Page 1

Innovation Nanotechnologie

International Austria

B2B

Medical devices Hörhilfen

IVDR

Robotik

Gesundheitswirtschaft

MedTech  & MEDICA

Medizinprodukte Digitalisierung MDR Biophotonik Telemedizin

Miniaturisierung

Künstliche Intelligenz

EU Mobile Health Patienten

3D-Drucker

Virtual Reality

Pre-Warming

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 2018 P.b.b. GZ 02Z033434 M

|

Verlagspostamt: A-8041 Graz, Kasernstraße 80/8/25

|

www.schaffler-verlag.com

|

ISSN 0472-5530


Inhalt Was die Medizin ändert © Sissi Furgler

03 Selbstlernend: Künstliche Intelligenz

Intelligent Ähnlich wie das Internet wird Künstliche Intelligenz zu einem Paradigmenwechsel in unserer Lebenswelt führen – auch in der Medizin. Hier ist maschinell nachgebildetes, von Experten trainiertes menschliches Denkvermögen bereits im Einsatz: zur Diagnosehilfe, zum Durchwühlen von Untersuchungsdaten und in der Medizintechnik, etwa im Bereich der bildgebenden Verfahren. Auch andere Techniken boomen auf dem Gebiet der Medizinprodukte. Die Biophotonik ist dabei, minimalinvasive Verfahren, die Laserchirurgie, Prothetik, Untersuchungen der Haut auf maligne Strukturen und die Analyse von Zellkulturen sowie die In-vitro-Diagnostik zu revolutionieren. Damit ändern sich auch Berufe, manche werden sogar überflüssig, meist monotone, langweilige Schreibarbeiten. Aber selbst wenn Roboter diffizile chirurgische Eingriffe durchführen, Pflegearbeiten vollführen und Vitalwerte messen können, in der Versorgung und Betreuung Kranker, so verspricht man uns, werden Menschen doch unersetzlich bleiben. Jedenfalls solange sie mit den Patienten nicht Go spielen – denn da sind die Rechner jetzt schon besser.

im Einsatz für die Medizin

Was Neuregelungen bedeuten 07 Durchstarten statt warten! –

Ein Jahr MDR & IVDR

Was Potenzial hat 11 Es werde Licht! –

Biophotonik in der Medizin

Was Patienten hilft 16 Wohlig warm –

Temperaturmanagement im OP

18 Neues / Bücher Wo es Hilfe gibt 21 Wie bitte? – Die Versorgung mit

Hörhilfen in Österreich

Was Unternehmen leisten 05 Philips Austria: Wenn Gesundheit

persönlich wird…

09 Siemens Healthineers: LifeNet –

mehr Transparenz, weniger Aufwand

10 OMS: Röntgenstrahlung sichtbar

machen

12 Intelligent Motion: Ein Roboter als

Therapeut?

14 AIT: Implantate der neuen Generation Andrea Nicolaus nicolaus@schaffler-verlag.com

16 TÜV Austria: Kompetenz in der

Medizintechnik

20 Sumetzberger: Work hard but

work smart

Impressum nach § 24 MedienG: Medieninhaber: Schaffler Verlag GmbH, DVR 1031911, A-8041 Graz, Kasernstraße 80/8/25, T: +43(0) 316 820565-0, F: +43(0) 316 820565-20, E: office@ schaffler-verlag.com, Web: www.schaffler-verlag.com. Druck: Dorrong, Graz. Herausgeber: Mag. Roland Schaffler, roland@schaffler-verlag.com, am Standort Redaktion Graz: A-8041 Graz, Kasernstraße 80/8/25. Auf die Hinzufügung der jeweiligen weiblichen Formulierungen wird bei geschlechtsspezifischen Hinweisen im Sinne der flüssigen Lesbarkeit und einer angemessenen Sprachqualität zum Teil verzichtet. Alle personalen Begriffe sind sinngemäß geschlechtsneutral zu lesen. Weitere Informationen und Offenlegung nach § 25 MedienG: www.schaffler-verlag.com > ­ „Impressum“. Datenschutzerklärung: www.schaffler-verlag.com/datenschutzerklaerung

2 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


©vchalup - stock.adobe.com

Was die Medizin ändert

Selbstlernend K

ünstliche Intelligenz (KI) ist Künstliche Intelligenz kann dabei unterstützen, Medizintechnik eigentlich ein Teilgebiet der sinnvoll zu steuern und einzusetzen. Zudem hilft sie dabei, die Informatik – ein Ziel ist, Hardimmer größeren Datenmengen in kurzer Zeit zu analysieren und Software von Computern und und daraus Diagnose und Therapie zu planen. Computerbestandteilen so zu designen und zu programmieren, dass diese eigenständig Lösungen entwickeln könChristian F. Freisleben nen. Die Suchmaschine Google hat in einem gewissen Sinn eine künstliche Die KI berechnet hier verschiedene Szenarien und nutzt dabei Intelligenz, da sie Nutzern ausgehend von Logarithmen-Berechnungen auf die Person zugeschnittene Suchergebnisse liefert. schon vorhandene Erfahrungen aus diversen Datensätzen. Daraus wird dann eine gewisse Wahrscheinlichkeit berechnet, wie Ein wesentlicher Aspekt,– der oft auch Stoff für dystopische Zukunftsgeschichten liefert –, ist, dass KI quasi ohne menschliches lange ein Patient mit einer bestimmten Vorgeschichte, aktuellen Zutun dazulernt und damit die Kapazität des menschlichen Geis­ Symptomatik, Röntgenaufnahmen und Vitalwerten im Idealfall tes auch übertreffen kann. So kam es, dass ein Computer einen in der Intensivstation betreut sein müsste. Die letztendliche Entscheidung trifft dann ausgehend von solchen Modellrechnungen Menschen in einem hochkomplexen Spiel wie Go schlug. ein Mensch.

Berechnung verschiedener Szenarien

KI ist in der Medizintechnik schon längst angekommen: Mithilfe von KI wird, ausgehend von verschiedenen Vitalwerten, derzeit schon berechnet, welche Patienten wie lange auf einer Intensivstation bleiben sollten. Hier wird sich zukünftig noch viel tun, ist sich Sepp Hochreiter, Forscher und Lehrer am Institut für Bioinformatik der Johannes Kepler Universität Linz (JKU), sicher. „Kommen Patienten zu früh aus der Intensivstation, könnte das auch andere Patienten etwa durch pathogene Keime gefährden, ganz abgesehen von fatalen Unterbrechungen des eigenen Heilungsprozesses.“ Unter anderem aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll ist andererseits, dass jemand zu lange intensiv betreut wird. „Hier ergeben sich große Einsparungspotenziale“, meint Hochreiter.

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Ein großer Bereich, in dem KI noch deutlich an Bedeutung gewinnen wird, ist die Vorbereitung, Umsetzung und Auswertung von bildgebenden Verfahren. Zum einen, analysiert Hochreiter, könnte etwa die Strahlungsdosis von Röntgenuntersuchungen genauer berechnet werden und ebenso die Eingrenzung der untersuchten Körperregionen präziser erfolgen. Auch Kontrast und Auflösung könnten sich deutlich verbessern lassen und damit die Schärfe der entstehenden Bilder.

Wesentlich bei der Befundung „Eine ganz wesentliche Rolle spielt KI dann bei der Befundung: Es gibt jetzt schon Analysen, die zeigen, dass KI bei der Beurteilung, ob etwas ein Tumorgewächs ist oder nicht, präziser ist als

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 3


ein Mensch“, so Hochreiter. Hier kommt dann eben die selbstlernende Eigenschaft der KI zum Einsatz: Sie wird mit jedem Mal treffsicherer, weil tausende vorangehende Entscheidungen – auch solche, die aus Erfahrungen von Menschen stammen – miteinbezogen werden. Ein Mensch kann in seinem Leben vielleicht einige Tausend solcher Bilder als Referenzwert parat haben, die KI kann in sehr kurzer Zeit Ergebnisse mit Millionen Bildern aus der ganzen Welt abgleichen, auch mit solchen, die vielleicht erst einige Momente vorher am sprichwörtlichen anderen Ende des Erdballs gemacht wurden. So können auch deutlich leichter Ausnahme- und Spezialfälle aufgespürt und zumindest Ähnlichkeiten zu anderen Befunden hergestellt werden. Insofern unterstützt KI dabei, das Phänomen „Big Data“ in den Griff zu bekommen: Angesichts der Terrabyte an Daten, die von verschiedensten Sensoren geliefert werden, die aus bildgebenden Verfahren stammen oder die sich aus einer immer umfassenderen Dokumentation ergeben, wird KI künftig deutlich mehr Bedeutung dabei gewinnen, diese Daten zu analysieren, zu verknüpfen und verschieden wahrscheinliche Interpretationsmöglichkeiten anzubieten.

Berufe verändern sich „Zu betonen ist: Damit werden Grundlagen für die Auswahl zwischen verschiedenen therapeutischen Varianten unterstützt, hier bleibt der Mensch unersetzlich, gerade auch angesichts seiner Empathiefähigkeit.“ Gleichzeitig würden sich damit Berufe stark verändern oder überflüssig werden, „wobei es sich hier vor allem um monotone, langweilige Tätigkeiten handelt oder z.B. um die systematische Erfassung von Krankenblättern – zuweilen mit handschriftlichen Anteilen – bzw. deren Übersetzung in andere Sprachen“, betont Hochreiter. Hochreiter sieht im Zusammenspiel von KI mit dem sinnvollen, präzisen und sicheren Einsatz von Medizintechnik Simulationsübungen als weites Entwicklungsfeld: Diagnostik und verschiedene therapeutische Interventionen können zu Trainings­zwecken durchgespielt, abertausende Kombinationsmöglichkeiten berücksichtigt werden. KI könnte so noch viel stärker etwa auch während chirurgischer Eingriffe vor möglichen herannahenden Gefahren warnen: sowohl in Bezug auf die Veränderung von Vitalwerten als auch was die Führung von Instrumenten bei hochsensiblen Eingriffen betrifft, etwa in der Herz- oder Hirnchirurgie sowie bei der Entfernung von Metastasen. Sie kann quasi die Auswirkungen aller möglichen Handlungen während einer Operation vorausberechnen und mit bereits erfolgten Operationen und Outcomes in Bezug auf den weiteren Gesundungsprozess vergleichen. Akustische und optische Signale werden dann wahrnehmbar, um Chirurgen und Pflegekräfte auf drohende Gefahren hinzuweisen.

Hilfreiche Überwachung Einige große Software-Unternehmen experimentieren für den Gesundheitsbereich mit einer speziellen Form von Radartechnik in Kombination mit Künstlicher Intelligenz: „So lässt sich etwa feststellen, wenn sich jemand in einem Raum an einem ungewöhnlichen Ort befindet und sich nicht mehr bewegt. Oder auch,

4 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

JKU

Was die Medizin ändert

Bioinformatiker Sepp Hochreiter: „Künstliche Intelligenz ist bei der Beurteilung, ob etwas ein Tumorgewächs ist oder nicht, präziser als ein Mensch.“

ob jemand ausreichend isst und trinkt bzw. dann die Toilette aufsucht“, erklärt Hochreiter. Hier ließe sich nicht sagen, um welche Person es sich genau handelt, aber es werden eben möglicherweise bedrohliche Szenarien in einem Zimmer im Spital oder einem Pflegeheim deutlich früher erkannt. Solche Systeme seien zudem für den Umgang mit Krisensituationen wie etwa einem Brand hilfreich, da sichtbar wird, wie viele Personen sich wo in einem Gebäude aufhalten und ob Fluchtwege breit genug bzw. nicht durch Gegenstände verstellt sind. Dass verschiedene Sensoren Vitalwerte des Körpers messen, dokumentieren und auch an Apps oder Datenwolken weiterleiten, ist nichts Neues. KI kann aber die Präzision der Auswertung deutlich verbessern und verschiedene Zukunftsprognosen zugänglich machen. So lassen sich Trainingsprogramme noch genauer und individueller planen, in ihren Auswirkungen dokumentieren und auch etwa die Einstellung von Fitnessgeräten beeinflussen. Dabei geht es unter anderem um den Umgang mit chronischen Erkrankungen. Die Größe der Sensoren wird sich noch deutlich reduzieren, ebenso entstehen Systeme, die bis zu einem gewissen Grad selbstständig etwa die nötige Menge Insulin ins Blut abgeben oder zumindest einen Menschen daran erinnern, einen entsprechenden Befehl dafür einer App zu geben. Hochsensibel ist die Frage, wer wie auf welche Daten Zugriff hat, bzw. wie einer KI Zugang auf bestimmte Daten ermöglicht wird. Letztendlich muss es immer Möglichkeiten geben, dass Menschen die Empfehlungen oder Entscheidungen des Systems ignorieren bzw. rückgängig machen können.

Intelligente Roboter Eine wesentliche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz in der Programmierung und Steuerung von Robotern. Schon jetzt ermöglichen Roboter etwa bei Biopsien in der Krebsdiagnose Aufgaben, wie sie in dieser Präzision und hohen Geschwindigkeit von Menschen nicht möglich wären. Robotik-Systeme werden zudem eingesetzt, um vor oder während einer Operation Injektionen zu setzen. Sie sind Teil bildgebender Systeme, um beispielsweise Strahlen noch präziser auszurichten. Mit Roboter-Armen können in Kombination mit dreidimensionalen Bildern, die eine bis zu zehnfache Vergrößerung etwa einer Niere ermöglichen, längst auch chirurgische Eingriffe durchgeführt werden, wobei die Steuerung nach wie vor einem spezialisierten Chirurgen obliegt. Die eingebaute Software lernt dabei jedesmal dazu. :: Mag. Christian F. Freisleben freisleben@schaffler-verlag.com

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


Was Unternehmen leisten

Wenn Gesundheit persönlich wird… A

ls Hauptpartner der Gesundheitsgespräche widmete sich Philips unter dem Leitthema „You are personally affected by your health!“ der Zukunft der Gesundheit und setzte damit die erfolgreiche Partnerschaft mit dem Europäischen Forum Alp­bach auch 2018 fort.

Der demografische Wandel und die damit verbundenen steigenden Gesund­ heitskosten stellen uns in Österreich vor neue Herausforderungen im Ge­ sundheitswesen. Das Europäische Forum Alpbach bietet eine internationale Plattform, bei der Entscheidungsträger aus Politik, Gesundheit, Kultur und Wirtschaft auf Augenhöhe über aktuelle Herausforderungen diskutieren können.

Manager der eigenen Gesundheit

Clemens Sauerwein

In Österreich kann sich jeder auf ein starkes solidarisches Gesundheitssystem verlassen. Dieses System ist auf akute Hilfe ausgelegt. Jedoch geht Gesundheit über die Behandlung von erkrankten Personen hinaus. Jeder kann einen Beitrag leisten – durch ein gesundes Leben, Ernährung, Vorsorge und seinen gesamten Lebensstil. Mit modernen Technologien kann jeder auch selbst zum Manager seiner eigenen Gesundheit werden. Gleichzeitig steigt damit aber auch die persönliche Verantwortung der Menschen für ihr eigenes Wohl. Persönliche Gesundheit im Fokus Gesundheits­systeme“. Ziel ist es, Ursachen für Unterschiede aufzudecken und die Gesundheitsversorgung verbessert durch zukunftsweisende Lösungsansätze neu zu definieren. Herausforderungen aktiv begegnen Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Österreich und weiten Teilen Europas steigt ste-

Impulsgeber für das Neudenken der Gesundheit ist auch die Philips-Studie, die am Europäischen Forum Alpbach vorgestellt wurde. Sie bietet einen Gesamtüberblick über die Leistungskraft der Gesundheits- und Pflegeversorgung auf Ebene der österreichischen Bundesländer. Präsentiert wurde die Studie von Frau MMag. Hofmarcher-Holzhacker unter dem Titel „Leistungskraft regionaler

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

„Das Forum Alpbach bietet die beste Gelegenheit, innovativ und frei Gesundheit neu zu denken. Hier können neue Konzepte mit konkreten Herausforderungen zusammengeführt werden. Als führender Technologieanbieter im Gesundheitssektor sehen wir uns hier als Enabler des Austausches der verschiedenen Stakeholder im Gesundheitswesen – national und international.“ Robert Körbler, CEO von Philips Austria

tig an und stellt uns vor große Veränderungen im Gesundheits- und Pflegebereich. Population Health Management und Digitalisierung sind daher die Zukunftsthemen, um Effizienz und Vernetzung für eine bessere Versorgung voranzutreiben. Derzeitige Forschungsschwerpunkte des Gesundheitskonzerns Philips fokussieren sich sehr stark auf die digitale Vernetzung, Big Data sowie AI und den mobilen Einsatz von Geräten. Austausch im Innovation Lab Das Philips Innovation Lab beim Europäischen Forum Alpbach bot vom 19. bis 22. August 2018 mit einem reichhaltigen Programm Raum zum Denken, Austauschen, Netzwerken und Diskutieren. Im Rahmen von Innovation Talks, Coffeebreaks und einer Panelsession wurden Impulse und Denkanstöße zu Diskussionen rund um das Thema Gesundheit gegeben. :: www.philips.at

www.alpach.org

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 5

Entgeltliche Einschaltung

Die Gesundheitsgespräche in Alpbach bieten eine ideale Plattform, um verstärkt auf das Thema „You are personally affected by your health“ aufmerksam zu machen. Wie man die Grenzen der Gesundheitsversorgung aufbrechen kann, diskutierten die Teilnehmer der Philips-Paneldiskussion. Robert Körbler, CEO Philips Austria, Univ.-Prof. Dr. Klaus Markstaller, Abteilungsleiter für Anästhesie im AKH Wien, sowie Dr. Peter Eichler, Vorstandsmitglied der UNIQA, und Dr. Sigrid Pilz, Patientenanwältin der Stadt Wien, widmeten sich hier Fragestellungen, inwiefern das österreichische Gesundheitssystem diesen Ansprüchen gerecht wird oder ob es eines neuen Modells bedarf.

Robert Körbler, CEO Philips Austria, und Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.


Durch das Dickicht von MDR und nationalen Regularien hilft Ihnen der Cluster Life Sciences der Standortagentur Tirol mit seinen ExpertInnen – von der Produktidee bis zur Zulassung. Zum Beispiel bei der nächsten Expertensprechstunde am 29. November 2018 in Innsbruck. Infos zu diesem und allen weiteren Services des Clusters Life Sciences Tirol finden Sie unter www.standort-tirol.at/ls

Standortagentur Tirol

· Cluster Life Sciences Tirol

· www.standort-tirol.at/ls


Was Neuregelungen bedeuten

Durchstarten statt warten!

Strenge Regeln für mehr Patientensicherheit

Die Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit von Medizinprodukten garantieren Hersteller und Vertreiber. Die Europäische Union setzt dafür den Rahmen, der den Betrieben bei der praktischen Umsetzung einiges an Anstrengung abverlangt. Philipp Lindinger

©denissimonov - stock.adobe.com

D

er zentrale europäische Rechtsrahmen für Medizinprodukte ist die Medizinprodukte-Verordnung (MDR) und die Invitro-Diagnostika-Verordnung (IVDR). Beide sind vor etwas mehr als einem Jahr in Kraft getreten. Für die MDR gilt eine dreijährige Übergangszeit, für die IVDR sind es fünf Jahre. Auch wenn es auf den ersten Blick noch eine Zeit lang hin ist, bis es wirklich ernst wird, so laufen bereits jetzt die Vorbereitungen auf Hochtouren. Diese einheitlichen Regelungen mit Fokus auf Patientensicherheit sind zwar zu begrüßen, doch eine Überregulierung bringt das Gesundheitswesen nicht weiter. Rasches und kompetentes Handeln ist also gefragt, wenn der Wirtschaftsstandort und die hochwertige Patientenversorgung nicht gefährdet werden sollen.

Ausgangspunkt auf EU-Ebene war der legitime Wunsch, die Branche noch sicherer für Patienten zu machen. Anlass war der sogenannte PIP-Skandal um schadhafte Brustimplantate der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP). In der Folge wurde das Zulassungswesen für Medizinprodukte kräftig verschärft. Doch die jetzt vorliegenden Verordnungen schießen weit über das Ziel hinaus, sodass neue Medizinprodukte vermutlich den Weg zum Patienten gar nicht mehr finden werden. Und die – wie im Falle von PIP – dahintersteckende kriminelle Energie wird auch mit einer EU-Verordnung nicht zu neutralisieren sein. Medizinprodukte werden in fast allen diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Leistungen eingesetzt. 10.000 Produktfamilien und über 500.000 verschiedene Artikel machen eine Gesundheitsversorgung ohne die „stillen Helfer“ praktisch unmöglich. Aus dieser Vielfalt – vom Pflaster bis zum Computertomografen – erklärt sich auch, warum es verschiedene Risiko-

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Einheitliche Regelungen für Medizinprodukte sind zu begrüßen.

klassen gibt und die Produkte, anders als Arzneimittel, sehr kurze Produktzyklen haben. Der Gesetzgeber hat sich bewusst auch dafür entschieden, dass keine zentralen behördlichen Stellen die Zulassung übernehmen, sondern eine privatwirtschaftlich agierende ‚Benannte Stelle‘. Durch die Verordnungen fallen mehr Medizinprodukte als bisher in höhere Risikoklassen, was einen sprunghaft ansteigenden Aufwand sowohl für Unternehmen als auch für Benannte Stellen bedeutet. Der bevorstehende Brexit verschärft zusätzlich die Situation in Europa.

Attraktive Arbeitsplätze bieten Viel Arbeit wartet daher auf die Zulassungsstellen – umso mehr, als es hierzulande gar keine mehr gibt und europaweit immer

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 7


Was Neuregelungen bedeuten

weniger ihre Dienste anbieten. Die Anforderungen an das qualifizierte Personal sind enorm gestiegen, sodass es sich ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen offensichtlich kaum leisten kann, kostendeckend zu arbeiten.

kammer Österreich. Je nach Themen und Aufgabenstellungen ist eine Erweiterung dieser Gruppe vorgesehen. Der gemeinsame Vorstoß der Plattform ist ein wichtiges Zeichen, um die Konsequenzen der EU-Gesetzgebung rasch in den Griff zu bekommen.

„Eine gute Ausbildung ist nur die halbe Miete, es braucht erfahrene Experten für diese Prüfstellen“, beschreibt Manfred Bammer, Head of Business Unit Biomedical System am Austrian Institute of Technology (AIT), den Engpass. Er spricht aus Erfahrung, berät er doch große und kleine Unternehmen im Zulassungsprozess von Medizinprodukten. Auch Winfried Mayr vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik an der Medizinischen Universität Wien bestätigt: „Die Verfügbarkeit von praxisnahe und multidisziplinär ausgebildetem Fachpersonal sowie von qualifizierten Fachleuten im RegulatoryBereich ist eine Herausforderung.“ Der Experte bringt damit die missliche Lage für Hersteller, Anwender und letztendlich Patienten auf den Punkt: „Nach aktuellen Einschätzungen werden neue, innovative Produkte um fünf bis zehn Jahre verspätet oder gar nicht für Patienten verfügbar werden, andere nutzbringende vom Markt verschwinden, da sich der Mehraufwand nicht mehr rechnet. Damit wird zunehmend mit eigentlich schon veralteten Produkten behandelt werden müssen, was der Grundintention der MDR massiv widerspricht.“

Unterstützung kommt auch vonseiten der Wirtschaftsreferenten der Bundesländer, die sich mit der dringenden Bitte an die Bundesregierung gewandt haben, rasch alle erforderlichen Maßnahmen für die Wiedereinrichtung einer österreichischen Benannten Stelle für Medizinprodukte zu ergreifen. Sie fordern, bei der Umsetzung der neuen EU-Verordnungen die Bedürfnisse der Industrie und der akademischen Forschung zu berücksichtigen, um die positive Weiterentwicklung des Life-SciencesStandorts Österreich zu gewährleisten. „Bestmögliche Patientenversorgung ist nur im Zusammenspiel von wirksamer Qualitätssicherung, solider wirtschaftlicher Basis und lebendiger Forschungs- und Innovationskultur denkbar“, bekräftigt Mayr das gemeinsame Ziel.

Schulterschluss der Branche Damit der Standort Österreich nach wie vor seine Attraktivität behält, bemüht sich die AUSTROMED intensiv um einen Schulterschluss der wichtigsten Stakeholder der Branche: Mit der neu gegründeten ‚Plattform Medizinprodukte‘ wird der Gesamtprozess eines Medizinproduktes von der Entwicklung über die lebendige Start-up-Szene bis hin zur Erstattung und Markteinführung im Hinblick auf die Anforderungen der neuen EU-Verordnungen transparent abgebildet. Die Partner der Plattform sind Angehörige von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Gesundheitscluster und Interessenvertretungen, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Medizintechnikbranche in Österreich bei der Umsetzung der neuen EU-Verordnungen über Medizinprodukte und In-vitro-Diagnos­ tika zu unterstützen. Die Kerngruppe umfasst neben der AUSTROMED die Life Sciences- und MedTech-Cluster der Bundesländer, die Österreichische Gesellschaft für Biomedizinische Technik (ÖGBMT), das Austrian Institute of Technology (AIT) und das Bundesgremium für Foto-, Optik- und Medizinproduktehandel der Wirtschafts-

8 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

Relativ gelassen sehen die Klinikvertreter die neuen Anforderungen. Alois Obwegeser, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Ansprechpartner für den Bereich Medizinprodukte in den Tirol Kliniken, stimmt auf strategischer Ebene die Pläne auf die neuen Erfordernisse ab: „Die Umstellung wird nicht allzu groß sein, da unser Risiko- und Qualitätsmanagement schon immer sehr gut aufgestellt war. Bei der In-house-Herstellung diskutieren wir noch eine Reihe von Änderungen, die nötig sein werden.“ Positiv zeigt sich auch Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes): „Unsere Ärzte, vor allem im Universitätsbereich, bringen von weltweiten Kongressen nahezu täglich Innovationen in unser Unternehmen. Auch die Industrie ist hier aktiv. Wir als Träger müssen Prioritäten setzen und die Mittel dafür unter Berücksichtigung aller Patientengruppen richtig einsetzen.“ Dazu gibt es in der KAGes seit dem Jahr 2016 ein Medizinisches Innovationsboard, das bei der Auswahl von innovativen Produkten unterstützt. Damit auch in Zukunft dem Gesundheitswesen ausreichend neue, innovative Medizinprodukte zur Verfügung stehen, haben sich die heimischen Unternehmen – den knappen Übergangsfris­ ten und zahlreichen Stolpersteinen zum Trotz – gut auf die neuen Regelungen vorbereitet. Gefordert ist jetzt die Politik, denn im Gesetzgebungsprozess fehlt es noch an einer Reihe von begleitenden Rechtsakten zur Implementierung der Verordnungen. Parallel dazu liegt die klare Forderung aller Betroffenen auf dem Tisch, zumindest eine „echte“ Benannte Stelle mit der Berechtigung und Expertise zur Ausstellung von CE-Zertifikaten– also nicht nur ein Zweigbüro einer ausländischen Benannten Stelle – in Österreich zu schaffen, um die damit verbundene Wertschöpfung nicht leichtfertig zu verschenken. :: Oreste Schaller

Natürlich werfen viele Arbeitgeber – Ministerien, Behörden, Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen – ihre Angelruten aktuell im selben Teich aus, wenn sie auf die Suche nach qualifiziertem Personal gehen, aus Sicht der AUSTROMED aber kein unlösbares Problem: Es wäre jetzt an der Zeit für die Politik, mit einer breiten Kampagne dafür zu werben, dass durch die Etablierung einer starken europäischen Benannten Stelle in Österreich kluge Köpfe im Land gehalten, Unternehmensansiedlungen gefördert und der Wirtschaftsstandort dadurch gestärkt werden kann. Die Situation muss auch als große Chance verstanden werden.

Gut vorbereitet am Start

Mag. Philipp Lindinger Geschäftführer AUSTROMED, Wien philipp.lindinger@austromed.org

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


© Siemens Healthineers

Was Unternehmen leisten

LifeNet –

mehr Transparenz, weniger Aufwand Egal, ob Sie Wartungstermine planen, den Status einzelner Systeme abrufen oder Serviceaktivitäten dokumentieren möchten – mit LifeNet von Siemens Healthineers behalten Sie den Überblick!

Das webbasierte Portal LifeNet vereint sämtliche Informationen über Ihr MedizintechnikEquipment von Siemens Healthineers, sei es in der bildgebenden wie auch in der Labordiagnostik, in einer umfassenden Online-Ressource. Egal, wo Sie sich befinden oder welches

Endgerät Sie benutzen – Serviceaktivitäten an Ihren Untersuchungsgeräten, Dokumente und Performance Reports sind für Sie jederzeit zugänglich und abrufbar. Alles, was Sie benötigen, ist eine Internetverbindung und eine SRS-Connection (Smart Remote Service) an den jeweiligen Untersuchungsgeräten. Vereinfachen Sie Ihr Anlagenmanagement! LifeNet ermöglicht Ihnen ein effizientes Management von Reparatur- und Wartungsterminen. Sie können alle anstehenden Wartungen und Umrüstungen Ihrer Systeme einsehen und bei Bedarf eine Terminverschiebung initiieren. Störungsmeldungen können direkt in LifeNet getätigt werden, wodurch das Tagesprogramm nur minimal unterbrochen wird. Über LifeNet erreichen Sie natürlich auch rund um die Uhr unser Customer Care Center – ganz bequem per Mausklick. Sie haben direkten Zugang zu Optionen, Umrüstungen und Testlizenzen und verknüpfen die Buchung gleich mit einer Applikationsanfrage.

Seien Sie auf der sicheren Seite! Nach einfacher Online-Registrierung erhalten Sie Ihren persönlichen Account sowie einen Administrator-Account, mit dem Sie die Zugriffe und Berechtigungen in Ihrem Haus selbst anlegen und verwalten können. LifeNet erlaubt Ihnen direkte Einblicke in Ihre gerätespezifischen, servicebezogenen Daten. Nützen Sie LifeNet und Sie haben stets einen umfassenden Rundumblick über Ihre Systemlandschaft – online! :: Kontakt:

Markus Theinschnack

Behalten Sie die Kontrolle!

Customer Service Marketing

Die Echtzeit-Statusanzeige bietet Ihnen jederzeit einen Überblick über die Verfügbarkeit

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Ihrer Systeme sowie offene Störungsmeldungen. Dies erleichtert Ihnen nicht nur die Arbeit, sondern hilft auch, Ressourcen optimal einzusetzen. LifeNet stellt Ihnen die komplette Historie Ihrer Systeme transparent zur Verfügung und Sie können Serviceaktivitäten und -meldungen lückenlos nachverfolgen. Details zu Ihren Wartungsverträgen sind als Entscheidungshilfe jederzeit abrufbar.

markus.theinschnack

@siemens-healthineers.com

www.siemens-healthineers.at

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 9

Entgeltliche Einschaltung

S

erviceabteilungen in Gesundheitsinstitutionen haben großen Bedarf an effizienten und planbaren Tagesabläufen und beanspruchen professionelle Unterstützung, um ihre medizintechnischen Systeme am Laufen zu halten. Siemens Healthineers versteht sich hierbei als verlässlicher Partner, der modernes, transparentes Gerätemanagement und Systemkontrolle mit geringem Aufwand für jeden seiner Kunden ermöglicht. Ein Managementsystem, das Kontinuität, einfache Handhabung und die Möglichkeit bietet, Abläufe und Veränderungen an Ihren medizintechnischen Geräten unmittelbar zu erkennen und lückenlos zu verfolgen, erleichtert Ihren Arbeitsalltag. Siemens Healthineers richtet sein Serviceportfolio konsequent an Ihren Herausforderungen aus und stellt Ihnen im Zuge der Digitalisierung im Gesundheitswesen mit dem Online-Kundenservice-Portal LifeNet genau diesen umfassenden Service zur Verfügung – und ganz ohne zusätzliche Kosten für unsere Vertragskunden.


Was Unternehmen leisten

Röntgenstrahlung sichtbar machen

LiveDosimetrie in der interven­ tionellen Radiologie: Modernster Strahlenschutz für das Personal

D

ie Anwendung von Röntgenstrahlung ist mit einem, wenn auch meist geringem, Risiko für das Personal und den Patienten verbunden. Der Gesetzgeber verlangt, dieses Risiko auf ein vertretbares Maß zu begrenzen.

Dass dies im Rahmen von Dienstleistungspaketen ganz konkreten Nutzen für das radiologische Interventionspersonal haben kann, zeigt die OMS Objekt Management Service GmbH. Die Medizinphysikexperten der OMS nutzen modernste Messtechniken und verwenden diese auf innovativem Weg, um den Strahlenschutz bei radiologischen Interventionen zu verbessern und Strahlung sichtbarer zu machen.

Entgeltliche Einschaltung

Messungen sind die einzige Möglichkeit, Röntgenstrahlung nachzuweisen. Die von amtlich ermächtigten Messstellen ausgegebenen Personendosimeter zum Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte eignen sich nur bedingt für Optimierungsmaßnahmen, da die Ergebnisse erst im Folgemonat als Summendosis des vergangenen Monats vorliegen. Für Optimierungszwecke werden deshalb oft Situationen nachgestellt oder Messungen direkt im klinischen Betrieb durchgeführt. Mit Technik und Engagement – zum Wohle des Menschen. Da Messungen während eines Eingriffes aber ein Störfaktor sind und nachgestellte Situati-

© OMS

Die neue medizinische Strahlenschutzverordnung (MedStrSchV) setzt Teile der europäischen Richtlinie 2013/59/Euratom in nationales Recht um und sieht seit Februar 2018 eine verpflichtende Mitwirkung von Medizinphysikexperten in der Radiologie vor. So wird auch dem technischen Fortschritt und dem komplexen Umfeld in diesem Bereich Rechnung getragen. onen nie die Realität widerspiegeln können, sind die Medizinphysikexperten der OMS einen Schritt weitergegangen: Durch innovative Kombination moderner Messtechnik, Videoequipment und Methoden der digitalen Datenverarbeitung ist es gelungen, die Röntgenstrahlung fast greifbar darzustellen. Ohne die klinische Routine zu stören, erfasst die Videotechnik die volle Bandbreite der schnell wechselnden Situationen während des Eingriffes und die Messtechnik zeichnet die Dosis für alle im Raum anwesenden Personen auf. Alles erfolgt automatisch, damit sich das medizinische Personal voll auf seine Aufgaben und den Patienten konzentrieren kann. Nach der Intervention werten die Medizinphysikexperten das gesamte Videomaterial und sämtliche Messdaten aus. Relevante Teile werden aufbereitet, Messdaten und Video synchronisiert und zu Videosequenzen mitsamt eingeblendeten Dosisinformationen verschmolzen. So sehen die Mitarbeiter, wie sich ihre jeweilige Position im Raum, ihre eingesetzten Schutzmaßnahmen und ihre jeweiligen Handlungen während des Eingriffes direkt auf ihre individuelle Dosis zu diesem Zeitpunkt auswir-

10 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

ken. Dies eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten für Maßnahmen zum Schutz des Personals vor der Röntgenstrahlung. Mit dieser und anderen Ideen entwickelt die OMS innovative Lösungen und bietet Leistungen innerhalb des gesamten Lebenszyklus von Objekten im Gesundheits- und Sozialwesen. Von Baumanagement über die Medizintechnik, medizinische Physik und Strahlenschutz bis hin zur Kommunikations- und Sicherheitstechnik ist die OMS ein kompetenter Partner im Bereich des technischen und kaufmännischen Facility Managements. Diese gebündelten Kompetenzen schaffen gezielt maximalen Nutzen und werden den künftigen Anforderungen moderner Einrichtungen gerecht. :: Mehr Informationen:

OMS Objekt Management Service GmbH DI Richard Mittasch, MSc Tel.: +43(0)7242/9010-0

richard.mittasch@oms.co.at www.oms.co.at

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


Was Potenzial hat

Es werde Licht Die Biophotonik ist gerade in der Medizin eine boomende Technik. So lassen sich künftig etwa mit Lasern deutlich weniger invasive und belastende diagnostische und therapeutische Verfahren verwirklichen. Christian F. Freisleben

I

n der Medizintechnik gibt es im Bereich der Biophotonik seit einiger Zeit eine Art Goldgräberstimmung. Schon jetzt wird die Technik, die sich mit der Wechselwirkung von organischem Material und Lichtteilchen beschäftigt (siehe Kasten Großes Entwicklungspotenzial), unter anderem in der Endoskopie eingesetzt, bei minimal-invasiven Verfahren, in der Augenheilkunde, der Laserchirurgie, der Dentaltechnik, bei Untersuchungen der Haut auf maligne Strukturen und der Analyse von Zellkulturen sowie der In-vitro-Diagnostik – allein dort wird der weltweite Umsatz auf über 50 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

Laser als Messinstrument Vor allem wichtig, so sagt Christian Hill, sei der Einsatz von Lasern. Hill ist an der Medizinischen Universität Graz auf dem Lehrstuhl für Biophysik am dortigen Gottfried Schatz Forschungszentrum für zelluläre Signaltransduktion tätig: „Laser werden immer kleiner, leistungsfähiger, kostengünstiger und integrierbarer – in einem ganz ähnlich hohen Tempo wie die Chips in der Computertechnik. So ergeben sich ganz andere Möglichkeiten im Bereich der Chirurgie.“ Etwa in der Hautchirurgie bei der Behandlung von Verbrennungen, wobei Laser aber auch in der Diagnostik eine zunehmende Rolle spielen, da sie mikroskopisch kleine Hautveränderungen sichtbar machen. An der Medizinischen Universität Graz wird der Laser auch als Messinstrument eingesetzt und beforscht. „Wir arbeiten damit in der Nanomedizin, also mit kleinsten Partikeln mit besonderen Eigenschaften. Wirkstoffe werden dabei an verschiedenste Stellen des Körpers transportiert und dort zum Einsatz gebracht.“ Wichtig sind dabei eben Messverfahren zur Partikelcharakterisierung, um die ablaufenden Vorgänge steuer- und kontrollierbar zu machen. „Der Laser erzeugt dabei nicht nur Licht, sondern überträgt auch Kräfte auf die zu messenden Partikel: Die daraus resultierenden Bewegungen werden auf kleinen Fluidik-Chips ausgewertet, um die Partikel zu vermessen– dieser Zugang kann unter Opto-Fluidische Kraftinduktion (OF2i) zusammengefasst werden, an deren Umsetzung und Verwertung wir gerade innerhalb eines universitären Spin-Offs arbeiten“, ergänzt Hill.

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Großes Entwicklungspotenzial Unter Biophotonik werden Techniken zusammengefasst, die sich mit der Wechselwirkung von organischem Material und Photonen (Lichtteilchen) beschäftigen. Entwicklungspotenziale gibt es reichlich:

:: Visible Light Communication – die extrem schnelle Übertragung von Informationen, ähnlich wie beim WLan, :: holografische Datenspeicherung, :: die Weiterentwicklung von Quantencomputern. :: Photonik ermöglicht den Einsatz von Terahertzstrahlung, die nicht ionisierend wirkt und daher keinerlei Strahlenbelastung bei bildgebenden Verfahren mit sich bringt. Dies kommt bereits bei den Ganzkörperscannern auf Flughäfen zum Einsatz. Entwickelt werden momentan tragbare Scanner, welche die Diagnostik revolutionieren könnten. :: Die Entwicklung von Nanobots – Maschinen in der Größenordnung von Staubkörnern –, die künftig Arterien von Verstopfungen befreien könnten, Medikamente gezielt zu bestimmten Organen oder Stellen im Körper befördern sowie zur Minimierung von operativen Eingriffen beitragen. :: Die Beeinflussung von Zellen und Gewebestrukturen (Optogenetik). – Lichtempfindliche Proteine werden genetisch verändert und reagieren dann auf gewünschte Weise auf Lichteinfluss. Aktuell wird Optogenetik schon genutzt, um Proteine in bestimmten Regionen der Zelle oder die Produktion spezifischer Moleküle zu beobachten. Die Europäische Union definiert Photonik als eine von sechs Schlüsseltechnologien, welche die Wirtschaft und unser Alltagsleben in den nächsten Jahren maßgeblich beeinflussen wird.

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 11


MUG

Was Potenzial hat

Licht und schlaue Textilien Gerhard Mohr ist in der Forschungsgesellschaft Joanneum Research im steiermärkischen Weiz für das Projekt SmartColourTextiles zuständig: In Textilien und Wundverbände werden Indikatorfarbstoffe und Sensorpigmente eingebracht. Arbeitshandschuhe verändern ihre Farbe, wenn sie in Kontakt mit starken Säuren oder Basen kommen. Entzündet sich eine Wunde, verändert der Verbandstoff seine Farbe. Gearbeitet wird auch an speziellen Garnen, die z.B. in Sport-T-Shirts zum Einsatz kommen können, und wo durch Farbveränderungen Hinweise auf bedenkliche Veränderungen von Vitalwerten sichtbar werden können. „Die Farbveränderungen sind mit dem freien Auge sichtbar. Um aber zu bestimmen, wie intensiv sie tat-

sächlich sind, kommen Faseroptiken und Kameras von Smartphones zum Einsatz – insofern ist unser Projekt ein Beispiel für Biophotonik im Bereich der Medizintechnik“, erklärt Mohr.

Biophysiker Christian Hill: Gastroskopie-Geräte in verschluckbarer Pille.

Insgesamt werden künftig die vielschichtigen Qualitäten von Photonen immer einfacher, schneller und billiger herstellbar sein. „So ergeben sich viele Steuerungsmöglichkeiten für präzise Messverfahren, medizinische Diagnos­ tikverfahren oder auch neue Vorgangsweisen für die Laserchirurgie.“ Dazu kommt die Verbindung mit neuen und schnelleren Datenverarbeitungsmethoden. Hill ist davon überzeugt, dass die Verkleinerung der eingesetzten Komponenten weiter rasant voranschreiten wird: „Bei der Gastroskopie wird es nicht mehr einen riesigen Schlauch brauchen, der das Licht an den richtigen Platz bringt. Kamera und Beleuchtung werden

Noch deutlicher wird dies an einem Armband, in dem ein nur sechs mal vier Millimeter großer Chip integriert ist, der auch die nötigen elektronischen Komponenten enthält: Erzeugt wird eine Art Lichtstrahl, der auf die Haut leuchtet. „Darunter fließt das Blut in unterschiedlicher Geschwindigkeit, und dies wird dann durch Intensitätsänderungen des Lichtes sichtbar“, ebenso, wie Mohr betont, eine Technologie, die zur Diagnostik eingesetzt werden kann sowie zur Langzeitkontrolle von Menschen mit chronischen Krankheiten.

© Intelligent Motion

Ein Roboter als Therapeut?

Innovative Therapie-Robotik aus Österreich revolutioniert den Therapiebereich

D

Entgeltliche Einschaltung

ie Firma Intelligent Motion GmbH ist ein führendes Unternehmen im Bereich der automatisierten Therapie bei körperlicher Beeinträchtigung – zum Beispiel bei neurologischen Defiziten nach Schlaganfällen oder bei Schädel-Hirn-Traumata. Der Einsatz modernster Technik sorgt dabei für neuartige Lösungen der Bewegungstherapie, wobei hier bereits sehr gute Erfolge im Bereich der Neurologie verzeichnet werden konnten. Der Roboter unterstützt Bereiche der Rehabilitationskette, die so bisher nicht möglich waren.

„…es ist ein sehr gutes Gerät, das den derzeitigen Markt zur aktiven Kräftigung der Rumpfmuskulatur ergänzt. Außerdem macht es den Patienten Spaß, damit zu arbeiten, und motiviert sie.“ (Zitat Therapeut)

hen. – Das ist sowohl aus medizinischer als auch betriebswirtschaftlicher Sicht sehr zu begrüßen! Erarbeitet wird dies in enger Kooperation mit diversen Forschungspartnern sowie mit der Firma Netural GmbH aus Linz.

Aufgrund dieser sehr erfreulichen Ergebnisse beschäftigt sich das Unternehmen nun auch mit anderen Bereichen wie etwa der Sturzprävention oder Adipositas-Patienten.

Zu sehen gibt es den Hirob auf der MEDICA, 12. – 15. 11. 2018, Halle 17, Gemeinschaftsstand der WKO. ::

In Kombination mit Virtual- und Mixed Reality sollen mit dem Hirob neue Therapieformen ermöglicht werden, welche das Einsatzgebiet des Therapieroboters um ein Vielfaches erhö-

12 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

intelligent motion gmbh A-4552 Wartberg/Krems

Tel.: +43(0)699/173 23 402

info@intelligentmotion.at www.hirob.at

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


MUI

Medizinphysikerin Monika Ritsch-Marte: Laserlicht als optische Pinzette.

in einer Art verschluckbaren Pille eingebaut sein.“ Signale können so mit einem unvergleichlich geringeren invasiven Vorgehen ausgelesen werden.

Anpassung in Sekundenschnelle Monika Ritsch-Marte, Leiterin der Sektion für Biomedizinische Physik an der Medizinischen Universität Innsbruck, forscht an holografisch programmierbaren Mikroskopen. „Gearbeitet wird dabei mit einem räumlichen Lichtwellen-Modulator, im Prinzip etwas wie der LCD eines Laptops, nur viel kleiner.“ Dadurch können unmittelbar hintereinander oder auch parallel Untersuchungen umgesetzt werden, ohne Linsen oder anderes Zubehör austauschen oder andere Veränderungen am Mikroskop vornehmen zu müssen. „Die Technik lässt sich damit in Sekundenschnelle an die zu untersuchende Probe anpassen, z.B. was Dicke oder Absorption des untersuchten Objekts betrifft“, so Ritsch-Marte. Weiters arbeitet Ritsch-Marte im Rahmen des kürzlich vom FWF genehmigten Sonderforschungsbereichs Tomography across the scales auch auf dem Gebiet der optischen Mikromanipulation. „Dabei wird Laserlicht als optische Pinzette verwendet. Dieser Greifarm aus Licht arbeitet völlig berührungsfrei, die zu untersuchenden Objekte können eingefangen, gehalten und durch Drehung von allen Seiten betrachtet werden.“ In Kombination mit Schall können so auch Strukturen untersucht werden, die größer als eine einzelne Zelle sind, wie z.B Organoide, das sind kleine, in der Petrischale aus Stammzellen gewachsene Zellcluster. Für Biophotoniker vielversprechend ist das Gebiet der „super high resolution“: Das Auflösungsvermögen eines Mikroskops hat natürliche Grenzen durch die Beugung des Lichts, „allerdings gibt es Technologien, die diese Beugung austricksen. Die Entdecker haben dafür vor einigen Jahren den Nobelpreis bekommen. Solche Systeme sind bereits seit einiger Zeit am Markt“, so Ritsch-Marte. Der Fokus liegt dabei derzeit auf der Zellforschung, wobei es zum einen um die Beschleunigung der gängigen Methoden geht, die teilweise recht viel Zeit erfordern. Ritsch-Marte nennt aber auch die Entwicklung winziger Sonden, die eine praktisch nichtinvasive Form der Endoskopie ermöglichen würden. „Licht bleibt ja letztlich aufgrund von Absorption und Streuung an der Körperoberfläche, tiefere Schichten zu erreichen ist eine große Herausforderung. Man kann die optische Eindringtiefe auch durch adaptive Optik verbessern, wie sie auch in der Astronomie verwendet wird zur Korrektur der Turbulenzen in der Atmosphäre.“ :: Mag. Christian F. Freisleben freisleben@schaffler-verlag.com

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

• Medizintechnik-Kompetenz auf 20.000 m² • Ausstellerfokus auf Zulieferer und Dienstleister • Umfangreiches Know-how durch intern. Messebeirat mit Ausstellern, Besuchern, Verbänden und Medien • VDMA – Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik als ideeller Träger • Swiss Medtech vereint Verband auf Gemeinschaftsstand

Wichtig: t .u. hbucherrabat Fr m endet a 2018 ! er b m e t p e 30. S Tanja Wendling Projektleiterin t4m@messe-stuttgart.de

www.t4m-expo.de


Was Unternehmen leisten

Implantate der neuen Generation Bioaktive „Nanooberfläche“ schützt vor Infektionen und Thrombosen

I

Entgeltliche Einschaltung

n Europa sind laut Statistik der Vereinten Nationen 25 Prozent der Bevölkerung bereits über 60 Jahre alt, und der Anteil der Älteren, die möglichst lange gesund und aktiv sein möchten, wird in den kommenden Jahren noch deutlich ansteigen. Gleichzeitig gibt es in allen Altersgruppen einen Trend zu weniger körperlicher Betätigung und einem ungesünderen Lebensstil, was zu mehr Übergewichtigen und chronisch Kranken führen wird. Neben einem steigenden Bedarf an orthopädischen sowie kieferchirurgischen Implantaten wird es auch zu einer vermehrten Nachfrage an der Rekonstruktion von Gelenken (Hüfte, Knie, Schulter) sowie kardiovaskulären Implantaten kommen. Zusätzlich wird sich durch die höhere Lebenserwartung der Patienten der Verbleib der Implantate im Körper verlängern.

Für eine neue Generation von Implantaten ist es daher essenziell, dass sie neben einer erhöhten Festigkeit und Lebensdauer auch einen langfristigen Schutz vor Infektionen, Thrombosen sowie entzündlichen Zellreaktionen bieten. Diese Faktoren beeinträchtigen oft die notwendige Integration in das umliegende Gewebe, weshalb in allen betroffenen medizinischen Disziplinen ein dringender Bedarf an biofunktionalisierten Materialien und Beschichtungen für

medizinische Implantate besteht. Laut vorsichtigen Schätzungen betreffen implantatassoziierte Komplikationen heute bis zu 10 Prozent der Patienten – Tendenz steigend. Silber tötet Bakterien Ein Nachteil der derzeitigen Beschichtungstechnologien ist, dass eine Biofunktionalisierung von Implantatoberflächen nur für einen begrenzten Zeitraum von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen möglich ist und es nur sehr wenige langlebige Alternativen gibt. Eine zufriedenstellende Lösung wird in Zukunft die Verwendung von ultrareinen nanopartikelbasierten Technologien sein. Neuere Studien zeigen, dass Multi-Material-Beschichtungen, die auf anorganischen Nanopartikeln basieren, langlebige antibakterielle und antithrombotische Eigenschaften haben und daher eine gute Alternative darstellen können, um Biomaterialien komplexe Funktionen zu verleihen. Eine der ersten nanopartikelbasierten, bioaktiven Beschichtungen auf medizinischen Geräten basiert auf Silber. Silberionen zerstören bakterielle Membranen und docken an Enzyme an, wodurch die bakterielle Replikation und ihre metabolischen Schlüsselprozesse inakti-

14 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

viert werden. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass silberbeschichtete Oberflächen die primäre Haftung verschiedener Bakterienstämme verhindern. Weiters schützen Silberionen vor antibiotikaresistenten Keimen. Edelmetalle schützen vor Thrombosen Ein weiterer, vorrangig mit kardiovaskulären Implantaten in Verbindung stehender Risikofaktor ist die Bildung von Blutgerinnseln durch die Ansammlung von Thrombozyten an der Implantatoberfläche. Diese können zu einem Gefäßverschluss vor allem im Gehirn oder in den tiefen Bein- und Beckenvenen führen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie sterben allein in Deutschland jährlich etwa 40.000 Menschen daran. „Es gibt allerdings erste wichtige Hinweise, dass ultradünne Beschichtungen aus ca. 20 Nanometer kleinen Edelmetallteilchen (z.B. Gold und Platin) das lokale Zellwachstum (die sogenannte Zellproliferation) und die Zell­ adhäsion verstärken und damit sehr effizient vor Thrombosebildung schützen“, erklärt Projektleiter Dr. Laszlo Sajti vom AIT Austrian Institute of Technology.

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


© Gettyimages, Montage AIT

Was Unternehmen leisten

Implantate mit kombinierten Eigenschaften Für Kunststoffimplantate wie z.B. Katheter sind erste nanobeschichtete Biomaterialien, die eine antibakterielle Wirkung aufweisen, bereits auf dem Markt. Bioaktive Nanobeschichtungen für Implantate aus Metall oder Keramik fehlen noch. Implantathersteller, deren Zulieferfirmen sowie kooperierende Mediziner und Krankenhäuser haben bestätigt, dass die Problematik an der Schnittstelle zwischen Implantat und umgebenden Gewebe liegt, welche mit den herkömmlichen Beschichtungsverfahren noch nicht zufriedenstellend gelöst ist. Das Ziel sei es daher, erklärt Sajti, die langjährige AIT-Expertise im Bereich der Optimierung

von metallischen Materialeigenschaften mit der Entwicklung von antibakteriellen und antithrombotischen Langzeit-Nanobeschichtungen zu verknüpfen. Eine Vision der Implantologie ist die Anwendung von Implantatsystemen (permanent und temporär) aus anwendungsadaptierten Materialien, welche gleichzeitig über unterschiedliche biologische Funktionen verfügen. Dr. Sajti hat bereits beachtliche Vorarbeiten für den Einsatz von multifunktionalen Biomaterialien aus Metallen und Polymeren geleistet. Im Zuge der deutschen Exzellenz­ initiative REBIRTH wurden einige Modellimplantate entwickelt, die eine bis zu mehreren Monaten andauernde antimikrobielle, zell­ proliferative oder antithrombogene Eigenschaft aufweisen. Implantatwerkstoffe mit derartigen kombinierten Eigenschaften stellen eine wichtige Innovation dar und liegen im AITForschungsfokus. Am AIT-Standort Wiener Neustadt will man deshalb für die operative Implantatversorgung ultrareine Materialien mit funktionalen Oberflächen entwickeln und gemeinsam mit nationalen und internationalen Industriepartnern zur Marktreife führen. Derzeit ist die Laborinfrastruktur, die die reproduzierbare Synthese und Herstellung ultrareiner nanotechnologischer

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Schichten und Implantatadditiven ermöglicht, noch im Aufbau, wobei ein Hauptkriterium die nahezu hundertprozentige Materialreinheit für medizinische Anwendungen darstellt. Ende 2018 soll mit den Forschungsaktivitäten gestartet werden, um 2019 erste Ergebnisse dieser innovativen Technologie der Industrie anbieten zu können. :: * Advanced Implant Solutions: Die Entwicklung neuer Materialien und Prozesstechnologien ermöglicht die Optimierung der Materialeigenschaften sowie die Herstellung innovativer Implantate. Bei der Konzeption arbeitet das AIT-Team eng mit führenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammen. Dabei umfasst die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowohl permanente als auch biodegradierbare Implantate auf Metallbasis und wird in Zukunft auf die Werkstoffe Keramik und Polymer erweitert.

Kontakt:

Dr. Laszlo Sajti

AIT Austrian Institute of Technology Center for Health & Bioresources Biomedical Systems

laszlo.sajti@ait.ac.at

www.ait.ac.at/themen/advancedimplant-solutions/

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 15

Entgeltliche Einschaltung

Dr. Sajti ist promovierter Physiker und hat in den letzten sieben Jahren ein Forschungsteam in Hannover aufgebaut und geleitet, das sich vorrangig mit nanotechnologischen Anwendungen für die Medizin beschäftigt. Seit 2017 leitet er die AIT-Gruppe „Advanced Implant Solutions*“, die an Materialien für Implantate forscht, und trägt mit seiner Expertise wesentlich zu einer Portfolioerweiterung der Forschungsthemen der Gruppe bei.


Was Patienten hilft

Wohlig warm N

MUI

ach dem Einleiten einer Narkose sinkt die Körpertemperatur nahezu jedes Patienten ab. Davor hat der Patient zwar noch eine normale Körperkerntemperatur, aber meist kalte Extremitäten, gerade wenn es zu längeren Wartezeiten in der Holding-Area vor dem Operationsaal kommt. Durch Vasodilatation, also die Erweiterung der Blutgefäße bei der Narkoseeinleitung, kommt es dann zu einem teils deutlichen Temperaturverlust. „Es gibt mehrere Studien, die zeigen, wie bedenklich eine solche Hypothermie für eine Operation ist“, unterstreicht Oliver Kimberger von der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Es steigt etwa die Wahrscheinlichkeit für Infektionen und vermehrten Blutverlust, und es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Herzkomplikationen und einen verlängerten Krankenhausaufenthalt. Auch ist die postoperative Hypothermie für die Patienten sehr belastend und unangenehm.

Anästhesist Oliver Kimberger: Mehr Infektionen und Blutverlust bei Hypothermie.

Adäquates Temperaturmanagement gehört mittlerweile zum Umfeld einer Operation genauso wie Händehygiene. Gefragt sind auch hier zeitgemäße medizintechnische Lösungen. Christian F. Freisleben

Kontrollierte Wärmezufuhr

„Pre-Warming“, also eine kontrollierte Zufuhr von Wärme schon vor der Operation eine inzwischen bewährte Vorgangsweise. Dies kann bereits auf der Normalstation beginnen, wobei nicht mit passiver Wärme – etwa einfachem Zudecken – gearbeitet wird, sondern mit aktiver Zuführung von Wärme über einen Zeitraum von 20 bis 60 Minuten. Organisatorische/strukturelle Fragen danach, wie lange Patienten tatsächlich in der HoldingArea liegen bzw. ob es dort oder auf der Station Platz für nötige Geräte und Steckdosen gibt, sollten vorab geklärt werden. In einem Krankenhaus mit langen Wegen, etwa bei Pavillonbauten, oder mit engen präoperativen Holding-Areas kann Pre-Warming unter Umständen schwerer umsetzbar sein.

Um die anfängliche, durch Gefäßerweiterung verursachte Hypothermie zu verhindern, ist das

Durchgeführt kann Pre-Warming mit einer Art Kleidungsstück werden, das der Patient überzieht und in welches dann warme Luft geblasen wird. Es gibt aber auch elektrische Wärmedecken,

Entgeltliche Einschaltung

Kompetenz in der Medizintechnik Die TÜV AUSTRIA Medizintechnik ist Ihr kompetenter Partner für technische Sicherheit. Wir helfen Ihnen dabei, die hohen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, die sich in einer Vielzahl von Gesetzen und Normen widerspiegeln. Sicherheitstechnische Prüfungen von Medizingeräten, Beratung bei und Prüfung von elektrischen und medizinischen (Gas-) Anlagen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus unserem umfangreichen Leistungsangebot! TÜV AUSTRIA Medizintechnik – Technische Sicherheit für Ihre Patienten

TÜV AUSTRIA Medizintechnik

Die TÜV AUSTRIA Akademie ist das Kompetenzzentrum für Bildungsdienstleistungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Medizintechnik & Pharma sowie Sicherheit, Technik, Qualität und Umwelt mit integriertem Medienhaus. Nach unserem Motto „Mit Hirn, Herz und Hand“ ist es unser Ziel, unseren Kunden – Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – Fachkompetenz und praxis­ orientiertes Wissen zu vermitteln sowie freudvolles Lernen zu ermöglichen. Das garantiert unser Referententeam mit Experten und Praktikern aus allen Bereichen des TÜV AUSTRIA sowie aus renommierten Betrieben und Institutionen.

TÜV AUSTRIA Akademie

16 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

DI Martin Kubec

Tel.: +43 (0)5 0454-6501 mt@tuv.at

www.tuv.at/medizintechnik

Mag. Johann Gotthart, MBA Tel.: +43 (0)5 0454-8132

johann.gotthart@tuv.at www.tuv-akademie.at/ medizintechnik

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


Gorodenkoff Productions OU

myMedis ergänzt die IT-Lösungen von Getinge

Vor und während der Operation sinkt die Körpertemperatur des Patienten.

auf die Patienten gelegt oder mit denen sie zugedeckt werden. Chemische Wärmematten benötigen keine Stromzufuhr und sind daher auch für den Transfer von der Station zum OP geeignet. Allerdings besteht bei dieser Methode keine Möglichkeit der Regelung der Wärmeabgabe. Gebläsewärmung ist aus der Sicht von Kimberger die am häufigsten verwendete Methode – dabei wird die warme Luft in eine Matte geblasen, die viele kleine Löcher hat, aus denen die Wärme dann auf den Körper strömt. Nicht empfehlenswert ist aus Kimbergers Sicht, einfach einen Warmluft-Gebläseschlauch unter die De­ cke eines Patienten zu stecken, denn das berge die Gefahr von Verbrennungen. Pre-Warming müsse jedenfalls gut geplant, dokumentiert und evaluiert werden.

Ganzheitliche Prozessoptimierung von der OP-Planung bis zur Dokumentation

Gute Aufklärung

Backoffice

„Eine kontinuierliche Messung der Temperatur des wachen Patienten ist während des Pre-Warmings nicht zwingend notwendig, Einmalmessungen schon“, so Kimberger. Sicher wichtig sei eine gute Aufklärung über Sinn und Ablauf der Maßnahme und ein unmittelbares Reagieren auf stärkeres Schwitzen oder Äußerungen des Patienten, dass ihm zu heiß sei. Besonders praktisch seien in diesem Setting kontinuierliche Temperatur-Messsysteme, die sowohl für das PreWarming als auch das interoperative Wärmen bzw. ebenso für die Zeit im Aufwachraum genutzt werden können, also etwa Kerntemperatursensoren, die mit Wärmeflusstechnologie nichtinvasiv arbeiten. „Wobei Ziel von Pre-Warming nicht ist, die Kerntemperatur eines Patienten anzuheben, sondern eben nur eine Abkühlung in der Peripherie des Patienten zu vermeiden“, unterstreicht Kimberger.

• OP-Anmeldung

Beim Einsatz von Wärmematten sind auch hygienische Aspekte zu bedenken, also ob es Einmal-Lösungen braucht, bzw. wie leicht eine Reinigung von wiederverwendbaren, konduktiven Systemen umsetzbar ist. ::

• Online-Dokumentation

• Stammdaten zur Abrechnung

Empfang • Aufnahme • Aufklärung • Abrechnung OP / Anästhesie • OP-Koordination • OP-Dokumentation

Aufwachraum • Patientenüberwachung

Mag. Christian F. Freisleben freisleben@schaffler-verlag.com

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

• Dokumentation • Patientenentlassung www.getinge.com


Neues / Bücher

Darmgesundheit durch High-TechKapsel

Medizinische Geräte vor Angriffen von außen schützen PC und Smartphone können durch Software-Updates vor Cyber-Angriffen geschützt werden – Schutzmechanismen für medizinische Geräte stecken noch in den Kinderschuhen. Dabei sind etwa auch Herzschrittmacher nichts anderes als kleine Computer, die oft drahtlos mit anderen Geräten oder mit dem Internet verbunden sind und gehackt werden können. Johannes Sametinger von der Kepler Universität erforscht gemeinsam mit Kollegen der US-amerikanischen Universität von Arizona und Clemens Steinwender vom Kepler Universitätsklinikum, wie medizinische Geräte vor Angriffen von außen geschützt werden können, um im Fall eines Angriffs für die Patienten sicher weiterzuarbeiten. „Idealerweise erkennen medizinische Geräte Bedrohungen und reagieren darauf“, erklärt Sametinger. „Das kann etwa erreicht werden, wenn sie mit zwei Prozessoren gleichzeitig arbeiten: Einer ist ausschließlich dazu da, den anderen laufend zu überwachen und bei Auffälligkeiten sofort zu reagieren.“ Im Fall einer Bedrohung kann das Gerät auf einen sicheren Funktionsmodus zurückschalten. „Vorstellbar sind verschiedene Betriebs­modi: vom Standardmodus mit allen Funktionalitäten bis hin zum Überlebensmodus, in dem das Gerät sich auf die wichtigsten Funktionen, die ohne Verbindung nach außen möglich sein müssen, beschränkt“, so Sametinger. ET

Wiederherstellung

Oskar Aszmann, Laura A. Hruby: Bionische Rekonstruktion. Wiederherstellung an der Grenze zwischen Mensch und Maschine. MedUni Wien im MANZ-Verlag 2018. ISBN: 978-3-214-01486-5.

Jährlich steigt die Anzahl an Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen – 2016 waren es laut Statistik Austria rund 38.500. Gleichzeitig steigt durch das optimierte Notfall-Management die Zahl der Überlebenden. Immer häufiger kommt es aber auch bei Extremsportarten oder Arbeiten in der Landwirtschaft zu Unfällen, bei denen Arme oder Beine schwerwiegend verletzt werden. Seit 2009 ermöglicht die von Oskar Aszmann an der MedUni Wien entwickelte Methode der bionischen Rekonstruktion den Einsatz neuartiger technologischer Hilfsmittel bei vielen dieser Unfälle, z.B. eine bionische Handprothese. Im neuen Wissenschafts-Buch Bionische Rekonstruktion erläutern Aszmann und Co-Autorin Laura Hruby anhand von echten Patientenschicksalen, welche Möglichkeiten es nach traumatischen Verletzungen gibt.

Strahlenschutz

Manfred Ditto: Medizinische Strahlenschutzverordnung 2017. Verordnungstext, Erläuterungen und Kommentare. Austrian Standards 2018. ISBN 978-3-85402-359-3.

Die Medizinische Strahlenschutzverordnung 2017 trifft Festlegungen für den Schutz von Patienten bei medizinischen Expositionen; sie regelt den Schutz sowie die Aus- und Fortbildung von Personen, die im Rahmen von medizinischen Expositionen tätig werden, und die Anwendung ionisierender Strahlung in der Veterinärmedizin. Das Buch von Manfred Ditto enthält die Neufassung der Medizinischen Strahlenschutzverordnung 2017 samt Erläuterungen und Kommentaren. Es richtet sich an radiologisch, nuklearmedizinisch oder strahlentherapeutisch tätiges medizinisches Personal, einschlägig tätige Sachverständige und Vertreter von Behörden. Als handliches Nachschlagewerk ist es eine Hilfestellung bei der praktischen Umsetzung der Strahlenschutzbestimmungen.

18 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

Australische Forscher haben eine kleine, verschluckbare Kapsel entwickelt, die Darmgase misst und die Daten an ein Endgerät sendet.* Ziel ist, aufgrund der Messergebnisse die ideale Kost für Menschen zusammenzustellen, die an MagenDarm-Problemen leiden. Überraschend war für die Forscher die Feststellung, dass im Darm offenbar auch Sauerstoff vorkommt. ET * Kalantar-Zadeh K et al (2018): A human pilot trial of ingestible electronic capsules capable of sensing different gases in the gut. Nature electronics 1, 79–87.

Thomas Ramge: Mensch und Maschine. Wie Künstliche Intelligenz und Roboter unser Leben verändern. Reclam 2018. ISBN: 978-3-150-19499-7.

Roboter und wir Euphoriker sehen in Robotern und Künstlicher Intelligenz den Schlüssel zur Lösung der großen Probleme unserer Zeit. Apokalyptiker fürchten die Machtübernahme der Maschinen und das Ende der Menschlichkeit. All diese Extrempositionen sorgen für Schlagzeilen und sind für ihre Vertreter ein gutes Geschäft. Tatsache ist: Computerprogramme können menschliche Gesichter zuverlässiger erkennen als Menschen. Sie schlagen uns im Brettspiel Go, das strategisches Denken und Intuition erfordert, und sie bluffen besser als die besten Pokerspieler der Welt. Maschinen treffen komplexe Entscheidungen – oft besser und schneller als wir – und erobern die Medizin. Thomas Ramge erklärt sachkundig und verständlich, wie Maschinen dabei sind, das Lernen zu lernen, und diskutiert die Frage: Was wird aus uns Menschen, wenn smarte Maschinen immer intelligenter werden?

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


© Orthopädisches Spital Speising

Neues

MiniHerzschrittmacher Schrauben aus Zucker und Magnesium

Seit einiger Zeit werden im Orthopädischen Spital Speising in Wien bei Fußoperationen Magnesium- und Zuckerschrauben eingesetzt, um Knochen miteinander zu verbinden und zu befestigen. Im Gegensatz zu Schrauben aus Metall bestehe der Vorteil darin, dass diese Materialien biologisch abbaubar sind; die Schrauben lösen sich also nach einiger Zeit von allein auf. Eine Nachfolgeoperation zur Entfernung des Implantats sei daher nicht mehr nötig, erklärt Peter Bock, Leiter des Speisinger Fußteams. Nun haben sich Mediziner des Fußteams mit der Frage auseinandergesetzt, welches der beiden natürlichen Materialien – Zucker oder Magnesium – in welchen Fällen besser geeignet ist. Dazu wurde der Verlauf bei 65 Patienten, die entweder eine Zucker- oder Magnesiumschraube bei einer Hallux-valgus-Operation erhalten hatten, untersucht. Zum Ergebnis sagt Studienautor Michel Chraim: „Beide Materialien erfüllen ihre Aufgabe der Knochenbefestigung sehr gut. Bei älteren Hallux-valgus-Patienten etwa wird häufiger die Zuckerschraube verwendet, da sie hier einen besseren Halt aufweist; Operationen am Rückfuß sprechen mehr für den Einsatz der Magnesiumschraube.“ ET

Mehr als hundert Implantationen des bis dato kleins­ten Herzschrittmachersystems haben Clemens Steinwender und sein Team am Kepler Uniklinikum bereits durchgeführt. Damit kann die Klinik die weltweit höchste Fallzahl in diesem Bereich aufweisen. Zahlreiche Forschungs- und Ausbildungsprojekte laufen in Kontakt mit der Herstellerfirma. Das Gerät kommt ohne Sonde aus, hat die Form einer MignonBatterie und ist noch dazu kaum größer als eine EinEuro-Münze. Herkömmliche Herzschrittmacher sind in etwa zündholzschachtelgroß und mit einer oder zwei Sonden ausgestattet. Diese geben die Impulse des Gerätes, das in einer Hauttasche im Bereich des Brustmuskels eingebettet ist, an den Herzmuskel weiter. Das kleine Implantat wird hingegen über die Beinvene direkt in eine Herzkammer eingesetzt und kommt ohne Schrittmachergehäuse und ohne Sonde aus. Das Komplikationsrisiko im Zusammenhang mit dem chirurgischen Eingriff oder auch der Bruch der Sonde entfällt, der Eingriff ist einfach und die Erholungszeit des Patienten verkürzt sich mit dem neuen Implantat maßgeblich, heißt es vonseiten der Klinik. ET

Vantage Orian 1,5 T – neueste Premium MRT Technologie Der Vantage Orian kombiniert eine einzigartige 71 cm große Gantryöffnung mit High-End-Imaging-Technologie aus unserem 3T-Portfolio und bietet somit alles, was Sie für Ihren klinischen Alltag benötigen. Darüber hinaus sorgt das System mit seinem geringen Energieverbrauch und platzsparenden, abkoppelbaren Tisch für einen höchstmöglichen Patientenkomfort. Patienten im Fokus – Maximale Geräuschreduktion durch einzigartige Soft- und Hardwaretechnologie Pianissimo™ und Pianissimo™ Zen – Maximaler Patientenkomfort durch größte Bohrung am Markt – entspannte Untersuchungsatmosphäre für Patienten durch innovatives virtuelles offenes Raumgefühl Klinische Sicherheit – 45 mT/m Amplitude, 200 mT/m/ms Slew Rate – Die adaptive Rauschunterdrückungstechnologie Pure RF Rx verwendet einen proprietären Algorithmus und reduziert Rauschen an der Quelle. Die Verringerung des Signal-Rausch-Verhältnisses um bis zu 38 Prozent führt zu einer besseren Bildqualität.

Weitere Informationen online unter https://at.medical.canon/


Was Unternehmen leisten

Work hard but work smart Fotos: ©Sumetzberger

F

ür viele Krankenhäuser sei es noch ein weiter Weg bis zum „Smart Hospital“, meint Ing. Peter Friedrich, Leiter Forschung & Entwicklung bei Sumetzberger, Rohrpost, und sieht den Hauptgrund dafür vor allem im geringen Digitalisierungsgrad: „Elektronische Patientenakten sind im deutschsprachigen Bereich in vielen Fällen noch am Anfang. Auch international gibt es starke Unterschiede zwischen den Ländern.“ Obwohl in vielen Spitälern bereits ein Großteil der Daten elektronisch ausgetauscht wird, gibt es noch immer viele Lücken.

Mit steigender Lebenserwartung in Europa steigt die Zahl chronisch-kranker Menschen und damit die Kosten im Gesundheitssystem – und dies oftmals bei gleichbleibenden oder sogar sinkenden Budgets. Auch nimmt der Fachkräfte­ mangel in vielen europäischen Ländern zu. Diese und viele weitere Verände­ rungen stellen Krankenhäuser vor immer mehr Herausforderungen. „Smart Hospital“ als Lösungsansatz ist in vieler Munde. Und auch wenn es noch keine Gesamtlösung gibt, gilt es, stückweise Optimierungsprozesse zu integrieren.

„Wir bieten innovative Lösungen für den effizienten Transport von kleinen Gütern wie Blutbeutel, Blutproben oder Medikamente – und setzen hier immer wieder neue Akzente für mehr digitale Daten und der damit verbundenen Sicherheit. Beispielsweise werden alle Transporte und der Inhalt der Hülsen via Sumetzberger-Rohrpostanlagen elektronisch erfasst. Das bedeutet, dass Labore zu jeder Zeit wissen, wann z.B. welcher Blutbeutel von welchem Mitarbeiter auf welcher Station abgeholt wird“, berichtet Friedrich. „So wird sichergestellt, dass die erforderliche Kühlzeit nicht überschritten wird.“ Ein Ausbau dieser Technologie, die in den meis­ ten Krankenhäusern mittlerweile als Standard gilt, sind nun Handheld-Geräte. Während die Blutbank via Computer und Signal­leuchten über den Transport und die Ankunft der Blutbeutel informiert wird, werden die klinischen Abteilungen via Handheld-Gerät über die geschätzte Ankunftszeit in Kenntnis gesetzt. Neu ist dabei, dass mit einer Androidbasierten mobilen Applikationsplattform ge-

arbeitet wird. Auf Wunsch können zusätzlich sämtliche Pflegeaktivitäten und jeder Schritt des Produktes (z.B. mit Barcode-Scanner) bis hin zum Eintrag in die elektronische Patientenakte aufgezeichnet werden. Neben der Blutbank profitieren auch Apotheken von dieser Innovation. Vollautomatisierte und robotisierte Apothekenlager mit integrierten Transportlösungen über das Rohrpostsys­ tem und der anschließenden Erfassung via Handheld-Geräten ermöglichen ein lückenloses Medikamentenmanagement. „Die Verschmelzung von Rohrpostsystemen mit Technologien zur Automatisierung ist eine der wichtigen Prioritäten von Sumetzberger“, erklärt Friedrich. „Trotz ihrer enormen Effizienz ist die Rohrpost limitiert, wenn es z.B. um größeres Transportgut geht oder wenn Bereiche im Krankenhaus aus baulichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht an das Rohrpostsystem angeschlossen werden“, so Friedrich weiter. Dafür bietet Sumetzberger seit Kurzem eine neue Lösung: autonome mobile Transportroboter!

20 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

„Autonome mobile Transportroboter werden in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil eines jeden Krankenhauses sein und sowohl Routineals auch Standard-Botendienste übernehmen. Bei der heutigen Entwicklung der Personalkos­ ten, vor allem von hochqualifiziertem Personal, wird es sich langfristig kein Krankenhaus mehr leisten, Personal für Botendienste abzustellen“, ist Friedrich der festen Überzeugung. Die neue Generation von Transportrobotern GoCart ist einfach zu installieren, kann via Smartphones, Handheld-Geräten etc. gerufen und bedient werden, hat intelligente Software mit ausgeklügelten Algorithmen, die selbstständig eine „Personaleinteilung“ je nach Bedarf und Anfrage festlegt, und ist somit in jeder Hinsicht autonom. Alle Transporte werden aufgezeichnet – zu jedem Zeitpunkt weiß man, wo sich welcher Roboter mit welchem Gut aufhält und wie lange er bis zur Lieferung benötigt. „Ganz wie die Rohrpost, aber doch anders“, so Friedrich lächelnd. :: www.sumetzberger.at

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

Entgeltliche Einschaltung

Innovativ – und smart


Wo es Hilfe gibt

S

Wie bitte?

chätzungsweise 20 Prozent aller Personen ab 14 Jahren in Österreich leben mit einer Form der Hörbeeinträchtigung. Das sind etwa 1,76 Millionen Menschen. Kinder und Jugendliche sind davon weniger betroffen als ältere (doch auch das Hören ist eine wichtige Sache. Wer nicht hört, dem entgeht ändert sich gerade durch zu lautes Musikhören über Kopfhörer). Ab dem in unserer Gesellschaft so einiges: vorbeirasende Autos, 65. Lebensjahr ist etwa jeder Zweite der Nachrichtensprecher und im schlimmsten Fall auch der hörbeeinträchtigt. Die Häufigkeit von Wunschberuf. Nicht umsonst weist unter anderem die WHO auf Hörverlust ist damit vergleichbar mit die Wichtigkeit des Hörens hin. Hörgeräte und Hör-Implantate der von chronischen Rückenschmersind seit Jahrzehnten etabliert. Doch versorgt ist nur ein Teil zen oder Bluthochdruck. Eine durch audiologische Untersuchungen gejener Menschen, die auch davon profitieren würden. messene Zahl an Hörbeeinträchtigten in Österreich gibt es nicht, aber die 20 Bettina Benesch Prozent dürften hinkommen und werden sowohl vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger als auch von der Österreichischen zu sich freier fühlen“, erklärt Helene Jarmer, Präsidentin des HNO-Gesellschaft als Richtwert genannt. Österreichischen Gehörlosenbundes. Ja, und dann gibt es die, die nach dem Spracherwerb, im Schul- oder Erwachsenenalter, Ähnliche Zahlen zeigt die Österreichische Gesundheitsbefraallmählich oder plötzlich ertaubt sind und sich nichts sehnlicher gung 2014 der Statistik Austria, eine der aktuellsten Arbeiten wünschen als wieder zu hören. Und es gibt die, die sagen: Ich zum Thema. Demnach berichten rund sieben Prozent der etwa werde älter, höre zunehmend schlechter, und das ist halt so. 15.000 Befragten ab 15 Jahren, in einem ruhigen Raum „einige“ oder „große“ Schwierigkeiten beim Hören eines Gesprächs zu Technisch gesehen haben viele hörbeeinträchtigte Menschen haben. Und das trotz Hörgeräts, wenn vorhanden. In einem mithilfe von Hörgeräten und Hör-Implantaten eine gute bis sehr lauten Raum hatten schon knapp 26 Prozent der Befragten gute Chance (wieder) zu hören. Wenig sinnvoll sind Hörhilfen Verständnisprobleme. Erwartungsgemäß steigt die Prävalenz zum Beispiel dann, wenn der Hörnerv nicht funktioniert oder die des Hörverlusts mit dem Alter: Bei den Über-75-Jährigen gaGehörlosigkeit von Geburt an vorhanden war und lange Jahre ben 21  Prozent an, ein Gespräch in einem leisen Raum nicht zu nicht versorgt wurde. Je länger Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit besteht, umso geringer sind die Chancen, mit Hörgerät hören. 49 Prozent sagten, dass das in einem lauten Raum der oder Hör-Implantat gut zu hören. Laut HNO-Gesellschaft warten Fall wäre. Auch der Österreichische Gehörlosenbund hat Zahlen Betroffene durchschnittlich sieben bis zehn Jahre, bis sie etwas erhoben. Er vertritt die Interessen der Gehörlosengemeinschaft gegen eine diagnostizierte Hörminderung unternehmen. in Österreich, also all derer, die bevorzugt in Gebärdensprache kommunizieren. Demnach sind in Österreich 10.000 Menschen gehörlos, 456.000 sind hochgradig schwerhörig oder ertaubt und können sich nicht allein über das Gehör verständigen. Die Versorgung der

Schwerhörigkeit ist vielfältig

Österreicher mit Hörhilfen könnte durchaus besser sein.

Da gibt es zum Beispiel die einen, die taub geboren und kurz darauf mit einem Cochlea-Implantat (CI) versorgt wurden und die damit wunderbar hören können. Manche davon gebärden zusätzlich, manche nicht. Es gibt die, die taub und aus verschiedenen Gründen nicht mit Hörhilfen versorgt sind, die gebärden und ebenfalls gut zurechtkommen. Diese Entscheidung gegen ein technisches Hilfsmittel sei „persönlich, oder auch gesundheitlich begründet und reicht von Kopfschmerzen bis hin

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com

ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA 21

©Janina Dierks - stock.adobe.com

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es „die Schwerhörigen“ als homogene Gruppe nicht gibt. Denn die Ursachen der Hörverminderung und die Zeitpunkte, an denen sie eingetreten ist, variieren stark – und können auch zu einem sehr unterschiedlichen Umgang mit Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit führen.


Wo es Hilfe gibt

Hörgerät und Cochlea-Implantat Wer nicht schwerhörig sein will, dem steht in der Regel als erste Wahl ein Hörgerät zur Verfügung. Es verstärkt den einkommenden Schall in jenem Frequenzbereich, in dem die Hörbeeinträchtigung besteht. Hilft das Hörgerät nicht oder nicht mehr, gibt es Hör-Implantate als weitere Lösung für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit. Das bekannteste davon ist wohl das Cochlea-Implantat. Es stimuliert den Hörnerv elektronisch vom Innenohr aus. Dazu braucht es nach umfangreichen Untersuchungen u.a. eine etwa zweistündige Operation, einige Tage Krankenhausaufenthalt und in den meisten Fällen anschließendes Hörtraining.

Trotz der theoretisch guten Versorgbarkeit gibt es noch Luft nach oben, was die Verwendung von Hörhilfen angeht. Laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger besitzen in Österreich rund 340.000 Personen ein Hörgerät. Das sind etwa 19  Prozent aller Hörbeeinträchtigten. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der Verband der Hörakustiker Österreichs, wo man schätzt, dass jährlich etwa 43.000 bis 60.000 Personen neu mit Hörgeräten versorgt werden. Cochlea-Implantate tragen rund 2600 Menschen und jährlich kommen österreichweit etwa 500 dazu. Joachim Schmutzhard, verantwortlich für den Forschungsschwerpunkt Hörimplantate an der Universitäts-HNO-Klinik Innsbruck, schätzt, dass etwa zwei Promille der Bevölkerung ein CI bräuchten. Das wären in Österreich etwa 17.600 Menschen. Eine systembedingte Unterversorgung sieht er allerdings nicht: „Im österreichischen System hat man als Patient, der sich um ein CI bemüht, gute Chancen auch eines zu bekommen.“ Es liege eher an der Aufklärung, viele wüssten nicht, welche technischen Möglichkeiten es heute gebe. Da brauche es mehr Aufklärung in den Arztpraxen. Dazu kommt sicherlich auch das Stigma, das Schwerhörigkeit mit sich bringt: Wer schlecht hört, dem wird rasch einmal mangelnde Intelligenz nachgesagt – egal ob mit oder ohne Hörhilfe.

versucht seit eh und je, den Anteil der Hörgeräte, die ohne Zuzahlungen abgegeben werden, zu erhöhen und die Versicherten vor ungerechtfertigten oder nicht notwendigen Zuzahlungen zu schützen.“ Außerdem werde mit der Innung der Hörgeräte­ akustiker gerade verhandelt, um innerhalb der Kassenzuzahlung bessere Hörgeräte vergeben zu können. Derzeit geben die Sozialversicherungen jährlich etwa 75 Millionen Euro für die Versorgung mit etwa 65.000 Hörgeräten aus. Die privaten Zuzahlungen für bessere Geräte schätzt der Hauptverband auf etwa 50 bis 70 Millionen Euro. Um die Versorgung und das Bewusstsein für Hörgesundheit zu verbessern, wolle der Hautverband mit den Versicherungsträgern unabhängige Beratungsstellen für Hörgeräte-Träger etablieren und in den Kassen Anlaufstellen einrichten. Auch durch Informationsveranstaltungen und Medienberichte solle Bewusstsein für die Wichtigkeit des Tragens eines Hörgerätes geschaffen und auf die Folgeschäden von Hörverlust hingewiesen werden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Schwerhörigkeit sowohl Körper als auch Geist schlecht bekommt: Mögliche Folgen unbeachteter Schwerhörigkeit im Alter sind Depression, soziale Isolation und Demenz. Das wiederum erhöht neben dem persönlichen Leid auch die Kosten für das öffentliche System, etwa wenn Senioren aufgrund ihres Hörverlusts und des damit einhergehenden kognitiven Abbaus verfrüht ins Alten- oder Pflegeheim ziehen müssen. Unversorgte taub geborene Kinder erlernen die Lautsprache nicht und können möglicherweise nicht den Beruf wählen, der ihren Fähigkeiten entspricht.

Was Hören bringt

Ja, und natürlich sind sowohl Hör-Implantate als auch Hörgeräte ein Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Ein Cochlea-ImplantatSystem kostet rund 20.000 Euro; mit den Kosten im Spital kommen rund 50.000 Euro zusammen. Hörgeräte werden in einer Standardausführung von den Kassen bezahlt. Die Sozialversicherung kommt je nach Hörgeräte-Klasse mit Beträgen ab etwa 700 Euro für die Versorgung auf. So erhalten hörbeeinträchtigte Menschen, auch ohne in ihre Geldbörse zu greifen, ein funktionierendes Gerät. Doch je ausgeklügelter die Hörgerätetechnik, umso höher der Preis. Spitzengeräte kosten mehrere tausend Euro – der Aufpreis muss aus eigener Tasche finanziert werden.

Medizinisch ist inzwischen vieles möglich. Cochlea-Implantate sind bei gehörlosen Neugeborenen heute das Mittel der Wahl – auch wenn sich manche Eltern aus persönlichen Gründen dagegen entscheiden. Und auch Senioren können von Hörgeräten und Hör-Implantaten sehr profitieren; eine Altersgrenze nach oben existiert im Grunde nicht. Medizinisch gesehen ist die Sache klar. Nur kommt dann noch der Mensch ins Spiel. Denn insgesamt ist es eine höchstpersönliche Entscheidung, ob und welche Hörhilfe in Anspruch genommen wird. ::

Was laut Hauptverband gar nicht nötig wäre: „Mit den zuzahlungsfreien Hörgeräten sind ca. 90 Prozent aller Hörschädigungen versorgbar“, heißt es. Und weiter: „Der Hauptverband

22 ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA

Mirjam Reither

Kosten für Implantat und Hörgerät

Wer stattdessen mit Hörgerät oder -Implantat versorgt ist, hört besser und berichtet auch von besserer Lebensqualität. Mehrfach behinderten gehörlosen Kindern wird durch das Hören mitunter der einzige Kommunikationskanal eröffnet. Kognitiv normal entwickelte, gehörlos geborene Kinder können mit Cochlea-Implantat einen Beruf ihrer Wahl ausüben, wenn sie früh genug – idealerweise im ersten Lebensjahr – implantiert wurden. Sie können dann auch in einem Umfeld arbeiten, in dem verbale Kommunikation notwendig ist.

Bettina Benesch Journalistin, Pöchlarn buero@bettinabenesch.at

59. Jg. (2018), ÖKZ EXTRA: MedTech & MEDICA | www.schaffler-verlag.com


Natürliches Hören ein Leben lang. Hörverlust kann jeden treffen. Dank unserer Hör-Systeme aus Österreich können Menschen weltweit das Leben (wieder) hören: vom Cochlea-Implantat SYNCHRONY bei schwergradiger Hörstörung, über das Mittelohr-Implantat VIBRANT SOUNDBRIDGE und dem Knochenleitungsimplantat BONEBRIDGE bis hin zum Knochenleitungshörgerät ADHEAR bei leichtgradigem Schallleitungshörverlust. Weil Kommunikation keine Barriere sein darf. Und Hören Lebensqualität bedeutet.

BRILLANTES HÖREN AUS ÖSTERREICH. MED-EL. Forschung und Entwicklung made in Austria.

Zum Video: Das schönste Geschenk. Hören mit Cochlea-Implantat. MED-EL Headquarters | Fürstenweg 77 | 6020 Innsbruck Tel. +43 (0)5 7788-0 | office@medel.com | medel.com


WORLD FORUM FOR MEDICINE Leading International Trade Fair

DÜSSELDORF, GERMANY 12–15 NOVEMBER 2018 www.medica.de

Member of

• Die Medizinwelt auf dem Sprung in die digitale Zukunft • Der weltweite Überblick: nur auf der MEDICA 2018

BE PART OF THE NO.1!

Profile for Schaffler Verlag

ÖKZ Extra: MedTech & MEDICA 2018  

Schaffler Verlag GmbH

ÖKZ Extra: MedTech & MEDICA 2018  

Schaffler Verlag GmbH

Profile for schaffler
Advertisement

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded