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NEU IM JULI 09

SONDERVORSTELLUNG mit Filmgespräch

KURSK – NIEMAND HAT EINE EWIGKEIT Belgien, Frankreich, Norwegen 2018

Während die Besatzung eines U-Boots ums Überleben kämpft, versuchen ihre Familien verzweifelt, trotz massiver politischer Hindernisse, sie zu retten. Visuell einfallsreich, dialogstark sowie mit einem exquisiten Ensemble inszenierter politischer Thriller. Nur die besten Männer der russischen Marine holt das Militär an Bord des U-Boot K-141 Kursk für einen Übungseinsatz der Nato. Es ist das erste Manöver seit dem Ende der Sowjetunion. Trotz Trennung von seiner schwangeren Frau Tanya (Lea Seydoux) und seinem kleinen Sohn Mischa übernimmt Marineoffizier Mikhail Averin (Mathias Schoenarts) die Rolle des Kapitäns. Einen Tag später erschüttern zwei Explosionen die Kursk. und die bis dato als unsinkbar geltende K-141 Kursk sinkt immer tiefer Richtung Meeresgrund. Damit beginnt für die im U-Boot noch Lebenden ein verzweifelter Überlebenskampf … Eindrucksvoll dokumentiert Regisseur Thomas Vinterberg bei dieser historischen Tragödie vor allem die Verzweiflung und Ohnmacht der bangenden Familien. Allen voran die französische Schauspielerin Lea Seydoux, die zwischen Independent-Filmen und Hollywood-Blockbustern pendelt, überzeugt in ihrer Rolle als mutige, kämpferische Ehefrau. Nicht umsonst betont der ehemalige „Dogma“-Regisseur wie wichtig ihm Familienbande und Zusammengehörigkeitsgefühl sind. „Ich war schon auf der Filmschule fasziniert von Familienleben und Zusammenhalt“, erläutert er. „Die Tragödie der Kursk kannte ich nur sehr oberflächlich“, gibt der 50jährige Däne freilich zu. „Aber eine Sache, die mir aus den Nachrichten im Gedächtnis geblieben ist, war dieses Klopfen, dieser Hilferuf.“ Und so berühren die Szenen des Überlebenskampfes der Crew emotional stark. Erneut arbeitet Vinterberg nach dem romantischen Drama „Am grünen Rand der Welt“ mit dem gefragten belgischen Schauspieler Matthias Schoenaerts zusammen. Die Mischung aus physischer Präsenz und verletzlicher Feinfühligkeit des charismatischen „belgischen Brando“ aus Antwerpen macht den streckenweise nervenzerrenden Katastrophenfilm sehenswert. Die Geschichte der Kursk ist last but not least auch eine über mangelnde Verantwortung und die Folgen sinnlosen Wettrüstens. Denn Heldenbilder allein taugen nicht, um das Desaster des politischen Konflikts zu erklären.

UNSERE GROSSE KLEINE FARM »THE BIGGEST LITTLE FARM« — USA 2018

John und Molly Chester beschließen aufs Land zu ziehen und dort einen Neuanfang zu wagen. Die sieben Jahre, die folgten, hat John Chester in seinem Dokumentarfilm festgehalten und damit einen Film abgeliefert, der den Zuschauer zum Träumen verleitet. Der Kameramann John Chester nimmt einen Hund auf, der zusammen mit Hunderten anderen bei einer Frau lebte, die ihre Tiere immer mehr verwahrlosen ließ. Eigentlich ist das Appartement für John und Molly schon zu klein, mit dem Hund aber erst recht. Dennoch reift noch nicht gleich der Plan, ein ganz neues Leben anzufangen. Das passiert erst, als der Hund durchgehend bellt und man das Mietverhältnis der Chesters kündigt. Die beiden beschließen, ihren Traum wahrzumachen und eine Farm zu führen, die auf natürliche Landwirtschaft setzt. Einen Investor finden sie, das geeignete Stück Land auch, aber damit beginnt die eigentliche Arbeit erst, wobei sie von Alan York unterstützt werden, der ihnen beratend zur Seite steht. Der Film deckt einen Zeitraum von sieben Jahren ab, in denen man miterlebt, wie aus einem brachliegenden Stück Land ein kleines Paradies wird. Dies ist keine typische Aussteigergeschichte. Vielmehr ist es die Geschichte zweier Menschen, die mit unendlicher Hingabe und Passion, aber auch mit einem gesunden Pragmatismus an eine Herausforderung herantreten, von der ihnen jeder abgeraten hat. Denn sie wollen eine Landwirtschaft, die nachhaltig ist. Keine Monokulturen, kein Ausbeuten des Bodens, sondern ein Miteinander mit der Natur. Dutzende Fruchtsorten werden angepflanzt, Schafe, Hühner, Enten, Hütehunde und ein Schwein gekauft. Damit einher werden Möglichkeiten erschaffen, aber auch Schwierigkeiten. Es ist höchst interessant mitzuverfolgen, wie dieses Habitat entsteht. „Unsere große kleine Farm“ ist ein beeindruckender Film, der durchaus auch die Rückschläge zeigt, mit denen die Neu-Farmer zurechtkommen mussten. Vor allem aber überzeugt er, weil er zum Träumen von einem besseren, einem natürlicheren Leben einlädt – und weil er das in Bilder packt, die die berückende Schönheit dieser Landschaft ins rechte Licht setzen.

AB 11. JULI IN DER SCHAUBURG

AB 11. JULI IN DER SCHAUBURG

REGIE Thomas Vinterberg DREHBUCH Robert Rodat DARSTELLER Matthias Schoenaerts, Lea

Seydoux, Colin Firth, Peter Simonischek, August Diehl, Mathias Schweighöfer, Max von Sydow, Joel Basman, Helene Reingaard Neumann, Feđa Štukan LAUFZEIT 117 Minuten FSK 12 VERLEIH Wild Bunch

Freitag, 12.07. um 19:00 Uhr

REGIE John Chester BUCH John Chester, Mark

Monroe Darsteller: John Chester, Molly Chester LAUFZEIT 91 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH Prokino

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Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft Juli 2019  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Juli 2019

Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft Juli 2019  

Das Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters in Karlsruhe für den Monat Juli 2019