246 (ungenau). – Vgl. Plesch 157. Raphael, Pomona, 41. – Zeichenlehrbuch, zusammen mit identisch ausgestatteten über Früchte erschienen. „Botanical drawing-books were popular during the eighteenth and early nineteenth centuries. Many of these books were cheap and fairly slim, often with a handful of coloured plates facing or followed by uncoloured versions for the students

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(BRY, J. TH. DE), Anthologia magna, sive florilegium novum & absolutum. Frankfurt, Officina Bryana, 1626. Fol. Mit ganzseit. gestoch. Titelbordüre und 141 (statt 142; 5 gefalt.) Kupfertafeln. 6 Bl. Pp. des späten 18. Jhdts. (stark beschabt und bestoßen). (6) 4.000,Erste Ausgabe. – Nissen 273. Johnston 174. (abweichende Kollation). Pritzel 1299. De Belder 92. – Seltenes Botanikwerk. – Ein Großteil der Tafeln war bereits 1612-14 in de Brys „Florilegium novum“ erschienen. – Zur Tafelkollation: 1-22, 1-110, 114-116, zwei Tafeln mit manipulierter Numerierung (112 und 113?), zwei unnumerierte Tafeln; die Nrn. 23 und 59 doppelt vergeben. – Nach Nissen, Johnston und de Belder ist die Tafel 111 nie erschienen und sind die Nrn. 23, 37 und 50 doppelt vergeben. – Vermutlich fehlt in unserem Exemplar eine Tafel mit der doppelt vergebenen Nr. 37. – Vorsatz mit Siegellackresten, Titel mit Einriß, erste Blätter etw. wasserrandig und mit Wurmspur, die Tafeln 106 und 116 ankoloriert, die Tafeln 115 und 116 angerändert,

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wenige Tafeln gelockert, stellenw. mit kleinen Randläsuren und Einrissen, fleckig und leicht gebräunt. – Siehe Abbildungen.

Basler Stöcken gedruckt (die der Basler Drucker Isingrin an Gazeau verkauft hatte), in der französischen Übersetzung ... Die Figuren, die von den beiden Künstlern Albrecht Meyer und Heinrich Füllmaurer geschaffen sind, übertreffen durch ihre knappe und prägnante Technik an botanischer Brauchbarkeit die Weiditzschen durchaus ... Es ist daher zu verstehen und völlig gerechtfertigt, daß sie seit ihrem ersten Erscheinen sofort das Feld der botanischen Illustration beherrscht haben.“ – Diese Ausgabe nicht bei Mortimer und Fairfax Murray. – Nach Nissen ist die vorliegende Übersetzung „die vollständigste und bestausgestattete, die in Frankreich erschienen ist“ (BBI S. 46). – Mit dem weißen Blatt bb4. – Blatt Z8 alt auf den Vorsatz aufgezogen (verso weiß), Vorsätze und Titel mit Einträgen von alter Hand, anfangs einzelne Blätter mit angerändertem Eckausriß oder kleinen, hinterlegten Einrissen sowie gegen Ende kleine Wurmspuren (tls. mit minimalem Textverlust), stellenw. fleckig. – Mit Exlibris des Botanikers Ignaz Dörfler (1866-1950); von ihm selbst entworfen, zeigt es von ihm entdeckte Pflanzenarten und sowie eine Stadtansicht von Wien, die sich auf seine Sammlung von Viennensia bezieht. – Siehe Abbildung.

First edition of the work under this title. This is an expansion of the 85 or 87 plates originally presented in the „Florilegium novum“ of 1612-14. – After Nissen, Johnston and de Belder, plate 111 was never published and numbers 23, 37 and 50 were used twice. – Our copy lacks probably one plate with the twice used number 37. – Endpaper with remains of sealing-wax, tear to title, first leaves somewhat waterstained and with worming, plates 106 and 116 partly coloured, plates 115 and 116 mounted with paper slips, a few plates loosened, here and there with small tears in margin, soiled and slightly browned. – Cardboard of the late 18th century (heavily scratched and scuffed). – See illustrations.

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BULLIARD, P., Histoire des plantes vénéneuses et suspects de la France. 2 Bde. Paris, Dugour und Durand, (1798). Mit 85 kolor. Kupfertafeln. 2 Bl., 10, 110 S.; 2 Bl., S. 111-177. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Gebrauchsspuren). (54) 2.500,-

First French edition, less frequent than the Latin and German editions. – According to Nissen the present translation is „the most complete and best designed which was published in France“ (BBI p. 46). – With the blank leaf bb4. – Leaf Z8 mounted in former times on endpaper (verso blank), endpapers and title with annotations by contemporary hand, at the beginning some leaves with restored corner tear-out or small backed tears, towards the end minor worming (partly affecting text a little bit), here and there some soiling. – With exlibris of the botanist Ignaz Dörfler (1866-1950); designed by him, it shows plant species discovered by him and a townscape of Vienna referring to his collection of Viennensia. – Later damaged calf. – See illustration.

Stafleu-C. 907. Nissen 296 (nennt 72 oder 81 [?] Tafeln). Pritzel 1354. Volbracht 302. – Zweite Auflage. – Stellenw. fleckig. Beiliegen drei inkomplette Bände der „Histoire des Champignons de la France“ (1791-1809; Volbracht 303) desselben Verfassers mit zus. 110 meist kolor. Kupfertafeln. Second issue. – Here and there soiled. – Enclosed are three incomplete volumes of „Histoire des Champignons de la France“ (1791-1809) by the same author, with together 110 mostly coloured copperplates. – Contemporary half calf with gilt back (signs of wear).

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CORDA, A. J., Beiträge zur Flora der Vorwelt. Neue Ausgabe. Berlin, Calvary, 1867. Fol. Mit 60 lithogr. Tafeln. S. (5)-8, 128 S. (so komplett). Stark beschäd. Orig.-Broschur. (158) 400,Stafleu-C. 1227. Pritzel 1876. – Vgl. Nissen 401 (Ausg. Prag 1845). – Titelausgabe des zuerst 1845 in Prag erschienenen klassischen Werks zur Paläobotanik. – Sehr selten.

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FLORICULTURAL CABINET, THE. Conducted by J. Harrison. Jg. VIII der Reihe in 1 Bd. London, Whittaker, 1840. Mit gestoch. Titel und 13 kolor. gestoch. Tafeln. Läd. Ldr. d. Zt. (52) 80,Pritzel 3789. Nissen 2229 n. – Der gestochene Titel stärker wasserrandig.

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FUCHS, L., Commentaires tres excellens de l'hystoire des plantes. Et depuis, nouvellement traduictz en langue Françoise, par (E. Maignan). Paris, J. Gazeau, 1549. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und 512 Textholzschnitten. 289 Bl. Beschäd. spät. Ldr. (85) 3.000,Erste französische Ausgabe, bedeutend seltener als die lateinischen und deutschen Ausgaben. – STC 190. Adams F 1105. Pritzel 3139, Anm. Hunt 60. Schreiber (Kräuterbücher) XL. Alden 549/8. Nissen 663. Ders., Kräuterbücher, S. 64 und 43: „1549 erscheinen sie auch, von den originalen

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– New Kreüterbuch. Basel, M. Isengrin, 1543. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Blatt, ganzseit. Holzschnittportr. von Fuchs auf dem Titel verso, 3 Holzschnittportrs. der Illustratoren auf dem vorletzten Bl. und zahlr. ganzseit. Textholzschnitten. 444 Bl. Stark läd. Pgt. d. Zt. (141) 8.000,Erste deutsche Ausgabe. – Adams F 1107. VD 16 F 3243 (alle Ex. inkplt.). Nissen 659. Pritzel 3139. Stafleu-C. 1910. Klebs, Early Herbals, 73. Heilmann 205: „Man kann dieses Werk bedenkenlos als das großartigste Kräuterbuch bezeichnen. Heute noch benützt man in wissenschaftlichen Werken seine Abbildungen, da es bis heute nichts Schöneres und künstlerisch Wertvolleres gibt. Man nimmt an, daß Holbein bei den Entwürfen Pate gestanden hat. Fuchs ließ die Abbildungen der Pflanzen in klaren, einfachen Linien schneiden, jede Schraffierung wurde vermieden.“ – Zur Kollation: Bl. BB6 recto mit Abbildung und verso mit Druckvermerk, Bl. BB7 recto mit Abbildung und verso mit den Porträts der Künstler und Bl. BB8 recto weiß und verso mit großer Druckermarke. – Das Blatt BB7 zeigt auf der Vorderseite die Darstellung des „Traubenkrauts“; nach der Zählung der Textholzschnitte müßte es eigentlich nach Bl. O4 eingebunden sein. So lautet auch der Vermerk am Rand der Abbildung „Diß krauts contrafaytung gehört zum LXIII. Capitel, da würt es beschriben“. Auf der Rückseite befinden sich die Porträts der Zeichner und des Formschneiders. Um ihrem Wirken Rechnung zu tragen, findet sich das Blatt an prominenter Stelle am Ende des Werkes. – Das Bl. Yy mit großem, hinterlegten Einriß, einige Blätter mit kleinen Läsuren, wenige Tafeln mit überklebten Be-

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zeichnungen von Verlagsseite, die letzten Blätter lose und mit starken Gebrauchsspuren; wasserrandig und fleckig. – Siehe Abbildung.

STC 325. Mortimer 228. EDIT 16 CNCE 22575. Nissen 2311. Durling 2269. Hunt 19. Essling 1193 (unter Arnoldus de Villanova). Sander 615 (unter [Pseudo-]Arnoldus de Villanova). – Seltener Nachdruck der Ausgabe von 1509; noch im Inkunabelstil gedruckt. – Der Text folgt dem Schöfferschen 'Herbarius'. – Lange Zeit auch Arnoldus de Villanova zugeschrieben. „One such error led to the persistent belief that it was the work of Arnaldus de Villanova. His only connection with the Herbarius was the use of his name“ (Anderson 84). – Die schönen Pflanzendarstellungen wurden aus den Ausgaben 1491 (Vicenza) und 1499 (Venedig) übernommen. – „The fifteenth-century editions (are) the prototype for the 'Gart der Gesundheit' and the 'Hortus sanitatis'“ (Mortimer). – Durchgehend mit zeitgenössischen Marginalien in Tinte, alle sorgfältig in einem Zierrahmen in grünem Kolorit der Zeit eingefaßt. – Titel und letztes Blatt verso mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte; der durch einen defekten Druckstock nur tls. erhaltene Holzschnitt auf Bl. XLIX von alter Hand ergänzt; die Holzschnitte der Bl. LV-LVII mit Papierdurchbruch, die Bl. XCV-CIII im Falz wasserrandig, Bl. CIV mit großer Feuchtigkeitsspur, fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 16.

First German edition. – Leaf Yy with large backed tear, some leaves with small defects, a few plates with glued-over indications of publisher's page, last leaves loose and with strong signs of wear; waterstained and soiled. – Contemporary heavily damaged vellum. – See illustration.

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(GIEZENDANNER, J. G.), Neues vollständiges Giftbuch. Chur, Kallenberger, 1835. Mit 34 altkolor. Holzschnitt-Tafeln. 9, 214 S., 1 Bl. Etw. spät. Hlwd. (stärker beschabt und bestoßen). (91) 300,Tecoz, Librarium (1972), 178. – Seltenes, hübsch illustriertes Kräuterbuch. – Der Liechtensteiner Apotheker J. G. Giezendanner nannte sich „Provisor der Damurischen Apotheke zu Chur“, nachdem er 1815 die Witwe des Apothekers Damur geheiratet hatte. – Die schönen Holzschnitte sind verkleinerte Kopien nach Hegetschweilers „Giftpflanzen der Schweiz“ (1827-29). – Die Pflanzen numeriert von 1-31, Nr. 22 und 23 auf einer Tafel, je zwei Tafeln mit Pilzen und Tieren ohne Numerierung. – Etw. fleckig (Titel stärker), einzelne Tafeln im Bug verstärkt.

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(HERBARIUS). Incipit tractatus de virtutibus herbarum. Venedig, A. Bindoni, 1520. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und 150 kolor. Textholzschnitten. 4 nn., 150 num., 17 nn. Bl. Historisierender Ldr.-Einband des 19. Jhdts. (Rücken fleckig, etw. beschabt und leicht bestoßen). (141) 3.000,-

Rare reprint of the 1509 edition; still printed in the incunable style. – The text follows Schöffer's 'Herbarius'. – For a long time ascribed as well to Arnoldus de Villanova. – Contemporary marginalia in ink throughout, all carefully surrounded by an ornamental border in contemporary green colouring. – Title and last leaf verso with ownership entry by contemporary hand in ink; the woodcut on leaf XLIX only partly preserved due a defective woodblock amended by contemporary hand; the woodcuts of leaves LV-LVII with paper perforation, leaves XCV-CIII with waterstains at fold, leaf CIV with large moisture trace, soiled. – Historicising leather binding of the 19th century (spine soiled, a little scratched and slightly scuffed). – See illustration on plate 16.

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KNORR, G. W., Auserlesenes Blumen-ZeichenBuch für Frauenzimmer. 2. Aufl. 2 in 1 Bd. Nürnberg, Knorrs Erben, o. J. (ca. 1765). Fol. Mit gestoch. Titel und 23 Kupfertafeln. 2 Bl. Pgt. d. Zt. (ohne die Schließbänder, Vorderdeckel mit Löchern, stark fleckig). (141) 1.200,Nissen 1082. Ludwig 346. – Seltene Anleitung zum Zeichnen von Blumen mit Kupfern nach Knorrs eigenen Entwürfen und den Bouquets von Barbara Regina Dietzsch. – Der Nürnberger Kupferstecher und Verleger Georg Wolfgang Knorr (1705-1761) veröffentlichte vermutlich um 1737 die erste Ausgabe des beliebten Zeichenbuches; nach dessen Tod wurden die meisten seiner Publikationen von seinen Erben wieder aufgelegt. – Titelei und die ersten beiden Tafeln mit Loch in der Blattmitte (geringer Buchstaben-und Bildverlust); die Tafeln 2-11 von Bd. I sowie Tafel 1 von Bd. II ankoloriert; die Tafeln 1, 9 und 11 verso, 2 und 10 recto von Bd. II und hinterer Vorsatz mit zahlr. Schriftproben von alter Hand in Tinte, die Tafeln 7 und 8 von Bd. II mit größerem Fleck; insgesamt etw. fleckig. – Siehe Tafel 18 und Abbildung. Rare manual for the drawing of flowers. – Prelims and first two plates with hole in the middle of the leaf (minor loss of letters and illustration); plates 2-11 of vol. I as well as plate 1 of vol. II partly coloured; plates 1, 9 and 11 verso, 2 and 10 recto of vol. II and lower endpaper with numerous handwriting specimen by contemporary hand in ink, plates 7 and 8 of vol. II with larger stain; altogether a little soiled. – Contemporary vellum (without clasp ribbons, front cover with holes, strong soiling). – See plate 18 and illustration.

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LA FLEUR, N. G., Folge von 12 Kupfertafeln mit Blumen. O. O. und J. (Niederlande, um 1640). 4°. Buntpapier-Umschl. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (141) 600,Nagler III, 394 (Danckerts). Thieme-B. VIII, 578: „Delafleur (de la Fleur, de Lafleur) hat 1638 und 1639 in Rom je eine Folge von 13 resp. 12 Blatt mit Blumen erscheinen lassen. Die erstgenannte enthält auch das Bildnis des Künstlers. Sie wurde von dem Holländer Danckerts im Gegensinne nachgestochen.“ – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 4418. – In unserer Folge das Titelblatt mit Blumenbouquet und der Aufschrift „Nicolaus Guillelmus A Florae Lotharingus. Fecit Romae. C. Danckerts excud(it)“. – Zum Stecher vgl. Hollstein V, 124. – Eine Tafel beikoloriert, wenig fleckig.

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LINNÉ, C. VON, Systema vegetabilium. Ed. decima sexta. Curante Curtio Sprengel. Bde. I-III (von 5) in 3 Bdn. Göttingen, Dieterich, 1825-26. VI, 992 S.; 1 Bl., 939 S.; 2 Bl., 936 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, stark beschabt und bestoßen). (75) 150,Hulth 145. Soulsby 616. Heimann 134. Williams 66. – Fleckig und etw. gebräunt. – Fliegender Vorsatz mit e. Schenkungsvermerk des Landschaftsgärtners Carl (Karl) August Sckell (1783-1840): „Als gnädiges Geschenk Sr. königl. Hoheit des Herrn Großherzogs Carl August aus höchst der eignen Gnade erhalten im Jahr 1825.“

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LONICER, A., Kreuterbuch. Jetzo auffs fleissigst zum letzten mal von neuwem ersehen und durchaus an vielen Orthen gebessert, auch weit uber vorige Edition gemehret. Frankfurt, Latomus für Steinmeyer, 1609. Fol. Mit Holzschnitt-Portr. im Text, zahlr. Textholzschnitten und HolzschnittDruckermarke am Ende (alles altkoloriert). 14 nn., 382 num., 3 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Bezug mit kleinen Fehlstellen, Schwanz etw. lädiert, stärker beschabt, bestoßen und fleckig. (93) 2.500,Nissen 1228. Pritzel 5599. – Vgl. Heilmann 220: „Lonicerus brachte in seinen weitverbreiteten Kräuterbüchern eine seltene übersichtliche Abhandlung über Destillationsmethoden seiner Zeit. Sie ist übersichtlich und in ihren Holzschnitten sehr gut veranschaulicht.“ – „Die – in den einzelnen Auflagen öfter wechselnden – Abbildungen stammen in ihrem Grundstock aus dem Rösslinschen Kräuterbuch, später durch Neu- und Nachschnitte vermehrt. – Von Weiditz sind der Gärtner, die Kräuterküche und der Viehhof, sowie die kleinen Tierfiguren, von Konrad Faber der Bauer mit Ackerwalze, von Sebald Beham: Adam und Eva und die Monatsbilder. Die Destilliergefäße stammen aus dem Kleyn Distillierbuch, und sind vom 'Zeichner der Drusilla'“ (Nissen). – Titel mit hs. Besitzeintrag und kleinem Papierdurchbruch, einzelne Ab- und Einrisse (tls. mit etw. Textverlust), arabische Foliierung mit Tinte, stärker fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 17. Title with ms. ownership entry and small paper perforation, some tears and tear-outs (partly with some loss of text), Arabic consecutive numbering with ink, stronger soiled and browned. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards with 2 working clasps (cover material with small defects, bottom turn-in a little damaged, stronger scratched, scuffed and soiled). – See illustration on plate 17.

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Erste Ausgabe mit den verkleinerten Holzschnitten. – STC 427. Adams M 908 (inkplt.). Pritzel 5982. Nissen 1306. – Nur stellenw. ganz unbedeutend fleckig. – Vorsatz mit Besitzvermerk des Arztes Samuel Stiegler, datiert 1618. – Insgesamt vorzüglich erhaltenes Exemplar und in einem so hervorragend gebundenen zeitgenössischen Einband praktisch unauffindbar. – Siehe Abbildung Tafel 17. First edition with the woodcuts reduced in size. – Only here and there a little soiled. – Endpaper with ownership entry of the physician Samuel Stiegler, dated 1618. – Altogether a very well preserved copy and practically not to be found in such an exquisite contemporary binding. – Contemporary blind-pressed pigskin with working clasps (minor signs of wear). – See illustration on plate 17.

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MAYER, J. (P.), Pomona Franconica. Fragment der Bde. I und II (von 3). Nürnberg, Winterschmidt, 1776-79. 4°. Mit gefalt. gestoch. Plan und 63 (52 altkolor.) Kupfertafeln. Stark beschäd. Hldr. d. Zt. – Nissen 1318. – Ohne Rückgaberecht. (125) 400,-

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PANCOVIUS (PANCKOW), TH., Herbarium portatile, oder behendes Kräuter- und GewächsBuch. Leipzig, Kirchner, 1656. 4°. Mit zahlr. Textholzschnitten (ohne das Frontisp.). 183 Bl., 172 Sp., 4 Bl. Pgt. des späten 19. Jhdts. mit Rsch. (Deckel leicht aufgebogen, Rsch. tls. geschwärzt, etw. beschabt). (141) 600,-

MAGAZIN FÜR DIE BOTANIK. Hrsg. von J. J. Römer und P. Usteri. 12 in 6 Bdn. Zürich, Füessly und Ziegler, 1787-90. Mit 20 (statt statt 23?) gefalt. Kupfertafeln (davon 13 kolor.) und gefalt. Tabelle. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Bezug an den Kanten aufgeplatzt, Kapitale tls. schadhaft, stark beschabt und bestoßen). (52) 400,Einzige Ausgabe. – Stafleu-C. 9400. Jackson 480. – Seltenes Periodikum der Schweizer Botaniker Römer und Usteri, die ab 1790 getrennte Wege gingen. Römer führte das „Magazin“ 1794 unter dem Titel „Neues Magazin“ fort, es blieb aber bei der Veröffentlichung von nur einem Nachfolgeband. Einen zweiten Anlauf nahm er 1796-1805 mit seinem dreibändigen „Archiv der Botanik“. Usteri veröffentlichte seine umfangreichen „Annalen der Botanik“ von 1791-1800. – Vermutlich fehlt die Tafel 1 in Bd. VI. – Titel verso gestempelt, die Tafeln 1 und 2 in Bd. VII am Rand knapp beschnitten; tls. leicht gebräunt, wenig fleckig. – DAZU: NEUES MAGAZIN für die Botanik. Hrsg. von J. Römer. Bd. I (alles Erschienene). Zürich 1794. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. 336 S. – Einzige Ausgabe. – Stafleu-C. 9401. Jackson 480. – Wenn auch von wenig dekorativem Äußeren, so doch alle Bände einheitlich gebunden. – Siehe Abbildung.

MATTIOLI, P. A., Compendium de plantis omnibus. Venedig, (V.) Valgrisi, 1571. 4°. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Ende und fast 1000 Textholzschnitten. 8 Bl., 921 S., 7 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit intakten Schließen (unbedeutende Altersspuren). (50) 4.000,-

Nissen 1485. Pritzel 6919. – Zweite Ausgabe des schönen, erstmals 1654 erschienenen Kräuterbuches des Berliner Arztes. – Die Holzschnitte, jeweils vier auf einer Seite, von Peter Hille oder Holtzmeyer, stammen aus dem Besitz Thurneissers, der sie für die Fortsetzung seiner nicht abgeschlossenen „Historia plantarum“ verwenden wollte. – Alter Vorsatz aufgezogen, schadhaft und mit Besitzvermerken von alter Hand, Titel verso mit altem Eintrag, wenige Seiten mit leichten Randläsuren; fleckig und etw. gebräunt.

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POIRET, J. L. M., Leçons de flore. 3 Tle. in 2 Bdn. Paris, Panckoucke, 1819-20. 4°. Mit 65 (statt 66; 64 kolor.) Kupfertafeln. 4 Bl., 6, 250, 159, 3 S.; 3 Bl., 2 S., S. (9)-184, 1 Bl. (so komplett). Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckel-, Rücken- und Innenkantenvg. (Gebrauchsspuren). (49) 250,Stafleu-C. 8115. – Es erschien im selben Jahr auch eine Oktavausgabe. – Es fehlt die im Tafelverzeichnis aufgeführte Tafel „Organographie végétale“. – Innengelenke tls. gebrochen, stellenw. stark stockfleckig. – Dekorativ.

Botanik

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Nr. 513

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(RABEL, D., Theatrum florae. Paris, Mathonière, 1622?). Qu.-4°. 57 (statt 71) Kupfertafeln. Flex. Pgt. d. Zt. (knittrig und fleckig). (54) 6.000,Nissen 1575 (Ausg. 1622, 1627 und 1633). Hunt 212 (Ausg. 1627): „Rare and important early 17th-century set of engraved plates of flowers.“ – Eine der drei zwischen 1622 und 1633 erschienenen Ausgaben. – Es fehlen der gestochene Titel, das Frontispiz und die Tafeln 1, 2, 6, 35, 36, 51 und 65-69. – Vorsatz wasserrandig, Tafel 55 mit restaurierten Einrissen, sonst nur einzelne Tafeln mit tls. restaurierten Randein- oder -ausrissen, wenige Tafeln etw. fleckig. – Siehe Abbildung. One of the three editions published between 1622 and 1633. – Lacks engraved title, frontispiece and plates 1, 2, 6, 35, 36, 51 and 65-69. – Endpaper with waterstains, plate 55 with restored tears, otherwise only isolated plates with partly restored tears and tear-outs, some plates a little soiled. – Contemporary vellum (creased and soiled). – See illustration.

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REICHENBACH, A. B., Naturgeschichte des Pflanzenreichs, oder Abbildung und Beschreibung der wichtigsten in- und ausländischen Pflanzen. 2. Aufl. Leipzig, Voigt, 1850. 4°. Mit 80 kolor. lithogr. Tafeln. VIII, LII, 392 S. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (125) 150,Pritzel 7490. – Innengelenke und Buchblock gebrochen, Spiegel mit hs. Besitzvermerken, letzte Lagen stark lädiert, etw. fleckig. – DAZU: MÜLLER, F., Das große illustrierte Kräuterbuch. 5. Aufl. Ulm 1877.

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RUEL, J., De natura stirpium libri tres. Basel, H. Froben und N. Episcopius, 1537. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende. 46 Bl., 666 S., 1 Bl. Kalbldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 3 Einzelstempeln und 2 Rollen sowie intakten Schließen (wenige Altersspuren). (91) 3.000,Erste Basler Ausgabe, ein Jahr nach der Pariser Erstausgabe. – STC 760. Adams R 873. VD 16 R 3499. Pritzel 7885 Anm. Durling 3984. Wellcome I, 5620. Stillwell (Awakening) 693: „The author – physician to Francis I and the translator of Dioskorides – was an able botanist in his own right; and the first botanist to give a full description of each plant. Valuable for terminology, as the book includes plant names in the French vernacular.“ Zum Einband: die größere Rolle (beschrieben bei Haebler II, 136.1) mit Christus am Kreuz („Satisfacio“), Isaaks Opferung (ohne die bei Haebler genannte Bezeichnung „Fides“), Sündenfall („Peccatum“, dat. 1540) und Auferstehung („Iustificatio“). Die kleinere Rolle mit Porträtmedaillons: „Divus Julius, Cicero, Ovidius, Vergilius“; auf der inneren Leiste dat. 1541). – Wenige Wurmlöcher, sonst breitrandiges, sehr gut erhaltenes Exemplar in einem prächtigen Einband. – Siehe Abbildung Tafel 17. First Basle edition, one year after the first edition in Paris. – A few wormholes, otherwise wide-margined and very well preserved copy in a magnificent binding. – Contemporary calf over wooden boards with 3 separate stamps and 2 rollstamps as well as intact clasps (some signs of wear). – See illustration on plate 17.

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Botanik

De Backer-S. VII, 915, 19. Pritzel 8385. Stafleu-C. 11.108. Zimmermann 102. – Darstellung und Systematisierung der Flora des Salzburger Raums. – Das Porträt zeigt Carl Ehrenbert Freiherrn von Moll. – Beiliegt ein Widmungsschreiben des Autors, datiert Ingolstadt 12. 11. 1792, mit sehr interessanten Einzelheiten zur Publikationsgeschichte: „Es war Vielleicht ohne Beyspiel, daß ich die Ausgabe meines Buches selbst verbothen habe, das Mittel hat unterdessen schnell gewirket; die Vignette ist auf die alten Titelbogen, die unter meinen Augen gedruckt worden, gekommen, die neuen Titelbogen sind cassiert, und die Kupfertafel ist nachgeholet worden. Ich bin also jezt im Stande Eurer Durchlaucht mit beyliegendem Abdrucke unterthänigst aufzuwarten; abbitten muß ich aber doch, daß das Buch noch etwas defect ist, und bleiben wird: der Kupferstecher hat ein Paar Figuren weggelassen, die er nicht anzubringen wußte, weil er die Platte, die ich in Quart gezeichnet hatte, in Octav radirte. Da diese Figuren, ob sie gleich im Texte angezeigt sind, nicht von beträchtlicher Erheblichkeit sind, so will ich dem Buchhändler keinen weitern Verdruß darüber machen, dem sehr daran liegt, das Buch bald auszugeben; es bleibt also alles, wie es ist, und dieser Fehler mit, den ich bey einer andern Gelegenheit verbessern werde. Meine Abhandlung über die Verschwesterung der Sprachen, die sich in diesem Buche befindet, könnte ich jezt mit einem merkwürdigen Zusaze bereichern; ich habe nämlich von unserm jezigen Rector, Prof. Semer, ein kleines Buch bekommen, das zu Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts zu Regensburg herauskam, dessen Verfasser wirklich gründlich darthut, daß die meisten deutschen Wörter hebräisch, oder aus den nächst anverwandten Sprachen, und namentlich die Mundart des gemeinen Mannes in Baiern nach dem Syrischen gebildet seyen; dies geht so weit, daß wir ein Dorf haben, dessen Name rein hebräisch ist, und die Lage des Dorfes bedeutet; es ist dies Mindrachim, das wir bloß am Ende germanisiren; es heißt buchstäblich: ausser den Wegen, von den Straßen entlegen; und unser Wiegenlied, das uns allen vorgesungen ward, hat einen reinen hebräischen Anfang, Heji bobajo (sey im Troste, sey getröstet), nur daß von den Kinderwärterinnen die Vokale etwas verändert wurden, worauf aber bey den orientalischen Sprachen nicht vil ankömmt ...“

Nr. 522

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SCHOLTZ, H., Flora der Umgegend von Breslau. Breslau, Schulz, 1843. XVI, 327 (statt 333) S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (7) 100,Pritzel 8321. Nentwig, Schaffgotsch, 1523. – Vgl. Pax 1093. – Index durch 6 Bl. in schöner Schreibschrift ersetzt. – Titel mit Besitzvermerk, einige hs. Anmerkungen, fleckig.

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SCHRANK, F. VON PAULA, Grundriss einer Naturgeschichte der Pflanzen. Erlangen, Schubart, 1803. 8 Bl., 452 (recte 432) S., 8 Bl. Leicht läd. Interims-Broschur. (132) 300,-

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Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII, 915, 17. Pritzel 8386. Zimmermann 133. – Recht sauber.

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Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII, 916, 34. Pritzel 8390. Zimmermann 135 und 86. – Neubearbeitung der „Anfangsgründe der Botanik“. – Unbeschnitten. – Beiliegt ein Widmungsschreiben des Autors, datiert Landshut 24. 5. 1803.

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– Primitiae florae Salisburgensis cum dissertatio praevia de discrimine plantarum ab animalibus. Frankfurt, Varrentrapp und Wenner, 1792. Mit gestoch. Portr. und 2 gefalt. Kupfertafeln. XVI, 240 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (132) 400,-

– Vom Pflanzenschlafe und von anverwandten Erscheinungen bey Pflanzen. Ingolstadt, Krüll, 1792. 55 S. Pp. d. Zt. (158) 120,-

– Von den Nebengefäßen der Pflanzen und ihrem Nutzen. Halle, Gebauer, 1794. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., 94 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (fleckig). (158) 120,Erste Ausgabe. – Zimmermann 135. Nissen 1806. Pritzel 8388. De Backer-S. VII, 916, 25. – Innen gut.

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STERLER, A., Europa's medicinische Flora. Fasciculus I-X (von 20) in 1 Bd. München, Lentner, 1820. Fol. Mit 44 lithogr. Tafeln von J. N. Mayerhof(f)er. 2 Bl., 44 S. Pp. d. Zt. mit mont. Orig.Umschlag (fleckig, stark beschabt und bestoßen). (72) 300,-

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Botanik

Stafleu-C. 13014. Nissen 1894. Winkler 521, 185-187. – Mit schönen großformatigen Pflanzendarstellungen. – Vereinzelt wenig gebräunt. – Selten.

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SWEERTS, E., Florilegium amplißimum et selectißimum. 2 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Janssonius, 1631. Gr.-Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Portr. und 110 Kupfertafeln. 12, 5 Bl. Ldr. d. Zt. (rissig, beschabt, Gelenke und Ecken restauriert) in mod. Pp.-Schuber. (50) 8.000,Dritte Ausgabe, erstmals 1612-14 erschienen. – Nissen 1921. Cat. Massachusetts 305. Pritzel 9073: „Icones rudiores, pleraeque liliacearum, sine descriptione; insunt tamen passim novae: Iris Sweertii, Gladiolus iridifolius, Amaryllis orientalis.“ – Emanuel Sweerts (1552-1612), Direktor der Gärten Kaiser Rudolfs II., war von Profession ein holländischer Bumenhändler. Mit seinem „Florilegium“ gelang ihm eine recht geschickte Verknüpfung von Blumenbuch und Verkaufskatalog, da alle in diesem Werk beschriebenen Blumen während der Frankfurter Messe „in des Authoris Laden vor dem Römer, ausser der Messen aber zu Ambsterdam bey Paulo Aertssen van Ravesteyn, Buchtruckern daselbsten, jederzeit zu finden“. – Text in Latein, Holländisch, Deutsch und Französisch. – Etw. gebräunt, leicht fleckig. – Tafeln 41 und 42 des zweiten Teils doppelt vorhanden (in der oben angegebenen Gesamtzahl der Tafeln nicht mit eingerechnet): einmal mit Numerierung der Figuren, einmal ohne Numerierung, also entweder in einem früheren Zustand, sozusagen avant le numérotage des figures, oder aus einer anderen Ausgabe. Auch die letzte Tafel des Werkes und wenige andere sind ohne Figurennumerierung, ohne daß wir sicher sagen können, ob diese Tafeln auch mit der sonst üblichen Numerierung produziert worden sind. Sollten die dem vorliegenden Exemplar zusätzlich beigebundenen Tafeln II/41 und II/42 ohne Numerierung aus einer anderen Ausgabe stammen, wäre die Figurennumerierung auflagendistinktiv (ansonsten sind sie ja alle gleich: „Editiones non differunt“, wußte schon Haller, Bibliotheca botanica, I, 411). – Siehe Abbildung. Third edition, first published in 1612-14. – Emanuel Sweerts (1552-1612), director of the gardens of Emperor Rudolf II, was by profession a Dutch florist. With his „Florilegium“ he succeeded quite well in combining the flower book and the sales catalogue. – Text in Latin, Dutch, German and French. – Some browning, light soiling. – Plates 41 and 42 of the second part doubly present (not counted in the total number of plates indicated above): once with numbering of the figures, once without numbering. – Contemporary calf (cracked, scratched, joints and corners restored) in modern cardboard slipcase. – See illustration.

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SZABÓ, J., Cultura peponum. Buda, Universitätsdruckerei, 1790. Mit gefalt. Kupfertafel. 72 S. Mod. Pp. (16) 500,Einzige Ausgabe. – STC 240 (inkplt.). Petrik III, 477. – Nicht bei Gombocz. – Extrem seltenes Werk über die Kürbiskultivierung. – Die mehrfach gefaltete Tafel mit Ansicht eines Glashauses, Werkzeugen und Samen. – Auf starkem Papier gedruckt. – Kleine Fehlstellen zahlreicher Seiten und der Tafel angefasert, fleckig, leicht gebräunt.

Nr. 524

524

THEOPHRASTOS ERESIOS, De historia plantarum libri decem, Graece & Latine. (Hrsg. von) J. Bodaeus a Stapel. Accesserunt J. C. Scaligeri in eosdem libros animadversiones. Amsterdam, (J. Broersz für) H. Laurensz, 1644. Fol. Mit gestoch. Titel (in Pag.) und über 600 Pflanzenholzschnitten im Text. 10 Bl., 1187 S., 44 Bl. Pgt. d. Zt. (beschabt, fleckig und bestoßen, Kapital eingerissen). (6) 2.000,Erste illustrierte Ausgabe mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Pritzel 9197. Nissen 1947 nc. Choulant 59. Plesch 739. Hunt 240. Krivatsy 11780. Mendelssohn IV, 482: „Descriptions and illustrations of Cape plants, including the first known picture of a Stapelia.“ – Besonders reich kommentierte Ausgabe. „Des Aristoteles Schüler, Freund und Nachfolger im Lehramt; die Botanik verdankt ihm umfassendste und verständigste Bearbeitung im Altertume und verehrt ihn als ihren frühesten Begründer“ (Choulant 57 über Theophrast). – Das Werk enthält vieles sowohl über Heilpflanzen und -kräuter als auch über exotische Gewächse. Die Zeichnungen der afrikanischen Pflanzen stammen von dem Missionar Justus Heurnius. – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel verso gestempelt, zahlr. zeitgenössische Ergänzungen im Register, botanische Bibliographie auf dem hinteren Vorsatz, nur stellenw. wenig gebräunt. – Siehe Abbildung.

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Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

First illustrated edition with Greek-Latin parallel text. – The work contains a great deal on medicinal plants and herbs as well as exotic plants. Drawings of African plants are made by the missionary Justus Heurnius. – Endpaper with ownership entry, title verso stamped, numerous contemporary additions in the register, botanic bibliography on lower endpaper, only here and there a little browned. – Contemporary vellum (scratched, soiled and scuffed, turn-in torn). – See illustration.

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VIVIANI, D., I funghi d'Italia. Genua, Ponthenier, 1834-(38). Fol. Mit 60 kolor. lithogr. Tafeln. XV, 64 S. Hlwd. d. Zt. (leicht beschabt). (54) 2.000,-

AUSERLESENE SAMMLUNG vermischter oekonomischer Schriften. Hrsg. von J. Riem. 14 Tle. in 8 Bdn. Dresden, Walther, 1790-98. Mit 26 gefalt. Kupfertafeln und 10 Falttabellen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. fleckig, stellenw. mit Wurmfraß, beschabt und bestoßen). (158) 300,-

Stafleu-C. 16.269. Nissen 2074. Uellner 1828. Pritzel 9819. MNE II, 327. Volbracht 2199: „Rarissimum. Eines der wichtigsten mykologischen Werke Italiens im 19. Jahrhundert. Für die Umrisszeichnungen der Pilze benutzte Viviani Wollastons Camera lucida.“ – Das Werk blieb unvollendet, der Text bricht inmitten eines Satzes auf S. 64 ab. – Vorsatz mit eingeklebter Bibliotheksnotiz, Tafeln tls. gering gebräunt und wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 16.

Kirchner 2876. Humpert 2151. – Nachfolger der „Vermischten ökonomischen Schriften“, die in 2 Heften von 1789-90 erschienen waren. Ab Bd. III unter dem Titel „Neue Sammlung vermischter oekonomischer Schriften“ fortgeführt. – Riem sammelte seine kleinen Beiträge zur landwirtschaftlichen Technik der Zeit auch weiterhin und gab sie unter wiederum wechselnden Titeln bis 1803 heraus. – Vorsätze leimschattig, tls. etw. gebräunt und fleckig.

One of the most important mycological works of Italy in the 19th century. – Text ends abruptly on p. 64; remained unfinished. – Endpaper with glued-in library note, plates partly minimally browned and a little soiled. – Contemporary half cloth (slightly scratched). – See illustration on plate 16.

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Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau 528

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WEISSMANTEL, J. N., Des Blumisten erster Theil (von 2), in welchem die Nelke oder Grasblume, ihre Wartung, die Schönheits-Regeln derselben, Beschreibung einiger vorzüglichen Nelken deutlich und vollständig abgehandelt werden. Leipzig, Böhme, 1779. 8 Bl., 468 S., 6 Bl. Pp. d. Zt. (leicht berieben). (153) 350,-

Erste Ausgabe. – Holzmann-B. III, 11568. Böning-S. 1657: „Als Reisebeschreibung abgefaßte Anleitung zur Land-, Haus- und Forstwirtschaft, zum Gartenbau und Teilen der medizinischen Volksaufklärung. Wichtige Gedanken finden sich über die Hindernisse einer blühenden Landwirtschaft und zur Volksaufklärung, wobei der Autor die Form der Reisebeschreibung offenbar vor allem wählt, um die Wirkungsmöglichkeiten einer literarischen Gattung zu nutzen.“ – Etw. fleckig, vom Gebrauch leicht gezeichnet.

Erste Ausgabe. – Dochnahl 170. – In sich abgeschlossener Teil; frühe und umfassende Darstellung der Nelke (der zweite Teil über die Aurikel). – Selten.

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WILHELM, G. T., Beschreibung, Anwendung und Abbildung der vorzüglichsten, gegenwärtig gebräuchlichen Arzneypflanzen. 2 in 1 Bd. Augsburg, Engelbrecht, 1820. Mit 2 gestoch. Titeln und 106 kolor. Kupfertafeln. 10 Bl., 512 S., 2 Bl., 384 S. Läd. Hldr. d. Zt. (153) 500,-

B(AUMANN), CH., Benützte Reise durch Deutsch- und Wälschland mit angemerktem Hauswirthschaftlichen eines jeden Landes für jedes Land. Augsburg, Veith, 1782. Mit 5 (4 gefalt.) Kupfertafeln und 2 Falttabellen. XVI, 454 S., 12 Bl. Hldr. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (17) 150,-

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Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. Des Pflanzenreiches achter (und neunter) Teil (die gestoch. Titel dat. 1834). – Wenig fleckig.

CRAMER, J. A., Anleitung zum Forst-Wesen, nebst einer ausführlichen Beschreibung von Verkohlung des Holzes, Nutzung der Torfbrüche etc. Braunschweig, Waisenhaus-Buchhandlung, 1766. Fol. Mit gestoch. Vign. und 66 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., 200 S. Hldr. d. Zt. (stark beschabt, fleckig und bestoßen). (158) 500,Erste Ausgabe. – Mantel I, 11. Nissen 419. Humpert 3109. – Vgl. Ferchl 107. – Die schönen Kupfer zeigen meist Blätter, Blüten und Fruchtstände der Waldbäume und einiger anderer Waldpflanzen; eine Tafel mit Schädlingen, 4 Tafeln illustrieren die Herstellung der Holzkohle (Meiler etc.). – Vorsatz mit Besitzvermerk, stellenw. wenig fleckig.

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FISCHER, CH., Operis oeconomici pars prima (et secunda). 2 in 1 Bd. Prag, Universitätsdruckerei, 1679-83. Kl.-4°. Mit 2 gestoch. Titeln, gefalt. Kupfertafel und 3 blattgr. Textkupfern. 6 Bl., 261 S., 21, 4 Bl., 263 (recte 262) S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Vordergelenk aufgeplatzt, bestoßen, fleckig). (22) 400,-

Mathematik – Physik

Erste Ausgabe. – De Backer-S. III, 751. Schöne 1689. Kress 1490. Jöcher II, 622. – Vgl. Westwood-S. 92. Horn-A. 131. Souhart 186 (deutsche EA 1690-96). – Beliebtes Hausbuch des Prager Jesuiten, der „dem Oeconomie-Wesen in seinem Collegio zu Prag auf 40 Jahre lang vorstand. Sein Buch ist bis dato vor eines der besten Haushaltungs-Bücher gehalten worden“ (Jöcher). – Mit lateinisch-tschechisch-deutschen Registern. – Vorsatz und erster Kupfertitel gestempelt, zweiter mit Blattweiser, fleckig, gebräunt.

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KRAMER, R., Taschenbuch der Rassegeflügelzucht. 3. Aufl. Würzburg, Stürtz, (1926). Mit Portr. und 112 chromolithogr. Tafeln (verso bedruckt). 14 S., 1 Bl. OLwd. (etw. berieben und leicht fleckig). – Dekorative Darstellungen. – Recht sauber. (149) 500,-

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MEDICUS, F. C., Ueber die wahren Grundsäzze des Futterbaues. Leipzig, Gräff, 1796. 1 Bl., 162 S. Pp. d. Zt. (fleckig). – Erste Ausgabe. (160) 80,-

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MÜSCHEN, G. B., Die Behandlung des Obstbaumes nebst einer Anweisung zum Wein-, Hopfen- und Kümmelbau. Schwerin und Berlin, Kürschner und Plahn, 1836. Mit gefalt. lithogr. Tafel. IV, 111 S. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung. (158) 150,-

fung des Schädlings – zwar nicht ganz ohne chemische Hilfsmittel, aber doch viel umweltschonender als heute – stützten sich auf Georg Gottfried Zinkes „Naturgeschichte der schädlichen Nadelholz-Insecten nebst Anweisung zu ihrer Vertilgung“, Weimar 1798 (Horn-Schenkling 24702). – Die Kupferstiche mit sechs Darstellungen der Entwicklungsstadien des Falters von zwei in die unteren freien Textspalten eingedruckten Platten. – Unten hs. Preiseintrag. – Mittelfalz, einzelne Wurmlöcher, wenig gebräunt.

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VOTHMANN, J. G., Garten-Katechismus für Landleute. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1783. Mit gefalt. Kupfertafel. 10 Bl., 180 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leichte Gebrauchsspuren). (158) 200,Erste Ausgabe. – Dochnahl 167. Böning-S. 1803. – Veranlaßt durch eine Preisaufgabe der Dänischen ökonomischen Gesellschaft, die den „Katechismus“ mit 20 Reichstalern auszeichnete. Im folgenden Jahr erschien eine Fortsetzung unter dem Titel „Gartenkatechismus für feinere Gartenfreunde“, beide Teile zusammen wurden unter dem Titel „Ökonomisch-praktischer Garten-Katechismus in Fragen und Antworten, für den Landmann und feinen Gartenfreund“ abgegeben. Spätere Auflagen erschienen unter dem Titel „Gartenbau-Katechismus“ (1786 und 1805). – Leicht gebräunt, schöne Buntpapiervorsätze.

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Erste Ausgabe. – Dochnahl 109. – Schönes Exemplar aus einer Adelsbibliothek.

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WIRTH, F., Der Hopfenbau. 2. verm. Aufl. Stuttgart, Metzler, 1878. Mit 12 gefalt. lithogr. Tafeln. VIII, 68 S. Hlwd. d. Zt. mit aufgezogenem Vorderdeckel der Orig.-Broschur (etw. beschabt, leicht fleckig). (60) 120,-

RÉAUMUR, (R. A. F.) DE, Art de faire éclorre et d'élever en toute saison des oiseaux domestiques de toutes especes. Seconde éd. 2 Bde. Paris, Imprimerie Royale, 1751. Mit 16 gefalt. Kupfertafeln und 11 gestoch. Vign. 18, 364 S.; 2 Bl., 427 S. Mod. Hldr. (beschabt). (49) 150,-

Bibliothek für Landwirthschaft und Gartenbau, Bd. V. – Seltene Monographie über die Kultur und die weitere Behandlung des Hopfens; die Tafeln mit Abbildungen der dafür nötigen Werkzeuge und technischen Anlagen. – Gebräunt. – Zum physikotheologischen Endzweck des Hopfens, seinen Gebrauch als Bierzutat, verweisen wir auf unsere Kat.-Nr. 1374.

Nissen 3314. – Nicht bei Ronsil. – Zweite Ausgabe der erstmals 1749 erschienen Abhandlung über künstliche Brutmethoden. – Die Tafeln zeigen Brutkästen und andere Apparate, die Vignetten die Arbeit auf einem Hühnerhof. – Titel mit Vermerk in Tinte und radiertem Stempel, leicht gebräunt, tls. wasserrandig, wenig fleckig.

Mathematik – Physik

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNG – „NOTH UND HÜLFSTAFEL zur Vertilgung der schädlichen Waldraupe, woraus der Nachtvogel (Phalaena B. monacha, die Nonne) entsteht.“ Einblattdruck mit zwei altkolor. Kupferstichen und fünfspaltigem typographischen Text. (Erfurt), Beyer und Maring, o. J. (1798). Blattgr.: 41,5 x 50 cm. (160) 150,Walther, Lehrbuch der Forstphysiographie, Bd. I, Hadamar 1800, S. 383 (nennt den Druckort). – Nicht bei Mantel. – Flugblatt für Forstleute, hergestellt anläßlich einer Epidemie in Franken und im Vogtland, die sich über ganz Thüringen auszubreiten drohte. Die Methoden zur Bekämp-

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ALBERTI, G. A., Trattato della misura delle fabbriche. Venedig, Recurti, 1757. Mit gestoch. Frontisp. (in Pag.), gestoch. Portr. und 38 Kupfertafeln (davon 1 gefalt.). XXXII, 279 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (49) 200,Erste Ausgabe. – Riccardi I/1, 16, 6.1. Poggendorff I, 23. – Seltenes Werk über Maße und Maßeinheiten. – Alberti (1715-1768) war Wasser- und Wege-Baumeister der Stadt Bagnacavallo im Kirchenstaat. – Frontispiz mit hinterlegten Fehlstellen, Titel mit Eckausriß (kein Textverlust), einzelne Tafeln knapp beschnitten oder mit kleinen Ausrissen (minimaler Bildverlust), stellenw. fleckig.

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Mathematik – Physik

Nr. 540

Nr. 545

ARCHIMEDES, Opera, quae quidem extant, omnia. Adiecta quoque sunt Eutocii Ascalonitae in eosdem Archimedis libros commentaria. Graece et Latine. 4 in 1 Bd. Basel, J. Herwagen, 1544. Fol. Mit Druckermarke am Ende und zahlr. schematischen Textholzschnitten. 4 Bl., 139 S., 2 Bl., 65 S., 1 weißes Bl., 4 Bl., 163, 68 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (Bezug über den Bünden und an der vorderen Stehkante durchgescheuert, wenige Wurmspuren, fleckig, etw. sperrig). (91) 30.000,-

First entire complete edition which according to PMM remained the only one till the end of the 19th century. – Lower edge inscribed („Archimedes“), title of first part loosened and with erased ownership entry, partly a little browned and slightly soiled, the last two parts with larger and partly strong waterstains. – Contemporary vellum (cover material frayed out over the bands and at upper outside edge, some worming, soiled, a little bent). – See illustration.

Erste vollständige Gesamtausgabe, die laut PMM bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die einzige blieb. – STC 39. Adams A 1531. VD 16 A 3217. Horblit 5. Dibner 137. Stillwell 140. PMM 72. Smith, Rara, 226-228. Hoffmann I, 228. Norman 61. – Nicht bei Hieronymus, Griechischer Geist. – Umfaßt sieben mathematische Werke des Archimedes und drei der Archimedes-Kommentare des Eutokios von Askalon (5./6. Jhdt. n. Chr.) in griechischer Sprache mit den lateinischen Übersetzungen des Jacobus de Sancto Cassiano Cremonensis, herausgegeben von Johannes Regiomontanus und Thomas Gechauff, genannt Venatorius (gest. 1551). – Die Werke des Archimedes sind: Über Sphaira und Zylinder, das Zirkelmaß, Kegel und Sphäroide, Spiralen, das Gleichgewicht der Ebenen, die Sandrechnung und die Quadratur der Parabel. Die lateinischen Übersetzungen, korrigiert von Regiomontanus, erschienen hier erstmals. – Diese Ausgabe bedeutete einen großen Fortschritt in der Kenntnis und Verbreitung der Schriften des Archimedes; sie bildete in der Folge eine wesentliche Grundlage für die Archimedes-Rezeption, unter anderem bei Galilei, Kepler und Newton. – Fußschnitt beschriftet („Archimedes“), Titel des ersten Teiles gelockert und mit ausgestrichenem Besitzvermerk, tls. etw. gebräunt und leicht fleckig, die letzten beiden Teile mit größeren und teilw. starken Wasserflecken. – Siehe Abbildung.

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BELLI, S., Libro del misurar con la vista. Venedig, D. Nicolini, 1565. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und 54 Textholzschnitten. 4 Bl., 108 S. Mod. flex. Pgt. (54) 1.000,Erste Ausgabe. – STC 79. IA 116.189. Riccardi I/1, 107, 1.1. Smith, Rara, 343. Poggendorff I, 140. Honeyman 270: „Born at Vicenza, the author became an architect at Rome and Ferrara and wrote on practical geometry.“ – „Prima e rara edizione di questo pregiato libretto omessa dal Brunet“ (Riccardi). – Handbuch der Vermessung mit geometrischen Mitteln und Instrumenten. Die Holzschnitte mit entsprechenden Abbildungen. – Gering fleckig. First edition. – Manual on land surveyance using geometrical means and instruments. Woodcuts with respective illustrations. – Minimal staining. – Modern vellum.

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– Quattro libri geometrici. Il primo del misurare con la vista. Gli altri tre sono della proportione & proportionalità communi passioni del quanto. Venedig, R. Megietti, 1595. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. Textholzschnitten. 4 Bl., 132 S. Restauriertes Hpgt. d. Zt. (54) 800,-

Mathematik – Physik

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IA 116.193 (nur 3 Standorte). Adams B 521. STC 79. Smith, Rara, 343. Honeyman 273. Riccardi I/1, 108, 3: „Raro.“ – Klassisches Werk zur Vermessungskunde, von Smith nur aufgenommen „because of the treatment of mediaeval proportion which it contains.“ – Stellenw. minimal fleckig, kleinere professionell restaurierte Ausrisse. – Selten. Classical work to geodesy. – Minor soiling here and there, smaller professionally restored tear-outs. – Rare. – Contemporary restored half vellum.

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BEUTEL, T., Neu vermehrter und corrigirter ... Geometrischer Lust-Garten, Darinnen die edle und höchst-nützliche schöne Kunst Geometria aus dem Euclide gepflantzt. Zum achten mahl gedruckt. 2 Teile in 1 Bd. Leipzig, Tarnov, 1737. Mit gestoch. Frontisp. und zahlr. schematischen Textholzschnitten. 12 Bl., 499, 311 S. Pgt. d. Zt. (Vordergelenk eingerissen, leicht fleckig, etw. bestoßen). (107) 300,Vgl. Cantor III, 38. Poggendorff I, 181. – Fliegender Vorsatz erneuert, Frontispiz angerändert und verso mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, erste Blätter mit geringen Randläsuren, etw. gebräunt und fleckig.

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BÖHM, A., Gründliche Anleitung zur Meßkunst auf dem Felde, samt zweyen Anhängen vom Wasserwägen und von der unterirdischen Markscheidekunst. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt und Leipzig, Brönner, 1759. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 24 Kupfertafeln. 8 Bl., 304 (recte 312), 11 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (54) 300,-

Nr. 547 Erste vollständige lateinische Ausgabe. – Tchemerzine IV, 296. Wellcome II, 453. Eitner III, 182. Willems 1393 Anm. Guibert 91, 11. Sotheran, Suppl. II, 466: „Containing the author's physical and mathematical correspondence with Hobbes, Fermat, Mersenne, Roberval, Henry More (Cambridge Platonist), etc., with many mathematical papers of Fermat which did not appear in his 'Opera Varia'.“ – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Titel gestempelt, etw. fleckig und gebräunt.

Vgl. Poggendorff I, 222 (EA 1759). – Wichtiges Werk, besonders für die Grubenvermessung. Teil II enthält die „Zusätze zur zweyten Auflage“. – Die Tafeln u. a. mit einer kleinen Karte der Umgebung von Gießen. – Vorsatz mit hs. Vermerk, anfangs mit kleinen Wurmspuren im Außensteg, stellenw. fleckig.

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D(ENECKE), C. L., Vollständiges Lehrgebäude der ganzen Optik. Altona, Iversen, 1757. 4°. Mit gestoch. Frontisp., 88 (statt 89; 86 gefalt.) Kupfertafeln und 4 gefalt. Tabellen. 9 Bl., 772 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (bestoßen, kaum fleckig). (91) 600,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. III, 1314. – Nicht bei Poggendorff. – Seltenes umfangreiches Kompendium zur Optik mit reichem Abbildungsmaterial. – Die Kupfertafeln 1-90 numeriert, die Tafel XXIV ist „als überflüssig weggelassen worden“ (Inhaltsverzeichnis). – Statt Tafel LXVII ein Kupfer mit Darstellung eines optischen Instruments aus einem anderen Werk (Tab. IV) zusätzlich eingebunden. – Titel gestempelt, die Kupfer tls. bis zum Bildrand beschnitten, einzelne kleine Einrisse, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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DESCARTES, R., Epistolae, partim ab auctore Latino sermone conscriptae, partim ex Gallico translatae. 3 Bde. Amsterdam, Blaeu, 1682-83. 4°. Mit wdh. Druckermarke Elzeviers sowie Druckermarke Blaeus. 4 Bl., 383 S.; 2 Bl., 404 S., 2; 8 Bl., 427 S. Pgt. d. Zt. (Deckel tls. wenig aufgebogen, etw. fleckig, leicht beschabt und bestoßen). (103) 600,-

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EUKLID, Elementorum geometricorum libri XV. Basel, J. Herwagen, 1546. Fol. Mit 2 Druckermarken, zahlr. geometrischen Textholzschnitten und schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen. 4 Bl., 587 S. Altes beschäd. Ldr. (91) 2.500,Steck III.46. Adams E 975. STC 288. Thomas-Stanford 11. Riccardi II, 647 (unter Zanardi). VD 16 E 4141. – Nachdruck der Ausgabe Basel 1537 (Thomas-Stanford 9). – Die sogenannte Zamberti-Campanus-Ausgabe war erstmals 1516 in Paris erschienen. Herwagen übernahm diese Übersetzung und ließ sie von Melanchthon mit einem Vorwort versehen. – „Diese Ausgabe ist fast zu einer vollständigen Euklid-Ausgabe geworden, die auch die kleinen Schriften Euklids neben den Elementen enthält und von den verschiedenen Verfassern kommentiert sieht, und wirkt als solche bedeutsam nach. Sie wird 1541 in Rom offenbar in einer Lizenz-Ausgabe neu aufgelegt“ (Steck). – Herwagen war der erste Drucker, der die Diagramme in den Text eingebaut hat. Vorher wurden sie als Marginalien gedruckt. – Die Druckermarke bei Heitz-B., S. 79, Abb. 136. – Titel mit gelöschtem Besitzvermerk, sonst nur stellenw. gering fleckig und insgesamt sehr gut erhalten. – Die ursprünglich hellbraune Oberfläche des alten Lederbandes fast gänzlich beschabt, so daß der Bezug wie olivgrünes Wildleder aussieht. – Siehe Abbildung.

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Reprint of the Basle edition of 1537. – Title with erased ownership entry, otherwise only minor soiling here and there, altogether very well preserved. – The originally light brown surface of the old leather binding almost completely scratched so that the cover material looks like olive-green suede. – Damaged old calf. – See illustration.

wie alle von den Bibliographen beschriebenen mit dem weißen Schlußblatt Q 6, es tauchte jedoch im Handel ein Exemplar auf, das am Schluß noch 4 Bl. Verbesserungen enthielt. – Etw. fleckig, oben wasserrandig. – Siehe Abbildung Tafel 17.

– Die Sechs Erste Bücher vom anfang oder grund der Geometri. Auß Griechischer in die Teutsch gebracht durch Wilhelm Holtzman, genant Xylander, von Augspurg. Basel, J. Kündig für J. Oporin, 1562. Fol. Mit zahlr. geometrischen Figuren in Holzschnitt. 8 Bl. (letztes weiß), 185 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und beschabt, kleine Bezugsfehlstellen). (91) 5.000,Erste vollständige deutsche Ausgabe. – Steck III.63. Adams E 1017 (unsere Kollation). STC 288. Smith, Rara, 11 (unsere Kollation). VD 16 E 4169 (unsere Kollation). Thomas-Stanford 36 (unsere Kollation). – „Eine deutsche Euklid-Übersetzung, die erste der sechs planimetrischen Bücher der Elemente, die vollständig ist und vielfach benutzt wird“ (Steck). – Der Übersetzer, Wilhelm Holzmann, „ist 1532 in Augsburg als Sohn armer Eltern geboren und 1576 als Professor der aristotelischen Logik in Heidelberg gestorben. Als erste Bearbeitung in einer lebenden Volkssprache ist Xylanders Euklid merkwürdig genug und mag in Deutschland durch Verbreitung mathematischen Wissens unter Malern, Goldarbeitern, Baumeistern, für welche ausgesprochenermaßen die Übersetzung bestimmt ist, wirksam gewesen seyn“ (Cantor II, 507). – „This is the first German edition. This edition of Euclid mentioned because the editor has thought it necessary to add to Book II some arithmetical work. In particular he gives three forms of multiplication“ (Smith). – Zur Kollation: unser Exemplar schließt

First complete German edition. – Re collation: our copy ends with the blank final leaf Q 6 as described by all the bibliographers, there was however a copy on the market that contained at the end 4 leaves corrections. – A little soiled, waterstains at top. – Contemporary vellum (some soiling and scratching, minor defects in cover material). – See illustration on plate 17.

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– Elementa practica, oder Außzug aller Problematum und Handarbeiten auß den 15. Büchern Euclidis. In Teutsche Sprach dargegeben durch L. Brunn. Nürnberg, Halbmaier, (1625). 4°. Mit breiter gestoch. Titelbordüre und zahlr. Diagrammen im Text. 4 Bl., 92 S. Pgt. d. Zt. unter Verwendung eines spätmittelalterlichen Manuskripts auf Holzdeckeln mit Lederschließbändern (Bezug mit Fehlstellen, fleckig). (100) 2.000,Steck IV. 26. Schweiger I, 112. – Nicht im STC. – Datierung nach der Widmung. – Der Herausgeber Lukas Brunn war Schüler des Mathematikers Johannes Praetorius sowie des Malers und Radierers Johann Hauer, der laut Signatur die aufwendige architektonische Titelbordüre schuf (vgl. NDB II, 681). – Stellenw. gebräunt, etw. wasserrandig. – Selten. – Siehe Abbildung. Browning here and there, a little waterstained. – Rare. – Contemporary vellum by using a late medieval manuscript over wooden boards with leather clasp ribbons (defects in cover material, soiling). – See illustration.

Mathematik – Physik

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First edition. – Contains numerous contributions by the most prominent academics of the time, among them numerous treatises by Leonhard Euler and Daniel Bernoulli. – Soiled. – Contemporary half calf with spine label and gilt back (bottom turn-in somewhat defective, scratched and scuffed). – See illustration.

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GRANDI, G., Instituzioni geometriche. Florenz, Tartini und Franchi, 1741. Mit 14 gefalt. Kupfertafeln. 6, 181 S. Interims-Brosch. d. Zt. (Gebrauchsspuren). – Riccardi I/1, 627, 47. Pogggendorff I, 940. (49) 200,-

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GRASSMANN, H., Die Ausdehnungslehre. Vollständig und in strenger Form bearbeitet. Berlin, Enslin, 1862. XII, 388 S. Mod. Ldr. (7) 1.000,Erste Ausgabe der endgültigen Fassung. – Darmstaedter 475. DSB XV, 193. – Erstmals 1844 erschienenes Hauptwerk des Begründers der Vektor- und Tensorrechnung. In der vorliegenden Ausgabe gänzlich umgearbeitet und erweitert (in der Vorrede begründet Grassmann, warum er auf den ursprünglichen Plan, nur einen zweiten Teil vorzulegen, verzichtete). – Der größte Teil der EA wurde wegen mangelnden Absatzes eingestampft, nun war die Zeit günstiger, und bereits 1878 erschien die dritte Ausgabe. – Leicht gebräunt, insgesamt recht gut erhaltene Bibliotheksdublette.

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FREGE, G., Die Grundlagen der Arithmetik. Eine logisch mathematische Untersuchung über den Begriff der Zahl. Breslau, Koebner, 1884. XI, 119 S. Mod. Ldr. (7) 2.500,Erste Ausgabe von Freges zweiter Hauptschrift. – DSB V, 153. Poggendorff IV, 1707. – Frege stützt sein Programm einer Begründung von Arithmetik und Analysis auf reine Logik, indem er die natürlichen Zahlen als bestimmte Begriffsumfänge definiert. – Leicht gebräunt und etw. fleckig. Bibliotheksdublette mit Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung. First edition. „A severe and effective criticism of existing theories on number. Frege argues that number is something connected with an assertion concerning a concept; and essential for the notion of number is that of equality of number“ (DSB). – Slightly browned and a little soiled. Library duplicate with signs of wear. – Modern calf. – See illustration.

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FAULHABER, J., Arithmetischer Wegweiser zu der hochnutzlichen Freyen Rechen-Kunst. Achte Aufl. Ulm, Wagner, 1736. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 232 S. (ohne die S. 5/6). Ldr. d. Zt. (Kapitale lädiert, stark beschabt und bestoßen). (110) 120,Vgl. DSB IV, 552. Weyermann I, 212, 8. – Erstmals 1614 erschienenes und bis ins 18. Jhdt. hinein oft aufgelegtes Schulbuch (vgl. ADB VI, 582). – Der Verfasser, Ulmer Rechenmeister, Alchemist und Festungsbauer, erteilte dem 1620 in Ulm weilenden Descartes Unterricht und wurde von diesem hoch gelobt. – Ohne die fliegenden Vorsätze, Spiegel leimschattig und mit Siegellackresten, Titel gestempelt, stellenw. mit Marginalien und Streichungen in Tinte, etw. fleckig.

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Poggendorff I, 862. Zachert-Z. II, 620. Zischka 219. NDB VI, 134: „Erstes systematisches physikalisches Handwörterbuch in deutscher Sprache (EA 1787-95), das das gesamte damalige physikalische Wissen kritisch und verläßlich in alphabetischer Folge vorlegte und an Qualität fremdsprachige Werke ähnlicher Art weit übertraf.“ – Es fehlen die Tafeln 27-43 zu Bd. VI sowie die Tafeln 24-42 und die zwei Karten zu Bd. IX. – Mehrf. gestempelt, stellenw. stärker fleckig.

EULER – COMMENTARII Academiae Scientiarum Imperialis Petropolitanae. Bde. I-IV der Reihe in 4 Bdn. St. Petersburg 1728-35. 4°. Mit 4 gestoch. Titelvign., einigen gestoch. Initialen und gestoch. Textvign. sowie 109 Kupfern auf 108 Tafeln. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Schwanz tls. gering schadhaft, beschabt und bestoßen). (158) 1.200,Erste Ausgabe. – Enthält zahlreiche Beiträge der hervorragendsten Wissenschaftler der Zeit, darunter mehrere Abhandlungen von Leonhard Euler und Daniel Bernoulli. – Fleckig. – Siehe Abbildung.

GEHLER, J. S. T., Physikalisches Wörterbuch, neu bearbeitet von Brandes, Gmelin, Hörner, Muncke, Pfaff. 10 Textbde. und Tafelbd. in zus. 19 Bdn. Leipzig, Schwickert, 1825-44. Mit 4 (statt 6) Kupferstichkarten und 237 (statt 273) Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (6) 400,-

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GRIENBERGER, CH., Elementa trigonometrica. Rom, Zan(netti), 1630. 12°. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. Diagrammen im Text. 96 Bl., 88 S., 3 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig und bestoßen). (49) 150,De Backer-S. III, 1811, 4. STC 414. – Mit kleinen Wurmspuren, tls. wasserrandig, wenig fleckig.

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GÜNTHER, S., Darstellung der Näherungswerthe von Kettenbrüchen in independenter Form. 2 Tle. in 1 Bd. Erlangen, Besold, 1872-73. IV, 128 S., 1 Bl. zwischengeb. Mod. Ldr. (7) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 561. – Mehrf. gestempelt, leichte Randbräunung.

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KÄSTNER, A. G., Anfangsgründe der Analysis des Unendlichen. 3. verm. Aufl. Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht, 1799. Mit 5 Kupfertafeln. XXXVI, 876 S. Stark beschäd. Interims-Einband. (8) 120,Mathematische Anfangsgründe, Bd. III/2. – Zachert-Z. 875. Poggendorff I, 1217. DSB VII, 206: „Kästner owes his place in the history of mathematics not to any important discoveries of his own but to his great success as an expositor and to the seminal character of his thought.“ – Titel gestempelt, leichte Gebrauchsspuren. – 5 Beilagen.

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MAKO VON KEREK-GEDE, P., Compendiaria physicae institutio. Editio altera ab autore emendata. 2 Bde. Wien, Trattner, 1766. Mit 17 ausklappbaren gefalt. Kupfertafeln. 10 Bl., 348 S., 2 Bl.; 419 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (Bezüge mit Fehlstellen). (16) 100,-

First edition. – The title engraved by G. Lauro (Thieme-B. XXII, 460) slightly cut at bottom and at top with scribbled ownership entry, here and there a little soiled, smaller damages professionally restored. – Very rare. – Modern half vellum. – See illustration.

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Giese 775. Poggendorff II, 21. De Backer-S. V, 389, 4. – Der ungarische Mathematiker, Physiker und Philosoph Mako de Kerek-Gede (1723-1793) war Professor der Logik und Metaphysik in Tyrnau und später am Theresianum in Wien. „In theologischen und philosophischen Fragen kämpfte er für neue Ideen und gegen Vorurtheile, von denen er selbst frei war“ (ADB XX, 125). – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, Vorsätze leimschattig, vereinzelt fleckig.

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PICO DELLA MIRANDOLA, G. F., Geometria. Aquila, L. Facio, 1597. Fol. Mit gestoch. Titel und Holzschnitt-Portr. im Text. 278 S., 1 Bl. Mod. Hpgt. (91) 2.000,Erste Ausgabe. – Riccardi I/2, 275, 1. – Postum herausgegeben vom Bruder des Verfassers, Biagio Pico. – Zur Ausgabe: Das Kolophon datiert 1597, der Titel und die Vorrede 1605. – Der von G. Lauro (Thieme-B. XXII, 460) gestoch. Titel unten leicht angeschnitten und oben mit grob gekritzeltem Besitzvermerk, stellenw. wenig fleckig, kleinere Schäden professionell restauriert. – Sehr selten. – Siehe Abbildung.

PULUJ, J., Strahlende Elektroden-Materie. Wien, Gerold, 1883. 2 Bl., 86 S. Hlwd. d. Zt. (leicht berieben). (66) 150,Erste Buchausgabe. – Poggendorff III, 1076. – Vgl. Rosenberg III, 781. – Erschien erstmals 1880 in den „Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“ in Wien. – Vorsätze gebräunt, Titel gestempelt, wenig fleckig. – Beiliegt die deutsche Erstausgabe von Roscoes „Spectralanalyse“ und ein Sammelband mit naturwissenschaftlichen Aufsätzen des 19. Jahrhunderts.

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RHEGIUS, U., Utriusque arithmetices epitome, ex variis authoribus concinnata. Nunc tertio omnia diligenter revisa & emendata. Freiburg, S. Graf, (1550). Mit einigen Textfiguren. 104 num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., sign. „L S“, mit intakten Schließen (leichte Altersspuren). (50) 1.500,Smith, Rara, 182. VD 16 R 611. – Sehr seltene dritte Ausgabe, erstmals 1536 in Straßburg erschienen. – „The work was intended for the Latin schools. It is only slightly practical, and as compared with a book like that of Gemma Fri-

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sius it is reactionary. The first part treats only of Boethian arithmetic, the theory of numbers. The practical part gives the operations in the usual style of the Latin writers of the time, and closes with several pages on the use of counters“ (Smith).

Erste in Italien gedruckte Ausgabe. – STC 24. EDIT 16 CNCE 1494. Adams A 916. Melzi I, 43. Hirsch-H. I, 110. Herlitz-K. III, 1254. – Die 7 „Centurien“, je 100 Krankengeschichten, von 1551 bis 1561 veröffentlicht, sind das medizinische Hauptwerk des portugiesischen Marranen Amatus Lusitanus (ursprünglich João Rodrigues de Castelo Branco; 1511-1568). Die erste Ausgabe mit 400 Krankengeschichten ist 1556 bei Froben in Basel erschienen. – Fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk und Fehlstellen, Titel mit hs. Besitzvermerk und angerändert; Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand in Tinte, etw. gebräunt und stellenw. fleckig.

BEIGEB.: CAESARIUS, J., Dialectica. Ab authore diligenter recognita. Ingolstadt, Weißenhorn, 1551. Mit Falttabelle. 68 Bl. – VD 16 C 124 und V 1857. – Enthält im zweiten Teil von Juan Luis Vives „De ratione disputandi libellus“. Vorsatz mit Besitzvermerk, datiert 1585, der erste Druck mit zahlr. zeitgenössischen Anmerkungen, beide Drucke recht sauber und nur stellenw. ganz unbedeutend fleckig; das Fragment eines weiteren Druckes beigebunden. – Insgesamt sehr gut erhalten und dekorativ gebunden.

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Very rare third edition, first published at Strasbourg in 1536. – Endpaper with ownership entry, dated 1585, the first printing with numerous contemporary annotations, both issues quite clean and only here and there with minor soiling; bound-in the fragment of another issue. – Generally very well preserved and bound in a decorative way. – Contemporary blind-pressed pigskin, signed „L S“, with working clasps (light signs of wear).

TACQUET, A., Elementa Euclidea geometriae, planae ac solidae, et selecta ex Archimede theoremata, quibus accedit trigonometria. Novissimam hanc editionem adornavit et schemata XL addidit G. Whiston. Venedig, Hertz, 1737. Mit 2 gestoch. Titelvign. und 7 gefalt. Kupfertafeln. 31, 384 S. Pgt. d. Zt. (Bezug mit kleiner Fehlstelle, stark fleckig, bestoßen). (49) 150,-

Medizin ABICHT, W., Der Champagner-Arzt. (Stolberg, Hoffmann für) Fürst in Nordhausen, 1845. 117 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Broschur. (158) 200,Erste Ausgabe. – Engelmann 4. – Nicht im KVK. – „Neueste Erfahrungen über die wohltätigen diätetischen und arzneilichen Kräfte der Schaumweine, namentlich deren vorzügliche Wirkungen bei Magenkrämpfen, Erbrechen, Bleichsucht, chronischen Hautausschlägen etc.“ (Untertitel). – Leicht fleckig.

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AMATUS LUSITANUS, Curationum medicinalium centuriae quatuor. Venedig, B. Costantini, 1557. 8 Bl., 645 S., 33 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (49) 300,-

BALNEOLOGIE – BACCI, A., De thermis libri septem. Venedig, V. Valgrisi, 1571. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und doppelblattgr. Holzschnittplan im Text. 32 Bl., 509 S. Mod. Pp. (110) 1.200,Erste Ausgabe. – STC 66. Adams B 5. IA 111.342. Durling 426. Wellcome I, 600 (nennt irrtümlich 36 Bl. am Anfang). Hirsch-H. I, 270. Ferchl 18. Duveen 35. Ballagi 721. Simon, Bacchica II, 66. – Klassisches Kompendium der Balneologie mit Beiträgen über die Bäder Roms und die Eignung von Quellen und Flüssen zur Trinkwasserversorgung. In Buch IV werden zahlreiche europäische Bäder beschrieben, darunter die sizilianischen Thermen, Cumae, Korsika, Baden im Aargau, Bäder in Österreich und Deutschland: „Multa vero est in balneis Germaniae laus“; u. a. hörte Bacci beim Besuch des Freibades von Burtscheid Tanzmusik und Gesang und sagt, das wäre in ganz Deutschland Sitte (vgl. Martin, Badewesen, S. 338). – Der doppelblattgroße Holzschnitt zeigt den Grundriß der Diokletian-Thermen. – Vereinzelt fleckig, Marginalien von alter Hand, S. 507/08 nach S. 505/06 eingebunden.

De Backer-S. VII, 1808. – Vgl. Kästner III, 448. – Späte Ausgabe des erstmals 1654 aufgelegten Werkes. – Vorsatz und Titel mit Besitzeinträgen von alter Hand (tls. getilgt), Vorsätze gebräunt und fleckig, sonst sauber.

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– Ocyrrhoes seu praestantissimum morborum auxilium de venae sectione copiosa methodus. Venedig, P. Miloco, 1642. 4°. 6 Bl., 223 S., 4 Bl. Beschäd. flex. Pgt. d. Zt. (49) 200,Einzige Ausgabe. – STC 758. – Nicht in den großen Medizinsammlungen. – Vorsatz mit Besitzeintrag von alter Hand (mit Fehlstellen und Einriß), stellenw. wasserrandig, etw. fleckig und gebräunt. – Nicht im Jahrbuch.

567 563

157

First edition. – „This is the classic work on mineral waters, dealing with all the spas of the then known world“ (Durling). – Isolated soiling, marginalia by contemporary hand, p. 507/08 bound-in after p. 505/06. – Modern cardboard.

568

– KÖLREUTER, W. L., Karakteristik der Mineralquelle in physischer und medizinischer Hinsicht überhaupt und in besonderem Bezuge auf Badens warme Heilquellen. Pforzheim, Katz, 1818. 12°. Mit gestoch. Frontisp., Kupfertafel und gefalt. Tabelle. XXII, 167 S., 1 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (129) 100,Einer von zwei Drucken im Jahr der Erstausgabe. – HirschH. II, 573: „Kölreuter hat sich durch seine balneologischen Arbeiten ein spezielles Verdienst um den Aufschwung von Baden-Baden erworben.“ – Nicht bei Martin. – Im selben Jahr erschien auch ein Druck in Leipzig. – Wasserrandig und etw. fleckig.

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Mit gefalt. grenzkolor. Kupferstichkarte. 1 Bl., 188 S., 1 Bl. Interims-Broschur (Gebrauchsspuren). (54) 300,Samuel von Benkö (1743-1825) wirkte als Physikus in Miskolcz in Ungarn (vgl. Hirsch-H. I, 460). – Stellenw. stärker fleckig.

572

BERTOTIUS, A., UND J. CRATO VON KRAFFTHEIM, Methodus curativa generalis et compendiaria. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Saur für Stein, 1608. 4 Bl., 140 S., 5 Bl., 108 (recte 110) S. Mod. Pp. (110) 150,Krivatsy 1163. STC B 870. – Medizinische Traktate mit Auszügen aus Hippokrates, Galen, Avicenna und Montanus. Der 2. Tl. mit eigenem Titel. – Titel mit hs. Initialen, S. 78 von Bd. II mit geklebtem Einriß, etw. gebräunt.

573

I. Blake 53. Waller 1195. – Vgl. Hirsch-H. 598. GarrisonM. 2199: „One of Boerhaave's best works.“ – Erstmals 1709 erschienen. Behandelt akute und chronische Krankheiten. – II. Blake 54. Waller 1216. – Erstmals 1719 erschienen. – Etw. gebräunt, gering fleckig.

Nr. 576

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BALNEOLOGIE – SIGWART, G. C. L., Chemische Untersuchungen des Mergentheimer Mineralwassers. Tübingen, Reiß, 1830. Mit gefalt. Tabelle. IV S., S. (3)-28. Brosch. d. Zt. (150) 150,-

574

Poggendorff II, 928. Hirsch-H. V, 271: „Er hat sich vorzugsweise durch Untersuchungen über süddeutsche Mineralwässer bekannt gemacht.“ – Nicht bei Martin. – Minimal gebräunt. – Beiliegt Sigwarts Untersuchung „Ueber die Mineralwasser in dem Königreiche Württemberg“ (1831).

570

BECKHER, D., Nützliche kleine Haus-Apotheck. Verfertiget und zum vierten mahl vermehret und ausgegeben. Leipzig, Weidmann, 1685. 4 Bl., 412 S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (52) 150,Zur Ärzte-Familie Beckher vgl. Hirsch-H. I, 415. – Vorsatz mit Kaufvermerk von alter Hand, Titel mit getilgtem Besitzvermerk (winziger Papierdurchbruch), gebräunt und fleckig. – Beiliegen drei medizinische Abhandlungen, gedruckt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

571

BENKÖ, S., Medicinische Ephemeriden von den Jahren 1780 bis 1793. Aus dem Lateinischen übersetzt, und mit der Topographie von Mischkolz vermehrt von J. Eyerel. Wien, Patzowsky, 1794.

BOERHAAVE, H., Aphorismi de cognoscendis et curandis morbis in usum doctrinae domesticae digesti. Editio nova. Nürnberg, Felseckers Erben, 1755. 4 Bl., 370 S., 12 Bl. – VORGEB.: DERS., Libellus de materie medica et remediorum formulis, quae serviunt aphorismis. Ebda. 1755. 7 Bl., 279 S., 22 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (leicht beschabt). (9) 250,-

BONGARD, J. H., Physiologisch medizinische Abhandlung über die Wirkung des Sauerstoffs und der ihm entgegengesetzten Stoffe auf das Organische. Landshut, Hagen, 1803. 38 S. Pp. d. Zt. mit goldgepr. Fileten und Eckfleurons (Rücken geblichen, Prägung oxydiert). (158) 150,Einzige Ausgabe. – GV 18, 305 (nach Kayser). – Nicht in den gängigen Medizinbibliographien. – Inauguraldissertation von Johann Heinrich Bongard (1779-1857), von Kayser mit dem jüngeren Botaniker (August) Gustav Heinrich Bongard (geb. 1786) verwechselt. – Nahezu frisch.

575

BRERA, V. A., Anatripsologie, oder: die Lehre von den Einreibungen, die eine neue Methode enthält, durch Einreibungen mit thierischen Säften auf den menschlichen Körper zu wirken. 2 in 1 Bd. Nach der 4. sehr verm. Ausg. aus dem Italiänischen übers. von J. Eyerel. Wien, Schalbacher, 1800-01. XVI, 187 S., 2, 4 Bl., 134 S., 1 Bl. Stark läd. Pp. d. Zt. (3) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Lesky 97. Hirsch-H. I, 692. – Buchblock gebrochen, Vorsatz mit zeitgenössischem Besitzvermerk, Titel gestempelt, leicht fleckig. – Unaufgeschnitten und unbeschnitten.

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CARDILUCIUS, J. H., Neuaufgerichtete Stadtund Land-Apotheke. Aufs neue zum Druck verordnet. Nürnberg, Endter, 1677. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 1157 S., 36 Bl. Pgt. d. Zt. (beschabt, bestoßen und stark fleckig). (107) 1.000,Krivatsy 2162. Waller 1786. – Den Kern des Werkes bildet die Umarbeitung des Kräuter- und Arzneibuches, das Bartholomäus Carrichter 1652 ebenfalls bei Endter herausgegeben hat (Krivatsy 2184). Cardilucius arbeitete es zu einem universalen medizinischen Lehrbuch um und hängte noch ein Diät-Buch an. – Über das Leben von Cardilucius vgl. Ferguson II, 144, der sein Werk wie folgt charakterisiert: „He was a believer in Alchemy and Astrology, and he had a great esteem for Van Helmont. His books are for the most part of a medicochemical character.“ – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, erste Blätter im Falz verstärkt; gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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CATALOGUS renovatus omnium medicamentorum, tam simplicium quam compositorum Galenicorum & chymicorum, aliarumque rerum in officinis Lubecensibus venalium. Lübeck, Green, 1745. Schmal-8°. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 102 S., 4 Bl. Beschäd. Brosch. d. Zt. (56) 150,Apothekenverzeichnis. – Nahezu durchgehend mit hs. eingetragenen Preisen versehen. – Mehrfach gestempelt, fleckig, leicht gebräunt.

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CELLARIUS, S., Origines et antiquitates medicae. Halle, Henckel für Bielk in Jena, 1701. Mit gestoch. Portr. 6 Bl., 61 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen, lichtrandig). (73) 150,Erste Ausgabe. – Blake 82. Waller 12906. Hirsch-H. I, 862. – Untersuchungen über den Ursprung der Medizin, verfaßt von Salomon Cellarius (1676-1700), postum von seinem Vater vervollständigt und herausgegeben. NACHGEB.: (TRILLER), D. W., Hippocrates atheismi falso accusatus. Contra N. H. Gundlingium. Rudolstadt, Urban, 1719. 112 S., 2 Bl. – Erste Ausgabe. – Blake 459. ADB XXXVII, 609. – Gegen den Juristen Nikolaus Hieronymus Gundling gerichtete Abhandlung über die Philosophie und das Weltbild des Hippokrates. – Vorsatz mit Besitzeintrag, erster Titel gestempelt, beide Schriften gebräunt.

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CID, Kalliplastie. Studien über die Schönheit der Gesichtszüge und die Mittel zu deren Vervollkommnung. Nach dem Französischen. Leipzig, Gerhard, 1847. 1 Bl., 197 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. – Erste deutsche Ausgabe. – Fleckig. (149) 100,-

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COLOMBO, (M.) R., Anatomia, Das ist: Sinnreiche, künstliche, begründte Auffschneidung, Theilung, unnd Zerlegung eines vollkom(m)enen menschlichen Leibs und Cörpers. Erstlichen durch R. Columbum in Latein begriffen, anjetzo in die teutsche Spraach ubersetzt durch J. A. Schenckium. Frankfurt, M. Becker für de Brys

Nr. 580

Witwe, 1609. Fol. Mit 44 (40 ganzseit.) Textkupfern und doppelblattgr. Tabelle. 4 Bl., 148 S., Bl. 149-160, 2 nn. Bl., Bl. 161-164, S. 165-274. Mod. Ldr. im Stil d. Zt. in Pp.-Schuber. (50) 4.000,Erste deutsche Ausgabe. – Krivatsy 2617. Waller 2075. Hirsch-H. II, 82. Nissen 921. – Übersetzung des medizinhistorisch grundlegenden Werkes De re anatomica libri XV des italienischen Chirurgen und Anatomen Matteo Realdo Colombo (um 1516-1559). „Sein Hauptverdienst ist die selbständige klare Schilderung des kleinen Kreislaufes. Er hatte richtige Vorstellungen von der Systole und Diastole des Herzens und ihrem Zusammenhange mit den Erweiterungen und Verengerungen der Arterien, er wies nach, dass die Lungenvene Blut führe, dass die Herzscheidewand undurchdringlich sei, und spricht es geradezu aus, das Blut werde von der rechten Herzkammer aus durch die Lungenarterie zur Lunge und von dort durch die Lungenvene nach dem linken Ventrikel geführt“ (Hirsch-Hübotter). – Colombos Text vorangestellt sind 24 Kupfer zur Anatomie in Nachstichen von Tafeln Vesals; auf Colombos Text folgt die erste deutsche Ausgabe der Diversorum animalium sceletorum explicationes iconibus illustratae von Volcher Coiter, mit weiteren 20 Kupfern illustriert, die Skelette von Säugetieren, Vögeln und Reptilien zeigen und eine frühe vergleichende Anatomie der Wirbeltiere darstellen. – Titel mit hs. Besitzvermerk, Wurmspuren meist nur an den Stegen (auf 2 Bl. der Titelei hinterlegt), gebräunt, fleckig. – Siehe Abbildung.

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First German edition. – Translation of the medical historical basic work „De re anatomica libri XV“ by the Italian surgeon and anatomist Matteo Realdo Colombo (around 1516-1559). – Preceding Colombo's text are 24 copperplates of anatomy in reproduced engravings of Vesal's plates; after Colombo's text follows the first German edition of „Diversorum animalium sceletorum explicationes iconibus illustratae“ by Volcher Coiter, illustrated with 20 copperplates showing skeletons of mamals, birds, and reptiles, giving an early comparison of vertebrate anotomy. – Title with ms. ownership entry, worming mostly at margins (backed on 2 leaves of prelims), browned, soiled. – Modern calf in the style of the epoch in cardboard slipcase. – See illustration.

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CRICHTON, A., Untersuchung über die Natur und den Ursprung der Geistes-Zerrüttung, ein kurzes System der Physiologie und Pathologie des menschlichen Geistes. 2. Aufl., verm. mit Anmerkungen und Zusätzen von J. Ch. Hoffbauer. 2 Tle. in 1 Bd. Leipzig, Bauer, 1810. XXXII S., 2 Bl., 608 S., 4 Bl., 69 (recte 96) S. Pp. d. Zt. (Bezug teilw. abgeplatzt, berieben und bestoßen). (72) 100,Zweite deutsche Ausgabe, erstmals mit den Zusätzen von Hoffbauer. – Engelmann 123. Hirsch-H. II, 143. – Vgl. Lesky 152 (EA 1798). Hunter-M. 559: „This important work broke new ground in psychiatry in a number of ways, not to mention that after an interval of 212 years it was the first psychiatric treatise by a physician to a London teaching hospital since Bright's 'Treatise of Melancholy'.“ – Vorsatz und Titel (mit Besitzvermerken und unterem Randausriß) mit Bibl.-Nr. und Stempeln. Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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Blake 139. Wellcome II, 536. Choulant-F. 202. – Die anatomischen Tafeln des Bartolommeo Eustachi, dem wir außerdem den Namen der Eustachischen Röhre verdanken, wurden 1552 vollendet, blieben aber vergessen und unveröffentlicht in der Vaticana liegen, bis Papst Clemens XI. sie seinem Leibarzt Lancisi zur Publikation übergab (EA 1714). – Gelenke wurmstichig, Titel gestempelt und mit gelöschtem Besitzvermerk, Tafeln tls. ankoloriert, fleckig und gebräunt. – 5 Beilagen.

Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 F 585. Durling 1549. Wellcome I, 2164. Brüning 429. – Übersetzt von dem Augsburger Arzt Hieronymus Mertz. Enthält eine Fülle volkstümlicher Rezepturen, Essenzen und Salben sowie zahlreiche alchemistische Unterweisungen. Der zweite Teil – mit eigenem Titel „Hausartzney“ – empfiehlt als Heilmittel u. a. Urin und Kot von Mensch und Tier. – Titel mit fachmännisch ergänztem Eckabriß und oben angefasert (keine Textberührung), gebräunt, fleckig.

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DISSERTATIONEN – SAMMLUNG – 24 medizinische Inauguraldissertationen. Basel 1622-46. 4°. Interims-Brosch. d. Zt. (7), Heftstreifen d. Zt. (4) und mod. Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (94) 200,-

– SAMMLUNG – Ca. 20 medizinische Inauguraldissertationen. Basel 1692-1701. 4°. BuntpapierBrosch. d. Zt. (7), ohne Einband (5) und mod. Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (94) 200,-

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Zu unterschiedlichen Bereichen der Medizin, darunter von F. Ch. Cregutius „Aegritudines infantum ac puerorum“ (1696), von J. C. Moses „De fracturis et luxationibus ossium“ (1696), von J. H. Hottinger „De fastidio medicamentorum“ (1698), von Ph. Hendsch „De medicamentorum sudoriferorum prudenti administratione“ (1700) und von J. J. Stefanius „De somnambulis“ (1700). – Geringe Gebrauchsspuren.

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EUSTACHIUS, B., Tabulae anatomicae. Praefatione, ac notis illustravit J. M. Lancisius. Editio Romana altera. Rom, Pagliarini, 1728. Fol. Mit gestoch. Titelvign., gestoch. Widmung und 47 Kupfertafeln. XXVIII, 79 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. (Kapitale wenig lädiert, Deckel aufgebogen, fleckig und bestoßen). (72) 600,-

FRANCK VON FRANCKENAU, G., Flora Francica rediviva, oder Kräuter-Lexicon. Ins teutsche übers., und um zwei Theile verm. von Ch. Hellwig. Leipzig, Martini, 1713. Mit gestoch. Portr. 7 Bl., 404 (recte 400) S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, beschabt und bestoßen). (52) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Pritzel 3359. Wellcome III, 59. – Vgl. Hirsch-H. II, 595. – Zuerst 1672 lateinisch erschienenes Verzeichnis von Heilpflanzen und deren Anwendung. – Vorsätze mit hs. Einträgen, Titel gestempelt, mit gelöschtem Besitzvermerk und aufgeklebtem Etikett am unteren Rand, das Porträt am linken Seitenrand knapp beschnitten, gebräunt und etw. fleckig.

Zu unterschiedlichen Bereichen der Medizin, darunter von J. Pfanner „De pestilentis morbi natura et cura“ (1628), von J. Zeaemann „De ascite“ und von F. Schwebel „Iridis theoria“ (1646). – Geringe Gebrauchsspuren.

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FALLOPIO, G., Kunstbuch: darin etliche fürtreffliche bewerte Artzneyen begriffen seind. In Teutsche sprach verferttiget durch H. Martium. 2 in 1 Bd. Augsburg, M. Manger für G. Willer, 1571. 8 Bl., 665 S., 11, 28 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 erneuerten Schließen (Vordergelenk angebrochen, beschabt, bestoßen, fleckig). (50) 800,-

GALENUS, (C.), Epitome operum, in quatuor partes digesta, universam doctrinam complectens: per A. Lacunam collecta. Basel, Isengrin, 1551. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende sowie 4 Textholzschnitten. 4 Bl., 1298 Sp. bzw. S., 74 Bl. Mod. Pp. unter Verwendung alten Inkunabelpapiers. (110) 600,VD 16 G 131. Adams G 46. Durling 1840. Hoffmann II, 267. – Andrès Laguna war Leibarzt der Päpste Paul III. und Julius III. Vorliegender Auszug aus Galens „Opera“ gilt als eines der bedeutendsten Werke Lagunas. – Titel mit hinterlegtem Randeinriß und Einträgen von alter Hand in Tinte, stellenw. etw. wasserrandig, wenig fleckig.

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– In Hippocratis librum de natura hominis commentarius. Ioanne Guinterio interprete. Accesserunt Iacobi Sylvii media scholia multò quàm priùs locupletiora. Paris, Wechel, 1540. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Blatt verso. 55 S. Mod. Pp. (110) 250,-

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Durling 1962. – Nicht im STC und bei Adams. – Titel mit hinterlegtem Ausriß am linken Rand, tls. im Falz verstärkt, leicht gebräunt, etw. fleckig und wasserrandig.

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GELMAN, G., Chirurgia tripartita flora. Das ist, dreyfache chyrurgische Blumen. Frankfurt und Jena, J. Meyer, 1680. 4°. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titel und 36 Kupfertafeln. 4 Bl., 488 S., 38 Bl. Pgt. d. Zt. (152) 800,Krivatsy 4645 (inkomplett). Wellcome II, 101. – Nicht im STC, bei Waller, Osler etc. – Gelman war Augen- und Wundarzt in Bamberg. Über sein Leben und Werk ist wenig bekannt. Das vorliegende Werk, erstmals 1652 erschienen, dürfte seine einzige Veröffentlichung sein. – Nach einer anatomischen Beschreibung folgt ausführlich die Wundarznei mit detaillierter Beschreibung der Zustände und anschließender Rezeptur. Hervorzuheben ist die des Kopfes (mit 28 Figuren auf 8 Kupfern) und die Behandlung der Kopfkrankheiten. Neuburger/Pagel (III, S. 29) erwähnen das Werk unter Erysipelas. – Vorsatz mit zeitgenössischem Besitzvermerk, stellenw. gering fleckig und minimal gebräunt. Insgesamt sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung.

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(GESNER, K.), Schatz. Ein kostlicher theürer Schatz Euonymi Philiatri, darinn behalten sind vil heymlicher gutter stuck der artzny, fürnem(m)lich aber die art und eygenschafft der gebran(n)ten wasseren und ölen ... Item wie man mancherley weyn bereiten sölle. Erstlich in Latin beschriben un(d) neüwlich verteütscht durch Joannem Rudolphum Landenberger. Zürich, A. und J. Gesner, 1555. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. kleinen Textholzschnitten. 4 Bl., 390 S., 9 Bl. (Cc 4 weiß). Mod. Pp. (110) 1.200,-

Nr. 589 Erste Ausgabe. – VD 17 3:624459S (abweichende Kollation). Wellcome III, 128. Hirsch-H. II, 582 (irrig EA 1702). – Letzte Veröffentlichung des Stadtphysikus und Leibarztes des Herzogs von Württemberg. – Die S. 311-368 in der Paginierung übersprungen (so komplett?). – Spiegel gewellt; etw. gebräunt und fleckig.

Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 G 1808. Wellisch A.32.17. Durling 2084. Vischer K 37. Wellcome I, 2788. Schoene 10991. Ferchl 182. – Vgl. Ferguson I, 314. – „This collection of recipes for medicines, the distillation of essential oils, and winemaking was first published under the pseudonym Euonymus Philiatrus because Gesner considered it not quite up to his own exact standards. It became his most popular book“ (Wellisch). – Das lateinische Original war 1552 erschienen. – Titel mit Besitzvermerk („Melchior Paumgartner“), die ersten Bl. gereinigt und angerändert, etw. fleckig.

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First German edition. Latin original was published in 1552. – Title with ownership entry („Melchior Paumgartner“), first leaves cleaned and restored, a little soiled. – Modern cardboard.

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GOCKEL, E., Gallicinium medico-practicum. Sive consiliorum, observationum medicinalium novarum centuriae duae, cum dimidia. 2 Bde. und Appendix in 1 Bd. Ulm, Kühn, 1700. 4°. Mit gefalt. gestoch. Portr. und 9 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 12 Bl., 310 S., 3 Bl., S. 369-749, 23 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (ohne die Schließen, etw. fleckig und beschabt, wenig bestoßen). (110) 200,-

GRÜNDLICHER BERICHT von dem Gebrauch und Nutzen der Corticis Chacharillae. Leipzig und Frankfurt, o. Dr., 1709. 20 Bl. Mod. Hpgt. (14) 100,Nicht bei Georgi, Blake und im Katalog der Wellcome Library. – „Cascarilla wird von denen Spaniern Cacrilla de la Oia, i. e. cortex antifebrilis, eine Fieber-Rinde oder eine Rinde genennet“ (Cap. I). – Leicht gebräunt.

GYNÄKOLOGIE – FATIO, J., Helvetisch-vernünftige Wehe-Mutter. Basel, Imhof, 1752. 4°. Mit gestoch. Portr. und 15 (statt 16) Kupfertafeln. 7 Bl., 468 S., 10 Bl. (5 Bl. zwischengeb.). Läd. Hpgt. (42) 300,Hagelin II, 79. Garrison-M. 6357.51. Hirsch-H. II, 483. Lesky 203. Waller 2956 (alle ohne das Porträt). – Nicht im Katalog der Wellcome Library und bei Osler. – Seltene einzige Ausgabe des Schweizer Hebammenbuches, das auch einige Kapitel über die Zeugung enthält. – „Fatio was probably the first surgeon to study systematically and treat surgical conditions of children. In the last section of this handbook of obstetrics written primarily for midwives, Fatio includes the earliest section on paediatric surgery in a medical book. He describes operations for hypospadias, hydro-

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colpos, imperforate anus and many more. Because of revolutionary political activity in the city of Basel, Fatio was imprisoned, tortured, and executed in 1691. All of his manuscripts except the text of above work were burned by the authorities“ (Garrison und Morton). – Mit dem fast immer fehlenden Porträt des Verfassers. – Vorhanden: die Tafeln 2-3, 5-16 und eine unnumerierte Tafel sowie die Textbl. zu den Tafeln 1, 2 und 4-6. – Die S. 265-272 doppelt eingebunden. – Vorsatz mit Kritzelei in Tinte, fleckig, tls. gebräunt und wasserrandig.

Fasbender 288. Hirsch-H. IV, 846. Waller 8068. Hagelin 121: „First and only edition of this excellent atlas of the uterus remarkable for its fine plates, drawn and engraved by J. P. Kaltenhofer.“ – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

– JÖRG, J. CH. G., Handbuch der Krankheiten des Weibes nebst einer Einleitung in die Physiologie und Psychologie des weiblichen Organismus. 2. ganz umgearb. und sehr verm. Aufl. Leipzig, Knobloch, 1821. Mit Kupfertafel. XVI, 912 S. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (52) 150,Jörg, Über das physiologische und pathologische Leben des Weibes, Tl. II. – Vgl. Fasbender 299. Hirsch-H. III, 437. – Vorsätze mit hs. Einträgen, Tafel mit leichten Quetschfalten, fleckig und leicht gebräunt. – Beiliegen 5 weitere Werke.

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– ROEDERER, J. G., Icones uteri humani observationibus illustratae. Göttingen, Vandenhoeck, 1759. Gr.-Fol. Mit gestoch. Titelvign. und 7 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 2 Bl., 45 S., 7 Bl. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (13) 600,-

– SIEBOLD, E. C. J. VON, Abbildungen aus dem Gesammtgebiete der theoretisch-praktischen Geburtshülfe. 2. umgearb. und verm. Aufl. Berlin, Herbig, 1835. 4°. Mit 91 Kupfertafeln (davon 2 kolor., 1 doppelblattgr.). IV, II, IV, 393 S., 2 Bl. (Verlagsanzeigen). Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (6) 100,Hirsch-H. V, 262. Lesky 611. – Eine Bearbeitung von Maygriers Kupferstichwerk „Nouvelles démonstrations de l'accouchement“, Paris 1822. – Die Tafeln numeriert von 1-86, dazu die Tafeln 10a, b, c und 51a, b. – Mit hs. Besitzvermerk, doppelblattgr. Kupfertafel mit großem Ausriß, einzelne Tafeln verbunden, stockfleckig.

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HALLER – ONOMATOLOGIA MEDICA COMPLETA oder Medicinisches Lexicon. Mit einer Vorrede begleitet von Albrecht von Haller. Ulm, Frankfurt und Leipzig, Gaum, 1755. 5 Bl., 1352 Sp., 17, 2 Bl., 38 S., 2 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Kopf lädiert, leicht beschabt und etw. bestoßen). (108) 300,-

Medizin

Erste Ausgabe. – Blake 332. – Vgl. Lundsgaard 657. – Im Anhang: „Von den besondern Zeichen, und Abkürzungen der Aerzte, Chemisten und Apothecker, deren sie sich in ihren Recepten und Büchern bedienen.“ – Stellenw. etw. fleckig. – Gestoch. Exlibris „Ex Bibliotheca Kerniana“.

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HANDBUCH ausgesuchter neuer Arzneivorschriften. Von einem Mitglied des Londner Kollegiums der Aerzte. Aus dem Englischen mit Zusätzen verm. Leipzig, Weygand, 1793. Mit gestoch. Titelvign. 304 S., 1 Bl. zwischengeb., 6 Bl. Pp. des späten 19. Jhdts. (Bezug an den Kanten leicht aufgeplatzt, etw. berieben und bestoßen). (27) 200,-

600

601

HARTMANN, J., Anthropologia physico-medico-anatomica. Venedig, Tramontini, 1696. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und gestoch. Portr. 6 Bl., 350 S., 1 Bl. Interims-Brosch. d. Zt. (beschabt, bestoßen und fleckig). – Krivatsy 5287. (49) 150,-

603

HEIM, J. H., Ueber den medicinischen Gebrauch der Molken. St. Gallen, Wegelin und Rätzer, 1824. 1 Bl., 86 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (bestoßen). (158) 80,HELLWIG, CH. VON, Nosce te ipsum, vel anatomicum vivum, Oder: Kurtz gefastes doch richtig gestelltes Anatomisches Werck. Erfurt, Müller für Ritschel, (1716). Fol. Mit gestoch. Titelvign. und 4 (2 gefalt.) Kupfertafeln mit beweglichen Teilen. 13 Bl., 20 S. Pgt. d. Zt. (mit kleinen Wurmlöchern, fleckig und bestoßen). (91) 1.500,-

HIPPOKRATES – VALLÉS, F., In libros Hippocratis de morbis popularibus commentaria. J. P. Airoldi opera & industria fidelius elegantiusque nunc quam prius excusa. Köln, J. B. Ciotti, 1588. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 Bl., 850 Sp., 9 Bl. Mod. Pgt. (49) 300,VD 16 H 3798. Adams V 139. Wellcome I, 6468. Durling 4522. Lesky 673. – Nicht im STC. – Vallés (Valesius), Leibarzt König Philipps II. von Spanien, verhalf der hippokratischen Medizin wieder zur Anerkennung (vgl. Hirsch-H. V, 698). – Titel mit hs. Besitzvermerk, tls. sehr stark gebräunt, einzelne Wurmspuren, fleckig.

604

Seltene erste Ausgabe. – Hirsch-H. III, 150 (fälschlich dat. 1715), und IV, 917. – Vgl. Waller 4288 und Wellcome III, 240. – Bemerkenswerter anatomischer Atlas, offenbar mit allen beweglichen Teilen. Datierung nach dem Vorwort. Im wesentlichen eine Überarbeitung von Remmelins Catoptrum unter Berücksichtigung neuer anatomischer Werke. – Die Tafeln wurden von I. H. Werner gestochen. – Titel mit Rasur und Resten einer Tektur, einzelne Wurmlöcher im Außensteg und in den Kupfern (minimaler Bildverlust), die Kupfer knittrig und alt hinterlegt, eines mit Randausschnitt (angerändert), unterschiedlich gebräunt. – Siehe Abbildung. Rare first edition. – Remarkable anatomical atlas, apparently with all the moving parts. – Title with erasure and remains of a paper slip, a few wormholes at outer margin and in the copperplates (minor loss of illustration), copperplates creased and backed in former times, one with marginal cut-out (restored), variable browning. – Contemporary vellum (with small wormholes, soiled and scuffed). – See illustration.

HELMONT, J. B. VAN, Ortus medicinae. Id est, initia physicae inaudita. Progressus medicinae novus, in morborum ultionem, ad vitam longam. Edente authoris filio, F. M. van Helmont. Amsterdam, L. Elzevier, 1648. 4°. Mit einigen Textholzschnitten (ohne das gestoch. Frontisp). 17 Bl., 800 (recte 808) S. – VORGEB.: DERS., Opuscula medica inaudita. Editio secunda. 3 Tle. in 1 Bd. Ebda. 1648. 4 Bl., 110, 115, 88 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, Schließen defekt). (50) 200,I. Erste Ausgabe. – PMM 135. Krivatsy 5447. Osler 2929. Waller 4307. Wellcome III, 241. Hirsch-H. III, 153. Willems 1066. Garrison-M. 665: „Helmont was one of the founders of biochemistry. He was the first to realize the physiological importance of ferments and gases, and indeed invented the word 'gas'. He introduced the gravimetric idea in the analysis of urine. The above work is a collection of his writings, issued by his son.“ – II. Zweite vermehrte Ausgabe. – Krivatsy 5442. Osler 2932. Waller 4306. Wellcome III, 241. – Titel mit gelöschtem Besitzvermerk, nur stellenw. wenig fleckig.

Register in sich verbunden. – Fliegender Vorsatz mit Durchriß und Besitzvermerk, Titel gestempelt, wenige Seiten wasserrandig, leicht fleckig. – Beiliegen 4 weitere Werke zur Medizin.

599

163

– (ZWINGER, J. R.), Speculum Hippocraticum, notas et praesagia morborum, nec non varia medendi praecepta, ex magni Hippocratis Coi monumentis. Basel, Episcopius, 1747. 300 S. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt, etw. bestoßen). (9) 250,Erste Ausgabe. – Choulant 37. Holzmann-B. IV, 3212. – Kurzgefaßtes diagnostisches und therapeutisches Lexikon, aus den Schriften des Hippokrates zusammengestellt von Johann Rudolph Zwinger (1692-1777), Professor der Anatomie und Botanik zu Basel. VORGEB.: HIPPOCRATES, Opuscula aphoristica semeiotico-therapeutica VIII. Ebda. 1748. Mit gestoch. Titelvign. 24 Bl., 448 S., 10 Bl. – Choulant 37. Meusel XV, 489 (irrtümlich 1784). Blake 212. Waller 5015. – Erste Ausgabe dieser von Zwinger herausgegebenen Sammlung; mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Vorsatz mit Notiz von älterer Hand, etw. fleckig, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris. – Beide Werke selten.

605

HOHENLOHE – BAUR, F. N., Wahre und kurze Beschreibung der merkwürdigen Ereignisse und wohlthätigen heiligen Handlungen Alexanders von Hohenlohe. O. O. und Dr. (Würzburg, Stahel), 1821. VIII, 103 S. Leicht läd. Orig.-Broschur. (3) 60,-

164

Medizin

Erste Ausgabe. – Franz Nikolaus Baur war Vikar am Domstift in Würzburg (nicht im DBI). – Wenig fleckig, unbeschnitten.

606

– ONYMUS, A. J., Meine Ansichten von den merkwürdigen Heilungen welche der Fürst Alexander von Hohenlohe seit den 20. Junius d. J. in Würzburg vollbracht hat. Würzburg, Bonitas, 1821. 72 S. Heftstreifen. (3) 80,Erste Ausgabe. – Lesky 841. Wetzer-W. IX, 867. – Alexander zu Hohenlohe war Domkapitular in Bamberg und wurde durch eine angebliche Wunderheilung an einem Bauern im Jahr 1821 schlagartig berühmt. Eine Sturzflut von Schriften für und wider den „Wunderheiler“ erschien noch im selben Jahr. Onymus, der von Wetzer getadelt wird, daß er eine Zeitlang der „falschen Aufklärung“ gehuldigt habe, wird für die vorliegende Schrift gelobt, weil er darin erkläre, daß angesichts der Tatsachen die Macht des Glaubens zu verehren sei. – Einige Anstreichungen, leicht fleckig, unbeschnitten.

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610

Seltene erste Ausgabe. – Nicht bei Tischner. – Titel gestempelt, leicht gebräunt.

611

– (KINDT, G. C.), In Sachen des Herrn Kindt gegen Homöopathie. Zum Besten des Bremer Krankenhauses. Bremen, Geisler, 1843. 24 S. Mod. Umschlag. – Nicht im KVK. (153) 150,-

612

– PHARMACOPOEA homoeopathica polyglotta. Bearb. und hrsg. von W. Schwabe. Leipzig, Selbstvlg., 1872. 2 Bl., XXXII, 251, 14 S. OLwd. (Rücken läd., beschabt und bestoßen). (56) 120,Erste Ausgabe. – Hein-S. 614. Schelenz 641. – Wichtige homöopathische Pharmakopöe, in deutscher, englischer und französischer Sprache. Die englische Redaktion übernahm Leopold Süß-Hahnemann, Enkel Samuel Hahnemanns, für die französische zeichnete Alfons Noack verantwortlich, Leiter des homöopathischen Krankenhauses in Leipzig und Verfasser einer homöopathischen Arzneimittellehre. – Willmar Schwabe verfolgte mit seiner international ausgerichteten Pharmakopöe die Rückkehr zu den strengen Herstellungsvorschriften Hahnemanns, die im Laufe der Jahre immer mehr zu verwässern drohten. „Mit seiner Pharmacopoea erreichte Schwabe, daß homöopathische Arzneimittel nach einheitlichen Richtlinien hergestellt wurden. Bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts begannen seine Bemühungen darum, daß man seine 'Normal-Pharmacopoe' als gesetzliche Grundlage bei der Herstellung homöopathischer Arzneimittel verwenden sollte“ (Hein-Schwarz). – Willmar Schwabe war seit 1866 mit der fabrikationsmäßigen Herstellung homöopathischer Mittel betraut und gründete zudem einen eigenen Verlag, in dem ab 1910 die „Allgemeine Homöopathische Zeitung“ sowie zahlreiche homöopathische Schriften verlegt wurden. – Mehrf. gestempelt, Ränder minimal gebräunt.

HOMÖOPATHIE – ALTSCHUL, (E.), Systematisches Lehrbuch der theoretischen und praktischen Homöopathie nach den an der k. k. Prager Universität öffentlich gehaltenen Vorlesungen. Gotha, Eupel, o. J. (1858). XVI, 372 S. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (153) 350,Erste Ausgabe. – Kleinert 3. Tischner, Geschichte der Homöopathie, 636 (beide mit Druckort Sondershausen). Tischner 168. Haehl II, 171: „Altschul-Prag behandelt Hahnemanns Psoralehre in seinem 'Lehrbuch' in ihrem Gegensatz zu der von Hebra-Wien und Karsch-Münster vertretenen 'Milbentheorie', nach der, wie schon ausgeführt, ohne Milbe keine Krätze denkbar sei.“ – Braunfleckig. – Aus dem Besitz des Münchner Homöopathen Karl Stauffer (18701930) mit dessen e. Namenszug auf dem Vorsatz.

608

– GÜNTHER, F. A., Der homöopathische Thierarzt. (Mischaufl.). 3 in 1 Bd. Sondershausen, Eupel, 18(56)-57. XL, 308, XIV S., 1 Bl., 310, XII S., 2 Bl., 356 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (125) 150,-

613

Tischner 600. Kleinert 47. – Mehrf. gestempelt; fleckig und tls. etw. gebräunt. – Beiliegen 5 weitere medizinische Schriften des 19. Jahrhunderts.

609

– HAHNEMANN, S., Reine Arzneimittellehre. Mischaufl. 6 Bde. Dresden und Leipzig, Arnold, 1826-33. Spät. Hldr. (beschabt und bestoßen). (158) 1.000,Erste Ausgabe der endgültigen Fassung, Bde. I und II in 3. verm. Aufl. (alles davon Erschienene), Rest in 2. verm. Aufl. – MNE, Nachtrag, 79. Lesky 273. Waller 3974. Wellcome III, 192. Slg. Haehl 22. Haehl II, 526. Tischner 82. – Enthält in Bd. II den berühmten programmatischen Aufsatz über den „Geist der homöopathischen Heil-Lehre“. Ein Kernstück innerhalb der Lehre vom Dynamismus bildet das berühmte Einleitungskapitel zum Bd. VI. – Stellenw. fleckig.

– HIRSCH, J. J., Der homöopathische Arzt in der Kinderstube. Leipzig, Fleischer, 1865. XII, 268 S. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (leicht beschabt). (153) 500,-

IRLAND – PHELAN, D., A Statistical Inquiry into the Present State of the Medical Charities of Ireland, with suggestions for a medical poor law. Dublin, Hodges und Smith, 1835. Mit 11 meist gefalt. Tabellen. XXXIII, 325 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 200,Einzige Ausgabe. – Wellcome IV, 372. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Titel gestempelt, kaum fleckig.

614

JACQUELIN-DUBUISSON, J. R., Dissertation sue la manie. Paris, Selbstvlg., 1812. S. (3)-10, 124 S. Ldr. d. Zt. mit Stehkanten-, Innenkanten-, Deckelund Rvg. (Gebrauchsspuren). (56) 150,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Innengelenke gebrochen, Vorsatz mit Besitzeintrag von alter Hand, wenig fleckig, leicht gebräunt.

Medizin

615

KÄMPF, J., Abhandlung von einer neuen Methode, die hartnäckigsten Krankheiten, die ihren Sitz im Unterleibe haben, besonders die Hypochondrie, sicher und gründlich zu heilen. 2. verm. und verb. Aufl. Frankfurt und Leipzig 1786. Mit gefalt. Kupfertafel. 36 S., 10 Bl., 576 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (6) 150,Vgl. Hirsch-H. III, 480. Lesky 346. Wellcome III, 376. Blake 239 (abweichende Kollation). – Kämpf wurde durch sein „Visceralklystier“ bekannt. – Mit hs. Besitzvermerk, wenig fleckig.

616

KÖNIG, E., Keras Amaltheias (graece), seu thesaurus remediorum e triplici regno. Basel, König, 1693. 4°. 2 Bl., 280 S., 6 Bl. Pgt. d. Zt. mit blindgepr. Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel (Schwanz wenig lädiert). (110) 600,-

619

617

KÖNIGLICHES PREUSSISCHES MEDICINAL-EDICT und Verordnung, auf Sr. Königl. Majest. allergnädigsten Befehl hrsg. von Dero Ober Collegio Medico. Berlin, o. Dr., 1725 (erschienen 1727). 4°. 99 S. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (56) 120,Eine von 2 Druckvarianten. – Vgl. Schelenz 569: „Der Ausgangspunkt der späteren preußischen Medizinal-Gesetzgebung.“ – Ohne die in späteren Ausgaben beigebundene „Revidirte Ordnung“. – Datierung nach der im April 1727 erlassenen Deklaration, die auf den S. 91-96 abgedruckt ist. – Mehrf. gestempelt, etw. gebräunt und fleckig.

618

KOLOPROKTOLOGIE – ABERCROMBIE, J., Untersuchungen über die Krankheiten des Darmkanals. Bonn, Marcus, 1822. 2 Bl., 182 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (118) 120,Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Hirsch-H. I, 7. – Titel mit hs. Besitzvermerk, stellenw. minimal fleckig.

– BECKER, G. W., Die Hämorrhoiden. Ein guter Rath für alle, die daran leiden, oder sie fürchten. Weißenfels und Leipzig, o. Dr., 1811. 164 S. Mod. Hldr. (118) 100,Vgl. GK 14.6601 und 6602 (Ausg. 1804 und 1827). – Möglicherweise ein Nachdruck der ersten Ausgabe, da auch diese in Weißenfels und Leipzig erschienen ist (sicher keine Titelausgabe, da im Umfang ganz unterschiedlich). – Titel mit hs. Besitzvermerk, stellenw. etw. fleckig. – Selten.

620

– CONRADI, J. W. H., Hämorrhoiden. Marburg, Akademische Buchhandlung, 1804. XVI, 128 S., 3 Bl. Anzeigen. Pp. um 1900 (beschabt und bestoßen). (118) 80,Vgl. Hirsch-H. II, 92. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, minimal gebräunt und etw. fleckig.

621

NACHGEB.: DERS., Regnum animale. Köln 1682. 6 Bl., 174 S., 1 Bl. – DERS., Regnum vegetabile. 2 Tle. Köln und Basel 1688-96. 8 Bl., 186 S., 1 Bl., 166 S., 7, 8 Bl., 271 S., 4 Bl. – DERS., Regnum minerale. Basel 1687. 4 Bl., 192 S., 2 Bl. Erste Ausgaben. – Krivatsy 6470-71. Hirsch-H. III, 574. Wellcome III, 408. Ferchl 279. Eales 1020. Neu 2173. Brüning 2726. – Sammelband mit den Hauptwerken des Basler Mediziners Emanuel König. – Das „Keras Amaltheias“ enthält auch Fremdbeiträge von Waldschmidt, Vigani, Bate und Langelot. Hervorzuheben ist die von König und Lengelotti verfaßte Abhandlung „Chymica physica“. – Der Gesamttitel spielt auf die berühmte Ziege Amalthea an, die Zeus ernährte. – Vorsätze wurmstichig, Titel des ersten Werkes mit gelöschtem Stempel und Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, gebräunt und fleckig, stellenw. wasserrandig. – Dekorativer Einband des Klosters Lambach.

165

– HILDEBRANDT, G. F., Geschichte der Unreinigkeiten im Magen und den Gedärmen. 3 Bde. Braunschweig, Schulbuchhandlung, 1789-90. XII S., 1 Bl., 390 S., 1 Bl.; 523 S., 2 Bl.; 556 S., 2 Bl. Mod. Hldr. (118) 150,Erste Ausgabe. – Hirsch-H. III, 222. Blake 210 (Bde. I und II). Lesky 213. – Behandelt neben Magen- und Darmerkrankungen auch Nahrungsmittel und Getränke. – Unbeschnitten. – Stellenw. etw. fleckig.

622

– – Über die blinden Hämorrhoiden. Erlangen, Walther, 1795. 4 Bl., 144 S. Mod. Hldr. (118) 80,Erste Ausgabe. – Blake 211. Hirsch-H. III, 220. – Titel mit hs. Besitzvermerk, fleckig.

623

– MONTEGRE, A. J., Die Hämorrhoiden, ihre Erkenntniß, alle ihre Zufälle und Folgen und ihre Heilung. Leipzig, Engelmann, 1821. X, 374 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenk gebrochen, beschabt und bestoßen). (118) 120,Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch-H. IV, 250. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, etw. fleckig.

624

– RAU, G. L., Ueber die Erkenntniß und Heilung der gesammten Hämorrhoidenkrankheit. Gießen, Heyer, 1821. V, 429 S. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). Zachert-Z. III, 1347. – Vorsatz mit Buchhändlermärkchen, etw. fleckig. (118) 100,-

625

– REINHARD, CH. T. E., Abhandlung von dem Mastdarmblutflusse. Nebst einem Beweise, daß die Vollblütigkeit an und vor sich selbst keine Krankheit genennet zu werden verdiene. Zweyte verb. Aufl. Glogau, Günther, 1764. 8 Bl., 144 S. Spät. Pp. mit Rsch. (etw. lädiert). – GV 115, 265. – Etw. gebräunt. (118) 120,-

166

Medizin

629

KROMBHOLZ, J. V. VON, Gerichtlich-medizinische Untersuchungen nebst Gutachten. 3 Tle. in 1 Bd. Prag, Calve, 1841. Gr.-Fol. Mit gefalt. lithogr. Tafel. 5 Bl., 53 S., 1, 1 Bl., 82 S., 1 Bl., 47 S. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (13) 150,Lesky 366. – Vgl. Hirsch-H. III, 616. – Seltene einzige Gesamtausgabe der zunächst in 3 Heften seit 1831 einzeln erschienenen gerichtsmedizinischen Untersuchungen an den Leichnamen totgefundener Neugeborener, Erhängter, Ertrunkener, Erstickter, Erschossener, Erstochener, am Halse Geschnittener und Vergifteter; verfaßt von Julius Vincenz von Krombholz (1782-1843), einer damaligen Koryphäe auf dem Gebiet der forensischen Medizin und Medizinalpolizei. – Gelockert, leicht gebräunt.

630

LA FORGE, L. DE, Tractatus de mente humana. Amsterdam, Elzevier, 1669. 4°. Mit 2 Textholzschnitten. 18 Bl., 224 S. Spät. flex. Pgt. (49) 250,Erste lateinische Ausgabe. – Willems 1411. Krivatsy 6554. – Nicht im Katalog der Wellcome Library, bei Waller, Osler etc. – Die französische Erstausgabe war 1666 erschienen. – Kaum fleckig.

631 Nr. 632

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KOLOPROKTOLOGIE – SCHWARTZ, J. C., Klystiren als ein allgemeines Haus-Mittel. Imgleichen vom Wasser- und Tobaks-Gebrauch. 2 Tle. in 1 Bd. Hamburg, Felginer, 1723. 6 Bl., 307 S. Pp. um 1900 (beschabt und bestoßen). (118) 120,-

Blake 254. Eimas 693. Hirsch-H. III, 659. – Vgl. Wellcome III, 441. Garrison-M. 2973 (EA 1728): „Lancisi noted the frequency of cardiac aneurysm and showed the importance of syphilis, asthma, palpitation, violent emotions, and excess as causes of aneurysms. He was the first to describe cardiac syphilis. Lancisi shares with Vieussens the honour of laying the foundation of the pathology of heart disease.“ – Titel gestempelt, nur stellenw. ganz wenig fleckig.

Zachert-Z. IV, 1523. Immensack 1541. – Vorsätze erneuert, Buchblock vom Deckel gelöst, gebräunt und fleckig.

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– KONVOLUT – 20 Werke. Ca. 1718-1853. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (118) 300,Kämpf (Abhandlung von einer neuen Methode, die hartnäckigsten Krankheiten zu heilen, 1786) – Söderberg (Abhandlung von den Hämorrhoiden, 1778) – Schreger (Grundriß der chirurgischen Operationen, 1819) – Abercrombie (Untersuchungen über die Krankheiten des Darmkanals, 1822) – Howship (Praktische Bemerkungen über Krankheiten der unteren Gedärme und des Afters, 1824) – Richter (Rathgeber Hämorrhoiden, 1827) – Montegre (Erkenntniß und Behandlung von Hämorrhoiden, 1833). – Und einiges mehr. – Altersspuren.

628

– SAMMLUNG – Ca. 120 Schriften zur Koloproktologie. Ca. 1830-1950. Meist recht gut erhaltene Einbände der Zeit. (118) 1.200,Wer seinen Partner liebt, schickt ihn zur Darmkrebsvorsorge (Uschi Glas und Dieter Hermann). Für das Wartezimmer fände er in der vorliegenden Sammlung dazu sicher die anregende Lektüre. Und danach: Zur Sache, Schätzchen.

LANCISI, G. M., De motu cordis et aneurysmatibus opus postumum, in duas partes divisum juxta exemplar Romanum. Leiden, Bonk und Steenman, 1740. 4°. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. XXXVI, 310 S., 11 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). (50) 300,-

„... umb sein gelt beschissen“ 632

LANFRANCUS MEDIOLANENSIS, Ein nutzlichs Wundertzney Büchlein. Durch Othonem Brunfels verdeudscht. (Zwickau, Kantz), 1529. 4°. Mit Titelholzschnittbordüre. 24 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen (Gebrauchsspuren). (158) 2.000,Zweiter Druck der Übersetzung der „Chirurgia parva“ des Lanfrancus durch Brunfels in Zwickau. – VD 16 L 252. Claus, Zwickau, 156. – Vgl. für Ex. ohne Variantenunterscheidung: STC 482. Wellcome I, 3652. Waller 5560. – Diese Ausgabe nicht bei Durling und Adams. – Die Titeleinfassung nicht bei Luther und Pflugk-Harttung. – Lanfrancus gilt als einer der größten Chirurgen des Mittelalters. Die Übersetzung von Brunfels war erstmals 1528 in Straßburg erschienen, es folgte im selben und darauffolgenden Jahr eine Reihe kaum mehr auffindbarer Neuauflagen, so in

Medizin

Zwickau 1529 drei bekannte Drucke durch Kantz. – Brunfels sah sich zur Verdeutschung veranlaßt, weil so mancher Patient von „hümpler, landschwermer und suddeler ... umb sein gelt beschissen und yhm doch nicht geholffen wird“ (Vorrede). – Früher Zwickauer Druck aus der zweiten Offizin, die erste war dort 1523 eingerichtet worden. – Die Titelbordüre aus 4 Einzelleisten bestehend, mit kugelpackenden Blattdelphinen, Säulen und zwei eine Pflanzenschale haltenden Knaben vom Meister der Jakobsleiter (Claus 3.1-1-4). BEIGEB.: ARISTOTELES (PSEUDO-), Das aller edlest und bewertest Regiment der gesundtheit. In das Teutsch gebracht, bey Doctor Johann Lorchner zu Spalt. Augsburg, Steiner, 1530. Mit Titelholzschnitt, ganzseit. Holzschnitt auf dem Titel verso und 2 Textholzschnitten. 4 nn., 46 num. Bl. – IA 107.911. VD 16 A 3627. Wellcome I, 457. Durling 298. Dodgson II, 112, 11. – Vgl. Rosenthal 3144 (Ausg. 1531). – Die Aristoteles zugeschriebenen „Secreta secretorum“ behandeln in 71 Kapiteln Gesundheit, Krankheit, Arzneien und dergleichen, enthalten daneben aber auch politische Ratschläge für den König, allgemeine Lebens- und Klugheitsregeln etc. – Der Titelholzschnitt zeigt die Dedikation des Buches an den König, der blattgroße Holzschnitt Alexander den Großen in ganzer Figur in Rüstung sowie mit Szepter und Wappenschild, die beiden halbseitigen Aristoteles bei der Himmelsbeobachtung und im Kreise seiner Schüler. Dodgson schreibt die Holzschnitte der Schule von Jörg Breu zu; vergleicht man den Aristoteles-Holzschnitt mit dem bei Hollstein (IV, 169) abgebildeten, kann man allerdings höchstens von einer groben Kopie sprechen. LOBERA DE AVILA, L., Ein nutzlich Regiment der gesundtheit. Durch Michaelem Krautwadel verteutscht. Augsburg, Steiner, 1531. Mit Titelholzschnitt und 5 Textholzschnitten. 5 nn., 90 num., 2 nn. Bl. – VD 16 L 2170. Wellcome I, 3834 (defekt). Durling 2835 (inkomplett): „A translation of his Vanquete de nobles cavalleros.“ – Der Holzschnitt auf Blatt A 4 verso stammt von Hans Burgkmair (Hollstein V, 128), die anderen Holzschnitte sind von Jörg Breu und Hans Weiditz (so Hollstein, der allerdings fälschlicherweise 14 Holzschnitte angibt).

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634

LAVOISIER – EXTRAIT des registres de l'Academie Royale des Sciences. Du 20 Juin 1787. Rapport des Commissaires chargés des Projets relatifs à l'établissment des quatre Hôpitaux. Paris, Imprimerie Royale, 1787. 4°. 15 S. Mod. Hmaroquin (leicht beschabt). (153) 300,Erste Ausgabe. – Duveen-K. 701. – Vgl. Norman 1289. – Zweiter Krankenhaus-Bericht, gedruckt auf der Privatpresse des Königs. Unterzeichnet von Lassone, Dabenton, Tillet, Bailly, Lavoisier, Laplace und D'Arcet. – „This second report of the commission, dealing with the recommendations for sites on which the projected four new hospitals should be built, was promptly published by the Imprimerie Royale before it appeared in the 'Hist. Acad. R. Sci. for 1786 (1788).“ – Leicht stockfl., breitrandig.

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LODER, J. CH. (VON), Anatomische Tafeln zur Beförderung der Kenntniss des menschlichen Körpers. 2 Text- und 2 Tafelbde. Weimar, LandesIndustrie-Comptoir, (1794)-1803. Gr.-Fol. Mit 192 (8 gefalt.) teils beikolor. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt, bestoßen und mit kleineren Fehlstellen). (13) 600,Erste Ausgabe. – Choulant 151. Hirsch-H. III, 819. Lesky 401. Zachert-Z. IV, 1022. Goldschmid 81: „Die Tafeln sind in schönem Linienstich reproduziert, viele mit nebenstehendem Konturstich, manches hervorragend schön.“ – Text mit 10 separat paginierten Teilen, Tafeln von 1-182 gezählt, 10 Tafeln als Umrißkupfer wiederholt. – Durchgehend etw. gebräunt und braunfl., wenige Tafeln am Oberrand knapp beschnitten.

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Stellenweise gebräunt und fleckig, einige Alters- und Gebrauchsspuren, insgesamt bestimmungsgemäß erhaltener Sammelband mit durchaus seltenen Schriften. – Siehe Abbildung und Seite 122. Here and there browned and soiled, some signs of wear, altogether still fairly well preserved Sammelband with quite rear treatises. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with working clasps (signs of wear). – See illustration and page 122.

(LANGENBECK, K. J. M.), Tabulae Langenbeckii commentarium de structura peritonaei etc. spectantes. (Göttingen, Dieterich, 1817). Qu.-Fol. Mit 24 Kupfertafeln von E. Riepenhausen. 1 Bl. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (13) 100,Wellcome III, 445. – Vgl. Hirsch-H. III, 668. – Tafelband zum „Commentarius de structura peritonaei ad illustrandam herniarum indolem“ des berühmten Chirurgen und Anatomen Konrad Johann Martin Langenbeck (1746-1851). – Leicht gebräunt, etw. (Kopfsteg stärker) fleckig.

REGIOMONTANUS, Ein neuer Kalender von allerley Artznei durch alles himmlische Gestirn, von dem weitberümten Johanne Künigsperger auß allen fürtreflichen Astronomis und Medicis, fleissiglich zusammen geschriben. Straßburg, J. Cammerlander, o. J. (1540). Mit zahlr. Textholzschnitten. 8 nn., 69 (statt 71) num. Bl. (ohne Bl. 63-66). – Zinner 1737. Ritter 2193. Benzing, Cammerlander, 81. Ders., Straßburg, 1394. VD 16 M 6548 und S 8496. – Erster Bogen lose, gegen Ende mit erheblichen Gebrauchsspuren. VORGEB.: (PARACELSUS, Von der Frantzösischen Kranckheit drey Bücher). Nürnberg, F. Peypus, 1530. 53 (statt 54) Bl. (ohne den Titel). – VD 16 P 638.

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MAGNETISMUS – BARTH, G. (H.), Der Lebensmagnetismus, seine Erscheinungen und seine Praxis. Heilbronn und Leipzig, Landherr, 1852. VIII, 236 S. Lwd. d. Zt. (etw. bestoßen). (3) 80,Erste deutsche Ausgabe. – Ackermann II, 24. – Fleckig und etw. gebräunt.

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– DELEUZE, J. P. F., Praktischer Unterricht über den thierischen Magnetismus. Aus dem Französischen von F. X. Schumacher. Stuttgart, Hallberger, 1853. VIII, 420 S. Hlwd. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (3) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Caillet 1129. Dorbon 1129. Ackermann V, 595 (französische EA 1825). – Vorsatz mit Buchhändlermarke, etw. fleckig, wasserrandig und gebräunt.

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MAGNETISMUS – DUPOTET DE SENNEVOY, (J. D.), Elementare Darstellung des thierischen Magnetismus. Deutsch bearbeitet von Hugo Hartmann. Grimma und Leipzig, Verlags-Comptoir, 1851. XVI, 354 S. Leicht läd. Hlwd. d. Zt. – Erste deutsche Ausgabe. – Gebräunt und fleckig. (3) 150,-

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– ENNEMOSER, J., Anleitung zur Mesmerischen Praxis. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1852. S. (III)-VI, 514 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und leicht bestoßen). (3) 120,Erste Ausgabe. – Ackermann II, 131. Hirsch-H. II, 417. ADB VI, 151: „Ennemoser war einer der extremsten Vertreter jener aus der Naturphilosophie erwachsenen mystischen Richtung in den Naturwissenschaften.“ – Ohne den Vortitel. – Mehrf. gestempelt, leicht fleckig.

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– KERNER, J., Die Seherin von Prevorst. Eröffnungen über das innere Leben des Menschen und über das Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere. 2 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1829. Mit 8 gefalt. lithogr. Tafeln (davon 1 teilkolor.). VIII, 328 S., 1 Bl.; VIII, 266 S., 1 Bl. Stark beschäd. Interims-Einband. (3) 150,Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 207, 49. Caillet 5742. Hirsch-H. III, 509. Pfäfflin-T. 23. – Krankheits- und Behandlungsgeschichte der Friederike Hauffe aus Prevorst, der berühmtesten unter den Kernerschen Patienten. Nur die Erstausgabe enthält die genaue Aufzählung der Versuche mit Mineralien und Vegetabilien. – Etw. fleckig.

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Erste deutsche Ausgabe. – Ackermann I, 573 und II, 275. – Vgl. Hirsch-H. IV, 137 (nur die englische Ausg.). – Behandelt in 14 Briefen Wünschelrute, Vampire und Vampirismus, Ekstase, Somnambulismus, Odometer, Mesmerismus und Hypnotismus etc. – Etw. fleckig.

– ROBIANO, (L. M. J.) DE, Neururgie oder der thierische Magnetismus. Übers. von W. Schöttlen. Stuttgart, Rümelin, 1849. VII, 164 S. Hlwd. d. Zt. (verblaßt, beschabt und bestoßen). (3) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Du Prel 785. Ackermann V, 1096. – Titel gestempelt, fleckig und etw. gebräunt.

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– SCHWARZSCHILD, H., Magnetismus, Somnambulismus, Clairvoyance. 2 in 1 Bd. Kassel, Fischer, 1853-54. XII, 279, V, 411 (recte 407) S. Hlwd. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (3) 150,Erste Ausgabe. – Hirsch-H. V, 178. Ackermann V, 1106. – Vorderes Gelenk gebrochen, Titel gestempelt, stellenw. fleckig und tls. etw. gebräunt.

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– STEHR, L., Der Magnetismus als Urkraft in seinen verschiedenen Wirkungen geschildert. Berlin, Grieben, 1865. 4 Bl., 160 S., 2 Bl. Anzeigen. Lwd. d. Zt. – Erste Ausgabe. – Titel gestempelt. (3) 100,-

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– TESTE, A., Bekenntnisse eines Magnetiseurs. Aus dem Französischen. 2 Tle. in 1 Bd. Leipzig und Dresden, Payne, o. J. (ca. 1856). Mit gestoch. Frontisp. 192, 191 S. Lwd. d. Zt. (Rückenbezug tls. eingerissen, beschabt und bestoßen). (3) 120,-

– MAILÁTH, J. VON, Der animalische Magnetismus als Heilkraft. Regensburg, Manz, 1852. Mit 3 gefalt. lithogr. Tafeln. VIII, 299 S. Lwd. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). – Erste Ausgabe. – Du Prel 723. – Fleckig. (3) 200,– MAYO, H., Wahrheiten im Volksaberglauben, nebst Untersuchungen über das Wesen des Mesmerismus. In Briefen. Nach der 3. englischen Orig.-Ausg. deutsch von H. Hartmann. Leipzig, Brockhaus, 1854. Mit gefalt. lithogr. Tafel. XII, 284 S. Lwd. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (3) 120,-

– MESMER, F. A., Mesmerismus. Oder System der Wechselwirkungen, Theorie und Anwendung des thierischen Magnetismus als die allgemeine Heilkunde zur Erhaltung des Menschen. Nebst „Erläuterungen zum Mesmerismus“, hrsg. von K. Ch. Wolfart. 2 in 1 Bd. Berlin, Nikolai, 181415. Mit gestoch. Portr. und 6 (2 teilkolor.) gefalt. Kupfertafeln. LXXIV, 356, XVI, 296 S. Pgt. um 1900. (3) 400,Erste Ausgaben. – Waller 6506. Hirsch-H. IV, 179 und V, 981. Tischner, Mesmer, 31: „In diesem Buch faßt Mesmer nochmals seine ganze Theorie zusammen und bringt auch noch in mehrfacher Hinsicht Neues.“ – Von Wolfart in Mesmers Auftrag aus dessen deutschen und französischen Manuskripten herausgegeben. – Mehrf. gestempelt, erste Lage der Vorrede verbunden, Tafeln knapp beschnitten.

– H(ERVIER), CH., Théorie du Mesmérisme. Paris, Royez, 1817. 2 Bl., 148 S. Pp. des 19. Jhdts. (lichtrandig und wenig bestoßen). (3) 120,Erste Ausgabe. – Caillet 5126. Barbier IV, 705. – Der Verfasser war einer der ersten Schüler Mesmers. – Letztes Blatt mit Eckabriß; gebräunt und fleckig. – Exlibris.

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(Illustrierte Familienbibliothek I, 65-68). – Erste deutsche Ausgabe? – Fromm 25237. – Vgl. Caillet III, 10582 (französische EA 1848): „Ouvrage sans aucune valeur scientifique. Ce sont des scènes de somnambulisme sous forme de nouvelles ou de romans. Ce ne sont pas même les mémoires de l'auteur.“ – Titel gestempelt, fleckig und gebräunt. – Nachgebunden die Erzählung „Jagd-Abenteuer in Texas“ von Philipp Paxton (ca. 1856).

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– WIRTH, J. U., Theorie des Somnambulismus oder des thierischen Magnetismus. Leipzig und Stuttgart, Scheible, 1836. X, 334 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (leicht beschabt). (3) 150,Erste Ausgabe. – Ackermann II, 448. – Mehrf. gestempelt, leicht fleckig.

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– DASS. Hldr. d. Zt. (beschabt). – Titel gestempelt, leicht fleckig. (3) 150,-

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– ZIMMERMANN, F. W. A., Magnetismus und Mesmerismus oder physische und geistige Kräfte der Natur. Berlin, Thiele, 1862. Mit 10 getönten (einigen mehrfarb.) lithogr. Tafeln. 3 Bl., 692 S. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (3) 150,-

Choulant 145. Choulant-F. 319. Hirsch-H. I, 154 (mit 83 Tafeln). Garrison-M. 409.1, Anm. – Nicht im Katalog der Wellcome Library, bei Waller und Goldschmid. – Berühmter Raubdruck des Kupferstichwerkes „Anatomia universa“ von P. Mascagni in Lithographie. „Durch die Aufhebung des Contractes mit den Erben Mascagnis glaubte Antommarchi, Schüler und Kollege Mascagnis, sich aller Verbindlichkeiten gegen diese selbst so weit enthoben, daß er sich berechtigt hielt, die in seinen Händen befindlichen Abzüge nach eigener Bearbeitung lithographieren zu lassen und unter seinem eigenen Namen herauszugeben“ (Choulant). – Monumentaler Atlas. Die Blätter sind so groß, daß ein ganzer menschlicher Körper aus drei Blättern zusammengesetzt werden kann. – Vorhanden sind in beiden Versionen die Tafeln 1-18, 25-32, 36-38, 40, 42, 44, 45, 47 und 48, nur als ausgeführte Lithographien die Tafeln 22-24, 34-36, 39, 41, 43 und 46. Es fehlen im Vergleich zu Hirsch-Hübotter die Tafeln 19-21. – Eine Umrißlithogr. mit hinterlegtem Durchriß, stellenw. stark wasserrandig sowie stärker stockfl. und gebräunt, einige Tafeln sehr knapp beschnitten.

Erste Ausgabe. – Ackermann II, 462 (ohne Tafeln): „Selten gewordene Darstellung in Romanform.“ – Verfaßt von dem unter mehreren Pseudonymen schreibenden Schriftsteller C. G. W. Vollmer. – Ohne den Reihentitel („Naturwissenschaftliche Romane, Bd. 2“). – Wenig fleckig.

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MARCUS, A. F., Ueber den jetzt herrschenden ansteckenden Typhus. – Sendschreiben über die Verhinderung der Ansteckung und das Heilverfahren bei ansteckendem Typhus. 2 in 1 Bd. Bamberg und Würzburg, Goebhardt, 1813. XVI, 72, 16 S. Pp. d. Zt. (minimale Absplitterung auf dem Deckel). (158) 80,Erste Ausgabe. – Mit seiner Typhus-Schrift löste der reformerische Bamberger Arzt eine scharfe Kontroverse zwischen der „romantischen Medizin“ und der Wissenschaftsmedizin aus. Der befreundete Arzt Andreas Roeschlaub, zunächst wie Marcus Anhänger der naturphilosophischen Schule, zieht in seiner 1814 erschienenen Schrift zur Behandlung des Typhus gegen Marcus heftig zu Felde und wird zum erbitterten Gegner der unter dem Einfluß von Schelling stehenden Medizin. – Vgl. Hirsch-H. IV, 75 und 849. – Wenig fleckig.

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Famous pirate issue of the engraved work „Anatomia universa“ by P. Mascagni in lithography. – Monumental atlas. The leaves are so large that a whole body can be formed with three leaves put together. – There are in both versions the plates 1-18, 25-32, 36-38, 40, 42, 44, 45, 47 and 48, only as lithographs the plates 22-24, 34-36, 39, 41, 43 and 46. Missing are the plates 19-21 compared to Hirsch-Hübotter. – One outline lithograph with backed tear, here and there strong waterstains and stronger foxing and browning, some plates very closely trimmed. – Contemporary calf (scuffed).

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MARTIN, P., Abhandlung über die Migräne und andere Arten von Kopfschmerz, nebst deren Heilmitteln. Nach dem Französischen frei bearbeitet und vermehrt von J. C. Fleck. Ilmenau, Voigt, 1830. 12°. VI, 74 S., 2 Bl. Anzeigen. Mod. Pp. – Mehrf. gestempelt, stellenw. minimal fleckig. (56) 120,MARTINY, E., Naturgeschichte der für die Heilkunde wichtigen Thiere. Darmstadt, Leske, 1847. Mit 30 tls. kolor. lithogr. Tafeln. 16, 584 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Mehrf. gestempelt, tls. stärker fleckig. (56) 100,MASCAGNI, P., Planches anatomiques du corps humain exécutées d'après les dimensions naturelles, accompagnées d'un texte explicatif par F. Antommarchi. Paris, Lasteyrie, (1823-26). (Ohne den Textband). Elefant-Folio. Mit lithogr. Titel, 45 lithogr. Tafeln und 35 (statt 45) Umrißlithographien. Ldr. d. Zt. (bestoßen). (38) 1.800,-

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MAYER, J. C(H). A., Anatomische Kupfertafeln nebst dazu gehörigen Erklärungen. 6 Tle. in 2 Bdn. Berlin und Leipzig, Decker und Rottmann, 178394. 4°. Mit 66 gefalt. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (Vordergelenk von Bd. II angeplatzt, beide Bde. bestoßen und etw. fleckig). (27) 300,Erste Ausgabe. – Engelmann 365. Blake 294. Wellcome IV, 89 (nur Tle. I-IV). Hirsch-H. IV, 130. Lesky 429. ZachertZ. III, 941 (Hefte V und VI inkplt.). – Nicht bei Waller. – Behandelt Knochenbau, Muskulatur, Nervensystem, Eingeweide und Sinneswerkzeuge. – Tafelkollation: 8, 8, 10, 11, 12 (Tafeln 5-7 doppelt numeriert und eine A-Tafel), 17 (alle Tafeln doppelt numeriert und eine A-Tafel). – Text mehrf. gestempelt, einige Tafeln knapp beschnitten; Text und Tafeln etw. fleckig und tls. stärker gebräunt.

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MORGAGNI, G. B., Adversaria anatomica omnia. Accedit in hac ultima editione nova institutionum medicarum idea. 7 Tle. in 1 Bd. Leiden, Langerak, 1741. 4°. Mit gefalt. gestoch. Frontisp. und 11 Kupfertafeln (davon 1 gefalt.). Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken stark beschäd., beschabt und bestoßen). (118) 300,Waller 6670. Blake 312. Hirsch-H. IV, 264. – Spätere vollständige Ausgabe (EA 1719) des Hauptwerkes von Morgagni (1682-1771), der bis zu seinem Tod Anatomie in Padua lehrte. – Titel mit hs. Besitzvermerk, stellenw. etw. fleckig.

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Nr. 664

Nr. 665

MÜLLER, J., Ueber die phantastischen Gesichtserscheinungen. Eine physiologische Untersuchung mit einer physiologischen Urkunde des Aristoteles über den Traum. Koblenz, Hölscher, 1826. X, 117 S. Etw. läd. Interimsbroschur. (36) 300,-

Erste Ausgabe. – Lesky 479. Wellcome IV, 257. Hirsch-H. IV, 409. – Hauptwerk des Prosektors der Prager Anatomie. – Fleckig und gebräunt. – Beilage.

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Erste Ausgabe. – Garrison-M. 1456. Hirsch-H. IV, 288. Waller 6733. Horblit 76. DSB IX, 570. – Frühe Arbeit des großen Physiologen und Lehrer Virchows. – „It is in the present work that Müller first enunciated his law of specific nerve energies (later propounded in detail in his 'Handbuch'), stating that each sense organ, however stimulated, gives rise to its own characteristic sensation. This observation is probably his most important single contribution“ (Eimas 1631). – Titel mit Besitzvermerk (Stadtbibliothek Trier, 1826; verso gestrichener Stempel); fleckig und gebräunt. – Unaufgeschnitten.

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OECHY, J. A., Anweisung zur zweckmäßigen zierlichen Leichenöffnung und Untersuchung. Prag, Widtmann, 1802. 187 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kopf leicht eingerissen, Schwanz wenig wurmstichig, beschabt und bestoßen). (83) 200,-

OEHME, J. A., Eröffnete Geheimnisse der Natur und Cur eines maladen Frauenzimmers. Leipzig und Bautzen, Richter, 1734. Mit gefalt. Titel. 5 Bl., 352 S., 1 Bl. (Errata). Läd. Pgt. d. Zt. (27) 300,Erste Ausgabe. – Blake 331. – Vgl. Waller 6959. – Oehme (1692-1754) wirkte als praktischer Arzt und Chirurg in Dresden. – Mit dem Karton, der die S. 161/62 des ursprünglichen Werkes ersetzt. – Nicht im Jahrbuch. VORGEB.: KEIL, CH. H., Compendiöses doch vollkommenes Medicinisch-Chymisches Handbüchlein. Die andere und verbesserte Aufl. Leipzig, Martini, 1737. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 283 S., 10 Bl. – Wellcome III, 381. – Vgl. Ferguson I, 452. Blake 241. Lesky 348. – Das erfolgreiche Handbuch des Wunsiedler Stadtphysikus beschreibt zahlreiche Heilkräuter, Essenzen und Wundermittel. – Beide Werke tls. stärker fleckig, wasserrandig und gebräunt.

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OPHTHALMOLOGIE – HUNTER, J., Ueber den nachtheiligen Einfluß der künstlichen Beleuchtung auf das Auge, so wie über einige Mittel, durch welche sich die Nachtheile der Lampen vermeiden oder vermindern lassen. Aus dem Engli-

Medizin

Enthalten ist auf S. 56-63 die erste lateinische Ausgabe des „Thesaurus thesaurorum“ von Paracelsus. – Dorn, einer der eifrigsten und einflußreichsten Paracelsisten, gibt sich als Übersetzer der „Aurora“ (S. 8-63) aus, ist aber möglicherweise selbst der Verfasser. Die „Monarchia triadis“ (S. 65127) und wohl auch die „Anatomia corporum“ (S. 129-191) stammen von Dorn (vgl. ADB V, 351); die Plagiatoren der Paracelsischen physiologischen und pathologischen Harnanalyse werden hier scharf angegriffen, wahrscheinlich besonders Leonhart Thurneysser. – Titel mehrf. gestempelt, die ersten Bl. angerändert (tls. kleiner Textverlust), zahlr. Unterstreichungen mit Tinte, gegen Ende wasserrandig. – Siehe Abbildung.

schen. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1841. Mit einigen Textholzstichen. 2 Bl., 66 S. Hldr. d. Zt. (stark beschabt). (56) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Hirschberg IV, 412 (dort Auflistung der von Hunter angegebenen Ursachen). BEIGEB.: HONOLD, C., Ueber die Erweiterung der Pupille durch Narcotica. Schwäbisch Hall, Haspel, 1845. 34 S. HELLING, G. L., Guter Rath über die Beschaffenheit, Auswahl, den Gebrauch und die Erhaltung der Brillen. Berlin, Dieterici, 1819. 20 S. TEXTOR, K., Ueber die Wiedererzeugung der Krystalllinse. Würzburg, Becker, 1842. Mit 3 kolor. lithogr. Tafeln. 71 S.

Very rare first edition. – Title with multiple stamps, first leaves restored (partly minor loss of text), numerous underlinings in ink, waterstains towards the end. – Half calf of the 19th century with spine label and gilt back (scratched and scuffed). – See illustration.

Vorgebunden sind 4 weitere ophthalmologische Abhandlungen. – Alle 8 Werke recht gut erhalten.

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– PAGENSTECHER, H., UND C. GENTH (HRSG.), Atlas der pathologischen Anatomie des Augapfels. Wiesbaden, Kreidel, 1875. Gr.-4°. Mit 38 Kupfertafeln in Punktiermanier. VIII S., 56 Bl. Mod. Hlwd. (72) 250,-

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Erste Ausgabe. – Sutcliffe 158. Garrison-M. 5910. Hirschberg 1183 und 1207. Goldschmid 208: „Reiche Sammlung von Abbildungen ganzer Bulbi und einzelner Teile. Sie sind vorzüglich, die Zeichnung ist exakt, die Wiedergabe mustergültig. Soweit uns die augenärztliche Literatur bekannt ist, bilden diese künstlerischen Bilder den Höhepunkt der schwarz-weißen Abbildungen und können mit Ehren neben Sichels Iconographie bestehen.“ – Das zweisprachige Werk erschien in Englisch und Deutsch in acht Lieferungen seit 1873. – Titel gestempelt, Text stellenw. fleckig.

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ORFILA, M. (J. B.), Vorlesungen über gerichtliche Arzneikunde. Aus dem Französischen übers. von (H.) Breslau. Weimar, Landes-IndustrieComptoir, 1822. XII, 396 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (56) 80,-

PARACELSUS, TH., Aurora thesaurusque philosophorum. – Acceßit monarchia physica per G. Dorneum, in defensionem Paracelsiorum principiorum, a suo praeceptore positorum. Basel, (Th.) Guar(in), 1577. Mit Druckermarke auf dem Titel und 8 kleineren schematischen und 4 nahezu blattgr. medizinischen Textholzschnitten. 191 S. Hldr. d. 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (68) 800,Sehr seltene erste Ausgabe. – VD 16 P 405. Wellcome I, 4793. Duveen 452. Ferguson II, 168 (nur fragmentarisch). Sudhoff 177. – Nicht im STC, bei Durling und Waller. –

– Cheirurgia. Warhafftiger Beschreibunge der Wundartzney. 2 in 1 Bd. Basel, K. von Waldkirch, 1586. Fol. Mit wdh. Holzschnitt-Titelbordüre, wdh. ganzseit. Holzschnittportr. und Druckermarke am Ende von Bd. I. 6 Bl., 444 S. (ohne die S. 181/82 und 191/92), 6, 4 Bl., 260 S., 6 Bl. Blindgepr. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (107) 1.500,Titelauflage der Ausgabe 1585. – VD 16 P 467. Sudhoff 210 und 211. Mook 152. Parkinson 1806. Wellcome I, 4746 (Bd. I in der Ausg. von 1585). – Diese Ausgabe nicht im STC, bei Adams, Durling, Waller etc. – Sorgfältig gedruckte Gesamtausgabe. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. New title issue of 1585 edition. – Neatly printed complete edition. – Lacking leaves 181/82 and 191/92. – Some browning, little stained. – Contemporary blindpressed vellum (some stains, rubs and scuffs, closing tapes missing). – See illustration.

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Erste deutsche Ausgabe. – Lesky 482. Hirsch-H. IV, 439. – Vgl. Wellcome IV, 268. – Orfila leitete mit seinen ein Jahr zuvor erstmals in Paris erschienenen „Leçons de médecine légale“ „durch die Abwesenheit dogmatischer Calculationen und die Hervorhebung des rein Thatsächlichen eine neue Aera der gerichtlichen Medizin“ (Hirsch-Hübotter) ein. – Titel gestempelt, wasserfleckig.

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PEST – FICINO, M., Contro alla peste. Insieme con Tommaso del Garbo, Mengo da Faenza, & altri Autori. Florenz, Giunta, 1576. 4 Bl., 120 S., 8 Bl. Mod. Hpgt. (Deckel aufgebogen, leicht berieben). (110) 400,Erste Ausgabe dieser Sammlung von Pestschriften. – Durling 1535. Wellcome I, 2265. Hirsch-H. II, 493. – Auf Ficinos erstmals 1481 veröffentlichte Abhandlung (vgl. Sudhoff 44) folgen die Schriften von Tommaso del Garbo, Mengo da Faenza und anderen. Am Schluß ein Traktat Mandardis aus Ferrara, des Begründers der Syphilidologie. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, vereinzelt Marginalien, etw. wasserrandig und fleckig.

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– TOULON, M. DE, Le Capucin charitable. Einseignant la methode pour remedier aux grandes miseres que la peste a coûtume de causer parmi les peuples. 2 Bde. Lyon, Bruyset, 1722. 2 Bl., 372 S., 2; 1 Bl. 280 S., 16 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und Wappensupralibros (beschabt und bestoßen). (49) 400,-

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Blake 293. Wellcome IV, 84. – Späte Ausgabe der bereits im 17. Jhdt. veröffentlichten Pestschrift des Kapuziners Maurice de Toulon, ergänzt um Beobachtungen von J. J. Manget. – Gleichmäßig leicht gebräunt. – Schöne Wappeneinbände aus der Bibliothek des österreichischen Staatsmannes Wenzeslaus Anton von Kaunitz-Rietberg.

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PHARMAKOPÖEN – ARMEN-PHARMAKOPÖE für Berlin, nebst der Nachricht von der daselbst errichteten Armenkrankenverpflegungsanstalt. Entworfen von C(h). W. Hufeland. Berlin, o. Dr., 1810. 82 S., 2 Bl. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (56) 200,-

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Blake 350. – Das schöne Frontispiz mit kleiner Ansicht von Stuttgart in allegorischer Umrahmung. – Mehrf. gestempelt, Frontisp. mit kleinem Randeinriß, Titel mit hs. Besitzvermerk, etw. fleckig.

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Erste Ausgabe. – Schelenz 629: „Entworfen für Berlin, aber weit darüber hinaus gebraucht.“ – Mehrf. gestempelt, etw. fleckig. – BEIGEB.: DASS., 5. verm. Aufl. Berlin, Reimer, 1828.

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– DISPENSATORIUM PHARMACEUTICUM Brunsvicense. Braunschweig, Waisenhausbuchhandlung, 1777. 4°. 3 Bl., 378 S., 32 Bl., 63 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke gebrochen, stärker beschabt und bestoßen). (56) 200,-

– HELLENIKE PHARMAKOPOIIA (graece). Pharmacopoea Graeca. Athen, Typographia Regia, 1837. 2 Bl., 5 griech. pag. S., 1 Bl., 542 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (56) 200,-

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Erste Ausgabe. – Wellcome IV, 361. – Lateinisch-griechischer Paralleltext. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, mehrf. gestempelt.

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– PHARMACOPOEA BATAVA. Amsterdam, J. Allart, 1805. 4°. Mit gestoch. Titel und 2 gestoch. Tabellen. 10 Bl., 21, L, 302 (recte 304), 33 S., 6 Bl. Hlwd. d. Zt. (stark beschädigt). (56) 100,-

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– PHARMACOPOEA HELVETICA, in duas partes divisa. Basel, Imhof, 1771. Fol. Mit gestoch. Frontisp. 28 S., 1 Bl., 212, 384, 54 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 300,Blake 350. – Mehrf. gestempelt, Vorsatz mit Besitzvermerk und kleinerem Ausriß, minimal fleckig. – Siehe Abbildung.

– PHARMACOPOEIA ARGENTORATENSIS. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, Dulssecker, 1725. Fol. Mit gestoch. Frontisp. von J. A. Friedrich. 7 Bl., 260 S., 8 Bl., 60 S., 1 Bl. Stark beschäd. Hpgt. d. Zt. (56) 200,Erste Ausgabe. – Blake 349. Wellcome IV, 371. – Prachtvoll gedruckte Straßburger Pharmakopöe. Das Frontispiz mit Stadtansicht im Hintergrund. Der zweite Teil mit dem Titel „Catalogus medicamentorum“ enthält ein alphabetisches Verzeichnis der Medikamente mit hs. Eintragung ihres Preises. – Innengelenke gebrochen, Titel mit hs. Besitzvermerk, mehrf. gestempelt, durchgehend mit Eckausrissen, etw. fleckig.

– PHARMACOPOEA BORUSSICA. Berlin, Decker, 1799. 4°. VI S., 1 Bl., 216 S. Ldr. d. Zt. (fleckig, stärker beschabt und bestoßen). (56) 200,Erste Ausgabe. – Blake 349. – Mehrf. gestempelt, stellenw. etw. fleckig. – Beiliegt die „Königlich-preussische neue Arzney-Taxe“ (Berlin 1815).

673

– PHARMACOPOEA WIRTENBERGICA, in duas partes divisa. Ed. sexta. Stuttgart, Loeflund, 1798. Fol. XVI S., 1 Bl., 132, 224 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). (56) 200,Wellcome IV, 372. Lesky 503. – Mehrf. gestempelt, Titel mit hs. Besitzvermerk, stellenw. gering fleckig. – Durchschossenes Exemplar mit zahlr. hs. Ergänzungen.

Lesky 501. – Bearbeitet von Sebald Justinus Brugmans (1763-1819) u. a. (vgl. Hirsch-H. I, 734). – Bibliotheksdublette.

672

– PHARMACOPOEA WIRTENBERGICA, in duas partes divisa. Ed. nova revisa aucta et emendata. 3 Tle. in 1 Bd. Stuttgart, Erhard, 1760. Fol. Mit gestoch. Frontisp. 10 Bl., 144, 232 S., 21 Bl., 44 S. – BEIGEB.: TAXA SEU PRETIUM tam simplicium quam compositorum juxta Pharmacopoeam Wirtenbergicam. Ebda. 1755. Mit gestoch. Titelvign. 66 S. Stark läd. Ldr. d. Zt. (56) 300,Blake 350. – Vgl. Waller 7417. Wellcome IV, 372. Adlung-U. 323. – Vierte Ausgabe. – „In der ersten Ausgabe (1741) sind 1952 Mittel enthalten. Danach gehört die Württembergische Pharmacopöe zu den umfangreichsten Anzneibüchern. Ein wesentlicher Vorzug besteht darin, dass auch den einfachen Rohstoffen gute Beschreibungen gewidmet sind“ (Adlung-Urdang). – Frontisp. aufgezogen, Innengelenke gebrochen, mehrf. gestempelt, etw. fleckig.

Erste Ausgabe. – Wellcome IV, 357. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, mehrf. gestempelt, stellenw. etw. fleckig.

670

– PHARMACOPOEA WIRTENBERGICA, in duas partes divisa. Ed. tertia. Stuttgart, Erhard, 1754. Fol. Mit gestoch. Frontisp. 12 Bl., 144, 232 S., 21 Bl., 66 S. Pgt. d. Zt. (stärker fleckig, beschabt und bestoßen). (56) 200,-

678

– PHARMACOPOEIA AUGUSTANA renovata. Augsburg, Kroniger und Göbel, 1694. Fol. Mit gestoch. Frontisp. und 3 gefalt. Tabellen. 8 Bl., 343 S., 7 Bl., 47 S. Pgt. d. Zt. (stark lädiert). (56) 500,-

173

Medizin

Nr. 673 Krivatsy 8925. – Nicht bei Waller und Schelenz. – Die berühmte Augsburger Pharmakopöe, hrsg. von Lucas Schröck. – „Dank ihres großen Detailreichtums bildete sie eine vorzügliche Quelle für Betrachtungen des sich wandelnden Arzneischatzes der Neuzeit. Ihrer Wandlungsfähigkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber allen neuen Strömungen, die aus der geistigen Regsamkeit der Augsburger Ärzte, zusammengefaßt im dortigen Collegium Medicum, entsprang, ist ihr Erscheinen über drei Jahrhunderte hinweg zu verdanken. Sie ist die erste deutsche Pharmakopöe, die mit insgesamt 18 Ausgaben die höchste Auflagenziffer aller damaligen Pharmakopöen erreicht“ (Gensthaler, Das frühe Medizinalwesen der Freien Reichsstadt Augsburg, S. 138). – Mehrf. gestempelt, Buchblock gelockert, etw. fleckig.

679

– PHARMACOPOEIA AUGUSTANA renovata. Augsburg, Lotter, 1734. Fol. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 28, 326 S., 6 Bl., 39 S. Hpgt. d. Zt. (stärker fleckig, beschabt und bestoßen). (56) 400,Waller 7385. Blake 347. – „Die im Gegensatz zum 'Dispensatorium' erweiterten Herstellungsvorschriften ließen das 'Enchiridion' unter wechselnden Titeleien – bis 1734 als 'Pharmacopoeia Augustana renovata' – in 18 Ausgaben zu einer der beliebtesten Pharmakopöen der Frühen Neuzeit werden“ (Schmitz, Geschichte der Pharmazie II, S. 206). – Mehrf. gestempelt, Frontisp. mit größerem Einriß, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 679

680

– PHARMACOPOEIA LONDINENSIS. London, Marriott, 1632. Fol. Mit gestoch. Titel. 18 Bl., 204 S., 3 Bl. Läd. spät. Hlwd. (56) 300,Vgl. Krivatsy 8927. – Titel mit hs. Besitzvermerk, mehrf. gestempelt, etw. gebräunt.

681

– PHARMACOPOEIA REGNI POLONIAE. Leipzig und Sorau, Fleischer, 1821. S. III-VII, 199 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 150,(Codex Medicamentarius Europaeus, Bd. VI). – Wellcome IV, 369. – Nachdruck der Warschauer Ausgabe von 1817. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Titel gestempelt und mit hs. Besitzvermerk, stellenw. minimal fleckig. – Beiliegen aus der derselben Reihe die Bände über Spanien und Portugal.

682

– PREUSSISCHE PHARMAKOPÖE. Nach der neuesten Ausgabe aus dem Lateinischen übersetzt und mit vielen Zusätzen versehen von L. A. Kraus. Braunschweig, Lucius, 1805. XVI, 308 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke gebrochen, stärker beschabt und bestoßen). (56) 150,Vgl. Schelenz 615 und 628. – Im selben Jahr erschien eine weitere Übersetzung durch C. W. Juch. – Mehrf. gestempelt, gering gebräunt, etw. fleckig.

174

683

Medizin

PHARMAKOPÖEN – SPIELMANN, J. R., Pharmacopoea generalis. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, (Heitz für) Treuttel, 1783. 4°. Mit gestoch. Portr. 11 Bl., 218 S., 1 Bl., 372 S., 24 Bl. Stark beschäd. Hldr. d. Zt. (56) 300,Erste Ausgabe. – Blake 428. Hirsch-H. V, 365. Phillippe 281. Schelenz 463. Hein-S. 644. Schmitz II. 578. Ferchl 511. Ferguson 393. Neu 3885. – Berühmte Pharmakopöe von dem Straßburger Arzt und Apotheker Jacob Reinbold Spielmann, der dort seit 1749 an der Universität unterrichtete und unter dessen Studenten sich 1770 auch Goethe befand. „Obwohl die 'Pharmacopoea generalis' wegen der Auswahl der Rezepturen kritisiert wurde, verdient sie vor allem aufgrund der bemerkenswerten chemischen Erläuterungen sowie fundierten allgemeinen Vorschriften für jede Arzneiform Erwähnung“ (Schmitz). – Mehrf. gestempelt, stellenw. fleckig.

684

686

POLLER, G. T., Erklärung über die ehrenrührigen Beschuldigungen, welche ihm in einer Schrift, betitelt: Ueber Jakob Friedrich Krayl's Entsetzung von seiner Geburtshelfersstelle etc. gemacht worden sind. Nürnberg, o. Dr., 1798. 96 S. Brosch. d. Zt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (158) 200,Sehr seltene erste Ausgabe. – Vgl. GV 110, 151 (Ausgabe Sulzbach, Seidel, o. J.). – Erwiderung gegen Angriffe des Nürnberger Barbiers und Wundarztes Jakob Friedrich Krayl, der wegen mehrfachen Betrugs verurteilt worden war und damit die Erlaubnis zur Ausübung des Geburtshelferberufs verloren hatte. In einer Stellungnahme in der Nürnbergischen Zeitung hatte Krayl Poller daraufhin heftig angegriffen. – Die medizinhistorische Bedeutung dieser wohl vom Verfasser selbst in Kleinstauflage produzierten Schrift liegt vor allem in den Ausführungen über die berufsrechtliche Abgrenzung der Ärzte von den Barbieren im Nürnberg des späten 18. Jahrhunderts: „Traurig genug ..., daß man in Nürnberg noch immer die Erlaubniß zur Ausübung der Wundarzneykunst nicht anders, als durch den Ankauf einer Barbiersgerechtigkeit oder einer Badstube erlangen kann“; „Bader, Barbier und Wundarzt“ seinen noch immer „Synonime“ (S. 7, Anm.) – Über den Verfasser, Wundarzt und Geburtshelfer in Nürnberg, ist kaum etwas bekannt. Im Jahre 1816 erschien ein Katalog seiner nachgelassenen Bibliothek, wahrscheinlich ist er im Jahr zuvor gestorben. – Nur ein Exemplar über den KVK nachweisbar (British Library). – Titel mit kleinem Etikett; etw. gebräunt und fleckig.

PORZIO, S., De puella Germanica, quae fere biennium vixerat sine cibo, potuque. Florenz, Torrentino, 1551. 4°. 16 S. Mod. Pp. (152) 600,Erste Ausgabe. – Durling 3746. Osler 3726. Wellcome I, 5222. STC 537. – Porzio, berühmter italienischer Philosoph und Wissenschaftler, beschreibt hier die bemerkenswerte Geschichte eines jungen deutschen Mädchens, das zwei Jahre lang ohne Nahrung lebte. „Very scarce and curious little treatise concerning a certain Margarete Weiss and her remarkable feasting“ (L'art ancien, Bull. 13 ff., 1445). – Früher ernährungswissenschaftlicher Beitrag des einstigen Medizindozenten in Pisa. – Minimal fleckig.

687

– ZWELFER, J., Animadversiones in Pharmacopoeiam Augustanam et annexam ejus mantissam, sive Pharmacopoeia Augustana reformata. Nunc quarti vice revisa & emendata. 2 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, Endter, 1693. 4°. 12 Bl. 640 S., 17 Bl., 112 S., 16 Bl., 582 S., 17 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (56) 300,Jöcher IV, 2241. Georgi IV, 348. – Letzte Ausgabe der erstmals 1652 erschienenen Pharmakopöe. – Mehrf. gestempelt, etw. gebräunt.

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Inkunabel der Anorexie

PSYCHIATRIE – FERRUS, G., Des prisonniers, de l'emprisonnement et des prisons. Paris, Germer-Baillière, 1850. 1 Bl., XV, 522 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 100,Erste Ausgabe. – Hirsch-H. II, 511. – Der berühmte Arzt Guillaume Ferrus (1784-1861) revolutionierte die Behandlungsmethoden von Geisteskranken in Frankreich, indem er die Beschäftigungstherapie einführte. Dank seiner Verdienste auf dem Gebiet der Psychiatrie wurde er 1840 zum Aufseher des Gesundheitsdienstes der Gefängnisse ernannt. – Titel gestempelt.

688

PSYCHOANALYSE – FREUD – BERNHEIM, H., Neue Studien ueber Hypnotismus, Suggestion und Psychotherapie. Uebersetzt von S. Freud. Leipzig und Wien, Deuticke, 1892. XII, 380 S. Hldr. d. Zt. (fleckig). (3) 150,Einzige Ausgabe. – Meyer-Palmedo 81. – Für die Entwicklung von Freuds Psychoanalyse von Bedeutung. – Mehrf. gestempelt.

689

RAMAZZIN(I), B., Untersuchung von denen Kranckheiten der Künstler und Handwercker. Leipzig, Weidmann, 1718. 6 Bl., 440 S., 9 Bl. Mod. Lwd. (27) 300,Erste deutsche Einzelausgabe. – Lesky 530. Hirsch-H. IV, 716: „Das erste klassische Handbuch über Gewerbekrankheiten, das die Grundlage aller späteren Arbeiten auf diesem Gebiete geworden ist.“ – „Ramazzini was the first to recognize the social significance of occupational diseases and his book appeared at a most opportune time, since, with the beginning of industrial development in the eighteenth century, prevention of accidents from machinery and the general health of workers became increasingly important“ (Carter-M. 170 zur lateinischen EA 1700). Weil als Folge dieser Entwicklung in nahezu allen Gewerben sich die Arbeitsgegebenheiten mehr oder weniger rasch veränderten und ganze Berufe ausstarben (Kloakenfeger, Walker, Träger), ist das Werk auch kulturhistorisch von großem Wert (und Reiz). – Titel tls. mit Japanpapier verstärkt und mit geringem Randschaden (minimaler Buchstabenverlust), Bl. Ffff 2 am Falz zur Hälfte eingeschnitten; gleichmäßig gebräunt.

175

Medizin

690

RAPPORT sur le service des aliénés. Paris, Huzard, 1823. Gr.-4°. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln und 2 doppelblattgr. Tabellen. 72 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen, fleckig). (56) 150,Einzige Ausgabe. – Bericht über die Pariser Irrenhäuser in den Jahren 1801 bis 1821, mit zahlr. statistischen Übersichten über die Patienten, deren Alter, Krankheiten und Unterbringung. Die großen Falttafeln mit Ansichten der weitberühmten Anstalten Hospice de Bicêtre und Hospice de la Salpétrière. – Titel gestempelt, Tafeln mit kleinen Einrissen am Falz, leicht gebräunt, fleckig. – Bibliotheksexlibris.

691

(REGIMEN SANITATIS SALERNITANUM). Schola Salernitana, Sive De conservanda valetudine praecepta metrica. Autore Joh. de Mediolano. Cum Arnoldi Villanovani exegesi. Ex recensione Z. Sylvii. Nova editio melior et auctior. Augsburg, Lotter, 1752. 15 Bl., 520 S., 4 Bl. Beschäd. Pgt. d. Zt. (22) 80,Blake 375. – Seltenere Ausgabe des „Regimen“. – Titel mit Besitzvermerk, fleckig, gebräunt.

692

RIEGER, C., Der Hypnotismus. Jena, Fischer, 1884. Mit 4 Tafeln (davon 1 gefalt.) und gefalt. Tabelle. 2 Bl., 151 S. Lwd. d. Zt. (Rücken erneuert). (3) 80,Erste Ausgabe. – Ackermann V, 1094. – Titel gestempelt und mit gelöschtem Besitzvermerk, vereinzelt mit Knickspuren. – Exlibris.

693

RIVIÈRE, L., Opera medica universa. Omnia ab ipsomet auctore ultimò revisa, emaculata, locupletata: nunc verò singula peculiaribus suis indicibus illustrata. 3 in 1 Bd. Leiden, Cellier, 1672. Mit gestoch. Portr. 6 Bl., 186 S., 5, 4 Bl., 348 S., 14, 2 Bl., 143 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (110) 300,Vgl. Krivatsy 9691. Haeser II, 271. Hirsch-H. IV, 830. Garrison-M. 2727 (Ausg. 1674): „Riverius was the first to note aortic stenosis.“ – „Lazarus la Rivière, 1589-1655, war der erste Lehrer der Chemie in Montpellier im Sinne Sennerts. Daß er nicht nur für chemische Arzneien eintritt, zeigt seine Empfehlung der Valeriana. An ihn erinnert noch die Potio Riveri der Pharmakopöen“ (Schelenz 486). – Innengelenk aufgeplatzt, Vorsatz mit Eintrag von alter Hand in Tinte, Porträt am Rand etw. lädiert (ohne Bildverlust) und verso mit altem Besitzvermerk, etw. wasserrandig und fleckig sowie gebräunt.

694

RUEFF, J., De conceptu et generatione hominis. Zürich, Froschauer, 1554. 4°. Mit 65 (6 ganzseit.) Holzschnitten und vielen tls. figürlichen Initialen. 4 nn., 105 num., 1 weißes Bl. Blindgepr. Hschweinsldr. d. Zt. (wenige Altersspuren). (50) 4.000,Erste Ausgabe (in der Variante mit dem Holzschnitt auf der Titelrückseite). – VD 16 R 3580 oder 3581. Adams R 866. Bird 2099. Durling 3980. Garrison-M. 6141 Anm. Haeser II, 207. Leeman-van Elck S. 124 und 126 sowie Abb. 72.

Nr. 694 Rudolphi 442. Vischer C 492. Waller 8301. Wellcome I, 5611. – Vgl. Hagelin II, 19. – Neben Rösslins „Rosengarten“ der zweite Hebammen-Klassiker des 16. Jahrhunderts, verfaßt vom Zürcher Stadtarzt Jakob Rüff, im selben Jahr auch in einer deutschen Ausgabe erschienen. Das Werk wurde zu einem der „most famous illustrated medical books“ (Hagelin); zur eingehenden Würdigung vgl. Heirs of Hippocrates 233 (dort die von Amman illustrierte Frankfurter Ausgabe 1580). BEIGEB.: II. (ZIMMERMANN, J.), Morbi gallici curandi ratio. Basel, J. Bebel, 1536. Mit 2 Druckermarken. 299 S., 6 Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 Z 506. Durling 3295 (inkomplett). Wellcome I, 4447. Proksch I, 9 und 15. Hirsch-H. V, 528. – Sammlung der bedeutendsten zeitgenössischen Abhandlungen über die Syphilis. Der Herausgeber versteckte sich unter dem Pseudonym J. Tectander. III. SELNECCER, N., Libellus de partibus corporis humani. Wittenberg, Klug, 1554. 22 Bl. – Einzige Ausgabe. – VD 16 S 5607. STC 807. – Nicht bei Durling und im Katalog der Wellcome Library. – Einziges medizinisches Werk des bekannten evangelischen Theologen. Durchgehend mit alten hs. Anmerkungen, der dritte Titel unten abgeschnitten (kein Textverlust). – Titel mit dem hs. griechischen Motto „prátto tà ídia“ [ich betreibe meine eigenen Angelegenheiten – im Unterschied zu den „demosia“, den öffentlichen; bekannt von Sokrates in Platons Apologie]; darunter die Abwandlung des lateinischen Sprichwortes „Dat Galenus opes, dat Justinianus honores, pauper Aristoteles cogitur ire pedes“ (die Arzneikunst gibt Schätze, die Rechtsgelehrsamkeit Ehrenstellen, die Philosophie muß zu Fuße gehen): „Dat Galenus opes, futurum dat Bartholus aurum, sed premiis his corruptis dat Pluto Gehenna.“ Ganz unten der Besitzvermerk: „Laurentius Phronto Kittsingensis. 1554 Mense Augustii.“ – Siehe Abbildung.

176

Medizin

Der aus Straßburg stammende Walther Hermann Ryff war ein vielseitiger Apotheker und Arzt, der sich auch der Mathematik, der Baukunst und der Ballistik verschrieben hatte. Er ließ sich ab 1546 in Nürnberg und später in Würzburg nieder. Seine Arznei- bzw. Koch- oder Einmachbücher wurden populär und daher mehrfach, auch unter verschiedenen Titeln, neu aufgelegt. – Vier Blätter angerändert, wenige kleine Wurmspuren, schwache Feuchtigkeitsspuren im Bug. – Beide Werke in erster Ausgabe von großer Seltenheit. First edition of the later third part of the „Kleine deutsche Apotheke“. – Additional bound: Extremely rare first edition of the self-contained second part. – Four leaves restored, minor worming, light dampstains at joint. – Both works in first edition extremely rare. – Modern calf in the style of the epoch.

696

SCHMALZ, K. G., Versuch einer medizinischchirurgischen Diagnostik in Tabellen. 3. verm. Aufl. Dresden, Arnold, 1816. Fol. VIII, 244 S., 9 Bl. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (13) 80,Hirsch-H. V, 89. – Erstmals 1808 erschienene diagnostische Synopse, zusammengestellt vom Hufelandschüler Karl Gustav Schmalz (1775-1849); mit dem alten, ewiggültigen Motto „Qui bene distinguit, bene medebitur“. – Gebräunt, etw. fleckig. – Beilage.

Nr. 699 I. First edition of the improved version of Roesslin's „Rosengarten“ with „the first true anatomical pictures in an obstetrics book“ (Garrison-Morton). – II. First edition. – Collection of the most important contemporary treatises on syphilis. – III. Sole edition. – Sole medical work by the known Protestant theologian. – Throughout with old ms. notes, the third title cut at bottom (not affecting text). – Title with Greek motto „Pratto to idia“, underneath the modification of the Latin proverb „Dat Galenus opes, dat Justinianus honores, pauper Aristoteles cogitur ire pedes“ (medicine gives riches, erudition gives honour, philosophy must walk): „Dat Galenus opes, futurum dat Bartholus aurum, sed premiis his corruptis dat Pluto Gehenna.“ Further down the ownership entry: „Laurentius Phronto Kittsingenis. 1554 Mense Augustii.“ – Contemporary blind-pressed half pigskin (few signs of wear). – See illustration.

695

697

Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann 535. – Vgl. Waller 8836. Eimas 520: „The first comprehensive and systematic treatise on the anatomy, physiology, and pathology of the heart and its diseases. Sénac described ossification of the coronary vessels, insufficiency of the cardiac valbes, transfusion of blood, and the role of hydrothorax in circulatory failure.“ – Wenig fleckig.

698

RYFF, W. H., Rechter und nutzlicher gebrauch, ordenliche vermischung und zu bereyttung aller Laxativen, purgierender oder treibender artzney. Straßburg, B. Beck, 1541. 4°. 4 nn., 163 num., 4 nn. Bl. Mod. Ldr. im Stil d. Zt. (50) 2.500,-

SENNERT, D., De febribus libri IV. Editio secunda auctior. Wittenberg, Schürers Erben, 1628. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 Bl., 704 S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, Deckel aufgebogen). (110) 200,Hirsch-H. V, 230. – Vgl. Wellcome I, 5926. Krivatsy 10922. Garrison-M. 5074. – Sennert war Leibarzt des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen. Er gehörte zu den Chemiatrikern und versuchte die Lehren des Paracelsus mit denen von Galen zu verbinden. – Titel gestempelt, gebräunt, etw. fleckig und im vorderen Teil wurmstichig.

Erste Ausgabe des späteren dritten Teils der „Kleinen deutschen Apotheke“. – VD 16 R 3989. Ritter 2033. Grenzmann 71. Benzing (Ryff) 100. Muller 312, 93. BEIGEB.: DERS., Der ander theyl der kleynern Teutschen Apoteck, Confect oder Latwergen büchlins. (Ebda.) 1542. 4 nn., 155 num., 8 nn. Bl. – Außerordentlich seltene erste Ausgabe des in sich abgeschlossenen zweiten Teils. – VD 16 R 3918. Benzing (Ryff) 101 (mit ganzseit. Abb.). Durling 4018. Muller 312, 98.

SÉNAC, (J.-B.), Praktische Abhandlung von den Krankheiten des Herzens. Aus dem Französischen übersetzt. Leipzig, Crusius, 1781. XXIV S., 4 Bl., 600 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (beschabt, fleckig und bestoßen). (72) 200,-

699

SEUTTER, M., Ein vast schönes und nutzliches Buech von der Roßartzney. Augsburg, M. Manger, 1588. Fol. 11 Bl., 440 (recte 439) S. Mod. Ldr. im Stil d. Zt. in Pp.-Schuber. (50) 1.000,Erste Ausgabe. – STC 812. VD 16 S 6115. – Nicht bei Adams. – Roßarzneibuch aus der Feder von Mang Seutter (gest. nach 1584), Stallmeister Marx Fuggers zu Augsburg.

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Medizin

Schrader und Hering (1695) bemängeln an dem Buch, es sei „von keinem praktischen Werth, indem es nur die Recepte ohne Angabe der Krankheitszeichen enthält“; trotzdem erschien eine 2. Auflage 1699. Beide Ausgaben sind selten. – Ohne das 6. weiße Bl. in den Vorstücken zwischen Vorrede und Register. – Erste Bl. mit kleinen Randschäden (angefasert), S. 123/24 etw. eingerissen, S. 440 (recte 439) mit ergänzter Fehlstelle (geringer Textverlust); gebräunt, fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Horse pharmacopoeia penned by Mang Seutter (deceased after 1584), equerry of Marx Fugger at Augsburg. – Without the 6th blank leaf in preliminary leaves between foreword and register. – First leaves with small tears in margin (neatly restored), p. 123/24 a little torn, p. 440 (recte 439) with replaced defect (minor loss of text); browned, soiled. – Modern calf in the style of the epoch in cardboard slipcase. – See illustration.

700

STAHL, G. E., Abhandlung von der Goldenen Ader. Aus dem Lateinischen übers. Leipig, Eyssel, 1737. 4 Bl., 364 S., 14 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (kaum beschabt und bestoßen). (118) 300,Zweite deutsche Ausgabe. – Lesky 627. – Vgl. für die EA 1729: Blake 429. Waller 9142. Garrison-M. 3421: „A classic work on haemorrhoids.“ – Der Zusatz „aus dem Latein. übersetzt“ auf dem Titel ist irreführend. Geht zwar auf Stahls 1698 veröffentlichte kurze Dissertation „De venae portae porta maiorum“ zurück, ist aber eine wesentlich erweiterte, eigenständige Arbeit, nicht zuletzt dadurch belegt, daß Garrison und Morton die vorliegende deutsche Ausgabe und nicht die lateinische Dissertation zitieren. – Stellenw. gering gebräunt und minimal fleckig. – VORGEB.: DERS., Einleitung in die Chirurgie. Leipzig 1730.

701

STAUB, A., Allgemeiner Leitfaden zur Bearbeitung der Hypochondrie und Hysterie. Würzburg, Becker, 1826. 78 S., 1 Bl. Ausgebunden (angestaubt). (158) 100,Einzige Ausgabe. – Hirsch-H. V, 397. – Würzburger Dissertation des Bamberger Arztes Andreas Staub (geb. 1802), eines frühen Vertreters der psychogenetischen Verursachung beider Krankheiten und ihrer dementsprechenden Behandlung: Man grabe sich „in die Tiefe des Vertrauens der Hypochonder und Hysterischen ein, entlocke ihnen alle Töne ihres Inneren, und mache so zuletzt die Kranken von sich abhängig, daß die freundschaftlichen Winke des Arztes Befehle für letztere sind.“ – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

702

STÖRCK, A. VON, Medicinisch-praktischer Unterricht für die Feld- und Landwundärtze der österreichischen Staaten. 2 in 1 Bd. Wien, Trattner, 1780. Mit 2 gestoch. Titel- und 2 gestoch. Kopfvign. X S., 1 Bl., 351 S., 2 Bl., 204 S., 20 Bl., 92 S., 2 Bl. Hldr. um 1840 (Rücken wenig berieben, vorderes Gelenk tls. restauriert, etw. bestoßen). (27) 200,Waller 9277. Blake 434. Giese 1481. – Vorsätze mit zahlr. Einträgen und eingeklebtem Symptomenverzeichnis, vereinzelt mit Marginalien in Tinte und mit Bleistift, gebräunt und fleckig.

Nr. 703

703

TACUINI AEGRITUDINUM et morborum ferme omnium corporis humani, cum curis eorundem. Straßburg, J. Schott, 1532. Fol. Mit Holzschnitt-Titelbordüre von Hans Baldung Grien. LIX, 89 S. Mod. Ldr. im Stil d. Zt. in Pp.-Schuber. (50) 4.000,Erste lateinische Ausgabe. – STC 931. Adams A 68. IA 127.130. Panzer VI, 121, 836. Schmidt (Schott) 124. Durling 4774. Wellcome I, 1148. Oldenbourg L 25. Holzmann-B. I, 567 (fälschlich 1531). – Ende des 11. Jahrhunderts von Abu Ali Yahya ibn Isa ibn Jozlah in Bagdad zusammengestellte Tafeln der Gesundheit in der lateinischen Version des Farag ben Salem. Vorliegend die editio princeps dieser Übersetzung, entgegen der Angabe im VD 16 (unter Y 3) ein eigenständiger Druck. VORGEB.: TACUINI SEX RERUM non naturalium, cum earum naturis, operationibus, & rectificationibus. Ebda. 1533. Fol. Mit 2 Holzschnitt-Initialen und 40 Holzschnittbordüren von H. Weiditz. 163 S., 3 Bl. – Adams I 12. Schmidt (Schott) Suppl. 21. Benzing, Straßburg, 1884 (die beiden letzten geben jeweils nur 159 S. an). – Vgl. STC 635. VD 16 M 6777 (beide die EA 1531). – Von Gerardus Cremonensis übersetzte Ausgabe der „Schachtafeln der Gesundheit“ des nestorianischen Arztes Mukhtar ibn al-Hasan,

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Medizin

genannt Ibn Butlan, aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. – Angehängt zwei arzneikundliche Schriften des spanischen Arztes Albengnefit De virtutibus ciborum, & medicinarum und des arabischen Philosophen Alkindus De rerum gradibus.

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Hirsch-H. V, 875. – Medizinische Dissertation von Ernst Heinrich Wedel (1671-1709), Georg Wolfgangs Sohn und wie sein berühmter Vater Professor der Medizin in Jena.

Gebräunt, fleckig, einzelne Blätter behutsam gereinigt. – Zwei seltene Tacuinus-Drucke des Straßburger Frühdruckers Johann Schott mit dem schönen Buchschmuck der von ihm beschäftigten Künstler Baldung Grien und Weiditz. – Siehe Abbildung. First Latin edition. – Plates of health compiled at the end of the 11th century by Abu Ali Yahya ibn Isa ibn Jozlah at Bagdad in the Latin version by Farag ben Salem. Here the editio princeps of this translation, an independent issue, contrary to the statement at VD 16 (under Y 3). – Pre-bound: Edition translated by Gerardus Cremonensis. – Browned, soiled, some leaves carefully cleaned. – Two rare Tacuinus printings by the Strasbourg early printer Johann Schott with the beautiful book decoration by the artists Baldung Grien and Weiditz working for him. – Modern calf in the style of the epoch in cardboard slipcase. – See illustration.

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VALSALVA, A. M., De aure humana tractatus. Leiden, Langerak und Hasebroek, 1735. 4°. Mit 10 gefalt. Kupfertafeln. 6 Bl., 143 S., 6 Bl. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (50) 400,Blake 468. Waller 9796. Hirsch-H. V, 699. – Vierte Ausgabe des bahnbrechenden Werkes zur Otologie, zuerst 1704 erschienen. „He divided the ear into external, middle and internal; his method of inflating the middle ear (Valsalva's manoeuvre) is still practiced“ (Garrison-M. 1546). – Gering fleckig.

WEIS(S)BACH, CH., Wahrhafte und gründliche Cur aller dem menschlichen Leibe zustossenden Krankheiten. Bey dieser neunten Aufl. von einem gelehrten Arzte übers., verb. und mit Anmerkungen verm. Frankfurt und Leipzig, Brönner, 1764. Mit gestoch. Portr. 80 (recte 78), 742 S., 21 Bl. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und leicht bestoßen). (27) 150,Zachert-Z. 1783. – Vgl. Blake 485. Proksch I, 125 (andere Ausgaben). – Die erste Ausgabe war 1712 erschienen. – Vorsätze erneuert, fleckig und gebräunt, etw. wurmstichig und wasserrandig.

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UNZER, J. A., Neue Lehre von den Gemüthsbewegungen. Mit einer Vorrede vom Gelde begleitet von J. G. Krüger. Halle, Hemmerde, 1746. 20 Bl., 87 S. Mod. Pp. (50) 150,Erste Ausgabe. – Hirsch-H. V, 680. – Über Temperamente und Affekte, mit Krügers Vorrede vom Wert des Goldes. – Interessante Abhandlung des Altonaer Arztes, Psychologen und Wissenschaftlers Johann August Unzer (17271799), der neben medizinischen Arbeiten auch poetische Werke schrieb. Er ist dem Kreis der Halleschen Irrenärzte um Georg Ernst Stahl zuzurechnen (Anfänge der Anthropologie in der Frühaufklärung). „Sein Hauptverdienst bestand in der Aufklärung, welche er durch seine populäre Wochenschrift über medizinische Dinge in dem grossen Publicum verbreitete, dagegen befleckte er seinen Ruhm durch öffentliches Feilbieten eines unbedeutenden Geheimmittels zur Verbesserung der Verdauung“ (Hirsch-Hübotter). – Gesäubert.

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NACHGEB.: DERS., De camphora. Ebda. 1697. 4°. 36 S. – Einzige Ausgabe. – Partington II, 317. – Medizinische Dissertation von Johann Adolph Wedel (1675-1747), dem jüngeren Bruder Ernst Heinrichs und dessen Lehrstuhlnachfolger. – Beide Drucke gebräunt; die Arbeit über den Kampfer mit einigen zeitgenössischen Marginalien in Tinte.

TRNKA VON KRZOWITZ, W., Geschichte des hektischen Fiebers. Aus dem Lateinischen übers. Leipzig, Haug, 1784. 5 Bl., 311 S., 7 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (27) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch-H. V, 640. Wurzbach XLVII, 222: „Trnka galt zu seiner Zeit als eine Autorität ersten Ranges. Seine Schriften werden von der Fachkritik als ebenso mühsame, wie geistvolle Zusammenstellungen bezeichnet.“ – Die lateinische Erstausgabe war 1783 erschienen. – Titel mit gelöschtem Stempel; fleckig.

WEDEL, G. W., De spectris. Editio secunda. Jena, Krebs, 1698. 4°. 39 S. Heftstreifen (angestaubt, fleckig). (158) 80,-

WIRSUNG, CH., Ein newes Artzney Buch. An jetzo aber von vielen Erratis verbessert, Durch Petrum Uffenbachen. Frankfurt, Palthenius, 1619. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 42 nn., 236 num. Bl., 134 S., 70 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (ohne die Schließen, etw. fleckig, leicht wurmstichig). (110) 800,Vgl. VD 16 W 3604. Durling 4750. Parkinson 2613. HirschH. V, 968. – Wirsung (1500 oder 1505-1571) war Arzt in Augsburg, wo er auch praktizierte und zugleich nebenher die Funktion eines evangelischen Geistlichen innehatte. Er war ein Intimus von Conrad Gessner. Das Arzneibuch, das er 1568 erstmals in Heidelberg herausgab, erschien dort in 2 Auflagen, erlebte danach von 1577 bis 1677 insgesamt 16 Ausgaben und wurde auch ins Holländische übertragen. – Titel mit Besitzvermerk des Klosters Gars; gebräunt und fleckig.

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WITHOF, J. PH. L., De castratis commentationes quatuor. Lausanne, Chapuis, 1762. 2 Bl., 115 S. Ldr. d. Zt. (beschabt, Ecken und Kanten restauriert). (73) 150,Zweite (und letzte) Ausgabe. – RISM B VI/2, 895. Wolffheim II, 900: „Selten und bei Eitner nicht zitiert.“ – Vgl. ADB XLIII, 560. Meusel XV, 251 (beide die EA 1756). – Abhandlung über die Kastration mit ausführlicher Darlegung von deren stimmlicher Wirkung. Withof war Arzt und gehörte als Dichter mit seinen philosophischen Lehrgedichten zum Kreis um Albrecht von Haller. – Titel mit rasiertem Stempel, gebräunt, fleckig.

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Zoologie

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ZACCHIA, P., Quaestionum medico-legalium tomi tres. Olim aucti et emendati a J. D. Horstio, nunc emendati atque adaucti a G. Franco. 3 in 1 Bd. Frankfurt, J. M. Bencard, 1688. Fol. Mit gestoch. Portr. 21 Bl. (statt 22; ohne den Vortitel), 482 S., 2 Bl., S. 483-825, 30, 3 Bl., 326 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (Schließbänder fehlen, bestoßen, fleckig). (33) 300,STC Z 9. Hirsch-H. V, 1021. Haeser II, 1082. Lesky 724. – Zweite Ausgabe der Horstschen Bearbeitung des gerichtsmedizinischen Klassikers, „in welchem neben weitläufigen theologischen Expositionen doch die Bedeutung und der Umfang der gerichtlichen Medizin vollständig zur Anerkennung gelangen“ (Haeser II, 1081). „Zacchias, a Papal physician, was one of the founders of medical jurisprudence. His treatise includes information concerning injuries of the eye, etc., and contains section on the medico-legal aspects of insanity“ (Garrison-M. 1720). Erstmals zwischen 1621 und 1661 in 9 Bänden erschienen. – Anfangs etw. wasserrandig, leicht gebräunt.

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ZWINGER, TH., Theatrum praxeos medicae. 2 in 1 Bd. Basel, Brandmüller, 1710. 4°. Mit gestoch. Portr. 3 Bl., 556, 615 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (ohne die Schließen, etw. angeschmutzt und berieben, wenig wurmlöchrig). (110) 250,Nr. 714

Einzige Ausgabe. – Blake 501. Hirsch-H. V, 1057. – Das Werk steht in der Tradition des berühmten „Theatrum vitae humanae“ vom Großvater des Verfassers. – Titel mit Besitzvermerk des Konvents in Steingaden, Titel von Bd. II mit Randläsur; etw. fleckig und wasserrandig.

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schen Schnitten. – Stellenw. etw. fleckig, Außensteg mit winzigen Wurmspuren. – Hs. Vermerk „Ex libr. Joh. Hagendornii“ auf dem Titel: wohl aus dem Besitz des Leipziger Arztes Johann Hagendorn (1594-1642). – Selten. – Siehe Abbildung.

KONVOLUT – Cirka 100 Werke. Verschied. Formate und Einbände (starke Gebrauchsspuren). (56) 250,-

First and sole edition of the earliest monograph on the rattlesnake printed in Germany. – Here and there some soiling, outer margin with tiny worm traces. – Ms. note „Ex libr. Joh. Hagendornii“ on title: probably from the possession of the Leipzig physician Johann Hagendorn (1594-1642). – Rare. – Contemporary restored limp vellum. – See illustration.

Mit den Probedrucken

Zoologie 715 714

AB(B)ATI, B. A., De admirabili viperae natura, & de mirificis ejusdem facultatibus liber. Nürnberg, Heußler, 1603. 4°. Mit gestoch. Titelbordüre, Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und 5 Kupfertafeln. 8 Bl., 125 (recte 133) S., 5 Bl. Regliert. Restauriertes flex. Pgt. d. Zt. (100) 2.000,Erste und einzige in Deutschland gedruckte Ausgabe der frühesten Monographie über die Klapperschlange. – Nissen I, 10 und II, 121: „Ein weiteres Beispiel hervorragender Sezierkunst in jener Zeit ist die Zerlegung der Klapperschlange durch den italienischen Arzt Baldangelo Abbati 1589, dessen Figuren noch von Severino 1650 als eigene übernommen wurden.“ – Die prächtige Titelbordüre mit verschiedenen Tieren und Schlangen in Rankenwerk spielt auf den Inhalt des Werkes an. Die Kupfer zeigen Schlangen beim Koitus, beim Gebären und Häuten sowie in anatomi-

ADMIRAL, J. LE, Naauwkeurige waarneemingen omtrent de Veranderingen van veele Insekten of gekorvene diertjes. Amsterdam, Sluyter, 1774. Gr.-Fol. Mit kolor. gestoch. Titelvign. und 33 kolor. Kupfertafeln. 2 Bl., 34 S., 1 Bl. Stark läd. Pp. d. Zt. (141) 3.000,Nissen 2358. Horn-Sch. 53. – Seitenränder gering gebräunt, stellenw. wasserrandig, wenig fleckig. – Unbeschnitten. – Mod. Exlibris. – Beiliegen 34 Probedrucke der Tafeln, tls. mit geringen Abweichungen zur endgültigen Fassung; so ist beispielsweise im Unterschied zur Druckfassung auf dem Probedruck der Tafel VII noch der Stechername innerhalb des Abbildungsrahmens zu finden. – Siehe Abbildungen Tafel 18. Margins minimally browned, here and there with waterstains, a little soiled. – Untrimmed. – Modern exlibris. – Enclosed 34 proof copies, partly differing a bit from the final version. – Contemporary heavily damaged cardboard. – See illustrations on plate 18.

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Zoologie

Nr. 719

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Erste Ausgabe. – Horn-Sch. 18003. Hagen II, 73. De Keller 148. – Vgl. Pfeiffer 53846 (Ausg. 1813). – Titel mit Blindstempel. – Exlibris. – Sehr selten.

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– RIEM, (J.), UND (J. E.) WERNER, Der praktische Bienenvater. Leipzig, Fleischer, 1798. Mit gefalt. Holzstich-Tafel. XXXII, 238 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Bezug wenig lädiert, etw. bestoßen). (72) 200,Erste Ausgabe. – Hagen 76, 23. Horn-Sch. 18095. BöningS. 4933. – Zum Verfasser vgl. Güntz II, 149. – Vorsätze erneuert, Titel aufgezogen, Tafel mit kleinem Randeinriß, hinterer fliegender Vorsatz mit hs. Einträgen, wenig fleckig. – Selten.

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Wellcome II, 204. Riccardi I/1, 161, 13, 6. Blake 59. – Vgl. Garrison-M. 762. Hirsch-H. I, 637. Osler 2087: „He was the first to analyse distinctly the operation of the muscular system, and to attempt to assign with mathematical precision the exact mechanical energy exerted by each muscle.“ – Tafel 14 mit Darstellung eines Tauchapparates und eines Unterseebootes. – Gebräunt und fleckig.

BIENEN – REUSS, F. N., Der fränkische Bienenwirth oder faßlicher Unterricht in der Bienenzucht. Bamberg und Würzburg, Göbhardt, 1804. XII, 195 S. OPp. (Rücken schadhaft, stellenw. mit Wurmfraß, fleckig, beschabt und bestoßen). (3) 200,-

BORELLI, J. A., De motu animalium. Ed. nova, a plurimis mendis repurgata. J. Bernoullii aucta et ornata. 2 Tle. in 1 Bd. Neapel, Mosca, 1734. 4°. Mit 19 Kupfertafeln. 8 Bl., 186 S., 2 Bl., S. 187-494, 1 Bl. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig). (110) 400,-

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COLLAERT, A., Avium vivae icones. O. O., Dr. und J. (Antwerpen ca. 1600/20?). Qu.-4°. Daraus gestoch. Titel und 15 Kupfertafeln von A. Collaert. Lose Bl. ohne Einband. (50) 600,Vgl. Graesse II, 214. Nissen 199. Ronsil 616. Hollstein IV, 207, 616-647. – Das um 1600 entstandene Werk ist in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in mehreren Ausgaben erschienen, die zwischen 16 und maximal 32 Tafeln enthalten. Unter diesem Titel handelt es sich wohl um eine der frühen Ausgaben, wenn nicht sogar um die erste. – „Collaert arbeitet in reinem Kupferstich, seine Technik ist sehr sauber und fein. Er hat ein großes Werk gestochen und erweist sich als sicherer Zeichner und bei den Folgen der Fische und Vögel auch als guter Beobachter“ (Thieme-B. VII, 210). – Die hier vorhandenen Tafeln sind nicht numeriert; darstellt sind u. a. Elster, Papagei, Fasan, Eichelhäher, Star, Falke, Wiedehopf, Rebhuhn, Adler, Pfau, Storch, Truthahn und Strauß. – Kräftige, saubere Abdrucke, die Ränder vereinzelt mit professionell restaurierten Läsuren und Ausrissen; leicht fingerfleckig. – Siehe Abbildung.

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CURTMAN, W. J. G., UND G. WALTER, Das Thierreich. Naturgeschichtliches Lehr- und Lesebuch. 3. verb. Aufl. Darmstadt, Diehl, 1862. Mit 380 kolor. Textholzstichen. 2 Bl., 604 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). – Nicht bei Nissen. – Titel gestempelt, stellenw. etw. fleckig. (125) 100,-

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(ENGRAMELLE, J., Papillons d'Europe. Paris, Delaguette, 1779-93). 4°. – DARAUS: Altkolor. gestoch. Titel und 130 altkolor. Kupfertafeln mit entsprechenden Textblättern, gebunden in 4 Bdn. Mod. Ldr. (leichte Gebrauchsspuren). (49) 1.500,-

Zur Kollation: Hauptwerk: Papiliones (348), Sphinges (29), Bombyces (57), Noctuae (31), Geometrae (16), Pyralides (8) und Totrices (1). – Vermutlich fehlt ein gestoch. Frontispiz oder ein gestoch. Titel. – Ohne den Drucktitel, die 8 Indexund 12 Textblätter. – Zuträge: 172 nicht bezeichnete Tafeln. 32 S., 4 Bl., 32 S., 4 Bl., 40 S., 4 Bl., 48, 52 S. – Buchblock von Bd. III gebrochen; Vorsätze und Titel verso gestempelt, wenige Tafeln leicht gebräunt und mit Einträgen von alter Hand in Tinte am unteren Rand, vereinzelt fleckig. – Beiliegen 74 Probedrucke von Tafeln desselben Werkes, am unteren Plattenrand wohl vom Verfasser e. beschriftet. – Siehe Abbildungen Tafel 19. First edition. – Nearly complete series of this extremely rare and unique work on butterflies by the Augsburg calico illustrator and collector of butterflies Jakob Hübner (1761-1826). – Lacks probably an engraved frontispiece or engraved title. – Without printed title, the 8 index and 12 text leaves. – Book-block of vol. III broken; endpapers and title verso stamped, a few plates slightly browned and with annotations by contemporary hand in ink at lower margin, isolated soiling. – Enclosed 74 trial-proofs of plates of the same work, at lower plate edge marked probably by the author himself. – Contemporary half calf with spine label (spine label with perforations, here and there with worming, minor scratching and some scuffing). – See illustrations on plate 19.

Cobres 392, 64. Horn-Sch. 6051. Nissen 1300: „In der rokokohaften Leichtigkeit seiner Figuren ist es zweifellos für den reinen Kunstliebhaber das reizvollste Schmetterlingsbuch nicht nur jener Epoche.“ – Das vorzüglich gestochene und prachtvoll kolorierte Werk erschien in einer sehr kleinen Auflage auf Subskription und ist deshalb komplett heute sehr selten. Insgesamt enthält das Werk 6 gestoch. Titel, 3 Portrs. und 353 (350 kolor.) Kupfertafeln. – Bei uns vorhanden sind die Tafeln 1-122 sowie die separat numerierten 8 Tafeln zu Supplement 3. – Siehe Abbildung Tafel 19. The masterly engraved and magnificently coloured work was published in a very small issue by subscription and is complete therefore very rare nowadays. The work contains altogether 6 engraved titles, 3 portraits and 353 (350 coloured) copperplates. – We have the plates 1-122 and the separately numbered 8 plates to supplement 3. – Modern calf (slight signs of wear). – See illustration on plate 19.

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HAECKEL, E., De telis quibusdam astaci fluviatilis. Dissertatio inauguralis histologica. Berlin, Schade, (1857). Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 48 S. Ohne Einband. (153) 400,-

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Erste Ausgabe. – Nissen 2040 und 2041. Horn-Sch. 10905 und 10908. – Nahezu komplette Reihe des äußerst seltenen und einzigartigen Schmetterlingswerkes des Augsburger Kattunzeichners und Schmetterlingsammlers Jakob Hübner (1761-1826). – Das Hauptwerk erschien zunächst von 1806-24 in zwei Bänden. Ihm folgte ein „äußerst seltener“ dritter Band mit 54 Tafeln, begonnen von Geyer, fortgeführt von Herrich-Schäfer. Die „Zuträge“ erschienen von 180837 in 5 Bänden. Ab Bd. III übernahm auch hier Geyer die Veröffentlichung.

MAWE, J., The Linnaean System of Conchology. London, Longman, 1823. Mit 37 kolor. lithogr. Tafeln. XV, 207 S. Läd. spät. Lwd. (72) 200,Erste Ausgabe. – Nissen 2730. – Die vielen Abb. der Schnecken und Muscheln in schönem, zeitgenössischen Kolorit. – Recht sauber.

Mit den Probedrucken HÜBNER, J., Sammlung exotischer Schmetterlinge. 3 Bde. und Supplement in zus. 3 Bdn. Augsburg, Selbst-Vlg., 18(06)-37. 4°. Mit 662 (statt 663) kolor. Kupfertafeln (davon 1 gefalt.). Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rsch. mit Durchbrüchen, stellenw. mit Wurmfraß, wenig beschabt und etw. bestoßen). (141) 15.000,-

LAVERACK, E., Le Setter. Traduit de l'anglais par E. Faure. Brüssel, Wael, (1872). Mit 2 getönten lithogr. Tafeln. XI, 63 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (49) 150,Vgl. Mason 6642. – Französische Übersetzung des ersten Werkes über die Rassenmerkmale und Zucht von Settern. – Minimal fleckig.

Erste Ausgabe seiner Dissertation über den Flußkrebs. – DSB VI, 7: „Haeckel's first zoological work.“ – Leicht braunfleckig.

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MISSGEBURTEN – RELATIO de exteriore et interiore vituli monstrosi conformatione ex Commercii litterarii physico-technico medici Norimbergensis hebdomade LI. anni MDCCXXXX. excerpta. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Fleischmann, 1740). Fol. Mit gefalt. Kupfertafel. 2 Bl. Loser Bogen, ohne Einband. (50) 150,Separatabdruck aus: Commercium litterarium ad rei medicae et scientiae naturalis incrementum institutum, Nürnberg 1740, S. 401-05 (51. Woche). – Vgl. Kirchner 3521. Holländer 91. – Über ein Kalb mit zwei Köpfen. Die Falttafel (= Tafeln Nr. V und VI der Zeitschrift) mit ausführlicher Darstellung der Anatomie des Tieres (beschrieben als Einzelblatt auf einem Bogen bei Müller, Verzeichnis von Nürnbergischen topographischen Kupferstichen, Nürnberg 1791, S. 52). – Der letzte Absatz des Textes im Separatabdruck ergänzt. – Als Separatabdruck sehr selten. – Die breiten Ränder wenig fleckig. – Aus der Norica-Sammlung Hans Hopf (mehrf. gestempelt).

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Zoologie

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RONDELET, G., La première (seconde) partie de L'histoire entière des poissons. Composée premièrement en latin. Maintenant traduite en françois. 2 Tle. in 1 Bd. Lyon, M. Bonhomme, 1558. 4°. Mit jeweils wdh. kolor. Druckermarke auf dem Titel und Portr. des Autors in Holzschnitt sowie über 400 meist dezent kolor. Textholzschnitten. 6 Bl., 418 S., 7, 2 Bl., 181 S., 4 Bl. Blindgepr. Ldr. um 1850 (beschabt, etw. bestoßen). (50) 10.000,Erste französische Ausgabe. – STC 384. Dean III, 309. Bosgoed 154. Nissen 3475. Hirsch-H. IV, 871. – Nicht bei Adams. – Eines der bedeutendsten Werke der Ichthyologie des 16. Jahrhunderts, verfaßt vom französischen Arzt und Naturwissenschaftler Guillaume Rondelet (1507-1566), dessen auf ausgedehnten Reisen in Frankreich und Italien gesammelte Beobachtungen unmittelbaren Eingang in seine Arbeit fanden. In ihr sind 197 Meeresfische, 147 Süßwasserfische und einige Mollusken und Amphibien beschrieben, und zwar im allgemeinen genauer als bei Rondelets Vorgängern, weswegen sich Gesner aus der lateinischen Erstausgabe (1554-55) in seinem ebenfalls 1558 erschienenen Fischbuch ausgiebig dieser Beschreibungen bedient hat. – Erster Titel mit altem, ausgestrichenen Besitzvermerk, wenige Bl. mit hinterlegten Randeinrissen, gebräunt, fleckig. Die Textteile der beiden Bände beim Binden vertauscht (in unserer Kollationsangabe richtiggestellt). – Siehe Abbildung. First French edition. – One of the major works of ichthyology of the 16th century, written by the French physician and natural scientist Guillaume Rondelet (1507-1566) whose observations from extended travels in France and Italy were directly compiled in his work. He describes there 197 sorts of whitefish, 147 of freshwater fish and some mollusks and amphibians, in general more detailed than by his predecessors, so that Gesner made an extensive use of these descriptions from the first Latin edition (1554-55) in his book on fish published in 1558. – First title with old crossed out ownership entry, a few leaves with backed tears in margin, browned, soiled. The text parts of both volumes mixed up during binding (corrected in our collation). – Blind-pressed calf around 1850 (scratched, a little scuffed). – See illustration.

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MORRIS, F. O., A History of British Birds. Fifth edition, revised and brought up to date. 6 Bde. London, Nimmo, 1903. 4°. Mit 400 kolor. Holzstichtafeln. OLwd. (tls. stärker bestoßen). (39) 600,Nissen, IVB, 645. Anker 346. – Wenige Flecken. – Siehe Abbildung Tafel 19.

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REUSS, A. E., Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation mit Abbildungen der neuen oder weniger bekannten Arten. 2 in 1 Bd. Stuttgart, Schweizerbart, 1845-46. 4°. Mit 51 lithogr. Tafeln. 2 Bl., IV, 58, IV, 148 S. Hlwd. d. Zt. (158) 250,Nissen 3376. ADB XXVIII, 304: „Diese mit großer Sorgfalt und kritischem Scharfblicke verfaßte Monographie war für lange Zeit eines der Hauptquellenwerke für das Studium der cretacischen Versteinerungen und bildet selbst jetzt noch die einzige umfassende Arbeit über die organischen Ueberreste der böhmischen Kreideschicht.“ – Recht sauber.

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SAMMLUNG von Abschriften und Zeichnungen über Verbreitung, Zucht und Haltung von Fasanen, Hühnern, Enten und Tauben. 4°. Deutsche Handschrift auf Papier. 19 Fasz. Deutschland, um 1920. Mit zahlr. Bleistift- und Federzeichnungen, tls. mit Buntstift kolor. Ca. 500 S. Heftstreifen, lose in Mappe mit Deckellaschen (leichte Gebrauchsspuren). (38) 300,Sorgfältig ausgeführte Handschrift eines deutschen Ornithologen oder Züchters; ohne eindeutigen Hinweis auf den Verfasser, jedoch mehrere der farbigen Zeichnungen signiert mit „ES“. – Wohl eine Kompilation aus älteren illustrierten Monographien, die sich der Verfasser vielleicht nicht leisten konnte, etwa Charles William Beebes „A Monograph of the Pheasants“ (London 1918-33). Die Zeichnungen sind fein und detailliert ausgeführt, wenn auch nicht durchwegs von gleicher Qualität. Es scheint, daß der Verfasser seine zeichnerischen Fähigkeiten im Verlauf der Arbeit steigerte und sogar einige Meisterschaft erlangte. – Gut erhalten.

Zoologie

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SCHINZ, H. R., Naturgeschichte und Abbildungen der Säugethiere. Text- und Tafelbd. Zürich, Brodtmann, 1824. Fol. Mit lithogr. Titel und 176 lithogr. Tafeln. VI, 417 S., 4 Bl. Hldr. d. Zt. (Textband mit Feuchtigkeitsschaden; beschabt und bestoßen). (7) 1.200,-

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STEIN, F., Die lebenden Schnecken und Muscheln der Umgegend Berlins. Berlin, Reimer, 1850. Mit 3 Kupfertafeln. VIII, 120 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (leicht beschabt). – Erste Ausgabe. – Titel gestempelt, leicht fleckig. (153) 150,-

Schinz, Naturgeschichte des Tierreichs, Tl. I. – Erste Ausgabe. – Nissen 3672. – Die Tafeln mit Darstellungen von Menschen, Affen, Pferden, Raubtieren, Hunden, Elefanten etc. – Vorhanden: Titel (Nr. 1), die Tafeln 2-129, 131-142, 144-145, 147-175 und 177 (die Tafelnummern 144, 164 und 177 doppelt vergeben) sowie 4 unnumerierte Tafeln. – Innengelenke aufgeplatzt, Vorsätze erneuert und tls. angeschmutzt; Textband tls. gebräunt, Tafeln nur stellenw. fleckig; Tafel 48 lose und an den Rändern angeschmutzt sowie mit geringem Einriß, Titel des Textbandes und Tafeln verso gestempelt.

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STURM, J., Verzeichniß meiner Insecten-Sammlung. Nürnberg, Selbst-Vlg., 1796. Mit 4 kolor. Kupfertafeln. 64 S. Pp. d. Zt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (141) 300,-

First edition. – Plates with illustrations of people, monkeys, horses, wild animals, dogs, elephants etc. – Inner joints bursted, endpapers renewed and partly soiled; text volume partly browned, plates soiled only here and there; plate 48 loose, stained in margins and with small tear, title of text volume and plates verso stamped. – Contemporary half calf (text volume with dampstains; scratched and scuffed).

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SELL, G., Historia naturalis Teredinis seu Xylophagi marini, tubulo-conchoidis speciatim Belgici. Arnheim, Nebe, 1753. 4°. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 17 Bl., 353 S., 5 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (Rücken schadhaft, beschabt und bestoßen). (50) 300,Nissen 3801. Bierens de Haan 249. – Vgl. Cobres 423, 18 (EA 1733). – Monographie über Pfahl- und Schiffswürmer. Laut Nissen wurde die vorliegende 2. Ausgabe nur mit 2 Kupfertafeln ausgestattet, die erste Ausgabe von 1733 jedoch mit 2 zusätzlichen kolorierten Kupfertafeln. VORGEB.: BOHADSCH, J. B., De quibusdam animalibus marinis. Dresden 1761. Mit gestoch. Kopfvign. und 12 gefalt. Kupfertafeln. 9 Bl., 169 S. – Erste Ausgabe. – Nissen 442. Dean I, 145. Cobres 430, 33. – Die Kupfer mit wenig bekannten Seetieren nach Zeichnungen des Verfassers. – Etw. gebräunt und fleckig. – Exlibris.

Erste Ausgabe. – Nissen 4032. Horn-Sch. 21694: „Sehr selten.“ – Nur in wenigen Exemplaren auf Kosten des Verfassers gedruckt. Mit einem alphabetischen Verzeichnis der Sturmschen Insektensammlung und vom Verfasser selbst gezeichneten und kolorierten Tafeln. – Jakob Sturm (17711848) erhoffte sich durch die Veröffentlichung seiner Sammlung, mit anderen Sammlern in Kontakt zu kommen und Präparate austauschen zu können. Seine Unzufriedenheit über das Ungenügen der Darstellung von Insekten bewog ihn, selbst zeichnerisch tätig zu werden. – Stellenw. etw. fleckig.

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WOLFF, J. F., Abbildungen der Wanzen mit Beschreibungen. 5 Hefte in 1 Bd. Erlangen, Palm, 1800-11. 4°. Mit 20 Kupfertafeln. 2 Bl., 208 S. (2 Bl. und die S. III-VIII zwischengeb.). Mod. Hldr. (7) 400,Erste Ausgabe. – Nissen 4439. Horn-Sch. 24336. – Zur Kollation: 2 Bl., S. (1)-39, 1, 1 Bl., S. 43-124, 1 Bl., S. 125-161, 1 Bl., S. III-VIII, S. (165)-208. – Die Publikation erschien von 1800-1811 in fünf Lieferungen. Die ersten vier Hefte gab Johann Friedrich Wolff (1778-1806) heraus, nach dessen Tode wurde das Werk ab 1807 von seinem Vater Johann Philipp (gest. 1825) fortgeführt. – Die S. 33-36 verbunden nach dem Titel des ersten Heftes, die S. 159-162 sowie 1 Bl. verbunden nach dem Titel des vierten Heftes. – Alle Tafeln am ursprünglichen Falz durchtrennt und mittels hinterlegter Papierstreifen wieder zusammengefügt, leicht gebräunt und fleckig.

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Nr. 749

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Technik und Handwerk

Nr. 801

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ARTMANN, F., Die Lehre von den Nahrungsmitteln, ihrer Verfälschung und Conservierung, vom technischen Gesichtspunkte aus bearbeitet. Prag, Bellmann, 1859. Mit 3 gefalt. lithogr. Tafeln. XIV S., 1 Bl., 616 S., 4 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (lädiert). (56) 150,-

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Illustrierte Ersatzteil-Liste der „Benz & Cie. Rheinische Automobil- und Motoren-Fabrik A.-G.“. Die Broschur muß nach der Namensänderung von der Benz & Cie. AG (1911), aber noch vor der Fusionierung mit der DaimlerMotoren-Gesellschaft zu der bekannten Daimler-Benz-AG (1925) gedruckt worden sein. – Titel mit Besitzvermerk, gestempelt, wenig fleckig. – DAZU: AUSTRO DAIMLER. Teileverzeichnis Sechszylinder ADR. Wien (1929).

Erste Ausgabe. – ÖBL I, 31. – Ferdinand Artmann (18301883) war Professor für Physik und Chemie und errichtete die erste Konservenfabrik in Wien. – Mehrf. gestempelt, minimal gebräunt. – DAZU: DUFLOS, A., Die wichtigsten Lebensbedürfnisse, ihre zufälligen Verunreinigungen und ihre absichtlichen Verfälschungen. Zweite Aufl. Breslau 1846.

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BAUWESEN – BREYMANN, G. A., Allgemeine Baukonstruktionslehre mit besonderer Beziehung auf das Hochbauwesen. Neu bearb. von H. Lang. (Mischaufl.). 4 Bde. Leipzig, Gebhardt, 18(85)-1900. 4°. Mit zahlr. Tafeln. OLwd. (beschabt, bestoßen und etw. fleckig). (107) 100,Bd. I: Buchblock gelockert, die S. 273-280 und die Tafel 29 und 30 lose und lädiert, Titel mit Besitzvermerk in Tinte; etw. fleckig.

BENZ & CIE. AG. Ersatzteil-Liste für den 11/40 PS Benz-Wagen. O. O., Dr. und J. (Mannheim, ca. 1922). 88 S. Orig.-Brosch. (mit hinterlegten Ausrissen, fleckig). (7) 100,-

BERGBAU UND MINERALOGIE – AGRICOLA, G., De ortu & causis subterraneorum (et alia opera). Basel, Froben und Episcopius, 1546. Fol. Mit 2 Druckermarken, ganzseit. schematischen Holzschnitt und 23 Holzschnitt-Initialen. 487 S., 26 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (91) 12.000,Erste Ausgabe nahezu aller frühen Werke Agricolas, nur der „Bermannus“ war bereits 1530 erschienen. – „I have found no indication of these writings having been published separately, and I conclude that they made their first appearence

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Technik und Handwerk

Werk ist die erste systematische Abhandlung über Bergbau und Hüttenkunde und eines der ersten technologischen Bücher der Neuzeit“ (Carter-M. 79). – Die häufig getrennt eingebundenen Tafeln mit Abbildung von Zirkel und Maßstab hier zusammengefügt. – Die Druckermarken bei HeitzB. S. 41, Abb. 56-57. Außergewöhnlich dekorativer Einband mit 5 Rollenstempeln und 4 Platten. Eine Platte mit Monogramm „V G“ und Wappen, eine weitere Platte mit Monogramm „S P F“ und Wappen (diese Platte als einzige auf dem Hinterdeckel wiederholt). – Titel unten mit angesetztem Ausschnitt, ganz leicht gebräunt und stellenw. etw. fleckig, insgesamt sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung Tafel 15. First German edition. – Classic work of mining literature, first published in Latin in 1556, but in the present German translation much rarer. – Very decorative binding with 5 roll-stamps and 4 medallions. One medallion with monogram „V G“ and arms, another medallion with monogram „S P F“ and arms (this medallion is the only one which is repeated on the rear cover). – Title at bottom with restored cut-out, very slightly browned and a little soiled here and there, altogether very well preserved. – Contemporary pigskin with roll and medallion stamps, 8 chiselled metal corner fittings and 2 intact clasps (some signs of wear). – See illustration on plate 15.

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GV 61, 20. – Schönes „Album für Freunde des Bergbaues“ (Umschlagtitel) mit dekorativen Darstellungen aus Erzbergwerken (hauptsächlich Freiberg): Einfahrt, Hauer vor Ort, Förstenbau, Füllort, Ausfahrt, Scheidebank, Pochwerk, Rohofen, Treibeherd etc. – Mit geringen Randläsuren, fleckig und leicht gebräunt.

Nr. 739 in the present volume“ (Ferguson I, 9). – PMM 79. VD 16 A 911. STC 8. Adams A 345. Horblit Coll. 15. Sparrow 3. Honeyman 25. Hoover 14. – „A treatise on geology discussing underground heat and vapors, the causes of volcanoes, earthquakes, and mountains, and the origin of ores. Particularly valuable in its description of ore-deposits“ (Stillwell 565). – Sehr sauber, breitrandig und außergewöhnlich gut erhalten. – Siehe Abbildung. First edition of nearly all the early works by Agricola. – Very neat, wide-margined, extremely well preserved. – Contemporary limp vellum. – See illustration.

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– – Vom Bergkwerck XII. Bücher. Verteüscht durch Ph. Bechium. Basel, J. Froben und N. Bischoff, 1557. Fol. Mit 2 Druckermarken, gefalt. Holzschnitt-Tafel und 273 tls. ganzseit. Textholzschnitten von Hans Rudolf Manuel Deutsch nach Blasius Weffring u. a. 4 Bl., 491 S., 6 Bl. Schweinsldr. d. Zt. mit Rollen- und Plattenstempeln, 8 ziselierten Eckbeschlägen und 2 intakten Schließen (wenige Altersspuren). (91) 15.000,Erste deutsche Ausgabe. – STC 8. IA 101.560. VD 16 A 935. Darmstädter, Agricola, 88. Hoover 22. Koch 6. Ferguson I, 10. Nagler, Monogr. III, 539.1438, und IV, 1052.3728-3729. – Klassiker der bergmännischen Literatur, erstmals 1556 lateinisch erschienen, aber in der vorliegenden deutschen Übersetzung ungleich seltener. – „Agricolas bekanntestes

– HEUCHLER, E., Glück auf. Bilder aus dem Leben des Berg- und Hüttenmannes. (2. Aufl.). Freiberg, Engelhardt, (1855). Qu.-Fol. Mit getöntem lithogr. Titel und 14 getönten lithogr. Tafeln. 1 Bl. Stark läd. Orig.-Broschur. (50) 400,-

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– KOBELL, F. VON, Ueber die Fortschritte der Mineralogie seit Hauy. München, Lindauer, 1832. 4°. 26 S. Pp. d. Zt. – Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1286. – Braunfleckig. (158) 100,-

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– LEONHARD, K. C. VON, Bedeutung und Stand der Mineralogie. Frankfurt, Hermann, 1816. 4°. 1 Bl., 111 S. Orig.-Brosch. (fleckig). (158) 150,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1427. – Karl Christian von Leonhard war 1816 an die Akademie der Wissenschaften in München berufen worden, „wo er sich mit einer begeisterten Rede über 'Mineralogie' (eigentlich Geognosie im Sinne der damals noch herrschenden Wernerschen Schule) einführte“ (ADB XVIII, 309). – Stellenw. wasserrandig.

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– LYNCKER, J. N., De juribus minerarum. Von denen Rechten der Mineralien. Iterum edita. Halle, Hendel, 1737. 4°. 56 S. Mod. Broschur. – Nicht bei Sinkankas. (158) 150,-

Technik und Handwerk

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nissen auf den Rahmenleisten. Unter den Darstellungen auch seltene und besondere Berufe (Glocken- und Zinngießer, Gold- und Silberschmiede, Hutmacher, Färber, Buchbinder etc.). – In mehreren undatierten Auflagen immer mit 30 Tafeln erschienen. – Meist sehr sauberes und frisches Kolorit. – Einige Tafeln mit Knickspuren, zahlr. restaurierte kleine Eckabrisse, wenige Tafeln mit größeren hinterlegten Einrissen; etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 20.

– SCHRANK, F. VON PAULA, Anfangsgründe der Bergwerkskunde. Ingolstadt, Krüll, 1793. 4 Bl., 392 S. Schlichte Pp. d. Zt. (132) 400,Einzige Ausgabe. – De Backer-S. VII, 916, 21. Zimmermann 128. – Beiliegt ein Widmungsschreiben des Autors, datiert Ingolstadt 1. 9. 1793.

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BERUFE – ABRAHAM A SANCTA CLARA, Etwas für alle. Bd. II (von 3) in 1 Bd. Würzburg und Nürnberg, Hertz für Weigel, 1711. Mit gestoch. Titel und 77 Kupfertafeln. 6 Bl., 793 S., 19 Bl. Pgt. d. Zt. (Rücken gestaucht, minimal wurmlöchrig, fleckig und leicht beschabt). (30) 800,Zweiter Druck der ersten Ausgabe (bei Landwehr 2. Ausgabe). – Dünnhaupt 35.II.1. Bauer (in AGB XXIII, 1084), Weigel, 31.2 (beide 77 Tafeln). Landwehr 6. – Nur 28 der Kupfer sind neu, die anderen entstammen Weigels Ständebuch. – Unter den Berufsdarstellungen Baumeister, Bestatter, Büchsenmacher, Dachdecker, Glasmaler, Notar, Orgelbauer, Schäfer, Teppichwirker, Tuchmacher und Zuckerbäcker. – Laut Tafelregister ist unser Exemplar mit 77 Kupfern komplett; der im Text beschriebene 78. Berufsstand („Würffelmacher“) wird weder im Inhalts- noch im Tafelverzeichnis erwähnt. Den Bibliographen und dem Handel sind jedoch Exemplare bekannt, die mit 78 Kupfern ausgestattet waren. – Tafeln im Druck tls. etw. flau. – Buchblock teilw. von Einbanddecke gelöst, Vorsatz mit Einträgen von alter Hand in Tinte, wenige Seiten mit Eckabriß (Textverlust), einige Tafeln mit hinterlegten Einrissen und Randläsuren, etw. wasserrandig, fleckig und leicht gebräunt.

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Picture-book with beautiful, instructive illustrations of the workshops in the central image surrounded by tools and products on the borders. Among the illustrations also rare and special professions such as tinsmiths, gold and silversmiths, milliners, dyers, bookbinders etc. – Published in several undated issues always with 30 plates. – Mostly very clean and fresh colouring. – Some plates with cracking marks, numerous small restored torn off corners, a few plates with larger backed tears; some soiling and browning. – Loose leaves under passepartouts in modern cloth case. – See illustration on plate 20.

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– COMENIUS – GAILER, J. E., Neuer Orbis Pictus für die Jugend oder Schauplatz der Natur, der Kunst und des Menschenlebens ... nach der früheren Anlage des Comenius. 5. verm. Aufl. Reutlingen, Mäck, 1842. Mit lithogr. Frontisp. und 161 lithogr. Tafeln mit 322 Abbildungen. XVI, 788 S. Läd. Hlwd. d. Zt. (88) 200,-

– (30 WERKSTÄTTEN von Handwerkern. Nebst ihren hauptsächlichen Werkzeugen und Fabrikaten. Eßlingen, Schreiber, um 1845). Qu.-Fol. 30 altkolor. lithogr. Tafeln (ohne den Titel und Text). Lose Bl. unter Passepartouts in mod. Lwd.Kassette. (50) 1.500,Seebaß II, 2172. Engelmann, Suppl., 132. – Bilderbuch mit schönen, instruktiven Darstellungen der Werkstätten im Mittelbild, jeweils umgeben von Werkzeugen und Erzeug-

BOSSE, A., Traicté des manieres de graver en taille douce sur l'airain. Par le moyen des eaux fortes & des vernix durs & mols. Paris, Selbstvlg., 1645. Mit gestoch. Titel, gestoch. Widmungsbl. und 18 Kupfertafeln (ohne das gestoch. Frontisp.). 2 Bl., 75 S. Ldr. des 18. Jhdts. (beschabt, etw. bestoßen). (73) 400,Erste Ausgabe. – Graesse I, 501. Cicognara 251. Schlosser 556 (nennt irrtümlich noch eine Ausg. 1664). Bigmore-W. I, 72: „A work which is notable for its completeness for the time of its production, and for its plates, which have been reproduced by most subsequent writers on the art.“ – Abraham Bosse (1602-1676) zählt zu den besten Schilderern des Lebens zur Zeit Ludwigs XIII. und hat interessante kulturgeschichtliche Arbeiten verfaßt. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er sich dem Unterricht in der Perspektive, die er bei Desargues erlernte, und unterrichtete an der 1648 gegründeten Académie de Peinture. Sein vorbildliches Werk „Traité des manières“ erlebte auch im 18. Jahrhundert weitere Auflagen. Die Kupfer zeigen die Herstellung von Kupferplatten, Grabstichel, deren Führung beim Stechen, das Ätzen der gestochenen Platte, die Presse etc.

Wegehaupt I, 697. Pilz 368. Seebaß 399. – Vgl. Rümann 481. – „Die Gailerische Bearbeitung dürfte die umfangreichste und am meisten geschätzte neuere dieses berühmten Buches sein“ (Seebaß). – Mit Text in deutscher, lateinischer, französischer, englischer und zusätzlich italienischer Sprache. – „In über 300 lithographierten Abbildungen wird wieder die ganze Welt dargestellt. Sie ist seit den Tagen Comenius' säkularisiert worden, wieviel ist aber an Neuem hinzugekommen: Eisenbahn und Elektrisiermaschine, Taucherglocke, Telegraph und Luftpumpe ... „ (Pressler, S. 38). – Stark beschnitten, leicht gebräunt und stellenw. minimal fleckig.

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VORGEB.: DESARGUES, (G.), La maniere universelle pour poser l'essieu, & placer les heures & autres choses aux cadrans au soleil. Paris, Des Hayes, 1643. Mit gestoch. Titel, gestoch. Widmung und 58 (statt 66) Kupfertafeln. 3 Bl., 28, 68 S. – Erste Ausgabe. – Brunet I, 1128. Poggendorff I, 556. – Von Bosse illustriertes und herausgegebenes Werk seines Lehrers über Sonnenuhren. Beide Drucktitel mit hs. Besitzvermerken, gebräunt, fleckig. – Exlibris „Tiefdruckgeschichtliche Sammlung Otto M[agnus] Lilien“ auf dem Spiegel, ein weiteres nur mit Liliens Namen auf dem vorderen Vorsatz. – Siehe Abbildung Seite 184.

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BOSSUT, (CH.), Trattato elementare d'idrodinamica. Tradotto dal francese. Aggiuntevi le lezioni d'idrodinamica del G. Fontana. Pavia, Monistero di S. Salvatore, 1785. Mit 6 ausklappbaren gefalt. Kupfertafeln. 12, 664 S., 2 Bl. (Errata). Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Stehkanten- und reicher Rvg. (minimale Gebrauchsspuren). (49) 300,-

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Technik und Handwerk

Nr. 759

Erste italienische Ausgabe. – Vgl. Poggendorff I, 249. Roberts-T. 46 (beide EA 1772): „The first volume still provides an excellent picture of the state of knowledge at Bossut's time. The experimental data presented in the second volume were largely new, and noteworthy even today are his comments on the difficulty of large-scale experiments versus the falsity of those on too small scale.“ – Ein Blatt mit Einriß. – Dekorativ.

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DÜTEMEYER, A., Praktische Vorlagen für HolzMalerei. 152 Vorbilder zur gründlichen Erlernung der Holz-Malerei. Berlin, Spielmeyer, (1894). 4°. Mit 40 Tafeln. 2 Bl. Lose in OHlwd.-Mappe (leicht fleckig). (149) 120,-

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EHREN- und URKUNDENBUCH der Freiwilligen Feuerwehr. O. O., Dr. und J. (ca. 1915). 4°. 15 bedruckte Bl., 115 weiße Bl. OLwd. (minimal bestoßen). (7) 80,-

BÜRJA, A., Grundlehren der Statik. Berlin und Libau, Lagarde und Friedrich, 1789. Mit gestoch. Frontisp. XL, 384 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. und Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (72) 300,-

Album für Feuerwehrvereine mit einer kleinen Anzahl zwischengebundener bedruckter Schmuckblätter in hübschem Jugendstil-Dekor, die anläßlich von Vereinstätigkeiten und Feierlichkeiten ausgefüllt und auf den nachfolgenden leeren Seiten beliebig fortgeführt werden konnten. – Innengelenke geklebt, anfangs gering fleckig.

Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 335. – DAZU: LODEN, A., Der Lustfeuerwerker. 5. verb. Aufl. Quedlinburg 1870. Mit 2 gefalt. lithogr. Tafeln. VIII, 157 S., 1 Bl. (Anzeigen). – Philip L 100.6. – 7 Beilagen.

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BUNTPAPIER – MUSTERBUCH mit 285 mont. Buntpapierproben der Firma Franz Dahlem in Aschaffenburg. O. O. 1934. Fol. 1 Doppelbl., 76 S. OPp. (143) 150,Mit exotischen Mustern, wie Krokoleder, Python, Eidechse und Leguan, und luxuriösen, wie Atlas-Seide, Gold- und Silberpapier. – Tadellos.

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EISENBAHN – BAADER, J. VON, Über die Verbindung der Donau mit dem Mayn und Rhein und die zweckmäßigste Ausführung derselben. Sulzbach, Seidel, 1822. 56 S. Interims-Brosch. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (158) 150,Erste Ausgabe. – Lommer 236. Engelmann 20. – Schrift gegen den Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals und über die Vorteile einer Bahnverbindung. – Vorsatz mit Bibliotheksschild, stellenw. gering fleckig.

Technik und Handwerk

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– – Ueber die Vortheile einer verbesserten Bauart von Eisenbahnen und Wagen, welche an einer auf Allerhöchsten Befehl zu Nymphenburg ausgeführten Vorrichtung durch wiederholte öffentliche Versuche sich bewährt haben. München, Fleischmann, (1826). 4°. 72 S. Pp. d. Zt. (leicht fleckig). (158) 600,Erste Ausgabe (gedruckt in 800 Exemplaren). – Engelmann 20. Deutinger 58 (Auflagenhöhe) und 300. Hoeltzel 49. – Sehr frühe deutsche Eisenbahnschrift. – Baader hatte von August 1825 bis April 1826 im Nymphenburger Schloßpark eine Versuchseisenbahn bauen lassen, in Anwesenheit des Königs präsentiert und vor verschiedenen Kommissionen Versuche angestellt (vgl. Deutinger S. 54-58). Eine der Kommissionen bestand aus fünf Mitgliedern des ZentralVerwaltungsausschusses des Polytechnischen Vereins, mit dem Baader in mehrfacher Weise verbunden war (ebda. S. 91-93). – Sauber.

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– HENDSCHEL, U., Neueste Eisenbahn-Karte von Central-Europa mit genauer Angabe aller Stationen und den influirenden Post-Verbindungen. Frankfurt, Jügel, 1856. Grenzkolor. lithogr. Karte (ca. 76 x 88 cm) in 32 Segmenten auf Lwd. aufgezogen und gefalt. OHlwd. (etw. angeschmutzt und bestoßen). (158) 150,Nicht bei Metzeltin und Engelmann. – Hübsche Karte, bearbeitet von einem „Fürstlich Thurn- und Taxisschen Ober-Postamts-Secretär“. Innendeckel mit Münztabelle. – Etw. fleckig.

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– – Neueste Eisenbahn-Karte von Central-Europa mit genauer Angabe aller Stationen und den influirenden Post-Verbindungen. Frankfurt, Jügel, 1858. Grenzkolor. lithogr. Karte (76 x 89 cm), in 32 Segmenten auf Lwd. aufgezogen. OHlwd. (angestaubt). (158) 150,-

pengarten“. Diese werden in den Bibliothekskatalogen und im GK-Eintrag nicht erwähnt. Die gefaltete Tafel mit einer Karte des Streckenverlaufs sowie einem Höhenprofil (Falze mit Lwd. hinterlegt). – Einzelne Textbl. und Tafeln im unteren Rand mit Feuchtigkeitsspuren und kleinen Ausbrüchen, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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ELEKTRIZITÄT – OSANN, G. W., Gründzüge der Lehre von dem Magnetismus und der Elekricität. Würzburg, Stahel, 1847. Mit zahlr. Abb. VIII, 183 S. Mod. Hldr. mit eingeb. Orig.-Brosch. (angestaubt). – Gering gebräunt. (7) 80,-

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– PETETIN, J. H. D., Nouveau mécanisme de l'électricité. Lyon, Bruyset, (1802). Mit 10 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., IV, XXVIII, 300 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (3) 150,Erste Ausgabe. – Ronalds 392. Hirsch-H. IV, 567. Wheeler Gift 640: „The author disproves the electrical theories of Franklin as well as the affluent and effluent views of Abbé Nollet, experiments on statical electricity; also on magnetism.“ Handelt auch über die „influence du fluide électrique dans le traitement des maladies nerveuses“ (Untertitel). – Fleckig.

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– YELIN, J. (C.) VON, Ueber Magnetismus und Electricität als identische und Urkräfte. München, Lentner, (1818). 4°. 75 S. Pp. d. Zt. (fleckig). – Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 1382. – Selten. (158) 200,-

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– – Versuche und Beobachtungen zur nähern Kenntniss der Zambonischen trockenen Säule. München, Lentner, (1820). 4°. Mit lithogr. Tafel. 68, VIII S. Pp. d. Zt. (fleckig). (158) 150,-

– (SCHEINER, J.), Bau-Anlagen der Köln-Giessener Eisenbahn und der Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen. O. O., Dr. und J. (1865). Gr.-Fol. Mit gestoch. Titel und 47 Stahlstichtafeln (7 doppelblattgr., 1 gefalt., 1 altkolor.). 63 S. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Deckeltit. (wasserrandig, fleckig, beschabt und bestoßen). (99) 800,GK 12.10650 (10 Ex.). – Nicht bei Metzeltin, Hoeltzel und Engelmann. – Seltene, sehr aufwendig und detailreich illustrierte Dokumentation zum Bau der Bahnstrecke und ihrer gesamten Anlagen (Bahnhöfe, Tunnel, Brücken etc.), hergestellt im Auftrag der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft durch den Siegener Landschaftsmaler und Graphiker Jakob Scheiner (1820-1911). – In unserem Exemplar zwei weitere unnumerierte Tafeln eingebunden: „Geognostische Profile des Tunnels bei Niederschelden“ (mit kolorierten Profilschnitten) und „Ausmauerung des Tunnels bei Hop-

– WEBER, J., Vollständige Lehre von den Gesetzen der Elektricität und von der Anwendung derselben. Landshut, Weber, 1791. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 16 Bl., 368 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (75) 200,Vorlesungen aus der Naturlehre, Abhandlung 6. – Erste Ausgabe. – Ronalds 536. Poggendorff II, 1272. – Nicht bei Ekelöf und Wheeler-Gift. – Stark fleckig.

Nicht bei Metzeltin und Engelmann. – Hübsche Karte, bearbeitet von einem „Fürstlich Thurn und Taxis'schen Ober-Postamts-Secretär“. – Innendeckel mit Münztabelle. – Stellenweise gering gebräunt.

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Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 1382. – Frühe Erprobung und Weiterentwicklung der 1812 publizierten Erfindung Zambonis. – Auf starkem Papier gedruckt.

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ENCYCLOPÉDIE, ou dictionnaire universel raisonné des connoissances humaines. 42 Text-, 6 Supplement- und 10 Tafelbde. in 58 Bdn. Yverdon, o. Dr., 1770-80. 4°. Mit 1265 (davon 126 doppelblattgr. und 12 mehrf. gefalt.) Kupfertafeln und gefalt. Tabelle. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. sowie Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leichte Gebrauchsspuren). (44) 8.000,-

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Technik und Handwerk

Nr. 771

Lough 48-51. Poggendorff I, 731 (unter Felice). – Vgl. Brunet II, 701. – Auf der Grundlage der großen „Encyclopédie“ mit Zusätzen von F. B. Felice (Professor der Mathematik und Physik in Neapel). – „This work is much more an independent creation than the various reprints. – It is, however, abundantly clear that the Swiss Protestant editor and contributors gave the 'Encyclopédie d'Yverdon' a very different tone from that of the 'Encyclopédie' of Diderot and d'Alembert“ (Lough). – Ohne die S. 9-16 zu Kapitel XII in Bd. IV. – Die Tafeln in schönem kräftigen Druck, eine im weißen Rand hinterlegt. – Bd. XIX etw. wasserrandig; tls. leicht gebräunt und etw. fleckig. – Dekoratives und gut erhaltenes Exemplar. – Siehe Abbildung Tafel 20.

Der „Traité de mignature“ erschien 1674 erstmals in französischer Sprache und erlebte zahlreiche Auflagen (vgl. Goldsmith B 1667). Erst 1753 ins Deutsche übersetzt, aber sehr gefragt, kamen noch im selben Jahr eine zweite und 1766 eine dritte deutsche Ausgabe auf den Markt. – Fleckig, etw. gebräunt und wasserrandig.

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New edition of the work by Diderot with additions by F. B. Felice (professor of mathematics and physics at Naples). – Without pp. 9-16 to chapter XII in vol. IV. – The plates in beautiful strong impression, one backed in blank margin. – Vol. XIX a little waterstained; partly slightly browned and somewhat soiled. – Decorative and well preserved copy. – Contemporary calf with spine label and gilt back as well as contemporary half calf with spine label and gilt back (slight signs of wear). – See illustration on plate 20.

Erste Ausgabe. – Engelmann 201. Hamberger-M. IV, 253. – Fleckig und leicht gebräunt. – Selten.

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FARBEN – (BOUTET, C.), Anweisung zum Mignaturmahlen, vermittelst deren diese Kunst gantz leicht und ohne Lehrmeister zu begreifen, nebst vielen raren und geheimen hierzu gehörigen Kunst-Stücken. Ingleichen ein Planier- und Muschel-Gold und Silber, wie auch den rechten Chinesischen Verniß selber zu machen. 3. Aufl. Leipzig, Junius, 1766. 4 Bl., 112 S., 4 Bl. Mod. Pp. (83) 200,-

– KRATZENSTEIN, F. W., Practische Abhandlung von Verfertigung schöner und accurater Zeichnungen u. Riße, in der Feldmeß-, Artillerie-, Kriegs- und bürgerlichen Baukunst, worinnen deutlich gezeiget wird wie man solche nicht allein mit Bleystift, Tusch und Carmin schön aufreissen, sondern auch mit Farben illuminiren soll. Nürnberg, Raspe, 1766. 152 S., 4 Bl. Mod. Pp. (83) 200,-

FLACHAT, S., (L'industrie. Exposition de 1834). 2 in 1 Bd. (Paris, Tenré, 1834-35). 4°. Mit gestoch. Titel und 42 Abb. in verschiedenen Techniken auf 59 tls. gefalt. Tafeln. 2 Bl., 212, 160 S. Mod. Hldr. (7) 250,Erste Ausgabe. – Pollen 562. – Die Tafeln zeigen Porzellan, Glas, Möbel und Teppiche sowie technische Geräte. – Teile verbunden. – Wenige Tafeln mit kleinen Läsuren, tls. leicht gebräunt, etw. fleckig.

Technik und Handwerk

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HANDARBEITEN – GEHRING, R., Muster für weibliche Handarbeiten. Lief. II (von 2). Landshut, Thomann, (1880). Qu.-Gr.-Fol. Mit 8 Tafeln. 1 Bl. Leicht läd. Orig.-Broschur. (91) 150,Einzige Ausgabe, von größter Seltenheit (das einzige Exemplar im KVK ohne das Vorwort). – Beiliegt die erste Lieferung von Ebelings „Historisch-Grotesk-Komischem Bilder-Atlas“, ebenfalls in der ausnehmend reizenden Original-Broschur.

770

– LEANDER, CH., Die neuesten und elegantesten Stickmuster in Weiß. 2 Hefte. Erfurt, Hennings und Hopf, o. J. (um 1840). Qu.-8°. 12 gefalt. Bl. Beschäd. OPp.-Mäppchen. (158) 100,Hübsche Tafeln mit jeweils zwei Alphabeten verzierter Buchstaben. – Im zweiten Heft endet das Alphabet mit dem Buchstaben W, die zwölfte Tafel zeigt ein „B“ in zwei Varianten. – Einzelne Tafeln fleckig. – Beiliegt eine Dublette des zweiten Heftes mit identischer Kollation.

771

– (MEYN, ELISE), Muster-Blätter für Freundinnen der eleganten Stickerei. Hefte I und II (von 7) in 2 Bdn. Hamburg, Perthes und Besser, 1833-34. Qu.-Fol. Mit 31 (9 gefalt.) lithogr. Tafeln. 4; 2 Bl. Orig.-Brosch. (Rücken schadhaft, Ränder mit Läsuren, etw. fleckig). (50) 400,-

Nr. 773

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Seltenes Musterbuch, das von 1833-39 in sieben Heften erschien. Zu den Subskribenten zählen weibliche Vertreter des gehobenen Bürgertums von Norddeutschland und des dänischen Adels. – Vorhanden: Tafeln 1-15 und A; 1-15. – Das GV verzeichnet für Heft II eine abweichende Anzahl von 20 Tafeln; im Vorwort werden allerdings nur 15 Tafeln genannt. – Fleckig, gebräunt und wasserrandig. – Siehe Abbildung.

772

– NETTO, (J. F.), UND (L.) LEHMANN, Die Kunst zu stricken in ihrem ganzen Umfange. Neue durchaus umgearb. und verb. Aufl. Leipzig, Voß, 1804. Qu.-Fol. Mit kolor. gestoch. Titel und 50 (25 kolor.) Kupfertafeln. S. (III)-IV, 52 S. Stark läd. Pp. d. Zt. (50) 800,-

Ornamentstichslg. Berlin 1529 (ohne Bd. III). – Die reizende Folge von Stickmustervorlagen stammt vermutlich aus dem dreibändigen Werk Nettos, das von 1795-98 erschienen war. Wie üblich liegen die Tafeln in unkolorierter und kolorierter Fassung vor. Die kolorierten Tafeln dienten als Farbmuster, die unkolorierten als Durchstichvorlagen (sog. Bauschen). – Vorhanden Tafeln 1-18 von Bd. III. – Seitenränder etw. angestaubt und tls. leicht lädiert, fleckig. – Siehe Abbildung.

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Das mit goldgeprägtem Papier ausgestattete Innere birgt kleine Fächer für Fingerhüte und Nadeln sowie ein samtenes Nadelkissen. Die größeren verschließbaren Fächer lassen Raum für Nähutensilien (Garne, Knöpfe etc.). Kleine lithographierte Genreszenen in schönem Kolorit schmücken den Innendeckel, den äußeren ziert eine kolorierte lithographierte Ansicht des Brandenburger Tores. – Gebrauchsspuren.

Ornamentstichslg. Berlin 1537. – Komplette Folge des hübschen Musterbuchs mit Stick- und Strickvorlagen. Wie üblich mit der doppelten Folge der Tafeln, zum einen koloriert als Farbmuster, zum anderen unkoloriert als Durchstichvorlage (sog. Bauschen). – Titel, Vorwort und letzte Tafel mit Quetschfalten; tls. fleckig und mit kleinen Knickspuren. – Siehe Abbildung Tafel 21.

773

– (NETTO, J. F., Zeichen-, Mahler- und Stickerbuch zur Selbstbelehrung für Damen. Leipzig, Voss, 1798). Qu.-Fol. Daraus 36 tls. gefalt. (18 kolor.) Kupfertafeln. Stark läd. Interims-Broschur. (50) 200,-

HANDARBEITSKASTEN – Blindgepr. Pp. d. Zt. auf Holz mit mont. Rahmen auf dem Deckel (Außenmaße: 30 x 23 x 8 cm). Ca. 1840. (128) 300,-

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HARTTRODT, S. C., Sammlung von Kunststücken für Hausväter und Künstler. Breslau und Hirschberg, Korn, 1788. 4 Bl., 153 S. Brosch. d. Zt. (lädiert). (158) 150,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. III, 100. – Nicht bei Estreicher. – Seltene kleine Sammlung von Rezepturen aus dem Handwerksbereich. – Titel mit Besitzvermerk, teilw. fleckig.

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Technik und Handwerk

Nr. 777

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HEUSINGER VON WALDEGG, E., Die Kalkbrennerei und Cementfabrikation. 5. Aufl., bearb. von C. Naske. Leipzig, Thomas, 1903. Mit gefalt. Holzstichtafel. 8 Bl. (Anzeigen), 13 S., 1 Bl., 360 S., 12 Bl. (Anzeigen). OHldr. (beschabt und bestoßen). – Wenig fleckig. (15) 80,-

777

KUTSCHEN – NEUESTEN WIENER-WÄGEN und Pferdegeschirre, Die. Heft 3 der Reihe in 1 Bd. Wien, Müller, o. J. Qu.-4°. 11 (statt 12) kolor. Kupfertafeln mit beweglichen Teilen. Orig.Brosch. (kaum Gebrauchsspuren). (50) 300,-

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– Die junge Hausfrau vor der Toilette, am Nähund Putzmachertisch, als Wirthschafterin und Bewirtherin. Ilmenau, Voigt, 1827. 12°. Mit 2 lithogr. Tafeln. 10, 311 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Beschäd. Orig.-Broschur. – Tls. stärker fleckig. (90) 200,-

780

LÖSCHER, C. I., Erfindung einer Feuerspritze, welche ganz ohne Röhrwerk, ohne Kolben und Ventile, durch die Kraft zweier Menschen, eine überaus große Menge Wasser zu einer beträchtlichen Höhe in die Luft treibt. Leipzig, Crusius, 1792. 4°. Mit 7 gefalt. Kupfertafeln. 39 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (leicht beschabt). (152) 800,-

Aufwendig gestaltete Folge mit Kutschen-Darstellungen. – Laut GV erschienen von 1831-48 zwei Folgen mit insgesamt 15 Heften. – Vorhanden: die Tafeln 19-21 und 23-30. – Wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

778

L(EIDENFROST), CHARLOTTE, Handbüchlein zur angenehmen und nützlichen Beschäftigung für Damen. Ilmenau, Voigt, 1827. 12°. Mit 8 lithogr. Tafeln. 16, 342 S., 1 Bl. Mod. Pp. mit aufgezogener Orig.-Broschur (diese etw. lädiert). (90) 150,Anleitungen zum Zuschneiden, Nähen, Sticken, Klöppeln, Flechten, Stopfen etc. – Selten.

Einzige Ausgabe. – Poggendorff I, 1486. Engelmann 229. – Der Bergmeister und Erfinder Löscher (1750-1813) konstruierte „eine Feuerspritze, die auf dem Eintauchen eines breiten Trichters ins Wasser unter Druck beruhte“ (NDB XV, 64). – Titel gestempelt, eine Tafel mit unterlegtem Einriß, sonst schönes Exemplar. – Siehe Abbildung.

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LUEGER, O., Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. 7 Bde. Stuttgart, DVA, (1894-99). 4°. OHldr. (Bd. I beschädigt). (8) 150,Erste Ausgabe. – Vgl. Zischka 225. – Vereinzelt gering fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

Technik und Handwerk

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Nr. 780

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MAGIUS (MAGGI), H., De tintinnabulis liber postumus. F. Sweertius notis illustrabat. Hannover, Wechel für Marne und Aubrys Erben, 1608. Mit Druckermarke auf dem Titel und 6 meist blattgr. Textholzschnitten. 98 S., 7 Bl. Pgt. d. Zt. unter Verwendung einer spätmittelalterlichen Handschrift mit Hufnagelnotation (Gebrauchsspuren). (100) 2.000,Erste Ausgabe. – STC M 65. Eitner VI, 274. RISM B VI, 525. Jöcher-A. IV, 365. 7. – Vgl. Brunet 29045. – Eines der bedeutendsten älteren Werke zur Glockenkunde. – Der aus der Toskana stammende Jurist und Ingenieur verfaßte das Werk während seiner Haft in türkischen Gefängnissen, wo er 1572 hingerichtet wurde. – Die Holzschnitte zeigen die Glocken im Gebrauch, von der Musik über die Liturgie bis zum Strafvollzug, etwa einen Verurteilten auf dem Weg zur Hinrichtung oder einen Elefanten mit Halsglocke. – Siehe Abbildung. BEIGEB.: STRADA, J. DE, Epitome thesauri antiquitatum. Zürich, Gesner, 1557. Mit Druckermarke auf dem Titel und nahezu 500 Textholzschnitten mit Portrs. 36 Bl., 335 S. – Erste Züricher Ausgabe. – VD 16 S 9364. Dekesel S 72. Vischer K 10. – Vgl. CLC S 1837 (EA Lyon 1553). – Nicht im STC. – Chronik der Herrscher des ost- und weströmischen Reiches von der Antike bis zu Kaiser Karl V. – Als Vorlage der Holzschnitte dienten Münzen und Medaillen aus Stradas Sammlung.

(CODINUS, G.), Sapientißimi Curopalatae de officialibus palatii Constantinopolitani, & officiis magnae ecclesiae. (Heidelberg), J. Mareschal, 1588. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 423 (recte 523) S. – Seltene erste Ausgabe. – VD 16 C 4461 (verb. Neuaufnahme; irrig 425 S.). Adams C 2300. Barbier XI, 460. – Nicht im STC. – Das Werk wird Codinus, genannt Curopalata, der um Mitte des 15. Jahrhunderts in Konstantinopel lebte, wohl irrtümlich zugeschrieben. „Bien que l'ouvrage de Codinus ne soit qu'un simple catalogue, il n'en est pas moins très-important pour l'intelligence de l'histoire byzantine“ (Hoefer XI, 25). – Titel mit Ausschnitten (verso minimaler Buchstabenverlust) sowie Besitzeintrag von alter Hand: „Steinbrychelii“, wahrscheinlich ein Mitglied der Züricher Familie von Glockengießern und Theologen. Alle drei Werke stellenw. fleckig, unterschiedlich gebräunt. Vorsatz mit hs. Inhaltsverzeichnis. – Aus der Hofbibliothek Donaueschingen mit Laßbergs e. Besitzvermerk. First edition. – One of the most important older works on campanology. – Title with cut-outs (minor loss of letters on verso) and ownership entry by contemporary hand: „Steinbrychelii“, probably a member of the Zurich family of bell founders and theologians. – All three works here and there soiled, variable browning. – Endpaper with ms. list of contents. – From the court library Donaueschingen with Laßberg's personal ownership entry. – Contemporary vellum by using a late medieval manuscript with horseshoe-nail notation (signs of wear).

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Technik und Handwerk

Nr. 782

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Einzige Ausgabe. – Roosens-S. 10018. Heidtmann 05457. – Frühe Beschreibung des von David Brewster 1843 erfundenen Linsenstereoskops, gedacht „für Reconvalescenten und solche, welchen durch langandauernde Krankheiten der Genuß der freien Natur und der plastischen Kunstwerke entzogen ist“ (Titel). – Enthält am Ende eine Übersicht der lieferbaren Stereoskopbilder auf Glas (nach Städten und Ländern geordnet) und Adressen von zwei Händlern in Hamburg und Frankfurt, die solche Geräte und Bilder liefern konnten. – Gering gebräunt, wenig fleckig, zu Beginn leicht wasserrandig, unbeschnitten.

MITTERMEIER, L. L., Handbuch der Zeichnenund Malerkunst. Nach den Erfahrungen und Werken der vorzüglichsten Meister für Künstler und Dilettanten bearb. Nordhausen, Fürst, 1843. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. VI S., 1 Bl., 336 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (22) 200,Einzige Ausgabe. – Engelmann 250. Heidtmann 6083. – Behandelt werden alle Arten der Maltechniken, die Glasfärberei, das Daguerrotypieren und das Restaurieren von Gemälden. – Titel gestempelt, gebräunt, fleckig. – Selten.

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PELLETAN, (P.), Mémoire sur l'éclairage par le gaz tiré du charbon de terre. Paris, Dentu, 1817. Mit gefalt. Kupfertafel. 2 Bl., IV, 40 S. InterimsPp. d. Zt. (fleckig). (49) 200,-

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Einzige Ausgabe, selten. – Poggendorff I, 391. – Sitzungsbericht der Pariser Akademie der Wissenschaften vom Dezember 1816, vorgetragen von Pierre Pelletan (17821845), Professor der medizinischen Physik und Leibarzt Ludwigs XVIII. – Fleckig, gebräunt, unbeschnitten.

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PHOTOGRAPHIE – (BUCHER), Das Stereoscop und die Lichtbilder als die schönsten Eroberungen des fortschreitenden Erfindungsgeistes, beleuchtet vom Standpunkte der höheren Eubiotik. Augsburg, Geiger, 1858. 64 S. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (158) 300,-

– EDER, J. M., Ausführliches Handbuch der Photographie. Bde. I und II (von 4) in 1 Bd. Halle, Knapp, 1882-85. Mit 5 Tafeln und zahlr. Abbildungen. 542, 352 S. (26 Bl. zwischengeb.). Hldr. d. Zt. (Gelenke gebrochen, berieben und bestoßen). (20) 120,Erste Ausgabe. – Heidtmann 2522. – Vgl. Sennett 85: „A massive history of the invention of photographic processes. Highly technical, with a justifiable emphasis on German and Austrian scientific contributions.“ – Titel mit Besitzvermerk, Portr. rückseitig mit Notizen, gering gebräunt.

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PORZELLAN – RENNER, A., Die Porzellanmalerei in ihrem ganzen Umfange. 3. Aufl. Leipzig, Krappe, (1841). 66 S. Läd. Orig.-Broschur. – Titel gestempelt, fleckig. (158) 100,-

Technik und Handwerk

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– ROTTLINGER, K., Handbuch der PorzellanMalerei. Oder gründlicher Unterricht im Portraitieren und Landschaftmalen auf Porzellan. Quedlinburg und Leipzig, Basse, 1835. VI S., 1 Bl., 88 S. Pp. d. Zt. (beschabt). (22) 100,Einzige Ausgabe. – Engelmann 313. – Titel gestempelt und mit Besitzvermerk, fleckig, etw. gebräunt. Auf den Vorsätzen von mehreren Händen in Kurrentschrift Ergänzungen zum Brennen und Polieren.

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QUETIN, V., Le magasin de meubles. Nr. 6. Paris, um 1860. Qu.-4°. Mit 112 (statt 114) kolor. lithogr. Tafeln. 1 Bl. Beschäd. Hldr. d. Zt. (49) 200,Muster- und Vorlagenbuch für Sitzmöbel aller Art. – Es fehlen die Tafeln 3 und 22. – Vorsätze beschädigt, Titel mit Eckausriß (ohne Textverlust), mit Marginalien, meist in Bleistift, tls. etw. fleckig.

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SCHIFFAHRT – FERNÁNDEZ DURO, C., Disquisiciones nauticas. 6 Bde. Madrid, Aribau, 1876-81. Mit gefalt. lithogr. Plan. Orig.-Brosch. (3 Bde.), Ldr. d. Zt. (2 Bde.) und mod. Lwd. (Gebrauchsspuren). (21) 800,Erste Ausgabe. – Palau 88.360. – Nicht im Katalog des Scheepvaart Museums. – Sammlung von Abhandlungen zur Geschichte der Schiffahrt, mit deutlichem Schwerpunkt auf der Geschichte der spanischen Schiffahrt; verfaßt vom Kapitän und gelehrten Historiker Cesáreo Fernández Duro (1830-1908), aus dessen Feder mehr als 400 Veröffentlichungen flossen. – Seine Disquisiciones nauticas sind in einigen Teilen bis heute grundlegend, etwa die Untersuchung über „Saludos y etiquetas en la mar“ in Bd. III (S. 7-189) mit zahlr. Quellenbelegen oder das Verzeichnis „Nómina de fabricadores, maestros, ingenieros y escritores de arquitectura naval, aparejo y velámen“ in Bd. V (S. 267-412). – Gebräunt; die broschierten Bde. unbeschnitten. – Auf den Vortiteln der Bde. II, III, IV und VI eigenhändige Widmungen von Fernández Duro an 3 unterschiedliche Empfänger.

Nr. 792

792

Erste Ausgabe. – De Backer-S. IV, 479, 3. Poggendorff I, 1147. Röding 75. Scheepvaart Mus. 744 und 925. – Hoste (1652-1700), Jesuit und Professor der Mathematik in Toulon seit 1689, begleitete die Marschälle d'Estrées und Tourville zwölf Jahre lang auf ihren Seefahrten. – Die dekorativen Tafeln von Demasso, Bouchet, M. Ogier und Cars zeigen Flottenformationen, Schlachtordnungen und Manöver auf hoher See und im Küstenbereich, die Falttafeln mit schematischen Darstellungen und Konstruktionszeichnungen. – Gebräunt und stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung.

DAZU: SAMMLUNG von ca. 30 Werken in ca. 35 Bdn. zur Geschichte der Schiffahrt, der Nautik und der Piraterie. 1829-1983. – Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). – Abhandlungen in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache.

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– FONTOURA DA COSTA, A., A marinharia dos descobrimentos. 2. ed. correcta e levemente aumentada. Lissabon, Agência Geral das Colónias, 1939. Mit 34 tls. gefalt. Tafeln. 532 S., 2 Bl. Mod. Hldr. (beschabt) mit eingeb. Deckeln der Orig.Broschur. (21) 200,Vgl. Scheepvart Mus. 711 (EA 1933). – Monographie über die Nautik der Entdecker. Im Anhang eine „Bibliografia náutica portuguesa até 1700“. – Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, Lage 13 kopfstehend eingebunden, Schnitt braunfl.; seitlich und unten unbeschnitten, tls. unaufgeschnitten.

– HOSTE, P., L'art des armées navales, ou traité des evolutions navales. (Théorie de la construction des vaisseaux). 2 Tle. in 1 Bd. Lyon, Amisson & Posuel, 1697. Fol. Mit wdh. gestoch. Titelvign., 10 gestoch. Kopfvign., 10 gestoch. Initialen, 145 Kupfertafeln (134 in Pag., 11 gefalt.). 7 Bl., 424 S., 6 Bl., 172 S., 2 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (49) 4.000,-

First edition. – The decorative plates by Demasso, Bouchet, M. Ogier and Cars show naval and battle formations as well as manoeuvres on the high seas and at the coastal area, the folding plates with diagrams and construcion drawings. – Browned and soiled here and there. – Contemporary damaged calf with spine label and gilt back. – See illustration.

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– LISBOA, JOÃO DE, Livro de marinharia. Tratado da agulha de marear. Codice do seculo XVI copiado e coordenado por J. I. de Brito Rebello. Lissabon, Silva, 1903. Mit zahlr. Abb. 82, 305 S., 2 Bl. Läd. Hldr. d. Zt. – Leicht gebräunt. (21) 120,-

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Technik und Handwerk

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– MARFELS'SCHE UHREN-SAMMLUNG umfassend interessante Taschen-Uhren seit Erfindung derselben, Die. Frankfurt, Kühl, (1889). Qu.-Fol. Mit 48 Lichtdrucktafeln. 2 Bl., 31 Sp. OHlwd. (fleckig, beschabt und bestoßen). (120) 150,Erste Ausgabe. – Im selben Jahr erschien auch noch eine stark gekürzte Variante mit nur 18 Tafeln. – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk in Tinte, Vorsatz und Titel mit Knickfalte, stellenw. etw. fleckig und mit leichten Stauchspuren, tls. gering gebräunt.

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WASSERBAU – GUMPPENBERG, J. VON, Der Wasserbau an Gebirgsflüssen. Augsburg, Rieger, 1854. 4°. Mit 5 gefalt. lithogr. Tafeln. VIII, 83 S. OPp. (fleckig und bestoßen). (72) 250,Enthält einen sehr schönen Plan von der Einmündung der Wertach in den Lech. – Auf dem Vorderdeckel der neu gesetzte Titel mit Zierumrahmung: „Neue Ausgabe. Augsburg, Rieger, 1860.“ – Braunfleckig.

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SCHUBERT, G. S., Der ökonomische Künstler. Oder neuentdeckte Geheimnisse für Künstler, Professionisten, Jäger, Haus- und Landwirthe. Neueste (6.) verb. und verm. Aufl. Coburg und Leipzig, (Sinner), 1827. XXXVI, 363 S. Läd. Pp. d. Zt. (17) 120,Vgl. Engelmann 298 und Lindner 1857. – Erstmals 1795 erschienenes „Not- und Hilfsbuch“, verfaßt unter dem Pseudonym Georg Sebastian Schubert von Johann Christian Daniel Sinner (gest. 1819; die EA nicht bei Böning-Siegert). – Mit vielen Ratschlägen und Rezepten für Küche, Haus, Garten und Landwirtschaft, darunter zahlreiche Hausmittel gegen Krankheiten von Mensch und Vieh, Mittel zur Verbesserung von Tabak, Wein und Bier und Empfehlungen für die Konservierung von Lebensmitteln und die AltpapierAufbereitung. – Etw. fleckig, leichte Gebrauchsspuren.

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TEXTILIEN – „BUNTE BESÄTZE“ (Deckeltitel). O. O. und J. (ca. 1920). Fol. Mit ca. 500 mont. Posamentenmustern auf 75 Kartonbl. Leporello mit Lwd.-Deckeln (leichte Gebrauchsspuren). (38) 120,Musterbuch wohl eines Handelsvertreters; enthält Zierbänder, Borten und Spitzen aus verschiedenen Materialien für den Besatz von Kleidung, Polstermöbeln und anderen Heimtextilien. – Stellenw. mit Stockflecken, wenige Einrisse.

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UHREN – KRUMM, G. A., Leitfaden für den Fachunterricht an Uhrmacher-Fachschulen und -Fachklassen sowie zum Selbstunterricht. 8 Bde. Berlin, Strauss, Vetter & Co., 1929-30. Mit zahlr. Abb. OPp. (lichtrandig, Gebrauchsspuren). (7) 400,Erste Ausgabe. – Fliegender Vorsatz gestempelt, minimal fleckig.

– (LECCHI, G. A.), Considerazioni intorno alla terza diversione del Torrente Redefosso per il nuovo Cavo progettato al di sotto de' Mulini della Vecchiabbia. (Mailand 1763). 4°. Mit beikolor. Kupferstichkarte. 95 S. Interims-Brosch. d. Zt. (fleckig). (49) 200,De Backer-S. IV, 1635, 18. – Die Karte liegt lose bei. – Vorsatz mit hs. Besitzeinträgen, anfangs fleckig.

800

– WAGNER, C. F., Anweisung zu Erhaltung der Dämme bei Stromergießungen und Eisgängen. Grimma, Göschen-Beyer, 1827. Mit 13 (12 altkolor.) Kupfertafeln. 3 (statt 6?) Bl., 195 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (72) 120,Erste Ausgabe. – Engelmann 420. – Die Tafeln zeigen Deichanlagen, Werkzeuge und Baumaterial. – Zur Kollation: Vorhanden sind Titel, Widmung und Inhalt (jeweils 1 Bl.). – Titel gestempelt, wenig fleckig.

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WEBEREI – (DANIELI, B., Vari disegni di merletti inventati ed intagliati. Bologna, Parisini und Negroponte, 1639). Qu.-4°. 9 (statt 12?) radierte Tafeln (ohne den gestoch. Titel, die gestoch. Widmung und den Text). Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, gebräunt, berieben und bestoßen). (50) 800,Erste Ausgabe, von größter Seltenheit. – Lotz 149 (Ex. mit 12 Blättern, gestoch. Titel und gestoch. Widmung). Ornamentstichslg. Berlin 1655 (Widmung und 6 Blätter). – Das dritte von Bartolomeo Danieli verfaßte Musterbuch mit Vorlagen zum Spitzenhäkeln. Unser Exemplar enthält insgesamt 26 Vorlagen für Spitzenbordüren als Umrandung von Tüchern und Decken, teils in Einzelmotiven als Elemente für Rapports, teils in größeren Einheiten dargestellt. Eine Tafel zeigt die komplizierte Form einer Bordürenecke mit angehängten Spitzen in floralen Motiven. – Lotz vermutet insgesamt 14 Blätter Radierungen und hält auf Grund zweier verschiedener Widmungsblätter zwei Ausgaben des Jahres für möglich. Offenbar lassen sich nur sehr wenige, sämtlich inkomplette Exemplare nachweisen (über den

Technik und Handwerk

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Nr. 803

KVK nur die spätere Ausgabe von 1641, Lotz führt drei weitere Exemplare mit je fünf, sieben und neun Blättern an). – Kräftige, tls. ein wenig unsaubere Abdrucke mit leichtem Plattenton. – Der fehlende Titel alt in sauberer Handschrift ergänzt mit dem Hinweis „Copiato dai framenti del frontispizio originale“. – Tls. fleckig, wasserrandig und gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 185. First edition, extremely rare. – The third pattern book written by Bartolomeo Danieli with patterns for lace crochet. Our copy contains altogether 26 models for lace borders as edging of sheets and tablecloths. – Only very few, all incomplete copies, can obviously be located (via KVK only the later edition of 1641, Lotz mentions another three copies with five, seven or nine leaves). – Strong, partly unclean impressions with light surface tone. – The missing title replaced in former times in neat handwriting with the note „Copiato dai framenti del frontispizio originale“. – Partly soiled, waterstained and browned. – Contemporary limp vellum (soiling, browning, rubbing and scuffing). – See illustration on page 185.

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– (ZIEGLER, M., UND N. LUMSCHER), Neuhervorkommendes Weber Kunst und Bild Buch. Sampt einem Farb Büchlein. Tl. I (von 4). Kulmbach, Lumscher, 1720. Qu.-4°. Mit 36 (2 gefalt.) Kupfer- und 12 Holzschnitt-Tafeln. 24 Bl. Mod. Hpgt. (50) 800,Ornamentstichslg. Berlin 1661. – Vgl. Siegelaub 362 (Ausg. Augsburg und Ulm 1677). – Nicht bei Lotz. – Das zuerst 1677 in einem Band erschienene Buch des „Kölschwebers“ Marx Ziegler über die Webkunst, hier in der zweiten Neuauflage durch den Kulmbacher Verleger Nathanael Lumscher, der dem Grundwerk bis 1735 noch drei weitere Teile angehängt hat. Die erste bei Lumscher erschienene Ausgabe wurde 1709 gedruckt. – Nach Siegelaub war das 1677 er-

schienene Grundwerk wohl das erste mit einer größeren Anzahl von Stoffmusterbögen illustrierte Buch (in der Erstausgabe allein durch Holzschnitte). Dieses ist von größter Seltenheit, da die Exemplare im alltäglichem Gebrauch verschlissen wurden. Die Neuauflage Lumschers ist zwar nicht so selten wie die Erstausgabe, von der weltweit nur einzelne Exemplare bekannt sind, doch immer noch sehr rar. Typographisch ist der Druck eng an die bei Koppmeyer in Augsburg gedruckte Erstausgabe angelehnt. Über Marx Ziegler ist biographisch außer seinem Beruf nur überliefert, daß er 1683, der Falschmünzerei überführt, aus Ulm floh. – Das vorliegende Exemplar diente bis ins frühe 19. Jahrhundert einer Weberfamilie als Musterbuch (mit einzelnen Zeichnungen von Webmustern sowie einigen Familieneinträgen auf den letzten Blättern). – Die große gefaltete Kupfertafel von J. P. Demleuttner zeigt eine Stickerei mit dem Abrahamsopfer, die zweite Blumenmuster. Die übrigen Kupfertafeln und Holzschnitte mit geometrischen Webmustern. – Titel mit kleinem, restaurierten Ausriß (geringer Buchstabenverlust), Titel und mehrere Bl. mit Randläsuren, etw. gebräunt, leicht fleckig. – Siehe Abbildung. The book by the „Kölschweber“ Marx Ziegler on the art of weaving first published in one volume in 1677, here in second reprint by the Kulmbach publisher Nathanael Lumscher. The reprint by Lumscher is not as rare as the first edition of which only a few copies are known worldwide, nevertheless it is quite scarce. As to typography the issue is in the style of the first edition printed by Koppmeyer at Augsburg. – The present copy was used as pattern book by a weaver's family till the early 19th century (with some drawings of weaving patterns and some family annotations on the last leaves). – The large folded copperplate by J. P. Demleuttner shows an embroidery with Abraham's sacrifice, the second floral patterns. The other copperplates and woodcuts with geometrical weaving patterns. – Title with small restored tear-out (minor loss of letters), title and several leaves with marginal damages, a little browned, slightly soiled. – Modern half vellum. – See illustration.

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Technik und Handwerk

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WÖLFER, M., Der Bau- und Meubel-Schreiner oder Elementar-Schule der zeichnenden schönen Baukunst zur Beherzigung und Anwendung für kunsteifrige Tischler. Zuerst 1828 hrsg. von Marius Wölfer. Jetzt aber gänzlich umgearb. und verm. durch Carl Matthaey. Ilmenau, Voigt, 1830. Qu.-Fol. Mit 10 lithogr. Tafeln. 2 Bl., 12 S. Orig.Brosch. (leicht fleckig und mit Kritzeleien mit Bleistift). (91) 600,Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 1216 (EA 1828). – Mit Darstellungen von Türen und Fenstern, Stühlen und Tischen etc. – Vorhanden: die Tafeln 1-9, Tafel 1 doppelt vergeben. – Tls. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

804

Nr. 804

ZUBLER, L., Fabrica et usus instrumenti chorographici. Basel, L. Regis, 1607. 4°. Mit gestoch. Titelbordüre, ganzseit. Wappenkupfer und 13 großen Textkupfern. 2 Bl., 34 S. Mod. Hldr. (fleckig). (110) 600,Erste lateinische Ausgabe (im Jahr der deutschen EA). – Poggendorff II, 420. Roller-G. II, 607. Libri rari 311. Wellcome I, 6819. – Die reizvollen Kupfer zeigen Vermessungsvorgänge in landschaftlicher Staffage und sind tlw. auch kostümgeschichtlich interessant. – Leonhard Zubler (gest. 1611) war Goldschmied und Mathematiker in Zürich (vgl. HBLS VII, 688). Laut DSB (II, 419) hat er sich in der Nachfolge Albertis und Dürers eingehend mit der Zentralperspektive befaßt und entsprechende Instrumente konstruiert, die z. T. Vorläufer der bekannten Branderschen Meßinstrumente waren. – Tls. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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199

Bibliographie

Nr. 894

805

AMAT DI SAN FILIPPO, P., Bibliografia dei viaggiatori italiani. Ordinata cronologicamente. Rom 1874. XXII, 143 S., 1 Bl. Mod. Lwd. mit eingeb. Deckeln der Orig.-Broschur. – Erste Ausgabe. – Unbeschnitten. (21) 150,-

806

APROSIO, A., La biblioteca Aprosiana. 2 Tle. in 1 Bd. Bologna, Manolessi, 1673. 12°. Mit gestoch. Frontisp. 50 S., 5 Bl., 733 (recte 682) S. Ohne Einband. (54) 500,Erste Ausgabe. – Besterman 3213. Melzi I, 69. Haym 162, 6 (Antivigilmi): „Rara.“ Breslauer-F. 67: „A characteristic example of the eccentricities in which some of the bibliographers of the Baroque period indulged. Although the work ends with the letter C, and remained incomplete, the large number of entries makes it one of the earliest and most comprehensive select bibliographies of Italian literature.“ – Der zweite Teil mit Zwischentitel „La Biblioteca Aprosiana cantata da Pier Francesco Minozzi.“ – Der Augustiner-

mönch Angelico Aprosio, auch bekannt unter dem Pseudonym Cornelio Aspasio Antivigilmi, stiftete seine Sammlung der Kirche in Ventimiglia an der italienischen Riviera, wo sie heute noch fortbesteht. – Das Frontispiz gewährt einen Blick in das Innere der Bibliothek. – Stellenw. fleckig und wasserrandig. – Siehe Abbildung.

807

BOGENG, G. A. E., Die großen Bibliophilen. Geschichte der Büchersammler und ihrer Sammlungen. 3 Bde. Leipzig 1922. 4°. Mit zahlr. Abb. auf Tafeln. 4 Bl., 512; XVI S., 125; 4 Bl., 248 S. OLwd. (Rücken minimal fleckig) in Pp.-Schuber. – Geringe Altersspuren. (7) 200,-

808

BREITKOPF, J. G. I., Versuch den Ursprung der Spielkarten, die Einführung des Leinenpapieres, und den Anfang der Holzschneidekunst in Europa zu erforschen. 2 Tle. in 2 Bdn. Leipzig, Selbst-

200

Bibliographie

First edition, very rare with both parts. – One of the first books dealing systematically with playing-cards, their manufacturing, their use and history. – Somewhat browned, partly with stronger brown stains and foxing, part I partly untrimmed. – Modern half calf in the style of the epoch in cardboard slipcase.

809

BRIXEN – (QUIRINI, A. M.), Specimen variae literaturae quae in urbe Brixia eiusque ditione paulo post typographiae incunabula florebat. 2 Tle. in 1 Bd. Brixen, Rizzardi, 1739. 4°. Mit gestoch. Titelvign. 6 Bl., 172 S., 8 Bl., 348 S. Pgt. d. Zt. (54) 250,Bigmore-W. II, 235. Brunet IV, 1034: „Ouvrage fort curieux, quoique incomplet.“ Ebert 18503: „Unvollendet. Es standen ihm reiche Quellen, namentlich die Vaticana, zu Gebote, und daher bieten seine rohen Materialsammlungen sehr schätzbare einzelne Notizen.“ – Die Titelvignette zeigt eine Ansicht von Brixen. – Mehrfach blindgestempelt. – Mit gestoch. Wappen-Exlibris. – Breitrandiges, insgesamt sehr sauberes Exemplar.

810

CYPRIANUS, E. S., Bibliotheca Cyprianica. Leipzig, Knoch, 1733. 15 Bl., 984 S., 30 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken etw. brüchig, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (39) 300,Georgi I, 352. – Vgl. Loh II, 17. Slg. Krieg 286 (Ausg. 1732): „Das beste Verzeichnis der etwa 15 000 Bände umfassenden Bibliothek des berühmten Theologen und Philosophen. Ein erstes Verzeichnis erschien 1725. Nach Cyprians Tod wurden die Bücher 1746 in Gotha versteigert.“ – Kaum gebräunt. – Beiliegen die Bände III und VI der Bibliotheca historico-philologico-theologica, Bremen 1719-20 und 1722-23.

Nr. 806

811

DEUTSCHER DRUCKER. Illustrierte Monatsschrift für Druck, Reproduktion, Papierverarbeitung, Graphik und Werbung. Jg. 48/4-49/6 (= 15 Hefte) in 1 Bd. Berlin, Boehme, 1942-43. Fol. Mit zahlr. Beilagen. Hlwd. d. Zt. (beschabt und bestoßen) mit mont. Orig.-Broschur. – Vorsatz mit Exlibris, Hefte in sich verbunden. (7) 150,-

812

DIBDIN, TH. F., A Bibliographical Antiquarian and Picturesque Tour in France and Germany. 3 Bde. London, Shakspeare Press, 1821. Mit 82 Tafeln in verschied. Techniken und zahlr. Abb. im Text. 2 Bl., XXV S., 3 Bl., 462, LXXIX S.; 1 Bl., 555 S.; 1 Bl., 622 (recte 618), LXII S. Spät. Hlwd. mit Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). (88) 150,-

vlg. (und Roch), 1784-1801. 4°. Mit 14 num. Kupfern auf 12 (8 mehrf. gefalt.) Tafeln. 2 Bl., 136; XXII, 218 S. Mod. Hldr. im Stil d. Zt. in Pp.-Schuber. (50) 2.500,Erste Ausgabe, sehr selten mit beiden Teilen. – Bigmore-W. I, 81. Hargrave 371. – Eines der ersten Bücher, in dem systematisch Spielkarten, ihre Herstellung, Verwendung und Geschichte behandelt sind. „A learned and practical treatise on the origin of playing-cards, the introduction of paper made from linen into the various countries of Europe, and the invention of wood-engraving, with many citations of authority for the statements made. The plates are very curious.“ – Der zweite Teil wurde von Roch aus dem Nachlaß herausgegeben und mit einer Vorrede versehen, mit einem zweiten Untertitel: „Beyträge zu einer Geschichte der Schreibekunst“, und enthält: Von der Holzschneidekunst in Europa (S. 1-18 und 151-176). Kurze Geschichte der (Schön-)Schreiberey (19-79). Versuch einer Geschichte der Bildschnitzerey und der Bildtreiberey in den Kirchen (80-82). Ueber die Geschichte der Mahlerey in den Kirchen (83-131). Ueber Glasmalerey (132-144). Malerey in Handschriften (145-150). Danach schließt sich ein ausführliches Register an. – Etw. gebräunt, tls. stärker braun- und stockfl., Tl. I teilw. unbeschnitten.

Erste Ausgabe. – Windle-P. A 38a. Jackson 48. Brunet II, 682: „De toutes les productions de Dibdin, celle-ci nous parait être la plus originale, comme elle est aussi une des plus précieuses par les nombreuses gravures qui l'enrichissent et en augmentent l'intérêt.“ – Die Tafeln mit Porträts und Ansichten von Wien, Heidelberg, München u. a. Städten. – Es fehlt die Ansicht von Stuttgart; die Tafel mit Dürers Haus ist doppelt vorhanden. – Innengelenke gebrochen, Band I stärker wurmspurig, stellenw. etw. fleckig.

Bibliographie

813

EINBÄNDE – ADAM, P., Lebenserinnerungen eines alten Kunstbuchbinders. Leipzig, Verlag Meister der Einbandkunst, 1925. 237 S., 1 Bl. Gelbes Ldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (wenig fleckig und beschabt). (6) 100,-

823

– BIBLE MORALISEE. Faksimile und Kommentar. Graz und Paris 1973. Fol. OLdr. und OHldr. (102) 600,-

824

– BIBLIA, Das ist: Die gantze Schrifft. Alten und Newen Testaments. (Nachdruck der Straßburger Ausgabe 1630). Faksimile und Kommentar. Berlin 2003. Fol. OLdr. und OLwd. – Beiliegen Faksimile und Kommentar der „Biblia“ (Lachen 1993). (5) 200,-

825

– BIBLIA SACRA MAZARINEA. Faksimile der Gutenberg-Bibel, Exemplar der Bibl. Mazarine Paris. Faksimile und Begleitbuch von C. Galantaris. Münster 2004. OPp. (115) 200,-

826

– BONER, U., Der Edelstein. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1972. 4°. OLdr. und OHldr. (6) 150,-

827

– BRAUN, G., UND F. HOGENBERG, Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt. (Nachdruck der Ausgabe Köln 1574-1618). 6 Bde. und 6 Kommentarhefte. Plochingen und Stuttgart 1965-70. Fol. OLdr. in OPp.-Schubern. (6) 500,-

828

– BRÜSSLER STUNDENBUCH, DAS. Faksimile und Kommentar. Luzern 2006. Fol. OLdr. und OHldr. – Beiliegt Raymond Cazelles „Stundenbuch des Duc de Berry“ (Luzern 1988). (5) 1.500,-

829

– CELLARIUS, A., Harmonia macrocosmica seu Atlas universalis et novus. Berlin 2006. Gr.-Fol. OLdr. (5) 200,-

Nr. 88 von 300 Ex. der ersten Ausgabe. – Beiliegen vom selben Autor „Die einfachen handwerksmässigen Buchbinderarbeiten“ (Halle 1924).

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EXLIBRIS – SAMMLUNG – 35 Exlibris und Bibliotheksmarken, auf 20 Trägerkartons montiert, vorwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jhdt. Lose in Mappe. (79) 100,FAKSIMILEWERKE – ÄLTERE GEBETBUCH MAXIMILIANS I., DAS. Faksimile und Kommentar in 1 Bd. Graz 1973. OLdr. (wenig beschabt). (35) 80,– AESOPUS, Vita et fabulae. (Nachdruck der Ausg. Ulm 1476). Faksimile und Kommentar. Ludwigsburg 1992. Fol. OLdr. und Orig.-Broschur. (115) 200,– BAMBERGER APOKALYPSE. Ausgewählte Miniaturen. Mit Kommentar. Frankfurt 1961. Fol. Lose Bogen in OHlwd.-Mappe in OPp.-Schuber. – Sarkowski 95. (146) 100,-

818

– BEATTY ROSARIUM, DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 1986. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (102) 200,-

819

– BENING, S., Das Blumen-Stundenbuch. Faksimile und Kommentar. Luzern 1991. OSamt in OPlexiglas-Schuber. (5) 1.000,-

820

– – Flämischer Kalender. Faksimile (ohne Kommentar). Luzern 1987. OSamt in OPlexiglas-Schuber. – Beiliegt das vorläufige Kommentarheft. (5) 300,-

821

– BERLINER STUNDENBUCH der Maria von Burgund und Kaiser Maximilians. Faksimile und Kommentar. Lachen 1999. OSamt und OLwd. in OSamt-Kassette. (5) 800,-

822

– BIBEL LUDWIGS DES HEILIGEN, DIE. Faksimile und Kommentar. Graz 1995. Fol. OLdr. in OLwd.-Kassette und OLwd. (Deckel mit Schabspur). (35) 150,-

201

Beiliegen die „Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt von Georg Braun und Franz Hogenberg“ (Berlin 2006) sowie der „Mercator-Atlas“ (Zürich 1980).

830

– DIVINA COMMEDIA, LA, di Alfonso d'Aragona. Faksimile und Kommentar. Modena 2006. Fol. OSamt in OSeiden-Kassette und OPp. – Mit der Replik des originalen Wappeneinbandes. (115) 3.000,-

831

– DROGO-SAKRAMENTAR. Faksimile (ohne den Kommentar). Graz 1974. 4°. OLdr. (35) 150,-

832

– EGBERT-CODEX, DER. Faksimile und Kommentar. Luzern 2005. Fol. OSeide und OLwd. in OLwd.-Kassette. – Mit Replik des Stifterporträts aus dem Mettlacher Kreuzreliquiar. (5) 2.000,-

202

Bibliographie

833

FAKSIMILEWERKE – EVANGELIAR HEINRICHS DES LÖWEN, DAS. Faksimile und Kommentar. (Frankfurt, Insel, 1988-89). Fol. OLdr. in OSeidenkassette mit Prunkdeckel und Orig.-Schuber. (145) 5.000,-

834

– FRIEDRICH II., De arte venandi cum avibus. Faksimile und Kommentar. Graz 1969. Fol. OLdr. und OHldr. in OHldr.-Schuber. (14) 1.200,-

835

– GASTON PHOEBUS, Le livre de la chasse. Manuscrit français 616 der Bibliothèque Nationale. Faksimile und Kommentar. Graz 1976. Fol. OLdr. und OLwd. (14) 600,-

836

– GEBETBUCH DES HERZOGS JOHANN ALBRECHT von Mecklenburg. Faksimile und Kommentar. (Gütersloh 2006). Fol. (5) 1.000,-

837

– GEBETBUCH KARLS DES KÜHNEN, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 2007. OSamt und OLwd. in OPlexiglas-Kassette. (5) 1.500,-

838

– GEBETBUCH KARLS V., DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 1976. OSamt und OPp. in OLwd.-Kassette. – Beilage. (35) 200,-

839

840

– GOTTFRIED VON STRASSBURG, Tristan und Isolde. Mit der Fortsetzung Ulrichs von Türheim. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1979. 4°. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (102) 100,-

– LANDGRAFENPSALTER, DER. Faksimile und Kommentar. Graz 1992. 4°. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Schuber (leicht fleckig). (74) 800,-

845

– LEKTIONAR ZU DEN FESTEN der Heiligen Benedikt, Maurus und Scholastika. Faksimile und Kommentar. Zürich 1981. Fol. OHldr. in OHolz-Schuber. (24) 1.800,-

846

– LIBER PRECUM. Faksimile und Kommentar. Graz 2003. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (35) 400,-

847

– LONICER, A., Kreuterbuch. Naunhof 1934. Fol. OPgt. – Beiliegt der Reprint von Cordos „Dispensarium pharmacorum“ (1969). (75) 150,-

848

– LORSCHER EVANGELIAR, DAS. Faksimile (ohne den Kommentar). Luzern 2000. Fol. OHldr. in OLdr.-Kassette – Mit Replik des originalen Prunkdeckels. – Siehe Abbildung. (200) 4.000,-

849

– MANUALE (PSALTERIUM) St. Ruperti. Faksimile (ohne den Kommentar). (Graz 2007). OHolz in OLdr.-Kassette. (35) 600,-

850

– MIRANDOLA-STUNDENBUCH um 1499, Das. Faksimile und Kommentar. Zürich 1995. OSamt und OLwd. in OSeide-Kassette. (5) 600,-

851

– OFFIZIUM DER MADONNA, DAS. Faksimile und Kommentar. Zürich 1984. OLdr. und OLwd. (wenig fleckig) in OLwd.-Kassette. (102) 200,-

852

– OTTHEINRICH-BIBEL, DIE. Faksimile und Kommentar. Luzern 2002. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. in OLwd.-Kassette und OHldr. (5) 2.000,-

853

– PASSIO KILIANI. Faksimile und Kommentar. Graz 1988. 4°. OLdr. und OLwd. in OPp.-Schuber. (35) 100,-

854

– RICHENT(H)AL, U. VON, Das Concilium. (Meersburg, Hendel, 1936). Fol. Mit zahlr. kolor. Abb. OPgt. (75) 180,-

855

– SCHEDEL, H., Buch der Chroniken. (Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1493). Leipzig 1933. Gr.-Fol. OPgt. (75) 200,-

– GROSSE BIBLIOTHEKEN DER WELT. Schätze der russischen Nationalbibliothek. 10 faks. Tafeln und Kommentar. Berlin 2007. Fol. OLdr. (5) 250,Drei Beilagen, darunter „Schätze der British Library“ (Lachen 1993) und „Die große europäische Buchmalerei“ (Lachen 1981).

841

– GUIDO DE COLUMNIS, Der trojanische Krieg. Faksimile und Kommentar. Gütersloh und München 2007. Fol. OLdr. und OLwd. in OPlexiglas-Kassette. (115) 3.000,-

842

– HEIDELBERGER BILDERHANDSCHRIFT des Sachsenspiegels, Die. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1970. Fol. OHpgt. in OPp.Schuber (etw. berieben). (102) 150,-

843

844

– KAISER MAXIMILIANS I. GEBETBUCH. Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Wien 1907. Fol. Mod. Pgt. (6) 120,-

Bibliographie

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Nr. 848

856

– – Weltchronik. Mit Kommentar. Leipzig 1990. Gr.-Fol. OPgt. und Orig.-Brosch. in OPp.-Schuber. (115) 500,-

857

– SEPTEMBERBIBEL, DIE. Das Neue Testament deutsch von Martin Luther. Mit einer Einleitung von J. Köstlin. Berlin 1883. Fol. OLdr. (leicht beschabt). (6) 100,-

858

859

– SPLENDOR SOLIS. Faksimile und Kommentar. Gütersloh und München 2005. Fol. OLdr. und OLwd. in OSamt- Kassette. (5) 600,– STEPHAN LOCHNER GEBETBUCH. 1451. Faksimile und Kommentar. Lachen und Stuttgart 1989. 12° und 4°. OLdr. und OPp. in OSamt-Kassette. (5) 600,-

860

– STUTTGARTER BILDERPSALTER, DER. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1965-68. Fol. OPgt. (Deckel des Kommentars leicht aufgebogen). (102) 400,-

861

– TACUINUM SANITATIS. Faksimile und Kommentar. Graz 1984. 4°. OLdr. und OPp. in OPp.-Schuber. (102) 150,-

862

– WANDALBERT VON PRÜM, Das Reichenauer Martyrologium für Kaiser Lothar I. Faksimile und Kommentar. Zürich 1997. OHldr. und OLwd. in OPlexiglas-Schuber. (102) 100,-

863

– WESSOBRUNNER GEBET. (München, Wolf, 1922). 4°. 98 Bl. OLdr. auf Holzdeckeln mit 8 Metallbeschlägen (minimal beschabt). – Ohne das Textheft. (86) 300,-

864

– YSTOIRE DU BON ROI ALEXANDRE, L'. Der Berliner Alexanderroman. Faksimile und Kommentar. Stuttgart und Lachen 2002. OLdr. und OLwd. in OSamt.-Kassette. (5) 800,-

865

– KONVOLUT – 25 Faksimilewerke in 35 Bdn. Ca. 1970-2000. Orig.-Einbände. (102) 400,-

866

– KONVOLUT – 28 Werke aus dem Umkreis des Faksimilewesens. Recht gut erhaltene Orig.-Einbände. (115) 300,-

867

FONTANINI, G., Biblioteca dell'eloquenza italiana con le annotazioni del signor Apostolo Zeno. 2 Tle. in 1 Bd. Venedig, Pasquali, 1753. 4°. 6 Bl., 26 S., 1 Bl., 494 S., 2 Bl., 515 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckel- und Rvg. (Kopf restauriert, Gebrauchsspuren). (49) 200,-

204

Bibliographie

Besterman II, 2124. Petzholdt 354: „Das Fontanini'sche Buch hat zwar an sich nur geringen Werth, jedoch machen es die gelehrten Bemerkungen Zeno's zu einer sehr schätzbaren Quelle für die italienische Literatur.“ – Letztes bibliographisches Projekt des italienischen Bibliothekars und Archäologen (1666-1736) mit einem Verzeichnis von grammatikalischen und rhetorischen Traktaten, Klassiker-Übersetzungen, Reden, Gedichten, Prosa, Dramen etc. – Vorsatz mit hs. Inhaltsverzeichnis.

868

JÖCHER, CH. G., Allgemeines Gelehrten-Lexikon. (Nachdruck der Ausg. Leipzig 1784-1897). 11 Bde. Hildesheim 1960-98. 4°. OLwd. (Gebrauchsspuren). (72) 200,-

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KARTOGRAPHIE – CATALOG über die im Königlich Bayer'schen Haupt-Conservatorium der Armee befindlichen Landkarten und Pläne. München 1832. Mit lithogr. Titel. XXIV, 754 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. fleckig und beschabt). (131) 120,-

(FORMEY, J.-H.-S.), Conseils pour former une bibliothèque peu nombreuse mais choisie. Nouv. éd., corrigée et augmentée. Berlin, Haude und Spener, 1756. XXIV, 380 S., 2 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (54) 150,Brunet 31327. Barbier I, 701. Cioranesu 29165. – Vermutlich vierte Ausgabe des erstmals 1746 erschienenen Ratgebers, wie mit geringen Mitteln eine kleine, aber erlesene Bibliothek aufgebaut werden kann, die nicht nur bibliophilen, sondern auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. – Zum Verfasser vgl. ADB VII, 156. – Wenig fleckig.

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HEUMANN, CH. A., Conspectus reipublicae literariae sive via ad historiam literariam iuventuti studiosae aperta. Ed. quinta. Hannover, Försters Erben, 1746. Mit gestoch. Titelvign. 52, 498 S., 9 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. beschabt). (39) 100,-

Erste Ausgabe. – Petzholdt 868: „Ein sehr gut und genau gearbeitetes, reichhaltiges Verzeichniss, welches Niemand, der sich mit Karten spezieller beschäftigt, ohne wesentlichen Nachtheil unberücksichtigt lassen darf.“ – Fortsetzungen erschienen 1833, 1848 und 1872. – Stellenw. wenig fleckig.

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– ENSAIO de chartographia Brazileira. Rio de Janeiro 1883. 8, 261 S., 1 Bl. 4°. Läd. Hldr. d. Zt. (21) 200,-

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– FISCHER, J., The Discoveries of the Norsemen in America with special relation to their early cartographical representation. London 1903. 4°. Mit Frontisp. und 10 (2 lithogr., davon 1 gefalt.) Tafeln. 24, 130 S., 1 Bl., 16 S. (Verlagsanzeigen). OLwd. (minimale Gebrauchsspuren). (21) 150,-

ADB XII, 329: „Sein Hauptwerk.“ – Eine Art kommentierter Bibliographie (EA 1718), die laut Ebert (9648, 7. Ausg. 1763) „zur Verbreitung der Literaturgeschichte in Deutschland wesentlich beigetragen hat“. – Gebräunt, fleckig.

Howes 148a. – Zweite englische Ausgabe des erstmals 1902 publizierten Werkes. Der bekannte Kartograph Joseph Fischer (1858-1944) lehrte am Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch (Österreich). – Siehe Abbildung Tafel 21.

DAZU: STRUVE, B. G., Introductio in notitiam rei litterariae et usum bibliothecarum. Jena 1715. Pgt. d. Zt.

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HIRSCH – NIEDERTRÄCHTIGE POSTREUTER aus München in die Leopolds-Gasse mit ... Verslin und Geschichtlin zum Jubel-frewdigen Fest-Tage ... Emilii Cervi. (München) 1926. Mit ganzseit. Linolschnitt und mont. Portr. 14 S., 1 Bl. Fadenbindung (gebräunt, etw. fleckig). (149) 80,Als Privatdruck hergestellte launige Festgabe zum 60. Geburtstag des Münchner Antiquars Emil Hirsch (1866-1954). – E. Widmung auf dem letzten Bl. verso: „s(einem) l(ieben) Hans Mehltretter in freundschaftlicher Zuneigung Emil Hirsch 14. 3. 1926“.

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INDEX LIBRORUM PROHIBITORUM Benedicti XIV. iussu recognitus, atque editus. Rom, Druckerei der Apostolischen Kammer, 1758. Mit gestoch. Titel. 5 Bl., 36, 304 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig). (49) 200,Reusch II, 39. – Laut Reusch die Grundlage aller seitdem erschienenen Ausgaben des Römischen Indexes. Im selben Jahr auch in einer Quartausgabe erschienen. – Am Beginn mehrere Blätter mit angerändertem Eckausriß (kein Bildund Textverlust), Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, tls. fleckig.

– HARRISSE, H., Découverte et évolution cartographique de Terre-Neuve et des pays circonvoisins, 1497 – 1501 – 1769. Paris und London 1900. 4°. Mit kolor. Frontisp. und 23 Karten. 2 Bl., IV, LXXII, 420 S. Mod. Lwd. (ganz leicht fleckig). (21) 150,Nr. 325 von 380 Exemplaren. – Howes H 250. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – Aus der Bibliothek von H. P. Kraus mit dessen Exlibris.

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– KOEMAN, I. C., Atlantes Neerlandici. Bibliography of terrestrial, maritime and celestial atlases and pilot books, published in the Netherlands up to 1880. 5 Bde. Amsterdam 1967-71. Fol. Mit zahlr. Abb. OLwd. (etw. fleckig). – Exlibris H. P. Kraus. (21) 400,-

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– LUCA, G. DE, Carte nautiche del medio evo disegnate in Italia. Neapel 1866. Fol. Mit doppelblattgr. chromolithogr. Karte. 34 S., 1 Bl. Lwd. um 1900 (etw. bestoßen, gedunkelt). (21) 100,-

Bibliographie

Separatabdruck aus den Atti dell'Accademia Pontoniana. – Über eine italienische Seekarte des 14. Jahrhunderts, mit Reproduktion. – Karte kopfstehend eingebunden. – Auf dem Spiegel e. Besitzvermerk des Bibliographen und Historikers Henry Harrisse (1829-1910).

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880

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– MADAGASKAR – GRAVIER, G., La cartographie de Madagascar. Rouen, Cagniard und Paris 1896. Mit 11 gefalt. Karten. 7, 469 S. Beschäd. Orig.-Brosch. – Stellenw. fleckig. (21) 200,– OROZCO Y BERRA, M., Materiales para una cartografia mexicana. Mexiko 1871. 4°. XII, 337 S., 1 Bl. Beschäd. Hldr. d. Zt. (21) 300,-

– PHILLIPS, P. L., The Lowery Collection. A descriptive list of maps of the Spanish possessions within the present limits of the United States, 1502-1820. Washington 1912. Mit farb. Titel und photogr. Portr. X, 567 S. OLwd. (Kapitale zerschlissen). (21) 300,-

DAZU: DERS., Annales typographici ab artis inventae origine ad annum MDCLXIV. Editio nova auctior & emendatior. Bd. I (in 2 Bdn.). Amsterdam, Humbert, 1733. Mit 2 gestoch. Titelvign. (eine auf dem Kopf stehend). – ROSSI, G. B. DE, Annales hebraeo-typographici ab an. MDI ad MDXL. Bd. II (von 2). Parma, (Bodoni), 1799. – Steinschneider 6848, 15. Bigmore-W. II, 274. Herlitz-K. IV/1, 1505.

Erste Ausgabe. – DAB VI, 471: Woodbury Lowery (18531906) „left to the Library of Congress his 300 early maps, with an elaborate descriptive list of them which the Library published in 1912 as The Lowery Collection.“ – Exemplar des seltenen Originaldrucks aus der Bibliothek von H. P. Kraus mit dessen Exlibris auf dem Spiegel.

882

– STEVENS, H. N., Lewis Evans. His Map of the Middle British Colonies in America. A comparative account of eighteen different editions published between 1755 and 1814. Second edition with numerous corrections and additions including some account of his earlier map of 1749. London 1920. Mit 6 faksimilierten Kupferstichkarten auf 5 gefalt. Tafeln. 11, 58 S., 1 Bl. OLwd. (etw. bestoßen). (21) 200,-

885

NEDERLANDSCH HISTORISCH SCHEEPVAART MUSEUM. Catalogus der bibliotheek. 2 Bde. Amsterdam 1960. 4°. Mit zahlr. Abb. XVI, 1154 S. OLwd. – Aus der Bibliothek von H. P. Kraus mit dessen Exlibris. (21) 300,-

886

NEUE ZEITUNGEN von gelehrten Sachen. Jg. 1767 (in 1 Bd.). Leipzig, Zeitungs-Expedition. Mit 2 wdh. Holzschnitt-Druckermarken. 17 Bl., 842 S. (Zwischentitel zwischengeb.), 6 Bl. Hpgt. d. Zt. mit Rtit. (Gebrauchsspuren). (114) 150,-

Eines von 150 Exemplaren. – Die Kopfvignetten zeigen die Schriftkartuschen aller besprochenen Ausgaben der Karte. – Stellenw. fleckig.

883

Kirchner 41. Diesch 45. – Die Zeitschrift erschien von 17151784 ohne Bandzählung. – Vorsatz mit Sporflecken, sonst kaum fleckig.

– SAMMLUNG – Ca. 140 Werke in ca. 150 Bdn. 1860-1978. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (21) 1.200,Etwa zur Hälfte Monographien, zur anderen Hälfte Kleinschriften zur Geschichte der kartographischen Erfassung der Welt; darunter ca. 15 kartographische Bibliographien und ca. 20 Werke mit Reproduktionen von historischen Karten. Arbeiten in deutscher, englischer, französischer, italienischer, niederländischer, portugiesischer und spanischer Sprache, ferner je eine auf Japanisch und Russisch. – Gebrauchsspuren. – In einigen Bdn. das Exlibris von H. P. Kraus.

MAITTAIRE, M., Annales typographici ab artis inventae origine (ad annum M.D.LVII. continuati: cum appendice). 3 in 5 Bdn. Den Haag, Vaillant (und Prevost), 1719-25. 4°. Mit 3 wdh. gestoch. Frontisp., 5 wdh. gestoch. Titelvign. und gestoch. Porträt. Tls. stark beschäd. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (54) 400,Seltene erste Ausgabe. – Graesse IV, 347. MNE II, 8. Brunet III, 1328: „Quelque incomplet et mal ordonné que soit ce livre, les Annales typographici de Panzer, qui s'arrêtent en 1536, ne peuvent le remplacer, parce qu'il renferme un grand nombre de dissertations et de notes curieuses dont le bibliographe de Nuremberg n'a point fait usage, notes qui seules forment plus de la moitié de l'ouvrage.“ – Die hier beiliegende zweite Ausgabe, in Amsterdam 1733 erschienen, wird in einigen Bibliographien (MNE, Graesse) als Teil IV des Werks bezeichnet, ist aber tatsächlich eine ergänzte Neuausgabe des ersten Bandes. – Ein weiterer Teil (laut Titel Teil V) in zwei Bänden ist 1741 in London erschienen (nach der Zählung Brunets der vierte Teil des Werks). Alle Teile zusammengenommen (allerdings ohne das erst 1789 erschienene Supplement), ergibt sich eine Gesamtzahl von neun Bänden. – Die bedeutende frühe Bibliographie für Inkunabeln und alte Drucke bis zum Jahr 1664 wird z. B. auch noch im Quellenverzeichnis des GKW (I, XXVIII) aufgeführt. – In Bd. III/1 fehlt am Beginn ein Blatt mit „Praefatio“? – Vorsätze mit Besitzeretikett, stellenw. fleckig, unterschiedlich gebräunt. – Gestoch. Exlibris.

Einzige Ausgabe. – Sabin 57642. Palau 204.538. – Grundlegende, erschöpfende Bibliographie mit 3445 Nummern, selten. – Gebräunt. – Exlibris „The Hispanic Society of America“.

881

205

887

MCCOY, J. C., Jesuit Relations of Canada, 16321673. A bibliography. Paris 1937. 8°. Mit photogr. Portr. 2 Bl., XV, 310 S., 18 Bl. OLwd. (21) 250,Nr. 300 von 325 Ex. (Gesamtaufl.: 350). – Unbeschnitten. – Aus der Bibliothek von H. P. Kraus mit dessen Exlibris auf dem Spiegel.

206

Bibliographie

belangreich. Die Lithographierung hat der Autor eigenhändig vorgenommen, „um der Genauigkeit versichert zu sein“. – Titel gestempelt, leicht fleckig. – Selten.

891

– KOCH – Ca. 25 Werke von und über den Schriftkünstler Rudolf Koch. Ca. 1913-53. Meist Orig.-Einbände (tls. leichte Gebrauchsspuren). (6) 300,Darunter vom Künstler gestaltete Werke: Geharnischte Sonette (1913), Die Geschichte vom Weihnachtsstern (1919), Das Gesicht des Jesaia (1919), König Sindibad und sein Falke (ca. 1920), Das Lied von der Glocke (1919), Das Evangelium des Markus (1923) und Lieder des heiligen Franziskus (1941). Ferner Publikationen Kochs zur Theorie und Praxis der Kalligraphie und Typographie: Die Schriftgießerei im Schattenbild (1918), Das Schreiben als Kunstfertigkeit (1924), Die Offenbacher Schrift (1928), Das ABC-Büchlein (1934) und Das Zeichenbuch (1940). Außerdem Schriften zum Leben und Schaffen des Künstlers von Friedrich Matthäus (1935), Georg Haupt (1936) und Oskar Beyer (1953). – Und vieles mehr. – Altersspuren.

892 Nr. 892

888

889

SCHNEIDEWIN – CATALOGUS bibliothecae Frid. Guil. Schneidewini cuius publica fiet auctio Berolini. Berlin 1857. 76 S. Leicht läd. und fleckige Orig-Broschur. – Braunfleckig. (158) 100,-

890

Einzige Ausgabe. – Bonacini 1053. Doede 93. Ornamentstichslg. Berlin 4851. Thieme-B. XXIII, 93, 17. – Sehr seltenes Schreibmeisterbuch des Augsburger Verlegers und Kupferstechers Joseph Friedrich Leopold (1668-1726), der vor allem als Ornamentstecher wirkte. – Enthält Zugwerkumrandungen mit gegenständlichen Motiven (Tiere und Pflanzen) sowie verschiedene Alphabete. – Die Tafeln numeriert, Kupfertitel mitgezählt. Auf Tafel 12 Verlagsadresse und Datierung. – Es fehlen die Tafeln 7 und 9. – Tafel 12 (mit Durchriß, stark wasserrandig und fleckig) auf altes Papier aufgezogen, alle Tafeln mit Faltspuren, einzelne kleine Randeinrisse, etw. gebräunt und fleckig. – Beigebunden einige weitere Tafeln aus Schreibmeisterbüchern des 17.-19. Jhdts. – Siehe Abbildung.

SCHRIFT – COMINOTTI, C., Esemplari di caratteri. Livorno, Vignozzi, 1852 (erster Titel mit Datum 1830). Qu.-4°. 2 gestoch. Titel und 16 Kupfertafeln. Illustr. Orig.-Brosch. (Rücken etw. läd.; leicht fleckig, berieben und bestoßen). (91) 300,Vgl. Bonacini 399 („Nouva raccolta di diversi caratteri“, Florenz um 1820). – Sehr seltene Sammlung von Schriftentwürfen, in dieser Zusammenstellung offenbar zuerst 1830 erschienen, 1852 mit ergänztem zweiten, gestalterisch völlig überladenen Titel („Alfabeti romani“) nachgedruckt. – Über den KVK unter beiden Titeln von uns nicht nachweisbar. – Unterer Rand unterschiedlich beschnitten; stellenw. gebräunt und fleckig.

– GANZ, TH. M., Vollständiges Lehrbuch der deutschen Stenographie. Nach Gabelsberger's System. Vorzüglich zum Selbst-Unterrichte. Regensburg, Manz, 1849. Mit gefalt. lithogr. Tafel. 1 Bl., XXIV, 168 S., 1 lithogr. Bl., 186 lithogr. S. Hldr. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). (22) 200,Einzige Ausgabe. – Recht frühes Lehrbuch der Gabelsberger-Kurzschrift, noch vor Erscheinen der 2. Auflage von Gabelsbergers Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst erschienen und daher auch für die Stenographiegeschichte

– LEOPOLD, J. F., Anmuthige Schau Bühne allerhand Lateinisch-Italienisch-Romanisch und Französische Alphabeth Schrifften, Zahlen und Zugwercke vorstellend. (Augsburg, Selbstvlg., 1696). 4°. Gestoch. Titel und 9 (statt 12) Kupfertafeln. Mod. Pp. (50) 800,-

893

– MUSCAT, J., Vorschrifft, Teutsch und Lateinischer Schrifften. Nürnberg, Frankfurt und Leipzig, Riegel, 1692. Qu.-4°. 17 Kupfertafeln (inkl. gestoch. Titel). Pp. d. Zt. mit Buntpapierbezug und dreiseit. Goldschnitt (leicht berieben und bestoßen) in mod. Pp.-Schuber. (50) 1.800,Äußerst seltene erste Ausgabe. – Ornamentstichslg. Berlin 4846. Doede 89. Bonacini 1254. – In allen Ausgaben (1706, 1729 und 1741) sehr seltenes Schreibmeisterbuch, in der ersten Ausgabe kaum auffindbar. Zeigt gegenständliche Schreibzüge, Schriften und Initialalphabete. Als kalligraphische Verzierungen sind aus Federschwüngen gezeichnete Tiere, darunter Elefanten, Affen, Hirsche, Pferde, Löwen, Adler, Papageien, Schwäne, Pfauen etc. dargestellt. Die Texte aus theologischen Schriften. – Der Verfasser Johann Muscat (1659-1729) war Kantor und seit 1687 Schreib- und Rechenmeister in Hersbruck. – Leicht stockfleckig. – Siehe Abbildung.

Bibliographie

207

Nr. 893

Extremely rare first edition. – A very rare calligraphic book in all editions (1706, 1729 and 1741), hardly to be found in first edition. – Slightly foxed. – Contemporary cardboard covered with coloured paper, three-sided gilt edge (slightly rubbed and scuffed) in modern cardboard slipcase. – See illustration.

894

– TENSINI, A., La vera regola dello scrivere. Utile à giovani. Bassano, Remondini, o. J. (um 1680). Qu.-4°. Gestoch. Titel und 16 Kupfertafeln. Mod. Pgt. in Pp.-Schuber. (50) 2.000,-

Einzige Ausgabe. – Mit der wichtigen „Biografia dei viaggiatori italiani e bibliografia delle loro opere“ von Amat di San Filippo (S. 1-278). – Respektblatt mit Widmung eines der Beiträger; gebräunt; unbeschnitten. – Beiliegt der „Catalogo ragionato della raccolta cartografica e saggio storico sulla cartografia milanese“ von E. Verga, Mailand 1911.

896

Vgl. Wernigg 2301. – Wichtige Quelle zur Geschichte der Zensur in Österreich von ca. 1665-1784; vorangestellt sind eigene Listen der „höchst unflätigen“ Bücher (17 Titel) und der „höchst ruchlosen“ (9 Titel, darunter Lessings „Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger“). – Einzelne Bl. mit kleinen, tls. hinterlegten Papierdurchbrüchen (minimaler Textverlust). – Sehr selten.

Erste Ausgabe. – Bonacini 692 (falsch nach Graesse VII, 334) und 1860: „Rarissimo e bellissimo libro di calligrafia con qualche diecina di graziose vignette e caricature in calligrafia (uomini, animali, fiori). Manca al Cicognara.“ – Erste 5 Bl. mit kleiner Wurmspur am Kopfsteg fachgerecht repariert, leicht gebräunt, fleckig. – Siehe Abbildung Seite 199. First edition. – First 5 leaves with minor worming at upper margin skilfully repaired, slightly browned, soiled. – Modern vellum in cardboard slipcase. – See illustration on page 199.

895

STUDI BIBLIOGRAFICI e biografici sulla storia della geografia in Italia. Rom, Elzevier, 1875. 4°. Mit 9 tls. gefalt. Tafeln in veschied. Techniken. XVI S., 7 Bl., 507 S., 1 Bl. Mod. Lwd. mit eingeb. Orig.-Broschur. (21) 200,-

VERZEICHNISS aller bis 1ten Jäner 1784 verbottenen Bücher. O. O. u. Dr. (Wien, Trattner?), 1784. Fol. 30 Bl. Mod. Pp. (bestoßen). (114) 300,-

897

WEBER – JÄHNS, F. W., Carl Maria von Weber in seinen Werken. Chronologisch-thematisches Verzeichniss seiner sämmtlichen Compositionen. Berlin, Schlesinger, 1871. 4°. 4 Bl., 480 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (wenig beschabt). (39) 150,Erste Ausgabe des berühmten Werkverzeichnisses. – Aufwendig gearbeiteter Einband mit in Gold geprägter Widmung: „Seinem Freunde Georg Hermes zum Andenken 1871. Franz Röper.“

208

Nr. 904

209

Kunstgeschichte

Nr. 928

898

ARCHITEKTUR – MILIZIA, F., Principii di architettura civile. Quarta ed. Veneta. 3 Bde. Bassano, Remondini, 1823. Mit 36 gefalt. Kupfertafeln. 280; 308; 263 S. Mod. Hldr. (49) 400,Pollen 1375. – Vgl. Brunet III, 1714. – Unbeschnitten, stellenweise stärker fleckig.

899

– REUSS, CH. G., Anweisung zur Zimmermannskunst. 3. Aufl. Leipzig, Breitkopf, 1789. Fol. Mit 40 (3 gefalt.) Kupfertafeln. 3 Bl., 65 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stark beschabt und bestoßen). (102) 400,Engelmann 303. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 2185 (die beiden ersten Aufl.). – Gegenüber der 2. Auflage um einen Anhang zum Brückenbau und 4 Tafeln erweitert. – Die Kupfer mit Dachproportionen, Dachverbindungen, Zapfen, Verkämmungen, Versatzungen, Hängewerken, Türmen, Brücken etc. – Stark gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

900

– STEINGRUBER, J. D., Architectonisches Alphabet bestehend aus dreyßig Rissen. Schwabach, Mizler, 1773. Fol. Mit gestoch. Titel und 32

(2 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 6, 31 Bl. Hlwd. des frühen 20. Jhdts. (Deckel leicht aufgebogen, etw. beschabt). (75) 4.000,Erste Ausgabe. – Ornamentstichslg. Berlin 2027. Thieme-B. XXI, 562. – Kurioses Architekturwerk. – Die Tafeln zeigen herrschaftliche Gebäude und darunter den entsprechenden Grundriß in der Form eines Buchstaben. – „Steingruber rankt eine Fülle architektonischer Ideen hier um die Buchstaben des lateinischen Alphabets. Es macht einfach Freude, das ganze Können eines Architekten wie ein Feuer erstrahlen zu sehen. Besonders sinnreich aber sind die Schlösser, die Steingruber aus dem Signet des Markgrafen Christian Friedrich Carl Alexander und dessen Gemahlin entwickelt. Hier wird noch einmal in aller Schärfe beleuchtet, was der markgräfliche Hofbauinspektor hätte alles bauen können, wenn er nur die entsprechend potenten Bauherrn gefunden hätte. So aber bleibt dem Autor nur die Flucht in die architektonische Spielerei, die sich trotz aller Phantasie immer an der gebauten Wirklichkeit festmacht“ (Josef Maier in: Johann David Steingruber. 1702-1787. Leben und Werk. Ausstellungskat. Ansbach 1987, 130). – Zur Kollation: jeder Tafel ist ein Textblatt zugeordnet; lediglich die beiden Tafeln zu dem Buchstaben „Q“ wurden mit einem gemeinsamen Textblatt versehen. – Gestoch. Titel etw. gebräunt, an den Rändern wenig lädiert und angeschmutzt, letztes Blatt wasserrandig, leicht fleckig. – Exlibris. – Siehe Abbildung.

210

901

Kunstgeschichte

Nr. 899

Nr. 900

First edition. – Curious architectural work. – The plates show grand buildings and among them the corresponding groundplan in the form of a letter. – Re collation: each plate comes with a text leaf; only the two plates to the letter „Q“ have a common text leaf. – Engraved title a little browned, minimally damaged and soiled at margins, last leaf with waterstains, slightly soiled. – Exlibris. – Half cloth of the early 20th century (covers slightly bent, a little scratched). – See illustration.

Vgl. Barbier IV, 51. Vinet 1451. Lewine 99 f. Cohen-R. 211. Fürstenberg 23 und 138. Navari 303: „This work is remarquable for its range and for the number of pieces which have been illustrated. Even more remarkable is the fact that most of the objects have been engraved after the originals and have not been taken from other illustrations. Many of the objects came from Caylus's own collection and are now in the Cabinet des Medailles of the Bibliothèque Nationale.“ – Band VII als Supplement nach dem Tod des Autors erschienen. – Zur Kollation: Tafelnr. 58 aus Bd. II ist dreifach vergeben. – Tafel 95 aus Bd. III mit kleinem Ausriß, stellenw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

– WIEBEKING, K. F. VON, Von dem Einfluß der Baukunst auf das allgemeine Wohl und die Civilisation. Nürnberg, Riegel und Wiesner, 1816. 4°. Mit Frontisp. von Bollinger in Aquatinta und gefalt. Kupferstichkarte. 84 S. Pp. d. Zt. (fleckig). (158) 400,Das schöne Frontispiz zeigt den „Eingang in den großen Palast zu Theben“, die Karte den Lauf des Nils. – Auf besserem Papier gedruckt. – Siehe Abbildung.

902

(CAYLUS, A.-C.-PH. DE), Recueil d'antiquités egyptiennes, etrusques, grecques et romaines (et gauloises). 7 Bde. Paris, Desaint & Saillant (und Tilliard), 1756-67. 4°. Mit 7 Frontisp., 7 Titelvign. und zahlr. Textvign. (alles gestoch.) sowie 827 Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch., Rvg., Deckelfileten, Stehkantenvg. und Wappensupralibros (beschabt und bestoßen). (49) 2.000,-

Re collation: plate no 58 of vol. II existing in triplicate. – Plate 95 of vol. III with small tear-out, browned here and there. – Contemporary calf with 2 spine labels, gilt back, fillets on boards, gilt outside edges and armorial bookplate (scratched and scuffed). – See illustration.

903

CELLINI, B., Vita da lui medesimo scritta. Köln, P. Martello, o. J. (= Florenz, Bartolini, 1792). 4°. 16, 318 S. Blindgepr. Ldr. um 1900 mit Rsch. und Rvg. (vorderes Gelenk eingerissen, stärker beschabt und bestoßen). (49) 200,Seitengleicher Nachdruck der Erstausgabe von 1728. – Brunet I, 1725. Gamba 337 Anm. Cicognara 2232. – Tls. stärker fleckig und gebräunt. – Dekorativ.

904

CICOGNARA, L., Storia della scultura dal suo risorgimento in Italia. 3 Bde. Venedig, Picotti, 1813-18. Fol. Mit 3 gestoch. Titelvign. und 181 Umrißradierungen. 486 S. (1 Bl. zwischengeb.), 1 Bl.; 459; 323 S., 30 Bl. Pgt. d. Zt. (stark fleckig, beschabt und bestoßen). (54) 800,-

211

Kunstgeschichte

Nr. 902

Nr. 901 Erste Ausgabe. – Cicognara 18. Pollen 293. Arntzen-R. H 85: „Still useful.“ – Cicognaras Hauptwerk zur Geschichte der italienischen Skulptur. – Vorsätze erneuert, fleckig. – Siehe Abbildung Seite 208.

905

Unbekannter Druck 907

COLLECTION of Engravings from Ancient Vases mostly of Pure Greek Workmanship discovered in Sepulchres in the Kingdom of the two Sicilies. Now in the possession of Sir W. Hamilton. Bd I (von 4). Neapel, Tischbein, 1791. Gr.Fol. Mit 2 gestoch. Titeln und 62 Kupfertafeln. 159 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (86) 500,-

Einziges bekanntes Exemplar. – Anonym erschienene Schrift anläßlich der Grundsteinlegung für das Dürer-Denkmal auf dem Milchmarkt am 7. April 1828, „Verfaßt von eInen Innigen Liebhaber der Künste Von Den aus Zärtlichen Dankgefühl für Nürnberg und ihre Künstler“ (Angabe auf dem Titel mit sinnlosem Pseudo-Chronogramm). Besingt Dürer und die Kunststadt Nürnberg in holprigen Reimen. Der Verfasser schreibt über sich am Ende, daß er ein „72 jähriger Mann“ sei, der seine Gedichte bislang selbst verlegt und verkauft habe. Auch sei ein Kupferstich-Porträt von ihm, gestochen von (Christoph Wilhelm) Bock „für 6 Kreuzer mit sammt diesem Gedicht zu haben“. Da der Kupferstich in unserem Exemplar vorne mit eingebunden ist, konnte der Autor Johann Jacob Lewerer (geboren 1757) zweifelsfrei ermittelt werden. Über ihn ist nichts weiter bekannt, doch war er zu seiner Zeit zumindest in Nürnberg ein geschätzter Dilettantenpoet. Mit abgedruckt ein Loblied der Stadt Nürnberg, das Lewerer bereits als Dreizehnjähriger gedichtet hatte. – Etw. knittrig, wasserrandig, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe. – Brunet V, 866. Blackmer 778: „First edition of the illustrations of Hamilton's second collection of vases. He produced the text in cooperation with the Russian ambassador to Naples Prince Italinski, and the plates were the work of Tischbein, who was director of the Academy of Art in Naples.“ – Stellenw. etw. fleckig.

906

DESCAMPS, J. B., La vie des peintres flamands, allemands et hollandois. 4 Bde. Paris, Jombert, 1753-64. Mit Frontisp., 2 Kopf- und 168 Porträtvign. (alles gestochen). Spät. Ldr. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 250,Erste Ausgabe. – Sander 456. Cohen-R. 287. Fürstenberg 147. Salomons 75: „Ces sont les remarquables portraits de Ficquet qui font le valeur de cet ouvrage.“ – Die Porträts gestochen von Ficquet, Lemire und anderen nach Entwürfen von Descamps, Eisen und Campion. – Mehrf. gestempelt, stellenw. gering fleckig.

DÜRER – (LEWERER, J. J.), Lob-, Ruhm- und Ehrengedicht auf dem (sic!) kunsterfahrenen und berühmten Mahler Albrecht Dürer in Nürnberg. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Selbstvlg., 1828). 4°. 2 Bl. Leicht läd. Interimsbroschur. (158) 250,-

908

(FABRONI, A.), Dissertazione sulle statue apparenti alla favola di Niobe. Florenz, Moücke, 1729. Fol. Mit Titelvign., 2 Kopfvign. und 2 Initialen (alles gestoch.) sowie 19 Kupfertafeln (davon 1 doppelblattgr.). 24 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (starke Gebrauchsspuren). (49) 600,-

212

Kunstgeschichte

Nr. 908

Nr. 907 Cicognara 3505. Brunet II, 1156. Bénézit V, 191. – Behandelt die 1583 in Rom bei der Porta di San Giovanni entdeckte Niobe-Gruppe anläßlich ihrer Überführung in die Uffizien. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

909

Prachteinband 911

FÉLIBIEN – MARPERGER, P. J., Historie und Leben der berühmten Europäischen Baumeister. Hamburg, Schiller, 1711. Mit gestoch. Frontisp. 11 Bl., 570 S. Pgt. d. Zt. (etw. angeschmutzt). (75) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Dünnhaupt 33. – Übersetzung und Fortsetzung von Jean François Félibiens „Recueil historique de la vie et des ouvrages des plus célèbres architectes“ (EA 1687). – Gering gebräunt. – Gestoch. Exlibris des Nürnberger Stadtsyndikus und Historikers Benedikt Wilhelm Zahn (1738-1819), dessen umfangreiche Bibliothek nach seinem Tode versteigert wurde (vgl. Warnecke 2536).

910

Erste Ausgabe. – Cohen-R. 743. Vicaire V, 1229. – Musée Français ist in einer Aufl. von 600 Stück erschienen und Napoleon Bonaparte gewidmet. Die Tafeln zeigen Kunst aus der Sammlung des damaligen Musée Napoléon, des heutigen Louvre. Musée Royal ist die Fortsetzung dieser Reihe nach der Abdankung Napoleons und dem König gewidmet. – Einige Tafeln verbunden, etw. fleckig. – Uniform gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 21.

GALERIEWERKE – COLLETION OF FIFTY ETCHINGS after Raphael, Julio Romano, Guido &c. Executed by Huck, Selcke and Billinger. After the original drawings in the collection of the Duke of Bavaria at Dusseldorff. London, Young, 1819. Gr.-Fol. Mit 50 Umrißradierungen. 1 Bl. Stark läd. Hldr. d. Zt. (54) 1.200,Vgl. Pollen 314 (EA 1787). – Mit Tafeln nach Gemälden von Dürer, Parmigiano, Poussin, Raffael u. a. aus der Sammlung des 2Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz. – Stark fleckig und gebräunt.

– CROZE-MAGNAN, S. C., Le Musée Français. 4 Bde. Paris, Herhan, 1803-09. Gr.-Fol. Mit 4 gestoch. Titelvign., 8 Textkupfern und 344 Kupfertafeln. – LAURENT, H., Musée Royal. 2 Bde. Paris, Didot, 1816-18. Gr.-Fol. Mit gestoch. Titelvign., 4 Textkupfern und 161 Kupfertafeln. 2 Bl., 28 S., 113; 85 Bl. Dunkelgrünes blindgepr. Ldr. d. Zt. mit reicher Rücken-, Deckel- und Innenkantenvg. sowie Wappensupralibros (stark beschabt und bestoßen). (49) 6.000,-

First edition. – Some plates misbound, a little soiled. – Homogeneous binding. – Contemporary dark green blind-pressed calf with richly gilt back, gilt on sides and gilt interior edges as well as armorial bookplate (heavily scratched and scuffed), gilt edge. – See illustration on plate 21.

912

– PICART, B., Impostures innocentes, ou recueil d'estampes d'après divers peintres illustres. Amsterdam, Picart, 1734. Fol. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titelvign. und 78 Kupfern (davon 1 in Schabkunst und 3 gefalt.) auf 67 Tafeln. 1 Bl., 10 S., 1 Bl., 12, 8 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. (49) 800,-

Kunstgeschichte

213

Brunet IV, 630. – Stiche nach fremden Meistern und eigenen Aktstudien, ausgeführt „avec une remarquable habilité“ (Hoefer XL, 54). – Tls. fleckig.

913

GARTENARCHITEKTUR – SIEBECK, R., Ideen zu kleinen Garten-Anlagen. Leipzig, Voigt, 1860. Fol. Mit 23 (statt 24; ohne Nr. 21) kolor. lithogr. Tafeln. 1 Bl. Stark beschäd. Pp.-Mappe. – Gebrauchsspuren. (72) 100,-

914

GOLD- und SILBERSCHMIEDEKUNST – KOLBERG, J., Ermländische Goldschmiede. Braunsberg 1907. Mit Tafel. 212 S., 1 Bl., XII S. Hlwd. d. Zt. (Hinterdeckel mit Wasserschaden, wenig berieben). – Erste Ausgabe. – Altersspuren. (7) 100,-

915

HERCULANEUM – DELLE ANTICHITA DI ERCOLANO. Bd. VIII (von 9). O. O., Dr. und J. (Augsburg ca. 1780). Fol. Gefalt. gestoch. Titel und 93 gefalt. Umrißkupfer (von G. Ch. Kilian nach N. Vanni). Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (158) 300,-

Nr. 916

Borroni 5433.1. – Vgl. Thieme-B. XX, 294. Gier-J. 981. Furchheim 3. – Nicht in der Ornamentstichslg. Berlin. – Italienische Ausgabe der 1777-94 erstmalig ausgeführten Illustrationen von Georg Christoph Kilian (deutsche Ausg. mit Text von Christoph Gottlieb Murr). – Der vorliegende Band zeigt Lampen. – Die Tafeln mit arabischer und lateinischer Numerierung, drei weitere Tafeln (num. I-III) aus einem anderen Band mit eingebunden. – Kaum gebräunt und fleckig. – Vorderer Vorsatz mit altem Namenszug „Scheppig“ (wohl der Schinkelschüler Carl Scheppig, 1803-1885).

916

– MURR, CH. G. VON, Abbildungen der Gemälde und Alterthümer, (in dem Königlich Neapolitanischen Museo zu Portici), welche seit 1738. sowohl in der (im Jahr Christi 79.) verschütteten Stadt Herkulanum, als auch in Pompeji und in den umliegenden Gegenden an das Licht gebracht worden. Mischaufl. 8 Teile in 3 Bdn. Nürnberg und Augsburg, Frauenholz und Bürglen, 1793-99. Fol. Mit 9 gestoch. Titelvign., 7 (statt 8) gestoch. Titeln und 505 (2 gefalt.) Umrißkupfertafeln von J. Nussbiegel und B. F. Leitzelt sowie einigen Textkupfern. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (49) 1.500,Vgl. Borroni 5433. Ebert 11373 (jeweils die EA 1777-98, Bde. I-VII unter Kilian). – Nicht in der Ornamentstichslg. Berlin. – Bearbeitung des ab 1755 erschienenen Ausgrabungsberichts „Antichità di Ercolano“ (Cicognara 2645) mit den Nachstichen von Georg Christoph Kilian. – Der siebte Tafelteil ohne den gestochenen Titel, dort Tafel 91 doppelt eingebunden. – Vorsatz gestempelt, Innengelenke tls. beschädigt, einzelne größere Flecken, wenige Tafeln mit kleinem Einriß oder knapp beschnitten. – Textband in kleinerem Format. – Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar aus der Hofbibliothek Donaueschingen. – Siehe Abbildung.

Adaptation of the excavation report „Antichità di Ercolano“ (Cicognara 2645) published from 1755 onward with the reproduced engravings by Georg Christoph Kilian. – The seventh plate part without engraved title, there plate 91 bound-in twice. – Endpaper stamped, inner joints partly damaged, some larger stains, a few plates with small tear or closely trimmed. – Text volume in smaller format. – Generally a well preserved copy from the Donaueschingen court library. – Contemporary half calf with spine label and gilt back (partly stronger signs of wear). – See illustration.

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KLENZE, L. VON, Ueber das Hinwegführen plastischer Kunstwerke aus dem jetzigen Griechenland und die neuesten Unternehmungen dieser Art. München, Lindauer, (1821). 4°. 24 S. Pp. d. Zt. (verfärbt). (158) 80,-

918

KOBELL – Folge von 77 Radierungen von Ferdinand von Kobell in Abdrucken auf 56 Kupfertafeln. Wohl Nürnberg 1809. Fol. Beschäd. Hldr. d. Zt. (48) 600,Thieme-B. XXI, 52: „Kobells Radierungen, zwischen 1769 und 1796 entstanden, wurden erstmalig als 'Oeuvre complet' 1809 von Frauenholz in Nürnberg herausgegeben: 179 Platten auf 79 Folio-Tafeln; 1841 auf 80 Blättern in Stuttgart neu herausgegeben mit Vorrede von Kugler.“ Die hier vorliegende Folge von 42 kleinen Landschaftsdarstellungen auf 21 Tafeln und von 35 ganzseitig abgedruckten Ansichten stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus der ersten der beiden genannten Publikationen aus dem Jahr 1809. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

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Kunstgeschichte

Erste italienische Ausgabe. – Verga 7. Cicognara 233. Schlosser 144. – Leonardos berühmtes kunsttheoretisches Werk über die Malerei blieb mehr als 150 Jahre ungedruckt und zirkulierte in mehreren Abschriften, bis es endlich 1651 in Paris erschien. Diese Ausgabe diente als „Grundlage für etwa zwanzig spätere Drucke bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts“ (Schlosser). – In unserem Exemplar, wie öfter, die Jahresangabe zum Druck der Vorlage von 1651 in 1701 geändert. – Titel mit hs. Besitzvermerk, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. First Italian edition. – Title with ms. ownership entry, here and there a little soiled. – Contemporary vellum (heavily scuffed, soiled). – See illustration.

921

– Trattato della pittura di Lionardo da Vinci tratto da un codice della Biblioteca Vaticana, e pubblicato da G. Manzi. Text- und Tafelbd. Rom, de' Romanis, 1817. Fol. Mit gestoch. Portr. und 22 Kupfertafeln. 43, 511 S.; 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Wappensupralibros auf beiden Deckeln (stärker bestoßen, beschabt und etw. fleckig). (54) 300,Graesse VI/2, 327. Ebert 23620. Cicognara 237: „Può questa ritenersi per l'edizione la più ampla e più corretta a seconda dell'antico originale. Le figure furono lumeggiate dal Codice senza l'alterazione biasimevole, che vedesi nell'edizione di Parigi. Questo diligente editore estese anche la vita di Leonardo e pose al fine alcune note al Trattato estese dal G. G. de' Rossi.“ – Der Tafelband in etwas größerem Format. – Leicht fleckig.

Nr. 920

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LANZI, L. (A.), Storia pittorica della Italia. 6 in 3 Bdn. Bassano, Remondini, 1809. Spät. Pp. (beschabt und bestoßen). (49) 150,Cicognara 39. Pollen 1102. Arntzen-R. H 101. Schlosser 449. – Erweiterte dritte Ausgabe des 1789 erstmals erschienenen Werks „größten Gelehrtenfleißes und Scharfsinns, heute noch als Gesamtdarstellung einzig“ (Schlosser 435). – Lanzi war 1773 für die florentinischen Bildersammlungen verantwortlich. Seine Geschichte der italienischen Malerei ist nach R. Wittkower „still unequalled for knowledge of the material and breadth of approach.“ – Stellenw. gering fleckig.

920

LEONARDO DA VINCI, Trattato della pittura, nuovamente dato in luce, colla vita dell'istesso autore, scritta da Rafaelle du Fresne. Si sono giunti i tre libri della pittura, ed il trattato della statua di Leon Battista Alberti. 2 Tle. in 1 Bd. Neapel, Ricciardo, 1733. Fol. Mit 2 Portrs., Titelvign., 6 Kopf-, 2 Schlußvign. und 6 Initialen (alles gestoch.) sowie 71 Textkupfern. 4 Bl., 115 S., 4 Bl., 55 S. Pgt. d. Zt. (stark bestoßen, fleckig). (54) 1.500,-

– Traité de la peinture. Revû et corrigé. Nouvelle édition, augmentée de la vie de l'autheur. Paris, Giffart, 1716. Mit gestoch. Portr., 33 (5 gefalt.) Kupfertafeln und zahlr. Textholzschnitten. 54 (recte 47) S., 17 Bl., 324 S., 10 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und goldgepr. Supralibros mit Herzogskrone und Monogramm „DC“ (stärkere Gebrauchsspuren). (54) 240,Brunet V, 1258: „Cette édition est améliorée dans le texte de la traduction.“ – Die erste Ausgabe dieser Übersetzung war 1651 erschienen; 1798 wurde sie erneut aufgelegt. – Vorsätze leimschattig, Titel mit winzigem Papierdurchbruch, nur anfangs mit Braunfleck unten.

923

LEONARDO DA VINCI – BOSSI, G., Del cenacolo di Leonardo da Vinci. Libri quattro. Mailand, Stamperia Reale, 1810. Fol. Mit gestoch. Portr. und 7 Kupfertafeln tls. in verschied. Radiertechniken. 263 S. Mod. Pp. (leichte Gebrauchsspuren). (54) 1.500,Cicognara 3373: „L'opera del Cenacolo è il libro meglio scritto che da noi si conosca in fatto di critica, il quale abbia per iscopo d'illustrare una grand'opera dell'arte. L'edizione splendidissima è ornata d'un bellissimo ritratto di Leonardo, e di varie tavole da disegni originali del Vinci con una fedeltà, e un gusto insuperabile.“ – Kaum fleckig, unbeschnitten. – Siehe Abbildung Tafel 22. Hardly soiled, untrimmed. – Modern cardboard (light signs of wear). – See illustration on plate 22.

Kunstgeschichte

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Nr. 925

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mit dem Titel von Heft 1, aber offenbar mit den fortlaufend numerierten Tafeln aus mehreren (vier?) Folgen. – Enthält Landschaften von Georg Wolfgang Knorr (1705-1761; Nr. 1-4, darunter Nr. 1 und 2 nach N. Max, beide bei Nagler IX, 506, sowie Nr. 3 mit Datum 1730), Ansichten der Feste Rothenberg bei der Belagerung 1744 (Nr. 5, erschienen bei der Witwe von Christoph Weigel, ohne Stechersignatur) und als Ruine nach der Belagerung (Nr. 6) sowie während der Belagerung von 1703 (Nr. 7), ein Blatt mit der Opferung der Iphigenie von Wolf Magnus Gebhardt (tätig in Nürnberg zwischen 1720 und 1750; Nr. 8, betitelt „Pro Iphigenia a Diana canis sacrificatur“), zwei Ruinenlandschaften von Martin Tyroff (1704-1758) nach Willem van Bemmel (1630-1708; Nr. 9, 11 und 12, das fehlende zehnte Blatt wohl ebenso). – Wahrscheinlich enthielt jedes Heft der Folge drei Radierungen. – Der Verleger Adam Gottlieb Schneider (1745-1815) hat 1779 die Weigelsche Kunsthandlung übernommen und seit 1781 unter dem Namen „C. Weigel & A. G. Schneider“ weitergeführt. Offenbar hat Schneider von den im Weigelschen Bestand befindlichen Druckplatten, die alle in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein dürften, neue Abzüge angefertigt. – Breite Ränder mit einigen Läsuren, gebräunt und stockfleckig. – Siehe Abbildung.

MANDER, C. VAN, Het Schilder Boeck. 3 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Wachter, 1616-18. 4°. Mit gestoch. Titel und gestoch. Portr. 14 nn., 22 num., 2, 4 nn., 213 num., 3, 8 nn., 122 num., 10 nn. Bl. Hldr. um 1860 (Gelenk gebrochen, beschabt und bestoßen). (3) 300,Bibl. Belgica IV, 46 (abweichende Kollation). Arntzen-R. H69. – Zweite Ausgabe der bekannten Viten (EA 1603-04) mit der in der Bibliotheca Belgica nicht erwähnten anonymen Biographie van Manders. „Les tables de la 1re édition du Schilder-boeck qui sont inexactes et incomplètes ont été corrigées et complétées dans la 2e“ (Bibl. Belgica). – Innengelenke gebrochen, einzelne kleine Wurmspuren, stellenw. wasserrandig.

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NÜRNBERG – BEMMEL, W. (VAN), G. W. KNORR UND M. TYROFF, Recueil des paysages desinés à dessin. 1. Cahier. Nürnberg, Weigel und Schneider, o. J. (um 1785?). Qu.-Fol. Gestoch. Titel und 11 Radierungen (num. 1-9, 11 und 12). Ohne Einband. (50) 800,Nagler XXI, 403: „Eine Folge von Landschaften, für Weigels Verlag“ (fälschlich verzeichnet unter Johann David statt Martin Tyroff). Andresen, Der deutsche Peintre-Graveur, Bd. V, 315 (Blatt 8 mit der Opferung der Iphigenie aus Heft 3). – Überaus seltene Sammlung von Landschaften nach Zeichnungen von Nürnberger Künstlern. Unser Exemplar

926

ORNAMENTIK – BÜCHSENMACHER – RAAB, H., Neues Büchsenmacher Büchlein. Nürnberg, D. Funck, o. J. (ca. 1690/1700). Qu.4°. Gestoch. Titel und 6 Kupfertafeln. Lose Bl. ohne Einband. (50) 1.200,-

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Kunstgeschichte

Nr. 926

Ritter, Kat. der Ornamentstichslg. des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Wien 1889, S. 161 (Anm., ebenfalls mit insgesamt sieben Blättern). – Äußerst seltene Folge mit ornamentalen Vorlagen (Laubwerk, Masken, Grotesken und Figürliches) für die Verzierung von Gewehrschlössern und Pistolen. Freie, etwas vergröberte Nachstiche der erstmalig 1685 erschienenen Folge „Pieces et ornements Darquebuzerie“ von Simonin De Lacollombe (vgl. die folgende Katalognummer) – besonders schön zu sehen am Titelblatt, das die Tafel 6 aus Simonins Werk leicht abgewandelt reproduziert. Der Titel wurde hier in eine querovale Kartusche eingefügt, ein Ornament dafür weggelassen. – Der Nürnberger Verleger und Kunsthändler David Funck (1642-1709) vertrieb die Erzeugnisse zahlreicher Kupferstecher, darunter auch Karten von Homann. Der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Nürnberg tätige Stecher Heinrich Raab hat einige seiner Werke bei Funck publiziert; auch sind ornamentale Stichfolgen von seiner Hand bekannt (vgl. Ornamentstichlsg. Berlin 674). – Fast alle Tafeln in tiefschwarzen, sauberen Abdrucken. – Mehrere professionell restaurierte Randausrisse und Läsuren, tls. unter Darstellungsverlust (dieser in Handzeichnung ergänzt), rückseitig Montagespuren, Titel mit kleiner alter Einzeichnung von Blattmasken, stellenw. etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. Extremely rare series with ornamental patterns (leafwork, masks, grotesques etc.) for the decoration of gunlocks and pistols. Free, a little more roughly reproduced engravings of the series „Pieces et ornements Darquebuzerie“ by Simonin de Lacollombe published first in 1685 (compare the follo-

wing number). – Nearly all the plates in deep black and clean impressions. – Several professionally restored tear-outs in margin, partly affecting illustration (the loss replaced by hand drawing), on verso mounting traces, title with small contemporary drawing of masks in the form of leaves, here and there a little browned and soiled. – Loose leaves without cover. – See illustration.

927

– – (SIMONIN, C., Plusieurs pieces et ornements Darquebuzerie ... tiré des ouvrages de Laurent le Languedoc. Paris, Selbstvlg., 1702). Qu-4°. 11 Kupfertafeln (10 num. 2-11, 1 nn.; ohne den gestoch. Titel). – Lose Blätter. (30) 300,Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 840 (Ausgabe 1685 mit 8 Bl.). Guilmard I, 109 (12 Tafeln). Nagler XVIII, 465. – Überaus seltene, erstmalig 1685 erschienene Folge mit Vorlagen für die Verzierung von Gewehrschlössern. Das letzte ungezählte Blatt auf anderem Papier mit einer Schlachtenszene (Stechersignatur: „Simon In[venit] et F[ecit]“), die laut Guilmard zum Werk gehört. Datierung unserer bibliographisch nicht nachweisbaren Ausgabe nach Tafel 9 mit Stechersignatur „De Lacollombe 1702“ (vgl. auch Ornamentstichslg. Berlin 860). – Alle Bl. aufgezogen und professionell restauriert (tls. ein wenig Darstellungsverlust), fleckig und gebräunt. – Beiliegend 11 Ornamentstiche, meist von Pariser Stechern und Verlegern des späten 18. Jahrhunderts (G. Albertolli, P. P. Choffard, J. C. de la Fosse, L. Guyot und J. J. Hauer). – Siehe Abbildung.

Kunstgeschichte

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Nr. 927

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– VOR UNTERSCHIEDLICHE PROFESSIONEN DIENLICHES LAUBWERCK. (Tl. I [von 3]. Nürnberg), Weigel, o. J. (ca. 1700/10). Qu.-4°. Gestoch. Titel und 5 Kupfertafeln. Lose Blätter. (30) 300,Seltene erste Ausgabe. – Ritter, Ornamenstichslg. des K. K. Museums für Kunst und Industrie, Wien 1889, S. 16 (ebenfalls nur Tl. I, unter dem Stecher J. A. Boener). – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 91 (Tle. II und III, alle mit je sechs Blättern, unter dem Stecher A. Helmhack). – Nicht bei Bauer. – Reizvolles Musterbuch für Akanthusranken, in denen sich Tiere tummeln, darunter diverse Vogelarten und Wild, das von Hunden gejagt wird. – Die Tafeln des in der Ornamentstichsammlung Berlin aufbewahrten Teils II tragen alle das Monogramm „AH“ des Nürnberger Kupferstechers Abraham Helmhack. Dieses Monogramm fehlt im ersten Teil, so daß von einem anderen Stecher auszugehen ist, obgleich kaum stilistische Unterschiede auszumachen sind. Ritter führt den ersten Teil als Werk des ebenfalls in Nürnberg tätigen Johann Alexander Boener, allerdings ohne weitere Begründung. – Titel mit großer, als Bräunung auch durchschlagender Farbspur auf der Rückseite; vereinzelt kleine Randschäden, etw. fleckig. – Siehe Abbildung Seite 209.

929

PREISSLER, J. D., Theoretisch-praktischer Unterricht im Zeichnen. Neuste durchaus umgearb. Ausg. 5 in 1 Bd. Nürnberg, Preißlers Erben für Stein, 1797-1800. Fol. Mit gestoch. Frontisp. und 84 Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (107) 120,-

Vgl. Pollen 1649. Ornamentstichslg. Berlin 4628. Thieme-B. XXVII, 373. – Mit dem um die „Anweisung zur Zeichnung vaterländischer Blumen“ erweiterten Band. – Anfangs etw. wasserrandig, fleckig und leicht gebräunt.

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RAFFAEL – RAINALDI, F., Logge del Vaticano. Rom, de Antoni, (1802). Gr.-Fol. Gestoch. Titel von G. Balzar und F. Rainaldi nach L. Comparini und 13 Kupfertafeln von C. Lasinio nach Raffael. Läd. Interimsbroschur. (158) 800,Erste Ausgabe dieser Folge von Carlo Lasinio. – Olschki 17377. Rossetti 6053a (ohne Standortnachweis). Ornamentstichslg. Berlin 4070. – Der Kupfertitel mit dem Porträt Raffaels und Ansicht der Loggien, darunter eine gestoch. Widmung an den Baron Hermann von Schubart. Die Tafeln mit sehr feiner, präziser Wiedergabe der grotesken Wandmalereien, num. (I)-VIII und I-VI. – Einzelne kleinere Randläsuren und geknickte Ecken, durchgängig wasserrandig und braunfl., breitrandig. – Siehe Abbildung. First edition of this suite by Carlo Lasinio. – The engraved title with the portrait of Raffael and view of the loggias, also an engraved dedication to Baron Hermann von Schubart. The plates picturing in a very delicate and precise way the grotesque wall paintings, numbered (I)-VIII and I-VI. – Some minor tears in margin and creased corners, waterstains and brown stains throughout, wide-margined. – Damaged interim wrappers. – See illustration.

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SOPRANI, R., Le vite de pittori, scoltori, et architetti genovesi. Aggiontavì la vita dell'autore per opera di G. N. Cavana. Genua, Bottaro und Tiboldi, 1674. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 41 Kupferstichportrs. in breiten Holzschnittrahmen. 12 Bl., 340 (recte 339) S. Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (54) 1.000,Erste Ausgabe. – Cicognara 2371: „Edizione prima e non comune.“ Pollen 1909. Schlosser 507 und 471: „Ein stattliches Vitenwerk, das einen einheimischen Patrizier, Soprani zum Verfasser hat und zu den reichhaltigsten seiner Art gehört.“ – Vorsätze leimschattig, stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Endpapers with glue traces, here and there soiling. – Contemporary heavily damaged calf. – See illustration.

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SPANIEN – PALOMINO (DE CASTRO Y) VELASCO, A., Leben aller Spanischen und fremden Mahler, Bildhauer und Baumeister, ins Deutsche übersetzt und mit dem Leben des berühmten Raphael Mengs vermehrt. Dresden, Hilscher, 1781. Mit gestoch. Titelvign. von J. C. J. Friedrich. 367 S. Etw. spät. Pp. mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (106) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Pollen 1532. – Vgl. Cicognara 2339 (spanische Erstausgabe 1742). – Das Werk ist ein Auszug aus dem dritten Band von Palominos Hauptwerk „Museo pictorico“ (1715-24), dem „spanischen Vasari“ (Schlosser 433). Der kurze Abschnitt zu Mengs, der zwei Jahre nach Palominos Tod geboren wurde, von einem ungenannten Verfasser. – Leicht gebräunt, kaum fleckig.

Nr. 931

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WILLE, J. G., Varietés de gravures, faites en différentes époques, et terminées en l'an 8. et 9. de la république. (Paris) 1801. Gr.-Fol. Gestoch. Titel und 36 Kupferstiche auf 19 Tafeln. Etw. läd. Buntpapierbrosch. d. Zt. (20) 600,Le Blanc, Wille, Nrn. 15-51 (S. 18-35). Nagler XXIV, 37682. Thieme-B. XXXVI, 12. ADB XLIII, 257-60. Quérard, La France littéraire X, 515. – Seltene Folge von Landschaften, Genredarstellungen und Porträts, meist nach niederländischen Vorlagen. Der Titel und einige Stiche im sehr seltenen Zustand vor der Schrift (daher fehlt auf dem Titel auch noch die Verlegeradresse „Jean“ in Paris, vgl. unsere folgende Nummer im zweiten Zustand). Die Stiche stammen aus der Zeit von ca. 1740-60, nur der Titel wurde 1801 ergänzt. – Johann Georg Wille (1715-1808), in Hessen geboren, machte in Frankreich Karriere als Kupferstecher und war hoch geachtet. Selbst in der frühen Revolutionszeit wurden seine Arbeiten noch geschätzt. Im Alter jedoch, bei nachlassendem Augenlicht, litt er bittere Not. Daher entschloß er sich zu einer Neuausgabe früherer Blätter in der vorliegenden Sammlung: „Um einigermaßen etwas zu verdienen, stellte der Künstler 36 ältere, aus verschiedenen Zeiten stammende Platten zusammen und fügte ein Titelblatt bei, worin er sich als armen, von einem Hunde geleiteten Blinden darstellt, der einem ebenfalls zum blinden Bettler gewordenen ehemaligen reichen Freunde und Gönner begegnet ... Wille war zweifelsohne ein namhafter Künstler. Man könnte ihn etwa den G. Dou des Kupferstichs nennen; dem entsprach auch seine Vorliebe für die holländischen Kleinmeister. Aeußerste Gewissenhaftigkeit charakterisirt seine Manier“ (ADB). „Plusieurs de ses estampes sont aujourd'hui fort recherchées: elles rendent avec une fidélité louable les oeuvres qu'elles reproduisent“ (Hoefer XLVI, 747). – Breite Ränder mit kleinen Läsuren, einigen geknickten Ecken, etw. finger- und stockfleckig. – Titel mit Widmung von Willes Schüler, dem Wiener Kupferstecher

Kunstgeschichte

und Gründer der kaiserlichen Kupferstecherakademie, Jacob Matthias Schmutzer (1733-1811), an den mit ihm befreundeten Lambacher Benediktinerpater Coloman Fellner (1750-1818), den Schmutzer in der Stecherkunst unterrichtet hatte (vgl. ADB VI, 615). Darunter zeitgenössische biographische Notiz über Schmutzer mit seinem korrekten Todesdatum (2. 12. 1811) und Zusatz „im 81. Jahr“ (demnach müßte Schmutzer 1731 geboren worden sein, das bekannte Geburtsjahr ist jedoch 1733). – Siehe Abbildung.

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– Recueil de paysages et autres figures, dessinées et artistement gravées. Paris, Jean, 1801. Gr.-Fol. Gestoch. Titel und 36 Kupferstiche auf 19 Tafeln. Etw. läd. Interimsbroschur. (20) 400,Vgl. Le Blanc, Wille, Nrn. 15-51 (S. 18-35). Nagler XXIV, 376-82. Thieme-B. XXXVI, 12. ADB XLIII, 257-60. Quérard, La France littéraire X, 515. – Seltene Folge von Landschaften, Genredarstellungen und Porträts, meist nach niederländischen Vorlagen. Die Stiche stammen aus der Zeit von ca. 1740-80 und wurden 1801 als Sammlung mit eigens angefertigtem Titelblatt neu herausgegeben. Dieser Titel lautete ursprünglich „Varietés de gravures, faites en différentes époques, et terminées en l'an 8. et 9. de la république“ (siehe unsere vorgehende Nummer). Hier vorliegend eine den Bibliographen (auch Le Blanc) nicht bekannte Variante. Diese trägt die Verlegersignatur von Jean in Paris (dem bei Le Blanc verzeichneten zweiten Zustand der ersten Variante entsprechend). Diese Titelauflagen wurden wohl aus verkaufstaktischen Gründen produziert. Die Darstellung beider Titel ist indessen dieselbe, der Künstler zeigt sich als ein armer, von einem Hund geleiteter Blinder, der einem ebenfalls zum blinden Bettler gewordenen ehemaligen reichen Gönner begegnet. – Unbeschnitten und sehr breitrandig, leicht stockfleckig.

Nr. 933

Zusätzliche Abbildungen und Volltextsuche in der OnlineVersion des Katalogs. Additional images and fulltext-search on our website.

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Nr. 981

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Literatur und illustrierte Bücher

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Barock- und Emblembücher 935

ALTDORFFISCHE neu-eingerichtete LiederTafel, oder vollständiges Gesang-Buch. Altdorf, Meyer, 1758. Schmal-8°. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel. Doppelblattgr. Drucktitel, 8 Bl., 676 S., 12 Bl. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Namen „Rukersdorf“ und Wappensupralibros (Rückenbezug leicht brüchig, stellenw. mit leichtem Wurmfraß). (7) 300,Vgl. Pfeiffer 342 a (Ausg. 1784). – Der schöne Kupfertitel zeigt das Innere der Kirche St. Laurentius und eine kleine Ansicht von Altdorf. – Vorsätze alt erneuert, fliegender Vorsatz und Drucktitel mit altem Besitzvermerk.

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ANDACHTSBÜCHER – GEISTLICHER SCHILD – Sammelband mit 3 Drucken von Andachtsschriften als geistlicher Wegbegleiter. Deutschland, um 1700/05. 12°. Fragmentarischer Holzdeckelbd. d. Zt. in läd. Ledertasche. (61) 200,In dieser Zusammenstellung mehrfach nachweisbarer Sammelband, ein Andachtsbuch im Taschenformat, das als geistlicher Begleiter für Reisende gedacht war. Die Besonderheit unseres Exemplars ist die Erhaltung in der ursprünglichen Form als Amulett, wenn auch mit den entsprechenden Gebrauchsspuren, in einem verschließbaren Ledertäschchen (Lasche fragmentarisch, Schließöse noch vorhanden). – ENTHÄLT: I. GEISTLICHER SCHILD, gegen geist- und leibliche Gefährlichkeiten allzeit bey sich zu tragen. Mainz, o. Dr. und J. (um 1700?). 24 Bl. – II. EIN SCHÖNER UND WOL APPROBIRTER H. SEGEN zu Wasser und Land. Wider alle Feinde so ihm begegnen. Erst-

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Barock- und Emblembücher

lich gedruckt zu Prag. O. O., Dr. und J. (um 1700?). 24 Bl. – III. GEISTLICHE SCHILD-WACHT, darinnen der Mensch ihm für eine jegliche Stund, sowol des Tags als bey der Nacht einen besondern Patron aus den Heiligen Gottes auserwehlet. O. O. und Dr., 1705. Mit Titelholzschnitt auf dem Vortitel und 24 Textholzschnitten. 36 Bl. – Die groben Textholzschnitte (in der Art der Volksbücher) zeigen Porträts von Heiligen für jede Stunde des Tages. – Alle Drucke bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Bindung in Auflösung, einzelne Bl. lose, Papier an den Rändern etw. abgegriffen, tls. stärker fingerfleckig.

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ANDRADE, A., Geistreiche Lehr-Sprüch der glorwürdigen und h. Mutter Theresia von Jesu. München, von Cöllen, 1734. Fol. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 639 S., 46 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Messingschließen (wurmstichig, beschabt und bestoßen). (125) 150,Erste deutsche Ausgabe. – De Backer-S. I, 319, 7. – Übertragung der Lehrspruchsammlung der Karmelitin und Mystikerin Theresa von Avila (1515-1582). – Vorsatz und Frontisp. wurmspurig, Titel mit hs. Besitzvermerk und mehrf. gestempelt, stellenw. gering fleckig.

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Nr. 939

APPELL, J. W., Historisch-moralischer Entwurff der Temperamenten. Zum Gebrauch studirender Jugend dem Druck übergeben. Hamburg, Felginer, 1733. Mit gefalt. gestoch. Portr. 16 Bl., 227 S. Pgt. d. Zt. (Deckel leicht gebogen, etw. fleckig und wenig bestoßen). (56) 300,Jantz 389. Schröder I, 101, 1. – Seltene Temperamentenlehre des Hamburger Theologen. VORGEB.: BERND, A., Einleitung zur christlichen SittenLehre. Leipzig, Heinsius, 1733. 4 Bl., 680 S., 16 Bl. – Vgl. ADB II, 411. – Oberkatechet und Prediger an der Alten Peterskirche in Leipzig, wurde Bernd aufgrund seiner „melodianischen“ Schrift vom „Einfluß der göttlichen Wahrheiten“ 1728 vom Amt suspendiert. – Titel der „Einleitung“ mit hinterlegten kleinen Löchern; wenig fleckig.

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Nr. 941

(AUTORFF, E. J. VON, PSEUD:) AMYDOR, Publius Cornelius Scipio der Africaner Heldenund Liebes-Geschichte. 2 Tle. in 2 Bdn. Frankfurt, Leipzig und Liegnitz, Rohrlachs Erben, 1696-98. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 195 (recte 905) S.; 2 Bl., 958 (recte 956) S. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig). (71) 800,Einzige Ausgabe. – Jöcher I, 627. Weber-M. 233. Kosch, Erg.-Bd. I, 336. – Erzählte Geschichte der Antike von der Eroberung Trojas bis zum Tode des Cornelius Scipio Africanus in der Gracchenzeit; verfaßt von Ernst Jakob von Autorff (Audorf; 1639-1705), einem Hauptmann in Breslauer Diensten und Autor zweier Romane. Während der erste dieser beiden Romane, „Die durchlauchtigste Olorena“, noch halbwegs bekannt ist und in 3 Ausgaben verbreitet, ist der „Africanische Scipio“ von äußerster Seltenheit (und wir fügen hinzu: wie die spärlichen Nachrichten über seinen fast verschollenen Verfasser). – Tls. stärker gebräunt. – Siehe Abbildung.

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Nr. 942

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Erste deutsche Ausgabe. – Bircher A 2124. – Vgl. Brunet I, 1441. INED 226 (franz. EA 1581): „Révolutionnaire et antigouvernemental. Satire contre la 'polygamie' des prêtres, c'est-à-dire la débauche. Barnaud recense les revenus du clergé, le nombre des paroisses, des abbayes, des prébendiers, etc. Ces trois perles sont: la parole de Dieu (ou clergé), la noblesse et le tiers-état.“ – Gelenk eingerissen, Titel mit Besitzvermerk von 1660, sehr eng gebunden.

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unteren Plattenrand numeriert. – Vorhanden: die Tafeln 8-11, 13-25, 27-30, 64, 113-122, 124 und 125, die Nummer 11 doppelt vergeben. – Titel aufgezogen, ein Blatt der Vorstücke und wenige Tafeln im Rand hinterlegt, alle Tafeln hs. mit Tinte numeriert, leicht fleckig. – Titel mit hs. Besitzvermerk von Johann Bernhard II. von Herberstein (16301685), seit 1671 Landeshauptmann von Breslau und Glogau. – Aus der Bibliothek Nostitz mit dem gestoch. Exlibris C(hristoph) W(enzel) G(raf) v(on) N(ostitz) und der roten Numerierung auf dem Buchrücken. – Siehe Abbildung.

(BARNAUD, N.), Deß Allerchristlichsten Heinrici Königs zu Franckreich Cabinet undt Schatzkämmerlin. In welchem drey uberauß köstliche Perlin, eines ohnschätzlichen Werthts (sic), verschlossen seind. 3 in 1 Bd. O. O. und Dr. 1615. 28 Bl., 792 (recte 800), 512, 228 (recte 238) S. Pgt. d. Zt. mit Schließbändern (Bezug mit alter Fehlstelle, fleckig). (68) 400,-

BAUR, J. W., Iconographia. Augsburg, Küsel, 1670. Qu.-Fol. Daraus: gestoch. Titel und 35 Kupfertafeln von M. Küsel nach J. W. Baur. 3 Bl. Pgt. d. Zt. (Rücken tls. schadhaft, ohne die Schließbänder, etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (48) 500,Erste Ausgabe. – Augsburger Barock 612. Gier-J. 851. Ornamentstichslg. Berlin 4294. – 23 Szenen aus der Passionsgeschichte und 13 allegorische Darstellungen (Reichtum, Hoffnung, Alter und dergleichen). – Die Tafeln alle im

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– Iconographia. Erster Theil, begreift in sich die ganze Passion und Auferstehu(n)g Christi. Darbei ein Anhang sin und lehrreicher Emblema mit Figuren vorgebildet. Augsburg, Küsel, 1682. Qu.Fol. Gestoch. Titel und 37 Kupfertafeln. Pgt. d. Zt. (leicht beschabt, etw. fleckig). (48) 1.200,Zweite Ausgabe. – Augsburger Barock 612. Gier-J. 851. – Enthält 24 Szenen aus der Passionsgeschichte und 13 allegorische Darstellungen (Reichtum, Hoffnung, Neid, Alter, eheliche Liebe, Hurerei und dergleichen), meist mit gereimten deutschen Legenden, nach Entwürfen von Johann Wilhelm Baur von Melchior Küsel gestochen. – Nachgebunden 33 Kupfertafeln, num. 1-4 und 7-36, nach einer hs. Notiz auf dem Vorsatz aus dem 4. Teil desselben Werkes stammend (und damit vermutlich ebenfalls aus der 2. Auflage der Ikonographie), mit historischen und mythologischen Szenen und Ansichten von Rom, Genua, Neapel und Tivoli. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – Breitrandiges

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Nr. 943

Exemplar in kräftigen Abdrucken aus der Bibliothek Nostitz mit dem gestoch. Exlibris C(hristoph) W(enzel) G(raf) v(on) N(ostitz) und der roten Numerierung auf dem Buchrücken. – Siehe Abbildung. Second edition. – 24 scenes from the Passion and 13 allegoric illustrations, mostly with German legends in rhyme, engraved by Melchior Küsel after drafts by Johann Wilhelm Baur. – Additional bound 33 copperplates from the 4th part of the same work according to a ms. note on endpaper, with historical and mythological scenes and views of Rome, Genoa, Naples and Tivoli. – Slightly browned, a little soiled. – Wide-margined copy in strong impressions from the Nostitz library with engraved exlibris C(hristoph) W(enzel) G(raf) v(on) N(ostitz) and the red numbering on back. – Contemporary vellum (slightly scratched, a little soiled). – See illustration.

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BAUR UND KÜSEL – Sammlung von 66 Kupferstichen von M. Küsel nach J. W. Baur, zusammengestellt aus mehreren Folgen. 2 Bde. (Augsburg, um 1640-75). Qu.-Fol. Pgt. d. Zt. (Rückenbezüge etw. beschädigt, Schließbänder fehlen, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (48) 400,Nagler VIII, 111, Nrn. 11, 12, 14-18. Thieme-B. XXII, 74. – Soweit zuzuordnen, aus den Folgen mit Schlachten (4), italienischen Landschaften (9), Gärten und Landhäusern (15), italienischen Seehäfen (27), italienischen Städten (5) sowie biblischen und mythologischen Szenen (je 3). – Meist frische, recht kräftige Abzüge. – Gebrochene Innengelenke

restauriert, breite Ränder nur wenig fleckig. – Erste Tafel jeweils mit Besitzvermerk von Freiherrn Johann Bernhard (II.) von Herberstein (1630-1685) als Landeshauptmann von Glogau in Schlesien, der er seit 1671 gewesen ist (zur Genealogie der Familie siehe den Ausstellungskatalog „Die Steiermark“, Graz 1986). Von Herbersteins Hand offensichtlich auch die Foliierung am oberen rechten Rand. – Beide Bände mit dem großen gestoch. Exlibris von Christoph Wenzel Graf von Nostitz (1643-1712) und der typischen roten Rückennummer der Nostitz-Bibliothek. – Beiliegend ca. 60 der 130 Kupfertafeln aus der Bilderbibel „Picturae chalcographicae“ (Augsburg 1758) von Philipp Andreas Kilian nach Gemälden berühmter Künstler. – Graesse IV, 16. Thieme-B. XX, 301. – Siehe Abbildung.

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BOIARDO, M. M., Orlando innamorato, ed ora rifatto tutto di nuovo da M. Francesco Berni. Florenz (= Neapel), o. Dr., 1725. 4°. Mit gestoch. Titelvign. 4 Bl., 343 S. Restauriertes Hldr. d. Zt. mit Rsch. (49) 200,Ebert 2662. Brunet I, 1051: „L'édition de Florence (Naples), 1725, sans nom d'imprimeur, est assez mauvais et c'est à tort qu'on l'a citée comme la meilleure. Lorenzo Ciccarelli, qui a pris le nom supposé de Cellino Zecclori, en a été l'éditeur.“ – Vgl. Gamba 1071-72. – „Der verliebte Roland“, die berühmte epische Dichtung, war erstmals in Venedig 1486-95 erschienen und ist dann vielfach wieder aufgelegt worden; hier liegt er in der sprachlich gereinigten Bearbeitung von Francesco Berni vor. – Minimal fleckig.

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Nr. 945

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BONARELLI (DELLA ROVERE), P., Il Solimano. Tragedia. (Florenz, Cecconcelli, 1620). 4°. Mit gestoch. Titel, 5 gefalt. Kupfertafeln von J. Callot und Holzschnitt-Druckermarke auf dem letzten Blatt. 5 Bl., 162 S., 1 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (100) 2.000,Erste Ausgabe. – STC 127. Cicognara 1086. Ornamentstichslg. Berlin 4112 (irrig 1619). Plan 266-271. Gamba 1810: „Tra le molte edizioni di questa tragedia è la presente molto ricercata per la vaghezza delle figure.“ Libreria Vinciana 3870: „Tragedia in cinque atti, una delle più importanti ed interessanti del secolo XVII, assai ricercata per la bella veste tipografica.“ – Die prachtvollen Radierungen zählen zu den schönsten Theater- und Ballettillustrationen Callots. Während die ersten vier Tafeln eng an Bühnenentwürfe von Giulio Parigi angelehnt sind, ist die letzte Darstellung mit der brennenden Stadt Aleppo ein originäres Werk Callots. – Ein Kupfer gewaschen und mit restauriertem Braunfleck, einzelne Tafeln bis zum Bildrand eingebunden, mehrere Seiten mit professionell restaurierten Durch- oder Einrissen, stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – The magnificent etchings belong to the most beautiful theatre and ballet illustrations by Callot. – One copperplate washed, with restored brown stain, some plates bound-in up to plateline, several pages torn or torn in two but professionally restored, some soiling here and there. – Contemporary limp vellum (signs of wear). – See illustration.

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BROCKES – CRAMER, J. L., Die Brockesische Poesie S. T. Herrn Benjamin Henrichs Brockes ... Auch der Itzsteinischen Schul-Jugend zur Erweckung des poetischen Geistes kürtzlich vorgestellt, im Jahr Christi, 1731. den 15 Octobris. Idstein, Lyce, o. J. (1731). Fol. Mit Holzschnitt-Bordüre und großer Holzschnitt-Initiale. 2 Bl. Ohne Einband. (50) 150,Gelegenheitsrede des Pfarrers und Rektors des Gymnasiums in Idstein, Johann Ludwig Cramer (1675-1735), der sich selbst einen „Liebhaber der edlen Posie“ nannte und in Brockes wohl sein Idol gefunden hatte. – Bibliographisch und über den KVK von uns nicht nachweisbar, nicht im GV. – Falz des Doppelbl. fast durchgerissen, Ränder mit Läsuren, etw. gebräunt.

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CAMPEGGI, R., Le lagrime di Maria. Poema heroico. Bologna, Barbieri, 1643. 12°. Mit halbseit. Titelholzschnitt. 24 Bl., 432 S., 23 Bl. Pgt. d. Zt. (Kapitale mit Fehlstellen, leicht fleckig). (56) 150,Wiese-P. 387. – Vgl. STC 174 (Ausg. 1617). – Erstmals 1609 mit 4 Gesängen erschienenes, seit 1617 auf 16 Gesänge erweitertes Marienepos. – Titel mit altem hs. Besitzvermerk, S. 31/32 mit Randabriß (ohne Textberührung); gelockert, gebräunt, fleckig. – Vollständiges Exemplar mit dem letzten weißen Blatt. – Epigonal, aber selten.

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Erste Ausgabe. – Gamba 2156: „Bella edizione.“ – Adaption von Croces bereits 1606 erschienenen „Astutie di Bertoldo“. – Die humorvollen, auch durch ihre realistischen Details reizvollen Tafeln stammen von Ludovico Mattioli. – Vereinzelt etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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(CROISET, J.), Abregé de la vie de la soeur Marguerite Marie Alacoque. Lüttich, Milst, 1700. 12°. 93 (recte 99) S. Ohne Einband. (71) 300,Theux de Montjardin 385. – Nicht bei Goldsmith. – Erstmals wohl in Lyon 1694 erschienen, wurde die von dem Jesuitenpater Jean Croiset (1656-1738) verfaßte Schrift 1704 indiziert. Mehrfach wurde sie später zusammen mit dessen „Dévotion au sacré coeur de N. S. Jésus-Christ“ publiziert. – Die Salesianerin und Visionärin M. M. Alacoque (16471690) hatte in ihrem Kloster Paray-le-Monial die HerzJesu-Verehrung begründet, die in der Folgezeit besonders von den Jesuiten propagiert wurde (LThK I, 191). – Ursprünglich Teil eines umfangreicheren Bandes. – Titel leicht gebräunt.

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Nr. 948

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CONTI, A., Prose e poesie. 2 Bde. Venedig, Pasquali, 1739-56. 4°. Mit gefalt. Kupfertafel. 33 Bl., 106, 362 (recte 364) S., 1; 4 Bl., 308, 180 S., 1 Bl. Interims-Brosch. d. Zt. (etw. fleckig). (49) 300,Erste Ausgabe. – Gamba 2207. Brunet II, 247. Graesse II, 256. – Enthält im zweiten Band eine ausführliche Lebensbeschreibung Contis (1677-1749). – Wie meist ohne die 124 S. „Illustrazione del Parmenide di Platone“, 1743 erschienen und zum zweiten Band gehörig. – Breitrandig und sauber. – Siehe Abbildung.

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CONTI, G. DE, La bella mano. Edizione seconda veronese. Verona, Tumermani, 1753. 4°. Mit Frontisp., Titelvign. und einigen Textvign. (alles gestoch.) sowie Kupfertafel. 3 Bl., 394 S. (1 Bl. zwischengeb.). Interims-Brosch. d. Zt. (beschabt, bestoßen und fleckig). (49) 200,Gamba 371. – Berühmtes Liederbuch, in dem der Dichter die Hand seiner Geliebten besingt. – Frontispiz etw. fleckig.

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(CROCE, G. C.), Bertoldo con Bertoldino e Cacasenno. Bologna, Volpe, 1736. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titelvign. (beide kolor.), 21 Kupfertafeln (davon 1 gefalt.), Textkupfer (Portr.) und mehreren gestoch. Schlußvign. Blindgepr. Pgt. d. Zt. mit Rvg. (Gebrauchsspuren). (49) 500,-

CURIDEMUS, VESPASIANUS (PSEUD.), Disputatio de Cornelio et ejusdem natura ac proprietate. Proponit Zachaeus Pertinax. „Gremerstadt, Chrysippus Grillomannus für Lippold Ohrenkrätzer“, 1627. 4°. Mit Holzschnitt-Titelvign. 8 Bl. Mod. Hpgt. (136) 120,Zweite Ausgabe. – Erman-H. I, 7511. Weller, Pseud.-Lex., 423. VD 17 23:259342Z. – Vgl. Weller, Druckorte, I, 256 (EA 1625). – Scherzdisputation über das Wesen des Cornelius, i. e. das Cornelianische an sich. – Leicht gebräunt.

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DESMARETS (DE SAINT-SORLIN), J., Les delices de l'esprit. Dialogues dediez aux beaux esprits du monde. 4 Tle. in 1 Bd. Paris, F. Lambert, 1661. Fol. Mit gestoch. Kopfvign., 3 (statt 4) gestoch. Vortiteln, 19 Kupfertafeln von F. Chauveau und zahlr. großen Holzschnitt-Vign. und -Initialen. 11 Bl., 125 (recte 123) S., 4 Bl., 63 S., 11 Bl., 195 S., 15 Bl., 241 (recte 239) S., 13 Bl., 75 (recte 83) S., 4 Bl. Mod. Hldr. (ganz leicht beschabt, minimal fleckig). (71) 600,Zweite Ausgabe (EA 1658). – Brunet II, 632. Landwehr 258. Tchemerzine, Livres à figures, 117. – Vgl. Hofer 46: „A most unusual and elaborately illustrated volume. Nothing like this ornamentation had been used in books before.“ – „This book is a re-issue by Florentin Lambert in (1659) of the sheets of the edition of 1658 ... The elaborate intaglio ornamentation on the titlepage and above and below the illustrations is matched by similar woodcut headpieces and initials at the beginning of each chapter. Both are believed to have been designed by the illustrator, François Chauveau, and this gives the book its outstanding unity of style“ (Cat. PMM II, 93). – Hauptwerk des Dichters und ersten Kanzlers der Académie Française, Jean Desmarets de Saint-Sorlin (1594-1676), in dem er „bildhaft den Aufstieg der Seele zu Gott und die Wonnen des gottgeweihten Lebens“ beschreibt (LThK III, 225). – Es fehlt der gestoch. Vortitel zum ersten Teil. – Titel mit altem klösterlichen Besitzvermerk, leicht gebräunt, etw. fleckig.

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Nr. 962

Nr. 950

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DORN, F. X., Lauretanische Litaney. 3. verm. Aufl. Augsburg, Burckhart, 1763. Mit gestoch. Frontisp. und 56 Kupfertafeln von Josef und Johann Klauber nach Georg Balthasar Probst. 8 nn., 56 num. Bl., S. 57-71. Ldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (Ldr. brüchig, Kopf und Schwanz schadhaft, stark beschabt und bestoßen). (48) 300,-

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FRANZ VON ASSISI, Seraphische zu Gott auffsteigende Andachts-Flammen. Das ist, sechzehen kleine Officia, oder Tagzeiten von dem heiligen Francisco Seraphico, und seinen Ordens Heiligen, sambt den Litaneyen und etlichen andächtigen Gebettern. München, Straub, 1707. Mit gestoch. Titel und 15 Kupfertafeln von J. B. Wening. 3 Bl., 408 S. Ldr. d. Zt. mit 2 Schließen (beschabt und bestoßen). – Innengelenke gebrochen, stellenw. minimal fleckig. (125) 100,-

FÜESSLIN, C., Theatrum gloriae sanctorum. Sulzbach, Lochner, 1696. 4°. Mit gestoch. Titel von E. Nunzer nach S. Arnold, gestoch. Portr. und 50 emblematischen Textkupfern. 9 Bl., 500 (recte 498) S., 12 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Schwanz etw. läd., einzelne kleine Wurmlöcher, beschabt, bestoßen und fleckig). (89) 300,Erste Ausgabe. – Landwehr 300. Praz 343. – Die Emblemkupfer mit ihren hübschen Bordüren illustrieren die Festpredigten des Kirchenjahres. – Hier mit dem oft fehlenden Erratablatt am Schluß. – Gestochener Titel mit kleiner Randläsur, Titel mit hs. Besitzeintrag des Klosters Rattenberg, Lage R verbunden, gebräunt und stellenw. fleckig.

Vgl. Gier-J. 837, 221. – Das Gebetbuch mit der schönen marianischen Kupferstichfolge der Gebrüder Klauber erschien erstmals 1749. – VORGEB.: DERS., Grosser Kern in kleiner Schale. Augsburg 1766. 1 Bl., 122 (recte 126) S. – Beide Drucke wasserrandig, fleckig und leicht gebräunt.

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GEYSS, W., Minus de minore. 2 in 1 Bd. Konstanz, Augsburg und Dillingen, Labhart und Bencard, 1694-96. 4°. Mit gestoch. Frontisp. (statt 2). 15 Bl., 666 (recte 668) S., 17, 1 (weißes), 12 Bl., 604 S., 15 Bl. Pgt. d. Zt. (Bezug mit Fehlstellen, einzelne Wurmspuren). (7) 200,VD 17 23:701185X und 23:701196M. – Das Frontispiz nach Jeremias Renner zeigt die Madonna, in den Wolken thronend, über einer Ansicht des im Nördlinger Ries gelegenen Minoritenklosters Maihingen. – Der erste Titel angerändert, mit kleinen Fehlstellen, wenig fleckig, stellenw. gebräunt.

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Nr. 964

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(GOEZ, G. B., J. S. UND J. B. KLAUBER), Annus dierum sanctorum. Tle. I-VI (von 12) in 1 Bd. O. O., Dr. und J. (Augsburg, ca. 1737-42; wohl spätere Abzüge nach 1800). Qu.-8°. Mit mont. gestoch. Titel, 6 mont. gestoch. Zwischentiteln und 189 mont. Kupfertafeln. Mod. Pp. (48) 250,Ornamentstichslg. Berlin 4304. Thieme-B. XIV, 320 (dat. 1770). – Vgl. Isphording (Goez) S. 42 und AIIIb 110-113. – Hübsche Kupferfolge für die Tage des Jahres mit Szenen aus dem Leben der Tagespatrone und -patroninnen, ferner mit Monatskupfern etc. Die Handlungen werden von kurzen lateinischen, in die Platte gestochenen Texten begleitet. – Zur Tafelkollation: die Datierung zum 1., 5., 8. und 28. Januar sowie 7. April doppelt, die zum 6. Januar dreifach vergeben, außerdem vorhanden eine nicht datierte Tafel zu einem beweglichen Feiertag (2. Sonntag nach Epiphanias). – Wenige Kupfer ankoloriert; fleckig und etw. gebräunt.

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(GRANDVAL, N. R. DE), Le pot de chambre cassé. Tragedie pour rire, ou comedie pour pleurer. „Ridiculomanie, Georges L'Admirateur“ (= Paris, Duchesne), o. J. (um 1740). 60 S. Lwd. um 1850 (Vorderdeckel mit kleinen Fehlstellen, beschabt, fleckig). (22) 100,Weller, Druckorte, II, 110. – Burleske Komödie von „Enluminé de Metaphorinville“, hinter welchem Pseudonym sich der Pariser Schauspieler, Komponist und Cembalist Nicolas Racot de Grandval (1676-1753) versteckt. Von dem klei-

nen Werk existieren 3 verschiedene Drucke, alle pseudonym, mit fingiertem Druckort und undatiert erschienen; unterscheidbar sind sie durch den Umfang: 38 S., 48 S. (Cioranescu 31890) und eben, wie vorliegend, 60 S. Da dieser Druck die seltenste der drei Ausgaben ist, könnte es sich bei ihr um den Erstdruck handeln. – Leicht gebräunt.

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GRASER, R., Vollständige Lehrart zu predigen. Salzburg, Mayr, 1766. 4°. 12 Bl., 717 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (158) 120,Erste Ausgabe. – Scriptores Ordininis S. Benedicti 143. – Sehr dekorativ gebunden.

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(HEINSIUS, D.), Laus asini tertia parte auctior. Leiden, Elzevir, 1629. 12°. Mit gestoch. Titel und Textholzschnitt. 9 Bl., 438 S. Violettes Kalbldr. des 18. Jhdts. mit Vg. (136) 250,Willems 315. Pieters 62. – Zweite, um sechs Stücke vermehrte Elzevir-Ausgabe, erstmals 1623 erschienen. – Respektblatt mit mehreren hs. Besitzvermerken, leicht gebräunt, Außensteg mit leichtem Wasserrand, sonst kaum fleckig. – Exlibrisstempel (3) „de Cayrol“ (= Louis Sébastien de Cayrol). – Hübsch gebunden.

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(HELWIG, J.), Die Nymphe Noris in zweyen Tagzeiten vorgestellet. Nürnberg, Dümler, 1650. 4°. Mit gestoch. Titel und 4 Kupfertafeln. 3 Bl., 197 S., 1 Bl. Leicht beschäd. Pgt. d. Zt. (102) 600,-

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Erste Ausgabe. – Wolfskehl 191. Goed. III, 112, 58, 2. FdF 556: „A typical Schäfferey.“ – Nicht bei Jantz. – Johann Helwigs Hirtendichtung über Nürnberg und seine Geschichte, Nürnbergs berühmte Familien und den Pegnesischen Blumenorden, angereichert durch Gedichte von Harsdörffer und Klaj. – Ganz im Zeitgeschmack sind die Bildgedichte, die durch Verslänge und Druckanordnung verschiedene Motive bilden: Haus, Vase, Krone, Brunnen, Schmetterling etc. – Die Kupfer zeigen einen barocken Triumphbogen, einen idyllisch gelegenen Musentempel und die Wappen der Nürnberger Patrizierfamilien. – Der gestoch. Titel verso mit alter biographischer Notiz zum Autor mit der Nennung seines Gesellschaftsnamens Montano im Pegnesischen Blumenorden; gleichmäßig leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

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1710. 4°. 20 Bl., 726 S., 7 Bl. Ldr. d. Zt. mit zwei intakten Metallschließen (Hinterdeckel mit kleiner Fehlstelle des Bezugs, etw. beschabt). (128) 80,Vgl. Georgi II, 324 (EA 1707). Jöcher II, 1978 (zum Verfasser). – Fliegender Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, etw. fleckig.

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HERODIANUS (HISTORICUS), Historiarum libri VIII. cum notis & animadversionibus J. H. Boecleri. Tertia editio. Accessit index autore B. Scheidio. Straßburg, Staedel, 1694. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 468 (recte 466) S., 23 Bl. (letztes weiß), 8 Bl., 524 (recte 562) S., 41 Bl. Ldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen, Rücken mit Fehlstellen). (9) 150,-

968 HOLLAR, W., Neues Blumen, Frucht und Thier Büchlein, nach dem Leben gerissen. Nürnberg, Sandrart, (1676). Qu.-4°. Gestoch. Titel und 10 (statt 11) Kupfertafeln mit Tieren und Pflanzen. Mod. Pp. (lichtrandig). (141) 1.200,Vgl. Parthey 2064-2075 (EA 1663). – Die erste Ausgabe erschien in London bei Stent 1663, eine weitere bei Overton 1674. – Unsere Ausgabe mit seitenverkehrten Nachstichen. – Es fehlt die Tafel mit der Distel in der Mitte (Parthey 2073). – Einige Tafeln lose oder angefalzt, kleinere Fehlstellen oder Einrisse professionell restauriert, tls. knapp beschnitten (minimaler Bildverlust), verso mit hs. Vermerken von alter Hand mit Tinte, etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

JOHANNES VOM KREUZ, Die Geistliche Bücher und Schrifften. In die Teutsche Sprach übersetzet. 3 Tle. in 2 Bdn. Prag, Beringer, 1697. 4°. Mit gestoch. Portr. und gefalt. Kupfertafel. 20 Bl., 54 S., 5 Bl., 555; 1 Bl., S. 559-858 (recte 959), 9 Bl., 93 S. Hldr. d. Zt. (Rücken brüchig, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (22) 100,-

JOSEPH A VIRGINE MARIA, Der bestirnte und gesternte Himmel. Das ist: fünff und viertzig Lob- und Ehren-Predigen. Nürnberg, Lochner,

LETTERE scritte da donna di senno, e di spirito per ammaestramento del suo amante. Ferrara, Barbieri, 1737. Mit gestoch. Titelvign. 1 Bl., 143 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (54) 150,Vgl. Gay-L. II, 798. – Nicht bei Melzi. – Fingierte erotische Briefe, laut Vorwort „scritte da donna di molto spirito, per verace insegnamento ad un Giovane suo amico, possono servire tanto di stimolo al di lei sesso, per anelare all'acquisto di sublime, e soda erudizione, a cui credesi comunemente non potersi elevare il molle ingegno delle femmine.“ – Gelenk etw. eingerissen, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand.

Erste deutsche Ausgabe. – Wetzer-W. VI, 1709. – Vorsätze mit Besitzvermerk von 1777, Titel gestempelt, unterschiedlich gebräunt.

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KISSLING, J., Neu-zugerichtetes Buß-, Beichtund Communionbüchlein. Nürnberg, Endter, 1784. Schmal-8°. Mit doppelblattgr. gestoch. Frontisp. (in Pag.) und 6 Kupfertafeln. S. (5)-351, 4 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit gepunztem Goldschnitt, monogr. „I. M. M.“ und dat. „1786“ (etw. berieben), in beschabtem Pp.-Schuber d. Zt. (108) 120,Jöcher II, 2108. – Da sich die Hoffnungen von Kißling (auch Kiesling oder Kisling) auf ein geistliches Amt nicht erfüllten, wurde er Korrektor in der Endterschen Buchhandlung in Nürnberg und veröffentlichte eine Fülle an geistlichen Werken. – Mit hs. Nennung des Paten „Georg Andr. Haßold“ auf dem Vorsatz.

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(KAUKOL, M. J. C., Christlicher Seelen-Schatz. Außerlesener Gebetter). O. O. und Dr. (Bonn 1729). Mit Titel, Wappentafel, 1 Widmungsbl. (statt 3), 9 Zwischentiteln und 114 Bl. Text mit zahlr. Vign. und Initialen, alles gestochen. Rotes Maroquin d. Zt. mit Rvg., Deckel- und Stehkantenvg. (beschabt, leicht bestoßen). (72) 200,Rümann 504. Bonacini 924. Jessen 2340. Lanckoronska-Oe. I, 80. Seebaß, N. F., 561. – Eines der schönsten kalligraphischen Werke des 18. Jahrhunderts. – Vorderes Innengelenk gelockert; leicht gebräunt und tls. leicht braunfleckig. – Beiliegt Eckartshausens „Gott ist die reinste Liebe“ (1826) in einem roten Maroquin-Einband d. Zt. mit reicher Vergoldung, ferner Matthias von Schönbergs „Geschäft des Menschen“ (1775) in einem ehemals goldgeprägten Leder-Einband d. Zt. mit Wappensupralibros der Oberpfalz und Motto auf den Deckeln. – Dekorative Einbände.

Ebert 9525 Anm. Hoffmann II, 364. Schweiger I, 137: „Enthält gehaltlose Noten, und die reine Übersetzung des Politianus.“ – Der Index allerdings ist gewaltig, nimmt über die Hälfte des Bandes ein und heißt zu Recht „absolutissimus“. – Frontisp. fast lose, Titel gestempelt, gebräunt.

964

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970

(LIPPI, L., PSEUD.:) PERLONE ZIPOLI, Il Malmantile racquistato. Colle note di Puccio Lamoni (d. i. Paolo Minucci) e d'altri. 2 Tle. in

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Barock- und Emblembücher

Erste Ausgabe. – Weller, Pseud.-Lex., 330 (nicht aufgelöst). STC L 1127. – Nicht bei Hohenemser und Rosenthal. – Kompilation von Voraussagen zum Jahr 1670. Zitiert werden Paracelsus, Carion und Olaus Worm. Den zweiten Teil bildet die „Denkwürdige Prophezey welche 1621 zu Prag gefunden“ wurde. – Es erschien 1668 ein ebenso seltener Nachdruck. – Nur 3 Exemplare im KVK nachweisbar. – Blatt A3 mit geklebtem kleinen Einriß (geringer Buchstabenverlust), gebräunt und etw. fleckig. – Unbeschnitten. – Selten.

1 Bd. Florenz, Nestenus und Moücke, 1731. 4°. Mit gestoch. Frontisp., 3 gestoch. Portrs. (davon 1 gefalt.) und mehreren gestoch. Vign. 48 Bl. (1 Bl. zwischengeb.), 864 S. Pgt. d. Zt. (Gelenk eingerissen, etw. fleckig). (49) 100,Brunet V, 1537. Haym 220, 7. Libreria Vinciana 2942. Razzolini-B. 200. Gamba 596: „Deesi questa ristampa alle cure del can. Biscioni, il quale la corredò di Prefazione, dell'esatta Vita dell'Autore, già scritta dal Baldinucci ed inserita ne' suoi Decenali, e di molte Annotazioni, alle quali furono unite altre di Anton Maria Salvini.“ – Postum im Jahre 1676 erschienenes heroisch-komisches Werk, hier in der kommentierten Ausgabe von Biscioni, der für die Crusca und für viele folgende Ausgaben maßgeblichen: „Für die Sprachforschung ist die mit köstlichem Kauderwelsch, mit Idiotismen und Gaunerjargon durchsetzte florentinische Umgangssprache interessant“ (Kindler X, 461). – Vorsätze erneuert, unterschiedlich gebräunt. – Mod. Exlibris.

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LOBWASSER – TRANSPONIERTES PSALMEN BUCH. Worinnen begriffen sind I. D. Ambr. Lobwassers Psalmen Davids, II. Die so genanten Alten Psalmen, III. Die gebräuchlichen Fäst-Gesäng, IV. Andere Kirch- und Haußgesäng. Alles zu grossem vortheil und komlichkeit durch die Transposition in einen gleichen Schlüssel zu zweyen Stim(m)en aufgesetzt und also geordnet, daß jeder Theil absonderlich oder alles zusamen kan gebunden werden. Samt etlich außerleßnen schönen Gebätten in den Truk verfertiget, herauß gegeben und verlegt von J.-U. Sultzberger. Bern, Kneubüler, 1676. 8 Bl., 689 (recte 691) S., 22 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (71) 400,-

973

Vgl. De Backer-S. V, 822 (andere Ausgaben). – Innengelenke gebrochen, Vorsätze wurmstichig und mit hs. Einträgen, etw. fleckig und gebräunt.

Verschollener Druck 974

LOYAUTANDER (PSEUD.), Die Heutige Sibille Oder Unterschiedene Nachdenckliche und Merckwürdige Weissagende Geheimnisse, so auff die letzte Zeit, und umb und gegen des M.DC.LXX grossen VerwandlungsJahrs Theils aus dem Wälschen und andern Sprachen übergesetzt. O. O. und Dr., 1667. 4°. 8 Bl. Ungeheftet. (69) 250,-

(MEIER, J.), Die durchlauchtigste Römerin Delia, das ist, alle Gedichte des berühmten lateinischen Poeten Tibullus, und auch nicht geringen Theils des Horatius, in einen curieusen Roman vorgestellet, und mit schönen Kupffern gezieret, von Imperiali. Frankfurt und Leipzig, M. A. Fuhrmann, 17(0)7. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 7 Kupfertafeln. 12 (statt 16) Bl., 920 S. Läd. Pgt. d. Zt. (71) 600,Dünnhaupt 19.1 (ohne Tafelkollation). Goed. III, 260, 53, 4. Hayn-G. III, 344, und VII, 651-52 (mit unterschiedlichen Kollationen). Weber-M. 132: „Eine selbständig erschienene Ausgabe mit diesem Titel ist nicht mehr nachzuweisen, der Roman erschien jedoch, zusammen mit einem zweiten Teil, 1707 mit dem Titel: Der galante Römer Tibullus.“ – Dünnhaupt glaubt, daß der Roman nicht von Joachim Meier stammt, sondern nur eine Übersetzung ist: „Bisher nicht als Übersetzung erkannt, doch dürfte meines Erachtens nachstehendes Werk als Vorlage gedient haben: Jean de la Chapelle, Les amours de Tibulle, 3 Tle., Erstdruck Paris 171213.“ – Dann wäre die Übersetzung allerdings vor dem Original erschienen. – Zu den anderen Romanen von Joachim Meier vgl. Jantz 1752-54. – Zur Kollation: Drucktitel, Widmung (3 Bl., letzter Kustos „Uber“), Vorrede (8 Bl.). – Gestoch. Titel mit kleinen Bugschäden (wenig Bildverlust), Drucktitel aufgezogen, erste Bl. mit kleinen Beschädigungen, 3 Tafeln angerändert, leicht gebräunt und kaum fleckig. – Aus der Bibliothek Chorinski mit deren gestoch. Exlibris. – Auf deutschen Auktionen nur das vorliegende Exemplar nachweisbar. – Siehe Abbildung.

Nicht im VD 17. – Vgl. MGG VIII, 1074, und XII, 1731. Goed. II, 173. RISM VIII, S 7212 (andere Ausg.) – Die Bedeutung Lobwassers liegt in der Übersetzung des von Clément Marot und Théodore Bèze zwischen 1532 und 1560 geschaffenen Genfer Liedpsalters. Lobwasser wurde damit zu „einem ungeahnten Wegbereiter des offiziellen calvinistischen Gesangs im deutschen Sprachgebiet. Die Voraussetzung dafür war dadurch gegeben, daß sich Lobwasser streng an die Versmaße und Strophenformen der frz. Dichter hielt“ (MGG). Erst 1798 verdrängte die neue Übersetzung von Matthias Jorissen den „Lobwasser“ allmählich. Die Vertonung durch den Berner Stadtmusikdirektor Sultzberger war in Bern bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. – Es gab zahlreiche verschiedene Ausgaben mit Lobwassers Texten und Vertonungen von Sultzberger. – Stärker gebräunt und stockfleckig.

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MAYR, S., Lutherisches Reimen-Gedicht, genannt: Geistliche Gewissens-Ruhe. Catholische Gegen-Reime von der wahren Gewissens-Ruhe. Wien, Schlegel, 1713. Qu.-8°. 109 S. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (7) 250,-

975

MENZINI, B., Le satire con le note postume dell'abbate R. M. Bracci sopra l'uso della satira contro il parere di P. C. Romolini. Neapel, Rota, 1763. 4°. Mit gestoch. Portr. und gestoch. Titelvign. 12, 72, 465 S. Interims-Brosch. (Gebrauchsspuren). (39) 100,Graesse IV, 492. Ebert 1639: „Bonne édition, enrichie de variantes.“ – Stellenw. stockfl. (Porträt stärker).

Barock- und Emblembücher

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MÜNCHEN – (BRUNNER, A.), Fasti Mariani cum illustrium divorum imaginib(us) & elogiis. (Tl. I [von 2]). München, C. Leysser, 1630. 12°. Mit gestoch. Titel und 288 Textkupfern. 48, 48, 48, 48, 48, 48 num., 18 nn. Bl. (6 Bl. Monatsübersichten zwischengeb.). Pgt. d. Zt. (ohne Schließen, fleckig, beschabt). (160) 300,VD 17 23:696752M (inkplt.: ohne Monatsübersichten und Index). De Backer-S. II, 262, 2. Praz 333. – Von der Münchner Marianischen Kongregation herausgegeben. Die hübschen emblematischen Kupfer für alle Tage der zweiten Jahreshälfte (pro Monat je 48 Abb.) mit Heiligendarstellungen. – 3 Bl. eingerissen, Bl. 25 vom November mit kleinem Ausriß (geringer Buchstaben-, kein Bildverlust); gebräunt, fleckig.

977

NEUMAYR, F., „Heilige Streitt-Reden uber wichtige Glaubens-Fragen“. 3 Sammelbde. mit zus. 50 Schriften in verschied. Aufl. München und Ingolstadt, Craetz und Summer, 1753-63. 4°. Mit gestoch. Frontisp. Beschäd. Ldr. und läd. Hldr. d. Zt. (89) 300,De Backer-S. V, 1671, 67 und 1678, 100. – Neumayr bekleidete von 1752-63 das Amt des Augsburger Dompredigers. „Ses sermons de controverse son d'une solidité qui les met à l'abri de toute attaque“ (De Backer-Sommervogel). – Nur Band I hat den oben zitierten Titel, die beiden weiteren Bände ohne Gesamttitel; die einzelnen Abhandlungen jeweils mit eigenen Titeln. – Das Frontispiz zeigt den Prediger, umgeben von seinen Schriften. – Vorsätze mit Bibliotheksmarken, mehrfach gestempelt, tls. knapp beschnitten, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Bd. I in etw. größerem Format.

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Nr. 974

OTT, CH., Roma gloriosa, oder Das glorwürdige Rom in seinen Zweyhundert Vier und Viertzig Päbsten. In Druck zum drittenmahl gegeben. Dillingen, Bencard, 1702. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 533 S., 29, 1 Bl., 19 S. Beschäd. Pgt. d. Zt. (22) 100,De Backer-S. I, 6, 10. Heitjan 743 und 742. – Erstmals 1676 erschienene Papstgeschichte, der in der vorliegenden letzten Ausgabe die auch separat ausgegebene Unvergleichliche Ehren-Cron vom Verleger beigefügt ist, in der Ott über berühmte Konvertiten berichtet. – Titel mit altem Besitzvermerk und gestempelt, gebräunt, fleckig.

979

OVIDIUS (NASO, P.), Les métamorphoses. Avec de nouvelles explications historiques, morales & politiques sur toutes les fables. Enrichies de figures et nouvellement traduites par P. du Ryer. Paris, Sommaville, 1660. Fol. Mit gestoch. Titelvign. und 148 Textkupfern. 6 Bl., 730 S., 1 Bl. (Privileg). Restauriertes Ldr. d. Zt. (49) 500,Brunet IV, 285. Schweiger II, 681. Ebert 15538. – Nicht bei Goldsmith. – Die neben der Übersetzung Renouards im 17. Jahrhundert maßgebliche französische Version. Enthält „Le iugement de Paris“ (S. 701-730) mit ganzseitigem Kupfer von H. David. – Die Titelvignette zeigt das Wappen des französischen Königshauses. – Innengelenk gebrochen, die Nr. 979

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Barock- und Emblembücher

Nr. 983

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ersten Blätter mit Randläsuren, einzelnen Wurmspuren und wasserrandig (kein Textverlust), das ganzseitige Kupfer mit kleinem Einriß, einzelne S. mit Eckausriß, teils etwas fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

738 (recte 740) S., 4 Bl., 276 (recte 268) S., 103 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen (beschabt, etw. fleckig und bestoßen). (110) 500,-

PARRINO, D. A., Teatro eroico, e politico de' governi de' vicere del regno di Napoli dal tempo del Ferdinando il Cattolico fin' all'anno 1683. 3 Bde. Neapel, Ricciardo, 1730. Mit 58 gestoch. Portrs. und 4 gefalt. Kupfertafeln. 54 Bl., 471 S.; 1 Bl., 417 S., 11; 2 Bl., 599 S., 24 Bl. Pgt. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (144) 300,-

Landwehr 480. – Vgl. Praz 455. Merlo 912. – Oft aufgelegte Enzyklopädie der Embleme. Hier mit einem umfangreichen Register versehen. – Die Übersetzung verfaßte Augustin Erath aus Buchloe. – Unter den schönen Emblemkupfern sind Ansichten der Augustinerklöster Heiligkreuz und St. Georg in Augsburg, Dießen am Ammersee, St. Michael in Ulm und Wettenhausen. – Gebräunt und fleckig, stellenw. etw. wasserrandig. – Siehe Abbildung Seite 220.

Palau 213.559. – Zweite Ausgabe. Interessant vor allem durch die zahlr. Portrs. der meist spanischen Könige, Gouverneure etc. von Neapel während des rund 200jährigen Berichtszeitraumes. – Die gefalt. Kupfertafeln oftmals beschädigt (kleine Ein- und Ausrisse, Knickspuren etc.), Innengelenke und Buchblock von Bd. I gebrochen, erste Lagen lose, Titel von Bd. III gestempelt, etw. gebräunt, stellenw. etw. fleckig.

981

PICINELLI, F., Mundus symbolicus. Nunc verò in Latinum traductus à R. D. Augustino Erath. 2 in 1 Bd. Köln, Demen, 1681. Fol. Mit gestoch. Titelvign., Titelholzschnittvign., gestoch. Frontisp. und zahlr. emblematischen Textkupfern. 26 Bl.,

982

PÖLLNITZ, (C. L. W.), Das galante Sachsen. 2 Tle. in 1 Bd. O. O. und Dr., 1768. 304, 167 S., 3 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken brüchig, stärker beschabt und bestoßen). (3) 150,Vgl. Hayn-G. I, 136. Fromm VI, 399. – Teil I „Gantz neue Auflage. Erweitert und mit besondern neuen Begebenheiten begleitet, nebst einigen Zusätzen“, Teil II in der 6. Auflage. – Die erste Übersetzung erschien bereits im Jahr des französischen Originals 1734. Dann folgten allein im Jahr 1735 sechs bekannte Ausgaben (alle bei Hayn-G. I, 136 aufgelistet); die vorliegende Auflage bibliographisch nicht identifiziert (vgl. Fromm 28453-62). – Vorsätze leimschattig, gebräunt, kaum fleckig. – Beiliegen zwei Exemplare desselben Werkes in der französischen Ausgabe (Amsterdam 1735).

Barock- und Emblembücher

983

Zweite lateinische Ausgabe des schönen spätbarocken Emblembuches (lat. EA 1697). – Praz 468. Landwehr 493. – Vgl. Rosenthal 716. Jantz 2092. De Backer-S. VI, 1640, 3. Brüning 1603 (andere Ausgaben). – Enthält ausführliche Kapitel über Meteore, Winde, Kometen, Flüsse, über Vorkommen und Verwertung von Metallen etc. – Die schönen Emblemkupfer mit Bergbaudarstellugen, einer Apothekenansicht (vgl. W. Koning, Die Offizin aus der Meteorologia des F. Reinzer, in: Beitr. zur Geschichte der Pharmazie, 36, Jg. 1984, Nr. 24), ferner mit Gelehrtenstube, Laboratorium, Warenlager, Bienenhaus, Ringelstechen, Waffenarsenal etc. – Vorderes Innengelenk gebrochen, Vorsatz mit Besitzvermerken von alter Hand in Tinte, Titel im Falz etw. eingerissen und mit gelöschten Einträgen, die S. 139/40 mit Einriß, fleckig und tls. etw. gebräunt.

POLYBIUS, Histoire de Polybe. Nouvellement traduite du Grec par Vincent Thuillier. 6 Bde. Paris, Gandouin u. a., 1727-30. 4°. Mit gestoch. Portr., 3 Kupferstichkarten, 15 gestoch. Vign. und 124 Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (49) 1.000,Sander 927 (nur 120 Kupfertafeln). Brunet IV, 791. Jähns 1461 und 1478 ff. Schweiger I, 273. Ebert 17712. – Erste Ausgabe der einflußreichen Bearbeitung Folards, „ein kolossales Denkmal“ (Jähns). Die Kupferstiche zeigen Belagerungen, Truppenformationen etc. – Fliegender Vorsatz mit Exlibris, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. First edition of the influential adaptation by Folard, „a gigantic monument“ (Jähns). The engravings show sieges, troop formations etc. – Fly-leaf with exlibris, a little soiled here and there. – Contemporary calf with 2 spine labels and gilt back (stronger scratched and scuffed). – See illustration.

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REINZER, F., Meteorologia philosophico-politica. Augsburg, Wolff, 1698. Fol. Mit 83 Emblemkupfern (ohne das gestoch. Frontisp.). 3 Bl., 297 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale schadhaft, stellenw. wurmstichig, bestoßen). (72) 150,-

RELATION AUSS DEM PARNASSO deß Trajani Boccalini an den Aulum Gallionem. Hält in sich den gewonnenen Außgang, und den plötzlichen Fall der grossen Macht deß Wenceslai von Sagan. O. O. und Dr. 1675. 4°. 39 S. Mod. Pp. (83) 120,Diese Ausgabe nicht im VD 17. – Einer von mehreren Drucken im selben Jahr. – Traktat und Spottgedicht auf den Sturz von Wenzel Eusebius von Lobkowicz, einem zu großem Einfluß gelangten engen Vertrauten Kaiser Leopolds I. – Der KVK weist die Schrift größtenteils, sogar unter Nennung der Lebensdaten, Johann Andreas Fabricius (1668-1736) zu, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 9 Jahre alt gewesen ist. – Etw. gebräunt und fleckig.

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(RICHTER, CH. G.), Die redende Thiere über menschliche Fehler und Laster, bey ruhigen Stunden lustig und nützlich zu lesen. (Mischaufl.). Tle. I-IV der Reihe in 1 Bd. Frankfurt und Leipzig (= Nürnberg) 17(38)-44. Mit 4 gestoch. Frontisp. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kopf mit Fehlstelle, fleckig, beschabt und bestoßen). (83) 80,Kirchner 5207. – Vgl. Holzmann-B. VII, 10057. Hayn-G. 633: „Satyrische, oft recht derbe und freie Erzählungen voller Liebeshändel, auch culturgeschichtlich merkwürdig.“ – Zu Richter vgl. Jöcher-A. VI, 2062: Nürnberger Advokat (1717-1774), der ein sehr bewegtes Leben führte und seine Finanzschwierigkeiten mit z. Tl. illegalen und anonymen Unternehmungen zu verbessern versuchte. – Hinterer Vorsatz mit Wurmfraß, stellenw. mit Randläsuren, gebräunt und fleckig. – Exlibris. – 3 Beilagen.

PULCI, L., Il Morgante maggiore. Florenz (= Neapel), o. Dr., 1732. 4°. Mit gestoch. Portr. 8 Bl., 338 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, beschabt und bestoßen). (49) 200,Spätere Ausgabe des erstmals um 1481 gedruckten Versepos. – Gamba 793: „Quest'è edizione intera, corredata della Vita del Poeta, e dai Vocabolaristi giudicata la più corretta d'ogni altra.“ Razzolini-B. 282. Parenti 89. – Vorsatz mit Spuren von entfernten Exlibris und hs. Eintrag, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, stellenw. gebräunt und etw. fleckig. – Aus dem Besitz der Accademia della Crusca. – Mod. Exlibris.

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(PONTOPPIDAN, E.), Menoza, ein asiatischer Printz, welcher die Welt umher gezogen, Christen zu suchen, aber des Gesuchten wenig gefunden. 3. Aufl. Aus dem Dänischen übers. (von N. Carstens). Tle. I-III (von 6) in 1 Bd. Kopenhagen und Leipzig, Mumme, 1754. Mit gestoch. Titelvign. 944 S. Mod. Pp. (berieben und bestoßen). (128) 120,Vgl. Ehrencron-M. VI, 328. Jöcher-A. VI, 628, 15. FdF 1831 a. – Fingierter Reisebericht in Briefform nach dem Vorbild von Montesquieus „Lettres persanes“, deren Tle. I-III vom Bergener Bischof 1742-43 erstmals in Dänisch veröffentlicht wurden, während die Fortsetzung von Johann Andreas Kayser 1756-57 in Deutsch verfaßt ist. – „His novel 'Menoza' which inspired Lenz to his 'Der neue Menoza' [Kindler X, 214], was on the theme 'natural and revealed religion'. Lenz reviewed his own Menoza himself, as the judgments of his contemporaries were very ambiguous. Herder, Joh. Georg Schlosser, Merck, and Claudius gave favorable opinions, but Wieland's and Schubart's were negative“ (Faber du Faur). – Wenige Seiten mit Marginalien von alter Hand in Tinte, Schnitt angestaubt, leicht gebräunt und etw. fleckig. – Unbeschnitten.

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SACCHETTI, F., Delle novelle. 2 in 1 Bd. Florenz (= Neapel), o. Dr., 1724. 4 Bl., 49, 238 (recte 240) S., 1 Bl., 230 S., 9 Bl. Spät. Pgt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (49) 200,Nachdruck im Jahr der ersten Ausgabe. – Gamba 849. Parenti (Prime edizioni) 445. Ders. (Luoghi di stampa) 89. – Die Novellen Franco Sacchettis, eines Nachfolgers Boccaccios, sind bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden; von rund 300 sind nur noch 223 erhalten. – Unbeschnitten. – Wohlerhalten.

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Barock- und Emblembücher

Dünnhaupt F 3 (Abraham à Santa Clara): „Von Johann Christoph Weigel gestochene Sammlung von Narrenporträts.“ FdF 1121. Lanckoronska-Oe. I, 49. – Nicht bei Bauer, Lipperheide und Jantz. – Die Narrenkupfer jeweils mit typographischen Verszeilen; die letzte, nicht numerierte Tafel hat die Überschrift „Gar kein Narr“ und ist für den „geneigten Leser“ frei. – Die Tafeln wohl zur Zeit der Bindung aufgezogen, tls. mit Fehlstellen (vereinzelt kleiner Text- oder Bildverlust, professionell restauriert), stärker fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

992

SCHOTTELIUS, J. G., Ausführliche Arbeit von der Teutschen Haubt Sprache, worin enthalten Gemelter dieser Haubt Sprache Uhrankunft. 2 Tle. in 1 Bd. Braunschweig, Zilliger, 1663. 4°. Mit gestoch. Portr. und gestoch. Titel. 16 Bl., 170 S., 1 Bl., S. 171-1466, 14 Bl. Pgt. d. Zt. (Bezug leicht gewellt und an den Gelenken tls. aufgeplatzt, etw. fleckig). (7) 1.500,Erste Ausgabe. – FdF 697. Jantz 2265. Wolfskehl 378. Seebaß, N. F., 832. Dünnhaupt 37.1: „Wie kein anderes philologisches Buch der Barockzeit bietet dieser umfassende Opus einen Gesamtüberblick über die sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse der Fruchtbringenden Gesellschaft.“ – „Das wichtigste Sprachwerk vor Jakob Grimm. Heiße Liebe zum Gegenstand im Verein mit Gelehrsamkeit und kritischen Sinn haben hier eines der wissenschaftlichsten Werke des 17. Jahrhunderts geschaffen. Pag. 1241-1450 ein 'Verzeichnis der Deutschen Stammwörter', enthalten sehr viel Provinzielles oder sonst Verschollenes, auch aus der gesprochenen Sprache, und darum von dauerndem Wert. Das Werk umfaßt auch Schottelius' Poetik und eine sehr eingehende Darstellung der deutschen Syntax“ (Wolfskehl). – Gestoch. Titel ankoloriert, hinterer fliegender Vorsatz mit hs. Eintrag, die S. 525/26 mit kleinem Eckabriß (ohne Textverlust), vereinzelt mit Marginalien in Tinte, vereinzelt fleckig und tls. etw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

993 Nr. 990

990

SCHLEUPNER, CH., Schwanen Gesang, das ist tröstlicher Bericht, von der herzlichen Freyheit, und unaussprechlicher Frewden, der außerwelten Kinder Gottes, im ewigen Leben. Nürnberg, Endter, 1636. 12°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. 17 Bl., 378 S. Pgt. d. Zt. mit Metallschließe (fleckig). (108) 400,VD 17 75:697428A. Will II, 459. – Im Anhang eine 1635 erschienene Leichenpredigt des Erfurter Diakons Jeremias Alberti (1592-1660). Zu den Verfassern vgl. Jöcher I, 195 (Alberti), und IV, 278 (Schleupner). – Vorsätze mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

991

SCHOCK PHANTAST'N, EIN. Nürnberg, Weigel, o. J. (um 1700). 4°. Mit gestoch. Titel und 67 Kupfertafeln. 3 (statt 4) Bl. Restauriertes Hldr. um 1880. (79) 400,-

SENECA, L. A., Tragoediae. Ad doctorum virorum emendationes recognitae. Dillingen, Federle, 1673. 12°. 1 Bl., 416 S. Pgt. d. Zt. mit 2 intakten Metallschließen (leicht beschabt, fleckig und bestoßen). (108) 80,VD 17 12:626710X. – Nicht bei Schweiger und Ebert. – Seltener Dillinger Druck von Johann Federle, dem Pächter der Akademischen Druckerei und Faktor der Druckerei des Johann Kaspar Bencard (vgl. Reske 158). – Innengelenke aufgeplatzt, Vorsätze mit Einträgen von alter Hand in Tinte, Titel im Falz gelockert, die S. 154 und 155 angerändert, mehrf. gestempelt, etw. fleckig und wenig gebräunt.

994

SLEIDAN, J., Veri et ad nostra tempora usque continuati, das ist, wahrhafftige Beschreibung allerley fürnemer Händel, so sich in Glaubens und andren Weltlichen Sachen begeben und zugetragen. 5 Tle. in 2 Bdn. Straßburg, Heyden, 1625. Fol. Mit breiter gestoch. Titelbordüre, 2 HolzschnittTitelbordüren und 24 gestoch. Portrs. Läd. Hldr. d. Zt. (88) 500,-

Barock- und Emblembücher

995

Nr. 991

Nr. 992

Van der Vekene E/b 044. – Späte und erweiterte Ausgabe dieser bedeutenden Chronik des Reformationszeitalters. Bearbeitet und fortgesetzt von Hoseas Schadaeus. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, Titel mit geklebtem Einriß, einige kleinere Ausrisse, minimal gebräunt, stellenw. fingerfleckig. – DAZU: SCRIVER, Ch., Seelen-Schatz. 5 Tle. in 1 Bd. Leipzig 1715. – PFITZER, J. J., Bey Beysetzung Herrn Christoph Fürer. Nürnberg 1732.

STC 882. Cicogna 1827. Libreria Vinciana 2853: „Il poema, in 24 canti, tra i migliori del secolo, narra le vicende dei primi anni di Venezia e delle discese di Attila, concludendo felicemente un lungo ciclo di leggende popolari. Testo e tavole sono interessante per la storia del costume.“ – Der gestochene Titel von F. Valesio zeigt im architektonischen Rahmen eine Personifikation Venedigs, auf einem Löwen thronend, darunter eine Vedute der Stadt. Die Illustrationen, oft mit Ansichten von Städten im Hintergrund, wurden teils bereits in dem Druck mit den ersten zwölf Gesängen des Poems von 1621 verwendet. – Auf dem Vorsatz eine montierte Kupfertafel von A. M. Zanetti mit Ansicht des Markusplatzes. – Einzelne Flecken und kleine Wurmspuren. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.

SPEE, F. (VON), Trutz Nachtigal, oder geistlichspoetisch Lust-Waldlein, deßgleichen noch nie zuvor in Teutscher Sprach gesehen. Köln, Friessem, 1649. 12°. Mit gestoch. Titel. 6 Bl., 341 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (Schließbänder fehlen, stärker beschabt und bestoßen). (125) 600,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Dünnhaupt 3.1. De Backer-S. VII, 1427. FdF 975. – „Erstausgabe des wohl bedeutendsten Liederbüchleins der Jesusminne“ (Dünnhaupt). – Ohne die 24 Bl. Notenbeilage, die nur einem Teil der Aufl. beigegeben wurde. – Hinteres Respektblatt mit hs. Eintrag, etw. gebräunt und stellenw. gering wasserrandig. – BEIGEB.: BAUHUIS, B., Epigrammatum libri V. München 1634. – Vgl. De Backer-S. I, 1051, 1. – Siehe Abbildung.

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STROZZI, G., La Venetia edificata. Poema eroico. Con gli argomenti del F. Cortesi. Venedig, Pinelli, (1624). Fol. Mit gestoch. Titel, 3 gestoch. Portrs. (2 im Text), 24 Kupfertafeln (in Pag.) und Holzschnitt-Druckermarke am Ende. 11 Bl., 248 S., 2 Bl. Beschäd. Pgt. d. Zt. (49) 1.500,-

The engraved title by F. Valesio shows in the architectonic frame a personification of Venice enthroned on a lion, beneath a view of the town. The illustrations, often with views of towns in the background, were partly used already in the issue with the first twelve chants of the poem of 1621. – A mounted copperplate by A. M. Zanetti with view of St. Mark's Square on endpaper. – Some soiling and minor worming. – Modern exlibris. – Contemporary damaged vellum. – See illustration.

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SUCQUET, A., Praxes ex via vitae aeternae. Breviter excerptae, & in lucem datae, per Georgium Murer. Augsburg, V. Aperger, 1660. 12°. 11 Bl., 532 S., 9 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, wenige Wurmlöcher, etw. berieben und bestoßen). (83) 150,De Backer-S. VII, 1690. – Fliegender Vorsatz verso gestempelt, erste Blätter mit kleiner Randläsur, wenig fleckig.

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Barock- und Emblembücher

Nr. 996

Nr. 995

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TASSONI, A., La Secchia rapita. Poema eroicomico. Modena, Soliani, 1744. 4°. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., gestoch. Portr., gefalt. genealogischer Tabelle, gestoch. Schriftprobe im Text, gefalt. faks. Tafel von Tassonis Hs., 2 gefalt. Kupferstichkarten und 13 Kupfertafeln (davon 1 gefaltet). LX, 92, 489 S., 1 Bl. Spät. Hpgt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (49) 800,Normale Ausgabe. – Brunet V, 675. Gamba 2097. Haym 219, 6. – Stellenw. etw. fleckig.

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– La Secchia rapita. Poema eroicomico. Modena, Soliani, 1744. 4°. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., gestoch. Portr., gefalt. genealogischer Tabelle, gestoch. Schriftprobe im Text, gefalt. faks. Tafel von Tassonis Hs., 2 gefalt. Kupferstichkarten und 13 Kupfertafeln (davon 1 gefaltet). LX, 92, 489 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 1.200,-

Seltene Ausgabe mit den Tafeln und Karten in Blaudruck, gleichzeitig erschienen mit der normalen Ausgabe. – Brunet V, 675. Gamba 2097. Haym 219, 6: „Edizione magnifica con bellissimi rami.“ – „Eine Parodie der Nachahmungen des 'Befreiten Jerusalem' ist der 'Geraubte Eimer' (Secchia rapita), ein heroikomisches Gedicht in 12 Gesängen aus der Feder des wunderlichen und witzigen Alessandro Tassoni aus Modena“ (Wiese-P. 392). – Karte mit hinterlegtem Einriß, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 22. Rare edition with plates and maps in blueprint, published simultaneously with the normal edition. – Map with backed tear, here and there some soiling. – Contemporary calf with spine label and gilt back (scratched and scuffed). – See illustration on plate 22.

1000 TAULER, J., Lehr- und geistreiche Predigten auff alle Sonn- und Feyr-Täge durchs gantze Jahr, treulich in die hoch-teutsche Sprach übergesetzt durch Carolum à S. Anastasio. Köln, Schlebusch, 1720. 4°. 8 Bl., 926 S., 25 Bl. Leicht läd. Ldr., monogr. und dat. „S. M. F. W. 1757“, auf Holdeckeln mit 2 defekten Schließen. (22) 100,Vgl. Jantz 253. – Erstmals 1660 erschienene Ausgabe, die auf eine deutsche Ausgabe von 1621 („von einem Uncatholischen“) sowie die lateinische Kölner Ausgabe von 1603 zurückgeht. – Fliegende Vorsätze entfernt, wasserrandig, anfangs mit kleiner Wurmspur. – Beiliegt ein inkomplettes Exemplar desselben Werkes der Ausgabe Nürnberg 1688.

Barock- und Emblembücher

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Nr. 1003

1001 VERGILIUS (MARO, P.), L'opere, cioè, la Bucolica, la Georgica, e l'Eneide. Commentate in lingua volgare Toscana da Giovanni Fabrini, Carlo Malatesta e Filippo Venuti. Nuovamente ristampate, e diligentemente corrette. Venedig, Baglioni, 1741. Fol. Mit Holzschnitt-Titelvign. und 14 kleinen Textholzschnitten. 160, 535 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (stark beschabt und bestoßen). (49) 250,Vgl. Graesse VI/2, 362. Schweiger II, 1165 (jeweils die Ausg. 1588). – Die Holzschnitte sind vermutlich Kopien nach früheren Illustrationen aus dem 16. Jahrhundert. – Vorsatz gestempelt und alt restauriert, Titel stärker fleckig und mit kleinem Papierdurchbruch.

1002 VON TEUTSCHEN GEBLÜTH und Frantzösischen Gemüth leichtsinnige Frauenzimmer. 3 Tle. in 1 Bd. O. O. und Dr. 1691. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und Kupfertafel. 126 S. Pgt. d. Zt. (Rücken mit Einriß, bestoßen und fleckig). (100) 2.000,Einzige Ausgabe unter diesem Titel. – Lipperheide Xa 39. Hayn-G. V, 17 (Brüste) und 33 (Fontangen). – Drei originelle Polemiken gegen Modetorheiten adeliger Damen, namentlich die „übermüthige Kleider-Tracht“, die „hochgethürnete Fontange“, d. i. eine mit Drahtgestell und Haube verfertigte Hochsteckfrisur, und die „schandloß-geblößten Brüste“. – Der zweite und dritte Teil waren bereits 1689 erschienen unter dem Namen Ernst Gottlieb und dem Titel „Der gedoppelte Blasbalg der üppigen Wollust, nemlich die erhöhete Fontage und die blosse Brust“. – Das Titelkupfer

mit drei den behandelten Lastern frönenden Frauen, die von Tod und Teufel geholt bzw. von einem feuerspeienden Ungeheuer verschlungen werden. Das Kupfer, im VD 17 nicht verzeichnet, zeigt zwei Kälber und ein Lamm mit dem seltsamen Kopfputz, „so alle mit einer Fontange geworffen worden“ – Das Frontispiz bis zum Bildrand beschnitten, mit hs. Besitzvermerk, Titel mit Einriß, gebräunt. – Selten. BEIGEB.: I. Sieben Meßrelationen von Jacob Francus (Pseud.). Frankfurt, Latomus, 1631-62. – Bender 513, Bender 517, VD 17 547:651804Q, 547:651815D, 547:651847P, 3:656260N und 3:656261V. – Tls. unvollständig, die Kupfer tls. mit Fehlstellen und Einrissen, stellenw. sehr knapp beschnitten, fleckig und gebräunt. II. Acht politische Flugschriften der Jahre 1657-58. Drei der anonymen Schriften stammen von Johann Frischmann (1612-1680): „Groß war das Aufsehen, das eine Reihe von Flugschriften zur Kaiserwahl Leopold's I. 1657-58 hervorrief. Besonders zogen sie die Aufmerksamkeit der französischen Wahlgesandtschaft auf sich, die den Verfasser in ihr Interesse zu ziehen wußte“ (ADB IL, 153). – Unterschiedlich gebräunt, etw. fleckig. – Siehe Abbildung Seite 221.

1003 WEIGEL, J. CH., Blumen und Prospecten Büchlein. (Nürnberg ca. 1700). 4°. 6 Kupfertafeln mit je 2 Darstellungen. Mod. Pp. (141) 1.200,100 Blumen- und Tierbüchlein 96 (sonst in keiner uns zugänglichen Bibliographie und nicht im KVK). – Die Tafeln zeigen jeweils im oberen Teil Blumen und im unteren Drittel kleine Landschafts-, Jagd- und Kriegsszenen. – Außergewöhnlich reizend radierte Folge aus dem Nürnberger Kunstverlag (Verlags-Nummer 229; von Bauer übersehen). – Nur stellenw. ganz wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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Barock- und Emblembücher

Nr. 1004

1004 WEIGEL, J. CH., Neues Blumen Büchlein. (Nürnberg ca. 1710). Fol. 20 Kupferstiche auf 7 Bl. Mod. Pp. (141) 1.200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Von Bauer übersehenes, äußerst reizvolles barockes Blumen-Buch mit anfangs jeweils 3 Darstellungen auf einem Blatt, das Schlußblatt dann mit nur noch zweien. – Die Abbildungen numeriert von 1-20 (Titel und VanitasMotiv am Schluß mitgezählt). – Minimal fleckig. – Nicht im Jahrbuch. – Siehe Abbildungen.

1005 WEISLINGER, J. N., Huttenus delarvatus, Das ist: Warhaffte Nachricht von dem Authore oder Urheber der verschreyten epistolarum obscurorum virorum, Ulrich von Hutten. Konstanz und Augsburg, Wagner, 1730. Mit doppelblattgr. Titel (in Pag.), gefalt. gestoch. Wappentafel und 4 gestoch. Portrs. 62, 519 S. Stark läd. Ldr. d. Zt. (62) 120,-

Erste Ausgabe. – Schottenloher 9238. Jantz 2661. Seebaß 1094: „Ein Meisterstück konfessioneller Polemik.“ – Vorderes Innengelenk aufgeplatzt, Titel mit Quetschfalten, Wappentafel mit Läsuren und Einrissen, gebräunt und stark fleckig, etw. wasserrandig. – Exlibris.

1006 WOLFHART VON HERRIEDEN, Commentarius de vita et rebus gestis S. Walpurgae virginis, abbatissae monasterii in Heidenheim. Ingolstadt, E. Angermayer, 1616. 4°. Mit ganzseit. Textkupfer. 8 Bl., 136 S. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken überklebt, bestoßen, fleckig). (160) 250,Einzige Ausgabe dieser Edition. – Stalla 623. Dünnhaupt 123 (unter Gretser). De Backer-S. III, 1797, 200 (Gretser). – Älteste Vita der Heiligen Walburga (Waldburga, Walpurgis); um 895/96 verfaßt vom Benediktiner Wolfhart von Herrieden (Wolffardus Hasenrietanus). In der vorliegenden Ausgabe herausgegeben vom Jesuiten Petrus Stevart unter anonymer Mitwirkung Jacob Gretsers. – Das Textkupfer zeigt die Heilige, in ihrer Rechten auf einem Buch ein Fläschchen Walpurgisöl. – Mehrf. gestempelt, Titel mit kleiner Fehlstelle (kein Textverlust) und altem Besitzvermerk; leicht gebräunt, fleckig.

Barock- und Emblembücher

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Nr. 1004

1007 ZACHARIÄ, (J. F. W.), Les métamorphoses, poëme héroi-comique. Traduit de l'allemand. Paris, Fournier, 1764. 12°. 12, 178 S., 2 Bl. (Approbation). Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Wappensupralibros auf beiden Deckeln sowie Rsch. und Rvg. (54) 400,Cioranescu 47647. – Zachariä (1726-1777) gehörte zum Kreis derer, die aus der Gottsched-Protektion in den Kreis der „Bremer Beiträger“ gewechselt waren. Mit seinem komisch-ironischen Ton sowie einem mit dem Inhalt der Dichtungen oft kontrastierenden Sprachstil setzte er sich in Opposition zu Gottsched und seinen Anhängern. NACHGEB.: PERNETTI, J., Lettres philosophiques sur les physionomies. – (Suite). Nouvelle édition. Den Haag, Neaulme, 1748. 3 Bl., 240 S. (Zwischentitel zwischengebunden). – Barbier II, 1285. Dorbon 3611. Caillet 8527: „La meilleure édition de cet ouvrage estimé.“ – Dekorativ gebunden.

1008 ZIMMERN, J. O. VON, Oratio omnibus usu rationis praeditis hominibus necessaria, vel utilissima, praecipuum opus, atque negotium ab eccle-

siasticis personis peragendum. Ingolstadt, G. Hänlin, 1663. Mit gestoch. Titel und gestoch. Portr. 15 Bl., 479 S. Grün eingefärbtes Pgt. d. Zt. (Schließbänder fehlen, bestoßen). (22) 200,Einzige Ausgabe. – ADB XLV, 301. Kobolt 780. – Vorwiegend auf der Schrift gründende, erschöpfende Abhandlung über das Gebet; bereits 30 Jahre vor der Drucklegung zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges verfaßt von Johann Oswald von Zimmern (1604-1680), Theologieprofessor und mehrmals Rektor in Ingolstadt. – Fußschnitt und Vorsatz mit Bibliotheksstempel, Titel mit altem Besitzvermerk, gebräunt, fleckig.

1009 KONVOLUT – Cirka 25 Kleinschriften. 15841722. 4°. Alle ohne Einband (Gebrauchsspuren). (109) 250,1010 – 7 komplette Werke der Barockliteratur in 8 Bdn. 1693-1747. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (40) 600,-

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Literatur bis 1900

Abraham à Santa Clara (Abrahamisches Gehab Dich wohl! 1729; Reimb dich, oder ich liß dich, 1693) – Arnold (Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie, 1729) – Besser (Schrifften, 1732) – Christliches Concordien-Buch (1739) – Cober (Der aufrichtige Cabinet-Prediger, 1716) – Rollenhagen (Sinnreicher Froschmäuseler, 1730) – Spener (Letzte theologische Bedencken, 1711). – Altersspuren.

1011 SAMMLUNG – Cirka 200 meist inkomplette Werke. Meist defekte Einbände d. Zt. (22) 600,1012 SAMMLUNG KEMP – KONVOLUT – 93 Werke der Barockzeit in 110 Bdn. Rückgänge aus unserer Auktion 60. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (71) 3.000,807, 832, 838, 839, 852, 854, 857, 860, 861, 864, 866, 871, 872, 879, 888, 890, 904, 906, 908-910, 917, 919, 925, 928, 938, 939, 955, 958, 961, 964, 990-992, 1002, 1003, 1008, 1012, 1014, 1016, 1019, 1033, 1046, 1052, 1064, 1067, 1070, 1073, 1098, 1101, 1103, 1104, 1109, 1110, 1115-1118, 1127, 1137, 1148, 1164, 1167, 1174, 1180, 1182, 1189, 1194, 1210, 1211, 1213, 1219, 1220, 1224, 1230, 1235, 1239, 1246, 1250, 1251, 1261, 1269, 1274, 1275, 1279, 1280, 1284, 1294, 1298, 1301, 1308, 1313 und 1315. – Altersspuren.

Literatur bis 1900 1013 ALAMANNI, L., La coltivazione e le api di Giovanni Rucellai. Colle annotazioni di R. Titi sopra le api e con gli epigrammi toscani. Bologna, Guidotti und Mellini, 1746. 4°. Mit gestoch. Portr. 2 Bl., 36, 261 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, bestoßen und fleckig). (49) 150,Ebert 314 Anm.: „Geschätzt.“ – Vgl. Gamba 19. Haym 195, 5. Razzolini-B. 9. – Das Werk ist eine freie Nachdichtung des vierten Buches von Virgils Georgica, führte das klassische Lehrgedicht wieder in die italienische Vulgärdichtung ein und wurde zum Muster aller späteren italienischen Versuche in diesem Gebiet. – Seit 1546 wird es zusammen mit Giovanni Rucellais „Le api“ gedruckt. – Wenig fleckig, am Anfang und Ende etw. wasserrandig. – Gestoch. Wappenexlibris mit Rasur.

1014 ALMANACHE UND TASCHENBÜCHER – ALMANACH pour cette année 1810. Supputé par Maître Mathieu Laensbergh. Lüttich, Bourguignon, (1809). 16°. Mit zahlr. Textholzschnitten. 128 S., 15 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und goldgepr. Deckelfileten (gering bestoßen). (158) 150,Vgl. Theux de Montjardin 122. ADB XVII, 508. – Beliebter Lütticher astrologischer Kalender des Mathematikers Matthäus Laendsbergh, der erstmals 1636 erschienen war und bis ins 19. Jahrhundert immer wieder aufgelegt wurde. – Hübsches Bändchen.

1015 – (BÄRMANN, G. N., PSEUD.:) SIMPLICIUS, Neunhundert neun und neunzig Almanachs-Lustspiele durch den Würfel. Das ist: Almanach Dramatischer Spiele für die Jahre 1829 bis 1961 (sic). Zwickau, Schumann, 1829. 12°. Mit gestoch. Titel, 5 kolor. Kupfertafeln und „Wurftabelle“ (13 Bl. in Orig.-Umschlag). XXXII, 270 S., 1 Bl. OPp. in OPp.-Schuber (Gebrauchsspuren). (158) 200,Erste Ausgabe. – Weller, Pseud.-Lex., 522. Köhring 91. Goed. VIII, 132, 40. Lanckoronska-R. 127: „Scherzhaftes Bändchen, dessen Vorrede so trefflich die Übertreibungen der dilettantentheatersüchtigen Zeit geißelt.“ – Auf S. XII wird Bärmann als „nächster Freund“ des Verfassers bezeichnet. – Recht hübsch.

1016 – DEUTSCH UND FRANZÖSISCHER CALENDER für das Jahr 1799, Nebst einer Darstellung der Schicksale Schwabens im spanischen Erbfolgekriege. Augsburg, Rollwagen, (1798). 16°. Mit gestoch. Frontisp. und Titel sowie 12 Kupfertafeln. 16 Bl., 184 S. OPp. (beschabt und bestoßen). (158) 150,Goed. VII, 170, 16, 2. – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, stellenw. minimal fleckig.

1017 – DEUTSCHE FRÜHLINGSKRÄNZE für 1815 von Isidorus, Oberkamp, Wetzel u. A. Hrsg. von J. P. von Hornthal. Bamberg, Kunz, 1815. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Deckel leicht aufgebogen, geringe Absplitterungen). (158) 100,Erste Ausgabe. – Goed. IX, 183, 4. – Es erschien 1816 noch ein weiterer Jahrgang der kleinen Anthologie. – Der Bamberger Jurist und Politiker Johann Peter von Horn (17941864) stand während seines Studiums mit nationalbegeisterten Romantikern in Verbindung und trat in dieser Zeit mit eigenen Dichtungen und als Herausgeber von Almanachen hervor. – Wenig fleckig.

1018 – HAMBURGISCHER TASCHEN-KALENDER auf das Schalt-Jahr 1836. (Hrsg. von) J. C. Köster. Hamburg, Nestler und Melle, (1835). 16°. Mit doppelblattgr. kolor. gestoch. Frontisp. und 6 kolor. Kupfertafeln. 40 Bl. Ldr. d. Zt. (Gelenke geplatzt, beschabt). (73) 80,Köhring 157. – Vgl. Slg. Böhme 671 (Jg. 1837). – Die Tafeln mit Szenen zum Vaudeville „Paris in Pommern“, aus dem im Anhang zum Kalender Lieder abgedruckt sind. – Kalendarium durchschossen; gebräunt, fleckig.

1019 – HOMMAGE AUX DEMOISELLES. Redigé par (Adélaïde-Gilette) Defrénoy. (Jg. VI). Paris, Fuel und Delaunay, (ca. 1820). 12°. Mit 2 gestoch. Titeln, 6 Kupfertafeln und 6 beidseitig bedruckten gestoch. Monatsblättern mit reizenden Vogeldarstellungen. 7 Bl., 164 S. OPp. in OPp.-Schuber. – Grand-Carteret 1836. – Fleckig. – Dekoratives Bändchen. (128) 100,-

Literatur bis 1900

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1020 – JÜGEL, C. (CH.), Das namenlose Taschenbüchelchen. Ein humoristisches Vielliebchen. Als Manuskript gedruckt für den Verfasser. Frankfurt, Krebs-Schmitt, 1854. 16°. Mit 4 Kupfertafeln von A. Schroedter. 111 S. Lwd. d. Zt. mit Deckelvg. (minimal berieben). (158) 250,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Seltenes Lyrikbändchen des Frankfurter Buchhändlers und Verlegers, in dem er selbstironisch auf die politischen und literarischen Verhältnisse seiner Zeit zurückblickt. – Die hübsche Jahreszeitenfolge stammt von dem Maler und Graphiker Adolph Schroedter, der mit einer Nichte des Verfassers verheiratet war. – Eine kleine Holzstichvignette zeigt Jügel inmitten seiner Verlagsprodukte. – Kein Exemplar im KVK. – Vordere Vorsätze mit Loch, mit wenigen Korrekturen in Tinte, vermutlich vom Verfasser.

Mit Photographien 1021 – NEUER MÜNCHENER TASCHENKALENDER für das Jahr 1875. Jg. X der Reihe in 1 Bd. München, Ravizza, (1874). 12°. Mit 4 mont. Photographien. 32 Bl. OSamt mit filigranen Eckbeschlägen, Deckelvign. mit Münchener-KindlMotiv sowie Bleistift und Spiegel in den Innendeckeln (ohne Schließblatt und einen der Eckbeschläge). (158) 200,Nicht bei Heidtmann. – Luxusausgabe mit Photographien von Gemälden mit Genreszenen. – Durchschossenes Exemplar. – Die leeren Blätter mit hs. Einträgen. – Titel gestempelt, mit geringen Knickspuren.

1022 – RASTATTER CONGRESS TASCHENBUCH für 1799. Karlsruhe und Rastatt, Macklot und Sprinzing, (1798). 16°. Mit gestoch. Titel und 17 Kupferstichportrs. (Silhouetten) von Karl Matthias Ernst. 11 Bl., IV, 308 S. Orig.-Brosch. (Buchblock etw. verzogen, Gebrauchsspuren). (158) 200,Einziger Jahrgang. – Baumgärtel 224. Marwinski 403. Lanckoronska-R. 21: „Das 'Rastatter Congress-Taschenbuch' für 1799, geziert mit den Silhouetten von Persönlichkeiten dieses Kreises, bringt Aufsätze über Hermann den Cherusker, über Rudolf von Habsburg, Nachrichten von dem alten Deutschland, seiner natürlichen Beschaffenheit, seinen Einwohnern, von bürgerlicher Staatsverfassung, Kriegswesen, Gerechtigkeitspflege, Gesetzen und Hauswesen; ferner Biographien von Diplomaten und deren derzeitiges Wohnungsverzeichnis.“ – Nicht bei Köhring. – Wenig fleckig.

1023 – TASCHENBUCH für das Jahr 1812. Hrsg. von K. Reinhard. Münster, Waldek, (1811). 16°. Mit gestoch. Portr. von F. Bolt nach Burckhardt, 5 (3 mehrf. gefalt.) Umrißkupfertafeln von F. Riepenhausen nach Franz und Johannes Riepenhausen sowie 2 mehrf. gefalt. Notentafeln. 1 Bl., S. VII-XII., (3)-212. Rote Lwd. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt in Pp.-Schuber. (158) 150,-

Nr. 1030 Titelauflage von „Polyanthea“ aus dem Jahr 1807 ohne Kalendarium. – Goed. VIII, 65, 103. Köhring 95 Anm. – Enthält u. a. einen Beitrag von Charles Villers: „Sur la manière essentiellement différente dont les Poètes français et les allemans traitent l'Amour“. Lanckoronska und Rümann (82) bezeichnen diese französische Abhandlung als wertvoll: „Der Verfasser dieses höchst lesenswerten Essays kommt von dem Unterschied des Nationalcharakters auf die Poesie beider Nationen zu sprechen und geht dann auf die erotische Poesie insonderheit ein, wobei er mit großer Gerechtigkeit die beiden Länder in Vergleich stellt.“ – Die Kupfer Riepenhausens illustrieren „Die Geschichte des Grafen Ernst von Gleichen und seiner beiden Frauen“. – Druck größtenteils auf bläulichem Papier.

1024 – VERBESSERTER UND NEUER Europäischer Hof- und Schreibcalender auf das Jahr 1792 (und 1796). Eingerichtet von Johann Michael Ahler. 2 Jge. der Reihe in 2 Bdn. Frankfurt, Brönner, 17(91)-95. Schmal-12°. 36; 36 Bl. (jeweils 12 weiße Bl. zwischengeb.). OPp. mit reicher Vg. (Rücken tls. lädiert, leicht verblaßt und wenig bestoßen). (83) 200,Köhring 63. – Titel gestempelt, Bl. D12 im zweiten Band eingerissen, kaum fleckig. – Tls. unaufgeschnitten. – Selten. – Hübsche Bändchen.

1025 ALTE UND NEUE STUDENTENLIEDER mit Bildern und Singweisen. Hrsg. von F. Pocci. Landshut, Vogel, (1844). Mit zahlr. Textholzstichen. 62 S. Lwd. d. Zt. (etw. fleckig, leicht berieben, bestoßen). (120) 80,-

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Literatur bis 1900

Band mit ornamentaler Blindprägung auf beiden Deckeln. – Titel mit hs. Besitzvermerk (in Band I getilgt), fliegende Vorsätze in Band II entfernt, die erste Lage in Band I verbunden, ein Blatt mit kleinem Eckausriß (kein Textverlust).

1028 ARIOSTO, L., Orlando furioso. Secondo l'edizione del 1802 per cura di O. Morali. Mailand, Pirotta, 1818. Fol. Mit gestoch. Portr. 36, 547 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt, bestoßen und lichtrandig). (49) 400,Razzolini-B. 27. Gamba 64: „Morali ha fregiato la edizione di esatte tavole, le quali danno i confronti delle lezioni adottate con quelle delle stampe più famigerate, segnano le più notabili differenze grammaticali, ed indicano quali possano tenersi per migliori varianti.“ – Eines von 50 Exemplaren auf „carta grande velina“. – Mit Buchbinderetikett, wenig fleckig.

1029 – Roland furieux, poëme héroique. Avec figures. Traduction nouvelle par de Tressan. 4 Bde. Paris, Laporte, (1804). 4°. Mit gestoch. Portr. und 46 Kupfertafeln. Spät. Hldr. (beschabt und bestoßen). (49) 300,Vgl. Cohen-R. 97/98. Sander 45. Brunet I, 434. Graesse I, 201. – Spätere Ausgabe dieser Übersetzung, die erstmals 1780 erschienen war. Bei den Tafeln handelt es sich vermutlich um eine Restauflage aus der 1775-83 bei Brunet erschienenen Übersetzung von Ussieux. Die Tafeln sind 1781 datiert. – Etw. fleckig. Nr. 1033 Erste Ausgabe. – Dreyer 21 und 25. Pocci (Enkel) 173. Rümann 1595. – Die Sammlung stammt vermutlich von Kobell, obgleich Pocci auf dem Titel als einziger Herausgeber genannt wird. – Stellenw. etw. fleckig. – Mit e. Eintrag von Heinrich Konrad Föringer (1802-1880): „Von meinem Freund Pocci zum Geschenke erhalten. München 1 Juli 1845.“ – Neben zahlreichen Tätigkeiten als Bibliothekar und im Vorstand des Historischen Vereins von Oberbayern pflegte Föringer einen regen Briefwechsel mit einem großen Kreis von Forschern und Bibliophilen.

1026 ANAKREON, Odes. Traduction nouvelle en vers (du P. H. Anson). Paris, Du Pont, 1795. 178 S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckel-, Rücken, Steh- und Innenkantenvg. (49) 150,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Schweiger I, 28. Hoffmann I, 141: „Versio quoque magni aestimanda est.“ Cioranescu 8152. Hoefer II, 759. – Enthält als Vorwort eine Verteidigung Anakreons. – Dekorativ gebunden.

1027 ANAKREON UND SAPPHO, Le odi. Recate in versi italiani da F. S. de' Rogati. 2 Bde. Colle, Martini, 1782-83. 8, 64, 245; 403 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (Gebrauchsspuren). (49) 150,Erste Ausgabe dieser Übersetzung mit griechisch-italienischem Paralleltext. – Schweiger I, 28. Gamba 2531, Anm.: „Scrive modestamente il traduttore, che 'l volgarizzamento è 'fatto per servire alla musica'. Vivace è la sua Prefazione, e niente meglio si può forse dire di quanto sta in essa scritto intorno alla natura degli amori di Anacreonte.“ – Der zweite

1030 BALESTR(I)ERI, D., Rimm milanes. (Mailand, Ghisolf, 1744). 4°. Mit Titelvign., Portr., mehreren Kopf- und Schlußvign. sowie Portr. im Text (alles gestochen). S. (5)-174, 2 Bl. (so komplett). Pgt. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (49) 300,Erste Ausgabe. – Nicht bei Gamba. – Im Mailänder Dialekt verfaßt, das „lebendigste, bis heute gelesene Buch“ von Domenico (Meneghin) Balestreri, Gründungsmitglied der „Accademia dei Trasformati“ (vgl. Hardt, Geschichte der italienischen Literatur, 477). – Bemerkenswert sind die erfindungsreichen, teils szenischen Vignetten, darunter am Ende die „scrofa semilanuta“, ein auf die legendäre Gründung Mailands bezogenes Relief. – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris sowie Exlibris-Stempel mit hs. Besitzervermerk, vereinzelt etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1031 BOCCACCIO, G., Le Decameron. Traduction nouvelle. Augmentée de divers contes et nouvelles en vers par La Fontaine et autres; et enrichie de notes historiques par A. Sabatier de Castres. 11 Bde. Paris, Poncelin, 1801-02. Mit 2 gestoch. Portrs., 11 gestoch. Titeln und 120 Kupfertafeln nach Gravelot, Boucher, Eisen sowie anonym von Cochin, Le Prevost, Martinet u. a. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gebrauchsspuren). (39) 200,Sander 184. Cohen-R. 162: „Figures de Gravelot réduites et gravées en sens inverse par de nouveaux graveurs avec des frontispices inédits de Monnet et de Brunet.“ – Wenige Bl. mit Ausriß (kein Textverlust), stellenw. wasserrandig. – Mod. Exlibris.

Literatur bis 1900

1032 BODONI – BRUNI (ARETINO), L., Vita di Cicerone. Parma, Bodoni, 1804. 2 Bl., 117 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 200,De Lama II, 159: „L'editore (Luigi Lamberti) ... propose al Tipografo amico la stampa di questo Codice Italiano, più raro assai di quelli in cui si serba il suo testo latino, ed assunse l'impegno di correggerne le bozze.“ Brooks 924. Weiß 396. – Die erste von zwei Ausgaben, die Bodoni 1804 druckte (die andere in Kleinoktav „Piccolo ducale“, vgl. Brooks 925). – Der aus Arezzo stammende Leonardo Bruni (1370-1444), genannt „L'Aretino“, gehörte zu den führenden Humanisten seiner Zeit, dessen Hauptwerk, die 1415 verfaßte Geschichte von Florenz in 12 Büchern (Venedig 1473), ihm Ruhm und Bekanntheit als bedeutendster italienischer Historiker verschaffte. Die Lebensbeschreibung Ciceros verfaßte Bruni als Gegenstück zu Plutarchs CiceroViten, indem er versuchte, Cicero als großen Römer darzustellen, dessen Genie für ihn in der glücklichen Verbindung von politischer und literarischer Tätigkeit bestand. Mit seinem „Cicero novus“ schuf Bruni ein lange nachwirkendes Charakterbild des großen Rhetors und Staatsmannes. – Stellenw. etw. fleckig.

1033 – DORIA CARAFFA – PROSE, E VERSI per onorare la memoria di Livia Doria Caraffa Principessa del S. R. Imp. e della Rocella di alcuni rinomati autori. Parma, Reale Stamperia (Bodoni), 1784. 4°. Mit gestoch. Portr., 7 Kupfertafeln (4 in Pag.), 16 gestoch. Schrifttafeln (in Pag.) und mehr als 150 gestoch. Vign. und Initialen. 4 Bl., 407 S. (1 Bl. zwischengeb.), 1 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Stehkanten- und Rvg. (49) 1.000,De Lama II, 29. Gamba 2420: „Magnificamente impressa.“ Brooks 250: „Bellissimo libro. Fra i piu bei dei libri stampati da Bodoni.“ – Weiß 66: „Die Verfasser der zahlreichen Prosastücke und Gedichte sind meist Angehörige des geistlichen Standes (darunter Giambernardo de-Rossi u. G. M. Pagnini) und des Adels.“ – Brunet IV, 909: „Ce volume, magnifiquement exécuté, a été tiré à un petit nombre d'exemplaires pour être distribué en présents.“ – Vereinzelt etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

243

Erschienen in einer Gesamtaufl. von 175 Ex. in 5 Papierqualitäten; unser Exemplar auf feinem geglätteten Bütten mit Wasserzeichen „FP“. – Brooks 521. De Lama II, 91. Kat. Weiß 175. Brunet II, 1775. – Vorsätze erneuert, kaum fleckig.

1036 – (KEMPEN, T. VON,) De Imitatione Christi. Parma, Bodoni, 1793. Gr.-Fol. VII, 311 S. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rücken- und Deckelvg. (stärker beschabt und bestoßen). (49) 1.000,Eines von 162 Exemplaren. – Brooks 484. De Lama II, 80. Weiß 187: „Die Bearbeitung der Ausgabe stammt von Valart.“ – Schöner, breitrandiger Bodoni-Druck. – Mit kleinem Exlibris auf dem Titel, kaum fleckig. Beautiful, wide-margined Bodoni printing. – With small exlibris on title, hardly soiled. – Contemporary calf with 2 spine labels, gilt back and gilt on sides (stronger scratched and scuffed).

1037 – PLAUTUS, T. M., Trinummus. Fabula contracta et expurgata. Parma, Stamperia Reale, o. J. (1780). 4°. Mit gestoch. Titelvign., Textkupfer und gestoch. Schlußvign. XXIII, 167 S. Pgt. d. Zt. (Bezug tls. aufgeplatzt, etw. fleckig und bestoßen). (54) 300,Weiß 40. Brooks 173. Schweiger II, 772. – Nicht bei de Lama. – Ohne die Spiegel, etw. fleckig. – Aus der Bibliothek von Richard Heber (1773-1833).

1038 – TASSO, T., La Gerusalemma liberata. 2 Bde. Parma, Bodoni, 1794. Fol. 9 Bl., 331 S.; 2 Bl., 337 S., 2 Bl. Hpgt. um 1880 mit Rsch. und Wappensupralibros (beschabt und bestoßen). (49) 2.000,Weiß 219. De Lama II, 101. – Vgl. Brooks 563. – „Prächtig gedruckte Ausgabe mit Widmung und Widmungsgedicht an Carl IV. von Spanien des Grafen Rezzonico und der 4 Seiten umfassenden Ansprache an den Leser von Bodoni“ (Weiß). – Eine von 3 Ausgaben. – Mehrf. gestempelt, stellenw. gering fingerfl., ansonsten schön erhaltenes Exemplar.

Somewhat soiled occasionally. – Contemporary restored calf with spine label, gilt back and gilt outside edges. – See illustration.

With multiple stamps, here and there minor thumbing, generally a well preserved copy. – Half vellum around 1880 with spine label and armorial bookplate (scratched and scuffed).

1034 – ELOGJ di Dante Alighieri, di Angelo Poliziano, di Lodovico Ariosto, e di Torquato Tasso. Parma, Stamperia Reale, 1800. 3 Bl., 379 S. Mod. Hldr. im Stil d. Zt. (49) 400,-

1039 BRENTANO, C., Die Märchen. Zum Besten der Armen nach dem letzten Willen des Verfassers hrsg. von G. Görres. 2 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1846-47. LVIII S., 1 Bl., 495 S.; 2 Bl., 608 S. Lwd. d. Zt. (gering beschabt und bestoßen) und (Bd. II) mod. Lwd. im Stil d. Zt. (7) 400,-

Erste Ausgabe bei Bodoni. – Weiß 338. Brunet II, 1156. – Nicht bei Brooks. – Unbeschnitten, stellenw. minimal fleckig.

1035 – GUARINI, G. (B.), Pastor Fido. Crisopoli (= Parma), Bodoni, 1793. Fol. 1 Bl., 345 S. Etw. spät. Ldr. mit Rvg. (Gelenke eingerissen, leicht beschabt und bestoßen). (49) 400,-

Erste Gesamtausgabe. – Goed. VI, 62, 46. Mallon 155 und 163. – Das Vorwort mit einer umfassenden Würdigung des Dichters. – Hs. Besitzvermerk auf fliegendem Vorsatz, minimal fleckig.

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Literatur bis 1900

1040 CAESAR, (C. J.), Commentaires. Avec des notes historiques, critiques et militaires par Turpin de Crissé. Nouvelle édition, à laquelle on a ajouté la Carte de l'Ancienne Gaule par d'Anville. 3 Bde. Amsterdam u. a., Libraires associés, 1787. Mit 40 gefalt. Kupfertafeln und Kupferstichkarte. 2 Bl., 22 S., 1 Bl., 319 S.; 2 Bl., 328 S.; 2 Bl., 334 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckel-, Stehkantenund Rvg. (Gebrauchsspuren). (49) 300,Schweiger II, 54. – Die erste Ausgabe der kommentierten Übersetzung war 1785 erschienen. – Die Frankreichkarte mit Einriß, eine Tafel mit winziger Fehlstelle.

1041 CASTIGLIONE, B., Il libro del cortegiano. Padua, Comino, 1766. 4°. Mit Portr., Titelvign. und einigen Kopfvign. (alles gestochen). 24, 347 S. (1 Bl. zwischengebunden). Interims-Brosch. d. Zt. (fleckig). (49) 200,Razzolini-B. 99. Gamba 296, Anm.: „È molto pregevole si per la Vita premessavi, scritta dall'abate P. Serrassi, si per l'assistenza prestatavi dall'abate G. Gennari.“ – Nachdruck aus Cominos Gesamtausgabe der Werke Castigliones von 1733. Exemplar der seltenen korrigierten Auflage (Buch 4 endet S. 300). – Die Lage O verbunden, vereinzelt fleckig.

1042 CHAULIEU, (G. A. DE), Oeuvres. D'après les manuscrits de l'auteur. 2 Bde. Den Haag und Paris, Bleuet, 1774. Mit gestoch. Portr. XII, 360 S.; 2 Bl., 376 S. Kalbldr. d. Zt. (Kapitale mit kleinen Fehlstellen, etw. beschabt, bestoßen). (39) 200,Erste Ausgabe. – Brunet I, 1826. – Bis heute vollständigste Werkausgabe des freigeistigen Abbé Guillaume Amfrye de Chaulieu (1639-1720). – Kaum fleckig, nur leicht gebräunt. – Dekorativ gebunden.

1043 C(HODERLOS) DE L(ACLOS, P.-A.-F.), Les liaisons dangereuses. Lettres recueillies dans une société. 2 Bde. London, o. Dr., 1796 (= Paris um 1812). Mit 2 gestoch. Frontisp. und 13 Kupfertafeln. 415 S.; 2 Bl., 398 S. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. (beschabt und bestoßen). (49) 400,Seitengleicher Nachdruck der zweiten illustr. Ausgabe von 1796. – Cohen-R. 236. Sander 356. Lewine 110. – Mit den schönen, hier von Delvaux überarbeiteten Kupfern nach Gérard, Fragonard und Monnet. – Etw. gebräunt und fleckig.

1044 CLAUDIANUS, C., (Opera) quae exstant varietate lectionis et perpetua adnotatione illustrata. Accedit index uberrimus. 2 Bde. Leipzig, Fritsch, 1759. 5 Bl., XLVIII, 400 S.; 1 Bl., S. 401-720, 112 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (fleckig, etw. berieben und bestoßen, mit wenigen Wurmspuren). (9) 200,Quellet 240. Ebert 4759. Graesse II, 194. Schweiger II, 284: „Im wesentlichen ist der Text der Ausgabe von Heinsius (1650) wiederhohlt, aber auch dessen spätere Emendationen und ältere Ausgaben zu Rathe gezogen. Die kurzen

Anmerkungen erläutern trefflich den Sinn, die Sprache und die Sachen. Der Index ist vom Rector Niclas in Lüneburg angefertigt.“ – Leicht gebräunt, tls. stärker fleckig und etw. wasserrandig.

1045 CLAUREN, H. (d. i. KARL HEUN), Mimili. Dresden, Hilscher, 1816. Mit gestoch. Portr. in Punktiermanier von Bolt nach Wocher. 2 Bl., 138 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Bezug tls. abgeplatzt, bestoßen). (158) 150,Erste Ausgabe. – Goed. X, 50, 14. Hayn-G. I, 615. Hehres und Triviales II, 133. Sichelschmidt 121: „Klassisches Beispiel literarischen Edelkitsches.“ – Leicht gebräunt und etw. fleckig.

1046 COPPER PLATE MAGAZINE, THE. London, Kearsly, 1778. 4°. – Daraus: Gestoch. Titel, 38 gestoch. Portrs. und 74 Kupfertafeln mit entsprechenden Textblättern. Restauriertes Ldr. d. Zt. – Tls. fleckig. (49) 200,1047 DANTE ALIGHIERI, La divina commedia. Novamente corretta, spiegata e difesa da F. B. L. M. C. 3 Bde. Rom, Fulgoni, 1791. 4°. Mit 3 gestoch. Titeln und 3 Kupfertafeln. XVIII, 502; 523; XII, 541 S. Mod. Pgt. (etw. beschmutzt, beschabt und bestoßen). (49) 600,Erste Ausgabe dieser Edition. – Melzi I, 323. Olschki 74. Gamba 397. Koch I, 12: „Nothing of any importance had been done in the way of critical study of Dante since 1595. This commentary was, both at home and abroad, rightly received with approbation as the most careful, most industrious, and most serviceable for immediate wants.“ – Kritische Ausgabe der „Göttlichen Komödie“ mit einem opulenten Kommentar, der zu den bedeutendsten der rund 75 italienischsprachigen Kommentare zu zählen ist, die es seit dem 14. Jahrhundert zur „Göttlichen Komödie“ gibt, weil er den Beginn der historisch-philologischen Danteforschung darstellt. Verfaßt hat ihn in 20jähriger Arbeit F. B. L. M. C.: Fra Baldassarre Lombardi, Minor Conventuale (geb. 1718., gest. 1802). – Stellenw. fleckig.

1048 – La divina Commedia. 3 Bde. Bologna, Gamberini & Parmeggiani, 1819-21. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 101 Kupfertafeln von G. Macchiavelli. 3 Bl., 44 S., 2 Bl., 238 S.; 1 Bl., 243 S.; 2 Bl., 212 S. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (23) 500,Koch 16. – Ohne die Seite 215/16 (vermutlich weiß). – Mehrfach gestempelt, unbeschnitten, minimal gebräunt.

1049 DEUTSCHE GEDICHTE des Mittelalters. Hrsg. von F. H. von der Hagen und J. G. Büsching. 2 Bde. Berlin, Realschulbuchhandlung und Reimer, 1808-25. 4°. Mit 4 Holzschnitt-Tafeln. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (102) 100,Erste Ausgabe. – Goed. I, 68, 3-4; 62, 3; 129; 257. – Vorsätze, Titelei und letzte Blätter etw. fleckig.

Literatur bis 1900

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1050 DRECHSLER, Freundes-Erinnerung heilig! oder Edle Züge meines verewigten Freundes Herrn Christian Adam Kämpffe. (Nürnberg), Milbradt, 1803. 4°. 15 S. Ohne Einband (angestaubt). (158) 100,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Empfindsame Würdigung des biographisch sonst unbekannten Christian Adam Kämpffe (1768-1803) durch seinen Schwager. – Leicht gebräunt. – Sehr seltener Druck, in keiner deutschen Bibliothek nachweisbar.

1051 DULLER, E., Geschichten und Mährchen für Jung und Alt. 2 Bde. Stuttgart, Brodhag, 1834-35. 192; 223 S. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (158) 100,Erste Ausgabe. – Goed. XII, 223, 12. Düsterdiek 1715. Wurzbach III, 391. – Gebräunt und fleckig. – Selten.

1052 ECKARDT, M., Gedichte und Erzählungen. Erfurt, Hennings und Hopf für den Autor, 1862. XI, 140 S. Lwd. d. Zt. (158) 120,Von uns weder bibliographisch noch in öffentlichem Bibliotheksbesitz nachweisbar. – Gedichte in verschiedenen klassischen lyrischen Formen und märchennahe Erzählungen eines frommen Christen. Derzeit das einzige Exemplar mit den möglicherweise einzigen Zeugnissen des ansonsten gänzlich verschollenen Max Eckardt. – Gering fleckig.

1053 ECKARTSHAUSEN, K. VON, Ein Bändchen Erzählungen zur Bildung junger Leute, die sich richterlichen Geschäften weihen. 2 in 1 Bd. München, Strobl, 1782-83. Mit 2 gestoch. Frontisp. und gestoch. Schlußvign. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (72) 150,Erste Ausgabe. – Faivre 7 und 8. Hayn – G. II, 98 (nur der zweite Teil, der den Titel „Die beleidigten Rechte der Menschheit oder Richtergeschichten aus unserm Jahrhundert“ trägt). – Das erste Frontispiz seitlich etw. ausgefranst, Titel mit Besitzvermerk, leicht fleckig.

1054 – Gott ist die reinste Liebe. Mein Gebet und meine Betrachtung. Steyr, Greis, o. J. (um 1824). 12°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. 262 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (etw. gedunkelt). (132) 250,Vgl. Faivre 58. – Häufig aufgelegte Schrift des Repräsentanten der katholisch-theosophischen Gegenaufklärung. Faivre verzeichnet in seiner Eckartshausen-Bibliographie rund 40 Ausgaben, die von 1790 (EA) bis in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts erschienen sind, nicht jedoch die vorliegende. Auch über den KVK ist der Druck nicht nachweisbar. Joseph Greis arbeitete nach Durstmüller (I, 315) seit 1804 als Buchdrucker in Steyr, seit 1827 auch als Buchhändler; die Formulierung auf dem Titel „und zu finden bey Joseph Greis“ macht es freilich wahrscheinlich, daß die Buchhandelstätigkeit bereits etwas früher als mit dem Jahr 1827 anzusetzen ist. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – In rotem Leder mit überlappender Klappe und Metallverschluß auf dem Vorderdeckel, dreiseitigem Goldschnitt

Nr. 1057 sowie reicher Rückenvergoldung, Deckelfileten mit Ornamentbordüre und Stehkantenvergoldung als Geschenkexemplar zur Firmung des Herzogs Max Joseph in Bayern (1808-1888) am 22. August 1824; auf dem Respektblatt eigenhändig unterzeichnet von Benedict von Holland (1775-1853), „Director und Erzieher Sr. K. Hoheit des Herzogs Max von Baiern“.

1055 EHRENBAUM, J., Der Psycholog. Ein Lebensereigniß. Leipzig, Brockhaus, 1837. 4 Bl., 283 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (158) 150,Erste Ausgabe. – Brockhaus-Verz. 350: „Ueber Johann Ehrenbaum ist nichts Näheres bekannt.“ – Stellenw. etw. fleckig. – Selten.

1056 EICHENDORFF, J. VON, Dichter und ihre Gesellen. Berlin, Duncker und Humblot, 1834. 2 Bl., 380 S. Pp. d. Zt. (Rücken mit kleineren Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (7) 300,Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 129, 23. – Mehrf. gestempelt, 2 Seiten mit Randausriß (kein Textverlust), etwas gebräunt. – Exlibris.

1057 – Gedichte. Berlin, Duncker und Humblot, 1837. XII, 482 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Deckelbordüren, Steh- und Innenkantenvg. (Vordergelenk tls. gebrochen, etw. bestoßen) sowie Seidenmoirée-Vorsätzen. (7) 4.000,-

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Literatur bis 1900

Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 190, 29. – Vorsätze leicht gewellt und etw. fleckig, Innengelenke restauriert und leimschattig, Titel aufgezogen und mit geringen Flecken, die S. 304/05 mit schwachem Abklatsch eines Blattes. – Vorsatz mit dem radierten Exlibris von Prinzessin Hermine Reuß (1887-1947), der zweiten Gemahlin des letzten deutschen Kaisers. Das Exlibris zeigt das Exil-Schloß Doorn in den Niederlanden. Titel mit mehreren blindgepr. Besitzetiketten des preußisch-reußschen Hauses. – Siehe Tafel 22 und Abbildung.

1058 EINBÄNDE – ROTE MAROQUIN-EINBÄNDE. Frankreich um 1780. Mit reicher Rvg., goldgepr. Deckelfileten, goldgepr. Wappensupralibros und Steh- und Innenkantenvg. (stellenw. etw. beschabt und bestoßen). (54) 1.200,Olivier 2018-20. – Exzellent erhaltene Reihe aus der Bibliothek des Hauses de Lamoignon, deren berühmtester Vertreter der Minister Malesherbes war. Vermutlich stammt unser Exemplar aus dem Besitz von Chrétien-François II. de Lamoignon, von dem Olivier berichtet, daß dessen Bibliothek („très importante“) in großen Teilen nach England verkauft wurde. – ENTHÄLT: LES PSEAUMES traduits en françois par G. F. Berthier. 5 Bde. Paris, Mérigot, 1788. 12°. Mit gestoch. Portr. – De Backer-S. I, 1380, 9. – Tls. leicht gebräunt und gering fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 24. Red morocco bindings. France around 1780. – Very well preserved series from the library of the family de Lamoignon. – Partly slightly browned and minimally soiled. – With richly gilt back, gilt stamped fillets on boards, gilt stamped armorial bookplate on covers as well as gilt outside and interior edges (here and there a little scratched and scuffed). – See illustration on plate 24.

1059 – DUNKELBLAUER SAMTEINBAND. Süddeutschland, um 1830. Mit zwei Messingschließen und metallgefaßten Kanten, vorderer Deckel mit flachem Metallbeschlag. Gepunzter Goldschnitt (Rücken lichtrandig, etw. angestaubt). (158) 100,ENTHÄLT: CHALLONER, R., The Garden of the Soul: or, manual of spiritual excercises and instructions, for Christians who, living in the world, aspire to devotion. London, Keating und Brown, 1831. 1 Bl., 368 S., 3 Bl.

1060 – ELFENBEINEINBAND. Mit auf rosa Samt montierten filigranen Elfenbeinschnitzereien auf den Deckeln, mit messinggefaßten Kanten, einer Messingschließe, Rücken aus rotem Samt und Metallbeschlag (von 3). Mailand um 1860. 10 x 14,5 cm (Vorderdeckel gebogen und aus der Kantenfassung gerutscht, mit kleiner Bruchstelle, etw. angeschmutzt). (158) 150,Dekorativer, glattgeschliffener Elfenbeineinband mit einem Rankenornament und Kreuz in der Mitte. – ENTHÄLT: ADORAZIONI e preghiere. Mailand, Ripamonti, (ca. 1860). Mit lithogr. Titel und gestoch. Frontisp. 3 Bl., 248 S.

1061 – BRAUNER LEDEREINBAND. Wien um 1860. In Rautenmuster blindgeprägtes Leder mit bandartig über den Deckel gezogener Messing-

schließe, verziert mit 7 Malachit-Cabochons, und Goldschnitt (minimale Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (158) 100,ENTHÄLT: VEITH, E., Jesus meine Liebe. Ein Gebetbuch für Katholiken. Fünfte verb. Aufl. Wien, Lienhart, (ca. 1859). Mit gestoch. Titel und 3 Stahlstich-Tafeln. 1 Bl., 504 S., 4 Bl. – Teils stärker fleckig, wurmspurig.

1062 – VIOLETTFARBENER SAMTEINBAND. Deutschland um 1870. Mit reicher Deckelvergoldung und dreiseitigem gepunzten Goldschnitt. (158) 150,ENTHÄLT: LA JOURNÉE DU CHRÉTIEN. Nouv. éd. Tours, Mame, 1865. Mit 4 Stahlstich-Tafeln. 1 Bl., 604 S. – Wenige Seiten minimal gebräunt. – Dekoratives Exemplar.

1063 – PURPURNER SAMTEINBAND. Süddeutschland um 1878. Mit 9 vergoldeten Metallbeschlägen mit Putti-Motiven, zwei Messingschließen und gepunztem Goldschnitt (Kopf und Schwanz berieben, etw. lichtrandig). (158) 100,ENTHÄLT: SEELEN-GÄRTLEIN. Vollständiges Gebetbuch für katholische Christen, aus vielen der schönsten deutschen Gebete des Mittelalters zusammengestellt. Augsburg und München, Huttler, 1878. Mit zahlr. Abb. nach Dürer. 1 Bl., XIX, 583 S., 3 Bl.

1064 – ROTE ENGLISCHE CHAGRINEINBÄNDE. Um 1880. Mit reicher Vergoldung (minimal bestoßen). (72) 300,ENTHÄLT: (MEDINA-POMAR, DUKE DE), A Secret Marriage and its Consequences. 3 Bde. London, Chapman und Hall, 1878. VII, 293 S.; S. (III)-VIII, 309 S.; S. (III)-VII, 285 S. – Erste Ausgabe. – Halkett-L. V, 211. – Schön gebunden.

1065 – WEINROTER MAROQUINEINBAND. Um 1904. Sign. „G. Hedberg, kongl. Hofbokbindare Stockholm“. Mit goldgepr. Monogramm von Vittorio Emanuele III. auf dem Vorderdeckel und Goldschnitt. (49) 200,ENTHÄLT: FAHLSTEDT, C. A., Dizionario Italiano-Svedese – Italiensk-Svensk Ordbok. Stockholm, Fritzes, (1904). XIV, 625 S. – Stellenw. gering fleckig. – Vorsatz mit Widmung des Verfassers an Vittorio Emanuele.

1066 EYBEL – FEINER, G. (PSEUD.), Was ist der Papst? Zweite verbesserte, und von vielen wichtigen Druckfehlern gereinigte Auflage mit einer Vorrede und Nachrede von Georg Feiner. Ohne Ort und Drucker (Wien, Kurzböck?), 1782. 72 S. Mod. Broschur. (158) 150,Einzige Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (im KVK nur das Exemplar der Leopold-SophienBibliothek in Überlingen verzeichnet). – Monsterrezension der im selben Jahr unter dem Titel „Was ist der Papst“ erschienenen Polemik gegen Pius VI. von Joseph Valentin Eybel (vgl. Lit. in Österreich 948). – Minimal fleckig.

Literatur bis 1900

1067 FLORIAN, (J.-P. CLARIS) DE, Galatée, roman pastoral; imité de Cervantes. Paris, Defer de Maisonneuve, 1793. 4°. Mit 4 Farbkupfertafeln von Colibert und Cazenave nach Nicolas-André Monsiau. 125 S., 1 Bl. Spät. Hldr. (beschabt und bestoßen). (49) 600,Sander 698. Lewine 188. Cohen-R. 400. – Eine nur kurze Blüte auf dem Gebiet der Buchillustration erlebte der aus England eingeführte, in Frankreich zu höchster technischer Vollendung gelangte Farbstich während der neunziger Jahre in einer kleinen Zahl in beschränkter Auflage hergestellter Prachtpublikationen des Verlegers Defer de Maisonneuve, die in ihrer Zeit keine Nachfolge fanden. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 24.

1068 FRÄNKEL – Sammmelband mit 5 Theaterstücken in bayerischem Dialekt von Ferdinand Fränkel. München 1852/53. Lwd. d. Zt. mit Vg. (stellenw. berieben). (158) 200,Seltene erste Ausgaben. – ADB XLVIII, 701. – I. Der Schwärzer und sein Diandl. Original-Charakterbild aus dem bayerischen Hochlande. München, Franz, 1852. 2 Bl., S. 74-143 (so komplett). – II. Der Goldsee. Originalzauberposse in 3 Abtheilungen. Ebda. 1852. 68 S. – III. Adelheid die Soldatenbraut, oder: Die Peterin an der Mariensäule. Schauspiel in 5 Abtheilungen. Ebda. 1852. 2 Bl., S. (149)-216. – IV. Fürst und Volk. Lebensbild der Neuzeit. München, Deschler, 1852. 92 S. – V. Ein Traum auf der Königs-Alpe. Festspiel in einem Akte. (Passau, Dietenberger und Breßl, 1853). 19 S. – Zusammenstellung der ersten gedruckten Schauspiele des Münchner Volksschriftstellers, „in Wien und München auf beider Vorstadt- und vielen Provinzbühnen sehr oft aufgeführt“ (ADB). – Stellenw. etw. gebräunt und fleckig.

1069 (FRANK, W.), Emilie im vierfachen Stande. Neue mit Kupfern verschönerte Aufl. 2 Bde. Leipzig, Seeger, 1804. Mit 2 gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titelvign. und 2 Kupfertafeln. S. (III)-VIII, 344 S.; S. (3)-336. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (158) 80,Vgl. Holzmann-B. II, 678. Hamberger-M. III, 406. HaynG. II, 137 (andere Ausg.): „Enthält ziemlich freie und verfängliche Erörterungen.“ – Vermutlich fehlen die Vortitel. – Vorsätze leimschattig, Titel mit altem Besitzvermerk in Tinte, gebräunt und fleckig.

247

1071 (GAUM, J. F.), Das Concilium zu Wien im Jahr 1784. Oder: Freundschaftliche Briefe eines Exjesuiten, über etwas das geschehen soll, und nicht geschehen wird, an einen seiner Freunde in S. Ohne Ort und Dr. (Ulm?), 1784. 120 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und etw. bestoßen, vereinzelt mit leichtem Wurmfraß). (3) 200,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 9915. – Johann Ferdinand Gaum (1738-1814) war Professor im Kloster Blaubeuren und später Superintendent sowie Stadtpfarrer in Calw. Er wird in der Literatur häufig mit seinem Onkel Johann Friedrich Gaum verwechselt, einem Ulmer Senator und Buchhändler, der ebenfalls schriftstellerisch tätig war. – Exlibris.

1072 GESSNER, S., Oeuvres. 4 Bde. Paris, (Causse für) Renouard, 1795. Mit 3 gestoch. Portrs. und 48 Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (Gelenke gebrochen, Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (49) 400,Kat. Fürstenberg 114. – Vgl. Cohen-R.435. Sander 787. – Kupfertafeln nach Moreau le Jeune. – Stellenw. etw. fleckig.

1073 GOETHE, (J. W. VON), Sämtliche Werke. 45 Bde. und 3 Erg.-Bde. in 48 Bdn. München, Müller, und Berlin, Propyläen, (1909-32). Mit zahlr. Tafeln. OHldr. (Gebrauchsspuren). (156) 400,1074 – Clavigo. Leipzig, Weygand, 1774. 100 S. Mod. Hpgt. unter Verwendung eines mittelalterlichen Manuskripts. (7) 500,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Goed. IV/3, 159, 2. Hagen 64 (D1 alpha). Slg. Kippenberg 352. – Erste nicht anonym erschienene Dichtung Goethes. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, tls. mit Knickspuren, etw. fleckig und leicht gebräunt.

1075 – Herrmann und Dorothea. Neue Ausg. Braunschweig, Vieweg, 1799 (d. i. 1803). Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel mit Vign. und 9 Kupfertafeln von F. Bolt und C. Kohl nach F. Catel. 1 Bl., 231 S. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (86) 120,-

1070 FROELICH, J. (PSEUD.), Lustig und angenehmer Zeitvertreib. Augsburg, Kranzfelder, 1811. 16, 350 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (114) 80,-

Hagen 244. – Mit dem oft fehlenden Reihentitel „Göthe's neue Schriften, Braunschweig 1803“. – Unbeschnitten, etw. fleckig.

Hayn-G. II, 469. Weller, Pseud.-Lex., 216. – Reizvolle Mischung von Anekdoten, Rätseln, nützlichen Hinweisen usw. – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand, Titel gestempelt.

1076 – Die Leiden des jungen Werthers. 2 Tle. in 1 Bd. Leipzig, Weygand, 1774. Mit 2 gestoch. Titelvign. 224 S. Mod. Hldr. mit Rsch. und dezenter Vg. (etw. beschabt und bestoßen). (86) 1.500,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Goed. IV/3, 163. Kippenberg 3039. Hagen 80. – An der Stelle der Druckfehler (Kennzeichen der EA) nun ein Holzstock: Sense mit geflügelter Sanduhr. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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Literatur bis 1900

Völlig unbekannte Publikation, die ein Freund oder Nachkomme des biographisch ebenso völlig unbekannten Verfassers auf eigene Kosten und in einer Kleinstauflage hat herstellen lassen, um das Bändchen Freunden des verstorbenen Autors zu seinem Gedenken zu verehren. Darauf deuten neben dem Titelzusatz – „Seinen Freunden gewidmet von **“–, einer kurzen Bemerkung am Ende (Goldschmidts Stimmimitationen „giengen mit ihm ins Grab“) und die edle Ausstattung des Buches in blauem Ganzleinen und mit dreiseitigem Goldschnitt hin. Gedruckt hat das Buch Albrecht Volkhart, der „Führer des Augsburger Liberalismus und dessen bestimmende Persönlichkeit bis in die 1860er Jahre“ und entschiedener Kämpfer „für eine politische Emanzipation der Gesellschaft vom Staat“ (Gier-J. 1012), so daß man wohl kaum fehlgeht, wenn wir Leopold Goldschmidt und seinen Freundeskreis im liberal gesonnenenen, jüdischer Emanzipation gegenüber aufgeschlossenen Bayern vermuten. – Die Gedichte selbst sind teils Mundartgedichte in verschiedenen oberdeutschen Dialekten, teils hochdeutsch. – Gering fleckig.

1080 GRAZZINI, A. F., genannt IL LASCA, La prima e la seconda cena, novelle. Alle quali si aggiunge una novella che ci resta della terza cena. 2 Bde. London (= Livorno), Bancker, 1793. Mit gestoch. Portr. 15, 334; 255 S. Ldr. d. Zt. mit Vg. (Gebrauchsspuren). (49) 150,Hayn-G. II, 664. Gamba 540: „Editore di questa stimabile edizione è stato Gaetano Poggiali, il quale vi pose molta diligenza.“ – Bedeutendste italienische Novellensammlung des 16. Jahrhunderts. – Vorsätze leimschattig, mit Spuren eines entfernten Exlibris, Gelenke gebrochen, stellenw. fleckig.

Nr. 1076

1077 GOETHE, J. W. VON, Die Wahlverwandtschaften. 2 Bde. Tübingen, Cotta, 1809. 1 Bl., 306; 340 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Kanten leicht berieben und bestoßen). (120) 800,Erste Ausgabe. – Goed. IV/3, 388, 181. Hagen 327. Hirzel A 273. Slg. Kippenberg 384. Fischer 704. – Laut Frommann in einer Auflagenhöhe von 2500 Ex. (1500 auf Schreibpapier und 1000 auf Druckpapier) erschienen. – Fleckig und leicht gebräunt.

1078 GOGOL, N. W., Socinenija (Werke). Mischaufl. 5 Bde. St. Petersburg, Marks, 1894-96. Mit 2 Stahlstich-Portrs. und 5 (2 gefalt.) lithogr. Tafeln. OLwd. (etw. fleckig, leicht beschabt und bestoßen). (7) 200,Erster Bd. in 12., Rest in 13. Aufl. – Vgl. Eppelsheimer 544. – Die erste kritische Ausgabe der Werke Gogols, herausgegeben von N. S. Tikhonrawow. – Titel gestempelt, gebräunt.

1079 GOLDSCHMIDT, L., Gedichte und deklamatorische Vorträge. München 1854. 12°. 87 S. Lwd. d. Zt. (158) 200,-

1081 GRIMM, J., Reinhart Fuchs. Berlin, Reimer, 1834. 6, 1 (Errata) Bl., 296, 452 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (114) 250,Erste Ausgabe. – Goed. I, 15, 12. Hennig-L. 517: „Eine ausführliche Quellen- und Textkritik, die die meisten der damals bekannten Handschriften und Drucke berücksichtigte und durch den sorgfältigen Abdruck wichtiger lateinischer, mittelhochdeutscher und niederländischer Fassungen des Reineke Fuchs neue Zusammenhänge erschloß.“ BEIGEB.: HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, (A. H.), Reineke Vos. Nach der Lübecker Ausgabe vom Jahre 1498. Breslau, Grass, Barth und Comp., 1834. 22 S., 1 Bl., 227 S. – Erste Ausgabe. – Goed. I, 483, 1. – Vorsatz mit Besitzvermerken von W. O. Abel (1834) und von D(avid) F(riedrich) Weinland (1887), dem Verfasser des erfolgreichen Jugendromans „Rulaman“; die S. 435-442 im ersten Werk verbunden, fleckig, tls. gebräunt. – Zwei im selben Jahr erschienene Höhepunkte der Germanistik in Erstausgaben.

1082 GRIMM, J. L., Zwo Predigten: I. Eine Warnungspredigt über die Bälle; II. Eine Gedächtnispredigt der Leiden Jesu. Nürnberg, Raw, 1790. 1 Bl. 24, 28 S. Ohne Einband. (150) 100,Baader I/2, 412. Meusel IV, 369. – Scharfe Predigt gegen die Lustbarkeiten, Gefahren und Laster des Tanzens der Jugend auf öffentlichen Bällen. – Johann Ludwig Grimm (17451794) war Professor der Theologie und Philosophie sowie evangelischer Prediger in Regensburg.

Literatur bis 1900

249

1083 GUTZKOW, K., Vermischte Schriften. 4 in 2 Bdn. Leipzig, Weber und Brockhaus, 1842-50. Hlwd. d. Zt. (Deckel von Bd. II mit Klebespuren; leicht bestoßen und wenig berieben). (72) 150,-

(II und III). – Ein vierter Teil, auch 1796 fertiggestellt, erschien erst 1846 aus dem Nachlaß. – Wie meist ohne das Errata-Blatt. – Fliegende Vorsätze erneuert, Titel mit kleinem Besitzstempel; wenig fleckig und gebräunt.

Rasch 2.23. Brockhaus-Verz. 564. – „Alle vier Bände wurden auch einzeln verkauft. Die ersten drei Bände wurden bei Weber verlegt, an Lorck weiterverkauft, der wiederum die Restbestände an Brockhaus abtrat, wo schließlich der letzte Band dieser Reihe erschien. Bemerkenswert ist, daß in dieser Sammlung zwei Texte enthalten sind, die gar nicht von Gutzkow, sondern von Georg Büchner stammen, nämlich 'Lenz' und 'Leonce und Lena'“ (Rasch). – Vorsätze gestempelt; fleckig. – Exlibris.

1088 HESIOD, Erga kai hemerai (graece). Traduzione di P. Brazuolo Milizia. Padua, Conzatti, 1765. 4°. Mit gestoch. Initiale und gestoch. Druckermarke am Ende. S. (3)-239, 2 Bl. (so komplett). InterimsBrosch. d. Zt. (fleckig). (49) 200,-

1084 HADERMANN, W., Das menschliche Herz nach seiner Größe und Schwäche. Frankfurt, Körner, 1799. 6 Bl., 248 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (leicht beschabt). (158) 200,-

1089 HOFFMANN, E. T. A., Ausgewählte Schriften. 10 Bde. Berlin, Reimer, 1827-28. Mit 8 (statt 16) Aquatintaradierungen in Braundruck. Ldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (62) 400,-

Erste Ausgabe. – Hamberger-M. IX, 489. – Über Johann Wilhelm Ernst Hadermann ist kaum etwas bekannt. Er war Magister der Philosophie und Rektor zu Philippseich im Isenburgischen und veröffentlichte 1800 einen Roman „Selmar, oder die Schwärmer“; außerdem publizierte er Artikel in mehreren Journalen, vorzüglich in der „Pädagogischen Bibliothek“ von Guthsmuths. – Auf vorzüglichem Papier gedruckt.

1085 HEBEL, J. P., Werke. 5 Bde. Karlsruhe, Müller, 1843. Mit gestoch. Portr., 2 Stahlstichtafeln, gefalt. Faksimile und 4 gefalt. Musikbeilagen. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (Schildchen vereinzelt mit minimalen Absplitterungen, Kanten wenig beschabt und etw. bestoßen). (62) 150,Goed. VII, 544, 24. – Vorsätze gebräunt und leimschattig, stellenw. leicht fleckig. – Dekorative Reihe.

1086 HEINSE – PETRONIUS ARBITER, T., Begebenheiten des Enkolp. Aus dem Satyricon des Petron übers. (von W. Heinse). 2 in 1 Bd. Rom (= Schwabach, Mizler), 1773. Mit gestoch. Frontisp. (in Pag.) und 2 gestoch. Titelvign. 48, 221, 256 S. Mod. läd. Pp. (158) 200,Erster Druck der ersten Ausgabe dieser Übersetzung. – Goed. IV/1, 882, 5 a. Schulte-Strathaus 2 a („Geschrieben in Augsburg im May 1772“). Hayn-G. VI, 153. Kat. Weltliteratur 204, 15. – Leicht fleckig, unbeschnitten.

1087 (HERDER, J. G.), Kritische Wälder. Oder Betrachtungen, die Wissenschaft und Kunst des Schönen betreffend, nach Maasgabe neuerer Schriften. 3 „Wäldchen“ in 1 Bd. (Riga, Hartknoch), 1769. 278, 263, 184 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rückenbezug brüchig, etw. bestoßen). (7) 100,Goed. IV/1, 724, 27. Schulte-Strathaus 16 b. Günther 629631. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe (die Vignetten wurden wegen Abnutzung der Platte durch Mottos ersetzt). – Über Lessings Laokoon (I) und einige Schriften von Klotz

Schweiger I, 146. – Mit dem weißen Blatt am Beginn. – Der Text ausschließlich italienisch. – Exlibris Castello di Duino.

Erste rechtmäßige Gesamtausgabe. – Goed. VIII, 500, 73. Salomon 252. Voerster 22. – Mit den acht Radierungen nach Jacques Callot zur „Prinzessin Brambilla“. – Es fehlen die 4 Radierungen zu „Kater Murr“, die beiden Radierungen zu „Klein Zaches“ und die beiden Lithogr. zu „Meister Floh“. – Mit eingebunden sind die Originalumschläge zu den Märchen „Meister Floh“ und „Klein Zaches“. DAZU: DERS., Die letzten Erzählungen. Aus Hoffmann's Leben und Nachlaß hrsg. 2 Bde. Berlin 1825. – Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 499, 71. Salomon 236. – Supplementbände zu den 1819 erschienenen „Serapions-Brüdern“. – Fleckig und etw. gebräunt. – Alle Bände einheitlich gebunden. – Dekorative Reihe.

1090 HORATIUS FLACCUS, (QU.), Opera. Interpretatione et notis illustravit L. Despres. 2 Bde. Venedig, Balleoni, 1797. 4°. 364 S.; S. (365)-676. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (49) 150,Diese Ausgabe nicht bei Schweiger und Brunet. – War erstmals 1752 aufgelegt worden. – Mehrf. gestempelt, leicht gebräunt, tls. fleckig.

1091 – Le opere. Nuovamente tradotte. Siena, Pazzini Carli, 1778-82. Mit Portr., 2 Titeln, 18 Kopfvign. und 8 Tafeln (alles gestochen). 18, 443; 7, 423 S. Restauriertes Ldr. unter Verwendung alten Materials (beschabt und bestoßen). (49) 200,Schweiger II, 444. Ebert I, 10267. – Lateinisch-italienischer Paralleltext. – Laut Vorwort übersetzt von F. Corsetti und A. De Giorgi Bertola. – Vereinzelt etw. fleckig. – Mod. Exlibris.

1092 – Briefe. Aus dem Lateinischen übersezt und mit historischen Einleitungen und andern nöthigen Erläuterungen versehen von C. M. Wieland. 2 in 1 Bd. Dessau, Buchhandlung der Gelehrten, 1782. 8 Bl., 304, 261 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Gelenke angebrochen, einzelne Wurmlöcher, beschabt). (22) 150,-

250

Literatur bis 1900

1095 JACOBI, F. H., Von den göttlichen Dingen und ihrer Offenbarung. Leipzig, Fleischer, 1811. VIII, 222 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt). (7) 120,Erste Ausgabe. – Schulte-Strathaus 15. Goed. IV/1, 694, 31. – Etw. braunfleckig. – Exlibris Fritz Mauthner.

1096 – Woldemar. Neue verb. Ausg. 2 Bde. Königsberg, Nicolovius, 1796. 1 Bl., VI S., 1 Bl., 286 S.; 2 Bl., 300 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke brüchig, beschabt). (73) 80,Goed. IV/1, 693, 5e. Schulte-Strathaus 2c. – Die erste Buchausgabe war bereits 1779 erschienen. Die Fassung in zwei Bänden, erstmals 1794, ist das Resultat einer grundlegenden Überarbeitung des in der Nachfolge des Werther erschienenen Werkes, das Goethes großes Mißfallen erregt hatte. – Gebräunt, fleckig.

1097 (JÄCK, J. H.), Wünsche über Bischöffe, Domkapitulare, neue Klösterbewohner, ehemalige Mönche, Professoren, Pfarrer, Kapläne, emeritirte Priester und deren Verhältnisse zu einander. O. O. (Bamberg) 1817. 4 Bl., 96 S. Läd. Brosch. d. Zt. (158) 150,Einzige Ausgabe. – Holzmann-B. VII, 11601 (dreht die Vornamen um). – Frühe kleine polemische Schrift des Bamberger Bibliothekars. – Auf bläulichem Papier gedruckt. – Selten.

Nr. 1100

1098 JEAN PAUL (F. RICHTER), Sämmtliche Werke. 33 Bde. Berlin, Reimer, 1840-42. Mit gestoch. Portr. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Rücken vereinzelt leicht fleckig, an den Kanten mit geringen Absplitterungen, etw. bestoßen). (62) 200,-

Goed. IV/1, 564, 134. Günther-Z. 1430. – Erste vollständige Ausgabe der Episteln in Wielands metrischer Übersetzung. – Die S. 303/04 von Bd. I mit kleinem Ausriß durch verlorenen Blattweiser; gebräunt, leicht fleckig.

Berend-K. 169 b. – Die von Ernst Förster hrsg. zweite Gesamtausgabe ist die textlich beste aller frühen Werkausgaben. – Etw. fleckig und gebräunt. – Dekorative Reihe.

1093 IMBERT, (B.), Historiettes ou nouvelles en verse. Amsterdam, o. Dr., 1774. Mit gestoch. Titel, Kupfertafel und 4 gestoch. Kopfvign. nach J. M. Moreau. VIII, 182 S., 1 Bl. Hldr. um 1900 mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 120,-

1099 JEAN PAUL – (GOEHRING, C.), Der Pietist. Ein religiöser Zeitroman in sechszehn Traktaten von Jean Paul. In dessen Nachlaß vorgefunden. Grimma, Verlags-Comptoir, 1845. XIV, 276 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht berieben). (62) 100,-

Sander 964. Cohen-R. 508. – Zweite Ausgabe dieser Geschichten nach alten französischen Verserzählungen. – Vorsatz mit Eintrag, stellenw. minimal fleckig.

1094 IMMERMANN, K., Münchhausen. Eine Geschichte in Arabesken. 2. Aufl. 4 Bde. Düsseldorf, Schaub, 1841. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Bd. IV mit kleiner Schabspur auf dem Deckel; Kanten gering berieben, etw. bestoßen). (62) 200,Goed. VIII, 618, 78 a. – Vorsätze wenig gebräunt und leimschattig, stellenw. leicht fleckig.

Erste Ausgabe. – Berend-K. 742. – Gegen Ernst Wilhelm Hengstenberg gerichtete Satire. – Vorsätze leimschattig.

1100 (KLEIST, H. VON), Die Familie Schroffenstein. Bern und Zürich, Gessner, 1803. 1 Bl., 265 S. Remboîtage um 1860 (Rückenschild mit Absplitterungen, etw. beschabt und bestoßen). (7) 8.000,Erste Ausgabe. – Sembdner 1. Goed. VI, 100, 1. – Titel mit Eintrag von alter Hand in Tinte, mehrf. gestempelt, die S. 23/24 mit kleiner hinterlegter Läsur, die S. 35/36 mit restauriertem Eckabriß, tls. wasserrandig, fleckig und leicht gebräunt. – Sehr selten. – Siehe Abbildung.

Literatur bis 1900

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1101 (KLINGER, F. M.), Der Faust der Morgenlaender, oder Wanderungen Ben Hafis, Erzaehlers der Reisen vor der Sündfluth. Bagdad (= Riga, Hartknoch), 1797. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel mit Vign. von E. Henne nach D. Chodowiecki. 397 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (stark wasserrandig und beschabt). (7) 250,-

1106 LERMONTOW, M. JU., Socinenija (Werke). 4 in 2 Bdn. St. Petersburg, Marks, 1891. Mit StahlstichPortr. und lithogr. Tafel. OHldr. (etw. fleckig, leicht beschabt und bestoßen). (7) 150,-

Erste Ausgabe. – Schulte-Strathaus 27. Engel 2225. Henning III, 418. Weller, Druckorte, I, 169. Holzmann-B. II, 3027. – Vorsätze erneuert, Titelei mit zeitgenössischen Besitzvermerken in Tinte, stellenw. wasserrandig, etw. fleckig und leicht gebräunt.

1107 LE SAGE, (A. R.), Histoire de Gil Blas de Santillane. Édition ornée de figures en taille douce, gravées par les meilleurs artistes de Paris. 4 Bde. Paris, Didot, (1795). Mit 100 Kupfertafeln nach Bornet, Charpentier und Duplessis-Bertaux. Ldr. um 1900 mit Rsch. und Rvg. (Rücken mit kleineren Fehlstellen, Gelenke teils gebrochen, gering beschabt). (49) 300,-

1102 KNIGGE, A. VON, Ueber Eigennutz und Undank. Ein Gegenstück zu dem Buche: Ueber den Umgang mit Menschen. Leipzig, Jacobäer, 1796. 438 S., 1 Bl. Anzeigen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt). (57) 200,Erste Ausgabe. – Knigge 52.01. Goed. IV/1, 617, 31. – Die letzte von Knigge selbst veröffentlichte Schrift (postum erschienen), dem „Menschenfreunde“ Reimarus in Hamburg gewidmet. – Gutes Exemplar.

1103 LA FONTAINE, J. DE, Les amours de Psyché et de Cupidon. Suivies d'Adonis, poëme. 2 Bde. Paris, Belin, 1899. 4°. Mit 24 Radierungen in je 3 Zuständen und 2 Radierungen in 7 Zuständen. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (49) 400,Nr. 205 von 250 Exemplaren. – Rochambeau 603. – Reich illustrierte Ausgabe mit Radierungen nach Aquarellen von Borel. – Ränder etw. gebräunt, unbeschnitten.

1104 (LAVATER, J. K., Kupfer zur Messiade). 4 Lief. in 1 Bd. (Winterthur, Steiner, 1786-87). Mit 72 Kupfertafeln nach Daniel Chodowiecki u. a. 44 Bl. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (114) 200,Erste Ausgabe. – Rümann 599. Engelmann 465, 466, 48486, 512, 528 und 532. Thanner 236. Schulte-Strathaus 125 c: „Die großen Kupfer erschienen auch allein auf starkem Papier mit Erläuterungen von Lavater, in denen die Zeichner und Stecher der oft unbezeichneten Blätter meistens genannt werden. Zur ersten Lief. scheint nur der Umschlagtitel erschienen zu sein. Jedes Heft mit 18 Kupfern und dem entsprechenden Text.“ – Außer Chodowiecki wirkten mit: Berger, Gmelin, Lips, Nußbiegel, Schellenberg u. a. – Stellenw. etw. fleckig, eine Tafel leicht ankoloriert.

1105 LAVATER – PHYSIOGNOMISCHES TA SCHENBUCH nach Lavater's Grundsätzen, oder: Die Kunst die Männer aus ihren Gesichtszügen zu erkennen. Aus dem Französischen übers. Bd. I (von 2) in 1 Bd. Budapest, Hartleben, 1813. Mit 33 kolor. Kupfertafeln. 55 S., 4 Bl. Stark läd. Pp. d. Zt. (83) 80,Mit hübschen Porträtstudien. – Der zweite Band zur weiblichen Physiognomie erschien 1815. – Buchblock gebrochen, stellenw. etw. fleckig.

Herausgegeben von A. I. Wwedensky. Mit einem biographischen Essay. – Minimal fleckig, gebräunt.

Sander 1191. Cohen-R. 632. Lewine 313. – Unbeschnitten, stellenw. minimal fleckig. – Exlibris in Bd. I.

1108 LESSING, G. E., Sämmtliche Schriften. Neue rechtmäßige Ausg. (Hrsg. von Karl Lachmann). 13 Bde. Berlin, Voß, 1838-40. Mit Stahlstichportr., 8 gestoch. Tafeln, 2 gefalt. Tabellen und 2 gestoch. Vign. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Bezug stellenw. mit geringen Absplitterungen, bestoßen). (62) 300,Erste von Lachmann besorgte Ausgabe. – Goed. IV/1, 344, 6. Seifert 7. Muncker 590-99. – Die in Bd. XI gemäß der Buchbinderanweisung nach S. 234 eingebundene Tafel findet sich weder bei Seifert noch Muncker angegeben. – Der 13., als Supplement bezeichnete Band enthält die Briefe an Lessing. – Etw. gebräunt und fleckig.

1109 LESSING – (REIMARUS, H. S.), Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger. Noch ein Fragment des Wolfenbüttelschen Ungenannten. Hrsg. von G. E. Lessing. Braunschweig, o. Dr., 1778. 6 Bl., 276 S. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (leicht beschabt und bestoßen). (86) 100,Erste Ausgabe. – Seifert 1762. Muncker 451. Goed. IV/1, 448, 162. – Minimal gebräunt, kaum fleckig.

1110 LUCIANUS, La Pharsale. Traduite en François par (J.-F.) Marmontel. 2 Bde. Paris, Merlin, 1766. Mit gestoch. Frontisp. und 10 Kupfertafeln. 79, 304 S., 1; 1 Bl., 415 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Vergoldung (Gelenk etw. eingerissen, etw. beschabt und bestoßen). (49) 300,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Tchemerzine VII, 454. Cohen-R. 662. Sander 1242. Lewine 327. – Die Tafeln von Gravelot, gestochen von Duclos u. a. – Beiliegt ein seitenverkehrter Abzug „avant la lettre“ der Illustration zu Buch X. – Wenig fleckig. – Gestoch. Exlibris. – Dekorative Bände.

252

Literatur bis 1900

1113 MENNECHET, (E.), Le Plutarque Français. Vies des hommes et femmes illustres de la France. 8 in 4 Bdn. Paris, Crapelet, 1837-40. Mit 8 gestoch. Titeln und 192 kolor. Stahlstichtafeln. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (49) 200,Vicaire VI, 717 ff. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, stellenw. stärker fleckig.

1114 MENZEL, W., Rübezahl. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1829. 1 Bl., 165 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenk tls. eingerissen, etw. bestoßen). (62) 200,Erste Ausgabe. – Fischer 1890. Goed. XIII, 18, 9: „Die literaturgeschichtlichen Arbeiten Menzels sind noch heute durch ihre Analysen nützlich. Als Dichter gehört er der romantischen Richtung an, deren Gedankenaphorismen er in seinen Streckversen, und deren Phantastik er sich in seinen Lustspielen Popanz, Rübezahl und Narcissus anschloß.“ – Vorsätze leicht gebräunt und leimschattig, letzte Seiten minimal wasserrandig, wenig fleckig. – Beiliegt Menzels Drama „Narcissus“ in erster Ausgabe. – Beide Bände dekorativ und einheitlich gebunden.

1115 (MERCIER, L.-S.), L'an deux mille quatre cent quarante. Rêve s'il en fut jamais. Nouv. éd. exactement corrigée et augmentée d'un volume. 2 in 1 Bd. „Londres“ (= Paris?) 1785. VIII, 399 S., 2 Bl., 348 S. Brosch. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (158) 100,Nr. 1117

1111 (MANSO, J. C. F.), Die Kunst zu lieben. Ein Lehrgedicht in drey Büchern. Berlin (= Leipzig), o. Dr., 1794. Mit gestoch. Titel- und 6 gestoch. Textvign. 240 S. Hldr. d. Zt. (beschabt). (73) 180,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. II, 12686. Weller, Druckorte, I, 158. Goed. V, 457, 10, 1. Hayn-G. III, 637: „Von Goethe und Schiller in den 'Xenien' arg verspottet. ('Auch zu Lieben bedarfst du der Kunst? Unglücklicher Manso'). Manso rächte sich durch seine 'Gegengeschenke'.“ – Gebräunt. – Mod. Exlibris „Schlomo Simonson“ (in hebräischer Schrift).

1112 (MAUCHART, I. D.), Cäciliens Brief an Lilla. Ein Handbuch für Bräute, Gattinnen und Mütter, oder solche, die es werden wollen. 2 Bde. Tübingen, Cotta, 1803. VIII, 344 S.; 1 Bl., 313 S., 2 Bl. (Anzeigen). Pp. d. Zt. mit Rsch. (leicht beschabt, etw. bestoßen). (149) 120,Erste Buchausgabe. – Fischer 400: „Die Briefe, die sich an Anne François Joachim Frévilles 'Cäciliens Briefwechsel mit ihren Kindern' (deutsch: 2 Bde. 1797-1798 bei Linke) anlehnen, waren zuerst 1793 und 1796 in der 'Flora' erschienen. 1798 übernahm Cotta die Buchausgabe.“ – Wenig fleckig.

Cioranescu 44469. – Spätere Ausgabe des berühmten utopischen Romans, der in seinem Entwurf einer besseren Zukunft die unhaltbaren Zustände Frankreichs und vor allem der Stadt Paris in den letzten Tagen des Ancien régime anprangert. – Vereinzelt gering fleckig und wenig gebräunt. – Unbeschnitten.

1116 MERCK, J. H., Ausgewählte Schriften zur schönen Literatur und Kunst. Ein Denkmal hrsg. von A. Stahr. Oldenburg, Schulze, 1840. Mit gestoch. Portr. nach Lips. XVI, 350 S. Orig.-Broschur. (158) 100,Erste Werkausgabe von Goethes Jugendfreund. – Goed. IV/1, 760, 111. Schulte-Strathaus 16. – Das Porträt stellt nicht Merck, sondern Meyer von Knonau dar. – Leicht gebräunt, unbeschnitten. – In der originalen Broschur recht selten.

Prachteinbände 1117 METASTASIO, P., Opere. 12 Bde. Paris, Herissants Witwe, 1780-82. Mit gestoch. Portr. und 37 Kupfertafeln. Türkisfarbenes Maroquin um 1880 mit goldgepr., floral verzierten Rückenfeldern, Deckeln mit goldgepr. dreifachen Fileten und Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvg. und Goldschnitt, sign. „A. Baum“ (Rücken etw. lichtrandig, kaum beschabt oder bestoßen). (49) 2.500,-

Literatur bis 1900

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Graesse IV, 505. Sander 1350. Cohen-R. 706: „Édition de luxe avec des illustrations d'une grande beauté.“ – Kupfertafeln nach Cipriani, Cochin, Martini und Moreau. – An wenigen Stellen minimal fleckig. – Aus dem Besitz von Freiherrn Maximilian von Goldschmidt-Rothschild mit dessen gestoch. Exlibris. – Prächtige Einbände des Frankfurter Buchbinders A. Baum. – Siehe Tafel 26 und Abbildung. First edition with these illustrations. – Minimally soiled here and there. – From the possession of Baron Maximilian von Goldschmidt-Rothschild with his engraved exlibris. – Magnificent bindings by the Frankfurt bookbinder A. Baum. – Turquoise morocco around 1880 with gilt stamped sections of back in floral decoration, boards with gilt stamped triple fillets and corner fleurons, gilt outside and interior edges and gilt edge, signed „A. Baum“ (spine a little faded, hardly scratched or scuffed). – See plate 26 and illustration.

1118 – Opere. 12 Bde. Paris, Herissants Witwe, 178082. Mit gestoch. Portr. und 37 Kupfertafeln (Portr. und 35 Tafeln in zusätzlicher Extrasuite). Grünes Maroquin d. Zt. mit dezenter Vergoldung (stärker beschabt und bestoßen). (49) 2.000,Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Sander 1350. Cohen-R. 706 (beide ohne Extrasuite): „Édition de luxe avec des illustrations d'une grande beauté.“ – Kupfertafeln nach Cipriani, Cochin, Martini und Moreau. – Zur Tafelkollation: Die Tafelnummer 128 in Bd. XII doppelt vergeben, diese Tafeln ohne Extrasuite. – Stellenw. gering fleckig. – Aus dem Besitz von Sir Robert D'Arcy Hildyard, Bart. (1743-1814), mit dessen gestoch. Exlibris. Stellenw. gering fleckig. – Siehe Abbildung. First edition with these illustrations. – Copperplates after Cipriani, Cochin, Martini and Moreau. – Re plate collation: Plate number 128 in vol. XII existing twice, these plates without extra suite. – From the possession of Sir Robert D'Arcy Hildyard, Bart. (1743-1814), with his engraved exlibris. Minimally soiled here and there. – Contemporary green morocco with soft gilt (stronger scratched and scuffed). – See illustration.

1119 MONNIER, H., Six quartiers de Paris. Paris, Delpech, 1828. Qu.-Fol. Kolor. lithogr. Titel und 6 kolor. lithogr. Tafeln. Spät. Lwd. (Kopf und Schwanz eingerissen, leicht berieben und etw. bestoßen). (109) 100,Thieme-B. XXV, 69. Sander 497. – Reizvolle Federlithographien in kräftigem Altkolorit. – Titel tls. gebräunt, ansonsten wenig fleckig.

1120 MONTAIGNE, M. DE, Versuche, nebst des Verfassers Leben, nach der neuesten Ausgabe des Herrn Peter Coste ins Deutsche übersetzt (von J. D. Tietz). 3 Bde. Leipzig, Lanckischens Erben, 1753-54. Mit gestoch. Portr. und 3 gestoch. Titelvign. 23 Bl., 863; XXIII, 958; XXXVIII S., 1 Bl., 680 S., 51 Bl. Ldr. d. Zt. (mit Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (158) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 18264. – Die berühmte erste vollständige Übertragung der „Essais“ mit der Biographie von J. Bouhier. – Titel von Bd. I und II mit hs. Besitzvermerk, Bd. I mit größeren Wurmspuren (mit Buchstabenverlust), Vorsätze gestempelt und mit hs. Einträgen.

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1121 (MOSER, F. K. VON), Doctor Leidemit. Fragmente von seiner Reise durch die Welt, seinen Gedanken, Wünschen und Erfahrungen. Frankfurt, Garbe, 1783. Mit gestoch. Titelvign. von (J. C.) Berndt. 336 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (158) 200,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 237, 16. Busche 396. Humpert 7557. – Unter Stichworten (Religion, Philosoph, Schriftsteller u. a.) zusammengefaßte Sentenzen und Essays. – Der Protagonist war Ratsherr zu Frankfurt a. d. Oder (vgl. Lebensgeschichte J. J. Moser III, 208; dort die überaus amüsante Kennenlern-Geschichte). – Gestoch. Exlibris Chorinski.

1122 (MÜLLER, J. VON), Reisen der Päpste. Ohne Ort und Drucker (Frankfurt, Brönner), 1782. 55 S. Pp. um 1900 (beschabt). (158) 80,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 292, 7. Holzmann-B. III, 11696. – In mehreren Druckvarianten erschienen (es gibt auch eine mit 46 S., 2 Bl. Umfang). – Recht sauber.

1123 MÜNCHHAUSEN – (BÜRGER, G. A.), Lügenchronik oder wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, und lustige Abenteuer des Freiherrn v. Münchhausen. 4 Tle. in 1 Bd. Stuttgart, Scheible, 1839. Mit lithogr. Frontisp. und 60 lithogr. Tafeln. 232, 216 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und etw. bestoßen). (62) 200,Lieblingsbücher in alten und neueren Geschichten, Sagen und Schwänken, Bde. III und IV. – Wackermann 2.37. Hayn-G. V, 237. – Erste vollständige Sammlung aller Münchhausiaden, die auch „viel Erotisches und Obscönes“ enthalten. – „Die Zahl der Tafeln ist nicht immer gleich und wohl damit zu erklären, daß Scheible mindestens einmal nachgedruckt hat“ (Wackermann). – Vorsätze etw. leimschattig, Tafeln tls. etw. gebräunt, stellenw. fleckig.

1124 NEUE ERÖFFNETE GEHEIMNISSE magischer Kunststücke zum gesellschaftlich-ergözenden Zeitvertreib. Nürnberg, Zeh, 1797. Mit gefalt. Kupfertafel und 5 Tabellen. VIII, 268 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (7) 600,Böning-S. 4631. – Aufklärerische Schrift wider Zauber und Aberglauben, laut GV bereits 1793 erschienen (im KVK mit diesem Erscheinungsjahr aber nicht nachweisbar). – Vorsatz und Titel mit altem Besitzvermerk. – Sehr selten. – Siehe Abbildungen.

1125 NÜRNBERG – WITTWER, J. PH., Das Kraut und Fleisch. Eine Kinder-Scene. Dem zweyten Hochzeittag des Herrn Doktor Schmidmer und der neuen Doktorin ehrfurchtsvoll und gehorsamst geweyhet. Nürnberg 1788. 14 S. Heftstreifen. (158) 120,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Auf bestem Papier gedruckt.

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Literatur bis 1900

1127 – Les métamorphoses. Trad. nouvelle avec le texte latin par M. G. T. Villenave. 4 Bde. Paris, Didot für Gay und Guestard, 1806. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 143 Kupfertafeln nach Lebarbier, Monsiau und Moreau. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). (86) 600,Cohen-R. 773. Lewine 396: „Etchings 103 and 106 are often missing and appear not to exist“ (in unserem Ex. sind diese beiden Tafeln jedoch vorhanden). Brunet IV, 286. Fürstenberg S. 109 und 427: „Prachtvolle Ausgabe.“ Boucher, Moreau, 1253-81. Fürstenberg, Das französische Buch, 102 und 112: „Eine der wichtigsten illustrierten Ausgaben dieses Zeitalters ... Die Freude des französischen Publikums an der Buchillustration war wieder in so hohem Grade erwacht, daß es unternommen werden konnte, eine Luxusausgabe der 'Metamorphosen' in größtem Stil zu veranstalten. Die drei besten Illustratoren des Zeitalters wurden herangezogen und schufen eine Leistung, die sich neben ähnlichen Ausgaben des 'ancien régime' mit Ehren behauptet.“ – Innengelenke gebrochen, minimal gebräunt, stellenw. stärker fleckig. – Exlibris.

1128 PETRONIUS (ARBITER, G.), (Satyricon), latin et françois. Traduction entière suivant le manuscript trouvé à Belgrade en 1688. Nouvelle édition. 2 Bde. Amsterdam, „Aux dépens de la Compagnie“, 1756. Mit gestoch. Frontisp. und 8 Kupfertafeln. 1 Bl., 383 S.; 1 Bl., XLIX S., 3 Bl., 293, 126 S. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. (beschabt und bestoßen). (49) 200,-

Nr. 1124

1126 OVIDIUS NASO, P., Les métamorphoses. Gravées sur les desseins des meilleurs peintres français. Nur Tafelbd. Paris, Basan und Le Mire, (1770). 4°. Gestoch. illustr. Titel, 3 S. gestoch. Widmung und 140 Kupfertafeln von Baquoi, Basan, de Launay, Le Mire u. a. nach Boucher, Choffard, Eisen, Gravelot, Moreau u. a. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie reicher Deckel-, Rücken-, Stehund Innenkantenvg. (beschabt und bestoßen). (49) 300,Cohen-R. 769. Sander 1472. Salomons 142. Fürstenberg 79: „Hauptwerk französischer Illustrationskunst.“ – Der komplette separate Tafelteil zu der vierbändigen, bei Prault gedruckten Ausgabe. – Für die berühmte Gemeinschaftsausgabe verschiedener Pariser Verleger waren die bedeutendsten Illustratoren und besten Stecher der Zeit vereinigt worden. – Enthält neben den 139 Tafeln (dabei eine Jahreszeiten-Folge) auch die prachtvolle blattgroße, von Cohen und Ricci besonders hervorgehobene Schlußvignette von Choffard. – Tls. gebräunt und stärker fleckig. – Gestoch. Wappenexlibris. – Siehe Abbildung Tafel 27.

Ebert 16522. – Vgl. Cohen-R. 795. – Nachdruck der 1713 erschienenen Ausgabe, eine der zahlreichen, seit 1688 verbreiteten Editionen mit den von François Nodot eingefügten angeblichen Petroniusfragmenten. Nodots Täuschungsversuch hat die philologische Welt damals über zehn Jahre beschäftigt, zahlreiche Streitschriften provoziert und dem Nodottext letztlich zu anhaltender Bekanntheit verholfen. – Mit abgedruckt Nodots Contre-critique. – Innengelenke gebrochen, etw. gebräunt und fleckig.

Unbekannter Augsburger Druck 1129 PLUTARCH, Die Laster. Aus dem Griechischen. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Merz, 1787. 2 Bl., 150, 136 S. Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (gering bestoßen). (160) 300,Vgl. Hoffmann III, 383. – Auswahl aus Plutarchs moralischen Schriften für den deutschen Leser, im Unterschied zur vierbändigen großen Zürcher in einer jedermann erschwinglichen Ausgabe, worauf in der Vorrede ausdrücklich hingewiesen wird. – Frühes Erzeugnis des Augsburger Buchhändlers und Verlegers Johann Baptist Balthasar Merz, aus dessen Firma Publikationen von 1786 bis 1833 bekannt sind (Gier-J. 1296). Die vorliegende Ausgabe ist kollationsgleich mit dem ebenfalls in Augsburg bei Mauracher erschienenen und von Hoffmann angeführten Druck von 1779-80; lediglich die 3 unpaginierten Blätter am Ende von Bd. I, möglicherweise Verlagsanzeigen Maurachers, sind in unserem Druck nicht enthalten. Derzeit (November 2012) ist von Merzens Ausgabe, bei der es sich auf Grund der Kollation um eine Titelausgabe handeln könnte, kein Exemplar in öffentlichem Bibliotheksbesitz nachweisbar. – Erster Titel gestempelt, zweiter mit Blattweiser, leicht gebräunt, etw. fleckig. – Dekorativ gebunden.

Literatur bis 1900

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Nr. 1124

1130 – Les vies des hommes illustres. Traduites du grec par Amyot. Avec des notes et des observations par Brotier et Vauvilliers. Nouvelle éd., revue, corrigée et augmentée par E. Clavier. 25 Bde. Paris, Cussac, 1801-05. Mit 22 Kupfertafeln und vielen Portr.-Medaillons im Text. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt, wenig bestoßen). (54) 500,Brunet IV, 739: „L'édition est augmentée de notes de Clavier, d'une table, et ornée de 131 médaillons gravées sur bois.“ – Etw. fleckig. – Ohne Rückgaberecht. – Dekorative Reihe.

1131 (POISINET DE SIVRY, L.), La berlue. „Londres, à l'Enseigne du Lynx“ (= Paris?), 1759. 12°. X, 166 S. Mod. Hpgt. (7) 150,Erster Druck der ersten Ausgabe. – Barbier I, 400. Cioranescu 50761. – Satire auf die Philosophie der Zeit. – Titel verso gestempelt und mit hinterlegten Läsuren und Löchern, etw. gebräunt und fleckig. – Unbeschnitten.

1132 POPE, (A.), Oeuvres diverses. Traduites de l'anglois. Nouvelle edition. 8 Bde. Amsterdam und Leipzig, Arkstée & Merkus, 1767. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Portr. und 23 Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und dezenter Rvg., sign. „Fauconnier“ (Gelenke tls. gebrochen, Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (49) 300,Cohen-R. 817. Sander 1594. – Gleichzeitig mit der Pariser Verlagsadresse „Saillant & Vincent“ erschienen (édition roulée). Frontispiz und Porträt stammen von J. Körnlein, die Kupfertafeln wahrscheinlich auch. – Gering fleckig.

1133 PORTRÄTWERKE – GOLTZIUS, H., Icones imperatorum Romanorum, ex priscis numismatibus ad vivum delineatae, & brevi narratione historica illustratae. Accessit modo imp. RomanoAustriacorum series usque Ferdinandum III. per annos CC continuos deducta stylo et opera Casperii Gevartii. Antwerpen, Plantin-Moretus, 164(5). Fol. Mit gestoch. Titel von C. Galle nach P. P.

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Literatur bis 1900

1134 – HAMILTON, A., Mémoires du Comte de Grammont. London, Edwards, o. J. (1793). 4°. Mit Kupfertafel und 78 Kupferstich-Portrs. von Bartolozzi, Birrell, Barker, Claessens, Harding, Nogent, Parker, van den Berghe, Vandenburg u. a. nach Harding und Voet. 3 Bl., 313, 77 S., 2 Bl. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung (leichte Altersspuren). (49) 300,Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Sander 889. Lewine 232. Cohen-R. 473. Fürstenberg 199: „Mit prächtigen englischen Bildniskupfern ausgestattet.“ – Vgl. Gay-L. III, 159. Hayn-G. II, 659. Englisch 353: „Einen wichtigen Beitrag zur Sittengeschichte seiner Zeit lieferte auch Graf von Hamilton (1646-1721) mit seinen 'Mémoires du comte de Grammont' 1713, worin er die Liebesabenteuer seines Schwagers, des Grafen Philibert von Grammont am Hofe Karls II. von England, schildert.“ – Text tls. mit Tafelabklatsch, stellenw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 26.

Nr. 1133

Rubens (in Pag.), Druckermarke auf dem letzten Bl. und 144 großen Medaillon-Portrs. in Clairobscur-Manier von Christoffel Jegher. XIV S., 1 Bl., 423 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig und beschabt). (146) 1.200,(Opera omnia, Bd. V). – Bibl. Belgica III, 257. Funck 324. Lipsius 154. Hollstein VIII, 139, 7. Strauss 158. – Erstmals 1557 erschienene und mehrmals aufgelegte Folge von Clairobscur-Porträts der römischen Kaiser. „Die Holzschnitte wurden von Jegher geschnitten, sind etwas größer als in der Originalausgabe und mit neunzehn zusätzlichen Tafeln nach Entwürfen von Erasmus Quellin ausgestattet. Diese zusätzlichen Abbildungen stammen wahrscheinlich schon aus den Jahren 1631-32“ (Strauss). – Die Porträts gelten im Vergleich zu den anderen Ausgaben laut Funck als die schönsten und saubersten. 9 Felder sind nicht ausgefüllt. – Vorsatz mit Besitz- und Schenkungsvermerken des 19. und 20. Jhdts., die ersten ca. 20 Bl. mit kleinen Randschäden (Verlust der letzten Ziffer des Erscheinungsjahres), gebräunt, etw. fleckig. Die Braunfärbung der Porträts teilw. stärker durchschlagend und mit Abklatschen auf den gegenüberliegenden Textseiten. – Siehe Abbildung. Sequel of clair-obscur portraits of the Roman emperors, published several times, but for the first time in 1557. – The portraits compared with other editions are considered to be the most beautiful and neat ones according to Funck. – Endpaper with ownership entries and donation notes of the 19th and 20th century, ca. first 20 leaves with small tears in margin (loss of last figure of year of publication), browned, a little soiled. Brown staining of portrait partly quite visible on the back and with offsetting on opposite text pages. – Contemporary vellum (scratched, soiled). – See illustration.

1135 – HOLBEIN – CHAMBERLAINE, J., Portraits of Illustrious Personages of the Court of Henry VIII. Engraved in imitation of the original drawings of Hans Holbein, in the collection of His Majesty. London, Bulmer, 1828. Fol. Mit 84 Portr.Tafeln in Farbstich von F. Bartolozzi, C. Metz, C. Knight u. a. auf getönten Papieren. 72 Bl. Hmaroqin d. Zt. mit Rsch., reicher Rvg. und Goldschnitt (beschabt und bestoßen). (49) 300,Hiler 157. Abbey 205 Anm. – Vgl. Lowndes 405. Parker, Die Zeichnungen H. H. in Windsor, S. 18. – Zweiter verkleinerter Nachdruck der „Imitations“, die erstmals 1792 in einer Großfolio-Ausgabe veröffentlicht wurden. „This is evidently an imitation of a similar edition by Chamberlaine published first in 1792 and in inferior form in 1812. The plates are stipple engravings, printed in colors and are by various engravers, only two being by Bartolozzi“ (Hiler). – Stellenw. etw. fleckig.

1136 PUSCHKIN, A., Gedichte. Aus dem Russischen übersetzt von E. v(on) O(lberg). Berlin, Gropius, 1840. 2 Bl., 228 S., 3 Bl. Mod. Hldr. mit eingeb. Orig.-Brosch. (mit hs. Besitzvermerk, stärker beschmutzt). (7) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Cat. Russica P 1209 (irrig 1848). – Mit biographischen Notizen. – Unaufgeschnitten, fleckig.

1137 QUATTRO ELEGANTISSIME EGLOGHE RUSTICALI. Venedig, Colombani, 1760. 4°. Mit gestoch. Titelvign., 4 ganzseit. Textkupfern nach Bartolozzi und Novelli von A. Baratti, gestoch. Initialen sowie Kopf- und Schlußvign. 70 S. Pgt. d. Zt. (Gelenk etw. eingerissen, fleckig). (49) 400,Gamba 2225: „Ebbe cura di questa bella edizione Daniele Farsetti, uno degli Accademici Granellesci.“ – Enthalten sind „Il Moreto“, „Il Batino“ von Bracciolini, „Celeo e l'Orto“ von Baldi und „Pane“ von Nemesiano in der Übersetzung von Farsetti, hier im ersten Druck (vgl. Gamba 2369). – Die von Vergils Georgica inspirierte Ekloge „Il Moreto“ enthält Angaben zur Zubereitung von Pesto (S. 26-28). – Besonders reizvoll sind die originellen Initialen

Literatur bis 1900

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und Vignetten. – Die erste Tafel sehr knapp beschnitten (kleiner Bildverlust), einzelne kleine Wurmspuren, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

1138 RATSCHKY, J. F. (VON), Melchior Striegel. Ein heroischepisches Gedicht für Freunde der Freyheit und Gleichheit. Neue verb. Ausg. Leipzig, o. Dr. (Göschen), 1799. Mit 6 Kupfertafeln von Jury nach Ramberg. 275 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (fleckig und beschabt). (72) 150,Erste illustrierte Ausgabe. – Goed. IV/1, 204, 5. Rümann 904. Wernigg 1278. Ebeling II, 366 („eine unserer besten komischen Dichtungen überhaupt“). Füssel 496. Rabenlechner I, 11. Mayer 6522. Lanckoronska-Oe. III, 69, und Abb. 132-33. – Erstmals 1793 erschienene Satire auf die Französische Revolution, die aber vor allem die deutschen politischen Verhältnisse geißelt; daneben finden sich Angriffe auf das Illuminatenwesen und satirische Bemerkungen über Goethe und Wieland. – Die ADB tadelt „so manche lascive Wendung“, Lanckoronska und Oehler loben dagegen die „reizvollen Kupfer mit ihren drastischen Szenen und ihrer trefflichen Hogarth-artigen Charakterisierung sowie ihrem niederdeutschen Humor; sie gehören zu Rambergs Meisterleistungen“. – Die Verfassung des neuen Freistaates ist in phonetischer Orthographie in den französischen Nationalfarben gedruckt. – Josef Franz von Ratschky (1757-1810) war österreichischer Staatsbeamter. Der „Melchior Striegel“ erschien erstmals 1793 bei Schaumburg in Wien. Die Ausstattung der vorliegenden, um zwei „Gesänge“ erweiterten Ausgabe, fand seinen Beifall. In einem Brief vom 5. Juni 1799 dankte er dem Verleger, der sich aber wegen der aktualisierten Anmerkungen und Ratschkys kritischen Bemerkungen über die preußischen und sächsischen Kunstrichter nicht traute, seinen Namen auf den Titel zu setzen. Johann Gottfried Seume war als Korrektor von Göschen an der Textgestaltung beteiligt. – Wenig fleckig. – 7 Beilagen.

1139 (RICHARDSON, S.), Geschichte Herr Grandison. In Briefen entworfen. 2. verb. und mit Kupfern versehene Aufl. Aus dem Englischen übers. (von J. Mattheson). 7 in 4 Bdn. Leipzig, Weidmann, 1759. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titelvign. von Crusius und 21 Kupfertafeln von J. M. Bernigeroth nach Ch. Eisen und G. Eichler. Ldr. d. Zt. (tls. etw. brüchig, beschabt und bestoßen). (40) 150,Goed. IV/I, 576, 6. Rümann 927. – Die Geschichte vom wahrhaft tugendsamen Mann, „ein für unseren Geschmack trostlos langweiliges Buch“ (Erich Schmidt, Richardson, Rousseau und Goethe, 15), aber wunderbar illustriert. – Das Porträt zeigt Samuel Richardson. – Fliegender Vorsatz mit hs. Widmung, Titel gestempelt, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

1140 ROBINSONADEN – (DEFOE, D.), Ernstliche und wichtige Betrachtungen Des Robinson Crusoe, Welche er bey den Erstaunungsvollen Begebenheiten seines Lebens gemacht hat. Amsterdam, o. Dr., 1721. Mit gestoch. Frontisp. und 6 Kupfertafeln (ohne die Kupferstichkarte). 15 Bl., 512 S. Mod. Pp. unter Verwendung alten Kattunpapiers. (128) 400,-

Nr. 1137 Erste deutsche Ausgabe. – Deneke S. 34. Kippenberg VI, 7. Ullrich 52, 69. Weller, Druckorte, I, 70. – Seltene Ausgabe der „Serious Reflections“, des heute kaum noch bekannten dritten Teils des „Robinson Crusoe“, in dem Robinson Betrachtungen über seine innere Entwicklung während seines Inseldaseins anstellt. – „Der dritte Teil des Robinson ist deutsch nur ein einziges mal übersetzt worden“ (Ullrich). Kippenberg verzeichnet ebenfalls nur diese Übersetzung, erwähnt aber eine 1721 angeblich bei Weidmann in Leipzig erschienene, die er aber nicht gesehen hat. – Die fehlende Weltkarte in Kopie eingebunden. – Stellenw. wenig wurmstichig, etw. gebräunt und fleckig.

1141 (ROSSET, P.-F. DE), L'agriculture. Poëme. (Bd. I [von 2]). Paris, Imprimerie Royale, 1774. 4°. Mit Frontisp., Titelvign., 8 Kopfvign. und 7 Tafeln (alles gestoch.) von C. P. Marillier, Y. Leguaz, Ch. L. Lingée, E. de Ghendt u. a. nach St. Quentin und P. J. Loutherbourgh. 6 Bl., 56, 277 S. Restauriertes Ldr. d. Zt. (49) 150,Erste Ausgabe, ohne Bd. II, der erst 1782 erschien. – Barbier I, 82. Cioranescu 54159. Cohen-R. 899. Lewine 472. Sander 1735. Fürstenberg 106. – Weniger der lyrischen Größe dieser sechs Gesänge als seiner reizenden Kupfer wegen gesuchtes Werk. Besonders prachtvoll die Illustrationen des Tischbein-Schülers Loutherbourgh, der, aus Fulda stammend, in Paris als Tier- und Landschaftsmaler große Berühmtheit erlangte. – Gelenke etw. eingerissen, Vorsatz mit hs. Eintrag in Tinte, stellenw. fleckig. – Mod. Exlibris. – Dekorativ.

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Literatur bis 1900

1142 ROUSSEAU, J. J., A Mr. d'Alembert, sur son article Genève dans le VIIme volume de l'encyclopédie, et particulierement, sur le projet d'établir un théatre de comédie en cette ville. Amsterdam, Rey, 1758. Mit gestoch. Titelvign. 18, 264 S., 2 Bl. (Errata), 2 Bl. (Anzeigen). Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (49) 250,Erste Ausgabe. – Cioranescu 54789. Sénelier 335. – Diese Ausgabe nicht bei Dufour und Tchemerzine. – Plädiert gegen die Errichtung eines stehenden Theaters. – Gelenke gebrochen, gegen Ende mit Feuchtigkeitsspuren, stellenw. etw. fleckig.

1143 SAILER, S., Sämmtliche Schriften in schwäbischem Dialekte. Neue, verm. und genau durchgesehene Aufl., mit Wörterbuch und Einleitung versehen von K. D. Haßler. Ulm, Stettin'sche Buchhandlung, o. J. (1842). Mit gestoch. Titel und 4 Stahlstich-Tafeln. XXVI, 284 S., 2 Bl. (Anzeigen). Etw. läd. Lwd. d. Zt. (11) 120,Goed. VII, 548, 12. – Vorsatz mit altem Schenkungsvermerk, Buchblock etw. verschoben, durchgehend braunfleckig.

1144 SCHILLER, (F. VON), Theater. 5 Bde. Tübingen, Cotta, 1805-07. Mit 5 gestoch. Frontisp. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (Gebrauchsspuren). (40) 200,Erste Gesamtausgabe der Theaterstücke, im Erstdruck „Der Parasit“ und „Der Neffe als Onkel“. – Goed. V, 151, 2. Trömel-M. 271, 278, 280, 284 und 285. Fischer 508. – Vom Dichter noch selbst vorbereitet. – Die Reihe erschien in vier Ausstattungen; die Kupfer sind nur in den Ausgaben auf besserem Papier (hier Schreibpapier) enthalten. – Tls. etw. gebräunt und fleckig. – Exlibris. – Dekorativ gebunden.

1145 – Der Geisterseher. Leipzig, Göschen, 1789. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. 338 S. Läd. Pp. d. Zt. (126) 150,Erste rechtmäßige Buchausgabe. – Trömel-M. 101. Goed. V, 177, 26 a. – Mit dem meist fehlenden Druckvermerk auf dem letzten Blatt. – Seitenränder tls. mit Läsuren, fleckig und etw. gebräunt. – Unbeschnitten.

1146 – Wilhelm Tell. Schauspiel. Zum Neujahrsgeschenk auf 1805. Tübingen, Cotta, 1804. Mit 3 kolor. Kupfertafeln von C. Müller nach Georg Michael Kraus. 2 Bl., 241 S., 1 Bl. Anzeigen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (6) 600,Erste Ausgabe in einem Exemplar der sehr seltenen Luxusedition mit 3 Kupfern. – Goed. V, 230, 12. Trömel-M. 253 (ohne das Bl. Anzeigen). Fischer 457. – Es gibt neben der einfachen Ausgabe auf Druckpapier und ohne Kupfer (Verkaufspreis damals 2 Gulden) auch Vorzugsexemplare auf feinem holländischen Papier mit nur einem Kupfer (diese kosteten 2 Gulden 45 Kreuzer). – Die vorliegende, wohl in nur ganz wenigen Exemplaren verkaufte Luxusedition kos-

tete 4 Gulden 12 Kreuzer. – Frontispiz verso mit zeitgenössischem Besitzvermerk, etw. braunfleckig. – Beiliegt der erste Band der „Lustspiele“ Lessings in erster Ausgabe (1767). – Siehe Abbildung Tafel 27.

1147 SCHILLER – GRÜNWEDEL, J. C., Randzeichnungen zum Reiterlied aus Wallenstein's Lager. O. O., Dr. und J. (ca. 1836). Fol. 3 altkolor. lithogr. Tafeln. Lose in Orig.-Lief.-Umschl. (etw. fleckig). (158) 400,Vgl. Thieme-B. XV, 140. – Dem Grafen Carl Theodor Friedrich zu Pappenheim gewidmete, seltene und außerordentlich prachtvoll kolor. Folge. – Die Pforte auf dem zweiten Blatt datiert 1836. – Nur minimal fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 27.

1148 – THALIA – NEUE THALIA. Hrsg. von F. Schiller. 7 Bde. Leipzig, Göschen, 1787-93. Mit gefalt. Musikbeilage. Hldr. d. Zt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen) und mod. Hldr. (40) 400,Goed. V, 175-179 und 189-191. Trömel-M. 61-66, 97-99, 106-107, 118-118 a, 126-128 a und 134-137. Diesch 1149. Kirchner 4208 und 4237. – Die Bde. I/4 und IV jeweils ohne die 2 Bl. Vorstücke. – Schillers Zeitschrift mit den beiden Anhängen ist komplett sehr selten. – „Thalia“: Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte; etw. gebräunt und fleckig. – „Neue Thalia“: tls. starke Gebrauchsspuren.

1149 SCHIZZI, F., Un bel giorno. Poemetto. Seconda edizione. Mailand, Bettoni, 1827. Gr.-Fol. Mit 2 gestoch. Portrs. und 7 Aquatinta-Tafeln. XXXIV S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (49) 500,Schöne Ausgabe des Maria Luise von Österreich (Herzogin von Parma und Piacenza) gewidmeten Werks. – Mit jeweils einem Porträt der Erzherzogin und ihres Vaters Franz I. von Österreich. Die Tafeln zeigen Bauwerke in Parma, darunter das Teatro Ducale, eine Brücke über den Taro und das historische Teatro Farnese. – Mehrf. gestempelt, gering fleckig.

1150 SCHLEGEL, A. W., Gedichte. Tübingen, Cotta, 1800. 1 Bl., VI, 255 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (7) 200,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 10, 10. – Fliegender Vorsatz mit hs. Eintrag und Ausriß, ansonsten wohlerhalten. – Exlibris.

1151 SCHLEGEL, F. – DREY BRIEFE an ein humanes Berliner Freudenmädchen über die Lucinde von Schlegel. Frankfurt und Leipzig (= Leipzig, W. Nauck), 1800. 34 S. Mod. Pp. (158) 250,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 21, 20 d. Hayn-G. VII, 176: „Sehr seltene Schrift, wohl die schärfste Satire, die über die 'Lucinde' erschienen ist.“ – Etw. fleckiges Exemplar aus der berühmten Bibliothek von Otto Deneke. – Sehr selten: im Jahrbuch (1973) nur das vorliegende Exemplar nachweisbar.

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Literatur bis 1900

1152 SCHLEZ, J. F., Geschichte des Dörfleins Traubenheim. 2 Bde. Nürnberg, Grattenauer, 1791-92. Mit 2 gestoch. Frontisp. 470; 480 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stark beschabt und bestoßen). (158) 150,Erste Ausgabe. – Böning-S. 3300. – Roman, der zu belehrenden Zwecken die Geschichte eines Dorfes von den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erzählt. „Geboten wird ein regelrechtes Panoptikum ländlicher Lebensweisen und Verhältnisse. Das Schulwesen und den Helden Gregorius Schlaghart lernt der Leser kennen, er wird über die Situation des Pfarrers ebenso unterrichtet wie er mehrere Generationen von Gutsbesitzern kennenlernt, wird in Diskussionen über Frondienste verwickelt oder wohnt Wirtshausgesprächen über das Schuldenmachen bei. Vorbildliche Menschen mit ihren Tugenden bevölkern den Roman ebenso wie schlechte Wirtschafter mit all ihren Lastern. Veränderungen und Reformen sind oft nur gegen 'Brausköpfe' und bäuerliche Widerstände durchzusetzen, die Wohlfahrt eines Dorfes hängt entscheidend von einer guten Herrschaft ab. Bemerkenswert an dem Roman ist schließlich, daß das Dorf hier ganz den Mittelpunkt der Welt bildet“ (Böning-Siegert). – Untere Seitenränder der fliegenden Vorsätze abgeschnitten, der erste Band stellenw. fleckig.

1153 SCHUEGRAF, J. M., Die Wäldler. Gedichte in der Mundart des bayerischen Waldes. Würzburg, Kellner, 1858. 12°. XVI, 131 S. OLwd. (minimal fleckig). (158) 100,Erste Ausgabe. – Nicht bei Pfister und Lentner. – Zum Verfasser vgl. Bosl 703: „Ein Repräsentant der historischromantischen Bewegung. Bedeutend als Entdecker, Retter und Bewahrer wertvoller Geschichtsquellen, als Geschichtsschreiber (meist ungedruckt, oft plagiiert) und als Anreger der regionalen Geschichtsforschung. Auf seine Anregung Vollendung des Regensburger Domes.“ – Vorsätze etw. gebräunt, ansonsten wenig fleckig.

Prachteinband 1154 SHAKESPEARE – BOYDELL, J., A Collection of Prints, from the pictures painted for the purpose of illustrating the dramatic works of Shakespeare, by the artists of Great Britain. 2 Bde. London, Boydell, 1803 (1805). Gr.-Fol. Mit 2 gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titelvign. und 96 Kupfertafeln. 6; 4 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (Gebrauchsspuren). (49) 2.000,Der Londoner Kupferstecher, Graphikhändler und Verleger John Boydell (1719-1804) begann ab 1787 mit dem Projekt, großformatige Nachstiche der Gemälde (u. a. von W. Hamilton, J. Reynolds und R. Westall) in der von ihm gegründeten und 1789 eröffneten „Shakespeare Gallery“ anfertigen zu lassen, um diese an Subskribenten zu verkaufen. Sein Neffe, Josiah Boydell (1752-1817), publizierte die gesamte, 96 Stiche umfassende Serie nach dem Tod seines Onkels. Die sehr dramatischen, emotionsgeladenen Darstellungen sind ein höchst bedeutendes Zeugnis der Shakespeare-Rezeption in der englischen Kunst um 1800. – Vorwort auf 1805 datiert. – Vorsätze knittrig, Titel von Bd.II mit Einriß, Innengelenke gebrochen, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 26.

Large-sized reproduced engravings of the paintings in the „Shakespeare Gallery“, a most important testimony of the Shakespeare literary reception in the English art around 1800. – Endpapers creased, title of vol. II with tear, inner joints broken, a little soiled here and there. – Contemporary calf with richly gilt back, gilt on sides and gilt interior edges as well as gilt edge (signs of wear). – See illustration on plate 26.

Unbekannter Druck 1155 STABERLIADEN – STABERL als reisender Schauspieler. Zauberposse in zwei Acten. Zum Geburtsfeste des Herzog Pius in Bayern am 1. August 1836 in Frankenhaag aufgeführt. Bayreuth, o. Dr. und J. (1836). 30 S. Interimsbrosch. mit dreiseit. Goldschnitt (leichte Gebrauchsspuren). (158) 200,Einziges nachweisbares Exemplar. – Auf rosa gefärbtem Papier hergestelltes Textbuch anläßlich der Aufführung einer der im Biedermeier überaus beliebten „Staberliaden“ zum 50. Geburtstag von Herzog Pius August in Bayern (1786-1837). Dieses Stück ist, wie die Huldigung an den Herzog in der Schlußszene zeigt, eigens zu dieser Feier verfaßt worden (der Verfasser nennt sich selbst „Staberl“). – Der Erlös der Aufführung kam dem Ort Mistelgau zugute, der im selben Jahr durch einen großen Brand zerstört worden war. – Leichte Knickspuren, kaum fleckig und gebräunt.

1156 STRÜRY, R., Meine Lieder. Wokellen, Selbstverlag, 1868. XII, 164 S. Lwd. d. Zt. mit figürlicher Deckelvg. und dreiseit. Goldschnitt. (158) 100,Schlechte Gedichte eines obskuren Dichters; in einem noch obskureren Ort erschienen – aber prächtig gebunden. – Zum Einband vgl. GJB 1989, S. 364, Die Bücher der Königin Anna Amalia von Griechenland in der Universitätsbibliothek Graz, wo sich in Abb. 4 ein identisches Mittelstück findet.

1157 TASSO, T., La Gerusalemme liberata. Stampata d'ordine di Monsieur. 2 Bde. Paris, Didot, 178486. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 40 Kupfertafeln. 4 Bl., 333 S.; 2 Bl., 334 S., 1 Bl. Spät. braunes Maroquin mit Innenkantenvg., sign. „Gruel“ (etw. beschabt und bestoßen). (49) 1.500,Sander 1891. Ebert 22313. Cohen-R. 976: „Livre établi avec grand luxe à 200 exemplaires, dit-on.“ – Frontisp. und Kupfertafeln nach Cochin gestochen. – Vorsatz mit Exlibris, stellenw. minimal fleckig. – Einbände aus der Werkstatt des Pariser Meisterbuchbinders Leon Gruel. – Siehe Abbildung. Endpaper with exlibris, here and there minor soiling. – Bindings from the workshop of the Paris master bookbinder Leon Gruel. – Later brown morocco with gilt interior edges, signed „Gruel“ (a little scratched and scuffed). – See illustration.

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Literatur bis 1900

Erste deutsche Ausgabe? – Vgl. Kindler XVI, 684. – Gleichzeitig mit zwei weiteren deutschen Übersetzungen im Jahr der russischen Erstausgabe erschienen. – Deckelillustration der Broschur von Fidus entworfen. – Wohlerhalten.

1161 TRISSANO, G., L'Italia liberata dai Goti. Poema eroico. 3 Bde. London und Livorno, Masi, 1779. 12°. Mit gestoch. Portr. und gestoch. Titel. XXXV, 350; 360; 367 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (49) 120,Späte Ausgabe des erstmals 1547 erschienenen Werks. – Gering fleckig.

1162 VERGILIUS MARO, P., Codex antiquissimus a Rufio Turcio Aproniano V. C. distinctus et emendatus qui nunc Florentiae in Bibliotheca MediceoLaurentiana adservatur bono publico. Florenz, Manni, 1741. 4°. Mit gestoch. Titel, gestoch. Frontisp., Textkupfer, 3 gestoch. Textvign., gestoch. Initiale und 55 Kupfertafeln. 1 Bl., XXXV, 459 S., 1 Bl. zwischengebunden. Ldr. um 1880 mit reicher Vg. (beschabt, Kapitale mit Fehlstellen). (49) 800,-

Nr. 1157

1158 TASSO, T., Jérusalem délivrée. Poëme, traduit de l'italien. Nouvelle édition revue et corrigée. 2 Bde. Paris, Bossange, Masson und Besson, 1803. Mit gestoch. Portr. und 20 Kupfertafeln. 2 Bl., LXXXVI S., 1 Bl., 353 S., 2; 2 Bl., 354 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch., Rvg. und dezenter Deckelvg. (beschabt und bestoßen). (49) 150,Cohen-R. 976. Sander 1894. – Neuauflage der Ausg. von 1774. – Stellenw. gering fleckig.

1159 THOMAS, (A. L.), Oeuvres. Nouvelle édition, revue et augmentée. 4 Bde. Paris, Moutard, 1773. Mit 2 gestoch. Frontisp. und 6 Kupfermedaillons. Spät. Ldr. mit 2 Rsch. und dezenter Vergoldung, sign. „Courteval“ (Gelenke von Bd. I gebrochen, mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (49) 300,Cohen-R. 990. Sander 1910. Cioranescu 61753. – Frontispize von Cochin und Taraval. – Zum Buchbinder (tätig 1796-1836) siehe Fléty 49. – Wohlerhalten.

1160 TOLSTOI, L., Auferstehung. Übersetzt von E. Lockenbug. 3 Bde. Leipzig, Friedrich, (1899). 1 Bl., 286 S.; 1 Bl., S. (287)-656; 1 Bl., S. (657)-793. Hldr. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Brosch. (bestoßen). (7) 120,-

Ebert 23709 und 23710. Schweiger II, 1174. Graesse VII, 341. Updike I, 171: „First attempt to reproduce a manuscript of the 4th century by a typographic process.“ – Faksimileartiger Nachdruck des spätantiken Florentiner Vergil-Manuskripts durch Drucktypen, die der Kapitalschrift nachempfunden sind. „Eine der wichtigsten und verdienstlichsten Bemühungen für den Text des Dichters. Schade, dass ein versprochner 2ter erläuternder Band nicht nachgefolgt ist“ (Ebert). Vorliegend die seltene Ausgabe des Codexabdruckes mit den 55 Kupfertafeln, die meist nur den im selben Jahr erschienenen „Antiquissimi Virgiliani codicis fragmenta“ beigegeben sind. – Frontisp. mit alt hinterlegtem Einriß, S. XXXV/(XXXVI) nach S. XXIV verbunden; gebräunt, etw. fleckig. – Aus der Bibliothek des Conte Eugenio de' Porri. – Siehe Abbildung. Facsimile-like reprint of the late classical Florentine Vergil manuscript by typography in capital letters. Here the rare edition of the codex print with the 55 copperplates mostly included only in the „Antiquissimi Virgiliani codicis fragmenta“ published in the same year. – Frontispiece with tear backed in former times, p. XXXV/(XXXVI) misbound after p. XXIV; browned, a little soiled. – From the library of Conte Eugenio de' Porri. – Calf around 1880 richly gilt (scratched, turn-ins with defects). – See illustration.

1163 – L'Eneide. Commendatore Annibal Caro. 2 Bde. Paris, Quillaus Witwe, 1760. Mit 2 gestoch. Portrs., 2 gestoch. Titeln, 18 gestoch. Textvign. und 12 Kupfertafeln nach Giuseppe Zocchi u. a. 3 Bl., 314; 342 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. sowie Deckel- und Rückenvg. (Gebrauchsspuren). (49) 300,Cohen-R. 1021. Lewine 552. Sander 1980. Fürstenberg 94: „Prächtige Illustrierung.“ – Caros berühmte Übersetzung mit den qualitätvollen Illustrationen nach Zocchi von Chénu, Defehrt, Lempereur, Leveau, Pasquier, Prévost und Tardieu. – Vorsatz mit Eintrag von 1809, ein Porträt mit Quetschfalte, vereinzelt fleckig.

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Literatur bis 1900

1164 VERNE, J., Le volcan d'or. Paris, Hetzel, (1906). Mit 12 Tafeln und zahlr. Textabb. 2 Bl., 492 S. OLwd. (149) 120,Erste Ausgabe. – Les voyages extraordinaires. – Bottin 414. – Außergewöhnlich schönes und frisches Exemplar.

1165 – Bekannte und unbekannte Welten. Abenteuerliche Reisen. 4 Tle. der Reihe in 3 Bdn. Wien, Pest und Leipzig, Hartleben, 1876-77. Mit zahlr. Textholzstichen. OLwd. (stärker beschabt und bestoßen). (131) 120,Erste Ausgabe. – Fromm 26376. – Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Süd-Afrika. 1876. – Der Chancellor. 1877. – Der Courir des Czar (Michael Strogoff). 1877. – Drama in Mexico. 1877. – Tls. etw. fleckig.

1166 (WEIS, J. B.), Hans-Jörgels Reise nach Oberösterreich, Salzburg und Bayern. 2 in 1 Bd. Wien, Dirnböck, 1844. Mit gefalt. kolor. lithogr. Frontispiz. 2 Bl., 172 S., 2 Bl., 162 S., 1 Bl. Läd. Hldr. d. Zt. (158) 400,Einzige Ausgabe. – Hayn-G. III, 78 und VIII, 461 (anonym). Slg. Eckl IV, 194. Lentner 11581 (ebenfalls anonym): „Selten. Hochoriginelle ganz in Dialektform in Briefen geschriebene Reiseerzählung.“ Lit. in Österreich 4954 (ohne Frontispiz) und 1592 c (dort mit Abbildung des Frontispizes). – Nicht bei Halm. – Der Titel versucht, von einer der erfolgreichsten Publikationen des biedermeierlichen Wien zu profitieren. Seit 1832 erschienen, hrsg. von J. A. Gleich, die „Komischen Briefe des Hans Jörgels von Gumpoldskirchen an seinen Schwager Maxel in Feselau“ (Lit. in Österreich 1592). Diese waren inhaltlich natürlich eine Fortsetzung von Joseph Richters „Eipeldauer Briefen“, in der Aufmachung (jedes Heft mit einem kolor. Frontispiz) gleichzeitig aber auch eine Nachahmung von Glaßbrenners „Berlin wie es ist und trinkt“; sie waren ähnlich erfolgreich und reizten zu Titelnachahmungen und -anlehnungen geradezu heraus. 1841 erschienen die „Reiseabentheuer des Hans Jörgels von Gumpoldskirchen auf einer Lustfahrt von Wien nach Gratz und zurück“, 1842 „Hans-Jörgels Badereise, oder Abentheuer auf einer Fahrt von Wien nach Hradisch etc.“ (beide Lit. in Österreich 1592 d und c). – Das letzte Produkt in dieser Reihe ist der vorliegende Bericht: Er ist in der Titelgestaltung genauso aufgebaut wie seine Vorgänger (lange Inhaltsangabe), hat einen fett gedruckten Untertitel: „Ein unentbehrliches Handbuch für Alle, welche auch so reisen wollen“ (bei der Badereise gelang dies witziger: „Unentbehrliches Handbuch für Jeden, welcher diese Tour nicht machen will“), und ist angeblich wie die beiden anderen Produkte der Reihe „in Briefen an den Schwager Maxel in Feselau“ geschrieben. Der einzig neue Einfall findet sich bei der Auflagenangabe. Zwischen zwei Strichen steht: „Der erste Band war schon vor dem Drucke in Speising von einem wißbegierigen Lusthaus-Dieb im Manuskript vergriffen, daher: Zweite, wirklich ganz neu umgearbeitete Auflage“. Rätselhaft dabei ist nur der Ort „Speising“. Nun, in Speising wohnte Johann Baptist Weis (1801-1862), der neben seiner Tätigkeit als Rechnungsrat bei der Hofkriegsbuchhaltung eine ausgedehnte „volksthümliche schriftstellerische Thätigkeit“ (Wurzbach) entfaltete. Schon 1837 hatte er von J. A. Gleich die Fortsetzung der „Briefe des Hans Jörgel“ übernommen, die er „durch seinen derben Humor, in welchem er in vormärzlicher Zeit in landesüblicher Mundart sagen durfte und es zu sagen ver-

Nr. 1162 stand, was man reindeutsch nicht hätte drucken lassen, und durch die Lebendigkeit der Darstellung bald in den weitesten Kreisen zu verbreiten wußte.“ – Mit seinen Reisebeschreibungen verdiente er sich dann ein kleines Vermögen, das ihm half, die Revolution von 1848 zu überstehen. Wurzbach urteilt über seinen Charakter: „Weis war noch ein Stück vom 'alten Wien' und eine der bekanntesten und volksthümlichsten, wenn darum auch nicht gerade sympathischesten Persönlichkeiten, weil sein protziges Auftreten und sein im Leben wie in seiner Volksschriftstellerei etwas stark zur Schau gebrachter Patriotismus nur bei demjenigen Theile des Publikums Billigung finden konnte, dem er selbst glich und der in den unteren Volksschichten Wiens nicht gering ist.“ – Etw. fleckig.

Besser ist es unter Thieren zu wohnen, als unter Mönchen 1167 WIE GEHT ES DANN EIGENTLICH in den Klöstern der Bettelmönche zu? „Gedruckt in Philadelphia“ (= Ulm, Stettinsche Buchhandlung), 1783. 384 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch (etw. beschabt und bestoßen). (3) 300,Einzige Ausgabe. – Weller, Druckorte, I, 129. Hayn-G. I, 349: „Freier satyrischer Roman in Briefen. Rar.“ – In klarer Sprache geschriebene Beschreibung des Klosterlebens, ein Nachfolger von Pezzls „Briefen aus dem Novizziat“. – Pater Hyacinth (28 Jahre alt) lebt in einem Franziskanerkloster, ist vom Umgang mit der Welt abgeschlossen (ein Bild der Maria Magdalena vertritt das weibliche Geschlecht), sehnt sich nach guter Lektüre (den „Siegwart“, den ihm sein Briefpartner mitgegeben hatte, kann er nicht

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lesen, weil er davon zu sehr gerührt wird) und wird vom Guardian für verschiedene Dienste eingespannt. Als er mit diesem einen Hofrat besucht, erblickt er beim Mittagessen das lebendige Ebenbild seiner Maria Magdalena (ein vom Trivialroman mehrfach verwendetes Motiv), verliebt sich natürlich in sie und erfährt von seinem Briefpartner Grünberg ihr Schicksal. Das Mädchen namens Johanna sollte einem alten Mann angetraut werden, weigerte sich aber und will lieber ins Kloster gehen. Pater Hyacinth wird nun von den Anfechtungen des Fleisches gequält: „Das Mönchsleben mag an sich ganz gut seyn, aber nur frigidi & maleficati, nur Leute von der schwächlichsten Leibesconstitution oder Männer von sechzig Jahren, sollten in diesen Stand treten. Vor junge, gesunde, starke Leute ist er nicht“ (S. 51). – Schon im ersten Brief wird das Fazit gezogen: „Bosheit, Falschheit, heimliche Ränke, mit Dummheit und Unwissenheit verknüpft, Eigennuz und Ehrsucht, herrschen in Klöstern, vielleicht stärker, als in der großen Welt.“ – Die weitere Handlung ist rasch erzählt. Natürlich stellt sich heraus, daß das Bild der Maria Magdalena wirklich Johanna darstellt, die mit Amalie, der Schwester Hyacinths, drei Jahre zusammen im Kloster verbrachte. Amalie starb und gab Hyacinth das Bild. – Hyacinth verkracht sich mit dem Guardian. Dieser besucht seine Zelle in seiner Abwesenheit und konfisziert die verbotenen Bücher: Zwei Bände einer Sammlung von Reisebeschreibungen, Hagedorns Gedichte und einen Band von Schmids Geschichte der Deutschen (S. 153). – Der Schluß ist leicht zu imaginieren, sei hier aber nicht verraten. – Wenig fleckig.

1168 (WIELAND, CH. M.), Beyträge zur geheimen Geschichte des menschlichen Verstandes und Herzens. 2 in 1 Bd. Leipzig, Weidmann, 1770. Mit gestoch. Frontisp. und 3 gestoch. Vign. von A. Geyser nach A. F. Oeser. S. (3)-272, 1 Bl., 232 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kopf leicht schadhaft, beschabt und etw. bestoßen). (7) 100,Erste Ausgabe. – Günther-Z. 736. Goed. IV/1, 555, 61. Deusch 16. Seuffert 163. Rümann 1249. – Titel mit Besitzvermerk in Tinte, wenig gebräunt und stellenw. etw. fleckig.

1169 WILHELM, G. T., Beicht- und Kommunionandachten. 2., verb. Aufl. Augsburg, Rollwagen, o. J. (1802). Mit gestoch. Titelvign. 6 Bl., 112 S., 3 Bl., 128 S. Ldr. d. Zt. (stark beschabt, wurmspurig) in Pp.-Schuber d. Zt. (Gebrauchsspuren). (47) 250,Hamberger-M. X, 829. – Verfaßt vom Augsburger Diakon Gottlob Tobias Wilhelm (1758-1811), von dem heute noch seine vielbändigen „Unterhaltungen aus der Naturgeschichte“ recht bekannt, seine gar nicht so wenigen erbaulichen Schriften jedoch nahezu vergessen sind und überdies fast verschollen. – Die erste Auflage des vorliegenden Andachtsbuches erschien 1794 anonym unter dem Titel „Sammlung auserlesener Beicht- und Kommunionandachten“, ebenfalls von Johann Georg Rollwagen verlegt, der seit diesem Jahr unter anderem Schulbücher für den evangelischen Religionsunterricht herausbrachte (Gier-Janota 1299). Beide Auflagen sind überaus selten; von der 2. Auflage läßt sich weltweit nur das Exemplar der Luther Seminary Library nachweisen (Saint Paul, MN). – Darüber hinaus verdient der vorliegende Druck aus einem weiteren Grund Beachtung, und zwar exemplarspezifisch als archivalisches Dokument für den biographisch interessierten Lokalhistoriker durch die auf dem Vorsatz eingetragene

Widmung. Unser Exemplar ist das Konfirmationsgeschenk für Wilhelm Friedrich Mänzinger, unterzeichnet von seinem Beichtvater Johann Heinrich Cramer, Archidiakon und Konsistorial, und datiert Nördlingen, den 18. Mai 1804. Mit diesem Datum ist die bisher bekannte letztmalige Erwähnung Cramers (geb. 1735) aus dem Jahr 1802 (GND 1018127984) obsolet, und als Terminus post quem für das Todesjahr des Nördlinger Waisenhausinspektors ist nun zirka 1804 anzunehmen. – Leicht fleckig.

1170 (WIT, F. J.), Lucubrationen eines Staatsgefangenen. Braunschweig, Vieweg, 1827. 180 S. Orig.Brosch. (Rücken verfärbt). (158) 100,Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 140, 7, 2. Erman-H. 1415. – Wit wurde 1819 als Burschenschafter in Jena relegiert, lebte – polizeilich verfolgt – im Ausland und wurde mehrmals verhaftet. Er versuchte sich durch Denunziationen interessanter zu machen. In einem Brief an Varnhagen von Ense vom 12. 2. 1828 bezeichnet Heine ihn als „meinen Fouché. Mir kann er nicht schaden, und wenn ich wollte, könnte ich durch ihn schaden, wem ich wollte. – Freylich hätte ich die Macht, ließe ich ihn hängen.“ – Unbeschnitten.

1171 WITZ UND LAUNE oder Auswahl der besten und witzigsten Anekdoten und Geschichten. Zweyte, verb. und verm. Aufl. 2 Bde. Stadtamhof, Daisenberg, 1804. Mit gestoch. Titel und 2 gestoch. Frontisp. 342 S., 6 Bl.; 386 S., 5 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (158) 150,Titel gestempelt, Vorsatz von Bd. I mit hs. Besitzvermerk, gering fleckig.

1172 ZIMMERMANN, (J. G.) VON, Ueber Friedrich den Grossen und meine Unterredungen mit Ihm kurz vor seinem Tode. Leipzig, Weidmann, 1788. 301 S., 4, 1 Bl. (Errata). Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (79) 200,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 483, 15. – Das berühmte Werk, in dem Zimmermann „eben so heftig gegen die Aufklärer auftrat, wie vor kurzem noch gegen die Katholiken“ (ADB XLV, 276), löste eine Flut von Entgegnungen aus, u. a. von Schmid, Knigge, Hippel und Trapp. – Vorsätze erneuert (unter Verwendung alten Buntpapiers), Titel mit hs. Besitzeintrag, leicht gebräunt.

1173 KONVOLUT – Cirka 15 Werke größerenteils der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts in 268 Bdn. Einbände des frühen 19. Jahrhunderts (Gebrauchsspuren). (62) 400,Repräsentative Sammlung der gesammelten Schriften von Campe, Goethe, Gutzkow, Hauff und Lichtenberg. Ferner deutschsprachige Gesamtausgaben der Werke von Andersen, Bremer und Shakespeare. – Und vieles mehr. – Altersspuren. – Äußerst dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 23.

1174 – Cirka 8 Werke größerenteils der französischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts in 95 Bdn. Meist Einbände des frühen 19. Jahrhunderts (Gebrauchsspuren). (62) 200,-

Kinderbücher – Pädagogik

Wohlerhaltene Sammlung von Schriften von Balzac, Buffon, Lamartine, Racine, Rousseau, Le Sage etc. – Altersspuren. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 23.

1175 SAMMLUNG KEMP – 51 Werke der Literatur vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert in 118 Bdn. Rückgänge aus unserer Auktion 60. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (71) 1.500,1323, 1324, 1326, 1367, 1378, 1394, 1407, 1409, 1410, 1416, 1420, 1461, 1489, 1491, 1493, 1500, 1542, 1587, 1624, 1672, 1681, 1696, 1715, 1738, 1758, 1765, 1792, 1800, 1826, 1828, 1842, 1844, 1876, 1938, 1939, 2049, 2096, 2160, 2167, 2184, 2191, 2221, 2222, 2224, 2231, 2232, 2240, 2249, 2250, 2255 und 2264. – Altersspuren.

1176 SAMMLUNG LAUTERWASSER – Cirka 75 Werke der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts in 163 Bdn. Rückgänge aus unserer Auktion 60. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (40) 2.000,1350, 1354, 1357, 1360-62, 1366, 1372-73, 1389, 1397, 1403, 1411-12, 1429, 1435, 1457, 1465, 1481, 1486, 1488, 1499, 1506, 1508, 1514, 1517-18, 1530, 1544, 1556, 1563, 1565, 1567, 1581-83, 1592, 1595-96, 1604, 1610, 1613, 1626, 1630, 1632, 1635, 1650, 1656, 1668-69, 1678, 1694-95, 1700, 1705, 1710, 1733, 1735, 1737, 1739, 1764, 1783, 1790, 1806, 1808, 1819, 1829, 1831, 1833, 1850, 1865, 1867, 1878, 1880 und 1883-84. – Altersspuren.

1177 SAMMELBAND mit 10 Schriften. 1782. Läd. Pp. d. Zt. (158) 350,I. (MÜLLER, J. VON), Reisen der Päpste. Ohne Ort und Drucker (Frankfurt, Brönner), 1782. 55 S. – Erste Ausgabe. – Goed. VI, 292, 7. Holzmann-B. III, 11696. – In mehreren Druckvarianten erschienen (es gibt auch eine mit 46 S., 2 Bl. Umfang). II. SONNENFELS, J. VON, Ueber die Ankunft Pius des VI. in Wien. Wien (Kurzböck), 1782. 22 S. – Wernigg 3695. III. RAUTENSTRAUCH, (J.), Warum kömmt Pius der VI. nach Wien? Eine patriotische Betrachtung. Wien, Hartl, 1782. 22 S. – Wernigg 3693. Schlesinger 66-88 (eingehende inhaltliche Besprechung). IV. (KLEIMAYERN, J. D.), Meine Gedanken von den Gränzen der gesetzgebenden Gewalt und Gerichtsbarkeit der Kirche. Frankfurt und Leipzig (Salzburg, Duyle), 1782. 32 S. – Holzmann-B. II, 5173 (unter Kleimayrn). Lindner I, 190, 10 (mit unserer Namensansetzung, aber am Schluß des Artikels mit einer Anmerkung, die es verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden: „NB. Im Taufbuche der Pfarrei Zell lautet sein Name v. Klaymayern; er selbst schrieb sich Kleienmaiern, korrupt und unrichtig ist Kleinmayern.“ V. (GAUM, J. F.), Was macht der Pabst in Wien? Geheime Nachrichten aus einer zwischen V. und R. gefundenen Brieftasche. Aus dem Italiänischen. Ohne Ort und Drucker (Ulm, Stettin'sche Buchhandlung), 1782. 40 S. – HolzmannB. IV, 11795. VI. (GAUM, J. F.), Kleiner Staats-Religions und Reformations-Katechismus fürs Jahr 1782. Ohne Ort und Drucker (Ulm, Stettin'sche Buchhandlung), 1782. 43 S. – HolzmannB. IV, 3523.

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VII. OLLIVA, A. F., Was ist der Verfasser der erschienenen Abhandlungen: Was ist der Pabst, und der Sieben Kapitel von Klosterleuten. Wien, Schönfeld, 1782. 14 S. – Wernigg 3840. Gugitz 911. Bodi 125 Anm. – Die Antwort ist recht einfach: natürlich Joseph Valentin Eybel (den Olliva verteidigt). VIII. EYBEL, (J. V.), Was ist ein Bischof? Wien, Kurzbeck, 1782. 47 S. – Erste Ausgabe. – Holzmann-B. IV, 11772. Wernigg 3748. Wurzbach IV, 118. Gräffer-Cz. II, 93. – Vgl. Bodi 125. IX. GEHEIME VORSCHRIFTEN des Jesuiter-Ordens. Ohne Ort und Drucker (Erlangen, Palm), 1782. 64 S. X. (EYBEL, J. V.), Sieben Kapitel von Klosterleuten. Wien, Kurzbeck, 1782. Mit gestoch. Titelvign. 120 S. – Erste Ausgabe. – Hayn-G. III, 513 (unter dem Titel). Wernigg 3425. Wurzbach IV, 118. Holzmann-B. I, 8744 (wohlverborgen unter „Capitel“). – „Außerordentlich seltene josefinische Diskussionsschrift, die zu zahlreichen Erwiderungen etc. Anlaß gab“ (Lit. in Österreich 947). Meist gebräunt und fleckig, einige Schäden durch entfernte Blattweiser.

Kinderbücher – Pädagogik 1178 ABC-BÜCHER – JOUJOU FÜR KINDER. Kleines ABC-Buch. St. Petersburg, o. Dr., 1830. Mit kolor. gestoch. Frontisp., kolor. gestoch. Titel und 24 kolor. Kupfertafeln. S. (2)-32. Mod. Seide. (7) 1.000,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – ABC-Buch von größter Seltenheit; als Vorlage diente eventuell das „Joujou für Kinder“ von Friedrich Marx, das 1807 im Industrie-Comptoir in Leipzig erschienen war (es enthielt ebenfalls 24 kolorierte Tafeln mit Berufsdarstellungen; Teistler 647). – Der kolorierte gestoch. Titel ist rückseitig mit einem typographischen Titel verklebt (vermutlich bereits verlagsseitig), dieser lautet: „ABC-Buch zum Gebrauch für kleine Kinder. Zum Druck erlaubt. St. Petersburg, den 5. Oktober 1827. W. Semenow. St. Petersburg, gedruckt bei Karl Kray, 1828.“ Ob das Werk mit diesem Titel (und dann natürlich ohne einen gestoch. Titel) erschienen ist, läßt sich von uns nicht klären. – Stellenw. gering fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 25.

1179 ANDERSEN, H. C(H)., Der Schweinehirt. (Wiesbaden, Pestalozzi, 1923). 4°. Mit 10 ganzseit. farb. Textillustr. von E. Nerman. 11 Bl. OPp. (Rücken stellenw. eingerissen; etw. fleckig und leicht bestoßen). (128) 150,Erste Ausgabe mit den Illustrationen Nermans. – DodererM. 730. Klotz I, 111/523. – Sicherlich auch unter dem Eindruck der begeisterten Wiederentdeckung des Rokoko durch Kunst und Literatur in den 1910/20er Jahren verlegt der Schwede Einar Nerman Andersens Märchen ebenfalls ins Rokoko und präsentiert in schwungvollem Strich eine reichlich gestelzte Hofgesellschaft mit Puderperücken, Kri-

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Kinderbücher – Pädagogik

nolinen und Schönheitspflästerchen. In fester Märchenbildtradition und unterstützt durch Nermans absichtsvolle Überzeichnung, dient dies freilich der Ironie und funktioniert als Zeichen für die Oberflächlichkeit und Prunksucht des Märchenpersonals. Nermans klare graphische Begabung, die Komposition auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Bildhöhepunkt durch die gleichzeitige Reduktion des Hintergrunds auf eine mehr oder weniger monochrome Fläche herauszustellen, findet sich dabei nicht nur in seinen Illustrationen zu „Däumelinchen“ wieder, sondern ist festes Charakteristikum seiner Kunst. – Hinterer Vorsatz im Falz mit Rostspuren, die ersten drei Blätter fleckig.

1180 ANGENEHME BILDER-LUST, der lieben Jugend zur Ergötzung also eingerichtet. Nürnberg, Monath, o. J. (ca. 1760). Qu.-Fol. 23 (statt 25) kolor. Kupfer auf 12 Tafeln. Mod. Hpgt. (141) 1.800,Rammensee 217. HKJL III, 32. – Sehr seltenes Kinderbuch mit Szenen aus dem Leben von Adligen, Bürgern und Handwerkern, darunter Darstellungen von Festen (eine Vermählung und eine Taufe), Bilder aus dem Kinderleben (Schule, Spiel und Musizieren), Berufsdarstellungen (Bäcker, Kaufmann, Barbier und Schneider) und Szenen der Vergnügung und des Zeitvertreibs, wie Seiltanz, Theater, Fechtkunst und Tanz. Mit einem Sechszeiler in Knittelversen am unteren Bildrand. – Kein Ex. im KVK. – Ohne die Tafeln 13 und 14, die in Kopie eingebunden sind. – Im Falz verstärkt, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildungen Tafel 28. Very rare children's book depicting the life of noblemen, members of the middle classes and workmen. – Without plates 13 and 14 which are bound-in in copy. – Reinforced at fold, browned and soiled. – Modern half vellum. – See illustrations on plate 28.

1181 BASEDOW, J. B., Kupfersammlung zu(m) Elementarwerke für die Jugend und ihre Freunde. 2 Bde. Berlin und Dessau, Crusius, 1774. Qu.-4°. Mit 100 Kupfertafeln meist nach D. Chodowiecki. 2 Bl. Hldr. d. Zt. (etw. fleckig, stark beschabt und bestoßen). (128) 150,Erste Ausgabe. – Wegehaupt I, 81. Lanckoronska-Oe. II, 102. HKJL III, 52. – Zwei Tafeln sind von Daniel Chodowiecki selbst gestochen (Engelmann 57 und 117; Bauer 79 und 83). Eine Tafel liegt bereits in Kopie von D. Beyel vor (Engelmann 62). – Vorsätze gestempelt und mit Besitzvermerken, einige Tafeln mit Randläsuren, fleckig.

1182 BROMME, T., Zonengemälde. Naturgeschichte und Völkerkunde vollständig in Wort und Bild. Stuttgart, Schmidt und Spring, 1846. Qu.-Fol. Mit lithogr. Titel und 40 kolor. lithogr. Tafeln. 1 Bl., 130 S. Hldr. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (50) 400,Erste Ausgabe. – Nissen 590. Düsterdieck 988. Wegehaupt I, 203. Pressler 202 (mit Abb.): „Ein so vollständiges und anschauliches Bilderbuch besticht uns noch heute in seiner Gründlichkeit, ganz zu schweigen von den sehr gut gezeichneten und kolorierten Bildern.“ – Die Tafeln 33 und 34 verbunden. – Vorsätze erneuert, Ränder vereinzelt angeschmutzt und mit geringen Läsuren, leicht fleckig und wenig gebräunt.

1183 DEHMEL, R., Der Vogel Wandelbar. Ein Märchen. 3. Aufl. Wiesbaden, Pestalozzi, (ca. 1928). 4°. Mit 7 ganzseit. farb. Abb. und Buchschmuck von J. Gleitsmann. 9 Bl. OHlwd. (Kanten berieben, etw. fleckig und bestoßen). (120) 80,Cotsen 17115. – Mit den äußerst reizvollen Illustrationen von Irma Gleitsmann. – Leicht fleckig und knittrig.

1184 ERSTES BILDERBUCH mit unzerreissbaren Blättern. (Wesel, Bagel), o. J. (ca. 1860). Mit 16 kolor. Textholzstichen. 10 S. Läd. Orig.Brosch. (83) 150,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Wenig gebräunt und gering fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung Tafel 24.

1185 FAMILIEN-SCENEN im Zimmer samt Küche und Stall. Wien, Müller, (1824). 56 (statt 57) altkolor. Figuren in Orig.-Umschl. und auf Karton mont. kolor. Spielbrett. OPp.-Schuber (beschabt und bestoßen). (158) 400,Pressler 117: „Eine Quelle steter Unterhaltung und Freude.“ – Der Wiener Kunstverleger H. F. Müller, zunächst für seine raffinierten Freundschaftsbillets bekannt, brachte als einer der ersten im deutschen Sprachraum solche Verwandlungsbücher auf den Markt. „Die beweglichen Bilderbücher von Müller sind heute nahezu unauffindbar, kein Wunder bei ihrer Zartheit und Empfindlichkeit.“ – Beiliegen einige Figuren aus einem anderen Spielbuch. – Das Spielbrett im Falz etw. eingerissen und beschabt, drei Figuren ohne den Einsteckfalz. – Siehe Abbildung Tafel 29.

1186 FREYHOLD, K. F. (E.) VON, Osterbuch. Verse von Ch. Morgenstern. Berlin, Cassirer, o. J. (1908). Qu.-4°. Mit kolor. Titel und 16 kolor. Tafeln von K. F. E. von Freyhold. 17 Bl. OHlwd. (Kapitale eingerissen, beschabt und bestoßen). (120) 600,Erste Ausgabe. – Stuck-Villa II, 186. Doderer-M. 679. Slg. Brüggemann 241. Ries 530, 5, und S. 260: „Ein Beispiel für Schablonenmalerei bieten Einband, Vorsatz und Titelblatt von Freyholds Osterbuch.“ – Stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 25.

1187 FRÖBEL, F., Mutter- und Kose-Lieder. Dichtung und Bilder zur edlen Pflege des Kindheitlebens. Blankenburg, o. Dr., (1844). 4°. Mit 50 gestoch. Randzeichnungen von F. Unger. 2 nn., 76 num. Bl. – KOHL, R., Vierundvierzig Mutter-Kose- und Spiellieder zur edlen Pflege des Kindheitlebens zweistimmig in Musik gesetzt. Ebda. (1844). 4°. Mit lithogr. Titel (in Pag.) und 3 lithogr. Randzeichnungen. 49 S. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (156) 1.000,Erste Ausgabe, hier mit der äußerst seltenen Musikbeilage von R. Kohl. – Klotz, 1699/4. Wegehaupt I, 666. Rümann 114. Seebaß 682. LKJ I, 417. HKJL IV, 237. – Das Hauptwerk des bedeutenden Pädagogen (1782-1852) ist durch die Randzeichnungen Ungers und die Kompositionen Kohls auch in der Ausstattung eines der reizvollsten Kinderbücher des 19. Jahrhunderts. – Fleckig und gebräunt.

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Nr. 1198

1188 GRIMM, (J. UND W.), Kinder und Hausmärchen. Große Ausgabe. 7. Aufl. 2 Bde. Göttingen, Dieterich, 1857. Mit 2 gestoch. Frontisp. nach L. E. Grimm. XXIV, 431; VI, 483 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (62) 400,Hennig-L. 619. Wegehaupt I, 828. – Die letzte der von den Gebrüdern Grimm bearbeiteten, verbesserten und vermehrten Ausgaben der sog. „Großen Ausgabe“. – Mit dem Porträt Dorothea Viehmanns und der Illustration zu „Brüderchen und Schwesterchen“. – Vorsätze leimschattig und mit hs. Besitzvermerk, stellenw. etw. fleckig.

1189 KLEBEALBUM. Deutschland, ca. 1880-1900. Fol. Mit ca. 450 Oblaten und Gelegenheitskarten sowie 8 Zieh- und Faltkarten. 77 S. Lwd. d. Zt. (Gelenke gebrochen, beschabt und bestoßen). (131) 500,Die Oblaten und Karten meist mit den beliebten Motiven von Blumen und Tieren und mit Kinderszenen, einige Blätter auch mit anderen Darstellungen, z. B. Radsportlern oder – mentalitätsgeschichtlich bemerkenswert – Negerkarikaturen. Hervorhebenswert ferner eine Glückwunsch-Faltkarte (18 x 13 x 8 cm) mit Gartenmotiv und zusätzlichen Blumen aus Seidenpapier, eine Faltkarte mit Blumenmotiven (11 x 7 x 7 cm) und ein Ziehbild mit Puttenmedaillons. – Die meisten Zieh- und Faltkarten intakt, stellenw. etw. leimschattig.

1190 LOBKOWITZ, F. VON, Die Augen der Prinzessin. Stuttgart und Heilbronn, Seifert, (1925). Mit 4 Farbtafeln und einigen Textillustr. 108 S., 2 Bl. OHlwd. (etw. beschabt, leicht fleckig). (146) 300,Einzige Ausgabe. – Nicht im GV und bei Kosch. – Äußerst seltenes Märchen, verfaßt vom Juristen und Puppenspieler Franz Freiherrn von Lobkowitz (1861-1930), illustriert von Christian Bärmann (1881-1924; Ries S. 407). – Papierbedingt gebräunt, gering fleckig.

1191 MAUDER, J., Sonne, Sonne, scheine! (München, Vlg. der Jugendblätter), o. J. (1914). Qu.-4°. Mit farb. Illustr. von Joseph Mauder. 8 Bl. OHlwd. (Rücken lädiert, beschabt und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Ries 708, 33. Schug 586. – Etw. fleckig. (120) 200,1192 MAXIMILIAN I., KURFÜRST VON BAYERN, Monita paterna ... Der Christliche Fürst, oder Vätterliche Ermahnungen. (Übers. und hrsg. von P. L. du Crest). Regensburg, Böhm, 1730. 4°. Mit gestoch. Frontisp. von Andreas Geyer. 20 Bl., 141 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt, bestoßen). (22) 120,Erste polyglotte Ausgabe mit lateinischem, deutschen, französischen und italienischen Text. – Heimeran 179. HKJL II, Sp. 811 ff. und Nr. 593: „Fürstenspiegel, der auf Anregung Maximilians I. von dessen Hofhistoriographen Johann Vervaux (1639) niedergeschrieben worden ist und sich an den Sohn Maximilians, Ferdinand Maria, richtet. Entsprechend der christlichen Tugendlehren gliedert sich der Fürstenspiegel in drei Kapitel, die zunächst die Pflichten des Fürsten gegen Gott, sodann die Pflichten des Fürsten gegen sich selbst (gesunde Lebensführung, Kontrolle der Affekte) und schließlich die Pflichten des Fürsten gegen die Untertanen behandeln.“ – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken, leicht fleckig. – Schönes Exemplar aus dem Kloster Ettal.

1193 MEGGENDORFER, L., Aus dem Leben. Lustiges Ziehbilderbuch (Deckeltitel). Zweite Aufl. München, Braun und Schneider, o. J. (1883). 4°. Mit 8 kolor. lithogr. beweglichen Teilen. 9 Bl. OHlwd. (Rücken erneuert, fleckig, beschabt und bestoßen). (88) 300,Krahé 15. Ries 710, 13. – Ziehmechanismen funktionieren, Tafeln eingerissen und geklebt, minimal gebräunt, etw. fleckig.

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Kinderbücher – Pädagogik

Nr. 1206

1194 NEUES UNZERREISSBARES BILDERBUCH für artige Kinder. Frankfurt, Dondorf, o. J. (ca. 1870). 8 farb. lithogr. Tafeln. OHlwd. (Kapitale wenig lädiert, beschabt und bestoßen). (83) 150,Vgl. Düsterdieck 5474 (andere Ausg.). – Fliegender Vorsatz mit Widmung von alter Hand in Tinte, leicht fleckig. – Beiliegen ein „Güldenes ABC“ (1850) mit Umrißradierungen von Gustav König sowie ein wohlerhaltenes Pop-up-Buch mit „Vier Märchen“ der Gebrüder Grimm (1951).

1195 PAPIERTHEATER – Schloßgarten. O. O. und J. (Süddeutschland ca. 1730?). Qu.-8°. 6 mont. kolor. Kupfertafeln (Blattgr.: 9 x 14 cm). (158) 600,Barockes Miniaturtheater mit der detailreichen Darstellung eines Schloßgartens. – Das aus fünf kulissenartigen Ausschneidebögen und einer festen Rückwand bestehende Diorama ergibt hintereinander aufgefächert das perspektivische Bild einer barocken Schloßanlage mit Staffage. Darin sind Gärtner bei der Pflege des Gartens wie ein lustwandelnder Schloßbesitzer mit Dame zu sehen. – Diese Miniatur-„Dioramen“ gelten als früheste Zeugnisse des Papiertheaters. Die Bildmotive spiegeln deutlich den Geschmack des Spätbarock und Rokoko wieder. Die Fülle des Angebots reichte

von der Götterwelt der Barockoper über aristokratische Tierjagden bis hin zur Darstellung volkstümlicher Sprichwörter. Die Ausschneidebögen konnten koloriert oder in Schwarzweiß zum Selbstkolorieren erworben werden. – Die Kulissenbögen wurden bei unserem Exemplar wohl im 20. Jahrhundert an den Rändern professionell aneinander montiert, so daß sich die Szenerie wie eine Ziehharmonika ausziehen läßt. Ähnlich wurde wohl auch seinerzeit das Diorama präsentiert; rechts und links von Kerzenlicht flankiert, konnte so eine ungeheure Raumtiefe und Plastizität erzielt werden. – Tadellos. – Siehe Abbildung Tafel 29.

1196 PHAEDRUS, Fabularum Aesopiarum libri V. Oder: Deutliche und nach dem Begriff der Jugend endlich recht eingerichtete Erklärung der Aesopischen Fabeln. Durch E. Sincerum. Frankfurt und Leipzig, Brönner, 1793. 256 S., 28 Bl. Pp. d. Zt. mit Wappensupralibros (fleckig, beschabt, bestoßen). (22) 80,HKJL II, 695, Anm. – Letzte Ausgabe der erstmals 1715 erschienenen, das ganze Jahrhundert hindurch immer wieder aufgelegten Fabelsammlung in der Aufbereitung für den Lateinschüler. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – Typographisches Exlibris.

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1197 REINHARDT, C., Hanswursts Schatzkästlein. München, Braun und Schneider, (1877). 4°. Mit kolor. Titelvign. und zahlr. kolor. Textholzstichen. 2 nn., 48 num. Bl. Restaurierte OPp. (gebräunt und fleckig). (125) 150,-

Wegehaupt III, 3388. – Gebräunt und fleckig. – DAZU: MUSÄUS, J., Moralische Kinderklapper. Neue Aufl. Gotha 1794. Mit gestoch. Titelvign. und 17 Textkupfern. – Goed. IV, 581, 8. Wegehaupt III, 2523. HKJL III, 618. – Beiliegen 2 weitere Werke zur Pädagogik.

Erste Ausgabe. – Ries 799, 9. Rümann 1766. Wegehaupt II, 2775. Klotz 5741/3. LKJL III, 153. Doderer-M. 174. – Die satirisch-karikaturistischen Bildergeschichten waren bereits zuvor als „Münchner Bilderbogen“ erschienen. – Die Verlagsanzeigen auf der Rückseite des Einbandes ermöglichen nach Wegehaupt und Ries eine genaue Datierung auf 1877, alle anderen Bibliographen nennen abweichend als Erscheinungsjahr 1852. Eine zweite Ausgabe ist dann um 1882 erschienen. – „In ihrer herzhaft-frischen Art heben sich die Hanswurstiaden und Kasperlgeschichten Reinhardts von einigen seiner sehr breit und mit ausgeklügeltem Humor geschriebenen und gezeichneten Bücher ab“ (LKJL). – Zahlreiche Beilagen.

1202 SEIDMANN-FREUD, TOM, Buch der erfüllten Wünsche. Ein Bilderbuch. (Potsdam), Müller und Kiepenheuer, (1929). 4°. Mit zahlr. Illustrationen von Tom Seidmann-Freud. 12 Bl. OHlwd. (leicht fleckig, beschabt und bestoßen). (120) 1.500,-

1198 RITTERWESEN oder die Reise nach der Löwenburg, Das. Nürnberg, Renner und Schuster, o. J. (ca. 1820). Qu.-8°. Mit gestoch. Titel (in Pag.) und 15 kolor. Kupfertafeln (davon 1 gefalt.). IV, 56 S. Hlwd. d. Zt. (Kapitale beschabt, fleckig und bestoßen). (7) 500,Wegehaupt IV, 1826. – Nicht bei Rammensee. – Die reizenden, mit Silber und Gold gehöhten Kupfer zeigen Ritterburg, Rüstkammer, Turnier, Rüstungen und Pferde. – Abweichend zu den Angaben auf dem Titel, verfügen das Exemplar bei Wegehaupt und das einzige im Handel nachweisbare Exemplar nur über 15 Tafeln. – Innengelenk gebrochen, fleckig und etw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

1199 ROSTAING, J., Le jardin des plantes. Paris, Ducrocq, o. J. (um 1860). Qu.-4°. Mit 24 kolor. lithogr. Tafeln von A. Adam. 41 S., 1 Bl. OPp. (Rücken überklebt, stärker beschabt und bestoßen). (88) 400,Nicht bei Gumuchian etc. – Die Tafeln, meist eine große Darstellung, umgeben von mehreren kleineren, zeigen Tiere im Zoo. – Innengelenke gebrochen, durchgehend fleckig. – Exlibris.

1200 SALZMANN, CH. G., Sebastian Kluge. Leipzig, Crusius, 1790. Mit gestoch. Frontisp. 6 Bl., 226 S. Hlwd. um 1880 (beschabt). (22) 200,Böning-S. 3066. Goed. V, 487. Pfauch-R. 364. – „Schrift der unterhaltsamen literarischen Volksaufklärung, die zunächst fortsetzungsweise in Salzmanns 'Boten aus Thüringen' erschien. Hauptthema der Erzählung ist die Kindererziehung, doch wird auch praktische Belehrung zur Land- und Hauswirtschaft erteilt“ (Böning-Siegert). – Titel gestempelt, wenig fleckig. – DAZU: DERS., Ueber die wirksamsten Mittel Kindern Religion beyzubringen. Leipzig 1787.

1201 SCHOPPE, AMALIA, Lust und Lehre. 2. Aufl. Leipzig, Krappe, o. J. (1836). Mit gestoch. Titel und 7 kolor. Kupfertafeln. 1 Bl., 237 S. OPp. (starke Gebrauchsspuren). (72) 150,-

Erste Ausgabe. – Murken 10. Cotsen 1112. Doderer-M. 469 und S. 304. LKJL III, 374. Seebaß II, 1867. Stuck-Villa II, 302. – „Dieses Bilderbuch ist auf dem Höhepunkt ihres Schaffens entstanden und ist vielleicht ihr vielschichtigstes und vollendetstes Werk. Kongenial ihrer Cousine Anna Freud, nur in anderer Sprache und mit anderen Mitteln, stellt Tom Seidmann-Freud im Bilderbuch die kindliche Entwicklung dar“ (Murken 182). – Schenkungsvermerk (Bleistift) auf dem Vorsatz, Titel und letztes Blatt verso etw. gebräunt, vereinzelt wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 25.

1203 STAUB, J., Livre d'images destiné à l'enseignement élémentaire, par intuition à l'usage des familles et des écoles enfantines. Traduit par F. OyexDelafontaine. 4 Bde. Zürich, Knüsli, o. J. (um 1880). Fol. Mit 48 doppelblattgr. chromolithogr. Tafeln. OHlwd. (Kapitale wenig schadhaft, tls. mit Randläsuren). (128) 150,Vgl. Weilenmann 3379 (Ausg. bei Hindermann & Siebenmann, 1876). Seebaß, N. F., 1956 ff. (deutsche Ausgaben). – „Dieses sehr bedeutende, vom Verfasser des bekannten 'Kinderbüchleins' herausgegebene und mit Texten versehene Sachbilderbuch – eine selbständige Weiterführung und Erweiterung der Schreiberschen Anschauungsbücher – wurde bis ins 20. Jahrhundert immer wieder neu aufgelegt. Neben den üblichen Abbildungen von Pflanzen, Tieren, Realien usw. enthält es Landschaftsbilder, interessante Szenen aus dem Gesellschafts- und Familienleben, Verkehrswesen, exotischer Völker etc.“ (Seebaß). – Es erschienen 1923 noch zwei Nachfolgebände. – Wenige Altersspuren. – Beiliegen Lohmeyers „Tierstruwwelpeter“ und „Das Milchbrünnlein“ von Süs.

1204 TROJAN, J., Das Ständebuch. Hamburg, Verlagsanstalt und Druckerei AG, o. J. (1892). 4°. Mit zweifarb. lithogr. Titel und 22 farb. lithogr. Tafeln nach Bernhard Mörlins. 1 Bl. OHlwd. (fleckig, beschabt und bestoßen). (128) 100,Zweite Ausgabe. – Klotz 7507/55. Hobrecker 7905. Seebaß II, 2072. – Mit hübschen Berufsdarstellungen, darunter ein Buchhändler, Doktor, Förster, Goldschmied, Konditor, Schornsteinfeger und Tischler. – Vorderes Innengelenk aufgeplatzt, wenig gebräunt.

1205 VIETH, G. U. A., Physikalischer Kinderfreund. Bde. I, II und VI-X (von 10) in 6 Bdn. Leipzig, Barth, 1798-1809. Mit 18 (statt 19) gefalt. Kupfertafeln (1 kolor.) und gefalt. Tabelle. Hldr. d. Zt. (beschabt). (50) 120,-

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Philosophie – Politik – Nationalökonomie

Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 1205. Wegehaupt II, 2163. – Nicht bei Monschein. – Die wohl erste physikalische Zeitschrift für Kinder. – Es fehlt die Planisphäre in Bd. IX. – Leicht gebräunt.

1206 VOLTZ – WIE DAS KIND SEIN SOLL. Esslingen, Schreiber, o. J. (1856). Qu.-8°. Mit 8 getönten beikolor. lithogr. Tafeln von Bernhard Hummel nach Johann Voltz. 1 Bl. OHlwd. (Rücken defekt, berieben, fleckig und bestoßen). (83) 200,Erste Ausgabe. – Wegehaupt II, 3590. Ries 950, 2. – Titel gebräunt; fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung.

1207 WENZ-VIËTOR – NÜRNBERGER PuppenStuben-Spiel-Buch. Oldenburg, Stalling, (1920). Qu.-4°. 10 Farbtafeln mit beweglichen Teilen (ohne die Einsteckfiguren). OHlwd. (Gebrauchsspuren). (50) 150,(Nürnberger Spielbücher, Nr. I A). – Schug 2077: „Eines der schönsten Aufstell-Bilderbücher und sicherlich das schönste Bilderbuch von Wenz-Viëtor, geradezu luxuriös in Druck und Ausführung. Das Buch erinnert an die Vorläufer des Biedermeier. In seinen klaren Farben und Formen macht es die behagliche Atmosphäre eines bürgerlichen Haushaltes aus den Anfängen unseres Jahrhunderts präsent.“ – Vermutlich erste Ausgabe des Steckbilderbuches (Copyright-Vermerk auf dem Hinterdeckel: 1920). Schug kennt eine Ausgabe von 1920 (Liebert 1) nicht, gibt für sein Exemplar eine genaue Auflagenbezeichnung (2. Aufl.) an. – Da die Kulissen größtenteils auf einer Doppelseite, Ankleidezimmer und Bad hingegen nur auf einer Seite dargestellt sind, liegt das Fehlen einer Seite nahe. Durch ein Vergleichsexemplar im Auktionshandel kann diese Annahme jedoch widerlegt werden. – Buchblock von Einbanddecke gelöst, eine Tafel aufgeplatzt und eingerissen, wenige Türen fehlen, Deckellasche stark lädiert, wenig fleckig.

1208 WILMSEN, J. P., Die Schönheit der Natur geschildert von deutschen Musterdichtern. Eine Blumenlese für die Jugend. Berlin, Amelang, 1818. Mit gestoch. Frontisp. von Georg Bretzing nach Heinrich Study und gestoch. Titel nach Ferdinand Jättnig. S. (III)-IV, 396 S. Hmaroquin d. Zt. mit reicher Rvg. (wenig berieben und etw. bestoßen). (83) 200,Erste Ausgabe. – LKJL II, 814. HKJL IV, 970. Wegehaupt I, 2299. – Anthologie mit Gedichten von Claudius, Klopstock, Matthisson, Novalis, Schiller, Schlegel, Wieland etc. – Möglicherweise fehlt der Vortitel. – Frontispiz und Titel leicht gebräunt; wenig fleckig.

1209 KONVOLUT – 6 Werke der Pädagogik der Aufklärung in 6 Bdn. 1781-96. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (40) 200,Campe (Robinson der Jüngere, 1781; Theophron, 1790; Ueber die Reinigung der deutschen Sprache, 1794) – Salzmann (Anweisung zu einer unvernünftigen Erziehung, 1789; Conrad Kiefer, 1796; Moralisches Elementarbuch, 1785) – Beilage. – Altersspuren.

Philosophie – Politik – Nationalökonomie

1210 ABICHT, J. H., Psychologische Anthropologie. Erste Abt.: Aetiologie der Seelenzustände. Lfg. I (alles Erschienene). Erlangen, Palm, 1801. 5 Bl., 341 S. Hldr. d. Zt. (beschabt). (22) 80,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. XIII, 4. MNE I, 2. – Nicht bei Ziegenfuß. – Unvollendet gebliebenes Werk des Kantianers. – Leicht gebräunt.

1211 ARCHIV FÜR DEN MENSCHEN und Bürger in allen Verhältnissen, oder Sammlung welche das Wohl und Wehe der Menschheit und der Staaten angehen. Hrsg. von J. A. Schlettwein. 8 in 4 Bdn. Leipzig, Weigand, 1780-84. Mit 8 gestoch. Titelvign. und Kupfertafel. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (158) 800,Erste Ausgabe. – Kirchner 2728. Humpert 1202. Schlettwein 48. Weidlich 25-32. – Kupfertafel verso gestempelt, Vorsätze gestempelt und mit hs. Einträgen, Titel teils mit hs. Einträgen, stellenw. minimal gebräunt. – DAZU: NEUES ARCHIV für den Menschen und Bürger. 4 in 2 Bdn. Leipzig, Weigand, 1785-87. – Einheitlich sehr dekorativ gebunden.

1212 BAUER, B., Geschichte der Politik, Cultur und Aufklärung des achtzehnten Jahrhunderts. 2 in 4 Bdn. Charlottenburg, E. Bauer, 1843-45. Beschäd. Orig.-Broschur. (8) 120,Erste Ausgabe. – ADB XLVI, 236. – Bruno Bauers erste geschichtsphilosophische Arbeit nach dem Entzug der theologischen Venia legendi, erschienen im Verlag seines Bruders Edgar, „auf den die Polizei übel zu sprechen war“ (Houben I, 39). – Stark braunfl., unbeschnitten.

1213 BOHN, G. CH., Wohlerfahrener Kaufmann. Viel vermehrte und verbesserte Ausg. Hamburg, Bohn, 1762. Mit doppelblattgr. Frontisp. 3 Bl., 884 S., 4 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (bestoßen, stärker beschabt und etw. fleckig). (89) 800,Humpert 6356. Goldsmiths 9762. Higgs 2782. – Das erstmals 1719 aufgelegte, umfassendste handelskundliche Werk des 18. Jahrhunderts und eines der wichtigsten Werke der Kameralistik. – Das Frontispiz zeigt das Marktgeschehen bei der Hamburger Börse mit Waage und alten Kranen. – Siehe Abbildung. NACHGEB.: DERS., Neueröffnetes Waarenlager. Jetzo mit vielem Fleiße wiederum durchgesehen, verbessert und überaus stark vermehret. Ebda. 1763. 5 Bl., 1100 Sp. – Kress 6076. – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand, gebräunt und fleckig, tls. wasserrandig, der Titel des zweiten Werkes am Rand hinterlegt.

Philosophie – Politik – Nationalökonomie

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Nr. 1213

1214 BUTTE, W., Grundlinien der Arithmetik des menschlichen Lebens, nebst Winken für deren Anwendung auf Geographie, Staats- und NaturWissenschaft. Landshut, Krüll, 1811. Mit gefalt. Kupfertafel und 8 gefalt. Tabellen. XXXIV S., 2 Bl., 420 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 150,Erste Ausgabe. – Humpert 12238. – Titel gestempelt, stellenw. fleckig. – DAZU: LANGSDORF, K. CH., Arithmetische Abhandlungen über juristische, staats- und forstwirthschaftliche Fragen, Mortalität, Bevölkerung und chronologische Bestimmungen. Heidelberg, Schwan und Götz, 1810. XV, 173 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). – Humpert 1058. – Zweite Aufl. (EA 1809). – Titel gestempelt, etw. fleckig.

1215 (CÖLLN, L. F. A. VON), Die gedrückte Kirche oder das Christenthum als Secte betrachtet. Frankfurt, Hermann, 1801. 184 S. Schlichte Pp. d. Zt. (158) 100,-

Einzige Ausgabe. – Holzmann-B. II, 11953. Hamberger-M. XI, 141. – Ludwig Friedrich August von Cölln (1753-1804) war Superintendent in Detmold. – Leicht fleckig.

1216 DEZA, M., Vita di Helena Lucretia Cornara Piscopia. Venedig, A. Bosio, 1686. 4°. Mit gestoch. Portr. und Kupfertafel. 131 S., 2 Bl. Pp. um 1800 (beschabt, bestoßen, fleckig). (49) 200,Erste Ausgabe. – Haym 162, 12. – Sehr frühe Biographie der gelehrten Benediktinerin Elena Lucrezia Cornara Piscopia (1646-1684), die in die Geschichte einging als erste promovierte Frau der Welt (über eine Stelle des Aristoteles). – Block gebrochen, erste 3 Bl. mit Einrissen (fachmännisch restauriert); wasserrandig, etw. gebräunt.

1217 FICHTE, J. G., Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer. 2. verb. Ausg. Jena und Leipzig, Gabler, 1802. XII, 346 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rsch. mit Absplitterung; etw. beschabt und bestoßen). – Baumgartner-J. 12 b. – Vorsätze leimschattig; etw. gebräunt und fleckig. (128) 100,-

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Philosophie – Politik – Nationalökonomie

1218 FICHTE, J. G., Sonnenklarer Bericht an das größere Publikum über das eigentliche Wesen der neuesten Philosophie. Ein Versuch, die Leser zum Verstehen zu zwingen. Berlin, (Späth für die) Realschulbuchhandlung, 1801. XX, 232 S. Beschäd. Pp. d. Zt. (73) 80,Erste Ausgabe. – Baumgartner-J. 53. Goed. V, 8, 15. – Titel mit Besitzvermerk von 1801, gelegentlich Unterstreichungen mit Bleistift, gebräunt, fleckig.

1219 FRANTZ, C., Vorschule zur Physiologie der Staaten. Berlin, Schneider, 1857. 2 Bl., 344 S. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (158) 100,Erste Ausgabe. – ADB XLVIII, 719. – Frantz galt, nach einem Wort Friedrich Lists, als „der erste Vertreter einer deutschen Weltpolitik“. – Ganz wenig fleckig.

1220 FRÉGIER, H.-A., Des classes dangereuses de la population dans les grandes villes, et des moyens de les rendre meilleures. 2 Bde. Paris, Baillière, 1840. XI, 435 S.; 2 Bl., 527 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (56) 150,Erste Ausgabe. – Mit Bibliotheksmarke, Titel gestempelt, stellenw. minimal fleckig.

1223 (GROSSING, J.), Babylon, oder das große Geheimniß der europäischen Mächte. O. O. und Dr. (Wien, Wucherer), 1784. 31 S. Spät. Pp. (3) 100,Erste Ausgabe. – M. Winter, Georg Philipp Wucherer, Frankfurt 1992, S. 19 und 81. – Vgl. Wurzbach V, 376 (Ausg. 1785; dort alle weiteren Angaben zur schwierigen Verfasserfrage). Holzmann-B. I, 3830. – Nicht bei Wernigg. – In der ÖNB nur die Druckvariante mit 35 S. Umfang. – Minimal fleckig.

1224 GÜNTHER, J. (J.), Ersparungsbuch für alle Stände oder die Kunst seine Ausgaben zu vermindern und seine Genüsse zu erhöhen. Weimar, Voigt, 1840. 12°. 3 Bl., 279 S., 1 Bl. Verlagsanzeigen. Pp. d. Zt. (bestoßen). (158) 150,Einzige Ausgabe. – Vgl. Hirsch-H. II, 887: „Günther (17711852) war einer der fruchtbarsten medizinischen Schriftsteller gewesen, der sich fast in allen Fächern der Wissenschaft und Kunst nicht ohne Erfolg versucht hatte.“ – Mit zahlr. Anleitungen zur Herstellung von Champagner aus Obstmost, Armenspeisen, Zucker aus Kartoffeln, Reinigungsmitteln oder Papier aus Ersatzstoffen wie Stroh oder Altpapier. – Stärker gebräunt.

Mit Anmerkungen Wittgensteins

1221 (GRABIENSKI, J., UND A. F. W. SACK), Conseils d'un ami a un jeune homme qui entre dans le monde. O. O. (Berlin?) und Dr., 1755. 77 S. Läd. Interims-Broschur. (158) 150,-

1225 HÄNSEL, L., Newton – Goethe – Pascal. Die Farbenlehre und das Problem der Mitte. (Wien 1949). 4°. S. 113-146. Orig.-Umschlag (Rücken defekt, Deckel mehrf. geknickt). (103) 8.000,-

Unbekannte zweite (?) Ausgabe. – Vgl. Holzmann-B. I, 10022a („2. ed.“, Berlin 1760). Barbier I, 699. Estreicher XVII, 305 (beide die Ausg. Warschau 1769). – In allen Ausgaben (eine auch in deutscher Übersetzung) sehr seltener erzieherischer Ratgeber für die Lebensführung. Behandelt Religion, gesellschaftliches Leben, Bildung etc., das zehnte Kapitel mit Ratschlägen zur Eheschließung. – Bei der vorliegenden, über den KVK nicht nachweisbaren Ausgabe handelt es sich vielleicht um einen Raubdruck nach der Erstausgabe Berlin 1752 (diese in einem Exemplar in der Universitätsbibliothek Cambridge vorhanden). Die laut Drucktitel zweite Ausgabe von 1760 zählt jedenfalls unsere 1755 datierte Ausgabe nicht mit. – Fliegende Vorsätze läd., einige Ecken geknickt, erste und letzte Bl. angeschmutzt, sonst nur wenig fleckig und gebräunt. – Vorderer Vorsatz mit kaum noch lesbarem Schenkungsvermerk des Pfalzgrafen Wilhelm von Birkenfeld.

Separatabdruck aus: „Chronik des Wiener Goethe-Vereins“, Bde. LII und LIII. – Vgl. „L. Hänsel – L. Wittgenstein. Eine Freundschaft“ (Innsbruck 1994), S. 339-354. – Wittgensteins Korrekturexemplar von Hänsels Abhandlung über Goethes „Farbenlehre“. – Wittgenstein geht teilweise sehr hart mit seinem Freund Ludwig Hänsel ins Gericht. – Mit folgenden Anmerkungen Wittgensteins: „Wenn Du nur nicht immer dreinschwätzen wolltest!“ (S. 122), „Du bist nicht Goethe“ (S. 124), „Christliche Völker sind nicht das Christentum!“ (S. 145). – Wittgenstein und Hänsel hatten einander Anfang 1919 während der Kriegsgefangenschaft bei Cassino kennengelernt. – Wittgenstein befand sich zu Ostern 1949 nachweislich in Wien und hat ihm den Sonderdruck zur Korrektur überlassen. – „Wittgensteins und Hänsels Freundschaft währte damals bereits 30 Jahre: in dieser Zeit ist von Wittgenstein so manches grobe Wort über Denkansätze Hänsels gefallen. Freilich irritiert der angriffslustige, ausfahrende Ton“ (Christian Paul Berger, in: „L. Hänsel – L. Wittgenstein. Eine Freundschaft“, S. 339). – „Hänsel war ein ungewöhnlich belesener Mann, er schätzte vor allem Pascal, Augustinus, Kierkegaard und Goethe und verfaßte dazu zahlreiche Aufsätze. Seine speziellen Arbeitsgebiete waren moderne Fragen des Christentums und der Kirche, Wertphilosophie, Erkenntnistheorie, sowie grundsätzliche Fragen der Erziehung und Bildung. Hänsel galt als konservativ: ähnlich wie Wittgenstein war er, was Literatur, Kunst, Musik und überhaupt das 'moderne Leben' anbelangt, der 'Tradition' zugetan. Für Wittgenstein verkörperte Hänsel einerseits altösterreichische Tradition, andererseits kritische Auseinandersetzung mit der damaligen geistigen und kulturellen Situation. Doch so sehr Wittgenstein Hänsel auch kritisiert, seine Briefe enden immer wieder damit, daß er der seinem Freund angelasteten Fehler sich selbst in noch stärkerer Form bezichtigt“ (Ilse

1222 GRONOVIUS, J. F., De sestertiis seu subsecivorum pecuniae veteris Graecae & Romanae libri IV. Leiden, Du Vivié, 1691. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und Druckermarke auf dem Titel. 15 Bl., 766 S., 13 Bl. Blindgepr. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen). (49) 200,Dritte, umfangreichste und beste Ausgabe. – Lipsius 161. Graesse III, 161. Kress, Suppl. I, S 746. Goldsmiths 2895.1. ADB IX, 723, 4. – Grundlegendes Werk über das Geldwesen im klassischen Altertum. – Das Frontispiz zeigt eine Versammlung von Numismatikern im Kabinett. – Vorsatz mit Klebespuren, Frontispiz mit kleiner Fehlstelle, Titel mit hs. Besitzeinträgen, fleckig und leicht gebräunt.

Philosophie – Politik – Nationalökonomie

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Nr. 1225

Nr. 1226

Somavilla, Der rechte Ton, in: „L. Hänsel – L. Wittgenstein. Eine Freundschaft“, S. 325). – Mit zahlr. Marginalien, An-, Unter- und Durchstreichungen sowie Korrekturen von Wittgenstein mit Bleistift. – Siehe Abbildung.

schaft bei Cassino kennengelernt. – „Ludwig Hänsel hat seinen Aufsatz 'Wertgefühl und Wert' im April 1949 veröffentlicht und wohl unmittelbar danach Wittgenstein, der sich Ostern 1949 nachweislich in Wien befand, einen Sonderdruck überlassen. Wittgensteins und Hänsels Freundschaft währte damals bereits 30 Jahre: in dieser Zeit ist von Wittgenstein so manches grobe Wort über Denkansätze Hänsels gefallen. Freilich irritiert der angriffslustige, ausfahrende Ton der meisten Randbemerkungen zu 'Wertgefühl und Wert' auch noch den heutigen Leser. Schließlich hat ihm ja Hänsel diese für ihn so wichtige philosophische Arbeit vertrauensvoll zum Lesen überlassen und einen derartigen harten und zuweilen auch recht schulmeisterlichen Ton wohl kaum erwartet. Für das tiefere Verständnis der Randnotizen zu Hänsels Aufsatz ist dies sehr wichtig, denn immerhin treffen wir ja auf sehr späte, mehr oder minder direkte Äußerungen Wittgensteins zur Frage nach den Werten, die zugleich eine Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Denkweisen zu diesem Fragenkomplex zum Ausdruck bringen. Hänsels Aufsatz sollte daher als 'philosophischer Filter' verstanden werden, durch den Wittgenstein mit den phänomenologischen Ansätzen zur WertEthik in Berührung gekommen ist“ (Christian Paul Berger, Wittgensteins Kritik an Hänsels Aufsatz 'Wertgefühl und Wert', in: „L. Hänsel – L. Wittgenstein. Eine Freundschaft“). – Mit zahlr. Marginalien, An-, Unter- und Durchstreichungen und Korrekturen von Wittgenstein mit Bleistift. – Siehe Abbildung.

Wittgenstein's correction copy of Hänsel's treatise on the „Theory of colours“ by Goethe. – With numerous marginalia, underlinings, deletions and corrections by Wittgenstein with pencil. – Original wrappers (spine defective, cover with multiple creases). – See illustration.

Wittgensteins Korrekturexemplar 1226 – Wertgefühl und Wert. (Wien 1949). 40 S. Orig.Umschlag (Rücken lädiert, Deckel mit Knickfalte und gering knittrig). (103) 8.000,Separatabdruck aus: „Wiener Zeitschrift für Philosophie, Psychologie, Paedagogik“, Bd. II/3. – Vgl. „L. Hänsel – L. Wittgenstein. Eine Freundschaft“ (Innsbruck 1994), S. 339-354. – Wittgensteins Korrekturexemplar von Hänsels Abhandlung über „Wertgefühl und Wert“. – Wittgenstein geht teilweise sehr hart mit seinem Freund Ludwig Hänsel ins Gericht. Auf dem Vorderdeckel die Anmerkung Wittgensteins „Auch ein Museum braucht einen Kurator, der weiß, was wohin zu stellen ist, und nicht Dreck und Wertvolles durcheinander in alle Schränke stellt“. Des weiteren mit scharfem Ton: „Geschwätz, gehauen nicht + nicht gestochen!“ (S. 16), „Wenn man sich mit jedem Esel herumschlägt, wird man leicht selber einer“ (S. 19), „Wenn das Philosophie ist, dann sollten die Menschen ein für allemal auf sie verzichten“ (S. 39). – Wittgenstein und Hänsel hatten einander Anfang 1919 während der Kriegsgefangen-

Wittgenstein's correction copy of Hänsel's treatise on „Wertgefühl und Wert“. – With numerous marginalia, underlinings, deletions and corrections by Wittgenstein with pencil. – Original wrappers (spine damaged, cover somewhat creased). – See illustration.

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Philosophie – Politik – Nationalökonomie

1227 HEGEL, G. W. F., Sämtliche Werke. Jubiläumsausg. von H. Glockner. Mischaufl. 22 Bde. Stuttgart, Frommann, 1930-59. OLwd. (leichte Gebrauchsspuren). (72) 300,-

1233 KÖNIG, J. CH., Philosophie der schönen Künste. Nürnberg, Felsecker, 1784. Mit gestoch. Titelvign. XVIII, 512 (recte 516) S., 11 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale lädiert, beschabt und etw. bestoßen). (3) 150,-

1228 – Encyclopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. 3. Ausg. Heidelberg, VereinsVlg., 1830. LVIII (recte LVI), 600 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenke tls. eingerissen, beschabt und bestoßen. (62) 150,-

Erste Ausgabe. – Hamberger-M. IV, 206. – Fleckig und leicht gebräunt.

Steinhauer 343. – Die ursprüngliche Verlegerangabe „Verwaltung des Oßwald'schen Verlags. (C. F. Winter)“ überklebt. – Vorsätze gestempelt, leimschattig und mit Besitzvermerk; etw. gebräunt und fleckig.

1229 – Wissenschaft der Logik. Bd. I (von 2) mit 2 Tln. in 1 Bd. Nürnberg, Schrag, 1812-13. XIV, XXVIII, 334, VI, 282 S. Etw. spät. Hldr. mit Rvg. (leicht beschabt). (8) 600,Erste Ausgabe. – Steinhauer 286. – Minimal gebräunt und kaum fleckig.

1230 HELVÉTIUS, (C. A.), Discurs über den Geist des Menschen. Aus dem Französischen (von J. G. Forkert). Mit einer Vorrede Herrn J. Ch. Gottscheds. Leipzig und Liegnitz, Siegert, 1760. 40 Bl., 646 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (83) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Smith E.15. Fromm 12305. Ziegenfuß I, 503. Jantz 3417: „With the long & interesting critical preface by Joh. Christoph Gottsched. This was omitted in the later edition of 1787.“ – Fliegender Vorsatz mit Eintrag von alter Hand in Tinte, wenige Seiten mit Quetschfalten; gebräunt und fleckig.

1231 (KANT, I.), Träume eines Geistersehers. Riga und Mitau, Hartknoch, 1766. Mit Titelholzschnittvign. (Blumenranken). 128 S. Mod. Ldr. (7) 300,Dritter Druck im Jahr der Erstausgabe. – Holzmann-B. IV, 5746. Warda 43. Adickes 40. – Kants berühmte, anonym erschienene Auseinandersetzung mit Swedenborg. – Titel angerändert, gegen Ende mit hinterlegten Eckabrissen, vereinzelte Anstreichungen, fleckig und leicht gebräunt.

1232 KANT – SCHMID, C. CH. E., Wörterbuch zum leichtern Gebrauch der Kantischen Schriften. 4. verm. Ausg. Jena, Cröker, 1798. 6 Bl. (letztes weiß), 668 S. Pp. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (8) 120,Goed. V, 6, 11, 2. Adickes 294: „The work is of great value.“ – Dritte Ausgabe des 1788 erstmals selbständig erschienenen Wörterbuchs, das ursprünglich nur als Anhang zu Schmids „Critik der reinen Vernunft im Grudrisse“ herausgegeben worden ist. Es hat zur Rezeption der Kantischen Philosophie entscheidend beigetragen. – Gebräunt und fleckig. – DAZU: KANT, I., Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. Königsberg 1800.

1234 LA PORTE, M. DE, La science des négocians et teneurs de livres. Amsterdam und Lüttich, Desoer, 1787. Qu.-8°. Mit Kupfertafel. XVI, 757 (recte 755) S. Läd. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (7) 400,Hausdorfer 194. – Nicht bei Kress, Goldsmiths etc. – Erstmals 1704 erschienenes und weit verbreitetes Kompendium der doppelten Buchhaltung. La Porte war der Erste, der die Aufteilung des Grundbuches in Einkauf, Verkauf, Kassenbuch und Memorial vornahm. – Vorsätze mit Siegellackresten, unterer Schnitt mit roter Farbspur, Titel mit gelöschtem Stempel, mehrf. gestempelt, einige Seiten leicht gebräunt, tls. etw. wasserrandig.

1235 (LEFÈVRE DE BEAUVRAY, P.), Dictionnaire social et patriotique, ou précis raisonné de connoissances relatives à l'économie morale, civile & politique. Amsterdam (= Paris?), o. Dr., 1770. 8 Bl., 55 (recte 557) S., 1 Bl. (statt 2). InterimsBrosch. d. Zt. (wasserrandig). (49) 100,Erste Ausgabe. – Goldsmiths 10608. Higgs 5135. Einaudi 3297. INED 2756. Menger 571 und 1035. Weller, Druckorte, II, 185. – Es fehlt das Erratablatt. – Unaufgeschnitten, unterschiedl. gebräunt, stellenw. fleckig.

1236 LEIBNIZ, G. W., Deutsche Schriften. Hrsg. von G. E. Guhrauer. 2 Bde. Berlin, Veit, 1838. XX, 486 S., 1 Bl., 46; XII, 512, 90 S., 1 Bl. Stark beschäd. Hldr. d. Zt. (72) 120,Erste Ausgabe. – Enthält größtenteils bis dahin ungedruckte Schrifen aus Manuskripten der Bibliothek in Hannover. – Etw. fleckig und gebräunt.

1237 MACHIAVELLI, N., De republica. Ex Italico Latini facti. Frankfurt, Zetzner, 1608. 12°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 3 Bl., 546 S., 9 Bl. Pgt. d. Zt. (stark fleckig, etw. bestoßen und wenig wurmstichig). (83) 300,Bertelli-I. 9. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Eintrag von alter Hand in Tinte und Klebestreifen, fliegender Vorsatz mit Eckabriß, Titel mit Besitzvermerk, tls. mit Unterstreichungen, mehrf. gestempelt, wenig gebräunt und wasserrandig, stellenw. fleckig. DAZU: DERS., Historiae Florentinae libri octo. Den Haag, Vlacq, 1658. Mit gestoch. Titel. 3 Bl., 534 S., 23 Bl. – Bertelli-I. 53.

Philosophie – Politik – Nationalökonomie

1238 MENDELSSOHN, M., Philosophische Schriften. Verb. Aufl. 2 in 1 Bd. Berlin, Voß, 1777. Mit gestoch. Frontisp. und 2 gestoch. Titelvign. von J. W. Schleuen nach J. W. Meil. XXII, 278 S., 1 Bl., 283 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt). (7) 200,Goed. IV/1, 489, 12. Meyer 110. Fürst II, 362. Dorn 105107. – Vgl. Albrecht 46. – Dritte Ausgabe (vorher: 1761, 1771). – Mehrf. gestempelt, gering fleckig.

1239 – Abhandlung über die Evidenz in metaphysischen Wissenschaften. Neue Aufl. Berlin, Haude und Spener, 1786. 144 S. Läd. Pp. d. Zt. (56) 120,Goed. IV/1, 488, 7. – Zweite Auflage der 1763 von der Berliner Akademie der Wissenschaften preisgekrönten Schrift. – Titel verso mit teils tektiertem Stempel, stellenw.. fleckig, leicht gebräunt.

1240 (MERCIER, L.-S.), Philosophische Abhandlungen und Lobreden über Preisaufgaben der Franzöischen und verschiedener anderer Akademieen. Aus dem Französischen übers. (von Carl Adolph Caesar). 2 in 1 Bd. Leipzig, Kummer, 1777-78. Mit gestoch. Titelvign. 8 Bl., 391, 230 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken fleckig, Schwanz wenig eingerissen, etw. berieben und bestoßen). – Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 17362. – Titel gestempelt, wenig gebräunt. (158) 200,1241 MONTESQUIEU, (CH.-L. DE SECONDAT DE), Oeuvres. Nouv. éd., revue, corrigé, et considérablement augmentée. 3 Bde. Amsterdam und Leipzig, Arkstée und Merkus, 1758. 4°. Mit gestoch. Textvign. und 2 gefalt. Kupferstichkarten. 2 Bl., LXXXVI, 527 S.; 2 Bl., XVI, 634 S.; 2 Bl., 638 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt und bestoßen; Kapitale angegriffen). (71) 400,Cioranescu 46064. Dangeau 24. – Die erste Gesamtausgabe war 1757 erschienen. – Recht gutes Exemplar.

1242 MOSHEIM, J. L. (VON), Vindiciae antiquae Christianorum disciplinae, adversus Tolandi Nazarenum. Editio secunda, priori longe auctior. Hamburg, Schiller und Kisner, 1722. 19 Bl., 184, 368 S., 5 Bl. Spät. Pgt. (etw. beschabt und bestoßen). (7) 200,Vgl. Herzog-H., XIII, 502 (EA 1720): „In lebendiger Fühlung mit den Bedürfnissen der Zeit.“ – Des protestantischen Kirchenhistorikers Johann Lorenz von Mosheim (16941755) Arbeit richtet sich gegen den 1718 erschienenen „Nazarenus“ des Deisten John Toland. Mit einer umfangreichen Biographie des englischen Philosophen aus der Feder Mosheims. – Etw. gebräunt. – Gestoch. Exlibris des Kardinals Mario Marefoschi Compagnoni (1714-1780).

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1243 MÜLLER, H. C., Die Baugelüsten unserer Zeit; oder: das neugermanische Kaiserthum. Eine Parabel. Nebst einer Schilderung Deutschlands, rücksichtlich seiner politischen und socialen Verhältnisse, in Vergleichung mit den übrigen europäischen Staaten. Zur Rechtfertigung der deutschen Regierungen und der Belehrung des Volkes. Darmstadt, Dingeldey, 1834. VIII, 134 S. Pp. d. Zt. – Erste Ausgabe. – Wenig fleckig. (158) 120,1244 OBERHAUSER, B., Biennium philosophicum peripatetico-thomisticum. 4 in 1 Bd. Salzburg, Mayr, 1725. 4°. Leicht beschäd. Ldr. d. Zt. (158) 150,Erste Ausgabe. – Vgl. Ueberweg IV, 365: „Der Benediktinerorden bereitete im 17. Jahrhundert seine tragende Rolle für die katholische Aufklärung vor, die sich etwa in der Ritterakademie in Ettal, wo Salzburger Benediktinerprofessoren, z. B. Bernard Oberhauser (1694-1739) lehrten, und im zunehmenden Einfluss der französischen Benediktiner (Mauriner) manifestierte.“ – Leicht gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden.

1245 – Coronis bienni philosophici, peripatetico-thomistici. Salzburg, Mayr, 1729. 4°. 29 Bl., 995 S., 14 Bl. Leicht beschäd. Ldr. d. Zt. (158) 150,Erste Ausgabe. – Leicht gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden.

1246 PASCAL, (B.), Pensées sur la religion, et sur quelques autres sujets. Ed. nouvelle. 2 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Mortier, 1701. 12°. Mit gestoch. Portr. 50 S., 24, 2 Bl., 266 S., 7 Bl., 128 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). – Maire IV, 114, 44 (abweichende Kollation). – Fleckig und etw. gebräunt. (126) 80,1247 PAUW, (C.) DE, Recherches philosophiques sur les grecs. 2 Bde. Berlin, Decker, 1787. XX, 395 S.; 1 Bl., 446 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (158) 250,Erste Ausgabe. – Cioranescu 49275. – Pauw (1739-1799), zeitweise zum Kreis der Gelehrten um Friedrich II. zählend, war auch Verfasser der umstrittenen „Recherches philosophiques sur les Américains“. – Sehr dekorativ gebundenes und hervorragend erhaltenes Exemplar mit zahlr. Ergänzungen eines gelehrten Vorbesitzers auf à flottant eingehefteten Zetteln.

1248 PERI, G. D., Il negotiante. Editione novissima migliorata, & accresciuta. 6 Tle. in 1 Bd. Venedig, Hertz, 1697. Mit 4 wdh. Holzschnittvign. Pgt. d. Zt. (Schnittspuren, beschabt, bestoßen und fleckig). (100) 600,-

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Philosophie – Politik – Nationalökonomie

Riccardi VII, 70. Goldsmiths 3400. Kress 2039. Hausdorfer 188: „Peri was the first to be independent of the Venetian school. His system seems to have been drawn largely from practice.“ – Vierte Ausgabe des erstmals 1638 aufgelegten Buchhaltungsbuches; Teil III, erstmals 1651 erschienen, hier noch unter dem ursprünglichen Titel „I frutti d'albaro“; der vierte, erst 1665 erschienene Teil in zweiter Ausgabe. – In unserer Ausgabe ferner enthalten M. Cramer „Il secretario di banco overo stile di corrispondenza mercantile“ und „Aggiunta d'altre lettere, & formole mercantili“. – Ein Bl. mit alt hinterlegtem Randausriß, stellenw. fleckig.

1249 PLATON – AST, F., Platon's Leben und Schriften. Leipzig, Weidmann, 1816. 1 Bl., 530 S., 2 Bl. (Anzeigen). Ldr. d. Zt. (leicht beschabt, etw. fleckig). (22) 120,Erste Ausgabe. – ADB I, 626. Ziegenfuß I, 52. – Vom Platonforscher Friedrich Ast (1778-1841) verfaßter „Versuch, im Leben wie in den Schriften des Platon das Wahre und Aechte vom Erdichteten und Untergeschobenen zu scheiden, und die Zeitfolge der ächten Gespräche zu bestimmen“ (Untertitel). Während über die Chronologie der Werke Platons inzwischen weitgehend Einigkeit herrscht, ist die Echtheit mancher Schriften noch immer stark umstritten. – Vortitel gestempelt, erste Bl. mit Wurmloch (kein Textverlust), gebräunt, fleckig. – Straubinger Schulpreisband von 1842 für Johann Nepomuk Seidl mit entsprechendem Eintrag auf dem Vorsatz.

1250 POPE, A., L'uomo. Saggi di filosofia morale. Volgarizzati da G. M. Ferrero di Lauriano. (Turin, Königliche Druckerei, 1768). 4°. Mit gestoch. Frontisp. 29, 139 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gebrauchsspuren). – Vorsätze leimschattig. (49) 100,1251 RENTZ, P., Philosophia secundum mentem angelici doctoris Divi Thomae Aquinatis. Tomus II (von 3). Complectens physicam universalem. Weingarten, J. B. Herckner, 1714. 7 Bl., 722 S. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit intakten Schließen. (158) 80,Vgl. Ueberweg IV, 364: „Bemühte sich um eine zuverlässige Darstellung der thomistischen Lehre.“ – Der Druckort „Altdorfium ad Vineas“ wird im VD 17 mißverständlich nur als „Altdorf“ angegeben. – Die erste Ausgabe war 1697 erschienen. – Tadelloses Bändchen.

1252 SCHMERBAUCH, M., Blicke auf den in Teutschland jetzt herrschenden Geist. Erfurt, Andreä, 1832. 2 Bl., 64 S. Läd. Pp. d. Zt. (158) 100,Einzige Ausgabe. – Der Verfasser (kein Pseudonym) nicht im DBI. – Gutes Exemplar mit dreiseit. Goldschnitt und e. Widmung von Schmerbauch: „Seiner Hochwürden des Herrn Probst Salesius Krügner Doctor der Gottesgelahrtheit pp. mit der gefühltesten Hochachtung der Verfasser.“

1253 SNELL, W., Naturrecht, nach den Vorlesungen hrsg. von einem Freunde des Verewigten. Langnau, Wyß, 1857. XVI, 271 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt). – Erste Ausgabe. – Titel gestempelt, fleckig. (149) 100,1254 (STORCHENAU, S. VON), Die Philosophie der Religion. 7 in 4 Bdn. Augsburg, Veith, 177881. Mit 7 identischen gestoch. Titelvign. und einigen Textkupfern. Hldr. d. Zt. (beschabt). (22) 150,Erste Ausgabe, teilw. in kollationsgleichen (und unbezeichneten) Nachdrucken. – De Backer-S. VII, 1599, 4. Wurzbach XXXIX, 196. ADB XXXVI, 445. – Storchenau kämpft auf der Seite der Augsburger Exjesuiten gegen die Aufklärung. – Mehrf. gestempelt, leicht gebräunt, gering fleckig.

1255 WEILLER, K., Ueber das Verhältniß der philosophischen Versuche zur Philosophie. München, Giel, 1812. 2 Bl., 40 S. Läd. Brosch. d. Zt. (158) 80,Erste Ausgabe. – Vgl. Adickes 2204: „In his strictly philosophical works Weiller is a disciple of Jacobi.“ – Wenig fleckig.

1256 WINKOPP, P. A., Freimütige Bemerkungen über die Mainzer Monatschrift von geistlichen Sachen. Frankfurt und Leipzig, o. Dr. (Weygand?) 1785. 4 Bl., 340 S. Ldr. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt). (3) 200,Hamberger-M. VIII, 551. – Kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der dem Klerus nahestehenden „Mainzer Monatschrift“ im Geist der späten Aufklärung. – Winkopp (1759-1813) verbrachte „wegen eines den Kurfürsten von Mainz kränkenden, wie sich später herausstellte, von dem Hof- und Regierungsrath Joh. v. Benzel geschriebenen Aufsatzes“ (ADB XLIII, 457) einige Monate in Haft. – Die „Vorrede“ verbunden. – Nicht im Jahrbuch.

1257 KONVOLUT – 11 Werke zur Philosophie und Politik des 18. Jahrhunderts in 13 Bdn. 1749-1800. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (40) 300,Eckhartshausen (Ueber die Gefahr, die den Thronen drohet, 1791) – Helvetius (Discurs über den Geist des Menschen, 1787) – Kant (Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, 1800) – Moser (Beherzigungen, 1762; Gesammelte Schriften, 1783-64; Der Herr und der Diener, 1761; Reliquien, 1766; Ueber Regenten, 1784; Versuch einer StaatsGrammatic, 1749) – Pascal (Gedanken, 1777; Provinzialbriefe, 1792). – Altersspuren.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts 1258 ANNENKOV, J., Portrety. St. Petersburg, Petropolis, 1922. Fol. Mit zahlr. Abb., davon 37 auf Tafeln (in Pag.). 169 S., 1 Bl. Mod. Lwd. mit aufgezogenem Deckel der Orig.-Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (25) 1.200,Nr. 135 von 900 Exemplaren. – Aus vollem Halse Nr. 55: „Die Besonderheit dieses Buches liegt vor allem im reichen Bildmaterial. Annenkov hat in zahlreichen Zeichungen und Gemälden sich selbst, die Mitglieder seiner Familie und namenhafte zeitgenössische Dichter und Künstler dargestellt.“ Mit Texten von E. Zamjatin, M. Kuzmin und M. Babencikov. – Wenige Lagen gelockert, gering gebräunt. – Beiliegen zwei Werke mit Deckelillustrationen Annenkovs (Tikhonov, Braga und Ivanov, Sedmoj Bereg, beide Moskau 1922). A few quires loosened, minimally browned. – Enclosed two works with cover illustrations by Annenkov (Tikhonov, Braga and Ivanov, Sedmoj Bereg, both Moscow 1922). – Modern cloth with mounted cover of original wrappers (minor signs of wear).

1259 ARP, H., Elemente. Holzschnitte. Entwürfe aus dem Jahre 1920. Zürich, Stuben, 1950. Fol. Mit 10 (2 sign., 4 farb.) Holzschnitten von Hans Arp. 4 Bl. Lose in OHpgt.-Einbanddecke. (26) 1.000,Nr. 19 von 200 Exemplaren. – Bolliger, Graphik 48, I-X und Bücher 34. Arntz 283-292. – Erste Ausgabe der Holzschnitte, geschnitten von K. Schmid nach den 1920 entstandenen Zeichnungen. – Ein weißes Blatt mit e. Signatur des Künstlers. – Tadellos. – Siehe Abbildung Tafel 30.

1260 BARLACH – SCHILLER, (F. VON), An die Freude. Berlin, P. Cassirer, (1927). Qu.-Fol. Mit illustr. Titel und 9 Holzschnitten von Ernst Barlach. 2 Bl. OKart. (wasserrandig und fleckig). (119) 400,Feilchenfeldt-B. 175.1. Slg. von Kritter VII/50. – Vortitel mit montiertem Photo einer Skulptur Barlachs und e. Widmung, datiert 1929, wasserrandig und stärker fleckig.

1261 BAYROS, F. VON, Einundzwanzig Exlibris. Berlin und Leipzig, Kentaur, o. J. (ca. 1915). 4°. Mit 21 mont. Exlibris von F. von Bayros. 2 Bl. OPp.-Mappe (Gebrauchsspuren). (3) 150,Nicht bei Brettschneider. – Nach den Bayros-Mappen (Brettschneider 24-26) zusammengestellte Auswahl auf Bütten mit Chinapapier-Unterlage. – Ränder wellig. – DAZU: DERS., Kutscher Wilhelm. Zürich 1918.

1262 – Im Garten der Aphrodite. Privatdruck. O. O. und J. (ca. 1915). 4°. Mit illustr. Titel und 18 Tafeln nach F. von Bayros. OPp.-Mappe (Gebrauchsspuren). (3) 200,-

Nr. 1264 Eines von 350 Exemplaren. – Brettschneider 18. Hayn-G. IX, 44. – Ränder minimal gebräunt.

1263 BERTRAND – HENNIQUE, L., Deux Patries. Drame en cinq tableaux dont un prologue. Nouvelle édition illustrée de compositions originales par Bertrand. Paris, Conquet und Carteret, 1903. Fol. Mit 10 Orig.-Radierungen im Text von Léon Boisson nach Bertrand und 2 Extrasuiten auf je 10 Tafeln. 149 S., 1 Bl. Hmaroquin d. Zt. (gering beschabt, Ecken leicht bestoßen) mit eingeb. Orig.-Broschur. (49) 400,„Exemplaire spécial de l'éditeur“ außerhalb der 100 Exemplare mit den Extrasuiten (Gesamtaufl.: 250). – Monod 5906 (nur die 250 Verkaufsexemplare). – Die Extrasuiten avant la lettre mit Remarken. – Minimal gebräunt, Textbl. seitlich und unten meist unbeschnitten. – Exlibris. – Auf den letzten 4 weißen Bl. montiert 3 hs. Briefe des Autors an den Verleger bzw. Illustrator sowie 1 Typoskriptblatt und 1 e. Quittungsbeleg Bertrands an Carteret aus den Jahren 1901 und 1902, alles auf die Publikation des Werkes bezogen. – Luxuriös gebundenes Unikat.

1264 BISCHOF – CELAN, P., Ich ist ein Anderer. (Wien 1970). Gr.-Fol. Mit 11 sign. Radierungen von Peter Bischof. 9 Bl. Lose in Orig.-Umschlag in OLwd.-Kassette. (95) 800,Nr. 44 von 49 Ex., im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Siehe Abbildung.

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Aquatinta-Radierungen von Ch. Clément. 3 Bl., S. 19-67. Lose Lagen und Tafeln in Hpgt.-Mappe d. Zt. mit Schließbändern (beschabt und bestoßen). (72) 300,Exemplar F von 7 (B-H) der Vorzugsausgabe auf China (Gesamtaufl.: 128). – Vollmer I, 451. – Seltene Ausgabe mit 5 zusätzlichen sign. Radierungen und Autograph (hier mit dem Text zu den S. 24-26 des Druckes). – Mit gedruckter, von Budry und Clément sign. Widmung an H. Stinnes. – Unaufgeschnitten. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk von Heinrich Stinnes, letzte Lagen mit kleinem Einriß.

1269 BUTLER, S., Works. The Shrewsberry Edition. London, Cape, und New York, Dutton, 1923-26. Mit einigen Abb. im Text und auf Tafeln. OHpgt. (leichte Gebrauchsspuren). (71) 300,Nr. 28 von 375 Ex. „for the British Empire“ (Gesamtaufl.: 750). – Leicht gebräunt, seitlich und unten unbeschnitten. – Mod. Exlibris in allen Bdn. – Beiliegt die zweibändige Butler-Biographie von Henry Festing Jones (London, Macmillan, 1919) in erster Ausgabe.

1270 BUTOR, M., L'étoile des encres. Paris, Biren, 1982. Mit 5 monogr. Graphiken von Baltazar, Cardenas, Marfaing, Peverelli und Ubac. 7, 1 Bl. Lose in Orig.-Einband. (95) 400,Nr. 1270

1265 BRAQUE, G., Vingt pensées. (Alès, Benoît, 1958). 4°. Mit sign. doppelblattgr. farb. Lithographie von Georges Braque. 6 Bl. OPp. (gering lichtrandig und wenig angestaubt). – Nr. 20 von 95 Exemplaren. – Monod 1893. – Siehe Abbildung Tafel 30. (95) 1.000,1266 BRECHT, B., Svendborger Gedichte. London, Malik, 1939. 87 S. OPp. (etw. fleckig und bestoßen). (54) 400,Erste Ausgabe. – Nubel A 112. Exilarchiv 674. Hermann 20. – Die S. 22 und 23 mit Abklatsch. – Unbeschnitten.

1267 BREMER PRESSE – GOETHE, J. W. VON, Hermann und Dorothea. (Hrsg. von E. SchulteStrathaus). München 1922. Mit 9 Initialen von Anna Simons. 4°. 62 S., 1 Bl. OPgt., sign. „Frieda Thiersch“ (gering fleckig). (34) 200,Eines von 500 Exemplaren. – Rodenberg 59. Lehnacker 41. Schauer II, 69. – Vorsatz mit hs. Widmung von Grete Hillringhaus 1953. – Exlibris Elly Bach. – Beiliegen drei weitere Werke der Bremer-Presse: Kleists „Robert Guiskard“ (1919), Tibulls „Elegiae“ (1920) und Bacons „Essays“ (1920).

1268 BUDRY, P., Guerres de Bourgogne. Lausanne, Verseau, 1926. Fol. Mit Druckermarke, 2 Seiten Manuskript des Autors und 15 (10 num.) sign.

Nr. 20 von 75 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser und von den Künstlern signiert. – Siehe Abbildung.

1271 CLARAC-SÉROU, M., Ode à Elsébore. Paris, Rouge Maille, 1949. 4°. Mit Lithogr. von M. Clarac-Sérou. 5, 1 Bl. Lose in Orig.-Umschlag (leicht gebräunt. (83) 100,Nr. 13 von 66 Ex. (Gesamtaufl.: 69). – Nicht bei Monod. – Ränder minimal gebräunt.

1272 COLETTE, S., Belles saisons. (Paris), Charpentier, (1945). Fol. Mit 20 tls. ganzseit. Radierungen im Text und Extrasuite. 103 S., 1 Bl. Lose Lagen in Orig.-Umschl. mit OPp.-Einbanddecke und -Schuber (Gebrauchsspuren). (14) 100,Eines von 50 Ex. „sur vélin blanc de Lana“ (Gesamtaufl.: 350). – Monod 2974. – Beiliegt ein inkomplettes Exemplar der Vorzugsausgabe der „Poésies“ von Nerval, Paris (1947).

1273 CRANE – SHAKESPEARE, (W.), The Merry Wives of Windsor presented in eight pen designs. London, Allen, 1894. Fol. Mit 8 Tafeln von Duncan C. Dallas nach Walter Crane auf aufgewalztem India-Papier. 2 Bl. Lose in OLwd.-Mappe in mod. Lwd.-Kassette. (72) 150,Nr. 122 von 600 Ex. (Gesamtaufl.: 650), im Druckvermerk vom Künstler und Drucker signiert. – Massé 46. – Einige Trägerkartons mit geringem Eckausbruch.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Das Gründungsmanifest des Dadaismus 1274 DADA – CABARET VOLTAIRE. Eine Sammlung künstlerischer und literarischer Beiträge. Hrsg. von Hugo Ball. Zürich (1916). 4°. Mit einem Holzschnitt von M. Slodki (in Pag.) und 12 Abb. im Text. 31 S. Rote Orig.-Brosch. mit Collage von H. Arp auf dem Vorderdeckel (lichtrandig, Deckel mit kleiner Randläsur, Ränder mit Knickspuren, beschabt und bestoßen). (139) 7.000,Eines von 500 Ex. der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 550). – Raabe, Zeitschriften, 28. Raabe 11. Hagenbach B 40. Motherwell-Karpel 61: „The first appearance of the term 'dada' in print.“ Verkauf 177. Kat. Düsseldorf 109. Bolliger I, 45: „Erste Publikation des Dadaismus. In der Erklärung ist der Name 'Dada' erstmals dokumentarisch belegt. Rarissimum.“ – Eines der wenigen Exemplare mit der deutschen Titelei und Einleitung von Hugo Ball, gedruckt auf Normalpapier. – Umschlag mit der auf einen Papierstreifen in Goldpapier gedruckten Collage von Hans Arp. – Minimal fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 31.

1275 DRESSLER, A. W., Sechs Steingravuren. Hrsg. von O. Brattskoven. Berlin, Ottens, (1927). Fol. Mit 6 sign. und num. Radierungen. 2 Bl. OLwd. (etw. fleckig, gering beschabt und bestoßen). – Nr. 8 von 50 Exemplaren auf handgeschöpftem Japan. – Stellenw. minimal fleckig. (72) 200,1276 DULAC – ARABISCHE NÄCHTE. (Hrsg. von E. L. Schellenberg). Weimar, Kiepenheuer, o. J. (1911). 4°. Mit 50 mont. Farbtafeln nach Edmund Dulac. 2 Bl., 346 S., 3 Bl. OPgt. (149) 200,Nr. 560 von 700 Ex. auf Japan-Bütten (Gesamtaufl.: 800). – Mit den reizvollen Farbenlichtdruck-Illustrationen erzielte Dulac 1907 „seinen Durchbruch als Illustrator“ (Doderer 164). – Das erste Seidenhemdchen mit Einriß, auf dem Innendeckel ein mit einem zweiten Exlibris überklebtes Exlibris.

1277 ERNST – FRIEDRICH – KLEIST, (H. VON), C. (VON BRENTANO) U. A., Caspar David Friedrich. Seelandschaft mit Kapuziner. Paysage marin avec un Capucin. Ins Französische übertragen von Max Ernst. Zürich, Bolliger, 1972. Fol. Mit 2 sign. farb. Lithographien von Max Ernst. 33 S., 1 Bl. Lose in Orig.-Brosch. (minimal knittrig) in OLwd.-Schuber (etw. fleckig). – Nr. 10 von 77 Ex. (Gesamtaufl.: 607). – Brusberg 174 BP. Spies-L. 219.I.A. (95) 800,1278 – LECLERCQ, L., La rose est nue. (Paris), J. Hugues, (1961). Fol. Mit 6 Farbradierungen von Max Ernst. 47 S., 2 Bl. Lose in OLwd.-Decke in OLwd.-Schuber (stellenw. etw. fleckig). (95) 2.000,-

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Nr. 17 von 90 Ex. (Gesamtaufl.: 300), im Druckvermerk vom Künstler und Verfasser signiert. – Brusberg 85 BP. Spies-L. 78. – Siehe Abbildung Tafel 31.

1279 – RIBEMONT-DESSAIGNES, G., La ballade du soldat. (Vence, Chave, 1989). Gr.-Fol. Mit 34 farb. Lithographien von Max Ernst. 95 S., 1 Bl. Lose in Orig.-Einband. (95) 1.800,Nr. 34 von 199 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser und Künstler signiert. – Brusberg 176. Spies-L. 218 B. – Siehe Abbildung Tafel 31.

1280 ERNST-LUDWIG-PRESSE – HEINE, H., Die Nordsee. Leipzig 1909. Mit Buchschmuck von F. W. Kleukens. 45 S., 1 Bl. Flex. OPgt. (Schließbänder defekt). (34) 200,Eines von 250 Ex. (Gesamtaufl.: 300). – Stürz 3. Sarkowski 704. Schauer II, 63. – Exlibris Elly Bach. – Beiliegen zwei weitere Werke der Ernst-Ludwig-Presse: Goethes „Gott und Welt“ (1913) und die „Gedichte“ von Walther von der Vogelweide (1926).

1281 – HÖLDERLIN, F., Hyperion oder der Eremit in Griechenland. (Leipzig, Insel, 1912). 4°. Mit Titel und Initialen in Gold und Schwarz von F. W. Kleukens. 255 S., 1 Bl. OPgt. mit beschäd. Rsch. und Kopfgoldschnitt (leicht fleckig). (46) 150,Eines von 150 Ex. auf Bütten (Gesamtaufl.: 200). – Stürz 17. Sarkowski 745. – 17. Druck der Ernst-Ludwig-Presse für den Insel-Verlag. – Wenig fleckig.

1282 – KOCH, R., Das Blumenbuch. (Darmstadt 192930). 4°. Mit 250 kolor. Holzschnitt-Tafeln von F. Kredel nach R. Koch. 3, 4, 1 Bl. OLwd. (gering bestoßen). (6) 2.000,Eines von 135 Exemplaren. – Stürz 70. Nissen 1084. Schauer II, 36. – Erste Ausgabe des Blumenbuches, vor der Ausgabe des Insel-Verlages erschienen, die bei der Mainzer Presse gedruckt wurde. – Siehe Abbildung.

1283 FABRITII, A. C. DELLI, Wenn klar dein Harn kannst du den Arzt – entbehren –. (Hrsg. und übers. von G. Vorberg). Stuttgart, Püttmann, 1924. 4°. Mit illustr. Titel nach alten Mustern von H. Louis. 3 Bl., 39 S., 1 Bl. OPgt. mit Kopfgoldschnitt (kaum beschabt oder bestoßen). (156) 150,Nr. 1 von 350 Exemplaren. – Hayn-G. IX, 118 (unter Cynthio). – Übersetzung von „Piassa chiaro et encaca al Medico“, einer Verserzählung aus dem 16. Jahrhundert. – Druck auf kaiserlichem Japan. – Frisches Exemplar.

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

works in order to give an overview of the art of graphic design and advertising from the end of the twenties. – With the enclosed errata leaf. – Binding of first quires a little brittle at top, otherwise well preserved. – Original cloth with transparent front cover of celluloid (slightly soiled, hardly rubbed and scuffed). – See illustration on plate 31.

1285 GENIUS. Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Hrsg. von C. G. Heise, H. Mardersteig und K. Pinthus. Bde. I/1, II und III/1 (von 3) in 3 Bdn. München, Wolff, 1919-21. Fol. Mit 11 Graphiken (davon 1 kolor.). 3 Bl., 176 S., 1 Bl.; VIII, 332 S.; 1 Bl., 170 S., 1 Bl. Hpgt. und OPp. (etw. beschabt und bestoßen). (6) 400,Raabe 74. Schlawe II, 46. Diesch 2968. Jentsch 72. Söhn 120. – Halbjährlich erschienene, für künstlerische und literarische Tendenzen der Zeit repräsentative Zeitschrift mit Graphiken von Archipenko, Caspar, Ehrlich, Heckel, Hofer, Kaus, Masereel, Rouveyre, Scharff, Schmidt-Rottluff und Seewald. – Leichte Gebrauchsspuren. – 5 Beilagen.

Nr. 1282

1284 GEFESSELTER BLICK. 25 kurze Monografien und Beiträge über neue Werbegestaltung. Hrsg. und mit einer Einleitung versehen von Heinz und Bodo Rasch. Stuttgart, Zaugg, (1930). 4°. Mit 140 Abbildungen. 111 S. OLwd. mit transparentem Vorderdeckel aus Zelluloid (leicht fleckig, wenig berieben und bestoßen). (10) 8.000,Erste Ausgabe. – Berühmte, höchst seltene Originalausgabe der Zusammenstellung von Beispielen moderner Werbegestaltung und -typographie. Mit Beiträgen über einige der bedeutendsten Künstler der Zeit, die in diesem Bereich tätig waren, darunter Baumeister, Burchartz, Heartfield, Leistikow, El Lissitzky, Moholy-Nagy, Schuitema, Schwitters, Tschichold und Zwart. Herausgegeben von den Brüdern Rasch, die beide als Architekten und Designer in Stuttgart tätig waren, produziert mit Unterstützung des „Ringes der Werbegestalter des Schweizer Werkbundes“. Die Veröffentlichung stellt die jeweiligen Künstler kurz vor und zeigt charakteristische Arbeiten, so daß ein Querschnitt durch die Kunst der graphischen Gestaltung und des Werbedesigns vom Ende der zwanziger Jahre entsteht. – Mit dem beigelegten Erratablatt. – Bindung der ersten Lagen oben etw. brüchig, sonst gut erhalten. – Siehe Abbildung Tafel 31. First edition. – Famous, extremely rare original edition of compilation of examples of modern commercial art and typography. With contributions on some of the major artists of the time working in this field, among them Baumeister, Burchartz, Heartfield, Leistikow, El Lissitzky, Moholy-Nagy, Schuitema, Schwitters, Tschichold and Zwart. Published by the brothers Rasch, who both worked as architect and designer at Stuttgart, produced with the assistance of the „Ring der Werbegestalter des Schweizer Werkbundes“. The publication presents each artist shortly and shows characteristic

1286 – Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Hrsg. von C. G. Heise, H. Mardersteig und K. Pinthus. Bde. II und III (von 3) in 2 Bdn. München, Wolff, (1920). Fol. Mit 10 Graphiken. VIII, 332; VIII, 354 S., 1 Bl. OLwd. (Gelenke eingerissen, fleckig und etw. bestoßen). (61) 400,Raabe 74. Schlawe II, 46. Diesch 2968. Jentsch 72. Söhn 120. – Halbjährlich erschienene, für künstlerische und literarische Tendenzen der Zeit repräsentative Zeitschrift mit Graphiken von Alexander Archipenko, Georg Ehrlich, Erich Heckel, Carl Hofer, Alexander Kanoldt, Max Kaus, Frans Masereel, André Rouveyre, Edwin Scharff und Karl Schmidt-Rottluff. – Buchblöcke gebrochen, tls. etw. gebräunt, wenig fleckig.

1287 GEORGE, S., Tage und Thaten. Aufzeichnungen und Skizzen. Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst, 1903. 4°. 53 S., 1 Bl. OPp. (lichtrandig und angestaubt). (158) 80,Erste Ausgabe. – Landmann 202. Raub A 46. – Typographisch gestaltet von Melchior Lechter. – Im Rand vereinzelt minimal fleckig.

1288 GEORG-MÜLLER-VERLAG – PICHLER, CAROLINE, Denkwürdigkeiten aus meinem Leben. Hrsg. von E. K. Blümel. 2 Bde. München 1914. Mit zahlr. Tafeln. LXXXVII, 674 S., 1; 2 Bl., 747 S. OHldr. – 8 Beilagen. (125) 150,1289 GOLDSCHMITT – SCHRIFTEN SALOMOS, DIE. München, Schröder, 1922. Gr.-4°. Mit 8 ganzseit. Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. 90 S., 2 Bl. OPgt. (angeschmutzt). (72) 100,Eines von 34 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 250), Druckvermerk und alle Holzschnitte vom Künstler e. signiert. – Meisterwerke der Weltliteratur mit Originalgraphik, Bd. X. – Ohne die Mappe mit den Zustands-Drucken. – Rodenberg 433, 10.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1290 GONTSCHAROVA – KESSEL, J., Le thé du capitaine Sogoub. Paris, Au Sans Pareil, 1926. Mit 6 Radierungen von Natalia Gontscharova. 3 Bl., 42 S., 1 Bl. Lose in Orig.-Brosch. (Rücken leicht vergilbt). (95) 350,Nr. 990 von 1000 Ex. (Gesamtaufl.: 1260). – Mahé II, 501. Talvart-P. X, 239, 10. Monod 6514. Vollmer II, 272.

1291 GREVE, F. P., Helena und Damon. Ein Spiel in Versen. (Berlin, Holten, 1902). 4°. 39 S., 2 Bl. OPgt. (aufgebogen). (146) 200,Eines von 100 Exemplaren. – Einzige Ausgabe. – Rodenberg 240. – In drei Farben (Schwarz, Rot und Blau) in einer Schreibschrift von barocker Anmutung von der bibliophilen Druckerei Otto von Holtens gesetzt und auf Japan gedruckt. Verfaßt von Felix Paul Greve (1879-1948), der 1910 erst in die USA und dann weiter nach Kanada auswanderte und dort unter dem angenommenen Namen Frederick Philip Grove als Übersetzer und Verlagslektor tätig war. – Minimal braunfleckig. – Vorsatz mit Widmung des Autors an W(ilhelm) Nobbe, dat. Oktober 1902.

1292 HEARTFIELD – WANDT, H., Erotik und Spionage in der Etappe Gent. Wien und Berlin, Agis, 1928. 208 S. Orig.-Broschur mit illustr. Orig.Umschl. nach John Heartfield (Gebrauchsspuren). (114) 200,Erste Ausgabe. – Hayn-G. IX, 617. – Vgl. Herzfelde 46 (mit anderer Rückseite). – Berühmte Enthüllungen, die bis 1933 mit verschiedenen Schutzumschlägen nachgedruckt und von der Zensur immer wieder beschlagnahmt wurden. – Der Schutzumschlag zeigt einen Offizier mit der Hand am Oberschenkel seiner Gespielin, die Rückseite ein leicht bekleidetes Mädchen, offensichtlich beim heimlichen Durchsuchen von Papieren. Beiliegen zwei weitere Exemplare desselben Werkes, beide 1928 erschienen, mit Umschlagvarianten, die auf die Zensur reagieren: I. Herzfelde 47. – Über den Beinen des Mädchens auf der Vorderseite jetzt das Schild „Hier hat die Zensur eingegriffen“, die Rückseite unverändert. – II. Über dem Paar ein Feld mit dem Titel und dem Vermerk „Erste Umschlagsseite beschlagnahmt!“, die Rückseite ebenfalls unverändert.

1293 HEREDIA, J.-M. DE, Les Trophées. Paris, Ferroud, 1914. 4°. Mit 58 Stahlstichen (25 in zwei Zuständen) von E. Decisy nach G. Rochegrosse und reichem Buchschmuck. 4 Bl., 239 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (54) 800,Nr. 133 von 75 Ex. „sur grand Japon ou grand velin d'Arches, contenant deux états des eaux-fortes dont l'état avec remarques“ (Gesamtaufl.: 512). – Monod 5948. Carteret IV, 201: „Une des meilleures illustrations de l'artiste, recherchée et cotée, surtout en grand papier.“ – Entgegen den Angaben im Druckvermerk sind in unserem Exemplar 33 Stahlstiche mit Remarken enthalten sowie 25 Stahlstiche ohne Remarken, die restlichen 8 Darstellungen der Folge ohne Remarken wurden als gedruckte Titelvignette bzw. Kopfvignetten verwendet. – Beiliegen 20 farbige Gouachen,

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signiert von A. Guiraud, vorwiegend mythologische und christliche Szenen, mit reich variierten historisierenden Rahmen. – Die Gouachen an den Rändern und verso leicht fleckig, die Bindung tls. gelöst. – Siehe Abbildung Tafel 33.

1294 INSEL-VERLAG – ERZÄHLUNGEN aus den tausendundein Nächten, Die. Besorgt von F. P. Greve. 2. Aufl. 12 Bde. Leipzig 1913. Grünes flex. OLdr. (beschabt und bestoßen). (46) 80,1295 – GOETHE, J. W. VON, Italienische Reise. Hrsg. von George von Graevenitz. Leipzig 1912. Fol. Mit zahlr. Tafeln. 1 Bl., 356 S., 2 Bl. OHldr. – Sarkowski 591. (6) 120,1296 – KOCH, R., Das Blumenbuch. Leipzig 1942. 4°. Mit 80 kolor. Holzschnitt-Tafeln von Fritz Kredel. 3, 5 Bl. OHpgt. in OPp.-Schuber (minimal berieben). (6) 100,Sarkowski 951. – Beiliegt „Das Blumen ABC“ von Hermann Zapf und August Rodenberger (1962).

1297 – KONVOLUT – 4 Werke in 5 Bdn. in Form von Rohbögen. 1924-42. Fol. (146) 150,Bach, Missa, 1924 (doppelt vorhanden, jeweils ohne Nr.; Sarkowski 59) – Defensorium immaculatae virginitatis, 1925 (doppelt vorhanden: Nr. 438 und 484; Sarkowski 362) – Friedrich II., De arte venandi, 1942 (Sarkowski 497) – Goethe, Italienische Reise, 1925 (Sarkowski 591 A). – Leicht gebräunt.

1298 JAHRBUCH DER JUNGEN KUNST. Hrsg. von G. Biermann. Jg. 1921. Leipzig, Klinkhardt und Biermann, (1921). 4°. Mit 6 Graphiken und zahlr. Textabb. XI, 355 S. OHlwd. (etw. fleckig und beschabt). (1) 250,Normale Ausgabe. – Jentsch 98. Bolliger I, 409. – Mit Lithographien von G. Grosz (Dückers E 68) und F. Heckendorf sowie Holzschnitten von E. Mataré (Peters 56), H. Campendonk, J. Achmann und E. Viegener. – Schnitt fleckig.

1299 KLEMM – FLAUBERT, G., Die Sage von St. Julian dem Gastfreien. (Weimar, Dietsch und Brückner, 1923). Mit sign. kolor. Holzschnitt-Titel und 8 sign. kolor. ganzseitigen Holzschnitten von Walther Klemm. 35 Bl. OHpgt. (1) 150,Nr. 40 von 150 Ex. (Gesamtaufl.: 165). – Unbeschnitten.

1300 KLIMT – LUKIAN (VON SAMOSATA), Die Hetaerengespraeche. Übers. von F. Blei. Leipzig, Zeitler, 1907. Fol. Mit 15 Lichtdrucktafeln nach Zeichnungen von G. Klimt. 2 Bl., 37 S., 1 Bl. OLwd. (lichtrandig). (6) 800,-

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1302 KLOSSOWSKI – DES FORÊTS, L.-R., Une mademoiselle démentielle. Paris (1991). Gr.-Fol. Mit 7 Lithographien von Pierre Klossowski und einer e. sign. Extra-Suite. 42 S., 1, 1 Bl. Lose in OPp. in OLwd.-Kassette. (95) 1.800,Nr. XVI von 20 Ex. (Gesamtaufl.: 95), im Druckvermerk vom Verfasser und Künstler signiert.

1303 – MEIER-GRAEFE, J., Orlando und Angelica. Ein Puppenspiel in 10 Akten. Berlin, Cassirer, 1912. Fol. Mit zahlr. (11 ganzseit., davon 10 farb.) Lithogr. von Erich Klossowski. 4 Bl., 133 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Broschur. (6) 100,Erste Ausgabe. – Thieme-B. XX, 543. – Wenig fleckig.

1304 KOLLWITZ – KLIPSTEIN, A., Käthe Kollwitz. Verzeichnis des graphischen Werkes. Bern 1955. 4°. Mit vielen Abb. XIX, 359 S. OLwd. (6) 300,-

Nr. 1306 Nr. 413 von 450 Exemplaren. – Eyssen 177. Hayn-G. IV, 294: „Luxuriöse Ausgabe. Das Werk ist ein treffliches Gegenstück zu der Ausgabe des 'Jardin des Supplices', die Rodin mit Zeichnungen schmückte.“ Schauer I, 158: „Die kühne Ausgabe der 'Hetärengespräche' des Lukian mit den überfeinert genialen Zeichnungen von Gustav Klimt.“ – Gegen die Weihrauchschwenker bringt Schindler, Erotisches Element, 111, einen kleinen Einwand vor: „Das Werk ist in einem so riesigen Format erschienen, daß eine Lektüre geradezu unmöglich wird.“ – Einbandgestaltung nach einem Entwurf Gustav Klimts.

1305 KUBIN – NERVAL, G. DE, Aurelia oder Der Traum und das Leben. Deutsch von Hedwig Kubin. München und Leipzig, Müller, 1910. Mit 59 (27 ganzseit.) Textabb. in Strichätzung von A. Kubin. 3 Bl., III, 146 S., 1 Bl. OHpgt. (gering fleckig, wenig berieben). – Erste Ausgabe. – Marks A 8. Raabe 28. – Makellos. (11) 100,1306 LAWRENCE, D. H., Pansies. London, Secker, (1929). 1 Bl., 154 S., 1 Bl. OHpgt. (Kopf minimal eingerissen, leicht angeschmutzt, etw. bestoßen). (95) 800,Nr. 240 von 250 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Erste Ausgabe. – Roberts A 47. – Unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

Widmungsexemplar 1301 KLINGER – APULEIUS, (L.), Amor und Psyche. Aus dem Lateinischen von Reinhold Jachmann. München, Stroefer, o. J. (1881). Fol. Mit 15 ganzseit. Radierungen und 31 rad. Vign. von Max Klinger auf aufgewalztem China. 4 Bl., LXVIII S. OLwd. (leicht angestaubt und etw. bestoßen). (102) 600,Einzige Ausgabe. – Singer 64-109: „Die entzückenden Illustrationen zu Amor und Psyche sind das einzige radierte Werk Klingers, das die Schrift eines Dichters recht eigentlich illustriert.“ Dazu geh��ren auch die xylographischen Rahmen der Textseiten. Gleichfalls geht der Prachteinband auf einen Entwurf Klingers zurück. – In kleiner Auflage erschienen, da wegen mangelnder Beachtung des Werkes nur bei Bedarf Abzüge hergestellt wurden. – Singer zufolge erschien das Johannes Brahms gewidmete Werk 1880, jedoch trägt der Einband die Jahreszahl 1881. – Fleckig.

1307 LECHTER – GEORGE, S., UND K. WOLFSKEHL (HRSG.), Deutsche Dichtung. Bd. I: Jean Paul. Ein Stundenbuch für seine Verehrer. Berlin, Blätter für die Kunst, 1900. Mit Doppeltitel (in Pag.) und reichem Buchschmuck von Melchior Lechter. 97 S., 2 Bl. Lwd. d. Zt. mit aufgezogenem Vorderdeckel der Orig.-Broschur (leicht beschabt, etw. fleckig). (146) 400,Eines von 400 Ex. (Gesamtaufl.: 403). – Erste Ausgabe. – Landmann 141. Raub A 31. – Papierbedingt gebräunt. – Seitlich und unten unbeschnitten. – Auf der ersten Seite 13zeilige Widmung Lechters in der ihm eigenen Schrift in Versalien in roter Tinte: „Fuer Dr. Willy Nobbe als Abschiedsgruss aus Berlin und als Willkommen-Gruss in München“, dat. Berlin 21. 2. 1902; dazwischen 8 Zeilen mit einem Jean-Paul-Zitat. – Nobbe war als Übersetzer aus dem Englischen unter anderem für Diederichs und den InselVerlag tätig, mit Lechter befreundet und einer seiner Förderer.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1308 LEOPARDI, G., Canti. Fabriano, Editoriale Frigio, 1997. Mit 2 Radierungen von Walter Valentini. XII S., 1 Bl., 141 S., 1 Bl. OPp. in OPlexiglasSchuber. (146) 400,Nr. 9 von 199 Exemplaren. – Zum Jubiläum der 200. Wiederkehr des Geburtstages von Giacomo Leopardi (17981837) erschienene Ausgabe der 36 Canti (und der 5 Fragmente) in aufwendiger, modern bibliophiler Gestaltung; die beiden Graphiken von Valentini, vom Künstler signiert, als Prägedruck ausgeführt in Gold und Schwarz: lose beiliegend (24,5 x 16 cm) bzw. als Umschlag um das Buch gelegt (ausgefaltet 26 x 71 cm). – Frisch.

1309 LUSTIGE BLÄTTER. Hrsg. von O. Eysler. Jg. XXXVII der Reihe in 1 Bd. (Berlin 1922). 4°. Mit zahlr. Abb. Hlwd. d. Zt. (fleckig umd beschabt). (143) 200,-

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1313 MASSON – BELEN, (NELLY KAPLAN), Le réservoir des sens. (Paris), La Jeune Parque, (1966). Mit sign. Farbradierung von André Masson. 142 S., 3 Bl. OPp. (leicht angestaubt). – Nr. X von 100 Exemplaren. – Monod 1293. – Unbeschnitten. (95) 300,1314 MEHRING, W., In Menschenhaut. Aus Menschenhaut. Um Menschenhaut herum. Phantastika. Potsdam, Kiepenheuer, 1924. Mit Illustr. von R. Schlichter. 211 S., 2 Bl. (Anzeigen). OLwd. (Deckel gering aufgebogen, wenig fleckig und lichtrandig). (7) 100,Erste Ausgabe. – Raabe 6. – Titelei mit hinterlegtem Eckabriß, anfangs im Falz verstärkt, etw. fleckig.

Kirchner 23602. – Die humoristische Zeitschrift erschien von 1886-1944 in