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NEU IM JUNI 17

VERACHTUNG »JOURNAL 64« Dänemark, Deutschland 2018

Als in einer Wohnung drei mumifizierte Leichen gefunden werden, ermitteln die Polizisten Mørck und Assad und stochern damit in ein gigantisches Wespennest. Vierte Verfilmung nach Jussi Adler Olsen, gewohnt spannend und unterhaltsam gestaltet.

TOLKIEN USA 2019

Die Geschichte des jungen Tolkien, der zur Waise wird, sich zwischen Studium und Liebe entscheiden muss und schließlich auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs zieht. Bewegendes Biopic über die Jugendjahre des J.R.R. Tolkien. Als die Mutter von John Ronald Reul Tolkien stirbt, ist er noch nicht erwachsen. Ein Priester nimmt sich seiner an und vermittelt ihn zusammen mit seinem Bruder in eine Familie, in der er aufwachsen kann. An der Schule lernt er Freunde fürs Leben kennen – Jungs, mit denen ihn ein Band verbindet, das nur durch die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts vernichtet werden kann. Tolkien verliebt sich aber auch, und zwar in die liebliche Edith Bratt, doch dann muss er sich entscheiden: die Liebe oder der Weg nach Oxford. Tolkien geht studieren, aber er bereut, sich gegen Edith entschieden zu haben. Ob das Schicksal den beiden noch eine Chance gewährt? Auf sehr bewegende Art und Weise beleuchtet Regisseur Dome Karukoski („Tom of Finnland“) den Werdegang von J.R.R. Tolkien, dem Schöpfer der „Herr der Ringe”-Fantasyromane. Während Tolkien im Ersten Weltkrieg im Schützengraben verzweifelt nach seinem besten Freund sucht, holen ihn seine Erinnerungen ein: an die „Gefährten”, mit denen er während des Studiums einen geheimen Club gründete, in dem über Gott und die Welt, aber insbesondere über die Künste debattiert wurde und an seine große Liebe Edith, die ein jähes Ende zu nehmen drohte. In beeindruckenden Bildern (Kamera: Lasse Frank Johannessen) entwirft Karukoski den Nährboden für Tolkiens viele Jahre später folgende Fantasy-Romane: die grausamen Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Als Sahnehäubchen im Film erweist sich einmal mehr Thomas Newmans Score, der in perfekt unaufdringlicher Weise musikalisch Gefühle sprechen lässt.

In einer Mietswohnung werden hinter einer später eingezogenen Wand drei mumifizierte Leichen gefunden. Wie sich herausstellt, hat die drei Opfer allesamt etwas verbunden – ein Mädchenheim auf einer Insel, in dem in den frühen 1960er Jahren junge Frauen, die man als liberale Freigeister bezeichnen könnte, als moralisch unanständige Individuen weggesperrt waren. Die Morde müssen etwas damit zu tun haben. Carl und Assad ermitteln, aber Letzterer ist eigentlich schon auf dem Weg in ein neues Betätigungsfeld und Ersterer weiß nicht, wie er dem begegnen soll. Denn mit einem grantigen Griesgram wie Carl Mørck einer ist können wirklich nur die Wenigsten zusammenarbeiten – Assad konnte es aber. Wie schon bei den Vorgängern hält sich das Skript von Nikolaj Arcel, hier von Bo Hr. Hansen unterstützt, nahe an die Vorlage. Den Fällen von Mørck und Assad war schon immer gemein, dass sie etwas ungewöhnlicher waren. Man könnte auch sagen: etwas weniger realistisch. Dafür versucht man, das Privatleben der Figuren wieder etwas stärker zu betonen. Etwa, wenn die Assistentin Rose ein Date hat, Assad mit seinen Nachbarn spricht oder Carl damit hadert, dass sein einziger Freund seine Abteilung verlässt. Etwas, das er Assad gegenüber aber natürlich nicht zugeben kann. Weil Carl Mørck noch immer ein sozial unangepasster, ziemlich taktloser Griesgram ist, den nur die Wenigsten wirklich ertragen können. Ein Sympathieträger ist Carl Mørck nicht, aber Nikolaj Lie Kaas spielt das hervorragend. Es ist auch die Kameraderie zwischen Carl Mørck und Assad, die diese skandinavischen Thriller von anderen abhebt. Als Kriminalgeschichte ist „Verachtung“ spektakulär, Die Auflösung kommt darum ein wenig schnell, im Anschluss folgen ein paar Nachklappen, die den Fans den Abschied von den Figuren erlauben. Denn das soll es nun ja gewesen sein, aber vielleicht überlegen es sich die Macher und Stars noch einmal anders. Immerhin gibt es noch drei weitere Romane mit Carl Mørck.

AB 20. JUNI IN DER SCHAUBURG

AB 20. JUNI IN DER SCHAUBURG

REGIE Dome Karukoski DARSTELLER Nicholas Hoult, Lily Collins, Colm Meaney LAUFZEIT 110 Minuten VERLEIH Twentieth Century Fox

REGIE Christoffer Boe DARSTELLER Nikolaj Lie Kaas, Fares Fares, Fanny Leander Bornedal, Clara Rosager, Elliott Crosset Hove, Anders Hove LAUFZEIT 118 Minuten FSK 12 VERLEIH NFP Marketing & Distribution

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Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft Juni 2019  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Juni 2019

Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft Juni 2019  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Juni 2019