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Naturwissenschaften · Medizin

Einer von 2 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – STC M 169. VD 17 39:156839H. Krivatsy 7295 (ohne Variantenunterscheidung). Hirsch-H. IV, 41. – Die Druckvariante besitzt kein Titelkupfer, statt dessen ist das Kupfer auf einer separaten Tafel beigebunden. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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MITSCHEIN, E., Die Blähungen, besonders in ihren Beziehungen zu Hypochondrie, Hysterie, Krämpfen, Nervenleiden ... Nebst Angabe eines bisher unbekannten Mittels zur Heilung aller Blähungsbeschwerden. 4., ganz umgearbeitete Aufl. (Halberstadt, Hörling für) Ernst in Quedlinburg und Leipzig, 1849. 1 Bl., 112 S., 4 Bl. (Anzeigen). Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (2) 60,-

während der Kataraktextraktion geschildert und damit wohl als erster eine expulsive Blutung beschrieben“ (Münchow, Geschichte der Augenheilkunde, 294). – Auch Hirschberg hat in seiner großen Geschichte der Augenheilkunde (§ 426) die praktische Behandlung des Themas durch Hellmann gelobt. – Ohne fliegenden Vorsatz, Titel mit Signatur, Tabelle etw. knittrig und mit Randeinrissen; gering gebräunt. – Innendeckel mit hs. Besitzvermerk „Bibliotheca ophthalm. dono dedit. Prof. Fischer (1)838“. – Sehr selten.

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Engelmann (Suppl.) 170. – Populärmedizinische Schrift. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit Quetschfalten, unbeschnitten. – Nachgeb. ein mehrf. gefalt. gelbes Blatt mit weiteren Anzeigen.

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– HELLMANN, J. C., Der graue Staar und dessen Herausnehmung. Magdeburg, Scheidhauer, 1774. Mit Falttabelle. 8 Bl., 368 S. Pp. d. Zt. (Deckelbezug stellenw. abgesplittert, fleckig, etw. beschabt und bestoßen). (88) 300,Einzige Ausgabe. – Blake 204. – Nicht bei Wellcome, Lesky, Waller, Albert, Becker und Bredner. – Der Stadtchirugicus zu Magdeburg, Johann Caspar Hellmann (1736-1793), „hat selbstkritisch den Verlust eines Auges durch Massenblutung

PÄDIATRIE – (BAGELLARDUS, P.), Opusculum recens natum de morbis puerorum, cum appendicibus magistri Petri Toleti. Lyon, J. Barbou für G. Rose, 1538. 8 Bl., 238 S., 1 Bl. Ohne Einband. (136) 500,Dritter Druck „eines der ältesten pädiatrischen Compendien“ (Hirsch-Hübotter I, 287). – Sudhoff, Erstlinge der pädiatrischen Literatur, S. XXI und Tafel XV-XVI. STC 39. Von Gültlingen VI, 109, 8 (nur 8 Verlagswerke aus dem Hause Germain Rose bekannt). Parkinson 2421. Peiper 171 und 106. Wellcome I, 6310: „The first part is the work of Paulus Bagellardus 'De egritudinibus infantium' first published at Padua 1472, with an appendix after each chapter by Toletus.“ – Titel und letztes Bl. etw. angestaubt. Leicht gebräunt und braunfleckig.

– GRAEFE, A. VON, Symptomenlehre der Augenmuskellähmungen. Berlin, Peters, 1867. 4 Bl., 175 S. Mod. Hlwd. (88) 600,Erste Ausgabe. – Hirsch-H. II, 818. Garrison-M. 5899. Waller 3686. Norman Libr. 927. Lilly Libr., Notable med. books, 227. Albert, Source book of ophthalmology, 898. Engelmann (Suppl.) 83. – Einziges Buch des wohl bedeutendsten deutschen Ophthalmologen des 19. Jahrhunderts; seine Habilitationsschrift. – „Graefe's monograph on the symtomatology of ocular paralyses forms the basis of modern knowledge on the subject“ (Garrison-Morton). – Titelei gestempelt, Innensteg mit alten Heftspuren, löchrig, letztes Blatt im Bug verstärkt, stellenw. fleckig.

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Erste deutsche Ausgabe. – Lesky 482. Hirsch-H. IV, 439. – Vgl. Wellcome IV, 268. – Orfila leitete mit seinen ein Jahr zuvor erstmals in Paris erschienenen „Leçons de médecine légale“ „durch die Abwesenheit dogmatischer Calculationen und die Hervorhebung des rein Thatsächlichen eine neue Aera der gerichtlichen Medizin“ (Hirsch-Hübotter) ein. – Vorsatz und Titel mit Eintrag bzw. Besitzvermerk von alter Hand in Tinte.

OPHTHALMOLOGIE – BEER, G. J., Pflege gesunder und geschwächter Augen. Wien, Selbstvlg., und Leipzig, Weidmann, 1800. Mit Kupfertafel. X, 197 S. Mod. Hldr. (88) 300,Erste Ausgabe. – Hirschberg 469, IV, 12. Hirsch-H. I, 423. Albert, Source Book, 179. – Vgl. Wellcome II, 130. – „Die erste einigermaßen vollständige Hygiene des Auges, die ein erfahrener Augenarzt verfaßt und die bis heute noch nicht völlig ihren Werth verloren“ (Hirschberg). „B. war unstreitig zu seiner Zeit eine der hervorragendsten Koryphäen der Ophthalmologie. Einer der ersten Begründer der modernen Ophthalmologie“ (Hirsch). – Vorsatz und Titel mehrf. gestempelt; fleckig und leicht gebräunt. – NACHGEB.: Ueber die Mittel die venerische Ansteckung unmöglich zu machen. Altenburg 1800. 36 S. – Proksch I, 400.

ORFILA, M. (J. B.), Vorlesungen über gerichtliche Arzneikunde. Aus dem Französischen übers. von (H.) Breslau. Weimar, Landes-IndustrieComptoir, 1822. XII, 396 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rückenbezug stellenw. abgeplatzt, etw. beschabt und wenig bestoßen). (88) 200,-

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PARACELSUS, TH., Sämtliche Werke. Hrsg. von K. Sudhoff, W. Matthiessen und K. Goldammer. 21 Bde. der Ausgabe. München u. a. 1923-95. Hldr. und OLwd. (geringe Gebrauchsspuren). (104) 500,Die kritische Ausgabe in einem nahezu vollständigen Exemplar: vorhanden sind von Abt. I (Medizinische, naturwissenschaftliche und philosophische Schriften) die Bde. I-X und XII-XIV, von Abt. II (Theologische und religionsphilosophische Schriften) die Bde. I-VII und das Register zu den Bdn. IV-VII. – Recht frisch.

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– Volumen Paramirum und Opus Paramirum. Hrsg. von F. Strunz. Jena, Diederichs, 1904. XVI, 401 S. Flex. OPgt. (104) 150,Nr. 9 von 10 Ex. auf Japan-Bütten. – Buchausstattung von E. R. Weiß. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten.


Naturwissenschaften · Medizin

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PHARMAKOPÖEN – SCHRÖDER, J., Pharmacopoeia medico-chymica, sive thesaurus pharmacologicus. Ed. septima. 2 in 1 Bd. Ulm, Gerlin, 1677. 4°. 34 Bl., 508, 384 S., 50 Bl., 32 S., 44 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, wenige Wurmlöcher). (67) 600,Krivatsy 10671. Ferchl 487. Schelenz 495. Hirsch-H. V, 140. – Vgl. Ferguson II, 344. Waller 8698. – Das „jedenfalls in Deutschland, bis in die Mitte des XVIII. Jahrh. zumeist gebrauchte Apotheker-Hülfsbuch“ (Schelenz), erstmals erschienen 1641, „erhielt den Beifall der grössten Aerzte, eines Boerhaave und Friedrich Hoffmann“ (Phillippe 484). – Stark gebräunt, Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, Besitzvermerk „Frater Justinianus Klug“ auf fliegendem Vorsatz und letztem Blatt.

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RYFF, W. H., Rechter und nutzlicher gebrauch, ordenliche vermischung und zu bereyttung aller Laxativen, purgierender oder treibender artzney ... mancherley Compositzen von Latwergen, täflin, getränck, pulver, Clyster ... den leib zureynigen und purgieren. Straßburg, B. Beck, 1541. 4°. 2 (statt 4) nn., CLXIII num., 4 nn. Bl. – BEIGEB.: DERS., Warhafftige, künstliche, gerechte underweisung unnd anzeygung, Alle Latwergen, Confect, Conserven, einbeytzungen und einmachungen ... wie solche in den Apotecken gemacht. Ebda. 1542. Mit großem Textholzschnitt. 7 nn., XCVIII num., 6 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (stark fleckig, beschabt und bestoßen, mit Wurmlöchern, eine Schließe fehlt). (126) 1.800,I. Erste Ausgabe des späteren dritten Teils der „Kleinen deutschen Apotheke“. – VD 16 R 3989. Ritter 2033. Grenzmann 71. Benzing (Ryff) 100. Muller 312, 93. – Es fehlen am Anfang Bl. A2-3 (mit einem Teil der Vorrede). Titel lose und mit Randschäden. II. Frühe Ausgabe des späteren ersten Teils der „Kleinen deutschen Apotheke“. – VD 16 R 4006. Ritter 2038. Grenzmann 83. Benzing (Ryff) 89. Muller 313, 100. – Die vom umtriebigen Straßburger Apotheker Ryff (ca. 1500-1548) verfaßten Arznei- bzw. Koch- oder Einmachbücher wurden populär und daher mehrfach, auch unter verschiedenen Titeln, neu aufgelegt. – Der Holzschnitt zeigt einen Aderlaßmann. – Die letzten 2 Bl. lose. Etw. gebräunt, meist stärker fleckig und wasserrandig, teilw. mit Wurmspuren und kleinen Randschäden. – Siehe Abbildung. The last 2 leaves loose. Somewhat browned, mostly stronger soiled and waterstained, partly with worming and small marginal damages. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards (heavily soiled, scratched and scuffed, with wormholes, one clasp missing). – See illustration.

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SANS, ABBE DE, Neue und durch die Erfahrung vollkommen bestättigte Anweisung, wie die von einem Schlagfluß gelähmte Kranke vermittelst der Electricität sicher und vollkommen geheilet werden können. Aus dem Französischen übers. Augsburg, Klett und Frank, 1780. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. 251 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (fleckig und bestoßen). (59) 150,-

Nr. 528 Erste deutsche Ausgabe. – Blake 400. Lesky 495. Bakken 101: „Explains successful electrical treatment of muscle contraction of the foot.“ – Frühe Abhandlung zur Behandlung von Schlaganfällen durch Elektroschocktherapie. – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris, Innengelenk aufgeplatzt, fleckig.

Das erste Werk über Gicht 530

SAVONAROLA, (G.) M., De gotta la preservatione e cura. Pavia, J. dal Borgofranco (für G. Pocatela), 1505. 4°. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und letzten Bl., 3 rot eingemalten Initialen, Holzschnitt-Bordüre und zahlr. Holzschnitt-Initialen. 39 Bl. Pgt. des 20. Jhdts. (fleckig). (128) 4.500,Erste Ausgabe, postum erschienen. – STC 610. Adams S 454. EDIT 16 CNCE 47750 (5 Ex. in Italien bekannt). Sander 6887. Durling 4073. Osler 3922. Thorndike IV, 88. – Vgl. Hirsch-H. V, 36. – Das erste Werk über Gicht in einer europäischen Nationalsprache, 29 Jahre vor „Ob das podagra“ erschienen (Straßburg 1534; von Garrison-M. 4484.1 als erstes Werk über die Gicht geführt). – Verfaßt vom Großvater des bekannten Kirchenreformators (um 13841462?). Geschrieben vermutlich bereits 1440, denn das Werk ist Niccolò d'Este gewidmet, in dessen Dienste Savonarola 1440 trat und der bereits 1441 starb. – Gering gebräunt und fleckig, knapp beschnitten (Bordüre außen angeschnitten). – Schöner Postinkunabeldruck. – Siehe Abbildung.


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Naturwissenschaften · Medizin

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SCULTETUS, J., Armamentarium chirurgicum bipartitum. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt und Ulm, Görlins Witwe, 1666. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und 50 (statt 56) Kupfertafeln. 4 Bl., 156 (ohne die S. 1-8 und 103-104), 144 S., 14 Bl. Hpgt. um 1720 (beschabt und bestoßen, etw. fleckig). (16) 200,Krivatsy 10751. Wygant 359. – Vgl. Garrison-M. 5571 (EA 1655): „This was the most popular surgical text of the 17th century. It underwent numerous editions and translations.“ – Es fehlen die Tafeln 40-45. – Buchblock gebrochen. Vorsatz mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt und fleckig. Einige Bl. gelockert. BEIGEB.: II. CARL, J. S., Praxeos medicae therapia generalis et specialis pro hodego tum dogmatico tum clinico, in usum privatum auditorum. O. O. (Halle), Waisenhaus, 1718. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 147 S., 18 Bl. – Erste Ausgabe. – Blake 78. – Vgl. Hirsch-H. I, 831. – Carls Schriften basieren auf der von Stahl entwickelten „Animismus-Lehre“, derzufolge Krankheiten immer zugleich Erkrankungen der Seele und von dort her zu kurieren seien. III. (BLAZER, M. C.), Praelectiones academicae medicae, sive specimen novae pathologiae theoretico-practicae, secundum recentissimam medendi methodum Stahlianam ... nunc vero ... in lucem editum a D. A. J. F. Frankfurt und Leipzig, Felehner, 1715. 4 Bl., 142 S. – Erste Ausgabe. – Blake 430 (unter Stahl). – Etw. gebräunt und fleckig.

533 Nr. 530 First edition, published posthumously. The first separately published work on gout in any vernacular language; preceding by 29 years the first work on the subject listed by Garrison & Morton. Apparently the first printing of any of these author's works in Italian, and embellished with a fullpage woodcut border listed in Sander, for which he cites no earlier occurences. – Written by the grandfather of the famous church reformer (around 1384-1462?). – Minor browning and soiling, closely trimmed (ornamental border cut outside). – Beautiful post-incunable printing. – Vellum of the 20th century (soiled). – See illustration.

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SCHNITZLER – INTERNATIONALE KLINISCHE RUNDSCHAU. Centralblatt für die gesammte praktische Heilkunde. II. Jg. Wien, Engel, 1888. Fol. 12 S., 2096 Sp. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (Rücken etw. gebleicht und fleckig; gering berieben und bestoßen). (71) 200,Kirchner 21937. – Mit einigen Beiträgen von Arthur Schnitzler (Mitherausgeber). Für die von seinem Vater gegründete Zeitschrift hat Schnitzler in verschiedenen Ausgaben über 70 Rezensionen, Tagungsberichte etc. veröffentlicht (vgl. O. Neun, Unser postmodernes Fin de siècle, Würzburg 2004, S. 72). – Enthält weiterhin Beiträge von Rudolf Virchow (darunter: „Zur Diagnose und Prognose des Carcinoms“, in mehreren Fortsetzungen). – Titel gestempelt; leicht gebräunt.

SEGER, G., Triumphus nobilissimo Visceri cordi. Primum quidem Hafniae an. M D C IV erectus jam verò Basileae repetitus. Basel, König, 1661. 4°. 3 Bl., 44 S., 1 Bl. Mit Anhang: Querimonia nobilissimi Visceris cordis. 40 S., 1 Bl. Läd. Brosch. d. Zt. (64) 200,Hirsch-H. V, 205. Waller 8808. Krivatsy 10863. – Zweite Ausgabe der Schrift über den Blutkreislauf, die den Thesen des dänischen Arztes Thomas Bartholinus zur Aktivität des Herzens folgt. Beide Teile mit separatem Titel und zusammenfassendem Vortitel „Triumphus et Querimonia cordis“. – Letzte Lagen mit kleinem Ausbruch im oberen Rand; wenig fleckig und gebräunt.

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SÖMMERRING, (S. TH. VON), Briefe an den G(eheimen) R(at) Freih(errn) v(on) Moll auszugsweise. Augsburg, (Volkhart), 1835. Mit lithogr. Tafel (Musikbeilage). S. 1255-1404. Spät. Pp. (ganz leicht bestoßen). (100) 200,Überaus seltener Separatabdruck aus den „Mittheilungen aus seinem Briefwechsel“ des Mineralogen Carl Ehrenbert von Moll (1760-1838), die in vier Bänden und einem Nachtrag 1829-35 im Selbstverlag in nur 50 Exemplaren erschienen (Poggendorff II, 1430). Der Separatabdruck hat ein eigenes Titelblatt, ist jedoch in keiner der einschlägigen Medizinbibliographien verzeichnet und auch über den KVK nicht nachweisbar. – Gebräunt, vereinzelt Anstreichungen mit Bleistift.

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STAHL, G. E., Untersuchung der übel curirten und verderbten Kranckheiten. Leipzig, Eyssel, 1726. 2 Bl., 775 S., 11 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (gering bestoßen). (67) 400,-


Naturwissenschaften · Zoologie

Erste Ausgabe, selten. – Waller 9185. Lesky 629. – Etw. gebräunt, gering fleckig. – Exlibris.

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WARREN, J., Praktische Bemerkungen über Diagnose und Kur der Geschwülste. Deutsch bearb. von H. Bressler. Berlin, Morin, 1839. 2 Bl., 364 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (wenig bestoßen). (88) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann 613. – Vgl. GarrisonM. 2611.1: „First North American book on tumours.“ – Das „bedeutendste und berühmteste Werk“ (Gurlt) des großen amerikanischen Chirurgen. „It is noteworthy for medicine that Warren was the first to perform an operation on a throat under general aesthesia after the discovery of ether, which he learned from Morton“ (Gabka-Vaubel 153). – Titel verso gestempelt; fleckig.

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ZEUNE, A., Belisar. Ueber den Unterricht der Blinden. Berlin, Weiß, 1821. Mit gestoch. Titel mit Vign. und 3 (2 gefalt. in Aquatinta) Kupfertafeln. 72, 152 S., 1 Bl. Läd. Brosch. d. Zt. (167) 400,-

SAMMLUNG – Ca. 40 Werke in ca. 40 Bdn. und Heften. 1865-1978. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (100) 200,Schwerpunkt der Sammlung sind 21 Veröffentlichungen des Werner-Fritsch-Verlages, den Werner Fritsch (1940-1984) neben seiner Tätigkeit als Antiquar betrieb und in dem seit Mitte der sechziger Jahre zunächst nur qualitätvolle Nachdrucke älterer naturwissenschaftlicher Literatur, später dann auch Originalarbeiten in den Reihen „Neue Münchner Beiträge zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften“ und „Historiae scientiarum elementa“ erschienen. Vorhanden sind, teils doppelt, 9 Hefte aus den beiden Serien und 12 Nachdrucke, ebenfalls teils mehrfach. Die andere knappe Hälfte der Sammlung sind zumeist kleinere Arbeiten aus verschiedenen Gebieten der Medizin.

TEN(T)ZEL, A., Medicinisch-, philosophischund sympathetische Schrifften. Nebst noch einem kurtzen Unterricht, auf was Art die Thiere, Pflanzen und Erze zur natürlichen Magie zu brauchen. Hrsg. von P. C. Leipzig und Hof, Vierling, 1753. Mit einigen Textholzschnitten. 8 Bl., 276 (recte 196) S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Hinterdeckel mit Schabspur, leicht fleckig). (95) 200,Hirsch-H. V, 532. – Vgl. Duveen 572. Sudhoff 440. Neu 4005. Blake 447 Mottelay 245. Ferguson II, 432 (andere Ausgaben). – Die deutsche Erstausgabe erschien 1725. – Tentzel war Stadtphysikus in Nordhausen und Leibarzt des Grafen von Schwarzburg. „Er ist bemerkenswert als eifriger Schwärmer für die Paracelsistischen Lehren“ (HirschHübotter). – Fliegender Vorsatz mit Eintrag von alter Hand in Tinte; leicht gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden.

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ADB XLV, 122. – Zweite Ausgabe, vereinigt den „Belisar“ von 1808 mit der kleinen Schrift „Über Blinde und Blindenanstalten“ von 1817. Im Anhang Diderots „Lettre sur les aveugles“ (S. 1-20), gefolgt von deutschen Anmerkungen Zeunes sowie 3 kleinen Schriften zum Thema in englischer (2) und italienischer Sprache (1). – Zeune war Direktor der von ihm gegründeten (später königlichen) Blindenanstalt in Berlin. – Der gestoch. Titel ist „1808“ datiert, die aktuelle Jahreszahl wurde typographisch hinzugefügt (das war billiger, als die alte Jahreszahl auszukratzen und sie neu einzustechen). – Die Tafeln zeigen Saundersons Rechenmaschine für Blinde und die beiden Hemisphären der Erdkugel (eindrucksvolle Aquatinten, im Rund montiert und mit roten Punkten versehen). – Anfangs unten gering wasserrandig, kleine Beilage in Blindenschrift.

SWALVE, B., Disquisitio therapeutica generalis. Editio altera, emaculatior. Jena, Gollner, 1677. 12°. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 208 S., 10 Bl. Pgt. d. Zt. (stärker beschabt, bestoßen und fleckig). (12) 200,Waller 413. Hirsch-H. V, 484. Parkinson 2373. Krivatsy 11591. – Hauptwerk des deutschen Stadt- und Admiralitätsarztes. – NACHGEB.: DERS., Naturae et artis instrumenta pugilica, alcali et acidum. Editio altera. Frankfurt, o. Dr., 1677. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 320 S., 12 Bl. – Hirsch-H. V, 484. Krivatsy 11589. – DERS., Querelae ventriculi renovatae. Amsterdam, Jansson, 1675. Mit gestoch. Fronstisp. 5 Bl., 286 S., 5 Bl. – Erste Ausgabe. – Parkinson 2375. – „Dass die Wissenschaft durch Swalve auf sehr humoristische, selbst sarkastische Weise behandelt wurde, geht wohl aus den Titeln seiner Abhandlungen hervor und kann gewiss dem Verfasser nicht zum Vorwurf gemacht werden, es beweist nur, dass er kein gewöhnliches Talent besass“ (Hirsch-H. V, 484). – Vorsatz mit hs. Vermerk, tls. unaufgeschnitten, wasserrandig, eselsohrig, stärker gebräunt und fleckig. – Exlibris des Mediziners Peter Theodor von Leveling (1767-1822).

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Zoologie 541

AZARA, F. DE, Apuntamientos para la historia natural de los Quadrúpedos del Paragüay y Rio de la Plata. 2 Bde. Madrid, Ibarra, 1802. 3 Bl., 318 S., 1; 3 Bl., 328 S. Spät. Ldr. mit 2 Rsch. (leicht berieben und bestoßen). – Nissen 175. Sabin 2531. – Gering gebräunt, leicht fleckig. (140) 200,-

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BECHSTEIN, J. M., Gemeinnützige Naturgeschichte der Vögel Deutschlands für allerley Leser. 3 Bde. Leipzig, Crusius, 1793-95. Mit 3 gestoch. Frontisp. und 49 (1 doppelblattgr.) Kupfertafeln. XVI, 840 S. (ohne das erste Blatt); XX, 800 S. (1 Bl. zwischengeb.); XVIII S., 1 Bl., 946 S. Pp. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (143) 300,Erste Ausgabe. – Gemeinnützige Naturgeschichte Deutschlands, Bde. II-IV. – Nissen, Vogelbücher, 80 (abweichende Kollation). Zimmer 45. – Frontispize mit Ansichten von der Wartburg, Waltershausen und Georgental. – Vermutlich fehlt in Bd. II der Vortitel. – Vorsatz von Bd. II mit hs. Eintrag, Vorstücke von Bd. III in sich verbunden, die S. 472473 in Bd. IV verklebt, Tafeln in Bd. II etw. wasserrandig; Tafeln tls. mit Quetschfalten, wenig fleckig.


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Naturwissenschaften · Zoologie

Nr. 543

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BURMEISTER, (K.) H., Erläuterungen zur Fauna Brasiliens, enthaltend Abbildungen und ausführliche Beschreibungen neuer oder ungenügend bekannter Thier-Arten. 2 Bde. Berlin, Reimer, 1856. Gr.-Fol. Mit 32 (6 mont.) lithogr. Tafeln. VIII S., 1 Bl., 115 S. Mod. Hldr. und lose in mod. Hldr.-Mappe. (140) 600,-

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Erste Ausgabe. – Nissen 358. Anker 166 (Kollation abweichend). – Beschreibung einiger seltener Vögel, wie Goldund Silberfasan, Schneehuhn, Mauerspecht und Schwanengans. – Tafel IV in beikolor. Farbstich. – Ohne das meist fehlende Pränumerantenverzeichnis. – Die Tafeln etw. faltig und stellenw. leicht fleckig. Titel mit kleinem restaurierten Loch im Bug; etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 11.

Erste Ausgabe. – Nissen 761. Henze I, 412. Corrêa do Lago 266. Bosch 480. Borba de Moraes 136. – Die schönen Tafeln zeigen verschiedene Säugetiere, Skelette und anatomische Details sowie Frösche. – Leicht gebräunt und tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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COSTA, A., Degl'insetti che attaccano l'albero ed il frutto dell'olivo, del ciliegio, del pero, del melo, del castagno e della vite e le semenze del pisello, della lenticchia, della fava e del grano. Neapel, Stamperia e Calcografia, 1857. 4°. Mit 10 kolor. Kupfertafeln. 197 S., 1 Bl. Stark läd. Hldr. d. Zt. (55) 400,Erste Ausgabe. – Nissen 963. – Die Tafeln in zartem Kolorit zeigen die beschriebenen Schädlinge mit anatomischen Details und in verschiedenen Entwicklungsstadien. – Tls. unbeschnitten, etw. gebräunt und fleckig.

GÖTZ, G. F., Naturgeschichte einiger Vögel. Hanau und Dessau, Selbstvlg. und Buchhandlung der Gelehrten, 1782. Mit gestoch. Titelvign. und 6 kolor. gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 119 S. Mod. Pp. im Stil d. Zt. (wenig berieben). (120) 600,-

First edition. – Description of various rare birds. – Without the mostly missing subscribers' list. – Plates a little creased and here and there slightly soiled. Title with small restored hole at joint; some browning, minor soiling. – Modern cardboard in the style of the epoch (hardly rubbed). – See illustration on plate 11.

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HAECKEL, E., Natürliche Schöpfungsgeschichte. Berlin, Reimer, 1868. Mit 11 (2 mehrf. gefalt.) lithogr. Tafeln und wenigen schwarzgrundigen Textholzschnitten. XVI, 568 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (84) 120,-


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Naturwissenschaften · Zoologie

Erste Ausgabe. – DSB VI, 9. Garrison-M. 224: „Haeckel carried Darwinism into Germany, to face the opposition of Virchow. He is among the greatest morphologists of the nineteenth century.“ – Fleckig und gebräunt.

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HELMUTH, J. H., Gemeinnützige Naturgeschichte des In- und Auslandes. 2. Ausg. 9 in 6 Bdn. Leipzig, Fleischer, 1808. Mit 10 gefalt. Kupfertafeln, 87 (1 gefalt.) Holzschnitt-Tafeln und zahlr. Textholzschnitten. Pp. d. Zt. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (78) 200,-

Dutch edition of „Vergnügungen der Augen und des Gemüths“ which was published in Nuremberg from 175773. – Minor browning and soiling. – Generally well preserved, plates in strong colouring. – Contemporary half calf with 2 spine labels and gilt back (occasionally with worming, joints minimally cracked, slightly rubbed and scuffed). – See illustration on plate 10.

Prachtexemplar 550

Behandelt Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien, Insekten, Würmer, Pflanzen, Pilze und Mineralien. – Titel tls. gestempelt, Titel von Bd. VIII lose, vereinzelt mit Einrissen und Randläsuren, leicht gebräunt und fleckig.

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JABLONSKY, C. G., (UND J. F. W. HERBST), Natursystem aller bekannten in- und ausländischen Insekten. (Tl. II): Schmetterlinge. 11 Bde. und Tafelbd. in 11 Bdn. Berlin, Pauli, 1783-1804. 8° und Qu.-4°. Mit kolor. gestoch. Frontisp., 11 kolor. gestoch. wdh. Titelvign. und 328 kolor. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken tls. brüchig, etw. beschabt, leicht bestoßen). (104) 4.000,Erste Ausgabe. – Nissen 2078. Hagen I, 358. Horn-Sch. 10130 (alle nur 327 Tafeln). Junk, Rara, 10: „Der eigentliche Verfasser ist der ausserordentlich fleissige Herbst, der nach dem frühzeitigen Tode Jablonsky's die 'Schmetterlinge' vom dritten Bande ab bearbeitete. Die Tafeln sind vorzüglich colorirt.“ – Mit der seltenen „Instrumententafel“, die Geräte und Schaukästen zum Bestimmen und Aufbewahren von Insekten zeigt. – Tafel XII mit alt restauriertem Einriß; 2 Bl. hs. Tafelverzeichnis am Ende von Bd. XI eingeb.; Vorsätze tls. mit hs. Besitzvermerk, Spiegel mit Buchhändlermärkchen „W. Junk“; Textbde. etw. gebräunt und fleckig, Tafelbd. leicht fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 11. First edition. – With the rare „instrument board“ showing tools and showcases for defining and keeping insects. – Plate XII with tear restored in former times; 2 handwritten leaves plate index bound-in at the end of vol. XI; endpapers of vols. I-VI, VIII and XI with ms. ownership entry; paste-down partly with bookseller mark „W. Junk“; text volumes a little browned and soiled, plate volume slightly stained. – Contemporary half calf with spine label (spine partly cracked, a little scratched, slightly scuffed). – See illustration on plate 11.

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KNORR, G. W., Verlustiging der oogen en van den geest, of verzameling van allerley bekende hoorens en schulpen. 6 Tle. in 2 Bdn. Amsterdam, Houttuyn, 1770-75. 4°. Mit 190 kolor. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (vereinzelt mit Wurmfraß, Gelenke gering brüchig, leicht berieben und bestoßen). (104) 8.000,Nissen 2236. – Niederländische Ausgabe der „Vergnügungen der Augen und des Gemüths“, die von 1757-73 in Nürnberg erschienen waren. – Gering gebräunt und fleckig. – Insgesamt gut erhalten, die Tafeln in kräftigem Kolorit. – Siehe Abbildung Tafel 10.

MERREM, B., Beytraege zur Naturgeschichte (Beytraege zur Geshichte der Amphibien). 3 Hefte in 1 Bd. Duisburg und Lemgo (Hefte I-II) o. J. (1792) und Essen, Baedeker, 1821. 4°. Mit Textkupfer und 38 (36 kolor.) Tafeln in verschiedenen Techniken. 4 Bl., 47 S., 4 Bl., 59 S., 2 Bl., II, 141 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (5) 3.000,Erste Ausgabe. – Nissen 2792. Engelmann 421. MNE II, 31. – Die Abbildungen zahlreicher Schlangenarten wurden vom Verfasser und den Malern F. F. Hennig und H. Kolbe ausgeführt, die Tafeln der ersten beiden Hefte von L. Schmidt gestochen. Das dritte Heft enthält nur Steindrucktafeln, alle aus der Offizin von F. Korff in Elberfeld (auf dem Titel als „Kupfertafeln“ bezeichnet, diese Angabe von den Bibliographen ohne Prüfung übernommen). – Die Tafeln mit Unterschriften in Bleistift, sonst sehr gut erhalten. – Von größter Seltenheit. – Siehe Abbildung Tafel 12. First edition. – The illustrations of numerous kinds of snakes were executed by the author and the painters F. F. Hennig and H. Kolbe, the plates of the first two issues were engraved by L. Schmidt. The third part contains only lithographic plates, all from F. Korff's printing office at Elberfeld (on title designated as „copperplates“, this was adopted without examination by the bibliographers). – Plates with signatures in pencil, generally very well preserved. – Extremely rare. – Contemporary half calf with spine label and gilt back (some scratching and scuffing). – See illustration on plate 12.

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MÜLLER, J., Über Synapta digitata und über die Erzeugung von Schnecken in Holothurien. Berlin, Reimer, 1852. Fol. Mit 10 (4 tls. farbig gedruckten) Kupfertafeln. IV, 36 S. Mod. marmorierte Pp. – Erste Ausgabe. – Nissen 2922. Eales II, 247. – Tafeln tls. etw., Text nur vereinzelt gering fleckig. (104) 80,-

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NAUMANN, (J. A.), Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Neu bearb. von G. Berg u. a. Hrsg. von C. R. Hennicke. 12 Bde. Gera, Köhler, (1895)1905. Fol. Mit 449 (439 chromolithogr.) Tafeln. Hldr. d. Zt. (Rücken lichtrandig, gering berieben und bestoßen. (52) 1.800,Nissen 667. Anker 356. Fine Bird Books 96. Wood 487. – Dritte und letzte Ausgabe des berühmten Vogelwerkes mit prachtvollen und leuchtenden Tafeln. – „Altogether it forms the most complete and best illustrated of any treatise on the birds of Central Europe“ (Wood 487). – Leicht gebräunt, minimal fleckig. – Gut erhalten. – Siehe Abbildung Tafel 11.


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Naturwissenschaften · Zoologie

ten 109 Hefte seiner entomologischen Sammlung über die deutschen Insekten von 1793-1809. Erst 1823 wurde die Reihe mit Heft 110 von dem Maler C. Geyer und dann ab 1829-44 von dem Regensburger Mediziner und Schmetterlingssammler Gottlieb August Wilhelm Herrich-Schäffer (1799-1874) fortgesetzt. – Die Sammlung war so begehrt, daß sich Felsecker zu einer zweiten Auflage der Hefte 1-36 entschloß, wie der dem Indexband beigebundenen Verlagsanzeige von 1801 zu entnehmen ist. Diese Popularität des Werks scheint auch der Anlaß für die in Heft 113 angekündigte „Insecten Tauschanstalt“ gewesen zu sein. – Die feinen Kupfer stammen bis einschließlich Heft 109 von Jacob Sturm (1771-1848). Danach sind die Illustrationen unsigniert; Nissen verzeichnet als weitere Zeichner und Stecher C. Geyer und Herrich-Schäffer. – Die Tafel 12 zu Heft 120 und das zugehörige Beschreibungsblatt wie immer in Heft 119 und nicht in Heft 120 eingebunden, vgl. dazu den Verlagshinweis der Umschlagbroschur. – Mit der zusätzlichen Tafel 16a in Heft 129, die im vorangegangenen Heft vom Verlag angekündigt wurde. Heft 190 mit den üblicherweise 23 Kupfern, da Abb. 11 und 12 auf einer gemeinsamen Tafel sind. – Der Indexband enthält die neun Indexheftchen der ersten neun Jahrgänge. – Möglicherweise fehlen die Beschreibungsblätter zu den Tafeln 24 in den Heften 118 und 129. – Hefte 1-109 mit angeschmutztem Schnitt; wenige Tafeln lose. Die Blätter zu den Tafeln 12-14 am Seitenrand beschnitten (etw. Textverlust); Tafeln und Beschreibungen 18-24 von Heft 190 fälschlich dem Heft 134 beigebunden; Tafel 3 von Heft 187 mit kleinem Ausriß; Beschreibungsblätter in Heft 179 und Blätter im Indexheft für den 8. Jg. tls. verbunden. Tafeln tls. mit sichtbar bleibenden Rahmenlinien beschnitten (wahrscheinlich wurden die Illustrationen auf einem großen Bogen geliefert und mußten zugeschnitten werden). Text und Tafeln insgesamt nur gelegentlich mit hs. Anmerkungen, vereinzelt leicht fleckig und gebräunt (Tafeln vor allem ab Heft 110).

Nr. 555

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NEUES MAGAZIN für die Liebhaber der Entomologie. Hrsg. von J. C. Füeßli. Bd. I (von 3) in 1 Bd. Zürich und Winterthur, Steiner, 1782. VIII, 436 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Kopf wenig lädiert, Schwanz gering eingerissen, bestoßen). (5) 200,-

Monumental work on German insects, for the most part illustrated and engraved by J. Sturm (1771-1848). – Complete and well preserved collection of this series published in issues (issue with 24 plates and mostly 24 description leaves). Parts 1-36 and the corresponding first three parts of index volume in second issue, „frequently differing from the first issue“ (Horn-Schenkling). All other parts in first issue. – Lacks probably the description leaves to plates 24 in parts 118 and 129. – Parts 1-109 with soiled edge; some plates loose. Leaves to plates 12-24 cut at margin (some loss of text); plates and descriptions 18-24 of part 190 erroneously boundin in part 134; plate 3 of part 187 with small tear-out; description leaves in part 179 and leaves in the index part of year 8 partly misbound. Plates frequently trimmed at plateline with partly visible border lines (the illustrations were probably supplied on a large sheet and had to be cut up). Text and plates altogether with only isolated ms. annotations, occasionally slightly soiled and browned (plates mainly from part 110 onwards). – Contemporary calf and modern calf in the style of the epoch with spine label (partly rubbed, a little scuffed).

Erste Ausgabe. – Kirchner 3266. Hagen I, 258. Horn-Sch. 7215: „Sehr selten.“ – Fortsetzung des 1778-79 erschienenen zweibändigen Hauptwerkes des Zürcher Buchhändlers und Entomologen (1743-1786). – Gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden.

Monumentalwerk 554

(PANZER, G. W., UND G. A. W. HERRICHSCHÄFFER, Faunae insectorum Germanicae initia.) Hefte 1-190 in 50 Bdn. und Indexbd. (Nürnberg und Regensburg, Felsecker und Manz, 1796-1844). Qu.-8°. Mit 4572 (4477 kolor.) Kupfertafeln und dazugehörigen Textblättern. Ldr. d. Zt. und mod. Ldr. im Stil d. Zt. mit Rsch. (tls. berieben, etw. bestoßen). (104) 8.000,Nissen 3084. Horn-Sch. 10200 und 16726. Hagen II, 27 und 114. – Vollständige und gut erhaltene Sammlung der in Lieferungen (Heft à 24 Tafeln und zumeist 24 Beschreibungsblätter) erschienenen Reihe. Die Hefte 1-36 und die entsprechenden ersten drei Hefte des Indexbandes in der zweiten Auflage, „die vielfache Abweichungen gegenüber der 1. Aufl. aufweist“ (Horn-Schenkling). Alle anderen Hefte in Erstauflage. Den Heften ist jeweils eine Seite der originalen Umschlagbroschur mit Inhaltsverzeichnis vorgebunden. – Der Hersbrucker Arzt und Botaniker Franz Wolfgang Georg Panzer (1755-1829) veröffentlichte die ers-

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P(ASSE), C. (VAN DE, D. J.), Bestiarum quadrupedum vivae icones. Utrecht, o. Dr. und J. (um 1630). Ca. 12 x 8,5 cm. Gestoch. Titel und 8 Kupfertafeln, auf mod. Trägerpapier aufgelegt. Mod. Pp. (leicht berieben). (5) 600,Nissen 3099. – Seltene Kupferstichfolge mit hübschen Tierdarstellungen, meist mehrere ähnliche Arten oder Rassen auf einem Blatt, darunter Schafe, Ziegen, Pferde, Stachelschweine, Dachs, Eichhörnchen, Löwe, Elefant und Rhi-


Naturwissenschaften · Zoologie

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Nr. 556

nozeros, Hirsche, Wildschweine, Affen, Katzen, Hunde, Füchse, Leoparden etc. Der Titel mit Druckvermerk „Excusum Ultraiecti ap. C. P.“. Nach Nissen (bezugnehmend auf Frankens Werkverzeichnis von 1881) ist das Monogramm in Crispyn van de Pas(se) d. J. aufzulösen, während nach Nagler (Monogrammisten II, 206) eher Cornelis van Poelenburg in Betracht kommt. Beide wirkten etwa gleichzeitig in Utrecht. – Letztes Bl. mit größerer restaurierter Wurmspur (Darstellungsverlust), ein Bl. mit rückseitiger Verstärkung, übrige Bl. schmal in den Rändern hinterlegt. – Siehe Abbildung.

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REIDER, J. E. VON, UND C. W. HAHN, Fauna Boica oder gemeinnützige Naturgeschichte der Thiere Bayerns. Nürnberg, Zeh, 1831-35. Daraus 289 kolor. lithogr. Tafeln mit Erläuterungsblättern. Pp. d. Zt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (5) 400,Erste Ausgabe. – Nissen 3356. Wood 533: „A valuable contribution to the faunal literature of Bavaria.“ – Es erschienen bis 1835 insgesamt 27 Lief. mit 351 Tafeln. – Die Tafeln zeigen Säugetiere (60), Amphibien (24), Fische (37), Vögel (120), Insekten (36) und Würmer (12). – Tafeln tls. lose und mit Läsuren; gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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RÖSEL VON ROSENHOF, A. J., Historia naturalis ranarum nostratium. Die natürliche Historie der Frösche hiesigen Landes worinnen alle Eigenschaften derselben, sonderlich aber ihre Fortpflanzung, umständlich beschrieben werden. Mit einer Vorrede Herrn Albrechts von Haller.

Nürnberg, Fleischmann, (1753)-58. Fol. Mit gestoch. altkolor. Titel, 8 gestoch. Kopfvign., 24 altkolor. Kupfertafeln und einer 2. unkolor. Folge Umrißkupfer. 4 Bl., VIII, 115 S. Hldr. d. Zt. (etw. spröde, Bezugspapier an den Kanten mit kleinen Fehlstellen). (103) 8.000,Erste Ausgabe. – Nissen 3464. Junk, Rara, 162. Lundsgaard 661. Cobres 335, 2: „Prachtvoll“. – Das klassische Werk über die Frösche. – Die Tafeln, gestochen von C. D. Heumann, J. A. Joninger, Ch. de Mechel und M. Tyroff nach J. J. Preißler und Rösel von Rosenhof, mit detaillierten und prachtvoll altkolorierten Abbildungen der Frösche in ihrem Lebensraum wie in präpariertem Zustand mit allen anatomischen Einzelheiten. – Die Vignetten z. Tl. mit Ansichten von Nürnberg. – Mit lateinisch-deutschem Beitext (die Übersetzung stammt von G. L. Huth). „Ueberraschend und in der Wissenschaft vereinzelt dastehend ist die Erscheinung, dass ein hervorragender Entomologe sich gleichzeitig mit Amphibien beschäftigt. Nur die Vergesellschaftung entomologischen und ornithologischen Interesses war und ist sonst gebräuchlich“ (Junk). – Vereinzelt minimal fleckig, wenige Bl. leicht gebräunt, insgesamt jedoch fast frisch. – Die römisch paginierten Seiten an den Anfang verbunden. – Siehe Abbildung Tafel 12. First edition. – The classic on frogs. – The plates with detailed and magnificent illustrations of the frogs in contemporary hand colouring in their environment as well as in preserved state with all anatomical details. – The vignettes partly with views of Nuremberg. – With Latin-German text. – Occasionally minor soiling, a few leaves slightly browned, altogether however nearly fresh. – The pages paginated in roman misbound. – Contemporary half calf (a little brittle, cover material with small defects at edges). – See illustration on plate 12.


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Naturwissenschaften · Zoologie

Erste Ausgabe. – Nissen 3748. Hirsch-H. V, 135. Junk, Rara, 9. – Zusätzlich zur Grundnumerierung vorhandene Tafeln: 2 b, 19 b, 22 b, 39 b, 40 b, 46 a, 71 b und 77 b; eine doppelt numerierte Tafel 8 ist im Tafelverzeichnis nicht aufgeführt. – Ohne die Tafeln 3, 60, 64 und 78. – Vorsätze etw. schadhaft und mit Einträgen von alter Hand in Tinte, Titel mit gelöschten Stempeln, fleckig und etw. gebräunt. Die Tafeln 30 und 31 mit Kritzeleien (mit durchschlagendem Kopierstift), mehrere Tafeln stark angeschmutzt, einige mit verwischtem Kolorit, wenige mit Einrissen.

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SCHUBERT, G. H. VON, Naturgeschichte des Tierreichs Mischaufl. 3 Bde. Esslingen und München, Schreiber, o. J. (1886-87). Fol. Mit 91 (90 doppelblattgr.) lithogr. Farbtafeln. 4 Bl., 22 S.; 4 Bl., 22 S.; 3 Bl., VI, 76 S. Illustr. OHlwd. (gering fleckig und berieben). (99) 200,Naturgeschichte des Tier-, Pflanzen- und Mineralreichs, 1. Abt. – Nissen 3761. Wegehaupt II, 2296. Düsterdieck 5410. – Enthält die Naturgeschichte der Säugetiere (10. Aufl.), der Vögel (9. Aufl.) und der Reptilien, Amphibien, Fische, Insekten etc. (10. neubearb. Aufl.). – Kaum fleckig, vereinzelte leichte Gebrauchsspuren.

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Nr. 560

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(SCHREBER, J. CH. D.), Die Säugthiere in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen. Tle. I-II (von 7) in 1 Bd. Erlangen, Walther, 1775. 4°. Mit 85 (statt 89; 82 kolor.) Kupfertafeln. 3 Bl., 280 S. (ohne S. 105-106). Stark läd. Ldr. d. Zt. (153) 400,-

VALENTINI, M. B., Amphitheatrum zootomicum tabulis aeneis quamplurimis exhibens historiam animalium anatomicam. Editio secunda. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Zunner und Fleischer, 1742. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign. und 105 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 9 Bl., 231, 231, 114 S., 2 Bl. Hpgt. d. Zt. (tls. stärker beschabt, etw. fleckig und bestoßen). (120) 400,Waller 11976 (nennt irrig 106 Tafeln). – Vgl. Nissen 4216. Eales I, 1260. Wood 609. Garrison-M. 303. Blake 467 (alle EA 1720). – Umfassendes Werk des Gießener Professors über die vergleichende Anatomie von Wirbeltieren. – Die teilweise naiv gezeichneten Tafeln zeigen meist unten das jeweilige Tier, darüber anatomische Details. – Fliegender Vorsatz mit Ausschnitt, Tafel 27 mit hinterlegtem Einriß, S. 107/108 von Tl. I und Tafel 43 mit Einriß, S. 93-96 und 101-104 des Appendix mit Loch (mit Textverlust), die letzten beiden Bl. mit hinterlegtem Loch (ohne Textverlust); Frontisp. gestempelt und mit hs. Besitzvermerk; tls. stärker gebräunt und etw. fleckig. – Siehe Abbildung.


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Technik und Handwerk

Nr. 561

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ABBILDUNG der vorzüglichen Eisenwaaren welche auf den Koenigl. Baier. Eisenhüttenwerken gegossen werden. 3 in 2 Bdn. (alles Erschienene). O. O. und Dr. (München), 1822-31. Qu.-Fol. Mit 3 lithogr. Titeln und 83 lithogr. Tafeln (1 gefalt.), meist von J. Unger. 1, 1; 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Vg. (gering fleckig, kaum berieben und bestoßen). (2) 1.500,Engelmann 1. – Musterkatalog mit Abbildungen von Denkund Grabmälern, Monumenten, architektonischen Bauteilen, Kandelabern, Balkongittern, Maschinenteilen aller Art, einer Dampfmaschine, Öfen (darunter der Heizungsofen der königlichen Münze in München, entworfen von Simon Mayr) und vielerlei Alltagsgegenständen wie Bügeleisen, Dampfkesseln, Kochtöpfen und -kesseln, Bratröhren und Werkzeugen. – Komplett sehr selten. – Einzelne Tafeln ein wenig gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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ADAMS, G., Geometrische und graphische Versuche, oder Beschreibung der mathematischen Instrumente. Aus dem Englischen übers., und mit einigen Anmerkungen begleitet von J. G. Geißler. Text- und Tafelbd. Leipzig, Crusius, 1795. Mit gestoch. Frontisp., gefalt. Tabelle und 39 gefalt. Kupfertafeln. XXX, 652 S. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (36) 800,Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann (Suppl.) 4. – Vgl. Sotheran 5647. Poggendorff I, 10 (engl. EA 1791). – George Adams (1750-1795) war königlich mathematischer Instrumentenmacher. – Die Kupfer mit Darstellungen von Meß-, Nivellier- und Zeichengeräten sowie topographischen Flächen- und Profilzeichnungen. – Gering wasserrandig und gebräunt, minimal fleckig. – Siehe Abbildung.


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Technik und Handwerk

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– LOHMEIER – FRESCHEUR, F. D., Exercitatio physica de artificio navigandi per aerem ... in illustri acad. Hasso Schaumburgica praeside Philippo Lohmeiero subjiciet. Wittenberg, Borckhard, 1679. 4°. 12 Bl. Mod. Broschur. (64) 150,Nachdruck der Ausgabe Rinteln 1676. – Liebmann-W. 943. – Vgl. Brockett 5024. Liebmann-W. 938: „Verteidigung des Lanaschen Luftschiffprojektes, für welches Lohmeier aber sechs bis acht luftleer gemachte Kugeln statt der vier Lanaschen verlangt.“ – Titel etw. faltig und mit zwei kleinen Stempeln, ein Bl. mit Ausriß im unteren Rand; etw. gebräunt, vereinzelt fleckig.

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– TATIN, V., Eléments d'aviation. Paris, Dunod, 1908. 4°. Mit vielen Abb. 2 Bl., VI, 65 S. Hldr. d. Zt. (wenig berieben und bestoßen) mit eingeb. Orig.-Broschur. (88) 100,Seltene erste Ausgabe. – Brockett 11724 (2. Aufl. 1909). – Wichtiges Werk des bedeutenden Luftfahrttechnikers und Konstrukteurs eines ausgezeichneten Drachenfliegermodells (1879) sowie eines dampfbetriebenen Flugzeuges, dessen letztes Modell bis zu 140 m hoch flog.

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Seltene Originalausgabe. – Brockett 13145. Boffito 468. Liebmann-W. 1103. Tissandier 62. Kat. Brug (nennt ein sonst nirgends erwähntes, zusätzliches Portr., dafür fehlen 2 Faltkupfer. Ferner 2 nn. Bl. Suppl. am Ende, die unserem und den meisten Vergleichsexemplaren fehlen). – Der berühmte Ballonpionier beschreibt in dieser Schrift ausführlich seinen Gasballon, der mit einer weingeistgefüllten Lampe aufgewärmt wurde. Mit Unterstützung der italienischen Regierung wurde der Ballon in Auftrag gegeben. Die Luftfahrt selbst endete im Oktober 1803 in der Adria. Erst im letzten Moment konnten er und seine Freunde Andreoli und Grassetti vor dem Ertrinken gerettet werden. Im September 1812 endete für den Sechzigjährigen ein Ballonaufstieg tödlich. – Faltkupfer aufgezogen und an den Faltstellen mit kleinen Defekten; tls. gebräunt, leicht wasserrandig und etw. fleckig.

Nr. 562

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AERONAUTIK – FLASCHNER – (KRIGSEYSEN, J.), De elemento aeris tractatus physicoexperimentalis. (Prag, Universitätsdruckerei, 1748). Mit 2 mehrf. gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 165 S., 4 Bl. Mod. Pp. (88) 400,Einzige Ausgabe. – Poggendorff I, 759. De Backer-S. III, 770, 1 (beide unter Flaschner). – Dissertation des aus Bergreichenstein in Böhmen stammenden Johannes Krigseysen unter dem Vorsitz des Jesuiten Johann Flaschner. Enthält die Beantwortung von 6 Fragen, in der letzten wird die Möglichkeit der Luftschiffahrt behandelt. – Die Kupfer zeigen eine Luftpumpe, ein Luftschiff, Taucherglocken etc. – Leicht gebräunt und gering fleckig. – Siehe Abbildung.

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– LEY, W. (HRSG.), Die Möglichkeit der Weltraumfahrt. Allgemeinverständliche Beiträge zum Raumschiffahrtsproblem. Leipzig, Hachmeister & Thal, 1928. Mit vielen Abb. VIII, 344 S. Lwd. d. Zt. (Deckel wenig aufgebogen, minimal berieben). (95) 150,Erste Ausgabe. – Beiträge von H. Oberth, F. von Hiefft, W. Hohmann, K. Debus u. a. – „One of the fundamental books in the history of space flight and rocket design“ (Incunables of Astronautics 19).

– ZAMBECCARI, F., Descrizione della macchina aerostatica del cittadino. Destinata a tentare il regolamento della medesima per l'atmosfera. Bologna, Masi, 1803. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 32 S. Hlwd. um 1900. (88) 400,-

– SAMMLUNG – 3 französische Werke zur Geschichte der Luftschiffahrt. Paris 1910-65. 4° und Fol. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (60) 150,I. GRAND-CARTERET, J., UND L. DELTEIL, La conquête de l'air vue par l'image (1495-1909). Paris (1910). – II. DOLLFUS, CH., UND H. BOUCHÉ, Histoire de l'aéronautique. Eda. 1932. – III. DOLLFUS, CH., UND H. BEAUBOIS, L'homme, l'air et l'espace. Ebda. (1965). – I mit starker Beschäd. der Bindung, sonst nur mäßige Gebrauchsspuren.

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BERGBAU UND MINERALOGIE – AGRICOLA, G., Opera de l'arte de metalli partita in XII. libri. Tradotti in lingua toscana da M. Florio.


Technik und Handwerk

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Nr. 563

Basel, H. Froben und N. Episcopius, 1563. Fol. Mit 2 wdh. Druckermarken auf dem Titel und am Ende, 2 (1 gefalt.) Holzschnitt-Tafeln und vielen tls. ganzseit. Textholzschnitten. 6 Bl., 542 S., 5 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (Schließbänder fehlen, leicht berieben und bestoßen). (132) 8.000,Erste italienische Ausgabe. – STC 8. Adams A 350. IA 101.563. VD 16 A 937. Darmstaedter, Agricola, S. 45 und 89. Hoover 27. Michaelis-Prescher 26. Horst 801. – Die italienische Übersetzung von „De re metallica libri XII“, dem berühmtesten Bergbaubuch und Meilenstein der Technik mit eindrucksvollen Illustrationen. Erschienen zwei Jahre nach der ebenfalls bei Froben und Episcopius in Basel gedruckten zweiten lateinischen Ausgabe. – Titel mit altem Vermerk, Titel und mehrere Bl. der ersten Lagen sowie letztes Bl. professionell im Bug restauriert; etw. braunfleckig, leicht gebräunt. – Gutes, breitrandiges Exemplar. – Siehe Abbildung. First Italian edition. – Italian translation of „De re metallica libri XII“, the most famous book on mining and milestone of engineering with fascinating illustrations. – Title with contemporary note, title and several leaves of first quires as well as last leaf skilfully restored at joint; a little brownstained, slightly browned. – A good, wide-margined copy. – Contemporary vellum with ms. spine title (clasp ribbons missing, minor rubbing and scuffing). – See illustration.

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– BIRINGUCCIO, V., De la pirotechnia. Venedig, V. Roffinello für C. T. de' Navò, 1540. 4°. Mit breiter Titelbordüre, Verlegermarke auf dem Titel verso und 84 Textholzschnitten. 8 nn., 168 num. Bl. Flex. altes Pgt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Vorsätze erneuert). (132) 12.000,Erste Ausgabe. – STC 106. EDIT 16 CNCE 6156. Mortimer 66. Dibner 38. Gamba 1261. Adams B 2080. Duveen 79. Duncan 1200. Jähns 591-96. Philip B. 110.1. Neu 467. Hoover 129. Norman 238. Wellcome I, 873. – Das erste Werk über Metallurgie und eines der klassischen Werke der technischen Literatur: „Das maßgebende Werk des Jahrhunderts“ (Ferchl). – Behandelt auch Gold- und Silbergewinnung, Fabrikation von Glas, Keramik und Farben sowie die chemische Technologie, deren Begründer Biringuccio ist. – „This is the first comprehensive book on the fire-using and one of the classics in the history of science and technology. Biringuccio was born in Siena, operated mines and forges and mints, and cast cannon and built fortifications for some of the leading families of the Italian republics. He stressed the use of minerals and metals – their alloying, working, and art of casting, and he gave the earliest account of typecasting and the making of statues, medallions, and bells. Agricola freely borrowed several sections of the Pirotechnia for use in his later work“ (Hoover). – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, oben knapp beschnitten. – Siehe Abbildung.


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Technik und Handwerk

Nr. 569

Nr. 570

First edition. – The first work on metallurgy and one of the classics of technical literature. – Endpaper with exlibris. Slightly browned, partly a little soiled, closely trimmed at top. – Old limp vellum (some soiling, rubbing and scuffing, endpapers renewed). – See illustration.

Erste Ausgabe. – DSB XII, 552. Bateson III, 949. Lowndes 2463. – Hervorragendes Verlagskolorit. – Es fehlen die Tafeln 101 und 230. – Vordere Innendeckel der Bde. II und III mit Bibliotheksetikett, hinterer Innendeckel von Bd. IV mit Zeitungsartikeln, Tafeln tls. mit Abklatsch, leicht gebräunt. – Exlibris.

– RAMOND, L. (F. E.), Voyages au Mont-Perdu et dans la partie adjacente des Hautes-Pyrénées. Paris, Belin, 1801. Mit gefalt. gestoch. Frontisp. und 5 gefalt. Kupfertafeln. IV, 392 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht bestoßen). (55) 800,-

First edition. – Excellent original colouring. – Lacks plates 101 and 230. – Inner front cover of vols. II and III with library label, inner rear cover of vol. IV with newspaper articles, plates partly with offsetting, slightly browned. – Exlibris. – Contemporary calf with gilt (3 vols. restored, vol. V with defective spine, scratched and scuffed).

Erste Ausgabe. – DSB XI, 273: „Ramond's researches in the Pyrenees have received little notice in the histories of geology and botany, but his discovery of abundant fossils in calcareous sediments at a great altitude was undoubtedly a momentous one ... Thus, Ramond's discovery was a revolutionary one, which required new explanations of geological structures. In his Voyages he also described granites, some of which he thought were less ancient than others.“ – Anfangs und gegen Ende etw. fleckig, sonst sehr gut erhalten und dekorativ gebunden.

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– SOWERBY, J., British Mineralogy. 5 Bde. London, Taylor, Arding und Merrett, 1804-17. Mit 548 (statt 550) kolor. Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit Vg. (3 Bde. restauriert, bei Bd. V Rücken defekt, beschabt und bestoßen). (102) 6.000,-

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– (WEIGEL, CH.), Abbildung und Beschreibung derer sämtlichen Berg-Wercks-Beamten und Bedienten nach ihrem gewöhnlichen Rang und Ordnung im behörigen Berg-Habit. – Abbildung und Beschreibung derer sämtlichen Schmelz-HüttenBeamten und Bedienten nach ihrem gewöhnlichen Rang und Ordnung im behörigen Hütten-Habit. 2 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, Selbstvlg., 1721. 4°. Mit 2 gestoch. Titeln und 48 Kupfertafeln. 5 Bl., 23 S., 1 Bl., 16 S. Ldr. d. Zt. mit blindgepr. Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel (Kapital und Ecken professionell restauriert; beschabt und bestoßen). (120) 2.000,-


Technik und Handwerk

Nr. 573

Nr. 575

Lipperheide Pd 7 und 8. Colas 13 und 14. Hoover 868 und 869. Koch 494: „Gehört zu den wichtigsten Quellen für die Entwicklungsgeschichte der bergmännischen Kleidung. Es ist aber ... vielmehr ein Buch vom Bergmannsstand überhaupt. Obwohl vom Herausgeber nicht als zweiteiliges Werk bezeichnet, kommen beide Bücher laut Lipperheide gewöhnlich in einem Bande vor, sind jedoch in komplettem Zustand äußerst selten geworden. Der Text ist eine ausführliche Beschreibung der Tätigkeit der verschiedenen hier dargestellten Bergbauberufe. So gebührt Weigel als erstem das Verdienst, ein Buch über den Bergmannsstand herausgegeben zu haben.“ – Die Tafeln zeigen verschiedene Hütten- und Bergarbeiter über und unter Tage mit diversen Werkzeugen, Maschinen, Öfen etc. – Etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

Vgl. Libri rari 192. Hoover 5887. Koch 330. Zischka 231 (andere Ausgaben). – Dritte Ausgabe des erstmals 1730 erschienenen Lexikons. – Tls. schwach wasserrandig, fleckig und leicht gebräunt. – Wohlerhalten. – Gestoch. Exlibris der Sammlung „Moll“.

It belongs to the most important sources for the history of miners' clothing. – The plates show different steelworkers and miners underground and above ground with various tools, machines, furnaces etc. – A little soiled and browned. – Contemporary calf with blind-pressed armorial bookplate on front cover (turn-in and corners skilfully restored; scratched and scuffed). – See illustration.

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– (ZEISIG, J. C., PSEUD.:) MINEROPHILUS, Neues und wohleingerichtetes Mineral- und Bergwerks-Lexicon. 3. und verb. Aufl. Chemnitz, Stößels Erben und Putscher, 1784. Mit gestoch. Frontisp. 4 Bl., 598 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (gering bestoßen). (95) 600,-

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BERUFE – (BRAND, CH.), Zeichnungen nach dem gemeinen Volke, besonders: Der Kaufruf in Wien. Etudes prises dans le bas peuple et principalement Les Cris de Vienne 1775. (Wien 1776). Fol. Mit gestoch. Titel und 38 (statt 40) Kupfertafeln von Brand, C. Schütz, Q. Mark, J. Feigel, C. Conti, J. E. Mansfeld u. a. Ldr. d. Zt. (Außengelenk brüchig, etw. beschabt und bestoßen). (109) 2.000,Erste Ausgabe. – Lipperheide Ebb 1. Colas 423. Massin 219. Beall Ö 1. Kaut 1. Schwarz 8. – Der erste Wiener Kaufruf wurde von Johann Christian Brand (1722-1795) und seinen Schülern in 3 Lieferungen von 1775-76 im Selbstverlag und in Kommission bei Artaria herausgegeben. – „Das große Verdienst Brands als Zeichner der Vorlagen lag darin, daß er einen vom französischen Vorbild unabhängigen, eigenen Stil entwickelte, der allein vom lebenden Vorbild auf den Straßen Wiens angeregt worden war“ (Kaut). – Die herrlichen großen Tafeln in der Platte signiert und mit deutsch-französischen Untertiteln. – Zur Tafelkollation: Es fehlen die Tafeln „Juif qui trafique“ und „Ouvrier“. Dafür sind zwei hs. und nur in französischer Sprache beschriftete Tafeln „Charronnier“ und „Colporteur“ aufmontiert, die nicht in die vorlie-


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Technik und Handwerk

Erste Ausgabe. – Brockhaus-Verz. XLIX. – I. Mathematik und Naturwissenschaften (140 statt 141 Tafeln). – II. Geographie (42; 2 doppelblattgr.). – III. Geschichte und Völkerkunde (39). – IV. Völkerkunde der Gegenwart (42). – VIII. Religion und Cultus (30). – Vereinzelt mit Randläsuren; tls. etw. gebräunt und fleckig.

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D(ALENCE, J.), Verhandelingen over de barometers, thermometers, en notiometers of hygrometers. Uit het fransch vertaalt. Den Haag, Block, 1738. Mit radiertem Titel und 35 radierten Tafeln. 5 Bl., 138 S., 3 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken beschäd.; beschabt und bestoßen). (146) 250,DSB III, 534. Bierens de Haan 1066. – Dritte holländische Ausgabe des zuerst 1708 in Amsterdam erschienenen Werkes, das, über den Stand der Forschung hinausgehend, auch neue Ideen und Erfindungen des Autors zeigt. Erstmals werden hierin die Regeln für die Maßeinteilung der Thermometer festgelegt. Der Stecher der anschaulichen Tafeln, Adriaan Schoonebeek, war ein Schüler von Romeyn de Hooghe. – Der radierte Titel wurde aus der zweiten holländischen Ausgabe (Den Haag 1730) mit der Verlagsadresse „Jacobus de Jongh“ übernommen. – Innengelenke gebrochen, Vorsatz mit zwei eingeklebten Katalogausschnitten; wenig gebräunt und fleckig. – Exlibris des französischen Astronomen Audouin Charles Dollfus (19242010), des Entdeckers des Saturnmondes „Janus“. – Siehe Abbildung.

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I. Specialbahnen, insbesondere die Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren. Zürich 1893. – II. Die elektrische Bahn Stansstad-Engelberg. Ebda 1899. Sonderdruck aus: Schweizerische Bauzeitung, Bd. XXXIII, Nr. 15 und 16. – III. Die Mendelbahn. Ebda. 1903. Sonderdruck aus: Schweizerische Bauzeitung, Bd. XLII, Nr. 20, 21 und 23. – Metzeltin 3560. Neuner 993. – IV. Wendelstein-Bahn. München (1904). Mit 4 lithogr. Tafeln. – V. Das Strub'sche Zahnstangensystem. Bern 1910. Mit 9 tls. gefalt. Tabellen. – Emil Strub (18581909) war Konstrukteur, Ingenieur und Inspektor der Berner Oberland-Bahnen. – Gebrauchsspuren. – Beiliegend hs. biographische Notiz über den Verfasser.

gende Ausgabe gehören und möglicherweise aus einer späteren Ausgabe mit 45 Tafeln stammen. Ebenso sind die Tafeln „Vendeuse de citrons“ (mit hs. französischem Untertitel) und „Vendeur de Lunettes“ aufmontiert. – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk und Widmung, zwei Tafeln mit restaurierten Einrissen. Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Re plate collation: Lacks plates „Juif qui trafique“ and „Ouvrier“. Mounted instead are two ms. plates „Charronnier“ and „Colporteur“, text only in French, which do not belong to the present edition and are probably from a later edition with 45 plates. The plates „Vendeuse de citrons“ (with ms. French sub-title) and „Vendeur de Lunettes“ are also mounted. – Fly-leaf with handwritten ownership entry and dedication, two plates with restored tears. A little browned and soiled. – Contemporary calf (outer joint cracked, a little scratched and scuffed). – See illustration.

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BROCKHAUS – HECK, J. G., Bilder-Atlas zum Conversations-Lexikon. Tle. I-V und VIII (von 10) in 5 Bdn. (ohne Text). Leipzig, Brockhaus, 1849. Qu.-4°. Mit 293 (statt 294; 2 doppelblattgr.) Stahlstichtafeln. 9 Bl. (Titelei und Register). Lose in Lwd.-Mappe d. Zt. (leicht berieben und bestoßen). (2) 250,-

EISENBAHN – STRUB – 5 Schriften zum Eisenbahnwesen von Emil Strub. Zürich u. a. 1893-1910. Verschied. Formate. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (12) 150,-

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ERÖFFNETER RITTER-PLATZ – Des eröfneten Ritter-Platz anderer Theil. 6 Tle. in 1 Bd. Hamburg, Schiller, 1702. 12°. Mit gestoch. Frontisp., 17 gefalt. Kupfertafeln und 5 Textkupfern. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, leicht berieben und bestoßen). (153) 400,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt F 1 (unter Marperger). – Vgl. Lipperheide Pa 14. Graesse VI, 132. – „Vom Hamburger Verleger Schiller veröffentlichte anonyme Sammlung verschiedener Beiträge zur Belehrung junger Adliger auf den Gebieten der angewandten Künste und Wissenschaften. Herausgeber des Werks war nicht Marperger, wie oft fälschlich angegeben“ (Dünnhaupt). – Enthält: I. Das neueröfnete Machinen-Hauß. 3 Bl., 93 S. – II. Das neu-eröfnete Arsenal.


Technik und Handwerk

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Nr. 583

143 S. – III. Das geöfnete Antiquitäten-Zimmer. 174 S., 1 Bl. – IV. Die neu-eröfnete Bibliothec. 6 Bl., 276 S. – V. GRONING, J., Historie der heutigen Religionen. 4 Bl., 255 S. – VI. REYHER, S., Kurtz gefasste allgemeine RechtsGeschichte. 120 S. – NACHGEB.: VII. CHRONOLOGIE des allgemeinen Staats-Archivs. Ebda. 1704. 1 Bl., 182 S., 16 Bl. – Ohne die Seiten 169-174. – Frontisp. verso mit hs. Notizen, Tafeln tls. mit Einrissen, etw. gebräunt, gering fleckig.

580

FARBEN – HUNDERTPFUND, L., Die Malerei auf ihre einfachsten und sichersten Grundsätze zurückgeführt. Eine Anweisung, mit ganzen Farben alle Halbtöne und Schatten ohne Mischung zu malen. Augsburg, Walch, 1847. Mit gefalt. Tabelle und 26 lithogr. (2 gefalt., 22 getönten) Tafeln. 3 Bl., 133 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (78) 120,Erste Ausgabe. – ÖBL III, 11. Thieme-B. XVIII, 136. – Maltechnische Schrift des Porträt- und Historienmalers Liberat Hundertpfund (1806-1878), die u. a. auch die Herstellung von Malleinen und Firnis beinhaltet. – Tafeln mit Farbbeispielen von Tönen und Schatten. – Leicht fleckig.

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FISCHER, J. C., Tagebuch einer zweiten Reise über Paris nach London und einigen Fabrikstädten Englands vorzüglich in technologischer Hinsicht. Aarau, Sauerländer, 1826. 276 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, berieben und bestoßen). (95) 200,Erste Ausgabe. – Reisetagebuch des Schweizer Metalltechnikers Johann Konrad Fischer (1773-1845), der als erster auf dem europäischen Festland Tiegelgußstahl herstellte. – Das Tagebuch der „ersten Reise“ war 1816 erschienen. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke; stark fleckig.

582

GEODÄSIE – GINET, N., Manuel de l'arpenteur. Paris, Jombert, 1770. Mit 21 gefalt. Kupfertafeln. 354 S., 3 Bl. (die letzten beiden mit Anzeigen). Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen, Vordergelenk defekt). (112) 80,Erste Ausgabe. – Lehrbuch für Feldvermesser, das mehrere Auflagen erlebte und auch übersetzt wurde. – Titel gestempelt, leicht gebräunt.


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Technik und Handwerk

Nr. 588

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GRANDI, G., Instituzioni meccaniche. Florenz, Tartini, 1739. Mit 20 ausfaltbaren Kupfertafeln. VIII, 160 S. Pgt. d. Zt. (wenig fleckig, berieben und bestoßen, mit kleinen Wurmspuren). (22) 300,-

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Erste Ausgabe. – Riccardi I/1, 45.1. Roberts-T. 144. RollerG. I, 475. Poggendorff I, 940. – Eine erfolgreiche Schrift über theoretische und praktische Mechanik. „This treatise is divided into ten chapters; they concern uniform movement, the moment of any kind of force, the center of gravity, motion composed of more uniform motion, as well as machines that facilitate motion“ (Roberts-Trent). – Titel gestempelt. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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GRÜNDLICHER UND DEUTLICHER UNTERRICHT in der Geometrie, in der Perspektiv, und in der Zeichnenkunst. Für lernbegierige Professionisten, Handwerker und Künstler. 4., völlig umgearb. Aufl. Leipzig, Sommer, 1821. Mit 10 ausfaltbaren Kupfertafeln. IV, 132 S., 1 Bl. (Anzeigen). Pp. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (19) 200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Enthält auch Anweisungen, verschiedene Körper aus Pappe, Messing etc. zusammenzusetzen. Gedacht auch als „Schulbuch für Industrie- und Bürger-Schulen, und für andere Erziehungsanstalten“ (Titel). – Enthält 6 Tafeln zur Geometrie und Perspektive sowie 4 Tafeln zur Zeichenkunst. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

HÄNTZSCHEL(-CLAIRMONT), W., Die Praxis des Maschinenbaues. 2 Bde., Modellatlas mit Textheft und Sonderbeilage in 5 Bdn. Berlin, Weller, (ca. 1910-17). 8° und 4°. Mit zahlr. Textabb. und 8 chromolithogr. aufklappbaren Modellen. OHlwd. und OPp. (36) 200,Der Modellatlas mit aufklappbaren farbigen Modellen, u. a. Buess-Schaukel-Drehofen, „Reinhold“-Ständer-Bohrmaschine, Klein-Dampfturbine und Dieselmotor. – Die Sonderbeilage „Lokomotiven für Voll- und Klein-Bahnen“ mit zwei Modellen, Kunze-Knorr-Bremse sowie Heißdampf-Schnellzug-Lokomotive. – Frisches Exemplar.

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HERO ALEXANDRINUS, Spiritalium liber. A Federico Commandino ex Graeco, nuper in Latinum conversus. Urbino, o. Dr. (D. Frisolino), 1575. Mit 2 großen figürlichen Holzschnitt-Initialen und 89 Textholzschnitten. 2 nn., 70 (recte 80) num. Bl. Spät. Pgt. mit hs. Rtit. (wenig fleckig, berieben und bestoßen). (23) 1.500,Erste Ausgabe der „Pneumatika“. – STC 326. Adams H 369. Mortimer 230 Anm. Hoffmann II, 357. Riccardi I/1, 364, 9/1. Libri rari 133. Roller-G. I, 534. Waller 11371. Honeyman 1652. Roberts-T. 161: „Esteemed effort to make the principal texts of classical science available in the Renaissance. Vernet further suggests that many of the devices: the dioptra, screw-cutter, odometer, etc., may have been Hero's own inventions. Although many of the devices are toys or parlor-tricks, that was the fashion of the day, and Hero's matter-of-fact treatment clearly indicates that his interest was in the way they worked. Cardwell notes that Hero of Alexandria had, or at least proposed, a model steam engine in the form of a reaction turbine, that would actually work.“ – Eines von offenbar nur drei im 16. Jahrhundert in Urbino gedruckten Büchern, aus der zweiten dortigen Offizin. Der


Technik und Handwerk

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Nr. 594

Wanderdrucker Heinrich von Köln hatte um 1495 einige Bücher in Urbino erscheinen lassen, danach wurden erst wieder in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Urbino Druckereien gegründet. Fumagalli (Lex. Typogr. Italiae 442) kennt nur Frisolinos Euklid von 1575; im STC sind der Euklid, unser Hero und Montanos „Rime“ als FrisolinoDrucke verzeichnet, alle von 1575. Laut Borsa war Frisolino nur in diesem Jahr in Urbino tätig. – Titel mit kleinem Besitzvermerk. Einige Bl. am Anfang in den Ecken geringfügig angerändert, die letzten 4 Bl. mit ausgebesserten Wurmspuren. 2 Initialen und ca. 12 Holzschnitte geringfügig ankoloriert. Leicht gebräunt, tls. etw. braunfleckig. First edition of „Pneumatika“. – One of apparently only three books printed in Urbino in the 16th century, from the second printing works there. – According to Borsa, Frisolino was only working in Urbino that year. – Title with small ownership entry. Some leaves at the beginning minimally restored at corners, the last 4 leaves with repaired worming. 2 initials and ca. 12 woodcuts with minor and partial colouring. Slightly browned, partly a little brown-stained. – Vellum with ms. spine title (hardly soiled, rubbed and scuffed).

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HÜBNER, J., Curieuses und reales Natur-, Kunst-, Berg-, Gewerck- und Handlungs-Lexicon. 6. Aufl. Leipzig, Gleditsch, 1731. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 2268 Sp. Pgt. d. Zt. mit goldgepr. Monogramm (stark verschmutzt, beschabt und bestoßen, mit zwei Bibliotheksschildern). (13) 200,Seemann 273. – Vgl. Humpert 4716. Kress 4810. – Erstmals 1712 erschienene Fortsetzung des Zeitungs-Lexikons. – Der Verfasser war eigentlich Paul Jakob Marperger, Johann Hübner schrieb nur die Vorrede. – Titel mit hs. Besitzvermerk und verso gestempelt; leicht gebräunt, tls. etw. eselsohrig und fleckig.

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HULSIUS, L., Tractatus Primus (- Tertius) Instrumentorum mechanicorum. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Richter für den Verfasser, 1605. 4°. Mit 3 gestoch. Titelvign., 6 (1 ganzseit.) Textkupfern, gefalt. Holzschnitt-Tafel, 13 (5 gefalt.) Kupfertafeln, 8 ganzseit. Kupfern auf Tafelseiten und Falttabelle sowie zahlr. Textholzschnitten. 4 Bl., 121, 17, 29 S. Flex. Pgt. d. Zt. (Kapitale leicht läd., etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (19) 5.000,STC H 1849. Zinner 393. – Vgl. Libri rari 142 und ADB XIII, 335. – Sehr seltene lateinische Ausgabe der ab 1603 in deutscher Sprache erschienenen, in 15 Teilen geplanten Übersicht über alle bekannten mechanischen Instrumente, angefangen vom Rechenschieber und Quadranten über den Zirkel bis hin zu den kompliziertesten Astrolabien, Kompaßuhren, Himmelsgloben und Armillarsphären. Tatsächlich erschienen davon nur die vorliegenden drei Teile sowie 1605 ein „Vierdter Tractat“, der jedoch nicht ins Lateinische übersetzt worden ist. – Levin H. Hulsius (1546-1606) stammte aus Gent, verfaßte mehrere Werke über Seefahrt und Navigation sowie zur Astronomie, zu Reisen und zur Sprachwissenschaft, die er in seinem eigens gegründeten Verlag publizierte. Weiterhin handelte er mit mechanischen Instrumenten aller Art (vgl. Zinner 392). – Gegenüber wenigen Vergleichsexemplaren geringe Abweichungen in der Tafelanzahl: eine Holzschnitt-Tafel (hier doppelt vorhanden), als „XXXI. Figura“ bezeichnet, ist sonst nicht nachweisbar. Womöglich sind die 8 ganzseit. Kupfer auf 4 Bl. sonst auf 8 Tafeln abgedruckt, so daß auch 21 Tafeln genannt werden (es könnte sich um Probeabzüge handeln). – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken. 2 Tafeln bis zum Plattenrand beschnitten und alt aufgezogen. Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.


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Technik und Handwerk

Nr. 593

Nr. 595

Very rare Latin edition of synopsis of all known mechanical instruments published in German language from 1603 onwards and planned in 15 parts. – Endpaper and title with ownership entries. 2 plates cut up to plateline and mounted. A little browned and soiled. – Contemporary limp vellum (turn-ins slightly damaged, somewhat soiled, rubbed and scuffed, clasp ribbons missing). – See illustration.

Zischka 3. – Vgl. Humpert 1414. – Vorhanden die Bände: 2, 3, 5-22, 24-28, 31-44, 46-48, 50-54 und 56-58. – Ohne die Tafeln 21 in Bd. XVIII, 4 in Bd. XIX, 4 in Bd. XXXVI und 2 in Bd. LII. Die Stiche 16 und 17 in Bd. LVII auf einer Tafel. – In Bd. LIV Frontisp. und alle Tafeln lose; einzelne Titel eng beschnitten, Titel und Vorsätze meist gestempelt und mit altem Besitzvermerk, tls. etw. gebräunt, wenig fleckig, geringe Gebrauchsspuren. – Dekorativ gebunden. – Ohne Rückgaberecht.

KLENZE, (H. L.) VON, Handbuch der KäsereiTechnik. Bremen, Heinsius, 1884. Mit 33 Tafeln und zahlr. Textholzstichen. XVI, 643 S. Hlwd. um 1920. (88) 250,Erste Ausgabe. – ADB LI, 212. – Hauptwerk des ausgewiesenen Milchchemikers. – Hippolyt Ludwig Klenze (1849-1892), Enkel des bekannten Architekten, war ab 1877 Vorstand des neuerrichteten Molkerei-Instituts in Weihenstephan. – Titel gestempelt und mit Besitzvermerk, Tafeln leicht gebräunt; wenig fleckig.

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KRÜNITZ, J. G., Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats –Stadt –Hausund Landwirthschaft. 50 Bde. der Reihe. Brünn, Traßler, 1787-94. Mit 50 gestoch. Frontisp. und 50 gestoch. Titelvign. (beide mit sich tls. wiederholenden Motiven), 799 Kupferstichen auf 798 (statt 802) meist gefalt. Tafeln und gefalt. Kupferstichkarten sowie einigen gefalt. Tabellen. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und reicher Rvg. (Gelenke einzelner Bde. brüchig, Rücken mit Etiketten, beschabt und bestoßen, mäßige Gebrauchsspuren), tls. mit eingeb. Orig.-Brosch. (164) 4.000,-

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KRÜNITZ – AUSZUG aus des Herrn D. J. G. Krünitz ökonomisch-technologischen Encyklopädie. Hrsg. von M. C. von Schütz. 30 Bde. der Reihe. Berlin, Pauli, 1786-1812. Mit 2 (wdh.) gestoch. Portrs., 30 gestoch. Titelvign. und 356 (statt 360) Kupferstichen (einer in Rotdruck und beikolor.) auf 334 Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und reicher Rvg. (Rsch. tls. in Grün, Rücken mit Etiketten, beschabt und bestoßen, mäßige Gebrauchsspuren). (164) 1.000,Zischka 3. – Insgesamt 34 (32 Bände) Teile umfassender, unvollendeter Auszug aus der „Oeconomischen Encyclopädie“ von Krünitz, begonnen von Marcus Carolus von Schütz und fortgeführt von Godofredus Ludolphus Grassmann. Weder Krünitz noch Grassmann konnten ihr Projekt vollenden und sind beide über dem Artikel „Leiche“ verstorben (MNE, Nachtr. 1995, 165), worüber schon Ebert gespottet hat. Der Auszug wurde noch bis zum Artikel „Prame“ fortgeführt und schließlich eingestellt. – Vorhanden die Bände 1-20, 23-26 und 28-32. – In Bd. VI fehlen die Kupferstiche 1-4. – Titel und Vorsätze meist gestempelt, tls. etw. gebräunt, wenig fleckig, geringe Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht. – Beiliegend Dubletten der Bände I, III, IV (2 Ex.), V und VIII mit zus. 49 Kupferstichen auf 27 Tafeln.


Technik und Handwerk

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(MAIER, W.), Radioaktive Leuchtmassen (Deckeltitel). Schwenningen, (Link), o. J. (ca. 1936). Fol. Mit zahlr. Textabb. 108 S. OHlwd. (Gebrauchsspuren). (12) 120,-

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Von der „radiumchemischen Industrie und Laboratorium W. Maier Kommanditgesellschaft“ in Schwenningen herausgegebene numerierte Informationsbroschüre. – Behandelt Herkunft, Herstellung und Bedeutung des Radiums sowie die Geschichte und Anwendungsgebiete von radioaktiven Leuchtmassen, ferner den Werdegang des Hauses „Maier's Radium“. – Etw. gebräunt, gering fleckig.

MEYER, C., L'arte di restituire à Roma la tralasciata navigatione del suo Tevere. Rom, Stamperia della Reverenda Camera Apostolica, 1683. Gr.Fol. Mit großer gestoch. Vign. auf dem Vortitel und 60 (statt 68; 1 doppelblattgr., 1 ganzseit.) Textkupfern von C. Meyer. 73 (statt 91) Bl., 15 S. Hpgt. d. 19. Jhdts. mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (132) 2.000,Sehr seltene erste Ausgabe des prachtvoll illustrierten Werkes. – Bierens de Haan 3223. Poggendorff II, 134. Scheepvart Mus. I, 329. Rossetti 7023. Cicognara 3791: „Quest'opera è da tenersi in gran pregio per la richezza delle notizie, e per la molta bellezza delle tavole intagliate de ottimi artisti“ (weiter über die Ausg. von 1685, welche wegen der Seltenheit unseres Druckes lange Zeit für die Erstausgabe gehalten wurde). – Der holländische Flußbaumeister Meyer wurde vom Papst nach Rom gerufen, um den Tiber schiffbar zu machen. – Die Kupfer nach Zeichnungen des Verfassers bringen u. a. mehrere Ansichten von Rom sowie sehr interessante Darstellungen von Maschinen und Geräten zum Ausbaggern, Vorschläge für Flußregulierungen und Wasserleitungen. – Es fehlen 18 Bl. mit zus. 8 Textkupfern, darunter zwei der drei doppelblattgr. ganzseit. Kupfer (vorhanden nur die Ansicht der Piazza del Popolo, es fehlen die Karte mit der Umgebung von Pisa und die Ansicht des Petersplatzes), weiterhin fehlen die doppelblattgr. Pläne von Rom und der „Mare Tirreno“ (diese jeweils mit typographischem Text in der unteren Hälfte). Die 15 S. am Schluß verbunden. Erste Bl. angefalzt; stellenw. wasserrandig, unterschiedlich gebräunt und braunfleckig. – Siehe Abbildung. Very rare first edition of this magnificently illustrated work. – The Dutch river builder Meyer was called to Rome by the Pope to make the Tiber navigable. Copperplates based on designs by the author show among others several views of Rome as well as fascinating depictions of machinery and equipment for dredging, proposals for river control and waterpipes. – Lacks 18 leaves with together 8 text copperplates, among them two of three double-page size, full page copperplates (existing only the view of the Piazza del Popolo, missing the map with surroundings of Pisa and the view of St Peter's Square), also missing double-page plans of Rome and the „Mare Tirreno“. Misbound are the 15 pages at the end. First leaves mounted at joint; here and there with waterstains, variable browning and brown stained. – Half vellum of the 19th century with spine label (some scratching and scuffing). – See illustration.

– DASS. Rom, Varesio, 1685. Fol. Mit großer gestoch. Vign. auf dem Vortitel und 68 (1 ganzseit., 6 doppelblattgr., davon 3 ganzseit.) Textkupfern nach C. Meyer. 91 Bl., 15 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (tintenfleckig, etw. wasserrandig, beschabt und bestoßen). (132) 6.000,Zweite Ausgabe des prachtvoll illustrierten Werkes (EA 1683). – Scheepvart Mus. I, 329. Kissner Coll. 273. Rossetti 7023 a. Narducci 269. Cicognara 3792. – „Cornelius Meyer was a hydraulic engineer of great renown with a rich inventive imagination, amply demonstrated by his fine collection of plates, engraved by some of the best engravers of the time, dealing with the problems of the navigation along the River Tiber but, en passant, including fine views of contemporary Rome, and an illustration of an early 'horseless carriage'“ (Kissner). – Zur Kollation: Das Werk besteht aus 99 Blättern, von denen die letzten acht paginiert sind. Diese Gesamtzahl schließt auch alle doppelblattgroßen Kupfer mit ein, da sämtliche Kupfer rückseitigen Text aufweisen und somit als Textkupfer zu zählen sind. – Vorsätze mit Besitzvermerken und Tuschekritzeleien einer Familie Nardini aus dem frühen 19. Jhdt., auch mit einigen Tintenflecken, stellenw. im Rand etw. fingerfl., sonst recht sauber, kaum gebräunt und nur vereinzelt fleckig. – Siehe Abbildung.

Die Regulierung des Tiber 593

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Second edition of this magnificently illustrated work (first edition 1683). – Meyer, the Dutch master builder for river navigability, was called to Rome by the pope in order to canalize the Tiber. – Copper engravings after drawings by the author. – Endpapers with ownership entries and scribblings in ink of the family Nardini from the early 19th century, some ink stains here and there, partly also fingermarks in margin, otherwise quite clean, hardly browned and only isolated soiling. – Contemporary calf with spine label (ink stains, some waterstains, scratching and scuffing). – See illustration.

595

– Nuovi ritrovamenti divisi in due parti. Teil I (von 2). Rom, Komarek, 1696. Fol. Mit großer gestoch. Titelvign. und 22 (2 doppelblattgr., 2 ganzseit.) Textkupfern. 24 nn. Bl. Flex. Pp. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (132) 2.000,Seltene erste Ausgabe. – Rossetti 7023b. Haym 546, 12. – Berichte über neueste Entdeckungen, darunter einen 1691 in der Nähe von Rom gesichteten Drachen (Titelvignette), Erfindungen des Autors zur „perfezione dell'architettura idraulica“, darunter Gerätschaften zur Bergung von Gegenständen aus dem Meer, Methoden, Wasserleitungen für Brunnen zu legen, Flüsse zu regulieren, Hafenbecken auszubaggern, Hebevorrichtungen, den Gebrauch von Augengläsern, über die Methode, Gläser durch hohe Töne zerspringen zu lassen, Beobachtungen über die Umlaufbahnen eines Jupitermondes, der Sonne und der Erde sowie eine Reise des Autors zu einem Denkmal Papst Urbans VIII. – Die doppelblattgroßen Kupfer mit einem Plan des Hafens und der Stadt von Livorno sowie einer Karte der Lombardei (Gegend um Ferrara und Bologna). – Die Kupfer meist in dunklen, sauberen Abdrucken. – Titel und einige Bl. angefalzt sowie mit restaurierten Ausbrüchen im Rand (letztes Bl. mit Darstellungsverlust, unauffällig von Hand ergänzt); stellenw. kleine Wasserränder, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.


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Technik und Handwerk

Nr. 605

Rare first edition. – Title and some leaves mounted at joint and with restored breaks in margin (last leaf with loss of illustration, discreetly completed by hand); here and there some waterstains, a little browned and soiled. – Contemporary limp vellum (some soiling, rubbing and scuffing). – See illustration.

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NEU ERFUNDENE ANGABE zur Civil-BauKunst, den Ofen, Heerd und Camin in einem beysammen zu haben, wodurch die Helfte des Holtzes zu erspahren, nebst andern Bequemlichkeiten, als einer Obst-Welcke. Leipzig, o. Dr., 1754. Mit gefalt. Frontisp. 3 Bl. Mod. Buntpapierumschlag. (88) 200,(OZANAM, J.), Methode de lever les plans et les cartes de terre et de mer. Paris, Jombert, 1716. Mit 14 gefalt. Kupfertafeln. 6 Bl., 215 S. Ldr. d. Zt. (Rücken mit kleiner Fehlstelle, Bezug an den Kanten stellenw. abgeplatzt, stärker beschabt). (65) 200,Vgl. Barbier III, 292 (Ausg. 1750). – Zum Autor: Poggendorff II, 341. – Mehrfach aufgelegte Anleitung zur Herstellung von Karten und Plänen. – Vorsatz gestempelt, Titel mit hs. Besitzvermerk, tls. stärker gebräunt, leicht fleckig.

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Neben der Darstellung einer Werkstatt zahlr. Abbildungen von Tischen, Stühlen, Sesseln, Kanapees, Betten, Buffets etc.

PAPIERFABRIKATION – (ENCYCLOPEDIE, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. Daraus:) Meubles. (Paris um 1760). Fol. Mit 20 Kupfertafeln. 5 S. Mod. Hpgt. (88) 100,-

PARISER WELT-AUSTELLUNG 1878, DIE. Illustrirte, von der Commission autorisirte deutsche Ausgabe. (München, Verlag der Expedition der Pariser Weltausstellungs-Zeitung), 1878. Fol. 724 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke angeplatzt, beschabt, bestoßen). (36) 250,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. VII, 11333. – In 52 Nummern à 8 Seiten vor Beginn der Ausstellung und in 30 (von 60 geplanten) Nummern während der Ausstellung erschienen. Vermittelt auf journalistische Weise ein umfassendes Bild des damaligen Großereignisses mit biographischen Skizzen der Initiatoren der Ausstellung, Informationen über die Pariser Ausstellungsbauten und Berichten zu den Pavillons der teilnehmenden Länder und deren Beiträgen zur Ausstellung – ein mit Holzstichen reich illustriertes Quellenwerk der Technikgeschichte um 1878 in der Form einer Zeitung. – Papierbedingt gebräunt.

600

PHOTOGRAPHIE – „ALBUM“ (Deckeltitel). Deutschland, um 1890/1900. Qu.-Gr.-Fol. Ca. 40 Photographien, meist auf dicken Trägerkarton mont., einige lose beiliegend. Hldr. d. Zt. (beschabt, fleckig und bestoßen). (55) 300,Ansichten u. a. von Capri, Luzern, Mailand, Neapel (mit Vesuv), Pompeji, Rom und Split. – Leichte Gebrauchsspuren.


Technik und Handwerk

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Nr. 606

601

– HAWTHORNE, N., Transformation: or, the Romance of Monte Beni. 2 Bde. Leipzig, Tauchnitz, 1860. Mit 42 Photographien auf 40 Tafeln. XII, 292; VI, 280 S., 1 Bl. OPp. (minimal berieben und bestoßen). (55) 150,Todd-B. 515 C. – Der umfangreichste der Romane Nathaniel Hawthornes (1804-1864), dessen Handlung in Rom spielt, wurde 1860 zuerst in Boston unter dem Titel „The Marble Faun“ veröffentlicht. Das Werk, das viele beschreibende Passagen über Kunstwerke und Monumente enthält, wurde vor allem von amerikanischen Touristen als Führer benutzt (vgl. Kindler VII, 445). In der berühmten „Edition Tauchnitz“ ursprünglich ohne Abbildungen erschienen, wurden einige Exemplare nachträglich mit leeren Seiten durchschossen, auf die der Besitzer selbst Photographien einkleben oder durch einen Händler einkleben lassen konnte, wobei die Anzahl gewöhnlich zwischen 35 und 58 variiert (vgl. Heidtmann 85). – Gering gebräunt, sonst recht sauber.

602

– NORDAFRIKA – 9 Photographien mit Motiven aus Nordafrika. Ca. 1890. Verschied. Formate (ca. 50-60 x 20-30 cm). (71) 200,-

Malerische Ansichten aus Oasen und Wüstengegenden im Panoramaformat, darunter die Moschee von Chenini in Tunesien. – Auf Trägerpapier aufgelegt, leichte Gebrauchsspuren.

603

– STEIN – PICTURESQUE NEW YORK. Calendar for 1949. Edited by G. Manoha. New York, Lumen, o. J. (1948). Mit 60 meist ganzseitigen photographischen Abb. von Fred Stein auf 51 Bl. 1 Bl. Orig.-Umschlag. (etw. gebräunt, berieben und fleckig, letztes Bl. leicht ausgerissen) mit Spiralbindung. (118) 80,Wochenkalender mit eindrucksvollen Stadtimpressionen von Fred Stein. – Vorsatz mit hs. Widmung, einige hs. Eintragungen im Kalendarium; leicht gebräunt, etw. fleckig.

604

REINHOLD, C(H.) L., Beschreibung eines Erdmikrometers für Mathematiker und Forstbediente. Zwote sehr verm. Aufl. Osnabrück 1783. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., X, 20 S. Ohne Einband. (88) 200,-


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Technik und Handwerk

Nr. 610

erschien von 1797-1805 in vier Bänden; die englische Originalausgabe kam 1799-1802 in London heraus. – Die Tafeln und Textholzschnitte zeigen Herde und Küchengeräte. – Tadellos. – Selten. – Siehe Abbildung.

Grewe 777. – Christian Ludolph Reinhold (1737-1791) war Professor der Mathematik und Physik am Gymnasium in Osnabrück (vgl. Poggendorff II, 598). – Tadellos.

605

RUMFORD, B. VON, Ueber Küchen-Feuerheerde und Küchengeräthe. Aus dem Englischen. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1803. Mit 13 Kupfern auf 7 gefalt. Tafeln und zahlr. Textholzschnitten. 6 Bl., S. (5)-436. Pp. d. Zt. mit Rsch. (minimal berieben und bestoßen). (95) 300,Kleine Schriften politischen, ökonomischen und philosophischen Inhalts, Bd. III. – Erste deutsche Ausgabe. – Weiss 3281. Horn-A. 329. Poggendorff II, 718. – Vgl. Cagle 412. Simon 125. Vicaire 760 (andere Ausgaben). – Berühmte Schrift zur Entwicklung eines energiesparenden Küchenherdes, des sogenannten Rumford-Herdes, und einer funktionalen Kücheneinrichtung. – „Sir Benjamin Thompson (1753-1814), amerikanischer, später bayerischer Staatsmann, wurde von Kurfürst, später König Max Joseph I. von Bayern, zum Grafen Rumford geadelt. Er legte den Englischen Garten in München an, führte in Bayern die Kartoffel ein und war Erfinder der Rumford-Suppe, eines einfachen Eintopfs, der zur Ernährung des Militärs und unbemittelter Volksschichten dienen sollte. Das Werk gibt interessante Einblicke in die bayerischen Verhältnisse und Verwaltung um die Wende des 18./19. Jahrhunderts“ (Horn-Arndt). – Die deutsche Übersetzung der Sammlung überwiegend technologischer und physikalischer Schriften des Grafen

606

SCHIFFAHRT – CRESCENZIO, B., Nautica mediterranea. 2 in 1 Bd. Rom, Bonfadino, 1607 (recte 1602). Mit gestoch. Titel, 3 gefalt. Kupfertafeln, gefalt. (alt?) teilkolor. Kupferstichkarte, 22 (5 ganzseit.) Textkupfern (davon 1 mit beweglichen Teilen) und zahlr. tls. ganzseit. Textholzschnitten, davon 1 mit beweglichen Teilen. 3 Bl., 556 S., 6 Bl. (das letzte weiß), 63 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (132) 12.000,Erste Ausgabe. – STC 272. Graesse I, 300. Riccardi I, 38283. Peters, Crone Library, 105. Parenti 175. – Bedeutendes nautisches Werk mit Ausführungen über Schiffsbau, Instrumente, Navigation, Berechnungen etc., mit Darstellungen von Schiffstypen, Instrumenten sowie den Häfen von Neapel und Civitavecchia. Nach S. 344 ist eine aus zwei Holzschnitten zusammengefügte Drehscheibe eingebunden, und auf das Textkupfer auf S. 414 ist ebenfalls eine Scheibe montiert, diese in Kupferstich. Diese drei für die Drehscheiben zu verwendenden Teile sind in manchen Exemplaren auch als kleine Tafeln beigebunden, was die Abweichungen in der Kollation verschiedener Exemplare erklärt. Der Titel mit hübscher Bordüre aus nautischen Motiven. – Als Anhang


Technik und Handwerk

163

der seltene „Portolano“ des Mittelmeerraums. – Die lose beiliegende große Mittelmeerkarte nur in der oberen Hälfte vorhanden, die untere Hälfte faksimiliert. – Titel mit zwei gelöschten Stempeln, gebräunt und fleckig; stellenw. etw. gebräunt und stockfleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Remarkable nautical work with comments on shipbuilding, instruments, navigation, calculations etc. with illustrations of types of ship, tools as well as the ports of Naples and Civitavecchia. – The large map of the Mediterranean which is enclosed loosely only existing in the upper half, the lower half in facsimile. – Title with two erased stamps, browned and soiled; here and there a little browned and foxed. – Contemporary calf with gilt back (scratching and scuffing). – See illustration.

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STRADANUS – „NOVA REPERTA“. Kupferstich aus: Johannes Stradanus (Jan van Straet), Nova reperta. Antwerpen, Ph. Galle, um 1600. 20,5 x 26,6 cm. (69) 300,Aus der ersten Ausgabe des sehr seltenen Werks über Entdeckungen und Erfindungen. Dargestellt sind alchemistische Apparaturen, eine Kanone, ein Sattel, eine Uhr, eine Druckpresse und eine Karte von Nord- und Südamerika (Burden 139). – Unterer Rand mit restauriertem Ausriß (Text- und ein wenig Bildverlust), wenig fleckig und gebräunt.

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(STURM, L. C., Geographia mathematica. Oder Kurtze und gründliche Vorbereitung zu Erlernung der Geographia. Worinnen so wol von der Construction als dem Gebrauch der Erdkugeln und aller Sorten von Landcarten gehandelt wird. Frankfurt/O. 1705). Mit 5 Kupfertafeln. 18 (statt 19; es fehlt der Titel) Bl., 120 S. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (etw. fleckig und berieben). (6) 250,Poggendorff II, 1044. – Die Tafeln mit geographischen Schemata und Karten, darunter eine Weltkarte. – Sehr selten: das einzige von uns im Handel nachweisbare Exemplar hatte nur 4 Tafeln. – BEIGEB.: (GUDE, H. L., Staat der Erbländer. Ohne Ort um 1710). Mit gestoch. Portr. S. 3-70. – Vgl. Jöcher 1243. ADB X, 87. – „Es sind genealogische und topographische Abhandlungen von bemerkenswerther Präcision und Übersichtlichkeit, aber ohne jedes höhere geschichtliche oder geographische Interesse: politische Geographie im beschränktesten Sinne des Worts“ (ADB) – Das Porträt zeigt Kaiser Joseph I. – Titel zur Hälfte ausgerissen, braunfleckig, tls. etw. wasserrandig.

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WASSERBAU – BACCI, A., Del Tevere libri tre, ne' quali si tratta della natura, & bonta dell'acque, & specialmente del Tevere, & dell'acque antiche di Roma, del Nilo, del Po, dell'Arno, & altri fonti, & fiumi del mondo. Venedig, o. Dr. (A. Manuzio), 1576. 4°. Mit Druckermarke (Wappen) auf dem Titel. 8 Bl., 309 S. Rotbraunes Ldr. des 17. Jhdts. mit dreifacher goldgepr. Filete, Eckstücken und Wappensupralibros auf den Deckeln sowie dreiseit. Goldschnitt (Gelenke gebrochen, beschabt und bestoßen). (22) 1.000,-

Nr. 609 Dritte Ausgabe. – STC 66. Adams B 8. IA 111.344. Renouard I, 594, 7. Naiditch-B. 622. Wellcome I, 602. Durling 425. Rossetti 621. – Vgl. Hirsch-H. I, 270. – Erstmals in Rom 1552 erschienen. – Behandelt u. a. die Wasserversorgung im alten Rom und die Qualität verschiedener Gewässer. – In unserem Exemplar sind die 4 Bl. „Tavola“ am Anfang statt am Ende eingebunden. – Leicht, vereinzelt auch stärker gebräunt, tls. etw. fleckig. – Zur Provenienz: Das Wappensupralibros des Einbandes zeigt ein gekröntes Wappen, im Schild ein schräges Schriftband mit dem Monogramm „SPQR“, Titel verso gestempelt: aus der Bibliothek von A. G. Capponi, ferner ein hs. Besitzvermerk von 1715. – Siehe Abbildung. Third edition. – Published first in Rome in 1552. – Deals with water supply in ancient Rome and the quality of various lakes and rivers. – In our copy the 4 leaves „Tavola“ are bound-in at the beginning and not at the end. – Slightly, occasionally also stronger browned, partly a little soiled. – Re provenance: the armorial bookplate of the binding shows a crowned coat of arms, in the shield a diagonal scroll with monogram „SPOR“, title verso stamped: from the library of A. G. Capponi, furthermore a ms. ownership entry of 1715. – Reddish brown calf of the 17th century with triple gilt stamped fillets, corner pieces and armorial bookplate on sides as well as three-sided gilt edge (joints broken, scratched and scuffed). – See illustration.


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Technik und Handwerk

WASSERBAU – BELIDOR, (B. F. DE), Architectura hydraulica. Aus dem Französischen ins Teutsche übers. Verb. Aufl. Tl. I (von II) in 12 Lief. („Ausgaben“) in 1 Bd. Augsburg, Klett, 1764. Fol. Mit 55 doppelblattgr. (tls. gefalt.) Kupfertafeln. Restauriertes Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (etw. berieben, leicht bestoßen). (120) 300,Vgl. Roller-G. I, 97. Feldhaus, Technik der Vorzeit, 76. Jordan 223. Poggendorff I, 138. Ornamentstichslg. Berlin 3555. – „Das Werk war grundlegend in seiner Art; die Wasserbaukunst erhielt dadurch zuerst feste Prinzipien und nahm sie um so bereitwilliger auf als Belidors Theorie überall mit praktischen Kenntnissen Hand in Hand geht“ (Jähns 1746). – Belidor (1697-1761) schreibt im vorliegenden Teil über die physikalischen Eigenschaften des Wassers, daraus ableitend u. a. über Mühlen, Pumpen, Röhrenleitungen, Saug- und Druckwerke, Dampfmaschinen und Brunnen. – Die schönen frischen Tafeln zeigen Wasserbehälter und -leitungen, Windmühlen, die Wasserhebemaschine an der NotreDame-Brücke, Feuerspritzen und Entwürfe für Brunnenanlagen wie die Fontänen von St. Denis oder der Charité etc. – Die ersten Bl. im Bug mit Feuchtigkeitsfleck; leicht gebräunt, an den Rändern etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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– BOSSUT, (CH.), UND (G.) VIALLET, Recherches sur la construction la plus avantageuse des digues. Nouvelle édition. Paris, Barrois und Firmin Didot, „8“ (1799). 4°. Mit 7 gefalt. Kupfertafeln. 67 S. Pp. d. Zt. (minimal berieben und bestoßen). (120) 600,Zweite (und letzte) Ausgabe. – Vgl. Poggendorff I, 249 (EA 1764). – Von der Akademie der Wissenschaften in Toulouse preisgekrönte Arbeit des französischen Mathematikers und Ingenieurs Charles Bossut (1730-1814), „one of the important figures in the history of physics and engineering education“ (DSB II, 335). – In der ersten Fassung noch mit zahlreichen Ungenauigkeiten, die in der hier vorliegenden zweiten korrigiert sind. – Die Tafeln mit detaillierten Konstruktionszeichnungen von Deichbauten. – Leicht gebräunt, Kopfsteg vereinzelt mit leichter Feuchtigkeitsspur, S. 27/28 und Tafel (VI) mit alt restauriertem Einriß, Tafeln tls. knapp beschnitten; Titel und Tafeln verso gestempelt.

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– HAGEAU, A., Atlas pour servir à l'intelligence de la description du canal de jonction de la Meuse au Rhin. Qu.-Fol. Mit 21 (1 doppelblattgr. gefalt.) Kupfertafeln. 1 Bl. Paris, Selbstvlg., 1819. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (89) 200,Einzige Ausgabe. – Hoefer XXIII, 82. – Atlas zu der im selben Jahr erschienenen Beschreibung des Rhein-MaasKanals durch den französischen Ingenieur Amable Hageau (1756-1836). Die Tafeln zeigen den gesamten Kanal, ferner Schleusen und technische Details der Anlage. – Wasserrandig, stockfl., Titel mit Stempelrasur.

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ZABAGLIA, N., Castelli, e ponti ... con alcune ingegnose pratiche, e con la descrizione del trasporto dell'obelisco Vaticano ... del D. Fontana. Rom, Pagliarini, 1743. Gr.-Fol. Mit 2 gestoch. Titelvign., gestoch. Portr. und 54 (4 gefalt.) Kupfertafeln. 4 nn., 21, 21 num. Bl. Hldr. um 1850 (stärker beschabt und bestoßen). (55) 4.500,Erste Ausgabe. – Cicognara 968. Kissner Coll. 477. Ornamentstichslg. Berlin 2755. Schudt 1126. – Prachtvolles Werk mit lateinisch-italienischem Paralleltext; die schönen Tafeln zeigen Werkzeug, Baugerüste, Kräne und Hebemaschinen, Fußbodenmosaike etc. Zabaglia gilt als einer der größten Techniker seiner Zeit und war maßgeblich an der Erhaltung des Petersdomes beteiligt, für die Aufstellung des großen Obelisken (hierzu 13 Tafeln nach Fontanas Werk) entwarf er die nötigen Maschinen. – Ränder etw. stockfl., schön erhalten. First edition. – Magnificent work with Latin-Italian parallel text, beautiful plates show tools, scaffolding, cranes and lifting machines, floor mosaics etc. Zabaglia is recognised as one of the greatest engineers of his time and was influential in the preservation of St. Peter's Cathedral, he designed the necessary lifting equipment for the erection of the big obelisk (of which there are 13 plates based on Fontana's work). – Margins lightly foxed, a fine copy well preserved. – Half calf around 1850 (stronger scratched and scuffed).


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Bibliographie

Nr. 936

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ADAMS, H. M., Catalogue of Books Printed on the Continent of Europe, 1501-1600, in Cambridge Libraries. 2 Bde. Cambridge 1967. 4°. VIII, 768 S.; 2 Bl., 794 S., 1 Bl. OLwd. (Gebrauchsspuren). – Buchblöcke gebrochen. (24) 200,-

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AUGSBURGER BUCHDRUCK und Verlagswesen. Hrsg. von H. Gier und J. Janota. Wiesbaden 1997. Fol. XIII, 1413 S. OLwd. (52) 100,DAZU: HAEMMERLE, A., St. Ulrichs-Bruderschaft Augsburg. Mitglieds-Verzeichnis. München 1949. – DERS., Necrologium und Mitgliederverzeichnis der Sebastiansbruderschaft in Augsburg 1505-1665. München 1955. – Beiliegt ein weiterer Privatdruck Haemmerles, der IV. (und letzte) Jg. der „Vierteljahreshefte zur Kunst und Geschichte Augsburgs“, München 1947/48. – Ohne die S. 145/46 und 197/98. – Geringe Gebrauchsspuren.

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AUTOGRAPHEN – HUMBOLDT, A. VON, UND H. LICHTENSTEIN, Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im September 1828. Nebst einer lithographirten Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer. Berlin, Trautwein, 1829. 4°. Mit gestoch. Tafel und 40 lithogr. Seiten. IV, 55 S. Läd. Hldr. d. Zt. (95) 200,Löwenberg 376. – Die Tafel zeigt die Sitzordnung der Versammlung, der lithographierte Anhang bringt die faksimilierten Unterschriften der ca. 400 Teilnehmer. – Fleckig und tls. gebräunt. – VORGEB.: ISIS (oder encyklopädische Zeitung). Hrsg. von L. Oken. Jg. 1830, Hefte V-VII. (Jena 1830). Mit 3 Kupfertafeln. 1 Bl., S. (449)-735. – Kirchner 501. Brockhaus-Verz. 88. – Vorhanden sind die Tafeln V-VII. – Nachgebunden sind zehn Blätter des „Literarischen Anzeigers“ des Brockhaus-Verlages (Jg. 1830, Nr. XIX-XXIII).


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Bibliographie

Erste Ausgabe. – Veitenheimer 1407. Hauke, „In allen guten Buchhandlungen ist zu haben“, 450. – Seltener Verkaufskatalog des in Mannheim ansässigen französischen Buchhändlers Mathias Fontaine (1749-1818), vgl. Freedmann in: Kulturtransfer im Epochenumbruch, Bd. I, S. 481. Neben dem umfangreichen Angebot französischsprachiger Literatur findet sich im Anhang auch eine kleine Auswahl englischsprachiger Werke. – Zwischen 1794-1802 erschienen noch weitere ergänzende Kataloge. – Vereinzelt gering knittrig.

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DEKORATIONSBILDER - KATALOG – C. Burckardt's Nachfolger A. Ackermann. O. O. und J. (Weißenburg) ca. 1906. 4°. Mit zahlr. Abb. 24 S. Orig.-Broschur. (147) 80,Heilige, Herrscher, Hampelmänner – Bilderbogen aus Weißenburg 245. – Verkaufskatalog des bekannten elsässischen Bilderbogen-Herstellers.

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Nr. 617

617

BEAUGRAND, J. DE, Panchrestographie. O. O. und Dr., (ca. 1604). Qu.-4°. Mit 2 gestoch. Titeln, 2 gestoch. Portrs. und 52 Kupfertafeln. 7 Bl. Hldr. des 19. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen). (19) 5.000,Eines der seltensten französischen Schreibmeisterbücher. – Enthält das Autorenporträt (dat. 1595) und Abzüge der Kalligraphietafeln vor der Numerierung. – Brunet I, 715. Ders., Suppl. I, 98. Graesse I, 315. Bonacini 168 (zit. nach Graesse und Brunet). – Vgl. Goldsmith B 432 (Ausg. 1624). Ornamentstichslg. Berlin 5093 (Ausg. 1633). – Enthält neben dem Porträt des Verfassers auch das des Dauphins (dat. 1604), ferner 52 Tafeln mit gestoch. Kalligraphie, nicht numeriert, die 7 typographischen Blätter u. a. mit 2 Druckprivilegien von 1598 bzw. 1602. – Leicht gebräunt, etw. fleckig, im Innensteg wasserrandig. – Siehe Abbildung. One of the rarest French calligraphic books. – Slightly browned, a little soiled, waterstains at inner joint. – Half calf of the 19th century (some rubbing and scuffing). – See illustration.

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Erste Ausgabe. – Ebert 5879. Petzholdt 448 (nur Bd. I). – Zum Verfasser vgl. Hoefer XIII, 413. – Titel gestempelt; fleckig.

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CATALOGUE des livres sur toutes sortes de matieres ramassés de differens endroits de l'Europe qui se trouvent chez Mathias Fontaine. Mannheim 1794. 1 Bl., 388, 16 S. Umschlag d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (2) 200,-

EINBÄNDE – CAMBRIDGE – GRAY, G. J., The Earlier Cambridge Stationers & Bookbinders and The First Cambridge Printer. Oxford 1904. 4°. Mit 28 Tafeln. XV, 81 S. Blindgepr. OLdr. (Rücken beschabt, Vordergelenk brüchig) mit eingeb. Vorderdeckel des Orig.-Umschlags (mit restauriertem Ausriß). (19) 150,Illustrated Monographs issued by the Bibliographical Society. No. XIII. – Unbeschnitten. – U. a. mit Exlibris von Francis Kettaneh.

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BODONI – SAMMLUNG – 8 Werke in 9 Bdn. 1913-91. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (55) 100,Bertieri, L'arte di Giambattista Bodoni, (1913) – Bodoni, Manuale tipografico, 2 Bde., Nachdruck 1960 – Bodoni in Offenbach, 1988 – Bodoni in Berlin, 1990. – Und anderes mehr.

DELANDINE, A.-F., Manuscrits de la Bibliothèque de Lyon ou notices sur leurs ancienneté, leurs auteurs, les objets qu'on y a traités, le caractère de leur ecriture. 3 Bde. Paris und Lyon, Renouard, 1812. VI, 485 S.; 2 Bl., 542 S.; 2 Bl., 594 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenke tls. defekt, beschabt und etw. bestoßen). (81) 200,-

– DEVAUCHELLE, R., La reliure en France. 3 Bde. Paris, Rousseau-Girard, 1959-61. 4°. Reich illustr. XVI, 201 S., 1 Bl.; 259 S., 2 Bl.; 288 S., 2 Bl. Lose in OPp. in OPp.-Schuber. – Mit personalisierten Druckvermerken. (160) 800,Sammlung Arnim

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EINBÄNDE – Ca. 250 Werke in ca. 300 Bdn. 1893-2008. Verschied. Orig.-Einbände (tls. leichte Gebrauchsspuren). (28) 4.000,Die hier angebotene Sammlung ist die private Handbibliothek des gelehrten Bibliothekars Manfred von Arnim. Zu einem reichlichen Drittel enthält sie einbandkundliche Fachliteratur: grundlegende Standardwerke (Fumagalli, L'arte della legatura alla corte degli Estensi; Goldschmidt, Gothic & Renaissance Bookbindings; Helwig, Handbuch


Bibliographie

Nr. 628 der Einbandkunde; Hobson, Humanists and Bookbinders; Raby und Tanindi, Turkish Bookbinding in the 15th Century u. a.), Schriften zu einzelnen Buchbindern (Bozerian, Krause, Londenberg, Wiemeler u. a.), Ausstellungskataloge und zahlreiche kleinere Arbeiten. Knapp zwei Drittel der Sammlung bestehen aus Werken aus anderen Bereichen des Buchwesens (zur Buchillustration, zur Bibliographie, zu Sammlern und Sammlungen, zu Druck und Papier), hier wieder neben wichtigen Monographien ebenfalls viele Kleinschriften, jeweils zumeist mit einem deutlichen Bezug zum älteren und alten Buch. Manfred von Arnim, geboren am 2. 9. 1935 in Athen, mit delphischem Wasser getauft, humanistisch gebildet, studierte zunächst Architektur in Karlsruhe, wechselte dann aber das Fach und ließ sich zum Buchhändler und Antiquar ausbilden. Amelung in Frankfurt und Gilhofer in Wien waren seine Lehrfirmen, die Gesellenjahre verbrachte er im Auktionshaus Karl & Faber in München, zum Meister entwickelte er sich in der über 25 Jahre währenden Tätigkeit als Bibliothekar und Leiter der Sammlung, später Stiftung Otto Schäfer in Schweinfurt. Aus dieser vielfältigen Arbeit sind drei bedeutende Werke erwachsen, mit denen sich Manfred von Arnim selbst ein Denkmal aere perennius als Buchwissenschaftler gesetzt hat: Katalog der Bibliothek Otto Schäfer Schweinfurt (Teil I, 1984); Fünf Jahrhunderte Buchillustration (1987); Europäische Einbandkunst aus sechs Jahrhunderten (1992). Am 22. 3. 2009 hat das Herz des großen Bücherfreundes in Schweinfurt plötzlich zu schlagen aufgehört.

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ESSLING, (V. M.) DE, Les livres à figures vénitiens. (Nachdruck der Ausg. Florenz 1907-14). 3 in 6 Bdn. Mansfield ca. 1990. 4°. Mit zahlr. Abb. OLwd. (Rücken von Bd. VI bestoßen). (24) 250,-

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Nr. 631

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EXLIBRIS – AUGSBURG – Druckbogen mit 24 Darstellungen des Augsburger Stadtwappens in Holzschnitt (für Exlibris). Wohl Augsburg, Mitte des 16. Jhdts. (24) 60,-

627

– FABRI – „EMPTUS EST ISTE LIBER per nos Doctorem Joannem Fabrum Episcopum Viennensem ... Actum Vienne in Episcopali Curia, prima die Septembris. Anno salutis. M. D. XXXX.“ (Wien, J. Singriener d. Ä., 1540). Fol. (112) 150,Warnecke 495. Österreichisches Jahrbuch für Exlibris und Gebrauchsgraphik LXII (2001), S. 9. – Auf dem vollen Folio-Blatt erhaltenes Exemplar des bekannten Exlibris des Wiener Bischofs Johann Fabri (1478-1541), der eine berühmte Bibliothek mit vielen kostbaren Handschriften besessen hat. – Großer Ausriß der rechten unteren Ecke unter Verwendung alten Papiers professionell restauriert, einige kleinere restaurierte Randläsuren, Löcher und Ausbrüche, Ränder etw. fleckig.

628

– MARC – 4 (1 farb.) lithogr. Exlibris. (1902-04). Mit Falzen zusammen auf einen bordeaux-farbenen Trägerkarton montiert. (15) 500,Seltene Arbeiten des jungen Franz Marc für Daniel Pesl (2), für sich selbst und für seinen Bruder Paul. – I. „Ex Libris Daniel Pesl“: Farblithogr. (1903). 7,9 x 5,4 cm. – SchuttKehm 7028 (datiert 1905). – Auf einem Buch sitzender weiblicher Akt. – II. „EX LIBRIS DANIEL PESL“: (1904). 10,9 x 2,8 cm. – Schutt-Kehm 7027. – Venus von Milo auf Sockelpostament vor Zypressen. – III. „Franz Marc ex Libris“: (1904). 7,1 x 7,2 cm. – Schutt-Kehm 7025 (datiert 1905). – Sitzender weiblicher Akt, gelehnt an einen Baum, der durch das Daumenloch einer Palette gewachsen ist. – IV. „Ex Libris Paul Marc“: (1904). 7 x 5,4 cm. – Schutt-


168

Bibliographie

Nr. 638 Kehm 7026. – Weiblicher Akt mit aufgeschlagenem Buch. – Der Jurist Ludwig Daniel Pesl (1877-1934), für den Marc zwei Exlibris entworfen hat, hat sich in der Weimarer Republik sozialpolitisch und als Bodenreformer engagiert. – Wohlerhaltene Blätter, nur die Exlibris für Paul und Franz Marc mit kleinem braunen Fleck. – Siehe Abbildung.

629

– REPERTOIRE HERALDIQUE. Klebealbum mit ca. 200 meist farbig geprägten Wappenschildchen und einigen Visitenkarten. O. O. und J. (London, ca. 1870/80). 4°. Etw. läd. OLdr. mit goldgepr. Deckeltitel. (71) 150,Album mit vorgedruckten goldenen Rahmenleisten zur Anlage einer Wappensammlung. Die geprägten Wappen meist des englischen Adels für die jeweiligen Felder zugeschnitten. – Leicht fleckig, geringe Gebrauchsspuren.

630

– SAMMLUNG von ca. 30 Exlibris des 17.-19. Jahrhunderts, darunter ca. 20 gestochene. Meist auf Karton montiert. (15) 200,Meist Wappenexlibris, unter anderem von Königin Olga von Württemberg, Franz Heinrich Joseph von Raigersfeld, dem Stift Straubing und Kloster Waldsassen. – Stellenw. Montierung gelöst, vereinzelt Schäden durch Ablösung aus dem Buch, tls. hinterlegt. – Beiliegen ca. dreißig Nachbildungen alter Bücherzeichen sowie ausgeschnittene Wappen und Porträts aus diversen Bücherns meist des 17. Jahrhunderts.

Nr. 644

631

– SAMMLUNG von ca. 800 Exlibris aus der Zeit zwischen 1870 und 1940. Teils auf Karton montiert, teils lose in Hlwd.-Mappen. (15) 400,Beachtliche Sammlung von Bücherzeichen aus der Blütezeit der Exlibris-Kunst vorwiegend des deutschsprachigen Raumes, darunter vereinzelt gestochene. Unter den Eignern finden sich unter anderem die Exlibris-Förderer Otto Haak oder Walter von Zur Westen, Adelgunde von Bayern oder der Schriftsteller Paul Langenscheidt. Unter den Künstlern Georg Barlösius, C. A. Closs, Julius Diez, Fidus, Willi Geiger, Adolf Hildebrand, Otto Hupp, Hans Kolb, Maximilian Liebenwein, C. V. H. de Rozsnyay, Josef Sattler, Rudolf Schiestl, Otto Ubbelohde, Hans Volkert, Albert Welti, Bernhard Wenig und viele andere. – Von besonderem Interesse für die Sammlungsgeschichte sind auch die enthaltenen Dokumente zu den Tauschgeschäften, von denen Braungart im „Modernen deutschen Gebrauchs-Exlibris“ berichtet. So liegen der Sammlung vom Kunstverlag Rudolf Stolle eigens zum Tausch angefertigte Bücherzeichen mit entsprechendem Tauschprospekt bei, eine Anzahl von Exlibris, die der Berliner Buchhändler Otto Haak mit Begleitschreiben einem Sammlerkollegen schickte, u. ä. – Trotz mancher Dubletten eine wahre Fundgrube für ExlibrisSammler und solche, die es werden wollen. – Tls. etw. fleckig, mit Alters- und Montagespuren, sonst meist wohlerhalten. – Beiliegen eine Reihe von Exlibris-Reproduktionen sowie eine Sammlung von Reproduktionen und Informationen über den Reichenauer Maler Heinrich Lotter (1875-1941), wohl Vorarbeiten zu einer Werkmonographie. – Siehe Abbildung.


Bibliographie

Nr. 650

632

FAIRFAX MURRAY – DAVIES, H. M., Catalogue of a Collection of Early German Books in the Library of C. Fairfax Murray. 2 Bde. London 1913. 4°. Hlwd. d. Zt. (berieben, angeschmutzt und bestoßen). (73) 80,-

169

Nr. 651

637

– ANJOU, RENE D', Livre du cuer d'amours espris. Faksimile und Kommentar. Wien 1926. Fol. OPgt. in mod. Pp.-Schuber. (44) 150,-

638

– ANTIPHONAR von St. Peter, Das. Faksimile und Kommentar. Graz 1974. Gr.-Fol. und Fol. OLdr. in mod. Lwd.-Kassette und OLwd. in mod. Lwd.-Schuber (fleckig). – Siehe Abbildung. (44) 3.000,-

633

FAKSIMILEWERKE – ABU'L-QASIM, Chirurgia. Faksimile und Kommentar. Graz 1979. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 400,-

634

– ÄLTERE GEBETBUCH MAXIMILIANS I., DAS. Faksimile und Kommentar in 1 Bd. Graz 1973. OLdr. in mod. Lwd.-Schuber. (44) 150,-

639

– APIAN, P., Astronomicum Caesareum. Faksimile und Kommentar. Leipzig 1967. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. und OHlwd. (104) 500,-

635

– AESOPUS, Vita et fabulae. (Nachdruck der Ausg. Ulm 1476). Faksimile und Kommentar. Ludwigsburg 1992. Fol. OLdr. und Orig.-Broschur. (44) 250,-

640

– APOCALYPSIS Johannis. Faksimile und Kommentar. Modena 1998. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 300,-

641 636

– AGRICOLA, G., Vom Bergkwerck. (Nachdruck der Ausgabe 1557). Faksimile und Kommentar. Leipzig 1985. Fol. OLwd. und Orig.Brosch. in OPp.-Schuber (geringe Gebrauchsspuren). (44) 100,-

– APOKALYPSE. Ms. Douce 180 der Bodleian Library Oxford. Faksimile und Kommentar. Graz 1981-83. 4°. OLdr. und OPp. (44) 400,-

642

– APOLOGIA poetarum. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1987. Fol. OLwd. (44) 200,-


170

Bibliographie

Nr. 656

643

644

645

646

647

FAKSIMILEWERKE – ARATEA. Bilderhandschrift Ms. Voss. Lat. Q. 79 der Rijksuniversiteit Leiden. Faksimile und Kommentar. Luzern 1987. 4°. OLdr. und OHldr. (44) 400,– ATLAS DES GROSSEN KURFÜRSTEN (Mauritiusatlas). Faksimile und Kommentar. Leipzig 1971. Imp.-Fol. und Gr.-4°. OLdr. mit Beschlägen in Holzkassette und OHldr. – Siehe Abbildung. (44) 600,– ATLAS DES PRINZEN EUGEN. Bd. I. Schweizer Städte- und Landschaftsbilder in illuminierten Kupferstichen des 17. Jahrhunderts. Graz 1979. Gr.-Fol. OLdr. (44) 400,– BAMBERGER APOKALYPSE, DIE. Faksimile und Kommentar in 1 Bd. Frankfurt 1958. Gr.-Fol. OHldr. (44) 150,– BARBERINI-STUNDENBUCH für Rouen, Das. Faksimile und Kommentar. Stuttgart und Zürich 1994. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 200,-

648

– BEATO DE LIEBANA, Códice de Fernando I y doña Sancha. Barcelona 1994. Fol. OLdr. in OSamt-Kassette. (44) 3.000,-

649

– – Codice de Manchester. Faksimile und Kommentar. Valencia 2001. Gr.-Fol. und Fol. OLdr. und OLwd. in mod. Lwd.-Kassette. (44) 3.000,-

650

– – Códice de San Andrés de Arroyo. Faksimile und Kommentar. Barcelona 1998. Fol. OLdr. in OLdr.-Kassette. – Siehe Abbildung. (44) 5.000,-

651

– – Códice de San Pedro de Cardeña. Faksimile und Kommentar. Barcelona 2001. Fol. OLdr. in OLdr.-Kassette. – Siehe Abbildung. (44) 3.000,-

652

– BEATTY ROSARIUM, DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 1986. OLdr. und OLwd. (44) 300,-

653

– BELLES HEURES du Duc de Berry, Les. Faksimile und Kommentar. Luzern 2003. 4°. OLdr. und OHldr. in Plexiglas-Schuber. (44) 2.800,-

654

– BENING, S., Das Blumen-Stundenbuch. Bayerische Staatsbibliothek München Clm 23637. Faksimile und Kommentar. Luzern 1991. OSamt in OPlexiglas-Schuber. (44) 1.000,-

655

– – Flämischer Kalender. Bayrische Staatsbibliothek München Clm 23638. Faksimile und Kommentar. Luzern 1987-88. OSamt. (44) 400,-

656

– BERTHOLD-SAKRAMENTAR, DAS. Ms. M.710 der Pierpont Morgan Library. Faksimile, Interimskommentar und Kommentar. Graz 199599. 4°. OLdr. mit Kantenbeschlägen und OKarton in OHldr.-Kassette sowie OLwd. – Siehe Abbildung. (44) 2.500,-

657

– BESTIARIUM. Ms. Ashmole 1511 der Bodleian Library Oxford. Graz 1982. 4°. OLdr. (44) 300,-

658

– BIBBIA DI BORSO D'ESTE, LA. Faksimile und Kommentar, jeweils in 2 Bdn. Modena 199697. OSamt mit Beschlägen und OLwd., jeweils in den Orig.-Kassetten. – Beilage. – Siehe Abbildung Tafel 13. (44) 3.000,-


Bibliographie

171

Nr. 665

659

– BIBEL DES PATRICIUS LEO, DIE. Codex Reginensis Graecus I B. Faksimile und Kommentar. Zürich 1988. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 600,-

665

– BIBLIA PAUPERUM. Kings MS 5. British Library, London. Faksimile und Kommentar. Luzern 1993. Qu.-Fol. OLdr. und OHldr. – Siehe Abbildung. (44) 1.000,-

660

– BIBEL LUDWIGS DES HEILIGEN, DIE. MS M.240 der Pierpont Morgan Library. Faksimile und Kommentar. Graz 1995. Fol. Flex. OKart. in OPp.-Kassette und OPp. (44) 150,-

666

– BIBLIA PAUPERUM. Apocalypsis. Leipzig 1977. Gr.-Fol. OPgt. in OPp.-Schuber. (44) 150,-

667

– DASS. Graz 1995. Fol. OLdr. und OLwd. – Eines von 250 Ex. der Vorzugsausgabe mit Echtgoldauflagen. (44) 400,-

– BIBLIA PAUPERUM. Apocalypsis. Leipzig 2007. Gr.-Fol. OKunstldr. in OPp.-Schuber. (44) 100,-

668

– BIBEL von Borso d'Este. 2 Bde. Würzburg 1977. Fol. OLdr. mit Wappenapplikation auf beiden Deckeln. (44) 400,-

– BILDER-PENTATEUCH von Moses dal Castellazzo. Faksimile und Kommentar. Wien 1983-86. Qu.-4°. OLdr. und OLwd. (44) 300,-

669

– BLUMENGEBETBUCH der Renée de France, Das. Faksimile und Kommentar. OSamt und Orig.-Brosch. in OLdr.-Kassette. (44) 1.500,-

670

– BONER, U., Der Edelstein. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1972. 4°. OLdr. und OPp. (44) 250,-

661

662

663

– BIBEL von Moutier-Grandval. Luzern 1971. Gr.-Fol. OHpgt. (44) 100,-

664

– BIBLE MORALISEE. Codex Vindobonensis 2554. Faksimile und Kommentar. Graz und Paris 1973. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 600,-


172

Bibliographie

671

FAKSIMILEWERKE – BOOK OF KELLS. Ms. 58 Trinity College Library Dublin. Faksimile und Kommentar. Luzern 1990. Fol. OLdr. und OHldr. in Orig.-Schubern. (44) 3.000,-

672

– BRAUN, G., UND F. HOGENBERG, Beschreibung und Contrafactur der vornembster Stät der Welt. (Nachdruck der Ausgabe Köln 1574-1618). 6 Bde. und 6 Kommentarhefte. Plochingen und Stuttgart 1965-69. Fol. OLdr. in OPp.-Schubern. – Eines von 300 Ex. der Vorzugsausgabe. (44) 600,-

681

– CODEX AUREUS der Bayerischen Staatsbibliothek in München, Der. 5 Faksimiles und Kommentar. München 1921-25. Fol. OLwd. (schimmelfleckig) in mod. Lwd.-Schubern. – Fleckig. (44) 300,-

682

– CODEX EGBERTI der Stadtbibliothek Trier. Faksimile und Kommentar. Basel 1960. Fol. OLdr. in OPp.-Schuber. (44) 600,-

683

– CODEX ETSCHMIADZIN. Codex 2374 des Matenadaran Mesrop Mastoc' in Erevan. Faksimile und Kommentar. Graz 2001. Fol. OHldr. in OHldr.-Kassette. – Eines von 150 Ex. mit den Elfenbein-Replikaten. (44) 3.000,-

673

– BREVIARI D'AMOR. Madrid 2003. Fol. OSamt in OVelours-Kassette. (44) 3.000,-

674

– BREVIARIO GRIMANI. Faksimile und Kommentar. Mailand 1973. 4°. OSamt und Orig.Broschur. (44) 200,-

684

– CODEX GERMANICUS. Faksimile und Kommentar. Budapest 1993. OLdr. und OHlwd. in Ldr.-Kassette. (44) 120,-

675

– BUCH DER WELT, DAS. Die Sächsische Weltchronik. Faksimile und Kommentar. Luzern 1996-2000. Fol. OLdr. und OHldr. in OPlexiglasSchuber. (44) 800,-

685

– CODEX GERUNDENSIS – APOKALYPSE VON GERONA. Faksimile und Kommentar. Olten 1962. Fol. Pgt. (44) 500,-

686 676

– BUCH VON LINDISFARNE, DAS. Faksimile, 2 Kommentare und DVD. Luzern 2002. Fol. und 8°. OLdr. in OLdr.-Schuber und OLwd. in OLwd.-Schuber. (44) 3.000,-

– CODEX GISLE. Berlin 1926. Fol. OHpgt. (44) 120,-

687

– CODEX GUTA-SINTRAM, LE. Ms. 37 de la Bibliothèque du Grand Séminaire de Strasbourg. Faksimile und Kommentar. Luzern und Straßburg 1982-83. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 800,-

688

– CODEX 121 EINSIEDELN. Faksimile und Kommentar. Weinheim 1991. OLwd. (44) 200,-

689

– CODEX MILLENARIUS. Codex cremifanensis Cim. 1. Graz 1974. Fol. OHldr. (44) 250,-

690

– CODEX PURPUREUS ROSSANENSIS. Faksimile und Kommentar. Graz 1985. Fol. OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 1.500,-

691

– CODEX VYSEHRADENSIS. Faksimile und Kommentar. Prag 1970. Fol. OHldr. und OPergamin. (44) 200,-

692

– COSMOGRAPHIA des Claudius Ptolemaeus, Die. Zürich 1983. Gr.-Fol. OLdr. in OHldr.-Kassette. (44) 6.000,-

677

678

– BUCHALTÄRCHEN Herzog Philipps des Guten von Burgund. Codex 1800 der Österreichischen Nationalbibliothek. Faksimile und Kommentar. Luzern 1991. 4° und 8°. Orig.-Ensemble. (44) 500,– CANON MISSAE. (Nachdruck der Ausgabe Mainz 1458). Mainz 1940. Fol. OHpgt. – Mit Widmungsblatt an den Graphiker, Illustrator und Buchgestalter Fritz Helmuth Ehmcke (18781965). – Beilage. (55) 150,-

679

– CELLARIUS, A., Harmonia macrocosmica seu atlas universalis et novus. Berlin 2006. Gr.-Fol. OLdr. (106) 100,-

680

– CHAUCER, W., The Works. (The Kelmscott Chaucer). Faksimile und Kommentar. London 1974-75. Gr.-Fol. OLwd. in OPp.-Schuber. (44) 300,-


Bibliographie

693

– CRONICA VAN DER HILLIGER STAT VA(N) COELLE(N). (Nachdruck der Ausgabe Köln 1499). Faksimile und Kommentar. Hamburg 1982. 4°. OLwd. und OPp. in OPp.-Schuber. (44) 150,-

704

– DIOSCURIDES NEAPOLITANUS. Faksimile und Kommentar. Rom und Graz 1988-92. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 1.500,-

705

– DIVINA COMMEDIA, LA, di Alfonso d'Aragona. Faksimile und Kommentar. Modena 2006. Fol. OSamt in OSeiden-Kassette. – Nr. 191 mit der Replik des originalen Wappeneinbandes. (44) 3.000,-

706

– DOTEN DANTZ mit figuren, Der. Leipzig 1922. 4°. OPgt. (44) 100,-

707

– – Divina commedia. Mit den Illustrationen von Sandro Botticelli. Faksimile, Kommentar und Interimskommentar. Fol. und 8°. Zürich 1986. OHldr. und OLwd. in mod. Lwd.-Schubern. (44) 1.000,-

– DRESDNER Sachsenspiegel. Faksimile, Übersetzung und Kommentar. Graz 2002. Fol. OHldr. in OHolz-Schuber und OPp. (44) 600,-

708

– DROGO-SAKRAMENTAR. Manuscrit latin 9428. Bibliothèque Nationale, Paris. Faksimile und Kommentar. Graz 1974. 4°. OPgt. und OKarton. (44) 400,-

– DANTE Urbinate della Biblioteca Vaticana, Il. Rom 1965. Fol. OHpgt. in OSeiden-Schuber. (44) 1.200,-

709

– ECHTERNACHER SAKRAMENTAR UND ANTIPHONAR. Faksimile und Kommentar. Graz 1982. 4°. Ldr. und OKarton. (44) 500,-

710

– EIKE VON REPGOW, Sachsenspiegel. Die Wolfenbütteler Bilderhandschrift. Faksimile und Kommentar. Berlin 1993. Fol. OLwd. (44) 200,-

711

– – Sachsenspiegel. Die Wolfenbütteler Bilderhandschrift. Faksimile, Textband und Kommentar. Graz 2006. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 600,-

712

– ERASMUS VON ROTTERDAM, D., Encomium moriae i. e. Stultitiae laus. Lob der Torheit. (Nachdruck der Ausgabe Basel 1515). Faksimile und Kommentar. Basel 1931. 4°. OPp. in OPp.Schuber (gering lichtrandig). (100) 120,-

694

– CROY-GEBETBUCH, DAS. Mit Kommentar. Luzern 1993. OLdr. und OHldr. (44) 1.000,-

695

– DANTE ALIGHIERI, Divina commedia. Codex Altonensis. Faksimile und Kommentar. Berlin 1965. 4°. OLwd. in OLwd.-Kassette. – Innendeckel der Kassette mit eingeklebtem Widmungsvermerk des Verlages. (44) 150,-

696

697

698

699

173

– DARMSTÄDTER HITDA-CODEX, DER. Mit Erläuterungen von P. Bloch und einem Vorwort von E. Zimmermann. Berlin 1968. Fol. OHldr. (44) 250,– DARMSTÄDTER PESSACH-HAGGADAH, DIE. Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt. Faksimile und Kommentar. Berlin 1971-72. Fol. OHldr. in OLwd.-Schuber. (44) 400,-

700

– DE NATURA RERUM – TACUINUM SANITATIS. Faksimile und Kommentar. Granada 1974. Gr.-Fol. OLdr. und OHldr. (44) 250,-

701

– DE SPHAERA. Faksimile und Kommentar. Luzern 1995. OLdr. und OHldr. in OPp.-Kassette. (44) 200,-

702

– DEUTSCHE GEBETBUCH der Markgräfin von Brandenburg, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 2002. OLdr. in Plexiglas-Schuber. (44) 4.000,-

713

– EVANGELIAR HEINRICHS DES LÖWEN, DAS. Faksimile, Kommentar und Dokumentation. Frankfurt 1988-89. Fol. OLdr., OHldr. und OLwd. (44) 3.000,-

703

– DIOSCORIDES, Codex Vindobonensis medicus Graecus 1. Faksimile und Kommentar. Graz 1965-70. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 2.600,-

714

– EVANGELIAR OTTOS III., DAS. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1978. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 2.000,-

Nr. 58 von 700 Ex. (Gesamtaufl.: 750). – Leicht gebräunt. – Exlibris und hs. Besitzvermerk von John Sparrow (19061992).


174

Bibliographie

Nr. 720

715

FAKSIMILEWERKE – (EVANGELISTAR aus dem Kölner Benediktinerkloster Groß-SanktMartin, Das). Freiburg 1985. Fol. OLdr. in OKunstldr.-Kassette. (44) 150,-

716

– EVANGELISTAR AUS ST. PETER, DAS. Eine spätromanische Bilderhandschrift der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Basel 1961. Fol. OLwd. (44) 100,-

717

– EVANGELISTAR Kaiser Heinrichs III., Das. Wiesbaden 1981. OPgt. in OPp.-Schuber. (44) 600,-

718

– EXULTETROLLE, DIE. Faksimile und Kommentar. Graz 1974. Orig.-Zylinder und OLwd. (44) 200,-

719

– – Faksimile und Kommentar. Zürich 1988. Zus. in OLwd.-Kassette. (44) 150,-

720

– FARNESE-STUNDENBUCH, DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 2001. OSeide in OSilberdecke und OLwd. in OLwd.-Kassette (diese etw. fleckig). – Nr. XXXIV der VA mit dem Prunkeinband. – Siehe Abbildung. (44) 1.800,-

721

– FELICIANO, F., Alphabetum Romanum. Vat. Lat. 6852. Faksimile und Kommentar. Zürich 1985. OPp. in OPp.-Schuber. (44) 100,-

722

– FESTTAGSEVANGELISTAR mit Kanontafeln. Codex F. II. 1 aus der Biblioteca Civica Queriniana in Brescia. Faksimile und Kommentar. Graz 1991-92. Fol. OHldr. und OLwd. (44) 400,-

723

– FLORENTINER Stundenbuch des Lorenzo de' Medici, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 2005. OSamt in OSamt-Kassette. – Nr. 55 der VA mit den Edelsteinrepliken des originalen Prunkdeckels. (44) 2.600,-


Bibliographie

724

– FLORINUS, F. PH. Oeconomus prudens et legalis oder Allgemeiner kluger und rechts-verständiger Haus-Vatter. (Nachdruck der Ausg. Nürnberg 1722). 2 Bde. Stuttgart 1981. Fol. OLdr. (44) 200,-

725

– FRANCISCI PETRARCAE Vergilianus Codex. Faksimile und Textheft. Mailand 1930. Fol. Hldr. auf Holzdeckeln. (44) 400,-

726

– FRANKFURTER PESSACH-HAGGADAH, DIE. Faksimile und Kommentar. Berlin 1988. 4°. OLwd. (44) 250,-

727

– FRIEDRICH II., De arte venandi cum avibus. Faksimile und Kommentar. Graz 1969. Fol. OLdr. und OHldr. in OHldr.-Schuber (gering angeschmutzt). (44) 1.200,-

175

735

– GEBETBUCH LORENZOS de' Medici 1485. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1991. Orig.Prunkeinband in Kassette und OLdr. in Schuber. (44) 1.000,-

736

– GLANZLICHTER DER BUCHKUNST. Bde. 1-14/2 d. Reihe in 16 Bdn. Faksimile. Graz 1991-2005. OLwd. in OPp.-Schuber. – DAZU: DASS., Bde. 1-7 in 7 Bdn. Graz 1991-97. (44) 500,-

737

– GLOCKENDON, A., Kalendar von 1526. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1977. 12°. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 100,-

738

– GLOCKENDON-GEBETBUCH, DAS. Faksimile und Kommentar. Luzern 1998. OLdr. und OHldr. (44) 800,-

739

– GOLDEN HAGGADAH, THE. Faksimile und Kommentar. London 1970. 4°. OLdr. und OLwd. in mod. HLwd.-Schuber. (44) 400,-

740

– GOLDENE BULLE, DIE. König Wenzels Handschrift. Faksimile und Kommentar. Graz 1977. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 600,-

728

– GASTON PHOEBUS, Le livre de la chasse. Manuscrit français 616 der Bibliothèque Nationale. Faksimile und Kommentar. Graz 1976. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 600,-

729

– GEBETBUCH DER ANNE de Bretagne, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 1999. OSamt und OLwd. in OLdr.-Kassette. (44) 300,741

730

– GEBETBUCH JAKOBS IV. von Schottland und seiner Gemahlin Margaret Tudor, Das. Österreichische Nationalbibliothek Wien Codex 1897. Faksimile und Kommentar. Graz 1987. OSamt und OLwd. (44) 600,-

– GOLDENE EVANGELIENBUCH VON ECHTERNACH, DAS. Faksimile und Kommentar. Zürich und Frankfurt 1982. OSeide und OHpgt. in OLwd.-Kassette. (44) 2.000,-

742

– GEBETBUCH KARLS V., Das. Codex Vindobonensis 1859. Faksimile und Kommentar. Graz 1976. Orig.-Einbände. (44) 250,-

– DASS. OWildldr. in OLwd.-Kassette (etw. bestoßen) und OHpgt. – Num. Ex. der Vorzugsausgabe mit dem Prunkdeckel. (44) 4.000,-

743

– GOLDENE PSALTER, DER. „Dagulf-Psalter“. Mit Kommentar. Graz 1980. OSeide und Orig.-Brosch. in OPp.-Schuber. (44) 300,-

744

– GOLDENES HILDESHEIMER KALENDARIUM. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 2003. Fol. OLdr. und Orig.-Brosch. in OLwd.Schachtel. (44) 250,-

745

– GOSLARER EVANGELIAR, DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 1990-91. Fol. OLdr. in OLwd.-Schuber und OLwd. – Beilage. (44) 1.200,-

746

– GOTISCHE BILDERBIBEL. Handschrift Cod. Ser. n. 2611, fol. 1-22 der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1988. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 250,-

731

732

733

734

– GEBETBUCH KARLS des Kühnen vel potius Stundenbuch der Maria von Burgund. Faksimile und Kommentar. Graz 1969. OSamt und OLwd. in mod. Hldr.-Kassette. – Beilage. (44) 400,– GEBETBUCH KARLS des Kühnen, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 2007. Samt und OLwd. in Plexiglas-Kassette. (44) 2.400,– GEBETBUCH KURFÜRST MAXIMILIANS I. von Bayern, Das. Bayerische Staatsbibliothek München Clm 23640. Faksimile und Kommentar. Frankfurt und Stuttgart 1986. OSeide mit Messingbuckeln und Schließen sowie OHpgt., zus. in OLwd.-Kassette. (44) 600,-


176

Bibliographie

747

FAKSIMILEWERKE – GOTTFRIED, J. L., Historische Chronick. (Nachdruck der Ausgabe Frankfurt 1743). 2 Bde. Stuttgart 1979. Fol. OLdr. (44) 100,-

748

– GOTTFRIED VON STRASSBURG, Tristan und Isolde. Mit der Fortsetzung Ulrichs von Türheim. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1979. 4°. OLdr. und OHldr. (44) 300,-

758

– HILDEGARD-GEBETBUCH. Codex latinus monacensis 935. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1987. Orig.-Einbände. (44) 250,-

759

– HISTORIAE ROMANORUM. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1974. OPp. in OPp.-Schuber. (44) 200,-

760

– HRABANUS MAURUS, De rerum naturis. Faksimile, Kommentar und Begleitheft. Turin 1994. Gr.-Fol. und Fol. OHldr. in OLdr.-Kassette und OHldr. in OPp.-Schuber. 3.000,-

761

– – Liber de laudibus Sanctae Crucis. Faksimile und Kommentar. Graz 1973. Fol. OLdr. und OKart. (44) 300,-

762

– GROSSE BUCHMALEREI DES MITTELALTERS. Glanz des Rittertums. – Der goldene Kalender. – Das festliche Jahr. 3 Bde. der Reihe. Stuttgart 1987-90. Gr.-Fol. Mit zahlr. faks. Tafeln unter Passepartout. Orig.-Einbände. (44) 300,-

– ILIAS AMBROSIANA. Cod. F. 205 P. Inf. Faksimile und Kommentar. Bern 1953-55. Gr.Fol. OPgt. (44) 150,-

763

– GUTENBERG-BIBEL. (Biblia Latina). Faksimile-Ausgabe der 42zeiligen Gutenberg-Bibel. 2 Bde., Kommentar und Dokumentation. München 1977-80. Gr.-Fol. OLdr. in OHldr.-Kassette, OHldr. in OLwd.-Schuber und Orig.-Broschur. (44) 1.500,-

– INGEBORG PSALTER, DER. Le psautier d'Ingeburge de Danemark. Ms 9 olim 1695 aus dem Musée Condé-Chantilly. Faksimile und Kommentar. Graz 1985. Fol. und 4°. OLdr. und OLwd. (44) 1.200,-

764

– JANSSONIUS, J., Novus atlas absolutissimus. (Nachdruck der Ausgabe Amsterdam 1657). München 1977. Gr.-Fol. OLdr. (44) 200,-

765

– JOSUA-ROLLE. Faksimile und Kommentar. Graz 1983-84. Fol. Rotulus auf zwei Holzstäben und Orig.-Brosch. in OLwd.-Kassette. (44) 400,-

766

– JÜNGERE GEBETBUCH Karls V., Das. Faksimile und Kommentar. Graz 1994. OSamt und OLwd. (44) 200,-

767

– HEILIGENLEBEN. Legendarium der ungarischen Anjou. Faksimile, Kommentar und Dokumentation. Zürich 1990. 4°. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 1.600,-

– KANIEL MEGILLAH. Esther Rolle. Faksimile und Kommentar. Graz 1984. Rotulus auf Holzstab in OLwd.-Schuber und OLwd. (44) 150,-

768

– KAROLINGISCHES SAKRAMENTAR. Codex Vindobonensis 958. Faksimile und Kommentar. Graz 1971. 4°. Orig.-Einbände. (44) 150,-

756

– HEURES DE BRUXELLES. Faksimile und Kommentar. Luzern 1996. Fol. OLdr. und OHldr. in Plexiglas-Schuber. (44) 1.400,-

769

757

– HEURES DE TURIN-MILAN. Faksimile und Kommentar. Luzern 1996. Fol. OSamt in OPlexiglas-Schuber. (44) 1.800,-

– KIESER, A., Alt-Württemberg in Ortsansichten und Landkarten. Hrsg. von H.-M. Maurer und S. Schiek. 3 Bde. Stuttgart 1985. Qu.-Fol. und 8°. OHldr. und OHlwd. in OLwd.-Kassette. – Siehe Abbildung. (44) 200,-

749

750

751

752

– GRADUALE VON ST. KATHARINENTHAL, DAS. Faksimile der Handschrift von 1312. Faksimile und Kommentar. Luzern 1980. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. und OHldr. in OHolzSchuber. (44) 2.000,– GRANDES HORAS de Rohan. Madrid 2005. Fol. OLdr. in OLdr.-Kassette. (44) 1.400,-

753

– HEDWIGS-CODEX VON 1353, DER. Sammlung Ludwig. Faksimile und Kommentar. Berlin 1972. Fol. OLwd. (44) 100,-

754

– HEIDELBERGER SCHICKSALSBUCH, DAS. Das „Astrolabium planum“ deutsch aus CPG 832 der Universitätsbibliothek Heidelberg. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1981. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 500,-

755


Bibliographie

177

Nr. 769

770

771

– KLEMP, E., Asien auf Karten von der Antike bis zur Mitte des 19. Jhdts. Weinheim 1989. Gr.-Fol. Mit 75 doppelblattgr. Tafeln. XVIII, 248 S. OLwd. (44) 200,-

774

– KREUZRITTERBIBEL, DIE. Faksimile, Kommentar und Vorabdruck des Kommentars. Luzern 1998. Fol. OLdr. (44) 2.000,-

Beiliegen Reprints von: Bechstein (Donau-Reise) – Blaeu (Atlas maior) – Ghega (Malerischer Atlas der Eisenbahn über den Semmering) – Gottfried (Newe Welt und amerikanische Historien) – Grosjean (Seeatlas des Vesconte Maggiolo) – Schweickhardt von Sickingen (Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens) – PortolanAtlas von Battista Agnese. – Und vieles mehr.

775

– KRÖNUNGSZEREMONIALE Kaiser Karls V., Das. Faksimile und Kommentar. Zürich 1989. Fol. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette (etw. schimmelfleckig). (44) 200,-

776

– KRUMAUER BILDERCODEX. Faksimile und Kommentar. Graz 1967. Fol. OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 150,-

777

– KYESER, C., Bellifortis. (Nachdruck der Göttinger Pergament-Handschrift Cod. Ms. philos. 63). Faksimile und Kommentar. Düsseldorf 1967. Fol. OHpgt. (44) 100,-

778

– LAMBETH-APOKALYPSE, DIE. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1990. 4°. OLdr. und OHLdr. im OSamt-Kassette. (44) 1.200,-

– KÖLNER GEBETBUCH des Johann von Landen, Das. Zürich 1988. 12°. OLdr. und OPp. in OPp.-Schuber. (44) 200,-

772

– KOSTÜMBUCH des Lambert de Vos. Faksimile und Kommentar. Graz 1990. Fol. OLdr. und OPp. (44) 200,-

773

– KRETSCHMER, K., Die historischen Karten zur Entdeckung Amerikas. Frankfurt 1991. Gr.Fol. OLwd. in OPp.-Schuber. (44) 200,-


178

Bibliographie

Nr. 799

779

FAKSIMILEWERKE – LANDGRAFENPSALTER, DER. Handschrift HB II 24 der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart. Faksimile und Kommentar. Graz 1992. 4°. OLdr. und OLwd. (44) 800,-

784

780

– LEGENDE der hl. Hedwig. Breslau 2000. Fol. OLdr. (44) 200,-

785

781

– LEKTIONAR VON ST. PETERSBURG, DAS. Cod. gr. 21, gr. 21a der Russischen Nationalbibliothek. Faksimile und Kommentar. Graz und Moskau 1994. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 400,-

– LEUPOLD, J., Theatrum machinarum (Nachdrucke der Ausg. Leipzig, Zunkel, 1724-39). 10 Tle. in 9 Bdn. Hannover 1982. Fol. OPp. (44) 200,-

786

– LIBER AUREUS VON PFÄFERS. Faksimile und Kommentar. Graz 1993. Fol. OSamt und OLwd. (44) 300,-

– – Codices Madrid. Faksimile, Transkription und Übersetzung sowie Kommentar. 5 Bde. Luzern 1974. OLdr. in Schuber. (44) 250,Eines von 550 Ex. für den deutschen Markt; erschien gleichzeitig für den englischen Handel (mit einem Zertifikat).

782

– LEKTIONAR ZU DEN FESTEN der Heiligen Benedikt, Maurus und Scholastika. Faksimile und Kommentar. Zürich 1981. Fol. OHldr. in OHolz-Schuber. (44) 1.000,-

787

– DASS. Graz 1993. Fol. OSamt in OSamt-Kassette und OLwd. – Nr. V der VA mit vergoldeter Replik der Silberbeschläge des Originaleinbandes. (44) 3.000,-

783

– LEONARDO DA VINCI, Atlas der anatomischen Studien in der Sammlung ihrer Majestät Queen Elizabeth II in Windsor Castle. Faksimiles, Transliteration, Übersetzung sowie Kommentare. 3 Bde. Gütersloh 1978. Gr.-Fol. OHmaroquin. (44) 1.500,-

788

– LIBER HORARUM. Faksimile und Kommentar. Madrid 1998. OLdr. in OVelours-Kassette. (44) 600,-

789

– LIBER PHYSIOGNOMIAE. Faksimile und Kommentar. Modena und Ludwigsburg 2000. Fol. OLdr. und OPp. in OPp.-Schuber. (44) 250,-


Bibliographie

790

– LIBER PRECUM. Handschrift Ms. Lat. O. v. I. 206 der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg. Faksimile und Kommentar. Graz 2003. OLdr. und OLwd. (44) 500,-

791

– LIBER VIVENTIUM FBARIENSIS. Faksimile und Kommentar. Basel 1973-89. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 150,-

792

179

802

– LOTHRINGISCHE APOKALYPSE. Faksimile und Kommentar. Leipzig 1982. 4°. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 600,-

803

– MACHSOR LIPSIAE. Faksimile und Kommentar. Hanau 1964. Gr.-Fol. OLdr. und OHLwd. in OPp.-Kassette (Gebrauchsspuren). – Beilage. 400,-

– LIBRO DE HORAS de Carlos VIII, Rey de Francia. Faksimile und Kommentar. Barcelona 1995. 4°. OLdr. in OSamt-Kassette und OLdr. (44) 1.200,-

804

– MAINZER PSALTER VON 1457, DER. Faksimile und Kommentar. Dietikon 1968-69. Fol. OLdr. mit Beschlägen in Orig.-Kassette und OHldr. (44) 800,-

793

– LIBRO DE HORAS de la reina Maria de Navarra. Faksimile und Kommentar. Barcelona 1996. OLdr. in OHlwd.-Schuber und OLdr.-Kassette. (44) 600,-

805

– MARIENHOMILIAR des Mönchs Jakobos von Kokkinobaphos, Das. Zürich 1991. Fol. und 8°. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 1.400,-

794

– LIBRO D'ORE Visconti, Il. 2 Faksimile, 2 Kommentare und Begleitheft. Modena und Luzern 2002-03. OSamt in OKunsstoff-Kassette sowie OLwd. und Orig.-Broschur. (44) 3.000,-

806

– MARTIROLOGIO de Usuard. Faksimile und Kommentar. Barcelona 1997. Gr.-Fol. OLdr. in OLdr.-Kassette und OSeide. (44) 3.000,-

807 795

– LIVRE DES ORDONNANCES de l'ordre de la toison d'or, Le. Manuscript 2606.Faksimile und Kommentar. Wien 1934. OSamt und OLdr. in OLwd.-Kassette (Gebrauchsspuren). (44) 1.200,-

– MATUTINALBUCH aus Scheyern, Das. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1980. Gr.-Fol. und 8°. OHpgt. in OHpgt.-Kassette. (44) 200,-

808

– MEDICINA ANTIQUA. Codex Vindobonensis 93. Faksimile und Kommentar. Graz 1971-72. Fol. OPgt. und OHldr. in OLwd.-Schuber. (44) 250,-

809

– MERCATOR, G., Atlas. (Zürich und Stuttgart 1979). Gr.-Fol. OLdr. (106) 150,-

810

– – Atlas. Lachen 1988. Fol. OLdr. (44)

811

– – Atlas. (Zürich 2006). Gr.-Fol. OLdr. (106) 150,-

812

– MERIAN, MARIA SIBYLLA, Leningrader Aquarelle. Faksimile und Kommentar. Leipzig und Luzern 1974. Gr.-Fol. OHpgt. (44) 300,-

813

– – Metamorphosis insectorum Surinamensium. (Nachdruck der Ausgabe Amsterdam 1705). Leipzig 1975. Gr.-Fol. OLwd. (44) 120,-

814

– – Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten. Leningrader Studienbuch. 120 faks. Tafeln und Kommentar. Leipzig und Luzern 1976. Fol. Lose in OHLdr.-Kassette und OHldr., zus. in OPp.Schuber. (44) 200,-

796

– LIVRE DU ROY MODUS, LE. Das Jagdbuch des König Modus. Faksimile und Kommentar. Fol. Graz 1989. OLdr. und OLwd. (44) 250,-

797

– LONDONER HAGGADAH aus der British Library, Die. Faksimile und Kommentar in 1 Bd. Freiburg 1985. Fol. OLwd. (44) 120,-

798

799

800

801

– LORSCHER EVANGELIAR, DAS. Faksimile und Kommentar. München 1967. Fol. OHpgt. und Orig.-Brosch. in OPp.-Schuber. (44) 150,– DASS. Luzern 2000. Fol. OHldr. in OLdr.-Kassette und OHldr. in OPp.-Schuber. – Nr. 34 der VA mit Prunkdeckel. – Siehe Abbildung. (44) 4.200,– LORSCHER ROTULUS. Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt Ms. Barth. 179. Faksimile und Kommentar. Graz 1994. Orig.-Einbände. (44) 100,– LOSBUCH in deutschen Reimpaaren. Faksimile und Kommentar. Graz 1973. Fol. OLdr. und Orig.-Broschur. (44) 150,-

150,-


180

Bibliographie

815

FAKSIMILEWERKE – MESSEN des Heiligen Franz von Assisi und der Heiligen Anna. Faksimile (2,4 x 3,4 cm) und Kommentar. Stuttgart 1987. OLdr. in OSilber-Schuber an OSilberkette und OLwd. (44) 300,-

816

– MILLO, A., Der Weltatlas von 1586. Faksimile und Kommentar. (Portolan Atlas). Süssen 1988. Gr.-Fol. und 4°. OHldr. und OLwd. (etw. schimmelfleckig) in OLwd.-Kassette. (44) 150,-

817

– MILLSTÄTTER GENESIS UND PHYSIOLOGUS. Sammelhandschrift 6/19 des Geschichtsvereins für Kärnten. Faksimile und Kommentar. Graz 1967. OLdr. und OKart. in OPp.Schuber. (44) 80,-

818

– MIRANDOLA-STUNDENBUCH um 1499, Das. Faksimile und Kommentar. (Zürich 1995). OSamt und OLwd. in OSeide-Kassette. (35) 600,-

824

– MITTELALTERLICHE SPRUCHDICHTUNG. Früher Meistersang. Faksimile. Wiesbaden 1974. OHldr. in leicht läd. OPp.-Schuber. (44) 120,-

825

– MODI ORANDI SANCTI DOMINICI. Die Gebets- und Andachtsgesten des Hl. Dominicus. Faksimile und Kommentar. Zürich 1995. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 100,-

826

– MOSANER PSALTER-FRAGMENT. Faksimile und Kommentar. Graz 1974-75. 4°. OPgt. und Orig.-Broschur. (44) 100,-

827

– MURER, J., Weißenauer Chronik des Bauernkrieges von 1525. Faksimile und Kommentar. Sigmaringen 1977. 4°. OHPgt. und OPp. in OPp.Schuber. (44) 100,-

828

– MURNER, TH., M. A. Sabellici Hystory von anbeschaffener welt. Übersetzung der Enneades des Marcus Antonius Sabellicus. Faksimile und Begleitheft in zus. 4 Bdn. OLwd. (leicht fleckig) und Orig.-Broschur. (44) 150,-

829

– NEUES TESTAMENT. (Nachdruck der Handschrift Vat. lat. 39). Faksimile und Kommentar. Zürich 1984. OLdr. und OLwd. (44) 1.500,-

830

– OFFIZIUM DER MADONNA, DAS. Codex Vat. lat. 3781. Faksimile und Kommentar. Zürich 1984. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (37) 150,-

DAZU: DIE BLÄTTER im Louvre und das verlorene Turiner Gebetbuch. 4 faks. Tafeln, Kommentar und Begleitheft. Luzern 1994. DIE 92 HOLZSCHNITTE der Lübecker Bibel. Weimar 1917.

819

820

– DASS. Handschrift MS. Add. 50002 der British Library London. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1995. OSamt mit Beschlägen und Edelsteinnachbildungen sowie OLwd. in OSatin-Kassette. (44) 800,– MISSALE GOTHICUM. Das Gallikanische Sakramentar. Faksimile (und Kommentar in Kopie). Augsburg 1929. Fol. Mod. Ldr. und mod. Lwd. (17) 80,Vorsätze erneuert, Titelei leicht fleckig und mit Aufklebern sowie hinterlegten Einrissen an den Seitenrändern, im Bug tls. geklebt und mit Klebespuren, vereinzelt restauriert. – Beiliegt eine unvollständige Kopie des Kommentars.

821

822

823

Vorsatz des Kommentars mit hs. Eintrag. – DAZU: DAS GEBETBUCH Kaiser Maximilians. Der Münchner Teil mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach. München 1987. – 2 Beilagen.

831

– OFFIZIUM DER MADONNA. Das Vatikanische Stundenbuch Jean Bourdichons. Faksimile und Kommentar. Zürich 1984. OLdr. und OLwd. (44) 200,-

832

– OFFIZIUM DER MADONNA. Codex Vat. lat. 10293. Faksimile und Kommentar. Zürich 1987-92. OSamt in OLdr.-Kassette und OLwd. – Nr. 105 mit der Replik der Silbereinfassung des Originaldeckels. 500,-

833

– OLDENBURGER SACHSENSPIEGEL, DER. Faksimile, Textband und Kommentar. 3 Bde. Graz 1995-96. Fol. Oldr. und OLwd. (44) 600,-

– MISSALE HERVOIAE ducis Spalatensis Croatico-Glagoliticum. Faksimile und Kommentar. Graz 1973. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 500,– MISSALE PONTIFICIS in nativitate Domini. (Das Weihnachtsmissale Papst Alexanders VI.). Faksimile und Kommentar. Fol. und 8°. OLdr. in mod. Lwd.-Kassette und mod. Lwd. in mod. Lwd.-Schuber. 1.200,– MITTELALTERLICHE HAUSBUCH, Das. Faksimile und Kommentar. München 1997. Fol. Ldr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 200,-


Bibliographie

181

834

– OTTHEINRICH-BIBEL, DIE. Faksimile, Kommentar und Dokumentation. Luzern 2002. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. in OLwd.-Kassette und OHldr. (44) 4.000,-

845

– PREGHIERA alla vergine con le leggende di San Giorgio e Santa Margherita. Faksimile und Kommentar. Modena 2006-07. OLdr. und Orig.Brosch. in OLdr.-Kassette. (44) 600,-

835

– PAMPLONA-BIBEL, DIE. Faksimile und Kommentar. Luzern und Madrid 2005. OLdr. und OLwd. in OSamt-Kassette. (44) 1.500,-

846

– PSALTERIUM Beatae Mariae Virginis. Das Gebetbuch der Königin Beatrix. Faksimile und Kommentar. Budapest 1991. Orig.-Einbände. (44) 120,-

836

– PANNONHALMI Evangelistarium. Budapest 1996. Fol. OLdr. (44) 100,-

847

– RABBULA GOSPELS, THE. Olten und Lausanne 1959. Fol. OLdr. in mod. Pp.-Schuber. (44) 150,-

848

– RAIMUNDUS LULLUS UND THOMAS LE MYESIER, Electorium parvum seu Breviculum. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1988. Fol. OLwd. in OPp.-Schuber. (44) 200,-

849

– RECHTSBUCH der Stadt Herford. Faksimile und Kommentar. Bielefeld 1989. Fol. 120,-

850

– RIDINGER, J. E., Abbildung Der Jagtbaren Thiere. (Nachdruck der Ausgabe Augsburg 1740). München 1980. Gr.-Fol. OHpgt. in OPp. (44) 80,-

851

– RÖSEL VON ROSENHOF, A. J., Der monatlich-herausgegebenen Insecten-Belustigung 1.-4. Theil. (Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1746-61). 4 in 7 Bdn. Stuttgart 1977. 4°. OPp. in Pp.-Schuber. (44) 200,-

852

– ROLANDSLIED des Pfaffen Konrad, Das. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1970. OHldr. in OPp.-Schuber (gering berieben). (44) 150,-

853

– ROSARIO de Juana la Loca. Faksimile und Rosenkranz. Valencia 2005. OSamt und OHolzRosenkranz in OSamtkassette. (44) 300,-

854

– ROSENROMAN des Berthaud d'Achy, Der. Codex Urbinatus latinus 376. Faksimile und Kommentar. Zürich 1987. Fol. OLdr. und OLwd. 800,-

855

– ROSENROMAN für François I., Der. Pierpont Morgan Library Ms. 948. Faksimile und Kommentar. Graz 1993. 4°. OSamt und OPp. (44) 300,-

837

838

– PASSIO KILIANI. Ps. Theotimus, Passio Margaretae. Orationes. Codex Ms. I 189 der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover. Faksimile und Kommentar. Graz 1988. 4°. OLdr. und OLwd. (44) 120,– PERIKOPENBUCH HEINRICHS II., DAS. CLM 4452 der Bayerischen Staatsbibliothek. München. Faksimile und Kommentar. Lachen 1995. Imp.-Fol. und Gr.-Fol. OSeide in OSamtsack und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 800,-

839

– PETITES HEURES DU DUC DE BERRY, LES. Faksimile und Kommentar. Luzern 1989. OLdr. und OHldr. (44) 1.500,-

840

– PETRUS DE EBOLI, De Balneis Puteolorum et Baiarum. Stuttgart ca. 1980. OLdr. in OLwd.Schuber. (44) 100,-

841

– PICASSO, P., Guernica. Die Skizzen auf Papier. Faksimile und Kommentar von Marie-Laure Bernadac. Graz 1990. Gr.-Fol. Mit 42 Faks. unter Passepartout. 30 S. 300,-

842

– POLO, M., Le livre des Merveilles. – Das Buch der Wunder. Faksimile und Kommentar. Luzern 1995-96. Gr.-Fol. und Fol. OLdr. in OSeidenKassette und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 2.200,-

843

– PONTIFIKALE GUNDEKARIANUM, DAS. (Teil-)Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1987. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. und OHldr. (44) 300,-

844

– PORTOLAN-ATLAS von Battista Agnese von 1546. Faksimile und Kommentar. Desertina und Graz 1993. Fol. OLdr. und OPp. (44) 300,-


182

Bibliographie

Nr. 859

856

FAKSIMILEWERKE – ROTHSCHILD-GEBETBUCH. Faksimile und Kommentar. Graz 1979. OSamt und OHpgt. in OPp.-Kassette. – Nr. LXXXIX der VA mit vergoldeten Repliken der originalen Metallbeschläge. 1.000,-

861

– SALA, P., Petit Livre d'Amour. Faksimile und Kommentar. Luzern 1994. 12°. OHldr. und OPp. in OPp.-Schuber. (44) 300,-

862

– SALISCHE Kaiser-Evangeliar, Das. Der Codex aureus Escorialensis. Faksimile, 2 Kommentare und Dokumentation. Madrid und Münster 1998. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. in OHolz-Kassette, OSeide in OPp.-Schuber und OLwd.-Kassette. – Nr. 28 der VA mit den Metallrepliken des Originaldeckels. (44) 5.000,-

863

– – DASS. Faksimile und Kommentar. Luzern 1982-87. Fol. OLdr. und OHldr. – Siehe Abbildung. (44) 1.500,-

– SALZBURGER Perikopenbuch, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 1997. OHldr. und OLdr. in OPlexiglas-Schuber. – Nr. 34 der VA mit den Repliken der Elfenbeintäfelchen des originalen Prunkdeckels. – Siehe Abbildung. (44) 3.400,-

864

– SAKRAMENTAR VON METZ. Faksimile und Kommentar. Graz 1972. 4°. OPgt. und Orig.Brosch. in OLdr.-Kassette. (44) 200,-

– SCHACHBUCH des Jacobus de Cessolis, Das. Faksimile und Kommentar. Zürich 1988. OLdr. und OLwd. (44) 200,-

865

– SCHUBERT, MARGOT, The Ladies' Flowergarden. München 1980. Fol. OHldr. (44) 100,-

857

– RUDBECK, O., Das große Vogelbuch. Faksimile und Kommentar. Stuttgart und Zürich 1985. Fol. OLwd. und lose Bogen in Orig.-Umschl. und OLwd.-Kassette. (44) 200,-

858

– RUDOLF VON EMS, Weltchronik. – Der Stricker, Karl der Grosse. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1980. 4°. OLdr. und OPp. in OPp.-Schuber. (44) 300,-

859

860

Nr. 863


Bibliographie

Nr. 877

866

– SCHWARZE GEBETBUCH des Herzogs Galeazzo Maria Sforza, Das. Faksimile und Kommentar. Wien 1930. Fol. OSamt mit Metallbeschlägen in läd. OLwd.-Kassette und OLdr. in läd. OPp.-Schuber. (44) 800,-

867

– SCHWARZE GEBETBUCH, DAS. Gebetbuch des Galeazzo Maria Sforza. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1982. 4°. Lose und OPp. in OLwd.-Kassette. (44) 1.000,-

868

– DASS. OLdr. und OPp. in OLwd.-Schubern. (44) 1.000,-

869

– SCHWARZE STUNDENBUCH, DAS. Faksimile und Kommentar. 2 Bde. Luzern 2001. OSamt in OLwd.- und OPlexiglas-Schuber. (44) 1.600,-

870

– SCHWEICKHER, H., Der Atlas des Herzogtums Württemberg vom Jahre 1575. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1979. Qu.-Fol. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber. (44) 100,-

183

Nr. 890

871

– SERBISCHE PSALTER, DER. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1978-83. Fol. OLwd. (Kommentar gering fleckig) in OHlwd.-Schuber. (44) 400,-

872

– SPECULUM HUMANAE SALVATIONIS. Codex Cremifanensis 243. Faksimile und Kommentar. Graz 1972. Fol. OLdr. und OPp. (44) 400,-

873

– STEPHAN LOCHNER GEBETBUCH. 1451. Faksimile und Kommentar. Lachen und Stuttgart 1989. 12° und 4°. OLdr. und OPp. (wenig angeschmutzt) in OSamt-Kassette. (44) 800,-

874

– STIFTERBUCH DES KLOSTERS ZWETTL „BÄRENHAUT“. Faksimile und Kommentar. Graz 1981. Gr.-Fol. und 4°. OLdr. in Kassette. – Eines von 50 Ex. der Ausgabe mit Beschlägen. (44) 800,-

875

– STUNDENBUCH der Isabel la Católica, Das. Faksimile und Kommentar. Madrid 1997. OLdr. und OPp. in Hlwd.-Kassette. – Beiliegt der spanische Kommentar. (44) 2.000,-


184

Bibliographie

Nr. 879

876

FAKSIMILEWERKE – DASS. OLdr. und OPp. in Hlwd.-Kassette. – Nr. 51 mit dem Prunkdeckel. (44) 2.400,-

877

– STUNDENBUCH der Jeanne d'Evreux, Das. Faksimile, Kommentar und Interimskommentar sowie Lupe. 16° und 8°. Luzern 1998-2000. OLdr., OLwd. und Orig.-Brosch. in OLwd.-Kassette. – Siehe Abbildung. (44) 1.600,-

878

– STUNDENBUCH der Maria Stuart, Das. Faksimile (ca. 5 x 4 cm), Kommentar (8°) und Lupe. Darmstadt 1988. OLdr. und OLwd. in OLwd.Kassette. (44) 300,-

879

– STUNDENBUCH der Sforza, Das. 4 Bde. Faksimile und Kommentar. Luzern 1993-95. OSamt in OSamt-Kassette. – Nr. 325 von 980 Exemplaren. – Siehe Abbildung. (44) 1.200,-

880

– STUNDENBUCH des Herzogs von Bedford, Das. Faksimile und Kommentar. Luzern 2006. 4°. OSamt in Plexiglas-Schuber. (44) 3.000,-

881

– STUNDENBUCH Ludwigs von Orléans, Das. Faksimile und Kommentar. Leipzig 1980. OLdr. und OHldr. (44) 200,-

882

– STUNDENBUCH Vat. Ross. 94 aus der Bibliotheca Apostolica Vaticana, Das. Faksimile und Kommentar. Zürich 1983. 16° und 8°. OLdr. und OLwd. (44) 100,-

883

– STUTTGARTER BILDERPSALTER, DER. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1965-68. Fol. OPgt. (44) 800,-

884

– TABULA PEUTINGERIANA. Codex Vindobonensis 324. Faksimile und Kommentar. Graz 1976. Qu.-Imp.-Fol. und Qu.-Fol. OLwd. und OPp. (44) 100,-

885

– TACUINUM SANITATIS in medicina. Codex Vindobonensis series nova 2644. Faksimile und Kommentar. Graz 1986. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 250,-

886

– THEUERDANK. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1968. Fol. OLdr. und Orig.-Broschur. (44) 150,-

887

– THOMASIN VON ZERCLAERE, Der welsche Gast. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1974-80. OHpgt. in mod. Hldr.-Kassette. (44) 150,-


Bibliographie

888

– TIERBUCH des Petrus Candidus, Das. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1984. OLdr. und OLwd. (44) 500,-

889

– TIROLER FISCHEREIBUCH, DAS. Faksimile und Kommentar. Graz 1967. Fol. OHpgt. in OPp.-Schuber. (44) 150,-

890

891

892

900

– VERGILIUS MARO, P., Bucolica – Georgica – Aeneis. Vergilcodex Ms. 837. Faksimile und Kommentar. Valencia 2001. Fol. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 1.000,-

901

– – Codex Vaticanus Latinus 3867. Faksimile und Kommentar in 3 Bdn. Stuttgart und Zürich 1985. 4° und 8°. OLwd. und OLdr. in OHolz-Kassette. (44) 600,-

– TRES BELLES HEURES DE NOTREDAME des Herzogs von Berry, Die. Handschrift Nouv. acq. lat. 3093 Bibliothèque Nationale, Paris. Faksimile und Kommentar. Luzern 1992. 4°. OLdr. und OHldr. in OPlexiglas-Schuber. – Nr. 876 von 980 Ex. (Gesamtaufl.: 1060). – Siehe Abbildung. (44) 1.200,-

902

– VERGILIUS VATICANUS. Codex Vaticanus Latinus 3225. Faksimile und Kommentar. Graz 1980-84. 4°. OLdr. und OPp. (44) 200,-

903

– TRES RICHES HEURES du Duc de Berry, Les. Faksimile und Kommentar. Luzern 1984. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 3.000,-

– VITA DER MATHILDE VON CANOSSA. Faksimile und Kommentar. Zürich 1984. OLdr. und OLwd. (44) 100,-

904

– TRIERER APOKALYPSE. Faksimile und Kommentar. Graz 1974-75. 4°. OPgt. und OLwd. (44) 400,-

– VITA SANCTI LIUDGERI. Faksimile und Kommentar. Graz 1993. Fol. OLdr. und OLwd. (44) 200,-

905

– VOM EINFLUSS DER GESTIRNE auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. Manuskript C 54 der Zentralbibliothek Zürich (Nürnberger Kodex Schürstab). Faksimile und Kommentar. Luzern 1981-83. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 150,-

906

– VORAUER VOLKSBIBEL. Vollständig im Originalformat des Codex 273 aus dem Besitz der Stiftsbibliothek Vorau. 4 Faksimile-Bde. und 4 Interimskommentar-Bde. Graz 1989-93. Fol. OLdr. und OPp. (44) 800,-

907

– WALDBURG-GEBETBUCH. Faksimile und Kommentar. Süssen 1986-87. OLdr. und OHldr. in OLwd.-Kassette. (44) 800,-

908

– WANDALBERT VON PRÜM, Das Reichenauer Martyrologium für Kaiser Lothar I. Faksimile und Kommentar. Zürich 1997. Hldr. mit Holzdeckeln und Portr.-Medaillon auf dem Vorderdeckel. (44) 150,-

893

– TRIUMPH Kaiser Maximilians I. Faksimilierte Tafeln und Kommentar. Graz 1995. Gr.-Fol. Lose und Orig.-Brosch. in OHldr.-Kassette. (44) 150,-

894

– TURNIERBUCH aus der Kraichgauer Ritterschaft. Cod. Vat. Ross. 711. Faksimile und Kommentar. Zürich 1983. Fol. OLdr. und OPp. (44) 100,-

895

185

– TURNIERBUCH FÜR RENE D'ANJOU, (Le Pas de Saumur). Codex Fr. F. XIV. Nr. 4 der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg. Faksimile und Kommentar. Graz 1998. Fol. OHldr. und OLwd. (44) 500,-

896

– TUTI-NAMA. Das Papageienbuch. Graz 1976. 4°. OLdr. (44) 300,-

897

– ULRICH VON RICHENTHAL, Das Konzil zu Konstanz. 1414-1418. Faksimile und Kommentar. Starnberg und Konstanz 1964. Fol. OHpgt. (44) 150,-

909

– UTRECHT-PSALTER. Faksimile und Kommentar. Graz 1984. Fol. OHldr. und OPp. (44) 800,-

– WEINGARTNER LIEDERHANDSCHRIFT, DIE. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1969. OLdr. und OLwd. in OPp.-Schuber. (44) 400,-

910

– WEISSAGUNGEN ÜBER DIE PÄPSTE. Faksimile und Kommentar. Zürich 1985. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 150,-

898

899

– VELDEKE, H. VON, Eneas-Roman. Faksimile und Kommentar. Wiesbaden 1992. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 300,-


186

Bibliographie

Nr. 931

911

912

913

FAKSIMILEWERKE – WENZELSBIBEL, DIE. 8 Faksimile-Bde., Dokumentenbd., 2 Kommentare, Interimskommentar und 8 Dokumentationen. Graz 1981-98. Gr.-Fol. OLdr., OLwd. und Orig.-Brosch. in OPp.-Schuber. (44) 3.000,– WERDENER PSALTER. Graz 1979. OLdr. (44) 400,-

917

– – Willehalm. Faksimile und Kommentar. Graz 1974. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 800,-

918

– KONVOLUT – Ca. 60 Werke in ca. 80 Bdn. Orig.-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (44) 400,-

919

– – 17 medizinische Faksimiles. Ca. 1980-90. Orig.-Einbände (vereinzelt wenig fleckig). (44) 800,-

– WIENER BIBLIA PAUPERUM, DIE. 3 Bde. Graz 1962. Fol. OHpgt. (44) 200,-

914

– WIENER GENESIS, DIE. Faksimile und Kommentar. Frankfurt 1980. Fol. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 800,-

915

– WINZINGER, F., Die Miniaturen zum Triumphzug Kaiser Maximilians I. Faksimile und Kommentar. Graz 1972-73. Fol. OLdr. und OHldr. (leicht angeschmutzt und bestoßen) in OPp.-Schuber. (44) 150,-

Bartisch, Ophthalmoduleia. – Bell, Manuscript of Drawings of the Arteries. – Brunschwig, Buch der Cirurgia. – Casserius, Tabulae anatomicae. – Cheselden, Osteographia. – La chirurgie, Codex Sloane 1977. – Delpech, De l'orthomorphie. – Gerßdorff, Feldtbuch der Wundtartzney. – Hieronymus Mercurialis, De arte gymnastica. – Morison, Physiognomik der Geisteskrankheiten. – Paracelsus, Grosse Wundartzney. – Pugh, Treatise on the Science of Muscular Action. – Rowlandson, Medical Caricatures. – Scultetus, Armamentarium chirurgicum. – Sömmering, Anatomische Tafeln. – Stromayr, Practica copiosa. – Vesal, De humani corporis fabrica.

920 916

– WOLFRAM VON ESCHENBACH, Parzival. Titurel. Tagelieder. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1970. Fol. OLdr. und OHldr. (44) 300,-

INKUNABELN UND ALTE DRUCKE – SAMMLUNG – 30 Werke in 35 Bdn. 1911-96. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (55) 300,-


Bibliographie

187

Nr. 932

De Ricci, Catalogue raisonné des premières impressions de Mayence, 1911 – Voulliéme, Die deutschen Drucker des fünfzehnten Jahrhunderts, 2. Aufl., 1922 – Renouard, Josse Badius Ascensius, 3 Bde., Nachdruck (1967) – Geldner, Die deutschen Inkunabeldrucker, 2 Bde., 1968-70 – Kunze, Geschichte der Buchillustration in Deutschland, 2 Bde., 1975 – Ars impressoria, 1986. – Und anderes mehr.

921

924

Erste Ausgabe. – De Backer-S. IV, 129, 20. NDB VIII, 16: „Zeugt von großem Sammelfleiß.“ – Leicht gebräunt, einige Seiten mit Abklatsch der gegenüberliegenden Seiten. Titel mit Besitzvermerk „D. Kempis“.

JACOB, P. L., (d. i. P. LACROIX), Mélanges bibliographiques. Paris 1871. 2 Bl., IV, 280 S. Etw. spät. Pp. (leicht bestoßen). (55) 100,Nr. 296 von 300 Ex. – Einzige Ausgabe. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten, kaum gebräunt. – Aus der Bibliothek des Schweizer Bibliothekars und Sammlers Karl J. Lüthi (1876-1958) mit dessen hs. Besitzvermerk auf dem Spiegel. – DAZU: GUILD, R. A., The Librarian's Manual. New York 1858. 304 S. – Erste Ausgabe. – Petzholdt 16-17. – Beiliegen einige Händlerkataloge.

922

KALDEWEY – HEHRES UND TRIVIALES. 16 Bde. und Registerband. Hamburg (1971-1984). Orig.-Einbände. (23) 200,-

923

KISARI BALLA, G., Kriegskarten und Pläne aus der Türkenzeit in den Karlsruher Sammlungen. Budapest 2000. 4°. 703 S. OPp. (30) 150,Nr. 281 von 800 Exemplaren. – Mit ungarisch-deutschem Paralleltext. – DAZU: DERS., Hundert Festungspläne in Württemberg. Ebda. 1998. 188 S. OPp. – Nr. 369 von 500 Exemplaren.

KÖLN – (HARTZHEIM, J.), Catalogus historicus criticus codicum mss. bibliothecae ecclesiae Metropolitanae Coloniensis. Köln, Huisch, 1752. 4°. Mit Titelkupfer. 10 Bl., 162 (recte 160) S., 7 Bl. Pgt. d. Zt. (gering fleckig). (65) 200,-

925

PAPIER – DAHLEM – NEUHEITEN 1936. Fantasiepapiere, Buntdruckpapiere der Buntpapierfabrik Franz Dahlem & Co. Aschaffenburg am Main. (Aschaffenburg 1936). Mit 270 Papiermustern. S. (49)-116. Orig.-Buntpapierbrosch. (minimal berieben). (72) 200,Musterkatalog der 1885 gegründeten Buntpapierfabrik, darunter viele Papiere in Strukturprägung. Auszug aus dem Gesamtkatalog, daher die Bogen numeriert 200-469 und die Seitenzählung mit 50 beginnend. – Schnitt leicht stockfl., die Muster makellos.

926

PIERRE, C., Les hymnes et chansons de la Révolution. Paris 1904. 4°. OPp. (angeschmutzt). – Unaufgeschnitten. – 2 Beilagen. (73) 80,-


188

Bibliographie

Nr. 934

Nr. 933

927

928

SARBIEWSKI – LANGBEIN, L. G., Commentatio de Mathiae Casimiri Sarbievii ... vita studiis et scriptis. Dresden, Hekel, 1754. 4°. Mit gestoch. Titelvign. 4 Bl., CLXXIIII S., 1 Bl. Läd. Brosch. d. Zt. (Rücken fehlt). (19) 200,-

930

SCHREIBER, W. L., Handbuch der Holz- und Metallschnitte des XV. Jahrhunderts. 8 Bde. Leipzig 1926-30. 4°. OHlwd. (Gebrauchsspuren). (52) 300,-

Erste Separatausgabe. – De Backer-S. VII, 645. Estreicher XXI, 55. – Bio-Bibliographie des polnischen Jesuiten Sarbiewski (1595-1640). – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

931

SCHRIFT – BAURENFEIND, M., Vollkommene Wieder-Herstellung der bißher sehr in Verfall gekommenen gründlich –u: zierlichen SchreibKunst. Nürnberg, (Adelbulner für) Weigel, o. J. (1716). Qu.-Fol. Mit gestoch. Titeln, 59 Kupfertafeln, Falttabelle sowie 7 Textkupfern, zusätzlich 3 wdh. Kupfertafeln in Rötel. 2 Bl., 39 S. Hpgt. d. Zt., Deckel mit Buntpapierbezug (etw. fleckig, berieben und bestoßen) in Pp.-Schuber (leichte Gebrauchsspuren). (120) 1.500,-

SCHÄFER – (ARNIM, M. VON), Europäische Einbandkunst aus sechs Jahrhunderten. Beispiele aus der Bibliothek Otto Schäfer. (Ausstellungskat.) Schweinfurt 1992. 4°. Mit vielen ganzseit. farb. Abb. XVII, 494 S. OLwd. (28) 80,Unverzichtbares Standardwerk. – Neuwertig. – DAZU: FÜNF JAHRHUNDERTE Buchillustration. Meisterwerke der Buchgraphik aus der Bibliothek Otto Schäfer. (Ausstellungskat.). Nürnberg 1987. OLwd.

929

– – Katalog der Bibliothek Otto Schäfer Schweinfurt. Tl. I (alles Erschienene): Drucke, Manuskripte und Einbände des 15. Jhdts. 2 Bde. Stuttgart 1984. 4°. Mit vielen Abb. 814 S. OLwd. (28) 80,-

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Bauer 38, 3 und Sp. 930933. Doede 126. Bonacini 157. Ornamentstichslg. Berlin 4871. HKJL II, 64. Rammensee 124. – „Grundlegendes Werk ... Zusammen mit einem 1736 im Eigenverlag erschienenen zweiten Teil bildet es die Grundlage für die deutsche Schreibkunst der folgenden Generationen“ (Bauer). – Die von Bauer festgestellten drei Auflagen von Bd. I unterscheiden sich nur „in unwesentlichen Verschiedenheiten im typographischen Teil“. – Hier ohne den erst 1736 erschienenen zweiten Teil. – Enthält die wiederholten Tafeln V (aus


Bibliographie

der ersten Serie), K (aus der zweiten Serie) und 1 (aus der dritten Serie) in Rötel, eine Besonderheit, die in keiner Bibliographie erwähnt wird und bisher von keinem Exemplar bekannt ist. – Buchblock mehrf. gebrochen, Bindung gelockert. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, einzelne kleine Randschäden. – Zusätzlich liegt lose bei: Porträt von Michael Baurenfeind in Schabkunstmanier von Georg Wilhelm Baurenfeind (Blattgr.: ca. 21,2 x 18 cm; Plattengr.: ca. 19,5 x 16,3 cm). – Siehe Abbildung.

934

– – DASS. Nürnberg, (Adelbulner für) Weigel, o. J. (1716). Qu.-Fol. Mit gestoch. Titeln, 59 Kupfertafeln, Falttabelle sowie 7 Textkupfern. 2 Bl., 39 S. Alte Pp. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (127) 1.000,-

One of several issues from the same year. – Minimally browned, hardly soiled, last leaf a little stained at blank margin. – Half calf of the 20th century with spine label and gilt back. – See illustration.

935

Dritter Druck der ersten Ausgabe. – Bauer 38, 3 und Sp. 930-933. Doede 126. Bonacini 157. Ornamentstichslg. Berlin 4871. HKJL II, 64. Rammensee 124. – Die von Bauer festgestellten drei Auflagen von Bd. I unterscheiden sich nur „in unwesentlichen Verschiedenheiten im typographischen Teil“. – Hier ohne den erst 1736 erschienenen zweiten Teil. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig. Letzte Tafel mit kleinem Randausriß und Tintenfleck. – Siehe Abbildung.

933

First edition. – Handwritten pagination throughout. Slightly browned, hardly soiled. – Contemporary calf with gilt back and gilt stamped double fillets on boards (some rubbing and scuffing). – See illustration.

– NEUDÖRFFER, A., UND J. NEUDÖRFFER D. J., Schreibkunst. 2 Tle. und Appendix in 1 Bd. Nürnberg, Kauffmann, Halbmayer und Pfann, 1601-31. 4°. Mit 3 gestoch. Titeln, 2 gefalt. Kupfertafeln und zahlr. meist ganzseit. Kupferstichen, Textkupfern und Holzschnitten. 45, 60 nn., 32 (statt 33) Bl. Restauriertes Hpgt. (171) 12.000,Doede 51, 1-3. Bonacini 1271. Ornamentstichslg. Berlin 4813 (nur Tle. I und II). Henning, Magazin der Schreibkunst, I, 63. – Es fehlt eine der unnumerierten Tafeln im Appendix. Die beiden Faltblätter des zweiten Teils sind hier als Doppelblätter eingebunden. – Der erste Teil in der oberen Ecke durchgehend wasserrandig, sonst nur vereinzelt Feuchtigkeitsspuren. Die Falttafeln mit fachmännisch restaurierten Einrissen. Die letzten Blätter des Appendix mit winzigem Wurmloch. Nur vereinzelt unbedeutend gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 192.

– FOURNIER, P. S., Caractéres de l'imprimerie, nouvellement gravés. Paris, (Selbstvlg.), 1742. 16°. Mit typographischen Bordüren, Buchschmuck und gedrucktem Text. 40 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und goldgepr. doppelter Filete auf den Deckeln (etw. berieben und bestoßen). (19) 4.000,Erste Ausgabe. – Audin 49 und Tafeln 37-39 (nennt 42 Bl.). Updike I, 252, Anm. 1. Kraus, Typography (1977), 33 (nennt 41 Bl.). – Nicht bei Birrell-Garnett, BigmoreWyman und in der Ornamentstichslg. Berlin. – Das Exemplar der BN in Paris entspricht mit 40 Blättern unserem Exemplar. – „A very early small specimen book of great charm by the famous French printer Fournier Le Jeune (1712-1568), published in the same year as his first specimen book in oblong folio ... like it, of greatest rarity ... The specimen pages show various sizes of Roman and Italic types that are outstanding for their precision and clarity, and there is great ingenuity in the use of typographic ornament for composing the frontispiece, title and colophon leaves“ (Kraus). – Durchgehend hs. paginiert. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

– – Les caractères de l'imprimerie. Paris, o. Dr., 1764. 2 Bl., 170 S., alle Seiten von schlichten typographischen Bordüren eingefaßt (S. 162-170 mehrf. gefalt. mit Musiknoten). Hldr. des 20. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (19) 2.000,Eine von mehreren Druckvarianten aus demselben Jahr. – Bigmore-W. I, 227 (Variante mit 167 S.). Updike I, 262 ff. (mit seitengleichen Abbildungen: „The specimens of types are the most important part of the book. Some of them were lent him by Fournier l'aîné, by the Paris founders Cappon and Hérissant, and by Breitkopf of Leipsic. They are grouped under six heads: I. Types in ordinary use. II. Ornaments, lettres de deux points (simple and ornamented), rules, etc. III. Types peculiar to particular countries or of special forms. IV. Oriental types. V. Music and plain-song. VI. Types of ancient and modern languages, with explanatory notes.“ – Gering gebräunt, wenig fleckig, letztes Bl. im weißen Rand etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

First issue of first edition. – Fundamental work which contains the repeated plates V (from the first series), K (from the second series) and 1 (from the third series) in sanguine, something peculiar which isn't mentioned in any bibliography and not known so far of any copy. – Book-block several times broken, binding loosened. Slightly browned, partly a little soiled, small isolated marginal damages. – Contemporary half vellum, boards with cover material of coloured paper (somewhat soiled, rubbed and scuffed) in cardboard slipcase (light signs of wear). – See illustration.

932

189

Almost complete copy of this rare work on callygraphy, lacking only one plate in the „Appendix“. With numerous etchings and woodcuts, illustrating the developement of the art of writing in Renaissance and Baroque by members of the Neudoerffer family at Nuremberg. – Old half vellum, restored. Gilt foredges. Folded plate with repaired tear. Some waterstains (stronger in the first part). – See illustration on page 192.

936

– ÖHLERS, J. CH., Die offene Schreib-Schule. Flensburg, Selbstvlg., (1718). Qu.-Fol. Mit 18 doppelblattgr. Kupfertafeln (inkl. gestoch. Titel, Portr. und Widmung). 4 Bl. Lwd. des 20. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen). (19) 3.000,Seltene erste Ausgabe. – Bruun I, 1113. Doede 133 Anm. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 4880. Bonacini 1303 (beide die Ausg. 1724). – Johann Christoph Öhlers war Buchhalter, Schreib- und Rechenmeister in Flensburg, später Obermeister in Hamburg. – Mit Widmung und kalligraphiertem


190

Bibliographie

Nr. 937

937

Porträt von König Friedrich IV. von Dänemark. – Die Tafeln mit bildlicher Darstellung der Handhaltung beim Schreiben, Widmung an die beiden Bürgermeister in Flensburg (dat. 1718), Bibeltexten und Lebensregeln, umrahmt durch fein gestochene Schnörkelfiguren (Menschen, Tiere, Fabelwesen) u. a. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, Titel (mit Fliegenexkrementen) und letztes Bl. im Innensteg mit Resten eines entfernten Umschlags. – Siehe Abbildung Seite 165.

II. HOFFMANN, U., Teutsche Versalien Oder Haupt Buchstaben zur Anlaitung, übung und nutzlichen Underricht, der lieben Jugendt. Ebda. (1642). Mit 16 Kupfertafeln. – Doede 56 Anm. Ornamentstichslg. Berlin 4824 (nennt einen gestoch. Titel und 77 Blatt). Bonacini 804 (nur das Berliner Exemplar). – Die Exemplare des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und in der Slg. Dr. Hauswedell (230) haben ebenfalls nur 16 Tafeln. – Vorliegende Tafelfolge nicht numeriert.

Rare first edition. – Slightly browned, partly a little soiled, title (with flies' droppings) and last leaf with remains of removed wrappers at inner joint. – Cloth of the 20th century (some rubbing and scuffing). – See illustration on page 165.

III. BEAUGRAND, (J. DE), Poecilographie Ou Diverses Ecritures Propres Pour l'Usage Ordinaire. O. O. (Paris), Matiette, (um 1634). Mit 30 Kupfertafeln. – Spätere Ausgabe. – Goldsmith B 433. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 5092 (Ausg. 1598 bzw. 1601). Bonacini 169 (nur das Berliner Exemplar). – Die 25. Tafel in der Platte „1634“ datiert. Nur die letzte Tafel in der Platte mit „30“ numeriert. – Teilw. knapp beschnitten (wenige Tafeln in den Bildrändern angeschnitten).

– SAMMELBAND – 3 Schreibmeisterbücher in 1 Bd. Ca. 1634-50. Qu.-4°. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen, mit wenigen Wurmlöchern). (19) 4.000,I. (ULRICH, H.), Der Edlen Schreib-Kunst Gründliche und Nutzbare vorstellung Teutsch und Lateinischer Schrifften. Nürnberg, Fürst, o. J. (um 1650). Mit 23 num. Kupfertafeln. – Spätere Ausagbe. – VD 17 23:298431Z (nennt 24 Tafeln). Doede 40 Anm. – Die Doede bekannten Exemplare haben zwischen 9 und 19 Blatt, das Exemplar der Wiener Universitätsbibliothek hat 24 Blatt, die Exemplare in der Slg. Dr. Hauswedell (226) und in Wolfenbüttel haben 24 Blatt, jedoch ohne die Tafel 12. Unsere Tafeln sind in der Platte num. von 1 bis 23. – Teilw. knapp beschnitten.

Etw. gebräunt und fleckig, tls. leicht wasserrandig und mit kleinen Wurmspuren. – Siehe Abbildung. Miscellany of 3 books on calligraphy in 1 vol. – Somewhat browned and soiled, partly slightly waterstained and with some worming. – Contemporary vellum (some soiling, rubbing and scuffing, clasp ribbons missing, with some wormholes). – See illustration.


Bibliographie

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SCHWARZ, I., Anleitung zur Kenntniß derjenigen Bücher, welche den Candidaten der Theologie, den Stadt- und Landpredigern, Vicarien etc. in der catholischen Kirche wesentlich nothwendig und nützlich sind. Nebst einer freyen Charakteristik des berühmten Verfassers von J. B. Schad. Bde. I-II (von 3). Coburg, Sinner, 1804. XX, 548; LXVIII, 836 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (78) 100,Einzige Ausgabe. – Petzholdt: „Früher geschätzt.“ – Annotiert, räsonnierend, vielfach mit kurzen biographischen Angaben zu den Autoren und deswegen noch immer schätzenswert. – 1806 erschien noch ein dritter Band, ebenfalls von Schad herausgegeben. – Leicht gebräunt.

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940

STRASSBURG – RITTER, F., Répertoire bibliographique des livres imprimes en Alsace aux XVe et XVIe siècles. 4 in 7 Bdn. Straßburg 1937-60. OLwd. und Orig.-Broschur. (24) 300,-

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VERZEICHNISS der sämmtlichen Bücher, welche sich in der von der höchstseeligen Frau Herzogin v. Pfalzzweibrücken, königl. Hoheit, zurückgelassenen Bibliothek zu Neuburg befinden. Neuburg, o. Dr. (Lauter in Augsburg), 1833. 1 Bl., 101 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (angeschmutzt, etw. berieben und bestoßen). (2) 120,Verkaufskatalog der Büchersammlung von Auguste von Hessen-Darmstadt, Herzogin von Pfalz-Zweibrücken (1765-1796), der Mutter von Ludwig I. – Gering gebräunt.

942

KONVOLUT – Ca. 35 Werke in ca. 60 Bdn. 1879-1995. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (1) 200,Aus vielen Bereichen. Beiliegend ca. 40 Händlerkataloge vorwiegend aus dem Zeitraum zwischen 1910 und 1960.

943

TENSCHERT – 14 Antiquariatskataloge. Rotthalmünster 1989-2000. Orig.-Einbände. (44) 300,Vorhanden sind Kataloge XX, XXI, XXIV (Normalausg. und Vorzugsausg.), XXV, XXVII, XXIX-XXXI, XL, XLI und XLV, darunter die 6 Bände „Leuchtendes Mittelalter“ und Bd. II der „Neuen Folge“, „Incunabula“, „Fünfzig Unica“, „Boccaccio und Petrarca in Paris“ sowie „Vom Heiligen Ludwig zum Sonnenkönig“.

191

– Ca. 70 Werke in 70 Bdn. und Heften. 1890-1981. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (100) 200,Aus allen Bereichen des Buchwesens. – Beiliegen ca. 20 Kataloge des Antiquariats Fritsch (Ulm) aus den sechziger und 30 von Ackermann aus den siebziger Jahren.

944

– Ca. 50 Werke in ca. 70 Bdn. 1900-97. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (52) 300,Vorwiegend aus den Bereichen Schrift und Bibliographie, darunter einige Standardwerke (Ziegenfuß; Index Aureliensis, Bde. I-IX; die Fichte-Bibliographie von Baumgartner und Jacobs u. a.).

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Nr. 935


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Kunstgeschichte

Nr. 960

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Probably sole edition. – Engraved title closely trimmed up to plateline. Plates 6 and 7 closely cropped outside and with polished joint (plate 6 with minor loss of illustration). Somewhat browned and stained, partly dust soiled. – Old wrappers of gold brocade paper (spine bursted, slight signs of wear).

ARCHITEKTUR – ALBRECHT, A., Instrument zur Architectur. Nürnberg, Lochner, 1622. 4°. Mit gestoch. Titel und 4 (statt 5?) Kupfertafeln. 7 Bl. Alte Goldbrokatpapier-Brosch. (Rücken aufgeplatzt, leichte Gebrauchsspuren). (19) 3.000,Wohl einzige Ausgabe. – VD 17 23:233429N (nennt 5 Illustr. in Kupferstich). HAB 90, S. 110 und 112-113: „So will Andreas Albrecht mit seinem 'Instrument zur Architektur', das er in einem Traktat von 1622 beschreibt, die festgesetzten Maßverhältnisse und die einzelnen Teile und Glieder der verschiedenen Genera durch ein Zeichengerät ermitteln, das mit Hilfe schablonenähnlicher Muster jedes einzelne Genus Vergrößerungen, sowie Verkleinerungen und damit auch ein Einpassen in die vorgegebene Höhe einer Fassade ermöglicht.“ – Vorhanden sind (wie im Ex. der SB Berlin) die Tafeln Nr. 6, 7, 8 und 9. – Gestoch. Titel knapp bis zum Bildrand beschnitten. Tafeln 6 und 7 außen knapp beschnitten und mit geglättetem Falz (Taf. 6 mit geringem Bildverlust). Etw. gebräunt und fleckig, teilw. angestaubt.

Wappeneinband 946

– ALEAUME, (J.), La perspective speculative et pratique. Ou sont demonstrez les fondemens de cet art, & de tout ce qui en a esté enseigné jusqu'à present. Paris, Tavernier und L'Anglois, 1643. 4°. Mit gestoch. Kopfvign., gestoch. Initiale und 39 (23 ganzseit.) Textkupfern. 3 Bl., 155 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. doppelter Filete und Wappensupralibros auf den Deckeln (etw. berieben, wenig bestoßen). (19) 4.000,-


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Kunstgeschichte

Nr. 948

Nr. 949

Erste Ausagbe. – Vagnetti EIIIb36. Poudra, Histoire de la Perspective (1864), 288-309. Millard I, 3: „His treatise on perspective was his major contribution to the field of architectural theory, as a practical and as a theoretical presentation of the subject ... The 'Perspective' is representative of the scientific, pragmatic spirit of inquiry that developed during the first half of the seventeenth century.“ – „Ces inventions, dues a Mignon, me semblent être une des découvertes les plus importantes dans la science de la perspective“ (Poudra). – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Die Wappensupralibros von Louis Treslon-Cauchon, genannt Hesselin (Olivier 1687). – Mit blattgr. Exlibris der Sammlung Arnaud de Vitry.

Bl. (nach Bl. 54 zwischengeb.). Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Makulatur entfernt, Bezug an den Innenkanten abgelöst). (123) 600,-

BEIGEB.: (DUBREUIL, J.), La perspective pratique, necessaire a tous peintres. (Bd. I von 3). Ebda. 1642. Mit Titel, Titelvign., 3 Kopfvign., 3 Initialen (alles gestoch.) und 150 ganzseit. Textkupfern. 11 nn., 150 num. (4 nn. Bl. zwischengeb.), 5 nn. Bl. – Fowler 108. Millard I, 63. – Es erschienen noch im gleichen Jahr ein Anhang und 1647 bzw. 1649 zwei weitere Bände. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt kleine Randschäden. First edition. – Slightly browned, hardly soiled. – Armorial bookplates by Louis Treslon-Cauchon, called Hesselin (Olivier 1687). – With leaf-size exlibris of the collection Arnaud de Vitry. – Contemporary calf with gilt back, gilt stamped double fillets and armorial bookplate on sides (some rubbing, minor scuffing).

947

– BOSBOOM, S., Cort onderwys vande vyf colomen. Amsterdam, Danckerts, o. J. (um 1680). Fol. Mit gestoch. Titel (in Pag.), 46 Kupfertafeln (in Pag.) und 7 Textkupfern. 55 S. bzw. num. Bl., 5 nn.

Fowler 54 Anm. – Vgl. Thieme-B. IV, 385. Ornamentstichslg. Berlin 2222-23. – Simon Bosboom (1614-1662) war Steinmetzmeister der Stadt Amsterdam. Sein Werk über Proportionsprobleme der verschiedenen Säulenordnungen wurde, mehrfach aufgelegt, „ein sehr verbreitetes Lehrbuch der Architektur“ (Thieme-Becker). – Fliegender Vorsatz mit hs. Eintragungen. Titel mit Besitzvermerk. Eine Tafel verso mit Federproben. Leicht gebräunt, wenig fleckig. Etw. knapp beschnitten.

948

– CAPRA, A., La nuova architettura civile, e militare. Nuova impressione diligentemente corretta, ed accresciuta. 2 in 1 Bd. Cremona, Ricchini, 1717. 4°. Mit wdh. Holzschnitt-Portr., 7 HolzschnittBordüren, 7 gefalt. Holzschnitt-Tafeln und vielen Textholzschnitten. 14 Bl., 356 S., 6 Bl., 184 S. Mod. Hldr. (145) 1.500,Riccardi I/1, 235, 3.2-4.2. Kruft 683 und 550, Anm. 118. Marini 152. D'Ayala 90. Manzi 159. Jordan 598. Fowler 79 Anm. – Vgl. Millard IV, 28. – Seltenes Werk über Zivil- und Militärbaukunst. – Die rustikalen Holzschnitte zeigen Gebäude, Säulen, Festungsanlagen, Kanonen, Brunnen, Meilenzähler für Kutschen und zahlr. technische Geräte (z. Tl. im Bd. II wdh.) wie Kräne, Gewinde, Hebel, Wasserräder etc. – Eine Tafel mit einer Karte der Gegend von Cremona. – Titel mit hinterlegtem Ausschnitt. Leicht gebräunt, wenig fleckig, mit einzelnen kleinen Randausrissen. – Siehe Abbildung.


Kunstgeschichte

Nr. 950

Nr. 951

Rare work on civilian and military architecture. – Title with backed cut-out. Slightly browned, hardly soiled, with small isolated tear-outs in margin. – Modern half calf. – See illustration.

Begriff der „Jesuit's perspective“. – „His work on perspective is probably the most influential ever published expressly for the use of a lay audience. It contains previously published material, including some of Jacques Aleaume's plates, although the first edition was published even before Aleaume's book appeared“ (Millard). – In Bd. III ist das Kupfer 91 mit 4 aufklappbaren Teilen ausgestattet. In diesem Band sind die Kupfer Nr. 108, 124 und 156 ausgelassen. – Ein Kupfer sehr knapp bis zum Bildrand beschnitten und aufgezogen (Korrektur eines falschen Kupfers: Bd. II, Kupfer 12). 4 Bl. der „Table“ von Bd. II knapp beschnitten und passepartoutartig angerändert, um das Papier auf das Format des Buchblocks zu bringen. Leicht gebräunt, wenig fleckig. Breitrandig, Exemplar auf großem Papier (Wasserstreifen mit dem Abstand von 35-36 mm, bei Normalpapier beträgt der Abstand nur 26-27 mm). – Mit gestoch. Exlibris des Generalmajors George Lane Parker (1742-1791), der jüngere Sohn des zweiten Earls Macclesfield (1697-1764). – Siehe Abbildung.

Exemplar auf großem Papier 949

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– (DUBREUIL, J.), La perspective pratique, necessaire a tous peintres, graveurs, sculpteurs, architectes. (Mischauflage). 3 Bde. und Anhang zum Bd. I in 3 Bdn. Paris, Tavernier & L'Anglois, 1642-51. 4°. Mit 3 Titeln, 3 gleichen Titelvign., 25 Kopfvign., 22 Initialen (alles gestoch.) und 472 ganzseit. Kupfern (davon 1 mit aufklappbaren Teilen und 3 auf 2 gefalt. Blättern, in Pag.; inkl. 3 Wdh.). 25 nn., 172 num. (19 nn. Bl. zwischengeb.), 5; 12 nn., 123 num. (4 nn. Bl. zwischengeb.), 6, 10 nn., 10 num., 2 nn. Bl., 14 S., 20 weiße Bl. nachgeb.; 20 nn., 165 num. (26 nn. Bl. zwischengeb.), 7 nn. Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. vierfachen Fileten und Eckstücken auf den Deckeln (etw. berieben und bestoßen). (19) 8.000,Erste Ausgabe (Anhang zum Bd. I, Bde. II und III), Bd. I in 2. Auflage von 1651. – Fowler 108. Millard I, 63. – Vgl. De Backer-S. II, 145 (Ausg. 1651 und 1666). Ornamentstichslg. Berlin 4714 (EA 1642-47; nur I und II). – Bedeutende Perspektivenlehre, mehrf. übersetzt, prägte in England den

First edition (appendix to vol. I, vols. II and III), vol. I in 2nd issue of 1651. – This important perspective theory, translated several times, formed in England the concept of „Jesuit's perspective“. – One copperplate very closely trimmed up to plateline and mounted (correction of false engraving: In vol. II, copperplate 12). 4 leaves of „table“ of vol. II closely trimmed and mounted with paper slips like a passepartout in order to adapt the paper to book-block size. Slightly browned, hardly soiled. Wide-margined copy on large paper. – With engraved exlibris of major general George Lane Parker (1742-1791). – Contemporary calf with spine label, gilt back, gilt stamped fourfold fillets and corner pieces on sides (some rubbing and scuffing). – See illustration.


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Kunstgeschichte

Nr. 953

Nr. 954

ARCHITEKTUR – DASS. Seconde edition. 3 Bde. Paris, Du Puis, 1663. 4°. Mit 2 (statt 3) Titeln, 25 Kopfvign., 22 Initialen (alles gestoch.) und 462 ganzseit. Kupfern (davon 1 mit aufklappbaren Teilen und 3 auf 2 gefalt. Blättern, in Pag.; inkl. 3 Wdh.). 25 nn., 172 num. (19 nn. Bl. zwischengeb.), 5; 12 nn., 123 num. (4 nn. Bl. zwischengeb.), 6; 20 nn., 165 num. (26 nn. Bl. zwischengeb.), 7 nn. Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 2.500,-

with exlibris, title with ownership entry. Slightly browned, partly a little soiled and with small marginal damages, vol. II at the beginning with small waterstain. – Contemporary calf with gilt back (some rubbing and scuffing). – See illustration.

Seltene dritte Ausgabe. – Hagelin, Ekström Coll., 163. – Vgl. De Backer-S. II, 145 (Ausg. 1651 und 1666). Millard I, 64 (Ausg. 1679). Ornamentstichslg. Berlin 4714 (EA 164247; nur I und II). Fowler 108 (EA 1642-49). – In Bd. III ist das Kupfer 91 mit 4 aufklappbaren Teilen ausgestattet. In diesem Band sind die Kupfer Nr. 108, 124 und 156 ausgelassen. – Es fehlt der gestoch. Titel zum Bd. III. – Der gestoch. Titel zum Bd. I trägt noch den Verlagsvermerk und das Datum der Ausgabe von 1651. Insgesamt 10 Kupfer sehr knapp bis zum Bildrand beschnitten und aufgezogen (Korrekturen falscher Kupfer: das sind in Bd. II die Kupfer 12, 15, 22, 26, 29, 54, 58 und 71, in Bd. III die Kupfer 15 und 90). Vorsätze mit Exlibris, Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit kleinen Randschäden, Bd. II zu Beginn mit kleinem Wasserrand. – Siehe Abbildung. Rare third edition. – Lacks engraved title to vol. III. – Engraved title to vol. I still bears the publisher's note and date of publication of 1651. Altogether 10 copperplates very closely trimmed up to plateline and mounted (corrections of false engravings: these are in vol. II copperplates 12, 15, 22, 26, 29, 54, 58, 71 and in vol. III plates 15 and 90). Endpapers

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– FREITAG, A., Architectura militaris nova et aucta, oder Newe vermehrte Fortification. Letzte Edition verbessert. Amsterdam, D. Elzevier, 1665. Fol. Mit gestoch. Titel, 35 doppelblattgr. Kupfertafeln und 8 doppelblattgr. Tabellen. 3 Bl., 194 (recte 186) S., 1 Bl. Ldr. um 1800 mit Rsch. und Rvg. (88) 2.000,Jordan 1305. Willems 1356. Cockle 836. Libri rari 106. Jähns 1111. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 3525. – Vierte und letzte Elzevier-Ausgabe. – „Das Hauptwerk der Zeit“ (Jähns), „es gehört zu den wichtigsten Traktaten zum Festungsbauwesen des 17. Jahrhunderts. Zwar wurde viel über die altniederländische Manier geschrieben und gestritten, doch nur hier liegt eine ausführliche Interpretation vor. Freitag war Mediziner und Philosoph. Er stand in polnischen Diensten, ging dann in die Niederlande, wirkte bei den Belagerungen von Herzogenbosch 1629 und Maastricht 1632 aktiv mit. In seinem Traktat stellt er auch Instrumente vor, vornehmlich aber Brückenanlagen und Militärbauten innerhalb fester Plätze“ (Schütte 316). – Vorsätze an den Rändern leimschattig, Titel und erstes Blatt der Widmung mit kleinem blindgepr. Wappenstempel, 2 gestoch. Exlibris. Am Ende 5 Bl. mit einem zeitgen. handschriftlichen Index beigebunden. – Sehr schönes, dekorativ gebundenes Exemplar. – Siehe Abbildung.


Kunstgeschichte

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Nr. 955

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Fourth and last Elzevier edition of the most important treatise on fortress architecture of the 17th century. – Endpapers with glue traces at margins, title and first leaf of dedication with small blind-pressed armorial stamp, 2 engraved exlibris. Bound-in at the end 5 leaves with contemporary ms. index. – A very beautiful copy in a decorative binding. – Calf around 1800 with spine label and gilt back. – See illustration.

Seltene erste Ausgabe. – Goldsmith G 231. Poudra, Histoire de la perspective, 382-387. RBF (17e s.) XII (La Flêche) 214 bis. Vagnetti EIIIb45. – Vermutlich fehlen die Tafeln 6 (zu S. 39), 18 (zu S. 77) und 23/24 (zu S. 90); Vergleichsexemplare nennen jedoch alle nur 19 Tafeln. – Das Wappensupralibros des Verfassers auf den Deckeln ist nochmals abgebildet auf Bl. 8 am Anfang im Text. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Mit blattgr. Exlibris der Sammlung Arnaud de Vitry. – Siehe Abbildung.

– HIESER, J., Das Gemeinnützliche der Projektionszeichnung. Wien, Überreuter, 1846. Mit 19 gefalt. lithogr. Tafeln. 46 S. Mod. Hldr. (etw. berieben). (19) 120,-

Rare first edition. – Missing probably plates 6 (to p. 39), 18 (to p. 77) and 23/24 (to p. 90). – A little browned, hardly soiled. – With leaf-size exlibris of the Arnaud de Vitry collection. – Contemporary calf with spine label, gilt back, gilt stamped double fillets and armorial bookplate (of the author) on sides (rebacked and edges renewed, a little scratched and scuffed). – See illustration.

Erste Ausgabe. – Vgl. ÖBL II, 314. – Die Tafeln num. I-XVIII und XII a. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Wappeneinband 953

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– G(AULTIER) D(E) M(AIGNANNES), R., Invention nouvelle et briéve pour reduire en perspective, par le moien du quatré, toutes sortes de plans, & corps, comme edifices, meubles, &c. La Flêche, Griveau, 1648. Fol. Mit Titelvign., 3 Textvign., 34 Textkupfern und 17 (statt 19?; 12 gefalt.) Kupfertafeln. 10 Bl., 110 (recte 112) S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. doppelter Filete und Wappensupralibros (des Autors) auf den Deckeln (Rücken und Kanten erneuert, etw. beschabt und bestoßen). (19) 800,-

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– HURET, G., Nouveau traité d'architecture, d'optique, de portraiture et peinture en deux parties. Paris, (Cramoisy für) Guignard, 1681. Fol. Mit 2 gestoch. Frontisp., 8 Kupfertafeln, altkolor. Titelvign., 4 altkolor. Kopfleisten und 3 altkolor. Holzschnitt-Initialen. 7 Bl., 159 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 5.000,Titelauflage der Erstausgabe von 1670. – Vagnetti EIII.b.62. – Diese Ausgabe nicht in der Ornamentstichslg. Berlin, bei Cicognara, Goldsmith, Schlosser etc. – Es erschienen auch schon früher Titelauflagen, so 1674, 1678 und 1679, die wie unsere Auflage sehr selten sind, wir konnten nur 1 Exemplar im NUC in Chicago nachweisen. – Mit zahlr. kleinen Korrekturen im Text, die vermutlich vom Drucker gemacht wurden, da Huret bereits 1670 gestorben war. – „Grégoire


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Kunstgeschichte

Nr. 957

Huret, in his work ... explored the concept of the anamorphic portrait on architectural elements such as walls and vaults“ (Tomás Garcia Salgado, Anamorphic Perspective & Illusory Architecture). – „In portraying the bodies of man and animals Huret grants the liberty to the painter to draw them without any perspectival distortion on the picture plane, just as the eyes see them in life. This is a plea for flexible response to 'natural vision' and 'judgement by eye' in portraying complex forms and scenes, and represents a probably unwitting articulation of the standpoint we have previously inferred in the case of Rubens and Velázquez. Not surprisingly he criticised Cousin, Barbaro, Marolois and Desargues for taking mathematical perspective beyond its visual limits“ (Kemp, The Science of Art, 125). – Vorderer Innendeckel mit teilw. rasiertem Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. schwach wasserrandig. – Siehe Abbildung.

as an authority on perspective, and to use Leonardo's newly published 'Treatise on Painting' to undermine Bosses doctrinaire instance on geometrical devices“ (Kemp). – Etw. gebräunt und fleckig, vereinzelt kleine Randschäden. – Siehe Abbildung. Very rare and probably sole edition. – Some browning and soiling, occasionally small tears in margin. – Modern half vellum. – See illustration.

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Rossetti 7148/V (31 Tafeln). Borroni 10653 (28 Tafeln). Il Gran Teatro delle Fabbriche 51. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 2611/3. Nagler X, 487. Kissner Coll. 307. – Sammlung von Rissen und Schnitten durch Tempel und Grabmäler der römischen Antike, teils in sehr freier Rekonstruktion. Die Bedeutung dieser Architekturphantasien liegt vor allem in ihrem Einfluß auf die Baukunst des Hochund Spätbarock, von Borromini bis Fischer von Erlach. Giovanni Battista Montano (1534-1621) wirkte als Architekt, Zeichner und Stecher in Rom. – Titel und einige Bl. mit hinterlegten Ecken; etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Re-issue of the 1670 first edition. – Inner front cover with partly erased exlibris. Slightly browned, hardly soiled, here and there with light waterstains. – Contemporary limp vellum (some soiling, rubbing and scuffing). – See illustration.

Zur Gänze gestochen 955

– (LE BICHEUR, J. DE), Traicté de perspective, faict par un peintre de l'Academie Royale. Paris, Jollain, (1660). Fol. Mit 30 (27 ganzseit.) Textkupfern. 70 S. bzw. num. Bl. (alles gestochen). Mod. Hpgt. (19) 4.500,Sehr seltene, wohl einzige Ausgabe. – Vagnetti EIIIb50. Kemp, The Science of Art, 120 ff. – Nicht im NUC, bei Goldsmith, Cicognara, in der Berliner Ornamentstichslg. und in allen einschlägigen Sammlungen. – In Frankreich nur 3 Exemplare in der BN Paris und ein Exemplar in der Bibl. d'Art et d'Archéologie, Paris. – „Le Brun had begun to insinuate his own man, Jacques Le Bicheur, into Academy

– MONTANO, G. B., Raccolta de' tempij, et sepolcri disegnati dall'antico. Rom, Ferrante, 1638. Fol. Gestoch. Titel und 25 (statt 31?) radierte Tafeln. Flex. Pp. d. Zt. (Rücken etw. eingerissen; fleckig und bestoßen). (145) 300,-

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– POST – SAMMELBAND – 4 Werke von Pieter Janszoon Post in erster Ausgabe. (Den Haag, Selbstvlg., 1654-64). Fol. Mod. flex. Pgt. (19) 3.000,I. De Sael van Orange. Ghebouwt by haere Hoocht. Amalie Princesse Dovariere van Orange. (1655). Mit gestoch. Titel und 11 (8 doppelblattgr.) Kupfertafeln. – Ornamentstichslg.


Kunstgeschichte

Nr. 959

Nr. 958 Berlin 2230/3 (nennt 12 num. Tafeln). Hollstein XI, 263 (unter Mathys mit 12 Tafeln). Millard III, 100 (nennt wohl irrtümlich 21 Tafeln). – Zeigt Pläne, Grundrisse, Aufrisse und Ansichten des Gebäudes.

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II. Swanenburch. Gemeenlants Huys van Rynlant. Gelegen tussen Haerlem ende Amsterdam. 1654. Mit 8 (7 doppelblattgr.) Kupfertafeln. – Ornamentstichslg. Berlin 2230/2 (8 num. Tafeln). Hollstein XI, 263 (unter Mathys). Millard III, 99. – Die Kupfer zeigen Pläne, Grundrisse, Gebäude etc.

Miscellany of 4 works by Pieter Janszoon Post in first edition. – All the plates before numbering. It is therefore possible that they are in the first printing state. – Minor browning and soiling, a fresh copy, engravings in good and strong impressions. – Modern limp vellum. – See illustration.

– RONDELET, J.-(B.), Mémoire historique sur le dôme du Panthéon Français. Paris, Du Pont, 1797. 4°. Mit 10 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., 118 S. Etw. läd. Brosch. d. Zt. (19) 1.500,Erste Ausgabe. – Pollen 1767. – Vgl. Kruft 313: „Er ist einer der ersten, die sich systematisch mit der Anwendung von Eisen und der Statik von Eisenkonstruktionen auseinandersetzen, wozu er bereits durch seine Tätigkeit am Pariser Panthéon unter Soufflot angeregt worden war.“ – Titel mit durchschlagendem hs. Besitzvermerk von 1808. Einzelne hs. Marginalien; leicht gebräunt, wenig fleckig, Ränder tls. etw. angestaubt, Ecken mit Quetschfalten. – Siehe Abbildung.

III. Perspective Uytbeeldinge van Vreden-Burch, met hare omstaande Timmeragie, Hoven, Plantagie, etc. (Um 1657?). Mit 3 doppelblattgr. (1 gefalt.) Kupfertafeln. – Millard III, 101. – Hollstein XI, 264 (unter Mathys, nennt summarisch 7 Ansichten von Vredenburg. – Nicht in der Ornamentstichslg. Berlin. IV. Schoorsteen-Wercken. (1665). Mit gestoch. Titel und 22 (2 doppelblattgr.) Kupfertafeln. – Hollstein XI, 264. – Nicht in der Ornamentstichslg. Berlin und bei Millard. – Die Tafeln zeigen verschiedene Kamine. – I-IV: Vgl. Thieme-B. XXVII, 298. – Alle Tafeln vor der Numerierung. Es kann somit angenommen werden, daß sie im ersten Druckzustand vorliegen. – Gering gebräunt und fleckig, frisches Exemplar, die Kupfer in guten und kräftigen Abdrucken. – Siehe Abbildung.

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– SCAMOZZI, V., Oeuvres d'architecture, traduites en François par M. Augustin Charles d'Aviler et par M. Samuel Du Ry. Den Haag, de Hondt, 1736. Fol. Mit gestoch. Kopfvign., gestoch. Initiale, 44 (3 doppelblattgr., 41 ganzseit.) Textholzschnitten, 40 (37 ganzseit.) Textkupfern und 24 (3 doppelblattgr., davon 2 gefalt.) Kupfertafeln. 8 Bl., 276 (recte 278) S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen, teilw. restauriert). (19) 1.000,-


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Nr. 961

Nr. 962

Cicognara 655. Ornamentstichslg. Berlin 2608. Fowler 302 (Kollation geringfügig abweichend): „This edition is divided into 8 books with illustrations for the most part from the same plates as those of the 1658 (1661) Amsterdam edition.“ – Die Illustrationen zeigen Tempel, Paläste, Ehrensäulen, Triumphbögen, Portale, Säulenordnungen, Mauerverbände etc. – Vortitel etw. gebräunt, Titel leicht fingerfl., mit Stempel und verso mit Besitzvermerk von 1829. Sonst nur leicht gebräunt, wenig fleckig und vereinzelt schwach wasserrandig. – Siehe Abbildung.

– Behandelt das Theater und seine Geschichte, die verschiedenen Gattungen von Theaterstücken einschließlich des Musiktheaters, Bühnenbilder und Theaterbauten. Am Ende die „Idea d'un nuovo teatro“, dazu auch die Tafeln mit Rissen und Schnitten eines Idealtheaters im klassizistischen Stil, wohl nach Ideen des Autors (1725-1798), der Architekt und Architekturkritiker war. – Vorsätze stärker gebräunt und tintenfl., Tafeln tls. im Rand restauriert und stellenw. leicht stockfl., Text tls. stärker fleckig. – Siehe Abbildung Seite 193.

Half title a little browned, title with light fingermarks, with stamp and verso with ownership entry of 1829. Otherwise only a little browned, hardly soiled and occasionally with light waterstains. – Contemporary calf with spine label and gilt back (some scratching and scuffing, partly restored). – See illustration.

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– THEATER – (MILIZIA, F.), Del teatro. Venedig, Pasquali, 1773. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 6 gefalt. Kupfertafeln. VIII, 100 S. Pgt. d. Zt. mit 2 Rsch. (fleckig, gebräunt, berieben und bestoßen). (139) 600,Melzi III, 129, Anm. Cicognara 764. Fowler 196. Ornamentstichslg. Berlin 2793. –Die erste Ausgabe war 1772 unter dem Titel „Sul teatro“ in Rom erschienen, wurde jedoch wenige Wochen nach Erscheinen konfisziert („Le cause di questo fatto sono note in Roma“, Vorwort). Es folgten mehrere Drucke in Venedig, von denen der vorliegende der erste ist. Eine Ausgabe von 1789 sollte den zweiten Teil der Reihe „I capi d'opera del teatro antico e moderno“ bilden, die jedoch nicht fortgeführt worden ist.

961

– VITRUVIUS POLLIO, M., L'architettura tradotta e comentata dal marchese Berardo Galiani. Ed. seconda. Siena, Bindi, 1790. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign. und 25 Kupfertafeln. 1 Bl., XX, 272 S., 25 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (stark beschabt und bestoßen). (132) 2.000,Fowler 427. Ebhardt 80. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 1820. Cicognara 733 (erste Ausgabe dieser Übersetzung, Neapel 1758). – Die zweite Ausgabe der Vitruvübertragung mit Kommentar durch den Marchese Galiani (1724-1774), der Mitglied der römischen Akademie gewesen ist. – Die letzten 25 Blätter mit den Erklärungen zu den Kupfern jeweils mit dem entsprechenden Kupfer zu ausfaltbaren Tafeln montiert. – Vorsatz mit altem Besitzvermerk, Titel mit Blindstempel; leicht gebräunt, stellenw. wenig fleckig. – Siehe Abbildung. The second edition of the Vitruv translation with comments by Marchese Galiani (1724-1774) who was a member of the Roman Academy. – The last 25 leaves with explanations to the copperplates each mounted with the corresponding


Kunstgeschichte

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engraving to plates which can be unfolded. – Endpaper with old ownership entry, title with blind stamp; slightly browned, here and there a little soiled. – Contemporary half calf with gilt back (heavily scratched and scuffed). – See illustration.

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BAYTAZ, N., Abbreviations des plus difficiles operations de perspective pratique. Soulagement tres-grand aux curieux de cet art; principalement aux vrais peintres, qui operent avec connoissance de raison. Annecy, Leyat, 1644. Mit 32 ausfaltbaren Kupfertafeln. S. (3)-141. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 8.000,Seltene erste und wohl einzige Ausgabe. – Hoefer IV, 881. Laroche (Annecy) in BBA CLIII (1996), 8 (kennt nur 31 Tafeln). Pondra, Histoire de la Perspective (1864), S. 323-331. – Nicht bei Goldsmith, Fowler, Destailleur, in der Ornamentstichslg. Berlin, im STC und NUC. Der COPAC kennt nur ein Exemplar in Cambridge. – „Un ouvrage intéressant sur la perspective ... il traite comme on le voit de tous les cas difficiles de la perspective, et donne plusieurs méthodes de son invention dont quelques-unes sont intéressantes ... Cet ouvrage serait encore consulté avec fruit de nos jours“ (Pondra). – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Scarce first and probably sole edition. – Some browning, minor soiling. – Contemporary calf with spine label and gilt back (somewhat rubbed and scuffed). – See illustration.

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Nr. 966 Erste Ausgabe. – Rümann 2563. Dussler 260, I. Winkler 831, 13 und 14. Weber I, 31: „Im Jahre 1807 wurde Johann Nepomuk Strixner (1782 bis 1855) beauftragt, Dürers Randzeichnungen zu dem Gebetbuch des Kaisers Maximilian I. nachzuzeichnen und zu lithographieren. Unter Aufsicht und Mitarbeit von Senefelder wurden 1808 insgesamt 43 der berühmten Illustrationen erstmals in der Geschichte der Kunst nachgedruckt. Damit wurden die Meisterzeichnungen Dürers eigentlich erst wieder bekannt. Mit einem Schlag offenbarte die neue graphische Technik ihr Vermögen.“ – In seiner berühmten Rezension des Werkes vom 10. März 1808 kommt Goethe zu dem Schluß: „Ich wünschte nicht gestorben zu sein, ohne sie (die Nachbildungen) gesehen zu haben.“ – Exemplar im ersten Druckzustand auf kräftigem Velin in variierendem Rot, Grün, Braun und Dunkelviolett. – Gering gebräunt, tls. etw. fleckig. – DAZU: I. DERS., Albrecht Dürers Randzeichnungen aus dem Gebetbuche des Kaisers Maximilian I. München 1850. Mit lithogr. Portr. und 45 chromolithogr. Tafeln. – II. DERS., Vignettes d'Albert Durer ou Imitation figurée des dessins dont ce grand maitre orna le livre de prières de l'Empereur Maximilien I. Ebda. 1850. Mit lithogr. Portr. und 45 chromolithogr. Tafeln.

CONTI – REMY, P., Catalogue d'une riche collection de tableaux des maîtres les plus célebres des trois ecoles; dessins ... bronzes, marbres, terre cuite ... qui composent le cabinet de feu ... le Prince de Conti. Paris, (Didot für) Muzier und Remy, 1777. Mit gestoch. Titel. 1 Bl., II, VIII, 417 S. Mod. Ldr. (19) 800,Cicognara 4468. – Auktionskatalog einer der bedeutendsten Kunstsammlungen im 18. Jahrhundert. – Mit den Preisen und bei den Gemälden meist auch mit den Käufern in zeitgenössischer Handschrift. – Mit den S. 335/336, die durch die S. 337/338 ersetzt wurden und in den meisten Exemplaren fehlen. – Etw. gebräunt und fleckig, teilw. unbeschnitten, S. 149/150 und 393/394 mit größerem Rand- bzw. Eckausriß.

Berühmte Inkunabel der Lithographie 964

DÜRER – (STRIXNER, J. N.), Albrecht Dürers Christlich-Mythologische Handzeichnungen. (München, Senefelder, 1808). Fol. Mit lithogr. Portr., lithogr. illustr. Titel, lithogr. „Vorrede“, typographischem „Verzeichniß“ und 43 lithogr. Tafeln in verschied. Farben von J. N. Strixner nach A. Dürer. Hldr. d. Zt. mit Vg. (etw. beschabt, leicht bestoßen). (2) 500,-

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FORESI, A., Tour de Babel ou objets d'art faux pris pour vrais et vice versa. Paris und Florenz, Lauriel und Bettini, 1868. XI, 118 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (Kapitale eingerissen, etw. bestoßen und mit Wasserschaden). (36) 150,Die Enthüllungen des italienischen Kunstsammlers Alessandro Foresi über Fälscher und Fälschungen. Mit einem ausführlichen Beitrag über den Meisterfälscher Giovanni Bastianini. – Wasserrandig und etw. fleckig.


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Kunstgeschichte

Sinkankas 2472. Kockel-G., Daktyliotheken (Kat. 2006), S. 111 und 112. Vinet 1609. Brunet II, 1671. – Vgl. Cicognara 2871. – Werk über Siegelringe, Gemmen und geschnittene Steine der alten Griechen und Römer. Stark erweiterte Ausgabe, die erste in der Bearbeitung von Gronovius. – Abraham Gorlaeus (van Goorle), geb. 1549 in Antwerpen, lebte und starb in Delft 1609. – „Son mérit est d'être le premier (ouvrage) dans lequel on trouve réunies un grand nombre de pierres gravées, et par là d'avoir fixé l'attention des savants sur une branche importante de l'antiquité figurée. A partir de ce moment, les publications de ce genre se suivent presque sans interruption“ (Vinet). „This edition by Gronov is remarkable for being one of the earliest books to incorporate Marbod's famous poem on gemstones“ (Sinkankas). – Die 8 Zeilen unter Gorlaeus' Porträt stammen von Hugo Grotius. – Vermutlich fehlen zwei Zwischentitel. – Fliegender Vorsatz mit Vermerk und kleinem Ausschnitt am oberen Rand, Titel mit Eckabriß (ohne Textverlust), gefalt. Portr. mit geringem Einriß, Seitenränder wenig gebräunt, etw. fleckig. – Mod. Exlibris.

GALERIEWERKE – COLLECTION OF ENGRAVINGS, from Paintings and Drawings by the Most Celebrated Masters, A. Bd. I (von 2). London, Gilling, o. J. (um 1807). Fol. Mit 78 Kupfertafeln. 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. (stärker beschabt und berieben). (55) 900,Die Tafeln in verschiedenen Techniken (Schabkunst, Punktiermanier und Weichgrundradierung u. a.) zeigen Gemälde von Van Dyck, Murillo, Rembrandt u. a. – Tls. etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

967

– OTTLEY, W. Y., UND P. W. TOMKINS, Engravings of the Most Noble The Marquis of Stafford's Collection of Pictures, in London. 4 Tle. in 2 Bdn. London, Longman etc., 1818. Fol. Mit 138 Kupfertafeln mit tls. mehreren Abb. Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. (etw. beschabt, stärker bestoßen). (55) 200,Erste Ausgabe. – Hunnisett 163. Brunet IV, 254. – Die ersten beiden Teile umfassen die italienische Kunst, ferner 13 Tafeln mit den Plänen der Galerie. Der dritte Teil beinhaltet die deutsche und die niederländische Malerei, die spanische, französische und englische Malerei werden im vierten Teil behandelt. – Etw. gebräunt und fleckig.

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Seltene einzige Ausgabe. – Brunet III, 1714. Borroni 1607. Murray III, 151. Ebert 14028: „Der 2e Theil ist fertig, aber noch nicht ausgegeben.“ MNE II, 38. – Verzeichnis der Gemmensammlung des Zarenhauses in St. Petersburg mit Abbildungen und Erklärungen der Werke. Diese Sammlung hatte der Verfasser zusammengetragen und für 49000 Rubel an Katharina die Große verkauft. Ein zweiter Band mit den Tafeln 127-243 wird als Manuskript (Druckvorlage) in der Pariser Bibliothèque Nationale aufbewahrt. Ein in unserer Auktion 35 versteigertes Manuskript enthielt die wohl vollständige Folge der Kupferstiche, die bereits zur Publikation beider Bände angefertigt worden war. – Innengelenke gebrochen, gestoch. Titel mit kleinen Randläsuren, letzte Bl. mit je einem hinterlegten Einriß; breite Ränder etw. fingerfleckig. – Zwei Exlibris. – Siehe Abbildung.

– ROSASPINA, F., La Pinacoteca della Pontificia Accademia delle Belle Arti in Bologna. Bologna, Selbstvlg., 1830. Fol. Mit 72 Kupfertafeln. 69 nn. Bl. Hldr. d. Zt. (stark berieben und bestoßen). (55) 1.000,Erste Ausgabe. – Pollen 1769. – Prächtige Kupferstiche nach Gemälden bekannter italienischer Renaissance-Künstler. – Unbeschnitten, leicht gebräunt, etw. fleckig.

969

GEMMEN – CUPER, G., Apotheosis vel consecratio Homeri. Sive lapis antiquissimus in quo poetarum principis Homeri consecratio sculpta est. Amsterdam, Boom, 1683. 4°. Mit 9 (2 gefalt.) Kupfertafeln und 30 Textkupfern. 8 Bl., 324 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (untere Ecke des Hinterdeckels defekt, stark angestaubt). (171) 400,-

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Erste Ausgabe. – Ebert 5514. Cicognara 2668: „Le tavole numerose di monumenti e medaglie sono sparse per l'opera fra il testo. È da osservarsi che non manchi in principio la bellissima Tavola grande dell'Apoteosi intagliata dal Gallestruzzi.“ – Das Faltkupfer mit alt hinterlegten Rissen in den Falzen. Einige Lagen etw. gebräunt, wenige Blätter alt angerändert, etw. fleckig.

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– GORLAEUS, A., Dactyliothecae seu annulorum sigillarium quorum apud priscos tam Graecos quam Romanos usus. Ex ferro, aere, argento & auro promptuarii. Cum explicationibus Jacobi Gronovii. Leiden, P. van der Aa, 1695. 4°. Mit 2 gestoch. Titelvign., 2 gestoch. Titeln, 2 (1 gefalt.) gestoch. Portrs. und 282 Kupfertafeln. 9 (statt 11?) Bl., 28 S., 9 Bl., S. (3)-16, (3)-64, 32 S. Pgt. d. Zt. (Rücken mit kleinen Einrissen und Loch, fleckig und bestoßen). (112) 800,-

– MILIOTTI, A., Description d'une collection de pierres gravées qui se trouvent au Cabinet Imperial de St. Petersbourg. Bd. I (alles Erschienene). Wien, Camesina, 1803. Gr.-Fol. Mit gestoch. Titel und 126 Textkupfern. 3 nn., 126 num., einseitig bedruckte Bl. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (166) 800,-

GERHARD, E., Etruskische Spiegel. 17 Hefte der Reihe. Berlin, Reimer, 1861-68. Gr.-4°. Mit zahlr. Tafeln in verschied. Techniken. Orig.Brosch. (Gebrauchsspuren). (83) 200,Graesse III, 57. Borroni 12242. Vinet 1687. Stark 284 und 367. – Das Monumentalwerk enthält „fast erdrückend reiches Material“ (Stark) und bildet „une galerie mythologique du plus haut intérêt“ (Vinet). – Altersspuren. – Genaue Text-und Tafelkollation auf Anfrage. – Ohne Rückgaberecht.

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HAGEN – VERZEICHNISS von Hagenischer Gemähld-Sammlung, der besten und berühmtesten Teutschen, Niederländisch, Italiänisch und Französischen Meister, welche die zur v. Hagenischen Verlassenschaft niedergesezte Raths-Commißion zu Nürnberg, entweder an einen Liebhaber in Ganzen, oder durch öffentliche Versteigerung an die Meistbietenden überlassen wird. Nürnberg, Six, 1785. X, 42 S. Mod. Pp. (19) 350,-


Kunstgeschichte

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Nr. 971

Nr. 979

Die Gemäldesammlung des Justus Jakob von Hagen, Hofkammerrat und des fränkischen Kreises Kassierer, umfaßte 869 Gemälde und wurde mit 18000 rheinischen Gulden eingeschätzt. Ein Gesamtbieter konnte nicht gefunden werden, so daß sie 1785 im Rathaus zu Nürnberg versteigert wurde (vgl. Baader II/1, 76). – Etw. gebräunt, wenig fleckig, knapp beschnitten.

Thieme-B. XXII, 236. Kat. Augsburger Barock 622: „Verkleinerte und seitenverkehrte Auswahl aus dem graphischen Werk des Malers und Radierers Gerard de Lairesse (16411711). Es sind Illustrationen zu lateinischen Sentenzen, mythologische Szenen, Darstellungen von Legenden, biblische Motive und Allegorien.“ – Es fehlen die Tafeln Nr. 99 und 100. – Tafel 98 innen etw. eingerissen. Vorsätze mit hs. Notizen und 2 Stempeln. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

HAMERTON, PH. G., Etching and Etchers. London 1850. Mit 35 (6 doppelblattgr.) Radierungen. XXVI S., 1 Bl., 354 S., 1 Bl. OHldr. (Kapital beschäd.; beschabt und bestoßen). (110) 500,Erste Ausgabe. – Pollen 779. – Die Radierungen von Rembrandt, Callot, Potter, Ostade, Appian, Jongkind, Daubigny u. a. teils von originalen Platten. – Zum Verfasser, der sich neben seiner Tätigkeit als Kunstkritiker auch als Maler und Radierer betätigte, vgl. Thieme-Becker XV, 550. – Innengelenke gebrochen, eine Tafel lose; etw. gebräunt und fleckig.

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LAIRESSE, G. DE, Auserlösenes Schönes Werck. Augsburg, J. U. Krauß, o. J. (ca. 1720). Qu.-4°. Mit gestoch. Titel und 98 (statt 100) Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (95) 250,-

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LASPEE, A. DE, Grundregeln der Malerischen Perspektive und die Anwendung derselben. Wiesbaden 1883. Mit 15 gefalt. (1 getönten) lithogr. Tafeln. V S., 1 Bl., 43 S. Mod. Hldr. mit eingeb. Vorderdeckel des Orig.-Umschl. (angestaubt). (19) 150,Erste Ausgabe. – Eine Tafel im Falz etw. eingerissen. Gering gebräunt und fleckig. Mit blattgr. Exlibris von Arnaud de Vitry. – DAZU: II. GENNERICH, O., Lehrbuch der Perspektive für bildende Künstler. Leipzig 1865. – Pollen 651. – Ohne den Atlasband. – III. HUMMEL, J. E., Die Freie Perspektive erläutert durch praktische Aufgaben und Beispiele, hauptsächlich für Maler und Architekten. 2 Bde. Berlin 1824-25. – Pollen 889. – Ohne den Atlasband.


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Kunstgeschichte

MENTEN – CATALOGUE d'une belle collection de tableaux et d'estampes, délaissée par feu le Sieur J. J. Menten. 2 Tle. in 1 Bd. Leuven, Urban, 1784. 26, 15 S. Mod. Pp. (19) 100,-

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Auktionskatalog, verzeichnet u. a. 182 Gemälde und 308 Graphiken. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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PHILIPS, J. C., Ausführlicher Unterricht in der Perspective. Text- und Tafelbd. in 2 Bdn. Wien, Degen, 1803. Mit gestoch. Titel und 60 Kupfertafeln. 2 Bl., IV S., 1 Bl., XII, 140 S. Stark läd. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (19) 200,-

Erste Ausgaben. – I. Goed. IV/1, 301, 12 und 13. Rümann 1276. Carter-M. 210: „Es war in der Tat das erste Werk in deutscher Sprache, das weltweite Zustimmung fand. Winckelmann wies hier zum ersten Mal auf die Wichtigkeit der griechischen Vorbilder für die moderne Welt hin, und mit seiner einzigartigen Kenntnis der noch vorhandenen Beispiele klassischer Kunst, erweitert durch umfassendes und zielsicheres Studium, war seine Autorität unbestritten.“ – Die Bandbezeichnung von Bd. I der „Geschichte“ ergänzt; erste und letzte Blätter angefalzt, tls. wasserrandig, gebräunt und fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

Vgl. Bierens de Haan 3760. Ornamentstichslg. Berlin 4740. Wurzbach II, 326. – Die niederländische Erstausgabe war bereits 1765 in Amsterdam herausgekommen, die erste deutsche Ausgabe ebenda 1767. – Vorsätze mit hs. Anmerkungen, Titel mit hs. Besitzvermerk; gebräunt und tls. stark fleckig.

Inkunabel der Restitutionsansprüche 979

STATUES, bustes, bas-reliefs, bronzes, et autres antiquites, peintures, dessins, et objet curieux, conquis par la Grande Armée, dans les années 1806 et 1807. Paris, Dubray, 1807. 1 Bl., II, 109 S. Umschlag d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (2) 800,Nicht bei Monglond. – Seltenes Kuriosum. – Katalog von 710 Kunstgegenständen, die in den Jahren 1806 und 1807 von der französischen Armee nach dem Sieg über Preußen als Beute mitgeführt und am 14. Oktober 1807, dem Jahrestag des französischen Sieges bei Jena und Auerstedt, ausgestellt wurden. – Leicht knittrig. – Siehe Abbildung.

982

(WINCKELMANN, J. J.), Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst. 2. verm. Aufl. 3 Tle. in 1 Bd. Dresden und Leipzig, Walther, 1756. 4°. Mit 4 gestoch. Vign. Ldr. d. Zt. (Rücken brüchig, stärker berieben, etw. bestoßen). (41) 300,Goed. IV/1, 301, 1. Ruppert 12. Kippenberg 5773. – Die Erstausgabe von Winckelmanns Erstlingswerk erschien 1755 in nur 50 Exemplaren, die vorliegende zweite Ausgabe wurde um die zwei Erstveröffentlichungen „Sendschreiben“ und „Erläuterungen“ mit jeweils eigenem Titelblatt erweitert. – NACHGEB.: DERS., Sendschreiben von den Herculanischen Entdeckungen. Dresden 1762. Mit 2 gestoch. Vign. – DERS., Nachrichten von den neuesten Herculanischen Entdeckungen. Dresden 1764. – DERS., Abhandlung von der Fähigkeit der Empfindung des Schönen in der Kunst. Dresden 1763. Mit 2 gestoch. Vign. – DERS., Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Alterthums. 2 Tle. Dresden 1767. Mit gestoch. Vign. – Vorsatz mit hs. Notizen, einige Lagen stärker gebräunt, leicht fleckig. – Exlibris Albert Louis Comte de Schulenburg.

– DASS. 2 in 1 Bd. Dresden, Walther, 1764. 4°. Mit 2 gestoch. Titelvign. und 22 gestoch. Textvign. LII, 431 S., 14 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (41) 300,Erste Ausgabe. – Titel mit hs. Vermerk, stellenw. stärker gebräunt, etw. fleckig, breitrandig. – Exlibris Hans Volkmann.

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ZEICHENSCHULE – Zusammenstellung von 52 Kupferstichen aus verschied. französischen Zeichenlehrwerken. 2 Bde. Frankreich, um 1800. Qu.-Fol. Hldr. d. Zt. (etw. gebräunt, beschabt und bestoßen). – Etw. fleckig und gebräunt, leichte Gebrauchsspuren. (81) 120,-

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SAMMLUNG – Ca. 15 Werke zur italienischen Kultur- und Kunstgeschichte, darunter mehrere Exemplare aus der Biblioteca Colonna in Rom. Um 1600-1850. Verschied. Einbände d. Zt. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (45) 500,-

Curious catalogue with 710 art-objects which were looted by the French army from Prussia in 1806 and 1807. – Contemporary wrappers. – See illustration.

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– Geschichte der Kunst des Alterthums. 2 in 1 Bd. Dresden, Walther, 1764. 4°. Mit 1 (statt 2) gestoch. Titelvign. und 21 gestoch. Textvign. S. (III)-LII, 312 S., S. (315)-431 S., 15 Bl. (ohne den Vortitel und den Titel von Bd. II). – II. NACHGEB.: (DERS., Anmerkungen über die Geschichte der Kunst des Alterthums). 2 Tle. (Ebda. 1767). 2 (statt 3) Bl., XVI S., 3 Bl., 84 S., 1 Bl., S. (85)-127, 6 Bl. (ohne den Titel von Bd. I). Mod. Pp. (1) 300,-

Darunter die „Mythologiae“ von Conti, Ausgabe Lyon 1612 (vgl. Goldsmith C 1435), die erste Ausgabe der „Pinacotheca“ von Silos, erschienen in Rom 1673 (Cicognara 3885, Schlosser 480), Mazzuchellis Aretino-Biographie (erste Ausgabe, Padua 1741 – Parenti 344), Buonafedes „Ritratti poetici storici e critici“ in der zweiten Ausgabe, Venedig 1760, Lanzis berühmte „Storia pittorica della Italia“ in der erweiterten zweiten Ausgabe (Bassano 1795-96 – Cicognara 39), weiterhin die „Éléments de l'art de la teinture“, Paris 1804, „the first modern book on dyeing and the first general theory of its principles“ (Duveen 74 zur EA 1791), und einiges mehr. – Mäßige Gebrauchsspuren.


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Literatur und illustrierte Bücher

Nr. 1259

Barock- und Emblembücher 985

ABRAHAM A SANCTA CLARA, Abrahamische Lauber-Hütt. Ein Tisch mit Speisen in der Mitt. Bd. I (von 3) in 1 Bd. Wien und Nürnberg, Lehmann, 1723. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 473 S., 14 Bl. Ldr. d. Zt. mit spät. Rsch. (Kopf mit Fehlstelle, beschabt und bestoßen). (161) 120,-

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Dünnhaupt 17.1: „Entgegen Bertsche [16.5] handelt es sich hier um den tatsächlichen Erstdruck. Frühester von 3 Drucken mit 169 S. Umfang. Unterscheidungsmerkmal: S. 141 beginnt mit dem Wort 'Christo'.“ – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – DAZU: DERS., Soldaten-Glory. Salzburg, Haan, 1688. 4°. 1 Bl., 27 S. Interims-Brosch. – Dünnhaupt 4.7. – Separatum aus Abrahams „Reimb dich“.

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Dünnhaupt 55.I.2.: „Beliebte Sammlung von Abrahams Schriften, kompiliert und erweitert von seinem Amtsnachfolger in Taxa sowie dem Herausgeber Johann Valentin Neiner.“ – Vorsatz gestempelt, die S. 219-222, 243-246 und 313-318 in sich verbunden; fleckig und tls. etw. gebräunt.

986

– Auff, auff Ihr Christen! Das ist: Ein bewegliche Anfrischung, Der Christlichen Waffen Wider Den Türckischen Bluet-Egel. Wien, Gehlen, 1683. 7 Bl., 169 S. Läd. Pp. d. Zt. (62) 200,-

– Grammatica religiosa. Salzburg, Haan, 1691. 4°. Mit gestoch. Titel. 7 Bl., 528 S., 8 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (beschabt, fleckig). (78) 200,Erster Druck der Originalausgabe. – Goed. III, 240, 19. Bertsche 26 a, 1 (falsche Kollation). Dünnhaupt 25.I.1 (irrtümlich mit Kollation des zweiten Druckes): „Katholische Tugendlehre. – A's einziges größeres Werk in lat. Sprache, doch nicht weniger originell als seine dt. Schriften.“ – Gebräunt, fleckig, Titel mit hs. Besitzeintrag und Stempel.

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– Grammatica religiosa. Salzburg, Haan, 1699. 4°. Mit gestoch. Titel. 7 Bl., 500 S., 9 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (beschabt, fleckig). (151) 150,-


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Nr. 991

Nr. 993

Goed. III, 240, 19. Bertsche 26 a, 2. Dünnhaupt 25.I.2. – Zweite Ausgabe. – Anfangs wasserrandig; gebräunt und fleckig.

Einzige Ausgabe. – STC 10. Jöcher-A. I, 396. – Gedicht über das Leben Davids, Königs von Israel, in italienischen Stanzen, verfaßt von Giovanni Albano (1627-1710), einem Bergamasker Grafen. – Titel seitlich schmal hinterlegt, durchgehender brauner Feuchtigkeitsfleck am Fußsteg, gebräunt, letzte Lage und hinterer Vorsatz mit Wurmspuren.

AESOPUS, Der wahre und erneuerte Esopus: Das ist: Das gantze Leben und Fabeln Esopi, so ihm pflegen zugeeignet werden. Alles klärlich und nützlich zusammen getragen, und anitzo an vielen Orten verbessert. Zuvor niemals also gedruckt. (Übers. von H. Steinhöwel). O. O., Dr. und J. (Hamburg? gegen 1700?). Mit Titelholzschnitt und 113 Textholzschnitten von Virgil Solis. 238 (statt 240) S. Etw. läd. Pgt d. Zt. (6) 200,Vgl. Bodemann 44.5. Seebaß, N. F., 35. Maltzahn I, 1233. (alle mit Druckvariante im Titel: „so ihme pflegen“). – Verbreitete Äsop-Ausgabe mit den Holzschnitten des Virgil Solis, die zuerst in den 1560er Jahren publiziert worden sind. – Diese Druckvariante nicht im VD 17 (in vier abweichenden Varianten erfaßt). – Gebräunt und fleckig, einige Gebrauchsspuren.

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ALBANO, G., Davide rè. Poema eroico. Brescia, Rizzardi, 1691. 4. Mit gestoch. Frontisp. 4 Bl., 108 (recte 508) S., 1 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (bestoßen). (36) 200,-

991

ALLARD, M., La Gazzette Francoise. (Mit Anhang:) Ballet en langage Foresien, de trois bergers. 2 Bde. O. Dr. (Paris, P. Chevallier, 1604)-05. Mit gestoch. Titel und gestoch. Portr. 16 nn., 370 num., 6 nn. Bl.; 24 S. – Unterschiedliches grünes Maroquin vom Ende des 19. Jhdts. mit reicher Vergoldung, der Anhang sign. „Trautz-Bauzonnet“. (19) 2.500,Seltene erste Ausgabe. – Cioranescu 6970 und 6971. Escoffier 39. Techener, Bulletin du Bibliophile XI, 13-16. Loviot, Livres anciens I, 187-197. Brunet I, 186: „Ce livre, aussi peu commun que son auteur, contient l'histoire allégorique de la ville de Saint-Etienne, en Forez, lieu de naissance de Marcellin Allard, lequel peint à sa manière les faits, gestes et moeurs des habitants de ce pays-là, en ajoutant, sur la fin du volume, un morceau pour et contre la mariage et les femmes.“ – Der gestoch. Titel knapp bis zum Bildrand beschnitten, das Porträt kurzrandig. Leicht gebräunt, wenig fleckig, dekorativ gebunden. – Der Anhang mit Exlibris von La Roche Lacarelle. – Mit Beilage. – Siehe Abbildung.


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Rare first edition. – Engraved title closely trimmed up to plateline, portrait with short margin. Slightly browned, hardly soiled, decorative binding. – Appendix with exlibris of La Roche Lacarelle. – With enclosure. – Variable green morocco from the end of the 19th century, richly gilt, appendix signed „Trautz-Bauzonnet“. – See illustration.

992

ANDACHTSBÜCHER – GEISTLICHE SCHILD-WACHT, darinnen, der Mensch ihm für eine jegliche Stund, sowol des Tags als bey der Nacht einen besondern Patron aus den Heiligen Gottes auserwehlet. O. O. und Dr. 1705. 12°. Mit Titelholzschnitt auf dem Vortitel und 24 Textholzschnitten. 36 Bl. Mod. Hmaroquin. (19) 400,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Kleines katholisches Andachtsbuch, die groben Textholzschnitte (in der Art der Volksbücher) zeigen Porträts von Heiligen für jede Stunde des Tages. – Etw. gebräunt und fleckig.

Druck auf Seide 993

– MOREAU, P., Les sainctes prieres de l'ame Chrestienne, escrites & gravées après le naturel de la plume. Paris, Selbstvlg., 1631. Mit gestoch. Titel, gestoch. Widmung und 210 gestoch. Seiten (30 illustr.) in unterschiedlichen Bordüren. Zus. 106 Bl. Fischldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (wenig berieben und bestoßen). (19) 6.000,Erste Ausgabe. – Brunet III, 1896 Anm. Graesse IV, 605. – Vgl. für die Ausg. 1632: Goldsmith M 1395. Brunet, Suppl. I, 1117: „Première édition de ces jolies Heures.“ – Nicht bei Tchemerzine, Bonacini etc. – Vollständig auf Seide gedruckt und recto und verso auf kräftigem Papier aufgezogen. – Sehr schön gestochenes Gebetbuch in attraktiven „lettres financières“, einige Seiten mit zusätzlichen Blumenornamenten im Text, jede umgeben von reich figurierten Bordüren. Die ganzseit. Illustrationen zeigen religiöse Motive und Blumen sowie eine eindrucksvolle Folge der sieben Todsünden, die von Jacques Callot inspiriert sein mag. – „Selon Mr. Brunet ce P. Moreau est le même à qui l'on doit des poinçons et des matrices de caractères imitant l'écriture bâtarde et la ronde, et qui, ayant été nommé imprimeur du roi en 1642, publia depuis plusieurs ouvrages impr. avec ses nouvaux caractères“ (Graesse). – Bl. 2 mit hs. Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Vorsätze mit Vermerken von Vorbesitzern und Stempel. – So umfangreiche, ganz auf Seide abgezogene Bücher sind außerordentlich selten, viel seltener als Bücher auf Pergament. – Siehe Abbildung. First edition. – Completely printed on silk and recto and verso mounted on strong paper. – A beautifully engraved prayer book in attractive „lettres financières“, some pages with additional flower ornaments in the text framed by ornamental borders. The full page illustrations show religious motives and flowers and an impressive sequence of the seven deadly sins probably inspired from Jacques Callot. – Leaf 2 with ms. ownership entry. Slightly browned, hardly soiled. – Endpapers with notes of previous owners and stamp. – This kind of books printed completely on silk are extremely rare, much rarer than books on vellum. – Contemporary fish skin with three-sided gilt edge (minor rubbing and scuffing). – See illustration.

Nr. 994

994

– – DASS. Paris, Selbstvlg., 1632. Mit gestoch. Titel, gestoch. Widmung und 210 gestoch. Seiten (30 illustr.) in unterschiedlichen Bordüren. Zus. 106 Bl., 2 Bl. (mit typographischem Text). Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung im DentelleStil und dreiseit. Goldschnitt (etw. berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (19) 3.000,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Goldsmith M 1395. Brunet, Suppl. I, 1117: „Première édition de ces jolies Heures“. – Nicht bei Tchemerzine, Bonacini etc. – Einseitig gedruckt auf Papier und Seite für Seite an den Rückseiten zusammengeklebt (Verklebung teilw. gelöst). – Die letzten 2 Bl. in Typographie mit einer Vorrede an den Leser, Approbation und Druckprivileg (dat. 13. Februar 1631) sind den meisten Exemplaren nicht beigegeben. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. Second issue of first edition. – Printed on one side on paper and page for page on verso glued together (partly unstuck). – The last 2 leaves in typography with foreword to the reader and imprimatur (dated 13th February 1631) are missing in most of the copies. – Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary morocco with rich lace-like gold tooling and three-sided gilt edge (some rubbing and scuffing, clasps missing). – See illustration.


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ANDREINI, F., Le bravure del capitano Spavento, divise in molti ragionamenti in forma di dialogo. Venedig, Somasco, 1615. 4°. Mit gestoch. Portr. im Text. 6 nn., 148 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (stark fleckig, etw. bestoßen). (19) 1.200,Vgl. Enciclopedia dello Spettacolo I, 554. Allacci 656. Clubb 67. STC 31-32 (Ausg. 1609 und 1624). Hardt 399 (EA 1607). – Berühmtes Commedia-dell'arte-Stück, eine sogenannte Stegreifkomödie, die im 17. Jahrhundert äußerst beliebt war. Francesco Andreini (ca. 1548-1624) entwickelte den Typus des „Capitano Spavento“, übernahm meist selbst die Rolle des Maulhelden und Aufschneiders und war Leiter der damals wichtigsten Stegreiftheatergruppe, der Compagnia dei Comici Gelosi (Vgl. Wiese-P. 435). – Bl. 5 und 44 mit Eckausriß (leichter Buchstabenverlust), hinterer Vorsatz mit hs. Vermerk, leicht wasserrandig, gebräunt und fleckig. – NACHGEB.: DERS., Nuova aggiunta alle bravure del capitano Spavento. Ebda. 1614. 30 num. Bl. – Die Bl. 27 und 28 in die Vorstücke der „Bravure“ verbunden. Famous Commedia-dell'arte piece, a so-called improvised comedy which was extremely popular in the 17th century. – Leaves 5 and 44 with tear-out at corner (minor loss of letters), rear endpaper with ms. note, light waterstains, browning and soiling. – Contemporary limp vellum (heavily soiled, a little scuffed).

996

AUGUSTINUS, (A.), Ethica christiana in amore Dei fundata. Ex Augustini operibus excerpta, studio I. Malgoirés. Rom, Mancini, 1672. 4°. Mit ganzseit. Wappenholzschnitt. 16 Bl., 260 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (stärker fleckig, bestoßen, Vorderkante etw. eingerissen, Bindebänder fragmentarisch). (124) 200,Einzige Ausgabe. – Nicht im STC. – Seltene Blütenlese aus den Werken des Kirchenvaters durch den französischen Zisterzienser Jean Malgoirés. Gewidmet dem Kardinal Giovanni Bona (1609-1674) mit dessen Wappen in Rot und Schwarz auf Bl. 3v. – Gebräunt, wasserrandig, untere Ecke von S. 123/24 alt angerändert (etw. Textverlust), erstes Drittel mit feiner Wurmspur im Bundsteg.

997

BALDE, H., Christliche Warheiten, recht zu leben, und wol zu sterben. Ingolstadt, A. de la Haye, 1715. 12°. 6 Bl., 530 (recte 528) S., 6 Bl. (letztes weiß). Leicht läd. Pgt. d. Zt. (112) 150,Erste deutsche Ausgabe. – De Backer-S. I, 814, 2. – Titel mit Besitzvermerk, leicht gebräunt und fleckig. – Beigebunden ist die „Geistliche Krancken-Practica“ des Gelasio di Cilia (Regensburg 1696).

998

BALDE, J., Opera poetica omnia. 8 Bde. München, Straub, 1729. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Riemenschließen (gering fleckig, Ösen tls. oxydiert, tls. fehlend). (78) 600,Goed. III, 195, 2. De Backer-S. I, 824, 28: „Cette édition est la seule complète.“ Dünnhaupt 3: „Vollständigste Ausgabe.“ – Bisher letzte Gesamtausgabe des „deutschen Horaz“ und bayrischen Hofhistoriographen Jacob Balde (1604-1668). – Nur vereinzelt etw. braunfleckig.

999

– Templum honoris apertum virtute Ferdinandi III Austriaci Regis Romanorum. (Editio quarta). Köln, Friessem, 1651. 80 S. Spät. Ldr. (Kapitale leicht läd., berieben, etw. bestoßen, mit wenigen Wurmspuren). (19) 800,VD 17 14:018092U (kennt den Verfasser nicht). Dünnhaupt 4.4: „Panegyrische Dichtung zur Krönung Ferdinands III.“ – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, gegen Ende wasserrandig. NACHGEB.: II. (SINOLD VON SCHÜTZ, J.), Pictura loquens. O. O. und Dr. 1632. 36 S. – Erste Ausgabe. – Nicht im VD 17. – Vgl. Jantz 2283 (Ausg. 1633): „Poems on the persons & peoples involved in the Thirty Years War. Includes poems on the King of Bohemia, Richelieu, Emperor Leopold, Tilly, Wallenstein.“ – Leicht gebräunt, tls. etw. wasserrandig. ZWISCHENGEB.: III. WITHE, R., Aelia Laelia Crispis epitaphium antiquum quod in agro Bononiensi adhuc videtur, a diversis hactenus interpretatum variè. Dordrecht, Berewout, 1618. Mit gefalt. Schrifttafel. 5 Bl., 83 S. – Auslegung von Inschriften, die man in Bologna gefunden hatte. IV. (RAPIN, R.), Observationes in poëmata Homeri et Virgilii. E Gallico Latine redditae. (Übers. von Broukhusius). Utrecht, Halma, 1684. 128 S. – De Backer-S. VI, 1448 (zit. diesen Druck nach den „Acta eruditorum“). – Beigeb.: „Epigrammata“. Fragment. S. (225-252). – Exlibris Nordkirchen.

1000 BARONIUS – BARNABEUS, H., Purpura sancta seu vita Caesaris Baronii, cui accedunt elogia, opera G. Fritz. Wien, Wolrab, 1718. Mit gestoch. Frontisp. 9 Bl., 274 S., 13 Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit reicher Blindpr. (ohne die Schließbänder, Vergoldung oxydiert, etw. beschabt und bestoßen). (8) 200,Wetzer-W. I, 2042. – Die erste Ausgabe dieser Lebensbeschreibung war, ohne die Erweiterung von Fritz, bereits 1651 erschienen. – Vorsätze leimschattig; Titel mit zahlr. hs. Anmerkungen; stärker gebräunt und stark fleckig. – Dekorativ gebunden.

1001 BARTH, C. (VON), Opuscula varia. Nunc primum edita. – Amabilium libri IV. Anacreonte modimperante decantati. (2 Werke in 1 Bd.). Hanau, de Villiers, 1612. Mit wdh. Druckermarke auf den Titeln. 242 (recte 342) S., 1 Bl., 148 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 800,Erste Ausgaben. – I. STC B 241. Hoffmeister 141. Dünnhaupt 10: „Teilsammlung aus Barths lat. Werken.“ – II. STC B 244. Hoffmeister 141. Dünnhaupt 11: „Kleine Sammlung anakreontischer Lyrik.“ – „Die Zahl seiner Veröffentlichungen ist bedeutend; weit größer noch war der unveröffentlichte Nachlaß. Im Urteil der Nachwelt gilt Barth als einer der bedeutendsten Späthumanisten, mitunter freilich auch als gelehrter Dilettant, doch bleibt seine enorme Belesenheit auf jeden Fall unbestritten“ (Dünnhaupt S. 401). – Vorsätze mit Besitzvermerken und Stempeln. Titel von I etw. fleckig und mit Rasur. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.


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1002 BARTH – GUILELMUS BRITO, Philippidos libri duodecim. Caspar Barthius recensuit, et animadversionum commentario illustravit. 2 Tle. in 1 Bd. Zwickau, Göpner für Scheibe in Leipzig, 1657-(58). 4°. Mit gestoch. Portr. und gestoch. Titel von J. Dürr. 367 (recte 267) S., 1 Bl., 760 S., 34 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 500,Erste Ausgabe. – STC G 1392. Hoffmeister 143. Dünnhaupt 40. – Wichtiges Quellenwerk in 9201 Hexametern von Guilelmus Brito (Wilhelm dem Bretonen; 1165-1226) über Philipp August II., König von Frankreich (1165-1223). Hier mit einem umfangreichen Kommentar von Caspar von Barth (im zweiten Teil). – Fliegende Vorsätze mit umfangreichen hs. Anmerkungen. Gestoch. Titel mit gelöschtem Besitzvermerk. Papierbedingt meist stark gebräunt und fleckig.

1003 BEROSUS, Antiquitatum libri quinque. Leipzig, Kirchner, 1659. 8 nn., 300 num. Bl. Pgt. d. Zt. – Gebräunt und fleckig. – Laut VD 17 nur ein Standort in Deutschland. (6) 200,1004 BIDERMANN, J., Utopia Didaci Bemardini, seu sales musici, quibus Ludicra mixtim & seria literate ac festive denarrantur. Dillingen, Sutor, 1640. 12°. 5 Bl., 396 (recte 394) S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (berieben, fleckig und leicht bestoßen). (6) 180,Erste Ausgabe. – STC B 1407. De Backer-S. I, 1453, 41. FdF 947. Dünnhaupt 43.1: „Kein Staatsroman, sondern eine Folge kürzerer Prosastücke mit Rahmen. Das bereits 1602 entstandene Werk behandelt verschiedene Aspekte einer utopischen Idealgesellschaft. – 'Bemardinus' ist ein Anagramm für Bidermanus; 'sales musici' heißt musische, nicht musikalische Salzkörner, wie irrtümlich von Eitner vermutet. Der posthume Hrsg. war Georg Stengel.“ – Eine deutsche Übersetzung erschien 1677 unter dem Titel „Bacchusia oder Faßtnachtland“. – Tls. beschnitten, etw. braunfleckig. – NACHGEB.: CICERO, M. T., (Narrationum se)lectarum libri tres. 3 Tle. Dillingen 1621. 6 Bl., 336 S., 6 Bl.

1005 BISSEL, J., Icaria. Ingolstadt, (G. Haenlin), 1637. 12°. Mit gestoch. Titel und ganzseit. Kupferstichkarte. 11 Bl., 343 S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. (Deckel stark aufgebogen, etw. fleckig und bestoßen). (6) 100,Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 1514, 4. Gibson 629. Winter 73 A. – Seltene „Schlüsselsatire“ (Winter), entstanden nach Bissels Flucht vor den Schweden (1632) in die Oberpfalz. – „Though sometimes listed as a utopia, this work is merely an account of the Upper Palatinate and events there, fictitious names being used instead of real ones. The second edition contains a key to the characters“ (Gibson). – Die Karte auf Bl. ):( 12 verso zeigt die Oberpfalz mit verschlüsselten Ortsnamen: Tiberia (Regensburg), Ammontium (Amberg), Banurgum (Nabburg), Vallamnia (Cham), Cetamnum (Kemnath), Verbania (Tirschenreuth) etc. – Spiegel mit Einrissen, gestoch. Titel mit Ausschnitten am oberen und unteren Blattrand (ohne Bildverlust), etw. fleckig.

Nr. 1007

1006 BROEKHUIZEN, J. (VAN), Carmina. Utrecht, Halma, 1684. 4 Bl., 95 S. Pgt. d. Zt. (wenig fleckig, berieben und bestoßen). (19) 400,Erste Ausgabe. – Oberlé, Amoenitates, 325. – Sammlung neulateinischer Gedichte, teilw. gewidmet großen zeitgenössischen Persönlichkeiten wie Ferdinand, Bischof von Paderborn und Baron von Fürstenberg, Johann Hudden, Konsul von Amsterdam, Nicolaus Heinsius etc. – Fliegender Vorsatz mit Geschenkvermerk von 1697. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Mit Exlibris von Nordkirchen. BEIGEB.: (RAPIN, R.), Observationes in poëmata Homeri et Virgilii. E Gallico Latine redditae (per J. van Broekhuizen). Ebda. 1684. 128 S.

1007 BURGUNDIA, A. A, Mundi lapis Lydius sive vanitas per veritate(m) falsi accusata & convicta. Antwerpen, Cnobbaerts Witwe, 1639. 4°. Mit gestoch. Titel von J. van Merlen nach A. van Diepenbeek und 50 emblematischen Textkupfern von A. Pauli nach A. van Diepenbeek. 13 Bl., 249 S., 13 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 2.000,-


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STC C 154. Adams C 448. Landwehr 165. – Vermutlich erste Ausgabe des erstmals 1590-1605 erschienenen Emblembuches, das bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zahlreiche Neuauflagen erlebte. – Der vierte Teil erschien postum und wurde von seinem Sohn Ludwig Camerarius besorgt. – Camerarius, der bedeutendste deutsche Emblematiker, wurde durch Hans Sibmacher mit „großer Feinheit und Eleganz“ (Andresen) genial interpretiert. – Buchblock von Einbanddecke gelöst, die Bl. 14 und 15 mit geklebtem Einriß, stellenw. wenig fleckig.

1009 CATS, J., Alle de Wercken. Bd. I (von 2). Amsterdam 1700. Fol. Mit gestoch. Titel und Hunderten von Kupferstichen. 14 Bl., 666 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (112) 200,Graesse II, 85 Anm. – Vorsätze erneuert, leicht gebräunt, etw. fleckig und wasserrandig.

Nr. 1014 Erste Ausgabe. – Landwehr (neu) 98. Praz 292. – Zierlich gestochene Kupfer im Oval oder Achteck. Unter den Darstellungen Buchdruckerei, Münzschlägerei, Gelage, Glücksspieler, Arzt, Tischuhr, Gläserstilleben u. a. – Knapp beschnitten, gestoch. Titel bis zum Bildrand. Leicht gebräunt, wenig fleckig. BEIGEB.: DASS. (Niederländische Ausgabe): Des Wereldts proef-steen ofte de Ydelheydt door de Waerheyd beschuldight ende overtuyght van Valscheydt ... met Neder-landtsche Dichte(n) verlicht door Petrus Gheschier. Ebda. 1643. Mit gestoch. Titel und 50 emblematischen Textkupfern (alles wie oben). 12 (statt 15) Bl., 368 S., 1 Bl. – Erste niederländische Ausgabe. – Landwehr (neu) 242. Praz 293. – Enthält die gleichen Kupfer wie in der lateinischen Ausgabe. – Es fehlen am Anfang die ersten 3 Bl. (= +2-4). Leicht gebräunt, wenig fleckig, ebenfalls sehr knapp beschnitten. – Siehe Abbildung. First edition. – Closely trimmed, engraved title up to plateline. Slightly browned, hardly soiled. – Bound-in: First Dutch edition. – Lacks at the beginning the first 3 leaves (= +2-4). Slightly browned, hardly soiled, very closely trimmed as well. – Contemporary calf with spine label and gilt back (a little rubbed and scuffed). – See illustration.

1008 (CAMERARIUS, J., Symbolorum et emblematum ex aqualibus et reptilibus). Tl. IV von (4) in 1 Bd. (Nürnberg 1605?). 4°. Mit 74 (statt 100) kolor. emblematischen Textkupfern von Hans Sibmacher (ohne die ersten 4 Bl. und die Bl. 1-13, 28, 36 und 88). Pgt. d. Zt. unter Verwendung eines alten Manuskripts (Deckel aufgebogen und berieben). (66) 300,-

1010 CIAMPALANTES, J., Sacrum Triregnum, seu singulorum summorum Pontificum praeclariora gesta elogiis, poesique descripta. Venedig, P. Brigonci, 1669. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 492 S., 2 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit Vg. und gepunztem Goldschnitt (Kopf schadhaft und wurmstichig, etw. berieben und bestoßen). (19) 600,STC 227. Oberlé 341. – Lobgesänge und Gedichte auf das Papsttum und seine Würdenträger. – Vorderes Innengelenk aufgeplatzt, Vorsätze leimschattig, tls. leicht gebräunt und etw. fleckig.

1011 CONTI (COMES), N., Mythologiae, sive explicationis fabularum, libri decem. Eiusdem libri IIII. de venatione. Lyon, S. Crispin, 1605. 8 Bl., 1123 (recte 1125) S., 81 Bl. Pgt. d. Zt. (verschmutzt, beschabt, Kopf minimal eingerissen). (13) 200,Goldsmith C 1435. – Vgl. Souhart 345 (Ausg. Genf 1612). Schwerdt I, 118: „A poem on hunting, which was republished with the author's 'Mythologia', and enjoyed considerable popularity.“ – Vorderes Gelenk geplatzt, Titel gestempelt, hinterer fliegender Vorsatz und Text tls. mit alten hs. Anstreichungen und Anmerkungen in Tinte, etw. gebräunt, stellenw. fleckig.

1012 DREXEL, J., Himmel die Ewig Bleibstatt aller Seeligen. Jetzt von M. Joachim Meichel verteutscht. München, Leysser, 1637. 12°. Mit gestoch. Titel von W. Kilian. 15 Bl., 771 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (hs. Rtit., etw. fleckig, berieben und bestoßen). (76) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Dünnhaupt, Drexel 17.1 und Meichel 21. De Backer-S. 196, 16 (nennt fälschlich Mainz als Druckort). Pörnbacher 184. – Deutsche Ausgabe des „Caelum, beatorum civitas“, 1635 zuerst bei Leysser in München erschienen. – Titel mit Besitzvermerk des Franziskanerklosters in Ingolstadt; etw. fleckig und gebräunt.


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1013 DUNKELMÄNNERBRIEFE – EPISTOLARUM obscurorum virorum ad Dom. M. Ortuinum Gratium, volumina omnia. Accesserunt huic ed. tractatus rarissimi. 2 in 1 Bd. Frankfurt, Raspe, 1757. Mit 12 gestoch. Portrs. 4 Bl., 374 S., 1 Bl., 448 S. Hpgt. d. Zt. mit Rsch. (Rücken etw. beschäd.; beschabt und bestoßen). (101) 150,Graesse II, 490. – Vorsatz gestempelt; etw. gebräunt und fleckig. – Großes gestoch. Exlibris eines Fürstbischofs.

1014 ELZEVIER – (LA PEYRERE, I. DE), Praeadamitae. O. O. und Dr. (Amsterdam, Elzevier), 1655. 4°. Mit Kupferstichkarte. 2 Bl., 52 S., 8 Bl., 297, 8 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen, Rücken restauriert). (19) 2.500,Erste Ausgabe. – Rahir 1211. Willems 1188. Alden 655/107. – Im gleichen Jahr erschienen noch eine weitere Quartausgabe und vier Duodezausgaben. – Bestreitet den Schöpfungsmythos mit der Begründung, daß Adam nicht gut der Stammvater der Amerikaner sein konnte, am 6. Tag also nur die Juden geschaffen wurden und die ganze übrige Menschheit von anderen Voreltern abstammt. – Mehr als 25 Gegenschriften bekämpften diese Ketzerei. – Spinoza besaß das Werk, in dem man „bereits einen großen Teil der bibelkritischen Bemerkungen des Tractatus theologico-politicus findet“ (Dunin-B. IV, 135). – Gering gebräunt und fleckig, tls. leicht wasserrandig. Außen und unten breitrandig. – Siehe Abbildung. First edition. – Minor browning and soiling, partly with slight waterstains. Wide-margined outside and at bottom. – Contemporary calf with spine label and gilt back (some scratching and scuffing, spine restored). – See illustration.

1015 ENGELGRAVE, H., Lucis Evangelicae, sub velum sacrorum emblematum reconditae, pars tertia. 2 Tle. in 1 Bd. Köln, Busäus, 1657. Fol. Mit gestoch. Frontisp., 3 gleichen Druckermarken auf den Titeln und am Schluß, Wappenkupfer und 55 emblematischen Textkupfern. 3 Bl., 212 S., 12, 2 Bl., 278 S., 15 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (etw. fleckig, berieben und bestoßen, ein Schließengelenk eingerissen). (88) 400,Erste illustrierte Ausgabe. – De Backer-S. III, 395, 2. Landwehr 267. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Praz. – Der dritte und abschließende Band (Bde. I und II erschienen zuerst 1648 bzw. 1652 in Antwerpen bzw. 1655 in Köln) des reizvollen Emblembuches. – Die schönen Embleme meist in Rollwerkkartuschen, verziert mit Blumen, Tieren etc. – Das Frontispiz bis zum Bildrand beschnitten. Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, etw. fleckig, tls. mit kleinen Tintenspritzern.

1016 (FASSMANN, D.), Der gelehrte Narr, oder gantz natürliche Abbildung solcher Gelehrten, die da vermeynen alle Gelehrsamkeit und Wissenschafften verschlucket zu haben. Freiburg, Selbstverlag, 1729. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 19 Bl., 222 S. Spät. Pp. (etw. beschabt). (8) 500,-

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Erste Ausgabe. – Jantz 955. Weller 75. FdF 1748: „Satire on Fassmann's rival in the learned jokermaker Gundling, called by Fassmann 'Peter Baron von Squentz'. With unpolished rude humor he lashes out against pedants and would-be scholars, quacks, and charlatans, whom he contrasts with such praiseworthy figures as Grotius, Pufendorf, and Thomasius.“ – Frontispiz verso und Titel mit hs. Besitzvermerken; etw. streng gebunden, stark gebräunt und tls. fleckig. – Siehe Abbildung Seite 294.

1017 (FLORENCIA, J. DE), Leben und Sterben der Gottseligen Königin Margaritae, Königlicher Mayestätinn Hispanien, etc. Philippi III. geliebteste Gemahelin, in zweyen herzlichen Predigen verfasset. Von newem getruckt. Ingolstadt, Elisabeth Angermayer, 1616. 4°. 1 Bl., 156 (recte 146) S. Mod. Pp. (88) 200,Nicht bei Stalla. – VD 17 12:4072U. – Vgl. Palau 92360 (spanische EA). – Zwei Predigten auf den Tod der Königin. Die zweite Predigt stammt von Jéronimo da Florencia, der Verfasser der ersten Predigt ist nicht bekannt. – Titel und letztes Blatt restauriert, beide etw. angestaubt; fleckig und leicht gebräunt.

1018 (FURETIERE, A.), Le voyage de Mercure. Satyre. Divisé en cinq livres. Paris, Chamhoudry, 1653. 4°. 5 Bl., 125 S., 1 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 600,Erste Ausgabe. – Cioranescu 31928. Brunet II, 1426. – Nicht bei Goldsmith. – Die erste Publikation von Antoine Furetière (1619-1688), „einer der ersten Versuche, bürgerliche Verhältnisse in Romanform darzustellen“ (Kindler). – Innendeckel mit gestoch. Wappenexlibris. Tls. stärker gebräunt und wasserrandig.

1019 GANDUTIUS, J. B. (G. B. GANDUCCI), Descriptiones poeticae ex probatioribus poetis excerptae. Köln, Metternich, 1719. 12°. 788 S., 7 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Schließen (eine Öse fehlt, etw. angeschmutzt, berieben und bestoßen). (78) 200,De Backer-S. III, 1182, 1. – Letzte Ausgabe der erstmals 1660 erschienenen lateinischen Lyrikanthologie aus klassischen und späteren Autoren, zusammengestellt vom italienischen Jesuiten Giovanni Battista Ganducci (1602-1690). – Vorsatz gestempelt und mit hs. Vermerk, leicht gebräunt, etw. fleckig.

1020 GAZET, A., Pia Hilaria variaque carmina. Lyon, de Coeursilly, 1623. 12°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 134 S., 1 Bl. Hldr. des 19. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen). (19) 200,Frühe Ausgabe, erstmals in Lyon gedruckt. – De Backer-S. III, 1297, 1. Oberlé, Amoenitates, 371. – Seinerzeit vielfach aufgelegtes mystisches Gedicht. – Etw. gebräunt und fleckig, teilw. unbeschnitten. – Mit Exlibris von Philippe Kah.

1021 GETREUE GEFÄHRTIN, der Isar-Gesellschafft. 6 Tle. in 1 Bd. O. O. und Dr. (München) 1703. 8 Bl., 96, 184, 352, 72 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). (120) 250,-


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Pfister 3885. – Die im Jahr 1702 gegründete Isargesellschaft pflegte in ihren politischen, historischen und religiösen Diskursen vaterländische Gesinnung im Sinne der Kabinettspolitik des Landesfürsten mit starker Polemik gegen protestantische Literatur. Ihr Organ, die früheste politische Zeitschrift Bayerns, befaßt sich mit den Differenzen zwischen Kur-Köln und Kur-Bayern 1696, dem brandenburgischen König und den preußischen Deutschmeistern, den Kriegen Frankreichs und mit dynastischen Fragen Großbritanniens. – Die Teile 3-5 fortlaufend paginiert, bei Teil 2 sind die S. 68-85 in der Paginierung übersprungen, die S. 152/53 doppelt paginiert. – Gebräunt, am vorderen Rand mit leichten Feuchtigkeitsspuren. Titel mit Läsuren am Vorderrand.

1022 GOMBAULD, (J. O. DE), L'Endimion. Paris, Buon, 1624. 4°. Mit gestoch. Titel und 16 ganzseit. Kupfern von und nach L. Gaultier, C. de Passe und J. Picart im Text und auf 8 Tafeln (in Pag.). 11 Bl., 351 S. Grünes Maroquin vom Anfang des 19. Jhdts. mit dreiseit. Goldschnitt (etw. berieben, wenig bestoßen). (19) 5.000,-

Nr. 1022

Erste Ausgabe von Gombaulds Erstlingswerk. – Cioranescu 33513. Tchemerzine V, 437. Ders., Répertoire, 202. Duportal 517 und S. 263. Hofer 27: „One of the finest illustrated books of the baroque period in France.“ – „L'Endimion est une sorte de poëme en prose composé, dit Tallemant, en l'honneur de Marie de Médicis qui y serait la Lune“ (Tchemerzine). – Galante Prosa mit schönen Illustrationen von Crispin de Passe. – Titel gestempelt. S. 14-15 mit Tintenflecken. Papierbedingt etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. First edition of Gombauld's first work. – Title stamped. P. 14-15 with ink stains. A little browned and soiled due to paper quality. – Green morocco from the beginning of the 19th century with three-sided gilt edge (some rubbing, minor scuffing). – See illustration.

1023 GRACIAN, B., L'uomo di corte o sia l'arte di prudenza. Tradotto dallo Spagnuolo nel Francese idioma, e commentato dal S. Amelot de la Houssaie. Nuovamente tradotto dal Francese nell'Italiano, e comentato. Dall'abate Francesco Tosques. Edizione ottava migliorata, e corretta. 2 Bde. Neapel, Ricciardo für Buono, 1740. 11 Bl., 274; 240 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (gering berieben und bestoßen). (139) 300,Spätere italienische Ausgabe von Graciáns „Oráculo manual y arte de prudencia“ (EA 1647). – De Backer-S. III, 1649. Treccani XVII, 617. – Leicht gebräunt, tls. stärker stockfleckig.

Nr. 1024

1024 HEBDOMADA SANCTA viro dolorum, et scienti infirmitatem ... deo pro peccatore nocentissimo crucifixo. Salzburg, Mayr, 1677. 4°. Mit 16 Kupfertafeln. 36 Bl. Pgt. d. Zt. (Deckel etw. aufgebogen, Schließbänder fehlen, fleckig, berieben und bestoßen). (78) 800,-


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VD 17 23:278053Z. Georgi II, 221. – Seltenes Andachtsbuch mit Betrachtungen zum Leiden Christi in der Karwoche. Die höchst qualitätvollen und detailreichen Kupferstiche, deren Meister sich nicht nennt, sind Zeugnisse der DürerRezeption im 17. Jahrhundert, stehen teils aber auch deutlich unter niederländischem Einfluß. – Kräftige, kontrastreiche Abdrucke. – Buchblock vom Einband weitgehend gelöst, Bindung gelockert, alle Kupferstiche lose, mehrf. gestempelt, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

1025 (HOFFMANN) VON HOFFMANNSWALDAU, (CH.), Auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte erster (...) Theil. Tle. I-III (von 7) in 1 Bd. Leipzig, Fritsch, 1697-1703. Mit gestoch. Frontisp. 21 Bl., 403 S., 1 Bl., 384 S., 7, 1 Bl., 360 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (Deckel leicht aufgebogen, Bezug tls. aufgeplatzt, stark fleckig). (105) 300,Dünnhaupt 1.I.4, 1.II.4 und 1.III.1 (unter Benjamin Neukirch). „Die von ihm ins Leben gerufene sogenannte Neukirchsche Sammlung ist als die bedeutendste Anthologie spätbarocker Lyrik anzusehen“ (Dünnhaupt IV, 2937). – Frontispiz mit kleinem Loch und Randläsuren, vor den fliegenden Vorsatz gebunden; Titel von Tl. I mit gelöschtem Stempel und Ausschnitt; gebräunt und fleckig.

1026 HOFMANN, C., Poematum sacrorum centurie IV. Ab interitu vindicatae per generum M. Lucam Fridericum Reinhartum. Altdorf, Hagen, 1651. 176 Bl. Ldr. des 19. Jhdts. mit reicher Vergoldung (etw. berieben und bestoßen). (19) 1.000,Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Oberlé, Amoenitates, 391. – Vgl. Hirsch-H. III, 266. – „Édition originale des poèmes latins du docteur Hofmann, publiés trois ans après sa mort par son gendre Lucas Friedrich Reinhart. Ce sont 4 centuries des poèmes religieux précédées de quelques poèmes en grec. Hofmann fut un grand hélleniste attaché surtout à Arioste. – 58 paraphrases des psaumes de David, des chants bibliques, des actions de grâce, des examens de conscience et diverses pièces“ (Oberlé). – Leicht gebräunt, wenig fleckig, knapp beschnitten. – Aus der Bibliothek von Gomez de la Cortina, Marques de Morante, der eine der besten Privatbibliotheken des 19. Jahrhunderts besaß (vgl. Bogeng I, 202-208, sehr ausführlich). – Siehe Abbildung. First edition of this collection. – Slightly browned, hardly soiled, closely trimmed. – From the library of Gomez de la Cortina, Marques de Morante, who had one of the best private libraries in the 19th century (compare Bogeng I, 202-208, in details). – Calf of the 19th century, richly gilt (some rubbing and scuffing). – See illustration.

1027 (HUNOLD, CH. F., PSEUD.:) MENANTES, Auserlesene neue Briefe. Nebst einer Anleitung, wie in den allermeisten Begebenheiten die Feder nach dem Wohlstand und der Klugheit zu führen. Halle, Waisenhaus, 1717. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 874 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, Rücken mit kleinem Einschnitt). (105) 200,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 33.1. FdF 1368b: „The chapter 'Von den Suppliquen und Memorialen' is interesting.“ – Deutscher Briefsteller. – Meist stark gebräunt, mehrf. gestempelt.

Nr. 1026

1028 HYMNUS ACATHISTUS Graeco-Latinus in sanctissimam dei genetricis Mariae annunciationem. Rom, Salvioni, 1746. 12°. Mit gestoch. Frontisp. 96 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. schmaler Bordüre, Filete und Eckfleurons auf den Deckeln (Rücken mit größeren Fehlstellen, beschabt, etw. bestoßen). (19) 400,Bibliographisch von uns nicht nachweisbare Ausgabe (und nicht im KVK). – Der „Hymnos akathistos“ gilt als der schönste Marienhymnus, er ist um 500 n. Chr. entstanden und wurde angeblich von Romanos Melodos verfaßt. – Hier mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Gewidmet ist dieser Druck Papst Benedikt XIV., dem großen Förderer der Marienverehrung. – Titel mit Besitzvermerk. Buchblock gebrochen. Gering gebräunt und fleckig.

1029 JOHANNES VOM KREUZ, Die Geistliche Bücher und Schrifften. In die Teutsche Sprach übersetzet. Prag, Beringer, 1697. 4°. Mit gestoch. Portr. und gefalt. Kupfertafel. 19 (statt 20) Bl., 54 S., 5 Bl. (das erste weiß), 858 (recte 959) S., 9 Bl., 93 S. Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit Wappensupralibros auf beiden Deckeln und 2 Schließbändern (Kapitale beschädigt, tls. stärker beschabt, etw. bestoßen). (78) 200,-


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Nr. 1030

Nr. 1031

Erste deutsche Ausgabe. – Wetzer-W. VI, 1709. – Ohne den Vortitel. – Tls. nicht aufgeschnitten, fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, Titel gestempelt, S. 873-892 am Fußsteg mit kleinen Papierschäden, tls. wasserrandig und stärker gebräunt. – Schön gebunden.

dieser Zeit. – Die Kupfer mit lateinischen Erklärungen, der typographische Text mit den deutschen Übersetzungen. – Das Werk wird in den Bibliothekskatalogen gewöhnlich unter dem Namen der Brüder Klauber geführt, doch dürfte die inhaltliche Konzeption von dem gelehrten Augsburger Jesuiten Ignatius Bonschab stammen. Der Eintrag des Werks unter Bonschabs Namen bei De Backer-Sommervogel geht offenbar auf Veiths Bibliotheca Augustana zurück (Bd. X, Augsburg 1793, S. 73, Nr. 4). Laut Titel sind die Verfasser der einzelnen Texte mehrere Angehörige des Jesuitenordens, Bonschab oblag die Zusammenstellung. Er war damit der eigentliche Herausgeber, während die Brüder Klauber als Stecher und Verleger wohl auch die Initiatoren des Projekts gewesen sind. – Kompletter Jahreskreis mit 366 Darstellungen, in Band I eine „Imago tituli“ vorangestellt, am Ende ein Gedächtnisblatt für den Grafen Johann Franz Anton von Khevenhüller, Bischof von Wiener Neustadt und Domherr in Augsburg, gestorben am 2. April 1762. – Meist sehr kräftige, saubere Abdrucke. – Ohne die Tafeln zum 7. Januar und zum 23. August, der Stich zum 2. November doppelt eingebunden. – Zwei Tafeln mit kleinen Ausschnitten in der Darstellung, eine restauriert und durch Zeichnung ergänzt. – Wenig gebräunt, meist nur gering fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung.

1030 KLAUBER – (BONSCHAB, I.), Pinacotheca mariana, exhibens per singulos anni dies antiquitatem, sanctitatem, et utilitatem, cultus mariani. 2 in 4 Bdn. Augsburg, Labhart für Klauber, 1760 (-62). Mit gestoch. Frontisp. und 366 (statt 368) Kupfertafeln von Jos. und Joh. Klauber nach J. A. Stockmann. 64 S.; 1 Bl., S. 65-109; 48 S.; S. (50)96, 6 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (149) 600,De Backer-S. I, 1761, 14. – Nicht bei Gier-Janota, ThiemeBecker etc. – Überaus reizvoll illustrierter Heiligenkalender mit marianischer Ausrichtung, der die ganze Virtuosität des Augsburger Rokokostichs auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung zeigt. Die von Johann Adam Stockmann entworfenen und von den Brüdern Klauber gestochenen Tafeln gehören zum Feinsten und Ideenreichsten


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Aus dem Kloster Neresheim 1031 LAURENTIUS VON SCHNÜFFIS, Mirantisches Flötlein. Konstanz, Hautt für Mantelin in Lauffenburg, 1682. Mit gestoch. Frontisp., 30 Kupfertafeln von M. Küsel nach J. G. Glyckher und einigen typographischen Musiknoten im Text. 8 Bl., 315 S., 1 Bl. – II. DERS. Mirantische Wald-Schallmey. Konstanz, Hautt, 1688. Mit gestoch. Titel und einigen typographischen Musiknoten im Text. 12 Bl., 398 S. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 Schließen (1 Schließband fehlt; beschabt und bestoßen). (82) 2.500,Seltene erste Ausgaben. – I. Dünnhaupt 4.1. Bircher B 748. – Das Hauptwerk des Laurentius (1633-1702), für das er von Kaiser Leopold I. die Dichterkrone erhalten hat. Der Kapuzinerpater und frühere Innsbrucker Hofschauspieler verbindet in dieser der Erbauung dienenden Verserzählung antike Mythologie mit christlichen Lehrinhalten. Teile beider Dichtungen wurden vom Verfasser selbst vertont. „Mindestens so bedeutsam wie die Dichtungen sind die Vertonungen dieser Lieder“ (Edelmann, Barock, 580). – II. Dünnhaupt 5. RISM B VIII.1, 403. MGG VIII, 335. – Bei der „Mirantischen Wald-Schallmey“ handelt es sich um einen erbaulichen pädagogischen Prosaroman mit insgesamt zwölf Liedeinlagen für Baßstimme. – Vorderes Innengelenk gebrochen, hinteres brüchig, erstes Frontisp. und Titel mit alt restaurierten Randausrissen, erste und letzte Lagen mit dunklem Wasserrand; gelegentliche kleine Randschäden, etwas gebräunt und fleckig. – Erster Titel mit Besitzeintrag der Reichsabtei Neresheim. – Siehe Abbildung.

1032 LEHMS, G. CH., Gottfälliges Kirchen-Opffer, in einem ganzen Jahr-Gange andächtiger Betrachtungen über die gewöhnlichen Sonn- und Festtags-Texte. Darmstadt, Bachmann, (1711). 6 Bl., 54, 84 S., 1 Bl. Spät. Pp. (stärker berieben, leichte Wurmspuren). (2) 200,Erste Ausgabe. – Nicht in den einschlägigen Barock-Bibliographien. – Etw. gebräunt, gering fleckig.

1033 MARTINUS A S. BRUNONE (SCHUBART), Vertumnus vanitatis. Ed. posterior; priore amplissimè auctior. Augsburg, Lotter für Pfeffel, 1725. 12°. Mit gestoch. Frontisp. nach A. Hommer und 32 (1 ganzseit.) Textkupfern. 18 Bl., 292 S. (ohne das letzte Bl.). Spät. Hldr. (Kapitale gering lädiert, stark beschabt und etw. bestoßen). (6) 200,Erste illustrierte Ausgabe des erstmals 1697 erschienenen Textes. – Schaller 51. Landwehr 417. Praz 414. FdF 691. Jantz 1718. Seebaß 588. – Die Erläuterungen zu den G. Eichler zugeschriebenen Emblemkupfern in Latein und Deutsch, beeinflußt von Laurentius von Schnüffis und Jakob Balde. – Der Verfasser (eigentlich Martin Schubart) war Mitglied des Wiener Piaristenordens. – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, vereinzelt mit leichten Knickspuren, gering fleckig.

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1034 MASEN, J., Sarcotis. Carmen. Editio altera cura & studio J. Dinouart. 2 Tle. in 1 Bd. Köln, (London) und Paris, Barbou, 1757. 1 Bl., 108, 192 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (etw. berieben und bestoßen, untere Ecke des Vorderdeckels mit kleinem Ausbruch). (19) 200,Zweite Ausgabe. – FdF 1009. De Backer-S. V, 687. Dünnhaupt 28.2: „Epos über den Sündenfall in 2486 Versen. Vorbild für John Miltons 'Paradise Lost'. Milton wurde vom schottischen Hrsg. dieses Bandes geradezu des Plagiats beschuldigt. Tl. I enthält Masens lateinische Originaldichtung; Tl. II S. 11-74 Dinouarts wichtige Vorrede über Miltons angebliches Plagiat; S. 77-192 die französische Übersetzung“ von Dinouart. – Fliegender Vorsatz mit aufgeklebtem Katalogausschnitt. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Mit Exlibris von Jacques Vieillard.

1035 – Sarcotis, et Caroli V. Imp(eratoris) Panegyris, carmina; tum de Heroica poesi tractatus. Adjecta est Lamentationum Jeremiae paraphrasis, auctore D. Grenan. London und Paris, Barbou, 1771. 1 Bl., LXXII, 269 S., 1 Bl. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung (etw. berieben und bestoßen). (19) 300,Vierte Ausgabe. – De Backer-S. V, 687. Jantz 1725. Dünnhaupt 28.4: „Ohne die französische Übersetzung, doch jetzt mit Abdruck verschiedener Dokumente zur Plagiatsbeschuldigung Miltons durch den Schotten Lauder.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Exlibris Viscount Mersey.

1036 MEGISER, H., Heroum Austriae theatridion. Linz, J. Planck, 1618. 4°. 4 Bl. Mod. Hpgt. (12) 250,Lang 29. Krakowitzer 11. Schiffmann 17. – Immerwährender Geburtstagskalender der österreichischen Helden (damals reichten noch 4 Seiten). – Sehr seltener und früher Druck von Johann Planck, dem Erstdrucker von Linz. Planck hatte sich auf Veranlassung von Johann Kepler bei den Ständen um die Aufnahme als Drucker beworben. Sie wurde ihm am 13. 2. 1615 gewährt, seine Offizin befand sich in der Lederergasse. Als Protestant war Planck in Linz jedoch gefährdet, und es war wohl nur der schützenden Hand Keplers zu verdanken, daß er nicht schon vor 1627, nachdem während eines Bauernaufstandes die Druckerei abgebrannt war, die Stadt verlassen hatte. – Wenig fleckig.

Wappeneinbände 1037 MERE, (A. G.) DE, Les oeuvres. Bd. II (und: Oeuvres posthumes) in 2 Bdn. Amsterdam, Mortier, 1692-1710. Mit 2 gestoch. Frontisp. 9 Bl., 383 S.; 14 Bl., 209 S., 8 Bl. Geglättetes Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. dreifacher Filete, Eckstücken und großen Vign. mit Wappen auf den Deckeln sowie Steh- und Innenkantenvg. (gering berieben und bestoßen). (19) 1.000,-


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Nr. 1037 Cioranescu 47130. Rahir 536. Tchemerzine VIII, 225. – Der zweite Band der „Oeuvres“ enthält die „Lettres“. In den „Oeuvres posthumes“ sind irrtümlich Frontisp., Vortitel, Titel und „Table des matières“ des ersten Bandes der „Oeuvres“ eingebunden, es folgen Widmungsbrief an Abbé des Soubise, Vorwort, „Table des discours“, Text und „Table des matières“ der „Oeuvres posthumes“ von 1710. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Mit gestoch. Exlibris des Barons Dolrymple von Northberwick (1652-1737). Die dekorativen Wappeneinbände für Louis-Robert-Hippolyte de Bréhaut, Grafen Plélo (1699-1734; vgl. Guigard II, 400). – Siehe Abbildung. Slightly browned, hardly soiled. – With engraved exlibris of Baron Dolrymple of Northberwick (1652-1737). The decorative armorial bindings for Louis-Robert-Hippolyte de Bréhaut, Count Plélo (1699-1734; compare Guigard II, 400). – Contemporary polished calf with spine label, gilt back, gilt stamped triple fillets, corner pieces and large vignettes with arms on sides, gilt outside and interior edges (minor rubbing and scuffing). – See illustration.

1038 MIBES, F., Himmlisches Jerusalem welches durch die Würckung des H. Gebetts starck belagert, und durch Macht und Gewalt desselben glücklich erobert wird. Sulzbach, Wolff, 1757. Mit gestoch. Frontisp. und 17 (statt 18) Kupfertafeln. 23 Bl., 710 S., 13 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Rvg., goldgepr. Bordüre und Mittelstück auf den Deckeln, monogr. „J. F. H. I.“ und dat. „1762“ (leicht bestoßen). – Die Seite 369/370 mit kleiner Randläsur; gering gebräunt und wenig fleckig. – Dekorativ gebunden. (124) 200,-

Nr. 1039

1039 MOLIERE, (J. B. P. DE), Les fragmens. Comedie. Paris, Ribou, 1682. 58 S. – IN: CHAMPMESLÉ, (CH. CHEVILLET DE), Les oeuvres. Zus. 5 Tle. in 1 Bd. Paris, Guilain (u. a., 1668)-92. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 4.000,Erste Ausgabe. – Cioranescu 18396. Guibert 388-390 (kennt den Gesamttitel nicht). Tchemerzine VIII, 335. Le Petit 314: „Cette édition est très rare.“ – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, erste Blätter leimschattig. – Gesamttitel mit dem Vermerk „Au Roy Bülow“ und dem Stempel mit gekröntem Monogramm von Kronprinz Ernst August III. von Hannover (1845-1923). – Siehe Abbildung. First edition. – Variable browning and soiling, first leaves with glue traces. – Overall title with note „Au Roy Bülow“ and stamp with crowned monogram of crown prince Ernst August III of Hannover (1845-1923). – Contemporary calf with spine label and gilt back (a little rubbed and scuffed). – See illustration.

1040 MYLIUS, T., Novae epistolae mira arte, raraq(ue) facundia ad ... principes, comites, barones, nobiles, aliosq(ue) excellentissimos viros literatos patronos patronasq(ue) perscriptae. Marburg, Hutwelcker, 1613. 12°. Mit Titelbordüre. 12 Bl., 143 S. Ldr. d. Zt. mit blindgepr. Supralibros auf den Deckeln (Kapitale leicht läd., etw. berieben und bestoßen, ursprüngliche Vg. abgerieben). (19) 400,-


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Erste Ausgabe. – VD 17 23:280472V. – Briefsammlung des deutschen Humanisten Tilemann Mylius (1557-1622). Mit Widmungen an Nicodemus Frischlin und Erasmus von Starhemberg. Die Briefe von und an verschiedene Edelleute, Dichter, Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftler wie Johann Beyer, Rudolf Goclenius, Petrus Marcellinus, Johann Fischer, Martin Crusius etc. – Titel recto und verso mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt, wenig fleckig. BEIGEB.: (HEINSIUS, D.), Cras credo hodie nihil. Sive, modus tandem sit ineptiarum. Satyra Menippea. Leiden, Elzevier, 1621. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 101 S. – Erste Ausgabe. – Willems 183: „Édition originale de cette satire de D. Heinsius, réimprimée en 1629, parmi les pièces qui suivent le 'Laus Asini'.“ – Tls. etw. gebräunt und fleckig.

1041 NEU-AUFFGEFÜHRTER Schau-Platz gestürtzter Monarchen, wie auch anderer gecrönten Häupter und Helden. Leipzig, Lankisch, 1693. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 640 S. Pgt. d. Zt. (beschabt, etw. bestoßen und fleckig). (6) 400,FdF 882 a. Hayn-G. VII, 135. – Als Vorlage dieser Sammlung kurzer historischer Erzählungen diente Harsdörffers „Schauplatz jämmerlicher Mordgeschichten“, stilistisch ist es eine Reminiszenz an Bohse (Pseud. Talander). – Frontispiz mit Einriß und Läsuren am unteren Rand, anfangs leicht wasserrandig; gebräunt und fleckig. – Selten.

1042 OVIDIUS (NASO, P.), Les epistres traduittes en vers Francois. Avec des commentaires fort curieux. Par Claude Gaspar Bachet. Premiere partie (alles Erschienene). Bourg-en-Bresse, Tainturier, 1626. Mit Holzschnitt-Wappen auf dem Titel. 7 Bl., 1014 S. Weinrotes Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung (etw. berieben, wenig bestoßen). (19) 1.500,Erste Ausgabe dieser französischen Übersetzung. – Goldsmith O 215. Cioranescu 9181 (unter Bachet). Schweiger II, 675. Deschamps 227. MNE II, 93. Cat. Bulteau: „Unica pars ista hactenus prodiit.“ – Der nächste bekannte Druck aus Bourg-en-Bresse stammt erst wieder aus dem Jahre 1630. – Enthält die ersten 8 Episteln Ovids. – Etw. gebräunt und fleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Gelehrten Pierre-Jean Grosley (1718-1785; vgl. Hoefer XXII, 179-182); Vorsatz mit Exlibris des großen Bibliophilen Gomez de la Cortina. First edition of this French translation. – Contains the first 8 epistles by Ovid. – Some browning and soiling. – Title with ownership entry of the scholar Pierre-Jean Grosley (17181785; compare Hoefer XXII, 179-182); endpaper with exlibris of the great bibliophile Gomez de la Cortina. – Contemporary wine-red morocco, richly gilt (some rubbing, minor scuffing).

1043 – Metamorphoses en rondeaux (par I. de Bensérade). Paris, Imprimerie Royale, 1676. 4°. Mit gestoch. Titel, gestoch. Titelvign., 2 gestoch. Schlußvign. und 226 Textkupfern von S. Le Clerc, F. Chaveau und J. Le Pautre. 6 Bl., 463 S., 4 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (Gelenke etw. brüchig). (139) 800,-

Nr. 1043 Erste Ausgabe von Bensérades Übersetzung. – Goldsmith O 237. Bernard 142. Tchemerzine I, 32. Cat. PMM II, 95. Le Blanc II, 520, 334-372. – Eines der schönsten Bücher des französischen Klassizismus mit den technisch perfekten, geschmackvollen und lebendigen Illustrationen der namhaftesten Künstler der Zeit. „Benserade's Ovid with its charming vignettes clearly foreshadows the French illustrated book of the eighteenth century“ (Cat. PMM). – Gebräunt, vereinzelt fleckig; auf dem fliegenden Vorsatz verso mont. Zettel mit bibliographischen Notizen. – Siehe Abbildung. First edition of Bensérade's translation. – One of the most beautiful books of French classicism illustrating perfectly and in a lively way the most renowned artists of the epoch. – Browned, occasionally soiled; paper slip with bibliographic notes mounted on verso of fly-leaf. – Contemporary restored calf (joints a little cracked). – See illustration.

1044 PALLAVICINO, F., Opere scelte. Di nuovo ristampato. Villafranca (d. i. Amsterdam, D. Elzevier), 1671. 12°. 12 Bl., 70 S., 1 Bl., 588 S. Pgt. d. Zt. (wenig bestoßen, fleckig). (36) 300,Willems 1456. Hayn-G. VI, 8: „Antiklerikale und pornographische Schriften.“ – Vgl. Piantanida 418. – Zweite Elzevierausgabe. – Vorsätze und Titel mit Besitzeinträgen von alter Hand in Tinte, erste und letzte Blätter wenig wurmlöchrig (geringer Buchstaben- bzw. Zahlenverlust), etw. fleckig.


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Nr. 1049

1045 PALLAVICINO, S., Trattato dello stile, e del dialogo. Siena, Stamperia del pubblico, 1702. 12°. 7 Bl., 347 S., 24 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. angeschmutzt). (36) 100,De Backer-S. VI, 124. – Vgl. Jöcher III, 1200. – Seinerzeit verbreitete Stilistik des Kardinals Sforza Pallavicino (16071667), erstmals 1646 erschienen und noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts mehrfach aufgelegt. – Vereinzelt mit Einrissen, gering gebräunt, leicht fleckig.

1046 (PEMBLE, J.), Religio, seu cultae religionis emolumenta. Meditatio I(-V). 5 Tle. in 1 Bd. O. O. (München), Mayr, 1763. 4°. 22, 19, 20, 18, 20 Bl. Pp. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (7) 150,Holzmann-B. III, 371. De Backer-S. VI, 467, 9. – Innengelenke tls. aufgeplatzt, die einzelnen Titel mit Blattweisern versehen, stellenw. stärker braunfleckig.

1047 PENNEQUIN, P., Isagoge ad amorem divinum. Gallice prius, nunc Latine ab eodem conscripta, et pluribus in locis aucta. Antwerpen, Cnobbaert, 1661. 4°. Mit gestoch. Titel. 9 Bl., 706 (recte 704) S., 12 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (Schließbänder fehlen; leicht fleckig, beschabt und bestoßen). (7) 120,Einzige lateinische Ausgabe. – De Backer-S. VI, 474, 4. – Die Erstausgabe war bereits 1644 in französischer Sprache erschienen. – Wenig gebräunt, leicht fleckig. – Titel mit altem Besitzvermerk des Jesuitenkollegs München.

Nr. 1051

1048 PEREGRINI, M., Della practica comune a prencipi, e servidori loro libri cinque. Viterbo, Diotallevi, 1634. 4°. 8 Bl., 352 S. Flex. Pgt. d. Zt. (Vorderdeckelbezug ergänzt, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (139) 300,Erste Ausgabe. – Bibliotheca Vinciana 79. – Nicht im STC. – Über den KVK nur 1 Exemplar in Freiburg nachweisbar. – Ein barocker Fürstenspiegel. „Mit den Formen des Gedankenausdrucks und dem Stil beschäftigt sich vor allem der Bolognese Matteo Peregrino (gest. 1652), Professor der Philosophie in seiner Vaterstadt und dann Konservator an der vatikanischen Bibliothek“ (Wiese-Percopo 472). – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, vor allem am Anfang stärker wasserrandig, vereinzelt mit Randschäden.

1049 PERRET, E., XXV Fables des animaux. Delft, Gerards, 1621. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und 25 ganzseit. Textkupfern. 26 Bl. Alte Broschur (Gebrauchsspuren). (19) 2.500,Goldsmith (French Books) P 817. – Vgl. Praz 450. Landwehr (neu) 615 (beide die Ausg. von 1617). – Bodemann 49.1 (Ausg. 1618). – Erstmals 1578 erschienen. 24 Versfabeln mit Deutung und Bibelspruch. Das Titelbild und die 24 Kupfer auf der rechten Buchseite sind dem Text gegenübergestellt. – Tafel 19 mit geklebtem Loch (auf die Tafel 20 sich auswirkend). Nahezu alle Kupfer im unteren Rand mit hs. Legende versehen (etw. durchschlagend). Etw. gebräunt und fleckig, teilw. unbeschnitten. – Siehe Abbildung.


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First published in 1578. 24 verse fables with interpretation and biblical saying. – Plate 19 with glued hole (affecting plate 20). Nearly all copperplates with ms. caption at lower margin (showing through a bit). Some browning and soiling, partly untrimmed. – Old wrappers (signs of wear). – See illustration.

1050 PETRONIUS ARBITER, T., Satyricon. Ed. nova. Noviter recensente J. P. Lotichio. 4 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, W. Hofmann für L. Jennis, 1629. 4°. Mit ganzseit. gestoch. Portr. im Text. 16 Bl., 99 S., 4 Bl., 422 (recte 424) S., 2 Bl., 439 S., 28, 15 Bl., 350 S., 24 Bl. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (55) 150,Ebert 16497. Schweiger II, 722: „Diese Ausgabe ist wegen der Sammlungen der Commentare früherer Erklärer schätzbar.“ – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, anfangs etw. wasserrandig, tls. gebräunt, fleckig.

1051 PILLEMENT, J., Recueil des nouvelles fleurs de goût; pour la Manufacture des Etoffes de Perse. Paris, Le Viez, o. J. (ca. 1765/70). 4°. Gestoch. Titel und 5 radierte Tafeln. Mod. Pp. (5) 400,Ornamentstichslg. Berlin 449. Guilmard 190. – Seltene radierte Folge mit phantastischen Pflanzen, von Jean Pillement (1728-1808) als Vorlagen für eine holländische Gobelin-Manufaktur „persischer“ Stoffe entworfen. Der Stecher war wohl Johann Heinrich Hess (geboren 1746 in Zweibrücken, ein Blatt bezeichnet: „Pillement del., Hess sculp.“). Das Erscheinen der ca. 1765-67 entstandenen Folge wurde im „Mercure de France“ im Juli 1770 angekündigt (S. 169). – Kräftige Abdrucke auf festem Papier. – Etw. braunfleckig. – Siehe Abbildung.

1052 POREE, CH., Fabulae dramaticae, editae ab uno ejusdem societatis sacerdote (d. i. P. de la Sante). Paris, Bordelet, 1749. 6 Bl., 508 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (19) 100,Erste Ausgabe dieser Sammlung. – De Backer-S. VI, 1030, 47. Oberlé 561. – Der Verfasser hat sich u. a. um das Jesuiten-Theater verdient gemacht. – Titel mit Besitzvermerk. Gering gebräunt, wenig fleckig.

1053 POSTEL, G., De republica seu magistratibus atheniensium liber. Leiden, Maire, 1635. 12°. Mit gestoch. Portr. (in Pag.). 232 S. 3 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). (6) 200,CLC P 1483. – Mit interessantem Porträt des gelehrten Kabbalisten, der von den Jesuiten verstoßen und von der Inquisition zum Narren erklärt wurde. – Fliegender Vorsatz mit halb abgetrenntem Besitzaufkleber. Etw. gebräunt und kaum fleckig. – NACHGEB.: DERS., De universitate libri duo: In quibus astronomiae doctrinae coelestis compendium. Editio tertia. Leiden 1635. Mit gestoch. Portr. im Text. 261 S. – Alden 635/101. Brunet IV, 840. Caillet 8892 und 8915. Halkett-L. I, 2564. CLC P 1485. – Kleinformatige Ausgabe des zuerst 1552 in Quart erschienenen Werkes. S. 252-256 handeln von Amerika.

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1054 RUPERTUS, CH. A., Mercurius epistolaris, sive institutio epistolica. Editio tertia emendatior. Nürnberg, Tauber, 1670. 12°. Mit gestoch. Titel. 14 Bl., 716 S., 9 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen, mit Wurmspuren). (19) 400,VD 17 3:604874G. – Einer der damals beliebten Briefsteller. – Gestoch. Titel und Drucktitel mehrf. gestempelt. BEIGEB.: II. CRUCIUS, J., Suada delphica, sive orationes L. varii argumenti. Studiosae juventuti manuductio ad artem oratoriam. Editio novissima. Nordhausen (und Osterode), Fuhrmann, 1672. 6 Bl., 584 S. – Einer von 2 Drucken bei Fuhrmann aus demselben Jahr. – VD 17 32:678931D. – Ausführliche Anleitung zur Redekunst. III. LIPSIUS, J., Oratoria institutio. Fragment. Coburg, Gruner und Forckel, 1630. 129 S. (ohne die S. 25-48). – VD 17 23:284355S. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

1055 SANNAZARO, J., Poemata ex antiquis editionibus accuratissime descripta. Accessit ejusdem vita, Jo. Antonio Vulpio auctore. Item Gabrielis Altilii et Honorati Fascitelli Carmina quae exstant. Padua, Cominus, 1751. Mit gefalt. gestoch. Portr. und Holzschnittwappen am Ende. S. (III)-XXIV, LXXX, 212, 141 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig, wenig berieben und bestoßen). (19) 300,Dritte in Padua gedruckte Ausgabe. – Brunet V, 127. Ebert 20266. Salloch 369, 110. Oberlé, Amoenitates, 219. – Vorliegende Ausgabe enthält im Anhang auch Gedichte von Pontanus, Zanchus, Valerianus, Bembo, Flaminius, N. Heinsius etc. – Das Porträt des Verfassers nach einem Gemälde im Museum des Paolo Jovio (etw. knapp beschnitten). – Frisches Exemplar.

1056 SARASA, A. A. VON, Die Kunst stets frölich zu seyn. Ein deutscher freier Auszug verfasset von Christian Ernst von Windheim. Helmstedt, Weygand, 1747. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 315 S. Mod. Hpgt. (Kopf etw. lädiert). (59) 80,De Backer-S. VII, 625. – Zweite Ausgabe des erstmals 1746 in dieser Übersetzung erschienenen Werkes. Die Originalausgabe war bereits 1664 in Antwerpen publiziert worden. – Zum Verfasser vgl. Jöcher V, 143. – Frontispiz seitlich knapp beschnitten, vereinzelt gering wurmstichig, wenig fleckig.

1057 SARBIEVIUS (SARBIEWSKI), M. C., Lyricorum libri IV. Epodon lib(er) unus alterq(ue) epigrammatum. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1632. 4°. Mit gestoch. Titel von C. Galle nach Rubens. 3 Bl., 335 S., 1 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. (19) 400,Estreicher XXVII, 127. Graesse VI/1, 271. Kristeller 323 und 350-360. Wolfskehl 358: „Die Gedichte des polnischen Adeligen Sarbievski haben unsere gesamte Barockliteratur, nicht nur, wenn auch im besonderen Maße Balde und die sonstigen Lateiner, weitgehend beeinflußt. Er gehört deshalb unbedingt auch in eine deutsche Barockbücherei, zumal die Lektüre der Gedichte dieses hochgebildeten,


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Jantz 2289. Dünnhaupt (Harsdörffer) 63 Anm. – Vgl. FdF 533 a. – Erstmals 1651 erschienene Annalen der Weltgeschichte, für das 17. Jahrhundert besonders ausführlich und in dieser Ausgabe bis 1660 fortgesetzt. Enthält u. a. Einleitungs-Gedichte von J. Rist und G. Ph. Harsdörffer, S. Birkens Fest-Schauspiel zur Nürnberger Friedensfeier 1650 „Teutscher Kriegs Ab- und Friedens-Einzug“ (S. 571-601), ein Gedicht von J. Klaj aus gleichem Anlaß (S. 612-615) und weitere poetische Beiträge in der Continuatio. – Das Porträt mit fachgerecht restauriertem Einriß, das Blatt )(ii mit gelöschtem Besitzvermerk, gebräunt und fleckig, tls. etw. wasserrandig.

1060 SEGNERI, P., Instructio poenitentis. – Instructio confessarii. – Institutio parochi. 3 Tle. in 1 Bd. Augsburg und Dillingen, Bencard, 1696. 4°. 2 Bl., 69 S., 1 Bl., 78 S., 4 Bl., 192 (recte 188) S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit Schließbändern (Deckel etw. aufgebogen, fleckig, stark beschabt). (7) 150,-

Nr. 1063 edlen Humanisten und Geistesführers, der ein Stolz seiner Nation ist, hohen Genuß gewährt.“ – Mehrf. gestempelt, Bl. 3 mit gelöschten Eintragungen. Etw. gebräunt, wenig fleckig, gestoch. Titel angestaubt. – Vorsatz mit Exlibris der Bibliothek Lancut.

1058 (SCHOTTELIUS, J. G.), Ausführliche Abhandlung vom Ursprung und Aufnahme der Teutsche(n) Sprache. 1 in 2 Bdn. Hildesheim, o. Dr., 1737. 4°. (Ohne das gestoch. Portr.). 6 Bl., 170 S., 1 Bl., S. 171-790; (791)-1466, 9 Bl. Hldr. d. Zt. beschabt, etw. bestoßen). (105) 200,Titelauflage. – Dünnhaupt 37.2. – „Wie kein anderes philologisches Buch der Barockzeit bietet dieser umfassende Opus einen Gesamtüberblick über die sprachwissenschaftlichen Erkenntnisse der Fruchtbringenden Gesellschaft“ (Dünnhaupt). – „Das wichtigste Sprachwerk vor Jakob Grimm. Heiße Liebe zum Gegenstand im Verein mit Gelehrsamkeit und kritischen Sinn haben hier eines der wissenschaftlichsten Werke des 17. Jahrhunderts geschaffen. Pag. 1241-1450 ein 'Verzeichnis der Deutschen Stammwörter', enthalten sehr viel Provinzielles oder sonst Verschollenes, auch aus der gesprochenen Sprache, und darum von dauerndem Wert. Das Werk umfaßt auch Schottelius' Poetik und eine sehr eingehende Darstellung der deutschen Syntax“ (Wolfskehl 378). – Es fehlt das Portr. von Schottelius. – Stark gebräunt, gelegentlich Anstreichungen und Marginalien mit Bleistift, Vorsatz gestempelt.

1059 SCHULTZE, G., Neu-augirte Und continuirte Chronica. 2 Tle. in 1 Bd. Lübeck, Becker, 1660. Mit gestoch. Portr., gestoch. Frontisp., ganzseit. Porträtkupfer, ganzseit. Wappenkupfer, ganzseit. Holzschnittplan und gefalt. Kupfertafel. 9 Bl., 750, 141 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen, beschabt). (6) 250,-

De Backer-S. VII, 1055, 1058 und 1078. – Sammelband mit den lateinischen Übersetzungen dreier weitverbreiteter Schriften des Jesuiten Paolo Segneri. – Zum Drucker, der sich in Dillingen gerade auf die Publikation jesuitischen Schrifttums spezialisiert hatte, vgl. Reske 158 und Gier-J. 497. – Titel des dritten Teils mit kleiner Fehlstelle im Rand durch ausgerissenen Blattweiser, tls. hs. Anmerkungen in Bleistift, stellenw. etw. gebräunt und fleckig.

Verfasserexemplar eines unbekannten Drucks 1061 SELLIUS, J. J., Warhafftiges Contrafeij des Unbeständigen Glück-Sterns abgebildet mit dem Pinsel der Erfahrenheit. O. O. 1663. 4°. 4 Bl. Mod. Brosch. (leicht fleckig). (64) 600,Bibliographisch und über den KVK nicht nachweisbares Gedicht, in dem das Glück als ein Gleichnis des Himmels und der Götterwelt dargestellt wird. Über den Verfasser ist nichts bekannt (nicht im Deutschen Biographischen Index, auch Georgi nennt keine Schrift von ihm). Laut Titel war er Student der Politik und kam aus Leiningen. – Titelrückseite mit e. Widmung des Verfassers an den Theologen und Professor in Basel, Lucas Gernler (1625-1675; vgl. ADB IX, 37).

1062 STENGEL, G., (Exemplorum libri tres). 3 Tle. in 1 Bd. Ingolstadt, Haenlin, 1650. 4°. Mit 3 gestoch. Titelvign. 8 (statt 9) Bl., 218 S., 6, 4 Bl., 188 S., 8, 4 Bl., 99 S., 6 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (78) 100,Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – De Backer-S. VII, 1556, 78. – Besteht aus der erstmals 1634 erschienenen „Vis et virtus exemplorum“, den „Exempla divinae irae“ (EA 1648) und den „Exempla in septem capitalium vitiorum detestationem“ (EA 1849). – Gebräunt, fleckig, Wurmspuren in Bund- und Seitensteg, Titel mit Besitzvermerken, längerer Schenkungsvermerk von 1658 auf dem vorderen Vorsatz. – Es fehlt der Vortitel von Tl. I.

1063 STROBL, A., Das Geistliche Teutsche KartenSpil. Zum andernmal gedruckt. 4 Tle. und 2 Supplemente in 1 Bd. Sulzbach, Bleul für Zieger, 1693. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 32 Textkupfern. 35 Bl., 278, 223, 120, 124, 120, 132 S. Pgt. d. Zt. (etw. berieben und gering fleckig). (124) 1.200,-


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Zweite Ausgabe (EA Sulzbach 1691). – FdF 1138 b (II). Jantz 2452. – Nicht bei Praz und Landwehr. – Seltenes barockes Erbauungsbuch ganz im Stile des Abraham a Sancta Clara. „Close to his 'Ovum Paschale' in literary merit &, all in all, his chief work, Old Testament history reviewed, with a wealth of further stories, some charming poems, & engravings that carry through the metaphor of the game of cards, most of them being also genuinely emblematic“ (Jantz). – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, die S. 75-78 im letzten Supplement leicht gelockert; tls. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

1068 (VAENIUS, O.), Theatro moral de la vida humana, en cien emblemas; con el enchiridion de Epicteto, y la tabla de Cebes. 3 in 1 Bd. Antwerpen, Verdussen, 1733. Fol. Mit gestoch. Titelvign., ganzseit. gestoch. Portr. und 103 Emblemkupfern im Text nach Otto Vaenius (ohne die gefalt. Kupfertafel). 10 Bl., 207, 27 S., 4 Bl., 50 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Bezug mit Fehlstellen; beschabt und bestoßen). (145) 400,-

1064 – Ovum Paschale novum oder neugefärbte OsterAyr. Das ist: Viertzig Geistliche Discurs auff den H. Ostertag und Ostermontag. Zum anderen Mahl auffgelegt. Salzburg, Haan, 1700. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 429 S., 13 Bl. Pgt. d. Zt. (leichter Wurmfraß, tls. stärker fleckig, etw. berieben und bestoßen). (36) 120,-

Landwehr 792. Peeters-Fontainas 1275. Palau 358.579. – Späte spanische Ausgabe, so erstmals 1669 bei Foppens in Brüssel erschienen. Mit den beiden Anhängen, wie im Titel genannt, doch ohne die zum letzten Teil gehörige Kupfertafel „Tabula Cebetis“. – Die Kupfer in sauberen, kräftigen Abdrucken. – Innengelenke gebrochen, Vortitel mit großen restaurierten Einrissen, Titel und einzelne Bl. mit kleinen restaurierten Schäden im unteren Rand, letzte Lagen mit Wasserfleck im unteren Bug und Rand; unterschiedlich gebräunt und fleckig. – Geprägtes Wappenexlibris „Cap(itano) Gastaldi“.

Vgl. FdF 1139 (EA 1694). Baader I, 252 (spätere Ausgaben). – Spiegel mit Bibliotheksetikett, Titel mit hs. Vermerken, Frontispiz und ein Blatt mit Papier hinterlegt. – NACHGEB.: DERS., Noch ein Körbel voll Oster-Ayr. Das ist: Ovi Paschalis. Der Anderte Theil. Ebend. 1698. Mit gestoch. Frontisp. – Wasserrandig, tls. stärker gebräunt und fleckig.

1065 TACITUS, C., Opere. Venedig, Giunta, 1628. 4°. Mit gestoch. Titel, Druckermarke und doppelblattgr. Kupferstichkarte (in Pag.). 35 Bl., 544 (recte 550) S., 25 Bl., 83 S., 66 Bl., 83 Bl. Läd. flex. Pgt. d. Zt. (55) 200,Ebert 22205. – Mit einer Karte des Römischen Reiches. – Nach S. 74 der „Dichiaratione“ zwei nicht zum Werk zugehörige Blätter zwischengebunden. – Innengelenke aufgeplatzt, im Bug wasserrandig und wurmstichig, tls. leicht gebräunt, stellenw. wenig fleckig.

1066 TASSO, T., L'Aminta. Difeso, e illustrato da G. Fontanini. Rom, Zenobi und Placho, 1700. XCV, 391 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, gering bestoßen). (139) 200,STC 892. Haym 308, 10. Gamba 957 Anm. – Reich kommentierte Ausgabe des Schäferspiels durch den päpstlichen Bibliothekar und Gelehrten Giusto Fontanini (1666-1736): ein Fünftel der Text, leider in einer „scorrettissima lezione“, vier Fünftel des Buches der Kommentar, dieser allerdings „una bella Difesa di questa Pastorale“ (Gamba). – Tls. stärker gebräunt, mod. Exlibris.

1067 TREUHERTZIGER, WOLGEMEINTER DISCURS, ob bey denen auß der Bömischen unruhe entstandenen extremiteten keine mittel zufinden dem beschwärlichen Unwesen zuhelffen. O. O. und Dr. 1620. 4°. 47 S. Mod. Pp. (87) 200,Hohenemser 4946. Kat. Halle 835. – Der Verfasser beklagt die „vor anderthalb Jahren im Königreich Böhm entstandene unruhe“ und hofft, daß die „sach“ durch „nachsinnen und ohne Blutvergiessen“ bereinigt werde. – Gebräunt.

1069 VERGILIUS POLYDORUS, De inventoribus rerum libri VIII. et de prodigiis libri III. Amsterdam, Elzevier, 1671. 12°. Mit gestoch. Titel. 19 Bl., 511 S., 3 Bl., 100 S., 46 Bl. Pgt. d. Zt. (wenig fleckig). (6) 150,Erste Elzevier-Ausgabe. – Willems 1464. Ebert 23519: „Beste Ausg. dieses Werkes.“ – Mit Kapiteln über Technik, Astronomie, Medizin, Magie etc. – Recht hübsch.

1070 VOLPI, G. A., Carminum libri tres. Ejus item opuscula soluta oratione scripta, quae variis in voluminibus dispersa ad hoc tempus legebantur. Padua, Comino, 1725. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und Holzschnittwappen auf dem letzten Bl. XXIIII, 366 S., 1 Bl. Beschäd. Interims-Pp. (19) 300,Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Oberlé, Amoenitates, 575. – Enthält neben neulateinischer Dichtung auch Prosaschriften, ferner Beiträge einiger seiner Freunde: J. Checozzi aus Vicenza, Fr. Zanotti aus Bologna, Matthieu Bordegato aus Padua und D. Lazzarini aus Macerata. Der letzte Teil enthält lateinische Gedichte des 16. Jahrhunderts, verfaßt von 2 Vorfahren Volpis. – Gering fleckig. Breitrandig und unbeschnitten.

1071 (WAGNER, S.), Deß politischen Leibes, und seiner Gliedern Krafft und Stärcke, auch Abnemmen, Schmertzen und Kranckheiten. O. O. und Dr. 1715. 80 S. Mod. Pp. (87) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Im KVK nur eine Ausgabe Bern 1717 (diese unter Nennung des Autors). – Etw. gebräunt, knapp beschnitten (wenige Buchstaben Textverlust).

1072 (WEIGEL, J. CH.), Folge von 5 radierten ornamentalen Vorlageblättern mit Vögeln, Pflanzen, Reptilien, Fabelwesen und einer Chinoiserie. (Nürnberg, um 1700). Qu.-4°. Mod. Pp. (5) 500,-


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Nr. 1072

Reizvolle Vorlagenfolge für Ornamente (wahrscheinlich Wanddekorationen) mit phantastischen Tieren und Pflanzen in Umrißradierungen. Von besonderem Interesse das letzte Blatt einer frühen Chinoiserie mit der Darstellung dreier Chinesen vor einer Pagode. Der berühmte Nürnberger Verleger Johann Christoph Weigel (1654-1725; erstes Bl. mit Vermerk: „Ioh. Chr. Weigel exc.“) war wohl auch der Stecher. Papier mit Wasserzeichen einer um einen Stab gewundenen Schlange, darunter Schild mit zwei Buchstaben (in einigen Varianten in der Zeit um 1700 verbreitet). – Breite Ränder mit vereinzelten kleinen Einrissen und etw. braunfleckig. – Siehe Abbildung.

1073 WEISLINGER, J. N., Huttenus delarvatus, Das ist: Warhaffte Nachricht von dem Authore oder Urheber der verschreyten epistolarum obscurorum virorum, Ulrich von Hutten. Konstanz und Augsburg, Wagner, 1730. Mit gefalt. gestoch. Wappentafel und 4 gestoch. Portrs. 62 (inkl. doppelblattgr. Titel), 519 S. Ldr. d. Zt. (Deckel leicht aufgebogen, beschabt und etw. bestoßen). (124) 150,Erste Ausgabe. – Schottenloher 9238. Jantz 2661. Seebaß 1094: „Ein Meisterstück konfessioneller Polemik.“ – Titel gestempelt, Wappentafel mit Quetschfalten, fleckig und etw. gebräunt.

Literatur bis 1900 1074 ALEMBERT, (J. LE ROND) D', Éloges lus dans les séances publiques de l'Académie françoise. Paris, Panckoucke und Moutard, 1779. XXXIV, VI, 559 S., 2 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. – Erste Ausgabe. – Cioranescu 7251. – Etw. fleckig. (139) 150,1075 ALMANACHE UND TASCHENBÜCHER – AUGSBURG – AUGSBURGISCHER Neu und verbesserter Stadt- und Raths-Kalender, auf das Gemeinjahr nach der Geburt unsers Heylandes Jesu Christi, 1798. (Augsburg), Späth, (1797). 4°. Mit gestoch. Frontisp. von J. P. Thelott nach F. X. Habermann. 24 Bl. Flex. Pp. d. Zt. mit Brokatpapierbezug (hinterer Deckel mit Bezugsausriß; etw. berieben und bestoßen). (76) 200,Krull 55. – Seltener Augsburger Kalender, der u. a. die wichtigsten Beamten und Bediensteten der Stadt aufführt. – Das nach Zeichnung von Habermann gestochene Frontispiz mit Ansicht der Stadt und Nennung Paul von Stettens als Stadt-


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pfleger wurde laut Krull von 1790 bis 1806 jährlich wiederverwendet. Da die Platte 1798 bereits stark abgenutzt war, muß sie später neu gestochen worden sein (vgl. Krull Anm. 194). – Buchblock tls. vom Einband gelöst, Bindung in Auflösung (einige Bl. lose), wenig gebräunt, kaum fleckig.

1076 – COMPENDIÖSER Hand und Sack Calender auf das Jahr MDCCLXXVIIII. Augsburg, Steis(s)linger, (1778). 12°. Mit Frontisp., Titel und 12 Tafeln. 14 Bl., zur Gänze gestochen. Pp. d. Zt. mit reicher Vg. (minimal berieben) in Pp.-Schuber d. Zt. (2) 800,Nicht in den gängigen Bibliographien. – Zum Verleger vgl. Thieme-B. XXXI, 579. – Einzig bekanntes Exemplar des reich illustrierten Kalenders des Augsburger Stechers und Verlegers Johann Andreas Steisslinger (1712-1789). – Das reizende Frontispiz besticht durch eine allegorische Darstellung des Jahreslaufes. Die meist bis in kleinste Details ausgeführten Tafeln spielen wohl auf historische Ereignisse an, darunter den Pugatschow-Aufstand, in dem sich die Kosaken gegen die russische Zentralgewalt wehrten, oder den verzweifelten Kampf der Korsen um die Unabhängigkeit von der französischen Krone. Auch der Verkauf eines Sklaven an einen Spanier wird thematisiert. Neben Genreszenen wie einem Kaffee trinkenden Türken oder einem „Lapländer“ mit Rentierschlitten findet sich auch die Abbildung eines Juden in Verhandlung mit einem Adligen, der seinen Zahlungen nicht nachkommen kann. Ungewöhnlich das Bild einer Laterna-Magica-Vorführung durch einen Savoyarden. – Kein Exemplar im KVK. – Tadellos. – Entzückendes Bändchen mit hübschen Buntpapiervorsätzen. – Siehe Abbildung.

1077 – HERTHA. Almanach für 1836. Hrsg. von Ch. Kapp. Jg. I (alles Erschienene). Kempten 1836. Mit lithogr. Titel (in Pag.), lithogr. Portr. und gefalt. kolor. lithogr. Karte. VI, 355 S. OPp. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (160) 300,Köhring 36. Marwinski 320. – Selten. – Mit einer Weltkarte („Planiglob der Antipoden“) von A. Stieler. – Fliegender Vorsatz mit überklebtem Besitzvermerk, Porträt und Titel stark braunfl., ansonsten gering gebräunt und vereinzelt mit leichten Flecken. – Reizendes Bändchen.

1078 – HISTORISCHER CALENDER für Damen für das Jahr 1791(-93). 3 Bde. (Hrsg. von Wieland und Archenholz). Leipzig, Göschen, (1790-92). 16°. Mit 3 gestoch. Titeln, 10 gestoch. Portrs. und 36 Kupfertafeln nach Chodowiecki, Ramberg und von Penzel. 34 Bl., 387 S.; 48 Bl., 32 S., S. (389)472, 22 Bl., LXIV S., 1, 7 Bl. (Anzeigen); 28 Bl., S. (473)-860 S., 5 Bl. (Anzeigen). Seide d. Zt. und OPp. (Gebrauchsspuren). (122) 400,Goed. V, 187, 27. Köhring 35. Marwinski 648. Trömel-M. 133. Lanckoronska-R. 18. – Vollständige Folge des seltenen Kalenders. – Mit dem Erstdruck von Schillers „Geschichte des dreyssigjährigen Krieges“. – Tls. leicht gebräunt.

Nr. 1076

1079 – WIENER TASCHENBUCH für 1806 und 1807. Wien, Degen, (1806). 12°. Mit gestoch. Titel, gestoch. Zwischentitel, 20 (3 doppelblattgr.) Kupfertafeln und 2 (1 gefalt.) Tabellen. 2 Bl., 192 S., 2 Bl. OPp. (angeschmutzt, Vorderdeckel lose, Rücken brüchig) in OPp.-Schuber. (etw. berieben und bestoßen). (89) 120,Lanckoronska-R. 147. Baumgärtel 451. Lipperheide Za 32. – Enthält eine „Historisch-malerische Reise durch Neapel und Sicilien“ nach Saint-Non, illustriert mit den „sauber gearbeiteten“ (Lanckoronska-R.) Kupfern von Blaschke und Gärtner. – Die Reihe wurde von 1803 bis 1809 herausgegeben. – Ohne die 20 gestoch. Bl. mit 12 Monatsvign.; leicht fleckig.

1080 ANAKREON, Carmina. Editio tertia locupletior (ed. R. F. Ph. Brunck). Straßburg, Treuttel, 1786. 12°. 149 S. Kalbldr. d. Zt. (leicht fleckig und bestoßen, Rücken und Gelenke etw. rissig). (28) 200,Schweiger I, 25: „Niedliche und sehr verbesserte Ausgabe.“ Hoffmann I, 134: „Rarissime occurrit.“ Ebert 564: „Völlig neue Recension und gefälliges Aeussere.“ – Griechischer Text mit lateinischem Kommentar des nicht genannten Richard François Philippe Brunck (1729-1803) in der dritten, letzten und besten Ausgabe. – Gebräunt, etw. fleckig, mit hs. Anmerkungen.


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Oden und Epoden in fünf Büchern. Von J. Aigner. Augsburg, Rieger, 1831. Mit lithogr. Portr. XXII S., 1 Bl. Orig.Brosch. (fleckig, Rücken rissig). – Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 821, 11. – Beiliegen der erste Teil (von 2) der „Medizinischen Satyren“, München 1833, sowie „Jacobus Balde, sein Leben und seine Werke“ von G. Westermayer, München 1868.

1083 BARTHELEMY – (CHAUSSARD, J. B. P.), Fêtes et courtisanes de la Grèce; supplement aux voyages d'Anacharsis et d'Antenor. 4 Bde. Paris, Buisson, 1801. Mit 4 gestoch. Frontisp., gefalt. Kupfertafel, 2 Falttabellen und 3 S. gestoch. Musikbeilage. Ldr. d. Zt. mit Vg. (Rücken der Bde. I und III gebrochen, tls. stärker berieben und bestoßen). (55) 200,Erste Ausgabe. – Barbier II, 453. Cohen-R. 232. Gay-L. II, 300: „Compilation assez bien arrangé; tous les détails que l'on peut glaner dans les écrivains de l'antiquité au sujet des hétaïres y sont réunis. Cette éd. est la meilleure et la plus complète.“ – Tls. wasserrandig, gelegentlich mit Papierdurchbruch, leicht gebräunt und fleckig. In Bd. III einige Lagen lose.

1084 BASKERVILLE – CATULLUS, TIBULLUS & PROPERTIUS, Opera. Birmingham, J. Baskerville, 1772. 4°. 1 Bl., 372 S. Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (139) 300,Gaskell 44. Brunet I, 1860: „Belle édition.“ Dibdin I, 377. Schweiger II, 83. – Spätwerk der englischen Offizin. „After 1765, little or nothing appeared from his press“ (BigmoreWyman I, 37). – Wenig fleckig, breitrandig.

Nr. 1085

1081 ARIOST, L., Roland furieux. Nouvelle traduction, par Panckoucke et Framery. 10 Bde. Paris, Plassan, 1787. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (2) 200,Agnelli-R. II, 290: „La traduzione in prosa è assai fedele, è stimata giustamente una delle migliori e più eleganti.“ – Sehr dekorativ gebunden.

1082 BALDE, J., Bavaria's Musen in J. J. Balde's Oden. Aus dem Latein in das Versmaß der Urschrift übersetzt von J. B. Neubig. 3 Bde. München und Kempten, Giel und Kösel, 1828-30. Mit Stahlstich-Portr. LXIV, 149 S., 1; 2 Bl., 267 S., 1 Bl.; XXIV, 243 S. Brosch. d. Zt. (Bde. I-II; beschabt) und Orig.-Brosch. (fleckig). (78) 200,Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 821, 11. – Bd. III unter dem Titel „J. J. Balde's Oden, metrisch übersetzt“. – Mit ausführlicher Biographie des bedeutenden Neulateiners. – Etw. braunfl., Titel von Bd. II gestempelt. – DAZU: DERS.,

1085 – LUCRETIUS CARUS, T., De rerum natura libri sex. Birmingham, Baskerville, 1772. 4°. 1 Bl., 280 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (Vorderdeckel stark beschädigt). (22) 120,Brunet III, 1220. Gaskell 43. Schweiger II, 557. – Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

1086 BLESSINGTON, (MARGUERITE), Bekenntnisse eines alten Junggesellen. Übers. von R. Z. Ende. Berlin, Asher, 1837. Mit 6 Stahlstichtafeln. 2 Bl., 283 S. Lwd. d. Zt. (lichtrandig, leicht bestoßen). (2) 100,Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Block 22 (engl. Ausgabe 1836). – Die Tafeln mit Bildnissen der verflossenen Lieben des „alten Junggesellen“ nach Zeichnungen von E. Th. Parris (Thieme-B. XVI, 256). – Leicht gebräunt, Tafeln tls. stärker fleckig.

1087 BODMER, (J. J.), Die Noachide in zwölf Gesängen. Ganz umgearbeitet und aufs neue verb. Basel, Flick, 1781. 4 Bl., 352 S. Pp. d. Zt. (leicht berieben und bestoßen). (36) 80,Goed. IV/1, 12, 26. – Titel mit hs. Numerierungen und verso gestempelt, einige Lagen gebräunt.


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1088 BODONI – AESOPUS, Fabulae Graecae Latine conversae. Parma, (Bodoni), 1800. Gr.-Fol. 4 Bl., 176 S., 2 Bl. Mod. Pp. (etw. bestoßen). (139) 600,Erste Ausgabe. – Brooks 796. Weiß 333. Brunet I, 87: „Édition de luxe.“ Geering 396, 164: „Très belle impression, d'une simple beauté incomparable. Papier fort; très grand de marges et non rogné.“ – Nicht bei De Lama. – Griechisch-lateinischer Paralleltext in zwei Spalten. Noch im selben Jahr auch in einer völlig anders gestalteten Quartausgabe erschienen. – Ränder etw. gebräunt, braunfleckig. Das erste (weiße) Bl. nach dem Titel eingebunden, S. 69/70 wie immer Kartonblatt. – Prachtvoller, seltener Druck.

1089 – GENESI, LA. Versione di Gregorio Cerati. Parma, Bodoni, 1807. 1 Bl., LIX S., 1 Bl., 260 S., 2 Bl. Grünes Ldr. d. Zt. mit dezenter Vergoldung (etw. berieben, wenig bestoßen). (139) 300,Brooks 1018. Weiß 427. De Lama II, 175. – Seiten 175-184 braunfleckig. Sonst nur gering fleckig, oben mit kleiner Wurmspur.

1090 – GUARINI, G. (B.), Pastor Fido. Crisopoli (Parma), Bodoni, 1793. 4°. 1 Bl., 345 S. Läd. Interims-Pappe. (139) 300,Erschienen in einer Gesamtaufl. von 175 Ex. in 5 Papierqualitäten, unser Exemplar auf kraftvollem Bütten mit dem Wasserzeichen „FP“. – De Lama II, 91. Brooks 521 (nennt nur 26 Ex.). Weiß 174 bzw. 175. Brunet II, 1775. – Ganz wenig fleckig, unbeschnitten.

1091 – KALLIMACHOS, Callimaco greco-italiano ora pubblicato per le auguste nozze della R. principessa di Parma, Carolina Teresa di Borbone, con S. A. S. il principe Massimiliano di Sassonia (da Giambatista Bodoni). Parma, Nel regal Palazzo co' tipi Bodoniani, 1792. 4°. 12 Bl., IV S., 1 Bl., 76 S., 3 Bl., IV S., 1 Bl., 100 S. Hldr. d. Zt. (Rücken stärker geblichen, leicht bestoßen). (105) 500,Brooks 443. Weiß 140. Schweiger I, 76. Hoffmann I, 466. – Von der anläßlich der Hochzeit des Prinzen Maximilian von Sachsen mit der Prinzessin Carolina Teresa von Parma gedruckten zweisprachigen Ausgabe wurden mehrere Fassungen hergestellt, die alle nur in sehr kleinen Auflagen erschienen sind: zwei Ausgaben in Folio und eine Quartausgabe, von der wiederum zwei Ausgaben existieren: eine mit einem Sonett von Vincenzo Jacobacci und, wie vorliegend, eine Ausgabe ohne dieses. – Die Übersetzung der Hymnen und Epigramme ins Italienische besorgte der Karmeliten-Pater und Professor für Rhetorik an der Universität Parma, Luca Antonio Pagnini. – Der Titel ist auf zwei Blättern abgedruckt (Vortitel und Titel, um die Widmung vom eigentlichen Titel abzusetzen). – Minimal gebräunt, vereinzelt gering (Vorderschnitt stärker) braunfleckig, Vorsatz gestempelt. – Großzügiger Bodonidruck.

Nr. 1093

1092 – (MONTI, V.), Il bardo della selva nera. Parte prima (alles Erschienene). Parma, Co' tipi Bodoniani, 1806. 4°. 2 Bl., VIII S., 1 Bl., 127 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt, fleckig, Kopf gering eingerissen). (139) 300,Zweiter von 4 Drucken der ersten Ausgabe. – Brooks 998. Weiß 418. – Bodoni veröffentlichte die berühmt gewordene Ode an Napoleon I., dem das Buch auch gewidmet ist, gleichzeitig in Folio, Quart (unser Druck), Groß- und Kleinoktav. – Gilt als einer der schönsten Drucke Bodonis. – Unbeschnitten; die letzten 3 Lagen mit kleinem Wasserrand im Bundsteg.

1093 – ROSSI, G. DE, Della lingua propria di Cristo e degli Ebrei nazionali della Palestina da' tempi de' Maccabei. Dissertazioni. Parma, Stamperia Reale, 1772. 4°. Mit gestoch. Christuskopf auf dem Titel. 4 Bl., XVI, 244 S. Weinrotes Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (etw. berieben, wenig bestoßen). (19) 1.500,Brunet IV, 1407. Ebert 19426. Brooks 26. Weiß 8: „Nicht bei de Lama erwähnter, früher Druck. Interessant durch die Verwendung vieler verschiedenartiger, auch exotischer Typen und kleiner Buchschmuckstücke.“ – Tls. leicht


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fleckig. Schöner und breitrandiger Bodoni-Druck in dekorativem Einband. – Innendeckel mit großem Exlibis von C. G. Caissotti, gestoch. von Antonio Maria Stagnon (17511805; vgl. Thieme-B. XXXI, 445), der Künstler im Geist der Französischen Revolution war. – Fliegender Vorsatz mit Kaufvermerk von H. Ferrand bei der Caissotti-Auktion (in Paris?). – Siehe Abbildung. Partly a little soiled. A beautiful and wide-margined Bodoni printing in a decorative binding. – Large exlibris of C. G. Caissotti at inner cover, engraved by Antonio Maria Stagnon (1751-1805; compare Thieme-B. XXXI, 445), an artist in the spirit of the French Revolution. – Fly-leaf with purchase note of H. Ferrand at the Caissotti auction (in Paris?). – Contemporary wine-red calf richly gilt (some rubbing, minor scuffing). – See illustration.

1094 – (TOMMASINI, G.), Medaglia d'onore decretata dal pubblico di Parma al celebre tipografo Gio. Battista Bodoni cittadino parmigiano. Crisopoli (Parma), (Bodoni), 1806. Gr.-4°. Mit gestoch. Titelvign. 3 Bl., LXXXIV S. Mod. Pp. (fleckig). (139) 250,De Lama II, 169. Brooks 994. Weiß 415. – Zweite der im selben Jahr erschienenen Ausgaben, die erste ist im Folioformat gedruckt, ansonsten kollationsgleich und nur mit geringen Unterschieden im Satz (vgl. Angaben bei Brooks). 1806 wurde Giambattista Bodoni (1740-1813) die Ehrenmedaille der Stadt Parma verliehen, eine Gunst, die den berühmten Schriftsetzer und Drucker veranlaßte, eine eigene Publikation darüber drucken zu lassen. Sie hat zwei Teile: den ersten, die „Relazione de' motivi che determinarono il pubblico di Parma a decretare la Medaglia Bodoniana e del modo con cui fu eseguito il decreto“, hat Giacomo Tommasini verfaßt, der zweite enthält die „Atti dell'Anzianato di Parma relativi al conio della Medaglia Bodoniana ed alla presentazione della medesima“. – Vortitel und Titel mit kleinen Rasurstellen, vereinzelt ganz leicht fleckig; unbeschnitten.

1095 BOIARDO, M. M., Sonetti e canzone. Mailand, Società tipografica dei Classici italiani, 1845. 4°. 3 Bl., 326 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg., Deckelfileten und Eckfleurons (etw. bestoßen, gering fleckig). (55) 200,Nachdruck der Ausgabe London 1835. – Brunet I, 1044. – Die Londoner Ausgabe war nach den Frühdrucken von 1499 und 1501 erst die dritte Edition von Boiardos Sonetten; der Mailänder Nachdruck erschien nach Brunet in 250 Exemplaren auf Normal- und 50 auf großem Papier. Unser Exemplar hat den Vermerk „Edizione di soli 250 esemplari“, ist aber auf großem Büttenpapier gedruckt und daher wohl eines der in der Gesamtauflage offenbar enthaltenen 50 Geschenkexemplare mit äußerst breitem Rand. – Minimal gebräunt, Stege leicht braunfl., tls. unaufgeschnitten, unbeschnitten.

1096 (BOUHOURS, D.), Pensées ingenieuses des anciens et des modernes. Paris, Mabre-Cramoisy, 1689. 12°. 6 Bl., 486 S., 14 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (Schwanz gering wurmlöchrig, stark beschabt und bestoßen). (65) 150,-

Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 1911, 28. Hoefer VI, 914. – Sammlung von Anekdoten und Maximen des Pariser Jesuiten und streitbaren Homme de lettres. – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, Titel mit Eintrag, die S. 229/230 mit kleinem Randausriß, fleckig.

1097 BRENTANO, C., Gesammelte Schriften. Hrsg. von Ch. Brentano. 9 Bde. Frankfurt, Sauerländer, 1852-55. Mit gestoch. Portr. und lithogr. Tafel. Hlwd. d. Zt. (Gebrauchsspuren) und Hldr. d. Zt. (Bd. IX). (100) 250,Erste Gesamtausgabe. – Mallon 184-90 und 211-12. Goed. VI, 62, 50. Achter 90-91. – Mit den beiden häufig fehlenden Briefbänden (diese ohne das Porträt, das bloß eine Wiederholung gewesen wäre). – Braunfleckig. – Ohne Rückgaberecht. – Beiliegen Werkausgaben von Seume und Iffland.

1098 BUCHHANDLUNG, DIE. Altona, Iversen, 1762. 4°. 6 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (124) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Kunstvoll-künstlich gedrechselte Ode, vom anonymen Verfasser „beynahe vor zehn Jahren entworfen“. BEIGEB.: II. ODE auf die heilige Christ-Nacht, samt etlichen anderen Gedichten. Von C. F. F. Ohne Ort und Dr. 1760. 18 Bl. – Einzige Ausgabe, selten. III. BEHN, F. D., Versuch eines Gedichtes über die Landlust. Lübeck, Böckmann, 1754. 4 Bl., 44 S. – Einzige Ausgabe. – Goed. IV/1, 31, 1. IV. DUSCH, J. J., Der Schooßhund. Ein Heldengedicht in neun Büchern. Altona, Iversen, 1756. 4°. Mit gestoch. Titelvign. 4 Bl., 91 S. – Erste Ausgabe. – Goed. III, 376, 114, 7.

1099 (BURCKHARDT, J.), E Hämpfeli Lieder. Basel, Schweighauser, 1853. 27 S. Lwd. d. Zt. (wenig berieben). (160) 200,Erste Ausgabe. – NDB III, 37: „In der Gedichtsammlung ist Burckhardt Ausgezeichnetes gelungen auf dem Gebiete der alemannischen Mundartdichtung, angeregt von J. P. Hebel und nach eigenem Bekenntnis von den römischen Elegikern.“ – Bei dem Verfasser der seltenen Gedichtsammlung handelt es sich um den bekannten Kulturhistoriker Jacob Burckhardt. – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte; im Bug alt restauriert, fleckig.

1100 (BUSCH, W., Bilderpossen. Dresden, Richter, o. J. [1864]). Qu.-4°. Mit 75 Holzschnitten nach Wilhelm Busch auf 57 Bl. (inkl. 4 Titeln). Hlwd. d. Zt. (etw. berieb. und bestoßen). (28) 200,Erste Gesamtausgabe der vier Geschichten „Eispeter“, „Katze und Maus“, „Krischan mit der Piepe“ und „Hänsel und Gretel“. – Vanselow 25. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1101 – Hänsel und Gretel. Eine Bilderposse. Dresden, (Gaber für) Richter, o. J. (1864). Qu.-4°. Mit 17 Holzschnitten nach Wilhelm Busch. 14 Bl. (inkl. Titel). Illustr. OPp. (etw. fleckig) in etw. späterer Hldr.-Kassette (etw. berieb. und bestoßen). (28) 150,Erste Ausgabe. – Vanselow 24. – Leicht gebräunt und fleckig. – Exlibris „E H“ (Eduard Hoffmann).


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1102 – Max and Maurice. Juvenile History in Seven Tricks. From the German by Ch. T. Brooks. Boston, Roberts, 1871. 56 S., 8 S. (Anzeigen). OLwd. (etw. fleckig und bestoßen). (28) 300,Erste amerikanische Ausgabe, zugleich erste Ausgabe einer Übersetzung ins Englische, selten. – Görlach, „Bibliography of English translations of Max and Moritz“, I.1. Ries 458, 5. – Gebräunt, etw. fingerfl., fliegender Vorsatz mit Datumsstempel von 1875, Spiegel mit Buchhändlermärkchen „H. Edelman, Leeuwarden“.

1103 – Plish and Plum. From the German by Ch. T. Brooks. Boston, Roberts, 1883. 67 S., 2 Bl. (Anzeigen). OLwd. (etw. fleckig, leicht berieben). (28) 200,Erste amerikanische Ausgabe, schon ein Jahr nach der deutschen erschienen. – Ries 459, 19. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. Märkchen „William Salloch“ auf hinterem Spiegel.

1104 BUSCH – SAMMLUNG – Ca. 180 Werke in ca. 220 Bdn. 1878-1998. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (28) 600,Umfangreiche Sammlung zum Leben von Wilhelm Busch und der Schriften des Philosophen aus Wiedensahl. Enthält die erste Werkausgabe (Achter 110), mehrere Erstausgaben, zahlreiche Übersetzungen der Bildergeschichten, insbesondere von „Max und Moritz“, in verschiedene deutsche Dialekte und in fremde Sprachen sowie diverse Faksimileausgaben von Buschs Werken, ferner mehrere Buschiaden und „Zu guter Letzt“ [in der EA von 1904 – Vanselow 98] eine Fülle sekundärliterarischer Arbeiten.

1105 CERVANTES SAAVEDRA, M. DE, Vida y hechos del ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha. 4 Bde. London, Tonson, 1738. 4°. Mit 11 gestoch. Kopf- und 1 gestoch. Schlußvign., 11 gestoch. Initialen, gestoch. Portr. und 68 Kupfertafeln von Vertue und Van der Gucht nach Vanderbank. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale von Bd. I tls. wenig eingerissen; stellenw. etw. beschabt und bestoßen). (67) 8.000,Rius I, 37. STC C 603. Cohen-R. 215. Lewine 102. Sander 317. – Reich illustrierte Prachtausgabe auf großem Papier. – Der Text, eine Bearbeitung von Pedro Pineda, basiert auf den Ausgaben von Juan de la Cuesta von 1605 und 1615 sowie der Madrider Ausgabe von Francisco Martinez von 1637. – Die Illustrationen stammen nahezu ausnahmslos von John Vonderbank. Lediglich die Tafel 3 im ersten Band wurde von William Hogarth gezeichnet. Lord Carteret hatte den Künstler mit einigen Entwürfen beauftragt, doch dessen ironischer Stil stieß beim Auftraggeber auf wenig Begeisterung. – „Hay buena composición, bastante expresión y movimiento en las figuras; pero poca verdad en los tipos y trajes, los cuales son puramente ingleses. En cuanto al grabado, es excelente“ (Rius). – Vorsätze mit wenigen Eintragungen von alter Hand in Tinte, Titel verso mit gelöschtem Besitzstempel, tls. etw. gebräunt und fleckig. – Dekoratives Exemplar. – Siehe Abbildung.

Nr. 1105 Richly illustrated edition de luxe. – Endpapers with a few annotations by contemporary hand in ink, title verso with erased ownership stamp, partly a little browned and soiled. – A decorative copy. – Contemporary calf with spine label and gilt back (turn-ins of vol. I partly a little torn; here and there some scratching and scuffing). – See illustration.

1106 CHARIVARI – FOLIES DE JEUNESSE. Tableaux de moeurs legères par les dessinateurs du Charivari. Paris, Aubert, o. J. (ca. 1860). Fol. Holzstich-Titel und 20 kolor. eiweißgehöhte lithogr. Tafeln. Illustr. OPp. (stark berieben, fleckig und etw. bestoßen). (52) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Äußerst seltene Folge, hauptsächlich von den Charivari-Zeichnern Gavarni und de Beaumont, mit humorvollen Szenen aus den Reihen „Fariboles“, „L'opéra au XIXème siècle“, „Quartier de la boule rouge“ und „Baliverneries parisiennes“. – Vereinzelt ein wenig fleckig, die letzten drei Tafeln stärker gebräunt. – Aus der Sammlung des Regisseurs Fritz Kirchhoff (1901-1954). – Siehe Abbildung Tafel 13.

1107 CICERO, M. T., Opera. 9 Bde. Venedig, Graziosi, 1772. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 9 wdh. gestoch. Titelvign. Mod. Hldr. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (43) 250,Schweiger I, 109. Brunet II, 11. – Unbeschnitten, etw. gebräunt, gering fleckig. – Ohne Rückgaberecht.


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Nr. 1109

1108 DIORAMA – Papiertheater mit gestoch. altkolor. Proszenium, mont. auf Pappe, und gestoch. altkolor. abrollbarer Szenerie auf zwei Rollen. Paris, „Grandcher du Petit Dunkerque“, o. J. (ca. 1820/25). 23,7 x 21 cm, Rolle ca. 7 x 50 cm. (38) 2.000,Reizvolles Diorama mit gestochener klassizistischer Proszeniumsarchitektur in Form einer Säulenhalle mit Frontispiz und Orchestergraben. Die Szenenfolge zeigt das Theaterstück in drei Akten und einem Prolog „Le Vampir“; am Anfang das Autorenporträt „Lord Byron“ als Büste zwischen düsteren Wolken, umgeben von phantastischen Gestalten. Bei dem Stück handelt es sich um die Theateradaption der ersten Vampirerzählung der Weltliteratur, „The Vampire“ von John Polidori, dem Leibarzt Byrons. Die Kurzgeschichte ist 1819 im „New Monthly Magazine“ unter Byrons Namen erschienen und erregte sogleich großes Aufsehen. Eine Theaterfassung „Le Vampire, mélodrame en trois actes et en prose“ veröffentlichte der Schriftsteller Charles Nodier 1820 (vgl. Hoefer XXXVIII, 166).

Das Schauerstück, das am 13. Juni des Jahres am Théâtre de la Porte Saint-Martin in Paris uraufgeführt worden ist, hat später unter anderem auch Marschner und Dumas beeinflußt und (neben anderen Adaptionen des Stoffes) so großen Erfolg gehabt, daß ein Kritiker spottete, kein Theater in Paris sei mehr ohne seinen Vampir. – Unser Diorama zeigt die Szenerien des Prologs und der drei Akte in dramatisch ausgeleuchteten exotischen Schauplätzen. Die antiken bzw. mittelalterlichen Phantasiegewänder der Akteure kontrastieren dabei zur biedermeierlichen Kleidung der Orchestermitglieder im Vordergrund, wie auch die dramatischen Gesten in seltsamem Kontrast zu den karikaturhaften Zügen der Musiker stehen. Vielleicht gibt das Proszenium unseres Dioramas das des alten, 1781 errichteten Théâtre de la Porte St.-Martin wieder (1871 niedergebrannt und neu aufgebaut). – Auf der Rückseite Hersteller- bzw. Händleretikett „Petit Dunkerque“, ein seinerzeit berühmtes Geschäft für Kurz- und Eisenwaren sowie „curiosités et nouveautés“, geführt von dem Pariser Händler Grandcher. Dieses Geschäft hatte seine Blütezeit von 1815-30, bis es 1835 schließen mußte. – Haltestab aus Holz abgebrochen, kleine Schäden und Gebrauchsspuren. – Von großer Seltenheit. – Siehe Abbildung Tafel 15.


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Theatre adaptation of the first vampire story of world literature, „The Vampire“ by John Polidori, Byron's private physician. – Our diorama shows the sceneries of the prologue and the three acts in dramatically illuminated exotic venues. – Wooden strap broken, small damages and signs of wear. – Extremely rare. – Paper theatre with engraved proscenium in contemporary hand colouring mounted on cardboard and engraved hand coloured scenery that can be unrolled on two coils. – See illustration on plate 15.

1109 DORE, G., La ménagerie parisienne. Paris, Bureau du Journal pour rire, o. J. (1854). Qu.-4°. Lithogr. Titel und 24 lithogr. Tafeln von G. Doré. Spätere Hlwd. (etw. beschabt und bestoßen) mit eingeb. lithogr. Deckeln der Orig.-Brosch. (mehrere kleine restaurierte Einrisse). (52) 300,Erste Ausgabe. – Rümann 82. Sander 235. – Seltene, zu den frühesten publizierten Arbeiten Dorés zählende Folge. „Une curieuse collection des Lorettes, des Gens de Bourse, des Grandes Dames, des Gens du peuple ... On y reconnait tantôt l'influence de Gavarni, tantôt le pastiche involontaire de Daumier“ (Le Blanc 237). – Die ersten beiden Bl. im Bug mont.; etw., stellenw. auch stärker braunfleckig. – Aus der Sammlung des Regisseurs Fritz Kirchhoff (1901-1954). – Siehe Abbildung.

1110 EDELMANN, J. CH., Sämtliche Schriften in Einzelausgaben. Hrsg. von W. Grossmann. 12 in 13 Bdn. Stuttgart, Frommann, 1970-76. OLwd. (104) 250,1111 EICHENDORFF, J. VON, Werke. 4 Bde. Berlin, Simion, 1841. Mit gestoch. Portr. Mod. Hldr. (100) 400,Erste Gesamtausgabe. – Goed. VIII, 192, 35. – Titel gestempelt, die S. 131/132 in Bd. IV mit Einriß; tls. mit Knickspuren, fleckig und gebräunt. – Unbeschnitten.

1112 EINBÄNDE – HELLBRAUNER KALBLEDEREINBAND. Frankreich, dat. 1679. 4°. Mit reicher Rücken-, Deckel- und Stehkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (wenig fleckig, leicht beschabt und bestoßen). (112) 600,Sehr dekorativer Schulpreisband mit reicher Fleur-de-lisGoldprägung, wohl aus einer königlichen Buchbinderei (Clovis Eve?, vgl. Olivier 2493-94). In der Mitte beider Deckel Supralibros mit drei Lilien im Rund, darüber Königskrone. Einfassung mit doppelter floraler Bordüre. Rückenvergoldung ebenfalls fleur de lis. – Auf dem vorderen Vorsatz Widmung eines Jesuiten C. Caignart, „studiorum praefectus in henricaeo flexiensi collegio“ (La Flèche, Collège Henry IV.), an den „ingenium adolescentem Renatum Duchemin in seconda schola“ für herausragende Leistungen im Griechischen, datiert 21. 8. 1679. Spiegel mit Besitzvermerk des Preisträgers. – ENTHÄLT: CURTIUS RUFUS, Q., De la vie et des actions d'Alexandre le Grand. De la traduction de M. de Vaugelas. Nouvelle éd. Rouen und Paris, Maurry für Jolly, 1664. Mit gestoch. Frontisp. 19 Bl., 609 (recte 607) S., 16 Bl. – Graesse I, 313. – Leicht fleckig, kaum gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 14.

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Habsburger Wappeneinband 1113 – DUNKELBRAUNER LEDEREINBAND. Österreich um 1720. Mit Rvg., goldgepr. doppelter Filete, doppelter floraler Bordüre, gezackten Eckstücken und Wappensupralibros auf den Deckeln (Vg. z. Tl. abgerieben bzw. nachgedunkelt, vor allem Ecken und Kanten beschabt, etw. bestoßen). (112) 300,Wappen mit dem Habsburger Doppeladler. – ENTHÄLT: FLORUS, L. A., Rerum Romanarum epitome. Interpretatione et notis illustravit Anna Tanaquilli Fabri filia. Venedig, Bonarrigo, 1715. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titelvign. 8 Bl., 205 S., 79 Bl. – Schweiger II, 362. – Erste in Venedig gedruckte, von Anna Fabri besorgte Ausgabe. – Frontispiz außen mit geringem Bildverlust angeschnitten. Zu Beginn und am Ende mit Wurmspuren. Vorsatz mit Siegellackresten. Am Anfang im Bug etw. braunfleckig. Sonst meist sauber.

1114 – BLAUER SEIDENEINBAND um 1750. Fol. Mit gesticktem Rsch. und dreiseit. Goldschnitt (leichte Gebrauchsspuren). (52) 400,Vermutlich für eine hochgestellte Persönlichkeit luxuriös gebunden. Gleich am Anfang ein schön gestochenes Porträt Max Josephs III. von Bayern (Maillinger I, 1056), dem das Werk gewidmet ist. – ENTHÄLT: ALLGEMEINES juristische Oraculum. Bd. VIII. Leipzig 1750. 5 Bl., XIV S., 1 Bl., 824 S., 20 Bl. – Mit Goldbrokatfäden gestickte Rückenschilder sind von allergrößter Seltenheit. – Dublette der BSB.

1115 – ROTBRAUNER LEDEREINBAND. Augsburg, um 1780. Mit reicher Deckelvergoldung und dreiseit. punziertem Goldschnitt (Vergoldung stellenw. oxydiert, hinteres Gelenk mit Stoßschaden; beschabt und bestoßen). (78) 150,Dekorativer Klostereinband des ausgehenden Rokoko mit reicher filigraner Rankenornamentik. Als Supralibros auf beiden Deckeln das Augsburger Stadtwappen (Pinienzapfen über Kapitell vor zweigeteiltem Schild), darüber ChristusSalvator-Büste, beides von einem Lorbeerkranz eingefaßt. Es handelt sich wohl um das Wappen eines Augsburger Klosters (vielleicht das Jesuitenkolleg St. Salvator, das auch nach Aufhebung des Ordens 1773 noch bis 1807 bestanden hatte). – ENTHÄLT: MURATORI, L. A., De ingeniorum moderatione in religionis negotio libri tres. Ed. novissima. Augsburg, Rieger, 1779. Mit gestoch. Portr. XXX, 646 S., 12 Bl. – Vgl. Jöcher-A. V, 199, 19. – Titel gestempelt und mit etw. späterem klösterlichen Besitzvermerk; leicht gebräunt. – Beiliegend ein weiteres Werk in einem ähnlichen Einband mit dem gleichen Supralibros (inkomplett).

1116 – ROTE MAROQUIN-EINBANDDECKE. Frankreich, um 1780/1800. 4° (28,6 x 20,6 cm). Mit reicher Deckelvg. und gestoch. Spiegeln (Schließbänder fehlen, Rücken mit mehreren Löchern und Einriß am Kapital; etw. beschabt und bestoßen). (24) 200,-


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Dekorativer Einband, dessen Deckel mit doppelten ornamentalen Bordüren und Eckfleurons verziert sind. Das Bezugspapier der Spiegel mit gestochener floraler Ornamentik ist grün eingefärbt. – Beiliegend ein Stoffüberzug für ein Gebetbuch mit Stickerei auf der Außenseite (IHSMonogramm in Dornenkrone vor goldgewirktem Strahlenkranz), Innenseite mit Seide ausgekleidet. Wohl spätes 19. Jahrhundert.

1117 – BRAUNER LEDEREINBAND mit goldgepr. Wappensupralibros des Königreichs Bayern auf beiden Deckeln und reicher Rückenvergoldung. Süddeutschland, Anfang des 19. Jhdts. (tls. mit Wurmfraß, etw. bestoßen). (2) 300,ENTHÄLT: (REVERONI SAINT-CYR, J. A. DE), Essai sur le mécanisme de la guerre. Paris, Magimel, 1808. Mit 5 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., XVI, 216 S. – Die Kartons zu den S. 21-22, 27-28, 71-74 am Ende eingebunden.

1118 – 5 HALBLEINENBÄNDE aus dem Besitz der Erzherzogin Sophie von Österreich (1805-1872) mit goldgepr. Initialen auf den Rücken. Österreich um 1840 (kaum Gebrauchsspuren). (81) 400,ENTHÄLT: STAEL-HOLSTEIN, (GERMAINE) DE, De l'influence des passions. Seconde éd. revue et corrigée. 2 Bde. Paris, Dufart und Desenne, 1797. 12°. – Hoefer XLIV, 389. – Vgl. Cioranescu 60674 (EA 1796). – Ohne die S. 197-200 in Bd. II. – DURDENT, R., Adriana, ou les passions d'une italienne. 3 Bde. Paris 1812. – Vgl. Hoefer XIV, 444. – Die Einbände der adligen Bibliothek zeichnen sich durch schlichte Eleganz aus, lediglich das verschlungene gekrönte Monogramm auf dem Rücken und dem Titel verso weisen dezent auf die Besitzerin hin. – Vgl. Arnim 178-179 und 191.

1119 – ROTER LEDEREINBAND mit reicher Vergoldung. Süddeutschland ca. 1820. Mit schwarzem Titelschild und goldgepr. Strahlen-Dekor auf dem Rücken, goldgepr. Deckelfileten sowie Innen- und Stehkantenvg. (wenig fleckig, gering beschabt und bestoßen). (67) 200,ENTHÄLT: SCHÄFFER, J. U. G., Versuch eines Vereines der Theorie und Praxis in der Heilkunst. Bd. I (von 3) in 1 Bd. Berlin, Reimer, 1817. 1 Bl., XV (ohne S. IX-X), 239 S. – Erste Ausgabe. – Hirsch-H. V, 50. – Johann Ulrich Schäffer, Bruder des berühmten Regensburger Entomologen Jakob Christian Schäffer, war Hofmedicus des Geschlechtes der Öttingen-Wallerstein. – Fleckig.

1120 – AUBERGINEFARBENER Romantiker-Einband. Süddeutschland ca. 1840. Mit goldgepr. Rocaillen, Voluten und Filetenbündeln auf den Deckeln und dem Rücken (Rücken etw. aufgehellt, leicht berieben). (2) 100,ENTHÄLT: LIGUORI, A. M., Memento mori oder Betrachtungen über die letzten Dinge des Menschen. München, Rösl, (1840). Mit lithogr. Portr. 104 S. – Braunfleckig.

1121 – ROTER LEDEREINBAND. Süddeutschland ca. 1840. Die Deckel mit goldgepr. Fileten und Eckfleurons, das Mittelfeld des Vorderdeckels mit goldgepr. Namen von „Elisabeth Franziska Maria 1837“, das des Rückendeckels mit verziertem goldgepr. Kreuz. Mit zierlicher Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseitigem Goldschnitt (gering fleckig, wenig berieben und bestoßen). (2) 300,ENTHÄLT: (ALBERTINI, J. B. VON, Geistliche Lieder. Bunzlau, Appun, 1835). S. 3-338 (ohne den Titel). – Vgl. ADB I, 217 (EA 1821): „Eine Sammlung geistlicher Lieder, welche mit großem Beifall aufgenommen wurde. Zum Teil sind es höchst gelungene Dichtungen, voll Geist und Herz, zum Teil aber nur aphoristische Gedanken.“ – Zusätzlich vorgebunden ein Blatt mit Schattenriß und hs. Zitat des Bischofs und Liederdichters Johann Bapist von Albertini (1769-1831), der sich auch als Botaniker und Mykologe einen Namen gemacht hat. – Bei der vormaligen Besitzerin des Liederbuches handelt es sich wahrscheinlich um Prinzessin Maria Elisabeth Amalia Franziska in Bayern (17841849), die Tochter Herzog Wilhelms und dessen Gattin Maria Anna. – Fliegender Vorsatz mit e. Besitzvermerk von Maria Josepha von Portugal, Gattin von Herzog Karl Theodor in Bayern.

1122 – ROTER LEDEREINBAND mit reicher Vergoldung. Süddeutschland ca. 1840. Mit umlaufender goldgepr. floraler Bordüre auf beiden Deckeln, goldgepr. Zierbändern und -stücken auf dem Rücken sowie reicher Innen- und Stehkantenvg. und dreiseitigem Goldschnitt (Deckel etw. fleckig und berieben). (2) 200,ENTHÄLT: (THOMAS A KEMPIS), Die Nachfolge Christi. 2., verm. und verb. Aufl. Leipzig, Weber, (1837). Mit gestoch. Frontisp., beikolor. und in Farbe gedrucktem Titel sowie 3 Stahlstich-Tafeln. VIII, 448 S. – Mit e. Besitzvermerk von Maria Josepha von Portugal, Gattin von Herzog Karl Theodor in Bayern.

1123 – WEINROTER SAMTEINBAND mit silbernen Zierstücken. Frankreich ca. 1842. Die fein getriebenen Eckbeschläge mit Darstellung der vier Evangelisten, die Rückenbeschläge und Metallschließe jeweils mit Puttenkopf, das Mittelfeld des Vorderdeckels mit den gekrönten Initialen „A(delheid von) P(alaus)“ (Kapitale etw. eingerissen). (2) 300,ENTHÄLT: LIVRE D'HEURES. 2. éd. Paris, Delaunay, 1841. Mit beikolor. und in Farbe gedrucktem Titel sowie 15 Tafeln. 11 Bl., 792 S. – Zum Tiroler Adelsgeschlecht der Pal(l)aus vgl. Adelslexikon X, 130. – Vorsatz mit e. Besitzvermerk von Königin Marie Therese von Bayern. – Siehe Abbildung.

1124 – SILBEREINBAND auf Samtdeckeln. Süddeutschland ca. 1860. Rücken, Vorder- und Hinterdeckel mit reichen plastisch getriebenen Rocaillen und Puttenköpfen sowie verzierten Schließen (Kopfstück im Gelenk aufgebrochen). (44) 200,-


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Zum Einbandtyp vgl. Arnim 103. – ENTHÄLT: GESANGBUCH für die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern. Nürnberg 1854. Mit gestoch. Portr. VI, 341, 16, 16, 27 S. – Titel gestempelt, kaum fleckig.

1125 – HELLBRAUNER MAROQUINEINBAND. Angers, ca. 1880. 16°. Mit reicher floraler Rückenvg., goldgepr. dreifachen Deckelfileten, Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseitigem Goldschnitt, sign. „Girard Rel. à Angers“ (gering berieben). (115) 300,Dekorativer Meistereinband der berühmten Werkstatt Girard in Angers (wahrscheinlich von Charles Girard d. J., der 1872 die Werkstatt übernommen hat, siehe Fléty 81). – Enthält ein Fragment des 1551 bei Yolande Bonhomme in Paris gedruckten „Novum testamentum“ mit zahlreichen Metallschnitten (der vorgebundene aufgezogene gestochene Titel gehört nicht zum Werk). – STC 54. – Nicht bei Darlow-Moule. – Titel und Register sowie einige foliierte Bl. fehlen, letztere meist durch weiße Bl. ersetzt (für hs. Ergänzungen).

1126 – BRAUNER MEISTEREINBAND einer Schreibmappe. Hamburg 1883. 4°. Mit reliefiertem Vorderdeckel und 3 (statt 4) kleinen Messingbuckeln an den Ecken des Vorderdeckels (Rücken etw. läd.; berieben und bestoßen). (81) 200,Von dem Hamburger Kunsthandwerker und Buchbinder Georg Hulbe (1851-1917) gestalteter Ledereinband (hinterer Deckel signiert: „Georg Hulbe Hamburg“) für den Chemiker Wilhelm Rudolph Fittig (1835-1910) zum 25. Jubiläum seines Doktorats, ein Geschenk des Hamburger Fabrikanten und Sozialpolitikers Heinrich Traun (18381909). Der Vorderdeckel mit einer Minerva-Darstellung im Hochoval, eingefaßt von manieristischer Ornamentik. Hulbe hat unter anderem die Einbände des „Goldenen Buches“ der Städte Hamburg und Posen gestaltet, sehr ähnlich der vorliegenden Schreibmappe, ebenfalls mit reliefierten Deckeln. – Hinterer Spiegel vom Deckel gelöst, Gebrauchsspuren.

1127 – BLINDGEPRÄGTER Ledereinband des späten 19. Jahrhunderts mit München-Ansicht und Stadtwappen auf dem Vorderdeckel sowie zwei intakten Metallschließen (kaum Gebrauchsspuren). (100) 80,Dem montierten Titelblatt mit altmeisterlicher Bordüre und hs. Eintrag sollte die Chronik der Münchner Familie Bloch folgen, doch es blieb lediglich bei dem guten Vorsatz, die folgenden 300 Seiten sind leer. – Fleckenlos.

1128 – NACHTBLAUER Maroquineinband mit Vergoldung. England ca. 1910. Deckel mit goldgepr. Einfassung von Rolle, Fileten und breiter Dentelle-Bordüre, Rücken auf 5 Bünden mit reicher Vergoldung, Innen- und Stehkantenvg. sowie dreiseitigem Goldschnitt, sign. „Zaehnsdorf“. (87) 400,-

Nr. 1123 Vgl. Arnim 196. Ramsden 155. – Joseph William Zaehnsdorf (1853-1930) war der führende Kopf des Londoner Buchbindergewerbes der Jahrhundertwende und Hofbuchbinder von Edward VII. – ENTHÄLT: DEKAY, J., The Great Man. London 1909. Kl.-4°. 22 S. – Siehe Abbildung Tafel 14.

1129 – THIERSCH – SCHWARZER LEDEREINBAND. Wohl München, um 1920. Mit reicher Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvg., dreiseit. Goldschnitt und violetten Seidenvorsätzen, sign. „Frieda Thiersch“. (6) 800,Ungewöhnlich reich dekorierter Meistereinband von Frieda Thiersch, die derartige Arbeiten nur für private Auftraggeber gestaltete, während ihre Einbände für die Bremer Presse wesentlich schlichter gehalten sind. Das flächendeckende Ornament, wie es hier vorliegt, ist ein Kennzeichen der Frühphase (um oder sogar vor 1920), später tendierte Thiersch zu immer einfacheren Formen. Vom bekannten Werk der Meisterin hebt sich unser Einband auch dadurch ab, daß die Ornamentik der Deckel, gebildet aus von Punkten eingefaßten Kreisen und darin einbeschriebenen konkaven Bogendreiecken, sich nicht an den Orthogonalen orientiert, sondern wellige Linien bildet, die sich nur in der Mitte zu einem horizontalen Band mit Bogenvierecken vereinigen. Hier wird ein Motiv des Rückens wieder aufgenommen, während die Kreise, nun zusammen mit Fileten, an den Innenkanten wiederkehren. Diese Einheit der Grundformen in der auf den ersten Blick verwirrenden Vielfalt ihrer Verknüpfungen ist ein Charakteristikum früher Thiersch-Einbände. – Enthält eine Ausgabe der Meistersinger von Nürnberg, hrsg. von J. Burghold, bei Schott in Mainz (ca. 1910/20). – Geringe Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung Tafel 14.


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durch eine etwas kräftigere Berührung wird sie geschlossen und bleibt das auch, wenn sie mit einem vernehmlichen Klick eingerastet ist. – Romantisch-neoklassizistisches Zierstück. – Siehe Abbildung Tafel 14.

1132 – – Hölzerne Buchattrappe mit eingelassenem Likörfläschchen. Frankreich um 1825. Ca. 11 x 7 x 3 cm. Rücken mit braunem Lederbezug und goldgepr. Rtit. („La signature du contrat“), Deckel nach Art einer Original-Broschur mit aufgezogenem „Umschlag“ (etw. bestoßen, Deckel gebräunt und fleckig). (100) 300,-

Nr. 1136

1130 EINBÄNDE – KONVOLUT – Ca. 50 Werke in ca. 150 Bdn. Ca. 1750-1880. Verschied. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (129) 200,Enthält Einzelausgaben und mehrbändige Werke meist aus der Geschichte und Literatur und vorwiegend in deutscher und französischer Sprache. Die Reihenwerke sind inkomplett, dafür jedoch zum Teil dekorativ in Leder gebunden und mit reicher Vergoldung versehen. – Gebrauchsspuren.

1131 – NON-BOOK – Holzkassette mit mechanisch zu öffnender Innenkassette. Frankreich ca. 1810. Ca. 14 x 10 x 5 cm. Rotes Ldr. mit reicher Vg. und Bordürenfileten auf den Deckeln (leicht berieben, etw. bestoßen, zwei Ecken mit kleinen Fehlstellen). (100) 400,Mit einer mit grünem Leder bezogenen Innenkassette, in die ein schmales und ein zweites, etwas größeres Fach eingearbeitet sind, das zehn unterschiedlich große samtbezogene Unterteilungen aufweist. Durch einen Druckmechanismus läßt sich die Innenkassette öffnen, wobei sie ein wenig aus dem Buch herausspringt und der „Kopfschnitt“ aufklappt. Über den ursprünglichen Verwendungszweck der unterteilten Innenkassette läßt sich nur mutmaßen, da keinerlei Spuren mehr auf ihn hinweisen. Wichtigstes Indiz scheint uns dabei der Rückentitel der Buchattrappe zu bieten, „Le confident discret“. In der in Paris 1810 erschienenen Zeitschrift „Les nuits d'amour“ gibt es ein Stück dieses Titels, in „Le retour de Zéphire“ vom Jahr darauf ein Kalendarium mit der Überschrift „Le confident discret“. Das schmale Kassettenfach könnte, vermuten wir, gut zur Aufnahme eines kleinen Kalenders oder Tagebuches bestimmt gewesen sein, das größere Fach mit den eingelassenen Vertiefungen verschiedene Federkiele, Anspitzmesser und ein Tintenfläschchen enthalten haben. – Der Öffnungsmechanismus ist intakt, er befindet sich unter dem Lederbezug des untersten Feldes des in fünf Felder eingeteilten Buchrückens. Durch sanften Druck läßt sich die Kassette öffnen;

Vorderdeckel mit aufgezogenem gestoch. Titel „La Signature du Contrat“ und vierzeiliger Strophe in französischer Sprache über die Bedeutung der Eheschließung; darüber aufkaschiert ein oval beschnittener zweiter Kupferstich, der ein Brautpaar bei der Unterzeichnung eines Ehevertrages zeigt. Der hintere Deckel ist in gleicher Weise gestaltet, doch mit anderem Text und anderem Bild versehen und führt durch seine Beschriftung auf die Spur des ursprünglichen Verwendungszweckes der Attrappe: „Fremy frères Bottrel & Cie. à Chalonnes sur Loire ... Par Brevet d'Invention et de Perfectionnement“. Fremy frères et Bottrel waren Likörfabrikanten, die 1822 die Erlaubnis für „une bouteille en verre ayant la forme d'un livre et destinée à renfermer des liqueurs différentes“ erhielten (Bulletin des lois du royaume de France, Bd. VIII/2, Paris 1825, S. 350). Die aufkaschierte Darstellung zeigt ein Gebäude aus dieser Zeit, möglicherweise die Stätte der Likörfabrikation. – Fläschchen, so weit sichtbar, unbeschädigt, aber geöffnet und ohne Verschluß und Inhalt.

1133 EINHUNDERT Paragraphen über medizinische Dissonanzen auf der grossen politischen Baßgeige. „Frankfurt“ (= Nürnberg, Grattenauer), 1786. Mit gestoch. Frontisp. 202 S. Pp. d. Zt. (geringe Absplitterung am Rücken, wenig bestoßen). (88) 500,Erste Ausgabe. – Lesky 490. – Der mächtig sternisierende anonyme Verfasser wird in der Jenaischen ALZ wie folgt getadelt: „Der Gedanke der dieser Schrift zum Grunde liegt, ist kürzlich dieser: Der ächte Wundarzt hat gleichen Werth mit dem Arzte und sollte gleichen Rang mit ihm haben. Wundarzneykunst soll der Facultät nicht subordinirt seyn, und von Barbier- und Baderhandwerk ganz getrennt werden. – Diesen Gemeinort hat der Verf. mit langweiligen [sic; der Rezensent kommt möglicherweise aus Thüringen oder Sachsen] Witz illustrirt und amplificirt, und mit Invectiven und Grobheiten gegen verschiedne Schriftsteller bewiesen. Vorzüglich läßt er seinen Mutwillen gegen die Hn. Tissot, B. v. Störk und Gruner aus.“

1134 EISEN – LA FONTAINE, (J.) DE, Contes et nouvelles en vers. 2 Bde. Paris, Plassan und Chevalier, 1792. Mit 2 gestoch. Portrs., 2 gestoch. Titelvign., 53 gestoch. Textvign. und 89 Kupfertafeln von Aliamet, Choffard, Lemire, de Longueil u. a. nach Eisen. 1 Bl., XIV S., 1 Bl., 268 S., 1; 2 Bl., VIII, 306 S., 2 Bl. Etw. spät. restauriertes Ldr. mit Rsch. und Rvg. (Rücken schadhaft, Gelenke defekt, etw. beschabt und bestoßen). (55) 300,-


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Cohen-R. 573. Sander 1054. Lewine 281. Salomons 121. Rochambeau 531. Monglond II, 670. – Neue unveränderte Auflage der berühmten „Edition des Fermiers généraux“. Eines der bedeutendsten und schönsten illustrierten französischen Bücher des 18. Jahrhunderts, „en outre le chefd'oeuvre d'Eisen“ (Cohen-Ricci). – „Das Meisterwerk der Illustrationskunst Eisens und Choffards und ein Höhepunkt der französischen Buchkunst des Rokoko“ (Slg. Fürstenberg). – Einige der Kupfer wurden überarbeitet; in unserem Exemplar liegen acht Tafeln in zwei Zuständen vor. – Etw. gebräunt und fleckig.

1135 ENGLISCHE TRIVIALLITERATUR – SAMMELBAND – 3 Werke in 1 Bd. London ca. 1770. Mod. Hldr. (19) 500,I. THE CHEATS OF LONDON EXPOSED; Or, the Tricks of the Town Laid Open to Both Sexes. London, Cooke, o. J. (um 1770). Mit gestoch. Frontisp. und 5 Kupfertafeln. 102 S., 2 Bl. (Anzeigen). – Frontispiz mit Randschäden. Titel verso gegen Nachdruck vom Verleger signiert. S. 61/62 mit unterem Eckausriß. II. ROCHESTER'S JESTS: Or, the Quintessence of Wit. 4th ed. London, Wilkie, 1770. Mit gestoch. Frontisp. 1 Bl., 344 (recte 144) S. III. THE MIDNIGHT RAMBLER; Or, New Nocturnal Spy, For the present Year. London, Cooke, o. J. (um 1770). Mit gestoch. Frontisp. 2 Bl., 152 S. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

Aus dem Besitz von Harry Graf Kessler 1136 EPIGRAMMATUM anthologia Palatina cum Planudeis et appendice nova epigrammatum veterum ex libris et marmoribus ductorum. Graece et Latine. Hrsg. von F. Dübner und E. Cougny. 3 Bde. Paris, Firmin-Didot, 1871-90. XXIV, 572; XV, 688; XXIV, 572 S. Mod. flex. Pgt., sign. „W. Collin. Kgl. Hofbuchbinderei. Berlin“ (Deckel aufgebogen, Kanten gering lädiert). (52) 300,Die erste grundlegende wissenschaftliche Neuausgabe dieser Sammlung griechischer Epigramme von Dichtern des 5. Jhdts. v. Chr. bis zum Mittelalter, die auch die Anthologia Planudea enthält. – Vereinzelt wenig fleckig. – Aus der Bibliothek von Harry Graf Kessler mit dessen eingedrucktem Exlibris. – Siehe Abbildung.

1137 ERASMUS VON ROTTERDAM, (D.), Lob der Narrheit in einer Schertz-Rede entworffen. Anjetzo aufs neue aus dem Lateinischen ins Teutsche übersetzt (von Ch. F. Rasca). Frankfurt und Leipzig, L. Ußleber, 1735. Mit gestoch. Portr., 76 Texkupfern und 6 Kupfertafeln. 17 Bl., 264 S. Läd. Pp. d. Zt. (33) 120,Van der Haeghen 126. – Die Kupfer zeigen Angehörige verschiedener Berufsgruppen und Stände in meist närrischen Kostümen: Maler, Puppenspieler, Geistlicher, Jurist, Astrologe u. a. – Frontispiz bemalt, tls. Eckausrisse, etw. gebräunt und an den Rändern stärker fleckig.

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1138 – Lob der Narrheit, aus dem Lateinischen übers. und mit Anmerkungen begleitet von W. G. Becker. Basel, Thurneysen, 1780. Mit 83 Textholzschnitten von H. Heitz nach Holbein (ohne das gestoch. Portr.). 14 Bl., 396 S. Hlwd. des 19. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen). (106) 200,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Van der Haeghen I, 127. Rümann 239. Lonchamp 951. Ebert 6879. – Bei einem seiner Besuche in Basel stieß Becker (damals Direktor der Dresdner Kunstsammlung) in der Universitätsbibliothek auf das Exemplar von Erasmus' „Encomium Moriae“ mit Holbeins Handzeichnungen, worauf er beschloß, diese neu herauszugeben. Eine lateinische und eine französische Parallelausgabe erschienen im selben Jahr ebenfalls bei Thurneysen. – Die 83 Holzschnitte nach Holbein stellen das Hauptwerk des Basler Formschneiders Heinrich Heitz (1750-1835) dar. Sie wurden 1829 von Haas in Basel nochmals separat herausgegeben. – Tls. wenig gebräunt und leicht fleckig. – 2 Beilagen.

1139 – Das Lob der Narrheit. Aus dem Lateinischen übers. (von Karl Friedrich Borberg). St. Gallen, Egli und Schlumpf, 1839. 12°. Mit lithogr. Portr. und 32 lithogr. Tafeln. 9 Bl., 246 S., 12 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rsch. mit kleinen Ausbrüchen, Kanten berieben, etw. bestoßen). (73) 80,Van der Haeghen I, 128. Eckert 130. Bibliotheca Erasmiana, Moriae encomium, 344. Stickelberger, Stultifera Navis I, S. 87-90. – Braunfleckig. – Beilage.

1140 (FERRIER, SUSAN), Der Ehestand. Deutsch bearbeitet von L. v. S. 3 Bde. Nürnberg und Leipzig, Zeh, 1822. Mit 3 gestoch. Frontisp. VI S., 1 Bl., 231; 207; 215 S. Interims-Brosch. (etw. fleckig und verfärbt). (2) 100,Erste deutsche Ausgabe. – Hayn-G. II, 110. – Vgl. Cohen 170 und DNB 677 (engl. EA 1818). – „She undertook a novel, ultimately called 'Marriage', in co-operation with her friend Miss Clavering, a niece of the Duke of Argyll. Miss Clavering only contributed a few pages (the 'History of Mrs. Douglas') to the story, which was written as early as 1810, and read with admiration by many friends. Miss Ferrier was not persuaded to publish it until 1818, nor would she then give her name. The apprecation of her private audience was no doubt quickened by the portaits of known persons.“ (DNB 677). – Tls. stärker fleckig.

1141 (FORTEGUERRI, N., PSEUD.:) CARTEROMACO, Ricciardetto. 2 in 1 Bd. Paris (d. i. Venedig), Pitteri, 1738. 4°. Mit Portr., Titelvign., 48 Kopf- und Schlußvign. meist von F. Zucchi nach G. Ghedini sowie 30 Initialen (alles gestoch.). XXXVI, 420 S., 1 Bl., 412 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. bestoßen, Rücken restauriert). (139) 400,Erste Ausgabe. – Melzi I, 179. Parenti 161. Morazzoni 220: „questo è un libro da pregiare.“ Gamba 2241. – Satirisches Ritterepos, das aufgrund von Angriffen gegen die Kirche


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Nr. 1143 ein Jahr nach seinem Erscheinen auf den Index gesetzt wurde. Der Autor Niccolò Forteguerri (1674-1735) wollte, daß das Werk erst nach seinem Tod gedruckt wird. Die hübschen Vignetten mit Szenen aus dem jeweiligen Canto in kräftigen, sauberen Abdrucken. – Titel mit altem Vermerk (Auflösung des Pseudonyms), recht sauber und breitrandig.

1142 (FOUGERET DE MONBRON, L. CH.), Le cosmopolite ou citoyen du monde. O. O. (Paris), Selbst-Vlg., 1752. 165 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke gebrochen, Kopf leicht schadhaft, beschabt und bestoßen). (160) 200,Hoefer XXXVI, 939. – Vgl. Barbier I, 780. Cioranescu 29393 (andere Ausgaben). – Zweite Ausgabe der erstmals 1750 erschienenen geistreichen Satire. – „C'était un de ces auteurs, qui ne peuvent vivre avec eux-mêmes ni avec les autres, frondant tout, n'approuvant rien, médisant de tout le genre humain, ayant d'ailleurs de l'esprit et capable de penser et d'écrire, si la bile n'avait pas dominé. Quoiqu'il eût de la gaieté dans ses ouvrages, et même de l'imagination, il était d'une taciturnité, sombre dans la société“ (Hoefer). – Vorsatz mit Eintrag von alter Hand in Tinte, Titel minimal gebräunt, vereinzelt gering fleckig.

Nr. 1147

1143 FREYHEIT UND GLEICHHEIT, DIE, Ein Guckkasten-Stück von Jocoso Veridico. O. O. und Dr. 1798. Mit Titelholzschnitt. 1 Bl., 16 S. Mod. Hldr. (19) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Antirevolutionäres Gedicht in Knittelversen, verfaßt von einem Badener oder Pfälzer. – Auf einem Meierhof versuchen die Untertanen, in der Abwesenheit des Grafen Freiheit und Gleichheit einzführen, scheitern aber (recht voraussehbar) an der natürlichen Ungleichheit der Menschen. Reumütig begrüßen sie schließlich die Rückkunft des Grafen. Der unbekannte Autor plädiert für die Beibehaltung der Feudalordnung, fordert allerdings die Gleichheit vor Gericht. Als Pseudonym wählte er die altbekannte Forderung, lachend die Wahrheit zu sagen, das Amüsement hielt sich aber damals wie heute in Grenzen. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

1144 (FRIEDRICH II., DER GROSSE), Oeuvres du philosophe du Sans-Souci. „Potzdam“ (d. i. Lyon) 1760. 12°. VIII, 299 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. und Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (8) 100,Preuß 125. – Vgl. Borst 105. – Einer von mehreren 1760 erschienenen Nachdrucken, in dem die „satirischen Gedichte des Königs auf gekrönte Häupter und ihre anrügigen Diener“ (Preuß 125) enthalten sind. – Etw. gebräunt und tls. etw. fleckig. – Mod. Exlibris.


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1145 GALILEI, G., Considerazioni al Tasso. Rom, Pagliarini, 1793. 4°. X, 122 S. Hldr. d. Zt. (etw. beschabt, fleckig, Ecken erneuert). (139) 400,Erste Ausgabe. – Brunet I, 1463. Gamba 1931. Libreria Vinciana 3804. – Enthält hauptsächlich Galileis literaturkritische „Considerazioni“ als Erstdruck, erst 150 Jahre nach seinem Tode herausgegeben, außerdem von G. Iseo den „Discorso sopra il poema di T. Tasso“ (S. 106-122). – Tls. gebräunt, etw. fleckig.

1146 GEBETBUCH – GEBETE im Geiste der katholischen Kirche mit hoher kirchlicher Genehmigung von F. Grünmeyer. Düsseldorf, Arnz, (1842). Mit reichem kolor. lithogr. Buchschmuck nach Hermine Stilke und Caspar J. Nepomuk Scheuren. 84 nn. Bl. OSamt mit vergoldeter Schließe und Eckbeschlägen (untere Kapitale wenig eingerissen) in mod. Lwd.-Kassette. (44) 300,Rümann 2192. Thieme-B. XXXII, 51 (Stilke) und XXX, 41 (Scheuren). – Dekoratives Gebetbuch mit opulentem historistischen Buchschmuck. – Gegen Ende am oberen Seitenrand mit Fleck.

1147 GLÜCKLICH GEWORDNE FRISEUR, DER. Welcher durch besondere Begebenheiten auf Reisen zu Wasser und zu Lande zu einem ansehnlichen Vermögen gelanget. Von ihm selbst beschrieben. Frankfurt und Leipzig, (d. i. Montag und Weiß in Regensburg), 1778. Mit altkolor. gestoch. Frontisp. 1 Bl., 756 S. Läd. mod. Broschur. (48) 500,Einzige Ausgabe. – Weber-M. 146. Hayn-G. II, 463: „Stellenw. frei.“ Hirschberg 581. GV 10, 357 (unter „Begebenheiten“). – Sehr nachlässiges Kolorit, die äußerst breiten Ränder mit kleineren Schäden, unaufgeschnitten. – Selten. – Siehe Abbildung.

1148 GOETHE, J. W. VON, Herrmann und Dorothea. Neue Ausg. Braunschweig, Vieweg, 1799 (d. i. 1803). Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel mit Vign. und 9 Kupfertafeln von F. Bolt und C. Kohl nach F. Catel. 1 Bl., 231 S. Mod. Hldr. (100) 120,Hagen 244. – Mit dem oft fehlenden Reihentitel „Göthe's neue Schriften ... Braunschweig 1803“. – Gebräunt. Auf bläulichem Papier gedruckt.

1149 – Les Passions du jeune Werther. Traduit de l'allemand par (Philippe-Charles) Aubry. Mannheim und Paris, Pissot, 1777. Hldr. des 19. Jhdts. (etw. beschabt und bestoßen). (59) 200,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Goed. IV/3, 202, 22 alpha. Hoefer III, 587. Appell 306: „Diese so oft wiedergedruckte Übersetzung hat auch dem klassischen Aristarchen Jean François La Harpe vorgelegen, als er sein Urteil über Werther fällte. Ein Urteil, welches ziemlich

Nr. 1152 übele Laune verräth.“ – Die Übersetzung wurde zeitweise Friedrich Wilhelm Karl von Schmettau (1742-1806) zugeschrieben, der Aubry aber wohl nur ratgebend zur Seite stand. Sein dem Roman vorangestellter Brief an den Übersetzer enthält eine Apologie der zeitgenössischen deutschen Literatur. – Fleckig.

1150 – Positiones Juris quas auspice deo inclyti jureconsultorum ordinis consensu pro licentia summos in utroque jure honores rite consequendi in alma Argentinensi die VI, augusti MDCCLXXI. (Faksimile der Originalausgabe Straßburg, Heitz, 1771. Stuttgart, Photo-Lithographie von C. Schwarz. Gedruckt bei C. Ebner 1871?). 4°. 12 S. (ohne das erste und letzte Bl.) Fadenheftung. (87) 400,Goed. IV/3, 102, 43. Hagen 35. Hirzel A 26. Slg. Kippenberg I, 403. Speck 698, 699 (Faksimile). – Goethes heute verschollene Dissertation über das Verhältnis von Staat und Kirche brüskierte die Straßburger Professoren und wurde abgelehnt: „H. Göthe hat eine Rolle gespielt, die ihn als einen überwitzigen Halbgelehrten und als einen wahnsinnigen Religionsverächter ... bekannt gemacht hat. Er muss, wie man fast durchgängig von ihm glaubt, in seinem Obergebäude einen Sparren zuviel oder zuwenig haben.“ (E. Stöber, a. o. Prof. für Thelogie). Mit seinen 56 hier als


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wissenschaftlichem Gebiet. – Französischer Titel verso mit gelöschtem Besitzerstempel, hinterer Vorsatz mit eingeklebten Katalogausschnitten, kaum fleckig. – Aus der Bibliothek des Bankiers und Politikers Georg (von) Siemens (1839-1901). – Wohlerhalten. – Siehe Abbildung.

1153 GOETHE – NÄKE, A. F., Wallfahrt nach Sesenheim. Berlin, Duncker und Humblot, 1840. Mit Plan. 1 Bl., VI, 52 S. Pp. d. Zt. (Rücken läd., etw. beschabt, stärker bestoßen). (2) 80,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 181, 38. ADB XXIII, 203. – Postum von K. A. Varnhagen von Ense herausgegeben. – Stärker gebräunt, minimal fleckig.

1154 – SCHUBARTH, K. E., Ueber Goethe's Faust. Berlin, Enslin, 1830. X S., 1 Bl., 385 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (84) 100,Erste Ausgabe. – Goed. IV/3, 655, D 2 b und XIII, 240, 11. Engel 110. Ruppert 1950. Slg. Kippenberg 2701. Meyer 1212 a und 1874. – Vorsätze leimschattig und mit eingeklebter Bibliotheksmarke, nahezu fleckenlos. – 2 Beilagen.

Nr. 1156

1155 GOEZE, J. M., Betrachtungen über die Grundwahrheit der christl. Religion von der Auferstehung der Todten. Magdeburg, Seidel und Scheidhauer, 1754. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titelvign. 7 Bl., 594 S., 7 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und goldgepr. Monogr. F(ranziska von) H(ohenheim). (87) 200,-

Faksimile vorliegenden Thesen „Positiones juris“ erlangte Goethe darauf dennoch „Cum applausu“ seinen akademischen Titel. – Titel verso mit hs. Widmung in Tinte, erste und letzte Blätter im Bug gering wasserrandig, Seitenränder leicht angeschmutzt.

Erste Ausgabe. – „Heilige Reden“ des Lessing-Goeze, gebunden in einem entzückenden Pappband für die Mätresse des dicken Königs Friedrich I. von Württemberg.

1151 – Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären. (Nachdruck der Ausg. Gotha 1790; nach 1820). 2 Bl., 79 S. Hldr. des späten 19. Jhdts. (minimal berieben). (95) 150,-

1156 GRANDVILLE, (J.-J.), Un autre monde. (Text von T. Delord). Paris, Fournier, 1844. 4°. Mit Holzstich-Frontisp., 36 kolor. Holzstichtafeln und zahlr. Textholzstichen. 2 (rot gedruckte) Bl., 295 S. Hldr. d. Zt. mit dezenter Vergoldung (wenig fleckig, kaum bestoßen). (19) 600,-

Goed. IV/3, 576, 17, 1 a. Hirzel A 161. Slg. Kippenberg 661. Schmid 18. Hagen 212: „Fraglich, ob aus Ettingers Verlag, auf jeden Fall ohne Mitwirkung Goethes.“ – Titel und wenige Seiten etw. angeschmutzt, gering fleckig. – Unbeschnitten.

Erste Ausgabe. – Brivois 410. Sander 214. Vicaire III, 132. – Wie immer stellenw. stärker braunfleckig. – Siehe Abbildung.

1152 – Versuch über die Metamorphose der Pflanzen. – Essai sur la métamorphose des plantes. Übers. von F. Soret. Stuttgart, Cotta, 1831. 2 Bl., 239 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Deckelbezug am unteren Gelenk tls. gering aufgeplatzt, etw. bestoßen). (5) 1.200,-

1157 ��� Les fleurs animées. 2 Bde. Paris, Gonet, 1847. 4°. Mit 2 kolor. lithogr. Titeln und 52 (50 kolor.) Stahlstichtafeln von C. Geoffroy nach J.-J. Grandville. 262 S.; 2 Bl., S. (263)-364, IV, 62 S., 1 Bl., IV S., S. (65)-132. OLwd. (gering bestoßen). (67) 200,-

Erste Ausgabe der „Editio definitiva“ und zugleich erste französische Ausgabe. – Goed. IV/3, 577, 3. Hagen 214. Hirzel A 450. Slg. Kippenberg I, 814. Schmid 146. Fischer 2085. – Erweiterte Fassung des botanischen Hauptwerkes in deutsch-französischem Paralleldruck. – Die Nachträge und Zusätze gehören mit zu Goethes letzten Arbeiten auf natur-

Vicaire III, 134. Sander 215. Carteret III, 286. Brivois 149. – Die „Pilgerfahrt der Blumengeister“ zeigt Frauengestalten in floral verfremdeten Garderoben der Louis-PhilippeZeit. – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk der schwedischen Schriftstellerin Gräfin Fanny von MilamowitzMöllendorff; leicht gebräunt, etw. fleckig.


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1158 GRANDVILLE – MERY, (J.), UND FOELIX, Les étoiles. 2 Tle. in 1 Bd. Paris und Leipzig, de Gonet und Twietmeyer, (1849). Mit StahlstichFrontisp. und 14 Stahlstich-Tafeln von J. J. Grandville. 1 Bl., XVI, 252 S., 2 Bl., 186 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 400,Erste Ausgabe. – Sander 390. Brivois 138. Vicaire V, 770. Houzeau-L. I, 8405 (nur Tl. II). – Hübsche spätromantische „astronomische“ Illustrationen. – Leicht gebräunt und fleckig.

1159 – S(OURDILLE DE) LAVALETTE, (CH.-G.), Fables. Paris, Hetzel, 1847. Mit 33 Radierungen von J. J. Grandville. 163 S. Lwd. d. Zt. mit reicher Vg. (Rücken lichtrandig, gering berieben und bestoßen). (19) 400,Sander 427. Brivois 252. Vicaire V, 180. Fabula docet 107: „Ein Beispiel dafür, dass Grandville nicht nur karikaturistische Glanzleistungen vollbringt, sondern auch ein Meister zoologischer Studien ist.“ – Gering gebräunt, leicht fleckig.

1160 GRIMM, F., Burg- und Bergmärchen. 2 in 1 Bd. Wolfenbüttel, Holle, 1846. 2 Bl., 270 S., 2 Bl., 244 S. Hlwd. d. Zt. (36) 150,Erste Ausgabe. – NDB VII, 79. – Ferdinand Grimm, Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm, verfaßte Parallelfassungen zu den „Kinder- und Hausmärchen“ (vgl. Hennig-L. 103) und lieferte unter anderem auch wesentliche Beiträge zu den „Deutschen Sagen“. – Fleckig.

1161 GRIMM, J., Über seine Entlassung. Basel, Schweighäuser, 1838. 42 S. Mod. Hlwd. (112) 180,Erste Ausgabe. – Hennig-L. 764. – Auf die am 18. November 1837 von den Göttinger Sieben unterzeichnete Protestation gegen den Verfassungsbruch des Hannoverschen Königs folgte am 11. Dezember die Entlassung der Professoren, zu denen auch die Brüder Grimm zählten. „Im Kasseler Exil entwirft Jacob Grimm Mitte Januar 1838 innerhalb weniger Tage eine Rechtfertigungsschrift, die gleichwohl als gemeinsames Werk beider Brüder anzusehen ist. Die Drucklegung dieses Manuskripts gestaltet sich unerwartet schwierig und erweist sich in den Staaten des Deutschen Bundes als unmöglich. Erst im April 1838 liegt sie – im Ausland gedruckt – vor.“ – Fleckig.

1162 HAMANN, (J. G.), Schriften. 8 in 9 Bdn. Berlin, Reimer, 1821-43. Mit gestoch. Portr. und ganzseit. Textholzschnitt. Hldr. d. Zt. (Gelenk von Bd. VIII/2 gebrochen, etw. berieben und stark bestoßen). (100) 600,Erste Gesamtausgabe. – Goed. IV/1, 686, 41. – Mehrf. gestempelt, die letzten beiden Bände stärker, ansonsten nur wenig fleckig.

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1163 HEBEL, J. P., Sämmtliche Werke. 8 in 6 Bdn. Karlsruhe, Müller, 1834. Mit lithogr. Portr. und 4 Musikbeilagen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (100) 400,Erste Gesamtausgabe. – Goed. VII, 543, 24. – Vorsätze tls. leimschattig, vereinzelt fleckig. – Exlibris von „Maximilian von Dziembowski“. – Dekorativ gebunden.

1164 HEINE – ENFANTIN, P., À Monsieur Heine. – Heine, (H.), À Prosper Enfantin, en Égypte. – Duguet, De l'Allemagne. 3 Tle. in 1 Bd. Paris, Duverger, 1836. 24 S. Leicht läd. Orig.-Broschur. (19) 600,Vermutlich Privatdruck. – Wilhelm-G. 2344. Meyer 47. Kruse-W., Heine in Paris (1981), 50: „Der Führer der SaintSimonisten dankt Heine in seinem offenen Brief aus Ägypten vom 11. Oktober 1835 für den 2. 'Salon'-Band, der die Darstellung 'Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland' enthält, und fordert zu weiterer Solidarität auf.“ – Vgl. zum Verhältnis von Heine und Enfantin Kat. Bibliothèque Nationale (1957), 77. – Leicht gebräunt, etw. fleckig, teilw. unbeschnitten. – Vorderdeckel des Orig.Umschlages mit e. Widmung von Duguet.

1165 HERDER, J. G., Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit. 4 in 2 Bdn. Karlsruhe, Schmieder, 1792-94. Mit gestoch. Titelvign. Hldr. d. Zt. mit 2 Rsch. (leicht berieben, etw. bestoßen). (67) 200,Günther 575. Goed. IV, 730, 79. – Nachdruck der kleinen Ausgabe Riga und Leipzig, Hartknoch, 1785-92. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

1166 HISTORIAE ROMANAE scriptores minores. Sex. Aur. Victor, Sex. Rufus Eutropius, Messala Corvinus ad optimas editiones collati. Editio accurata. Zweibrücken, „Ex typographia societatis“, 1789. Mit gestoch. Titelvign. XLV, 354 S., 32 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale tls. etw. wurmstichig, beschabt und bestoßen). (36) 80,Ebert 9845. Schweiger II, 1137 (Victor). Schöndorf EB 53. – Vorsätze sowie Titel und letztes Blatt etw. fleckig. – Auf starkem Papier. – Hübsch gebunden.

1167 HÖLDERLIN, F., Sämtliche Werke. (Große Stuttgarter Ausg.). Mischaufl. 7 in 14 Bdn. Stuttgart, Kohlhammer, 1946-76. 4°. OLwd. (leichte Gebrauchsspuren). – Einige Beilagen. (37) 300,1168 HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, (A. H.), Buch der Liebe. Breslau, Aderholz, 1836. 96 S. Orig.-Brosch. (etw. fleckig). (2) 80,Erste Ausgabe. – ADB XII, 610. Goed. XIII, 363, 32. – Kaum gebräunt, wenig fleckig.


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1169 HORATIUS FLACCUS, QU., Opera. 2 Bde. London, Pine, 1733-37. Mit 2 gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titeln, 8 Kupfertafeln (davon 7 rückseitig bedruckt, 1 in Pag.) und zahlr. gestoch. Vign. sowie Initialen. 13 Bl., 264 S.; 10 Bl., 191 S., 7 Bl. (zur Gänze gestochen). Ldr. d. Zt. (Rücken erneuert). (139) 500,Erster Druck der ersten Ausgabe (Kriterium: Bd. II, S. 108 mit Inschrift „Post. est“ statt „Potest“). – Brunet III, 320. Cohen-R. 497. Lewine 246. Ebert 10203. Lowndes 1113. Blumenthal 24 und Taf. 72. Updike II, 137. Claire 103. Rothschild 1548. Ray 3. Sawyer-D. I, 13. Cat. PMM II, 105. – Der Londoner Kupferstecher John Pine schuf mit dieser Ausgabe „das erste ganz in Kupfer gestochene Buch in Europa“ (Thieme-B. XXVII, 53). – Recht sauber und breitrandig.

1170 HUMBOLDT, W. VON, Über die unter dem Namen Bhagavad-Gítá bekannte Episode des Mahá-Bhárata. Berlin, Königliche Akademie der Wissenschaften, 1826. 4°. 64 S. Lwd. um 1900 (gering berieben). (104) 150,Erste Einzelausgabe. – Separatabdruck aus den „Abhandlungen der historisch-philologischen Klasse der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin“ 1825-26. – Goed. XIV, 561, 716. – Minimal fleckig.

1171 HUTTEN, U. VON, Opera omnia. – Schriften. Hrsg. von E. Böcking. 7 Bde. Leipzig, Teubner, 1859-69. Mit Portr., lithogr. Tafel (Steckelburg) und einigen Textabb. Spät. Hlwd. (Gebrauchsspuren). (104) 200,Goed. II, 233, 47. – Erste von Böcking besorgte und bis heute umfassendste Ausgabe. – Interessant vor allem auch die Wiedergaben der Titelbl. verschiedener Werke und Kleinschriften Huttens mit Kommentaren und genauen Kollationen. – Fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

Eine von zahlreichen Fassungen der Geschichte von Inkle und Yariko, einem im 18. Jahrhundert überaus beliebten Stoff. Die vorliegende, dem Herzog Wilhelm in Bayern (1752-1837) gewidmete Übersetzung stammt von Maximiliane Baronin von Lütgendorf, geborener Baronin von Lerchenfeld, und erschien gleichzeitig in Wien bei Stahel und in Paris (falls der Druckort nicht fingiert ist – was sehr nahe liegt, da beide Ausgaben kollationsgleich sind). – Beide Ausgaben sind übrigens recht selten und bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Drama in einem Akt über den englischen Kaufmann Inkle, der vor Amerika Schiffbruch erleidet und auf einer Insel strandet. Dort wird er von der Indianerin Yariko vor ihren Landsleuten versteckt. Yariko versorgt ihn mit Nahrung und verliebt sich schließlich in ihn. Sie verbringen eine glückliche Zeit, bis sie ein Schiff entdecken, das sie nach England bringen soll. Auf dem Weg dorthin legt es auf Barbados an. Hier überdenkt Inkle seine Situation und beschließt, Yariko in die Sklaverei zu verkaufen. – Leicht gebräunt, gering fleckig.

1174 JACOBI, F. H., Werke. 6 in 7 Bdn. Leipzig, Fleischer, 1812-25. Mod. Pp. und Pp. d. Zt. mit Rsch. (Kanten beschabt und etw. bestoßen). (100) 300,Erste Gesamtausgabe. – Goed. IV/1, 694, 32. Achter 349350. – Tls. etw. gebräunt und fleckig. – Die Bde. IV/2-VI aus der „Königlichen Bibliothek Neustrelitz“.

1175 – Briefwechsel. Gesamtausgabe. Bde. I/1-3 und II/1-2 in 4 Bdn. – Dokumente. Bd. I/1-2 in 2 Bdn. – Zus. 7 Bde. Stuttgart, Frommann-Holzboog, 1981-89. OLwd. (104) 250,1176 JEAN PAUL (F. RICHTER), Grönländische Prozesse, oder Satirische Skizzen. 2 Bde. Berlin, Voß, 1783. XXII S., 1 Bl., 236 S.; 1 Bl., 307 S. Stark läd. Interims-Broschur. (23) 600,Erste Ausgabe. – Goed. V, 464, 1. Berend-K. 1 a. – Seltenes Erstlingswerk von Jean Paul. – Wenig fleckig, unbeschnitten.

1172 ILLUSTRIRTE MONATSHEFTE für Familienglück, weibliche Bildung und Humanitäts-Bestrebungen. Hrsg. von J. D. Georgens und H. Klemm. Jg. I (von II) in 1 Bd. Dresden und Leipzig, Selbstvlg., 1854. 4°. Mit 29 (4 doppelblattgr., 5 gefalt.) tls. farb. Tafeln. 200, 194 S., 3 Bl. OHldr. (Rücken repariert, leicht berieben und bestoßen). (104) 120,-

1177 KAULBACH, C. L., Uriel der Teufel. 2 in 1 Bd. Stuttgart, Rieger, 1851. Mit 2 getönten Holzschnitt-Frontisp. VII, 283; VII, 308 S. Hlwd. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (36) 300,-

Kirchner 11251. – Die Tafeln mit Schnittmustern, Strickund Stickanleitungen, Beschäftigungsmitteln für Kinder, der „Musterkrippe“, Liedern, Sprüchen und Landschaftsansichten (Grünsee am Schafberg, Marienburg von Preußen) etc. – Titel und Inhaltsverzeichnis am Ende eingeb.; S. 159/160 und 185/186 von Tl. II mit Einrissen, gering gebräunt und fleckig.

1178 KAULBACH – GOETHE, (J.) W. VON, Reineke Fuchs. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1846. 4°. Mit gestoch. Titel und 36 Stahlstichtafeln von R. Rahn und A. Schleich nach Wilhelm von Kaulbach. 2 Bl., 257 S. Rotes OLdr. (Rücken leicht lichtrandig, gering berieben und bestoßen). (67) 300,-

1173 INCLE ET YARICO. Tragédie en un acte. Traduite de l'allemand. Paris (d. i. Bamberg oder Würzburg?), o. Dr., 1784. 56 S. Seide d. Zt. (lichtrandig, leicht berieben und bestoßen). (2) 150,-

Erste illustrierte Ausgabe. – Goed. IV/3, 307. Schug 1078. Pressler 204. Kuhn 187. Rümann 1094. Fabula docet 90: „Angeregt vermutlich durch die karikaturistischen Tierdarstellungen Grandvilles kleidet Kaulbach die Tiere in meist eindeutig standesbezogene Kostüme und stattet die Bild-

Erste Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Titel mit hs. Besitzvermerk in Tinte, stark fleckig, gebräunt und wasserrandig. – Selten.


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szenen mit zahlreichen spitzen Anspielungen auf die Politik und das gesellschaftliche Leben der Zeit aus. Friedrich Wilhelm IV. aber war entgegen allen Befürchtungen begeistert von Kaulbachs Zeichnungen; damit konnten dessen Reineke-Illustrationen unangefochten richtungsweisend für die weiteren Ausgaben des 19. Jahrhunderts werden.“ – Eine von mehreren Varianten der Cottaschen Ausgabe. Sie wurde auch mit dem Druckvermerk „München, Literarisch-artistische Anstalt“ ausgeliefert. – Minimal fleckig.

Erste Gesamtausgabe (Bd I in 2. verb. Aufl., Bde. II-III Nachdrucke der Kopenhagener Ausg. von 1755-68, Bd. IV im Erstdruck). – Burckhard-N. 82. Rümann 536 (jedoch mit Kupfern von Fritzsch). Goed. IV/1, 165, 3 f. Thieme-B. XXXII, 368. – Ohne die meist fehlenden Bl. Druckfehlerverzeichnis zum Bd. III und „An den Buchbinder“ in Bd. IV. Etw. gebräunt und fleckig. – DAZU: VERGILIUS MARO, P., Landbau, vier Gesänge. Übers. und erklärt von J. H. Voss. Hamburg 1789. Mit gestoch. Titel. – (BÜRGER, G. A.), Abenteuer und Reisen des Freiherrn von Münchhausen. Bde. III und IV in 1 Bd. Bodenwerder 1794-1800. Mit 12 Kupfertafeln. – SEUME, J. G., Sämmtliche Werke. 12 in 7 Bdn. Leipzig 1826-27. – Ohne Rückgaberecht.

1179 (KIND, J. F.), Carlo. Züllichau, Darnmann, 1801. Mit gestoch. Titel mit Vign. 236 S., 1, 1 Bl. (Anzeigen). Läd. Hldr. d. Zt. (36) 150,Erste Ausgabe. – Goed. IX, 247, 3. – Johann Friedrich Kind (1768-1843) gelangte vor allem durch sein Libretto zu Webers „Freischütz“ und seine Romanvorlage zu Creutzers „Nachtlager von Granada“ zu Ansehen. – Leihbibliotheksband mit entsprechenden Gebrauchsspuren.

1180 (KLOPSTOCK, F. G.), Der Messias. 4 in 1 Bd. Halle, Hemmerde, (1756)-73. Mit gestoch. Frontisp., 3 wdh. gestoch. Titelvign. und 10 Kupfertafeln von Johanna Dorothea Philipp geb. Sysang. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stärker beschabt, etw. bestoßen). (41) 300,-

1181 LA FONTAINE, J. DE, Fables choisies, mises en vers. Nouv. éd. Bde. I-V (von 6) in 5 Bdn. Paris, Selbst-Vlg. und Deslauriers, 1765-75. Mit 5 Titeln, zahlr. tls. ganzseit. Vign. und 207 Tafeln von Fessard, vollständig gestoch. von Montulay. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Vg. (tls. leicht fleckig). (161) 600,Erste Ausgabe. – (Bde. IV und V in einem Nachdruck im Jahr der Erstausgabe). – Prachtvolle, vollständig in Kupfer gestochene Ausgabe. – Sander 1068. Cohen-R. 551. Lewine 275. Rochambeau 37, 101. – Die neben der Ausgabe von Oudry wohl schönste zeitgenössische illustrierte Ausgabe der Lafontainschen Fabeln mit dem gesamten Text in Kupferstich. – Vorsätze mit Besitzvermerk, fliegender Vorsatz von Bd. I mit Eckabriß; kaum fleckig. – Wohlerhalten. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.


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Ausgabe der Fabeln La Mottes stellt mit ihren halbseitigen Kupferstichen den ersten Höhepunkt der Vignettenillustration des französischen Rokoko dar. Neben Charles-Antoine Coypel, Bernard Picart, Jean Ranc und Jean-Baptiste Massé lieferte der 'peintre-graveur' Claude Gillot mit 62 Entwürfen, die er auch selbst radierte und stach, den Hauptanteil der Zeichenvorlagen. Gillot ist vor allem als Lehrer Watteaus berühmt geworden.“ – Vorsätze leimschattig, letzte Seiten etw. wasserrandig, stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1184 (LA ROCHE, SOPHIE VON), Tagebuch einer Reise durch Holland und England von der Verfasserin von Rosaliens Briefen. Offenbach, Weiß und Brede, 1788. 740 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stark beschabt und etw. bestoßen). (46) 400,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. IV, 4547. ADB XVII, 720. Gallas-R. 101. Cox III, 102. Frauen reisen 348. – Vgl. Goed. IV/1, 593, 25 (nur als Teil der „Erinnerungen“ geführt). – „While her stay in England extended only to forty days in all, she managed to fill a good sized volume of diary. And in this period (1786) she got to know a wide circle of eminent people, and contrived to see a great deal of the amusement places. Her account of London especially is a parade of names familiar to a reader in 18th century life and literature. At any time she is likely to break out into sentimental raptures“ (Cox). – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris, Titel aufgezogen, die S. 3/4 angerändert, einige Seiten mit Randausrissen (ohne Textverlust), letztes Blatt mit hinterlegtem Ausriß (Textverlust), gegen Ende etw. wasserrandig und wurmstichig, ansonsten leicht gebräunt und wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 1184

1182 (LAMI, E. L., La vie de château. [Folge II von 2]. Paris, Gihaut, o. J. [ca. 1833]). Qu.-4°. 10 kolor. lithogr. Tafeln (ohne den lithogr. Titel). Hldr. d. Zt. (Kapitale beschäd.; beschabt und bestoßen). (52) 200,Seltene erste Ausgabe. – Sander 422. Thieme-B. XXII, 263. – Reizvolle Folge von Beobachtungen aus dem Leben von Hof und adeliger Gesellschaft in der Ära Louis Philippes. – Innengelenke gebrochen, Vorsätze mit Quetschfalten, Tafeln etw. fleckig und gebräunt. – Aus der Sammlung des Regisseurs Fritz Kirchhoff (1901-1954).

1183 LA MOTTE, (A. H.) DE, Fables nouvelles, dediées au Roy. Paris, Dupuis, 1719. 4°. Mit gestoch. Frontisp. von Tardieu nach Coypel, gestoch. Titelvign. nach Vleughels und 100 Textkupfern von und nach Gillot (62), Coypel (17), Picart (3), Ranc (7), Massé u. a. 2 Bl., XLII, 358 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kopf restauriert, etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (139) 800,Erste Ausgabe. – Cohen-R. 594. Sander 1095. Lewine 289. Slg. Fürstenberg 4 und S. 6. Fürstenberg 70, 73, 75, 157 und 190. Populus (Gillot) 31-98. Delteil 28. Portalis II, 316. Hind, Engraving & Etching, 213. Dacier in: Tresors de Bibliothèque de France (1929) II, 1-14. Fabula docet 94: „Die erste

1185 LAVATER, J. C., Physiognomische Fragmente, zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Erster Versuch. Bd. I (von 4). Leipzig und Winterthur, Weidmann und Steiner, 1775. 4°. Mit gestoch. Titelvign., 77 gestoch. Textvign. und 68 Kupfertafeln. VIII S., 6 Bl., 272 S., 4 Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Vg. (etw. fleckig, hinterer Deckel stärker beschabt, leicht bestoßen). (67) 800,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 262, 31a. Rümann 603. Lonchamp 1759. Schulte-Strathaus 77a. Thanner 1197-1219. Bauer 192-205. Rümann, Chodowiecki, 165. – Die Zusammenarbeit zwischen Lavater und Chodowiecki war äußerst schwierig. „Chodowiecki schickte 1774 116 Porträts nach Zürich, zu denen er bemerkte: 'Ob sie alle physiognomisch richtig sind, das kann ich nicht versprechen, aber die mehrsten sind sehr ähnlich.' Von diesen 116 Zeichnungen wählte Lavater dann nur ganze 14 aus!“ (Wormsbächer 23). – Minimal wasserrandig, ansonsten recht sauber.

1186 – Physiognomik. Zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe. Vervollständigte neue Auflage der verkürzt herausgegebenen physiognomischen Fragmente. 4 in 2 Bdn. Wien, Sollinger, 1829. Mit gestoch. Portr. und 119 Kupfertafeln. 2 Bl., 164 S., 1 Bl., 157 S.; 1 Bl., 189 S., 1 Bl., 199 S. OHlwd. (angeschmutzt, fleckig, etw. bestoßen). (78) 120,Graesse IV, 126. Goed. IV/1, 263, 31 b und IX, 76, 39. – Leicht fleckig. – Beilage.


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1187 LELOIR, M., Une femme de qualité au siècle passé. Paris 1778. Paris, Boussod, Manzi und Joyant, 1899. Gr.-Fol. 77 (statt 87) Farbtafeln nach Aquarellen von Maurice Leloir. Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (Kopf und Schwanz leicht lädiert, berieben) mit eingeb. Orig.-Broschur. (132) 400,Nr. 127 von 200 Exemplaren. – Monod 7075. Carteret IV, 237: „Très belle publication. Une des meilleures illustrations de Maurice Leloir, par sa présentation et ses qualités. Ces compositions représentent la femme de qualité au XVIIIe siècle, depuis son réveil jusqu'à son coucher, en des scènes gracieuses et fidèles constituant une remarquable documentation sur le XVIIIe siècle, au point de vue des costumes comme de l'ameublement et de la décoration; le texte gravé est entouré de très intéressantes compositions.“ – Vorhanden: Vortitel, Titel, Druckvermerk, Frontispiz, 10 Lief. mit je einem Titel und 7 Tafeln, Post-Scriptum, Inhaltsverzeichnis (2 Bl.). – Vortitel leicht gebräunt, wenige Tafeln lose, kaum fleckig. – Exlibris „Robert Buthaud“.

1188 LEPELLETIER, E., La-ï-tou. Ed. privée. Brüssel, Kistemaeckers, o. J. (1886). 12°. 102 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Brosch. (leicht lichtrandig und beschabt). – Numeriertes Exemplar einer kleinen Auflage. – Leicht gebräunt. (160) 120,1189 LESSING, G. E., Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Berlin, Voß, 1772. 152 S. Geglättetes Kalbldr. um 1860 mit Deckelfileten, Kanten- und Rückenvergoldung sowie dreiseit. Goldschnitt (bestoßen, Außengelenke gebrochen). (100) 150,Erster Druck der ersten Einzelausgabe. – Muncker 433 b. Seifert 425. Goed. IV/1, 422, 124. – Gebräunt. Wappenexlibris „J(ohn) Leveson Douglas Stewart“ (1842-1887).

1190 M(ARECHA)L, (P.)-S., Tableaux de la fable, ou nouvelle histoire poétique des dieux, demi-dieux, &c. 12 in 6 Bdn. (Paris, Pavard), 1787. 12°. Mit 96 farbigen Aquatintatafeln von Carrée, Mixelle u. a. Geglättetes Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (gering berieben und bestoßen). (19) 3.000,Den Bibliographen unbekannte Ausgabe in 12 Bänden. – Vgl.: Cioranescu 42503 (9 Bde.). Sander 1274 (9 Bde., 71 Tafeln). Cohen-R. 678 (9 Bde., 72 Tafeln). Lewine 337 (9 Bde., 85 Tafeln, alle Dat. abweichend). Thieme-B. XXIV, 598 (unter Mixelle). – Wenig bekanntes, weil seltenes neoklassizistisches Farbstichwerk. – Vortitel oder Titel mit Verlegerstempel (tls. fleckig). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. Gedruckt z. Tl. auf bläulichem Papier. – Siehe Abbildung Tafel 12. Edition in 12 volumes unknown to bibliographers. – Hardly known and rare neoclassical work of coloured engraving. – Half title or title with publisher's stamp (partly soiled). Slightly browned, partly a little stained. Printed in parts on bluish paper. – Contemporary polished calf richly gilt (minor rubbing and scuffing). – See illustration on plate 12.

Nr. 1192

1191 (MEISSNER, A. G.), Alcibiades. 2. Aufl. 4 Bde. Leipzig, Breitkopf, 1785-88. Mit 4 gestoch. Titelvign. und 4 Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). (8) 150,Goed. IV/1, 601, 15. Rümann 707. – Fliegende Vorsätze mit hs. Besitzvermerk, tls. gebräunt und stärker fleckig.

Bibliophiles Gesamtkunstwerk 1192 (MERCIER, C. F. X.), Mon serre-tête ou Les après-soupers d'un petit commis. Brochure comme il y en a tant. „Frivolipolis, Chez moi & les Marchands de Nouveautés“ (d. i. Paris, Favre), 1788. 4 Bl., 141 S., 1 Bl. Mod. Ldr. in mod. Pp.-Schuber. (136) 400,Einzige Ausgabe. – Barbier III, 332. Cioranescu 44651. Gay-L. III, 260. Weller, Druckorte, II, 237. – Erzählungen in Versen, Gedichte und satirische Stücke des Freigeists Claude François Xavier Mercier (1763-1800), „poète moins que médiocre, littérateur assez instruit, compilateur, éditeur infatigable, sectateur ardent des principes révolutionnaires dont il fut une des victimes“ (Gay-Lemonnier). – Leicht gebräunt, Fußsteg wasserrandig. Vortitel mit Stempel „Ex libris De Cayrol“ und bibliographischer Notiz mit e. Unterschrift. Louis Nicolas Jean Joachim de Cayrol (1775-1859) war zeit seines Lebens in der französischen


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Armeeverwaltung tätig, namhafter Büchersammler und Freund Gérard de Nervals. – Seltenes Werk der französischen Verskunst in exquisitem modernen Meistereinband: auf dem Vorderdeckel intarsiert testes carnicolores et membrum virile flavum et erectum glande capitis tegimine cinereo tecta, id est eine kleine erotische Spielerei mit farbigen Lederstückchen. – Siehe Abbildung.

1193 (MERCIER, L. S.), L'an deux mille quatre cent quarante. Rêve s'il en fuit jamais. „Londres“ (d. i. Leipzig, Schwickert), 1772. 6 Bl., 458 S. Schlichte läd. Pp. d. Zt. (2) 200,Vgl. Hevesi 846. Cioranescu 44468. – „L'an 2440 ist von besonderem literatur- und philosophiegeschichtlichem Interesse, weil es der erste Roman ist, der in der Zukunft spielt“ (Kindler XI, 550). – Der Roman wird im Verlagsprospekt von 1772, der sich auf dem letzten Blatt von Respours „Besondere Versuche vom Mineral-Geist“ findet, unter den von Schwickert verlegten Büchern geführt. – Wenig fleckig.

1194 MILTON, J., The Poetical Works. With the life of the author, and a glossary. 2 Bde. London, Crowder, Ware und Payne, 1772. 334, 358 S. Geglättetes Kalbldr. d. Zt. (bestoßen, Rücken erneuert). (100) 200,Seltene Taschenausgabe der poetischen Werke Miltons. – Nicht bei Lowndes. – Gebräunt, fleckig, einige Quetschfalten.

1195 MIRYS, S. DE, Figures de l'histoire de la république Romaine, accompagnées d'un précis historique. Paris, Selbstvlg., (1800). 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 210 Kupfertafeln von Duclos, de Launay, Duhamel, Longeuil, Racine u. a. nach S. de Mirys. 11 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben, leicht bestoßen). (67) 200,Sander 1359. Cohen-R. 710. Lewine 360. Thieme-B. XXIV, 589. Brunet III, 1755. – Zur Tafelkollation: Das Hauptwerk ist mit 180 Tafeln komplett. Die weiteren 30 (von 1 bis 30 durchnumerierten) Tafeln behandeln die Kaisergeschichte. – Ursprünglich auf 300 Tafeln angelegtes Werk des polnisch-französischen Malers. – Entstehung und Geschichte Roms, in 210 Kupfern dargestellt. – Tls. unbeschnitten, leicht fleckig.

1196 NARISCUS, J. (d. i. J. N. HORTIG), Reisen zu Wasser und zu Land. Sulzbach, Seidel, 1835. IV, 236 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (78) 100,Erste Ausgabe. – Lommer 245. Weller, Pseud.-Lex., 378. ADB L, 478: „Vielfach ganz Vortreffliches, eines Lichtenberg und Jean Paul Würdiges enthalten seine leider viel zu wenig gekannten und fast verschollenen, unter dem Namen Johannes Nariscus veröffentlichten humoristischen Schriften.“ – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, Titel gestempelt, tls. stärker fleckig. – DAZU: PELKHOVEN, J. N. VON, Versuche in Dichtkunst und Prose. Zweyte verb. Ausg. Straubing 1818. Mit gestoch. Frontisp. (verso hs. Besitzvermerk von Max von Pelkhoven, dem Sohn des Autors).

1197 (NEUHAUSER, F. A., PSEUD.: CASANUOVA), Was hindert die Aufnahme und Ausbreitung der Wissenschaften? „Nehcnüm, bey Hpesoi Syola von Ztärc“ (= München, Joseph Alois Crätz), 1778. Mit gestoch. Titelvign. 79 S. Heftstreifen. (87) 150,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. V, 406. De Backer-S. V, 1651, 6. Weller, Druckorte I, 113 (Autor falsch „Neuhäuser“, Verleger „Lindauer“; so vom KVK übernommen). Weller, Pseud.-Lex., 99. – Der ehemalige Jesuit Franz Anton Neuhauser (1744-1834) wirkte als Hofmeister des jungen Grafen von Pappenheim. – Recht klug-abwägende Bemerkungen über Schulen, Universalgelehrte, Rezensenten und die Verwendung der Antiqua in deutschen Büchern. 50 Jahre vor Schopenhauer singt Neuhauser außerdem das Loblied des Selbstdenkens. – Eine zu Unrecht vergessene Schrift. – Die Titelvignette mit einer Ansicht von München, gestoch. von Seckler. – Wenig fleckig.

1198 (NICOLAI, F. CH.), Freuden des jungen Werthers. Leiden und Freuden Werthers des Mannes. Berlin, Nicolai, 1775. 60 S. Pp. d. Zt. (stärker berieben und bestoßen). (2) 120,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. II, 123. Goed. IV/3, 181, 9. – Vgl. Raabe, Nicolai, 272. – Druckvariante mit RocailleZierstück auf dem Titel. – Friedrich Nicolais berühmte Persiflage auf Goethes 1774 erschienenen Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. – Titel gestempelt, stärker gebräunt, kaum fleckig.

1199 OVIDIUS NASO, P., Epistole eroiche. Tradotto da Remigio Fiorentino. Paris, Durand, 1762. Mit Titel, Portr., 22 Kopf- und 8 Schlußvign. (alles gestoch.) von F. Gregori. 323, XII S. Hmaroquin d. Zt. mit reicher Rvg. (etw. beschabt, Kopf mit kleiner Fehlstelle). (139) 600,Oktavausgabe, gleichzeitig mit einer Ausgabe in 4° erschienen. – Gamba 1559. Brunet IV, 295. Cohen-R. 774. – Ovids Heroides in der Übersetzung des Dominikaners Remigio Nannini aus Florenz, daher genannt Remigio Fiorentino (1518-1580), eines „der berühmtesten Prediger seiner Zeit“ (Jöcher III, 811) und Mitherausgebers der Werke von Thomas von Aquin. Das Porträt stellt den Übersetzer dar (nicht Ovid, wie Cohen und Ricci angeben), außerdem auf S. III-V eine kurze Biographie des gelehrten Geistlichen. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

1200 – Les metamorphoses en latin et en françois, de la traduction de M. l'Abbé Banier. 4 Bde. Paris, Gogué und Née de la Rochelle, 1767-70. 4°. Mit gestoch. Titel, 4 gestoch. Titelvign., 3 S. gestoch. Widmung, 30 gestoch. Textvign. und 140 Kupfertafeln von Baquoi, Basan, de Launay, Le Mire u. a. nach Boucher, Choffard, Eisen, Gravelot, Moreau u. a. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Vg. (Kopf von Bd. IV leicht lädiert, beschabt und bestoßen). (37) 2.000,-


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Nr. 1202

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Sander 1472. Cohen-R. 769. Lewine 395. Salomons 142. Slg. Fürstenberg 86. Fürstenberg 79 (alle andere Drucker): „Hauptwerk französischer Illustrationskunst.“ – Für die berühmte Gemeinschaftsausgabe verschiedener Pariser Verleger waren die bedeutendsten Illustratoren und besten Stecher der Zeit vereinigt worden. – Enthält neben den 139 Tafeln (dabei eine entzückende Jahreszeiten-Folge) auch die prachtvolle blattgroße, von Cohen und Ricci besonders hervorgehobene Schlußvignette von Choffard. – Etw. fleckig und tls. leicht gebräunt. First edition with these illustrations. – „Major work of French illustration art“. – A little soiled and partly slightly browned. – Contemporary calf with spine label, richly gilt (top turn-in of vol. IV slightly damaged, scratched and scuffed).

1201 PETRARCA, F. (PSEUDO-), Lettere all'autor della prefazione, premessa alla rettorica d'Aristotile fatta in lingua toscana dal ... Annibal Caro. Venedig, Geremia, 1733. 115 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (wenig berieben und bestoßen). (139) 150,-

Wohl einzige Ausgabe. – Melzi II, 332. – Die Schrift wird laut Melzi Biagio Schiavo (1675-1750) oder Domenico Lazzarini (1668-um 1734) zugeschrieben. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

Mit Handzeichnungen und Photos 1202 (PITHIE BOOTH, W.,) Euphemia and Salem: A tale. By the author of An Afternoons's Walk. Aberdeen, Brown für den Autor, 1863. 110 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch., reicher Rücken- und Deckelvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (Gelenke gebrochen, etw. beschabt und bestoßen). (24) 300,Sehr seltene einzige Ausgabe. – Reilly 43. Halkett-L. II, 218. – Verserzählung im Stil der Viktorianischen Zeit. Über den Autor ist weiter nichts bekannt. Das im Titel genannte Werk „An Afternoon's Walk“ ist 1862 ebenfalls in Aderdeen erschienen. In der British Library und in den Bibliographien wird er unter dem Nachnamen „Booth“ und den Vornamen „W. Pithie“ geführt (bei Reilly auch als „Mrs. Pithie Booth“), doch zeigen die Eintragungen in unserem Exem-


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plar, daß es sich um einen männlichen Verfasser handelt, dessen Vorname „William“ lautet (lateinischer Spottvers: „Vergilius Gul. Pithium Boothium sub umbras Elysii accipit“, dazu das Porträt des Verfassers im Rund als lorbeergekrönter antiker Poet). „Pithie“ ist ein gerade in Aberdeen häufigerer Familienname, aber kein Vorname. – Durchschossenes und um zahlreiche vor- und nachgebundene Blätter mit vielen Federzeichnungen und Kommentaren sowie zwei Photoabzügen bereichertes Exemplar, als eine Parodie auf den Druck mit handgezeichnetem Titel („Salem & Euphemia. Being a Didactical Poem in XIV Chapters, by the Author of 'What an Afternoon'“) und Frontispiz (Karikatur des „gifted author“, datiert Perth 1882). Offenbar von Studenten aus dem Bekanntenkreis des Verfassers angefertigte Satire („by an Oxford graduate“) mit gekonnten humorvollen Federzeichnungen, die laut Titel von verschiedenen Händen stammen („with many cuts by various ingenious limners“). – Innengelenke gebrochen, Photographien mit Abklatsch; leicht gebräunt und fleckig. – Exlibris „Mrs. Boore“ (ebenfalls Parodie?). – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.

1203 POMMERSCHES KRÄMERDÜTCHEN. Erstes Pakt. Hefte 1-13 in 1 Bd. Stralsund, Struck, 1775. 4 Bl., 208 S. Läd. Pp. um 1900. (167) 400,Kirchner 5081. Hamberger-M. VI, 107. – Nicht bei Martens. – Sehr seltene Zeitschrift, die in 4 „Paketen“ bis zum September des Jahres 1775 wöchentlich erschien. – Hier vorliegend der erste Band, komplett mit den Heften vom 5. Januar bis zum 30. März. – Die moralphilosophischen, meist satirischen Beiträge in der „guten“ Tradition der moralischen Wochenschriften sind anonym, stammen aber wohl meist vom Rektor der Greifswalder Stadtschule, Theophilus Coelestinus Piper. Beteiligt soll auch Johann Carl Dähnert, Leiter der Universitätsbibliothek in Greifswald, gewesen sein. Eine vernichtende Rezension erhielt das kurzlebige Unternehmen von dem Aufklärer Friedrich Nicolai, der in der ADB schrieb: „... eine Broschüre, die ohne Fleiß, Sorgfalt, fast möchte man sagen, ohne Absicht und ohne Gedanken geschrieben ist“ (nach Ernst Zunker in Baltische Studien, Bd. 50, Kiel 1964, S. 47-52). – Leicht gebräunt, unbeschnitten.

1204 QUEVEDO (Y) VILLEGAS, F. DE, Leben des Erzschelms, genannt Don Paul. Übers. von J. G. Keil. Gotha, Steudel, 1812. XII, 168 S. Pp. d. Zt. (lichtrandig). (2) 80,Erste deutsche Ausgabe. – Goed. VII, 646, 224, 4. Hayn-G. VI, 329. – Leicht gebräunt und fleckig.

1205 QUILLET, C., La callipédie, traduite du poeme latin (par Ch.-Ph. de Monthenault d'Égly). Amsterdam und Paris, Durand & Pissot, 1749. 1 Bl., 203 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und dreiseit. Goldschnitt (Kapital leicht läd., wenig berieben, etw. bestoßen). (19) 300,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Nodier 260. Cioranescu 47052. Blake 368. Pintard, Le libertinage érudit, 1943, 428. Oberlé, Amoenitates, 464. – Erstmals 1655 erschienene Schmähschrift auf Kardinal Mazarin, die Quillet (16021661) jedoch nach Zuspruch einer Abtei durch den Kardinal aus Dankbarkeit abänderte. – Lateinische Verse, über-

setzt in französische Prosa. – „Oeuvre ingénieuse, brillante même, que Racine, l'ayant lue à Uzès, admirera 'toute entière' ... Oeuvre audacieuse aussi ... ailleurs il recourt au système d'Epicure, restauré par Gassendi pour expliquer l'influence de l'imagination sur la formation de l'enfant“ (Pintard). – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

1206 (REICHE, K. CH.), Ueber das Schädliche des Predigerordens und desselben Abänderung. Ein Sendschreiben an alle Jünglinge und insonderheit an die, die sich den Wissenschaften widmen. Brandenburg, Gebrüder Halle, 1773. 1 Bl., 150 S., 1 Bl. Anzeigen. Mod. Pp. – Einzige Ausgabe. – Meusel XI, 111. – Braunfleckig. (23) 120,1207 RETÖRCHS, G. H. (d. i. G. H. SCHRÖTER), Muth und Geistesgegenwart. Eine Sammlung merkwürdiger Jagd-, Kriegs- und Reise-Fahrten, schauerlicher Abenteuer, und außerordentlicher Begebenheiten aus dem Menschenleben der neuesten Zeit. Leipzig und Naumburg, Franke, 1834. VI, 312 S. Interims-Brosch. (Gebrauchsspuren). (2) 80,Erste Ausgabe. – Weller, Pseud.-Lex., 477. – Titel mit Quetschfalten und Eckeinriß, etw. gebräunt, tls. stärker feckig.

1208 (RICHTER, J., PSEUD.:) OBERMAYR, Bildergalerie katholischer Misbräuche. Frankfurt und Leipzig (d. i. Wien?), o. Dr., 1784. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., 3 gestoch. Vign. und 20 Kupfertafeln. 2 Bl., 230 S., 1 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (124) 200,Erste Ausgabe. – Pisk 14. Wernigg 3877. Bodi 140. Lanckoronska-Oe. III, 11. Paunel, Eipeldauer-Briefe, S. XIX, Anm. Rümann 825. Hayn-G. V, 442: „Scharfer Angriff gegen den katholischen Klerus. Gesucht und selten.“ – Richter war einer der großen Vorkämpfer der Aufklärung in Österreich. In Anlehnung an die spätbarocken Emblematikbücher werden verschiedene Übel der katholischen Kirche (über „Armeseelenlandschaft“, „das Räucherngehen“, „Ohrenbeichte“ etc.) mit je einem Kupfer illustriert und in komisch-parodistischem Ton erläutert. – Buchblock gebrochen, im unteren Rand durchgehend mit tls. hinterlegter kleiner Wurmspur, stellenw. leicht fleckig.

1209 RIMBAUD, A., Reliquaire. Poésies. Paris, Genonceaux, 1892. 2 Bl., 152 S. Orig.-Brosch. (19) 600,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Petitfils 29. – Vgl. Vicaire VI, 1135, Carteret II, 272 und Ruchon 297 (alle ungenau). – Die erste Ausgabe der Gedichte wurde im Herbst 1891 in einer Auflage von 550 Exemplaren gedruckt. Davon wurden 119 am 11. November als angeblich „ignominieusement pornographiques“ beschlagnahmt. Der Drucker entfernte daraufhin das Vorwort und brachte das Werk mit einem neu gedruckten (und 1892) datierten Titel wieder in Umlauf. Wahrscheinlich verwandte er für diese Ausgabe die übriggebliebenen Exemplare der EA: für diese


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Annahme sprechen zwei Beobachtungen: im Inhaltsverzeichnis steht immer noch „Préface“; und sowohl Vortitel wie Titel sind auf einem deutlich anderen (besseren) Papier gedruckt als der Buchblock. Es dürfte also eine klare Titelauflage vorliegen. – Petitfils (der das nicht erkennt) teilt übrigens mit, daß es 1892 datierte Exemplare gibt, die das Vorwort verbotenerweise enthalten. – Bindung gelockert, stärker gebräunt, gering fleckig.

1210 RIVAROL, F., Oeuvres littéraires. 4 in 1 Bd. Paris, Laurens, 1799. Mit 3 gestoch. Frontisp. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken schadhaft, Deckel fleckig und leimschattig, stark bestoßen). (19) 500,Erste Ausgabe. – Hoefer XLII, 334. Monglond IV, 971. Cohen-R. 895 (ungenau). – Einzige zu Lebzeiten publizierte Sammelausgabe mit Erstdrucken (Erinnerung an seinen Vater, dat. 15. 6. 1799 zu Beginn von Bd. I). Die Tragödie „Guillaume le Conquérant“ wurde 1790 zwar aufgeführt, aber nicht gedruckt. – Wenige Seiten mit kleinem Eckabriß, etw. fleckig.

1211 (ROSSET, P.-F. DE), L'agriculture. Poëme. (Bd. I von 2). Paris, Imprimerie Royale, 1774. 4°. Mit Frontisp., Titelvign., 8 Kopfvign. und 7 Tafeln (alles gestoch.) von C. P. Marillier, Y. Leguaz, Ch. L. Lingée, E. de Ghendt u. a. nach St. Quentin und P. J. Loutherbourgh. 6 Bl., LVI, 277 S. Ldr. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen, eine Ecke mit Fehlstelle). (67) 200,Erste Ausgabe, ohne Bd. II, der erst 1782 erschien. – Barbier I, 82. Cioranescu 54159. Cohen-R. 899. Lewine 472. Sander 1735. Fürstenberg 106. – Weniger der lyrischen Größe dieser sechs Gesänge als seiner reizenden Kupfer wegen gesuchtes Werk. Besonders prachtvoll die Illustrationen des Tischbein-Schülers Loutherbourgh, der, aus Fulda stammend, in Paris als Tier- und Landschaftsmaler große Berühmtheit erlangte. – Leicht gebräunt, erste Lagen mit kleinem Wasserfleck am Kopfsteg, Vorsatz gestempelt.

1212 SAINT-SIMON, (L. DE), Mémoires complets et authentiques. 20 in 10 Bdn. Paris, Barba, 1856. Hldr. d. Zt. (leicht berieben, etw. bestoßen). (55) 200,Erste Ausgabe dieser Edition. – Cioranescu 59071. – Begonnen im selben Jahr wie die Hachette-Ausgabe, die jedoch erst zwei Jahre später abgeschlossen wurde, ebenfalls 20 Bände umfaßt und daher mit der vorliegenden Edition verwechselt werden kann. Nicht bei Brunet, Tchemerzine und Vicaire, die nur jene verzeichnen. – Tls. leicht gebräunt, vereinzelt fleckig. – Dekorative Reihe.

1213 SCHEIBLE, J., Das Kloster. Weltlich und geistlich. Meist aus der ältern deutschen Volks-, Wunder-, Curiositäten-, und vorzugsweise komischen Literatur. Bde. I-XI (von 12) in 22 Bdn. Stuttgart, Selbstvlg., 1845-49. Mit zahlr. Illustrationen in Lithogr. und Holzschnitt. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (Kanten leicht berieben). (135) 250,-

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Erste Ausgabe. – Hayn-G. III, 577. Diesch 3602. Kirchner 10663. – Bd. I: Sebastian Brandt's Narrenschiff mit Thomas Murner's Schelmenzunft. 1845. – Bd. II: Doctor Johann Faust. 1846. – Bd. III: Christoph Wagner. Faust's Famulus. Don Juan Tenorio von Sevilla und die Schwarzkünstler. 1846. – Bd. IV: Der Theuerdank. 1846. – Bd. V: Die Sage vom Faust. 1847. – Bd. VI: Die gute alte Zeit. 1847. – Bd. VII: Der Festkalender. 1847. – Bd. VIII: Johann Fischart's Geschichtklitterung und Aller Praktik Großmutter. Thomas Murner's Gäuchmatt. 1847. – Bd. IX: Mythologie der Volkssagen und Volksmärchen von F. Nork (d. i. F. Korn). 1848. – Bd. X: Johann Fischart's Flöhhatz, Weibertratz, Ehezuchtbüchlein, Podagrammisch Trostbüchlein. 1848. – Bd. XI: Die Geschichte vom Faust in Reimen. 1849. – DAZU: DERS., Die fliegenden Blätter des XVI. und XVII. Jahrhunderts, in sogenannten Einblatt-Drucken. Ebda. 1850. Mit zahlr. Illustrationen in Lithogr. und Holzschnitt. – Titelei mit mehreren hs. Besitzvermerken; wenig gebräunt, tls. etw. fleckig.

1214 SCHILLER, (F.), Sämmtliche Werke. 12 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1835-36. Mit 13 Stahlstichtafeln. Kalbldr. d. Zt. mit 2 Rsch., Deckelfileten, Rücken- und Stehkantenvergoldung (beschabt, leicht bestoßen). (100) 400,Goed. V, 142 K. Trömel-M. 19. – Eine der schönsten alten Schiller-Ausgaben, auf gutem weißen Papier gedruckt, mit den Illustrationen von Schuler und Thaeter nach Rethel, Kaulbach, Schrödter u. a. und den Portrs. Friedrichs und Charlottens von Schuler. – Nahezu frisch. – Dekorative Reihe.

1215 SCHLEGEL, A. W. VON, Sämmtliche Werke. Hrsg. von E. Böcking. 12 Bde. Leipzig, Weidmann, 1846-47. Mit gestoch. Portr. Hldr. d. Zt. (Rücken von Bd. III mit Fehlstelle, beschabt und bestoßen). – Erste Gesamtausgabe. – Goed. VI, 15, 75. – Etw. fleckig. (100) 250,1216 – Oeuvres écrites en français et publiées par Eduard Böcking. 3 Bde. Leipzig, Weidmann, 1846. Mit lithogr. Portr. und gefalt. lithogr. Tafel. VI S., 1 Bl., 336 S.; 3 Bl., 409; VI, 341 S. Ldr. des 20. Jhdts. mit Rsch. und goldgepr. Wappensupralibros auf den Deckeln, sign. „Bourlier“ (wenig bestoßen). (19) 800,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 16, 76. Brunet V, 205. – Erste Gesamtausgabe der französischen Schriften Schlegels; Böcking besorgte im selben Jahr auf Wunsch des Verfassers auch die erste deutsche Gesamtausgabe, vgl. Goed. VI, 15, 75 und ADB II, 785. – Zum Buchbinder vgl. Fléty 31. – Stellenw. etw. fleckig.

1217 – Der deutsche Mann und der Patriot im Streit, oder: Das literarisch-politische Halsgericht. Eine dramatische Kunstausstellung für Volksfreunde, oder ein Schiksals-Quodlibet, in verschiedenen Abtheilungen. Nach dem Spanischen des Don Clavijo Faxardo frei bearb. von A. W. S. Zum erstenmal aufgeführt auf dem Hoftheater in Klatsch-


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Einzige Ausgabe. – Spiegel 180 (unter „Vinall“). Hayn-G. VII, 460. – Nicht bei Weber-Mithal. – Sehr seltener Schauerroman, angeblich aus dem Italienischen eines Grafen Vinall, der seine Erlebnisse im Österreichischen Erbfolgekrieg erzählt. – Titel im Falz oben eingerissen, etw. gebräunt und fleckig. – Nur ein Exemplar im Jahrbuch. – Mod. Exlibris.

1220 STÜTZLE, J. N., Geistlicher Feldzug gegen das Laster der Trunkenheit in neun Betrachtungen. Augsburg, Kollmann, 1846. 12°. 80 S., 1 Bl. Orig.Brosch. (fleckig). (78) 60,Kosch XXI, 215. – Einzige Ausgabe, selten. – Johann Nepomuk Stützle (1807-1874), Pfarrer und Poet dazu, hat zwei Feldzüge geführt, den ersten gegen die Trunkenheit 1846 und zwei Jahre später einen weiteren gegen die Sabbatschändung; der gegen die Trunkenheit beginnt mit der Wahl des Getränkes und endet bei den letzten Dingen des Vollsäufers. Beide Kriege dauern an, ein Ende der Waffengänge ist nicht absehbar. – Etw. gebräunt, unbeschnitten.

1221 SULLY – THOMAS, (A.-L.), Eloge de Maximilien de Béthune Duc de Sully. Discours qui a remporté le prix de l'Académie Françoise en 1763. Paris, Regnard, 1763. 1 Bl., 91 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Deckel aufgebogen, fleckig und bestoßen). (7) 150,Nr. 1223

feld. „Gedruckt in Philadelphia, bei Thaddäus Spottvogel“ (= Reutlingen, Mäcken), o. J. (1818). 184 S. Brosch. d. Zt. unter Verwendung des Orig.Rückens (etw. fleckig und bestoßen). (23) 200,Holzmann-B. III, 3593. Weisstein 5183. Hêhres & Triviales VI, 94. Wilpert-G. 37 (alle mit dem falschen Erscheinungsdatum 1816). – Parodie von Kotzebues Sittenspiel „Der deutsche Mann und die vornehmen Leute“ (1818 erschienen); besonders ausführlich behandelt wird der Streit mit Luden. – Goethe erwähnt das Werk in seinem Tagebuch (WA VII, 24). – Wenig fleckig.

1218 SCHLEGEL, F., Sämmtliche Werke. 10 in 5 Bdn. Wien, Mayer, 1822-25. Spät. Hldr. mit Rsch. und reicher Rvg., sign. „J. Mackenzie“ (Gelenk von Bd. II tls. gebrochen; angeschmutzt, leicht berieben und etw. bestoßen). (100) 300,Erste Gesamtausgabe. – Goed. VI, 26, 35. – Stellenw. etw. fleckig. – Exlibris von „William, VII. Duke of Devonshire, Chatsworth“. – Dekorativ.

1219 SELTSAMER STREIT UND KAMPF zweyer unterirdischen Poltergeister in dem Leben des Grafen Vinall und der Fräulein Hermoine. Dresden, Gerlach, 1748. Mit gestoch. Frontisp. IV, 168 S. Läd. Pp. um 1840. (167) 600,-

Erste Ausgabe. – Cioranescu 61775. Quérard IX, 441. Hoefer XLV, 224. – Vorsätze mit Spuren eines entfernten Exlibris und Siegellackresten, mit geringen Knickspuren und stellenw. leicht fleckig.

1222 (SWIFT, J.), Voyages de Gulliver. 2 Bde. Paris, Didot, 1797. Mit gestoch. Frontisp. und 9 Kupfertafeln von L. J. Masquelier nach Lefèvre. XXXVI, 300; 358 S. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. bestoßen und berieben). (164) 200,Teerink-S. 397. Cohen-R. 965. Lewine 520. Sander 1870. Fürstenberg 118. Gumuchian 5478. – Stellenweise fleckig.

1223 TASSO, T., Il Goffredo, ovvero Gerusalemme liberata. Nova ed. 2 Bde. Venedig, Groppo, 176061. Fol. Mit Frontisp., 2 Titelvign., Portr. nach A. Caracci, 23 Initialen,, 97 Textvign, 20 Textbordüren (alles gestoch.) und 20 Kupfertafeln von G. Leonardis nach P. A. Novelli und B. Castelli. 1 Bl., XXX, 364; XII, 360 S. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig und bestoßen). (139) 2.000,Erste Ausgabe. – Gamba 948. Brunet V, 666. Ebert 22311. Lanckoronska 241. Graesse VI/2, 33: „Belle et correcte édition avec des notes de Gentili et Gustavini.“ Tassania 270: „Anche questa edizione merita di essere annoverata fra le più belle ed ornate, che si abbiano della Gerusalemme, non essendosi dallo Stampatore risparmiata diligenza, né spesa, per renderla vaga, e singolare nel suo genere.“ – Vorsatz mit eingeklebter Buchhändlermarke, Vortitel mit hs. Einträgen von alter Hand in Tinte, stellenw. leicht fleckig. – Siehe Abbildung.


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First edition. – Endpaper with glued bookseller's stamp, half title with ms. annotations by contemporary hand in ink, here and there slightly soiled. – Contemporary vellum with spine label (a little soiled and scuffed). – See illustration.

1224 TEMME, J. D. H., Erinnerungen. Hrsg. von Stephan Born. Leipzig, Keil, 1883. Mit StahlstichPortr. XIV S., 1 Bl., 528 S. Hlwd. d. Zt. (Rücken aufgehellt, etw. bestoßen, stark fleckig). (36) 150,Erste Ausgabe. – Goed. X, 387, 191 a. Best-W. 336. – Lebenserinnerungen von Jodocus Donatus Hubertus Temme (1798-1881), Jurist und Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt, der 1849 mit dem Rumpfparlament nach Stuttgart ging. Des Hochverrats angeklagt, von den Geschworenen 1850 aber freigesprochen, wurde er ohne Pension seines Dienstes enthoben. Nach kurzer Redaktionstätigkeit bei der Breslauer „Oder-Zeitung“ folgte er, der polizeilichen Behelligungen müde, 1852 dem Ruf als Professor des Kriminal- und Zivilrechts an die Universität Zürich. – Vorsätze und letzte Blätter leicht fleckig.

Prachtausgabe 1225 THOMAS A KEMPIS, Die vier Bücher von der Nachfolge Christi. Aus dem Lateinischen, von Guido Görres. (Wien, Mechitaristendruckerei für) Passy in St. Pölten, 1839. Mit 5 mehrfarb. und goldgehöhten Miniaturen, alle Seiten (bis auf die letzten 2 Bl.) von figürlichen Bordüren in Sepia nach Eduard Jakob von Steinle eingefaßt, mit schwarz gedruckten figürlichen Initialen, Teile des Titels und Anfangsinitialen in Golddruck. 186 Bl. Rotes strukturgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit reicher Rücken- und Deckelvg., 2 Metallschließen, dreiseit. gepunztem Goldschnitt und hellblauen Seidenspiegeln mit Vg. (gering berieben und bestoßen). (17) 400,Rümann 2539 (nennt nur 4 Miniaturen). – Prachtvoller Druck, die Miniaturen mit goldgehöhter, leuchtender Deckfarbenmalerei. Die Bordüren und Initialen in Holzschnitt nach E. J. von Steinle (1810-1886). – Fliegender Vorsatz mit hs. Notiz in italienischer Sprache (Übersetzung des Titels). – Druck auf kräftigem, leicht getönten Papier in dekorativem Einband. – Siehe Abbildungen Tafel 13.

1226 TIECK, L., Poetisches Journal. Jg. I, erstes und zweites Stück (alles Erschienene) in 1 Bd. Jena, Frommann, 1800. 1 Bl., 248 S., 1 Bl., S. (259)-492, 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Kopf wenig lädiert, beschabt und bestoßen). (105) 600,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 38, 57. Houben-W. 13. Haym, Romantische Schule, 701. – Seltene Zeitschrift der Romantik. – Vorsätze leimschattig und mit Besitzvermerken von alter Hand in Tinte, Titel gestempelt, gebräunt und fleckig.

1227 TOTENTANZ – (NISLE, J.), Noch ein Todtentanz. Sechs Blätter mit erklärendem Text. München, Wolf für Roller, o. J. (1849). Qu.-Fol. 6 lithogr. Tafeln. in Orig.-Umschlag. Ohne Einband. (2) 200,-

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Erste Ausgabe. – Rümann 1476. Kat. Mannheim S. 36-37. – Gegenstück zu Rethels „Auch ein Todtentanz“. – „Format, Verteilung von Schrift und Bild (gedichtete Unterschriften) und die künstlerische Darstellungsweise sind auffällig nachgeahmt, beinahe angeglichen ... Auch wenn die prodemokratische Entgegnung auf Rethels antirevolutionären Totentanz niemals die Auflagenhöhe und Verbreitung der Rethelschen Folge erreichte, so war sie doch in den Jahren nach ihrer Entstehung wesentlich besser bekannt als man das heute annehmen muß, wenn man von dem Bestand in den öffentlichen Sammlungen ausgeht“ (Kat. Mannheim). – In zwei Varianten erschienen: Wie vorliegend mit der Angabe „Verlag von Emil Roller in München“ auf dem Titel, die andere mit Nennung des Verlegers erst am Schluß. – Leicht gebräunt und fleckig.

1228 – – Noch ein Todtentanz. Sechs Blätter mit erklärendem Text. 2. Aufl. München, Wolf für Roller, o. J. (1849). Qu.-Fol. 6 lithogr. Tafeln in Orig.Umschlag. Ohne Einband. – Kat. Mannheim S. 36-37. – Vorderdeckel mit Randläsuren, unterschiedlich gebräunt und fleckig. (69) 150,1229 – RETHEL, A., Auch ein Todtentanz aus dem Jahre 1848. Mit erklärendem Text von R. Reinick. Leipzig, Wigand, o. J. (1849). Qu.-Fol. 6 Holzstichtafeln in Orig.-Umschlag. Ohne Einband. (2) 300,Erste Ausgabe. – HAB 77, 71. Rümann 1810. Ders., Das illustr. Buch, 252: „Rethel hat mit diesen 6 Blättern das Größte geschaffen, was die Kunst ... dem Geist einer Revolution verdanken kann.“ – „Es sind nicht die Kampfhandlungen im Mai 1849 in Dresden, wie häufig unterstellt, die ihn zu seiner Totentanzdarstellung veranlassen, obgleich er diese hautnah miterlebt. Zu diesem Zeitpunkt hat Rethel die Zeichnungen bereits auf den Holzstock übertragen. Die achtundvierziger Revolution selbst mit all ihren Begleiterscheinungen drängt ihn zur technisch meisterhaften Darstellung des personifizierten Todes und des Sterbens“ (HAB). – Als Holzschneider signieren Schmidt (drittes Blatt) und Gaber (sechstes). – Wenig gebräunt und etw. fleckig.

1230 (TURPIN DE CRISEE), Journée de l'amour, ou Heures de Cythère. Gnide (d. i. Paris) 1776. Mit gestoch. Frontisp., 8 gestoch. Schlußvign. und 3 Kupfertafeln von C. Macret, O. Michel und N. Bruneau nach Taunay. XIV S., 1 Bl., 165 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Rvg., goldgepr. Wappensupralibros auf den Deckeln sowie Steh- und Innenkantenvg. (Ldr. des Rückens leicht brüchig, minimal wurmlöchrig, wenig beschabt und bestoßen). (67) 400,Eines von wenigen Exemplaren der ersten Ausgabe, außerhalb des Handels. – Gay-L. I, 735. Hoefer XLV, 744. Conlon, Le siècle des lumières, 343. Lewine 178. Sander 641. Fürstenberg 121. Cohen-R. 375. – Sammlung von kleinen literarischen Belanglosigkeiten, herausgegeben von einem literarischen Kreis namens „L'Ordre de la Table-Ronde“. – Mit den einzig bekannten Illustrationen des ansonsten nahezu unbekannten Zeichners Taunay. „Les figures sont gracieuses“ (Cohen-Ricci). – Die zweite Ausgabe erschien


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1783 unter dem Titel „Triomphe de l'amour, ou Heures de Cythère“. – Titel mit hinterlegtem Loch (ohne Textverlust), anfangs und gegen Ende im Bug etw. wasserrandig, tls. leicht gebräunt, etw. fleckig. – Mit gestoch. Exlibris von „Claude Christine de Montiller“ und dessen Wappensupralibros auf den Deckeln. – Dekorativ gebunden. – Äußerst selten.

1231 VARNHAGEN VON ENSE, K. A., Biographische Denkmale. 2. verm. Aufl. 5 Bde. Berlin, Reimer, 1845-46. Lwd. d. Zt. (stärker fleckig und bestoßen). (130) 120,Goed. VI, 179, 24. Kindler XVI, 1071: „Begründer der auf nachweisbare Quellen gestützten Biographie in Deutschland.“ – Bd. III nur über Blücher, Bd. V über Ludwig von Zinzendorf, die anderen Bde. mit zus. acht kleineren Lebensbildern. – Es fehlt in Bd. III die Titelei. – Tlw. leicht fleckig, die Blöcke etw. verzogen und tls. gelockert.

1232 (VERGILIUS MARO, P.), L'Eneide tradotta in versi italiani da Clemente Bondi. 2 Bde. Parma, Stamperia Reale, 1790-93. Mit 2 gestoch. Titelvign. 4 Bl., XXIII, 273; 295 S. (ohne das Errata-Blatt). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale von Bd. I restauriert, wenige Schabspuren, gering bestoßen). (145) 500,Brooks 400. De Lama II, 57. –Vgl. Gamba 2497-2499. – Schöner Bodoni-Druck auf kräftigem Papier. – Seitenränder fleckig.

1233 VERTRAUTE BRIEFE und Nachrichten über den Geist und die merkwürdigen Ereignisse der Zeit. Geschrieben in den Monaten October, November und December 1805. Berlin, Gädicke, 1806. 1 Bl., 206 S. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (130) 100,Einzige Ausgabe, selten. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – In 13 Stücken wöchentlich erschienenes Blättchen, in dem ein Julius *** und ein Hauptmann von *** in einem fiktiven Briefwechsel ihre Gedanken über die Zeitereignisse austauschen. Eingestreut Miszellen, Anekdoten, Poetisches und dergleichen. – Gebräunt, unbeschnitten, fliegender Vorsatz mit Widmung und Besitzvermerk. Im Bogen D zwischen den Seiten 52/53 und 60/61 ein Bl. Anzeigen querliegend mitgeheftet; dieses Blatt ist sehr wahrscheinlich das 8. nichtpaginierte und somit verbundene Blatt des letzten Bogens N, der sonst nur 7 Bl. hätte.

1234 VOLTAIRE, Die Zeiten Ludewigs des vierzehnten. Aus dem Französischen übers. 2 Bde. Berlin, o. Dr. 1752. XII, 544; IV, 476 S., 17 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (117) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 27155. – Vgl. Bengesco 1178 (EA Berlin 1751). – Bd. II wasserrandig; fleckig und leicht gebräunt.

1235 VOLTAIRE – (MAUBERT DE GOUVEST, J.-H.), Candide en Dannemarc, ou l'optimisme des honnêtes-gens. Genf (d. i. Frankfurt, Esslinger), 1767. 8 Bl., 209 S. Läd. Interims-Brosch. (2) 120,Nicht bei Bengesco und Weller. – Laut R. L. Dawson, Additions to the Bibliographies of French Prose Fiction, 16181806, 1985, S. 344, wurde der Candide-Nachfolger von Jean-Henri Maubert de Gouvest (1721-1767) verfaßt; dieser ist heute mehr durch seine unstete Biographie bekannt als durch seine Werke. Als entlaufender Kapuzinermönch verschlägt es den Franzosen nach Deutschland, wo er erst als Artillerieoffizier, dann als Erzieher tätig wird. Durch seine eigenmächtige Adelung wird Maubert de Gouvest Sekretär des Grafen Brühl. Diese Stellung behielt er nicht lange inne, da er wegen Spionagetätigkeit inhaftiert wurde. Auf Ersuchen des Nuntius erreichte er seine Freilassung. Anstatt eine Beichte in Rom abzulegen und in den Orden zurückzukehren, floh er in die Schweiz und setzte dort seine in der Gefangenschaft begonnene schriftstellerische Tätigkeit fort. Seine Schriften thematisieren den Kampf gegen Kirche, Intoleranz, Aberglauben, Machtmißbrauch und Willkür. – Unbeschnitten, Vorsatz mit einer Kinderzeichung, etw. fleckig.

1236 VOSS – HOMER, Odüßee übersezt von J. H. Voß. Hamburg, Selbstvlg., 1781. 469 S., 8 Bl. (Subskribentenverzeichnis). Läd. Pp. d. Zt. (36) 200,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 1067, 10. Schweiger I, 164. Prauss 173. – „Die Homer-Übersetzung von Voß, wie ihre Wirkungsgeschichte zeigt, der Komet, der heute noch leuchtet. Der Philologe Voß – ein Purist – hatte sich um die phonetisch-musikalische und semantisch absolut angemessene Übertragung bemüht und deshalb 'Odüßee' übersetzt. Er wurde deshalb von Zeitgenossen, namentlich von Lichtenberg verspottet“ (Prauss). – Die berühmte Übersetzung war zunächst im Selbstverlag erschienen und aus Kostengründen noch ohne Kommentar. Das Subskribentenverzeichnis enthält Namen wie Meil, von Knebel, Claudius von Wandsbek u. a. – Vorsätze und Titel mit Eintrag bzw. Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, leicht gebräunt und etw. fleckig. – Exlibris.

1237 WAIBLINGER, W., Gesammelte Werke mit des Dichters Leben von H. von Canitz. 2. rechtmäßige Gesammtausgabe. 9 in 4 Bdn. Hamburg, Heubel, 1842. Mit gestoch. Portr. und 8 gestoch. Frontisp. Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (etw. bestoßen). (100) 250,Goed. VIII, 645, 34 (EA 1842). – Titel mit Besitzvermerk; vereinzelt wenig fleckig. – Dekorativ gebunden.

1238 WAS DURCH DAS GEGITTER eines Beichtstuhls geht; Was der Polster eines Nonnenbetts hört; Was der Betschemel eines Mönchs sieht; das will ich euch anvertrauen. „Madrit, auf Kosten der heiligen Inquisition“ (d. i. Wien) 1784. 61 S. Heftstreifen. (167) 250,-


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Einzige Ausgabe. – Wernigg 3956. Weller, Druckorte I, 127 (ohne Auflösung). Hayn-G. VIII, 320: „Auesserst seltene Schrift, die aber weit weniger erotisch ist, als der Titel vermuthen läßt. Derb-satyrische Schilderungen in Dialogform mit einigen recht unverblümten Stellen; durchaus antiklerikal. Viele burlesk-naive Fußnoten.“ – Ein typisches Produkt der „erweiterten Preßfreiheit“, in Ton und Stoßrichtung radikal, dabei philosophisch auf der Höhe der Zeit: zitiert werden Rousseau, Hume und d'Alembert. – Titel mit Besitzerstempel, sonst gut.

1239 WENTZEL, F. A., Leonte der schöne Fackelträger oder Glück durch Frauengunst. Ein jovialer Roman. Zweyte verb. Aufl. 2 Tle. in 1 Bd. Breslau, Kunst- und Industrie-Comptoir, 1812. Mit gestoch. Frontisp. 222, 222 S. Interims-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (2) 80,Goed. VI, 396, 7. – Vgl. Hamberger-M. XXI, 483 (EA 1810). – Unbeschnitten, etw. gebräunt, kaum fleckig.

1240 WERNER, F. L. Z., Attila, König der Hunnen. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1808. Mit 5 Kupfertafeln. 255 S. Interims-Brosch. (fleckig, lichtrandig, berieben und bestoßen). (2) 80,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 94, 5. Rümann 674. Brieger 2488. – Die Kupfer nach Entwürfen von E. T. A. Hoffmann. – Unbeschnitten, gering gebräunt und fleckig.

1241 WIELAND, CH. M., Sämmtliche Werke. 36 in 18 Bdn. Leipzig, Göschen, 1853-58. Hldr. d. Zt. (kaum berieben und wenig bestoßen). – GüntherZ. 9. – Stellenw. fleckig und tls. etw. gebräunt. (100) 200,1242 – Sokrates Mainomenos (graece) oder die Dialogen des Diogenes von Sinope. Aus einer alten Handschrift. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1770. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., 3 Kupfertafeln und 8 Textkupfern. 304 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Deckelfileten und dreiseit. Goldschnitt (leicht bestoßen, etw. fleckig). (100) 100,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1 554, 60. Deusch 18. GüntherZ. 636. – Der gesamte Buchschmuck von A. F. Oeser nach Ch. G. Geyser (Rümann 1265). – Leicht gebräunt.

1243 (WIESENHÜTTEN, FREDERIKE HENRIETTE VON), Helene par Madame la Baronne de **** auteur du Journal de Lolotte. Bd. I (von 2) in 1 Bd. Frankfurt, Guilhauman, 1797. Umschlag d. Zt. (Gebrauchsspuren). (2) 80,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. VIII, 518. – Vgl. Goed. VII, 673, 293, 2. Holzmann-B. II, 9177. Pataky I, 433. – Orginalausgabe des ein Jahr später von Carl Ludwig Methusalem Müller ins Deutsche übersetzten Romans der Verfasserin von „Lottens Tagebuch“ (deutsche EA 1796). – Schnitt angestaubt.

Nr. 1246

1244 WILD, C. A., Der Ring, ein Pfand für die Ewigkeit treuer Liebe. Novellette aus des Verfassers Leben. Frankfurt, Selbstvlg., o. J. (ca. 1850). Mit lithogr. Portr. 124 S. Brosch. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (fleckig). (2) 150,Erste Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (im KVK nur eine Ausgabe mit 67 S. Umfang). – Enthält ab dem Bogen 3 mit eigenem Titel „Der überlistete Argus“ und ab S. 69 (mit neuer Bogennorm) eine Reihe von Gedichten. – Wenig fleckig. – Von größter Seltenheit.

1245 W(ÖTZEL), J. K., Meiner Gattin wirkliche Erscheinung nach ihrem Tode. Eine wahre unlängst erfolgte Geschichte für jedermann zur Beherzigung und vorzüglich für Psychologen. Chemnitz, Jacobäer, 1804. XV, 215 S. Spät. Pp. (Rücken fehlt, leicht beschabt und bestoßen). (153) 120,Erste Ausgabe. – Wurzbach LV, 185. Hamberger-M. XI, 748. – Mit der Schrift, die in den Jahren 1804 und 1805 vier Auflagen erlebte, provozierte Wötzel zahlreiche Gegenund Schmähschriften. – Titel gestempelt, unbeschnitten, etw. gebräunt, leicht fleckig. – DAZU: DERS., Nähere Erklärung und Aufschlüsse über seine Schrift: Meiner Gattinn wirkliche Erscheinung nach ihrem Tode. Leipzig 1805.


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Kinderbücher – Pädagogik 1248 ABC-BÜCHER – (FELBIGER, J. I. VON), ABC oder Namenbüchlein, zum Gebrauche der Schulen in den kaiserlich-königlichen Staaten. Linz, Feichtinger, 1786. 64 S. Etw. läd. Pp. d. Zt. (76) 120,Vgl. Teistler 213.5 (Ausg. ebda. 1779). Rommel 428. – Häufig aufgelegtes Schulbuch, zuerst 1774 in Wien erschienen. Der Verfasser war Abt des Augustinerchorherrenstiftes Sagan und maßgeblicher österreichischer Schulreformer zur Zeit Maria Theresias. – Titel gestempelt; gebräunt und fleckig.

1249 – GIARRE, G., Alfabeto di lettere iniziali adorno di animali e proseguito da vaga serie di caratteri. Florenz, Moro, 1797. Fol. Radierter Titel und 24 radierte Tafeln. Mod. Pp. mit Ldr.-Deckelschild (leicht bestoßen). (145) 1.000,-

Nr. 1249

1246 (ZACHARIÄ, F. W.), Aelurias. Epos iocosum. In Latinum vertit B. Ch. Avenarius. Braunschweig, Waisenhaus, 1771. Mit gestoch. Titelvign. und 2 gestoch. Textvign. XII, 64 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und etw. Vg. (fleckig, beschabt, Gelenke brüchig, stärker bestoßen). (19) 400,Oberlé 534. – Vgl. Goed. IV/1, 72, 8. Rümann 1289. Ebeling III, 24 (alle die deutsche EA 1757). – Lateinische Übersetzung der Travestie „Murner in der Hölle“ auf den Tod Elpenors im elften Buch der Odyssee: die Geschichte vom Tod eines Katers, der im ganzen Haus spukt, bis sein Kadaver feierlich bestattet wird. – Die Titelvignette zeigt den Kater Murner katzbuckelnd. – Vorsatz mit hs. Anmerkungen in Tinte, das letzte Blatt an den Rändern beschnitten, etw. gebräunt und tls. stärker fleckig. – Siehe Abbildung.

1247 ZINGERLE, I. UND J., Kinder- und Hausmärchen aus Süddeutschland. Regensburg, Pustet, 1854. Mit Holzschnitt-Frontisp. XXIV, 424 S. Hlwd. d. Zt. (etw. berieben). (59) 80,Tirols Volksdichtungen und Volksgebräuche, Bd. II. – Klotz 8626/5. Wegehaupt II, 3820. – Vgl. Wurzbach 148 (2. Aufl. 1870). – Der Germanist Ignaz Zingerle „hat sich als lyrischer Dichter, Märchensammler, tiefer Kenner des tirolischen Volkslebens und der mittelhochdeutschen Sprache und Literatur bekannt gemacht“ (Wurzbach). – Titel gestempelt. – Aus der Bibliothek des Schlosses Erlaa.

Einzige Ausgabe. – Ornamentstichslg. Berlin 5225. Bonacini 1453. AKL LIII, 273. – Sehr hübsches wie seltenes TierABC unter Verwendung verschiedener kalligraphischer Schriften und mehrerer Alphabete, darunter eines hebräischen und ein griechischen. Unter den in den Rahmenbordüren dargestellten Tieren sind einige Vogelarten, Affen, Raubtiere, Wild, Reptilien sowie ein Faun. – Eines der frühesten Werke des Florentiner Stechers Gaetano Giarrè, der seine Karriere mit kalligraphischer Graphik begonnen hat und später zusammen mit seinem Bruder Brunone für seine „konkurrenzlosen kartographischen Arbeiten“ (AKL) berühmt geworden ist. – Zwei Bl. mit Quetschfalten im Rand, letztes Bl. mit kleinem Eckabriß; Ränder tls. stark fingerfl., leicht gebräunt, stellenw. stärker fleckig (auch vereinzelte Tintenfl.), Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung. Sole edition. – A very charming and rare animal ABC by using various calligraphic writings and several alphabets, among them a Hebrew and a Greek one. – Two leaves with vertical creases in margin, corner a bit torn off at last leaf; margins here and there with strong fingermarks, slightly browned, partly stronger soiled (also isolated ink stains), signs of wear. – Modern cardboard with leather cover label (slightly scuffed). – See illustration.

1250 – WAGNER, P., Schreibübungen mit 150 Bildern zur Anschauung des erklärenden Inhalts. Karlsruhe, Wagner, (1832). Qu.-8°. Lithogr. Titel von P. Wagner nach J. Erzleben und 25 lithogr. Tafeln von P. Wagner nach K. Gersbach und I. Schätz. Stark läd. Pp. d. Zt. (100) 1.000,Wegehaupt I, 2192. – Nicht bei Göbels. – Vermutlich zweite Ausgabe des schönen und sehr seltenen ABC-Buches. – Die kalligraphierten Beschreibungen in der Bildmitte stellen jeweils ein Gewerbe vor, darum gruppieren sich zumeist 6 kleine Ansichten, die die einzelnen Tätigkeiten des vorgestellten Gewerbes veranschaulichen. Das Buchgewerbe wird durch einen Schreibstube, eine Buchdruckerei und eine Buchhandlung illustriert. Des weiteren finden sich Darstellungen der Gewerbe rund um Acker- und Bergbau, Garten- und Weinbau, Medizin und Pharmazie, Jagd und Fischfang, Tanz- und Musikkultur sowie die Balneologie


Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

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Nr. 1250

(mit Ansicht des Kurhauses von Ripp(oldsau). Der Artikel zum Erziehungswesen widmet sich der Reformpädagogik Pestalozzis. – Bei einem Vergleichsexemplar im Auktionshandel sind die Miniaturansichten meist noch nicht zur Gänze ausgeführt und erscheinen teils auch in anderer Anordnung, die letzte Tafel weist zudem eine Datierung von 1831 auf; bei diesem Exemplar wird es sich wohl um eine frühere, wenn nicht gar die erste Ausgabe handeln. – Vorsatz mit Kritzeleien (Bleistift), Titel knittrig, wenige Tafeln mit kleinen Einrissen, stark fleckig und etw. wasserrandig. – Siehe Abbildung. Probably second edition of this beautiful and very rare ABC book. – Endpaper with scribblings (in pencil), title somewhat creased, a few plates with small tears, heavily soiled and a little waterstained. – Contemporary, heavily damaged cardboard. – See illustration.

1251 BERTUCH, F. J. J., Bilderbuch zum Nutzen und Vergnügen der Jugend. Bde. III, IV, XIII, XIV, XIX und XX der Reihe in 3 Bdn. Wien, Pichler (und Bauer), 1802. 4°. Mit 299 (statt 300) kolor. Kupfertafeln. Pp. d. Zt. (stärkere Alters- und Gebrauchsspuren). (39) 600,-

HKJL III, 86 und Sp. 400. Wegehaupt I, 136 Anm. Nissen 341. – Die Bandzählung der Wiener Ausgaben entspricht nicht derjenigen der Weimarer Ausgabe. – Die erklärenden Texte in Deutsch und Französisch. – Mit Abb. von Insekten (Schmetterlingen, Käfern etc.), Amphibien, Säugetieren, zahlr. Städteansichten sowie Trachtendarstellungen. – Im Bd. XIV fehlen die Tafel XLVIII und das Erläuterungsblatt zur Tafel XLVII, im Bd. XIX sind die Tafeln XI und XII verbunden; leicht gebräunt, vereinzelt etw. fleckig und Buchblöcke gelockert. – Ausgezeichnetes Kolorit und teilweise eiweißgehöhte Darstellungen. – BEILIEGT: FUNKE, C. P., Ausführlicher Text zu Bertuchs Bilderbuche zum Nutzen und Vergnügen der Jugend. Bde. I-XX in 13 Bdn. Wien und Weimar 1801-21. – Exlibris. – Beilage. – Ohne Rückgaberecht.

1252 BILDERBIBELN – BIBEL, DIE, oder die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments, dargestellt durch 216 chromolithographische Reliefbilder. O. O., Dr. und J. (um 1890). Qu.-8°. Mit 24 Trägerkartons zur Aufnahme von je 9 chromolithogr. Reliefbildern und 24 mont. ErläuterungsBl. 1 Bl. Lose in OHlwd.-Kassette (bestoßen, fleckig, Seitenstege angebrochen). (100) 800,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, über den KVK weltweit nur ein Exemplar zu ermitteln (IJB München). – Je 12 Tafeln sollen Kindern die Geschichten des Alten und des Neuen Testaments anschaulich durch altersgemäße Bilddarstellungen nahebringen; in leichtverständlicher Sprache ist der Bildinhalt in einem Satz auf dem gegenüberliegenden Textblatt zusammengefaßt. Die Bilder für die einzelnen Tafeln wurden in kleinen Bogen geliefert und mußten noch auf die Kartonblätter geklebt werden. – Etw. gebräunt, leicht fleckig. Die Bilder für die ersten 10 Tafeln bereits auf die Tafeln montiert, die Bogen 11-24 noch nicht aufgeklebt und unzerschnitten beiliegend.

1253 BILDERBOGEN – Sammlung von 40 farb. lithogr. Spiel- und Bilderbogen. Weißenburg, Wentzel, Ackermann und Burckardt, (ca. 1906). Fol. (147) 600,Heilige, Herrscher, Hampelmänner – Bilderbogen aus Weißenburg 53-77, 135-209. – Vgl. Vogel 66. Brückner, Populäre Druckgraphik, 230. – Wohlerhaltene Sammlung von Bilderbogen des 1838 im Elsaß gegründeten Verlages Wentzel und dessen Nachfolger. Repräsentativer Querschnitt des breitgefächerten Angebotes des traditionsreichen Unternehmens. – Vertreten sind Bogen zum Ausschneiden und Basteln von Ankleide –(4) und Ziehfiguren (4), darunter Motive wie ein Eulenspiegel, Briefbote und Leierkastenmann. Ferner Vorlagen für Spiele (5), Laubsägearbeiten (1) und Schießscheiben (1). Außerdem illustrierte Sprüche (2) und Schauspiele (2) sowie eine Zahlungsaufforderung (1). Ferner Bogen mit Darstellungen von Militärs (7) und anderes mehr (10). – Kaum Gebrauchsspuren. – Beiliegen 25 Hefte des „Kladderadatschs“ (1913-34). – Siehe Abbildung. Nr. 1256

1254 CAMPE, J. H., Sittenbüchlein für Kinder aus gesitteten Ständen. O. O. und Dr., 1784. 124 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). – Vgl. Wegehaupt I, 358. – Nachdruck. – Vorsatz und Titel mit alten Vermerken; leicht stockfleckig. (115) 80,1255 CHRISTINENS TAGEBUCH. Geführt von ihrem Vater Gradherz. Eine Bildungsgeschichte für Mädchen und Knaben von 4 bis 5 Jahren. Wien, Armbruster, o. J. (1824). Mit 6 lithogr. Tafeln von L. F. Schnorr von Carolsfeld. 138 S. OPp. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). – Hübsche Tafeln mit Darstellungen von Familienszenen. – Gering gebräunt. (150) 120,1256 COMENIUS, J. A., Erste Deel der SchoolGeleertheyd, het portael. – Prima pars scholasticae eruditionis, dicta vestibulum. Amsterdam, de Roy, 1658. Mit gestoch. Titel und 38 ganzseit. Textkupfern. 8 Bl., 156 (recte 160) S., 36 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, bestoßen). (19) 2.000,Nr. 1253

HKJL II, 1173. – Vgl. Pilz 14 (EA). – Erster Teil der dreiteiligen „Eruditio scholastica“, die 1652 erstmals in Latein erschienen war. 1658 veranstalteten Jakob Redinger und Johann Seidel die hier vorliegende lateinisch-holländische Fassung des „Vestibulum“ (Kupfertitel: „Portael der


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Saecken en Spraecken, Vestibulum rerum et linguarum“), die 1658 in Amsterdam erschien und mit hübschen Kupfern von Crispijn de Passe d. J. ausgestattet ist. – Vorderes Gelenk tls. geplatzt, Vorsätze läd. und tls. mit hs. Anmerkungen; leicht gebräunt, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1257 DANNHEISSER, E., Miaulina. Ein Märchenbuch für kleine Kinder. Mit Bildern von J. Diez. Köln, Schaffstein, (1902). 4°. Mit zahlr. farb. Abb. 55 S. OPp. (fleckig, leicht berieben und etw. bestoßen). (147) 250,Ries 489, 1. Klotz 980/2. Schug 512. Seebaß II, 423. Stark 64. – Im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“ wurde das Buch im November 1902 euphorisch angekündigt. „Dem Märchenerzähler“, heißt es da treffend, „hat als Künstler kein Geringerer als Julius Diez zur Seite gestanden und mit seinem köstlichen Humor, mit seiner reichen Phantasie ein Bilderbuch geschaffen, das in seiner Farbenpracht wohl einzig dasteht und bei dem farbenfreudigen jungen Volk den hellsten Jubel erwecken muß“ (Stark). – S. 16 mit Bleistiftstrichen, S. 31/32 mit Einriß, Seitenränder etw. fleckig.

1258 DIELITZ, TH., Wanderungen für die Jugend bearbeitet. 3. Aufl. Berlin, Winkelmann, o. J. (1857). Mit chromolithogr. Titel und 7 chromolithogr. Tafeln von Th. Hosemann. 2 Bl., 332 S. OPp. (Rückenbezug tls. stärker beschädigt, etw. fleckig und bestoßen). (118) 120,Vgl. Wegehaupt II, 726. Brieger-H. 192. Rümann, Illustr. Bücher, 766. – Fortsetzung der „Land- und Seebilder“. – Reiseabenteuer u. a. in Südafrika und Nordamerika. – Wenig gebräunt, tls. stärker fleckig.

1259 GEWERBKUNDE oder Gallerie der vorzüglichsten Künste und Handwerke. Ein lehrreiches und unterhaltendes Buch für die Jugend. Bd. II (von 2). Wien, Müller, o. J. (ca. 1820). Mit 21 kolor. Kupfertafeln. 237 S., 1 Bl. (Anzeigen). Pp. d. Zt. (geringe Gebrauchsspuren). (36) 400,Lipperheide Pa 22. – Vgl. Wegehaupt I, 748 (nur Bd. I). – Die hübschen biedermeierlichen Tafeln zeigen Werkstätten von Perücken- und Hutmacher, Glaser, Gerber, Schmied, Färber, Büchsenmacher, Tischler etc. (insgesamt sind 21 Berufe dargestellt). – Paralleltext in französischer und deutscher Sprache. – Leicht fleckig. – Exlibris Ch. M. Nebehay. – Siehe Abbildung Seite 205.

1260 GROSSE WÄSCHE. Ein unterhaltendes Bilderbuch mit ziehbaren Bildern für artige Mädchen. (Fürth, Schaller und Kirn, 1885). Mit 5 chromolithogr. Tafeln. 1 Bl. OHlwd. (leicht fleckig und bestoßen). (100) 400,Wegehaupt II, 1105. – Durch einen mit Nieten befestigten Mechanismus können die zwei Mädchen bewegt, es kann gewaschen, geglättet und gebügelt werden. – Leicht gebräunt und fleckig. – Völlig intakt. – Siehe Abbildung Tafel 17.

Nr. 1261

Wunderbare Zeichnungen Fritz Fischers 1261 HAUFF, W., Die Geschichte vom kleinen Muck. In Tusche geschriebenes Manuskript mit 38 Tuschfederzeichnungen von Fritz Fischer, zus. mit dem Text auf 27 Bl. 4°. Illustr. Hldr. mit aquarelliertem Schutzumschlag (Rücken erneuert, Ränder etw. gebräunt). (88) 3.800,„Zweite Fassung geschrieben und gezeichnet zum Jahresende 1955 f. f. Weihnachten Blaubeuren.“ – Völlig abweichend zu der wohl ersten Fassung, die sich im SchillerNationalmuseum in Marbach befindet, zu Ehren F. Pfäfflins in Faksimile als Extra-Ausgabe der Marbacher Bibliothek im Jahr 2000 erschienen. – Der Zeichner und Illustrator Fritz Fischer (1911-1968), „sein Leben lang mit der Literatur verbunden, illustrierte Geschichten von Edgar Allan Poe und E.T.A. Hoffmann, Ludwig Tieck und Gottfried Keller, Morgenstern und Andersen -, und immer kam es ihm darauf an, mit seiner spitzen Feder das Wunderliche, ja Verschrobene zu betonen. Der kleine Muck, die komische Figur aus dem Märchen, ist zur Symbolgestalt des einsamen Weisen geworden, der am Rande der Gesellschaft seine Späße und Spiele treibt. Fritz Fischer betrachtet ihn von vorn: Mit seinem großen Turban wirkt er wie ein verkleideter Liliputaner, der die Zirkusarena betritt, alle Zuschauer zu verzaubern. Fritz Fischer betrachtet ihn von hinten: Mit den großen Pantoffeln sieht er aus wie ein exotischer Skispringer, der eben die Schanze verlassen hat, sich in unermeßliche Höhen zu erheben. Und von der Seite betrachtet, erscheint der bärtige Kopf mit mächtigem Ring im Ohr und


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gewaltiger Pfeife im Mund hinter den Dachzinnen seines Hauses, rumpf- und beinlos, als bestünde er tatsächlich nur aus Kopf. Diesen kleinen Riesen stellten wir uns bei Großvaters Erzählung wie von Fritz Fischer gezeichnet vor –, großkopfig und unnahbar: Doch das kann ich erst heute versichern, fünfundsechzig Jahre später nach meinem ersten Blick auf die unveröffentlicht gebliebenen Blätter. Fritz Fischer nutzte alle Spielarten des Übertreibens: Der Spieler mit der Zeichen- oder Schreibfeder läßt seiner Phantasie freien Lauf, knüpft einen aufgelesenen Leitfaden mit anderen bunten Fäden zu einer Ideenkette zusammen. Aus einem Einfall erfindet er ein Weltsystem. Die poetische Logik gehorcht keinem Kausalgesetz“ (Ludwig Harig im Nachwort zur oben erwähnten Marbacher Publikation). – Beiliegt die Marbacher Ausgabe aus dem Jahr 2000. – Siehe Abbildung. “Second version written and illustrated at the end of the year 1955 f. f. Christmas Blaubeuren“. – Completely differing from the possibly first version at the Schiller National Museum at Marbach, published in 2000 in facsimile in honour of F. Pfäfflin as extra edition of the Marbach Library. – Enclosed the Marbach edition of 2000. – Illustrated half calf with dust wrappers coloured by hand (rebacked, margins a little browned). – See illustration.

1262 HEMPEL, F. W., Griechische und römische Mythologie für Liebhaber und Künstler, auch zu Gebrauch beym Unterricht der Jugend. Leipzig, Hinrichs, 1803. Mit kolor. gestoch. Frontisp. und 12 kolor. Kupfertafeln. IV S., 1 Bl., 352 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (minimal berieben und wenig bestoßen). (153) 150,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. XIV, 94. – Vorsatz mit Ausschnitt, fleckig und leicht gebräunt.

1263 HERTZOG, C., Das Hampelmännchen und Hänschen und Fränzchen. Ein Sittengemälde aus der Jetztzeit in drei Büchern für Kinder und Halberwachsene. Frankfurt, Erras, o. J. (1864). Mit chromolithogr. Titel und 7 chromolithogr. Tafeln. 5 Bl., 293 S. Hlwd. d. Zt. mit mont. Orig.-Brosch. (stärkere Gebrauchsspuren). (150) 120,Erste Ausgabe. – Wegehaupt II, 1263. Klotz 2607/1. – Frontisp. verso mit hs. Widmung, einige Textbl. mit hinterlegten Einrissen (geringer Buchstabenverlust), leicht gebräunt, etw. fleckig.

1264 HOSEMANN – ZAUBERBLÜTHEN. Original-Mährchen. Mit einem Vorworte von Agnes Franz. Berlin, Klemann, o. J. (1842). Mit 4 lithogr. Tafeln von Theodor Hosemann. VIII S., 1 Bl., 200 S. Hlwd. d. Zt. (leicht bestoßen). (87) 300,Erste Ausgabe. – Wegehaupt I, 2485. HKJL IV, 225. Rümann 1031. Brieger-H. 76. – Nicht bei Ries. – Tafeln gebräunt; wasserrandig und etw. fleckig. – Aus dem Besitz des Münchner Antiquars Helmuth Domizlaff (1902-1983). – Selten.

1265 KLEBEALBUM. Wien ca. 1821. Qu.-4°. Mit 134 überwiegend kolor. Aquatinta-Ausschnitten auf 52 Tragblättern. Hlwd. d. Zt. (leicht aufgebogen, Gebrauchsspuren). (39) 100,Meist aus deutschen, französischen und englischen Bilderbogen ausgeschnittene Motive: Kinderspiele, Tiere, Möbel, Jahreszeiten, Kostüme, Bauwerke, Städte, religiöse, Alltagsund Genreszenen. – Mit Abklatsch.

1266 KOPP, CORNELIA, UND MARIE RENZ, Beyers lustige Puppenschneiderei. 6 Hefte in 6 Bdn. Mit 11 (statt 12) gefalt. Schnittbogen. Leipzig, Beyer, o. J. (1925). OHlwd. (stärkere Gebrauchsspuren). (10) 200,Klotz 3627/1 bis 6. – Passend zu den von Käte Ohmann illustrierten Geschichten um die Puppen Baby, Heino, Lilly, Ilse, Fred und Suse, die sicher nicht von ungefähr an die beliebten Käthe-Kruse-Puppen erinnern, enthalten die Bücher je zwei Schnittbogen für sechs unterschiedliche Kostüme, darunter Wanderhosen, Schlafanzüge und vieles mehr. – Der erste Schnittbogen vom dritten Heft nur noch fragmentarisch erhalten. – Buchblock tls. vom Einband gelöst, stellenw. (insbesondere die losen Schnittbogen) mit stärkeren Gebrauchsspuren.

1267 (KÜNSTLICH MECHANISCHER GLOBUS zum Gebrauch des kleinen Geographen. Graz, Kaiser), o. J. (ca. 1824). Mit grenzkolor. lithogr. Globus in 6 Segmenten (lose beiliegend) und 2 lithogr. Tafeln. 11 S. Pp. d. Zt. in OPp.-Schuber (Gebrauchsspuren). (36) 1.200,Allmayer-Beck, Modelle der Welt, 278. – Wohlerhaltener Papierglobus in linsenförmigen Segmenten, die, durch einen Papiersteg verbunden, sich zu einem Rund fügen, wenn die an den Enden der Segmente befestigten Kordeln zu einem strammen Knoten geknüpft werden. – Das Begleitheft richtet sich an Schüler, die an die Anfangsgründe der Geographie herangeführt werden sollen. Die Grundbegriffe der Geographie werden auf Tafeln veranschaulicht und in kurzen Texten erläutert. – Die illustrierten Deckel des Schubers folgen vermutlich frühen Entwürfen von Ant(on) Kröll, einem um 1745 in Wien tätigen Illustrator (vgl. Thieme-B. XXI, 554). Sie zeigen auf der Vorderseite Gottvater, schwebend im Universum, „Fiat“ ausrufend, die Rückseite zeigt den Ouroboros, das Symbol kosmischer Einheit. – Das reizende Ensemble erschien wohl um 1824 in der 1817 gegründeten ersten lithographischen Anstalt von Graz bei Josef Franz Kaiser (1786-1863?); vgl. Schwarz-H. 105 und Wurzbach X, 375. Die Datierung ergibt sich nach Allmayer-Beck aus einem geographischen Vermerk auf dem Globus, dort trägt eine Insel im Pazifik den Namen „Hunters Ins.“ mit dem Zusatz „1823“. Ein weiteres Indiz findet sich im Text, wonach sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika aus 22 Staaten zusammensetzen. – Globus leicht fleckig. Textheft mit Widmungsvermerk von alter Hand in Tinte, mit Knickspuren, letztes Blatt mit geringem Eckabriß, stellenw. wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 15. Well preserved paper globe in lenticular segments. – Globe slightly soiled. Text part with dedication note by contemporary hand in ink, with cracking marks, corner torn off a bit at last leaf, here and there minor soiling. – Contemporary cardboard in original cardboard slipcase (signs of wear). – See illustration on plate 15.


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1268 „KÜNSTLICH MECHANISCHER GLOBUS zum Gebrauch des kleinen Geographen“ (Deckeltitel. Graz, Kaiser), o. J. (ca. 1824). Mit grenzkolor. lithogr. Globus in 6 Segmenten (lose beiliegend). 11 S. Pp. d. Zt. in OPp.-Schuber (Gebrauchsspuren). (36) 1.200,Allmayer-Beck, Modelle der Welt, 278. – Wie bereits die vorhergehende Katalognummer stammt auch dieses Ensemble aus der Grazer lithographischen Anstalt von Kaiser. Es erschien allerdings in leicht veränderter Ausstattung. Vermutlich handelt es sich um eine Restauflage, die in neuer Aufmachung feilgeboten wurde (für letzteres spricht, daß bei der neuen Auflage wohl keine lithographierten Tafeln zur Verfügung standen und keine mehr neu aufgelegt wurden). So erfuhr lediglich die Gestaltung des Schubers eine Überarbeitung: den Vorderdeckel zieren nun ein Naturforscher- und ein Indianerpaar, den Rückendeckel schmückt ein Zodiak.

1269 LIEBE GUTE TIERE. O. O., Dr. und J. (ca. 1925). Leporello mit 8 mont. kolor. Originalzeichnungen (Bildgr.: 23 x 15 cm). Mod. Lwd. (67) 150,Entwürfe zu einem Bilderbuch für Kleinkinder. – Die Tafeln zeigen in derber und tls. skurriler Manier Tiere und Kinder auf dem Bauernhof. – Stellenw. etw. fleckig.

1270 MÄRCHEN UND SAGEN für Jung und Alt. (Jge. I und II [alles Erschienene]) in 2 Bdn. Düsseldorf, Arnz, o. J. (1856-57). 4°. Mit 2 chromolithogr. Titeln und 48 getönten lithogr. Tafeln. 288; 285 S. Hldr. d. Zt. (leicht beschabt, gering bestoßen). (6) 150,MNE II, 5. Wegehaupt II, 2091 und 2092. Rümann 2317. – Nicht bei Freyberger. – Die Tafeln von Arnz, Camphausen, Jan, Scheuren, Sonderland, Süs u. a. – Bei beiden Bdn. Buchblock gelockert, Spiegel mit Etikett, Vorsatz mit gelöschtem Besitzvermerk, Titel gestempelt; in Bd. I die S. 141/142 mit Einriß. Etw. wasserrandig und fleckig.

1271 MEGGENDORFER, L., Nimm mich mit! Ein lehrreiches Bilderbuch. 8. Aufl. München, Braun & Schneider, o. J. (ca. 1909). Schmal-Qu.-8°. Mit zahlr. chromolithogr. Abb. 214 S. OLwd. (Vorderdeckel gebrochen, minimal fleckig). (100) 150,Vgl. Krahé 115. Düsterdieck 5082. Wegehaupt II, 2170. Ries 711, 29. – Späte Auflage dieses Kleinkinder-Anschauungsbuches, das gewissermaßen eine Bildenzyklopädie aus Kindersicht darstellt; abgebildet sind Gegenstände des täglichen Lebens, Tiere, Pflanzen, Instrumente, Fahrzeuge u. a. – Buchblock leicht gelockert, fliegender Vorsatz wenig eingerissen, sonst tadellos.

1272 – Die Uhr. Text von Ferdinand Feldigl. Esslingen, Schreiber, (1897). Qu.-4°. Mit 24 chromolithogr. Illustr. und 2 Uhren mit montierten Zeigern. OHlwd. (Rückendeckel fleckig, Kopf und Schwanz wenig eingerissen, etw. bestoßen). (100) 200,-

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Erste Ausgabe. – Krahé 130. Ries 714, 104. – Reizendes Bilderbuch zum Erlernen der Uhr. – Mit den üblichen, aber kaum sichtbaren Klebespuren der Chromolithographien. – Selten.

1273 PAPIERTHEATER – Paradiesesszene. O. O. und J. (Augsburg, Engelbrecht, ca. 1730). 6 mont. kolor. Kupfertafeln. Mod. Pp.-Mappe. (6) 1.200,Barockes Miniaturtheater des Augsburger Kupferstechers Martin Engelbrecht (1684-1756). – Das aus fünf kulissenartigen Ausschneidebögen und einer festen Rückwand bestehende Diorama ergibt hintereinander aufgestellt das perspektivische Bild der alttestamentlichen Paradiesesszene. – Engelbrecht produzierte zunächst großformatige Guckkastenbilder für professionelle Wanderschausteller, fertigte dann aber verkleinerte Kupferstiche an. Diese Miniatur“Dioramen“ gelten als früheste Zeugnisse des Papiertheaters. – Die Bögen sind nahezu alle am unteren Seitenrand (Nr. 61) und am oberen (Nr. 410-412) numeriert, auf zwei Blättern ist noch der Namen des Stechers zu lesen. Engelbrecht hat 3375 Ausschneidebögen herausgebracht, wovon Schott 3216 Blätter lokalisieren konnte. Der Kupferstecher hat seine Ausschneidemotive numeriert, wobei er eine fortlaufende Zählung und eine nach Serien, die bis zu acht Blätter umfassen konnte, vornahm. Die Entstehungszeit seiner Ausschneidebögen liegt zwischen 1719 und 1756, seinem Todesjahr. – Die gewählten Bildmotive spiegeln deutlich den Geschmack des Spätbarock und Rokoko wieder. Die Fülle des Angebots reichte von der Götterwelt der Barockoper über aristokratische Tierjagden bis hin zur Darstellung volkstümlicher Sprichwörter. – Die Ausschneidebögen konnten koloriert oder in Schwarzweiß zum Selbstkolorieren erworben werden. – Die Kulissenbögen wurden bei unserem Exemplar wohl im 20. Jahrhundert an den Rändern professionell aneinander montiert, so daß die biblische Szene sich wie eine Ziehharmonika ausbreiten läßt. Ähnlich wurde wohl auch seinerzeit das Diorama präsentiert, rechts und links von Kerzenlicht flankiert, konnte so eine ungeheure Raumtiefe und Plastizität wie auch eine Dramatik erzielt werden. – Einzigartig. – Kaum Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung Tafel 16. Baroque miniature theatre by the Augsburg engraver Martin Engelbrecht (1684-1756). – Hardly any signs of wear. – Modern cardboard portfolio. – See illustration on plate 16.

1274 – Ohne Ort und Jahr (Wien? ca. 1820). Kolor. lithogr. Bühnenbrett, kolor. lithogr. Proszenium, 6 kolor. lithogr. Kulissenbögen, 4 kolor. lithogr. Kulissenrückwände und 28 kolor. lithogr. Steckfiguren. Lose in Pp.-Mappe d. Zt. in Pp.-Schuber d. Zt. (Gebrauchsspuren). (6) 1.000,Reizendes Papiertheater der Biedermeierzeit. – Dreidimensionale Bühne (ca. 20 x 15 x 13 cm), bestehend aus einem Proszenium und mehreren Kulissenbögen, die, hintereinander auf einen kartonierten Bühnenboden gesteckt, einen perspektivischen Eindruck vermitteln. Die Kulissenbögen geben den Rahmen für eine Szene im Wald, in einem bürgerlichen Salon und auf einem städtischen Marktplatz. Passend zum jeweiligen Bühnenbild finden sich Figurinen und Dekorationen. – Möglicherweise fehlen zwei Kulissenbauten für eine vierte Szene, oder aber die dritte Rückwand wurde bei einem notwendigen Szenenwechsel durch die vierte Wand ausgetauscht. – Ungeklärt ist auch, ob Figuren fehlen. Vorstellbar wäre, daß dem Theater auch ein Textheft beigegeben war, nach dem die einzelnen Szenen


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(3 bis 4 Akte) inszeniert wurden. Die Numerierung auf dem Bühnenbrett und am Steckblatt der Figurinen spräche dafür. – Das Proszenium, die Salon-Kulisse wie auch die Kostüme der Figurinen machen eine Datierung um 1810-20 wahrscheinlich, als Erscheinungsort wäre Wien naheliegend. Die Theaterleidenschaft der Wiener ließ im Biedermeier nämlich einen ganzen Produktionszweig für Papiertheater entstehen. Tonangebend war damals die 1819 gegründete Firma Trentsensky, die „Große Theater“ und „MignonTheater“ schuf. – Die Bühnen konnte man in Bögen zum Ausschneiden und Selbstkolorieren oder bereits fertig koloriert, ausgeschnitten und montiert erwerben. – Ensemble in frischem und sorgfältig ausgeführten Kolorit. – Drei Figuren ohne Steckblätter, fünf alt hinterlegt; kaum Gebrauchsspuren. – Wohlerhalten. – Siehe Abbildung Tafel 16. Charming paper theatre from the Biedermeier period. – Ensemble in fresh and carefully executed colouring. – Three figures without insertion leaves, five backed in former times; hardly any signs of wear. – Well preserved. – Loose in contemporary cardboard portfolio in contemporary cardboard slipcase (signs of wear). – See illustration on plate 16.

1275 PESTALOZZI, (J. H.), Sämtliche Werke. Bde. I-XVI, XVIII und XIX in 18 Bdn. Berlin, Leipzig und Zürich, de Gruyter und Orell Füssli, 1927-60. Mod. Hldr. (104) 300,Kritische Ausgabe. – Alles bis 1960 Erschienene. – Mitherausgeber war Eduard Spranger. – Frisch.

1276 REICHENBACH, A. B., Blumengewinde in Vater Rosenfelds Lieblingslaube oder Unterhaltungen über Gegenstände aus dem Natur-, Kunstund Menschleben; ein neues und lehrreiches ABC- und Lesebuch. Leipzig, Taubert, (1830). Mit gestoch. Titel mit kolor. Vign. und 12 kolor. Kupfertafeln mit 24 Abb. von Böttger nach Straßberger. 141 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (leicht beschabt). (23) 1.200,Monschein 242. Rümann 280. Hobrecker S. 144 und Abb. S. 56. Wegehaupt 1751 (mit Abb.). HKJL IV, 746. – Mit besonders dekorativen und sorgfältig kolorierten Kupfern zum Alphabet, je zwei auf einer Tafel. Bunte Blumengirlanden stellen Buchstaben dar, umgeben von Tieren, Früchten etc., vor wechselnden Landschaften. – Braunfleckig. – Siehe Abbildung Tafel 17. With particularly decorative and carefully coloured engravings to the alphabet, two on each plate. Letters are illustrated by bright flower garlands, surrounded by animals, fruit etc. with changing landscapes. – Brown-stained. – Contemporary half calf with gilt back (slightly scratched). – See illustration on plate 17.

1277 RICHARDSON, S., Sittenlehre für die Jugend in den auserlesensten aesopischen Fabeln. 5. Aufl. München, Strobl, 1786. Mit gestoch. Frontisp. und 24 (statt 25?) Kupfertafeln von J. G. Wagner. 1 Bl., 368 S., 6 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (78) 150,Goed. IV/1, 372, 73. HKJL III, 718. Wegehaupt IV, 1817, Rümann 286. Seifert 1772. Düsterdieck 6336. – Die von Lessing ins Deutsche übersetzte Fabelsammlung erschien

erstmals 1757, die Originalausgabe 1740. – Der Titel verspricht 26 „radirte Kupfer“, Vergleichsexemplare im Handel verfügen allerdings ebenfalls nur über 25 Tafeln. – Anfangs gering wasserrandig, Register mit zahlr. Einträgen mit Bleistift, wenig fleckig.

1278 RINGELNATZ, J., Geheimes Kinder-Spiel-Buch mit vielen Bildern. Potsdam, Kiepenheuer, 1924. Mit 11 ganzseit. Illustr. von J. Ringelnatz. 1 Bl., 48 S., 1 Bl. OPp. (Kopf mit Fehlstelle, geringe Gebrauchsspuren). (100) 80,Erste Ausgabe. – Pape 26. Des Coudres 25. Hayn-G. IX, 493. – Noch ohne den auf Grund polizeilicher Verfügung aufgedruckten Vermerk „Nur für Erwachsene“. – Leicht gebräunt.

1279 UNGARN – ALBUM mit 167 Farbzeichnungen für Schulzwecke. Ungarn, Anfang des 20. Jhdts. Qu.-Fol. Etw. läd. Hlwd. d. Zt. (112) 150,Teils einfache, teils recht gekonnte und immer sehr sauber ausgeführte Darstellungen mit Gegenständen und Szenen des Alltagslebens in der Art von Kinderzeichnungen der jeweiligen Alterstufen. Trotz einer gewissen Verschiedenartigkeit der Zeichnung recht einheitlich in Stil und Aufmachung (alle auf gleichgroßen Kärtchen mit Rahmenlinie, ca. 10 x 7 cm). – Auf 12 feste Trägerpapiere montiert und am oberen Rand beschriftet: „I.(-VI.) osztály“ (erste bis sechste Klasse). – Geringe Gebrauchsspuren.

1280 VILLAUME, (P.), Practische Logik für junge Leute die nicht studiren wollen. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1788. XIV, 304 S. Ldr. d. Zt. (beschabt, stark bestoßen). (8) 80,Vgl. Ziegenfuß II, 791. Rommel 468. Brüggemann III, 945 (alle mit der EA 1787). – Vorderer fliegender Vorsatz mit hs. Anmerkungen, Titel mit Blindstempel und hs. Besitzvermerk, vereinzelt mit hs. Anmerkungen im Text und mehreren Tintenflecken, stellenw. Spuren von Eselsohren, leicht gebräunt, etw. fleckig.

1281 VOGL, J. N., Volksmährchen. Wien, Tendler, 1837. 2 Bl., 233 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Rückenbezug rissig, etw. bestoßen). (150) 120,Erste Ausgabe. – Goed. XII, 231, 11. ADB XL, 168. Wurzbach LI, 183. – Vogl sammelte und bearbeitete kaum bekannte Sagen- und Märchenstoffe aus slawischen Gebieten. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

1282 WALTHER, E., Bilder zum ersten AnschauungsUnterricht für die Jugend. Esslingen, Schreiber, 1890. Fol. Mit 30 doppelblattgr. chromolithogr. Tafeln. 4 Bl., 7 S. Mod. Hlwd. mit mont. Orig.Brosch. auf Vorderdeckel (Gebrauchsspuren). (36) 200,Bilder zum Anschauungs-Unterricht für die Jugend, Tl. I. – Wegehaupt II, 338. – Vgl. Stuck-Villa I, 30. – Erstmals 1838 erschienen. – Die attraktiven Tafeln zeigen Küche und Keller, Feld und Wald, Weinberg, Wasser, Meer, Dorf und Stadt,


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Bauplatz, Straßenverkehr, Post und Eisenbahn, Bergbau etc. – Tafeln mit Ein- und Ausrissen, tls. mit Papier hinterlegt, etw. gebräunt, leicht fleckig.

1283 (WEIGEL, CH., UND J. D. KÖHLER), Orbis terrarum in nuce ... Die Welt in einer Nuß, oder Kurtzer Begriff der merckwürdigsten WeltGeschichte in einer Gedächtnüs-hülfflichen Bilder-Lust, ausgefertiget. Nürnberg, Weigel, 1722. 4°. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel, gestoch. Titelvign. und 48 unterschiedlich getönten Kupfertafeln. 19 S. Hpgt. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (85) 300,Rammensee 1602. Bauer 4.3.4. Wegehaupt I, 2216. Pressler 53. – Mnemotechnisches Lehrbuch zur Unterweisung in der Geschichte, erstmals 1697 erschienen und von A. Schmidt und J. D. Köhler mehrmals umgearbeitet. „Außer den 43 Kupfertafeln, die unverändert aus dem ersten Druck übernommen wurden, sind vier Kupfertafeln in die Ausgabe von 1722 neu aufgenommen worden. Sie zeigen je zehn 'Gedenck-Münzen' zum dritten bis sechsten Jahrtausend. Portraits berühmter Persönlichkeiten dieser Zeit, die in Umrißzeichnungen, zumeist wohl nach Münzbildnissen, gestochen wurden. Die Einführung dieser Tafeln geht sicher auf Köhlers persönliche Vorliebe für die Numismatik zurück“ (Bauer). – Buchblock mehrf. gebrochen. Gestoch. Titel unten mit kleinem Randschaden. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit umfangreichen hs. Marginalien. – Die Tafeln gedruckt auf sehr kräftigem Papier.

1284 ZEHN KLEINE NEGERLEIN. O. O., Dr. und J. (ca. 1925). Qu.-8°. Mit zahlr. Farbabb. 8 Bl. OHlwd. (Gebrauchsspuren). (100) 200,Vgl. Mergner-H. 172-184. Ries 1907. – Die Vorlage stammt wohl aus England, da die Illustrationen Bobbies und Richter mit Perücke zeigen. Auf den registerartigen Ausstanzungen am oberen Rand werden die zehn „Negerlein“ einzeln vorgestellt, doch statt des neunten „Negerleins“ ist, beim flüchtigen Hinsehen kaum auffällig – rassistisch besonders infam – ein Äffchen dargestellt. – Das Register etw. lichtrandig und mit kleinen Knickspuren.

1285 KONVOLUT – 29 Kinder- und Jugendbücher aus zwei Jahrhunderten. Verschiedene Formate. Meist Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (100) 300,Populäre Kinderbücher des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, darunter ABC-Bücher, Fibeln, Märchen und zahlreiche Bilderbücher. – Altersspuren.

1286 – 15 reich illustrierte Märchenbücher des Mainzer Scholz-Verlages in 15 Bdn. Ca. 1904-40. Orig.Einbände (Gebrauchsspuren). (147) 300,1287 – 9 reich illustrierte Kinderbücher des frühen 20. Jahrhunderts. Ca. 1910-50. Verschiedene Formate. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (147) 300,-

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Kleine Sammlung von kaum bibliographierbaren Kinderbüchern, darunter ein seltenes Bilderbuch von Otto Flechtner „Der Kindheit goldene Tage“ (ca. 1910), eine ABCFibel „Eh ich zur Schule geh lern ich das ABC“ (ca. 1920), ein Kochbuch für Puppenmütter „Der Bäcker hat gerufen“ und ein Weihnachtsbuch „Der Weihnachtsmann im Walde“ (1943), von einem deutschen Wehrmachtssoldaten an der Front für seine Kinder in der Heimat geschrieben. – Und vieles mehr. – Gebrauchsspuren.

Philosophie – Politik – Nationalökonomie 1288 AMPACH, R., Cursus philosophicus. Wien, Cosmerovius, 1674. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 386 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. aufgebogen und fleckig). (36) 120,Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 305. – Innerer Vorderdeckel mit Bibliotheksetikett, tls. Wurmfraß (ohne Buchstabenverlust), an den Rändern leicht fleckig, sonst recht sauber.

1289 ARISTOTELES, Politikon ta sozomena (graece). Politicorum libri superstites. Editio nova. Cura Hermanni Conringii. Helmstedt, Müller, 1656. 14 Bl., 751 S. – BEIGEB.: DERS., De arte rhetorica libri tres graece et latine editi cura Ch. Schraderi. Ed. secunda. Ebda. 1659. 8 Bl., 253 S., 5 Bl. Mod. Ldr. (112) 350,STC A 831. Hoffmann I, 312: „Multo emendatior auctiorque priore. Substratus est Sylburgi-Victorianus textus, ubi corruptelae lacunaeque signis criticis sunt adnotatae. Varias lectiones Conringius ipse collegit. Adhaec, praeter Victorii versionem latinam, fragmenta Aristotelis de Historiis rerumpublicarum, ex Casauboni collectione sunt adiuncta. Thucydidis ingenium optime perspexit, atque versione sua more sui temporis reddidit.“ – Einige Unterstreichungen, wenig fleckig.

1290 AST, F., Grundriß einer Geschichte der Philosophie. Landshut, Thomann, 1807. 1 Bl., 491 S., 1 Bl. Interims-Brosch. (angeschmutzt). (78) 100,Erste Ausgabe. – Ziegenfuß I, 52: Ast „versucht als erster in der geschichtlichen Entwicklung der Philosophie eine vernünftige Notwendigkeit nachzuweisen.“ – Hauptwerk des Schelling-Anhängers. – Etw. fleckig, unbeschnitten.

1291 BÖHME, J., Sämtliche Schriften. 11 Bde. Faksimile-Neudruck der Ausg. von 1730. Neu hrsg. von W.-E. Peuckert. Stuttgart, Frommann, 195560. OPp. (leichte Gebrauchsspuren). (104) 250,DAZU: DERS., Die Urschriften. 2 Bde. Ebda. 1963-66. – GRUNSKY, H., Jacob Böhme. Ebda. 1956.


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Literatur und illustrierte Bücher · Philosophie – Politik – Nationalökonomie

Nr. 1293

Nr. 1299

1292 BOLINGBROKE, H. ST. JOHN, The Philosophical Works. Published by D. Mallet. 5 Bde. London, o. Dr., 1754. Ldr. d. Zt. (Rücken restauriert, einer erneuert, Gebrauchsspuren). (96) 80,-

1294 BRUNO, G., Gesammelte Werke. Hrsg. von L. Kuhlenbeck. Mischaufl. 6 Bde. Jena, Diederichs, 1904-09. OHpgt. (104) 250,-

Erste Ausgabe. – Graesse I, 477. Lowndes 232. – Wie meist ohne das Porträt. – Alle Titel mit Besitzvermerk; gebräunt.

1295 BURLAMAQUI, J. J., Principes du droit naturel. Nouv. éd. Paris, Guillaume, 1791. VIII, 374 S., 1 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und stärker bestoßen). (73) 80,-

1293 (BROGGIA, C. A.), Trattato de' tributi, delle monete, e del governo politico della sanità. Opera di stato, e di commercio, di polizia, e di finanza. Neapel, Palombo, 1743. 7 Bl., XVIII, 572 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (wenig fleckig, etw. berieben und bestoßen). (145) 800,Erste Ausgabe. – Einaudi 709. Kress B 4730. Goldsmiths 7984. – „Als erster italienischer Steuermethodiker verwarf er alle geldbringenden Regierungsmonopole. Durch Ausschluß fremdländischer Waren sucht er den heimischen Gewerbefleiß und den Ackerbau zu begünstigen“ (Sauer & Auvermann V, 1430). – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit schwachen Feuchtigkeitsspuren. – Siehe Abbildung.

Vgl. Quérard I, 570. INED 876. Higgs 2840 (andere Ausg.) – Innengelenk aufgeplatzt, Titel gestempelt und im Bug löchrig, anfangs braunfl., ansonsten tls. etw. gebräunt.

1296 CAMPANELLA, T., Realis philosophiae epilogisticae partes quatuor, hoc est de rerum natura, hominum moribus, politica, (cui Civitas solis iuncta est) & oeconomica, cum adnotationibus physiologicis a Thobia Adami nunc primum editae. Frankfurt, (Emmel für) Tampach, 1623. 4°. Mit breiter gestoch. Titelbordüre und 5 kleinen Textholzschnitten. 20 Bl., 508 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 25.000,-


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Erste Ausgabe. STC C 188. Firpo 8h.1. Gibson-P. 650. Mellon 81. Wellcome I, 1238. Winter I, 64. ESS III, 166. – Wie die im Vorjahr bei Tampach erschienene, ebenfalls von Tobias Adami aus Campanellas Inquisitionsgefängnis nach Deutschland verbrachte „Apologia pro Galileo“ in zwei satz- und kollationsgleichen Varianten erschienen, vorliegend mit der gestoch. Titelbordüre und ohne das sehr seltene Erratablatt (Mellon unbekannt; vgl. die Exemplarnachweise im VD 17). – „While Galilei was essentially satisfied with an understanding of natural, physical reality, Campanella endeavored to go beyond this and to find the ultimate metaphysical truth of things“ (DSB XV, 68 ff.). – Auf den Seiten 415-464 als Teil des dritten, „politicorum“ überschriebenen Buches, befindet sich mit eigenem Titelblatt die Erstveröffentlichung von Campanellas berühmtestem Werk, „Città del Sole“, einer der großen Staatsutopien des 17. Jahrhunderts. Das Werk datiert bereits aus den Jahren 1602/03, der italienische Originaltext Campanellas gelangte erst 1904 an die Öffentlichkeit. „A regimented, highly centralized, theocratic society characterized by the breeding of human beings in accordance with science (including astrology), subordination of individuals to the state, and absence of private property“ (Gibson-Patrick). Der Versuch, einen derartigen, in der chiliastischen Tradition des Joachim von Fiore als Endreich aufgefaßten Idealstaat in Kalabrien zu errichten, brachte Campanella für über 30 Jahre in die Gefängnisse der Inquisition. – Titel knapp, außen bis zum Bordürenrand beschnitten. Etw. gebräunt und fleckig, S. 63-66 mit kräftigem Tintenfleck. – Siehe Abbildung. First edition. – The first publication with title page of Campanella's most famous work, „Città del Sole“, one of the great political utopias of the 17th century, is on pages 415-464 as part of the third book headed „politicorum“. – Title closely trimmed, outside up to ornamental border. Some browning and soiling, pp. 63-66 with strong inkstain. – Contemporary limp vellum (a little soiled, rubbed and scuffed). – See illustration.

1297 (CAPELLO, P. A.), Nuovo trattato del modo di regolare la moneta. Venedig, Baseggio, 1752. 4°. Mit 14 großen Falttabellen. 6 Bl., 152 S. Mod. Pgt. (Vordergelenk mit kleiner Fehlstelle). (145) 600,Erste Ausgabe. – Melzi II, 260. Einaudi 860. Kress 5187. Goldsmiths 8725. Higgs 328. – Mit Währungstabellen für Venedig, Genua, Mailand, Florenz, Rom, Neapel, Cadiz, Lissabon, Konstantinopel, Alexandria, Wien, England etc. – Vorsatz mit Händlermarke. Titel angestaubt, stärker fleckig und verso mit Exlibris. Einzelne Tafeln im Innensteg etw. eingerissen. Insgesamt nur gering fleckig, breitrandig und teilw. unbeschnitten.

1298 CHOKIER, J. DE, Thesaurus Politicus: Oder, Schatz-Cammer politischer Aphorismorum oder Lehrsprüche. Jetzo aber nach dem neulichst gedruckten lateinischen Exemplar verteutschet durch Andream Heidemannum. Nürnberg, Dümler, 1652. 4°. 8 Bl., 860 S., 5 (statt 6) Bl. Pgt. d. Zt. (stark fleckig, etw. berieben und bestoßen, mit Kratzspuren, Schließbänder fehlen). (31) 150,Zweite deutsche Ausgabe. – Georgi I, 281. – Vgl. STC C 571 (erste dt. Ausg. 1624). – Einer der damals beliebten Fürstenspiegel. – Es fehlt das letzte Bl. mit Kolophon und Druckermarke. – Etw. gebräunt, stark braunfleckig.

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Nr. 1296

1299 COMENIUS, J. A., I. Fortunae faber. II. Diogenes cynicus. III. Abraham patriarcha. Nunc simul editi. 3 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Van den Berge, (1661)-62. 12°. Mit gestoch. Titelvign. und 3 gleichen Druckermarken. 1 Bl., 103 S., 6 Bl., 106 S., 1 weißes Bl., 69 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (fleckig, etw. berieben und bestoßen, mit wenigen kleinen Wurmlöchern). (19) 8.000,Erste lateinische Sammelausgabe. – Vgl. Heydorn II, 44, 40, 14, 42 und 88. – Nicht im NUC. – Enthält in Tl. I „Regulae Vitae“ (S. 51-72) und die „Epistula ad Montanum“ (S. 73-103, dieser Teil irrtümlich am Ende von Tl. III eingebunden). – Handbuch der praktischen Philosophie. – Gesamttitel außen hinterlegt. BEIGEB.: DERS., Physicae ad lumen divinum reformandae synopsis. Amsterdam, Janssonius, 1663. Mit Druckermarke auf dem Titel. 24 Bl., 303 S. – Vgl. Heydorn II, 83: „Eine der Schriften Komenskys, die die Überreste des enzyklopädischen Amphitheatrums darstellen, freilich in der Umgestaltung für die Zwecke des Schulunterrichts.“ DERS., Pansophiae diatyposis ichnographica & orthographica delineatione. Amsterdam, Elzevier, 1645. Mit Druckermarke auf dem Titel. 212 S. – Erste lateinische Ausgabe. – Willems 1023. Heydorn II, 82. – Einführung in die Universalwissenschaft als Fortsetzung des 1639 in London erschienenen Werkes „Pansophiae prodromus“ und als Einleitung zu einer Art Enzyklopädie, welche Comenius nie verwirklichen konnte. DERS., Disquisitiones de caloris et frigoris natura. Amsterdam, Janssonius, 1659. Mit Druckermarke auf dem Titel. 59 S. – Erste lateinische Ausgabe. – Heydorn II, 40: „Komensky beurteilt Wärme u. Kälte als die ersten Qualitäten, als Voraussetzungen aller Naturprozesse.“


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Nr. 1306 Vorsätze mit hs. Notizen. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. First Latin collective edition. – Overall title backed outside. – Endpapers with ms. notes. Some browning, minor soiling. – Contemporary vellum with ms. spine title (stained, a little rubbed and scuffed, with some small wormholes). – See illustration.

1300 ECKARTSHAUSEN, K. VON, Rede von den Quellen der Verbrechen und der Möglichkeit selben vorzubeugen. München, Vötter, 1783. 4°. 55 S. Heftstreifen. – Erste Ausgabe. – Faivre 9. (52) 120,1301 – Ueber das erste Wesensgesetz in der Schöpfung. München, Lindauer, 1793. 4°. 40 S. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel (wenig beschabt). – Erste Ausgabe. – Faivre 70. – Schönes Exemplar. (87) 200,1302 FEUERBACH, L., Sämtliche Werke. Neu hrsg. von W. Bolin und F. Jodl. 13 in 12 Bdn. Stuttgart, Frommann, 1960-64. OLwd. (104) 120,-

Nr. 1308

1303 FICHTE, J. G., Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Abt. I/1-9 (von 10), II/1-11 (von 17), III/1-6 (von 8) und IV/1-2 (von 6) in 29 Bdn. Stuttgart, Frommann, 1962-98. 4°. OLwd. (104) 600,Beiliegen „Fichte im Gespräch“, Bde. I-V (von 6), und die Fichte-Bibliographie.

1304 – Versuch einer Critik aller Offenbarung. Königsberg, Hartung, 1792. Mit gestoch. Titelvign. 1 Bl., 182 S. Mod. Ldr. (23) 150,Eine von 4 bekannten Varianten der ersten Ausgabe (hier mit Vign. und Verlagsangabe, aber ohne Vorrede und Nennung des Verfassers). – Baumgartner-J. 2 alpha. Goed. V, 8, 1. Meyer 277, 2. Dorn 118. – Unbeschnitten.

1305 FURTMAIR, M., (UND J. N. USCHOLD), Philosophisches Real-Lexikon. 4 in 1 Bd. Augsburg, Kollmann, 1853-55. Hldr. d. Zt. (leicht beschabt und bestoßen). (78) 100,Einzige Ausgabe. – Entgegen dem Titel mit zahlreichen Personeneinträgen. – Etw. gebräunt und fleckig, Titel gestempelt. Nachgebunden 30 Bl. Schreibpapier (weiß).


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1306 (GALIANI, F.), Dialogues sur le commerce des bleds. London (d. i. Paris) 1770. 2 Bl., 314 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt, wenig bestoßen). (145) 1.500,Erste Ausgabe. – Einaudi 2334. Goldsmiths 10640. Kress 6730. INED 1948. Palgrave II, 178. Higgs 4941: „A celebrated work.“ – Nicht bei Menger. – „Rapports entre la structure physique d'un pays et son économie. G. insiste sur l'interdépendance de l'agriculture, des manufactures et du nombre d'habitants. Remarques assez générales sur le luxe, les impôts, le déficit de la population française; avantages d'une forte population considérée par rapport aux ressources existantes“ (INED). – Vorsatz mit Exlibris. Das letzte „Errata“-Blatt mit 22 Zl. Verbesserungen. Gering gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Endpaper with exlibris. Last „Errata“ leaf with 22 lines corrections. Minor browning and soiling. – Contemporary calf with spine label and gilt back (some scratching, minor scuffing). – See illustration.

1307 HEIDEGGER, M., Hegels Phänomenologie d. Geistes. Vorlesung, gehalten im Wintersemester 1930/31. (Typoskript). O. O. und J. Fol. 1 Bl., 134 S. Mod. Hpgt. (Deckel leicht aufgebogen und lichtrandig). (37) 200,Maschinengeschriebene Nachschrift aus dem Besitz von Helene Weiß (1901-1950), einer Schülerin des Freiburger Philosophen von 1924 bis zur ihrer Emigration 1934. Diese mit zahlr. Korrekturen versehene Fassung ist vermutlich Vorlage der Nachschrift des Philosophen Ernst Tugendhat (geb. 1930). – Ernst Tugendhat ist ein Neffe von Helene Weiß. – Vorsätze mit hs. Einträgen und eingeklebtem Zeitungsausschnitt; Text mit zahlr. hs. Korrekturen in Tinte. – Aus dem Besitz des Opthalmologen Ernst Engelking (18861975), der neben Karl Jaspers zum sogenannten Dreizehnerausschuß zur Reformierung der Heidelberger Universität unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte.

1308 – Sein und Zeit. Erste Hälfte (alles Erschienene). Halle, Niemeyer, 1927. XI, 438 S. OLwd. (Vorderdeckel aufgebogen, wasserrandig, stellenw. wenig eingerissen, etw. gebräunt). (114) 400,Sonderdruck aus dem „Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung“, Bd. VII. – Erste Ausgabe. – Saß 13. – Ohne das meist fehlende Errata-Blatt. – Vorsätze im Bug gering lädiert, Titel mit kleinem Stempel, mit einigen Marginalien (Bleistift), durchgehend wasserrandig, fleckig. – Aus dem Besitz von Hans Georg Küssner (19001984), Professor für Luftfahrtforschung. – Siehe Abbildung.

1309 (HOLBACH, P. H. D. DE), Examen critique des apologistes de la religion chrétienne. Par M. Fréret. O. O. und Dr. 1767. 268 S., 2 Bl. Weinrotes Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (etw. berieben, wenig bestoßen). (19) 800,Ein Jahr nach der Erstausgabe erschienen. – Tchemerzine VI, 231. – Vgl. Cioranescu 34025 und 29711 (unter N. Fréret). Vercruysse S. 33-36. – Unter der Tarnkappe „Fréret“ verfaßte, stark antiklerikale Schrift. Die Autorschaft von Holbach ist nicht eindeutig gesichert und wird von Vercruysse eingehend diskutiert; die Indizien sprechen gegen

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Holbach und für einen aufklärerischen Feuerkopf. – Das Schlußblatt mit einem „Catalogue“ lieferbarer Bücher ist wohl nicht allen Exemplaren beigebunden worden. – Gering gebräunt, wenig fleckig. – Vorsatz mit Exlibris aus der Bibliothek des großen Bibliophilen A. A. Renouard, vgl. Bogeng I, 159-161: „Eine der bedeutendsten französischen Liebhaberbüchereien des neunzehnten Jahrhunderts“. Laut dem Auktionskatalog von Renouards Bibliothek (Paris/ London 1854; Nr. 212) Exemplar auf besserem Papier in einem feinen Maroquineinband.

1310 – La politique naturelle. Ou discours sur les vrais principes du gouvernement. 2 Bde. London (d. i. Amsterdam, Rey), 1773. VII, 232; 280 S. (ohne die ersten 2 nn. Bl. zum Bd. II). Ldr. d. Zt.mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen, Gelenke brüchig). (145) 120,Einer von zwei Drucken der ersten Ausgabe. – Vercruysse 1773, A 2. Tchemerzine VI, 245. Kress 6940. INED 2288. Einaudi 36. – Es fehlen der Vortitel und Titel zum Bd. II. – Vorsatz mit kleinem Exlibris und Schabspur. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

1311 (HOLBACH, P. H. D. DE, PSEUD.:) ABBE BERNIER, Théologie portative ou dictionnaire abrégé de la Religion Chrétienne. „Londres“ (d. i. Amsterdam, Rey), 1768. 2 Bl., 229 S. Weinrotes Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (gering berieben und bestoßen). (19) 1.000,Erste Ausgabe (ein zweiter Druck erschien noch im selben Jahr). – Vercruysse 1768/A4. Cioranescu 34032. Tchemerzine VI, 237. Weller, Druckorte, II, 181. – Nach Vercruysse handelt es sich bei den Ausgaben mit dem Erscheinungsvermerk 1768 um die ersten Ausgaben, obwohl das Werk bereits ein Jahr zuvor im Umlauf war. – Unser Exemplar am Anfang mit einem Vortitel, der Vergleichsexemplaren fehlt. – Vereinzelt mit hs. Korrekturen. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. First edition. – Our copy at the beginning with half title which is not there in comparative copies. – Occasionally with ms. corrections. Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary wine-red calf, richly gilt (minor rubbing and scuffing).

1312 HORN, (CH. A.), Uiber den waren Begrif von Freiheit. Nürnberg und Marktbreit, o. Dr., 1794. 8 Bl., 542 S. Pp. d. Zt. (leicht beschabt und bestoßen). (62) 200,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. III, 423. Meusel VI, 115. – Antijakobinische Gedanken über die Freiheit: in staatlicher, ständischer wie individueller Hinsicht, über Denk-, Presse-, Religions- und Gewissensfreiheit. – Christian Adam Horn (1753-1798) war Nachmittagsprediger zu Schweinfurt, hat sich nach seiner Absetzung als Pfarrer mit der Juristerei befaßt „und litt mitunter an Verstandeszerrüttung“ (Meusel). – Etw. gebräunt. Exlibris.

1313 JAKOB, L. H., Beweis für die Unsterblichkeit der Seele aus dem Begriffe der Pflicht. Züllichau, Fromann, 1790. LXXXII, 100 S. Etw. spät. Pp. (59) 150,-


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Erste Ausgabe. – ADB XIII, 690. Adickes 348: „Diffuse in style, and aiming to be popular, the work brings to their complete developement the germs of Eudaemonism in Kant's proof, and thus allows the harshness of this to appear in full light. Jakob asserts, for instance, that, in the absence of a belief in immortality, the chief end must be self-preservation, and death for one's country therefore sheer folly. So that here Kant's rigorousness is transformed into its direct opposite.“ – Vorsatz mit aufgeklebtem Besitzvermerk, tls. gering gebräunt und stellenw. fleckig.

1314 JASPERS, K., Grundsätze des Philosophierens. (Typoskript). O. O. und J. (1843). 4°. 5 Bl., I, 169 S. Mod. Ldr. (leicht lichtrandig und wenig berieben). (37) 300,Eines von wenigen Exemplaren eines maschinengeschriebenen Manuskriptes, das während der Jahre des Berufsverbots von Jaspers wohl unter der Hand in Umlauf war. – Vorsatz gestempelt und mit hs. Eintrag. – Aus dem Besitz des Opthalmologen Ernst Engelking (1886-1975), der neben Jaspers zum sogenannten Dreizehnerausschuß zur Reformierung der Heidelberger Universität unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte.

1315 (JURIEU, P.), Les voeux d'un patriote. Amsterdam, o. Dr. (d. i. Paris) 1788. 16, 282 S. Läd. Interims-Broschur. (112) 100,Hoefer XXVII, 271. Weller, Druckorte II, 238. – Neudruck der ersten 13 Kapitel der unter dem Titel „Les soupirs de la France esclave“ erstmals 1689-90 erschienenen Analyse der Regierung Ludwigs XIV. – „Atribuée par les uns à Levassor et par d'autres à Gatien de Courtilz, cet ouvrage est bien réellement de Jurieu. Il contient une critique juste, quoique exprimée en termes fort vifs, du gouvernement de Louis XIV. Les principes de la souveraineté du peuple et de la subordination des rois aux états généraux sont nettement proclamés“ (Hoefer). – Unbeschnitten.

1316 KANT, I., Werke. Sorgfältig revidirte Gesammtausgabe. (Hrsg.von G. Hartenstein). 10 Bde. Leipzig, Modes und Baumann, 1838-39. Mit gestoch. Portr., 3 Kupfertafeln und gefalt. Faksimile. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (106) 400,Erste Gesamtausgabe. – Goed. V, 2, 1. – Tls. gebräunt und fleckig. – DERS., Briefwechsel. Hrsg. v. H. Fischer. 3 Bde. München 1912-13. – Dekorativ gebunden.

1317 – Logik, ein Handbuch zu Vorlesungen. Königsberg, Nicolovius, 1800. XXIV, 232 S. (ohne das Erratablatt). Pp. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (112) 200,Erster Druck der ersten Ausgabe (mit dem Komma hinter Nicolovius). – Warda 206. Adickes 104. – Innengelenke gebrochen; stellenw. leicht wasserrandig; etw. braunfleckig. – VORGEB.: DERS., Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Dritte Aufl. Leipzig, Hartknoch, 1800. XXIV, 126 S. – Warda 108. Adickes 64. – Titel mit Besitzvermerk. – NACHGEB.: DERS., Physische Geographie. Auf Verlangen des Verfassers, aus seiner Handschrift hrsg. und zum Theil bearb. von F. Th. Rink. 2 Bde. Königsberg, o. Dr., 1802. VIII, 240 S., 2 Bl., 195 S. – Warda 216. Adickes 109.

1318 – DASS. Königsberg, Nicolovius, 1800. XXIV, 232 S. Läd. Pp. d. Zt. (106) 200,Zweiter Druck der ersten Ausgabe, d. h. ohne das ErrataBlatt. – Warda 207. Adickes 104. – Vorsatz und Titel gestempelt. – DAZU: DERS., Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft. 2. Aufl. Riga 1787. – Warda 105. Adickes 64. – DERS., Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Neueste, mit einem Register verm. Aufl. Grätz 1796. – Warda 95. – DERS., Critik der reinen Vernunft. 4. Aufl. Riga 1794. – Warda 64. – DERS., Critik der reinen Vernunft. 7. Aufl. Leipzig 1828. – Warda 69.

1319 – Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Königsberg, Nicolovius, 1797. 1 Bl., XII, 235 S. Kalbldr. d. Zt. (etw. beschabt, bestoßen). (100) 150,Erste Ausgabe. – Warda 171. Adickes 90. – Mit dem sonst häufig fehlenden Obertitel „Die Metaphysik der Sitten“. – Stärker gebräunt, fleckig.

1320 – Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre. Königsberg, Nicolovius, 1797. 1 Bl., X, 190 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (106) 120,Erste Ausgabe. – Warda 176. Adickes 90. – Ohne die beiden Reihentitel. – Vorsatz und Titel mit Eintrag, am unteren Seitenrand durchgehend wasserrandig, vereinzelt fleckig. – NACHGEB.: TRESCHOW, N., Vorlesungen über die Kantische Philosophie. Aus dem Dänischen übers. Tl. II (von 2). Kopenhagen und Leipzig, Schubothe, 1799. 1 Bl., 203 S., 1 Bl. – Adickes 2188: „There are not a few remarks which show penetration and clearness of thought; but they are lost in a crowd of bad misunderstandings and superficial objections.“

1321 – Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. Königsberg, Nicolovius, 1795. 104 S. Läd. Pp. d. Zt. (106) 500,Erster Druck der ersten Ausgabe, S. 3 mit Kustode „Welt“. – Warda 154. Adickes 84. – Vorsatz gestempelt und mit hs. Besitzvermerk, einige Anstreichungen und Marginalien (wenige in Tinte), leicht gebräunt und fleckig. – Exlibris.

1322 LEROUX, P., Le véritable livre d'Isaie retrouvé, rétabli dans son intégrité, et traduit littéralement sur le texte hébreu. Lausanne, J. Leroux, 1869. XV, 93 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (19) 400,Nr. 72 von 150 Exemplaren der ersten Ausgabe. – Vgl. Hoefer XXX, 881. Ziegenfuß II, 51: Pierre Leroux (1797-1871) „ist stark beeinflußt von Condorcet und der bedeutendste Philosoph des Saint-Simonismus. Die Menschheit hält er für realer als das Individuum.“ – Der französische Philosoph und Sozialist proklamierte 1848 in Boussac die Republik und wurde am 25. Februar Maire des Ortes, wo er sich der radikalen Partei anschloß; er lebte von 1851 bis 1868 in der Verbannung auf Jersey. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Der über den Buchblock hinausragende Vortitel außen eingefaltet (mit kleineren Randschäden und Leimflecken) mit e. Widmung und U. des Autors für Alexandre Devlet-Kildet, dat. 4. 1. 1870.


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1323 LIST, F., Das nationale System der politischen Oekonomie. Bd. I (alles Erschienene): Der internationale Handel, die Handelspolitik und der deutsche Zollverein. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1841. LXVIII (recte LXX), 589 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 5.000,Erste Ausgabe. – Kress C.545. Goldsmiths 31957. PMM 311. – Lists Hauptwerk, das in Opposition zu Adam Smith und dessen System des Freihandels steht. „70 Jahre lang benutzten es die Verfechter von Schutzzöllen als Evangelium“ (Carter-Muir). – Vorsatz mit hs. Vermerk, S. 39/40 mit Papierdurchbruch, tls. stärker gebräunt und etw. fleckig. First edition. – List's main work that opposes Adam Smith and his theory of free trade. – Endpaper with ms. note, p. 39/40 with paper perforation, partly stronger browned and a little soiled. – Contemporary half calf with gilt back (some rubbing and scuffing).

1324 MACHIAVELLI, N., (Opere). 8 Bde. Cosmopoli (d. i. Venedig, Pasquali), 1769. Mit gestoch. Portr. und 8 gestoch. Titeln. Hldr. d. Zt. (etw. beschabt, bestoßen). (55) 300,Bertelli-I. 96-101 und S. CX-CXI: „Tutto Machiavelli, in una serie di otto volumi in ottavo, con frontespizi distinti.“ – Die Bände dieser Werkausgabe haben keinen Gesamttitel, ihre Zusammengehörigkeit ergibt sich nur aus dem „Indice e distribuzione delle opere“ zu Anfang des (ersten) Bandes, des „Principe“; dieser ist ein Nachdruck der im Jahr zuvor ebenfalls bei Pasquali erschienenen Ausgabe, die übrigen Bände sind Neuausgaben. – Tls. ganz leicht gebräunt. Nr. 1330

1325 (MAFFEI, F. S.), Dell'impiego del danaro libri tre. Rom, Druckerei des Vatikans, (1745). 4°. Mit gestoch. Titelvign. XXXII, 172 S. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, mit Nagel- und Wurmspuren). (145) 300,Seltene zweite Ausgabe, erstmals 1744 erschienen. – Einaudi 3604. Barucci-C. 254. Kress 4716. Goldsmiths 8277. – Über den Gebrauch des Geldes. – Vortitel mit wenigen Federproben. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit Quetschfalten und wenigen kleinen Wurmspuren.

1326 (MIRABEAU, V. R. DE), Theorie de l'impot. O. O. u. Dr., 1760. VIII, 520 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke angebrochen, Kapitale leicht läd., Rücken mit Wurmspur, etw. berieben und bestoßen). (145) 350,Erste Oktavausgabe im Jahr des Erstdrucks. – Kress 5884. Goldsmiths 9603. Higgs 2298. Einaudi 3946. – Diese Ausgabe nicht bei Cioranescu und Tchemerzine. – Eines der wichtigsten physiokratischen Werke (trug dem Autor Inhaftierung ein). – „Ce fut la première oeuvre vraiment personelle de Mirabeau depuis sa conversion (aux idées de Quesnay). Le succès en fut très vif. Mirabeau y développe les principes de la nouvelle école, avec un franc-parler qui lui attira de nombreux suffrages ... et le fit emprisonner“ (INED 3209). – Titel mit Stempel und aufgeklebter Bibl.Nummer. Etw. gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt gestempelt und mit kleinen Randschäden.

1327 NÜSSLEIN, F. A., Grundlinien der Logik. – Begriff und Eintheilung der Philosophie. 2 in 1 Bd. Bamberg, Wesche, 1824. VIII, 98 S., 1 Bl., 31 S. Pp. d. Zt. (leicht berieben und etw. bestoßen). (78) 120,Erste Ausgabe. – BBKL XXIX, 994. ADB XXIV, 61. – Neben seinen mineralogischen Studien veröffentlichte der Dillinger Professor auch zahlreiche von der Philosophie Schellings beeinflußte Schriften, die sich allerdings „alle nicht weit über das Niveau der gewöhnlichen Schulphilosophie erheben.“ – Mit einigen nachgebundenen Blättern und zahlr. Einträgen von alter Hand in Tinte und mit Bleistift, Titel gestempelt, wasserrandig und leicht fleckig. – DAZU: WEBER, J., Logica, in usum eorum, qui eidem student. Landshut 1794. – Hamberger-M. VIII, 369. – SAMBUGA, J., Ueber den Philosophismus, welcher unsere Zeit bedroht. München 1805. – Goed. XII, 434, 15. ADB XXX, 309. – STÖGER, J., Ueber den reellen Unterschied des Seyns und den daraus hervorgehenden Unterschied unserer Kenntnisse. München 1811. – Hamberger-M. XX, 644. – MEILINGER, F., Grundriß der Logik und Metaphysik. München 1835. – ADB XXI, 218.

1328 (PASCAL, B., PSEUD.:) L. MONTALTE, Litterae provinciales, de morali & politica Jesuitarum disciplina. A Willelmo Wendrockio (d. i. P. Nicole), e Gallica in Latinam linguam translatae. Ed.


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Erste Ausgabe. – En français dans le texte 260. – Nicht bei Kress, Goldsmiths, Nettlau etc. – Eine der berühmtesten Schriften der ganzen sozialistischen Literatur. Die Antwort auf die reißerische Titelfrage lautete bekanntlich „Diebstahl“, aber: „Il n'a jamais condamné la propriété en soi, comme a pu le faire Rousseau. Il ne l'a condamnée que comme objet de spéculation, à l'époque du capitalisme le plus sauvage.“ – Mit der meist fehlenden „deuxième mémoire“, die 1841 unter dem Titel „Lettre à M. Blanqui sur la propriété“ erschien. – Seit 1945 nur ein Exemplar im deutschen Auktionshandel, siehe unsere Auktion 33/1822 (nur Bd. I). – Wenige Seiten lose, Satzspiegel leicht gebräunt; stellenw. fleckig. – Beiliegt ein Pariser Nachdruck des ersten Bandes aus dem Jahr 2009. – Siehe Abbildung. First edition. – One of the most famous treatises of the entire socialist literature. – A few pages loose, type area slightly browned; here and there soiled. – Enclosed a Paris reprint of the first volume from the year 2009. – Damaged, original wrappers and modern interim wrappers. – See illustration.

1331 – Die Widersprüche der National-Oekonomie oder die Philosophie der Noth. Deutsch von Wilhelm Jordan. 2. Ausg. 2 Bde. Leipzig, Wigand, o. J. (1847). 448; 487 S. (jeweils ohne S. 1/2 = Reihentitel). Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (96) 80,-

Nr. 1339

quarta, auctior. Köln, N. Schouten (d. i. Amsterdam, Elzevier), 1665. 40 Bl., 646 S. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Vergoldung (Kapitale etw. läd.; berieben und bestoßen). (146) 300,STC P 166. Maire II, 349-351. Willems 1359: „Celle-ci, qui est la quatrième (édition), sort positivement des presses Elzeviriennes d'Amsterdam.“ – Fliegender Vorsatz mit umfangreichen Bleistifteintragungen. Titel mit hs. Eintrag des Verfassernamens; ein wenig gebräunt, wenig (Titel stärker) fleckig. – Dekorativ gebunden.

1329 PASCAL, (B.), Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets. Nouvelle éd. 2 Tle. in 1 Bd. Paris (d. i. Brüssel, Fricx), 1679. 12°. 24 Bl., 382 S., 1 Bl. Mod. Ldr. (gering berieben, Ecken leicht bestoßen. (37) 200,Maire IV, 114, 26 und 27. Tchemerzine IX, 76. Willems 2112. – Enthält außerdem mit eigenem Titel den „Discours sur les pensées“. – Vorsatz mit hs. Notiz und gestempelt, an den Rändern leicht fleckig. – DAZU: LA BRUYÈRE, (J. DE), Maximes et réflexions morales. Paris 1781.

1330 PROUDHON, P. J., Qu'est-ce que la propriété? Ou recherches sur le principe du droit et du gouvernement. 2 Bde. Paris, Brocard und Prévot, 1840-41. XII, 244; 188 S. Läd. Orig.-Broschur und mod. Interims-Broschur. (19) 6.000,-

(Die National-Ökonomen der Franzosen und Engländer, Bde. IX-X). – Stammhammer I, 192, 71. Fromm 20877. Nettlau 37. – Eine von zwei fast gleichzeitig erschienenen deutschen Übersetzungen von „Système des contradictions économiques ou philosophie de la misère“ im Jahr 1846. Eines der Hauptwerke Proudhons, von dem sich Marx nachdrücklich mit seiner „Misère de la philosophie“ distanzierte. – Fleckig und gebräunt.

1332 (PUYSEGUR, F.-J. DE CHASTENET DE), De la sanction de l'ordre naturel. 4 Tle. in 1 Bd. Paris, Libraires qui vendent des nouveautés, 1778. 47, 73, 89, 122 S., 1 Bl. Läd. Interims-Brosch. – Erste Ausgabe. – Barbier V, 421. Cioranescu 51693. – Unbeschnitten, sonst recht sauber. (2) 100,1333 ROUSSEAU, J. J., Discours sur l'origine et les fondemens de l'inegalité parmi les hommes. Amsterdam, Rey, 1755. Mit gestoch. Frontisp. von D. Sornique nach Eisen, gestoch. Titelvign. und gestoch. Kopfvign., beide von S. Fokke. LXX S., 1 Bl., 262 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (23) 1.500,Erste Ausgabe. – Tchemerzine X, 32. Dufour 55. Cohen-R. 903. Lewine 475. Lonchamp 2544. Kress 5470. Goldsmiths 9064. INED 3949. – Rousseaus berühmte Preisschrift. – Mit allen Kennzeichen des Erstdrucks: die S. LXVII/LXVIII, 111/112 und 139/140 sind cancellantia, und der accent aigu auf dem Wort „conformé“ auf S. 11 ist handschriftlich eingefügt. – Mod. Exlibris, sonst gutes Exemplar. First edition. – Rousseau's famous treatise. – Modern exlibris, altogether a good copy. – Contemporary calf with spine label and gilt back (scratched and scuffed).


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1334 ROUSSEAU – (BAUDOUIN, F.-J.-J.), Recueil des pièces à la motion faite à l'Assemblée nationale, au sujet de J. J. Rousseau & de sa veuve. Paris, Imprimerie Nationale, 1791. IV, 27 S. Mod. Hldr. (19) 250,Conlon 844. – BEIGEB.: II. LOI qui décrète une statue pour Jean-Jacques Rousseau, & une pension de 1200 livres pour sa Veuve. Paris, Imprimerie Royale, 1791. 2 Bl. (das letzte weiß). – Conlon 864. – Mehrf. gefaltet, da über den Buchblock hinausragend. Mit hs. Marginalien. – III. MENDE-MONPAS, J.-J.-O., Éloge de J. J. Rousseau. Avec des anecdotes très-intéressantes relatives à ce grand homme, qui n'ont point encore été publiées. Paris, (Chaignieau), 1790. 24 S. – Conlon 833. – Drei kleinere Schriften zum Tode Rousseaus. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1335 – BERRUYER, P., Bref de N. S. P. le Pape Clement XIII. Au sujet des censures de cette faculté contre l'Emile de Rousseau. Paris, o. Dr. 1764. 16 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale schadhaft, stark beschabt und bestoßen). (65) 150,Conlon, Ouvrages français relatifs à J.-J. Rousseau, 280. – Vorgebunden 5 jansenistische Schriften. – Vorsatz angeschmutzt und mit Resten eines entfernten Exlibris, ein Blatt mit hs. Index, mehrf. gestempelt, etw. fleckig.

1336 – (CHAMPCENETZ, L.-P.-Q. DE RICHEBOURG DE), Réponse aux lettres sur le caractere et les ouvrages de J. J. Rousseau (par Mme. de Staël). Bagatelle que vingt libraires ont refusé de faire imprimer. Genf, o. Dr., 1789. 63 S. Mod. Hldr. (19) 200,Erste Ausgabe. – Cioranescu 16802. Conlon 773: „Il s'agit des Lettres de Mme. de Staël-Holstein, publiées pour la première fois en 1788.“ – Titel mit ausgebessertem Papierdurchbruch. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. etw. wasserrandig.

1337 – FETE CHAMPETRE, célébrée a Montmorency, en l'honneur de J. J. Rousseau. Paris, Denné, Chéron & Neyreis, 1791. 50 S. Mod. Hldr. (19) 200,Erste Ausgabe. – Conlon 858. Monglond II, 279. – Bericht über die Gespräche auf einem Gartenfest in Montmorency, zu dem Rousseau von der Société des Amis de la Constitution geladen wurde. – Blätter der ersten Lage gefaltet. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. Gedruckt auf bläulichem Papier.

1338 – SAMMELBAND – 5 Kleinschriften über J.-J. Rousseau. (1794)-1820. Mod. Hldr. (19) 400,I. DUSAUSOIR, (F.-J.), La fête de J. J. Rousseau. Intermède en prose, mélée de chants. Paris an III (1795). 19 S. – Cioranescu 27139. Conlon 986. II. LAKANAL, (J.), Rapport sur J. J. Rousseau, fait au nom du Comité d'Instruction Publique, dans la séance du 29 Fructidor. (1795). 14 S. – Conlon 954.

Nr. 1340 III. (CAMBACÉRÈS, J.-J. RÉGIS DE), Discours prononcé par le Président de la Convention nationale, lors de la translation des cendres de Jean-Jacques Rousseau au Panthéon. (1794). 3 S. – Nicht bei Conlon. IV. DESCRIPTION du monument qui doit être élevé à J. J. Rousseau, dans le Jardin des Tuileries. (1799). 3 S. – Conlon 1066. V. MÉTRAL, A.-(M.-TH.), Testament de Jean-Jacques Rousseau, trouvé a Chambéry en 1820; publié avec sa justification envers Madame Warens. 1820. 16 S. – Cioranescu 54850 (unter Rousseau). – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, teilw. unbeschnitten.

1339 SCHELLING – ZEITSCHRIFT FÜR SPEKULATIVE PHYSIK. Hrsg. von (F. W. J.) Schelling. 2 in 1 Bd. Jena und Leipzig, Gabler, 1800-01. 1 Bl., IV, 268 (recte 168), 156 S., 1, 1 Bl., 154 S., 1, 1 Bl., XIV, 127 S. Läd. Pp. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Broschur. (105) 800,Erste Ausgabe (alles unter diesem Titel Erschienene). – Jost 62. Kirchner 587. Diesch 469. – Die erste von Schelling hrsg. Zeitschrift, mit der er sich ein eigenes Sprachrohr für sein damals im Entstehen begriffenes System der Naturphilosophie schuf. Enthält zum größten Teil Beiträge von Schelling selbst, darunter einige seiner bedeutendsten Aufsätze im Erstdruck (Schneeberger 60-63). Weitere Beiträger sind von Steffens und Eschenmayer. – Vorsatz mit Besitzvermerk, die S. XIII/XIV im letzten Heft mit hinterlegtem Einriß. – Kaum fleckig. – Siehe Abbildung.


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Literatur und illustrierte Bücher · Philosophie – Politik – Nationalökonomie

Erste Ausgabe. – Van der Linde 22. Hertzberger 378. Kingma-O. 24. Norman 1988. – Im Todesjahr Spinozas von dessen Freund Jarig Jelles hrsg. und ohne Ort und Drucker erschienen. – „The 'Opera Posthuma', have served, then and since, with the 'Tractatus Theologico-Politicus', to immortalize his name“ (PMM 153). – Enthält den Erstdruck der „Ethica ordine geometrico demonstrata“, ferner „Tractatus politicus“, „De intellectus emendatione“, „Epistolae“ und „Compendium grammatices linguae hebraeae“. – Wie immer ohne das Portr. Spinozas, das nur wenigen Exemplaren beigebunden wurde. S. 353-360 in sich verbunden. Im Tl. II sind die S. 1-8 mit falscher Druckplattenfolge abgedruckt (unregelmäßiger Seitenverlauf; Text vollständig). – Vorsätze mit Exlibris und Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 1341

1340 SMITH, A., Untersuchung der Natur und Ursachen von Nationalreichtümern. Aus dem Englischen (übers. von J. F. Schiller und C. A. Wichmann). 2 Bde. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1776-78. VIII, 632; XII, 740 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Deckel mit Wurmfraß, fleckig, beschabt und bestoßen). (84) 3.000,Erste deutsche Ausgabe der „Wealth of Nations“. – PMM 221. Goldsmiths 11394. Humpert 12705. Kress, Suppl., 2547. MNE II, 247. – Das klassische Werk der Nationalökonomie schlechthin. – Der erste Band erschien noch im Jahr der englischen Originalausgabe. „Deutschland hat seine erste Übersetzung sogar etwas früher bekommen, als Frankreich“ (Roscher 598). – Im Jahr 1792 erschien noch ein Band III/1. – Vorsätze leimschattig, Titel gestempelt und mit Besitzvermerk des Grafen Rantzau-Oppendorff und eines Mitgliedes aus dem Hause von Lowtzow, die S. 121/122 von Bd. I mit geringem Eckverlust (ohne Textverlust), etw. fleckig und tls. gebräunt. – Siehe Abbildung.

First edition of Spinoza's most influential philosophical work. Spinoza's correspondence among the posthumous works is particularly interesting, providing easier access to his philosophy, as well as dealing with optics, the telescope, and his views on Descartes. The least controversial of his writings, a simple Hebrew grammar composed at the request of friends, may have inspired scriptural studies among a wider audience than his metaphysical readership. – As always without Spinoza's portrait which was only bound-in in a few copies. Pp. 353-360 misbound. In part II, pp. 1-8 printed with the wrong pagination (irregular numbering, text complete). – Endpapers with exlibris and ownership entries. Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary calf with gilt back (corners and spine restored, a little rubbed and scuffed). – See illustration.

1342 STEFFENS, H., Anthropologie. 2 Bde. Breslau, Max, 1822. IV S., 1 Bl., 476 S. (ohne das „Anzeigen“-Blatt); 3 Bl., 456 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Deckelbezug tls. abgeplatzt, etw. bestoßen). (88) 300,Erste Ausgabe des philosophischen Hauptwerkes von Steffens. – Goed. VI, 174, 28. Poggendorff II, 989. Ziegenfuß II, 625. – Titelei von Bd. II etw. wasserrandig, Inhaltsverzeichnis desselben Bandes am rechten Seitenrand beschnitten; stellenw. fleckig. – Exlibris.

1343 STIRNER, M., Der Einzige und sein Eigenthum. Privat-Ausg. Veranstaltet von J. H. Mackay. (Leipzig, Drugulin, 1911). 4°. Mit doppelblattgr. Beilage (lose). 354 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (100) 120,Nr. 555 von 980 Ex. – Vgl. Nettlau 35. – Privatausgabe, besorgt von Stirners Biographen John Henry Mackay, der die Beilage e. signierte.

First German edition of the „Wealth of Nations“. – The classic of economics per se. – Endpapers with glue traces, title stamped and with ownership entry of Count RantzauOppendorff and of a member from the Lowtzow family, pp. 121/122 of vol. I with minor loss of a corner (not affecting text), a little soiled and partly browned. – Contemporary half calf with spine label (covers with worming, stained, scratched and scuffed). – See illustration.

1344 VILLAUME, (P.), Vom Vergnügen. 2 in 1 Bd. Tübingen, Schramm, 1788. 15, 119, 198 S., 4 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale wurmstichig, fleckig, stark beschabt und bestoßen). (36) 100,-

1341 S(PINOZA), B. DE, Opera posthuma. 2 Tle. in 1 Bd. (Amsterdam, J. Rieuwertsz.), 1677. 4°. Mit wenigen Textholzschnitten. 20 Bl., 614 S., 16, 1 Bl., 112 S., 4 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Ecken und Rücken restauriert, etw. berieben und bestoßen). (104) 3.000,-

Nachdruck der im selben Jahr erschienenen Erstausgabe der philosophischen Abhandlung des Pädagogen Peter Villaume (1746-1806). – Der Verfasser trat zu Beginn der neunziger Jahre verstärkt für antimonarchistische und republikanische Ideen ein, die ihn zum Gegner der antiaufklärerischen Kulturpolitik Wöllners machten. Anläßlich dessen Religionsedikts schied Villaume freiwillig aus seinem Lehramt am Joachimsthaler Gymnasium aus und emigrierte


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

nach Dänemark. Für Campes Enzyklopädie „Allgemeine Revision des gesamten Schul- und Erziehungswesens“ (1787) verfaßte er zahlreiche Beiträge; er gilt als Begründer der Leibeserziehung und Sportpädagogik, vgl. LKJL IV, 714. – Innengelenk wurmstichig, Vorsatz mit hs. Besitzvermerk in Tinte, vereinzelt leicht fleckig.

1345 WUNDT, W., Völkerpsychologie. (Mischaufl.) 10 Bde. Leipzig, Kröner, 1910-20. Mod. Hpgt. (leicht beschabt). (104) 250,Erste Ausgabe (Bde. I-VI in 2. bzw. 3. Aufl.). – Ziegenfuß II, 920.

1346 ZENO VON DANHAUS, F. J., Respublica christiana, sive erotemata christiano-politica de republica. 2 in 1 Bd. Innsbruck, Wagner, 1718. Mit ganzseit. Wappenkupfer von J. H. Störcklin nach J. G. Berckmüller. 28 S., 8 Bl., 598 S., 13 Bl. Pp. d. Zt. (Rücken mit Schadstelle, stellenw. mit Wurmfraß, bestoßen). (78) 120,Erste Ausgaben. – De Backer-S. VII, 1168, 3. Wurzbach LIX, 325. Conlon, Le siècle des lumières, 18:411. – Christliche Staatsutopie des Innsbrucker Jura-Professors. – Wie meist vorgebunden die Schrift „Gloria Austrasiae“ über den 'Ruhm Austrasiens', d. h. des Ostreichs, mit Kurzbiographien der merowingischen Herzöge und Könige. – Tls. wenig wasserrandig.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts 1347 ARMAN – OTMEZGUINE, JANE, UND M. MOREAU, Arman Estampes. Catalogue raisonné. (Paris 1990). Fol. Mit 2 sign. Radierungen. 325 S., 1 Bl. OLwd. (etw. fleckig). – Nr. 51 von 150 Ex. (Gesamtaufl.: 185), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Schnitt fleckig. (141) 500,1348 BAYROS, F. VON, 40 Exlibris und ExlibrisReproduktionen. Ca. 1914. Auf Trägerkartons montiert. Lose in Pp.-Mappe d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (59) 200,Darunter Exlibris für Bruno Fischer (Brettschneider 63), Stefan Kellner (Brettschneider 118), Rose Silberer (Brettschneider 237, 2. Fassung), Gerhard Wunderlich Brettschneider 301) und andere.

1349 BAYROS – BIERBAUM, O. J., Das schöne Mädchen von Pao. Ein chinesischer Roman. Prachtausgabe. München, G. Müller, (1910). 4°. Mit 7 Tafeln und zahlr. Vign. nach Franz von Bayros. 4 Bl., 210 S., 2 Bl. Dunkelblaues OMaroquin. (6) 800,-

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Nr. 380 von 600 Ex., gedruckt bei J. Enschedé en Zonen in Haarlem. – Brettschneider 31. Hayn-G. IX, 62. – Mit ca. 30 verschiedenen Kopf- und Schlußvign. in Holzschnitten des 18. Jahrhunderts nach Bierbaums Anweisungen ausgestattet, „ein vollgültiges Dokument seines buchkünstlerischen Geschmacks, der ihn zu einem der ersten Anreger der modernen deutschen Buchkunst machte. Einer der handwerklich besten Drucke, die wir haben“ (Gutenberg-Jahrbuch 1942). Der Einbandentwurf stammt von Paul Renner. – Exlibris, sonst sehr gut erhalten und mit dem läd. Original-Schutzumschlag.

1350 – (BLEI, F., PSEUD.:) A. DE LA HOULETTE, Die Bonbonnière. Galante und artige Sammlung erotischer Phantasien. 1. und 2. Lieferung. Wien und Leipzig, Stern, o. J. (1907). Fol. Mit 12 Radierungen von Choisy le Conin (d. i. Franz von Bayros). 14 Bl.; Bl. (15)-26. Orig.-Brosch. (Ränder etw. wellig, leicht lichtrandig, fleckig). (100) 500,Nr. 235 von 530 Exemplaren. – Erste Ausgabe. – Hayn-G. IX, 43. Brettschneider 33 (gibt irrig 7 Radierungen pro Lieferung an). Stern-Szana 239: „Bayros versteht es wie kein anderer, das erotische Element von der amoureusen und liebenswürdigen Seite zu nehmen.“ – Es erschienen noch drei weitere Lieferungen, die allerdings nicht von Bayros illustriert wurden. – Etw. gebräunt, leicht fleckig.

1351 BEAR PRESS – EICHENDORFF, J. VON, Mondnacht. Bayreuth 2000. 4°. Mit 18 Farbholzschnitten von Hanns Studer. 103 S., 1 Bl. OLdr. in OPp.-Schuber. (37) 600,Nr. 5 von 25 Ex. (Gesamtaufl.: 150), im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Vorsatz mit hs. Eintrag. – DAZU: HOFMANN VON HOFMANNSWALDAU, CH., Ausgewählte Gedichte. (Hamburg) 1975. Mit 21 Radierungen von Roswitha Quadflieg. – Eines von 50 Ex. (Gesamtaufl.: 60), im Druckvermerk von der Künstlerin e. signiert.

1352 – JÜNGER, E., Flugträume. Bayreuth 1983. 4°. Mit 6 ganzseit. Holzschnitten von Jürgen Wölbing. 83 S., 1 Bl. OHldr. in OPp.-Schuber (minimal lichtrandig). (42) 300,Nr. 83 von 175 Ex. (Gesamtaufl.: 210), im Druckvermerk vom Verfasser und Künstler e. signiert. – Vorsatz mit hs. Eintrag.

1353 BEARDSLEY – JONSON, B., Volpone. Autorisierte deutsche Ausgabe von Margarete Mauthner. Berlin, B. Cassirer, 1910. 4°. Mit Frontisp. (in Pag.), 5 Tafeln in Lichtdruck und 5 Initialen nach Aubrey Beardsley. XXI, 163 S. OLwd. – Nr. 319 von 600 Ex. (Gesamtaufl.: 650). (100) 120,1354 – WILDE, O., Salome. Tragödie in einem Akte. Übers. von Hedwig Lachmann. Leipzig, (Drugulin für) Insel, 1907. 4°. Mit illustr. Titel, illustr. Personenverzeichnis und 13 Tafeln von Aubrey Beardsley (in Pag.). 65 S., 1 Bl. Flex. OWildldr. (leichte Gebrauchsspuren). (100) 500,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1357 – BUDDHA. Auswahl aus dem Pali-Kanon. (Übertragen von P. Dahlke. Berlin, Holten, 192022). Fol. Mit doppelblattgr. Titel, Initialen und Buchschmuck in Gold und Farben von Marcus Behmer. 262 S., 1 Bl. OPgt., sign. „P. A. Demeter, Hellerau“ (leicht aufgebogen, etw. angeschmutzt und bestoßen). (104) 400,Nr. 56 von 225 Ex. (Gesamtaufl.: 251). – Schauer II, 44. – Unbeschnitten, minimal fleckig.

1358 – LITTMANN, E., Der morgenländische Floh. Dichtung und Wahrheit über den Floh bei Hebräern, Syriern, Arabern, Abessiniern und Türken. Leipzig, Insel, 1925. Mit 13 (4 sign.) Radierungen (inkl. Frontisp. und Titel) in Sepia von Marcus Behmer. 68 S., 1 Bl. OHpgt. (100) 600,-

Nr. 1355 Nr. 14 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 825). – Erste deutsche Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Sarkowski 1914. Hernad-M. 18. – Etw. gebräunt.

1355 BECKMANN – EDSCHMID, K., Die Fürstin. Weimar, Kiepenheuer, 1918. 4°. Mit Radierungen von Max Beckmann. 81 S., 1 Bl. Mod. Ldr., sign. „Peter Weiersmüller“, in mod. Lwd.-Kassette. (100) 1.000,Nr. 294 von 370 Ex. (Gesamtaufl.: 500). – Gallwitz 89. Hofmaier 111-116. Raabe 6. Jentsch 37. – „In den sechs Blättern zur 'Fürstin' entspricht der kalte metallene Strich der Radiernadel der dramatisch verwinkelten Formensprache ... Die Flächen sind dicht gefüllt, Köpfe, Körper und Gliedmaßen überlagern und überschneiden sich, so daß der Eindruck eines bedrängten, beängstigenden und gefährdeten Lebens entsteht“ (Lang 52). – Titel minimal gebräunt, vereinzelt gering fleckig. – Siehe Abbildung.

1356 BEHMER – BALZAC, H. DE, Das Mädchen mit den Goldaugen. Deutsche Übertragung von E. Hardt. Leipzig, Insel, 1904. 4°. Mit doppelblattgr. Titel mit Bordüre, 10 Tafeln und Buchschmuck von Marcus Behmer. 4 Bl., 91 S. OPgt. (leicht aufgebogen, etw. fleckig und berieben). (100) 300,Nr. 399 von 500 Exemplaren. – Erste deutsche Ausgabe. – Sarkowski 86. Schauer I, 49 und 159. Fromm 1533. Halbey 2. – Das zweite Werk, das Behmer für den Insel-Verlag ausstattete, noch deutlich unter dem Einfluß Beardsleys. – Druck bei Poeschel & Trepte auf Van-Geldern-Bütten, die Tafeln auf Japan. – Leicht gebräunt, Tafeln etw. stärker, vereinzelt fleckig.

Eines von 330 Exemplaren. – Sarkowski 1037. Schauer II, 45. Hofstätter 157. Halbey 9 und Abb. 18: „Zu den Radierungen für Enno Littmanns 'Vom morgenländischen Floh' fühlte Behmer sich gewissermaßen 'verführt', und zwar 'durch das häufige Vorkommen von Flöhen etc., für deren Darstellung ich eine besondere Vorliebe habe', obwohl er den Text als 'herzlich unbedeutend, wo nicht langweilig' fand (Brief an Laske). Die zeichnerische Lust und genußreiche Akribie kommen in jeder dieser qualitätvollen FlohRadierungen zum Ausdruck; naturwissenschaftliches Interesse und treffsicherer Witz fallen in vollendeter Einheit zusammen.“

1359 (BEUYS, J.), 24 Stunden. (Itzehoe-Voßkate, Hansen & Hansen, 1965). 12°. 169 nn. Bl. Mit zahlr. Abb., 3 gefalt. Tafeln und Installation. OPp. (Rücken lichtrandig, etw. berieben und fleckig). (34) 250,Buchobjekt, das das berühmte Happening „24 Stunden“ in der Galerie Parnass in Wuppertal am 5. Juni 1965 dokumentiert. Mit den Künstlern Joseph Beuys, Bazon Brock, Rolf Jährling, Ute Klophaus, Charlotte Moorman, Nam June Paik, Eckart Rahn, Thomas Schmit und Wolf Vostell. – Ab der Hälfte des Buches ausgestanzte Blätter, in denen ein Mehlsäckchen eingefügt ist. – Sauberes Exemplar.

1360 BILDERMANN, DER. (Steinzeichnungen fürs deutsche Volk). Hrsg. von Paul Cassirer. Jg. I, Hefte I-X und XII-XVIII mit 17 Beilagen in 17 Heften. Berlin, P. Cassirer, 1916. Fol. Mit 80 tls. ganzseit. Lithographien. 52 Bl. Orig.-Brosch. (minimale Gebrauchsspuren). (100) 1.000,Feilchenfeldt-B. Z 4.X. Jentsch 25. Raabe, Zeitschriften, 27. Söhn 106. – Berühmte graphische Zeitschrift, mit starker Antikriegshaltung. – Mit Lithographien von E. Barlach, A. Gaul, R. Großmann, E. Heckel, W. Jaeckel, L. von Kalckreuth, E. L. Kirchner, W. Klemm, O. Kokoschka, Käthe Kollwitz, M. Liebermann, O. Mueller, K. Richter, M. Slevogt, O. Starke, W. Wagner und H. Zille. – Mit Beiträgen von P. Altenberg, M. Brod, W. Hasenclever, Else Lasker-Schüler, E. Mühsam, R. Walser, S. Zweig u. a.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1361

1361 – DASS. Jg. I, Hefte I-XVIII mit 18 Beilagen (alles Erschienene) in 18 Heften. Berlin, P. Cassirer, 1916. Fol. Mit 85 tls. ganzseit. Lithographien. 56 Bl. Orig.-Brosch. (wenig fleckig) in OHlwd.Mappe (Kapitale gering eingerissen, Deckel etw. aufgebogen, leicht angestaubt). (6) 4.000,Komplette Reihe der berühmten graphischen Zeitschrift. – Vorhanden sind auch die beiden Blätter mit der Ankündigung über den Beginn und das Ende der Publikation. – Siehe Abbildung.

1362 BLOSSFELDT, K., Urformen der Kunst. Photographische Pflanzenbilder. Hrsg. mit einer Einleitung von Karl Nierendorf. (2. Aufl.). Berlin, Wasmuth, (1929). 4°. Mit 120 Tafeln. XVII S., 1 Bl. OLwd. (leicht angeschmutzt). – Vorsätze und Vortitel braunfl. und gebräunt. (67) 300,1363 BORCHARDT, R., Jugendgedichte. (Leipzig, Drugulin, 1913). 4°. 121 S., 1 Bl. OHpgt. (minimal aufgebogen, leicht fleckig und berieben). (100) 200,Nr. 22 von 100 Exemplaren. – Erste Ausgabe dieses Privatdrucks. – „Geschrieben 1900-1906. Bis auf wenige vornehmlich im ersten und zweiten Jahrgange der Insel gedruckte Stücke bisher nicht veröffentlicht.“ – Tls. etw. stockfleckig.

269

Nr. 1367

1364 BREMEIER – FRISCH, M., Der Graf von Öderland. 1. Fassung. Skizze. Braunschweig 1983. 4°. Mit sign. Portr. von M. Bremeier und Faksimile. 56 S., 2 Bl. OLdr. in OPp.-Schuber. (17) 300,Eines von 25 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 300), im Druckvermerk von den Buchkünstlern e. signiert.

1365 BREMER PRESSE – BACON, F., Essays. (Nachdruck der ersten vollständigen Ausgabe von 1625). (Bad Tölz 1920). 4°. 242 S., 3 Bl. OPgt. (minimal aufgebogen) in läd. OPp.-Schuber. – Nr. 84 von 270 Exemplaren. – Rodenberg 57. – Unbeschnitten, gering gebräunt. (100) 100,1366 – HOFMANNSTHAL, H. VON, Der Turm. (München 1925). 157 S. OPp., sign. „Bremer Binderei“ (leicht gebräunt). (100) 200,Nr. 103 von 260 Ex., Druckvermerk von e. Hofmannsthal signiert. – Erste Buchausgabe. – Houghton-Library 702. Jacoby 40.

Erster Druck aus der Bremer Presse 1367 – – Die Wege und die Begegnungen. (Bremen 1913). Mit Buchschmuck von Rudolf Alexander Schröder. 2 Bl., 21 S. OMaroquin, sign. „Bremer Binderei“. (100) 1.000,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 7 von 200 Exemplaren. – Houghton-Library 758. Jacoby 65. Lehnacker 1. Rodenberg 57, 1. – Erster Druck der Bremer Presse Weihnachten 1913. – Einbandentwurf von R. A. Schröder, gefertigt in der Werkstatt von Frieda Thiersch. – Fliegende Vorsätze gering braunrandig. – Tadellos. – Siehe Abbildung.

1368 CAROSSA, H., Reise zu den elf Scharfrichtern. (Frankfurt), Trajanus-Presse, (1953). 44 S., 1 Bl. OPp. (geringe Gebrauchsspuren). (100) 200,Sechster Druck der Trajanus-Presse. – Vgl. Spindler 40, 6 (Vorzugsausgabe). – Mit 7zeiliger Widmung des Verfassers an die Dichterin Ida Seidel (1885-1974), dat. 25. Januar 1954. – Beiliegen sechs weitere Werke Carossas, darunter numerierte, signierte und zugeeignete Exemplare.

1369 CHAGALL – HOMER. Die Odyssee. 2 Bde. Stuttgart (1989). Fol. Mit 43 (6 gefalt). farb. Tafeln und zahlr. Textillustr. von Marc Chagall. 305 S., 4 Bl.; 299 S., 3 Bl. OLwd. in OLwd.-Kassette. (44) 600,Nr. 1662 von 2500 Exemplaren. – Die Farbtafeln nach Original-Lithographien der französischen Ausgabe von 1974.

1370 CHODOWIECKI – GROSSMANN, G. F. W., Adelheit von Veltheim. Potsdam, Müller, 1921. 4°. Mit 12 mont. Farbtafeln nach D. Chodowiecki, alle unter Passepartout. 2 Bl. Lose in OHpgt.Mappe (gering bestoßen und berieben). – Nr. 8 von 100 Exemplaren. – Vgl. Engelmann 481. – Einbandgestaltung Otto Dorfner. – Spiegel wenig fleckig. (160) 80,1371 CORINTH – SCHILLER, F., Die Räuber. Hellerau, Avalun, (1923). Fol. Mit 12 (7 sign. ganzseit.) Lithogr. von Lovis Corinth. 103 S. OPgt. (verfärbt, stärker fleckig, gering berieben und bestoßen). (104) 600,Nr. 75 von 150 Ex. (Gesamtaufl.: 280), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Rodenberg 337, 31. Schauer II, 87. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

1372 CRANACH-PRESSE – HOFMANNSTHAL, H. VON, Der Tod des Tizian. Bruchstück. (Weimar 1928). Fol. 18 S., 1 Bl. OHpgt. (leicht angeschmutzt). (100) 300,Nr. 176 von 225 Ex. (Gesamtaufl.: 231). – Müller-Krumbach 46. Houghton-Library 671. Sarkowski 774.

Vorzugsausgabe auf Pergament 1373 – – DASS. Saffian d. Zt. mit Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt, sign. „O. Dorfner – Weimar“. (6) 1.200,Nr. IV von 13 Ex. auf Pergament (Gesamtaufl.: 238). – Entgegen dem Druckvermerk der „Normalausgabe“, der nur sechs Exemplare auf Pergament anführt (siehe vorige Nummer), wurde die Anzahl beim Druck der Vorzugsausgabe

auf 13 erhöht, von denen die Nummern X-XIII nicht für den Handel bestimmt waren. Die Initialen sind in unserem Exemplar in Gold eingemalt. – Fleckenlos und frisch.

Einband von Otto Dorfner 1374 – HOHE LIED SALOMO, DAS. (Leipzig, Insel, 1931). Schmal-4°. Mit 11 (7 ganzseit.) Textholzschnitten und 13 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. 31 S., 1 Bl. Rotes Chagrin d. Zt. mit goldgepr. Filete auf den Deckeln, sign. „O. Dorfner – Weimar“, in Pp.-Schuber d. Zt. (6) 1.800,Nr. XLII von 50 Ex. auf Alt-Japan (Gesamtaufl. der deutschen Ausgabe: 158). – Sarkowski 1393. Müller-Krumbach 55 und S. 63: „Eine erlesene bibliophile Kostbarkeit.“ – Druckleitung und Satzanordnung von Harry Graf Kessler und Max Goertz. – Schnitt etw., sonst nur leicht braunfleckig.

1375 – MAILLOL – HOMER, Die Odyssee. Neu ins Deutsche übertragen von R. A. Schröder. 2 Bde. (Weimar 1907-10). 4°. Mit 2 Titel- und 3 Initialholzschnitten von Aristide Maillol sowie Überschriften und Initialen von Eric Gill. 3 Bl., 178 S., 1; 3 Bl., 169 S., 1 Bl. OHpgt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (104) 800,Nr. 171 von 350 Ex. (Gesamtaufl.: 425). – Sarkowski 784. Müller-Krumbach 17 und 17 a. – Erste Auftragsarbeit Maillols für Harry Graf Kessler, die den Beginn einer langen erfolgreichen Zusammenarbeit in der später so benannten Cranach-Presse darstellt. – Leichte Altersspuren.

1376 – RILKE, R. M., Gesammelte Gedichte. 4 Bde. Weimar und Leipzig 1930-(34). 4°. Mit Titel von Eric Gill und 4 Initialen von Aristide Maillol. OHpgt. (etw. fleckig). (100) 2.000,Nr. 87 von 200 Ex. auf handgeschöpftem Büttenpapier (Gesamtaufl.: 225). – Müller-Krumbach 52. Ritzer G 2. Rodenberg 494. Sarkowski 1348. – Der Druck wurde im Frühjahr 1930 begonnen und noch nach Kesslers Emigration 1933 bei Poeschel & Trepte mit den Typen der Cranach-Presse vollendet. – Schnitt leicht gebräunt, Vorsätze stärker, innen nur ganz vereinzelt stockfleckig.

1377 – – DASS. Lose Bögen, ohne Einband. (104) 500,Eines von 200 Ex. (hier nicht num.) auf Maillol-KesslerBütten (Gesamtaufl.: 225). – Unbeschnitten.

1378 – SHAKESPEARE, W., Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dänemark. Übers. und eingerichtet von Gerhart Hauptmann. Weimar 1928-(29). Fol. Mit 74 Textholzschnitten in Schwarz und Blau (1) von Edward Gordon Craig und Titelschrift in Holzschnitt von Eric Gill. 202 S., 1 Bl. Rotes Maroquin d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Filete auf den Deckeln und Innenkanten sowie Kopfgoldschnitt (vermutlich aus der Werkstatt von Otto Dorfner) in Pp.-Schuber. (104) 6.000,-


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Nr. 1378

Nr. 1379

Nr. 142 von 230 Ex. auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtaufl. 255). – Rodenberg 493. Müller-Krumbach 48. Schauer II, 74. Sarkowski 1585. Garvey 66. – Vorsatz mit Exlibris. Schönes und sehr gut erhaltenes Exemplar. – Siehe Abbildung.

Eines von 220 Exemplaren. – Die bibliophil gestaltete Edition – jedes Heft in eigener Ausstattung und in einer jeweils anderen Schrift gesetzt – enthält „An Introduction and some Notes“ von G. Jean-Aubry und 11 Hefte mit den Briefen der 11 Briefpartner: A. Bennett, S. Crane, J. Galsworthy, Constance Garnett, E. Garnett, G. Gissing, J. G. Huneker, H. James, R. Kipling, E. V. Lucas und H. G. Wells. – Frisch.

Endpaper with exlibris. A beautiful and very well preserved copy. – Contemporary red morocco with gilt back, gilt stamped fillets on sides and interior edges as well as top edge gilt (probably from the workshop of Otto Dorfner) in cardboard slipcase. – See illustration.

1379 – – (Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dänemark. Übers. und eingerichtet von Gerhart Hauptmann. Weimar 1928-29). Fol. Daraus 45 (2 sign.) Holzschnitte auf China. Ohne Einband. (104) 600,Probedrucke der Illustrationen auf gelbem China-Papier. – Aus dem Nachlaß Harry Graf Kesslers. – Wenige Blätter leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

1380 CURWEN PRESS – CONRAD – Twenty Letters to Joseph Conrad. 12 Hefte. London, The First Edition Club, 1926. Verschied. Formate. Orig.-Umschl. in OHlwd.-Flügelmappe (Rücken etw. geblichen, Deckel leicht nachgedunkelt). (100) 100,-

1381 (CZESCHKA, C. O.), 1906. (Wien, Hof- und Staatsdruckerei, 1905). 4°. Mit 12 Farbtafeln von C. O. Czeschka. 1 Bl. Etw. läd. Orig.-Broschur. (100) 600,Nr. 33 von 100 Exemplaren. – Schweiger, Wiener Werkstätte, 110. – Äußerst seltener Kalender des Mitbegründers der Wiener Werkstätte. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 17.

1382 DEUTSCHE KLASSIKER – SAMMLUNG – 10 Werkausgaben in 32 Bdn. 1910-63. OLdr. (19 Bde.) und OLwd. (104) 250,Schiller in der kritischen Ausg. von O. Güntter und G. Witkowski (10 Bde., Leipzig 1910), Novalis in der Ausg. von E. Wasmuth (4 Bde., Heidelberg 1953-54), Angelus Silesius in der Ausg. von H. L. Held (3. Aufl., 3 Bde.) und aus den Hanser-Klassikern in der noblen Ledervariante Eichendorff, Fontane (2 Bde.), Goethes Briefe, Jean Paul (6 Bde.), Keller (3 Bde.), Klopstock und Mörike in zus. 15 Bdn. – Frisch.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1386 – GOETHE, J. W. (VON), Helena klassischromantische Phantasmagorie. Zwischenspiel zu Faust. (Berlin, Rowohlt), 1922. 4°. 76 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung. – Rodenberg 114. – Siehe Abbildung. (157) 600,1387 – HÖLDERLIN, (F.), Elegien. (Hrsg. von F. Seebaß). München 1922. 4°. 63 S. Hldr. d. Zt. (157) 150,1388 – KLEMM – BALZAC, H. DE, Der Succubus. Weimar, Reiher-Vlg., (1924). Mit 10 sign. Radierungen von Walter Klemm. 1 Bl., 74 S., 1 Bl. OLdr. d. Zt. mit reicher Vergoldung. (157) 1.000,Eines von 200 Exemplaren. – Müller-Krumbach 36. – „Mit der Hand von Otto Dorfner in Weimar gebunden“. – Siehe Abbildung Tafel 18.

1389 – – VOLTAIRE, Die Prinzessin von Babylon. Übertragen von J. Schlaf. Weimar, Reiher, (1924). Mit 10 sign. und kolor. Radierungen von Walter Klemm. 118 S., 1 Bl. OLdr. mit reicher Vergoldung. (157) 600,Nr. 18 von 50 Ex. (Gesamtaufl.: 150), im Druckvermerk vom Übersetzer und Illustrator e. signiert. – „Von Otto Dorfner in Weimar mit der Hand gebunden und vergoldet“. – Siehe Abbildung Tafel 18.

Nr. 1386

1383 DORFNER – (BACH, J. S.), Passio domini nostri J. C. secundum Evangelistam Matthaeum (Matthäus-Passion). Faksimile der Handschrift. (Leipzig, Insel, 1922). Fol. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung, sign. „O. Dorfner“. – Nr. 500 von 500 Exemplaren. – Sarkowski 60. – Siehe Abbildung Tafel 18. (157) 1.000,1384 – CHAMISSO, A. VON, Peter Schlemiels Schicksale. (Leipzig 1922). 1 Bl., 84 S., 2 Bl. Hpgt. d. Zt., sign. „O. Dorfner“. (157) 400,Nr. 314 von 315 Ex. (Gesamtaufl.: 335). – Rodenberg 95, 5. Schauer II, 31. Sarkowski 304.

1385 – FUCHS, E., UND E. KREOWSKI, Richard Wagner in der Karikatur. 4.-6. Tsd. Berlin, Behr, (1907). 4°. Mit zahlr. Abb. im Text und auf 7 (5 doppelblattgr.) Tafeln. VI S., 1 Bl., 207 S. Hldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung. (157) 200,-

1390 – LENIN, (W. I.), UND (J.) STALIN, Das Jahr 1917. Berlin 1950. Mit 2 Portrs. 1 Bl., 800 S. Hldr. d. Zt. mit Vergoldung, sign. „O. Dorfner“. (157) 300,1391 – LENIN, W. I., Ein kurzer Abriß seines Lebens. Moskau 1947. Mit Portr. 389 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung, sign. „O. Dorfner“. (157) 400,1392 DREI-MASKEN-VERLAG – WIELAND, CH. M., Musarion oder die Philosophie der Grazien. München (1923). 4°. Mit rad. Titelvign. und 11 Radierungen im Text von Hans Gött. 72 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg., sign. „Hübel & Denck, Leipzig“ (Kanten wenig berieben). (100) 100,Nr. 161 von 250 Ex. (Gesamtaufl.: 340), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Rodenberg 448. – Tadellos.

1393 DULAC – ERWACHTE SCHLÄFER, DER. Die Geschichte von den drei Derwischen. Potsdam, Müller, 1920. Mit 10 mont. Farbtafeln nach Edmond Dulac. 107 S., 1 Bl. OPgt. (gering angestaubt). – Nr. 98 von 150 Exemplaren. – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris. (100) 120,-


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1394 – GRIMM, (J. UND W.), Märchen. München, Dietrich, (1913). 4°. Mit 30 Farbtafeln nach Edmund Dulac. 6 Bl., 95 S. OLwd. (Rücken wenig fleckig). – Kleinodien der Weltliteratur, Bd. IV. – Hofstätter 54. Ries 496/6. Freyberger MI 284. – Tadellos. (117) 200,1395 EDZARD – DOSTOJEWSKI, F. M., Die Sanfte. Eine phantastische Erzählung. Deutsch von J. von Guenther. München, Pflüger, 1923. 4°. Mit 8 Radierungen von Dietz Edzard. 75 S. OHpgt. (gering angestaubt). (100) 400,Nr. 44 von 70 Ex. (Gesamtaufl.: 100), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Vollmer II, 12.

1396 EINHORN-PRESSE – LECHTER, M., Ein achtblättriger Lotus. Gebete der Nacht. Mit einem nirvânischen Vor- und Nachgesang. Berlin 1935. Fol. Buchschmuck von Melchior Lechter. 15 Bl. OHpgt. in Schuber. (119) 200,Eines von 50 num. Ex. (Gesamtaufl.: 150) auf Bütten, im Druckvermerk von Melchior Lechter numeriert, monogrammiert und mit Besitzernamen versehen (das bei Raub erwähnte Ex. für Dr. Johanna Bauer). – Schauer II, 12. Raub A 129. – Einhorn-Presse, Opus VIII. – Druck in Schwarz und Blau. – DAZU: RAUB, W., Melchior Lechter als Buchkünstler. Köln 1969. – Mit Widmung des Verfassers an Johanna Bauer.

1397 – WOLTERS, F., Herrschaft und Dienst. Berlin 1909. Fol. Mit reichem Buchschmuck von Melchior Lechter. 67 S. OHpgt. (Gebrauchsspuren). (37) 200,Nr. 392 von 500 Ex. (Gesamtaufl.: 510), im Druckvermerk vom Künstler monogrammiert. – Landmann 245. Raub A 81. – Buchblock gebrochen, Vorsatz mit hs. Notiz und gestempelt, minimal fleckig. – DAZU: II. HOMER, Ilias. Berlin 1923. Mit 50 Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. – Nr. XIV von 100 Ex. (Gesamtaufl.: 1100), im Druckvermerk von Marcus Behmer, die Titelvignette von Ludwig von Hofmann signiert. – III. BÜCHNER, G., Dantons Tod. München 1916. Mit zahlr. Lithogr. im Text von Walo von May. – IV. GAUTIER, TH., Fortunio. München (1923). Mit Illustr. von Werner Schmidt.

1398 EISENSTEIN, (S.), Teatralnje risunki. Moskau, Sojuz Kinematografistov SSSR, 1970. Gr.-Fol. Mit 35 mont. meist farb. Abb. auf 30 Tafeln. 9 S., 1 Bl. Lose in illustr. Orig.-Mappe (etw. berieben und bestoßen). (27) 300,Seltene Veröffentlichung der Kinematographischen Gesellschaft der Sowjetunion von Entwürfen des Filmregisseurs Sergej Eisenstein (1898-1948) für das Theater, darunter groteske Skizzen zur Commedia dell'arte, Figuren und Kostümentwürfe zu phantastischen Stücken wie „Hoffmanns Erzählungen“, Plakatentwürfe etc., meist in figürlich konstruktivistischem Stil der 1920er Jahre.

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1399 ERANOS-JAHRBUCH. Bde. I-III, VI-XXXI, XXXV-XXXVII, LXII/LXIV und Eranos-Index 1933-61 in zus. 41 Bdn. Zürich, Rhein-Vlg. u. a., 1934-95. OLwd. (104) 300,DAZU: ANTAIOS. Bde. I-IX in 9 Bdn. Stuttgart 1960-68. – DIE DREI. Jge. 41-49 und 63-65 in 12 Bdn. Stuttgart 1993-95. – NYLAND. Jge. I und II in 8 Heften. Jena 191821. – DAS REICH. Jge. I-V,1/2 in 18 Heften. München und Stuttgart 1916-20. – SCHURÉ, É., Les grands initiés. Paris 1889. – „Nyland“ und „Reich“ gebräunt, ansonsten recht frisch.

1400 ERNI – (LONGUS), Daphnis et Chloé. Lausanne, Gonin, 1950. Fol. Mit zahlr. Lithogr. in Braundruck, einer Extrasuite der Lithogr. in Gründruck sowie 2 Zeichnungen von Hans Erni. 117 S., 1 Bl. Lose und OPp. in OHpgt.-Decke in OPp.-Schuber. (17) 900,Eines von 30 Ex. „hors commerce“ (Gesamtaufl.: 180), im Druckvermerk vom Verleger und Künstler e. signiert. – Monod 7258. – Siehe Abbildung.

1401 ERNST-LUDWIG-PRESSE – BIBLIA GERMANICA – DIE PSALMEN. (Übertragen von M. Luther. Leipzig, Insel, 1911). 4°. 119 S. OHpgt. (Kapiale wenig gestaucht). (117) 200,Eines von 440 Ex. auf Bütten (Gesamtaufl.: 500). – Rodenberg 75, 15. Sarkowski 1270.

1402 – GOETHE, J. W. (VON), Die Natur. Ein Hymnus. Leipzig 1911. 7 Bl. OBuntpapierumschlag in mod. Pp.-Mappe. (37) 100,Eines von 20 Ex. der zweiten Auflage (Gesamtaufl.: 100). – Rodenberg 77. Schauer II, 65. Sarkowski 598. – Der Hymnus wurde bereits im März 1910 als Frühjahrsgeschenk in 120 Exemplaren auf der Ernst-Ludwig-Presse gedruckt. – DAZU: DERS., Elegien, Epigramme, Sonette. Dresden 1932. – Nr. 134 von 200 Exemplaren.

1403 – VERHAEREN, E., Helena's Heimkehr. Dem unveröffentlichten Manuskript nachgedichtet von Stefan Zweig. Leipzig 1909. 72 S., 1 Bl. OHpgt. (100) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Eines von 270 Ex. auf Bütten (Gesamtaufl.: 300). – 4. Druck der Ernst-Ludwig-Presse für den Insel-Verlag. – Stürz 4. Sarkowski 1821. – Teilw. unbeschnitten.

1404 GEIGER – HUYSMANS, J.-K., Gilles de Rais. Berlin, Gurlitt, 1919. 4°. Mit 16 Lithogr. von Willi Geiger. 39 S., 1 Bl. OHpgt. (leicht fleckig und berieben). (100) 200,Nr. 31 von 700 Ex. (Gesamtaufl.: 740), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert und mit hs. Widmung. – Der Venuswagen. Erste Folge, Bd. IX. – Bolliger IV, 304. HaynG. IX, 600. Stern-Szana 53. Josch C 5. Schwarz L 383. – Leicht gebräunt.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1400

1405 GEORGE, S., Gesamt-Ausgabe der Werke. Endgültige Fassung. (Mischaufl.). 15 in 18 Bdn. Berlin, Holten für Bondi, 1928-34. Mit einigen Tafeln und Faksimiles. OLwd. mit Orig.-Schutzumschlag (etw. angestaubt). (100) 400,Erste Ausgabe (Bd. I in zweiter Aufl.). – Landmann 677. – Bei Otto von Holten in der Stefan-George-Schrift auf imitiertem Japan gedruckt. – Tls. unbeschnitten, etw. gebräunt.

Originalphotographien von Th. Hilsdorf 1406 GEORGE – ALBUM mit 3 Orginalphotographien, einigen gedruckten Porträts und zahlr. Presseartikeln über Stefan George. Ca. 1928-35. Schlichter Papier-Umschl. (kleine Einrisse). (119) 300,Hauptsächlich aus Nachrufen zusammengestelltes Album. Die Originalphotographien (alle auf Agfa-Brovira-Papier) zeigen Stefan George etwa 1928/30 im Profil. Zwei der Abzüge auf Silber-Gelatine (ca. 22,5 x 15,5 cm) sind von dem bekannten Münchener Photographen Theodor Hilsdorf (1868-1944), der sich „Friedrich Müller-Hilsdorf“ nannte, signiert (undatiert, Ortsangabe: München). Hilsdorf hat George häufig photographiert und sein Bild in der Öffentlichkeit entscheidend geprägt. Der dritte, wesentlich kleinere Abzug sicherlich auch von Hilsdorf. Die gedruckten Porträts in den Presseartikeln ebenfalls meist nach Hilsdorf. – Leichte Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

Nr. 1406

1407 GEORG-MÜLLER-VERLAG – ÄSKULAPISCHE DEKAMERON, DAS. (Hrsg. von Hanns Floerke). 3 Bde. München 1920. Mit zahlr. Holzschnitten von O. Wirsching und O. Halm. OHldr. (Ränder gering gebräunt, Rücken wenig berieben). – Nr. 214 von 1300 Ex., nicht für den Handel bestimmt. (100) 150,1408 – GHETTO. Sieben Erzählungen. (Aus dem Jiddischen von A. Eliasberg übertragen). München 1921. 4°. Mit Frontisp. und 12 sign. Lithogr. von Max Unold. 90 S., 2 Bl. OLdr. (Rücken leicht aufgehellt, etw. fleckig und beschabt, wenig bestoßen). (100) 300,Nr. 17 von 20 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 330). – Lang 353. – Fleckenlos.

1409 – MACHIAVELLI, N., Gesammelte Schriften (hrsg. von Hanns Floerke). 5 Bde. München 1925. OHldr. – Stellenw. etw., im Schnitt stärker stockfleckig. (100) 400,1410 – MONTAIGNE, M. DE, Gesammelte Schriften. Historisch-kritische Ausg. Hrsg. von O. Flake und W. Weigand. 8 Bde. München 1908-11. OHldr. (gering berieben). – Nr. 650 von 1500 Exemplaren. – Kaum fleckig. – Siehe Abbildung. (100) 400,-


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Nr. 1410

1411 – PLUTARCH, Lebensbeschreibungen. Nach der Übersetzung von Kaltwasser bearb. von H. Floerke. 6 Bde. München und Leipzig 1913. OHldr. (etw. fleckig, leicht berieben). (28) 150,1412 – SCHÖNHOLZ, F. A. VON, Traditionen zur Charakteristik Österreichs, seines Staats- und Volkslebens unter Franz I. Hrsg. von G. Gugitz. 2 Bde. München 1914. Mit 53 Tafeln. XLII, 322 S., 1; 2 Bl., 361 S., 1 Bl. OLdr. (minimal berieben und wenig bestoßen). (100) 120,Denkwürdigkeiten aus Alt-Österreich, Bde. III-IV. – Nr. 100 von 150 Exemplaren. – Schnitt leicht gebräunt, ansonsten nahezu fleckenlos.

1413 GILGAMESCH. (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1922. Marburg 1981). Kl.-4°. Mit Illustr. von Hans Steiner. 2 Bl., 112 S., 1 Bl. OHlwd. – Eines von 260 Exemplaren. – Letzte Blätter fleckig. (17) 80,1414 GOLIKOVA, G(ALINA) V(ASSILOVNA), DMT 42. IIluminated by Gerald Laing. New York und Stuttgart 1969. Fol. Mit 23 farb. Graphiken von G. V. Golikova. 2 Bl. OPp. (Kanten leicht berieben) in OLwd.-Kassette in OLwd.-Schuber. (57) 300,-

Eines von 130 Ex. (Gesamtaufl.: 210), im Druckvermerk von den Künstlern e. signiert. – DAZU: EGGERS, E., Report aus dem Paradies. Hannover 1969. Mit 12 farb. Graphiken von WP Eberhard Eggers (in Pag.). 7 num. Bl., XII S. – Nr. 197 von 400 Ex. (Gesamtaufl.: 500), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert.

Signiertes Exemplar 1415 GROCK (d. i. CH. A. WETTACH), Ein Leben als Clown. Meine Erinnerungen. (Düsseldorf), Verlag Zirkus Grock, 1951. 226 S., 1 Bl. OPp. – Mit e. Porträtzeichnung und e. Signatur des Artisten auf dem Vorsatz. (100) 80,1416 GROSZ – GASBARRA, (F.), Preussische Walpurgisnacht. Groteskes Puppenspiel. (Berlin), Malik-Vlg., 1922. Mit Illustr. von George Grosz. 39 S. OPp. (Deckel gestempelt, etw. angeschmutzt und bestoßen). (100) 300,Sammlung revolutionärer Bühnenwerke, Bd. IX. – Erste Ausgabe. – Hermann 85. Gittig 56. Herzfelde 56. Ars libri 34. Lang 27. Bülow 41. Siepmann A 19. – Einbandgestaltung John Heartfield. – Titel gestempelt, letztes Blatt im Bug wenig eingerissen, mit leichten Knickspuren.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. H 7 von 500 Ex. (Gesamtaufl.: 750). – Söhn 207: „Der Verlag F. Gurlitt gab für die Jahre 1919 und 1920 jeweils einen Verlags-Almanach heraus, der in bezug auf die original-graphischen Beilagen in zahlreichen Varianten erschien, indem nicht nur Normal- und Vorzugsausgaben herausgegeben wurden, sondern auch innerhalb dieser Ausgaben die Bildbeigaben variierten.“ – Mit Lithographie und Radierung von L. Corinth sowie Holzschnitt von M. Pechstein. – Mit der Einbandillustration von M. Pechstein. – Radierung wenig fleckig, sonst tadellos. – Siehe Abbildung.

1420 HAJEK, O. H., Briefe des Paulus an die Korinther. Briefe von Otto Herbert Hajek in Serigraphie. Berlin 1965. 4° und Fol. Mit e. sign. Originalbrief und einer Extrasuite von 27 (statt 31) e. sign. Serigraphien von Otto Herbert Hajek, lose beiliegend. OLdr. in OLwd.-Schuber und OLwd.-Mappe (Gebrauchsspuren) – Nr. 12 von 50 Ex. (Gesamtaufl.: 1000), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. (57) 80,1421 HALBE, M., Der Strom. New York, Lederer, 1903. 101 S. Läd. Orig.-Brosch. (100) 80,Erste Ausgabe. – Die gängigen Bibliographien kennen nur eine Berliner Ausgabe von 1904. – Das Familiendrama wurde am 19. Oktober 1903 am Wiener Burgtheater uraufgeführt. – Mit geringen Knickspuren, vereinzelt fleckig und leicht gebräunt. – Beiliegt Halbes Drama „Mutter Erde“ (1898).

Nr. 1419

1417 GRUNER – STIFTER, A., Das alte Siegel. Leipzig, Hiersemann, 1920. Fol. Mit radierter Titelvign. und 6 sign. Radierungen von E. Gruner. 81 S., 1 Bl. OPgt. (leicht fleckig und berieben). – Nr. 5 von 100 Exemplaren. – Sehr kräftige, frische Abzüge. (104) 250,1418 GURLITT – ALMANACH auf das Jahr 1919 (und) 1920. 2 Bde. Mit 5 Graphiken von L. Corinth, R. Janthur und M. Pechstein. Berlin, Gurlitt, 1919-20. 147, XXXVI (Anzeigen); 216, XXII S. OPp. (geringe Gebrauchsspuren). (100) 150,Söhn 201 und 204: „Der Verlag F. Gurlitt gab für die Jahre 1919 und 1920 jeweils einen Verlags-Almanach heraus, der in bezug auf die original-graphischen Beilagen in zahlreichen Varianten erschien, indem nicht nur Normal- und Vorzugsausgaben herausgegeben wurden, sondern auch innerhalb dieser Ausgaben die Bildbeigaben variierten.“ – Mit Lithographien von R. Janthur (1), L. Corinth (2) und Holzschnitten von M. Pechstein (2). – Der zweite Jahrgang mit minimalen Knickspuren.

1419 – ALMANACH auf das Jahr 1920. Mit 3 Graphiken von L. Corinth und M. Pechstein. Berlin, Gurlitt, 1920. 216, XII S. (Anzeigen). OPp. (kaum Gebrauchsspuren). (100) 300,-

1422 HECKEL – KUNSTHÜTTE CHEMNITZ. Erich Heckel. (Chemnitz, Adam, 1931). Mit 2 doppelblattgr. farb. Holzschnitten von Erich Heckel und 16 Tafeln. 15 S. Orig.-Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (100) 300,Dube 346-347. Jentsch 165: „Die Ausstellung in der 'Kunsthütte Chemnitz' war Heckels letzte große Ausstellung in einem freien Deutschland vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.“ – Die Vorsätze mit je einem doppelblattgroßen Holzschnitt; der eine zeigt die Mitglieder der „Brücke“, der andere Heckel als Hochseilkünstler vor der Stadtkulisse von Chemnitz. – Geringe Knickspuren.

1423 HESSE, H., Anton Schivelbein's ohn-freywillige Reisse nacher Ost-Indien. München, Bachmair, 1914. 15 S. Orig.-Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (100) 80,Erste Ausgabe. – Eines von 750 Exemplaren. – Münchner Liebhaberdrucke, Bd. VII. – Mileck 16.

1424 – Fünf Gedichte. (Zürich, Fretz, 1934). Fol. 5 Bl. Gering läd. Orig.-Broschur. (100) 400,Nr. XIX von 50 Ex. „für den Dichter“ (Gesamtaufl.: 149). – Mileck III, 38. – Titel mit e. Widmung des Verfassers.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Widmungsexemplar 1425 – Siddharta. Berlin, Fischer, 1922. 146 S., 3 Bl. OHpgt. (wenig bestoßen). (100) 400,Erste Ausgabe. – Nr. 28 von 50 Ex., „die nur vom Dichter selbst (Montagnola Schweiz) mit seiner Unterschrift zu beziehen sind“. – Mileck I, 43. – Vorsatz mit e. Signatur und Widmung des Verfassers: „Zur Erinnerung an den Aufenthalt in Lugano – März 1922“.

1426 HOBOKEN-PRESSE – AUGSBURGER PASSION von 1480, Die. (Hrsg. von K. Pfister). Potsdam, Kiepenheuer, o. J. (1924). Mit 28 kolor. Holzschnitten. 3 weiße Bl., 29 Bl., 1 weißes Bl. OSchweinsldr. (Kapital etw. berieben). – Nr. 4 von 50 Ex. (Gesamtaufl.: 350). – Zweiter Druck der Reihe „Das alte Bilderbuch“. – Etw. braunfleckig. (104) 1.000,1427 HOFMANN – HOMER, Odyssee. Deutsch von J. H. Voss. Berlin, Askanischer Verlag, 1924. 4°. Mit 52 Orig.-Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. 337 S., 3 Bl. OLdr. nach Entwurf von Marcus Behmer mit Kopfgoldschnitt (fleckig). (141) 250,Nr. LXXI von 100 Ex. (Gesamtaufl.: 1000), Titel und Druckvermerk von den Künstlern e. signiert. – Rodenberg 244. Schauer II, 43. Kat. Odysseus 1/17: „Gedruckt mit der von Behmer entworfenen Schrift.“ – 6. Behmer-Druck. – Teilweise unbeschnitten.

1428 HOFMANNSTHAL, H. VON, Ausgewählte Gedichte. Berlin, Blätter für die Kunst, 1903. 4°. Mit farb. Titelbild von L. von Hofmann. 38 S., 3 Bl. OPp. (fleckig und angestaubt). (100) 100,Eines von 300 Exemplaren. – Erste Buchausgabe der Gedichte. – Houghton-Library 73. Jacoby 25.

1429 – Der Thor und der Tod. 10. Aufl. Leipzig, Insel, 1912. Mit rad. Titelvign. und rad. Kopf- und Schlußvign. von E. R. Weiß. 40 S., 1 Bl. OLdr. (leicht fleckig) mit Orig.-Schutzumschlag. (100) 100,Nr. 37 von 50 Ex. (Gesamtaufl.: 300). – Houghton Library 687. Jacoby 11. Sarkowski 772 F. – Einbandgestaltung von E. R. Weiß. – Kaum fleckig.

1430 HYPERION-DRUCKE – BYRON, G. G. LORD, Manfred. Ein dramatisches Gedicht. München, Hans von Weber, 1912. 4°. 4 Bl., 140 S., 2 Bl. (das erste weiß). OPgt. (etw. fleckig, leicht sperrig). (28) 100,Nr. 261 von 550 Ex. auf Bütten (Gesamtaufl.: 657). – Rodenberg 415, 4. – 4. Hyperiondruck. – Mit deutschem und englischem Text. – Wenige Seiten minimal braunfleckig.

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1431 – DANTE ALIGHIERI, Göttliche Comödie. Übertragen von Philalethes (d. i. Johann, König von Sachsen). 3 Bde. München 1914-16. Fol. 2 Bl., 189 S., 1; 2 Bl., 191 S.; 2 Bl., 196 S. OPp. (leicht verfärbt, Bezugspapier tls. abgeplatzt, gering berieben und bestoßen). (100) 200,Nr. 349 von 400 Ex. (Gesamtaufl.: 500). – Rodenberg 415, 5. – Auf Van-Geldern-Bütten abgezogen. – Tls. unbeschnitten, gering gebräunt und fleckig.

1432 – – DASS. OPgt. (Bd. I etw. bestoßen; Deckel leicht aufgebogen). (67) 150,Nr. 434 von 500 Exemplaren. – Rodenberg 415, 5. – Innengelenke von Bd. I restauriert, Titelei desselben Bandes mit Abklatsch; Schnitt gebräunt, wenig fleckig.

1433 – SCHILLER, F., Die Räuber. Ein Schauspiel. München 1912. Fol. 140 S., 1 Bl. OPp. (Bezugspapier am Vordergelenk etw. eingerissen, leicht berieben und bestoßen). (100) 120,Nr. 96 von 550 Ex. (Gesamtaufl.: 657). – Rodenberg 415, 3. – Auf Van-Geldern-Bütten gedruckt. – Tls. unbeschnitten und unaufgeschnitten.

1434 INSEL-VERLAG – (ARNIM, L. A., UND C. BRENTANO), Kinderlieder aus des Knaben Wunderhorn. (Wiesbaden 1956). 79 S., 2 Bl. OPp. (160) 300,Jenne 60 (1 C) 1. Kästner 60 (1 c). –Seltenes Nachkriegsbändchen. – Vorsatz mit hs. Widmung in Tinte. – Verlagsfrisch.

1435 – BALZAC, H. DE, (Die) menschliche Komödie. 16 Bde. Leipzig 1908-11. Grünes OLdr. (leicht verfärbt, wenige Gebrauchsspuren). (100) 400,Nr. 36 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe. – Sarkowski 69. – Nur stellenw. wenig fleckig.

1436 – E. R. WEISS zum fünfzigsten Geburtstage 12. Oktober 1925. Hrsg. von H. Reichner. Leipzig (1927). Fol. Mit zahlr. Tafeln und Textabb. 106 S. OHpgt. (leicht berieben und bestoßen). (104) 120,Nr. 140 von 450 Ex. (Gesamtaufl.: 500). – Sarkowski 1891. Schauer I, 186. – Leicht gebräunt und fleckig.

1437 – ERZÄHLUNGEN AUS DEN TAUSENDUNDEIN NÄCHTEN, DIE. 12 Bde. Leipzig 1906-08. Mit 12 ornamentalen Doppeltiteln in Gründruck nach Marcus Behmer (in Pag.). OPgt. (geringe Gebrauchsspuren). (100) 400,Nr. 57 von 100 Ex. der Luxusausgabe. – Sarkowski 1718. – Vollständige deutsche Ausgabe, übersetzt von Felix Paul Greve. Einleitung von Hugo von Hofmannsthal. – Tls. unbeschnitten, vereinzelt unsauber aufgeschnitten.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1441 – (HOLBEIN, H.), Bilder des Todes. Leipzig (1913). Mit 41 Holzschnitten nach Hans Holbein. OLdr. (100) 120,Nr. 58 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe im Einband von E. A. Enders nach einem Entwurf von W. Tiemann (Gesamtaufl.: 800). – Sarkowski 780.

1442 – INSEL, DIE. Monatsschrift. Hrsg. von O. J. Bierbaum, A. W. Heymel und R. A. Schröder. Jge. I (Oktober 1899 bis September 1900) und II (Oktober 1900 bis September 1901) in 8 Bdn. Berlin 1899-1901. 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. Textabb. und Buchschmuck nach Th. Th. Heine, G. Lemmen, H. Vogler und E. R. Weiß. OHpgt. und OPp. (Gebrauchsspuren). (100) 300,Sarkowski 1974-81. Diesch 2696. Kirchner 23300. Schlawe 60. – Mit literarischen Beiträgen der Herausgeber und von F. Blei, H. von Hofmannsthal, R. Walser, C. Bretano, A. Holz, R. M. Rilke, F. Wedekind etc. – Tls. unbeschnitten und unaufgeschnitten, leicht gebräunt.

1443 – MALORY, T., Dies edle und freudenreiche Buch heißet Der Tod Arthurs. (Aus dem Englischen übers. von Hedwig Lachmann). 3 Bde. Leipzig o. J. (1913). XXVII, 397 S., 1; 2 Bl., 460 S., 1; 2 Bl., 486 S., 1 Bl. OLdr. (leicht berieben). (100) 80,Nr. 1451

1438 INSEL-VERLAG – GOETHE, (J. W. VON), UND (C. F.) ZELTER, Briefwechsel. Im Auftrage des Goethe- und Schiller-Archivs hrsg. von M. Hecker. 3 Bde. 1913-18. OMaroquin, sign. „E. R. W(eiß)“ (Rücken gering verblaßt, leicht berieben). (100) 150,Sarkowski 560. – Ein geplanter vierter Band mit dem Kommentar ist nie erschienen. – Wenige Gebrauchsspuren.

1439 – GOETHE, (J. W. VON), Italienische Reise. Neu hrsg. vom Goethe-Nationalmuseum. Leipzig 1925. Fol. Mit zahlr. Beilagen. 4 Bl., 343 S., 2 Bl. OHldr. (Gebrauchsspuren). – Sarkowski 591 A. – Titel wenig fleckig; Seitenränder gering gebräunt. (159) 100,1440 – HOFMANNSTHAL, H. VON, Das Salzburger große Welttheater. Leipzig 1923. 101 S., 1 Bl. OHpgt. (etw. lichtrandig und beschabt). (100) 100,Nr. 275 von 300 Ex. (Gesamtaufl.: 330). – HoughtonLibrary 585. Jacoby 39. Sarkowski 771 A. – Die erste Ausgabe war ein Jahr zuvor erschienen.

Erste vollständige deutsche Ausgabe. – Sarkowski 1050. – Einbandgestaltung von E. R. Weiß. – Dekorativ.

1444 – NIETZSCHE, F., Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. (Leipzig 1908). Fol. Mit doppelblattgr. Titel und Buchschmuck von Henry van de Velde. 3 Bl., 160 S., 2 Bl. OPgt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (37) 1.500,Nr. 476 von 530 Ex. – Sarkowski 1193. Schauer I, 61 und II, 16. – Vorsatz gestempelt; anfangs und gegen Ende stärker fleckig.

1445 – – Ecce homo. Leipzig (1908). 4°. Mit Doppeltitel. 154 S., 2 Bl. OHpgt. (100) 400,Nr. 787 von 1100 Ex. auf Van-Gelder-Zonen (Gesamtaufl.: 1250). – Sarkowski 1201. Schauer II, 15. – Einband und Buchschmuck von Henry van de Velde, Druck in Braun und Schwarz. – Tadellos.

1446 – RILKE, R. M., Das Buch der Bilder. 20.-22. Tsd. Leipzig 1922. 2 Bl., 188 S., 2 Bl. OHpgt. (etw. fleckig). (100) 250,Sarkowski 1337 B. Ritzer E 4. – DAZU: II. DERS., Erste Gedichte. 14.-16. Tsd. Ebda. 1923. Sarkowski 1340 B. – III. DERS., Die frühen Gedichte. 18.-20 Tsd. Ebda. 1923. Sarkowski 1343 A. – IV. DERS., Neue Gedichte. 18.-20. Tsd. Ebda. 1923. Sarkowski 1352 C. – V. DERS., Der neuen Gedichte anderer Teil. 14.-16. Tsd. Ebda. 1923. Sarkowski 1354 B. – Leicht gebräunt, etw. stockfleckig. – Exlibris. – Alle Bde. uniform in Halbpergament gebunden, Bezugspapiere unterschiedlich; in dieser Einbandvariante nicht bei Sarkowski.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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1447 – SCHEERBART, P., Liwûna und Kaidôh. Ein Seelenroman. Leipzig 1902. 2 Bl., 131 S. Orig.Brosch. (leicht angeschmutzt und gebräunt). (100) 100,Erste Ausgabe. – Sarkowski 1436. Raabe 11. – Einband und Zierleisten von Heinrich Vogeler-Worpswede. – Schnitt angestaubt, stellenw. etw. fleckig.

1448 – 1001 NACHT. Übers. von (F.) P. Greve. Hrsg. von P. Ernst. 4 Bde. Leipzig 1911. Mit Buchschmuck von Marcus Behmer. OLdr. (wenig berieben). (100) 250,Sarkowski 1720. – Auswahl aus der 12bändigen Gesamtausgabe. – Einbandgestaltung von Marcus Behmer. – Äußerst dekorativ.

1449 – WILDE, O., Salome. Tragoedie in einem Akt. Übertragung von Hedwig Lachmann. Leipzig 1903. Mit Doppeltitel und 10 ganzseit. Illustr. von Marcus Behmer. 40 Bl. Illustr. OPp. (leicht berieben und bestoßen). – Erste deutsche Ausgabe. – Sarkowski 1913. (100) 150,1450 JOYCE, J., Ulysses. Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausg. von G. Goyert. 3 Bde. Privatdruck. (Basel) 1927. 3 Bl., 458 S.; 2 Bl., 465 S.; 2 Bl., 662 S. OHldr. (wenig berieben und bestoßen). (117) 400,Nr. 801 von 1000 Ex. der ersten deutschen Ausgabe auf Bütten (Gesamtaufl.: 1100). – Slocum-C. D.45.2. – Fleckenlos.

Aus dem Besitz von Ernst Jünger 1451 JÜNGER – (BERENGER, L. P., UND E. GUIBAUD), La morale en action ou elite de faits mémorables. Paris, Langlumé und Peltier, o. J. (1808?). Mit kolor. gestoch. Frontisp., gestoch. Titel mit 2 kolor. Vign. und 2 Kupfertafeln. VIII, 485 (recte 481) S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Rücken verblaßt, Kopf mit kleinem Ausbruch, leicht fleckig, wenig berieben und etw. bestoßen). (67) 300,Vgl. Gumuchian 4179. Seebaß I, 1292 (andere Ausgaben). Barbier III, 354 (EA 1783). – Häufig aufgelegte Sammlung historischer Anekdoten und Aphorismen (z. Tl. chinesischer Autoren) mit reizenden Kupfern. – Innengelenk gebrochen, Vorsätze leimschattig, tls. stark gebräunt, fleckig. – Das gestochene Exlibris von Emile Feltesse mit dem Motto „Tempestatibus maturesco“ und der Darstellung eines rauchenden Öllämpchens (Ernst Jünger in einem unveröffentlichten Brief an Ernst Klett vom 31. 12. 1955: „Unten dann eine antike Lampe als Sinnbild der Studien.“). Hier in der seltenen Variante ohne die Ü-Pünktchen auf dem Nachnamen, wie so oft von Jünger e. ergänzt. Das Exlibris trägt die typische EJ-Paraphe und den kaum lesbaren e. Kaufvermerk: „Gek. 24. IV. 1943, Rue de Faubourg St. Honoré“. Der Text mit e. Korrekturen, Unterstreichungen und Übersetzungen Jüngers. – Siehe Abbildung.

Nr. 1453

1452 JUNG, F., Annemarie. Berlin, Malik-Vlg., 1922. 64 S. OPp. (leicht gebräunt, wenig fleckig und etw. bestoßen). (100) 300,Sammlung revolutionärer Bühnenwerke, Bde. XI und XII. – Erste Ausgabe. – Hermann 208. Gittig 63. Herzfelde 63. Raabe 145, 16. – Nicht bei Ars libri. – Einbandgestaltung John Heartfield. – Vortitel im Bug gering eingerissen, Vorsatz wenig angeschmutzt und mit Stempel des NSDAPParteiarchivs.

1453 KAFKA, F., Ein Landarzt. Kleine Erzählungen. (München und Leipzig), K. Wolff, (1919). 3 Bl., 189 S., 1 Bl. OHldr. (etw. fleckig sowie beschabt und bestoßen). (100) 800,Erste Ausgabe. – Dietz 53. Raabe 6. KKA, App., 279 (Einbandvariante a). – Vorsätze leicht leimschattig, papierbedingt gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

1454 KANDINSKY – ROETHEL, H. K., Kandinsky. Das graphische Werk. (Köln, DuMont, 1970). 4°. Reich illustr. XXIX, 504 S. (inkl. 3 gefalt. Bl.). OLwd. in Orig.-Umschl. und OPp.-Schuber. – Nr. 946 von 1500 Exemplaren (Gesamtaufl.: 1515). (31) 400,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1456

1455 KELMSCOTT PRESS – MORRIS, W., Gothic Architecture. (London 1893). 1 Bl., 68 S. Maroquin um 1930 auf echten Bünden mit Zierlinien auf den Deckeln, Rücken-, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie dreiseit. Goldschnitt, sign. „Bruno Scheer, Berlin“. (100) 500,Erste Ausgabe, zweiter oder dritter Druck, kenntlich am korrigierten „Eyck“ auf S. 45. – Peterson A 18. Tomkinson 112, 18. Walsdorf 18. – In 1500 Exemplaren in der Londoner New Gallery während der jährlichen Arts and Crafts Exhibition gedruckt. – Frisches Exemplar im Meistereinband.

1456 KIRCHNER, E. L., Zeichnungen und Pastelle. Stuttgart und Zürich, 1979. 4°. Mit Radierung von Ernst Ludwig Kirchner, lose beiliegend. 313 S. OLwd. in OLwd.-Schuber. – Nr. 21 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe. – Mit der Numerierung und dem Nachlaßstempel des Künstlers auf der Rückseite der Radierung. – Siehe Abbildung. (141) 800,1457 KIRCHNER – GROHMANN, W., KirchnerZeichnungen. Dresden, Arnold, 1925. 4°. Mit Titelholzschnitt, Portr. und 100 (22 farb.) Tafeln von E. L. Kirchner. S. (5)-37, 4 Bl. OLwd. mit Orig.-Schutzumschlag (dieser fachmännisch hinterlegt). (100) 1.500,Arnolds Graphische Bücher, Zweite Folge, Bd. VI. – Nr. 592 von 2000 Ex. (Gesamtaufl.: 2225). – Dube 832, 835-849. Schauer II, 120. Jentsch 153. – Verlagsfrisch. – Siehe Abbildung.

Nr. 1457

1458 KLEUKENS – LESSING, G. E., Fabeln. Drey Bücher. (Darmstadt 1920). Mit zahlr. kolor. Textholzschnitten von Kay Nebel. 71 S., 4 Bl. Ldr. d. Zt. (Rücken etw. berieben) in Pp.-Schuber. (95) 300,Nr. 139 von 225 Ex. (Gesamtaufl.: 250). – Rodenberg 104, 6. Schauer II, 67. Bodemann 403. – Exlibris.

1459 KLINGER – MEISSNER, F. H., Max Klinger. Radierungen, Zeichnungen, Bilder und Skulpturen. München, Hanfstaengl, 1914. 4°. Mit farb. Frontisp. und 97 Tafeln. XLII S. OHpgt. (berieben und fleckig). – Nr. 3 von 100 Ex., im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. (36) 300,Widmungsexemplar 1460 KLOSSOWSKI, P., Le bain de Diane. Paris, Pauvert, 1956. Mit einigen Abb. 130 S., 4 Bl. OPp. (wenige Gebrauchsspuren). (36) 120,Nr. 146 von 2000 Exemplaren. – Tls. unaufgeschnitten. – Vortitel mit e. Widmung des Verfassers an den österreichischen Schriftsteller Rudolf Kassner (1873-1959): „Cum summa veneratione – Octobre MCMLVI“.

1461 KOKOSCHKA – REED, ANN ELIZA, Erzählungen. (Hamburg 1952). 4°. Mit 10 Lithogr. auf Tafelseiten von Oskar Kokoschka. 18 Bl. OPp. (100) 150,Eines von 660 Ex., im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Wingler-W. 188-198.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1462 KOLB – MÜNCHHAUSEN, B. VON, Bayard. Ein Balladenkranz. Berlin, Eigenbrödler-Vlg., (1922). Mit 7 Radierungen von Alois Kolb. 18 Bl. OLwd. (Buchdeckel aufgebogen, etw. fleckig). (36) 150,Nr. 414 von 525 Ex., im Druckvermerk vom Autor und Künstler e. signiert. – Recht sauber.

1463 KRAUS, K., Untergang der Welt durch Schwarze Magie. Wien und Leipzig, Die Fackel, 1922. 496 S. (ohne S. 493/494). Hldr. d. Zt. (etw. bestoßen). (28) 100,Erste Ausgabe. – Kerry EA 35. – Leicht gebräunt, Seitenund Fußsteg unbeschnitten. – Es fehlt die S. 493/94 (vakat?). – Respektblatt mit e. Gefälligkeitssignatur „Karl Kraus“, dat. „Sept. 24“.

1464 KREDEL – GESCHICHTE VON AUCASSIN UND NICOLETTE, DIE. (Leipzig), Insel, 1956. Mit zahlr. kolor. Textabb. und Noten nach Fritz Kredel. 70 S., 2 Bl. OHpgt. in OPp.-Schuber (leicht verfärbt). – Eines von 500 Exemplaren. – Sarkowski 519 A. – Minimal gebräunt. (100) 100,1465 KUBIN – BALZAC, H. DE, Mystische Geschichten. München, G. Müller, 1920. Mit 20 Illustr. von A. Kubin. XII, 315 S., 2 Bl. OHldr. (100) 200,Nr. 190 von 200 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 5000). – Erste Ausgabe. – Raabe 131. Marks A 46. – Galerie der Phantasten, hrsg. von H. H. Ewers, Bd. VII. – Etw. gebräunt.

1466 – BIERBAUM, O. J., Samalio Pardulus. München und Leipzig, Müller, 1911. 4°. Mit 20 Lichtdrucktafeln nach Federzeichnungen von Alfred Kubin. 44 S., 1 Bl. OHldr. (minimal berieben). (100) 200,Eines von 500 Ex. der allgemeinen Ausgabe (Gesamtaufl.: 600). – Raabe 35. Marks 12. – Vortitel mit hs. Besitzvermerk, etw. gebräunt und fleckig.

1467 – HOFFMANN, E. T. A., Nachtstücke. München und Leipzig, Müller, 1913. Mit zahlr. Textillustr. nach Alfred Kubin. 2 Bl., 305 S., 1 Bl. OHldr. (leicht berieben und bestoßen). – Marks A 17. Raabe 55. – Etw. gebräunt. (100) 150,Spezialeinband 1468 – – Nachtstücke. München und Leipzig, G. Müller, 1913. Mit zahlr. tls. ganzseit. Textillustr. nach Alfred Kubin. 2 Bl., 305 S., 1 Bl. OLdr. mit Rsch., mehrfarb. Lederintarsien auf dem Vorderdeckel

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und ornamentalem Schnitt in Schwarz und Silber, sign. „Hübel & Denck, Leipzig“ (wenig berieben und bestoßen). (6) 1.000,Nr. 45 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe in Ganzleder und auf Bütten. – Horodisch 56. Marks A 17. Raabe 55. – Der Orginaleinband der Leipziger Buchbinderei Hübel und Denck hier als Spezialanfertigung mit aufwendiger Intarsienarbeit eines Memento-mori-Stillebens vor schwarzem Grund auf dem Vorderdeckel, ornamentalem Schnitt sowie Seidenvorsätzen in Schwarz und Silber, wohl für die Familie Faber du Faur auf Wunsch gefertigt (der gewöhnliche Ganzledereinband nur mit Kopfgoldschnitt und Rückenschildchen). – Vereinzelt minimal fleckig. – Exlibris Curt und Emma von Faber du Faur. – Siehe Abbildung Tafel 18. Special binding. – Occasionally minor soiling. – Exlibris Curt and Emma von Faber du Faur. – Original cloth with spine label, multicoloured leather inlay on front cover and ornamental edge in black and silver, signed „Hübel & Denck, Leipzig“ (minor rubbing and scuffing). – See illustration on plate 18.

1469 – SCHAEFFER, A., Lene Stelling. (Berlin, von Holten, 1923). 4°. Mit 3 sign. Lithogr. von A. Kubin. 42 S., 1 Bl. OHldr. (leicht berieben und wenig bestoßen). (100) 200,Nr. 38 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 300), im Druckvermerk vom Verfasser e. signiert. – Raabe 227. Marks A 74.

1470 – SCHEERBART, P., Lesabéndio. Ein Asteroïden-Roman. München und Leipzig, G. Müller, 1913. Mit 14 Tafeln nach Alfred Kubin. 282 S., 1 Bl. OHpgt. (fleckig und gering bestoßen). (100) 100,Erste Ausgabe. – Raabe 57. Marks A 19 (Kubin). Raabe 25 (Scheerbart). – Vorsätze fleckig und mit gelöschtem Besitzvermerk, Tafeln leicht gebräunt und tls. mit Flecken.

1471 LANGE – SCUOLA SICILIANA, LA. Hamburg, CTL-Verlag, 1994. 2 Bde. Fol. Mit Illustr. von Clemens-Tobias Lange. XLIX S., 1 Bl., XLIX S., 1 Bl. OHldr. und lose Bogen in OMetallKassette. – Nr. 39 von 70 Ex. (Gesamtaufl.: 95), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. (37) 200,1472 LASKE – MANN, TH., Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. Buch der Kindheit. Wien, Leipzig und München, Rikola, 1922. 4°. Mit 6 farb. lithogr. Tafeln von Oskar Laske. 65 S. OPp. (Rückenbezug etw. abgeplatzt, leicht fleckig). (36) 300,Nr. 182 der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 500). – Potempa D 12.1.1. Bürgin I, 21. – Bindung etw. gelockert, S. 55/56 mit Papierdurchbruch im Kopfsteg, vereinzelt nicht aufgeschnitten, leicht gebräunt.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Eines von 300 bzw. 400 Ex. (Gesamtaufl.: 303 bzw. 403). – Erste Ausgaben. – Landmann 141, 162 und 186. Raub A 31, A 41 und A 42. – Enthält: Bd. I.: Jean Paul. Ein Stundenbuch für seine Verehrer. Bd. II: Goethe. Bd. III: Das Jahrhundert Goethes. – Unbeschnitten, leicht gebräunt.

Widmungsexemplar für Fritz Andreae 1476 – GEORGE, S., Jean Paul. Ein Stundenbuch für seine Verehrer. Berlin, Blätter für die Kunst, 1900. 97 S., 2 Bl. OPgt. (etw. bestoßen). (100) 600,Eines von 400 Ex. (Gesamtaufl.: 403 Ex.) der ersten Ausgabe. – Deutsche Dichtung, hrsg. und eingeleitet von Stefan George und Karl Wolfskehl. – Schauer I, 53 und II, 14. Raub A 31. Wißmann 19 und 24. Landmann 141. Hoffmann, Mein Weg mit Melchior Lechter, 246. – Mit kalligraphierter, überaus dekorativer Widmung auf dem Vorsatz: „Seinem lieben und verehrten Fritz Andreae dieses Stundenbuch zur eifrigen Benutzung freundschaftlich gewidmet von Melchior Lechter Christfest 1913.“ – Fritz Andreae (1873-1950) und dessen Frau Edith (1883-1952), eine Schwester Walther Rathenaus, waren im Berlin der zwanziger Jahre wichtige Mäzene Lechters gewesen. – Siehe Abbildung.

Nr. 1476

1473 LASKER-SCHÜLER, ELSE, Der Malik. Eine Kaisergeschichte. Berlin, P. Cassirer, 1919. Mit farb. Frontisp. nach Franz Marc, 4 farb. Tafeln sowie zahlr. Textabb. von Else Lasker-Schüler. 102 S. OHldr. (Schwanz eingerissen, Deckelbezug tls. schadhaft, etw. bestoßen und angeschmutzt). (100) 1.200,Nr. 7 von 100 Ex., im Druckvermerk von der Verfasserin e. signiert. – Feilchenfeldt-B. 119.IV.0. Raabe 12/4. Kat. Odysseus 16/21. Slg. von Kritter VII, 51. – Tls. unaufgeschnitten. – Siehe Abbildung Tafel 19.

1474 LECHTER – GEORGE, S., UND K. WOLFSKEHL (HRSG.), Deutsche Dichtung. Bde. I und II (von 3). Berlin, Blätter für die Kunst, 1900-01. Mit 2 Doppeltiteln und reichem Buchschmuck von Melchior Lechter. 97 S., 2 Bl.; 97 S., 2 Bl. Orig.-Brosch. (leicht gebräunt). (100) 200,Eines von 300 bzw. 400 Ex. (Gesamtaufl.: 303 bzw. 403). – Erste Ausgabe. – Landmann 141 und 162. Raub A 31 und A 41. – Tls. unbeschnitten und unaufgeschnitten, leicht gebräunt.

1475 – – Deutsche Dichtung. 3 in 1 Bd. Berlin, Blätter für die Kunst, 1900-02. Mit 3 Doppeltiteln und reichem Buchschmuck von Melchior Lechter. 97 S., 2 Bl., 97 S., 2 Bl., 181 S. Hldr. d. Zt. (leicht fleckig und berieben) mit eingeb. Orig.-Brosch. (100) 500,-

1477 – – Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod. Mit einem Vorspiel. (Berlin), Blätter für die Kunst, 1900. Fol. Mit 4 Holzschnitten (Zwischentitel) und Buchschmuck von Melchior Lechter. 23 Bl. OLwd. (gering berieben und bestoßen). (100) 500,Nr. 188 von 300 Exemplaren. – Erste Ausgabe. – Landmann 135. Raub A 30. Schauer II, 14. Hernad-M. 13. – Gering fleckig.

1478 LEFLER – MÄRCHEN-KALENDER für 1905. Mit Gedichten von Ludwig Fulda. Wien, Munk, (1904). 4°. Mit 12 Farbtafeln von Heinrich Lefler und Josef Urban. 13 Bl. Orig.-Brosch. (Rückendeckel etw. bestoßen, leicht angestaubt). (100) 200,Heller 47. Ries 676, 10. LKJL II, 330. Freyberger MI 767. Seebaß I, 1208: „Schönes 'Jugendstil'-Werk.“ – Der reich illustrierte Kalender zu Märchen der Gebrüder Grimm erschien von 1905 bis 1921. Er wurde von verschiedenen Firmen auch als Neujahrs(werbe)gabe verschenkt, dann mit entsprechendem Aufdruck des Firmennamens, zumeist auf dem Einband oder auf einem eingebundenen Extra-Blatt. Angesichts der kostbaren Ausstattung und des hohen Ladenpreises war er vermutlich ohnehin nur für eine erwachsene Leserschaft gedacht. – Titel und letzte Tafel verso etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1479 LÜBECKER BIBEL – 92 HOLZSCHNITTE der Lübecker Bibel aus dem Jahre 1494 von einem unbekannten Meister, Die. Hrsg. von H. Wahl. Weimar, Kiepenheuer, 1917. 4°. Mit zahlr. Abb. 1 Bl., 90 S., 1 Bl. OLdr. (leicht berieben und etw. bestoßen). (104) 150,-


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Nr. 50 von 75 Ex. (Gesamtaufl.: 550). – Buchblock etw. gelockert, leicht gebräunt. – DAZU: Die Rembrandt-Bibel. München 1922. 4°. – Nr. 307 von 500 Exemplaren.

1480 MAEGHT EDITEUR Paris. (Ausstellungskat.). London, Redfern Gallery, (1966). 4°. Mit 10 (1 doppelblattgr., 9 farb.) Lithogr. (in Pag.) von Braque, Chagall, Chillida, Giacometti, Miró u. a. 47 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. mit Farblithogr. von Miró (kaum Gebrauchsspuren). – Eines von 1500 Exemplaren. (55) 600,1481 MAILLOL – HORATIUS FLACCUS, QU., Carmina. I-II: Odes d'Horace. Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. 2 Bde. Paris, (Gonin), 1939-(58). Mit 125 Holzschnitten von A. Maillol sowie zwei Extrasuiten mit zus. 242 (inkl. 6 Wdh. auf den Umschlägen) Holzschnitten in Rot- und Schwarzdruck von Aristide Maillol auf 156 Tafeln. 4 Bl., 179 S., 1; 1 Bl., 278 S., 1 Bl. Dunkelgrünes mod. Maroquin mit Rtit., großflächigen Furnierholz-Auflagen auf Rücken, Deckel und Innendeckel sowie dreiseit. Goldschnitt, mit eingeb. Orig.-Umschl. in Pp.-Schubern (104) 2.000,Nr. 27 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe mit zwei Extrasuiten (Gesamtaufl.: 400), im Druckvermerk vom Verleger monogrammiert. – Monod 6091. – Vgl. Guérin 216-226. – Druck auf Maillol-Gonin-Bütten. Das Werk war bereits 1939 gedruckt worden, gelangte aber erst 1958 zum Verkauf. – Sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung Tafel 19. Very well preserved. – Modern dark green morocco with spine title, wide veneering on spine, boards and inner covers as well as three-sided gilt edge, with bound-in original wrappers in cardboard slipcases. – See illustration on plate 19.

1482 – LIFAR, S., Pensées sur la danse. Avant-propos de Paul Valéry. (Paris), Bordas, (1946). Fol. Mit 7 ganzseit. Illustr. von Aristide Maillol. 3 Bl., 61 S., 3 Bl. Lose in Orig.-Umschl. und Pp.-Schuber d. Zt. (beschabt). (104) 200,Eines von 250 Ex. „sur vélin à la cuve des Papeteries d'Arches“ (Gesamtaufl.: 755), vom Verleger im Druckvermerk signiert. – Derra de Moroda 1695. – Serge Lifar (1905-1986), Tänzer, Ballettmeister und Tanztheoretiker, gilt als Erneuerer des Pariser Opernballetts und war von 1923-29 Mitglied von Diaghilews „Ballets Russes“. – Unbeschnitten.

1483 – OVIDIUS NASO, P., L'art d'aimer. (Traduit par Henri Bornecque. Lausanne, Gonin, 1935). Fol. Daraus die beiden Extra-Suiten der Holzschnitte auf je 11 Tafeln (je eine in Rot bzw. Schwarz gedruckt). Lose in illustr. Orig.-Umschl. und Hldr.-Kassette d. Zt. (104) 600,Je eines von 50 Ex. (nicht numeriert). – Guérin 64-75 und 307-318. Garvey 173. Skira 215. Rauch 140. Carteret IV, 309. – Unbeschnitten, makellos.

Nr. 1478

1484 – PONS, J. S., Concert d'été. Poèmes. Paris, Flammarion, 1945. 4°. Mit Titelvign. und 25 Holschnitten von A. Maillol. 1 Bl., 148 S., 2 Bl. Lose in OUmschl., OHlwd.-Einbanddecke und OHlwd.Schuber (minimale Gebrauchsspuren). (104) 300,Eines von 200 num. Ex. auf „papier pur fil de Lana“ (Gesamtaufl.: 305). – Guérin 227-252. Monod 9234. – Fleckenlos, frisch.

Prospekt auf Pergament 1485 – VERGILIUS (MARO, P.), Les églogues. Text original et traduction nouvellepar Marc Lafargue. Leipzig, Insel für Cranach-Presse in Weimar, 1926. 4°. Mit 43 Holzschnitten von Aristide Maillol (ohne die 2 Extrasuiten). 1 Bl., 110 S., 3 nn. Bl. – BEIGEB.: (PROSPEKT zur französischen Ausgabe). Ebda. 1914. Mit 4 Holzschnitten von Aristide Maillol. 8 Bl. (erstes Bl. weiß). Probedrucke auf Pergament. Grünes langnarbiges Maroquin d. Zt. mit Rtit., Rvg., goldgepr. Filete auf den Deckeln und Kopfgoldschnitt, sign.: „O. Dorfner“, in etw. läd. Pp.-Schuber. (104) 3.000,Nr. XXXVI von 36 Ex. auf Seidenbütten, davon nur die Nr. 11 bis 36 für den Handel bestimmt (Gesamtaufl.: 292). – Müller-Krumbach 40 (nennt für den Prospekt nur 7 S. und 1 Holzschnitt). Guérin (Maillol) 1658. Skira 212. Sarkowski 1813. The Artist and the Book 172. – Berühmter Handpressendruck der Cranach-Presse, begonnen 1914, wieder aufgenommen 1925 und beendet 1926. – Die Satzanordnung besorgte Harry Graf Kessler, die Initialen (mit Ausnahme von dreien, welche Maillol schnitt, siehe Guérin 59) von Eric Gill. – Sehr schönes, nahezu fleckenfreies Exemplar. – Siehe Abbildung.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1485

Nr. 1486

Famous work of the Cranach printing office, begun in 1914, re-started in 1925 and finished in 1926. – The lay-out made by Harry Graf Kessler, the initials (with exception of three, cut by Maillol, see Guérin 59) by Eric Gill. – Very beautiful and almost spotless copy. – Contemporary green straight grained morocco with spine title, gilt back, gilt stamped fillets on sides and top edge gilt, signed „O. Dorfner“, in somewhat damaged cardboard slipcase. – See illustration.

Eines von wenigen unnumerierten Exemplaren „de Presse“ (Gesamtaufl.: etwas mehr als 100), Druckvermerk vom Verfasser und Künstler e. signiert. – Skira 219. Rauch 6. Ray 276. Carteret IV, 128. Fisher 64. Monod 3331. The Artist and the Book 177 (mit 2 Abb.): „Probably the first 19th century book to have a truly modern appearance, with etchings simplified almost to abstraction.“ – Der Dichter Charles Cros ist auch als Miterfinder der Farbphotographie bekannt (vgl. Gernsheim 522). – Papierbedingt etw. gebräunt und brüchig, tls. mit kleinen Randschäden. – Siehe Abbildung.

1486 – – Les Géorgiques. Texte latin et version française de J. Delille. 4 Bde. (inkl. wdh. Tafelteil). Paris, Gonin, 1937-(50). 4°. Mit 122 Textholzschnitten von Aristide Maillol, 2 Extrasuiten von je 72 Holzschnitten in Rötel und Schwarz und einer Extrasuite von 10 Holzschnitten in Rötel auf China. 1 Bl., 174 S., 1; 1 Bl., 154 S., 1 Bl. Lose in Orig.-Brosch., OHpgt.-Decken und OPp.-Decke in Pp.-Schubern (wenig fleckig). (104) 3.000,Eines von 750 Exemplaren, alle Blätter der Extrasuiten mit Monogrammstempeln versehen. Zwei der Extrasuiten auf der Orig.-Broschur vom Verleger Gonin signiert. – Monod 11339. The Artist and the Book 175. Strachan 337. Rauch 144. – Das letzte von Maillol illustrierte Buch, das auf eigens für diese Ausgabe (750 Ex.) geschöpftem Hanfbütten gedruckt wurde. – Siehe Abbildung. The last book illustrated by Maillol, which has been printed specially for this edition (750 copies) on hemp rag paper. – Unsewn in original wrappers, original half vellum covers and cardboard slipcases. – See illustration.

1487 MANET – CROS, CH., Le fleuve. Paris, Librairie de L'Eau-Forte, o. J. (1874). 4°. Mit 8 Orig.-Radierungen von Edouard Manet im Text. 15 S. Spät. Lwd. mit Rsch. (etw. bestoßen). (19) 30.000,-

One of few unnumbered copies of „de presse“, imprint signed by the author and artist. – A little browned and cracked due to paper quality, partly with small tears in margin. – Later cloth with spine label (some scuffing). – See illustration.

1488 – DURET, TH., Edouard Manet. Sein Leben und seine Kunst. Übers. von E. Waldmann-Bremen. Berlin, P. Cassirer, 1910. 4°. Mit 2 Radierungen, farb. Holzschnitt und zahlr. (24 ganzseit.) Textabb. von Edouard Manet. 319 S., 1 Bl. OLdr. (fleckig, gering bestoßen). – Fromm 8374. Feilchenfeldt-B. 40. – Mit dem Katalog der Gemälde und Pastelle. (100) 300,1489 MANN, TH., Gesammelte Werke. 3 Bde. der Reihe in 3 Bdn. Berlin, Fischer, 1933-36. OLwd. (tls. leicht gebräunt und etw. fleckig). (100) 100,Erste Ausgabe. – Potempa A 2. – I. Die Geschichte Jaakobs. – II. Der junge Joseph. – III. Joseph in Ägypten. – Beiliegen die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ in erster Ausgabe.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Nr. 1491

Nr. 1487

Widmungsexemplar 1490 – Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 32. Aufl. 2 in 1 Bd. Berlin, Fischer, 1905. 2 Bl., 566 S., S. (3)-539, 2 Bl. Läd. OLwd. (100) 600,Potempa D 1. 2. – Buchblock gelockert. – Titelei mit e. Widmung des Verfassers: „Herrn Dr. Busching / aus Angst. / München, April 1906 / der Verfasser“ und einem Vermerk von unbekannter Hand „Gestohlen bei Dr. Busching / Wird nicht (unterstrichen) verliehen“. – Paul Busching (18771945) war Theater- und Musikkritiker und später stellvertretender Chefredakteur der „Neuesten Münchner Nachrichten“, siehe Thomas Mann, Tagebücher, Bd. I, S. 572. – Nicht zu klären ist, ob die Angst des Verfassers der spitzen Feder des Redakteurs oder der aufgebrachten Lübecker Bürgerschaft galt, die kurz nach Erscheinen des Romans wegen der vermeintlich üblen Nachrede gegen den Sohn der Stadt zu Felde zog. So legt es zumindest eine beiliegende ältere Kopie einer Anzeige nahe, in der ein Verwandter Manns gegen dessen „Nestbeschmutzung“ Anklage erhebt.

Das Typoskript 1491 – Doktor Faustus. (Mimeographisch vervielfältigtes Typoskript). Stockholm, Bermann-Fischer, 1947. 4°. 754 S. OLwd. (Rücken schwach gebräunt, etw. bestoßen). (6) 2.500,Nr. 6 von 50 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser e. signiert. – Potempa D 10.1. – Vorsätze mit Klebespuren, Seitenränder minimal gebräunt. – Siehe Abbildung.

1492 – Königliche Hoheit. Berlin, Fischer, 1909. 475 S., 2 Bl. (Anzeigen). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Deckel gering aufgebogen und Kopf minimal eingerissen). (100) 150,Erste Buchausgabe. – Potempa D 2. 2. – Hinteres Innengelenk gebrochen.

1493 – Okkulte Erlebnisse. Berlin, Häger, o. J. (1924). 64 S., 1 Bl. OPp. (Rücken gebräunt, etw. angestaubt und bestoßen). (117) 120,Erste Ausgabe. – Nr. 180 von 210 Ex. (Gesamtaufl.: 300). – Potempa G 186, 1. – Fliegender Vorsatz mit geringem Randausriß.

Signiert und mit Berichtigungsblatt 1494 – Unordnung und frühes Leid. Berlin, Fischer, (1926). Mit radierter Titelvign. von Karl Walser. 126 S., 2 Bl. Flex. OLdr. in OPp.-Schuber (kaum Gebrauchsspuren). (100) 1.000,Nr. 88 von 300 Ex. der Vorzugausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser mit Bleistift signiert. – Erste Ausgabe. – Bürgin I, 31. Potempa E 29, 2. Badorrek-Hoguth B 60.1. – Mit dem oft fehlenden Blättchen „Berichtigung. Nachdem Thomas Mann den Druckvermerk bereits signiert hatte, mußte wegen technischer Schwierigkeiten bei der buchbinderischen Verarbeitung der Einband statt in Pergament in Ganzleder ausgeführt werden. S. Fischer Verlag, Mitte Dezember 1926“. – Alle Illustrationen von Karl Walser. – Makellos. – Siehe Abbildung.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1495 MANN, TH., Wälsungenblut. München, Phantasus, (1921). 4°. Mit 32 (12 ganzseit.) Lithogr. von Th. Th. Heine. 3 Bl., 88 S., 1 Bl. Hmaroquin d. Zt. mit goldgepr. Rtit. und pergamentbezogenen Deckeln in Pp.-Schuber d. Zt. (6) 1.000,Erste Ausgabe. – Eines von 200 num., ursprünglich in illustr. Pappe von Carl Herkomer in München gebundenen Ex. (Gesamtaufl.: 530), vom Autor und Künstler im Druckvermerk signiert. – Bürgin I, 18. Potempa E 22.2. Rodenberg 459. Schauer II, 10.

1496 – Der Zauberberg. 100. Aufl. 2 Bde. Berlin, Fischer, (1928). Mit Portr. in Röteldruck nach Olaf Gulbransson. XXXVII, 578 S., 1 Bl.; 629 S., 1 Bl. OHldr. (117) 1.000,Nr. 55 von 100 Ex. (Gesamtaufl.: 1000), im Druckvermerk vom Verfasser e. signiert. – Potempa D 3.3. – Tadellos. – Siehe Abbildung Tafel 19.

1497 MARCKS – (RUNGE, PH. O.), Von dem Fischer und syner Fru. (Köln, Hanstein, 1981). Mit 11 Textholzschnitten von Gerhard Marcks. 21 S., 1 Bl. OHpgt. – Nr. 39 von 350 Ex., im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Spindler 59, 1. (17) 80,-

Nr. 1494

1498 MASEREEL – FRANK, L., Die Mutter. Zürich, Rascher, 1919. Mit 9 sign. Holzschnitten von Frans Masereel. 45 S. OHpgt. (gering lichtrandig, leicht angestaubt). (100) 120,Nr. 89 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 1100). – Erste Ausgabe. – Von der Gabelentz C 14. Ritter C a 7. Jentsch 61. – Vorsätze etw. gewellt.

1499 MEID – LENAU, N., Faust. Berlin, Reiß, (1921). Mit 10 sign. Radierungen von Hans Meid. 82 Bl. OLdr., sign. „H. Sperling, Berlin“ (tls. etw. bestoßen). (100) 800,Nr. 64 von 75 Ex. (Gesamtaufl.: 80). – Slg. Kippenberg I, 2810. Schauer II, 91. Rodenberg 463. – Vorsätze mit Abklatsch von Tesastreifen, ansonsten tadellos.

1500 MEYRINK, G., Der Golem. Ein Roman. Leipzig, Hesse und Becker für Wolff, 1916. 500 S., 2 Bl. OWildldr. (gering berieben). (6) 150,Nr. 68 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe auf Bütten, im Druckvermerk vom Autor signiert. – Makellos.

1501 MUCHA – FLERS, R. DE, Ilsée, Prinzessin von Tripolis. Deutsch von Regine Adler. Prag, B. Koci, 1901. 4°. Mit weißem Relieftitel von Alexander Charpentier, 132 Farblithogr. und Buchschmuck von Alfons Mucha. 6 Bl. (davon 2 weiß), 128 S., 4 Bl. (4 Bl. zwischengeb.) Orig.-Brosch. (Rücken defekt) in läd. OPp.-Mappe. (6) 1.500,Nr. 1509


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Nr. 799 von 800 Ex. der ersten deutschen Ausgabe. – Jiri Mucha 132. Read, Art Nouveau and A. Mucha, 17. Hofstätter 255. ZfB 1902, Bd. II, 446: „Noch prächtiger präsentiert sich Robert de Flers Ilsée. Das Buch ist Seite für Seite mit köstlichen Lithographien A. Muchas auf Vélin geschmückt. Man kann sich kaum einen Begriff von der ungeheuren Vielseitigkeit der Phantasie machen, die Mucha in diesen 132 Lithographien entfaltet hat. Wie fein und zart harmonieren die Farben, wie diskret ist das schmückende Gold verwandt, wie reizvoll sind Flora und Fauna arabescierend verwendet worden! Ein wundervolles Werk.“ – Buchblock gebrochen, Titelei mit hs. Besitzvermerk, vereinzelt gering fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 20.

1502 MÜNCHNER BLÄTTER für Dichtung und Graphik. Eine Monatsschrift. Hrsg. von R. Kuno. Jg. I mit 12 Nummern in 11 Heften (alles Erschienene). München 1919. 4°. Mit 53 Graphiken in verschied. Techniken. 191 S. Orig.-Brosch. (Heft I mit Knickspuren, leicht angeschmutzt). (6) 800,Raabe 56. Schlawe II, 47. Diesch 2948. Jentsch 67. – Komplette Folge der gesuchten Zeitschrift. – Enthält u. a. 5 Lithographien von Paul Klee (Kornfeld 70-73 und 76 IIb), 5 Lithographien von R. Seewald (Jentsch 94-98), 1 Federlithographie von Alfred Kubin (Raabe 120) sowie weitere Graphiken von H. Campendonck (nicht bei Engels), R. Grossmann, A. Schinnerer, E. Scharff, M. Unold u. a. – Unter den literarischen Beiträgen Arbeiten (meist Erstdrucke) von P. Claudel, Iwan Goll, G. Kaiser und F. Wedekind. – Tls. etw. gebräunt.

1503 MUSIL, R., Grigia. Potsdam, Müller, 1923. Mit 6 Radierungen von Alfred Zangerl. 1 Bl., 47 S., 1 Bl. OHlwd. (leicht beschabt, Rücken minimal gebräunt). (100) 150,Erste Ausgabe. – Sanssouci-Bücher, Bd. VIII. – Bolliger VI, 250. – Vorsätze etw. leimschattig, sonst frisch.

1504 – Der Mann ohne Eigenschaften. Bde. I und II (von 3) in 2 Bdn. Berlin, Rowohlt, 1931-33. 1074 S., 1 Bl.; 605 S., 1 Bl. OLwd. (Bd. I minimal fleckig). (100) 150,Erste Ausgabe (Bd. I in 2. Aufl.). – Kat. Marbach 230. – Der zweite Band wurde unmittelbar nach seiner Veröffentlichung von den Nationalsozialisten verboten; den hier fehlenden dritten Band hat erst 1943 Musils Witwe in der Schweiz in kleiner Auflage herausgegeben. – Vorsatz von Bd. II mit Besitzvermerk.

1505 – Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Wien und Leipzig, Wiener Vlg., 1906. 2 Bl., 316 S. OHlwd. (leicht fleckig). (100) 1.500,-

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Eines von 48 Ex. (Gesamtaufl.: 99), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Vorsatz mit hs. Eintrag. – Beiliegen „Die Perser“ von Aischylos (Tiessen 1978), „Die Troerinnen“ von Euripides (Tiessen 1985), Johann Caspar Goethes „Zwei Briefe“ (CTL-Presse 1988), Ovids „Cephalus und Procris“ (Otto-Rohse-Presse 1990), Ingeborg Bachmanns „Briefe an Felician“ (Piper 1991) und Friedrich Hebbels „Aphoristische Unterhaltung“ (Tiessen 1992).

1507 NIBELUNGEN-DRUCKE – LESSING, G. E., Die Parabel von den drei Ringen. (Klinkhardt in Leipzig für Brandus in Berlin, 1918). Mit reichem Bildschmuck von J. Sattler. 13 Bl. OLdr. mit goldgepr. Deckelvignette (leicht beschabt). (143) 400,Nr. 130 von 265 Exemplaren. – Rodenberg 444, 2. – 2. Nibelungen-Druck. – Einband aus der Werkstatt von O. Dorfner.

1508 NONESUCH PRESS – WILDE, O., Recollections by Jean Paul Raymond & Charles Ricketts. Bloomsbury 1932. 59 S., 1 Bl. OLwd. (an den Kanten etw. fleckig). (100) 150,Nr. 657 von 800 Ex. – Erste Ausgabe. – Ransom 172, 81. – Tls. unbeschnitten, Vorsätze stärker gebräunt. – Exlibris.

1509 NÜCKEL – FREY, A. M., Solneman, der Unsichtbare. München, Delphin-Vlg., (1914). 4°. Mit Titelholzschnitt und 13 ganzseit. Holzschnitten von Otto Nückel (in Pag.). 193 S., 1 Bl. (Anzeigen). OHldr. (etw. beschabt und wenig bestoßen). (100) 200,Erste Ausgabe. – Lang 251. Jentsch 20: „In der Literatur finden sich über den Schriftsteller Alexander Moritz Frey und über den Zeichner und Graphiker Otto Nückel kaum ausführlichere Angaben oder Würdigungen. Otto Nückel wandte sich nach einem anfänglichen Medizinstudium der Malerei zu und besuchte 1910-1912 die Knirrschule in München. Er beschickte die Zeitschrift 'Simplizissimus' mit Zeichnungen und stellte als Mitglied der Münchner Sezession und Neuen Sezession auf ihren Ausstellungen aus. Seine Vorliebe zur Karikatur und zu romantisch-phantastischen Szenerien machte ihn zum idealen Illustrator der grotesk-bizarren Erzählung 'Solneman' von Alexander Moritz Frey. Frey, der in Heidelberg, Freiburg und München Jura und Philosophie studiert hatte, zeigt ebenfalls in seinen Romanen und Erzählungen eine starke Neigung zum Skurrilen und Phantastischen, zum Märchenhaften und Grotesken, aber auch eine ausgeprägte Neigung zur sozialen und politischen Satire und zur Parodie des selbstgefälligen Spießbürgertums.“ – „Solneman“ ist im übrigen ein Palindrom für „Namenlos“. – Titel gestempelt. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung Musils. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten, nur die Ränder tls. braunfl., Klammerheftung angerostet.

1510 OKAKURA, KAKUZO, Das Buch vom Tee. Leipzig, Insel, 1922. Mit 20 farbigen Textlithogr. von Georg A. Mathéy. 112 S., 2 Bl. OSeide in läd. OPp.-Kassette. (6) 500,-

1506 NEUFELD – GOETHE, J. W. VON, Klassische Walpurgisnacht. (Neu-Isenburg, Tiessen, 1990). Fol. Mit Illustr. von Wilhelm Neufeld. 70 S., 2 Bl. OPp. in OPp.-Schuber (wenig fleckig). (37) 400,-

Erste Ausgabe. – Nr. 88 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Sarkowski 1210 VA. – Sehr hübsch illustrierte, von Marguerite und Ulrich Steindorff aus dem Englischen übersetzte Kulturgeschichte des asiatischen Tees, seiner Bedeutung im „Tao-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

ismus und Zennismus“, über die „Schulen des Tees“, den „Teeraum“, die „Kunstwertung“, „Blumen“ und die „Teemeister“. – Seitenränder vereinzelt leicht fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 19.

1511 OTTO-ROHSE-PRESSE – KLEIST, H. VON, Das Erdbeben in Chili. (Hamburg 1981). 4°. Mit 11 Holzstichen von Otto Rohse. 38 S., 2 Bl. OPp. – Eines von 300 Ex., vom Künstler signiert. – Spindler 44, 18. Tiessen V, 14, 24. (17) 120,1512 RAAMIN-PRESSE – GOETHE, (J. W. VON), 21 Kapitel aus der Historia von D. Johann Fausten. (Hamburg) 1992. Fol. Mit 8 farb. Graphiken von Roswitha Quadflieg. 77 S., 5 Bl. OMaroquin in OPp.-Schuber. (37) 300,Nr. 45 von 155 Ex. (Gesamtaufl.: 195), im Druckvermerk von der e. Künstlerin signiert. – Vorsätze mit hs. Einträgen.

1513 – – Der Zauberflöte zweiter Teil. Fragment. (Hamburg) 1983. 4°. Mit 10 Graphiken von Roswitha Quadflieg. 23 Bl. OLdr. in Blockbuchbindung (Rücken verfärbt, leicht berieben und fleckig) in OPp.-Schuber (lichtrandig). (37) 400,Nr. 66 von 195 Ex., im Druckvermerk von der Künstlerin e. signiert. – Vorsatz mit hs. Vermerk.

Nr. 1515

1514 – JANOUCH, G., „Heckmeck“, ein Prager Nachtstück. (Hamburg) 1974. 4°. Mit 17 Graphiken im Text von Roswitha Quadflieg. 1 Bl., 18 S., 1 Bl. OPp. (100) 200,Nr. 89 von 110 Ex., im Druckvermerk von der Künstlerin e. signiert. – Spindler 71, 5. Tiessen IV, 5.

1515 RIMBAUD, A., Les illuminations. Notice par Paul Verlaine. Paris, Publications de la Vogue, 1886. 103 S. Hpgt. d. Zt. (6) 5.000,Erste Ausgabe. – Nr. 94 von 170 Ex. auf Bütten (Gesamtaufl.: 200). – Petitfils 2. En français dans le texte 198. – Anfangs und gegen Ende etw. fleckig, unbeschnitten. – Siehe Abbildung. First edition. – At the beginning and towards the end somewhat soiled, untrimmed. – Contemporary half vellum. – See illustration.

Signiert 1516 RINGELNATZ, J., Kuttel Daddeldu. München, Wolff, (1923). Mit zahlr. Illustr. von Karl Arnold. 1 Bl., 118 S., 4 Bl. OPp. (Kapitale leicht lädiert, angeschmutzt und etw. bestoßen). (100) 150,Erste Ausgabe der erweiterten Fassung. – Pape A 23. – Buchblock gebrochen, Titel mit e. Signatur des Verfassers. Nr. 1517


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1517 RODA RODA – (SINSHEIMER, H.), Alexandrion oder der windige Ehemann. O. O. und Dr. (1922). 30 S. OHlwd. (Kanten leicht berieben, tls. etw. bestoßen). (6) 400,Nr. 22 von 50 Ex., auf dem Vorsatz mit hs. Auflagenvermerk und vermutlich mit e. Signatur von Hermann Sinsheimer. – Kosch XVIII, 111 (Sinsheimer). – Herrliche Parodie auf Alexander Roda Roda, anläßlich von dessen 50. Geburtstag am 13. April 1922 (so auch der Druckvermerk). – Mit humorgesättigten Beiträgen und zahlreichen Karikaturen von seinen Kollegen und Freunden Gustav Meyrink, Hermann Sinsheimer, Max Halbe, Walter Ziersch und seiner Tochter Dana Roda u. a. – Privatdruck, der niemals im Handel erschien. – Der KVK verzeichnet lediglich 2 Exemplare (die fingierten Verlagsangaben im Druckvermerk nimmt er tatsächlich für bare Münze). – Wenige Blätter lose und an den Rändern mit leichten Quetschfalten. – Siehe Abbildung.

1518 RÖSSING – HOFFMANN, E. T. A., Die Brautwahl. 1.-3. Tsd. Regensburg, Habbel, 1921. Mit zahlr. Textabb. nach Karl Rössing. 100 S. OHpgt. (minimal aufgebogen und fleckig). (100) 200,Nr. 91 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Eichhorn-M. 1.14. – Vorsatz mit Stempel „Archiv Habbel & Naumann Verlag“, minimal fleckig.

1519 – REUTER, F., Hanne Nüte un de lütte Pudel. 'Ne Vagel –un Minschen-Geschicht. Hellerau, Avalun-Verlag, (1923). Mit zahlr. Textabb. nach Karl Rössing. 285 S., 1 Bl. OHldr. (leicht fleckig, berieben und bestoßen). (100) 120,Nr. 177 von 300 Ex. (Gesamtaufl.: 480), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Eichhorn-M. 1.27. – Vereinzelt unsauber aufgeschnitten, gering gebräunt.

1520 ROUSSEAU, J. J., Emil. – Die neue Héloise. 2 Bde. Potsdam, Kiepenheuer, 1919-20. OPgt. – Jeweils eines von 100 Ex. der Vorzugsausgabe. (104) 150,1521 RUPPRECHT-PRESSE – BACHOFEN, J. J., Autobiographische Rückschau. München 1923. 4°. 45 S. OPp. d. Zt. (leicht fleckig, berieben und bestoßen) in leicht läd. OPp.-Schuber. (104) 150,Nr. 60 von 150 Exemplaren. – 24. Buch der RupprechtPresse. – Kat. Tenschert 24a. – Spiegel gestempelt und mit hs. Numerierung, unbeschnitten und tls. unaufgeschnitten, minimal gebräunt.

1522 – HÖLDERLIN, (F.), Hymnen. (Ausgewählt und hrsg. von R. von Delius. München 1919). 4°. Mit kleinem Titelholzschnitt. 1 Bl., 56 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Vg., sign. „K. Ebert München“ (Rücken stark aufgehellt, berieben, etw. angeschmutzt und bestoßen). (42) 400,-

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Nr. 182 von 200 Exemplaren. – Rodenberg 130. – Vorsätze gering leimschattig, gestempelt und mit hs. Besitzvermerk; stellenw. fleckig.

1523 SCHLAF, J., Seele. Weimar, Fink, 1922. 4°. 13 S., 1 Bl. OHldr. (Deckel leicht aufgebogen, etw. lichtrandig und angeschmutzt). (100) 80,Nr. 41 von 50 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser e. signiert. – Wenig fleckig.

1524 SCHMIDT, A., Zettels Traum. Studienausg. 8 Bde. (Frankfurt), Fischer, (1973). Fol. Orig.-Brosch. in OLwd.-Mappe (minimale Gebrauchsspuren). (57) 300,DAZU: DERS., Abend mit Goldrand. Frankfurt 1975. – DERS., Julia, oder die Gemälde. Zürich 1983. Nr. 294 von 300 Ex. (Gesamtaufl.: 330). – DERS., Vorläufiges zu Zettels Traum. Textheft, 3 Faksimiles und 2 Langspielplatten. Frankfurt 1977. – Doppelt vorhanden.

1525 SCHWARZ auf Weiss. Wien, Selbst-Vlg. des Comités für das Fest der Kunstgewerbeschüler, 1902. Reich illustr. 200 S. Läd. OPp. (100) 150,Schöner Jugenstil-Almanach in Schwarz-Weiß. Anläßlich einer Veranstaltung der Wiener Kunstgewerbeschule herausgegeben. Mit Beiträgen von Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal, Felix Salten, Arthur Schnitzler u. a. Reich illustriert von den Absolventen der Schule und mit Porträts der prominenten Beiträger, gezeichnet von der später als Karikaturistin bekannt gewordenen Bertha Czegka (1880-1954). – Buchblock gebrochen.

1526 SINCLAIR, U., Die Maschine. Berlin, MalikVlg., (1921). 47 S. OPp. (etw. fleckig und wenig bestoßen). (100) 80,Sammlung revolutionärer Bühnenwerke, Bd. VI. – Erste Ausgabe. – Hermann 361. Gittig 45. Ars libri 129. – Vortitel mit Besitzvermerk.

1527 SLEVOGT, M., Die Inseln Wak Wak. Eine Erzählung aus 1001 Nacht. Berlin, B. Cassirer, (1921). Gr.-Fol. Mit 57 Lithogr. von Max Slevogt im Text, auf dem Titel und einer Tafel. 1 Bl., 146 S., 1 Bl. OSeide (Bezug an den Ecken minimal eingerissen, leicht angeschmutzt) mit Orig.-Schutzumschlag. (104) 500,Nr. 70 von 360 Ex. der ersten Ausgabe, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Rümann 49 a. Schauer II, 85. Hernad-M. 39. The Artist and the Book 289: „In these tales from the Arabian Nights, Slevogt combined a highly Romantic content with an Impressionist rendering of tones. The relation of plates and text is particularly well handled here – a characteristic of the books published by both Bruno and Paul Cassirer.“ – Leicht gebräunt.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1528

1528 SLEVOGT, M., Eine Passion. Berlin, B. Cassirer, 1924. Gr.-Fol. Mit 13 e. sign. Radierungen von Max Slevogt. 2 Bl. Lose in OPgt.-Mappe (Schwanz gering schadhaft, eine Schließe defekt, eine fehlend, wenig bestoßen). (104) 1.200,Eines von 100 Exemplaren. – Rümann 70 a. – Die beiden Textblätter leicht fleckig; die Tafeln tadellos. – Siehe Abbildung.

1529 – Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte. Berlin, P. Cassirer, 1920. Gr.-Fol. Mit 39 sign. Radierungen, alle unter Passepartout, und 8 Lichtdrucktafeln von Max Slevogt. 2 Bl. Lose in OPp.-Kassette (Gebrauchsspuren). (104) 3.000,Eines von 90 Ex. (Gesamtaufl.: 100). – Feilchenfeldt-B. 147.0. Rümann 67 a. – Acht der Radierungen mußten in Lichtdruck reproduziert werden, da die Platten verlorengegangen waren. – Tadellos. – Siehe Abbildung. With 39 signed etchings. – Perfect. – Loose in original cardboard case (signs of wear). – See illustration.

1530 SLEVOGT – COOPER, J. F., LederstrumpfErzählungen. Übers. und bearb. von K. Federn. Berlin, P. Cassirer, 1909. Gr.-Fol. Mit zahlr. Lithogr. von M. Slevogt. 3 Bl., 473 S., 2 Bl. OLwd. (Rücken aufgeplatzt, etw. berieben und bestoßen. (37) 600,Nr. 118 von 250 Ex. (Gesamtaufl.: 310). – Rodenberg 452, 1. Rümann 14 a. Schauer I, 214 und II, 84. Feilchenfeldt-

B. 35.0.B. Eyssen 143. The Artist and the Book 288: „Slevogt illustrated tales of action and adventures in a graphic, Impressionistic style, bringing to the lithograph the atmospheric quality of painting. The 'Leatherstocking Tales' is one of his most ambitious books and contains some of his best work.“ – Erste Seiten mit Quetschfalten, leicht gebräunt.

1531 STYL. Blätter für Mode und die angenehmen Dinge des Lebens. Jg. I (von 3), Hefte I-X in 7 Bdn. Berlin, Reiss, 1922. 4°. Mit 89 (statt 90) meist farb. bzw. pochoirkolor. Tafeln, 24 Inseratbeilagen, Beilage mit 8 Modebl. und zahlr. tls. farb. Textillustr. Lose in Orig.-Umsch. (leicht fleckig) in OHlwd.-Kassette. (6) 600,Lipperheide Zb 300. Prause 539. Dietzel-H. 2856. – Schöne Art-Déco-Publikation mit Kostümtafeln von Emil Orlik, Ludwig Kainer, R. L. Leonard, Agnes Offterdinger, Paul Scheurich, Franz Christophe, Joseph Bató etc. sowie literarischen Beiträgen von Franz Blei, Kasimir Edschmid, A. R. Meyer, Max Osborn u. a. – Es fehlt die Tafel 8 im zweiten Heft. – Leicht gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 20.

1532 TUCHOLSKY, K., Deutschland, Deutschland über alles. 1.-20. Tsd. Berlin, Neuer deutscher Vlg., (1929). Mit zahlr. Abb. von John Heartfield. 231 S., 2 Bl. (Anzeigen). OLwd. (leicht angeschmutzt, gering berieben und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Bonitz-M. C 10. – Siehe Abbildung. (100) 300,-


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 1529

1533 UNOLD – GOTTHELF, J., Elsi die seltsame Magd. München, Drei Masken, 1921. Mit 8 rad. Tafeln (incl. Titel) und 6 Textradierungen von Max Unold. 43 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken aufgehellt, berieben und etw. bestoßen). (100) 150,Nr. 226 von 250 Ex. (Gesamtaufl.: 320), im Druckvermerk vom Künstler e. signiert. – Jentsch 111. – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris.

1534 VENUSWAGEN, DER. Eine Sammlung erotischer Privatdrucke mit Original-Graphik. Hrsg. von A. R. Meyer. Erste Folge, Bde. I-IX (alles Erschienene). Berlin, Gurlitt, (1919-20). 4°. Mit 76 (24 farb., 8 kolor.) Graphiken. OHpgt. (Seidenbezug tls. leicht ausgefranst) in OPp.-Schuber (etw. lichtrandig, Gebrauchsspuren). (100) 1.500,Nr. 160 von 700 Ex. (Gesamtaufl.: 740), im Druckvermerk vom Herausgeber (Bd. IV) bzw. von den Künstlern (Bde. I-III und V-IX) signiert. – Bolliger IV, 304. Hayn-G. IX, 600. – Bd. I: Schiller, Der Venuswagen. Mit 8 farb. Lithogr. von Lovis Corinth. – Bd. II: Jouy, Sappho. Mit rad. Titel und 6 Radierungen von Otto Schoff. – Bd. III: Pantschatantra. Mit 10 farb. Lithogr. von R. Janthur. – Bd. IV: Meyer, Das Aldegrever Mädchen. Mit 8 kolor. Lithogr. von Georg Walter Rössner. – Bd. V: Kock, Der Mord im Kastanienwäldchen. Mit lithogr. Titel und 6 farb. Lithogr. von Franz Christophe. – Bd. VI: Lautensack, Erotische Votivtafeln. Mit 7 Lithogr. von Willy Jaeckel. – Bd. VII: Die königliche Orgie. Mit 6 Lithogr. von Paul Scheurich. – Bd. VIII: Heinse, Die Kirschen. Mit 7 Lithogr. von Wilhelm Wagner. – Bd. IX: Huysmans, Gilles de Rais. Mit 16 (davon eine im Text) Lithogr. von Willi Geiger. – Unbeschnitten, stellenw. leicht gebräunt.

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Nr. 1532

1535 VOGELER – HAUPTMANN, G., Der arme Heinrich. Eine deutsche Sage. Berlin, S. Fischer, 1902. Mit Frontisp. (in Pag.), Titelbordüre und Buchschmuck von Heinrich Vogeler. 4 Bl., 172 S., 1 Bl. (Anzeigen). OLwd. (wenig bestoßen). (100) 80,Erste Ausgabe. – Elze 1902, 18.1. Neteler 62. – Papierbedingt gebräunt. – Vorsatz mit e. Widmung des Verfassers an den Violinisten und Musikpädagogen Florián Zajíc (1853-1926).

1536 – MARIE ADELHEID REUSS ZUR LIPPE, Gott in mir. Bremen, Angelsachsen-Vlg., 1921. Mit sign. Tafel von Heinrich Vogeler. 48 S., 1 Bl. OPp. (etw. lichtrandig und wenig bestoßen). (100) 100,Erste Ausgabe. – Neteler 314. Elze 1921, 5-1. – Frühe völkische Lyrik der Mitbegründerin des „Nordischen Rings“ um Walther Darré und Hans F. K. Günther, stramme Nationalsozialistin bis zu ihrem späten Tod 1993.

1537 WALSER, R., Aufsätze. Leipzig, Wolff, 1913. 237 S. OPp. (etw. nachgedunkelt, leicht fleckig). (100) 100,Erste Ausgabe. – Badorrek-Hoguth A 26. – Einband und Vignetten von Karl Walser. – Vereinzelt braunfleckig.

1538 – Gedichte. Berlin, B. Cassirer, (1918). 38 S., 1 Bl. OPp. (lichtrandig, leicht bestoßen). – Zweite Ausgabe (EA 1909). – Badorrek-Hoguth A 29.2. – Leicht gebräunt, Respektblatt mit Besitzvermerk. (100) 100,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1539 WALSER, R., Poetenleben. Frauenfeld und Leipzig, Huber, 1918. 1 Bl., 183 S., 2 Bl. (Anzeigen). Orig.-Brosch. (etw. nachgedunkelt, gering fleckig, kleine Einrisse hinterlegt). (100) 100,Erste Ausgabe. – Badorrek-Hoguth B 87. – Unbeschnitten. – DAZU: DERS., Kleine Dichtungen. (2. Aufl.). Leipzig, Wolff, 1915. – Badorrek-Hoguth B 86.2.

1540 WEDDERKOP, H. VON, Deutsche Graphik des Westens. Dresden, Sibyllen-Vlg., 1923. Mit 7 sign. Graphiken. 200 S., 1 Bl. OHpgt. (Stehkanten wenig berieben). (100) 1.000,Eines von 65 Ex. (Gesamtaufl.: 100). – Söhn 221. – Mit Graphiken von August Babberger, Max Buchartz, Josef Eberz, Rudolf Grossmann, Heinrich Nauen und Eberhard Viegener. – Einbandgestaltung von Otto Dorfner. – Verlagsfrisch. – Siehe Abbildung.

1541 WEISS – LEONARDO DA VINCI. Der Denker, Forscher und Poet. Hrsg. von Marie Herzfeld. Leipzig 1904. Mit Portr., Titelbordüre und Initialen von E. R. Weiß. 2 Bl., CXXXI, 278 S., 2 Bl. OPgt. (leicht fleckig). – Nr. 7 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe. (104) 100,-

Nr. 1540

1542 WIENER WERKSTÄTTE – CABARET FLEDERMAUS. Heft II (von 2) in 1 Bd. Wien, Chwala für die Wiener Werkstätte, 1907. Mit reichem Buchschmuck von C. O. Czeschka und 9 (inkl. Umschlag) Illustr. von M. Jung. 12 Bl. (inkl. Umschlag), 2 Bl. (Anzeigen). Orig.-Broschur. (6) 2.000,Wien um 1900, 562. Pabst, Wiener Graphik um 1900, 323. Thieme-B. XIX, 323. Schweiger, Wiener Werkstätte, 140: „Im Cabaret Fledermaus wurde das Streben nach dem Gesamtkunstwerk am frühesten und am reinsten verwirklicht. Von B. Löffler entworfene Ansteckknöpfe für die Platzanweiserinnen, das von Hoffmann entworfene Geschirr und das vielgelästerte Besteck waren ebenso in die Gesamtgestaltung integriert wie die zwei Programmhefte, die, eine Mischung aus spätsecessionistischer und frühexpressionistischer buchkünstlerischer Gestaltung, zu den hervorragendsten Druckererzeugnissen der Zeit zu rechnen sind.“ – Die beiden Programmhefte des Cabarets sind von äußerster Seltenheit; die Gestaltung des ersten Heftes stammte von Oskar Kokoschka. – Mit literarischen Beiträgen von Frank Wedekind, Carl Hollitzer, Roda Roda etc. – Mit 2 nachgebundenen Anzeigenblättern der Wiener Werkstätte (das letzte Blatt mit Ausrissen). – Wohlerhalten. – Siehe Abbildung.

Nr. 1542


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

1543 – MOSER, K., Flächenschmuck. (Wien und Leipzig, Gerlach, 1902). Qu.-4°. 30 farb. lithogr. Tafeln von Koloman Moser. Lose in läd. OLwd.-Mappe. (6) 800,Die Quelle, Bd. III. – Schweiger, Aufbruch, 198. – Äußerst seltene und aufwendig gestaltete Publikation mit Vorlagenblättern für Möbel- und Dekorationsstoffe, Teppiche und Tapeten, Bunt- und Vorsatzpapiere aus der Anfangszeit der Wiener Werkstätte. Jede Tafel ist doppelseitig bedruckt, die Vorderseite in farbigem, die Rückseite in monochromem Dekor. – Die Reihe erschien zwischen 1902 und 1930 in 14 Bänden (Bd. XIV in 2 Tln.) in unregelmäßigen Abständen. – Seitenränder minimal gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 20. Extremely rare and lavishly designed publication with pattern leaves for furniture and decoration material, carpets and wallpapers, coloured paper and endpapers from the beginning of the Vienna workshop. Each plate with impressions on both sides, recto in colour decoration, verso in monochrome. – This series was published between 1902 and 1930 in 14 volumes (vol. XIV in 2 parts) at irregular intervals. – Margins minimally browned. – Loose in damaged original cloth portfolio. – See illustration on plate 20.

Widmung an Gerda Müller 1544 ZUCKMAYER, C., Der fröhliche Weinberg. Berlin, Propyläen, (1925). 111 S., 2 Bl. (Anzeigen). OHlwd. (leicht fleckig, beschabt und bestoßen). (144) 200,Erste Ausgabe. – Raabe 2. – Vorsatz gestempelt und mit Einriß. – Mit eigenhändiger Widmung an die Schauspielerin Gerda Müller (1894-1951) auf dem Vortitel: „Für Gerda, die erste und einzige Squaw mit der Häuptlingsfeder von ihrem roten Bruder Zuck Weihnachten 1925“. Müller und Zuckmayer lebten 1925 in Berlin, wo in diesem Jahr die Uraufführung des „Fröhlichen Weinbergs“ stattfand und Zuck-

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mayer die Schauspielerin Alice Frank heiratete. Mit Gerda Müller hatte er eine Affäre. Den „Indianerjargon“ verwendete Zuckmayer häufig im Freundeskreis.

Signiert 1545 ZWEIG, S., Maria Stuart. Wien, Leipzig und Zürich, Reichner, 1935. Mit zahlr. Abb. 524 S., 2 Bl. OHldr. (leicht angeschmutzt). (117) 200,Nr. 89 der Vorzugsausgabe, Titel verso vom Verfasser e. signiert. – Exilarchiv 6835. – Vorsatz mit geringer Schabspur. – Selten.

1546 KONVOLUT – 6 Vorzugsausgaben und frühe Faksimilewerke in 6 Bdn. 1880-1948. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (104) 150,Seuse, Die deutschen Schriften, Bd. I, 1880 – Franz von Assisi, Blütenkranz, 1904 – Slevogt und Zimmermann, Alte Märchen, 1920 – Franckenberg, Raphael, 1924 – Goethe, Die Metamorphose der Pflanzen, 1924 – Romains, Maillol, 1948.

1547 – 11 Pressendrucke und Vorzugsausgaben in 16 Bdn. 1909-48. Meist Orig.-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). – Vereinzelt mit hs. Einträgen. – Beilage. (37) 250,1548 SAMMLUNG – Cirka 200 Werke in dekorativen Einbänden (leichte Gebrauchsspuren). (100) 1.000,Erstausgaben, Neudrucke älterer Literatur und Pressendrucke. Ein guter Querschnitt durch die Luxus-Buchproduktion vom Beginn des 20. Jahrhunderts. – Meist sehr gut erhalten.

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Nr. 1016


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Japonika

Nr. 1558

Japanische Farbholzschnitte 1549 ANONYMUS (nach Katsushika Hokusai, 17601849), Knabe auf einer Weide vor dem Fuji. – Mitte 20. Jahrhundert. – Shikishi-ban, 27,3 x 28,7 cm. (22) 150,1550 BAIREI, KONO (1844-1894), 2 Doppelblätter aus dem „Hyakuchô Gwafu“ (100 Vogelbilder) von 1881. [1] Tobi (Milan). [2] Komadori (Rotkehlchen). – 2 Doppel-Hanshibon, je 24,5 x 30,2 cm. (133) 180,1551 HIROSHIGE, UTAGAWA (1797-1858), Masaki – Yuki-no-hare (Masaki im Schnee bei aufklarendem Wetter). Zensursiegel: Kiwame; Signatur: Hiroshige ga. – Ôban, 24,2 x 35,2 cm. (57) 500,-

Etwas späterer Abzug aus der 1832-34 erschienenen Serie „Tôto Meisho“ (Berühmte Orte der Osthauptstadt). – Leichte Mittelfalte.

1552 – Rokujû yoshû meisho zu-e (Ansichten berühmter Orte in über 60 Provinzen), Buzen Rakanji Shitamichi (Der Höhlengang zum Tempel Rakanji in der Provinz Buzen). – Verleger: Koshimuraya Eisuke; Zensursiegel: Aratame; Datumssiegel: Tiger 11 (1854); Signatur: Hiroshige hitsu. – Ôban, 35,7 x 24,7 cm. (57) 500,Abb.: Suzuki, Hiroshige-Rokujuyoshu Meisho Zue (1996), Nr. 61. – Ränder ergänzt. – Schöner Druck, dubliert.

1553 – Soga monogatari zu-e (Geschichte der SogaBrüder, die den Mord an ihrem Vater rächen). – Verlegermarke: Ibaya Sensaburô; Zensorensiegel: Murata (1846); Signatur: Hiroshige ga. – Ôban, 32,6 x 23,7 cm. (57) 280,-


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Japonika · Japanische Farbholzschnitte

Nr. 1559

Die sog. Soga-Brüder („Ichiman-maru“, links, und „Hakoô-maru“, Mitte) waren noch Kinder, als ihr Vater um 1190 getötet wurde. Hier zieht „Bamba Chûta“ sein Schwert, um nun auch die Söhne zu töten, als ein Bote des Shôgun Yoritomo Einhalt gebietet und so ungewollt die spätere Rache der Brüder ermöglicht. – Abb.: Mayr/Sasaki, Bestandskatalog I, Völkerkundemuseum Heidelberg (2003), Nr. 151.3. – Hinterlegte Wurmgänge.

1554 – Tôkaidô Gojûnsan-tsugi meisho zu-e, 38 (Ansichten berühmter Orte der 53 Stationen der Ostmeerstraße, Fujikawa, Blatt 38), Fujikawa – Yamanaka no sato, kyûmei Miyajiyama (Fujikawa – Das Dorf Yamanaka und die mit altem Namen Miyajiyama genannten Berge). – Verlegermarke: Tsutaya Kichizô; Zensursiegel: Aratame; Datumssiegel: Hase 7 (1855); Signatur: Hiroshige hitsu. – Ôban, ca. 23,5 x 35,5 cm. Unter Glas. (158) 800,Hiroshige hat das Thema der (mit Anfangs- und Endpunkt) 55 Stationen der Hauptverkehrsader zwischen dem Sitz des Shôgun in Edo (heute Tokyo) und der Kaiserstadt Kyoto in über 20 Folgen variiert, zum letzten Mal 1855 im Hochformat. Die Station Fujikawa wies keine besonderen Sehenswürdigkeiten auf, doch bot sie dem Künstler mit der Darstellung des 4 km entfernt gelegenen Dorfes Yamanaka (wörtlich: „Inmitten-der-Berge“) Anlaß zu einer seiner stimmungsvollsten nächtlichen Schneelandschaften. – Abb: Seckel, Tokaido Landschaften (1958), Nr. 37. – Etwas späterer Abzug in leuchtenden Farben. – Siehe Abbildung Tafel 23.

1555 HIROSHIGE II (d. i. UTAGAWA SHIGENOBU, 1829-1869), UND TOYOKUNI III (d. i. UTAGAWA KUNISADA, 1786-1865), Edo Jiman Sanjûrokkyô (36 stolze Dinge in Edo), Shinagawa Nori (getrockneter Seetang aus Shinagawa). – Verlegermarke: Hiranoya; Zensur- und Datumssiegel: Aratame, Ratte 4 (1864); Signaturen: Kiô Toyokuni hitsu und Hiroshige ga. – Ôban, 35,3 x 23,4 cm. (133) 300,Die geöffneten „shôji“ (Papierschiebetüren) geben den Blick auf die Bucht von Shinagawa frei. Eine junge Frau röstet „nori“ (getrockneten Seetang) über einem „hibachi“ (Holzkohlebecken). Auf dem Lacktischchen stehen weitere Delikatessen. Eine kleine Dienerin bringt Sake und das Trinkschälchen. – Mit hinterlegten Wurmspuren im linken Rand.

1556 HOKUSAI, KATSUSHIKA (1760-1849), 3 Blätter aus „Hokusai Gafu“ (Hokusais Bilderbuch, erschienen erstmals 1820), Bd. I. [1] Der Teufelsaustreiber Shôki vor einem Felsen in einem Sessel sitzend. [2] Eine Dame wendet sich unter ihrem Schirm im Regen ihrem Diener zu. [3] Ein Bauer stakt sein Boot, im Bug ein Knabe, der zu Feldarbeitern am Ufer blickt. – Hanshibon, je 22,5 x 15,8 cm. (4) 300,-


Japonika · Japanische Farbholzschnitte

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Nr. 1560

1557 ITO, NISABURO (1905-2001), Kasuga Taisha (Der Kasuga-Schrein in Nara). 2. Hälfte des 20. Jhdts. – Verlegermarke: Uchida; Signatur: Nisaburô – Dai-Ôban, 44,7 x 29,7 cm. (133) 300,Itô Nisaburô war einer der Protagonisten der Shin-HangaBewegung, die Mitte des 20. Jahrhunderts für den Kunstverlag Uchida in Kyoto arbeiteten.

1558 KIYOCHIKA, KOBAYASHI (1847-1915), Umewaka Jinja (Der Umewaka-Schrein in Tokyo). – Verleger: Matsuki Heikichi; Signatur: Kobayashi Kiyochika. – Ôban, 23,6 x 34 cm. (4) 800,Vor dem Schreintor wartet ein Rikshafahrer in seinem Unterstand auf Kundschaft. Unter ihrem Ölpapierschirm nähert sich ihm eine Frau in strömendem Regen. – Kiyochika gilt in Japan als „Hiroshige der Meiji-Zeit“, der in seinen Landschaften die damals noch exotisch wirkenden westlichen Attribute integrierte, hier die von einem amerikanischen Missionar eingeführte Riksha. – Abb. Lane, Japanische Farbholzschnitte (1962), Nr. 142. Itabashi Museum, Kobayashi Kiyochika-ten (1982), Nr. 18. – Siehe Abbildung Seite 295.

1559 KIYONAGA, TORII (1752-1812, zugeschrieben), Imayô jûni kagami – konrei (12 Spiegelbilder der Gegenwart – Hochzeit), unsigniert, um 1784. – Chûban, 18,7 x 26,4 cm. (100) 400,-

Wie üblich unsigniertes „shunga“ (Frühlingsbild). Begleitender Text oben: „Die erste Nacht mit zwei neuen Kopfkissen ist leider zu kurz und flüchtig.“ Dialogtext in der Darstellung: Die Braut bittet, daß der Bräutigam sie gern haben möge, er antwortet „was denn sonst!“ – Drei senkrechte Falten. – Feiner Druck mit „karazuri“ (Blindprägung). – Siehe Abbildung.

1560 KOGYO, TSUKIOKA (1869-1927), 2 Blätter der Serie „Nôgaku Zu-e“ (Szenen aus Nô-Dramen). Verleger: Matsuki; datiert: Meiji 31 (1898); Signatur: Kôgyo. [1] „Nomori“. [2] „Izutsu“. – 2 Ôban, je 24,5 x 36,5 cm. (23) 300,[1] Der Yamabushi (Berg-Asket) vom Haguro-yama begegnet einem alten Waldwächter. Der erzählt ihm vom geschichtsträchtigen Teich „Nomori no Kagami“ (Spiegel von Nomori). Nachts erscheint der Alte wieder als „oni“ (Teufel). Er gibt dem Yamabushi einen Wunderspiegel, der ihm die ganze Welt widerspiegeln soll, und kehrt dann wieder zurück in die Unterwelt. [2] Eine Frau erzählt einem Wandermönch beim vom legendären Prinzen Ariwara-noNarihira errichteten Ariwara-Tempel von dessen Liebe zu seiner Frau. Nachts erscheint sie wieder im Gewand des Narihira und tanzt am herbstlichen „izutsu“ (Brunnenrand, mit Suzuki-Gras) in Erinnerung an den geliebten Gatten. – Siehe Abbildung.


298

Japonika · Japanische Farbholzschnitte

Nr. 1561

1561 KUNICHIKA, TOYOHARA (1835-1900), Haiyû shiranami atari no tsuwamono (Schauspieler als Räuberhelden in beliebten Theaterstücken), der Schauspieler Bandô Hikosaburô in der Rolle des Ummo Nizaëmon. – Verlegermarke: Izutsuya; Zensur- und Datumssiegel: Aratame, Ochse 5 (1866); Signatur: Kunichika ga. – Ôban, 37 x 25 cm. – Abb.: Newland, Toyahara Kunichika, 39. – Leichte Knitterfalte. – Siehe Abbildung. (4) 240,1562 KUNINAO, UTAGAWA (1739-1854), Shimpan uki-e Chûshingura, nidan-me no zu (Neue Ausgabe von Perspektivbildern des ChûshinguraDramas, 2. Akt). – Verlegermarke: Marufumi; Zensursiegel: Kiwame (um 1840); Signatur: Utagawa Kuninao hitsu. – Ôban, 25,5 x 38,2 cm. (23) 240,Das „Kanadehon Chûshingura“ dramatisiert einen Vorfall aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts, die Rache der 47 Rônin (herrenlose Samurai) für die ihrem Herren angetane Schmach nach dessen Hinrichtung durch „seppuku“. In der 1. Szene des 2. Aktes, noch vor diesen Ereignissen, empfängt die junge Konami verschüchtert ihren Verlobten Rikiya, der eine Nachricht für ihren Vater überbringt (hinten rechts). In der 2. Szene (vorne links und Mitte) versichert Honzô seinem Herrn Wakanosuke, indem er von einer Kiefer einen Zweig abschlägt, seine Zustimmung zu dessen Absicht, sich die Unverschämtheit des Herausfor-

Nr. 1564 derers Moronao nicht bieten zu lassen und diesen gegebenenfalls tätlich anzugreifen, selbst im Palast des Shôgun (was dann zu seiner Verurteilung führt). – Die aus der westlichen Kunst übernommene Zentralperspektive der Darstellung übte auf den zeitgenössischen japanischen Betrachter besonderen exotischen Reiz aus.

1563 KUNISADA, UTAGAWA (1786-1865), Eine junge Frau hält eine Puppe im Arm und blickt auf die Katze zu ihren Füßen. – Signatur: Kôchôrô Kunisada ga. – 2 Ôban, als „kakemono“ aufgezogen, zus. 69,5 x 24,5 cm. – Guter Druck mit „karazuri“ (Blindprägung) im Fell der Katze. (22) 800,Abb.: Schirn Kunsthalle Frankfurt (1990), Japanische Holzschnitte aus dem Nationalmuseum Krakau, Nr. 80. – Siehe Abbildung Tafel 23.

1564 – Der Schauspieler Iwai Tojaku in der Rolle der Nyôbô Otsuna unter Kirschblüten mit einer Schöpfkelle an einem Wasserbecken zur rituellen Reinigung vor dem Glockenpavillon des Tempels Nakayamadera. – Signatur: Gototei Kunisada ga. – Ôban, 37,5 x 25,5 cm. (22) 180,Das Drama „Koinonada Nebiki no Tomozuna“ wurde 1838 am Ichimura-za Theater in Edo (Toyko) aufgeführt. Iwai Tojaku (alias Iwai Hanshirô V, 1746-1848) trat von 1832 bis 1846 unter diesem Namen auf. Er gilt als einer der begabtesten „onnagata“ (Frauendarsteller) in der Geschichte des Kabuki. – Siehe Abbildung.


Japonika · Japanische Farbholzschnitte

Nr. 1568

1565 KUNIYOSHI, UTAGAWA (1798-1861), Rechts der legendäre Bogenschütze Minamoto no Tametomo (1139-1177), links seine Zukünftige, Prinzessin Shiranui, in der Mitte ihr Vater, Fürst Taira no Tadakuni. – Verlegermarke: Isekane; Zensorensiegel: Hama und Magome (1849/53); Signatur: Ichiyûsai Kuniyoshi ga. – Schöne Drucke mit „mokume“ (Holzmaserung). – Ôban-Triptychon, zus. 37,5 x 75,5 cm. – Siehe Abbildung Tafel 22. (133) 600,1566 – Sankai medetai zu-e (Bilder von Schätzen aus Berg und Meer), Bl. 65, Kawachi sekkai (Kalkstein aus Kawachi) „Hayaku nekashitai“ (möchte es shnell einschlafen lassen). – Verlegermarke: Tsutaya Kichizô; Zensorensiegel: Murata und Kinugasa (1851/53); Datumssiegel: Ratte 12 (1852/53); Signatur: Ichiyûsai Kuniyoshi ga. – Ôban, 36,4 x 24,7 cm. Abb.: Riccar Museum (1978), Nr. 150. – Mittelfalte restauriert. – Siehe Abbildung Tafel 23. (133) 400,-

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Nr. 1572

1567 – Die Schauspieler Ichikawa Danjurô VIII als Satô Yomoshichi alias Kasugaya Tokijirô und Bandô Shiuka als Yamanaya Urasato mit dem Mädchen Katsumi in dem 1851 aufgeführten Stück „Akegarasu Hana ni Nureginu“. – Verlegermarke: Yamaguchi-ya; Zensorensiegel: Fuku und Muramatsu (1849/53); Signatur: Ichiyûsai Kuniyoshi ga. – 2 Ôban, zus. 35,5 x 50,5 cm. – Siehe Abbildung Tafel 22. (133) 400,1568 – Tôkaidô Gojûsan-tsui (53 Stationen der Ostmeerstraße), Shôno, Sasaki Shirô Taketsuna. – Verlegermarke: Ibasen; Zensorensiegel: Mura (184345); Signatur: Ichiyûsai Kuniyoshi ga. – Ôban, 37,2 x 25,4 cm. (133) 400,Die von Kuniyoshi gemeinsam mit Hiroshige und Kunisada gestaltete Serie setzt die Stationen der Tôkaidô-Straße, hier die für gute Pferde bekannte 46. Station Shôno, in Bezug zu historischen und legendären Personen, hier Sasaki Shirô Taketsuna, der bei einer Schlacht in vorderster Front den Uji-Fluß durchritt, auf einem Pferd, das ihm der Shôgun Yoritomo überlassen hatte. – Schöner Druck, die Wellen des Flusses in „karazuri“ (Blindprägung), dubliert. – Siehe Abbildung.


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Japonika · Japanische Farbholzschnitte

Die Shinkyô-Brücke (Götterbrücke) gilt als die älteste ihrer Art in Japan. In ihrer jetzigen Form wurde sie 1636 errichtet. Sie überspannt den Daiya-Fluß am Fuß des Hains riesiger Zedern, der die heiligen Schreine von Nikkô birgt. Seit 1999 gehört sie zum Weltkulturerbe.

1572 TOSHIKATA, MIZUNO (1866-1908), 2 Blätter der Serie „Sanjûrokkasen“ (36 schöne Frauen). Verleger: Akiyama Buëmon, datiert Meiji 24.-26. Jahr (1891-93); Signatur: Toshikata. [1] Yûkun (Kurtisanen), Genna-goro Fujin (Frauen der Genna-Zeit, 1615-24). – [2] Shibai Kembutsu (Theaterbesuch), Jôô-goro Fujin (Frauen der JôôZeit, 1652-55). – 2 Ôban, je 35,3 x 23,7 cm. (22) 400,Abb.: Mayr/Sasaki, Bestandskatalog Völkerkundemuseum Heidelberg I (2003), Nr. 218.10 und 218.17. – Feine Drucke, alte Albumdublierung. – Siehe Abbildung.

1573 TOYOKUNI, UTAGAWA (1769-1825), Musume Shichihenge no uchi – Harukoma (7 Verwandlungen von Mädchen, Frühlingspferd), Sawamura Gennosuke (der Schauspieler Sawamura Gennosuke). – Verlegermarke: Nishimuraya Yohachi; Zensursiegel: Kiwame; Datumssiegel: Schaf 2 (1811); Signatur: Toyokuni ga. – Ôban, 25,5 x 37 cm. (133) 400,Nr. 1573

1569 SEIKO (?-?), Taubenpaar auf Kiefernzweig. – Mitte 20. Jhdt. – Signatur: Seiko. – Shikishi-ban, 27,3 x 28,4 cm. (4) 180,Von Seiko sind mehrere „kacho-e“ (Vogel- und Blumenbilder) im Shikishi-ban-Format bekannt. Anders als häufig angenommen, handelt es sich bei dem Künstler jedoch wohl nicht um die Malerin und Dichterin Okuhara Seiko (1837-1913).

1570 SHODO, KAWARAZAKI (1869-1973), 2 Blätter. „Chrysanthemen“, Verlegermarke: Unsôdô; rotes Siegel: Shôdô. – 2 Ôban, je 27,3 x 40 cm. (22) 300,Kawarazaki Shôdô war einer der Protagonisten der ShinHanga-Bewegung, die Mitte des 20. Jahrhunderts für den Kunstverlag Unsôdô in Kyoto arbeiteten.

1571 TOMIKICHIRO, TOKURIKI (1902-2000), „Nikkô“ (Die Shinkyô-Brücke im Regen). – Verlegermarke: Uchida (Kyoto); Signatur: Tomikichirô. 36 x 52 cm. (57) 200,-

„Harukoma“ ist ein Kinderspielzeug mit Pferdekopf, hier gehalten von einer jungen Mutter, deren Töchterchen sich an ihrem Kimono hochzieht, sowie in dem oben links eingesetzten Bild vom Schauspieler Sawamura Gennosuke (alias Sawamura Sôjûrô, 1784-1811), der unter diesem Namen 1791-1811 auftrat. – Fehlstellen ergänzt. – Schönes Blatt in feinen frühen Farben, dubliert. – Siehe Abbildung.

1574 TOYOKUNI III (d. i. UTAGAWA KUNISADA, 1786-1865), Die Schauspieler Onoë Baikô IV als Isaribi, Sawamura Gempeï II als Koshirô Takashige, Sawamura Chôjûrô V als Sasaki Saburô Moritsuna und Ichikawa Ebizô als Hôjô Tokimasa in dem 1851 aufgeführten Drama „Ômi Genji Senjin Yakata“. – Verlegermarke: Yamaguchi-ya Tôbei; Zensorensiegel: Hama und Magome (1849/53); Signaturen: Ichiyôsai Tyokuni ga (Mitte) und Kôchôrô Toyokuni ga (links und rechts). – Ôban-Triptychon, zus. 36 x 73,6 cm. (57) 400,1575 UTAMARO, KITAGAWA (1750-1806), Die Bergfrau Yamauba mit ihrem Sohn, dem Riesenknaben Kintoki. – Sammlersiegel „kemfuru“ (Heinz Kaempfer); Verlegermarke: Nichimuraya Yohachi; Signatur: Utamaro hitsu. – Ôban, 36,2 x 25 cm. (4) 10.000,-


Japonika · Japanische Farbholzschnitte

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Nr. 1582

Der niederländische Sammler Heinz Kaempfer (1904-1986) gehörte zu den führenden Protagonisten der „Society of Japanese Arts“. – Ein weiterer Abzug dieses Blattes in vergleichbarem Farbzustand ziert das Eßzimmer Claude Monets in Giverny, vgl. FAZ Magazin 1982, Heft 128, S. 18. – Abb.: Aitken/Delafond, La collection d'estampes japonaises de Claude Monet, Nr. 24. Fukuoka Art Museum (1998), Dai Utamaro-ten, Nr. 203. – Siehe Abbildung Tafel 21. The mountain woman Yamauba with her son, the giant boy Kintoki. – The Dutch collector Heinz Kaempfer (1904-1986) belonged to the leading protagonists of the „Society of Japanese Arts“. – Another impression of this leaf in similar colouring can be found in the dining room of Claude Monet at Giverny, compare FAZ Magazin 1982, part 128, p. 18. – Collection seal „kemfuru“ (Heinz Kaempfer). – See illustration on plate 21.

1576 UTAMARO II (tätig ca. 1800-1810), Ohara-me. – Signatur: Utamaro hitsu. – Tanzaku-ban (Gedichtblattformat), 34,6 x 7,5 cm. (6) 200,„Ohara-me“ wurden die für ihre Schönheit gerühmten jungen Bäuerinnen aus dem nordöstlich von Kyoto gelegenen Dorf Ohara genannt. – Wurmgänge hinterlegt.

1577 YOSHIDA, TOSHI (1911-1995), „ShidareZakura to Mon – Cherry Blossoms by the Gate“ (Kirschblüten vor dem Tor). – Datiert: 1951; Bleistiftsignatur: Toshi Yoshida und rotes Siegel „Yoshida Toshi“. – Ôban, 39,5 x 26,5 cm. – Toshi Yoshida war wohl der letzte große Vertreter der ShinHanga-Bewegung. – Siehe Abbildung Tafel 23. (6) 400,1578 YOSHIIKU, IKKEISAI (1833-1903), „ShinShimabara Umegaë-gai, Mikawaro nô zu“ (Szenen aus dem Haus Mikawa in der Pflaumengasse in Shin-Shimabara). – Zensur- und Datumssiegel: Aratame, Meiji 2 (1869); Verlegermarke: Yorozuya; Signatur: Ikkeisai Yoshiiku ga. – Ôban-Triptychon, zus. 36 x 72,5 cm. (6) 400,Nicht weniger als 20 Kurtisanen und Dienerinnen haben sich, prächtig gewandet, in einer gigantischen Halle versammelt, die sich nach zwei Seiten zum Garten des in Kyoto gelegenen Etablissements öffnet. Davon unbeeindruckt, wendet sich der einzige sichtbare Gast der Schönheit des Abendrots zu. – Die aus der westlichen Kunst übernommene Zentralperspektive der Darstellung übte auf den zeitgenössischen japanischen Betrachter besonderen exotischen Reiz aus.


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Japonika · Japanische Malerei

Japanische Malerei

12 interior scenes with couples at loveplay, probably illustrating a twelve months cycle. A fine painting in beautiful colours on silk, not signed as usual.

1579 ANONYMUS (19./20. Jhdt.), Blütenzweig. – Sensu (japanischer Faltfächer) nach chinesischer Vorlage. 51 x 19 cm. (22) 200,-

1582 SPIELKARTEN – 2 Spielkartenpaare. Deckfarben, Tusche und Goldmalerei bzw. Blattgold auf Papier. Japan, wohl 18. Jhdt. Je 7,4 x 5,1 cm. – Nicht signiert. (24) 600,-

1580 DREI TUSCHZEICHNUNGEN verschiedener Künstler in verschiedenen Formaten. [1] Blütenzweig. – Signatur: Toshin (?). – Tanzaku-ban, 36,1 x 6,1 cm. [2] Blütenzweig. 19,3 x 25 cm. [3] Gebirgslandschaft. 38,6 x 27 cm. (100) 200,-

Bei den zusammengehörigen Spielkartenpaaren handelt es sich um sogenannte Neujahrskarten. Das aus insgesamt 200 Karten bestehende Spiel wurde bevorzugt am Neujahrstag gespielt, wobei die jeweiligen Paare gefunden werden mußten, von denen die erste Karte immer einen populären japanischen Dichter zeigt. Die Anfangsstrophe eines bekannten Gedichtes ist auf den beiden Karten eines Paares verteilt, in unserem Fall der Dichter Saki-no-daisôjô Jien (Strophe: „Im Anblick des Tempels überfällt mich die Sorge, ob ich wohl alle erreichen werde, um sie Buddhas Pfade zu lehren“) und die Dichterin Nijô-in Sanuki („Gleich den Felsen, die selbst bei Ebbe unsichtbar bleiben, bleibt meinen tränenfeuchten Ärmeln zum Trocknen keine Zeit“). – Japanische Montierung auf Pappe mit schmalem Rand aus Blattgold, auf Trägerkarton mont., unter Passepartout. – Minimale Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

1581 SHUNGA (Meiji-Zeit, 1868-1912), 12 Interieurszenen mit Paaren beim Liebesspiel, wohl einen Zwölfmonatszyklus darstellend. Feine Malerei in schönen Farben auf Seide, wie üblich unsigniert; je ca. 27 x 38 cm. (133) 3.000,-

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Kulturgeschichte

Nr. 1586

1583 ARIANISMUS – MAIMBOURG, L., Histoire de l'arianisme depuis sa naissance jusqu'a sa fin. 2 Bde. Paris, Mabre-Cramoisy, 1686. 4°. Mit 2 wdh. gestoch. Frontisp., 3 gestoch. Vign. und 2 gestoch. Initialen. 11 Bl., 545 S., 1; 5 Bl., 487 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Deckel stark beschabt). (99) 150,Les Histoires du sieur Maimbourg, Bde. I und II. – De Backer-S. V, 355. Goldsmith M 161. – Leicht, stellenw. auch stärker gebräunt. – Dekorativ gebunden.

1584 BENEDIKTINER – FRANCISCUS (FRANÇOIS), PH., Geistliche Erwegungen oder Betrachtungen. Erstlich in Frantzösischer Sprach beschrieben. Nachgehends aber in die Teutsche übersetzt. Stadtamhof, Hanck, 1730. Mit gestoch. Frontisp. 4 Bl., 432 S. Ldr. d. Zt. (stärker beschabt, etw. bestoßen). (78) 150,-

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Vgl Hoefer XVIII, 541 (französische EA 1613). – Eine der Hauptschriften des französischen Benediktiners und Kontroverstheologen Philippe François (1579-1635). – Etw. gebräunt und fleckig. – VORGEB.: DERS., Regel und Lebens-Ordnungen. Der Heiligen Vätter Augustini, Benedicti und Francisci. Ebda. 1730. Mit gestoch. Frontisp. 20 nn. Bl. – Titel mit hs. Vermerken.

1585 BURCKHARDT, J., Gesammelte Werke. 10 Bde. Darmstadt, WBG, 1955-59. OLwd. (etw. geblichen). – Erste Ausgabe dieser Werkedition. (104) 100,1586 FESTLICHKEITEN – ANTWERPEN – BOCH, J., Descriptio publicae gratulationis, spectaculorum et ludorum, in adventu ... principis Ernesti archiducis Austriae ... Acceßit denique oratio funebris in archiducis Ernesti obitum. Antwerpen,


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Kulturgeschichte

1587 – (GOZZI, G.), Del vetro libri quattro pubblicati in occasione de' gloriosi sponsali Alvise Pisani e Giustiniana Pisani. O. O., Dr. und J. (Venedig, Albrizzi?, 1775). 4°. Mit Frontisp., Titel, 7 Textvign. und 4 Initialen (alles gestoch.). Mod. Pp. mit gold-grünen Augsburger Brokatpapierbezügen (minimal fleckig, wenig berieben und bestoßen). (19) 3.000,Soranzo 2255. Corning Library 41. Morazzoni 305. – Mit prachtvollen, meist allegorischen Rokoko-Allegorien illustriertes Hochzeitsgedicht anläßlich der Vermählung von Almorò I Alvise und Giustiniana Pisani am 8. Juni 1775. Die Musik zur Hochzeit komponierte Galuppi (vgl. SIM 2006/2, 26), den Text des Gedichtes schrieb der venezianische Dichter Gasparo Gozzi. – Entzückendes, sehr seltenes Festbuch, die Illustrationen teils zum Thema Glasmacherei, Glasbläserkunst, Fernrohr und Spiegel. – Das Frontispiz etw. angestaubt und wie der Titel leicht fingerfleckig, sonst nur vereinzelt etw. fleckig. – Wohlerhaltenes, prachtvoll gebundenes, breitrandiges Exemplar. – Siehe Abbildung.

Nr. 1587

Plantin, 1595. Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Zwischentitel (beide in Pag.), Druckermarke am Ende und 33 (29 ganzseit., 4 doppelblattgr.) Textkupfern von Pierre van der Borcht. 174 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Vg. (Kapitale leicht verletzt, beschabt, bestoßen). (19) 5.000,Erste Ausgabe. – STC 36. Adams B 2208. Bibl. Belgica I, 306-308. IA 120.566. Funck 280. Vinet 620. Ornamentstichslg. Berlin 2944. Hollstein III, 102, 397-431. Lotz, Feuerwerk, 104. Landwehr, Splendid ceremonies, 50. – Prachtvoll ausgestattetes Festlichkeitenbuch, erschienen anläßlich des Einzugs von Erzherzog Ernst in Antwerpen. – Die schönen Kupfer zeigen unter anderem Darstellungen von Ehrenpforten und Festbühnen, fulminante Feuerwerke und den Festzug auf dem Antwerpener Marktplatz. – Vorderer Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris; vorderes Gelenk gebrochen; zwei Tafeln tls. alt ankolor., stellenw. etw. gebräunt, mit blassen Spuren eines Wasserschadens, alten hs. Anmerkungen in Tinte und vereinzelten Tintenflecken. – Gestoch. Exlibris. – Wohlerhaltenes Exemplar mit kräftigen Abzügen. – Siehe Abbildung. First edition. – Magnificently designed festivities book published on the occasion of the arrival of Archduke Ernst at Antwerp. – Upper paste-down with traces of removed exlibris; front joint broken; two plates in places partly coloured in former times, here and there a little browned, with faint traces of water damage, contemporary ms. annotations in ink and isolated ink stains. – Engraved exlibris. – Well preserved copy with strong printings. – Contemporary calf with spine label and gilt stamped (turn-ins slightly damaged, scratched, scuffed). – See illustration.

Wedding poem illustrated with magnificent rococo allegories. – Frontispiece a little dust soiled and like title with light fingermarks, otherwise only occasionally somewhat soiled. – A well preserved copy, wide-margined, in a magnificent binding. – Modern cardboard with gold green Augsburg cover material of brocade paper (minimally soiled, hardly rubbed and scuffed). – See illustration.

1588 FLÖGEL, K. F., Geschichte des Groteskekomischen, ein Beitrag zur Geschichte der Menschheit. Liegnitz und Leipzig, Siegert, 1788. Mit 2 Kupfertafeln. 3 Bl., 322 S. Hldr. des 19. Jhdts. (starke Gebrauchsspuren). (59) 200,Erste Ausgabe. – Hayn-G. II, 321. Lipperheide Xb 2. – Vorsatz gestempelt, gebräunt und fleckig. – Exlibris. – DAZU: EBELING, F., Floegels Geschichte des Grotesk-Komischen bearbeitet, erweitert und fortgeführt. 4. Aufl. Leipzig 1887. Mit Portr. und 41 meist farb. Tafeln.

1589 HERALDIK – BÜSSING, K., Einleitung zu der Herolds-Kunst. 2 Tle. in 1 Bd. Hamburg, Schultz, 1694. Qu.-8°. Mit 2 gestoch. Frontisp., 5 Kupfertafeln und 78 Textkupfern. 104, 26 Bl. Pgt. d. Zt. (Vorderdeckel leicht aufgebogen, etw. fleckig). (46) 400,Erste deutsche Ausgabe. – STC B 2535. Bernd 1921. Schröder I, 461, 10. – Übersetzung des „Conspectus heraldicae“ von 1693. – Fünf Kupfertafeln am oberen Rand des Titels alt montiert, die Tafel „Tinctura heraldica“ ankoloriert. – Leicht gebräunt und fleckig. – Mit zwei Exlibris, davon eines gestochen.

1590 JANSENISMUS – DUGUET, (J. J.), Traité des devoirs d'un evesque. Pavia, Comino, 1791. 222 S. Hldr. d. Zt. mit läd. Rsch. (kleine Wurmlöcher, etw. berieben, stärker bestoßen). (19) 250,-


Kulturgeschichte

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Zweite Einzelausgabe. – Erstmals 1710 in Caen (Cioranesco 26258), 1737 erneut als Teil des „Recueil de quatre opuscules fort importans“ in Utrecht erschienen. – Zum Verfasser, nach Herzog-Hauck (V, 56) einem der besten jansenistischen Theologen, vgl. Hoefer XV, 97-98, und Wetzer-Welte III, 2110; Voltaire nannte ihn „une des meilleures plumes du parti janséniste“. – Innengelenke gelockert, erste Lage stellenw. lose, S. 95/96 mit Fehlstelle am Seitensteg, leicht gebräunt, tls. stärker fleckig.

1591 JESUITEN – DEPPEN, O. VON, Demagogie der Jesuiten. Altenburg, Hofbuchdruckerei, 1826. VI, 202 S. Pp. d. Zt. (etw. fleckig). (112) 100,Erste Ausgabe. – Goed. X, 466, 219, 5. ADB XXXVI, 501. – Antijesuitische Schrift des preußischen Juristen K. F. Straß, der die meisten seiner Werke unter dem heute etwas seltsam klingenden Pseudonym „Deppen“ veröffentlichte.

1592 – (IGNATIUS VON LOYOLA), Constitutiones Societatis Iesu. Cum earum declarationibus. Rom, Jesuitenkollegium, 1606. Mit breiter Titelbordüre mit Portr. 309 S., 37 Bl. (die beiden letzten Bl. weiß). – BEIGEB.: (DERS.), Canones Congregationum generalium Societatis Iesu. Ebda. 1606. Mit breiter Titelbordüre mit Portr. 8 Bl. (letztes Bl. weiß), 151 S. Pgt. d. Zt. (Rücken mit kleiner Fehlstelle, etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (19) 600,I. STC 452. De Backer-S. V, 78. Palau 291 704. – Die Konstitutionen der Jesuiten wurden von Ignatius selbst in spanischer Sprache verfaßt, sie erschienen erstmals 1558 und wurden von P. Polancus ins Lateinische übersetzt. – Titel mit Besitzvermerk, folgendes Bl. gestempelt. – II. STC 452. De Backer-S. V, 95. Palau 42398 Anm. STC 452. – Beide Drucke unterschiedlich gebräunt und fleckig.

1593 – – Esercitii spirituali. Con una breve istruttione di meditare cavata da' medesimi esercitij. Rom, Komarek, 1691. Mit 25 Kupfertafeln. 92 S., 2 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (19) 600,De Backer-S. V, 71. Palau 291 233. – Spätere italienische Ausgabe des weitverbreiteten Erbauungsbuches. „Als Werk der religiösen Inspiration haben die 'Übungen' außerhalb der Gesellschaft Jesu eine nahezu ebenso starke Wirkung gehabt wie innerhalb des Ordens“ (Carter-M. 74). – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1594 – KROPF, F. X., Historia provinciae Societatis Jesu Germaniae Superioris, ab anno M.DC.XI. ad annum M.DC.XXX. München, Vötter, 1746. Fol. 2 Bl., 510 S., 11 Bl. Mod. Hpgt. (51) 200,Erste Ausgabe. – (Historia provinciae Societatis Jesu Germaniae Superioris, Bd. IV). – De Backer-S. IV, 1252, 3. – In sich abgeschlossener vierter Band, nicht als solcher bezeichnet. Insgesamt erschienen 5 Bde., die ersten 3 Bde. wurden von Ignatius Agricola und A. Flotto verfaßt. – Titel verso mit 2 teilw. gelöschten Stempeln. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig.

Nr. 1593

1595 – MOSER, J. J., Rechtliches Bedencken von Aufhebung des Jesuiter-Ordens. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Leipzig und Ulm, Wohler, 1774-75. 62, 64, 44 S., 2 Bl. (Anzeigen). Interims-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren) (2) 80,Erste Ausgabe. – Mälzer 1711. – Vgl. Pütter III, 699. – Hinterer Vorsatz mit hs. Vermerken, etw. gebräunt, gering fleckig.

1596 KAPUZINER – REGULA und Testament sampt den Constitutionibus der Minderen Brueder deß heyligen Francisci Ordens die Capuciner genandt. Innsbruck, C. Mayr, 1644. 4°. Mit 2 gestoch. Titelvign. 1 Bl., 21 S., 1 Bl., 142 S. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln unter Verwendung eines mittelalterlichen Manuskriptblattes (fleckig, Deckel mit 2 kleinen Wurmlöchern, Rücken mit Fehlstelle). (124) 300,Seltene erste deutsche Ausgabe der maßgeblichen Fassung der „Constitutiones Fratrum Minorum“. – Vgl. Heimbucher I, 728. – 1643 hatte Papst Urban VIII. die auf mehreren Generalkapiteln in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entworfenen und immer wieder erweiterten und ergänzten Konstitutionen in endgültiger Form approbiert. Schon ein Jahr nach ihrer Erstveröffentlichung (Rom 1643) erschien die hier vorliegende deutsche Fassung. – Gebräunt, durchgehendes Wurmloch unter dem Kolumnentitel, knapp beschnitten. S. 8 des ersten Teils mit Farbspur, S. 54 mit hs. Tilgung von 10 Textzeilen, S. 76 mit Abrieb im Text (5 Zl. teilw. betroffen).


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Kulturgeschichte

1597 KIRCHENGESCHICHTE – ACTA CONCILIORUM et epistolae decretales, ac constitutiones summorum pontificum. (Hrsg. von J. Hardouin). 11 in 12 Bdn. Paris, Typographia Regia, 1715. Fol. Mit 12 wdh. gestoch. Titelvign. und 12 gestoch. Kopfvign. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und Wappensupralibros auf beiden Deckeln (tlw. rissig und mit kleineren Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (55) 1.200,Erste Ausgabe. – De Backer-S. IV, 97, 58. Schulte III/1, 95. – Die Ausgabe von Beschlüssen der Synoden „geht bis zum Jahre 1714, ist daher die vollständigste. Ausgezeichnet ist sie durch guten und correkten Druck“ (Schulte). – Tls. gelockert, etw. gebräunt und fleckig. First edition. – Partly loosened, a little browned and soiled. – Contemporary calf with gilt back and armorial bookplate on both covers (partly cracked and with smaller defects, scratched and scuffed).

1598 – SAMMELBAND – 5 Schriften. 1773-1813. Hldr. d. 19. Jhdts. (etw. beschabt und bestoßen). (78) 300,(RAUCH, L.), Frage, ob man mit gutem Gewissen, ohne Ungerechtigkeit, ohne Aergerniß, und ohne großen Nachtheil der Kirche die Jesuiten vertilgen könne? Aus dem Französischen übersetzt. „Freystadt, Lebrecht“, 1773. 64 S. – Erste Ausgabe. – De Backer-S. I, 1490, 3. Weller, Druckorte, I, 106. – Nur vorgeblich eine Übersetzung, vielmehr eine Schrift des Münchner Jesuiten Leo Rauch (1696-1775). – Titel gestempelt. BENEHMEN S(einer) päbstlichen Heiligkeit Pius VII. gegen die Forderungen, Eingriffe und Gewaltthätigkeiten Napoleons im Jahre 1808. Nebst Darstellung der Behandlung des heiligen Vaters bey seiner Wegführung von Savona nach Fontainebleau. O. O. (München?) 1813. 16 nn. Bl. – Knapp beschnitten. (PEZZL, J.), Geschichte Papst Pius des Sechsten. Nach dem Wiener Original. Augsburg, Bullmann, 1800. 174 S., 1 Bl. – Zweite Ausgabe. – Vgl. Holzmann-B. II, 6749 (EA 1799). – Letztes Blatt angerändert (etw. Textverlust). TESTAMENT Ludwig des XVI. Königs in Frankreich. Augsburg, Fill, 1798. 8 S. – Selten. – Verschmutzt. CLEMENS XIV., Bulle, die Aufhebung des Ordens der Jesuiten betreffend. Lateinisch und teutsch. Rom, Apostolische Cammer, 1773. 93 S. – Vgl. Carayon 3743. – Eine von mehreren Ausgaben der Aufhebungsbulle „Bulla Dominicus ac Redemtor“, sämtlich 1773 erschienen. Alle Schriften etw. gebräunt. Zwischengebunden 32 (von 102) S. der „Abschiedsrede“ des (Lorenzo) Ricci, Rom 1776.

1599 KORAN – ALCORAN de Mahomet, L'. Translaté d'Arabe en François, par (A.) du Ryer. Antwerpen, Lucas, 1719. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale restauriert, etw. beschabt und wenig bestoßen). (88) 150,Vgl. Enay 110 (EA 1647): „Die Übertragung gewann vor allem wegen ihres brillanten Stils Anerkennung, hatte großen Erfolg und fand weite Verbreitung.“ – Vorsätze leimschattig, tls. gering gebräunt, wenig fleckig.

1600 – CORAN, LE. Traduit de l'Arabe, accompagné de notes, et précédé d'un abrégé de la vie de Mahomet. Par (C. E.) Savary. 2 Bde. Paris, Knapen und Onfroy, 1783. XVI, 248, 270 S., 2; 2 Bl., 464 S., 4 Bl. Läd. Interims-Brosch. (2) 200,Ebert 11523. Brunet III, 1309. Graesse IV, 44. Gay 3357. Enay 174: „Claude Etienne Savary war es, der den Leser in den Stand setzte, sich mit Klugheit über den Gesetzgeber Arabiens zu äußern. Er führte das Wort 'Koran' im Zeitalter der Aufklärung definitiv ein. Bis dahin sprach man allgemein nur vom 'Alkoran'.“ – Die Biographie Mohammeds hat Colin de Plancy verfaßt. – Unbeschnitten, gering gebräunt und fleckig.

1601 LEBEY DE BATILLY, D., Traicte de l'origine des anciens assasins porte-couteaux. Lyon, Vaspaze, 1603. 64 S. Hldr. um 1900 mit Rsch. und Rvg. (gering berieben und bestoßen). (19) 300,Einer von 3 Drucken aus demselben Jahr. – Goldsmith L 610. Hoefer XXX, 86. Brunet III, 903. – Laut Hoefer erstmals in Metz 1598 erschienen. – Monographie über Mörder und Attentäter, aus historischen Quellen gezogen, bekanntlich die Bettlektüre Ravaillacs (vgl. dazu die schöne Erzählung bei Saint-Simon, deren kritiklose Übernahme durch Sainte-Beuve von der Forschung immer noch nicht bemerkt wurde). – Der Verfasser (1551-1607) studierte in Genf und Lausanne und war später Jurist in Metz. – Etw. gebräunt, teilw. fleckig, wasserrandig und mit Textanstreichungen; knapp beschnitten.

1602 MERULA, P., Antiquitates Romanorum. 4 Tle. in 1 Bd. Leiden, P. van der Meersche, 1686. 4°. Mit gestoch. Titel und 8 (5 gefalt.) Kupfertafeln (ohne das Portr.). Pgt. d. Zt. (fleckig). (112) 150,Zweite Ausgabe der postum erschienenen Sammlung von Abhandlungen zur römischen Kulturgeschichte. – Wenig fleckig.

1603 NUMISMATIK – ECKHEL, (J. H. VON), Kurzgefaßte Anfangsgründe zur alten Numismatik. Wien, Kurzböck, o. J. (ca. 1787). Mit 6 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 133 S. Hldr. d. Zt. (beschabt). (105) 100,Erste Ausgabe. – Lipsius 110. NDB IV, 302: „Im Anschluß an die Aufhebung des Jesuitenordens wurde Eckhel 1774 als Abbé zum Direktor der antiken Abteilung des kaiserl. Münzkabinetts ernannt. Seine zahlr. Publikationen verschafften ihm bald höchstes Ansehen.“ – Gebräunt, leicht fleckig, S. 24-25 mit Einträgen in Blei bzw. Tinte. – Dekorativ gebunden.

1604 – HUMPHREYS, H. N., The Gold, Silver, and Copper Coins of England. Sixth ed. London, Bohn, 1849. Mit farb. lithogr. Titel und 23 farb. lithogr. Tafeln. XVIII, 120 S., 1 Bl., S. 121-136. Hldw. d. Zt. mit Rvg. und reliefierter Deckelvg. (etw. berieben und bestoßen). (132) 120,-


Kulturgeschichte

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Vgl. Leitzmann 60 (2. und 5. Ausg.). – Der historistische Einband aufwendig mit Beschlagwerk imitierenden Goldreliefs in gotischer Rankenornamentik gestaltet. – Am Ende eine Tafel mit Reliefprägungen mehrerer Münzen beigebunden (stark zersetzt, benachbarte Bl. mit Abklatsch). – Leicht gebräunt und fleckig.

1605 OSTASIEN – CHINA – HOLZARBEITER. Deckfarben auf Pflanzenmarkpapier. China (Kanton?), um 1820. Ca. 36 x 28 cm. – Unter Glas gerahmt. (67) 300,Dekorative, fein ausgeführte chinesische Berufsdarstellung mit einem Arbeiter, der in geradezu akrobatischer Weise einen Holzstamm der Länge nach durchsägt. Die Beischrift besagt, daß Pinie und Fichte in dieser Weise gesägt werden. (Vgl. ähnliche Berufsdarstellungen im Ausstellungskatalog „Die Wittelsbacher und das Reich der Mitte“, München 2009, Nr. 198-209).

1606 – – QUINGMING-ROLLE. Kopie nach Zhang Zeduan. Teilkolor. Lithographie (Siebdruck?) auf Stoff (Kunstseide?). China, spätes 19. oder erste Hälfte 20. Jhdt. 28,5 x 455 cm. (93) 200,Kopie nach der berühmten Rolle des 12. Jahrhunderts, die sich seit 1945 wieder im Kaiserpalast in Peking befindet. Dargestellt sind die Feiern am chinesischen Totengedenktag Qingming in der südlichen Song-Hauptstadt Bianliang (heute Kaifeng). – Etw. gebräunt und fleckig.

1607 PANCIROLI, G., Rerum memorabilium sive deperditarum pars prior (-posterior). 2 in 1 Bd. Frankfurt, Schönwetter, 1646. 4°. Mit gestoch. Titel. 3 Bl., 349 S., 11 Bl., 313 S., 9 Bl. (letztes weiß), 42 Bl. – BEIGEB.: NICQUET, H., Physiognomia humana libris IV. distincta. Lyon, Prost, 1648. Mit gestoch. Titelvign. 8 Bl., 320 S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig). (112) 250,I. Sabin 58412. Alden-L. 646/116. – Fünfte Ausgabe (EA 1599-1602) des geschätzten Sammelwerkes über Künste und Wissenschaften, besonders der Antike. Der zweite Teil beginnt mit einem langen Einleitungskapitel über Amerika. – II. Einzige Ausgabe. – Krivatsy 8311. De Backer-S. V, 1712, 5. – Rationale Stimme in der zeitgenössischen Diskussion um Körper- und Handliniendeutung, von Schott in seiner „Magia universalis“ entsprechend gewürdigt. – Titel mit Besitzvermerk, beide Werke etw. gebräunt.

1608 PIARISTEN – ALESSIO DELLA CONCEZIONE, Compendio della vita del ven(erabile) servo di Giesù Christo p(adre) Giuseppe della Madre di Dio. 3 Tle. in 1 Bd. Rom, Ercole, 1693. Mit 3 gestoch. Portrs. 4 Bl., 84, 24, 72 S. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig). (124) 200,Erste Ausgabe. – Seltene frühe Biographie des Giuseppe Calasanzio (1557-1648), der 1597 die erste unentgeltliche öffentliche Knabenvolksschule in Rom eröffnete und mit dem Werk der „Frommen Schulen“ zum Gründer des Ordens der Chierici Regolari Poveri della Madre di Dio

Nr. 1609 delle Scuole Pie wurde; Hauptanliegen der Piaristen ist bis heute der Unterricht und die Erziehung armer Kinder. Enthält außerdem mit jeweils eigenem Titel und neuer Paginierung, aber so zusammengehörend, die Biographien des Paters Pietro, „primo compagno & assistente“ Calasanzios, und des Paters Glicerio Landriani. – Gebräunt.

1609 PICART, B., Histoire générale des cérémonies, moeurs, et coutumes religieuses de tous les peuples du monde. 7 Bde. Paris, Rollin, 1741. Fol. Mit 7 gestoch. wdh. Titelvign., zahlr. gestoch. Textvign. und 228 (1 kolor., 29 doppelblattgr., 4 gefalt.) Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (tls. Gelenke gelockert, einige Kapitale mit Fehlstellen, vereinzelt stärker beschabt und bestoßen). (66) 1.200,Brunet I, 1743. Graesse II, 104. Cohen-R. 135. Sander 1548. Lewine 414. – Vgl. Lipperheide Oc 24. – Pariser Ausgabe des 1723-37 erstmals erschienenen reich illustrierten Werks über die religiösen Gebräuche bei den Juden (Bd. I, 31 Tafeln), Christen (Bd. II, 38 Tafeln), Griechisch-Orthodoxen und Protestanten (Bd. III, 19 Tafeln), den Anglikanern und Quäkern (Bd. IV, 14 Tafeln), den Mohammedanern (Bd. V, 41 Tafeln), den indigenen Völkern Amerikas (Bd. VI, 43 Tafeln) und den asiatischen Völkern (Bd. VII, 42 Tafeln). – Es erschienen noch zwei Supplement-Bände. – Tls. etw. gebräunt, leicht wellig und gering fleckig. – Siehe Abbildung.


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Kulturgeschichte · Gastronomie

Paris edition of the richly illustrated work first published in 1723-37. – Two supplement volumes were still published. – Partly a little browned, slightly undulated and minimally soiled. – Contemporary calf with 2 spine labels and gilt back (joints partly loosened, some turn-ins with defects, occasionally stronger scratching and scuffing). – See illustration.

1610 RIPPEL, (A.) G., Alterthum, Ursprung, und Bedeutung, aller Ceremonien, Gebräuchen, und Gewohnheiten der Heil. katholischen Kirche. 8., und verb. Aufl. Augsburg und Freiburg, Wagner, 1772. Mit gefalt. gestoch. Frontisp. Doppelblattgr. Titel, 4 Bl., 540 S., 10 Bl. Pp. d. Zt. (stark beschabt und etw. bestoßen). (78) 80,ADB XXXVIII, 649. – Das Frontispiz mit einer Gesamtansicht von Schlettstadt. – Etw. fleckig.

1611 RITTERORDEN – DAMBREVILLE, E., Abrégé chronologique de l'histoire des ordres de chevalerie. Paris, Hacquart, 1807. Mit 28 kolor. Kupfertafeln. XXXII, 388 S. Läd. InterimsBrosch. (2) 200,Erste Ausgabe. – Brunet 28750. – Chronologisch angelegtes Nachschlagewerk über ca. 180 Ritterorden; reicht von dem um 1113 gestifteten Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes von Jerusalem und Malta bis zum Unionsorden von Holland, den 1807 König Louis Napoléon Bonaparte gestiftet hat. – Die äußerst deckend kolorierten Tafeln zeigen die Abzeichen und Ehrendekorationen von zahlreichen der im Text behandelten Orden. – Unbeschnitten, tls. etw. gebräunt.

nützlich sind, Bd. I, Coburg 1803, S. 353; als Werk Brunners geführt in: Döring, Die gelehrten Theologen Deutschlands, Bd. I, Neustadt 1831, S. 781). – II. (KRUG, W. T.), Philosophie der Ehe. Ein Beitrag zur Philosophie des Lebens für beyde Geschlechter. Reutlingen 1801. XIV S., 1 Bl., 183 S. – Hayn-G. VI, 182. – Vgl. Holzmann-B. III, 8868 (Erstausgabe Leipzig 1800).

1613 ZISTERZIENSER – CAPITULUM NATIONALE der Löbl. Cistercienser-Congregation durch Ober-Teutschland ... Auf das Jahr 1733. nacher Kaysersheim anbefohlen, und ... abgehalten worden. Nördlingen, Mundbach, (1733). 4°. 160 (recte 150) S. Pp. d. Zt. mit Brokatpapierbezug (Rücken läd.; beschabt und bestoßen). (78) 200,Sehr seltene erste Ausgabe. – Georgi I, 250. – Die auf dem Nationalkapitel der oberdeutschen Zisterzienser in Kloster Kaisheim bei Donauwörth 1733 beschlossenen Statuten, die bis zur Säkularisation Bestand haben sollten, knüpfen an das Kapitel von Rottweil des Jahres 1654 an, das wiederum die 1595 beschlossenen Fürstenfelder Statuten fortgeführt hat. – Lage E (S. 33-40) doppelt eingebunden. – Vorderes Innengelenk gebrochen, fliegender Vorsatz mit altem Besitzvermerk, Titel gestempelt; etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig.

Gastronomie

1612 SITTENGESCHICHTE – BELEHRUNG über eine bisher unbekannte Folge der ausschweifenden Befriedigung des Geschlechtstriebes in der Ehe. Für Aerzte und Nichtärzte. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1801. 62 S. Pp. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (56) 200,-

1614 APPERT, (F. N.), Die Kunst alle animalischen und vegetabilischen Substanzen mehrere Jahre zu erhalten. Aus dem Französischen nach der dritten Aufl. bearb. Wien, Mörschner und Jasper, 1822. Mit gefalt. Kupfertafel. XVI, 136 S. Orig.-Brosch. (Ränder mit leichten Läsuren, fleckig). (95) 150,-

Vgl. Hayn, Bibl. gyn., 13 (EA, Leipzig 1799). – Nicht bei Holzmann-Bohatta. – „Eine ästhetisch-diätetische Declamation über die Sünde der Wollust, wahrscheinlich von einem schreibenden Studenten, und eine höchst wichtige Entdeckung, daß, wenn die Knaben zu frühe Erection haben, und die Mädchen Onanie treiben, die Ursache in dem Uebermaaße des Beyschlafes, während der Schwangerschaft, gesucht werden müsse. Dazu eine angebliche, aber sehr flüchtige Beobachtung, wo sich gegen das Causalverhältniß noch viel einwenden läßt, und zugleich eine herzliche Ermahnung an die Aeltern. Also weiter nichts? Nichts weiter, und dazu bedurfte es keine weitere Autorschaft. Ueber beyde Dinge ist schon bis zum Eckel geschrieben worden“ (Neue allgemeine deutsche Bibliothek, Bd. 51/I, Kiel 1800, S. 105, zur 95 Seiten umfassenden Erstausgabe). – Ein Bl. mit Eckabriß; wenig gebräunt. – VORGEB.: I. (BRUNNER, PH. J.), Die Priesterehe als Grundlage einer höchstnothwenigen Verbesserung des katholischen Kirchenwesens und Priesterstandes. O. O. 1797. 164 S. – Erste Ausgabe unter diesem Titel (im Jahr zuvor bereits als „Freymüthige Gedanken über die Priesterehe“ erschienen – vgl. Schwarz, Anleitung zur Kenntnis derjenigen Bücher, welche den Candidaten der Theologie

Weiss 170 Anm. Horn-A. 365. Bitting 14. – Dritte deutsche Ausgabe von Apperts berühmter Konservierungsmethode. – Tls. stark wasserrandig.

Einziges bekanntes Exemplar 1615 CONFEC(T) SCHRANCK, EIN, vor edles und vornehmes Frauenzimmer, oder die Kunst einzumachen und zu candiren. Alles aus dem Engeländischen ins Teutsche übersetzt. „Frankfurt und Leipzig“, o. Dr. 1698. 12°. 146 (statt 168?) nn. Bl., das letzte weiß. Fragmentarische Pp. d. Zt. (137) 300,Georgi I, 319 (Verlagsort: „Copp. Erytrop.“). – Äußerst seltenes Kochbuch, das im wesentlichen medizinische und diätetische Rezepturen enthält. In J. H. Beckers „Versuch einer allgemeinen und besonderen Nahrungsmittelkunde“ (Bd. I, Stendal 1810, Nr. 701) wird die dritte Ausgabe des berühmten Kochbuchs der Marie Sophie Schellhammer


Kulturgeschichte · Gastronomie

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„Die wol unterwiesene Köchin“ (Braunschweig 1706) unter dem Titel des vorliegenden Werks geführt (ebenso in der „Cameralisten-Bibliothek“ von Bergius). Diese Gleichsetzung oder Verwechselung läßt darauf schließen, daß es sich bei der vorliegenden Schrift um einen Auszug aus dem Werk Schellhammers handeln könnte, und zwar aus der zweiten Auflage, Braunschweig 1697. Die Ortsangabe ist offenbar fingiert – nach Georgi wurde das Werk in Dänemark gedruckt (Kopenhagen und Rødby). Gleiches gilt für die angebliche Übersetzung aus dem Englischen. – Über den KVK nur ein Ex. in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar nachweisbar, das 2004 (wohl) verbrannt ist. Dort wird ein Umfang von 168 Blättern angegeben, was der Angabe von Georgi (14 Bögen mit je zwölf Blättern) entspricht. Der Text endet auf Bl. O5, dann folgt ein weißes Blatt. Möglicherweise fehlt hier ein sechsseitiges Register (volle Lage O). – Es fehlen die gesamte Lage F mit 12 Bl. sowie das erste und das letzte Bl. der Lage G. – Bindung gelöst, Titel im rechten Rand mit Ausbrüchen (geringer Buchstabenverlust), ein Bl. stark angeschmutzt; gebräunt und fleckig, einige Gebrauchsspuren.

1616 DUMAS, A., Grand dictionnaire de cuisine. Paris, Lemerre, 1873. Mit 2 radierten Portrs. 2 Bl., VI S., 1 Bl., 1155, 24 S. Rotes Hmaroquin d. Zt. (leicht fleckig, gering berieben). (19) 800,Erste Ausgabe. – Vicaire 297. Bitting 135. Horn-A. 424. Schraemli 105: „Der Verfasser der 'Drei Musketiere' hat sich hier mit einem gastronomischen Werk verewigt, das sich sehen lassen darf. Das Manuskript entstand im Jahre 1869. Die Veröffentlichung erlebte der grosse Schriftsteller allerdings nicht mehr.“ – Erste und letzte Lagen stärker, sonst nur vereinzelt stockfleckig.

1617 ELEONORA MARIA ROSALIA, HERZOGIN ZU TROPPAU, Granat-Apffel des Christlichen Samariters. Samt einer Diaet wie auch einem neuen Koch-Buch. Nürnberg, Trautner und Schmidt, 1731. 4°. 1 Bl., 588 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. (Vorderdeckel leicht aufgebogen, etw. fleckig und bestoßen). (67) 400,Bohatta 15. Wellcome II, 518. Weiss 2300. – Vgl. Blake 460. Ferguson I, 235. Horn-A. 128. – Späte Ausgabe des erstmals 1685 erschienenen Werkes. Über das Kochbuch im Anhang (den Auflagen erst seit 1697 beigegeben) urteilt Schrämli: „Die Rezepte sind alle irgendwo abgeschrieben und bieten, abgesehen von einigen Gulaschs und einer österreichischen Hecht-Pastete nichts Besonderes.“ – Titel mit kleinen hinterlegten Randschäden und Besitzvermerk in Tinte, erste Seiten etw. wasserrandig, stellenw. wenig fleckig.

Das berühmte Salzburger Kochbuch 1618 HAGGER, C., Neues Saltzburgisches KochBuch. 4 in 2 Bdn. Augsburg, Lotter, 1719. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 303 ganzseit. Kupfern auf 305 num. Tafelseiten. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln (Bd. I/II unter Verwendung alten Materials erneuert, eine Schließe fehlt, Bd. III/IV Kapitale ausgebessert, berieben und bestoßen, mit Kratzspuren und unterschiedlichen Schließen). (19) 6.000,-

Nr. 1618 Weiss 1400. Cagle 467. Vicaire 435. Ornamentstichslg. Berlin 1154. Horn-A. 268: „Berühmtes Kochbuch mit vielen Kupfern. Jeder der 4 Teile gliedert sich in 2 Bücher mit je einem Nummern- und alphabetischen Register. Hagger war Rheinländer und zuerst Koch beim Bischof zu Chiemsee; 1701 trat er in den Dienst des Fürsterzbischofs Johann Ernst zu Salzburg und blieb dort 27 Jahre. Die in dem Werk besonders betonten Schaugerichte waren zu dieser Zeit in Frankreich bereits überholt.“ – Die Tafeln zeigen Pasteten, Zuckerbackwerk, Tafelaufsätze etc. – Die Tafelseiten 204 und 286 sind weiß, die Kupfer dazu waren vermutlich damals bereits zerstört. – Mehrf. gestempelt, etw. gebräunt, vor allem in den Rändern etw. fleckig, vereinzelt mit kleineren Randschäden. – Siehe Abbildung. Famous Salzburg cookbook. – The plates show pies, cakes and pastries, plate tops etc. – The pages of plates 204 and 286 are blank, the engravings were probably destroyed already at that time. – With multiple stamps, a little browned, mainly in margins somewhat soiled, occasionally with smaller tears in margin. – Contemporary vellum over wooden boards (vol. I/II renewed by using old material, one clasp missing, turn-ins to vol. III/IV repaired, rubbing and scuffing, with scratching and varying clasps). – See illustration.

Mit Widmung von Kurt Wolff 1619 MAASSEN, C. G. VON, Weisheit des Essens. Ein gastronomisches Vademekum. München, K. Wolff, (1928). X S., 1 Bl., 323 S. Von E. Preetorius illustr. OHlwd. (kaum Gebrauchsspuren). (100) 120,-


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Kulturgeschichte · Gastronomie

Erste Ausgabe. – Methler 3824. Bitting 297. Horn-A. 1073. Schraemli 333. Walterspiel 567/8. – Fliegender Vorsatz mit e. Widmung von Kurt Wolff an den Verleger und Journalisten Walther Hirth, Ehemann von Johanna Preetorius, der Schwester des Illustrators.

1620 MASSIALOT, (F.), Le cuisinier royal et bourgeois, ou cuisinier moderne. 3 Bde. Paris, Prudhomme, (1740)-42. Mit 23 (18 gefalt.) Holzschnitt-Tafeln. 8 Bl., 544 S., 11; 2 Bl., 520 S., 17; 2 Bl., 391 S., 11 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (19) 1.200,Simon 1018. – Vgl. Vicaire 575. Bitting 314. Horn-A. 167 (EA 1691). – „Das erste französische Kochbuch, das in die deutsche Sprache übersetzt worden ist. Damit wurde die französische Bezeichnung der Speisen Allgemeingut“ (Schraemli, Schloss Jegenstorf, 32). – Die Tafeln zeigen Gedecke. – Gelenke tls. leicht gelockert, Vorsätze mit hs. Vermerken, vereinzelt Randläsuren, tls. wasserrandig, etw. gebräunt und fleckig.

1621 MAYER, J. F. C., Praktische und gründliche Anweisung 344 gute und feine Liqueure von allen Sorten und Couleuren zu fertigen. Dritte verb. Aufl. Nürnberg, Stein, 1817. Mit gefalt. Tabelle. XVI, 216 S. Läd. Interims-Brosch. (2) 100,Vgl. Engelmann (Suppl.) 240. – Titel gestempelt, unbeschnitten, stärker gebräunt und fleckig.

1622 (MORGENSTERN-SCHULZE, JOHANNA KATHARINA), Unterricht für ein junges Frauenzimmer, das Küche und Haushaltung selbst besorgen will. Neue verm. und sehr verm. Aufl. Magdeburg, Creutz, 1784. Mit gefalt. Kupfertafel. 12 Bl., 584 S., 16 Bl. Mod. Hldr. (95) 100,Weiss 2601. – Zweite Ausgabe (enthält das seltene Subskribentenverzeichnis). – Weitverbreitetes und noch im 19. Jhdt. (unter dem Titel „Magdeburgisches Kochbuch“) in hohem Ansehen stehendes Koch- und Haushaltungsbuch mit Abschnitten über Seifenkochen und Kerzenziehen, über Waschen, Bleichen und Färben, Fleckenentfernung, Messing- und Silberputzen sowie die Verfertigung eines guten Kesselbieres. – Die vorliegende Ausgabe ist die letzte von der Verfasserin besorgte. Danach hat sie „ihre Hand davon abgezogen wegen willkürlicher Veränderungen, die sich der Verleger erlaubt hat. Derselbe hat auch das Buch eigenmächtig mit einem 2ten Titel vershen: Magdeburgisches Kochbuch, 1ster Band, und zu diesem einen 2ten Band von einem Koch schreiben lassen, ohne Wissen und Wollen der Verfasserin“ (Hamberger-Meusel V, 286). – Etw. wasserrandig und fleckig.

1623 (RUMOHR, C. F. VON, PSEUD.:) J. KÖNIG, Geist der Kochkunst. 2. verm. und verb. Aufl. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1832. XVI, 196 S. Restaurierte Pp. d. Zt. (95) 80,-

Methler 4919 a. Weiss 3282. Horn-A. 568. Kunst, Küche und Kalkül 100. Fischer 2192. Schraemli 74: „Die erste Auflage dieses deutschen 'Brillat' erschien 1822. Man hielt zuerst Joseph König, den Koch des Herrn von Rumohr, für den Verfasser, später stellte es sich aber heraus, daß von Rumohr selbst der Autor war. In der Einleitung ist eine höchst interessante Abhandlung über Kochbücher eingeflochten.“ – Wenige Seiten im Bug verstärkt, gegen Ende leicht wasserrandig, gering fleckig.

1624 (SAINT HILAIRE, JOSEPHINE VON), Die wahre Kochkunst, oder: neuestes, geprüftes und vollständiges Pesther Kochbuch. Fünfte verm. und verb. Aufl. Pest, Eggenberger, 1832. 2 Bl., 496 S., 17 Bl. Mod. Hldr. – Horn-A. 577. Weiss 3320. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. (67) 80,1625 TABAK – SINNREICHE GEDANCKEN und Lob-Sprüch von dem in gantz Europa wohl bekannten und nutzlichen Toback, denen Liebhaberen zu Conservierung ihrer Gesundheit offerirt. O. O., Dr. und J. (ca. 1700). Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl. Eingebunden in Buchattrappe aus blindgepr. Ldr. d. Zt. (beschabt, Vordergelenk spröde) mit funktionsfähiger Schließe (die zweite fehlt). (100) 200,Nicht in den Tabakbibliographien und nicht über den KVK nachweisbar. – Enthält ein Gedicht mit dem Titel „Lob des Schnupff-Tobacks“ aus der Sicht eines Tabaksgefäßes („Schnupf-Toback die edle Gaabe / Die ich in Verwahrung habe ...“), so daß davon auszugehen ist, daß es sich bei der kleinen Druckschrift um ein printed ephemeron handelt, das Schnupftabaksgefäßen beigelegt war oder bei deren Kauf mitgegeben wurde. – Bei der Buchattrappe handelt es sich wohl um ein von einem trucken trunkenen Bücherfreund angefertigtes Einzelstück: das Schriftchen ist dem ausgestanzten Buchblock eines nicht näher identifizierbaren theologischen Sedezbändchens vorgebunden und bildet für die so entstandene Tabakschachtel die schützenden Deckblätter. – Gebräunt, Frontisp. verso mit Besitzvermerk. – Beiliegt eine weitere, als Utensil für die andere Art des Tabakgenusses geschaffene Buchattrappe, eine Lederschatulle, ca. 6 x 13 x 3 Zentimeter groß, für die Aufnahme von „Rauch-Tobak“ (so das Rückenschild). – Beide Objekte leer, Füllgut verschnupft und verraucht.

1626 W(EILER), S(OPHIA) J(ULIANA), Augsburgisches Kochbuch. 9. verm. Aufl. Augsburg, Wolff, 1805. Mit gestoch. Titelvign. XL, 671 S., 8 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben, stärker bestoßen). (67) 150,Weiss 4127. – Vgl. Georg 1238. Bitting 490. Horn-A. 348. – Die Titelvignette zeigt das Innere einer herrschaftlichen Küche. – Leichte Wurmspuren (ohne Textverlust), leicht gebräunt und fleckig.


Kulturgeschichte · Jagd und Fischfang – Pferdebücher

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Jagd und Fischfang – Pferdebücher 1627 BECHSTEIN, J. M., Handbuch der Jagdwissenschaft ausgearbeitet nach dem von Burgsdorfischen Plane. 2 Tle. in 4 Bdn. Nürnberg und Altdorf, Monath und Kußler, 1801-09. 4°. Mit gestoch. Titelvign., 4 gestoch. Notentafeln, 2 gefalt. kolor. Kupfertafeln und wenigen Textholzschnitten. Hldr. um 1900 (beschabt, bestoßen). (10) 400,Erste Ausgabe. – Lindner 131.01. Souhart 40. – Der dritte Band des ersten Teiles enthält besonders bemerkenswerte Beschreibungen damals gebräuchlicher, heute haarsträubend anmutender Jagdmethoden: Jagd auf Schwarzwild mit Netzen und Lappen, Anlegung von Wolfsgruben, Gebrauch von Teller- und Tritteisen, Verwendung von Drahtschlingen u. a. zur Jagd auf Hasen und Uhu, Fang von Singund Raubvögeln mit Leim. – Die Tafel zeigt eine höfische Treibjagd mit einem durch Lappen umstellten Kessel. – Ohne den 2. Teil von Band II, der wie immer fehlt. Der Haupttitel des Gesamtwerkes irrtümlich in Teil I/3. – Gelenke tls. aufgeplatzt; Vorsätze und Titel gestempelt, tls. etw. wasserrandig, stärker gebräunt und fleckig. – Aus der Leoprechtingschen Bibliothek.

1628 DÖBEL, H. W., Eröffnete Jäger-Practica. 3 Tle. in 1 Bd. Leipzig, Heinsius, 1746. Fol. Mit 20 (19 gefalt.) Kupfertafeln. 18 Bl., 142 (ohne S. 133/134), 258, 240 S., 34 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (53) 800,Erste Ausgabe. – Souhart 143. Lindner 519.01. Schwerdt I, 146: „The first edition of one of the classics of German sporting literature. The author claims to have written this book from his own long experience and that in no previous publication have so many original and practical hints been given to the sportsman.“ – Die von zwei Platten gedruckte Tafel zu S. 40 in Tl. II ist hier wie bei Schwerdt zusammengesetzt, Exemplare mit 20 Tafeln sind also auch vollständig. – Große zusammengesetzte Tafel wie meist mit Quetschfalten, etw. gebräunt und fleckig.

1629 DU FOUILLOUX, J., New Jägerbuch ... von newem verteutscht. (Mit Anhang: J. de Clamorgan, Wolffsjagt). 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, B. Jobin, 1590. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel, Titelholzschnitt auf dem Zwischentitel und 68 Textholzschnitten von T. Stimmer und Ch. Maurer. 6 nn., 92 num., 2 nn., 20 num. Bl. Altes Pgt. (stark fleckig und beschabt, etw. bestoßen). (1) 8.000,Erste deutsche Ausgabe. – STC 256. VD 16 D 2871. Ritter 879 und 541. Muller 596, 208 und 214. Lindner 533.01. Schwerdt I, 155. Jeanson 1254. Souhart 157, 2. Thiébaud 313. – Zuvor war lediglich eine deutsche Bearbeitung des Textes im Rahmen der Kompilation „Neuw Jag und Weydwerck Buch“ (Frankfurt 1582, Tiliana 1707) erschienen. –

Nr. 1629 „Wegen der von Tobias Stimmer und Christoph Maurer stammenden Holzschnitte eines der schönsten Jagdbücher in deutscher Sprache. Die Übersetzung besorgte der kurpfälzische Amtmann und Lizentiat der Rechte Johann Wolff aus Mündelsheim“ (Lindner). – Vorsätze erneuert; Titel mit restauriertem kleinen Randausriß und stark gebräunt, das letzte Bl. mit hinterlegtem Einriß; tls. stärker wasserfleckig und wenig gebräunt. – Siehe Abbildung. First German edition. – Previously, only a German revision of the text was published as part of the compilation „Neuw Jag und Weydwerck Buch“ (Frankfurt 1582, Tiliana 1707). – According to Lindner, this is one of the most attractive books on hunting in German because of the woodcuts by Tobias Stimmer and Christoph Maurer. The translation was made by Johann Wolff from Mündelsheim, a senior civil servant and legal expert. – Endpapers renewed; title with small restored marginal tear-out, heavily browned, last leaf with backed tear; partly with stronger waterstains and minor browning. – Old vellum (heavily soiled and scratched, a little scuffed). – See illustration.

1630 FRIEDRICH II., Über die Kunst mit Vögeln zu jagen. (Übertragen und hrsg. von C. A. Willemsen). 2 Bde. und Kommentar. (Frankfurt 1964-70). 4°. Mit Farbtafeln. 278 S., 1 Bl.; 294 S., 1 Bl.; 405 S., 2 Bl. OHpgt. (37) 200,-


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Kulturgeschichte · Jagd und Fischfang – Pferdebücher

Nr. 1633

Eines von 850 Ex. der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 900). – Lindner 653.01: „Erste Übersetzung des Gesamtwerkes ins Deutsche.“ Handeinbände von Willy Pingel, Heidelberg.

1631 JOURNAL DES HARAS, des chasses et des courses de chevaux (et d'argriculture appliquée). 271 Hefte der Reihe in 48 Bdn. Paris, Bureau du Journal, 1828-50. Mit 424 (145 gefalt., 2 kolor.) lithogr. Tafeln, gefalt. lithogr. Tabelle sowie einigen Textholzsstichen. Pp. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Brosch. (39 Bde.) und läd. Orig.-Brosch. (11 Hefte). 500,Mennessier de la Lance I, 698. – Das erste und bedeutendste französische Pferdemagazin erschien von 1828 bis 1888: „Le 'Journal des Haras' a été un recueil hippique important, sérieux, rédigé par des hommes instruits et compétents et il n'a pas été remplacé ... Le texte était accompagné de très bons dessins et les artistes hippiques les plus en renom ont contribué à son illustration“ (Mennessier de la Lance). – Vorhanden sind: Tome I (1828): Nr. 1-3 (April-Mai) und Nr. 5-13 (Juni-Oktober); Tome II (1828-29): Nr. 1-5 (Oktober-Dezember) und Nr. 8-11 (Februar-März); Tome III (1829): Nr. 1-12 (April-September); Tome IV (1829-30): Nr. 1-12 (Oktober-März); Tome V (1830): Nr. 1-12 (April-September); Tome VI (1830-31): Nr. 1-12 (Oktober-März);

Tome VII (1831): Nr. 1-8 (April-Juli) und ab hier alle folgenden Lieferungen ohne Nr. (August-September); Tome VIII (1831-32): Oktober-März; Tome IX (1832): April-September; Tome X (1832-33) Oktober-März; Tome XI (1833): April-September; Tome XII (1833-34): Oktober-März; Tome XIII (1834): April-September; Tome XIV (1834-35): Oktober-März; Tome XV (1835): April-September; Tome XVI (1836): Januar-März; Tome XVII (1836): April-September; Tome XVIII (1836-37): Oktober-Januar; Tome XIX (1837): April-September; Tome XX (1837-38): Oktober-Februar; Tome XXI (1838): April-Mai; Tome XXII (1838-39): Dezember-März; Tome XXIII (1839): April-September; Tome XXIV (1839-40): Oktober-April; Tome XXV (1840): Juni-September; Tome XXVI (1840-41): OktoberMärz; Tome XXVII (1841): April; Tome XXVIII (1841): August-Dezember; Tome XXIX (1842): Januar-April; Tome XXX (1842): Mai-August; Tome XXXI (1842): September-Dezember; Tome XXXII (1843): Februar-April; XXXIII (1843): Mai-August; Tome XXXIV (1843): September-Dezember; Tome XXXV (1844): Januar-April; Tome XXXVI (1844): Mai-August; Tome XXXVII (1844): September-Dezember; Tome XXXVIII (1845): Januar-Juni; Tome XXXIX (1845): Juli-Dezember; Tome XL (1846): Januar-Juni; Tome XLI (1846): Juli-Dezember; Tome XLII (1847): Januar-Juni; Tome XLIII (1847): Juli-Dezember; Tome XLIV (1848): Januar-April; Tome XLV (1848): August; Tome XLVI (1849): Februar, April, Juni; Tome


Kulturgeschichte · Jagd und Fischfang – Pferdebücher

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Nr. 1635

XLVII (1849): November-Dezember; Tome XLVIII (1850): Januar. – Die Tafeln zeigen u. a. edle Pferde, Stallungen und Jagdszenen. – Tafeln tls. eng beschnitten, gering gebräunt und fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

1632 KRÖNER, CH., Jagdbuch. Mit Illustrationen, Fährten, Jagdkalender und Tabellen zum Eintragen des erlegten Wildes. Düsseldorf, Bagel, (1890). Fol. Reich illustr. 79 Bl. OHldr. (etw. beschabt und bestoßen). (36) 100,Thieme-B. XXI, 554: „Körner's (1838-1911) Spezialität war die Schilderung des Jagdwilds, namentlich von Hirsch und Reh, die zu beobachten er nicht müde wurde, u. die er mit Vorliebe in der dunstigen Atmosphäre des frühen Morgens beim Heraustreten aus dem Dickicht, seltener in schnellem Laufe darstellte.“ – Vorsatz mit hs. Widmung, vereinzelt mit hs. Eintragungen, leicht gebräunt und fleckig.

1633 KRÜGER, E., Die Jagd. Hamburg, Boyes & Geisler, o. J. (1861-62). Qu.-Fol. Getönter lithogr. Titel und 21 getönte lithogr. Tafeln von Eugen Krüger (ohne die Widmung). Lose hinter Passepartout, in mod. Lwd.-Mappe. (9) 500,-

Souhart 275. – Vgl. Thieme-B. XXI, 593. Rump 40. – Darstellung von Fasanenjagd, Treibjagd auf Hasen im Winter, Hasenhatz mit Windhunden, Enten-, Rebhuhn- und Dachsjagd, Auerhahnbalz etc. – Der Titel etw. beschabt und verschmutzt, sonst breitrandig und nur vereinzelt minimal fleckig. – Siehe Abbildung.

1634 (OTTO, CH., UND J. F. STAHL), Onomatologia forestalis-piscatorio-venatoria oder vollständiges Forst-, Fisch- und Jagd-Lexicon. 3 Bde. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1772-73. Mit gestoch. Frontisp. und 4 gefalt. Kupfertafeln. 11 Bl., 1080 Sp.; 24 Bl., 990 Sp.; 12 Bl., 1064 Sp., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken von Bd. I brüchig, Kapitale tls. beschädigt, etw. beschabt und bestoßen). (78) 500,Einzige Ausgabe. – Lindner 1565.01. – Ungemein reichhaltiges Lexikon des Forst-, Jagd- und Fischereiwesens mit langen Abhandlungen über Holzgerechtigkeit, Waldbewirtschaftung und Annehmlichkeiten der Jagd. – Die Kupfertafeln zeigen Schlingen und andere Fallen-Arten. – 1780 erschien noch ein von Stahl herausgegebener Nachtragsband. – In Bd. II Vorsatz und fliegender Vorsatz mit Wurmfraß, leicht fleckig. – Exlibris.


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Kulturgeschichte · Judaica und Hebraica

1635 PFERDE – Folge von 10 (statt 12) Radierungen mit Pferdeköpfen von J. Bemme nach G. Malleyn. O. O. und J. (Rotterdam, um 1800). Ca. 10 x 13 cm. – Alt auf Trägerpapier montiert. (134) 300,Hübsche Radierungsfolge von Pferdeköpfen, die meisten mit Zaumzeug, in sehr exakten, naturnahen Darstellungen der verschiedenen Rassen. Nach Thieme-Becker (XXIII, 597) war Gerrit Malleyn (1753-1816) ein „geschätzter Pferdezeichner“. – Schöne, kontrastreiche Abdrucke. Ein Bl. breitrandig, die übrigen bis auf einen schmalen Rand beschnitten, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Judaica und Hebraica 1636 ABRAHAM (BEN JEHUDA LÖB), Petach haohel. 2 Tle. in 1 Bd. Sulzbach, o. Dr., (5)451 = 1691. 4°. 1 nn., 30 (recte 50) num., 2 nn., 33 num. Bl. Läd. Hldr. d. Zt. (136) 300,Erste Ausgabe. – Steinschneider 4248. Fürst I, 9. – Im ersten Teil eine alphabetische Zusammenstellung haggadischer Erläuterungen aus dem Talmud, den Midraschim, dem Buch Sohar und anderen kabbalistischen Werken, im zweiten zu Rechtsfragen, ebenfalls alphabetisch geordnet. Der Verfasser war ein polnischer Rabbi aus Przemysl, der Titel seines Werkes bedeutet übersetzt „Eingang zum Zelt“. – Stark gebräunt, fleckig, einige Seiten mit hs. hebräischen Anmerkungen.

Mit Widmungsschreiben 1637 AUGSBURG – (HOSCHER, J. M.), Geschichte der Juden in der Reichsstadt Augsburg. Augsburg, Hamm, 1803. 76 S. Interims-Brosch. (leicht fleckig). (2) 300,Erste Ausgabe. – Eichstädt 527: „Spricht sich für das Gesuch der Juden um ein Domizil in Augsburg aus.“ – Sowohl Eichstädt wie auch Holzmann/Bohatta (VII, 4472) und der KVK weisen das Werk fälschlicherweise Paul von Stetten zu. – Der wahre Autor, Johann Melchior Hoscher, „Consulent der Reichsstadt Augsburg“, übersandte es Herzog Wilhelm in Bayern mit einem Widmungsschreiben, datiert Augsburg den 23. 12. 1803, in dem es ausdrücklich heißt: „... die von mir verfaßte Druckschrift ...“. – Schönes Exemplar.

1638 KABBALA – (THOLUCK, F. A. G.), Wichtige Stellen des Rabbinischen Buches Sohar im Text und mit Uebersetzung, nebst einigen Anmerkungen. Berlin, Dümmler, 1821. VI, 74 S. Pp. d. Zt. (berieben und bestoßen, Bezug teilw. etw. abgeplatzt). (136) 150,Erste Ausgabe dieser Bearbeitung mit deutsch-hebräischem Paralleltext. – ADB XXXVIII, 55 ff. Herzog-H. XIX, 697 und 695: „Der Name dieses Mannes wird unvergessen blei-

ben, wo man jener Zeit gedenkt, in welcher sich die mannigfaltigen Bildungsformen des 18. Jahrhunderts in Gestalt des 'modernen Pietismus' mit christlichem Gehalte erfüllten und die Kräfte der evangelischen Kirche erneuernd in Wissenschaft und Leben eindrangen.“ – Vorsatz mit Besitzvermerk und ausgebesserter Papierfehlstelle. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1639 KRÜGER, MARIA REGINA (PSEUD.), Schreiben an den Herrn Professor Carl Anton darinnen bewiesen wird, daß es einen ewigen Juden gebe. Halle und Helmstedt, Hemmerde, 1756. 32 S. Heftstreifen. (167) 500,Neubaur, Die Sage vom ewigen Juden (2. verb. Aufl. 1893), S. 22 ff. – Satirische Besprechung des im selben Jahr erschienenen Werkes „Lepidam fabulam de Judaeo immortali“ des Hallenser Professors C. Anton (die amüsanten Einzelheiten über seinen Titel bei Neubaur Anm. 53). – Das Werk ist Ebeling leider entgangen, und so wird man noch lange herumrätseln müssen, wer sich hinter der „Marien Reginen Krügerin gebohrnen Rühlemannin“ versteckt hat (ein winziger Hinweis findet sich auf S. 7, wo der Autor etwas „bei dem Reichthume aller Curländischen Bauren“ versichert und so ein Durchforsten von Recke-Napierski nahelegt). – Die Satire präsumiert das angebliche Treffen der Autorin mit Ahasver, der ja deshalb auch existieren müsse – sie habe ihn ja selbst gesehen. Es folgt eine ausführliche Beschreibung – bis auf die Manschetten. – Schon von Neubaur als „sehr selten geworden“ bezeichnet, heute praktisch unauffindbar.

1640 (MILLINGEN, F.), Die Eroberung der Welt durch die Juden. Versuch nach Geschichte und Gegenwart von Major Osman Bey. „VII. Auflage“. Wiesbaden, Bechtold, 1875. 58 S. Orig.Broschur. (2) 120,Pfister 2276. – Frederick Millingen war der Sohn des bekannten Arztes Julius Michael Millingen (1800-1878), nahm nach seinem Eintritt in die türkische Armee den Namen Osman Bey an und publizierte nach seiner „griechischen Wendung“ unter dem Namen Alexis Andrejewitsch. – Sein wütendes antisemitsches Pamphlet erschien deutsch erstmals 1873 in Basel. Nachfolgende deutsche Ausgaben vor der vorliegenden sind nicht nachweisbar, also dürfte es sich bei der Auflagenangabe auf dem Titel um eine verkaufsfördernde Fiktion handeln. – Sehr selten.

1641 SEMIGOTHAISMEN. Allgemeines und Persönliches vom Semigothaismus. München, Kyffhäuser, 1914. Mit Portr. XVI, 399, 30 S., 1, 2 Bl. (Anzeigen). OLwd. – Buchblock gebrochen. (36) 80,1642 SLONKOWIC (NIECHROST), M., Synopsis grammaticae hebraicae. Krakau, Kupisz (für Nowodworski), 1651. Mit Holzschnitt auf dem Titel verso. 3 Bl., 85 (recte 82) S., 4 Bl. Pp. vom Anfang des 20. Jhdts. (Bezug an Kapitalen und Gelenken teilw. abgeplatzt, wenig berieben und bestoßen). (30) 300,-


Kulturgeschichte · Kostüme – Mode – Uniformen

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Erste Ausgabe. – Estreicher XXVIII, 253. Fürst III, 346. – Mit dem Untertitel: „Commune praeceptum Rabbinorum“. – Zu Beginn mit großem braunen Fleck. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Selten, über den KVK in Deutschland nur ein Exemplar in Göttingen nachweisbar.

Kostüme – Mode – Uniformen 1643 BAYERN – ADELMANN, L., Bayerische Trachten. Unterfranken. Würzburg, Polytechnischer Verein, 1858. 4°. Mit 15 (statt 18) kolor. lithogr. Tafeln. 1 Bl. Ohne Einband. (48) 400,Lipperheide Dfc 9. Müllner S. 19. – Vgl. Lentner 11272 (Ausgabe 1856). – Nicht bei Pfister. – Eine erste Folge mit Kostümen aus Unterfranken war bereits 1856 erschienen. – Es fehlen die Tafeln 3, 17 und 18. – Titel mit Randläsuren, Eckabriß, gebräunt und fleckig, Tafeln tls. mit minimalen Randläsuren und vor allem in den Rändern etw. gebräunt und wenig fleckig.

1644 CABASINO, S., Il figurino nel teatro italiano contemporaneo. Rom, Danesi, 1945. Mit 71 (39 mont. farb.) Tafeln (in Pag.) 2 nn., 107 num. Bl. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). – Nr. 384 von 1000 Ex. (Gesamtaufl.: 1060). – An den Rändern stärker gebräunt. (36) 150,1645 FERRARIUS, O., De re vestiaria libri septem. Quibus in hac nostra tertia editione accesserunt Analecta de re vestiaria, & Dissertatio de veterum lucernis sepulchralibus. 4 Tle. in 1 Bd. Padua, Frambotti, 1685. 4°. Mit gestoch. Titel, 22 (statt 24?) Kupfertafeln, gefalt. Schrifttafel und 30 Textkupfern. 5 Bl., 261 (recte 259) S., 4 Bl., 213 S., 6 Bl., 155, 39 S., 8 Bl. Läd. alte Interims-Pp. (22) 150,Vgl. Lipperheide Bc 3 und 7 (Ausg. 1654 bzw. 1670). – Über antike Kleidertrachten, eine Erwiderung auf „De re vestiaria veterum“ des Rubenius. – Die Kupfer zeigen alte Bekleidungsgegenstände. – Zur Anzahl der Kupfertafeln: Tle. I und II mit 5 Tafeln (röm. num. 1-4 und 22), Tl. III mit 17 Tafeln (1-5, 9, 12-13, 16-18, 29, A, C, D, F und G). – Buchblock gebrochen und gelockert. Tls. etw. gebräunt, fleckig und wasserrandig, teilw. mit hs. Marginalien. Unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

1646 HAMBURG – (JESSEN, H., Trachten aus AltHamburg. Hamburg, Berendsohn und Jowien, ca. 1855). Mit 49 kolor. lithogr. tls. getönten Tafeln. OLwd. (etw. berieben und bestoßen, Hintergelenk oben aufgeplatzt). (23) 400,-

Nr. 1645 Vgl. Lipperheide Dfl 9. Hiler 479. Colas 1547. – Die Tafeln mit Uniformen (29), Trachten und Kostümen aus Hamburg und Umgebung: Vierländer, Blankeneserinnen, Helgoländer, Torfbauer, Milchbauer, Briefträger, Apfelsinen- und Zitronenverkäufer u. a. – Jessens Tafeln erschienen erstmals 1843-47 unter dem Titel „Album Hamburgischer Costume“ von F. G. Buek sowie später unter dem vorliegenden Titel. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1647 ITALIEN – VENEDIG – BOSA, E., Soggetti pittoreschi e costumi di Venezia incisi all'acqua forte. Venedig, Selbstvlg., o. J. (1833/42). 4°. Titel und 24 Tafeln (alles radiert). Pp. d. Zt. mit grünem goldgepr. Ldr.-Deckelschild (Rücken in Leinen erneuert; fleckig, beschabt und bestoßen). (55) 1.000,Biblioteca italiana LXXVI, 264 (mit ausführlicher Beschreibung; datiert 1833 und nennt noch 2 Bl. Index). Lipperheide Jba 32. AKL XIII, 151. – Seltene Folge venezianischer Volkstypen in ihrer Tracht, teils auch mit karikierenden Zügen. – Mit der in anderen Exemplaren oft fehlenden (zensierten) Tafel 10. – Eugenio Bosa (1807-1875) war eigentlich Bildhauer, doch arbeitete er auch als Maler und Stecher. – Zusätzlich eingebunden ein lithographiertes Porträt des Autors, datiert 1842 (wie in einigen anderen Exemplaren auch, was auf eine Neuausgabe in diesem Jahr schließen läßt). – Die breiten Ränder mit durchgehendem Wasserfleck im unteren Bug, sonst nur wenig braunfleckig, die Darstellungen sehr sauber, fast fleckenlos. – Siehe Abbildung.


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Kulturgeschichte · Kostüme – Mode – Uniformen

Lipperheide Dfe 1. – Zweite Ausgabe des zuerst unter dem Titel „Nürnbergische Kleider Arten“ 1669 erschienenen Werks. Mit dem gestochenen Titel der Erstausgabe. Das Frontispiz mit Titel „Nürnbergische Trachten“ und kleiner Stadtansicht. Enthält vollständig 41 Kupfertafeln; Text mit 3 Blättern (wie vorliegend) vollständig. – Etw. braunfleckig.

1650 ÖSTERREICH – SCHEMA ALLER Uniform der Kaiserl. Königl. Kriegsvölkern. Wien, Artaria, 1783. Mit gestoch. Titel und 131 (statt 135?) kolor. Kupfertafeln. 13 Bl. (typographische Zwischentitel). Mod. Hpgt. (127) 800,De Ridder 9 (nennt 128 Tafeln). Colas 2657. Lipperheide 2227 (beide 135 Tafeln). – Seltenes Uniformwerk mit kolor. und sauber von zeitgenössischer Hand bezeichneten Darstellungen der Kavallerie, Infanterie, Artillerie deutscher, ungarischer, italienischer und holländischer Regimenter. – Das Erscheinen dieser Uniformsammlung des österreichischen Heeres begann 1783 und wurde bis ca. 1792 laufend aktualisiert. Aus diesem Grund weisen fast alle Exemplare unterschiedliche Kollationen auf, das umfangreichste von Vinet (2169) beschriebene Exemplar nennt 142 Tafeln. – Gestoch. Titel, Zwischentitel und einige Tafeln neu angefalzt. Die ersten 7 Tafeln und 2 Zwischentitel unten mit schmalem Ausschnitt. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, wenige Tafeln mit schwachen Farbverwischungen. – Siehe Abbildung Tafel 25. Nr. 1647 Rare series of Venetian people in their national costume, partly also with caricaturing features. – Additionally boundin a lithographic portrait of the author. – Wide margins with waterstain throughout at lower joint, otherwise only minimally brown-stained, illustrations very clean, almost immaculate. – Contemporary cardboard with green gilt stamped calf cover label (re-spined in cloth; soiled, scratched and scuffed). – See illustration.

1648 MONITEUR DE LA MODE, LE. Journal du grand monde. 1 Jg. der Reihe in 1 Bd. Paris, Goubaud, 1880. 4°. Mit 52 (2 doppelblattgr., 51 kolor.) Stahlstich-Tafeln und kolor. Tafel. 623 S. (11 S. zwischengeb.). Hldr. d. Zt. (Rücken etw. berieben, bestoßen). (67) 300,Lipperheide Zb 79. Colas 2126. – Die damals führende französische Modezeitschrift in fortlaufender Reihe mit dekorativen Modedarstellungen in kräftigem Originalkolorit. – Titel gestempelt, die Falze der Tafeln alle geglättet, gering fleckig. – Aus der Hofbibliothek Donaueschingen.

1649 NÜRNBERGISCHES verändert- und unverändertes Trachten-Buch. O. O., Dr. und J. (Nürnberg, Kramer, ca. 1680). Qu.-4°. Fragment mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel und 11 Kupfertafeln von J. H. Schollenberger. Spätere Brosch. (Rücken erneuert; berieben). (115) 200,-

Rare work on uniforms with coloured illustrations, neatly described by contemporary hand, of the cavalry, infantry, artillery of German, Hungarian, Italian and Dutch regiments. – Engraved title, inserted title and some plates newly mounted at joint. The first 7 plates and 2 inserted titles with small cut-out at bottom. Slightly browned, partly a little soiled, colour of a few plates somewhat blurred. – Half vellum of the 20th century. – See illustration on plate 25.

1651 PAUKER, JULIANE, Neuestes Musterbuch von 102 ausgezeichnet schönen Strick-MusterTouren. Mischaufl. 3 Hefte in 1 Bd. Regensburg und Augsburg, Pustet und Kollmann, 1835-37. Mit 24 lithogr. Mustern auf 3 gefalt. Tafeln. 140, IV S., 1 Bl., II S., S. (5)-144, 1 Bl., II, 114 S. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (11) 300,Nicht bei Lipperheide. – Sammlung mit genauen Angaben zu zahlreichen Strickmustern, die teils so poetische Bezeichnungen wie „Sternschnuppentour, Himmelsleitertour, der Allee Anfang, die gesäete Erbsenlöchertour, Fischschuppentour“ tragen. Unter den Strickmustern finden sich Anleitungen zu mehreren Kinderjäckchen und -häubchen sowie eine im Biedermeier so beliebte Herren-Nachtmütze u. v. m. – Laut GV erschien Heft I erstmals 1830, Heft II 1833 und Heft III 1835. – Die originalen Verlagsangaben (Regensburg, Pustet, 1837-35) sind in den ersten beiden Heften überklebt. Beim dritten Heft handelt es sich entweder um die erste Ausgabe oder um eine Titelauflage. – Tafeln mit starken Knitter- und Faltspuren; insgesamt starke Alters- und Gebrauchsspuren.

1652 PINELLI, B., Raccolta di cento costumi antichi. Bd. I (alles Erschienene). Rom, Fabri, o. J. (1809). Qu.-Fol. Mit rad. Titel und 52 Radierungen. 1 Bl. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren. (55) 250,-


Kulturgeschichte · Linguistik – Lexika

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Erste Ausgabe. – MNE II, 117. Hiler 712. Colas 2371. – Vgl. Lipperheide Ba 18. – Vorlage für die Oktav-Ausgabe, die 1830 mit 100 Radierungen erschien. – Schöne Folge mit antiken Trachtendarstellungen. – Tls. gebräunt und stärker fleckig.

1657 (BELIGATTI, C.), Alphabetum Brammhanicum seu Indostanum universitatis Kasí. Rom, Sacra Congregatio de Propaganda Fide, 1771. Mit Druckermarke auf dem Titel. XX, 152 S. Mod. Hldr. (139) 300,-

1653 „RÜCKERINNERUNG an das Extrapostreisen“ (Deckeltitel). Würzburg, Bonitas-Bauer, o. J. (1857). 4°. 8 kolor. lithogr. Tafeln von L. Schamer. Ohne Einband, läd. Deckel der illustr. Orig.Brosch. beiliegend. (48) 800,-

Erste Ausgabe. – Birell-G. 12. De Gubernatis 316. Streit VI, 155, 5. Smitskamp 206: „A specimen of the Sanskrit language and script as it is used in the University of Kasí or Benares, in the Indian province of Bihar.“ – Der Kapuziner Cassiano Beligatti (1708-1781) gehörte der Missionsexpedition an, die Grazio della Penna 1738 nach Tibet führte. – Tls. stark gebräunt, Titel mit gelöschtem Stempel.

Sehr seltene Folge mit Darstellungen von Postillons aus Baden, Bayern, Hannover, Österreich, Preußen, Sachsen und Württemberg sowie derjenigen der Fürsten von Thurn und Taxis in ihren Uniformen. – Nicht über den KVK und im GV nachweisbar. – Kräftiges, sauberes Kolorit. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, Ränder tls. ein wenig berieben.

1654 (VERMEIL, F.-M.), Memoire pour les coëffeurs de Dames de Paris. Contre la communauté des maîtres barbiers-perruquiers, baigneurs, etuvistes. Paris, Knapen & Delaguette, 1769. 4°. 15 S. Mod. Hpgt. (19) 250,Über den KVK weltweit nur 2 Exemplare nachweisbar. – Juristische Überlegungen über den Berufsstand und die Arbeit der Friseure in Paris, verfaßt von dem Anwalt François-Michel Vermeil, geb. in der Nähe von Bourges 1730, gest. in Paris 1810. – Am Ende unterzeichnet von dem General-Advokaten Joly de Fleury und dem Staatsanwalt Bigot de la Boissiere. – Etw. gebräunt und fleckig.

Linguistik – Lexika 1655 ALBERTI (DI VILLANOVA), F. DE, Grand dictionnaire françois-italien. – Grande dizionario italiano-francese. Troisième édition italienne. 2 Bde. Bassano, Remondini, 1811. 4°. XVI, 787; XX, 724 S. Pgt. d. Zt. (stärker fleckig, etw. bestoßen). – Vgl. Vater 187. Zaunmüller 208. – Gebräunt, fleckig; bei Bd. I Block von der Decke tls. gelöst. (55) 100,1656 ALLGEMEINE REALENCYCLOPÄDIE oder Conversationslexicon für das katholische Deutschland. Hrsg. von W. Binder. Regensburg, Manz, 1846-50. 10 Bde. und 2 Supplemente in 12 Bdn. (Ohne den Tafelbd.). Mit 12 StahlstichPortrs. Hldr. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Seemann 4. – Tls. stockfl., Vorsatz von Bd. I gestempelt und mit Schenkungsvermerk. (78) 100,-

1658 (BÖHTLINGK, O., UND R. ROTH, SanskritWörterbuch hrsg. von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften). 7 in 6 Bdn. (St. Petersburg und Leipzig 1855)-75. 4°. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (stärkere Gebrauchsspuren). (13) 300,Erste Ausgabe. – Zaunmüller 335. – Das Hauptwerk des bedeutenden Indologen Otto Nikolaus von Böthlingk (1815-1904). „Zu jenem großen Unternehmen, dem sogen. 'Großen Petersburger Wörterbuch', lieferten ihm nicht nur der auf dem Titelblatt mitgenannte R. Roth, sondern auch Aufrecht, Stenzler, A. Weber, Whitney wertvolle Beiträge. Das Werk bildet wohl noch auf Jahrzehnte hinaus nicht nur eine unentbehrliche Grundlage für die indische Philologie, sondern auch ein wertvolles Hilfsmittel für die vergleichende Sprachwissenschaft“ (NDB II, 396). – Bd. I ohne Titelei. – Wasserrandig, stärker gebräunt und stark fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

1659 BYTHNER, V., Lyra prophetica Davidis regis: Sive analysis critico-practica psalmorum, addita est brevis institutio linguae Hebraeae & Chaldaeae. 3 Tle. in 1 Bd. Zürich, Bodmer, (1684)-85. 4°. Mit gefalt. Tabelle. 4 Bl., 592, 160, 69 (recte 96) S. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (30) 300,Estreicher XIII, 489 und 488 (Tl. III separat). – Vgl. Lowndes 341: „A most valuable help to the critical and grammatical study of the book of Psalms, admirably well calculated for a learner of the Hebrew language.“ – Bythner (1605-1670) wurde in Polen geboren, studierte in Groningen und war seit 1635 Hebräischlehrer in Oxford. Sein öfter aufgelegtes Lehrbuch enthält einen theologischen Kommentar, eine Grammatik und ein Wörterbuch zu den Psalmen. – Vorsatz und Titel (auch verso) mit umfangreichen hs. Eintragungen, Federproben und Besitzvermerken. Die Falttabelle innen etw. eingerissen. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1660 CARDINALI, F., Nuovo dizionario della lingua italiana. Neapel, Tipografia dell'Ateneo, 1829. 4°. 4 Bl., 1111 S. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig, etw. bestoßen, kleinere Einrisse an den Kanten und Gelenken). (55) 100,Eine der zahlreichen Wörterbucheditionen des italienischen Latinisten (1776-1861), gedrängt, doch von bemerkenswerter Fülle. – Gebräunt, leicht fleckig.


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1664 HARLES, TH. CH., Introductio in historiam linguae Latinae. Editio altera multo auctior et emendatior. Bremen, Förster, 1773. 10 Bl., 278 (recte 276) S., 26 Bl. Hpgt. d. Zt. (wenig berieben und bestoßen). (8) 80,Vater 217 (gibt Jena als Erscheinungsort an). – Die erste Ausgabe war 1764 in Jena erschienen. – Ohne den vorderen fliegenden Vorsatz. – Etw. gebräunt, stark fleckig.

1665 ISELIN, J. CH., Neu-vermehrtes Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon. 4 Bde. Basel, Brandmüller, 1726-27. Fol. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (tls. starke Gebrauchsspuren). (27) 500,Erste Ausgabe. – Zischka 4: „Ein ungemein reichhaltiges Werk; namentlich für die Biographie, Genealogie und Topographie sehr ergiebig.“ – 1742-44 erschienen noch zwei Supplemente. – Vorsätze von Bd. IV mit Aus- bzw. Einschnitten; teilw. wurmstichig, leicht gebräunt, etw. fleckig und wasserrandig. – Nicht kollationiert. – Ohne Rückgaberecht.

1666 LEXIKON DES MITTELALTERS. 10 Bde. München und Zürich 1980-99. OLwd. (Gebrauchsspuren). (44) 150,Nr. 1667

1661 ENCYCLOPÄDISCHES WÖRTERBUCH der medicinischen Wissenschaften. 37 Bde. Berlin, Boike, 1828-49. Pp. d. Zt. mit Rsch. (tls. starke Gebrauchsspuren). (26) 300,Wellcome II, 523. Zischka 204. – Stellenw. etw. fleckig. – Exlibris „Dr. Kuh“. – Ohne Rückgaberecht.

1662 FRANCIOSINI, L., Vocabolario español, e italiano. Aora nuevamente sacado a luz, y compuesto. Bd. II (von II). Rom, Rufineli und Manni, 1620. 4 Bl., 784 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken leicht oxydiert, etw. beschabt und bestoßen). (118) 80,Erste Ausgabe. – Vgl. STC 359 (Ausg. Rom 1638). – Nicht bei Vater und Zaunmüller. – Titel mit Rasur; tls. wasserrandig, vereinzelt stärker gebräunt, wenig fleckig.

1663 GLASSIUS, S., Philologiae sacrae libri quinque. Ed. sexta. Frankfurt und Leipzig, Fleischer, 1691. 4°. Mit gestoch. Portr. 39 Bl., 1495 S., 67 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Deckel aufgebogen, etw. fleckig). (143) 250,Vgl. Wetzer-W. VI, 612: „Sein Hauptwerk, eine Art von biblisch-philologischer Encyklopädie, in welcher namentlich der Einfluß des hebräischen Genius auf die Diction des Alten wie des Neuen Testaments klar gestellt wird. Dieses Buch nennt Mosheim ein unsterbliches Werk.“ – Fliegender Vorsatz mit bibliographischer Notiz von alter Hand in Tinte. – Beiliegt ein „Breviarium monasticum“ in 2 Bdn., Einsiedeln 1743.

1667 (MAUPERTUIS, P.-L. M. DE), Reflexions philosophiques sur l'origine des langues et la signification des mots. O. O., Dr. und J. (1748). 47 S. Geglättetes Kalbldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und Stehkantenvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 15.000,In nur 12 Exemplaren erschienener Privatdruck für Freunde. – Brunet III, 1543. Cioranescu 43882. Malmberg, Histoire de la linguistique, 213: „Son principal ouvrage.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig, breitrandig. BEIGEB.: (DERS.), Anecdotes physiques et morales. O. O., Dr. und J. (1738). 36 S. – Cioranescu 43852. Quérard V, 641. Lalande 407: „Il est beaucoup plus rare: c'est une critique du degré de Laponie, avec des plaisanteries sur Maupertuis; l'on y rapporte des chansons qu'on lui attribuait, est l'on y répond à un écrit de Celsius contre Cassini.“ – In der vierbändigen Werkausgabe nicht enthalten. – Dokument der Fehde zwischen Cassini und Maupertuis. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Private print published only in 12 copies for friends. – Slightly browned, hardly soiled, wide-margined. – Contemporary polished calf with spine label, gilt back and gilt outside edges (some rubbing and scuffing). – See illustration.

1668 QUATREMERE DE QUINCY, (A. CH.), Dizionario storico di architettura. Prima traduzione italiana. 2 Bde. Mantua, Negretti, 1842-44. 4°. XII, 726 S.; 2 Bl., 700 S. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig, etw. bestoßen). (55) 250,Erste italienische Ausgabe. – Pollen 1670/71. – Vgl. Zischka 120. – Für den italienischen Rezipienten adaptiertes und erweitertes Sach- und Personenlexikon, basierend auf der 2. französischen Ausgabe des „Dictionnaire historique d'architecture“. – Gebräunt, tls. stockfl., Blöcke gelockert; Titel von Bd. I. mit 2 kleinen Fehlstellen (kein Textverlust), in Bd. II einige Quetschfalten und die S. 691/92 eingerissen.


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1669 SONNENFELS, A. VON, Lapis Lydius, seu institutiones Hebraicae linguae methodo aetiologica propositae. Wien, Trattner, 1757. Mit 2 gefalt. Tabellen. 16 Bl., 791 S. Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (112) 200,Giese 307. Wurzbach XXXV, 332. – Zweite erweiterte Ausgabe. – Aloys Ritter von Sonnenfels (ursprünglich Lipmann Perlin; Konversion 1735; geadelt 1746) war Orientalist und unterrichtete in Eisenstadt und Nikolsburg. Er war der Vater von Joseph von Sonnenfels, dem bedeutenden Juristen und Vertreter der josephinischen Aufklärung. – Fleckig.

1670 VOCABOLARIO universale italiano. 7 Bde. Neapel, Tramater, 1829-40. 4°. Ldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). – Erste Ausgabe. – Zaunmüller 207. – Etw. gebräunt, fleckig. (55) 200,1671 SAMMLUNG – Wörterbücher und Grammatiken. 13 Werke in 13 Bdn. 1670-1867. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (78) 200,-

Nr. 1672

Zum Dänischen (Müller, Neues Dänisch-Deutsches Wörterbuch, 1800), Deutschen (Hoffmann, Fremdwörterbuch, 12. Aufl., 1867), Englischen (Fick, Englische Sprachlehre, 15. Ausg., 1826), Griechischen (Niz, Kleines griechisches Wörterbuch in etymologischer Ordnung, 1822), Hebräischen (Gesenius, Handwörterbuch, 4. Aufl., 1834) und Lateinischen (Wagner, Universae phraseologiae Latinae corpus, 1774). – Und anderes mehr.

1673 BOMMEL, VAN, Essai sur la Maniére de former une Troupe à cheval. 2 in 1 Bd. München, Lentner, 1800. 2 Bl., 178 S., 1, 1 Bl., 141 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (2) 150,-

Militaria

1674 GRANDMAISON, (TH. A. LE ROY) DE, La petite guerre ou traité du service des troupes légères en campagne. 2 Bde. O. O. und Dr., 1756. 6 Bl., 202 S.; 2 Bl., S. (203)-417, 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (etw. berieben und wenig bestoßen). (2) 150,-

1672 BELLUZZI, G. B., Nuova inventione di fabricare fortezze di varie forme. Venedig, R. Meietti, 1598. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und vielen Textholzschnitten. 2 Bl., 116 S. Mod. Ldr. (55) 3.000,Jähns 802-03. Cockle 794. Marini 42-44. Breman 28: „One of the most beautiful but also one of the most elusive of early Italian fortification books. Only part of the book is actually by Belluzzi, somewhat carelessly edited out of miscellaneous papers dealing with various aspects of his practice as a military engineer, mostly in the period between 1537 and 1550. Other texts are by Antonio Melloni. The 19 full-page cuts form an atlas of measured plans and maps of existing fortifications in the coastal towns of Britanny, Normandy, the mouth of the Seine and Pas-de-Calais. Pages 36-42 describe and illustrate (with exceptionally handsome large woodcuts) a number of measuring instruments – more for the artillery than for mensuration proper.“ – Titel mit Besitzerstempel eines Kardinals, fleckig, einige alte Anmerkungen. – Siehe Abbildung. Title with ownership stamp of a cardinal, soiled, some contemporary annotations. – Modern calf. – See illustration.

Erste Ausgabe. – Vgl. Hamberger-M. XXXII/1, 323 (deutsche EA 1802). – Dekorativ gebunden.

Erste Ausgabe. – Pohler III, 650. Jähns 2712: „Eine verständige Arbeit, die auch Selbsterlebtes wiederspiegelt. Friedrich II legte Wert auf sie.“ – Wenig fleckig. – Hübsch gebunden.

1675 HÜTZ, J., UND J. (M.) SCHMÖLZL, Versuch eines Handbuchs für die königl. bayerische Artillerie. München, Franz, 1847. Mit 12 lithogr. Tafeln. XXIV, 650 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieben und bestoßen. (2) 150,Erste Ausgabe. – ADB XXXII, 62. – Umfangreiches Handbuch über alle Belange der Artillerie. – Titel mit Klebe- und Papierresten, gering gebräunt, etw. fleckig.

1676 INSTRUCTION, die der König ausfertigen lassen, um vorläufig das Exercitium Seiner Infanterie darnach einzurichten. Straßburg, Levrault, 1775. Mit 26 gefalt. Kupfertafeln. 3 Bl., 208 S., 27 Bl. Ldr. d. Zt. mit Vg. in Pp.-Schuber d. Zt. (Rücken lichtrandig, Kanten etw. berieben). – Gering gebräunt und fleckig. (2) 120,-


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1677 JENEY, (L. M.) DE, Le partisan ou l'art de faire la petite-guerre. Den Haag, Constapel, 1759. Mit 7 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 176, 16 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (etw. berieben). (2) 100,Erste Ausgabe. – Pohler III, 650. Jähns 2712. – Wenig fleckig. – Hübsches Bändchen.

1678 JUSTIN, K. F. VON, Erster Feldzug der kaiserlich-königlichen, und königl. Preusischen, auch Hessen-Casselschen Armeen wider Frankreich vom Jahr 1792. Regensburg, o. Dr., 1793. 128 S. Pp. d. Zt. (Rückenbezug tls. abgeplatzt, lichtrandig, leicht berieben und bestoßen). (2) 250,Erste Ausgabe. – Nicht bei Pohler. – Leicht gebräunt, gering fleckig. – Beiliegend Adresse und Widmungsschreiben des Verfassers an den späteren bayerischen König Maximilian I. Joseph.

1679 (KARL THEODOR, KURFÜRST VON PFALZ-BAYERN), Kriegs-Reglement vor Dero sämtliche Infanterie von dem Jahr 1778. (Mannheim, Hof- und Akademie-Buchdruckerei, 1778). 3 Tle. in 2 Bdn. Mit gestoch. Titel und 24 gefalt. Kupfertafeln. 323 S., 2 Bl.; 219 S., 3 Bl., 151 S., 4 Bl. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und Rvg. (tls. stärker beschabt). (2) 120,Erste Ausgabe. – Pohler III, 460. Veitenheimer 659. – Gering gebräunt, fast fleckenfrei. – Dekorativ gebunden.

1680 (KERN, G.), Kriegsgeschichte sämmtlicher im Bezirke des königlichen bayerischen zweiten Armee-Divisions-Commandos befindliche Städte, Festungen und Schlösser. 3 in 2 Bdn. Nürnberg, Stein, 1833. Mit 14 gefalt. gestoch. Plänen und 5 (1 grenzkolor.) gefalt. Kupferstichkarten. XVI, 236 S., 1 Bl.; IV, 190 S., 1 Bl.; X, 163 S. Pp. d. Zt. mit Rvg. (Deckel gering gewölbt und leicht fleckig). (2) 250,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. II, 12499. – Mit Befestigungsplänen von Cham, Donauwörth, Ingolstadt, Lauingen, Memmingen, Neuburg, Nördlingen, Regensburg, Straubing und Wülzburg. – Stellenw. etw. fleckig. – Mit Begleitschreiben des Verfassers an Herzog Wilhelm in Bayern. – Hübsch gebunden.

1681 KOCZICZKA, F., Die Winter-Campagne des Graf Schlik'schen Armeekorps 1848-1849. Olmütz, Skarnitzl, 1850. Mit lithogr. Portr. und gefalt. lithogr. Karte. 313 S. Roter Samt mit vg. Wappensupralibros auf beiden Deckeln (lichtrandig, leicht bestoßen). (2) 80,Erste Ausgabe. – Franz Heinrich Schlick (1789-1862) übernahm 1848 das Kommando über das Armeekorps, das gegen die Aufstände in Ungarn vorging (vgl. ADB XXXI, 492). – Die Karte zeigt das Operationsfeld im Gebiet Nordungarns und der Slowakei. – Leicht gebräunt, etw. fleckig. – Hübsch gebunden.

1682 KRIEGS-TAGE DER BAIERN. Ein kriegsgeschichtlicher National-Calender. München, Lindauer, 1825. 1 Bl., 117 S. (doppelt vergeben). Orig.Brosch. (leicht eingerissen und fleckig.) (2) 80,Erste Ausgabe. – Pfister I, 4159. – Bayerischer Kriegskalender mit Angabe der Kriegsorte, Verbündeten, Oberbefehlshaber, bayerischen Befehlshaber und Gegner. – Leicht gebräunt und fleckig.

1683 LOYS DE BOCHAT, (C. G. DE), Ouvrages pour et contre les services militaires étrangers. 3 in 2 Bdn. Lausanne und Genf, Bousquet, 1738. XXII, 177 S.; 1 Bl., 230 S., 1 Bl., 210 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken von Bd. I mit kleinem Wurmgang, beschabt und bestoßen). (2) 150,Erste Ausgabe. – Pohler III, 428. Hoefer V, 308 (dat. 1739). – Der zweite Band anfangs gering wasserrandig.

1684 MEMOIRES des expeditions militaires qui sont faites en Allemagne, en Hollande & ailleurs, depuis le Traité d'Aix-la-Chapelle, jusqu'à celui de Nimégue. Par un Officier de distinction. 2 Bde. Amsterdam, Changuion, 1734. 7 Bl., 375 S.; 1 Bl., 374 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (tls. mit Wurmspuren). (2) 150,Pohler I, 494. – Nachdruck der im selben Jahr in Paris erschienenen Publikation zum Krieg Ludwigs XIV. und seiner Verbündeten gegen Holland. – Minimal gebräunt. – Dekorativ gebunden.

1685 (MORITZ) VON SACHSEN, Memoires sur l'infanterie ou traité des légions. Den Haag, „Aux Depens de la Compagnie“, 1753. Mit 3 gefalt. Tabellen. 96 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (tls. mit Wurmfraß, etw. fleckig). – Erste Ausgabe. – Leicht gebräunt und fleckig (2) 120,1686 – Les rêveries ou mémoires sur l'art de la guerre. (Publ.) par de Bonneville. Den Haag, Gosse, 1756. Fol. Mit Titelvign., 23 Kopfvign. und 20 Schlußvign. (alles gestoch.) sowie 40 (18 doppelblattgr., 4 gefalt.) Kupfertafeln. XII, 228 S., 2 Bl. Spät. Hldr. (hinterer Deckel tls. vom Buchblock gelöst, Gebrauchsspuren). (36) 300,Erste Ausgabe, gleichzeitig mit einer Oktav-Ausgabe ohne Kupfer erschienen, ohne das 15-seitige Supplement von 1758. – Jordan 2618 (nennt noch ein Porträt). Jähns I, 1502. – Moritz, ein natürlicher Sohn Augusts des Starken, Marschall von Frankreich und „einer der bedeutendsten Feldherrn des 18. Jdts.“ (NDB), leistete mit seinen bereits 1732 niedergeschriebenen „Rêveries“ einen wesentlichen Beitrag zur Kriegswissenschaft. Kaum einer vor ihm hatte „das Kriegswesen so unter dem psychologischen Gesichtspunkt angeschaut wie Moritz“ (Jähns). – „Die Rêveries des Marschalls entsprechen ihrem Titel durchaus. Unter all den individuellen Arbeiten über Kriegskunst sind sie die individuellste. Es sind Einfälle eines wohlmeinenden, vielgewandten großen Herrn, der früh an breite Auffassung des


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Lebens gewöhnt, sich eine Unbefangenheit des Urteils bewahrt hat, die sich oft zur Naivetät steigert und sich auf das Ungezwungenste 'cavalièrement' äußert. Dazu kommt, daß diese Unbefangenheit durch keinerlei Gelehrsamkeit behelligt wird. Der Mann, der sich hier oft so klug, so frei, so großdenkend gibt, hat sich sein Lebtag mehr um schöne Weiber und gute Jagd gekümmert als um ernste Studien, wenn er auch hie und da einmal einen Anlauf zu diesen nahm. Nichtsdestoweniger oder vielleicht deswegen ist sein Buch so fesselnd“ (Jähns II, 1502). – Unbeschnitten, stärker gebräunt und fleckig.

1687 MÜLLER, L., Versuch über die Verschanzungskunst auf Winterpostirungen. Potsdam, Sommer für den Verfasser, 1782. Mit gestoch. Titelvign. und 15 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 304 S., 15, 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (wenig bestoßen). (2) 250,Erste Ausgabe. – Jordan 2649. Pohler III, 712. Jähns 2740: „Zu den bedeutendsten Werken der Zeit gehört der 'Versuch über die Verschanzungskunst auf Winterpostirungen'.“ – Die Falttafeln sind an die entsprechenden Erläuterungsblätter montiert. – Dekoratives Exemplar.

1688 MÜNICH, F., Geschichte des königlich bayerischen I. Chevaulegers-Regiments Kaiser Alexander von Rußland. Bd. I (alles Erschienene). München, Wolf, 1862. XVI, 195 S. Lwd. d. Zt. mit reicher Vg. (leicht berieben und bestoßen). (2) 150,Erste Ausgabe. – MNE II, 60. ADB XXIII, 13. – Beinhaltet auch „die Stämme des Regiments (1645-1682)“ und einen „Beitrag zur ältesten bayerischen Heeres-Geschichte von 1611-1682“. – Etw. gebräunt und fleckig. – DAZU: DERS., Geschichte der Entwicklung der bayerischen Armee seit zwei Jahrhunderten. München 1864.

1689 NOCKHERN VON SCHORN, (F.), Sistema generale di tutte le cognizioni militari e metodo chiaro e preciso per istudiare ordinamente la scienza della guerra e seguita dalle lezioni del Re di Prussia a' suoi aiutanti di campo sopra la tattica. Neapel, Miranda, 1825. 4°. Mit 7 großen Falttabellen. XIII (recte 23), 327 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (145) 300,Erste italienische Ausgabe. – Vgl. Jähns 1775 ff. – Nockhern von Schorn war Oberst im Dienste der niederländischen Generalstaaten, sein Werk erschien erstmals 1783 in französischer Sprache, eine deutsche Übersetzung folgte 1785. Zweck des Werkes war u. a. die Definition von Kriegswissenschaft und Kriegskunst. „Obgleich es durchwegs eine brauchbare Arbeit ist, so liegt ihr entscheidender Wert doch wesentlich in den mitgeteilten Definitionen. Die historischen Kenntnisse des Verfassers erscheinen nicht eben hervorragend; seine methodischen Tafeln, welche unwillkürlich an Savorgnanos Übersichten erinnern, verdienen aber alles Lob und auch ihre Erklärung ist verständig, ungesucht und natürlich“ (Jähns 1779). – Enthält im Anhang auch einen Beitrag über Militärtaktik vom König von Preußen. – S. 71/72 außen eingerissen, S. 247/248 oben mit Papierschaden. Leicht gebräunt, tls. stärker stockfleckig.

Nr. 1693

1690 OCHS, (A. L.) VON, Betrachtungen über die neuere Kriegskunst, über ihre Fortschritte und Veränderungen und über die wahrscheinlichen Folgen, welche für die Zukunft daraus entstehen werden. Kassel, Krieger, 1817. 227 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (leicht fleckig, wenig berieben und bestoßen). (2) 100,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. XIX, 5. – Von Ochs „gab eine geschichtlich-strategische Darstellung der Kriege seiner Zeit, vom nordamerikanischen bis zum Ende der napoleonischen, mit besonderer Berücksichtigung der Feldzüge, an denen er selbst Theil genommen hatte, und an die er Betrachtungen über die Veränderungen knüpfte, zu denen jene Kriege in Zukunft Veranlassung bieten würden“ (ADB XXIV, 130). – Gering gebräunt, fast fleckenfrei.

1691 POLYAENUS UND SEXTUS IULIUS FRONTINUS, Les ruses de guerre. Traduites du Grec en François, avec des Notes par D(om) G(uy) A(lexis) L(obineau) R(eligieux?) B(énédictin) D(e) L(a) Cour) D(e) S(aint) M(aur). 2 Bde. Paris, Ganeau, 1743. 12 Bl., 423 S.; 2 Bl., 402 S., 3 Bl., XI S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (tls. etw. beschabt und mit Wurmspuren). (2) 200,Schweiger 271. Hoefer XXXI, 421: „Très-estimée.“ – Vgl. Ebert 17687 (andere Ausg.): „Die Noten sind zum Theil kritisch.“ – Die französische Übersetzung der antiken Strategemata erschien erstmals 1739. – Wenig fleckig.


322

Kulturgeschichte · Militaria

1692 (PURKART, C. A. VON), Kriegserinnerungen für Bayern mit besonderer Beziehung auf die Kriegsepoche von 1790 bis 1815. Kempten, Dannheimer, 1829. 4°. Mit lithogr. Frontisp. 1 Bl., XXXVIII, LII S., 1 Bl., 102 S. Orig.-Brosch. (eselsohrig, etw. fleckig). (2) 100,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. II, 12494 (dat. fälschlich 1815). Lentner 5694. Pfister I, 517. – Beinhaltet u. a. Statistiken über Schlachten, Belagerungen und Gefechte, Auszüge aus der Geschichte der Regimenter bis 1829 und eine Skizze des russischen Feldzuges zwischen 1812 und 1813. – Das Frontispiz mit dem Obelisken auf dem Münchner Karolinenplatz. – Ohne den auf dem Titel angegebenen Kriegskalender. – Unbeschnitten, tls. unaufgeschnitten, wenig gebräunt, etw. fleckig.

1693 REGAL, (M. L. VON), Reglement Uber ein Kayserliches Regiment zu Fuß. Neue verb. Aufl. Nürnberg, Lochner, 1739. 4°. Mit gestoch. Frontisp., 6 gefalt. Kupfertafeln und 2 gefalt. Tabellen. 5 Bl., 362 S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt, leicht aufgebogen). (2) 300,Dritte Ausgabe. – Vgl. Jähns 1670: „Die Arbeit ist sehr tüchtig. Zwar machte das Reglement großes Aufsehn und gewann geradezu halboffizielle Geltung; aber eben deshalb erregte es Neid und Unzufriedenheit.“ – Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

1694 REICHLIN-MELDEGG, (PH. A.) VON, Ueber die Anordnung und das Verhalten der Vorposten zunächst in Beziehung auf Feldstellungen. München, Hübschmann, 1817. XVI S., 12 Bl., 369 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Vg. (leichte Wurmspuren, beschabt und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Gering gebräunt, kaum fleckig. – Schön gebunden. (2) 120,1695 ROGNIAT, (J.), Considérations sur l'art de la guerre. Paris, Magimel, Anselin und Pochard, 1816. XI, 608 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt, bestoßen). – Vorsätze leimschattig, mehrf. gestempelt, etw. wellig und tls. gering gebräunt, vereinzelt stärker fleckig. (8) 120,1696 (SALDERN, F. C. VON), Taktische Grudsätze und Anweisungen zu militärischen Evolutionen. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1781. Mit gestoch. Titelvign. und 13 gefalt. Kupfertafeln. 6 Bl., 260 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (wenig bestoßen). (2) 250,Erste Ausgabe. – Pohler III, 641. Jähns 2529: „Man hat zuweilen die ganze Infanterietaktik der fridericianischen Spätzeit kurzweg als 'Saldernsche Taktik' bezeichnet.“ – Wenig fleckig. – Schön gebunden.

1697 (STEURER, [G.], Pläne zum Waffen-Unterricht der K. B. Infanterie.) (Deckeltitel). (München, Selbstvlg., um 1850). 32 gefalt. lithogr.

Tafeln. Lwd. d. Zt. mit Vg. (minimale Gebrauchsspuren). (2) 120,Erste Ausgabe. – Die Tafeln mit Abbildungen zu Verhaltensweisen der Offiziere mit dem Säbel, Aufstellung der Rekruten, Formierungen von Zügen, Märschen, Paraden und Kolonnen etc. – Leicht gebräunt und fleckig.

1698 SURIREY DE SAINT REMY, (P.), Mémoires d'artillerie. 2nde éd. 2 Bde. Paris, Rigaud, 1707. 4°. Mit Frontisp., 2 Titelvign., 6 Initialen, 6 Kopf- und 4 Schlußvign. (alles gestoch.), 10 gefalt. Tabellen und 193 tls gefalt. Kupfertafeln. 26 Bl., 394 S.; 4 Bl., 423 S. Restauriertes Ldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (55) 800,Dritte, zugleich zweite Pariser Ausgabe. – Riling 200. Marini 188. Jähns 1231. – Vgl. Scherrer 48. Libri rari 270 (andere Ausg.). – „Das Werk trägt den Charakter eines ganz ausführlichen Leitfadens und behandelt die geringsten Einzelheiten mit eingehender Sorgfalt und Genauigkeit, so daß es mit Recht als maßgebendes Handbuch für die artilleristische Technik zu großem Ansehen gelangte“ (Jähns). – Schlußvignette von Bd. I auf dem Kopf stehend gedruckt. – Die S. 147-150 in Bd. I am Schluß eingebunden. – Vorsätze erneuert, Frontispiz aufgezogen, vereinzelt mit Tintenflecken und Marginalien, leicht gebräunt und etw. fleckig.

1699 UNTERRICHT in den Waffen-Uebungen für die Landwehr-Infanterie des Königsreichs Bayern. München, Franz, 1835. Mit 6 gefalt. lithogr. Tafeln. 2 Bl., XIV, 335 S. Seide d. Zt. mit Vg. (Gebrauchsspuren). (2) 150,Erste Ausgabe. – Minimal gebräunt, leicht fleckig. – DAZU: UNTERRICHT in den Waffen-Uebungen für die Landwehr-Artillerie des Königreichs Bayern. München 1835. Mit gefalt. lithogr. Tafel. – UNTERRICHT in den WaffenUebungen für die Landwehr-Cavallerie. München 1835. Mit 6 gefalt. lithogr. Tafeln.

1700 VOGL, J. N., Kriegerbildung, oder: Sittliche und praktische Bildung der Unteroffiziere und Soldaten. München, Deschler, 1853. 435 S., 2 Bl. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (leicht berieben, etw. bestoßen). (2) 80,Erste Ausgabe. – Zum Autor: Wurzbach LI, 178 und ADB L, 167. – Kaum gebräunt, etw. fleckig.

1701 VORSCHRIFTEN für den Unterricht in den Waffenübungen der königlich-bayerischen Cavalerie. 2 Textbde. und 2 Tafelbde. München, Rösl, 1828. Mit 2 gefalt. gestoch. Titeln, 93 gefalt. Kupfertafeln und 7 gefalt. gestoch. Musikseiten. XV, 501 S., 1 Bl.; XIX, 360 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (tls. etw. aufgebogen und mit Wurmspuren, leicht berieben und bestoßen). (2) 400,Nicht bei Pohler, Pfister und Lentner (verzeichnet unter Nr. 5666 nur die Vorschriften für die Infanterie 1823). – Die Tafeln zeigen Fechtübungen, Ausrüstungsgegenstände, Teile der Pferde-Anatomie, schematische Formationspläne etc. – Textbde. tls. etw. gebräunt und fleckig, Tafelbde. gering gebräunt und fleckig.


Kulturgeschichte · Musik – Tanz – Theater – Film

1702 (XYLANDER, M. VON), Das Heer-Wesen der Staaten des deutschen Bundes. Augsburg, Kollmann, 1838. Mit gefalt. lithogr. Tabelle. VI S., 1 Bl., 541 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. lichtrandig und fleckig. (2) 120,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. II, 9032. – Umfassende Schrift über Formation, Bekleidung, Bewaffnung, Dienstzeit, Militär-Budgets etc. – Gering gebräunt, leicht fleckig. – DAZU: DASS., Supplementband. Augsburg 1846.

1703 – Das Heer-Wesen der Staaten des deutschen Bundes. 2., gänzlich umgearb., verm. und verb. Aufl. Augsburg, Kollmann, 1842. Mit gefalt. Tabelle. XVIII, XXXVIII, 756 S. Pp. d. Zt. mit Vg. (2) 150,Pohler III, 457. – Die erste Ausgabe wurde 1838 im Sedezformat veröffentlicht, zur zweiten Ausgabe kam 1847 noch ein Supplementband heraus. – Pohler schreibt das Werk Johann Ludwig von Xylander zu, vermutlich, da die Erstausgabe anonym erschienen war. – Vereinzelt wenig fleckig. – Schöner Romantiker-Einband mit reichen blindgepr. Voluten und Tiermotiven (Papageien, Eichhörnchen und Hunde), goldgepr. Deckel- und Rückenfileten sowie dreiseitigem Goldschnitt.

1704 XYLANDER, (M.) VON, UND (C. M.) VON ARETIN, Kriegs-Schriften, hrsg. von baierischen Offizieren. München, Thienemann, 1820-21. Hefte I und VII (von 9) in 2 Bdn. Mit 2 gefalt. lithogr. Tabellen und gefalt. lithogr. Karte. 1 Bl., 174; 133 S. Orig.-Brosch. (Alters- und Gebrauchsspuren). (2) 150,Erste Ausgabe. – Heft I hauptsächlich über Gottfried Heinrich Grafen von Pappenheim, Heft VII über die Einschließung und Belagerung von Thorn im Jahre 1813. –Der Plan zeigt die Angriffe auf die Festung Thorn. – Unbeschnitten, leicht gebräunt und fleckig.

Musik – Tanz – Theater – Film

323

Rebel etc. – Vorsätze mit Exlibris. – Das „fehlende“ Frontispiz im Bd. II ist eine Wiederholung desselben aus dem Bd. I, somit kann vermutet werden, daß Bd. II ohne Frontispiz konzipiert war, übrige Restbestände des Frontispizes von Bd. I wurden zu einzelnen Exemplaren von Bd. II mitausgeliefert. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

1706 (COQUEAU, C.-PH.), Entretiens sur l'état actuel de l'opéra de Paris. Amsterdam und Paris, Esprit, 1779. 174 S. Hldr. um 1920 (wenig berieben). (36) 150,Barbier II. 135. Eitner II, 45. RISM B VI/1, 235. Slg. Wolffheim II, 680, 3: „Gegen Gluck gerichtet.“ – Es folgte noch eine Fortsetzung (ohne Erscheinungsort und Jahr). – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris, gering gebräunt und stellenw. wenig fleckig.

1707 FICORONI, F., Dissertatio de larvis scenicis et figuris comicis antiquorum Romanorum ex Italica in Latinam linguam versa. Editio secunda auctior, et emendatior. Rom, Rotilio für Monaldini, 1754. 4°. Mit Titelvign., Kopfvign., Initiale (alles gestoch.) und 82 (statt 85; 1 gefalt.) Kupfertafeln. 6 Bl., 115 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig). (105) 400,Vinet 1825. Hiler 313. Rossetti 5008. Cicognara 1653: „Opera che in questa materia può ritenersi per la più classica e copiosa di quante l'hanno preceduta, e seguitata.“ – Die Tafeln zeigen Abbildungen grotesker Figuren, Masken, maskierter Darsteller der römischen Antike etc. Mit ausführlichen Erklärungen im Text. – Es fehlen die Tafeln 35, 40 und 44. Zusätzlich vorhanden eine nicht zum Werk gehörige Kupfertafel „Isis in achate anulari bicolori, Romae in Museo Alexandri Greg. Marchionis Apponii“, gezeichnet von A. D. Bertoli 1727, gestochen von G. G. Frezza. – Tls. gebräunt. Bei 2 Tafeln (43 und 85) ist der weibliche Schoß übermalt, bei Tafel 83 der Phallus rasiert: Ex. in usum Delphini aus dem Jesuitenkolleg Kalksburg mit Stempel auf dem Respektblatt und Bibliotheksmarke auf dem Spiegel. – Prächtige Brokatpapiervorsätze. – Siehe Abbildung Seite 326.

1708 GADE, N. W., Nordiske Tonebilleder. Fantasier for Pianoforte for fire Haender. Opus 4. Kopenhagen, Lose & Olsen [PN 2010], o. J. (1843). Fol. 1 Bl., 13 S. Mod. Hldr. (19) 200,Erste Ausgabe. – MGG IV, 1226. – Zur Gänze gestochen. – Unter Mitarbeit von Anna Nielsen. – Gering gebräunt, wenig fleckig.

1705 BALLARD, (J.-B.)-CH. (HRSG.), Tendresses bacchiques, ou duo et trio melez de petits airs, tendres et a boire, des meilleurs auteurs. 2 Bde. Paris, de Beauvais, 1712-18. Mit gestoch. Frontisp. (statt 2?) und vielen in den Text gedruckten Musiknoten. 7 Bl., 227 S.; 4 Bl., 231 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (19) 600,-

1709 IRIARTE, T. DE, La Música, poema. Madrid, Imprenta Real de la Gazeta, 1779. Mit gestoch. Frontisp. und 5 Kupfertafeln. 10 Bl., 126, XL S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (Rsch. beschädigt, leichte Gebrauchsspuren). (67) 300,-

Erste Ausgabe. – Cohen-R. 109 (nennt nur 1 Frontisp., aber irrtümlicherweise 3 Bde.). Wolffheim II, 2132 (2) (nur 1 Frontisp.). Eitner I, 318. RISM B II, 384. – Sammlung von Trinkliedern etc. von Bertin de la Doué, de Bousset, Brossard, Colasse, Destouches, La Barre, de La Tour, Rameau,

Erste Ausgabe. – Brunet V, 1511. MGG VI, 1403. Palau 121.147. RISM B VI, 429. – „Das Lehrgedicht 'La Música' rief in Europa und Amerika anhaltenden Enthusiasmus hervor. Die einzelnen Gesänge behandeln: I. Elemente der Musik, II. Ausdruck der Musik, III. Würde und Gebrauch


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Kulturgeschichte · Musik – Tanz – Theater – Film

Nr. 1705

Nr. 1709

der Musik, besonders der Kirchenmusik, IV. Gebrauch der Musik im Theater, V. Gebrauch der Musik im privaten Leben“ (MGG). – Die Tafeln dezent ankoloriert. – Titel gestempelt, S. 7/8 leichter Papierdurchbruch (ohne Textverlust), tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Nachdruck der Berliner EA im selben Jahr. – MGG VII, 954. – Nicht bei Hirsch und Wolffheim. – Titel mit hs. Besitzvermerk, mit Wurmspuren (leichter Buchstabenverlust), etw. gebräunt und fleckig. – NACHGEB.: DERS., Gedanken über die verschiedenen Lehrarten in der Komposition als Vorbereitung zur Fugenkenntniß. Wien, o. J. (1782). Mit gestoch. Titel. 31 S.

1710 KIRNBERGER, J. PH., Grundsätze des Generalbasses als erste Linien zur Composition. Hamburg, Boehme, o. J. (1781). 4°. Mit gestoch. Titel. 1 Bl., VI, 88, 13, 18, 15 S. gestoch. Noten. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (36) 300,Nachdruck der Berliner EA im selben Jahr. – MGG VII, 953. Eitner V, 374. –Nicht bei Hirsch und Wolffheim. – Nach der „Kunst des reinen Satzes“ Kirnbergers zweites Hauptwerk. Beide Male „beruft sich der Theoretiker Kirnberger auf den Unterricht bei J. S. Bach“ (MGG). Wiener und Hamburger Nachdrucke belegen den Erfolg des Werkes. – Vorsätze mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, mehrf. gestempelt, vereinzelt wenig fleckig. – Aus der Bibliothek des Musikwissenschaftlers und Komponisten Johannes Brockt.

1711 – DASS. Wien, Verlag der K.K. priv. chemischen Druckerey, o. J. (1781). 4°. Mit gestoch. Titel. 2 Bl., 88 S., gestoch. Zwischentitel, 13, 18, 15 S. gestoch. Noten. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (12) 300,-

1712 LEOPOLD I. – SBARRA, F., La contesa dell'aria, e dell'acqua. Festa à cavallo rappresentata nell'augustissime nozze ... dell'imperatore Leopoldo e dell'infanta Margherita delle Spagne. – Arie per il balletto à cavallo, nella festa rappresentata per le gloriosissime nozze. 2 in 1 Bd. Wien, Cosmerovius, 1667. Fol. Mit 28 (statt 30; 7 gefalt.) Kupfertafeln. 20, 6 nn. Bl. Läd. BuntpapierBrosch. d. Zt. (132) 2.000,Erste Ausgabe (gleichzeitig mit einer deutschen Fassung erschienen). – Cicognara 1466. Mayer, Wien I, 253. Fétis VII, 473. Vinet 670. Palau 303.404. Eitner I, 480 (Bertali) und IX, 33 (Schmelzer). RISM S 1660. Brandt, German and Dutch Theatre 1600-1848, Nr. 27. – Vgl. Lipperheide Sc 8 (inkomplett). Ornamentstichslg. Berlin 2850 (beide die deutsche Ausgabe). – Anläßlich der Vermählung von Kaiser Leopold mit der spanischen Infantin Margaretha Theresa von Spanien aufgeführtes Reiterballett (festa a cavallo), das an den europäischen Höfen nicht zuletzt durch die vorliegende Publikation bekannt gemacht wurde. Damit begann


Kulturgeschichte · Musik – Tanz – Theater – Film

die große Ära barocker Reiterballette am Wiener Hof. Die Musik schrieben Antonio Bertali (1605-1669) und Johann Heinrich Schmelzer (um 1623-1680). Die mehrere Stunden dauernde Veranstaltung, die den Kampf der Elemente zum Thema hatte, fand am 24. Januar 1667 statt, also mitten im Winter unter freiem Himmel im Innenhof der Wiener Hofburg, und bediente sich des größten denkbaren Pomps. Die Darstellungen von verschiedenen Stechern (darunter G. Bouttats und F. vanden Stein) zeigen neben den Formationen des Reiterballetts u. a. aufwendige Prunkwagen, Schiffe, eine Meeresszene mit Neptun und eine Grotte. – Die „Arie“ mit dem Notendruck der Musik von Schmelzer. – Die große Kupfertafel mit der Gesamtansicht des Burghofes von J. Ossenbeck lose beiliegend (mit Falzeinrissen und -bräunung). – Es fehlen zwei gefaltete Tafeln (darunter eine große mit der Darstellung eines Segelschiffs). – Eine Falttafel mit hinterlegtem Durchriß und Ausbrüchen, die übrigen tls. mit kleinen Randläsuren; Tafeln und Text stellenw. fleckig und wasserrandig. – Siehe Abbildung. First edition (published at the same time with a German version). – Riding ballet (festa a cavallo) performed on the occasion of the wedding of Emperor Leopold with the Spanish infanta Margaretha Theresa of Spain; the present publication helped to make this ballet known at the European courts. – Lacks two folded plates (among them a large one illustrating a sailing ship). – One folding plate torn in two and backed, also with some breaks, the other plates partly with small marginal damages; plates and text here and there soiled and waterstained. – Contemporary damaged wrappers of coloured paper. – See illustration.

1713 LULLY – (SENECE, A. BAUDERON DE), Lettre de Clement Marot, a Monsieur de ***. Touchant ce qui s'est paßé à l'arrivée de Jean Baptiste de Lulli, aux Champs Elisées. Köln, Marteau, 1688. 12°. 119 S. Läd. Ldr. d. Zt. (19) 600,Erste Ausgabe. – Barbier II, 1172. Cioranescu 10344. Weller, Druckorte II, 45 (kennt wie das VD 17 den richtigen Druckort nicht; es dürfte sich um einen Pariser Druck handeln). Eitner VI, 244 und IX, 139. Hirsch I, 248, 47. RISM B VI1, 126 (nur 1 Ex. in Deutschland). Wolffheim II, 547: „C'est un petit pamphlet que l'auteur, Antoine de Sénecé, publia sous le voile de l'anonyme, après la mort de Lully ... Sénecé représente Lully arrivant aux Champs-Elysées, porté par des satyres, entouré d'un orchestre, et complimenté par de Beaujoyeux dont le sort avait assez de ressemblance avec celui de Lully (vergl. die ausführliche Beschreibung bei Weckerlin, S. 260). Sénecé (1643-1737) hatte für Lully mehrere Texte geschrieben.“ – Vorsätze mit Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1714 M(AXIMILIAN), H(ERZOG IN BAYERN), Alpenklaenge für die Zither componirt. (München, Wolf, o. J. [ca. 1840]). 6 farblithogr. Tafeln mit Notendruck und farblithogr. Bordüren von F. Pocci, lose in farblithogr. Umschl. (etw. braunfleckig). (23) 200,Erste Ausgabe. – Köstler 1. Pocci (Enkel) 128. – Das Opus 1 des „Zithermaxl“ (Opuszahl nach Köstler-Schusser erschlossen, da das Werk ohne eine solche erschienen ist) mit den anmutigen Illustrationen Franz Poccis, Alpenidyllen darstellend. Sehr früher farblithographischer Druck. – Minimal fleckig.

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1715 MOZART – (DIODATI, G. M.), Theatralische Abentheuer. Eine komische Oper in zwey Aufzügen, nach dem Italienischen. Die Musik ist von Cimarosa und Mozart. Aufgeführt auf dem Hochfürstlich Esterhazyschen Theater in Eisenstadt. Eisenstadt, Fürstliche Hofbuchdruckerei, 1807. 72 S. Buntpapierbrosch. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (136) 150,Deutsche Übersetzung eines Librettos zu einer Oper, für die Domenico Cimarosa und Wolfgang Amadeus Mozart die Musik geschrieben hatten. – Vgl. Stieger I, 1198 (schreibt den Text Goethe zu, dat. um 1791). Slg. Kippenberg VI, 125, 139 (nennt als Verfasser Vulpius, dat. 1797). Durstmüller I, 299 f. MGG II, 1442 ff. – Deutsche Bearbeitung von Diodatis „Impresario in angustie“ in Verbindung mit Mozarts „Schauspieldirektor“. – Sehr seltener Eisenstädter Druck. „Im Raume des heutigen Burgenlandes haben wir zwischen 1738 und 1800 keine Kunde von einem Drucker ... Nach längerer Pause trat um 1800 in Eisenstadt wieder ein Drucker auf, Johann Leopold Stotz. Er hatte eine kleine Druckerei in Wien aufgegeben und sich einer Schauspieltruppe angeschlossen, mit der er nach Eisenstadt kam. Hier wollte er ein Kindertheater errichten, verlegte sich dann aber doch wieder auf das Handwerk und führte stolz den Titel Hochfürstlicher Esterhazyscher Hofbuchdrucker“ (Durstmüller). – Titel mit 2 Stempeln. Gering gebräunt und fleckig.

1716 QUERELLES DES BOUFFONS – SAMMELBAND – 9 Schriften, die sich auf den um die italienischen Intermezzospieler (Bouffons) entbrannten Musikstreit beziehen. (Paris 1752-77). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital leicht läd., Vordergelenk angebrochen, etw. berieben und bestoßen). (19) 1.500,I. (CAZOTTE, J.), La guerre de l'opera. Lettre ecrite a une dame en province. (1752). 24 S. – Barbier II, 581. Cioranescu 16363 und 15098 (auch unter L. de Cahusac). RISM B VI1, 215. II. (BONNEVAL, R. DE), Apologie de la musique et des musiciens françois. (1754). 15 S. – Cioranescu 12779. Hirsch I, 82. RISM B VI1, 166. Conlon (Rousseau) 28. III. DECLARATION du public, au sujet des contestations qui se sont élevées sur la musique. (Um 1753). 9 S. (ohne die S. 3-6). – RISM B VI2, 928. IV. L'APOLOGIE du sublime bon mot ... dans la guerre qui s'est élevée à l'occasion des musiques Italienne & Françoise. (1753). 12 S. – RISM B VI2, 917: „Parfois attribué à Parisot.“ V. (CAUX DE CAPPEVAL, N. DE), La réforme de l'opera. (1753). 8 S. – RISM B VI1, 214 (nur 1 Ex. in Deutschland). – Nicht bei Cioranescu. VI. RELATION veritable et interessante du combat des Fourches Caudines. 1753. 15 S. – RISM B VI2, 878 (kein Ex. in Deutschland): „Attribué parfois à A. Parisot.“ VII. CE QUE L'ON DOIT DIRE. Réponse de Madame Foliot, a la lettre de Monsieur ***. (1752). 8 S. – Vgl. RISM B VI2, 537. – Unsere, dem RISM unbekannte Schrift, scheint eine Replik auf die dort verzeichnete Schrift von F.-L.-C. Marin zu sein.


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Kulturgeschichte · Musik – Tanz – Theater – Film

Nr. 1707

Nr. 1720

VIII. (JOURDAN, J.-B.), Le correcteur des Bouffons a l'ecolier de Prague. (Um 1752). 20 S. – Barbier I, 768. Quérard I, 790. Cioranescu 34741. RISM B VI1, 436 (dat. 1753). – Bericht über Mondonvilles Oper „Titon et Aurore“, der die Abreise der Buffonistentruppe nach Prag beschleunigte (vgl. MGG IX, 455).

modernes.“ – „Chanoine régulier de Saint-Victor de Paris, né à Paris en 1630, il fut une des plus singulières figures de son siècle ... Poète officiel de Paris et de Bourgogne, il est à la mode, il le sait et cultive soigneusement sa popularité. Protégé de Charles Perrault, il a des amis partout: Ménage, Rapin, les Condé, la duchesse du Maine, Fénelon, Rancé, Bossuet. Il mourut à Dijon en 1697“ (Oberlé). – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Fliegender Vorsatz mit e. Widmung und U. des Verfassers für Victor Auguste de Mailly, Bischof von Vannes, dat. 20. 8. 1689. – Auf demselben Blatt verso ein Besitzvermerk des Dominikaners Ambroise Prouvost, dat. 1700.

IX. (GOUDAR, A.), Le brigandage de la musique Italienne. 1777. 1 Bl., (V)III, 156 S. – Erste Ausgabe. – Quérard III, 711. Wolffheim II, 948. Cioranescu 31498. RISM B VI1, 372. MGG V, 583. – Das Vorwort dieses Werkes, das zur Literatur des Gluck-Piccini-Streites gehört, ist unterzeichnet Jean Jacques Sounette (ein Pseudonym). Goudard entwickelt Gedanken zur Musikalität der französischen und italienischen Sprache, die er von Metastasio übernommen hatte. – S. V/VI unten eingerissen. Vorsatz mit Besitzvermerk, alle Drucke leicht gebräunt und stellenw. wenig fleckig. 9 treatises concerning the music dispute broken out over the Italian intermezzo players (Bouffons). – Endpaper with ownership entry, all printings slightly browned and here and there minimally soiled. – Contemporary calf with spine label and gilt back (turn-in a little damaged, front joint bursted, a little rubbed and scuffed).

Das zweite bekannte Exemplar 1717 SANTEUL, (J.-B. DE), Hymni sacri et novi. Paris, Thierry, 1689. Mit 12 Notenseiten, durchgehend regliert. 8 Bl., 248 S., 3 Bl. Mod. Pgt. mit dreiseit. Goldschnitt. (19) 800,RISM A/I/14, S 903 (nur 1 Ex. in der Univ. of Kansas). Baillet 1549. Vissac 306. Oberlé, Poésie néo-latine, 479. – Vgl. Hoefer XLIII, 313: „Le plus célèbre des poëtes latins

1718 SCHUBERT, F., Grand duo pour le Pianoforte à quatre mains. Op. 140. Wien und Paris, Diabelli & Richault [PN 6269], o. J. (1838). Fol. 1 Bl., 63 S. Mod. Hldr. (19) 800,Erste Ausgabe. – Hirsch IV, 619. Deutsch 812. MGG 12, 120 und 150: „Eine vom Komponisten sehr reich bedachte Werkgruppe bilden die Klavierkompositionen zu vier Händen ... Werke ersten Ranges ... die Sonate C op. 40 ... (Sie) führt noch heute die falsche, von Diabelli 1838 gewählte Bezeichnung 'Grand Duo'. Nach Form und Gehalt gehört sie eng zur Gruppe der Solosonaten; sie ist erfüllt von Schuberts erzählender Instrumentallyrik.“ – Zur Gänze gestochen. – Clara Wieck gewidmet. – Gering gebräunt und fleckig.

Mit Widmung und Gedicht 1719 SCHULTES, C., Liebesprobe. Original-Zaubermährchen in drei Akten. Musik von E. Hummel. (Manuscript). O. O. und o. Dr., 1847. 46 S. Pp. d. Zt. mit Vg. (fleckig). (2) 120,-


Kulturgeschichte · Musik – Tanz – Theater – Film

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Nr. 1712

Erste Ausgabe. – Vgl. Stieger, Komponisten II, 521, und Stieger, Titelkatalog, II, 717. Nicht bei Kosch. – Für das Münchner Hoftheater geschrieben; Uraufführung war im Dezember 1847. – Carl Schultes (1822-1904) war anfänglich Offizier der bayerischen Armee und seit 1849 Schauspieler in München und Leipzig, später auch Oberregisseur am Theater in Wiesbaden. Unter dem Pseudonym „Der alte Landsknecht“ veröffentlichte er in der Münchner satirischen Zeitschrift „Fliegende Blätter“ und schrieb zahlreiche Bücher, Gedichte und Lieder. Die „Liebesprobe“ war sein erstes Theaterstück, dem noch einige folgten. – Etw. fleckig, Respektblatt mit Widmung und Gedicht des Verfassers an Herzog Maximilian in Bayern.

1720 SCHUMANN, R., Ball-Scenen. 9 charakteristische Tonstücke für das Piano zu 4 Händen. Op. 109. Hamburg, Leipzig & New-York, Schuberth [PN 1694], o. J. (1851). Fol. 1 Bl., 71 S. Mod. Hldr. (19) 400,Erste Ausgabe. – MGG XII, 294. – Zur Gänze gestochen. – Henriette Reichmann in Hull gewidmet. – Minimal gebräunt, gering fleckig. – Siehe Abbildung.

1721 – Bilder aus dem Osten. 6 Impromptus für das Pianoforte zu vier Händen. Op. 66. Leipzig, Kistner [PN 1665-1667], o. J. (1849). Fol. 1 Bl. 31 S. Mod. Hldr. (19) 400,Erste Ausgabe. – MGG XII, 294. – Zur Gänze gestochen. Frau Lida Bendemann geb. Schadow gewidmet. – Gering gebräunt und fleckig.

1722 WAGNER, R., Deutsche Kunst und Deutsche Politik. Leipzig, Weber, 1868. 112 S. Pp. d. Zt. (Kanten minimal berieben, etw. bestoßen). – Erste Buchausgabe. – Oesterlein 26. – Vortitel im Falz etw. gelockert, tls. stark braunfleckig. (2) 80,1723 – Das Judenthum in der Musik. Leipzig, Weber, 1869. 57 S. Hlwd. d. Zt. (etw. fleckig, leicht beschabt). (28) 200,Erste Ausgabe. – Oesterlein 17. – Braunfl., Titel und S. 56 gestempelt.

1724 WAGNER – SAMMELBAND mit 9 Schriften, darunter zwei Abhandlungen über Richard Wagner. 1882-87. Pp. d. Zt. (leicht beschabt und bestoßen). (6) 80,Enthält die Schriften von Paul Verdun „Les ennemis de Wagner“ (Paris 1887), die „Bayreuther Briefe vom reinen Thoren“ von Paul Lindau (5. Aufl., Breslau 1883), eine Abhandlung über Otello von Verdi und das Programm des Allgemeinen Deutschen Musikvereins zur Erinnerungsfeier für Franz Liszt, weiterhin Essays über Klavier- und Oratorienkompositionen. – Tls. etw. gebräunt, leichte Gebrauchsspuren.

1725 WIENER ALLGEMEINE THEATERZEITUNG. Originalblatt für Kunst, Literatur, Musik, Mode, und geselliges Leben. Hrsg. von A. Bäuerle. Jge. XXXIV-XXXVI in 1 Bd. Wien 1841-43. 4°. 3 gestoch. kolor. Titel und 204 kolor. Kupfertafeln. Lwd. d. Zt. (leicht berieben und bestoßen). (43) 400,-


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Kulturgeschichte · Okkultismus – Freimaurerei

Nr. 1725

Kirchner 10516. Diesch 1839. Lipperheide Zb 24. – Seltene Sammlung dieses Wiener Theater-Journals aus der Mitte des 19. Jhdts. – Zur Tafelkollation: 24 Tafeln haben keine Numerierung, 33 Tafeln tragen jeweils zwei- bzw. dreimal dieselbe Nummer, aber haben einen unterschiedlichen Bildinhalt, so daß weder die Zuordnung der Tafeln zum jeweiligen Jahrgang noch dessen Vollständigkeit sicher zu bestimmen sind; möglich ist auch, daß einige Tafeln zu ganz anderen als den hier mit Titelblättern vertretenen gehören. – Tafeln tls. knapp beschnitten, teilw. montiert, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Okkultismus – Freimaurerei 1726 (BABO, J. M. VON), Ueber Freymaurer. Erste Warnung. O. O. u. Dr. (München) 1784. 78 S. Spät. Pp. mit Rsch. (Deckel mit Bibliotheksetikett, etw. berieben und bestoßen). (65) 300,Einer von mehrerer Drucken im Jahr der ersten Ausgabe. – Weiß-A. 98. – Vgl. Kloß 3212-3214. – Anklageschrift gegen den bayerischen Illuminatenorden um Adam Weishaupt. – Joseph Marius von Babo, Verfasser zahlreicher bildkräftiger und bühnenwirksamer Ritterdramen, verdächtigt darin die Illuminaten der Verschwörung gegen den Staat, was zu deren offiziellem Verbot und zur Verfolgung ihrer Mitglieder führte. – Mehrf. gestempelt, fleckig und etw. gebräunt.

1727 BAYRISCHER HEXENKRIEG – WEBER, J., Die Nichtigkeit der Zauberey, eine Vorlesung in ökonomischen Lehrstunden. Salzburg, Waisenhaus, 1787. 32 S. Brosch. d. Zt. (beschabt). (87) 300,Erste Ausgabe. – Graßl, Aufbruch zur Romantik, 150. Crowe 595: „Abbreviated version of his 'Ungrund des Hexen- und Gespenster-Glaubens'.“ – Frontalangriff auf den Hexenglauben. – Titel gestempelt, wasserfleckig.

1728 (BÜRMANN, J. H.), Ostens Mysten-Schule. Mannheim, Schwan und Götz, 1803. Mit gestoch. Frontisp. von Bissel nach J. K. Vollenweiler und gefalt. gestoch. Musikbeilage. XXII S., 1 Bl., 391 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (bestoßen und etw. fleckig). (105) 120,Erste Ausgabe. – Goed. X, 539, 2 (abweichende Koll.). Wolfstieg I, 4871. Kloß 3980. Veitenheimer 1273. – Lehrgedicht über die Einweihung eines Neophyten. – Vorsätze etw. leimschattig, Titel gestempelt und mit aufgeklebter Bibliotheksmarke, einige Seiten leicht gebräunt; gering fleckig.

1729 CHARCOT, J.-M., UND P. RICHER, Les démoniaques dans l'art. Paris, Delahaye und Lecrosnier, 1887. 4°. Reich illustr. XII, 116 S. Stark läd. Orig.-Broschur. (160) 120,Erste Ausgabe. – Waller 12925. Garrison-M. 6605. Dorbon 687. Caillet 2210. – „Charcot was a talented artist; he collaborated with Richer, artist at La Salpêtrière, in the pro-


Kulturgeschichte · Okkultismus – Freimaurerei

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duction of interesting books on disease and deformity as portrayed by artists, books which have put the study of medicine in relation to art upon a sound footing“ (Garrison-Morton). – Spiegel mit Etikett, gering gebräunt, unbeschnitten.

1730 EPHEMERIDEN der gesammten Freimaurerei in Deutschland auf das Logenjahr 5785. (Hrsg. von K. F. Uden. Altona, Eckhardt, 1785). Mit gestoch. Titelvign. 2 Bl., XII, 174 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Rücken mit Fehlstellen, stark beschabt und bestoßen). (65) 600,Kloß 23. Wolfstieg 507. Kirchner 660. – Es erschien nur noch der Jahrgang 1786. – Titel verso gestempelt und mit mod. Exlibris, etw. fleckig.

1731 EXPLICATION DES SONGES, avec le moyen pour connoistre la bonne ou mauvaise fortune d'un chacun. Troyes, Oudot, 1659. 16°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 40 Bl. Mod. Maroquin. (19) 800,Von uns nicht nachweisbarer Druck. – Vgl. Goldsmith E 481 (Ausg. ebda. 1669). – Äußerst seltenes Traumdeutungsbüchlein in einem volkstümlichen Druck aus Troyes. – Gebräunt und fleckig, knapp beschnitten, Kopfleisten oft angeschnitten. – Siehe Abbildung. Issue not to be traced by us. – Extremely rare booklet on dream interpretation in a popular printing from Troyes. – Browned and soiled, closely trimmed, head-pieces often cut. – Modern morocco. – See illustration.

1732 (FISCHER, H. L.), Das Buch vom Aberglauben. 2 Bde. Leipzig und Hannover, Schwickert und Ritscher, 1790-93. Mit zahlr. Textholzschnitten. 3 Bl., 359 S., 1 Bl.; VI, 306 (recte 304) S. Läd. Brosch. d. Zt. in mod. Hlwd.-Schuber. (58) 200,Erste Ausgabe. – Hayn-G. I, 489 und III, 188. Böning-S. 3171 und 3659. Graesse, BMP, 2. Rümann 269. – Eine Fundgrube zur Geschichte des Aberglaubens. – Ein sehr seltener dritter Band erschien als Anhang unter dem Titel „Beiträge zur Beantwortung der Frage: ob Aufklärung schon weit genug gediehen oder vollendet sey?“. – Kaum gebräunt und fleckig, unbeschnitten.

1733 (GLEICHEN, H. K. VON), Schöpfung durch Zahlen und Worte. Etwas über Magie, Cabala und geheime Gesellschaften. 31 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (65) 200,Seltene erste Ausgabe. – Wolfstieg 3804. ADB XLIX, 384. Hamberger-M. II, 576. – Ergänzung zu den ein Jahr zuvor erschienenen „Metaphysischen Kezereien“ des fränkischen Diplomaten. „Kaum irgendwo kommen diese von der deutschen Zeitkritik als aegri somnia abgefertigten Essais über dilettantische Anläufe hinaus ... Biographisch Bedeutsames findet sich indessen auch in diesen Heften: so zumal in der 'Schöpfung durch Zahlen und Worte' seine eindringliche Warnung vor Ausartungen der Maurerei und der Rosenkreuzerei.“ – Titel angeschmutzt und mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, erstes und letztes Blatt aufgezogen, mehrf. gestempelt.

Nr. 1731

1734 KESSLER VON SPRENGSEYSEN, CH. F., Anti-Saint-Nicaise. Ein Turnier im XVIII. Jahrhundert gehalten von zwey T**** H**** als etwas für Freymaurer und die es nicht sind. 2 in 1 Bd. Leipzig, Jacobäer, 1786. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign. und 3 gefalt. Tabellen. 2 Bl., IV, 202, XCII, 235 S. Hldr. des 19. Jhdts. (etw. fleckig und berieben). (59) 400,Einzige Ausgabe. – Wolfstieg 33449 und 33450. Kloß 2331. Weiß-A. 275. – „Verteidigung der strikten Observanz und ihrer Obern gegen Angriffe des Saint-Nicaise“ (d. i. J. A. Starck). Der seltene und umfangreiche zweite Teil ist eine Replik auf eine von Starck verfaßte Rezension des „AntiSaint-Nicaise“. – Titel mit Besitzvermerk in Tinte, Frontispiz braunrandig, etw. fleckig.

1735 KLOSS, G., Geschichte der Freimaurerei in England, Irland und Schottland aus ächten Urkunden dargestellt (1685 bis 1784). Leipzig, Klemm, (1847). XXIV S., 1 Bl., 485 S. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (105) 80,Erste Ausgabe. – Wolfstieg 5657. Taute 386. Beyer 1914. – Titel gestempelt, etw. fleckig. – Dekorativ gebunden.

1736 MAY (MEY), PH., Chiromantia medica. Mitt einem anhang von den zeichen auff den Näglen der Finger. Nebens einem Tractätlein von der physiognomia medica. Den Haag, van Dyck, 1667.


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Kulturgeschichte · Okkultismus – Freimaurerei

1738 NACHRICHTEN von einem großen aber unsichtbaren Bunde gegen die christliche Religion und die monarchischen Staaten. 2. verm. und mit Belegen versehene Aufl. O. O. und Dr. (Marburg, Krieger), 1795. Mit gestoch. Titelvign. 112, 132 S. Läd. Pp. d. Zt. (65) 200,Kloß 3473. Wolfstieg 42804 (EA 1794): „Gegen die geheimen Gesellschaften und hauptsächlich gegen die Illuminaten.“ – Mehrf. gestempelt, wenig fleckig. – Mit dem hs. Besitzvermerk „v. Alversleben“ und dem Stempel der „Bibliothek Sicherheits-Hauptamt R. F. SS“.

1739 NOSTRADAMUS, M., Les vrayes centuries et propheties ... Avec la vie de l'autheur. Rouen, Besongne, 1691. 12°. Mit Holzschnitt-Titel und 5 (2 ganzseit.) Holzschnitt-Portrs. im Text. 17 Bl., 216 S. Ldr. d. Zt. mit Rtit. (etw. restauriert, beschabt und bestoßen). (19) 1.000,-

Nr. 1739

Mit 32 Kupfertafeln. 8 Bl., 158 S. Pgt. d. Zt. unter Verwendung eines alten Manuskriptes (etw. fleckig, leicht berieben und bestoßen). (36) 400,Erste Ausgabe. – Krivatsy 7612. Rosenthal 992. Sabattini 384: „Raro.“ – Über den Autor ist nur bekannt, daß er aus Coburg stammt. – 20 Tafeln gehören zur Chiromantie, 9 zur Physiognomie und 3 zum Anhang über Finger- und Fußnägel. – Tafeln gleichmäßig leicht gebräunt, stellenw. etw. fleckig. – Selten.

1737 – Chiromantia et physiognomia medica. Mit einem Anhange von den Zeichen auff den Nägeln der Finger, it(em) von den Wartzen und Flecken in dem Angesicht und andern Orten des Leibes. Wie auch dessen Chiromantia curiosa. Auffs neue eingerichtet. Dresden und Leipzig, Mieth, 1712. Mit gestoch. Titel und 17 Kupfertafeln. 197 S., 4 Bl. Hpgt. d. Zt. (stärker fleckig, beschabt und bestoßen). (105) 400,Vgl. Waller 6536. Krivatsy 7616. Graesse, BMP, 102. Caillet 7283. Thorndike VIII, 468. – Von Philipp May (oder Mey) ist nur bekannt, daß er aus Coburg stammt. – Sein Handlesebuch war weit verbreitet, franz. und holländ. Übers. erschienen 1665, die erste deutsche Ausg. 1667, die letzte 1739. – Stärker gebräunt. NACHGEB.: GRAN PESCATORE, Metoposcopia et chiromantia curiosa. Aus dem Italiänischen ins Teutsche übersetzet, zum vierten mal gedruckt. Jena, Cröker, 1723. Mit 30 (statt 31) Kupfertafeln. 5 Bl., 250 S., 28 Bl. – Vgl. Graesse, BMP, 107. – Erstmals 1685 erschienene Übersetzung dieser seltenen Hand- und Gesichtslesekunst. – Gebräunt, unregelmäßig alt mit starkem Papier durchschossen.

Graesse IV, 689. Chomarat-L. 302. Dorbon 6361. – Folgt der Ausg. Rouen 1689. – Der Holzschnitt-Titel zeigt oben den Tod des englischen Königs und unten den Brand Londons. – Unter den Porträts Nostradamus, König Heinrich IV. von Frankreich und König Ludwig XIII. von Frankreich. – Vorsatz mit längerer hs. Eintragung. Titel mit 2 hinterlegten Papierfehlstellen (verso etw. Textverlust). Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

1740 PASTORET, (C.-E.-J.-P.) DE, Zoroastre, Confucius et Mahomet, comparés comme sectaires, législateurs et moralistes. Seconde éd. Paris, Buisson, 1788. 2 Bl., 477 S. Läd. Umschlag d. Zt. (2) 80,Quérard VI, 624. – Vgl. Caillet 8367. Hoefer XXXIX, 316 ff. – Erstmals 1787 erschienen. – Schnitt angestaubt, wenig fleckig.

1741 PRAETORIUS, J., Ludicrum chiromanticum seu thesaurus chiromantiae. 2 in 1 Bd. Jena (und Arnstadt), C. Freyschmidt für J. B. Oehler in Leipzig, 1661. 4°. Mit gestoch. Frontisp., gefalt. Holzschnitt-Tafel und zahlr. Textholzschnitten. 1 (statt 5) Bl., 36, 156 S., 1 Bl., 14 S., Bl. 157-190, S. (215)379 (recte 377), 370-476, 481-1010, 10011-10026, 301-340, 30 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, kleine Wurmlöcher). (23) 600,Sehr seltene erste Ausgabe. – Dünnhaupt 8. Caillet 8950. FdF 745 b. Sabattini 443. Jouin 693. – Umfangreiches, reich illustriertes Kompendium der Chiromantie. Tl. II unter dem Titel „Centifrons idolum Jani“ wurde zusammen mit dem Index zu Tl. I nachträglich in Arnstadt gedruckt. Die verwirrende „völlig erratische“ (Dünnhaupt) Paginierung beider Teile und das Fehlen einer Buchbinderanweisung führten dazu, daß bei allen bisher bekannten Exemplaren die einzelnen Kapitel und Register an verschiedenen Stellen eingebunden sind. – Es fehlen die 4 Widmungs-Blätter. – Frontispiz knapp, außen bis zum Bildrand beschnitten, meist stärker gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.


Kulturgeschichte · Okkultismus – Freimaurerei

Nr. 1741

1742 REUSNER – PANDORA: Das ist, Die edelst Gab Gottes, oder der werde und heilsame Stein der Weysen, mit welchem die alten Philosophi, auch Theophrastus Paracelsus, die unvollkommene Metallen durch gewalt des Fewrs verbessert. Jetzt widerumb in Truck verfertiget. Basel, S. Henricpetri, (1588). Mit 42 (20 nahezu blattgr.) Textholzschnitten. 8 Bl., 317 S. (ohne das letzte nn. Bl.). Mod. Hpgt. (171) 12.000,VD 16 R 1363. Ferguson II, 258. Sudhoff 365. Brüning 593. – Vgl. Caillet 10913. Duveen 504: „An extremely rare book of very great interest of the symbolical pictures it contains.“ – Zweite Ausgabe einer der großen Seltenheiten der alchemistischen Literatur. – Herausgeber dieser wohl wesentlich älteren Sammlung ist Hieronymus Reusner, dem das Werk von manchen Bibliographen selbst zugeschrieben wird. In der Vorrede wird ein „Franciscus Epimetheus“ als Verfasser genannt, offensichtlich ein Pseudonym (mythologischer Bezug zur Pandora). Fictuld („Probierstein“, I, 1753, 118 hält einen Franziskaner namens Ulmannus für den Autor. Auch in unserem Exemplar wurde dieser Name von alter Hand als Auflösung des Pseudonyms angegeben. – Die erste Ausgabe war erstmals 1582 bei Apiarius in Basel erschienen, die dritte Ausgabe druckte ebenfalls Henricpetri 1598. Eine Neuausgabe, bei der die Holzschnitte durch Kupfer ersetzt wurden, erschien 1706 in Frankfurt. Von besonderem Interesse sind die großen Holzschnitte mit magischer Thematik. Die heutzutage immer wieder reproduzierten kleineren Abbildungen zeigen Glaskolben, in denen zumeist menschliche Figuren dargestellt sind. Im Exemplar der EA, das 1975 bei Reiss versteigert wurde, lag die Beschreibung eines Vorbesitzers, der nachzuweisen versuchte, daß die Abbildungen weitgehend Wiederverwendungen von Illustrationen einer Handschrift „Buch von der

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Nr. 1742 Hl. Dreifaltigkeit“ des 15. Jhdts. sind (von Telle in „Sol und Luna“ S. 56 bestätigt). Ein gesicherter Zusammenhang besteht unzweifelhaft zu den Abbildungen im „Rosarium philosophorum“ von 1550. Und laut Ferguson findet sich bereits 1572 im „Liber de arte chimica incerti authoris“ am Ende des 17. Kapitels eine Beschreibung einiger Abbildungen, die in der „Pandora“ Verwendung fanden. Ferguson hält es deshalb für möglich, daß die Holzschnitte (die 18 ganzseitigen im Binnentext und der Einfassung) bereits früher erschienen sind. Eine eingehende Analyse des in allen Pandora-Ausgaben enthaltenen Bildgedichts neuerdings bei Telle, Sol und Luna, Hürtgenwald 1980. Wie bei der Mehrzahl der nachweisbaren Exemplare fehlt das Schlußblatt mit dem Druckvermerk. – Titel mit waagrechtem Schnitt, Besitzvermerken und mit hinterlegtem minimalen Buchstabenverlust. Blatt 317 unten beschnitten (Wortverlust) und weiß ergänzt. Durchgehend mit tls. starken Fingerspuren (besonders der Titel ist stark angeschmutzt), zahlr. Anstreichungen im Text und tls. gelöschten Marginalien, tls. wasserrandig. Einige Holzschnitte seitlich bis in die Einfassungslinie beschnitten. – Trotz der Mängel ein Glanzstück jeder einschlägigen Sammlung. – Siehe Abbildung. Second edition of one of the most important, but also rarest books in the history of alchemy. Illustrated with some 42 woodcuts, including the well known set of 18 full page illustrations, most probably after a German manuscript from the early 15th century. – Copy with stronger traces of use and stained (title affected to higher degree and mounted with loss of a few letters). Marginal notes and numerous underlines, lower part of the last page of text cut off (loss of one word), and, like most copies, without the last page with the imprint. Some woodcuts cut up to border line. – A showpiece for a collection in spite of the defects. – Half vellum with gilt stamped spine label. – See illustration.


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Kulturgeschichte · Recht

1743 SPERBER, J., Isagoge in veram triunius dei & naturae cognitionem. In qua multa quoque praeclara de materia lapidis philosophici continentur. Hamburg, Naumann und Wolf, 1674. 8 Bl., 62 S., 1 Bl. Läd. Pgt. d. Zt. (112) 400,Erste Ausgabe. – Ferguson II, 391. Brüning 2298 (mit katastrophalen Abschreibfehlern). – Sperber (gestorben wahrscheinlich 1616) gehört in die Gründungszeit der rosenkreuzerischen Bewegung. Frick schlägt ihn zusammen mit Mögling, Maier und Fludd zur alchemistisch-pansophischen Gruppe (Die Erleuchteten 156). Die meisten seiner Schriften wurden erst 50 Jahre nach seinem Tode von Benedikt Bahnsen ediert. Der vorliegende Traktat ist stark eschatologisch ausgerichtet. VORGEB.: NUYSEMENT, (J.) DE, Tractatus de vero philosophorum sale secreto. Frankfurt, o. Dr., 1716. 8 Bl., 192 S. – Brüning 3617 (Titel äußerst ungenau, kennt die 8 Bl. am Anfang nicht). – Vierte lateinische Ausgabe (franz. EA 1621), von Combach erstmals 1651 ins Lateinische übersetzt. – Titel gestempelt und mit Papierdurchbruch (wenige Buchstaben Textverlust), beide Werke leicht gebräunt und mit einigen Unterstreichungen.

1744 TRAUMDEUTUNG – NEÜ VERBESSERTES Traumbuch deß berühmten Herrn Francesco Manconi und aus dem Italienischen in die Teutsche Sbrach übersetzet in welchen Man auf verschiedene Art zu dem Loteriespiele sein Glück finnden kan. O. O., Dr. und J. (Wien, Borck?, um 1780/90). 16°. Titel mit Bordüre und 90 Darstellungen (alles in Holzschnitt). 8 nn. Bl. Ohne Einband. (24) 200,Nicht bei Caillet, Rosenthal und Dorbon-Ainé. – Höchst seltenes, doch in einigen Auflagen bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erschienenes Büchlein zur Traumdeutung, mittels derer die Zahlen von Lotterien erschlossen werden sollten. 1809 in Württemberg wegen Förderung des Aberglaubens und Glückspiels verboten (vgl. Boothe, Der Traum, Zürich 2000, S. 102, Anm. 9). – Titel mit Läsuren und Abrieb; stark wasserrandig, gebräunt und fleckig.

1745 WIRTH, O., Le tarot des imagiers du moyen age. 2 Bde. Paris, Le Symbolisme und Nourry, 1926-27. 4°. Mit 11 Farbtafeln. 337 S., 1 Bl. OPp. und lose in OPp.-Mappe (leicht angestaubt). (160) 300,Erste Ausgabe. – Kaplan, Tarot, 248. Dorbon 5296: „Le plus remarquable de tous les ouvrages consacrés au Tarot.“ – Vorsätze leicht lichtrandig, tls. unaufgeschnitten.

Recht 1746 (CHEMNITZ, B. PH. VON), Dissertatio de ratione status in imperio nostro Romano-Germanico. Freistadt (d. i. Amsterdam?) 1647. 12°. Mit gestoch. Titel. 11 Bl., 576 S. Pgt. d. Zt. (6) 200,-

Einer von mindestens 5 Drucken aus dem Jahr 1647. – Weller, Druckorte I, 264. Willems 1050 Anm. (danach kein Elzevierdruck). Berghman 306. NDB III, 199. – „Die Dissertatio muß im Zusammenhang mit der umfangreichen Flugschriftenliteratur des Dreißigjährigen Krieges gesehen werden. Sie überragt jedoch die anderen Schriften bei weitem an Ausmaß und Gehalt“ (Kleinheyer-Schröder 55). – Wenig fleckig. – Gestoch. Exlibris I. H. Harpprecht.

1747 CORPUS IURIS CANONICI – PEREZ DE LARA, (A.), De anniversariis et capellaniis, libri duo. Höchst (und Frankfurt), Lipp und Palthenius, 1610. 4°. 12 Bl., 383 (recte 398) S., 36 Bl. Leicht läd. Pp. d. 18. Jhdts. (7) 150,Schulte III/1, 754. – Zweite Ausgabe des erstmals 1608 in Madrid als Foliant erschienenen kirchenrechtlichen Werks. Der Autor Alonso Perez de Lara (der Vorname ist auf dem Titel mit „Illephonso“ angegeben) war unter anderem Richter in Lima und Gerichtspräsident in Galizien. – Buchblock verschoben, vorderer Spiegel mit gestrichenem Besitzvermerk, fliegende Vorsätze fehlen, Titel lose mit Bugläsuren; vereinzelte alte Unterstreichungen, leicht gebräunt und fleckig.

1748 EICHHORN, K. F., Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte. 4. Ausg. 4 Bde. Göttingen, Vandenhöck und Ruprecht, 1834. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Bd. I mit kleiner Fehlstelle im Lederbezug; kaum berieben und bestoßen). (96) 250,Humpert 13904. – Vgl. Kleinheyer-Sch. 73. NDB IV, 378: „Das bedeutendste seiner Werke ... Eichhorn gilt mit Recht als 'der Vater der deutschen Rechtsgeschichte'.“ – Vorsätze ein wenig leimschattig; stellenw. leicht braunfleckig. – Aus der Bibliothek von Alfred von Lotzbeck (1821-1874) mit gestoch. Exlibris der „Lotzbeckschen Bibliothek auf Schloß Weyhern“. – Dekorativ gebunden.

1749 FELSECKER, F. J., Worte an Bayern, betreffend die Abschaffung der Todesstrafe. Eine Kritik der vor Kurzem erschienenen Schrift: „Die Todesstrafe. Von dem Verfasser des Geistes der peinlichen Gesetzgebung Deutschlands (d. i. Graf J. von Soden). Nürnberg 1831.“ Nebst einem Versuche der Feststellung einer Strafrechtstheorie. Fürth, Korn, 1831. 92 S. Pp. d. Zt. (die ursprüngliche Einfassung der Deckel durch eine goldgepr. Bordüre größtenteils abgeplatzt, etw. berieben, wenig bestoßen). (2) 300,Erste Ausgabe. – Enslin-E. 105. – Der Verfasser wendet sich gegen die Todesstrafe und nennt als Vorbild die Rechtsgelehrten aus Frankreich und Italien. – Gering fleckig.

1750 (LA ROCHE, A. DE, L'arbitre charitable). Pour eviter les procez et les querelles; ou de moins pour les terminer promptement, sans peine & sans frais. Paris, Raveneau, 1668. 4°. Mit 5 gefalt. Kupfertafeln. 15 Bl., 104 S. Mod. Hpgt. unter Verwendung alten Materials. (19) 2.500,Erste und wohl einzige Ausgabe. – Goldsmith L 428. Cioranescu 40193. Brunet III, 843. Quérard III, 248. – Über Kirchengerichtshöfe, ihre Einrichtungen, Abhaltungen und mildtätigen, auf Ausgleich bedachten Entscheidungen. –


Kulturgeschichte · Recht

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Nr. 1750

Die großen, prachtvoll gestochenen Kupfer zeigen verschiedene Kirchengerichtshöfe unter Vorsitz von König, Bischof, Provinzgouverneur etc., darunter jeweils eine ausführliche gestoch. Legende. – Gering gebräunt, tls. etw. fleckig und leicht wasserrandig, vereinzelt mit Quetschfalten in den Ecken. – Siehe Abbildung. First and probably sole edition. – Minimally browned, partly a little soiled and with slight waterstains, occasionally with vertical creases at corners. – Modern half vellum by using old material. – See illustration.

1751 MANZ, K., Tractatus de servitutibus praediorum urbanorum & rusticorum. Augsburg, Praetorius für Weh, 1657. 4 Bl., 513 S., 9 Bl. Pgt. d. Zt. (wenig fleckig). (112) 250,Erste Ausgabe. – Georgi III, 18. – Beigebunden sind zwei weitere Schriften des pfalz-neuburgischen Hofkanzlers: der „Tractatus de servitutibus personalibus“ (Ingolstadt 1757) und der „Tractatus rationalis de legitima liberorum“ (ebda. 1758). – Titel mit Besitzvermerk B. Neugebauer, wenig fleckig.

1752 OBERMAIER, G. M., Anleitung zur vollkommenen Besserung der Verbrecher in den StrafAnstalten. Kaiserslautern, Tascher, 1835. 138 S. Pp. d. Zt. (2) 200,Einzige Ausgabe. – Heinsius IX/2, 93. – Obermaier war Inspektor am Zentralgefängnis in Kaiserslautern und setzte sich für eine Reform des Strafrechtes ein. Im besonderen plädierte er für die Abschaffung der Todesstrafe, da sie seiner Meinung nach völlig zwecklos sei, „um vor grausamen Verbrechen abzuschrecken“. Ferner sei das Anlegen von Ketten und Kugeln unmenschlich und untergrabe nach und nach die Gesundheit der Gefangenen. – Wenig fleckig. – Sehr selten.

1753 PASTORET, (C.-E.-J.-P.) DE, Dissertation ... sur cette question: Quelle a été l'influence des loix maritimes des Rhodiens sur la marine des Grecs & des Romains, & l'influence de la marine sur la puissance de ces deux peuples? Paris, Jombert, 1784. 2 Bl., 130 S., 1 Bl. Mod. Hldr. (19) 150,Erste Ausgabe. – Cioranescu 49153. Hoefer XXXIX, 318. – Preisgekrönte Abhandlung zur Seerechtsgeschichte. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1754 REICHSABSCHIEDE – ALLER deß Heiligen Römischen Reichs gehaltener Reichstäg Ordnung, Satzung und Abschied, sampt andern Käyserlichen und Königlichen Constitutionen. Jetzund von Newem ubersehen. 2 Tle. in 1 Bd. Mainz, Albin, 1615. Fol. Mit Titelholzschnitt. 36 Bl., 804, 40 S., 2 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, bestoßen, Rücken mit größerer Schabstelle). (52) 500,Neubearbeitung der erstmals 1585 bei Behem in Mainz gedruckten vollständigen Sammlung aller Reichsgesetze. – Gebräunt, gelegentlich saubere Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand.

1755 SARPI – (BERGANTINI, G. G. M., PSEUD.:) GIUSTO NAVE, Fra Paolo Sarpi giustificato. Dissertazione epistolare. Köln, Mortier (d. i. Venedig, Pasquali oder Bettinelli; oder Lucca, Benedini), 1752. IV, 152 S. Mod. Pgt. (Deckel leicht aufgewellt). (139) 400,-


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Kulturgeschichte · Sport – Spiele

Erste Ausgabe. – Index librorum prohibitorum (1600-1966) 122. Melzi II, 224. Parenti 57. – Vgl. Schulte III/1, 465 (Ausg. 1755 und 1756). – Seltene Verteidigungsschrift für Sarpi, „ein glänzender Kämpfer für die Rechte des Staats gegen geistliche Anmassung, ein erklärter Gegner der Jesuiten und des von diesen aufgerichteten Cadavergehorsams“ (Schulte). Enthält auch bisher ungedruckte Aufsätze Sarpis. Die Autorschaft Bergantinis, der sich auch hinter Agos Venuti (Anagramm für Giusto Nave) verbirgt, gilt heute als gesichert. – Etw. gebräunt und fleckig, teilw. unbeschnitten, breitrandig.

1756 SCHELHASS, H. VON, Beiträge zur deutschen Gesetzkunde. Heft I (alles Erschienene) in 1 Bd. Bamberg, Dresch, 1827. 2 Bl., 219 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (geringer Wurmfraß auf dem Rückendeckel, wenig berieben). (2) 200,Einzige Ausgabe. – MNE II, 203. Pfeiffer 48941. – Zur Gesetzgebung im Hochstift Würzburg. – Beiliegt ein hs. Widmungsschreiben des Verfassers an Herzog Wilhelm in Bayern. – Dekorativ gebunden.

1757 WENCKER, J., Collecta archivi et cancellariae jura. Straßburg, Dulssecker, 1715. 4°. 4 Bl., 821 (recte 841) S., 25 Bl. Ldr. d. Zt. mit 2 Rsch. (Kapital beschäd.; stark beschabt und bestoßen). (7) 150,Erste Ausgabe. – Dahlmann-W. 1298. ADB XLI, 711. Jöcher IV, 1891. – Nicht bei Humpert. – Bedeutendes rechtshistorisches und archivgeschichtliches Werk des Straßburger Archivars Jacob Wencker (1668-1743). – Kaum gebräunt.

1758 (ZOESIUS, H., Commentarius in ius canonicum universum sive ad decretales epistolas Gregorii IX. Köln, A. Bingen, 1657). 4°. Mit gestoch. Titel. (Ohne den Drucktitel). 683 S., 14 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). (124) 200,Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. – Schulte III, 692, 33, 1. VD 17 1:010109K. – Bedeutender Dekretalenkommentar des niederländischen Juristen und Rektors der Universität Löwen, Henricus Zoesius (Hendrik Zoes; 15711627). „Sein Decretalen-Commentar war in Oesterreich eine Zeit officielles Lehrbuch“ (ADB XLV, 402). – Gebräunt, fleckig, Block stark gelockert; Spiegel mit Besitzvermerk, gestoch. Titel lose.

Sport – Spiele 1759 ACADEMIE UNIVERSELLE DES JEUX. Nouv. éd. Amsterdam, „Aux dépens de la Compagnie“, 1756. Mit einigen Textholzschnitten. 2 Bl., 680 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Rsch. mit minimaler Absplitterung, etw. fleckig und bestoßen). (67) 200,-

Linde, Jahrtausend, 32. – Im selben Jahr erschien auch eine mehrbändige Amsterdamer Ausgabe. – Die Holzschnitte zeigen Tric-Trac-Spielbretter. – Vereinzelt kleine Randschäden und Eselsohren; wenig fleckig. – Hübsches Exemplar.

1760 ACHTUNG! Feind hört mit! (Mainz, Scholz, ca. 1942). Mit 6 (statt 7) Spielfiguren und aufklappbarem farb. Spielbrett (52 x 32 cm). 3 Bl. Lose in OPp.-Schachtel (etw. beschabt und bestoßen). (147) 100,Wehrmachtssoldaten, ein Mitglied des Reichsarbeitsdienstes sowie ein Hitlerjunge jagen einen feindlichen Spion durch eine Stadt, vorbei an Arbeitsdienstlager, Panzerabwehr, Luftschutzturm, Fliegerabwehr und Fliegerhorst. Dem Gewinner des Spiels wird eine „Belobigung“ ausgesprochen. – Auf der Rückseite der Spielregel findet sich die Anzeige des Spielzeugherstellers Scholz: „Militärische Spiele sind Spiele voller Wirklichkeit nach dem Herzen aller soldatisch Fühlenden. Es sind zeitnahe Kampfspiele ... Spiele der Wirklichkeit ... keine schachähnlichen Brettspiele, die nur in stundenlangen Problemen gelöst werden.“ – Ohne die Spielfigur des Hitlerjungen. – Ein Flügel des Spielbrettes lose, ansonsten wenige Gebrauchsspuren.

1761 KINDERMANN, J. K., Vollständige Anweisung, das Schachspiel selbst ohne einen Mitspieler, gründlich zu erlernen. 2. verb. Aufl. Graz, Ferstl, 1801. Mit 1 (statt 2) gefalt. Kupfertafel. 8 Bl., 255 S. Pp. d. Zt. (fleckig, bestoßen). (78) 150,Linde, Jahrtausend, 1397. Van der Linde I, 399. – Beruht auf der berühmten „Analyze des Echecs“ (Erstausgabe 1749) des Franzosen François André Danican-Philidor und war neben Allgaiers „Anweisung zum Schachspiel“ (Erstausgabe 1795) seinerzeit das zweite wichtige Schachlehrbuch in Österreich. – Wie fast immer und wie bei allen in den letzten Jahrzehnten bis 2010 im Handel nachweisbaren Exemplaren ohne das größere Kupfer, das nicht beigebunden wurde, sondern auf Pappe aufzuziehen war, um es als Schachbrett verwenden zu können. – Fleckig, hinterer fliegender Vorsatz zur Hälfte abgerissen.

Mit beiden Tafeln 1762 – DASS. 2. verb. Aufl. Graz, Ferstl, 1801. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 255 S. Pp. d. Zt. (leicht fleckig und bestoßen). (99) 300,Hier mit der zweiten Tafel, die fast immer fehlt, weil sie gewöhnlich, auf Pappe aufgezogen, als Schachbrett verwendet wurde. – Hinteres Gelenk mit Wurmspuren; kaum fleckig.

1763 KOCH, J. F. W., Die Schachspielkunst nach den Regeln und Musterspielen des Gustav Selenus, Philidor, G. Greco Calabrois, Stamma und des Pariser Clubs. 2 Tle. in 1 Bd. Magdeburg, Keil, 1801-03. Mit 2 gestoch. Frontisp. 17 Bl., 408 S., 1 Bl., VI, 183 S. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen) mit mod. Ldr.-Rücken. (100) 200,Erste Ausgabe. – Linde, Jahrtausend, 1410. Van der Linde I, 354. – Kompilation aus den genannten Autoren durch den Magdeburger Superintendenten und Schulrat (1759-1831). – Gebräunt, Bd. II mit durchgehendem schwachen Wasserrand am Seitensteg.


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Nr. 1767

1764 (BEER, E., Kleiner Duodez-Atlas in 24 Blatt über alle Theile der Erde. 5. verb. Aufl. Weimar, Voigt, 1842). Qu.-8°. Mit 24 grenzkolor. lithogr. Karten. 2 (statt 3) Bl. Mod. Pp. (1) 120,-

Gesellschaft in Madrid, gilt als der bedeutendste spanische Kartograph des 19. Jahrhunderts. Sein Hauptwerk ist der Atlas de España. – Beide Karten minimal beikolor.; gering fleckig, kaum gebräunt.

Engelmann 81. Petermann's Planet 56.6.1. – Es fehlt der Titel. – Textbl. stark wasserrandig, die Karten etw. fingerfl. und gebräunt.

1766 DANCKER(T)S, J., Atlas. Amsterdam o. J. (ca. 1680). Gr.-Fol. Kolor. gestoch. Titel und 29 kolor. Kupferstichkarten. Hldr. um 1800 (leicht beschabt und bestoßen). (89) 18.000,-

1765 COELLO (DE PORTUGAL Y QUESADA), F., Atlas de España y sus posesiones de ultramar. (Madrid, Leclercq für den Autor, 1848-69). Daraus 2 gefalt. Stahlstich-Karten: „Isla de Puerto Rico“ (1851) und „Islas Marianas, Palaos y Carolinas“ (1852). Je ca. 73 x 98 cm. Etw. läd. OHlwd. (89) 500,Phillips 9323 und 3137. Griffin-Ph. 191. – Zwei seltene Karten aus den Folgen „Posesiones de America“ und „Posesiones de Oceania“ des auf 65 Karten angelegten Atlas, von denen nur 45 separat erschienen sind. Der Atlas war als Begleitwerk des „Diccionario geografico estadistico historico“ von Pascual Madoz konzipiert. Coello (1820-1898), Mitbegründer und ständiger Präsident der Geographischen

Vermutlich zweite, etwas vermehrte und kurz nach der ersten erschienene Ausgabe. – Koeman II, 91, Dan 2. – Inhaltlich identisch mit dem von Koeman beschriebenen Exemplar der British Library, dem allerdings der Titel fehlt, so daß unser Exemplar auch eine von Koeman nicht aufgeführte Variante sein könnte. – Der Atlas ist klassisch zusammengesetzt und zeigt nach einer Weltkarte erst die Kontinente, dann die europäischen Länder, die „Novi Belgii novaeque Angliae nec non Pennsylvaniae et partis Virginiae tabula“ mit der kleinen New-York-Ansicht beschließt den Atlas. Alle Karten sauber flächenkoloriert. – Neu angefalzt, kleine Einrisse kaum sichtbar fachgerecht geklebt, Randläsuren ebenso hinterlegt. Leicht gebräunt. – Trotz der Restaurierungsmaßnahmen ein wohlerhaltenes, ausnehmend schönes Stück von großer Seltenheit. – Siehe Abbildung Tafel 24.


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Nr. 1770

Probably second, somewhat increased edition, published shortly after the first one. – Regarding the contents, it is identical with the copy of the British Library described by Koeman, the latter however lacks the title, that means our copy could also be a version not mentioned by Koeman. – Newly mounted at joint, small tears skilfully glued and tears in margin backed. Slightly browned. – In spite of the restorations, a well preserved and exceptionally beautiful piece of great rarity. – Half calf around 1800 (slightly scratched and scuffed). – See illustration on plate 24.

1767 DOPPELMAYR, J. G., Atlas novus coelestis. Nürnberg, Homann, 1742. Gr.-Fol. Mit gestoch., Frontisp., gestoch. Titelvign. und 30 doppelblattgr. kolor. Kupferstichkarten. 2 Bl. Hpgt. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (16) 8.000,Poggendorff I, 593. Graesse II, 427. Ebert 6369. Sotheran 1080. Brown, Astronomical Atlases, 51: „A very nicely executed work.“ Baranowski 1457. – Der bekannte schöne Himmelsatlas erschien im selben Jahr und Verlag auch unter dem Titel „Atlas coelestis“ (mit gestoch. Titel und gestoch. Index); die Bibliographen nennen wechselweise einen der beiden Titel des sonst identischen Werkes. – Wenige Altersund Gebrauchsspuren. – Schönes Exemplar. – Siehe Abbildung. This beautiful star atlas was also published in the same year and publishing house under the title „Atlas coelestis“ (with engraved title and engraved index); the bibliographers mention alternately one of the two titles of the otherwise identical work. – Little signs of wear. – Damaged half vellum. – Fine copy. – See illustration.

1768 DUSSIEUX, L., Atlas général de géographie, physique, politique et historique. Paris, Lecoffre, o. J. (ca. 1866). Fol. Mit 2 doppelblattgr. Tafeln und 142 (1 gefalt., 137 grenzkolor., 57 doppelblattgr.) Stahlstichkarten. 8, 8 S. Hldr. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). – Etw. gebräunt und fleckig. (89) 150,1769 FINNLAND – SUOMI KARTASTO. Kartbok Finland. (Helsinki), Suomen Matkailija-Yhdistys, (1897). Mit 32 (21 doppelblattgr.) Karten und 24 (13 doppelblattgr.) Plänen. 8 Bl. OLwd. (etw. berieben). (89) 100,Zweite Ausgabe, erstmals 1894 erschienen. – Kleiner Spezialatlas von Finnland: Detailkarten des Landes und Stadtpläne des Zentrums der wichtigsten Städte. Finnisch-schwedischer Paralleltext. – Leicht gebräunt, Vordergelenk brüchig, fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk. – DAZU: USCHAKOFF, I., Geografisk-statistisk och industriell uppslagsbok. Helsingfors 1898. Mit 2 lithogr. Karten. Maße: Ca. 24 x 30 cm. (gefalt.) und ca. 60 x 75 cm. (in 27 Segmenten, auf Lwd. aufgezogen).

1770 FRANKREICH – BLAEU, W. UND J., Le theatre du monde, ou Nouvel atlas. Fragment aus Bd. II (von 6) in 1 Bd. Amsterdam, Blaeu, 1640. Gr.Fol. 45 (statt 93; 44 doppelblattgr., 1 mehrfach gefalt.) alt grenzkolor. Kupferstichkarten. Läd. Hldr. d. Zt. (89) 1.200,-


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Nr. 1772

Koeman I, 119-121, Bl 17. – Vorhanden ist vom ersten Teil des Bandes der Frankreich-Teil nahezu vollständig, es fehlen darin lediglich die Karten 20 und 35-37 in der KoemanNumerierung; der zweite Teil fehlt bis auf Karte 59 („Utriusque Castiliae nova descriptio“) ganz. – Stärker gebräunt, fleckig; Textblätter tls. lose. – Siehe Abbildung.

Altkoloriert 1771 GROSSBRITANNIEN – BLAEU, J., Nuevo atlas del reyno de Inglaterra. – (Nuevo atlas de los reynos de Escocia e Yrlanda). 2 Bde. Amsterdam, Blaeu, 1662. Gr.-Fol. Mit altkolor. gestoch. Titel (statt 2), 6 (5 altkolor.) Textkupfern, einigen teilw. altkolor. Textholzschnitten und 113 (111 doppelblattgr., 2 ganzseit.) altkolor. Kupferstichkarten. 447 S., 1; 3 Bl., 232, 82 S., 1 Bl. Beschäd. OPgt. (89) 20.000,Spanische Ausgabe des 5. und 6. Teiles von Blaeus „Major Atlas“. – Koeman I, 280-285, Bl 60 A. Van der Krogt 2:342 und 2:442. – Die altkolorierten Karten mit figürlichen Randbildern, Kartuschen, Vignetten, Wappen, Schiffsdarstellungen etc. Enthält 4 Gesamt- und 109 Detailkarten von Großbritannien und Irland. „This spanish edition is very rare, as almost the whole edition was destroyed by fire in 1672, when the publishing house of Blaeu was burned“ (Phillips 4262: Ex. ohne Titelblatt). – Die spanische Ausgabe außerdem bemerkenswert durch das voll durchgeführte Flächenkolorit. – Es fehlt der gestoch. Titel zum Teil Schottland-Irland, in diesem Teil sind die S. 155/156 doppelt

vorhanden. – Etw. gebräunt und fleckig, vereinzelt mit Randschäden. Vor allem im Englandteil stärker wasserrandig und mit Sporflecken, hier wenige Karten mit Verklebungsspuren (geringer Bildverlust) und gegen Ende mit Quetschfalten und Einrissen in den unteren Ecken. – Siehe Abbildung Tafel 24. Spanish edition in contemporary hand colouring of the 5th and the 6th part of Blaeu's „Major Atlas“. – Lacks engraved title to part Scotland-Ireland, pp. 155/156 in this part existing twice. – A little browned and soiled, occasionally with marginal damages. Mainly the England part with stronger waterstains and moulding, here some maps with glue traces (minor loss of illustration) and towards the end with vertical creases and some tears at lower corners. – Damaged original vellum. – See illustration on plate 24.

1772 HORN, G., Accuratissima orbis delineatio. Sive geographia vetus, sacra et profana. Amsterdam, Janssonius van Waesberge, 1677. Gr.-Fol. Mit 54 doppelblattgr. Kupferstichkarten. 2 Bl., 30 S. Stark läd. Ldr. d. Zt. (66) 5.000,Koeman 1:606. Koeman Ja 6 und II, 151 (nur 51 Karten). – Vgl. Phillips 16-17 (andere Ausgaben). – Sechste Ausgabe des erstmals 1652 erschienenen Atlas der Alten Welt. – Die erste Ausgabe war noch ohne Text erschienen, der zweiten war zwar bereits das Vorwort von Georg Horn (1620-1670) vorangestellt, aber erst auf dem Titel der dritten wurde der Polyhistor aus Kemnath in der Oberpfalz namentlich erwähnt. – Mit Karten von Europa (3) sowie Ägypten (1), dem Balkan (1), Benelux (1), Deutschland (2), Großbritannien (3), Frankreich (2), Griechenland (6; vgl. Zacharakis


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2 Kupfern und Text). 4 Blätter mit Karten verso zu S. 63 (Zipa), 79 (Frisia Occidentalis), 89 (Transisalania) und 91 (Regio Groningana) mit Ausschnitt jeweils einer großen Initiale zu Textbeginn (Karten mit etw. Bildverlust). Etw. gebräunt, wenig fleckig, die Kupfer in guten und kräftigen Abdrucken. – Siehe Abbildung. First edition. – Famous special atlas of the Netherlands, Belgium and Luxembourg; the beautiful maps with decorative illustrations of national costumes, coat-of-arms, cartouches and small views, also the „Leo Belgicus“ illustrating the Benelux countries in the shape of a lion. – Leaf 3/4 „Veterum Belgarum Mores“ with large cut-out at top (loss of 2 engravings and text). 4 leaves with maps verso to p. 63 (Zipa), 79 (Frisia Occidentalis), 89 (Transisalania) and 91 (Regio Groningana) each with cut-out of a large initial at the beginning of the text (maps with some loss of illustration). A little browned, hardly soiled, copperplates in good and strong impressions. – Old cardboard (strong signs of wear, spine covered). – See illustration.

1774 KORSIKA – PILOTE de l'île de Corse. Levé dans les années 1820, 1821, 1822 et 1824 par Hell. (Paris), Dépôt de la Marine, 1831. Gr.-Fol. Mit 32 (8 doppelblattgr.) Kupferstichkarten und -profilen. 2 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (89) 1.500,Nr. 1773 1103, 1120-1137), Italien (6), dem Mittelmeer (3), Palästina (10; vgl. Laor 323, 371 B-373 B, 548 A und 562 B), Spanien (1) und Zypern (1) sowie einer schönen Karte mit Darstellung einer Windrose und der Tabula Peutingeriana in 8 Segmenten auf 4 Tafeln (vgl. Shirley 393 und Koeman 940). – Erwähnenswert auch die meist fehlenden Karten von Großbritannien und Palästina mit den zahlreichen figürlichen Randdarstellungen sowie die Karten der griechischen und italienischen Inseln. – Titelei lose, tls. etw. gebräunt, stellenw. wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Sixth edition of the atlas of the old world first published in 1652. – With the mostly missing maps of Great Britain and Palestine with numerous figurative illustrations as well as the maps of the Greek and Italian islands. – Prelims loose, partly a little browned, here and there minor soiling. – Contemporary, heavily damaged calf. – See illustration.

1773 KEERE, P. VAN DEN, Germania Inferior id est, XVII provinciarum ejus novae et exactae tabulae geographicae. Amsterdam, Selbstvlg., 1617. Fol. Mit gestoch. Titel, 25 (24 doppelblattgr.) Kupferstichkarten und 3 (statt 5) Textkupfern. 3 Bl., 92 S. Alte Pp. (starke Gebrauchsspuren, Rücken überklebt). (6) 6.000,Erste Ausgabe. – Koeman II, 219, Kee 1. Van der Vekene 2.07.A. – Berühmter Spezialatlas der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs; die schönen Karten mit dekorativen Trachtendarstellungen, Wappen, Kartuschen und kleinen Randansichten, darunter Mechelen, Antwerpen, Limburg, Luxemburg, Gent, Arras, Mons, Valenciennes, Middelburg, Namur, Zutphen, Emden, Utrecht, Deventer und Groningen, ferner auch der „Leo Belgicus“, die Darstellung der Beneluxstaaten in Löwengestalt. – Das Blatt 3/4 „Veterum Belgarum Mores“ oben mit großem Ausschnitt (Verlust von

Erste Ausgabe. – Cervoni 138. Phillips 5239. – Spezialatlas von Korsika mit einer großen Übersichtskarte der Insel und 31 überaus detaillierten Einzelkarten und -profilen. – Leicht gebräunt, vereinzelt gering fleckig. Karten fachgerecht unter Verwendung alten Materials neu angefalzt. First edition. – Special atlas of Corsica with a large general map of the island and 31 quite detailed individual maps and sections. Maps newly mounted at joint, skilfully, by using old material. – Slightly browned, occasionally minimally soiled. – Contemporary restored calf.

1775 KRUSE, CH., Atlas (und Tabellen) zur Übersicht der Geschichte aller europäischen Länder und Staaten von ihrer ersten Bevölkerung an bis zum Jahre 1800 (1816) nach Christi Geburt. 2 Bde. Oldenburg, Leipzig und Halle, Selbstvlg. und Renger, 1802-18. Gr.-Fol. Mit 16 doppelblattgr. kolor. Kupferstichkarten. 58 nn Bl. Etw. läd. Hlwd. d. Zt. (1) 150,Vgl. Phillips 2792 und 2793. Petermann's Planet 1237 Anm. – Grenz- und flächenkolorierter historischer Europaatlas. – Enthält: Atlas, Tabellen und Karten zur allgemeinen Geschichte der drei letzten Jahrhunderte bis zum Jahre 1816. – Orig.-Brosch. der 3. und 4. Lieferung eingeb. – Unbeschnitten, etw. gebräunt und fleckig.

1776 MARTINEAU, A., Nouvel atlas illustré. Géographie universelle comprenant la géographie, l'histoire, l'administration, la statistique etc. Paris, Direction et Administration, 1890. Fol. Mit 64 doppelblattgr. farb. Stahlstichkarten. 62 nn. Bl. Stark läd. OLwd. (89) 300,Jede Karte mit einer kleiner Ansicht versehen. – Vorsatzpapiere mit Fehlstellen, Innengelenke brüchig, etw. gebräunt.


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1777 – DASS. Paris, Direction et Administration, 1890. Fol. Mit 62 (statt 64) doppelblattgr. farb. Stahlstichkarten. 59 (statt 62) nn. Bl. Läd. OLwd. (Block vom Rücken gelöst). (89) 250,Jede Karte mit einer kleiner Ansicht versehen. – Innengelenke gelockert, stärker gebräunt.

1778 – DASS. Paris, Direction et Administration, 1891. Fol. Mit 64 doppelblattgr. farb. Stahlstichkarten. 62 nn. Bl. Stärker läd. OLwd. (89) 300,Jede Karte mit einer kleiner Ansicht versehen. – Innengelenke gelockert, stärker gebräunt.

1779 PERU – PAZ SOLDAN, M. F., Atlas geografico del Peru. Paris, Durand, 1865. Gr.-Fol. Mit 49 (8 tls. mehrf. gefalt., 4 doppelblattgr., 4 kolor.) lithogr. Karten und Plänen sowie 34 getönten lithogr. Ansichten auf 25 (2 doppelblattgr. und gefalt.) Tafeln. 81 S. Hldr. des 20. Jhdts. (leicht beschabt). (89) 2.000,Erste Ausgabe, eine von 2 Varianten in unterschiedlichen Verlagen im selben Jahr. – Phillips 2769. Tooley 493. Palau 215 886. Sabin 59325. Keniston 289. – Seltener Spezialatlas von Peru mit Karten seiner Provinzen, Stadtplänen, geologischen Profilen und Klimakarten sowie Ansichten peruanischer Städte, darunter Cuzco und Lima (12). – Text stärker braunfl. und mit Wasserrand, Tafeln gebräunt, fleckig, tls. im Falz hinterlegt. Titel gestempelt. Möglicherweise fehlt ein Vortitel. – Beiliegt ein inkomplettes Exemplar der anderen bei Firmin erschienenen Variante mit 59 (statt 74) Karten, Plänen und Tafeln. First edition, one of 2 versions in different publishing houses in the same year. – Rare special atlas of Peru. – Text with stronger brown stains and waterstains, plates browned, stained, partly backed at joint. Title stamped. Lacks probably a half title. – Enclosed an incomplete copy of the other version with 59 (instead of 74) maps, plans and plates published by Firmin. – Half calf of the 20th century (slightly scratched).

1780 SANSON, N., L'Europe. Dediée à Monseigneur Monseigneur le Tellier. Paris, Mariette, (1665). 4°. Mit altkolor. gestoch. Titel, altkolor. gestoch. Widmung und 11 (statt 12) altkolor. Kupferstichkarten (alle doppelblattgroß). 20 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (55) 1.200,Pastoureau 427, VII C. – Es fehlt die letzte Karte („Mer noire“). – Die Textbl. aus zus. 29 Teilen zu 20 Bl. alt zusammengefügt und passepartoutartig mont. (wie von Pastoureau beschrieben, so wohl vollständig); Ränder fingerfl. und vereinzelt braunfl., einzelne kleine Randläsuren, etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 24. Lacks the last map („Mer noire“). – The text leaves consisting of together 29 parts were compiled in former times to 20 leaves and mounted like a passepartout (as described by Pastoureau, probably complete); margins with fingermarks and occasionally with brown stains, some small tears in margin, a little browned. – Contemporary damaged calf. – See illustration on plate 24.

Nr. 1782

1781 – Tabulae geographicae, quibus universa geographia vetus continetur. 4 Tle in 1 Bd. Padua, Typographia Seminarii, 1699. Fol. Mit 84 (83 doppelblattgr.) Kupferstichkarten. Interims-Pp. (stärker beschabt und fleckig). (66) 4.000,Einzige Ausgabe. – Seltener historischer Atlas; enthält neben einem allgemeinen Teil mit Weltkarte (Shirley 562) und Karten zu Teilen Europas, Afrikas und Asiens drei spezielle Teile: 11 Karten zur Bibel, 15 Karten zur frühen Kirchengeschichte und 15 Karten zur Geschichte der klassischen Antike. Meist von N. Sanson gestochen, wenige Karten von anderen Stechern (P. Duval, Ph. de La Rue u. a.); dat. zwischen 1694 und 1697. – Gering gebräunt, vereinzelt etw. fleckig, kleine Wurmspuren in den weißen Rändern, vorderes Innengelenk brüchig. Sole edition. – Rare historic atlas. – Minor browning, occasionally some soiling, small worm traces in blank margins, upper inner joint cracked. – Interim cardboard (stronger scratched and soiled).

1782 SCHERER, H., Atlas novus exhibens orbem terraqueum per naturae opera ... Hoc est: Geographia universa in septem partes contracta. 7 in 3 Bdn. München, Rauch und Riedl für J. C. Bencard in Augsburg, Dillingen und Frankfurt, 1702-10. 4°. Mit 7 gestoch. Frontisp. und 177 (statt 189; 107 gefalt.) Kupfertafeln und Kupferstichkarten. Schweinsldr. über Holzdeckeln mit goldgepr. Datum ���1710“ und Blindpr. auf den Deckeln sowie funktionsfähigen Schließen (eine Schließe fehlt; stellenw. einzelne Wurmlöcher, wenig berieben und bestoßen). (46) 35.000,-


340

Atlanten

Erste Ausgabe (die „Geographia naturalis“ in zweiter Aufl. von 1710). – De Backer-S. VII, 766. Alden 710/133. Heitjan 751 und 768. Phillips 3457-3462 und 3471. Zacharakis 2145. Betz 169. Tooley, America, 131. Walter, Japan, 116. – Vgl. Sabin 77606. – Mit allen sieben Teilen überaus seltenes Hauptwerk der barocken süddeutschen Kartographie, verfaßt von dem bayerischen Jesuiten und Mathematikprofessor in München, Heinrich Scherer (1628-1704). Die Einzelbände erschienen zwischen 1702 und 1710 und wurden erst nach Scherers Tod unter dem Titel „Atlas novus“ zusammengefaßt. „Die beigegebenen Landkarten, deren Stecher sich nirgends nennt, scheinen zum Theil Arbeiten des berühmten Nürnberger Meisters Johann Baptist Homann zu sein. Die übrigen Tafeln sind meist von Johann Degler gezeichnet und von Leonhard Heckenauer, Joseph von Montalegre oder Andreas Matthäus Wolffgang in Kupfer gestochen“ (ADB LIII, 758). „Scherers Verdienste liegen vor allem darin, daß er sich – noch unbeeinflußt von den französischen Astronomen und Geodäten – bemühte, die Welt aufgrund neuer Ortskoordinaten wiederzugeben und für die Erdteilkarten eine neue, der späteren Bonneschen Projektion ähnliche Darstellung zu erproben“ (Wawrik, Berühmte Atlanten, 172). – Enthält jeweils mit separatem Titel: I. „Geographia naturalis“ (Titelaufl. von 1710; es fehlen die Weltkarte [Shirley 626] und eine weitere Karte mit dem Buchstaben „H“). II. „Geographia hierarchica“ (1703) mit Karten zur Kirchenorganisation, darunter zwei Weltkarten (Shirley 628 und 629), fünf Amerikakarten, mehrere Erdteilkarten, die südostasiatische Inselwelt, der Kirchenstaat, die Umgebung Roms. III. „Atlas marianus“ (1702) mit Karten zur Marienverehrung und von Gnadenstätten, darunter eine Weltkarte (Shirley 630), vier Erdtteilkarten, mehrere Karten europäischer Länder sowie sieben deutsche Gebietskarten. IV. „Geographia politica“ (1703) mit Karten aller Erdteile (bei den fehlenden Karten handelt es sich um die beiden Weltkarten, Shirley 631 und 632, sowie „Navis Victoria“, „America borealis“ und „Americae terrae recens detectae“; eine Tafel im Verzeichnis am Schluß nicht erwähnt). V. „Geographia artificialis“ mit Darstellungen von Globen und Meßinstrumenten sowie Schemata für die Kartierung; unter den Karten zwei Weltkarten (Shirley 634 und 635; die Karte in Segmentprojektion, Shirley 633, fehlt). VI. „Tabellae geographicae“ (1703), eine tabellarische Auflistung bedeutender Orte der verschiedenen Kontinente mit Angaben ihrer Längen- und Breitengrade. VII. „Critica quadripartita“ (1710) mit Darstellungen und einigen Karten zur wissenschaftlichen Methodik der Geographie und bedeutenden Entdeckungen, darunter eine weitere Weltkarte in Polarprojektion (Shirley 636). – Dem ersten Teil ist die Titelei zum Gesamtwerk (4 Bl.) vorgebunden, dem Tl. IV. ein Vortitel. Tafelverzeichnisse fehlen meist. Die einzelnen Teile mit folgender Kollation: I. Frontisp. und 9 (statt 11) gefalt. Karten. 6 Bl., 137 S., 3 Bl. II. Frontisp. und 21 gefalt. Karten. 4 Bl., 257 S., 7 Bl. III. Frontisp. und 23 gefalt. Karten. 4 Bl., 130 S., 6 Bl. IV. Frontisp. und 55 (statt 60; 35 gefalt.) Karten und Tafeln. 4 Bl., 481 (recte 841) S., 18 Bl. V. Frontisp. und 37 (statt 39; 1 gefalt.) Tafeln. 4 Bl., 240 S., 4 Bl.

VI. Frontisp. und 13 (statt 15) Karten. 3 Bl., 309 S., 18 Bl. VII. Frontisp. und 19 (statt 20; 7 gefalt.) Karten und Tafeln. 8 Bl., 228 S., 3 Bl. Stellenw. etw. gebräunt und fleckig, in Teil V einzelne (radierbare) Durchstreichungen in Rötel von Textteilen und Darstellungen auf zwei Tafeln, insgesamt ein sauberes, wohlerhaltenes Exemplar. – Siehe Abbildung. First edition („Geographia naturalis“ in second issue of 1710). – Main work of baroque South German cartography, extremely rare with all seven parts. The single volumes were published between 1702 and 1710 and only issued together under the title „Atlas novus“ after Scherer's death. – Here and there a little browned and soiled, part V with isolated cancellations (which can be erased) in red chalk of text parts and illustrations on two plates, altogether a clean and well preserved copy. – Pigskin over wooden boards with gilt stamped date „1710“ and blind tooling on boards as well as functioning clasps (one clasp missing; here and there some wormholes, minor rubbing and scuffing). – See illustration.

1783 SOHR, K., UND H. BERGHAUS (HRSG.), Vollständiger Handatlas der neueren Erdbeschreibung über alle Theile der Erde. 4. Aufl. Glogau und Leipzig, Flemming, 1848. Qu.-Fol. Mit lithogr. Titel und 82 tls. grenzkolor. lithogr. Karten. Läd. Hldr. (164) 250,Espenhorst 4.2a. – Vgl. Le Gear 6097. – Enthält 2 Himmelskarten, 2 Hemisphärenkarten und zahlreiche Detailkarten der Länder und Kontinente. – Vereinzelt wasserrandig, tls. stärker gebräunt und fleckig.

1784 SPRUNER, K. VON, UND TH. MENKE, Atlas antiquus. Gotha, Perthes, o. J. (1862-65) Fol. Mit doppelblattgr. Titel und 31 doppelblattgr. farb. Karten. 11 S. OHldr. (tls. stärker beschabt, etw. bestoßen). (6) 120,Espenhorst 148. – Erschien in acht Lieferungen und war bis 1915 im Verlagsprogramm. – Leicht gebräunt, gering fleckig.

1785 SPRUNER, K. VON, Hand-Atlas zur Geschichte Asiens, Afrikas, Amerikas und Australiens. 2. Aufl. Gotha, Perthes, 1855 (d. i. ca. 1900). Fol. Mit doppelblattgr. Titel und 18 doppelblattgr. farb. Karten. 1 Bl., 12 S. OHldr. (6) 120,Espenhorst 149. – Karten Nr. I-X gestochen, Karten XIXVIII, Titel und Text in anastatischem Nachdruck. – Leicht gebräunt und fleckig.

1786 KONVOLUT – 10 gestoch. Titel. Ca. 1600-1800. Meist Gr.-Fol. (66) 300,Homann (Atlas novus; altkolor.) – Allard (Atlas minor; altkolor.) – Ottens (Atlas) – The English Atlas – Doppelmajer (Atlas coelestis) – Danckwerth (Landesbeschreibung) – Ortelius (Theatro del mondo) – Covens (Grand Theatre de la Guerre) – Desnos (Atlas general) – Reilly (Großer deutscher Atlas). – Beiliegt „Hortus Eystettensis“ (Ausg. 1713). – Einige Schlachtspuren.


341

Geographie und Reisen – Geschichte

Nr. 1832

1787 AFRIKA – ALGERIEN – Folge von 83 (82 getönten, 1 farb.) lithogr. Tafeln. O. O., Dr. und J. (Paris?, Delahaye, um 1840). Gr.-Fol. Läd. Hldr. d. Zt. (89) 600,Tafeln mit Landschaften, Genreszenen, altrömischen Ruinen und zeitgenössischen Stadtansichten u. a. von Algier, Bône, Constantine und Oran, lithographiert meist von den französischen Genremalern A. J. B. Bayot, F. Courtin und A. Genet. – Tls. stärker gebräunt und mit Wasserrand, leicht fleckig.

1788 – BAEDEKER, K., Ägypten und der Sudân. 8. Aufl. Leipzig 1928. Mit vielen Beilagen. CCII, 480 S. OLwd. – Hinrichsen D 494. – Vorsatz mit Ausriß. (118) 100,-

1789 – BERGGREN, J., Guide français-arabe vulgaire des voyageurs et des Francs en Syrie et en Égypte. Uppsala, Leffler und Sebell, 1844. Mit 2 gefalt. Kupferstichkarten. 2 Bl., 884 Sp., S. (885)-924. Läd. Orig.-Broschur. (46) 400,Hage Chahine 442. Gay 374. Ibrahim-Hilmy I, 63. Tobler 148. Röhricht 355. Nordisk familjebok 282. – Text gegen Ende mit Wasserflecken; die Tafeln gebräunt und stark wasserrandig.

1790 – COCHELET, CH., Naufrage du brick français la Sophie, perdu, le 30 mai 1819, sur la côte occidentale d'Afrique, et captivité d'une partie des naufragés dans le désert de Sahara; avec de nouveaux renseignemens sur la ville de Timectou. 2 Bde. Paris, Mongie, 1821. Mit gefalt. Kupferstichkarte und 11 (4 gefalt.) lithogr. Tafeln. XVI, 348 S.; 2 Bl., 368 S., 2 Bl. (letztes Bl. mit Anzeigen). Läd. Interims-Brosch. (2) 200,-


342

Geographie und Reisen – Geschichte

Nr. 1792

Nr. 1805

Erste Ausgabe. – Gay 2750. Polak 1801. Borba de Moraes 186. Playfair-B. 534: „The map of North Africa is excellent.“ – Bericht über den Schiffbruch der französischen Brigg Sophie vor der westafrikanischen Küste und die anschließende Gefangenschaft eines Teils der Besatzung. „In the first chapter the author refers to his earlier voyage to Brazil“ (Borba de Moraes). – Die Tafeln zeigen den Schiffbruch, Camp in der Wüste, Einheimische, Ansichten von Tanger (eine mit der Straße von Gibraltar) etc. – Unbeschnitten, Tafeln und Karte minimal fleckig.

Erste italienische Ausgabe. – Brunet II, 599. Ibrahim-Hilmy I, 174. Gay 1998. – Vgl. Atabey 338. Blackmer 471. – Klassisches Werk, in der italienischen Ausgabe wesentlich seltener als im französischen Original: „Contains corrections by the Abbé Fontana, and is fuller than the original“ (Ibrahim-Hilmy). Denon hatte Napoleon auf dessen Expedition in Ägypten 1798-99 begleitet. Denons „größtes Verdienst war es, daß er für Europa mit seinen Zeichnungen eine Bildquelle eröffnete, wie sie bis dahin von keinem Reisenden aus Ägypten heimgebracht worden war. Der Tafelband enthält, was Denons unermüdlicher Zeichenstift während eines nur dreizehnmonatigen Aufenthalts von der Landschaftsphysiognomie des Nil-Tals wie der Wüste, von den Siedlungen, den zahllosen antiken Bauresten, von den Volkstypen, Waffen und Geräten immer nur hatte festhalten können“ (Henze II, 50). – Die Tafeln numeriert A-G und 1144 (inkl. der drei Karten). – Titel verso gestempelt, tls. stärker gebräunt, etw. fleckig. – Exlibris. – Siehe Abbildung.

1791 – DENON, V., Reise in Nieder- und OberAegypten, während der Feldzüge des Generals Bonaparte. Aus dem Französischen übers. und mit einigen Anmerkungen begleitet von D. Tiedemann. Berlin, Voß, 1803. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., XVIII, 376 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Deckel leicht aufgebogen, bestoßen). (105) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Neues Magazin von merkwürdigen Reisebeschreibungen, Bd. I. – Henze II, 50: „Ausgezeichnet durch lebendige, ja brillante Darstellung.“ – Titel gestempelt, Tafeln tls. mit leichten Quetschfalten; stellenw. leicht fleckig. – Dekorativ gebunden.

1792 – – Viaggio nel basso ed alto Egitto. Florenz, Tofani, 1808. Gr.-Fol. Mit 148 Kupfertafeln (2 gefalt., 69 in Aquatintamanier), 3 gefalt. Kupferstichkarten und Textkupfer. XI, 214 S., 1 Bl. Hpgt. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (55) 3.000,-

First Italian edition. – A classic, very much rarer in Italian than in French original. – Plates numbered A-G and 1-144 (incl. the three maps). – Title verso stamped, partly stronger browned, a little soiled. – Exlibris. – Contemporary half vellum (stronger scratched and scuffed). – See illustration.

1793 – (LUDWIG SALVATOR, ERZHERZOG), Bougie, die Perle Nord-Afrikas. Leipzig, Woerl, 1900. Fol. Mit 33 Tafeln und doppelblattgr. farb. Karte. VIII, 122 S. Läd. OHlwd. (36) 150,Vgl. Holzmann-B. V, 1661 (EA 1899). – Reich illustrierte Monographie über die Hafenstadt Bejaia (französisch Bougie) in Algerien. – Leicht gebräunt, gering fleckig.


Geographie und Reisen – Geschichte

Nr. 1809

1794 ALBUM mit ca. 100 Aquarellen. Deutschland um 1880. Gr.-Fol. Etw. läd. Leinwand d. Zt. (97) 300,Hübsches Souveniralbum mit Ansichten bedeutender Plätze und Monumente aus Italien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz, unter den lose einliegenden Blättern (ca. 25) auch orientalische Szenerien und Veduten. – Die Darstellungen, meist in schmalen Goldrahmen, nur vereinzelt fleckig, Trägerpapiere mit einigen Gebrauchsspuren.

1795 ALLERS, CH. W., Rund um die Erde. Stuttgart, Union, (1898). Fol. Mit farb. Titel, 16 tls. getönten Tafeln und zahlr. tls. ganzseit. Textillustr. von Ch. W. Allers. 3 Bl., 179 S., 2 Bl. Illustr. OLwd. (Rückenbezug etw. abgewetzt und bestoßen, angeschmutzt). (89) 80,Erste Ausgabe. – Rump 3. Thieme-B. I, 314. – Bericht des Hamburger Malers Christian Wilhelm Allers (1857-1915) über seine Weltreise zwischen 1897/98. – Leicht gebräunt und fleckig.

1796 ALPEN – ALPENFREUND, DER. Hrsg. von E. Amthor. 11 in 6 Bdn. Gera, Amthor, 1870-78. Mit 112 (statt 113) tls. gefalt., tls. farb. und tls. getönten lithogr. Tafeln sowie Musikbeilage. OLwd. (leicht berieben und bestoßen). (148) 1.000,Erste Ausgabe. – Nebehay-W. 880. – Ohne die Tafel „Das Suldenthal bei St. Gertrud“ in Bd. X. – Teils leicht gebräunt und wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

343

Nr. 1817

1797 – BARTH, L., UND L. PFAUNDLER, Die Stubaier Gebirgsgruppe. Hypsometrisch und orografisch bearb. Innsbruck, Wagner, 1865. Mit 5 (3 gefalt., 3 getönten, 1 doppelblattgr.) lithogr. Tafeln und getönter lithogr. Faltkarte. 144 S., 3 Bl. Mod. Lwd. (minimal fleckig). (102) 200,Einzige Ausgabe. – Dreyer 426. – Sehr schönes Faltpanorama (17 x 120 cm) vom Habicht aus. – Erste Tafel verso und Titel gestempelt, leicht fleckig. 3 Tafeln und die Faltkarte lose in Deckellasche.

1798 – (DUCOMMUN, J. C.), Une excursion au Mont-Blanc. Genf, Vaney, 1858. Mit 3 lithogr. Tafeln. 31 S. Spät. Lwd. (leichte Gebrauchsspuren). (55) 600,Seltene erste Ausgabe. – Perret 1417. – Vgl. Wäber I, 183 (2. Aufl. 1859). – Die hübschen Tafeln nach Skizzen von Francis Chomel zeigen die Besteigung des Mont Blanc. – Titel aufgezogen, mit einigen kleinen hinterlegten Ab- und Einrissen, etw. gebräunt.

1799 – FORBES, J. D., Travels through the Alps of Savoy and other parts of the Pennine Chain with observations on the phenomena of glaciers. Edinburgh, Black, 1843. Mit 13 (2 getönten, 4 farb.) lithogr. Tafeln und 2 (1 gefalt.) gestoch. Karten. X, 424 S., 2 Bl. (Anzeigen). Lwd. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (55) 600,-


344

Geographie und Reisen – Geschichte

Nr. 1796

Erste Ausgabe. – Perret: „Ouvrage fondamental.“ Neate 274: „Scottish scientist and traveller, whose views on the theory of glaciers conflicted with Tyndall's. He made many observations and mountain expeditions in the Alps. Forbes spans the