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NEU IM SEPTEMBER 05

»Visuell fesselnd und bewegend.« SCREEN INTERNATIONAL

PETTING STATT PERSHING Deutschland 2018

Schwarzhumorige Komödie um eine 17-jährige Schülerin, die in den 1980er Jahren in der hessischen Provinz aufwächst und keine Lust mehr hat, Außenseiterin zu sein.

EIN FIM VON

ROBERT BUDINA

BRD 1983: Die junge und kluge Ursula fühlt sich im tristen Provinzalltag, in dem die 68er-Bewegung mit ihrem Konzept von Liebe und Selbstbefreiung nur langsam ankommt, gefangen. Sie strotzt vor Lebenskraft und Sehnsucht und möchte eigentlich nur dazugehören, findet aber kaum Anschluss. Ihre spießigen Eltern empfinden sie als zu fordernd und provokant, ihren Mitschülern ist sie zu anstrengend. Als sie sich in ihren charismatischen Lehrer Siegfried Grimm verliebt, der Pazifismus predigt, Selbstbefreiungskurse gibt und das gesamte Dorf sexuell zu befreien scheint, beginnt auch Ursula, die konservativen Strukturen ihrer Umgebung, das Frauenbild ihrer Generation und das Konzept einer intakten Familie grundlegend in Frage zu stellen. Als ihr allerdings bewusst wird, dass es Grimm leider nicht so ernst mit ihr meint, gibt es nur eine Lösung: Rache! „Petting statt Pershing“ erzählt amüsant und vielschichtig vom Politischen im Privaten und von eingefahrenen Gesellschaftsstrukturen, die durchbrochen werden wollen. In den Hauptrollen spielen Newcomerin Anna Florkowski und Florian Stetter, das Ensemble wird durch Christina Große, Thorsten Merten, Hermann Beyer und Britta Hammelstein ergänzt. Regisseurin Petra Lüschow kommentiert: „Die Alternativbewegung, die den Geist der 68er atmete, schien genau das zu bringen, wonach ich mich sehnte: Freiheit, Reden über alles: Politik, Familie, Liebe. Aber ich realisierte bald, dass auch das Reden nicht unbedingt bedeutet, dass die Verdrängung nicht zurückkommt. Zudem fallen viele Themen einfach wieder unter den Tisch, das betraf etwa die Geschlechterverhältnisse. Feminismus war in den 80ern, als ich Jugendliche war, bereits ein Schimpfwort, der Backlash hatte längst begonnen, Reagan, Thatcher, Kohl begannen schon zu wirken, da lebten wir noch fröhlich mit der Illusion endlich befreit zu sein.“

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 19. SEPTEMBER IM KINO REGIE & DREHBUCH Petra Lüschow DARSTELLER Anna

Florkowski, Florian Stetter, Christina Große, Thorsten Merten LAUFZEIT 97 Minuten FSK 12

ERAFILM (AL) IN KOPRODUKTION MIT DIGITAL CUBE (RO) MIT UNTERSTÜTZUNG DES ALBANIAN NATIONAL CENTER OF CINEMATOGRAPHY RTSH (ALBANIAN RADIO TELEVISION) EIN FILM VON ROBERT BUDINA MIT ARBEN BAJRAKTARAJ ESELA PYSQYLI BRUNO SHLLAKU IRENA CAHANI MUZBAJDIN QAMILI OSMAN AHMETI SUELA BAKO VIRUS SHALA ARBEN SPAHIJA HELGA BOSHNJAKU PRODUZENTIN SABINA KODRA KOPRODUZENT CRISTIAN NICOLESCU DREHBUCH ROBERT BUDINA AUSFÜHRENDE PRODUZENTIN SABINA KODRA KAMERA MARIUS PANDURU R.S.C SCHNITT STEFAN TATU MUSIK MARIUS LEFTĂRACHE PRODUKTIONSDESIGN LEANDËR LJARJA KOSTÜM GERTA OPARAKU MASKE BESA ISLAMI TONMISCHUNG DARKO SPASOVSKI TONSCHNITT MARIUS LEFTĂRACHE AUSSTATTUNG ANDON KOJA PRODUKTIONSLEITUNG ERJOLA FIORE DREHBUCHBEARBEITUNG LAURA BUNA REGIEASSISTENT EDO TAGLIAVINI IM VERLEIH VON NEUE VISIONEN FILMVERLEIH

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Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft September 2019