Discover Germany, Issue 86, Architecture Special, October 2021

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Discover Germany  |  Architecture Special Stahl und Sichtbeton dominieren das minimalistische Innendesign. Neben dem Design war den Architekten die Funktionalität wichtig und so ist das Gebäude sowohl für einen Einzelnutzer, als auch für unterschiedliche Nutzer ausgelegt. Diese Flexibilität in der Nutzung und eine zeitlose Ästhetik sorgen dafür, dass das Gebäude einen langen Lebenszyklus hat: Es kann sich verschiedenen Nutzern und Gegebenheiten anpassen und berücksichtigt die neuesten technischen Erkenntnisse. Ein zweistöckiges Foyer, Innenhofgarten und Dachgarten bieten Nutzern entsprechende Aufenthaltsflächen und damit der Spaß im modernen Arbeiten nicht zu kurz kommt, gibt es eine 31 Meter lange Rutsche vom vierten Obergeschoss bis in den Hof. RESSOURCENSCHONENDE BAUWEISE UND NACHHALTIGE REVITALISIERUNGEN „Oliv Architekten denken weit über den Horizont eines Architekturbüros hinaus“, ist laut den Architekten das Leitmotiv ihrer Herangehensweise. Zu den

Erfolgsfaktoren des Büros gehören der Respekt für ästhetische, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. In Sachen Nachhaltigkeit geht es aber nicht nur um neue Gebäude, sondern auch – und insbesondere – um die Revitalisierung bestehender Bausubstanz. Hier liegt eines der Spezialgebiete von Oliv Architekten. „Nicht zuletzt die 20 Jahre Erfahrung mit dem Thema Revitalisierung lassen uns auch jedes Neubauvorhaben aus einem ganz speziellen Blickwinkel betrachten“, sagt Igor Brncic, seit 2020 Partner im Büro. Eines dieser Revitalisierungsprojekte ist AER, die Umnutzung des ehemaligen Allianz Headquarters in München Neu-perlach mit einer Fläche von etwas mehr als 32.000 Quadratmeter. Durch Ergänzungen, Nachverdichtung und Aufstockung des bestehenden Gebäudes erweitern die Architekten die Fläche auf 40.000 Quadratmeter, um das Gebäude so zukunftsfähig zu machen. Das 1990 errichtete Gebäude entsprach schlichtweg nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wirt-

schaftlichkeit und Anpassungsfähigkeit, denn das Gebäude war ursprünglich für nur einen einzigen Nutzer geplant. Zukünftig soll es flexibel für einen oder mehrere Nutzer geeignet sein. Auch hier kommen verschiedene Holzbaukonstruktionen zum Einsatz. Ein weiteres spannendes Revitalisierungsprojekt und ein Beispiel, was sich aus leerstehenden alten Kaufhäusern machen lässt, ist das ehemalige Kaufhaus Beck in Laim, das in den 1960ern erbaut und in den 1990er Jahren geschlossen wurde. Mehrere vorangegangene Versuche der Revitalisierung waren gescheitert und das Gebäude verfiel zunehmend. Oliv Architekten aber gelang es zwischen 2015 und 2018 aus der ehemaligen Ruine ein lebendiges Gebäude mit gemischter Nutzung zu schaffen und gleichzeitig die Substanz und Infrastruktur – zum Beispiel eine Tiefgarage – zu erhalten. Die große Akzeptanz des Projekts spricht für den Erfolg, den Oliv Architekten bei diesem Projekt hatten.

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Oben links: Revitalisierung AER in München Neuperlach Neue Erschließungsmagistrale im AER und Nachverdichtung in Holzbauweise. Visualisierung: Oliv Architekten Oben rechts: Revitalisierung AER in München Neuperlach Umnutzung, Nachverdichtung und Aufstockung durch Holzhybridkonstruktionen im Bestand. Visualisierung: HEVF 2 Fritz 9 S.à r.l. Unterseite: Foyer Mühldorfstraße: Sichtbeton, schwarzer Stahl und schwarz-weiß Kontraste sind die Materialien im Innenraum. Foto: Edzard Probst für Oliv Architekten

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