Discover Germany, Issue 86, Architecture Special, October 2021

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ARCHITEKTUR UND LEBEN IM WANDEL Das Weimarer architektur.KONTOR ist ein frauengeführtes Architekturbüro, dass seine Denk- und Arbeitsweise gekonnt dem Wandel unserer Zeit anpasst. Das Gründerduo Kristina Hoffmann und Pia Becker folgt dabei den Bauhaus-Prinzipien und stellt sich den grundlegenden Fragen zum Wohnen im 21.Jahrhundert - inklusive ökologischer Verantwortung und unkonventionellen Nutzerstrukturen.

Das architektur.KONTOR fällt in zweierlei Hinsicht auf. Zum einen überzeugen die kraftvollen Räume, die das Architektenteam in den Bereichen Wohnungsbau, Tourismus und Gastronomie schafft. Zum anderen setzt sich das architektur.KONTOR durch seine Firmenphilosophie ab. Flexible Arbeitszeiten und die Option Homeoffice sind für die beiden Gründerinnen, die Mütter von drei und vier Kindern sind, selbstverständlich. „Wir nehmen uns als Team wichtig“, erklärt Kristina Hoffmann. „Work-Life-Balance, Kommunikation, Fürsorge füreinander und die Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter sind grundlegende Bausteine unserer Unternehmenskultur.“ Pia Becker fügt hinzu: „Wir sind davon überzeugt, dass wir als Frauen vernetztes Denken und eine hohe Kommunikationsfähigkeit in den Planungsprozess einbringen. Trotzdem gibt es unserer Meinung nach keine typisch weibliche Architektur - vielmehr sind wir ein Team, das gerade aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen im Planungsprozess eine hohe Vielschichtigkeit ermöglicht.“ Diese Vielschichtigkeit findet sich auch in den Projekten. Weg vom Standardmodell ‚Mutter, Vater und zwei Kinder‘, steht der individuelle Nutzen der Kunden im Vordergrund. „Heute ist eine Wohnung Zuhause und Arbeitsplatz, Freizeit- und gleichzeitig Schulraum, Rückzugs- und auch Gemeinschaftsort für Familie und Freunde“, so Hoffmann. „Wir sind gefordert einen respektvollen Lebensraum für all diese

Bereiche zu schaffen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit dem Ressourcenverbrauch umzugehen.“ Dementsprechend ziehen die beiden Architektinnen den Erhalt von Bausubstanzen und maßvolles Sanieren einem Abriss grundsätzlich vor und wünschen sich, dass auch in Sachen Baurecht ein Umdenken stattfindet, welches ein Verdichten im städtischen Kontext besser unterstützt. Wandel in der Bauindustrie ist ebenso notwendig, denn ein Gebäude im ganzen Lebenszyklus zu betrachten, heißt den Abbau und die Wiederverwertung im Entwicklungsprozess von Anfang an mitzudenken, erläutert Hoffmann. „Dazu benötigen wir eine verbesserte Transparenz in der Bauzulieferindustrie für nachhaltige Produkte, sowohl in der Herstellung als auch in der Wiederverwendung.“

Haus S. Photo: Martin Lattermann

Um den Wandel hin zu einer baulich nachhaltigen Zukunft voranzutreiben, braucht es Mut zum Umdenken auf allen Ebenen und das architektur.KONTOR ist dafür ein vertrauensvoller und erfahrener Partner.

Architektinnen BDA www.dasarchitekturkontor.de

Kindergarten. Photo: Pia Becker

Haus W. Photo: Pia Becker

Issue 86  |  October 2021  |  17