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Auktion 54

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K U N S T A U K T I O N S H A U S

ZISSKA & SCHAUER

11. - 13. November 2009

Handschriften Autographen Seltene B端cher Stadtansichten Landkarten Dekorative Graphik


Auktion 54 Freiwillige Versteigerung 11. - 13. November 2009

ZISSKA & SCHAUER

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K U N S T A U K T I O N S H A U S

Handschriften Autographen Seltene Bücher Stadtansichten Landkarten Dekorative Graphik Besichtigung

Montag, 2.11. – Freitag, 6.11.2009 jeweils von 9.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr Montag, 9.11. von 9.00 – 13.00 und 14.00 – 18.00 Uhr Ausnahmslos für ausländische Kunden Dienstag, 10.11. von 9.00 – 13.00 und 14.00 – 18.00 Uhr

Versteigerung

Mittwoch, 11.11. Donnerstag, 12.11. Freitag, 13.11.

12.00 Uhr 9.00 Uhr 14.00 Uhr 9.00 Uhr und

Nr. 1 – 776 Nr. 777 – 1447 Nr. 1448 – 2263 Nr. 2264 – 2424 Nr. 3000 – 3209


Katalog 54

Katalogpreis: 25 Euro Wir bitten um Überweisung des Betrages an Zisska, Schauer & Co. KG Bankhaus Max Flessa KG, München, Konto-Nr. 770 444 (BLZ 700 30111) IBAN: DE72793301110000770444 BIC: FLESDEMM Für Aufträge, die später als einen Tag vor oder erst während der Versteigerung eingehen, übernehmen wir keine Haftung. Gebote, die unter der Hälfte des Schätzpreises liegen, können nicht berücksichtigt werden.

Payments for auction goods can be made by cash or wire-transfer. We accept Visa or Diners Club International credit cards for catalogue payment only. The prices stated in the catalogue are estimates (not reserves). We do not accept bids of less than 50 per cent of the estimate. Please visit www.zisska.de for full bidder information.

Titelbild: Tafel 28 Nr. 2395 Thiele, Reise durch Rügen

ZISSKA & SCHAUER

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Zisska, Schauer & Co. KG Unterer Anger 15 · 80331 München Telefon 089/26 3855 · Fax 089/269088 auctions@zisska.de · www.zisska.de Katalogbearbeitung: Dr. Regina Freyberger, Jürgen Kaufmann, Anne Köhler, Frank Purrmann, Hilmar Schmuck, Sabine Zachmann Sekretariat: Ursula Hahn, Ursula Roitzsch Versandabteilung: Klaus Bayer


Inhalt

Handschriften Bücher

Handschriften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Urkunden und Autographen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Inkunabeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alte Drucke und alte Theologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Naturwissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Varia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Alchemie – Chemie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Astrologie – Astronomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Botanik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau . . . . . . . . . . . . . . . . – Mathematik – Physik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Medizin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Zoologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Technik und Handwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bibliographie – Buchwesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kunstgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Literatur und illustrierte Bücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Barock- und Emblembücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Literatur bis 1900 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Anhang: Sagen und Märchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Kinderbücher – Pädagogik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Philosophie – Politik - Nationalökonomie . . . . . . . . . . . . . . – Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . – Pressendrucke – Vorzugsausgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Sammlung Pressler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kulturgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Varia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Gastronomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Jagd und Fischfang – Pferdebücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Judaica und Hebraica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Kostüme – Mode – Uniformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Linguistik – Lexika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Militaria . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Musik – Tanz – Theater – Film . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Okkultismus – Freimaurerei . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Recht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Atlanten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Geographie und Reisen – Geschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

1 27 168 177 388 388 410 494 507 527 541 585 659 683 777 823 862 862 915 1040 1112 1216 1340 1425 1448 1691 1691 1732 1755 1792 1802 1813 1838 1849 1855 1925 1976 1988 2264

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26 167 176 387 682 409 493 506 526 540 584 658 682 776 822 861 1690 914 1039 1111 1215 1339 1424 1447 1690 1975 1731 1754 1791 1801 1812 1837 1848 1854 1924 1975 1987 2263 2424

Graphik

Deutschland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ausland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Welt- und Spezialkarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Übersee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . – Europa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dekorative Graphik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

3000 3059 3059 3077 3101 3158

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3058 3157 3076 3100 3157 3209


Versteigerungsbedingungen 1.

Das Auktionshaus handelt als Kommissionär im eigenen Namen und für Rechnung seiner Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Zugrunde liegen die Aufträge der Einlieferer. Die Auftragsverhältnisse ergeben sich durch Angabe einer Kennzahl (Einlieferer-Nummer), die in Klammern der Katalogaufnahme jeweils angefügt ist. Eigenware ist gesondert gekennzeichnet (1). Die Versteigerung ist freiwillig.

2.

Die angegebenen Preise sind Schätzpreise, keine Limite.

3.

Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten und zurückzuziehen. Er ist berechtigt, Gebote zurückzuweisen, wenn nicht vor der Versteigerung geeignete Sicherheiten geleistet oder Referenzen angegeben wurden.

4.

Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht und haben einen ihrem Alter, ihrem Gebrauch und ihrer Provenienz entsprechenden Erhaltungszustand; dieser wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne. Der Versteigerer übernimmt keine Haftung für Mängel, soweit er die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Er verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von zwölf Monaten seine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Der Erwerber soll Beanstandungen unverzüglich, spätestens aber innerhalb von drei Wochen nach der Auktion, dem Versteigerer anzeigen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den gezahlten Kaufpreis (einschließlich Aufgeld) zurück; ein darüber hinausgehender Anspruch ist ausgeschlossen. Einzelstücke aus Konvoluten, größere Zeitschriftenreihen, Serienwerke, mehrbändige Gesamtausgaben und Objekte, die den Vermerk „nicht kollationiert“ oder „ohne Rückgaberecht“ tragen, sind vom Reklamationsrecht ausgeschlossen.

5.

6.

Der Ausruf erfolgt in Euro und beginnt in der Regel mit der Hälfte des Schätzpreises. Gesteigert wird jeweils um ca. 5–10%. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen das gleiche Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut anbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen will oder sonst Zweifel für den Zuschlag bestehen. Kommissionäre haften für ihre Auftraggeber. Telefonische und Aufträge per E-Mail bedürfen der schriftlichen Bestätigung spätestens 48 Stunden vor Beginn der Auktion. Bestehen bei Abgabe des Gebotes Differenzen zwischen Katalognummer und Kennwort, so ist das Kennwort maßgebend. Folgen aus einer unrichtigen Übermittlung gehen zu Lasten des Auftraggebers. Bei Nichterteilung des Zuschlags trotz Gebots haftet der Versteigerer dem Bieter nur bis zur Höhe des Schätzpreises, wenn ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit angelastet werden kann. Aufträge, die später als einen Tag vor oder erst während der Versteigerung eingehen, sind von jeder Haftung ausgeschlossen. Die in den Verträgen genannten Preise gelten als Zuschlagspreise, das Aufgeld und die Mehrwertsteuer werden zusätzlich erhoben.

7.

Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigungen auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen erwirbt der Ersteigerer erst mit dem vollständigen Zahlungseingang beim Auktionshaus.

8.

Auf den Zuschlagspreis werden ein Aufgeld von 17% und die Mehrwertsteuer von 7% berechnet. Die Mehrwertsteuer entfällt für Kunden aus Nicht-EU-Ländern, wenn der Versand der ersteigerten Ware durch uns erfolgt oder der amtliche Nachweis der Ausfuhr innerhalb von vier Wochen erbracht wird. Händlern aus EU-Ländern kann die Mehrwertsteuer nur dann erstattet werden, wenn sie ihre europäische USt-IdNr. bei Auftragserteilung bekanntgeben. Bei Auszahlungen erfolgt die Umrechnung des Rechnungsbetrages zum Tageskurs. Die Kosten für Porto, Verpackung, Versicherung und Bankspesen gehen zu Lasten des Käufers.

9.

Auf alle Originalwerke der bildenden Kunst seit Entstehungszeit 1900 leistet das Auktionshaus eine Abgabe an die Ausgleichsvereinigung Kunst, die damit die gesetzlichen Ansprüche des Folgerechts aus § 26 UrhG ausgleicht. Der Ersteigerer trägt von dieser Abgabe einen Anteil in Höhe eines Drittels (z.Zt. 1% des Zuschlagspreises).

10. Der Gesamtbetrag ist mit dem Zuschlag fällig und zahlbar in bar oder durch bankbestätigten Scheck. Zahlungen auswärtiger Ersteigerer, die schriftlich oder telefonisch geboten haben, sind binnen vierzehn Tagen nach Rechnungsdatum fällig. 11. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen in Höhe von 1% per Monat berechnet. Im übrigen kann das Auktionshaus bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach Fristsetzung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen; der Schadensersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, daß die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. 12. Der Erwerber ist verpflichtet, die Gegenstände sofort nach der Auktion in Empfang zu nehmen. Falls er Versendung wünscht, erfolgt sie auf eigene Gefahr. Bei Versand von Graphiken werden vorhandene Passepartouts und Rahmen entfernt, es sei denn, Mitlieferung ist vom Erwerber bei Abgabe seines Gebotes ausdrücklich verlangt. 13. Mit Erteilung eines schriftlichen Auftrages oder Abgabe eines Gebotes erkennt der Ersteigerer diese Bedingungen ausdrücklich an. Dies gilt auch für Verkäufe aus den Rückgängen. 14. Erfüllungsort und Gerichtsstand für den vollkaufmännischen Verkehr ist München. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UN-Abkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. 15. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt. 16. Die Versteigerungsbedingungen haben eine deutsche und eine englische Version. In allen Streit- und Zweifelsfällen ist die deutsche Fassung maßgebend; das gilt insbesondere für die Auslegung von Rechtsbegriffen und Katalogangaben. Die Versteigerer


Conditions of Sale 1.

Zisska & Schauer acts as commission agent, in its own name and for the account of its clients (sellers), whose identity is not disclosed. The instructions of consignors, who are numbered in brackets (consignor number) at the end of each catalogue description, form the basis of sales. Zisska & Schauer’s property is indicated separately (1). The sale is voluntary.

2.

The prices given after each lot are estimates, not reserves.

3.

The auctioneer reserves the right to combine any two or more lots, to divide any lot, to offer any lot for sale in an order different from that given in the catalogue or to withdraw any lot or lots from the sale. The auctioneer shall be entitled to refuse bids unless suitable proof of identity, security or references shall have been provided prior to the auction.

4.

All lots up for sale my be viewed and inspected prior to the auction. Lots auctioned are used goods. The descriptions in the catalogue, which are given to the best of Zisska & Schauer’s knowledge and belief, do not constitute guarantees in the legal sense. Zisska & Schauer does not assume any liability for faults or defects, in so far as it has fulfilled its duty of care, but will undertake to make judicial claim on behalf of the buyer in respect of justified complaints within the statutory warranty period of twelve months against the seller who consigned the respective item or items for sale. The buyer is required to give Zisska & Schauer written notice of all complaints without delay; at the latest, however, within three weeks of the date of the auction. Should the demands be successful, Zisska & Schauer will reimburse the buyer with the full purchase price (including buyer’s premium); all further claims are excluded. There is no right of complaint in the case of individual items from combined lots, periodicals, serial publications, complete editions in several volumes and any lots with the indication nicht kollationiert [not collated] or ohne Rückgaberecht [not subject to return].

5.

6.

Bids are executed in Euros and bidding generally starts at 50% of the estimate unless competing bids have been received. Bids are raised by increments of 5% to 10%. A lot will be knocked down to the highest bidder after three calls. The auctioneer may refuse any bids, or knock down a lot subject to reservation. If two or more persons bid the same amount simultaneously and no overbid has been made after three calls, the successful bidder shall be drawn by lot. The auctioneer may rescind a decision and put the lot up again for sale if a higher bid made in time has been inadvertently overlooked, or if the highest bidder wishes to revoke his bid, or if the decision is open to other doubt. Agents acting on behalf of a third party assume full liability for the fulfilment of contract on behalf of their principals. All absentee bids submitted by email or telephone are to be confirmed in writing. If the catalogue number and the author/short title or reference for identification differ, the short title will stand for the bid. All damages and losses incurred by unclear bidding instructions are the bidder’s responsibility. For bids duly received and not executed due to obvious negligence on the auctioneers’ part, the auctioneers’ liability is limited to the estimate amount. The auctioneers accept no liability for the execution of absentee bids sent in less than 24 hours before the auction opens or during the auction itself. All bids are regarded as the maximum hammer price. The buyer’s premium and VAT are added to these prices separately.

7.

From the fall of the hammer, every lot shall become the full responsibility of and be at the sole risk of the buyer, while ownership of the lot or lots shall not pass to the buyer until full payment has been received by Zisska & Schauer.

8.

A buyer’s premium of 17% is levied on the hammer price plus VAT at the current rate of 7%. Buyers resident in third (i. e. non-European Union) countries are exempted from VAT if purchases are dispatched by the auction house to their registered address or if official proof of export is received by Zisska & Schauer within a period of four weeks. Dealers whose business are registered in the EU are exempted from VAT provided that they quote their VAT Registration Number when submitting absentee or online bids, or when registering to bid. Payments in foreign currency will be converted at the rate of exchange prevailing on the day of receipt. Costs of shipping, packing, insurance and bank charges are at the buyer’s expense.

9.

In order to satisfy all claims of the Droit de Suite [Artists’ Resale Right] (§ 26, German Copyright Law/UrhG), the auctioneers shall pay a resale royalty to the Ausgleichsvereinigung Kunst, the copyright collecting society, on all original works of art created after 1 January 1900. This is based on a percentage of the hammer price. The buyer shall bear one third of this payment which currently amounts to 1% of the hammer price.

10. Immediately upon purchase the buyer shall pay the final price in cash or by authorized bank cheque. Payments by buyers who have submitted absentee bids or who have bid by telephone shall be due within 14 days of the date of the invoice. 11. In default of payment, Zisska & Schauer will charge interest on the outstanding amount at the rate of 1% per month or part month. Furthermore, if the buyer defaults in payment, Zisska & Schauer may, at its discretion, insist on performance of the contract or, if the buyer has not paid by the date set, claim damages for non-performance; in the latter case, Zisska & Schauer may claim the damages by putting the lot or lots up again for auction and charging the defaulting buyer with the difference between the price bid by him/her and the price realized on the resale, if this is lower, plus the cost of the resale, including Zisska & Schauer’s costs. 12. Buyers shall take charge of their lots immediately after the auction. Shipping instructions shall be given in writing. Shipping, if required, will be effected at the sole expense and risk of the buyer. Prints will be shipped unmatted and unframed, unless specifically requested by the buyer when submitting his/her bid. 13. By placing a bid either in writing or in person, the buyer agrees to be bound by these Conditions of Sale. This shall also apply to after-auction purchase. 14. Place of performance and jurisdiction for registered trade dealings is Munich. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded. 15. Should any provision herein be wholly or partly ineffective, this shall not affect the validity of the remaining provisions. 16. These Conditions of Sale are available in both German and English. The German-language version shall without exception be the authoritative version, in particular with regard to the interpretation of statutory terms and catalogue descriptions. Zisska, Schauer & Co. KG


Abkürzungen - Abbrevations Abb. . . . . . . . . . . . . . . . Abbildung(en) - illustration(s) Abt. . . . . . . . . . . . . . . . Abteilung - section Anm. . . . . . . . . . . . . . . Anmerkung(en) - note(s) Aufl. . . . . . . . . . . . . . . . Auflage - edition Ausg. . . . . . . . . . . . . . . Ausgabe - edition, issue Bd(e). . . . . . . . . . . . . . Band (Bände) - volume(s) bearb. . . . . . . . . . . . . . bearbeitet - compiled beigeb. . . . . . . . . . . . . beigebunden - bound with beschäd. . . . . . . . . . . beschädigt - damaged Bibl. . . . . . . . . . . . . . . . Bibliothek - library Bl. . . . . . . . . . . . . . . . . . Blatt (Blätter) - leaf(-ves) blattgr. . . . . . . . . . . . . blattgroß - full-page blindgepr. . . . . . . . . . blindgeprägt - blind-tooled Blindpr. . . . . . . . . . . . . Blindprägung - blind-tooling Brosch. . . . . . . . . . . . . Broschur - wrappers Dass. . . . . . . . . . . . . . . Dasselbe - the same Ders. . . . . . . . . . . . . . . Derselbe - the same Dies. . . . . . . . . . . . . . . Dieselbe - the same Dr. . . . . . . . . . . . . . . . . . Drucker - printer dreiseit. . . . . . . . . . . . dreiseitig - (three) edges, margins d. Zt. . . . . . . . . . . . . . . . der Zeit - contemporary e. . . . . . . . . . . . . . . . . . . eigenhändig - autograph EA . . . . . . . . . . . . . . . . . erste Ausgabe - first edition Ebda. . . . . . . . . . . . . . . Ebenda - same place eingeb. . . . . . . . . . . . . eingebunden - bound-in etw. . . . . . . . . . . . . . . . etwas - somewhat, slightly Ex. . . . . . . . . . . . . . . . . . Exemplar - copy Faks. . . . . . . . . . . . . . . . Faksimile(s) - facsimile farb. . . . . . . . . . . . . . . farbig – in colours fl. . . . . . . . . . . . . . . . . . fleckig - spotted, (water-)stained, foxed . . . . . . . . . . . . . . . . . (fingerfl., braunfl., wasserfl. etc) flex. . . . . . . . . . . . . . . . flexibel- limp Frontisp. . . . . . . . . . . . Frontispiz - frontispiece ganzseit. . . . . . . . . . . ganzseitig - full-page geb. . . . . . . . . . . . . . . . . gebunden - bound gefalt. . . . . . . . . . . . . . gefaltet - folded gestoch. . . . . . . . . . . . gestochen - engraved goldgepr. . . . . . . . . . . goldgeprägt - gilt-stamped Goldpr. . . . . . . . . . . . . Goldprägung - gilt-stamped Hrsg. . . . . . . . . . . . . . . Herausgeber - editor hrsg. . . . . . . . . . . . . . . . herausgegeben - edited Hldr. . . . . . . . . . . . . . . Halbleder - half leather Hlwd. . . . . . . . . . . . . . Halbleinen - half cloth Hmaroqin . . . . . . . . . . Halbmaroquin - half morocco Hpgt. . . . . . . . . . . . . . . Halbpergament - half vellum hs. . . . . . . . . . . . . . . . . . handschriftlich - manuscript Illustr. . . . . . . . . . . . . . . Illustration(en) - illustration(s) illustr. . . . . . . . . . . . . . illustriert - illustrated Imp.-Fol. . . . . . . . . . . Imperial-Folio - imperial folio Jg(e). . . . . . . . . . . . . . . Jahrgang (-gänge) - volume(s) Jhdt. . . . . . . . . . . . . . . Jahrhundert - century Kart. . . . . . . . . . . . . . . . Kartonage - boards Kat. . . . . . . . . . . . . . . . Katalog - catalogue kl. . . . . . . . . . . . . . . . . . klein - small kolor. . . . . . . . . . . . . . . koloriert - (hand-)coloured kplt. . . . . . . . . . . . . . . . komplett - complete läd. . . . . . . . . . . . . . . . . lädiert - damaged Ldr. . . . . . . . . . . . . . . . Leder - leather Lief. . . . . . . . . . . . . . . . . Lieferung(en) - (serial) part(s) Lithogr. . . . . . . . . . . . . Lithographie(n) - lithograph(s)

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Tafel 1

Nr. 3 Matthias von Liegnitz, um 1400


Tafel 2

Nr. 1 Aus einem Brevier, um 1150

Nr. 7 Andachtsbuch, 1591

Nr. 9 Gebetbuch, 1611


Tafel 3

Nr. 30 Adelsstammbuch, um 1620

Nr. 83 Adelsdiplom, 1850

Nr. 14 Medizinisches Rezeptbuch, 1756


Tafel 4

Nr. 31 Album Amicorum, Lindau um 1850

Nr. 153 Daguerreotyp Schopenhauers

Nr. 699 Einband des Grafen zu Stolberg


Tafel 5

Nr. 168 Bibel, 1491


Tafel 6

Nr. 171 Predigtsammlung, 1482

Nr. 171

Nr. 170 Burlaeus, 1481

Nr. 169 Bonifatius VIII., vor 1490


Tafel 7

Nr. 173 Petrus Lombardus, 1491

Nr. 176 Thomas de Aquino, 1483

Nr. 174 Pseudo-Petrus de Palude, 1486

Nr. 598 Curtis, Zustand des Ohres


Tafel 8

Nr. 510 Gaucher

Nr. 524 Stephenson

Nr. 525 TinnĂŠ

Nr. 663 Buffon


Tafel 9

Nr. 738 Färber-Zeitung

Nr. 746 Gautsch, Feuer-Löschwesen

Nr. 850 Reispapieralbum


Tafel 10

Nr. 947 Pergamenteinband um 1800

Nr. 870 Bรถhme, Theosophia revelata

Nr. 962 Gessner, Idylles


Tafel 11

Nr. 999 Lรถns, Mein goldenes Buch

Nr. 988 La Fontaine, Oeuvres

Nr. 990 La Roche, Resignation


Tafel 12

Nr. 1018 Pocci, Viola Tricolor

Nr. 1138 Chimani, Kleines Belvedere

Nr. 1123 Andersen, Schweinehirt


Tafel 13

Nr. 1126 Bilibin

Nr. 1204 Seidmann-Freud

Nr. 1155 Kittelsen


Tafel 14

Nr. 1209 Sammelband mit englischen Struwwelpetriaden

Nr. 1213 Volkmann, Strabantzerchen


Tafel 15

Nr. 1356

Nr. 1358 Signierte Einb채nde von Otto Dorfner

Nr. 1357

Nr. 1355


Tafel 16

Nr. 1382 Balzac, Succubus

Nr. 1416 Schey, Verse

Nr. 1518 Matthews, Bookbindings

Nr. 1591 Milton, Poetical Works


Tafel 17

Nr. 1407 Neufeld


Tafel 18

Nr. 1690 Bibliothek englischer Literatur


Tafel 19

Nr. 1690


Tafel 20

Nr. 1722 Aus der Bibliothek der Asamkirche


Tafel 21

Nr. 1685 Wilde, SalomĂŠ

Nr. 1806 Nationaltheater Berlin

Nr. 1804 Iribe

Nr. 1811 Teupken


Tafel 22

Nr. 953 Non-book

Nr. 2103 Pouqueville, Voyage dans la Grèce

Nr. 1838 Théorie militaire


Tafel 23

Nr. 2022 Hinton, United States

Nr. 2151 Millot, MĂŠmoires politiques

Nr. 2199 Russian Empire


Tafel 24

Nr. 2272 Ă–ffentliche Maskerade in Bamberg

Nr. 2212 Bau der transsibirischen Eisenbahn


Tafel 25

Nr. 2421 Schmidt, Wilhelm von W端rttemberg

Nr. 3019 Janssonius


Tafel 26

Nr. 3077 Blaeu

Nr. 3092 Visscher


Tafel 27

Nr. 3135 Hondius

Nr. 3102 Blaeu


Tafel 28

Nr. 3150 Weber, Ansicht von Arth

Nr. 2395 Thiele, Reise durch R端gen


Tafel 29

Nr. 3116 Buesecom

Nr. 3015 Federzeichnung


Tafel 30

Nr. 3196 Novelli

Nr. 1350 Dali, La bataille de TĂŠtouan

Nr. 3165 Pennant


1

Handschriften 1

Beide Blätter stammen zweifelsohne aus demselben Codex, einem frühen Brevier, das die verschiedenen Texte des Offiziums für die Stundengebete der Kleriker enthält. Die gesprochenen Texte wechseln mit gesungenen in NeumenNotation ab. – Einzelblatt: Liturgie des Karsamstags (recto mit Texten aus dem Matthäus-Evangelium, 28. Kapitel, Anfang: „Vespere autem sabbati...“, und dem MarkusEvangelium, 16. Kapitel, Anfang). Doppelblatt mit dem Anfang der Sermones des Maximus Taurinensis: „Cum omnes beati apostoli parem gratiam“. – Zur Datierung und Lokalisierung: Die Handschrift zeigt im Stil der Initialen, der Schrift und der Gestaltung der einzelnen Textseiten (Zweispaltigkeit, kleinere Schrift für Textpassagen mit Neumen, charakteristische Formen der Kapitalbuchstaben, Positionierung und Größe der Initialen etc.) sehr nahe Verwandtschaft zu den Erzeugnissen des Prüfeninger Scriptoriums vor der Mitte des 12. Jahrhunderts (vgl. das um 1140 datierte Breviar in der BSB München, Clm 23037, Kat. Regensburger Buchmalerei, München 1987, Nr. 28). Die gekräuselten Blättchen sind durch Konturen in brauner Tinte besonders betont, den etwas späteren Initialen des Codex BSB Clm 13048 nahestehend, die allerdings schon weiterentwickelt sind (Prüfening vor 1165, Kat. Nr. 35). Wahrscheinlich sind unsere Blätter zeitlich zwischen diese beiden Handschriften einzuordnen. – Makulaturblätter. – Beide Bl. im oberen, Doppelbl. auch im seitlichen Rand mit Textverlust beschnitten, drei Initialen angeschnitten, leicht faltig, vier kleine Löcher (bis auf eines wohl ursprünglich, Text weicht aus), eine Ecke abgeschnitten, stellenw. fleckig und gebräunt, geringe Montagespuren. – Siehe Abbildung Tafel 2. Double leaf and single leaf from a breviary. Latin manuscript on vellum. Presumably Prüfening monastery near Regensburg, middle of the 12th century. – Both leaves are without doubt from the same codex, an early breviary which contains the different texts for the prayers of the clergymen. – Single leaf: liturgy of Easter Saturday. Double leaf with the beginning of the Maximus Taurinensis sermons. – Waste sheets. – Both leaves cropped at upper margin, double leaf also at side margin with loss of text, one corner cut off, here and there soiled and browned, minor traces of mounting. – With 4 large scroll-work initials in red and brown ink. Framed under glass. – See illustration on plate 2.

2

Die in frühgotischer Minuskel mit dunkelbrauner Tinte abgefaßte Handschrift enthält ein Register wohl zu einer rechtlichen Abhandlung. Unter den jeweiligen Stichworten sind Fragestellungen aufgelistet, die auf die entsprechenden Kapitel verweisen, beispielsweise: „Feudum. Quid sit feudum“ oder „Legitimus. Quis sit filius legitimus“ etc. – Makulaturblatt mit den entsprechenden Gebrauchsspuren, Unterkante bis in den Text beschnitten, Außenseiten stellenw. verwischt und abgerieben, stärker fleckig und gebräunt, Innenseiten leicht fleckig und etw. gebräunt, stellenw. ein wenig abgerieben. – Beiliegend ein Fragment eines weiteren Makulaturblatts, wohl aus einer juristischen Handschrift des Spätmittelalters.

DOPPELBLATT und Einzelblatt aus einem Brevier. Lateinische Handschrift auf Pergament. Wohl Kloster Prüfening bei Regensburg, Mitte des 12. Jhdts. Blattgr.: 46,1 x 32 cm (Doppelbl.) und 26,1 x 25,5 cm (Einzelbl.). Mit 4 großen Rankeninitialen in roter und brauner Tinte. Lombarden und einzelne Hervorhebungen in Rot. Rubriziert. 2 Sp. Unter Glas gerahmt. (7) 4.000,-

– mit 8 Textspalten aus einer lateinischen Handschrift auf Pergament. Wohl Deutschland, Mitte 13. Jhdt. Blattgr.: 23,5 x 39 cm. Mit 5 federwerkverzierten Initialen in Blau und Rot sowie einigen Lombarden. Rubriziert. 43 Zl. (beschnitten). 2 Spalten. (74) 400,-

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MATTHIAS VON LIEGNITZ – POSTILLA super epistulas dominicales. Lateinische Handschrift auf Papier. Wohl Böhmen, ca. 1399-1404. Fol. Mit 3 bewohnten bzw. figürlichen mehrzeiligen Initialen in meist rotem Federwerk und zahlr. Lombarden in Rot. Größtenteils rubriziert, Hervorhebungen in Rot, durchgehend regliert. 294 Bl. 2 Sp. Durchschnittlicher Schriftspiegel 24 x 16 cm. Läd. Ldr.-Einbandrücken (d. Zt.?) mit anhängenden Makulatur-Fragmenten (Pergamenths., wohl 12. Jhdt., mit Antiphonen, u. a. der Palmsonntagsliturgie). (128) 3.000,Zur Entstehungszeit abgefaßte Abschrift der Auslegung der sonntäglichen Epistellesungen durch den Prager Theologen Matthias von Liegnitz, der 1397 zum Licentiatus, drei Jahre später zum Professor an der Prager Universität ernannt worden ist. 1409 ist er dort nicht mehr nachweisbar (grundlegend immer noch: A. Franz, Matthias von Liegnitz und Nicolaus Stör von Schweidnitz. Zwei schlesische Theologen aus dem 14./15. Jahrhundert. In: Der Katholik, 78. Jg., 1898, S. 1-25). Aus Mangel an deutschsprachigen Seelsorgern hatte Matthias von Liegnitz vor allem Predigten über die Episteln auf Deutsch gehalten. Für die Gelehrten wurden diese in lateinischer Sprache niedergeschrieben und sind in einigen Codices überliefert. Obgleich die „Postilla“ in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verhältnismäßig weit verbreitet waren, sind sie doch sehr schnell in Vergessenheit geraten und nie im Druck erschienen. „Die Predigten verrathen eine nicht geringe Belesenheit und eine große Geschicklichkeit in der praktischen Anwendung des Schrifttextes. Sie sind für die Bedürfnisse der Scholaren eingerichtet und knüpfen daher an die Schriftworte bald scholastische Ausführungen über dogmatische Sätze, bald praktische Ermahnungen für das religiöse und priesterliche Leben. Die Postilla des Magisters Matthias ist ein schönes Zeugnis für das warme Interesse, welches die Prager theologischen Lehrer der Förderung des religiösen Lebens ihrer Scholaren widmeten, und nicht minder für die praktische Richtung, die man mit den wissenschaftlichen Studien glücklich zu verbinden wußte“ (Franz, S. 9). – Die vorliegende Fassung ist in flüchtiger gotischer Buchkursive (Bastarda) geschrieben. Das Werk beginnt mit den Worten „Videte quoniam non mihi solum laboravi“, ein Zitat aus Ecclesiasticus (Kap. 24, 47: „Sehet, daß ich nicht für


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Handschriften

stronger foxing, a little browned. – (Contemporary?), damaged leather spine, added are some waste sheet fragments. – See illustrations in the text and on plate 1.

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SAMMLUNG – 9 Pergamentblätter (tls. fragmentarisch) aus Handschriften meist des 15. Jahrhunderts (Gebrauchsspuren). (52) 200,-

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RECHNUNGSBUCH aus der Rheinpfalz. Deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1450-80. 4°. 64 nn. Bl. Ohne Einband. (42) 600,In schlichter Kanzleischrift abgefaßtes Grund- und Abgabenbuch mit umfangreichen Einträgen überwiegend aus dem mittleren 15. Jahrhundert sowie erheblich späteren Ergänzungen (wohl 18. Jahrhundert). Die Ortsangaben lassen auf die Rheinpfalz schließen. Das Wasserzeichen des Papiers, ein Ochsenkopf mit runden Augen- und Nasenlöchern, darüber der Buchstabe „T“ auf einer Stange, ist im späten 15. Jahrhundert in zahlreichen Varianten in Westdeutschland entlang des Rheins nachweisbar (sehr ähnlich Piccard 073195, datiert Koblenz 1487). Ein Datum ist auf Blatt 50 genannt, wo von einem Gerichtsprozeß im Jahre 1498 die Rede ist. – Bindung gelockert, einige Randläsuren und Einrisse, tls. stärker fleckig und gebräunt.

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Nr. 3 mich allein mich abmühte, sondern für alle, die Wahrheit suchen“) und endet auf fol. 110v. mit einem 1404 datierten Explicit. – Es folgen die umfangreichen Psalmenauslegungen („Postilla in Psalmos“) des Nikolaus von Lyra (Explicit auf fol. 242r.) und ab fol. 250r. der Text des Psalters selbst (endet auf fol. 284r mit einem Kolophon „Finis adest operis mercedem posco laboris“ und Nennung eines Schreibers). Anschließend „De summo bono“ des Boethius von Dacien (Aristoteliker, gestorben um 1284), das Explicit mit Datum 1399. Der Schlußvermerk weist das Werk der Ecclesia Pragensis zu. – Die bewohnten bzw. figürlichen Initialen zeigen Menschen und Drachen; das Ornament besteht aus dickfleischigen Akanthusranken. – Die wohl von mehreren Schreibern abgefaßte Sammelhandschrift ist stellenweise nicht vollendet und recht flüchtig; größere Abschnitte blieben ohne Ausführung von Initialen und sind nicht rubriziert. – Anfänglich und am Ende mit Randläsuren, Ränder stärker stockfl., etw. gebräunt. – Siehe Abbildungen im Text und auf Tafel 1. Latin manuscript on paper, probably Bohemia, ca. 13991404. – Copy, made at the same time, of the exegesis of the Sunday epistle readings by the Prague theologian Matthias von Liegnitz. Although the „Postilla“ were widespread in the first half of the 15th century, they fell into oblivion quite rapidly and were never published. – Then follow the extensive psalm interpretations („Postilla in Psalmos“) by Nicholas of Lyra. Later „De summo bono“ by Boethius de Dacia. The final note attributes the work to Ecclesia Pragensis. – This „Sammelhandschrift“ probably written by several scribes lacks here and there completion. – At the beginning and the end with tears in margin, margins with

„PINDARI ET SOPHOCLEI quaedam m(anu) s(cripta)“ (Vorsatztitel). Griechische Handschrift auf Papier. Wohl Frankreich, Mitte des 16. Jhdts. Mit einigen Initialen, wenig ornamentalem Buchschmuck und Interlineartext mit Marginalien in roter Tinte. 130 num., 5 nn. Bl. 21 Zl. Späteres Hpgt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (37) 500,Enthält kommentierte Auszüge aus Werken von Pindar und Sophokles, beginnend mit Pindars Olympischen Oden („Ariston men hydor...“). Die in roter Schrift eingetragenen Anmerkungen erklären und kommentieren den Haupttext. Beides dürfte von derselben Hand stammen. Textabschnitte ohne Kommentar sind in engerem Zeilenabstand geschrieben. – Einzelne Kommentare gering beschnitten (Buchstabenverlust), etw. gebräunt und fleckig. – Exlibris Edouard de Turckheim. – Siehe Abbildung.

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„DAS LEIDEN UNND AUFFERSTEUNG unsers Herrn Jesu Christi. In kurtzen unnd seer tröstlichen Gebetlein verfast und mit lieblichen Figürlein. Beschrieben durch mich h. Ö. Ao. 1591“. Deutsche Handschrift auf Pergament. Deutschland 1591. 16°. Mit mont. gestoch. kolor. Titelbordüre, zwei ganzseit. Deckfarbenminiaturen (Bordüren mit Text), 23 in den Text mont. kolor. Kupferstichen im Miniaturformat (ca. 3 x 2 cm) und vier mont. ganzseit. kolor. Kupferstichen auf den fliegenden Vorsatzblättern. Seiten blau gerahmt, Text in rotbrauner und blauer Tinte, erste Initiale und Überschrift in Gold. 54 nn. Bl. Schwarzes Ldr. d. Zt. mit floraler Silberprägung auf den Deckeln (Schwanz und obere Ecke des Vorderdeckels beschäd., Silber stark oxydiert, beschabt und bestoßen). (19) 500,-


Handschriften

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NÜRNBERG – „CRONICK der Reichstat Nürnberg“ (Rückentitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1610. Fol. 138 num. Bl. Ldr. um 1900 (leicht beschabt). (11) 400,Annalistische Chronik von 1532 bis 1600, in gut lesbarer Handschrift von verschiedenen Händen kalligraphiert. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

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Die prachtvolle, beinahe druckgleich abgefaßte Handschrift enthält eine Sammlung von liturgischen Texten, Gebeten, Hymnen, Psalmen und Litaneien der Kirchenväter sowie Petrarcas „Psalmi poenitentiales“. Der Schreiber und Kompilator des Werks, Gervinus Pinckenius, war kaiserlicher Notar in Dresden. Er habe es „ex variis praesertim vetustioribus precationum libellis“ zusammengestellt. Kristeller (Iter Italicum III, 429) verzeichnet ein weiteres derartiges Gebetbuch von seiner Hand in der Schloßbibliothek Moritzburg unter ähnlichem Titel, datiert 1607. – Vorderes Innengelenk gebrochen, Titel etw. fingerfl. und mit kleinem Ausriß im Bug, einige Blattweiser aus Pergament (tls. abgerissen); stellenw. Tintenspuren im Rand, etw. gebräunt und wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 2.

Nr. 6 Sorgfältig ausgeführtes privates Andachtsbuch in feiner Kalligraphie. Die winzige Kupferstichfolge, die die Passion, beginnend mit dem Einzug in Jerusalem, das Ostergeschehen, die Himmelfahrt und Pfingsten sowie das Weltgericht zeigt, dürfte speziell für die Verwendung in privaten Andachtsbüchern hergestellt worden sein. Die Darstellungen sind Anlaß für Gebete und Betrachtungen. Am Anfang und am Schluß eine Folge von Gebeten und Schriftzitaten. Die letzten beiden Blätter mit hübschen Rahmenbordüren aus Vögeln, Blüten und Ranken. In der Mitte Texte in Miniaturschrift (Buchstabengröße unter einem Millimeter) mit den zehn Geboten und dem Anfang des Johannesevangeliums im Rund („Im Anfang war das Wort...“). Die auf die Vorsatzblätter montierten Kupferstiche zeigen die vier Evangelisten (etw. beschädigt). Die gleichmäßige, gut lesbare Schrift ist stellenw. kalligraphisch in Federwerk ausgeziert. – Innengelenke gebrochen, Vorsätze mit alten Besitzvermerken, Text an wenigen Stellen etw. verwischt und abgerieben; etw. fingerfl. und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 2.

DRESDEN – PINCKENIUS – „CIMELIARCHION THESAURI SPIRITUALIS. Preciosissimis lectissimarum precationum margaritis exornatum â Gervino Pinckenio Not. Cae. collectum et conscriptu“. Lateinische Handschrift auf Papier. Dresden 16. 11. 1611 (sic!). Blattgr.: 15,2 x 9,2 cm. Mit zahlr. Bordüren, mehrzeiligen Initialen und Vignetten in Federzeichnung mit Vergoldung, Hunderten von Lombarden in Blau und Rot, Überschriften in Rot, Blau sowie einzelnen auch in Gold. Durchgehend rubriziert. 1 Bl., 400 S., 4 Bl. Goldgepr. Ldr. d. Zt. mit Eckbeschlägen, Messingschließen und dreiseit. punziertem Goldschnitt (eine Schließe fehlt, Vergoldung stärker abgerieben, etw. bestoßen). (87) 1.000,-

This magnificent manuscript, almost similar to printing, contains a collection of liturgical texts, prayers, hymns, psalms and litanies of the Early Fathers of the Church and Petrarca's „Psalmi poenitentiales“. – Upper inner joint broken, title with thumbing and small tear-out at joint, some bookmarks made of vellum (partly torn off); isolated ink stains in margin, somewhat browned, hardly spotted. – Contemporary gilt stamped calf with metal corner fittings, metal clasps and three-sided embossed gilt edges (one clasp missing, gilt rubbed off quite a bit, a little scuffed). – See illustration on plate 2.

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BARANYA – „HISTORIA comitatus Baranyensis“. Lateinische Handschrift auf Papier. (Wien ca. 1730). Fol. 64 Bl. (mehrere weiß). Ldr. um 1900 (leicht beschabt). (11) 300,In eine „pars generalis“ und eine „pars specialis“ geteilte Beschreibung der ungarischen Provinz Baranya. Am Anfang Auszug aus dem kaiserlichen Privileg, dat. 1728. – Die beste Übersicht der Literatur über die Baranya bei Gattermann, Die Baranya in den Jahren 1686 bis 1713, Göttingen 2005. – Leicht gebräunt, stärker fleckig, Paginierung und hs. Vermerke aus der Bindezeit.


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Handschriften

Für den Unterricht in einem Kloster bestimmt. Der erste Teil enthält die Elementar-Mathematik, gestaltet nach dem Vorbild von Christian Wolff, „viri aetatis nostrae Mathematicum peritissimi“. Der unbekannte Autor hat seine „Elementa Matheseos“ als Vorlage zum Ausschreiben gewählt („quibus noster nitatur cursus Mathematicus“). – Im zweiten Teil, datiert 21. 2. 1747, dann die angewandte Mathematik mit Kapiteln über Mechanik, Hydrostatik, Hydraulik, Optik, Astronomie, Geographie und Gnomonik. – Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, daß sich der von der Materie entflammte Lehrer in den Vorworten zu den einzelnen Kapiteln bemüßigt fühlt, seine „Auditores Religiosissimi“ von den Schönheiten und Vorzügen der Mathematik zu überzeugen. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, insgesamt sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung.

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In klar lesbaren Schriften von zwei Schreibern angefertigtes pharmazeutisches Handbuch zu etwa 500 medizinell genutzten Pflanzen, mit kurzen Angaben zur Botanik und meist umfangreicheren zu Wirkungsweise und Gebrauch (vires, usus) der Pflanzen für die Therapie. Die Nennungen der Linnéschen Systematik und die Hinweise auf Boerhave („Boerh:“) und „Dale, Pharm:“ (das ist Samuel Dales bis 1751 oftmals aufgelegte „Pharmacologia“) lassen auf eine Abfassung der Handschrift in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schließen. – Gebräunt, Tinte tls. durchschlagend; unbeschnitten.

Nr. 12

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AUGUSTINUS – „PHILOSOPHIA MAGNI AURELII AUGUSTINI ab Aegidio Columna Romano interpretata à Patre Fratre Nicolao Gavardi ... praelecta verò a Fratre Feliciano Ullmann Eremita Augustiniano anno ... 1746“. Lateinische Handschrift auf Papier. Böhmen 1746. 4°. Mit 5 Diagrammen in Federzeichnung. 270 nn. Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (117) 600,Manuskript zu einer neoscholastischen Vorlesung des Augustiner-Eremiten-Paters Felicianus Ullmann über den Augustinus-Kommentar des Aegidius Columna Romanus (oder Aegidius de Colonna, um 1245-1316), eines Schülers des Thomas von Aquin und Erzbischofs von Bourges, zugleich Ordensgeneral der Augustiner-Eremiten. Er war ein Hauptvertreter der Scholastik des 13. Jahrhunderts. Seine Lehre über die Philosophie des hl. Augustinus wurde in der sogenannten „Ägidianischen Schule“ zeitweise Ordensdoktrin. Im späten 17. Jahrhundert wurde diese unter anderem durch den Theologen Nicola Gavardi neu belebt und hatte ihre Nachwirkungen vor allem im Augustiner-Eremitenorden bis in das 18. Jahrhundert (vgl. auch Wetzer-Welte III, 667-671). – Die vorliegende Gebrauchshandschrift ist dem böhmischen Reichsgrafen Vinzenz Ferrerius von Waldstein-Wartenberg (1731-1797) gewidmet. – Die Diagramme zeigen unter anderem die Planetensysteme nach Ptolemäus, Tycho Brahe und Kopernikus. – Etw. gebräunt. – Dekorativ gebunden.

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„CURSUS MATHEMATICUS in quo Elementa Metheseos Universae pertractant“. 2 Tle. in 1 Bd. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland oder Österreich 1747. 4°. Mit gestoch. Titel und 27 Tafeln. 252 Bl. Ldr. d. Zt. (beschabt). (117) 600,-

PHARMAZEUTISCHES HANDBUCH – Lateinische Handschrift auf Papier. O. O. und J. (zweite Hälfte 18. Jhdt.?). 352 Bl. Hldr. d. Zt. (abgegriffen, Rücken stärker beschabt, Pgt. der vorderen oberen Ecke abgelöst). (69) 200,-

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MUMMENTHALLER – „KUNST BUCH. Darinen enthalten allerhand schöne und herliche experimentierte medicinische Compositonen so ich in meiner Praxcin täglich gebrauche für mich Joh: Georg Mummenthaller in Langenthall zu Gunsten meinem Lehrknaben Hans Jacob Richter von Sißach des Baßler Gebiets zu gestelt.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Mit brauner Tinte von einer Hand in regelmäßiger Kursive geschrieben, Titel und Überschrift kalligraphiert. Langenthal (Kanton Bern), 1756. Fol. Mit blattgroßer Wappenmalerei in Farben. 3 nn. (Wappen, Titel, Vorrede), 190 num. Bl., S. 191-369 (recte 372). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. bestoßen). (98) 6.000,Außerordentlich reichhaltiges medizinisches Rezeptbuch. – Enthält zu Beginn einen ausführliche Anleitung zur Harnbeschau (15 Bl.), danach folgen mehr als 350 pharmazeutische Rezepte, jedes mit genauen Angaben zur Herstellung, Anwendung und Wirkung, darunter Frankfurt Pillen, Gehörspecies, Holzessenz, Laxierzucker, Schweizer Tee, Wermutwein, Zahnbalsam etc. – Der Schweizer Chirurg und Mediziner Johann Georg Mumenthaler gehörte zu der bedeutenden Ärzte- und Apothekerlinie, welche die Stadt Langenthal über drei Jahrhunderte prägte. Sein berühmterer Bruder Jacob (1737-1787) stand als Chirurg auf einem holländischen Kriegsschiff in Diensten, sein Sohn Samuel gründete die Langenthaler Bierbrauerei, nachdem Johann Georg 1785 die Braukonzession für ihn erworben hatte. – Das Wapppenblatt mit leichten Verklebungen und etwas


Handschriften

Abklatsch auf das Vorsatzblatt, vereinzelt leichte Fingerspuren, 2 Bl. am Schluß mit späteren Einträgen. – Wohl durch Mumenthalers „Lehrknaben“, den Sissacher Hans Jacob Richter, ist das „Kunstbuch“ in das Basler Gebiet gelangt. Auf dem Wappen finden sich Monogrammstempel des Liestaler Mediziners Theodor Brodtbeck, danach war das Manuskript im Besitz seines Enkels, des ebenfalls in Liestal praktizierenden Mediziners Walther Gysin (Besitzvermerk auf dem vorderen Vorsatz). – Sehr attraktive und hervorragend erhaltene Handschrift. – Siehe Abbildung Tafel 3.

Umfangreiche Sammlung von Gebeten, von einem Johann Paul Jerusalem aus Klagenfurt in sehr sauberer und gleichmäßiger Handschrift abgefaßt. Die Kupferstiche zeigen Heiligenbilder. – Etw. fingerfl. und gebräunt.

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GEBETBUCH. Deutsche Handschrift auf Papier. Süddeutschland 1767. Mit 12 (5 kolor.) Kupfertafeln. 53 Bl. Ldr. d. Zt. (oberer Rücken eingerissen, stärker beschabt und bestoßen). (64) 120,Flüchtige Gebrauchshandschrift zur täglichen Andacht unter Verwendung von Augsburger Kupferstichen (Heiligenbilder). Diese sind teils durch kräftiges Kolorit sowie die Verwendung von Gold- und Silberpapier zu kleinen „Ikonen“ gemacht worden (die meisten mehr oder weniger beschädigt). – Erstes Blatt mit Datierung „1767“. – Teils bis in den Text beschnitten; fleckig und gebräunt. – Beigebunden eine sehr seltene, 1755 in Kaufbeuren gedruckte Beschreibung des Klosters Ettal (Frontispiz und mehrere Textblätter fehlen) sowie zwei theologische Werke (eines inkomplett), gedruckt in Konstanz 1764 und 1776.

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MARIENTHAL – „DIR VON DEN WELLEN der Mißgunst Verfolgte Durch die Gunst des Himmels Beschützte“. Lobgedicht zur Profeß einer Ordensschwester. Deutsche Handschrift auf Papier. Marienthal 16. 5. 1773. Fol. 4 Bl. (74) 120,-

GEBETBUCH – „DER SEELEN WECKER, Worinnen Schön außerlesene hoch nuzbare Morgen- und Abend gebetter“. Deutsche Handschrift auf Papier. Klagenfurt 1774. Mit gezeichneter Titelbordüre, Schlußvign. und 12 (5 kolor.) Kupfertafeln. Überschriften und Initialen in Rot, alle Seiten gerahmt. 1 Bl., 20 S., 72 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rücken- und Deckelvg. (Kapitale leicht beschäd., beschabt und bestoßen). (99) 150,-

KORAN – 17. DSCHUS des Koran (Suren 21 und 22). Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. Osmanisches Reich (?), wohl Anfang des 19. Jhdts. 4°. Mit einigen Hervorhebungen in Rot. 25 Bl. (letztes weiß). 7 Zl. Ohne Einband. (22) 120,Kalligraphisch anspruchslose Gebrauchshandschrift mit einem Koranauszug, die wohl von keinem professionellen Schreiber stammt (mit einigen Auslassungen, die am Rand notiert sind) und für den alltäglichen Gebrauch in einer Moschee bestimmt gewesen sein dürfte. – Titelseite etw. berieben, wenige Bl. mit Wasserfl.; leicht gebräunt und fleckig.

GALL, FRANZ JOSEPH, Arzt, Begründer der Phrenologie (1758-1828), „PraenumerationsSchein No. 57“ mit e. U., Wien 1801. Kupferstich von C. Kohl. Qu.-4°. (98) 700,„... hat pränumeriert ... auf meine Lehre über die Verrichtungen des Hirns, und über die Möglichkeit, die Anlagen mehrerer Geistes- und Gemüthseigenschaften aus dem Baue des Kopfes und des Schedels der Menschen und Thiere zu erkennen. In einer Prachtausgabe in gr.4 mit Kupfern und lat. Lettern“. – Sehr seltener Vorauszahlungsschein auf ein Projekt, das erst 1810-19 in Paris mit Galls berühmtem Werk „Anatomie et physiologie du système nerveux en général, et du cerveau en particulier“ in einer Folioausgabe auf Velinpapier und einer Ausgabe in Quart auf gewöhnlichem Papier mit 100 Tafeln verwirklicht werden sollte. – Der vorliegende Schein hat wohl keinen Einzahler gefunden, da die einzutragende Summe, das Datum und die ausgewählte Papierauswahl fehlen. – Seltenes Dokument!

Umfangreiche Ode anläßlich der Aufnahme einer Schwester Peregrina, die aus Langenau bei Haida in Böhmen stammte, in ein Kloster Marienthal, wahrscheinlich das Zisterzienserinnenkloster in der Nähe von Ostritz. – Etw. gebräunt und leicht stockfleckig.

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ERDBEBEN – „COPIA DI LETTERA ANONIMA avutasi recentemente“. Italienische Handschrift auf Papier. O. O. und Datum. Italien, um 1780. 4°. 14 Bl. (74) 200,Anonyme Abhandlung in Briefform, in der verschiedene Hypothesen über die Ursachen von Erdbeben diskutiert werden, bezugnehmend auf neuere Publikationen zu diesem Thema, u. a. von einem Tirenio Volturno und mehreren Briefen, die in Florenz erschienen seien. Interessant vor allem eine Passage über mögliche Zusammenhänge zwischen atmosphärischer Elektrizität und Erdbeben. Derartige Theorien, die auch Goethe noch erwähnte, kamen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf. – Leicht gebräunt.

Very extensive medical prescription book. – Contains at the beginning detailed instructions for urinalysis (15 leaves), then follow more than 350 pharmaceutical prescriptions, each with precise indications for production, use and effect. – Very attractive and extremely well preserved manuscript. – German manuscript on paper. Written by one hand with brown ink in regular italic type, title and superscription in calligraphy. Leaf-size armorial painting in colour. Contemporary calf with spine label and gilt back (a little scuffed). – See illustration on plate 3.

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„VORSTELLUNGEN DER PFERDE und ihre Lectionen auf der Schule“. Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland um 1810/20. 4°. Mit 51 Federzeichnungen. 17 Bl. Mod. Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (52) 150,-


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Handschriften

Interessante Zeichnungsfolge von Reitübungen mit Erläuterungen. Die Reiter sind teils bürgerlich, teils militärisch in der Tracht des frühen 19. Jahrhunderts gekleidet, doch sind auch Ritter mit Lanze darunter. Die beachtliche Qualität der Zeichnungen liegt in der präzisen Erfassung von Figur und Bewegung mit einfachen Strichen. Die Abbildungen sind bis zur Nummer 40 numeriert (fehlen die Nummern 1-4). Der in flüchtiger Schrift abgefaßte Erläuterungstext auf kleinerem Papier. Das Zeichnungspapier mit Wasserzeichen „J Whatman“ (anhand verschiedener Merkmale als deutsche Nachahmung aus der Zeit um 1820 zu identifizieren). – Zahlr. Läsuren, tls. mit Klebestreifen repariert, etw. gebräunt und fleckig, einige Gebrauchsspuren.

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HOHENWART – „HIMMLISCHER SEELENMAGNET Auserlesene Und: Geist Volle Andachten Darinnen Zu Erfinden Seind.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Hohenwart (Oberbayern) 1. 5. 1824. Mit gemalter floraler Titelbordüre und kleiner Deckfarbenminiatur. Überschriften in Rot und Grün, alle Seiten in Rot gerahmt. 169 S., 3 Bl. Rot bemaltes Pgt. d. Zt. mit Rücken- und Deckelvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (Vergoldung fast vollständig oxydiert und angerieben, stark beschabt und bestoßen). (76) 150,-

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Enthält zwei indische oder nepalesische Schriften, die eine in Streifenform mit geometrischen Figuren in Grün, Rot und Schwarz (64,5 x 14,6 cm, wahrscheinlich astrologischen Inhalts, wohl ein Horoskop, mit Schreibernennung), abgefaßt in Nepali, die andere in Newari (Leporelloform, Einzelblatt 8 x 19,5 cm, Gesamtlänge ca. 176 cm), eine tibetanische Handschrift religiösen Inhalts in Streifenform (ca. 57,8 x 14, 5 cm, silberne Schrift vor schwarzem Grund, umgeben von einem blauen Rahmen), alle auf Papier, sowie eine indonesische Batakschrift auf Palmblatt in Leporelloform (mit Zeichnungen einer Echse, eines Käfers und eines Hakenkreuzes) mit Deckeln aus Bein (oberer Deckel mit Schnitzarbeit in Form einer stilisierten Echse, Deckelmaße ca. 6 x 8 cm). – Gebrauchsspuren.

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Hübsches Gebetbuch einer Katharina Triebstein aus Sandizell (bei Schrobenhausen), die das Buch laut Titel in Hohenwart geschrieben hat. Wahrscheinlich war sie Schwester im dortigen Benediktinerinnenkloster, dessen typische Ansicht in Berglage eine einfache kleine Miniatur (Kopfbordüre) auf Seite 2 zeigt. Hohenwart wurde auch nach seiner Aufhebung 1803 noch von Nonnen als „Aussterbekloster“ bewohnt. – Anfänglich etw. fingerfl.; gering gebräunt. – Beiliegend ein weiteres Gebetbuch einer Maria Magdalena Bindlin auf Papier mit rot gedruckten Rahmenbordüren. Enthält sechs gezeichnete Vignetten und fünf Kupferstiche (Heilige). Ohne Ort und Jahr, wohl Süddeutschland, spätes 18. Jahrhundert.

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„TOURISTISCHE STREIFZÜGE im Gelobten Lande“ (Deckeltitel). Deutsche Handschrift auf Papier. 2 Bde. Deutschland um 1900. 4°. Mit 2 gedruckten illustr. Titeln und einigen Zwischentiteln, 57 mont. tls. kolor. Originalphotographien und einigen mont. Holzstichen. 169 S., 2 Bl.; S. (170)-402, 1 Bl. Hellbraunes Maroquin d. Zt. mit goldgepr. Rücken- und Deckeltiteln (gering berieben und bestoßen). (21) 300,Frei nach Karl-May-Vorbild von einem Ich-Erzähler verfaßter Reisebericht, der kaum konkrete Namen, Daten und Fakten nennt, sondern das subjektive Reiseerlebnis in den Vordergrund stellt und prosaisch schildert. Während der Text in sauberer, gut lesbarer Kurrentschrift abgefaßt wurde, sind die Titel und Zwischentitel gedruckt (Titel sogar mit einer orientalischen Szene illustriert). Da es sich wohl nicht um das Manuskript für eine Publikation handeln dürfte, hat der Autor offensichtlich nicht die Kosten gescheut, sich die Titelblätter eigens drucken zu lassen. Die graphische Illustration ist hingegen aus Druckwerken ausgeschnitten worden. Ob die Photographien vom Autor selbst oder aus anderer Quelle stammen, kann nicht entschieden werden. – Etw. gebräunt und fleckig (vor allem die Tafelränder). – Beiliegend offensichtlich vom selben Autor ein zweibändiger Reisebericht „Meine Nilfahrt“ in sehr ähnlicher Art und Aufmachung (goldgeprägte Ledereinbände, gedruckte Zwischentitel, Illustration durch zahlreiche Originalphotographien, Stahl- und Holzstiche; dazu zwei handgezeichnete Titelblätter, signiert „Meininger“, möglicherweise der Verfasser). Hier findet sich an einer Stelle das Datum „Februar 1894“.

ORTHODOXIE – KIRCHENSLAWISCHE LITURGISCHE HANDSCHRIFT mit der Vita und der Vesper des hl. Charalampos. Rußland (Ukraine?) nach 1829. Fol. Mit ganzseit. Deckfarbenminiatur, breiter Kopfbordüre in Deckfarben und einigen mehrzeiligen Initialen in rotem Federwerk. Überschriften in Rot. 24 Bl. 25 Zl. Späterer blauer Stoffeinband (leicht berieben). (76) 200,Die zweiteilige Handschrift in Kirchenslawisch russischer Redaktion enthält die Lebensgeschichte des Bischofs von Magnesia, des um das Jahr 203 hingerichteten Charalampos, eines Griechen aus Antiocheia in Pisidien. Er gilt in der Ostkirche als Patron gegen Pest, Cholera und Viehseuchen. Der zweite Teil (ab fol. 15r) beinhaltet die Vesper des Heiligen, die laut roter Zwischenüberschrift im sechsten Ton des Oktoechos zu singen ist. Bemerkenswert ist die Darstellung einer Kirche auf fol. 1r mit Kuppel und hohem Glockenturm. – Durch das Papier mit Wasserzeichen „1828“ und „1829“ ergibt sich der terminus ante quem non. – Durchgehend größere restaurierte Ausrisse im unteren Rand und Bug (Miniatur mit ein wenig Darstellungsverlust, stellenw. wohl geringer Buchstabenverlust), stärker fingerund braunfl., einige Wachsspuren und gebräunt.

SÜDOSTASIEN – SAMMLUNG von vier Handschriften aus dem südostasiatischen und indischen Raum. Ca. 19./20. Jhdt. Zusammen in ovalem Palmblattbehälter aus neuerer Zeit mit Holzdeckel (ca. 21,5 x 24,5 x 9,5 cm, leichte Gebrauchsspuren). (3) 300,-

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KYBER, M., Porzellan. Manuskript von Irmgard Meyenberg. November 1935. 1 Bl., 17 S., 1 Bl. Grünes Maroquin mit Vergoldung (Rücken gebräunt) in Pp.-Schuber (Gebrauchsspuren). (13) 200,Märchenhafte Geschichte über die Abenteuer von diversen Porzellan-Gegenständen, die des Nachts zum Leben erwachen. – Typographisch reizvoll. – Unbeschnitten. – Exlibris.


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Urkunden und Autographen

Nr. 77

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An einen Truppenführer mit der Bitte um Rekognoszierung eines verlorenen Opernglases. – Abeken war bei Ausbruch des Krieges 1870/71 Mitarbeiter Bismarcks im französischen Hauptquartier, der ihn als das „unvergeßliche und unersetzte Faktotum“ und seine „diplomatische Häckselmaschine“ apostrophierte.

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FM. E. H. Albrecht.“ – Als Generalinspekteur hatte Albrecht wesentlichen Anteil an der Reorganisation der Armee. – Gefaltet, leicht fleckig.

ABEKEN, H., Theologe und Diplomat (18091872). E. Brief mit U. (Paris) 11. 1. 1871. 2 S. – Doppelblatt. (30) 80,29

„Dem Zweifler mit des Schicksals Groll...“. – Albrecht war Mitglied der sächsischen Akademie der Künste und Verfasser von Gelegenheitsgedichten.

ALBRECHT FRIEDRICH RUDOLF, Erzherzog von Österreich (1817-1895). E. Bleistiftzeichnung mit Beschriftung. O. O. (Wien) 6. 2. 1873. Qu.-4°. 1 S. – Doppelblatt. (30) 100,Grabstein unter einer Trauerweide mit der Aufschrift: „Hier ruht Gottlob die K.K. Schlamperie, welche in Folge des neuen Dienst Reglements entschwunden ist. 1873“. – Daneben von fremder Hand der Eintrag: „In der Sitzung vom 6. Feber 1873 gezeichnet von S. K. Hoheit dem Herrn

ALBRECHT, K. G., Stadtgerichtsaktuar (17641850). E. Gedichtsmanuskript (10 Zl.) mit U. Ohne Ort und Jahr (Dresden um 1840). 1 S. (30) 80,-

Zwillingseinband 30

ALBUM AMICORUM – STAMMBUCH des Adam Heinrich Keller von Schlaitheim, Freiherr zu Ysenburg, und seiner Frau Barbara Sophia, mit Einträgen aus Meersburg, Heiligenberg, Rei-


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Urkunden und Autographen

Nr. 30

bei Horb begraben. – Beide Teile des Stammbuchs enthalten Blätter mit vorgemalten farbigen Schriftbändern, von denen allerdings nur wenige für Eintragungen genutzt worden sind. – Die Form des „Dos-à-dos“-Einbandes kam im späten 16. Jahrhundert auf und war auch im 17. Jahrhundert verbreitet. Allerdings sind, nach unseren Informationen, bislang keine in dieser Form gebundenen Stammbücher bekannt geworden; ihre hauptsächliche Verwendung fanden sie bei protestantischen Gebrauchsdrucken (siehe dazu: K. Köster, Mehrfachbände und Vexierbücher, in AGB XIV, 1974, Sp. 1879-1936). – Spiegel mit vereinzelten Wurmspuren, Vorsätze stärker leimschattig, Damenteil stellenw. mit Wasserrand im oberen Bug, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildungen im Text und auf Tafel 4.

chenau, Frankfurt, Immenstadt etc., 1620-24. Qu.8°. Mit ganzseit. Gouache, großer farb. mont. Wappenminiatur, 2 kleineren farb. Wappenminiaturen, 23 Schriftbändern in Deckfarbenmalerei und kleiner Federzeichnung. 66 nn. Bl. mit Einträgen und zahlr. weiße Bl. Ldr. d. Zt., gebunden „dos-à-dos“ (Beschläge fehlen, berieben und bestoßen) in mod. Lwd.-Kassette. (30) 3.000,Das in der Bodenseegegend entstandene Adelsstammbuch zeichnet sich vor allem durch seine ungewöhnliche Einbandform aus: mittels eines gemeinsamen Deckels sind der Damen- und der Herrenteil wie siamesische Zwillinge zu einem Werk verbunden und können von zwei Seiten her gelesen werden. In den Damenteil der Barbara Keller von Schlaitheim (geborene Eltz) haben sich ausschließlich adelige Damen eingetragen, darunter die Äbtissin des Stiftes Niedermünster in Regensburg, Anna Maria von Salis (Amtszeit 1616-1652). Auf der blattgroßen Deckfarbenminiatur wird ihr Allianzwappen (Familienwappen in Verbindung mit dem des Stiftes) von einem die Friedenspalme tragenden Engel (Allegorie des Friedens) vor einer Flußlandschaft mit Mühle präsentiert. Der Künstler dürfte mit einiger Sicherheit aus dem Kreis jener Maler stammen, die an der ersten Barockisierungsphase von Stift Niedermüster mitgewirkt haben, die während ihrer Amtszeit stattgefunden hat. Unter den 53 Einträgen des Herrenteils findet sich auch einer des St. Galler Mönches Beatus, der ebenfalls der Familie Keller von Schlaitheim angehörte. – Der Stammbuchhalter, Adam Heinrich Keller von Schlaitheim, wurde 1577 in Schaffhausen geboren, wo seine aus dem Uradel des Thurgaus stammende Familie seit dem 15. Jahrhundert zum Patriziat gehörte. In kaiserlichen Diensten stehend, stieg er bis zum Oberst eines deutschen Infanterieregiments auf und zeichnete sich im Dreißigjährigen Krieg in einigen Schlachten aus. 1653 wurde er in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Er starb 1664 und wurde in der Kirche von Dettensee

Aristocrat album amicorum that can be distinguished above all by its unusual form of binding: by means of a common cover the part for women and men are bound together to one work like Siamese twins and can be read from two sides. – The form of the „dos-à-dos“ binding came into fashion in the late 16th century and was also widespread in the 17th century. However, according to our information, no such album amicorum has been traced so far. – Paste-down with isolated worming, endpapers with stronger glue traces, part of women here and there with waterstains at upper joint, slightly browned, hardly soiled. – Contemporary calf, bound „dos-à-dos“ (lacks fittings, rubbed and scuffed) in modern cloth case. – See illustrations in the text and on plate 4.

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– LINDAU – 2 FREUNDSCHAFTSALBEN aus Lindau am Bodensee. „Denkmal für Freunde“ und „Der Freundschaft Gewiedmet“ (Rückentitel). Lindau u. a. 1815-19. Qu.-8°. Mit zus. 2 kleinen Deckfarbenbildern, 4 aquarellierten Tuschezeichnungen, 2 lavierten Tuschezeichnungen, 2 Bleistiftzeichnungen, Doppelbl. mit Noten-


Urkunden und Autographen

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echef passé une nuit blanche ... mon Dieu! pourquoi ne puis-je pas volé moi même auprès de toi, pour ne jamais te quitter ... J'ai encore d'ennuyeuses paperasses d'achever ... avec l'espoir de me retrouver avant 8h dans tes bras ... je me sens relévé à mes propres yeux de n'appartenir, depuis un an demain, qu'à toi seule ... je regarde les lieus, qui nous unissent devant Dieu ... „ – Nach dem Attentat auf den Kaiser am 1. März 1881 verließ die Fürstin Rußland für immer. – Siehe Abbildung.

handschrift, Seidenstickerei und 12 (11 kolor.) Kupferstichen. Zus. 151 Widmungsbl. mit Einträgen u. a. aus Lindau, Kaufbeuren, Fürth, Isny, Regensburg, Triest. Einband und Kassette aus grünem und rotem Ldr. d. Zt. mit Rücken- und Deckelvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (wenig berieben) in Pp.-Schubern d. Zt. (etw. beschabt). (128) 800,Die reizvollen, wohlerhaltenen Freundschaftsalben gehörten dem italienische Brüderpaar (?) Luigi und Domenico Manzoni, die in Lindau ihre Schulzeit verbracht haben und reichhaltige Kontakte in die umliegenden Städte und Dörfer, Mittelfranken und Oberitalien pflegten. Wahrscheinlich waren sie Zöglinge an der 1582 gegründeten Lateinschule, dem noch heute bestehenden Bodensee-Gymnasium. Die meisten der Eintragungen stammen von Mitschülern, darunter mehrere Italiener, die bis von Triest und Venedig kamen. Auch scheinen mehrere Blätter, die in Venedig ausgestellt worden sind, von einer gemeinsamen Reise zu stammen. – Die Zeichnungen und Aquarelle zeigen den „Damm zu Lindau“ (von einem Carl Rumpf) und den „See-Hafen in Lindau“ (ein wohl eigenhändig mit Tinte stark überarbeiteter und aquarellierter Kupferstich von dem Lindauer Stecher Johann Konrad Mayr, geboren 1750 in Nürnberg, siehe Thieme-Becker XXIV, 483, mit eigenhändiger Widmung, signiert und datiert 14. 10. 1819); ein kolorierter Kupferstich zeigt weiterhin die Gesamtansicht Lindaus. Die Seidenstickerei auf einem eingeklebten Blättchen stellt eine Blume dar; die Notenhandschrift enthält ein mehrstrophiges Lied mit Gitarrenbegleitung. – Von besonderem Interesse auch ein Eintrag von Johann Michael von Seutter, einem der letzten Mitglieder der Lindauer Patriziergesellschaft „Zum Sünfzen“, die sich 1830 aufgelöst hat. Seutter hat seiner Widmung eine reizvolle lavierte Tuschezeichnung mit einer Gesamtansicht Lindaus beigegeben (monogrammiert). – Geringe Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung Tafel 4.

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– FREUNDSCHAFTSALBUM aus Sachsen. Ca. 1830-40. Qu.-8°.Mit 2 Aquarellen, Tusche- und Bleistiftzeichnung. 24 Bl. mit Eintragungen u. a. aus Leipzig, Dresden, Dessau und Roitzsch. Lose in Hpgt.-Kassette mit Rvg., (beschabt und bestoßen). (74) 80,Nr. 33

Das Album gehörte einer Schülerin mit Namen Ottilie; die meisten der Eintragungen stammen von Mitschülerinnen und Lehrern. – Die Aquarelle und Zeichnungen zeigen eine Landschaft mit Schlößchen (vom Zeichenlehrer), einen Früchtekorb, Blumen und eine Landschaft mit freigelassener Stelle an einem Felsen, wohl für ein einzumalendes Porträt, das von einer Frau und zwei Putten geschmückt wird. – Stellenw. wenig fleckig, kaum gebräunt.

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ALEXANDER II., russischer Zar (1818-1881). E. Brief mit U. St. Petersburg 9./21. 2. 1869 „à midi“. 4 S. (36) 4.000,Inniger Liebesbrief an Fürstin Jekaterina Dolgorukaja (1847-1922), seine junge Geliebte, die er nur einen Monat nach dem Tod seiner Gemahlin, der Kaiserin Maria Alexandrowna, am 6. Juli 1880 heiratete. Der Kaiser erhob sie zur Fürstin Jurjewskaja. – In französischer Sprache mit russischen Einschüben. „Ce ne qu'en rentrant de la messe ... que j'ai reçu ta ... lettre de ce matin ... désolé que tu aies des

Ardent love letter to the princess Jekaterina Dolgorukaja (1847-1922), his young lover, whom he married on July 6, 1880, only one month after the death of his wife, empress Maria Alexandrowna. – In French with Russian insertions. – Personal letter with signature. – See illustration.

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ALEXANDRA FEODOROWNA, Zarin von Rußland (1798-1860). Brief mit e. U. Berlin 28. 12. 1814. 4°. 1/4 S. – Doppelblatt. (120) 300,„Für die übersandten Gedichte auf die großen Begebenheiten des Jahres 1813, und 1814, sage ich Ihnen den aufrichtigsten Dank. Ich habe sie mit viel Interesse gelesen ...“ – Die spätere Kaiserin war die Tochter von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und wurde 1798 als Prinzessin Charlotte aus der Taufe gehoben. – Der unbeholfene Duktus läßt vermuten, daß die Prinzessin den Brief eventuell selbst schrieb.


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Urkunden und Autographen

AUTOGRAMMALBUM mit 48 Eintragungen von Schauspielern, Sängern und Zelebritäten des frühen 20. Jhdts. Wien 1912-19. 44 meist einseitig beschriftete und einige unbeschriftete Bl. Ldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (leicht berieben und bestoßen). (76) 250,Darunter Rose Ader (1890-1955, Opernsängerin), Cecilia Cerri (1872-1931, Prima Ballerina), Alfred Gerasch (18771954, Schauspieler), Lotte Lehmann (1888-1976, Opernsängerin), Fritz Lunzer (Filmschauspieler), Franz Molnar (1878-1952, Schriftsteller und Journalist), Armin Seydelmann (1872-1946, Filmschauspieler), Fanny Walbeck (18521919, Schauspielerin), Lucie Weidt (1876-1940, Opernsängerin) sowie Ludwig Wüllner (1858-1938, Schauspieler und Sänger). – Geringe Gebrauchsspuren. – Beiliegend bestimmungsgemäß verwendetes Schreibalbum mit in Farbe vorgedrucktem Titel „Ausgewählte Gedichte und Aphorismen“ in originalem reliefgeprägten Ledereinband, komplett auf 350 Seiten in sauberster Sütterlin mit Abschriften berühmter Gedichte beschrieben. – Ferner beiliegend ein handschriftlicher „Naturkalender“ mit Bemerkungen für jeden Tag des Jahres (Wien um 1860?).

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BEAUHARNAIS, JOSEPHINE, Kaiserin, Gemahlin Napoleons (1763-1814). Brief mit e. U. Malmaison 26. 5. 1813. 4°. 1/2 S. – Doppelblatt. (120) 300,-

An einen Wiener Freund und Theatermann über diverse Aufführungen auch eigener Werke (darunter „Das Glashaus“). – Blumenthal schrieb zahlreiche Lustspiele; besonders der Reiseschwank „Im weißen Rößl“ (1898) war ein Welterfolg. – Tls. gelocht.

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An einen Geheimrat wegen eines wissenschaftlichen Beitrags. – Braus übernahm als Nachfolger Max Fürbringers 1912 den Lehrstuhl für Anatomie in Heidelberg.

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BILLINGER, R., Schriftsteller (1890-1965). E. vollständiges Gedichtmanuskript. „Hotel Verenahof“ 18. 2. 1948. Fol. 1 S. – „Sankt Verena“. (28) 100,-

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BLUMENTHAL, O., Journalist und Schriftsteller (1852-1917). Sammlung von 8 e. Briefen mit U. Wien, Laufen bei Ischl und Bozen, um 1906 bis 14. 9. 1910. 4°. Zus. ca. 12 S. (30) 250,-

CAROSSA, H., Dichter und Arzt (1878-1956). E. Brief mit U. Seestetten 15. 12. 1937. 4°. 2 S. (2) 200,An einen Lektor mit Dank für Geburtstagsgrüße: „... Was die 'Geheimnisse des reifen Lebens' angeht, die Sie erwähnen, so hätte ich sie am liebsten nur wenigen Freunden in die Hand gegeben; das Buch besteht ja aus lauter Sinnbildern und nur wer Ähnliches erlebt hat und ähnlich geartet ist, wird merken, was der Verfasser hier andeuten wollte; nun aber wird gerade dieses Buch ungemein viel gelesen, da kann es an Mißverständnissen nicht fehlen, und der Jugend würd ichs ganz und gar nicht übel nehmen, wenn sie es ablehnte ...“ – Schönes Stück.

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BLUMAUER, A., Schriftsteller (1755-1798). E. Manuskript auf einem Ausschnitt. Ohne Ort und Jahr (1771). Qu.-8°. 1 1/2 S. (30) 100,Kurze Notiz oder Exzerpt über Philipp Wilhelm Gerckens (1722-1791) „Versuch in der ältesten Geschichte der Slaven“, Leipzig 1771: „Der Versuch des V. ist unwesentlich, mittelmäßig, u. ohne Geschmack... Kurz eine mittelmäßige oft unrichtige Compilation ...“. – Leicht braunfleckig.

BRUGSCH-PASCHA, H., Ägyptologe (18271894). E. Brief mit U. (Berlin) 31. 10. 1857. 1 S. – Doppelblatt mit blindgeprägtem Monogramm. (30) 120,An einen Geheimrat. Entschuldigt sich dafür, der Einladung, einen Vortrag zu halten, nicht nachkommen zu können, da er sich „nächsten Mittwoch nach Ägypten“ begeben und „erst im Frühjahr nach der Heimat zurückkehren“ werde. – Heinrich Brugsch-Pascha gilt als „der genialste deutsche Ägyptologe“ (NDB II, 668).

An den Präfekten des Départements Bouches de l'Escaut bezüglich Mr. de Courtebonne: „... je porte depuis longtemps beaucoup d'intérêt à sa famille, et je serai charmé que vous trouviez l'occasion de lui être utile ...“ – Malmaison war ein luxuriöses Schloß mit berühmtem Garten, das der Kaiserin gehörte. Das Département Bouches de l'Escaut (Scheldemündung, in Middelburg) fiel 1810, nach Abdankung von Louis Bonaparte (König von Holland) und darauffolgender Auflösung Hollands an Frankreich.

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BRAUS, H., Anatom (1868-1924). E. Brief mit U. Heidelberg 27. 1. 1911. 2 1/2 S. – Doppelblatt. (30) 80,-

CHAJES, ZWI PERES, Rabbiner und Politiker (1876-1927). E. Albumblatt mit U. Brünn 22. 4. 1926. Qu.-Kl.-8°. 1 S. (30) 100,„Palästina ist unser archimedischer Punkt ...“ – Chajes war seit 1918 stellvertretender Oberrabbiner in Wien. – Hinterlegt mit einem e. Albumblatt des Wiener Schriftstellers Robert Weil (Pseud. Homunkulus; 1881-1960).

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CROISSANT-RUST, ANNA, Schriftstellerin (1860-1943). E. Brief mit U. München 18. 10. 1915. 3 S. (74) 80,An einen Herrn: „Mein Volksroman 'Die Nann' ist leider in keiner Luxusausgabe erschienen ... Vielleicht gefällt Ihnen aber ein Vorschlag, den ich Ihnen zu machen habe. Eine Bekannte von mir, Kunstgewerblerin, die in München einen sehr bekannten Namen hat, auch viel für die 'Vereinigten Werkstätten' und für das Ausland gearbeitet hat, fertigt wundervolle Buchpapiere zum Einband, immer nur ein Exemplar, die keinen unerschwinglichen Preis haben (1,50 – 2. M. das Exemplar). Binden müßte dann natürlich ein verständnisvoller Buchbinder das Buch ...“ Die Dame hieß Julia Strobel.


Urkunden und Autographen

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DAUN, L. VON, kaiserlicher Feldmarschall (1705-1766). Brief mit e. U. Wien 30. 12. 1762. Fol. 1/4 S. – Doppelblatt mit Adresse und papiergedecktem Siegel. (120) 400,An den Generalfeldzeugmeister Graf Ferdinand Philipp von Harsch (1704-1792) mit einem Bericht über die „zum theill allschon vollbrachte, und zum theill künfftiges Jahr annoch herzustellen nöthig findende Fortifications-arbeiten“ in der Festung Temesvar, worüber er dessen „gutächtliche Mainung“ zu erfahren wünsche. – Aus dem Siebenjährigen Krieg. – Leicht fleckig.

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DAUN, W. PH. VON UND ZU, kaiserlicher Feldmarschall und Vizekönig von Neapel (16691741). Brief mit e. U. Turin 1. 7. 1710. Fol. 2 S. – Doppelblatt. (36) 250,An den Fürsten Windischgrätz: „Nachdeme endlich und leztlichen die Königl. Preußischen sich solchergestalten in die Bewegung gesetzet, daß dieselbe zwischen den 7. und 8. dises, in der gegendt von Montenara in Piemont eintreffen werden, so seyndt sochernach bereits die dispositiones Euer Fstl. ausgestellet, daß die Armée den 6. Ejusdem zu eröffnung des feltzuges in Nahmen Gottes aufbrechen ein Nambhafftes ... aber unter Commando des Piemontesischen Feltzeugmaisters Hrn. Baron von Zechbinder und Kays. Feldtmarschall ... Baron von Regall bey Susa, und einige Bataillon mit einem Regiment zu Pferdt in dem Val d'Hosse zurückh bleiben solle, umb von allen orthen zugleich dem feindt in die Appraehension zu setzen, folgsamb dahin zusehen, was etwa in dieser Campagne auf ein- oder andrer weiß nützlichen möge bewürckhet werden ...“

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sionen hiebey zu übersenden mit bitte, dieselben durch denjenigen, welchen Sie die Ihrigen anvertrauen besorgen zu lassen. Ich habe nur kleine Commissionen angesetzt, da ich auf wenige Bücherliebhaber in Nordhausen rechne. Es versteht sich, daß ich das Meiste noch unter dem gesetzten Preise zu erhalten hoffe. Doch können dieselben auch etwas überschritten werden, wenn das Buch besonders gut gebunden ist. Doch bitte zu empfehlen daß wenn im Gegentheil eines sehr schlecht gebunden oder gar bey mehrern Baenden, incomplet seyn sollte, gar nicht geboten [gestrichen gebunden] werden möge. Derjenige, welcher das bieten besorgt, erhält ein kleines douceur wie Sie es gut glauben, und ist dann auch wohl so gut die erstandnen bücher in ein Paquet zu bringen, welches an H. Secretair Kaemerer abgeben zu lassen bitte, um es mit erstem boten hierher zu fahren. Sobald die Auction geendigt, erwarte ich die Rechnung, worauf auch das Douceur des Bieters zu ... bitte. Ich wünsche im Herzen, daß Ihr befinden besser seyn möge, welches bey diesem feuchten Winter unmöglich anders als schlecht seyn kann.“ – Dohm bezieht sich vermutlich auf das „Verzeichniß derjenigen Bücher, welche von dem verewigten Herrn Conrector [August Christian] Köhne in Nordhausen hinterlassen worden sind, verschiedene Wissenschaften umfassen und ... 1816 bei der Frau Credo ... öffentlich verauctionirt werden sollen“. O. O. (Stolberg, Schulze), 1816. 58 S. – Gebräunt. – Siehe Abbildung.

– Brief mit e. U. Conflans 12. 7. 1711. Fol. 1 S. – Doppelblatt. (36) 200,An den Fürsten Windischgrätz: „ ... hat mann bis dato von dem Feindt keine andern nachrichten, als das der Duc de Bewick (wie einige Kundschaffter meldten), bereits zu Montmeillan ankhommen seyn sollen, woselbst solcher seine Trouppen zusammen ziehet, undt vermutlich hinter dem dorthigen Retrenchement sich zuergen gedenckhet ...“

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DINGELSTEDT, F. VON, Schriftsteller (18141881). E. Brief mit U. (Wien) 13. 10. 1877. 1 S. – Trauerrand. (30) 80,Über den am 3. Oktober erfolgten Tod seiner Frau Jenny, geb. Lutzer (Opernsängerin; 1816-1877): „... Gott schütze Sie und Ihr Haus vor einer so furchtbaren Heimsuchung. Das meine ist eine Wüste geworden! ...“

Gebote für eine Auktion 49

DOHM, CH. W. VON, Gelehrter und Diplomat (1751-1820). E. Brief mit U. Pustleben 25. 1. 1816. 2 S. – Doppelblatt mit Siegelresten. (20) 200,An den Direktor Storch in Nordhausen: „Zu der auf künftigen Montag bevorstehenden Koehneschen Auction nehme ich die Freyheit Ihnen, mein Theuerster, meine Commis-

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Nr. 49


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Urkunden und Autographen

ich weiß [unterstrichen], daß ich auf Eure Treue zählen kann, auch wenn Gott es zuläßt, daß ich zum Opfer [unterstrichen] dienen soll.“

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EYTELWEIN, J. A., E. Brief mit U. Berlin, 9. 5. (180)5. 2 S. – EINGEB. IN: DERS., Bemerkungen über die Wirkung und vortheilhafte Anwendung des Stoßhebers. (Bélier hydraulique). Berlin, Realschulbuchhandlung, 1805. 4°. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., 102 S. Pp. d. Zt. (bestoßen). (94) 1.200,An den Berliner Mathematikprofessor Karl (auch Ernst) Friedrich Wrede. – Interessantes Schreiben aus einer Diskussion Eytelweins und Wredes über die Urheberschaft von Forschungsergebnissen zum „Stoßheber“. – Eytelweins „Bemerkungen“ in einem Exemplar der ersten Ausgabe (Engelmann 94; Poggendorff I, 708; NDB IV, 714), aus dem Besitz Wredes (Vorsatz mit Besitzvermerk), dessen Gegenerklärung im Intelligenzblatt der Allgemeinen LiteraturZeitung (27. Juli 1905) beigebunden ist. Von Wrede stammen wohl auch die Anmerkungen und Berechnungen im Text, auf einer Tafel sowie drei Blättern am Schluß. – Gebräunt und stellenw. etwas fleckig. – Siehe Abbildung.

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ELISABETH I., Kaiserin, Tochter Peters des Großen (1709-1761). Urkunde mit e. U. St. Petersburg 28. 2. 1751. Qu.-Gr.-Fol. – Mit großem papiergedeckten Siegel. (120) 300,-

An zwei Rechtsanwälte in Rovereto „wegen der an Pettern Frideli beganngenen entleibung“ mit der Bekräftigung der Landesverweisung der Täter „nit allain auß unnserer Herrschafft Rovereit Jurisdiction, sonder der ganzen unnser fürstlichen Graffschafft Tyrol, in perpetuam ...“ – Erzherzog Ferdinand war Sohn des Kaisers Ferdinand I. und in erster Ehe mit Philippine Welser verheiratet. Seit 1556 war er Statthalter in Böhmen, wurde 1563 mit Tirol bedacht und lebte seit 1567 als Landesfürst ständig in Tirol. – Gegenzeichnung des Sekretär Holzapfel. – Etw. fleckig, Siegelausriß geflickt.

Paß für den kaiserlichen Gesandten Josef Graf Bernes de Rossana, der am 17. April die Heimreise antrat. – Mit Gegenzeichnung des Großkanzlers Alexej Graf BestuschewRjumin. – Gering gebräunt, Knickfalten.

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ETTINGSHAUSEN, A. VON, Physiker und Mathematiker (1796-1878). E. Brief mit U. Ohne Ort (Wien), 29. 2. 1848. 4°. 2 S. (30) 150,-

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Als Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften an deren Präsidenten Joseph von Hammer-Purgstall (17741856) in organisatorischen Angelegenheiten, die Akademie betreffend, und über die (1849 wieder zurückgenommene) Ablehnung der korrespondierenden Mitgliedschaft durch den Mathematiker und Optiker Joseph Maximilian Petzval (1807-1891). – Der Wiener Mathematikprofessor von Ettingshausen war Gründungsmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und bis 1850 deren Generalsekretär. – Etw. fleckig, gefaltet.

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EULENBURG, PH. VON, Diplomat (18471921). E. Brief mit U. (Berlin) 25. 6. 1908. 4 S. – Mit e. Kuvert. (9) 120,An Hermann von Kaulbach in flüchtiger Bleistiftschrift: Eulenburg kondoliert zum Tod eines Sohnes des Ehepaars Kaulbach. Am Schluß Hinweis auf die Anklage wegen Homosexualität, der sich Eulenburg ausgesetzt sieht: „Meine Frau, die wie eine Heldin [unterstrichen] kämpft, nannte Dich zum Zeugen in dem Prozeß und ich leide da ich es erfuhr, weil ich Dich nicht quälen mag! Lebe wohl –

FERDINAND II., Erzherzog (1529-1595). Brief mit e. U. Innsbruck 17. 5. 1577. Fol. 1 1/4 S. – Mit Adresse und Siegelresten. (36) 300,-

FERDINAND III., deutscher Kaiser (16081657). Schuldschein mit e. U. Wien 20. 2. 1643. Qu.-Fol. 1 S. – Mit papiergedecktem Siegel. (36) 400,Sebastian Della Massa unterschreibt, „daß Ich Endtßunschribener Crafft und Inhalt gegenwertiger Khaysl. obligation der auf mich ausgesetzten Aintausent gulden darlehen ... zue der depurtiten Darlehens Cassa Pahr erlegt hab“. – Das Darlehen wurde mit 6 Prozent verzinst. – Gegengezeichnet von Franz von Kollowrat, Georg Wagner u. a. – Wenig fleckig.

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FERDINAND, Erzherzog von Österreich, Herzog von Modena (1754-1806). E. Brief mit U. Ohne Ort 9. 5. 1780. 4°. 2 1/2 S. (120) 300,An den Arzt Borsieri. – Ferdinand bedankt sich für dessen Untersuchungsbefund seiner Tochter Maria, bei der keine Schäden an der Wirbelsäule und Hüften festgestellt wurden. Er berichtet von der plötzlich aufgetretenen Hitze in Florenz und seiner bevorstehenden Reise nach Mantua und Mailand. – Geschrieben im Todesjahr seiner Mutter Maria


Urkunden und Autographen

Theresia. – Ferdinands Tochter Maria Theresia (1773-1832) heiratete 1789 Viktor Emanuel I. von Sardinien; ihre jüngere Schwester Maria Ludovika (1787-1816) wurde 1808 die dritte Gemahlin des Kaisers Franz I. – Einige kleine Flecken.

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FERDINAND I., Kaiser von Österreich (17931875). Brief mit e. U. und e. Zusatz. Olmütz 14. 11. 1848. Fol. – Doppelblatt. – Mit Kuvert. (120) 300,-

In deutscher und tschechischer Sprache mit der Ankündigung der Krönung im August 1792. – Gegengezeichnet von Leopold Graf zu Kollowrat und Frantisek Graf zu Saurau. – Minimal gebräunt, Faltknicke.

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FÖRSTER - NIETZSCHE, ELISABETH, Schwester Friedrich Nietzsches (1846-1935). Brief mit e. Unterschrift und Empfehlungsformel und e. adressiertem Kuvert. Weimar 13. 4. 1916. – Ansichtskarte mit e. Unterschrift. Weimar 22. 8. 1923. 2 S. (13) 80,Nach Diktat, an Frau Minister von Leipzig. Den geplanten Besuch konnte sie wegen ihrer schlechten Augen nicht machen; ihr langjähriger Diener, der sie führt, sei zum Militär eingezogen worden: „... er wurde plötzlich zur Front oder hinter die Front geschickt, so daß ich nun ohne alle Abschiedsbesuche, zu meiner Erholung, Weimar auf ungefähr vier Monate verlasse. Diese Erholung habe ich recht nötig, da ich durch die ungeheuere Spannung der letzten Jahre u. ungemein schmerzliche Verluste allmählich recht angegriffen worden bin...“ – Die Karte mit einem Porträt Nietzsches und einer Abbildung des NietzscheArchivs mit einer Einladung zu einem Vortrag über Spenglers „Der Untergang des Abendlandes“. – Briefkopf und Kuvert: Stiftung Nietzsche-Archiv Weimar. Falteinriß. – DAZU: DIES., Visitenkarte. Mit e. Gruß in Bleistift.

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FRANZ I., deutscher Kaiser (1708-1765). E. Brief mit U. Ohne Ort und Datum. 3/4 S. – Doppelblatt mit Trauerrand, Trauersiegel und Adresse. (36) 400,An Graf Chotek, „president da la Banque“, dem er den Empfang einer Geldsendung bestätigt: „je vous sui fort oblige de Ma voyre en voye ce saque ou jay trouve plus de 200 Duqua qui Me convenet et que jay ran place pare autan dotre ce qui fay que le Nonbre cera conplet et pourlemouen ausi bon que seux que jay prit je vous les ran voye quachete dememe que vous me les ave en voye / francois“. – Das Abitur an einem bayrischen Gymnasium hätte Seine Majestät mit dieser Kakographie zwar geschafft, zum besseren Verständnis sei aber eine Übertragung ins Normalfranzösisch nachgetragen: „Je vous suis fort obligé de M'avoir envoyé ce sac où j'ai trouvé plus de 200 ducats qui Me conviennent et que j'ai remplacé par autant d'autres ce qui fait que le nombre sera complet et pour le moins aussi bon que ceux que j'ai pris. Je vous les renvoie cachetés de même que vous me les avez envoyé.“ Aus der Sammlung Künzel.

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FRANZ II., römisch-deutscher Kaiser (17681835). Mandat mit e. U. Wien 24. 6. 1792. Qu.-Fol. – Mit papiergedecktem Siegel. (36) 250,-

– Brief mit e. U. Baden 23. 7. 1796. 4°. 1 S. – Doppelblatt. (36) 250,An seinen Oberkämmerer Franz Graf Dietrichstein (17311813). „Ce n'étoit, que pour vous donner un témoignage public de la Satisfaction que j'ai de vos bons et fideles services, que je vous avois nommé mon Conseiller intime. Mais comme j'apprends par votre Lettre qu'il vous seroit plus agréable de continuer votre Service de Chambellan, que d'avoir cette distinction, je veux bien vous obliger encore, en adhérance à votre demande ...“ – Schönes Stück im originalen Umschlag mit papiergedecktem Siegel.

Kondolenzschreiben an seinen Bruder, betreffend den Tod der Königinmutter, kurz nach der Oktoberrevolution und zwei Wochen vor seinem Rücktritt. – Leicht gebräunt.

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FRANZ, AGNES, Schriftstellerin (1794-1843). E. Brief mit U. Siegburg 18. 6. 1830. 1 S. (30) 80,An einen Pastor mit Dank für eine Gabe und Übersendung eines Gegengeschenks. – Agnes Franz war nach einem Unfall 1807 durch eine Rückgratverkrümmung körperlich behindert. 1821 lernte sie in Dresden Friedrich Kind und Theodor Hell kennen, der einige ihrer Arbeiten in seiner „Dresdner Abendzeitung“ veröffentlichte.

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FRANZ JOSEPH, Kaiser von Österreich (18301916). E. Telegrammentwurf. (Wien) 1. 1. 1858. 1 S. – Doppelblatt. (120) 300,„Der Kaiser an S. K. K. Hoheit den Herrn Erzherzog Ferdindand Max in Mailand. Wir danken dir und Charlotte und wünschen Euch von ganzem Herzen alles Glück zum neuen Jahre“. – Gerichtet an seinen Bruder, den später in Mexiko erschossenenen Kaiser Maximilian. – Unten Expeditions-Vermerk. – Durchriß alt hinterlegt.

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– E. Billet mit e. Paraphe. (Wien ca. 1890). 1 S. (120) 300,„Bestellen Sie auch Bausonnet zur Führung des Protokolles bei der heutigen Sitzung.“

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FURTWÄNGLER, W., Dirigent (1886-1954). E. Brief mit U. Mannheim 4. 12. 1919. 1 1/2 S. Doppelblatt. – Mit e. Kuvert. (2) 200,An den Direktor der österreichischen Kreditanstalt, Paul Hammerschlag: „Soeben hier angekommen, sehe ich mich veranlasst, Ihnen zu sagen daß ich damals – auf Ihre Einladung hin – die verschiedensten Male vergeblich bei Ihnen anrief. Dem Wiener Telefon war meine herrische Ausdauer auf die Länge aber nicht gewachsen. Am Tag darauf vergaß ich dann infolge Konzerts usw. darauf – Rothschild hat mir dann erzählt, daß Sie das richtig gedeutet haben. Ich hoffe, Sie werden es mir nicht übel nehmen. – Auf die 'Presse' über Mahler bin ich neugierig. Ich erwarte bestimmten, womöglich 'organisierten' Wiederspruch, der mich aber veranlassen wird, die Sache baldmöglichst zu widerholen ...“


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Urkunden und Autographen

GOETHE, J. W. VON, Dichter (1749-1832). Quittung mit e. U. Weimar 15. 4. 1820. 4°. 1 S. – Doppelblatt. (41) 800,Vermutlich an den Hofrat Frege: „Ew. Wohlgeboren verfehle nicht anzuzeigen daß die Sendung der Fünfhundert Thaler Sächß. in Papier und Silber mir glücklich zu Handen gekommen ist, worüber hiedurch quittiere und mich fernerem geneigtem Wohlwollen angelegentlichst empfehle.“ – Laut Tagebuch ging am 9. April ein „Brief an Geh. Hofrat Frege und Comp., wegen 500 Talern“ ab. – Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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GOETHE, OTTILIE VON, Schwiegertochter Goethes (1786-1872). E. Brief mit U. Ohne Ort und Datum (ca. 1869). 2 S. (41) 250,„Liebes Lottchen! Ist es wirklich möglich so habe ich die Absicht wills Gott Mitwoch oder Donnerstag zu kommen. Ich würde wünschen dies mal nur 3 Tage zu bleiben ...“ – Wohl aus Wien um 1869 geschrieben.

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GOLDSCHMIT-JENTNER – TEILNACHLASS des Publizisten, Literaturwissenschaftlers und Theaterkritikers Rudolf Karl GoldschmitJentner (1890-1964). Lose und in Mappen (Gebrauchsspuren). (51) 400,Enthält umfangreiche Materialien (ca. 1 laufender Meter) aus allen Schaffensbereichen des Schriftstellers: Hunderte von Typoskript-Durchschlägen von Rezensionen, Aufsätzen, Essays und Büchern, teilw. mit eigenhändigen Änderungen und Korrekturen, ferner Zeitungsausschnitte, Originalfotos, Briefe, Urkunden und andere Dokumente, die Leben und Werk Goldschmit-Jentners betreffen und von etwa 1915 bis 1964 reichen. – Goldschmit-Jentner war vor dem Krieg Leiter der Heidelberger Festspiele, hatte während des Krieges zum Teil Berufsverbot, gründete danach das „Heidelberger Tageblatt“ mit und ist einem größeren Publikum in der Adenauerzeit durch eine Reihe biographischer Werke bekannt geworden (geflügelt bis heute sein „Genius der Jugend“). – Beiliegen ca. 100 Broschüren und Bücher aus dem Besitz des Schriftstellers.

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GULBRANSSON, O., Zeichner (1873-1958). E. Bleistiftzeichnung mit kurzem Text. O. O. und Dat. (wohl Tegernsee um 1950). 4°. 1 S. (13) 120,Mit gewohnt sicherem und schwungvollem Strich zeigt die Karikatur von oben den schreibenden Künstler selbst. – „Also 'ich erlaube' – aber bitte verzehie (sic!) mir das (sic!) ich keinen Selbstbeflechen (sic!) gemacht habe. Ich habe es verschlampt. Gott stehe uns alle bei – in Ewigkeit Amen. Ihr alter Olaf Gulbransson.“ – Blasse Faltspuren.

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HAMMER-PURGSTALL, J. VON, Orientalist (1774-1856). 3 e. Briefe mit U. Wien und Döbling 18. 6. 1851 bis 9. 7. 1852. Verschied. Oktavformate. Zus. ca. 4 S. – 2 e. Kuverts beiliegend. (30) 250,-

Nr. 66 An Emilie List (1818-1902, Tochter von Friedrich List) in Schönau bei Baden. – Überwiegend über neu erschienene Werke der Literatur (darunter Gutzkows Roman „Die Ritter vom Geiste“ und Heines „Romanzero“). – Bedauert die Absage einer Einladung von Emilies Schwester (Elise von Pacher). – Etw. knittrig.

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HAUPTMANN, G., Schriftsteller (1862-1946). Photographie mit e. Namenszug. (Bignasco ca. 1930). 10 x 12 cm. – Auf ein Quartblatt aufgelegt. (30) 80,-

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HEEREN, A. H. L., Historiker (1760-1842). E. Brief mit U. Göttingen 21. 6. 1832. 1 S. (42) 150,An den Historiker Wilhelm Wachsmuth (1760-1842) in Leipzig: „So eben, mein verehrtester Freund war ich im Begriff Ihnen zu schreiben, um Ihnen meinen Dank für den dritten Theil Ihrer Darstellung abzustatten; als ein Schreiben von unserem Perthes mir eine andere frohe Nachricht von Ihrer Seite brachte; daß Sie sich entschlossen haben die Geschichte Frankreichs für die Staaten-Geschichte zu übernehmen. Ich kann es Ihnen nicht ausdrüken wie sehr mich dieses erfreuete. Schon lange lag mir diese Geschichte schon auf dem Herzen, aber wegen des früher geschlossenen Contracts mit dem H. Löbell konnte ich nichts ändern. Einen bessern Tausch hätten wir nicht hoffen können! Also meinen besten und wärmsten Dank, und meine innigsten Wünsche, daß der Himmel Ihnen Kraft und Gesundheit zu der Arbeit verleihen möge. // Ist Ihnen denn die Last der Censur über die Sie sich beklagten abgenommen, oder doch erleichtert? Ich hoffe und wünsche es. Es ist immer eine schwere Last; aber in unseren Zeiten doppelt, und wahrhaft unerträglich. // Mit welchem Interesse ich Ihre Sittengeschichte gelesen habe, wird Ihnen meine Anzeige dersel-


Urkunden und Autographen

ben, gesagt haben. Ich hoffe Sie sind damit zufrieden, die Anzeige des 3t Theiles der Darstellung soll in einem der nächsten Blätter erfolgen. // Machen Sie in diesem Sommer oder Herbst nicht wieder eine Wanderung in unseren Gegenden? In diesem Fall werden Sie hoffentlich mich nicht vorbeygehen und etwas länger bei uns weilen. // Empfehlen Sie mich H. Hofrath [Karl Heinrich Ludwig] Pölitz. Mit unveränderter Freundschaft.“ – Wachsmuth war seit 1825 Prof. der Geschichte in Leipzig. Innerhalb der von Heeren hrsg. „Allgemeinen Staatengeschichte. Abt. 1. Geschichte der europäischen Staaten“ veröffentlichte er bei Perthes in Stuttgart in 4 Bänden seine „Geschichte Frankreichs im Revolutionszeitalter“ (1840-44). – Gebräunt.

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HELLWIG, F., Theaterregisseur (1782-1825). E. Brief mit U. Dresden 18. 4. 1825. 4°. 2 S. – Doppelblatt mit Adresse und Siegelabdruck. (30) 120,-

78 HESSE, H., Schriftsteller (1877-1962). Sammlung von zus. ca. 35 e. und masch. Briefen mit e. U., Widmungsexemplaren, Typoskripten etc. Ca. 1920-50. (28) 800,Darunter mehrere Briefe an den befreundeten Arzt Dr. Markwalder (mit Berichten über seinen Gesundheitszustand) und dessen Familie (Ursula und Helene Markwalder) sowie an Frau Ursula Kienberger. Für beide Familien auch die Widmungsexemplare von kleineren Schriften, die meisten aus den 1940er Jahren, gewöhnlich mit persönlicher Grußadresse. Weiterhin beiliegend Typoskripte der Gedichte „Späte Prüfung“ (Dezember 1944, mit Korrekturen und Unterschrift) und „Einem Freunde (mit dem Gedichtbuch)“, ebenfalls signiert, sowie mehrere Photographien. – Meist in e. adressierten Umschlägen. – Leichte Gebrauchsspuren.

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– E. Postkarte. Verenalsof „am Sonntag“ (22. 3. 1942). (28) 80,An Dr. J. Markwalder, der er, selbst krank („nicht in gutem Zustand“) seine „besten Wünsche zur Genesung“ übermittelt.

HILLER, F., Komponist (1811-1885). E. Brief m. U. Cirka 1865. 3 S. – Doppelblatt. (74) 80,An Julius Roderich Benedix: „ ... Ihren gestrigen Aufsatz möchte ich gar gerne noch einmal lesen – Bitte lassen Sie mir ihn zukommen ...“ – Erwähnt Lechner.

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HUMBOLDT, W. VON, Gelehrter (1767-1835). E. Brief mit U. Ohne Ort. 28. 12. 1824. 4°. 1 S. (42) 400,„Ew. Wohlgebohren übersende ich anliegendt fünf Stück Praemienscheine nebst den dazu gehörenden Staatsschuldscheinen u. Coupons am 1. Julius, 1824 incl. m. Ich ersuche Sie, dieselben zu verkaufen und dafür Staatsschuldscheine zum Betrag von 500 rth. im Nominalwerth zu kaufen, und wie schon diese Staatsschuldscheine sonst, und das von mir übrigbleibende Geld gefälligst zuzuschicken. Da ich dies Geschäft nicht für mich sondern als Gefälligkeit für einen Bekannten mache, so bitte ich Ew. Wohlgeboren nichts davon in unsere Rechnung zu bringen. Empfangen Ew. Wohlgeboren die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.“ – Gebräunt.

– E. vollständiges Gedichtmanuskript (15 Zl.). (Montagnola 1940). Doppelblatt mit gedrucktem Holzschnitt auf der Vorderseite. (28) 600,Als „Weihnachtsgruss 1940“ überschickt Hesse das Gedicht „der Heiland“. – In perfekter Erhaltung.

– Cirka 20 Widmungsexemplare. 1920-46. Orig.Einbände (Gebrauchsspuren). (28) 600,Aus dieser stattlichen Sammlung von signierten Erzählungen und Gedichten Hermann Hesses ragen zwei Exemplare heraus, nämlich „Novalis“ (1925) und „Die Geschichte von Romeo und Julie“ (1925). Eigenhändig aquarellierte Vignetten in den für Hesse typischen kräftigen Farben von Rot und Gelb, Grün und Blau zieren die fliegenden Vorsätze, die Mittelstücke sind jeweils mit kleinen Dedikationen versehen. Die übrigen Exemplare, manche davon in erster Ausgabe, tragen meist kurze Widmungen: „Märchen“ (1920), „Gedichte eines Malers“ (1920), „Blick ins Chaos“ (1920), „Klingsors letzter Sommer“ (1921), die erste amerikanische Ausgabe des „Demian“ (1923), „Erinnerung an Lektüre“ (1925), „Bilderbuch“ (1926), „Eine Bibliothek der Weltliteratur“ (1929), „Zum Gedächtnis unseres Vaters“ (1930), „Hermann Lauscher“ (1933), „Fabulierbuch“ (1935), „Stunden im Garten“ (1936), „Der lahme Knabe“ (1937), „Gedichte“ (1942), „Das Glasperlenspiel“ (1943), „Jean Paul“ (1944), „Späte Gedichte“ (1946) und „Krieg und Frieden“ (1946). – Geschenkexemplare mit Titeln anderer Verfasser, ebenfalls mit Dedikationen von Hesse, darunter Hugo Balls Monographie „Hermann Hesse“ (1933), Edouard Schneiders „Eleonora Duse“ (1926), Adlous Huxleys „Kontrapunkt des Lebens“ (1930), Otto Fischers „Wanderfahrten eines Kunstfreundes in China und Japan“ (1939) und eine kleine Sammlung von Gedichten Goethes mit dem Titel „Dreißig Gedichte“ (1932). – Beiliegen ca. 8 unsignierte Werke Hesses, meist mehrfach vorhanden. – Siehe Abbildung Seite 7.

An den Schauspieler und Theaterleiter Karl von La Roche (1794-1884) in Weimar: „In Auftrag der General Direction der hiesigen Königlichen Bühnen soll ich Sie in Kenntniß setzen, wie Ihre erste Gastrolle 'der argwöhnische Liebhaber' [von C. F. Bretzner], für Sonntag den 3ten Juliy, auf hiesiger Bühne angesetzt ist...“. Bittet um Mitteilung, ob dieser Termin eingehalten werden könne, und läßt den Schauspieler Karl Wilhelm Holdermann (1783-1852) grüßen. Weiterhin erkundigt er sich nach dem Neubau des im März 1825 abgebrannten Weimarer Komödienhauses. – Die Antworten von La Roche sind auf der freien Seite drei skizziert. – Kleine Heftlöcher im linken Rand.

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INDY, V. DE, Komponist (1851-1931). E. Brief mit U. Paris 10. 19. 1922. 1 S. (13) 60,An einen Kollegen mit der Rücksendung und kritischen Beurteilung eines musikalischen Manuskripts „La fiancée du Luter“, rückseitig eine genauere Beurteilung in Blei. – Etw. fleckig und mit hinterlegten Randeinrissen. – Beiliegen 2 Porträtpostkarten des Komponisten.


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INNSBRUCKER ALPENKLUB. – 43 lose Albumblätter mit Orig.-Graphiken in verschiedenen Techniken. Dat. 3. August 1922 bis 2. März 1927. Qu.-Fol. (Blattgr. ca. 29 x 40 cm). (36) 500,Amüsantes Dokument zu den Unternehmungen des Innsbrucker Alpenvereins. – Die Tuschfederzeichnungen skizzieren gekonnt in meist karikaturistischen Szenen die gemeinsamen Touren der Klubmitglieder, zu denen auch schon Frauen gehörten. Erzählt wird selbstironisch von manch schwieriger Bergbesteigung: „Aufigstiegn, Wurst gessn, Stoanschlag kemmen, Hin gwesn“. Humorvoll werden feucht-fröhliche Faschingsnächte sowie Skirennen gezeichnet und kommentiert, kopfüber steckt eine Skifahrerin im Schnee: „Frl. Steffi Wolf in sich versunken, vergisst aufs Weiterfahren“. Es wird Abschied genommen vom Gründungsmitglied Adolf Tom und seiner Gattin Midi, die nach Brasilien auswandern. Eine Folge von Bildern zeigt deren zukünftiges Dasein im ersehnten Land, begleitet von Magen-Darm-Erkrankungen, ungebetenen Gästen wie Schlangen und anderem Getier sowie mickrigen Ernteerträgen. Die Aquarelle und Kreidezeichnungen hingegen zeigen in eher ernster naturalistischer Manier die erklommenen Tausender, darunter das Matterhorn, die Sonnklarspitze, das Wiesbachhorn und die Ötztaler Alpen. Jedes Blatt mit den Unterschriften der Mitglieder. – Linke Seitenränder gelocht, etw. fleckig.

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Wappenbrief für den Arzt Anton Schmit (1793-1862), der in den vererblichen Adelsstand (von Tavera) erhoben wird. – Siehe Abbildung Tafel 3.

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KARL XIII., König von Schweden und Norwegen (1748-1818). E. Manuskript in französischer Sprache mit 2 e. U. O. O. (Drottningholm?) 176263. 4°. 2 Bl., 80 S., 2 Bl., 45 S. Rotes Maroquin d. Zt. mit Rsch., Rücken- und Deckelvg., goldgepr. Supralibros „P“ in ovalem Kranz auf beiden Deckeln sowie dreiseit. Goldschnitt (Vorderdeckel vom Buchblock gelöst, kleine Schäden im Bezug, beschabt und bestoßen). (25) 300,Enthält drei historische Darstellungen, die der erst fünfzehnjährige Prinz Karl übersetzt und seiner Mutter, der Königin Luise Ulrike von Preußen (1720-1782), gewidmet hat. Karl, der von 1809-1818 König von Schweden und ab 1814 auch König von Norwegen gewesen ist, war der zweite Sohn von Luise Ulrike, einer Schwester Friedrichs des Großen. Da in der zweiten Widmung das Datum 25. Dezember 1762 genannt ist, wird es sich bei dem Manuskript um ein Weihnachtsgeschenk handeln. Der Prinz demonstriert seiner Mutter hierin die Fortschritte in der lateinischen und französischen Sprache: ein aus dem Lateinischen übersetzter Auszug aus der römischen Geschichte des Eutropius und ein „Abregé“, den Karl offenbar aus einem schwedischen Geschichtswerk ins Französische übertragen hat, mit Ereignissen der europäischen Geschichte von 1660-1715 (darunter eine längere Passage über den Spanischen Erbfolgekrieg). – Interessantes Dokument zur Prinzenerziehung am schwedischen Hof. – Innengelenke gebrochen, vorderer Buntpapiervorsatz mit Klebespuren, stellenw. leicht fingerfl., gering gebräunt. – Vorderer fliegender Vorsatz mit Stempel der Zarenbibliothek in Tsarskoye Selo (heute Puschkin, südlich von St. Petersburg).

KATHARINA PAWLOWNA ROMANOWA, Großfürstin von Rußland und Königin von Württemberg (1788-1819). Brief mit e. U. „Bey der ... Schleuse“. 19. 6. 1810. 1/2 S. – Doppelblatt. (120) 300,Als Gattin des Prinzen Georg von Oldenburg, mit dem sie 1809-1812 verheiratet war: „Dem Erzieher desjenigen, dem ich mein Glück verdanke bin ich alles Zutrauen schuldig. Möchte unser Zögling dem Ihrigen gleichen. Mein innigster Wunsch ist es nach Deutschland zu kommen. Hoffnung ist den Menschen erlaubt...“ Die Zeilen richten sich offenbar an den Erzieher ihres Mannes; mit dem „Zögling“ dürfte ihr 1810 geborener Sohn Alexander gemeint sein. – Am unteren Rand der dritten Seite Notiz von anderer Hand: „durch die Güte der Frau Professorin Brandes erhalten“. – Papier mit Wasserzeichen „JWhatman 1806“.

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KARL III., Herzog von Parma und Infant von Spanien (1823-1854). Adelsdiplom mit e. U. Lateinische Urkunde auf Pergament. Parma 7. 3. 1850. Blattgr.: 32 x 23 cm. Mit Wappenminiatur (9 x 9 cm) in Blau, Gold, Silber und Braun, 6 tls. reich verzierten gemalten Initialen und Schrift in Gold und schwarzer Tinte. 2 Bl. Roter Samt d. Zt. (gering beschabt) und Wachssiegel in Metallkapsel in spät. Lwd.-Kassette (fleckig und bestoßen). (88) 800,-

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KAULBACH – TEILNACHLASS der Malerfamilie Kaulbach. Ca. 25 Familienalben, Skizzenund Tagebücher sowie diverse Schriftstücke. Mit vielen Zeichnungen und Skizzen von Wilhelm und Hermann von Kaulbach, Familienbriefen und anderen Autographen sowie zahlr. Photographien. Meist gebunden in verschied. Einbänden d. Zt. (Gebrauchsspuren). (9) 6.000,Bedeutender, sehr umfangreicher Teilnachlaß der Malerfamilie aus vier Generationen. Die frühesten Dokumente gehen zurück bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die spätesten stammen vom Beginn des Dritten Reiches. Unter den frühen Objekten zahlreiche Skizzen des „Malerfürsten“ Wilhelm von Kaulbach (1805-1874), von einfachen Studien bis hin zu Entwürfen für Monumentalgemälde. Karikaturen und karikaturhafte Porträts zeigen eine unbekannte humorvolle Seite des Historienmalers, die wohl auf das Private beschänkt blieb (darunter ein urinierender Putto, der die Signatur auf den Boden schreibt). Die Zeichnungen meist monogrammiert, wenige mit Nachlaßstempel. Die Arbeiten Wilhelms wurden nach seinem Tod vom Sohn Hermann (1846-1909) und dessen Frau Sophie in einem Album zusammengefaßt. Den größten Teil des Nachlasses machen Dokumente Hermanns und seiner Familie aus. Er hat vor allem als Genremaler mit Bildern von Kindern Berühmtheit erlangt. Die zahlreichen Studien und kleinen Skizzen in mehreren Alben zeigen die Bandbreite seines zeichnerischen Könnens, mit wenigen Strichen treffend zu charakterisieren. Eine Vielzahl von Photos illustriert das Familienleben vor allem im Domizil am Schliersee, der


Urkunden und Autographen

„Villa Lug ins Land“, aber auch gesellschaftliche Ereignisse wie das „Künstler-Costüm-Fest“ von 1876 in München (Album mit über 30 Photos in historischer Tracht). Von Hermann stammen darüber hinaus einige Manuskripte und Typoskripte, darunter ein Tagebuch von Juni 1868 bis Juli 1870, ein für seine Tochter Dorothea 1875 angelegtes Buch mit einer kleinen Familiengeschichte (Fragment), zwei Bände mit Geschichten und Gedichten des Sechs- bis Achtjährigen, mehrere Skripten für Vorträge in der „Zwanglosen Gesellschaft“ in München, eine von seinem Lehrer Carl Piloty unterzeichnete gedruckte Pergamenturkunde in Lederrolle mit Goldprägung, ferner eine maschinenschriftliche Übersetzung von Auszügen aus dem Buch „Mantova e Urbino“ von Alessandro Luzio und Rodolfo Renier und ein Typoskript „Erinnerungen an W. v. Kaulbach von seinem Sohne für die Revue“. Eine Sammlung von ca. 50 Briefen dokumentiert die Korrespondenz von Hermann und Sophie mit Wilhelm Schroll, dem Vater Sophies, der in Nürnberg als Kinderbuchillustrator wirkte. Ebenfalls beiliegend ein ungebundenes Album mit den Memoiren von Sophie. – Schriftstücke und Alben mit handschriftlichen Einträgen liegen auch von Hermanns Tochter Dorothea (geboren 1872) vor, darunter zwei Poesiealben der Jahre 1880-87 mit vielen Eintragungen der Verwandtschaft und von Freunden, u. a. von dem Juristen und Schriftsteller Karl Stieler (1842-1885). Ein großes Familienalbum, das von ca. 1889-1906 geführt worden ist, spiegelt das private und gesellschaftliche Leben der Familie wieder. Unter den Einträgen zahlreicher Freunde ist auch der des Naturforschers und Staatsmanns Fridtjof Nansen zu finden (signierte Karikatur und Signatur auf einer Menükarte, 1899). Zwei handschriftliche Kochbücher enthalten die überlieferten Familienrezepte. Ein studentisches Album amicorum mit Eintragungen vor allem aus Ansbach (um 1845) dürfte von Sophies Vater stammen. – Eine archivalische Fundgrube. – In den Alben stellenw. Zeichnungen und Photographien entfernt (Ausrißspuren), tls. stärkere Gebrauchsspuren. – Beiliegend 17 Bücher, die meisten über Wilhelm und Hermann von Kaulbach.

I. Tagebuch des fünfzehnjährigen Gymnasiasten über eine neunzehntägige Reise unter Leitung von drei Lehrern, ausgehend von Weinheim, nördlich von Heidelberg. Enthält Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten und Landschaften, darunter das Freiburger und das Ulmer Münster, Kloster Ettal, der Rheinfall bei Schaffhausen, der Starnberger See sowie das Nebelhorn und einige andere Berge. Während Kaulbach die Gebäude durch eingebundene Stahlstiche illustriert, gibt er die landschaftlichen Eindrücke in einigen hübschen Zeichnungen (auf Tafeln) wieder, die schon den späteren Meister der Skizze erahnen lassen. – II. Sammlung von 14 Briefen an seine Gemahlin Sophie, datiert Rom, 2. April bis 5. Mai 1880. Fast jeder der Briefe enthält eine kleine Zeichnung in der typischen Art des Künstlers, Genreszenen skizzenhaft, aber mit sehr präzisem Blick für das Detail darzustellen. – Die Briefe (mit leichten Faltspuren) wurden wohl erst um oder nach 1900 gebunden und mit einer montierten Porträtphotographie des Künstlers auf dem Vorsatz versehen. – Leichte Gebrauchsspuren. – Beiliegend ein weiteres Album unter dem Titel „Reise nach Oberammergau“, das zwar keine Reiseaufzeichnungen, dafür aber zahlreiche kleine Skizzen und einige Gedichte von der Hand Kaulbachs enthält (meist auf lose eingelegten Blättern).

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– 2 REISEALBEN von Hermann Kaulbach (1846-1909). Aufzeichnungen zu Reisen nach Oberbayern und Tirol (betitelt „Reise in das bair. Hochland“, 1861, und Rom (betitelt „Hermann Kaulbach, Briefe aus Rom“), 1880. Mit einigen Skizzen, gezeichneter Karte, Porträtphotographie und 7 Stahlstichen. Lwd. d. Zt. und etw. spätere Hlwd. (leicht berieben und bestoßen). (9) 250,-

– 15 BRIEFE des Kaiserlichen Marinekabinetts, bzw. Philipp von Eulenburgs, an den Maler Hermann von Kaulbach zwischen dem 19. Dezember 1892 und dem 5. Juni 1901. – Meist in frankiertem Originalumschlag, einige unfrankiert als „Kaiserliche Angelegenheit“ mit aufgeklebtem Papiersiegel. (9) 250,Wohl komplette Dokumentation über drei im Auftrag des Kaisers anzufertigende Gemälde der Sagengestalten „Friethjof“, „Aegir“ und „Odin“ (mit Angaben der gewünschten Korrekturen des Kaisers) sowie die Anfertigung eines Titelblattes zu einem Gedicht über „Heimdall, Hagen und Hildebrand“. Kaulbach erhält ein Honorar von 3000 Mark und eine „Busennadel“. Die meisten Schreiben in Kanzlei-, einige in Maschinenschrift. – Beiliegt die Druckfahne des von Eulenburg gedichteten Märchens über „Aegir“. – Weiterhin beiliegend 2 Briefe der Oberhofmeisterin, bzw. des Kabinetts der Kaiserin, im unfrankierten Originalumschlag mit Prägestempel: Gräfin Brockdorf (am 26. 1. 1899) und Freiherr von Mirbach (am 24. 1. 1899) übermitteln den Dank der Kaiserin für die „schönen Bilder“. Darauf die eigenhändige, auch nach 100 Jahren noch zornglühende Notiz des Künstlers: „Dieses Schreiben habe ich erhalten, nachdem ich der Kaiserin auf Veranlassung des Gf. v. Eulenburg die Originale der Illustration zu den 3 Märchen des Letzteren (28 Ölbilder und 15 Zeichnungen) zum Geschenk [unterstrichen] gemacht habe!!!!“.

Important, very extensive partial estate of the painters family from four generations. The earliest documents go back till the mid 19th century, the latest are from the beginning of the Third Reich. Among the early objects there are numerous sketches by the „Malerfürst“ Wilhelm von Kaulbach (1805-1874). His works were compiled after his death in an album by his son Hermann (1846-1909) and his wife Sophie. The biggest part of the estate are documents of Hermann and his family. – There are documents and albums with handwritten annotations by Hermann's daughter Dorothea (born 1872) as well. A large family album from around 1889-1906 reflects the private and social life of the family. Among the entries of numerous friends we can also find Fridtjof Nansen's entry, a naturalist and statesman. – A real archivist goldmine. – For the most part bound in various contemporary bindings (signs of wear).

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KAUNITZ-RIETBERG, W. A. VON, österreichischer Staatsmann (1711-1794). Brief mit e. U. Wien 11. 8. 1787. Fol. 1 S. Doppelblatt. (30) 200,An den Reichsgrafen von Kagenegg, dem er die Beschwerde einer verwitweten Rittmeisterin über seit längerer Zeit vorenthaltene Einkünfte aus einem bei Saragossa in Aragon gelegenen Fideikommiß-Gut übermittelt und um Abhilfe bittet. – Kaunitz bestimmte unter Maria Theresia bis zu seiner Abdankung 1793 maßgeblich die österreichische Außenpolitik und setzte innenpolitisch zahlreiche Reformen durch. – Einige Bindeschlitze, oberer Rand mit Einriß, etw. fleckig und gebräunt.


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An einen Hofrat, bei dem er sich für den in finanzielle Not geratenen Komponisten August Pühringer bei der Neubesetzung der Karlsbader Kurmusikdirektorstelle einsetzt, wie dies auch schon Muck, Löwe und Spörr getan hätten. – Kleine Schabspur bei der Unterschrift.

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auch realisiert, unter anderem mit Villon-Texten). Zudem beschreibt er seinen Bühnenauftritt und die Inszenierung der Rezitation ausführlich.

KIENZL, W., Komponist (1857-1941). E. Brief mit U. Aussee „Wasner“ 12. 9. 1905. 3 S. – Doppelblatt. (30) 120,94

An einen Freund mit Mitteilung der Namen von Mitgliedern des Hamburger Stadttheaters. – Kittl war Jurist und Schüler Tomascheks; er war mit Liszt, Wagner und Berlioz befreundet. – Leichte Knickfalte.

– E. Brief mit U. Wien 21. 1. 1918. 4 S. – Doppelblatt. (30) 100,An einen Kapellmeister: „... Ich bin im November ganz nach Wien übersiedelt, wo ich mehr Anregung u. einen größeren Wirkungskreis habe, zumal meine alte Mutter ... gestorben ist.“ – Kleine Klebespur.

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KINSKI, K., Schauspieler (1926-1991). E. Brief mit U. „Nikolaus“. Wien, ohne Datum (ca. 1955?). Fol. 4 S. – 2 Bl. (70) 250,-

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Impulsiv abgefaßter Brief an die erste Ehefrau Gislint Kühbeck, in dem Kinski mit Empörung darüber berichtet, er sei an der Salzburger Grenze verhaftet worden, weil er die Geldstrafe nicht bezahlt habe, zu der er aufgrund eines 1955 von ihm verursachten Unfalls auf dem Starnberger See verurteilt worden war. Nachdem eine Wiener Bekannte die geforderten 300 DM für ihn bezahlt hatte, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Trotz seiner miserablen finanziellen und beruflichen Situation – er vergleicht sich mit einem Ertrinkenden – sei er vom Glauben an sich selbst und von Energie erfüllt. – Minimale Faltspuren.

– E. Brief ohne U., Ort und Datum (Wien, Sommer 1956). Qu.-8°. 6 S. – 3 Bl. (70) 250,An seine erste Ehefrau Gislint Kühbeck (angesprochen: „meine Liebe“), im Ton eines Abschiedsbriefs. Er sei völlig am Ende, obwohl er doch nur das Beste gewollt habe, aber alle behandelten ihn wie einen Aussätzigen. Vom Wiener Burgtheater bekäme er keinen Vertrag und wisse nicht, wovon er noch leben solle. Daher sei er bereit, wieder „Heinrich IV.“ zu spielen, und bittet die Adressatin, sich bei Herrn Müller, dem Verwaltungsdirektor des Münchener Residenztheaters, für ihn einzusetzen. Tatsächlich wurde das von Fritz Kortner inszenierte Stück, das am 6. Juni 1956 einmalig aufgeführt worden war, im November des Jahres wieder aufgenommen. – Statt einer Unterschrift die Worte „... ich bin am Ende!“

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L'ARRONGE, A., Schriftsteller und Theaterdirektor (1838-1908). 6 e. Briefe mit U. Mainz und Berlin 13. 5. 1869 bis 8. 4. 1888. Zus. 6 S. – Mit einem Umschlag. (30) 200,In recht offener Sprache: „... Strolche, Säufer, Vorschußbrüder, angesteckte Springerinnen kann ich hier auch haben, dazu brauche ich keine Vermittlung ... „ (11. 3. 1870). – L'Arronge wirkte zunächst als Musiker und Kapellmeister u. a. in Köln, Stuttgart und Budapest sowie seit 1866 an der Berliner Krolloper, bevor er sich der Bühnenschriftstellerei zuwandte. 1883 eröffnete er das „Deutsche Theater“ in Berlin.

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LAUBE, H., Schriftsteller (1806-1884). E. Brief mit U. Wien 15. 9. 1875. 1 S. (30) 80,An einen Freund: „... Das Stadttheater ist unter sensationellem Erfolge mit 'Antigone' eröffnet, u. das Stück ist bis heute jeden Tag gegeben worden. Dagegen müssen wir heute unsre gute Mama begraben ...“ – Laube gründete 1872 das neue Wiener Stadttheater, das er mit einer kurzen Unterbrechung bis 1880 leitete. – Etw. knittrig, Randeinrisse.

– E. Brief mit U. „Nikolaus“. Wien, ohne Datum (März 1957). Fol. 8 S. – 4 Bl. – Faltspuren. (70) 300,Umfangreicher Brief an seine erste Ehefrau Gislint Kühbeck (angesprochen: „meine Liebe“), in wesentlich zuversichtlicherem Ton als die übrige Korrespondenz dieser Zeit. Er berichtet von seinen Villon-Rezitationen, denen das Publikum atemlos folge (diese fanden im März 1957 im Kleinen Konzerthaus in Wien statt). Gegenüber den früheren Rezitationen (1952) sei er sprachlich viel besser und souveräner geworden. Sogar eine Schallplattenfirma werde jetzt Aufnahmen von ihm machen (diese wurden ab 1959

LA ROCHE, AUGUSTE VON, Schauspielerin (um 1800-1875). E. Brief mit U. Gmunden 11. 7. 1866. 4 S. – Doppelblatt mit geprägtem Monogramm. (30) 100,An eine Dame über die Folgen des Kriegs von 1866, insbesondere Geldsammlungen für Spitäler und Versorgung von Verwundeten in privaten Einrichtungen. In Wien sei alles überfüllt und es bleibe „bei uns der alte Schlendrian in Allem“. – Auguste war die zweite Gattin des BurgtheaterRegisseurs Carl von La Roche (1794-1884).

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KOMPONISTEN UND SÄNGER – 10 kleinere Autographen. (74) 250,Fritz Baselt (1863-1931; 2 Briefe), Diederich Krug (18211880; Brief an den Verleger Henry Litolff), Edward Lindemann (1822-1886; 3 Briefe an den Wiener Theateragenten Franz Wild), Louise Limbach (1840-1909; 1 Brief), Anton Schott (1846-1913; 1 Brief), Gustav Hoffmann (1820-1900; 1 Brief), Cesare Rossi (1864-1930; 1 Brief).

Kinski verhaftet 91

KITTL, J. F., Komponist (1806-1868). E. Brief mit U. Prag 15. 12. 1843. 1 S. (30) 80,-

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LEOPOLD WILHELM, Erzherzog von Österreich (1614-1662). Brief mit e. U. Brüssel 4. 4. 1651. Fol. 1 S. – Doppelblatt mit Adresse und papiergedecktem Siegel. (36) 300,-


Urkunden und Autographen

Als Statthalter und General-Kapitän der Niederlande an Baron Eshlebeke, Großbailli von Gent, gerichtetes Schreiben, dem er, wie bereits sein Vorgänger Ferdinand, Infant von Spanien, „... le tems du renouvellement dans la loy de la ville de Gand“ nahelegt. – „... Vous recommandant surtout d'avoir soucis que Ceux ... ne soyant aulcunement Infectez, notez ou suspectez de quelque Erreur, Secte ou Heresie, ainsi bons chrestiens, et Catholiques ...“ – Leopold Wilhelm, der Bruder Kaiser Ferdinands III., war Fürstbischof von Passau, Straßburg, Halberstadt, Olmütz und Breslau sowie Hochmeister des Deutschen Ordens; von 1646-1656 war er Statthalter der niederländischen Provinzen für den spanischen König Philipp IV. – Mit Gegenzeichnung und mehreren Verschlußeinschnitten.

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– Schriftstück mit e. U. Brüssel 2. 9. 1655. Fol. 1 S. – Mit papiergedecktem Siegel. (36) 300,Schutzbrief („Salva Guardia“) für „la terre de Boulan“: Verbot von „foulds, dommages, torts, forces, pilleries, mangeries“, d. h. die Bevölkerung durfte von der Soldateska nicht beraubt und mit Einquartierungen drangsaliert werden. Solche Dokumente wurden nach Zahlung eines (erpreßten) Schutzgeldes ausgestellt und konnten widerrufen werden; meistens waren sie das Papier nicht wert, auf dem sie ausgestellt wurden. – Seitlich knapp beschnitten.

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LEVI, H., Dirigent (1839-1900). 2 e. Briefe mit U. München 3. 12. 1874 und 1. 4. 1877. Zus. 2 S. – Doppelblätter. (30) 120,-

Im Brief vom 24. 8. 1857 eine e. Randnotiz von Liszt: „Inhalt und Gesinnung des obigen Briefes gänzlich theilend, erwartet Dich in aufrichtiger Hochverehrung und Freundschaft F. Liszt“. – Wohlerhalten.

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– – 3 e. Briefe. Rom 16. 12. 1861 bis 4. 12. 1879. – Jeweils mehrere Seiten. (9) 400,An Wilhelm von Kaulbach (1804-1874) und an dessen Frau. – Im ersten Brief ausführlich über die römische Kunst: Bewunderung der Stanzen, Vergleich von Raffaels Frauenfiguren mit solchen Kaulbachs; Cornelius und Overbeck werden genannt. Im zweiten Brief mit Kritik an den italienischen Künstlern und Bericht, daß die Loggien restauriert und mit Fenstern versehen worden seien. Overbeck arbeite an seinen Sacramenten-Kartons. Bestellt Grüße an Liebig und Ernst Förster und berichtet über Listzts Dante-Symphonie, ferner ein „politisches Erdbeben“. – Der dritte Brief mit bewegenden Worten über Wilhelm von Kaulbach: „Wir haben uns immer über den Gipfeln aller Ideen bewegt, ohne je Realitäten zu berühren als in kurzen, inhaltsvollen Sätzen, die genügten zwei Geistern, die wie er und ich, so positiv das Leben zu behandeln wussten, ohne dass die Ideale etwas dabei zu büssen hatten ... Was hätte ich nicht gegeben um auch mit Farben, mit Tönen mich äussern zu können! Aber schlechte Bilder, oder schlechte Musik zu machen, wollte ich nicht! Und so bin ich mit meine Druckerei geblieben! 40 Bände hab ich gedruckt in 14 Jahren und habe nicht das 10e Theil gesagt was ich sagen möchte ... und in Worten nicht fassen kann ...“ – Beiliegen 3 weitere Briefe an verschiedene Adressaten. – Siehe Abbildung.

An eine Dame: „... Die Temperatur wird nicht nur von den Zuhörern, sondern auch von den Ausführenden übel empfunden – bei einigen Graden weniger würden die Leistungen um einige Grade höher sein! ...“ Levi ging 1872 als Hofkapellmeister nach München, wo er 1894 Generalmusikdirektor wurde. Seit 1870 näherte er sich dem Kreis um Richard Wagner, dessen „Parzifal“ er 1882 in Bayreuth uraufführte.

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LISZT – SAYN-WITTGENSTEIN, CAROLINE, Fürstin (1819-1887). 19 e. Briefe. Weimar 28. 12. 1856 bis 22. 9. 1859. – Meist mehrere Seiten. (9) 800,An Wilhelm von Kaulbach (1804-1874) und an dessen Frau in dem charmanten, leicht fehlerhaften Deutsch der Polin. Die Briefe zeugen von der überschwenglichen Liebe zu Liszt und der Bewunderung des malerischen Werkes von Kaulbach. Sie zeugen von Bildung der Schreiberin, von ihrer Anteilnahme am künstlerischen Geschehen ihrer Zeit – erwähnt werden u. a. Bartolini, Cornelius, Fodor Dietz, Genelli, Overbeck, Preller, Georg von Seybold –, und sind voller menschlicher Wärme und machmal fast schwärmerischer Liebenswürdigkeit, mitunter auch voller Witz, aber auch Kritik. Sie berichtet stets über die entstehenden Kompositionen Liszts, über dessen Konzerte und Veranstaltungen zu seinen Ehren und nimmt Anteil an den jeweils in Arbeit befindlichen Arbeiten Kaulbachs. Geschildert werden aber auch Dinge des täglichen Lebens – so z. B. ausführlich die Hochzeit der Tochter Marie –, Gesundheit und Reisen. Selbst die Bitte eines Autographensammlers wird an Kaulbach weitergeleitet.

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LISZT – SAYN-WITTGENSTEIN, MARIE, Fürstin (1837-1920). 11 e. Briefe. Meist Weimar 1856 bis 1874. – Jeweils mehrere Seiten. (9) 400,Alle gerichtet an die Familie Kaulbach in München. – Marie von Wittgenstein, die die Begeisterung ihrer Mutter, Caroline von Wittgenstein, für den Maler Wilhelm von Kaulbach teilte, war, wie schon ihre Mutter in ihren Briefen betont, eine begabte Briefschreiberin. Kaulbach, der offenbar Freude an der jungen Dame hatte, beschenkte sie mehrfach mit Zeichnungen, so zu ihren Geburtstagen, wofür sie sich am 21. 2. 1857 und am 23. 2. 1859 bedankt. Sie selbst dilettierte im Blumenmalen, wovon sie Zeugnisse an Frau von Kaulbach sendet (24. 12. 1856). Auch berichtet sie über Liszts Schaffen: „Die Hunnenschlacht wogt und braust schon in gewaltigen Tönen; List hat sie gestern Emil Naumann, dem Komponisten der Zerstörung Jerusalems vorgespielt.“ In Leipzig wird er seine „symphonischen Dichtungen“, les Préludes nach Lamartine und Mazeppa nach Hugo, aufführen (21. 2. 1857). Unter seiner Stabführung wurde die Uraufführung des „Barbiers von Bagdad“ von Cornelius trotz eines provozierten Skandals ein gefeierter Erfolg (16. 12. 1858), in Leipzig dirigierte er die Ouvertüre von Wagners „Tristan“ und seine eigene Symphonische Dichtung (15. 6. 1859). Am 8. April 1858 schreibt sie an Kaulbach: „Als wir Herrn von Humboldt zuletzt sahen, bat er meine Mutter, an Sie zu schreiben, Sie möchten Ihre Ankunft dies Jahr ja nicht verspäten, da der politische [unterstrichen] Augenblick ihm geeignet schien, die Entdeckung Amerika's als Gegenstand der sechsten Freske [im Berliner Neuen Museum] Ihrem Wunsche gemäß, fortzusetzen, und die pittoreske Darstellung der Einweihung des Kölner Dom's einem weniger erfinderischen Geiste definitiv zu überlassen.“ Auch über Weimarer Ereignisse berichtet sie: „Einstweilen macht Dingelstedt große Dinge im kleinen Weimar. Vor zwei Monaten ungefähr, erließ er ein Circular in welchem er alle unsere Gelehrten [unterstrichen] aufforderte, eine Reihe von Vorlesungen zu Gunsten der Schillerstiftung zu eröffnen. Allein alle unsere gelehrten Beschränktheiten, die seit undenkbaren Zeiten unter einander verfeindet sind, legten nun den alten Hader beiseite, und verschworen sich alle gegen den allgemein gehaßten Fremdling“ (24. 11. 1858). In Gestalt eines Märchens berichtet sie aum 2. 9. 1859 über ihre Verlobung mit dem in Solferino ausgezeichneten Prinzen Constantin von Hohenlohe, dem Adjutanten des österreichischen Kaisers, dem sie nach Wien folgen wird. Zwei Briefe aus Wien sind nach dem Tod Kaulbachs an dessen Frau gerichtet (Mai und Juni 1874). – Meist wohlerhalten.

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LÖHNER, L., Politiker und Arzt (1812-1852). E. Brief mit U. Frankfurt 18. 5. (1849). Gr.-4°. 2 S. (30) 100,An den Abgeordneten Balthasar von Szabel (1814-1869) mit Nachrichten aus Frankfurt: „... Hier werden die Preußen erwartet ... so könnte es kommen, daß die Bourgeoisie aus lauter Liebe zur Ruhe schwierig und unzufrieden würde. Dazu fürchte ich werden die Lebensmittel fehlen – und das ist sehr sehr schlimm; denn der Magen ist die unvernünftigste Seite des Menschen, er nimmt keine Versprechen an ...“ – Löhner war Armenarzt in Rossau und Abgeordneter in Wien. 1849 reist er nach Frankfurt, um sich über den Stand der Dinge zu unterrichten, von wo er im Herbst 1849 krank nach Wien zurückkehrte.

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LORENZ, K., Verhaltensforscher (1903-1989). Masch. Brief mit e. U. 29. 9. ca. 1970. 1 S. (129) 60,„Trotz trauriger Finanzlage meiner Abteilung glaube ich, 100 Mark auf die einmalige Gelegenheit, tropische Viecher kriegen zu können, ausgeben zu können ...“

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LUEGER, K., Politiker (1844-1910). Brief mit e. U. Wien 15. 12. 1875. 4°. 2 S. – Doppelblatt mit gedrucktem Briefkopf. (30) 100,Aus Luegers früher Zeit als Rechtsanwalt an einen Edmund Louis Todesco über die Bedingungen für den Abschluß eines Vergleiches in der „Angelegenheit Senger“. – Gefaltet und etw. knittrig.

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– E. Brief mit U. (Interlaken) 29. 7. 1877. 3 1/4 S. – Doppelblatt (2) 80,An Mutter und Schwester: „Ich bin gestern nach anstrengenden Touren in Interlaken angekommen, welcher Ort der reizendste in der ganzen Schweiz ist ... „ – Leichte Randschäden.

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– E. Brief mit U. Ohne Ort (Wien) 9. 12. 1888. 1 S. – Doppelblatt mit Trauerrand. (30) 120,An eine Baronin als Dank für ihre Kondolenz zum Tod seiner Mutter. Lueger unterschrieb auch für Hildegard und Rosa Lueger. – Beilage. – Stärkerer Mittelfalz, etw. fleckig.

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LUPIN, F. VON, Mineraloge (1771-1845). Brief mit e. U. Illerfeld 28. 2. 1821. 4°. 1 S. (30) 120,An einen Beiträger zu seiner „Biographie jetzt lebender Personen“, von der 1826 nur der erste Band erschien: „... viele Beiträge ... werden sich in meiner Gallerie zwischen den Bataillen-Stücken, den historischen Vorstellungen und den Porträts großer Meister wie freundliche Landschaften ausnehmen ...“ – Lupin war Verwaltungsbeamter in Memmingen, dann bayerischer Bergrat. Nach seiner Pensionierung 1821 zog er sich auf das väterliche Gut Illerfeld bei Memmingen zurück und widmete sich seiner Kunstsammlung und schriftstellerischer Tätigkeit.

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MAHLER, G., Komponist (1860-1911). E. Briefkarte mit U. (Wien ca. 1900). – Mit e. Kuvert. (2) 1.200,An den Direktor der österreichischen Kreditanstalt, Paul Hammerschlag: „Die Cigarren sind ideal! Ich konnte sie vorher trotz vieler Connexionen nicht bekommen. Herzlichsten Dank und hoffentlich auf baldiges Wiedersehen.“ – Siehe Abbildung.

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MAILATH, J. N. VON, Historiker (1786-1855). E. Schriftstück mit U. Ohne Ort und Datum (ca. 1840). 4°. 2 S. – Doppelblatt. (30) 80,Aufzeichnungen über die „Könige von Ungarn die während der Regierung ihres Vorgängers gekrönt wurden“. – Mailáth schrieb eine „Geschichte des Österreichischen Kaiserstaa-


Urkunden und Autographen

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Nr. 111

war ab 1559 Statthalterin der spanischen Niederlande. 1567, nach dem Einzug des Herzogs von Alba, war sie jedoch nach Italien zu ihrem Mann, Ottavio Farnese, dem Herzog von Parma, zurückgekehrt und residierte in Aquila. Zur Zeit des vorliegenden Schreibens flammten die Machtkämpfe in den Niederlanden wieder auf, und Margarethe erwog eine erneute Übernahme der Statthalterschaft, die dann aber nicht zustande kam. – Tinte stellenw. gering verlaufen, etw. gebräunt, Faltspuren.

tes“ (1834-50) und schuf mit dem Literaturalmanach „Iris“, den er 1840-48 herausgab, das bedeutendste deutschsprachige literarische Organ Ungarns. – Leichte Faltspuren, gebräunt und fleckig.

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MALER – 4 e. Briefe und 2 Visitenkarten von Malern. (74) 120,Max Gaisser (1857-1822; 2 Briefe, 1 Karte), Carl Zimmermann (1863-1930; 1 Brief, 1 Karte) und Hans Neumann (1873-1957; 1 Brief).

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MARET, DUC DE BASSANO, H. B., französischer Staatsmann (1763-1839). Brief mit e. U. Paris 13. 6. 1815. Fol. 3 S. – Wasserzeichen Napoleons. (13) 80,An den Innenminister Carnot, fünf Tage vor Waterloo, über die Expedition von Dekreten und die Behandlung der Staatsminister sowie den Prinzen Joseph. – Oben gebräunt.

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MARGARETHE VON PARMA, Statthalterin der Niederlande (1522-1586). Brief mit e. U. Aquila 4. Juni 1578. 4°. 1/2 S. – Doppelblatt. – Mit Adresse und papiergedecktem Siegel. (36) 400,An einen Martio Faralio in Rom. Erwähnt den späteren Papst Clemens VIII. (Ippolito Aldobrandini, 1536-1605), dessen Hilfe in einer Angelegengeit vonnöten sei. – Margarethe, uneheliche, doch anerkannte Tochter Kaiser Karls V.,

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MARGHILOMAN, A., rumänischer Ministerpräsident (1854-1925). Brief mit e. Unterschrift. O. O. (Bukarest) 8. 3. 1918. 1 1/4 S. – Doppelblatt. (40) 150,Brief in französischer Sprache an einen „cher ami“ aus der Zeit, als Marghiloman vom König gerade zum Ministerpräsidenten ernannt worden war (5. März 1918), um die Verhandlungen mit den Mittelmächten zu führen. Diese hatten Rumänien weitgehend besetzt und u. a. die Abtretung von Gebieten zugunsten Ungarns gefordert. In Verhandlungen vor allem mit dem k. und k. Außenminister Ottokar Czernin gelang es Marghiloman, am 7. Mai 1918 den Friedensvertrag von Bukarest zu schließen. Mit der Niederlage der Mittelmächte wurde dieser jedoch bald hinfällig, und auch Marghiloman mußte wenig später von seinem Amt zurücktreten. – Der vorliegende Brief stammt aus der ersten Phase der Verhandlungen. Der Adressat solle (in geheimdiplomatischer Weise) Briefe mit Madame Filitti und Czernin austauschen. Außerdem lädt Marghiloman den Adressaten zum Frühstück am folgenden Tag ein, wo er Czernin treffen werde. – Auf Briefpapier mit aufgedruckter


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Urkunden und Autographen

Adresse „14, Strada Mercur“, dem damaligen Amtssitz in Bukarest. – Leicht fleckig. – Beiliegend ein eigenhändiger Brief mit Unterschrift des Grafen Ottokar Czernin in seiner damaligen Funktion als Botschafter Österreich-Ungarns in Rumänien (an J. C. Filitti?), datiert 24. 2./9. 3. 1914. (Dankesschreiben, drei Seiten). Weiterhin beiliegend ein Passierschein, ausgestellt vom Botschafter des türkischen Sultans in Wien, datiert 8. 8. 1842.

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MARIE, Königin von Rumänien (1875-1938). E. Grußkärtchen mit U. Ohne Ort und Jahr (Rumänien, ca. 1920). 8,9 x 14,0 cm. 2 S. – Auf Karton mit Goldrahmen und geprägtem Signet. (40) 120,Neujahrgrüße in englischer Sprache mit Dank für ein kleines Geschenk und „all kind thoughts ... at a moment when one is near suffering“. – Beiliegend vier Briefe des neapolitanischen Dichters und Direktors der Sammlung Lucchesi-Palli, Salvatore di Giacomo (1860-1934), an die rumänische Journalistin Elena Bacaloglu (römische Adresse, ca. 1910-15); beide waren Unterstützer des italienischen Faschismus.

MARIA ANTONIA VON NEAPEL-SIZILIEN, Großherzogin von Toscana (1814-1898). E. Brief mit Paraphe „MA“. Brandys nad Orlici 2. 1. 1871. 1 S. – Doppelblatt. (36) 200,Aus dem böhmischen Exil der großherzoglichen Familie, wo diese seit der Vertreibung 1860 das Schloß einer ehemaligen Kammerherrschaft bewohnte. In dem Schreiben in italienischer Sprache an einen „Sig. Luigi“ (Marechese Luigi Bargagli?) bedankt sich Maria Antonia, deren Mann Leopold II. von Toscana im Jahr zuvor gestorben war, für Neujahrsgrüße und erwähnt, daß ihre gute Freundin Laura in Brüssel sei, um dort ihren ältesten Sohn zu treffen (Ferdinand IV., der letzte Großherzog von Toscana). – Mit schwarzem Trauerrand. – Leicht gebräunt, im Falz hinterlegt.

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MARIA VON HABSBURG, Königin von Ungarn und Böhmen sowie Statthalterin der Niederlande (1505-1558). Brief mit e. U. Gent 1. 7. 1532. 4°. 1/2 S. – Gegengezeichnet und adressiert. (120) 300,An eine Madame „de la Laing“ gerichtetes Schreiben zur Übernahme einer Taufpatenschaft, um die sie die Madame gebeten hatte. Bei der Adressatin dürfte es sich um Marguerite de Lalaing (1508-1592) aus dem im späten Mittelalter mächtigen Geschlecht der Grafen von Lalaing (in der Grafschaft Hennegau) handeln. Maria hatte auf die Bitte ihres Bruders, Kaiser Karls V., im Januar 1531 die Statthalterschaft der spanischen Niederlande übernommen. – Wasserzeichen: Hand mit vierblättrigem Kleeblatt (häufig in Westdeutschland und den Niederlanden im mittleren 16. Jahrhundert). – Faltspuren, kleiner Papierdurchbruch, rückseitig etw. gebräunt.

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MARIA THERESIA, österreichische Kaiserin (1717-1780). Brief mit U. und zweizeiliger e. Nachschrift. Ohne Ort (Februar 1762). 4°. 1/2 S. – Doppelblatt. (36) 400,An den Reich-Hofkanzler von Ungarn, Graf Palffy, wegen des zu erwartenden „grossen Abgangs“ aus den ungarischen Regimentern. Weil „die Recrouten-Stellung in denen Winter-Monaten nur erwürket werden kann“, solle er diese Zeit zur „Betreibung der Stellung deren rückständigen Recrouten“ nutzen. – Die Kaiserin fügt eigenhändig an: „es ligt alles daran, die reg[imenter] complet tzu erhalten“. – Leicht gebräunt, Siegelreste.

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– Dekret mit e. U. Wien 19. 12. 1763. Fol. 1 S. (36) 400,Dispens für einen Beamten. – Gegengezeichnet vom Grafen Franz Esterhazy. – Hübsch.

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MARIE ANTOINETTE, Königin von Frankreich (1755-1793). E. Vermerk mit U. „payez / Marie Antoinette“ auf einem vom „Secrétaire de la main“ mit ihrem Namen unterschriebenen Schriftstück. Versailles 31. 12. 1783. Fol. 1 S. (36) 2.500,An M. A. F. M. Randon de la Tour, „Trésorier Général de Nos Maisons et Finances“. Zahlungsanweisung über 1200 Livres für den „Commis du S.r Bertier Sur-Intendant des nos Finances ... pour ses appointements pendant les six derniers mois“. Erwähnt König Ludwig XVI. („nôtre très honnoré Seigneur et Epoux“). – Mit Gegenzeichnung ihres Geheimsekretärs, des Finanzmannes Jacques-Mathieu Augeard (1731-1805). – Siehe Abbildung.


Urkunden und Autographen

Personal note with signature „payez / Marie Antoinette“. – Order to pay 1200 Livres (lbs). – With countersignature of her private secretary. – See illustration.

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MAXIMILIAN, ERZHERZOG VON ÖSTERREICH, Bruder von Kaiser Rudolf II. und Matthias, Großmeister des Deutschritterordens (1558-1618). Brief mit e. U. und e. Zusatz. Ferrara 27. 11. 1581. Fol. 1 S. – Doppelblatt mit Adresse und papiergedecktem Siegel. (120) 300,-

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MITTERMAIER, K. J. A., Jurist und Politiker (1787-1867). E. Schriftstück mit U. und 2 e. Briefe. Heidelberg 1. 11. 1841 bis 31. 1. 1845. Zus. 4 S. (30) 100,Vorlesungsankündigung und Entschuldigung für einen nicht erfolgten Besuch. Im zweiten Brief wegen der von ihm begründeten „Kritischen Zeitung für Gesetzgebung“: „In der Anlage sende ich ... meine zwei Aufsätze ... Zachariä und Arnold haben Aufsätze für das Archiv versprochen. Wir müssen strenger in der Aufnahme sein ...“ – Zu der abundanten Produktion Mittermaiers vgl. Best-W. 240-41.

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NIEMEYER, A. H., Evangelischer Theologe (1754-1828). E. Brief mit U. Halle 5 . 2. 1802. 4° 2 S. – Doppelblatt. – Begleitschreiben zur Übersendung eines Lehrbuchs. (42) 150,-

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NONO, L., Komponist (1924-1990). E. Widmung und U. auf gedruckter Partiturseite. Venedig 19. 6. 1960. Imp.-Fol. (111) 200,-

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An Kurt Martin auf Blatt 12 der Partitur des „Diario polacco '58“ („Composizione per orchestra No. 2“). Der Kunsthistoriker Kurt Martin (1899-1975) war Mitbegründer der Kassler Documenta. – Beiliegend Blatt 16 der Partitur.

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MORGENSTERN, LINA, Schriftstellerin (1830-1909). E. Gedichtmanuskript (24 Zeilen) mit U. Berlin o. J. (um 1860). 4°. 2 S. – Doppelblatt. (30) 120,Lobeshymne in kalligraphischer Schönschrift unter dem Titel „Gruß aus Berlin, an Frau Julie Rettich“ (Burgschauspielerin, 1809-1866): „Julie, Priesterin des ewig Schönen/Nimm meine Grüße aus der Ferne hin!/Deiner Stimme holde Klänge tönen/in mir fort, erhabne Künstlerin!“ – insgesamt sechs Strophen. – Gefaltet, leicht gebräunt.

PÄPSTE – BENEDIKT XIII. (PIETRO FRANCESCO ORSINI), Papst (1649-1730). Breve auf Pergament. Rom, „apud S. Petrum“, 20. 2. 1730. Qu.-Gr.-Fol. 3/4 S. – Mit Spuren des FischerringSiegels und Adresse. (120) 300,Zulassung zur Priesterweihe für den päpstlichen Referendar Filippo Buondelmonti. – Darunter ein mehrzeiliger Vermerk eines Kardinals. – Der Papst starb am folgenden Tag.

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NAPOLEON – MARIE LOUISE, zweite Gemahlin Napoleons I., Erzherzogin von Österreich (1791-1847). E. Brief mit U. Schönbrunn 21. 6. 1814. – Doppelblatt. (120) 400,An den Grafen Marescalchi kurz nach Napoleons Sturz und ihrer Ankunft in Wien. Hier hatten Kaiser Franz und Metternich bereits Parma für Marie Louise offensichtlich eingeplant: „... j'ai appris avec un véritable satisfaction que l'Empereur mon Pere vous envoyait en qualite de commissaire dans le Duché Parme ...“ – Erst über den Wiener Kongreß vom 9. 6. 1815 (Artikel 99) wurde Marie Louise Herrscherin in Parma, wo sie vorbildlich regierte und noch heute populär ist. – Leicht gebräunt.

NAPOLEON III., französischer Kaiser (18081873). Brief mit e. U. Paris 30. 1. 1854. Fol. 1/2 S. – Doppelblatt. (36) 200,An einen Cousin mit Dank für die Neujahrswünsche und Erwiderung derselben.

An den Herzog von Parma, Ottavio Farnese, betreffend die Exilierung eines Adeligen. Der e. Zusatz lautet: „afecionatissimo amico et parento“. – Wenig fleckig.

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– – Ernennungsdekret auf Pergament mit e. U. Piacenza 12. 5. 1837. Qu.-Fol. – Mit papiergedecktem Siegel. (34) 500,Ernennung von Dr. Joseph Ruschitzka zum 1. Leibarzt am herzoglichen Hofe in Parma. – Gegengezeichnet von Obersthofmeister Graf Carl von Bombelles. – In den Falzen fleckig. – Die Unterschrift Marie Luises als Herzogin von Parma ist sehr selten.

MASSENET, J., Komponist (1842-1912). E. Brief und e. Billet mit U. (Paris) 14. 6. 1905 und 27. 10. 1910. Zus. 2 S. (13) 80,Absage eines Diners wegen seiner bevorstehenden Abreise. – Beiliegend 3 (2 photographische) Bildnisse im Postkartenformat, davon eines zus. mit dem Billet montiert.

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– BENEDIKT XIV. (PROSPERO LAMBERTINI), Papst (1675-1758). Brief mit e. U. und dreizeiligem e. Zusatz. Ancona 13. 7. 1729. 4°. 2 S. (120) 300,Als Erzbischof von Ancona an die Marchesa Eleonora Bentivogli Albergati in Bologna, bei Übersendung von Kopien der Briefe, die er „sopra il noto affare“ geschrieben habe: „... Scriverò altresi al Sig. Cardinale Suo Zio, che non s'impegni in cosa nessuna col Sig. C[ardinale] Pirro ...“ (aus dem eigenhändigen Zusatz). – Bei dem erwähnten Oheim der Adressatin handelt es sich um den Apostolischen Nuntius in Paris, Kardinal Cornelio Bentivoglio. – Volltranskription beiliegend.

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– BENEDIKT XV. (GIACOMO DELLA CHIESA), Papst (1854-1922). E. Brief mit U. Vatikan 5. 8. 1917. Qu.-8° (Briefkarte). 2 S. (120) 300,-


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Urkunden und Autographen

An einen Geistlichen (Giuseppe Sanfermo in Venedig?), dem er für Glückwünsche zum Namenstag dankt: „... della sua lettera ... la parte più gradita è stata quella in cui Ella mi ha dato confortanti notizie della sua salute: il fatto che abbia potuto predicare più volte senza punto stancarsi è eloquente, e fa sperare che Ella fossa andare 'di bene in meglio' ...“ – Roter Museumsstempel.

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– CLEMENS VIII. (IPPOLITO ALDOBRANDINI), Papst (1536-1605). Brief mit e. U. (Rom) „nel nostro Palazzo Apostolico“ 5. 4. 1598. 4°. 1/2 S. – Doppelblatt. (36) 400,An den päpstlichen Generalschatzmeister Cerasio mit der Anweisung, Marcantonio Colonna, Großstallmeister des Königreichs Neapel, für schuldenfrei zu erklären: „... Desiderando noi che li Tutori di Marcantonio Colonna Gran Contestabile del Regno di Napoli attendano con ogni minore interesse di detto Infante à liberarlo da debiti lasciati da suoi Maggiori ci contentiamo che per le ventidoimila scudi quali si devono restituire alla Principessa sua madre par li beni parafrenali si valgia sopra il detto Monte delle Provincie ...“ – Marcantonio Colonna (gest. 1659) war Bruder und Erbe des Fürsten Filippo Colonna, Herzogs von Paliano und Tagliacozzo. – Leicht gebräunt.

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An den Mediziner Luigi Scremin, Mitglied der Federazione Universitari Cattolici Italiani, dem er rät, jugendgefährdendes Schrifttum nicht dem Papst (Pius XI.) selbst, sondern dem Kardinalstaatssekretär zu melden: „... sono incaricato di dirti che non è riguardoso il diretto invio al S. Padre di pubblicazioni come quelle che hai ultimamente mandate. Si credi opportuno segnalare pubblicazioni nocive alla gioventù, lo potrai sempre fare indirizzando a S. E. il Cardinal Segretario di Stato ...“

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– PIUS XI. (ACHILLE RATTI), Papst (18751939). Brief mit e. U. Rom 20. 5. 1924. Fol. 3 S. (120) 300,An den Titularbischof von Gaza in Turin, dem er die Erlaubnis erteilt, anläßlich seines 50. Geburtstages eine große Feier ausrichten zu lassen („magnis laetitiae significationibus celebrandum“). – Leicht fleckig.

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PAUL I., russischer Zar (1754-1801). Urkunde mit e. U. Pawlowsk 1. 5. 1798. 4°. 1/2 S. (36) 200,In russischer Sprache mit der Mitteilung an die Hofkanzlei, daß sich sein Kammerherr Fürst Kolzow in Moskau aufhalten dürfe. – Papier mit Wasserzeichen „J Honig & Zoonen“. – Siehe Abbildung.

– CLEMENS XII. (LORENZO CORSINI), Papst (1652-1740). Breve auf Pergament. Rom 24. 11. 1730. Qu.-Fol. – Mit Spuren des Fischerring-Siegels und Adresse. (120) 300,Zulassung eines Klerikers zu den höheren Weihen. – Mit Erwähnung der auf dem Tridentinischen Konzil erlassenen Bestimmungen.

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– GREGOR XVI. (BARTOLOMEO ALBERTO CAPPELLARI), Papst (1765-1846). Brief mit e. U. Rom 9. 7. 1831. Gr.-4°. 1 S. – Doppelblatt mit Siegel (gedrückt) und Adresse. (120) 300,An den päpstlichen Protonotar Cajetan Zenobius Contri in San Gimignano, dessen Glückwünsche zur Papstwahl er erst jetzt, nach der Niederschlagung der Carbonari-Unruhen („maximis ex nefaria impiorum hominum conspiratione curis angeremur“) entgegennehmen könne. – Die Unruhen, die seine Wahl am 2. Februar überschattet hatten, waren durch das Eingreifen österreichischer Truppen vorläufig unterdrückt worden.

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– PAUL V. (CAMILLO BORGHESE), Papst (1552-1621). Breve auf Pergament. Rom 29. 5. 1618. Qu.-Fol. – Mit Spur des Fischerring-Siegels und Adresse. (120) 300,An den Kleriker Francesco Sorico in Capua, dem er die Erlaubnis zum Besuch des Heiligen Grabes erteilt („sanctissimum Domini sepulchrum et alia sancta transmarina loca visitare“). – Sechs Tage zuvor hatte der Prager Fenstersturz den Dreißigjährigen Krieg ausgelöst.

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– PAUL VI. (GIOVANNI BATTISTA MONTINI), Papst (1897-1978). E. Brief mit e. U. Rom 8. 2. 1927. Fol. 1 S. (120) 300,-

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– Brief mit e. U. Pawlowsk 5. 7. 1798. 4°. 3/4 S. – Mit gesiegeltem Kuvert. (120) 300,An den Oberhofmeister Graf Rumjanzew mit der Anweisung, dem Türsteher Timochin für seine langjährigen Dienste eine Alterspension zu zahlen.

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POSSART, E. VON, Münchner Hoftheaterintendant (1841-1921). E. Brief mit U. Tutzing 27. 6. 1891. 4 S. – Doppelblatt. (30) 80,-


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Urkunden und Autographen

An Bertha Dahn, die Gattin des Schauspielers Ludwig Dahn (1843-1898): „ ... Ich gedenke nächste Woche einmal nach München zu rutschen, um meinen Bauplatz auch endlich in natura zu sehen, den ich bis heut nur von den Plänen her kenne. Hoffentlich ist jetzt das parterre schon aus dem Boden ...“ – Gemeint ist das Prinzregententheater.

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REDL, A., Oberst (1864-1913). E. Postkarte mit U. Przemysl 6. 11. 1905. (20) 80,An seinen Kameraden Carl Hollan (seit 1. 5. 1898 Hauptmann I. Classe): „Für Gratulation dankt bestens und sendet herzliche Grüsse ...“ – Alfred Redl war ab 1899 im Evidenzbüro des Generalstabs eingeteilt, arbeitete ab 1906 für den russischen Geheimdienst (er war aufgrund seiner Homosexualität erpreßt worden) und verriet die Aufmarschpläne der Armee. 1913 enttarnt, wurde er zum Selbstmord gezwungen.

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REIBERSTORFFER, J. D. F., Schriftsteller (1815-1848). E. Manuskript mit Namenszug auf dem ersten Blatt. Ohne Ort und Jahr (Wien um 1830). 4°. 11 S. (30) 150,-

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An eine Dame mit Bekümmernis darüber, daß er sie während ihres Aufenthaltes in Paris nicht getroffen habe sowie mit Neujahrsglückwünschen. – Leicht gebräunt und minimal fleckig.

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– Cirka 80 kleinere Autographen, meist von Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. (51) 1.200,Hermann Bahr, Anna Bahr Mildenburg, Henry Benrath, Richard Benz, Werner Bergengruen, Rudolf Georg Binding, Hans Friedrich Blunck, Hermann Burte, Hans Carossa, Egon Cäsar Conte Corti, Ida Dehmel, Bernard Diebold, Erich Ebermayer, Kasimir Edschmid, Wilhelm Furtwängler, Joseph Gregor, A. Grisebach, Genoveva Hartlaub, Wilhelm Hausenstein, Ernst Heimeran, Arthur Hübscher, Monty Jacobs, Karl Jaspers, Friedrich Kayssler, Anton Kippenberg, Ludwig Klages, Mechthild von Lichnowsky, Hans Luther, Walter von Molo, Gustav Radbruch, Edwin Redslob, Paul Schmitthenner, Eduard Spranger, Emil Strauss, Peter Suhrkamp, Philipp Witkop und Carl Zuckmayer. – Meist recht gut erhalten.

REUCHLIN, H., Historiker (1810-1873). E. Brief mit U. Pfrondorf bei Tübingen 17. 4. 1846. 4°. 1 S. (30) 100,An einen Redakteur mit Übersendung der „Recension von Bretschneider und Neudecker ... Neudecker fand ich erstaunlich langweilig; mit solchen Werken schlagen wir die Ultramontanen nicht! Indeß habe ich mein Urtheil gemäßigt ...“ – Die erwähnten Bücher sind K. G. Bretschneider „Über die jetzigen Bewegungen in der evangelischen Kirche Deutschlands“ (Leipzig 1846) und Ch. G. Neudecker „Die Hauptversuche zur Pacification der evangelisch-protestantischen Kirche Deutschlands“ (Leipzig 1846). – Mit Eintrag des Empfängers.

SAMMLUNG – Einige kleinere Autographen. Meist 20. Jhdt. (28) 200,Alexej Jawlensky (Widmung), Luise Rinser, Martin Bodmer, Carl J. Burckhardt, F. A. Hayek, Käthe Gold, Hans Knappertsbusch, Gina von Liechtenstein, William Mayo, F. Sauerbruch (Widmung), O. Kokoschka, H. Hesse (e. Umschlag).

Manuskript zu einem humoristischen Vortrag im Wiener Dialekt vor dem Schriftsteller- und Künstlerverein Concordia: „Betrachtungen über die alte Concordia, die wir g'habt haben und über die neue Concordia, die wir erst g'kriegt haben. Eine Erbauungsrede an mich selber“. – Etw. gebräunt und fleckig.

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SAINT-SAENS, C., Komponist (1835-1921). E. Brief mit e. U. „C. Saint-Saëns“. Dat. (Paris) 9. 1. 1905. 1 S. – Doppelblatt. (13) 80,-

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SCHNORR VON CAROLSFELD, L., Sänger (1836-1865). E. Brief mit U. Prag 12. 6. 1864. 4 S. (30) 200,An einen Freund mit Berichten über die letzten Aufführungen; dann: „Ein Brief ... war von Wagner aus Starnberg. Der war wieder einmal verrückt! Da er mir Gott weiß was für eine Stellung in München versprechen u. verschaffen kann, meint er ich müßte so ohne weiteres ... Skandal machen um meinen Contract zu lösen und mit München zu vertauschen. Der ganze Grund ist eine verzehrende Ungeduld zu einer Aufführung in München zu gelangen: Ich werde ihm nun humoristisch antworten ...“ – Bei dem erwähnten Brief Wagners handelt es sich wahrscheinlich um das Schreiben vom 7. 6. (WBV 3905). Schnorr von Carolsfeld war seit 1860 erster Heldentenor in Dresden. Auf Wagners Drängen hin sangen er und seine Frau Malvina in der Uraufführung von „Tristan und Isolde“ in München am 10. 6. 1865 die Titelpartien. – Passepartoutartig angerändert. – Beiliegend ein Schreiben von Schnorrs Bruder.

REUSS, R., Historiker (1841-1924). E. Brief mit U. Straßburg 9. 11. 1868. 2 1/2 S. – Doppelblatt. (30) 120,An einen Professor (möglicherweise Ranke in Berlin) wegen einer Ausgabe des Haimo von Halberstadt. Beklagt die „bekannte Apathie unsrer Elsässer, besonders für deutsche Bücher“. – Reuss zählt zu den bedeutendsten elsässischen Historikern.

Verlorengeglaubtes Porträt 148

RIEDEL, H., E. Brief mit U. Wien 17. 12. 1871. 1 S. – Doppelblatt. (30) 60,An eine Dame: „... Das Schicksal will es, daß ich im Besitze einer Schwägerin bin, welche singt“. – So was soll vorkommen. – Riedel wurde 1878 Direktor an der Oper in Braunschweig.

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SCHOPENHAUER, A., Philosoph (1788-1860). Daguerreotyp (silberbeschichtete Stahlplatte). 17. 8. 1852. Plattengröße 8,2 x 7 cm, Darstellungsgröße ca. 6 x 5 cm. (132) 3.000,In der Sitzung vom 17. August 1852 entstandenes Porträt (Brustbild in Dreiviertel-Ansicht) des Philosophen, das aus dem Familienbesitz des mit ihm befreundeten Johann


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Urkunden und Autographen

August Becker stammt. Es dürfte sich um die von Hübscher als „zweiten Daguerreotyp“ bezeichnete Aufnahme dieser Reihe handeln, die der „Mechanicus Albert“ angefertigt hat (Hübscher, Schopenhauer-Bildnisse, 1968, Nr. 67). Schopenhauer schrieb darüber an Julius Frauenstädt: „Der Mechanikus Albert hat 7 kleine Daguerreotypen von mir gemacht, darunter 3 sehr gut; von den übrigen 4 hat Becker sich das beste ausgesucht“ (zitiert nach Hübscher). Das Bild hing lange Zeit gerahmt in Beckers Arbeitszimmer und hat dort 1857 sogar eine Pulverexplosion unbeschadet überstanden. Nach Hübscher galt es als verloren. Aufgrund der Provenienz muß es sich unzweifelhaft um dieses Bildnis handeln. Sogar der Rahmen ist noch vorhanden (Glasplatte gebrochen). – Vergleicht man die Aufnahme mit den bei Hübscher abgebildeten Daguerreotypen dieser Serie, so steht sie der dritten und der fünften am nächsten (Hübscher 68 und 70): Die Handhaltung mit nach vorne weisendem Handrücken entspricht der fünften, die Uhr jedoch, mit schwarz spiegelndem Ziffernblatt, der dritten Photographie; der Gesichtsausdruck steht insgesamt der dritten näher, doch ist bereits das leichte Lächeln des fünften Porträts zu sehen. Schemenhaft ist links neben dem Kopf zudem das Muster des Lehnstuhls zu erkennen, der in der dritten Aufnahme ganz zu sehen, in der fünften Photographie jedoch retuschiert worden ist. – „Schopenhauer hat die Erfindung Daguerres begrüßt, obwohl er sich über ihre Mängel klar war ... er fand, daß die Daguerreotypie dem Bedürfnis entspreche, das Wesen eines ausgezeichneten Menschen, wie es in seinem Antlitz sich ausspreche und offenbare, wiedergegeben zu sehen“ (Hübscher 15f.). Er klagte jedoch über die oft grobe Art der deutschen Daguerreotypeure und wünschte, von einem französischen photographiert zu werden. – Die erste Daguerreotypie, die Schopenhauer von sich anfertigen ließ, war fast zehn Jahre zuvor, am 3. September 1842, entstanden. Schopenhauers Züge waren damals noch wesentlich jugendlicher. „Die Daguerreotypen vom August 1852 weisen bereits auf den Beginn des Greisenalters hin. Ein kleiner alter Mann sitzt im Lehnstuhl, etwas müde, den Kopf gegen die Hand gestützt, die andere Hand mit dem geblümten Schnupftuch herabhängend. Das Gesicht ist schmäler, die Züge sind schärfer, der Schädel tritt mächtig hervor“ (Hübscher 18). – Rand mit stärkeren grauschwarzen Oxydationsspuren, einzelne Oxydationsflecken in der Darstellung, die Silberplatte mit mehreren Kratzern. Insgesamt noch gut sichtbar. – Beiliegend Ledermäppchen mit Aufschrift „Souvenir“, spätes 19. Jhdt., wohl aus dem Besitz Johann August Beckers. – Siehe Abbildung Tafel 4. Characteristic portrait of the philosopher from the early period of the photomechanical reproduction, taken on August 17, 1852 (head-and-shoulders portrait), from the family estate of his friend Johann August Becker. The portrait for quite some time hung in a frame on the wall of Becker's study and even survived there a powder explosion in 1857. After Hübscher it was considered to be lost. But regarding the provenance, it can only be this portrait, even the frame is still there. – Some grey-black oxidation traces at margin, a few oxidation spots in illustration, silver plate with several scratches, but altogether still visible. – Enclosed a small leather case with lettering „Souvenir“, late 19th century, probably from the possession of Johann August Becker. – See illustration on plate 4.

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– „REDE des protestantischen Geistlichen (Baße?) zu Frankfurt a/M an dem Grabe des berühmten Philosophen Schopenhauer, gehalten am 26. September 1860.“ Deutsche Handschrift auf Papier. 4°. 3 S. – Doppelblatt. – Falt- und Knickspuren, etw. gebräunt. (132) 300,-

Aus dem Nachlaß des Schopenhauer-Freundes Johann August Becker, Kreisrichter in Mainz, stammende Aufzeichnung der zur Beerdigung Schopenhauers gehaltenen, relativ kurzen Rede. Die gleichmäßige Reinschrift ist wohl nach einer Mitschrift angefertigt worden. Über den Namen des Geistlichen, der die Bestattung vorgenonnen hat, war sich der Schreiber nicht mehr ganz sicher. Es handelt sich um Dr. Wilhelm Basse (1820-1903). Die Rede wurde nach dem vorliegenden Manuskript im Schopenhauer-Jahrbuch 17, 1930, S. 186-88, abgedruckt; vgl. auch W. Gwinner, Arthur Schopenhauer, Leipzig 1922, S. 201, der die Anwesenheit Beckers bezeugt. – Die Rede beginnt mit einer Rechtfertigung, daß ein Geistlicher am Grabe des atheistischen Philosophen erscheint. Der Prediger stellt die Diskrepanz zur Lehre der Kirche nicht in Abrede und bedauert, daß der Verstorbene „nicht bis zu dem Punkte vorgedrungen ist, wo menschliches Forschen u. göttliche Offenbarung in Einklang stehen u. alle Gegensätze sich versöhnen“. Schopenhauer habe daher seinen inneren Frieden nicht finden können, was sich in den „Eigenthümlichkeiten seines Charakters, seiner Schroffheit u. Reizbarkeit anderen Denkenden gegenüber ergibt“. „Doch seine Irrthümer werden vergehen, was aber Wahres u. Schönes in seinem Leben, wird bestehen, im Laufe der Zeit Gemeingut werden u. noch künftigen Nationen zu Statten kommen.“ – Beiliegend ein Brief (undatiert, wohl vom Jahreswechsel 1863/64) von Wilhelm Gwinner, dem ersten Biographen Schopenhauers, an Johann August Becker („Verehrter Herr Kreisrichter!“). Er übersendet ihm ein Exemplar seines 1863 bei Brockhaus in Leipzig erschienenen Buchs „Schopenhauer und seine Freunde“ (bezeichnet als „Schutzschrift gegen Lindner und Frauenstädt“) und erläutert die Umstände der Entstehung des Werks.

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SCHÜTZE, J. ST., E. Gedicht mit U. Ca. 1800. 1/2 S. – Montiert. (42) 250,Freunde ... nun herbei, / die gar hoch das Kleinod schätzen, / Aber über alles setzen / Sie des Frommen Kindestreu; / Seiner Bahre folgen alle / bei des Trauerliedes Schalle. // Doch da für den Grabesraum / früh ein Denkmal ... geben, / Seh'n Sie froh sich schon erheben / einen ... Fliederbaum. / Sanft verbreiten seine Zweige / bleib er seines Grabes Zeuge. – Gebräunt.

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SCHUSELKA, F., Publizist und Politiker (18111886). E. Manuskript mit Namenszug am Kopf. (Ca. 1850). Qu.-4°. 1 S. (30) 120,Autobiographischer und -bibliographischer Bericht auf einem Vordruck mit Rubriken (geplanter Lexikoneintrag): „Kam als Kind nach Wien, wo sein Vater bei der Hofkriegsbuchhaltung angestellt wurde ... Von der österr. Regierung reklamiert mußte er Weimar verlassen und ging nach Hamburg von wo er am 20. März 1848 nach Wien eilte. Mitglied des 50ziger Ausschußes, Abgeordneter für Klosterneuburg, Abgeordneter für Perchtoldsdorf [im Frankfurter Parlament] ...“ – In der zweiten Spalte listet Schuselka seine Schriften auf. – Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Publizisten des Vormärz. – Leicht gebräunt.

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SPAZIER, K., Schriftsteller (1761-1805). E. Brief mit U. Leipzig 10. 12. 1807. 4 S. – Doppelblatt. (30) 100,-


Urkunden und Autographen

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Als Herausgeber der von ihm 1801 begründeten „Zeitung für die elegante Welt“ an einen Herrn Doktor mit Entschuldigung dafür, daß er das vorgesehene Frontispiz nicht bringen könne, schon gar nicht koloriert: „... Es läuft erstaunlich ins Geld hinein, schon die elenden Mode-Illuminazionen anfertigen zu lassen ... Sie werden verzeihen, daß ich Ihnen die Logogryphen ... zurückgebe. Der Geschmack des Publikums an dergleichen Sinnsprüchen, ist zu wenig allgemein, und ich habe es daher aufgegeben, ihm solche Sachen weiter vorzulegen ... Ist die letzte Kotzebue'sche Sache vorüber, so soll schwerlich weiter von ihm, als Gegner, die Rede seyn ...“

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SPIELHAGEN, F., Schriftsteller (1829-1911). E. Brief mit U. Berlin 27. 7. 1885. 1 S. (30) 60,-

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STUBENRAUCH, PH. VON, Maler und Graphiker (1784-1848). E. Schriftstück mit U. Ohne Ort (Wien) 1822. Fol. 2 S. (30) 150,Als Konzept für ein Schreiben (nur die rechte Blatthälfte beschriftet). – Verwendet sich für den unlängst entlassenen Garderobier des Wiener Hoftheaters Zeiner, der sich „in jeder Hinsicht durch seine mehrjährigen Dienste das vollkommenste Zutrauen erworben“ habe. – Stubenrauch, Spezialist auf dem Gebiet des Kostümentwurfs, war Dekorations- und Kostümdirektor beider Wiener Hoftheater. – Gefaltet, leicht gebräunt.

STEINLE, E. VON, Maler (1810-1886). E. Brief mit U. Ohne Ort „Weihnachten“ 1857. 1/2 S. – Doppelblatt. (49) 100,An einen Freund: „Gestatten Sie mir Ihnen hierbei ein kleines Zeichen meiner Dankbarkeit überreichen zu dürfen! Es ist zwar keine Architektur im strengsten Sinn, allein ich weiß, Sie sind ein Künstler ...“ – Bei dem übersandten Objekt handelte es sich um „Petrak's Kopie der Passion von Schongauer. 12 Blatt“ (liegt bei).

STRAUSS, R., Komponist (1864-1949). E. Briefkarte mit U. Wien 12. 4. 1929. – Mit e. Kuvert. (2) 300,An den Direktor der österreichischen Kreditanstalt, Paul Hammerschlag: „Es tut mir aufrichtig leid, daß nun auch ich Ihnen noch absagen mußte. Meine Frau ist nach München gefahren, dafür hüte ich schon seit 2 Tagen das Zimmer in Folge sehr lästigen Luftröhrenkatarrh's, mediziniere, inhalire und Professor Neumann hat mir auch für morgen noch Ausgehen strengstens verboten. Es ist nicht einmal sicher, ob ich Sonntag schon dirigieren kann ...“

An einen Redakteur mit Übersendung einer zweiten Korrektur und über Schriftsteller-Honorare. – Minial gebräunt und knittrig.

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THOMA, L., Schriftsteller (1867-1921). E. Gedicht mit U. Ohne Ort 15. 9. 1914. 1 S. (2) 400,Das vaterländische, anläßlich des Kriegsausbruchs entstandene 3-strophige Gedicht zu je 6 Zeilen beginnt: „Stille Täler, kleine Leute, / Wie hat uns das Schicksal heute / Mitten ins Getrieb gestellt! ...“ – Faltspuren. – Siehe Abbildung.

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TOLEDO – „CARTA DE HERMANDAD“. Spanische Urkunde auf Pergament. Toledo 27. 5. 1576. Blattgr. 27,5 x 40,5 cm, Schriftspiegel 12,5 x 34 cm. Mit großer Initiale „I“ in Gold auf Rot und Deckfarbenminiatur. Schrift rot gerahmt. Unten papiergedecktes Siegel und mehrere Unterschriften. (69) 500,Urkunde zugunsten einer Bruderschaft (Hermandad) beim Kloster des Konventes der Madonna von Guadalupe des Hieronymiten-Ordens, ausgestellt und signiert von der Priorin des Klosters S. Pablo in Toledo, Cecilia de Santa Catalina. – Die eingesetzte, mit Pergamentreifen hinterlegte Miniatur zeigt die berühmte Madonna de Guadalupe. – Schrift tls. etw. abgerieben, Faltspuren, Ränder etw. fleckig.

163a TRENCK, F. VON DER, Schriftsteller (17261794). E. Brief mit U. Berlin 1. 5. 1792. 1 S. – Doppelblatt. (36) 1.500,An einen Berliner Buchhändler (de la Guarde) wegen der seit zwei Jahren ausstehenden Bezahlung einer seiner in Paris gedruckten Schriften: „... Ich acceptire ... alles was Sie mir zur Ausgleichung antragen ... Wir wollen wegen solNr. 162


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Urkunden und Autographen

In italienischer Sprache an den Marchese di Cortanze, betreffend den Kommandanten in Montcaliere.

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VICTORIA, Königin von England (1819-1901). E. Brief mit U. Brighton 16. 2. 1842. 4°. 4 S. – Doppelblatt mit goldgepr. Monogramm und dreiseit. Goldschnitt. (36) 800,An König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der anläßlich der Taufe ihres Sohnes und Nachfolgers Eduard VII. in London war: „Nehmen Sie nochmals meinen herzlichen Dank für alle die Liebe und Freundschaft die Sie mir und meinem theuren Albert bezeigt haben. – Für immer werden mir die Tage Ihrer Gegenwart unvergeßlich bleiben... Albert und meine Mutter wünschen Ihnen und der guten Königin auf das wärmste empfohlen zu werden. – In der Hoffnung daß Euere Majestät glücklich in Berlin angelangt sein werden, daß das Wiedersehen der freudigsten erhabensten Art war, und daß Sie der lieben Königin von meiner Seite die schwesterlichsten Gesinnungen dar zu legen geruhen wollen...“. – Auf Papier von J. Whatman mit 1841 datiertem Wasserzeichen. – Leicht gebräunt, geringe Faltspuren; im Falz zur Hälfte eingerissen.

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An den Botanikprofessor Matthias Jakob Schleiden (18041881) in Jena: „Der 5te Zuhörer in der botanischen Pharmakognosie ist nicht Brandt, sondern Herr Gerlach aus Freiberg. Das zur gefälligen Notiz. Ich hoffe, daß allen 5 Auditoren ein rühmliches und fleißiges Besuchen des Collegiums demnächst attestirt werden kann“. – Wackenroder war seit 1828 Professor der Pharmazie in Jena.

Nr. 163a

cher Kleinigkeit keine processe führen – obgleich vor 2 Jahren da die Zahlung an Blanchon hätte erfolgen sollen noch keine Assignaten in Frankreich waren ...“ – Rückseitig der Zahlungsvermerk des Adressaten: „... payé le 1 Juin avec 4 f 18 g.“ – Mit einer alten biographischen Notiz: „... in der Zeit, wo Trenk Wien verlassen hatte und nach Altona ging.“ – Im folgenden Jahr ging Trenck erneut nach Paris, wo ihn Robespierre am 25. Juli 1794 als Agenten ausländischer Mächte hinrichten ließ. – Siehe Abbildung.

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VICTOR AMADEUS II., Herzog von Savoyen und König von Sizilien und Sardinien (1666-1732). Brief mit e. U. Turin 20. 6. 1690. 4°. 1/2 S. – Doppelblatt mit Adresse. (120) 300,-

WACKENRODER, H. W. F., Pharmazeut (17981854). E. Brief mit U. Jena 2. 7. 1850. 4°. 1 S. – Mit rückseitiger Adresse und Siegelausriß im Oberrand. (30) 120,-

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WINKELMANN, H., Sänger (1849-1912). 4 e. Briefe mit U. Darmstadt, Wien und Breslau, 31. 3. 1878 bis 21. 5 1902. Zus. 8 Seiten. Mit geprägten Monogrammen. (30) 120,Über Engagements und die Bühnen in Hamburg, Köln und Leipzig sowie diverse Kritiken, mit denen er sehr souverän umgeht: „Die Kritiken sind alle famos hier [in Leipzig]. Das mit der Indisposition was da steht ist furchtbarer Unsinn, ich war glänzend bei Stimme ...“. – Winkelmann wurde 1878 an das Hamburger Stadttheater engagiert und übernahm auf Wagners Wunsch 1882 die Titelpartie im Parsifal in Bayreuth; 1883-1906 gehörte er der Wiener Hofoper an. – Wenig gebräunt.


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Inkunabeln 168

BIBLIA LATINA – BIBLIA cum concordantijs Veteris et Novi testamenti. O. O. und Dr. (Freiburg, Kilian Fischer), 1491. Fol. Mit 4 größeren mehrfarb. eingemalten und teilw. etw. goldgehöhten Initialen mit in den Rand auslaufendem Blüten- und Blattwerk, zahlr. rot oder blau eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 56 Zl. 386 (statt 408) nn. Bl. Spät. blindgepr. Ldr. auf Holzdeckeln (beschabt und bestoßen, Schließen fehlen). (108) 6.000,Hain-C. 3108. Pellechet 2330. Polain 665. Sack (Freiburg) 648. Proctor 7590. BMC III, 694. Goff B 590. BSB B-464. Bibelslg. Württ. LB. D 150. Geldner I, 281: „Die beiden lateinischen Bibelausgaben von 1491 und 1492/94 werden aber jetzt wieder als Drucke des Johannes Amerbach angesehen.“ – Der Druck wurde früher immer Johann Amerbach in Basel zugeschrieben, die Zuschreibung erfolgt heute nach Sack an Kilian Fischer in Freiburg. – Loser Titel mit hs. Zusätzen und Besitzvermerken alt aufgezogen auf ein Blatt mit einem altkolor. Holzschnitt, der das Gnadenbild von Klosterlechfeld und die durch Elias Holl 1602 errichtete Wallfahrtskirche in Form einer Rotunde darstellt (wohl von großer Seltenheit); stärker gebräunt und fleckig, mit Randschäden und Wurmspuren. – Es fehlen am Ende die letzten 22 Bl. (a6, b8, c8). Statt ihrer beigebunden 2 Bl. mit „Praefatio in presens opus“, „Vetus“, „Testamentum“, „Novum testamentum“ (Titel der 4 Kopfzeilen). Es folgen 8 Bl. mit dreispaltigem hs. Text (ein Verzeichnis der Bibelstellen zu den Sonntagen und Festen im Jahreskreis). Große Teile sind mit einer Interlinearübersetzung ins Tschechische in sehr kleiner schwarzer Schrift versehen, die von einer zeitgenössischen Hand stammen dürfte. Bibelübertragungen in die tschechische Volkssprache sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt, die erste vollständige Übersetzung erfolgte erst 1579. Die vorliegende Interlinearversion dürfte noch zuvor entstanden sein. – Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig, mit Gebrauchsspuren und Randschäden, letztere tls. breit hinterlegt. Das Blüten- und Rankenwerk der mehrfarb. eingemalten Initialen beim Binden z. Tl. sehr knapp unter Bildverlust beschnitten. Tls. mit roten hs. Marginalien. Innendeckel und hinterer fliegender Vorsatz mit umfangreichen Eintragungen von verschied. alten Händen. Hinterer Spiegel mit eingeklebtem Blatt (Einblattdruck?) in tschechischer Sprache, den aufgebahrten Kaiser Rudolf II. darstellend. – Unter den Besitzvermerken auf dem Titel „Anno 88 Mathiae Volino, hunc libellum dono dedit sacerdos Adamus Teutobrodenus“. – Das Exemplar befand sich offenbar über längere Zeit im Besitz tschechischer Kleriker; der Einblattdruck aus Klosterlechfeld wurde wohl von einer Wallfahrt mitgebracht. – Siehe Abbildung Tafel 5. Loose title with ms. additions and ownership entries mounted in former times on a leaf with woodcut in contemporary hand colouring; stronger browned and soiled, with marginal damages and worming. – Lacks at the end the last 22 leaves (a6, b8, c8). Bound-in instead 2 leaves with „Praefatio in presens opus“, „Vetus“, „Testamentum“, „Novum testamentum“. Then follow 8 leaves with a three-column ms. text. Large parts have an interlinear translation into Czech in a small black handwriting, probably by contemporary

hand. – A little browned, partly stronger soiled, with signs of wear and marginal damages, the latter partly widely backed. Scroll-work of initials illuminated in multiple colours partly closely trimmed with loss of illustration during binding. Partly with red ms. marginalia. Inner cover and lower fly-leaf with extensive annotations by differnt contemporary hands. – Later blind-pressed calf over wooden boards (scratched and scuffed, clasps missing). – See illustration on plate 5.

168a – (BIBLIA). Venedig, J. Herbort, 30. April 1484. 4°. Mit zahlr. eingemalten Initialen in Rot und Blau. Got. Typ. 2 und 3 Sp. 56 Zl. 405 (statt 408) Bl. Blindgepr. Ldr. auf Holzdeckeln im Stil des 16. Jhdts. mit 8 ziselierten Messingbeschlägen und Messingschließen unter Verwendung des alten, 1568 datierten Vorderdeckelbezugs (hinterer Deckelbezug beiliegend). (148) 2.500,Hain-C. 3091. Pellechet 2318. Polain 660. IGI 1669. Proctor 4693. BMC V, 304. 4693. GKW 4255. Goff B 580. CIBN B-410. BSB B-451. Bibelslg. Württ. LB. D 111. – Eine der sogenannten „Fontibus ex Graecis“-Ausgaben, deren erste 1479 bei Amerbach erschienen ist: „A series of corrected Latin Bibles, which claim for themselves – apparently with justice – a superiority above all contemporary editions“ (Darlow-Moule 6083, Anm.). – Es fehlen die Bl. a1 und a2 sowie dd8. – Vorsatz und erstes Bl. mit alten Besitzvermerken, erstes Drittel mit Wurmspur und Einriß im oberen Rand sowie kleinem Wasserrand, durchgängig Blattweiser aus Ldr. (tls. mit kleinen Schäden), stellenw. alte Marginalien, etw. fleckig, insgesamt nur gering gebräunt. Lacks leaves a1 and a2 as well as dd8. – Endpaper and first leaf with contemporary ownership entries, the first third with worming and tear at upper margin, also a bit waterstained, bookmark throughout made of calf (partly with minor damages), here and there contemporary marginalia, some soiling, altogether only minor browning. – Blind-pressed calf over wooden boards in the style of the epoch with 8 chased brass fittings and metal clasps by using the old front cover material, dated 1568 (rear cover material enclosed).

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BONIFATIUS VIII., Liber sextus decretalium. Mit der Glosse des Johannes Andreae. Davor: JOHANNES ANDREAE, Super arboribus consanguinitatis et affinitatis. O. O., Dr. und J. (Basel, Nikolaus Kessler, nicht nach 1489). Fol. Gedruckt in Rot und Schwarz. Mit rot oder blau eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar umgeben, 56-58 bzw. 68-70 Zl. 146 Bl. (teilw. falsch pag. bis num. CXXXIX). Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Schwanz läd., fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen, mit einigen Wurmlöchern, Bezug stellenw. aufgeplatzt, Makulatur aus einem alten Pgt.-Manuskript). (117) 4.000,-


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Inkunabeln

Hain-C. 3585 (I). Copinger (Add.) 1206. Polain 827. Proctor 7697. BMC III, 774. GKW 4882. Goff B 1002 (4 Ex. in Amerika). BSB B-724. ISTC ib01002000. – Nicht bei van der Haegen. – Druckvariante: auf Bl. 5 recto roter Textbeginn „Incipit sextus liber decre.“ – Seitengetreuer Nachdruck der Ausgabe Basel, Wenssler, 1486. – Vorsatz ud Titel mit Eintragungen von alten Händen. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt kleine Wurmspuren.

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BEIGEB.: CLEMENS V., Constitutiones. Mit der Glosse von Johannes Andreae. Daran: Extravagantes. Redaktion des Alexander de Nevo. (Ebda. 15. nicht nach 1489). Gedruckt in Rot und Schwarz. Got. Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar umgeben, 56-57 bzw. 68 Zl. 78 Bl. (teilw. falsch pag. bis num. LXXVI). – Hain 5408 = Hain-C. 3585 (II). Copinger 1671 a. Proctor 7698. BMC III, 774. GKW 7105. Goff C 734 (4 Ex. in Amerika). BSB C-456. ISTC ic00734000. – Nicht bei van der Haegen. – Druckvariante: auf Bl. 1 verso Sp. 1, Zl. 2 „Joa(n)nis a(n)dree“. – Meist seitengetreuer Nachdruck der Ausgabe Basel, Wenssler, 1486. – Letzte Lage i irrtümlich vor der ersten Lage a eingebunden. – Letztes Bl. verso und erstes Bl. recto mit umfangreichen Eintragungen von alter Hand (Abschrift einer Bulle von 1494). – Siehe Abbildung Tafel 6.

Dritte bekannte Ausgabe. – Hain-C. 8790. Pellechet 8894 bis. Polain 3002. IGI (Suppl.) 4803 B. Proctor 2351. BMC II, 492. Goff H 316. CIBN H-182. BSB H-324. ISTC ih00316000. – Druckermarke bei Weil 95. – Homilien- und Postillenbuch (Predigtsammlung) von den bedeutenden Kirchenlehrern Hieronymus, Ambrosius, Augustinus, Gregor, Origines, Johannes Chrysostomus, Beda etc. Das Manuskript hatte Surgant zuvor in der Bibliothek einer berühmten Basler Kirche gefunden. – Zu den Lagebezeichnungen: Blatt 2 bezeichnet mit „a I“, Lagen C und P ohne Bezeichnung. – Es fehlen die Bl. f4-5 (statt ihrer 2 weiße Bl. zwischengeb.) und das letzte weiße Bl. – Die beiden weißen Blätter (für f4-5) wurden bereits vom Buchbinder im 15. Jahrhundert zwischengebunden, was an den durchgehend verlaufenden Wurmlöchern erkennbar ist, außerdem wurde jede Seite der weißen Blätter mit 2 Sp. in 48 Zl. regliert, so daß anzunehmen ist, daß der fehlende Text hs. ergänzt werden sollte. Warum dies nicht geschah, kann nur vermutet werden, womöglich war kein Schreiber vorhanden oder eine geeignete Textvorlage fehlte. – Vorsatz mit hs. Eintragungen. Erstes Bl. unten mit Klarsichtfolie geklebter Einriß. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren. – Siehe Abbildungen Tafel 6.

I. True reprint of the Basle edition, Wenssler, 1486. – Endpaper and title with annotations by contemporary hands. Slightly browned, hardly soiled, occasionally minor worming. – II. Last leaf verso and first leaf recto with extensive annotations by contemporary hand. – Contemporary blindpressed calf over wooden boards (bottom turn-in damaged, soiled, rubbed and scuffed, clasps missing, some wormholes, cover material here and there bursted, binding waste sheet from an old vellum manuscript). – See illustration on plate 6.

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BURLAEUS, GUALTHERUS, Expositio in Aristotelis Ethica Nicomachea. Mit dem vollständigen Text. Venedig, Octavianus Scotus, (10. Mai) 1481. Fol. Mit rot oder blau eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert in Rot oder Blau. Got. Typ., 2 Sp., 58 Zl. 233 (statt 234) nn. Bl. (Bl. 1 und 134 weiß; es fehlt Bl. N6). Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 9 (statt 10) buckligen Beschlägen auf den Deckeln und 3 (statt 4) Metallschließen, Vorsätze aus Pgt. (Gebrauchsspuren, mit kleineren Bezugsfehlstellen). (104) 4.000,Erste Ausgabe. – Hain 4143. Pellechet 3079. Polain 932. IGI (+ Supp.) 2265. Proctor 4566. BMC V, 276. GKW 5778. Goff B 1300 (nur 2 Ex. in Amerika). Walsh 1782. BSB B-1004. ISTC ib1300000. – Kommentar zur Nikomachischen Ethik. – Bl. 2 unten mit größerem Ausschnitt. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit hs. Marginalien (meist in Rötel), kleinen Wurmspuren und Wasserrändern (am Ende stärker). Das letzte weiße Bl. mit der weißen Rückseite des vorletzten Blattes verklebt und mit unterem Eckausriß. – Siehe Abbildung Tafel 6. First edition. – Commentary from 1333-1334 to Nicomach's ethics. – Larger cut-out to bottom of leaf 2. Slightly browned, partly a little soiled, with ms. marginalia (mostly in red chalk), minor worming and waterstains (more towards the end). Last blank leaf glued to blank verso of penultimate leaf, tear-out to lower corner. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards with 9 (instead of 10) bossed fittings on covers and 3 (instead of 4) metal clasps, endpapers made of vellum (signs of wear, smaller defects in cover material). – See illustration on plate 6.

HOMILIARIUS DOCTORUM de tempore et de sanctis. (Hrsg. von Johann Ulrich Surgant). Speyer, Peter Drach, 7. September 1482. Fol. Mit Druckermarke am Ende und zahlr. rot eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 48 Zl. 393 (statt 396) nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (Schwanz läd., fleckig, berieben und bestoßen, mit zahlr. Wurmlöchern). (90) 6.000,-

Third known edition. – Homily and devotional book (collection of sermons) by the Early Fathers of the Church such as Hieronymus, Ambrosius, Augustinus, Gregor, Origines, Johannes Chrysostomus, Beda etc. The manuscript was discovered by Surgant at the library of a famous church in Basle. – Lacks leaves f4-5 (bound-in instead 2 blank leaves) and the last blank leaf. – The two blank leaves (for f4-5) were already inserted by the bookbinder in the 15th century, recognizable at the wormholes throughout, each page of the blank leaves was framed with 2 columns in 48 lines, and we can assume that the missing text should be added by hand. – Endpaper with ms. annotations. Tear to bottom of first leaf, glued with plastic cover. Slightly browned, partly a little soiled, mainly at the beginning and the end with considerable worming. – Contemporary blindpressed pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (bottom turn-in damaged, spotted, rubbed and scuffed, with numerous wormholes). – See illustrations on plate 6.

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JACOBUS PHILIPPUS DE BERGAMO, De claris mulieribus. Hrsg. von Albertus de Placentia und Augustinus de Casali Maiori. Ferrara, Lorenzo de' Rossi, 29. April 1497. Fol. Mit Buchschmuck in Holzschnitt: Titel, 2 ganzseit. Illustr. mit wdh. Bordüre, Textbordüre, 172 Portrs. im Text von 56 Stöcken, zahlr. schwarzgrundigen Initialen und kleiner Druckermarke am Ende. Got. Typ., 44-46 Zl. 4 nn., 170 (recte 172) num. Bl. Flex. Pgt. d. 17. Jhdts. mit Rsch. (Bezug etw. faltig, Rsch. beschäd., leicht fleckig, gebräunt, berieben und bestoßen). (47) 8.000,-


Inkunabeln

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(gekrönter Greif), wenige Wurmlöcher, Ränder etw. fleckig, leicht gebräunt. – Der Einband ist nach den Wasserzeichen der Vorsätze „Magnolfi & Ci“ zu schließen wahrscheinlich spanischer oder portugiesischer Provenienz und in das 17. Jahrhundert zu datieren. – Siehe Abbildung. Sole edition of the 15th century. – „One of the most delicate and elegant achievements of book illustration“ (Kristeller). – Title and leaf 4 of quire A (index, bound-in after title) as well as leaf I (woodcut life of Virgin Mary) replaced from another copy. Replaced leaves restored at margins. Second leaf of quire A with large tear-out replaced from another copy; one leaf stamped, minor worming, some spotting to margins, slightly browned. – Binding probably of Spanish or Portuguese provenance from the 17th century. – Limp vellum of the 17th century with spine label (cover material a little creased, spine label damaged, slightly soiled, browned, rubbed and scuffed). – See illustration.

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Nr. 172 Einzige Ausgabe des 15. Jahrhunderts. – Hain-C. (und Add.) 2813. Pellechet 2069. Polain 1497. IGI 5071. Proctor 5762. BMC VI, 613. GKW 10959. Goff J 204. Sander 915. BN, Incunables, J 140. BSB I 120. Schäfer 186. – Die Sammlung von Biographien berühmter Frauen von Fra Filippo Foresti da Bergamo gehört zu den feinsten und geschmackvollsten Leistungen der frühen Buchausstattung. Hervorzuheben ist besonders das große Widmungsblatt auf der Rückseite des Titels: Der Autor überreicht sein Werk der Königin von Ungarn und Böhmen, Beatrix von Aragon, der Witwe des großen Bibliophilen Matthias Corvinus. Die Darstellung ist von einer mit „S“ signierten und „1493“ datierten Bordüre umgeben. Auf Blatt 5 verso umgibt die gleiche Bordüre eine Folge von 8 kleinen Marienszenen. Bemerkenswert sind die zahlreichen Textholzschnitte mit den zumeist im Umrißprofil dargestellten berühmten Frauen. Bei den letzten sieben Porträts handelt es sich um frühe Versuche authentischer Porträts. Dargestellt sind u. a. Bianca Maria Sforza, Catharina von Forli, Leonore von Aragon, Danisella Trivulzia und Cassandra Fidelis. – Dieser Druck de Rossis gehört „zu den feinsten und geschmackvollsten Leistungen der Buchausstattung“ (Kristeller). – Vorhanden auch das Blatt mit der sonst häufig entfernten Darstellung der „Päpstin“ Johanna. – Titel und Bl. 4 der Lage A (Index, nach Titel eingeb.) sowie Fol. I (Holzschnitt Marienleben) aus einem anderen Ex. ergänzt. Die ergänzten Bl. in den Rändern restauriert: Titel mit Darstellungsverlust von ca. 2-3 cm am unteren Rand auf der Rückseite sowie mit kleinem Papierdurchbruch und weiteren Randschäden, Index am unteren Rand und der rechten oberen Ecke, Holzschnitt des Marienlebens im oberen Bug (größerer Darstellungsverlust in der Bordüre und geringer am rechten unteren Rand). Zweites Bl. der Lage A mit großem, aus einem anderen Ex. ergänzten Ausriß; ein Bl. gestempelt

PETRUS LOMBARDUS, Sententiarum libri IV. Mit Kommentar des S. Bonaventura. Hrsg. von Johann Beckenhaub. 5 Tle. in 2 Bdn. (nicht der Reihenfolge nach eingeb.: I: Tabula, I, II. –II: IV, III). Nürnberg, Anton Koberger, (nach dem 2. März) 1491. Fol. Mit 4 großen rot und blau eingemalten Initialen, davon eine mit reichem ornamentalem Füllwerk und zahlr. kleineren rot oder blau eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert. Got. Typ., 1-2 Sp., Text tls. von Kommentar umgeben, 64 Zl. (Kommentar). 111 (letztes Bl. weiß), 204, 260 (erstes und letztes Bl. weiß); 271 (ohne das erste weiße Bl.), 218 (erstes Bl. weiß) nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit je 2 Metallschließen (Rücken angekalkt und im unteren Teil rot eingefärbt, fleckig, berieben und bestoßen). (52) 15.000,Erste von Johann Beckenhaub (auch Beckenhub) besorgte Ausgabe des geschätzten Lehrbuches von Petrus Lombardus, das 1158 vollendet und im 13. Jahrhundert mit einem Kommentar des Bonaventura versehen wurde. – Hain-C. 3540. Pellechet 2714 und 2715. Polain (+ Suppl.) 795. Proctor 2068. BMC II, 433. Goff P 486. Walsh I, 714. CIBN B-622. BSB P-387. – Die „Tabula super libros Sententia(rum)/cum Bonaventura“, hier in der Fassung A (111 Bl., Fassung B mit 106 Bl. – Vgl. BSB). – Bemerkenswert das in eine blau eingemalte Initiale in Tuschfederzeichnung eingefügte kleine Porträt eines geistlichen Würdenträgers (im Tl. I auf Bl. a5v). – Titel der Tabulae mit Besitzvermerken. Die 2 ersten Bl. im Bd. I und die 2 letzten Bl. im Bd. II mit Wurmspuren im Rand. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig, vereinzelt mit Wurmspuren. Tls. mit umfangreichen Marginalien und Eintragungen von alter Hand. – Siehe Abbildung Tafel 7. First edition of the well-like textbook published by Johann Beckenhaub. – Remarkable is the small portrait of a church dignitary added into a blue illuminated initial in pen and ink drawing. – Title of plates with ownership entries. First two leaves of vol. I and last 2 leaves of vol. II with worming in margin. Slightly browned, partly some soiling and waterstains, occasionally with worming. Here and there with extensive marginalia and annotations by contemporary hand. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards each with 2 metal clasps (spine lime-whitened and lower part dyed in red, soiled, rubbed and scuffed). – See illustration on plate 7.


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Inkunabeln

(PETRUS DE PALUDE, PSEUDO-), Sermones thesauri novi de sanctis. Straßburg, o. Dr. (Drucker des Paludanus), 1486. Fol. Mit großer rot und blau eingemalter Initiale und einigen rot eingemalten Initialen, teilw. rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 47 Zl. 296 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, mit Wurmlöchern, 4 Eckbeschläge entfernt, Makulatur unter Verwendung eines alten Pgt.-Manuskriptes). (135) 5.000,Copinger 5424. Pellechet 8816. Polain 2973. Goff P 512 (4 Ex. in Amerika). CIBN P-253. BSB S-331. ISTC ip00512000. – Die früher dem Dominikaner Petrus de Palude (um 1280-1342) zugeschriebene Predigtsammlung ist nach Wetzer-W. (IX, 1323) „entschieden unächt und vielmehr das Werk eines Franziscaners.“ – Die große blau und rot eingemalte Initiale „R“ auf Bl. c1 mit Knospenfleuronné. – Polain, Goff und CIBN identifzieren den Drucker als denjenigen der „Vitae patrum“, BSB als denjenigen des „Paludanus“. – Titel mit hs. Bibl.-Nr. und stärker fleckig. Bl. 2 mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig, mit wenigen kleinen Wurmlöchern (gegen Ende etw. vermehrt). – Siehe Abbildung Tafel 7. Title with ms. library no., stronger soiling. Leaf 2 with ownership entry. Slightly browned, partly a little soiled and waterstained, minor worming (a bit more towards the end). – Contemporary pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (soiling, rubbing and scuffing, with worming, 4 metal corner fittings removed, binding waste sheet by using an old vellum manuscript). – See illustration on plate 7.

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THOMAS DE AQUINO, De arte et vero modo praedicandi. Memmingen, Albrecht Kunne, 1483. 4°. Mit ornamentaler rot und blau eingemalter Initiale mit in den Rand auslaufendem Bandwerk und einigen rot oder blau eingemalten Initialen, davon 2 mit Bandwerk, durchgehend rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 32 Zl. 12 nn. Bl. (erstes Bl. weiß). Mod. Pgt. (146) 2.500,Hain-C. 1362. Polain 3690. Proctor 2774. BMC II, 603. Goff T 268. Walsh 978. BSB T-303. ISTC it00268000. – Exemplar ohne den Anhang „O mors“. – „Erroneously attributed to Aquinas. Compiled from works by Jacobus de Fusignano and that attributed to Henricus de Hassia (T. M. Charland, Artes praedicandi, Paris, 1936, p. 87). The broadside 'O mors', often recorded separately, forms part of this edition (BSB-Ink)“ (ISTC). – Schreiber (4810) zu dem fehlenden Bl. „O mors“: „Il s'agit d'une feuille volante, qui n'a aucun rapport avec ce livre là.“ – Aus der ersten Druckerei Memmingens. Albrecht Kunne war dort seit ca. 1480 tätig, er wurde dort vielleicht durch die Memminger Papiermühle angelockt, die schon 1475 erwähnt ist (vgl. Geldner I, 232). – Leicht gebräunt und fleckig, mit kleinen Wurmlöchern. – Siehe Abbildung Tafel 7. Copy without appendix „O mors“. – Slightly browned and soiled, with small wormholes. – Modern vellum. – See illustration on plate 7.

SAVONAROLA, HIERONYMUS, Triumphus crucis de veritate fidei. O. O., Dr. u. J. (Florenz, Bartolomeo de' Libri, um 1497. Kl.-Fol. Mit rot eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert. Rom. Typ., 34 Zl. 98 nn. Bl. Ldr. vom Anfang des 20. Jhdts. (Gelenke stark beschabt, etw. berieben und bestoßen). (136) 3.000,Vermutlich erste Ausgabe. – Hain-C. 14342. Pellechet 10319. Polain 3464. Proctor 6225. BMC VI, 652. Goff S 274. Walsh 2936. CIBN S-143. BSB-174. Giovannozzi 247. Poli 198. – Am Ende des Registers am Anfang ein 8zeiliger Eintrag in roter Tinte, dat. „1503“, vermutlich vom Rubrikator (dieses 2. Blatt innen mit Papierdurchbruch). – Leicht gebräunt, wenig fleckig. Durchgehend unten mit starken Feuchtigkeitsspuren, am Anfang und Ende ausgebessert oder hinterlegt (die 2 letzten Bl. mit geringem Buchstabenverlust). – Auf dem vorderen fliegenden Vorsatz montiert ein Textblatt aus einer Savonarola-Ausgabe des 16. Jahrhunderts sowie ein gestoch. Porträt Savonarolas. – Siehe Abbildung. Probably first edition. – At the end of register, entry of 8 lines in red ink, dated „1503“, probably by rubricator. – Slightly browned, hardly soiled. Strong dampstaining throughout at bottom, at the beginning and the end repaired or backed (last 2 leaves with minor loss of letters). – Calf from the beginning of the 20th century (joints heavily scratched, a little rubbed and scuffed). – See illustration. Nr. 175


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Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 317

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AGRIPPA VON NETTESHEIM, H. C., De incertitudine & vanitate scientiarum declamatio invectiva, denuo ab auctore recognita & marginalibus annotationibus aucta. O. O., Dr. und J. (Köln, E. Cervicornus, um 1540). Mit Holzschnitt-Porträt auf dem Titel. 200 nn. Bl. Pp. um 1800 (berieben). (76) 300,IA 101.862 (dat. „ca. 1536“). VD 16 A 1161. Ebert 284. – Noch frühe Ausgabe von Agrippas Hauptwerk (EA 1530), in dem er die Unsicherheit aller wissenschaftlichen Erkenntnis – „Nihil scire felicissima vita“ – breit darlegt. – Das Brustbild Agrippas auf dem Titel stammt von Anton Woensam von Worms (Merlo 1089) und ist eine Kopie seines früheren Porträts. – Titel mit mehreren hs., tls. durchgestrichenen Einträgen, vorletztes Blatt mit hauchdünnem Japanpapier unterlegt, letztes verso verstärkt und geringer Textverlust recto hs. ergänzt. Vorderer fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk und falscher Datierungsnotiz „Hic liber editus est Coloniae a. D. MDXXVII“. Gebräunt, teils mit Marginalien und Unterstreichungen von alter Hand.

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ALBUZIO, A., Christianarum institutionum libri tres. Mailand, G. da Ponte, 1540. 4°. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. 6 nn., 41 num., 1 nn. Bl. Alte Brosch. (Gebrauchsspuren). (42) 1.200,Einer von 2 Drucken im Jahr der ersten Ausgabe. – IA 102.841 (nur 1 Exemplar in Mailand). EDIT 16 CNCE 824 (8 Ex. in Italien). – Sonst in keiner uns zugänglichen Bibliographie. – Die Druckvariante unseres Exemplars ist daran erkenntlich, daß das letzte Bl. nicht numeriert ist. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, teilw. unbeschnitten. – Siehe Abbildung. One of 2 issues in the year of first edition. – Slightly browned, partly a little soiled, partly untrimmed. – Old wrappers (signs of wear). – See illustration.

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ALUNNO, F., Della fabbrica del mondo. Venedig, G. B. Uscio, 1588. Fol. 34 nn., 263, 17 num., 1 nn. Bl. Stärker läd. Pgt. d. Zt. (88) 200,-


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Alte Drucke und alte Theologie

IA 104.206. Gamba 2755. – In 10 Sachgebiete von „Gott“ bis „Hölle“ eingeteiltes frühes italienisches Wörterbuch. Seit 1548 (EA) in zahlreichen Ausgaben erschienen, hier erstmals mit dem Anhang von Tommaso Porcacchi. – Tls. stark gebräunt, fleckig und wasserrandig; erste Lagen knapp beschnitten, Lage DD mit Quetschfalten. Titel mit gestrichenem Besitzvermerk, untere Ecke angesetzt; Fußsteg mit Wurmspuren.

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AQUILINO, R., Trattato pio nel quale si contengono cinque articoli, pertinenti alla fede Christiana contra l'hebraica ostinatione, estratti dalle sacrosancte antiche scritture. Pesaro, H. Concordia, 1571. Mit Druckermarke auf dem Titel. 5 nn., 106 num. Bl. Pp. um 1900 (Vordergelenk angebrochen). (22) 200,Wohl einzige Ausgabe. – IA 106.712 (2 Ex. in Paris und Wien). EDIT 16 CNCE 2281. – Zwei Untersuchungen über die Dreieinigkeit und das Kreuz. – Titel mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Textanstreichungen.

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ARKOUDIOS, P. (HRSG.), Opuscula aurea theologica quorundam clariss. virorum posteriorum Gr(a)ecorum, qui extinguend(a)e Gr(a)eci(a)e, instar postremi splendoris, impetu quodam divino, cum pietatis tum doctrinae fulserunt, circa processionem Spiritus Sancti videlicet. Rom, Sacra Congregatio de Propaganda Fide, 1670. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 10 Bl., 701 S. (S. 399/400 weiß), 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (gering berieben und bestoßen). (22) 300,Spätere Ausgabe. – Vgl. STC 50 (Ausg. ebda. 1630). – Meist mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Mit Beiträgen von Johannes Bekkos (Patriarch von Konstantinopel), Kardinal Bessarion, Demetrios Kydones (aus Konstantinopel) und Maximos Planudes. – Leicht, teilw. auch stärker gebräunt, tls. etw. fleckig und mit Quetschfalten in den Ecken.

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Nr. 178

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ANTIPHONARIUM PRAEMONSTRATENSE, illustrissimi ac reverendissimi domini D. Claudii Honorati Lucas editum, & approbatum. Verdun, Vigneulle in der Prämonstratenser-Druckerei, 1718. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und zahlr. in den Text gedruckten Musiknoten. 4 Bl., 456, CIII (recte CIV) S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, Eckbeschläge entfernt). (128) 150,Vgl. Deschamps 1359. – Seltener liturgischer Druck aus Verdun. – Titel und einzelne weitere Bl. im Rand hinterlegt. Vor allem die Bl. der ersten und letzten Lagen in den unteren Ecken mit Randschäden. S. XVII/XVIII mit Randausriß (geringer Notenverlust). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, Buchblock mehrf. gebrochen, einzelne Bl. und Lagen gelockert. – Am Ende beigeb.: Ein hs. „Supplementum Antiphonarij“. 11 Bl. – Ohne Rückgaberecht.

AUGUSTIN, A., De legibus et senatusconsultis liber: cum notis Fulvii Ursini. Lyon, F. Le Febure, 1592. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 272 S., 4 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen, mit kleinen Wurmspuren). (50) 200,Baudrier V, 505. Holtzendorff I, 185. Rauchhaupt 193. – Vgl. Hoefer III, 726. – Erstmals in Rom 1583 erschienen. – Antonio Augustin (1517-1586) gilt als einer der berühmtesten Juristen des 16. Jahrhunderts. Er ist ein bedeutender spanischer Vertreter der philologisch-historischen Methode (vgl. Posener I, 138). – Etw. gebräunt und braunfl., gegen Ende oben mit kleinen Papierschäden.

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AUGUSTINUS, A., Sermonu(m) opera: summa nuper diligentia revisa atq(ue) recognita. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1521. Fol. Mit breiter Titelholzschnittbordüre und einigen Holzschnitt-Initialen. 50 nn., CCCCLXI num., 4 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kapitale läd., fleckig, beschabt und bestoßen, Schließen fehlen, Bezug an den Kanten teilw. aufgeplatzt). (121) 600,IA 110.157. VD 16 A 4236. Ritter 108. Benzing, Hagenau, 202. Burg 77. Heitz-B., Tafel LXVII, 4. – Mit Beiträgen und Ergänzungen von Sebastian Brant. – Titel gedruckt in Rot


Alte Drucke und alte Theologie

und Schwarz. Die Titelbordüre in der Art der Holbeinschule (Urs Graf, Hans Wechtlin?). – Interessant auch wegen der in den Rand gedruckten Handhinweise und Randanstreichungen. – Innengelenke gebrochen. Bl. Nr. 125 mit oberem Eckausriß (etw. Textverlust). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. Unten teilw. mit Randschäden, gegen Ende zunehmend. Etw. knapp beschnitten, Kopfleisten vereinzelt angeschnitten.

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– Volgarizzamento dei soliloquj. Testo di lingua del buon secolo tratto da ottimi mss. (Hrsg. von Paolo Zanotti). Verona, (Tommasi für) Bernardi, 1830. XVI, 147 S. Pp. d. Zt. (Kapitale etw. läd., berieben und bestoßen). (2) 120,-

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BARTOLINI, G. B., Glosa super bulla Pii V. de censibus. Cum utilissimis additionibus. Editio secunda. Perugia, G. B. Petrucci, 1601. Mit kleinem Holzschnittwappen auf dem Titel und Druckermarke am Ende. 8 Bl., 53 S. Spät. Pgt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Beiband entnommen). (88) 100,Erste Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Bulle über die Zensur. – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

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BELLARMINO, R., Disputationes de controversiis christianae fidei. Mischaufl. 16 Tle. (der Reihe) in 10 Bdn. Ingolstadt, D. (und A.) Sartorius, 1587-(nach 1600). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Metallschließen, alle Deckel mit goldgepr. Supralibros (tls. mit Gebrauchsspuren und Wurmlöchern, Rücken angekalkt, etw. fleckig, berieben und bestoßen, eine Schließe fehlt). (50) 500,Vgl. VD 16 B 1603 (nennt 15 Tle.). – Enthält: I/1: Adversus huius temporis haereticos. 1587. – I/2: De Christo capite totius ecclesiae. – I/3: De summo pontifice. – I/4: De conciliis, et ecclesia militante. – I/5: De membris ecclesiae militantis. – I/6: De ecclesia, quae est in purgatorio. – I/7: De ecclesia triumphante. – II/1: De sacramentis in genere. 1589. – II/2: De baptismo et confirmatione. – II/3: De sacramento eucharistiae. – II/4: De sacramento poenitentiae. – II/5: De extrema unctione, ordine, et matrimonio. – III/1: De reparatione gratiae per Iesum Christum Dominum nostrum. – III/2: Quae est de justificatione impii, et bonis operibus generatim. – III/3: De bonis operibus in particulari. – Secunda controversia generalis: De amissione gratiae et statu peccati. – Alle nicht dat. Teile mit Untertiteln, jedoch ohne Drucktitel. – Vorsätze und Titel tls. mit Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit Gebrauchsspuren, mit einzelnen kleinen Randschäden. – Die Supralibros des Einbandes zeigen zwei gekreuzte Schlüssel in einem Lorbeerkranz, oben im Rund monogr. „M.S.P.S“. – Ohne Rückgaberecht.

– HUBER, S., Antibellarminus. 6 in 1 Bd. Goslar, J. Vogd, 1607-09. Fol. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, stellenw. wurmstichig). (50) 120,Erste Ausgabe. – Jöcher II, 1742. – Weitschweifiger Widerlegungsversuch der Lehre Bellarmins. – Samuel Huber stammte aus Bern, wurde als Pfarrer von Burgdorf abgesetzt und bekam eine Professur in Wittenberg, „woselbst er mit seinen Collegen viel Streit gehabt, auch deshalben gar abgesetzt, und mit einem Honorario beurlaubet worden.“ – Titel mit Besitzvermerk, gebräunt und fleckig.

Italienische Übersetzung von „Soliloquia animae ad Deum“ – über die Unsterblichkeit der Seele. – Auf blauem, kräftigen Papier gedruckt. – Unbeschnitten und teilw. unaufgeschnitten.

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BENEDIKT XIII. – CONCILIUM ROMANUM in sacrosancta basilica Lateranensi celebratum anno universalis jubilaei MDCCXXV. a sanctissimo Patre, & D(omi)no nostro Benedicto Papa XIII. Rom, Bernabo, 1725. 4°. Mit gefalt. Frontisp., Titelvign., Kopfvign. und 4 Initialen (alles gestoch.). 10 Bl., 317 S., 7 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (mit Bibl.-Rsch., etw. beschabt und bestoßen). (50) 200,Erste Ausgabe. – Vgl. LThK II, 143. – Papst Benedikt XIII. (1649-1730) arbeitete während dieses Provinzialkonzils eifrig an der Hebung des religiösen Lebens. Er war mehr Gelehrter als Politiker. – Das große Frontispiz zeigt die Versammlung der geistlichen Würdenträger im Lateran. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit Textanstreichungen.

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BENEDIKT XIV., Casus conscientiae de mandato. Ferrara, Occhi, 1757. 4°. 2 Bl., 143 (recte 279) S. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieb. und bestoßen). (71) 200,Vgl. Hoefer V, 389. LThK II, 143. – Im NUC nur 1 Ex. der Ausg. 1752, in der BN Paris 1 Ex. von 1760. – Handbuch für Beichtväter (auch über Hexen und Teufel). – Seiten 121124 mit Papierschäden durch Tintenfraß (etw. Textverlust). Leicht gebräunt, tls. stärker fleckig.

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BIBLIA GERMANICA – BIBLIA Das ist: Die gantze Heylige Schrifft, Teutsch. Doct. Mart. Luth. Jetzunde von neuwem, nach der letzten Edition ... corrigiert. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, J. Feyerabend, 1583. Fol. Mit 3 breiten figürlichen Titelbordüren (inkl. 1 Wdh.), 2 Druckermarken am Ende von II und III, nahezu ganzseit. Holzschnittportr. und 146 (4 nahezu ganzseit.) Textholzschnitten (inkl. Wdh.) von bzw. nach Jost Amman. 22 nn., 353 num., 1 weißes, 240, 168 num., 2 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, Bezug an den Kanten teilw. aufgeplatzt). (11) 2.000,VD 16 B 2798. Bibelslg. Württ. LB. E 519. – Vgl. Becker (Amman) 1k (kollationsgleiche Ausg. 1589). – Spätere Ausgabe der berühmten Feyerabendbibel, die den Beginn der buchillustratorischen Arbeit Jost Ammans darstellt. – Mit dem Porträt von Ludwig IV. von der Pfalz. – In Tl. I Bl. Nr.


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Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 191

Nr. 192

42 mit unterem Randausriß (geringer Textverlust), Bl. 353 mit kleineren Papierfehlstellen, in Tl. II Bl. 172 mit stärkeren Randschäden. Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. stärker wasserrandig und mit kleineren Randschäden. – Siehe Abbildung.

Bibelslg. Württ. LB. E 1042. Wüthrich III, 18. Schmidt, Die Illustr. der Lutherbibel, 304 und Abb. 307-329: „Matthäus Merians d. Ä. Bilderwerk zur Bibel ist die Arbeit einer eigenständigen Künstlerindividualität ... Basler Lokalkolorit gab Merian dem Bild von Salomos Tempelweihe, bei dem trotz barocker Umgestaltung das Basler Münster mit dem alten Chorabschluß unschwer zu erkennen ist.“ – In Tl. I S. 23/24 unten eingerissen, S. 155-158 und in Tl. IV S. 91-94 in sich verbunden. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Later edition of the famous Feyerabend Bible. – Leaf no. 42 in part I with tear-out at lower margin (minor loss of text), leaf 353 with smaller paper defects, leaf 172 in part II with stronger marginal damages. Variable browning and soiling, partly with stronger waterstains and smaller marginal damages and defects. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (soiled, rubbed and scuffed, cover material partly bursted at edges). – See illustration.

Illustrations to the Bible by Matthäus Merian d. Ä. – Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (some soiling, rubbing and scuffing, minor scratching). – See illustration.

Merianbibel 193 192

– – Das ist, Die gantze Heilige Schrifft Alten und Neuen Testaments, verteutscht durch D. Martin Luther. 4 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Andreä für Merians Erben, 1704. Fol. Mit gestoch. Titel, 2 gestoch. Zwischentiteln (in Pag.) und 233 Textkupfern von M. Merian. 22 Bl., 675, 264, 182, 328 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen Kratzspuren). (11) 2.000,-

– – Mit der Außlegung. Das ist: Die gantze Heilige Schrifft, Altes und Neues Testaments, D. Martini Lutheri. Mit einer kurtzen ... Erklärung deß Textes, D. Lucae Osiandri ... Anitzo Auffs neue mit grossem Fleiß übersehen. 3 Tle. in 1 Bd. Lüneburg, Stern, 1711. Fol. Mit gestoch. Titel, 2 gestoch. Zwischentiteln (in Pag.), halbseit. gestoch. Portr. Lukas Osianders, doppelblattgr. und mehrf. gefalt. Kupfertafel und 2 (1 doppelblattgr.) Kupferstichkarten. 20 nn., 373 (recte 374) num., 6 nn., 251 num., 7 nn., 244 num., 6 nn. Bl. Ldr. d. Zt. auf


Alte Drucke und alte Theologie

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Nr. 193

Holzdeckeln mit großen reich verzierten buckligen Messing-Eckbeschlägen und breiten verzierten Messing-Schließen sowie dreiseit. Goldschnitt, Vorsätze mit rotgrundigem floralem Goldbrokatpapier-Bezug (Kapitale mit Ldr.-Streifen ausgebessert, etw. berieben und bestoßen). (101) 2.000,Bibelslg. Württ. LB. E 1109. Dumrese I, 113 und 284. – Mit Karten von Palästina und dem östlichen Mittelmeer. Die besonders große Tafel (in den Falzen tls. mit kleinen Einoder Ausrissen, im Bug mit ausgebessertem Einriß) zeigt eine prachtvolle Ansicht von Jerusalem. – Drucktitel aufgezogen. Am Anfang Bl. 2 unten mit mit Klarsichtfolie hinterlegtem Papierdurchbruch. In Tl. I Bl. 71 unten etw. eingerissen, in II Bl. 61 innen mir kleinem Papierdurchbruch und in III Bl. 175 mit papierbedingten Randschäden. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, insgesamt gut erhalten. – Am Anfang beigeb.: Ein hs. Zusatz zur Bibel auf 5 Blättern von Erasmus Josias Weidtner, dat. Jena 1720. – Siehe Abbildung. With maps of Palestine and the Eastern Mediterranean. The large plate (partly some small tears or tear-outs to guards) shows a magnificent view of Jerusalem. – Half title mounted, paper breakthrough to bottom of leaf 2, backed with plastic wrap. Slightly browned, partly a little soiled, altogether well preserved. – Contemporary calf over wooden boards with large richly ornamented bossed brass corner fittings and wide decorated metal clasps as well as threesided gilt edges (turn-ins repaired with calf wrapper, some rubbing and scuffing). – See illustration.

194

– – Das ist: Die gantze Heilige Schrifft. Samt einer Vorrede Herrn M. M. Dilherrns. Nürnberg, Endter, 1720. Fol. Mit 2 gestoch. Titeln, 7 ganzseit. Textkupfern (einschließlich Portr. Luthers) und zahlr. Textholzschnitten von E. Porzel u. a. nach Sandrart. 36 Bl., 1181 S. (10 Bl. zwischengeb.), 11 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Beschläge fehlen, Gelenke gebrochen, Vorderdeckel mit Ausbruch, stärker wurmstichig, beschabt und bestoßen). (23) 500,Bibelslg. Württ. LB. E 1200a (inkomplett). Jahn 122. Schmidt 382. – Vgl. Nagler, Monogr. II, 1712. – 19. Ausgabe der bei Endter erschienenen Dilherr-Bibel. – Vorderes Innengelenk gebrochen, Vorsätze mit Besitzvermerken und zahlr. Eintragungen (vorderer fliegender Vorsatz mit einigen hinterlegten Einrissen nach dem Titel eingeb.), vor allem anfänglich kleinere Randläsuren; etw. finger- und braunfl., leicht gebräunt. – DAZU: II. BIBLIA SACRA vulgatae editionis jussu Sixti V. Pontif. Max. recognita sub directione P. Germani Cartier. Ed. secunda. Bd. I (von 4). Konstanz 1763. Mit 23 (statt 25?) Kupfertafeln. – Graesse I, 397. – Vgl. Darlow-M. 4245 (Anm.). – III. DASS. Ed. Tertia. Bde. I und II (von 4) in 1 Bd. Nur Text, ohne die Karte und Kupfertafeln. – Graesse I, 397.


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195

Alte Drucke und alte Theologie

BIBLIA GOTICA – ULFILA – ULPHILAE versionem gothicam commentatus est F. A. Knittel. Braunschweig, Waisenhaus, (1762). 4°. Mit 12 (10 gefalt.) Kupfertafeln. 4 Bl., 32, 532 S. Hldr. des 19. Jhdts. (beschabt und bestoßen, Kapital lädiert). (71) 250,Ebert 23203: „Diese höchst verdienstliche und erschöpfend genaue erste Ausgabe eines bis dahin unbekannten Fragments ist gänzlich vergriffen und wird mit jedem Tage seltner. Bei vielen Ex. fehlen die ganz unentbehrlichen Kupfertafeln.“ – Tls. stärker gebräunt und fleckig, unbeschnitten.

196

BIBLIA GRAECA – NOVI TESTAMENTI OMNIA. (Basel, J. Bebel für J. Wattenschnee), 1535. Mit 4 Metallschnitten auf dem Titel (Evangelistensymbole), großer Druckermarke am Ende und einigen Holzschnitt-Initialen. 8 nn. (letztes Bl. weiß), 367 num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen Wurmlöchern). (71) 3.500,Adams B 1653. VD 16 B 4180. Bibelslg. Württ. LB. C 14. Darlow-M. 4605 Anm. Staehelin, Oekolampad, 98 Anm. – Von Jakob Wiesendanger besorgte dritte bei Bebel gedruckte Ausgabe. Mit einem kurzen eigenen Geleitwort, in dem Johannes Bebel den Herausgeber dieses Textes, den Zürcher Philologen und Freund des Reformators Zwingli, Ceporinus (d. i. Wiesendanger), und den Verleger Schabler, genannt Wattenschnee, rühmt, sowie auf die folgende sechsseitige Aufforderung Oekolampads zur Lektüre der Heiligen Schrift hinweist. Seine Absicht war, durch Weglassung jeglicher Einführungen, Zusammenfassungen und eines Apparates das Büchlein handlich drucken zu können. Für diesen Druck hat sich Bebel bei dem Metallschneider „CV“ und Hans Holbein vier kleine Metallschnitte mit der Darstellung der Symbole der vier Evangelisten bestellt, ferner stammen auch die Initialen aus der Werkstatt Holbeins in Basel. – Vorsätze und Titel mit hs. Besitzvermerken und Notizen. Etw. gebräunt und fleckig, teilw. mit Textanstreichungen oder Durchstreichungen, das letzte Bl. hierdurch mit Papierschäden durch Tintenfraß, ferner Verlust der Drucker- und Verlegernamen. – Siehe Abbildung.

Nr. 196

vign. und Holzschnitt-Kopfvign. 59 Bl., 503 S., 58 Bl., 670 S.; 39 Bl., 440 S., 52 Bl., 373 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rsch. (Rücken mit tiefen Schnittspuren, fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 250,Bibelslg. Württ. LB, C 396 (nennt am Anfang von Bd. I 64 Bl.). Lüthi 2. Leemann-van Elck 124 und 97: „Ein typographisch beachtenswerter Druck.“ – „ Nachdruck der Ausgabe Oxford: Theatrum Sheldonianum 1707-1720“ (Bibelslg. Württ.). – Das wdh. Frontispiz ist von J. Simmler nach J. Lochmann gestochen. – Zur Kollation der Vorstücke: Frontisp., *2-4, **-***4, ****2, a2, b-m4: scheint nach Kustoden so komplett. Hier weggelassen ist das Widmungsblatt für Queen Anne und die Widmungsvorrede Breitingers an die Mitglieder des Zürcher Rats. In unserem Exemplar folgen nach dem Titel die „Praefatio paraenetica“ von Pearson, danach die „Praefationes in editionem Romanam anno MDLXXXVII“, die „Prolegomena“, „Animadversiones“ und „Praefatio nova“. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Third edition published by Jakob Wiesendanger and printed by Bebel. The latter ordered for this printing at the workshop of the metal cutter „CV“ and Hans Holbein four small metal cuts illustrating the symbols of the four evangelists, the initials are from Holbein's workshop at Basle as well. – Endpapers and title with ms. ownership entries and notes. A little browned and soiled, text partly underlined or crossed out, the last leaf therefore with paper damages due to ink oxidation, furthermore loss of printer's and publisher's name. – Contemporary pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (soiled, rubbed and scuffed, a few wormholes). – See illustration.

197

– HE PALAIA DIATHEKE (GRAECE). – VETUS TESTAMENTUM ex versione septuaginta interpretum ... emendatum ac suppletum a J. E. Grabe ... summa cura edidit J. J. Breitingerus. 4 in 2 Bdn. Zürich, Heidegger, 1730-32. 4°. Mit wdh. gestoch. Frontisp., je 2 wdh. gestoch. Titel-

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– HE KAINE DIATHEKE (graece). Novum testamentum. Auctore J. Leusden. Berlin und Leipzig, Voss, 1761. Mit gestoch. Frontisp. und 2 Kupferstichkarten auf gefalt. Tafel. 3 Bl., 674 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (82) 150,-


Alte Drucke und alte Theologie

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Bibelslg. Württ. LB. C 453. – Die Karten zeigen den Mittelmeerraum und Palästina. – Titel numeriert; kleine Randläsuren, fleckig. – DAZU: THOMAS A KEMPIS, De imitatione Christi, libri quattuor. Bassano, Remondini, 1744. 12°. Mit Holzschnitt-Frontisp. (in Pag.). 487 S., 7 Bl. Läd. Ldr. d. Zt.

199

BIBLIA HEBRAICA – PSALMEN – SEFER TEHILIM (hebraice). Psalterium. Paris, R. Stephanus, 1540. Mit Druckermarke auf dem Titel. 151 S. Ldr. um 1700 mit Rsch. und Rvg. (Etikettreste, Kapital brüchig, Deckel etw. aufgebogen, beschabt und bestoßen). (50) 150,Steinschneider 99, IV. STC 56. Adams B 1221. Darlow-M. 5089 (Anm.): „Between 1539 and 1544 R. Stephanus published the whole Hebrew O. T. in separate parts, 4°. Stephanus' Hebrew text was based on that of Jacob b. Chayim.“ – Titel fragmentarisch (Schrift und Druckermarke wohl zur Zeit der Bindung ausgeschnitten und auf ein Vorsatzpapier mont., ebenso das letzte Bl. (möglicherweise mit Textverlust). Durchgehend lateinische hs. Interlinearübersetzung, etw. wasserrandig, fleckig und gebräunt. – Aus dem Kloster der Augustiner-Eremiten in Wien.

200

BIBLIA HUNGARICA – SZENT BIBLIA. Az-az, Istennek O és Uj Testamentomaban foglaltatott egész szent iras, Magyar nyelvre fordittatott Karoli Gaspar által. (Im Anhang: Szent David). 2 Tle. in 1 Bd. Utrecht, W. Reers Janos, 1747. Mit gestoch. Titel. 1 Bl., 1196 S., 1 Bl., 104 S., 3 Bl. Mod. Ldr. unter Verwendung alter Bezüge (bestoßen). (74) 150,Spätere Ausgabe der Károlyi-Bibel, die von größter Bedeutung für die Entwicklung der ungarischen Sprache wurde. Kaspar Károlyi (1529-1591) studierte in Wittenberg. Er übersetzte aus den Urtexten unter Berücksichtigung der Vulgata und anderer Übersetzungen. Die erste Ausgabe dieser Übersetzung war in Visolban 1590 erschienen (vgl. Vogel 92). – Tls. starke Altersspuren.

201

Nr. 202 „einen Erfolg, der dem der Lutherischen Bibelübersetzung vergleichbar ist“ (Herzog-Hauck IV, 672). – Gebräunt, tls. mit Wurmspuren im Bund und am Fußsteg des Hebräerbriefes, Apokryphen wasserrandig, Titel mit hs. Besitzvermerk.

202

BIBLIA ITALICA – LA SACRA BIBBIA. Tradotta in lingua italiana e commentata da G. Diodati. Seconda editione, migliorata ed accresciuta. Con l'aggiunta de' sacri salmi, messi in rime per lo medesimo. (Genf), P. Chouet, 1641. Fol. Mit gestoch. Titel. 2 Bl., 837, 331, 148, 68 S. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen, Ecken, Gelenke und Rücken mit Bezugsfehlstellen und Wurmspuren). (88) 700,Darlow-M. 5600. Graesse I, 389. Brunet I, 895: „assez rare.“ – Eine von 4 Druckvarianten der 2. Ausgabe; unser Exemplar mit der Druckerangabe „Per Pietro Chovet“. – Gestoch. Titel von Abraham Bosse (1602-1676), dem „beste(n) Schilderer des Lebens zur Zeit Ludwigs XIII.“ (Thieme-Becker IV, 402). – Vollständige und annotierte Übersetzung der Bibel ins Italienische und zusätzliche metrische Version der Psalmen durch Giovanni Diodati (1576-1649), den Sproß einer aus Lucca des Glaubens wegen in die Schweiz geflohenen adeligen Familie. Diodatis Übersetzung ist noch heute in zahlreichen späteren Ausgaben und vor allem in modernen Nachdrucken bei den italienischen Protestanten in Gebrauch; seine Arbeit hatte

BIBLIA LATINA – [TEXTUS BIBLI(A)E]. Quarta pars huius operis in se co(n)tinens glosam ordinariam cum expositione Lyre litterali & morali(s) necnon additionibus ac replicis. Super libros Esaie, Hieremie ... Machabeorum. (Bd. IV von 7). Basel, (J. Froben und J. Petri für J. Amerbach), 1507. Gr.-Fol. Mit 15 tls. schematischen (1 ganzseit.) Textholzschnitten. 479 num., 1 nn. Bl. Etw. läd. blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (mit zahlr. Wurmspuren). (22) 200,VD 16 B 2583. Lüthi 3. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig, vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren und kleineren Randschäden. – Siehe Abbildung.

203

– BIBLIA SACRA. Frankfurt, M. Becker für N. Roth und G. Tampach, 1611. Fol. Mit gestoch. Titel, fast blattgr. gestoch. Portr. im Text und wdh. Druckermarke auf den Zwischentiteln. 5 nn., 286, 110, 101 num., 25 nn. Bl. Stark beschäd. Schweinsldr. d. Zt. (50) 300,-


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Alte Drucke und alte Theologie

Bibelslg. Württemb. LB. 1030-31 (mit Abweichungen zu den beiden dort beschriebenen Exemplaren. – Etw. gebräunt und fleckig, Titel unten mit überklebtem Besitzvermerk. – Auf dem Vorsatz der e. Besitzvermerk: „Michael Zeller à Kastenberg Rud. II. Rom. Imp. Aug. quondam Consiliarius Camerae Aulicae“, darunter die Angabe, daß er die Bibel in Linz gekauft habe.

204

– – Vulgatae editionis. 2 Tle. in 1 Bd. Bamberg und Nürnberg, Endter, 1693. Fol. Mit gestoch. Titel, 2 gestoch. Kopfvign. und 2 gestoch. Initialen. 11 Bl., 509 S., 1 Bl., 522 (recte 520) S. Ldr. d. Zt. (mit Bibl.-Rsch., beschabt und bestoßen). (86) 300,Bibelslg. Württ. LB. D 1310. Lüthi 105: „Bekannt unter der Bezeichnung 'Bamberger Bibel'.“ – In der Widmungsvorrede an Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, Fürstbischof von Bamberg, sagt Endter, „vorliegender Druck sei eine von den Bamberger Theologen überprüfte Wiedergabe einer fünf Jahre zuvor in Lyon gedruckten Ausgabe; der Drucker beklagt den durch Kriegswirren verursachten Mangel an Bibeln; in Analogie zur 'Editio VaticanoSixtina' spricht er von der 'Babenbergico-Marquardiana'“ (Bibelslg. Württemberg). – Vorsatz mit Besitzvermerk, leicht gebräunt, tls. stärker stockfl. und etw. wasserrandig. – DAZU: CONCORDANTIAE Bibliorum. Bamberg, Lochner, 1731. Mit gestoch. Titel. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Metallschließen (fleckig). – Beiliegt Tl. I (von 2) der Erhardschen Wessobrunner Verbalkonkordanz (Augsburg 1751) in einem etwas bestoßenen Schweinslederband der Zeit.

205

– PSALMI DAVIDIS, vulgata editione. Ed. Genebrardo. Paris, P. L'Huillier, 1581. Mit Druckermarke auf dem Titel und Textholzschnitt. 48 Bl., 754 S., 7 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (22) 400,Erste von Gilbert Génébrard besorgte Ausgabe. – STC 60. – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. mit Quetschfalten in den Ecken, vereinzelt mit Textanstreichungen. – BEILIEGT: BIBLIA latina-gallica. Ed. R. Benoist. Tle. II und III (von 3) in 1 Bd. Paris, S. Nivelle, 1568. 4°. Mit wdh. Druckermarke auf den Titeln, durchgehend regliert. 350 (recte 348) num., 8 nn., 182 num., 23 nn. Bl. Etw. läd. Ldr. d. Zt. – STC 52. Van Eys I, 136. Chambers 399. Bibelslg. Württ. LB. D 782: „Lateinischer Text nach der Vulgata (nach Masch in der Bearbeitung von Jean Benoît), französische Übersetzung von René Benoist (wie in der Ausgabe Paris: Sébastien Nivelle 1566, die 1567 von der Sorbonne wegen angeblicher häretischer Tendenzen verurteilt wurde).“ – Titel mit teilw. rasierten Besitzvermerken (mit mehreren kleinen Papierfehlstellen). In Tl. II Bl. 180 tief eingerissen und Bl. 291 im Rand hinterlegt (geringer Textverlust). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, gegen Ende wasserrandig. – Siehe Abbildung.

206

– PSALTERIUM CUM CANTICIS versibus prisco more distinctum argumentis et orationibus vetustis novaque literali explanatione brevissima dilucidatum studio et cura ... Josephi Mariae

Nr. 205

Thomasii ... Editio tertia ad usum cleri dioecesis Strigoniensis. Wien, Monath, 1735. 4°. Mit gestoch. Portr. 57 Bl., 688 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit Rsch. (mit kleinen Wurmlöchern, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Psalmen mit Kommentar des Regularkanonikers Joseph Maria Thomasius für die Diözese von Gran. – Mit dem Porträt des Verfassers. – Ohne den Widmungsteil für Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim, der wohl nur wenigen Exemplaren beigegeben wurde. – Leicht gebräunt, in den Rändern etw. braunfleckig. Zu Beginn und gegen Ende unten mit Wurmspuren.

207

– – versibus prisco more distinctum argumentis et orationibus vetustis novaque literali explanatione brevissima dilucidatum studio et cura ... Josephi Mariae Thomasii ... Editio tertia ad usum cleri dioecesis Strigoniensis. Wien, Monath, 1735. 4°. Mit gestoch. Portr. und gestoch. Wappen. 61 Bl., 688 S. Etw. läd. Ldr. d. Zt. (50) 300,-


Alte Drucke und alte Theologie

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– CODEX APOCRYPHUS Novi Testamenti. Hrsg. von J. A. Fabricius. 2 Tle. in 1 Bd. Hamburg, B. Schiller, 1703. Mit gestoch. Titelvign. 8 Bl., 986 S. (4 Bl. nach 386 zwischengeb.), 12 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig). (71) 500,Seltene erste Ausgabe. – Nicéron XL, 125, 26. – Apokryphe erzählende Bücher zum Leben Jesu und zur Apostelgeschichte sowie Briefe und Ergänzungen zur Apokalypse (vgl. Kindler XVIII, 308). – 1719 erschien noch ein Supplementbd. – Titel mit gelöschtem Stempel, leicht gebräunt. – Nicht im Jahrbuch.

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– CONCORDANTIAE BIBLIORUM, juxta exemplar vulgatae editionis Sixti V. Pontif. Max. jussu recognitum. Nunc autem revisae emendatae. Bamberg, Lochner, 1731. Fol. Mit gestoch. Titel. 585 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit Rsch. (Schließen defekt, stärker angeschmutzt, beschabt und bestoßen). (64) 150,Vorderer Spiegel mit Besitzvermerken, gestoch. Titel gelockert und mit kleinen Schäden im Bug, erstes Textbl. mit Eckabriß (Buchstabenverlust), leicht wasserrandig, etw. gebräunt und fleckig.

211 Nr. 207 Widmungsexemplar für Friedrich Karl von SchönbornBuchheim, mit der zusätzlich für ihn gedruckten Widmung und Wappen. – Psalmen mit Kommentar des Regularkanonikers Joseph Maria Thomasius für die Diözese von Gran. – Mit dem Porträt des Verfassers und dem prachtvollen Wappen des Bischofs von Bamberg und Würzburg (später auch Kurfürst) Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim (1674-1746). – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Wiener Jesuiten-Kollegs, dat. „1762“. – Siehe Abbildung.

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– EPISTOLAE PAULI – THEOPHYLAKTOS, ERZBISCHOF, In omnes Divi Pauli epistolas enarrationes, dilige(n)ter recognitae. Christophoro Porsena Romano interprete. Köln, P. Quentel, 1527. 4°. 8 nn., CCCLXII (recte 342) num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, eine Schließe fehlt). (50) 250,Vermutlich erste Ausgabe dieser Übersetzung. – VD 16 B 4991 (Kollation ungenau). Hoffmann III, 740. – Vgl. LThK X, 86. – Kommentar zu den Paulusbriefen von dem ersten Erzbischof von Bulgarien, der in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts lebte. – Titel mit durchschlagendem Besitzvermerk (tintenfleckig). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

BIBLIA POLYGLOTTA – PSALMI DAVIDIS HEBRAICI – PROVERBIA SALOMONIS, Iob, Canticum canticorum, Ruth, Lamentationes Ieremiae, Ecclesiastes, et Esther, hebraice: Cum interlineari versione Xantis Pagnini. 2 in 1 Bd. (Leiden,) Raphelengius in der Officina Plantiniana, 1608. Mit 2 wdh. Druckermarken auf dem Titeln. 412 S. Pgt. d. Zt. (wellig, angeschmutzt, berieben und bestoßen). (50) 150,Darlow-M. 5112 (ohne Titel, ebenfalls nur die Teile I und II). Steinschneider 372. – Es sind noch weitere Teile mit fortgesetzter Seitenzählung erschienen (Propheten, Sprüche – Steinschneider 374). – Beide Teile mit eigenem Titelblatt (in der Paginierung). – Vorsätze und letztes Bl. mit Vermerken, erste Lage lose, stellenw. wasserrandig, etw. gebräunt und fleckig.

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BIBLIA SYRIACA – NOVUM TESTAMENTUM SYRIACE, cum punctis vocalibus, & versione Latina Matthaei. Hrsg. von Ch. A. Gutbier. Hamburg, Selbstvlg., (1663)-67. Mit gestoch. Titel. 16 Bl., 606 (recte 604) S., 8 Bl., 146 S., 25 Bl., 55 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen, wenige Wurmlöcher, Vordergelenk teilw. aufgeplatzt). (50) 400,Erster Druck noch mit der fehlerhaften Paginierung (S. 524525 ausgelassen), die Anhänge mit syrischem Lexikon, Grammatik und Kommentar, die erst 1667 erschienen sind. – Reske 342. Graesse VII, 103. Darlow-M. 8966. ADB X, 215: „Gutbier war einer der bedeutendsten Orientalisten seiner Zeit. Er errichtete eine Druckerei im eigenen Hause und ließ die Typen zu der Übersetzung des Neuen Testaments in syrischer Sprache mit großen Kosten anfertigen


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Alte Drucke und alte Theologie

und in seiner eigenen Druckerei im Hause drucken.“ – Gestoch. Titel dat. 1663, die Bibel selbst 1664 und der Anhang 1667. – Titel vom Anhang mit Besitzvermerk. Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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BILDERBIBELN – (HÜBNER, J.,) Hieron apanthisma periechon tessaras kai hekaton historias tes palaias kai neas diathekes metaphrasthen ek tes germanikes (graece). Leipzig, Sommer, 1775. Mit gestoch. Portr., 102 (statt 104?) Kupfertafeln und gestoch. Kopfvign. 12 Bl., 390 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Rsch. fehlt, Rücken mit geringen Wurmspuren, stark beschabt und bestoßen). (43) 300,Einzige griechische Ausgabe. – Vgl. Wegehaupt I, 1040-60. Brüggemann II, 451 (deutsche EA, Leipzig 1714). – Seltene, weitgehend unbekannt gebliebene griechische Fassung der „Zweymahl zwey und funffzig auserlesenen Biblischen Historien aus dem Alten und Neuen Testamente“, das der Direktor des Hamburger Johanneums, Johann Hübner (1668-1731), zur religiösen Erziehung verfaßt hatte. Die Übertragung, die für den Gebrauch in Moldawien und der Walachei bestimmt war, stammt von dem Arzt und Übersetzer Polychronios Demetriu. Sämtliche Kupferstiche wurden dazu neu angefertigt, gegenüber dem Vorbild allerdings stark vereinfacht und von geringerer künstlerischer Qualität. Statt des Porträts Hübners ist der Wojwode Moldawiens und der Walachei, Gregorios III. Gkikas (1724-1777), dargestellt, dem diese Ausgabe gewidmet ist. Das Werk Hübners, das zahlreiche Neuauflagen erlebte, hatte aufgrund seiner anschaulichen Vermittlung der biblischen Geschichten bis ins 19. Jahrhundert große Bedeutung für die lutherische Religionspädagogik. Offenbar wurde dieser Vorzug auch in der Ostkirche anerkannt. – Portr. tls. hinterlegt und rückseitig mit Vermerken, Titel mit verlaufenem, gestrichenem Vermerk; etw. gebräunt und fleckig.

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stoch. Titeln, 3 gestoch. Zwischentiteln, 241 Kupfertafeln und 2 gestoch. Schlußbl. 4 Bl. Pgt. d. Zt. (gering wurmstichig und bestoßen, stark berieben und fleckig). (59) 500,FdF 1837. Jantz 1551. Nagler VIII, 111, 11. Schmidt 392. – Reizvolle Folge von barocken Bibelillustrationen, die von Schmidt vorschnell als „spätbarocker Schwulst“ abgeurteilt wurden. Die technisch ausgezeichneten Kupfer zitieren mit großem Geschick bekannte Motive von Rembrandt, Brueghel, Tizian, Raffael und anderen, zum Teil sogar ganze Kompositionen, wie Veroneses „Gastmahl im Hause des Levi“ (1573). Küsels Bilder setzen dabei nicht nur ein außerordentliches Wissen über die u. a. zeitgenössische christliche Malerei beim Künstler selbst voraus, sondern richten sich darin auch an einen entsprechend gebildeten Leser-Betrachter, der Küsels künstlerischen Diskurs nachzuvollziehen bereit ist. – „Küsel worked with great neatness and accuracy, yet without pettiness, for he was still a master of the great Baroque line“ (Faber du Faur). – Vereinzelt etw. laienhaft restaurierte Einrisse; die letzten Blätter mit Wasserfleck im Falz; tls. stärker braunfleckig. – Meist kräftige Abzüge. – Siehe Abbildung.

– KRAUSS, J. U., Historischer Bilder Bibel Erster (-Fünffter) Theil. 5 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Krauss, 1705. Fol. Mit 5 gestoch. Frontisp., 5 gestoch. Titeln und 131 (statt 136) Kupfertafeln. Hpgt. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (18) 200,Jantz 1541. Ornamentstichslg. Berlin 4298 (Ausg. 1700). FdF 1848: „Krauss' principal work.“ – Vgl. LanckoronskaOe. I, 21. Kat. Augsburger Barock 597: „Von allen bisher erschienenen Bilderbibeln diejenige mit der üppigsten Ausstattung. Sie bringt den ganzen Formen- und Ideenreichtum des Barock voll zur Geltung. Jede Szene wird in der unteren Hälfte des Blattes nochmals allegorisch und emblematisch ausgedeutet.“ – Ohne die Tafeln 22, 90, 105 und 128-29. – Bei den Tafeln 115, 119 und 120 eines der emblematischen Medaillons ausgeschnitten; einzelne Tafeln aufgezogen oder mit hinterlegten Ein- und Ausrissen; tls. stärker gebräunt und stark braun- bzw. fingerfleckig.

215

Nr. 215

– KÜSEL, M., Icones biblicae Veteris et Novi Testamenti. Figuren Biblischer Historien Alten und Neuen Testaments. 5 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Küsel, 1679. 4°. Mit 2 gestoch. Frontisp., 2 ge-

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– LUYKEN, J., Histoire les plus remarquables de l'Ancien et du Nouveau Testament ... enrichie d'une savante description. 2 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Covens & Mortier, 1732. Gr.-Fol. Mit wdh. gestoch. Titelvign. von B. Picart, gestoch. doppelblattgr. Titel und 61 doppelblattgr. Kupfertafeln von Jean Luyken, 5 doppelblattgr. Kupferstichkarten und 30 Textkupfern. 4 Bl., 78 S., 1 Bl., 44 (recte 46) S., num. Bl. 45-59. Etw. läd. Buntpapierbrosch. d. Zt. (11) 800,-


Alte Drucke und alte Theologie

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Nr. 216

Erste französische Ausgabe. – Graesse IV, 308. Lewine 242. Cohen-R. 491. – Prachtvolle, großformatige Kupfertafeln, radiert von Jean Luyken, im unteren Rand mit gestoch. Legende in Holländisch und Französisch. – Die Textkupfer alle unbezeichnet zu „La Généalogie de Jésus-Christ“. – Mit einer Weltkarte, Karten vom Paradies, Arabien, dem Heiligen Land und dem östlichen Mittelmeer. – Hinterer fliegender Vorsatz mit großem Randausriß. Einzelne Tafeln verbunden. Leicht gebräunt, tls. etw. stockfl., unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

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– MERIAN, M., Icones biblicae praecipuas sacrae scripturae historias eleganter et graphicè repraesentantes. Biblische Figuren, darinnen die Fürnembsten Historien. 4 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, De Bry, (1625)-1627. Qu.-4°. Mit 3 gestoch. Titeln und 221 (statt 233) ganzseit. Textkupfern von Matthaeus Merian. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (9) 300,Erste Ausgabe. – Wüthrich III, 7-16, a I-IV. – Es fehlen 3 Bl. der Vorstücke und 3 Bl. mit Kupferstichen in Tl. I, 2 Kupferstiche (S. 103/104 und 113/114) in Tl. II und 7 Kupferstiche in Tl. IV (S. 7-10, 15-20, 68/70 und 125/126). Ein Kupfer nur zur Hälfte vorhanden. Innengelenke gebrochen, fliegende Vorsätze fehlen, mehrere Bl. lose, einige tls. hinterlegte Randschäden und Ausbrüche bis in die Darstellung, stellenw. leichte Farbspuren; etw. gebräunt, wasserrandig und fleckig. – DAZU: II. BOCCACCIO, G., Il Decamerone. Hrsg. von F. Alunno. Venedig (1557). Mit Titelholzschnitt und einigen Holzschnitt-Initialen. – Es fehlen die Bl. 187-190. – STC 110. Gamba 179. Graesse I, 450. – III. CICERO, M. T., De philosophia. Bd. I (von 2). Lyon 1579. – IA 139.551. – IV. DERS., Orationum volumen tertium (von 3). Ebda. 1581. IA 139.624. – V. SACROSANCTI ET OECUMENICI concilii Tridentini canones et decreta. Köln 1621.

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– ROYAUMONT, LE SIEUR DE (d. i. N. FONTAINE), L'histoire du Vieux et du Nouveau Testament. Paris, Berton, 17(50-)52. 4°. Mit Titelvign., 2 Kopfvign., 2 Initialen (alles gestoch.) und 257 Textkupfern. 10 Bl., 552 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rsch. mit kleinen Ausbrüchen, etw. beschabt und bestoßen). (11) 300,Vgl. Brunet IV, 1433. Sander 143. Lewine 240 (andere Ausg.). – Erstmals 1670 erschienen, erlebte das Werk zahlreiche Auflagen. – Die Lage Nnn doppelt eingebunden. – Einige Seiten angerändert und mit hinterlegten Schadstellen, tls. leicht gebräunt und etw. fleckig.

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– WEIGEL, CH., (Biblia ectypa. Bildnußen auß Heiliger Schrifft deß Alt- und Neuen Testaments). Tle. IV-VIII (von 8) in 1 Bd. Augsburg, Weigel, 1695. Fol. Mit 5 gestoch. Zwischentiteln und 438 Kupfern auf 110 Tafeln (ohne SchabkunstFrontisp. und Haupttitel). Pgt. d. Zt. (leicht berieben). (76) 200,Erste Ausgabe. – Kat. Augsburger Barock 593. Bauer 5.1a und Sp. 890: „Nicht nur in der großen Zahl von Illustrationen liegt die Bedeutung der Biblia ectypa, sondern in der durchgehend hohen Qualität der einzelnen Stiche.“ – Enthalten sind die Bilder zu den vier Evangelien und zur Apostelgeschichte mit der Offenbarung des Johannes, meist je vier Darstellungen auf einer Tafel nach Eimmart und Sandrart. – Neu aufgebunden, erster Zwischentitel und wenige Tafeln mit hinterlegten Randläsuren, alle Tafeln in der unteren linken Ecke numeriert; wasserrandig und stellenw. etwas fleckig.


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Alte Drucke und alte Theologie

BLOIS, (F.) L. DE, Opera omnia. Löwen, J. Bogard, 1568. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 817 S., 1 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Rücken erneuert, Kapital eingerissen, beschabt und bestoßen, Schließen und Eckbeschläge fehlen, mit Wurmlöchern). (131) 400,Erste Ausgabe. – Adams B 2111. IA 119.964. – Diese Ausgabe nicht im STC. – Verfaßt von dem Benediktiner Blois (1506-1566), Abt von Liessies, wo er manche Mißbräuche in der Klosterzucht abstellte (vgl. Wetzer-W. II, 926, LThK II, 399 und ADB II, 717). – Vorsatz mit hs. Eintragungen. Titel mehrf. gestempelt und mit Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit kleinen Wasserrändern.

221

BLONDUS, F., De Roma triumphante libri decem ... Romae instauratae libri III. Italia illustrata. Historiarum ab inclinato Rom. imperio decades III. Omnia multo quam ante castigatiora. 2 in 1 Bd. Basel, H. Froben, (J. Herwagen und N. Episcopius), 1531. Fol. Mit 4 nahezu gleichen Druckermarken auf den Titeln und am Ende. 6 Bl., 422 S., 1 Bl., 578 S., 1 Bl. Blindgepr., etw. läd. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Rücken angekalkt, mit zahlr. Wurmlöchern). (96) 400,Erste Werkausgabe. – STC 129. Adams B 2067. IA 119.458. VD 16 B 5535 (und öfter). – „His 'Historiarum ab inclinatione Romani imperii decades' composed between 1435 and 1453 covered the period from the Sack of Rome by the Goths (410) to his own day (1441) and helped develop the idea of a break between classical and modern times. The 'Roma instaurata', completed in 1446, and the 'Italia illustrata', completed in 1453, catalogued the ruins and monuments of Rome and Italy and proved indispensable to the antiquarian and archeological studies that blossomed in Italy in the fifteenth and sixteenth centuries. Biondo's 'Roma triumphans' was a systematic reconstruction of public and private life in ancient Rome“ (Bietenholz-Deutscher I, 148). – Vorderes Innengelenk gebrochen. Titel mit Ausschnitt. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und stärker wasserrandig sowie mit Sporflecken, vor allem am Anfang und Ende mit Wurmspuren.

222

BOCCACCIO, G., Il decamerone. Di nuovo ristampato. Ed. L. Salviati. Venedig, Vecchi, 1614. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel, HolzschnittPortr. im Text und 109 Textholzschnitten. 14 Bl., 603 S. Flex. Pgt. d. Zt. (Bezug mit Wurmspuren und Einrissen, fleckig, berieben und bestoßen). (43) 400,STC 117. Mortimer 72 Anm. Graesse I, 451. – Reich illustrierter Nachdruck der von L. Salviati erstmals 1582 bei Giunta herausgegebenen Ausgabe (vgl. Haym 139). – Die Holzschnitte stammen aus der Giolito-Ausgabe von 1546. – S. 221-25 doppelt paginiert, Paginierung ab S. 592 springend. – Vorderes Innengelenk gebrochen, Vorsätze sowie erste und letzte Lage wasserfl. und mit Ausbrüchen und Wurmspuren; leicht gebräunt und fleckig.

Nr. 224

223

BOGDANOWICZ, B., Brevis notitia de mysteriis sacrae domus Nazarenae, nunc Lauretanae. Rom, Komarek, 1693. 4°. 6 Bl., 62 S. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 200,Wohl einzige Ausgabe. – Estreicher XIII, 207. – Titel mit Besitzvermerk, etw. gebräunt und fleckig. – Beigebunden sind 7 weitere Kleinschriften von 1664-94, darunter die „Discalceatorum S. Augustini Hispaniarum, & Indiarum praetensae nullitatis electionis Vicarij Generalis“ in 3 Teilen (ca. 1690), die „Constitutio super facultatibus maioris poenitentiarij“ von 1692 und die „Osservazioni sopra il manifesto del Sig. Marchese di Lavardin“ von ca. 1687. – Tls. stärker braunfleckig.

Unbekannter Druck 224

BONAVENTURA, (S.), In secundum librum sententiarum elaborata dilucidatio ... Recognoscente R. P. M. Ioanne Balainio Andrio. Venedig, „ad Signum Seminantis“, 1573. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 nn. (letztes Bl. weiß), 670 num. Bl. Spät. Pgt. mit hs. Rtit. (leicht fleckig, wenig berieben und bestoßen). (22) 500,-


Alte Drucke und alte Theologie

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Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (ferner nicht im KVK und EDIT 16). – Die Druckerei („Im Zeichen des Sämanns“) nicht im STC und bei Borsa. – IA 121.851 verzeichnet unter dem Titel „In quattuor libros sententiarum elaborata dilucidatio“ eine 4bändige Ausgabe bei Georgius Angelerius von 1573, die nur in Budapest NB nachgewiesen wird. – Titel mit Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit z. Tl. umfangreichen und durchschlagenden hs. Marginalien, vereinzelt mit kleinen Wurmspuren. – Siehe Abbildung.

225

– (Soliloquium de quatuor exercitiis seu animae hominis interioris dialogus). Dialog(us). Paris, J. Lambert für D. Roce, o. J. (ca. 1504). Mit großer Druckermarke auf dem Titel und wenigen Holzschnitt-Initialen, durchgehend rubriziert. 37 Bl. – BEIGEB.: II. PSEUDO-BONAVENTURA (d. i. MARCHESINUS DE REGIO), Centiloquium noviter impressum. Paris, J. Petit, 1510. Mit Druckermarke auf dem Titel, einigen HolzschnittInitialen und 2 Seiten mit Musiknoten, durchgehend rubriziert. 112 Bl. – III. BONAVENTURA, S., Breviloquiu(m) theologi(a)e. (Ed. Johannes Gerardus d'Harenthals). Paris, J. Petit, o. J. (ca. 1504). Mit großer Druckermarke auf dem Titel, kleinem Textholzschnitt und einigen HolzschnittInitialen, durchgehend rubriziert. Etw. spät. blindgepr. Ldr. (Kapitale läd., berieben und bestoßen, mit kleineren Bezugsfehlstellen, Gelenke gebrochen, Schließen fehlen). (90) 2.000,-

Nr. 225

I. Copinger 1137. Pellechet 2670 (fehlen am Ende 2 Bl.) GKW IV, Sp. 419: „Wegen der Type und Initialen 16. Jh.“. – Mystisch-asketische Schrift, in der Bonaventura der Mystik als Vollenderin der Theologie eine entscheidende Stellung einräumt. – Druckermarke ankoloriert. Titel mit Besitzvermerk. – II. Moreau 31. – III. Moreau 15. – Vgl. Adams B 2386 (ebda., dat. 1503). – Letztes Bl. gestempelt. – I-III: Vorsätze mit Exlibris, hs. Eintragungen, Federproben und Leimflecken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. I. Mystic ascetic treatise in which Bonaventura concedes a decisive position to mysticism as perfection of theology. – Printer's mark partly coloured. Title with ownership entry. – III. Last leaf stamped. – I-III: Endpapers with exlibris, ms. annotations, ink probes and glue traces. Slightly browned, partly a little soiled. – Somewhat later blindpressed calf (turn-ins damaged, rubbed and scuffed, with smaller defects in cover material, joints broken, clasps missing). – See illustration.

226

BORROMEO, C., Pastorum concionatorumque instructiones, ad concionandum, confessionisque & eucharistiae sacramenta ministrandum utilissimae. Köln, M. Cholinus, 1587. Mit halbseit. Holzschnittportr. auf dem Titel verso. 425 (recte 375) S. – BEIGEB.: ESTELLA, D. DE, De modo concionandi liber. Köln, Birckmann und A. Mylius, 1586. Mit Druckermarke auf dem Titel. 2 nn., 123 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 250,-

Erste in Deutschland gedruckte Ausgaben. – I. Adams B 2520. IA 122.538. VD 16 B 6753 (Ex. der BSB nicht mehr vorhanden). – Pastoralanweisung des Hl. Carolo Borromeo (1538-1584; vgl. Wetzer-W. VII, 160). – Titel mit Besitzvermerk. – II. Adams S 1709. VD 16 E 3994. – Die Schriften des Franziskanermönches Diego de Estella (1524-1578) gelten als geschätzte Quellen für die Mystik des 16. Jahrhunderts in Spanien. Vorliegend seine wichtige homiletische Schrift (vgl. LThK III, 805). – Vorsätze mit hs. Notizen. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

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BOSSUET, J.-B., Abhandlung von der Genießung des Heil. Abendmahls, unter beyden Gestalten. Aus dem Französischen übers. von P. Hieronymus Besange. Wien, von Trattner, 1779. 7 Bl., 232 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt, etw. bestoßen). (50) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 3723. Giese 1629. – Nicht im KVK (Deutschland). – Vorsatz mit hs. Bibl.Nummer. Leicht gebräunt, tls. etw. braunfleckig.

228

BOULAESE, J., Le thresor et entiere histoire de la triomphante victoire du corps de Dieu sur l'esprit maling Beelzebub, obtenuë à Laon l'an mil cinq cens soixante six. Paris, N. Chesneau, 1578. 4°. Mit 9 kleinen Holzschnittwappen und großer gefalt. Holzschnitt-Tafel (in Form eines Einblattdrucks). 40 num. Bl., 787 S. Hchagrin des 19. Jhdts. (gering berieb. und bestoßen). (71) 2.000,-


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Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 228 Erste Ausgabe. – STC 79. IA 122.999 (nur 4 Ex. in London, Luxemburg, New York und Paris). Graesse, BMP, 70 (ohne Datierung). Rosenthal 2046. Yve-Plessis 625. Caillet 1527: „Ouvrage rarissime et de haute curiosité intéréssant l'histoire religieuse de la Picardie. Contient une grande planche qui manque le plus souvent.“ – Titel mit kleiner restaurierter Fehlstelle (Verlust eines Buchstabens hs. ergänzt). Leicht gebräunt, tls. etw. braunfleckig. Gutes Exemplar aus der „Bibliotheca Colbertina“, mit dem hs. Besitzvermerk ihres Bibliothekars E. Baluze auf dem Titel. – Siehe Abbildung.

Nr. 230

230

IA 125.649 (ein Ex. in Breslau). VD 16 B 8545 (Ex. der BSB nicht mehr vorhanden). – Vgl. STC 156 (Ausg. Straßburg 1529). Adams B 2930 (lateinische Ausgabe, Basel 1564). – Es fehlen die Bl. 2-7 der ersten Lage (aa) mit einem Teil des Registers (Buchstaben A-G). – Vorderes Innengelenk gebrochen, Spiegel gelöst, vordere Vorsätze mit Einträgen des 16. und 17. Jhdts., Titel mit altem Monogramm in der Bordüre, Schnittfarbe stellenw. etw. verlaufen und leicht wasserrandig, gebräunt und fleckig. – Die Blindprägung des Einbandes mit Darstellungen der Kardinaltugenden. – Siehe Abbildung.

Rare first edition. – Title with small restored paper defect (loss of one letter completed by hand). Lightly browned, some parts with brown stains. A good copy from the „Bibliotheca Colbertina“, with manuscript ownership entry on title by its librarian E. Baluze. – 19th century half shagreen. – See illustration.

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(BRENNER), M., Catholischer warhaffter Bericht, von der Communion unnd Niessung deß Heyligsten Sacraments deß Altars, under ainer, nemblich deß Brots Gestalt. Graz, Widmanstetter, 1603. 4°. Mit typographischer Titelbordüre. 124 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken etw. läd., stark angeschmutzt, berieben und bestoßen, Schließbänder teilw. ausgerissen). (50) 250,Amon 56. Graff 179. – Vgl. LTHK II, 541. – Martin Brenner (1548-1615) war seit 1585 Fürstbischof von Seckau. Er entfaltete „als Mitglied der Reformkommission für Steyer und Kärnten eine apostolische Tätigkeit und stellte besonders im Klerus die Disziplin wieder her“ (LThK). – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk, hs. Bibl.-Nr. und Randschäden. Etw. gebräunt und fleckig, Buchblock gelockert.

BRUNFELS, O., Pandect Büchlin. Sampt dem Helden Büchlin, Newlich wider getruckt und bessert. Augsburg, A. Weissenhorn, 1533. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und 2 ganzseit. Textholzschnitten. 10 (statt 16) Bl., 536 S., 4 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit Rollenstempeln auf beiden Deckeln (Schließbänder abgerissen, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (43) 300,-

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BUCHHOLZSCHNITTE – SCHEDEL, H., Das Buch der Chroniken. Blatt mit ganzseit. altkolor. Textholzschnitt (Bildgr.: ca. 36 x 22,5 cm). Nürnberg, Koberger, 1493. Blattgr.: ca. 41,5 x 28. – Auf Karton montiert. (52) 200,BMC II, 437. Schramm XVII, 566, Taf. 257. – Der schön kolorierte Holzschnitt wohl von Wolgemut zeigt das Jüngste Gericht. – Blatt CCLXII der Chronik. – Unten mit hinterlegtem Einriß (geringer Bildverlust in der Einfassungslinie). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.


Alte Drucke und alte Theologie

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IA 128.305. VD 16 B 1919. Ritter 348 (nur Bd. I). Benzing, Hagenau, 120. Burg 124-125. – Titel von I mit Besitzvermerk. Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. mit hs. Marginalien, Randschäden und Wurmspuren, vereinzelt etw. wasserrandig.

BUSTIS, B. DE, Mariale de singulis festivitatib(us) beate v(ir)ginis p(er) modu(m) sermonu(m) tracta(n)s. Straßburg, M. Flach, 1502. Fol. 378 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kapitale beschäd., beschabt und bestoßen, mit vielen Wurmlöchern, Schließen und Beschläge fehlen). (96) 1.500,Adams B 3350 (Lage rr in Druckvariante). IA 128.293. VD 16 B 1911. Ritter 342 (Kollation wie im IA ungenau). Schmidt (Flach) 9. Hain-C. 4158. – Diese Ausgabe nicht im STC. – Seinerzeit oft gedruckt. – Titel mit gelöschten Besitzvermerken. Buchblock mehrf. gebrochen. Leicht gebräunt, etw. fleckig, tls. stärker wasserrandig und mit Wurmspuren, vereinzelt angeschmutzt, mit hs. Marginalien, Textanstreichungen und kleineren Randschäden.

Title of I with ownership entry. Some variable browning and soiling, partly with ms. marginalia, marginal damages and worming, occasionally some waterstains. – Inner covers with note: „Duplum Bibliothecae regis Monacensis“. – Damaged contemporary blind-pressed calf over wooden boards and contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards (soiling, rubbing and scuffing, with wormholes, clasps missing).

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Title with erased ownership entry. Book-block with multiple breaks. Slightly browned, a little soiled, partly with stronger waterstains and worming, occasionally soiled, with ms. marginalia, text underlinings and smaller marginal damages. – Contemporary calf over wooden boards (turnins damaged, scratched and scuffed, with many wormholes, clasps and strapwork missing).

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Lacks in vol. II at the beginning leaves 1-3, 6, 7 and 14-16. – Title of vol. I with marginal damages. Leaf 8 of vol. II loose. Slightly browned, variable soiling, vol. II waterstained throughout. Partly with worming, ms. marginalia, text underlinings, vertical creases at corners and signs of wear. – Inner cover of vol. II with engraved exlibris from the monastery of the Munich Augustinian hermits. – Contemporary, heavily damaged calf, variable blind tooling, over wooden boards.

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– Rosariu(m) sermonu(m) predicabiliu(m) ad faciliore(m) predicantiu(m) co(m)moditate(m) novissime co(m)pilatu(m). 2 Bde. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1513. Fol. 26 nn., CCXIII (recte 223) num.; 16 nn., CCCXLIX num. Bl. Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln und blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, mit Wurmlöchern, Schließen fehlen). (96) 1.500,-

CAESAR, C. J., Commentariorum libri VIII. Basel, N. Brylinger, 1561. Mit Druckermarke auf dem Titel, 2 doppelblattgr. Holzschnittkarten und 5 ganzseit. Textholzschnitten. 16 Bl., 635 S., 10 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen). (62) 200,STC 172. Adams C 46. IA 128.759. VD 16 C 42. – Basiert auf der von Johannes Jucundus besorgten Aldine von 1513. – Mit Karten von Gallien und Spanien. Die Holzschnitte zeigen Brücken und Festungsbau, sie wurden bereits in Brylingers Ausgabe von 1544 benutzt. – Titel lose. Mit z. Tl. starken Gebrauchsspuren. – DAZU: II. DASS. Ebda. 1563. Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. – IA 128.763. VD 16 C 43. – Ebenfalls mit starken Gebrauchsspuren. – III. DASS. Ebda. 1571. Läd. blindgepr. Ldr. d. Zt. – VD 16 C 45. – Nicht im Index Aureliensis. – Mit Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht.

– Rosarium sermonu(m) predicabilium ad faciliorem predicantium co(m)moditatem novissime co(m)pilatum. 2 Bde. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1503. Fol. 26 nn., CCXXIII num.; 8 (statt 16) nn., CCCLIII (recte 349) num. Bl. (ohne Bl. Nr. I). Stark beschäd. unterschiedliches blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (130) 1.500,STC 171. IA 128.296. VD 16 B 1917. Ritter 344 (nur Bd. I). Ders., Catalogue, 638 und 639. Benzing, Hagenau, 23. Burg 118. – Der Verfasser, Bernhardin de Bustis, war Minorit, ein berühmter Prediger und starb 1500 in Melegnano (Lombardei). – Es fehlen in Bd. II zu Beginn die Bl. 1-3, 6, 7 und 14-16. – Titel von Bd. I mit Randschäden. Bl. 8 in Bd. II lose. Leicht gebräunt, unterschiedlich fleckig, Bd. II durchgehend wasserrandig. Tls. mit Wurmspuren, hs. Marginalien, Textanstreichungen, Quetschfalten in den Ecken und Gebrauchsspuren. – Innendeckel von Bd. II mit gestoch. Exlibris des Klosters der Münchner Augustiner-Eremiten.

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– (DONI, A. F.), La fortuna di Cesare, tratta da gl'autori latini. Venedig, G. Giolito de' Ferrari, 1550. Mit 2 verschiedenen Druckermarken auf dem Titel und am Ende sowie 10 Holzschnitt-Initialen im Text. 8 nn. (Bl. 8 weiß), 40 num. Bl. Lose in flex. Pgt. d. Zt. (fleckig). (76) 300,Erste Ausgabe. – Bongi I, 305. STC 225. Adams D 815. Haym 371, 7. – Im Geist der Renaissance verfaßte Biographie Caesars. – Gering gebräunt, Lage B mit winziger Wurmspur am Kopfsteg.

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CAJETANUS, TH. DE VIO, In quatuor Evangelia ad Graecorum codicum veritatem castigata. Paris, N. Buffet für A. Gyrault, 1542. Mit einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 24 nn., 503 num. Bl. (ohne das letzte weiße? Bl.). Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit Wurmspuren). (50) 150,Adams C 143 (mit abweichender Verlagsangabe). – Zuerst in Venedig 1530 erschienener Bibelkommentar des Dominikaners und Kardinals Tommaso de Vio (Ordensname Thomas Cajetan; 1469-1534), der als Begründer des Neuthomismus gilt (siehe Wetzer-Welte II, 1675). – Es sind mehrere Paralleldrucke von Buffet für verschiedene Verleger bekannt, unserer, Ambrosius Gyrault, scheint unbekannt zu sein (nicht im IA Clavis, STC und bei Muller). – Letztes Blatt endet mit dem Druckvermerk von Buffet. – Fliegender Vorsatz mit Ausschnitt. Titel mit Besitzver-


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Alte Drucke und alte Theologie

merken, stärker fleckig und verso unten hinterlegt. Erste Lage gelockert und Bl. 8 lose. Etw. gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen, am Anfang und Ende mit Wurmspuren.

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CALZOLAI, P., Historia monastica, distinta in cinque giornate. 5 in 4 Tln. Florenz, L. Torrentino, 1561. 4°. 14 Bl., 301 (recte 303) S., 6 Bl., 152, 160, 175 S., 2 Bl. Hldr. des 19. Jhdts. (Rücken mit Wurmspuren, etw. beschabt und bestoßen). (22) 400,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – STC 139 (unter Calzolari). IA 130.317. Haym 146, 2 (unter Ricordati). Hoefer VIII, 282. – Der italienische Kirchenhistoriker Pietro Calzolai (um 1500-1580) war Benediktiner im Kloster von Monte Cassino und später Prior im St. PaulsKonvent zu Rom. Seine Geschichte der Klöster war sehr geschätzt. – Etw. gebräunt und fleckig, tls. stärker wasserrandig.

239

CAMERARIUS, PH., Operae horarum subcisivarum, sive meditationes historicae. Frankfurt, Hoffmann für Kopff, 1609. 4°. Mit ankolor. gestoch. Titelbordüre und ankolor. Textholzschnitt. 26 Bl., 395 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (Schließbänder fehlen, Rücken mit Einschnitt, etw. fleckig, gebräunt, berieben und bestoßen). (109) 200,VD 17 23:233871F. – Vgl. Adams C 450 (EA 1591). – Beim selben Verleger gleichzeitig in zwei Druckvarianten erschienen (die zweite ohne Privileg auf dem Titel, VD 17 12:646489B). – Aus über 400 Autoren gezogene Anekdoten- und Kuriositätensammlung. – Titelbordüre und Holzschnitt zweifarbig von Laienhand koloriert. – Titel mit alten Besitzvermerken, etw. gebräunt, wenig fleckig. – DAZU: SACCHI, B., Historia inclytae urbis Mantuae et serenissimae familiae Gonzagae. Et nunc primum annotationibus illustrata. Wien 1675. Mit gestoch. Portr. (Ohne 2 Kupfertafeln). – Brunet IV, 693 (unter Platina). – Es fehlen die letzten 60 Seiten (Anmerkungen).

240

CHIARO, G., Opera omnia: quae quidem hactenus per auctorem in lucem edita sunt. (Hrsg. von J. Fichard). 2 in 1 Bd. Frankfurt, N. Basse (und S. Feyerabend), 1582. Fol. Mit 3 Druckermarken auf den Titeln und am Ende und 2 Textholzschnitten. 4 Bl., 89 (recte 201) S., 7 (letztes Bl. weiß), 4 Bl., 371 S., 15 Bl. – VORGEB.: MENOCHIO, G., De arbitrariis iudicum quaestionibus et causis, libri duo. Köln, J. Gymnich, 1587. Mit Druckermarke auf dem Titel. 12 Bl., 649 (recte 646) S., 60 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., monogr. und dat. „VLM 1589“ (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (101) 800,I. IA 136.422. VD 16 C 2260. – Dritte im deutschen Sprachraum gedruckte Ausgabe. – II. VD 16 M 4629. – Fünfte im deutschen Sprachraum gedruckte Ausgabe. – Titel mit Besitzvermerken. S. 469/470 mit kleiner Papierfehlstelle (geringer Textverlust). – I und II: Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit hs. Marginalien und Textanstreichungen, ver-

Nr. 240 einzelt mit kleinen Wurmspuren. – Der schöne zeitgenössische Einband zeigt auf der Vorderseite einen Plattenstempel mit dem Porträt Julius' von Braunschweig mit der Umschrift „Aliis inserviendo consumor“, der Plattenstempel auf der Rückseite mit seinem Wappen mit der Umschrift „Princeps Julius Dux Brunsvicensis et Luneburgensis“ (vgl. Haebler II, 66, II und III); das Material für den Einband wird Braunschweiger Buchbindern zugeschrieben. – Siehe Abbildung.

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CHIZZUOLA, I. B., Risposta alle bestimme & maledicenze contenute in tre scritti di Paolo Vergerio, contra l'indittione del concilio, publicata da Papa Pio Quarto. Venedig, A. Arrivabene, 1562. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und dem letzten Bl. 14 Bl., 252 S., 1 Bl. Flex. Pgt. (fleckig). (123) 900,STC C 170. Haym 236, 7. – Originaler Druck der Streitschrift gegen Petrus Paulus Vergerius: „Antwort auf die Gotteslästerungen und Flüche in drei Schriften des P. Vergerio gegen die Indizierungen des Tridentiner Konzils“. – Petrus Paulus Vergerius (1497-1565) wurde nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Padua 1530 päpstlicher Nuntius. Von Papst Paul III. wurde er 1535 zu den deutschen Fürsten gesandt, um diese zu dem beabsichtigten Konzil einzuladen, und hatte in Wittenberg eine Besprechung mit Luther. Nach Rom zurückberufen, gab er seine Nuntiatur auf und wurde zum Bischof von Modrus und wenig später zum Bischof von Capo d'Istria ernannt. Der Hinwendung zur Reformation verdächtigt, wurde Verge-


Alte Drucke und alte Theologie

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CLEMENS ALEXANDRINUS, Omnia quae quidem extant opera, Gentiano Herveto interprete. Basel, (M.) Isengrin, 1556. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und letzten Bl. 2 nn., 162 num., 6 nn. Bl. – BEIGEB.: JOHANNES DAMASCENOS, Ekdosis akribes tes orthodoxu pisteos (graece). Iacobo Fabro Stapulensi interprete. 2 Tle. Basel, H. Petri, 1548. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Ende von Tl. I. 10 Bl., 618 (recte 526) S., 1 Bl., 95 (recte 99) S. Mod. Pgt. (69) 1.000,I. STC 212. Adams C 2106. IA 140.901. VD 16 C 4069. – Frühe Werkausgabe. – Titel gelockert, mit Stempel und kleinen Papierfehlstellen im Innensteg. – II. Adams J 275. VD 16 J 521 (Kollation ungenau, Ex. der BSB unvollständig). Hieronymus, Griech. Geist, 455. – Erste von Marcus Hopper besorgte Ausgabe mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Seiten 5-8 teilw. lose. Vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. – Beide Drucke durchgehend regliert. Leicht gebräunt, wenig fleckig. I. – Early complete edition. – Title loosened, with stamp and small paper defects at inner margin. – II. First edition published by Marcus Hopper with Greek-Latin parallel text. – Pages 5-8 partly loose. Occasionally with ms. marginalia and text underlinings. – I and II: Both issues framed with lines throughout. Slightly browned, hardly soiled. – Vellum of the 20th century.

Nr. 242 rius 1549 verurteilt und exkommuniziert. Er floh nach Graubünden, wo er 1549-53 Pfarrer war. Danach ging er nach Tübingen, dort setzte er sich für die Reformation ein. – Der Schrift des Chizzuola (1521-1565) hatte Vergerius eigene Streitschriften entgegengesetzt. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, erste Blätter mit hinterlegten Ausrissen und Randausbesserungen. Durchgehend schwach, erste und letzte Lagen stärker feuchtrandig.

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CHRONICA, darinnen auff das kürtzest werden begriffen, die namhafftigsten Geschichten, so sich under allen Kaysern verlaffen haben. Gemert und gebessert. Augsburg, Ph. Ulhart, o. J. (1538). 4°. Mit Titelbordüre. 96 Bl. Mod. Pp. (105) 600,-

I. Einer von 3 Drucken im Jahr der ersten Ausgabe. – VD 17 12:116684D. – II und III: Erste Ausgaben. – VD 17 12:115494V und 3:008223P. – Mit Beiträgen über Bullen und Konklaven zu den Papstwahlen etc. – Verfaßt von Hermann Conring (1606-1681), Professor für Medizin und Philosophie in Helmstedt, zuerst Anhänger der Remonstranten, danach Lutheraner und Gegner der Katholiken (vgl. LThK III, 35). – Etw. gebräunt, wenig fleckig, am Anfang und Ende mit Wurmspuren.

VD 16 C 2624. – Äußerst seltene Chronik in sehr guter Erhaltung. – Siehe Abbildung.

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CICERO, M. T., Opera omnia. Praeter hactenus vulgatam Dion. Lambini editionem, accesserunt D. Gothofredi notae. 4 in 2 Bdn. O. O. (Genf), G. Laimarie, 1596. Mit figürlicher Bordüre und kleiner Druckermarke auf dem Titel. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben, etw. bestoßen). (50) 400,STC, Suppl., 23. IA 140.012. Moeckli 140. Schweiger II, 106. – Zweispaltiger Druck mit umfangreichem Register. – Das große Mittelstück des Einbandes ein großer Plattenstempel mit kleinem integrierten Wappen, dessen Schild ein Doppeladler zeigt. – Titel mit Besitzvermerk. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Textanstreichungen und hs. Interlinearglossen, vereinzelt mit Tintenflecken.

CONRING, H., De electione Urbani IIX et Innocentii X pontificum commentarij historici duo. 2 Tle. Helmstedt, Müller, 1651. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 24 Bl., 135, 44 S. – ZWISCHENGEB.: II. DERS., Defensio ecclesiae protestantium adversum duo pontificiorum argumentis. Ebda. 1654. 120 S. – NACHGEB.: III. DERS., Historia electionis Alexandri VII Papae. Ebda. 3 Tle. 1657. 56, 23 S., S. 3-117. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken läd., etw. berieben und bestoßen). (50) 200,-

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CORPUS JURIS CIVILIS – JUSTINIANUS, Digestum novum quod quinquaginta libroru(m) pa(n)dectarum calcem appellare possumus. (Com. G. Accursius). Paris, A. Bocard für J. Petit, 1525. 4°. Mit Verlegermarke auf dem Titel, nahezu ganzseit. Textholzschnitt und einigen HolzschnittInitialen, gedruckt in Rot und Schwarz. 6 nn., CCCCXCVIII num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Gelenke angebrochen, Schließbänder fehlen). (117) 800,-


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Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 246

Nr. 249

Moreau 800 (nur 2 Ex. in Lissabon und Soissons). – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Vgl. zum Holzschnitt Mortimer 152 (mit Abb.). – Der schöne Holzschnitt zeigt den thronenden Kaiser, umgeben von seinen Beratern und Landsknechten, im Vordergrund 2 kleine Hunde. „This block occurs in the Gering and Rembolt edition of 1503 and was probably cut for their first edition, 1499. It was used in 1511 in an edition printed by Rembolt alone and passed to André Bocard, who used it in editions printed for Jean Petit“ (Mortimer). – Titel mit Besitzvermerk und Stempeln. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, wasserrandig, mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. – Vorsatz mit Exlibris und Titel gestempelt: Exemplar aus der Bibliothek von Franz Graf von Thun-Hohenstein-Tetschen. – Siehe Abbildung.

16 Bl. – BEIGEB.: II. DERS., De proportione papae ad concilium, et de utroque eiusdem principatu, ad sanctiss. D. N. Iulium III Pon. Max. O. O., Dr. und J. (Parma, S. Viotti, nicht vor 1550). Mit Druckermarke auf dem Titel. 42 Bl. – III. MUZIO, G., De Romana ecclesia tractatus. Pesaro, (B. Cesanos Erben), 1563. Mit Druckermarke auf dem Titel. 15 Bl. Flex. altes Pgt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 300,-

DAVROULTIUS (AVEROULT), A., Flores exemplorum. Sive catechismus historialis. 4 Tle. in 2 Bdn. Köln, Kinchius, 1616-18. 4°. Mit gestoch. Titelvign. Pgt. d. Zt. (stark angeschmutzt, bestoßen, ohne Schließbänder). (69) 150,Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. – De Backer-S. I, 686, 2. – Aus 550 kirchlichen wie profanen Schriftstellern gezogene Blütenlese zur Stärkung des katholischen Glaubens, zusammengestellt vom französischen Jesuiten Antoine d'Averoult (1553-1614). – Titel mit gestrichenem hs. Besitzvermerk der Bibliotheca Berchingensis (Berchi, Belgien); stärker gebräunt, mod. Exlibris auf den Spiegeln.

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Erste Ausgaben. – I. STC 212. IA 151.044. EDIT 16 CNCE 16420. Bongi I, 200. – Titel mit Besitzvermerk. – II. IA 151.046. EDIT 16 CNCE 16421. Hoefer XIII, 462: „Publiciste italien, natif de Parme, vivait dans la seconde moitié du seizième siècle.“ – III. STC 458. Adams M 2078. EDIT 16 CNCE 47054. – Vgl. LThK VII, 400. – Girolamo Muzio (1496-1576), italienischer Humanist und Polemiker, “widmete sich seit 1551 ganz dem Studium der religiösen Fragen“ (LThK). – Leicht, Vorsätze stärker gebräunt, tls. etw. fleckig.

(DELFINI, C.), De summo Romani pontificis principatu et de ipsius temporali ditione demonstratio. Venedig, G. Giolito de' Ferrari, 1547. 4°. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Ende.

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DENYSE, N., Tabula sermonu(m) hyemalium de tempore. – Sermones de tempore hiemales. – Sermones estivales de tempore. – Sermones de sanctis. De festivitatibus. 3 Tle. in 1 Bd. Straßburg, J. Grüninger für A. Koberger in Nürnberg, 1510. Fol. Mit ganzseit. Textholzschnitt. CXLVIII, C, CXC(VI) num. Bl. Beschäd. Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem blindgepr. Schweinsldr.-Rücken (Hinterdeckel vertikal mehr als zur Hälfte durchgebrochen, das abgebrochene Stück fehlt). (96) 1.000,-


Alte Drucke und alte Theologie

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sam von Worms auf dem Titel verso und figürlicher Holzschnitt-Initiale. 44 S., 18 Bl., 951 S. Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (Rücken stellenw. defekt, Vordergelenk eingerissen, etw. bestoßen). (105) 800,VD 16 D 1850. Merlo 382. – Der schöne Holzschnitt stellt die Gottesmutter mit Kind dar, der der Herausgeber das Buch überreicht, links die hl. Barbara. – Titel in der unteren Hälfte mit Wurmspuren. – Vorsatz mit Besitzvermerk: „Theodorus Print ab Horchem dictus Broell suo iuri hunc asserit codidem“, darunter der Besitzvermerk des Klosters Springiersbach. – Siehe Abbildung.

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Erste von Dirk Loer edierte Ausgabe. – Adams D 591. IA 154.027. VD 16 D 1916. Merlo 1043, 432. – Fliegende Vorsätze fehlen, Spiegel mit Ausrissen und Wurmspuren, Titel mit mehreren kleinen Löchern (geringer Darstellungsverlust) und alten Besitzvermerken, einige Ecken geknickt, etw. gebräunt und fleckig.

Nr. 250 VD 16 N 1514 (Kollation ungenau). IA 151.453 (ungenau). Schmidt (Grüninger) 116. Ritter 1633 (Kollation abweichend, ohne Tl. III). Ders. (IV) 1502. Ders. (Catalogue) 1563-1565. Muller 30, 87. Kristeller 128. – Eine der ersten Sammelausgaben der Predigten, in Konkurrenz zur Ausgabe Grans in Hagenau. – Zur Kollation: VD 16 und Schmidt nennen für den ersten Teil 4 separat num. Bl. (nach Schmidt die „Tabula“) und 148 num. Bl. Die „Tabula“ ist hier vorhanden auf den Bl. (I)-IIII, Bl. Nr. (V) mit dem Titel der Sermones hiemales und Bl. Nr. VI mit dem Textbeginn des Sermo zum ersten Adventssonntag, d. h. Tabula und Textbeginn haben fortlaufende Zählung ohne Textlücke. Nach NUC und Ritter (Catalogue) so vollständig. – Der Holzschnitt zeigt den Apostel Andreas in einer großen Initiale „D“, außen und unten eingefaßt von 2 figürlichen Leisten. – Letztes Bl. angestaubt und mit oberem Eckausriß (teilw. Verlust der Paginierung). Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt leicht wasserrandig, vor allem am Anfang und Ende mit Wurmspuren. – Siehe Abbildung. One of the first collective editions of the sermons, competing with Gran's edition in Hagenau. – Last leaf dusty, tear-out to upper corner (partly loss of pagination). Slightly browned, hardly soiled, occasionally a little waterstained, worming mainly at the beginning and the end. – Damaged contemporary wooden boards with wide blind-pressed pigskin spine (more than half of rear cover vertically broken, broken piece missing). – See illustration.

250

DIONYSIUS AREOPAGITA, Opera omnia, quintuplici translatione versa, & commentariis D. Dionysii a Rikel elucidata. Köln, Quentel Erben, 1556. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel, halbseitigem Holzschnitt von Anton Woen-

DIONYSIUS CARTHUSIANUS, Luculenta iuxta ac compendiaria in acta apostolorum exegesis sive commentaria. Eiusdem in omnes utriusque testamenti libros epitome. Aeditio prima. Köln, (P. Quentel), 1532. Mit 2 figürlichen Titelbordüren, Textholzschnitt und einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen von Anton Woensam von Worms. 8 nn., CXXVIII num., 169 (statt 172) nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. über Holzdeckeln und mit 2 Messingschließen (eine Schließe defekt, Rücken mit Etiketten, Prägung abgerieben, beschabt, bestoßen und stärker gebräunt). (60) 200,-

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– Summae fidei orthodoxae. 2 in 1 Bd. Venedig, Compagnia degli Uniti, 1585. Mit wdh. Druckermarke auf den Titeln. 8 nn., 239 num., 1 weißes, 12 nn., 347 num., 1 nn. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Rücken mit Bezugsfehlstelle). (50) 200,STC, Suppl., 48. Adams D 618. IA 154.211. EDIT 16 CNCE 16788. – Vgl. LThK III, 337: „Abriß der 'Summa theol.' des hl. Thomas.“ – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk. Buchblock mehrf. gebrochen. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

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EBER, P., Calendarium historicum. Wittenberg, G. Rhaus Erben, 1556. Mit 2 Holzschnittvign. auf dem Titel und letzten Bl. 16 Bl., 432 S., 23 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, Hinterdeckel mit ausgebesserter Fehlstelle im Bezug, Schließen fehlen). (50) 400,IA 158.443. VD 16 E 15. Zinner 2139. – Vgl. Houzeau-L. I, 13340. – Erstmals 1550 erschienen. – Den einzeln aufgeführten Tagen sind zahlreiche historische Daten sowie Geburts- und Sterbedaten bekannter Persönlichkeiten beigefügt. – Vorsätze mit umfangreichen hs. Eintragungen. Titel mit Besitzvermerken. Im Kalendarium z. Tl. ausführliche hs. Eintragungen. Etw. gebräunt, wenig fleckig.


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Alte Drucke und alte Theologie

VD 16 E 356. IA 158.921. – Vgl. Adams E 48 (Ausg. Köln 1567). STC 452 (Ausg. Köln 1561). – Sehr späte, überarbeitete Ausgabe einer der bedeutendsten Widerlegungsschriften gegen den Protestantismus, erstmals 1525 in Landshut erschienen. – Vorderer Vorsatz fehlt, vorderes Innengelenk gebrochen; gebräunt und fleckig. – Titel mit Besitzvermerk eines Konvents der unbeschuhten Karmeliter. – Mod. Exlibris.

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Nicht nachweisbarer Einblattdruck mit einem sechsstrophigen Gratulationsgedicht in deutscher Sprache zur Hochzeitsfeier eines Kantors aus Landsberg (Ostpreußen), der offenbar auch Professor in Königsberg war. Am Rand des Gedichts finden sich Verweise auf Textstellen u. a. aus Ovid, Plinius, Euripides und der Genesis. Nach allerlei Anspielungen auf die Symbolik der Myrte in der antiken Mythologie schließt das Gedicht mit dem Rat, das Brautpaar solle es wie Adam und Eva halten: „Der wolte sein Gemahl die Männin niemahls hassen; Und jene stellte nie Lieb' und Gehorsam ein: Drumb must' auff jedes sich auch Gottes Seegen lassen. Folgt! So wird ewer Stand auch so gesegnet seyn.“ – Falzbrüche und kleinere Ausrisse im Text (Verlust von Buchstaben und einzelner Wörter) alt mit bedrucktem Papier hinterlegt, stärker angeschmutzt und fleckig.

ECK, J., Encheiridion locorum communium adversus Mart. Lutherum atque alios ecclesiae hostes. Köln, Birckmann für Mylius, 1600. 12°. 470 S., 2 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (Rücken mit einzelnen Wurmlöchern, Vorderdeckel in schwarzer Farbe monogrammiert „MCPC“ und „PF“; beschabt und bestoßen). (43) 200,-

EDER, G., Das guldene Flüß christlicher Gemain und Gesellschafft. Ingolstadt, D. Sartorius, 1579. 4°. 9 Bl., 473 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Rückenbezug am Vordergelenk oben aufgeplatzt, Schließbänder fehlen). (50) 300,-

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Erlaß des Nürnberger Stadtrates gegen unerlaubte Kriegswerbungen. – Mit Faltspuren, zwei Einrisse hinterlegt.

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Erste Ausgabe. – STC 261. IA 159.062. VD 16 E 534. Stalla 1391. – Der 1523 in Freising geborene und 1587 in Wien gestorbene Jurist und Reichshofrat war „Vorkämpfer des um seine Existenz ringenden Katholizismus in Österreich ... Seine 'Ev. Inquisition Wahrer und falscher Religion' und deren Fortsetzung 'Das guldene Flüß' erregten als Frontalangriff gegen die theol. Grundlagen des Luthertums Aufsehen in ganz Europa“ (NDB IV, 311). – Titel mit Besitzvermerk. Bl. 3 am Anfang außen eingerissen (recto geringer Buchstabenverlust). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, gegen Ende mit Wurmspuren.

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Unbekannter Druck 257

EINBLATTDRUCKE – „A. Z. GRÜN MYRTEN-LAUB welches das Hochzeitliche Frewden-Zimmer des Wohl-Ehrenvesten, Vorachtbaren- und Wohlgelahrten Herrn Johann Bejslers, der Kirchen und Schulen in Landesberg trewfleissigen Cantoris ... und der viel Ehr- und Tugendreichen Jungfrauen Marja ... Dienstschuldigst zu bestecken von des Herrn Bräutigams zu Königsberg Studirenden...“. Einblattdruck. Königsberg, Reusner, 1668. 39,2 x 29,5 cm. (20) 300,-

ERASMUS VON ROTTERDAM, D., Paraphrasis in Evangelium secundum Ioannem. Basel, H. Froben und N. Episcopius d. Ä., 1540. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Ende. 399 S. – NACHGEB:, DERS., In Acta apostolorum paraphrasis. Ebda. 1540. Mit 2 gleichen Druckermarken auf dem Titel und am Ende. 222 S., 1 Bl. Hpgt. vom Ende des 19. Jhdts. (leicht fleckig, Rsch. beschabt). (76) 300,(Tomus I Des. Erasmi Paraphraseon in Novum testamentum. Tle. IV und V). – VD 16 E 3361. – Zwei der berühmten Paraphrasen des Erasmus, mit denen er das Neue Testament auch weniger Gebildeten nahebringen wollte. – Beide Werke mit eigenem Titelblatt. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

– Malleus haereticorum. Ingolstadt, D. Sartorius, 1580. 40 nn. Bl., 510 S., 1 Bl. Mit dreiseit. gepunztem Goldschnitt, ohne Einband. (50) 400,Erste Ausgabe. – VD 16 E 540. Stalla 1413. Adams E 63. – „Eders Schriften aus dieser Zeit haben sämmtlich die kirchliche Bekenntnißfrage mit Beziehung auf die abweichenden und entgegengesetzten Aufstellungen der Protestanten zu ihrem Gegenstande“ (ADB V, 642). – Titel mit Besitzvermerken, etw. gebräunt und fleckig.

– NÜRNBERG – „NACH DEM EIN ERBERN RATH“. Einblattdruck. O. O. und Dr. (Nürnberg), 7. Aprilis 1563. Blattgr.: 18 x 28 cm. Auf festem Papier. (8) 150,-

Sammelband früher Kinderliteratur 260

ESTIENNE, CH., 4 Schriften, davon 2 Auszüge aus den gelehrten Werken seines Dienstherren Lazare de Baïf. Lyon, M. und G. Trechsel für S. Vincents Erben, 1536-37. Mit 4 gleichen Verlegermarken auf den Titeln. Flex. Pgt. d. Zt. (wenig fleckig, berieben und bestoßen). (105) 1.000,Frühe, zweite oder dritte Ausgaben. – I. De re hortensi libellus, vulgaria herbarum, florum, ac fruticum, qui in hortis conseri solent, nomina Latinis vocibus efferre docens ex probatis autoribus. 1536. 88 S., 7 Bl. – STC 155. Adams S 1731. Pritzel 2745. Waller 11504. Baudrier XII, 245. Von Gültlingen II, 72, 243 = VI, 132, 64. – Vgl. Schreiber 58: „Charles Estienne's third book for children; this one deals with the names and appearance of plants and trees, with French translation of all botanical terms.“ II. Seminarium sive plantarium earum arborum, quae post ortos conseri solent. 1537. 96 S., 8 Bl. – Wellcome I, 6072. Von Gültlingen II, 73, 250. Beaulieux I, 120, 1183. – Vgl. Schreiber 61: „Charles's fourth book for children, dealing with the nomenclature and cultivation of fruit-trees.“


Alte Drucke und alte Theologie

III. De re vestiaria libellus ex Bayfio excerptus. 1536. 62 S., 5 Bl. – STC 39. Adams B 42. IA 111.633. Baudrier XII, 245. Von Gültlingen II, 71, 237 = VI, 129, 51. – Vgl. Schreiber 50: „These were at first abridged adaptations for children, with French glossaries, of Lazare de Baïf's scholarly treatises on Roman antiquities.“ – Estienne verfaßte die Auszüge aus de Baïfs Werken, um sie der Latein lesenden Schuljugend zugänglich zu machen. IV. De vasculis libellus, adulescentulorum causa ex Bayfio decerptus. 1536. 50 S., 3 Bl. – STC 39. Adams B 55. IA 111.634. Baudrier XII, 245. Von Gültlingen II, 71, 238 = VI, 129, 52. – Vgl. Schreiber 51: „The second title in Charles Estienne's series of children's books; this one deals with ancient Roman vessels, containers, dishes, vases, and receptacles, and is compiled from Lazare de Baïf's original Basel edition of 1531.“ – Zu Estiennes Schriften vgl. auch die Arbeit von A. Horodisch im Gutenberg-Jahrbuch 1960, S. 211 ff. – Vorsatz mit Besitzvermerk. Unterschiedlich gebräunt und fleckig.

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FISCHART – (BARNAUD, N., PSEUD.:) EUSEBIUS PHILADELP(H)US COSMOPOLITAN(US), Reveille matin: Oder Wacht frü auf. Jetzunder aber aus dem Frantzösischen ins Teutsch gebracht. Durch Emericum Lebusium (d. i. J. Fischart). Edinburgh, J. Jammeo (d. i. Straßburg, B. Jobin), 1575. 124 Bl. Pergamin um 1900 (etw. fleckig und bestoßen). (37) 400,Zweite deutsche Ausgabe, im Jahr der ersten. – VD 16 ZV 1038. IA 113.189. Muller 579, 46. Weller, Druckorte I, 5. Heyse 152. – Vgl. Goed. II, 494, 20 (erste deutsche Ausgabe mit 112 Bl.). – Polemische Schrift über die konfessionellen Wirren in Frankreich, insbesondere über die Greuel in der Bartholomäusnacht. – Enthält auch ein deutsches Gedicht vom Übersetzer Johannes Fischart. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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FOURIER – BEDEL, J., Idea boni parochi, & perfecti religiosi; sive vita reverendissimi patris Petri Forerii vulgo Patris de Mataincour ... Nunc a P. Dominico Bisselio Latinitate donata, & parochis ac religiosis in exemplum proposita. Augsburg, Schönig, 1668. Mit gestoch. Portr. von J. Ph. Thelott und ganzseit. gestoch. Wappen auf dem Titel verso. 8 Bl., 639 S. Pgt. d. Zt. (gering fleckig, mit wenigen kleinen Wurmlöchern). (22) 300,Erste lateinische Ausgabe. – VD 17 12:118529F. – Vgl. Wetzer-W. IX, 1910-1912. LThK IV, 79. – Frühe Biographie des Hl. Pierre Fourier (1565-1640) aus Mirecourt in Lothringen, Gründer des „fruchtbaren Lehrordens der Chorfrauen Unserer Lieben Frau ... (und) der Augustiner-ChorherrenKongregation von Unserem Heiland ... Eine der größten Gestalten der nachtridentinischen Kirchenreform; Lieblingsheiliger Lothringens“ (LThK). – Vorsatz mit Bibl.Nummer. Titel gestempelt. Gering gebräunt, wenig fleckig.

FRANCIOTTI, C., Prattiche di meditationi avanti, e doppo la S. Communione, in honor del Signore, e della Madonna. E per altri soggetti spirituali. Venedig, S. Combi, 1607. 12°. Mit Titelholzschnittvign. 12 Bl., 398 (recte 396) S. Pgt. d. Zt. mit Schließbändern (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (22) 200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar; im KVK nur 1 Exemplar in Augsburg (Titel geringfügig abweichend, ohne Druckerangabe). – Cesare Franciotti war seiner Zeit am Hofe der Medici ein geschätzter Prediger. – Gering gebräunt, wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerk und folgendes Blatt gestempelt: Exemplar aus der Kartause Buxheim.

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Sammelband of early children's literature in early, second or third editions. – I-IV: Endpaper with ownership entry. Some variable browning, spotted. – Contemporary vellum (hardly soiled, rubbed and scuffed).

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(GIUSTINIANI) IUSTINIANUS, B., In omnes catholicas epistolas explanationes. Lyon, Cardon und Cavellat, 1621. Fol. Mit gestoch. Titel. 11 Bl., 515, 344 S., 19 Bl. Mod. Hldr. (Rücken beschabt). (69) 200,Erste Ausgabe. – De Backer-S. III, 1490, 7. – Ausführlicher Kommentar zu den sogenannten katholischen Briefen, das sind im Unterschied zu den Briefen des Paulus die sieben anderen Apostelbriefe: der Jakobusbrief, die beiden Petrusbriefe, die drei Johannesbriefe und der Brief des Judas. – Tls. stärker gebräunt und braunfl, mod. Exlibris.

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GRAF – PASSIO domini nostri Jhesu Christi, ex evangelistarum textu quae accuratissime deprompta additis sanctissimis exquisitissimisque figuris. (Hrsg. von M. Ringmann). Straßburg, M. Hupfuff, 1513. Fol. Mit 24 (statt 26; 12 ankolor.) nahezu blattgr. Textholzschnitten. 28 (statt 30) nn. Bl. Lose Lagen ohne Einband. (108) 3.000,VD 16 B 4706 (unter Evangelienharmonie). Kristeller 361. Muller 67, 132. Dacheux 30. Hollstein XI, Nr. 4-28 und S. 73. Muther 1277. Hieronymus II, 31. – Vgl. Bibelslg. Württ. LB. E 46 (Ausg. 1507). – Die sogenannte „Ringmann-Passion“, benannt nach dem Herausgeber der Texte, Matthias Ringmann, genannt „Philesius“ (1482-1511), der Zusammenstellung der Passionstexte von Geiler von Kaysersberg folgend. Die prächtigen, fast blattgroßen Darstellungen sind die ersten größeren Holzschnittarbeiten von Urs Graf (fast alle mit Signatur „V G“). In unserem Exemplar ist die Hälfte der Holzschnitte zeitgenössisch recht grob koloriert worden. – Neben dem meist fehlenden Holzschnitt der Auferstehung, die von Hans Wechtlin stammt, fehlt hier auch die Darstellung mit dem Lanzenstich (auf den fehlenden Blättern II und VI der letzten Lage E). – Titel mit 2 kleinen Einrissen (einer restauriert) und Blattweiser, einige Marginalien von alter Hand in tschechischer Sprache (eine bis in die Darstellung der Gefangennahme), stellenw. Wurmlöcher in den Rändern (letztes Bl. mit Ausbrüchen), Ränder tls. stärker wasserfl. und mit einzelnen kleinen Tintenfl., gelegentliche Abklatschspuren, stellenw. stärker gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.


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Alte Drucke und alte Theologie

zes erweitert. – Seit 1764 stand das Buch auf dem Index. – Vorsatz mit längeren Eintragungen. Titel mit hs. Bibl.Nummer. Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig, zu Beginn außen mit größerem Tintenfleck.

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GREGOR I., PAPST, Opera omnia. 4 Bde. Paris, C. Rigaud, 1705. Fol. Mit gestoch. Portr. und einigen gestoch. Vign. Ldr. des 19. Jhdts. mit reicher Vergoldung (wenig bestoßen). (136) 400,Ebert 8868. – Seltene Pariser Werkausgabe des bedeutenden Papstes, dessen Kirchenpolitik die Christianisierung der Angelsachsen begründete und die Bindung des Frankenreiches an den Papst festigte. – Porträt unten angerändert, Titel mit Besitzvermerk, stellenw. wenig fleckig.

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(Poetae Christiani veteres. Bd. III). – Adams G 1142 nennt 234 Bl.). Renouard I, 74, 4 (228 Bl.). Naiditch-B. 67 (236 Bl.). – Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. „Interleaved quires of Gk & Lat. The middle two pages of each gathering contain St. John's Gospel, serially. This is vol 3 of Poetae Christiani, ed. Aldus Manutius“ (Adams). – Es fehlen vermutlich die ersten 4 Bl. und das letzte Bl. (mit der Druckermarke). Zur Kollation unseres Exemplars: A-M 18/16, N 18+1, O 8. – Titel mit Besitzvermerk und stärker fleckig. Gering gebräunt, wenig fleckig, gegen Ende innen etw. wasserrandig. – Schöner Griechischdruck.

Nr. 265 So-called „Ringmann-Passion“, named after the publisher of the texts. Half of the woodcuts of our copy are in contemporary quite rough colouring. – Besides the mostly missing woodcut of resurrection, the copy also lacks the illustration with the lance stab. – Title with 2 small tears (one restored) and bookmarks, some marginalia by contemporary hand in Czech, here and there wormholes to margins (last leaf with breaks), margins partly stronger waterstained and here and there with small ink stains, occasionally offsetting traces, partly stronger browning and soiling. – Loose quires without binding. – See illustration.

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GREGOIRE, P., A. VILAGUT UND L. ZECCHI, Tractatus de usuris triplex, trium clarissimorum iureconsultorum. Frankfurt, (Z.) Palthenius für J. Rosa, 1598. Mit Druckermarke auf dem Titel. 28 Bl. (letztes Bl. weiß), 989 S., 21 Bl. (erstes Bl. weiß). Altes flex. ManuskriptPgt. (Rücken unten mit größerer Fehlstelle, starke Gebrauchsspuren). (50) 300,Nicht im STC, VD 16 und bei Adams. – Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit kleinem Wasserrand und mit Quetschfalten in den Ecken, am Anfang und Ende im Rand mit Papierschäden. – DAZU: FEBRONIUS, J. (d. i. J. N. VON HONTHEIM), De statu ecclesiae et legitima potestate. Editio altera. Bouillon, G. Evrardi, 1765. Mit gestoch. Titelvign. 35 Bl., 816, 150 S., 20 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt, etw. bestoßen). – Weller, Druckorte I, 299 (vermutet als Verlagsort Frankfurt). Deschamps 223. – Vgl. LThK V, 141. – In vorliegender 2. Auflage um 4 Appendi-

GREGORIUS NAZIANZENUS, Carmina. Venedig, A. Manuzio, 1504. 4°. 231 (statt 236?) Bl. Blindgepr. Schweinsldr. des 17. Jhdts. auf Holzdeckeln mit Rsch. (mit Bibl.-Rsch., etw. fleckig, wenig berieben und bestoßen). (50) 200,-

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(GREMP VON FREUDENSTEIN, L.), Analysis (graece) seu resolutio dialectica quatuor librorum institutionum imperialium. O. O. und J. (Straßburg), Th. Rihel, (1569). Mit Druckermarke und ganzseit. Textholzschnitt. 1 nn., 393 num., 5 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (Kapital und eine Ecke mit kleiner Fehlstelle, beschabt und bestoßen). (45) 500,VD 16 A 2448. Muller, 542, 21. NDB VII, 44. Stintzing-L. I, 603: „Eine Summe der Institutionen nach Ordnung der Titel, deren Inhalt durch Fragen zergliedert wird.“ – Zweite Ausgabe, die erste Ausgabe erschien 1567. – Der Einband mit Darstellungen der Justitia und der Fortuna, datiert 1583. – Vorderer fliegender Vorsatz fehlt, einige Unterstreichungen.

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GROTIUS, H., De veritate religionis christianae. Ed. novissima. Leipzig, Gleditsch, 1709. Mit gestoch. Titel. 5 Bl., 339 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, leicht berieben und bestoßen). (43) 80,Erste Ausgabe mit den Anmerkungen von Ernst Salomon Cyprian. – Ter Meulen-D. 970. – Weitverbreitete Apologie des Christentums, verfaßt vom dem großen Rechtsphilosophen und Humanisten. Ursprünglich war es als Handbüchlein für Seeleute gedacht, damit diese auf ihren Reisen Heiden und Mohammedaner widerlegen konnten. – Der Kupfertitel zeigt den Triumph des christlichen Glaubens. –


Alte Drucke und alte Theologie

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Wenige Ecken geknickt, leicht gebräunt und fleckig. Spiegel mit Besitzvermerk „Chr. Gengenbach 1764“, wohl der Basler Organist Christoph Gengenbach (1706-1770). – Mod. Exlibris.

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(GRYNAEUS, S.), Novus orbis regionum ac insularum veteribus incognitarum. Basel, J. Herwagen, 1555. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende, 2 Textholzschnitten und einigen Holzschnittinitialen (ohne die Karte). 25 Bl. (1 weißes Bl. zwischengeb.), 677 (recte 577) S., 1 Bl. Mod. Hpgt. (21) 400,STC 375. Adams G 1338 (ohne die Karte). VD 16 G 3829 (Ex. der BSB unvollständig). Streit I, 73. Sabin 34104. Alden 555/42. Dekesel G 96. Burmeister (Münster) 63. – Wichtige Sammlung von Reisebeschreibungen der großen spanischen und portugiesischen Entdecker. Von besonderem Interesse sind die Berichte über Amerika. „This edition contains, besides the matter of the first, also four supplementary pieces including the second and third letters of Cortes“ (Sabin). – Professionell restauriertes Bibliotheksexemplar. – Exlibris.

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HEILBRUNNER, J., Von dem jetzt werenden Römischen jubelfest, und miltreicher dispensation deß unaußschöpfflichen Kirchenschatzs, Gründlicher kurtzer Bericht, in vier Predigten verfaßt. Lauingen, L. Reinmichels Witwe, 1600. 4°. 42 Bl. Beschäd. Pgt. vom Ende des 17. Jhdts. (8) 400,Erste Ausgabe. – VD 16 H 1428. Bucher 326. – Vgl. NDB VIII, 258: „Heilbrunner war streng orthodox im Sinne der Konkordienformel und vertrat die luth. Ubiquitätslehre. Er verfaßte zahlreiche Streitschriften gegen Reformierte und Jesuiten.“ – Fliegender Vorsatz mit unterem Eckausriß und hs. Eintragungen. Titel mit hs. Monogramm. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit Bleistiftanstreichungen und kleinen Wurmspuren. BEIGEB.: 20 weitere Drucke mit Predigten meist protestantischer Geistlicher aus den Jahren 1623-1668 zu Neujahr, zu Festtagen, besonderen Ereignissen etc. Unter anderem von dem Ulmer Superintendenten Konrad Dieterich (15751639): 8 Predigten von 1623 bis 1639 (vgl. NDB III, 672); Jakob Weller (2; 1651-58); Nikolaus Zapf (2; 1655-68); Jakob Fabricius, Danksagungspredigt nach der Eroberung Würzburgs durch die Schweden, 1631 (Pfeiffer 47963); Adam Klopffer, „Ravenspurgischer Frewd-Danck-Bet- und Huldigungs-Tag“, 1649; Gottfried Kiliani (Glückstadt 1660), Danksagungspredigt zur Veränderung Dänemarks von einem Wahlkönigreich in ein Erbkönigreich (Jöcher-A. III, 333). – Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Wurmspuren, vereinzelt kleine Papierschäden.

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HERBERSTEIN, S. VON, Rerum Moscoviticarum commentarij. Basel, Oporinus, 1556. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel, 8 (5 ganzseit.) Textholzschnitten, doppelblattgr. Holzschnittplan 2 doppelblattgr. Holzschnittkarten und gefalt. Stammtafel. 6 Bl., 205 S., 9 Bl. Rotbraunes Ldr. d. Zt. mit reicher Blindpr. auf beiden Deckeln (Remboîtage, Rücken und Schließbänder erneuert, stärker beschabt und bestoßen). (47) 1.500,-

Nr. 273 STC 397. Adams H 300. VD 16 H 2204. NDB VIII, 580. – Vgl. Nitsche-S. 83 (4. Ausg., Basel 1571). Heitz-B. 187 (Druckermarke). – Dritte lateinische Ausgabe, die zweite bei Oporinus. – „Herberstein war der erste Rußland-Reisende, der, humanistisch geschult und die Landessprache beherrschend, 'Augenzeugenschaft und getreues Dolmetschen' zum Richtmaß seiner Aussagen erhob ... (Seine Commentarii) enthalten neben einer aus z. T. später verloren gegangenen russ. Chroniken gearbeiteten Geschichte Rußlands ausführliche kartographische Angaben, Nachrichten über Sitten, Münzwesen, Gesandtschaftswesen und die Krönungsriten der Großfürsten“ (NDB). – Die Holzschnitte zeigen Zar Wassilij III., Herbersteins Wappen, Auerochse, Bison etc., ferner mit einem Plan von Moskau und 2 Karten von Rußland. – Titel gestempelt und mit Besitzvermerk von alter Hand, Falttafeln mit kleinen Schäden und aufgezogen, eine Tafel (Rußlandkarte) mit ca. einem Drittel Darstellungsverlust, gelegentliche alte Mariginalien, etw. gebräunt und fleckig. – Um 1900 neu in einen Einband der Zeit gebunden (mit Rollen- und Plattenstempeln). – Siehe Abbildung. Third Latin edition, the second by Oporinus. – Title stamped and with ownership entry by contemporary hand, folding plates with minor damages, mounted, one plate (map of Russia) with about one third of loss of illustration, isolated old marginalia, some browning and soiling. – Around 1900 new binding in the style of the epoch (with roll stamps and medallion stamps). – Contemporary reddish brown calf with rich blind tooling on both sides (remboîtage, rebacked, clasp ribbons renewed, stronger scratching and scuffing). – See illustration.


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Alte Drucke und alte Theologie

und blauem Grund eingemalten Initialen, nahezu alle Seiten von figürlichen und ornamentalen Metallschnittbordüren eingefaßt. 90 (statt ?) Bl. Durchgängig rot regliert. 21-22 Zl. Späteres Pgt. (Gelenke eingerissen; stärker fleckig, berieben und bestoßen). (143) 600,-

HOLLEN, G., Sermonu(m) opus exquisitissimu(m). 2 Tle. in 1 Bd. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1517. Fol. Mit wdh. Titelbordüre. 138, 211 (= 349) Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rtit. und gepr. Vornamen des Verfassers auf dem Vorderdeckel: „gotschalci“ (fleckig, berieben und bestoßen, mit Wurmlöchern, Schließen fehlen). (96) 600,-

Lateinisches Stundenbuch, das nach den Metallschnitten in der Pariser Offizin von Vostre entstanden ist. Für diese Offizin arbeiteten der Meister der Apokalypse der Rose der Sainte-Chapelle in Paris und Philipe Pigouchet, denen die Metallschnitte des vorliegenden Fragments sicher zuzuschreiben sind. – Gedruckt auf Pergament. – Es fehlen einzelne oder mehrere Bl. fast aller vorhandenen Lagen (a-c, f-p), darunter das erste Bl. der ersten Lage. – Die Holzschnitte anfänglich ankolor., oberer Rand knapp beschnitten, erste und letzte Bl. stark gebräunt, fingerfl. und, vor allem die Vorderseite des ersten Bl., erheblich abgegriffen; insgesamt nur leicht fleckig und gebräunt.

Erste Ausgabe. – Adams H 692. VD 16 H 4472. Benzing, Hagenau, 171 (Kollation ungenau). Burg 226. NDB IX, 541. – Predigtsammlung des angesehenen westfälischen Augustinereremiten und Osnabrücker Predigers Gottschalk Hollen (ca. 1411-1484). – Mit einer schönen vierteiligen Titelbordüre, unten mit integriertem Wappenschild und Monogramm des Druckers. – Titel unten mit großem Ausschnitt (Verlust der unteren Bordürenleiste). Einige Bl. im Bereich der Lage E oben mit Randschäden, Bl. E2-3 mit geringem Textverlust. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit Wurmspuren.

Gedruckt auf Pergament 275

HORAE – HEURES A LUSAIGE DE BAIEUX. Paris, S. Vostre, o. J. (um 1514). Mit großer Druckermarke auf dem Titel und 19 großen (18 ganzseit.) Metallschnitten, alle Textseiten von figürlichen und ornamentalen Metallschnittbordüren eingefaßt sowie mit vielen goldgehöhten blau- bzw. rotgrundig eingemalten Initialen. 120 Bl. Braunes Maroquin des 19. Jhdts. mit Rtit., Blindpr. auf Rücken und Deckeln, Steh- und reicher Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt, sign.: „Capé“ (gering bestoßen). (8) 10.000,Moreau 1105. Bohatta 31. Lacombe 266. – Die Metallschnitte zeigen u. a. auf Bl. 2 einen Knochenmann mit 4 kleinen Randfiguren, Martyrium des Hl. Johannes, Gefangennahme Jesu, Verkündigung, Pfingstwunder, Geburt Jesu, Verkündigung an die Hirten, Ankunft der Weisen aus dem Morgenland, Darbringung Jesu im Tempel, Ermordung der Kinder zu Bethlehem, Tod Mariae, Lazarus, Dreieinigkeit etc. – Unter den Randbordüren bemerkenswert ca. 30 mit Totentanzdarstellungen. – Zum Buchbinder vgl. Arnim 190. Ramsden 46. – Titel mit kleinem Sammlerstempel und außen knapp beschnitten (Randleiste unter geringem Bildverlust angeschnitten), ebenso bei einigen ganzseitigen Metallschnitten im Text. Leicht gebräunt, wenig fleckig, insgesamt gut erhalten. – Siehe Abbildung. Printed on vellum. – Among the ornamental borders there are about 30 illustrating the dance of death. – Title with small collector's mark, closely trimmed outside (ornamental border cut with some loss of illustration), also affecting in text some full page metal cuts. Slightly browned, hardly soiled, altogether well preserved. – Brown morocco of the 19th century with spine title, blind tooling on spine and covers, gilt outside and interior edges as well as three-sided gilt edge, signed: „Capé“ (minor scuffing). – See illustration.

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– (HORAE BEATAE MARIAE VIRGINIS secundum usum Romanum). Fragment. (Paris, Vostre, um 1515). Mit zahlr. in Gold auf rotem

Nr. 275

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HUTTER, E., Dictionarium harmonicum biblicum. Ebraeum. Graecum. Latinum. Germanicum. 2 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, (A. Ph. Dietrich), 1598. 4°. Mit 2 Holzschnitt-Titelvign. 4 Bl., 889 S., 1 weißes Bl., 77 Bl. (3. Bl. weiß). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Bezug an der Oberkante teilw. aufgeplatzt). (50) 300,-


Alte Drucke und alte Theologie

Erste Ausgabe. – STC 427. Adams H 1244 (ohne Index). VD 16 H 6428. NDB X, 104. – Der Orientalist Elias Hutter hatte sich vor allem um polygotte Bibelausgaben und Wörterbücher verdient gemacht. Vorliegende Parallel-Ausgabe mit Transliteration des hebräischen Textes sowie mit hebräischem, griechischem, lateinischem und deutschem Text. – Die Titelvignette zeigt ein Quadrat mit schachfeldartigem Muster in 81 Felder eingeteilt, darüber ein Würfel mit je 9 Feldern, ein Kreuz und 3 kleine kreisförmige Symbole, die Titelvignette zum zweiten Teil (= Index) zeigt ein kreisförmiges Wappen. – Der Vorderdeckel mit einem schönen Plattenstempel, der ein großes Wappen zeigt, dessen Schild in 12 Felder geteilt ist (mit 4 Löwen, 2 Adlern, Blüten etc.), unbezeichnet und unten sign. „IR“ (nicht bei Haebler). – Titel mit teilw. gelöschten Besitzvermerken. Etw. gebräunt und stockfl., teilw. mit Sporflecken. Oben knapp beschnitten.

Leicht gebräunt, wenig fleckig, einzelne kleine Randschäden. – Vorsätze u. a. mit gestoch. Exlibris von „Fred. Hier. de Roye de la Rochefoucauld, Abb.“.

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JANSENIUS, C. (d. J.), Tetrateuchus, sive commentarius in sancta Jesu Christi Evangelia. Editio nova accuratior. Paris, Roullands Sohn, 1688. 4°. 4 Bl., 4, 400, 364 S., 16 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (50) 150,Spätere Ausgabe. – Vgl. ADB XIII, 706. – Verfaßt von Cornelius Jansenius d. J. (1585-1638), dem die Jansenisten ihren Namen verdanken. – Erstmals vermutlich 1639 erschienen, erlebte dieser Kommentar zahlreiche Auflagen. – In Teil I S. 89/90 und 109/110 mit unteren Randausrissen. In Tl. II Lage pp (S. 297-304) irrtümlich nach S. 312 eingebunden.

(JOHANNES VON CAPUA), Die Alten weysen. Apophtegmata Sapientum. Straßburg, B. Grüninger, 1536. Fol. Mit Titelholzschnitt, ganzseit. Textholzschnitt von Hans Baldung Grien und 114 Textholzschnitten. 4 nn., CVII num. Bl. Eingehängt in Pgt. des 17. Jhdts. (13) 800,IA 119.085 (unter Bidpai; nennt 119 Holzschnitte). VD 16 J 380. Ritter 314. Muller 391, 7. Geissler 77-82. Oldenbourg (Baldung Grien) L 215. Gotzkowsky I, 257, 10 (abweichende Kollation; nennt 2 Titelholzschnitte). Heitz-R. 59 (nennt 119 Holzschnitte). – Nicht im STC und bei Adams. – „Eines der merkwürdigsten Bücher der älteren deutschen Literatur. Das ursprüngliche Original des Werkes ist eine mehr als zweitausend Jahre alte indische Fabelsammlung, bekannt unter dem Namen 'Pentschatantra', welche später in die meisten orientalischen Sprachen, ins Persische, Arabische, Türkische etc. übertragen wurde. Aus dem Hebräischen wurde sie um 1262 von Johannes von Capua als 'Directorium vitae humanae' ins Lateinische übersetzt und bald darauf ist von Eberhard I., Herzog von Württemberg, oder auf seinen Befehl, eine deutsche Ausgabe angefertigt worden, die viele Auflagen erlebte. Der deutsche Übersetzer ist wahrscheinlich Antonius von Pforte“ (Heitz-R., S. 14). – Reich illustrierte Ausgabe dieser Sammlung von Fabeln, Sprichwörtern, Gleichnissen etc. – Alte Spiegel auf neuen Vorsätzen montiert, Titel mit Fehlstellen am unteren Seitenrand (mit geringem Bildverlust); der Textholzschnitt auf S. XLII mit Ausschnitt; mit einigen Einträgen von alter Hand in Tinte; Seitenränder mit zahlr. Läsuren, gebräunt, stark wasserrandig, wurmstichig (teilw. mit Buchstabenverlust) und fleckig. – Siehe Abbildung.

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Nr. 279

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JOHANNES CHRYSOSTOMUS, Opera. 6 Bde. Venedig, Bernadinus Stagninus und Gregorius de Gregoriis, 9. 2. 1503. Fol. Mit einigen tls. figürlichen Holzschnitt-Initialen und Druckermarke. Eine Kapitelüberschrift in Bd. VI in Rot. Rom. Typ. 54 Zl. 1 nn., 62; 104 (recte 102); 140; 184; 117 num. Bl., 1 weißes Bl., 25 nn.; 167 (recte 168) num. Bl., 1 weißes Bl. Mod. Hldr. (leicht beschabt und bestoßen). (18) 600,Erste Gesamtausgabe. – Panzer VIII, 358, 163. Graesse II, 151: „Edition très rare.“ – Nicht bei Adams und im STC. – Seltene venezianische Postinkunabel und erster Versuch einer lateinischen, von mehreren Übersetzern besorgten Gesamtausgabe des für seine Predigten hoch geschätzten Patriarchen von Konstantinopel. Das Werk ist in zwei Abteilungen gegliedert, die je drei Bände umfassen. – Die Indizes, die eigentlich an den Anfang der Bände I und IV (Beginn der ersten und der zweiten Abteilung) gehören, sind hier am Ende des fünften Bandes eingebunden (25 Blätter, davon neun von Band I und 16 von Band IV). Am Ende des zweiten Registers die Druckermarke des Gregorio de Gregori (zu den Druckern siehe Pastorello 141 und 413/2). – In Band II sind in der Foliierung die Blätter 95 und 96 (Lage M 7 und M 8) ausgelassen (Text schließt an). – 4 Bl. (3 am Anfang von Bd. I, eines am Ende von Bd. V) mit größeren restaurierten Ausrissen im Rand (geringer Buchstabenverlust), einige Bl. mit meist kleineren restaurierten Randausrissen, tls. wasserrandig, finger- und braunfl., stellenw. Marginalien von alter Hand.


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Alte Drucke und alte Theologie

JOHANNES CHRYSOSTOMUS, De virginitate liber, A Iulio Pogiano conversus. Dillingen, S. Mayer, 1562. 4°. Mit 2 großen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 12 nn., 126 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken etw. läd., Schließbänder ausgerissen, Gebrauchsspuren). (50) 200,Erste Ausgabe. – VD 16 J 471. Bucher 155. – Vgl. LThK II, 952. – Das Werk über die Jungfräulichkeit zählt zu seinen wichtigen Schriften. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt und fleckig, stärker wasserrandig, vereinzelt mit Quetschfalten in den Ecken.

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JOHANNES VOM KREUZ, Opera mystica ... Ex Hispanico idiomate in Latinum nunc primum translata, per R. P. F. Andream a Jesu. 2 Tle. in 1 Bd. Köln, Promper, 1710. 4°. Mit Kupfertafel. 19 Bl., 469 (recte 471) S., 14 Bl., 200 S., 2 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rsch. (Rücken mit Wurmlöchern, etw. fleckig, berieben und bestoßen. (50) 300,Erste Ausgabe dieser Bearbeitung. – Estreicher XVIII, 423. Wetzer-W. VI, 1709: „Im Jahre 1710 gab der polnische Carmelit Andreas a Jesu eine vortreffliche lateinische Uebersetzung heraus, die in Köln gedruckt wurde.“ – Die Kupfertafel zeigt einen mystischen Berg mit umfangreicher gestoch. Legende. – Leicht gebräunt, tls. etw. braunfl. und wasserrandig, gegen Ende mit Wurmspuren. – Siehe Abbildung.

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len. 12 (statt 14) nn., CCCXXIX num., 19 (erstes Bl. weiß), 10 nn., CLXXVI num., 8 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, Hinterdeckel beschabt, mit wenigen Wurmlöchern, Schließen fehlen). (121) 400,-

JORDANUS DE QUEDLINBURG, Liber qui dicitur vitasfratrum. Nunc primum latina lingua editus, & notis illustratus. Rom, G. Martinelli, 1587. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 12 Bl., 227, 88 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen, Bezug an den Gelenken teilw. aufgeplatzt, Schließbänder fehlen). (50) 400,Vermutlich erste Ausgabe. – STC, Suppl., 46. Adams J 323. EDIT 16 CNCE 29707. – Verfaßt von dem geistlichen und homiletischen Schriftsteller sowie Augustiner-Eremiten Jordanus de Quedlinburg (um 1300-1370 oder 1380). „Jordanus' reifstes Werk ist sein 'Liber Vitasfratrum' (vollendet 1357), in welchem er am religiösen Leben der Augustiner seiner Zeit die Spiritualität seines Ordens und den Geist der Augustinus-Regel erläutert“ (NDB X, 597). – Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit kleineren Randschäden. – Titel mit Besitzvermerk des Klosters der Wiener AugustinerEremiten von 1658.

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Nr. 282

JOSEPHUS, FLAVIUS, Zweyntzig bücher von den alten geschichten (der Juden). Siben bücher von dem Jüdischen krieg und der zerstörung Hierusalem. Zwey bücher wider Appionem Grammaticum. Von den Machabeern ein büch, durch D. Erasmum von Roterodam im Latein widerbesichtigt. 2 Tle. in 1 Bd. Straßburg, (B. Beck), 1535. Fol. Mit einigen Holzschnitt-Initia-

Die zweite Becksche Gesamtausgabe der Werke des Josephus in der deutschen Übersetzung von C. Hedio, erstmals 1531 erschienen. – VD 16 J 970. Ritter 1271. Grenzmann 51. Muller 309, 63. Fürst II, 121. – Teil I enthält die jüdische Geschichte, Tl. II den jüdischen Krieg und kleine Schriften. – Es fehlen am Anfang die Bl. a2 und a5. – Titel oben und unten mit großen Randausschnitten. Leicht gebräunt, vor allem in den Rändern etw. fleckig, am Ende unten mit kleinem Wasserrand, tls. mit kleineren Quetschfalten.

Widmungsexemplar 285

JUSTEL, CH., Codex canonum ecclesiae universae. A Iustiniano Imperatore confirmatus. Paris, Beys, 1610. Mit Druckermarke auf dem Titel. 30 Bl., 239 S., 16 Bl. – BEIGEB.: DERS., Codex canonum ecclesiae Africanae. Paris, Pacard, 1615. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 47, 379, 160 S., 31 Bl. Ldr. des 18. Jhdts. mit Rsch. und schlichter Rvg. (Schwanz leicht läd., etw. beschabt und bestoßen). (71) 2.200,-


Alte Drucke und alte Theologie

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59

KEDD, J., Deductio Catholicae religionis. 2 Tle. in 1 Bd. Wien, Rickhes, 1655. 4°. 4 Bl., 68 S., 2 Bl., 40 S. – BEIGEB.: DERS., Paraenesis ad Lutheranos dominos academicos aberrantes. Ebda. (1655). 4 Bl., 111 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen, Beiband entfernt). (50) 250,I. Einer von 2 Drucken der ersten Ausgabe (Variante erkenntlich an der Widmung für Otto Freiherrn von Nostitz). – VD 17 1:077454V. De Backer-S. IV, 974, 59 Kollation ungenau). Mayer I, 268, 1640 und 1642 (führt die beiden Teile separat). – II. Erste Ausgabe. – VD 17 1:077587T. De Backer-S. IV, 975, 60. Mayer I, 270, 1667. – Zwei Kontroversschriften des Jesuiten Jodok Kedd aus Emmerich (1597-1657). – „Kedd war einer der rührigsten und fruchtbarsten theologischen Controversisten des 17. Jahrh., Backer zählt nicht weniger als 64 Schriftwerke dieses Inhaltes aus Kedd's Feder auf“ (ADB XV, 518). – Etw., teilw. auch stärker gebräunt und stockfleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Augustinerklosters in Wien.

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Nr. 285 Erste Ausgaben. – Cioranescu 37093 und 37094. Hoefer XXVII, 288. – Verfaßt von Christophe Justel (1580-1649), einem protestantischen französischen Kanoniker. Wichtige Sammlung von Verordnungen, die auf den Konzilen von Nicäa, Konstantinopel, Ephesus, Chalcedon etc. zwischen 314 und 451 erlassen wurden, von Justel ausführlich kommentiert. – II mit griechisch-lateinischem Paralleltext. Der Kodex wurde auf dem Konzil von Karthago 419 ausgegeben. – Vorsatz mit gestoch. Exlibris. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. S. 377-379 irrtümlich nach S. 368 eingebunden. – Titel im unteren Rand mit Widmung und U. von „Christophorus Iustellus“ für Denis Godefroy (1549-1621), einen der berühmtesten Juristen seiner Zeit (vgl. Hoefer XX, 898). – Siehe Abbildung. First editions. – Important collection of decrees that were issued at the councils of Nicäa, Constantinople, Ephesus, Chalcedon etc. between 314 and 451, with a commentary by Justel. – II with Greek-Latin parallel text. – Endpaper with engraved exlibris. A little browned and soiled, partly with ms. marginalia and text underlinings. – Title at lower margin with dedication and signature of „Christophorus Iustellus“ for Denis Godefroy (1549-1621), one of the most famous lawyers of his time. – Calf of the 18th century with spine label, gilt back (bottom turn-in slightly damaged, some scratching and scuffing). – See illustration.

(KIRCHNER, T., N. SELNECKER UND M. CHEMNITZ), Apologia, Oder Verantwortung deß Christlichen Concordien Buchs. Heidelberg, J. Spies, (1582)-83. Fol. Mit Druckermarke am Ende. 8 nn., 227 num., 3 nn. Bl. – BEIGEB.: (DERS.), Warhaffte Christliche und gegründte Widerlegung der vermeynten Entschüldigung der Prediger zu Bremen. Ebda. 1583. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 nn. (Bl. 4 weiß), 167 num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, mit kleinen Wurmlöchern). (50) 400,Erste Ausgaben. – I. VD 16 K 1031. Schottenloher 39224. – Der Druckvermerk am Ende dat.: „M.D.LXXXII.“ – II. VD 16 K 1076. – Beide Drucke nicht im STC und bei Adams. – Die sogenannte „Erfurter Apologie“ zur Verteidigung der Konkordienformel. Timotheus Kirchner (15331587) „gehört zu jenen frühorthodoxen Theologen, die unter Verzicht auf Originalität entschieden, kompromißlos und unter Bejahung aller persönlichen Nachteile für die Reinerhaltung des luth. Erbes mit großer Gelehrsamkeit und literarischer Fairneß eintraten“ (NDB XI, 665). – Die Blätter 3 und 4 im Beiband mit umfangreichen hs. Eintragungen. Unterschiedlich gebräunt und fleckig. – Selten.

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KONVOLUT – 14 Werke. 1510-1868. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (50) 400,BIBLIA LATINA. (Um 1510). Fragment mit über 600 Bl. – DASS. Paris, Estienne, 1545. – Fehlen 1 Bl. der Vorstücke und 28 Bl. der Schlußstücke. – VALERIUS MAXIMUS, Dictorum factorumque memorabilium libri IX. Antwerpen, Plantin, 1574. – LITANIAE CATHOLICAE: Ad Christum, beatam Virginem, et sanctos. Ingolstadt, Eder, 1589. – BAÑEZ, D., Scholastica commentaria in secundam secundae Angelici Doctoris F. Thomae. 1587. – LIVIUS, T., Romanae historiae principis libri omnes, quotquot ad nostram aetatem pervenerunt. 2 Tle. in 1 Bd. 1599. – VD 16 ZV


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Alte Drucke und alte Theologie

9804. – DURANDUS, G., Rationale divinorum officiorum. 1599. – IA 157.871. – Es fehlt der Schluß mit den Bl. Nr. 369-375. – VITRINGA, C., Observationum sacrarum libri VI. Bde. IV und V (von 6) in 1 Bd. 1711. – RUPPRECHT, TH. M., Notae historicae in duos primos titulos libri primi Decretalium Gregorii Papae IX. Bd. I (von 3). 1751. – GESETZBUCH über Verbrechen und schwere PolizeyUibertretungen. 1803. – MISSALE ROMANUM ex decreto sacrosancti concilii Tridentini restitutum. Regensburg 1868.

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– 12 inkplt. Bände. 1516-1743. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (22) 500,I. LUCIANUS, Opuscula Erasmo Roterodamo interprete. (Venedig), Aldus, (1516). – Renouard I, 128, 5. – Fehlen am Ende num. Bl. 188-236. – II. BLOEMEVENNE, P., Enchiridion sacerdotum, in quo ea quae divinissimam eucharistiam & sacratissimae missae officium attinent. Köln, Johann von Dorsten, 1532. Mit Titelholzschnitt. – VD 16 B 5747. – Es fehlen num. Bl. 9-16, 49-88 und 145-179. – III. TRITHEMIUS, J., Octo quaestiones ad Maximilianum Caesarem. Frankfurt, C. Jacob, 1550. – VD 16 T 1988. – Es fehlen num. Bl. 9, 16, 50, 51, 54 und 55. – IV. PETRARCA, Il Petrarcha con l'espositione d'Alessandro Vellutello. Venedig, „al segno della Speranza“, 1550. – Speck-N. 259. – Es fehlen Bl. Nr. 8 und das letzte Bl. – V. ALAMANNI, C., Prima (Secunda) secundae partis totius philosophiae, e D. Thomae Aquinatis doctrina. Tle. II/1 und II/2 (von 6) in 1 Bd. Pavia, Rossi, 1622-23. – De Backer-S. I, 113, 1. – VI. HOTTINGER, J. H., Historiae ecclesiasticae Novi Testamenti seculum XV. Bde. IV und V (von 9) in 1 Bd. Zürich, Schaufelberger, 1654-55. – VD 17 12:116086M. – VII. SALVI, M. A., Delle historie di Pistoia e fazioni d'Italia. (Bd. I von 3). Rom, de'Lazari, 1656. Mit gestoch. Frontisp. – STC 814. – VIII. RITUALE sive agenda ad usum ecclesiarum metropolitanae Moguntinae, et cathedralium Herbipolensis et Wormatiensis. Würzburg, Zinck, 1671. – VD 17 12:122781X. – Es fehlen im Hauptteil S. 31/32. Einige Bl. gelockert oder lose. – IX. STAINMAYR, M., Novae septem Musae, Oder Sieben Neue Künsten, Das ist: Sieben Hülff- und Trost-Predigen. Bd. VII (der Reihe). Nürnberg, Lochner, (1698). Mit gestoch. Frontisp. – VD 17 12:193525E. – X. LE JEUNE, J., Der Blinde, Aber Getreu, und Sichere Weeg-Weiser Von Jericho nacher Jerusalem, Das ist: Lehr-Geist- und Eyfer-volle Predigen. Bd. I (von 8). Konstanz, Neyer, 1724. Mit gestoch. Portr. – XI. LEBEUF, J., Memoires concernant l'histoire d'Auxerre. 2 Bde. Paris 1743. 4°. (Ohne Karten und Plan). – Erste Ausgabe. – Cioranescu 37919. – Tls. etw. gebräunt, fleckig und mit Gebrauchsspuren.

290

LACTANTIUS, (L. C.) F., Op(er)a nup(er) p(er) Janu(m) Parrhasiu(m) accuratissime castigata: graeco integro adiu(n)cto. Venedig, G. Tacuino, 1521. Fol. Mit floraler Titelbordüre, großer figürlicher Eingangsinitiale in Rotdruck und zahlr. schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen, Titel gedruckt in Rot und Schwarz, Textbeginn gedruckt in Rot. 12 nn., CLX, XX num., 1 nn. Bl. (statt 2). Beschäd. Pgt. d. Zt. (Rücken mit Fehlstellen). (88) 900,-

Nr. 290

STC, Suppl., 46. Adams L 17 (ebenfalls ohne das letzte Bl.). EDIT 16 CNCE 34856. – Mit Beiträgen von Johannes Chrysostomus, A. G. Parrasio, Qu. S. F. Tertullianus und Lorenzo Valla. – Es fehlt das letzte Bl. (weiß?), unser letztes vorhandenes Blatt endet mit dem Kolophon und Lagenregister. – Titel mit gelöschtem Besitzvermerk. Einige Blätter und Lagen am Anfang und Ende gelockert oder lose. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. Lacks last leaf (blank?), the last leaf in our copy ends with the colophon and the quire register. – Title with erased ownership entry. Some leaves and quires loosened or loose at the beginning and the end. Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary, damaged vellum (spine with defects). – See illustration.

291

– Opera quae extant cum selectis variorum commentariis, opera & studio Servatii Gallaei. Leiden, Hackius & Leffen, 1660. Mit gestoch. Titel. 15 Bl., 938 S., 40 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 200,Ebert 11610. Brunet III, 736. Graesse IV, 67: „C'est le texte de Thomasius revu sur des mss. et d'anc. édd. La choix des notes laisse beaucoup à désirer.“ – Vgl. LThK VI, 344: Enthält u. a. „sein Hauptwerk, die 'Divinae Institutiones', den ersten Versuch in latein. Sprache ein System der christl. Weltanschauung darzustellen.“ – Ferner mehrere kleinere Schriften, darunter „Epitome divinarum institutionum“, „De ira Dei“, „Libri de opificio Dei“ etc. – Vorsatz mit teilw. entferntem Exlibris. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.


Alte Drucke und alte Theologie

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LA NOUE, (F.) DE, Discours oder Beschreibung und ußführliches rähtliches bedencken, von allerhandt so wol Politischen, als Kriegssachen. Frankfurt, A. Wechels Erben, 1592. Mit Druckermarke auf dem letzten Bl. 13 Bl., 924 (recte 902) S., 2 Bl. Mod. Pgt. (21) 400,Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 L 431. – Vgl. Brunet III, 824. Hoefer XXIX, 482. BN XIX, 795. INED 2592 (EA). – Nicht im STC. – Wichtige Quellenschrift für die französischen Religionskriege. – Aus calvinistischer Sicht geschriebenes historisch-philosophisches Werk des Obristen François de La Noue (1531-1591), eines der bedeutendsten protestantischen Feldherrn unter Condé und Heinrich IV. Er hatte 1570 im Krieg den linken Arm verloren und wurde seitdem „Bras de fer“ genannt. Von den Spaniern auf Schloß Limburg gefangengesetzt, schrieb er seinen Essayband. Der letzte Discours, seine „Memoires“ über die Jahre 1562 bis 1570, ist oft selbständig gedruckt worden. – Vorsätze erneuert, Titel gewaschen (Schrift in Rot verblaßt) und gestempelt, wenige hinterlegte Eckabrisse, etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig.

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De Backer-S. IV, 1585. – Sechste Ausgabe des in zahlreichen Ausgaben und Auflagen erschienenen Hauptwerkes des deutschen Jesuiten Paul Laymann (1575-1635), der sich früh und mit Nachdruck gegen die Mißbräuche bei den Hexenprozessen aussprach. Die „Theologia moralis“, „ausgezeichnet durch seltene Klarheit und Präcision, verschafft ihm einen Ehrenplatz unter den classischen Auctoren dieser Wissenschaft“ (Wetzer-Welte VII, 1555). – Tls. stärker gebräunt, Titel mit hs. Besitzvermerk von 1730.

Nr. 291

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LALEMANDET, J., Decisiones philosophicae in quibus late proponuntur ac discutiuntur praesertim controversiae inter Thomistas ac Scotistas. 3 Tle. in 1 Bd. München, Leyser, 1644-45. Fol. Mit 3 gestoch. Titeln, 3 gestoch. Kopfvign., 6 Textkupfern, ganzseit. Textholzschnitt und doppelblattgr. Tabelle. 5 Bl., 128, 438 Sp., 3 Bl., 82 Sp., 3 Bl., 670 (recte 668) Sp., 7, 5 Bl., 502 Sp., 8 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, Schließen fehlen, Rücken mit Signaturschild). (86) 300,Erste Ausgabe. – Hoefer XXIX, 10. Wetzer-W. VII, 1325 (beide dat. 1645-46). Graesse IV, 81 (nur 2 Tle.): „très rare.“ – Seinerzeit sehr geschätztes Werk des „frommen und bescheidenen Ordensmannes“ (Wetzer-W.) Jean Lal(l)emandet (1595-1647), eines Paulaners, in dem er in drei Teilen, gut aristotelisch gegliedert, Logik, Physik und Metaphysik behandelt. – Gestoch. Titel und Drucktitel von Tl. I gestempelt, letztes Indexblatt von Tl. II am Seitensteg tls. angerändert, gebräunt. Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk „Ad simplicem usum P. Leonis Seidl. Ex duplis bibliothecae regiae Monacens.“.

LAYMANN, P., Theologia moralis. Editio sexta. Bamberg, Schönwetter, 1677. Fol. Mit gestoch. Titel (dat. 1669). 6 Bl. (letztes weiß), 512, 558, 107 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Metallschließen (fleckig, berieben). (86) 200,-

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LITURGIAE, sive missae sanctorum patrum. Antwerpen, J. Steels, 1562. Mit Druckermarke auf dem Titel. 201 num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln, dat. „1564“ (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 300,STC 216 („Books destroyed during the war“). Adams L 844. – Vorsätze mit hs. Eintragungen und Exlibris, Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk „Ruperti à Stotzingen“ und des Wiener Augustiner-Eremiten-Klosters. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – BEIGEB.: II. JOHANNES (AUS DAMASKUS), Primae dogmatum institutiones. Paris, Th. Richard, 1556. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl. (letztes Bl. weiß), 102 S., 1 Bl. – Aus dem Griechischen ins Lateinische übertragen von J. Périon. – III. VICTORINUS (AUS PETTAU), Apocalypsin beati Ioannis scholia. Bologna, A. Giaccarelli und P. Bonardo, 1558. Mit Druckermarke am Ende. 67 S. – EDIT 16 CNCE 25796.


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Alte Drucke und alte Theologie

LOCHMAIER, M., Sermones de sanctis. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1512. Fol. 252 Bl. (letztes Bl. weiß). – BEIGEB.: WANN, P., Quadragesimale ... de preservatio(n)e hominis a peccato. Ebda. 1512. 39 Bl. Ohne Einband. (96) 400,I. VD 16 L 2235. Benzing, Hagenau, 110 (beide mit falscher Kollation). Burg 247. – Seitengleicher Nachdruck der Ausgabe ebda. 1507. – Michael Lochmaier von Haideck war „eines der ausgezeichneterten Mitglieder der Wiener Universität aus der rheinischen Nation. Seit 1488 ... scheint er Canonicus, Doctor der Theologie und des canonischen Rechts und Magister der freien Künste ... in Passau geworden zu sein“ (ADB XIX, 64). – Titel angestaubt, mit Randein- und Ausrissen. – II. Adams W 13. VD 16 W 1180. Benzing, Hagenau, 116. Burg 444. – Wann war Professor für Theologie in Wien, wo er die Bursa Pauli gründete, Domherr in Passau und Propst von Schliersee (gest. 1489 in Passau). – Leicht gebräunt und fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien. – Vom ehemaligen zeitgenössischen Einband sind nur noch der stark läd. Hinterdeckel und Reste des Rückenbezugs erhalten.

J. Oporinus, (1564). 528 S. (S. 191/192 und 319/320 weiß), 16 Bl. Rot eingefärbtes flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 400,Luthers „Kleiner Katechismus“ mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – STC 546. Adams L 1872. VD 16 ZV 25122. – Michael Neander (1525-1595) war ein bekannter Schulmann und seit 1550 Leiter der Klosterschule Ilfeld. Er übersetzte Schulbücher in alte Sprachen. – Titel mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Quetschfalten in den Ecken.

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VD 16 L 5412 und L 5888 (Ausgaben Nürnberg 1548). – Zwei aus Werken Luthers von dem Wittenberger Drucker und Leipziger Thomaskantor Georg Rhau (1488-1548) zusammengestellte Erbauungsschriften. – Nicht bei Adams und im STC, kein Nachweis im KVK. – Vorderer Spiegel mit Klebespuren, Titel mit Besitzvermerk, stellenw. alte Marginalien und Unterstreichungen, ein Bl. mit hinterlegtem Randeinriß, minimale Wurmspuren, etw. gebräunt und fleckig.

Widmung von Posth an Lauterbach 297

LOTICHIUS, P., Poemata quae passim edita, hoc libello comprehensa sunt, et nunc primum ista forma expressa. Leipzig, E. Vögelin, 1561. 8 Bl., 211 (recte 210) S., 2 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 400,Vermutlich einer von 2 Drucken der ersten Ausgabe in diesem Format. – VD 16 L 2868 (Kollation geringfügig abweichend). – Diese Ausgabe nicht bei Adams und im STC. – Vgl. Ellinger II, 340. Oberlé 152. Goed. II, 102, 91. NDB XV, 238: „Die untrennbare Einheit von persönlichem Schicksal und dichterischer Produktivität kennzeichnet sein ganzes Werk, das (nahezu) ausschließlich der lyrischen Gattung angehört. L. bewies in dem adäquaten und sparsamen Gebrauch des Vorgeformten hohe künstlerische Sensibilität. Ihn leitete das Bestreben, den eigenen Erfahrungen und Seelenstimmungen durch objektivierende Formgebung Allgemeingültigkeit zu verleihen. Schon den Zeitgenossen galt er als der hervorragendste neulateinische Dichter Deutschlands.“ – Mit einem Vorwort von J. Camerarius. – Zur Kollation: S. „201“ in der Paginierung ausgelassen, Text wird weitergezählt mit S. „202“ und endet mit S. „211“ (recte 210) auf Blatt P5 verso. – Titel und S. 49/50 unten etw. eingerissen. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. – Auf dem Titel unten eine fünfzeilige Widmung des Dichters und Arztes Johannes Posthius an seinen Freund Johann Lauterbach, „Rector und gekrönter Poet zu Heilbronn“ (ADB XVIII, 75). Posthius war ein enger Freund von Lotichius: „den letzten Brief, den Lotichius an Neustetter richtete, dictirte er von seinem Sterbebett aus seinem Jünger Posthius in die Feder“ (ADB XXVI, 474).

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LUTHER, M., Katechesis (graece). Catechesis parva, Graecolatina, postremum recognita. Studio & opera Michaelis Neandri. 3 Tle. in 1 Bd. Basel,

– Der Spruch Jesu Christi, Johan(nis) am III. Cap. Also hat Got die welt geliebet etc. (Hrsg. von Georg Rhau). 2 in 1 Bd. Nürnberg, J. vom Berg und U. Neuber, 1549. Mit 2 kleinen Titelholzschnitten, einigen Holzschnittinitialen und Druckermarke am Ende. 47 nn. Bl. Pp. d. 19. Jhdts. (Rücken brüchig, bestoßen). (26) 500,-

300

– PORTA, K., Pastorale Lutheri. Das ist, Nutzlicher und nötiger Unterricht, von den fürnembsten Stücken zum heiligen Ministerio gehörig. Sampt einem ordentlichen Register und schönen Vorrede M. Hieronymi Mencelij. Eisleben, A. Petri, 1582. 4°. 14 nn., 367 (recte 378) num., 14 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 400,Erste Ausgabe dieser Bearbeitung. – VD 16 L 3559. JöcherA. VI, 671, 1. ADB XXVI, 445: „War lange Zeit ein unentbehrlicher Rathgeber der Geistlichkeit und ist bis 1729 in vielen Auflagen gedruckt worden.“ – Vorsatz mit hs. Eintragung. Titel mit Besitzvermerk. Etw. gebräunt und fleckig. – NACHGEB.: „METHODUS CONCIONANDI LACONICA paraphrasi simplici illustrata, ac mediocris practicae exemplis illuminata per Christianum Theologophilum Anatinum.“ Lateinische Handschrift auf Papier. Um (16)79? 1 Bl., 82 (recte 83) S. – Vorgeb. 6 weiße Bl. und nachgeb. 39 weiße Bl. (letztere z. Tl. mit Tintenflecken).

301

LUTZ, R., Har(monia), seu Historia sancta omniumque verissima, de Christo Iesu Nazareno. Basel, Petri, (1561). Fol. 630 S., 19 Bl. Läd. Pgt. d. Zt. (angeschmutzt). (8) 200,VD 16 L 7687. – Enthält außer der Evangelienharmonie einige andere auch separat erschienene Schriften des Autors, darunter Anmerkungen zum Buch Hiob. – Titel mit kleinem hinterlegten Ausriß (verlorene Buchstaben hs. ergänzt), zur Hälfte aufgezogen, Besitzvermerk gestrichen. Etw. stockfl., Marginalien von alter Hand.


Alte Drucke und alte Theologie

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in seinem Vaterlande nach Rom geflohener Erzbischof von Uppsala, hat in seiner schwedischen Geschichte „aus falschem Patriotismus ganze Reihen apokrypher Könige eingeschaltet“ (Meyer). Sein Werk wurde dann auch bald durch die entsprechenden Arbeiten seines Bruders Olaus Magnus verdrängt. Die Holzschnitte sind mit wenigen Ausnahmen kleine Porträts schwedischer Könige in ganzer Figur, meist mehrfach abgewandelt und wiederholt. Bemerkenswert die prächtige Karte und die Druckermarken, beide bei Collijn abgebildet. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig, die ersten 24 Bl. gereinigt, das restliche Buch durchgehend mit leichten Feuchtigkeitsspuren. – Siehe Abbildung.

(MAGNO, C.), Trionfo di Christo per la vittoria contra turchi. Venedig, o. Dr. (D. und G. B. Guerra?), 1571. 4°. Mit kleinem Titelholzschnitt. 4 Bl. Mod. Umschlag. (42) 600,STC 404. Adams M 134. Göllner 1345 (leicht abweichende Druckvariante). – Vgl. Soranzo 85, 1113. – Einer von mehreren Drucken mit dem Hymnus des Celio Magno auf den Sieg in der Seeschlacht bei Lepanto. – Leicht fleckig, kaum gebräunt.

The woodcuts, with a few exceptions, show small portraits of Swedish kings in full figure, often modified and repeated. Most remarkable are the magnificent map and the printer's marks. – Title with ownership entry. Slightly browned, hardly soiled, the first 24 leaves cleaned, the remaining part of the book with light dampstains throughout. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 metal clasps (spine and endpapers renewed, a little soiled, scratched and scuffed). – See illustration.

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MANUZIO, A., Purae, elegantes, et copiosae, Latinae linguae phrases. Nunc primum in Germania editae. Leipzig, A. Lamberg, 1588. Mit Druckermarke am Ende. 12 Bl., 277 S., 12 Bl. Blindgepr. Hschweinsldr. d. Zt., Deckel mit grün eingefärbtem Pgt.-Bezug (starke Gebrauchsspuren). (50) 300,Erste von Lamberg gedruckte Ausgabe, die dritte in Deutschland. – VD 16 M 804. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Anleitung zum guten lateinischen Stil anhand von Mustersätzen. – Titel mit Besitzvermerken und kleinem Exlibris. Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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Nr. 303

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MAGNUS, J., Historia de omnibus Gothorum Sueonumque regibus (Ed. Olaus Magnus). Rom, (G. M. de Viottis), 1554. 4°. Mit Titelholzschnitt mit integriertem Wappen, 2 ganzseit. Holzschnittdruckermarken auf Bl. 29 und am Ende, 238 Textholzschnitten (inkl. Wdh.), darunter ganzseit. Skandinavienkarte, und zahlr. figürlichen Initialen. 30 Bl. (das letzte weiß), 787 S., 1 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (Rücken und Vorsätze erneuert, etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (69) 4.000,Variante der ersten Ausgabe mit dem Wappenholzschnitt auf dem Titel und Widmung an Papst Julius III. – STC 404. Adams M 135. Mortimer 169 Anm. Collijn II, 210 ff. – Johannes Magnus (1488-1544), 1526 vor der Reformation

MARAFFA, A., Opus de a(ni)ma sine dubio novum et omnino divinum omni doctrinae genere refertu(m) phylosophis, theologis ac concionatoribus ad primae necessarium. Neapel, M. Cancer, 1550. Mit Holzschnitt-Portr. auf dem Titel. 8 nn. (letztes Bl. weiß), 216 num. Bl. Läd. flex. altes Pgt. (22) 300,Wohl einzige Ausgabe. – EDIT 16 CNCE 23671. – Abhandlung über die Unsterblichkeit der Seele. – Obere Ecken am Anfang mit stärkeren Papierschäden (Titel mit geringem Buchstabenverlust). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, wasserrandig und mit hs. Marginalien.

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(MARSILIUS VON INGHEN, Questiones super quattuor libros sententiarum). Tl. II (von 2). Straßburg, M. Flach, 1501. Fol. Num. Bl. CCCXLIX-CCCCCXCIII. Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem blindgepr. Schweinsldr.-Rücken (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit zahlr. Wurmlöchern, Schließen fehlen). (96) 500,Erste Ausgabe des umfangreichen Sentenzenkommentars, vorliegender Teil enthält die Bücher III und IV. – Copinger 3885. GKW M 21160. Goff M 283. Adams M 674. VD 16 M 1127. Schmidt, Flach, 3. Muller 102, 3. – Der hier nicht vorhandene erste Teil (mit den 2 ersten Büchern) wird von ein-


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Alte Drucke und alte Theologie

zelnen Bibliographen als Inkunabel geführt. Unser vollständiger zweiter Teil mit dem Kolophon am Ende. – Das theologische Hauptwerk des Gründers und ersten Rektors der Universität Heidelberg. „Darin vertritt er einerseits die typisch nominalistische Form der Lehre von der Allmacht Gottes und der Kontingenz seiner Geschöpfe, andererseits nimmt er wieder die thomasische Bestimmung der Theologie als einer theoretischen Wissenschaft auf“ (NDB XVI, 261). – Erstes Bl. mit Quetschfalten in der unteren Ecke. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren. – Innendeckel mit hs. Besitzvermerken: Exemplar aus dem Kloster Altomünster (dem einzigen Kloster des Birgittenordens in Deutschland), dat. 1542.

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MASSA, A., Contra l'uso del duello. Venedig, M. Tramezino, 1555. Mit Druckermarke auf dem Titel. 12 nn., 77 num. Bl. (ohne das letzte Bl. mit der wdh. Druckermarke). Pgt. d. Zt. (22) 120,-

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Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575-1622) war von 1609-1622 Fürstbischof in Bamberg, von 1617-22 auch Würzburger Fürstbischof (siehe ADB XIV, 451). Das silberne fünfspeichige Rad vor rotem Grund ist das Stammwappen der Ritter von Aschhausen, der rotgezungte schwarze Löwe mit silbernem Schrägrechtsfaden vor goldenem Grund repräsentiert das Bistum Bamberg. Da das Würzburger „Rennfähnlein“ hier noch fehlt, muß die Miniatur vor der Wahl zum Würzburger Fürstbischof am 5. November 1617 entstanden sein. – Etw. wasserrandig und mit leichten Abklatschspuren. – Unter Glas gerahmt.

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Adams M 847. STC 424. Thimm 185. – Zweite Ausgabe, die erste war ein Jahr zuvor in Rom herausgekommen (noch 1620 erschien eine weitere Ausgabe in Tübingen). – Wenig fleckig, einige alte Anmerkungen.

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MELANCHTHON, PH., Corpus doctrinae christianae. Straßburg, Th. Rihel, 1580. Mit Holzschnitt-Portr. auf dem Titel. 10 Bl., 849 S., 32 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln, monogr. und dat. „DK 1580“ (Schwanz läd., fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (50) 300,Spätere Ausgabe. – VD 16 M 2892. Ritter 1562. Muller 548, 70. Neuser 116 (Kollation ungenau). – Die erste evangelische Dogmatik. – Das Porträt zeigt Melanchthon. – Vorderer Vorsatz mit Besitzvermerken und Randschäden. Letztes Bl. verso und folgende 2 weiße Bl. mit umfangreichen hs. Eintragungen. Etw. gebräunt, wenig fleckig, tls. schwach wasserrandig. – Der Plattenstempel auf dem Vorderdeckel (ca. 75 x 45 mm) zeigt David und Goliath mit der einzeiligen Unterschrift „Non In Gladio Nec In Hasta Sa“, der auf der Rückseite (ca. 75 x 45 mm) zeigt Simson mit dem Löwen, unten links sign. „HM“ mit der zweizeiligen Unterschrift „De Comedente Exiuit Cibus / Et De Forti Egressa Est Dul“ (nicht bei Haebler).

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MILLER, G., Ein christliche Predig zu Ehren und schuldiger Danckbarkeit der Kirche, Statt und Schulen in Straßburg gethon, daselbst im Münster, auff 20. Augusti Anno 1584. Lauingen, L. Reimichel, 1584. 4°. Mit kleinem Holzschnitt-Portr. und typographischer Bordüre auf dem Titel. 14 Bl. Geheftet, ohne Einband. (154) 300,Erste und wohl einzige Ausgabe. – VD 16 M 5327. Bucher 134. – Vgl. ADB XXIII, 142. – Georg Miller (Müller, Mylius) war Kopf des protestantischen Widerstandes in Augsburg gegen die Einführung des Gregorianischen Kalenders und mußte die Stadt am 28. Mai 1584 verlassen; über Ulm gelangte er nach Jena und Wittenberg. – Letztes Bl. mit kleinem Randausriß. In der ersten Hälfte innen mit kleiner Wurmspur. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

MINIATUREN – WAPPENMINIATUR des Bamberger Fürstbischofs Johann Gottfried I. von Aschhausen. Große Gouache auf Pergament. Bamberg zwischen 1609 und 1617. Blattgr.: ca. 25 x 18 cm. (76) 300,-

MISSALE – MISSALE ROMANUM cum propriis festis sanctorum ecclesiae et dioecesis Passaviensis. München, N. Henricus, 1608. Fol. Mit 9 ganzseit. Textholzschnitten sowie zahlr. Holzschnitt-Initialen und in den Text gedruckten Musiknoten, durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt. 31 Bl., 547 (recte 549), CI S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit goldgepr. Wappensupralibros, blindgepr. Bordüren und 2 intakten Metallschließen (beschabt und bestoßen, Gelenke und Rücken rissig, Goldprägung oxydiert). (69) 800,Amiet P 1689. – Nicht bei Weale-Bohatta. – Fleckig, Titel und einige Textseiten mit kleinen Einrissen und Fehlstellen (ohne Textverlust), überstehende Teile der Blattweiser verloren, Besitzvermerk auf vorderem fliegenden Vorsatz. Buchblock gebrochen.

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– SAMMLUNG von 6 Meßbüchern und einem Erbauungsbuch des 17. und 18. Jhdts. Ldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren, beschabt und bestoßen). (23) 150,Ein „Manuale Chori“ aus dem Elsaß (Colmar 1703), zwei in Freiburg im Breisgau gedruckte „Diurnalia Chori“ (1686 und 1745), ein „Rituale romanum“ (Venedig 1757), ein „Officium hebdomane sancte“ (Kempten 1771, mit hübschem gestochenen Frontispiz in Punktiermanier) und ein ebenfalls in Kempten gedrucktes Missale (1805) sowie der „Neuverbesserte Himmelsschlüssel“ von Johann Baptist Fackler (Mindelheim 1778, mit einigen Textkupfern). – Tls. stärkere Gebrauchsspuren. – Zwei weitere theologische Werke beiliegend.

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– KEMPTEN – SAMMLUNG von 8 Meßbüchern des 17. bis 19. Jahrhunderts, meist aus der Klosterdruckerei Kempten. Fol. Verschied. Einbände d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (64) 600,-


Alte Drucke und alte Theologie

Drei „Missalia nova romana“:

Product. Spirae 8. Iunii Anno 1585. (Nürnberg 1591). Fol. 200, 109 num., 9 nn. Bl. – NACHGEB.: VOTUM in Causa Nürnberg Contra Brandenburg Revisorii das Possessorium der strittigen Hohen Fraißlichen Obrigkeit im Nürnbergischen Territorio betreffend. O. O. und Dr. (um 1700). 126 S., 1 Bl. Pp. um 1800 (beschabt und fleckig). (8) 250,-

I. Kempten 1700 (mit gestochener Titelvignette, 10 ganzseitigen Textkupfern und 9 gestochenen Bordüren, in Ledereinband mit zehnteiligen Messingbeschlägen, mit eingebunden „Missa propriae festorum ordinis fratrum minorum“, ebenda 1689). II. Kempten 1708 (in derselben Weise illustriert, ebenfalls ein Ledereinband mit zehnteiligen Messingbeschlägen, hier beigebunden ein „Proprium missarum de sanctis“, ebenda 1710, mit ganzseitigem Textkupfer und gestochener Bordüre).

I. VD 16 ZV 11808. – Vgl. Pfeiffer 35049. – Zweiter Abdruck dieser Zusammenstellung von rechtlichen und geschichtlichen Belegen und Quellen, mit einer Auflistung der ursprünglich zu Nürnberg gehörigen Ämter. II. Pfeiffer 35062. – Unbeschnitten, etw. gebräunt, zu Anfang geringfügiger Wasserrand. – DAZU: RELATIO seu votum, in causa revisionis, a civitate Imperiali Norimberga, contra Domum Brandenburgicam, super jurisdictione territoriali. 1731. Fol. 1 Bl., 216 S. Broschur.

III. Kempten 1720 (mit gestochener Titelvignette und 9 ganzseitigen Textkupfern, hier ebenfalls zwei „Propria missarum de sanctis“ beigebunden, davon eines zu den in Kempten verehrten Heiligen). Weiterhin drei Totenmeßbücher, Kempten 1705 (2 Exemplare) und 1732 sowie ein Antiphonar zur Passionszeit, Kempten 1837; weiterhin ein „Missale romanum“, 1845 gedruckt bei Rauch in Innsbruck, mit farblithographiertem Titel (dieser lose), gebunden in einen Samteinband mit zusammen 14 versilberten Beschlägen. – Mäßige, tls. auch stärkere Gebrauchsspuren.

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Mit zwei Karten von Palästina 317

NIEREMBERG, J. E., De origine Sacrae Scripturae libri duodecim. In quibus multa scripturae loca explanantur, et antiquitates ex sacra, profanaque eruditione eruuntur. Lyon, Prost, 1641. Fol. Mit großer gestoch. Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 454 S., 14 Bl. Alte läd. Broschur. (12) 250,Wohl einzige Ausgabe. – Goldsmith N 227. CLC N 303. De Backer-S. V, 1744, 21. – Johannes Eusebius Nieremberg, Kind deutscher Eltern, geb. in Madrid um 1595, gest. ebda. 1658, „schrieb über 70 kleinere und größere, größtenteils aszetische Werke, von denen viele oft aufgelegt und vielfach übersetzt wurden“ (LThK VII, 560). – Unterschiedlich gebräunt und braunfleckig.

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NIKOLAUS VON FLÜE – HUGO, P., Nicolai de Rupe anachoretae subsilvani in Helvetia vitae ac res gestae. Freiburg, Darbellay, 1636. 12°. Mit ganzseit. Textholzschnitt am Ende. 12 Bl., 369 S. Pgt. d. Zt. (Rücken angekalkt, fleckig, ohne Schließbänder). (88) 250,Erste Ausgabe. – De Backer-S. IV, 511, 4. Haller III, 1690: „Die beste unter den ältern Lebensbeschreibungen des sel. Bruder Claus.“ – Biographie des erst 1947 heiliggesprochenen, jedoch schon immer tief verehrten Schutzpatrons der Schweiz, des Mystikers und frommen Einsiedlers Nikolaus von Flüe (1417-1487). – Der Holzschnitt am Ende zeigt ihn in der für ihn typischen Darstellungsweise als bärtigen Einsiedler, auf einen Stock gestützt und den Rosenkranz haltend. – Gebräunt; Vorsatz mit Besitzvermerken.

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NÜRNBERG – GRAVAMINA in angestellter Revision sachen Burgermeister und Raths der Statt Nürmberg als gewesnen Beklagten Contra den Durchleuchtigen Herrn Georg Friderichen Marggrafen zu Brandenburg als gewesnen Cläger.

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OEKOLAMPADIUS, J., In Iesaiam prophetam hypomnematon, hoc est, commentariorum libri VI. Basel, A. Cratander, 1525. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel, 2 figürlichen Holzschnittbordüren, 2 ganzseit. Holzschnittkarten und einigen Holzschnitt-Initialen. 6 nn., 309 num., 16 (statt 17) nn. Bl. (das erste Bl. weiß). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (50) 800,Erste Ausgabe. – STC 104. VD 16 B 3757. Hieronymus 388 i, 404 a und 405. Pegg 3276. Ders., Swiss libraries, 4366. Staehelin 109. – Die beiden interessanten Holzschnittkarten vom Heiligen Land (von Tarsos bis Ägypten) und von Palästina (Galiläa mit Samaria und Judäa) auf den Bl. 32 und 95 sind nicht bei Laor und Nebenzahl, sie sind zweifellos von großer Seltenheit. – Die Druckermarke von H. Holbein wird hier erstmals verwendet. – Es fehlt das letzte Bl. mit einer weiteren Druckermarke. – Fliegender Vorsatz mit längerer hs. Eintragung. Etw. gebräunt und fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. – Siehe Abbildung Seite 33.

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OPTATUS AUS MILEVE, L'histoire du schisme, blasphemes, erreurs, sacrileges, homicides, incestes, & autres impietez des Donatians. Et auiourd'huy mise en nostre langue Françoise par M. Pierre Viel. Paris, F. Morel, 1564. Mit Druckermarke auf dem Titel. 40 Bl., 407 S. Hlwd. um 1900 (teilw. verfärbt, etw. berieben, wenig bestoßen). (22) 400,Erste und wohl einzige französische Ausgabe. – Brunet IV, 197 (einziger Nachweis): „Cette traduction est devenue rare.“ – Vgl. LThK VII, 733. – Optatus (zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts), Bischof von Mileve in Numidien, ist als erster antidonatistischer Schriftsteller und als Quelle für Augustinus' Kirchenbegriff von Wichtigkeit. – Vorsatz gestempelt. Titel mit verblaßtem Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig.


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Alte Drucke und alte Theologie

ORIGENES, Operu(m) tomi duo priores cum tabula et (sic!) indice generali. (Trad. S. Hieronymus, Rufinus Aquileiensis et Cristoforo Persona. Ed. Jacques Merlin). Tle. I und II (von 4) in 1 Bd. Paris, J. Petit und J. Badius Ascensius, (1519). Fol. Mit Titelbordüre und Druckermarke auf dem Titel (gedruckt in Rot und Schwarz) sowie zahlr. Metall- und Holzschnitt-Initialen. 32 nn., CXC, CLVII num. Bl. Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Rücken fehlt größtenteils, etw. beschabt und bestoßen, mit Wurmlöchern, eine Schließe fehlt). (8) 200,-

STC 664. Adams O 301. VD 16 O 926. Ebert 15252 Anm. – Die dritte in Deutschland gedruckte Ausgabe im 16. Jahrhundert, zugleich Nachdruck der Kölner Ausgabe von 1536. – Eine Weltgeschichte in apologetischer Absicht bis 417 n. Chr. Von historischem Wert für die Gegenwart des Verfassers (4./5. Jhdt.) und wo die benutzten Quellen (z. B. Livius) verloren sind. – Vorsatz mit ausführlichen hs. Eintragungen. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit umfangreichen hs. Marginalien. – Siehe Abbildung.

Aus Kloster Stablo 321

Dritte Auflage dieser Bearbeitung. – STC 330. Renouard III, 97 f., 2 (Titelschreibweise geringfügig abweichend). Moreau 2164. Hoffmann III, 180. Ebert 15209 Anm. – Dieser Nachdruck der Ausgaben von 1512 bzw. 1515 nicht bei Adams. – Als Makulatur wurde ein altes Pgt.-Manuskript benutzt. Titel mit hs. Notiz. Leicht gebräunt, wenig fleckig. Vor allem am Anfang und Ende mit Wurmspuren, dadurch am Anfang in der unteren Ecke mit Papierschäden.

PAGNINO, S., Isagogae ad sacras literas liber unicus. Eiusdem isagogae ad mysticos sacrae scripturae sensus, libri XVIII. Köln, J. von Kempen, 1542. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 10 Bl., 902 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (23) 200,VD 16 P 80. Jöcher IV, 134. – Vgl. LThK VII, 873, 5. Adams P 35 (Ausg. von 1528 und 1543). – Nicht im STC. – Einführung in die Bibel von dem Dominikaner Santes Pagnino aus Lucca, der als Gelehrter in Lyon tätig war. Er übersetzte erstmals nach der Septuaginta das Alte Testament ins Lateinische. – Titel im Bug mont. und mit hinterlegten Einrissen sowie mehreren Besitzvermerken (einer gestrichen), ein Bl. (S. 889/890) unter Vertauschung von verso und recto eingebunden, Ränder mit kleinen Ausbrüchen und Läsuren (tls. hinterlegt); etw. wasserrandig und gebräunt. – Das Exemplar trägt auf dem Titel den Besitzvermerk des Klosters Stablo bei Lüttich. Ebenfalls auf dem Titel der Eintrag des Sterbejahrs des Autors von alter Hand: „Mortuus est anno 1545 Santes Pagninus“. Bislang nahm man an, Pagnino sei 1536 oder 1541 gestorben.

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PALEOTTI, G., De nothis spuriisque filiis, tractatus singularis; omnibus iuris studiosis, tam practicis, quam theoricis adprim(a)e utilis & necessarius. Frankfurt, N. Basse, 1587. 8 Bl., 430 S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder und Vorsätze erneuert). (69) 150,Zweite im deutschen Sprachraum gedruckte Ausgabe. – Adams P 89. VD 16 P 122. – Seinerzeit beliebtes und oft gedrucktes juristisches Lehrbuch. – Titel unten angerändert und innen hinterlegt. Leicht gebräunt, etw.fleckig, stärker wasserrandig.

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Nr. 320

320

OROSIUS, P., Adversus Paganos, (quos vocant) historiarum liber septem. Nunc denuo cum manu scriptis exemplaribus aliquot collati. Köln, J. von Gennep (für G. Hittorp), 1542. Mit 4teiliger Titelbordüre. 16 Bl., 516 (recte 518) S. Ldr. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (50) 300,-

PAMELIUS, J., Rituale SS. Patrum Latinorum, liturgicon Latinum, juxta veterem Ecclesiae Catholicae ritum ... Cum missis Ambrosiana et Mosarabe. 2 in 1 Bd. Köln, Friessem, 1675. 4°. Mit wenigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 8 Bl., 672 S., 6 Bl., 615 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rsch. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 200,Spätere Ausgabe. – VD 17 1:082715Z und 1:082714S. – Vgl. LThK VII, 910. – Verfaßt von dem Patristiker Jakob Pamelius aus Brügge (1536-1587). Erstmals in Köln 1571 erschienen. – Titel mit Besitzvermerk. Zwischentitel mit Randausriß (Verlust eines Blattweisers). Leicht gebräunt, tls. etw. angeschmutzt und fleckig.


Alte Drucke und alte Theologie

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PANVINIO, O., Epitome pontificum Romanorum a S. Petro usque ad Paulum III. Venedig, (J. Strada), 1(557). Fol. Mit großer Druckermarke auf dem Titel und vielen Wappenholzschnitten im Text. 4 Bl., 428 S., 16 Bl. Spät. Ldr. (Kapitale beschäd., beschabt und bestoßen). (50) 1.000,Erste Ausgabe. – STC 488. Adams P 194. EDIT 16 CNCE 34274 (nennt am Ende irrtümlich 20 Bl.). Cerroti 1406 (dat. irrtümlich 1551). – Erste Personalgeschichte der Kurie, ein reiches Quellenwerk von großer Bedeutung. „Den Ehrennamen 'Pater omnis historiae' (Scaliger) verdiente (Panvinio) nicht bloß durch die Vielseitigkeit seiner Studien, sondern durch ganz moderne kritische Fragestellung und Auffassung, er ist originell und echter Historiker, sieht die Lücken und Probleme und dient unbestechlich der Wahrheit. Sein Stil ist einfach, aber sorgfältig und angenehm“ (LThK VII, 923 f.). – Die ersten 4 Bl. in der unteren Ecke angerändert. Titel mit Besitzvermerken, etw. Textverlust innerhalb des Druckvermerks und geringer Bildverlust in der unteren Ecke der Druckermarke, die folgenden 2 Bl. unten mit geringem Textverlust. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

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First editions. – First persoal history of the curia, a rich reference work of great importance. – The first 4 leaves restored at lower corner. Title with ownership entries, some loss of text inside the imprint and minor loss of illustration at lower corner of printer's mark, the following 2 leaves with minor loss of text at bottom. Slightly browned, partly a little soiled. – II. Church history with listing of prophets, emperors, kings, consuls, popes in tabular chronological order, from the beginning of the world till 1566. – Title with erased ownership entry, stronger soiling. A little browned, hardly soiled. – III. Genealogy of the Roman, Franconian and German emperors and kings until 1556. With appendix on prince-electors and their election; at the end the Golden Bull. – Title with ownership entry. Slightly browned, partly a little soiled and waterstained, towards the end a bit more at bottom. – Endpaper with library no. and exlibris. – Late calf (turn-ins damaged, scratched and scuffed).

PAULINUS VON NOLA, P. M. (A.), Opera digesta in II. tomos. (Hrsg. von J. B. le Brun des Marettes). 2 in 1 Bd. Paris, Couterot & Guerin, 1685. Fol. Mit gestoch. Portr. 8, 324, 190, 148, 239 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 200,Erste Ausgabe dieser Bearbeitung von le Brun des Marettes. – Jöcher-A. V, 1716. Wetzer-W. IX, 1654. – Vgl. BBKL VII, 28-34. – Paulinus von Nola (353-431) stammte aus Bordeaux; er verfaßte ca. 50 Briefe und mehr als 30 Carmina, meist in Hexametern. – Vorsätze mit Wurmspuren. Titel mit Besitzvermerk. Zwischentitel mit Randausriß (Verlust eines Blattweisers). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

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BEIGEB.: II. DERS., Chronicon ecclesiasticum. A C. Iulii Caesaris dictatoris imperio ad imp. Caesarem Maximilianum II. Austrium Augustum. Köln, M. Cholinus, 1568. Mit Holzschnitt-Wappen auf dem Titel. 7 Bl., 144 (recte 146) S. – Erste Ausgabe. – STC 673. VD 16 P 250. – Nicht bei Adams. – Eine Kirchengeschichte, in der Propheten, Kaiser, Könige, Konsuln, Päpste etc. vom Anfang der Welt bis 1566 tabellarisch-chronologisch verzeichnet sind. – Titel mit gelöschtem Besitzvermerk und stärker fleckig. Etw. gebräunt, wenig fleckig. III. DERS., Romanorum principum et eorum quorum maxima in Italia imperia fuerunt libri IIII. Eiusdem de comitiis imperatoris liber. Basel, H. Petri, 1558. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende, figürlicher Holzschnittleiste, einigen Holzschnitt-Initialen und einigen kleinen Textholzschnitten sowie zahlr. meist mitpag. Stammtafeln. 6 Bl., 450 S., 1 Bl. – Erste Ausgabe. – STC 673. Adams P 204. – Nicht im VD 16 (obwohl 12 Ex. über den KVK in Deutschland nachweisbar sind). – Genealogie der römischen, fränkischen und deutschen Kaiser und Könige bis 1556. Mit dem Anhang über die Kurfürsten und deren Wahl; am Schluß die Goldene Bulle. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig, gegen Ende unten stärker. – Vorsatz mit Bibl.-Nr. und Exlibris.

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(PAVINI, G. F.), Baculus pastoralis ad dirige(n)dos in via(m) pacis pedes visita(n)tiu(m). (Hrsg. von J. Chappuis). Paris, U. Gering und B. Rembolt, 1508. 4°. Mit Bordüre und Verlegermarke auf dem Titel sowie einigen MetallschnittInitialen. 10 nn., LXXXIIII num. Bl. – BEIGEB.: (SOYBERT, P.), De culti vinee d(omi)ni liber i(n)numere plenus co(m)moditatis. (Hrsg. von J. Chappuis). Ebda. 1508. Mit Verlegermarke auf dem Titel und einigen Metallschnitt-Initialen. CXVII num., 8 nn. Bl. Ldr. des 18. Jhdts. mit Rvg. (etw. berieben, wenig bestoßen). (50) 400,I. Adams P 528. Moreau 161: „Tractatus visitationum.“ – Der Verfasser stammte aus Padua, war Theologe und Jurist und lebte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (vgl. Jöcher III, 1307). – Titel mit Besitzvermerk. – II. Adams S 2018. Moreau 180: „De visitatione episcopali.“ – Die Schrift enthält bischöfliche und päpstliche Erlasse für die Provinz Toulouse. Der Verfasser, ein Jurist, stammte aus dem Languedoc; er wurde 1428 Bischof von St. Papoul und starb 1454 (vgl. Jöcher IV, 925). – Beide Werke wurden öfters zusammen verkauft. – Letztes Bl. angeschmutzt. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. stärker wasserrandig.

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PELBARTUS (AUS TEMESVAR), Pomerium sermonu(m) ... De tempore dominicales. De sanctis. Quadragesimale triplex. Stellariu(m) beate virginis. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 1516. Fol. Mit figürlicher Titelbordüre. 234 Bl. (Bl. 8 und 140 weiß). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Buchblock verzogen, Beiband entnommen, fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (96) 300,Noch frühe Ausgabe. – VD 16 P 1189. Benzing, Hagenau, 162 (nennt nur 233 Bl.). Burg 374. – Nicht bei Borda. – Verfaßt von einem ungarischen Franziskaner, der um 1500 lebte; erste Ausgaben seiner einzelnen Werke erschienen seit etwa 1498 in Hagenau. – Leicht gebräunt, teilw. fleckig und stärker wasserrandig.


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Alte Drucke und alte Theologie

PELBARTUS (AUS TEMESVAR), Sermones pomerii de sanctis: Incipiunt feliciter. Hagenau, H. Gran für J. Rynmann (in Augsburg), 30. September 1501. Fol. Mit rot eingemalten Initialen. 357 Bl. (Bl. 12 weiß). Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Vorderdeckel vertikal durchgebrochen). (96) 200,Frühe Ausgabe. – VD 16 P 1165. Ritter 1809 (nennt nur 349 Bl.). Benzing, Hagenau, 7 (Kollation stark abweichend). Burg 346. – Nicht bei Borda. – Die EA des vorliegenden Druckes war 1499. – Buchblock mehrf. gebrochen und vom Einband gelockert. Leicht gebräunt, etw. fleckig, durchgehend unten und innen stark wasserrandig, tls. mit feuchtigkeitsbedingten Papierschäden und Sporflecken.

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– Stellarium corone benedicte virginis Mariae in laudem eius. Hagenau, H. Gran für J. Rymman (in Augsburg), 1505. Fol. 167 nn. Bl. Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fehlender Rücken mit Pp. überklebt). (130) 200,STC 598. VD 16 P 1211. Ritter 1827. Benzing, Hagenau, 43. Burg 357. – Nicht bei Borda. – Seltene Ausgabe der Marienpredigten (erstmals 1497 erschienen). – Titel oben und unten mit großen Ausrissen. Bl. q7 unten tief eingerissen. Die letzten 7 Bl. teilw. lose und mit stärkeren Randschäden. Etw. gebräunt und fleckig, stark wasserrandig und mit Wurmspuren, am Anfang mit Papierschäden.

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PETRUS CELLENSIS, Opera omnia collecta in unum ex libris tum editis, tum mss. Cura & studio (a R.-A. Janvier). Paris, Billaine, 1671. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 473 S., 5, 2 Bl., 232 (recte 230) S., 7 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 400,Erste Gesamtausgabe. – Wetzer-W. IX, 1898. Hoefer XXVI, 363. – Nicht bei Goldsmith. – Der Verfasser war Bischof von Chartres und lebte im 12. Jahrhundert (gest. 1183 oder 1187). „Unter seinen Schriften verdienen die Briefe an Personen aus allen Ständen zuerst erwähnt zu werden; außerdem verfaßte er 'Sermones de tempore et de sanctorum festivitatibus' und andere Schriften, in denen er besonders zu mystischen Deutungen hinneigt“ (Wetzer-Welte). – Der Herausgeber René-Ambroise Janvier (1613-1682) war Benediktiner. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht, vereinzelt auch stärker gebräunt, wenig fleckig.

331

PETRUS COMESTOR, Historia scholastica. Straßburg, o. Dr. (G. Husner), 1503. 207 Bl. Beschäd. marmoriertes Ldr. des 17. Jhdts. (Rücken eingerissen und teilw. lose). (130) 800,STC 687. Adams P 883. VD 16 1829. Ritter 1851. Muller 12, 9. – „Eine populärtheologisch gehaltene, mit vielseitigem Wissen erarbeitete Darstellung der gesamten bibl. Offenbarung, im ganzen Mittelalter das Hauptwerk der bibl. Geschichte, weit verbreitet, mehrfach übersetzt, um 1250 schon teilweise deutsch“ (LThK VIII, 156). – Vorderes Innengelenk geplatzt. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt kleine Wurmlöcher.

Nr. 332

332

(PFINZING, M.), Thewerdanck des Edlen, Streitbaren Helden und Ritters, Ehr und mannliche Thaten, Geschichten und Gefehrlicheiten. Frankfurt, Egenolffs Erben, 1563. Fol. Mit beikolor. Titelholzschnitt, Wappenholzschnitt und 118 Textholzschnitten von L. Beck, H. Burgkmair, H. Schäufelein u. a. 4 nn., CX Bl. Blindgepr. Ldr. von 1583 (Schließbänder und Eckbeschläge fehlen, stark beschabt und bestoßen). (113) 2.000,VD 16 M 1654. Richter 161. Oldenbourg, Schäufelein, L 124. – Fünfte Ausgabe, die zweite der Bearbeitung durch Burkard Waldis und erste bei Egenolffs Erben. – Enthält die 118 Holzschnitte der Originalausgabe. – Ein Bl. mit größerem Einriß im unteren Rand, letztes Bl. stärker wasserrandig und mit Ausrissen (tls. alt restauriert); etw. gebräunt und fingerfleckig. – Das Wappensupralibros (zwei Ritter mit Wappenschilden) auf dem Vorderdeckel des Einbands mit Beischrift „Oliva Iohan Labunsky 1582“ (polnisches Adelsgeschlecht), dazu Monogramm in Kursive „H&L“ sowie Datum 1583. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung. Fifth edition, the second of the adaptation by Burkard Waldis and first by Egenolffs Erben. – One leaf with larger tear at lower margin, last leaf stronger waterstained and with tear-outs; a little browned and with fingermarks. –


Alte Drucke und alte Theologie

Armorial bookplate on front cover of binding with the text „Oliva Iohan Labunsky 1582“ (Polish aristocracy), also monogram in italic type „H&L“ together with date 1583. – Modern exlibris. – Blind-pressed calf from 1583 (clasp ribbons and metal corner fittings missing, heavily scratched and scuffed). – See illustration.

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PICO DELLA MIRANDOLA, G. F., De rerum praenotione libri novem. Pro veritate religionis, contra superstitiosas vanitates editi. (Opera aurea et bracteata, hrsg. von M. Schürer). 9 Tle. in 1 Bd. (Straßburg, J. Knobloch, 1506-07). Fol. 294 Bl. (dabei 5 weiße Bl.: V6, f10, h6, l8 und o8). Altes Manuskript-Pgt. (Schließbänder fehlen, Gebrauchsspuren). (8) 4.000,Einzige Ausgabe dieser Schriftensammlung. – Adams P 1138. VD 16 P 2636 (nennt 293 Bl.). Schmidt (Knobloch) 28. Ritter 1871. Ritter (IV) 2691. Muller 118, 39. Rosenthal, BMP, 999. – Enthält großenteils Abhandlungen über Aberglauben und Okkultismus: Astrologie, Chiromantie, Geomantie und Magie aller Art. Am Schluß 4 Bücher Briefe an seinen Onkel Giovanni, an Maximilian I., Reuchlin, L. M. Sforza, Savonarola, Peutinger, seinen Verleger Wolff u. a. – Die Sammlung wurde von Matthias Schürer auf Kosten Thomas Wolffs d. J. herausgegeben. Anlaß war das im Jahre 1505 von Wolff in seinem Hause in Straßburg veranstaltete Symposion sapientium, welches er mit den Straßburger Genossen zu Ehren einer Anzahl bei ihm weilender italienischer Gelehrter gab, darunter Pico della Mirandola. Da die einzelnen Teile auch separat verkauft wurden, sind komplette Exemplare wie das vorliegende so gut wie unauffindbar. – Innendeckel mit Tektur. Titel mit gelöschtem Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig, mit hs. Marginalien und Textanstreichungen (tls. in roter Tinte), im ersten Viertel mit Wurmspur. Sole edition of this collection of treatises. – Paper slip to inner cover. Title with erased ownership entry. Slightly browned, partly a little soiled, light waterstains, with ms. marginalia and text underlinings (partly in red ink), worming to first quarter. – Old manuscript vellum (clasp ribbons missing, signs of wear).

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PIGNA, G. B., Historia de principi di Este. Venedig, V. Valgrisi, 1572. 4°. Mit 2 Druckermarken und ganzseit. Wappenholzschnitt. 4 Bl., 798 S., 5, 96 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (88) 800,STC 519. – Nicht bei Adams. – Zweite Ausgabe der erstmals 1570 erschienenen Chronik der italienischen Fürstenfamilie Este, von denen die deutschen Welfen abstammen. Bedeutende Quelle für die Reichsgeschichte in Oberitalien. – Mit einer Abbildung der Wappen des Hauses Este. – Innengelenke aufgeplatzt, die Tafel mit kleinem Loch, stellenw. wenig fleckig.

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PINEDA, J. DE, Commentariorum in Job libri tredecim. Editio quarta (Bd. II: quinta). 2 Bde. Venedig, Albrizzi, 1705-08. Fol. Mit gestoch. Frontisp. und ganzseit. Textkupfer. 10 Bl., 380 S., 30; 3 Bl., 654 S., 30 Bl. Läd. Interims-Pp. (88) 150,-

69

Vgl. De Backer-S. VI, 796-798, 1 (EA 1597-1601 und andere Ausgaben). – Der große Hiobkommentar des spanischen Jesuiten Juan de Pineda (1558-1637), „von Delitzsch als ein 'staunenswerth gelehrtes Sammelwerk, auch protestantischerseits benutzt und bewundert', gekennzeichnet. Pineda bietet in demselben die bedeutenderen Erklärungen aus alter und neuer Zeit, prüft sie auf ihren Gehalt, stellt sprachwissenschaftliche Textuntersuchungen an und fügt recht interessante Excurse bei“ (Wetzer-Welte X, 8). – Gelockert, gebräunt, unbeschnitten.

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PLATON, Omnia opera tralatione Marsilii Ficini, emendatione et ad Graecum codicem collatione Simonis Grynaei repurgata. Basel, (H. Froben und N. Episcopius), 1551. Fol. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und letzten Bl. sowie einigen Holzschnitt-Initialen und -Diagrammen. 6 Bl., 952 S., 24 Bl. Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (Deckel lose). (128) 700,STC 702. Adams P 1447. VD 16 P 3279. Schweiger I, 248. Hoffmann III, 302. – Spätere Ausgabe der von Ficino besorgten lateinischen Übersetzung. – Titel gestempelt und mit hs. Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, durchgehend z. Tl. stärker wasserrandig, gegen Ende mit Papier- und Moderschäden, letztes Bl. unten mit großem Papierverlust, vereinzelt hs. Marginalien.

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PLAUTUS, (T.) M., Comoediae XX. Köln, J. Gymnich, 1538. 782 S. Mod. Ldr. (berieben). (18) 200,VD 16 P 3385. Adams P 1494. Ebert 17177. Schweiger II, 762. – Vorderer fliegender Vorsatz fehlt; Titel mit hs. Besitzeinträgen; S. 782 und die letzten weißen Blätter mit hs. Index; Text mit farbigen Unterstreichungen und vereinzelt hs. Anmerkungen; oben wasserrandig; insgesamt tls. stärker fleckig und etw. gebräunt.

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PLINIUS SECUNDUS, C., Historia mundi, multo quam antehac unquam prodijt emaculatius: idq(ue) primum ex annotationibus eruditorum hominum, praesertim Hermolai Barbari emendatissime sunt excusa. (Hrsg. und verb. von Erasmus von Rotterdam). Basel, J. Froben, 1525. Fol. Mit 4 gleichen Druckermarken und einigen schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen. 18 Bl., 671 S., 72 Bl. Beschäd. Ldr. des 18. Jhdts. (127) 600,STC 704. Adams P 1560. VD 16 P 3533. Ebert 17273. Schweiger II, 786. Van der Haeghen II, 45. – Erste in Basel gedruckte, von Erasmus von Rotterdam besorgte, verbesserte und mit einem Vorwort versehene Ausgabe. Die späteren in Basel gedruckten Auflagen (1530, 1535) basieren auf dieser Ausgabe. – Seite 11/12 unten mit kleinem Randausriß, S. 583/584 außen mit geklebtem Einriß. Die letzten 72 Bl. in den unteren Ecken, gegen Ende auch außen mit hinterlegten Papierschäden (die Hinterlegungen teilw. dilettantisch und auch abgelöst). Fliegender Vorsatz mit hs. Notiz. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit hs. Marginalien.


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Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 340

Nr. 339

339

– Naturalis historiae opus, ab innumeris mendis à J. Caesario vindicatum. Köln, Eu. Cervicornus für G. Hittorp, 1524. Fol. Mit 2 Titelbordüren von A. Woensam und zahlr. Initialen. 16 nn., 311 num. Bl., 1 weißes Bl., 60 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Rücken angekalkt, beschabt und bestoßen, Schließen fehlen). (8) 2.000,-

Erstdruck aus Klosterneuburg 340

STC 704. Adams P 1556. Ebert 12272. Schweiger II, 785. VD 16 P 3532. Merlo 433 und 452. – Zugrunde liegt die Edition von Beroaldus, den Caesarius aber in über 4000 Stellen korrigiert haben will. – Die Titeleinfassung des Anton Woensam von Worms zeigt die Taten des Herkules, der Zwischentitel vor dem Index mit den Figuren von Agrippa und Agrippina, unten die Druckermarke von Eucharius Cervicornus. – Bemerkenswert ferner die Initialen mit dem Kinderalphabet und die floralen Zierstücke. – Titel mit Randschäden und oben etw. fleckig, sonst nur stellenw. wenig fleckig. – Insgesamt schönes Exemplar aus dem Kapuzinerkloster in Straubing. – Siehe Abbildung. Title with marginal damages, somewhat soiled at top, otherwise only few stains here and there. – Altogether a beautiful copy from the Capuchin monastery at Straubing. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards (spine lime-whitened, scratched and scuffed, clasps missing). – See illustration.

POLZMANN, B., Compendium vitae, miraculorum S. Leopoldi. 2 Tle. in 1 Bd. Klosterneuburg, L. Nassinger, 1591. 4°. Mit 7 gleichen Textholzschnitten (davon 1 auf dem Zwischentitel). 10 nn., 70 num., 2 nn., 53 num., 1 nn. Bl. Flex., rötlich eingefärbtes Pgt. d. Zt. (Buchblock verzogen, fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 400,Einzige Ausgabe aus der ersten Druckerei Klosterneuburgs, zugleich vermutlich der erste und einzige Druck aus der Stiftsdruckerei der Augustinerchorherren. – VD 16 P 4123. Reske 419. LThK VI, 515: „Anläßlich der Kanonisation erschienener seltener Druck.“ – Leopold III. von Österreich (1073?-1136) war der Stifter von Klosterneuburg, wo sich seine Grabstätte in der Krypta befindet. – Der zweite Teil, durchweg gedruckt in Rot und Schwarz, mit dem Untertitel „Historiae, de festo et translatione S. Leopoldi Marchionis Austriae“. – Titel mit Besitzvermerk des Klosters Melk (datiert 1671), leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, zu Beginn mit Randschäden, durchgehend mit Feuchtigkeitsspuren, gegen Ende wasserrandig. – Siehe Abbildung.

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PYRMONT – GRUNDLICHER, warhafftiger Bericht, von den new gefundenen wunder Brunnen, inn der Graffschafft Spiegelberg, zwo meil weges gelegen von Hamelen an der Weser. Item,


Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 341

Nr. 344

von Natur, eygenschafft und Wirckung desselben Brunnen, in bewerten Exempeln angezeiget. O. O. und Dr. 1556. 4°. 4 Bl. Mod. Umschlag. (98) 800,-

lecticae lib. duo explicati a G. Rodingo. Ebda. 1579. Mit Druckermarke auf dem Titel und Falttabelle. 170 S., 3 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 400,-

VD 16 G 3609. – Nicht bei Adams und im STC. – Beginn der Bäderbeschreibung von Bad Pyrmont; im gleichen Jahr wohl erstmals von Metobius beschrieben. Vorliegende anonyme Ausgabe basiert eindeutig auf dem bei Martin, Badewesen, vollständig wiedergegebenen Text des Metobius. – „Seit der Erwähnung durch Henricus de Hervordia im Jahr 1350 haben wir keine Nachricht von einem Brunnen zu Pyrmont. Da ging plötzlich 1556 die Kunde von einem Wunderbrunnen in der Grafschaft Spiegelberg durch ganz Europa .... Die Entdeckung des Brunnens, wie sie Metobius schildert, ist eine Fabel ... die kleine Schrift veranlaßte aber, daß in den balneologischen Büchern des 16. Jahrhunderts vom 'Neubrunn' die Rede ist. Pyrmontanus und Bünting erwähnen auch den großen Zulauf 1556. In Spanien, Frankreich, England, Schottland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen, Ungarn und Italien soll der Brunnen bekannt gewesen sein. In vier Wochen fanden sich an zehntausend Menschen ein“ (Martin, Badewesen, 286). – Tadelloses, wohl gereinigtes Exemplar. – Siehe Abbildung.

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RAMUS, P., Grammatica. Aliquot in locis aucta & emendata. Frankfurt, A. Wechel, 1576. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende. 119 S. – BEIGEB.: II. DERS., Rudimenta grammaticae Latinae. Ebda. 1576. Mit Druckermarke auf dem Titel. 46 S. – VORGEB.: III. DERS., Dia-

I. VD 16 ZV 9415. – II. VD 16 ZV 9416. – III. Adams R 86. VD 16 ZV 9418. – Der Pädagoge Petrus Ramus (1515-1572) orientiert sich bei seinen oft aufgelegten Schulschriften an Vives. – Fliegender Vorsatz mit Geschenkvermerk. Titel mit Besitzvermerk und unterem Randausschnitt. Etw. gebräunt, wenig fleckig, tls. mit Quetschfalten in den Ecken, am Anfang schwach wasserrandig.

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ROCCA, B., Imprese, stratagemi, et errori militari, divise in tre libri. Venedig, G. Giolito de' Ferrari, 1568. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. figürlichen Holzschnittinitialen. 30 Bl., 477 S., 1 Bl. Pp. um 1900 (bestoßen, ohne Rücken). (88) 500,Seltene Ausgabe, bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Vgl. für die Ausg. 1566: STC 558. Adams R 635. Cockle 534. Bongi II, 227 ff. – Herausgegeben von Tommaso Porcacchi. Enthalten sind 68 „weitschweifige und antiken Überlieferungen allzubreiten Raum gewährende“ militärische Fallstudien (Jähns 579). 1570 erschienen noch zwei weitere Teile unter dem Titel „La seconda (terza) parte del governo della militia“. – Gering fleckig, tls. mit leichtem Wasserrand an Fuß- und Seitensteg.


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Alte Drucke und alte Theologie

Sehr seltene erste Ausgabe. – Essling 2123. Sander 6571. Bohatta, Parma, 383. Brunet IV, 1390 Anm. – Vgl. STC 155 (Ausg. Venedig 1524). – Die Existenz der Erstausgabe von 1521, wiewohl bei Essling, Sander und Bohatta angeführt, wurde bis in die jüngste Zeit angezweifelt. – Der Lizenzvermerk des venezianischen Inquisitors Francesco Pisano vom 5. April 1521 auf Blatt 3 erlaubte dem Prädikantenpater Alberto da Castello „chel possi imprimere o far stampare quello in qualunque lingua da quelli stampatori che a lui piacera“. Der Text folgt der vom Lateranischen Konzil autorisierten Fassung. Alberto da Castello war wohl Herausgeber und Verleger, der sich seinen Drucker frei wählen konnte. Dieser und das konkrete Druckdatum werden jedoch in dieser Ausgabe nicht genannt. Wahrscheinlich handelte es sich um die venezianischen Drucker M. Sessa und P. Ravani, bei denen 1522 die zweite Ausgabe erschienen ist. – Die im Stil von Miniaturen mit Rahmenbordüren gehaltenen Holzschnitte zeigen deutlichen Einschlag der nordalpinen Spätgotik (Dürer), angereichert mit Stilformen der Renaissance, zu erkennen vor allem am Ornament, der Architektur und den Putti. Dargestellt ist das Marienleben, die Passion etc. – Titel mit kleinen Vermerken von alter Hand, einige Holzschnitte alt ankolor., erste Lagen mit Ausbruch an der rechten oberen Ecke und kleiner Wurmspur im Bug (geringer Buchstaben- und Darstellungsverlust, Bug stellenw. hinterlegt); etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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II. HEYDEN, S., Adversus Hypocritas calumniatores, super falso sibi inustam haereseos nota, de inversa cantilena, quae salve regina incipit. (Nürnberg, J. Petreius, 1524). 23 (statt 24) Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 H 3334. – Es fehlt das letzte Blatt mit dem Druckvermerk. III. GAST, H., Expostulatio iustitiae cum mundo a Belial instigato, per dialogi modum. O. O. und Dr. (Straßburg, J. Herwagen), 1525. Mit figürlicher Titelbordüre und großer figürlicher Holzschnitt-Initiale. 44 num. Bl. – Einzige Ausgabe. – STC 332. VD 16 G 519. Ritter 935. Muller 264, 36. IV. VENATORIUS (GECHAUF), TH., Axiomata quaedam rerum Christianarum. O. O. und Dr. (Nürnberg, J. Petreius), 1526. 8 Bl. – Einzige Ausgabe. – VD 16 G 609. V. SADOLETO, J., Interpretatio in Psalmum Miserere mei Deus. Hagenau, J. Setzer, 1526. 35 Bl. Mit Druckermarke am Ende. – Einzige Ausgabe. – VD 16 S 1266. Ritter 2055. Benzing, Hagenau (Setzer), 51. – Titel mit Besitzvermerken. Am Anfang etw. wasserrandig. – Alle Drucke meist nur leicht gebräunt und wenig fleckig. – 2 weitere alte Drucke ohne Titelei zwischengebunden.

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– 6 deutsche kontroverstheologische Schriften. 1585-89. Holzdeckelbd. mit breitem blindgepr. Schweinsldr.-Rücken, monogr. und dat. „MPP 1590“ (fleckig, etw. berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (50) 1.500,-

Very rare first edition whose existence of 1521 was questioned until recently. – Title with small notes by contemporary hand, parts of some woodcuts in contemporary hand colouring, first quires with break at upper right corner and some worming at joint (minor loss of letters and illustration, joint partly backed), a little waterstained, browned and soiled. – Calf of the 19th century with 2 spine labels (minor worming, slightly soiled, scratched and scuffed). – See illustration.

I. HEMMINGSEN, N., Vermanunge von Den Schwartzkünstlerischen Aberglauben, das man sich dafür hüten sol ... Newlich verdeudschet und in Druck gefertiget. Wittenberg, J. Kraffts Erben, 1586. 110 Bl. – Einzige deutsche Ausgabe. – VD 16 H 1835. – Vgl. Jöcher II, 1484. – Verfaßt von dem dänischen Philologen und Theologen Niels Hemmingsen (1513-1600). – Zu Beginn einige Ränder hinterlegt.

SA, E., Notationes in totam scripturam sacram. Nunc demum secundum Biblia vulgatae editionis recognitae et emendatae. Köln, Kinchius, 1620. 4°. 2 Bl., 546 S., 1 Bl. Mod. Hldr. (69) 250,-

II. SCHWABE, S., Geitzwagen, S. Bernhardi Gleichnuß. Mit vielen schönen Sprüchen, Exempeln und Historien erkleret und außgeleget. Görlitz, A. Fritsch, 1585. 56 Bl. – Dritte Ausgabe (EA 1570). – VD 16 S 4554. – Vgl. ADB XXXVII, 129 ff. – Verfaßt von dem bedeutenden evangelischen Theologen und Prediger Sigismund Schwabe (auch Schwob, Suevus). „Er gehört ... zu den hervorragendsten Predigern Schlesiens in jener Zeit“ (ADB 131).

De Backer-S. II, 353, 3. – Dritte in Deutschland erschienene Ausgabe (EA 1598) dieses Bibelkommentars, bestehend aus kurzen Wort- und Sacherklärungen zur Vulgataversion mit Anführung von Lesarten des hebräischen und griechischen Bibeltextes in lateinischer Übersetzung. – Titel lose, stärker gebräunt und braunfleckig.

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I. (RECKENHOFER, M.), Historia de duobus Augustinensibus, ob Evangelij doctrina(m) exustis Bruxellae, de trigesima Iunij. Anno domini M. D. XXIII. Articuli XII. pereosdem asserti. O. O., Dr. und J. (Basel, A. Cratander, 1523). 16 Bl. – Einer von 2 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – VD 16 R 511. – Bericht über die aufsehenerregende Ketzerverbrennung von zwei Augustinern in Brüssel am 30. Juni 1523. Zuvor die 62 Artikel, in denen sie ihren evangelischen Glauben verteidigen. Nennt auch die Namen der verantwortlichen Richter, darunter Egmont. – Mit einzelnen Textanstreichungen und hs. Marginalien in roter Tinte.

ROSARIUM B. M. V. – ROSARIO DELLA GL(OR)IOSA V(ER)GINE (MARIA. Venedig, o. Dr., 1521). Mit Titelholzschnitt und 166 (statt 188, 165 nahezu ganzseit., einigen wdh.) Textholzschnitten, vielen Holzschnittinitialen; nahezu jede Seite von fünfteiliger Holzschnittbordüre eingefaßt. 252 num. Bl. (ohne Bl. 17-32, 54, 55, 57, 67-70, 73, 90-92, 106, 146, 156, 157 und 4 nn. Bl.). Ldr. d. 19. Jhdts. mit 2 Rsch. (wenige Wurmspuren, leicht fleckig, beschabt und bestoßen). (36) 1.000,-

SAMMELBAND – 5 kleinere lateinische Schriften. 1523-26. Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (50) 800,-

III. LUTHER, M., Iudicium Rath und bedencken, von Correction eines Calendarij oder newen Calender zu machen ... Mit einer kurtzen declaration und erklerung Christophori Stymelij. Frankfurt/Oder, A. Eichorn, (1586). 67 Bl. – Nicht im VD 16. – Vgl. zum Kommentator Christoph Stummel: ADB XXXVII, 98. – Auszug aus Luthers Werken, Bd. VII (Wittenberger Ausgabe) mit dem Kommentar von Stummel, der vor allem durch seine Komödien bekannt war.


Alte Drucke und alte Theologie

IV. HEERBRAND, J., Außklopffung, Des von Jörg Scherern, Jesuiten, zusammen geflickten, Lutherischen Bettlersmantels. Tübingen, G. Gruppenbach, 1588. 1 Bl., 180 S., 1 Bl. – Wohl einzige Ausgabe. – STC 386. VD 16 H 962. – Vgl. NDB VIII, 194. – Der lutherische Theologe Jakob Heerbrand (geb. 1521 in Giengen/Brenz, gest. 1600 in Tübingen) verfaßte zahlreiche Streitschriften.

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V. HOFFMANN, D., Antwort auff D. Christophori Pezelii Predigers zu Bremen, falsch gebrauchte Gründe: Worbey man eigentlich die rechten Sacramentirer und Schwermer kennen soll. Helmstedt, J. Lucius, 1589. 8 nn., 69 (recte 68) num. Bl. – Einer von 2 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – STC 409. VD 16 H 4135. – Vgl. NDB IX, 404. – Der lutherische Theologe Daniel Hoffmann (ca. 1538-1611) hielt Luthers Grenzziehung zwischen Theologie und Philosophie eine Zeitlang lebendig. VI. ALTENRATH, G., Gegenbericht Auff die sum(m)arische Erzehlung der fürnemsten jrrthümen der Calvinisten und Sacramentirer, &c. Wie solche von M. Johann Schelhamern, Predigern in Nörnberg zu S. Lorentzen öffentlich auff der Cantzel vermeldet. Herborn, Ch. Rab, 1588. 54 S. – Wohl einzige Ausgabe. – IA 103.884. VD 16 A 1978 (nicht in der BSB). – Vgl. Jöcher I, 306. – Über den aus Herzberg stammenden Theologen Georg Altenrath scheint nichts weiter bekannt zu sein. – Vorsatz mit längerer hs. Zueignung. Etw. gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit Textanstreichungen. – Insgesamt schöner Sammelband mit 6 seltenen theologischen Schriften. Sammelband – I-VI: Endpaper with a longer ms. dedication. Somewhat browned, hardly soiled, occasionally with text underlinings. – Altogether beautiful Sammelband with 6 rare theological treatises. – Wooden boards with wide blind-pressed pigskin spine, with monogram and dated „MPP 1590“ (soiled, a little rubbed and scuffed, clasps missing).

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SAVONAROLA, H., Universae philosophiae epitome. Eiusdem de divisione, ordine atque usu omnium scientiarum, nec non de poëtices ratione, opusculum quadripartitum. Omnia Iohan. Iessenii a Iessen opera & studio emendatiora, auctioraque edita. Wittenberg, S. Gronenberg für A. Hoffmann, 1596. Mit 2 schematischen Textholzschnitten. 7 (statt 8) Bl., 828 S., 1 Bl. Spät. Hldr. mit Rsch. und Rvg., Deckel mit Pgt.-Bezug (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 300,Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. – STC 778. Adams S 524. VD 16 S 1979. – „Der Bußprediger und Reformator Savonarola ist in seinen philosophischen Schriften von Aristoteles abhängig und als Dominikaner mit Thomas von Aquino vertraut“ (Ziegenfuß II, 414). – Es fehlt am Anfang Bl. 8 (weiß?). – Titel mit Besitzvermerk von 1614. – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

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SCALIGER, J. C., Poetices libri septem. O. O. (Lyon), A. Vincent, 1561. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 Bl., 364 S., 18 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (69) 600,Einer von 3 Paralleldrucken der ersten Ausgabe. – Adams S 595. Moeckli 49 (nennt Genf als Druckort). Durling 4097. – Öfter aufgelegtes Hauptwerk der Poetik von Scaliger, in dem er – gestützt auf Aristoteles und Seneca – die klassischen Regeln der Dichtkunst festlegt. – Innengelenk gebrochen, Vorsätze leimschattig, leicht gebräunt, etw. fleckig.

SANTIUS DE PORTA, Opus concionatoriu(m) venerabilis. 4 Tle. und Anhang in 2 Bdn.: Sermones hyemales d(e) te(m)pore. Sermones estivales d(e) te(m)pore. Mariale festa b. virg. co(n)tinens. Sanctorale vel sermo(n)es d(e) s(an)ctis. Hagenau, H. Gran für J. Rynman (in Augsburg), 1514-15. Fol. Mit 4 (3 gleichen) Titelbordüren mit integrierter Druckermarke und einigen HolzschnittInitialen. Ohne Einband und beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (121) 800,Die erste im deutschen Sprachraum gedruckte, von Wolfgang Angst aus Kaisersberg besorgte Ausgabe. – STC 712. Adams P 1947, 1948 und 1949. VD 16 S 1650, 1649, 1647 und 1648. Ritter 2070. Benzing, Hagenau, 153 (Kollation ungenau). – Vgl. Butsch I, 74: „Eine der ersten Titeleinfassungen in Deutschland mit Renaissancemotiven. Die Kinder in der unteren Querleiste erinnern an Joh. Wechtlin und von diesem ist die Bordüre vielleicht ein frühes Erzeugniss.“ – Titel etw. fleckig und mit kleineren Randschäden. Leicht gebräunt, wenig fleckig. Bd. I vor allem im ersten Viertel und gegen Ende mit zahlr. Wurmspuren. In Bd. II gegen Ende mit Wurmspuren. Blätter der letzten Lage in Bd. I lose. – Siehe Abbildung.

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Alte Drucke und alte Theologie

SCHARD, S., Lexicon iuridicum iuris rom. simul et pontificii. Basel, E. und N. Episcopius, 1582. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und am Ende. 6 Bl., 2396 (recte 2398) Sp. Schweinsldr. d. Zt. mit Blindpr. in Rollen- und Plattenstempeln (hs. Rtit., stärker fleckig, berieben und bestoßen). (109) 250,-

Erste Ausgabe. – VD 16 S 6670. Van der Vekene E/a 1. – Vorsätze (mit längeren Eintragungen) und Titel mit Besitzvermerken. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit hs. Marginalien und Textanstreichungen, vereinzelt mit Randschäden.

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Erste Ausgabe. – VD 16 S 2280. Adams S 625. StintzingL. II, 240: „Ein umfängliches Real-Wörterbuch, welches hauptsächlich auf J. Spiegel's Werk beruht, mit zahlreichen Nachträgen und Zusätzen.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Exlibris von Leopold Schluderpacher, einem Juristen, der 1654 in Freiburg im Breisgau promoviert worden ist, auf dem Titel, und dem anglo-österreichischen Schriftsteller William Adolph Baillie-Grohman (1851-1921) auf dem vorderen Spiegel.

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SCHMALKALDISCHER KRIEG – BESTENDIGER, gegründter und warhaffter bericht, auf die unrechtmessige AchtsErklärung, in Namen Carols, der sich ainen Kaiser nennet. O. O. und Dr., 1546 (Augsburg, M. Kriegstein). 4°. 24 Bl. Mod. Pp. (55) 150,Einer von mehreren Drucken im Jahr der Erstausgabe. – VD 16 S 998. – Waldeck 7, 12 (Titel leicht abweichend). – Rechtfertigung des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen gegen die Ächtung durch den Kaiser, deren Zulässigkeit sie entschieden bestreiten. – Ohne den sechs Seiten umfassenden Anhang mit dem Text des Geheimbündnisses zwischen Papst und Kaiser, der nicht allen Exemplaren beigegeben worden ist. – Aus einem Sammelband (hs. Num. in Rötel), leicht gebräunt, wenig wasserrandig und fleckig.

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STAPLETON, TH., Promptuarium morale super Evangelia Dominicalia totius anni ... Editio altera, ab ipso authore aucta & recognita. Pars hyemalis (= Tl. I von 2). Antwerpen, Plantins Witwe und J. Moretus, 1593. Mit Druckermarke auf dem Titel. 20 Bl., 750 S., 13 Bl. Grün eingefärbtes Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 200,Adams 1659. – Fliegende Vorsätze mit umfangreichen hs. Eintragungen. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Kapuzinerklosters in Wien-Schwechat.

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STÖFFLER, J., Cosmographicae aliquot descriptiones. Marburg, E. Cervicornus, 1537. 4°. Mit figürlicher Titelbordüre, Druckermarke am Ende und 3 (statt 4) gefalt. Holzschnitt-Tafeln. 20 Bl. Mod. Pgt. (etw. bestoßen). (5) 1.200,Erste und einzige Ausgabe. – STC 834. Adams S 1885. VD 16 S 9190. De la Lande 56. Dommer 82. – Vgl. Leclerc 556: „Opuscule fort rare.“ – Nach dem Tode Stöfflers von Dryander herausgegeben. – Über die Herstellung von Globen, Berechnung von Karten etc. – Es fehlt die dritte Tafel, davon nur noch ca. ein Viertel vorhanden. Titel im Rand mit restauriertem Papierschaden (minimaler Bildverlust in der Bordüre). Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit hs. Marginalien. – Siehe Abbildung.

SLEIDAN, J., Commentariorum de statu religionis & reipublicae, Carolo Quinto Caesare, libri XXVI. Straßburg, Th. Rihel, o. J. (1560 oder später). 8 Bl., 872 S., 10 Bl. Läd. Hldr. des 19. Jhdts. (50) 400,Van der Vekene E/a 20.B. – Vgl. VD 16 S 6680 (dat. um 1558, ohne Variantenunterscheidung). – Von diesem Druck gibt es laut van der Vekene insgesamt 6 Druckvarianten. – Hauptwerk Sleidans, klassische Reformationsgeschichte aus protestantischer Sicht. Über die Entstehungsgeschichte vgl. ADB XXXIV, 459. – Titel mit Besitzvermerken. Folgendes Bl. mit hs. Korrektur. Buchblock am Anfang gebrochen. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt mit Textanstreichungen.

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– De statu religionis & reipublicae, Carolo Quinto, Caesare, commentarij. 2 Tle. in 1 Bd. O. O. und Dr. (Straßburg, W. Rihel), 1555. 8 nn., 723 num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln, dat. „1555“ (mit Bibl.-Rsch., fleckig, etw. berieben und bestoßen, eine Schließe defekt). (50) 600,-

Nr. 356


Alte Drucke und alte Theologie

First and sole edition. – About manufacturing of globes, calculation of maps etc. – Lacks the third plate. Title with restored paper damage in margin (minor loss of illustration at ornamental border). Slightly browned, hardly soiled, partly with ms. marginalia. – Modern vellum (some scuffing). – See illustration.

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STUMPF, J., Gemeiner loblicher Eydgnoschaft Stetten beschreibung zum andern mal in truck gäben. Zürich, Froschauer, 1586. Fol. Fragment mit einigen (4 gefalt. und 1 ganzseit.) Holzschnittkarten und zahlr. Textholzschnitten. 7 (statt 30) nn., CCCXCVI (statt 732) num. Bl. (es fehlen Bl. 221 und 222). Altes Hldr. (Gebrauchsspuren). (8) 400,Dritte Ausgabe, zugleich zweite in Folio. – STC 839. VD 16 S 9865. Vischer C 1090. Rudolphi 823. Lonchamp 2819. Leemann-van Elck, Buchschmuck der Stumpfschen Chronik, 57: Die Chronik „wurde von Stumpfs einzigem Sohne, Johann Rudolf, weitergeführt und redigiert. Die Anzahl der Abbildungen ist stark vermindert, die phantastischen Brustbilder der Regenten wurden weggelassen, ebenso fast alle früheren Münzbildnisse. An ihre Stelle sind neue, grössere getreten. Ein bedeutender Teil der übrigen Holzschnitte wurde ausgeschaltet und ihr wiederholter Abdruck möglichst vermieden. Einige Wappentafeln wurden neu geschnitten.“ – Die 4 Faltkarten zeigen Deutschland (unten mit Eckausriß – geringer Bildverlust), Frankreich, und die Schweiz (2). Die Textholzschnitte mit weiteren Karten, verschied. Berufsdarstellungen, zahlr. Wappen und einigen Stadtansichten. – Die Faltkarten mit Rand- und Papierschäden meist breit hinterlegt oder aufgezogen. 5 der ersten 7 Bl. im Rand verstärkt. Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

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SUSANNIS, M. DE, Tractatus de coelibatu sacerdotum non abrogando. Venedig, Comin da Trino, 1565. 4°. Mit figürlicher Kopfleiste und Druckermarke auf dem Titel, Textholzschnitt und 3 großen sowie zahlr. kleinen figürlichen HolzschnittInitialen. 16 nn., 81 num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. des 17. Jhdts. auf Holzdeckeln mit Rsch. (mit Bibl.-Rsch., etw. fleckig und berieben, wenig bestoßen). (50) 300,Erste Ausgabe. – STC 653. Adams S 2114. EDIT CNCE 24790. – Verfaßt von einem Juristen aus Udine. – Der Textholzschnitt zeigt links ein an einem Pult sitzenden Lehrer, umringt von seinen Studenten. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Klosters der Wiener Augustiner-Eremiten. – Siehe Abbildung.

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TAILLEPIED, N., Histoire de l'estat et republique des Druides, Eubages, Sarrinides, Bardes, Vacies, anciens François. 2 Tle. in 1 Bd. Paris, J. Parent, 1585. Mit Druckermarke auf dem Titel. 22 nn., 120 (recte 112), 84 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieb. und bestoßen, Schließbänder fehlen). (71) 1.200,Erste Ausgabe. – STC 413. Cioranescu 20995. Hoefer XLIV, 783. Caillet 10519. – „Livre qui n'a qu'un intérêt de curiosité, dû à l'étrangeté et au ridicule des fables admises par l'auteur“ (Hoefer). – Die hübsche Druckermarke zeigt eine Galeere (Renouard 867). – Leicht gebräunt und braunfl., tls. etw. wasserrandig. First edition. – A little browned and stained, some waterstains here and there. – Contemporary limp vellum.

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(TANNER, A.), Colloquium de norma doctrinae, et controversiarum religionis judice ... Ratisbonae habitum mense novembri anno domini M.DCI. Lauingen, J. Winter, 1602. 4°. 8 num. Bl., S. 9-487. Stark läd. Pp. d. Zt. (146) 150,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. VII, 2397. De Backer-S. VII, 1845. – Die Protokolle des zweiten und vergeblichen Regensburger Religionsgespräches von 1611, auf Anordnung und im Beisein der Bayernherzöge und Pfalzgrafen Maximilian und Philipp Ludwig geführt. Hauptstreiter waren auf katholischer Seite J. Gretser, A. Tanner und A. Hunger, auf protestantischer Seite J. und Ph. Heylbronner sowie Aeg. Hunnius. – Im selben Jahr erschien eine deutsche Übersetzung von G. Gaugler und eine Ausgabe mit lateinisch-deutschem Paralleltext. – Titel gebräunt, gestempelt und hs. Besitzvermerk, Innendeckel und Falz wurmstichig, stellenw. etw. fleckig. – Mod. Exlibris. – Aus dem Kloster Eichstätt.

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TAULER, J., Lehr- und geist-reiche Predigten auff alle Sonn- und Feyr-Täge durchs gantze Jahr, treulich in die hoch-teutsche Sprach übergesetzt durch Carolum à S. Anastasio. Köln, Schlebusch, 1720. 4°. 8 Bl., 926 S., 24 Bl. Mod. Hpgt. (74) 80,Vgl. Jantz 253. – Erstmals 1660 erschienene Ausgabe, die auf eine deutsche Ausgabe von 1621 („von einem Uncatholischen“) sowie die lateinische Kölner Ausgabe von 1603 zurückgeht. – Einige Bl. angerändert, etw. fleckig.


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Alte Drucke und alte Theologie

TERENTIUS (AFER, P.), (Comoediae sex). A. M. Antonio Mureto locis prope innumerabilibus emendatus, & lectionum varietate recens auctus. Ed. prioribus accuratior. (Frankfurt, Rab für Feyerabend, Tack und Piscator, 1585). Mit 6 ankolor. Textholzschnitten von J. Amman und Druckermarke (statt 2). 16 nn., 168 num. Bl., 78 S., 3 (statt 4) Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Schließen fehlen, Kapital beschäd. und überklebt; fleckig, stark abgerieben und bestoßen). (107) 150,-

Vgl. De Backer-S. I, 319, 7 (Ausg. 1734). LThK X, 92 (zur Autorin). – Die Schriften der Heiligen Teresa, der berühmten spanischen Reformatorin des Carmeliterordens, gehören zu den merkwürdigsten Erzeugnissen der katholischen Mystik. Vorliegende Abhandlungen „sind nicht in schriftstellerischer Absicht geschrieben, sondern im Auftrag ihrer Seelenführer. Teils sollen sie über ihre Seelenzustände Aufklärung geben, teils der Belehrung und Erbauung ihrer Nonnen dienen“ (LThK). – Vorsatz mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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VD 16 T 483. Becker 17b. – Nicht bei Adams, Schweiger und im STC. – Zweite von Amman illustrierte Ausgabe, erstmals 1574 erschienen. – Es fehlen das letzte bedruckte Bl. mit dem Druckvermerk und der zweiten Druckermarke sowie das weiße Schlußblatt. – Titel aufgezogen, mit Ausbrüchen in der Druckermarke und gestrichenen Besitzvermerken, die Holzschnitte und die Druckermarke grob ankolor., letzte Bl. im Bug mont., hinterer Spiegel mit laienhaften Zeichnungen, gelegentliche Unterstreichungen und Marginalien; gebräunt und fleckig.

TERMINEUS, P., Processus iuris scripti et consuetudinis frequentioris per Germaniam hoc tempore usitatus ... Gerichtlicher Process des geschriebenen Rechts, gewonheit, und teglichen brauchs, in Germanien jtziger zeit ublich, darinnen kürtzlich eines jeden ampt, der im gericht wandelt, begriffen wirdt. Köln, J. Gymnich, 1570. Mit Druckermarke am Ende. 4 Bl., 251 S., 13 Bl. – BEIGEB.: II. GOEDE, H., Iudicarij ordinis processus. Item Domini Odofredi summa de libellis formandis. Köln, A. Birckmanns Erben, 1563. Mit Druckermarke auf dem Titel. 176 Bl. – III. IUSTINIANUS, Novellarum constitutionum libri duo. Lyon, L. Pessnot, 1556. Mit Druckermarke auf dem Titel. 1 Bl., 286 S., 4 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 800,I. STC, Suppl., 62. VD 16 T 550. – Diese Ausgabe nicht bei Adams. – Vgl. Stintzing-L. I, 564: „Termineus' Proceß ist lateinisch geschrieben; jedoch steht am Rande der Inhalt in deutschem Auszuge; deutsche Formulare sind in großer Zahl eingeschoben. Es lassen sich mindestens 10 Auflagen bis 1622 nachweisen.“ – Das kleine Handbuch des Prozesses war erstmals 1565 erschienen. II. VD 16 G 2479. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Vgl. Stintzing-L. I, 264. – Verfaßt von Henning Goede (ca. 1450-1521). „Göde ist nicht als Schriftsteller thätig gewesen. Die nach seinem Tode erschienenen Werke waren nicht zur Publication bestimmt“; es handelt sich bei vorliegender Schrift um ein Kollegiendiktat Gödes über den Prozeß: „eine klare und übersichtliche Darstellung des kanonischen Processes, mit gelegentlicher Berücksichtigung, aber auch gelegentlicher Bekämpfung der sächsischen Praxis“ (Stintzing-Landsberg). III. Baudrier III, 167 (zit. nach Cat. Laboulaye, Labitte, 1889, No. 426). – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – I-III: Vorsätze mit hs. Eintragungen. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Quetschfalten in den Ecken. – Schöner juristischer Sammelband mit öfter gedruckten, aber doch seltenen Schriften.

Nr. 363

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TERESA DE JESU, Geist-reiche Lehr-Sprüch, mit Sinnreichsten Auslegungen und Gedancken vollkommen erkläret ... Von P. Alphonso de Andrade ... Anjetzo ... ins Teutsch übers. Von P. Philippo à S. Eliseo. Augsburg, Rieger, 1753. 4°. Mit gestoch. Portr. 17 Bl., 929 S., 60 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (50) 250,-

THEODORETUS VON CYRUS, De selectis scripturae divinae quaestionibus ambiguis, Ioanne Pico interprete. Paris, J. du Puys, 1558. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 4 Bl., 342 S., 1 Bl. – BEIGEB.: DERS., Eis ta apora tes Theias graphes kat'eklogen (graece). Ebda. 1558. Mit Druckermarke auf dem Titel. 2 Bl., 205 S. Flex. Pgt. d. Zt.


Alte Drucke und alte Theologie

(fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen, Buchblock mehrf. gebrochen, Lagen gelockert oder lose). (22) 300,-

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Erste Ausgaben dieser Bearbeitungen. – Adams T 492 und 491. STC, Suppl., 71 (nur II). Hoffmann III, 688, 6 (nur II). – Vgl. LThK X, 48. – Der Verfasser lebte im 5. Jahrhundert und gilt als hervorragender Lehrer der Ostkirche. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

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THEOGNIS, Sententiae elegiacae. Basel, Oporinus, 1569. 8 Bl., 349 S. Rosafarbenes blindgepr. Ldr. d. Zt. (Rücken mit Bibliothekssigle von Joseph Freiherr von Laßberg; beschabt, bestoßen). (18) 600,-

THEOPHYLAKTOS AUS EUBOEA, In quatuor Evangelia enarrationes, diligenter recognitae. J. Oecolampadio interprete. Basel, A. Cratander, 1527. Fol. Mit figürlicher Titelbordüre in Metallschnitt, figürlicher Bordüre in Metallschnitt, zahlr. Holzschnitt-Initialen, wenigen Zierleisten und Druckermarke am Schluß. 9 nn. Bl., num. Bl. 2-221, 1 nn. Bl. – BEIGEB.: DERS., In omnes divi Pauli epistolas enarrationes ... Ch. Porsena interprete. Köln, P. Quentel, 1529. 6 nn., CLXIX num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, mit Wurmlöchern, Schließen fehlen). (50) 400,I. VD 16 B 4603. Staehelin 138. Hieronymus 424 Anm. – Diese Ausgabe nicht bei Adams und im STC. – Dritte Ausgabe der Oekolampad-Übersetzung, bereits drei Jahre zuvor erstmals bei Cratander erschienen. – Die prachtvolle, aus vier Blöcken bestehende Titelbordüre wird bei Nagler, Monogr. III, 2302, 17, fälschlich Hans Frank zugeschrieben. Butsch I, 58 schreibt sie erstmals richtig dem Meister J(acob) F(aber) zu: „Diese reiche Composition zählt zu des Meisters besten Arbeiten.“ Die neuere Literatur faßt Hieronymus zusammen und resümiert: „stilistisch angepaßte vollendete Form.“ – Titel mit Besitzvermerk, stärker fleckig und mit oberem Eckausriß (geringer Bildverlust in der Bordüre). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vor allem am Anfang mit zahlr. Wurmspuren. II. VD 16 B 4995. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Der Kommentar zu den Paulus-Briefen wurde von Theophylactus (1088-1126), Erzbischof der Bulgaren, in griechischer Sprache verfaßt. 1477 erschien in Rom eine erste Übersetzung ins Lateinische von Christophorus Persona, die hier zugrunde liegt. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, vor allem gegen Ende mit Wurmspuren.

THOMAS DE AQUINO, Summa totius theologiae. In tres partes ab authore suo distributa (= Tle. I, II 1/2, III, Supplement, Anhang und Index). Zus. 6 Tle. in 2 Bdn. Venedig, G. Bindoni, (1585)-86. 4°. Mit 6 gleichen Druckermarken auf den Titeln. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Rücken mit Wurmspuren, Bezug am Vordergelenk von Bd. II teilw. aufgeplatzt, fleckig, berieben und bestoßen). (50) 300,EDIT 16 CNCE 23694. – Nicht im STC und bei Adams. – Titel mit Besitzvermerken. Etw. unterschiedlich gebräunt, tls. stärker fleckig, vereinzelt mit Randschäden.

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VD 16 T 875. – Vgl. Adams T 553. Hieronymus, Griech. Geist, 187 (Ausgabe 1561). – Seltener Nachdruck der bei Oporinus 1561 erschienenen griechisch-lateinischen Parallelausgabe der Sentenzen des Theognis aus Megara in der Zusammenstellung von Jacob Härtlein. – Vorderer Vorsatz mit diversen hs. Vermerken, Titel verso gestempelt und oben angerändert, die Blätter 6 verso und 7 recto der Dedikation mit Schabspuren (etw. Textverlust); vereinzelt stärker fleckig und tls. leicht gebräunt.

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(THOMAS A KEMPIS), I quattro libri di Gio. Gerson, ne' quali si tratta della imitatione di Christo Giesu. Di nouvo corretto & con somma diligenza ristampato. Venedig, G. Chrigero, 1568. 16°. Mit Titelholzschnitt und 37 Textholzschnitten. 5 Bl., 321 S. Läd. flex. Pgt. d. Zt. (59) 400,STC 353 (Ausgabe in quarto). – Vorsätze angeschmutzt, mit Spuren eines entfernten Exlibris und mit zahlr. Einträgen von alter Hand in Tinte; vereinzelt leicht wasserrandig und wenig fleckig.

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TIROL – (HENNING, M.), Tirolensium principum comitum. Der Gefürsten Grafen zu Tyrol eigentliche Contrafacturen. Augsburg, H. Schultes für D. Custos, 1599. Fol. Mit gestoch. Titel, Verlegermarke auf dem letzten Bl., gestoch. Widmung, ganzseit. Kupferstichwappen, Kupferstichkarte und 23 (statt 28) gestoch. Portrs. 33 (statt 38) nn. Bl. Mod. Pp. (gering bestoßen). (8) 200,Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 H 1934. Lipperheide Ea 6 (unter Custos). – Vgl. Graesse II, 314 (lat. Ausg. – unter Custos). – Deutsche Übersetzung der im selben Jahr erschienenen lateinischen Ausgabe, mit fünf neuen Porträts. – Prachtvolle Porträtgalerie der Tiroler Regenten bis Kaiser Rudolf II. und mit der schönen Karte von Tirol in allegorischem Zierrahmen. – Der lateinische Titel im Oval des Kupfertitels ist durch den typographisch gesetzten deutschsprachigen Titel vom Drucker ersetzt worden. – Es fehlen 5 Blätter mit Porträts und der Kurzbiographie des nachfolgend Abgebildeten: E1 (Meinhart III.), H2 (Leopold I.), O2 (Friedrich V.), R1 (Ferdinand I.) und S1 (Rudolf II.). – Blatt B1 unten eingerissen. Alle Blätter neu angefalzt, viele Blätter mit hinterlegten Papierschäden. Tls. stärker fleckig, mit Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht.

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TOLEDO, F. DE, In epistol. B. Pauli Apostoli ad Romanos commentarii et annotationes. Mainz, 1603. 4°. 4 Bl., 782 S., 7 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. (Vorderdeckel lose). (69) 200,De Backer-S. VIII, 78, 10. – Vgl. Hurter I, 93. – Erstmals 1602 in Rom postum erschienener Paulus-Kommentar, von Cornelius à Lapide als „plenum et exactum“ beschrieben (Hurter I, 93). – Anfänglich wasserrandig, insgesamt gebräunt. – Exlibris.


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Alte Drucke und alte Theologie

TRIDENTINUM – PAYVA D'ANDRADA, D., Defensio Tridentinae fidei catholicae, et integerrimae quinque libris comprehensa. Adversus haereticorum detestabiles calumnias, & praesertim Martini Kemnitii. Ingolstadt, D. Sartorius, 1580. 16 nn., 500 num., 12 nn. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 300,-

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Zweite in Deutschland gedruckte Ausgabe. – Adams A 1024. VD 16 P 86. Stalla 1428 (Kollation ungenau). – Vgl. Jöcher I, 380. – Diego Payva d'Andrada (gest. 1577), berühmter portugiesischer Theologe aus Coimbra, war Teilnehmer am Tridentinischen Konzil und richtet vorliegende Schrift gegen die Angriffe von Martin Chemnitz. – Vorsätze mit Notizen. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit kleinen Wasserrändern, vereinzelt mit hs. Marginalien.

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TURNER, R., Orationes XIV. Commentationes in loca scripturae. – Panegyrici sermones duo. 2 in 1 Bd. Ingolstadt, Sartorius, 1583-84. Mit Druckermarke auf dem zweiten Titel. 6 Bl., 224 S., 1, 8 Bl., 253 S., 1 Bl. Ldr. d. 18. Jhdts. (Rsch. tls. abgeplatzt, Kapital mit Loch, hinteres Gelenk mit kleiner Wurmspur, stark beschabt und bestoßen). (22) 200,Erste Ausgabe. – Stalla 1485. VD 16 T 2378. ADB XXXIX, 24. – Vgl. Adams T 1162 (Ausg. Antwerpen 1597). STC 876 (Ausg. Ingolstadt 1599). – Zwei zusammengehörige Schriften mit Predigten und Reden, darunter im zweiten Teil ein „Triumphus Bavaricus“. – Buchblock gebrochen, zweiter Titel mit Blattweiser, sehr sauberes Exemplar.

– SARPI, P., Histoire du concile de Trente. Traduite par Le Sieur de la Mothe-Josseval (d. i. N. Amelot de la Houssaie). Amsterdam, Blaeu, 1683. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 23 Bl., 798 S., 23 Bl. Ldr. d. Zt. (Gelenke oben etw. angebrochen, beschabt und bestoßen, mit einigen Wurmlöchern). (50) 200,Erste Ausgabe dieser französischen Übersetzung. – Graesse VI/1, 272. Cioranescu 7108. Hoefer II, 351. – Vgl. CarterM. 118. LThK IX, 188. – Berühmte Schilderung des Konzils von Trient (EA 1619). „So wie der Verfasser einst zu seinen Lebzeiten, bildete später auch sein Buch einen Kern des Widerstandes gegen das Papsttum Pius' IV.“ (Carter-Muir). – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Aufklebers. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – DAZU: VARGAS (Y MEXIA), F. DE, UND P. DE MALVENDA, De concilio Tridentino epistolae et observationes. (Ins Lateinische übers. von) M. Vassorius. Braunschweig, Fickel, 1704. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 37 Bl., 430 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. (Rücken lädiert). – Vermutlich erste Ausgabe dieser lateinischen Übersetzung. – Frontispiz verso mit durchschlagendem Besitzvermerk, bis zum Bildrand beschnitten und unten angerändert. Tls. stärker braun- und stockfleckig.

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– SOTEALLUS, J., UND H. LUTIUS (HRSG.), Sacrosancti et oecumenici Concilii Tridentini ... canones et decreta ... Additae sunt Pii IIII. Bullae. Antwerpen, Plantins Witwe und J. Moretus, 1596. Mit Druckermarke auf dem Titel. 269 S., 40 Bl. Pgt. d. Zt. (Schwanz läd., fleckig, etw. berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 200,Adams C 2819. – Noch frühe Ausgabe der Ergebnisse des Konzils. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – BEIGEB.: FABRICIUS, A. (HRSG.), Catechismus Romanus, ex decreto Concilii Tridentini, & Pii V. pontificis maximi iussu primum editus. Ebda. 1596. Mit Druckermarke auf dem Titel. 11 Bl., 470 S. (ohne die S. 77-84), 18 Bl. – STC 200 (unter Council of Trent). – Die fehlenden Textseiten hs. ergänzt beigebunden.

Nr. 377

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ULTIMI AVISI VENUTI DE CIPRO quali narra la grandissima rotta data novamente a l'armata turchesca. O. O. und Dr. (Venedig?) 1570. Mit Titelholzschnitt. 4 Bl. Mod. Pp. (42) 800,Äußerst seltene, von uns weder bibliographisch noch in einer öffentlichen Bibliothek nachweisbare Flugschrift über den Krieg der Venezianer gegen die Türken um die Insel Zypern. Enthält Nachrichten u. a. aus Cattaro, Venedig und Rom. – Der Titelholzschnitt zeigt den geflügelten Markuslöwen. – Gering wasserrandig, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.


Alte Drucke und alte Theologie

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VERGILIUS POLYDORUS, Anglicae historiae libri vigintiseptem. Simon Grynaeus lectori. Basel, Th. Guarin, 1570. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende. 1 Bl., 691 S., 19 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit zahlr. Wurmlöchern, Schließen fehlen). (96) 300,STC 889. Adams V 452. VD 16 V 714. CLC V 348. – Spätere Ausgabe. – Titel mit hs. Besitzvermerk und Wasserfleck. Letztes Bl. leicht angeschmutzt. Vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren. Sonst meist sauber und fleckenfrei.

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VICENZA – MARZARI, G., La historia di Vicenza, divisa in due libri. Venedig, G. Angelieri, (1590)-91. 4°. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und letzten Bl. 18 Bl., 214 S., 5 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (126) 500,-

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WIER, J., De praestigiis daemonum, & incantationibus ac veneficiis libri sex, postrema editione quinta aucti & recogniti. Basel, Officina Oporiniana (B. Han sowie H. und P. Gemusaeus), 1577. 4°. Mit Titelvign., ganzseit. Holzschnittportr. auf dem Titel verso und Textholzschnitt. 16 S., Sp. 17934, 18 Bl. (letztes Bl. weiß). – BEIGEB.: DERS., De lamis liber: Item de commentitiis ieiuniis. Ebda. 1577. Mit Titelvign., ganzseit. Holzschnittportr. auf dem Titel verso und Textholzschnitt. 6 (recte 5) S., Sp. 7-134, 3 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Schwanz läd., fleckig, berieben und bestoßen, Bezug an der unteren Kante aufgeplatzt). (105) 1.200,-

Erste Ausgabe. – STC 423. Adams M 831. EDIT 16 CNCE 29013. – Titel mit hinterlegtem Ausschnitt. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit Wurmspuren und mit hs. Marginalien, davon ca. 5 mit Tekturen versehen.

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VITRUVIUS POLLIO, M., Architecture ou art de bien bastir. Paris, H. de Marnef, 1572. Fol. Mit Titelbordüre, Druckermarke (statt 2) und zahlr. Textholzschnitten. 4 nn. Bl., (336 statt 346) S., ohne 4 nn. Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Schwanz beschäd.; stärker beschabt und bestoßen). (116) 300,Zweite französische Ausgabe. – Millard 166. STC 545. Fowler 411: „This is a reprint of the Paris 1547 edition with illustrations from the original blocks.“ – Am Ende fehlen insgesamt 9 Bl. – Fliegende Vorsätze fehlen, durchgängig mit restaurierten Randausbrüchen (Titel mit wenig Darstellungsverlust in der Bordüre, einige Holzschnitte mit etw. Darstellungsverlust); gebräunt und fleckig.

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WHITAKER, W., Disputatio de Sacra Scriptura; contra huius temporis papistas, inprimis Robertum Bellarminum Iesuitam, pontificium in Collegio Romano; & Thomam Stapletonum. Herborn, Ch. Rab, 1590. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am Ende. 13 Bl., 811 S., 11 Bl. Flex. rot eingefärbtes Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (50) 200,Zweite Ausgabe, die erste in Deutschland gedruckte (EA Cambridge 1588). – STC 912. Adams W 86. VD 16 W 2350. – Verfaßt von dem englischen Theologen William Whitaker (1548-1595), einem Vertreter der calvinistischen Prädestinationslehre und Gegner des Katholizismus, insbesondere von Roberto Bellarmino. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit kleinen Wasserrändern, Textanstreichungen und vereinzelten hs. Marginalien.

Nr. 382 Beiband in erster Ausgabe. – Adams W 148 und 141. VD 16 W 2667 und 2652. Caillet 11436 und 11433. Crowe 602 und 601. Hayn-G. III, 255 und 256. – Wier (oder Weyer bzw. Weier), „the founder of medical psychiatry“ (Garrison-M. 4916) war einer „der hervorragendsten Ärzte seiner Zeit. Sein größtes Verdienst liegt in der Klarheit und dem Muthe, worin er systematisch zuerst die Bekämpfung der Hexenprozesse unternahm“ (ADB XLII, 266). – „His major achievement was 'De praestigiis daemonum', which was first published in 1562. Strongly objecting to super-


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Nr. 383

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stition and the random criteria of the witchhunters of the time, it is a work against the witchcraft trials and their gruesome outcome, which was haunting Germany and which Weier fought with all the weapons of Science“ (Robbins, Encyclopedia of Witchcraft, NY 1972). – Titel mit unterem Randausschnitt, Stempel und gelöschtem Besitzvermerk (Papierfehlstelle durch Rasur). Leicht gebräunt, tls. stärker wasserrandig und mit Sporflecken. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe. – VD 16 4067. Richter, Witzel, 16, 1. Räß I, 148, 15. – Nicht bei Adams. – Sehr seltene Schrift über die Abendmahlsfrage von Georg Witzelius (1501-1573), der einer der bedeutendsten Vermittlungstheologen der Reformationszeit war und für einen dritten Weg zwischen Katholizismus und Protestantismus kämpfte. Der Darstellung der Abendmahlslehre unter Berufung auf die Heilige Schrift und Aussagen der Kirchenväter folgt ein Angriff auf die lutherische Auffassung. – Nach Nagler (Monogr. V, 8, 35) stammt der Holzschnitt, der das Abendmahl zeigt, von Jakob Sigmeier, einem Formschneider, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts tätig war. – Titel mit kleinen Läsuren im Bug, rückseitig gestempelt, wenige Marginalien von alter Hand, gering gebräunt, kaum fleckig. – Siehe Abbildung.

Title with cut-out at lower margin, stamp and erased ownership entry (paper defect due to erasure). Slightly browned, partly stronger waterstained and with moulding. – Contemporary limp vellum (turn-ins damaged, soiled, rubbed and scuffed, cover material bursted at lower edge). – See illustration.

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WITZEL, G., Von der heiligen Eucharisty odder Mess, nach anweisunge der Schrifft, und der Eltisten schrifftverstendigen heiligen Lerer. 4°. Leipzig, V. Schumann, 1534. Mit Titelholzschnitt. 64 Bl. Hlwd. d. späten 19. Jhdts. (Rücken mit Etikett, berieben und bestoßen). (86) 400,-

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XENOPHON, Le opere. Venedig, Dusinelli, 1588. Mit gestoch. Titel. 47 nn., 378 num. Bl. Ldr. d. 18. Jhdts. (beschabt und bestoßen, Kapital leicht eingerissen, wenige Wurmlöcher). (88) 300,-


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Alte Drucke und alte Theologie

Erste Ausgabe. – STC 738. Schweiger I, 344. Haym 4, 9: „Traduzion bellissima e molto stimata dai Dotti.“ – Frühe italienische Übersetzung sämtlicher Werke Xenophons durch Marc'Antonio Gandini, „molto utili a Capitani di guerra et al viver morale et civile“, weil eben nicht nur die historischen Schriften, sondern auch die pädagogisch-ethischen wie die Staatsschriften geboten werden. – Titel hinterlegt, gering fleckig.

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(ZENO, N.), Dell'origine di Venetia et antiquissime memorie de i Barbari, che distrussero per tutto 'l mondo l'imperio di Roma. Venedig, F. Marcolini, 1558. Mit Druckermarke auf dem Titel und einigen großen Holzschnitt-Initialen. 8 nn. (letztes Bl. weiß), 196 (recte 194) num., 23 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (69) 200,Zweite Ausgabe. – STC 717. Adams Z 127. EDIT 16 CNCE 28640. Melzi II, 285. Cicogna 579. – Über den Untergang des römischen Reiches, die Völkerwanderung und die Anfänge des venezianischen Stadtstaates mit ausführlichen Kapiteln über die Ost- und Westgoten, Vandalen, Langobarden, Araber etc. – Erstmals mit etw. abweichendem Titel 1557 erschienen. – Titel mit Besitzvermerk und 2 Stempeln. Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig, mit Wurmspuren, hs. Marginalien und Textanstreichungen.

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ZENO (VON VERONA), Sermones ... nunc denuo ... Jo. Francisci Baebadici Veronae Episcopi jussu editi, cum suo indice. 2 Tle. in 1 Bd. Verona

und Padua, Druckerei des Seminars für Manfrè, 1710. 4°. 15 (statt 16) Bl., 344, 77 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Rsch. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 150,Jöcher IV, 2183. – Vgl. LThK X, 1057. – Der Heilige Zeno stammt wohl aus Afrika und lebte im 4. Jahrhundert (gest. 371 oder 372). Sein literarischer Nachlaß umfaßt 16 größere und 77 kleinere Predigten. – Der 2. Teil von Battista Peretti mit dem Titel „Historia di S. Zeno Vescovo di Verona, et Martire“. – Vermutlich fehlt am Anfang ein Vortitel. Titel mit Besitzvermerk und leicht angestaubt. Gegen Ende mit Wurmspur. Leicht gebräunt, wenig fleckig, außen und unten breitrandig.

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ZUCCOLO, G., I discorsi all'illustr. Giacomo Buoncompagno. Nei quali si tratta della nobilta, honore, amore, fortificationi, et antigaglie. Venedig, G. Bariletto, 1575. Mit Druckermarke auf dem Titel und 3 Textholzschnitten. 4 Bl., 286 S., 13 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Vorderdeckelbezug unten aufgeplatzt). (88) 500,Erste Ausgabe. – STC 745. Manzi 44. Riccardi I/2, 671, 1: „Raro.“ – Nicht bei Marini. – Sammlung von Aufsätzen über vielerlei Probleme, darunter auch türkische Soldaten, und ein längerer Abschnitt über Fortifikation (mit den 3 Holzschnitten; S. 231-272). – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig. – Siehe Abbildung.

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Naturwissenschaften

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ACXTELMEIER, ST. R., Des Natur-Lichts weit eröffneter Pallast, nebst Anhang einer herrlichen Keller-Ordnung. – Des weit eröffneten Pallastes des Natur-Lichts letzter Theil. 2 in 1 Bd. Schwabach, Hagen für Walder in Augsburg, 1706-07. 4°. Mit 2 gestoch. Frontisp. und 10 Kupfertafeln. 4 Bl., 270 S., 2 Bl., 374 (recte 370) S. Mod. Ldr. in Lwd.-Schuber. (56) 1.200,Erste Ausgabe. – Caillet 49 (nur Bd. II). Ferguson I, 4 Anm. (nur Bd. I). Rosenthal BMP 4 (nur I). Brüning 3207 und 3248. Duveen 3: „First edition. – The most curious work, which is called by Caillet 'un désordre dans lequel il n'est pas facile de se retrouver', forms a sort of Encyclopedia of Curiosities in Medicine, Natural Sciences, Chemistry, Magic and even in Politics. Four of the remarkable plates represent large distilling apparatus.“ – Enthält am Schluß von Bd. I eine umfangreiche „Herrliche Kellerordnung“, in der Weinherstellung, Aufbewahrung etc. abgehandelt werden. Die Tafeln im zweiten Band zeigen u. a. einen Narwal, grönländische Eingeborene im Kajak sowie eine reich verzierte Orgel. – Stellenw. leicht braunfleckig.

First edition. – The plates show in the second volume a. o. a narwal, natives from Greenland im their kayak and a richly decorated organ. – Some foxing. – Modern calf in cloth slipcase.

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(BERON, P.), Slawische Philosophie, enthaltend die Grundzüge aller Natur- und Moralwissenschaften. Nebst einem Anhang über die Willensfreiheit und die Unsterblichkeit der Seele. Prag, Ehrlich, 1855. Mit 5 gefalt., kolor. lithogr. Tafeln. XII, 564 S. Mod. Lwd. mit eingebund. vorderem Orig.-Umschlag. (76) 200,Einzige Ausgabe. – Naturwissenschaftlich fundierte, mit zahlreichen neugeprägten Termini (Epikyma, Nevroplegma, Aristerostrophe und vielen anderen) durchsetzte Gesamtschau der natürlichen Welt. Dadurch recht hermetisch und sprachlich wie inhaltlich höchst kurios. Die auf der Broschur für demnächst angekündigte französische Ausgabe des Werkes ist wohl nicht erschienen. – Verfaßt von Peter Beron (1798-1871) aus Bulgarien. – Tafeln leicht braunfleckig, Text minimal gebräunt.


Naturwissenschaften

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Nr. 391

Nr. 392

BILDERSAAL für Geschichte, Natur und Kunst. 3 Jge. in 1 Bd. Karlsuhe, Müller, 1833-(36). Mit gestoch. Titel, 116 (statt 126; 1 doppelblattgr., 2 gefalt., 2 farb.) lithogr. Tafeln, 8 (2 farb.) lithogr. Karten bzw. Plänen und 2 gestoch. Musikbeilagen. 128 S., S. 129-270, 88 S. Mod. Hlwd. (stark fleckig, berieben). (21) 200,-

Titelvign., 18 gestoch. Textvign., 56 gefalt. Kupfertafeln und gefalt. Tabellen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg., Hinterdeckel mit kleinem Wappen unten rechts (ein Deckel fleckig, teilw. Kratz- und leichte Wurmspuren, berieben). (84) 1.500,-

Kirchner 7260. – Zeitschrift für Kinder, inhaltlich dem „Buch der Welt“ vergleichbar, mit Karten und Ansichten der Azoren, Konstantinopels, Schumlas am sog. Kleinen Balkan, Nankings und anderem, sowie zahlreichen Illustrationen zu fremden Kulturen, Tieren, Pflanzen, Naturphänomenen und vielem mehr, die ursprünglich im „Karlsruher Unterhaltungsblatt“ erschienen sind. Stellenweise sind die Bilder zudem aus so populären Publikationen wie Bertuchs „Bilderbuch für Kinder“ bekannt. Unter den Artikeln des zweiten Jahrgangs befindet sich auch ein Bericht über Kaspar Hauser, der 1833 ermordet worden war. – Ohne die Titel des zweiten und dritten Jahrgangs. Zudem fehlen die Tafeln 8-9, 11 und 51 des ersten bzw. zweiten Jahrgangs sowie die Tafeln 1, 11, 27 und 29-31 des dritten Jahrgangs. – Drei Tafeln ankoloriert, eine angerändert; tls. stark fleckig.

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BONNET, CH., Oeuvres d'histoire naturelle et de philosophie. 10 Tle. in 8 Bdn. Neuchâtel, Fauche, 1779-83. 4°. Mit gestoch. Portr., 10 gestoch.

Erste Gesamtausgabe in der schönen Quartausgabe (gleichzeitig auch in 18 Oktavbänden erschienen). – Nissen, ZBI, 461. Brunet I, 1103. Ebert 2760. Lonchamp 383. DSB II, 286: „Bonnet is considered one of the fathers of modern biology. He is distinguished for both his experimental research and his philosophy, which exerted a profound influence upon the naturalists of the 18th and 19th centuries.“ Enthält „Recherches sur l'usage des feuilles dans les plantes“, „five memoirs, all of which were of prime importance for plant biology“ (ebda.). Außerdem Werke über Entomologie und Philosophie. – Aus dem Besitz von John Cookney, dessen Exlibris mit Blüte und Strick die Vorsätze ziert, sein Wappen (Bär mit Blüte) ist auf die Hinterdeckel der Einbände geprägt. – Vereinzelt wasserrandig und gebräunt (Bd. II stärker), kaum fleckig. – Siehe Abbildung. First complete edition, beautiful in quarto (simultaneously published in 8vo with 18 volumes). – Provenance: With engraved exlibris from John Cookney (blossom and rope), the blossom also forms part of the coat of arms on the rear cover of the binding, here it is held by a bear. – Browning and waterstaining in places. – Bound in contemporary calf with spine label and gilt back (minor signs of wear). – See illustration.


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Naturwissenschaften

BÜCHNER, G., Mémoire sur le système nerveux du barbeau. (Paris und Straßburg, Levrault, 1836). 4°. Mit lithogr. Falttafel von F. Hagen nach G. Büchner. 57 S. Karton d. Zt. in Hpgt.-Kassette. (123) 9.000,-

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Eins von 106 Ex. des Separatdruckes (Gesamtaufl: 300). – Doerr, Büchner als Naturforscher (1987), 23. Ausstellungskat. Darmstadt (1987) 287. Schlick, Büchner, 13. ADB III, 488. Hauschild 53. – Originaler Abdruck und 'Editio princeps' der äußerst seltenen Dissertation und einzigen wissenschaftlichen Veröffentlichung des Dichters und Sozialrevolutionärs. – Neue Forschungsergebnisse (Udo Roth, Georg Büchners naturwissenschaftliche Schriften, 2004, S. 135 und 146) belegen den Druck von 106 Separatabdrucken, die nicht für die Veröffentlichung in der Forschungsreihe „Mémoires de la Société du Muséum d'histoire naturelle de Strasbourg“ (Bd. II/2) bestimmt waren. Die Separatabdrucke waren um den 25. Juli 1836 verfügbar, so daß Büchner Anfang August seine gedruckte Abhandlung der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich vorlegen konnte und dafür am 3. September 1836 durch die Professoren Oken, Schinz, Löwig und Heer promoviert wurde. Nach einer öffentlichen Probevorlesung „Über Schädelnerven“ am 5. November in Zürich wurde er zum Privatdozenten der Hochschule berufen und erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung als Asylant. Er verfolgt in seiner Arbeit das Homologieprinzip, wie es von Geoffroy de St. Hilaire, Goethe und Oken vertreten wurde. – Stellenw. schwach stockfl., unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Titel mit kleinem Bibliotheksstempel eines französischen Zoologen. – Schönes breitrandiges Exemplar. – Siehe Abbildung.

Vgl. DSB VIII, 127-129. – Sammlung von Aufsätzen zu neuentdeckten Protozoen, Bakterien und Erythrozyten. – Leeuwenhoek besaß keine akademische Ausbildung und schrieb ausschließlich in seiner Muttersprache. Seine wissenschaftlichen Studien wurden in englischer Übersetzung in den „Philosophical Transactions“ der Royal Society in London veröffentlicht. – Von den 11 Tafeln illustrieren 6 Kupfer Forschungsergebnisse zu Mineralien, Tieren und Pflanzen. – Vorhanden: I. PART OF A LETTER concerning Worms observed in Sheeps Livers and Pasture Grounds. – II. PART OF A LETTER giving his Observations on the late Storm. – III. PART OF TWO LETTERS concerning the Figures of Sand. – Die Tafel zeigt Sandkristalle. – IV. A LETTER concerning Cochineel. – Die Tafel zeigt Käfer und Mikroorganismen (Animalcula). – V. A LETTER concerning the flesh of Whales, Crystaline humour of the Eye of Whales, Fish, and other Creatures, and of the use of the Eye-lids. – VI. A LETTER concerning the Tubes or Canals that convey the yellow Sap in the Herb called Chelidonium majus, or Celandine. – VII. A LETTER concerning Tobacco ashes. – VIII. A LETTER concerning some Fossils of Swisserland (sic). – IX. A LETTER concerning Animalcula on the Roots of Duck-Weed. – Die Tafel zeigt Mikroorganismen (Animalcula). – X. OBSERVATIONS on staining the Fingers with a Solution of Silver in Aqua Fortis. – XI. A LETTER concerning the Barks of Trees. – Die Tafel zeigt eine Baumrinde. – XII. PART OF A LETTER concerning the Vitrifyed Salts of Calcin'd Hay. – XIII. OBSERVATIONS on the Seed-Vessels and Seeds of Polypodium. – Die Tafel zeigt einen Tüpfelfarn. – XIV. A LETTER concerning the Figures of Salts of Crystal. – Die Tafel zeigt Salzkristalle. – Bibliotheksdublette mit entsprechenden Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

Original printing and „Editio Princeps“ of the extremely rare thesis and sole scientific publication by the poet and social revolutionary. – Here and there with light foxing, untrimmed and unopened. – Title with small, private library stamp of a French zoologist. – A beautiful wide-margined copy. – Contemporary cardboard in half vellum case. – See illustration.

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GRUNER, C., Kepler's wahrer Geburtsort. Stuttgart, Ebner für den Verf., o. J. (1866). Mit Photographie des Kepler-Denkmals. 29 S., 1 Bl. (Anzeigen). Pp. d. Zt. (Rücken etw. beschabt und gebräunt). (97) 100,-

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Biographie Keplers, deren Erlös teils zur Finanzierung für das von A. Kreling entworfene Kepler-Denkmal der Stadt Weil bestimmt war, vgl. dazu Casper 469. – Minimal braunfleckig.

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KARSTEN, W. J. G., Anleitung zur gemeinnützlichen Kenntniß der Natur, besonders für angehende Aerzte, Cameralisten und Oeconomen. Halle, Renger, 1783. Mit 4 ausfaltbaren Kupfertafeln. XXXX, 792 S. Brosch. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (130) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1225. Humpert 4022. – Nicht in den einschlägigen Medizinbibliographien. – Über Physik, Chemie, Sinnesphysiologie (mit anatomischen Darstellungen der Sinnesorgane), Mineralogie (mit Glas- und Ziegelherstellung), Astronomie etc. Die Tafeln zeigen entsprechende Apparaturen. – Titel mit gelöschtem Stempel (durchschlagend bis zur S. VI). Etw. gebräunt und fleckig, Tafeln mit stärkeren Quetschfalten. Unbeschnitten.

LEEUWENHOEK – 14 Aufsätze. in: Philosophical Transactions. Hefte 289-299 der Reihe in 1 Bd. London, Smith and Walford, (1704)-06. 4°. Mit 11 (statt?; 9 gefalt.) Kupfertafeln und 2 gefalt. Tabelle. Laienhaft restauriertes Ldr. d. Zt. (5) 600,-

LITAUEN – BEITRÄGE zur Natur- und Kulturgeschichte Lithauens und angrenzender Gebiete. Hrsg. von E. Stechow. München 1922-32. Fol. Mit 45 Tafeln. VIII, 678 S. Hlwd. d. Zt. (Rsch. verblaßt). (76) 150,Abhandlungen der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Supplement-Bd. – 15 Untersuchungen über Vögel, Steinzeitfunde, parasitische Insekten, Waldbienenzucht und vieles andere mehr. – Widmung des Herausgebers auf vorderem fliegenden Vorsatz.

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METEOROLOGIE – KÄMTZ, L. F., Vorlesungen über Meteorologie. Halle, Gebauer, 1840. Mit sechs Lithographien auf 5 gefalt. Tafeln. XVI, 591 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (starke Gebrauchsspuren). (73) 80,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1216. – Vorsatz mit hs. Vermerk in Tinte, tls. etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig.


Naturwissenschaften

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Nr. 395

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Oktav-Ausgabe im Jahr der ersten Quart-Ausgabe. – Honeyman 2761. Sotheran 4220: „Containing the author's invention of the hair hygrometer.“ – Vgl. zur Quart-Ausgabe: Poggendorff II, 755. Roller-G. II, 398. Waller 11432. Darmstaedter 239. Norman 1894: „The work describes Saussure's pioneering experiments with his new instrument as well as its application to meteorology.“ – „Saussures Hygrometer hat sich bis auf den heutigen Tag als eins der wichtigsten meteorologischen Instrumente erhalten. Sein Werk zählte Cuvier zu den besten, um das die Wissenschaft im 18. Jhdt. bereichert worden sei“ (Dannemann). – Die Tafeln zeigen das Haarhygrometer und seine Bestandteile. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, zu Beginn leicht wasserrandig, teilw. nicht ganz aufgeschnitten. Die Tabellen und eine Tafel z. Tl. außen knapp beschnitten (1 Tabelle im Falz hinterlegt, 2 außen mit Buchstabenverlust, Tafel mit Verlust der Einfassungslinie).

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genaues meteorologisches Tagebuch geführt.“ – Steiglehner (1738-1819) trat in früher Jugend dem Benediktinerorden St. Emmeram bei und unterrichtete dort und an der Universität Ingolstadt Mathematik, Physik und Astronomie. – Titel mit Besitzvermerken, angestaubt und stärker fleckig. Leicht gebräunt, wenig fleckig, Ränder tls. angestaubt. – Druck auf kräftigem Papier.

– SAUSSURE, H. B. DE, Essais sur l'hygrométrie. Neuchâtel, Fauche, 1783. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln und 11 tls. gefalt. Tabellen, davon 5 in Pag. XII, 524 (recte 514) S. Lwd. des 19. Jhdts. (wenig berieben, etw. bestoßen). (8) 300,-

400

Erste französische Ausgabe. – Blake 320. Eales I, 1492. Wellcome IV, 218. Waller 10956. Nissen 2959. Hirsch-H. IV, 334. Sotheran, Suppl. I, 4922: „Needham's work is of biological importance as the first attempt to give a scientific basis to a theory of spontaneous generation, taken as a matter of fact by St. Thomas Aquinas. It was attacked by Spallanzani, and caused a long controversy, which was finally settled in the negative by Pasteur. The above edition contains a new and interesting introduction.“ – Laut Nissen eine Fortsetzung der „Nouvelles découvertes“ von 1747. – Die Kupfer zeigen Abbildungen von Tintenfischen, mikroskopischen Kleinlebewesen sowie ein Mikroskop mit seinen Details. – Titel gestempelt, vereinzelt fleckig.

– STEIGLEHNER, C., Atmosphaerae pressio varia observationibus baroscopicis propriis et alienis quaesita. Ingolstadt, Haberberger, 1783. 4°. Mit 5 (3 beidseitig bedruckten, 1 gestoch.) Falttabellen. 4 Bl., 58 S., 8 Bl. Ohne Einband. (121) 100,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 991. Hellmann 478, 2. Lindner I, 86, 4. ADB XXXV, 594: „Seine Erfahrungen und Ansichten über den täglichen und monatlichen Gang des Barometers legte er in der Abhandlung nieder ... Seit 1771 beschäftigte er sich mit der praktischen Witterungskunde. Es wurde von ihm und seinen Mitbrüdern ein sehr

MIKROSKOPIE – NEEDHAM, (J. T.), Nouvelles observations microscopiques, avec des découvertes intéressantes sur la composition & la décomposition des corps organisés. (Übers. von L. A. Lavirotte). Paris, Ganeau, 1750. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. XVIII, 524 S., 2 Bl., 29 S. Ldr. d. Zt. (bestoßen, Gelenke brüchig). (76) 200,-

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OKEN, (L.), Abbildungen zur allgemeinen Naturgeschichte für alle Stände. Stuttgart, Hoffmann, 1843. Fol. Mit getöntem lithogr. Titel und 164 tls. kolor. lithogr. Tafeln und einigen Textholzschnitten. 93 Bl. Hpgt. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (86) 200,-


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Naturwissenschaften

Nissen 3006. Anker 376. Horn-Sch. 16535. – Die in frischen, leuchtenden Farben kolorierten Tafeln zur Geognosie, Botanik und Zoologie, darunter Vögel, Insekten, Fische und Lurche. – Das in seiner Zeit sehr geschätzte Werk war in 14 Teilen erschienen und ist daher meist inkomplett. – Einige kleine Einrisse (ca. 5 ins Bild) und Randläsuren (eine Tafel mit etwas Bildverlust), stellenw. eine kleine Wurmspur im weißen Rand; gebräunt und fleckig.

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PRÄNDEL, J. G., Die Elementargeometrie und ebene Geometrie theoretisch und praktisch. 2. verm. Aufl. München, Lentner, 1813. Mit 22 gefalt. lithogr. Tafeln. S. (V-)XII, 434 S., 1 Bl. Mod. Hlwd. (3) 80,Poggendorff II, 517. ADB XXVI, 502. – Prändel war Autodidakt und „machte daher manche Entdeckung in der Mathematik, von der er in der Folge zu seinem Erstaunen erfuhr, daß sie bereits seit einem halben Jahrhundert völlig bekannt sei.“ – Etw. fleckig, unbeschnitten.

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PYTHAGORAS – JAMBLICHUS, Peri biou Pythagorikou logos (graece) ... De vita Pythagorica liber, Graece & Latine ... a Ludolpho Kustero versionem Latinam, Graeco textui adjunctam, confecit ... Ulricus Obrechtus. Accedit Malchus, sive Porphyrius, de vita Pythagorae: cum notis Lucae Holstenii, & Conradi Rittershusii. Itemque anonymus apud Photium de vita Pythagorae. Amsterdam, Petzolds Witwe und Sohn, 1707. 4°. Mit gestoch. Portr. 7 Bl., 219 S., 8 Bl., 67, 93 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 400,-

Nr. 405

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Erste Ausgabe. – Kosch XIV, 497. – Vgl. Jöcher IV, 258 und ADB XXXIV, 714. – Nicht bei Poggendorff und Lonchamp. – Offenbar eine Vorarbeit zu Scheuchzers letztem Werk, dem opus magnum der „Physica Sacra“, der Erklärung der Naturgeschichte aus der biblischen Geschichte, die in vier Bänden 1731-35 in Augsburg und Ulm erscheinen sollte. Dieser Prodromus enthält noch keine Bilder und beschränkt sich auf die Ausdeutung des Buches Hiob. – Schönes Exemplar mit gestoch. Exlibris der Bibliothek Säfstaholm. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe dieser Bearbeitung mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Hoffmann II, 530, 2. Schweiger I, 176: „N. Rigaltii handschriftl. Conjectur. sind benutzt.“ – Wie alle alten Schriften von oder über Pythagoras sehr selten. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

404

REGIUS, H., Philosophia naturalis. Amsterdam, Elzevier, 1661. 4°. Mit ganzseit. gestoch. Portr. (ohne die beiden Kupferstichkarten). 22 Bl., 523 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Buchblock vom Einband teilw. gelöst). (8) 400,Dritte Ausgabe. – Krivatsy 9514. Waller 10990. Willems 1274. Shirley 407 Anm. – Vgl. Wheeler Gift 139 (Ausg. 1654): „General properties of magnets with illustrations.“ – Eines der Hauptwerke von Regius, ein Kompendium der Naturwissenschaft. – Der Verfasser, ein Schüler Reneris und Anhänger von Descartes, vertritt darin auch dessen Ideen (vgl. Scott, The scientific work of René Descartes, 204), einige Holzschnitte sind aus Ausgaben von Werken Descartes' übernommen. – Ohne die Himmelskarte und die Weltkarte (in 2 Hemisphären) von Ph. Cluver. – Vorderer Innendeckel mit Federproben. Titel stärker fleckig, mit Randschäden und Gebrauchsspuren. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, gegen Ende mit Wurmspuren. Buchblock mehrf. gebrochen, einige Lagen und Bl. gelockert oder lose.

SCHEUCHZER, J. J., Jobi physica sacra, Oder Hiobs Naturwissenschafft. Zürich, Bodmer, 1721. 4°. 16 Bl., 467 S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. (146) 800,-

406

(SCHOTT, C.), Joco-seriorum naturae et artis, sive magiae naturalis centuriae tres. Cui accessit diatribe de crucibus (von A. Kircher). (Würzburg, Hertz?) für Cholinus (in Frankfurt), 1667. 4°. Mit gestoch. Titel und 22 (1 gefalt.) Kupfertafeln. 6 Bl., 363 S. Pp. des 18. Jhdts. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (105) 800,Zweite Ausgabe. – STC S 1239. – Diese Ausgabe nicht bei de Backer-Sommervogel, Dünnhaupt etc. – „Sammlung von dreihundert chemischen und physikalischen Tricks, Rechen- und Zauberkunststückchen, Alchemie, Geheimschriften und sonstigen Kuriosa. Beschrieben werden u. a. eine Wasseruhr, Engel, Bienen, Vogelfang, optische Illusionen, Verwandlung von Wasser in Wein, ein Perpetuum mobile, ein Wort-Vorhängeschloß, Anfertigung künstlichen


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WILHELM, G. T., Unterhaltungen über den Menschen. Neue Ausgabe. 3 Bde. Augsburg, Schlosser, 1828. Mit 3 gestoch. Titeln und 178 (statt 196; 172 kolor.) Kupfertafeln. XII, 516 S.; 4 Bl., 488; VIII, 592 S. Pp. d. Zt. (mit Rückenetiketten, stärker beschabt und bestoßen). (29) 150,Nissen 4408. – Vgl. Schott 161, XIII-XV. – Es fehlen in Bd. I die Tafeln 60 und 61, in Bd. II Nrn. 52-54 und in Bd. III Nrn. 41, 42, 45-46, 51-52 und 66-72. – Vorsatz mit altem Besitzvermerk, etw. (Titel stärker) braunfleckig. – DAZU: DASS. Bd. II (von 3). Wien 1812. Mit gestoch. Titel und 62 (56 kolor.) Kupfertafeln.

Alchemie – Chemie 410 Nr. 406

Erste Ausgabe. – Darmstädter, Bergbüchlein, 105. Ferchl 426. – Leicht gebräunt und wenig fleckig. – NACHGEB.: STURM, J. CH., Wahrhaffte und gründliche Vorstellung von der lügenhafften Stern-Wahrsagerey das ist, von der Nativität-Stellung wie auch Bedeutung und Eintheilung derer 12. Himmlischen Zeichen. Coburg, Pfotenhauer, 1722. Gefalt. Titel, 11 Bl., 115 S., 6 Bl. – Erste Ausgabe. – Zachert-Z. IV, Ne 200. ADB XXXVII, 40. – Postume Schrift des Philosophen Johann Christoph Sturm (16351703), hrsg. von dessen Sohn Georg Reichard.

Schnees, die Camera obscura, lang-lebende Lampen u. v. a. m. Die Kupfer stellen diverse physikalische, optische u. chemische Experimente dar. Auf S. (307-363) die 'Diatribe de prodigiosis crucibus' von Athanasius Kircher (über Kreuzeserscheinung während der Vesuveruption von 1660)“ (Dünnhaupt 13.I). – Gegenüber der Erstausgabe ist nun ein Drucktitel hinzugekommen, die 4 Bl. Sachregister hier am Schluß eingebunden. Die Diatribe Kirchers beginnt erst auf S. 307 (nicht 302), und die Paginierung ist verbessert. – Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

407

(SCHUBERT, G. H. VON), Naturgeschichte des Tier-, Pflanzen- und Mineralreichs. Mischaufl. 6 Bde. der Reihe in 7 Bdn. Esslingen, Schreiber, 1886 – (um 1890). OHlwd. (vereinzelt starke Gebrauchsspuren). (127) 300,Von der beliebten Reihe sind folgende Titel vorhanden: „Geologie und Paläontologie“ (EA), „Naturgeschichte des Pflanzenreichs nach dem Linnéschen System“ (2 Ex. in 4. Aufl.), „Mineralogie“ (4. Aufl.), „Reptilien, Amphibien, Fische“ (10. Aufl.) „Säugetiere“ (10. Aufl.) „Vögel“ (9. Aufl.). – Tls. stärkere Gebrauchsspuren.

408

SMELLIE, W., Philosophie der Naturgeschichte. Aus dem Englischen übersetzt, mit Zusätzen des Herrn Rektors Lichtensteins hrsg. von E. Zimmermann. 2 Bde. Berlin, Voß, 1791. XXXII, 364 S., 1 Bl.; VIII, 296 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (bestoßen). (73) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Zachert-Z. IV, 1561. – Vgl. Eales II, 2048. – Vorsätze leimschattig, Titel gestempelt und gering gebräunt, – Dekorativ gebunden.

AUFFRICHTIG entdeckte Probier- und Scheide-Kunst der Venetianer. Saalfeld, Kauffmann, 1717. Doppelblattgr. Titel, S. (3)-126. Pgt. d. Zt. (stark fleckig, etw. bestoßen). (147) 500,-

411

BALDUIN, CH. A., Aurum superius & inferius aurae superioris & inferioris hermeticum. Amsterdam, Janssonius van Waesberge, 1675. 12°. Mit gefalt. gestoch. Titel und 2 gefalt. Kupfertafeln. 10 Bl., 96 S., 7 Bl. Mod. Hldr. (71) 800,Brüning 2304. Neu 215. Duveen 41 Anm. Ferchl 20. Schmieder 449, 3. Caillet 662: „Petit traité fort rare.“ Ferguson I, 68: „The Appendix unpaged, contains the 'Phosphorus Hermeticus, sive Magnes Luminaris'.“ – Vgl. Thorndike VIII, 380. – Nicht im STC. – „Bei seinen alchemistischen Arbeiten gelang es ihm, das Metalloid des Kalks, wiewohl unrein, durch Ausglühen des Kalksalpeters darzustellen“ (Schmieder 448). – Balduin entdeckte 1674 den Balduinschen Phosphor (aus wasserfreiem Calciumnitrat), vgl. dazu Darmstaedter 141. – Mit den 3 prachtvollen Radierungen von Coenraad Decker, einem Schüler von Romeyn de Hooghe (nicht bei Hollstein V, 138). – Das 2. Blatt des Appendix irrtümlich nach S. 52 eingebunden. Gering gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

Nr. 411

Aus dem Besitz des Grafen zu Stolberg 412

gestoch. Frontisp. 50 Bl., 390 S., 2 Bl. Hldr. des 18. Jhdts. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (147) 600,-

BASILIUS VALENTINUS (PSEUD.), Chymische Schrifften ... Samt einer neuen Vorrede ... von B. N. Petraeo. Fünfte Edition. 3 Tle. in 1 Bd. Hamburg, Richter, 1740. Mit gestoch. Frontisp., Textholzschnitt und 20 Kupfertafeln. 79 Bl., 1133 S., 77 Bl. Pgt. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (98) 2.000,Blake 33. Caillet 799 (inkplt.). Neu 268. Duveen 50: „This version (by Petraeus) was first published in 1717, this is the second edition.“ – Basiert auf Langes Gesamtausgabe von 1677, enthält jedoch neues Material vor allem im Tl. III, der 1717 erstmals erschienen war. – Die ersten 18 Kupfer zeigen Versinnbildlichungen der verschiedenen „Schlüssel“ zum Stein der Weisen. – Minimal gebräunt, vereinzelt fleckig. – Gestoch. Exlibris von Christian Ernst Graf zu Stolberg. – Ausnehmend schönes Exemplar. – Siehe Abbildung.

Spätere von Kaspar Horn besorgte Ausgabe (erstmals 1643). – Ferguson I, 101. Brüning 4535. – Vgl. Schmieder 235 (andere Ausg.). –Enthält im Anhang noch mehrere Schriften, u. a. „Kurtze Auslegung des Fontinleins, oder Vierdten Theils Bernhardi, von Alberto Beyer“, „Dicta Alani“ und „Metallurgia. Das ist: Von der Generation und Geburt der Metallen publiciret, Durch Joachimum Tanckium“. – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, tls. leicht gebräunt und wasserrandig, stellenw. etw. fleckig.

414

Based on Lange's complete edition of 1677, but includes new material especially in part III which was first published in 1717. – The first 18 copper engravings show symbolic illustrations of the various „keys“ to the philosopher's stone. – Minimally browned, generally in remarkably good condition. – Contemporary boards with giltpressed spine title. – See illustration.

413

BERNHARDUS TREVISANUS, Chymische Schrifften, von dem gebenedeyten Stein der Weisen. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übers. durch Caspar Horn. Nürnberg, Krauß, 1747. Mit

BERTHELOT, M., Essai de mécanique chimique fondée sur la thermochimie. 2 Bde. Paris, Dunod, 1879. Mit Portr. und einigen Textholzstichen. XXXI, 16, 566; XI, 774 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etwas beschabt). (100) 100,Erste Ausgabe. – DSB II, 71. Poggendorff III, 116. Partington IV, 467, 8: „A valuable collection of the results of the author's thermochemical measurements with a full description of the apparatus used. Providing a wealth of accurate data.“ – 1881 erschien noch ein Supplementband. – Leicht braunfleckig.

415

BERTHOLLET, C. L., Über die Gesetze der Verwandtschaft in der Chemie. Aus dem Französischen übers. mit Anmerkungen, Zusätzen und einer synthetischen Darstellung von Berthollets


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Nr. 415

Nr. 412

Theorie versehen von E. G. Fischer. Berlin, Nauck, 1802. XII, 332 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, leicht bestoßen). (100) 1.500,-

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Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff I, 166. Ferchl 40. – Vgl. Partington III, 499. Cole 130: „The work was an attempt to improve Bergman's determinations of affinity by recognizing the influence of such factors as volatility, solubility and especially the relative quantities of substances present (chemical mass).“ – Titel gestempelt, leicht gebräunt und tls. minimal braunfleckig. – Siehe Abbildung.

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– Versuch einer chemischen Statik, das ist einer Theorie der chemischen Naturkräfte. Aus dem Französischen übers. von G. W. Bartholdy und mit Erklärungen begleitet von E. G. Fischer. 2 Bde. Berlin, Duncker und Humblot, 1811. 2 Bl., XIV, 564; VI, 522 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (100) 400,Erste deutsche Ausgabe. – Partington IV, 576. Ferchl 40. Bolton 307. Cole 125: „This is the enlarged an refined work of Berthollet on affinities and chemical reactions which was begun with his Recherches sur les lois de l'affinité (1801). The definition of chemical mass is improved and the validity of fixed proportions in compounds is examined.“ – Stellenw. wenig braunfl., eine Ecke ergänzt.

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BERZELIUS, J. J., Lehrbuch der Chemie. Übers. von F. Wöhler. Mischaufl. 10 Bde. Dresden und Leipzig, Arnold, 1833-41. Mit 12 gefalt. Kupfertafeln. Mod. Hpgt. (tls. etw. beschabt). (100) 300,Holmberg I, 6-7. Bolton 309. Partington IV, 145. Haupt 360. – 3. Auflage (Bde. VII-X in 4. Auflage). – „Dissatisfaction with existing textbooks in German led Berzelius to write his own“ (Cole 147). Da keine schwedischen Ausgaben mehr erschienen waren, übersetzte Wöhler Teile der vorliegenden Ausgabe unmittelbar aus der Handschrift des Verfassers. – Bd. IV ohne S. 605-72 (in Kopie eingebunden). – Titel in Bd. IV lose; alle Titel mehrfach gestempelt; Text und Tafeln tls. stark gebräunt und braunfleckig.

418

– Versuch über die Theorie der chemischen Proportionen und über die chemischen Wirkungen der Electricität. Bearb. von K. A. Blöde. Dresden, Arnold, 1820. VIII, XVI, 200, 107 S. (Falttabellen). Restaurierte Hlwd. aus dem späten 19. Jhdt. (leicht bestoßen). (100) 400,-


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Nr. 422

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Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 340. Ferchl 77. – Seltene frühe Schrift des großen Chemikers (Bunsen war erst 23 Jahre alt). – Coautor war Arnold Adolph Berthold. 1837 erschien eine zweite Auflage mit dem Zusatz „Erfahrungen an Menschen“. – Titel gestempelt, wenig fleckig.

Nr. 419 Erste deutsche Ausgabe. – Bolton 308. Partington IV, 147. Poggendorff I, 213 (unter Bloede). Cole 145: „The volume is noted for the table of names, formulas and 'atomic weigths' of nearly 2000 chemical compounds.“ – Titel mit Besitzvermerk, tls. stärker braunfleckig.

421

422 BOYLE, R., Die lufftige Noctiluca, oder etliche neue Phoenomena, sampt einer Anleitung allerhand Phosphoros und selbst-scheinende Wesen zu zubereiten. In Hochteutsch übersetzet von J(ohann) L(ange). Hamburg, Schultz, 1682. 1 Bl., 88 S. Mod. Ldr. (100) 400,Erste deutsche Ausgabe der „Aerial noctiluca“. – STC B 1952. Fulton 143. – Vgl. Honeyman 476: „On the phenomenon of spontaneous luminescence.“ – Titel gestempelt, oben wasserrandig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung. First German edition of „Aerial noctiluca“. – Title stamped, upper margin water-stained, lightly browned. – Modern calf. – See illustration.

– Flammenreactionen. Heidelberg, Koester, 1880. Mit gefalt. lithogr. Tafel und gefalt. Tabelle. 32 S. Stark beschäd. Orig.-Broschur. (8) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 214. Ferchl 77. – Mehrere Besitzvermerke, unbeschnitten.

First German edition. – Title with ownership entry, occasional brown stains. – Later half cloth.

419

BUNSEN, R. W., Das Eisenoxydhydrat, ein Gegengift der arsenigen Säure. Göttingen, Dieterich, 1834. VI, 100 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Broschur. (8) 300,-

CROLL, O., Chymisch Kleynod. Jetzo duch J. Hartmann gemehrt. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Schönwetter, 1647. 4°. Mit gestoch. Titelbordüre, 26 Textkupfern und 5 Textholzschnitten. 4 Bl., 392 S., 8 Bl., 83, 61 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, eine Schließe fehlt). (95) 1.200,Ferguson I, 186. Duveen 152. Bolton 971. Ferchl 109. Neu 1058. Wellcome II, 408. – Dritte deutsche Ausgabe der „Basilica chymica“, aber erstmals mit dem Anhang „Crollius redivivus, d. i. Hermetischer Wunderbaum“. Diese Croll unterschobene Schrift kam erstmals 1635 heraus und enthält die schönen Textkupfer, über die Duveen schreibt: „Very curious engravings, including a fine picture of a magic furnace.“ – Der erste Teil enthält nach dem Kupfertitel einen typographischen Titel „Hermetischer Probier Stein“; das Werk wird deshalb in den Bibliographien und Kata-


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logen mal mit diesem, mal mit jenem Titel geführt. – Die Titelbordüre arg ausgedruckt und deshalb recht flau, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. Third German edition of the „Basilica chymica“, for the first time with the appendix „Crollius redivus, d. i. Hermetischer Wunderbaum“. – Ornamental title border quite faint, a little browned and spotted. – Contemporary vellum over wooden boards (somewhat soiled, one clasp missing). – See illustration.

423

CURTIUS, TH., UND J. RISSOM, Geschichte des Chemischen Universitäts Laboratoriums zu Heidelberg seit der Gründung durch Bunsen. Heidelberg, Rochow, 1908. Fol. Mit Frontisp., 3 gefalt. Grundrissen und zahlr. Abb. 3 Bl., 55 S. OLwd. (fleckig und beschabt). (100) 80,Anläßlich der Enthüllung des Bunsendenkmals in Heidelberg veröffentlicht. – Vorderer fliegender Vorsatz mit Faltspuren, Titel gestempelt, sonst tadellos.

424

DALTON, J., Ein neues System des chemischen Theiles der Naturwissenschaft. Aus dem Englischen übers. von F. Wolff. 2 in 1 Bd. Berlin, Hitzig, 1812-13. Mit 8 Kupfertafeln. XII, 284, VIII, 392 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (leicht beschabt, wenig bestoßen). (100) 600,Erste deutsche Ausgabe. – Cole 320 Anm.: „Dalton's classic work embodying his theories of chemical combination and heat.“ – Nur stellenw. wenig braunfleckig. First German edition. – A very few brown stains. – Contemporary half calf.

425

ERÖFNETES PHILOSOPHISCHES VATERHERZ so bey heutiger Ausbreitnng (nach Theophrastischer Aussag) des Sternflüchtigen Blumengeruchs der hohen Göttlichen Gnaden-Gab der Universal-Medicin nicht länger können verschlossen bleiben. Frankfurt, Fleischer, 1750. 80 S. Ohne Einband. (147) 300,Brüning 4603. Ferguson II, 502. Ladrague 1264/1265. – Vgl. Caillet 3653. Wellcome II, 528 (EA Straßburg 1659). – Die sechste und letzte Ausgabe des in Paracelsischer Tradition stehenden Werks, laut Vorwort „von einem vornehmen französischen Philosopho und Medico vor vielen Jahren geschrieben“. – Behandelt die klassischen Themen „Pflanzung des Goldbaums, Mercurii der Philosophen, Ausziehung des köstlichen Saamens der Metalle, Calcination“ etc. – Titel mit kleinem Ausriß; leicht gebräunt. – DAZU: VIGANI, J. F., Medulla chymiae. Notis experientia aucta a Davide Stam. Leiden 1693. – Brüning 2738. – Es fehlen die drei Kupfertafeln.

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FARADAY, M., Chemische Manipulation oder das eigentlich Practische der sichern Ausführung chemischer Arbeiten und Experimente. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1828-32. Mit 5 gefalt. lithogr. Tafeln. VI, 810 S., 1 Bl., 20 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale verletzt, bestoßen und beschabt). (100) 800,-

Nr. 426 Erste deutsche Ausgabe. – Cole 432. Ferchl 150. – Vgl. Duveen 207. Sotheran 1283. Carter-M. 308: „Faraday war einer der größten Physiker des 19. Jahrhunderts und einer der besten Experimentierer überhaupt.“ – In englischer Sprache erstmals 1827 erschienen. – Vorsätze leimschattig; leicht gebräunt und stellenw. wenig fleckig. – Siehe Abbildung. First German edition. – First appeared in English in 1827. – Lightly browned and slightly stained in parts. – Contemporary half calf. – See illustration.

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FOURCROY, (A. F.), Elémens d'histoire naturelle et de chimie. Sec. éd. 4 Bde. Paris, Cuchet, 1786. Mit 8 Falttabellen. Mod. Hldr. (leicht bestoßen). (100) 200,Cole 460. Duveen 225. Ferchl 161. Partington III, 537. – Vgl. Bolton 447. – Die erste Ausgabe war 1782 unter dem Titel „Leçons élémentaires d'histoire naturelle et de chimie“ erschienen. „This is the expanded second edition with a new title and extensive changes ... [with] a preliminary discourse adopting the new antiphlogistic theory“ (Cole). – Tls. stärker braunfleckig. – DAZU: DERS., Philosophie chimique. Sec. éd. Paris (1794-95).


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

Kommentar von Glauber (Sudhoff 368). – II. Brüning 1794. Sotheran 1556. Ferguson I, 323. Duveen 252. Neu 1649. Ferchl 187. Hoover 360. Rosenthal 365. Roller-G. I, 465. Krivatsy 4774. Wellcome III, 122. Dünnhaupt 6.II.1. – Erstmals 1646 in deutscher Sprache erschienene Abhandlung über den therapeutischen Wert des Goldes sowie die Möglichkeit, dasselbe dem Patienten in flüssiger Form einzuflößen. – Etw. gebräunt, nur vereinzelt stärker fleckig. – BEIGEB.: DERS., Pharmacopoea spagyrica. Tle. I-III (von 7). Ebda. 1654-57. 76, 128, 48 S.

FOURCROY, A. F., Tableaux synoptiques de chimie, pour servir de résumé aux leçons données sur cette science dans les écoles de Paris. Paris, Baudouin, an VIII (1800). Fol. Mit 12 doppelblattgr. und gefalt. Tabellen. 11 S. Pp. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (71) 3.500,Seltene erste Ausgabe. – Ferguson I, 287. Cole 483. Duveen 226. Wellcome III, 48. Monglond V, 129. Smeaton 77 und 197-201. – Vgl. DSB V, 89 ff. – „A very scarce work; probably due to the fact that the tables were frequently torn out to be struck on the walls of lecture theatres“ (Duveen). – „In these tables Fourcroy summarized his course given at Paris School of Medicine“ (Cole). – Wurde auch ins Deutsche und Englische übersetzt. Die Tafeln im Format von ca. 72-76 x 58 cm. – Tafeln verso teilw. etw. fleckig, einzelne kleine Papierdurchbrüche in den Falzen, sonst unbeschnitten und breitrandig.

First Latin editions. – Somewhat browned, only isolated stronger soiling. – Contemporary vellum with gilt stamped vignette on sides representing the Virgin Mary (clasp ribbons missing), a little soiled.

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Rare first edition. – Plates verso partly a little soiled, some small paper breakthroughs at guards, otherwise untrimmed and wide-margined. – Contemporary cardboard (soiled, scratched and scuffed).

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Partington IV, 182. Bolton 485. Poggendorff I, 916. DSB V, 430: „Gmelin's masterwork.“ – Vorhanden sind die Bände I-III zur anorganischen Chemie in der fünften Auflage und die Bände I-II zur organischen Chemie in der vierten vermehrten Auflage. – Vorsätze etw. leimschattig und mit hs. Vermerken; mehrf. gestempelt, tls. stärker gebräunt, etw. fleckig.

GAY-LUSSAC, (J. L.), Cours de chimie. 33 Lief. in 2 Bdn. Paris, Pichon und Didier, 1828. Späteres Ldr. (restauriert, starke Gebrauchsspuren). (100) 100,Erste Ausgabe. – Honeyman 1459. Sotheran, First Suppl., 5271: „Very scarce.“ Partington IV, 82: „Published from shorthand notes by Marmet, revised by Gaultier de Claubry, with his permission but without his responsibility or financial interest.“ – Mit dem „Avis des Éditeurs“ in Bd. I. – Bindung erneuert, Titel verso mit aufgeklebtem Besitzvermerk, tls. etw. braunfleckig. – Text nicht kollationiert. Kein Rückgaberecht.

GIRTANNER, CH., Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie. 3. verb. und verm. Aufl. 2 Bde. Wien, Ghelen, 1801. Mit gestoch. Portr. 3 Bl., 335 S.; 3 Bl., 352 S. Lwd. aus dem späten 19. Jahrhundert (Rücken ausgeblichen, Vorderdeckel mit Resten eines entfernten Etiketts, bestoßen). (100) 150,-

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GLAUBER, J. R., Operis mineralis pars prima (secunda et tertia). 3 Tle. in 1 Bd. Amsterdam, Janssonius, 1651-52. 67 S., 1 Bl., 47, 110 S. – BEIGEB.: DERS., De auri tinctura sive auro potabili vero. Ebda. 1651. 22 S. Pgt. d. Zt. mit goldgepr. Deckelvign. mit der Darstellung der Muttergottes und umlaufendem Spruchband (Schließbänder fehlen, etw. fleckig). (45) 800,Erste lateinische Ausgaben. – I. Ferguson I, 326. Brüning 1793 (Anm.). Dünnhaupt 8.II.1-3. – Enthält im dritten Teil das „Coelum philosophorum“ des Paracelsus mit dem

GREN, F. A. C., Systematisches Handbuch der gesammten Chemie. 3. Aufl., durchgesehen und umgearb. von M. H. Klaproth. 3 Bde. Halle, Waisenhaus, 1806-07. XVIII S., 5 Bl., 590; VIII, 637; VIII, 859 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. wasserfl., beschabt und bestoßen). (100) 300,Vgl. Duveen 268, Ferchl 199 und Gmelin III, 657. – Nicht bei Ferguson. – „The most complete and systematical work ever published on this science“ (Duveen). – Nur vereinzelt leicht stockfleckig.

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DSB V, 411. Cole 525: „The first German textbook based on the antiphlogistic system.“ – Vgl. Wellcome III, 119. Neu 1636 (andere Ausg.). – Möglicherweise fehlt in Bd. II der Vortitel; Titel mehrfach gestempelt; nur vereinzelt stärker braunfleckig.

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GMELIN, L., Handbuch der Chemie. Mischaufl. Bde. I-V (von 8) in 5 Bdn. Heidelberg, Winter, 1848-53. Mit 4 gefalt. lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (100) 100,-

HALLE, J. S., Magie, oder die Zauberkräfte der Natur. Bd. II (von 4). Wien, Trattner, 1785. Mit gestoch. Titelvign. und 5 gefalt. Kupfertafeln. 16 Bl., 440 S. Stark beschäd. Ldr. d. Zt. (4) 80,Nachdruck der Ausg. Berlin 1783-86. – Giese 1959. – Vgl. Poggendorff I, 1003. Ferchl 212. Graesse, BMP, 115. – Aerostatische, chemische, elektrische, optische, mechanische Versuche und vieles mehr. – Etw. fleckig, die Tafeln mit Randschäden.

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– Magie, oder die Zauberkräfte der Natur. Bd. IV (von 4). Wien, Trattner, 1787. Mit gestoch. Titelvign. und 6 gefalt. Kupfertafeln. 6, 650 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. (86) 80,Nachdruck der Ausg. Berlin 1783-86. – Giese 1959. – Vgl. Poggendorff I, 1003. Ferchl 212. Graesse, BMP, 115. – Aerostatische, chemische, elektrische, medizinische Versuche und vieles mehr. – Etw. fleckig, die Tafeln mit Randschäden.


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HELLWIG, CH. (VON), Neu eingerichtetes Lexicon medico-chymicum, oder: Chymisches Lexicon. Lateinisch und Teutsch. Nebst einem Anhang etlicher Apothecker-Taxe. Frankfurt und Leipzig, Stößels Erben, 1711. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 488 S. Pgt. d. Zt. (147) 400,Erste Ausgabe. – Ferchl 223. Poggendorff I, 1058. – Vgl. Ferguson I, 375. – Titel unten knapp beschnitten, gebräunt und fleckig. – Angebunden ist ein inkomplettes Exemplar von Duchesnes „Ad Iacobi Auberti vindonis de ortu et causis metallorum contra chymicos explicationem brevis responsio“ (Lyon 1575).

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HOFMANN, A., Die Mutterkornalkaloide. Stuttgart, Enke, 1964. Mit zahlr. Abb. und Tabellen. VII, 218 S. OLwd. (leichte Gebrauchsspuren). (100) 200,Sammlung chemischer und chemisch-technischer Beiträge NF, Nr. 60. – Mehrfach gestempelt; sonst tadellos.

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(HELMONT, F. M. VAN), Das Geheimniß der hermetischen Philosophie, in welchem die Verborgenheit der Natur und der Kunst, die Materie und Weise zu würken betreffende, vom Steine der Weisen, durch gewisse Regeln ordentlich geoffenbaret wird. Aus der dritten verm. und verb. Lateinischen Ausfertigung Parisischen Drucks ins Hochdeutsche übers. Frankfurt und Leipzig, Fleischer, 1770. 88 S. Pp. d. Zt. (beschabt). (147) 300,Brüning 5040. Ferguson I, 305. Duveen 242. Ferchl 176. Caillet 4435. – Nachdruck der Ausgabe Amsterdam 1647. – Etwas gewellt.

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HUNDERT ACHT UND DREYSSIG neu-entdeckte und vollkommen bewährte Geheimnüsse, oder allerhand magische, spagyrische, sympathetische und antipathetische Kunst-Stücke. Neue verm. Ausg. Frankfurt und Leipzig, Immig, 1729. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 168 S., 4 Bl. InterimsPp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (147) 400,Brüning 4044. Blake 225. Ferchl 176. – Vierte Ausgabe des 1717 erstmals erschienenen Werks. Enthält unter anderem „magische Kuren gegen Zahnschmerzen, angezauberte Krankheiten und Ungeziefer, wie man zwischen ledigen Personen die Liebe erweckt, erfolgreich Schätze sucht, sich unsichtbar macht und wie Jungfrauen das Brustwachstum hemmen können“ (Brüning 190). – Tls. etw. gebräunt, wenig fleckig.

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JACQUIN, J. (F.) VON, Grundzüge der allgemeinen und medicinischen Chemie. Redigirt von I. Gruber. 2 Bde. Wien, Mörschner und Jasper, 1836. X S., 1 Bl., 576 S., 2 Bl. (letztes mit Anzeigen); X, 602 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt). (100) 200,Erste Ausgabe. – Lesky 329. Hirsch-H. II, 870: „Wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen und 12 Jahre lang als officielles Lehrbuch an den Universitäten Wien und Prag benutzt.“ – Wenig fleckig. – Dekorativ gebunden.

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JOLY, G., Trois anciens traictez de la philosophie naturelle. 2 Tle. in 1 Bd. Paris, Hulpeau, 1626. 4 Bl., 89 (recte 79) S., 2 Bl. (erstes Bl. weiß), 130 S. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rtit., Rvg. und Stehkantenvg. (wenig berieben und bestoßen, Vorderdeckel außen mit kleinen Schabspuren). (71) 3.000,Erste französische Ausgabe dieser Sammlung. – Goldsmith J 494. Caillet 5605. Ferchl 260. Ferguson I, 439 (ohne den 2. Teil). Bolton I, 1061. Brüning 1458. Duveen 311 : „A very scarce work.“ – „Die beiden ersten Traktate sind französische Erstübersetzungen von Hermes Trismegistus' 'Tractatus aureus' und der 'Tabula smaragdina' sowie der 'Responsio ad Thomam de Bononia' des Bernhard Trevisan. Der dritte Traktat, mit separatem Titel und eigener Paginierung, ist eine französische Übersetzung der 'Chrysopoeia' in drei Büchern des Augurello von F. Habert de Berry, neu korrigiert und ediert“ (Brüning). – Titel mit kleinen Papierschäden aufgezogen. Etw. gebräunt, wenig fleckig, am Anfang mit Feuchtigkeitsspuren. – Siehe Abbildung. First French edition of this collection. – The first two treatises are translations into French, for the first time, of Hermes Trismegistus' 'Tractatus aureus' and the 'Tabula smaragdina' as well as the 'Responsio ad Thomam de Bononia' by Bernhard Trevisan. The third treatise, with separate title and

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own pagination, is a French translation of the 'Chrysopoeia' in three books of Augurello by F. Habert de Berry, newly corrected and edited. – Title mounted with small paper damages. Somewhat browned, hardly soiled, with damp stains at the beginning. – Contemporary marbled calf with spine title, gilt back and gilt outside edges (minor rubbing and scuffing, front cover outside with some scratching). – See illustration.

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Erste, postum erschienene Ausgabe. – Blake 243. Wellcome III, 397. Duveen 323. Ferguson I, 470 Anm. Neu 2159. Rosenthal 489. – Vgl. Biedermann 249. – Anton Johann Kirchweger aus Forchenbronn war als Arzt in Mährisch Kronau und in Gmunden tätig; er starb bereits 1746. In seinem vorliegenden Kompendium medizinisch-technischer Untersuchungen will er beweisen, daß Antimonpräparate (deren Kenntnis er Basilius Valentinus verdankt) ein Allheilmittel darstellen. Kirchweger ist dabei noch ganz von der Ideenwelt der Gold- und Rosenkreuzer beeinflußt; selbst Goethe befaßte sich mit seinen Schriften in der Zeit seines alchemistischen Experimentierens. – Sauber und breitrandig.

JÜNGKEN, J. H., Chymia experimentalis curiosa. Ed. postrema. Frankfurt, Sande, 1684. 10 Bl., 840 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. (ohne Schließbänder, Rückenbezug tls. aufgeplatzt, etw. fleckig). (45) 300,Brüning 2562d. – Vgl. Krivatsy 6300 (inkplt.). Bolton 565. Duveen 314. Ferguson I, 445 (Anm.). Partington III, 303. Cole 702 (Anm.). Neu 2102. Wellcome III, 370. Thorndike VIII, 390 (alle EA 1681). – „Sehr geschätztes Lehrbuch“ (Ferchl). – Das fünfte Blatt mit restauriertem Eckausriß (etw. Textverlust); etw. wasserrandig, gebräunt und fleckig.

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KIRCHWEGER, A. J., Microscopium Basilii Valentini sive commentariolum et cribellum über den großen Kreuzapfel der Welt. Berlin, o. Dr., 1790. 172 S. Mod. Pp. (97) 400,-

JUNCKER, J., Conspectus chemiae theoreticopracticae in forma tabularum. E dogmatibus Becheri et Stahlii. 2 Bde. Halle, Waisenhaus, 173844. 4°. Mit 2 gestoch. Titelvign. (ohne das Porträt). 7 Bl., 1086 S., 21; 6 Bl., 598 S., 15 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (144) 800,Erste Ausgabe (Bd. I in 2. verb. Auflage). Brüning 4312. – Vgl. Blake 238. Cole 700 (Titelvariante). Ferchl 263. Schelenz 550. Ferguson I, 444 Anm. Neu 2098. Duveen 313. DSB VII, 188: „An excellent textbook of chemistry.“ – Junckers Lehrbuch ist nach Ferchl „das beste ChemieHandbuch seiner Zeit.“ – „Juncker, in this excellent textbook, provides a systematic exposition of the ideas of Becher and Stahl. Vol. I contains a short history of chemistry, chemical signs, instruments, operations, analysis and metals. Vol. II treats combustibles, acids, salts, fermentation and putrefaction. The importance of accurate experimental data is emphasized“ (Cole). – Titel hs. numeriert und mit Besitzerstempel; fleckig und gebräunt. First edition (vol. I in 2nd corr. impression). – Title with handwritten number and ownership entry; soiled and browned. – Portrait missing. – Contemporary half calf with spine label and gilding (some scratches and scuffs, warped).

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KELLNER, D., Erneuert – verbessert- und vermehrte, sehr nütz- und erbauliche Scheide-Kunst, worinnen enthalten die rechte Art und Weise, wie man die vermischte Metalla, sonderlich Gold und Silber, künstlich von einander scheiden und bringen soll. Chemnitz, Stößel, 1727. 4 Bl., 164 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (Deckel leicht aufgebogen, berieben und wenig bestoßen). (147) 300,Ferguson I, 455. Brüning 3976. – Nicht bei Darmstaedter. – Vermutlich Neuausgabe der „Ars separatoria oder Scheidekunst“ (1693) oder „Anleitung zur Probier-Kunst“ (1690). – Etw. gebräunt und braunfleckig.

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KURZE UND DEUTLICHE VORSTELLUNG Der Edlen Probier-Kunst. Nürnberg, Rüdiger, 1718. Mit gestoch. Frontisp. 12 Bl., 523 S. Brosch. d. Zt. (stärker berieben und etw. gebräunt). (147) 800,-


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Zweite Ausgabe. – Wellcome III, 420. Brüning 3690. Ferguson I, 487: „Treatise on the assaying of metallic ores. It gives an account of the reagents, apparatus, furnaces, precautions, list of technical terms, and methods for analysing ores in the dry way.“ – Nicht bei Duveen und Neu. – Erstmals 1695 erschienen, dann nochmals 1766. – Frontisp. knapp beschnitten, einige Ecken geknickt, wenige Bl. unaufgeschnitten, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

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Second edition. – First published in 1695, then again in 1766. – Frontispiece closely trimmed, some corner creased, a few leaves unopened, slightly browned. – Contemporary wrappers (stronger rubbing and some browning). – See illustration.

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The complete works contain numerous first-time published writings by Lavoisier from his estate as well as his correspondence. – There are the volumes I-IV in first edition, volumes V-VI as reprint and three volumes correspondence. – Without 8 plates in vol. V. – Vol. I a bit undulated due to water damage; vol. II with bound-in ms. letter; vols. I-VI partly stronger browned and soiled; the three volumes correspondence with ms. underlinings in pencil. – Modern half calf in the style of the epoch (occasionally with minor scratching) partly with bound-in original wrappers (here and there strong signs of wear).

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One of two editions published at the same time, both however under somewhat different titles. – Light browning and brown stains, water-stained edges in parts. – Not in „Jahrbuch der Auktionspreise“. – Contemporary limp vellum.

LEMERY, N., Corso di chimica. Bologna, Borzaghi, 1700. 8 Bl., 588 (recte 592) S., 9 Bl., 40 S. Spät. Hldr. (wenige Wurmlöcher im Gelenk, leicht bestoßen). (21) 200,Cole 812 W. Wellcome III, 487. Ferchl 307. – Italienische Übersetzung des erstmals 1675 in Paris erschienenen populären Chemiebuchs, das „zu Lebzeiten Lemerys und noch lange nach seinem Tode das Hauptbuch der Apotheker und Scheidekünstler“ (Philippe 505) war. – Im Anhang: „Arcana“ von Petrus Poterius mit wenigen Textholzschnitten. – Spiegel mit Besitzetikett; tls. stark gebräunt und stärker braunfleckig.

LA MARTINIERE, (P.-M.) DE, Tombeau de la folie. Paris, Selbstvlg., o. J. (um 1670). Mit ganzseit. gestoch. Portr. 6 Bl., 128 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieb. und bestoßen). (71) 1.000,Eine von zwei Ausgaben aus der gleichen Zeit, beide jedoch mit abweichenden Titeln. – Cioranescu 39507. Krivatsy 6591 (nicht vor 1669). Wellcome III, 436 (dat. um 1675). Caillet 6020. Ferguson II, 81. Duveen 335. Dorbon 2452. Brüning 2216. – Eine vehemente Diatribe La Martinières (1634-1690) gegen die Betrüger und Schwindler seiner Zeit (auch unter dem Titel „Le chymique ingenu“ veröffentlicht). Das Buch steckt voller Anekdoten, so z. B. die breiter angelegte Geschichte über Flamel und seine Flucht mit den Juden, die ihm das Leben retteten. „A rare and unusual diatribe directed against the frauds and puffers of the period, it contains many amusing anecdotes. Caillet gives a summary of the contents“ (Duveen). – Etw. gebräunt und braunfl., tls. schwach wasserrandig. – Nicht im Jahrbuch.

LAVOISIER, (A. L.), Oeuvres. Mischaufl. 9 Bde. Paris (und New York) 1862(-1965). 4°. Mit gestoch. Frontisp., 40 (22 gefalt., 11 doppelblattgr.) Stahlstichtafeln, 6 (statt 14; 3 gefalt.) Tafeln und Falttabelle. Mod. Hldr. im Stil d. Zt. (vereinzelt minimal beschabt), tls. mit eingeb. Orig.-Brosch. (stellenw. starke Gebrauchsspuren). (100) 800,Duveen-K. 374-456. Ferguson II, 12. – Die Gesamtausgabe enthält zahlreiche Erstdrucke von Schriften Lavoisiers aus seinem Nachlaß sowie seine Korrespondenz. Vorhanden sind die Bände I-IV in der ersten Ausgabe (Paris, Imprimerie Impériale, 1862-68), die Bände V-VI im Nachdruck (New York, Johnson, 1965) sowie die drei Bände Briefwechsel (Paris, Michel, 1955-64). – Zur langwierigen Publikationsgeschichte vgl. Duveen. – Ohne die 8 Tafeln in Bd. V. – Bd. I mit Wellspuren durch Wasserschaden; Bd. II mit eingebundenem hs. Brief; Bde. I-IV tls. stärker gebräunt und fleckig sowie an zwei Seiten unbeschnitten; die drei Bde. Korrespondenz mit hs. Anstreichungen in Bleistift.

DAS LABORATORIUM. Eine Sammlung von Abbildungen und Beschreibungen der besten und neuesten Apparate zum Behuf der practischen und physicalischen Chemie. Hefte I-XXXVII (von 44) in 1 Bd. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, (1825-35). 4°. Mit 137 (num. 1-149, davon 8 kolor., 32 gefalt.) gestoch. und lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke mit Wurmspuren, Schwanz leicht schadhaft, stärker beschabt und bestoßen) und tls. eingeb. Orig.-Brosch. (21) 300,Bolton 2598. Engelmann 209 (mit genauer Kollation der ersten 43 Hefte). – Enthält eine Fülle von Apparaturen mit ausführlicher Beschreibung und Bebilderung: Hydro- und Thermometer, Destillierapparate, Lötrohre, Pumpen, meteorologische Instrumente, Mikroskope, Öfen, pharmazeutische Pressen, Thermoskope etc. Darunter auch der „medicinische Dynameter“ mit drehbarer Scheibe. – Gefaltete Tafeln meist mit Einrissen und Knitterfalten; tls. stark braunfleckig und gebräunt.

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Widmungsexemplar 451

LIEBIG, J. (VON), Chemische Briefe. Heidelberg, Winter, 1844. XI, 342 S. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (leicht bestoßen). (8) 250,Erste Buchausgabe. – Paoloni 400. – Titel gestempelt, wenig fleckig. – Vorsatz mit e. Widmung Liebigs: „Seinem hochverehrten Freunde Herrn Hofrath Baumgartner in Wien ...“

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– Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie. Braunschweig, Vieweg, 1840. XII, 352 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (21) 200,Deutsche Originalausgabe. – Ferchl 315. PMM 310 a. Paoloni 300. – Das Werk war nur wenige Monate zuvor als Einleitung zu seinem „Traité de chimie organique“ in französischer Sprache erschienen. – Vorsätze leimschattig, Seitenränder leicht gebräunt, braunfleckig.


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

LIEBIG, J. (VON), Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie. Braunschweig, Vieweg, 1842. XVI S., 1 Bl., 342 S., 1 Bl., 8 Bl. Anzeigen. Orig.-Brosch. (kleine Einrisse, etw. fleckig). (94) 500,Erste Ausgabe. – Paoloni 348. Garrison-M. 677. Norman 1351. Waller 5756. – „Im Jahre 1842 führte ihn (Liebig) seine chemische Forschungsarbeit auf das Gebiet der Tierphysiologie. Wie Lavoisier, bewies auch er, daß den Tieren die Körperwärme nicht von Natur aus eigen, sondern das Ergebnis eines Verbrennungsprozesses ist. Er führte den Begriff des Stoffwechsels ein und teilte die tierischen Nährstoffe ihrer Funktion entsprechend ein in Fette, Kohlehydrate und Eiweiß. So wurde er zum Begründer der modernen Ernährungswissenschaft“ (Carter-M. 568). – Unbeschnitten, etw. gebräunt und stockfleckig. Mit den häufig fehlenden Anzeigen und einem Hinweiszettel vor dem Vortitel auf die 4. Auflage der „Organischen Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie“.

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– Untersuchung der Mineralquellen zu Soden und Bemerkungen über die Wirkung der Salze auf den Organismus. Wiesbaden, Enders, 1839. 51 S. Orig.-Brosch. (leicht fleckig). (8) 150,Erste Buchausgabe. – Engelmann 338. – Vgl. Paoloni (kennt nur die beiden hier zusammengefaßten Aufsätze in den „Annalen der Pharmacie“). – Die S. 23-51 als ausklappbare Tabellen. – Fleckig.

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MANNHEIMER FORUM. Hrsg. von H. von Ditfurth. 12 Bde. der Reihe. Mannheim (1981-92). OPp. in OPp.-Schuber (leichte Gebrauchsspuren). (100) 120,Nr. 457

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MENDELEJEFF (MENDELEEFF), D., The Principles of Chemistry. Translated by G. Kamensky. 2 Bde. London, Longmans, 1891. Mit mehrf. gefalt. Tabelle und einigen Textholzstichen. XVI, 611; VI, 487, 12 S. (Anzeigen). Mod. Hldr. (leicht berieben). (100) 100,Erste englische Ausgabe. – Honeyman 2206. DSB IX, 293. – Hauptwerk des russischen Chemikers. – Tls. stark braunfleckig.

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MEYER, J. F., Chymische Versuche, zur näheren Erkenntniß des ungelöschten Kalchs, der elastischen und electrischen Materie, des allerreinsten Feuerwesens, und der ursprünglichen allgemeinen Säure. 2. verm. Aufl. Hannover, Schmidt, 1770. 22 S., 1 Bl., 418 S., 14 Bl., 48 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (20) 400,Cole 936. Ferchl 355. – Vgl. Poggendorff II, 134 und Ferguson II, 93. – Zweite Ausgabe (EA 1764). – „In this work Meyer develops his theory of 'acidum pingue' which he regarded as the universal primative acid. Opposed to Joseph Black's explanation of causticity the theory aroused condiderable controversy. Lavoisier praised the book“ (Cole). –

Der Anhang mit dem Titel „Alchymistische Briefe“ (erstmals 1767 separat erschienen) mit Beschreibung eigener Experimente und Beobachtungen von angeblichen Transmutationen. – Vorsätze gering leimschattig, sonst schönes Exemplar. – Siehe Abbildung.

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MITSCHERLICH, E., Lehrbuch der Chemie. Mischaufl. 2 in 4 Bdn. Berlin, Mittler, 1843-44. Mit zahlr. Textholzstichen. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt). (100) 100,Poggendorff II, 160. Haupt 68. Ferchl 359. – Vgl. Kopp I, 418. – Bd. I in 4., Bd. II in 2. Auflage. – „Vorbildlich für die Zeit“ (Ferchl). – Leicht fleckig.

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MOHR, (K.) F., Mechanische Theorie der chemischen Affinität und die neuere Chemie. Braunschweig, Vieweg, 1868. X, 364 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (Kanten beschabt, wenig bestoßen). (100) 180,-


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Frankfurt und Leipzig, Krauß, 1767-74. Mit 2 gestoch. und 1 Holzschnitt-Frontisp. InterimsBrosch. (Rücken verblaßt, fleckig). (147) 800,Erste Ausgabe. – Brüning 5003, 5047, 5079, 5109, 5147 (Bde. I-V; mit tls. abweichender Kollation der Vor- und Nachstücke). – Gardner I, 594. Caillet 7952. Duveen 428 (die drei letzteren mit dem ersten Band in 2. Ausg.). – Nicht bei Ferguson. – Enthält über 30 Traktate. – Brüning erwähnt ein Frontispiz zu Bd. II, das Duveen nicht bekannt war und auch in keinem Vergleichsexemplar nachgewiesen werden kann. – Unbeschnitten; stellenw. etwas wasserrandig und fleckig.

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– DASS. Tle. I-III (von 6) in 3 Bdn. Frankfurt und Leipzig, Krauß, 1769-71. 4 Bl., 436 S., 2; 4 Bl., 462 S.; 2 Bl., 428 S. Hldr. d. 19. Jhdts. mit Rsch. (147) 400,Erste Ausgabe (Bd. I. in 2. Aufl.). – Brüning 5003 Anm., 5047, 5079 (tls. abweichende Kollation der Vor- und Nachstücke). Gardner I, 594. Caillet 7952. Duveen 428. – Nicht bei Ferguson. – Stellenw. etwas fleckig. – Exlibris. – Sehr dekorativ gebunden.

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Erste Ausgabe. – Neu 2947. DSB X, 109. Cole 974: „A useful chemical dictionary. Preference was shown for the new chemistry but phlogistic alternatives are also presented. The new chemical nomenclature was not used but was discussed and a translation of the 1787 table was included.“ – Kleine Eck- und Randausrisse, oberer Seitenrand stellenw. verschmutzt; tls. stärker fleckig und etw. gebräunt. – Dekorativ gebunden.

Nr. 464 Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 927 (dat. 1869). Bolton 675. Partington IV, 317. DSB IX, 446. – Den Satz von der Erhaltung der Energie hatte Mohr 5 Jahre vor Mayer 1837 im 24. Band der Annalen der Pharmazie veröffentlicht. Vorliegende Arbeit enthält eine ausführliche Begründung des Satzes, zahlreiche Zusätze und Verbesserungen sowie einen geschichtlichen Abriß über die Forschung auf diesem Gebiet. – Minimal braunfleckig.

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MURRAY, J., Elements of Chemistry. Fourth ed. 2 Bde. Edinburgh, (Pillans), 1817. Mit 3 Kupfertafeln. 8, 544; 8, 528 S. Mod. Pp. (100) 100,Ferchl 375. Bolton 689. Cole 961. Poggendorff II, 243. – Vgl. Wellcome IV, 203. – Basierend auf seinen Vorlesungen an der Universität in Edinburgh, erschienen Murrays “Elements of Chemistry“ erstmals 1801. Die vierte Auflage, die in vielen Bibliographien fälschlich auf 1816 datiert wird, wurde um wesentliche neue Entdeckungen erweitert. – Tls. etw. fleckig; unbeschnitten.

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NEUE SAMMLUNG von einigen alten und sehr rar gewordenen Philosophisch und Alchymistischen Schriften, als eine neue Fortsetzung des bekannten deutschen Theatri chymici. 6 Bde.

NICHOLSON, W., A Dictionary of Chemistry. 2 Bde. London, Robinson, 1795. 4°. Mit 4 (2 gefalt.) Kupfertafeln. VII, 576 S.; 1 Bl., S. 5771132 (ohne S. 1009-16). Ldr. d. Zt. (leicht bestoßen, Gelenke und Kanten etw. beschabt). (100) 200,-

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PORTA, G. B. DELLA, Magia naturalis, oder Haus-, Kunst- und Wunder-Buch. Gantz aufs neu in die hochteutsche Sprache übers. durch Ch. Peganium (d. i. Ch. Knorr von Rosenroth). 2 Bde. Nürnberg, Liechtenthaler für Zieger, 1680. Mit gestoch. Frontisp. und 20 Kupfertafeln. 5 Bl., 990 S., 38, 19; 1 Bl., 876 S., 18 Bl. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (beschabt und bestoßen) und Pgt. d. Zt. (100) 1.200,Erste vollständige deutsche Ausgabe. – Dünnhaupt 15.1. Krivatsy 9195 (nur Bd. I). Grässe, BMP, 112. Ackermann I, 630. – Das Hauptwerk Portas erschien erstmals 1558 in lateinischer Sprache in Neapel und 1589 in umgearbeiteter Form. – Im ersten Band beschreibt Porta Arzneimittel, Wunderheilungen, Pflanzen, Tiere, Hauswirtschaft, Metalle, Edelsteine, Spiegel, das Destillieren etc., im zweiten Seifen und Parfüms, Feuerwerk, Kochkunst, Tierfang, Geheimschriften, Optik und Wasserkünste. – Der Anhang zum ersten Band enthält alchemistische Gedichte in deutscher Sprache. – „Porta's best known work and the basis of his reputation“ (DSB XI, 96). – Die Kupfer stammen von dem Nürnberger Graphiker C. N. Schurtz. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

VD 17 12:160110R (Kollation ungenau). Krivatsy 5288. NUC NH 0 151 926 (nur 1 Ex.). Hirsch-H. III, 71: „Hartmann ist besonders erwähnenswert dadurch, dass er der Zeit nach der erste Professor der Chemie überhaupt, und zwar nicht blos in Deutschland, sondern auch in Europa war, weil man damals erst angefangen hatte, die Chemie auch in den Kreis der akademischen Unterweisungsgegenstände aufzunehmen.“ – Beide Drucke etw. gebräunt, braunfl. und wasserrandig.

First complete German edition. – Slightly browned, hardly soiled. – Contemporary calf over wooden boards (scratched and scuffed) and contemporary vellum. – See illustration.

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PRIESTLEY, J., Experiments and observations on different kinds of air. 3 Bde. London, Johnson, 1774-77. Mit 3 (2 gefalt.) gestoch. Frontisp. und 3 Kupfertafeln. 1 Bl., XXIII S., 2 Bl., 324 S., 2 Bl.; XLIV, 399 S., 8 Bl.; XXXIV S., 3 Bl., 411 S., 6 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Bde. I-II) und mod. Ldr. (100) 800,Erste Ausgabe. – Duveen 484. Crook 451-53. Horblit 85. Partington III, 244. Sotheran 3791. Cole 1060. DSB XI, 145. – Vgl. PMM 217. – Klassischer Bericht über die Experimente nach der epochemachenden Entdeckung des Sauerstoffs (1772). – Stellenw. wenig fleckig, wenige Marginalien und Anstreichungen von alter Hand, Bd. III mit Besitzvermerk auf dem Titel. Erste und letzte Seiten geringfügig stockfleckig.

Second edition. – Rhenanus was a practising physician in Kassel and consultant on alchemy to Count Moritz. – Title stamped on verso. – Some browning, brown stains and waterdamaged margins. – Contemporary half calf.

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Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 705. Brüning 5267. Ferchl 457. Hein-Schwarz 543: „Kam schon frühzeitig zu einer Ablehnung der Phlogiston-Theorie.“ – Für Georg Ludwig Rousseau wurde 1778 ein eigenes Labor unweit der Ingolstädter Hochschule errichtet. Deshalb halten ihn manche für das Vorbild von Victor Frankenstein in Mary W. Shelleys Roman, da dieser auch in Ingolstadt spielt. – Etw. fleckig. – DAZU: PRIESTLEY, J., Versuche und Beobachtungen über verschiedene Gattungen der Luft. Bd. I (von 3). Wien 1778. – MACQUER, P. J., Anfangsgründe der theoretischen Chemie. 2. Aufl. 2 in 1 Bd. Leipzig, Junius, 1768. Mit gestoch. Falttabelle (ohne die beiden Kupfertafeln).

First edition of Priestley's most important scientific publication, containing accounts of his discoveries of nitrious oxide, oxygen and several other gases. – Some parts a little stained, a few marginalia and underlinings in contemporary hand, volume III with ownership entry on title. First and last pages with a little foxing. – Contemporary calf.

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– Versuche und Beobachtungen über verschiedene Gattungen der Luft. Aus dem Englischen (von C. Ludewig). 3 in 1 Bd. Wien und Leipzig, Gräffer, 1778-80. Mit 6 Kupfertafeln. 14 Bl., 323 S., 12 Bl., 422 S., 1, 16 Bl., 336, 58 S., 11 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt). (100) 500,Erste deutsche Ausgabe. – Poggendorff II, 528. Ferchl 423. Cole 1069. – Etw. braunfleckig. First German edition. – Some brown stains. – Contemporary half calf.

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RHENANUS, J., Solis e puteo emergentis: sive dissertationis chymiotechnicae libri tres – Clavis operum Paracelsi, qua abstrusa explicantur deficientia supplentur. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, A. Humm, (1615). 4°. Mit breiter gestoch. Titelbordüre und 42 Textholzschnitten (ohne die Falttabelle). 12 Bl., 80 (recte 78) S., 1 weißes Bl., 31, 24 S. – BEIGEB.: HARTMANN, J. (HRSG.), Disputationes chymico-medicae secunda editione auctiores edita. Marburg, Egenolff, 1614. 4 Bl., 36, 387 S. Etw. beschäd. Hldr. d. Zt., Deckel mit rot eingefärbtem Pgt.-Bezug. (28) 1.600,I. Zweite Ausgabe. – STC R 566 (ohne Titel). Sudhoff 299. – „Erinnert an manche der untergeschobenen Schriften, welche als '10. Buch der Archidoxen' mehrfach begegnen; von 'Echtheit' kann hier keine Rede sein“ (Sudhoff 294). – Rhenanus praktizierte als Arzt in Kassel und wurde dort vom Landgrafen Moritz zu alchemistischen Experimenten herangezogen. – Titel verso gestempelt. – II. STC H 410.

ROUSSEAU, (G.) L. (C.), Abhandlung von den Salzen. Eichstätt und Günzburg, Widenmann, 1781. Mit gestoch. Titelvign. und 2 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 192 S. Pp. d. Zt. (130) 300,-

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SAMMELBAND – 5 alchemistische Schriften, davon 3 in erster Ausgabe. 1599-1641. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen). (147) 2.500,I. HILDENBRANDT VON HILDENBRANDSECK, P., Auriferae artis, Das ist, der Goldtkunst: die man Chemiam nennt, uhrälteste Authores und Anfänger. Oder: Turba Philosophorum. Frankfurt, Richter und Basses Erben, 1608. Mit kleinem Textholzschnitt. 8 Bl., 168 S. – Zweite Ausgabe (EA 1597). – Ferguson I, 405. Brüning 921. – Laut VD 17 ist der mutmaßliche Verfasser Guglielmo Grataroli. Die Übersetzung aus dem Lateinischen besorgte Lorenz Johannes (?). II. (REIBEHAND, CH., PSEUD.:) H. VON BATSDORFF, Filum Ariadnes. Das ist, Newer Chymischer Discurs von den grawsamen verführischen Irrwegen, der Alchymisten. O. O. (Coburg), Gruner, 1636. 200 S. – Erste Ausgabe. – Bircher A 1584. Duveen 500. Ferguson II, 248 Anm. Brüning 1611. – Christoph Reibehand war Apotheker in Gera. – Pamphlet gegen die Alchemie, darin bestreitet und widerlegt Reibehand „auf Grund eigener Praxis“ (Schelenz 250) zunächst die Transmutations-Prozeduren der alten Alchemisten, um dann seine eigene Methode vorzustellen und zu erläutern. III. BROTOFFER, R. (d. i. H. ROTBART oder BARBAROSSA), Elucidarius Chymicus. Oder, Erleuchterung und deutliche Erklerung, was die Fama fraternitatis vom Rosencreutz, für Chymische Secreta de lapide Philosophorum, in jhrer Reformation der Welt, mit verblümbten Worten versteckt. Goslar, (Vogt für) Stern in Lüneburg, 1616. 1 Bl., 84 S., 1 Bl. – Erste Ausgabe. – Wolfstieg 42281. Duveen 102 Anm. Brüning 1131. Gilly 190.


Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

IV. KHUNRATH, H., Magnesia Catholica Philosophorum; Das ist, Höheste Nothwendigkeit, in Alchymia. Magdeburg, J. Böttcher, 1599. Mit typographischer Titelbordüre und Textholzschnitt auf dem letzten Bl. 187 S., 1 Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 K 871. Schmieder 322, 3. Brüning 728. V. KESSLER, TH., Keslerus Redivivus. Das ist, Fünff hundert außerlesene Chymische Proceß und Artzneyen, theils zu jnnerlichen und eusserlichen Leibskranckheiten, theils auch zu Verbesserung der mindern Metallen hochnutzlich. Frankfurt, Beyer, 1641. 8 Bl. (letztes Bl. weiß), 536 S., 7 Bl. – STC K 154. Krivatsy 6356. Ferguson I, 460. Brüning 1657 a (dat. irrtümlich „M.DC.LXI“). – Erstmals 1628 erschienenes medizinisch-alchemistisches Kompendium. Die letzten 100 Rezepte erscheinen hier zum ersten Mal, sie stammen von dem unbekannten Herausgeber, einem „vornehmen Chymico“.

Über Leben und Forschen so bedeutender Männer wie Hegel, Julius Robert Meyer, Victor Meyer und Eilhard Mitscherlich bis hin zu den Nobelpreisträgern Svante Arrhenius und Ernest Rutherford. – Nur geringe Alters- und Gebrauchsspuren.

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Sammelband – 5 alchemical treatises, 3 of them in first edition. – Some browning and soiling, occasionally with ms. marginalia and text underlinings. – Contemporary vellum (soiled, rubbed and scuffed).

SAMMLUNG – Cirka 40 Werke zur Chemie. Ca. 1820-1980. Meist Orig.-Einbände (teils Gebrauchsspuren). (100) 500,-

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Solide Sammlung über einzelne Aspekte der Chemie, darunter unter anderem: Schubarths „Elemente der technischen Chemie“ (Berlin 1835), Berthelots „Chemie Organique“ (Paris 1881), Willms' und Hanriots „Traité de Chimie minérale et organique“ (Paris 1888-89), Osts „Lehrbuch der technischen Chemie“ (Berlin 1890), Gattermanns „Praxis des organischen Chemikers“ (Leipzig 1898), Beltzers “Chimie industrielle moderne“ (Paris 1909-11), Molinaris „Treatise on General and Industrial Inorganic Chemistry“ (Philadelphia 1912), Tildens „Chemical Discovery and Invention“ (London 1917) und seine „Famous Chemists“ (London 1921), Fischers „Umwandlung der Kohle in Öle“ (Berlin 1924), Le Blancs „Lehrbuch der Elektrochemie“ (Leipzig 1925), Fouquets „La technique moderne et les formules de la parfumerie“ (Paris 1929), Mittaschs „Über katalytische Verursachung im biologischen Geschehen“ (Berlin 1935), Schmidts „Die industrielle Chemie in ihrer Bedeutung im Weltbild“ (Berlin 1943), Flemings „Penicillin“ (London 1946) sowie Edelharts und Lindenmanns „Interferon“ (London 1982). – Stellenw. stärkere Altersund Gebrauchsspuren. – Teils dekorativ gebunden.

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– Cirka 20 Werke zur Alchemie. 1886-1974. Verschiedene Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (109) 200,Darunter die Arbeiten von Kopp, Lippmann und Darmstaedter (Die Alchemie des Geber) im Originaldruck, die von Schmieder und Ruland im Reprint, ferner einige kleinere Schriften und Antiquariatskataloge. – Gebrauchsspuren.

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– Cirka 10 Werke zu großen Männern. 1902-92. Orig. Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (100) 100,-

SCHEELE, K. W., The Chemical Essays. Translated from the transactions of the Academy of Sciences at Stockholm (by F. X. Schwediauer. Ed. by Th. Beddoes). London und Edinburgh, Murray, Gordon und Elliot, 1786. XIII, 406 S. (ohne 1 Bl. Vortitel). Mod. Hldr. (100) 300,Erste englische Ausgabe. – Ferguson II, 331 Anm. Neu 3697. Bolton I, 802. Partington III, 211. Cole 1167. Duncan 11657. Duveen 533: „A collection of some of the author's most important memoirs.“ – Vgl. DSB XII, 149. – „Scheele was an experimental genius; he made more discoveries of first-rate importance with fewer opportunities and scantier appliances than any one else, and his skill, insight and power of illuminating experimental results have never been surpassed“ (Ferguson). Zu seinen Forschungserfolgen gehören die Trennung von Wasserstoff-Fluorid, Wasserstoff-Zyanid und Wasserstoff-Sulfid sowie die Entdeckung von Chlor und Kupfer-Arsenat. – Die S. I-II verbunden; tls. stärker braunfleckig; unbeschnitten.

Vorsatz mit längerem Besitzvermerk von 1642: „Dieses Buch habe ich von Lybecker Bibliotheck lassen hollen ... Matthias Francke.“ Etw. gebräunt und fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen.

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– Sämmtliche physische und chemische Werke. Hrsg. von S. F. Hermbstädt. 2 in 1 Bd. Berlin, Rottmann, 1793. Mit gefalt. Kupfertafel. XXXII, 264, 446 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (ganz leicht berieben). (100) 1.500,Erste deutsche Gesamtausgabe. – Partington III, 210. Poggendorff II, 777. Schelenz 558. – Vgl. DSB XII, 143. Waller 11231. – „Scheele war auf dem chemischen Gebiet einer der erfolgreichsten Entdecker, die je gelebt haben. Manche halten ihn für den größten deutschen Chemiker überhaupt“ (Ferchl). „He was the 'discoverer' of chlorine, barium, manganese, oxygen (independently of Priestley), and many compounds“ (Horblit 92). Seine berühmteste Entdeckung ist zweifellos diejenige des von ihm „Feuerluft“ genannten Sauerstoffs, vor und wie gesagt unabhängig von Priestley, erstmals veröffentlicht in „Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer“ (1777), hier in Bd. I abgedruckt. – Sehr gut erhalten und dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung. First complete German edition. – Very well preserved and beautifully bound. – Contemporary half calf with gilt back and spine label (very lightly rubbed). – See illustration.

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(SCHÜTZ, CH.), Microcosmische Vorspiele des neuen Himmels und der neuen Erde. Andere von dem Autore selbst verb. Ed. Amsterdam (d. i. Berlin, Rüdiger), 1744. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 128 S. Ohne Einband. (147) 400,Holzmann-B. IV, 1172 (Zuschreibung an J. C. Dippel). Weller, Druckorte I, 78. – Vgl. Ackermann I, 64 (Ausg. 1784). Brüning 4177 (EA Berlin 1733, erstmalige Zuschreibung an Schütz). – Nicht bei Wellcome, Caillet, Duveen etc. – Der Verfasser war laut Brüning „ein aus der Schweiz geworfener Pietist“, der zeitweilig in Homburg vor der Höhe lebte und gelegentlich Dippels Gast gewesen sei. Christoph Schütz


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

Nr. 474

(1693-1750) ist vor allem als Autor von Schriften und Liedern religiösen Inhalts in Erscheinung getreten (vgl. ADB XXXIII, 115). – Frontisp. stellenw. berieben; im oberen Rand knapp beschnitten (Seitenzahlen gelegentlich angeschnitten), etw. fleckig und gebräunt.

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SCLEI, B., Theosophische-Schrifften: Oder Eine Allgemeine und Geheime, jedoch Einfältige und Teutsche Theologia. 3 Tle. in 1 Bd. O. O. und Dr. (Amsterdam, Wolters), 1686. Mit Textholzschnitt (ohne das gestoch. Frontisp.). 14 Bl., 820 S., 8 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (147) 400,Erste Gesamtausgabe. – Estreicher XXVII, 313. Jantz 195. Dünnhaupt (unter Franckenberg) 11.2. Ackermann II, 668: „Sehr selten.“ – Werkausgabe des Mystikers Bartholomäus Sclei, das Manuskript war bereits 1596 entstanden. Teil III, eine Auslegung des Vaterunsers, war mit der hier ebenfalls abgedruckten Vorrede von Abraham von Franckenberg 1636 bereits separat erschienen; die beiden ersten Werke „Allgemeine Gottes-Lehr“ und „Bus-Rede“ sind hier wohl zum ersten Mal veröffentlicht. Im Vorwort finden sich interessante bibliographische Notizen zu weiteren Autoren der Mystik. – Fliegender Vorsatz leimschattig und mit kleinem Eckabschnitt, nur vereinzelt gering fleckig.

(SÖLDNER, J. A.), Fegfeuer der Chymisten, worinnen für Augen gestellt die wahren Besitzer der Kunst; wie auch die Ketzer, Betrieger, Sophisten und Herren gern-Grosse. Eröffnet von einem Feinde des Vitzliputzli, der Ehrlicher Leute Ehre und der Auffgeblasenen Schande entdecken will. „Amsterdam“ (d. i. Hamburg?) 1702. 24 Bl. Ohne Einband. (147) 250,Duveen 555. Ferchl 508. Weller, Druckorte I, 51. Neu 3862. – Vgl. Brüning 3074 (Ausgabe Hamburg 1702 mit abweichender Kollation). – Scharfe Kritik an den Alchemisten, im darauffolgenden Jahr in drei verschiedenen Ausgaben (genaue Beschreibung bei Ferguson) wieder aufgelegt und dann unter dem Titel „Keren Happuch“ neu herausgegeben. – Söldner soll Arzt in Hamburg gewesen sein, die Zuschreibung an ihn steht aber auf tönernen Füßen. – Titel mit kleiner Raute in Tinte von alter Hand, ein Bl. mit Einriß; leicht gebräunt. Das dünne Papier stellenw. mit durchschlagender Druckfarbe.

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STAHL, G. E., Fundamenta chymiae dogmaticae & experimentalis. Nürnberg, Adelbulner für Endter, 1723. 4°. 4 Bl., 255 S., 12 Bl. Mod. Hldr. (100) 800,-


Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

Erste Ausgabe. – Partington II, 662-64 (ausführliche Inhaltsangabe). Blake 430. Duveen 560. Neu 3900. Ferchl 513. Cole 1244: „Johann Samuel Carl, a student of Stahl's, arranged these lecture notes of Stahl's for publication with the author's approval. The lectures were first delivered in 1684 and manuscript copies being abroad led to this authorized version.“ – Vorsätze erneuert; Titel gebräunt und fleckig, verso gestempelt und mit hs. Vermerk in Tinte; stellenw. im Bug hinterlegt, stark wasserrandig, gebräunt und fleckig.

Partington IV, 94. – Vgl. Bolton 867. Ferchl 532. Cole 126366. Sotheran 15227: „A text-book which was most widely used, thanks to the happy synoptical arrangement of its contents, was of great great merit.“ – Die S. 341-42 in Bd. IV angerändert; vereinzelt etw. braunfleckig. – Gestoch. Exlibris Lotzbeck. – DAZU: DICTIONNAIRE DE CHIMIE. Paris 1862. – Exlibris Lotzbeck.

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First edition. – Endpapers renewed; title browned and soiled, verso stamped and with ms. note in ink; here and there backed at joint, strong waterstains, browned and soiled. – Modern half calf.

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– Gründliche und nützliche Schriften, von der Natur, Erzeugung, Bereitung, und Nutzbarkeit des Salpeters. Aus dem Lateinischen ins Teutsche übers. Neue Aufl. Berlin, Pauli, 1764. Mit gestoch. Frontisp. und 4 gefalt. Kupfertafeln. 6 Bl., 206 S. Läd. Interims-Broschur. (97) 300,-

STAHL – ROTHE, G., Dissertatio medico-chymica inauguralis de salibus metallicis ... sub praesidio G. E. Stahl. Halle, Henckel, 1708. 4°. 28 S. Ohne Einband. (96) 100,-

First edition. – Somewhat browned, hardly soiled, washed, partly untrimmed and wide-margined. – Modern calf with spine label and gilt back.

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Erste Ausgabe. – Bolton 787. Ferguson II, 296 und 398. – Dissertation unter dem Vorsitz von Georg Ernst Stahl. – Gottfried Rothe (1679-1710) war Arzt in Leipzig und der Verfasser der „Gründlichen Anleitung zur Chemie“. – Titel unten eingefaltet, da er über den Buchblock hinausragt. Etw. gebräunt und fleckig.

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SUCHTEN, A. VON, Chymische Schrifften alle, so viel deren vorhanden, zum ersten mahl zusammen gedruckt. Frankfurt, J. Görlin für G. Wolff in Hamburg, 1680. Mit gestoch. Frontisp. und 4 Textholzschnitten. 7 Bl., 486 S., 5 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (147) 600,Erste Gesamtausgabe. – Ferguson II, 416. Brüning 2461. Krivatsy 11563. Schmieder 279. Ferchl 523. – Vgl. HirschH. V, 470. – Der aus Danzig stammende, noch dem 16. Jhdt. angehörende Arzt, Chemiker und Dichter war Anhänger des Paracelsus und der „geistige Urheber der BasiliusValentinus-Schriften“ (Ferchl). Seine beiden bekanntesten Traktate „Vom Antimonio oder Spießglas“ und „De secretis antimonii“ sind hier mit enthalten. – Etw. gebräunt und fleckig.

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THENARD, L.-J., Traité de chimie élémentaire, théorique et pratique. 5. Aufl. 5 Bde. Paris und Brüssel, Crochard und Depot de la librairie médicale française, 1827. Mit 35 (1 gefalt.) Kupfertafeln und 3 gefalt. Tabellen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (100) 200,-

THURNEISSER, L., Hermeneia (graece) Das ist ein Onomasticum, interpretatio oder erklerunge uber die frembden und unbekanten Wörter welche in den schrifften des ... Theophrasti Paracelsi gefunden werden. Das erst Teil (alles Erschienene). Berlin, Graues Kloster, 1574. Mit Holzschnittwappen auf dem Titel verso. 64 Bl. (Bl. 16 weiß). Mod. Ldr. (8) 1.000,Erste Ausgabe. – STC 862. VD 16 T 1168 (nennt irrtümlich 56 Bl.). MNE II, 293. Brüning 479. Sudhoff (Paracelsus) 155: „Die Mehrzahl der Worte kommt bei Paracelsus überhaupt nicht vor. Mit Vorliebe greift Thurneysser Worte aus slavischen und besonders semitischen Sprachen heraus, um mit seiner raren Gelehrsamkeit zu prunken.“ – Etw. gebräunt, wenig fleckig, gewaschen, teilw. unbeschnitten und breitrandig.

Blake 430. Roller-G. II, 457. Partington III, 662. Brüning 4950. – Dritte Ausgabe (EA 1734). – Mehrf. gestempelt, etw. gebräunt und fleckig.

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– Magna alchymia, Das ist ein Lehr und unterweisung von den offenbaren und verborgenlichen Naturen, Arten und Eigenschafften, allerhandt wunderlicher Erdtgewechssen, als Ertzen, Metallen ... und Gesteinen. (Zweiter Druck). Bd. I (von 2; ohne den Tafelteil). Köln, J. Gymnich, 1587. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und wenigen, tls. schematischen Textholzschnitten. 6 Bl., 144 S., 6 Bl. Mod. Hpgt. (8) 800,Titelauflage der Berliner Erstausgabe von 1583. – VD 16 T 1180. Ferguson II, 452 Anm. Sudhoff (Paracelsus) 213. Brüning 583: „Neuauflage des Berliner Drucks von 1583, mit einem neu gesetzten Titelblatt.“ – Enzyklopädisches Werk, das eher in den Bereich der Mineralogie und Geologie als in den der Alchemie einzuordnen ist. – Titel mit Besitzvermerk und im Außenrand mit ausgebesserten Randschäden. S. 39/40 unten mit ausgebesserten Papierschäden (geringer Textverlust hs. ergänzt). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

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– Melizah (hebraice) kai hérmenéia (graece) Das ist ein Onomasticum und Interpretatio oder außführliche Erklerung, uber etliche frembde und unbekante Nomina, Verba und sonst Reden. Bd. II (von 2; ohne den Tafelteil). Berlin, N. Voltz, 1583. Fol. Mit breiter figürlicher Titelbordüre und Holzschnitt-Portr. auf dem Titel verso. 6 Bl., 188 S. Pgt. vom Anfang des 18. Jhdts. mit Rsch. und goldgepr. Wappensupralibros auf den Deckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen Wurmspuren). (8) 800,-


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Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

Nr. 487

Erste Ausgabe. – (Magna alchymia. Bd. II). – VD 16 T 1170. Duveen 579. Durling 4355. Wellcome I, 6301. Sudhoff (Paracelsus) 194. Brüning 554. – Dieser zweite Teil enthält ein von Paracelsus begründetes Wörterbuch in deutsch, lateinisch, griechisch und arabisch. – Laut Sudhoff: „Dieses Buch, welches man kaum ernst nehmen kann, ist für die Paracelsusforschung von sehr zweifelhaftem Werthe.“ – Leicht gebräunt, mit wenigen Wurmspuren, tls. etw. fleckig. – Auf den Deckeln zwei Supralibros von Maximilian Pagl (1668-1725), seit 1705 Abt des Benediktinerstifts in Lambach/Oberösterreich.

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– Quinta essentia, das ist, die höchste subtilitet, krafft und wirckung, beyder der fürtrefflichsten, und menschlichem geschlecht am nützlichsten Künsten, der Medicin und Alchemy. Jetzt von newem gemehret und gebessert. Leipzig, H. Steinmann und E. Vögelin, 1574. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel, blattgr. Portr. und 16 Textholzschnitten. 212 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit blindgepr. fürstlichen Monogramm (etw. fleckig und bestoßen). (8) 3.000,STC 862. Brüning 478. Durling 4359. VD 16 T 1208. Ferguson II, 454 Anm. Neu 4043. Partington II, 154. – Zweite Ausgabe des erstmals 1570 in Quart erschienenen alchemistischen Hauptwerkes. „The Quinta Essentia contains some repulsive pictures of the 'spirits' of mercury, sulphur, salt, etc., and follows Paracelsus in the parallels salt=earth=body, sulphur=air=spirit, mercury=water=soil.“ – Titel mit Numerierung und verso gestempelt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Second edition of this major work on alchemy which first appeared in quarto format in 1570. – Numbering to title, stamped verso, hardly soiled. – Contemporary vellum with blind-pressed princely monogramme (somewhat soiled and scuffed). – See illustration.

Nr. 486

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– Tabula quarundam syllabarum. Tafel etlicher Sylben, durch welche zwo und dreissig führnehmer Schriefften, geschrieben, gelesen und außgesprochen werden mögen. (Tafelteil, ohne die beiden Textbde.). Berlin, N. Voltz, 1583. Fol. Mit doppelblattgr. gefalt. Titel (mit mehreren Holz-


Naturwissenschaften · Alchemie – Chemie

sie im Vorbericht zu seiner Übersetzung als bereits erschienen bezeichnet. – Titel verso mit gelöschtem Stempel (durchschlagend), etw. fleckig und gebräunt. – Exlibris des Klosters Polling.

schnitten und typographischem Text) und 6 doppelblattgr. typographischen Tafeln, von Holzschnitt-Bordüren eingefaßt. Pp. um 1900 (etw. unfrisch, berieben und bestoßen). (8) 600,Erste Ausgabe. – (Magna alchymia. Tafelband). – Brüning 554 (nennt irrtümlich 16 Bl.). Sudhoff (Paracelsus) 194 Anm.: „Die beiden ersten der am Ende angefügten Tafeln sind aus Querfoliostreifen zusammengeklebt und bilden den lateinischen und deutschen (mit Bildern und Holzschnittleisten gezierten) Titel zu den folgenden sechs Schrifttafeln über 100 Sprachen, welche je einen ganzen Bogen einnehmen. Vielleicht waren dieselben nebenbei zum separaten Vertriebe bestimmt.“ – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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TROMMSDORFF, J. B., Lehrbuch der pharmaceutischen Experimentalchemie nach der neuern Theorie. 3. umgearb. Aufl. Wien, Pichler, 1809. Mit gefalt. Tabelle. 1 Bl., S. (V)-XVI, 414 S. Mod. Hldr. (leicht berieben). (100) 100,-

VOGEL, H. A., Lehrbuch der Chemie. 2 Bde. München, Cotta, 1830-32. Mit 6 lithogr. Tafeln. XX, 544; VI, 814 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt und bestoßen). (100) 100,Fischer III, 129. Bolton 890. Haupt 67. Ferchl 559. – Als Leitfaden für Vogels Vorlesungen entstanden, gibt das Buch nicht nur einen Überblick über die Chemie, sondern auch einen Einblick in den Vortragsstil des frühen 19. Jahrhunderts (vgl. Haupt). – Tafeln mit leichten Faltspuren; tls. stärker fleckig, stellenw. unaufgeschnitten. Gestoch. Exlibris Lotzbeck.

Aus dem Kloster Polling 490

VOLTA, A., Briefe über die natürlich entstehende entzündbare Sumpfluft. Aus dem Italienischen. Winterthur, Steiner, 1778. Mit gestoch. Titelvign. und Kupfertafel von Schellenberg. 4 Bl., 172 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (96) 250,Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Ferchl 561. Duveen 606 (EA 1777). Partington III, 814 (Straßburger Ausgabe). – Berühmter Bericht über die Entdeckung des Methans. – „Der Übersetzer unterzeichnete den Vorbericht mit den Initialen 'I. H. Z.' (vielleicht der Winterthurer Johann Heinrich Ziegler). Schellenberg fertigte die Radierungen im Auftrag des Verlegers an. Als Vorlage zu den meisten Figuren dienten ihm sechs Vignetten der Originalausgabe. Er ordnete die einzelnen verstreuten Figuren, die im Verhältnis zum Vorbild seitenverkehrt sind, auf der Vignette (2) beziehungsweise auf der Tafel (4) an“ (Thanner). – Der Ruhm des Werkes breitete sich so rasch aus, daß im Jahr 1778 gleich 3 konkurrierende Übersetzungen erschienen. Einmal die vorliegende, dann die bei Köstlin in Straßburg und schließlich eine bei Orell in Zürich. Die Priorität der Winterthurer Ausgabe ergibt sich ganz klar aus der Tatsache, daß Köstlin

WALCH, J., (d. i. J. GRASSE), Ein Philosophischer und Chemischer Tractat: genannt Der kleine Baur: Bißhero lang verborgen, auch auß mißgunst von etlichen hinderhalten unnd verfälscht. (Straßburg, Zetzner, 1618). 8 Bl., 376 (recte 374) S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. (hs. Rtit., etw. fleckig und berieben). (147) 500,Erste Separatausgabe. – Brüning 1244. STC G 970. Gilly 151. Schmieder 351. Ferguson I, 339. Rosenthal 401. Duveen 266: „According to Ferguson and Kopp, the first edition was published in 1617, and they quoted the next edition as being 1619. The later was the earliest in the Young Collection. Schmieder says that this is the first edition, and he is more likely to be right, particularly as the dedication is dated 1618.“ Brüning schließt sich dieser Auffassung an. – 1617 war der Text bereits als zweiter Traktat in der „Arca Arcani artificiosissimi“ erschienen. – Der Erfolg des bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgelegten Werkes basierte nicht zuletzt auf der Tatsache, daß es dem Leser vortäuschte, es werde ihm etwas von den Resultaten der Kabbala geboten. So trug es dazu bei, letztere als ein schätzbares Hilfsmittel für alchemistische Arbeiten gelten zu lassen. – Titel mit Ausschnitt des Impressums, mehrere Ecken geknickt, stellenw. alte Unterstreichungen, Marginalien und Tintenspuren; etw. gebräunt. – NACHGEB.: (MORIENUS, R.), Alchimy Spiegel: Oder Kurz entworffene Practick, der gantzen Chimischen Kunst. In unser Teutsche Sprach ubergesetzt durch Theophilum Caesarem August. Frankfurt, Steinmeyer, 1613. Mit kleinem Textholzschnitt. – Brüning 1064. Kopp II, 354. Ferguson I, 137. Duveen 112.

Vgl. Ferchl 543 (EA 1796). Poggendorff II, 1137. – Trommmsdorff richtete das Laboratorium seiner Apotheke als Lehrinstitut ein und gründete eine der ersten pharmazeutischen Fabriken. – Titel mit hs. Besitzvermerk, Tintenfleck auf S. 21, tls. etwas braun- und fingerfleckig und mit kleinen Verklebungen.

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103

492

(WELLING, G. VON, PSEUD.:) G. A. SALLWIGT, Opus mago-cabbalisticum et theologicum. Vom Uhrsprung und Erzeugung des Saltzes. Frankfurt, Heinscheidt, 1719. Fol. Mit 10 Kupfern auf 8 (6 gefalt.) Tafeln. 4 Bl., 80 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale leicht läd., etw. beschabt und bestoßen). (8) 2.000,Erste Ausgabe. – Ferguson II, 317. Ferchl 466. Neu 4322. Mellon 150. Brüning 3743. Hoover 872: „A man of great learning but very superstitious, Welling, who wrote under the pseudonym of Gregorius Anglus Sallwigt, directed mines and construction in Baden-Durlach and leaned toward cabbalistic interpretation of chemical and mineral phenomena. The ten folding plates are of absorbing interest to the Rosicrucian turn of mind. Goethe studied this book intensively.“ – Vgl. Duveen 526 (2. Ausg. 1729). Kopp II, 240 (zur Gesamtausgabe von 1760): „Sicher ist, daß das Werk dem Goldmacher-Treiben keinen Vorschub leistete, wenn es gleich durch die Beigabe alchemistischer Tractate bei der Veröffentlichung in äusserliche Beziehung zu der Alchemie gebracht worden und auch selbst nachher dazu, im Sinne der Alchemisten verwerthet zu werden, missbraucht worden ist.“ – Laut Ferguson und Mellon bildet die vorliegende Abhandlung den zweiten Teil der späteren Gesamtausgabe von 1735 mit gleichlautendem Titel. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt und wenig fleckig. – Titel verso, folgendes Bl. und Tafeln verso gestempelt: Dublette der Bayerischen Staatsbibliothek in München. – Siehe Abbildung.


104

Naturwissenschaften · Astrologie – Astronomie

Nr. 496

Nr. 492 First edition. – Ferguson and Mellon list this treatise as second part of the later complete edition of 1735 with the same title. – Title with ownership entry. Lightly browned with few stains. – Title verso, following leaf and plates stamped verso. Douple copy of the Bavarian National Library in Munich. – Contemporary half calf with spine label and gilt back (turn-ins slightly damaged, a little scratched and scuffed). – See illustration.

493

WURTZ (WÜRTZ, K.) A., Dictionnaire de chimie pure et appliquée. 3 in 5 Bdn. und 2 Suppl.Bde. Zus. 7 Bde. Paris, Hachette, (ca. 1880-82). Mit Farbtafel, 2 gefalt. Tafeln und zahlreichen Textabb. Hldr. d. Zt. (tls. stärker beschabt, bestoßen). (100) 80,-

Astrologie – Astronomie 494

ALMANACH DOMESTIQUE ET CURIEUX, pour l'an sans bissexte M.DCC. Traduit de l'Italien de Livio Agrippa. Paris, d'Houry, (1699). 12°. 84 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieb. und bestoßen). (71) 400,Grand-Carteret 90: „Le texte est presque entièrement occupé par une sorte d'extrait d'astrologie naturelle.“ – Erster Jahrgang des astrologischen Almanachs. Bei den späteren Jahrgängen wurde Livio Agrippa nicht mehr erwähnt. – Vereinzelt mit kurzen hs. Marginalien. Leicht gebräunt, tls. etw. braunfleckig.

Vgl. DSB XIV, 531. Ferchl 590. – Die erste Ausgabe erschien 1868-78 in 14 Bänden. – Innengelenke tls. gebrochen; mehrf. gestempelt, einige Titel mit Eintragung, stellenw. fleckig und gebräunt. – DAZU: (NOUVEAU DICTIONNAIRE des sciences et de leurs applications.) 4 Bde. (Paris 1903?). – Ohne Titelei und die ersten XIV S.

495

BLEBEL, TH., De sphaera, et primis astronomiae rudimentis libellus, ad usum scholarum maximè accommodatus. Wittenberg, Krafft, 1595. Mit Titelholzschnitt und einigen Textholzschnitten. 16 Bl., 105 (recte 205) S. Flex. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (126) 400,IA 119.829. VD 16 B 5724. Zinner 3608. Houzeau-L. I, 2637. – Fünfte Ausgabe des Elementar-Lehrbuches (erstmals 1576 erschienen). – Etw. gebräunt und braunfl., tls. mit hs. Marginalien, die S. 21 und 203 mit Ausschnitten.


Naturwissenschaften · Astrologie – Astronomie

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Nr. 497

496

BRAHE, T., Opera omnia, sive astronomiae instauratae progymnasmata in duas partes distributa. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Schönwetter, 1648. 4°. Mit 2 (1 wdh.) Druckermarken und zahlr., tls. schematischen (9 ganzseit.) Textholzschnitten. 470 S., 5 Bl. (letztes Bl. weiß), 217 S., 2 Bl. Hpgt. des 20. Jhdts. (88) 3.000,Poggendorff I, 273. Lalande 225. Houzeau-L. 2704. Waller 12004. Sotheran 6440. Starp, Schönwetter 195 (in AGB I). Brüning 987. Warner, Sky Explored, 41, 2 b. Norman 321: „Despite its title, this work contains only Brahe's 'Protogymnasmata' (1602) and 'De mundi aetheri' (1588), the first two volumes of a never-completed trilogy. The first is a scholarly work on the 1572 supernova in Cassiopeia, containing Tycho's observations of the supernova, revisions of the theories of solar and lunar motion, and a catalogue of the positions of 777 fixed stars. The second work records Tycho's observations of the great comet of 1577, and includes a description of his geoheliocentric theory of the universe. Tycho's observations of the supernova and comet led him to abandon the Ptolemaic concept of heavenly spheres and to deny the Aristotelian hypothesis that nothing new could be born in the heavens.“ – Die ganzseit. Holzschnitte zeigen meist astronomische Instrumente. – In unserem Exemplar sind die 2 Bl. mit der Widmungsvorrede Schönwetters am Ende beigebunden. – Titel (mit gelöschtem Stempel) und fliegender Vorsatz mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt, tls. stärker stockfleckig. – Siehe Abbildung. Title (with erased stamp) and fly-leaf with ownership entries. Some browning, partly stronger foxing. – Half vellum of the 20th century. – See illustration.

497

BRANDER, G. F., Beschreibung seines ganz neu verfertigten und besondern Planisphaerii astrognostici aequatorialis, vermittelst dessen man nicht nur alle Sterne am Himmel finden, sondern auch

Nr. 498

alle Aufgaben der Cosmologie auf eine recht vorzügliche mechanische Art sehr leicht und richtig auflösen kann. Augsburg, Klett, 1775. Mit gefalt. Kupfertafel. 63 S. Brosch. d. Zt. (20) 500,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 277. Rosenthal, Lit. der Technologie, 305. Zinner, Astronom. Instrumente, 176: „Gebrauchsanweisung für ein Gerät, das aus einer im Äquator liegenden Himmelskarte besteht, über der sein Sternfinder sich bewegt; mit dem Sternfinder wird der Stern auf der Himmelskarte eingestellt und der Beobachter sieht durch das Rohr den Stern.“ – Wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

498

CLAVIUS, CH., Horologiorum nova descriptio. Rom, A. Zanetti, 1599. 4°. Mit zahlr. meist ganzseit. und schematischen Textholzschnitten. 6 Bl., 240 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen kleinen Bezugsfehlstellen). (69) 2.200,Erste Ausgabe. – STC 186. Adams C 2099. IA 140.849. Houzeau-L. I, 11396. Zinner, Astronom. Instrumente, 281. Wellcome I, 1498. De Backer-S. II, 1220, 14. – Vgl. Poggendorff I, 455. DSB III, 311. – Der in Bamberg geborene Clavius wurde von seinen Zeitgenossen der „Euklid des 16. Jahrhunderts“ genannt; er war mit Galilei befreundet und lehrte am Jesuitenkolleg in Rom. „Durch seine eingehenden Untersuchungen über Sonnenuhren und Astrolabe und seine Bücher darüber übte er einen großen Einfluß aus“ (Zinner). – Enthält S. 151-192 zahlr. Tabellen und ab S. 193: „Sequuntur problemata XVII. astronomica per sinus, tangentes, ac secantes absolvenda“. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig. – Siehe Abbildung.


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499

Naturwissenschaften · Astrologie – Astronomie

Nr. 499

Nr. 500

First edition. – Title with ownership entry. Slightly browned, partly a little soiled and waterstained. – Contemporary limp vellum, somewhat soiled, rubbed and scuffed, with some small defects in cover material. – See illustration.

Second edition of the famous dialogue on the two world systems. – Corner torn off at title, but restored, waterstained throughout, slightly browned and soiled. – Contemporary vellum with ms. spine title (slightly soiled, rubbed and scuffed). – See illustration.

GALILEI, G., Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo Tolemaico, e Copernicano. In questa seconda impressione accresciuto di una lettera e di vari trattatti di più autori. (Hrsg. von L. Ciccarelli, Pseud.: Cellenio Zacclori). 2 in 1 Bd. Florenz (d. i. Neapel), o. Dr., 1710. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und zahlr. Textholzschnitten. 6 Bl., 458 S., 15, 1 Bl., 83 (recte 81) S. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (leicht fleckig, berieben und bestoßen). (114) 2.000,Cinti 168. Parenti 86. Gamba 476. Riccardi I, 512: „Raro.“ Wellcome III, 83. Graesse III, 15. Brunet II, 1462. – Vgl. Sparrow 74. Dibner 8. Horblit 18c. Carter-M. 128 (zur ersten Ausgabe). – Zweite Ausgabe des berühmten Dialogs über die beiden Weltsysteme, der zuerst 1632 in Florenz erschienen war und beschlagnahmt worden ist. Die Verteidigung des kopernikanischen Systems hatte bekanntermaßen zur Vorladung Galileis nach Rom geführt, wo er zum Widerruf gezwungen worden ist. Auch die zweite, um den Brief Galileis an die Großherzogin von Toscana und weitere Schriften anderer Autoren erweiterte Ausgabe, immerhin fast 80 Jahre nach der ersten erschienen, fiel noch unter die Zensur der verbotenen Bücher, was den fingierten Druckort und das Pseudonym des Herausgebers erklärt. Bis zu einem Beschluß der Index-Kongregation am 10. Mai 1757 blieben alle Bücher, welche die Unbeweglichkeit der Sonne und die Beweglichkeit der Erde lehrten, offiziell verboten (vgl. Reusch II, 1, 395). – Titel mit restauriertem Eckabriß, durchgehend wasserrandig, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

500

KIRCHER, A., Iter extaticum coeleste. Hac secundâ editione praelusionibus & scholiis illustratum a P. Gaspare Schotto. Accessit ejusdem auctoris iter exstaticum terrestre & synopsis mundi subterranei. 2 Tle. in 1 Bd. Würzburg, (Hertz für) Endter in Nürnberg, 1660. 4°. Mit gestoch. Titel, ganzseit. Wappenkupfer auf dem Titel verso und 12 Kupfertafeln. 11 Bl., 689 S., 9 Bl. Mod. Hpgt. (etw. fleckig, wenig berieben, Schließbänder fehlen). (8) 2.500,Zweite Ausgabe. – STC K 258. De Backer-S. IV, 1056, 14. Libri rari 155. Caillet 5775. Dünnhaupt 12.I.2 und II.2 (etw. abweichende Koll.). Jesuiten in Bayern 196. – Vgl. Kenney 99 (Ausgabe 1671). – „Fiktive Reise durchs Weltall. Der Astronaut Theodidactus [= Kircher] wird von dem Engel Cosmiel zum Mond, den Planeten und den Sternen begleitet und auf diese Weise in das gesamte zeitgenössische astrologische und kosmologische Wissen eingeführt. Die Kupfer stellen Sonnenflecken, die Mondoberfläche, Saturn mit Ringen usw. dar ... Tl. II enthält die Beschreibung der irdischen und unterirdischen Bereiche als Gegenstück“ (Dünnhaupt 12.I.1 und II.1). – Erste Ausgabe der Schottschen Bearbeitung zweier von Kircher in Rom 1656 und 1657 veröffentlichter Werke. Kircher und Schott verwenden dabei die Kosmologie Tycho Brahes als Grundlage. Eines der ersten Werke, die die Mehrheit der Welten behandeln. – Fliegender Vorsatz mit unterem Eckausriß. Gestoch. Titel oben knapp bis zum Bildrand beschnitten. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.


Naturwissenschaften · Astrologie – Astronomie

502

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MATZKA, W., Die Chronologie in ihrem ganzen Umfange, mit vorzüglicher Rücksicht auf ihre Anwendung in der Astronomie, Weltgeschichte und Urkundenlehre. Wien, Beck'sche Universitäts-Buchhandlung, 1844. VIII S., 1 Bl., 543 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Brosch. (133) 100,Erste Ausgabe. – Poggendorf II, 83. – Vereinzelt wenig fleckig, Seitenränder angeschmutzt, unbeschnitten, unaufgeschnitten.

503

(PREISSINGER, L.), Astronomischer BilderAtlas. (Schwäbisch Hall, Nitzschke, 1853). 12 teilw. kolor. lithogr. Tafeln. Lose in OLwd.Mappe (fleckig). (76) 150,Nur der Atlas ohne das Textheft. – Teils mit farbigem Transparentpapier hinterklebte Stern-, Sonnen- und Monddarstellungen, die farbig leuchten, wenn man sie gegen das Licht hält. Tafel I mit hs. Numerierung, wenig fleckig. – DAZU: STASCHEK, F., Die erleuchtete Vorhalle zum Tempel des Unendlichen. Anleitung zur näheren Kenntniß der sichtbaren Himmelskörper. Leitomischl 1859. – Erste Ausgabe.

Nr. 501

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Second edition. – First edition of Schott's revision, of two of Kircher's works published in Rome 1656 and 1657. Kircher and Schott used as their basis the cosmology of Tycho Brahe. One of the first books that deals with the multitude of worlds. – Fly-leaf with tear-out of lower corner. Engraved title at top closely trimmed up to plateline. Slightly browned, partly a little soiled. – Modern half vellum (somewhat stained, hardly rubbed, clasp ribbons missing). – See illustration.

501

LEOPOLD, HERZOG VON ÖSTERREICH, Compilatio de astrorum scientia. Venedig, M. Sessa und P. Ravani, 1520. 4°. Mit Titelholzschnitt, Druckermarke auf dem Titel und 87 (1 ganzseit.) Textholzschnitten. 94 Bl. Mod. Pp. mit Inkunabelpapierbezug. (105) 2.000,STC 375. Adams L 516. EDIT 16 CNCE 30058. Essling 2081. Sander 3948. Houzeau-L. 4702 (abweichende Kollation). Lalande 41. Kenney 104. Honeyman 1989. Rivoli 425. Sarton II, 996. Ackermann IV, 404: „Dritte ebenfalls sehr gesuchte Ausgabe des seltenen Werkes. Leopold von Österreich, Bischof von Freising gibt eine gute Zusammenfassung der astronomischen Kenntnis seiner Zeit. Das Werk behandelt auch Kometen und Meteorologie, hauptsächlich aber Astrologie.“ – „The Italian astronomer Giambattista Riccioli (1598-1671) referred to him as 'the very famous astrologer who flourished ca. 1200“ (Kenney). – Titel mit 2 restaurierten Fehlstellen. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit Textanstreichungen, gereinigt. – Siehe Abbildung. Title with 2 restored defects. Slightly browned, hardly soiled, occasionally with text underlinings, cleaned. – Modern cardboard covered with incunable paper. – See illustration.

SCHUMACHER, H. C., Schreiben an den Herrn Doctor W. Olbers in Bremen. Altona, Hammerich und Heineking, 1821. 4°. Mit 2 gefalt. lithogr. Tafeln. Hlwd. um 1850 (stärker beschabt und bestoßen). (18) 400,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. 357. Catalogue of the Scientific Books in the Library of the Royal Society (London 1839), 198. – Text und Tafeln erläutern den Basismeßapparat Johann Georg Repsolds, den Carl Friedrich Gauß und sein Schüler H. C. Schumacher 1820 bei der Vermessung der sogenannten Braaker Basis im Rahmen der Landestriangulation von Dänemark und Hannover verwendeten. – Vorderer Vorsatz etw. verschmutzt; Titel minimal fleckig; leicht gebräunt. – Mit e. Widmung des Verfassers.

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STURM – ANDREAE, W. L., Cometa nuperus an, et quae, mala terris aut illaturus ipsemet influxu physico, aut aliunde justo Dei judicio inferenda portendere saltem & praesignificare, credendus sit? Altdorf, Schönnerstädt, 1681. 4°. 1 Bl., 32 S. Ohne Einband. (96) 150,Einer von 3 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – VD 17 23:241584P. – Dissertation unter dem Vorsitz von Johann Christoph Sturm über den Großen Kometen von 1680. – Vgl. zu Sturm: ADB XXXVII, 39 f. – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – DAZU: FÜRER VON HAIMENDORF, CH., Cometarum natura motus et origo secundum duas hodie celebriores J. Hevelii & P. Petiti celeberrimorum mathematicorum hypotheses ... praeside J. Ch. Sturmio. Ebda. 1681. 4°. (Ohne die 3 Kupfertafeln). 1 Bl., 51 S., 1 Bl. Ohne Einband. – VD 17 12:168410S. – Dissertation, in der über 12 Kometen berichtet wird, die von 1577 bis 1677 gesichtet wurden. – Etw. gebräunt und fleckig.


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Naturwissenschaften · Botanik

THEODORICUS (DIETRICH), S., Novae quaestiones sphaerae, hoc est, de circulis coelestibus, et primo mobili. Wittenberg, J. Krafft, 1564. Mit Titelholzschnitt, zahlr. tls. schematischen Textholzschnitten und 3 mehrf. gefalt. Tabellen (ohne die 4 beweglich montierten Teile). 8 Bl., 320 S. (ohne das letzte nn. Bl.). Pp. des 20. Jhdts. (105) 800,-

Vgl. Nissen 673 n. – Ausgabe als Bilderatlas ohne Text. – Eine Tafel lose, eine weitere mit hinterlegtem Durchriß, stellenw. Wurmspuren im unteren Rand, leicht gebräunt und fleckig. – Beiliegend drei Werke über Schmetterlinge, darunter das Bändchen „Les papillons“ aus der Reihe „Musée des dames et des demoiselles“.

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Erste Ausgabe. – VD 16 D 1541. Zinner 2356 (beide kennen das letzte Bl. nicht). Lalande 89. Houzeau-L. I, 2620. Libri rari 275. Kenney 185. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Vgl. Thorndike VI, 34 f. – Eine reich illustrierte Einführung in die Astronomie. – Ohne das letzte Bl., das die Montageanweisungen für die (bei uns nicht vorhandenen) beweglich montierten Teile enthält, fehlt in den meisten Vergleichsexemplaren. – Die letzte Falttabelle innen gering eingerissen. Etw. knapp beschnitten, der ganzseit. Holzschnitt auf S. 96 oben mit geringem Bildverlust angeschnitten. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerken, darunter das Kloster Altenburg von 1678 mit dem Vermerk „Compratum sub Rev. D. Mauro“.

GAUCHER, N., Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters. Stuttgart, Jung, 1894. 4°. Mit 102 chromolithogr. Tafeln. 113 Bl. OHldr. (etw. fleckig). (20) 400,Martini 80. – Das Werk enthält die Tafeln Nrn. 1-2, 5-13, 15-54, 56-96, 99-108 und ist so vollständig. Diese waren vorher in der Zeitschrift „Der praktische Obstbaumzüchter“, ebenfalls von Gaucher hrsg., erschienen (6 Jge. von 1885-90; Kirchner 20852); die Numerierung wurde für die Buchausgabe einfach beibehalten, obwohl sie von der der Textblätter abweicht. – „Sehr schöne Chromotafeln von ganzen Früchten in natürlicher Grösse mit Blättern ... Die farbigen Abbildungen der Obstsorten sind sehr naturgetreu, mit Ausnahme einiger Pfirsichsorten“ (Martini). – Ganz wenig fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 8.

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Botanik

GERARDE, J., (The Herball or Generall Historie of Plantes. London, Norton und Whitakers, 1633 oder 1636). Fol. Mit zahlr. Textholzschnitten (ohne den gestoch. Titel). 16 (statt 18) Bl., 1618 (statt 1634) S., 24 Bl. Mod. Ldr. unter Verwendung der alten Deckel. (69) 300,-

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DIETERICH, K., Aus der Lebensgemeinschaft des Waldes. 2. Aufl. München, Schönstein, o. J. (ca. 1940). 4°. Mit 12 Tafeln, 150 Raumbild-Aufnahmen und Stereobrille in Deckeltaschen. 120 S. OLwd. (fleckig, bestoßen). – Ein Glas der Stereobrille gesprungen. (114) 150,-

Henrey 155 oder 156. Nissen 698. – Es fehlen der gestochene Titel, der Drucktitel und ein weiteres Blatt der Titelei sowie die Seiten 229/39, 625/26, 983/84, 1003-1020 und 1075/76. – Der gestochene Titel ist in Kopie eingebunden; wenige Blätter lose und mit Randausrissen, einige Blätter aus einem anderen Exemplar ergänzt; insgesamt wasserrandig und mit starken Alters- und Gebrauchsspuren, tls. mit Text- und Bildverlust. – Ohne Rückgaberecht.

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(DIOSCORIDES, P., Kräuterbuch. Fragment. Frankfurt, Bringer, 1610 oder 1614). Fol. Daraus: S. 83-456, 459-466, 481 (recte 479)-578, 581-612, 1 Bl. Register. Mit zahlr. Textkupfern. Reste eines alten Einbands. (86) 100,Pritzel 2322. Nissen 498 (fälschlich „mit Holzschn.“). – S. 121 mit Überklebung, S. 159/60 fehlt zur Hälfte, starke Alters- und Gebrauchsspuren. – DAZU: DRYANDER (EICHMANN), J., Der gantzen Artznei gemeyner Inhalt. Fragment. Frankfurt, Egenolph, o. J. (1542). Fol. Daraus: 3 nn. Bl., Bl. 1-2, 5-14, 17-25, 28-32, 35. Mit einigen Holzschnitten. Spät. Hldr. – Bl. 13 und 14 nur als Fragmente vorhanden, starke Alters- und Gebrauchsspuren, restauriert.

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(FÜNFSTÜCK, M.), Naturgeschichte des Pflanzenreichs. Großer Bilderatlas für Schule und Haus. O. O. und J. (Stuttgart ca. 1890). Fol. Gestoch. Titel und 80 doppelblattgr. kolor. lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. (Gelenke etw. brüchig und eingerissen, fleckig, berieben und bestoßen). (17) 150,-

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HESDÖRFFER, M., Die schönsten Stauden für die Schnittblumen- und Gartenkultur. Berlin, Parey, 1901. 4°. Mit 48 lithogr. Farbtafeln von Walter Müller. VIII S., 50 (statt 52?) Bl. OLwd. (Deckel mit kleinem Loch; etw. fleckig, berieben und bestoßen). – Gering fleckig. (145) 200,-

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JUSSIEU, A. L. DE, Genera plantarum secundum ordines naturales disposita. Paris, Herissant und Barrois, 1789. 24, LXXII, 498 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (mit Fraßspuren von Silberfischchen, etw. fleckig; bestoßen). (97) 500,Erste Ausgabe. – Pritzel 4549. Horblit 68 b. Plesch 412. Stafleu-C. 3468. Honeyman 1774. Jackson 112. DSB VII, 198. Hunt 703. – „Basis, with work of Linnaeus, of modern natural classification of plants“ (Horblit). – A. von Humboldt bemerkte später: „Dieses Buch ... hat Bonpland und mich in die Wälder des Orinoco, auf die Cordilleras nach Quito und Popayan und nach Mexiko begleitet.“ – Die S. XLIII-LIV mit Knitterfalten und Einriß an der oberen Ecke; etw. gebräunt und tls. fleckig.


Naturwissenschaften · Botanik

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KERNER VON MARILAUN, A., Pflanzenleben. 2 Bde. Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut, 1887-91. Mit 40 farb. lithogr. Tafeln. X, 734; VIII, 896 S., 1 Bl., 2 Bl. Anzeigen. Hldr. d. Zt. (berieben und leicht bestoßen). (86) 200,Nissen 1033. Sarkowski 24, 9. – Vortitel und Titel gestempelt und mit Besitzvermerk, die Schutzpapiere teilw. leicht mit den Tafeln verklebt, 3 Schutzpapiere fehlen, 3 sind defekt; stellenw. leicht fleckig. – DAZU: POSTEL, E., Der Führer in die Planzenwelt. Langensalza 1856. – HOFMANN, J., Flora des Isar-Gebietes von Wolfratshausen bis Deggendorf. Landshut 1883. – BIENEN-ZEITUNG. Hrsg. von K. Barth und A. Schmid. Bde. XXVII-XXXI der Reihe in 5 Bdn. Nördlingen 1871-75. 4°. Mit 16 (15 gefalt.) lithogr. Tafeln und zahlr. Beilagen. – Horn-Sch. 803. Kirchner 9254.

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LAUCHE, W., Deutsche Pomologie. [Tl. II (von 7)] in 1 Bd.: Birnen. Berlin, Parey, 1883. Mit 50 chromolithogr. Tafeln. 102 Bl. OHldr. (Gelenk tls. eingerissen, beschabt und stark bestoßen). – Nissen 1145. – Tls. stark braunfleckig. (88) 400,-

LINNE – SAMMLUNG – 24 Dissertationen unter dem Vorsitz von C. von Linné in ersten Ausgaben. 1744-63. 4°. Teilw. illustriert. Ohne Einbände. (130) 600,I. RUDBERG, D., Dissertatio botanica de Peloria. 1744. Mit gefalt. Kupfertafel. – Soulsby 1395. – II. HAST, B. R., Amphibia Gyllenborgiana. 1745. – S. 1413. – III. MARTIN, R., Dissertatio botanica, qua plantae Martino-Burserianae explicantur. 1745. – S. 1417. – IV. ELFF, E. E., Dissertatio medica de Haemorrhagiis uteri sub statu graviditatis. 1749. – S. 1563. – V. HESSELGREN, N. L., Pan Svecicus. 1749. – S. 1565. – VI. HIORTH, J., Plantae esculentae patriae. 1752. – S. 1648. – VII. WIMAN, J., Specimen academicum, quo Euphorbia ejusque historia naturalis et medica exhibetur. 1752. – S. 1658. – VIII. GEDNER, CH., Quaestio historico naturalis, cui bono? 1752. – S. 1691. – IX. FORSSKAHL, J. G., Hospita insectorum flora. 1752. – S. 1707. – X. BAECKNER, M. A., Noxa insectorum. 1752. – S. 1729. – XI. BARCK, H., Vernatio arborum. 1753. Mit Falttabelle. – S. 1739 (ohne Kollation). – XII. HEDENBERG, A., Dissertatio botanica, sistens stationes plantarum. 1754. – S. 1799. – XIII. BURG, H. VON DER, Dissertatio medica de acetariis. 1756. – S. 1925. – XIV. HAGER, J. H., Natura Pelagi. 1757. – S. 1962. – XV. MARTIN, A. R., Buxbaumia. 1757. Mit Titelkupfer. – S. 1966. – XVI. COLLIANDER, J. G., Dissertatio medica, de Spigelia anthelmia. 1758. Mit gefalt. Kupfertafel. – S. 1987. – XVII. RYDBECK, E. O., Pandora insectorum. 1758. (Ohne Tafel). – S. 2008. – XVIII. NORDBLAD, E. A., Instructio peregrinatoris. 1759. – S. 2022. – XIX. JÖRLIN, E., Plantae tinctoriae. 1759. – S. 2030. – XX. RAMSTRÖM, CH. L., Generatio ambigena. 1759. – S. 2082. – Titel mit Randausschnitt. – XXI. BERZELIUS, B., Dissertatio academica, sistens nomenclatorem botanicum. 1759. – S. 2095. – Es fehlt am Anfang ein Blatt. – XXII. WILCKE, CH. D., Dissertatio academica de politia naturae. 1760. – S. 2104. – XXIII. FALCK, J. P., Planta Alströmeria. 1762. Mit gefalt. Kupfertafel. – S. 2202. – XXIV. FERBER, J. J., Disquisitio de prolepsi plantarum. 1763. – S. 2245. – Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. mit leichten Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

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ORCHIDEEN – SCHULZE, M., Die Orchidaceen Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und der Schweiz. Gera-Untermhaus, Köhler, 1894. 4°. Mit gestoch. Portr. und 93 (92 chromolithogr.) Tafeln mit den entsprechenden Textbl. 4 Bl., 17 S., 7 Bl. Register. Hldr. d. Zt. (verzogen, beschabt). (99) 120,Nissen 1817. Stafleu-C. 11.351. Junk 11192. – Das Orchideenwerk Maximilian Schulzes erschien in 17 Lieferungen von August 1892 bis August 1894. „The text to accompany the plates was not always published simultaneously with the plates“ (Stafleu-Cowan). Tafeln 42, 65 und 69 waren zunächst mit dunklem Grund beigegeben worden und sollten dann durch neue Drucke vom Buchbinder ersetzt werden. Daraus erklären sich die oft variierenden Tafelzahlen (in ungebundenen Exemplaren bis zu 96), das endgültige Werk ist jedoch – wie das vorliegende – mit 93 Tafeln vollständig (vgl. auch die ausführliche Kollation bei StafleuCowan). – Papierbedingt leicht gebräunt, durchgehend auch bei den Tafeln Vermerke in Bleistift.


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Naturwissenschaften · Botanik

PILZE – COOKE, M. C., Illustrations of British Fungi (Hymenomycetes). To serve as an atlas to the „Handbook of British fungi“. 8 Bde. London, Williams and Norgate, 1881-91. Mit 1198 chromolithogr. Tafeln. Mod. Hldr. (gering beschabt). (76) 1.000,Einzige Ausgabe, nur in kleiner Auflage erschienen. – Stafleu-C. 1207. Nissen 395. Volbracht 408: „Selten.“ – Das bis dahin umfangreichste mykologische Tafelwerk in Farbe, vom britischen Pilzkundler Mordecai Cubitt Cooke (18251914) teils nach der Natur, teils nach Vorlagen namhafter zeitgenössischer Botaniker gemalt. – Papierbedingt minimal gebräunt. – DAZU: DERS., Handbook of British Fungi. 2 Bde. London 1871. OLwd. (Bibliotheksdublette, Gebrauchsspuren). – Erste Ausgabe. – Volbracht 403. – Das zum Atlas gehörige Textbuch. Sole edition, published only in a small issue. – It is so far the most comprehensive plate work in colour on mycology. – Minor browning due to paper quality. – Modern half calf (minor scratching).

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– SAMMLUNG – 8 Monographien. 1887-1979. Verschied. Einbände (teilw. Gebrauchsspuren). (76) 300,PHILLIPS, W., A Manual of the British Discomycetes. London 1887. – Volbracht 1601. – LAPLANCHE, M. C. DE, Dictionnaire iconographique des champignons supérieures. Autun und Paris 1894. – Volbracht 1134. – SEYNES, J. DE, Recherches pour servir à l'histoire naturelle et à la flore des champignons du Congo français. Paris 1897. – Volbracht 1970. – MAGNUS, P., Die Pilze von Tirol, Vorarlberg und Liechtenstein. Innsbruck 1905-26. – Volbracht 1274. – RICKEN, A., Vademecum für Pilzfreunde. 2. Aufl. Leipzig 1920. – Volbracht 1761. – MACBRIDE, TH. H., The North American Slime-Moulds. New York 1922. – Volbracht 1264. – REA, C., British Basidiomycetae. Cambridge 1922. – Volbracht 1726. – (BRESADOLA, G.), Omnia Bresadoliana. Trient 1979. Teilw. Gebrauchsspuren. – Beilage.

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Nr. 521 Einzige Ausgabe des „ersten französischen botanisch-wissenschaftlichen Werkes“ (Nissen S. 95). – Stafleu-C. 9073. Nissen 1621. Pritzel 7542. Hunt 192. De Belder 300. Blunt 92: „A fine work which, like that of Vallet, has been strangely neglected. Reneaulme was in advance of his time; but his work, which was intended to be provocative, created no stir. The book, admittedly, is not calculated to attract a casual observer. Its etchings, however, are of the highest quality – exquisitely sensitive and extremely personal in treatment.“ – De Thous Pflanzengedichte werden von den meisten Bibliographen nicht erwähnt, waren aber auf Grund des Druckbildes und Reneaulmes Vorwort vermutlich mit dem „Specimen“ zusammen veröffentlicht worden. – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien. – Siehe Abbildung.

PUYDT, E. DE, Les orchidées. Paris, Rothschild, 1880. 4°. Mit 50 kolor. lithogr. Tafeln. 1 Bl., VIII, 348 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und etwas bestoßen). (69) 600,Nissen 1572. – Vorsatz und erstes weißes Blatt mit Besitzvermerken; vereinzelt etwas fleckig.

521

RENEAULME, P. DE, Specimen historiae plantarum. Paris, H. Beys, 1611. 4°. Mit 25 ganzseit. Textkupfern. 4 Bl. (letztes Bl. weiß), 152 S., 1 Bl. – BEIGEB.: TH(OU), I. A. (DE), Crambe. Viola. Lilium. Phlogis. Terpsinoe. Ebda. 1611. 47 S. Geglättetes Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. doppelter Filete, kleinen Eckfleurons auf den Deckeln und Steh- und Innenkantenvg. (wenig berieben und bestoßen). (8) 4.000,-

Sole edition, lavishly gilt, of „the first French scientifc work on botany“ (Nissen p. 95). – Endpaper with exlibris. Slightly browned, hardly soiled, occasionally with ms. marginalia. – Contemporary, polished calf with spine label, gilt back, gilt stamped double fillets and small corner fleurons on sides, gilt outside and interior edges (hardly rubbed and scuffed). – See illustration.

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ROTH, A. W., Botanische Abhandlungen und Beobachtungen. Nürnberg, Winterschmidt, 1787. 4°. Mit 12 kolor. Kupfertafeln. 68 S. Stark beschäd. Interims-Broschur. (20) 500,-


Naturwissenschaften · Botanik

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and Dublin Pharmacopoeias comprising a popular and scientific account of poisonous vegetables indigenous to Great Britain. New ed. 3 Bde. London, Churchill, 1834-36. Mit 187 (7 doppelblattgr.) kolor. Kupfertafeln nach W. Clark, G. Spratt u. a. Mod. Hldr. (146) 900,Stafleu-C. 13011. Plesch 719. – Vgl. Nissen, BBI 1891 (Ausg. 1827-31). – „The plates, particularly those by Clark, are an attractive series; they are restriked of those in the 1827-31 edition with the imprints erased.“ – Zur Tafelkollation: 1-185, 75 b und 106 b. – Titel von Bd. II gering gebräunt; stellenw. leicht fleckig, Schnitt gebräunt, unbeschnitten. – Siehe Abbildung Tafel 8.

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Erste Ausgabe. – Nissen 1095. Pritzel 4843. Henze V, 329: „Tafelwerk von berauschender Schönheit.“ – Die Niederländerin Alexandrine Tinné lebte seit 1861 in Kairo und bereiste Zentralafrika, unter anderem in der Begleitung von Steudner und Heuglin. Mit letzerem legte sie auf einer Reise im Sudan eine Pflanzensammlung an, welche vorliegendes Prachtwerk in Auszügen zeigt. – Das Widmungsblatt mit hinterlegten Einrissen; wasserrandig und etwas fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 8.

Nr. 526 Einzige Ausgabe. – Stafleu-C. 9627. Pritzel 7799. – Nicht bei Nissen. – Die Tafeln auf besserem Papier und sehr sauber, für den Text kann man nach 200 Jahren nur die Rezension in der Allgemeinen Litteratur-Zeitung vom 5. Juni 1788 bestätigen: „das elende Papier und der schlechte Abdruck des Textes ...“ – Titel angestaubt, unbeschnitten. – Von größter Seltenheit.

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SCHLECHTENDAL, D. F. L. VON, Flora von Deutschland. 5. Aufl. Revidirt, verb. und bereichert von E. Hallier. 30 Bde. (ohne den RegisterBd.). Gera, Köhler, (1880-88). Mit 3367 meist farb. lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. (Kapitale vereinzelt schadhaft, Rücken stärker beschabt, etw. bestoßen). (107) 1.400,Stafleu-C. 10754. Nissen 1771. Junk, Bibl. Bot., 4572 und 23618. – Die Tafeln sind numeriert mit 1-3283 mit zahlr. Doppelnumerierungen, in der Numerierung ausgefallen sind hingegen 1243 und 1934. – Ohne die Tafeln 567 und 592 (Bd. VII) sowie 1066 (Bd. XI). – Gebrauchsspuren. The plates are numbered from 1-3283 with numerous double numberings. Numbers 1243 and 1934 don't exist. – Without the plates 567, 592 und 1066. – Signs of wear. – Contemporary half calf (turn-ins occasionally defective, spine stronger scratched, a little scuffed).

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STEPHENSON, J., UND J. CHURCHILL, Medical Botany; or, illustrations and descriptions of the medical plants of the London, Edinburgh,

TINNE, ALEXANDRINE P. F., UND J. A. TINNE, Plantae Tinneanae – Plantes Tinnéennes ou déscription de quelques-unes des plantes recueillies par l'expédition Tinnéenne sur les bords du Bahr-El-Ghasal et de ses affluents an Afrique Centrale. Wien, Gerold, 1867. Gr.-Fol. Mit farb. lithogr. Frontisp. und 27 farb. lithogr. Tafeln von Th. Kotschy und J. Peyritsch. 8 Bl., VIII S., 1 Bl., 53 S. Mod. Hldr. unter Verwendung der Orig.Deckel. (69) 3.000,-

First edition. – Alexandrine Tinné, from the Netherlands, lived in Cairo since 1861 and traveled through Central Africa. On a trip in the Sudan she started a plant collection in collaboration with Heuglin; the present magnificent work shows some extracts. – Some backed tears to dedicatory leaf; waterstained and a little soiled. – Modern half calf by using the original covers. – See illustration on plate 8.

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(WILHELM, G. T.), Unterhaltungen aus dem Pflanzenreiche. 10 Bde. und Registerbd. Augsburg, Engelbrecht, 1810-21. Mit 10 gestoch. Titeln, gestoch. Portr. und 607 (statt 608; 605 kolor.) Kupfertafeln. Pp. d. Zt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (146) 2.000,Erste Ausgabe. – Unterhaltungen aus der Natur, Bde. XVIXXV. – Pritzel 10272. Nissen 2152. – Vgl. Dochnahl 173. – Umfangreiche botanische Naturgeschichte über exotische Pflanzen, Zierpflanzen und ihre Pflege, Gartenanlagen, Arzneipflanzen, Gewürze, Obst und Gemüse, Baumwolle, Zuckerrohr, Tabak, Tee, Kaffee, Wein, Hopfen, Bierbrauerei, etc. – Mit dem seltenen Porträt des Verfassers. – Ohne Tafel 38 des siebten Bandes. – Vereinzelt kleine Wurmspuren; tls. stark fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – With the rare portrait of the author. – Without plate 38 of the seventh volume. – Occasionally minor worming; partly heavily soiled. – Contemporary cardboard (partly strong signs of wear). – See illustration.


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Naturwissenschaften · Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau 527

BECKMANN, J., Grundsätze der teutschen Landwirthschaft. Göttingen und Gotha, Dieterich, 1769. 8 Bl., 382 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (2) 300,Erste Ausgabe. – Engelmann 24 Anm. Humpert 1536. – Vgl. Güntz II, 175, 1 (Ausg. 1802). – „Das erste brauchbare System der Landwirtschaftslehre“ (Klemm-M. 161). Roscher (912) hebt besonders die ausführlichen Literaturangaben hervor. – Enthält auch Beiträge über Bienen, Seidenraupen und die Jagd. – Titel mit Besitzvermerk. S. 321/322 unten mit kleinem Eckausriß. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – BEIGEB.: KÜHN, A. CH., Kurze Anleitung Insecten zu sammlen. Eisenach, (Meyer für) Grießbach, 1773. 112 S. – Erste Ausgabe. – Hagen I, 439, 4. HornSch. 12438. – Siehe Abbildung.

528

BIENEN – GÖTZ, J. K., Kurzgefaßter Unterricht in der praktischen Bienenzucht, auf allerhöchste Veranlassung besonders für Schullehrer und Schulpräparanden im Königreiche Baiern bearbeitet. München, Central-Schulbücher-Vlg., 1814. Mit gefalt. lithogr. Tafel. 2 Bl., 104 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (20) 200,Erste Ausgabe. – Engelmann 105. Hagen I, 289, 2. – Nicht bei Horn-Schenkling. – Die Tafel, eine Inkunabel der Lithographie, zeigt Geräte für die Bienenzucht. – In den Rändern etw. stockfleckig.

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Nr. 527

CHRIST, J. L., Allgemein-praktisches Gartenbuch für den Bürger und Landmann, nebst Anweisung zur Verfertigung des Obstweins und Obstessigs. 2 Tle. in 1 Bd. Wien und Prag, Haas, 1815. XVI, 388 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (17) 100,-

VORGEB.: II. WIEGAND, J., Handbüchlein zum Unterricht für die Oestereichischen Schaafmeister. Wien, Kurzböck, 1775. 174 S. – Erste Ausgabe. – Schrader-H. 1943 (dat. 1776). – Vgl. Engelmann 363 (Ausg. 1783). – Der Verfasser war fürstlich Liechtensteinischer Haushofmeister in Wien. – Titel mit Besitzvermerk. III. LENTIN, L. F. B., Grundsätze zu der von Königlicher Churfürstlicher Regierung zu Hannover im November 1775 gnädigst publicirten Vorbauungscur gegen die Hornviehseuche. Göttingen, Vandenhoek, 1776. Mit 5 doppelblattgr. Falttabellen. 80 S., 2 Bl. – Erste Ausgabe. – EnslinE. 31. Schrader-H. 1093.

Bode 374. – Vgl. Dochnahl 29. – Die erste Ausgabe war 1814, die zweite, rechtmäßige Auflage 1841 erschienen. – Vorderer fliegender Vorsatz mit blindgepr. Stempeln, Titel mit Farbspuren und Stempel, etw. gebräunt und fleckig. – DAZU: JÄGER, H., Allgemeines illustriertes Gartenbuch. 4. Aufl. Hannover 1882. – MÜLLER, F., Das große illustrierte Gartenbuch. 7. Aufl. Ulm 1884.

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DIES(S)KAU, CH. J. F. VON, Das regelmäßige Versetzen der Bäume in Wäldern und Gärten. Meiningen, Hanisch, 1776. Mit gestoch. Titelvign. 167 S. Hldr. d. Zt. mit etw. läd. Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (2) 400,Erste Ausgabe. – Mantel I, 335. Gatterer I, 117: „Gehört zu den vorzüglich nützlichen Schriften, welche zum Unterrichte des ungelehrten Landmannes bestimmt sind, und auch für diesen verständlich abgefaßt.“

NACHGEB.: IV. WEBER, CH. F., Abhandlung von dem Bau und Nutzen des Hufs der Pferde und der besten Art des Beschlägs. 4. Aufl. Frankfurt und Leipzig, „bey der Gesellschaft“, 1776. 10 Bl., 76 S. – Vgl. Enslin-E. 65. Schrader-H. 1914 (beide Ausg. 1774). Vorsatz mit oberem Eckausriß. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

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GALLO, A., Weiß und Manier die Maulbeerbäum ... zu ziglen. Anjetzo auf Höchsten Befehl ins Teutsche übers. München, Thuille, 1754. 19 S. Umschlag d. Zt. (fleckig und berieben). (13) 150,-


Naturwissenschaften · Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

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Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Gallo war einer der bedeutendsten landwirtschaftlichen Schriftsteller Oberitaliens und wurde in deutschen Schriften viel zitiert (vgl. Güntz I, 80). – Die letzte Lage lose; etwas wasserrandig. – Sehr selten.

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GROB, L., Kurzer, praktischer Unterricht in der Obstbaumzucht zum Gebrauche für Schullehrer. München, Central-Schulbücher-Vlg., 1814. Mit 2 gefalt. lithogr. Tafeln. XII S., 1 Bl., 82 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (20) 120,Erste Ausgabe. – Engelmann 108. Dochnahl 61. – Vom Landwirtschaftlichen Verein in Bayern gekrönte Preisschrift. – Die beiden Tafeln, Inkunabeln der Lithographie, zeigen Okulierungen. – Ränder etw. stockfleckig.

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(KLING, J. P. VON), Beitrag zur Geschichte der Mosculturen. München, Strobel, 1798. 48 S. Seide d. Zt. auf Holzdeckeln (stark verblaßt und wasserrandig). (20) 120,Hamberger-M. XI, 435. – Nicht bei Mantel und Güntz. – Der Verfasser (1749-1809) war Forstkammerdirektor zu München. – Vorsätze stark, Seitenränder nur leicht wasserrandig.

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– Vorschriftsmäsige Behandlung der DomainenWaldungen in der Churpfalz, eine Vorlesung am Höchsten Namensfeste des Durchlauchtigsten Churfürsten Carl Theodors. Mannheim, Hof- und Akademische Buchdruckerei, 1791. 4°. Mit gefalt. Kupferstichplan und Falttabelle. 54 S. Seide d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (teilw. zerschlissen und verfärbt). (139) 300,Erste Ausgabe. – Veitenheimer 802. Mantel II, 579. – Vorlesung, gelesen in einer öffentlichen Sitzung der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften am 6. November 1790. – Der Verfasser war damals Hofkammerrat, Forstkommissar und Professor der Mathematik bei der „Churfürstlichen Pagerie“. – Nahezu fleckenfrei. Druck auf bläulichem Papier.

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MICHNA VON WAITZENAU, E. (P.), Böhmens Haus- und Landwirthschafts-Geräthe, in Verbindung mit den merkwürdigeren ökonomischen Werkzeugen des Auslandes. Hefte I-VI (von 8) in 1 Bd. Prag, Enders, 1826. 4°. Mit 24 gefalt. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit rotem Rsch. und reicher Rvg. (gering beschabt und bestoßen, Rücken mit kleinem Bibl.-Schild). (94) 800,Einzige Ausgabe. – Güntz II, 273. Sturm II, 660. ÖBL VI, 264 und Neuer Nekrolog, V/2, 954. – Groß angelegtes Werk über Landmaschinen aus der Zeit um 1800. Die einzelnen Hefte behandeln Wiesen- und Ackerbau und die dafür notwendigen landwirtschaftlichen Geräte wie Eggen, Pflüge, Häcksel- und Flachsbrechmaschinen usw. – Graf

Nr. 536 Michna (1772-1827) hatte seit 1817 den Lehrstuhl für Landwirtschaft an der Universität Prag inne und richtete sein Hauptaugenmerk auf eine Sammlung von etwa 300 Ackerbaugeräten, die die Vorlage zu diesem Werk bildeten. – Die Tafeln mit Darstellungen der genannten Maschinen in kräftigem Abdruck. – Titel mit Stempelrasur und überklebtem Stempel. Exlibris vom Spiegel fast ohne Spuren entfernt. – Sehr dekoratives Exemplar aus der Bibliothek des Erzherzogs Anton Viktor von Österreich mit dessen Monogramm auf dem Rücken.

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MOSER, H. C(H)., Die praktisch-geometrische Aufnahme der Waldungen mit der Bousole und Meßkette ... Nebst einer Vorrede von Herrn D. J. H. Jung. Leipzig, Gräff, 1797. 4°. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln und mehrf. gefalt. teilkolor. Kupferstichkarte. XVIII S., 1 Bl., 99 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (130) 500,Einzige Ausgabe. – Mantel I, 515. – Über Vermessung und Kartierung. – Vorsatz mit Exlibris. Karte gelockert und außen mit Randschäden, da über den Buchblock hinausragend. Die Tafeln knapp, tls. bis zum Bildrand beschnitten. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vor allem in der ersten Hälfte stärker wasserrandig. – Siehe Abbildung.


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Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Erste Ausgabe. – Wurzbach XXII, 110. Schrader-H. 1414. Kress B 6564 (nennt irrtümlich 3 Bde.). – Tafeln stark gebräunt und blaß im Abzug; tls. stärker braunfleckig.

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ATOMPHYSIK – 8 Schriften. 1894-1943. Orig.Einbände (Gebrauchsspuren). (13) 100,I. BORN, M., Der Aufbau der Materie. Berlin 1920. – II. DASS. 2. verb. Aufl. 1922. – III. HEISENBERG, Die Physik der Atomkerne. Braunschweig 1943. – IV. HOFF, J. H. VAN'T, Die Lagerung der Atome im Raume. 2. Aufl. Braunschweig 1894. – V. LENARD, P., Über Elektronen und Metallatome in Flammen. Heidelberg 1914. – VI. LORENTZ, H. A., Ergebnisse und Probleme der Elektronentheorie. Berlin 1905. – VII. RÖNTGEN, W. K., Eine neue Art von Strahlen. 3. Aufl. Würzburg 1896. – VIII. RUTHERFORD, E., Radioaktive Umwandlungen. Braunschweig 1907. – Tls. etwas fleckig. – Beiliegend 5 weitere Schriften, darunter Schöfflers „Phototelegraphie“ in erster Auflage (Wien und Leipzig 1898).

SEIDENBAU – TÜRK, W. VON, Ueber den Seidenbau, nebst einer Anleitung zu dessen Betreibung. Potsdam, Riegel, 1825. Mit gefalt. Tabelle. 57 S. Pp. d. Zt. (etwas bestoßen und fleckig). – DAZU: DERS., Vollständige Anleitung zur zweckmäßigen Behandlung des Seidenbaues und des Haspelns der Seide. 2. umgearb. Aufl. Leipzig, Reichenbach, 1835. Mit gefalt. Tabelle und 2 gefalt. Kupfertafeln. XVI, 220 S. Pp. d Zt. (fleckig und beschabt). (13) 100,Der Pädagoge von Türk engagierte sich bei der Einführung des Seidenbaus in Preußen, da er hoffte, damit einen Nebenerwerb für Landschullehrer zu schaffen. – I. Erste Ausgabe. – Hagen II, 230. – Titel gestempelt. – II. Hagen II, 230. – Vgl. Güntz II, 268 (EA 1829). – Titel und Tabelle mit hinterlegtem Einriß, stellenw. fleckig. – Beiliegend Zieglers „Seidenzucht“ in 2. Aufl. (Regensburg 1842).

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Mathematik – Physik

PETRI, B., Das Ganze der Schafzucht. Wien, Strauß, 1815. Mit 16 Kupfertafeln und 3 gefalt. Tabellen. XXXII, 484 S. Hldr. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (73) 80,-

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BARTH, A., Kurze Anleitung zur Rechenkunst. Zum Gebrauche der untern Schulen. 2. verb. Aufl. München, Fritz, 1775. Mit 2 ausfaltbaren Kupfertafeln. 112 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und goldgepr. Wappensupralibros auf den Deckeln (ein Rsch. fehlt, wenig berieben und bestoßen). (12) 400,-

VANIERE, J., Praedium rusticum. Ed. novissima. Basel, Thurneisen, 1750. Mit gestoch. Frontisp., Textholzschnitt und 16 Kupfertafeln. 2 Bl., IX (recte X), 320 (recte 322) S., 3 Bl. Mod. Ldr. (76) 150,Einer von 2 Drucken bei Thurneisen aus dem gleichen Jahr. – De Backer-S. VIII, 444. Schwerdt II, 279. – Diese Ausgabe nicht bei Thiébaud. – In zahlreichen Ausgaben erschienenes Lehrgedicht über die Landwirtschaft und die Jagd, durch das Jacques Vanière (1680-1739) den Ruf eines „gallischen Vergil“ erhielt. – Vorsätze mit leichtem TesafilmAbklatsch; wenig gebräunt.

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WEHRS, G. F., Oekonomische Aufsätze. Schwerin und Wismar, Bödner, 1791. Mit 4 (3 beidseitig bedruckten) Falttabellen. 6 Bl., 582 S. Brosch. d. Zt. (Rücken läd., Gebrauchsspuren). (96) 200,Erste Ausgabe. – Humpert 2166. ADB XLI, 440: „Eine Reihe von Aufsätzen über landwirthschaftliche Gegenstände, namentlich den landwirthschaftlichen Handel, früher zum Theil im Hannoverschen Magazin veröffentlicht.“ – Vgl. Engelmann 355 (dat. 1794). – U. a. über Küchengärten, Gänsepest, Schweinesterben, Karotten- und Ameisenbranntwein, Obstessig, Runkelrüben, Tau- und Regenwürmer, den sibirischen Erbsenbaum etc. – Etw. gebräunt und fleckig, gegen Ende mit starken Quetschfalten in den oberen Ecken.

Nr. 542


Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Vgl. für die EA von 1772: De Backer-S. I, 962, 3. Hamberger-M. I, 145. – Der Verfasser war zunächst Jesuit, danach Professor für Mathematik am Lyzeum und Inspektor des Geisthauses in München. – Vorsatz mit gestoch. Wappenexlibris. Leicht gebräunt, etw. braunfleckig. – Einband mit dem Wappen des Kurfürstentums Bayern. – Siehe Abbildung.

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BION, N., Neueröfnete mathematische Werkschule. 5. verb. und verm. Aufl. 3 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, Monath, 1765. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 62 (54 gefalt.) Kupfertafeln. 7 Bl., 432 S., 4 Bl., 48 S., 6 Bl., 176 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, bestoßen). (33) 800,-

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BOHR – 3 deutsche und eine französische Ausgabe von Werken Niels Bohrs. 1922-24. Orig.Brosch. (tls. lädiert). (13) 100,I. Drei Aufsätze über Spektren und Atombau. Braunschweig 1922. – II. Les spectres et la structure de l'atome. Trois conférences. Paris 1923. – III. Über die Quantentheorie der Linienspektren. Übersetzt von P. Hertz. Braunschweig 1923. – IV. Über den Bau der Atome. Berlin 1924. – Teilw. leicht fleckig.

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Graesse I, 429. – Vgl. Libri rari 40. Zinner, Astronom. Instrumente, 292. Fromm 3274. Poggendorff I, 195. – „This is the best of the early classical treatises upon the subject of mathematical instruments, and is profusely illustrated“ (Smith, History of Mathematics II, 359, Anm. 2). – J. G. Doppelmayr besorgte die deutsche Ausgabe und erweiterte die 4. Auflage um Zusätze über geodätische und astronomische Geräte. – Die Tafeln zeigen geometrische Figuren, astronomische Meßgeräte, geodätische und optische Instrumente, Pendel- und Sonnenuhren, eine Karte des „Golfe di Gascogne“ sowie eine Himmelskarte mit den Sternzeichen. – Vorsätze gering leimschattig, Titel mit hs. Besitzvermerk, Tafel 7 des zweiten Teils mit kleiner Faltspur; sonst nur leicht gebräunt und kaum fleckig. – Siehe Abbildung.

BOLYAI DE BOLYA, W., Tentamen. Iuventutem studiosam in elementa matheseos purae elementaris ac sublimioris methodo intuitiva evidentiaque huic propria introducendi. Editio secunda. 2 in 3 Bdn. Budapest 1897-1904. 4°. Mit Portr. und 93 gefalt. Tafeln. XII, 679; LXIII, 437 S., 1 Bl.; VII S. OLwd. (angeschmutzt, teilw. stark beschabt und bestoßen). (114) 800,DSB II, 269. – Maßgebliche Ausgabe des berühmten Werkes, mit dem Farkas (Wolfgang) Bolyai, seit Studientagen enger Freund von K. F. Gauß, und sein Sohn János eine nicht mehr auf Euklid beruhende Geometrie begründeten. „The huge work shows the critical spirit of a man who recognized, as did few of his contemporaries, many weaknesses in the mathematics of his day ... but as with many pioneers, he did not enjoy the credit that accrued to those who followed him“ (DSB). – Leichte Gebrauchsspuren.

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BORN, M., Die Relativitätstheorie Einsteins. Berlin, Springer, 1920. Mit Portr. X, 242 S., 2 Bl. Anzeigen. Mod. Lwd. (kleine Einrisse am Kapital, etwas lichtrandig). (13) 80,Erste Ausgabe. – Naturwissenschaftliche Monographien und Lehrbücher, Bd. III. – Poggendorff V, 144. Roller-G. I, 144. – Leicht gebräunt. – DAZU: LAUE, M., Das Relativitätsprinzip. Braunschweig 1911. – BAUER, H., Mathematische Einführung in die Gravitationstheorie Einsteins. Leipzig und Wien 1922.

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Nr. 543

BOSCOVICH – LA CAILLE, (N. L.) DE, Lectiones elementares. 4 Bde. der Reihe in 1 Bd. Wien und Prag, Trattner, 1757-59. 4°. Mit 30 (statt 31) gefalt. Kupertafeln. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, beschabt, leicht bestoßen). (21) 300,Die französischen Lehrbücher, die La Caille seit 1741 nach seiner Rückkehr nach Paris veröffentlichte (vgl. DSB VII, 542), liegen hier in ihren ersten lateinischen Ausgaben vor (in der Reihenfolge wie gebunden): I. Astronomiae geometricae, et physicae. 1757. Mit 9 gefalt. Kupertafeln. 5 Bl., 280 S., 3 Bl. – Giese 311. Lalande 462. – II. Opticae. Quibus auctarii loco accessit brevis theoria micrometri objectivi a R. J. Boscovich. 1757. Mit 10 (statt 11; ohne Tafel X) gefalt. Kupertafeln. 4 Bl., 150 S., 1 Bl. – Giese 312. De Backer-S. I, 1840, 64. – III. Mathematicae, seu elementa algebrae et geometriae. 1758. Mit 5 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 215 S., 1 Bl. – Vgl. Giese 535 (Ausg. 1762). De Backer-S. VII, 768, 7. – IV. Mechanicae, seu brevis tractatus de motu, et aequilibrio. 1759. Mit 6 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 148 S., 1 Bl. – Giese 393. De Backer-S. VII, 769, 8. – Fliegender Vorsatz mit hs. Besitzeintrag, die Tafel V zu „Mechanicae“ mit dunklem


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Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Fleck und Ausriß im Abbildungsrahmen (kleiner Bildverlust); tls. kleine Tintenflecke im Rand, etw. gebräunt und stellenw. stärker braunfleckig. – Aus dem Besitz der Adelsfamilie von Löwenburg (vgl. Wurzbach XV, 437) und Franz Ritter von Hauslabs (vgl. Wurzbach VIII, 90; LeiningenWesterburg X, Bc, 368).

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– Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen. Übers. und mit Literatur-Ergänzungen versehen von W. Kaufmann. Braunschweig, Vieweg, 1904. VIII, 132 S. Hlwd. d. Zt. (8) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Die Wissenschaft, Heft 1. – PMM 394. Dibner 164. – Titel mit Besitzvermerk.

BUCK, F. J., Leichtere Auflösungen einiger schwehren trigonometrischen Aufgaben, zum Gebrauch der Liebhaber mathematischer Wissenschaften. Königsberg, Hartung, 1761. 4°. Mit typographischer Tafel. 22 S. – BEIGEB.: DERS., Vorstellung einiger astronomischen Schattenlängentabellen, nebst einer Anweisung zu derselben leichten und nützlichen Gebrauch. Ebda. o. J. (1760). 4°. 12 S. Interims-Brosch. d. Zt. mit Rsch. (Gebrauchsspuren). (123) 150,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Zum Autor vgl. Poggendorff I, 331. ADB III, 494. – Durchgehend, tls. stärker, braunfleckig.

549

CANTZLER, B., Vom Feldmässen. Nürnberg, S. Halbmayr, 1622. 12°. 7 Bl., 195 (recte 199) S., 6 Bl. – VORGEB.: STEVIN, S., Kurtzer doch gründlicher Bericht von Calculation der Tabularum sinuum, tangentium und secantium. 2 Tle. Ebda. 1628. 12 Bl., 154 S., 96 Bl. Pgt. d. Zt. (20) 800,I. Erste Ausgabe. – Jöcher I, 1633. – Äußerst seltenes Lehrbuch der Geodäsie, das (umgearbeitet von A. Trew) 1663 (Libri rari 61) und 1673 wieder aufgelegt wurde. – II. Erste deutsche Ausgabe. – Bierens de Haan 4590 und 4591. – Enthält eine Vorrede von Daniel Schwenter. Die Logarithmenberechnungen stammen von J. Praetorius. – Schönes Exemplar. – Siehe Abbildung.

550

CHAUVIN, ST., Lexicon philosophicum secundis curis. Novum opus. Leeuwarden, Halma, 1713. Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Portr., gestoch. Titelvign. und 30 Kupfertafeln. 5 Bl., 719 S. Läd. Hldr. d. Zt. (36) 500,Roller-G. I, 225. Libri rari 67. – Vgl. Poggendorff I, 427. – Die Tafeln mit Darstellungen von physikalischen Experimenten, Planetenbahnen etc. – Etw. gebräunt und fleckig.

551

CURIE, (MARIE), Die Radioaktivität. 2 Bde. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft, 1912. Mit Portr. und 7 Tafeln. XV, 419; VI, 583 S. OLwd. (stärker berieben und bestoßen). (100) 200,Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 6351. – Vgl. Poggendorff V, 254. Honeyman II, 791. DSB III, 503 (franz. EA 1908). – Vereinzelt etw. eselsohrig und fleckig.

Nr. 549

553

EUKLID, Elementorum libri priores sex, item undecimus & duodecimus. Ex versione Latina Federici Commandini. Sublatis iis quibus olim libri hi a Theone, aliisve, vitiati sunt, et quibusdam Euclidis demonstrationibus restitutis, a Roberto Simson. Glasgow, Foulis, 1756. 4°. 2 Bl., 411 S. Mod. Hldr. (144) 300,Erste Ausgabe von Simsons lateinischer Übersetzung. – Sotheran 1213. Steck V 20: „Wichtige und berühmte lateinische Übersetzung mit kritischer Interpretation von


Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Robert Simson (1687-1768).“ DSB XII, 446: „This edition was the basis of every subsequent edition of the 'Elements' until the beginning of the twentieth century.“ – Im selben Jahr erschien auch die erste Ausgabe von Simsons englischer Übersetzung, die zahlr. Neuauflagen erlebte. – Vorsätze erneuert, Titel verso gestempelt und recto mit Widmungsvermerk von Romeo Elton D. D. für das Regent's Park College, die S. 321-322 angerändert, mit leichten Knickspuren, Schnitt und einige Seiten angeschmutzt, unbeschnitten. – Breitrandig. – Exlibris.

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FAULHABER – SWEDLER, F., Rettung deß guten Ehrlichen Namens Herrn Johann Faulhabers bestelten Rechenmeisters und Mathematici & c. in Ulm. Nürnberg, Wagenmann, 1618. 4°. 10 Bl. Mod. Interims-Brosch. (123) 500,-

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Neufforge 533. PMM 377. Sparrow 101. Norman 1061. Ekelöf 1455. – Epochemachendes Werk, in dem seine fundamentalen Beiträge über die Wellentheorie der Elektrizität vereinigt sind. – Bibliotheksexemplar.

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FERRONI, P., De calculo integralium exercitatio mathematica. Florenz, Allegrini, 1792. 4°. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. XLVI, 344 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und goldgepr. Deckelfileten (stellenw. beschabt und etw. bestoßen). (128) 500,Wohl einzige Ausgabe. – Cantor IV, 858. – Vgl. Poggendorff I, 740. – Der Verfasser (1744-1825) war Professor für Mathematik in Pisa und Florenz sowie Wasserbauingenieur des Großherzogs von Toskana. – Die S. VII-XIV verbunden; anfangs am oberen Seitenrand mit leichten Tintenflecken, Titel braunfl., im Falz tls. gering gebräunt. – Dekorativ gebunden.

556

HELMHOLTZ, H. (VON), Handbuch der physiologischen Optik. Leipzig, Voss, 1867. Mit 11 (6 lithogr., 5 gestoch., davon 1 kolor.) Tafeln. XIV , 874 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (beschabt und bestoßen, Gelenk aufgeplatzt). (8) 800,Erste Ausgabe. – Allgemeine Encyklopädie der Physik, Bd. IX. – DSB VI, 253. Eimas 1887. Garrison-M. 1513. HirschH. III, 151. – Eines der Hauptwerke von Helmholtz. – „The work provided the first real description of optical physiology including the mechanism of accomodation, the phenomenon of color vision, and the measurement of lens curvature“ (Eimas). – Titel gestempelt, leicht gebräunt, wenig fleckig.

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HERTZ, H. (R.), Untersuchungen ueber die Ausbreitung der elektrischen Kraft. Leipzig, Barth, 1892. Mit einigen Textabb. VI S., 1 Bl., 295 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt). (8) 250,-

HIRSCH, M., und L. I. MAGNUS, Sammlung geometrischer Aufgaben. 4 Bde. Berlin, Frölich, 1805-37. Mit 24 gefalt. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (stark berieben). (33) 600,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1110. – Titel mehrfach gestempelt; etwas gebräunt und stellenw. fleckig.

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Erste deutsche Ausgabe. – Kästner III, 122. Hawlitschek, Faulhaber, 42. – Der Ulmer Mathematiker und Festungsbaumeister Johannes Faulhaber (1580-1635) hatte 1613, ebenfalls bei Wagenmann in Nürnberg, eine Arbeit zur Kabbala und Zahlenmystik veröffentlicht, die ihn in Konflikt mit der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit gebracht hatte. Daraufhin verfaßte sein Schüler Swedler 1614 eine Verteidigungsschrift in lateinischer Sprache (1614 erschienen), die er – nach einer weiteren Zuspitzung des Konflikts – 1618 in Deutsch erneut veröffentlichte. – Titel mit kleinem Eckabriß; tls. stärker gebräunt, etw. fleckig.

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IMHOF, M., Theoria electricitatis. „Haydhusii“ (d. i. München), Singer, 1790. 123 S., S. (3)-45. Alte Buntpapier-Broschur (kleine Fehl- und Schabstellen). (86) 150,Erste Ausgabe. – Ronalds 254. Poggendorff I, 1169. – Der Augustinermönch Imhof wurde 1790 Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München, wo ihm 1792 der öffentliche Lehrstuhl für Experimentalphysik und Chemie übertragen wurde. Außerdem hatte er ab 1791 eine Professur für Mathematik, Physik und Ökonomie am Lyzeum inne. – Umschlaginnenseite gestempelt. – DAZU: THALHAUSER, A., Electrische Erscheinung von Abwechslungen des Glockenspieles theoretisch abgehandelt nach den Gründen der Naturlehre, so wie sie erkläret Mathias Gabler. Ingolstadt 1774. 22 S. – Gestempelt.

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INGEN-HOUSZ, J., Anfangsgründe der Elektricität, hauptsächlich in Beziehung auf den Elektrophor. Aus dem Englischen übers. von N. K. Molitor. Wien, Wappler, 1781. XVI, 134 S. Pp. d. Zt. (fleckig). (97) 400,Erste deutsche Ausgabe (engl. EA 1779). – Ronalds 254. Poggendorff I, 1170. – Exlibris entfernt.

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JALLABERT, (L.), Experiences sur l'electricité, avec quelques conjectures sur la cause de ses effets. Genf, Barrillot, 1748. Mit Falttabelle und 3 Kupfertafeln. XII, 304 (recte 320) S. Kalbldr. d. Zt. mit Rsch., Rücken- und Stehkantenvg. sowie goldgepr. Wappensupralibros auf beiden Deckeln (wenig fleckig, etw. beschabt und bestoßen). (21) 300,Erste Ausgabe – Ronalds 257. Mottelay 189. Poggendorff I, 1188. Ekelöf 371. Sotheran II, 9735 (Anm.). GarrisonM. 1987.3. Wheeler Gift 349: „This comprehensive work embraces the knowledge of the time on electric phenomena and theory; it has been frequently quoted. The author considers electricity to be a subtile, elastic fluid.“ – Vorderer Vorsatz und Titel mit Vermerk, hinterer Spiegel mit Siegellacksuren, Kupfertafeln etw. faltig, leicht gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden, das Wappensupralibros mit französischer herzoglicher Krone, Malteserkreuz und Initialenligatur „PR“.


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Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Nr. 563

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LASSWITZ, K., Atomistik und Kriticismus. Ein Beitrag zur erkenntnistheoretischen Grundlegung der Physik. Braunschweig, Vieweg, 1878. VIII, 111 S. Mod. Hldr. – Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 779. Roller-G. II, 80. (100) 80,-

563

MALLET, A. M., La géométrie pratique. 4 Bde. Paris, Anisson, 1702. Mit Frontisp., Kopfstück, Initiale und ganzseit. Portr. (alles gestoch.) sowie 493 fast ganzseit. Textkupfern. Ldr. d. Zt. (Kapitale defekt und mit Fehlstellen; beschabt und bestoßen). (69) 3.000,Einzige Ausgabe. – Graesse IV, 354. Ornamentstichslg. Berlin 1731. Poggendorff II, 26. – Die schönen Illustrationen zeigen neben geometrischen Figuren und Meßinstrumenten Landschaften (Ätna-Ausbruch), Schlösser und Gärten, Ruinen, Kirchen sowie reizende Städteansichten, meist aus Frankreich, aber auch aus anderen europäischen Ländern. – Titel numeriert und mehrfach gestempelt, gestempelt auch jeweils eins der letzten Blätter; stellenw. leicht fleckig. – Siehe Abbildung. Sole edition. – Title numbered and stamped; hardly soiled. – Contemporary calf (turn-ins defective; scratched and scuffed). – See illustration.

Nr. 566

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MATHESEOPHILUS (PSEUD.), Problemata mathematica quadraturam circuli & quae hinc dependent & consequuntur theoremata positionesque concernentia peculiari studio soluta atque peritissimorum examini exposita. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Pfeffel für Andreae & Hort in Frankfurt und Schuster in Leipzig, 1733. Mit 12 num. Kupfern auf 8 Falttafeln. 6 Bl., 192 S. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (96) 300,Wohl einzige Ausgabe. – Weller, Pseud.-Lex., 349. – Leicht gebräunt, etw. fleckig, tls. schwach wasserrandig.

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MAYER, J. R., Die Mechanik der Wärme in gesammelten Schriften. 2. umgearb. und verm. Aufl. Stuttgart, Cotta, 1874. VIII S., 1 Bl., 396 S. Mod. Hldr. (minimal berieben). (100) 100,Waller 11404. Poggendorff III, 890. – Vgl. PMM 323. DSB IX, 240. – Der Heilbronner Arzt und Physiker Julius Robert Mayer erkannte und erklärte als erster die Äquivalenz von Arbeit und Wärme und „was one of the early formulators of the principle of conservation of energy“ (DSB). – Vorstücke und mehrere Seiten verbunden; hs. Unterstreichungen und Anmerkungen in Bleistift und Tinte. – BEIGEB.: DERS., Die Torricellische Leere und über Auslösung. Stuttgart 1876.


Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Mit unbekanntem Porträt 566

Extremely rare commercial arithmetic book. – Our copy with a portrait by Meissner bound-in as frontispiece. There is no portrait in any of the known copies in public libraries. – Inner joints broken and with worming, portrait and title loosened, tear to first text leaf; here and there with minor waterstains, partly stronger browning and brown stains. – Contemporary vellum with spine label (soiled, rubbed and scuffed). – See illustration.

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(MONTUCLA, J.-E. DE), Histoire des recherches sur la quadrature du cercle. Paris, Jombert, 1754. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. XLIII S., 2 Bl., 304 S., 2 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (121) 250,Erste Ausgabe. – DSB IX, 501: „Even today the expert can, with the requisite caution, go back to Montucla, especially with regard to the mathematics of the seventeenth century.“ – Wenig fleckig.

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und Genf, Bousquet, 1744. 4°. Mit 2 gleichen gestoch. Titelvign. und 36 ausfaltbaren Kupfertafeln. 1 Bl., VI, 423, VI, 566 (recte 562) S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (berieben und leicht bestoßen). (76) 400,-

MEISSNER, H., Arithmetischer Kunst-Spiegel, beygefüget ein künstlicher Appendix ... vorgestellet von Paul Halken. Hamburg und Stockholm, Wiering für Liebzeiten, 1694. Mit gestoch. Portr. von J. Wichmann nach B. Mahr und einigen Textholzschnitten. 8 Bl., 321, 55 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (angeschmutzt, fleckig, berieben und bestoßen). (21) 1.000,Hoock-J. II, M 16.6. Georgi III, 51. – Vgl. Humpert 6515 (Ausg. Hamburg 1689 unter dem Titel „Arithmetische Kunst-Schule“). Jöcher III, 384. – In mehreren Fassungen aufgelegtes kaufmännisches Rechenbuch von großer Seltenheit. Die Urfassung erschien laut Titel bereits 1679 (nicht nachweisbar). Die Textholzschnitte zeigen überwiegend geometrische Schemata, am Ende auch zwei Vignetten mit figürlichen Darstellungen. – Unserem Exemplar als Frontispiz beigebunden ein Porträt Meißners, dessen Beischrift „den lieben Mann“ als Verfasser des Buches von der Arithmetik und Geometrie preist. Dieses Porträt ist in keinem der bekannten Exemplare in öffentlichen Bibliotheken vorhanden (auch nicht in den im VD 17, Nr. 39:114893E, angeführten Exemplaren in Dresden, Wolfenbüttel, Halle und Gotha). Sollte dieses Porträt nicht zur vorliegenden Ausgabe gehören, ist es wohl aus einer der anderen Ausgaben des Rechenwerks übernommen worden. – Wie in allen bekannten Exemplaren besteht die erste Lage des Appendix nur aus sieben Blättern (beginnend mit A2). – Innengelenke gebrochen und mit Wurmspuren, vorderer Spiegel mit Siegellackresten, Porträt und Titel gelockert, erstes Textbl. mit Einriß; stellenw. gering wasserrandig, tls. stärker gebräunt und braunfleckig. – BEIGEB.: DERS., Martin Wilckens so genandte und in Anno 1622. außgelassene Flores Algebraici. (Hamburg), Selbstvlg., o. J. (um 1684). 8 Bl., 120 S. – Einzige Ausgabe der Neubearbeitung des algebraischen Lehrwerks von Martin Wilckens. – VD 17 14:635279B. – Siehe Abbildung.

NEWTON, I., Opuscula mathematica, philosophica et philologica. Collegit partimque Latine vertit ac recensuit J. Castillioneus (d. i. G. F. Salvemini). Tle. II und III (von 3) in 1 Bd. Lausanne

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Wallis 2. DSB X, 93. Poggendorff II, 279. Roller-G. II, 235. Babson 9 (Gray 2). – Enthalten sind u. a. die „Lectiones opticae“, 31 Abhandlungen aus den „Philosophical Transactions“ der Royal Society und der zweite Druck von Newtons einziger chemischer Schrift, „De natura acidorum“, die zuvor nur in Harris' Lexikon von 1692 erschienen war. – Erster Titel gestempelt und mit hinterlegtem Ausriß; die Seiten 290/91 im oberen Rand verklebt durch eine hinterlegte Randläsur, wenig fleckig, stellenw. wasserrandig und gebräunt.

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– MACLAURIN, C., Exposition des découvertes philosophiques de M. le chevalier Newton. Ouvrage traduit de l'anglois par M. Lavirotte. Paris, Durand und Pissot, 1749. Mit 6 gefalt. Kupfertafeln, gestoch. Titelvign. und gestoch. Kopfvign. LVII S., 1 Bl., 422 S., 1 Bl. Mod. Pp. (126) 500,Erste französische Ausgabe. – Wallis 113. – Vgl. DSB VIII, 612. Honeyman Coll. 2087. Sotheran 2754: „The last chapter treats 'Of the Supreme Author and Governor of the Universe, the true and living God', and ends with an argument in favour of a future life, dictated but a few moments before his death.“ – Titel mit restauriertem Ausschnitt; leicht gebräunt, wenig fleckig.

Das „Ohmsche Gesetz“ 570

OHM, G. S., Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet. Berlin, Riemann, 1827. Mit lithogr. Tafel. IV, 245 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (20) 6.000,Erste Ausgabe. – Dibner 63. Norman 1222. PMM 289. Sparrow 154. Ronalds 376. Wheeler Gift 835. – Grundlegendes Werk der Elektrizitätslehre, in dem Ohm seine experimentell erarbeiteten Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Spannung, Stromstärke und Leitungswiderstand zu einer heute als „Ohmsches Gesetz“ bekannten Theorie zusammenfaßte. – „The fully developed presentation of his theory of electricity appeared in Ohm's great work 'Die galvanische Kette' ... Although Ohm's work was not immediately and universally appreciated even within Germany ... already by the early 1830's it was beginning to be used by all the younger physicists working in electricity ... English and French physicists seem not to have become aware of Ohm's work and its profound implications for electrical science until the late 1830's and early 1840's“ (DSB X, 192). – Titel mit Spuren eines entfernten Stempels, sonst gutes Exemplar. – Siehe Abbildung. First edition. – Basic work on electricity with Ohm's compilation of his experiments and knowledge of the connection between voltage, power of current and line resistance, known today as „Ohmsches Gesetz“. – Title with traces of a removed stamp, otherwise a good copy. – Contemporary cardboard with spine label (scratched and scuffed). – See illustration.


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Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Nr. 572

Nr. 570

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PENTHER, J. F., Praxis geometriae. 2. Ed. – Zugabe Zur Praxi geometriae. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Wolff, 1738-39. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel- und Kopfvign. und 39 (37 ausfaltbaren, 2 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 5 Bl., 97 S., 2 Bl., 55 S. Mod. Hldr. (48) 300,-

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Die „Zugabe“ in erster Ausgabe. – Ornamentstichslg. Berlin 1734. – Vgl. Poggendorff II, 400. Cantor III, 528 f. Libri rari 215. Folkerts 6.14 a und b. Sotheran, Suppl. I, 1626: „One of the most popular German works on surveying.“ – Die Kupfer zeigen geometrische und geodätische Meß- und Zeicheninstrumente sowie meist fiktive Grundrisse, Pläne, Vogelschauansichten und Karten, darunter einen Plan von Stolberg (Harz) und den Grundriß von Göttingen. Die Titelvign. zur „Zugabe“ mit einer Gesamtansicht Göttingens. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, S. 53-55 der Zugabe mit Farbfleck, einige Tafeln außen mit Quetschfalten.

Widmungsexemplar 572

PLANCK, M., Das Princip der Erhaltung der Energie. Leipzig, Teubner, 1887. XII S., 1 Bl., 247 S. Hldr. d. Zt. (beschabt). (13) 300,Erste Ausgabe. – Laue 7. DSB XI, 8. – Titel mit Widmung: „Herrn Dr. J. Schneider z[ur] f[reundlichen] Erinnerung an W. C. Röntgen Giessen 15. Oct 87“. – Siehe Abbildung.

PRIESTLEY, J., Geschichte und gegenwärtiger Zustand der Elektricität nebst eigenthümlichen Versuchen. Aus dem Englischen übers. und mit Anmerkungen begleitet von J. G. Krünitz. Berlin und Stralsund, Lange, 1772. 4°. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. 5 Bl., XXXII, 517 S. Mod. Hldr. (100) 400,Erste deutsche Ausgabe. – Ronalds 412. Roller-G. II, 327. Schmid 218. Overmeier-S. 96. Ekelöf 475. – Vgl. Wheeler Gift 453. Mottelay 227. – Die englische Erstausgabe der frühesten Geschichte der Elektrizität war 1767 auf Anregung Benjamin Franklins hin erschienen. – Titel verbunden und untere Ecke hinterlegt; Tafeln tls. mit kleinen Einrissen; vereinzelt hs. Anstreichungen; stellenw. etw. braunfleckig; unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

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RUTHERFORD, E., Radio-activity. Cambridge, University Press, 1904. Mit Tafel und Textabb. VIII S., 1 Bl., 399 S. OLwd. (etw. berieb. und bestoßen). (100) 300,Erste Ausgabe. – Cambridge physical series. – DSB XII, 35. Roller-G. II, 386. Horblit 91. Dibner 51: „He discovered and named alpha, beta and gamma rays emitted from radioactive salts and predicted that disintegration of some radioactive elements would generate helium. He also produced in the laboratory the first artificial transmutation of one element into another.“ – Mehrf. gestempelt, leicht gebräunt.


Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

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Nr. 573

Nr. 576

SAMMLUNG – Cirka 20 Werke zur Physik. Ca. 1820-1970. Meist Orig.-Einbände (vereinzelt stärkere Gebrauchsspuren). (100) 300,-

First edition. – Encyclopedic illustration of mathematics used in the areas of astronomy, chronography, architecture, geography, horology, hydro technics, music, mechanics, optics, statics, hydraulics and fortification. – Engraved title on right margin closely trimmed beyond the border, slightly browned, hardly soiled. – Contemporary vellum (spine bursted, a little scuffed, hardly soiled). – See illustration.

Mit dabei: Biot „Précis élémentaire de physique expérimentale“ (Paris 1821), Fechner „Atomenlehre“ (Leipzig 1864), Wurtz „Atomistische Theorie“ (Leipzig 1879), Curie „Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen“ (Braunschweig 1904), Fajans „Radioaktivität“ (Braunschweig 1920), Meyen „Elektrizität in Haus und Gewerbe“ (Leipzig 1915), Lenard „Quantitatives über Kathodenstrahlen aller Geschwindigkeiten“ (Heidelberg 1925), Laue „Interferenz der Röntgenstrahlen“ (Leipzig 1923) und vieles mehr. – Nur tls. stärkere Alters- und Gebrauchsspuren.

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SCHOTT, C., Cursus mathematicus. Würzburg, Hertz für Schönwetters Erben in Frankfurt, 1661. Fol. Mit gestoch. Titel, 41 (1 doppelblattgr.) Kupfertafeln und doppelblattgr. gestoch. Tabelle. 12 Bl., 660 S., 28 Bl. Pgt. d. Zt. (Rücken aufgeplatzt, etw. bestoßen, wenig fleckig). (105) 1.200,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 6.1. De Backer-S. VII, 907. Roller-G. II, 412. Libri rari 249. Houzeau-L. 9324. – Enzyklopädische Darstellung der Mathematik in ihrer Nutzanwendung auf den Gebieten der Astronomie, Chronographie, Architektur, Geographie, Horologie, Hydrotechnik, Musik, Mechanik, Optik, Statik, Hydraulik und Fortifikation. – Die Kupfer mit entsprechenden Darstellungen. – Gestoch. Titel an der rechten Seite bis knapp über die Einfassung beschnitten, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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SCHULZ, CH., Handbuch der Physik für diejenigen welche Freunde der Natur sind, ohne jedoch Gelehrte zu seyn. Bde. I und II (von 6) in 1 Bd. Leipzig, Hilscher, 1790-91. Mit 7 gefalt. Kupfertafeln. 16 Bl., 318 S., 8 Bl., 296 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenke stellenw. alt restauriert, etw. beschabt, wenig bestoßen). (73) 80,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. VII, 363. – Anfangs wasserrandig, gebräunt und braunfleckig.

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SMITH, R., Vollständiger Lehrbegriff der Optik. Mit Aenderungen und Zusätzen ausgearb. von A. G. Kästner. Altenburg, Richter, 1755. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 22 ausfaltbaren Kupfertafeln. 10 (statt 12) Bl., 531 S., 2 Bl. Pp. des 19. Jhdts. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (48) 400,-


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Naturwissenschaften · Mathematik – Physik

Erste deutsche Ausgabe. – Roller-G. II, 443. – Vgl. Houzeau-L. I, 3323: „Grand et important traité.“ Martin 201. DSB XII, 477: „Comprehensive and reliable, the work became the most influential optical textbook of the eighteenth century.“ – Es fehlen am Anfang 2 der ersten 4 Bl., vorhanden sind Drucktitel und Widmung für den Grafen Hanns Löser. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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VERSUCH einer sehr einfachen und allgemeinen Auflösung des berühmten Problems einer Correspondenz in ab- und unabsehbaren Weiten. München, Lindauer, 1789. 23 S. Heftstreifen. (2) 120,Nicht bei Engelmann. – Wohl einer der ersten Versuche, das ABC binär darzustellen. – Fleckig.

582

YOUNG, TH., The Bakerian Lecture. On the Theory of Light and Colours. S. 12-48. In: PHILOSOPHICAL TRANSACTIONS. Jg. 92. 2 Tle. in 1 Bd. London, Bulmer für Nicol, 1802. 4°. Mit 17 Kupfertafeln. VI S., 1 Bl., 212, 26, IV S., S. (213)-535, 4 Bl. Hpgt. d. Zt. (beschabt, bestoßen, angestaubt). (5) 600,Erste Ausgabe. – Dibner 152. Norman II, 882. Carter-M. 259: „Die 'Bakerian Lecture', seine Vorlesung, die er im November 1801 hielt, ist ein epochaler Beitrag zur gesamten Lichttheorie.“ – Enthält den ebenfalls bei Carter-M. erwähnten Aufsatz Youngs „An Account of some Cases of the Production of Colours“ sowie den von ihm übermittelten Beitrag „Quelques Remarques sur la Chaleur, et sur l'Action des Corps qui l'interceptent“ von P. Prevost. Weiterhin Beiträge von E. Home, Ch. Hatchett, R. Woodhouse, R. Chènevix, E. Howard, W. Herschel, W. H. Wollaston und anderen. – Gebräunt; Titel verso mit gelöschtem Stempel. First edition. – „The 'Bakerian' lecture given in November 1801, is an epoch-making contribution to the whole theory of light.“ – Browned; title verso with erased stamp. – Contemporary half vellum (scratched, scuffed, dust soiled).

583 Nr. 578

579

Vgl. GV CLX, 20. – Wohl ein gekürzter Nachdruck der Wiener Erstausgabe von 1727 (in zwei Teilen). Die Memminger Ausgabe ist von großer Seltenheit (nicht im KVK und im GV). Das Rechenbuch erlebte bis ins späte 18. Jahrhundert mehrere Auflagen unter abweichenden Titeln, die alle selten sind. – Enthält Regeln der einfachen Mathematik, des kaufmännischen Rechnens und der Buchhaltung sowie Umrechnungen der verschiedenen Handelsplätze und Währungen. Inhaltlich in sechs Teile aufgeteilt, die alle ein Titelblatt mit voller Titelei und Druckerangabe aufweisen, jedoch in die Paginierung einbezogen sind. – Vorsätze fehlen, erster Titel und folgende vier Bl. mit größeren Ausbrüchen (großer Teil des Titels fehlt, Vorwort mit Verlust einzelner Wörter), drei weitere Bl. mit Randschäden, letzte Lage mit einigen Wurmspuren (Buchstabenverlust); stellenw. etw. wasserrandig und gebräunt.

STEINHÄUSER, J. G., De magnetismo telluris commentationis mathematico physicae sect. I. Magnetis virtutes in genere proponens. Wittenberg, Gräßler, 1806. 4°. Mit gefalt. Kupfertafel. 1 Bl., 52 S. Ohne Einband. (71) 200,Seltene erste Ausgabe. – Poggendorff II, 995. Ronalds 484. Wheeler Gift 679: „The law of distance; extensive use is made of the method of oscillations.“ – Steinhäuser wirkte als Mathematikprofessor in Wittenberg, danach war er als Professor der Bergwissenschaften in Halle tätig. – Leicht gebräunt und braunfl., teilw. unbeschnitten. – Nicht im Jahrbuch.

580

THOMSON, W., Reprint of Papers on Electrostatics and Magnetism. London, Macmillan, 1872. Mit 3 Holzstich-Tafeln und einigen Textabb. XV, 592 S. OLwd. (beschabt, bestoßen). (100) 80,Erste Ausgabe. – DSB XIII, 388. – Buchblock gebrochen. Tafel I mit Einriß am Rand; vereinzelt leicht fleckig; unaufgeschnitten.

(ZELLER), J. (G., Neuer) lust-voll(er Antrieb) zu(r) höchst-(preißlichen) Rechen-(Kunst). Memmingen, Hummel, 1731. 482 S., 3 Bl. Flex. Schweinsldr. d. Zt. (stärker fleckig, Deckel mit Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (64) 150,-

584

ZWEISSIG UND FEICHTMAYR – HOFFSTETTEN, B. I. VON, Tractatio de theoria descensus et ascensus gravium obliqui ejusque multiplici applicatione ... Theses ex universa philosophia praeside J. Zweissig et N. T. Feichtmayr.


Naturwissenschaften · Medizin

München, Thuille, 1765. Fol. Mit gefalt. gestoch. Frontisp. von J. A. Zimmermann und 3 Kupfertafeln. 5 Bl., 74 S., 11 Bl. Brosch. d. Zt. mit Buntpapierbezug (Gebrauchsspuren). (121) 150,-

585

Erste Ausgabe. – Lesky 257. – Titel verso gestempelt, gedruckt auf besserem Papier und sehr dekorativ gebunden.

Erste Ausgabe. – De Backer-S. VIII, 1546, 1 (unter Zweissig). – Dissertation am kurfürstlichen Lyzeum in München unter dem Vorsitz von Zweissig und Feichtmayr. – Behandelt werden Probleme der Mechanik (Pendel, schiefe Ebene etc.). – Frontispiz innen mit kleinem Einriß. Gering gebräunt, wenig fleckig.

– GROSS, J. M., Bibliotheca hydrographica, cum lexico hydrologico. Das ist: Vollständiges Verzeichniß aller bekandten Schrifften, welche von denen Heil-, Gesund- und Sauer-Bronnen handeln. Unter einer Vorrede J. J. Bajers. Nürnberg, Altdorf und Leipzig, „In Verlag eines guten Freundes“ (Tauber), 1729. 4°. 4 Bl., 52 S. Hpgt. d. Zt. (etw. beschabt). (117) 800,-

Medizin

Waller 18451. Petzholdt 590. – Wohl die erste balneologische Bibliographie. – VORGEB.: BAIER, J. J., Biographiae professorum medicinae qui in Academia Altorfina unquam vixerunt. Ebda. 1728. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., 2 gestoch. Kopfvign. und 14 Kupfertafeln. 5 Bl., 195 S., 2 Bl. – Erste Ausgabe. – Hirsch-H. I, 289. – Beide Drucke sehr sauber.

ALFSEN, P., Christo duce et praeside. Theses hasce medicas de pleuritide. Basel, Genath, 1615. 4°. Mit floraler Titelbordüre. 8 Bl. Lose, unaufgeschnittene Bogen. (154) 300,-

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590

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (nicht im VD 17 und KVK). – Vgl. zum Verfasser: Ehrencron-M. I, 85. – Verfaßt von dem Juristen und Arzt Peder Alfsen (Adolphus) aus Oslo (1581-1663), der u. a. auch in Orléans und Padua studierte; während seiner Auslandsreisen erwarb er sich seine Doktorgrade (hier seine Doktorarbeit in Medizin), später wirkte er auch in Bergen, Oslo und Trondheim. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und angestaubt, unbeschnitten und breitrandig.

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ALLGEMEINE GESUNDHEITSREGELN. Erster Jahrgang (alles Erschienene). Lobenstein, Authenrieth, 1790. 4 Bl., 416 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. – Fleckig. (3) 120,-

BALNEOLOGIE – GRANICHSTAEDTEN, S. M., Handbuch der Wasserheillehre (Hydrasiologie) oder des naturgemäßen geregelten Heilverfahrens mit kaltem Wasser. Wien, Gerold, 1837. XXIV, 417 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (Rücken mit kleinem Loch). (117) 100,-

BECK, K. J., Die Krankheiten des Gehoerorganes. Ein Handbuch zum Gebrauche seiner Vorlesungen. Heidelberg und Leipzig, Groos, 1827. X S., 1 Bl., 296 S., 2 Bl. Anzeigen. Spätere Pp. (102) 200,Erste Ausgabe. – Politzer I, 451. Hirsch-H. I, 408: „Gehörte unstreitig zu den besten derartigen Werken der vorgraefeschen Zeit.“ – Auf den Vorsatz geklebt ein Ausschnitt, wohl des alten Vorsatzes, mit einer Widmung an den „Hofrath u. Leibmedicus Dr. Rehman(n)“, unterzeichnet „der Verfasser“. Wilhelm August Rehmann, Leibarzt in Donaueschingen, hatte wie auch Beck in Freiburg Medizin studiert. – Titel verso gestempelt; tls. unaufgeschnitten und stellenw. fleckig.

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ALTSCHUL, (E.), Lehrbuch der physiologischen Pharmacodynamik. Prag, Medau, 1850. S. (3)-512, 1 Bl. (ohne den Vortitel). – NACHGEB.: DERS., Das therapeutische Polaritätsgesetz der Arnzeidosen. Ebda., 1852. 62 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (stark berieben und bestoßen). (97) 300,Erste Ausgaben. – Hirsch-H. I, 106. – Zu II: „In diesem Buch wird erstmalig die umgekehrte Wirkung großer und kleiner Dosen an einem umfangreichen Tatsachenmaterial dargelegt: 30 Jahre vor dem 'Biologischen Grundgesetz' von Arndt und Schulz“ (Hirsch-Hübotter). – Titel des ersten Werks mit schwarzer Ausstreichung. Mehrf. gestempelt, leicht gebräunt und tls. stärker braunfleckig.

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(BEZANÇON, G. DE), I medici alla censura. Tradotto dal Francese dal Constantin(o) Belli. Lyon, Anisson und Posvel, 1678. 12°. 5 (statt 6) Bl., 298 S. Interims-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (74) 150,Erste italienische Ausgabe. – Krivatsy 7667. – Vgl. Waller 1023. Wellcome II, 161 (französische EA 1677). – Im selben Jahr erschien ein Druck in Lucca mit fingiertem Druckort Cosmopoli. – Ohne den Vortitel. –Vorsatz mit hs. Eintrag, stark wasserrandig und gebräunt.

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BIBLIOTHEK der alten Aerzte in Uebersetzungen und Auszügen. Übers. und mit den nöthigsten Anmerkungen versehen von Ch. G. Gruner. 2 Bde. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1780-82. 8 Bl., 880 (recte 882) S.; 8 Bl., 638 S., 41 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (starke Gebrauchsspuren). (114) 150,Waller 1025. Wellcome III, 173. Lesky 70. – Gelenke mit Wurmspuren; Vorsätze leimschattig; hs. Anmerkungen auf den Vorsätzen und einige Bleistiftunterstreichungen im Text; etw. gebräunt und tls. leicht fleckig.


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Naturwissenschaften · Medizin

Nr. 593

593

Erste deutsche Ausgabe. – Waller 1169. Blake 51. – Vgl. Garrison-M. 156. Wellcome II, 183 (beide lateinische Ausg., Göttingen 1775 und 1795). Hirsch-H. I, 577. – Die Dissertation des „Begründers der Anthropologie der Neuzeit“ (Hirsch-Hübotter), in der er die Menschheit in vier Rassen einteilt. „His dissertation, 'De generis humani varietate nativa liber' became world-famous and is considered one of the basic works on anthropology“ (DSB II, 203). – Innengelenke restauriert, Titel mit restauriertem Eckabriß (bis in die Schrift), hinterlegter Rasur und im Bug mont.; etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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thümliches Werk für Geburtshelfer, welches vorzüglich dem Seelenheile der Früchte hinsichtlich der zu ertheilenden Taufe gewidmet war: die Untersuchungen betreffen daher besonders den Abortus und den Kaiserschnitt an schwangeren Verstorbenen, welche letztere Operation in Ermangelung eines Chirurgen von den Priestern verrichtet werden soll“. – Titel mit Besitzvermerk, sonst schönes Exemplar.

BLUMENBACH, J. F., Über die natürlichen Verschiedenheiten im Menschengeschlechte. Nach der dritten Ausg. und den Erinnerungen des Verfassers übers. und hrsg. von J. G. Gruber. Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1798. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. XXXII, 291 S. Hlwd. um 1870 (etw. berieben und bestoßen). (55) 400,-

CANGIAMILA, F. E., Sacra embryologia sive de officio sacerdotum, medicorum, et aliorum circa aeternam parvulorum in utero existentium salutem. Editio prima in Germania. München und Ingolstadt, Crätz, 1764. 4°. Mit gefalt. Kupfertafel. 24 Bl., 580, 58 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht beschabt). (117) 200,Erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. – Blake 76. Wellcome II, 295. Fasbender 980. Siebold II, 576: „Ein eigen-

„A masterpiece of book illustration“ 595

CASSERIO, G., De vocis auditusq(ue) organis historia anatomica. 2 Tle. in 1 Bd. Ferrara, V. Baldini, 1600-01. Fol. Mit gestoch. Titel, 2 gestoch. Portrs., Druckermarke am Ende von Tl. I und 34 ganzseit. Textkupfern. 27 Bl., 191, 126 S., 1 Bl. Etw. spät. Pgt. mit Rsch. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Vordergelenkbezug unten aufgeplatzt, Rücken mit kleinen Wurmlöchern). (8) 4.000,Erste Ausgabe. – Adams C 856. IA 133.171 (Kollation ungenau). Garrison-M. 286 und 1540. Krivatsy 2199. Wellcome I, 1333. Choulant-F. 223. Eales I, 337. Norman 410. – Meisterwerk der anatomischen Buchillustration, gleichzeitig die erste vergleichende Studie der Stimm- und Hörorgane bei Mensch und Tier. Teil I (dat. 1601) behandelt die Stimmbildung im Kehlkopf, Teil II (dat. 1600) das Gehör. „Er lenkte zuerst die Aufmerksamkeit auf den Paukenfellnerv, auf die den Hammer bildenden Theile, auf einige seiner Muskeln und auf den Steigbügel“ (Hirsch-H. I, 850).


Naturwissenschaften · Medizin

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CLEGHORN, G., Beobachtungen über die epidemischen Krankheiten, die vom Jahr 1744 bis 1749 in Minorca geherrschet. Aus dem Englischen übersetzt J. Chr. Ackermann. Gotha, Ettinger, 1776. 282 S. Pp. um 1900 (Rücken lose, stärker berieben). (97) 300,Einzige deutsche Ausgabe. – Blake 90. Waller 2003. Lesky 135. Sticker, Die Pest I, 433. – Der Schotte Cleghorn (17161789), Schüler von A. Monro, war schon in jungen Jahren in einer militärärztlichen Stelle auf Menorca tätig gewesen. Sein erstmals 1751 erschienenes Werk enthält „eine kurze Nachricht von dem Clima, den Landesproducten, den Einwohnern, und von den auf der Insel herrschenden endemischen Krankheiten.“ – Auf deutschen Auktionen seit 1950 nur die zweite englische Ausgabe von 1762 nachweisbar. – Gelenke verstärkt; mehrf. gestempelt, gering gebräunt. Exlibris der Kaiser-Wilhelm-Bibliothek in Posen.

597

COMBE, G., System der Phrenologie. Aus dem Englischen übers. von S. E. Hirschfeld. Braunschweig, Vieweg, 1833. Mit 9 (8 gefalt.) lithogr. Tafeln. XIV, 498 S. Lwd. d. Zt. (Rücken ausgeblichen, stark beschabt, bestoßen). (114) 80,Erste deutsche Ausgabe. – Lesky 141. Engelmann 118. – Vielfach aufgelegtes und übersetztes Grundlagenwerk, das sich mit den Theorien von Gall und Spurzheim auseinandersetzt. – Corrigenda-Blatt auf den vorderen Spiegel montiert; fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk; tls. stärker gebräunt und fleckig.

Nr. 595

598 Zu Casserios Entdeckungen gehört auch das hier erstmals dargestellte Gehör der Fische, die bis dahin als taub galten. – Die prachtvollen anatomischen Tafeln werden von Choulant dem deutschen Maler und Kupferstecher Joseph (Josias) Maurer zugeschrieben, während die mit reichen figürlichen Bordüren ausgestatteten Porträts von Casserio und Ranuccio Farnese sowie das ebenso eindrucksvolle Titelblatt nach neueren Forschungen wohl auf Jacopo Ligozzi zurückgehen. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig. Im Teil II ab S. 109 bis zum Schluß im oberen Rand restauriert. Insgesamt gutes und breitrandiges Exemplar auf kräftigem Papier. – Siehe Abbildung. First edition. – „The most beautiful book ever published on the ear and throat in man and in lower animals ... in addition to elegant illustrations and beautiful book design the work describes numerous important discoveries“ (GarrisonMorton). „His 'De vocis' containing the first comparative studies of the vocal and auditory organs, represents one of the sixteenth century's most ambitious and detailed investigations in comparative anatomy“ (Norman). – Slightly browned, partly a little soiled and waterstained. Part II starting at p. 109 till the end with restorations at upper margin. Altogether a good and wide-margined copy on strong paper. – Somewhat later vellum with spine label (a little soiled, rubbed and scuffed, front joint cover material bursted at bottom, spine with small wormholes). – See illustration.

CURTIS, J. H. VON, Abhandlung über den gesunden und kranken Zustand des Ohres. Aus dem Englischen übers. und mit praktischen Anmerkungen begleitet von H. Robbi. Leipzig, Baumgärtner, 1819. Mit gefalt. Kupfertafel. XXVI S., 1 Bl., 108 S. Rotes Maroquin mit reicher Vg. d. Zt. von John Allaway (leicht berieben und minimal fleckig, etw. bestoßen). (98) 700,Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch-H. II, 159. Politzer I, 435. – Vgl. Wellcome II, 421: „Contains details of the Royal Dispensary for Diseases of the Ear, Soho Square.“ – Die Tafel zeigt künstliche Ohren und ein Hörrohr mit Teleskopschub. – Zum Buchbinder vgl. Ramsden 28. – Vorsatz mit entfernter Marke, fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk in Tinte; etw. braunfleckig. – Luxuriös gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 7.

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DAVACH DE LA RIVIERE, (J.), Urin-Spiegel. Nunmehro in das teutsche übersetzet. Stadtamhof, Gastel, 1744. 8 Bl., 245 S., 14 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (21) 300,Lesky 159. – Deutsche Übersetzung der erstmals 1696 in Paris erschienenen Abhandlung „Le miroir des urines“. – Vorsätze erneuert, etw. gebräunt und fleckig. – NACHGEB.: HELVETIUS, (J. A.), Tractat von den gemeiniglichist auffstossenden Kranckheiten, und eigenthümlichen Heyl-Mittlen darfür. Anjetzo in das Teutsche übersetzet. Stadtamhof, Gastl, 1744. 11 Bl., 342 S., 13 Bl. – Lesky 159. – Deutsche Übersetzung des 1703 erstmals in Paris erschienenen „Traité des maladies les plus frequentes“.


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Naturwissenschaften · Medizin

Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann 127. Hirsch-H. II, 192. – Vgl. Wellcome I, 405. – Vorsätze etw. leimschattig; Titel gestempelt; gebräunt und tls. stark fleckig. – Aus dem Besitz des Göttinger Mediziners Wilhelm Ebstein (18361912).

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DIGBY, K., Medicina experimentalis Digbaeana, das ist: Außerlesene und bewährte Artzeney-Mittel. 2 in 1 Bd. Frankfurt, Zubrodt, 1676. Mit einigen Textholzschnitten. 8 Bl., 216 S., 14 Bl., 10 S., 4 Bl., 491 S., 14 Bl. Pgt. d. Zt. mit zwei Schließen (Rücken schadhaft und etw. laienhaft geflickt, Bezüge an den Kanten aufgeplatzt; fleckig). (21) 200,Krivatsy 3235 (Tl. I datiert 1672). – Enthält im ersten Teil eine Übersetzung der „Choice and experimented receipts in physick and chirurgery“ (engl. EA 1668) und im zweiten Teil eine Kompilation aus „dreyen angehenckten Tractätlein, nahmentlich: Aurora chymica. Herrn Le Febre Erläuterung der vortrefflichen Hertzstärckung des Herrn Walther Rauleighs und W. T. Philo-Astro-Medici, Medulla chymischer Artzneyen“. – Gegen Ende mit größer werdendem braunen Fleck am unteren Rand, die letzten vier Blätter mit hinterlegten Fehlstellen (Textverlust), letztes Blatt aufgezogen; etw. eselsohrig, meist stark gebräunt und braunfleckig.

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II. Erste Ausgabe, postum erschienen. – Krivatsy 11849. Ferguson II, 454 Anm. Ackermann IV, 1039/1. Brüning 781: „Im Vorwort beteuert Kotzer, ihm sei am Hof zu Wien als einzigem die Apotheke 'abzuschreiben communicirt und vertraulich zugestellet' worden.“ – Die letzten 5 Bl. mit ausgebesserten größeren Randschäden, dabei die letzten 3 Bl. mit geringem Textverlust. – Vorsätze tls. mit hs. Notizen, Bibl.-Nr. und Exlibris. Papierbedingt meist stark gebräunt und braunfleckig, in den oberen Ecken teilw. tintenfleckig.

DAVIES, TH., Vorlesungen über die Krankheiten der Lungen und des Herzens. Aus dem Englischen von G. Hartmann und W. Kirchhof. Hannover, Helwing, 1836. XVI, 390 S., 1 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Ldr. brüchig, stark berieben, leicht bestoßen). (97) 200,-

(DUCHESNE) QUERCETANUS, J., Spagirica, Beschreibung, der mineralischen, animalischen und vegetabilischen Artzneyen, zuvor in Latein beschrieben, durch Iohannem Cupium ins Deutsch transferiret. Halle, Hynitzsch für Krusicke, 1608. Mit Titelholzschnitt. 68 Bl. (letztes Bl. weiß). – BEIGEB.: THURNEISSER, L., Reise und Kriegs-Apotecken. Durch Agapetum Kozerum in druck verfertiget. Zerbst, Schleer für Apel in Leipzig, 1602. 2 Bl., 124 (recte 134) S., 3 Bl. Altes Antiphonar-Pgt. (Gebrauchsspuren, Schließbänder fehlen). (8) 400,I. Erste deutsche Ausgabe. – Krivatsy 3435. Ferguson II, 237 Anm. – Vgl. Hirsch-H. II, 7: „Duchesne war ein eifriger Anhänger des Paracelsus und der chemischen Mittel und verwickelte sich dadurch in vielfache, lebhaft ausgefochtene Streitigkeiten mit der Pariser Facultät. Seine zahlreichen, breit geschriebenen und gehaltlosen Werke sind eben so viele Zeichen seines Aberglaubens, seines geringen Wissens und seiner Charlatanerie. So glaubt er an Constellationen, vertritt die Signaturen, d. h. die Wirksamkeit der Pflanzen nach ihren Aehnlichkeiten mit menschlichen Körpertheilen oder mit Krankheitsbildern, behauptet die Möglichkeit der Transmutation, d. h. der Verwandlung unedler Metalle in Gold und preist in überschwenglicher Weise die spagirischen Mittel, besonders aber das Antimon.“ – Titel mit teilw. gelöschten Besitzvermerken.

GÄBELK(H)OVER, O., Artzney-Buch: Darinnen fast für alle deß menschlichen Leibes Anliegen und Gebrechen, außerlesene und bewehrte Artzneyen. Von neuem verm. und verb. Frankfurt, Polich für Porß, 1665. 4°. 4 Bl., 568 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. (starke Altersspuren). (21) 200,Durling 1732-35. Wellcome III, 79. – Späte Ausgabe des beliebten, häufig aufgelegten Arzneibuchs, erstmals 1589 erschienen. Der Verfasser war Leibarzt der Könige von Württemberg. – Innengelenke aufgeplatzt, Spiegel mit Ausschnitt, Vorsätze mit Kritzeleien (Bleistift), wasserrandig, stark gebräunt und fleckig.

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GALL, F. J., Lehre über die Verrichtungen des Gehirns, nach dessen zu Dresden gehaltenen Vorlesungen. Dresden, Arnold, 1805. Mit gefalt. Kupfertafel. XVI, 152 S. Pp. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren). (123) 180,Erste Ausgabe. – Lesky 234. Engelmann 184. – Veröffentlichung der Vorlesungenen Galls während seiner „kranioskopischen“ Reise durch Europa nach den Aufzeichnungen von Karl August Blöde. – Etw. gebräunt, fleckig.

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GERHARD, C. A., Materia Medica. Oder Lehre von den rohen Arzneimitteln. 2. verb. Aufl. Berlin, Himburg, 1771. 4 Bl., 632 S., 10 Bl. Hldr. d. Zt. (Rücken mit kleinem Loch, stark beschabt und etw. bestoßen). (74) 80,Hirsch-H. II, 725. Hamberger-M. II, 537. ADB VIII, 773. – Zweite Ausgabe der erstmals 1766 erschienenen medizinischen Schrift des berühmten schlesischen Mineralogen. – Vereinzelt wenig fleckig und mit geringen Knickspuren.

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GOEZE, J. A. E., Versuch einer Naturgeschichte der Eingeweidewürmer thierischer Körper. Leipzig, Crusius, 1787. 4°. Mit 44 Kupfertafeln. XI, 471 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital eingerissen, leicht fleckig). (144) 500,Wellcome III, 131. Eales 2025. – Vgl. Nissen 1615 und Blake 179. – Zweite Ausgabe. – „Goezes bekanntestes und auch heute noch durchaus brauchbares Werk bringt auf seinen Tafeln eine große Menge von Einzeldarstellungen von Würmern, die durchweg sauber gezeichnet und radiert, auch jetzt noch leicht eine Diagnose gestatten“ (Goldschmid 75). – Im Jahr 1800 erschien noch ein von J. G. Zeder hrsg. Nachtrag. – Zwei Besitzvermerke, Text leicht gebräunt, Tafeln sauber.


Naturwissenschaften · Medizin

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GRAAF, R. DE, Opera omnia. Leiden, Officina Hackiana, 1677. Mit gestoch. Titel, ganzseit. gestoch. Portr., 18 ganzseit. Textkupfern und 23 (22 gefalt.) Kupfertafeln. 15 Bl., 717 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, bestoßen). (128) 600,Erste Ausgabe. – Waller 3674. Wellcome III, 142. Krivatsy 4905. – Vgl. Hirsch-H. II, 815 (für eine dort zit. erste lateinische Gesamtausgabe von 1674 gibt es keinen Hinweis). – De Graaf hat sich vor allem um die Anatomie der Geschlechtsorgane verdient gemacht. – Vorderer fliegender Vorsatz und gestoch. Titel mit hinterlegtem Ausschnitt bzw. –riß; hinterer fliegender Vorsatz mit hs. Anmerkungen; Text tls. mit hs. Vermerken; Falttafeln tls. mit Knitterspuren; minimal fleckig.

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GRÜLING, PH. (G.), Deutsches Artzney-Buch. Wobey mit angefüget des sel. Autoris beyde Tractat von der Pest und Kinder-Krankheiten. Frankfurt und Leipzig, Frommann, 1676. 4°. Mit einigen Textholzschnitten (ohne das Portr.). 11 (statt 13) Bl., 539 S., 2 Bl. – BEIGEB.: DERS., Tractatus novus, von Weiber-Kranckheiten. Ebda. 1680. 62 S., 1 Bl. Mod. Hpgt. (117) 300,I. Erste Ausgabe. – Hirsch-H. II, 872. Krivatsy 5041. – Umfangreiches Rezeptbuch, ein Jahr nach dem Tod des Autors erschienen. – Der Stolbergsche Leibarzt und Bürgermeister (1593-1667) hatte in Nordhausen „während der dort 1626 herrschenden Pestepidemie hervorragende Dienste als Arzt“ (Hirsch-H.) geleistet. – II. Krivatsy 5051. – Zweite Ausgabe, erstmals erschienen 1675. – Es fehlen Porträt und zwei Widmungsblätter. – Der erste Titel und das letzte Blatt mit hinterlegten Randausrissen (etwas Textverlust), stellenw. fleckig und mit kleinem hinterlegten Wurmloch; gebräunt.

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GRÜNDLICHES ARZNEYBUCH für Menschen und Vieh, um sich und die Seinigen im Nothfalle selbst heilen, und gesund erhalten zu können. Wien, Doll, 1792. 3 (statt 4) Bl., 142 S., 1 Bl. (Anzeigen). Spät. Hldr. (minimal berieben). (76) 200,(Neuverbessertes Hand- und Hausbuch für den österreichischen Bürger und Landmann, Tl. III). – Haus- und Heilmittel gegen vielerlei Krankheiten von Mensch und Vieh; aus aktuellem Anlaß (Fluphenazin) bemerkenswert „allerhand geprüfte Pferdearzneien“. – Es fehlt der Vortitel. – Gebräunt, leicht fleckig. – DAZU: PLENK, J. J., Anfangsgründe der Geburtshilfe. 5. Aufl. Wien 1795. Mit 2 Kupfertafeln. – Ferner liegen bei 4 von uns nicht näher bestimmbare kleine Schriften von „D. Scheydl, Physicus Pruggi in Austria“ aus den Jahren 1742 und 1744, herausgelöst aus einem Sammelband oder einem Periodikum. Auf ein solches läßt der Untertitel „Erstes Wochen-Stuck“ der ersten Schrift „Der Mensch mit seinen Eigenschaften“ (1744, 8 Bl.) schließen. Es folgen „Neuer Medizinischer Fragen und Antworten Andertes Stuck“ (1744, 4 Bl.), „Doctrina de theoria et praxi“ (1742, 4 Bl.) und „De subjecto primo & immediato caloris“ („Augustae“ 1742, 4 Bl.). Die Schriftchen haben jeweils eine eigene Bogensignatur und sind in sich vollständig.

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GYNÄKOLOGIE – MOHRENHEIM, J. (J.) VON, Abhandlung über die Entbindungskunst. 2 Tle. in 1 Bd. St. Petersburg, Kaiserliche Akademie der Wissenschaften, 1791. Gr.-Fol. Mit gestoch. Titelvign., 24 Kopf- und Schlußvign. sowie 46 Kupfertafeln. 3 Bl., 216 S., 27 (statt 28) Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Blindprägung (Gelenke eingerissen, berieben und bestoßen). (119) 1.000,Erste Ausgabe. – Waller 6594. Cushing-M. 437. GarrisonM. 6161. Hirsch-H. IV, 229. Siebold II, 627. Wellcome IV, 149. Hagelin II, 135. Eimas 1161. – Das prachtvolle geburtshilfliche Kupferstichwerk des St. Petersburger Professors Joseph Jakob Mohrenheim (um 1759-1799) wurde von Katharina der Großen in Auftrag gegeben. – Die Tafeln, kompiliert aus Smellie, Roederer, Aitken u. a., zeigen Föten im Mutterleib und das Instrumentarium zur Geburtshilfe. „The importance of this work lies mainly in its splendid life-size engravings“ (Garrison-M.). – Es fehlt ein Blatt der Tafelbeschreibungen (zu Tafel 33/34). – Titel mit gelöschtem Stempel, Tafel 26 mit Bildverlust beschnitten, Tafeln 19, 28 und 33 mit hinterlegtem Einriß; einige Tafeln und Blätter lose, mit Textabklatsch, kleiner Wurmspur im Rand und Randläsuren; insgesamt fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung. First edition of the magnificent engraved work on obstetrics by the St. Petersburg professor Joseph Jakob Mohrenheim (around 1759-1799). – Lacks one leaf of plate descriptions (to plate 33/34). – Title with erased stamp, plate 26 cut with loss of illustration, plates 19, 28 and 33 with backed tear; some plates and leaves loose, with text offsetting, minor worming and tears to margins; altogether soiled and browned. – Contemporary calf with rich blind tooling (joints torn, rubbed and scuffed). – See illustration.


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Naturwissenschaften · Medizin

Exlibris. Titel im unteren Rand mit hs. Anmerkung. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien. Oben knapp beschnitten (Kopfleisten öfter angeschnitten). – Exlibris der Kaiserin Hermine, der zweiten Frau von Kaiser Wilhelm II. – Siehe Abbildung. Second edition. – First printed textbook dealing with obstetrics with extensive chapters on baby care and children's illnesses. Published for the first time in German in 1513, in Latin in 1532. – Endpaper with exlibris. Title with ms. note at lower margin. Slightly browned, partly a little soiled, occasionally with ms. marginalia. Closely trimmed at top (head-pieces frequently cut). – Half vellum from the beginning of the 20th century (some scuffing). – See illustration.

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Erste französische Ausgabe. – Horblit, Science, 45b. Horblit, Medicine, 41. Bedford Libr. 237. Wellcome III, 194. Blake 194. Osler 1083. PMM 189. Garrison-M. 765: „The principal landmark of 18th century physiology. His most important work, on the mechanical relations to blood-pressure, marking the first real advance in the physiology of the circulation between Harvey and Poiseuille.“ – Nur leicht gebräunt und vereinzelt wenig fleckig. – NACHGEB.: HUNDERTMARK, C. F., Liber singularis de incrementis artis medicae. Leipzig, Gleditsch, 1749. Mit gestoch. Titelvign., gestoch. Kopfvign. und gefalt. Kupfertafel. 4 Bl., 78 S. – Waller 4994. Wellcome III, 316. – Zweite Ausgabe dieser Abhandlung über die Schutzgötter der ärztlichen Kunst. – Stark braunfleckig. – Dekorativ gebunden.

Nr. 611

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GYNÄKOLOGIE – (RÖSSLIN, E.), Der Swangern frawen und hebamme(n) roszgarte(n). O. O., Dr. und J. (Hagenau, H. Gran, 1515). 4°. Mit figürlicher Titelbordüre und 22 (1 ganzseit.) Textholzschnitten. 55 Bl. Hpgt. vom Anfang des 20. Jhdts. (etw. bestoßen). (154) 25.000,Zweite Ausgabe. – VD 16 R 2849. Burg 400. Benzing, Hagenau, 152. – Vgl. Garrison-M. 6138. Hagelin II, 12. – Erstes gedrucktes Lehrbuch der Geburtshilfe mit umfangreichen Kapiteln über Säuglingspflege und Kinderkrankheiten. Deutsch erstmals 1513, lateinisch 1532 erschienen. „It was the first work dealing with obstetrics apart from medicine and surgery and, in illustrations, gave for the first time printed figures of the birth chair, the lying-in chamber, and the positions of the fetus in utero“ (Thoms, Classical Contributions to Obstetrics, 49). „The book itself shows little originality and is chiefly a compilation of the best known writers of antiquity and the middle ages, from Hippocrates to Albertus Magnus, leaning particulary upon Soranus of Ephesus“ (Hagelin). – „Die Bilder hat Roesslin anscheinend einer illustrierten Moschion-Handschrift entnommen. Sie stellen verschiedene intrauterine Kindeslagen in einer schematisch birnförmigen Gebärmutter dar. Die Darstellung des Uterus ist schlechter als bei Ketham und in keiner Weise mit den Bildern Leonardos zu vergleichen. Auch die Haltung der Kinder ist ohne Naturtreue, rein schematisch gezeichnet. Die intrauterinen Zwillinge in ihrer seltsamen Haltung zweier fröhlichen Spaziergänger und zweier Akrobaten sind wohl von einem fleissigen Mönche, der den Moschion-Text abschrieb, erst hinzugefügt worden“ (Klein, Bildliche Darstellungen, 11). – Vorsatz mit

HALES, E., Haemastatique, ou la statique des animaux. Traduit de l'Anglois par Mr. de Sauvages. Genf, Cramer und Philibert, 1744. 4°. Mit gefalt. Tafel in Holzschnitt. XXII, 352 S., 1 Bl. (Anzeigen). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (fleckig, stärker berieben, etw. bestoßen). (97) 600,-

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HERMANN (AUS NÖRDLINGEN), J., Oratio de affectibus cum decerneretur gradus Doctorum tribus doctrina & virtute ornatissimis viris, B. Summer, Ph. Buchammer, M. Lingelio. Wittenberg, o. Dr., 1563. 15 Bl. Buntpapierbrosch. des 20. Jhdts. (22) 150,Einzige Ausgabe. – VD 16 H 2357. – Nicht bei Durling, Waller, Wellcome etc. – Vgl. ADB XII, 182. – Der aus Nördlingen stammende Johann Hermann war ein bekannter Doktor und Professor der Medizin in Wittenberg, er wurde dort 1562 Rektor der Universität und war ein Schwiegersohn von Melchior Fend. – Gebräunt und braunfleckig.

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HOMÖOPATHIE – HAHNEMANN, S., Die chronischen Krankheiten, ihre eigenthümliche Natur und homöopathische Heilung. Zweite, viel verm. Aufl. 5 Bde. Dresden und Leipzig, Arnold (Bde. I und II), und Düsseldorf, Schaub (Bde. IIIV), 1835-39. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (15) 400,Haehl, Hahnemann, I, 149 und II, 527. Schmidt, Hahnemann, 14. Kleinert 50. Tischner 96. – Das letzte große Werk Hahnemanns, in dem er zum ersten Mal die Lehre von der „Psora“ veröffentlicht. Der fünfte Teil mit den antipsorischen Arzneien erschien erstmals mit der vorliegenden zweiten Auflage. – Titel gestempelt; vereinzelt fleckig, gebräunt.


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– – Reine Arzneimittellehre. 2. verm. Aufl. Bde. I und IV-VI (von 6) in 4 Bdn. Dresden und Leipzig, Arnold, 1822-27. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (15) 300,Erste Ausgabe der endgültigen Fassung. – Haehl, Hahnemann, II, 526. Schmidt, Hahnemann 11. Tischner 82. Slg. Haehl 22. Lesky 273. Waller 3974. Wellcome III, 192. – Ein Kernstück innerhalb der Lehre vom Dynamismus bildet das berühmte Einleitungskapitel zum Band VI. – Vorsätze des ersten Bandes mit eingeklebten Notizen und Exlibris, Titel mit durchscheinendem Schenkungsvermerk verso, stellenw. etwas fleckig und wasserrandig.

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– HARTMANN, F., Specielle Therapie acuter und chronischer Krankheiten. 3. verm. Aufl. 4 Tle. in 2 Bdn. Leipzig, Weigel, 1847-48. XXIV, 271, XII S., S. (273)-572; XII, 310, X S., 1 Bl., S. (311)703 S. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt, Ldr. fleckig, etw. bestoßen). (97) 300,Tischner 424. – Das erste homöopathische Werk dieser Art in der dritten Auflage. Es wurde wegen seiner schulmedizinischen Form von Hahnemann abgelehnt. – Fliegende Vorsätze mit hs. Anmerkungen; der erste Band stark fleckig; tls. mit zahlr. Anstreichungen.

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Vermutlich erste in Deutschland gedruckte Ausgabe. – Blake 232. Waller 5090. Wellcome III, 336. – Vgl. Proksch I, 122. – Buchblock gebrochen, vordere Vorsätze und Frontisp. mit kleiner Wurmspur im Rand; gering wasserrandig und gebräunt. – DAZU: II. TAZEWELL, W., Vade-mecum medicum in duas partes divisum. Paris 1798. – Erste Ausgabe. – Blake 446. – III. CLATER, F., Le vétérinaire domestique. 1822. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln.

Nr. 615

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– – Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in sano corpore humano observatis. 2 Bde. Leipzig, Barth, 1805. VIII, 269 S. (ohne das Anzeigenblatt); VI, 470 S., 1 Bl. Hldr. vom Ende des 19. Jhdts. (Gelenke eingerissen, eines gebrochen, Kapitale defekt; berieben und bestoßen). (15) 1.200,Erste Ausgabe der ersten Arzneimittellehre Hahnemanns. – Haehl, Hahnemann I, 343 und II, 64 f. Schmidt, Hahnemann, 1. Kleinert 49. Rozet A 370 Anm. Waller 3952. Hirsch-H. III, 19. Tischner 45: „Die 'Fragmenta' bringen die Ergebnisse von Hahnemanns bis dahin geprüften Arzneien. Das Werk ist vollständig in lateinischer Sprache abgefaßt und stellt einen Vorläufer der späteren 'Reinen Arzneimittellehre' dar. Der zweite Band enthält in abc-licher Anordnung die Gesamtheit der Symptome, wozu er später bei der 'Reinen Arzneimittellehre' nicht mehr gekommen ist.“ – Ein fliegender Vorsatz lose, beide Titel etwas fleckig; leicht gebräunt. – Siehe Abbildung. First edition of Hahnemann's first book on pharmacology. – One fly-leaf loose, spotting to title, some browning throughout. Bound in half leather of the late 19th century, worn. – See illustration.

JACKSON, J., Chymiatri, enchiridion medicum theoretico-practicum. Cum appendice de Lue venerea. Nürnberg, Tauber, 1716. Schmal-8°. Mit gestoch. Titel und gestoch. Titelvign. 11 Bl., 192 S. Pgt. d. Zt. (Rücken mit Etikettresten, stärker fleckig, leicht berieben und bestoßen). (58) 250,-

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JÜNCKE(N), S. A., Die Kunst sein eigener Medicus zu seyn; oder sicherer und geschwinder HaußArzt. Nürnberg, Schmidt, 1733. 4°. 4 Bl., 563 S., 2 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (21) 300,Erste Ausgabe. – Georgi II, 329. – Nicht in den gängigen Medizin-Bibliographien. – Es erschienen 1744 und 1748 noch zwei weitere Auflagen. – Vorsätze leimschattig und mit Eintrag (Buntstift), gebräunt und braunfleckig.

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KRÜGER, J. G., Versuch einer ExperimentalSeelenlehre. 2 Tle. in 1 Bd. Halle und Helmstedt, Hemmerde, 1756. Mit gestoch. Titelvign. 8 Bl., 336, 288 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (78) 200,Einzige Ausgabe. – Vgl. Hirsch-H. III, 619. ADB XVII, 231. – Über Erkenntnisvermögen, Einbildungskraft, Schlafen und Träumen, Verstand, Witz, Vernunft, Psychosomatik etc.; das letzte Kapitel über das Seelenleben der Tiere. –


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Naturwissenschaften · Medizin

Ein Vorläufer des von Karl Philipp Moritz hrsg. „Magazins für Erfahrungsseelenkunde“. – Vorderer Spiegel mit Wurmund Klebespuren, durchgehende Wurmspur im rechten unteren Rand (anfänglich auch im Text mit geringem Buchstabenverlust) und im oberen Bug, kaum gebräunt und fleckig. – Selten.

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MAGNETISMUS – MESMER, F. A., Mesmerismus. Oder System der Wechselwirkungen, Theorie und Anwendung des thierischen Magnetismus als die allgemeine Heilkunde zur Erhaltung des Menschen. Hrsg. von K. Ch. Wolfart. Berlin, Nikolai, 1814. Mit gestoch. Portr. und 6 (2 teilkolor.) Kupfertafeln. LXXIV, 356 S. Mod. Pp. (21) 400,Erste Ausgabe. – Tischner, Mesmer, 31: „In diesem Buch faßt Mesmer nochmals seine ganze Theorie zusammen und bringt auch noch in mehrfacher Hinsicht Neues.“ – Ohne Bd. II, der die „Erläuterungen zum Mesmerismus“ von Wolfart enthält. – Porträt verso mit Vermerk in Tinte, stellenw. fleckig. – Mod. Exlibris.

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MALPIGHI, M., Opera omnia. Ed. nov. 2 in 1 Bd. Leiden, van der Aa, 1687. 4°. Mit gestoch. Titel, Druckermarke auf dem Titel und 118 (10 gefalt.) Kupfertafeln. 7 Bl., 170 S., 11 Bl., 379 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen). (8) 800,Dritte Gesamtausgabe. – Krivatsy 7321. Frati 3. Nissen 2656. Pritzel 5763. Waller 6202. Wellcome IV, 38. – „Malpighi muß als der Schöpfer der mikroskopischen Anatomie angesehen werden. Es ist da kein Gebiet, das er nicht durch wichtige Entdeckungen bereichert hätte. Am wichtigsten wurde die Entdeckung des capillaren Blutlaufs und der Blutkörperchen“ (Hirsch-Hübotter IV, 49). – BEIGEB.: II. DERS., De structura glandularum conglobatarum consimiliumque partium epistola. Ebda. 1690. Mit Druckermarke auf dem Titel. 16 S. – III. DERS., Opera posthuma. Amsterdam, Gallet, 1698. Mit gestoch. Frontisp. und 19 (1 gefalt., 18 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 7 Bl., 387 S. – Krivatsy 7329 und 7323. Frati 36 (nur II). Wellcome IV, 38. – Fliegender Vorsatz lose, etw. gebräunt, vor allem in den Rändern stockfl., tls. mit Feuchtigkeitsspuren, kleinen Wasserrändern und Randschäden, am Anfang mit wenigen Wurmlöchern. – Siehe Abbildung.

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MASSARIA, A., Practica medica. Frankfurt, Hartmann für Bassaeus, 1601. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 968 S., 14 Bl. Pgt. d. Zt. (ohne die Schließbänder, vereinzelt mit kleinen Einrissen, fleckig. (21) 200,Haeser II, 135. Hirsch-H. IV, 112. Wellcome I, 4114. – Zweite Ausgabe, im Jahr der in Venedig erschienenen Erstausgabe. – „Alessandro Massari aus Vicenza (1510-1598), Lehrer der Anatomie an der 'Academia Olympica' seiner Vaterstadt, am bekanntesten durch sein erstmals 1579 erschienenes Werk über die Pest“ (Haeser). – Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, die S. 53-55 mit Brandfleck, die S. 639-640 mit Eckabriß (bei geringem Buchstabenverlust), mit zahlr. hinterlegten Läsuren, im Bug durchgehend wurmstichig, tls. stark gebräunt, wasserrandig und fleckig.

Nr. 622

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MATTIOLI, P. A., Opusculum, de simplicium medicamentorum facultatibus. Venedig, Valgrisi, 1569. 12°. Mit Druckermarke und 6 großen Textholzschnitten. 328 num., 1 (statt 2) nn. Bl. Läd. spät. Ldr. (117) 300,Durling 3030. Pritzel 5981. Wellcome I, 4156. – Diese Ausgabe nicht bei Adams, Bird, Lesky, Osler und Waller. – Die Holzschnitte zeigen Destillieröfen. – Es fehlt das letzte Blatt mit der zweiten Druckermarke. – Titel mit tls. gelöschten Besitzvermerken, etw. fleckig, einige alte Unterstreichungen.

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MESMERISMUS – KERNER, J., Eine Erscheinung aus dem Nachtgebiete der Natur, durch eine Reihe von Zeugen gerichtlich bestätigt und den Naturforschern zum Bedenken mitgetheilt. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1836. XLVI, 309 S. – BEIGEB.: DERS., Nachricht von dem Vorkommen des Besessenseyns eines dämonisch-magnetischen Leidens und seiner schon im Alterthum bekannten Heilung durch magisch-magnetisches Einwirken. Ebda. 1836. 70 S. Pp. d. Zt. (Bezüge tls. eingerissen, Kapital etw. defekt) mit den eingeb. Vorderdeckeln der Orig.-Brosch. (123) 400,Erste Ausgaben. – Engelmann 295. Hirsch-H. III, 509. Schroeder 470. Lesky 350 (nur II). Goed. VIII, 209, 67 und 68. Borst 1797 und 1798. – Zwei der seltenen spiritistischen Schriften des Oberamtsarztes in Weinsberg, mit der Spukgeschichte aus dem Oberamtsgerichtsgefängnis zu Weinsberg (I) und einem offenen Brief Kerners an seinen Berufskollegen Karl Eberhard Schelling in Stuttgart über die Heilung Besessener (II). – Titel mit hs. Vermerk; leicht


Naturwissenschaften · Medizin

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gebräunt, tls. etw. fleckig. – BEIGEB.: DER SPIEGEL. Probeblätter zu Nr. 1-4 (von 39). (Stuttgart, Metzler), 1837. – Enthält u. a. Rezensionen zu den vorliegenden Schriften Kerners.

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MORGAGNI, G. B., De sedibus, et causis morborum per anatomen indagatis libri quinque. 2 in 1 Bd. Padua, Remondini, 1765. Fol. Mit gestoch. Portr. und 2 wdh. gestoch. Titelvign. XCVI, 298, 452 S. Pgt. d. Zt. (Bezug leicht faltig, etw. angeschmutzt, berieben und bestoßen). (116) 600,Hirsch-H. IV, 265. Waller 6673. Blake 312. – Vgl. Lesky 455. Osler 1178. Garrison-M. 2276: „By this great work, one of the most important in the history of medicine, Morgagni was the true founder of modern pathological anatomy.“ – Titel mit Besitzvermerk, gestempelt; leicht, anfänglich etw. stärker stockfl. und gering gebräunt.

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MYNSICHT, A. VON, Thesaurus et armamentarium medico-chymicum. 2 Tle. in 1 Bd. Venedig, Hertz, 1718. Mit gestoch. Titel und 2 Textholzschnitten. 3 Bl., 452 S., 26 Bl., 166 S., 1 Bl., 36 S. Spät. Pp. (stark wasserrandig und fleckig). (45) 100,Brüning 3693. – Vgl. Ferguson II, 121. Neu 2905. Schelenz 482. Hirsch-H. IV, 314. Duveen 421. – Das berühmte pharmazeutische und alchemistische Werk war erstmals 1631 erschienen und wurde bis ins 18. Jahrhundert hinein mehrfach aufgelegt; hier in einer um mehrere Kommentare erweiterten Ausgabe. – Stellenw. etwas fleckig und stärker wasserrandig; unbeschnitten. Nr. 630

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OPHTHALMOLOGIE – GRAEFE, K. (F.), Repertorium augenärztlicher Heilformen. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1817. Mit gestoch. Frontisp. und gefalt. lithogr. Tafel. 5 Bl., 236 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (79) 500,Erste Ausgabe. – Hirschberg 486, 2. Albert 904. Münchow 515: „Grundlegende und umfassende Ausführungen, die bis auf wenige hinzugekommene Modifikationen bis zum Jahrhundertende Gültigkeit behielten.“ – Die Tafel zeigt einen Apparat, den Graefe für Gas- und ätherische Dampfbäder benutzte. – Leicht gebräunt und minimal braunfleckig

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– SCHMIDT, J. A., Über die Krankheiten des Thränenorgans. Wien, Geistinger, 1803. Mit 4 (1 gefalt.) Aquatintatafeln. XXIV, 240 S., S. (226)350 (so komplett). Interimsbrosch. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (97) 400,Erste Ausgabe. – Garrison-M. 5838. Albert 2063: „The first comprehensive work on the diseases of the lacrimal system.“ Hirschberg-B. V, 121: „Was highly praised at his time and is still regarded as an excellent contribution.“ – Nachgeb. zwei Blatt Verlagsanzeigen. – Tls. stärker braunfleckig; unbeschnitten und unaufgeschnitten.

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PARACELSUS, TH., Opera. Bücher und Schrifften. Durch Ioannem Huserum in Truck gegeben. 2 Bde. Straßburg, L. Zetzner, 1603. Fol. Mit Titelbordüre, monogr. „CM L*F“ (von Ludwig Frig nach Christoph Murer) und vielen Textholzschnitten. 6 Bl., 1127 S., 26; 4 Bl., 691 S., 6 Bl. – VORGEB.: DERS., Chirurgische Bücher und Schrifften. Jetzt auffs New an tag geben Sambt einem Appendix durch Johannem Huserum. 5 Tle. Ebda. 1605. Mit Titelbordüre, Holzschnittportr., 4 gleichen Druckermarken auf den Zwischentiteln und 3 Textholzschnitten. 8 Bl., 680 (recte 682) S., 20, 1 Bl., 115 S., 3 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen). (8) 2.000,I. Erste Straßburger Gesamtausgabe und zugleich die erste Folioausgabe. – STC B 1809 (Tl. II in der Ausg. von 1616). Krivatsy 8557. Wellcome I, 4807-08. Sudhoff 256 und 257. – Vgl. zur Titelbordüre: Nagler, Monogrammisten II, 393 und IV, 1072, 6. – Nicht bei Waller. – Textlich ein Nachdruck der ersten deutschen Gesamtausgabe Husers (Basel 1589-91 in 10 Quart-Bänden). – Fliegender Vorsatz lose, Titel mit Randschäden. Etw. gebräunt und fleckig, Bd. I tls. mit Feuchtigkeitsspuren und wasserrandig. – II. Erste Straßburger Folioausgabe. – STC B 1810. Wellcome I, 4811. Lesky 313. Sudhoff 267. – Nicht bei Waller, Krivatsy und


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Naturwissenschaften · Medizin

Osler. – „Dieser chirurgische Band der deutschen Folioausgabe ist ganz anders zu beurtheilen als die beiden medicinisch-philosophischen Bände: er ist abgesehen von der Großen Wundarznei ein vollständig neues Werk, nach Huser's Handschrift gedruckt und von allergrösstem Werthe für die Kenntniss Hohenheims, für die er mit den 11 Bänden der Baseler Quartausgabe die wichtigste Grundlage bildet“ (Sudhoff). – Etw. gebräunt und braunfleckig. – Siehe Abbildung. I. First complete Strasbourg edition, at the same time first folio edition. – Regarding text, a reprint of Huser's first German complete edition (Basle 1589-91 in 10 4to volumes). – Fly-leaf detached, title with marginal damages. Some browning and staining, vol. I partly with dampstains and waterstains. – II. First Strasbourg folio edition. – Somewhat browned and brown-stained. – Contemporary vellum (soiled, rubbed and scuffed). – See illustration.

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PARAVICINO, B., Discorso del riso vera proprieta dell'huomo nel quale con fondamenti & naturali, & morali si dichiarano a pieno le cause e gli effetti suoi, & quanto, & infino a che termine a gentili, & costumate per sone esso non disconvenga. Como, Frova, 1615. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und ganzseit. Holzschnittwappen. 53 S. Brosch. des 19. Jhdts. (leichte Altersspuren). (88) 1.800,-

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PARAVICINO, G. P., Avertimenti sopra li bagni del Masino. Mailand, Cardi, 1649. 12°. 25 Bl., 308 S., 1 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (69) 150,Erste Ausgabe. – STC 658. Wellcome IV, 294. Krivatsy 8582. – Vgl. Hirsch-H. IV, 501 (Ausg. 1658). – Hirsch und Hübotter bringen die Schrift in Zusammenhang mit der bereits 1545 in Mailand von Pietro Paolo Paravicino veröffentlichten Schrift zum selben Thema, diese war jedoch mit 14 Blatt weit weniger umfangreich. – Vortitel mit kleinem Randausriß; wasserrandig und etwas fleckig.

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PHARMAKOPÖEN – PREUSSISCHE PHARMACOPÖE. 3. verb. Ausg. Aus der lateinischen Urschrift übersetzt. Berlin, Nicolai, 1813. VIII, 272 S. Pp. d. Zt. (leicht bestoßen). (76) 300,Schelenz 628. – Die seltenste Ausgabe der „Pharmacopoea Borussica“. – Minimal gebräunt, nahezu frisch.

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– SCHRÖDER, J., The Compleat Chymical Dispensatory, in five books. Englished by William Rowland. 5 Tle. in 1 Bd. London, Darby für Chiswell und Clavell, 1669. 4°. 3 Bl., 545 (recte 445) S., 6 Bl. Hldr. d. späten 19. Jhdts. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (45) 400,Seltene einzige englische Ausgabe der 1641 in Ulm erschienenen „Pharmacopoeia medico-chymica“. – Wing S 898. Krivatsy 10674. Ferchl 487. Hirsch-H. V, 140. Ferguson II, 344. – Vgl. Waller 8698. – Das „jedenfalls in Deutschland, bis in die Mitte des XVIII. Jahrh. zumeist gebrauchte Apotheker-Hülfsbuch“ (Schelenz 495) „erhielt den Beifall der grössten Aerzte, eines Boerhaave und Friedrich Hoffmann“ (Phillippe 484). – Paginierungsfehler zwischen Teil III und IV: auf S. 284 (weiß) folgt 385. – Titel mit alten Besitzvermerken und Notizen sowie Randläsuren, wenige Bl. mit tls. restaurierten Ein- und Ausrissen, vor allem anfänglich fleckig und gebräunt.

Wohl einzige Ausgabe. – STC 657. – Nicht bei Krivatsy, Wellcome etc. – Seltene Monographie über das Lachen. – Der Verfasser war Philosoph und Arzt in Como. – Titel mit Besitzvermerk und innen mit Papierschäden. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Probably sole edition. – Rare monograph on laughing. – Title with ownership entry and paper damages inside. Slightly browned, hardly soiled. – 19th century wrappers (light signs of wear). – See illustration.

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PIORRY, P. A., Die mittelbare Perkussion und die dadurch erhaltenen Zeichen in den Krankheiten der Brust und des Unterleibs. Aus dem Französischen übersetzt von F. A. Balling. Würzburg, Stahel, 1828. Mit 2 gefalt. lithogr. Tafeln. 332 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, bestoßen). (97) 400,Erste deutsche Ausgabe. – Callisen XXXI, 244. Engelmann 431. Hirsch-H. IV, 611. Vierordt 224. – Vgl. Bedford Libr. 471. Garrison-M. 2675 (beide französische Ausgabe 1828). – „A classic on percussion in its day“ (Bedford). – Vorderer fliegender Vorsatz und Titel gestempelt; leicht gebräunt, minimal braunfleckig.

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PLEN(C)K, J. J. (VON), Materia Chirurgica oder Lehre von den Wirkungen der in der Wundarzney gebräuchlichen Heilmittel. Wien, Gräffer, 1771. Mit gestoch. Titelvign. 593 S., 6 Bl. Ldr. d. Zt. (Deckel lose, bestoßen). (5) 100,Erste Ausgabe. – Blake 356. Hirsch-H. IV, 631. – Gebräunt und etwas fleckig.

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Naturwissenschaften · Medizin

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PROKSCH, J. K., Die Geschichte der venerischen Krankheiten. 2 Bde. Bonn, Hanstein, 1895. 3 Bl., 424 S.; 2 Bl., 892 S. – II. DERS., Die Litteratur über die venerischen Krankheiten. 3 Tle., Register und Suppl. in 4 Bdn. Ebda. 1889-1900. Hlwd. d. Zt. (stärkere Gebrauchsspuren) mit eingeb. Orig.-Brosch. (109) 100,-

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PSYCHOLOGIE – CARUS, C. G., Vergleichende Psychologie oder Geschichte der Seele in der Reihenfolge der Thierwelt. Wien, Braumüller, 1866. VI S., 1 Bl., 316 S. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (13) 200,-

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643 – FREUD – Cirka 15 Werke in 29 Bdn. Ca. 190755. Meist Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (13) 400,Zur Psychopathologie des Alltagslebens (1907) – Über Psychoanalyse (1910) – Über den Traum (1911) – Die Traumdeutung (1911) – Jenseits des Lustprinzips (1921) – Das Ich und das Es (1923) – Eine Teufelsneurose (1924) – Das Unbehagen in der Kultur (1924) – Totem und Tabu (1925) – Hemmung, Symptom und Angst (1926) – Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1930) – Kleine Schriften zur Sexualtheorie und zur Traumlehre (1931) – Der Mann Moses und die monotheistische Religion (1939) – Selbstdarstellung (1946). – Beiliegt das Zentralblatt für Psychoanalyse und Psychotherapie (Jge. I-II/1-9 und 12, III/19 und 12, IV/1-4 und 7-12; 1910-14). – Altersspuren.

640

– HUARTE (Y NAVARRO DE SAN JUAN), J. (DE), L'examen des esprits pour des sciences. Le tout traduit de l'Espagnol par F.-S. d'Alquie. Amsterdam, van Ravesteyn, 1672. 12°. Mit gestoch. Titel. 31 Bl., 629 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital leicht läd., etw. berieben und bestoßen, Gelenke oben angebrochen). (13) 200,Erste Ausgabe dieser französischen Übersetzung von „Examen de ingenioso para las sciencias“, erstmals in Baeza 1575 erschienen. – Krivatsy 6097. Cioranescu 7077. – Vgl. Hirsch-H. III, 320. Garrison-M. 4964: „The first attempt to show the connection between psychology and physiology.“ – Diese Ausgabe nicht bei Goldsmith und Wellcome. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken. Bl. 8 am Anfang tief eingerissen und mit Randschäden. Gering gebräunt, wenig fleckig.

– KONVOLUT – Cirka 50 Werke in 74 Bdn. Ca. 1878-1954. Meist Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (13) 250,Psychoanalyse (Abraham, Ferenczi, Giese, Kaplan, Levine, Monakow, Nunberg) – Individualpsychologie (Adler) – Völkerpsychologie (Wundt) – Kinder- und Jugendpsychologie (Freud, Graber, Liebreich, Montessori, ScholzGregor, Spranger, Stern) – Persönlichkeitspsychologie (Prinzhorn) – Graphologie (Busse, Koch, von Rappard) – Tierpsychologie (Wasmann). – Und vieles mehr.

Erste Ausgabe. – Keiper 97. Zaunick 67. – Carus wendet sich gegen die naturforschende Methode Darwins. – Buchblock gebrochen, Vorsatz mit Besitzvermerk in Tinte, Seitenränder gering gebräunt, stellenw. braunfleckig. – DAZU: BIUNDE, F., Versuch einer systematischen Behandlung der empirischen Psychologie. 3 Bde. Trier 1831. – BENEKE, F., Lehrbuch der Psychologie. Berlin 1833. – SCHINDLER, H., Das magische Geistesleben. Breslau 1857.

639

– JUNG – 13 Werke in 16 Bdn. 1912-56. Meist Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (13) 200,Psychologie der unbewußten Prozesse (1917 und 1918) – Psychologische Typen (1921 und 1940) – Wirklichkeit der Seele (1934) – Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten (1935; doppelt vorhanden) – Analytische Psychologie und Erziehung (1936) – Gestaltungen des Unbewußten (1950) – Versuch einer Darstellung der psychoanalytischen Theorie (1950) – Antwort auf Hiob (1952) – Von den Wurzeln des Bewußtseins (1954) – Psychologie und Alchemie (1954) – Die Psychologie der Übertragung (1956) – Psychologie und Erziehung (1956).

Garrison-M. 5227 und 5226. – Gebräunt, wenig fleckig. – Exlibris.

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– SCHMID, C. CH. E., Empirische Psychologie. Bd. I (alles Erschienene) in 1 Bd. Jena, Cröker, 1791. 1 Bl., XIV, 6, 568 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rücken mit Schabspuren; verblaßt und bestoßen). (13) 400,Erste Ausgabe. – Goed. V, 6, 11, 4. Adickes 930. Ziegenfuß II, 467. MNE II, 213. – Carl Christian Erhard Schmid (1761-1812), Theologe und Professor für Philosophie in Gießen und Jena, einer der prominentesten Vertreter der kantischen Philosophie, gab von 1796-1798 das „Psychologische Magazin“ heraus. – Wenig fleckig.

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PURMANN, M. G., Chirurgia curiosa. Darinnen künstliche Operationes, richtige Cur-Vortheile, bewährte Artzney-Mittel. Frankfurt und Leipzig, Rohrlach, 1716. 4°. Mit 14 Kupfertafeln. 8 Bl., 746 (recte 744) S., 23 Bl. Pgt. d. Zt. mit nachträglich aufgesetztem Lederrücken mit Rsch. (Papierbezüge auf den Deckeln tls. durch Wurmfraß abgeplatzt; Kapital eingerissen, etw. bestoßen). (128) 800,Hirsch-H. IV, 689. Blake 366. – Vgl. Waller 7677. – Dritte Ausgabe, erstmals 1699 erschienen (Hirsch-H. gibt irrtümlich 1694 an). – Der Autor, ein „berühmter deutscher Wundarzt, zeigte operative Meisterschaft. Er führte 1668 die erste Transfusion in Deutschland, und zwar in Glogau mit Lammblut an einem Aussätzigen aus“ (Hirsch-H.). – Die Kupfer mit pathologischen Abbildungen, Operationen, Instrumenten und Verbänden. – Titel mit hs. Vermerk, die S. 221/22 mit kleinem Eckausriß, die letzten Blätter mit wenig Wurmfraß, tls. stark gebräunt und braunfleckig. – Siehe Abbildung. Third edition, first printed in 1699 (Hirsch-H. erroneously dates it 1694). – Browned and stained in parts. – See illustration.


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Nr. 644

Nr. 645

PURMANN, M. G., Grosser und gantz neugewundener Lorbeer-Krantz Oder Wund Artzney. Zum andern mahl verm. Frankfurt und Leipzig, Rohrlach, 1705. 4°. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titel und 12 tls. gefalt. Kupfertafeln. 14 Bl., 784 S., 1 Bl., 296 S., 28 Bl. Hldr. um 1800 (starke Gebrauchsspuren). (97) 600,-

Thema. – Innengelenkte aufgeplatzt; die letzten Blätter der ersten Schrift mit starken Randausrissen; die Titel tls. gestempelt und mit Besitzvermerken, stellenw. stärker gebräunt und stark fleckig.

Wellcome II, 449. – Vgl. Blake 366. Hirsch-H. IV, 690 (EA 1685): „Purmann zeigte natürlichen Verstand, volle Beherrschung des wundärztlichen Faches und vornehmlich operative Meisterschaft.“ 1668 führte er erstmals in Deutschland eine Bluttransfusion durch (siehe Abbildung). – Vorsatz mit hs. Lebensskizze des Verfassers, Titel mit Stempel und hs. Vermerk, Porträtkupfer mit Faltspuren, Titelei knapprandig beschnitten; gebräunt und etw. fleckig.

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JUNCKER, J., Conspectus therapiae generalis. Halle 1725. – Blake 238. – SCHULZE, J., Historia medicinae. Leipzig 1728. – Blake 410. – DERS., De auditu difficili. Publice defendet auctor Philippus Schroeter. Halle 1741. – DERS., Pathologia specialis. Halle 1747. – Blake 410. – Altersspuren.

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SAMMELBAND – 11 Schriften zur Influenza aus den Jahren 1831-90. Hlwd. um 1900 mit Rsch. (berieben, bestoßen). (97) 350,I. KRATZ, W., Materialien zu einer Geschichte der „Influenza“. Leipzig 1890. 16 S. – II. ZLATAROVICH, J. VON, Geschichte des epidemischen Katarrh's (Influenza, Grippe). Wien 1834. XIV S., 1 Bl., 64 S. – III. GLUGE, G., Die Influenza oder Grippe. Minden 1837. Mit gefalt. Tab. 167 S., 1 Bl. – Einzige Ausgabe. – Hirsch-H. II, 774. Wellcome III, 127. Lesky 250. – IV. STÖHR, E., Die Influenza. Würzburg 1837. 42 S. – V. FRIES, J., Ueber die Influenza oder Grippe. Bamberg 1838. 18 S. – VI. HAGEN, M., Die Influenza. Erlangen 1858. 23 S. – VII. HARTMANN, M., Ueber die Influenza. München 1875. 22 S, – VIII. VELDEN, R. VON DEN, Über eine im Winter 1874-1875 zu Strassburg beobachtete Influenza-Epidemie. Straßburg, 1875. Mit gefalt. Tab. 33 S. – Ferner drei Zeitschriftenartikel zu diesem

SAMMLUNG – 4 Werke des 18. Jahrhunderts in 4 Bdn. 1725-47. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (65) 80,-

SCHREGER, CH. H. TH., Die weibliche Schönheitspflege für jegliches Alter und Lebensverhältniß. Reutlingen, o. Dr., 1814. Mit gestoch. Frontisp. X, 236 S. Mod. Pp. (8) 150,Nachdruck des erstmals 1810 unter dem Titel „Kosmetisches Taschenbuch für Damen“ in Nürnberg bei Schrag erschienenen Werkes zur Schönheitspflege, das den Untertitel „Die weibliche Schönheitspflege für jedes Alter und Lebensverhältniß“ führte. – Zum Verfasser vgl. ADB XXXII, 470 und Hirsch-H. V und 136. – Vorsätze erneuert, Titel mit Abklatsch, kaum fleckig. – Beiliegt F. Clasens „Die Haut und das Haar“ (Stuttgart 1887).

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SENAC, (J.-B.), Praktische Abhandlung von den Krankheiten des Herzens. Aus dem Französischen übersetzt. Leipzig, Crusius, 1781. XXIV S., 4 Bl., 600 S. (ohne 2 Bl. Druckfehler). Interimsbrosch. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (97) 600,-


Naturwissenschaften · Medizin

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Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann 535. – Vgl. Waller 8836. Eimas 520: „The first comprehensive and systematic treatise on the anatomy, physiology, and pathology of the heart and its diseases. Sénac described ossification of the coronary vessels, insufficiency of the cardiac valbes, transfusion of blood, and the role of hydrothorax in circulatory failure.“ – Tls. stark braunfleckig.

650

SIMON, J. G., Commentatio historico-physicoiuridica de impotentia coniugali. Von dem ehelichen Unvermögen und andern mit der Lehre vom Ehestande verwandten Dingen. Ed. sexta. Jena, Rudolph, 1734. 4°. Mit gestoch. Portr. in Rot und Braun. 3 Bl., 160 S., 4 Bl. Hpgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (82) 150,Hayn-G. VII, 312. Georgi IV, 105. – Vgl. Blake 419 (4. Ausg.). – Titel mit Ausschnitt und Jahreszahl in Kugelschreiber; gebräunt.

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STARCK, A., Von der Pestilentz Kurtzer und einfeltiger Bericht, wie man sich mit Gottes Hülffe durch Mittel von im gnedig geschaffen, dafur bewaren, und die auch heilen möge. Darneben auch ein Harmspiegel. Erfurt, (E. Mechler), 1597. 4°. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel. 28, 12 Bl. Rücken mit Brokatpapierstreifen. (97) 600,Erste Ausgabe. – VD 16 S 8627. Durling 4257. Wellcome I, 6056. – Nicht im STC und bei Haeser. – Die erste Pestilenzschrift des Erfurter Stadtarztes. – Erstes und letztes Blatt verschmutzt und berieben; durchgehend gebräunt und tls. stärker fleckig, Kopfsteg knapp beschnitten (2 Bl. im „Harnspiegel“ mit etw. Textverlust).

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STORCH, J., Nöthiger Unterricht, wie man sich bey grassirenden Fleck- und Hitzigen Fiebern zu verhalten hat. Eisenach, Grießbach, 1758. 104 S., 4 Bl. Mod. Pp. (wenig verblichen und zerkratzt, Rücken gebräunt). (97) 200,Blake 435. Engelmann 560. – Erstmals 1741 erschienenes Werk, das durch den 1756 beginnenden Siebenjährigen Krieg und die damit einhergehenden Epidemien, wie dem Fleckfieber, neue Aktualität erlangte und neu aufgelegt wurde. – Stellenw. fleckig und gebräunt.

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TAGAULT, J., Institutione di cirugia distinta in libri cinque. Aggiuntovi il sesto libro della materia di cirugia, di Giacomo Hollerio. Venedig, G. Cornetti, 1585. Mit Druckermarke auf dem Titel und wenigen Textholzschnitten. 20 nn., 421 (recte 413) num., 2 nn. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen). (8) 300,Vgl. Durling 4307 (seitengleicher Druck von 1570). – Diese Ausgabe nicht im STC, bei EDIT 16, Waller, Wellcome etc. – Spätere italienische Ausgabe. Die Holzschnitte zeigen chirurgische Behandlung, Instrumente, Skelette etc. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, gegen Ende schwach wasserrandig. – Siehe Abbildung.

Nr. 653

Meistereinband von Caspar Kraft 654

THURNEISSER, L., Bebaiosis agonismou (graece). Das ist Confirmatio Concertationis der kunst des Harnprobirens. Berlin, Graues Kloster, 1576. Fol. Mit Holzschnitt-Titelvign., ganzseit. Holzschnittportr., einigen Textholzschnitten (davon 3 mit 6 beweglichen Teilen) sowie gefalt. Holzschnitt-Tafel (statt 3), beidseitig bedruckt auch mit typographischem Text. 6 nn., 107 num. Bl. (ohne die Bl. Nr. 37 und 106; Bl. Nr. 6v und 65r mit aufklappbar eingeklebten kleinen Kartons = Fortsetzung von Tabellen im Text). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen, mit Wurmspuren). (8) 4.000,Erste Ausgabe. – STC 861. VD 16 T 1167. Waller 9576. Durling 4352. Ferchl 536. DSB XIII, 398. – Nicht bei Hirsch-Hübotter und Adams. – Bislang als reines Harnbuch und als Fortsetzung Thurneissers „Prokatálepsis oder praeoccupatio“ aufgefaßt (vgl. Ferguson II, 453), behandelt das Werk jedoch nahezu alle medizinischen Gebiete. – Die Holzschnitte zeigen anatomische Darstellungen und einen kuriosen medizinischen Apparat. Das Thurneisser-Porträt mit seinem prachtvollen Rahmen stammt von Peter Hille, Formschneider aus Frankfurt/Oder. – Vorhanden die Tafel zu Bl. Nr. 85. – Die fehlenden Textblätter mit einer der


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Nr. 655

Nr. 654

2 fehlenden Tafeln, die in der Pag. enthalten ist (Bl. Nr. 37), und Bl. Nr. 106 mit einem weiteren Holzschnitt mit beweglichem Zeiger. – Vorsätze (mit Notizen) und Titel (mit Besitzvermerk) gestempelt. Unterschiedlich gebräunt und braunfleckig. – Der Einband zeigt auf dem Vorderdeckel den Plattenstempel mit Lukrezia mit 3zeiliger Unterschrift, dat. und sign.: „1563 C.K“, und auf dem Hinterdeckel Justitia mit 3zeiliger Unterschrift, sign. „C.K“ (Haebler I. 214, VI und X); die Stempel werden dem älteren Caspar Kraft in Wittenberg zugeschrieben. – Siehe Abbildung. First edition in a master binding by Caspar Kraft. – Being considered so far as pure urine book, the work comprises, however, almost all medical fields. – There is the plate to leaf no. 85. – Endpapers (with notes) and title (with ownership entry) stamped. Variable browning and brown stains. – Contemporary blind-pressed pigskin (soiled, rubbed and scuffed, clasp ribbons missing, with worming). – See illustration.

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TORTEBAT, F. (d. i. R. DE PILES), Abrégé d'anatomie, accommodé aux arts de peintre et de sculpture. Paris, Crepy, 1760. Fol. Mit gestoch. Titel und 10 ganzseit. Kupfern. 12 Bl. Mod. Hpgt. (98) 800,Blake 353. Wellcome IV, 387. – Berühmte Künstleranatomie mit Kupfern nach Vesalius; erstmals 1667 erschienen. – „This is a little known issue with the first ten plates of the 1667 edition re-engraved“ (Cushing VI.D.-28). – Gewaschen. – Gering fleckig. – Siehe Abbildung.

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VETERINÄRMEDIZIN – ROHLWES, J. N., Allgemeines Vieharzneibuch. 10. verb. und verm. Aufl. Berlin, Maurer, 1822. Mit gefalt. Kupfertafel. XVIII, 364 S. Pp. d. Zt. (laienhaft restauriert, bestoßen, stark berieben). (56) 120,Enslin 22. – Vgl. Huth 144 (Ausg. 1842). Graefe 149 (Ausg. 1853). – Spätere Ausgabe (EA 1802) des populären, von der märkischen ökonomischen Gesellschaft zu Potsdam prämierten Werkes, das „ganz vorzüglich dem Namen des Verstorbenen eine bleibende Celebrität verschafft“ (SchraderHering 1553). – Vereinzelt eselsohrig; leicht gebräunt und tls. etw. braunfleckig.

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WITHERING, W., Beschreibung des mit einem wehen Hals verknüpften Scharlachfiebers; so wie dasselbe besonders im Jahr 1778 zu Birmingham in England erschien. Aus dem Englischen übersetzt von J. A. Saur. Frankfurt, Garbe, 1781. 4 Bl., 136 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (oberflächliche Wurmspuren, Kapital beschädigt, etw. fleckig und bestoßen). (97) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Blake 493. Schreiber-M., Infectio, 208. – Vgl. Garrison-M. 5079 (englische EA). – In der 1779 erstmals unter dem Titel „An account of the scarlet fever“ erschienenen Monographie grenzte Withering Scharlach von Angina ab. – Tls. leicht gebräunt und wenig braunfl. – Aus der Hofbibliothek der Fürsten LöwensteinWertheim-Freudenberg.


Naturwissenschaften · Zoologie

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WOYT, J. J., Gazophylacium medico-physicum, oder Schatz-Kammer medizinisch- und natürlicher Dinge. 16. Aufl. Leipzig, Junius, 1767. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und gefalt. Kupfertafel. 7 Bl., 2524 Sp., 41 Bl. Ldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (117) 400,Vgl. Blake 495. Hirsch-H. V, 999. – Das Hauptwerk des Königsberger Arztes (1671-1709) gilt als das umfassendste Kompendium von Heilmitteln, Rezepten und Heilkräutern seiner Zeit. – Leicht gebräunt und etw. fleckig.

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Zweibrücken reprint. – Some browning and soiling to title. – A beautiful copy with magnificent plates in brilliant colouring. – Contemporary calf with spine label and gilt back (turn-ins partly damaged, heavily scratched, scuffed). – See illustration on plate 8.

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BAUMEISTER, (J.) W., Abbildungen der auf der Königl. Würtembergischen Lehr- und Musteranstalt Hohenheim aufgestellten Viehstämme. Stuttgart, Köhler, 1838. Fol. Mit 12 lithogr. Tafeln. 8 S. Orig.-Pp.-Mappe (fleckig und berieben). (62) 100,Vgl. Nissen 261 (dass. mit Chromolithographien). – Die Tafeln mit je zwei Abbildungen zeigen Rinder, Schafe und Schweine. – Sie sind in der oberen linken Ecke mit einem Faden zusammengeheftet und nur vereinzelt etwas fleckig, der Text stockfleckig.

BERGE, F., Schmetterlings-Buch. Bearb. von H. von Heinemann. Neu durchgesehen und ergänzt von W. Steudel. 7. Aufl. Stuttgart, Hoffmann, 1889. 4°. Mit 50 (49 kolor. und getönt.) lithogr. Tafeln. IV, LXIV, 246 S., 1 Bl. (Anzeigen). OLwd. (berieben und leicht bestoßen). (69) 100,Nissen 322. – Titel gestemplt numeriert, Text wasserrandig, das Anzeigenblatt und eine Tafel mit Einriß (nicht ins Bild), stellenw. etwas fleckig.

BUFFON, (G. L. L.) DE, Histoire naturelle. 43 Bde. der Reihe. Zweibrücken, Sanson, 1785-87. Mit gestoch. Portr., 4 gefalt. Kupferstichkarten auf 3 Bl. und 276 (253 kolor.) Kupfertafeln. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale tls. lädiert, stark beschabt, bestoßen). (11) 800,Nissen 679. Zimmer 106. Wood 268. Schöndorf, Zweibrücker Buchdruck, S. 184-196 (ausführliche Würdigung der Ausgabe). – Enthält die „Histoire naturelle générale et particulière“, die „Oiseaux“ sowie die „Quadrupèdes“ komplett, letztere allerdings ohne die Supplementbände 13 und 14. – Obwohl der Nachdruck zu einem relativ hohen Preis angeboten wurde, erreichte er eine Auflagenhöhe von ca. 3000 Exemplaren. „Deutlicher als im Vorbild ist im Zweibrücker Nachdruck ein Vorläufer der modernen preiswerten Taschenbücher der Vogel- und Säugetierbestimmungen zu sehen“ (Schöndorf). – Zur Kollation: Vögel (114 Tafeln wie Nissen; Schöndorf gibt 115 an); Vierfüßer (186 Tafeln wie Nissen; Schöndorf 187). – Tls. etw. gebräunt und fleckig. – Schönes Exemplar mit prachtvollen Tafeln in leuchtendem Kolorit. – Siehe Abbildung Tafel 8.

BAKER, E. C(H). S., The Game-Birds of India, Burma and Ceylon. 3 Bde. London, Bale & Danielsson, 1921-30. 4°. Mit 3 Frontisp. und 78 (30 chromolithogr., 30 farb.) Tafeln nach H. Grönvold, J. G. Keulemans u. a. sowie 2 Karten. XVI, 340; XVI, 328; X, 341 S. Hldr. und Hlwd. d. Zt. (Lederrücken verblaßt; berieben und leicht beschabt). (69) 300,Anker S. 65. Zimmer 36. Nissen, IVB, 67. Wood 218: „Based on articles in the 'Journal of the Bombay Natural History Society' from 1896 onward, revised and corrected. Vol. I, with modifications, appeared as a separate work in 1908 under the title 'The Indian ducks'.“ – Behandelt im ersten Band Schwäne, Gänse und Enten, im zweiten Schnepfen, Trappen und Sandflughühner und im dritten Fasane und Wachteln. – Band III mit Besitzvermerk; etwas fleckig.

(BRUGUIERE, J. G.), Vers, coquilles, mollusques et polypiers. Bd. I (von 3). Paris, Agasse, 1827. 4°. Mit 95 (5 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 2 Bl., VIII, 180 S. Hldr. d. Zt. (vorderes Gelenk eingerissen; berieben). (69) 100,Aus der „Encyclopédie méthodique“. – Nissen 4621. – Die Tafeln mit zahlr. Abbildungen von Infusorien und Weichtieren. – Titel gestempelt; etwas fleckig.

Zoologie 659

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– Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere. Bd. VII der Reihe. Brünn, Traßler, 1786. Mit 27 altkolor. Kupfertafeln. 429 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapitale verletzt; beschabt, bestoßen). (13) 80,Nissen 712. Fromm 4274 (beide Troppau). – Enthält die Tafeln CXIII-CXXIX der Reihe, mit Darstellungen zu Eichhörnchen, Fledermäusen und anderen Tieren. – Tls. etwas gebräunt und leicht braunfleckig. – Gestoch. Exlibris.

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CARUS, C. G., Erläuterungstafeln zur vergleichenden Anatomie. 9 Hefte in 1 Bd. Leipzig, Barth, 1855. Gr.-Fol. Mit 74 tls. kolor. Kupfertafeln. Etw. spät. Hldr. (gering beschabt und bestoßen). (8) 400,Erste Ausgabe. – Nissen 823. – Das monumentale Werk erschien von 1826-55, die Titel der einzelnen Hefte sind jeweils beigebunden. Die Tafeln stammen zumeist von dem berühmten Mediziner, Naturphilosophen und Maler selbst: Carus ad nat(uram) del(ineavit). Sie stellen die Entwicklungsgeschichte der verschiedenen Tierklassen, ihre Skelettbildung und ihre Organsysteme dar. – Tls. stockfleckig und gebräunt, vereinzelt mit kleinem Wasserrand.


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Naturwissenschaften · Zoologie

Nr. 668

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CLAUS, C., Untersuchungen zur Erforschung der genealogischen Grundlage des CrustaceenSystems. Wien, Gerold, 1876. 4°. Mit 19 getönten lithogr. Tafeln. VIII, 114 S., 4 Bl. Läd. OPp. (129) 200,Erste Ausgabe. – Nissen ZBI 911. – Text leicht gebräunt; Tafeln tls. von Steg gelöst, wenig fleckig.

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Nr. 669

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COLLAERT, A., Animalium quadrupedum omnis generis verae et artificiosissimae delineationes in aes incisae. O. O. und J. (Antwerpen, A. Collaert, um 1590). Qu.-4°. Mit 20 Kupfertafeln von Adriaen Collaert. Mod. Hldr. (71) 3.500,Eine der frühesten Ausgaben dieser Folge, nahezu alle Tafeln mit „Adrian. Collaert fecit et excud.“ bezeichnet, ohne den Hinweis der Überarbeitung durch Theodor Galle. – Nissen 924 (dat. um 1612?). Funck 219, 9. Wurzbach I, 316, 29. Hollstein IV, 596-615. Wood 293: „A rare example of the many small 'albums' of animal pictures published by this well-known Dutch artist. The engraved title represents Orpheus charming and taming the birds and beasts of the forest.“ – Eine der schönsten Tierfolgen von Collaert, die reizenden Blätter zeigen verschiedene Vierfüßler vor einem landschaftlichen Hintergrund mit reicher Staffage. – Alle Kupfer, in guten Abdrucken, bis kurz vor den Plattenrand beschnitten und in Photoecken eingesteckt. Minimal gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 82. One of the earliest editions of this series, at the same time one of the most beautiful by Collaert illustrating animals. – All engravings, in good impressions, almost cut up to plate edge and put into adhesive corners. Minimally browned. – Modern half calf with spine title. – See illustration on page 82.

ELLIS, J., Versuch einer Natur-Geschichte der Corall-Arten und anderer dergleichen Mer-Cörper. Aus dem Englischen und Französischen übers., und mit Anmerkungen, auch einem Anhange fünf hieher gehöriger Abhandlungen der Herren Schlosser, Baster und Ellis begleitet von J. G. Krünitz. Nürnberg, Raspe, 1767. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 46 (6 gefalt.) Kupfertafeln. 52, 168 S. Pp. d. Zt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (55) 500,Erste deutsche Ausgabe. – Nissen 1282. Eales I, 1672. Stafleu-C. 1661. Cobres 431: „Classisch, mit sehr nützlichen Zusätzen bereichert.“ DNB VI, 703: „He established by it the animal nature of this group of organism.“ – Eine Tafel zeigt ein Mikroskop der Zeit. – Frontisp. und Titel mit kleiner Wurmspur im Bug, Titel mit kleinem Vermerk, einige Tafeln mit hs. lateinischen Titeln im unteren Rand, wenig gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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GESNER, K., Vogelbuch. Durch Rudolff Heüßlin mit fleyß in das Teütsch gebracht. Zürich, (Ch. Froschauer, 1582). Fol. Mit Titelholzschnitt und ca. 220 Textholzschnitten. 6 nn., CCLXI num. Bl. – BEIGEB.: DERS., Thierbuch. Durch D. Cunrat Forer in das Teütsch gebracht. Ebda. 1583. Mit


Naturwissenschaften · Zoologie

ca. 145 Textholzschnitten. 4 nn., CLXXII num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 10 buckligen Messingbeschlägen auf den Deckeln (Rücken erneuert, fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen, vereinzelt kleine Wurmlöcher). (103) 2.500,I. Zweiter Druck der zweiten deutschen Ausgabe. – VD 16 G 1736 (Ex. der BSB nicht mehr vorhanden). Vischer C 990. Nissen, IVB, 350. – Diese Ausgabe nicht im STC, bei Rudolphi und Wellisch. – Titel mit großen Ausrissen aufgezogen (teilw. Verlust des Kolophons und des Titelholzschnittes). – II. Zweite deutsche Ausgabe. – VD 16 G 1729 (Ex. der BSB nicht mehr vorhanden). Rudolphi 786. Vischer C 1007. Wellisch A 23/24.5. Nissen 1552. – Nicht im STC. – Bl. Nr. I (mit etw. Textverlust) und XIII (mit Text- und Bildverlust) unten angerändert. – Beide Drucke etw. gebräunt und fleckig, mit Gebrauchsspuren, vereinzelt umfangreiche hs. Marginalien, tls. stärkere Randschäden z. Tl. ausgebessert oder hinterlegt. – Siehe Abbildung. I. Second issue of second German edition. – Title mounted with large tear-outs (partly loss of colophon and title woodcut). – II. Second German edition. – Leaf no. I (some loss of text) and XIII (with loss of text and illustration) mounted with paper slips at bottom. – I and II: Some browning and soiling, signs of wear, occasionally extensive ms. marginalia, partly stronger marginal damages, here and there repaired or backed. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards mit 10 bossed brass fittings on covers (rebacked, spotted, rubbed and scuffed, clasps missing, isolated minor worming). – See illustration.

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HAECKEL, E., Kunstformen der Natur. 2., verkürzte Aufl. Niedere Tiere. Leipzig, BI, o. J. (1924). Fol. Mit 30 tls. farb. lithogr. Tafeln. 2 Bl., 11 S. OLwd. (berieben und etwas fleckig). – Stellenw. leicht fleckig. (86) 150,-

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KIRBY, W. F., The Butterflies and Moths of Europe. London, Cassell, (1903). 4°. Mit 55 (54 farb.) Tafeln. LXXII, 431 S., zwischengeb. 54 Bl. Tafelerklärungen. Lwd. d. Zt. mit Deckeltitel (Gelenke aufgeplatzt; etwas fleckig und bestoßen). (69) 100,Nissen 2193. – Dritte Ausgabe. – Vorsatz mit Besitzvermerk, gering fleckig.

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LIEBIG, J. (VON), Untersuchungen über einige Ursachen der Säftebewegung im thierischen Organismus. Braunschweig, Vieweg, 1848. Mit einigen Textholzstichen. VI, 93 S. Mod. Pp. (73) 80,Erste Ausgabe. – Paoloni 513. Waller I, 5798. Ferchl 315. PMM 310. – „A rare work which contains a careful study of osmosis and the permeability of membranes“ (Partington IV, 316). – Vorsätze erneuert, leicht gebräunt und stellenw. etw. braunfleckig. – DAZU: DERS., Zur Beurtheilung der Selbstverbrennungen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Heidelberg, Winter, 1850. – Paoloni 535. Waller I, 5799.

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MAYNARD, CH. J., The Birds of Eastern North America. (Revised edition). Newtonville, Maynard, 1881. 4°. Mit 32 kolor. Tafeln. IV, 532 S. OLwd. (Kapitale leicht eingerissen; berieben und etwas bestoßen). (69) 400,Nissen, IVB, 611. Zimmer 423. – Vorderes Innengelenk eingerissen; etwas fleckig.

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HEEGER, E., Album microscopisch-photographischer Darstellungen aus dem Gebiete der Zoologie. 4 Bde. Wien, Ueberreuter, 1860-63. 8°. Mit 75 (statt 100) photogr. Abb. auf 30 Tafeln. Orig.Brosch. (Gebrauchsspuren). (73) 200,Erste Ausgabe. – Nissen 1875. Horn-Sch. 9971. Wurzbach VIII, 195. – Das entomologische Werk erschien in Oktavund Großoktav. Jeder Lieferung der Großoktav-Ausgabe waren 25 Tafeln beigegeben; die abgebildeten MikroskopPräparate wurden für die Oktav-Ausgabe verkleinert und auf 10 Tafeln je Lieferung gebannt. – Die 4 Lieferungen liegen in der Oktav-Ausgabe vor; allerdings ohne die Tafeln zu Lieferung IV. – Zusätzlich lose beiliegen 25 montierte Original-Aquarelle der Präparate der ersten Lieferung in Großoktav und das Textheft der vierten Lieferung der Großoktav-Ausgabe. Möglicherweise stammen die Aquarelle aus dem Besitz des Verfassers. Wurzbach ist der Hinweis zu verdanken, daß Heeger seine durch das Sonnenmikroskop vergrößerten Präparate zunächst wohl eigenhändig nachgezeichnet hat und sie dann nach vielerlei Versuchen endlich photographieren konnte, um sie schließlich in seinem Album einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. – Tls. wasserrandig; gebräunt und braunfleckig. – Beiliegt das Textheft zur Lieferung IV in Oktavformat.

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MICHAEL, A. D., British Oribatidae. 2 Bde. London, Ray Society, 1884-88. Mit 62 kolor. lithogr. Tafeln. XI, 366; XI S., S. 337-657. OLwd. (minimal fleckig; Vordergelenk von Bd. II etw. eingerissen). (76) 200,Erste Ausgabe. – Nissen 2808. – Die Tafeln mit sehr genauen und äußerst feinen, vom Milbenforscher Michael selbst nach der Natur angefertigten Zeichnungen der mikroskopisch kleinen Oribatiden oder Hornmilben. – Schnitt und wenige Tafeln leicht stockfleckig.

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NAUMANN, (J. A.), Naturgeschichte der Vögel Mitteleuropas. Neu bearb. von G. Berg u. a. Hrsg. von C. R. Hennicke. 12 Bde. Gera, Köhler, (1895)1905. Fol. Mit 449 (439 chromolithogr.) Tafeln. Hlwd. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (9) 2.500,Nissen 667. Anker 356. Fine Bird Books 96. Wood 487. – Dritte und letzte Augabe des berühmten Werkes über die Vogelwelt Mitteleuropas mit prachtvollen und leuchtenden Tafeln. – Titel von Bd. IX mit kleinem hinterlegten Einriß, Vorsatz von Bd. XI in der rechten unteren Ecke mit kleiner Beschädigung. Stellenw. wenig stockfleckig.


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Naturwissenschaften · Zoologie

RATHKE, H., Beiträge zur Geschichte der Thierwelt. 2 Hefte in 1 Bd. Halle, Renger, 1824-25. 4°. Mit 8 lithogr. Tafeln. VI, 211 S., 2 Bl., 146 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (leicht beschabt). (76) 200,-

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Schriften der Naturforschenden Gesellschaft zu Danzig. Abt. II, Hefte III und IV. – Erste Ausgaben. – Über den Darmkanal und die Zeugungsorgane der Fische. – Dean II, 309. – Beobachtungen und Betrachtungen über die Entwicklung der Geschlechtswerkzeuge bei den Wirbelthieren. – Tafeln auf Trägerpapier montiert und gefaltet; Namenszug auf fliegendem Vorsatz, Spiegel mit Notiz. Tls. etw. braunfleckig.

Nissen 3799 N. – Die Abteilung I beschreibt in 4 Text- und 4 Tafelbänden die Groß-Schmetterlinge des paläarktischen Faunengebietes. – Ohne das Supplement zu Bd. IV. – Vereinzelt kleine Einrisse am Rand; tls. leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

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SEITZ, A., Die Groß-Schmetterlinge der Erde. Abt. I und Supplementbde. I-III (von IV) in 11 Bdn. Stuttgart (1906)-38. Gr.-4°. Mit 303 chromolithogr. Tafeln. Hldr. und Hlwd. d. Zt. (tls. stark beschabt und stärker bestoßen). (16) 600,-

RÜPPELL, E., Beschreibung und Abbildung von 24 Arten kurzschwänzigen Krabben, als Beitrag zur Naturgeschichte des rothen Meeres. Frankfurt, Brönner, 1830. 4°. Mit 6 (1 gefalt.) lithogr. Tafeln. 28 S. Stark läd. Orig.-Brosch. (129) 300,-

WAGNER, R., Icones zootomicae. Handatlas zur vergleichenden Anatomie. Leipzig, Voss, 1841. Fol. Mit 35 (10 teilkolor.) Kupfertafeln. XVI, 44 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (76) 100,Erste Ausgabe. – Nissen 4311. Hirsch-H. V, 816. – Titel mit hinterlegtem Ausschnitt, Tafeln etw., Text stärker stockfleckig. – Mehrere Beilagen.

Nissen 3504. – Tafeln lose; tls. stark gebräunt.

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WILHELM, G. T., Unterhaltungen aus der Naturgeschichte. (Bde. VI-VIII): Insecten. 3 Bde. Wien, Selbstverlag, 1832. Mit 3 gestoch. Titeln, 151 (1 doppelblattgr., 150 kolor.) Kupfertafeln. XLVIII, 376; 424; 418 S., 12 Bl. Lwd. d. Zt. (Kapitale defekt, fleckig, beschabt, bestoßen). (21) 400,Den Bibliographen unbekannt gebliebene Titelauflage der Ausgabe 1811. – Vgl. Nissen 4408. Horn-Sch. 24190. – Für die Titel wurden ältere Platten wiederverwendet, bei denen nur die letzten zwei Ziffern der Datierung angepaßt wurden. Für den dritten Band wurde dies vergessen, so daß dort das Titelblatt noch mit 1811 datiert ist. – Die schönen Tafeln in kräftigem Kolorit zeigen Schmetterlinge, Libellen, Bienen und Krustentiere sowie Techniken zum Sammeln und Konservieren von Insekten. – Tls. etw. braunfl., Tafeln gut.

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WITTMANN, P., Der Edelfasan (Phasianus colchicus). Seine Naturgeschichte, Aufzucht, Hege, Jagd und Benutzung. Wien, Künast, 1891. Mit getöntem lithogr. Frontisp. und einigen Textholzstichen. 3 (statt 4) Bl., 245 S., 1 Bl. Anzeigen. Hldr. d. Zt. (Ldr. brüchig, berieben, leicht bestoßen). (56) 120,Mantel I, 151. Von Knorring 1311. – Ohne den Vortitel. – Vorderer fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk; das Frontisp. knapp über dem Rand beschnitten; vereinzelt. etw. braunfleckig.

Nr. 679


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Technik und Handwerk

Nr. 758

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Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. Auch über den KVK kein Exemplar zu ermitteln. – Konstruktions- und Reparaturhandbuch für den Flugmotor der Typen Eagle VIII und IX. Eagle VIII wurde bis 1922, Eagle IX ab demselben Jahr gebaut; daraus ist das Erscheinungsjahr ziemlich genau zu erschließen. – Fliegende Vorsätze entfernt, Kopfsteg wasserwellig (ohne Verfärbung).

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Erste Ausgabe. – Brockett 12945. Liebmann-W. 667. Tissandier 61. – Geschichte der Luftschiffahrt, Anleitung zur Herstellung von Ballonen, Probleme ihrer Navigation etc. – „Wise's activities and his important role in the history of aerostation are comparable to Charles Green ... Obsessed with flying, Wise died at the age of 71, when in 1879 he was lost with his balloon in the vastness of Lake Michigan – it was the 479th ascent“ (L'Art Ancien 264). – Leicht gebräunt bzw. stockfleckig.

AERONAUTIK – HANDBUCH für den RollsRoyce Eagle VIII und die Neuerungen des Eagle IX Motors. Übersetzt von F. Flohr. O. O. (um 1922). Mit 21 eingeklebten Fotos. 96 S. OLwd. (etw. fleckig, Hintergelenk mit Einriß, beschabt). (76) 200,-

– WISE, J., A System of Aeronautics, comprehending its earliest investigations, and modern practice and art. Philadelphia, Speel, 1850. Mit Aquatinta-Portr. und 12 lithogr. Tafeln. 310 S. Lwd. d. Zt. (etw. bestoßen, Kopf und Schwanz gering defekt). (98) 500,-

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BECKMANN, J., Anleitung zur Technologie, oder zur Kenntniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen. Nebst Beiträgen zur Kunstgeschichte. Verb. und verm. Ausg. Wien, Trattner, 1789. Mit gefalt. Kupfertafel. 10 Bl., 515 S., 12 Bl. Hldr. d. Zt. (Deckelbezug erneuert, bestoßen). (100) 200,Giese 2104. – Vorsätze erneuert; Titel verso gestempelt (durch Kritzelei unkenntlich gemacht), stellenw. leicht fleckig.


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Technik und Handwerk

Erste Ausgabe (Bd. I in 2. verb. Auflage). – Kirchner 2729. Engelmann 26. Poggendorff I, 127. Roller-G. I, 94. Humpert 1200. Kress B 1010. Ferguson I, 92: „One of the books by which he is best known, which shows his wide reading and exceptional knowledge and retains its value to the present time.“ – Enthält meist ausführliche Artikel über so unterschiedliche Themen wie Branntwein, Krankenhäuser, Kutschen und Taucherglocken; viel Chemisches im weitesten Sinne (Farben und Färben, Glas, Metalle und Mineralien). – Titel gestempelt; stärker gebräunt, stellenw. fleckig.

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from the library of J. A. Freilich with his exlibris. – Contemporary limp vellum (some stains, fly-leaves and spine title renewed) in modern vellum slipcase.

BECKMANN, J., Beyträge zur Geschichte der Erfindungen. Jge. I-V (alles Erschienene) in 5 Bdn. Leipzig, Kummer, 1783-1805. Mod. Hpgt. (tls. fleckig und etw. beschabt). (100) 800,-

BERGBAU UND MINERALOGIE – BARBA, A. A., Arte de los metales en que se ensena el verdadero beneficio de los de oro, y plata por acogue, el modo de fundir los todos. Madrid, Imprenta del Reyno, 1640. 4°. Mit vielen Holzschnitten. 4 Bl., 120 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, Vorsätze und Rtit. erneuert) in mod. Pgt.-Kassette. (144) 6.000,Erste Ausgabe des ersten Buches über Metallurgie und Hüttenwesen in spanischer Sprache. – Hoover 81. Medina 1010 (falsch datiert: 1630). Palau 23622. Sabin 3253. DSB I, 448. – Der Priester Alvaro Alonso Barba (1588-1639) verband die seelsorgerischen Pflichten mit seinem großen Interesse für die reichen Bodenschätze Südamerikas und bereiste in seiner Funktion fast ganz Peru, wo er in den Gemeinden der Hütten und Bergwerke arbeitete und neue Methoden zur Legierung von Silbererzen erfand, die er in seinem Buch dokumentiert. Seinen mit akkuratester Systematik vorgenommenen Versuchen und deren durchdachter Darstellung, angefangen von der Schilderung der präkolumbianischen Metallverarbeitung bis hin zur Aufstellung von exakten Plänen der Arbeitsschritte und Kosten, ist nicht nur der daraus resultierende große Reichtum Perus, sondern auch die immense Bereicherung des spanischen Mutterlandes an zur Verarbeitung vorbereitetem Edelmetall zu verdanken. Obwohl das Buch von der Inquisition auf den Index gesetzt wurde, folgten dieser ersten Ausgabe über 30 weitere Auflagen in Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch. – Die reizenden Holzschnitte mit Ansichten und Skizzen von Schmelzöfen, kupfernen Schmelzpfannen, Blasebälgen, Gußformen, Stempeln, Waagen, Haken, Zangen u. v. m. – Titel und wenige Textbl. mit geschickt restaurierten Löchern (davon 8 größere mit Textverlust hs. faksimiliert), einige gelöschte Stempel. Etw. stock- und fingerfleckig. Insgesamt ordentliches Exemplar aus der Bibliothek von J. A. Freilich mit dessen Exlibris. First edition of the first book on metallurgy and mining in Spanish. – The priest Alvaro Alonso Barba (1588-1639) combined his pastoral duties with his burning interest in the rich mineral resources of South America; he travelled extensively thoughout Peru in his function as a priest where he worked in minig communities and invented new methods of alloying silver ore, documented in this book. – Although the book was on the list of forbidden publications by the Inquisition, this first edition was followed by 30 further printings in Spanish, English, German and French. – Titel and a few text leaves with expertly restored holes (8 of which fairly large with loss of text replaced in facsimile), a few erased stamps. Some foxing and fingermarks. Generally a reasonable copy

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– – Docimasie oder Probir- und Schmeltz-Kunst. Hrsg. von M. Godar. Wien, Trattner für Monath, 1749. Mit gefalt. gestoch. Frontisp. und 7 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 155 S., 9 Bl. Interims-Pp. d. Zt. (Fehlstelle am Rücken, Gebrauchsspuren). (146) 1.000,Erste deutsche Ausgabe. – Libri rari 23. Ferguson I, 70 Anm. Sabin 3255 c. Palau 23636 (fälschlich unter „BergBüchlein“ eingereiht). Ferchl 21. – Barba war ein spanischer Priester, „der lange in Potosi in Bolivien lebte, bedeutender Sachverständiger auf dem Gebiet des Metallhüttenwesens“ (Ferchl). – Tls. leicht gebräunt und wenig fleckig. – Siehe Abbildung. First German edition. – Here and there slightly browned, hardly soiled. – Contemporary interim cardboard (spine with defect, signs of wear). – See illustration.

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– BAUER, M., Edelsteinkunde. 2. neubearb. Aufl. Leipzig, Tauchnitz, 1909. 4°. Mit 21 tls. chromolithogr. Tafeln (8 mit Pergamindeckbl., darauf Umrißdarstellungen). XVI, 766 S. Ldr. d. Zt. mit Rücken- und Deckelvg., sign. „W. Collin Berlin“ (leicht beschabt). (27) 120,-

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– CRAMER, J. A., Anfangsgründe der Probierkunst. Nach der andern verb. Ausgabe aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzet von C. E. Gellert. 2 in 1 Bd. Stockholm, Kiesewetter, 1746. Mit 6 gefalt. Kupfertafeln. 32, 320 S., 9 Bl., S. (323)-682, 11 Bl. Flex. Pp. d. Zt. (stärker berieben). (147) 400,Erste deutsche Ausgabe. – Darmstaedter, Probirbüchlein, 202. Ferguson I, 180 Anm. Cole 300 Anm. – Vgl. Hoover 238. Poggendorff I, 494. Ferchl 107. – Übersetzung von Cramers „Elementa artis docimasticae“ (EA Leiden 1739), „das beste Werk der Erzuntersuchung“ (Ferchl). – Leicht gebräunt.

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– HENCKEL, J. F., Pyritologia, oder: Kieß-Historie. Leipzig, Martini, 1725. Mit gestoch. Frontisp. und 12 Kupfertafeln. 22 Bl., 1008 S., 16 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (147) 800,Erste Ausgabe. – Ferguson I, 385. DSB VI, 259. Partington II, 706. – Vgl. Hoover 407 (Ausgabe 1754). – Henckels Hauptwerk, in dem er als erster nachweist, daß Schwefel-, Kupfer- und Arsenkies chemische Verbindungen sind. „The book is a complete treatment of pyrites based on observations and experiments“ (Cole). –Frontispiz am linken Seitenrand knapp beschnitten und lädiert, etw. fleckig und gebräunt. First edition, with engr. frontispiece and 12 copperplates. „An encylopedic study of the pyrits“ (DSB). – Frontispiece closely trimmed at right margin, damaged, a little soiled and browned. – Contemporary, damaged cardboard. – See illustration.


Technik und Handwerk

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Nr. 688

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– JUGEL, J. G., Philosophische Unterredung zwischen dem Fliegenden Mercurium und einem gemeinen Schmelzer. Berlin, Rüdiger, 1743. Mit gestoch. Frontisp. (in Pag.). 254 S. Läd. Brosch. d. Zt. (147) 600,Erste Ausgabe dieses seltenen Werkes zur Metallurgie. – Brüning 4423. Ferguson I, 442. Duveen 312. Ferchl 262. Neu 2096. Caillet 5677. – Vgl. Koch 84: „Ein bergmännischer Schriftsteller besonderer Eigenart im 18. Jahrhundert war Johann Gottfried Jugel. Über seinen Lebensweg ist wenig bekannt, und es liegt etwas Geheimnisvolles über ihm und dem von ihm herausgegebenen umfangreichen Schrifttum. Er veröffentlichte seine Bücher (meist) nicht unter seinem Namen, sondern unter dem Pseudonym 'Philosophiae cultor'.“– Enthält auch eine Schilderung „wie die itzigen Röst- und Schmeltz-Arbeiten auf denen meisten Haupt-Gebürgen Teutschlandes eingerichtet und getrieben werden“. – Erste Bl. mit kleiner Mäusefraßstelle im rechten Rand, Frontisp. gering wasserrandig; etw. gebräunt.

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– KIESSLING, J. G., Gegründete Nachricht von dem Bergbau und Schmelzwesen in der Grafschaft Mannßfeld. Leipzig, Lankisch, 1747. 4°. 6 Bl., 132 S. Buntpapier-Brosch. d. Zt. (stärker berieben und bestoßen). (147) 200,Einzige Ausgabe. – Hoover 477. Libri rari 154. – Wenig fleckig, stellenw. etw. gebräunt.

Nr. 694

694

– – Relatio practica de arte probatoria mineralium et metallorum. Das ist: Gründliche Erzehlung, wie alle und jede Mineralia auf gewisse Metalle geschieden werden. Leipzig, Blochberger, 1741. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 279 S. Flex. Pp. d. Zt. (verwischter hs. Rtit., stärker berieben). (147) 1.500,Erste Ausgabe. – Ferchl 272. Cole 713. Ferguson I, 465: „This is a genuine book of assaying and gives a good idea of the processes and reagents of the time.“ – Nicht bei Darmstaedter, Probirbüchlein. – Am Schluß die Erklärung der chemischen Symbole, die in der zweiten Ausgabe von 1752 durch die vollen Namen ersetzt wurden. – Stärker gebräunt. – Siehe Abbildung. First edition. – At the end explanation of the chemical symbols. – Stronger browning. – Contemporary limp cardboard (ms. spine title blurred, stronger rubbing). – See illustration.

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– – Relatio theoretica uti ex cere metalla excoquantur modo Freibergensi, Oder kurtze jedoch gründliche Erzehlung, wie bey Freyberg in Meissen die Mineralia und Ertzte untersuchet, Silber,


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Technik und Handwerk

kunst, von den alten Probirbüchlein deutlich unterschieden“ (Darmstaedter). – Von Johann Bernhard Horn sind noch nicht einmal die Lebensdaten bekannt.

Bley und Kupffer heraus geschmolzen und zu gute gemachet werden. Dresden und Leipzig, Walther, 1741. 4 Bl., 102 S. Pp. d. Zt. (leicht beschabt). (147) 250,-

III. H(ORN), J. B., Wohlgegründeter Anschlag und Bedencken, wie die wilde antimonialische Erze, wenn sie Gold- und Silber-haltig seyn, zu gute gemachet, auch über ihren gemeinen Gehalt angereichert werden können. Zum durck (sic) befördert durch D. Kellner. Ohne Ort, J. Ch. Weidner, 1690. 127 S. – Einzige Ausgabe. – Ferguson I, 417 und 455 (jeweils Anmerkung). STC H 1602. – Johann Baptist Horns zweite metallurgische Schrift. – Kellner veröffentlichte 1693 eine „Ars separatoria“, der das vorliegende Werk wohl zur Vorlage diente. – Zum Drucker Johann Christoff Weidner, der die beiden metallurgischen Schriften Horns verlegte, vgl. Reske 405, der offensichtlich nur den Großvater (?) gleichen Namens kennt. Im KVK werden als Druckorte Jena, Nordhausen und Schneeberg vermutet.

Erste Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Vgl. Cole 713. Ferguson I, 466. – Ganz wenig fleckig.

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– LENZ, J. G., Versuch einer vollständigen Anleitung zur Kenntniss der Mineralien. 2 Bde. Leipzig, Vogel, 1794. 13 Bl., 640 S., 10 Bl., 4 S. (Anzeigen); 6 Bl., 420 S., 7 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). (100) 1.500,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1424. Reichardt I, 83. – Vgl. Ferchl 309. – Titel mit zeitgenössischem Besitzvermerk „Johann Christi(an) Flitner“. – Sehr selten.

IV. KELLNER, D., Kurtze Vorstellung des Hochgräflichen Stollbergischen Bergwerckes izzigen herrlichen Zustandes nebst dem erneuert- und vermehrten bergmännischen WegWeiser zu verborgenen Ertz-Gängen. Goslar, Duncker, 1692. 16 Bl. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im VD 17). – Seltenste Schrift des Nordhauser Arztes und Metallurgen. – Nicht im Jahrbuch.

First edition. – Title with contemporary ownership entry „Johann Christi(an) Flitner“. – Very rare. – Contemporary half calf with gilt back (scratched and scuffed).

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– LEONHARD, K. C. VON, Bedeutung und Stand der Mineralogie. Frankfurt, Hermann, 1816. 4°. 1 Bl., 111 S. Orig.-Brosch. (leicht fleckig). (13) 80,-

Der erste Titel mit dem Stempel der Bibliothek Stolberg, sonst nur leicht gebräunter und sehr gut erhaltener Sammelband mit vier frühen und bedeutenden Schriften zur Geschichte des deutschen Bergbaus in einem hübschen Pergamenteinband interessanter Provenienz. – Siehe Abbildung Tafel 4.

Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1427. – Karl Christian von Leonhard war 1816 an die Akademie der Wissenschaften in München berufen worden, „wo er sich mit einer begeisterten Rede über 'Mineralogie' (eigentlich Geognosie im Sinne der damals noch herrschenden Wernerschen Schule) einführte“ (ADB XVIII, 309). – Etw. braunfleckig.

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– LYELL, CH., Die neuen Veränderungen der unorganischen Welt. Aus dem Englischen von C. Hartmann. Weimar, Voigt, 1841. Mit 33 (3 gefalt.) lithogr. Tafeln. XX, 628 S., 4 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). (128) 100,-

First title with stamp of the Stolberg library, otherwise a very well preserved and only slightly browned Sammelband with four early and remarkable treatises on the history of German mining, in a beautiful vellum binding of interesting provenance. – Contemporary vellum, with monogram C(hristian) L(ludwig) G(raf) z(u) S(tolberg), dated „1692“ (slightly soiled and rubbed). – See illustration on plate 4.

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Erste deutsche Ausgabe des zweiten Buches von Lyells „Principles of Geology“. – Reichardt I, 89. – Einzelne Seiten tls. mit kleinen Randausrissen; wenig fleckig.

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– MÜLLER, H., Gründtliche und warhaftige Beschreibung, der, auff dem hohen HartzGebürge belegenen beeden Berg-Städte ClaußThal, und Zeller-Feldt. Hildesheim, Ebel, 1680. 2 Bl., 48 S. Pgt. d. Zt., monogr. C(hristian) L(udwig) G(raf) z(u) S(tolberg) und dat. „1692“ (leicht fleckig und berieben). (100) 4.000,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). BEIGEB.: II. HORN, J. B., Synopsis metallurgica oder kurtze Anleitung zu der Probier-Kunst. Zum Druck befördert durch D. Kellnern. Ohne Ort (Nordhausen?), J. Ch. Weidner, 1690. Mit 15 (1 gefalt.) Tabellen. 22, 104 S., 1 Bl. – Darmstaedter 101. Ferguson I, 417. – Einzige Ausgabe der „uebersichtlichen und selbständigen Anleitung zur Probir-

– (OPPEL, F. W. VON), Anleitung zur Markscheidekunst nach ihren Anfangsgründen und Ausübungen. Grundwerk und Anhang in 1 Bd. Dresden, Walther, 1749. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und 16 (3 gefalt., 13 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 1 Bl., 484 S., 2 Bl., 36, 165 S., 1 Bl. Stark läd. Hldr. (1) 150,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 328. Roller-G. II, 259. Reichardt I, 101. Hoover 617. Koch 354. – Die schönen Tafeln mit Darstellungen verschiedener Vermessungsinstrumente. – Innengelenk aufgeplatzt, Vorsätze mit Skizzen und Einträgen von alter Hand in Tinte, stark braunfl., tls. mit Sporflecken, Exlibris.

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– RIVOT, L. E., Docimasie. 4 Bde. Paris, Dunod, 1861-66. Mit 4 gestoch. Falttafeln. Hldr. d. Zt. mit Rvg., sign. „R. E.“ (Gelenke tls. stark beschabt, etw. berieben und bestoßen). (100) 80,Erste Ausgabe. – Poggendorff IV, 1127. – Vorderes Gelenk des vierten Bandes gebrochen; die letzten Blätter des dritten Bandes im Rand tintenfleckig; teilw. stärker gebräunt und fleckig.


Technik und Handwerk

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– (WÜNSCH, CH. E.), Briefwechsel über die Naturprodukte. Erster Theil (von 2): Von den Mineralien. Hrsg. von dem Verfasser der kosmologischen Unterhaltungen. Leipzig, Breitkopf, 1781. Mit 16 (15 gefalt.) kolor. Kupfertafeln. 7 Bl., 582 S., 13 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (20) 120,(Kosmologische Unterhaltungen für die Jugend, Bd. III/1). – Holzmann-B. I, 8085. Poggendorff II, 1373. ADB XLIV, 318. – Vgl. HKJL III, 1581 und Wegehaupt 2330 (beide nur Bde. I/1-2 und II/1; so nicht erkannt und das Werk als komplett geführt). – Der zweite Teil der dritten Abteilung erschien 1787 und behandelte die Flora. – Etw. fleckig.

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BERUFE – ENCYCLOPEDIE. Bd. III (von 3). Genf, Pellet, 1779. 4°. Mit 115 (statt 134) Kupfertafeln. 64 S. Läd. Ldr. d. Zt. (62) 300,-

Second Latin edition of Amman's Ständebuch (book of trades). – Printer's mark on last leaf partly coloured. – A beautiful, almost immaculate copy. – Modern exlibris. – Contemporary vellum (a little soiled and scuffed). – See illustration.

706

– SPRENGEL, (P. N.), und O. L. HARTWIG, Handwerke und Künste in Tabellen. Bd. XV (von 17). Berlin, Realschulbuchhandlung, 1777. Mit 5 gefalt. Kupfertafeln. 3 Bl., 417 S. Pp. d. Zt. (berieben und leicht bestoßen). (62) 100,Erste Ausgabe. – Graesse VI/1, 474. – Die Enzyklopädie des Handwerks erschien 1767-95, vorliegender Band behandelt Tapetenfabriken, Strumpfwirker, Färber, Blumenfabriken und Schneider (zu diesen die Kupfer), ferner Watte- und Knopfmacher. – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel gestempelt; gebräunt.

Lough 36. – Mit den Tafeln zu Mechanik, Optik, Architektur, Militär, Chirurgie u. a. – Es fehlen 10 Tafeln zur Geometrie, 7 zu Waffen und 2 zum Dachdecken. – Titel mit Besitzvermerk, 2 Tafeln im Rand angestaubt und etwas ausgefranst, kaum fleckig. – 10 Beilagen.

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– PETIT TABLEAU des arts et métiers. Paris, Blanchard, 1816. Mit gestoch. Frontisp. und 5 Kupfertafeln. 238 S. Späteres Hldr. (berieben und leicht bestoßen). (62) 100,Jede der Tafeln zeigt 4 typische Arbeitsabläufe: Drucker, Leinenweber, Glasbläser, Tischler, Drechsler, Papier-, Kerzen-, Münzherstellung etc. – Mit kleinen Wasserrändern, stellenw. etwas fleckig.

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– SCHOPPER, H., De omnibus illiberalibus sive mechanicis artibus. Frankfurt, G. Rab für S. C. Feyerabend, 1574. Mit wdh. Holzschnittvign. auf dem Titel und letzten Bl. recto, Druckermarke auf dem letzten Bl. verso und 132 Holzschnitten von Jost Amman. 148 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen). (119) 8.000,Zweite lateinische Ausgabe des Ammanschen Ständebuches. – Adams S 703. VD 16 S 3898 (nicht in der BSB). Becker 65, 13 d. Andresen I, 383. Colas 112. Lipperheide 1948 = Pa 5. – Die schönen Holzschnitte zeigen die Stände, Handwerker und Künstler in ihren Trachten und bei ihren Beschäftigungen. „Im Einzelnen zeigen sich mehrere Abweichungen (zur ersten Ausgabe). Der Holzstock für den 'Apotheker' ist durch einen neuen ersetzt, der auch von dem in der gleichzeitigen 2. deutschen Ausgabe verschieden ist. Die Stöcke für 'Nadler' und 'Hefftelmacher', dsgl. für 'Harpff vn Laut' und 'Pfeiffe vn Zincke', wie für 'Schalcksnarr' und 'Stocknarr' sind vertauscht. Für den 'Bauwer' ist im Gegensatz zur gleichzeitigen deutschen Ausgabe der Stock aus der 1. Auflage beibehalten. Für 'Geltnarr' und 'fressend Narr', ebenso für den 'Hauptmann vber ein Fendlin' und 'dess Obersten Zeugmeisters Lieutenant' und 'Feldtweybel' ist derselbe Stock benutzt. Der 'öberst General', für den in der 1. Auflage derselben Stock wie für den 'König' verwendet war, ist auf einem neuen Stocke besonders dargestellt“ (Lipperheide). – Druckermarke auf dem letzten Blatt ankoloriert. – Schönes, nahezu fleckenloses Exemplar. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.

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Nr. 705


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Technik und Handwerk

Erste Ausgaben. – Meusel III, 300 und 303. Ronalds 170 f. (beide dat. II „1787“). Poggendorff I, 730 (nur I). – Nicht bei Wheeler Gift. – Vgl. NDB V, 65. – Verfaßt von dem Augustiner-Chorherrn und einem der bedeutendsten katholischen Pädagogen seiner Zeit, Johann Ignaz von Felbiger. Er empfielt, auf eigenen Beobachtungen basierend, die Errichtung der von Benjamin Franklin 1753 erfundenen Blitzableiter (vgl. Darmstaedter 197). – Die Kupfer zeigen die Pfarrkirche von Sagan mit Grund- und Aufriß, einen Teil des Stadtplanes von Preßburg und den Grundriß des königlichen Schlosses der Stadt. – Etw. gebräunt und braunfleckig. – NACHGEB.: WEBER, J., Neue elektrische Versuche. Salzburg, Waisenhaus, 1786. 24 S. – Ronalds 536. Poggendorff II, 1272 (dat. 1785).

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First German editions. – All three parts only lightly browned and on the whole very well preserved. – Decorative binding. – Contemporary half calf.

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DOBSON, M., Abhandlung über die medicinischen Kräfte der fixen Luft. Aus dem Englischen übers. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1781. 1 Bl., 208 S., 7 Bl. – BEIGEB.: II. MARAT, (J.-P.), Entdeckungen über das Licht. Aus dem Französischen übers. Mit Anmerkungen von Ch. E. Weigel. Leipzig, Crusius, 1783. XIV S., 1 Bl., 166 S. – III. MAGALHAES, J. J. DE, Beschreibung eines Glasgeräthes, vermittelst dessen man mineralische Wasser in kurzer Zeit und mit geringem Aufwande machen kann. In einem Sendschreiben an Doktor Priestley. Uebers. aus dem Englischen von G. T. Wenzel. Dresden, Walther, 1780. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 68 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (97) 500,-

DOPPLER & CO. (HRSG.), Fabrikation – Engros – Export in Haus- und Küchengeräthen von Holz und Metall. (Preisbuch. „Ausgabe No. 10“. München, Gämmerler, 1898). Fol. Mit zahlr. Abb. 2 Bl., 172 S., 1 Bl., S. 200-223, 1 Bl., S. 250300, 3 Bl. (so vollständig). OHlwd. (bestoßen, fleckig). (94) 400,Firmenkatalog mit Abbildungen, Detailinformationen zu Größe und Beschaffenheit sowie Preisen von Blech- und Metallprodukten für Küche und Haus, Lampen, Badeartikeln, Gummiwaren, Halbfabrikaten, Zinkornamenten für Dachdecker, Emaille- und Holzwaren. – Bindung gelockert, fleckig, vorderer fliegender Vorsatz mit Eckabriß. – Beiliegend „Neue Preise über diverse Emailwaaren“. Januar 1900. Doppelblatt. – DAZU: ILLUSTRIERTE PREISLISTE von Albert Frank, Lampen- und Blechwaren-Fabrik, MünchenMittersendling. München, Oldenbourg, (1897). Fol. Mit 9 Tafeln, zahlr. Textabb. und lackierter chromolithogr. „Farbenmusterkarte für Lackierwaaren“ als hinterer Vorsatz und Spiegel. OLwd. (fleckig).

CAVALLO, T., Description of an Improved AirPump, and the Account of some Experiments made with it. London, Nichols, 1784. 4°. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., 18 S. Heftstreifen (minimal fleckig). (94) 400,Separatabdruck aus „Philosophical Transactions of the Royal Society“, Bd. LXXIII. – Poggendorff I, 406. – Anlaß für Cavallos Bemühungen um die Verbesserung der Luftpumpe waren ein in den „Transactions“ veröffentlichter Aufsatz und daran anschließende Experimente, auf Grund deren Cavallo die beiden Mechaniker J. B. Haas und J. H. Hurter mit dem Bau einer nach seinen Vorstellungen verbesserten Luftpumpe beauftragte. – Die kräftig gedruckten Tafeln mit einer Gesamtansicht, einem Aufriß und Details der Pumpe. – Titel mit hs. Vermerk, daß die Pumpe bei Mr. Hurter „N. 53. great marlborough Street“ zu erwerben sei. – Breitrandiges Exemplar.

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Erste deutsche Ausgaben. – I. Vgl. Partington III, 689. Neu 1183. Wellcome II, 475. Cole 374: „The first section deals with the preparation of fixed air and the methods used to impregnate water with it. The properties of fixed air are found in references scattered throughout the text.“ – II. Ronalds 322. Fromm 16143. – Marat verwirft Newtons Theorie des Lichts und beschreibt über 200 Experimente, die er zur Bestätigung seiner eigenen Theorie unternommen hat. „Though now chiefly known as one of the most hideous monsters of the Terror, Marat was previously the author of works of no small scientific value“ (Sotheran 2816). – III. Vgl. Duncan 8325. Blake 282. – Nicht bei Wellcome. – „Magellan early saw how important were the investigations of Priestley, whose good friend he became“ (DSB IX, 5). – Alle 3 Drucke nur leicht gebräunt und insgesamt sehr gut erhalten. – Dekorativ gebunden.

BLITZABLEITER – FELBIGER, J. I. VON, Die Kunst Thürme oder andere Gebäude vor den schädlichen Wirkungen des Blitzes durch Ableitungen zu bewahren, angebracht an dem Thurm der Saganischen Stifts- und Pfarrkirche. Breslau, Korn, 1771. Mit gefalt. Kupfertafel. 110 S., 1 Bl. – BEIGEB.: (DERS.), Wie weit gewähren wohl Gewitterableiter Sicherheit für umstehende Gebäude? Preßburg und Korabinsky, Schauff und Weber, 1786. Mit 2 Kupfern auf gefalt. Tafel. 38 S. Hschweinsldr. d. Zt. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (20) 400,-

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EISENBAHN – ANGERHOLZER VON ALMBURG, F., Bau und Betrieb der Waldeisenbahnen. Wien und Leipzig, Frick, 1914. Mit 11 (4 gefalt.) Tafeln und gefalt. Plan. XI, 177 S., 2 Bl. OLwd. (Bibliotheksmarke auf dem Vorderdeckel, wenig angeschmutzt, etw. bestoßen). (57) 120,Das forstliche Ingenieurwesen, Bd. II. – Nicht bei Neuner und Metzeltin. – Vortitel mit hs.Einträgen, mehrf. gestempelt, wenige Marginalien mit Bleistift. – Selten.

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– BAADER, J. VON, Ueber ein neues System der fortschaffenden Mechanik, als Programm eines über diesen Gegenstand nächstens zu erscheinenden großen Werkes. München, Fleischmann, 1817. 72 S. Hldr. d. Zt. mit Vg. (Wurmspuren, fleckig, etw. beschabt). (20) 250,Engelmann 20. Metzeltin, Lokomotive 15. Poggendorff I, 80. – Vorschau auf Baaders 1822 erschienenes „Neues System der fortschaffenden Mechanik oder vollständige


Technik und Handwerk

Beschreibung neuerfundener Eisenbahnen und Wagen“, das von Alxander von Rußland mitfinanziert wurde und von den Bibliographen manchmal mit dem Programm verwechselt wird. – „Die Hauptbedeutung Baaders liegt in seinem unermüdlichen Eintreten für den Bau von Eisenbahnen, den er seit etwa 1807 propagierte“ (NDB I, 476). – Nicht im Jahrbuch. – Tls. leicht gebräunt und wenig fleckig.

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– THE CAR BUILDERS' Dictionary. Compiled by Rodney Hitt. New York und London 1906. Fol. Mit zahlr. Abb. 3 Bl., 166 S., 2 Bl., 568, 54 S. OLdr. (etw. berieben und bestoßen). (57) 300,-

– DEMARTEAU, A., Malerisch-technischer Atlas der k. k. Staatseisenbahn-Strecke von Mürzzuschlag bis Gratz in Steiermark. Wien, Müller, (1844). Mit 2 lithogr. Leporellos, lithogr. Falttafel, 2 auf die Innendeckel mont. lithogr. Plänen (Wien, Graz) sowie 2 (1 gefalt.) Tabellen. 24 S. OPp. (starke Gebrauchsspuren). (57) 250,-

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– GESCHICHTE der Eisenbahnen der oesterr.ungar. Monarchie. Hrsg. vom oesterreichischen Eisenbahnbeamten-Verein. 6 in 7 Bdn. Wien, Teschen, Prochaska, 1898-1908. Reich illustr. OLwd. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (57) 300,Erste Ausgabe. – Metzeltin 1404 (ungenau). Neuner 41: „Unbestritten das grundlegende Werk der österreichischen Eisenbahngeschichte des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die einzelnen Abhandlungen sind namentlich gekennzeichnet und stammen von vorzüglichen Fachleuten und Kennern der Materie. Die Bände (I/1, I/2, II, III und IV) wurden zum fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum Kaiser Franz Josefs I. herausgegeben. Zum sechzigjährigen Jubiläum 1908 erschienen in sehr geringer Auflage zwei Ergänzungsbände (V, VI).“ – Komplette Prachtausgabe (= Normalausgabe) des seltenen Grundlagenwerkes; es erschien auch eine reich ausgestattete Kaiserausgabe, die durch das große Format (37 x 28 cm) allerdings äußerst schwer und unhandlich und daher nur mühsam lesbar war. – Bindung tls. gelockert, Innengelenke teilw. aufgeplatzt (tls. geklebt), Vorsätze mit gelöschtem Besitzvermerk, stellenw. leicht fleckig.

– HIRSCHBERG, R., Die bayerischen Spitalzüge im deutsch-französischen Kriege 1870/71. München, Ackermann, 1872. 4°. Mit 12 (9 gefalt.) Tafeln. 2 Bl., 98 S. Hlwd. d. Zt. (bestoßen, beschabt, Hintergelenk brüchig). (94) 500,Einzige Ausgabe. – Bosl 352. ADB XII, 372: „Mit größter Auszeichnung aufgenommenes Werk.“ – Reinhold Hirschberg (1821-1876) hatte maßgeblichen Anteil an der Durchsetzung bayerischer Spitalzüge nach Frankreich im deutschfranzösischen Krieg und vermittelt in seinem Bericht über die technische Einrichtung, die Aufgaben des Personals und zwei Reisen mit Spitalzügen über das Technikgeschichtliche hinaus ein auch sozial- und medizinhistorisch eindrückliches Zeitbild. – Gebräunt, Papier brüchig, 2 Tafeln lose; S. 37/38 mit geklebtem Einriß. – Siehe Abbildung.

Neuner 961. Metzeltin 884. Nebehay-W. 140. – Plan des Streckenverlaufs (ca. 26 x 175 cm) mit hübschen Randansichten; Risse und Profile der wichtigsten Brücken, Bahnhofsgebäude etc. entlang der Strecke (ca. 26 x 148 cm); die Falttafel zeigt die Pläne der 14 Stationen der Strecke. Der Textteil mit eigenem Titel „Statistisch-topographische und technische Notizen über die k. k. Staatseisenbahn-Strecke von Mürzzuschlag bis Gratz“. – Titel des Textheftes mehrf. gestempelt und hs. Vermerk in Tinte; etw. fleckig und angeschmutzt.

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– (GHEGA, C. VON, Die Baltimore-OhioEisenbahn über das Alleghany-Gebirge). Nur Atlas. (Wien, Kaulfuß' Witwe, 1844). Qu.-Gr.-Fol. Mit doppelblattgr. lithogr. Plan und 18 (5 gefalt.) Kupfertafeln. Ohne Einband. (57) 200,Erste Ausgabe. – Hoeltzel 65. Sabin 27257. Neuner 568. Metzeltin 1410. – Mit einem Längenprofil der BaltimoreOhio-Eisenbahn und Darstellungen der Lokomotiven „Washington“, „Virginia“, „Mercury“ und „Gowan et Marx“ sowie Viadukten, Bahnoberbauten etc. – „Um die neuesten Fortschritte des Eisenbahwesens kennenzulernen, unternahm Ghega vom Februar bis August 1842 eine Studienreise in die Vereinigten Staaten von Amerika. 'Die Baltimore-Ohio-Eisenbahn ...' ist der erste veröffentlichte Teilbericht über diese Reise. Ghega, Doktor der Mathematik, erbringt in diesem klassischen Werk den wissenschaftlichen Beweis, daß das Adhäsionsprinzip zur Überwindung starker Steigungen ausreicht. Das Buch hat große Bedeutung für die österreichische Eisenbahngeschichte – es war die maßgebliche theoretische Basis für den Bau der Semmeringbahn“ (Neuner). – Das Längenprofil etw. gebräunt, Tafelränder teilw. mit Läsuren, vereinzelt leicht fleckig.

Reich illustriertes Verzeichnis aller im Eisenbahnbau verwandten Geräte, Maschinen und Motoren, von dem kleinsten Detail der Innenausstattung bis zu Darstellungen ganzer Waggons. Mit einem ausführlichen Wörterbuch zum Eisenbahnwesen. – Ein Nachdruck erschien 1971. – Vorsätze leimschattig, Titelränder minimal gebräunt; nahezu fleckenlos. – Selten.

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– KARLSRUHE IM JAHRE 1870. Baugeschichtliche und ingenieurwissenschaftliche Mittheilungen. Karlsruhe, Braun, (1872). Mit Holzstichtitel (in der Pag.), 3 gefalt. lithogr. Plänen, 2 gefalt. lithogr. Karten und zahlr. Textholzstichen. VI S., 1 Bl., 190 S. Beschäd. Hldr. d. Zt. unter Folie. (62) 100,Über Baugeschichte, Rheinkorrektur, Badische Eisenbahn, Eisenbahnbrücken sowie einige Karlsruher Fabriken. – Mit einer Ansicht des Karlsruher Schlosses, Plänen von Karlsruhe und dem Heidelberger Schloß sowie Karten des badischen Eisenbahnnetzes und der Schwarzwaldbahn. – Plan des Heidelberger Schlosses mehrfach eingerissen; stellenw. fleckig.

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– KOHN, I., Österreichisches Eisenbahn-Jahrbuch. Jge. I-V, VII-XIII und XV-XX (von 21) in 18 Bdn. Wien, Tendler, 1868-76. Mit zahlr. Beilagen. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (57) 400,-


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Technik und Handwerk

Nr. 717

Erste Ausgabe. – Neuner 99: „Die Kontaschen Jahrbücher – 1883 erfolgte die Namensänderung von Kohn auf Konta – sind eine unschätzbar wertvolle Quelle der österreichischen Eisenbahngeschichte. Mit bewundernswertem Fleiß schaffte es Konta, die Entwicklung und die jeweilige Gestaltung des Eisenbahnwesens der österreichisch-ungarischen Monarchie in allen Einzelheiten darzustellen.“ – Erschien ab dem zweiten Jahrgang unter dem Titel „Eisenbahn-Jahrbuch der österreichisch-ungarischen Monarchie“; Jg. XII ist zugleich Jg. I der Neuen Folge. – Zum Verfasser, vgl. Neuner 1338. – Titel gestempelt und mit Eintrag in Tinte, Vorsätze leimschattig und mit aufgeklebter Bibliotheksmarke, Schnitt angeschmutzt, vereinzelt fleckig und an den Rändern tls. gering gebräunt.

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– KOPPEL – DENKSCHRIFT anlässlich der Fertigstellung der 5000. Lokomotive. Mit einem Rückblick auf die Entwicklung der Orenstein & Koppel-Arthur Koppel Aktiengesellschaft. Berlin 1913. Fol. Reich illustr. 137 S. OLwd. (minimal fleckig und berieben). (57) 80,Beiliegen zwei Festschriften der Berliner Maschinenbau AG Schwartzkopff.

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– LAMBERT, G., Panorama der Badischen Eisenbahn. Mannheim, Zeiler, o. J. (1846). StahlstichLeporello (ca. 20 x 158 cm) mit 2 seitlich ausfaltbaren Teilen. 22 S. Läd. OLwd. (62) 150,-

Haskell 3381. – Panorama der Eisenbahnstrecke von Freiburg bis Heidelberg mit den seitlichen Abzweigungen nach Straßburg und Mannheim und den Vogelschauansichten der an der Strecke liegenden Städte. – Das Begleitheft mit deutsch-englisch-französischem Paralleltext. – Im Vorderdeckel eingeklebt ein gedruckter Sommerfahrplan, gültig ab 1. Mai 1846. – Befestigung des Begleitheftes gelöst; wasserrandig und fleckig.

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– LOCOMOTIVE TYPEN der k. k. landesbef. Maschinen-Fabrik in Wien der k. k. priv. Österr. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft. (Hrsg.) J. Haswell. Wien, Weiner, 1873. Qu.-Fol. Mit 55 Tafeln. 2 Bl. OLwd. (Vorderdeckel und Rücken geblichen, Vordergelenk aufgeplatzt, fleckig). (94) 1.200,Erste Ausgabe. – Neuner 479-480. Metzeltin, Lokomotive, 97. – Systematische Skizzen und grundlegende technische Daten aller unter der Leitung von John Haswell (18121897), dem „Begründer des österreichischen Lokomotivbaues“ (Matschoss), bis 1873 erbauten Lokomotiven. – Fliegender Vorsatz verso gestempelt, Vorblatt mit hs. Schenkungsvermerk, die Tafeln mit sorgfältig ausgeführten, sachkundigen, zeitgenössischen Eintragungen in Blei. First edition. – Systematic sketches and basic technical data of all the engines built until 1873 under the direction of John Haswell (1812-1897), „founder of the Austrian engine construction“ (Matschoss). – Fly-leaf verso stamped, preliminary leaf with ms. donation note, plates with contemporary annotations in pencil, carefully carried out. – Original cloth (front cover and spine faded, upper hinge bursted, spotted).


Technik und Handwerk

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– MEYER, G., Grundzüge des EisenbahnMaschinenbaues. 4 Bde. Berlin, Ernst und Korn, 1883-92. Mit 7 gefalt. lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (57) 200,-

The Railroad Gazette, 1883. Fol. Mit 84 (5 doppelblattgr.) Tafeln. 4 Bl., 46 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (fleckig, bestoßen, Schwanz etw. eingerissen). (94) 900,-

Erste Ausgabe. – Metzeltin, Lokomotive, 141. – Die Tafeln zeigen Lokomotiven, Güter- und Personenwagen. – Einbanddecke von Bd. II tls. von Buchblock gelöst; Vortitel von Bd. IV mit hinterlegtem Einriß; Tafeln stellenw. mit kleinen Läsuren und wenigen Quetschfalten; mehrf. gestempelt, vereinzelt leicht fleckig.

Beschreibungen, Abbildungen und schematische Darstellungen von 70 amerikanischen und europäischen Lokomotiven, wegen ihrer Aktualität in der „Railroad Gazette“ vorgestellt und hier gesammelt unverändert wiederabgedruckt. – Leicht fingerfleckig, mit einigen Einrissen (2 restauriert). – Aus dem Besitz von James McCrea, von 1907-12 Präsident der Pennsylvania Railroad, mit dessen Namen in goldgepr. Versalien auf dem Vorderdeckel.

– NEUE EISENBAHN-REISEKARTE von Deutschland und einem Theile der angrenzenden Länder. Wesel, Bagel, 1867. Farbig lithogr. Karte (ca. 68 x 53 cm). Orig.-Brosch. (etwas fleckig und berieben). (62) 80,Vgl. Neuner 1243 (Ausg. 1848). – Neue, nach den Friedensverträgen vom August 1866 berichtigte Ausgabe. – Erschien zu Theophil Königs „Handbuch für EisenbahnReisende“. – Mit kleinem Wasserrand unten.

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– RECENT LOCOMOTIVES. Illustrations, with descriptions and specifications and details, of recent American and European locomotives, reprinted from the Railroad Gazette. New York,

– (RÖSSLER, H., Technische Beschreibung der Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth). Atlasband. (Darmstadt, Leske, 1837). Fol. 10 (8 doppelblattgr.) lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. mit Titelschild auf dem Vorderdeckel (beschabt). (94) 1.000,Erste Ausgabe. – Haskell 923. Metzeltin 3089. Engelmann 312. – Schematische Abbildungen und eine Darstellung der Eisenbahn auf ihrer historischen Fahrt, die Familie Ullstein ist nur mit Phantasie auszumachen, der hünenhafte Engländer William Wilson dagegen ist auf der Lokomotive gut zu erkennen. – Rösslin war ein bedeutender Förderer des hessischen Maschinenbaus. – Ohne den Textband. – Spiegel und eine Tafel verso gestempelt, leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

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– (RUPPERT, C. G., Konstruktionspläne des Iglava-Viadukts). Wien, k. k. priv. oesterr. StaatsEisenbahn-Gesellschaft, um 1870. Gr.-Fol. 17 1/2 (von 20?) Pläne auf 21 (15 doppelblattgr., 1 gefalt.) Tafeln. Geheftet, mit Schutzblatt vorne. (94) 600,Central-Direktion für die Bauten, Serie II, Österreichische Staats-Eisenbahn-Gesellschaft, Post 635-53 (ohne 644). – Röll VI, 2813. Pottgießer 133. ÖBL IX, 330. – Nicht bei Neuner. – Die eingleisige Gitternetzbrücke mit einer Gesamtlänge von 375 Metern wurde im Taktschiebeverfahren gebaut und im September 1870 für den Verkehr freigegeben. Ruppert war seit 1856 Centralbaudirektor der österreichischen Staatseisenbahngesellschaft, unter seiner Ägide wurde auch die Stadlauer Donaubrücke errichtet. – Es fehlen der zweite Teil von Tafel 3, Tafel 10 sowie möglicherweise eine 20ste Tafel (rechtes Widerlager). – Eine Tafel lose, wenige kleine Löcher (meist am Falz).

– PLESSNER, F., Notizen zum Veranschlagen der Eisenbahnen nebst Preis-Ermittelungen und einem Anhang: Vergleichende Zusammenstellung der hauptsächlichsten Oberbausysteme bei deutschen Eisenbahnen. Berlin, Ernst & Korn, 1853. Mit 4 gefalt. Tafeln, 6 gefalt. Tabellen und einigen Textholzstichen. XII, 283 S. Mod. Hldr. unter Verwendung alten Materials. (102) 200,Erste Ausgabe. – ADB LIII, 76. – Nicht bei Metzeltin. – Vgl. GV 109, 373 (2., 3. und 9. Aufl.). – Die Anleitung zu einem General-Kostenanschlag für den Eisenbahnbau erfuhr in den folgenden Jahren zahlreiche Auflagen. – Vorsatz und Titel gestempelt, stellenw. fleckig, Tafeln mit etwas Bildverlust beschnitten.

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Descriptions, illustrations and diagrams of 70 American and European engines. – Light thumbing, with some tears (2 restored). – From the possession of James McCrea, president of the Pennsylvania Railroad from 1907-12, his name in gilt stamped capitals on front cover. – Contemporary half calf (spotted, scuffed, bottom turn-in a little torn).

– PERDONNET, A., Portefeuille de l'ingénieur des chemins de fer. Atlasbd. Paris, Mathias, 184346. Qu.-Gr.-Fol. Mit 130 (statt 141; 17 doppelblattgr., 2 gefalt.) Kupfertafeln. 2 Bl. Hldr. d. Zt. (stark beschabt, bestoßen). (21) 300,Haskell 2277. Metzeltin, Lokomotive, 155. Metzeltin 2795. – Der Atlasband der umfassendsten Darstellung französischer Eisenbahntechnik der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt unter anderem mit den Bahnhöfen von Birmingham, Leeds, London, St. Germain, Straßburg, Versailles und Wien, mit Darstellungen zu Weichen und Lokomotiven alle Bereiche des Eisenbahnbaus. – Die Tafelzählung weicht in den einzelnen Bibliographien ab; zudem enthält der vorliegende Atlasband Zusatztafeln zu den Serien E, K und L, die im Verzeichnis nicht aufgeführt werden. – Ohne die sieben Tafeln der Serie B und die Zusatztafeln 40-43 der Serie K. – Titel mit größerem Eckausschnitt, tls. etw. fleckig.

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– SAMMLUNG – Cirka 12 Werke zum österreichischen Eisenbahnwesen in 40 Bdn. Wien 18721912. Verschiedene Einbände (tls. starke Gebrauchsspuren). (57) 400,SÜDENHORST, A. VON, Ein freies aber wahres Wort über die Eisenbahn-Frage Predil –oder Laaker Linie. Wien 1872. – Neuner 1061. – DEGHILAGE, M., Les locomotives à l'exposition de Vienne en 1873. Paris 1874. – RADINGER, J., Autographien über Eisenbahnbetriebsmittel.


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Technik und Handwerk

Nr. 728

(Wien 1874). – Neuner 463. – FAHRBETRIEBSMITTEL der k. k. priv. Kaiserin Elisabeth-Bahn. Wien 1878. – Neuner 794. – BECKER, L., Die selbstthätige Frictions-Bremse. Wien 1878. – Neuner 464. – STATISTISCHER BERICHT über den Bau der Rakonitz-Protiviner Staatsbahn. Wien 1879. – Neuner 886. – DENKSCHRIFT der k. k. Direktion für Staats-Eisenbahnbauten über den Fortschritt der Arlberg-Bahn im Jahre 1881. Wien 1882. – Neuner 653. – ALMANACH für das Personale der k. k. Direction für Staatseisenbahnbetrieb in Wien. 2 Jge. in 2 Bdn. Wien 188485. – Neuner 52. – WENUSCH, J. VON, Denkschrift über eine Bahnverbindung Zaras mit Oesterreich. Wien 1905. – Neuner 153. – SAMMLUNG der die Concession und die Constituierung der k. k. priv. Südbahn-Gesellschaft betreffenden Urkunden. Wien 1900. – Neuner 953. – DIE ÖSTERREICHISCHEN BAHNEN niederer Ordnung. Wien 1908. – Neuner 242. – GUTACHTEN über die Elektrisierung der Wiener Stadtbahn. 2 in 1 Bd. Wien 1912. – Altersspuren – Zahlr. Beilagen.

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– SCHIEMANN, M., Bau und Betrieb Elektrischer Bahnen. Dritte verb. Aufl. 2 Bde. Leipzig, Leiner, 1900-03. Mit lithogr. Tafel. IX, 678; VI, 462 S. OLwd. (beschabt, Rücken mit Resten von Etiketten). – Metzeltin 3209. – Gering gebräunt. (76) 150,– SCHMIDT, H., Das Eisenbahnwesen in der asiatischen Türkei. Berlin, Siemenroth, 1914. Mit Faltkarte. XII, 157 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Metzeltin 3238. – Selten. (57) 200,-

733

– STATIONSVERZEICHNIS zu Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanländern nebst Rumänien. Neu bearb. von A. Freud. 16. Aufl. Wien, Artaria, 1911. Mit 2 Karten auf 1 Falttafel und gefalt. farb. photolithogr. Karte (116 x 84 cm), auf Lwd. aufgezogen. 1 Bl., 3 S., S. 3-41. OHlwd. (Vorderdeckel gestempelt und mit Bibliotheksmarke, leicht angeschmutzt, wenig bestoßen). (57) 200,Vgl. Neuner 1193 und 1328 (zum Verfasser). – Titel gestempelt, Seitenränder gering gebräunt; Karten tadellos. – Beiliegt die „Eisenbahn-Karte Wien-München“ von Schusser (1862), die „Karte von Central Europa zur Übersicht der Eisenbahnen“ von Liebenow (1882), die „Eisenbahn- und Dampfschiffrouten-Karte von Europa“ von Sohr (1882), ein „Karlsbader Promenaden-Plan“ von Jakob (ca. 1910), die „Übersichtskarte der k.k. österreichischen Staatsbahnen und der Privatbahnen“ (1911) sowie 6 Eisenbahnkarten zur Strecke Österreich-Ungarn (ca. 1874-1907) und die Leporellos zur „Kaiser Ferdinand Nordbahn“ mit den Strecken Wien-Brünn und Lundenburg-Olmütz (1839-42).

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– STOCKERT, L. VON, Bau und Einrichtung der Lokomotive. Wien, Graeser, 1907. Mit 2 doppelblattgr. Tafeln. VIII, 231 S. Hlwd. d. Zt. (Deckelbezug stellenw. gering eingerissen, etw. berieben und bestoßen). (57) 200,Erste Ausgabe. – Neuner 496. Metzeltin 3503. – Vortitel mit Besitzvermerk, kaum fleckig. – Beiliegt die „Theoretische Untersuchung der Constructionssysteme des Unterbaues von Locomotiven“ von Johannes Einbeck (1875).


Technik und Handwerk

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FARBEN – BADISCHE ANILIN- & SODAFABRIK, Los colores de anilina. Ludwigshafen, BASF, 1902. 4°. Mit 2 Tafeln sowie zahlr. mont. farb. Stoff- und Garnmustern auf 20 Tafeln. 1 Bl., IX, 561, XII S. OHlwd. (Kapitale leicht berieben). (100) 80,Vereinzelt etw. braunfleckig. – DAZU: DIES., Modes d'emploi pour teindre et imprimer avec les couleurs d'aniline, de résorcine et de naphtaline. Ludwigshafen (um 1880). – Beilagen.

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FÄRBEREI – FÄRBER-ZEITUNG. Hrsg. von M. Reimann. 10 Jge. der Reihe in 9 Bdn. Berlin 1873-82. Mit 189 (statt 197) Mustertafeln, 3 (1 doppelblattgr., 1 gefalt.) lithogr. Tafeln, 2 Tafeln und zahlr. Textholzstichen. Hlwd. und Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (8) 400,Bolton 3899. – Die bibliographischen Angaben zum Erscheinungszeitraum der Zeitschrift sind ungenau, das GV verzeichnet 33 Jahrgänge von 1873-1903, der KVK von 1871-1903. Als sicher gilt, daß jeder Jahrgang mit 48 Heften erschien. Die Jahrgänge 1873-1878 waren mit jeweils 24 Tafeln ausgestattet, ab dem Jahrgang 1879/19 erschien nur noch jedes vierte Heft mit einer Tafel. Einzig dem Jahrgang 1882/17 waren 2 Mustertafeln beigegeben. – Die Stoffmuster in meist leuchtendem Kolorit und tadelloser Erhaltung geben einen Einblick in die Vielfalt der Färbetechnik. – Die lithogr. Tafeln zeigen technische Neuerungen, darunter eine hydraulische Walzen-Mangel und eine Beiz-, Färbeund Spülmaschine. – Die Zeitschrift wurde unter dem Titel „Journal de teinture“ auch ins Französische übersetzt. – Ohne die Tafeln 5 und 7 in Jg. 1873; die Tafeln 9, 27, 31 und 39 in Jg. 1874; die Tafeln 5 und 7 in Jg. 1876. – Der Jg. 1873: ohne die S. 363-366; Jg. 1874: die S. 323-326 verbunden, die

– TALIER, (A. N.), Dell'arte di tingere in filo, in seta, in cotone, in lana, ed in pelle. Venedig, Nuova Stamperia, 1793. XV, 287 S. Brosch. d. Zt. (einige Läsuren, stark berieben). (24) 250,Erste Ausgabe. – Ron 1018. Siegelaub 319 (Anm.). – Von Talier zusammengestellte Texte verschiedener englischer und französischer Autoren über das Färben unterschiedlicher Stoffe. – Ecken geknickt, kleinere Randläsuren, leicht fleckig und gebräunt, unbeschnitten.

– WIEN-RAABER-EISENBAHN. I. Section von Wien bis Glocknitz (alles Erschienene). Wien, Rohrmann, 1841. Mit lithogr. Leporello (116 x 20 cm) und auf dem Innendeckel mont. lithogr. Plan (Wien). OPp. (Rücken schadhaft, fleckig und bestoßen). (57) 250,Erste Ausgabe. – Neuner 1007. Nebehay-W. 846 a und 1168. – Das Album erschien anläßlich der Eröffnung der Strecke von Wien nach Gloggnitz im Jahre 1841. Eine zweite Auflage erschien unter dem Titel „Südbahn-TarceKarte“ mit der Darstellung der Strecken Wien-Gloggnitz und Mürzzuschlag-Graz. – Bug laienhaft restauriert und mit Klebespuren, stellenw. fleckig.

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– (TREUDING, F. A., HRSG.), Sammlung von Zeichnungen aus dem Gebiete des Eisenbahnbaus. Hannover, Rümpler, 1854. Qu.-Fol. Mit 39 Tafeln. 6 S. Läd. Interims-Broschur. (94) 1.000,Erste Ausgabe. – GV 147, 48. – Für den Unterricht an der polytechnischen Schule in Hannover zusammengestellte Sammlung. Treuding war dort 1851-61 Professor für Bauingenieurwesen. – Behandelt werden Beispiele aus England, Frankreich, Deutschland und den USA zu den Bereichen Streckenführung, Oberbau, Schienen, Weichen, Drehscheiben, Wasserstationen, Bahnhofsgrundriß und Wagenbau. – Stellenw. etwas wasserrandig, stockfleckig.

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Tafel 17 falsch numeriert, die Tafelnummer 19 doppelt vergeben; Jg. 1876: ohne die S. 25-56 (Hefte 4-7); Jg. 1878: die Paginierung der S. 250-260 springt; Jg. 1881: die S. 485-486 verbunden. – Zusätzlich in Jg. 1874 eingebunden die “Brochüre der Patentfarbenfabrik in Göttingen“ 1874. – Titelblätter teilw. gestempelt, vereinzelt kleine Schadstellen (tls. hinterlegt bzw. angeändert), Seitenränder mit kleinen Läsuren, wenig fleckig. Muster mit wenigen Altersspuren. – Ohne Rückgaberecht. – Siehe Abbildung Tafel 9.

– STÜLPNAGEL, F., und J. C. BÄR, EisenbahnAtlas von Deutschland, Belgien, Elsaß und dem nördlichsten Theile von Italien. 4. verm. Aufl. Gotha, Perthes, 1850. Mit 15 lithogr. Karten auf 12 Doppelbl. und 1 lithogr. Faltkarte mit Streckenkolorit. 2 Bl. Lithogr. OHlwd. (fleckig). (20) 300,Vgl. Haskell 3899 und 4123 (frühere Ausgaben). – Nicht bei Metzeltin. – Wasserrandig.

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– FARBENFABRIKEN VORM. FRIEDR. BAYER & CO., Die Halbseidenfärberei unter Anwendung der Farbstoffe der Farbenfabriken. Elberfeld 1903. 4°. Mit Frontisp. und 436 mont. farb. Stoff- und Garnmustern auf 37 Tafeln (in Pag.). 127 S. OHlwd. (etw. beschabt, minimal bestoßen). (100) 200,BEILIEGEN: I. DIES., Die Benzidinfarbstoffe und anderen substantiven Farbstoffe in ihrer Anwendung auf Baumwolle und sonstige Pflanzenfasern. Bd. I. 1906. – II. DIES., Katigenfarben auf Baumwollgarn. Nachtrag zur Katigenbroschüre. 1907. Mit 54 mont. farb. Garnmustern. – III. DIES., Pharmaceutische Producte. 1906.

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– FARBWERKE HOECHST, Colorants derivés du goudron. Höchst, Lucius & Brüning, 1896. 4°. Mit Frontisp. und 172 mont. farb. Stoffmustern. 1 Bl., 182 S. OHlwd. (etw. beschabt und bestoßen). (100) 100,Das Vorwort kündigt einen zweiten Band an, der jedoch – darauf lassen Vergleichsexemplare im Handel und im KVK schließen – nie erschienen ist. – Tls. etw. braunfleckig.

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– – Die Teerfarbstoffe ... auf dem Gebiet der Färberei von Baumwolle. 2 in 3 Bdn. Hoechst, Lucius & Brüning, 1906. 4°. Mit 2 Frontisp. und 1280 mont. farb. Stoff- und Garnmustern im Text und


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Technik und Handwerk

Gestoch. Titel eingerissen. Tafel 13 stark beschäd. (Bildverlust). – III. Architectura navalis. 1629. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 15 (statt 20) Kupfertafeln. – Ornamentstichslg. Berlin 1445. – Es fehlen Tafeln Nr. 6, 10, 14, 15 und 17; von Tafel 7 fehlt die linke Hälfte, stärker beschäd. der gestochene Titel sowie Tafeln 1, 4, 5 und 20. – IV. Architectura martialis. 1630. Mit 12 Kupfertafeln (inkl. gestoch. Titel). – Ornamentstichslg. Berlin 3524. – I-IV: Tls. stärker fleckig, mit Randschäden und Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht.

auf 106 Tafelseiten. 3 Bl., 246 S.; 3 Bl., 128 (recte 136) S.; 2 Bl., S. (131)-331. OHlwd. (etw. beschabt und bestoßen). (100) 200,Die Stoffmuster mit zahlreichen Beispielen zu Kleidung, Bezügen, Garnen etc. verschaffen einen guten Einblick in die Web- und Färbemöglichkeiten der Zeit. – In Bd. II b einzelne Farbmuster mit Verklebungen; Seiten etw. gewellt.

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– NOELTING, E., UND A. LEHNE, Anilinschwarz und seine Anwendung in Färberei und Zeugdruck. Berlin, Springer, 1892. Mit 32 farb. Stoff- und Garnmustern auf 4 Tafeln. 4 Bl., 110 S., 1 Bl. (Anzeigen). OLwd. (etw. berieben). (100) 80,-

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Titel gestempelt, Tafeln etw. gelockert, vereinzelt leicht braunfleckig. – DABEI: WURTZ, A.: Progrès de l'industrie des matières colorantes artificielles. Paris 1876. Mit 26 (statt 29) farbigen Stoffmustern und 5 doppelblattgr. Tafeln.

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Vgl. Engelmann 111 (deutsche Übersetzung der ersten Ausgabe von 1791). – Zweite umgearbeitete und um die Tafeln 17-19 erweiterte Auflage des seltenen Werks über die schwedischen Eisen- und Stahlproduktionsverfahren. – Garney war schwedischer Oberhochofenmeister, von seinem Werk „wird gesagt, daß es auf jedem Hochofenkranz (Gichtbühne) und bei jeder Tümpelflamme gelesen wurde“ (Johannsen, Geschichte des Eisens, 265). – Das Register wurde 1821 von Franz von Schéele herausgegeben. – Unbeschnitten, in den Rändern etwas gebräunt und angestaubt, stellenw. gering fleckig.

– SAMMLUNG – 6 Werke zur Farbe und deren Herstellung. Ca. 1880-1932. Orig.-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (100) 100,Neben einem Katalog mit Buntpapiermustern der chemischen Fabriken Verdingen (vorm. Weiler-ter Meer) aus dem späten 19. Jahrhundert sind in dieser Sammlung Reisserts „Geschichte und Systematik der Indigo-Synthesen“ (Berlin 1898), Julius' „Die künstlichen organischen Farbstoffe“ (Berlin 1887), Hoffmanns „Ultramarin“ (Braunschweig 1902), Montavons „L'apprêt des tissus“ (Paris 1924) sowie Gustav Schultzs „Farbstofftabellen“ (7. Aufl., 2 Bde., Leipzig 1931-32) enthalten. – Tls. stärkere Gebrauchsspuren.

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Koloriert 746

FEUER-LÖSCHWESEN – GAUTSCH, K., Das Chemische Feuer-Löschwesen in allen seinen Theilen. München, Huttler (Fischer), 1891. 4°. Mit kolor. lithogr. Titel (in Pag.) und 83 (7 doppelblattgr.) kolor. lithogr. Tafeln. VII, 167 S. OLwd. (20) 400,-

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GLOCKEN – MAGGI, G., De tintinnabulis liber postumus. Franciscus Sweertius notis illustrabat. Hanau, Wechel, Marne und Aubrys Erben, 1608. Mit Druckermarke auf dem Titel und 6 Textholzschnitten. 98 S., 7 Bl. Mod. Pp. (69) 300,Erste Ausgabe, postum erschienen. – STC M 65. Eitner VI, 274 (Lebensdaten falsch). RISM B VI/2, 525. – Eine der ersten Monographien über Glocken, ihre Anwendung bei Riten und Bräuchen etc. – Girolamo Maggi (1523-1572), ein italienischer Gelehrter, Mathematiker und Musiker, nahm an der Besetzung Zyperns teil, wo er in türkische Gefangenschaft geriet und 1572 hingerichtet wurde. – Titel mit Besitzvermerk. S. 63-66 außen eingefaltet, da die Holzschnitte über den Buchblock hinausragen. Etw. gebräunt, wenig fleckig, zu Beginn in der unteren Ecke mit Wurmspuren. – Siehe Abbildung.

FURTTENBACH – SAMMELBAND – 4 Tafelteile zu Furttenbachs Schriften. Ulm, Saur, 162730. Fol. Mit zahlr. meist doppelblattgr. Kupfertafeln. Ohne Text. Altes Manuskript-Pgt. (Gebrauchsspuren). (8) 800,Enthält: I. Halinitro-Pyrobolia. Beschreibung einer Newen Büchse(n)meistrey. 1627. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 45 Kupfertafeln. – Ornamentstichslg. Berlin 3294. – 44 num. Tafeln und eine nn. Tafel nach Tafel Nr. 6. – Gestoch. Titel mit Quetschfalten und eingerissen, von Tafeln 16 und 18 nur die untere Hälfte vorhanden. – II. Architectura civilis. 1628. Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 40 Kupfertafeln. – Ornamentstichslg. Berlin 1953. –

GEODÄSIE – GINET, N., Manuel de l'arpenteur. Paris, Jombert, 1770. Mit 21 gefalt. Kupfertafeln. 354 S., 3 Bl. (die letzten beiden mit Anzeigen). Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen, Vordergelenk defekt. (76) 150,Erste Ausgabe. – Lehrbuch für Feldvermesser, das mehrere Auflagen erlebte und auch übersetzt wurde. – Titel gestempelt, leicht gebräunt.

Erste Ausgabe. – GV 44, 49. – Der Verfasser war Experte für das chemische Feuer-Lösch- und Schutzwesen sowie Mitglied der freiwilligen Feuerwehr München. – Gering gebräunt, nahezu fleckenfrei. – Kolorierte Exemplare von uns nicht nachweisbar. – Siehe Abbildung Tafel 9.

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GARNEY, (J. C.), Handledning uti Svenska Masmästeriet. Omarbetad af C. J. Lidbeck. 2 Textbde., Register und Atlas in 4 Bdn. Stockholm, Cederborgh, 1816 und Fahlun, 1821 (Register). 8° und Qu.-Fol. (Atlas). Mit 2 wdh. gestoch. Titeln mit Vign. und 19 Kupfertafeln. IX S., 3 Bl., 256 (recte 254) S., 1; 5 Bl., 571 S., 1; 18 Bl. Interimsbrosch. (läd.) und ohne Einband (Register). (94) 600,-

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GOGUET, A. Y., Untersuchungen von dem Ursprung der Gesezze, Künste und Wissenschaften wie auch ihrem Wachstum bei den alten Völkern.


Technik und Handwerk

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Nr. 750

Aus dem Französischen übers. von G. Ch. Hamberger. 3 Bde. Lemgo, Meyer, 1760-62. 4°. Mit gestoch. Frontisp., 9 gefalt. Kupfertafeln und 3 (1 in Pag.) Falttabellen. XXII, 398 S.; 2 Bl., 372 S.; 2 Bl., 286 S., 8 Bl. Hldr. d. Zt. (etw. berieben und leicht bestoßen). (94) 800,-

Pädagogik“ (NDB VII, 350), war Lehrer an Salzmanns Philantropinum in Schnepfenthal, aus dessen Praxis dieses Lehrbuch erwuchs. – Vorsatz und Titel gestempelt, Tafeln tls. an der Faltstelle bis an den Bildrand eingerissen; fleckig.

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Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 11236. Ebert 8660. Graesse III, 106. – Vgl. Hoefer XXI, 76. – Behandelt u. a. Astronomie, Architektur, Gartenbau, Handwerk, Schiffahrt, Schreibkunst und Technik in der Antike. – Die Kupfer mit Darstellungen von Pflügen und Stelen sowie zur Baukunst. – Leicht gebräunt, Spiegel mit Spuren entfernter Exlibris, hintere fliegende Vorsätze mit inhaltserschließenden Notizen von alter Hand in Tinte. – Dekorativ gebunden.

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GUTSMUTHS, J. CH. F., Mechanische Nebenbeschäfftigungen für Jünglinge und Männer, enthaltend eine praktische, auf Selbstbelehrung berechnete Anweisung zur Kunst des Drehens, Metallarbeitens und des Schleifens optischer Gläser. Als Anhang zu seiner Gymnastik. Altenburg, Rink und Schnuphase, 1801. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., VI S., 4 Bl., 468 S. Pp. d. Zt. (fleckig und leicht bestoßen). (86) 200,Erste Ausgabe. – Engelmann 132. Hagelin IV, 108: „The rarest of Guthsmuths's works. The finely executed and very instructive plates of the turning lathe and the different tools, were all drawn by Guthsmuths himself.“ – Gutsmuths, „Wegbereiter der Leibesübungen in der Geschichte der

(HOHENHAUSEN UND HOCHHAUS, S. VON), Ankündigung eines neu entdekten Landes-Produkts in Baiern, und in der Obern-Pfalz. Dieses Produkt ist der nur in so wenigen Ländern von der Natur herfürgebrachte wahrhafte Flintenstein. München, Zängl für Strobel, 1796. Mit gefalt. kolor. Kupfertafel und gefalt. Tabelle. 52 S. Blaue Seide d. Zt. auf Holzdeckeln (Deckel etw. verzogen, tls. Spuren von Wurmfraß, Bezug am Kopf leicht abgeplatzt, fleckig). (20) 400,Erste Ausgabe. – Nicht bei Sinkankas. – Bis zur Erfindung von Zündhütchen- und Zündnadelwaffen Ende des 18. Jahrhunderts waren Herrscher und Regenten eifrig darum bemüht, durch Aufrufe und ausgesetzte Prämien für die verbreiteten Steinschloßgewehre immer neue Feuersteinvorkommen in ihren Territorien zu finden. In diesem Kontext erschien auch die Schrift des General-Majors von Hohenhausen. – Nicht im Jahrbuch. – Tabelle und Tafel mit wenigen Faltspuren an den Rändern, sonst wohlerhalten.

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KARMARSCH, K., UND F. HEEREN, Technisches Wörterbuch oder Handbuch der Gewerbskunde. 3 Bde. Prag, Haase, 1843. Mit gefalt. Tabelle. VI, 966 S.; 1 Bl., 644 S.; 1 Bl., 727 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (starke Gebrauchsspuren). (48) 150,-


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Technik und Handwerk

Nr. 757

Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1224. ÖLB III, 244. – Vgl. Zischka 225 (andere Ausg.). – Karl Karmarsch (1803-1879) zählt zu den Mitbegründern der wissenschaftlich-mechanischen Technologie. Mit großer Energie trat er für die Vereinheitlichung von Maß und Gewicht ein und machte sich für die Einführung des metrischen Systems in Deutschland und Österreich verdient. – Zu Friedrich Heeren vgl. Poggendorff I, 1045. – Titel mit Besitzvermerk und mehrfach gestempelt, wasserrandig und fleckig, Exlibris.

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LUZ, J. F., Unterricht vom Blitz und den Blitzoder Wetterableitern zur Belehrung und Beruhigung sonderlich der Ungelehrten und des gemeinen Mannes. Frankfurt und Leipzig, Schneider, 1784. Mit gefalt. Kupfertafel. 4 Bl., 150 S. Pp. d. Zt. (fleckig, beschabt, bestoßen). (21) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 1522. – Dieser Beitrag aus der reichen Blitzliteratur des 18. Jahrhunderts entstand, als Christian Friedrich Karl Alexander für sein Markgraftum von Brandenburg-Bayreuth die allgemeine Installation von Blitzableitern gebot und damit nicht ausschließlich auf Zustimmung stieß. Um auch die letzten Zweifler vom Nutzen eines Blitzableiters zu überzeugen, verfaßte der Oberkaplan von Gunzenhausen vorliegene Schrift und lieferte zudem eine illustrierte Bauanleitung. – Mehrfach gestempelt; Spiegel mit hs. Vermerk in Tinte; tls. etw. gebräunt und stärker braunfleckig.

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MIKROSKOPIE – HARTING, P., Das Mikroskop. Deutsche Originalausg., vom Verfasser revidirt und vervollständigt. Hrsg. von F. W. Theile. Braunschweig, Vieweg, 1859. Mit farb.

Holzstich-Tafel und zahlr. Textholzstichen. XIX, 950 S. Lwd. d. Zt. (leicht berieben, neu aufgebunden). (48) 100,Erste deutsche Ausgabe. – Hirsch-H. III, 70. Freund-B. I, 204, 22. Sotheran, Suppl. II, 9701: „Of special value for containing on pp. 569-827 a copiously illustrated History of the Microscope.“ – Vorsatz mit Exlibris, Titel mit Besitzvermerk und Stempel verso. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt kleine Randschäden.

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MONTANARI, G., Speculazioni fisiche sopra gli effetti di que' Vetri Temprati, che rotti in una parte si risoluono tutti in polvere. Bologna, Manolessi, 1671. 4°. Mit Textholzschnitt und gefalt. Kupfertafel. 6 Bl., 76 S. Mod. Pp. (88) 600,Erste Ausgabe. – DSB IX, 487. Duncan 8945. – Wenig fleckig. – Sehr selten. – Siehe Abbildung. First edition. – Physical speculations on the effect shown by tempered glasses which, when a part is broken, are reduced to powder; described in two letters. – Modern cardboards. – See illustration.

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MUSTER-BUCH von Henniger & Co. Berlin. Galvanisches Institut. Fabrik von Neusilber und Neusilber versilberten Waaren. Berlin, Lichtwitz, (um 1875). Qu.-Fol. Getönter lithogr. Titel und 35 getönte lithogr. Tafeln. Hlwd. unter Verwendung der Orig.-Pp.-Deckel (beschabt und etwas bestoßen). (94) 1.200,-


Technik und Handwerk

„Die Neusilberfabrikation aber begann 1824 durch Henniger in Berlin und Geitner in Schneeberg. Mittelpunkt der Neusilberindustrie war stets Berlin und ist es auch nach der Reform des Kunstgewerbes 1873 geblieben. Berlin erzeugt künsterlisch ausgestattetes Luxusgerät nach Entwürfen herorragender Künstler“ (Meyers Konversationslexikon XII, 898, vgl. Darmstädter 351). – Vorgestellt werden Lampen, Kandelaber, Schalen, Kannen, Tabletts, Sektkühler u. v. m. – Obere Innenecke mit Braunfleck (nur zu Beginn in die Tönung ragend), etwas wasserrandig und stockfleckig. – Siehe Abbildung Seite 141.

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PHOTOGRAPHIE – BECQUEREL, (A.)-E., La lumière, ses causes et ses effets. 2 Bde. Paris, Didot, 1867-68. Mit 6 (2 doppelblattgr., 2 gefalt., 5 farb.) Aquatintatafeln und zahlr. Textholzstichen. 2 Bl., III, 431 S., 1; 2 Bl., 377 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit mod. Rsch. (Vorderes Gelenk von Bd. I gering wurmstichig; etw. bestoßen und berieben). (100) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 93. Roller-G. I, 94. DSB I, 556. Eder, History of Photography, 264-266 und 664-667. Roosens-S. 732. Darmstaedter 657. – Bd. II mit Karton der S. 167-170. – Vorsätze etw. leimschattig; eine Tafel mit kleiner Verklebung (im Abbildungsrahmen); mehrf. gestempelt; vereinzelt stärker, die Tafeln tls. stark braunfleckig.

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Maschinen, wie Dampfmaschinen, Schiffen und Lokomotiven, Maschinen für Webereien oder Druckereien, diversem Handwerkszeug für Schneider, Sattler, Schuster, Schmiede, Uhrmacher, Chemiker und vielem mehr. – Prechtls Enzyklopädie erschien zwischen 1830 und 1853 in 20 Lieferungen mit insgesamt 534 Tafeln. Ab 1857 folgten bis 1869 noch 5 Supplementbände, jeweils Text und Tafeln, herausgegeben von Karl Karmarsch. Hier vorhanden das vollständige Grundwerk, das sind die Bde. I-XX mit ihren 534 Tafeln; Bd. IV der Tafeln nur in Kopie in einem der Reihe angepaßten Einband. – Spiegel mit Signaturschildchen, Titel gestempelt. Minimal fleckig und gebräunt. – Dekorativ gebundenes Exemplar aus der Bibliothek der Wiener Handelsakademie mit deren goldgprägtem Monogramm „WHA“ und Nr. 401 auf den Rücken.

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PRECHTL – TECHNOLOGISCHE ENCYKLOPÄDIE oder alphabetisches Handbuch der Technologie, der technischen Chemie und des Maschinenwesens. Hrsg. von J. J. von Prechtl und K. Karmarsch. 20 Text- und 20 Tafelbde. in 40 Bdn. Stuttgart und Wien, Cotta und Gerold, 1830-55. 8° und 4°. Mit 534 doppelblattgr. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. (leicht bestoßen und berieben). (76) 400,Poggendorff II, 519. Zischka 225. Ronalds 411. Engelmann (Suppl.) 91. – Hervorragender Überblick über die Entwicklung und den Stand der Technik im 19. Jahrhundert mit detaillierten Darstellungen von technischen Geräten und

SAMMLUNG – 6 Werke zur Technik in 14 Bdn. 1884-1931. Verschiedene Einbände (Gebrauchsspuren). (57) 80,Schweiger-Lerchenfeld (Das eiserne Jahrhundert, 1884) – Wilke (Die Elektrizität, 1895) – Holzt (Die Schule des Elektrotechnikers, 1896) – Blum und von Borries (Das Eisenbahn-Maschinenwesen der Gegenwart, 1898) – Krawany (Papierindustrielles Handbuch, 1921) – Brosius und Koch (Die Schule des Lokomotivführers, 1931). – Beilagen.

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POPPE, J. H. M., Encyclopädie des gesammten Maschinenwesens, oder vollständiger Unterricht in der praktischen Mechanik und Maschinenlehre. Bde. I-V und VII-VIII (von 8) in 7 Bdn. Leipzig, Voß, 1803-27. Mit 61 ausfaltbaren Kupfertafeln. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rsch. von Bd. VII abweichend; Rücken teilw. beschabt, etw. berieben und bestoßen). (48) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 502. Engelmann 287. – Vgl. ADB XXVI, 418 f. – Poppe (1776-1854) war Mathematiker und Technologe und widmete sich ausschließlich der populärwissenschaftlichen Schriftstellerei. – Es fehlt der sechste Band mit dem ersten Supplement. Vorsätze mit Bibl.-Nr. und Exlibris. Text meist etw. gebräunt und braunfl., Tafeln frisch. – Text nicht kollationiert. – DAZU: POPPE, J. H. M., Die Technologie in ihrem ganzen Umfange oder die Kenntniß aller Handwerke, Manufakturen, Fabriken und übrigen technischen Künste. Stuttgart 1829. – Erste Ausgabe. – Humpert 3876.

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SCHIFFAHRT – GILBERT, J., Essai sur l'art de la navigation par la vapeur. Paris, Bachelier, 1820. 4°. Mit 3 gefalt. lithogr. Tafeln. 2 Bl., 58 S., 1 Bl. (Anzeigen). Restaurierte Brosch. d. Zt. (aufgezogen, Ränder tls. mit Japan verstärkt). (94) 500,Einzige Ausgabe. – Poggendorff I, 896. Scheepvaart Mus. 780. – Frühe französische Schrift über die Geschichte, den Bau und die Konstruktion von Dampfschiffen. – Die Tafeln mit Ansichten und Aufrissen schottischer Dampfschiffe, Darstellungen von Dampfmaschinen, Vorrichtungen zur Kraftübertragung und anderen Details. Vorderumschlag innen mit Besitzvermerk von E. G. Björling, Titel mit Besitzvermerk von H. H. Hildebrandsson (1838-1925). Etw. stock- und wasserfleckig. Unbeschnitten.

764

– TENAC, (CH.) VAN, Histoire générale de la marine. 4 in 2 Bdn. Paris, Penaud, o. J. (1853). Mit kolor. Holzstich-Titel und 35 (9 kolor.) Tafeln in verschiedenen Techniken. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (117) 300,Polak 9355. Scheepvart Mus. 581. – Tls. wasserrandig, etw. fleckig und leicht gebräunt. – Prachtvoll gebunden.

765

SEUBERT – SKIZZEN zu Dr. K. Seubert's Vorlesungen über Chem. Technologie & Metallurgie. Karlsruhe, Simon, 1858/59. 4°. 1 Bl. Mit 77 (4 doppelblattgr.) lithogr. Tafeln. Lwd. d. Zt. (beschabt, fleckig). (94) 250,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Tafelsammlung wahrscheinlich als Begleitmaterial zu den Vorlesungen von Karl Seubert (1815-1868), Professor für technologische Chemie in Karlsruhe, gezeichnet von seinen Schülern. Die Tafeln zeigen die unterschiedlichsten Apparate und Anlagen in Gesamt- wie Detailansichten. – Minimal braunfl., die letzten Tafeln mit wenigen Stockflecken. – VORGEB.:


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766

Technik und Handwerk

Nr. 766

Nr. 768

DÖRRBECKER, H., „Chemische Technologie. nach dem Vortrage von Herrn Prof. Dr. C. Seubert“. Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Karlsruhe, Oktober (18)58. 56 S., 1 Bl. – Nicht abgeschlossene Vorlesungsnachschrift, endend mit der Überschrift „Mehlbereitung“ ohne weiteren Text, zu Themen aus der organischen Technologie, u. a. über Zucker, Stärkemehl, Alkohol, Bierbrauerei und Brotbereitung. – Stockfleckig.

First German edition. – Instructions for assembling various sun dials intended for practical application. – Minimally browned and stained, a few carefully restored defects in margins and marginalia in old hand. – Modern half calf (slightly rubbed and scuffed).

767

SONNENUHREN – MÜNSTER, S., Fürmalung und künstlich beschreibung der Horologien, nemlich wie man der sonnen uren mit mancherley weys und form, und auff allerley gattung entwerffen soll. Basel, H. Petri, (1537). Fol. Mit Titelholzschnitt (Wandsonnenuhr) und ca. 65 Textholzschnitten. 4 Bl., CLVII S. Mod. Hldr. (gering berieben und bestoßen). (144) 4.000,Erste deutsche Ausgabe. – VD 16 M 6654. Hieronymus 448 A. Ornamentstichslg. Berlin 1740. Zinner 1672. Zinner, Astronomische Instrumente, 456. Houzeau-L. I, 11355. Burmeister 51. – Für die Praxis gedachte Beschreibung der Konstruktion verschiedener Sonnenuhren. – „Umgearbeitete und ins Deutsche übersetzte Ausgabe der Horologiographia ... mit großenteils denselben Holzschnitten wie jene, teils ersetzt, teils auch anders angeordnet. Neu ist der Titelholzschnitt, doch entgegen Major S. 80 kaum von Holbein selber gezeichnet, sondern vom Formschneider selber im Auftrag des Autors oder Druckers nach der Sonnenuhr der Falttafel verkleinert“ (Hieronymus). – Gering gebräunt und fleckig, vereinzelt mit sorgfältig restaurierten Randschäden und Marginalien von alter Hand.

THEOPHILUS PRESBYTER, Diversarum artium schedula. Opera et studio Caroli de L'Escalopier. Paris und Leipzig, Firmin Didot und Brockhaus, 1843. 4°. Mit Schriftfaksimile. 2 Bl., LXXII, 314 S., 1 Bl. Hldr. um 1870, sign. „Martin Heldt“. (20) 120,Brunet V, 794. – Französisch-lateinische Parallel-Ausgabe. – Die „Schedula diversarum artium“ gilt als wichtigstes mittelalterliches Kunstlehrbuch, deutsch hrsg. in den „Quellenschriften für Kunstgeschichte“ 1874. – Einige Einrisse geklebt.

768

UHREN – BÖHM, J. G., Die sogenannten Kunst-Uhren (Planeten-Uhrwerke) auf der kais. kön. Sternwarte zu Prag. Restaurirt, beschrieben und erklärt. (Manuscript). Prag, Haase, 1863. Fol. Mit 18 photogr. Tafeln. V, 40 S. Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. (leicht beschabt). (2) 800,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (das einzige über den KVK nachweisbare Exemplar in Berlin). – Johann Georg Böhm war der Direktor der Prager Sternwarte. – Nicht im Jahrbuch. – Siehe Abbildung. Not to be recorded by us bibliographically. – Not in „Jahrbuch der Auktionspreise“. – Contemporary calf richly gilt (slightly scratched). – See illustration.


Technik und Handwerk

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Korrekturexemplar des Verfassers 769

– SAINTE MARIE MAGDELEINE, P. DE, Traitté d'horlogiographie. Reveu, corrigé & augmenté en cette 3e éd. Paris, du Puis, 1663. 8 Bl., 312 (recte 294) S. Flex. Pgt. d. Zt. (untere Ecke des hinteren Deckels etw. beschäd., fleckig und bestoßen). (71) 2.000,Houzeau-L. I, 11455 (dat. die 3. Aufl. „1665“). – Exemplar ohne die üblicherweise diesem oft aufgelegten Werk beigefügten Tafeln. – Neben mehreren größeren mehrzeiligen Zusätzen im Text finden wir auf weißen Vorsatzblättern am Ende eine technische Zeichnung und auf 2 Bl. 117 Zl. mit Zusätzen des Verfassers. Diese wie auch z. B. die durchwegs ausgeführten Hinweise auf die neue Tafelnumerierung sind im Hinblick auf eine neue Auflage verfaßt. Die Anmerkungen S. 215 verweisen beispielsweise ausdrücklich auf den hs. Zusatz am Schluß des gedruckten Textes als „escrite de ma main“. – Minimal gebräunt, wenig fleckig. – BEILIEGT: DASS. Nouv. ed., corrigée & augmentée. Paris, Dezallier, 1680. Mit gestoch. Titel, ganzseit. gestoch. Tabelle und 72 (2 gefalt.) Kupfertafeln mit 144 Abb. 7 Bl., 312 (recte 294) S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt und bestoßen). – Vierte Auflage. – Im Text werden irrtümlich 83 Tafeln genannt, so befindet sich die „Fig. 141“ nicht auf Tafel 83, sondern auf Tafel 68, „Fig. 142 & 143“ auf Tafel 69, die Falttafeln mit Abb. 117-128 sind aus technischen Gründen am Ende beigefügt. – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Nr. 770 Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 1194. Scheepvaart Mus. 338. – Der Verfasser war Wasserbauinspektor in Wesel und Professor für Wasserbau in Berlin. – Vorsatz und Titel gestempelt und mit Bibliotheksnummern, vereinzelt etwas fleckig, gebräunt.

Proof copy of the author without the plates usually enclosed with this frequently issued work. – Minimally browned, hardly soiled. – Contemporary limp vellum (lower corner of rear cover a little damaged, soiled and scuffed).

770

WASSERBAU – INONDATIONS de l'Escaut et de la Lys. Hrsg. vom „Ministère des Travaux Publics“. (Gent, um 1845). Fol. Mit 11 (10 teilkolor.) tls. gefalt. lithogr. Tafeln. 1 Bl., 142 S., 3 Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung (leicht fleckig und an den Kanten berieben). (94) 800,Bericht der Kommission zur Untersuchung von Maßnahmen zur Eindämmung der Überschwemmungen der Flüsse Schelde und Leie. Vorsitzender der Kommission war Léandre Desmaisières, beteiligt waren u. a. Vifquin, „Inspecteur des Ponts et Chaussées“, und Matthias Joseph Wolters. Letzterer hatte im Jahr zuvor bereits eine Schrift zum Thema, „Mémoire sur les Marées et sur le moyen de diminuer les inondations de l'Escaut, de la Lys et de la Durme“, veröffentlicht. Seine hydrographischen Schriften wurden zu Autoritäten auf diesem Gebiet. – Die Tafeln zeigen Pläne zu den Flußverläufen bei Antoing, Audenarde, Brügge, Commines, Courtrai, Gent, Menin, Ostende und Tournay sowie eine Karte des Gesamtverlaufs der Schelde. – Drei Tafeln mit kleinen Einrissen. – Siehe Abbildung.

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– SCHLICHTING, J., Generelles Project zur Anlage des Rhein-Issel-Kanals, einer Verbindung des Rheins bei Rees mit der Issel unterhalb Anholt. Wesel, Kühler, 1878. Mit lithogr. Tabelle und 3 gefalt. lithogr. Plänen. 2 Bl., 80 S. Pp. d. Zt. (Rücken defekt; berieben und bestoßen). (62) 200,-

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WEBEREI – (ZIEGLER, M., Weber-Kunst und Bild-Buch. Tl. III [von 3]. Kulmbach, Lumscher, 1727). Qu.-4°. Mit 60 (statt 61; 1 gefalt.) Holzschnitt-Tafeln. 5 (statt 10) Bl. Hldr. d. frühen 19. Jhdts. (Schließbänder fehlen, stark beschabt und bestoßen). (35) 800,Vgl. Siegelaub 362 (Teil I von 1677, dieser nicht bei Lotz, im VD 17 und im NUC). – Das Buch über die Webkunst des Marx Ziegler, der sich selbst als „Kölschweber“ bezeichnete, ist nach Siegelaub wohl das erste mit einer größeren Anzahl von Stoffmusterbögen illustrierte Werk. Das 1677 erschienene Grundwerk ist von größter Seltenheit, da die Exemplare offenbar in alltäglichem Gebrauch waren und kaum erhalten geblieben sind, wie der Verleger im Vorwort schreibt: „Der öfftere Abgang des Ersten und Andern Theils hat genugsam gezeiget, daß solche nicht etwan nur zu einer angenehmen Vergnügung des Gemüths, sondern zu einen rechtschaffenen Nutzen ihre Absicht haben.“ Der Verleger Lumscher, der das Werk Zieglers neu auflegte (erster Teil erschienen 1709) und fortführte, habe den dritten Teil seinen „Neben-Christen ... nicht zu entziehen getraut.“ Er möge dazu dienen, „zu einer vollkommenen Wissenschaft, nicht allein in Weben der schönsten Muster, sondern auch in verschiedenen Farben, Wöllen und Leinen, zu rechten Gebrauch derselben zugelangen.“ Während das Grundwerk nur 21 (?) Tafeln enthielt, ist der dritte Teil auf das Dreifache erweitert worden – numeriert von 1-60, mit Lagenzählung A-Q in Viererlagen, die letzte Lage mit nur zwei Blättern. Vom Text sind die Blätter 2-4 der Lage A, ein


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Technik und Handwerk

Nr. 773

Blatt (a) und ein Blatt (c)2 vorhanden. Die Neuauflage Lumschers ist zwar nicht so selten wie die Erstausgabe, von der nur zwei bis drei Exemplare weltweit bekannt geworden sind, doch ist insbesondere der dritte Teil ebenfalls von großer Rarität. Typographisch ist der Druck eng an die bei Koppmeyer in Augsburg gedruckte Erstausgabe angelehnt. Zur Biographie Zieglers ist laut Deutschem Biographischen Index nur bei Weyermann, Nachrichten von Gelehrten aus Ulm (1829), ein Eintrag zu finden. – Das vorliegende Exemplar diente noch im 19. Jahrhundert einem Klagenfurter Webermeister als Musterbuch, was deutlich für die Beliebtheit und praktische Nützlichkeit des Werks auch 150 Jahre nach seiner Drucklegung spricht. Dieser Weber hat es mit einem handschriftlichen Titel versehen („Dieses MusterBuch habe ich im Jahr 1830. in eine richtige Ordnung gebracht...“) und ein selbstverfaßtes Gedicht sowie 34 handgezeichnete, ganz in der Art der alten Vorlagen gehaltene Muster hinzugefügt. – Innengelenke brüchig, Bindung gelockert, Tafeln tls. verbunden (die erwähnte Neuordnung im 19. Jhdt.) und im Bug mont., tls. auch lose, Ränder geknickt, einige Quetschfalten, stärker fingerfl. und gebräunt, starke Gebrauchsspuren. The rare third part. – The book on the art of weaving by Marx Ziegler who described himself as „Kölschweber“ is, after Siegelaub, probably the first work illustrated with a large number of pattern sheets. Already the basic work published in 1677 is of great rarity. – Inner joints cracked, binding loosened, plates partly misbound (caused by a new arrangement in the 19th century) and mounted at joint, here and there also loose, margins creased, some vertical creases, with stronger fingermarks and browning, strong signs of wear. – Half calf of the early 19th century (clasp ribbons missing, heavily scratched and scuffed).

Nr. 776

773

WHITE, J., A New Century of Inventions: Being designs & descriptions of one hundred machines. 2nd ed. 5 Tle. in 1 Bd. Manchester, Selbstvlg., 1822. 4°. Mit 49 (statt 50) Kupfertafeln. 86 S., 1 Bl., S. (87)-394, 5 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital verletzt, vorderes Gelenk tls. gebrochen, berieben, bestoßen). (100) 300,Enthält teils kuriose Erfindungen, unter anderem eine Maschine zum Heizen von Räumen, einen Dynamo, eine Trockenmaschine, einen Ventilator, ein Schiff aus beweglichen Segmenten, eine Luftpumpe, eine hydraulische Maschine zum Öffnen von Kanalschleusen und vieles mehr. – Es fehlt Tafel 49, statt ihrer Tafel 48 doppelt vorhanden. – Tls. stärker gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

774

WINKLER, E., Vorträge über Brückenbau. Mischaufl. 5 Hefte in 1 Bd. Wien, Lehrkanzel für Eisenbahn- und Brückenbau, 1874-75. Fol. Mit 146 (statt 157) tls. farb. lithogr. Tafeln. Hlwd. d. Zt. (bestoßen, fleckig). (94) 250,Wurzbach LVI, 285. – Vorhanden sind die „Blech-Brücken“, von den „Hölzernen Brücken“ die Hefte „Gitterbrücken“ und „Hölzerne Pfeiler“, von den „Steinernen Brücken“ die Abschnitte II und III. Die 11 Tafeln fehlen in den Blech- und in den Steinernen Brücken. – Emil Winkler (1835-1888) war Professor der Ingenieurbaukunde in Prag, Wien und Berlin und „veröffentlichte eine Reihe von grundlegenden Werken über den Brücken- und Eisenbahnbau“ (Neuner 1369). – Titel gestempelt. Stockfleckig, gebräunt, teilw. knapp beschnitten. Tafeln gelegentlich verbunden.


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Technik und Handwerk

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WOLTMANN, R., Beiträge zur Hydraulischen Architectur. 4 in 2 Bdn. Göttingen, Dieterich, 1791-99. Mit 18 gefalt. Kupfertafeln und gefalt. Tabelle. Hldr. d. Zt. (Rücken mit kleinem Bibl.Schild). (94) 1.000,Einzige Ausgabe. – Poggendorff II, 1365. Schröder 4507, 4. DSB XIV, 494. – Über Seedeiche, Uferbefestigungen, Futtermauern, Schleusen, Hafenanlagen und dergleichen sowohl theoretisch (Bde. I und II) wie aus praktischer Anschauung in den Bdn. III und IV. In ihnen schildert der hamburgische Strom- und Wasserbaudirektor Reinhard Woltmann (1757-1837) seine Studienreise im Sommer 1784, die ihn über Straßburg, Cherbourg, Calais, Dover, London, Holland, Oldenburg und Bremen wieder nach Hamburg führte. Sie enthalten wichtige Daten zu damals im Bau befindlichen Wasserbauwerken. – Leicht gebräunt und stockfl. Spiegel und Titel gestempelt. S. 99-102 in Bd. IV mit Ausriß ohne Textverlust und alt restauriert. Sole edition, about sea walls, bank reinforcements, sluices, docks etc. – Light browning and foxing. Paste-down and title stamped. Pp. 99-102 of vol. IV with tear-out, but not affecting text, restored in former times. – Contemporary half calf (spine with small library label).

776

ZUBLER, L., Fabrica et usus instrumenti chorographici. Basel, L. Regis, 1607. 4°. Mit gestoch. Titelbordüre, ganzseit. Wappenkupfer und 13 großen Textkupfern. 2 Bl., 34 S. Mod. Hldr. (105) 1.000,Erste lateinische Ausgabe (im Jahr der deutschen EA). – Poggendorff II, 420. Roller-G. II, 607. Libri rari 311. Wellcome I, 6819. – Die reizvollen Kupfer zeigen Vermessungsvorgänge in landschaftlicher Staffage und sind tlw. auch kostümgeschichtlich interessant. – Leonhard Zubler (gest. 1611) war Goldschmied und Mathematiker in Zürich (vgl. HBLS VII, 688). Laut DSB II, 419 hat er sich in der Nachfolge Albertis und Dürers eingehend mit der Zentralperspektive befaßt und entsprechende Instrumente konstruiert, die z. T. Vorläufer der bekannten Branderschen Meßinstrumente waren. – Etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. First Latin edition. – The beautiful engravings show measuring and surveying proceedings set in a landscape, interesting also for the costumes. – Some browning and spotting. – Modern half calf. – See illustration.

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Bibliographie – Buchwesen

Nr. 795

777

APPONYI, A., Hungarica. Ungarn betreffende im Auslande gedruckte Bücher und Flugschriften. (Nachdruck der Ausgabe München 1903-27). 4 Bde. Mansfield ca. 2000. OLwd. (69) 150,-

778

AUTOGRAPHEN – HUMBOLDT, A. VON, und H. LICHTENSTEIN, Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im September 1828. Nebst einer lithographirten Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer. Berlin, Trautwein, 1829. 4°. Mit gestoch. Tafel und 40 lithogr. Seiten. IV, 55 S. Lwd. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Brosch. (leicht beschabt, Gelenke unten etw. eingerissen). (76) 200,-

Löwenberg 376. – Die Tafel zeigt die Sitzordnung der Versammlung, der lithographierte Anhang bringt die faksimilierten Unterschriften der ca. 400 Teilnehmer. – Seitenschnitt und -steg mit Braunfleck und kleinem Wasserrand, Titel fleckig.

779

BEER, R., Monumenta palaeographica Vindobonensia. Denkmäler der Schreibkunst aus der Handschriftensammlung des Habsburg-Lothringischen Erzhauses. Lief. I und II (alles Erschienene) in 2 Bdn. Leipzig 1910-13. Fol. Mit 46 Tafeln. 68; 73 S. Lose in OLwd.-Mappen (Bd. I lichtrandig und bestoßen; etw. fleckig und angeschmutzt). (93) 100,-


Bibliographie – Buchwesen

MNE II, 48: „Text- und Initialseiten verschiedener für die Handschriftenentwicklung besonders charakteristischer Codices; in vollendeter Faksimilereproduktion.“ – Tafeln von Bd. I mit leichter Knickspur; Titel etw. braunfl. und verso gestempelt, Deckellaschen fleckig, angestaubt und mit Durchbrüchen.

780

BELLARMINO, R., De scriptoribus ecclesiasticis liber unus. Köln, Kalckhoven, 1657. 8 Bl., 335 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, wenig berieben und bestoßen, mit einzelnen kleinen Wurmlöchern). (50) 150,STC R 841 (unter Robert). De Backer-S. I, 1226, 32. – Spätere Ausgabe, erstmals 1613 in Rom erschienen. – Beschreibt in chronologischer Folge das Leben von über 500 Autoren und zählt ca. 2500 Titel auf. Vorbild für die Bibliographie von Trithemius. – Innendeckel mit einem „Ex dono“ von 1747. Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig fleckig. Schön gebunden.

781

786

CHARAVAY, É., Lettres autographes composant la collection de M. A. Bovet. Paris 1887. 4°. Mit zahlr. Illustrationen im Text und auf Tafeln. LVI, 880 S. Hmaroquin d. Zt. mit eingeb. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). – Nr. 36 von 60 Exemplaren auf Vélin-Papier (Gesamtaufl.: 500). (77) 400,-

787

EINBAND UND UMSCHLAG – SAMMLUNG – Cirka 15 Werke. 1922-90. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 100,Von Collin (Der Pressbengel, Berlin 1922) bis Mazal (Europäische Einbandkunst aus Mittelalter und Neuzeit, Graz 1990).

788

782

BRITISH LIBRARY – CATALOGUE of Printed Maps, Charts and Plans. 16 Bde. London 1967-78. Gr.-4°. OLwd. (Gebrauchsspuren). (1) 150,-

783

BUCHMALEREI – DURRIEU, P., Les antiquités judaiques et le peintre Jean Fouquet. Paris 1908. Fol. Mit 27 Tafeln. 2 Bl., 132 S. Hpgt. d. Zt. (93) 100,-

784

– ESCHER, K., Die Miniaturen in den Basler Bibliotheken, Museen und Archiven. Basel 1917. Fol. Mit 82 Tafeln. XI, 278 S. Hldr. d. Zt. (93) 100,-

785

– SAMMLUNG von 26 Werken in 44 Bdn. 17861959. Meist Orig.-Einbände (wenige Alters- und Gebrauchsspuren). (93) 600,-

EXLIBRIS – ALBUM mit ca. 80 mont. Exlibris. Ca. 1890-1920. Lwd. d. Zt. (141) 100,Enthält zahlreiche Exlibris aus dem süddeutschen Raum, darunter z. B. ein Aquatinta-Exlibris für Ludwig Höfling von Adolf Kunst mit den Türmen der Münchner Frauenkirche im Hintergrund, daneben Exlibris für Ludwig Bassermann, den Oldenbourg Verlag, Gustav Drobner und, für Freunde des Bücherzeichens vielleicht besonders interessant, zwei Exlibris für Karl Emich Graf zu LeiningenWesterburg.

BIBLIOTHEKEN – SAMMLUNG – Cirka 50 Werke. 1926-97. Verschied. Einbände (Gebrauchsund Lagerspuren). (126) 250,Die Festschrift der Nationalbibliothek in Wien, die Jubiläumsschrift der Deutschen Bücherei, „Kostbarkeiten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar“ (2. Aufl. 1994), „Die Herzog August Bibliothek und Wolfenbüttel“ (1997) und vieles andere.

161

789

– SAMMLUNG von 9 Exlibris des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter 7 gestochene. (122) 80,Meist Wappenexlibris von Klerikern. – Bemerkenswert ein großes Exlibris (ca. 12 x 10,5 cm) mit Memento-moriDarstellung, datiert 1672. – Leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

Darunter die frühe Beschreibung des „Codex aureus“ von Sanftl (1786), die Standardwerke von Merton zur Buchmalerei in Sankt Gallen (2. Aufl. 1923, 2 Exemplare), von Ebersolt zu Byzanz (1926, 3 Exemplare), von Saunders zur englischen Buchmalerei (2 Bde., 1928, 4 Exemplare) und von Kloss über die schlesische Buchmalerei des Mittelalters (1942) sowie einige Faksimileausgaben und zahlreiche speziellere Untersuchungen. – Vereinzelt leicht gebräunt. Nr. 789


162

790

Bibliographie – Buchwesen

und Literaturfreundes dienenden Zeitschrift. Zahlreiche Beiträge sind E. T. A. Hoffmann gewidmet, einer von mehreren großen Leidenschaften Maassens (neben Frauen, zumal jüngeren, Essen und Trinken und Büchern an sich, zumal älteren). – Die Hefte des Jahrgangs II gebräunt, das beiliegende Inhaltsverzeichnis von Jg. I an den Rändern fransig. – Siehe Abbildung Seite 160.

EXLIBRIS – SAMMLUNG von ca. 120 Exlibris des frühen 20. Jhdts., darunter einige Radierungen. (20) 120,Enthält signierte Arbeiten u. a. von Fingesten, Wittrisch und Ade sowie einige radierte Exlibis von Franz Bayros, weiterhin ca. 100 Exemplare des Exlibris Joseph Schmitt, signiert von Künstlern und Schriftstellern (meist mehrere Exemplare) und das radierte Exlibris der Schriftstellerin Enrika von Handel-Mazzetti (von ihr selbst signiert) und einiges mehr. – Einige unter Passepartout, leichte Gebrauchsspuren.

791

FAIRFAX MURRAY – DAVIES, H. M., Catalogue of a Collection of Early German Books in the Library of C. Fairfax Murray. 2 Bde. London 1913. 4°. Hlwd. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (93) 300,-

792

FAKSIMILEWERKE – DIE BAMBERGER APOKALYPSE. Hrsg. von A. Fauser. Faksimile und Kommentar in 1 Bd. (Frankfurt 1958). Gr.Fol. OHldr. (Kanten leicht beschabt). – Eines von 500 Ex. (Gesamtaufl.: 650). – Sarkowski 94. (109) 300,-

793

GEORGI, TH., Allgemeines Europäisches Bücher-Lexicon. Tle. I-IV (von 5) in 1 Bd. Leipzig, Georgi, 1742. Fol. 5 Bl., 398, 458 (recte 462), 238 (recte 338), 350 S. Hldr. des 19. Jhdts. (beschabt, Gelenke angebrochen). (8) 120,Erste Ausgabe. – Petzholdt 281-282. Koppitz 25: „unentbehrliches Werk“. – Gilt trotz neuerer Hilfsmittel noch immer. – Ohne Tl. V von 1753, der nur französische Autoren enthält, und die 3 Supplemente, die 1750-58 erschienen sind. – Gleichmäßig leicht gebräunt. Nr. 799

794

GESAMTVERZEICHNISSE – Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV) 1700-1910. – 161 Bde. – Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums (GV) 1911-1965. – 150 Bde. – Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Hochschulschriften (GVH) 1966-1980. – 40 Bde. – Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums außerhalb des Buchhandels (GVB) 1966-1980. – 45 Bde. – Zus. 396 Bde. München u. a. 1976-91. OLwd. (tls. mit Wasserschaden, meist jedoch nur geringe Gebrauchsspuren). (1) 500,-

796

Eins von 300 Ex. der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 325). – Zotter 349.

797 795

DER GRUNDGESCHEUTE ANTIQUARIUS. Jge. I und II in 7 Heften. München und Weimar 1920-23. Mit 3 Tafeln. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (8) 120,Diesch 3011. Prause 231 (beide nicht grundgescheut: geben für Jg. II 6 Hefte an). – Vollständige Folge der von Carl Georg von Maassen (1880-1940) herausgegebenen, der Unterhaltung ebenso wie der Belehrung des Bibliophilen

HANDSCHRIFTEN – DURRIEU, P., Le Boccace de Munich. Reproduction des 91 miniatures du célèbre manuscrit de la Bibliothèque Royale de Munich. Étude historique et critique. München 1909. Fol. Mit 30 Tafeln. 4 Bl., 130 S. OHlwd.Mappe. (93) 100,-

INKUNABELN UND ALTE DRUCKE – Sammlung von ca. 30 Werken der Sekundärliteratur in ca. 35 Bdn. 1878-1990. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (109) 400,Butsch, Die Bücherornamentik der Renaissance (1878, doppelt); Reusch, Die Indices librorum prohibitorum (1886, Originaldruck); Geldner, Die deutschen Inkunabeldrucker (1968-70, 2 Bde.) und vieles andere. – Gebrauchsspuren. – Beiliegen ca. 40 Antiquariatskataloge mit dem Schwerpunkt auf der Frühdruckzeit.


Bibliographie – Buchwesen

798

KONVOLUT – 11 Werke des 20. Jhdts. Meist Orig.-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (78) 150,-

804

Darunter Mühlbrecht, Die Bücherliebhaberei (2. Aufl., 1898), Singer, Handbuch für Kupferstichsammler (dritte Auflage, Leipzig 1923, mit 11 Graphiken in verschiedenen Techniken; Söhn 233), Haeblers Handbuch der Inkunabelkunde (1925), das dreibändige Werk über die Fruchtbringende Gesellschaft (herausgegeben von Klaus Conermann 1985), die Karl-May-Bibliographie von Hainer Plaul (1988) und weitere Werke zum Buchwesen. – Geringe Gebrauchsspuren.

799

KOSER-MICHAELS – JÄGERLATEIN der schwarzen Kunst. Eine Folge ergötzlicher Randbemerkungen um die Fachausdrücke des Buchdruckers. Berlin 1940. 4°. Mit handkolor. Abb. von Ruth Koser-Michaëls. 19 Bl. Blockbuch. Orig.-Brosch. (Rücken schadhaft, stärker fleckig). (13) 100,Nr. 51 von 100 Ex. – Ansprechend gestaltetes Wörterbuch des Buchdrucks, humorvoll illustriert durch das Ehepaar Martin und Ruth Koser-Michaëls. – Nur vereinzelt minimal braunfleckig. – Siehe Abbildung.

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803

805

NISSEN, C., Die botanische Buchillustration. 2. Aufl. Ergänzt durch ein Supplement. Stuttgart 1966. 4°. OLwd. (136) 120,-

806

PAPIER-SAMMLUNG – 10 Werke. 1936-83. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 100,Über Papierrestaurierung, Papiermacherei bei den Mayas und Azteken, Wasserzeichen und anderes.

807

PARIS – TOURNEUX, M., Bibliographie de l'histoire de Paris pendant la Révolution Française. 5 Bde. Paris 1890-1913. 4°. Läd. Orig.-Broschur. (93) 100,-

808

PIERRE, C., Les hymnes et chansons de la Révolution. Paris 1904. 4°. OPp. (angeschmutzt). – Unaufgeschnitten. (93) 120,-

809

SAMMLUNG – 18 Werke zur Geschichte des Buchwesens. 1824-1952. Meist Orig.-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (93) 400,-

LEXIKON DES GESAMTEN BUCHWESENS. Hrsg. von K. Löffler und J. Kirchner. 3 Bde. Leipzig 1935-37. 4°. XIII, 640 S.; 2 Bl., 640 S.; 4 Bl., 760 S. OHldr. (leicht bestoßen). – Beiliegt das „Lexikon des Buchwesens“ in 4 Bdn. 1952-56. (126) 150,MONCEAUX, H., Les Le Rouge de Chablis (1470-1531). – S. 226-341, 1-414 und 118-272 in „Bulletin de la Société des sciences historiques et naturelles de L'Yonne“. Auxerre 1894. Hpgt. d. Zt. (93) 80,NATURWISSENSCHAFTEN – SAMMLUNG – Cirka 20 Werke in ca. 30 Bdn. 1838-1977. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (109) 300,Darunter Bierens de Haan, Cobres, Riccardi, Löwenberg. – Gebrauchsspuren. – Beiliegen ca. 25 Antiquariats- und Auktionskataloge mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt.

NICODEMO, L., Addizioni copiose alla Biblioteca napoletana del dottor Niccolo Toppi. Neapel, Castaldo, 1683. 4°. 4 Bl., 250 S., 3 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, Rücken gebräunt, Kanten beschabt). (8) 250,Erste Ausgabe. – STC 613. Haym 162, 10. – Biobibliographische Ergänzungen zur „Biblioteca napoletana et apparato a gli huomini illustri in lettere di Napoli“ des neapolitanischen Archivars Niccolo Toppi. Enthält auch von ihm noch nicht berücksichtigte Personen. – Leicht fleckig, tls. stärker gebräunt.

KUNSTGEWERBE – SAMMLUNG von 7 Werken. 1910-33. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (93) 250,Darunter 3 Bibliographien: Solon, Ceramic Literature; Lotz, Modelbücher; Marquet de Vasselot und Weigert, Tapisserie en France. Ferner Jessen, Der Ornamentstich; Bossert, Das Ornamentwerk (doppelt); Migeon, Les arts du tissu; Geschichte des Kunstgewerbes (6 Bde., doppelt). – Gebräunt, leichte Gebrauchsspuren.

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Darunter Neustetel, Der Büchernachdruck (1824); Kristeller, Die italienischen Buchdrucker- und Verlegerzeichen (1893, doppelt); Rudbeck, Svenska bokband (1910); Duchartre und Saulnier, L'imagerie populaire (1925); Wegmann, Schweizer Exlibris bis zum Jahre 1900 (2 Bde.; 193337); Collijn, Svensk typografisk atlas (1952, doppelt). Und vieles mehr.

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– 16 Sach- und Personalbibliographien. 18661966. Meist Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (93) 300,Darunter Jacob, Restif de la Bretonne (1875, doppelt vorhanden); Mahérault, Moreau le Jeune (1880); Boffito, Biblioteca Aeronautica Italiana (1929); Greg, The English Printed Drama (4 Bde., Nachdruck 1962); Drujon, Livres à clef (2 Bde., Nachdruck 1966). Und vieles mehr. – Wenige Gebrauchsspuren, tls. leicht gebräunt.


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Bibliographie – Buchwesen

Standardwerke, u. a. Zedler, Von Coster zu Gutenberg, 1921; Carter und Muir, PMM, 1967; Schottenloher, Bücher bewegten die Welt, 2 Bde., 1968; Vervliet, Liber librorum, 1973. – Daneben weniger Bekanntes in Monographien und Kleinschriften. – Beiliegen 14 Bde. des Gutenberg-Jahrbuches und 9 Bde. „Imprimatur“.

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– Cirka 50 Werke zum Buchwesen, meist zur englischen Literatur. Vorwiegend Original-Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (39) 250,-

Faulmann, Illustrierte Geschichte der Schrift (1880) – Muzika, Die schöne Schrift (2 Bde., 1965) – Friedrich, Geschichte der Schrift (1966) – Diringer, The Alphabet (2 Bde., 1968) und vieles andere.

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SCHWEIZ – SAMMLUNG – Cirka 40 Werke. 1872-1997. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 200,-

VERLAGE – SAMMLUNG – Cirka 60 Werke. 1883-1990. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 250,Von „Wiens Buchdruckergeschichte“ von Mayer (2 Bde., 1883) bis zur „Geschichte des Suhrkamp Verlages“ (1990).

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– – Ca. 100 Bde. 1907-64. Orig.-Brosch. (Gebrauchs- und Lagerspuren). (86) 100,Aus den Verlagen Bachmair, Beck, DVA, Diederichs, Drei Masken, Fischer, Gurlitt, Hirth, Hyperion, Insel, Kemper, Kösel, Langen-Müller, Langewiesche, Musarion, Neue Jugend, Piper, Pustet, Reclam, Reissner, Rhein, Rowohlt, Rupprechtpresse, Schroll, Stobbe, Suhrkamp, Tempel, Theatiner, Vereinigung Münchener Verleger, Weismann, Wolff und Zsolnay.

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SCHMIDT, A., Bucheinbände aus dem XIV.XIX. Jahrhundert in der Landesbibliothek zu Darmstadt. Leipzig 1921. Gr.-Fol. Mit 101 meist farb. Tafeln. 41 S. OLwd. (fleckig und beschabt). Schmidt-Künsemüller 989. – Seitenränder etw. gebräunt, die Tafeln gewellt. (93) 80,SCHRIFT – SAMMLUNG – Cirka 50 Werke. 1880-1997. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 250,-

TYPOGRAPHIE – SAMMLUNG – Cirka 45 Werke. 1910-77. Verschied. Einbände (Gebrauchsund Lagerspuren). (126) 250,Darunter Caflisch, Klingspor, Koch, Renner, Tschichold, Weiss und Zapf.

– 9 Werke und ca. 70 Beilagen in 98 Bdn. Ca. 195090. Orig.-Einbände (wenige Gebrauchsspuren). (136) 200,Printing and the Mind of Man (Carter und Muir), Deutsche Buchkunst 1890 bis 1960 (Schauer), Die Buchkultur im 15. und 16. Jahrhundert (Tiemann), Buchkunst und Literatur in Deutschland 1750 bis 1850 (Hauswedell und Voigt), Lexikon des Buchwesens (Kirchner), Wörterbuch des Buches (Hiller), Geschichte des deutschen Buchhandels (Wittmann), The Officina Bodoni (Mardersteig), Buchdruck und Buchhandel in Bonn (Wenig). – Und vieles mehr.

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– Cirka 20 Werke. 1885-1986. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (109) 200,Von Engels „Zusammenstellung der Faust-Schriften“ (1885) bis zur „Sammlung Otto Fritz Böhme“ (1986). – Gebrauchsspuren. – Mehrere Beilagen.

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Monographien und Kleinschriften vom Züricher Neujahrsblatt über „Die ehemalige Kunstkammer auf der Stadtbibliothek zu Zürich“ (1872) bis zur Festschrift für Ulrico Hoepli (1997).

SAMMLUNG – Cirka 100 Werke. 1882-1997. Verschied. Einbände (Gebrauchs- und Lagerspuren). (126) 400,-

WITEKIND, M. L., Ausführliches Verzeichnis von Raren Büchern mit historischen und kritischen Anmerkungen in alphabetischer Ordnung. Stücke I und II (von 4) in 1 Bd. Berlin, Haude und Spener, 1753. XVI, 160 S., 1 Bl., S. (161)-334. Ohne Einband (angestaubt). (109) 100,Besterman 908. Petzholdt 113. Slg. Krieg 104. – Bis 1755 erschienen noch zwei Teile. – Unbeschnitten, leicht gebräunt.

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DER ZWIEBELFISCH. Eine kleine Zeitschrift für Buchwesen und Typographie. Hrsg. von F. Blei. Jge. I-XVIII und XIX/2 (von 25) in 111 Bdn. München 1909-26. Meist Orig.-Einbände (vereinzelt starke Gebrauchsspuren). (13) 120,Diesch 2822. Schlawe II, 22. – Mit dem seltenen Jg. I, dessen 4 Hefte von Poeschel in verschied. Formaten und Schriften hergestellt wurden. – Mit zahlreichen Dubletten. Beiliegen drei Exemplare vom „Kleinen Zwiebelfisch Kulturkratzbürsten Vademecum“ von 1913. – Tls. starke Gebrauchsspuren.


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Kunstgeschichte

Nr. 846

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Die Herausgeber hatten in Düsseldorf eine Fabrik kunstgewerblicher Schmiedearbeiten und stellen Treppen aus ihrer Produktion vor. Die Darstellungen zeigen meist den unteren Beginn einer Treppe, daneben Details zur Konstruktion, zum Teil auch mit Grundrissen. Die Geländer im reich verzierten Stil der Zeit. – Ohne die Beschreibungen zu Tafel 13 und 16, dafür die zu Tafel 14 und 15 doppelt (wohl Fehldruck). – Text und Detailbogen gebräunt.

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Engelmann 303. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 2185 (die beiden ersten Aufl.). – Gegenüber der 2. Auflage um einen Anhang zum Brückenbau und 4 Tafeln erweitert. Die Kupfer mit Dachproportionen, Dachverbindungen, Zapfen, Verkämmungen, Versatzungen, Hängewerken, Türmen, Brücken etc. – Gering stockfleckig.

ARCHITEKTUR – FELLER, J., UND P. BOGUS (HRSG.), Eiserne Treppen. Schmiedeeiserne Treppenkonstruktionen mit Beschreibung, Eisenangaben, Gewichts- und Preisberechnungen. Ravensburg, Maier, 1895-98. Fol. und 8°. Mit 40 Tafeln und 3 gefalt. Detailbogen. 20 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt, leicht bestoßen, Rücken geblichen, Hinterdeckel mit Knickspur). (94) 400,-

– REUSS, CH. G., Anweisung zur Zimmermannskunst. 3. Aufl. Leipzig, Breitkopf, 1789. Fol. Mit 40 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., 58 S., 1 Bl., S. (59)-65. Pp. d. Zt. (minimal bestoßen). (94) 1.200,-

Increased by an appendix to bridge building and 4 plates compared with the second issue. – Minor foxing. – Contemporary cardboard (minimally scuffed).

825

– SCHÜBLER, J. J., Perspectiva. Pes picturae. Das ist: Kurtze und leichte Verfaßung der practicabelsten Regul, zur perspectivischen ZeichnungsKunst. 2 in 1 Bd. Nürnberg, Weigel, 1719-20. Gr.Fol. Mit 2 gestoch. Titeln und 47 (statt 48) Kupfertafeln. 4 Bl., 4 (recte 47), 57 S., 1 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (stellenw. restauriert). (23) 700,Seltene erste Ausgabe. – Graesse VI, 319. Kruft 204. UCBA II, 1854. – Vgl. Ornamentstichslg. Berlin 4728 (zweite Ausg. 1749-53). – Nicht bei Millard. – „Die Tradition Andrea Pozzos, sich mehr für die Architekturdarstellung als für die


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Kunstgeschichte

Architektur selbst zu interessieren, wird in Deutschland bis an die Grenzen des Absurden weiterentwickelt. Bezeichnend für diese Tendenz ist in dem umfangreichen Lebenswerk des Nürnberger Mathematikers Johann Jakob Schübler (gest. 1741) seine zweiteilige 'Perspectiva, pes picturae' (1719/20), die sich selbst als Fortsetzung zu Pozzos Werk versteht. Die Rolle der Perspektive erhält bei ihm einen nahezu absoluten Rang“ (Kruft). – In Bd. II fehlt die Tafel 11. Innengelenke restauriert, fliegende Vorsätze fehlen, stellenw. stärker wasserrandig und mit Ausbrüchen vor allem am oberen und unteren Rand durch Feuchtigkeitseinwirkung (wenige Einrisse hinterlegt), stärker fleckig, Gebrauchsspuren.

vign., 10 Kupfertafeln und 132 (3 gefalt.) gestoch. Portrs. von Schellenberg u. a. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Vergoldung (Gebrauchsspuren). (69) 400,Lonchamp 1132. Ebert 7993. – Ohne das Tafelverzeichnis zum dritten Band. – Vorsätze mit Kleberesten; leicht gebräunt und stellenw. etwas fleckig.

830

Prachtexemplar 826

GARTENARCHITEKTUR – MEYER, G., Lehrbuch der schönen Gartenkunst. Berlin, Riegel, 1860. Fol. Mit zahlr. Textholzstichen und 22 (2 doppelblattgr., 13 getönten bzw. farb.) lithogr. Tafeln. 4 Bl., 234 Sp. Etw. spät. Hldr. (leicht bestoßen und fleckig). (76) 300,Erste Ausgabe. – Dochnahl 102. – Die Tafeln zeigen die klassischen Gärten Italiens (Villa Aldobrandini, Villa d'Este etc.), aber auch Phantasiegärten verschiedener Stilrichtungen sowie die Anlagen von Versailles und Sanssouci. – Gebräunt, stockfleckig, Stege wasserrandig.

– VAUBAN, (S. L. DE), De l'attaque et de la defense des places. (Bd. I von 2). Den Haag, de Hondt, 1737. 4°. Mit 36 gefalt. Kupfertafeln. 10 Bl., 216 S. Rotes Kalbldr. d . Zt. mit reicher Vergoldung (wenig beschabt und bestoßen, Rücken mit kleinem Loch). (117) 800,Jähns 1435. – Vaubans berühmter Traktat über den Angriff, „im wesentlichen ganz dem Original entsprechend“ (Jähns), der Teil über die Verteidigung stammt allerdings von Deshoulières. – Der seltene Ergänzungsband „Traité des mines“ erschien erst 1742. – Präsentationsexemplar für Simon de Faultrier mit Widmung des Donators, datiert Straßburg 5. März 1740. – Der prachtvolle Einband mit Namen und Wappen des Besitzers gestempelt (nicht bei Olivier).

827

BECKER, C., UND J. VON HEFNER (-ALTENECK), Kunstwerke und Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance. Bd. I (von 3). Frankfurt, Schmerber, 1852. Fol. Mit kolor. Stahlstich-Widmung und 67 (statt 72) kolor. Stahlstichtafeln. 2 Bl., XII, 90 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (128) 80,Brunet I, 731. Vinet 1955: „Voilà un livre qui mérite de prendre place parmi les grandes publications sur le moyen âge.“ – Von Mittelalterbegeisterung und Nationalstolz getragenes Tafelwerk über die mittelalterliche Handwerkskunst mit prachtvollen Illustrationen, die sicher auch als Muster für die zeitgenössische Handwerkskunst dienen sollte. – Ohne die Tafeln 4, 16 und 46-48. – Buchblock gebrochen; tls. stark fleckig.

828

DUMONT, A., und J. CHAPLAIN, Les céramiques de la Grèce propre. 2 Bde. Paris 1888-90. 4°. Mit 77 (5 doppelblattgr., 8 farb., 69 auf aufgewalztem China) Tafeln. 2 Bl., II, VIII, 420 S.; 2 Bl., 260 S. Mod. Hldr. (leicht berieben). (75) 400,Erste Ausgabe. – Borroni 11700. – Die Tafeln sind num. I-XL, I-XL und suppl A. – Stellenw. fleckig, nur wenige Tafeln betroffen.

829

FÜSSLI, J. C., Geschichte der besten Künstler in der Schweitz. 5 Bde. Zürich, Orell, Geßner und Co., 1769-79. Mit 5 gestoch. Titeln, gestoch. Titel-

Nr. 831

831

GERMAIN, P., Elements d'orfevrerie divisés en deux parties. 2 Tle. in 1 Bd. Paris, Selbstvlg., 1748. 4°. Mit zusätzlichem gestoch. allegorischen Frontisp. von G. Germain, dat. 1766, 2 gestoch. Titeln, alle vom Autor e. sign., 3 gestoch. Textbl., 100 Kupfertafeln von J. J. Pasquier und Baquoy nach


Kunstgeschichte

P. Germain und J. Roettiers sowie zusätzlicher Orig.-Zeichnung von P. Germain, montiert auf dem hinteren fliegenden Vorsatz. Etw. beschäd. Kalbldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Vorderdeckel lose). (71) 2.000,Erster Druck der ersten Ausgabe mit der Verlagsadresse des Verfassers und seiner e. Signatur. – Ornamentstichslg. Berlin 1066. Ornamentstichslg. Hamburg 358. Sander 771. Cohen-R. 429. Slg. Fürstenberg 23. Fürstenberg 128. Lewine 208: „This precious collection comprises the finest patterns of Parisian silver plate of the Louis XV. period. M. Hip. Destailleur's copy of the first issue with an extra allegorical piece engraved by G. Germain, 1766, and an original drawing by P. Germain inserted, 650 frs. (1895)“ (wohl dieses Exemplar). – „Eine der prächtigsten Arbeiten auf diesem Gebiet ist vielleicht Germains 'Eléments d'Orfèvrerie', 1748. Dieser Meister der Dekoration wurde von Mariette über Meissonnier gestellt. Seine Sammlung von Vorlagen für den Gold- und Silberschmied kann man als ein Hohes Lied der Goldschmiedekunst des Zeitalters bezeichnen“ (Fürstenberg). – Die Kupfer zeigen u. a. Meßkannen, Kredenzteller, Weihwasserkessel, Ziborien, Rauchfässer, Kannen, Kelche, Kirchenleuchter, Monstranzen, Kreuze, Bischofsstäbe, Ampeln, Schalen, Pfefferbüchsen, Leuchter, Weinkühler, Schüsseln, Tafelaufsätze, Schmuckkästen und Spiegelrahmen. – Vordere Vorsätze mit Eckausschnitt, Schrift- und Stempelrasur. Durchgehend, vor allem in den Rändern etw. gebräunt und braunfl. (Frontisp. etw. stärker). – Aus der Bibliothek von H. Destailleur. – Siehe Abbildung. First issue of first edition with publisher's adress of the author and his personal signature. – Upper endpapers with cut-out at corner, some erased letters and stamp. Throughout, mainly at margins, a little browned and brown-stained (frontispiece a bit more). – From the library of H. Destailleur. – Contemporary, somewhat damaged calf with spine label and gilt back (front cover loose). – See illustration.

832

GURLITT, C., Das französische Sittenbild des achtzehnten Jahrhunderts im Kupferstich. Berlin 1913. 4°. Mit gestoch. Titel und 100 Tafeln. 2 Bl., III, 59 S., 100 Bl. Rotes OMaroquin (wenig beschabt und bestoßen). (103) 100,Nr. 10 von 100 Ex. der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Nur gering fleckig. – Aus dem Besitz des Münchner Illustrators Ludwig Hohlwein.

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(HANCARVILLE, P. F. HUGUES DE), Veneres uti observantur in gemmis antiquis. 2 in 1 Bd. Leiden, o. Dr. und J. (um 1771). Mit 2 gestoch. Titeln und 69 (statt 70) Kupfertafeln. 4 Bl., 69 Bl. Tafelbeschreibungen. Ldr. d. Zt. (Rücken gebrochen, Gelenke eingerissen; bestoßen). (69) 200,Borroni 12147. – Vgl. Cohen-R. 476. Sander 900 (Ausgabe mit gestochenem Text und 35 Tafeln). – Die Tafeln sind numeriert I-XXXV und (2)-36. – Ohne Tafel XXXIII. – Stellenw. etwas fleckig. – Breitrandiges Exemplar.

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HEURCK, E. H. VAN, UND G. J. BOEKENOOGEN, Histoire de l'imagerie populaire Flamande. Brüssel, van Oest, 1910. Fol. Mit zahlr. Abb. im Text und auf meist farb. Tafeln. S. (III)IX, 727 S., 1 Bl. Spätere Lwd. (Rücken verblaßt, berieben). – Ohne den Vortitel. – Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht. (69) 100,-

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JAHRBUCH der königlich Preussischen Kunstsammlungen. Bd. I-XIV, XVIII, XX/3-4, XXIII, XXIV, XXVII-XL, LVII und LIX sowie Register zu Bd. I-X und XXI-XXX in 23 Bdn. und 56 Heften. Berlin 1880-1938. Mit zahlr. Tafeln in verschied. Techniken. Verschied. Einbände und lose in Orig.-Brosch. (Gebrauchs- und Lagerspuren). (8) 500,Kirchner 22901. – Hervorragend illustrierte Studien und Forschungen aus allen Bereichen der Kunst. Unter den Autoren u. a. Wilhelm von Bode, Georg Dehio, Max J. Friedländer, Herman Grimm, Max Lehrs, Theodor Mommsen und Erwin Panofsky. – Tls. gering fleckig und gebräunt. Einige Stücke mit Exlibris, u. a. von Kronprinz Wilhelm. – Beiliegen 13 Einzelhefte der Jge. XLI bis LXIV und 136 Hefte „Amtliche Berichte aus den Preuszischen Kunstsammlungen“ der Jge. XXIX-XL.

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JUGENDSTIL – LANGE, O., Dekorationsmalereien für das Bürgerhaus. Stuttgart (1907). Gr.-Fol. 24 farb. Tafeln. 1 Bl. Orig.-Hlwd.-Mappe (Innenklappen fleckig, leichte Gebrauchsspuren). (79) 200,Lange war gelernter Dekorationsmaler, vorliegende Arbeiten zeigen ihn als typischen Vertreter des Dresdner Jugendstils und Schüler Otto Gußmanns. Später gehörte er zu den Gründern der Dresdner Sezession (Vgl. Thieme-B. XXII, 328). – Etwas gebräunt.

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KOLDEWEY, R., Die antiken Baureste der Insel Lesbos. Berlin 1890. Gr.-Fol. Mit 29 (einer gefalt., 2 doppelblattgr., num. I-XXXI) tls. farb. Tafeln und Karten. 3 Bl., 90 S. OHlwd. (fleckig und gering berieben) mit Orig.-Pp.-Schuber (fleckig und etwas bestoßen). (75) 1.500,Erste Ausgabe. – Borroni 6750. – Koldewey gilt zusammen mit Wilhelm Dörpfeld als Begründer der archäologischen Bauforschung. 1885 und 1886 führte er auf Lesbos Grabungen im Auftrag des Deutschen Archäologischen Instituts durch. – Fleckenlos. – Siehe Abbildung. First edition. – Koldewy together with Wilhelm Dörpfeld is considered to be the founder of the archeological site research work. On behalf of the German archeological institute he conducted excavations at Lesbos in 1885 and 1886. – Spotless. – Original half cloth (stained and minimally rubbed) with original cardboard slipcase (soiled and a little scuffed). – See illustration.


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Kunstgeschichte

eindrucksvoll sind dabei sicherlich die Landschaftsdarstellungen, die sowohl den Einfluß der holländischen Landschaftsmalereitradition verraten wie den der klassischen um Poussin und Lorrain. – Seit 1967 nicht mehr auf deutschen Auktionen. – Vereinzelt etw. gebräunt, wenig fleckig. – Schönes Exemplar.

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LEHRS, M., Der Meister des Amsterdamer Kabinets. Berlin (1894). Fol. Mit 89 mont. Abb. auf 67 Tafeln. 3 Bl., 8 S. OLwd. (stark beschabt und fleckig, bestoßen). (93) 80,-

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LENOIR, A., Musée des monumens français, ou description historique et chronologique. Bde. I-V (von 8) in 5 Bdn. (ohne den Supplementbd.). Paris, Guilleminet, 1800-06. Mit gestoch. Portr. und 216 (statt 217?; 11 gefalt.) Kupfertafeln. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (36) 200,Monglond V, 354 und VIII, 567. – Zur Tafelkollation: 1-43, 45-120, 122-165, 167-215, 19 bis, 61 bis und 114 bis. – Die Tafel 125 doppelt vergeben. – Das Porträt unnumeriert. – Ohne die Tafeln 44, 121 und 166. – Die Tafeln 148 und 207 verbunden. – Fliegende Vorsätze tls. mit Besitzvermerk (Kugelschreiber), die Tafel 171 mit hinterlegtem Einriß (außerhalb des Abbildungsrahmens), stellenw. etw. fleckig.

Nr. 837

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KUNSTGEWERBE – SAMMLUNG von 16 Werken in 17 Bdn. 1888-1978. Meist OLwd.-Bde. (wenige Gebrauchsspuren). (8) 200,Zumeist reich illustrierte Monographien über Fayencen, Glas, Gold, Porzellan und Teppiche.

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LANZI, L., Storia pittorica della Italia. 3 Bde. Bassano, Remondini, 1795-96. 6 Bl., XXVIII, 648; VII, 477; VII, 555 S., 1 Bl. Hldr. der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. (stärker beschabt und bestoßen). (136) 300,-

Erste Ausgabe. – Borroni 4436. Cigognara 3126. Brunet III, 1349. – Reich illustriertes Werk über die antiken Inschriften von Bologna. – Ohne den Vortitel. – Neu aufgebunden; Frontispiz angeschmutzt und mit hinterlegten Ein- und Ausrissen (ohne Bildverlust), Titel und zweites Blatt mit hinterlegten Randläsuren; die ersten Blätter fleckig, sonst nur vereinzelt geringfügig fleckig.

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Cicognara 39. Pollen 1102. Arntzen-R. H 101. Schlosser 449. – Erweiterte zweite Ausgabe des 1789 erstmals erschienenen Werks. – Lanzi war 1773 für die florentinischen Bildersammlungen verantwortlich. Seine Geschichte der italienischen Malerei ist nach R. Wittkower „still unequalled for knowledge of the material and breadth of approach.“ – Mit wenigen Wurmlöchern, an den Rändern leicht gebräunt und nur wenig fleckig. Breitrandiges Exemplar. – Exlibris.

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LE CLERC, S., Oeuvres choisies. Paris, Lamy, 1784. 4°. Mit gestoch. Widmung, 239 Kupferstichvign. auf 74 Tafeln. 2 Bl., 49 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken restauriert, beschabt, bestoßen). (128) 800,Sander 1143. Lewine 302. Cohen-R. 612. – Schöne Auswahl der Kupferstiche Sebastien Le Clercs, darunter seine Folgen zu Aesops Fabeln, den Kostümen der Griechen und Römer, den „Petits Peysages“ und vielem mehr. Besonders

MALVASIA, C. C., Marmora Felsinea. Bologna, Typ. Pisariana, 1690. Fol. Mit gestoch. Frontisp., zahlr. Textkupfern und -holzsschnitten. 6 (statt 7) Bl., 664 S. Pgt. d. Zt. (fleckig und berieben). (126) 400,-

MULOT, (F. V.), Le Museum de Florence, ou collection des pierres gravées, statues, médailles et peintures, qui se trouve à Florence. Bde. I, III und V (von 8) in 3 Bdn. Paris, David, 1787-91. 4°. Mit 3 gestoch. Titeln und 268 Kupfertafeln von François Anne David. 2 Bl., IV, 258 S.; (ohne Drucktitel), 148; 171 S. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Vergoldung (ein Gelenk eingerissen; beschabt und leicht bestoßen). (88) 400,Pollen 385. – Umfaßt „Pierres antiques“, „Statues“ und „Médailles“. – Vorsätze mit Exlibris und das jeweils erste weiße Blatt gestempelt, vereinzelt leicht fleckig.

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NAGLER, G. K., Neues allgemeines KünstlerLexikon. 3. Aufl. Unveränd. Abdruck der ersten Aufl. 1835-1852. 25 Bde. Leipzig (1924). OLwd. (gering bestoßen). (99) 200,-


Kunstgeschichte

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Nr. 850

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ORNAMENTIK – JONES, O., Examples of Chinese Ornament selected from objects in the South Kensington Museum and other collections. London 1867. Fol. Mit farb. lithogr. Frontisp. und 99 farb. lithogr. Tafeln. 15 S. Mod. Hldr. (etwas berieben). (69) 400,-

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Ornamentale Vorlagenwerke 2971. Thieme-B. XIX, 125. – Jones hatte mit der Ausmalung des Kristallpalastes der Londoner Weltaustellung 1851 in England eine neue Ära der Dekorationskunst eingeläutet, seine mit Vorliebe den orientalischen Stilen zugewandte Dekorationskunst war für das moderne Kunstgewerbe von unermeßlichem Einfluß. – Die Numerierung der Tafeln (1-4 und 6-100) weicht anfänglich von der des Tafelverzeichnises ab, welches das Frontispiz als Nr. 1 zählt. – Kleiner Wasserrand im oberen Rand (nur bei der letzten Tafel bis ins Bild reichend). – Siehe Abbildung Seite 165.

847

– SPELTZ, A., Das farbige Ornament aller historischen Stile. 3 Text- und 3 Tafelbände. Brandenburg (1914-23). 4° und Fol. Mit 3 mont. farb. Titeln und 180 mont. Farbtafeln. Orig-Brosch. und OHlwd.-Mappen (etw. bestoßen und fleckig). (8) 200,Arntzen-R. 74: „A pictorial handbook of ornament from prehistoric times to the middle of the 19th century. Still usefull.“ – Über den KVK kein Exemplar nachweisbar. – Tafeln an den Rändern vereinzelt gebräunt und mit kleinen Absplitterungen.

OSTASIEN – KUNICHIKA – FARBHOLZSCHNITTE – SAMMLUNG von 3 Blockbüchern und 1 größeren Einzelblatt mit Farbholzschnitten, darunter Arbeiten von oder aus dem Umkreis des Toyohara Kunichika. Japan ca. 1880-1920. (61) 300,Zwei farbenprächtige Blockbücher mit je ca. 50 Darstellungen zeigen das japanische Alltagsleben. Ein Blockbuch enthält 48 Darstellungen von Schauspielern in der Art des Toyohara Kunichika (1835-1900). Das Einzelblatt (auf Karton aufgezogen, ca. 35 x 23,5 cm) mit der Darstellung zweier Schauspieler (möglichweise die rechte Seitentafel eines Triptychons, wohl eine Arbeit Kunichikas). – Weiterhin beiliegend ein Blockbuch mit Holzschnitten von Landschaften, Tieren, Pflanzen und Ornamenten, eine Mappe mit fünf Blockbüchern mit japanischen Texten, ein numerierter Privatdruck der Bertholdschen Schriftgießerei über den chinesischen Typendruck (1923) und ein Werk über den Künstler Kitagawa Utamaro. – Leichte Gebrauchsspuren.

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– NEPAL – THANGKA-MALEREI – 2 große Thangka-Darstellungen auf Leinwand. Nepal, Mitte 20. Jhdt. 77,5 x 58,5 cm und 80,5 x 59,5 cm. (140) 400,Thangka-Bilder dienen der Weitergabe der Glaubenslehre im Lamaismus und sind vor allem in Tibet und Nepal verbreitet. Sie beruhen auf einer langen Tradition und sind ikonographisch genau festgelegt. Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Qualität der Ausführung und Art der verwendeten Farben. Die beiden vorliegenden Thangkas, deren


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Kunstgeschichte

Nr. 852

Zentren kreisrunde Mandalas mit zahlreichen Buddhafiguren und Gottheiten bilden, sind außergewöhnlich detailreich und bis in alle Einzelheiten präzise unter reichhaltiger Verwendung von Goldfarbe gemalt, weisen also Qualitätskriterien auf, die sie als „Meisterstücke“ von der für den Handel mit dem Westen bestimmten Massenproduktion deutlich abheben. – Unter Glas gerahmt.

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– REISPAPIERALBUM. Zwei chinesische Alben mit zusammen 24 Miniaturen. China, wohl 2. Hälfte des 19. Jhdts. Fol. und Qu.-4°. Alle Reispapierblätter (35,6 x 24,5 und 23,3 x 33,5 cm) mit blauen Seidenbändchen umrahmt und auf Papier mont. Rote Seide d. Zt. (Bezugseinrisse, stellenw. fleckig und abgerieben) und bestickte Lwd. d. Zt. (berieben und bestoßen). (21) 600,Zwei kulturgeschichtlich interessante Alben mit Darstellungen in exakt gearbeiteter Deckfarbenmalerei. Das Album im Hochformat in besonders prachtvollen, leuchtenden Farben zeigt verschiedene Szenen des höfischen Lebens. Die opulenten Trachten und Zeremonialgewänder, die den Rang der Personen anzeigen, sind detailliert ausgearbeitet, dazu Teppiche und Mobiliar. Das zweite Album illustriert die Strafgerichtsbarkeit in Form von teils sehr drastischen Leibesstrafen, vom Abführen eines Gefangenen über Prügelstrafe, Pranger und Zurschaustellung bis hin zur Enthauptung und Verstümmelung. Das Album wird von einer Gerichtsszene mit acht beteiligten Personen eingeleitet. – Seidenbändchen tls. gelöst, wenige Bl. mit größeren Ausrissen (Darstellungsverlust), Reispapier tls. brüchig und mit einigen kleinen Ein- und Ausrissen (leichter Darstellungs-

verlust an den Rändern), Papier stellenw. vom Träger gelöst, leicht fleckig und gebräunt. – Exlibris „Galatti-Bibliothek“. – Siehe Abbildungen im Text und auf Tafel 9.

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– SHUNGA – 5 erotische japanische Farbholzschnitte auf Papier (4) und Seide (1). Um 1900. Format zwischen 9 x 12 und 18 x 21 cm. (141) 100,Erotische Darstellungen von Paaren beim Liebesspiel, die Gewänder der keineswegs unbekleideten Paare in kräftigen Farben. – Die Abbildung auf Seide mit kleinen Fehlstellen, ein weiteres Blatt mit kleinen Randläsuren.

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(PINELLI, B., UND F. BERTOCCHI, Principali fatti della storia greca antica. Tradotti nell'idioma greco. Venedig, Gnoato und Minesso, 1821). Qu.-4°. Mit gestoch. Frontisp. und 100 Umrißradierungen. 101 (statt 102) Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (36) 600,Brunet IV, 666. Thieme-B. XXVII, 57. – Ohne den Titel. – Vorsatz gestempelt, Frontisp. mit überklebtem Randschaden, Indexbl. mit tiefem Einriß, Ränder etw. stockfleckig; leicht gebräunt. – Selten. – Siehe Abbildung.

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PLANISCIG, L., Die Bronzeplastiken, Statuetten, Reliefs, Geräte und Plaketten. Wien 1924. 4°. VIII, 278 S. OHlwd. – Vorsätze erneuert. (2) 120,-


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Kunstgeschichte

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Nr. 61 von 250 Ex. der Vorzugsausgabe auf schwerem Kunstdruckpapier. – Arntzen-R. K 163: „Fundamental work on Venetian sculpture of the Renaissance.“

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POLITI, R., Illustrazione sul dipinto in terra cotta di un Ercole ed Apollo e di altre tre figuline grecosicule agrigentine. Girgenti, Lipomi, 1829. Mit 4 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 36 S. Orig.-Broschur. – Borroni 11829 (gibt nur 2 Tafeln an). – Wenig fleckig. (20) 150,PORZELLAN UND KERAMIK – RIS-PAQUOT, (O. E.), La Céramique musicale et instrumentale. Paris, Lévy, 1889. Fol. Mit farb. Titel und 48 farb. Tafeln. 208 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit dekorativer Rückengestaltung (berieben). – Text stellenw. etwas fleckig. (69) 300,SAMMLUNG – Cirka 70 Werke. 1796-1988. Verschied. Einbände (tls. mit Gebrauchsspuren). (8) 500,Standardwerke und Abgelegeneres über Epochen, Schulen, Stile und Techniken.

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Von Altdorfer, Grasser und Holbein über viele Namhafte aus den folgenden Jahrhunderten bis Johannes Geccelli und Günther Thiersch aus dem Kunstschaffen der jüngsten Vergangenheit reichend. Meist Standardwerke.

– Venezianische Bildhauer der Renaissance. Wien 1921. 4°. 4 Bl., 655 S. OHldr. (beschabt und bestoßen). (2) 400,-

– Cirka 60 Künstlermonographien. 1881-1998. Verschied. Einbände (tls. mit Gebrauchsspuren). (8) 400,-

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SCHUETTE, MARIE, Spitzen von der Renaissance bis zum Empire. Die Sammlung Helene Vieweg-Brockhaus. Leipzig 1929. Gr.-Fol. Mit 108 Tafeln. XXIII, 79 S. OLwd. (berieben und angeschmutzt). – Nr. 17 von 300 Exemplaren. (93) 200,-

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TEPPICHE – BURCKHARDT, R. F., Gewirkte Bildteppiche des XV. und XVI. Jahrhunderts im Historischen Museum zu Basel. Leipzig 1923. Gr.Fol. Reich illustr. 4 Bl., 65 S., 1 Bl. OHpgt. (93) 80,-

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(WALPOLE, H.), Aedes Walpolianae: or, a Description of the Collection of Pictures at Houghton-Hall in Norfolk, the Seat of Sir Robert Walpole. 2nd ed. with additions. London, (J. Hughs), 1752. 4°. Mit 2 gestoch. Portrs. und 4 gefalt. Kupfertafeln. XXXV, 143 S. Kalbldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. schmaler Bordüre auf den Deckeln und Stehkantenvg. (beschabt, Kapitale etw. läd., Gelenke gebrochen). (71) 300,Lowndes 2818. Brunet V, 1408. Schlosser 445. – Beschreibung der an die russische Zarin verkauften Gemäldesammlung mit Ansichten und Plänen von Houghton Hall, nebst Walpoles „Sermon on painting“ und einem „Poem“. – Leicht gebräunt, vereinzelt etw. fleckig. Mit den hs. Verkaufspreisen der einzelnen Gemälde am Rand.

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Literatur und illustrierte Bücher

Nr. 870

Barock- und Emblembücher 862

ABRAHAM A SANCTA CLARA, Judas Der Ertz-Schelm. 4 Bde. Salzburg, Haan, 1686-92 . 4°. Mit 3 (statt 4) gestoch. Frontisp. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit je zwei funktionsfähigen Schließen (3 Bde.) und Pgt. d. Zt. (1 Bd.) (Rücken mit Etiketten, Pergamentbd. ohne Schließbänder, stärker fleckig, beschabt und bestoßen). (1) 150,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 22.I.1, 22.II.1, 22.III.1 und 22.IV.1. Seebaß, N.F., 18. – Das Haupt- und Lieblingswerk des Paters Abraham, eine Art loser Roman, der alle seine Vorzüge ausdrucksvoll vereinigt. Auch als wortwitziger, erfindungsreicher Sprachmeister ist er hier auf seiner vollen Höhe, trotzdem schimmert durch alle Possenhaftigkeit stets sein religiöser Ernst durch (nach Scherer). – Es fehlt das Frontisp. von Bd. I. – Vorsätze mit Besitzvermerken, Frontisp. rückseit. gestempelt, Frontisp. und Titel (hinterlegt) von Bd. III mit Wurmspur (leichter Darstellungsver-

lust), Titel meist mit Besitzvermerk von alter Hand, ein Bl. in Bd. II mit halbseitigem Ausriß; tls. stark gebräunt und fleckig, einige Gebrauchsspuren. – DAZU: DERS., Grammatica religiosa, Oder Geistliche Tugend-Schul, Der dritte Truck. Köln, Metternich, 1730. Mit ganzseit. Textkupfer. – Dritte deutsche Ausgabe. – Dünnhaupt 25.II.3. Jantz 317.

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ANDACHTSBÜCHER – KERN UND MARCK Geistlicher Lieder. Oder Vollständiges, Evangelisch-Lutherisches Märckisches GesangBuch. Hagen, Voigt, 1761-62. Mit HolzschnittFrontisp. 7 Bl., 352, 64, 80 S. Läd. Ldr. d. Zt. mit 4 fein ziselierten Eckbeschlägen und ebensolcher Schließe in Metall. (99) 400,Eine von mehreren Ausgaben dieses Gesang- und Gebetbuches für die Evangelischen der Grafschaft Mark. – Der Anhang mit besonderem Titel „Rede des Mundes und Gespräch des Herzens mit Gott“ von 1761. – Nicht bei Schüling. – VORGEB.: BIBLIA. Das ist die ganze Heilige Schrift nach der Übersetzung M. Luthers. Lemgo, Meyer, 1759-60. Mit Holzschnitt-Frontisp. 15 Bl., 848, 252 S., 2 Bl. – Nicht in der Bibelslg. Württ. LB. und bei Darlow-Moule.


Literatur und illustrierte Bücher · Barock- und Emblembücher

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BALDE, J., Poema de vanitate mundi. München, Leysser, 1638. 12°. Mit gestoch. Titel, Druckermarke am Ende und 6 Textkupfern von W. Kilian. 11 Bl., 208 S. (ohne die S. 103/104), 10 Bl. – BEIGEB.: BISSEL, J., Antiquitatum Angelicarum tuba jambica (Veteris Testamenti libri tres). Amberg, o. Dr. (Burger), 1670. Mit gestoch. Titel und gestoch. Widmungsblatt. 19 Bl., 433 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. (Rücken mit Fehlstellen). (50) 250,Dünnhaupt 9.5. Jesuiten in Bayern 179. – Erste Ausgabe der wesentlich erweiterten Neufassung des poetischen Zyklus über die Weltabkehr in Totentanzform auf der Basis der früheren Hecatombe. – Titel unten monogrammiert und mit Wurmspuren. S. 89/90 mit geklebtem Einriß (etw. leimfleckig). – II. Einer von 2 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – VD 17 14:669932N. – De Backer-S. I, 1516, 15 (ohne Variantenunterscheidung). – Beide Drucke etw. gebräunt und fleckig. Knapp beschnitten, Kopf- und Randleisten teilw. angeschnitten. – Siehe Abbildung.

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Nicht im VD 17. – Leichenpredigt auf den am 20. Februar 1609 verstorbenen Pastor von Trautenau (nördlich von Königgrätz). – Zum Autor Paulus Bernavus (1553-1614) vgl. Otto, Lexikon der Oberlausizischen Schriftsteller I, S. 90. – Zum Drucker vgl. Reske 551. – Leicht gebräunt und tls. etw. braunfleckig. – VORGEB.: DERS., Pallium Joseph: Observatio. Liegnitz, Schneider, 1609. 67 Bl. (ohne Blatt A2). – Truhlar-H. I, 199, 3. – Nachgebunden drei theologische Streitschriften von Osiander aus der Reihe „Enchiridion controversarium“, Wittenberg, Schmidt für Berger und Schüler (Reihenfolge wie gebunden): I. Quae hodie inter Augustanae confessionis theologos & pontificios habentur. Denuo editum. 1608. 7 Bl. 346 S. – VD 17 14:687794D. – Vgl. CLC O 283 (Ausg. 1607). – II. Quas Augustanae confessionis theologi habent cum Calvinianis. 1607. 8 Bl. 271 S. – CLC O 280. VD 17 3:686994L. – III. Quae Augustanae confessionis theologis cum Anabaptistis intercedunt. 1608. 8 Bl. 239 S. – VD 17 23:2823084. – Vgl. CLC O 277 (Ausg. 1607).

Nr. 866

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ARIOSTO, L., Orlando furioso. Con gli argomenti in ottava rima di M. Lodovico Dolce. Venedig, Giunti, 1641-42. 12°. 562 num., 2 nn. Bl. (letztes weiß). Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, Kanten beschabt). (88) 200,Agnelli-Ravegnani I, 192: „Ediz. in-12 pic., alquanto rara.“ – Seltene Giuntine im Duodezformat. – Fleckig, Fußschnitt in Tinte beschriftet („Ariosto“), Spiegel mit Exlibris.

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ARNOLD, G., Historia et descriptio theologiae mysticae. Frankfurt, Fritsch, 1738. 2 Bl., 645 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (leicht fleckig und berieben). (109) 300,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 33.I. Jantz I, 398. Jöcher I, 562. – „Wichtiges Werk, in dem es Arnold weniger um Kritik an der äußeren, institutionalisierten Kirche als vielmehr um eine systematische, historisch akkurate Darstellung der 'verborgenen' Kirche geht“ (Dünnhaupt). – Titel mit altem Kaufvermerk auf einer Buchauktion; leicht gebräunt. – NACHGEB.: II. BREITHAUPT, J. J., Theses credendorum atque agendorum fundamentales. Ed. secunda emendata. Halle, Zeitler und Musselius, 1701. 8 Bl., 248 S., 8 Bl. – III. ANTONIO, P., Elementa homiletica. Ebda. 1700. 6 Bl., 80 S. – Jöcher I, 460.

BERNAVUS, P., Reverendi & Nobilis Viri, doctrina & virtute praestantis, Tobiae Scharffenbergii a Lindenthal ... Liegnitz, Sartorius (Schneider), 1609. 12 Bl. Grünes flex. Pgt. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (74) 300,-

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BIDEMBACH, F., Promptuarii exequialis pars prior (et posterior). Editio Tertia. 2 in 1 Bd. Lübeck, Albin für Jauch, 1611. 4°. Mit 2 Titelbordüren. 12 Bl., 570 S., 6, 4 Bl., 489 S., 5 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (laienhaft restauriert, beschabt, wenige Wurmlöcher, fleckig). (74) 100,VD 17 547:674766H. – Vgl. STC B 1400. CLC B 1741 (Ausg. 1610). – Der Titel des ersten Teils mit gelöschtem hinterlegten Besitzvermerk und hs. Anmerkungen; am Ende vier Seiten hs. Index eingebunden; tls. etw. stärker fleckig und gebräunt, durchgehend mit hs. Anstreichungen und Anmerkungen in Tinte.


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Literatur und illustrierte Bücher · Barock- und Emblembücher

BÖHME, J., Alle Theosophische Wercken. Tle. I-II, IV, VIII, XI-XII und XIV (von 15) in 5 Bdn. Amsterdam, o. Dr., 1682. Mit 11 gestoch. Titeln und 1 (statt 2) gefalt. Kupfertafeln. Pgt. d. Zt. (fleckig, etw. bestoßen). (147) 400,Dünnhaupt 3. – Die erste oder „Amsterdamer“ Gesamtausgabe erschien 1682 mit insgesamt 15 Teilen, die alle auch einzeln herausgegeben wurden. Der erste Band enthält die Lebenskizze Böhmes und das Doppelregister. – Spiegel mit hs. Vermerken und Etiketten; mehrf. gestempelt; nur sehr vereinzelt handschriftliche Anmerkungen in Tinte, kaum fleckig. – Aus der Bibliothek von Schloß Ericsberg.

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BOISSARD – GREFLINGER, G., Wahre Abbildungen der Türckischen Kayser und Persischen Fürsten. Frankfurt, J. Ammon, 1648. 4°. Mit gestoch. Titelbordüre und 47 gestoch. Portrs. von de Bry nach J. Boissard nach G. Hoefnagel. 16 S. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen, Kapital defekt). (20) 1.200,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 10. Lipperheide 1406. Weller, Annalen I, 945. – Vgl. Blackmer 159 und Göllner II, 2185 sowie III, 41-42 (Abb.). – Deutsche Versparaphrase des

– Theosophia revelata. 16 Tle. in 9 Bdn. (Leiden), 1730-31. Mit 18 (statt 20; 1 gefalt.) Titeln, Portr., 6 (statt 7) gefalt. Tafeln, gefalt. Plan von Görlitz und Kopfvign. (alles gestoch.) sowie 4 Falttabellen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stark beschabt und bestoßen, geringe Wurmspuren). (147) 800,Dünnhaupt 6. – Dritte oder „Leidener“ Gesamtausgabe mit der Erklärung der erst später gedruckten und nachgelieferten Kupfer. – Da alle Bände auch einzeln verkauft wurden, weichen die Titel von den bei Dünnhaupt aufgeführten Titeln der Einzelteile geringfügig voneinander ab. Auch ist die Biographie von A. von Franckenberg (gewissermaßen außerhalb der Reihenfolge) dem ersten Teil vorgebunden. – Es fehlen die zwei Hauptkupfertitel zum 6. und 7. Teil sowie jeweils eine Kupfertafel aus dem 12. und 15. Teil. – Tls. gebräunt und fleckig. – Aus der Bibliothek von Schloß Ericsberg. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildungen Seite 172 und auf Tafel 10.

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BÖHME – SAMMELBAND mit 3 theosophischen Schriften von Jakob Böhme und seinem Umkreis in seltenen ersten Ausgaben. 12°. Hpgt. d. Zt. (leicht fleckig, berieben und bestoßen). (147) 400,I. (FELGENHAUER), P., Spiegel der weisheit und der warheit. 2 Tle. O. O. und Dr. (Amsterdam) 1632. – Erste Ausgabe. – Zíbrt V, 27444 und 27436. Dünnhaupt 16. – Vgl. Brüning 4723. – Der zweite Teil unter dem Titel: „Sendtbrief an die Hirten und an die Schafe“. – „Behandelt die christliche Nächstenliebe, mit deren Hilfe sich alle Probleme zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen auf tolerante Weise lösen lassen“ (Dünnhaupt). – Felgenhauer zählt zu „the small group of those who were inspired by Jacob Böhme and used his works made more noise during the 17th century than their spiritual achievements could justify“ (FdF, S. 31 f.). – „Felgenhauer war Schwärmer mit pantheistischer, mystischer, chiliastischer und synkretistischer Neigung, der alles in triadische Systeme preßte. Er bekämpfte alle Kirchen, wollte selbst jedoch weder Sektenstifter noch himmlischer Prophet sein“ (NDB V, 69). – II. SCLEI, B., Pater noster. Das ist eine geheime unnd allgemeine Außlegung des heiligen Vater Unsers. O. O. und Dr., 1639. 201 S. – Einzige Ausgabe. – VD 17 12:105160A. – III. BÖHME, J., Bedencken uber Esaiae Stiefels Büchlein: Von Dreyerley Zustandt des Menschen, unnd dessen newen Geburt. O. O. (Amsterdam) und Dr. 1639. 115 S. – Dünnhaupt 14.1. – Darin mit abgedruckt: „Theosophisch Epistel oder Send Brief, darinnen das Leben eines wahren Christen beschrieben wird“. – Stellenw. etw. gebräunt (vor allem am Anfang von I). Gestoch. Exlibris (Bibliothek Ericsberg).

Nr. 872 Dichters und Schriftstellers Georg Greflinger zu J. Boissards „Vitae et icones sultanarum Turcicorum“ von 1596, deren Kupfer für das vorliegende Werk wiederverwendet wurden. „In der Dekoration liegt eine Stärke dieser Bilder, und die Sorgfalt, mit der die beiden Graphiker die verschiedenartigsten geometrischen und – teilweise ausgefallenen – tierischen und pflanzlichen Motive zu einem Ganzen verbinden, verdient hervorgehoben zu werden. Selbst wenn man weiß, daß es an der physiognomischen Authentizität der Dargestellten of mangelt, sind die einzelnen Blätter gültige Porträtstudien“ (Göllner). – „The portraits were engraved by Theodore de Bry after drawings by Hoefnagel, who apparently took them from medals brought from Constantinople. The portraits are circular within elaborate borders composed of fruits, animals and grotesques within a strapwork frame“ (Blackmer 159). – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – German verse paraphrase by the poet and author Georg Greflinger to J. Boissard's „Vitae et icones sultanarum Turcicorum“ of 1596, whose copperplates were used for the present work. – Slightly browned, hardly spotted. – Contemporary calf (scratched and scuffed, turn-in defective). – See illustration.


Literatur und illustrierte Bücher · Barock- und Emblembücher

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Einer von fünf Drucken im Jahr der ersten Ausgabe (Unterscheidungsmerkmal: S. 66, Zeile 4 von unten beginnt mit dem Wort „unser“). – Dünnhaupt 3.5: „Frühestes der satirischen Schuldramen Callenbachs, konzipiert für die von ihm geleitete Wetzlarer Schule für die Kinder der katholischen Delegierten am Reichskammergericht. Satirisiert in amüsanten Dialogen eine Reihe zeitgenössischer Unsitten als 'Würmer'.“ – Nachgebunden 7 weitere satirische Schuldramen des Leiters des Wetzlarer Jesuitengymnasiums, die jeweils zur Karnevalszeit von den dortigen Schülern zur Aufführung gebracht wurden. Bei den zahlreichen Auflagenvarianten handelt es sich nicht um Bindevarianten, bei denen einzelne Lagen voneinander abweichen, sondern um durchgehenden Neusatz. Als Verleger sämtlicher Drucke galt bislang Georg Lochner in Nürnberg, doch die erstaunlich hohe Zahl der Varianten ohne Ortsangabe bzw. mit fingiertem Druckort legt die Vermutung nahe, daß mehrere Verleger beteiligt waren. – Titel wie gebunden: Quasi sive mundus quasificatus. 1714. 4 Bl., 88 Bl. – Dünnhaupt 4.1: „Amüsante Satire über die Schwächen der zeitgenössischen Gesellschaft.“ Uti ante hac, auff die alte Hack. (Ca. 1715). 87 S. – Dünnhaupt 5.3: „Satire auf die alamodische Sprachverderberei und Einführung französischer Hofsitten, mit dem Lob der guten alten Zeit.“ Eclipses politico-morales. (Nach 1715). 80 S. – Dünnhaupt 7.3: „Satirische 'Behandlung' der politischen Krankheiten der Mme. Deutschland durch ausländische Quacksalber.“ Quasi vero, der hinkende Bott hat sich wohl. 1714. 112 S. – Dünnhaupt 8.2: „Satire gegen Heucheleien, vornehmlich auf religiösem Gebiet, mit amüsanten Prognostikationen über die Welt der Zukunft.“ Genealogia nisibitarum. 1714. Mit gefalt. Stammtafel (mit tls. hinterlegten Einrissen). 135 S. – Dünnhaupt 6.3: „Satirische Behandlung verschiedener 'Äste' des Nisi-Stammbaumes (Nisi academicum, nisi politicum...).“ Puer centum annorum sive heteroclitus repuerascentis mundi genius. (1714). 144 S. – Dünnhaupt 9.1: „Satire gegen Kaffee- und Tabakgenuß.“

Nr. 873

Almanach Welt-Sitten-Staat-Marter-Calender. (1714). 160 S. – Dünnhaupt 10.3: „Satirischer Kulturspiegel, eingeteilt in 3 „Marter-Listen“ mit insgesamt 24 'Staats-Torturen'.“ – Insgesamt tls. etw. wasserrandig, stellenw. leicht angeschmutzt und wenig fleckig.

Unbekannter Druck 873

(BOUHOURS, D.), Christliche Gedancken auff alle Tag des Monats. Auß dem Frantzösischen in das Teutsch übersetzt. Düsseldorf, J. H. Beyer, 1673. 16°. 7 Bl., 110 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung. (6) 600,Erste deutsche Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Vgl. De Backer-S. I, 1890 (kennt als erste deutsche Übersetzung nur den Druck bei Lichtenthaler in Sulzbach 1774). – Ganz leicht gebräunt, insgesamt vorzüglich erhalten. – Siehe Abbildung.

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(CALLENBACH, F.), Wurmatia. Wurm-Land sub tropico cancri, non tam Typis Geographicis, quam Scenis Comicis exhibita. „Wurmlandiae“ (Nürnberg, Lochner?) 1714. 128 S. Ldr. d. Zt. (Kopf und Schwanz mit Ausbrüchen bzw. Loch, etw. beschabt und bestoßen). (21) 200,-

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CAMUS, J. P., Geist des Heiligen Francisci Salesii, Bischoff und Fürstens zu Genff... in die Teutsche (Sprach) übers. von M. Kolb. Augsburg und Innsbruck, Wolff, 1751. 4°. 8 Bl., 422 S., 6 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 250,Erste Ausgabe dieser deutschen Übersetzung. – De BackerS. IV, 1178, 2. – Einziges, bis heute gebräuchliches Buch des streitbaren Bischofs von Belley. – „Eine große Sammlung sogenannter 'Ana', worunter feurige und lebhafte Gedanken“ (Haller III, 960). – Leicht gebräunt, tls. etw. braunfleckig. – Innendeckel mit Besitzvermerk des BenediktinerAbtes Placidus (Forster; 1734-1757) in Scheyern.


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Literatur und illustrierte Bücher · Barock- und Emblembücher

Nr. 880

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Landwehr (neu) 169. – Das verbreitete Emblembuch erschien erstmals 1632. Der hs. Rückentitel datiert unsere Ausgabe fälschlich „1659“. Da der Verleger I. van der Putte zwischen 1718 und 1748 tätig war, kann die Ausgabe jedoch nur im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts erschienen sein. – Tls. gebräunt. Vorsatz mit Besitzvermerk von 1780. – NACHGEB.: DERS., Gedachten op slapeloose nachten. Den achsten druk, met vernieuwde Figuuren. Leyden, van der Deyster, 1732. Mit gestoch. Titel und 29 Textkupfern. 7 Bl., 235 S., 2 Bl.

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DISSERTATIONUM ludicrarum et amoenitatum, scriptores varii. Leiden, Heger & Hack, 1638. 12°. Mit gestoch. Titel (in Pag.). 7, 567 S. Mod. Pgt. (76) 120,-

DREY SCHÖNE GEISTLICHE GESÄNG. Zu dreyen Stim(m)en auffgesetzt. Bern, Sonnleitner, 1654. 4°. Mit kleinem Holzschnitt-Wappen und typographischer Bordüre auf dem Titel sowie in den Text gedruckten Musiknoten. 12 S. Geheftet, ohne Einband. (154) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (nicht im VD 17 und KVK). – Enthält: „Das I. nach anweisung deß 148. Psalmens, eine Auffmunterung und Ermahnung an alle Creaturen, Gott zu loben. Das II. Ist ein Nacht-Gesang ... Das III. Ist ein Gespräch der gläubigen Seel mit ihrem Bräutigam Christo, auß dem Hohen-Lied Salomonis gezogen“. – Titel mit Durch- bzw. Anstreichung. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und angestaubt, teilw. unbeschnitten und breitrandig.

CHANET, (P.), Traité de l'esprit de l'homme, et de ses fonctions. Paris, Courbé, 1649. 7 Bl., 349 S., 7 Bl. Flex. Pgt. (Deckel leicht gewölbt, angeschmutzt). (115) 150,Erste Ausgabe. – Goldsmith C 626. Cioranescu 18436. Hoefer IX, 664. – Ohne den Vortitel. – Buchblock von Einbanddecke gelöst, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, Seitenränder leicht gebräunt, vereinzelt fleckig.

878

Erste Ausgabe unter diesem Titel. – Brunet II, 762. Graesse II, 410. – Erstmals 1623 unter dem Titel „Argumentorum ludicrorum scriptores“ erschienene Sammlung kurioser Traktate über die Gicht, den Floh, den Esel, die Blindheit und anderes mehr aus der Feder von Humanisten, u. a. von Melanchthon, Scaliger, Lipsius und Pirckheimer. – Seite 3 mit Notiz von alter Hand, gebräunt. Am Ende 9 leere Bl. alten Papiers eingebunden.

CATS, J., Spiegel van den ouden en nieuwen tydt, bestaande uyt Spreekworden, verlustiget door meenigte van Sinnebeelden, met Gedichten en Prenten daer op passende. Amsterdam, van der Putte, o. J. Mit gestoch. Titel und 78 emblematischen Textkupfern. 7 Bl., 320 S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (69) 200,-

880

DU TILLIOT, (J.-B.), Memoires pour servir a l'histoire de la fête des foux. Lausanne und Genf, o. Dr., 1751. Mit 12 Kupfertafeln. 1 Bl., X, 183 S. Marmoriertes Ldr. des 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (gering berieb. und bestoßen). (71) 300,-


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Sander 595 Anm. Cohen-R. 341. Lewine 165. Lonchamp 884 Anm. Dorbon 1431: „Intéressant ouvrage sur la 'Société du Fou' établie à Clèves en 1381.“ – Erstmals 1741 erschienen; die Tafeln mit Abbildungen von Narren sind verkleinerte Nachstiche. – EA: Cioranescu 27211. – Titel teilw. lose und mit Quetschfalten. Vor allem in den Rändern etw. gebräunt und braunfl., tls. mit kleinem Wasserrand. – Beiliegt ein gestoch. Porträt (des Autors?). – Siehe Abbildung.

Von größter Seltenheit 881

EPITOME seu compendiaria enarratio vitae, virtutum, et miraculorum sancti Felicis a Cantalicio. Prag, „Typis Univers. Carolo-Ferdin. in Collegio Soc. Jesu ad S. Clementem“, 1713 (Chronogramm). 4°. Mit 4 Kupfertafeln (1 gefalt.). 20 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (20) 600,Überaus seltene Darstellung der Lebensgeschichte des hl. Felix von Cantalice, erschienen anläßlich seiner Heiligsprechnung durch Papst Clemens XI., die 1712 erfolgt ist. Felix, der dem Kapuzinerorden angehörte, gilt als einer der bedeutendsten Heiligen des 16. Jahrhunderts („Bruder Deogratias“). Sein Geburtsdatum wird gewöhnlich mit 1515 angegeben, hier jedoch ist die Jahreszahl 1513 genannt (gestorben 1587). Auf die mit Kupfern des Prager Stechers Johann Franz Fischer (tätig seit ca. 1712) illustrierte Lebensgeschichte (12 Blätter) folgt die deutsche Beschreibung der achttägigen Feier der Heiligsprechung im Prager Kapuzinerkloster auf dem Hradschin mit großer Falttafel, die eine vor der Kirche errichtete, überaus prachtvolle „Porta triumphalis“ zeigt. Diese stammt wohl auch von Fischer, zumal im AKL (XL, 355) unter seinen Werken ein Triumphbogen zu Ehren des hl. Felix nach Vorlage von Kristian Luna erwähnt wird (hier datiert 1713 statt früher irrtümlich 1663). Fischer arbeitete gerade in seiner Frühzeit für Prager Bruderschaften und Orden und produzierte in dieser Zeit hauptsächlich Andachtsgraphik. – Nur ein Exemplar über KVK nachweisbar (BSB, enthält nur die lateinische Vita und eine Kupfertafel). – Leicht gebräunt, kaum fleckig. – Siehe Abbildung.

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ERASMUS VON ROTTERDAM, D., Principis christiani institutio per aphorismos digesta. Leiden, Maire, 1641. 12°. 228 S. – II. DERS., Querela pacis undique gentium ejectae, profligataeque. Ebda. 1641. 76 S. – III. DERS., Encomium moriae, sive declamatio in laudem stultitiae. Eiusdem libelli de ratione studiorum. Ebda. 1641. 4 Bl., 229 (recte 227) S. Pgt. d. Zt. (Vorderdeckel mit minimaler Wurmspur, fleckig, berieben und bestoßen). (43) 200,I. Van der Haeghen I, 112. Bibl. Erasmiana 152. – II. Van der Haeghen I, 167. Bibl. Erasmiana 176. – III. Van der Haeghen I, 124. Bibl. Erasmiana 91. – Innengelenke gebrochen, vorderer fliegender Vorsatz fehlt; etw. gebräunt und fleckig. – Mod. Exlibris.

Nr. 881

883

(ETTNER, J. CH.), Des getreuen Eckarths medicinischer Maul-Affe. Oder der entlarvte MarcktSchreyer. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt und Leipzig, Rohrlachs Witwe, 1720. (Ohne den gestoch. Titel). 8 Bl. (die letzten beiden weiß), 1072 S. (1 Bl. zwischengeb.). Ldr. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). (117) 250,Dünnhaupt 6.3: „Bewußt an Riemer's Roman 'Der Politische Maulaffe' anknüpfend, übernimmt Ettner in seinem Erstlingsroman auch den Aufbau des politischen Reiseromans. Zwei Studenten unter Begleitung ihres Hofmeisters Eckhart=Ettner lernen durch Fachgespräche auf ihrer Bildungsreise die Welt kennen. Das gleiche Schema wird in den späteren Romanen weiter ausgesponnen. Vorstehender Roman widerspiegelt eine gewisse Skepsis des Autors gegenüber den Auswüchsen der Alchemie und Quacksalberei.“ – Leicht fleckig, gestoch. Exlibris HohensteinTetschen.


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Nr. 885

Nr. 886

FISCHER, A., Tractatus asceticus, das ist: gründliche Abhandlung von denen drey heiligen Ordens-Gelübden. Ehemals in Latein heraus gegeben. Nun in das Teutsche übersetzet, durch Udalricum Appel. München und Stadt am Hof, Gastl, 1749. 8 Bl., 642 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (fleckig). (73) 150,-

Quelle diente.“ Cordier, Japonica, 382. Sabin 25462: „The notice of American matters ... are here and there throughout the volume. They form more than a hundred pages. Many of the engravings illustrate American subjects.“ – Etw. fleckig und gebräunt. – Gestoch. Exlibris der Hofbibliothek München. – Siehe Abbildung.

Erste deutsche Ausgabe. – Anselm Fischer (1686-1711) war Prior des Klosters Ochsenhausen in Schwaben und Respondent an der Universität in Salzburg (vgl. Jöcher-A. II, 1110). – Vorsatz mit Eintrag von alter Hand in Tinte, leicht gebräunt und etw. fleckig.

885

FRANCISCI, E., Neu-polirter Geschicht –Kunst und Sitten-Spiegel ausländischer Völker. Nürnberg, Endter, 1670. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Wappentafel, gestoch. Widmungsblatt und 50 (davon 2 gefalt.) Kupfertafeln. 13 Bl., 1550 S., 15 Bl. Pgt. d. Zt. (leicht beschabt). (105) 1.500,Erste Ausgabe. – Lipperheide Ci 37. Dünnhaupt 19: „Umfangreicher Sammelband über Sitten und Gebräuche exotischer Völker. Ähnlich wie der Lust- und Staats-Garten mit prächtigen Foliokupfern ausgestattet. Eine kulturhistorische und sittengeschichtliche Fundgrube, die zahlreichen Dichtern von Grimmelshausen, bis zu Friedrich Schiller als

First edition. – Extensive Sammelband on customs and way of life of exotic people. – Some soiling and browning. – Engraved exlibris of the Munich court library. – Contemporary vellum (a little scratched). – See illustration.

886

– FEUERLEIN, J. C., Die unzertrennliche Verlöbdnus mit Jesu des seligen Herrrn Erasmi Francisci und einer jeden glaubigen Seele. Nun samt seinem von vielen lang verlangten Lebens-Lauff, auch einer schuldigen Lob-Rede seines getreuesten Freundes, Wolfgang Ch. Deßlers ans Liecht gegeben. Nürnberg, Endter, 1697. Fol. Mit gestoch. Portr. 1 Bl., 36 S., 15 Bl. Pp. d. Zt. (2) 600,Erste Ausgabe. – Dünnhaupt 1515. – Wichtigste Quelle zum Leben eines der ersten gewerblichen Schriftsteller Deutschlands (gest. 1694). – Von größer Seltenheit. – Über den KVK nur 4 Exemplare nachweisbar, alle ohne das Porträt (im Katalog der HAB wird das Format fälschlich mit quarto angegeben). – Siehe Abbildung.


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(GICHTEL, J. G.), Erbauliche theosophische Send-Schreiben Eines in Gott getreuen Mitgliedes An der Gemeinschafft Jesu Christi ... das andere mahl mit noch drey Theilen vermehret in Druck gegeben. (Hrsg. von G. Arnold). 5 Tle. in 2 Bdn. „Bethulia“, o. Dr., 1710. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Bd. I stark aufgerauht und angestaubt). (147) 800,Dritte, stark erweiterte Ausgabe. – Weller, Druckorte I, 51. NDB VI, 369: „Von Anlage her Mystiker und Spiritualist, kam er durch Jakob Böhme, dessen Werke er 1682 herausgab, zur Erkenntnis seiner Position, die über Böhme hinausgeht und stark mystische Züge aufweist.“ – Vorsätze mit Exlibris und hs. Eintragungen. Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Anstreichungen sowie Gebrauchsspuren.

888

GONZALEZ DE SANTALLA, TH., Tractatus theologicus de certitudinis gradu. De immaculata B. Virginis conceptione. Editio prima in Germania. Dillingen, Knab für Bencard, 1690. Mit gestoch. Frontisp. von A. M. Wolfgang. 19 Bl., 232 S. Pgt. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (Rücken läd., fleckig, etw. berieben und bestoßen). (50) 150,-

Nr. 888

Erste Ausgabe. – De Backer-S. III, 1594, 4. Heitjan (in AGB III) 877, 423. – Enthält 8 Disputationen. – Frontispiz außen knapp bis zum Bildrand beschnitten. Ew. gebräunt und fleckig. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerken des Augustinerklosters in Wien. – Siehe Abbildung.

889

HANCKE, G. B., Gedichte, nebst denen Neukirchischen Satyren. 2. verm. Aufl. Bde. I-II (von 4) in 1 Bd. Dresden und Leipzig, Zimmermann und Gerlach, 1731. Mit gestoch. Portr., gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titelvign., gestoch. Kopfvign. und 11 (7 gefalt.) Kupfertafeln. 7 Bl., 464 S., 7 Bl., 512 S. Pgt. d. Zt. (leicht beschabt). (20) 400,Dünnhaupt 2.2. Rümann 399. – Die Lyrik Hanckes erweist ihn als Epigonen und glühenden Verehrer Benjamin Neukirchs (dessen Gedichte er unerlaubterweise abdruckt). Aber lediglich das Lied „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ (Tl. I, S. 97) erlangte bleibende Popularität. – Hancke war abhängig von seinem Mäzen, dem kaiserlichen Statthalter von Böhmen, Reichsgraf Franz Anton von Sporck. Dessen Lieblingsprojekt war die Gründung eines internationalen Badeortes vom Range Karlsbads auf seinem böhmischen Besitz Kuckus (auf einem der Kupfer dargestellt). – Sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung.

890

HOBURG, CH., Theologia mystica, Oder geheime Krafft-Gottes-Lehre der Frommen Alten. Nun zum dritten mal gedruckt. 3 Tle. in 1 Bd. Nimwegen, Luppius, 1684. 12°. 12 Bl., 960 S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (147) 400,Dünnhaupt 14.4. – Vierte Ausgabe des erstmals 1655-56 erschienenen Werkes. – Christian Hoburg (1607-1675) war ein vehementer Kritiker der lutherischen Orthodoxie, Nr. 889

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Nr. 893

great baroque engraver, Boetius a Bolswert (illustrator of the sentimental and ecstatic states of the soul) ... The lackadaisical naïveté of the plates should not deceive us“ (Praz 143). – Vortitel und gestoch. Titel mit teilw. gelöschten Besitzvermerken. Unter jeder Tafel ein hs. Zusatz in französischer Sprache. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 891

First edition. – One of the most influential emblem books of the Baroque era. – Half title and engraved title with partly erased ownership entries. Under each plate a handwritten addition in French. Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary calf with gilt back, gilt stamped fourfold fillets, corner and centre pieces on sides (some rubbing and scuffing). – See illustration.

wurde infolgedessen von mehreren Predigerstellen mehrfach amtsenthoben, sympathisierte mit den Wiedertäufern und wirkte in seinen letzten Lebensjahren bis zu seinem Tod als Mennonitenprediger in Altona. – Gebräunt, gering stockfleckig.

891

HUGO, H., Pia desideria emblematis elegiis & affectibus SS. patrum illustrata. Antwerpen, H. Verdussen, 1628. Mit gestoch. Titel, gestoch. Wappentafel und 45 Kupfertafeln von Boetius à Bolswert. 14 Bl., 412 S., 2 Bl. Kalbldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. vierfacher Filete sowie Eck- und Mittelstücken auf den Deckeln (etw. berieben und bestoßen). (71) 1.500,Erste Ausgabe. – De Backer-S. IV, 513, 6. Praz 376. Landwehr 345. – Eins der einflußreichsten Emblembücher des Barock, es existieren allein 42 bekannte lateinische Ausgaben bis 1757. – „Each emblem with a Bible quotation engraved in the plate ... perhaps the most influential religious emblem book“ (Landwehr). – „With plates designed by the

892

KA(T)ZENBERGER, K., Columna et firmamentum veritatis. Augsburg, Wolff, 1738. Mit doppelblattgr. gestoch. Frontisp. und doppelblattgr. Drucktitel. 12 Bl., 854 S., 19 Bl. Ldr. d. Zt. mit 2 Schließen (Rücken mit Etikett, beschabt und bestoßen). (86) 80,Erste Ausgabe. – Jöcher-A. III, 141, 4. – Streitschrift gegen die Feinde des Katholizismus, im Frontispiz als kuriose Allegorie veranschaulicht, bei der die Säule der Kirche unangefochten von den „Irrlehren“ bis in den Himmel reicht. – Leicht gebräunt und wenig fleckig. – Aus dem Franziskanerkloster Dettelbach (mehrere Besitzvermerke und Stempel).


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893

Nr. 894

Nr. 895

(KAUKOL, M. J. C., Christlicher Seelen-Schatz. Außerlesener Gebetter). O. O. und Dr. (Bonn 1729). Mit Titel, Wappentafel, 1 (statt 3) Widmungsbl., 9 Zwischentiteln und 114 Bl. Text mit zahlr. Vign. und Initialen, alles gestochen. Rotes Maroquin d. Zt. mit Rvg., Deckel- und Stehkantenvg. (beschabt, leicht bestoßen). (13) 250,-

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Dünnhaupt 5.II.1. – Der erste Teil des Sammelbandes pastoraler Dichtungen, der das Werk Grimmelshausens beeinflußte, erschien erstmals 1644, dem Gründungsjahr des Blumenordens. Mitverfasser war damals Georg Philipp Harsdörfer. An der Fortsetzung wirkte „Floridan“ alias Sigmund von Birken mit. – Tls. leicht gebräunt, stellenw. fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung.

Rümann 504. Bonacini 924. Jessen 2340. LanckoronskaOe. I, 80. Seebaß N. F. 561. – Eines der schönsten kalligraphischen Werke des 18. Jahrhunderts. Die Sammlung von Gebeten wurde vom Bonner Hofkammerrat und Kabinettsekretär M. J. C. Kaukol zusammengestellt und dem Kurfürsten Clemens August gewidmet. – Vorderes Innengelenk gelockert; leicht gebräunt und tls. leicht braunfleckig. – Siehe Abbildung.

894

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KLAJ, (J.), Fortsetzung der Pegnitz-Schäferey; behandlend, unter vielen andern rein-neuen freymuthigen Lust-Gedichten und Reimarten, derer von Anfang des Teutschen Krieges verstorbenen Tugend-berümtesten Helden Lob-Gedächtnisse. Nürnberg, Endter, 1645. 4°. Mit Titel-Holzschnitt. 4 Bl., 104 S. Mod. Hldr. (leicht berieben). (14) 500,-

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KLEIN, G., Medullae Biblicae Erster (– Dritter) Theil, Das ist: Auß allen und jeden Büchern und Capiteln ... Ein fürnemer Spruch genommen, und der Christlichen Jugend zum besten, in richtiger Ordnung mit Fleiß zusammen gebracht. 3 Tle. in 1 Bd. Nürnberg, Endter, 1630. Mit gestoch. Titel, alle Seiten von typographischen Bordüren eingefaßt. 8 Bl., 432 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (22) 400,Erste Ausgabe. – VD 17 14:682632X. – Nicht in den einschlägigen Barock- und Jugendbuch-Bibliographien. – Enthält I. das Alte Testament, II. die Propheten und Apocryphen und III. das Neue Testament. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt mit kleinen Randschäden. – Mit gestoch. Exlibris von C. W. Graf von Nostitz. – Siehe Abbildung.


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(KORTHOLT, CH.), Der Theologischen Facultet bey der HochFürstl. Holsteinischen ChristianAlbrechts-Universitet zum Kiel Beantwortung einiger Fragen, das unlängst in Hamburg vom leidigen Satan besessene Mägdlein betreffend. Kiel, J. Reumann, 1683. 12°. 42 S. Hpgt. des 19. Jhdts. (wenig bestoßen und leicht berieben). (98) 700,VD 17 23:669295M. – Sehr seltene Schrift über die von einem Platt sprechenden Satan besessene Christina Grambeck; bemerkenswertes Beispiel über einen von Protestanten ausgeübten Exorzismus. – Der anonyme Verfasser ist der berühmte protestantische Theologe Christian Kortholt, Professor der Theologie in Kiel und Rostock. – Vereinzelt wenig fleckig.

897

LEUCHT, V., Mariale, Oder Marienpredigt, auff alle hohe Fest durchs gantze Jahr. Mainz, Lipp für Stein (in Frankfurt), 1603. 4°. Mit Holzschnittwappen auf dem Titel verso und 7 Textholzschnitten. 8 Bl., 647 (recte 641) S., 4 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen). (50) 300,Erste Ausgabe. – VD 17 23:322638S. Brückner (Leucht) in AGB III, 170, 27. Falk 225. – Titel mit Besitzvermerk. Meist stärker gebräunt und fleckig, im Schnitt etw. tintenfleckig. – Siehe Abbildung.

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Nr. 897

LUCIANUS SAMOSATENSIS, Dialogorum selectorum libri duo graeco latini. Dillingen, Rem für das Jesuitenkolleg, 1624. 12°. Mit Verlegermarke auf dem Titel. 1 Bl., 539 (recte 544) S., 1 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. unter Verwendung eines spätmittelalterlichen Manuskripts (zwei Schließbänder abgerissen, stärker fleckig und gebräunt, berieben und bestoßen). (23) 200,Schweiger I, 194. Hoffmann III, 34. – Innengelenke brüchig, Vorsätze mit Wurmspuren (auch Titel und folgendes Bl. mit kleiner Spur), leicht gebräunt und nur wenig fleckig. – Titel mit Besitzvermerk des Franziskanerklosters Hechingen. – DAZU: ARISTOTELES, Organum, quod logicam appellant. Bd. I (von 2?). Lyon, Cardon, 1603. – Vgl. Hoffmann I, 294 (Ausg. Genua 1605). – Sehr seltene, bibliographisch von uns nicht nachweisbare Ausgabe.

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MACROBIUS, A. TH., Opera. Ioh. Isacius Pontanus secundo recensuit; adiectis ad libros singulos notis. Quibus accedunt Ioh. Meursi(i) breviores notae. Leiden, Maire, 1628. Mit Druckermarke auf dem Titel. 16 Bl. (letztes Bl. weiß), 768 S., 24 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (50) 250,Ebert 12719. Schweiger II, 587: „Pontanus verbesserte hier den Text, doch ohne neue Hülfsmittel.“ – Macrobius erläutert an ausgewählten Abschnitten aus Ciceros berühmtem „Somnium Scipionis“ die neuplatonische Seelenlehre, Astronomie (mit Hinweisen auf den Planetencharakter von Nr. 900


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Mars und Venus) und Musiktheorie. – Enthält ferner „Libri saturnaliorum“ und „De differentiis et societatibus Graeci Latiniq(ue) verbi libellus“. – Vorsatz mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

900

MOSMAYR, A., Oberirrdischer Oder Himmlischer Blumen-Garten, Eingerichtet Mit allerhand neu – seltzam – sehr annehmlich – und in den himmlischen Paradeyß- oder Lust- und FreudenGarten zum Versetzen fast tauglichem BlumenWerck. Nürnberg, (Weigel?), 1701. Mit 24 Kupfertafeln. 1 Bl., 550 S. Etw. läd. Ldr. d. Zt. mit breiter Metallschließe. (22) 250,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar (und nicht im KVK). – Die Kupfer zeigen meist Szenen aus dem Neuen Testament, aber auch Heiligenleben etc., oft von ovaler Bordüre eingefaßt, darunter die kleine Ansicht einer Gartenoder Parkanlage. – Titel mit unterem Eckausriß (Verlust des Verlegernamens, vorhanden nur noch teilw. der Vorname: „Johann Chri“). Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Randschäden. – Siehe Abbildung.

Exemplar des Widmungsträgers 901

NIWICKI, S., Die heilige Wochen, oder Christus. Vorhin in Lateinischer Sprach, anjetzo in Teutsche versetzet, durch Wolfgang Forel. Schlichtingsheim, Wild, 1696. 4°. 112 S. (ohne S. 9/10). Pgt. d. Zt. (Deckel leicht aufgebogen, Rücken mit roter Numerierung, wenig fleckig und berieben). (22) 300,Erste, sehr seltene deutsche Ausgabe. – Estreicher XXIII, 164. – Das Andachtsbuch, dessen lateinische Fassung erstmals 1692 in Danzig erschienen ist (VD 17 12:106098E), enthält eine Folge von Gebeten im Verlauf der Karwoche, in denen Christus als König, Erlöser, Wohltäter, Bräutigam, Vater, Mittler und Richter angerufen und gepriesen wird. – Die vorliegende deutsche Erstausgabe ist im KVK nicht nachweisbar (dort nur eine spätere deutsche Ausgabe, die 1723 in Augsburg gedruckt worden ist). – Zum Drucker Johann Christoph Wild, der 1692-1714 in Schlichtingsheim (polnisch Szlichtyngowa, nordöstlich des niederschlesischen Glogaus gelegen) tätig war, siehe Reske 826. – Es fehlt das erste Bl. der Lage B (wohl ein Zwischentitel). Etwas gebräunt. – Aus der Bibliothek des Grafen Christoph Wenzel von Nostitz (gestoch. Exlibris mit Monogramm „C.W.G.V.N.“), dem der Druck vom Übersetzer gewidmet worden ist.

902

Nr. 904 ebenso leichten wie anzüglichen Versen darstellt und mit reizvollen Sinnbildern würzt, so daß der Zeitgeschmack des scheidenden Manierismus eine letzte Hochblüte erfährt: „L'odio per amarti, come se fossi/Una Pistrice, un'Orca, una Balena/Tu mi fuggi crudel“. – Titel bis zum Bildrand beschnitten, unten mit Rasur und außen mit hinterlegtem kleinem Einriß (durch diese Schäden geringer Bildverlust). Titel verso und folgendes Bl. mit durchlaufendem Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt mit Randschäden. Buchblock mehrf. gebrochen, einzelne Lagen gelockert oder lose.

903

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Barbier I, 281. Schweiger II, 678. – Vgl. Cioranescu 51147 (Ausg. 1668). – Die Übersetzung wird von Schweiger Jean Nicolle, von Barbier Claude Nicole, bekannt für die Übersetzung freizügiger Werke antiker Schriftsteller, zugeschrieben. – Gestoch. Titel und Kupfertafel leicht angeschnitten, Drucktitel gestempelt, S. 17-19 mit kleinem Ein- bzw. Ausriß mit geringem Buchstabenverlust; gebräunt. – Selten.

ONGARO, A., L'alceo favola pescatoria. Ferrara, Baldini, 1614. 4°. Mit breiter figürlicher Titelbordüre und mehrteiliger Textbordüre. 306 (recte 322) S., 1 Bl. Hpgt. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (22) 200,Spätere Ausgabe. – STC 628. Haym 309, 3. Gamba 1541 Anm. Ceresoli 387. – Erstmals 1582 erschienenes Strophengedicht, das im Fischfang, im Spiel der Wellen, im Meeresgetier, dem Beisammen von Fischern und Fischerinnen auf die körperliche Liebe anspielt, sie in allegorischen,

OVIDIUS NASO, P. L'art d'aimer, traduit en vers François. Paris, de Sercy, 1664. 12°. Mit gestoch. Titel und Kupfertafel von Picart nach Manessier. 10 Bl., 71 S. Alter Umschlag (berieben und verblaßt). (13) 200,-

904

PARIS GRAF LODRON, ERZBISCHOF VON SALZBURG – LEO LATERANUS Ill.mae gentis Lodroniae aeternum decus Paridi Laterano principi atque archiepiscopo Salisburgensis sedis apostolicae legato nato &c. Salzburg, Kürner, 1621. 4°. Mit emblematischem gestoch.


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Titel. 3 Bl., 250 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, aufgerauht, berieben und bestoßen, Schließbänder teilw. ausgerissen). (96) 200,-

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Erste und wohl einzige Ausgabe. – VD 17 23:237312Q. – Festschrift zum Amtsantritt von Paris Graf Lodron als Erzbischof von Salzburg. Paris wurde bereits 1619 im ersten Wahlgang vom Salzburger Domkapitel zum Erzbischof gewählt. Die päpstliche Bestätigung der Wahl erfolgte wegen einer Sedisvakanz erst am 3. 3. 1621, die Bischofsweihe am 23. Mai (vgl. NDB XX, 67). – Am Anfang wasserrandig. S. 177/178 und 183/184 irrtümlich nach S. 250 eingebunden. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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PETER, CH., Andachts Zymbeln, Oder Andächtige und geistreiche, fürnemlich des Sel. Herrn D. Martin Luthers, hernach auch nebenst anderer bekannten und gebräuchlichen, der fürnemsten itzigen Teutschen Tichter, mit Gottes Wort und unveränderter Augspurgischer Confession übereinstimmende Lieder. Freiberg, Beuther für den Hrsg., 1655. Mit zahlr. in den Text gedruckten Musiknoten. 16 Bl., 933 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. mit goldgepr. Wappensupralibros auf den Deckeln und Schließbändern (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (8) 800,-

Goldsmith R 113. Caillet 9171. – Vgl. Rosenthal 5502. – Florimond de Raemond, polemischer Schriftsteller des 16. Jahrhunderts, hatte sich in der Jugend zur Reformation bekannt, trat aber wieder zum Katholizismus über und wurde ein heftiger Gegner der Reformation. – Vorsatz gestempelt. 2 Bl. mit kleinen Randeinrissen. Leicht gebräunt, wenig braunfl., im oberen Rand mit geringen Feuchtigkeitsspuren.

908

PHILALETHES, IRENAEUS (PSEUD.), Sabbato-Dominica. Or, a few propositions tending to reoncile (sic!) the seeming difference, between the lettter (sic!) of the law and christian libertie, in the doctrine of the Sabbath and Lords day. London, Stephens, 1643. 12°. 7 Bl., 123 S. Flex. mod. Ldr. (55) 200,Erste Ausgabe. – ESTC R220919. Early English Books 2057:17. – Vgl. Wing S 212 (2. Ausg.). – Sehr seltene Abhandlung über das Verhältnis des jüdischen Sabbaths zum christlichen Sonntag. – Das Pseudonym wird unterschiedlich aufgelöst: Halkett und Laing (VI, 290) vermuten Louis du Moulin für ein ebenfalls in London 1643 unter diesem Pseudonym erschienenes Werk mit dem Titel „Automachia“, der Katalog der Sammlung Thomas Baker (Nr. 1713) und CLC (S 1558 und 1559) geben für weitere Werke mit diesem Pseudonym William Spang an. – Titel aufgezogen, hintere alte Vorsätze mit Kreisfiguren in Tinte, Buchblock gebrochen; etw. gebräunt.

SEGNERI, P., Himmel-Brod der Seelen, Das ist: Eine leichte und zugleich fruchtbare Ubung, für die jenigen, welche sich auf das Gebet, oder Betrachtung zu ergeben verlangen: Auf einen jeden Tag des Jahres ... In das Teutsche übers. Durch Herrn Augustinum Erath. 2 Tle. in 1 Bd. Frankfurt, Gleditsch, 1691. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 706 S., 1 Bl., 960, 28 S., 28 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (22) 250,Einer von 2 Drucken im Jahr der zweiten Ausgabe dieser deutschen Übersetzung. – VD 17 23:327840V. – De BackerS. VII, 1061 (ohne Variantenunterscheidung). – Deutsche Übersetzung von „La Manna dell'Anima“, die erstmals in Wien 1690 erschienen war. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. Titel mit e. Besitzvermerk von C. W. Graf von Nostitz.

Erste Ausgabe. – RISM A/I/6, P 1565 (nur 2 Ex. in Wien – Gesellschaft der Musikfreunde – und in Leipzig UB). Eitner VII, 389: „Mit 275 Liedern, von denen die meisten mit einem Tonsatz versehen, davon 19 mit eigener Melodie von Peter.“ – Diese Ausgabe nicht im VD 17. – Vorsatz mit Besitzvermerken. Etw. gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit Wurmspuren.

906

RAEMOND, F. DE, L'antipapesse ou erreur populaire de la papesse Ieanne. Cambray, La Rivière, 1613. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 304 S. Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieb. und bestoßen, ein Schließband ausgerissen). (71) 400,-

Ganz in Kupfer gestochen 909

SENAULT, ELISABETH, Heures nouvelles dédiées à Monseigneur Dauphin. Paris, de Hansy, o. J. (um 1690). 16°. 2 Bl., 212 S. Weinrotes französisches Maroquin d. Zt. mit Rtit., floraler Rvg., goldgepr. Filete und breiter floraler Bordüre auf den Deckeln, Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (wenig berieben, etw. bestoßen). (71) 600,Goldsmith L 1614. – Hübsches, seltenes, ganz in Kupfer gestochenes Gebetbuch mit entzückendem Buchschmuck. – Nicht bei Bonacini, Marzoli etc. – Elisabeth Senault war die Tochter des bekannten Kalligraphen Louis Senault, der in der Nachfolge von Pierre Moreau ein gestochenes Gebetbuch geschaffen hatte. „Senault endeavoured to preserve in his engraved books the full flavour of a contemporary manuscript. After his death, his daughter, Elisabeth Senault, produced some equally attractive smaller engraved 'Heures nouvelles', dedicated to the Grand Dauphin“ (Cat. PMM II, 98). – Leicht gebräunt, tls. etw. stockfl., ab S. 100 bis zum Schluß zunehmend stärker und größer werdend im Innensteg ein kräftiger brauner Fleck.


Literatur und illustrierte Bücher · Barock- und Emblembücher

910

(STIELER, K.), Des Spatens teutsche Sekretariatkunst. Zum drittenmal auffgeleget. 2 Bde. (Nürnberg), Andreä für Hoffmann und Streck, 1705. Fol. Mit gestoch. Titel. 12 Bl., 674, 288 S., 14; 2 Bl., 1064 S., 14 Bl. Pgt. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (105) 1.000,Dünnhaupt 23.3. – Umfangreiches, kulturhistorisch hochinteressantes Kompendium für Kaufleute, Juristen, Verwaltungsbeamte, angehende Räte usw.; „bietet aufschlußreiche Einblicke in das pedantische Geschäftsgebaren des 17. Jahrhunderts, zum Teil aus eigener Erfahrung Stielers“. Vorliegendes Werk hat „zwei Generationen die Normen des Briefschreibens geliefert: ungezählte Handbücher nähren sich aus diesen beiden Quartanten“ (ADB). – Kaspar Stieler (1632-1707), der Dichter der „Geharnischten Venus“, war außerdem Verfasser eines deutschen Wörterbuchs und einer Poetik unter dem Titel „Dichtkunst des Spaten“ – in der Fruchtbringenden Gesellschaft der „Spate“ genannt. – Nur wenig fleckig, insgesamt sehr gut erhalten. – Siehe Abbildung.

911

185

TACITUS, C., Opera quae exstant ex recensione et cum animadversionibus Theodori Ryckii. 2 in 1 Bd. Leiden, Hackius, (1686)-87. 12°. Mit gestoch. Frontisp. und wdh. Druckermarke auf den Titeln. 9 Bl., 620 S., 40 Bl., 503 S., 18 Bl. Pgt. d. Zt. (22) 200,Schweiger II, 1003. Ebert 22166: „Gronov's Text mit einigen Verbesserungen aus Mss. und Conjectur. Geschätzte Ausg.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig, im zweiten Teil 2 Lagen (O und Z) stärker gebräunt und stockfleckig. – Frontispiz (teilw. lose) unten mit e. Besitzvermerk von C. W. Graf von Nostitz.

912

(TRÖMER, J. CH., PSEUD.: J. CH. TOUCEMENT), Ehn curieuse Brief von Lustbarkeit in Dreß als kroße Potentat an diese Orth keweß, Ehrr Frideric. Wilhelm, der Königck aus der Preuß. Leipzig, Boetius, 1728. 4°. Mit gestoch. Frontisp. in Rötel von D. U. Böcklin. 17 Bl. Mod. Pp. (leicht gebräunt und berieben). (55) 600,Erster von mehreren Drucken des Jahres 1728. – ADB XXXVIII, 637. Dünnhaupt 9.1. Goed. IV/1, 39, 1. Kroker II, 695. Holzmann-B., Pseud.-Lex., 283. – Trömers früheste Publikation, ein tagebuchartiger, in maccaronischen Alexandrinern abgefaßter Bericht über den Aufenthalt des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und des Kronprinzen, des späteren Friedrich II., am kursächsischen Hof zu Beginn des Jahres 1728, verschaffte seinem literarischen Stil, einem kuriosen deutsch-französischen Dialekt, auf Anhieb Popularität. – Frontisp. seitlich bis an den Rand der Darstellung beschnitten, mit kleinen Randschäden und im Bug mont.; etw. gebräunt, unbeschnitten. – Exlibris des preußischen Kavalleriegenerals Wilhelm von Tümpling (1809-1884).

913

VIEIRA, A., Sermones selectissimi, foecunditate materiarum, sublimitate, subtilitate, & acumine conceptuum admirabiles: Idiomate Lusitanico conscripti ... nunc in Cartusia Coloniensi latinitate donati. 5 in 2 Bdn. Köln, Demen, (1707)-08. 4°. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen, Vorderdeckel gestempelt). (50) 300,Lateinische Übersetzung von Predigten über die Heilige Schrift etc. – Vgl. LThK X, 599. – Verfaßt von Anton Vieira (1608-1697) aus Lissabon, der besonders als Missionar und Kanzelredner bekannt war. „Bedeutend als Missionär, Bekämpfer der Sklaverei, Patriot, Schriftsteller und Redner. Seine Predigten zeichnen sich aus durch Klarheit, Feuer, Volkstümlichkeit“ (LThK). – Vorsätze und Titel (mit Besitzvermerken) gestempelt. Etw. gebräunt und fleckig.

914

Nr. 910

– Sermones selectissimi, idiomate Lusitanico conscripti nunc in Cartusia Coloniensi latinitate donati. 3 in 1 Bd. Köln, Cöln und Huisch, 1727. 4°. 8 Bl., 270 S., 7, 4 Bl., 279 S., 14, 6 Bl., 318 S., 12 Bl. Mod. Hpgt. (74) 150,Vgl. LThK X, 599. – Titel und letztes Blatt verso gestempelt, tls. stark gebräunt und braunfleckig.


186

Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

Literatur bis 1900 915

spuren, hinterer Deckel zum Jg. 1832 fehlt, Vorderdeckel zum Jg. 1834 mit unterem Eckausriß). (8) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Erschien ursprünglich unter dem Titel „Der Wanderer am Bodensee“, vermutlich nur in den Jahren 1823-25 auch unter dem Titel „Der Wanderer am Rhein“. – Enthält neben einem Kalendarium (teilw. durchschossen) astronomische Vorhersagen, geschichtliche Erzählungen, Anekdoten etc. – Die Holzschnitte zeigen u. a. die türkische Flotte vor „Scio“ (eine griechische Insel), die Hinrichtung von Johann Baptist Custor aus Eschenbach in St. Gallen, die Schlacht bei Prag am 25. Februar 1831, die Belagerung von Konstanz durch die Schweden im Jahre 1633 etc. – Etw. gebräunt, meist nur leichte Gebrauchsspuren.

ALMANACHE UND TASCHENBÜCHER – ALMANACH poëtique et enigmatique, pour l'année 1756. Paris, Babuty, (1755). 12°. Mit gestoch. Titel und 12 Textkupfern von de Ferth, de la Fosse und Lempereur nach Eisen. Ca. 60 Bl. Goldgepr. Brokatpapiereinband (Gebrauchsspuren). (13) 200,Grand-Carteret 220. – Vgl. Salomons 49 (Ausg. 1759). – Die reizenden Kupfer mit allegorischen Darstellungen der Monate. – Dekoratives Exemplar.

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– DEUTSCHER POST-ALMANACH für das Jahr 1845. Hrsg. von W. Görges. 4. Jg. Braunschweig, Meinecke, (1844). 12°. Mit 8 (2 kolor.) lithogr. Tafeln (ohne Karte). 208, 96 S. Hlwd. d. Zt. mit Rvg. (Rücken verblaßt, etw. berieben und bestoßen). (50) 150,Köhring 96. – Mit Beiträgen zur Geschichte und Organisation des Postwesens sowie unterhaltsamen und vergnüglichen Geschichten rund um die Post. – Die Tafeln mit dem Porträt von Maximilian, Fürst von Thurn und Taxis, Postgebäude in München, Post- und Dampfwagen der Eisenbahn etc., die kolor. Tafeln mit königlich sächsischen Postbeamten und k. k. österreichischen Postillons. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, in der Mitte oben mit größerem Rostfleck.

917

– REVOLUTIONS-ALMANACH. (Hrsg. von H. A. O. Reichard). 9 Jge. (von 12) in 9 Bdn. Göttingen, Dieterich, (1792-1802). 12°. Mit 9 gestoch. Titeln, 8 gestoch. Frontisp., 156 (6 gefalt.) Kupfertafeln, gestoch. Musikbeilage und gefalt. Tabelle. Pp. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (109) 300,Köhring 98. Lanckoronska-R. 18. Baumgärtel 299. Mix, Kalender, 137: „Die glaubwürdigste und erfolgreichste antirevolutionäre Publikation der Zeit.“ – Vorhanden: Jge. 1793, 1795-1800 und 1802-1803. – Im Jg. 1795 ist zwischen den S. 282-283 ein Blatt mit Ausschnitten, in Art einer Schablone, eingebunden, dem ein Liebesbrief folgt. Der vermeintliche Liebesbrief enthält eine verschlüsselte Nachricht, deren wahrer Sinn sich aber erst dank der Schablone erschließt. Diente zur Übermittlung geheimer Nachrichten in revolutionären Zeiten. – Vorsätze mit eingeklebten gestochenen Originalbroschuren. – Fliegender Vorsatz von Jg. 1793 mit eingeklebtem Katalogeintrag, einige Seiten in Jg. 1796 lose, die Schablone in Jg. 1795 schadhaft. – Altersspuren.

Nr. 919

919 918

– DER WANDERER AM RHEIN. (Universaler Haus- und Lesekalender). Anno 1823. – DER WANDERER AM BODENSEE. Anno 1832-34. Zus. 4 Hefte der Reihe. Konstanz, Bannhard, (1822-33). 4°. Mit 7 (3 ganzseit., 2 gefalt.) Textholzschnitten. Illustr. Orig.-Brosch. (Gebrauchs-

ANDREAE, J. V., Reise nach der Insul Kaphar Salama, und Beschreibung der darauf gelegenen Republic Christiansburg. Nebst einer Zugabe von moralischen Gedanken in gebundener und ungebundener Rede, hrsg. von D(aniel) S(amson) G(eorgi). Esslingen, Schall, 1741. Mit doppelblattgr. gestoch. Frontisp. 10 Bl., 365 S., 1 Bl. (nach S. 192). Läd. Umschl. d. Zt. (20) 2.000,-


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

Winter 61. Taute, Ordens-Romane, 16. Kloß 2575. Dünnhaupt 23 Anm. – Erste und bis zur Neuausgabe 1973 einzige deutsche Ausgabe dieser seltenen Staatsutopie aus der Feder Adreaes, des „Rosenkreuzerpapstes“. – Das holländischlateinische Original war 1619 erschienen. – Nachdem dieser Staatsroman lange als Imitation von Campanellas „Sonnenstaat“ angesehen worden war, weist Winter seine Selbständigkeit nach und reiht das Werk neben die klassischen Utopien von Morus und Campanella. Er verweist auf die stärker naturwissenschaftliche Orientierung und damit auf die Verwandtschaft zu Bacon. – Gebräunt und stockfl., unbeschnitten. – Siehe Abbildung. First and sole German edition of this rare state utopia until its new edition in 1973. – Browning and foxing, untrimmed. – Contemporary damaged wrappers. – See illustration.

187

Tafeln mit dem Wappen des Dichters, gest. von Carlo Orsolini, und einem Medaillonporträt, gest. von Francesco Bartolozzi. – Tls. gegilbt, Blätter der zweiten Buchhälfte mit Abklatsch von Buchstaben und Vignetten, Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris. – Siehe Abbildung. First edition. – Special edition printed on vellum of the rare lyrical poetry by Arrighi Landini (1718-1775?). – Partly yellowed, leaves of the second half of the book with offsetting of letters and vignettes, paste-down with traces of removed exlibris. – Late gilt stamped red calf (scratched and scuffed, slightly stained, minor worming to front joint). – See illustration.

921

ARVONASACK'S Bund mit dem Bösen und dessen verliebte Abentheuer. Gegenstück zu „Casanova's Memoiren“. Quedlinburg und Leipzig, Basse, 1827. 212 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (73) 80,Erste Ausgabe. – Hayn-G. I, 124. – Vorsätze leimschattig und mit eingeklebter Katalognotiz, Titel und letzte Seite getsempelt, braunfleckig.

922

BANIER, A., Erläuterung der Götterlehre und Fabeln aus der Geschichte, aus dem Französischen übersetzt, in seinen Allegaten berichtigt und mit Anmerkungen versehen von J. A. Schlegel und J. M. Schroeckh. Letzte verb. Aufl. 11 Bde. Wien, Schrämbl, 1790-91. Mit 5 gefalt. Tabellen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (tls. etw. fleckig, Kanten beschabt, stärker berieben, bestoßen). (21) 400,Fromm 1707. – Letzte und maßgebliche deutsche Ausgabe des umfassenden Versuchs, Mythen und Fabeln und ihre Ursprünge bei den Griechen und Römern systematisch zu erfassen und darzustellen. Die erste deutsche Übertragung war 1754-66 in nur fünf Bänden in Leipzig erschienen. – Vorsätze in den Ecken leimschattig, der fünfte Band tls. mit braunem Fleck im oberen Rand, sonst nur vereinzelt etw. braunfleckig. – Dekorativ gebunden.

923

Gay-L. II, 434. – Vgl. Cioranescu 9575 (EA 1754). Barbier II, 574. – Zwei anonym veröffentlichte erotische Erzählungen des französischen Schriftstellers Paul Baret (1728-1795). – Frontispiz mit freizügiger Illustration der Titelgeschichte. – Unbeschnitten, fleckig; Fußsteg wasserrandig. – Exlibris von Franz Falk auf dem Spiegel.

Nr. 920

Druck auf Pergament 920

ARRIGHI LANDINI, O., Poesie liriche. Lucca, „a spese dell'autore“, 1753. Mit 2 Kupfertafeln. 5 Bl., CXXXV S. Spät. goldgepr. rotes Ldr. (beschabt und bestoßen, leicht fleckig, kleine Wurmspur am Vordergelenk). (88) 1.800,Erste Ausgabe. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Auf Pergament gedruckte Vorzugsausgabe der ohnehin seltenen lyrischen Dichtungen des Abenteurers, Reisenden und Poeten Arrighi Landini (1718-1775?). Die

(BARET, P.), Le grelot. Ou les &c., &c., &c. „Londres“, (Paris, Cazin), 1781. 12°. Mit gestoch. Frontispiz. 8, 204 S., 1 Bl. Spät. Hldr. (leicht bestoßen, Gelenke etw. eingerissen und mit Wurmspur). (8) 150,-

924

BEAUMARCHAIS, (P.-A. CARON) DE, Le mariage de Figaro. Paris, Quantin, 1884. Mit 5 rad. Vign. von Abot nach Valton. 3 Bl., 255 S. Grünes Maroquin d. Zt. mit Vergoldung, sign. „J. P. Gray & Son, Cambridge“ (Rücken ausgeblichen; Kanten, Gelenke und Ecken etwas beschabt) mit eingeb. Orig.-Brosch. (fleckig, gebräunt). (13) 80,-


188

Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

Monod 1250. – Hübsch illustrierte, hundert Jahre nach der EA erschienene Ausgabe. – Vorsätze leimschattig; unbeschnitten. – Exlibris von Vyvyan Holland, dem Sohn von Oscar Wilde, im Stil Aubrey Beardsleys und mit integriertem Porträt Oscar Wildes.

925

– Die wahre Geschichte des Clavigo. Aus dem Französischen der Memoiren übersetzt. Hamburg, Herold, 1774. 64 S. Umschlag d. Zt. (Gebrauchsspuren). (13) 200,-

Einzige Ausgabe. – Brooks 505. De Backer-S. I, 591, 9. – Der spanische Exjesuit Esteban de Arteaga (1747-1799) hatte 1791 bei Bodoni eine sehr geschätzte Horazausgabe veröffentlicht, an der Clementino Vannetti in drei im Jahr darauf erschienenen Bänden „Osservazioni intorno ad Orazio“ einiges auszusetzen fand. Die „Lettera“ ist die vornehm vorgetragene Rechtfertigungsschrift gegen Vannettis Aussetzungen. – Unbeschnitten, leicht stockfleckig.

929

Erste deutsche Ausgabe. – Goed. IV/3, 161, 3. Fromm 2567. – Übersetzung der im selben Jahr erschienenen Pariser Originalausgabe „Quatrieme memoire à consulter“, die Goethes gleichnamigem Trauerspiel zugrunde liegt, das ebenfalls 1774 erschienen war. – Vorsatz und Titel mit Vermerk in Tinte, wenige Eselsohren.

926

Erste Ausgabe. – Graesse IV, 592. Brooks 312. – Früher, sehr großzügiger Bodonidruck von Montis Tragödie, die nach Alfieris Vorbild gestaltet ist, den er freilich „in der Harmonie und Eleganz seines Stiles und Versbaues übertrifft“ (Wiese-Percopo 496). – Unbeschnitten und unaufgeschnitten, Stempel auf fliegendem Vorsatz, Exlibris „The Robin Collection“ auf Spiegel.

BODE, A., Burlesken. Leipzig, Junius, 1804. Mit 4 kolor. Kupfertafeln von Carl Kolbe. X S., 1 Bl., 257 S. Spät. Hldr. d. Zt. (Rücken mit kleinem Einriß, etw. berieben und stark bestoßen). (13) 300,Erste Ausgabe. – Goed. VII, 416, 32, 7. Hayn-G. I, 404. – Vgl. Slg. Maassen 409 (Titelaufl.). – Letzte Veröffentlichung des früh verstorbenen Satirikers und Übersetzers Theodor Heinrich August Bode (Pseudonym: Johann Ernst Daniel Bornschein; 1778-1804), Sohn des Berliner Astronomen Johann Elert Bode. Ihm wird die gegen die Romantiker gerichtete Satire „Gigantomachia. Das ist heilloser Krieg einer gewaltigen Riesenkorporation gegen den Olympus“ (1800) zugeschrieben. Ferner verfaßte er eine Parodie auf Goethes „Hermann und Dorothea“ (1801). (Zitiert nach Susanne Koppel, Kat. Bücher und Flugschriften 18. Jhdt.). – Im selben Jahr erschienen noch zwei weitere Drucke: bei Junius eine zusätzliche Auflage mit dem Untertitel „Ein Neujahrsgeschenk für frohe Zirkel“, bei Eurich eine Titelauflage ohne Erscheinungsjahr und Untertitel. – Die Tafel zu S. 228 verso mit Bleistiftkritzelei; tls. leicht braunfleckig.

930

(BODMER, J. J., UND J. J. BREITINGER, HRSG.), Fabeln aus den Zeiten der Minnesinger. Zürich, Orell, 1757. Mit gestoch. Titel (in Pag.) von R. Fueßli. 8 Bl., 350 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, bestoßen). (13) 150,Erste kritische Ausgabe der um 1350 entstandenen Fabelsammlung „Der Edelstein“ des Berner Dominikaners Ulrich Boner, mit einem ca. 70seitigen Glossar. Die Handschrift, die sich in Breitingers Besitz befand, gilt heute als verschollen. – Goed. I, 269 und IV/1, 17, 113. Bodemann 137.1. – Vorsätze mit aufgeklebtem Katalogausschnitt und Besitzvermerk. Tls. stärker gebräunt, wenig fleckig. – Exlibris.

928

BODONI – HORAZ – ARTEAGA, ST., Lettera a Gio. Batista Bodoni intorno alla censura pubblicata dal. caval. Clementino Vannetti contro l'edizione parmense del Orazio del MDCCXCI. “Crisopoli“ (Parma, Bodoni) 1793. 1 Bl., 137 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen, Gelenke brüchig). (88) 150,-

BOILEAU-DESPREAUX, N., Oeuvres. Nouvelle ed. revué, corrigée & augmentée.2 Bde. Amsterdam , Changuion, 1729. Fol. Mit gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titelvign., gestoch. Portr., zahlr. gestoch. Textvign., gestoch. Zwischentitel und 6 Kupfertafeln von Picart. 2 Bl., XVIII S., 2 Bl., 450 S.; 2 Bl., VII, 370 S., 10 Bl. Mod. Ldr. unter Verwendung alten Materials. (69) 300,Cohen-R. 166. Lewine 73. – Nachdruck der 1718 bei Mortier erschienenen Ausgabe. – Etwas fleckig. – Breitrandiges Exemplar.

931 927

– MONTI, V., Aristodemo. Parma, Stamperia Reale (Bodoni), 1786. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titelvign. von Barbazza nach Mazzoneschi. Pp. d. Zt. (etw. bestoßen, Hinterdeckel mit Bezugsfehlstellen, Wurmspuren am Rücken) in mod. Hldr.-Kassette. (88) 200,-

(BROXTERMANN, TH. W.), Demophilos an Eukrates: Ueber die Gränzen der Staatsgewalt und ein gewisses, in der Constitution vom Jahre 3 nicht enthaltenes Mittel, die Freyheit der Beherrschten gegen die Anmaßungen der Beherrscher zu sichern. „Germanien“ (d. i. Leipzig, Andreä), 1799. 1 Bl., 84 S. Pp. d. Zt. (20) 200,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 11359 („Demophilos aus Eukrates“). – Theobald Wilhelm Broxtermann (1771-1800) war seit 1797 Archivar und Kanzleirat beim Herzog Wilhelm von Pfalz-Birkenfeld, dem Bruder des nachmaligen Königs Max Joseph. 1799 siedelte er mit seinem fürstlichen Gönner nach München über, wo ihm auch das Sekretariat des bayrischen Hausordens vom Heiligen Michael übertragen wurde (ADB III, 374). – Von der vorliegenden Schrift erschien 1979 ein Reprint.

932

BÜRGER – SHAKESPEAR(E), (W.), Macbeth. Seinem unvergeßlichen Freunde Johann Erich Biester in Berlin gewidmet von G. A. Bürger. 2. Aufl. Göttingen, Dieterich, 1784. 16°. Mit 12 Kupfertafeln nach D. Chodowiecki. 136 S. Mod. Ldr. (146) 200,-


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

Goed. IV/1, 1008, 37. Rümann 1074. Engelmann 514. Rümann, Chodowiecki, 258. – Die erste Ausgabe der Übersetzung erschien 1783. – Bürger verband mit dem Aufklärer und Publizisten Biester eine enge Freundschaft. Beide betrieben intensive Shakespeare-Studien. – Zu Biester vgl. ADB II, 632. – Stellenw. etw. fleckig. – Mod. Exlibris. – Selten. – Beiliegt „Das Glück der Liebe“ von Franz von Kleist in der Erstausgabe von 1793.

933

937

– Les principales aventures de l'admirable Don Quichotte. Den Haag, de Hondt, 1746. 4°. Mit gestoch. Titelvign., gestoch. Kopfvign. und 31 Kupfertafeln. VIII, 330 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital lädiert, beschabt, bestoßen). (11) 600,Rius I, 491: „Sin duda que en composición, movimiento y riquezas de detalles.“ Lewine 102. Sander 320. Cohen-R. 216: „Superbes illustrations.“ – Die detailreichen und humorvollen Kupfer stammen zumeist von Coypel, einzelne auch von Boucher, Cochin, Le Bas und Tremolières. Die Illustrationen von Coypel gehen auf die Entwürfe und Gemälde zurück, die er bereits 1715-27 angefertigt hatte und die in der Pariser Gobelin-Manufaktur als Vorlagen für eine Serie von Wandteppichen dienten. Bereits 1724 waren sie zum Teil erstmals in der Pariser Ausgabe des Don Quichotte (Cohen-R. 214) publiziert worden. – Vorderer fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk; tls. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

BUNTE BILDER zu den Blättern für Mission. Erste Hälfte (alles Erschienene). (Leipzig 1876). Qu.-8°. Mit 27 lithogr. Farbtafeln. 29 Bl. Hlwd. d. Zt. mit mont. Orig.-Titel (Kapitale defekt, stark berieben). (62) 100,Beilage zum seit 1864 erscheinenden Volksmissionsblatt der Leipziger Mission (Kirchner 8556); beteiligt waren Jäger, Steglich, Schönherr und Härting. – Mit seltenen Ansichten aus der ganzen Welt. – Buchblock gebrochen, ein Textblatt lose und ausgefranst, die Tafelunterschriften tls. angeschnitten; gebräunt und stellenw. fleckig.

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189

CARMEN SYLVA (d. i. ELISABETH, KÖNIGIN VON RUMÄNIEN), Die Sphynx. Musik von August Bungert. (Berlin, Luckhardt, 1890). Qu.-4°. 15 S. Orig.-Brosch. (kleine Randläsuren). (40) 150,MGG II, 466. – In zwei differierenden Ausgaben erschienener faksimileartiger Druck der von Elisabeth selbst angefertigten und ausgemalten Originalhandschrift. Bungert, der von der Königin seit 1889 gefördert wurde, hat einen Großteil seines Liedschaffens den Dichtungen seiner Gönnerin gewidmet. – Leicht gebräunt.

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CERVANTES SAAVEDRA, M. DE, Die Drangsale des Persiles und der Sigismunda. Uebersetzt von J. F. Müller. Zwickau, Gebrüder Schumann, 1827. 16°. 3 Bl., S. (XI)-XVI, 240 S., S. (5)-270, S. (5)-237. Läd. Lwd. d. Zt. (13) 100,Rius 1021. Goed. XVII, 945, 445 (Übersetzer). – Seitenränder leicht gebräunt, etw. fleckig. – NACHGEB.: DERS., Numancia. Aus dem Spanischen von R. O. Spazier. Zwickau 1829. S. (V)-XV, 160 S. – Rius 998. Goed. XVII, 1461, 6 (Übersetzer).

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– Lehrreiche Erzählungen. Übersetzt von D(ietrich) W(ilhelm) Soltau. 3 Bde. Königsberg, Nicolovius, 1801. XXIV, 432; 300 S., 1 Bl.; 344 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale tls. gering schadhaft, Gelenke stellenw. wurmstichig, angeschmutzt, beschabt und bestoßen). (13) 150,Goed. VII, 646, 3 a. ADB XXXIV, 587: „Soltau hat als Uebersetzer Bedeutung und muß als solcher neben August Wilhelm von Schlegel mit Ehren genannt werden.“ – Gebräunt und braunfl., unbeschnitten.

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(CREBILLON, C. P. J.), Le Sopha, conte moral. 2 in 1 Bd. Den Haag, Scheurleer, 1742. XII, 152 S., 1 Bl., 143 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rückenleder leicht brüchig und gering wurmstichig, etw. bestoßen, stark fleckig und beschabt). (73) 80,-


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Barbier IV, 530. Gay-L. III, 1135. – Vgl. Cohen-R. 266. Sander 411 (andere Ausg.). – Nachdruck der im selben Jahr erschienenen Pariser Erstausgabe. – Fliegender Vorsatz mit Eckabschnitten, wenige Marginalien in Tinte, zahlr. Seiten mit Abklatsch bzw. verschwommenem Satzspiegel, vereinzelt leicht fleckig.

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Aus der Bibliothek des Salzburger Erzbischofs Sigismund III. von Schrattenbach (Amtszeit 1753-1771), mit datiertem Supralibros von 1753. – ENTHÄLT: HOSSCHIUS, S., Elegiarum libri sex. Bd. I (von 2). Nürnberg, Weber, 1738. 11 (statt 12 Bl.), 354 S. – De Backer-S. IV, 476. – Vortitel und vorderer Vorsatz fehlen, mehrere Ecken geknickt, letztes Bl. mit Vermerk von 1759; etw. fleckig und gebräunt. – Beiliegend drei Werke mit Buntpapiereinbänden, darunter die 1801 in Ottobeuren erschienene Schrift „Alte und neue Sprüchwörter“.

DAUMIER – LE CHARIVARI. Jg. XI, 1842 (Fragment). Paris 1842. Fol. Daraus 84 ganzseit. Lithographien. Mod. Hlwd. (leicht berieben und bestoßen). (21) 120,Sander 166. Vicaire II, 260. – Beginnend mit Nr. 135 (Mai 1842). Unter den Karikaturen ca. 15 von Honoré Daumier. – Mehrf. gestempelt, mehrere Bl. mit restaurierten Einrissen, leicht braunfl. und wasserrandig.

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DEUTSCHE LITERATUR – Cirka 15 Werke des 18. und 19. Jahrhunderts in 52 Bdn. Ca. 1789-1850. Meist Einbände d. Zt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (13) 150,-

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Campe, Kleine Seelenlehre für Kinder (1796), Robinson der Jüngere (1816) und Theophron (1789) – Delbrück, Ansichten der Gemüthswelt (1811) – Jean Paul, Levana (1814) – Lafontaine, Theodor (1800) – Von der Hagen, Das Lalenbuch (1839) – Weisse, Kleine lyrische Gedichte (1793) – Zachariä, Kronprinzchen von Kinderland (1821). – Vieles mehr. – Altersspuren.

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– Cirka 20 Werke des 18. und 19. Jahrhunderts in 57 Bdn. 1789-1884. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (13) 400,-

EINBÄNDE – BRAUNER LEDEREINBAND. Deutschland um 1670. Mit reicher ornamentaler Deckelvergoldung und dreiseitigem Goldschnitt (Eckverlust des Vorderdeckels durch Wurmfraß, ohne die Schließbänder, wenig bestoßen). (20) 150,ENTHÄLT: (GUMPPENBERG, W., Atlas Marianus). Editio secunda. 2 Bde. (Ingolstadt, Haenlin, 1657). 12°. (Ohne die gestoch. Titel). 15 Bl., 219 S., 4 Bl., 207 S., 1 Bl. – De Backer-S. III, 1952, 1. – Vgl. STC G 1401 (EA). – Zweite Ausgabe der Beschreibung der wundertätigen Marienbilder Europas und der Wallfahrtsorte; die erste Ausgabe war im selben Jahr erschienen. – Vorsätze wurmstichig und Eintrag von alter Hand in Tinte. – Beiliegen 2 gestoch. Marienbilder.

– BENEDIKTBEUERN – BRAUNER KALBLEDEREINBAND aus dem Kloster Benediktbeuern. Um 1760. Mit reicher, aber weitgehend oxydierter Vergoldung (beschabt und bestoßen). (87) 200,Die Deckel mit Eckfleurons aus kräftigem Rankenwerk und Supralibros in der Mitte, das die Schutzpatronin des Klosters, die hl. Anastasia, zeigt. – ENTHÄLT: (GOLDHAGEN, H.), Institutiones stili latini soluti et ligati. Ed. secunda. Mannheim, Pierron, 1758. XVI, 624 S. – Meusel IV, 279. – Vgl. Sommervogel 423. Veitenheimer 294. – NACHGEB.: CANISIUS, P., Catechismus. Ebda. 1758. 24 S. – De Backer-S. II, 641. Veitenheimer 289. – Stärker fleckig. – Exlibris Theodor Freiherr von Cramer-Klett.

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Klassische Werke von der Aufklärung bis zum Realismus: Wieland (Musarion, 1769) – Hagedorn (Poetische Werke, 1777) – Lessing (Freundschaftlicher Briefwechsel mit seiner Frau, 1789) – Iffland (Figaro in Deutschland, 1790; Die Advokaten, 1796) – Jean Paul (Der Jubelsenior, 1797) – Kosegarten (Poesieen, 1798) – Schiller (Geschichte des dreyßigjährigen Kriegs, 1792-1802; Maria Stuart, 1801; Die Jungfrau von Orleans, 1802) – Voss (Louise, 1823) – Claudius (Werke, 1844; Wandsbecker Bote, 1791-1812) – Chamisso (Peter Schlemihl, 1827) – Bechstein (Clarinette, 1840) – Heine (Doktor Faustus, 1851) – Hebbel (Maria Magdalene, 1844; Agnes Bernauer, 1855; Erzählungen und Novellen, 1855) – Keller (Sinngedicht, 1882) – Meyer (Hochzeit des Mönchs, 1884). – Und vieles mehr.

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– – Salzburg 1753. Mit floraler Goldpr. auf Rücken und Deckeln, goldgepr. Wappensupralibros auf beiden Deckeln sowie dreiseit. Goldschnitt (Vergoldung weitgehend oxydiert, stärker beschabt und bestoßen). (64) 120,-

– BRAUNER LEDEREINBAND mit reicher Blindprägung. Süddeutschland um 1775. Deckel mit zwei umlaufenden Palmettenfriesen, sternförmigem Mittelstück mit strahlenförmig angeordneten floralen Stempeln, Rücken mit Blütendekor, dreiseitiger Goldschnitt und Vorsätze mit Goldfirnispapierbezug, Blütendekor rot patroniert (Kopf von Bd. I mit minimalem Ausbruch, Gelenke desselben angebrochen, Vergoldung oxydiert, ohne Schließbänder, etw. bestoßen). (21) 400,ENTHÄLT: ROLLIN, (CH.), Anweisung, wie man die freyen Künste lehren und lernen soll. Aus dem Französischen übersetzet. Jetzo hrsg. von Johann Joachim Schwaben. 4. Aufl. 2 Bde. Leipzig, Breitkopf, 1770. XXVIII, 766 S.; 3 Bl., 756 S., 5 Bl. – Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 22396. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte und gelöschtem Stempel, die S. XIX-XXVI in Bd. I verbunden; tls. wasserrandig, stark gebräunt und fleckig.

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– 3 GEBETBUCHEINBÄNDE des frühen 19. Jahrhunderts (etw. beschabt und bestoßen, Gebrauchsspuren). (87) 200,I. Blindgeprägter Ledereinband um 1800 mit Rückenschild, je zwei hochovalen Lederintarsien mit figürlichen Darstellungen auf den Deckeln und großer funktionsfähiger versilberter Metallschließe in durchbrochener Treibarbeit (Rokokoformen). – Enthält den „Goldenen HimmelSchlüssel“ von Martin von Cochem, Augsburg 1798, mit


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gestochenem Frontispiz und acht Kupfertafeln. – II. Rot bemalter Pergamenteinband mit Goldprägung auf den Deckeln (stark oxydiert) und Monogramm „T. H. 1822“ auf dem Vorderdeckel. – Enthält ein handschriftliches Gebetbuch mit einigen Miniaturen und reichem gemalten Buchschmuck in Nachahmung von Kupferstichen, angefertigt von einem Laienkünstler (stärkere Gebrauchsspuren). – III. Roter Ledereinband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie dreiseitigem Goldschnitt. – Enhält „Der Weg zu Gott“ von Johann Martin Gehrig, Würzburg 1824, mit gestochenem Frontispiz und gestochenem Titel.

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eines „Wirklichen Geheimen Oberregierungsrats“ inne. Sein Sohn war der spätere Gouverneur von Kamerun, Otto Gleim (1866-1929). – ENTHÄLT: DIE BIBEL oder die ganze Heilige Schrift nach der deutschen Übersetzung Dr. Martin Luthers. Berlin, Verlag der britischen und ausländischen Bibelgesellschaft, 1858. 804, 264 S. – Vgl. DarlowM. 4392. – Vorsätze mit umfangreichen Schenkungsvermerken und Eintragungen der Familie Gleim, leicht gebräunt.

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– ROT BEMALTER PERGAMENTEINBAND auf vier Bünden. Schleswig-Holstein, Anfang des 19. Jhts. Mit Rücken- und Deckelvg., dreiseit. punziertem Goldschnitt sowie versilberter Metallschließe (Farbe an den Kanten und Bünden abgerieben, etw. bestoßen). (54) 400,Dekorativer Gebetbucheinband mit ornamentalen Deckelbordüren, Eckfleurons und kleinem Gotteslamm in der Mitte beider Deckel. Die Schnittpunzierung zeigt Blumenmotive. Die schöne funktionsfähige Schließe aus durchbrochenem Ornament in C-Bögen mit floralen Elementen und drei kleinen Figuren (Christus und zwei Engel) besteht aus versilbertem Metall (leicht oxydiert, auf vergoldetes Blech montiert). Sie dürfte älter als der Einband sein. – ENTHÄLT: ALLGEMEINES GESANGBUCH zum öffentlichen und häuslichen Gebrauche in den Gemeinen des Herzogthums Schleswig, des Herzogthums Holstein, der Herrschaft Pinneberg, der Stadt Altona, und der Grafschaft Ranzau. Kiel, Königliche Schulbuchdruckerei, 1801. 12 Bl., 510 S., 5 Bl. – Vgl. Schüling 3375 (Ausg. Schleswig um 1850). – NACHGEB.: DIE COLLECTEN, EPISTELN UND EVANGELIA auf alle Sonn- und Fest-Tage durchs ganze Jahr. Altona, Thonholtz, o. J. (ca. 1800). 72 S. – Titel etw. fleckig; kaum gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 10.

– SCHWARZER LEDEREINBAND. Wien 1804. Mit reicher Vergoldung und goldgepr. Monogramm „K. G. 1804“ auf dem Vorderdeckel (gering berieben und bestoßen) in Ldr.-Schuber d. Zt. mit Kantenvg. (etw. beschabt). (87) 150,-

– ROTER LEDEREINBAND. Schlesien 1859. Mit reicher Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (Schließen fehlen, leicht berieben und bestoßen). (17) 150,Die Deckel mit hübschen arabesken Supralibros im Romantikerstil, vorderer zusätzlich mit Monogramm „W. G.“ (= Wilhelm Gleim), „Ostern 1859“. Wilhelm Gleim, der aus einer kurhessischen Juristenfamilie stammte, hatte das Amt

– SAMMLUNG – 9 dekorative Einbände mit Buntpapierbezügen des 18. Jahrhunderts (Gebrauchsspuren). (28) 200,Reizende Sammlung von Kattun- und Bronzefirniseinbänden mit floralem, geometrischen und heraldischen Dekor in unterschiedlichen Kleinformaten. – Eingebunden sind ein venezianischer Druck aus Venedig aus dem Jahr 1588, eine Komödie (Bologna 1687) und mehrere Liedersammlungen in italienischer Sprache (Spoleto 1804; Venedig 1814), ein deutschsprachiges Lustspiel (Wien 1777), eine lateinische Festschrift (Prag 1780) sowie eine illustrierte Kleinschrift zur Geschichte der Kirche Maria Hilf in Wien (Wien 1808). – Beiliegen 2 hübsche, aber etwas in Mitleidenschaft gezogene Kalbledereinbände des 18. Jahrhunderts mit reicher Vergoldung und schönen Buntpapiervorsätzen.

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– – 4 dekorative Ledereinbände des 19. Jahrhunderts. Ca. 1815-65. 8°. (Gebrauchsspuren). (65) 200,Italienischer Maroquineinband um 1815 mit goldgeprägten Wappensupralibros. – Deutsches Lederetui um 1865 mit floraler Perlenstickerei. – Vermutlich italienischer Ledereinband à la cathédrale um 1840. – Französischer romantischer Kalbledereinband. – Mit italienischen und französischen Werken zur Jurisprudenz, Archäologie, Literatur und Medizin (1811-ca. 1865). – Wohlerhalten.

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Hübscher, wohlerhaltener Gebetbucheinband, der laut Bleistifteintrag auf dem vorderen Vorsatz aus einer der angesehensten Wiener Gastwirtsfamilien des frühen 19. Jahrhunderts stammt. Die Besitzerin war Katharina Geringer (1780-1848), seit 1803 die dritte Gattin von Philipp Geringer (1762-1837), dem Besitzer der Gastwirtschaft „Zum Stern“, in der Literaten wie Grillparzer verkehrten (vgl. ÖBL I, 426). – ENTHÄLT: ECKARTSHAUSEN, (K.) von, Gott ist die reinste Liebe. Neueste verb. Aufl. Hildesheim, Sieger, 1802. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign. und 4 Kupfertafeln. 1 Bl., 264 S., 2 Bl. (verbunden). – Vgl. Hamberger-M. II, 149. – Leicht gebräunt und fleckig.

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– BUCHTASCHE – Kalblederumschlag mit reicher floraler Vergoldung im Stil des 18. Jahrhunderts und Lederhenkeln. Florenz 1904. Ca. 16,5 x 12 cm. (leichte Gebrauchsspuren). (28) 200,Flexibler Kalblederdeckelbezug, der in der Art eines Buchumschlags verarbeitet und an den Seitenrändern mit Lederhenkeln versehen wurde. Die Laschen auf den Innenseiten des Umschlags ermöglichten den Einsatz eines Buches, das so jederzeit griffbereit war. – Wohl als elegantes Accessoire für Damen zum standesgemäßen Schlendern auf Städtetour gedacht. So birgt denn das Täschchen auch einen Baedeker von London (1912). – Das Kuriosum ist auf der Innenseite mit „Cecchi & F. – Firenze – Esposizione St. Louis 1904 – Grand Prix“ signiert. Möglicherweise gehörte es auf der Weltausstellung in Saint Louis zum Fundus eines italienischen Ausstellers. Entweder war es Zeugnis seiner Buchbindekunst oder aber ein Souvenir, das käuflich zu erwerben war und als Mitbringsel diente. – 10 Beilagen.

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– NON-BOOK – Kassette unter Verwendung eines Folianten von ca. 1650. Innenmaße 34 x 21 cm. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (leicht fleckig, stärker berieben und bestoßen). (46) 1.000,-


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Mit Buntpapier des 19. Jahrhunderts ausgekleidete Kassette, die zehn kleine und zwei etwas größere Schubladen enthält (letztere mit floralen Metallbeschlägen). Als Griffe sind kleine bewegliche Metallringe montiert; die Schubladen sind mit lateinischen Namen von Heilpflanzen beschriftet. Auf dem Spiegel des Vorderdeckels ein Schildchen mit dem Spruch „Statutum est hominibus semel mori“. – Siehe Abbildung Tafel 22.

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FLAUBERT, G., Madame Bovary. 2 Tle. in 1 Bd. Paris, Lévy Frères, 1857. 2 Bl., 232 S., 2 Bl., S. 234490. Hldr. d. Zt. (Kapitale leicht verletzt; etw. beschabt, bestoßen). (18) 1.000,Erste Ausgabe. – Vicaire III, 721. Carteret I, 263. – Leicht gebräunt, vereinzelt minimal braunfleckig. – Siehe Abbildung.

– – Doppelkassette unter Verwendung zweier Oktavbände von ca. 1780. Innenmaße je 19 x 11,5 cm. Marmoriertes Ldr. mit 2 Rsch. und reicher Rvg. (Rücken leicht berieben). (46) 600,Mit Buntpapier des 18. Jahrhunderts ausgekleidete Doppelkassette, hergestellt aus zwei an den Deckeln verbundenen Einbänden mit sehr dekorativer Rückenvergoldung. Nach den Rückenschildern enthielten die Einbände das „Dictionarium manuale biblicum“ von Augustin Calmet, wahrscheinlich die in Augsburg 1776 erschienene Ausgabe. Die vordere Kassette mit rechteckiger Aussparung, die im unteren Bereich verdeckt ist. In die Abdeckung ist ein kleines Glasoval eingelassen, hinter dem eine ca. drei Zentimeter lange, wohl aus Elfenbein geschnitzte Taube angebracht ist. Die hintere Kassette enthält zwei schmale und zwei etwas höhere Schubladen. Als Griffe sind kleine bewegliche Metallringe mit perlenartig aufgereihten Metallplättchen montiert. – Buntpapiere minimal leimschattig und fingerfleckig.

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ENGEL, J. J., Ideen zu einer Mimik. 2 Bde. Berlin, o. Dr., 1802. Mit 2 gestoch. Frontisp. und 34 Kupfertafeln von J. Blaschke nach J. W. Meil. 259 S.; 183 S., 4 Bl. (ohne die Reihentitel). Pp. d. Zt. mit Rsch. (stärker fleckig und bestoßen, Papierbezüge tls. aufgeplatzt). (114) 120,Goed. V, 474, 13. Lipperheide Uce 2. – Vgl. Dorn 447-481. – Nachdruckausgabe, die unter dem Reihentitel „Sämmtliche Werke“, Bde. V und VI, erschien; die rechtmäßige zweite Ausgabe erschien erst 1804 bei Mylius als Bd. VII und VIII der „Schriften“. – Die Kupfer nach Meil, „die den Schauspieler in Posen jeder Art, zornig, sanftmütig, schlaff, nachdenklich, empört, anbetend und vieles mehr zeigen, sind von großer Ausdruckskraft. Zugleich geben sie ein Bild von der Schauspielkunst damaliger Zeit, auch für die Geschichte des Kostüms sind sie von Belang“ (Lanckoronska-Oe. II, 84). – Nur minimal fleckig.

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(FEROGIO, F.), L'album de Férogio. (Paris ?, um 1850). Qu.-4°. 20 kolor. Lithogr. Farb. illustr. OPp. mit mod. Lwd.-Rücken (Kanten beschabt, Ecken bestoßen). (69) 600,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Vgl. ThiemeB. XI, 430. – Eines von mehreren Alben des piemontesischen Malers und Lithographen Férogio (1805-1888), die durch Eindrücke auf seinen Reisen entstanden. Die Blätter des vorliegenden, geographisch nicht eindeutig zu lokalisierenden Albums zeigen teils liebliche Landschaften und Lebensszenen des Südens, teils überaus Dramatisches – so einen Vater mit gezücktem Revolver und leblosem Sohn oder einen im Gebirge verunglückten Jäger. Doch es überwiegt die Idylle und das Heile und Schöne der Welt, wenn eine Mutter ihr an einer Rose riechendes Kind betrachtet, ein Mädchen vor einem Strohzelt wacht, in dem der Liebste ruht, und junge Frauen einen Bach queren. – Fein ausgeführte Blätter. – Nur rückseitig vereinzelt und minimal fleckig.

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(FLITTNER, CH. G.), Gynäologie. Ueber Jungfrauschaft, Beischlaf, Ehe, Liebe und Anmuth. Mischaufl. 10 Bde. der Reihe in 7 Bdn. Berlin, Oehmigke, 1795-98. Mit 8 kolor. gestoch. Titeln und 12 (11 kolor.) Kupfertafeln. Türkisfarb. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Deckelfileten (Rücken leicht gedunkelt, gering berieben. (8) 300,Holzmann-B. I, 4433 und IV, 13230. Hamberger-M. XXII/2, 166. – Von den nach Kayser insgesamt erschienenen 24 Bändchen liegen hier vor: Zeichen und Werth der verletzten und unverletzten Jungfrauschaft (1 Bd.), Der Beischlaf (3 Bde.), Ueber die Kunst ein hohes Alter zu erreichen (1 Bd.), Das Band der Ehe (2 Bde.), Die Feier der Liebe (2 Bde.), Anmuth und Schönheit (1 Bd.). – Die Kupfer mit Modedarstellungen und Genreszenen. – Tls. gelockert, leicht gebräunt und braunfleckig. Alle Bde. mit gestoch. Exlibris „Geo. Aug. Thursby“. – Dekorative Reihe.


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GARVE, CH., Versuche über verschiedene Gegenstände aus der Moral, der Litteratur und dem gesellschaftlichen Leben. 5 Bde. Breslau, Korn, 1796-1802. Mit gestoch. Portr. Hldr. d. Zt. (minimal bestoßen). (8) 200,-

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Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 510, 28. – Unter den verschiedenen Gegenständen Ausführliches über die Geduld, die Einsamkeit und das Dasein Gottes, zur Literatur über La Rochefoucauld, Herodot und Shakespeare. – Gering gebräunt.

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– Idylles et poëmes champêtres, traduits de l'Allemand par M. Huber. Lyon, Bruyset, 1762. Mit gestoch. Frontisp. und 12 gestoch. Vign. im Text von Ch. Watelet und Marg. Lecomte nach Le Poussin und Pierre. XLVI S., 1 Bl., 154 S., 2 Bl., 42 weiße Bl. nachgebunden. Rotes französisches Maroquin d. Zt. mit Rsch., floraler Rvg., reicher Deckelvg., Steh- und Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt, vermutlich von P.-P. Dubuisson (wenig berieben und bestoßen). (71) 3.000,Erste (billigere) Auflage der Übersetzung von Huber. – Sander 777. Lewine 209. Cohen-R. 431. Leemann-van Elck 640: „Unterstützt von Grimm, Turgot, Watelet, Toussaint und Diderot.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Auf 3 der nachgebundenen weißen Blätter in schöner kalligraphischer Schrift ein französisches Manuskript: „Idylle. Myrtile et Daphne.“ – Dekorativ gebunden vermutlich von PierrePaul Dubuisson, „'Relieur du Roi' als Nachfolger von Michel-Antoine Padeloup, hervorragender Vergolder ... Bevorzugte ... breite überladene Randmuster von Rocaillewerk“ (Helwig II, 143). – Siehe Abbildung Tafel 10.

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GÖRRES, G., Der hürnen Siegfried, eine altdeutsche Sage. (Schaffhausen, Hurter, 1843). 4°. Mit lithogr. Titel, 13 lithogr. Tafeln von W. von Kaulbach und 2 Textholzschnitten. 80 S. OPp. (etw. fleckig, Rücken restauriert). (8) 150,Erste Ausgabe. – Pfister I, 586. Borst 2063. Rümann 1084. Ders., Illustr. Buch, 300: „Selten geworden.“ – Mit dem von Borst und Rümann nicht erwähnten lithogr. Titel (beide nennen einen Holzschnitt-Titel). – Etw. braunfl., Vorsätze erneuert.

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Goed. IV/3, 15, St. Meyer 2627. – Die in einem gesonderten Heft erschienenen 38 Stahlstichtafeln nach Zeichnungen zu Wilhelm und Carl Kaulbach, Hans Bendel und anderen zu „Faust“, „Reineke Fuchs“, „Werther“ etc. sind den jeweiligen Werken zugeordnet eingebunden. – Ohne den 1842 erschienenen Registerband. – Mit hs. Vermerk auf den vorderen fliegenden Vorsätzen; tls. stark gebräunt und stärker braunfleckig. – Beiliegt, gleich gebunden, die Goethe-Biographie von Heinrich Döring (Jena 1840). – Dekorative Reihe.

Nr. 960

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GEORGE, S., Pilgerfahrten. Wien 1891. 44 S. Orig.-Brosch. mit OPgt.-Schutzumschlag (Kopf und Schwanz gering schadhaft). (8) 500,Erste Ausgabe. – Eines von 100 Exemplaren. – Landmann 6. Schauer II, 13. – Mit dem Druckvermerk „Für den Verfasser gedruckt bei Vaillant-Carmanne in Lüttich“; spätere Exemplare tragen den Aufdruck „im Verlag der Blätter für die Kunst“. – Sehr selten. – Siehe Abbildung.

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GESSNER, S., Schriften. 4 Tle. in 2 Bdn. Zürich, Orell, Gessner und Co., 1762. Mit 4 gestoch. Titeln und 27 gestoch. Vign. von Salomon Gessner. 3 Bl., XVI, 254, 176; XVI, 168, 232 S. Ldr. d. Zt. (leicht berieben und bestoßen). (8) 200,Erste Gesamtausgabe. – Goed. IV/1, 82, 7. Leemann-van Elck 529. – Etw. fleckig, leicht gebräunt.

GOETHE, (J. W. VON), Sämmtliche Werke. Vollständige, neugeordnete Ausg. 40 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1840. Kl.-8°. Mit gestoch. Portr., 40 Stahlstichtafeln, gefalt. Musikbeilage und 6 gefalt. Tabellen. Pp. d. Zt. mit Rsch. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (136) 120,-

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GOETHE, (J. W. VON), UND (F. VON) SCHILLER, Briefwechsel in den Jahren 1794 bis 1805. 6 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 182829. Hldr. um 1900 (beschabt und bestoßen). (13) 100,Erste Ausgabe. – Goed. IV/2, 689, 1. Hagen 512. Hirzel A 419. Fischer 1799. – Vorsätze etw. leimschattig, wenig fleckig.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

GOETHE, J. W. VON, Die Wahlverwandtschaften. Ein Roman. 2 in 1 Bd. Tübingen, Cotta, 1809. 1 Bl., 306, 340 S. Pp. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen). (13) 200,-

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Erste Ausgabe. – Goed. IV/3, 388, 181. Hagen 327. Hirzel A 273. Kippenberg 384. – Leicht gebräunt, etw. fleckig, mehrere Wurmgänge (wenige Buchstaben Textverlust).

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– Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden. Erster Theil (alles Erschienene). Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1821. 4 Bl., 550 S. Spät. Pp. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (13) 150,-

Erste Gesamtausgabe. – Goed. VIII, 359, 1. Achter 255. – Titel mit Nummern-Schildchen, gebräunt.

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Erste Ausgabe der ersten Fassung. – Hagen 425. Goed. IV/3, 434, III. Fischer 1300 (Auflagenhöhe: 3500 Exemplare; 2000 auf Schreibpapier und 1500 auf Druckpapier). – Goethe arbeitete den Roman in den Jahren 1825-29 ganz um und überließ Eckermann die Redaktion. – Leicht gebräunt, alte Anmerkungen.

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GOTTFRIED VON STRASSBURG, Werke aus den besten Handschriften mit Einleitung und Wörterbuch hrsg. durch Friedr. Heinr. von der Hagen. 2 Bde. Breslau, Max, 1823. Mit gestoch. Frontisp. von Ludwig Meyer. 1 Bl., XIV, 321 S.; 1 Bl., 461 S., 1 Bl. Lwd. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (13) 150,Goed. I, 100. Graesse III, 122. – Enthält: Tristan und Isolde mit den Fortsetzungen Ulrichs von Turheim und Heinrichs von Friberg, Gottfrieds Minnelieder sowie die alten französischen, englischen und walisischen Gedichte von Tristan und Isolde. – Etw. fleckig.

GRIMM, J., Geschichte der deutschen Sprache. 2 Bde. Leipzig, Weidmann, 1848. XVIII, 564 S.; 1 Bl., S. (565)-1035, 1 Bl. Lwd. d. Zt. (tls. restauriert, stärker berieben, bestoßen). (13). 180,Erste Ausgabe. – Hennig-L. 57: „Manche übergreifenden Gedanken aus der 'Deutschen Grammatik' sind hier aufgenommen und ausgestaltet, wobei die Anlage des Buches nach frei gewählten Kapiteln eine persönlich profilierte Auswahl bewegender Themen aus der germanischen und deutschen Sprachgeschichte wie die Zusammenschau der ersten und zweiten Lautverschiebung, des Verhältnisses von Mundarten und Schriftsprache oder der Sprachverwandtschaft gestattete. Das Buch ist mehr Skizze und Umriß als ausgefülltes System geblieben, mehr eine Sammlung von losen Einzelaufsätzen als eine fugenlose Gesamtdarstellung. Eine wirkliche Geschichte der deutschen Sprache war mit diesem Werk trotz des entsprechenden Titels noch nicht geschrieben.“ – Vorsätze erneuert, die S. 1016/17 mit gebräuntem „Schatten“ des Lesebändchens, fleckig; unbeschnitten.

– (ARNIM, BETTINA VON), Goethe's Briefwechsel mit einem Kinde. Seinem Denkmal. 3 in 2 Bdn. Berlin, Dümmler, 1835. Mit 3 gestoch. Frontisp. von C. Funke und doppelseit. Aquatintaradierung. 6 Bl., XII, 356 S., 1 Bl., 324 S.; 1 Bl., 243 S. Kalbldr. des späten 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (minimal berieben und bestoßen) und Hldr. d. Zt. mit Rvg. (13) 400,Erste Ausgabe. – Goed. IV/2, 471, 28 und VI, 83, 3a. Hirzel A 485. Kippenberg 5334. – Briefroman aus der Korrespondenz mit Goethe und seiner Mutter. – Bd. II, S. 98/99 mit der oft fehlenden schönen Ansicht von Köln nach (oder von) Rumohr. – Einige Seiten des ersten Bandes anfangs mit leichten Knickspuren; der dritte Band tls. leicht gebräunt und wenig fleckig. – DAZU: (BREIDENBACH, K. VON), Berichtigung der Geschichte des jungen Werthers. Freystadt 1775. – Goed. IV/3, 182, 10. Appell 330. Meyer 34. – Nachdruck, im Jahr der Erstausgabe erschienen. – ECKERMANN, J., Gespräche mit Goethe. 2. Aufl. Leipzig und Magdeburg 1837-48. – Goed. IV/2, 501, 297. – Beilage.

GRILLPARZER, (F.), Sämmtliche Werke. 10 Bde. Stuttgart, Cotta, 1872. Mit gestoch. Portr. Rotes Ldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr. Filete und dreiseit. Goldschnitt (Rücken geblichen, Ecken etw. bestoßen, Kopf von Bd. VI mit kleiner Fehlstelle). (99) 150,-

972

– SAMMLUNG – Die Brüder Grimm in ihren Briefen und Schriften. 7 Werke in 11 Bänden. Berlin 1855-92. Verschied. Einbände d. Zt. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (13) 300,Enthält von Wilhelm Grimm „Thierfabeln bei den Meistersängern“ (1855) und „Bruchstücke aus einem unbekannten Gedicht vom Rosengarten“ (1860), von Jacob Grimm „Über den Personenwechsel in der Rede“ (1856), „Von Vertretung männlicher durch weibliche Namensformen“ (1858) und „Deutsche Mythologie“ (4. Ausg., Berlin 187578); darüber hinaus Briefwechsel von Jacob und Wilhelm Grimm („Aus der Jugendzeit“ 1881; „Dahlmann und Gerwinus“ 1885-86) sowie zwischen Goethe und den beiden Brüdern (1892). – Tls. starke Gebrauchsspuren.

973

(GROS DE BESPLAS, J.-M.-A.), Le rituel des esprits-forts, ou le voyage d'outre-monde; en forme de dialogues. O. O. und Dr. 1771. XIV, 152 S., 1 Bl. Etw. beschäd. Ldr. d. Zt. (71) 150,Vgl. Barbier IV, 368. Cioranescu 32598. Ackermann V, 1204. – Erstmals 1759 erschienen. – Leicht gebräunt und braunfl., teilw. schwach wasserrandig.

974

HALM, F., (d. i. E. F. J. VON MÜNCH-BELLINGHAUSEN), Der Adept. Trauerspiel in fünf Aufzügen. Wien, Gerold, 1838. 4°. 2 Bl., 140 S. Lwd. um 1900 (gering berieben). (8) 200,Nr. 4 von 12 Ex. der Vorzugsauflage der ersten Ausgabe. – Wurzbach XIX, 431. Rabenlechner I, 111. – Leicht gebräunt, wenig fleckig, breitrandig.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

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Goed. IV/1, 737, 123. Günther 7. – Vollständige Reihe der Taschenausgabe, welche eine teilw. neu geordnete Ausgabe der ersten Cotta-Edition von 1805-23 darstellt. – Hrsg. von Ch. G. Heyne und J. G. Müller. – Ohne den Supplementband mit Dörings Herder-Biographie. – Vorderer fliegender Vorsatz mit hs. Besitzvermerk; wenige minimale Gebrauchsspuren. – Dekorativ gebunden.

978

(HIPPEL, TH. G. VON), Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber. Berlin, Voß, 1792. Mit gestoch. Titel mit Vign. von L. Buchhorn. 429 S. Hlwd. um 1850 (beschabt und bestoßen). (21) 150,Erste Ausgabe. – Schulte-Strathaus 27. Goed. IV/1, 688, 16. Hayn-G. III, 271. – Frühes Dokument zur Emanzipation, in dem Hippel die Gleichstellung der Frau in Gesellschaft, Politik und Bildung fordert. – Innengelenke aufgeplatzt, Titel angeschmutzt und mit hinterlegtem Ausschnitt, die S. 29 mit Anstreichungen (Buntstift). – DAZU: (NICOLAI, F.), Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker. 3 in 1 Bd. Berlin 1773-76. Mit 2 (statt 15) Kupfertafeln. – Erste Ausgabe. – Goed. IV, 500, 12. Rümann 818. Ebeling III, 556.

979

Nr. 975

HOFFMANN, E. T. A., Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler. Bd. I (von 2). Berlin, Dümmler, 1820. XII, 400 S. OPp. mit Aquatintaradierung von C. F. Thiele (hinterer Deckel stellenw. berieben, Gelenke mit kleinen Schäden, etw. bestoßen). (13) 300,Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 495, 48. Salomon 127. – Vorsatz mit Besitzvermerk, modernes Exlibris.

975

DIE HARFE. Hrsg. von F. Kind. 8 Bde. Leipzig, Göschen, 1815-19. Mit 8 gestoch. Frontisp., Kupertafel, 2 gefalt. Faksimiles, gestoch. Musikbeilage und 2 Textkupfern. Interims- und Orig.Brosch. (tls. starke Gebrauchsspuren). (13) 400,-

980

Erste Ausgabe. – Kirchner 4733 (nur Bde. 1-6). Goed VIII, 24, 206 und IX, 256, 30. – Vollständige Folge der seltenen Reihe, mit hübschen Kupfern nach Schnorr, Ramberg und anderen sowie Beiträgen von Fouqué, Haug, Justi, Kind, Laun etc. – Leicht angestaubt und gebräunt, tls. stärker fleckig; unbeschnitten und tls. unaufgeschnitten. – Siehe Abbildung.

Erste Ausgabe. – Goed. VIII, 494, 47 und 499, 71. Salomon 119 und 236. – Gebräunt. Titel gestempelt „C. J. Edler“, das ist der hessische Buchhändler und -drucker Carl Jacob Edler (1789-1861).

981 976

(HARTMANN VON AUE), Iwein. Der Riter mit dem Lewen getihtet von dem Hern Hartman Dienstman ze Ouwe. Hrsg. von G. F. Benecke und K. Lachmann. Berlin, Reimer, 1827. IV, 420 S. Pp. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (13) 200,-

HERDER, J. G. VON, Sämmtliche Werke. 60 in 30 Bdn. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1827-30. Mit 8 Kupfertafeln (in Bd. 1 der Abt. III). Pp. d. Zt. mit Rsch. (tls. stärker beschabt und etw. bestoßen). (136) 120,-

HOHENZOLLERN-SIGMARINGEN, K. VON, Ansichten und Anleitungen über das Leben mit besonderer Berücksichtigung auf Stand und Beruf. Stuttgart, Hoffmann, 1831. 133 S., 5 Bl. Rotes Maroquin d. Zt. mit Vg. (etw. beschabt und bestoßen). (73) 150,Erste Ausgabe. – ADB XI, 45. – Nach dem Vorbild der Fürstenspiegel und der „monita paterna“ in wenig moralisierendem Ton geschrieben. – Vorderes Innengelenk aufgeplatzt, leicht gebräunt und wenig fleckig.

Goed. I, 92. – Mit zahlr. hs. Anmerkungen; wenig fleckig. Unbeschnitten. – DAZU: BENECKE, G. F., Wörterbuch zu Hartmanns Iwein. Göttingen 1833.

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– Die Serapionsbrüder. 4 Bde. und 2 Supplementbde. in zus. 6 Bdn. Berlin, Reimer und Dümmler, 1819-25. Spät. Hldr. (beschabt und bestoßen, Gelenke brüchig und mit Fehlstellen) in 2 mod. Lwd.-Kassetten. (69) 300,-

982

(JACOBI, F. H.), Ueber die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn. Breslau, Löwe, 1785. 4 Bl., 48 S., 2 Bl., S. 49-215. Stark läd. Pp. d. Zt. (13) 300,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Schulte-Strathaus 5 a. Fürst II, 361. Hirzel A 120. Hagen 577. Borst 502. Kippenberg 590. – Nach dem Titelblatt findet sich der Erstdruck des Gedichtes „Edel sey der Mensch ...“ von Goethe, das ohne dessen Wissen und gegen seinen Willen von Jacobi publiziert wurde. Weiter ist auf dem unpaginierten Doppelblatt die bisher unveröffentlichte Prometheus-Ode abgedruckt, die Jacobi 1775 von Goethe als Handschrift erhalten hatte. – Unbeschnitten; starke Altersspuren.

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– DASS. Breslau, Löwe, 1785. 4 Bl., 48 S., 2 Bl., S. 49-215. Hlwd. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (13) 300,Zweiter Druck der ersten Ausgabe. – Schulte-Strathaus 5 a. Fürst II, 361. Hirzel A 120. Hagen 577. Borst 502. Kippenberg 590. – Wie so häufig fehlt der in der Regel nach dem Titelblatt oder auf dem hinteren Vorsatz eingeklebte Hinweis des Verlegers, in dem erläutert wird, daß die Prometheus-Ode deshalb unpaginiert eingebunden wurde, um bei etwaiger Zensur entfernt werden zu können. – Vorderes Vorsatzpapier mit Buchhändlermarke und leicht fingerfleckig; mehrfach gestempelt, etw. gebräunt und vereinzelt minimal braunfleckig.

984

JEAN PAUL (F. RICHTER), Blumen- Fruchtund Dornenstükke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel. 3 Bde. Berlin, Matzdorff 1796-97. Mit 3 gestoch. Titelvign. 1 Bl., XXVI S., 2 Bl., 231 S., 1; 1 Bl., XIV S., 1 Bl., 287 S., 1; 2 Bl., 293 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (stärker berieben und bestoßen). (18) 300,Erste Ausgabe. – Berend-K. 7 a. Goed. V, 464. – Mit der seltenen Variante der Titelvignette in Bd. I: einer weiblichen Figur mit Füllhorn, gestochen von F. C. Krüger, die – so Berend – wohl nur versuchsweise zur Verwendung kam. – Vordere fliegende Vorsätze mit Besitzerstempel; etw. gebräunt, stellenw. stärker braunfleckig. – Siehe Abbildung.

985

– Herbst-Blumine, oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften. 3 in 2 Bdn. Tübingen, Cotta, 1810-20. XV, 192, VIII S., 1 Bl., 282; VIII, 568 S. Hlwd. d. Zt. (wenig fleckig, bestoßen und etw. berieben). (13) 100,Erste Ausgabe. – Berend-K. 26. – Vorsätze mit eingeklebter Bibliotheksmarke, Titel gestempelt, vereinzelt wenig fleckig. – DAZU: DERS., Das Kampaner Thal oder über die Unsterblichkeit der Seele. Erfurt 1797. – Berend-K. 10 beta.

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KLASSIKER – Sammlung von ca. 60 Werken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, tls. in ersten Ausgaben. Verschied. Einbände (mäßige Gebrauchsspuren). (17) 400,-

Nr. 984 Vor allem deutsche Literatur mit Werken von G. Freytag, E. Geibel, R. Huch, P. Keller, H. Mayr, G. von Ompteda, Roda Roda, H. Seidel und A. Stifter. Ebenfalls beiliegend Karl Mays „Winnetou“ (Mischauflage Radebeul und Bamberg) in drei Bänden und „Deutschlands Kolonien“ von W. Scheel (Berlin 1913). Unter den älteren Werken Nikolaus Lenaus „Savonarola“ (Erstausgabe Stuttgart und Tübingen 1837, Borst 1840. Slg. Hirschberg 297). Weiterhin eine kleine Sammlung sittengeschichtlicher und erotischer Literatur, darunter ein Exemplar der numerierten Halbpergamentausgabe von Chérif Solimans „Divan d'amour“ (1963), einige Klassiker der englischen und französischen Literatur des 19. Jahrhunderts, darunter die Erstausgaben von „Spiridion“ (1839) und „Simon“ (1836) von George Sand sowie eine Sammlung von theologischen Werken, mit einer Vita der hl. Margareta von Cortona (München 1729), „Louisens Morgen und Abendfeier“ (Augsburg 1834), Schriften der Jesuiten Devis (Gebetbuch, Köthen 1856) und Vogel (Heiligenlegenden, Augsburg 1857) sowie der vierbändigen Ausgabe „Das Leben Jesu“ von Joseph Grimm, 1876-1885. Beiliegend 23 Bände der Inselbibliothek und einiges mehr. – Meist nur leichte Gebrauchsspuren. – Tls. dekorativ gebunden.


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

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drei- und vierfachen Zuständen von de Ghendt, Delignon, Delvaux, Delaunay, de Villiers u. a. nach Moreau le jeune, Eisen u. a., 52 Originalentwürfen von Moreau le jeune, Hyacinthe Rigaud, Auguste François Alès, Étienne Charles Leguay, Tony Johannot u. a. in verschiedenen Techniken sowie 4 faks. Seiten. Dunkelblaue Maroquineinbände der Zeit mit reicher Vergoldung: Deckel mit breiter Dentelle-Bordüre und Eckmedaillons mit den Initialen „LR“ (Leon Rattier); Rücken auf fünf Scheinbünden, die Felder mit vergoldeten Arabesken und monogrammierten Medaillons; Stehkanten- und Innenkanten reich vergoldet; der dreiseitige marmorierte Goldschnitt in Hochglanz; sign. „Capé“ (vereinzelt minimal berieben). (8) 5.000,-

Nr. 988

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(KRAUS, W.), Klostergeschichten für Jünglinge und Mädchen. „Freyburg“ (Regensburg, Montag), 1796. Mit gestoch. Titelvign. von Rosmäsler. 316 S. Ohne Einband. (20) 200,Einzige Ausgabe. – Holzmann-B. II, 1291. Goed. V, 529, 57, 3. Hamberger-M. XVIII, 431. Weller, Druckorte I, 165. Hayn-G. III, 578: „Tragische Liebesaffairen und verunglückte Entführungen, nicht erotisch.“ – Wilhelm Kraus war Benediktiner im Kloster Ensdorf und nach seinem Austritt Hütten- und Hammerverwalter zu Hirzenhain bei Hedern. Seine Laufbahn als Schriftsteller begann er 1795 mit „Eleonore von Frauenstein, eine Geschichte aus der Ritterzeit“ (die sogar ins Französische übertragen wurde) und den „Folgen der Schwärmerey; eine Geschichte aus dem bürgerlichen Leben“ (Augsburg 1796); dann versuchte er seine Erlebnisse im Kloster in zwei autobiographischen Romanen zu verarbeiten, den vorliegenden „Klostergeschichten“ und den „Neuen Klostergeschichten“ (Frankfurt 1799). Der Rezensent in der ADB ist ihm eigentlich gewogen, bemängelt aber so manches: „Vortrag und Sprache gehören eben nicht zu den besten und reinsten, und wimmeln von Provinzialismen ... Papier und Druck sind schön, und hätten wohl eine beßre Anwendung verdient.“ – Etw. fleckig.

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LA FONTAINE, J. DE, Oeuvres complètes. 8 in 9 Bdn. Paris, Crapelet, 1814-25. Mit 495 tls. montierten Tafeln in verschiedenen Techniken in tls.

Exemplaire unique. – Vicaire 926. Brunet III, 748: „Édition la plus complète qui eût paru jusqu'alors des oeuvres de notre premier fabuliste.“ – Die Gesamtausgabe erschien in einer kleinen Auflage, 20 Exemplare waren mit Kupferstichen ausgestattet, 2 Exemplare enthielten die Kupferstiche in mehreren Zuständen, lediglich ein Exemplar enthielt die „épreuves avant la lettre“ und die Originalentwürfe der Meister der französischen Buchillustration. Dieses Exemplar wurde, nach Angaben von Brunet, im März 1829 für 700, im November desselben Jahres für 500 Franc verkauft. Die meist signierten originalen Sepia-, Tusch- und Pastellzeichnungen stammen von bedeutenden Illustratoren des 18. und 19. Jahrhunderts wie Moreau le jeune (24), Johannot (12), Alès (9), Jaconde (3), Leguay (2), Rigaud (1) und einem unbekannten Künstler (Bd. II, 423), bei dem es sich um Eisen oder Boucher handeln könnte. – Die Bände VII und VIII mit der „Histoire de la vie et des ouvrages de J. de La Fontaine“ (3. Aufl., 1824) und den „Poésie diverses de François de Maucroix“ (1825) von Charles Walckenaer. – Zum Buchbinder: Arnim 190. Ramsden 46. – Der Buchbinder Charles-François Capé (1806-1867) arbeitete um 1825 für die Bibliothek des Louvre und ausgewählte private Kunden. Erst 1848 eröffnete Capé ein Buchbinderatelier in der Rue Dauphine. Er wurde Nachfolger des jüngeren Simier als „Relieur du Roi“ und später Binder der Kaiserin Eugenie. Durch sein Können erwarb er sich den Ruf als „Bozerian du 2e Empire“. Der Pariser Meisterbinder pflegte vor allem den historisierenden Einband. In seinen späten Jahren arbeitete er mit dem Vergolder Marius Michel zusammen, möglicherweise zeichnet dieser für die feine Vergoldung der Bände verantwortlich. „Capé is an example of a binder who did his best work at the start, and never reached the same level in his later and prosperous old age“ (Ramsden). – Stellenw. an den Rändern stark gebräunt; vereinzelt stark braunfleckig. – Goldgepr. Exlibris des französischen Bibliophilen Leon Rattier auf rotem Maroquin. – Zusätzlich eingebunden ein e. Brief von Tony Johannot (1803-1852) an Jean Gigoux (1806-1894), beide die Neuerer der französischen Buchillustration des 19. Jahrhunderts. – Siehe Abbildungen im Text und auf Tafel 11. Gilt stamped exlibris of the French bibliophile Leon Rattier on red morocco. – Additionally bound-in personal letter by Tony Johannot (1803-1852) to Jean Gigoux (1806-1894), the revolutionaries of the French book illustration of the 19th century. – Contemporary, dark blue morocco bindings lavishly gilt: covers with wide lace-like ornamental border and corner medallions with initials „LR“ (Leon Rattier); spine on five false bands, panels filled with gilt arabesques and monogrammed medallions; with double fillets on


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outside edges, richly gilt interior edges, three-sided glossy gilt edge and marbled endpapers, signed „Capé“ (occasionally minor rubbing). – See illustrations in the text and on plate 11.

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– Poëme du Quinquina, et autres ouvrages en vers. Paris, D. Thierry und C. Barbin, 1682. 2 Bl., 242 S. Mod. Pgt. im Stil d. Zt. (112) 800,-

Erste von Mylius übertragene Ausgabe mit den Kupfern von Daniel Chodowiecki. – Goed. IV/1, 603, 64, 4. Fromm 15071. Engelmann 273-276, 285-288, 313-316. – Vorsätze etw. leimschattig, vereinzelt fleckig. – Hübsch gebunden.

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Späterer Druck der ersten Ausgabe, mit den verbesserten Druckfehlern. – Goldsmith L 189. Tchemerzine VI, 403. Cioranescu 38550. Brunet III, 761. Rochambeau 610, 12. – Mit den verbesserten Druckfehlern auf den Seiten 22, 26 und 164. – Tchemerzine gibt für den verbesserten Druckfehler auf S. 164 wohl irrtümlich „coeur“ statt „choeur“ an. – Leicht, am Anfang etw. stärker gebräunt und fleckig, mit einzelnen Tintenflecken im Schnitt. S. 21/22 mit Verlust der Paginierung durch minimale Papierfehlstelle. Gutes Exemplar.

990

LA ROCHE, SOPHIE VON, Schönes Bild der Resignation. 2. verb. Aufl. 2 in 1 Bd. Leipzig, Gräff, 1801. Mit 2 gestoch. kolor. Frontisp. von Knüpffer, 2 gestoch. Titelvign. von Endner und 4 Kupfertafeln von Jury. 1 Bl., 258 S., 1 Bl., 248 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (20) 600,Goed. IV, 593, 40, 17. Gallas-R. 100 (nur ein Standort).Mittelstück der Autobiographie der La Roche. Schildert das Leben der alternden, verarmten Frau. – Die erste Ausgabe war 1795 erschienen und der Königin Luise von Preußen gewidmet, mit der Sophie in freundschaftlichem Verkehr stand. – Die vorliegende zweite Ausgabe erstmals mit den Kupfern von Jury (die Frontispize mit den entzückenden kolor. Landschaftsbildern fanden sich schon in der EA). – Etw. braunfleckig. – Sehr selten. – Siehe Abbildung Tafel 11.

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Seltene erste Ausgabe. – Tchemerzine VII, 215. Carteret II, 69. Monglond VIII, 611. – Berühmte Liebesbriefe an den Grafen Jacques Antoine Hippolyte de Guibert. – Gering gebräunt, vereinzelt etw. fleckig.

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LE SAGE, (A.-R.), Gil Blas von Santillana. Neuübersetzt (von Wilhelm Christhelf Sigmund Mylius). 6 in 3 Bdn. Berlin, Himburg, 1779. Mit 6 gestoch. Frontisp. und 6 gestoch. Titeln von D. Chodowiecki. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale vereinzelt gering wurmstichig, etw. bestoßen und teils beschabt). (13) 300,-

LESSING, E. G., Sämmtliche Schriften. Bde. I-XIV (von 30) in 14 Bdn. Berlin, Voss, 1771-94. Mit einigen Beilagen. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und Rsch. (Rücken tls. leicht brüchig, stellenw. fleckig, etw. bestoßen). (11) 200,Goed. IV/1, 342, 2. Muncker 426. Seifert 1. – Vereinzelt fleckig. – Dekorativ gebunden. – Ohne Rückgaberecht.

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LICHTENBERG, G. CH., Auserlesene Schriften. (Hrsg. von Ch. S. Krause). Bayreuth, J. A. Lübecks Erben, 1800. Mit 24 Kupfern von Darnstedt und Nußbiegel nach Chodowiecki auf 14 Tafeln. XVI, 440 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kopf etw. schadhaft, Gelenke brüchig, gering berieben und bestoßen). (13) 300,Goed. IV/1, 639. 8. Jung 2008. – Erste Anthologie Lichtenbergischer Schriften, kurz nach seinem Tode erschienen. – Vorsätze leimschattig, gebräunt und braunfl., Exlibris. – DAZU: DERS., Vermischte Schriften. Hrsg. von L. Ch. Lichtenberg und F. Kies. Bde. I-V (von 9) in 5 Bdn. Göttingen 1800-03. Mit gestoch. Portr., 6 Kupfertafeln (4 Kostümkupfer von Daniel Chodowiecki) und einigen Textholzschnitten. – Erste Gesamtausgabe. – Goed. IV/1, 639, 9. Jung 2001. Engelmann 342, 343, 368 und 401. – DERS., Briefe. Hrsg. von A. Leitzmann. 3 Bde. Leipzig 1901-04. – Jung 2217. – LEITZMANN, A., Aus Lichtenbergs Nachlass. Weimar 1899.

LAVATER, J. K., Essays on Physiognomy. Translated into English by Th. Holcroft. 3 Bde. London, Robinson, 1789. Mit 358 (statt 360) Kupfertafeln. S. (III)-VI, 1 Bl., 241 S.; 1 Bl., 324 S.; 3 Bl., 314 S., 5 Bl. Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (69) 200,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Lowndes 1321. Schulte-Strathaus 77 g. – Im selben Jahr erschien eine weitere englische Übersetzung von Henry Hunter nach der französischen Ausgabe. – Es fehlen eine Tafel aus Bd. I (I zu S. 114) und eine aus Bd. II (XLI zu S. 144). – Der dritte Band mit gebrochenem Innengelenk (Rücken vom Buchblock gelöst), alle Titel mit Besitzvermerk, eine Tafel mit kleinem Eckabriß, eine mit langem Riß im Bild, die letzten beiden Blätter des zweiten Bandes mit hinterlegten Fehlstellen (ohne Textverlust), stellenw. leicht fleckig.

LESPINASSE, (JULIE DE), Lettres écrites depuis l'année 1773, jusqu'a l'année 1779; suivies de deux chapitres dans le genre du Voyage sentimental de Sterne, par le mème auteur. 2 in 1 Bd. Paris, Collin, 1809. VIII, 320 S., 2 Bl., 322 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (wenig berieben und bestoßen, Gelenke geringfügig restauriert). (71) 400,-

Aus dem Besitz von Harry Graf Kessler 996

– Ideen, Maximen und Einfälle. Hrsg. Gustav Jördens. Leipzig, Klein, 1827. IV, 275 S., 4 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Deckel leimschattig, gering berieben und etw. bestoßen). (13) 400,Erste Ausgabe. – Jung 2013. – 1830 erschien noch ein zweiter Band. – Vorderes Innengelenk wurmstichig, Vorsätze leimschattig, letzte Seiten leicht gebräunt, vereinzelt wenig fleckig. – Vorsatz mit dem Exlibris des Lichtenberg-Sammlers Hans Ludwig Gumbert und Titel mit dem Exlibris von Wilhelm Devrient. – Dekoratives Exemplar.


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(LIPOWSKY, F. J.), Gemälde aus dem Nonnenleben. Verfaßt aus den Papieren der aufgehobenen baierischen Klöster. 3. verb. Aufl. München, Fleischmann, 1809. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel (mit Vign.). VI, 226 S. Ohne Einband. (20) 150,Hayn-G. I, 189: „Nicht erotisch. Nach einer handschriftlichen Notiz schrieb Lipowsky dieses Buch auf Befehl der Regierung.“ – Fleckig.

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LIVIUS, T., Historiarum libri XCI. fragmentum anekdoton. Rom, Casaletti, 1773. 4°. Mit gestoch. Titel, gestoch. Titelvign. und 2 Kupfertafeln. 8, LXVIII S., 1 Bl. Interims-Brosch. (8) 150,Graesse IV, 232. Schweiger II, 543. De Backer-S. III, 1429.Bruchstück aus dem 91. Buch der nur fragmentarisch auf uns gekommenen römischen Geschichte („Ab urbe condita libri CXLII“) des Titus Livius. Erhalten sind neben den ersten 10 Büchern die Bücher 21-45 und eben dieses fragmentum anekdoton, das 1773 erstmals ediert und im selben Jahr in mindestens 6 weiteren Drucken verbreitet wurde. Der hier vorliegende römische Druck ist nach dem Hamburger Erstdruck der 2. Druck und wertvoll vor allem wegen der Scholien des Jesuiten Vito Maria Giovinazzi (1727-1805). In dem Fragment wird der spanische Feldzug des Quintus Sertorius um 77/76 v. Chr. behandelt. – Der gestoch. Titel mit reizenden Allegorien zur Geschichte, die Tafeln mit Inschriften. – Unbeschnitten, angestaubt und etw. fleckig. Breitrandiges Exemplar.

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LÖNS, H., Mein goldenes Buch. Hannover, Gersbach, o. J. (um 1910?). 64 num. Bl. Kolor. Pgt. d. Zt., sign. „Th. Knaur Leipzig“ (Deckel etw. aufgebogen, nur ganz leicht angeschmutzt und bestoßen). (20) 400,Nr. 3 der Vorzugsausgabe. – Beckmann (Prodromus) 35, 1.3. – Erstmals 1901 bei Schaper in Hannover erschienen, besticht diese Neuauflage von Löns' Gedichten vor allem durch den Pergamenteinband, der mit seinen schwungvoll gezeichneten Blumenranken mit exotischem Vogel und seiner geschmackvollen Kolorierung äußerst ansprechend wirkt. – Unbeschnitten und vereinzelt unaufgeschnitten. – Aus dem Besitz des deutschen Fabrikanten Ludwig Schunk (1884-1947). – Wohlerhaltenes Exemplar, hübsch gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 11.

1000 LUCRETIUS CARUS, T., Della natura delle cose libri sei. Tradotti in verso sciolto. Si aggiunge l'Anti-Lucrezio del Card. di Polignac. 2 Bde. Lausanne, Deregni, 1761. 4°. Mit gestoch. Frontisp. und 2 wdh. gestoch. Titelvign. 1 Bl., XXVIII, 297 S.; 1 Bl., 352 S. Flex. Pp. d. Zt. (fleckig, berieben und bestoßen). (36) 150,Schweiger II/1, 581: „Hochgepriesene Übersetzung.“ – Etw. fleckig und gebräunt, unbeschnitten. – Mod. Exlibris.

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1001 – De la nature des choses). Traduction nouvelle, avec des notes, par M. L* G** (d. i. La Grange). 2 Bde. Paris, Bleuet, 1768. Mit gestoch. Titel und 6 Kupfertafeln von Binet nach Gravelot. 19, 365 S., 1 Bl.; 457 S., 2 Bl. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Vg. (Rsch. tls. leicht abgeplatzt, beschabt und bestoßen). (11) 200,Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Cioranescu 35727. Sander 1248. Lewine 329. Fürstenberg 79 und 161. CohenR. 664: „Belle édition.“ Schweiger II, 580: „Die Uebersetzung ist in Prosa, sie gehört aber zu den bessern franz. Uebertragungen ... Schön und gesucht.“ – Wenig fleckig. – Dekorativ gebunden. – DAZU: HORATIUS (FLACCUS, QU.), Oeuvres complètes. Traduites en françois par Ch. Batteux. 3 Bde. Paris 1823. – Hübsche französische Romantikereinbände.

1002 MAY, K., Der blaurote Methusalem. 2. Aufl. Stuttgart, Berlin und Leipzig, Union, o. J. (1897). Mit chromolithogr. Frontisp. und 16 Tafeln von O. Herrfurth. 3 Bl., 546 S. OLwd. (Rücken verzogen, etw. fleckig, leicht bestoßen und beschabt). – Plaul 236.2 (DB 5). Ries 589, 4. – Wenig fleckig. (137) 150,1003 MAY – 14 Werke in 17 Bdn. Freiburg, Fehsenfeld, 1892-1900. OLwd. (Gebrauchsspuren). (137) 300,Vorhanden: Am Rio de la Plata (1894; Plaul 253.1, DB 62), Durch das Land der Skipetaren (1.-15. Tsd., 1895; Plaul 237.2, DB 46; und 26.-30. Tsd., 1900; Plaul 237.5, DB 47), Durchs wilde Kurdistan (1892; Plaul 228.1, DB 39; und 31.-35. Tsd., 1899; Plaul 228.8, DB 39), Durch Wüste und Harem (1892; Plaul 226.1, DB 35), In den Cordilleren (1894; Plaul 256.1, DB 64), In den Schluchten des Balkan (26.-30. Tsd., 1899; Plaul 232.5, DB 44), Old Surehand I (1894; Plaul 261.1, DB 66), Old Surehand II (1.-15. Tsd., 1896; Plaul 286.1, DB 66), Orangen und Datteln (1894; Plaul 250.1, DB 57), Satan und Ischariot I (1.-10. Tsd., 1897; Plaul 287.1, DB 72), Der Schut (11.-15. Tsd., 1895; Plaul 238.2, DB 49), Von Bagdad nach Istambul (1892; Plaul 230.1, DB 41), Winnetou I (1893; Plaul 240.1, DB 52) und Winnetou II (11.-15. Tsd, 1895; Plaul 240.2, DB 52; und 26.-30. Tsd., 1898; Plaul 240.5, DB 53). – Wenige Gebrauchs- und Altersspuren.

1004 MEGDANES, CH. D., Hellenikon pantheon, e sylloge tes mythikes historias ton para tois archaiois Hellesi mythologoumenon theon, kai tes kat auten allegorias (graece). Pest, Trattner, 1812. Mit gestoch. Frontisp. und 7 Kupfertafeln. 12 Bl., 605 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenke etw. eingerissen, stärker beschabt und bestoßen). (43) 200,Einzige Ausgabe. – Seltene, in Ungarn gedruckte griechische Götterlehre. – Die Kupfertafeln, meist auf blauem Papier, zeigen je drei Götter und mythologische Gestalten. – Titel mit verlaufenem Besitzvermerk, Stempel und Randhinterlegung, ein Bl. mit langem hinterlegten Einriß, mehrere Bl. mit Wurmspur im Rand, tls. stärker stockfl. und leicht gebräunt.


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

1005 MEINHOLD, W., Maria Schweidler, die Bernsteinhexe. Der interessanteste aller, bisher bekannten Hexenprocesse. Berlin, Duncker & Humblot, 1843. Mit lithogr. Tafel. X, 296 S. Pp. d. Zt. (leicht bestoßen). (6) 200,Erste Ausgabe. – Hayn-G. III, 229. Goed. XIV, 59, 84. – Vgl. Crowe 384. – „Die 'Bernsteinhexe' war nicht die früheste deutsche chronikalische Erzählung, die sich auch sprachlich der dargestellten Epoche anpaßt, aber sie ist zweifellos die künstlerisch bedeutendste“ (Goed. S. 53). – Minimal stockfleckig.

1006 MERZ – NEUESTE SAMMLUNG jener Schriften, die von einigen Jahren her über verschiedene wichtigste Gegenstände zur Steuer der Wahrheit im Drucke erschienen sind. (Hrsg. von A. Merz). Bde. II-IL, 5 Bde. Beylagen und 1 Bd. Anhang in 45 Bdn. Augsburg, Bullmann, 1783-88. Pp. (leichte Gebrauchsspuren). (76) 500,-

Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. Zweytes Bändchen. Zwote verbesserte Auflage. Kopenhagen (d. i. Stendal, Franzen und Grosse), 1795. Mit 14 (statt 15) Kupfertafeln. 1 Bl., XXIV S., 4 Bl., 94 S. Läd. Pp. d. Zt. (wasserrandig). (36) 600,Wackermann 2.12. Hêhres und Triviales VI, 140. Goed V, 374, 2. – Die älteste Nachahmung des Bürgerschen Münchhausen war erstmals 1789 unter dem Titel „Nachtrag zu den wunderbaren Reisen zu Wasser und Lande“ erschienen. Um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um eine legitime Fortsetzung, wurde eine Ansicht von Bodenwerder abgedruckt, die auch hier beigegeben ist. Noch im selben Jahr erschien ein zweite Ausgabe, vorliegend handelt es sich daher wohl um die dritte. Wackermann zitiert den Titel abweichend „bey der Flasche im Zirkel“. – Im folgenden veröffentlichte Schnorr noch zwei weitere Fortsetzungen, letztere unter dem Pseudonym Hennige Küper, welches bereits im Vorwort des „zweiten“ Bands auftaucht. – Wenige Blätter mit kleinem Eckabriß und Randläsur; etwas wasserrandig und fleckig, gebräunt. – Siehe Abbildung.

De Backer-S. V, 1002, 119. – Ohne Bd. I, ansonsten mit den Beilagen und dem Anhang (beides nicht bei De BackerSommervogel) vollständige Reihe der äußerst seltenen Sammlung von großenteils auch einzeln erschienenen Schriften. Nimmt vom katholisch-klerikalen Standpunkt aus Stellung zu allen (Streit-)Fragen der Zeit und enthält eine Vielzahl höchst interessanter und oft polemischer Abhandlungen (meist anonym) über Kirche und Staat, Kirchenrecht sowie über Ablaß, Aufklärung, Ehe, Exorzisten, Freidenker, Freimaurer (Abhandlungen von Babo, Grotter, Sautier etc. – Wolfstieg 2952, 23403/04, 29995, 42750), Geister, Illuminaten, Inquisition (nicht bei van der Vekene), Jansenismus, Klöster, Mönche, Nonnen, Klopstock, Konvertiten, Luther und die Reformation, Ohrenbeichte, Voltaire, Wunderheiler (darunter fast zwei Bände mit zahlr. Schriften über den in Regensburg und Ellwangen tätig gewesenen Priester und Exorzisten Johann Josef Gaßner), Zauberer, Zölibat etc. – Leicht gebräunt, vereinzelt fleckig. – DAZU: SAMMLUNG guter Schriften, welche in dem Bullmännischen Verlage zu haben ist. Bd. I (von 8). Augsburg, Bullmann, 1785.

1007 MOUHY, (CH. DE FIEUX) DE, Lamekis, ou les voyages extraordinaires d'un Egyptien dans la terre intérieure, avec la découverte de l'isle des Silphides. (Mischaufl.). 8 Tle. in 2 Bdn. Paris, Poilly, 1737-61. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und floraler Rvg. (gering berieb. und bestoßen). (71) 400,Der zweite Teil erschien in Paris bei Dufour 1761; Teile V-VIII erschienen in Den Haag bei Neaulme 1738. – Cioranescu 47524 (Ausg. Paris 1737). Hoefer XXXVI, 765 (Paris 1735-37). Hevesi 347 (Den Haag 1737-38). – Utopische Reisebeschreibung, eine „voyage imaginaire“ des französischen Romanciers. – Gering fleckig. Dekorativ gebunden.

1008 MÜNCHHAUSEN – (SCHNORR, H. TH. L.), Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, und lustige Abentheuer des Freyherrn von Münchhausen, wie er dieselben bey der Flasche Wein im

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1009 (MUSÄUS, J. K. A.), Physiognomische Reisen. Voran ein physiognomisch Tagebuch. Zwote Aufl., aufs neu' übersehn und gebessert. 4 in 3 Bdn. Altenburg, Richter, 1779-81. Mit 4 gestoch. Titelvign. Pp. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Bd. I abweichend gebunden, beschabt und etw. bestoßen). (13) 150,Goed. IV/1, 579, 4. – Vgl. Rümann 791 (andere Ausg.). – Zweite Ausgabe der vergnüglichen Parodie auf Lavaters Physiognomik. – Titel von Heft II mit hinterlegtem Einriß, die letzte Seite von Heft II mit Kritzeleien und Siegellackresten; tls. etw. gebräunt und fleckig. – Mod. Exlibris.

1010 DIE MUSEN. Eine norddeutsche Zeitschrift. Hrsg. von F. de La Motte Fouqué und W. Neumann. 10 Hefte in 4 Bdn. Berlin, Salfeld und Hitzig, 1812-14. Mod. Pp. mit eingebundenen Orig.Umschl. (minimal bestoßen). (8) 300,Goed. VI, 119, 27. Kirchner 4726. – Vollständige Folge der Zeitschrift. – Enthält neben Arbeiten der Herausgeber Beiträge u. a. von K. A. Varnhagen von Ense, F. Schlegel und Fichte. – Gebräunt und fleckig, die Umschläge etw. angestaubt, Titel von 1812/IV recto und 2 Umschläge verso gestempelt.

1011 LES OMBRES françoises, ou Robespierre dans l'autre monde. O. O. und Dr. 1794. 68 S. Brosch. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (13) 120,-

Höhepunkt seiner Karriere als 'premier commis'. Thema der Vorrede sind die Voraussetzungen oder die Ausbildung deren ein Gesandter bedarf, Gegenstand des Hauptteils einerseits eine detaillierte Charakterkunde des Gesandten, die Elemente der Einleitung wieder aufnimmt, andererseits ein Abriß der Aufgaben, die eine Mission dem Gesandten abverlangt“ (Externbrink in Francia 332, 324). – Vorsatz mit zeitgenössischem Eintrag in Tinte, wenig fleckig.

1014 PERNETY, A. J., La connoissance de l'homme moral par celle de l'homme physique. 3 Bde. Berlin, Decker, 1776-77. Mit 2 gestoch. Titelvign. und 9 gefalt. Kupfertafeln. 214 S., 1 Bl., 212; 430 S., 4 Bl.; 294 S. Etw. läd. Interimsbrosch. (20) 300,Erste Ausgabe. – Blake 344. Hoefer XXXIX, 621. – Der Autor, ein Maurinerpater, war bis 1782 Bibliothekar Friedrichs des Großen in Berlin. – Der dritte Band unter eigenem Titel „Observations sur les maladies de l'ame“. – Die Tafeln mit Kopfstudien. – Unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

1015 PERSIUS FLACCUS, A., Satyrae. Les satires de Perse avec des notes (par J. R. Sinner). Bern, Walthard, 1765. Mit gestoch. Titel, gestoch. Titelvign. und 6 gestoch. Vign. 184 S., 2 Bl. Mod. Maroquin, sign. „Chambolle-Duru“. (69) 200,Erste Ausgabe. – Barbier IV, 429. Schweiger II, 715: „Weitschweifige Paraphrase.“ – Unbeschnitten.

Bissige Komödie über die Französische Revolution. – Zu den Hauptakteuren gehören neben Robespierre, Marat, Mirabeau, Danton und Ludwig XVI. der Schatten und der Tod. – Als mögliche Verfasserin wird Helen Maria Williams gehandelt. – Vorsatz mit Bibliotheksmarke, Titel mit Abklatsch, vereinzelt gering fleckig, unbeschnitten.

1012 PALLAVICINO, F., Opere scelte. Di nuovo ristampato. Villafranca (d. i. Amsterdam, Elzevier), 1673. 12°. 6 Bl., 76, 588 S., 13 Bl. (1. Bl. weiß), 70 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. (Kapitale leicht läd., beschabt und bestoßen). (71) 700,Willems 1456. Libreria Vinciana 419. Hayn-G. VI, 8. – Dritte Elzevierausgabe. – „In questa ediz., la migliore e la più rara, troviano in più la 'Pudicitia schernita' e la 'rettorica delle puttane' che la rendono più pregiata e più ricercata“ (Libreria Vinciana). – Ferrante Pallavicino (geb. 1615 in Piacenza) verfaßte antiklerikale und pornographische Schriften (seinerzeit in Italien verboten); er wurde am 5. März 1644 in Avignon, wohin er von seinen papistischen Feinden gelockt worden war, enthauptet. – Vorsatz mit Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

1013 (PECQUET, A.), Discours sur l'art de négocier. Paris, Nyon, 1737. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (Kopf und Schwanz mit kleinen Defekten, etw. bestoßen). (98) 500,Erste Ausgabe. – Bedeutende diplomatietheoretische Schrift des Verwaltungsfachmannes im französischen Staatsdienst. – „Pecquet publizierte seinen 'Discours' 1737 auf dem

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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

1016 PERSIUS FLACCUS, A., Satyren. Mit Einleitungen und Erläuterungen versehen von G. G. Fülleborn. Wien und Prag, Haas, 1803. Mit gestoch. Frontisp. von J. Gerstner nach Maillard und gestoch. Titel. 152 S. Hldr. d. Zt. mit schlichter Rvg. (etw. berieben, wenig bestoßen). (12) 150,Nachdruck der Ausgabe Züllichau 1794. – Schweiger II, 714. – Gering gebräunt, wenig fleckig.

1017 PIRON, A., Oeuvres. 3 Bde. Paris, Duchesne, 1758. 12°. Mit gestoch. Frontisp. und 6 Kupfertafeln von J. Flipart und D. Sornique nach C. Cochin. 1 Bl., 386 S. (3 Bl. zwischengeb.); 1 Bl., S. (387)-492, LXXXVIII, 204 S., 1 Bl.; S. (205)-584 (recte 592). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (etw. fleckig sowie beschabt und bestoßen). (136) 250,Cohen-R. 805. Lewine 420. Cioranescu 50344. Fürstenberg 87. Sander 1566. Tchemerzine IX, 197. – Im Jahr 1765 erschien eine zweibändige Ausgabe mit denselben Illustrationen. – Titel des ersten Bandes mit geringfügigen Anstreichungen mit Kugelschreiber; Vorsätze leimschattig, ansonsten nahezu fleckenlos. – Dekorativ gebunden.

1018 POCCI, F. (VON), Viola Tricolor. München und New York, Stroefer & Kirchner, 1876. Fol. Mit lithogr. Titel und 8 chromolithogr. Tafeln. 16 Bl. OLwd. (Kapital defekt, angeschmutzt, etw. berieben und bestoßen). (13) 400,-

Erste Ausgabe. – Hiler 182. Lipperheide Oc 26 (ohne die Continuationes). – Nicht bei Cerroti. – Folge von schönen, lebensnahen Brustbildern von den Kardinälen Papst Benedikts XIII., jeweils mit Wappen. Bis 1730 erschienen noch zwei weitere Fortsetzungen mit 22 Porträts. – Es fehlt das Porträt von Papst Benedikt XIII. vor S. 1, das folgende Textblatt lose. – Frontispiz mit oberem Randausschnitt. Gering gebräunt, wenig fleckig, Druck auf kräftigem Papier.

1020 PUSCHKIN, A., Dichtungen. Aus dem Russischen übers. von R. Lippert. 2 in 1 Bd. Leipzig, Engelmann, 1840. XVI, 315, 260 S. Lwd. d. Zt. (fleckig, berieben, bestoßen). (114) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Tls. stärker gebräunt und stark fleckig. – Exlibris.

1021 (RESTIF DE LA BRETONNE, N.-E.), Tableaux de la vie ou les moeurs du dix-huitieme siecle. 2 in 1 Bd. Neuwied und Straßburg, Société Typographique und Treuttel, o. J. (ca. 1790). 12°. Mit 17 Kupfertafeln nach Freudenberger (5) und Moreau (12). 4 Bl., 180 S., 2 Bl., 168 S. Spät. Hldr. mit Rsch. und Rvg. (gering berieben und bestoßen). (71) 1.500,Barbier IV, 655. Sander 1711. Lewine 460. Cohen-R. 880: „Dans cette édition les épreuves sont plus usées.“ – Titel mit schmalem Randausriß. Gering gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung. Slim marginal tear-out to title. Minimally browned, hardly soiled. – Later half calf with spine label and gilt back (minor rubbing and scuffing). – See illustration.

Erste Ausgabe. – Moisy 235. Pocci (Enkel) 547. Dreyer 208. Rümann 1626. – Skurrile Bilderfolge, bei der die Köpfe der Figuren durch Stiefmütterchen ersetzt sind. Eine geniale Bildfindung in humoristischer Absicht, die sich nicht nur aus der Tradition des Capriccios speist, sondern auch den Surrealismus eines Max Ernst vorwegzunehmen scheint. – Ausgangspunkt für die „Viola Tricolor“ war Pocci allerdings der zeitgenössische künstlerische Diskurs über das „Reale“, demgegenüber dem „Idealen“ stets der Vorzug gegeben wurde. Pocci schloß daraus, daß „die Figurenmalerei der Köpfe nicht bedarf ... Ich habe durch unablässiges Studium entdeckt, daß die 'Viola Tricolor' in ihrer Anwendung auf die Malerei der Repräsentant aller menschlichen Physiognomik ist. Malen Sie z. B. nur ein paar schwedische Stulpstiefel auf das genaueste – so ist auch der Gustav Adolf schon da“ (Pocci). – Ausgestellt auf der Weltausstellung in Philadelphia 1876. – Text tls. stark braunfleckig; Tafeln gut. – Aus dem Besitz von Karl Robert Langewiesche. – Siehe Abbildung Tafel 12.

1019 PORTRÄTWERKE – CONLIN, J. R., Roma sancta sive Benedicti XIII. Pontificis Maximi & Cardinalium viva virtutum imago. Grundwerk, ohne die „Continuationes“ I und II. Augsburg 1726-(28). Fol. Mit Frontisp., Kopfvign. und Initiale (alles gestoch.) sowie 71 (statt 72) gestoch. Portrs. von Johann Christoph Kolb. 4 Bl., 202 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (121) 150,Nr. 1021


Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

1022 RETZ, (J. F. P. DE GONDI), Mémoires. Nouvelle édition. 6 Bde. Paris, Ledoux und Tendré, 1817. Mit gestoch. Portr. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stellenw. etw. berieben und bestoßen). (100) 200,Brunet IV, 1251. – Erster Band mit eingeklebtem Beschreibungstext, Vorsätze leimschattig und mit Blindstempel, stellenw. wenig fleckig. – Dekorativ gebunden.

1023 ROSE, J. W., Versuche in verschiedenen Dichtungsarten. Leipzig, Dyk, 1802. Mit gestoch. Titelvign. XIV, 394 S. Pp. d. Zt. (bestoßen und fleckig). (8) 120,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. XV, 206. Goed. VII, 3o1, 82. – Enthält außer Gedichten das Trauerspiel „Carlos und Elisabeth“, das im selben Jahr auch separat erschienen ist. – Kayser unterscheidet in seinem „Bücher-Lexicon“ zwei Verfasser des Namens Johann Wilhelm Rose; Goedeke läßt offen, ob die „Versuche“ vom ansbachischen Hofprediger oder einem anderen Gleichnamigen stammen. – Gleichwohl selten; über den KVK nur ein Exemplar nachweisbar. – Gebräunt.

1024 ROUSSEAU, J. J., Einsame Spaziergänge. Sein leztes nachgelassenes Werk. München, Strobl, 1783. Mit gestoch. Portr. (in Pag.). 262 S. Pp. d. Zt. (Kopf mit kleinen Einrissen, Schwanz mit Fehlstelle, stark bestoßen, etw. wasserrandig und fleckig). (13) 150,Zweite deutsche Ausgabe. – Dufour 353. – Vgl. Fromm 22812. – Frühe deutsche Ausgabe der sowohl im Original wie auch in deutscher Übersetzung ein Jahr zuvor erschienenen „Rêveries du promeneur solitaire“. – Anfangs und gegen Ende im Bug wasserrandig, teilw. gebräunt, braunfleckig.

1025 (SAINT-CHAMOND, LA VIEUVILLE DE, PSEUD.: TIMBRE), Ah! que c'est bête. „Berne, De l'imprimerie des freres Calembourdiers à la Barbe-bleue“, 10007006016 (d. i. Paris 1776). Mit gestoch. Frontisp. von Halbou nach Marillier (in Pag.). 61 S. Mod. Hldr. (117) 200,Einzige Ausgabe. – Quérard III, 833. Weller, Druckorte II, 199. Gay-L. I, 37: „Pièce rare surtout avec la jolie figure de Marillier, gravée par Halbou.“ – Nicht bei Barbier. – Produkt des Witzes und der Laune nach dem Vorbild der „Amours de l'Ange lure“. Laut Quérard hat auch Madame Riccoboni Anteil an dieser „bagatelle“. – Der Marquis de Saint-Chamond (nicht bei Hoefer) heiratete Madame Mazarelli, „connue par son esprit et par quelques ouvrages“ (Quérard). – Leicht wasserrandig, unbeschnitten.

1026 SALZMANN, CH. G., Carl von Carlsberg. 6 Bde. Leipzig, Crusius, 1783-88. Mit 6 gestoch. Frontisp. und 6 gestoch. Titelvign. von Chodowiecki, Penzel und Krüger nach Klaß sowie Penzel nach Chodowiecki. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und bestoßen) und mod. Pgt. (Deckel gering aufgebogen). (8) 200,-

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Erste Ausgabe. – Pfauch-R. 145. Goed. V, 487, 1, 1. Engelmann 476-477, 494-495, 510-511 und 536. Bauer 1004-1011. – Kritische Schilderung der sozialen Mißstände des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Form eines Briefromans. – „In einer Zeit politischer und sozialer Evolutionen mußte ein solches Buch ungewöhnliche Beachtung finden“ (Sichelschmidt). – Der vierte Band mit zusätzlich eingebundener Titelvariante. – Ohne die S. 47-48, 189-190, 357-360 in Bd. V; Paginierung oftmals springend. – Spiegel des ersten Bandes schadhaft, Bd. V anfangs im Bug restauriert, Vorsätze der Bde. IV-VI erneuert, Titel und Frontispize tls. mit Einträgen von alter Hand in Tinte, wenige Seiten mit kleinen Randausrissen (Buchstabenverlust); gebräunt und fleckig. – Gestoch. Exlibris.

1027 SAMMELBAND mit 3 im späten 17. Jahrhundert in Venedig gedruckten griechischen Werken. Hldr. d. Zt. (Kapital brüchig, hinteres Gelenk eingerissen, stärker beschabt und bestoßen). (43) 300,I. BIBLION KALOUMENON THEKARAS. Venedig, N. Saros, 1691. Mit Druckermarke auf dem Titel und am Schluß. 157 S., 1 Bl. – Hymnen und Gebete von der Trinität, Eucharistie, dem Sabbat etc. – II. ANTHOS TON CHARITON. Venedig, „Ponte tou hagiou Phantinou“, 1682. Mit Holzschnitt-Titelbordüre, Druckermarke am Ende und 36 kleinen figürlichen Textholzschnitten. 104 S. (ohne S. 79/80). – Sammlung von Zitaten antiker Schriftsteller zur Belehrung von Heranwachsenden. – III. BIBLION KALOUMENON ISOPONIKON. Venedig, Nikolaos ho Saros, 1696. Mit Druckermarke auf dem Titel und am Schluß. 222 S. – Hausväterbuch mit Rezepturen, Anweisungen zum Gartenbau und medizinischen Ratschlägen. – Fliegende Vorsätze fehlen, ein Bl. in III mit größerem Ausriß (Textverlust); insgesamt etw. gebräunt und fleckig – Mod. Exlibris.

1028 – Cirka 70 theologische Dissertationen. 16701730. 4°. Stark läd. Hldr. d. Zt. – Stellenw. mit Einträgen von alter Hand in Tinte, tls. etw. fleckig und gebräunt. (107) 200,1029 SAMMLUNG – Acht Werke zur französischen Literatur und Geschichte in 45 Bdn. Paris 17691897. Ldr. und Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (136) 150,Enthält die hübsch in Ganzleder gebundenen Werkausgaben zu Boileau (1769) und Regnard (1789-90) sowie die Werkausgabe zu Musset (1877), Delavignes „Messéniennes“ (1835-38) und Sismondis „De la litterature du midi de l'Europe“ (1829). Ebenfalls vorhanden sind die historisch ausgerichteten Werke von Guizot zur „Démocratie en France“ (1849), von Lamartine zur „Histoire des Girondins“ (1858) sowie Froissarts Chronik über den Hundertjährigen Krieg (Bde. I-X von 13, 1869-97) mit Schelers zugehörigem „Glossaire“ (Brüssel 1877). – Tls. gebräunt und braunfleckig. – Tls. mit Exlibris. – Meist dekorativ gebunden.

1030 SEUME, J. G., Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Braunschweig und Leipzig, (Hartknoch), 1803. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. XVI, 491 (recte 493) S., 1 Bl. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (136) 300,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Literatur bis 1900

der Kinder- und Jugendliteratur ihrer Zeit auseinander und prangert deren moralisierenden Ton an. – Charlotte Thiesen (1782-1834) beschäftigte sich schon früh mit Literatur und neueren Sprachen und hörte in Bremen Vorlesungen zu Geschichte und Physik. – Innengelenke aufgeplatzt, Vorsätze leimschattig, Frontispiz verso mit hs. Eintrag in Tinte, das letzte Blatt des ersten Bandes mit Eckabriß, leicht gebräunt und etw. fleckig. – Mod. Exlibris.

1033 SULZER, J. G., Allgemeine Theorie der schönen Künste in einzeln, nach alphabetischer Ordnung der Kunstwörter auf einander folgenden, Artikeln abgehandelt. Neue verm. 3. Aufl. 4 Bde. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1798. Mit gestoch. Frontisp. und gefalt. Kupfertafel nach D. Chodowiecki und 6 gefalt. Musikbeilagen. Hpgt. d. Zt. mit Rsch. (tls. fleckig, berieben, leicht bestoßen). (123) 700,Raubdruck. – Vgl. Schlosser 586. Engelmann 76 und 109. Goed. IV/1, 6, 8. – Grundlagenwerk zum Kunstverständnis der Aufklärungszeit. – Nur vereinzelt stärker, sonst wenig fleckig. – Wohlerhaltenes Exemplar, dekorativ gebunden.

1034 TASSO, T., La Gerusalemme liberata. 2 Bde. Paris, Barrois, 1785. 2 Bl., VIII, 326 S.; 2 Bl., 333 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (berieben und leicht bestoßen). – Vorsatz mit Besitzvermerk, stellenw. fleckig. (69) 120,-

Nr. 1030 Erste Ausgabe. – Goed. V, 419, 68. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

1031 – A Tour through Part of Germany, Poland, Russia, Sweden, Denmark, &c. During the Summer of 1805. London, Phillips, 1807. 102 S., 1 Bl. Späteres Hldr. – Gebräunt und stellenw. fleckig. (136) 100,1032 STILLE, CAROLINE (d. i. CHARLOTTE THIESEN), Erzaehlungen für die weibliche Jugend. Mit einem Vorworte von Therese Huber. 2 Bde. Leipzig, Reinsche Buchhandlung, 1825. Mit 2 gestoch. Frontisp. von August Dalbon nach Johann Michael Voltz und 2 gestoch. Titeln. 212; 206 S. Läd. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (99) 150,Erste Ausgabe. – Goed. X, 198, 10. Wegehaupt I, 2089. HKJL IV, 874: „Sammelbände mit abwechslungsreich und spannend erzählten Geschichten, die mädchen- und frauenspezifische Themen wie weibliche Erziehung, Liebe und Ehe des öfteren in den Kontext von Handlungen einbinden, die um Abenteuer in fremden Ländern, um Sklaverei oder um Kriminalfälle kreisen.“ – Eine Fortsetzung mit dem Titel „Neue Erzählungen für die weibliche Jugend“ erschien 1830. – Im Vorwort setzt sich Therese Huber kritisch mit

1035 – La Gerusalemme liberata. 2 Bde. Pisa, Società letteraria, 1807. Fol. Mit gestoch. Portr. von Raffaello Morghen und gestoch. Kopfvign. 3 Bl., V S., 1 Bl., XVI, 331 S.; 1 Bl., 337 S. Pp. d. Zt. (bestoßen, Kapitale und Gelenke mit kleineren Bezugsfehlstellen). (8) 250,Brunet V, 668. Graesse VI, 34: „Tiré à 250 ex..“ – Vgl. Thieme-B. XXV, 150. – Etw. stockfleckig, unbeschnitten. – Sehr breitrandiges, großzügig gesetztes Exemplar mit der Nummer CCX für den Mannheimer Verleger Artaria (gedruckter Vermerk auf dem ersten Blatt recto „SIGNOR ARTARIA DI MANHEIM“).

1036 (WEISSE, CH. F.), Amazonen-Lieder. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1762. 3 Bl., 106 S. Läd. Pp. (13) 150,Erste Ausgabe. – Goed. V, 1, 139, 4 (gibt irrtümlich 1760 für die EA an). Hayn, Amazonen-Litteratur, 8. – Die Erstausgabe mit sieben Liedern war in vierzehn Tagen vergriffen. Überwiegend mit Anerkennung aufgenommen, schmerzte Weiße der unberechtigte Vorwurf, sie seien eine Nachahmung der Gleimschen „Lieder eines Preußischen Grenadiers“. „Ein noch größeres Unrecht versuchte ihm ein gewisser Kriegssectretair Schmidt, der bey dem damaligen Commandanten Keller in Leipzig war, zuzufügen. Da sich der Verfasser bey der ersten Ausgabe nicht genannt hatte und man sehr neugierig auf seinen Namen war, so machte sich jener des Verfassers Verschwiegenheit zu Nutze. Er gab sich für den Dichter aus, und vertheilte Exemplare von den Liedern an der Tafel des Commandanten. Zu seinem Unglück war unter den Gästen der damalige Buchhalter der Verlagshandlung, Reich, der bald zu jenes großer Beschä-


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mung den wahren Verfasser nannte“ (Selbstbiographie S. 92). – Jede Seite mit Satzspiegelumrahmung und typographischen Zierstücken. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, vereinzelt Marginalien in Tinte, leicht gebräunt und wenig fleckig, unbeschnitten.

1037 WIDMANN, G. R., Das ärgerliche Leben und schreckliche Ende des vielberüchtigten ErzSchwarzkünstlers Johannis Fausti. Hernach übersehen und wieder hrsg. von Ch. N. Pfitzer. Jetzo aber auf's Neue aufgelegt. Reutlingen, Kurtz, 1834. Mit Holzschnitt-Frontisp. und einigen Holzschnittvign. 237 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. (stärker berieben). (123) 250,-

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Erste Ausgabe. – Goed. XIII, 176, 133. Brümmer I, 51. – Braunfleckig. – DAZU: VERNALEKEN, TH., Alpensagen. Wien 1858. – MEYER, M., Sagen-Kränzlein aus Tirol. 2. verm. Aufl. 1884. – ZINGERLE, I., Sagen aus Tirol. 2. Aufl. 1891. – FREISAUFF, R. VON, Salzburger Volkssagen. 1880.

1041 ANDERSEN – SAMMLUNG – Seine Märchen in drei Ausgaben. 1870-1921. OLwd. (tls. Gebrauchsspuren). (13) 200,Enthält äußerst dekorativ gebunden „Nye Eventyr og Historier“ (2 Bde., Kopenhagen 1870-71) mit den Illustrationen von L. Frølich, „Sämmtliche Märchen“ (Leipzig 1873) mit den Illustrationen von L. Richter, Th. Hosemann, O. Pletsch und anderen und „Andersens Märchen“ (3. Aufl., 2 Bde., Leipzig 1921) mit Buchschmuck von C. Weidemeyer. – Tls. stark fleckig.

Engel 233. Kat. Hermann Kurz 104-06. Kat. Mörike und die Künste 403. Sulger-G. 54. Wittkop 19. – Neuausgabe durch Hermann Kurtz, der als Student 1834 bei Friedrich Theodor Vischer das Thema „Faust“ studiert hatte. Als ihm die alte Faust-Historie nach Widmann-Pfitzer in die Hände gefallen war, bat er seinen Kommilitonen Wilhelm Eytel, ihm eine Anzahl „volkstümlicher“ Zeichnungen dazu anzufertigen, die dann, in Holzschnitt umgesetzt, dem Büchlein als Illustrationen beigegeben wurden. – Tls. stark fleckig, die letzten Blätter knapprandig.

1042 ASBJÖRNSEN, P., UND J. MOE, Nordische Volks- und Hausmärchen. 3 in 1 Bd. München, Langen, 1909. Mit zahlr. Abb. nach E. Werenskjold und Th. Kittelsen. 171, 154, 153 S. Mod. Hlwd. (etw. fleckig). – Etw. gebräunt. (13) 80,-

1038 WIELAND, CH. M., Sämmtliche Werke. Bde. I-XXX (von 39) und 6 Supplemente in 36 Bdn. Leipzig, Göschen, 1794-98. Marmoriertes Kalbldr. d. Zt. mit 2 Rsch. und reicher Rvg. (leicht beschabt und bestoßen). (11) 300,-

1043 – Norwegische Volksmährchen. Deutsch von F. Bresemann. Mit einem Vorworte von L. Tieck. 2 in 1 Bd. Berlin, Simion, 1847. 1 Bl., VIII, 216 S., 1 Bl., IV, 208 S. Hlwd. d. Zt. mit mont. Orig.Brosch.-Deckeln (fleckig, bestoßen). (13) 150,-

Erste Gesamtausgabe. – Goed. IV/1, 568, 158. Günther-Z. 2. – Sogenannte „Wohlfeile Ausgabe“. – Gering gebräunt, vereinzelte Stockflecken. – Dekorativ gebunden.

Erste deutsche Ausgabe. – Goed. VI, 45, 151. – Tls. stark fleckig.

1039 WILMSEN, F. P., Hersiliens Lebensmorgen oder Jugendgeschichte eines geprüften und frommen Mädchens. 2. verm. Aufl. Berlin, Amelang, 1822. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. 4 Bl., 366 S., 5 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (vereinzelt wenig bestoßen). (13) 150,Goed. VI, 423, 10 (EA 1816). – Titel verso gestempelt, gegen Anfang und Ende etw. fleckig. – Dekoratives Exemplar aus der Bibliothek der Erzherzogin Sophie (1805-1872).

Märchen und Sagen 1040 ALPENBURG, J. N. VON, Mythen und Sagen Tirols. Mit einem einleitenden Vorwort von L. Bechstein. Zürich, Meyer und Zeller, 1857. Mit Holzstich-Frontisp. XII, 432 S. OLwd. (beschabt). (13) 150,-

1044 BARTSCH, K. (HRSG.), Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg. 2 Bde. Wien, Braumüller, 1879-80. XXV, 524; VI, 508 S. Hldr. d. Zt. (Papierbezüge tls. abgeschabt, Rücken tls. läd., leicht bestoßen). (13) 100,Erste Ausgabe. – Heeß I, 749. – Papierbedingt etw. gebräunt, wenig fleckig.

1045 BECKER, W. A., Charikles, Bilder altgriechischer Sitte. Zur genauern Kenntnis des griechischen Privatlebens. 2 Bde. Leipzig, Fleischer, 1840. Mit 5 lithogr. Tafeln. XX, 508 S.; 1 Bl., 518 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (stark beschabt). (13) 100,Erste Ausgabe. – ADB II, 229: „Sorgfältig und mit kritischer Genauigkeit ausgearbeitet; wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen.“ – Bibliotheksdublette.

1046 BENEKE, O., Hamburgische Geschichten und Denkwürdigkeiten, zum Theil nach ungedruckten Quellen. Hamburg, Pethes-Besser & Mauke, 1856. VI, 486 S., 1 Bl. OHlwd. (etw. fleckig, Vorderkanten stärker bestoßen und mit kleinem Bezugsverlust). (13) 120,-


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Sammlung orientalischer Mährchen, Erzählungen und Fabeln, Tle. I-II. – Brockhaus-Verz. 454. – Braunfleckig.

1050 CAVALLIUS, G. O., UND G. STEPHENS, Schwedische Volkssagen und Märchen. Deutsch von C. Oberleitner. Wien, Haas, 1848. 1 Bl., VIII, 400 S. Hlwd. d. Zt. (Kapitale verletzt, stark beschabt, bestoßen). – Vereinzelt stärker fleckig. (13) 100,1051 DEUTSCHES SAGENBUCH. Hrsg. von F. von der Leyen. 5 Bde. München, Beck, 1912-20. OLwd. (wenige Gebrauchsspuren) tls. mit Orig.Umschlag. – Tls. gebräunt; wenig fleckig. (13) 100,1052 DORÉ – SAINTINE, X.-B. (d. i. J.-X. BONIFACE), La mythologie du Rhin. Paris, Hachette, 1862. Mit zahlr. Abb. in Holzstich nach G. Doré. 2 Bl., 403 S. Hldr. d. Zt. (leicht berieben, bestoßen). (13) 100,-

Nr. 1046 Erste Ausgabe. – Hobrecker 31. – Außergewöhnlich hübscher Verlagseinband mit lithographierten Deckeln von O. Speckter und reicher Rückenvergoldung. – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

1047 BRAUN, J., Naturgeschichte der Sage. 2 Bde. München, Bruckmann, 1864. Mit Holzstich-Tafel. IV, 444; VII, 475 S. Pp. d. Zt. (starke Gebrauchsspuren). (13) 100,Erste Ausgabe. – Das gelehrte Hauptwerk Brauns (vgl. ADB III, 269), der alle Mythologien auf ägyptische Ursagen zurückführt. – Stark gebräunt und braunfleckig. – DAZU: ECHTERMEYER, TH., Bibliothek der Novellen, Märchen und Sagen. Bde. I-IV in 2 Bdn. Berlin 1831. – SCHWARTZ, F., Der Ursprung der Mythologie. Berlin 1860. – Beilage.

1048 BRAUNS, D., Japanische Märchen und Sagen. Leipzig, Friedrich, 1885. XXIV, 439 S. Hlwd. d. Zt. – Erste Ausgabe. – Papierbedingt etw. gebräunt, Vorsatz mit Besitzvermerk „Dr. Schweitzer“. (13) 80,1049 BROCKHAUS, H., Die Mährchensammlung des Somaveda Bhatta aus Kaschmir. Aus dem Sanskrit ins Deutsche übers. 2 in 1 Bd. Leipzig, Brockhaus, 1843. XXII, 214 S., 1 Bl., VI S., 1 Bl., 211 S. Läd. Lwd. d. Zt. (13) 80,-

Erste Ausgabe. – Vicaire VII, 175. Sander 603. Rümann, Doré 107. Leblanc 301: „M. de Saintine, dit un critique de l'époque, s'est moqué un peu de tous les anciens dieux, mais Gustave Doré a fait plus: il les a faire rire. Cet ouvrage charmant et agréable peut être lu et regardé par tous avec profit. Les compositions sont d'une finesse exquise, du trait le plus pur et du sentiment le plus délicat.“ – Die Illustrationen Dorés nehmen den deutschtümelnden Nationalismus gekonnt auf die Schippe. – Wenig fleckig.

1053 ENGELIEN, A., UND W. LAHN, Der Volksmund in der Mark Brandenburg. Sagen, Märchen, Spiele, Sprichwörter und Gebräuche. Tl. I (alles Erschienene). Berlin, Schultze, 1868. VIII, 285 S., 1 Bl. Läd. Hlwd. d. Zt. – MNE I, 206. – Leicht fleckig. (13) 80,1054 ERLACH, K. F. VON (HRSG.), Die Volkslieder der Deutschen. Eine vollständige Sammlung der vorzüglichsten deutschen Volkslieder von der Mitte des 15. Jhdts. bis in die erste Hälfte des 19. Jhdts. 5 Bde. Mannheim, Hoff, 1834-37. Läd. Orig.-Broschur. (13) 120,Erste Ausgabe der schönen Sammlung. – Goed. VII, 303, 4. – Die Sammlung reicht bis 1833 und blieb vorbildlich bis zu Erk und Böhmes „Liederhort“. – Etw. braunfleckig. – Ohne Rückgaberecht.

1055 GAAL, G. VON, Mährchen der Magyaren. Wien, Wallishausser, 1822. Mit gestoch. Titel mit Vign. nach Schnorr von Karolsfeld. X S., 1 Bl., 454 S., 1 Bl. Mod. Hlwd. mit eingeb. Vorderdeckel der Original-Broschur. (13) 200,Erste Ausgabe. – Goed. VII, 111, 229, 12. – Recht sauber. – Siehe Abbildung.


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1059 GRIMM, F., Burg- und Bergmärchen. 2 in 1 Bd. Wolfenbüttel, Holle, 1846. 2 Bl., 270 S., 2 Bl., 244 S. Hlwd. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Umschl. (beschabt und bestoßen). (13) 600,Erste Ausgabe. – NDB VII, 79. – Nicht bei Borst etc. – Ferdinand Grimm, Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm, verfaßte Parallelfassungen zu den „Kinder- und Hausmärchen“ (vgl. Hennig-L. 103) und lieferte u. a. auch wesentliche Beiträge zu den „Deutschen Sagen“. – Die mit reizenden Arabesken geschmückten Orig.-Umschl. sind 1845 datiert. – Kleiner Wurmgang und schmaler brauner Fleck im oberen Rand; ganz leicht fleckig. – Sehr selten.

1060 GRIMM, (J. UND W.), Altdeutsche Wälder. 3 Bde. Kassel und Frankfurt, Thurneissen und Körner, 1813-16. IV, VI, 330 S.; 2 Bl., 288 S.; 1 Bl., 288 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Kapitale beschäd., stärker berieb. und bestoßen). (13) 400,Erste Ausgabe. – Goed. I, 2. ADB IX, 694. – Klassische Sammlung der Zeugnisse über die deutschen Heldensagen, auf der das gemeinschaftliche Hauptwerk der Brüder „Die deutschen Heldensagen“ (1829) basiert. – Vorsatz mit hs. Notizen, Titel mit hs. Bibl.-Nr. und verso mehrf. gestempelt (u. a. aus der Bibliothek von Hoffmann von Fallersleben). Vereinzelt mit hs. Marginalien. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Nr. 1055

1056 GONZENBACH, LAURA, Sicilianische Märchen. Aus dem Volksmund gesammelt. Mit Anmerkungen R. Köhler's und einer Einleitung hrsg. von O. Hartwig. 2 Bde. Leipzig, Engelmann, 1870. Mit 2 Stahlstichportrs. LIII S., 1 Bl., 368; IV, 263 S. Hlwd. d. Zt. (berieben). – Fleckig. (13) 80,1057 GRÄSSE, J. G. TH., Der Sagenschatz des Königreiches Sachsen. Dresden, Schönfeld, 1855. 592 (recte 590) S. Mod. Hldr. – Titel verso gestempelt, braunfleckig. (13) 60,1058 GRANDVILLE – LA FONTAINE, (J. DE), Fables. Nouvelle Edition. 2 Bde. Paris, Fournier, 1838. Mit Frontisp., 120 Tafeln und zahlr. Abb. in Holzstich. 2 Bl., XXVIII, 292 S.; 2 Bl., 312 S. Hldr. d. Zt. (beschabt, stärker bestoßen). (13) 400,Vicaire IV, 899. Carteret III, 336: „Très bel ouvrage. Une des meilleures productions de Grandville qui put, dans ce livre, donner libre cours à son talent.“ – Erste Ausgabe mit Grandvilles Illustrationen. – Wenig fleckig; unbeschnitten.

1061 GRIMM, W., Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen. Heidelberg, Mohr und Zimmer, 1811. Mit rad. Titel nach Dürer von L. E. Grimm. XL, 545 S. – BEIGEB.: DERS., Drei altschottische Lieder in Original und Uebersetzung. Nebst einem Sendschreiben an F. D. Gräter. Ebda. 1813. 56 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und Rsch. (Gelenke tls. lädiert, fleckig, berieben, etw. bestoßen). (13) 300,Erste Ausgaben. – I. Hennig-L. 490. – Die erste selbständige Buchveröffentlichung Wilhelm Grimms, ursprünglich als vierter Bd. zu „Des Knaben Wunderhorn“ gedacht. Das Werk enthält neben 14 Heldenliedern 91 Balladen und Märchen und bereitet damit auf die große Veröffentlichung der beiden Brüder im folgenden Jahre 1812, die „Kinder- und Hausmärchen“, vor. – II. Borst 1177. – Der Kupfertitel wie meist seitlich gering angeschnitten, der Schmetterling alt ankolor., der Vortitel mit kleinem Ausriß. Etw. gebräunt und tls. stärker braun- bzw. wasserfleckig.

1062 – Die Deutsche Heldensage. Göttingen, Dieterich, 1829. VI S., 1 Bl., 425 S. Hldr. d. Zt. (Kapitale defekt, stark beschabt und bestoßen). (13) 100,Erste Ausgabe. – Borst 1585. Neufforge 107. – Vorsätze mit hs. Vermerken, Titel mit Besitzvermerk, durchgehend hs. Anmerkungen in Bleistift und Tinte; leicht gebräunt, fleckig. – DAZU: DASS. 3. Aufl. Gütersloh 1889. – GRIMM, (J. UND W.), Deutsche Sagen. 2. Aufl. 2 in 1 Bd. Berlin 1865. – DIES., Lieder der alten Edda. Berlin 1885.


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1063 GRIMM – HARTMANN VON AUE, Der arme Heinrich. Aus der Straßburgischen und Vatikanischen Handschrift hrsg. und erklärt durch die Brüder Grimm. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1815. 8 Bl., 224 S. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (13) 80,Erste Ausgabe. – Goed. I, 93,5. – Vorsätze leimschattig und mit hs. Vermerken; leicht gebräunt und tls. stärker fleckig.

1069 (HAMMER-PURGSTALL, J. VON), Rosenöl, oder Sagen und Kunden des Morgenlandes. 2 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1813. XVI, 335; XVI, 324 S. Spät. Hlwd. (Rücken aufgeplatzt, bestoßen). (13) 200,Erste Ausgabe. – Goed. VII, 760, 32. – Leicht braunfleckig. – Vorsatz mit Besitzeintrag von Wilhelm Hertz (NDB VIII, 715).

1064 GRUNDTVIG, S., Dänische Volksmärchen. Übersetzt von W. Leo. Leipzig, Barth, 1878-79. XV, 328 S., 2 Bl., 308 S. Stark läd. Hldr. d. Zt. – An den Seitenrändern leicht gebräunt, wenig fleckig. (13) 100,-

1070 HANUSCH, I. J., Die Wissenschaft des Slawischen Mythus im weitesten, den altpreußischlithauischen Mythus mitumfaßenden Sinne. Lemberg, Millikowski, 1842. XX, 432 S. Pp. d. Zt. (Rücken mit Etiketten, kaum berieben und bestoßen). (114) 150,-

1065 HACKLÄNDER, F. W., Märchen. 2. durchgesehene Aufl. Stuttgart, Krabbe, o. J. (1861). Mit radiertem Titel und 5 radierten Tafeln von J. B. Zwecker. 2 Bl., 282 S., 1 Bl. (Anzeigen). OPp. (Kanten stärker beschabt, bestoßen, fleckig). (13) 200,-

Erste Ausgabe. – Titel rückseitig und letztes Bl. gestempelt, etw. stockfl., unbeschnitten.

Rümann 2758. Wegehaupt II, 1156. Seebaß I, 826. – Erste illustrierte Ausgabe dieser Sammlung mit den reizvollen Arbeiten Zweckers. – Hinteres Gelenk aufgeplatzt; sonst wohlerhalten. – Gestoch. Exlibris.

1066 HAGEN, F. H. VON DER, Gesammtabenteuer. Hundert altdeutsche Ritter- und Pfaffen-Mären, Stadt- und Dorfgeschichten, Schwänke, Wundersagen und Legenden. 3 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1850. Mit 3 (1 gefalt.) farb. lithogr. Schrifttafeln mittelalterlicher Handschriften. CLI S., 1 Bl., 581; LXXIV, 724; CLXXXII, 796 S., 2 Bl. Hpgt. d. Zt. (Pgt. und Bezüge tls. abgeplatzt; berieben, wenig bestoßen). (13) 200,Erste Ausgabe. – Goed. I, 108. – Vorsätze gestempelt, Text tls. mit hs. Anmerkungen in Bleistit; stark fleckig. – Exlibris.

1067 HAGEN, F. H. VON DER, UND E. T. A. HOFFMANN, Geschichten, Sagen und Märchen. Breslau, Max, 1824. 2 Bl., 215 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Ldr. brüchig, beschabt, bestoßen). (13) 100,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 174,31. – Vorsätze und erste und letzte Blätter leimschattig; tls. stärker gebräunt und etw. fleckig.

1068 HAHN, J. G., Griechische und albanesische Märchen. 2 in 1 Bd. Leipzig, Engelmann, 1864. Mit 2 farb. lithogr. Frontisp. XIV, 319, VI, 339 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (13) 150,Erste Ausgabe. – Manek-P., Alban. Bibliogr., 36, 9. Seebaß I, 827. – Etw. gebräunt und fleckig.

1071 HAUPT, K., Sagenbuch der Lausitz. 2 in 1 Bd. Leipzig, Engelmann, 1862. 6 Bl., XXVIII, 278, 244 S., 1 Bl. Stark beschäd. Hldr. d. Zt. – Braunfleckig. (13) 80,1072 HOLTZMANN, A., Indische Sagen. 3 in 1 Bd. Karlsruhe, Holtzmann, 1845-47. 2 Bl., 228, XIV S., 1 Bl., 220 S., 1 Bl., XXXV, 198 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stark beschabt und bestoßen). (13) 100,Erste Ausgabe. – ADB XIII, 16: „Geschmackvolle, vortreffliche Arbeit.“ – Stärker stockfleckig. – Aus der Bibliothek Grisebach.

1073 HURWITZ, H., Sagen der Hebräer. Aus den Schriften der alten hebräischen Weisen. Nebst einer Abhandlung über den Ursprung, den Geist und Werth des Talmuds. Aus dem Englischen von *r (G. W. Becker). Leipzig, Engelmann, 1826. XVI, 244 S. Stark beschäd. Pp. d. Zt. (13) 60,Erste deutsche Ausgabe. – Goed. XVI, 634, 5 und XVII, 130, 25 (zum Übersetzer). Fürst I, 418. – Hyman Hurwitz (1770-1844) war der erste jüdische Professor Englands. – Wasserschaden.

1074 IRISCHE ELFENMÄRCHEN. Uebersetzt von den Brüdern Grimm. Leipzig, Fleischer, 1826. CXXVI S., 1 Bl., 233 S., 2 Bl. (Verlagsanzeigen), 1 Bl. (Druckvermerk). Mod. Ldr. (13) 200,Seltene erste deutsche Ausgabe. – Hennig-L. 727. Brieger 837. Hirschberg I, 176. – Übersetzung der 1825 von Thomas Crofton Croker unter dem Titel „Fairy Legends and Traditions of the South of Ireland“ erschienenen Sammlung. Mit der 126 S. umfassenden Einleitung „Über die Elfen“. Auf den letzten beiden Blättern wird extensiv aus Goethes Vorwort zu „Der junge Feldjäger in französischen und englischen Diensten“ zitiert, eine Publikation, die im gleichen Jahr bei Fleischer erschienen war. – Leicht gebräunt, unbeschnitten.


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1075 JAHN, U., Volkssagen aus Pommern und Rügen. Stettin, Dannenberg, 1886. XXVII, 541 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt, etw. bestoßen). – Fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk; Bindung gelockert, etw. gebräunt und wenig fleckig. (13) 80,1076 (JECKLIN, D., UND C. DECURTIUS), Volksthümliches aus Graubünden. Chur, Sprecher & Eggerling, 1916. 2 Bl., XVI, 627 S. OLwd. (13) 80,Nicht bei Barth. – Eine Ergänzung zu Jecklins Sagen aus Graubünden (1874 f.) mit weiteren Sagen und Märchen und Kommentaren der Herausgeber. – Papier etwas vergilbt.

1077 JURKSCHAT, C., Litauische Märchen und Erzählungen. Aus dem Volke gesammelt und in verschiedenen Dialekten, vornehmlich aber im Galbraster Dialekt. Heidelberg, Winter, 1898. 144 S. Mod. Hlwd. (13) 60,1078 KARADZIC, V. ST., Volksmärchen der Serben. Ins Deutsche übers. von dessen Tochter Wilhelmine. Mit einer Vorrede von Jacob Grimm. Nebst einem Anhange von mehr als tausend serbischen Sprichwörtern. Berlin, Reimer, 1854. 1 Bl., XII, 345 S. Mod. Brosch. (Gebrauchsspuren). (13) 150,Erste deutsche Ausgabe. – Von Jacob Grimm angeregte einflußreiche Märchensammlung. Karadzic (1787-1864) gilt durch seine lexikographischen und grammatischen Arbeiten sowie durch seine Sammlungen als „eigentlicher Begründer der modernen serbo-kroatischen Schriftsprache und Orthographie“ (Kat. Gebrüder Grimm I, 495). „Wie es damals allgemein üblich war, redigierte Vuk die Märchen und überformte sie stilistisch, besonders auch deshalb, weil sie als Muster für die Schaffung der serbischen Literatursprache dienten“ (Röth-K., Märchen und Märchenforschung in Europa, 151). – Lagen tls. lose, leicht braunfleckig; unbeschnitten.

1079 KLEINPAUL, R., Gastronomische Märchen. Leipzig, Friedrich, (1893). X, 230 S. OLwd. (fleckig). – Erste Ausgabe. – Weiss 1928. (13) 80,1080 KNORTZ, K., Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer. Jena, Costenoble, 1871. VIII, 285 S., 1 Bl. – Aus dem Wigwam. Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer. Leipzig, Spamer, 1880. Mit 6 Tafeln und einigen Abb. in Holzstich. XII, 214 S. Hlwd. d. Zt. und OHlwd. (beschabt, bestoßen). (13) 200,Klotz 3516/2 und 4. Hobrecker 4229. Ries 682, 42. – „Aus dem Wigwam“ hübsch gebunden und mit dramatischen Illustrationen von Heinrich Leutemann. – Gelenke tls. angebrochen; stellenw. gebräunt und stärker fleckig. – DAZU: DERS., Streifzüge auf dem Gebiete amerikanischer Volkskunde. Leipzig, Hoppe, o. J. (1902).

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1081 KREMNITZ, MITE, Rumänische Märchen. Leipzig, Friedrich, 1882. 4 Bl., 296 S. Hlwd. d. Zt. (13) 80,1082 KUHN, A., Märkische Sagen und Märchen nebst einem Anhange von Gebräuchen und Aberglauben. Berlin, Reimer, 1843. XXVI, 388 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (leicht beschabt). (13) 150,Erste Ausgabe. – Kuhn 109. – Vor allem anfangs gebräunt. Papierbedingt fleckig.

1083 LACHMANN, TH., Überlinger Sagen, Bräuche und Sitten mit geschichtlichen Erläuterungen. Ein Beitrag zur Volkskunde der badischen Seegegend. Konstanz, Ackermann, 1909. XIX S., 1 Bl., 537 S. OLwd. (leicht bestoßen). (13) 100,1084 LAISTNER, L., Nebelsagen. Stuttgart, Spemann, 1879. 4 Bl., 366 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt, bestoßen). – Spiegel mit Bibliotheksetikett; Titel verso gestempelt; vor allem an den Seitenrändern gebräunt, Text tls. mit Anstreichungen. (13) 80,1085 MAURER, K., Isländische Volkssagen der Gegenwart. Leipzig, Hinrichs, 1860. XII, 352 S. Mod. Hlwd. (Rsch. lose, gebräunt). – Blätter angerändert; tls. stark fleckig. (13) 80,1086 MILENOWSKY, J., Volks-Märchen aus Böhmen. Breslau, Kern, 1853. Mit 7 Textholzstichen. 2 Bl., 219 S. OPp. (starke Gebrauchsspuren). – DAZU: GROHMANN, J. V., Sagen aus Böhmen. Prag 1863. (13) 100,1087 MOHNIKE, G., Altschwedische Balladen, Mährchen und Schwänke sammt einigen dänischen Volksliedern. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1836. XVI, 302 S., 1 Bl. Spät. Hlwd. (beschabt). (13) 100,Erste deutsche Ausgabe. – ADB XXII, 63. Goed. XIV, 72, 31. – Durch das vorliegende Werk ist die „reiche Sammlung von Geijer und Afzelius beinahe vollständig auf deutschen Boden verpflanzt worden“. – Etw. braunfleckig.

1088 MÜLLER, F. (HRSG.), Siebenbürgische Sagen. 2. (verm.) Aufl. Hermannstadt und Wien, Krafft und Graeser, 1885. 1 Bl., XXXVII, 404 S. Hlwd. d. Zt. (leicht beschabt). (13) 80,Siebenbürgisch-deutsche Volks-Bücher, Bd. I. – Vgl. Petrik II/2, 812.


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Literatur und illustrierte Bücher · Märchen und Sagen

1089 DER NIBELUNGE NOT mit der Klage. In der ältesten Gestalt mit den Abweichungen der gemeinen Lesart hrsg. von K. Lachmann. Berlin, Reimer, 1826. 4°. VIII, 311 S. Mod. Interims-Brosch. (starke Gebrauchsspuren). (13) 200,Erste Ausgabe. – Goed. I, 184. Borst 1501. – Tls. etw. fleckig. – DAZU: WACKERNAGEL, W., Zu den Nibelungen und zur Klage. Anmerkungen von K. Lachmann. Berlin, Reimer, 1836.

1090 NIEDERHÖFFER, A., Mecklenburg's Volkssagen. 4 Tle. in 2 Bdn. Leipzig, Hübner, 1858-62. Mit 3 Holzstich-Titelvign. Hlwd. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). – Erste Ausgabe. – Etw. braunfleckig. (13) 150,1091 REINHARD, K. VON, Sagen und Mährchen aus Potsdams Vorzeit. Potsdam, Riegel, 1837. 7 Bl., 234 S., 1 Bl. Stark läd. Orig.-Brosch. – Buchblock gebrochen; tls. stark fleckig und gebräunt. (13) 100,1092 ROCHHOLZ, E. L., Schweizersagen aus dem Aargau. 2 in 1 Bd. Aarau, Sauerländer, 1856. XXXII, 400, LVI, 408 S. Mod. Lwd. (13) 80,Erste Ausgabe. – Barth 28732. ADB LIII, 417: „Eine seiner werthvollsten Publicationen.“ – Titel gestempelt, fleckig. – DAZU: DERS., Alemannisches Kinderlied und Kinderspiel aus der Schweiz. Leipzig 1857.

1093 SAMMLUNG – Deutsche Märchen und Sagen. Über 40 Werke. Ca. 1820-1980. Verschied. Einbände d. Zt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (13) 300,Die Suche nach der eigenen nationalen Identität war in Deutschland im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eng mit der Erschließung der „Volksliteratur“ verbunden, mit ihren Märchen und Sagen, Liedern und Sprichwörtern. Nach welch unterschiedlichen Gesichtspunkten das weite Feld der Volksliteratur dabei „beackert“ und anschließend vermarktet wurde, zeigt die hier vorliegende, äußerst umfangreiche Sammlung. Den Schwerpunkt bilden Publikationen, die sich auf ganz bestimmte regionale Gebiete spezialisiert haben: auf Bayern, Hessen, Niedersachsen, Preußen, Sachsen, Schlesien, Schleswig-Holstein, das Elsaß mit Lothringen, die Mark Brandenburg, das Herzogtum Oldenburg, die Rheinlande, den Schwarzwald, das Erz- und Fichtelgebirge und das Vogtland sowie einzelne Städten wie Baden, Bamberg, Frankfurt, Lübeck oder Nürnberg. Daneben wendet sich eine Reihe von Büchern mehr inhaltlichen Aspekten zu: da finden sich Jäger- und Bergmannsgeschichten, musikalische Märchen und vieles mehr. – Tls. starke Gebrauchsspuren.

1094 – Mittelalter und Nationalliteratur. Über 20 Werke in etwa 25 Bdn. Ca. 1820-1900. Einbände d. Zt. (tls. starke Gebrauchsspuren). (13) 300,Im Zuge der Wiederentdeckung des Mittelalters kamen zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht nur zahlreiche Wörterbücher und Übersetzungen der „Nibelungen“, einzelner Ritterepen wie „Theuerdank“ und Heldensagen wie „Gudrun“ heraus, sondern auch die Minnelieder Walthers von der Vogelweide sowie Sammlungen und Übersichtswerke über die deutschen bzw. germanischen Sagen, “Volksbücher“ und Schwänke. Um die Aufarbeitung der nationalen Literatur machten sich dabei u. a. die hier versammelten Übersetzer und Herausgeber verdient: Chr. D. Benecke, F. H. von der Hagen, O. Henne am Rhyn, A. Holtzmann, K. Lachmann, F. von der Leyen, O. Schade, G. Schwab, K. Simrock, W. Wägner. Eine wahre Fundgrube! – Tls. stärkere Gebrauchsspuren.

1095 – Fünf Werke zu Fabeln. 1854-1913. Tls. Orig.Einbände (vereinzelt stärkere Gebrauchsspuren). (13) 80,Gellert „Fabelen“ (Amsterdam 1854) und „Fabeln und Erzählungen“ (Berlin 1879), Pfeffel „Fabeln und poetische Erzählungen“ (2 in 1 Bd., Stuttgart und Tübingen 1861), Voigt „Ysengrimus“ (Halle 1884) und Kleukens „Das Buch der Fabeln“ (1913). – Tls. Alters- und Gebrauchsspuren.

1096 – Skandinavische Märchen und Sagen. 6 Werke. Ca. 1860-1950. Verschied. Einbände d. Zt. (tls. stärkere Gebrauchsspuren). (13) 150,Im Kontext der Begeisterung für die Edda wurden im 19. Jahrhundert eine ganze Reihe von „Volksmärchen“ und Sagen des „Nordens“ in deutschen Übersetzungen unters märchenbegeisterte Volk gebracht. Darunter: Schoene „Edda-Sagen“ (Göttingen 1858), Maurer „Isländische Volkssagen der Gegenwart“ (Leipzig 1860), Poestion „Isländische Märchen“ (Wien 1884) und „Lappländische Märchen“ (Wien 1886), Rittershaus „Die Neuisländischen Volksmärchen“ (Halle 1902), Bubers Bearbeitung von „Kalewala, das National-Epos der Finnen“ (München 1921) und Rasmussen „Die Gabe des Adlers, Eskimoische Märchen aus Alaska“ (Frankfurt 1948). – Tls. Alters- und Gebrauchsspuren. – Beilage.

1097 – Märchen und Sagen aus aller Welt. Ca. 15 Werke, zusammen etwa 35 Bände. Ca. 1880-1930. Meist Orig.-Einbände (vereinzelt starke Gebrauchsspuren). (13) 120,Neben der eigenen nationalen Volksliteratur begeisterten sich die Deutschen auch für die zahlreichen wundersamen Geschichten aus aller Welt – und zwar nicht nur für die aus „Tausendundeiner Nacht“ (Leipzig 1923) oder Apuleius' „Psyche“ (Stuttgart 1854), sondern auch für bis dahin weniger Bekanntes, das in der Veröffentlichung einer entsprechenden Vielzahl von spezialisierten Ausgaben Niederschlag fand. So enthält diese Sammlung irische Volksmärchen (Berlin 1920), Malorys Erzählungen um König Arthur (Leipzig 1913), altfranzösische Schwänke (Leipzig 1907), griechische, afrikanische oder Schweizer Märchen und Sagen und vieles mehr. – Einzelne Titel mehrfach vorhanden; tls. starke Alters- und Gebrauchsspuren.


Literatur und illustrierte Bücher · Märchen und Sagen

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Seebaß I, 1914: „Selten.“ Weilenmann 3496: „Neben ausführlichen Kommentaren über Herkunft und Bedeutung der Märchen sind in dieser Auflage auch sieben neue Märchen und 18 neue Illustrationen hinzugekommen.“ – Vorsätze erneuert; gebräunt und tls. stärker braunfleckig.

1101 TIECK, L., Minnelieder aus dem Schwäbischen Zeitalter. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1803. Mit gestoch. Titel, 2 Kupfertafeln und 2 gestoch. Vign. von Ph. O. Runge. XXX S., 1 Bl., 284 S. Mod. Hldr. (Rücken etw. berieben). (13) 400,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 38, 61. Rümann 2178. – Tiecks „Minnelieder“ sind neben dem „Wunderhorn“ von Arnim und Brentano ein Markstein der Romantik und nehmen durch Runges Illustrationen – übrigens seinen einzigen Buchillustrationen – eine Sonderstellung innerhalb der illustrierten Bücher jener Zeit ein. Tiecks interessante Bearbeitungen suchen möglichst viel vom alten Wortbestand und dem alten Satzbau und Reim zu wahren. – Vollständiges Exemplar mit der oft fehlenden Vorrede, dem Blatt Druckfehlerverzeichnis und dem Blatt mit der Angabe des Buchpreises (hier am Ende der Vorrede eingebunden). – Leicht gebräunt, oben gestaucht, tls. stärker fleckig; unbeschnitten und tls. unaufgeschnitten. – Siehe Abbildung.

1102 – Phantasus. 2. Ausg. 3 in 2 Bdn. Berlin, Reimer, 1844-45. 1 Bl., 401 S., 1 Bl., 436 S., 1; 1 Bl., 374 S. – Lwd. d. Zt. (Kapitale tls. verletzt, fleckig, beschabt, bestoßen). – Goed. VI, 39, 72. – Tls. stärker braunfleckig. (13) 80,-

Nr. 1101

1098 (STEINMANN, F. A.), Münsterische Geschichten, Sagen und Legenden nebst einem Anhange von Volksliedern und Sprüchwörtern. Münster, Coppenrath, 1825. 305 S. Mod. Umschlag. (13) 120,Erste Ausgabe. – Titel mit Beschädigungen, fleckig, unbeschnitten. – Seit 20 Jahren auf keiner deutschen Auktion.

1099 STIER, G., Ungarische Sagen und Märchen. Aus der Erdélyischen Sammlung übers. Berlin, Dümmler, 1850. VIII, 146 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (berieben). – Erste Ausgabe. – Braunfleckig. (13) 80,1100 SUTERMEISTER, O., Kinder- und Hausmärchen aus der Schweiz. 2. verm. Aufl. Aarau, Sauerländer, 1873. Mit zahlr. Abb. von J. B. Weißbrod. XV, 241 S. Restaurierte OPp. (fleckig, berieben, bestoßen). (13) 80,-

1103 TIECK – ULRICH VON LICHTENSTEIN, Frauendienst, oder Geschichte und Liebe des Ritters und Sängers Ulrich von Lichtenstein von ihm selbst beschrieben. Nach einer alten Handschrift bearb. und hrsg. von L. Tieck. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1812. VIII, 287 S. Spät. Hlwd. (stark berieben). (13) 80,Erste Ausgabe und erste hochdeutsche Übertragung des „Frauendienstes“. – Fischer 899. Goed. VI, 38. – Tls. stärker fleckig. – Aus der Bibliothek der Freiherren von Cotta.

1104 TKANY, A., Mythologie der alten Teutschen und Slaven, in Verbindung mit dem Wissenswürdigsten aus dem Gebiethe der Sage und des Aberglaubens. Znaim, Hofmann, 1827. VIII, 208, 214 S., 11 Bl. Mod. Hlwd. (13) 120,Erste Ausgabe. – Wurzbach XLV, 208. – Wenige Bl. gering stockfleckig.

1105 TOUTI NAMEH. Eine Sammlung persischer Mährchen von Nechschebi. Übers. von C. J. L. Iken. Mit Anhang von J. G. L. Kosegarten. Stuttgart, Cotta, 1822. 2 Bl., 323 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (13) 150,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Erste deutsche Ausgabe des berühmten Papageienbuches. – ADB XVI, 14. – Iken (1789-1841), ein Bremer Privatgelehrter, arbeitete nach der englischen Übersetzung von Gladwin, Kosegarten korrigierte den Text jedoch nach dem persischen Original. – Titel gestempelt, gering gebräunt. Geschenkexemplar Kosegartens.

Kinderbücher – Pädagogik

1106 VECKENSTEDT, E., Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche. Graz, Leuschner & Lubensky, 1880. XIX, 499 S. Spät. Hlwd. (fleckig). – Erste Ausgabe. – Titel und einige Blätter angeschmutzt. (13) 60,1107 VIGA-GLUMS SAGA, sive Vita Viga-Glumi. Kopenhagen, Stein, 1786. 4°. Mit gestoch. Titelvign. und Kupfertafel. XXX, 242 S. Läd. Pp. d. Zt. (8) 120,Einzige Ausgabe. – Klose 5254 (falsches Erscheinungsjahr). – Isländisch-lateinische Parallelversion, in lateinischer Sprache ausführlich annotiert von G. Petersen. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten, gebräunt und stockfleckig. 2 Bl. lose, Lagen Ff und Gg in sich verbunden; wenige Quetschfalten.

1108 WEICHELT, H., Hannoversche Geschichten und Sagen. Bde. I-III (von 4) in 1 Bd. Norden, Soltau, o. J. (1895). VIII, 248, IV, 240, IV, 240 S. Pp. d. Zt. (Bezüge tls. abgeplatzt; stark beschabt, bestoßen). (13) 80,Titelauflage der 1877-80 erstmals erschienenen Sammlung. – Etw. gebräunt und stark braunfleckig.

1109 WLISLOCKI, H. VON, Märchen und Sagen der Transsilvanischen Zigeuner. Berlin, Nicolai, 1886. XVIII, 139 S. Mod. Lwd. (13) 100,1110 WOLF, J. W., Deutsche Hausmärchen. Göttingen und Leipzig, Dieterich und Vogel, 1851. XVI, 439. Mod. Hldr. (bestoßen). – Fliegender Vorsatz mit hs. Vermerk, leicht gebräunt, tls. wasserrandig und etw. fleckig. (13) 80,1111 – Niederländische Sagen. Leipzig, Brockhaus, 1843. Mit lithogr. Tafel. XXXVIII, 708 S., 1 Bl. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (bestoßen). (13) 120,Erste Ausgabe. – ADB XLIII, 768. Brockhaus-Verz. 457. – Erste selbständige schriftstellerische Leistung des Kölner Germanisten Johann Wilhelm Wolf (1817-1855). – Titel mit Besitzvermerk, stellenw. etw. stockfl. bzw. gering verschmutzt.

Nr. 1112

1112 ABC-BÜCHER – CRUIKSHANK – A COMIC ALPHABET. (London, Tilt), 1836. Leporello mit 24 kolor. Textholzstichen nach George Cruikshank. OPp. (59) 300,Cohn 149. Douglas 119. Osborne 677. – Die Angaben zur Datierung des reizenden ABC-Buchs schwanken: die erste Ausgabe soll 1836 unkoloriert, der Nachdruck ein Jahr später koloriert erschienen sein. Osborne kennt allerdings auch eine kolorierte Erstausgabe. – Der Hinterdeckel mit dem Porträt des Verlegers Charles Tilt in seiner Buchhandlung in der Londoner Fleet Street. – Die Tafel „A“ mit kleinem Einriß. – Siehe Abbildung.

1113 – DAS GROSSE ABC in 4 Sprachen. Wien, Eder, o. J. (ca. 1820). 4°. Gestoch. Titel und 24 (statt 25) kolor. Kupfertafeln. Buntpapier-Brosch. d. Zt. (Rücken eingerissen, Ecken geknickt, fleckig und berieben). (21) 300,-


Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

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Vgl. Monschein 245 (ähnliches, 1841 in Wien gedrucktes ABC-Buch). – Reizvolles, zeittypisches Wiener ABC-Buch mit je fünf Bildern pro Tafel. Die größte Darstellung in der Mitte zeigt meist eine Versinnbildlichung tugendhaften Handelns mit erläuterndem Zweizeiler. – Mehrsprachige ABC-Bücher mit derartiger Illustration wurden in Wien von verschiedenen Verlegern unter ähnlichen Titeln veröffentlicht. – Nicht im KVK. – Es fehlt die Tafel „E“. – Vorderer Innendeckel mit kleinem Stempel, Titel und letzte Tafel hinterlegt und mit kleinen Randeinrissen sowie stark angeschmutzt; stellenw. Randläsuren, etw. knittrig und fingerfl., gelegentlich Farbabklatsch und gebräunt. – Auf die Rückseiten der Tafeln sind zusätzliche Abbildungen mont. (meist etw. spätere kolor. Kupferstiche, lithogr. Spielkarten etc.). – Gebrauchsspuren.

1114 – HAAG, E., Abécédaire français, amusant et instructif à l'usage des enfans et des étrangers. 3. éd., revue et corrigée. Paris und Leipzig, Hinrichs, 1835. Mit kolor. gestoch. Frontisp. und 16 kolor. Kupfertafeln. XIII, 161 S., 1 Bl. (Anzeigen). Mod. Pp. mit mont. Deckeln der Orig.Brosch. (Gebrauchsspuren). (59) 300,Von uns bibliographisch nicht nachweisbar. – Die reizenden Tafeln mit Illustrationen zum Alphabet und zu den daran anschließenden Fabeln und Erzählungen. – Vorsätze erneuert, stellenw. etw. fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung.

1115 – LANDAIS, N., Alphabet illustré du dictionnaire général et grammatical des dictionnaires français. Paris, Bureau Central, 1837. 12°. Mit zahlr. Abb. 1 Bl., 93 S., 12, 4 Bl. (Anzeigen). OPp. (Gelenke aufgeplatzt, fleckig, etw. berieben und bestoßen). (13) 150,Vgl. Le Men 579 (Ausg. 1875). – Reizendes kleines Alphabet mit in ornamentalen Arabesken zusammengebundenen, teils szenischen Darstellungen zu den auf der gegenüberliegenden Seite erläuterten Begriffen. So finden sich beispielsweise im „C“ Katze und Hund, Krokodil und Kentaur, Ritter und Chinese durch Rankenwerk vereint. – Vereinzelt leicht braunfleckig.

1116 – NERMAN, E., ABC-bok. Stockholm, Frick, o. J. (um 1930). Quer-8°. Mit zahlr. farb. Abb. 28 Bl. OHlwd. (gebräunt, fleckig, leicht bestoßen). (13) 150,Erste Ausgabe. – Vgl. Cotsen 23183 (Ausgabe bei Åhlen & Åkerlunds 1932). – Reizendes ABC-Buch des bekannten schwedischen Illustrators. – Einbanddeckel vom Buchblock gelöst; Vorsatz mit Besitzvermerk, leicht gebräunt und minimal fleckig. – Beiliegen drei weitere schwedische, ein niederländisches und ein dänisches Kinderbuch.

1117 – REINICK, R., ABC-Buch für kleine und große Kinder, gezeichnet von Dresdner Künstlern. Singweisen von F. Hiller. 2. Aufl. Leipzig, Wigand, 1847. 4°. Mit Holzstich-Titel (in Pag.) und 26 ganzseit. Textholzstichen. 103 (recte 95) S. OLwd. (fleckig, berieben, bestoßen). (13) 100,-

Nr. 1114 Göbels 194. Wegehaupt I, 1766. Hoff-B. 1151-1153. – Vgl. Schug 279. Stuck-Villa I, 243. Pressler 207 und Abb. 15. – Reizvolles ABC-Buch, erstmals 1845 erschienen. – „Die 'Dresdner Künstler' trafen sich zwanzig Jahre lang wöchentlich einmal in einem Lokal. Durch Los wurde einem Jeden der zu illustrierende Buchstabe des Alphabets zugeteilt“ (Wegehaupt). – Illustriert von E. von Bendemann, J. Hübner, E. Oehme, Th. von Oer, C. Peschel, R. Reinick, L. Richter (Frontisp. und 2 Abb.), E. Rietschel und O. Wagner. – Tls. etw. braunfleckig.

1118 AFRIKANER IM BILDERBUCH – ENDLER, RUTH, Bimbo. Die Geschichte vom unfolgsamen Negerkind. Karlsruhe, Volk und Zeit, (1948). Mit 9 ganzseit. farb. Abb. 12 Bl. OPp. (leicht gebräunt und minimal angeschmutzt). (13) 100,Mergner-H. E-51. Klotz 1272/1. Schug 812. Weismann 24. – Die außerordentlich expressiven holzschnittartigen Abbildungen in leuchtenden Farben, die in der Darstellung der Afrikaner ansatzweise sogar um ethnologische Genauigkeit bemüht sind, lassen den reichlich naiv gereimten Text vergessen, der mit moralisch erhobenem Zeigefinger den kindlichen Gehorsam gegenüber den Eltern lehrt. – Leicht gebräunt.


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

1119 AFRIKANER IM BILDERBUCH – KELLERMANN, CAROLA, Zehn kleine Negerlein. Bilder von Irma Graeff. (Nürnberg, Spear, um 1920). Quer-8°. Mit zahlr. farb. Abb. 5 Bl. OHlwd. (Lwd. schadhaft, fleckig, bestoßen und Rückendeckel mit kleiner Kerbe). (13) 120,Der auch noch in der Nachkriegszeit weitverbreitete Auszählreim in einer seiner zahlreichen Varianten, illustriert von Irma Graeff (vgl. Mergner-H. S.172 ff.). – Fleckig.

1120 – NEVEN-DU MONT, DIETLIND, Großer Preis für Tiger. Ravensburg, Maier, 1958. 4°. Mit zahlr. farb. Abb. 14 Bl. OPp. (Rücken und Ecken laienhaft restauriert, berieben). (13) 80,Weismann 82. – Nach dem Erfolg von „Ich bin Tiger“ von 1957 erschien ein Jahr später der zweite Band dieser Bilderbuchreihe mit der Reise des kleinen Tigers nach Afrika. Liebenswürdig humorvolle Illustrationen, die gerade auch wegen ihrer betonten Flächigkeit und ihres leuchtenden Kolorits eine große Wirkung entfalten. – Gelenke leicht gelockert, Seitenränder papierbedingt leicht gebräunt, sonst nur minimal braunfleckig.

1121 – SAMMLUNG – 3 Bilderbücher mit Afrikanern und Chinesen. 1947-49. OPp. (vereinzelt laienhaft restauriert; wenige Gebrauchsspuren). (13) 100,Als Beispiele für den „ikongraphischen Code“ (vgl. Mergner-H. S. 143 ff.), der über die Jahrhunderte für das Bild des Afrikaners oder Chinesen festgeschrieben wurde und in seiner stereotypen Form noch im deutschsprachigen Bilderbuch der Nachkriegszeit fortlebt, sind in der vorliegenden Sammlung folgende Titel enthalten: „Bim und Bum“ (Wien 1947; Weismann 24), „Ein dicker Mann, ein dünner Mann, ein schwarzer Mann“ (Feldberg 1949; Weismann 36) und „Die fünf chinesischen Brüder“ (München 1949; Weismann 65) zu sehen. – Vorderes Gelenk von „Ein dicker Mann“ gebrochen; papierbedingt tls. leicht gebräunt.

ins Rokoko und präsentiert in schwungvollem Strich eine reichlich gestelzte Hofgesellschaft mit Puderperücken, Krinolinen und Schönheitspflästerchen. In fester Märchenbildtradition und unterstützt durch Nermans absichtsvolle Überzeichnung, dient dies freilich der Ironie und funktioniert als Zeichen für die Oberflächlichkeit und Prunksucht des Märchenpersonals. Nermans klare graphische Begabung, die Komposition auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Bildhöhepunkt durch die gleichzeitige Reduktion des Hintergrunds auf eine mehr oder weniger monochrome Fläche herauszustellen, findet sich dabei nicht nur in seinen Illustrationen zu „Däumelinchen“ (s. Beilage) wieder, sondern ist festes Charakteristikum seiner Kunst. – Tadellos. – DAZU: ANDERSEN, H. CH., Däumelinchen. Mit Bildern von Einar Nerman. Berlin, Klemm, (1920). – Klotz 111/49. – Siehe Abbildung Tafel 12.

1124 ARNDT, E. M., Entwurf der Erziehung und Unterweisung eines Fürsten. Berlin, RealschulBuchhandlung, 1813. 63 S. Spät. Hlwd. (Ecken leicht aufgebogen, beschabt und stellenw. gering bestoßen). (99) 200,Erste Ausgabe. – Schäfer-Sch. 343. Loh 230. Goed. VIII, 825, 36. – Die kleine Erziehungsschrift entstand in Petersburg – wohin er dem Ruf von Freiherrn vom Stein gefolgt war – im Kreise der Herzogin Antonie von Württemberg, der sie neben der Zarin Maria Alexejewna gewidmet ist. – Vorsatz mit eingeklebter Bibliotheksmarke, braunfleckig. – Selten.

1125 (AURBACHER, L.), Ein Büchlein für die Jugend. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1834. 2 Bl., 314 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. und eingeb. blauer Orig.-Brosch. (diese mit Gebrauchsspuren). (20) 120,Erste Ausgabe. – Goed. XII, 553, 33: „Phantasie- und gemütvolles Büchlein mit einer Reihe von Schwänken, Sagen und Legenden in Form einer Rahmenerzählung.“ – Etw. braunfl., unbeschnitten.

1122 ANDERSEN, H. CH., Mährchen und Erzählungen für Kinder. Aus dem Dänischen vom Major v(on) Jenssen. Braunschweig, Vieweg, 1839. Mit gestoch. Titel und 3 Kupfertafeln von G. Osterwald. VIII S., 1 Bl., 181 S. Grünes Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtit., Deckel- und Innenkantenvg. (etw. berieben und bestoßen). (55) 300,-

1126 BILIBIN, I. J., Carevna-Ijaguschka (russisch: Prinzessin Frosch). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, (1901). 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 9 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (Rücken verstärkt, Hinterdeckel mit kleiner Fehlstelle). (13) 400,-

Seltene erste deutsche Ausgabe (sechs Jahre später erschien eine zweite Sammlung mit Illustrationen von L. Richter). – HKJL IV, 16 Anm. – Vgl. Rümann 1519 (Ausg. 1840). Wegehaupt I, 37. – Die Tafel zu S. 118 als Frontisp. eingeb.; etw. braunfleckig.

Erste Ausgabe. – Cotsen 9282. Doderer IV, 64. Schug 1663: „In einzigartiger Weise gelingt dem Russen Bilibin die Verschmelzung von nationalrussischer Haltung und Volkskunst mit der Formensprache des Jugendstils.“ – Wohlerhalten. – Siehe Abbildung Tafel 13.

1123 – Der Schweinehirt. (Wiesbaden, Pestalozzi, 1923). 4°. Mit 10 ganzseit. farb. Textillustr. von E. Nerman. 11 Bl. OHlwd. (tls. etw. wasserfleckig und stärker bestoßen). (13) 200,-

1127 – Marja Morevna (russisch). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, (1903). 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 12 S. Orig.Brosch. (stärkere Gebrauchsspuren). (13) 300,-

Erste Ausgabe mit den Illustrationen Nermans. – DodererM. 730. Klotz I, 111/523. – Sicherlich auch unter dem Eindruck der begeisterten Wiederentdeckung des Rokoko durch Kunst und Literatur in den 1910/20er Jahren verlegt der Schwede Einar Nerman Andersens Märchen ebenfalls

Erste Ausgabe. – Schug 2731: „Auffallend die düstere Schlachtfeldstimmung, realistischer dargestellt als bei Boutet de Monvel ('Jeanne d'Arc').“ – Die erste Seite mit Einriß, fleckig, tls. mit kleinen Fehlstellen durch Verklebungen der Chromolithographien. – Siehe Abbildung.


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1128 – Perischko finista jasna-sokola (russisch: Das Federchen von Finist, dem herrlichen Falken). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, (1902). 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 12 S. Orig.-Brosch. (Rücken verstärkt, etw. angeschmutzt, Hinterdeckel mit kleiner Fehlstelle). (13) 300,Erste Ausgabe. – Cotsen 9306. Schug 2730. – Innenseite des Hinterdeckels mit kleinem Stempel; Falz rostfleckig und tls. mit Klebefilm ausgebessert, sonst gut.

1129 – Sestrica Alenuschka i bratec Ivanuschka. Belaja utotzka (russisch: Schwesterchen Alenuschka und Brüderchen Ivanuschka. Das weiße Entchen). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, (1903). 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 12 S. Orig.-Brosch. (Rücken verstärkt, fleckig). (13) 300,Erste Ausgabe. – Cotsen 9305. LKJL IV, 64. Schug 2732: „Die am stärksten vereinfachten, 'modernsten' Illustrationen Bilibins.“ – Innenseite des Rückendeckels mit kleinem Stempel; im Falz Rostflecken durch Klammerheftung, vereinzelt minimale Fehlstellen durch Verklebungen der Chromolithographien, sonst wohlerhalten.

1130 BILIBIN – Sammlung von Reprints dreier seiner Bilderbücher der Skazki-Reihe. Moskau 1957-68. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (13) 80,„Vasilisa prekrasnaja“ (russisch: Wassilissa, die Wunderschöne. 1957). – „Perischko finista jasna-sokola“ (russisch: Das Federchen von Finist, dem herrlichen Falken. 1967). – „Carevna-Ijaguschka“ (russisch: Prinzessin Frosch. 1968, Cotsen 9223). – Exlibris.

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1131 BILIBIN – PUSCHKIN, A. S., Skaska o solotom petuschke (russisch: Märchen vom goldenen Hähnchen). (St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, 1910). Qu.-4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 11 S. Orig.-Brosch. (starke Gebrauchsspuren). (13) 300,Erste Ausgabe. – Doderer IV, 64. – Auf dem Vorderdeckel und Titel mit 1907 datiert, erschien das Bilderbuch erst 1910. – „Grundlage von Bilibins erzählerischem Stil ist in Weiterführung der russischen Volksbilderbogen die Aufzählung der Dinge, die er im Bilde so aneinanderreiht, wie ein Kind eine Erzählung verstehen lernt: entweder als fast gleichwertiges Nebeneinander der einzelnen Gestalten oder in einer klaren Abfolge der Szenerie vom Vordergrund zum Hintergrund“ (Hofstätter 283). – Buchblock vom Einband gelöst; papierbedingt etw. gebräunt, stellenw. am oberen Rand blaß wasserrandig, vereinzelt gering fleckig.

1132 BRAUN-FOCK – Sammlung von acht Bilderbüchern. 1937-59. Orig.-Einbände (wenige Gebrauchsspuren). (13) 100,Die Bilderbücher umspannen die drei Schaffensphasen von Beatrice Braun-Fock: für die Anfangszeit, in der sich die Künstlerin vermehrt mit der Illustrierung tradierter Stoffe wie den Grimmschen Märchen beschäftigte, steht das kleine Bilderbuch „Die Heinzelmännchen“ (Mainz, Scholz, 1937; vgl. Murken I.15b). Die darauffolgende fruchtbare Zusammenarbeit mit Paul Alverdes wird in den Bilderbüchern „Siebensohn“ (Konstanz 1948; Klotz 86/10, Murken I.22), „Das Zirflein“ (Frankfurt 1951; Klotz 86/16, Murken I.27) und „Die Traum-Pferdchen“ (Stuttgart 1957; Klotz 86/14, Murken I.35) dokumentiert. Zur letzten Phase ihres Schaffens zählen schließlich „Der schwarze Schimmel“ (München, 1956, 2. Aufl.; Murken I.34), eines „ihrer besten Nachkriegsbücher“ (LKJL), „Die Giraffe“ (Oldenburg 1958; Murken I.40), „Das verzauberte Dorf“ (Oldenburg 1958; Murken I.39) und „Der Winter und die Kinder“ (Oldenburg 1959; Murken I.45). – Tls. leicht gebräunt.

1133 BRUNHOFF – SAMMLUNG von 3 deutschen Ausgaben der „Albums Babar“. Paris und Lausanne, Hachette und Roth, (1946). Fol. Mit zahlr. farb. Textillustr. OPp. (wenige Gebrauchsspuren). (13) 100,Vgl. Slg. Hürlimann 2738, 2743 und 2747. Parmegiani 209. Hürlimann 139 und 173. Schug 2691 und 2693. – Vorhanden sind „Die Geschichte von Babar dem kleinen Elefanten“, „Babar auf Reisen“ und „König Babar“. – „Die Pracht und Ausdrucksstärke verleihen diesem Kinderbuch eine unvergleichliche Frische“ (Schug). – Minimale Gebrauchsspuren. Beiliegt eine frühe französische Ausgabe von „Histoire de Babar“.

1134 BUFFINGTON, ELIZA, Star Dust Fairy. Music by Carrie W. Lyon. New York, Knickerbocker Press, 1922. Fol. Mit 6 Tafeln und zahlr. farb. Abb. IX, 52 S. OHlwd. (leicht angeschmutzt, beschabt und bestoßen). (13) 80,-

Nr. 1127

Schwungvoll dreifarbig illustriertes Theaterstück, das mit Gesang und Tanz die Geschichte zweier Kinder erzählt, die bei einem vom Himmel gefallenen Stern einer Fee begegnen. Detaillierte Regieanweisungen und die Tafeln mit Reproduktionen von Aufführungsphotos dokumentieren


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

dabei exemplarisch die Gattung der Märchenspiele für und mit Kinder(n), die seit dem späten 19. Jahrhundert bis etwa in die 1930er Jahre so beliebt waren. – Vorsatzpapier tls. leicht gebräunt.

1135 BUSCH, (W.), Max und Moritz. Der dritte Streich: Schneider Böck. Bonn, Dalemär, (1948). Quer-8°. Mit farb. Ziehbildern von W. Barthauer. 3 Bl. Orig.-Brosch. (Rostflecken durch Klammerung, wenige Gebrauchsspuren). (13) 80,Das Lebende Märchen 3. – Weismann 2623. – Reizendes Ziehbilderbuch. – Ziehmechanismen tls. defekt, etw. fleckig. – Beiliegt der „Münchener Weihnachts-Kalender, wie Peter und Liesel das Christkind suchten“. Text und Bilder von Josef Mauder. München um 1910.

um dann die 18 Gemälde der „modernen deutschen Schule“ vorzustellen, die sich en miniature an den Wänden der Galerie wiederfinden. Das Gewicht der Bildbeschreibungen liegt dabei auf den Bildinhalten, von denen Chimani zu historischen und moralischen Anmerkungen übergeht. – Der zu seiner Zeit sehr bekannte Verfasser (1774-1844), Direktor der Haupt- und Industrieschule zu Korneuburg bei Wien und später Administrator des Schulbücher-Verschleißes, veröffentlichte nahezu 100 Jugendschriften, die überwiegend im Verlag von Müller erschienen. – Der hübsche Deckeltitel des Schubers zeigt das kunstvolle Papiermuseum nach gelungenem Aufbau. – Textheft stark wasserrandig und braunfleckig. – Bildersaal nahezu verlagsfrisch. – Es ist zu bezweifeln, ob sich ein vollständiges Exemplar von dieser Güte andernorts finden läßt. – Einzigartig. – Siehe Abbildung Tafel 12.

1136 CAMPE, J. H., Ueber Empfindsamkeit und Empfindelei in pädagogischer Hinsicht. Hamburg, Herold, 1799. 56 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Vorderdeckel gering beschabt, wenig bestoßen). (136) 300,Erste Ausgabe. – Titel gestempelt. – Aus der Bibliothek Franziska von Hohenheims. – Dekorativ gebunden.

1137 CARROLL, L. (d. i. CH. L. DODGSON), Alice's Abenteuer im Wunderland. Uebersetzt von Antonie Zimmermann. London, Macmillan, 1869. Mit Holzstichfrontisp. und zahlr. Textholzstichen von J. Tenniel. 5 Bl., 178 S. Grüne OLwd. (fleckig und berieben). (69) 800,Erste deutsche Ausgabe; mit den Illustrationen des Originaldrucks. – Williams-M. 71. Slg. Hürlimann 2056. Schug 2217. Gumuchian 1062. – Im selben Jahr erschien das Werk kollationsgleich auch bei Hartknoch in Leipzig. – Vorsatz mit Besitzvermerk; leicht gebräunt und etwas fleckig. – Siehe Abbildung. First German edition, with the illustrations of the original issue. – Endpaper with ownership entry, slightly browned and a little soiled. – Green original cloth (soiling and rubbing). – See illustration.

1138 CHIMANI, L., Das kleine Belvedere oder: Mignon-Bilder-Gallerie. Wien, Müller, o. J. (1840). Mit aufstellbarer kolor. federlithogr. Museumsszene (24,5 x 35 x 14 cm) in 31 Segmenten. 2 Bl., 120 S. OPp. und OPp.-Mappe in OPp.-Schuber (Gebrauchsspuren). (74) 800,Einzige Ausgabe. – HKJL IV, 130. LKJL IV, 120. Haase-M. 42 (alle ohne den Bildersaal). Wurzbach II, 342. – Reizender dreidimensionaler Nachbau eines Bildersaales des Wiener Belvederes aus Papier, der aus einer dreiflügligen Bilderwand und 18 eingesteckten Gemälden, dreiflügligem Säulenvorbau, einem Boden, 3 Architraven, 4 Besuchergruppen und 3 Steckblättern zusammengesteckt werden kann. Das Kolorit besticht durch bemerkenswerte Sorgfalt und Frische. – Das Begleitbuch liefert zunächst einen kleinen allgemeinen kunsthistorischen Exkurs und eine kurze Einführung in die Geschichte der Sammlungen des Belvederes,

Nr. 1137

1139 DANNHEISSER, E., Miaulina. Ein Märchenbuch für kleine Kinder. Mit Bildern von J. Diez. Köln, Schaffstein, (1902). 4°. Mit zahlr. farb. Abb. 55 S. OPp. (Bezug an Gelenken tls. aufgeplatzt; fleckig, berieben, leicht bestoßen). (13) 250,Ries 489, 1. Klotz 980/2. Schug 512. Seebaß II, 423. Stark 64. – Im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“ wurde das Buch im November 1902 euphorisch angekündigt. „Dem Märchenerzähler“, heißt es da treffend, „hat als Künstler kein Geringerer als Julius Diez zur Seite gestanden und mit seinem köstlichen Humor, mit seiner reichen


Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

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Phantasie ein Bilderbuch geschaffen, das in seiner Farbenpracht wohl einzig dasteht und bei dem farbenfreudigen jungen Volk den hellsten Jubel erwecken muß“ (Stark). – S. 29/30 mit Einriß; tls. etw. braunfleckig. – Gestoch. Exlibris.

1144 DER ERZIEHER mit seinen Zöglingen auf der Reise. Wien, Pfautsch, o. J. (1833). Mit kolor. lithogr. Frontisp., kolor. lithogr. Titel nach Christiane Prüner(?) und 6 kolor. lithogr. Tafeln. 99 S. Läd. OPp. (59) 300,-

1140 DEHMEL, R., Der Vogel Wandelbar. Ein Märchen. Wiesbaden, Pestalozzi, (1923). 4°. Mit 7 ganzseit. farb. Abb. und Buchschmuck von J. Gleitsmann. 9 Bl. OHlwd. (Kapitale leicht defekt, etw. fleckig, bestoßen). (13) 180,-

Erste Ausgabe. – HKJL IV, 200. – Erzählt wird von der Reise dreier Knaben, in Begleitung eines Hauslehrers. Mit Schilderungen zur antiken Geschichte und Mythologie vertreiben sie einander die Zeit. – Die reizende Umschlaggestaltung zeigt den Koloß von Rhodos und die Pyramiden von Gizeh. – Buchblock gebrochen, im Falz teilw. geklebt, braunfl. und angeschmutzt. – Selten.

Erste Ausgabe. – Wilpert-G. 46. Kat. Stuck-Villa 361. Klotz 1003/11. Cotsen 17115. – Mit den äußerst reizvollen Illustrationen von Irma Gleitsmann. – Heftung gelockert; ganz vereinzelt blasse Buntstift-Anstreichungen im Rand, sonst nur minimale Gebrauchsspuren.

1141 DULAC – Sammlung von 4 illustrierten Werken. München und Potsdam, Dietrich und Müller, 1913-20. Orig.-Einbände (vereinzelt starke Gebrauchsspuren). (103) 200,Auch wenn sich Edmund Duclac zeitlebens dagegen verwahrte, mit Arthur Rackham verglichen zu werden, so ist die Nähe beider Künstler doch unverkennbar. Rackham und Dulac evozieren eine ganz ähnliche verträumte und teils grauenerregende Stimmung: sei es zu den Märchen von Hans Christian Andersen (München 1913), den Gedichten von Edgar Allan Poe (München 1913) oder den Märchen von Tausendundeiner Nacht wie Prinzessin Badura oder Sindbad (beide Potsdam 1920). – Wenig fleckig. – Aus dem Besitz von Ellen Hohlwein, der Tochter des Münchner Illustrators Ludwig Hohlwein.

1142 EHMCKE – Sammlung von drei Bilderbüchern. Zürich und Ravensburg, Atlantis und Maier, 194849. OHlwd. (wenige Gebrauchsspuren). (13) 80,Die Illustrationen der eng mit der Steglitzer Werkstatt verbundenen Susanne Ehmcke bestechen durch ihre klare Formensprache, sind „tektonisch, von leuchtenden Farben und schöpfen ihre Formgebung häufig aus der Spielzeugwelt“ (LKJL I, 337). Dies verleiht ihren Bilderbüchern, wie „Das kleine rote Auto“ (Ravensburg 1949; Klotz 1211/2, Weismann 135), „Das kleine Bilderlexikon“ (Ravensburg 1949; Schug 1203, Weismann 131) und „Was willst Du werden?“ (Zürich 1948; Klotz 1211/13, Weismann 271) trotz aller zeitgebundenen Details etwas faszinierend Zeitloses. – Titel von „Was willst Du werden“ mit minimaler Randläsur. Sonst tadellos.

1143 EISGRUBER – Sammlung von 4 Werken. 192247. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (13) 80,Enthält Elsa Eisgrubers erstes Bilderbuch „Die Elfen“ (München 1922; Slg. Hürlimann 1209), die noch nach 1945 aufgelegte Immermann-Interpretation „Tulifäntchen der Zwergheld“ (Leipzig 1947; Cotsen 13315, Weismann 250) sowie die beiden Märchenbilderbücher nach Grimm „Die sieben Raben“ und „Die Gänsemagd“, die 1947 im Wunderlich-Verlag in Leipzig erschienen (Klotz 9000/320 und 1419, Weismann 67). – Tls. stärker gebräunt und stellenw. leicht fleckig.

1145 GIMBELEM – PESNI KOLYBEL'NYJA i detskija i pribautki. (Straßburg, Silbermann), 1870. Fol. Mit zahlr. Textholzschnitten von G. Gimbelem. 3 nn., 38 num., 5 nn. Bl. Läd. Hldr. d. Zt. (29) 200,Posvjascaets'ja russkim detjam. – Seltenes russisches Kinderbuch mit Illustrationen im Stil von Ludwig Richter. – Buchblock gebrochen, Bindung gelockert, wenige Bl. mit Einrissen, etw. fleckig, Gebrauchsspuren.

Widmungsexemplar 1146 GINZKEY, F. K., Florian's wundersame Reise über die Tapete. (Graz, Wien und Leipzig, „Das Bergland-Buch“, 1930). 4°. Mit zahlr. farb. Abb. von E. Tintner. 14 Bl. OHlwd. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (145) 100,Erste Ausgabe. – Vgl. Klotz 1905/2 (Ausg. 1931). – Minimal fleckig. – Vom Verfasser gewidmet: „Einen schönen Gruß vom Dichteronkel Franz Karl Ginzkey“.

1147 GRIMM, (J. UND W.), Der Fundevogel. München, Kaiser, o. J. (1845). Mit lithogr. Titel (in Pag.), 12 Textlithogr. und 3 Lithogr. auf dem Einband von L. Völlinger. S. (3)-14 (so kplt.). Orig.Brosch. (minimale Altersspuren). (13) 80,Erste Ausgabe. – Freyberger MI 1643. Rümann 1655. Seebaß 778. Gumuchian 2834. Wegehaupt 833. Schug 1635. – In der Tradition der von Franz von Pocci gestalteten Märchenhefte zu „Blaubart“ (s. Beilage) und anderen, die bei Kaiser bzw. Franz seit 1837 in München erschienen, arbeitet auch Leopold Völlinger in seinem „Fundevogel“ mit der Vignette, zeigt allerdings ein sehr viel ausgeprägteres Bemühen, den Text in seine Bilderzählung zu integrieren. Völlingers „Fundevogel“ ist damit das erste Grimmsche Märchenbuch, in dem Text und Bild wirklich eine Einheit bilden (vgl. Freyberger 75 ff.). – Etwas eselsohrig und am Rand leicht gebräunt. – DAZU: POCCI, F. VON, Blaubart. München, Kaiser, (1846).

1148 – Le loup et les sept petits chevreaux. Zürich: Globi, 1947. Quer-4°. Mit zahlr. farb. Abb. von H. Leupin. 8 Bl. OPp. (leichte Gebrauchsspuren). (13) 80,-


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Nr. 1152

Erste Ausgabe. – Cotsen 916. – Vgl. Schug 1676. Weismann 289 (beide deutsche EA 1947). – Eines der Märchenbilderbücher des Schweizer Graphikers Herbert Leupin, die mit zu den eigenständigsten Märchenarbeiten der 1940er Jahre gehören und sich zudem durch eine stets humorvolle Interpretation des zugrundeliegenden Textes auszeichnen (vgl. Freyberger 355 ff.). „So hält Leupin seine Bilder frei von Ballast und spitzt sie auf kompositorische Pointen zu, womit seine Bücher heute moderner wirken als die meisten anderen aus jenem Jahrzehnt“ (Schug). – Sehr sauber.

1149 GULBRANSSON – Sammlung von 3 Werken. 1911-27. OLwd. (Gebrauchsspuren). (13) 150,Enthält: „Aus meiner Schublade“ (München 1911), „Fünfzig unveröffentlichte Zeichnungen“ (München 1914) und „Däumelieschen und andere Märchen von H. C. Andersen“ (Berlin 1927). – Wie eng die Arbeiten zum „Simplicissimus“ dabei mit den Märchenillustrationen verschränkt sind, machen die drei Werke schon allein dadurch augenfällig, daß die „Elfe“ – gleichzeitig Selbstbildnis des Künstlers – sowohl auf dem Buchdeckel zu Andersens Märchen als auch auf dem zu „Aus meiner Schublade“ zu sehen ist. – Nur tls. etw. braunfleckig.

1150 DAS HELDENBUCH für die Jugend. Eine lehrreiche Beschreibung aller militairischen Gegenstände, nebst interessanten Zügen von Muth und Tapferkeit aus dem letzten Kriege. Nürnberg, Zeh, o. J. (1819). Mit 8 kolor. Kupfertafeln. 1 Bl., 62 S. Pp. d. Zt. (tls. verblaßt, Kanten beschabt, leicht bestoßen). (20) 300,-

Rammensee 578. – Frühes „patriotisches“ Bilderbuch, das vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege in seinen leuchtend kolorierten Kupfern und durch entsprechende Beitexte nicht nur einzelne Begriffe aus dem Militär erklärt, sondern auch die soldatischen Tugenden wie „Ehrgefühl“, „Heldenmuth“ und „Tapferkeit“ illustriert. – Wenig braunfleckig.

1151 (HEMPEL, F. W.), Rosalie und Emma. Ein angenehmes und nützliches Lesebuch für gutgeartete Töchter. Leipzig, Tauchnitz, o. J. (1811). Mit 24 kolor. Holzschnitt-Tafeln. 1 Bl., 102 S. Stark läd. OPp. (99) 300,Nicht in den einschlägigen Bibliographien. – Vgl. Hamberger-M. XXII/2, 672 (EA). – Zweite Ausgabe des erstmals unter dem leicht abweichenden Titel „Rosalia und Emma“ 1810 erschienenen, äußerst seltenen Kinderbuches. – Die Holzschnitte zeigen Frauen verschiedener Stände und Berufe, Religionen und Nationalitäten in alphabetischer Reihenfolge, darunter eine Bettlerin, Kosakin, Gänsemädchen, Harfenspielerin, Jüdin, Kunstreiterin, Lumpensammlerin, Marketenderin, Plätterin, Quacksalberin und Zigeunerin. – Bindung gelockert, Blätter lose, Seitenränder tls. leicht lädiert, die S. 47-48 mit Ausriß (größerer Textverlust), stellenw. wasserrandig, fleckig.

1152 HOHLWEIN – STEINKAMP, M., Dem kleinen Tierfreund. Ein Bilderbuch. (Duisburg, Steinkamp), o. J. (um 1920). Qu.-8°. Mit zahlr. farb. ganzseit. Abb. von L. Hohlwein. 15 Bl. OHlwd. (fleckig, berieben, bestoßen). (103) 200,-


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Bibliographisch von uns nicht nachweisbares Bilderbuch des Münchener Illustrators Ludwig Hohlwein (1874-1949) mit reizenden Tierdarstellungen, deren „unerbittlich klare Richtigkeit und Einfachheit der dargestellten Form“ (Liebermann) besonders beeindrucken. – Bekannt ist eine weitere Variante mit auf dem hinteren Vorsatz abgedruckten Urteilen über das Buch von sieben damals anerkannten Künstlern wie W. Zügel, C. von Marr, A. Münzer, E. Liebermann und anderen. – Papierbedingt gebräunt. – Aus dem Besitz des Illustrators. – Beilage. – Siehe Abbildung.

1153 JUNGBRUNNEN – 12 Hefte d. Reihe in 3 Bdn. Berlin, Fischer und Franke, 1899-1900. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken vereinzelt läd., beschabt, bestoßen) und eingeb. Vorderdeckeln der Orig.Brosch. (114) 150,Enthält die Titel: „Der Bärenhäuter“ (1899, Franz Stassen; Ries 897, 1), „Des weyland Nürnberger Handwerksmeisters Hans Sachsens lustige Schwänke“ (1899, Georg Barlösius; Ries 407,1), „Liebe, Lied und Lenz“ (1899, Franz Stassen; Ries 897, 2), „Königskinder“ (1900, Bernhard Wenig; Ries 971, 2; Freyberger MI 1689), „Heute roth – morgen tot“ (1900 Hermann Bek-Gran; Ries 421, 1), „Deutsche Wanderlieder“ (1900, Hans von Volkmann; Ries 949, 2), „Zwei Märchen vom Rübezahl“ (1900, G. A. Stroedel; Ries 910,1), „Märchen von H. Chr. Andersen“ (1900, Maximilian Dasio; Ries 481, 1), „Romanzen, Balladen, Legenden“ (1900, Franz Stassen; Ries 897, 3), „Der Reisekamerad“ (1900, Franz Hein; Ries 581, 2), „Libussa“ (1900, Richard Mauff; Ries 708, 1) und „Stumme Liebe“ (1900, Josef Damberger; Ries 480, 1) – Wenig fleckig; unbeschnitten. – Gestoch. Exlibris.

1154 – 12 Hefte d. Reihe in 9 Bdn. Berlin, Fischer und Franke, 1899-1903. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (13) 150,-

bauend auf der Tradition der französischen Fabelillustration um J. J. Grandville und der englischen Tier-Karikatur um beispielsweise Charles H. Bennett – eigentlich menschliche Alltagsszenen, die mit ironischem Augenzwinkern und einem Schuß Gesellschaftskritik auf die Tierwelt übertragen werden. – Trägerkartons gebräunt, fleckig und tls. mit großen Einrissen, die Tafeln selbst nur vereinzelt ein wenig eselsohrig. – Siehe Abbildungen im Text und auf Tafel 13.

1156 KLAPPBILDERBÜCHER – LIBRO TEATRO HOEPLI. Ali Babà e i 40 ladroni. 2. Aufl. Mailand, Hoepli, (1942). Qu.-4°. 6 Klappbilder von Mario Zampini und Raimondo Centurione. Illustr. OHlwd. (Schließe fehlt, Gelenke eingerissen, beschabt und bestoßen). (78) 150,Hübsches Buchtheater, das sternförmig aufgeklappt sechs rundum angeordnete Szenerien mit vielschichtigen phantasievollen Kulissen zeigt. – Die Szenerierahmen tls. mit Einrissen, letzter mit Papier am Einband fixiert, Gebrauchsspuren.

1157 KÖRBER, PH., Engelbert Kämpfer's Reise nach Japan. Für die Jugend bearb. Nürnberg, Lotzbeck, (1849). Mit Stahlstich-Frontisp. 144 S. – BEIGEB.: DERS., Der fliegende Holländer. Mit StahlstichFrontisp. 200 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (gering berieb. und bestoßen). (13) 150,Erste Ausgaben. – Unterhaltende, lehrreiche Jugendbibliothek, Jg. 1849, Lief. 3-4. – Klotz 3585/43. Doderer II, 236. – Etw. stockfleckig.

Von der beliebten und einflußreichen Jugendstil-Reihe sind der Sammelband II „Lieder und Schwänke“ (1900; Ries 971, b) und folgende Einzelhefte vorhanden: „Der Bärenhäuter“ (1899, Franz Stassen; Ries 897, 1), „Des weyland Nürnberger Handwerksmeisters Hans Sachsens lustige Schwänke“ (1899, Georg Barlösius; Ries 407, 1), „Deutsche Wanderlieder“ (2 Ex., 1900, Hans von Volkmann; Ries 949, 2), „Zwei Märchen vom Rübezahl“ (1900, G. A. Stroedel; Ries 910, 1), „Deutsche Kinderlieder“ (1900, Erich Kuithan; Ries 665, 1), „Frau Holle und andere Märchen“ (1902, Erich Kuithan; Ries 665, 3; Freyberger MI 738) und „Das festliche Jahr“ (1903, Franz Stassen; Ries 897, 13). – Tls. etw. braunfleckig. – Beiliegen die Ausgaben „Neues Wunderhorn“ und „Deutscher Balladenborn“, zusammengestellt aus dem Material des „Jungbrunnens“, sowie zwei Bände der Reihe „Der deutsche Spielmann“.

1155 KITTELSEN, TH., Har Dyrene Sjæel? (Kopenhagen), Gyldendal, 1915. 4°. Mit 20 mont. Farbtafeln. 20 Bl. Orig.-Brosch. (starke Gebrauchsspuren). (13) 200,Die meisterlichen humoristischen Aquarelle des norwegischen Illustrators Theodor Kittelsen entstanden bereits 1893 und wurden ein Jahr später erstmals publiziert. Unter dem Titel „Im Tierstaate“ oder „Im Tiergarten“ erschienen die Illustrationen seit 1895 auch in Deutschland. – Mit der Frage „Haben Tiere eine Seele?“ entwirft Kittelsen – auf-

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Nr. 1155


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Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Nr. 1160

1158 KREIDOLF, E., Alpenblumenmärchen. Zürich und Leipzig, Rotapfel, (1922). Qu.-4°. Mit farb. Titel und 18 ganzseit. farb. Illustr. nach Ernst Kreidolf. 19 Bl. OHlwd. (braunfleckig) in OPp.Schuber (stärkere Gebrauchsspuren). (13) 100,Erste Ausgabe, Variante mit dem Verweis auf die Liebhaberausgabe über dem Impressum. – Hess-W. A 7. Kat. Bern 199. – Vorderer fliegender Vorsatz mit kleinem Randeinriß, durchgehend etw. blaß braunfleckig.

1159 – Bei den Gnomen und Elfen. Zürich, RotapfelVlg., 1929. 4°. Mit farb. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 13 Bl. OHlwd. mit Orig.-Umschl. (minimale Gebrauchsspuren). (13) 100,Erste Ausgabe. – Hess-W. A 11. LKJL II, 256. Klotz 3698/8. – Vordatiert 1929, Doderer und Klotz zufolge aber bereits 1928 erschienen. – Vorderer fliegender Vorsatz mit hs. Widmung, vereinzelt leicht fleckig.

1160 – Grashupfer. Zürich, Rotapfel, (1931). Qu.-4°. Mit farb. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 13 Bl. OLwd. (leicht gebräunt und fleckig, minimal bestoßen). (13) 120,Hess-W. A 13. Klotz 3698/9. – Im Jahr der ersten Ausgabe erschienene Ausgabe ohne die Verlagsanzeigen auf der letzten Seite. – Hinterer fliegender Vorsatz mit Einriß durch Verklebung; sonst nur vereinzelt minimal braunfleckig. – Siehe Abbildung.

1161 – Das Hundefest. Zürich und Leipzig, Rotapfel, 1928. Qu.-4°. Mit farb. illustr. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 12 Bl. OHlwd. (fleckig und berieben). (13) 80,Erste Ausgabe. – Hess-W. A 10. Seebaß II, 1071. LKJL II, 256. Doderer-M. 561. Slg. Hürlimann 207. Klotz 3698/10 (dat. 1927). – Minimal fleckig.

1162 – Kinderzeit. Zürich und Leipzig, Rotapfel, o. J. (1930). 4°. Mit farb. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 12 Bl. OHlwd. (leicht berieben und bestoßen, stärker fleckig). (13) 80,Erste Ausgabe. – Hess-W. A 12. Klotz 3698/12. – Buchblock gebrochen; vorder fliegender Vorsatz mit Ausschnitt; stellenw. blasse Faltspuren und kleine Einrisse im Rand; minimal fleckig.

1163 – Lenzgesind. Zürich, Rotapfel, 1926. Quer-4°. Mit farb. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 12 Bl. OHlwd. (Kanten tls. stärker beschabt, stärker berieben, minimal bestoßen). (13) 120,Erste Ausgabe, Variante mit Impressum auf dem Titelblatt. – Hess-W. A 9. Seebaß II, 1073 (dat. 1925). Klotz 3698/14. – Tadellos.

1164 – Die schlafenden Bäume, ein Märchen in Bildern mit Versen. Köln, Schaffstein, o. J. (1901?). 4°. Mit farb. Titel und zahlr. farb. Abb. 5 Bl. OPp. (stärkere Gebrauchsspuren). (13) 100,-


Literatur und illustrierte Bücher · Kinderbücher – Pädagogik

Vermutlich erste Ausgabe. – Hess-W. A 2. Stark 183. Ries 659, 4. Doderer-M. 716 und S. 240. – Nach den Kennzeichen von Hess und Wachter handelt es sich um die Erstausgabe von 1901, da die Schlußvignette mit den vier Faltern vorhanden ist. Das Verlagssignet auf dem Rückendeckel kam laut Stark allerdings erst 1902 (bis 1904) in Gebrauch. – Vorsatzpapier mit kleinem Buchhandelsetikett; Heftklammern angerostet, tls. etw. fleckig.

1165 – Schwätzchen, Bilder und Reime. Köln, Schafstein, (1920). 4°. Mit farb. illustr. Titel und zahlr. farb. Abb. 16 S. OPp. (Kapitale defekt, Rückendeckel mit Signaturschild, beschabt, bestoßen). (13) 80,Hess-W. A 4. – Vgl. Ries 659, 7. Ziersch 234. Stuck-Villa I, 403. Schug 488. – Nach den von Hess und Wachter beschriebenen Kennzeichen handelt es sich um die zweite Auflage von 1920, bei der das Titelblatt zwar der ersten Ausgabe (1. Tsd.) entspricht, das achte Gedicht mit Bild aber in Schwarzweiß nach dem dritten Bild folgen und Text und Bild grundsätzlich seitenverkehrt laufen. – Papierbedingt etw. gebräunt; Titel verso gestempelt.

1166 – Sommervögel. 6.-11. Tsd. Köln, Schaffstein, o. J. (1924). Qu.-Fol. Mit farb. Titel und 16 chromolithogr. Tafeln. 11 Bl. Hlwd. (Wasserschaden). (13) 120,Hess-W. A 5. Klotz 3698/16. Seebaß 1077. Schug 518: „Phantasie und künstlerische Bildersprache sind hier zu schlechthin vollkommener Übereinstimmung gebracht.“ – Vgl. Ries 569, 11. – Gelenke gebrochen, papierbedingt etw. gebräunt, wenige blasse Flecken.

1167 – Die Wiesenzwerge. Köln, H. & F. Schaffstein, o. J. (ca. 1908). 4°. Mit farb. Titel und 12 ganzseit. farb. Illustr. 12 Bl. OHlwd. (fleckig, stark berieben, bestoßen). (13) 80,Hess-W. A 3. – Vgl. Ries 659, 5. Stark, 184. Seebaß II, 1075. LKJL II, 255. Stuck-Villa I, 405. Stuck-Villa II, 236. Doderer-M. 809. Schug 487. – Laut Hess und Wachter handelt es sich durch die Seite mit den Verlagsanzeigen am Buchende um eine spätere Ausgabe von um 1908. Dazu paßt auch das dortige Verlagssignet, unter dem Schaffstein laut Stark nur zwischen 1905 und 1913 firmierte. – Gelenke (mit Leinen) restauriert, vor allem an den Rändern (finger-)fleckig. – Beiliegt e. Postkarte von